Citation: 4P.180/1999 29.02.2000 E. 1.-

a) Nach Auffassung des Beschwerdegegners ist auf die Beschwerde mangels gehöriger Bevollmächtigung des Anwaltes der Beschwerdeführerin nicht einzutreten. Er hält an seiner bereits vor dem Handelsgericht vorgebrachten - und von diesem verworfenen - Begründung fest, dass die Vollmacht unwirksam sei, weil sie lediglich von Verwaltungsrat Guido Stadelmann und nicht von der Gesamtheit des Verwaltungsrates bzw. der Liquidatoren unterzeichnet worden sei. Aus dem Urteil des Handelsgerichts geht hervor, dass Guido Stadelmann einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der Beschwerdeführerin ist. Gemäss Art. 740 Abs. 1 OR wird die Liquidation durch den Verwaltungsrat besorgt, sofern sie nicht in den Statuten oder durch einen Beschluss der General- versammlung anderen Personen übertragen wird. Das ist nach dem Urteil des Handelsgerichts im Fall der Beschwerdeführerin nicht geschehen, weshalb die bisherigen Vertretungsbefugnisse (Art. 718 und 718a OR) weiter gelten. Entgegen dem Einwand des Beschwerdegegners reicht somit die Bevollmächtigung des Anwalts der Beschwerdeführerin durch Guido Stadelmann aus. b) Die staatsrechtliche Beschwerde ist grundsätzlich nur gegen letztinstanzliche Entscheide zulässig (Art. 86 und 87 OG). Der vorangehende Entscheid kann ausnahmsweise mitan- gefochten werden, wenn die Möglichkeit der Aufhebung dieses Entscheides zur Wahrung des vollen Rechtsschutzes erforder- lich ist. Das ist nach ständiger Rechtsprechung der Fall, wenn entweder der letzten kantonalen Instanz nicht sämtliche vor Bundesgericht erhobenen Rügen unterbreitet werden konn- ten, oder wenn solche Rügen zwar von der letzten kantonalen Instanz zu beurteilen waren, jedoch mit einer engeren Prü- fungsbefugnis, als sie dem Bundesgericht zusteht (BGE 125 I 492 E. 1a/aa S. 493 f. mit Hinweisen). Mit der kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde können die Nichtigkeitsgründe der Verletzung kantonalen Rechts oder der aktenwidrigen oder sonst willkürlichen tatsächlichen Fest- stellung gerügt werden (Art. 239 Abs. 1 lit. a und b ZPO SG [Zivilprozessgesetz des Kantons St. Gallen vom 20. Dezember 1990]). Soweit gegen den angefochtenen Entscheid weder Beru- fung noch Nichtigkeitsbeschwerde beim Bundesgericht zulässig sind, können weitere zwei Nichtigkeitsgründe geltend gemacht werden; nämlich die willkürliche Anwendung des Bundesrechts oder die Verletzung verfassungsmässiger Rechte und von Staatsverträgen (Art. 239 Abs. 2 ZPO SG). Im vorliegenden Fall waren diese Nichtigkeitsgründe indes nicht zulässig, da gegen den Entscheid des Handelsgerichts Berufung beim Bundes- gericht erhoben werden konnte. Unter den Begriff des kantonalen Rechts im Sinne von Art. 239 Abs. 1 lit. a ZPO fallen die Regeln der ZPO und des Gerichtsgesetzes sowie der darauf gestützten Verordnungen und Reglemente ( Leuenberger/Uffer, Kommentar zur Zivilprozessord- nung des Kantons St. Gallen, N. 2 zu Art. 239 ZPO). Dazu ge- hören neben den einzelnen Verfahrensregeln auch die allgemei- nen Prozessgrundsätze wie namentlich der Anspruch auf recht- liches Gehör (Art. 55 ZPO SG) oder die Verhandlungsmaxime (Art. 56 Abs. 1 ZPO SG). Zum einen Teil erhebt die Beschwer- deführerin mit der staatsrechtlichen Beschwerde Rügen, welche in diesen Bereich fallen, zum andern Teil handelt es sich um Rügen willkürlicher Beweiswürdigung und Tatsachenfeststel- lung, die sie gestützt auf Art. 339 Abs. 1 lit. b ZPO SG ebenfalls vor Kassationsgericht vorbringen konnte (vgl. Leuenberger/Uffer, a.a.O., N. 3c zu Art. 239 ZPO). Die Vor- aussetzungen zur Mitanfechtung des Entscheids des Handelsge- richts mit staatsrechtlicher Beschwerde sind somit nicht ge- geben, weshalb auf den entsprechenden Beschwerdeantrag und die gegen den Entscheid des Handelsgerichts erhobenen Rügen nicht einzutreten ist.