Citation: 5P.291/2005 13.01.2006 E. 4

In Bezug auf den konkreten Unfallhergang ist in erster Linie strittig, ob die Wagentüre bei Abfahrt des Zuge offen gestanden hat, oder ob sie in diesem Zeitpunkt geschlossen war und erst danach zweimal durch Y.________ wieder geöffnet worden ist. 4.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass sich die Türe bei der Abfahrt des Zuges nicht geschlossen hat und bestreitet damit, dass sie von Y.________ nachträglich geöffnet worden ist. Die gegenteilige Annahme rügt sie als willkürlich, namentlich die Würdigung der Aussagen von Y.________. Sie geht bei ihrer Begründung dabei wortreich auf die Beweiswürdigung des Obergerichts zu dieser Frage ein. Da indes das obergerichtliche Urteil im vorliegenden Verfahren nicht Anfechtungsobjekt bildet, kann auf diese Ausführungen gesamthaft nicht eingetreten werden. Im Übrigen übt sie ohnehin unzulässige appellatorische Kritik, indem sie die Zeugenaussagen einfach selber frei würdigt und somit ihre eigene Beweiswürdigung vornimmt. Solche appellatorische Kritik ist im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nicht zulässig (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Dies gilt auch soweit die Beschwerdeführerin ausdrücklich auf den kassationsgerichtlichen Beschluss Bezug nimmt: Das Kassationsgericht hat angemerkt, die Beschwerdeführerin ziehe Zitate aus den Einvernahmeprotokollen von Y.________ und insbesondere aus dem obergerichtlichen Urteil sehr selektiv heraus und stelle sie nicht in den Gesamtzusammenhang der betreffenden Aussagen bzw. Erwägungen. Inwiefern diese Schlussfolgerung unhaltbar sein soll, legt die Beschwerdeführerin nicht substantiiert dar. Vielmehr erschöpft sich ihre Rüge in der Behauptung des Gegenteils und der pauschalen Bezeichnung der kassationsgerichtlichen Erwägungen als willkürlich. Darauf kann nicht eingetreten werden (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). 4.2 Strittig ist weiter, wie Y.________ die Wagentüre geöffnet hat, namentlich ob er dazu den Nothahn benutzt hat. Die Beschwerdeführerin wirft dem Kassationsgericht in diesem Punkt vor, in willkürlicher Weise angenommen zu haben, die Frage der Betätigung des Nothahns sei Teil der allgemeinen Lebenserfahrung, welche als Rechtsfrage mit Berufung beim Bundesgericht zu rügen sei. Bei diesem Vorbringen verkennt die Beschwerdeführerin die Argumentation des Kassationsgerichts: Als allgemein bekannt hat dieses einzig die Tatsache vorausgesetzt, dass sich bei den Wagentüren ein Notschalter befinde, mit welchem die Türen geöffnet werden können. Ob diese Tatsache als Teil der allgemeinen Lebenserfahrung der Berufung ans Bundesgericht unterliegt, kann hier offen bleiben, da sie von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wird. Vielmehr hält sie selber ausdrücklich fest, in jedem Passagierwagen sei oberhalb jeder Türe ein solcher Notschalter angebracht. Hingegen hat das Kassationsgericht als Tatfrage angesehen, ob es möglich sei, dass Y.________ den Nothahn auch tatsächlich betätigt habe. Es hat die diesbezügliche Beweiswürdigung des Obergerichts einlässlich geprüft und als nicht willkürlich befunden. Dabei hat es im Ergebnis offen gelassen, wie Y.________ die Türe geöffnet hat: Es hat angeführt, es sei nicht willkürlich anzunehmen, dass er den Notschalter betätigt und danach mit Körperkraft ein erneutes Schliessen der Türe verhinderte habe. Ebenfalls sei denkbar, dass Y.________ nach Anfahren des Zuges die Wagentüre zweimal mit Körperkraft geöffnet habe, sei es, dass er ein erneutes Schliessen verhindert oder dass er von Hand die Tür wieder aufgestemmt habe. Auf diese Ausführungen geht die Beschwerdeführerin nicht ein, sondern bestreitet, dass der Nothahn betätigt worden sei. Zur Begründung führt sie aus, kein Zeuge habe dies aus eigener Wahrnehmung bestätigen können und die Beschwerdegegnerin habe nicht behauptet, die Plombe des Nothahns sei gebrochen gewesen. Ihre Argumentation führt damit an den kassationsgerichtlichen Erwägungen vorbei, so dass sie den gesetzlichen Begründungsanforderungen auch in diesem Punkt nicht genügt (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG).