Citation: 8C_374/2021 E. 5.3

5.3. Wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität - wie hier - nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung von LSE-Kompetenzniveau 2 nach der bundesgerichtlichen Praxis nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Urteile 8C_737/2020 vom 23. Juli 2021 E. 2; 8C_5/2020 vom 22. April 2020 E. 5.3.2; 8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E. 4.2.2 und 8C_457/2017 vom 11. Oktober 2017 E. 6.3, je mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang stellte das kantonale Gericht fest, die Beschwerdeführerin habe im Jahr 1997 eine Lehre als Sporttextil-Verkäuferin mit einer sehr guten Note abgeschlossen. Von November 2000 bis November 2001 habe sie als Filialleiterin in einer Modeboutique gearbeitet, wo sie unter anderem 5 Mitarbeitende geführt, das Kassenwesen geleitet und die Filialadministration innegehabt habe. Zwar liege diese Tätigkeit - wie auch der Lehrabschluss - bereits lange zurück, sodass ihr heute keine entscheide Bedeutung zugemessen werden könne. Immerhin zeige sich aber, dass die Beschwerdeführerin nicht nur einfache Verkaufstätigkeiten ausgeübt, sondern bereits kurze Zeit nach dem Lehrabschluss Führungs- und Unternehmensverantwortung übernommen habe, was durchaus als besondere Fähigkeit anzusehen sei. Zudem zeige die Teilnahme am Ausbildungskurs zur medizinischen Sekretärin, dass die Beschwerdeführerin über ein hohes intellektuelles Niveau verfüge, was sich auch aus dem absolvierten Ausbildungskurs für Ausbildner im Jahr 2001 und dem Expertenkurs für Verkauf und Warenkunde im Detailhandel im Jahr 2006 sowie der Ausbildung als Hypnosetherapeutin im Jahr 2012 ergebe. Ausschlaggebend für die Einreihung im Kompetenzniveau 2 sei vorliegend aber, dass die Beschwerdeführerin viele Jahre bei der B.________ AG nicht nur als Möbelverkäuferin, sondern auch als Lehrmeisterin sowie als stellvertretende Teamleiterin gearbeitet und als Prüfungsexpertin beim Schweizerischen Möbelverband gewirkt habe. Diese beruflichen Umstände würden davon zeugen, dass die Beschwerdeführerin über besondere Fähigkeiten und Kompetenzen verfüge, die auch branchenübergreifend zum Zuge kämen. Es sei deshalb nicht davon auszugehen, die Beschwerdeführerin könne nur noch intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten mit einer Minimal- oder gar keiner Ausbildung verrichten. Es stehe ihr vielmehr ein genügend breites Feld von erwerblichen Tätigkeiten des Kompetenzniveaus 2 offen.