Citation: 6B_799/2023 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz sieht den Tatbestand des Wuchers als erfüllt, weil die Beschwerdeführerin während gut sechs Jahren (ab Ende November 2010 bis Februar 2017) im Raum Zürich und in Spreitenbach über 40 Mietverträge betreffend Einzelzimmer mit Personen abgeschlossen habe, die sich aus verschiedenen Gründen in einer Zwangslage befunden hätten, und dabei einen mindestens 25 % über dem üblichen angemessenen Niveau liegenden Mietzins vereinbart habe. Als Gründe für die Unterlegenheit der Mieter nennt die Vorinstanz, dass diese ihre vorherigen Asylunterkünfte oder Wohnungen (wegen Renovationen oder aus anderen persönlichen Gründen) hätten verlassen müssen oder für die Arbeit nach Zürich gekommen seien und ihre Aussicht auf eine neue Wohnung aufgrund verschiedener Umstände (wie finanzielle Abhängigkeit von Asyl- oder Sozialhilfebehörden, Vorhandensein von Betreibungen und Verlustscheinen, Arbeitslosigkeit) geschmälert und zusätzlich mangels (ausreichender) Kenntnisse der Sprache und Gepflogenheiten des hiesigen Wohnungsmarkts, vereinzelt auch aus gesundheitlichen Gründen, erschwert gewesen sei. Es habe ausserdem eine Wohnungsnot geherrscht (angefochtenes Urteil E. III.1.2 S. 38 f. i.V.m. E. II.7-II.9 S. 28 ff.). Ein offenbares Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung bejaht die Vorinstanz, weil der abgemachte Mietzins jeweils mehr als 25 %, teilweise gar bis zu 158 %, über dem üblichen Mietzins gelegen habe, und die entsprechenden drei Wohnungen mindestens zeitweise überbelegt, teilweise mit baulichen Mängeln behaftet (Unterteilung der Zimmer mit Spanplatten oder Holz und einer Art Faltvorhang; Flurbreite teilweise nur 57 cm) sowie mehrheitlich einen ungenügenden hygienischen Zustand aufgewiesen hätten (eine Wohnung sei insbesondere mit Schimmel, einem massiven Befall von Deutschen Schaben und mit Ratten belastet gewesen). Auch die kausale Verbindung zwischen Unterlegenheit der Mieter und dem Abschluss der für sie ungünstigen Mietverträge erachtet die Vorinstanz aufgrund der Umstände als gegeben (angefochtenes Urteil E. III.1.2 S. 39 f. i.V.m. E. II.3-II.6 S. 11 ff. und E. IV.3.1 S. 44). Weiter lastet die Vorinstanz der Beschwerdeführerin ein eventualvorsätzliches Handeln an unter Hinweis, diese habe die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt gekannt, habe zumindest in Kauf genommen, dass es sich bei den Mietern um Personen aus den schwächsten sozialen Schichten in finanziell schwierigen Verhältnissen auf der dringenden Suche nach einer Unterkunft handle, und sie habe auch mindestens für möglich gehalten, dass die verlangten Mietzinse überhöht bzw. überrissen seien. Auf gewerbsmässige Begehung schliesst die Vorinstanz ferner angesichts der über sechsjährigen Dauer der Tätigkeit, des geleisteten wesentlichen zeitlichen Aufwands, der erzielten unzulässigen (überhöhten) Einkünfte von total rund Fr. 109'000.-- und der Verwendung derselben als wesentlicher Beitrag an die Lebenshaltungskosten (angefochtenes Urteil E. III.1.3 f. S. 40 f. i.V.m. E. II.10-II.12 S. 33 ff.).