Citation: 5A_539/2021 E. 4.1.2

4.1.2. Verfahren und Prozess zur Aussonderung gemäss Art. 242 SchKG kommen zur Anwendung, wenn ein Dritter eine bewegliche Sache herausverlangt, welche sich in ausschliesslichem Gewahrsam des Schuldners befindet, oder ein Grundstück beansprucht, welches im Grundbuch auf den Namen des Schuldners eingetragen ist. Im Aussonderungsverfahren geht es um Drittansprüche an Vermögenswerten, die zufolge Konkurseröffnung mit Konkursbeschlag belegt sind (Urteil 5A_133/2019 vom 20. Juli 2020 E. 3.1.3; VOCK/MEISTER-MÜLLER, SchKG-Klagen nach der Schweizerischen ZPO, 2. Aufl. 2018, S. 263, mit Hinweisen); es wird einzig die für das laufende Vollstreckungsverfahren relevante Frage geklärt, ob der strittige Gegenstand dem Konkursbeschlag unterliegt oder nicht (BGE 131 III 595 E. 2.1; Urteil 5A_133/2019 vom 20. Juli 2020 E. 3.1.3; RUSSENBERGER/WOHLGEMUTH, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 6 zu Art. 242; FRITZSCHE/WALDER, Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. II, 1993, § 48 N 20). Bei der Beurteilung der Aussonderungsklage kommen zwar materiellrechtliche Aspekte zum Tragen, eine rechtliche Beurteilung der Eigentumsverhältnisse erfolgt jedoch nicht (BGE 131 III 595 E. 2.1; Urteil 4A_185/2011 vom 15. November 2011 E. 2.2). Diese erscheinen auch nicht im Dispositiv (RUSSENBERGER/WOHLGEMUTH, a.a.O., N. 6 zu Art. 242; VOCK/MEISTER-MÜLLER, a.a.O., S. 270). Die Rechtskraft eines Urteils erstreckt sich nur auf das laufende Verfahren, was nicht ausschliesst, dass die materielle Rechtslage in einem späteren Zivilprozess erneut geprüft werden kann (vgl. Urteil 4A_185/2011 vom 15. November 2011 E. 2.2; RUSSENBERGER/WOHLGEMUTH, a.a.O., N. 6, 50 zu Art. 242; VOCK/MEISTER-MÜLLER, a.a.O., S. 270; FRITZSCHE/WALDER, a.a.O., § 48 N 20).