Citation: 5A_681/2018 E. 5.2.7

5.2.7. Eine nächste Position betrifft die Miet- und Unterhaltskosten für ein Motorboot. Die Vorinstanz pflichtet dem Beschwerdegegner darin bei, dass auch die Benützung eines Motorboots zum ehelichen Standard gehörte. Da der Beschwerdegegner das Boot des Typs "Four Winns LS 262" der Beschwerdeführerin nach der Trennung nicht mehr mitbenützen könne, habe er Anspruch auf die Miete eines Motorboots. Das Obergericht stellt fest, dass für Fr. 18'500.-- pro Jahr ein Boot "Yamarin 56 BR" gemietet werden könne. Es rechtfertige sich somit, dem Beschwerdegegner einen Betrag von Fr. 1'500.-- pro Monat zuzugestehen. Die zusätzlich anfallenden Benzinkosten bestimmt die Vorinstanz "in pflichtgemässer Schätzung" auf monatlich Fr. 200.--. Mit dem Gesamtbetrag von Fr. 1'700.-- pro Monat werde dem Beschwerdegegner insgesamt nicht mehr zugesprochen, als er verlangte, nämlich Fr. 2'400.-- bzw. Fr. 2'900.--. Die Beschwerdeführerin beruft sich auf die Teilvereinbarung der Parteien vom 18. Mai 2017 (s. Sachverhalt Bst. B.c). Darin habe der Beschwerdegegner seinen Antrag auf Nutzung des Motorbootes zurückgezogen. In willkürlicher Auslegung der Vereinbarung werde "so getan", als ob der Beschwerdegegner nur auf die Naturalnutzung des Bootes, nicht aber auf die Nutzung eines (anderen) Bootes per se verzichtet hätte. Dadurch werde willkürlich die Dispositionsmaxime verletzt, weil der vergleichsweise Rückzug des Antrages auf Nutzung des Bootes auch die Entschädigung für eine Miete beinhaltete. Anders lasse sich nicht erklären, dass sich in der Teilvereinbarung kein Vorbehalt betreffend die Entschädigung für eine Bootsmiete finde; den "Vorbehalt auf Nutzung des Porsches" habe der Beschwerdegegner ja auch explizit in der Teilvereinbarung vermerkt. Das Argument, nicht auf die Nutzung eines Bootes verzichtet zu haben, sei deshalb rechtsmissbräuchlich. Nähere Erörterungen dazu erübrigen sich, nachdem sich die Beschwerdeführerin erneut nur unzureichend mit dem angefochtenen Entscheid auseinander setzt. Das Obergericht begründet seine Lesart der Teilvereinbarung nämlich auch mit der Feststellung, dass der Beschwerdegegner bereits zuvor gefordert habe, einen weiteren Zuschlag von Fr. 1'000.-- für die Miete eines Bootes in seinen Bedarf aufzunehmen, falls die Beschwerdeführerin sein Eigentum am Boot bestreiten sollte. Weshalb das Obergericht auch unter Berücksichtigung dieser Erkenntnis geradezu zwingend zum Schluss kommen musste, dass der Beschwerdegegner insgesamt auf die Nutzung (irgend-) eines Bootes verzichtet hat, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen. In der Folge rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung der Eventualmaxime sowie eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung "und somit" eine Verletzung von Art. 9 BV (willkürliche Auslegung der Teilvereinbarung) sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Obwohl keine der Parteien dies behauptet habe, gehe das Obergericht davon aus, dass der Beschwerdegegner das Boot nach der Trennung nicht mehr benützen könne. Dass sie dem Beschwerdegegner angeboten hätte, ihr Boot für die Dauer des Scheidungsverfahrens zu benutzen, obwohl dieser den fraglichen Antrag zurückgezogen hatte, macht die Beschwerdeführerin jedoch nicht geltend. Mithin zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, inwiefern sich die angeblichen Verletzungen auf das Ergebnis des angefochtenen Entscheids auswirken. Zuletzt klagt die Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz die Bootsmiete einseitig gestützt auf die Vorbringen des Beschwerdegegners anhand eines anderen Bootstyps ("Yamarin" statt "Four Winns") berechne, ohne sich über die Mietpreise auf dem Bootsmarkt kundig gemacht zu haben. Darin erblickt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) und des Gleichbehandlungsprinzips (Waffengleichheit). Auch Art. 6 Ziff. 1 EMRK sei verletzt, weil das Obergericht betreffend die Beweislastverteilung unbesehen den Behauptungen des Beschwerdegegners folge, obschon sie, die Beschwerdeführerin, in der Berufung dargelegt habe, dass die Fr. 1'400.-- für eine Bootsmiete zu hoch und nicht belegt sind. Auch diese Rügen sind zum Scheitern verurteilt. Was die Frage der Beweislastverteilung bzw. die Folgen der Beweislosigkeit angeht, kann auf die vorigen Erwägungen verwiesen werden (E. 5.2.6). Dem angefochtenen Entscheid zufolge verlangte der Beschwerdegegner den Betrag von monatlich Fr. 1'400.-- vor der Vorinstanz nicht für eine Bootsmiete, sondern für die Benutzung des Bootes der Beschwerdeführerin bzw. für "monatliche Auslagen für Unterhalt, Lageplatz etc.". Für die Bootsmiete forderte er laut Vorinstanz zusätzlich Fr. 1'500.-- pro Monat. Das Obergericht hält der Forderung von insgesamt Fr. 2'900.-- pro Monat entgegen, dass der Liegeplatz, der Parkplatz, Steuern und Versicherungen sowie das Bootsinventar und die Servicearbeiten in der Saisonmiete inbegriffen seien, und hält unter Berücksichtigung des vom Beschwerdegegner eingereichten Angebots für ein Motorboot "Yamarin 56 BR" den Betrag von rund Fr. 1'500.-- pro Monat für gerechtfertigt. Weshalb die Vorinstanz im Streit um die Bootskosten trotzdem unbesehen den Behauptungen des Beschwerdegegners gefolgt sein soll, vermag die Beschwerdeführerin nicht zu erklären. Sie behauptet auch nicht, dass ein Boot des besagten Typs dem Bedarf des Beschwerdegegners nicht angemessen ist, noch zeigt sie auf, inwiefern der Betrag von monatlich Fr. 1'500.-- (exkl. Treibstoff) die tatsächlichen Kosten für die Miete eines solchen Boots in geradezu krasser Weise übersteigen. Soweit sie darauf pocht, dass das Obergericht "keine Schiffsexperten in seinem Bestand" habe und deshalb "zu solchen Fragen" eine Expertise hätte einholen müssen, kann ebenfalls auf die vorigen Erwägungen zum Recht auf Beweis verwiesen werden (E. 5.2.5).