Citation: 9C_31/2024 E. 4.3

4.3. Zusammenfassend wurde im angefochtenen Urteil zwar zu Recht darauf hingewiesen, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte auf Grund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung mitunter eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen, weshalb eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf deren Angaben denn auch kaum je in Frage kommt (BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3a/cc). Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von der versicherten Person aufgelegten Unterlagen mitzuberücksichtigen sind (BGE 135 V 465 E. 4.6). Die genannten Berichte der involvierten Fachärztinnen und -ärzte deuteten nach dem Gesagten auf eine Lückenhaftigkeit des psychiatrischen Teilgutachtens (samt Ergänzungen) hin und boten demnach zumindest Anlass für weitere psychiatrische Abklärungen, namentlich mit Blick auf das gesundheitliche Geschehen seit den Ende November/Anfang Dezember 2020 durch die ABI vorgenommenen Explorationen. Der rechtserhebliche Sachverhalt in Bezug auf das psychische Leiden des Versicherten ist somit unvollständig erhoben. Die Beschwerdegegnerin, an welche die Sache zur Abklärung und Neubeurteilung zurückzuweisen ist (vgl. Art. 107 Abs. 2 BGG), wird eine vertiefte Begutachtung insbesondere psychiatrischer Natur in die Wege zu leiten haben.