Citation: 5C.206/2002 09.12.2002 E. 1

In Auslegung des zwischen den Parteien geschlossenen Vertrags hat das Kantonsgericht festgehalten, der Kläger habe sich von B.________ neben dem Zins bzw. statt des Zinses noch einen Anteil am Gewinn zusichern lassen, ohne sich mit diesem irgendwie gesellschaftlich zu verbinden (sog. partiarisches Darlehen). Weil das Darlehen befristet gewesen sei und dem Kläger auch nie gekündigt worden sei, hätten die Zahlungen, die B.________ während der Dauer des Darlehensvertrags an den Kläger geleistet habe, nicht als Rückzahlungen auf die Darlehensschuld erfolgen können; bei den geleisteten acht Monatsraten im Gesamtbetrag von Fr. 200'000.-- habe es sich um ausbezahlte Gewinnanteile gehandelt (E. 4a S. 9 ff.). Die Beklagte wendet gegen die Auslegung nichts ein. Sie beanstandet lediglich den kantonsgerichtlichen Schlusssatz, wonach der Kläger zu Recht darauf hingewiesen habe, dass eine Uminterpretation der Gewinnauszahlungen in vorzeitige Darlehensrückzahlungen ein widersprüchliches Verhalten der Beklagten darstelle und keinen Rechtsschutz verdiene (E. 4a/bb S. 11 a.E.). Die Beklagte verwahrt sich gegen den "Vorwurf" widersprüchlichen Verhaltens (Art. 2 Abs. 2 ZGB). Auf die Rüge kann nicht eingetreten werden. Denn das Kantonsgericht hat Rechtsschutz gewährt und die strittige Qualifikation der Zahlungen vorgenommen, womit sich sein Hinweis auf das rechtsschutzausschliessende Verbot offenbaren Rechtsmissbrauchs weder als entscheiderheblich noch als streitentscheidend erweist. Blosse Erwägungen aber bedeuten keine Beschwer (BGE 103 II 155 E. 3 S. 160; 111 II 398 E. 2b).