Citation: 7B_254/2023 E. 1

Das Bezirksgericht Zürich sprach A.________ mit Urteil vom 11. Mai 2022 der vorsätzlichen Tötung und der Störung des Totenfriedens schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten. Gegen dieses Urteil wurde Berufung an das Obergericht des Kantons Zürich erhoben. Im Rahmen des Berufungsverfahrens ersuchte A.________ das Obergericht mit Eingabe vom 31. Mai 2023 um Wechsel seiner amtlichen Verteidigung. Dieses wies das Gesuch mit Präsidialverfügung vom 30. Juni 2023 ab. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, es sei unbestritten, dass A.________ von seiner amtlichen Verteidigerin mehrmals in der Justizvollzugsanstalt besucht wurde und sie sich für die von ihm geäusserten Anliegen eingesetzt habe. Der Umstand, dass sie sich dabei nicht ständig zu seiner Verfügung gehalten habe, erkläre sich aufgrund der Betreuung ihrer weiteren Klientschaft und stelle keinen Grund für ihre Abberufung dar. Rechtsprechungsgemäss lasse sodann der Umstand, dass die amtliche Verteidigung eine von der beschuldigten Person vorgeschlagene problematische Verteidigungsstrategie nicht vorbehaltlos übernehme oder sich weigere, aussichtslose Prozesshandlungen durchzuführen, ebenfalls nicht den Rückschluss zu, es liege ein gestörtes Vertrauensverhältnis vor. Im vorliegenden Fall sei es zudem auffällig, dass A.________ für die Übernahme seiner amtlichen Verteidigung zwei Rechtsanwälte vorschlage, die ihn zu einem früheren Zeitpunkt des Hauptverfahrens bereits vertreten hätten, anschliessend jedoch auf sein Ersuchen wegen eines erschütterten Vertrauensverhältnisses als amtliche Verteidiger entlassen worden seien. Dies lege nahe, dass die von A.________ geltend gemachte Störung des Vertrauensverhältnisses zu seiner aktuellen amtlichen Verteidigerin auch nur vorübergehender Natur sei. Insgesamt seien die Voraussetzungen für einen Wechsel der amtlichen Verteidigung nach Art. 134 Abs. 2 StPO daher nicht erfüllt.