Citation: 4A_294/2020 E. 5.3.1

5.3.1. 5.3.1.1. Der hypothetische Kausalzusammenhang sei vorliegend gegeben: Entgegen der Vorinstanz habe die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Verkehrswert 43 % und nicht bloss 30 % betragen. So oder anders könne nicht von einer geringen Differenz gesprochen werden. Hätte sich der Beschwerdegegner 1 selbst vom Zustand der Grundstücke und den Mietzinseinnahmen überzeugt, hätte er bemerkt, dass er diese Grundstücke nicht erwerben dürfte. 5.3.1.2. Indem die Vorinstanz festhielt, die Differenz zwischen dem von der Beschwerdeführerin behaupteten Verkehrswert der Liegenschaften von maximal EUR 1 Mio. und dem Kaufpreis dieser von EUR 1.43 Mio. sei relativ gering gewesen, trifft sie diesen Schluss aus der allgemeinen Lebenserfahrung, weshalb das Bundesgericht diesen - sofern er wie hier gerügt wird - frei überprüfen darf (vgl. E. 4.1.2.4.1 hiervor). Wer für eine Liegenschaft mit einem Verkehrswert von EUR 1 Mio. deren 1.43 bezahlt, erbringt eine - bei streng auf den Verkehrswert abgestellter Berechnung - um EUR 430'000.-- oder um 43 % zu hohe Leistung. Eine derartige Differenz kann keineswegs als " relativ gering " bezeichnet werden. Kannte der Beschwerdegegner 1 dieses Ungleichgewicht oder hätte er es bei pflichtgemässem Verhalten erkennen können, hätte er - im Interesse der F.________ AG - auf den Erwerb der Liegenschaften verzichten oder einen tieferen Preis aushandeln müssen. Wird entsprechend den Erwägungen der Vorinstanz davon ausgegangen, dass der Beschwerdegegner 1 die von der Bank akzeptierten Schätzungen hätte überprüfen müssen, hätte er bei Vornahme dieser Überprüfung erkannt, dass Kaufpreis und Verkehrswert derart auseinanderklafften, weshalb er mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Erwerb der Liegenschaften zu diesem Preis verzichtet hätte. Dies hätte zur Folge gehabt, dass der Schaden nicht eingetreten wäre. Mithin ist das Unterlassen der Überprüfung der Verkehrswerte hypothetisch kausal für den Schadenseintritt (vgl. E. 4.1.2.4.1 hiervor). Ob die zweite von der Vorinstanz festgestellte Pflichtverletzung (fehlende Information über die Mietverträge) ebenfalls kausal für den Schaden war - was die Vorinstanz unbeurteilt liess -, kann bei diesem Ergebnis offenbleiben.