Citation: 6P.128/2005 27.04.2006 E. 6

Wie weit die strafrechtliche Verantwortung einer am Bau beteiligten Person reicht, bestimmt sich aufgrund von gesetzlichen Vorschriften, vertraglichen Abmachungen oder der ausgeübten Funktionen sowie nach den jeweiligen konkreten Umständen. Eine Delegation von Aufgaben ist zulässig, die delegierende Person bleibt aber für die Auswahl, Instruktion und Überwachung der von ihr bestimmten Person verantwortlich. Da sich die einzelnen Tätigkeiten im Rahmen der auf dem Bau unumgänglichen Arbeitsteilung häufig nicht scharf voneinander abgrenzen lassen, überschneiden sich die Verantwortlichkeitsbereiche und sind daher oft mehrere Personen zugleich strafrechtlich verantwortlich (Urteil 6P.58/2003 vom 3.August 2004, E. 6; BGE 104 IV 96 E.4 und 5, mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer rügt, dass die Vorinstanz seine Rolle bei der Erstellung des Gerüsts und der Überwachung von dessen Sicherheit verkenne. Diese Kritik ist teilweise berechtigt. Zwischen dem Baudepartement des Kantons Basel-Stadt als Bauherr, vertreten durch das Hochbau- und Planungsamt als Bauleitung, und der Fa. C.________ AG als Unternehmerin, deren Mitinhaber und Geschäftsführer der Beschwerdeführer ist, wurde ein Werkvertrag betreffend Baumeisterarbeiten im Zusammenhang mit der Sanierung von Liegeterrassen und Kabinen eines Gartenbades abgeschlossen. Dabei war die Firma des Beschwerdeführers als Unternehmerin auch für die erforderlichen Gerüste zuständig (siehe kant. Akten act. 103 ff., 118). Sie zog hiefür die Fa. D.________ AG bei und beauftragte diese mit der Erstellung des Gerüsts (kant. Akten act. 56 f.). In der Folge erstellte die Fa. D.________ AG nach den Anweisungen der Firma des Beschwerdeführers das Baugerüst (siehe kant. Akten act. 64 ff., Aussagen des Beschwerdeführers). Die Firma des Beschwerdeführers trat somit zugleich als Bestellerin (gegenüber dem Gerüstbauer) und als Unternehmerin (gegenüber dem Baudepartement) auf. Diesen vertraglichen Abmachungen ist bei der Bestimmung des Verantwortungsbereichs des Beschwerdeführers Rechnung zu tragen.