Citation: 1C_543/2021 E. 8.4

8.4. Gemäss Art. 8 Abs. 1 RPG erstellt jeder Kanton einen Richtplan, worin er mindestens festlegt, wie der Kanton sich räumlich entwickeln soll, wie die raumwirksamen Tätigkeiten im Hinblick auf die anzustrebende Entwicklung aufeinander abgestimmt werden und in welcher zeitlichen Folge und mit welchen Mitteln vorgesehen ist, die Aufgaben zu erfüllen (vgl. auch Art. 5 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV; SR 700.1]). Nach Art. 8 Abs. 2 RPG bedürfen Vorhaben mit gewichtigen Auswirkungen auf Raum und Umwelt einer Grundlage im Richtplan (sog. Richtplanvorbehalt; vgl. dazu BGE 147 II 164 E. 3.1 mit Hinweisen). Art. 8a und 8b RPG äussern sich näher zum Richtplaninhalt in den Bereichen Siedlung (vgl. auch Art. 5a RPV) und Energie. Die Richtplanung der Kantone sorgt für die umfassende Abstimmung aller raumwirksamen Aktivitäten untereinander und auf die anzustrebende räumliche Entwicklung. Allein sie ist in der Lage, orts- und fachübergreifende Planungsaufgaben anzugehen (vgl. BGE 137 II 254 E. 3.2; Urteil 1C_564/2020 vom 24. Februar 2022 E. 4.1; PIERRE TSCHANNEN, in: Praxiskommentar RPG: Richt- und Sachplanung, Interessenabwägung, 2019, N. 36 zu Art. 2 RPG). Der Richtplan behandelt Fragen von kantonaler oder überkommunaler Bedeutung sowie solche mit grossem Abstimmungsbedarf (vgl. BGE 137 II 254 E. 3.2; Bundesamt für Raumplanung, Der kantonale Richtplan, Leitfaden für die Richtplanung, 1997, S. 25). Abgesehen von Spezialbestimmungen wie Art. 5 der Abfallverordnung vom 4. Dezember 2015 [VVEA; SR 814.600]), welcher für Standorte von Abfalldeponien eine Richtplangrundlage verlangt, steht den Kantonen bei der Bestimmung der Richtplaninhalte ein grosser Spielraum zu (vgl. BGE 140 II 262 E. 2.3.2). Das Bundesrecht schliesst nicht aus, dass die Kantone neben dem Richtplan gemäss Art. 8 RPG im kantonalen Recht untergeordnete Richtpläne auf regionaler oder kommunaler Stufe vorsehen (vgl. BGE 143 II 276 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil 1C_472/2014 vom 24. April 2015 E. 4.1). Von dieser Möglichkeit hat der Kanton Zürich Gebrauch gemacht. § 30 PBG/ZH sieht den regionalen, § 31 PBG/ZH den kommunalen Richtplan vor. Ersterer ergänzt und verfeinert die Festlegungen im kantonalen Richtplan nach den Verhältnissen und Bedürfnissen der Region (vgl. FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht, Band 1, 6. Aufl. 2019, S. 132).