Citation: 5A_350/2023 E. 3.2

3.2. In der Folge erläutert das Obergericht, weshalb der Beschwerde ohnehin kein Erfolg beschieden gewesen wäre. So begründe die Beschwerdeführerin ihr Ausstandsbegehren damit, dass die Richterin einseitig gegen sie entschieden und den Ehemann bevorteilt habe und die Fremdplatzierung der Kinder und das Kontaktverbot falsch seien und auf Lügen des Ehemanns beruhen würden. Dem hält das Obergericht entgegen, dass die von der Beschwerdeführerin gegen die fraglichen Entscheide ergriffenen Rechtsmittel erfolglos gewesen seien, womit von einer Fallführung, die den Ehemann zu Unrecht bevorteilt hätte, nicht die Rede sein könne. Allein dass in einem Prozess sämtliche Entscheide für eine Partei nachteilig sind, lasse nicht auf eine Befangenheit schliessen. Analoges gilt laut Vorinstanz für das Vorbringen, die abgelehnte Richterin habe die zentralsten Beweise (Kinderanhörung) nicht abnehmen wollen und sie, die Beschwerdeführerin, diesbezüglich unzulässigerweise auf den Rechtsmittelweg verwiesen. Auch dies betreffe die Beurteilung der Sachlage; ob bestimmte Beweise abzunehmen gewesen wären, werde in einem (zu erwartenden) Berufungsverfahren zu prüfen sein, begründe jedoch als solches keinen Ausstandsgrund.