Citation: 7B_287/2023 E. 3.1

3.1. Schon im vorinstanzlichen Verfahren hat der Beschwerdeführer die Auffassung vertreten, der richterliche Verfahrensleiter sei für die Berufungssache fachlich ungeeignet und befangen, da er angeblich keine ausreichenden Deutschkenntnisse habe. Diese Vermutung leitet der Beschwerdeführer aus dem Umstand ab, dass der Verfahrensleiter verlangt habe, gewisse in der Amtssprache Deutsch verfasste Eingaben seien in die Verfahrenssprache Französisch zu übersetzen. Da er, der Beschwerdeführer, deutscher Muttersprache sei und zudem zahlreiche Strafakten und Prozesseingaben auf Deutsch abgefasst seien, erscheine der Verfahrensleiter, mangels ausreichender Sprachkenntnisse, als fachlich inkompetent. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe in diesem Zusammenhang einen Ausstands- bzw. Absetzungsgrund zu Unrecht verneint und dabei, neben seinem Anspruch auf einen unbefangenen und unparteiischen Richter (Art. 30 Abs. 1 BV), insbesondere Art. 56 lit. f StPO verletzt. Die Verfügung, wonach gewisse deutschsprachige Eingaben, darunter die Berufungserklärung vom 27. Juni 2022, auf Französisch zu übersetzen seien, sei zudem ungesetzlich, beruhe auf einer ungerechtfertigten "plötzlichen Praxisänderung" und begründe eine Befangenheit des Verfahrensleiters. Verletzt würden namentlich das rechtliche Gehör (Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO i.V.m. Art. 29 Abs. 2 BV), der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO i.V.m. Art. 5 Abs. 3 BV) sowie der Anspruch auf ein faires Strafverfahren (Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO i.V.m. Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK).