Citation: 5A_560/2023 E. 8.1

8.1. Dem angefochtenen Entscheid zufolge machte die Beschwerdeführerin geltend, dass die Beschwerdegegnerin sie durch einseitige Entäusserung von fast sämtlichen Vermögenswerten geschädigt habe, insbesondere dadurch, dass sie sich im Participatory Loan Agreement und im Service Agreement zu hohen Leistungen verpflichtet habe, ohne entsprechende Gegenleistungen zu erhalten. Kausal für den Schaden wäre laut der Beschwerdeführerin die Verletzung gesellschaftsrechtlicher bzw. strafrechtlicher Normen, die den Kapitalschutz bezwecken würden. Demnach hätten die Beschwerdegegnerin bzw. ihre Organe in schädigender Absicht gehandelt; dabei bilde der Straftatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung eine Schutznorm im Verhältnis zu den Gläubigern der geplünderten Tochtergesellschaft. Das Obergericht erinnert an die Voraussetzungen des Schadenersatzanspruchs aus unerlaubter Handlung gemäss Art. 41 OR. Es stellt klar, dass diese Tatbestandsvoraussetzungen in der anspruchserhebenden Rechtsschrift zu substanziieren und anschliessend durch Belege zu untermauern wären. Namentlich die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Widerrechtlichkeit, zum Kausalzusammenhang und zum Verschulden seien indes rudimentär und würden unbelegte Vermutungen darstellen. Namentlich sei unklar, weshalb der Beschwerdeführerin durch das Verhalten der Beschwerdegegnerin ein adäquat kausaler Schaden entstanden sein und worin dieser Schaden genau bestehen soll. Auch zur Frage, wen genau welches (anteilmässige) Verschulden an der Schadensentstehung trifft, würden substanziierte Ausführungen fehlen. Nachdem ein reiner Vermögensschaden nur dann einen Ersatzanspruch begründe, wenn die schädigende Person eine bestimmte Schutznorm verletzt, genüge es zur Glaubhaftmachung der Widerrechtlichkeit auch nicht, der Beschwerdegegnerin strafbare Handlungen lediglich vorzuwerfen.