Citation: I 605/03 05.12.2003 E. 5.1

5.1.1 Gemäss ZMB-Gutachten vom 13. Juli 2001 besteht gesamtmedizinisch eine Restarbeitsfähigkeit von 50 %, entsprechend vier Stunden pro Tag in rückenadaptierter Tätigkeit ohne sturzgefährdete Tätigkeiten, gültig ab 1999. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % ist psychiatrisch bedingt. Von rein organischer Seite her wäre die Versicherte nach einer Umschulung in einer dem Rückenleiden angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Allerdings dürften, so die Experten, berufliche Massnahmen ausserordentlich schwierig sein. Die allfällige Umschulung werde erschwert sein durch das psychiatrische Leiden und könne erst nach entsprechender Therapie durchgeführt werden. 5.1.2 Die Hausärztin G.________, Allgemeine Medizin FMH, führte im Bericht vom 7. Oktober 1999 aus, wegen anhaltend schlechter körperlicher und seelischer Verfassung sei die bisherige Erwerbstätigkeit nicht mehr zumutbar. Welche Tätigkeiten trotzdem und in welchem Ausmass noch in Frage kämen, sollte Gegenstand einer ausführlichen Abklärung sein. Wegen des ausgeprägten psychosomatischen Hintergrundes empfehle sie eine psychiatrische Begutachtung, um anschliessend geeignete berufliche Massnahmen treffen zu können. 5.1.3 Die Ärzte des Zentrums B.________, wo die Beschwerdeführerin ab 1. September 2000 ambulant behandelt wurde, äusserten sich im Bericht vom 25. April 2001 dahingehend, die bisherige Tätigkeit als Tierpflegerin käme nicht mehr in Frage, ebenso nicht die Arbeit als (Bijouterie-)Verkäuferin. Eine sitzende Tätigkeit in einem verwandten Beruf im Bürobereich (PC-Anwender) sei zumutbar. Das Arbeitspensum in Stunden und das Arbeitstempo müssten in einer geeigneten Institution abgeklärt werden. Zur Zeit sei es der Versicherten möglich, während mindestens vier Stunden am Computer zu sitzen und damit zu arbeiten. Ob mit beruflichen Massnahmen die Erwerbsfähigkeit verbessert werden könne, bedürfe der institutionellen Abklärung. Im Weitern seien regelmässige verhaltenstherapeutische Massnahmen unterstützt durch Psychopharmaka notwendig. Damit habe eine Stabilisierung der Situation erreicht werden können. Es müsse mit einer langen psychiatrischen Rehabilitation gerechnet werden. 5.1.4 Dr. med. L.________, seit August 2001 Psychotherapeut der Beschwerdeführerin, führte im Bericht vom 4. Februar 2002 aus, im Beruf als Tierpflegerin bestehe seit Januar 1999 vollständige Arbeitsunfähigkeit. Durch Eingliederungsmassnahmen könne keine Verbesserung erzielt werden. Ebenfalls sei jede andere Tätigkeit nicht zumutbar. Wenigstens in den kommenden zwei Jahren werde die Patientin immer noch 100 % arbeitsunfähig sein. Trotz guter Motivation sei die Prognose im Moment eher negativ. Besonders die Agoraphobie mit Panikattacken behinderten die Patientin. 5.2 Aufgrund der medizinischen Unterlagen war die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 14. Mai 2002 aus gesundheitlichen Gründen (noch) nicht eingliederungsfähig. Im ZMB-Gutachten vom 13. Juli 2001 wird festgehalten, eine allfällige Umschulung dürfte als Folge des psychiatrischen Leidens ausserordentlich schwierig und erst nach entsprechender Therapie durchführbar sein. Im Zeitpunkt der Untersuchung durch das ZMB stand die Beschwerdeführerin bereits seit September 2000 in psychotherapeutischer Behandlung. Dem Bericht des Dr. med. L.________ vom 4. Februar 2002 zufolge war es bisher nicht gelungen, die Versicherte zu stabilisieren. Auch mit medikamentöser Unterstützung werde es längere Zeit, sogar Jahre brauchen, um einen stabilen psychischen Gesundheitszustand zu erreichen.