Citation: 9C_759/2023 E. 2.3

2.3. Für diesen Fall bringt der Kanton Aargau ergänzend vor, dass wesentliche öffentliche Interessen des Kantons tangiert seien und dass ein Politikbereich angesprochen sei, der dem Kanton Aargau abschliessend überlassen sei. Hier klingt wiederum die zweite Tatbestandsvariante an, wobei hervorzuheben ist, dass der Kanton Aargau dadurch im Grunde nur die Befürchtung äussert, dass das Urteil zu finanziellen Einbussen führe bzw. führen könnte. Nachzuweisen wäre mithin, dass die streitigen finanziellen Leistungen eine beträchtliche Höhe erreichen und die Beantwortung der Streitfrage eine über den Einzelfall hinaus gehende präjudizielle Wirkung für die öffentliche Aufgabenerfüllung mit insgesamt wesentlicher finanzieller Belastung hat (vorne E. 1.5.3). Diesen Anforderungen genügen die vorgetragenen Argumente nicht. Insbesondere legt der Kanton Aargau auch nicht dar, dass - neben der streitbetroffenen Abgabepflichtigen - zahlreiche weitere Bewerber bestehen, die erhebliche Mengen an Spirituosen vertreiben (sei es per Online-Handel oder auf herkömmliche Weise), sodass das angefochtene Urteil insgesamt zu einer erklecklichen finanziellen Einbusse führen könnte. Es kann offenbleiben, ob die Abgabepflichtige im Grunde nicht die einzige oder eine von ganz wenigen Marktteilnehmerinnen ist, die dieses Geschäftsmodell verfolgen. Alleine der vorliegende Streitwert, rund Fr. 18'000.-, zeigt bereits, dass keine Fragestellung vorliegt, von deren Beantwortung das finanzielle Wohl des Kantons wesentlich abhängen könnte. Angesprochen sind damit bestenfalls die allgemeinen finanziellen Folgen der Verwaltungstätigkeit, was mit der Frage der richtigen Rechtsanwendung gleichzusetzen ist (auch dazu E. 1.5.3). Auch dieses Argument zielt damit am Kern der Sache vorbei.