Citation: 6P.163/2006 01.03.2007 E. 7

Beide Beschwerdeführer machen verschiedentlich geltend, dass ihnen die von den Telefonverkäufern den Anlegern erteilten irreführenden Informationen nicht zugerechnet werden können. Damit bestreiten sie sinngemäss ihr mittelbar täterschaftliches Handeln in Bezug auf die Täuschung der Anleger. Beide wenden sich ausserdem gegen den Vorwurf mittäterschaftlichen Betrugs. Der Beschwerdeführer I rügt, dass alleine aus komplizierten Vertragselementen nicht auf Täuschungsabsicht geschlossen werden könne. Der Beschwerdeführer II bringt vor, ihm werde arglistige Täuschung durch Unterlassung vorgeworfen, wofür jedoch eine Garantenpflicht fehle. 7.1 Wer einen anderen Menschen als sein nicht vorsätzlich handelndes Werkzeug benutzt, um durch ihn die beabsichtigte strafbare Handlung ausführen zu lassen, ist mittelbarer Täter (BGE 77 IV 88 E. 1; 120 IV 17 E. 2d). Nach vorinstanzlicher Feststellung wurden die Kunden über Telefonakquisition gesucht durch junge, unerfahrene und schlecht ausgebildete Telefonverkäufer, die erstmals im Finanzbereich tätig waren. Die Beschwerdeführer liessen die Telefonverkäufer über den wahren Verwendungszweck der Gelder im Dunkeln. Durch ein raues Arbeitsklima und den Provisionsdruck auf die jungen Verkäufer wurde verhindert, dass diese zu viele Fragen stellten. Mangels Information haben die Verkäufer die Verkaufsargumente den jeweiligen Interessenten angepasst, ihnen mithin gesagt, was sie hören wollten, um sie so zum Geschäftsabschluss zu bringen. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass es zum Plan der Beschwerdeführer gehörte, über die mangelnd informierten Telefonverkäufer gezielt Falschinformationen an die Anleger weitergegeben zu haben. Den Telefonkäufern fehlte mangels Informationen über die Geschäftshintergründe der Vorsatz, sie wurden von den Beschwerdeführern als Tatmittler eingesetzt. Die Täuschungen der Anleger sind deshalb den Beschwerdeführern mittelbar zuzurechnen. Dem Beschwerdeführer I entgeht somit, dass nicht die Komplexität des Vertrags für den Täuschungsvorwurf ausschlaggebend war. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers II werden ihnen nicht Unterlassungen, sondern zu Recht Täuschungshandlungen in mittelbarer Täterschaft vorgeworfen. 7.2 Auch die Bestreitung der Mittäterschaft geht an der Sache vorbei. Mittäter ist, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht, wobei es darauf ankommt, ob der Tatbeitrag für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (BGE 125 IV 134 E. 3a; 120 IV 265 E. 2c m.H.). Der Beschwerdeführer I war als Verwaltungsratspräsident der B.________ Management AG nach aussen hin Hauptverantwortlicher für das CTS-Geschäft. Der Beschwerdeführer II als einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der B.________ Management AG war nebst dem Devisenhandel für die Personalführung verantwortlich. Die massgeblichen Verträge waren entweder vom Beschwerdeführer I (so die Gesellschaftsverträge für die B.________ Management AG) oder vom Beschwerdeführer II (so die CTS-Verwaltungsaufträge) oder von beiden unterzeichnet. Der Kontakt im Hintergrund mit der A.________ Group Ltd. resp. deren Verwaltung oblag dem Beschwerdeführer II. Beide Beschwerdeführer waren an der A.________ Group Ltd. in gleichem Umfang beteiligt und wirtschaftlich berechtigt und profitierten in etwa in gleichem Masse von den deliktisch erlangten Geldern. Zu Recht geht die Vorinstanz deshalb davon aus, dass keiner der beiden lediglich einen untergeordneten Tatbeitrag geleistet hatte.