Citation: I 555/05 03.11.2005 E. 2

2.1 In medizinischer Hinsicht steht fest, dass die Beschwerdeführerin am 14. Juli 2000 von einem Auffahrunfall betroffen war, bei dem sie sich eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zuzog. Das Gutachten der MEDAS vom 7. Januar 2003 ergab die Diagnosen eines konsekutiven Zervikalsyndroms (nach der HWS-Distorsion), aktuell mit Spannungskopfschmerzen, ungerichteten Schwindelepisoden sowie unspezifischen Seh- und Konzentrationsstörungen. Ausserdem wurden (2.) ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei/mit degenerativen Veränderungen der LWS, deutlicher Wirbelsäulenfehlhaltung und muskulärer Dysbalance, sensiblem Reizsyndrom L5 rechts bei mediolateraler Diskushernie LWK4/5 rechts und Verdacht auf Symptomausweitung sowie (3.) ein chronisches zervikozephales und intermittierend zervikospondylogenes linksseitiges Schmerzsyndrom bei/mit Status nach HWS-Distorsion im Juli 2000, degenerativen Veränderungen der HWS, mehrsegmentalen Dysfunktionen, deutlicher muskulärer Dysbalance und panvertebraler Beschwerdegeneralisation im Zusammenspiel mit Diagnose 2 diagnostiziert. Die einzelnen Teilbegutachtungen ergaben aus rheumatologischer wie auch aus neurologischer Sicht keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, leichten körperlichen Tätigkeit mit der Möglichkeit zu häufigem Wechsel der Position. Der psychosomatische Gutachter gelangte diesbezüglich zu einer Arbeitsunfähigkeit von 30 %, dies auf Grund einer diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. In der Gesamtbeurteilung führen die Ärzte der MEDAS aus, die Explorandin sei trotz der vielfältigen Diagnosen erstaunlich gut beweglich und wenig eingeschränkt. Es sei jedoch glaubhaft, dass für die angestammte Tätigkeit als Allein-Entertainerin und Sängerin, so wie sie von der Explorandin geschildert werde, keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei. Dagegen bestehe sowohl aus somatischer als auch aus psychosomatischer Sicht eine weitgehend uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für eine leichte körperliche Tätigkeit mit der Möglichkeit, Pausen einzulegen. Denkbar sei zum Beispiel eine Arbeit als Musik- oder Gesangslehrerin. In der Folge wird unter dem Titel "Arbeitsfähigkeit in anderen Berufen" erklärt, für jede körperlich leichte Tätigkeit mit der Möglichkeit zu selbstständiger Pausengestaltung bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Idealerweise könne man sich eine Arbeit als Musik- oder Gesangslehrerin vorstellen. 2.2 Während die Beurteilung des Gesundheitszustandes durch die MEDAS grundsätzlich keine Beanstandung erfahren hat, gehen die Ansichten bezüglich der Interpretation der Ergebnisse auseinander. Die Vorinstanz erwog, die Einschränkung der Gesamtarbeitsfähigkeit gehe laut dem psychosomatischen Teilgutachten auf eine somatoforme Schmerzstörung zurück. Eine solche vermöge jedoch unter den gegebenen Umständen mit Blick auf die von der neueren Rechtsprechung (BGE 130 V 352) entwickelten Kriterien keine relevante Erwerbsunfähigkeit zu begründen. Für die Anspruchsbeurteilung sei deshalb von voller Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, die Arbeitsfähigkeit von 70 % (in einer angepassten Tätigkeit) bilde offenkundig das Ergebnis der Schlussbesprechung der beteiligten Fachgutachter. Da das Gesamtgutachten die Diagnose "somatoforme Schmerzstörung" nicht enthalte, sei die Einschränkung um 30 % als somatisch bedingt zu verstehen, was die Anwendung der vom kantonalen Gericht zitierten Rechtsprechung ausschliesse. Die Frage kann jedoch offen bleiben. Denn auch bei Annahme einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit von 30 % als Musik- oder Gesangslehrerin resultiert, wie die nachfolgende Erwägung zeigt, kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.