Citation: U 232/06 06.03.2007 E. 3.1

3.1.1 Dr. med. L.________ (Bericht vom 2. September 2003) stellte als Unfallfolge eine laut Angaben des Patienten deutlich im Vordergrund stehende femoropatelläre Symptomatik mehr links als rechts fest. Allerdings war der objektive Befund eher dürftig, es bestand nur minimes Reiben und das Kniegelenk war weder gereizt, noch überwärmt oder gerötet und völlig ergussfrei. Zu dem insgesamt sehr zufriedenstellenden Befund kontrastierten die angegebenen massiven Beschwerden und das demonstrativ wirkende Gehabe, unter anderem das Gehen an zwei Amerikanerstöcken bei starker Minderbelastung des linken Beines. Am linken Fuss war indessen keine signifikante Verminderung der Beschwielung gegenüber rechts, wie sie bei Entlastung auf längere Zeit zu erwarten wäre, zu beobachten. Angesichts des objektiv günstigen Befundes bestand keine Indikation zu einem weiteren chirurgischen Eingriff, noch zu anderen medizinischen Massnahmen. Das femoropatelläre Schmerzsyndrom war als Folge der vom Patienten konsequent angewandten Minderbelastung der unteren Extremitäten anzusehen. Dr. med. L.________ riet dem Versicherten daher dringend, beim Gehen die Stöcke wegzulassen und ein kontinuierliches tägliches Muskelaufbautraining zu beginnen, womit die Symptomatik zum Verschwinden gebracht und eine nahezu vollständige Gebrauchsfähigkeit der Beine wieder hergestellt werden könne. Trotzdem war die weitere Ausübung des angestammten Berufs als Automechaniker ungünstig, weil es im Laufe der Jahre zu Rezidiven und einer zunehmenden Verschlechterung im Sinne einer zu erwartenden medialen Gonarthrose kommen könnte. Eine berufliche Neuausrichtung war daher medizinisch indiziert. Wegen der Kniebeschwerden sind sämtliche Tätigkeiten, die in der Hocke zu verrichten und mit häufigem Niederknien und in die Hocke Gehen verbunden sind oder Kniebeugen, Auf- und Abspringen über Höhen von über 30 cm sowie häufiges Leiternsteigen erfordern, nicht zumutbar. Tragen von Gewichten bis 10 kg ist uneingeschränkt, zwischen 10 und 25 kg nur gelegentlich und über 25 kg eher nicht möglich. Eine ganztags stehend oder ausschliesslich sitzend zu verrichtende Arbeit sollte nicht angestrebt werden, eher eine solche in Wechselposition mit geringen Gehstrecken, mittellangen Steh- und Sitzpositionen, etwa im Verhältnis von 30/40/30 %. 3.1.2 Dr. med. L.________ hat die Leistungsfähigkeit zwar nicht ausdrücklich im Sinne einer prozentualen Angabe eingeschätzt, seine Ausführungen sind jedoch ohne weiteres dahingehend zu verstehen, dass der Versicherte eine dem umschriebenen Zumutbarkeitsprofil entsprechende Erwerbstätigkeit ohne Einschränkung auszuüben vermag. Dass Dres. med. V.________ am 1. Oktober 2003 und S.________ am 17. Dezember 2003 in Kenntnis des Berichts des Dr. med. L.________ vom 2. September 2003 lediglich eine Teilarbeitsfähigkeit annahmen, ist dem Umstand zuzuschreiben, dass die SUVA den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den Unfallfolgen und dem psychischen Gesundheitsschaden noch nicht formell geprüft und verneint hatte (vgl. Verfügung vom 24. Februar 2004). Zum anderen ist darauf hinzuweisen, dass auch das Spital Y.________ (Bericht vom 6. September 2002) und die Rehaklinik Z.________ (Bericht vom 5. Februar 2003) die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht in einer geeigneten Tätigkeit nicht für beeinträchtigt hielten.