Citation: 6B_1145/2022 E. 4.3

4.3. Alsdann trifft zwar zu, dass die Beschwerdeführerin nicht verpflichtet worden ist, Kosten für das erstinstanzliche Verfahren zu übernehmen; ebenso, dass der Kostenentscheid grundsätzlich die Entschädigungsfrage präjudiziert (BGE 147 IV 47 E. 4.1). Indes ist der Beschwerdegegner im erstinstanzlichen Verfahren der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte schuldig und vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs frei gesprochen worden. Dementsprechend geht die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass die Beschwerdeführerin im erstinstanzlichen Verfahren nur teilweise obsiegt hat (wiederum angefochtenes Urteil S. 19). Inwiefern die Vorinstanz Bundesrecht verletzt oder aber ihr weites Ermessen überschreitet, wenn sie angesichts dieses teilweisen Obsiegens respektive Unterliegens der Beschwerdeführerin den Beschwerdegegner verpflichtet, ihr den hälftigen Anteil der vor Vorinstanz entstandenen Vertretungskosten zu ersetzen, wird von der Beschwerdeführerin weder rechtsgenüglich dargetan noch ist dies ersichtlich. Umso weniger, als die Vorinstanz in Bezug auf die Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte zu Recht erwähnt, dass zweitinstanzlich ein zusätzlicher (Teil-) Freispruch ergangen ist (angefochtenes Urteil S. 19). Eine Ermessensüberschreitung ergibt sich auch nicht anhand der vorinstanzlichen Formulierung, gemäss welcher der Hausfriedensbruch mit einem "gewissen prozessualen Mehraufwand" verbunden war (vgl. hierzu auch oben E. 4.2). Indes ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass sich die Vorinstanz in ihren Erwägungen nicht zur Frage der Entschädigung des für das obergerichtliche Beschwerdeverfahren (xxx) entstandenen Vertretungsaufwandes äussert (vgl. S. 19 des angefochtenen Urteils [und dort E. 8.3]), dann aber mit der Urteilsdispositivziffer 7.3 den Beschwerdegegner dazu verpflichtet, der Beschwerdeführerin diesen zur Hälfte und damit mit Fr. 2'423.-- zu ersetzen. Es bleibt mithin unklar, ob und mit welcher Begründung die Vorinstanz den Beschwerdegegner zur Übernahme des hälftigen Kostenanteils verpflichtet. Damit verstösst der angefochtene Entscheid gegen Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG und erweist sich die Beschwerde sich in diesem Punkt als begründet. Der Entscheid ist insoweit gestützt auf Art. 112 Abs. 3 BGG aufzuheben und zur neuen Entscheidung und Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dies unter dem Hinweis, dass die Entschädigungsfrage für jeden Verfahrensabschnitt separat zu beurteilen ist (vgl. BGE 142 IV 163 E. 3.2.2; Urteile 6B_1389/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 2.5.2; 6B_1324/2015 vom 23. November 2016 E. 2.3 f.).