Citation: 7B_151/2022 E. 5.3

5.3. Betreffend Antrag auf Einholung eines Obergutachtens ist dem angefochtenen Urteil zu entnehmen, es bestehe kein unauflösbarer Widerspruch zwischen der Einschätzung von Dr. med. I.________ und jener von Dr. med. J.________. Der Gutachter sei mit dem Therapiebericht de Therapeutin bedient worden. Anlässlich der Berufungsverhandlung habe er die Diagnose in Bezug auf die Schizophrenie erneut bestätigt und dargelegt, dass eine klare Trennung zwischen einer Persönlichkeitsstörung mit psychotischer Entgleisung bei Substanzkonsum einerseits und einer Schizophrenie, die auch episodisch verlaufen könne andererseits relativ schwierig sei. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer auch in Haft - und damit grundsätzlich ohne regelmässigen Drogenkonsum - psychotische Reaktionen gezeigt habe, spräche im Längsschnitt für eine Schizophrenie. Diese Ausführungen, so die Vorinstanz, überzeugten das Gesamtgericht, zumal Dr. med. I.________ bereits im Gutachten ausgeführt habe, dass längere psychosefreie Episoden vorkommen könnten und seine Einschätzung folglich nicht im Widerspruch zu dem von Dr. med. J.________ festgestellten psychosefreien Behandlungszeitraum von fünfeinhalb Monaten stehe. Ausserdem habe der Gutachter klargestellt, dass die Qualifikation als Schizophrenie oder als Persönlichkeitsstörung nicht allein ausschlaggebend sei, da in beiden Fällen sowohl der Substanzkonsum als auch der Verlust fester Strukturen ein psychotisches Erleben wahrscheinlich machten. Wie die Vorinstanz weiter erwägt, bedürfe die Abgrenzung im Hinblick auf die Massnahme somit keiner abschliessenden Klärung, da in beiden Fällen das Vorliegen einer schweren psychischen Störung im Sinne des Gesetzes zu bejahen sei. Nebst dem liege unbestrittenermassen ein schwerwiegende Abhängigkeit von Cannabis und Kokain vor. Mit diesen einleuchtenden Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Insoweit liegt keine hinreichende Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG vor. Anders als vom Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Diagnose angedeutet, setzt sich die Vorinstanz im Übrigen sehr wohl mit der Verhältnismässigkeit der Massnahme auseinander. Schliesslich ist auch mit seinem Hinweis auf den Anwendungsbereich von Quetiapin nichts gewonnen. Die Feststellung der Vorinstanz, er nehme bei Bedarf 25 mg dieses Medikaments als Reservemedikation ein, ist nur ein ergänzendes, nicht aber ein ausschlaggebendes Indiz für das Vorliegen einer schweren psychischen Störung. Die Rügen im Zusammenhang mit der Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme erweisen sich als unbegründet, soweit sie unter formellen Aspekten überhaupt zulässig sind.