Citation: 6B_13/2022 E. 1.2.2

1.2.2. Sodann erwägt die Vorinstanz, in der Wohnung des Beschwerdeführers sei eine Vielzahl von DNA-Spuren des Opfers festgestellt worden, namentlich dessen Blut an einem Teppich, DNA-Material an Fussbodendielen unter der Blutspur, welche so gut wie möglich weggewischt wurden, Spuren des Opfers an den Fusssohlen des Beschwerdeführers sowie dessen Spuren am Griff einer Bürste, deren Borsten Spuren des Opfers aufgewiesen hätten. All dies erscheine umso auffälliger, als das Opfer gemäss Aussagen des Beschwerdeführers bloss einmal kurz in seiner Wohnung gewesen sein soll, um die Toilette zu benützen. Erst, als der Beschwerdeführer mit den Befunden konfrontiert worden sei, habe er behauptet, dem Opfer seine Wohnung regelmässig für sexuelle Tätigkeiten mit einer Freundin zur Verfügung gestellt zu haben. Gestützt auf die DNA-Befunde müsse indes davon ausgegangen werden, dass das Opfer in der Wohnung eine beträchtliche Menge Blut verloren habe, welches der Beschwerdeführer später weggeputzt habe. Ferner hätten am Leichenfundort DNA-Spuren des Beschwerdeführers sowie Verbindungen zu dessen Wohnung festgestellt werden können. Neben der Leiche in einem angebrannten Abfallsack seien ein Handtuch, ein T-Shirt, eine auf das Opfer lautende Kreditkarte und ein zum Teppich des Beschwerdeführers passendes Teppichstück gefunden worden, welche allesamt DNA-Spuren des Beschwerdeführers aufgewiesen hätten. Dies gelte auch für eine in dessen Wohnung sichergestellte Schere, womit - gemäss einem Schnittprofil - die am Leichenfundort vorgefundenen Ausweise des Opfers zerkleinert worden seien. Zudem sei der PKW des Opfers nur wenige Gehminuten vom damaligen Wohnort des Beschwerdeführers entfernt aufgefunden worden. Im Wageninneren, am Griff der Beifahrertür und am Schalthebel hätten sich ebenfalls DNA-Spuren des Beschwerdeführers befunden. Insbesondere letzteres sei bedeutsam, da der Beschwerdeführer behauptet habe, nie mit dem Wagen des Opfers gefahren zu sein. Die im Verlauf des Verfahrens vorgebrachte Erklärung, wonach er den Schalthebel wohl einmal unbeabsichtigt als Beifahrer berührt habe, sei unglaubhaft und wirke nachgeschoben. Zwar hätten sich keine DNA-Spuren des Beschwerdeführers am Lenkrad und am Griff der Fahrertüre befunden. Jedoch würden derart kritische Stellen im Rahmen von Verbrechen meistens bewusst von Spuren befreit, während der Schalthebel eher vergessen gehen könnte. Die Möglichkeit, dass das Opfer sein Fahrzeug in der Tatnacht selbst am Fundort parkiert habe, widerspreche zudem den Angaben des Beschwerdeführers, wonach ihn das Opfer vor seiner Wohnung abgeholt und später wieder dort abgeladen habe. Jedenfalls aber indiziere der Fundort des Fahrzeugs, dass das Opfer in der Tatnacht beim Beschwerdeführer gewesen sei.