Citation: 1P.465/2003 27.08.2003 E. C

Mit Gesuch vom 30. Juni 2003 verlangte X.________ seine Entlassung. Fluchtgefahr sei nicht anzunehmen. Er sei mit einer Schweizerin verheiratet und habe mit ihr zusammen ein gemeinsames Kleinkind, an dem er sehr hänge. Die Beziehung zu seiner Familie sei intakt und seine Frau besuche ihn regelmässig im Gefängnis. Die Bezirksanwaltschaft V beantragte die Abweisung des Haftentlassungsgesuches. Der Angeschuldigte lebe erst seit rund einem Jahr in der Schweiz. Zuvor habe er sich in seiner Heimat Brasilien aufgehalten, wo seine Mutter und sein Bruder leben. Lediglich ein halbes Jahr nach der Eheschliessung sei bereits die gerichtliche Trennung erfolgt. Diese habe ihren Ursprung in einer Fremdbeziehung der Ehefrau, welche wiederum Anlass gewesen sei für die dem Angeschuldigten vorgeworfenen Messerstiche. Daraus ergebe sich, dass dessen Bindung zur Schweiz minimal sei. Ob zugunsten des Angeschuldigten strafmildernde Umstände zu berücksichtigen seien, werde sich erst aus dem noch nicht erstatteten psychiatrischen Gutachten ergeben. Am 3. Juli 2003 wies der Einzelrichter in Strafsachen des Bezirkes Uster das Haftentlassungsgesuch des Angeschuldigten ab. Er erwog, Kollusionsgefahr sei nicht mehr gegeben, weil alle Tatzeugen bereits einvernommen worden seien. Demgegenüber sei die Fluchtgefahr zu bejahen. Der Angeschuldigte könnte versucht sein, sich der unter Umständen zu erwartenden Strafe zu entziehen. Dies insbesondere, weil der Angeschuldigte nur eine schwache Bindung zur Schweiz aufweise, von seiner Frau gerichtlich getrennt sei und seine Verwandtschaft in Brasilien lebe.