Citation: 6B_817/2023 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt, die Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdeführers liege in der Wegnahme des Gitters des Überlaufschachts. Diese sei nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung dazu geeignet, eine - allenfalls auch schwere - Körperverletzung herbeizuführen. Hinsichtlich der Voraussehbarkeit hält sie fest, dass sich der Beschwerdeführer der durch die Entfernung des Schachtdeckels geschaffenen Gefahr für die Allgemeinheit bewusst gewesen sei, andernfalls er die fragliche Stelle nicht mit einem Holzpfosten als Warnung markiert hätte. Er habe also insbesondere auch mit der Möglichkeit gerechnet, dass eine dort vorbeikommende Person in den von ihm geöffneten, unter Wasser stehenden und ca. 80 cm tiefen Schacht fallen könnte. Dabei liege es auf der Hand, dass sich bei einem solchen Sturz insbesondere kleine Kinder verletzen könnten, und zwar auch schwer, zumal er aufgrund der konkreten, ihm bekannten Umstände auch damit habe rechnen müssen, dass Kinder an der fraglichen Stelle vorbeilaufen könnten, weil sich in unmittelbarer Nähe vom Unfallort nicht nur eine von Fussgängern häufig frequentierte Strasse samt Trottoir, sondern auch eine Parkanlage mit Spielplatz befinde. Ihm seien am fraglichen Tag auch Leute auf der Strasse aufgefallen, die auf die überflutete U.________ geschaut hätten. Auch der an den relevanten Schacht unmittelbar angrenzende Gehweg auf der Reitwiese sei ein beliebter Ort für Fussgänger. Dem Beschwerdeführer als dreifachem Vater habe schliesslich auch bekannt sein müssen, dass Kinder von Wasser fasziniert seien und regelmässig damit bzw. darin spielten. Die Vorinstanz gelangt gestützt auf ihre Erwägungen zur Erkenntnis, es habe sich vorliegend genau diejenige Gefahr verwirklicht, welche der Beschwerdeführer vorausgesehen habe und die er mit der (zumindest für Kinder untauglichen) Warnmarkierung mittels eines Holzpfostens reduzieren habe wollen, nämlich der Sturz einer Person in das von ihm durch die Wegnahme des Schachtdeckels geschaffene Wasserloch. Bezüglich der Vermeidbarkeit des eingetreten Erfolgs weist die Vorinstanz schliesslich darauf hin, dass der Beschwerdegegner 2 nicht in den unter Wasser stehenden Schacht gefallen wäre und sich nicht schwer verletzt hätte, wenn der Beschwerdeführer den Schachtdeckel pflichtgemäss nicht entfernt oder zumindest geeignete Sicherungsmassnahmen ergriffen hätte.