Citation: 4C.19/2000 06.11.2000 E. 4

4.- In quantitativer Hinsicht ist die Forderung nicht bestritten. Im Antrag, die Klage abzuweisen, weil ein wichtiger Grund für eine fristlose Entlassung gegeben sei, kann allerdings auch der Antrag als miterfasst angesehen werden, auf die Strafzahlung nach Art. 337c Abs. 3 OR zu verzichten. Erweist sich eine fristlose Entlassung als nicht gerechtfertigt, so kann das Gericht den Arbeitgeber verpflichten, dem Arbeitnehmer eine Entschädigung von maximal sechs Monatslöhnen zu bezahlen (Art. 337c Abs. 3 OR). Die Höhe der Entschädigung wird in diesem Rahmen vom Sachgericht nach pflichtgemässem Ermessen auf Grund der Umstände des Einzelfalls festgesetzt (BGE 123 III 246 E. 6a). Nachdem in der Lehre umstritten war, ob auf eine Entschädigung auch ganz verzichtet werden könne, hat das Bundesgericht einem Teil der Lehre folgend (Rehbinder, Berner Kommentar, N 8 zu Art. 337c OR; Vischer, Der Arbeitsvertrag, SPR VII/1, III, S. 184; Brunner/Bühler/Waeber, Commentaire du contrat de travail, N 10 zu Art. 337c OR) in nunmehr konstanter Rechtsprechung entschieden, dass in aller Regel eine Entschädigung geschuldet sei und nur in Ausnahmefällen davon abgesehen werden könne (BGE 121 III 64 E. 3c; 120 II 243 E. 3e). Ein derartiger Ausnahmefall liegt etwa dann vor, wenn die Umstände eine fristlose Entlassung zwar nicht rechtfertigen, den Arbeitgeber dabei jedoch nur ein leichtes Verschulden trifft, hingegen den Arbeitnehmer ein erheblich grösseres, so dass die Zusprechung einer Entschädigung offensichtlich unhaltbar erschiene (Entscheid des Bundesgerichts vom 1. Februar 1991 E. 3, publiziert in: JAR 1995, S. 220 ff.). Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn der Arbeitgeber zwar Anlass zur fristlosen Entlassung hatte, dieses Recht aber einzig infolge zu langen Zuwartens verwirkt hat (Chambre d'appel des prud'hommes de Genève, JAR 1999, S. 308 f.). Das Kantonsgericht hat eine Entschädigung in der Höhe eines Monatslohnes zugesprochen. Es ist damit an der unteren Grenze dessen geblieben, was in der Regel ohne besondere Umstände zugesprochen werden kann. Es sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche es rechtfertigen würden, ausnahmsweise von einer Entschädigung gänzlich abzusehen. Der angefochtene Entscheid erweist sich somit auch in diesem Punkt als richtig.