Citation: 2C_478/2023 E. 3

Da der Beschwerdeführer mit einer Schweizerin verheiratet ist und mit dieser bis zum Antritt des Strafvollzugs am 26. Juli 2021 zusammengewohnt hat sowie nach der Entlassung aus dem Strafvollzug wieder zusammenwohnen will, hat er grundsätzlich einen Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung (vgl. Art. 42 Abs. 1 AIG). Dieser Anspruch erlischt indes, wenn ein Widerrufsgrund vorliegt (vgl. Art. 51 Abs. 1 lit. b AIG i.V.m. Art. 63 AIG). Ein Widerrufsgrund erfüllt eine ausländische Person namentlich, wenn sie zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist (vgl. Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG). Als längerfristig im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG gilt eine Freiheitsstrafe, wenn ihre Dauer ein Jahr überschreitet (vgl. BGE 146 II 321 E. 3.1; 139 I 145 E. 2.1; 135 II 377 E. 4.5). Unzulässig ist ein Widerruf, der nur damit begründet wird, dass ein Delikt begangen wurde, für das ein Strafgericht bereits eine Strafe oder Massnahme verhängt, jedoch von einer Landesverweisung abgesehen hat (vgl. Art. 62 Abs. 2 AIG). Der Beschwerdeführer ist mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 1. November 2019 wegen schwerer Körperverletzung rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von 4.5 Jahren verurteilt worden (vgl. E. A.b hiervor). Vor diesem Hintergrund ist unter den Verfahrensbeteiligten zu Recht unbestritten, dass ein Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG vorliegt. Im Übrigen beging der Beschwerdeführer die der Verurteilung zugrunde liegende Tat im August 2016 (vgl. E. II.3.3 des angefochtenen Urteils; vgl. auch Urteil 6B_264/2020 vom 4. Februar 2021). Da der Tatzeitpunkt vor dem 1. Oktober 2016 liegt, steht die Regelung von Art. 62 Abs. 2 AIG der aufenthaltsbeendenden Massnahme nicht entgegen (vgl. BGE 146 II 49 E. 5; Urteil 2C_160/2024 vom 11. Juli 2024 E. 4; vgl. auch BGE 146 II 321 E. 4 f.).