Citation: 2A.411/2002 29.11.2002 E. 4

Neben Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG stützt sich die gegen den Beschwerdeführer ausgesprochene Ausweisung auch auf Art. 10 Abs. 1 lit. b ANAG, wonach eine solche verfügt werden kann, wenn das Verhalten des Ausländers im Allgemeinen und seine Handlungen darauf schliessen lassen, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die im Gaststaat geltende Ordnung einzufügen. Unter diesem Gesichtspunkt ist ausser der genannten Verurteilung wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz auch die vom Beschwerdeführer am 8. Juni 1997 begangene grobe Verletzung von Verkehrsregeln von Bedeutung, die darin bestand, dass der Beschwerdeführer innerorts in einem Wohngebiet mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 14.49 Uhr mit 92 km/h fuhr. Ferner ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer am 28. April 1997 unzulässigerweise und vorsätzlich die Grenzzone verliess, um gemäss Rapport der Polizeidirektion Esslingen (D) einen islamischen Geistlichen zum Flughafen Stuttgart zu fahren. Nachdem ihm die deutschen Grenzbeamten die Grenzkarte abgenommen hatten, versuchte der Beschwerdeführer eine neue Karte zu erlangen, indem er wahrheitswidrig schriftlich behauptete, er habe seine Karte verloren. Im angefochtenen Urteil des Verwaltungsgerichts ist ferner gestützt auf eine Aktennotiz vom 25. November 1999 erwähnt, der Beschwerdeführer habe vor nicht allzu langer Zeit, die Fürsorgebehörde bedroht. Der Beschwerdeführer hat mit der Begründung, es würden betreffend diese Bedrohung keine Akten vorliegen, in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hierzu nicht Stellung genommen. Nicht nur hat er damit eine solche Bedrohung nicht in Abrede gestellt, sondern ist gemäss Art. 105 Abs. 2 OG die diesbezügliche Sachverhaltsfeststellung des Verwaltungsgerichts für das Bundesgericht verbindlich. Zudem lassen auch die zahlreichen Stellenwechsel des Beschwerdeführers darauf schliessen, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die hier geltende Ordnung einzufügen. Gemäss der angefochtenen Verfügung des Ausländeramts des Kantons Thurgau vom 13. Februar 2001 war der Beschwerdeführer nach längerer Arbeitslosigkeit in der Zeit vom 13. März 1998 bis zum 10. Januar 2001 nacheinander an insgesamt acht Stellen beschäftigt. Seit dem 9. Mai 2001 ist der Beschwerdeführer nun bei der Firma S.________ AG angestellt, was das Verwaltungsgericht im angefochtenen Urteil berücksichtigt hat. Auch ein für den Beschwerdeführer positiv lautendes Zwischenzeugnis vom 5. September 2001 dieser Arbeitgeberin, das mit dem nun im bundesgerichtlichen Verfahren eingereichten Zwischenzeugnis vom 23. April 2002 inhaltlich identisch ist, lag dem Verwaltungsgericht bereits vor. Die vorhergegangenen häufigen Stellenwechsel werden dadurch allerdings nur unwesentlich relativiert.