Citation: 8C_188/2024 E. 4.2.3

4.2.3. Soweit die Beschwerdeführerin daraus ableiten will, Dr. phil. E.________ sei als Gutachter in "Allianz-Fällen" nicht mehr tragbar, so überzeugt dies nicht. Wohl vermögen namentlich einseitige Kontakte eines gerichtlichen Experten zu einer Partei oder deren Vertreter unter Umständen einen Befangenheitsanschein zu begründen. Auch wenn einseitige Kontaktnahmen tatsächlich bloss organisatorische Fragen betreffen, finden diese definitionsgemäss in Abwesenheit der Gegenpartei statt und entziehen sich deren Kontrolle, was naheliegend begründetes Misstrauen in die Unparteilichkeit des Experten erwecken kann (Urteil 8C_62/2019 vom 9. August 2019 E. 6.2.1 mit Hinweisen). Indessen fehlt es vorliegend schon an einer einseitigen Kontaktaufnahme zwischen Dr. phil. E.________ und der Beschwerdegegnerin bzw. einer sie vertretenden Person, welche geeignet gewesen wäre, den Anschein der Befangenheit zu begründen. Vielmehr handelte es sich bei der von der Beschwerdeführerin herangezogenen E-Mail lediglich um ein versicherungsinternes Memo, welches die damalige Kündigung des Dr. phil. E.________ beim Spital F.________ sowie dessen neue Beschäftigung beim Zentrum G.________ zum Gegenstand hatte. Dr. phil. E.________ war an der fraglichen Korrespondenz nur insoweit beteiligt, als er dem Verfasser des Memos ohne weiteren Kommentar vorgängig seine ab 1. November 2003 geltende Anschrift beim Zentrum G.________ mitteilte. Damit fehlt es nur schon am notwendigen Bezug zu den Verhältnissen im konkreten Einzelfall (vgl. SVR 2021 IV Nr. 79 S. 266, 8C_296/2021 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Ausserdem handelt es sich bei der Adresse einer Gutachterstelle oder einer begutachtenden Person um eine für den (Unfall-) Versicherer ohnehin leicht zugängliche Information. Gibt die betroffene Fachperson diese wie vorliegend von sich aus preis, so kann ihr deshalb selbst unter Berücksichtigung des anzuwendenden strengen Massstabs keine Voreingenommenheit unterstellt werden. Das gilt umso mehr, wenn es - wie hier - um eine erst rund 17 Jahre später in einem anderen Begutachtungsinstitut, der D.________ GmbH, durchgeführte Begutachtung geht.