Citation: 2C_272/2024 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, die Delegationsnorm in Art. 24 Abs. 5 ArG erlaube dem Verordnungsgeber ausschliesslich die Verlängerung der gesetzlichen Höchstarbeitszeit. Der Verordnungsgeber sei daher an die tägliche Höchstarbeitszeit bei wiederkehrender Nachtarbeit von zehn Stunden (Art. 17a Abs. 2 ArG) gebunden und dürfe diese Zeitvorgabe im ununterbrochenen Betrieb lediglich lockern, nicht aber verschärfen. Art. 38 Abs. 3 ArGV 1 führe nun aber zu einer Verschärfung, weil die tägliche Höchstarbeitszeit für Nachtarbeit gemäss Gesetz von zehn Stunden auf neun Stunden reduziert werde. Mit dem Entscheid über die maximale Länge der Arbeitszeit bei Nachtarbeit habe der Gesetzgeber einen Wertungsentscheid getroffen. Eine Abweichung davon müsse in der Form des Gesetzes erfolgen (Art. 164 Abs. 1 BV). Zudem müsse sich der Verordnungsgeber an diesen Wertungsentscheid halten.