Citation: 4A_90/2019 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer bringt vor, der Beschwerdegegner habe als massgeblich beteiligter Aktionär, als Präsident des Verwaltungsrats und als Arbeitnehmer der Borgerin ein offensichtliches Eigeninteresse am zu sichernden Hauptgeschäft gehabt. Hinzu kämen der klare Wortlaut und der Umstand, dass die Klausel vom Beschwerdegegner verfasst worden sei. Auch eine objektivierte Auslegung müsse daher "klar zu Gunsten einer Solidarhaftung resp. eines Schuldbeitritts führen". Welche unumstrittenen Rechtsgrundsätze der Vertragsauslegung die Vorinstanz mit ihren Erwägungen offensichtlich verletzt haben soll (siehe Erwägung 2.2 f.), wird damit nicht aufgezeigt. Der Beschwerdeführer beschränkt sich darauf, seine eigene Sicht der Dinge zu präsentieren. Ohnehin aber ist das Obergericht nicht in Willkür verfallen: Die (damalige) C.________ AG bezweckte offenbar den Handel mit Geschenkartikeln. Der Beschwerdeführer hebt hervor, dass der Beschwerdegegner Verwaltungsratspräsident dieser Gesellschaft war. Es ist jedenfalls haltbar, wenn die Vorinstanz nicht allein aufgrund dieses Umstands auf eine - für die Gegenpartei erkennbare - Geschäftsgewandtheit des Beschwerdegegners schloss, zumal nicht festgestellt ist, dass die C.________ AG in besonderem Masse mit Sicherungsgeschäften befasst war (vgl. etwa BGE 129 III 702 E. 2.4.2; Urteil 4A_310/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 3.3.1). Die Auffassung des Obergerichts, der Beschwerdegegner müsse sich nicht auf den Wortlaut der Klausel behaften lassen, ist vor diesem Hintergrund nicht willkürlich. Dabei kann offen bleiben, ob die Wendung "haftet solidarisch" überhaupt "klar" auf eine kumulative Schuldübernahme hindeutet, wie dies der Beschwerdeführer behauptet (vgl. Art. 496 OR). Für das Obergericht war entscheidend, dass der Vertragswortlaut den Haftungsfall erst eintreten lässt, wenn die Borgerin zur Rückzahlung "nicht in der Lage sein" sollte. Wenn es aus dieser nachrangig formulierten Pflicht auf eine Bürgschaft schloss, ist ihm keine Willkür vorzuwerfen. Rechtsgrund der Verpflichtung ist im Fall der Bürgschaft nämlich das Einstehen für die Leistungsfähigkeit des Hauptschuldners, bei der kumulativen Schuldübernahme hingegen die eigenständige Befriedigung des Gläubigers (BGE 129 III 702 E. 2.1 f. mit Hinweisen). Zwar indiziert, was der Beschwerdeführer hervorhebt, ein erkennbares eigenes Interesse des Verpflichtenden am Geschäft, das zwischen dem Hauptschuldner und dem Gläubiger geschlossen wurde, das Vorliegen einer kumulativen Schuldübernahme (BGE 129 III 702 E. 2.6; Urteil 4A_624/2017 vom 8. Mai 2018 E. 3.1.3; je mit Hinweisen). Ob dem Beschwerdegegner ein relevantes Eigeninteresse abzusprechen ist, wie dies das Obergericht tat, kann indes offen bleiben: Es ist nicht offensichtlich unhaltbar, wenn die Vorinstanz mit Blick auf die Systematik der Haftungserklärung folgerte, dass die Sicherung des Darleihers im Vordergrund des Vertragszwecks stand, und erweist es sich damit jedenfalls im Ergebnis nicht als willkürlich, wenn sie die Verpflichtung folglich als (formnichtige) Bürgschaft qualifizierte. Führte die Auslegung der fraglichen Klausel nach dem Vertrauensprinzip zu einem Ergebnis, ist es auch nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz auf den Grundsatz "in dubio contra stipulatorem" nicht abstellte (vgl. etwa Urteile 4A_74/2018 vom 28. Juni 2018 E. 5.2.3 und 5.5; 4A_502/2016 vom 6. Februar 2017 E. 4.3; je mit Hinweisen).