Citation: 1B_52/2007 03.05.2007 E. 2

2.1 Das Obergericht ist bei seiner Begründung für die Anordnung der Sicherheitshaft den Argumenten der Staatsanwaltschaft sowie des Haftrichters gefolgt und hat die Kollusionsgefahr bejaht. Der Beschwerdeführer stellt diese weiterhin in Abrede. Er sei geständig, so dass nur noch die Frage nach seiner Steuerungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat offen sei. Es sei nicht ersichtlich, wie er das bisherige Beweisergebnis noch entscheidend zu beeinflussen vermöchte. 2.2 In Bezug auf die Prüfung der Kollusionsgefahr kann vollumfänglich auf die Ausführungen im Entscheid 1B_26/2007 des Bundesgerichts vom 27. März 2007 verwiesen werden. Die dortigen Erwägungen haben nach wie vor Geltung, da sich im Wesentlichen noch immer dieselbe Ausgangslage präsentiert. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer behauptet, es sei lediglich noch seine Steuerungs- respektive Schuldfähigkeit zu prüfen. Die von ihm zitierten Stellen aus dem Einvernahmeprotokoll lassen im Gegenteil darauf schliessen, dass bis heute offen ist, ob er die Tat vorsätzlich begangen hat. Seine diesbezüglichen Aussagen sind mitnichten so klar und unmissverständlich, wie er darzulegen versucht. Es handelt sich dabei um kein umfassendes Geständnis. Wenn er zu Protokoll gibt: "Ich habe dazu nichts zu sagen, das was passiert ist, kann ich nicht rückgängig machen. Ich möchte mich entschuldigen, es tut mir leid, wie wenn er mein eigener Sohn wäre." und "Ich gebe ja zu, dass er von meiner Hand verletzt worden ist, aber weshalb mir das passiert ist, kann ich nicht verstehen", ist das Vorliegen des subjektiven Tatbestands damit nicht geklärt. Zudem sagte er anlässlich der Einvernahme auch aus, er habe so etwas nie geplant, er hätte nie gedacht, dass er so etwas machen würde (Protokoll vom 6. Februar 2007 S. 5 unten). Im Verlauf des gesamten Gesprächs schiebt er verschiedentlich dem "Teufel" die Schuld an seinem Verhalten zu (Protokoll vom 6. Februar 2007 S. 2 und 4). Daraus geht nicht hervor, ob er den Messerstich wissentlich und willentlich, eventualvorsätzlich oder allenfalls (grob)fahrlässig ausgeführt hat. Demzufolge ist den kantonalen Behörden verfassungsrechtlich nichts vorzuwerfen, wenn sie die konkrete Möglichkeit einer direkten Einflussnahme des Beschwerdeführers auf Zeugen und Familienmitglieder nach wie vor bejahen. Dass diese Annahme aufgrund der konkreten Situation und des Verhaltens des Täters berechtigt ist, hat das Bundesgericht bereits im Entscheid 1B_26/2007 bestätigt (vgl. die dortige E. 2.3). Zu Recht hat der Untersuchungsrichter im Rahmen der Haftverlängerung auch darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer seine Tat in einem beschönigenden Licht darzustellen versucht, indem er etwa gesagt hat (Protokoll vom 6. Februar 2007, S. 2): "Das ist einfach unsere Mentalität, wenn ein Kind von uns etwas hat, dann müssen wir uns einfach einmischen. Wir versuchen einfach, dass zwischen uns gute Verhältnisse bestehen. Es ist halt einfach unsere Mentalität, wie sie es hier in der Schweiz wahrscheinlich nicht gibt." Dieses Aussageverhalten kann durchaus als Indiz dafür gewertet werden, dass der Beschwerdeführer auch Zeugen und Auskunftspersonen in dieser Hinsicht zu beeinflussen versuchen könnte. Hinzu kommt, dass noch nicht feststeht, ob allenfalls das Geschworenengericht über die Angelegenheit zu befinden haben wird, was die Anwendung des Unmittelbarkeitsprinzips zur Folge hätte und zusätzlich die Gefahr von Kollusionshandlungen mit sich bringt.