Citation: 4D_67/2014 E. 2.4.1

2.4.1. Nach einem allgemein geltenden Grundsatz greift aber keine Haftung, wenn der präsumtiv Haftpflichtige beweisen kann, dass ein rechtmässiges Alternativverhalten denselben Schaden bewirkt hätte wie das tatsächlich erfolgte rechtswidrige Verhalten (BGE 131 III 115 E. 3.1 S. 119 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 4A_61/2009 vom 26. März 2009 E. 5.2, publ. in: ZBGR 91/2010 S. 312; 4C.45/2005 vom 18. Mai 2005 E. 4.2.2, publ. in: Pra 95/2006 Nr. 30 S. 211). Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, wenn die Mauer trotz einer effektiven Reibungswinkeldifferenz von 8.3-13° (bei Annahme, die Hinterfüllung sei mit Humus erfolgt) sechs Monate gehalten habe, so könne deren dauerhafte Standfestigkeit nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Mit dieser Auffassung setzt er sich indessen in Widerspruch zu der Auffassung des Experten, der zum Schluss kam, die Mauer hätte auch bei einer Hinterfüllung mit Aushubmaterial anders konzipiert werden müssen, und es wäre auch bei einer Hinterfüllung mit Aushubmaterial höchstwahrscheinlich zu Deformationen und Rissbildungen gekommen. In Fachfragen darf das Gericht aber nur aus triftigen Gründen von einem Gerichtsgutachten beziehungsweise einer Expertise abweichen (BGE 138 III 193 E. 4.3.1 S. 198 f.; 136 II 539 E. 3.2 S. 547 f.). Einen derartigen Grund zeigt der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen nicht auf. Er behauptet nicht, die bis zum Auftreten der Sekundärmängel verstrichene Zeit sei dem Experten nicht bekannt gewesen. Wenn dieser zum Schluss kommt, es wäre auch bei einer Hinterfüllung mit Aushubmaterial höchstwahrscheinlich zu Deformationen und Rissbildungen gekommen, besteht für das Gericht kein Anlass, von dieser Einschätzung abzuweichen.