Citation: 2C_423/2020 E. 4.2.1

4.2.1. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts gilt, dass es ausländerrechtlich spätestens ab dem 3. Altersjahr des jüngsten Kindes der Beschwerdeführerin zumutbar ist, sich an den Kosten der Familie zu beteiligen, ungeachtet davon, ob ein traditionelles Familienmodell gelebt wird oder nicht (vgl. Urteile 2C_1064/2017 vom 15. Juni 2018 E. 5.2.1; 2C_775/2017 vom 28. März 2018 E. 4.2.2.; 2C_1228/2012 vom 20. Juni 2013 E. 5.4; betreffend alleinerziehende Mütter vgl. Urteil 2C_870/2018 vom 13. Mai 2019 E. 5.3.3). Zumindest zwischen der Geburt ihres Sohnes und dessen drittem Geburtstag im Mai 2016 kann der Beschwerdeführerin deshalb nicht vorgeworfen werden, sich nicht um Arbeit bemüht zu haben. Zudem ist es positiv zu werten, dass sie sich seit ihr Sohn vier Jahre alt und noch nicht eingeschult war, aktiv um die Teilnahme am Arbeitsmarkt bemüht hat, zuerst im Rahmen eines Arbeitsintegrationsprojekts und anschliessend auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ebenfalls zu ihren Gunsten spricht, dass das Verhalten ihres Ehemannes einer zusätzlichen Arbeitsleistung abträglich war. So ging die Vorinstanz davon aus, dass er nicht zu Betreuungsleistungen bereit war und das gewalttätige Verhalten wurde bereits ausführlich thematisiert.