Citation: I 775/02 21.10.2003 E. 2

2.1 Verwaltung und Vorinstanz haben sich bezüglich der Arbeitsfähigkeit auf das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene Gutachten der MEDAS abgestützt, deren Ärzte eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang eines 60 %-Pensums als zumutbar erachten. Demgegenüber beruft sich die Beschwerdeführerin in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf eine Verminderung ihrer Leistungsfähigkeit um 70 %, die wesentlich auch auf psychische Beschwerden zurückzuführen sei; in ihrer Eingabe vom 26. März 2003 macht sie vollständige Arbeitsunfähigkeit geltend. 2.2 Die Zusprechung einer Invalidenrente setzt zunächst Arbeitsunfähigkeit voraus. Wer nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch nicht invalid und erwerbsunfähig im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sein (BGE 115 V 133 Erw. 2, 105 V 141 Erw. 1b; ZAK 1985 S. 224 Erw. 2b mit Hinweisen). Geistige Gesundheitsschäden vermögen in gleicher Weise wie die körperlichen eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken. Dazu gehören neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelische Abwegigkeiten mit Krankheitswert. Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelischen Verfassung und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss. Es ist somit festzustellen, ob und in welchem Masse eine versicherte Person infolge ihres geistigen Gesundheitsschadens auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt erwerbstätig sein kann. Dabei kommt es darauf an, welche Tätigkeit ihr zugemutet werden darf. Zur Annahme einer durch einen geistigen Gesundheitsschaden verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 Erw. 4c in fine). 2.3 Gestützt auf den Grundsatz der freien Beweiswürdigung ist auch den vom Versicherungsträger im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, im Rahmen der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, so lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit eines Gutachtens sprechen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb, AHI 2001 S. 114 Erw. 3b/bb, je mit Hinweisen). Dies gilt auch für Gutachten der Medizinischen Abklärungsstellen der Invalidenversicherung, da deren Spezialärzte unabhängig sind und in ihrer Gutachtertätigkeit keinerlei Einflussnahme oder Weisungen seitens der Durchführungs- und Aufsichtsorgane der Invalidenversicherung unterstehen. Die MEDAS-Ärzte erfüllen daher die nach Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK vorausgesetzte Unabhängigkeit und Unparteilichkeit von Sachverständigen (BGE 123 V 178 f. Erw. 4b; vgl. auch BGE 120 V 364 f. Erw. 3a). Demgegenüber darf und soll der Richter bei der Beweiswürdigung von Hausarztberichten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc; AHI 2001 S. 114 f. Erw. 3b/cc, je mit Hinweisen). 2.4 Es ist demgemäss beweisrechtlich nicht zu beanstanden, dass sich Verwaltung und Vorinstanz für die Frage der noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene Gutachten der MEDAS abgestützt haben. Nach Einschätzung von deren Ärzten ist die Versicherte unter Berücksichtigung ihrer somatischen und psychischen Gesundheitsstörungen in einer körperlich leichten, rückenadaptierten Tätigkeit ohne Stressbelastungen zu 60 % arbeitsfähig. 2.5 Zufolge der umfassenden Kognition, welche dem Eidgenössischen Versicherungsgericht in Leistungsstreitigkeiten zusteht, ist auch der erstmals mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Bericht des Dr. med. A.________ vom 6. November 2002 zu berücksichtigen (BGE 127 V 353). Der Psychiater, bei welchem die Beschwerdeführerin ab 15. August 2002 in Behandlung stand, attestierte ihr aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 70 %. Dieser Arztbericht lässt jedoch keine Rückschlüsse auf den massgeblichen Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b). Zudem enthält er keinerlei Angaben darüber, welche Tätigkeiten noch zumutbar sind, und nimmt auch nicht Stellung zu der bei psychischen Gesundheitsstörungen ausschlaggebenden Frage, weshalb der Versicherten die Verwertung ihrer Arbeitsfähigkeit in so hohem Masse aus sozial-praktischen Gründen nicht mehr zumutbar oder für die Gesellschaft nicht mehr tragbar sei (Erw. 2.2). Der Bericht des Dr. med. A.________ ist deshalb nicht geeignet, die Schlussfolgerungen der MEDAS-Gutachter hinsichtlich der Restarbeitsfähigkeit der Versicherten in Zweifel zu ziehen, zumal sie auch damals psychiatrisch begutachtet worden ist. 2.6 Unter Verweis auf den von ihr im vorinstanzlichen Verfahren beigebrachten Bericht der Frau Dr. med. U.________, Spezialärztin für Akupunktur, vom 15. Januar 2002 rügt die Beschwerdeführerin des Weiteren verschiedene Mängel des MEDAS-Gutachtens, namentlich des psychiatrischen Teilgutachtens des Dr. med. K.________ vom 19. Oktober 2001. Das kantonale Gericht hat im Einzelnen dargelegt, welche Vorbehalte gegenüber den bis zum vorinstanzlichen Entscheid vorliegenden ärztlichen Berichten mit abweichender Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bestehen. Es hat im Weiteren eingehend begründet, weshalb die Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens in der im Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht allein noch streitigen Frage der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit höher einzustufen ist als die auf unterschiedlichen medizinischen Grundlagen beruhenden und überwiegend nur in medizinisch-theoretischem Sinne vorgenommenen Einschätzungen der übrigen Ärzte, von denen sich die Beschwerdeführerin seit ihrer Anmeldung bei der Invalidenversicherung im Frühjahr 2000 behandeln liess. Die diesbezüglichen Darlegungen der Vorinstanz erfüllen die Anforderungen an eine sorgfältige Würdigung von Arztberichten und auf ihre Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden. Mit dem, was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, wird keines der vom kantonalen Gericht angeführten Beweiswürdigungselemente widerlegt.