Citation: I 413/05 14.12.2005 E. 4

4.1 Nach Lage der medizinischen Akten ist zu Recht allseits unstrittig, dass der Beschwerdeführer an einem chronischen dorso- und zerviko-spondylogenen Syndrom (infolge von/mit DISH [diffuse idiopathische Skeletthyerostose] und Osteochondrosen an C5/6) leidet, weshalb er körperlich leichte, den Rückenbeschwerden angepasste, insbesondere wechselbelastende Tätigkeit nurmehr im Umfang von 85 % ausführen kann (Konsilium des Dr. B.________ vom 4. August 2003, zusammengefasst im MEDAS-Gutachten vom 5. September 2003, Ziff. 4.3.1). 4.2 Zu prüfen bleibt, ob sich bedingt durch einen psychischen Gesundheitsschaden eine - zusätzliche - Verminderung der Arbeitsfähigkeit ergibt. 4.2.1 In zeitlicher Hinsicht sind für die gerichtliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse beim Erlass des Einspracheentscheides massgebend (vgl. Erw. 1 zweiter Absatz hievor). Tatsachen, die sich später verwirklichen sind indessen insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Einspracheentscheides zu beeinflussen (vgl. BGE 99 V 102 mit Hinweisen bezüglich des altrechtlich, d.h. vor dem 1. Januar 2003 [In-Kraft-Treten des ATSG] massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses). Diese Voraussetzungen sind hinsichtlich der Berichte der Frau Dr. J.________ (vom 3. und 8. Juni 2005) gegeben, indem diese seit Frühjahr 2004, mithin kurze Zeit nach Erlass des Einspracheentscheides vom 18. Februar 2004, behandelnde Psychiaterin des Beschwerdeführers ist und sie sich gestützt auf die Angaben (betreffend Beschwerden und Medikation) früher involvierter Ärzte für das Vorliegen einer "seit längerer Zeit" (Bericht vom 3. Juni 2005, S. 1 unten) bestehenden schweren depressiven Störung (ICD-10 F 32.2) ausspricht. Gemäss Gerd Laux, Depressive Episode und rezidivierende depressive Störung, in: Möller/Laux/Kapfhammer [Hrsg.], Psychiatrie und Psychotherapie, Berlin/Heidelberg/New York 2000, S. 1104 ff. prägen bei der von Frau Dr. J.________ diagnostizierten agitierten Depression ängstliche Getriebenheit, Bewegungsunruhe, unproduktiv-hektisches Verhalten und Jammern das Bild (a.a.O., S. 1115). Dabei kann insbesondere die Abgrenzung zu einer depressiven Anpassungsstörung, wie sie die MEDAS annahm, schwierig sein (a.a.O., S. 1119). Ergänzende Abklärungen zu dieser heiklen - medizinischen - Frage mit weitreichenden Konsequenzen bezüglich Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind auf Grund der Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde und den neu aufgelegten Berichten der behandelnden Psychiaterin unumgänglich. 4.2.2 Die Sache wird deshalb an die Verwaltung zurückgewiesen, damit sie die Gutachter der MEDAS beauftragt, ihre Expertise zu ergänzen. Im Vordergrund steht dabei eine erneute psychiatrische Exploration unter Berücksichtigung der genannten Berichte der behandelnden Psychiaterin. Bei der fachärztlichen Einschätzung der Gesamtarbeitsfähigkeit schliesslich ist darauf zu achten, dass sich diese in klarer Weise darüber auszusprechen hat, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer auf Grund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen in welchem Umfang insgesamt noch zumutbar sind (und ob beispielsweise eine psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch eine somatisch begründete Verminderung der Arbeitsfähigkeit konsumiert wird).