Citation: 1P.407/2005 08.11.2005 E. 3

Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie sei vom Kreispräsidenten wegen einer einfachen Verkehrsregelverletzung verurteilt worden. Sie habe dagegen Einsprache erhoben mit dem Hinweis auf den leichten Fall im Sinne von Art. 100 Ziff. 1 Abs. 2 SVG. Der Bezirksgerichtsausschuss habe sie in der Folge von Schuld und Strafe freigesprochen. Der Kantonsgerichtsausschuss habe dieses Urteil dann aufgehoben und auf einen leichten Fall im Sinn von Art. 100 Ziff. 1 Abs. 2 SVG erkannt, also nichts anderes, als sie bereits zuvor geltend gemacht habe. Es sei unter diesen Umständen willkürlich, ihr sämtliche Kosten des Kreisamtes und des Bezirksgerichtsausschusses und die Hälfte der Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Sie habe zu Recht und mit Erfolg Einsprache gegen das Strafmandat erhoben, weshalb es in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufe, ihr sämtliche Kosten des Kreises Chur zu überbinden. Am Urteil des Bezirksgerichtsausschusses, das nach der Auffassung des Kantonsgerichtsausschusses falsch sei, treffe sie keine Schuld. Art. 160 Abs. 3 der Strafprozessordnung vom 8. Juni 1958 (StPO) fordere zumindest eine Kostenverteilung zwischen ihr und dem Bezirksgerichtsausschuss, es widerspreche dieser Vorschrift krass, ihr sämtliche Kosten dieser Instanz aufzuerlegen. Dasselbe gelte für das Berufungsverfahren: obwohl sie weder selber ein Rechtsmittel ergriffen habe noch Schuld am unrichtigen Urteil des Bezirksgerichtsausschusses trage, seien ihr die Hälfte der Berufungskosten auferlegt worden, was willkürlich und unhaltbar sei.