Citation: 4A_633/2016 E. 5.5.1

5.5.1. Das Bundesgericht geht davon aus, dass es den objektiv richtigen Verkehrswert einer Immobilie nicht gibt (zit. Urteil 4A_202/2014 E. 5). Dessen war sich der Gesetzgeber bewusst, der festhielt, es gebe verschiedene Methoden, die bei richtiger Anwendung zu durchaus vertretbaren echten Verkehrswertschätzungen führen würden " (z.B. Mischung von Realwert und Ertragswert in einem bestimmten Verhältnis; Kapitalisierung des Bruttoertrages mit einem Kapitalisationssatz, der wirklichen Käufen und Verkäufen zugrundegelegt wird) " (Botschaft aAFG, BBl 1965 III 320, 5. Kapitel zu Art. 12 E-aAFG). Das aAFG schreibt nicht eine bestimmte Methode vor und geht auch nicht davon aus, alle Methoden würden exakt dasselbe Ergebnis liefern (vgl. zit. Urteil 2A.20/1993 E. 4b: "[...] il existe différentes méthodes qui, si elles sont appliquées correctement, permettent d'évaluer la valeur vénale avec assez de précision [...]"). Die Beschwerdeführerin gibt selbst an, sie habe nie die von ihr verwendete Methode als einzig richtige bezeichnet. Der Anleger hat Anspruch darauf, dass die Fondsleitung eine korrekte Verkehrswertschätzung vornimmt. Er kann auf gehörige Erfüllung klagen, wenn sie dies unterlässt. Er kann eine korrekte Schätzung verlangen, wenn sie die zur Festsetzung des Verkehrswerts gewählte Methode nicht korrekt anwendet oder eine Methode wählt, die nicht zu einer vertretbaren echten Verkehrswertschätzung führt (vgl. zu den Hinweisen auf eine Unterbewertung: zit. Urteil 2A.20/1993 E. 5). Daraus, dass mit den heutigen Methoden allenfalls eine genauere Schätzung möglich wäre, kann der Anleger aber nichts ableiten. Behauptet er einen höheren wahren Inventarwert als den von der Fondsleitung geschätzten, kann die Fondsleitung den damit angestrebten Beweis einer nicht gehörigen Erfüllung vereiteln, indem sie aufzeigt, dass eine allfällige Differenz ihren Grund nicht in einer nicht gehörigen Erfüllung ihrer vertraglichen Pflichten hat, sondern in den Abweichungen, die sich aus den unterschiedlichen zulässigen Berechnungsmethoden des Verkehrswerts ergeben können. Denn soweit die Schätzung nicht zu beanstanden ist, durfte die Fondsleitung darauf abstellen.