Citation: 6S.709/2000 26.05.2003 E. 4

4.1 Die Vorinstanz stellt folgenden für den Kassationshof verbindlichen Sachverhalt fest (Art. 277bis Abs. 1 BStP): Die Beschwerdegegner A.________ und B.________ waren Ende 1991 bei der damaligen Alpha Bank (nunmehr Gamma Bank [Beschwerdeführerin 2]; nachfolgend Alpha Bank) in Zürich als Börsenchef und Mitglied der Sitzleitung bzw. als Anlageberater und später als Verantwortlicher für das Portfolio Management und die Anlagefonds tätig. C.________ arbeitete seit Dezember 1991 als Wertschriftenhändler bei der F.________ Ltd. in London, einer als Brokerin tätigen Tochter der Basler Privatbank F.________ & Cie, wo er für die Betreuung der schweizerischen Anleger zuständig war, die über die Londoner Niederlassung der Bank F.________ & Cie Wertschriften kaufen bzw. verkaufen wollten. Von Anfang Dezember 1991 bis Ende Februar 1993 wickelten A.________ und C.________ anfänglich alleine, ab Februar 1992 unter Mithilfe von B.________ mehrere hundert Geschäfte im Eurobondhandel ab, bei denen sie zum Nachteil der Alpha Bank bzw. deren Kunden bei Wertpapierkäufen gegenüber den tatsächlich erzielten Kursen einen leichten Aufschlag bzw. bei Verkäufen einen leichten Kursabschlag berechneten. Die daraus resultierende Kursdifferenz wurde in den Büchern der F.________ Ltd. als so genannte "return commissions" resp. "soft commissions" deklariert. Über diese angefallenen Beträge erstellte die F.________ Ltd. zu Handen der Alpha Bank insgesamt fünf schriftliche Abrechnungen. Die einzelnen Quartalsbetreffnisse wurden in Form von je zwei Checks per Kurier an die Alpha Bank in Zürich gesandt, wo A.________ den Check mit der grösseren Summe nach ausgeklügeltem Plan an der bankeigenen Buchhaltung vorbei schmuggelte und über ein ihm gehörendes ausländisches Konto mit einer Fantasiebezeichnung einlöste (Anklageziffer I.A). Von April bis August 1993 tätigten A.________ und B.________ in gleicher Weise Geschäfte mit dem ebenfalls in London tätigen Broker G.________ Ltd., bzw. mit dessen Partnerfirma H.________ Ltd., London. Schliesslich zogen A.________ und B.________ die Beschwerdegegner X.________ und D.________ bei, die zu jener Zeit bei der Beta Bank (nunmehr Delta Bank [Beschwerdeführerin 1]; nachfolgend Beta Bank) als Anlageberater bzw. als Börsen- und Devisenhändler tätig waren. Diese wickelten in der Folge zwischen dem 3. August 1992 bis zum 19. Juli 1993 unter Mithilfe der übrigen Beteiligten zum Nachteil der Beta Bank bzw. deren Kunden bei der E.________ Ltd. ebenfalls zahlreiche Geschäfte mit eingebauten Kursauf- bzw. -abschlägen ab. Die daraus resultierenden Gewinne sandte C.________ auch hier in Form von Checks an die Adresse der Beta Bank in Zürich, wo sie von X.________ oder D.________ abgefangen und zur Einlösung an A.________ weitergeleitet wurden (Anklageziffer I.C.). In derselben Art verwirklichten die Täter zwischen Herbst 1992 und Herbst 1994 Geschäfte mit der von C.________ in der Zwischenzeit neu gegründeten I.________ Corporation (Anklageziffer I.D) und mit der E..________ AG, Zug (Anklageziffer I.E). Den zuletzt genannten Geschäften lagen die Emissionen von Aktien im ausserbörslichen Handel zugrunde, bei welchen der Inhaber der die Titel anbietenden E.________ AG, Y.________, als Gehilfe mitwirkte. Auch hier wurde den Kunden der Alpha Bank durch eine fiktive Heraufsetzung des Emissionspreises ein höherer Preis belastet, als in Wirklichkeit vereinbart worden war, und flossen die Differenzbeträge auf verschlungenen Wegen an A.________ und B.________. Aus allen beschriebenen Machenschaften erzielten die Haupttäter einen Erlös von über 13 Millionen Franken, den sie untereinander aufteilten. 4.2 Die kantonalen Instanzen gelangen zum Schluss, geschädigt seien bei allen Geschäften, in denen Kursschnitte eingebaut, d.h. zu hohe Kaufpreise bzw. zu tiefe Verkaufserlöse abgerechnet wurden, in erster Linie die Kunden, nicht die Banken. Eine unmittelbare Schädigung der Banken liege nur dort vor, wo deren eigene Konten (Nostro-Konten) betroffen worden seien. Die Anklageschrift umschreibe aber den Sachverhalt, auch soweit die Kunden unmittelbar geschädigt seien, lediglich als qualifizierte Veruntreuung zum Nachteil der Banken. Dementsprechend fehle auch eine nähere Darlegung der Vertrauensbeziehung zwischen Bank und Kunden. Aus diesem Grund wurde in der erstinstanzlichen Verhandlung der Entscheid mit Beschluss vom 18. September 1997 ausgesetzt und der Anklagebehörde Gelegenheit zur Abänderung oder Ergänzung der Anklage eingeräumt. Da der Bezirksanwalt indessen ausdrücklich auf eine Anklageergänzung verzichtete, sprachen die kantonalen Instanzen die Beschwerdegegner in den Anklagepunkten I.A-E, soweit nicht das Nostrovermögen der Banken betroffen war, mangels genügender Umschreibung des Sachverhalts in der Anklageschrift (§ 162 Abs. 1 Ziff. 2 StPO/ZH) vom Vorwurf der qualifizierten Veruntreuung sowie der Anstiftung und Gehilfenschaft dazu frei.