Citation: 2C_827/2017 E. 3.5

3.5. Gemäss Art. 99 Abs. 1 BGG können vor Bundesgericht keine neuen Tatsachen oder Beweismittel vorgebracht werden, ausser wenn der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt. Dabei geht es um Tatsachen, die erstmals durch den angefochtenen Entscheid rechtserheblich geworden sind. So kann die Rüge der Verletzung von Verfahrensrecht durch die Vorinstanz (zum Beispiel eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Beweisverfahren) mit Tatsachen untermauert werden, die bei dieser Instanz nicht vorgebracht worden sind. Im gleichen Sinne können die Parteien vor Bundesgericht neue Tatsachen vorbringen, die aufzeigen, dass die Argumentation der Vorinstanz rechtswidrig ist, wenn der vorinstanzliche Entscheid auf einem neuen rechtlichen Argument beruht, zu dem sie vorher nicht Stellung nehmen konnten. Dabei geht es um eine Argumentation, welche für die Parteien objektiv unvorhersehbar war. Weiter sind Tatsachen erfasst, die nicht vor der Vorinstanz dargelegt werden konnten, wie beispielsweise die Wahrung der Frist für die Beschwerde an das Bundesgericht. Tatsachen, welche die Beschwerdeführerin vor den kantonalen Behörden vorzubringen versäumt hat und die demzufolge von der Vorinstanz nicht geprüft werden konnten, können jedoch vor Bundesgericht nicht mehr vorgebracht werden (BGE 136 III 123 E. 4.4.3 S. 128 f.; Urteile 5A_291/2013 vom 27. Januar 2014 E. 2.2; 4A_36/2008 vom 18. Februar 2008 E. 4.1). In diesem Zusammenhang ist auch die Mitwirkungspflicht im Ausländerrecht zu beachten (Art. 90 AuG). Selbst wenn die Behörden einen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen haben, trifft die Beschwerdeführerin die Pflicht, diejenigen Tatsachen darzulegen, die nur ihr bekannt sind oder die von ihr mit wesentlich geringerem Aufwand erhoben werden können. Beweismittel, welche die Beschwerdeführerin angesichts der Mitwirkungspflicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren hätte einreichen müssen und von der Vorinstanz mangels Vorbringen nicht berücksichtigt werden konnten, können vor Bundesgericht nicht mehr berücksichtigt werden (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.; Urteile 2C_575/2009 vom 1. Juni 2010 E. 3.5; 2C_452/2008 vom 13. Februar 2008 E. 3.3). Vorliegend wurde der Umstand, dass die Beschwerdeführerin mit Vertragsbeginn ab 1. März 2014 eine neue Wohnung in St. Gallen gemietet hatte, bereits vom Migrationsamt in der (erstinstanzlichen) Verfügung (S. 4 Mitte) als eines der Indizien für das Erlöschen der Ehegemeinschaft und die rechtliche Schlussfolgerung gewürdigt, dass die Voraussetzungen von Art. 49 i. V. m. Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG nicht erfüllt seien. Es handelt sich somit bei den genaueren Umständen des Wohnungswechsels der Beschwerdeführerin in der Stadt St. Gallen nicht um Tatsachen, die erstmals durch den vorinstanzlichen Entscheid (allenfalls) rechtserheblich geworden sind. Auch hat die Vorinstanz in rechtlicher Hinsicht nicht neu oder unvorhersehbar argumentiert. Zudem wäre es der Beschwerdeführerin möglich gewesen, die neu vorgelegten Beweismittel und die damit verbundenen Tatsachen und Argumente bereits im Rekursverfahren und auch vor der Vorinstanz vorzubringen. Da es sich bei den näheren Umständen des Wohnungswechsels um Vorgänge handelt, welche nur der Beschwerdeführerin bekannt waren, wäre letztere aufgrund der Mitwirkungspflicht zudem gehalten gewesen, die entsprechenden Beweismittel bei den unteren Instanzen vorzulegen. Es war nicht Sache der Vorinstanz, nach diesen Details zu fragen und entsprechende Abklärungen vorzunehmen. Bei den von der Beschwerdeführerin als act. 3 bis 6 neu vorgelegten Beweismitteln und Tatsachen handelt es sich demzufolge um unzulässige Noven, welche vom Bundesgericht nicht zu berücksichtigen sind. Im Übrigen ist unabhängig vom Grund des genannten Wohnungswechsels der Beschwerdeführerin innerhalb der Stadt St. Gallen bereits der Umstand, dass die Beschwerdeführerin sich wie von der Vorinstanz festgestellt entschied, weiterhineine Wohnung als alleinige Vertragspartei zu mieten, ein gewichtiges Indiz für das Erlöschen der Ehegemeinschaft (Urteil 2C_575/2009 vom 1. Juni 2010 E. 3.6). Ob der genannte Wohnungswechsel an sich der Beschwerdeführerin durch äussere Umstände aufgezwungen war oder nicht, spielt diesbezüglich keine Rolle.