Citation: 5A_85/2010 11.05.2010 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet zwei Punkte der vom Obergericht vorgenommenen güterrechtlichen Auseinandersetzung. Einerseits handelt es sich um die Hinzurechnung einer an den Beschwerdegegner erfolgten Provisionszahlung (nachfolgend E. 3), andererseits um die Berücksichtigung von Investitionen in die vormals eheliche Liegenschaft (nachfolgend E. 4). 2.2 Die Parteien standen unter dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung (Art. 196 ff. ZGB), dessen Auflösung infolge Scheidung nach der gesetzlichen Regelung auf den Tag zurückbezogen wird, an dem das Begehren gestellt, das heisst die Scheidungsklage eingereicht worden ist (Art. 204 Abs. 2 ZGB). Nach den verbindlichen Feststellungen des Obergerichts gilt als Stichtag der 22. Juni 2004. In diesem Zeitpunkt werden Errungenschaft und Eigengut jedes Ehegatten nach ihrem Bestand ausgeschieden (Art. 207 Abs. 1 ZGB). Danach kann sowohl hinsichtlich der Aktiven als auch der Passiven keine Errungenschaft mehr entstehen (vgl. BGE 135 III 241 E. 4.1 S. 243 mit Hinweisen). Jeder Ehegatte nutzt und verwaltet sein Vermögen selbst (Art. 201 Abs. 1 ZGB). Deshalb werden unentgeltliche Zuwendungen und Vermögensentäusserungen nur unter bestimmten Voraussetzungen seiner Errungenschaft hinzugerechnet (Art. 208 ZGB). Wer eine Beteiligungsforderung geltend macht oder eine Hinzurechnung verlangt, hat nachzuweisen, dass ein bestimmter Gegenstand zum massgeblichen Zeitpunkt vorhanden gewesen ist oder darüber nicht hätte verfügt werden dürfen (BGE 118 II 27 E. 2 S. 28; Urteil 5A_662/2008 vom 6. Februar 2009 E. 2.1, in: Fampra.ch 2009 S. 438).