Citation: 6B_503/2022 E. A

Die Staatsanwaltschaft Ill des Kantons Zürich eröffnete aufgrund einer Strafanzeige der B.________ AG gegen A.________ und weitere Personen eine Strafuntersuchung wegen Betrugs etc. A.________ stand im Verdacht, in den Handel mit gefälschten Waschmittelprodukten verwickelt zu sein. An dem mutmasslichen Handel waren elf Gesellschaften beteiligt gewesen, von denen sechs mit dem Beschuldigten in Verbindung standen. Um den Verdacht des Handels mit gefälschten Waschmittelprodukten aufzuklären, war die Staatsanwaltschaft bestrebt, Einsicht in die Buchhaltung der involvierten Gesellschaften zu erhalten. Zu diesem Zweck führte sie im August 2016 unter anderem Hausdurchsuchungen an der Adresse von A.________ durch. Dort konnten jedoch keine Buchhaltungsunterlagen sichergestellt werden. Insbesondere wurden die Bücher der C.________ AG, die damals im Zentrum des Betrugsverdachts stand, nicht gefunden. A.________ war seit dem 18. Juli 2016 alleiniges Organ dieser Gesellschaft. Das Fehlen der Geschäftsbücher von Handelsgesellschaften mit Umsätzen in Millionenhöhe liess den Verdacht der systematischen Verschleierung von Handelsgeschäften aufkommen. In der Folge ergaben sich jedoch keine Anhaltspunkte für eine aktive und bewusste Beteiligung von A.________ am Waschmittelhandel. Die Staatsanwaltschaft stellte deshalb die Strafuntersuchung gegen ihn mit Verfügung vom 30. März 2020 ein. Sie hielt dazu fest, dass A.________ nach den Verdachtsmomenten eines zwischenzeitlich an die St. Galler Strafverfolgungsbehörden abgetretenen Strafverfahrens Gesellschaftsmäntel gekauft und verkauft habe, ohne viele Fragen zu stellen. Es sei unklar, ob er Warnsignale erhalten und eventualvorsätzlich ein betrügerisches System unterstützt habe. Diese Frage könne aber offenbleiben, da die St. Galler Behörden die strafrechtliche Relevanz des Mantelhandels von A.________ prüfen würden. Ein allfälliges Verschulden im Zusammenhang mit dem Waschmittelhandel habe angesichts der übrigen ihm zur Last gelegten Delikte keinen Einfluss auf die zu erwartende Strafe. Das Interesse der Privatklägerschaft an der Fortführung des Verfahrens sei nicht überwiegend. Die Staatsanwaltschaft auferlegte A.________ die Kosten des Untersuchungsverfahrens und lehnte die Zusprechung einer Entschädigung und einer Genugtuung ab, da er als einziges Organ der C.________ AG seinen Buchführungspflichten nicht nachgekommen sei und dadurch die Eröffnung einer Strafuntersuchung veranlasst habe.