Citation: 7B_131/2024 E. 3.4.3

3.4.3. Selbst wenn im Übrigen feststehen würde, dass der Beschwerdeführer die LTTE im Jahr 2016 finanziell unterstützt hat, würde dies zum heutigen Zeitpunkt nicht automatisch zur Unzumutbarkeit des Vollzugs der Landesverweisung führen. Vielmehr müsste der Beschwerdeführer mit Blick auf die Rechtsprechung ernsthaft glaubhaft machen können, dass er aufgrund seines Risikoprofils für die Behörden in Sri Lanka auch noch zum heutigen Zeitpunkt von Interesse ist und in seinem Fall daher von einem "Real Risk", einer drohenden Inhaftierung bei seiner Rückkehr, ausgegangen werden muss (vgl. E. 3.2 f. hiervor; siehe auch Urteil des EGMR T.N. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, Nr. 20594/08, § 93 f.). Derartige Gründe bringt der Beschwerdeführer nicht vor. Er führt selber aus, dass seine angebliche finanzielle Unterstützung bescheiden gewesen sei. Darüber hinaus macht er nicht geltend, dass er die LTTE auch nach 2016 finanziell unterstützt oder an regierungskritischen Demonstrationen teilgenommen hätte. Somit bleibt als einzige potenzielle Verbindung zur LTTE eine bescheidene finanzielle Unterstützungsleistung sowie eine angebliche Teilnahme an einer Demonstration im Jahr 2016. Dies genügt nicht, um substanziiert aufzuzeigen, dass er für die Sicherheitsbehörden in Sri Lanka als überzeugter Aktivist des tamilischen Separatismus gilt und daher bei einer Rückkehr als politische Bedrohung wahrgenommen werden würde. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass gemäss der Rechtsprechung des EGMR selbst die Ausweisung von ehemaligen Kämpfern der LTTE zurück nach Sri Lanka nicht automatisch zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK führt (Urteil des EGMR T.N. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, Nr. 20594/08, § 101 und § 109). Vor diesem Hintergrund ist der Hinweis des Beschwerdeführers auf das vorgenannte Urteil des EGMR nicht stichhaltig.