Citation: 8C_331/2022 E. 6.4

6.4. Soweit die Vorinstanz sodann vorhandene Komorbiditäten lediglich dann als massgeblich erachtet, wenn diese für sich allein die Arbeitsfähigkeit einschränken, kann ihr nicht gefolgt werden. Die Beschwerdeführerin weist zu Recht darauf hin, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (BGE 143 V 418 E. 8.1; Urteile 9C_439/2021 vom 13. April 2022 E. 5.2.2; 9C_146/2021 vom 25. Juni 2021 E. 5.4.1; 8C_175/2018 vom 27. September 2018 E. 4). Demnach kann dem Augeninfarkt und den sich daraus ergebenden Visuseinschränkungen nicht von vornherein jegliche Relevanz abgesprochen werden, zumal gemäss psychiatrischem Gutachten die vorbestehende depressive Symptomatik durch den Augeninfarkt im Jahr 2016 verstärkt worden ist, wie die Vorinstanz selber feststellte. Abgesehen von diesem anfänglichen Einfluss des Augenleidens auf die depressive Symptomatik wird im psychiatrischen Gutachten der Dr. med. B.________ im weiteren Verlauf aber keine konkrete ressourcenhemmende Wirkung aufgezeigt. Erwähnt wird zwar noch eine Angstsymptomatik hinsichtlich der Befürchtung, auch das zweite Auge könnte von einem Infarkt betroffen sein, wie die Beschwerdeführerin geltend macht. Diese Symptomatik zeigte sich gemäss psychiatrischem Gutachten aber im Verlauf wieder regredient. Weitere Wechselwirkungen zwischen somatischen und psychischen Beschwerden - etwa aufgrund der Schulterbeschwerden oder des erfolgreich therapierten Morbus Basedow (aktuell euthyreot) - macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Auf Weiterungen kann deshalb verzichtet werden.