Citation: 5A_311/2023 E. 4.3

4.3. Die Kritik, die der Beschwerdeführer am angefochtenen Entscheid übt, verfängt nicht. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass sich seine Vermögenssituation als komplex darstellt, was rechtsprechungsgemäss dazu führt, dass jedenfalls ein anwaltlich vertretener Gesuchsteller wie der Beschwerdeführer seine Vermögenssituation besonders sorgfältig darzulegen hat. Der Beschwerdeführer täuscht sich aber, wenn er meint, dass die Vorinstanz ihm zu Unrecht den Beweis einer negativen Tatsache aufbürde bzw. richtigerweise selbst hätte dartun müssen, inwiefern er seine Vermögenswerte zur Finanzierung des Berufungsverfahrens liquidieren könnte. Soweit die (fehlende) Verwertbarkeit von Vermögenswerten in Frage steht, ist die um unentgeltliche Rechtspflege ersuchende Partei aufgrund ihrer gesetzlichen Mitwirkungsobliegenheit (Art. 119 Abs. 2 ZPO) gehalten, die (Un-) Möglichkeit einer Versilberung durch den Beweis positiver Sachumstände so eng einzukreisen, dass sich dem Gericht zumindest im Sinne der überwiegenden Wahrscheinlichkeit der Schluss aufdrängt, eine Liquidation wäre nicht möglich bzw. ein zur Prozessfinanzierung genügendes Liquidationsergebnis nicht zu erwarten (vgl. Urteil 5A_972/2021 vom 2. Februar 2023 E. 3.1; HANS PETER WALTER, in: Berner Kommentar, 2012, N. 333 zu Art. 8 ZGB). Für die Vorinstanz war entscheidwesentlich, dass der Beschwerdeführer Eigentümer zumindest eines fahrtüchtigen, eingelösten Oldtimer-Fahrzeugs ist, das er für Fr. 50'000.-- inseriert hatte. Die Vorinstanz nimmt Kenntnis davon, dass der Beschwerdeführer das Fahrzeug nicht zu diesem Preis verkaufen konnte, schliesst daraus aber nicht auf die Unverkäuflichkeit des Fahrzeugs. Vielmehr hält sie dem Beschwerdeführer vor, für das Fahrzeug möglicherweise einen zu hohen Preis verlangt und nicht dargelegt zu haben, dass er das Fahrzeug auch günstiger anbot. Kommt das Obergericht gestützt auf diese Feststellungen zum Schluss, dass der Beschwerdeführer seiner Mitwirkungsobliegenheit nicht hinreichend nachgekommen ist, so ist dies nicht zu beanstanden. Insbesondere vermag sich der Beschwerdeführer auch nicht mit der nachgeschobenen Behauptung zu rechtfertigen, dass er bereit gewesen wäre, das Fahrzeug zu einem tieferen Preis zu verkaufen, falls sich auf sein Inserat mit einem Preis von Fr. 50'000.-- überhaupt jemand gemeldet hätte. Gerade dass dieses Inserat keine Interessenten fand, hätte den Beschwerdeführer veranlassen müssen, auf seine anfänglichen Preisvorstellungen zurückzukommen. Mag er sich mit dieser Marktrealität nicht abfinden, so hat er die Konsequenzen für sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege selbst zu tragen und kann der Vorinstanz nicht vorwerfen, die Anforderungen an die Erfüllung der Mitwirkungsobliegenheit zu überspannen bzw. ihm den (strikten) Beweis einer negativen Tatsache abzuverlangen. Ebenso wenig resultiert daraus eine unvollständige oder gar lückenhafte Feststellung des Sachverhalts seitens der Vorinstanz. Nicht einzutreten ist in diesem Zusammenhang auf die verspätete Behauptung des Beschwerdeführers, dass seine Preisvorstellungen nachträglich von einem von ihm angefragten Experten bestätigt worden seien (s. oben E. 2.2). Mit Bezug auf seine übrigen Oldtimer-Fahrzeuge und seine Werkstatt begründet der Beschwerdeführer die Unmöglichkeit einer (sofortigen) Versilberung damit, dass er diese Fahrzeuge gerade im Hinblick auf die Finanzierung seines Scheidungsprozesses zuerst restaurieren und dann zu einem viel höheren Preis veräussern wolle, weshalb ihm auch die dazu erforderliche Werkstatt samt Werkzeugen nicht als Vermögenswerte angerechnet werden dürften. Bei alledem übersieht der Beschwerdeführer, dass die unentgeltliche Rechtspflege nicht dazu da ist, solch vage Hoffnungen auf mögliche künftige Verkaufserlöse gewissermassen finanziell abzusichern. Lässt sich das Obergericht nicht darauf ein, so kann von einer Verletzung von Art. 29 Abs. 3 BV und Art. 117 ZPO keine Rede sein. Von vornherein ins Leere laufen schliesslich die Beanstandungen betreffend die Höhe des Bruttoertrages aus der Vermietung einer der beiden Ferienwohnungen im Kanton Wallis. Das Obergericht verzichtete auf eine nähere Prüfung der Einkommensverhältnisse, weil es zum Schluss kam, dass das Verfahren mit den vorhandenen Vermögenswerten finanziert werden kann. Nachdem es damit sein Bewenden hat, fehlt es dem Beschwerdeführer an einem schutzwürdigen Interesse daran, dass sich das Bundesgericht mit den Einkommensverhältnissen beschäftigt.