Citation: 1P.775/2006 15.12.2006 E. 2

Untersuchungshaft darf nach Zürcher Strafprozessrecht nur angeordnet bzw. verlängert werden, wenn der Angeschuldigte eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt wird und ausserdem ein besonderer Haftgrund vorliegt (§ 58 Abs. 1 StPO/ZH). Der besondere Haftgrund der Kollusionsgefahr ist gegeben, wenn "aufgrund bestimmter Anhaltspunkte ernsthaft befürchtet werden muss", der Angeschuldigte werde "Spuren oder Beweismittel beseitigen, Dritte zu falschen Aussagen zu verleiten suchen oder die Abklärung des Sachverhalts auf andere Weise gefährden" (§ 58 Abs. 1 Ziff. 2 StPO/ZH). Die entsprechenden Bestimmungen gelten grundsätzlich auch für minderjährige Angeschuldigte im Jugendstrafprozess (§ 380 Abs. 3 StPO/ZH). Haftrichter ist der Präsident des zuständigen Jugendgerichtes (§ 381 Abs. 2 Satz 3 StPO/ZH). Der Beschwerdeführer bestreitet den allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachtes nicht. Er wendet sich jedoch gegen die Annahme des besonderen Haftgrundes der Kollusionsgefahr. Worin das Risiko der Verdunkelung im vorliegenden Fall konkret zu sehen sei, werde im angefochtenen Entscheid nicht dargelegt und sei "auch nicht ohne weiteres ersichtlich". Eine bloss abstrakte Kollusionsgefahr, die theoretisch immer bestehe, genüge nach der Praxis des Bundesgerichtes nicht für die Anordnung und Fortdauer von Untersuchungshaft. Er, der Beschwerdeführer, sei bereits "vorübergehend mit drei weiteren Mitangeschuldigten in der gleichen Zelle untergebracht" gewesen. Mit der "Geschädigten" könne er keinen Kontakt aufnehmen, da sie an einem geheimen Ort untergebracht worden sei. Die Hauptverdächtigen befänden sich "allesamt in Haft". Die Kollusionsgefahr könne beim Beschwerdeführer "verneint, für die übrigen Mitangeschuldigten, zumindest für die mutmasslichen Haupttäter", aber dennoch "weiterhin bejaht werden". Die Annahme dieses Haftgrundes durch die kantonalen Behörden verletze den verfassungsmässigen Anspruch des Beschwerdeführers auf persönliche Freiheit.