Citation: 2C_605/2023 E. 1.5.4

1.5.4. Mit dem Beschwerdeführer (vgl. E. 1.4.3 hiervor) ist davon auszugehen, dass das angefochtene Urteil die disziplinarrechtliche Verantwortung von in eigener fachlicher Verantwortung tätigen Medizinalpersonen für andere Fachpersonen im Kanton Thurgau faktisch ausschliesst. Insofern kommt dem angefochtenen Urteil präjudizielle Wirkung zu - umso mehr, wenn es vom Bundesgericht bestätigt würde. Es liegt indessen im öffentlichen Interesse, dass neben der fehlbaren Fachperson selbst auch diejenige Person disziplinarrechtlich adressiert werden kann, welche ihre Aufsichtspflichten gegenüber der fehlbaren Fachperson missachtet. Das angefochtene Urteil hat insofern eine erhebliche, die öffentliche Gesundheit potenziell gefährdende Einschränkung der aufsichtsrechtlichen Kompetenzen des Kantons Thurgau zur Folge. Hinzu kommt, dass in erster Linie die Auslegung von Bundesrecht (und nicht ausschliesslich kantonalem Recht) strittig ist. Vor diesem Hintergrund kommt dem angefochtenen Entscheid eine erhöhte Tragweite zu, weswegen es sich vorliegend ausnahmsweise rechtfertigt, vom Grundsatz des Verbots der intraorganischen Verfahren abzuweichen (vgl. E. 1.3 hiervor).