Citation: 1P.42/2002 17.04.2002 E. 3

Der Beschwerdeführer wirft dem Verwaltungsgericht vor, die Legitimation des Beschwerdegegners willkürlich anerkannt und es am Augenschein unter Verletzung seines rechtlichen Gehörs abgelehnt zu haben, sich mit den dafür erheblichen Sichtverhältnissen zwischen der Liegenschaft des Beschwerdegegners und dem Baugrundstück zu befassen. 3.1 Nach § 338a PBG ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung hat. Nach der Praxis des Zürcher Verwaltungsgerichts, die der Beschwerdeführer nicht als willkürlich beanstandet, ist der Nachbar danach beschwerdebefugt, "wenn für ihn einerseits eine hinreichend enge nachbarliche Raumbeziehung zum Baugrundstück besteht, er anderseits durch die Erteilung der Baubewilligung mehr als irgend jemand oder die Allgemeinheit in eigenen (tatsächlichen oder rechtlichen) Interessen betroffen ist und er Mängel rügt, deren Behebung diese Betroffenheit zu beseitigen vermag" (angefochtener Entscheid S. 4 E. 1a). 3.1.1 Das Verwaltungsgericht hat die Legitimation des Beschwerdegegners wie schon zuvor die Baurekurskommission vorab deshalb bejaht, weil das Bauprojekt von seiner Liegenschaft rund 50 m entfernt und teilweise einsehbar sei und er diese gemäss den Kernzonenvorschriften in der Form, in der Stellung, in den Abmessungen und in der äusseren Erscheinungsform dem ursprünglichen Gebäude entsprechend habe wiederaufbauen müssen. Dieser kostspielige Beitrag zur Erhaltung des Dorfbildes mache nur einen Sinn, wenn weitere Ersatzbauten im Unterdorf ebenfalls einen gleichwertigen Beitrag an die Erhaltung des Ortsbildes leisten würden. 3.1.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, erschöpft sich weitgehend in unzulässiger appellatorischer Kritik und ist nicht geeignet, die Auffassung des Verwaltungsgerichts zur Legitimation des Beschwerdegegners als willkürlich nachzuweisen. Das ergibt sich zum Teil bereits aus den von ihm selber gewählten Formulierungen, indem er z.B. die Ausführungen des Verwaltungsgerichts zur Sichtverbindung zwischen den Liegenschaften der Streitparteien nicht etwa als krass falsch und unhaltbar abtut, sondern diese lediglich "präzisiert" haben möchte. Er bestreitet keineswegs, dass der Beschwerdegegner von seiner Liegenschaft aus den Neubau - und zwar auch den umstrittenen Querfirst - wird einsehen können, sondern wendet lediglich ein, diese Sicht sei durch die bestehende Baute auf der Parzelle Nr. 253, Reklametafeln sowie Bäume und Sträucher stärker eingeschränkt, als dies das Verwaltungsgericht annehme. Das ist offensichtlich kein tauglicher Willkürvorwurf. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. 3.1.3 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, das Verwaltungsgericht habe entgegen seiner gefestigten Praxis eine Popularbeschwerde zugelassen, weil es dem Beschwerdegegner eine besondere Betroffenheit zugestanden habe, obwohl dieser vom Bauvorhaben nicht stärker betroffen sei als irgendein anderer Liegenschaftsbesitzer in der Kernzone Unterdorf. Der Vorwurf ist klarerweise unbegründet. Das Verwaltungsgericht hat dem Beschwerdegegner die Beschwerdebefugnis zuerkannt, weil er von seiner Liegenschaft Sicht auf das etwa 50 m entfernte Baugrundstück hat und diese selber nach den einschränkenden und kostentreibenden Kernzonenvorschriften erbaut und daher ein besonderes Interesse daran hat, dass keine zonenwidrigen Neubauten bewilligt werden, die letztlich die Existenzberechtigung der Kernzone in Frage stellen und damit den Sinn und Zweck der von ihm bei seinem Hausbau getätigten (Mehr-)Investitionen gefährden. Diese qualifizierten Legitimationsvoraussetzungen sind von vornherein bloss von einem kleinen Kreis unmittelbarer Nachbarn erfüllbar, es kann keine Rede davon sei, das Verwaltungsgericht habe in willkürlicher Abkehr von seiner bewährten Praxis eine Popularbeschwerde zugelassen. 3.2 Das Verwaltungsgericht hat somit die Legitimation des Beschwerdegegners unter anderem deshalb bejaht, weil er von seiner Liegenschaft aus den geplanten Neubau wird einsehen können. Nach dem Gesagten ist dies ohne weiteres vertretbar, und zwar unabhängig davon, ob seine Sicht frei oder durch ein Gebäude, Reklametafeln und Bäume teilweise beschränkt ist. Entscheidend und unbestritten ist, dass dieser Sichtkontakt auf das relativ nahe gelegene Baugrundstück besteht. Das Verwaltungsgericht brauchte sich daher nicht mehr weiter damit zu befassen, wie stark dieser je nach der herrschenden Jahreszeit beschränkt ist. Es hat daher das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt, indem es dessen Antrag ablehnte, am Augenschein im Detail zu klären, welche Gebäudeteile zu welcher Jahreszeit für den Beschwerdegegner sichtbar sein würden. Die Gehörsverweigerungsrüge ist unbegründet.