Citation: I 116/02 30.12.2002 E. 3

Unbestritten zwischen den Parteien ist die Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode. Streitig ist hingegen, wie sich die gesundheitliche Einschränkung auf die berufliche Tätigkeit des Versicherten auswirkt. 3.1 Mit der Vorinstanz sind für die Feststellung der gesundheitlichen Einschränkung die Berichte des Dr. med. K.________ massgebend. Denn dieser ist als Kardiologe auf Leiden wie jenes des Versicherten spezialisiert, hat zudem die Herzklappenoperation begleitet sowie den weiteren Verlauf beobachtet und betreut. Im Übrigen sind seine Einschätzungen ausführlich begründet, beruhen auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigen die Anamnese. Die Berichte des Dr. med. M.________ sind hingegen äusserst knapp formuliert und enthalten keine eingehende Begründung der attestierten Arbeitsunfähigkeit. Zudem darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache, wonach Hausärzte auf Grund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung tragen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen). Ebenfalls zutreffend ist die Feststellung der Vorinstanz, wonach der Umstand, dass der Beschwerdeführer keine schweren körperlichen Arbeiten in der Küche mehr verrichten kann, beim Betätigungsvergleich mit der Reduktion des Anteils Küche/Reinigung von 65 % auf 35 % ausreichend berücksichtigt wurde, und ihm die leichteren Arbeiten in diesem Bereich nach ärztlicher Einschätzung durchaus zumutbar sind. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass der Versicherte nach eigenen Angaben die am Abend anfallenden Küchenarbeiten ohne Zuhilfenahme eines angestellten Kochs erledigen kann. Die Einschätzung der nach Eintritt des Gesundheitsschadens noch zumutbaren Arbeiten gemäss Betätigungsvergleich ist demnach nicht zu beanstanden. 3.2 An diesem Ergebnis vermögen auch die übrigen Einwände des Versicherten nichts zu ändern. So verkennt der Beschwerdeführer, dass er im Rahmen der Schadenminderungspflicht dazu gehalten ist, die Aufteilung der betrieblichen Aufgaben so vorzunehmen, dass er die gemäss seinem Gesundheitszustand noch zumutbaren Aufgaben übernimmt, selbst wenn dies eine Änderung der bisherigen Aufgabenteilung mit seiner Ehefrau mit sich bringt (vgl. etwa RKUV 1996 Nr. U 237 S. 37 Erw. 3d mit Hinweis). Insofern wäre von ihm zu erwarten, dass er die Geschäftsführung, Administration und Personalführung vollständig übernimmt und sich vermehrt der Gästebetreuung widmet; diesbezüglich ist festzuhalten, dass ihm auch der Umgang mit Personalproblemen durchaus zumutbar ist, nachdem die Ärzte zwar eine geringere Belastbarkeit in seinem stressbelasteten Beruf erwähnten, aber keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen attestierten. Hingegen haben Verwaltung und Vorinstanz im Anschluss an den Betätigungsvergleich keine wirtschaftliche Gewichtung vorgenommen, sondern unzulässigerweise direkt von diesem auf den Invaliditätsgrad geschlossen (BGE 128 V 31 Erw. 1 in fine). Die Sache ist demnach an die Rekurskommission zurückzuweisen, damit sie gestützt auf den Betätigungsvergleich und nach Vornahme der notwendigen Abklärungen noch die erwerbliche Gewichtung im Sinne der Rechtsprechung (vgl. BGE 128 V 32 Erw. 4) vornehme, um den Invaliditätsgrad zu ermitteln.