Citation: 1P.467/2003 27.11.2003 E. 6.2

6.2.1 Das Obergericht erachtet es als nicht weiter erstaunlich, dass die Beschwerdegegnerin nicht sofort ins Frauenhaus ging, sondern erst nach dem vergleichsweise geringfügigen Vorfall vom 13. Juli 2001. Es geht davon aus, dass deren Entschluss habe reifen müssen, zumal die Geschädigte zuerst gehofft habe, der Mann werde von selbst aus der Wohnung ausziehen. Dass die Nachbarin, welche am Abend des 7. Juli 2001 auf die Kinder des Ehepaars aufgepasst hatte, bei dessen Rückkehr keine Auffälligkeiten bemerkte, führt das Obergericht darauf zurück, dass diese froh gewesen sei, endlich abgelöst zu werden. Sie habe immerhin bemerkt, dass der Beschwerdeführer in gedrückter Stimmung und beide nicht fröhlich gewesen seien. Nach Meinung des Obergerichtes hätte es die Nachbarin bemerken müssen, wenn die Geschädigte "stockbesoffen" gewesen wäre, wie es der Beschwerdeführer behauptet hatte. 6.2.2 Auch diese Beweiswürdigung ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, sondern zeugt von einer realistischen Einschätzung der Situation. Dem Obergericht ist darin zuzustimmen, wenn es ausführt, es sei kaum anzunehmen, das Ehepaar hätte das Geschehene sofort vor der Nachbarin erzählen wollen.