Citation: 2C_654/2020 E. 3.3.2

3.3.2. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, auf die Aussage seiner Ehefrau dürfe nicht abgestellt werden. Er beruft sich dabei auf BGE 130 II 113 E. 10.3, der seinerseits auf BGE 128 II 145 E. 3.1 verweist. Dort ging es um die Frage, ob eine Scheinehe vorliege. Das Bundesgericht erwog, es dürfe diesbezüglich nicht einseitig auf die Aussage der (originär anwesenheitsberechtigten) Ehefrau im Scheidungsverfahren abgestellt werden. Daraus kann indessen nicht abgeleitet werden, dass die Aussage des in der Schweiz originär anwesenheitsberechtigten Ehegatten von vornherein nicht massgeblich ist. Im vorliegenden Fall hat die Ehefrau am 7. März 2018 gegenüber den Migrationsbehörden vorgebracht, dass die Ehe für sie seit neun Monaten gescheitert sei und sie die Scheidung anstrebe. Dies bekräftigte sie am 23. Oktober 2019. Der Beschwerdeführer gab seinerseits am 12. März 2018 an, dass es seit sechs oder acht Monaten Probleme in der Ehe gebe und der Grund der Trennung sei, dass seine Ehefrau einen anderen Mann gefunden habe. Bei dieser Sachlage kann keine Rede davon sein, dass die eheliche Gemeinschaft trotz Getrenntleben weiterbestanden hat. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer seiner Hoffnung Ausdruck verliehen hat, dass das Zusammenleben wiederaufgenommen werde. Ebensowenig kann der Beschwerdeführer etwas aus BGE 130 II 113 E. 10.4 ableiten. Das Bundesgericht erwog dort, dass jedenfalls nach einem Getrenntleben von zwei Jahren von einer definitiven Auflösung der ehelichen Gemeinschaft auszugehen sei. Daraus kann nicht der Umkehrschluss gezogen werden, dass die eheliche Gemeinschaft trotz Getrenntleben in jedem Fall bis zu zwei Jahre lang fortbesteht.