Citation: I 232/04 10.01.2005 E. 4

Die Vorinstanz hat zunächst geprüft, ob die Versicherte als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, was je zur Anwendung einer andern Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) führt (BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 194 Erw. 3b, je mit Hinweisen). Sie erwog, dass die Beschwerdeführerin die Erwerbstätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben habe und in die Heimat zurückgekehrt sei, weil das Leben dort billiger sei und sie sich pflegen lassen wollte. In Anbetracht des Umstands, dass sie weder vor ihrer Einreise in die Schweiz im Sommer 1969, noch später nach Rückkehr 1981 in die Heimat jemals erwerbstätig war, ihre Kinder erst zwei und fünf Jahre alt gewesen seien und sie sich erstmals 1989 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung angemeldet habe, sei anzunehmen, dass sie auch ohne Gesundheitsschaden ausschliesslich den Haushalt führen würde. Diesen Erwägungen ist entgegenzuhalten, dass die Statusfrage praxisgemäss nach den Verhältnissen zu beurteilen ist, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung bzw. des Einspracheentscheids entwickelt haben (BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 194 Erw. 3b). Im Jahre 2003 waren die Töchter der Beschwerdeführerin erwachsen und der aus der Schweiz inzwischen nach Serbien/Montenegro zurückgekehrte Ehemann erzielte (gemäss Angaben der Versicherten) ein Einkommen von 130 Euro. Diese Umstände (die Kinderbetreuung ist weggefallen; angespannte ökonomische Lage) könnten dafür sprechen, dass die Versicherte eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, wenn sie gesund geblieben wäre. Nachdem weder die Verwaltung noch die Versicherte zur Statusfrage materiell Stellung bezogen haben, ist eine abschliessende Beurteilung nicht möglich. Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie prüfe, ob die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheids vom 22. April 2003 entwickelt haben, mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen ist.