Citation: 8C_67/2022 E. 3.3.1

3.3.1. Nach dem Gesagten kann entgegen der Beschwerdeführerin von einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) keine Rede sein. Obwohl die notwendigen Abklärungen des Sachverhalts schon bei vergleichsweiser Rentenzusprache von Amtes wegen der Beschwerdeführerin oblagen (vgl. BGE 138 V 218 E. 6; 115 V 133 E. 8a und b; je mit Hinweisen), beruft sie sich zur Begründung der ursprünglichen zweifellosen Unrichtigkeit des Vergleichs auf ihre eigenen Abklärungsversäumnisse (vgl. dazu bereits das Urteil 8C_643/2018 vom 4. Juli 2019 E. 5.3 mit Hinweisen). Mit Blick auf die Aktenlage steht jedoch fest, dass die Beschwerdeführerin nach umfangreichen Abklärungsbemühungen und längeren Vergleichsverhandlungen bei Unterbreitung ihres Vergleichsvorschlages die verbleibenden Unsicherheiten basierend auf der medizinisch nicht restlos überzeugenden Beweislage bewusst in Kauf nahm. Ist von einer restriktiveren Zulässigkeit der Wiedererwägung von Vergleichen gegenüber von Verfügungen auszugehen (MIRIAM LENDFERS, Der Vergleich im Sozialversicherungrecht, in: Kieser/Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2013, S. 209; vgl. auch Urteil 8C_86/2020 vom 14. Mai 2020 E. 4.3 mit Hinweisen), kann hier mit Blick auf die gegebenen Verhältnisse die Vermeidung eines weiteren Abklärungsaufwands unter vergleichsweiser Zusprache der Leistungen gemäss erster Verfügung vom 21. September 2005) jedenfalls nicht als zweifellos unrichtig qualifiziert werden (vgl. Urteil 8C_727/2011 vom 1. März 2012 E. 3.3.2).