Citation: 5A_457/2022 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwägt, dass bei familienrechtlichen Streitigkeiten die in Kinderbelangen anfallenden Gerichtskosten den Parteien regelmässig unabhängig vom Ausgang des Verfahrens je zur Hälfte auferlegt und die Parteientschädigung wettgeschlagen würden, sofern die Parteien mit Blick auf das Kindesinteresse gute Gründe zur Antragstellung gehabt hätten. In Anbetracht, dass die Beschwerdegegnerin in den ersten Monaten nach der Trennung der Parteien die Tochter alleine und später nach ihrer Wohnsitznahme in U.________ im Umfang von 80 % betreut habe, erschienen ihre Anträge auf Zuteilung der alleinigen Obhut verbunden mit einem Besuchsrecht für den Vater im Umfang von etwa 20 % nachvollziehbar, sodass ihr durchaus "gute Gründe" angerechnet werden könnten. Mit Bezug auf ihr Begehren, den Wohnsitz des Kindes an ihrem Wohnort festzulegen, sei sie zudem durchgedrungen. Schliesslich sei das Berufungsgericht bei erstinstanzlichen Ermessensentscheiden ohnehin sehr zurückhaltend und greife nur bei Vorliegen triftiger Gründe in das Ermessen der ersten Instanz ein. Im aktuellen Fall bestehe überhaupt kein Anlass dazu. Diesen Standpunkt bestätigt das Kantonsgericht in seiner Vernehmlassung vor Bundesgericht, ergänzt um den Hinweis, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien im vorliegenden Fall keinen Grund abgeben würden, von den allgemeinen Verfahrensgrundsätzen abzuweichen.