Citation: 9C_348/2024 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdegegnerin hat die Abwasseranschlussgebühr der Beschwerdeführerin im Rahmen der Baubewilligungsverfügung vom 11. Februar 2021 wie folgt berechnet: Das massgebende Gebäudevolumen des geplanten Projekts betrage - nach Abzug des Volumens über 4,5 m Raumhöhe, das 1,8 % des gesamten Bauvolumens ausmache - 108'129 m3. Dieses Volumen wurde mit dem indexierten Gebührenansatz gemäss Art. 3 AGVO, der sich auf Fr. 10.25/m3 beläuft, multipliziert. Nach Abzug eines Betrags für Abbruchvolumen (6'155 m3) und Hinzurechnung der Mehrwertsteuer (7,7 %) resultierte eine Abwasseranschlussgebühr von Fr. 1'125'716.50. In Bezug auf die Abrechnung wurde festgehalten, dass die Gebühr später - nach Erteilung der Abwasseranschlussbewilligung - noch gemäss Art. 4 Abs. 2 AGVO reduziert werde, falls sich dies auf Grund der Versickerung rechtfertige. Im Rahmen ihres wiedererwägungsweise ergangenen Beschlusses vom 28. Oktober 2021 kürzte die Beschwerdegegnerin die Abwasseranschlussgebühr gestützt auf Art. 4 Abs. 2 AGVO um 30 % bzw. um Fr. 337'714.95, da zwischenzeitlich eine Abwasseranschlussbewilligung erteilt worden sei, die eine moderne Regenwasserbewirtschaftung vorsehe. Gleichzeitig erhöhte sie die Gebühr um Fr. 12'330.75 auf Grund des Volumens eines - bislang irrtümlich nicht berücksichtigten - Nebengebäudes für Veloabstellplätze (1'206 m3 x Fr. 10.25/m3). Insgesamt wurde die Abwasseranschlussgebühr von Fr. 1'125'716.50 um Fr. 325'384.20 auf Fr. 800'332.30 reduziert. Eine darüber hinausgehende Gebührensenkung lehnte die Beschwerdegegnerin mit der Begründung ab, dass keine besonderen Reduktionsgründe im Sinne von Art. 6a AGVO vorlägen. Das Baurekursgericht, in der Folge bestätigt durch das Verwaltungsgericht, erachtete die Abwasseranschlussgebühr von Fr. 800'332.30 als rechtmässig bzw. vereinbar mit dem Äquivalenzprinzip (Entscheid vom 8. März 2023). Es hielt fest, der geplante Forschungscampus der Beschwerdeführerin, der in einer Zone für öffentliche Bauten liege, sei nicht mit einer Industriebaute vergleichbar, die von der Rechtsprechung regelmässig als Beispiel für ein tiefes Abwasserpotenzial genannt werde. In Bezug auf das vorliegende Bauvorhaben - einschliesslich Parkhaus - sei nicht davon auszugehen, dass extrem wenig Abwasser anfallen werde. Im Parkhaus mit 264 Parkplätzen für Beschäftigte und Besucher der Beschwerdeführerin sei gemäss der Stammbaubewilligung auch die EMPA-Flotte mit Tankstelle, Garage und Waschanlage untergebracht. Es sei anzunehmen, dass das Parkhaus zwecks Reinigung von Zeit zu Zeit mit Wasser ausgespritzt werden müsse. Im Übrigen handle es sich nicht um ein Gebäude mit grossem geschlossenem Volumen, ohne dass dieser Raum zu Lager- oder anderen Zwecken genutzt werde.