Citation: 8C_707/2019 E. 7.1

7.1. Was den Umfang der Leistungskürzung betrifft, ist unbestritten, dass eine Leistungskürzung um höchstens 50 % zulässig ist. Wie in BGE 134 V 277 E. 3.3 S. 282 festgehalten wurde, sind die mit Art. 37 Abs. 3 UVG vorgenommenen Abweichungen vom ATSG vom Gesetzgeber gewollt, da dieser das mit dem früheren Art. 37 Abs. 3 UVG eingeführte Sanktionssystem beibehalten wollte. Sodann hat die Vorinstanz ihr Ermessen nicht unterschritten oder dieses sonstwie rechtsfehlerhaft ausgeübt (BGE 137 V 71 E. 5.2 S. 73, 126 V 75 E. 6 S. 81), indem sie festhielt, es lägen keine Umstände vor, die es rechtfertigten, ihrerseits in das pflichtgemäss ausgeübte Ermessen der Beschwerdegegnerin betreffend die Höhe der Leistungskürzung einzugreifen. Jedenfalls folgte das kantonale Gericht korrekterweise nicht der Auffassung der Beschwerdeführer, der verstorbene Versicherte habe nur leicht fahrlässig gehandelt, sodass sich höchstens eine Leistungskürzung um 10 % rechtfertige, wie sich aus dem soeben Dargelegten ergibt. Damit nennen die Beschwerdeführer keine triftigen Gründe, die es dem kantonalen Gericht erlaubt hätten, sein Ermessen an die Stelle desjenigen der Beschwerdegegnerin zu setzen. Die hier vorgenommene Kürzung liegt im Rahmen der gesetzlichen Ordnung. Angesichts der Schwere der pflichtwidrig verursachten Gefährdung und da subjektiv oder objektiv keine bedeutsamen Entlastungsgründe vorliegen, die das Verschulden in einem milderen Licht erscheinen liessen oder Gegebenheiten, die eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender rechtfertigen könnten, ist der vorinstanzliche Entscheid nicht zu beanstanden. Nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermögen die Beschwerdeführer schliesslich aus den Empfehlungen Nr. 26/84 der ad-hoc-Kommission Schaden UVG, die für ein gefährliches Überholmanöver eine Leistungskürzung von 10 bis 30 % festhalten. Diese Angaben sind zwar geeignet, zu einer rechtsgleichen Praxis beizutragen; sie stellen aber keine Weisung an die Durchführungsorgane der obligatorischen Unfallversicherung dar und sind insbesondere für das Gericht nicht verbindlich (BGE 140 V 41 E. 6.4.2.1 S. 42, 138 V 140 E. 5.3.6 S. 146).