Citation: 9C_134/2024 E. 2.4.1

2.4.1. Der vorliegende Fall gibt keinen Anlass, die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur ungesäumten Verlustverrechnung - namentlich im Bereich von Ermessensveranlagungen - (erneut) zu überprüfen. Denn entgegen der Auffassung in der Beschwerde kann keine Rede davon sein, dass alleine von den positiven Veranlagungen in den Steuerperioden 2017 und 2018 "unwiderlegbar" darauf geschlossen worden sei, dass kein verrechenbarer Verlust mehr bestehe. Das kantonale Steueramt hat in den Veranlagungsverfügungen 2017 und 2018 im Dispositiv ausdrücklich festgehalten, dass aktenkundige Vorjahresverluste bei der Schätzung mitberücksichtigt worden seien. Nachdem diese Veranlagungsverfügungen in Rechtskraft erwachsen sind, steht rechtskräftig fest, dass die Beschwerdeführerin in den Steuerperioden 2017 und 2018 über keine verrechenbaren Vorjahresverluste mehr verfügt hat. Vor diesem Hintergrund ist im vorliegenden Verfahren betreffend die Steuerperiode 2019 nicht zu prüfen, ob das kantonale Steueramt bei den Veranlagungen 2017 und 2018 effektiv eine Verlustverrechnung vorgenommen oder - wie die Beschwerdeführerin vorbringt - dies in den Veranlagungsverfügungen lediglich mittels eines Standardsatzes behauptet hat. Denn dadurch würden im Ergebnis die rechtskräftigen Veranlagungen 2017 und 2018 überprüft, was zugunsten der Beschwerdeführerin lediglich im Rahmen einer Revision möglich ist (Art. 147 ff. DBG) und von ihr zu Recht als aussichtslos erachtet wird.