Citation: 2C_846/2017 E. 4.1

4.1. Falls ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet und die betroffene Person wegen eines Verbrechens verurteilt worden ist, kann sie nach Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AuG (SR 142.20) zur Sicherstellung des Wegweisungsvollzugs in Haft genommen werden. Für die Anordnung von Haft ist die Rechtskraft des Weg- oder Ausweisungsentscheids nicht vorausgesetzt. Hingegen muss der Vollzug der Wegweisung absehbar erscheinen; er darf sich weder aus rechtlichen noch aus tatsächlichen Gründen als undurchführbar erweisen (vgl. Art. 80 Abs. 6 lit. a AuG; BGE 140 II 74 E. 2.1 S. 76; Urteile 2C_712/2016 vom 6. September 2016 E. 1.2; 2C_112/2016 vom 19. Februar 2016 E. 2.1). Die für den Vollzug der Wegweisung notwendigen Vorkehren sind zudem umgehend zu treffen (Art. 76 Abs. 4 AuG ["Beschleunigungsgebot"]; BGE 139 I 206 E. 2.1 S. 211). Befindet sich die betroffene Person in Untersuchungshaft oder im Strafvollzug sind die notwendigen Schritte nach Möglichkeit schon vor der Entlassung einzuleiten (BGE 130 II 488 E. 4.1 S. 492; Urteil 2C_575/2016 vom 12. Juli 2016 E. 4.3 mit Hinweisen). In diesem Rahmen muss die ausländerrechtliche Festhaltung auch insgesamt verhältnismässig bleiben (vgl. BGE 134 I 92 E. 2.3.2 S. 97 ff.; Urteil 2C_575/2016 vom 12. Juli 2016 E. 4.1 mit Hinweisen), und die maximale Haftdauer nach Art. 79 AuG darf nicht überschritten werden (vgl. BGE 143 II 113 E. 3 S. 116 ff.).