Citation: 1B_211/2022 E. 2.7

2.7. Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, lässt die Annahme von Fluchtgefahr nicht als unrealistisch erscheinen. Das gilt insbesondere für seine Vorbringen, er habe bereits 28 Monate strafprozessuale Haft absolviert, weshalb ein allfälliger drohender Reststrafvollzug den Fluchtanreiz verringere; Strafgefangene seien schrittweise auf ihre Entlassung aus dem Vollzug vorzubereiten; er habe sich in der strafprozessualen Haft tadellos verhalten und sei nicht gemeingefährlich; seine familiäre Situation sei stabil, seine Ehefrau sei Schweizerin; es gelte für ihn die Unschuldsvermutung; es dürfe kein "Nullrisiko" betreffend Fluchtgefahr angestrebt werden; er habe derzeit noch einen gültigen Aufenthaltstitel für die Schweiz, und es stehe noch nicht fest, ob er tatsächlich des Landes verwiesen werde; er habe "aus seinen vielen Fehlern gelernt". Willkürliche entscheiderhebliche Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz sind in diesem Zusammenhang weder dargetan, noch ersichtlich. Die Vorinstanz begründet in zutreffender Weise, dass sich der Beschwerdeführer dem Berufungsverfahren und einer möglicherweise noch erhöhten Strafe durch Flucht entziehen könnte. Die Annahme von Fluchtgefahr erweist sich somit als bundesrechtskonform. Es kann offen bleiben, ob neben Fluchtgefahr auch noch der separate besondere Haftgrund der Wiederholungsgefahr erfüllt wäre.