Citation: U 388/99 06.02.2001 E. 3

3.- a) Der von einem invaliden Versicherten tatsächlich erzielte Verdienst bildet für sich allein betrachtet grundsätzlich kein genügendes Kriterium für die Bestimmung der Erwerbstätigkeit und somit des Invaliditätsgrades. Das Mass der tatsächlichen Erwerbseinbusse stimmt mit dem Umfang der Invalidität vielmehr nur dann überein, wenn - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch erübrigen, wenn der Versicherte eine Tätigkeit ausübt, bei der anzunehmen ist, dass er die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und wenn das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer hat die Stelle in der Firma A.________ AG seit 1. Juli 1996 inne. Gemäss einer Auskunft der Arbeitgeberin vom 13. November 1996 ist sie mit dem Versicherten sehr zufrieden; für den vereinbarten Lohn erbringt er die volle Leistung. Die Voraussetzungen des stabilen Arbeitsverhältnisses und des Leistungslohnes sind somit zu bejahen. Was die zweite Bedingung betrifft, ist auf Grund der Arbeitsplatzbeschreibung des Versicherten und der Arbeitgeberin (vgl. SUVA-Bericht vom 13. November 1996) davon auszugehen, dass er mit der in der Firma A.________ AG ausgeübten Tätigkeit behinderungsgerecht eingegliedert ist. Aus der Zumutbarkeitsbeurteilung des Dr. med. F.________ anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 17. Mai 1995 ergibt sich indessen, dass eine Arbeit, die über den Tag verteilt zu insgesamt 50 % sitzend verrichtet werden kann und bei der keine Gewichte über 20 kg gehoben und herumgetragen werden müssen, ganztags mit voller Leistung ausgeführt werden kann. Die Tätigkeit bei der Firma A.________ AG ist aus betrieblichen und nicht aus gesundheitlichen Gründen auf ein Pensum von 34 Stunden pro Woche beschränkt. Da die Hotelreinigung in jedem Fall bis Mittag fertig sein muss und die am Nachmittag zu erledigenden administrativen Arbeiten nicht erhöht werden können, besteht keine Möglichkeit für einen ganztägigen Einsatz. Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, schöpft der Versicherte seine verbliebene Arbeitskraft nicht voll aus, da er eine angepasste Tätigkeit aus medizinischer Sicht ganztags ausüben könnte. Entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung sind daher die Voraussetzungen für eine Gleichstellung des tatsächlich erzielten Einkommens mit dem für den Einkommensvergleich massgebenden Invalideneinkommen nicht gegeben. Dem Beschwerdeführer wäre es gesundheitlich möglich und zumutbar, einen Mehreinsatz zu leisten, zum Beispiel auch in Form eines weiteren Teilzeitanstellungsverhältnisses von wenigen Stunden pro Woche. c) SUVA und Vorinstanz haben bei der Festsetzung des hypothetischen Invalideneinkommens sog. DAP-Lohnangaben (vgl. hiezu RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412; SZS 42/1998 S. 487) herangezogen. Danach hätte der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter oder Elektrowickler einen Lohn von monatlich mindestens Fr. 3500.- oder Fr. 45'500.- im Jahr erzielen können. Dieser bestreitet die Zumutbarkeit dieser Tätigkeiten und macht sinngemäss geltend, die genannten Verweisungsberufe stünden ihm gar nicht offen. Wie es sich damit verhält, kann dahingestellt bleiben, weil die hier verfügbaren DAP-Angaben weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht eine genügende Grundlage zur Festsetzung des hypothetischen Invalideneinkommens darstellen. d) Für die Invaliditätsbemessung sind daher die Tabellenlöhne nach der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Die Vorinstanz hat das Invalideneinkommen im Sinne einer Plausibilitätskontrolle auch auf Grund der Tabellenlöhne ermittelt. Ausgehend vom monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) für einfache und repetitive Tätigkeiten männlicher Arbeitnehmer (Anforderungsniveau 4; privater und öffentlicher Sektor zusammen) von Fr. 4397.- (LSE 1996 S. 25 Tabelle A7) ermittelte sie ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 55'272.- (umgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.9 Stunden; BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb). Davon hat sie in Berücksichtigung der Leistungseinschränkung einen Abzug (vgl. dazu BGE 126 V 75) von 10 % vorgenommen, was zu einem Jahreseinkommen von Fr. 49'745.- führte. Für den Einkommensvergleich hat sie dann jedoch zu Gunsten des Versicherten nicht diesen Betrag, sondern lediglich Fr. 45'500.- herangezogen. Soweit der Beschwerdeführer einwendet, er sei wegen seiner Behinderung gegenüber den Mitbewerbern bei der Stellensuche benachteiligt und habe trotz intensiver Suche keinen anderen Arbeitsplatz finden können, ergibt sich aus der Begriffsumschreibung des ausgeglichenen Arbeitsmarktes (Art. 18 Abs. 2 UVG), dass es für die Invaliditätsbemessung nicht darauf ankommt, wie die Beschäftigungslage tatsächlich ist. Vielmehr ist der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Sinne einer abstrakten Annahme ein Arbeitsmarkt zu unterlegen, von dem angenommen wird, es bestehe eine Nachfrage nach Arbeit, wie sie der Versicherte trotz seines invalidisierenden Gesundheitsschadens noch zu leisten vermag (ZAK 1980 S. 508 Erw. 2). e) Bei einem hypothetischen Einkommen ohne Invalidität von Fr. 58'826.- und einem zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommen von Fr. 45'500.- resultiert der von SUVA und Vorinstanz angenommene Invaliditätsgrad von rund 25 %.