Citation: 4P.252/2005 17.01.2006 E. 1

Die staatsrechtliche Beschwerde ist nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide zulässig (Art. 86 Abs. 1 OG). Das setzt voraus, dass die vor Bundesgericht erhobenen Rügen mit keinem kantonalen Rechtsmittel hätten geltend gemacht werden können (BGE 126 III 485 E. 1a). Gegen Urteile einer Zivilkammer des bernischen Appellationshofs kann beim Plenum des Appellationshofs des Kantons Bern Nichtigkeitsklage erhoben werden (Art. 7 Abs. 1 ZPO/BE [nachfolgend ZPO]; Leuch/ Marbach/ Kellerhals/ Sterchi, Kommentar zur Zivilprozessordnung des Kantons Bern, 5. Aufl., Bern 2000, N. 2 zu Art. 7 ZPO). Mit dieser Klage kann insbesondere eine Verweigerung des vollständigen rechtlichen Gehörs gerügt werden (Art. 359 Ziff. 3 ZPO). Die Beweiswürdigung kann mit ihr dagegen nicht zur Diskussion gestellt werden. Wird ein Beweisantrag aufgrund einer antizipierten Beweiswürdigung mit einer (formell) stichhaltigen Begründung abgewiesen, beschlägt dies nicht den Anspruch auf rechtliches Gehör, sondern die Würdigung der Beweise. Auch soweit ein Beweismittel nicht abgenommen wird, weil es aus rechtlichen Gründen als unerheblich betrachtet wurde, überprüft dies das Plenum des Appellationshofes nicht. Denn Entscheide der Zivilkammern des Appellationshofs sollen auf Nichtigkeitsklage hin nicht auf dem Wege der Geltendmachung unvollständiger oder unrichtiger Beweiswürdigung materiellrechtlich überprüft werden können (Art. 360 Ziff. 2 ZPO; BGE 118 Ia 110 E. 3 S. 111; 109 Ia 88 E. 2; Leuch/Marbach/Kellerhals/ Sterchi, a.a.O., N. 6c zu Art. 359 ZPO). Der Beschwerdeführer rügt unter anderem, die 2. Zivilkammer des Appellationshofs habe im Rahmen ihrer Beweiswürdigung verschiedene Beweise willkürlich nicht berücksichtigt. Diese Willkürrügen können nicht mit kantonaler Nichtigkeitsklage erhoben werden, weshalb das angefochtene Urteil insoweit kantonal letztinstanzlich ist und die erhobenen Rügen im vorliegenden Beschwerdeverfahren grundsätzlich zulässig sind. Denn der Beschwerdeführer macht nicht im Sinne von Gehörsrügen geltend, die 2. Zivilkammer des Appellationshofs habe im angefochtenen Entscheid beantragte Beweise ohne jegliche Begründung nicht abgenommen und damit den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.