Citation: 6B_1040/2023 E. 4.3.1

4.3.1. Die Vorinstanz erwägt, ausserordentliche Umstände, die ein Über- oder Unterschreiten des abstrakten Strafrahmens gemäss Art. 112 StGB gebieten würden, lägen angesichts der konkreten Tatumstände - trotz Versuch - nicht vor. Die Vorinstanz qualifiziert die objektive Tatschwere als knapp schwer und veranschlagt eine Freiheitsstrafe von 17 Jahren. Das Delikt habe sich gegen das höchste Rechtsgut, Leib und Leben, gerichtet. Das Ausmass des verschuldeten Erfolgs sei entsprechend bei Vollendung der Tat als gross zu bezeichnen; indessen zu relativieren, weil der Tod immer die Folge eines vollendeten Tötungsdeliktes sei. Die besondere Skrupellosigkeit sei im Wesentlichen mit der Art der Tathandlung und dem Motiv des Beschwerdeführers begründet. Er sei entschlossen vorgegangen, habe die Tötung geplant und seinen Tötungsvorsatz konsequent umzusetzen versucht. Er habe das arglose Opfer unter einem Vorwand und durch Beizug einer Vertrauensperson zu einem Treffen in ihrer eigenen Wohnung verleitet, um die Tat zu verüben. Bei der Tat habe der Beschwerdeführer nach einem kurzen Gespräch die in der Akten- bzw. Laptoptasche versteckte geladene Waffe hervorgenommen und sogleich aus kurzer Distanz auf das ahnungs- und wehrlose Opfer geschossen, auch dann noch, als dieses bereits verletzt am Boden gelegen und zu flüchten versucht habe, bis das gesamte Magazin der Waffe leer gewesen sei. Die konkrete Tatausführung in einem engen Wohnzimmer zunächst ohne Ausweichmöglichkeit für die ehemalige Lebenspartnerin offenbare eine erhebliche kriminelle Energie. Weiter habe der Beschwerdeführer im Beisein bzw. teils vor den Augen der gemeinsamen siebenjährigen Tochter und D.________ gehandelt. Das erhöhe das Ausmass des verschuldeten Erfolgs. Die vom Beschwerdeführer an den Tag gelegte Skrupellosigkeit sei deutlich über dem für die Erfüllung des Mordtatbestandes nötigen Mindestmasses gelegen. In Bezug auf die subjektive Tatschwere erwägt die Vorinstanz, die vorsätzliche Tatbegehung sei tatbestandsimmanent und wirke sich neutral aus. Als Tatmotiv stünden Eifersucht, Rache sowie verletzter Stolz im Vordergrund. Es handle sich um egoistische und nichtige Gründe. Die Beweggründe des Beschwerdeführers wirkten sich im Ergebnis weder straferhöhend noch -mindernd aus. Der Beschwerdeführer sei in der Lage gewesen, die Verletzung oder Gefährdung des Rechtsguts seiner ehemaligen Lebenspartnerin zu vermeiden. Die von ihr initiierte Trennung sei vollzogen gewesen, sie habe eine andere Wohnung bewohnt und die gemeinsame Betreuung der Tochter scheine funktioniert zu haben. Die von der Verteidigung vorgebrachte Kurzschlusshandlung verneint die Vorinstanz. Ebenso hält sie eine Strafminderung aufgrund eines geltend gemachten Kulturkonflikts für nicht angezeigt. Die Vorinstanz wertet die subjektiven Tatkomponenten als neutral. Die Vorinstanz berücksichtigt den Versuch als fakultativen Strafmilderungsgrund. Für die ehemalige Lebenspartnerin habe aufgrund der Schussverletzungen keine unmittelbare, akute Lebensgefahr bestanden. Jedoch habe sie eine lebensbedrohliche Verletzung infolge eröffneten Dünndarmschlingen erlitten. Es sei dem Zufall überlassen gewesen, dass nicht zusätzliche Verletzungen entstanden seien. Ferner habe die ehemalige Lebenspartnerin erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen davongetragen. Sie habe Schmerzen, viele Narben, sei bereits über längere Zeit nicht arbeitsfähig und eine Rückkehr in den Serviceberuf sei gemäss ihren Angaben unvorstellbar. Zudem müsse sie sich weiteren medizinischen Eingriffen unterziehen. Der Tochter gehe es zwar gut. Sie beide hätten aber psychische Probleme. Das Ausbleiben des Erfolgs sei nicht dem Beschwerdeführer zu verdanken und die Lebensgefahr durch die notfallmässige Behandlung abgewendet worden. Der Beschwerdeführer habe aus seiner Sicht und nach seiner Vorstellung alles getan (Abgabe aller Schüsse aus dem Magazin auf das Opfer), was er zur Herbeiführung des Erfolgs (Tod seiner ehemaligen Lebenspartnerin) als nötig erachtete. Er habe seinen Tatplan umgesetzt. Das Ausbleiben des Erfolgs rechtfertige aufgrund der Nähe zum tatbestandsmässigen Erfolg sowie der tatsächlichen Folgen der Tat eine Reduktion von drei Jahren. Insgesamt erachtet die Vorinstanz für den versuchten Mord eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren als dem Verschulden des Beschwerdeführers angemessen.