Citation: 2C_444/2017 E. 3.2.2

3.2.2. Bei den Tatbestandselementen zum Hinderungsgrund der Selbst- oder Drittgefährdung gemäss Art. 8 Abs. 2 lit. c WG handelt es sich um unbestimmte (Bundes-) Rechtsbegriffe. Deren Anwendung prüft das Bundesgericht frei (Art. 95 lit. a BGG). Aufgrund des Grundsatzes der Einheit des Verfahrens gilt dies gestützt auf Art. 111 Abs. 3 BGG auch für die letzte kantonale Instanz (BGE 137 I 296 E. 4.1 S. 298 f.; Urteil 1C_412/2016 vom 1. Dezember 2016 E. 2.2). Grundsätzlich ist es Aufgabe der Gerichte, unbestimmte Rechtsbegriffe im Einzelfall auszulegen und zu konkretisieren. Ergibt jedoch die Gesetzesauslegung, dass der Gesetzgeber der Entscheidbehörde mit der offenen Normierung einen zu respektierenden Beurteilungsspielraum einräumen wollte, darf und muss das Gericht seine Kognition entsprechend einschränken, jedenfalls soweit die für den Entscheid erforderlichen Abklärungen sorgfältig durchgeführt und die wesentlichen Gesichtspunkte geprüft wurden. Dies befreit das Gericht allerdings nicht davon, die konkrete Rechtsanwendung auf ihre Vereinbarkeit mit Bundesrecht hin zu prüfen (vgl. BGE 135 II 384 E. 2.2.2 S. 389 f.; Urteil 2C_769/2015 vom 25. Mai 2016 E. 2.2). Entsprechende Zurückhaltung im dargelegten Sinne auferlegt sich das Bundesgericht auch bei der Überprüfung von Entscheiden, die im Zusammenhang mit Hinderungsgründen nach Art. 8 Abs. 2 lit. c WG stehen (vgl. Urteile 2C_1163/2014 vom 18. Mai 2015 E. 3.4, 2C_469/2010 vom 11. Oktober 2010 E. 3.5; 2C_93/2007 vom 3. September 2007 E. 5.2).