Citation: 6B_468/2024 E. D

Zur persönlichen Situation von A.________ geht die Vorinstanz von folgenden Feststellungen aus: Letzterer sei kosovarischer Staatsangehöriger, am 2. Mai 2006 als 24-Jähriger in die Schweiz eingereist und habe hier um Asyl nachgesucht. Am 26. November 2011 sei der abweisende Asyl- und Wegweisungsentscheid rechtskräftig geworden. Infolge Heirat mit B.________, die über eine Niederlassungsbewilligung C verfügt habe, sei A.________ eine bis 17. März 2021 gültige ordentliche Aufenthaltsbewilligung ausgestellt worden. Er verfüge in der Schweiz weder über Asylstatus noch über faktische Asylwürdigkeit. Er sei auch nicht Angehöriger des Schengenraumes. Die Landesverweisung in den Kosovo könne problemlos vollzogen werden. A.________ habe nach eigenen Angaben keine Ausbildung absolviert und keinen Beruf erlernt. Im Kosovo habe er in der Landwirtschaft gearbeitet und in der Schweiz sei er gemäss eigener Aussage vorübergehend in einem Reinigungsunternehmen tätig gewesen. Er sei seit zwei Jahren arbeitslos und die Gemeinde X.________ unterstütze ihn und zahle ihm alles. A.________ weise Verlustscheine in der Höhe von Fr. 37'718.30 auf. A.________ pflege sodann weder zu Schweizern noch zu Landsleuten in der Schweiz aktenkundige Beziehungen. Er selber habe ausgesagt, dass er hier keine Familie und keine Kollegen habe. Gleiches gehe aus einem Abklärungsbericht im Bereich des Kindesschutzes der Sozialen Dienste der Gemeinde U.________ vom 25. Juni 2015 hervor. Seine sozialen Bindungen schienen sich schon vor der Trennung ausschliesslich auf seine Ex-Frau und seinen Sohn beschränkt zu haben. Er verfügt auch über keine Hobbies und gehe keinen anderweitigen Tätigkeiten nach. Er sei keiner Landessprache mächtig. Aus den Akten gehe hervor, dass A.________ in hohen Dosen Schlaf- und Beruhigungsmittel konsumiere und eine Abhängigkeit vom Schlafmittel Zolpidem bestehe. Gemäss Abklärungsbericht des Sozialdiensts der Gemeinde U.________ vom 26. Februar 2019 bestünden nicht genauer abgeklärte und diagnostizierte Krankheiten (physischer und psychischer Natur), die es A.________ eigenen Aussagen zufolge verunmöglichten, zu arbeiten. Im forensisch-psychologischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 17. September 2021 sei auf ein Abhängigkeitssyndrom durch Hypnotika und auf eine Verdachtsdiagnose einer Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend dissozialen (und zudem paranoiden) Anteilen geschlossen worden. Es sei aber nicht ersichtlich und von A.________ nicht geltend gemacht worden, dass er von Behandlungen in der Schweiz abhängig sei. A.________ sei seit dem 5. Mai 2020 von B.________ (der Mutter des gemeinsamen, mittlerweile neunjährigen Sohnes C.________) geschieden. Der Sohn unterstehe der gemeinsamen elterlichen Sorge, lebe indessen bei der Mutter, welche die faktische Obhut ausübe. Diese Regelung hänge aktuell in der Schwebe, habe B.________ doch seit einem Übergriff anlässlich eines Besuchs im Gefängnis die alleinige elterliche Sorge. Das Besuchsrecht sei umgehend und bis auf weiteres sistiert worden. Hinsichtlich des Übergriffs auf den Sohn C.________ sei derzeit ein weiteres Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft Oberland hängig. A.________ sei im Dezember 2019 aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und lebe seither in einem Studio in X.________. Er habe zwei Brüder und mehrere Schwestern, die - bis auf eine Schwester - alle im Kosovo lebten. A.________ sei seit der Geburt seines Sohnes an dessen Betreuung beteiligt gewesen, indes seien aufgrund von Instabilität und Überforderung beider Eltern wiederholte behördliche Interventionen durch die Sozialen Dienste der Gemeinde U.________ sowie die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) X.________ erfolgt. Mit Entscheid der KESB X.________ vom 20. Mai 2019 sei eine Erziehungsbeistandschaft für den gemeinsamen Sohn errichtet worden. Die Zusammenarbeit von A.________ mit den Behörden betreffend seinen Sohn sei volatil. Er sei trotz wiederholter Aufforderung der Sozialen Dienste der Einwohnergemeinde U.________ nicht zu einem Gespräch betreffend die weiterlaufende Kontaktregelung zu seinem Sohn erschienen und nehme sein Besuchsrecht B.________ zufolge nur zwischenzeitlich und unzuverlässig wahr. Sodann habe sich A.________ nachweislich nicht an behördliche Auflagen gehalten und habe den gemeinsamen Sohn während eines Aufenthalts im Kosovo (ohne Anästhesie) beschneiden lassen, obwohl ihm dies vom Beistand ausdrücklich untersagt worden sei. Gemäss Schreiben des Beistands vom 26. April 2022 habe die Familienbegleiterin den Sohn für die Besuche im Regionalgefängnis Thun zum Mitkommen motivieren müssen und er habe dieser gegenüber ausgesagt, dass er Angst habe. A.________ habe wiederholt gegen eine Fernhalteverfügung verstossen und es habe ihm gerichtlich verboten werden müssen, mit seiner Ex-Frau telefonischen Kontakt aufzunehmen. Schliesslich pflege A.________ den Kontakt zu seinem Sohn mehrheitlich telefonisch und habe anbegehrt, dass dieser in ein Kinderheim geschickt werde, da es ihm dort besser gehe als bei B.________. A.________ habe im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils keine (im Strafregister ersichtlichen) Vorstrafen aufgewiesen. Indes habe er gegenüber seiner Ex-Frau eine Deliktsserie begangen und sich weder durch eine laufende Strafuntersuchung noch eine Fernhalteverfügung beeindrucken lassen. A.________ sei vor seiner Inhaftierung regelmässig im Rahmen von Ferienaufenthalten in sein Heimatland gereist. Insbesondere sei ein Antrag auf Auslandsferien mit seinem Sohn C.________ in Kosovo zum Zwecke des Besuch von Angehörigen vom 5. bis 18. Juli 2020 von den Sozialen Diensten X.________ bewilligt worden. In seiner Heimat könne sich A.________ in seiner Muttersprache Albanisch verständigen.