Citation: 4A_290/2018 E. 2.5

2.5. Gemäss Art. 59 Abs. 2 SVG bestimmt das Gericht in einem solchen Fall wie dem vorliegenden, in welchem das Verschulden zwar nicht als grob im Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG einzustufen ist, jedoch dennoch beim Unfall mitgewirkt hat, die Ersatzpflicht unter Würdigung aller Umstände. Damit wird auf das gerichtliche Ermessen im Sinne von Art. 4 ZGB verwiesen. Derartige Ermessensentscheide überprüft das Bundesgericht mit Zurückhaltung. Es schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abgegangen ist, wenn Tatsachen berücksichtigt wurden, die keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn umgekehrt Umstände ausser Betracht geblieben sind, die zwingend hätten beachtet werden müssen. In derartige Ermessensentscheide wird ferner eingegriffen, wenn sich diese als offensichtlich unbillig oder als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 141 III 97 E. 11.2; 138 III 443 E. 2.1.3, 669 E. 3.1 S. 671; Urteil 4A_54/2018 vom 11. Juli 2018 E. 3.1, 4.1). Die Beschwerdeführerin bringt in diesem Zusammenhang insbesondere vor, die Vorinstanz habe soweit ersichtlich quotenerhöhend berücksichtigt, dass die geltend gemachten Beträge nur einen geringen Anteil am gesamten finanziellen Interesse der Beschwerdegegner ausmachen würden, aber aufgrund deren aussergewöhnlichen Betroffenheit grosse Bedeutung hätten. Die Beschwerdeführerin weist zutreffend davon hin, dass eine quotenerhöhende Berücksichtigung dieses Umstandes in Lehre und Rechtsprechung keine Stütze finde. Es kann offen gelassen werden, ob die Vorinstanz diesen Umstand zu Unrecht quotenerhöhend berücksichtigte. Denn sie hat jedenfalls im Ergebnis kein Bundesrecht verletzt, wenn sie die Haftungsquote der Beschwerdeführerin auf 90 % festsetzte. So zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, inwiefern eine Reduktion ihrer Haftungsquote um nicht mehr als 10 % angesichts des lediglich leichten Verschuldens des Verunfallten offensichtlich unbillig oder in stossender Weise ungerecht wäre. Dies ist im Übrigen auch nicht ersichtlich; zumal ein sehr leichtes Selbstverschulden bei der Quotenzuteilung gar praktisch unbeachtet bleiben kann (BGE 132 III 249 E. 3.1 S. 253 mit Hinweis; vgl. auch Urteil 4C.167/2000 vom 28. September 2000, in welchem die Reduktion der Genugtuung um 5 % aufgrund Mitverschuldens durch Nichttragens des Sicherheitsgurtes nicht beanstandet wurde [E. 5]). Die Vorinstanz übte ihr Ermessen zur Bestimmung der quotenmässigen Ersatzpflicht bundesrechtskonform aus. Da die Beschwerdeführerin schliesslich einzig die Quotenbestimmung rügt und die effektive Höhe der Kosten- und Genugtuung ausdrücklich nicht anfechtet, bleibt es auch in diesem Punkt beim vorinstanzlichen Urteil.