Citation: 4A_100/2015 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass das Gericht gestützt auf die zitierten Normen der aZPO/SH nur berechtigt, nicht jedoch verpflichtet sei, ein Vorurteil zu erlassen. Das Gericht entscheide darüber unter Berücksichtigung der massgebenden prozessökonomischen Gesichtspunkte nach seinem pflichtgemässen Ermessen. In dieses Ermessen des erstinstanzlichen Richters greife das Obergericht im Rechtsmittelverfahren nicht ohne Not ein. Die Passivlegitimation der Beklagten 2 betreffe nun aber eine materiellrechtliche Frage, die prinzipiell Gegenstand eines Vorurteils bilden könne. Aufgrund der klägerischen Anträge stünden Ausgleichszahlungen von insgesamt Fr. 17'232'550.- zur Diskussion. Bei diesem Betrag bestehe ein erhebliches Interesse der Beklagten 2 daran, möglichst rasch zu wissen, ob sie (ebenfalls) passivlegitimiert sei und für die strittige Abfindung grundsätzlich ins Recht gefasst werden könne oder nicht. Es erscheine damit als durchaus prozessökonomisch, mit einer raschen Verneinung der Passivlegitimation der Beklagten 2 das gegen diese gerichtete Teilverfahren sogleich zu erledigen und die Angemessenheit der festgelegten und ausgerichteten Abfindung allein im verbleibenden Teilverfahren gegen die Beklagte 1 näher zu prüfen. In dieser Situation habe das Kantonsgericht sein diesbezügliches Ermessen nicht überschritten, wenn es die Verfahren gegen die beiden Beklagten im Ergebnis getrennt und über die Passivlegitimation der Beklagten 2 vorab entschieden habe. Es bestehe somit kein Anlass, den Entscheid des Kantonsgerichts über die Passivlegitimation der Beklagten 2 - und die daraus folgende Abweisung der gegen sie gerichteten Klage - aus prozessualen Gründen aufzuheben.