Citation: 5C.157/2005 30.08.2005 E. 4

Vor dem Hintergrund der bisherigen Ausführungen fällt die Rechtsbehauptung des Klägers, ein Zusatzverdienst sei ihm nicht zumutbar, in sich zusammen: Personen im erwerbsfähigen Alter ist es grundsätzlich zuzumuten, dass sie zur Erfüllung ihrer familienrechtlichen Pflichten vollzeitig erwerbstätig sind, soweit sie nicht durch physische oder psychische Beeinträchtigungen, durch Betreuungspflichten oder dergleichen in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt sind. Durfte das Obergericht aufgrund der Aussage im ärztlichen Zeugnis, der Kläger sei ganztägig einsatzfähig, davon ausgehen, dass er leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Einschränkung ausführen kann, hat es nicht gegen Bundesrecht verstossen, wenn es dem Kläger einen Zusatzverdienst zugemutet hat, der zusammen mit der aktuellen Arbeit eine vollzeitige Tätigkeit nicht übersteigt.