Citation: I 169/04 17.01.2005 E. 7.1

7.1.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1). 7.1.2 Nach der Rechtsprechung ist beim Einkommensvergleich unter Verwendung statistischer Tabellenlöhne zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen (BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb mit Hinweisen; vgl. auch BGE 126 V 77 ff. Erw. 4 und 5). Sodann ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (AHI 2000 S. 81 Erw. 2b; vgl. auch BGE 124 V 323 Erw. 3b/aa). In BGE 126 V 75 ff. hat das Eidgenössische Versicherungsgericht die bisherige Praxis dahin gehend präzisiert, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3). 7.2 Die Vorinstanz ging bei der Bestimmung des Invalideneinkommens entsprechend dem A.________ Gutachten davon aus, der Versicherte könne weiterhin als Lagerist arbeiten. Als Invalideneinkommen setzte sie daher den von ihm beim der Firma C.________ im Jahre 1998 als Lagerist erzielten Lohn von Fr. 52'596.- ein und rechnete ihn auf das Jahr 2001 hoch, was bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 70 % Fr. 38'230.- ergab. Dem kann nicht beigepflichtet werden. Denn die Stelle bei der Firma C.________ wurde dem Versicherten per 31. Mai 2000 gekündigt und seither arbeitet er nicht mehr. Beim Invalideneinkommen ist demnach aufgrund der dem Versicherten zumutbaren Arbeiten (Erw. 3.1 hievor) auf den LSE-Tabellenlohn für mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor beschäftigte Männer abzustellen (Erw. 7.1.1 hievor; vgl. auch Urteil D. vom 30. Oktober 2002 Erw. 2 und 3.3.1, I 517/02). Dieser Lohn betrug im Jahre 2000 monatlich Fr. 4437.- (LSE S. 31 TA1) bzw. jährlich Fr. 53'244.-. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit "Total" von 41,7 Stunden im Jahre 2001 sowie der Nominallohnentwicklung "Total" 2001 von 2,5 % (Schweizerischer Lohnindex, a.a.O., T1.1.93) ergibt sich für 2001 ein Invalideneinkommen von Fr. 56'894.- bzw. angesichts des zumutbaren Arbeitspensums von 70 % ein solches von Fr. 39'826.-. Im Jahre 2002 betrug das entsprechende Einkommen monatlich Fr. 4557.- (LSE S. 43 TA1) bzw. jährlich Fr. 54'684.- Aufgrund der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit "Total" von 41,7 Stunden im Jahre 2003 sowie der Nominallohnentwicklung "Total" 2003 von 1,3 % (Schweizerischer Lohnindex, a.a.O., T1.1.93) resultiert für 2003 ein Invalideneinkommen von Fr. 57'749.- bzw. beim zumutbaren Arbeitspensum von 70 % ein solches von Fr. 40'424.-. 7.3 Umstritten ist, ob vom Invalideneinkommen ein Abzug vorzunehmen ist. 7.3.1 Die IV-Stelle legte im Einspracheentscheid ohne Begründung dar, ein Teilzeitabzug könne nicht vorgenommen werden. Die Vorinstanz nahm - ohne sich zu dieser Frage zu äussern - keinen Abzug vor. Der Versicherte macht geltend, wegen der ihm nur noch zumutbaren Teilzeitarbeit, seiner gesundheitlichen Einschränkungen, seines Alters und seiner Nationalität sei ein Abzug von mindestens 15 % gerechtfertigt. 7.3.2 Wegen der Ausländereigenschaft kann kein Abzug gewährt werden, da der Versicherte seit 1981 in der Schweiz lebt und die Niederlassungsbewilligung C besitzt. Er gehört somit einer Ausländerkategorie an, für welche der monatliche Bruttolohn im Anforderungsniveau 4 sogar über dem entsprechenden, nicht nach dem Merkmal der Nationalität differenzierenden Totalwert liegt (LSE 2000 S. 47 TA12, LSE 2002 S. 59 TA12; BGE 126 V 79 Erw. 5a/cc; vgl. auch Urteil D. vom 30. Oktober 2002 Erw. 3.3.3, I 517/02). Bei einem Beschäftigungsgrad von 70 % und der damit verbundenen Lohnbenachteiligung von ca. 9 % bei Männern im Anforderungsniveau 4 ist ein Abzug gerechtfertigt (LSE 2000 S. 24 TA9, LSE 2002 S. 28 TA8 ). Gemäss dem A.________ Gutachten ist der Beschwerdeführer aus somatischer bzw. rheumatologischer Sicht für leichte bis mittelschwere Arbeiten zu 100 % arbeitsfähig. Die 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiert allein aus dem psychischen Leiden, weshalb es nicht angeht, die auf 70 % veranschlagte Einsatzfähigkeit nochmals aus psychischen Gründen herabzusetzen, zumal aufgrund des Gutachtens keine zusätzlichen Leistungseinschränkungen (wie z.B. verlangsamte Arbeitsweise, Notwendigkeit vermehrter Pausen oder häufige Absenzen) bestehen. Selbst wenn berücksichtigt wird, dass der Versicherte keine körperlich schweren Arbeiten mehr ausüben kann, erscheint ein Abzug von total höchstens 15 % als angemessen (vgl. auch Urteil D. vom 30. Oktober 2002 Erw. 3.3.3, I 517/02). Zusätzliche Abzüge rechtfertigen sich nicht. 7.4 Demnach resultiert für das Jahr 2001 ein Invalideneinkommen von Fr. 33'852.- (85 % von Fr. 39'826.-) und für das Jahr 2003 ein solches von Fr. 34'360.- (85 % von Fr. 40'424.-; Erw. 7.2 hievor). Verglichen mit den Valideneinkommen von Fr. 65'606.- im Jahre 2001 und Fr. 66'924.- im Jahre 2003 (Erw. 6.2.2 hievor) ergeben sich Invaliditätsgrade von 48,4 % bzw. 48,6 %, was zum Anspruch auf eine Viertelsrente führt. Selbst wenn das von der Vorinstanz ermittelte Valideneinkommen von Fr. 58'498.- im Jahre 2001 (Erw. 4 hievor) bzw. von Fr. 60'028.- im Jahre 2003 (Nominallohnentwicklung im Baugewerbe von 1,6 % im Jahre 2002 und von 1 % im Jahre 2003) herangezogen wird, folgt für 2001 ein Invaliditätsgrad von 42,1 % und für 2003 ein solcher von 42,7 %, so dass ebenfalls Anspruch auf eine Viertelsrente besteht. Die Verwaltung, an welche die Sache zu diesem Zweck zurückzuweisen ist, wird noch zu prüfen haben, ob allenfalls eine halbe Rente zufolge Vorliegens eines Härtefalles im Sinne von Art. 28 Abs. 1bis IVG gewährt werden kann. Gegebenenfalls wird sie entsprechend verfügen.