Citation: 4A_398/2022 E. 6.3

6.3. Diesen gestützt auf Beweiswürdigung getroffenen Schluss der Vorinstanz könnten die Beschwerdeführerinnen nur umstossen, wenn sie ihn als willkürlich auszuweisen vermöchten. Das gelingt ihnen indessen nicht. Sie werfen der Erstinstanz vor, mit ihrem Vorgehen im Zusammenhang mit der Ausarbeitung des gerichtlichen Gutachtens das Recht auf Beweis und das rechtliche Gehör in mehrfacher Hinsicht verletzt zu haben. Die Vorinstanz wiederum habe dieses Vorgehen "fälschlicherweise" als zulässig taxiert und ihrerseits das Recht auf Beweis und den Gehörsanspruch der Beschwerdeführerinnen verletzt, unter anderem, indem sie das Gutachten inhaltlich gar nicht gewürdigt habe, obwohl dieses die geltend gemachte Unmöglichkeit belege. Die Vorwürfe sind haltlos. Soweit direkt das prozessuale Vorgehen der Erstinstanz beanstandet wird, ist darauf von vornherein nicht einzutreten (Art. 75 BGG). Das gilt insbesondere, soweit ihr - neu - vorgeworfen wird, eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung vorgenommen zu haben. Da dieser Vorwurf der Vorinstanz nicht unterbreitet wurde, kann sie in diesem Zusammenhang auch keine Verletzung des Rechts auf Beweis bzw. des rechtlichen Gehörs begangen haben. Die entsprechende Rüge geht ins Leere. Die Beschwerdeführerinnen erneuern über weite Strecken ihre Beanstandungen am erstinstanzlichen Vorgehen betreffend das Gutachten und die weiteren Beweiserhebungen. Indem sie den Beanstandungen im Wesentlichen jeweils bloss anfügen, die Vorinstanz verletze ihrerseits das Recht auf Beweis und den Gehörsanspruch, weil sie das Vorgehen der Erstinstanz zu Unrecht als zulässig erachtet habe, verfehlen sie einmal mehr die Begründungsanforderungen. Die Vorinstanz hat sich eingehend mit den Beanstandungen am erstinanzlichen Beweisverfahren, insbesondere betreffend das gerichtliche Gutachten befasst. Die Beschwerdeführerinnen müssten sich mit den diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzen und im Einzelnen aufzeigen, inwiefern sie gegen Bundesrecht verstossen. Die konzise Rüge einer Bundesrechtsverletzung durch die Vorinstanz enthält die Beschwerde jedoch auch in diesem Zusammenhang nicht. Sodann trifft der Vorwurf der Beschwerdeführerinnen nicht zu, dass die Vorinstanz das Gutachten anders als die Erstinstanz nicht als mangelhaft beurteilt hätte. Auch die Vorinstanz taxierte das Gutachten als "teilweise mangelhaft". Sie war daher entgegen der Meinung der Beschwerdeführerinnen nicht "verpflichtet, das Gutachten auch in Bezug auf die behauptete Unmöglichkeit als Beweismittel zu berücksichtigen und umfassend zu würdigen". Ohnehin trifft nicht zu, dass sich die Vorinstanz mit dem Gutachten gar nicht auseinandergesetzt habe. Im Gegenteil widmete sie dem Gutachten im Rahmen ihrer ausführlichen Erwägung 4 zum Beweisverfahren betreffend die geltend gemachte Unmöglichkeit grosse Beachtung, wobei sie dieses auch zu den einzelnen Streitpunkten würdigte und darauf abstellte, soweit sie es als klar, schlüssig und vollständig erachtete (insb. E. 4.10 S. 146 betreffend Betrieb des Werks, Reinigungsvorgängen und Sicherheitsmängeln und E. 4.11 S. 153 f. betreffend der "Due Diligence"). Da jedoch auch sie gewisse Mängel am Gutachten feststellte, schützte sie ohne Bundesrechtsverletzung das Vorgehen der Erstinstanz, anstatt das Gutachten noch einmal zur Ergänzung zurückzuweisen, zusätzlich die beantragten Zeugen- und Parteibefragungen durchzuführen, welche die Unklarheiten und offenen Fragen im Gutachten zu klären vermochten. Die Beweiswürdigung erfolgte sodann gestützt auf das Gutachten, die vorhandenen Akten und die Zeugen- und Parteiaussagen, mithin in korrektem Einbezug aller abgenommenen Beweise. Eine Verletzung von Beweisregeln ist nicht auszumachen. Richtig besehen, kritisieren die Beschwerdeführerinnen denn auch nicht eine Verletzung des Rechts auf Beweis und ihres Gehörsanspruchs, sondern die vorinstanzliche Beweiswürdigung. Mit ihren Ausführungen missachten sie aber die Begründungsanforderungen, denen die Kritik an der Beweiswürdigung genügen muss (vgl. Erwägung 3.3). Darauf ist nicht weiter einzugehen.