Citation: 6B_1300/2015 E. 1.5.2

1.5.2. Insgesamt weisen die Aussagen des Beschwerdeführers vom 18. November 2013 nicht nach, dass er von den vier in der Türkei lebenden Kindern seines Bruders mit C.________ Kenntnis hatte. Diesen Schluss zieht auch die Vorinstanz nicht. Sie hegt einzig die blosse Vermutung, dass der Beschwerdeführer "bezüglich der familiären Verhältnisse seines Bruders etwas zu verheimlichen versuchte [...]". In einem nächsten Schritt würdigt die Vorinstanz die Aussagen des Beschwerdeführers vor Schranken. Dieser hielt anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung Folgendes fest: "Als Ibrahim in die CH kam, hatte er zwei Kinder. Weil ich mit ihm wenig Kontakt hatte und mit ihm nicht viel in dieser Beziehung über das geredet hatte, wusste ich nur von zwei Kindern. Man hat nicht über das gesprochen. Ich habe dann mit einem anderen, jüngeren Bruder in der Türkei geredet, als das mit dem Bruder Ibrahim passierte. Als Ibrahim festgenommen wurde, habe ich mit dem jüngeren Bruder in die Türkei telefoniert. Dann habe ich von ihm erfahren, dass Ibrahim vier Kinder hat" (vorinstanzliche Akten pag. 19). Da B.________ am 23. Juli 2013 getötet und A.________ kurz danach festgenommen worden sei, habe der Beschwerdeführer laut Vorinstanz spätestens "um diesen Zeitpunkt" von allen vier Kindern seines Bruders gewusst. Deshalb bestünden keine Zweifel, dass der Beschwerdeführer bereits anlässlich der Einvernahme vom 18. November 2013 Kenntnis der fraglichen Umstände gehabt habe. Diese Schlussfolgerung ist nicht haltbar. Der Beschwerdeführer räumte zwar ein, er habe nach der Verhaftung seines Bruders mit dem jüngeren Bruder in der Türkei telefoniert. Der Zeitpunkt des fraglichen Telefongesprächs wurde jedoch von ihm nicht genannt und von der ersten Instanz nicht näher erfragt. Der Zeitpunkt des Telefongesprächs ist aus Sicht der Vorinstanz - da diese gestützt auf die staatsanwaltschaftliche Befragung ein vage umschriebenes Verheimlichen vermutet - eigentlicher Angelpunkt. Die Feststellung, dass das Telefongespräch nicht nur nach der Verhaftung, sondern vor der fraglichen Befragung stattfand, geht nicht über eine blosse Hypothese hinaus. Sie wird nicht näher begründet, lässt sich auf kein Beweisfundament stellen und ist damit unhaltbar. Es kann deshalb offenbleiben, ob der Beschwerdeführer wie von ihm vorgebracht anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nicht auf die Verhaftung seines Bruders, sondern auf die eigene Verhaftung im Anschluss an die fragliche Einvernahme vom 18. November 2013 Bezug nahm.