Citation: 2C_284/2024 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Urteil nach Würdigung des Polizeirapports vom 25. November 2022 und des Berichts der behandelnden Psychiaterin vom 12. September 2023 zum Schluss, das MIKA sei zu Recht davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin zwar schwierige eheliche Verhältnisse glaubhaft gemacht habe, jedoch nicht, dass diese die Schwelle der ehelichen Gewalt im Sinne der nach Art. 50 Abs. 2 AIG für die Annahme eines nachehelichen Härtefalls erforderlichen Intensität erreicht hätten. Es hielt dabei fest, dass es gemäss Polizeirapport vom 25. November 2022 zwar wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten gekommen sei, dass jedoch zumindest beim Vorfall vom 24. November 2022 die Beschwerdeführerin selbst Aggressorin gewesen sei und sich die Angaben auf Vorfälle nach der gerichtlichen Trennung der Eheleute bezögen. Einzige aktenkundige Auseinandersetzung während des Zusammenlebens sei diejenige vom 31. Oktober 2021, welche nicht auf eine systematische psychische oder physische Gewalt durch den Ehemann schliessen lasse, zumal die Beschwerdeführerin damals gegenüber den Beamten der Kantonspolizei die Anwendung physischer und psychischer Gewalt durch ihren Ehemann verneint habe und danach sicherlich noch weitere acht Monate in der gemeinsamen Wohnung verblieben sei und bis zur Trennung am 1. Juli 2022 keine weiteren Vorfälle gemeldet habe. Weiter hielt die Vorinstanz beweiswürdigend fest, das MIKA habe den fachärztlichen Bericht vom 12. September 2023 entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin genügend gewürdigt: Demnach habe sich die Beschwerdeführerin am 19. Oktober 2022, mithin erst dreieinhalb Monate nach der gerichtlichen Trennung in psychotherapeutische Behandlung begeben. Echtzeitliche Berichte, welche Gewalttätigkeiten des Ehemanns während des Zusammenlebens dokumentierten, seien nicht aktenkundig. Aus dem vorhandenen Arztbericht gehe sodann nicht detailliert hervor, in welcher Weise der Ehemann während der Ehe Gewalt gegen sie ausgeübt haben solle. Die darin wiedergegebene pauschale Darstellung der Beschwerdeführerin, ihr Ehemann sei nach übermässigem Alkoholkonsum verbal und körperlich aggressiv geworden, habe sie als Zigeunerin beschimpft, bedroht und des Gelddiebstahls bezichtigt, reiche jedenfalls für sich alleine betrachtet nicht aus, die rechtsprechungsgemäss geforderte Intensität und Konstanz der ehelichen Gewalt zu belegen bzw. glaubhaft zu machen. Dasselbe gelte für die in den Polizeiberichten geschilderten Ereignisse. Es fehle vorliegend an konkreten Anhaltspunkten, welche eine vom Ehemann ausgehende Gewalt als glaubhaft und genügend gewichtig erscheinen lassen würden. Insbesondere habe die Beschwerdeführerin weder die Systematik der Misshandlungen noch deren zeitliche Kontinuität noch die daraus entstehende subjektive Belastung objektiv nachvollziehbar konkretisiert oder belegt. Vielmehr bleibe sie in Bezug auf ein oppressives Verhalten des Ehepartners vage. Der Hinweis auf den vermehrten Alkoholkonsum ihres Ehemanns sei für sich alleine betrachtet nicht geeignet, das behauptete aggressive Verhalten zu belegen. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin nach der gerichtlich festgestellten Trennung trotz der geltend gemachten Gewalttätigkeiten in der ehelichen Wohnung verblieben sei, deute darauf hin, dass sie das Zusammenleben grundsätzlich als zumutbar erachtet habe und der schwierige Umgang der Eheleute in der Suchtproblematik des Ehemanns begründet gewesen sei und nicht etwa in dessen Absicht, sie gezielt physisch und psychisch zu misshandeln, wie es für die Annahme eines nachehelichen Härtefalls wegen ehelicher Gewalt erforderlich sei. Die Vorinstanz kam demnach beweiswürdigend zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft gemacht hat, Opfer ehelicher Gewalt geworden zu sein. Entsprechend der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung liegt demnach in casu keine eheliche Gewalt im Sinne der Rechtsprechung vor.