Citation: 7B.220/2001 20.11.2001 E. 3

3.- Das Gesetz bestimmt nicht, wieviel Zeit den auf Grund von Art. 256 Abs. 3 SchKG zu einem Überbieten Einzuladenden einzuräumen ist. Die Vollstreckungsorgane haben die Länge der Frist in pflichtgemässer Ausübung des ihnen in dieser Hinsicht zustehenden Ermessens festzusetzen. a) Die Beschwerdeführerin nahm die strittige Verfügung nach den vorinstanzlichen Feststellungen am 10. August 2001 in Empfang, und das von der Konkursverwaltung festgelegte Ende der Frist, der 19. August 2001, fiel auf einen Sonntag, so dass nach den auch für einen Fall der vorliegenden Art heranzuziehenden allgemeinen Regeln (Art. 31 Abs. 3 SchKG) das Angebot spätestens am 20. August 2001 hätte aufgegeben werden müssen. Die Zeitspanne zwischen Entgegennahme der Verfügung und Ende der Frist betrug somit genau zehn Tage. b) Unter Berufung auf BGE 88 III 68 ff. hält die Beschwerdeführerin diesen Zeitraum als viel zu kurz bemessen. Im erwähnten Urteil war ein an alle Gläubiger gerichtetes Rundschreiben zu beurteilen. Das Bundesgericht erklärte, für Interessenten, die sich nicht schon vorher zum Kauf entschlossen hätten, wäre es, wenn nicht unmöglich, so doch sehr schwierig gewesen, innert der - damals noch in Nachachtung eines von der Rechtsprechung festgelegten Grundsatzes (dazu BGE 101 III 52 E. 3c S. 56 f. mit Hinweisen) angesetzten - Frist von nur 12 Tagen die nötigen Vorkehren im Hinblick auf eine Bereitstellung eines Kapitalbetrags von 13 bis 14 Mio. Franken zu treffen (E. 3c S. 84). Hier lagen indessen besondere Verhältnisse vor: Die Beschwerdeführerin war auf die ihr am 10. August 2001 ausgehändigte Einladung zu einem höheren Angebot vorbereitet. Wie sie selbst geltend macht, hatte das Konkursamt ihr schon mit Verfügung vom 7. März 2001 zugesichert, dass sie zu gegebener Zeit Gelegenheit erhalten werde, ein solches einzureichen. Vor der Bekanntgabe des letzten Termins für ein allfälliges Überbieten verfügte die Beschwerdeführerin mithin über mehrere Monate, um Abklärungen im Hinblick auf einen Erwerb der Hotelliegenschaften zu treffen, sich mit Finanzinstituten in Verbindung zu setzen und diesen die notwendigen Daten zu ihrer wirtschaftlichen Lage und zu den Liegenschaften zukommen zu lassen. Sie war somit ohne weiteres in der Lage, von möglichen Geldgebern einen (vorläufigen) Entscheid zu erwirken. Dieser wäre dann im Lichte der für den Freihandverkauf eingegangenen Offerte(n) unter Umständen nochmals zu überprüfen gewesen, wofür die eingeräumten zehn Tage ausreichend gewesen wären. Angesichts der dargelegten Gegebenheiten ist die Dauer der in der angefochtenen Verfügung angesetzten Frist nicht zu beanstanden.