Citation: 5A_765/2022 E. 6.2.3

6.2.3. Den Ausführungen der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Im vorliegenden Zusammenhang geht es nicht um die Auslegung eines Rechtsbegehrens anhand seiner Begründung. Vielmehr geht es darum, dass in der von der Beschwerdeführerin persönlich eingereichten "Klage" keinerlei Rechtsbegehren enthalten ist, das ausgelegt werden könnte. Dies vermag die Beschwerdeführerin nicht zu widerlegen, insbesondere nicht mit ihren frei erfundenen Behauptungen, die Beschwerdeführerin habe ausgeführt, ihren Pflichtteil erhalten, also ihre Erbenstellung geklärt haben zu wollen. Dass der Wortlaut des Rechtsbegehrens gemäss Klageschrift vom 25. September 2019 keine Herabsetzung oder Ungültigerklärung beinhaltete, anerkennt die Beschwerdeführerin ausdrücklich als korrekt. Sie ist aber - entgegen der Vorinstanz - der Auffassung, dieses müsse mit der Begründung ausgelegt werden. Nachdem - wie aufgezeigt (s. E. 6.1) - eine Auslegung des Rechtsbegehrens nur dann unterbleiben kann, wenn es den wirklichen Willen der Partei wiedergibt, die Vorinstanz einen solchen Willen nicht feststellt und die Beschwerdeführerin ihn bestreitet, ist das Rechtsbegehren anhand der Begründung auszulegen (siehe sogleich).