Citation: 2C_620/2024 E. 4.1

4.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) umfasst als Mitwirkungsrecht unter anderem das Recht, von neuen Stellungnahmen einer Gegenpartei Kenntnis zu erhalten und sich dazu äussern zu können, dies unabhängig davon, ob die Eingabe neue oder wesentliche Vorbringen enthält (BGE 138 I 484 E. 2.1; 137 I 195 E. 2.3.1; 133 I 100 E. 4). Nach bundesgerichtlicher Praxis, die insofern mit der Rechtsprechung des EGMR übereinstimmt, besteht dieses Replikrecht unabhängig davon, ob die Behörde einen weiteren Schriftenwechsel anordnet, eine Frist zur Stellungnahme ansetzt oder die Eingabe lediglich zur Kenntnisnahme oder zur Orientierung zustellt. Von der betroffenen Partei wird die umgehende Wahrnehmung ihres Replikrechts erwartet (BGE 138 I 484 E. 2.2; 138 I 154 E. 2.3.3). Die Rechtsprechung bejaht in aller Regel eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, wenn das Gericht "nur wenige Tage" nach der Mitteilung entscheidet (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.6; Urteil 1C_338/2020 vom 19. Januar 2021 E. 2.3).