Citation: 6B_151/2021 E. 4.4

4.4. In der Anklageschrift wurde dem Beschwerdeführer vorgeworfen, er habe durch die Nichtweiterleitung der Verkäsungs- und Siloverzichtszulagen die 38 Milchproduzenten im Betrag von Fr. 508'431.85 geschädigt. Im zwischenzeitlich ergangenen Urteil 2C_403/2017 vom 4. Dezember 2018 hat das Bundesgericht festgehalten, der Bund werde durch die Überweisung solcher Zulagen an den zwischengeschalteten Milchverwerter nicht von seiner Schuldpflicht gegenüber den Milchproduzenten befreit; diesen stünde weiterhin ein direktes Forderungsrecht gegen den Bund zu. Daraus folgerte die Vorinstanz, der Schaden von Fr. 508'431.85 sei somit nicht den 38 Milchproduzenten, sondern dem Bund entstanden, was aber nichts daran ändere, dass der Beschwerdeführer die entsprechenden Vermögenswerte nicht pflichtgemäss weitergeleitet habe. Entgegen seinen Vorbringen verstösst diese Vorgehensweise nicht gegen das Anklageprinzip, musste sich doch der Beschwerdeführer stets bewusst sein, welches Verhalten ihm vorgeworfen wird und dass dieses Verhalten rechtlich als Veruntreuung qualifiziert werden könnte. Zur Wahrung der Rechte der Verteidigung unerheblich erscheint demgegenüber, ob der von ihm verursachte Schaden letztlich zu Lasten der Milchproduzenten oder des Bundes ging.