Citation: 1C_694/2017 E. 3.2

3.2. Die engen Zeitabläufe - insbesondere erfolgte der Entschluss des Beschwerdeführers, sich scheiden zu lassen, bloss rund drei Monate nach der Einbürgerung - lassen klarerweise die Vermutung zu, dass sich der Beschwerdeführer bereits vor der Einbürgerung Gedanken über die Fortführung der Ehe machte und für den Fall fortbestehender Unfruchtbarkeit der Gattin eine Scheidung in Betracht zog. Weiter ergibt sich insbesondere aus den Aussagen des Beschwerdeführers, dass für ihn die Erfüllung des Kinderwunsches zentraler Bestandteil des Ehezwecks war und damit eine zwingende Voraussetzung für deren Fortführung darstellte. Dementsprechend leitete er auch umgehend deren Auflösung ein, als im November 2013 definitiv feststand, dass seine Ehefrau keine Kinder mehr bekommen kann. Das bedeutet aber auch, dass sein erklärter Wille, die Ehe fortführen zu wollen, bereits in den Jahren zuvor und jedenfalls lange vor der Einbürgerung unter dem mentalen Vorbehalt stand, dass ihm seine Ehefrau ein gemeinsames Kind gebären würde. Indem der Beschwerdeführer diesen Vorbehalt für sich behielt und in der gemeinsamen Erklärung vom 27. August 2013 nicht erwähnte, dass er seinen Willen auf Fortführung der Ehe von der Geburt eines gemeinsamen Kindes abhängig machte, verheimlichte er den Behörden (und wohl auch seiner Frau) eine für die erleichterte Einbürgerung erhebliche Tatsache, was deren Nichtigerklärung rechtfertigt. Die Beschwerde ist unbegründet.