Citation: 1C_89/2017 E. 2.4.1

2.4.1. Die Ausnahmeregelung gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. d zweiter Teil SVG hat zum Zweck, dass Personen, die sich während fünf Jahren bewährt haben, aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht mit einem Entzug auf unbestimmte Zeit oder für mindestens zwei Jahre sanktioniert werden. Im Vordergrund steht dabei die Bewährung durch fünfjähriges pflichtgemässes Verhalten, unabhängig davon, ob es sich um einen Ausweisentzug oder eine Verwarnung handelt. Einzig umstrittene Frage ist im vorliegenden Fall, welcher Zeitpunkt massgebend ist für den Beginn der Bewährungsfrist gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. d zweiter Teil SVG. Gemäss dieser Vorschrift beginnt die Bewährungsfrist nach Ablauf eines Führerausweisentzugs. Der Wortlaut bezieht sich damit lediglich auf den Entzug des Ausweises und nicht auf Verwarnungen. Zudem beginnt die Frist gemäss dem ersten Satzteil der Bestimmung nach dem Vollzug der Massnahme, während Verwarnungen nicht "vollzogen" werden. Deshalb kann der Beginn der Bewährungsfrist vorliegend auch nicht in analoger Anwendung der gesetzlichen Regelung bestimmt werden. Die Frage bedarf der Auslegung.