Citation: 6P.59/2005 24.09.2005 E. C

Am 16. Januar 2003 hiess der Kassationshof des Bundesgerichtes eine von X.________ gegen das Urteil des Obergerichts eingereichte Nichtigkeitsbeschwerde gut und erklärte die ebenfalls eingereichte staatsrechtliche Beschwerde als gegenstandslos. Der Kassationshof wies das Obergericht an, aus aktueller Sicht zu klären, ob vom Täter eine Gefahr für Dritte ausgehe, welche den Aufschub des Strafvollzuges ausschliesse. Sei dies zu verneinen, habe es im Einzelnen zu prüfen, ob die Erfolgsaussichten der Behandlung durch den Strafvollzug erheblich beeinträchtigt würden bzw. welche andere Gesichtspunkte für oder gegen einen Aufschub der Strafe sprächen. Dabei sei zu beachten, dass der Vollzug der Strafe durch eine vorgängige ambulante Therapie nicht auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben werden dürfe. Soweit die Beantwortung dieser Fragen medizinisches Fachwissen voraussetze, habe das Obergericht dazu die Meinung eines Experten einzuholen (Urteil des Kassationshofes vom 16. Januar 2003, S. 4 Ziff. 3).