Citation: I 212/04 09.03.2005 E. 2

Streitig ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung und in diesem Zusammenhang allein die Frage der Arbeitsfähigkeit. 2.1 Aufgrund der vom 18. November bis zum 13. Dezember 2002 dauernden Abklärung kam die BEFAS in ihrem Bericht vom 12. Februar 2003 zum Schluss, der Beschwerdeführer könne auch aus medizinischer Sicht ganztags eine körperlich leichte bis mittelschwere Arbeit ausführen, wobei die rechte obere Extremität vermindert belastbar sei (keine repetitiv kraftfordernden Belastungen, keine hämmernden, werfenden und schleudernden Bewegungen, keine repetitiv kraftfordernden Arbeiten mit Faustschluss rechts). Weiter empfahl die BEFAS eine Untersuchung in Richtung Periarthritis humeroscapularis rechts, bemerkte jedoch ausdrücklich, dass aufgrund der klinischen Befunde und der Beobachtung daraus keine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit resultieren könne; dies scheint der Versicherte zu übersehen, wenn er davon ausgeht, seine Arbeitsfähigkeit sei in dieser Hinsicht stark eingeschränkt. Schliesslich hielt die BEFAS fest, dass sich die Selbstlimitierung einschränkend auf die Eingliederung auswirken könne. Dies ist jedoch - entgegen der Auffassung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde - nicht dahin zu verstehen, dass die BEFAS eine Algodystrophie ausschliesst und dem Versicherten mangelnden Willen vorwirft, sondern zielt offensichtlich auf die Lebenseinstellung des Beschwerdeführers ab, welche darin besteht zu warten, bis man ihm sagt, was er tun soll. Dies wird dadurch bestätigt, dass der Versicherte während der Abklärung zum vermehrten Einsatz der linken Hand aufgefordert werden musste und jeweils "überrascht" resp. "erstaunt" reagierte, wenn er feststellte, mit dieser Hand mehr als erwartet leisten zu können. Diese aufgrund einer konkreten Abklärung und unter medizinischer Begleitung zustande gekommene Einschätzung ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten (d.h. des Dossiers der Invalidenversicherung) abgegeben worden; soweit medizinische Zusammenhänge sowie die medizinischen Situation beurteilt werden, ist der Bericht einleuchtend und enthält begründete Schlussfolgerungen (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a für reine Arztberichte). Der Auffassung der BEFAS, dass eine vollständige leidensangepasste Tätigkeit möglich sei, widerspricht einzig der Hausarzt Dr. med. G.________, während sich sowohl die Abteilung für Hand- und Plastische Chirurgie des Spitals X.________ im Bericht vom 21. März 2002 wie auch Dr. med. B.________ im Bericht vom 23. Januar 2002 nicht zur Arbeitsfähigkeit äussern. Dr. med. G.________ geht im Bericht vom 3. März 2002 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus, welche er mit einer Algodystrophie begründet, die aufgrund der positiven Szintigraphie nachgewiesen sei. Der Rheumatologe Dr. med. B.________, der die Szintigraphien veranlasst hatte, fand im Januar 2002 jedoch keine "Hinweise für ein entzündliches, arthropathisches oder spondarthropathisches rheumatologisches Leiden" und hielt explizit fest, dass die Trophik intakt sei und sich keine Hinweise für eine Reflexdystrophie fänden. Damit spricht die Auffassung des Hausarztes Dr. med. G.________ nicht gegen die Zuverlässigkeit der Einschätzung der BEFAS, welche überdies auf einer praktischen Abklärung beruht (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb). 2.2 Im vorinstanzlichen Verfahren hat der Versicherte einen Bericht des PD Dr. med. F.________ vom 2. Februar 2004 eingereicht, in welchem der Arzt davon ausgeht, dass an der rechten Hand Residuen einer Algodystrophie bestünden und diese funktionell nicht zu gebrauchen sei; weiter liege eine Periarthropathie der rechten Schulter sowie ein Zervikovertebralsyndrom vor. Obwohl die Untersuchung durch PD Dr. med. F.________ am 19. Januar 2004 und damit gut einen Monat nach Erlass des Einspracheentscheides stattgefunden hat, ist der Bericht im vorliegenden Fall zu beachten: Da keinerlei Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich die medizinische Situation seit Mitte Dezember 2003 stark verändert hätte, ist davon auszugehen, dass der Sachverhalt Mitte Januar 2004 höchstens unwesentlich vom für das vorliegende Verfahren massgebenden Sachverhalt (RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101) bis Mitte Dezember 2003 abweicht. PD Dr. med. F.________ verfügte jedoch über keinerlei Vorakten (insbesondere nicht über den Bericht der BEFAS); so geht der Arzt z.B. davon aus, dass dem Versicherten nie Miacalcic verordnet worden ist, obwohl Dr. med. G.________ (welcher den Beschwerdeführer an PD Dr. med. F.________ überwiesen hatte) dieses Medikament bereits verschrieben hatte. Damit musste sich der Arzt allein auf die (naturgemäss medizinisch nicht fundierten und/oder ungenauen) Aussagen des Beschwerdeführers abstützen und konnte sich seine Meinung nicht anhand der Krankengeschichte bilden. Weiter legt PD Dr. med. F.________ seiner Einschätzung die Annahme zugrunde, der Versicherte könne - da er jahrzehntelang die gleiche Arbeit verrichtet habe - nur körperlich schwerere Arbeiten durchführen, was offensichtlich eine Berücksichtigung invaliditätsfremder Gesichtspunkte darstellt und letztlich zu einer Beurteilung der Erwerbsfähigkeit führt, was aber Aufgabe der Verwaltung resp. im Streitfall des Gerichtes ist und nicht in die Kompetenz des Arztes fällt (BGE 125 V 261 Erw. 4). Weil die Schlussfolgerungen und Einschätzungen auf keiner sicheren Basis beruhen und zudem invaliditätsfremde Gesichtspunkte berücksichtigen, kann der Bericht des PD Dr. med. F.________ die volle Beweiskraft des Abklärungsberichtes der BEFAS von Februar 2003 nicht in Frage stellen (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb). In dieser Hinsicht ist sodann zu berücksichtigen, dass sich die Meinung der BEFAS nebst vollständiger Aktenkenntnis auf einen zwanzigtägigen Abklärungs- resp. Beobachtungsaufenthalt stützt (anlässlich dessen der Versicherte z.B. an der Gravurmaschine unter Einsatz beider Hände gute Leistungen erbrachte), und dass die BEFAS auch konkrete Tätigkeiten nennen konnte, welche dem Beschwerdeführer aus medizinischer Hinsicht zumutbar sind. Damit ist für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf den Bericht der BEFAS vom 12. Februar 2003 abzustellen und von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen. 2.3 Nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz das Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) anhand des im angestammten Beruf erzielten Lohnes festgesetzt hat. Zu Recht ist im Weiteren das Einkommen nach Eintritt des Gesundheitsschadens (Invalideneinkommen) anhand der (der Lohnentwicklung angepassten) Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung bestimmt worden. Diese Einkommen sind denn auch nicht bestritten. Auch unter Berücksichtigung des maximal zulässigen behinderungsbedingten Abzuges von 25% (BGE 126 V 80 Erw. 5b/cc) resultiert somit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 34%, so dass die effektive Höhe des behinderungsbedingten Abzuges letztlich offen bleiben kann.