Citation: 4C.54/2004 01.06.2004 E. 2.5

2.5.1 Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil (Art. 63 Abs. 2 OG) lag die Unfallstelle klarerweise ausserhalb der offiziellen, gesicherten Pisten und des Pistenrandbereichs. Die Unfallstelle war rund achtzig Meter weit von der Piste "Y.________" entfernt. Der zwischen der Piste "Y.________" und der Piste "X.________" liegende Hang, auf dem sich der Unfall ereignete, verlief parallel zur Piste "X.________" und war von dieser durch Baumgruppen getrennt. Die Piste "Y.________" war mit roten Markierungsstangen gekennzeichnet, während auf dem Unfallhang keine Markierungen angebracht waren. Der Unfallhang war nicht präpariert und weder auf den Wegweisern noch auf dem Übersichtsplan des Skigebiets als Piste eingezeichnet. Gemäss den Zeugenaussagen entsprach auch das Erscheinungsbild des Unfallhangs nicht demjenigen einer Piste. Der Unfallhang stellte somit weder eine präparierte Piste noch eine markierte Abfahrtsroute noch einen als Piste resp. Abfahrtsroute ausgestalteten Verbindungsweg (Skiweg) zwischen der Piste "Y.________" und der Piste "X.________" dar. Soweit die Klägerin die diesbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz in Frage stellt, ist auf die Berufung nicht einzutreten (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Beim Unfallhang handelte es sich um freies Gelände. Die Beklagte war somit nicht verpflichtet, Hindernisse, die sich auf diesem Hang befanden, zum Schutz der Skifahrer und Snowboarder zu entfernen. Insbesondere war die Beklagte nicht verpflichtet, den Stein, auf dem die Klägerin aufschlug, wegzuräumen. 2.5.2 In der Beurteilung der örtlichen Verhältnisse gingen beide Vorinstanzen davon aus, dass der Stein, auf dem die Klägerin mit dem Kopf aufschlug, keine atypische, fallenartige Gefahr darstellte. Mit Steinen sei im Berggebiet überall zu rechnen. Nach Auffassung der Vorinstanzen war die Beklagte daher nicht verpflichtet, Warntafeln anzubringen resp. die Piste "Y.________" mit einer Wimpelschnur gegen den Unfallhang abzugrenzen. In diese Beurteilung der örtlichen Verhältnisse greift das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung ein, wenn die Auffassung der kantonalen Gerichte als unvertretbar erscheint (BGE 129 III 380 E. 2 S. 381 f.; 130 III 193, E. 2.3 S. 196 f.). Die Auffassung der Vorinstanz, dass im freien Gelände überall mit Steinen gerechnet werden muss und der grosse Stein an der Unfallstelle von daher keine aussergewöhnliche, fallenartige Gefahr darstellte, ist vertretbar. Den kantonalen Gerichten ist in ihrer Auffassung, dass Steine zum Erscheinungsbild alpiner Gebiete gehören, zweifelsohne zuzustimmen. Dem angefochtenen Urteil ist nicht zu entnehmen, dass der Stein durch seine Anlage ein fallenartiges Hindernis dargestellt hätte. Auch der Umstand, dass er am Unfalltag vollständig mit Schnee bedeckt war, ändert daran nichts. Die Klägerin musste damit rechnen, dass sich auf einer ungesicherten Piste unter der Schneedecke natürliche Hindernisse befinden könnten. Aus den von der Beklagten nach dem Unfallereignis angebrachten Pistensicherungen kann nichts zugunsten der Klägerin abgeleitet werden, da die nachträglich angebrachten Sicherungsmassnahmen im Zusammenhang mit der Schliessung der Piste "X.________" standen. Lag aber am Unfalltag keine besonders grosse oder atypische, fallenartige Gefahr auf dem Unfallhang vor, war die Beklagte nicht verpflichtet, Sicherheitsmassnahmen zu ergreifen. Gemäss der im angefochtenen Urteil zitierten Aussage der Klägerin vermutete diese im Übrigen selbst, dass sie sich auf dem Unfallhang auf einer nicht gesicherten, wilden Piste befand. Dem angefochtenen Urteil ist nicht zu entnehmen, dass die Klägerin sich darum bemüht hätte, auf den offiziellen Pisten zu bleiben und aus Irrtum auf die wilde Piste auf dem Unfallhang geraten wäre. Selbst wenn eine Pflicht zur Signalisation, wo die offizielle Piste "Y.________" aufhört, bestanden hätte, wäre daher das Unterlassen dieser Sicherungsmassnahme für den Unfall nicht kausal gewesen. 2.6 Entgegen der Auffassung der Klägerin hat die Beklagte als verantwortliche Bergbahnunternehmung ihre Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt. Die Klägerin befuhr den Unfallhang auf eigene Gefahr. Die Vorinstanz hat demnach kein Bundesrecht verletzt, wenn sie die Haftpflicht der Beklagten gegenüber der Klägerin mangels Verletzung der Verkehrssicherungspflicht verneinte. Die Prüfung der übrigen Voraussetzungen des Genugtuungsanspruchs erübrigt sich.