Citation: 9C_360/2024 E. 6.2

6.2. Es liegt in der Natur von Verwirkungsfristen, dass die Rechtsfolge unmittelbar mit Fristablauf eintritt. Inwieweit dies willkürlich sein soll, ist nicht ersichtlich. Wie die Vorinstanz zu Recht erwog, dient bei unverschuldeten Fristversäumnissen das Institut der Fristwiederherstellung als Korrektiv (BGE 136 II 187 E. 6), dessen Voraussetzungen im vorliegenden Fall aber nicht gegeben sind. Der Verweis der Beschwerdeführerinnen auf das Urteil 2C_678/2010 vom 5. Januar 2011 ist unbehelflich, weil es dort um eine Bewilligungssistierung als Sanktion für die nicht fristgerechte Einreichung von Unterlagen ging und das Bundesgericht die Verspätung als geringfügig bezeichnet hat, weil sie den ordnungsgemässen Ablauf des Verfahrens nicht beeinträchtigte bzw. die Verfahrensdauer massgeblich von einer behördlichen Vorprüfung abhing, mithin der entscheidenden Behörde auch bei fristgerechter Einreichung der Unterlagen noch nicht alle entscheidrelevanten Informationen zur Verfügung standen. Daraus kann keine allgemeine "Bagatellrechtsprechung" in dem Sinn abgeleitet werden, dass die Verwirkung eines Anspruchs trotz Fristablauf bei angeblichen Bagatellverstössen nicht eintritt. Im Übrigen ist auch nicht ersichtlich, inwieweit der vorliegende Fall eine Bagatelle darstellen soll, nachdem sich die Beschwerdeführerinnen erst rund zwei Wochen nach Fristablauf an die Behörden gewandt und ihren Antrag fast drei Monate nach Fristablauf gestellt haben. Daran ändern auch die Hinweise in der Beschwerde auf die Corona-Pandemie nichts. Damit hat die Vorinstanz die Verhältnismässigkeit der Verwirkung willkürfrei bejaht.