Citation: 2C_1066/2014 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, aus der Haltung der Vorinstanz gehe hervor, dass diese einen direkten Beweis für das Vorliegen anspruchsbegründender ehelicher Gewalt verlange. Diese übersteigerten Anforderungen seien in keiner Weise mit der Praxis des Bundesgerichts vereinbar. Vielmehr sei den Anforderungen mit den beigebrachten Unterlagen Genüge getan und das Vorliegen häuslicher Gewalt in genügender Weise glaubhaft gemacht worden. Ihr Ehemann habe von Anfang an ihren von der Ehe abhängigen Aufenthaltsstatus dazu benutzt, sie unter Druck zu setzen. Im Wissen um diese Abhängigkeit habe er seit November 2011 versucht, sie in die Prostitution zu drängen, begleitet von teils massiven Drohungen und Gewalttätigkeiten. Dieses oppressive Verhalten sei alles andere als harmlos gewesen und habe bei ihr nebst den physischen Verletzungen auch massive Angstzustände sowie Depressionen ausgelöst. Selbst wenn gewisse eskalierende Konflikte von wechselseitiger Gewalt begleitet gewesen seien, sei die häusliche Gewalt in keiner Weise von ihr ausgegangen. Die wechselseitige Gewalt sei vielmehr ein Indiz für ihre totale Abhängigkeit von ihrem Ehemann, was auch ihr zögerliches Verhalten in Bezug auf eine Strafanzeige erkläre. Während das gegen sie ergangene Strafurteil vom 28. Januar 2014 (recte: 2013) in die Erwägungen der Vorinstanz miteinbezogen worden sei, sei im Verfahren gegen ihren Ehemann bis zum Entscheid der Vorinstanz kein Strafurteil ergangen. Das einseitige Abstellen auf das gegen sie ergangene Strafurteil widerspreche einem fairen Verfahren und verletze ihren Anspruch auf rechtliches Gehör, zumal das Strafurteil gegen ihren Ehemann weitere wichtige Hinweise werde liefern können, die für die Beurteilung der ehelichen Gewalt von zentraler Bedeutung sein könnten.