Citation: 6B_411/2010 29.07.2010 E. 4

4.1 Die Vorinstanz ist der Ansicht, die Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner sei zu Recht eingestellt worden, da dessen Verurteilung als höchst unwahrscheinlich zu betrachten sei. Sie begründet dies insbesondere mit den sich widersprechenden Aussagen der beteiligten Parteien und Zeugen. So decke sich die Aussage der Zeugin A._________, welche den Faustschlag gesehen haben will, betreffend das weitere Tatgeschehen nicht mit den Aussagen der beiden Polizeibeamten B.________ und D.__________ sowie der Zeugin C.________. Im Weiteren würden Ungereimtheiten zum zeitlichen Geschehen zwischen den Aussagen des Beschwerdeführers sowie der Zeugin A._________ bestehen. Deren Aussagen zu Folge habe sie in der Küche des Beschwerdeführers gestanden und habe mit dessen Frau Kuchen gebacken, als sie gesehen habe, wie dieser mit dem Auto vor die Garage gefahren sei. Sie habe sich dann wieder dem Kuchenbacken gewidmet. Erst als sie Schreie gehört habe, habe sie sich wieder dem Geschehen draussen zugewandt. Dabei habe sie beobachtet, wie der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer ins Gesicht geschlagen habe. Im Vergleich hierzu habe der Beschwerdeführer den Vorgang geschildert, als ob das Parkieren des Autos und das Zusammentreffen der Parteien zeitlich so nahe beieinander liegen würden, dass A._________ nicht Zeit gehabt hätte, sich dazwischen nochmals dem Kuchenbacken zuzuwenden. Die Zeugin A._________ sei darüber hinaus mit dem Beschwerdeführer und dessen Frau befreundet. Im Weiteren habe der Beschwerdegegner im Gegensatz zum Beschwerdeführer gewusst, dass die Polizei demnächst am Wohnort der zerstrittenen Parteien erscheinen würde, um mit diesen das Gespräch zu suchen. Er sei nämlich unmittelbar vor dem Vorfall auf dem Polizeiposten gewesen, da er und seine Familie sich vom Beschwerdeführer bedroht gefühlt hätten. Daher sei es äusserst unwahrscheinlich, dass er den Beschwerdeführer angegriffen habe. 4.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz bezweifle den Wahrheitsgehalt der Aussagen der Zeugin A._________ nur deshalb, weil diese und ihr Ehemann mit der Familie des Beschwerdeführers befreundet seien. Die beiden Polizisten sowie die Zeugin C.________ seien zudem erst später dazu gestossen, weshalb sie zum Beginn der Schlägerei keine Angaben würden machen können. Ausserdem behaupte die Vorinstanz, ohne ortskundig zu sein, seine Aussagen und die Aussagen der Zeugin A._________ widersprächen sich in zeitlicher Hinsicht. Diese Ansicht stehe im klaren Widerspruch zur allgemeinen Lebenserfahrung einer Hausfrau. Das Parkieren und Verlassen des Autos würden Zeit benötigen, so dass es der Zeugin A._________ durchaus möglich gewesen sei, den Blick abzuwenden und sich dem Kuchenbacken zu widmen, um dann aufgrund der Schreie erneut aufzublicken und das Tatgeschehen zu beobachten. Somit würdige die Vorinstanz die Aussagen der beteiligten Personen in willkürlicher Weise. Das baldige Eintreffen der Polizei als Grund zu bezeichnen, weshalb es unwahrscheinlich sei, dass der Beschwerdegegner ihn angegriffen habe, erscheine zudem lebensfremd. 4.3 Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist nicht bezüglich einzelner Punkte, sondern als Gesamtes zu betrachten. So zieht sie die Aussagen der Zeugin A._________ nicht alleine deshalb in Zweifel, weil diese mit der Familie des Beschwerdeführers befreundet ist. Die Vorinstanz begründet ihre Zweifel insbesondere mit den genannten Ungereimtheiten in zeitlicher Hinsicht und den Widersprüchen zu den Aussagen weiterer anwesender Personen. Zwar trifft es zu, dass die beiden Polizisten sowie die Zeugin C.________ zum Zeitpunkt des angeblichen Faustschlags nicht zugegen gewesen sind. Jedoch behauptet dies die Vorinstanz auch nicht. Vielmehr würdigt sie die Aussagen der Zeugin A._________, indem sie diese mit den Aussagen der anderen Zeugen bezüglich weiterem Tatgeschehen vergleicht. Hierbei würden sich etliche Widersprüche ergeben. Diese Ansicht erscheint vertretbar. So gab A._________ zu Protokoll, sie habe nicht gesehen, dass der Beschwerdeführer den auf dem Boden liegenden Beschwerdegegner mit Fäusten und Füssen geschlagen habe. Auch dass er sich gegenüber den Polizisten mit Schlägen zur Wehr gesetzt habe, will sie nicht gesehen haben. Vielmehr sei die Polizei sehr aggressiv gegen den Beschwerdeführer vorgegangen (vgl. Einvernahme vom 6. Mai 2009, S. 18). Gemäss Aussagen der Polizisten sowie der Zeugin C.________ hat der Beschwerdeführer gegenüber dem Beschwerdegegner wie auch der Polizei heftige Gewalt angewendet, wohingegen sich der Beschwerdegegner passiv verhalten und sich zum Schutz die Hände vor das Gesicht gehalten habe (vgl. Einvernahme von C.________ vom 6. Mai 2009, S. 14; Einvernahme von B.________ vom 14. April 2008, S. 6; Einvernahme von D.__________ vom 15. April 2008, S. 3). Bezüglich dieser Widersprüche weiss der Beschwerdeführer nichts vorzubringen, ausser, dass die Aussagen der Zeugin A._________ im Gegensatz zu den Aussagen der anderen Zeugen wahr seien. Im Allgemeinen beschränkt sich der Beschwerdeführer weitgehend darauf, seine Sicht des Tatvorgangs zu schildern und darzutun, wie seiner Ansicht nach die Beweise zu würdigen seien, ohne aufzuzeigen, inwiefern die vorinstanzliche Schlussfolgerung schlichtweg unhaltbar sein soll. Damit kommt er der qualifizierten Rügepflicht nicht nach, sondern reduziert sein Vorbringen weitgehend auf appellatorische Kritik am vorinstanzlichen Entscheid. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist hingegen nachvollziehbar und erscheint insbesondere im Ergebnis als vertretbar. Inwiefern sie willkürlich sein soll, vermag der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen. Die Vorinstanz zieht in Erwägung, die Verurteilung des Beschwerdegegners sei als höchst unwahrscheinlich zu betrachten. Sie würdigt die vorhandenen Aussagen der Beteiligten und Zeugen willkürfrei. Weitere Beweismittel sind nicht vorhanden. Bei dieser Sachlage ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz annimmt, es lasse sich dem Beschwerdegegner ein strafbares Verhalten nicht nachweisen. Mangels eindeutig feststellbaren Sachverhalts erscheint daher eine Verurteilung des Beschwerdegegners als unwahrscheinlich. Indem die Vorinstanz im Ergebnis das Vorliegen eines zureichenden Beweises im Sinne von § 125 StPO/LU verneint, verletzt sie ihr Ermessen nicht. Der angefochtene Entscheid ist deshalb bundesrechtskonform.