Citation: 4A_583/2017 E. 3.6.1

3.6.1. Nach Art. 895 ZGB kann der Gläubiger bewegliche Sachen und Wertpapiere, die sich mit Willen des Schuldners im Besitz des Gläubigers befinden, bis zur Befriedigung (oder bis zur hinreichenden Sicherstellung, vgl. BGE 78 II 140 E. 3 S. 143) für seine Forderung zurückbehalten, wenn die Forderung fällig ist und ihrer Natur nach mit dem Gegenstand der Retention in Zusammenhang steht. Das Retentionsrecht, das mit Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen entsteht (BGE 38 II 194 E. 2 S. 198 f., vgl. auch RAMPINI/SCHULIN/VOGT, in: Basler Kommentar, 5. Aufl. 2015, N. 6 zu Art. 895 ZGB), kann an Aktien geltend gemacht werden (BGE 105 II 188 E. 3a S. 192; vgl. auch BGE 134 III 615 E. 4.2.2). Abgesehen vom kaufmännischen Verkehr (Art. 895 Abs. 2 ZGB) setzt es namentlich einen hinreichenden Zusammenhang zwischen der fälligen Forderung und dem Gegenstand der Retention voraus (vgl. BGE 115 IV 207 E. 2b/bb S. 213, vgl. auch RAMPINI/SCHULIN/VOGT, a.a.O., N. 40 ff. zu Art. 895 ZGB). Mit der Berufung auf das dingliche Retentionsrecht für konnexe fällige Forderungen erhebt der Beklagte eine rechtshemmende Einrede gegen den Herausgabe- bzw. Übertragungsanspruch der Klägerin, für welche er die Beweislast trägt (vgl. WALTER, in: Berner Kommentar, 2012, N. 283 ff. zu Art. 8 ZGB).