Citation: C 25/05 13.12.2005 E. 5

Ausgehend vom allgemeinen Grundsatz, dass niemand Vorteile aus seiner eigenen Rechtsunkenntnis ableiten kann (BGE 126 V 313 Erw. 2b mit Hinweisen), kommt eine vom Gesetz abweichende Behandlung nur in Betracht, wenn die praxisgemäss erforderlichen fünf Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufung auf den öffentlich-rechtlichen Vertrauensschutz erfüllt sind. Dies setzt insbesondere voraus, dass die Verwaltung tatsächlich eine falsche Auskunft erteilt hat (BGE 124 V 220 Erw. 2b/aa). In der letztinstanzlich eingereichten Vernehmlassung lassen die Beschwerdegegnerinnen erneut darauf hinweisen, dass die Arbeitslosenkasse des Kantons Genf ihnen geraten habe, mit der Einleitung weiterer Schritte bis zum Konkursverfahren zuzuwarten. Die Aktenlage lässt jedoch den Schluss nicht zu, dass diese Arbeitslosenkasse ihnen eine vorbehaltlose, falsche Auskunft bezüglich der Schadenminderungspflicht erteilt hat. Es ist weder der Zeitpunkt noch der Inhalt der Anfrage bei der Kasse bekannt und es ist unklar, ob sich die Antwort der Verwaltung tatsächlich darin erschöpft hat, den Beschwerdegegnerinnen anzugeben, sie sollten vorderhand untätig bleiben. Damit entfällt eine wesentliche Voraussetzung des Vertrauensschutzes. Die Ablehnung des Anspruchs auf Insolvenzentschädigung durch die Arbeitslosenkasse lässt sich demgemäss nicht beanstanden.