Citation: 6B_1001/2015 E. B

B.a. Nach Aufenthalten in den Regionalgefängnissen Bern und Thun wurde X.________ per 18. November 2011 zum Vollzug der stationären Massnahme in die Anstalten Thorberg eingewiesen. Dort befand er sich zunächst in der Sicherheitsabteilung 1, wurde dann mit Verfügung der Anstalten Thorberg vom 22. Dezember 2011 in die Sicherheitsabteilung 2 und per 19. März 2012 in den Normalvollzug versetzt. Ab 12. Juni 2012 befand er sich bis zum 27. Juli 2012 in der Therapieabteilung (TAT). Am 12. August 2012 musste er nach Vollzug einer 16-tägigen Arreststrafe in die Sicherheitsabteilung 1 versetzt werden, da er einem Mitarbeiter der TAT einen massiven Schlag an den Kopf versetzt hatte. Aufgrund dieses Vorfalls wurde X.________ am 27. September 2012 mit einer Freiheitsstrafe von 30 Tagen bestraft und schlossen die Anstalten Thorberg seine Rückkehr in die TAT aus. Am 15. April 2013 wurde X.________ auf die Sicherheitsabteilung 2 verlegt. Am 30. Juli 2013 wurde er wegen eines Angriffs auf das Anstaltspersonal in die Sicherheitsabteilung 1 zurückversetzt. Nach einer zwischenzeitlichen Verlegung in die Sicherheitsabteilung 2 befand sich X.________ zufolge Bedrohung einer Mitarbeiterin ab dem 16. Januar 2014 bis Mitte März 2015 wieder in der Sicherheitsabteilung 1 respektive A. Danach wurde er in die Justizvollzugsanstalt Lenzburg verlegt, wo er sich auch zurzeit befindet. B.b. Die beiden im Mai und Dezember 2010 über X.________ erstellten forensisch-psychiatrischen Gutachten nennen als Diagnosen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und emotional instabilen Anteilen sowie einen schädlichen Konsum von Alkohol und Cannabis. X.________ zeige eine erhebliche Tendenz zur Frustrationsintoleranz, eine Impulsstörung und keinerlei Krankheitseinsicht. Die X.________ behandelnde Therapeutin äusserte im Oktober 2012 den Verdacht auf das Vorliegen eines Asperger-Syndroms und empfahl eine Neubegutachtung. Daher gab die Abteilung für Straf- und Massnahmenvollzug am 31. Januar 2013 ein neues Gutachten in Auftrag. Dieses lag am 24. September 2013 vor. Es kam zu folgenden Diagnosen: Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, dissozialen, paranoiden und narzisstischen Anteilen, schizotype Störung, Status nach schädlichem Gebrauch von Alkohol und Cannabis. Im Gutachten wird ausgeführt, die Therapieprognose erscheine angesichts des bisherigen Verlaufs und nachdem X.________ seit September 2012 den Kontakt zum Forensisch-Psychiatrischen Dienst verweigere, als ausgesprochen ungünstig. Ein nochmaliger Ansatz zur Fortsetzung der Massnahme unter veränderten Bedingungen, insbesondere über eine Veränderung des Settings, könne wegen der neuen diagnostischen Erkenntnisse zwar Sinn machen, doch seien die Erfolgsaussichten gering. Die neu gestellte Diagnose einer schizotypen Störung biete Erklärungsmöglichkeiten für das bisherige Scheitern der Therapie und habe Auswirkungen auf eine allfällige Therapieplanung. Medikamentösen, psychoedukativen und supportiven Interventionen komme nach den neuen Erkenntnissen eine grössere Bedeutung zu, während ein auf der aktiven Mitarbeit X.________s basierender psychotherapeutischer Ansatz bis auf Weiteres in den Hintergrund trete. Eine grundsätzliche Aussichtslosigkeit der Massnahme könne wegen der bestehenden Therapieoptionen nicht sicher bejaht werden. Unter Ausschluss der Möglichkeit einer erzwungenen medikamentösen Intervention und im Falle eines anhaltenden Widerstandes X.________s gegen eine Behandlung selbst unter optimierten Bedingungen müsste in der Tat von Aussichtslosigkeit gesprochen werden. Der Versuch eines Neustarts der stationären Massnahme unter veränderten Umgebungs- und Therapiebedingungen sei aus gutachterlicher Sicht die einzige verbleibende Option, um doch noch einen gewissen legalprognostischen Fortschritt zu ermöglichen. B.c. Bereits am 31. Juli 2012 hatte die Abteilung für Straf- und Massnahmenvollzug (ASMV) die Klinik Rheinau um Aufnahme von X.________ ersucht. Die Klinik hatte dies abgelehnt, da X.________ mit seinem (damals diagnostizierten) Störungsbild nicht dem Schwerpunkt der Klinik - psychisch kranke Straftäter mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis - entspreche. Am 7. November 2013 ersuchte die ASMV unter Hinweis auf die neue Diagnose die Klinik Rheinau erneut um Aufnahme von X.________. Nachdem die rechtlichen Abklärungen betreffend eine allfällige Zwangsmedikation vorlagen, erklärte die Klinik am 20. Mai 2014, sie sei zur Aufnahme von X.________ bereit. Sie wies darauf hin, dass allerdings eine mehrmonatige Wartefrist bestehe. Am 10. Juni 2014 teilte X.________ der ASMV mit, dass er mit einer Verlegung in die Klinik Rheinau durchaus einverstanden sei. Ähnlich äusserte er sich am 30. Juni 2014, nunmehr durch einen Rechtsanwalt vertreten: Er habe nichts gegen einen vorläufigen Verbleib auf der Sicherheitsabteilung A der Anstalten Thorberg einzuwenden, doch sei es ihm ein Anliegen, möglichst schnell in eine geeignete Institution überwiesen zu werden.