Citation: 5A_707/2017 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwägt, dass G.________, der Sohn der Beschwerdeführerin, in der Vergangenheit einen sexuellen Übergriff an einem 6-jährigen Jungen begangen und zwei Mal unbefugterweise bei der Beschwerdeführerin übernachtet habe. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, "jegliche Schutzvorkehrungen" (zugunsten von B.________) getroffen zu haben, sei nicht bewiesen. Weiter verweist die Vorinstanz auf den Abklärungsbericht der Beiständin vom 4. Oktober 2016. Daraus gehe hervor, dass früheren Berichten zu Folge eine enge Beziehung zwischen B.________ und ihrer Grossmutter bestanden habe. In Belastungssituationen tendiere die Beschwerdeführerin aber zu unkoordinierter Strenge und einem groben Ton. Gemäss der sozialpädagogischen Familienbegleiterin sei die Beschwerdeführerin insbesondere wegen Problemen mit zwei weiteren Kindern - H.________ und I.________ - in jüngerer Zeit häufig gestresst, was sich in Gereiztheit und erhöhter Emotionalität gegenüber B.________ manifestiere. B.________ lehne sich zunehmend gegen die Beschwerdeführerin auf. I.________, der zeitweise auf B.________ aufpasse, sei selbst belastet, es stehe die Frage einer möglichen Depression im Raum. Die Familienbegleiterin erachte deshalb das gelebte Familienmodell für B.________s Entwicklung als ungeeignet. Es mangle dem Mädchen an starken Rollenbildern. Die Beschwerdeführerin befinde sich betreffend G.________ in einem Rollendilemma, könne sich ihm gegenüber nicht durchsetzen und B.________ nicht genügend vor ihm schützen. Sie unterlasse es, G.________s Besuche zu melden. Die Kindergärtnerin von B.________ berichte von auffälligem, unkooperativem, stark schwankendem Verhalten; B.________ wirke allein gelassen. In der Kita verhalte sich das Mädchen bis auf einen Zwischenfall mit einem Jungen, in welchem sie Sex imitiert hätten, unauffällig. Die Kita-Leiterin zweifle jedoch ebenfalls an der Eignung von I.________, auf B.________ aufzupassen; ein Praktikum in der Kita habe er aufgrund mangelnder Motivation abgebrochen. Die Beiständin schliesse aus den eingeholten Berichten, dass sich ein stark instabiles Verhalten der Beschwerdeführerin abzeichne. Ein einheitlicher Erziehungsstil könne nicht ausgemacht werden, vielmehr hänge dieser von der persönlichen Verfassung der Beschwerdeführerin ab und reiche von autoritativ bis autoritär. Die Kooperation mit der Beschwerdeführerin werde mehrfach als schwierig beschrieben. Ihre psychische Verfassung scheine stark von äusseren Faktoren abhängig zu sein. Weiter zu beachten sei das psychologisch-psychiatrische Gutachten der Fachstelle für Begutachtung J.________ vom 30. Mai 2016 betreffend G.________. Ihm würden darin eine problematische Einstellung zu Sexualität und stark verminderte kognitive Fähigkeiten im Bereich einer leichten Intelligenzminderung attestiert. Bei emotionaler Überforderung könne er zu impulsiven Handlungen schreiten. Diagnostiziert worden seien eine Störung der Sexualpräferenz und ein gewisses Risiko für eine pädosexuelle Neigung. Die Gutachter stellten fehlende Selbststeuerungsstrategien fest und hätten empfohlen, G.________ keinen unbeaufsichtigten Kontakt zu möglichen Opfern zu ermöglichen. Berichtet werde von einem sexuellen Übergriff, bei welchem G.________ von der Beschwerdeführerin überrascht worden sei. Seit Oktober 2015 sei G.________ in der Jugendwohngruppe K.________ des Kompetenzzentrums L.________ platziert, besuche seine Mutter aber regelmässig und übernachte dort auch entgegen der Weisung der KESB von Zeit zu Zeit. Zu ihrem Schutz werde B.________ in diesen Fällen nach Angaben der Beschwerdeführerin über Nacht in ihrem Zimmer eingesperrt. G.________ gebe zu, erregt zu sein, wenn B.________ nackt sei. Der Schutz von B.________ gebiete insbesondere auch aus Sicht der Begutachter von G.________, dass betreffend Übernachtungen eine Nulltoleranz gelten müsse. Das Einschliessen des Mädchens schütze es zwar vor einem Übergriff ihres Onkels, könne bei ihr aber Angst oder Gefühle des Alleingelassenwerdens auslösen. Um B.________ adäquat schützen zu können, bedürfe es einer klaren Distanzierung gegenüber Kontakten zu G.________. Dem könne die Beschwerdeführerin offensichtlich nicht nachkommen, da sie sich G.________ gegenüber zu wenig durchsetze. Sie scheine mit ihrer Aufgabe, B.________ zu schützen und zu betreuen, und ihrer gleichzeitigen Rolle als Mutter von G.________ überfordert. Dass es bislang zu keinem (belegten) sexuellen Übergriff gekommen sei, lasse die von der KESB angeordnete Massnahme nicht als unangemessen erscheinen. Es sei bereits aufgrund der aktuellen Umstände eine konkrete und ernste Gefährdung des körperlichen Wohls von B.________ auszumachen. Schliesslich erwägt die Vorinstanz, dass sich die Situation seit Erstellung des kinderpsychiatrischen Gutachtens vom Mai 2015 zur Überprüfung der Pflegeplatzbewilligung verändert habe. Die Beschwerdeführerin sei demnach wegen der in jüngerer Zeit aufgetretenen Probleme mit ihren Kindern H.________ und I.________ zunehmend gestresst und könne B.________ gegenüber nicht mehr die gleiche Stabilität gewährleisten wie zur Zeit des älteren Abklärungsberichts. Dies habe zu beunruhigenden Veränderungen im Verhalten von B.________ geführt. Die Beschwerdeführerin zeige gemäss Beobachtungen der Beiständin Anzeichen einer Überforderung. Dies sei umso beunruhigender, als die psychische Gesundheit der Beschwerdeführerin zeitweise instabil sei: Bereits in der Vergangenheit sei sie in einen Erschöpfungszustand geraten, woraufhin die zum damaligen Zeitpunkt noch bei ihr lebenden Kinder auf ihr Begehren während mehrerer Jahre fremdplatziert wurden.