Citation: 6B_230/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erachtet sowohl den objektiven als auch den subjektiven Tatbestand der Begünstigung im Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB als mehrfach erfüllt. Der Beschwerdeführer sei leitender Staatsanwalt sowie Verfahrensleiter gewesen und habe die Pflicht zum Handeln gehabt, die Strafverfahren innert nützlicher Frist zum Abschluss zu bringen und die Verjährung abzuwenden. Die Vorinstanz qualifiziert das gerügte Verhalten als Unterlassen und sieht die dafür notwendige Tatmacht beim Beschwerdeführer als gegeben. Die Unterlassungen des Beschwerdeführers bei der Verfahrensführung seien kausal für den Erfolgseintritt gewesen. Aufgrund der schleppenden Verfahrensführung sei die immer grösser werdende Gefahr der Verjährung mit fortschreitender Verfahrensdauer offensichtlich gewesen. Der Beschwerdeführer habe nachweislich um diese reelle Gefahr gewusst. Als er auch im Jahre 2016, nach den ein Jahr zuvor erfolgten deutlichen Appellen, die Verfahren nicht abgeschlossen habe, habe er nicht mehr (pflichtwidrig unvorsichtig) darauf vertrauen dürfen, dass die Verjährung nicht eintrete. Die Vorinstanz schliesst aufgrund der konkreten Umstände vom Wissen des Beschwerdeführers auf seinen Willen und legt sein Nichthandeln als Inkaufnahme des Verjährungseintrittes und nicht mehr als blosse Fahrlässigkeit aus. Dem Beschwerdeführer sei es nach objektiven und subjektiven Gesichtspunkten möglich gewesen, das Verfahren rechtzeitig abzuschliessen.