Citation: 1C_172/2022 E. 5.7.3

5.7.3. Zum Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung samt Ausnahmebewilligung für das Einfamilienhaus an der U.________strasse xxx im Jahr 1959 befanden sich die beiden Wohnhäuser (U.________strasse xxx und yyy) noch auf demselben Grundstück (Stammgrundstück Nr. 1458). Bei einer grundstücksinternen Unterschreitung des Gebäudeabstands wird die Zustimmung zum Näherbau selbstredend vorausgesetzt (vgl. FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, a.a.O., S. 1097). Das Grundstück Nr. 1488 wurde schliesslich am 1. Januar 1960 von der Stammparzelle Nr. 1458 abparzelliert und im Jahr 1962 verkauft. Es ist somit nicht als offensichtlich unhaltbar zu beanstanden, wenn die Vorinstanz davon ausgegangen ist, dass sich der damalige Eigentümer der beiden Grundstücke (stillschweigend) selbst die Zustimmung für den Näherbau erteilt hat. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt, schreibt weder das kantonale Recht noch die kommunale Bauordnung in Cham eine schriftliche Zustimmung vor.