Citation: 6B_481/2024 E. 2.2.1

2.2.1. Dabei geht sie vom schwersten Delikt der Gefährdung des Lebens aus und ermittelt dafür die Einsatzstrafe. Bei der objektiven Tatschwere berücksichtigt sie, dass der Beschwerdeführer eine sehr hohe Gefährdung nahe an der Verwirklichung der Gefahr geschaffen habe, was sich dadurch zeige, dass einer der Autoinsassen gestorben sei. Der Beschwerdeführer habe zu früher Morgenstunde ein hochriskantes Fahrmanöver ausgeführt, obwohl er müde und alkoholisiert gewesen sei. Zudem seien die Reifen seines Fahrzeugs abgefahren gewesen, womit er mehrere Sorgfaltspflichten verletzt habe. Er sei auf kurviger und unübersichtlicher Strecke mit eingeschränkter Sicht zu schnell gefahren und habe sein Auto selbst dann noch beschleunigt, als er schon gemerkt habe, dass das Überholmanöver knapp werde. In subjektiver Hinsicht habe der Beschwerdeführer vorsätzlich gehandelt. Das waghalsige Manöver habe er einzig aus egoistischen Gründen ausgeführt, indem er einen Sattelzug habe überholen wollen, der ihn genervt habe. Er habe dieses nichtige Motiv über Leib und Leben anderer Menschen gestellt, was verwerflich sei. Ihm wäre es ein Leichtes gewesen, auf das Manöver zu verzichten und abzuwarten, bis die Autostrasse wieder zweispurig wird. Es habe keinen nachvollziehbaren Grund für das Manöver gegeben. Der Beschwerdeführer habe um dessen Gefährlichkeit gewusst, insbesondere um die Geschwindigkeit des Sattelzugs, die Gegebenheiten des Rastplatzes und die abgefahrenen Reifen. Angesichts des Blutalkoholwerts von mindestens 1.14 Gewichtspromille attestiert ihm die Vorinstanz eine leicht verminderte Schuldfähigkeit. Insgesamt bewertet sie das Verschulden als erheblich und gelangt zu einer Einsatzstrafe von 3 Jahren.