Citation: 6P.72/2003 01.10.2003 E. 4

Die Beschwerdeführerin rügt ferner, das Obergericht habe hinsichtlich der Frage, ob der Geschädigte das Vorderlicht an seinem Fahrrad eingeschaltet gehabt habe, auf dessen Ausagen abgestellt, die er erst, nachdem das erstinstanzliche Urteil ergangen war, in Kenntnis der Bedeutung der Frage gemacht habe. 4.1 Der Geschädigte ist erst im zweitinstanzlichen Verfahren vorsorglich als Zeuge einvernommen worden. Dabei hat er erklärt, dass an seinem Fahrrad jedenfalls die batteriebetriebene Beleuchtung eingeschaltet war. Dass die Beleuchtung an seinem Fahrrad hinten und vorne in Ordnung war, da er es bei der Wegfahrt noch kontrolliert habe, hatte er auch schon unmittelbar nach dem Unfall zu Protokoll gegeben. 4.2 Das Obergericht stützt sich entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht ausschliesslich auf die Aussagen des Geschädigten. Im Wesentlichen gelangt es deshalb zur Annahme, das vordere und hintere, je mit Batterie betriebene Fahrradlicht seien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eingeschaltet gewesen, weil gemäss den polizeilichen Feststellungen das Rücklicht in Ordnung gewesen sei. Die Tatsache, dass das Opfer auch vorne am Fahrrad eine zusätzliche Beleuchtung angebracht hatte, lasse darauf schliessen, dass ihm eine korrekte bzw. funktionierende Beleuchtung wichtig gewesen sei. Der Umstand allein, dass die Beschwerdeführerin den Geschädigten bis zur Kollision nicht wahrgenommen habe, lasse nicht den Schluss zu, die Beleuchtung habe nicht funktioniert. Dieser Schluss ist nicht schlechterdings unhaltbar. Es mag zutreffen, dass auch eine andere Lösung oder Würdigung als vertretbar erscheint, doch genügt dies nach ständiger Rechtsprechung für die Begründung von Willkür nicht. Dass der Geschädigte mit seinem Fahrstil, d.h. mit nach vorn gestrecktem Oberkörper und gesenktem bzw. eingezogenem Kopf, die Wirkung des in der Mitte der Lenkstange angebrachten Lichts behindert haben könnte, wie die Beschwerdeführerin vorbringt, erscheint als abwegig. Es schadet daher nicht, dass das Obergericht zu diesem Einwand nicht ausdrücklich Stellung genommen hat. Die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegründet.