Citation: 1C_318/2020 E. 7.1

7.1. Diese macht geltend, das Verwaltungsgericht habe bei seiner Interessenabwägung zu Unrecht nicht berücksichtigt, dass die Lebenserwartung der Buche deutlich geringer sei als jene der Überbauung. Das Verwaltungsgericht führte dazu aus, die Lebensdauer eines Gebäudes, dessen Grundstruktur aus Beton oder Backstein rund 100 Jahre halte, könne regelmässig besser bestimmt werden als diejenige eines lebenden Organismus. Ein solches gegenseitiges Aufrechnen der Lebensdauer bzw. -erwartung sei nicht sachgerecht, andernfalls Naturschutzobjekten bei (Neu-) Bauprojekten regelmässig die Schutzfähigkeit abzusprechen wäre, was nicht der Intention der §§ 203 ff. PBG/ZH entsprechen würde und den dort skizzierten Schutz dieser Objekte unterlaufen würde. Insofern erachtete es die gegenteilige Auffassung der Gemeinde implizit als nicht vertretbar. Diese Erwägungen sind nicht zu beanstanden. Buchen haben generell eine Lebensdauer von 200 bis 300 Jahren; allerdings ist die Bestimmung der Lebenserwartung von alten Bäumen im Siedlungsgebiet erfahrungsgemäss schwierig: Ihre Standortbedingungen sind in der Regel nicht optimal und die Auswirkungen des Klimawandels und damit verbundener extremer Witterungsverhältnisse stellen ein schwer abschätzbares Risiko dar. Es würde jedoch dem Schutzzweck von § 203 Abs. 1 lit. f PBG/ZH widersprechen, aufgrund dieser Ungewissheit generell Neubauvorhaben den Vorrang zu geben. Es muss daher genügen, dass in absehbarer Zeit nicht mit dem Absterben des Baums zu rechnen ist (vgl. oben E. 4); dies gilt jedenfalls, wenn die entgegenstehenden Interessen nicht schwer wiegen (oben E. 6). Im Übrigen können bzw. müssen bei Schutzobjekten Massnahmen zu ihrer langfristigen Erhaltung getroffen werden (§§ 204 ff. PBG/ZH). Vorliegend haben sowohl das Büro für Gartendenkmalpflege als auch die NHK/ZH in ihren Gutachten auf Möglichkeiten hingewiesen, Unterhalt und Standortbedigungen der Blutbuche im Rahmen der Neuüberbauung zu verbessern. Ergänzend ist auf die Ausführungen von Baurekursgericht und NHK/ZH hinzuweisen, wonach ein beträchtliches öffentliches Interesse an der Erhaltung von Bäumen dieser Grössenordnung im Siedlungsgebiet besteht, weil diese wichtige Dienste für die Biodiversität, die Luftreinhaltung und das Stadtklima leisten. Es ist nicht einzusehen, weshalb dieses öffentliche Interesse im Rahmen einer gesamthaften Interessenabwägung nicht berücksichtigt werden dürfte, auch wenn es - wie das Verwaltungsgericht dargelegt hat - für sich allein nicht genügen mag, um die Schutzwürdigkeit nach § 203 Abs. 1 lit. f PBG/ZH zu begründen.