Citation: 6B_834/2021 E. 2.4.2

2.4.2. Die Vorinstanz weist zudem zu Recht darauf hin, dass die weibliche Genitalverstümmelung in Guinea strafbar und es dem Beschwerdeführer zumutbar ist, sich dem von ihm geltend gemachten sozialen Druck zu widersetzen, sollte seine Tochter ihn in Guinea besuchen (angefochtenes Urteil S. 22). Nicht zu beanstanden ist weiter, wenn die Vorinstanz Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Heiratsvorhabens hegte (vgl. angefochtenes Urteil S. 15), da der Beschwerdeführer eine mögliche Heirat zwar an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 25. März 2019 (Hafteröffnung) ansprach, er diese im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren jedoch nicht thematisierte und vor Gericht demnach erstmals im Berufungsverfahren vortrug, er wolle die in den Niederlanden wohnhafte Mutter seiner Tochter heiraten. Fest steht auf jeden Fall, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids nicht verheiratet war und dass letztlich noch offen war, ob es tatsächlich zur Eheschliessung kommen wird. Die Vorinstanz war auch nicht verpflichtet, nähere Abklärungen zum Heiratswillen des Beschwerdeführers und seiner niederländischen Partnerin zu tätigen, oder gar mit ihrem Entscheid bis zur Eheschliessung zuzuwarten, zumal eine Ausschreibung im SIS wie dargelegt auch vorgenommen werden kann, wenn der Drittstaatsangehörige wegen seiner Familienzugehörigkeit über ein abgeleitetes Freizügigkeitsrecht verfügt (oben E. 2.2.5 und 2.4.1). Tatsachen, die sich erst nach dem angefochtenen Entscheid ereignet haben, haben im Verfahren vor Bundesgericht unberücksichtigt zu bleiben (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 143 V 19 E. 1.2). Selbst wenn die Eheschliessung in der Zwischenzeit vollzogen worden wäre, würde dies am angefochtenen Entscheid daher nichts ändern.