Citation: 6B_980/2009 16.03.2010 E. 4

Die Vorinstanz verurteilt die Beschwerdeführerin zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren, wobei sie der festgestellten Verletzung des Beschleunigungsgebots dadurch Rechnung trägt, dass sie die ihres Erachtens an sich angemessene Freiheitsstrafe von 13 Jahren um ein Jahr reduziert. 4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei eine Ersttäterin ohne jegliche Vorstrafe. Sie habe zwar kein Geständnis abgelegt, doch habe sie weder Spuren beseitigt noch Drittpersonen belastet und sich der Justiz stets mit Anstand zur Verfügung gestellt, wodurch sie das Verfahren in gewisser Weise ganz erheblich erleichtert habe. Sie habe die Tat unstreitig nicht geplant, sondern in einer Situation der Überforderung begangen. Die Vorinstanz habe Zweifel an der uneingeschränkten Schuldfähigkeit gehabt und daher ein diesbezügliches Gutachten einholen wollen. Den fraglichen Zweifeln sei schon für sich allein strafmindernd Rechnung zu tragen. Bei der gebotenen Berücksichtigung dieser Umstände, welche die Vorinstanz zu Unrecht ausser Acht gelassen habe, sei eine Freiheitsstrafe von 9 Jahren angemessen. 4.2 Die Vorinstanz berücksichtigt die Vorstrafenlosigkeit der Beschwerdeführerin ausdrücklich strafmindernd. Die Zweifel an der Schuldfähigkeit, welche die Vorinstanz zur Anordnung eines psychiatrischen Gutachtens veranlassten, sind als solche nicht strafmindernd zu berücksichtigen. Eine Begutachtung war nicht möglich, da die Beschwerdeführerin diese strikt ablehnte. Dass unter den gegebenen Umständen allein aufgrund der Akten ein Gutachten hätte erstellt werden können, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Die Vorinstanz ging zu Recht von einer uneingeschränkten Schuldfähigkeit der Beschwerdeführerin aus. Die Beschwerdeführerin sah sich zwar in einer gewissen Drucksituation, doch liess sie sich nach den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz letztlich aus egoistischen Motiven zur Tötung ihrer erst sechsjährigen Tochter hinreissen. In Anbetracht des daher schweren Verschuldens hält sich die ausgefällte Freiheitsstrafe im Rahmen des weiten sachrichterlichen Ermessens.