Citation: 5A_828/2009 14.01.2010 E. 2

Das Verwaltungsgericht hat auf die Anhäufung von Stürzen, die Hilflosigkeit, die Gebrechlichkeit und die in den Berichten und von den involvierten Fachpersonen übereinstimmend zum Ausdruck gebrachte Pflegebedürftigkeit des Beschwerdeführers hingewiesen. Die Gebrechlichkeit sei auch bei der gerichtlichen Anhörung offenkundig geworden; er habe sich beim Gericht entschuldigt, dass er sich nicht aus dem Rollstuhl erheben könne, um das Gericht stehend zu begrüssen bzw. zu verabschieden. Der Beschwerdeführer habe auch bestätigt, dass er nicht in der Lage sei, aus eigener Kraft wieder aufzustehen, wenn er stürze. Dr. V.________ habe bei der gerichtlichen Befragung bestätigt, dass der Beschwerdeführer bei sämtlichen alltäglichen Lebensverrichtungen (mit Ausnahme der Nahrungsaufnahme) regelmässig und in hohem Mass auf Dritthilfe angewiesen sei. Er sei nachts und tagsüber auf Einlagen angewiesen und könne infolge seiner körperlichen Immobilität das WC nicht aufsuchen. Ausgehend von diesem Befund hat das Verwaltungsgericht erwogen, der Beschwerdeführer sei zwar körperlich gebrechlich, geistig aber ein hellwacher Greis, bei dem auch Schalk und Humor festzustellen seien. Er sei zwar durchaus eigensinnig, dickköpfig und schwer belehrbar, aber von einer Geistesschwäche oder gar Geisteskrankheit könne klarerweise nicht gesprochen werden. Ebenso wenig liege eine Suchterkrankung vor. Hingegen sei ein Schwächezustand gegeben, der eine schwere Verwahrlosung im Sinn von Art. 397a ZGB begründe. In den Intervallen zwischen den Spital- und Klinikaufenthalten habe der Beschwerdeführer allein in seiner Wohnung innerhalb einer Fabrikliegenschaft gelebt. Nachbarn, die ihm Hilfe leisten könnten, gebe es keine, und der Beschwerdeführer verweigere beharrlich Unterstützungsdienste, die einen Heimeintritt hinausschieben könnten (Spitex, Mahlzeitendienst, Alarmuhr, etc.). Die Gebrechlichkeit sei aber heute schon so weit fortgeschritten, dass selbst mit solchen Unterstützungsdiensten ein Wohnen zu Hause nicht mehr möglich und deshalb eine Unterbringung in einer geeigneten Institution für die erforderliche persönliche Fürsorge (Pflege, Unterstützung in den alltäglichen Lebensverrichtungen) unabdingbar sei. Die Gerontopsychiatrie der Psychiatrischen Klinik A.________, wo sich der Beschwerdeführer befinde, sei eine gerontopsychiatrische Akutinstitution und damit nicht die geeignete Institution. Da eine Entlassung nach Hause aber nicht mehr zu verantworten sei und ein geeignetes Alters- und Pflegeheim zuerst gesucht und gefunden werden müsse, sei die Beschwerde abzuweisen und die Wohnortsgemeinde verbindlich aufzufordern, den Beschwerdeführer in ein geeignetes Alters- und Pflegeheim zu verlegen. Das Pflegezentrum D.________ verfüge über eine Wohngruppe für psychosoziale Betreuung, die nicht voll belegt sei; dort könnte sich allenfalls auch der Beschwerdeführer zurecht finden. Im Übrigen sei die Vormundschaftsbehörde zu ersuchen, vormundschaftliche Massnahmen zu prüfen, da der Beschwerdeführer auch in den administrativen Belangen überfordert sei.