Citation: 6P.51/2006 03.11.2006 E. 1

Das Obergericht gelangt unter Würdigung einer langen Reihe von Indizien zum Schluss, dass der Beschwerdeführer die beiden involvierten Schmelzmeister angewiesen habe, Vanadium beim Schmelzen wegzulassen, und dass er Mitarbeitern der Qualitätssicherung die Anordnung erteilt habe, in den Protokollen unrichtige Vanadiumwerte zu attestieren. Der Beschwerdeführer hat demgegenüber im Strafverfahren den Erlass solcher Weisungen vehement bestritten. Er macht geltend, er sei Opfer eines Komplotts der Mitarbeiter, welche für die unzulässige Weglassung von Vanadium bzw. die falschen Beurkundungen verantwortlich seien und die Schuld auf ihn abschieben wollten. Die Beweiswürdigung des Obergerichts stützt sich auf die Aussagen der mitangeschuldigten C.________, D.________ und E.________ sowie einer Reihe weiterer Personen, insbesondere von F.________, der als Schmelzmeister arbeitete. Daneben liegen ihr verschiedene Dokumente - insbesondere eine von F.________ verfasste Notiz vom 12. Februar 1998 - zugrunde. Ausserdem berücksichtigt das Obergericht als weitere Indizien das allgemeine Führungsverhalten und die Persönlichkeit des Beschwerdeführers, das Prüfungsprozedere und den Termindruck. Die Prüfung aller Elemente führt das Obergericht zum Schluss, dass einzig der Beschwerdeführer ein Interesse am Weglassen von Vanadium gehabt haben könne. Auf diese Weise hätten aufwändige Nachschweissarbeiten vermieden und habe die Produktion beschleunigt werden können, was für den Beschwerdeführer als Direktor der Stahlgiesserei von erheblichem Interesse gewesen sei. Dieser hat dagegen diese Argumentation stets bestritten. Er wirft dem Obergericht die Verkennung metallurgischer Zusammenhänge vor, da der Verzicht auf die Beigabe von Vanadium beim Schmelzen keine Erleichterungen, sondern im Gegenteil Erschwerungen und Mehrkosten bewirke. Vanadium habe einzig Auswirkungen auf die Arbeiten bei der Qualitätssicherung. Ein Motiv für das Weglassen von Vanadium hätten daher einzig die mitangeschuldigten Verantwortlichen dieses Bereichs gehabt, und es liege auf der Hand, dass diese nun die Verantwortung für ihr unlauteres Tun auf den Beschwerdeführer abschieben wollten. Der gegen das Strafurteil zunächst angerufene Kassationshof des Obergerichts verneint das Vorliegen eines Revisionsgrunds. Das vom Beschwerdeführer eingereichte Ergänzungsgutachten von Dr. ing. G.________ vermöge die dargestellte Argumentation des Obergerichts nicht in Frage zu stellen.