Citation: 6B_7/2023 E. 3.4.2

3.4.2. Im Weiteren argumentiert der Beschwerdeführer, entsprechend dem Privatgutachten habe B.________ sein Fahrzeug bereits aus einer Distanz von mindestens 100 Metern erblicken können und der Anhalteweg von B.________ habe mindestens 47.5-51 Meter betragen (Beschwerde S. 11 Ziff. 18). Indessen weigere sich die Vorinstanz erneut, die wesentlichen Erkenntnisse aus dem Privatgutachten C.________ und die Luftbildaufnahmen zu den örtlichen Verhältnissen zu berücksichtigen. Indem sie die relevanten Parameter aus dem Privatgutachten auch nach der bundesgerichtlichen Rückweisung nicht einbeziehe und diese faktisch als unerheblich einstufe, verletze sie den Untersuchungsgrundsatz sowie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör und verhalte sie sich grob willkürlich (Beschwerde S. 8 ff. Ziff. 15 und S. 10 Ziff. 16). Diese Ausführungen erweisen sich ebenfalls als unbegründet. Die Vorinstanz hat sich nach dem Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts in ausreichendem Mass mit dem Privatgutachten C.________ auseinandergesetzt (Urteil S. 13 f. E. 1.6.2.6 und S. 17 E. 1.6.3). Sie hält unter anderem fest, der Privatgutachter räume selber ein, dass sich die Simulationen und Berechnungen mangels Sachbeweisen lediglich auf Annahmen, Schätzungen sowie Behauptungen der Beteiligten stützen würden. Er halte zwar fest, dass sich gemäss der Simulation des Überholvorgangs der entscheidende Moment - das Wiedereinbiegen des Beschwerdeführers auf der rechten Fahrspur nach der Biegung und die Kreuzung der Fahrzeuge von B.________ und des Beschwerdeführers - innerhalb von lediglich 2.3 Sekunden hätte abspielen und dabei sogar die hinreichenden Abstände hätten eingehalten werden können. Die Parameter, die dieser Annahme zugrunde gelegt worden seien, liessen sich jedoch nicht in Einklang mit den glaubhaften Aussagen der Zeugen bringen, dass es nur ganz knapp nicht zu einer Frontalkollision gekommen sei. Diese Parameter seien derart unwahrscheinlich, dass darauf nicht abgestellt werden könne. Offenbleibe im Privatgutachten C.________ unter anderem, ob es auch mit minimal veränderten Variablen wie Geschwindigkeit[en], Reaktionszeit [recte: Reaktionsbeginn] etc. möglich gewesen wäre, dass sich der Beschwerdeführer und B.________ auf derselben Spur gekreuzt hätten. Das Privatgutachten weise viele offene Fragen auf, weshalb es nicht geeignet sei, die im Kerngehalt schlüssigen Aussagen der Zeugen, dass es beinahe zur Kollision gekommen wäre, zu erschüttern (Urteil S. 17 E. 1.6.3). Dem angefochtenen Entscheid lässt sich daher mit hinreichender Klarheit entnehmen, welche der Simulation im Privatgutachten C.________ zugrunde gelegten Parameter (die Variablen wie Geschwindigkeit[en], Reaktionszeit [recte: Reaktionsbeginn] etc.) die Vorinstanz als unwahrscheinlich erachtet. Die diesbezügliche Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör des Beschwerdeführers ist folglich unbegründet (Beschwerde S. 8 f. Ziff. 15). Sodann mag zwar zutreffen, dass es sich bei gewissen Feststellungen im Privatgutachten, wie beispielsweise denjenigen betreffend die Lichtverhältnisse, die Strassenführung oder die genaue Abmessung der verschiedenen Fahrbahnmarkierungen (Privatgutachten C.________ S. 8 ff.), um objektivierte Erhebungen und Messungen handelt (Beschwerde S. 8 f. Ziff. 15). Entgegen des pauschalen Einwands des Beschwerdeführers ist dies jedoch keineswegs bei allen Darlegungen des Privatgutachters auf den S. 8-17 der Fall; so beruhen der (errechnete) Anhalteweg von B.________ oder dessen angebliche Mindest-Sichtweite beispielsweise auf Annahmen. Einleitend bemerkt der Privatgutachter in diesem Zusammenhang sodann, eine Rekonstruktion des Ablaufs habe lediglich anhand von Arbeitshypothesen durchgeführt werden können, die sich auf die Aussagen der Beteiligten und Auskunftspersonen stützen würden. Entsprechend ergäben sich zahlreiche mögliche Varianten. Da die Angaben der Beteiligten teilweise zueinander im Widerspruch stünden, seien Fixpunkte aus den Aussagen der Beteiligten und Auskunftspersonen definiert worden, die in der Simulation zu berücksichtigen seien (Privatgutachten C.________ S. 7). Auch in Würdigung des Privatgutachtens C.________ und der Luftbildaufnahmen sind die Schlussfolgerungen der Vorinstanz nicht zu beanstanden und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers ist nicht auszumachen (Beschwerde S. 9 f. Ziff. 15 f.). Wenn dieser behauptet, gemäss dem Gutachten habe B.________ seinen Personenwagen bereits aus einer Distanz von mindestens 100 Meter erblicken können und dessen Anhalteweg habe rund 47.5-51 Meter betragen (Beschwerde S. 11 Ziff. 18; Privatgutachten C.________ S. 17), lässt er unerwähnt, dass diesen Grössen etliche Annahmen zugrunde liegen und der Privatgutachter im Rahmen einer Zusammenfassung zum Beispiel auch festhält, in welcher Entfernung sich das Fahrzeug von B.________ zum Personenwagen des Beschwerdeführers befunden habe, als sich die Lenker gegenseitig hätten erkennen können, lasse sich lediglich mit grossen Toleranzen bestimmen (Privatgutachten C.________ S. 28 f.).