Citation: 2C_644/2022 E. 7.3.1

7.3.1. Im Vordergrund steht dabei das familiäre Interesse der Beschwerdeführer, gemeinsam in der Schweiz verbleiben zu können. Wie die Vorinstanz richtig annimmt, kann es der Beschwerdeführerin in dieser Hinsicht nicht ohne Weiteres zugemutet werden, ihrem Ehemann in die Türkei zu folgen. Sie lebt seit April 1994 in der Schweiz und ist hier niederlassungsberechtigt. Neben ihren beiden erwachsenen Söhnen leben ihre Eltern sowie vier Geschwister in der Schweiz. Die Vorinstanz anerkennt in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Beschwerdeführers für seine Ehefrau und deren Familie. Gemäss Führungs- und Verlaufsbericht des Vollzugszentrums Klosterflechten vom 10. April 2019 sei das Verhältnis der Patchwork-Familie als gut und stabil beschrieben, und man habe die Ehegatten bei einem Hausbesuch als authentisches und gut eingespieltes Team erlebt; zudem habe der Beschwerdeführer einen positiven Einfluss auf die Söhne der Beschwerdeführerin, wobei diese bereits volljährig und nicht mehr betreungsbedürftig seien. Auch die Therapeutin der Beschwerdeführerin habe einen objektiv wahrnehmbaren positiven Einfluss der familiären Beziehung bestätigt (angefochtener Entscheid E. 5.3.3). Sachverhaltliche Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführerin im Fall einer Wegweisung des Beschwerdeführers psychosozial kollabieren und damit eine (spätere) Zusammenführung ausgeschlossen würde, sind den vorinstanzlichen Feststellungen indes nicht zu entnehmen.