Citation: 2C_846/2008 26.05.2009 E. A

Am 2. und 3. September 2002 unterzog die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) die X.________ AG einer Kontrolle gemäss Art. 62 MWSTG (SR 641.20). Die Kontrolle betraf die Abrechnungsperioden vom 1. Januar 1997 bis zum 30. Juni 2002. Sie fand in den Räumlichkeiten des Besonderen Untersuchungsrichteramtes des Kantons Basel-Landschaft (BUR) in Liestal statt, da dieses die Buchhaltung der X.________ AG beschlagnahmt hatte. Gestützt auf diese Prüfung wurden von der ESTV am 5. September 2002 drei Ergänzungsabrechnungen erlassen. Insgesamt ergab sich eine Steuernachforderung von Fr. 225'829.-- nebst Verzugszinsen zu Lasten der X.________ AG. Ebenfalls am 5. September 2002 setzte die ESTV der X.________ AG Frist bis zum 30. September 2002, um allfällige Vorsteuerbelege einzureichen. Die ESTV stellte in Aussicht, sie werde bei fristgerechter Einreichung dieser Unterlagen eine Korrektur der Nachbelastung bzw. eine entsprechende Gutschrift prüfen. Die X.________ AG liess die Frist in der Folge jedoch ungenutzt verstreichen. Am 17. März, 9. April und 10. April 2003 erliess die ESTV drei anfechtbare Entscheide, mit welchen sie ihre Nachforderungen gemäss den drei erwähnten Ergänzungsabrechnungen bestätigte. Auf diese Entscheide reagierte die X.________ AG erst mit Eingabe vom 16. September 2003: Sie berief sich darauf, dass ihr Verwaltungsrat R.________ überraschend am 12. März 2003 verstorben sei und beantragte deswegen die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Mit einer weiteren Eingabe vom 16. März 2004 ergänzte die X.________ AG, dass sie dem Kontrollergebnis der ESTV selbst dann widerspreche, falls dieses in Rechtskraft erwachsen sein sollte. Die X.________ AG begründete dies damit, dass bei der durchgeführten Kontrolle keiner ihrer Mitarbeiter persönlich habe anwesend sein können, um allfällige Fragen der ESTV zu beantworten und um gewünschte Belege vorzulegen. Am 16. Februar 2005 erliess die ESTV erneut zwei anfechtbare Entscheide, mit welchen sie ihre drei ursprünglichen Ergänzungsabrechnungen vollumfänglich bestätigte. Gegen die Entscheide vom 16. Februar 2005 erhob die X.________ AG am 14. März 2005 Einsprache. Mit Entscheid vom 9. November 2006 vereinigte die ESTV die Verfahren und wies die Einsprachen ab. Zur Begründung führte die ESTV unter anderem aus, ihre Entscheide vom 17. März, 9. April und 10. April 2003 seien mangels rechtzeitiger Anfechtung in Rechtskraft erwachsen. Aus diesem Grund habe sie das Schreiben der X.________ AG vom 16. März 2004 als Revisionsgesuch entgegengenommen und dieses mit den Entscheiden vom 16. Februar 2005 sinngemäss abgewiesen, indem sie die Steuernachforderungen bestätigt habe.