Citation: 8C_531/2007 31.07.2008 E. 4

Nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf eine Einteilung in banale bzw. leichte, mittlere und schwere Unfällen vorzunehmen ist (BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07, E. 5.3.1). 4.1 Die Qualifikation des Ereignisses vom 10. Juni 2000 als schwerer Unfall im mittleren Bereich ist mit Blick auf die in vergleichbaren Fällen, insbesondere Autounfällen, ergangene Rechtsprechung nicht zu beanstanden (in BGE 129 V 323 nicht publizierte E. 3.3.2 des Urteils F. vom 25. Februar 2003 [U 161/01] und dort zitierte Urteile). Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang geltend, es handle sich um ein Schreckereignis. Indessen definiert sich das Schreckereignis - bei dem die adäquate Kausalität nach der allgemeinen Adäquanzformel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu beurteilen wäre - als seelische Einwirkung durch einen gewaltsamen Vorfall ohne körperliche Verletzung (BGE 129 V 177; SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 [U 548/06], E. 2.2). Vorliegend hat der Beschwerdeführer jedoch eine erhebliche körperliche Verletzung erlitten. 4.2 Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre daher zu bejahen, wenn ein zusätzliches der für die Beurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Form gegeben ist (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 140 f.). Zu prüfen sind dabei folgende Kriterien: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere die erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der (physisch) bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 4.3 Dem Ereignis vom 10. Juni 2000 ist eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen; besonders dramatisch war der Unfall indessen nicht. Die übrigen zu berücksichtigenden Kriterien sind ebenfalls nicht erfüllt, da diese bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft werden (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140); die Schwere, Dauer und ärztliche Behandlung der somatischen Beschwerden fallen vorliegend nicht ins Gewicht. Die SUVA hat sich dazu in ihrem Einspracheentscheid vom 5. August 2004 einlässlich und zutreffend geäussert. 4.4 Mangels adäquater Kausalität der vom Beschwerdeführer geltend gemachten psychischen Beschwerden mit dem Unfallereignis entfällt damit eine diesbezügliche Leistungspflicht des Unfallversicherers.