Citation: H 92/00 19.07.2001 E. 3

3.- a) Das kantonale Gericht hat die Beitragspflicht für 1994/95 auf den in der Bemessungsperiode 1991/92 geflossenen Entschädigungen für die Einräumung des Kiesabbaurechts von Fr. 615'555.-/Fr. 433'625.- in Bestätigung der Verfügung der Ausgleichskasse vom 26. Februar 1999 bejaht. Die Vorinstanz hat im Wesentlichen erwogen, die landwirtschaftliche Liegenschaft, auf welcher die Ausbeutung erfolge, habe bis Ende 1992 zum Geschäftsvermögen gehört. An dieser Zuordnung habe die Verpachtung an den Sohn auf den 1. Januar 1993 nichts geändert. Nach der steuerrechtlich relevanten Rechtsprechung hätte der Beschwerdeführer die Überführung des Hofes I.________ ins Privatvermögen gegenüber der Steuerbehörde klar und unmissverständlich erklären müssen. Dies habe er indessen nach eigenen Angaben unterlassen. Dafür, dass die Liegenschaft nach der Verpachtung im Geschäftsvermögen des Beschwerdeführers verblieben sei, spreche auch die Unterscheidung bei den Passiven zwischen Geschäftsschulden und privaten Schulden in der Steuererklärung 1993/94 sowie die geltend gemachten und in reduzier- tem Umfang zum Abzug zugelassenen Unterhaltskosten. Da angesichts der konkreten Gegebenheiten, u.a. die Dauer der Ausbeutung seit 1979 sowie die Stellung als Eigentümer und (nach wie vor) Vertragspartner der Abbaufirma, weder von einem Veräusserungstatbestand noch von der Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit gesprochen werden könne, stellten die vom Kiesabbau herrührenden Erträge beitragspflichtiges Erwerbseinkommen dar. An dieser Beurteilung ändere nichts, dass die Ausbeutung durch eine Drittfirma erfolge. b) aa) Vorliegend stehen weder die Rechtsprechung zur Beitragspflicht bei Einräumung eines Kiesabbaurechts noch die im angefochtenen Entscheid dargelegten steuerrechtlichen Grundsätze zur Überführung von Geschäftsvermögen in Privatvermögen ("Privatentnahme"; vgl. auch BGE 125 II 125 ff. Erw. 6c) in Frage. In tatsächlicher Hinsicht sodann steht fest und ist unbestritten, dass seit 1979 auf dem Hof I.________ Kies abgebaut wird und dass das Pachtverhältnis mit dem Sohn weder an dieser Nutzung als solcher noch an den sich daraus ergebenden Berechtigungen und Verpflichtungen des Beschwerdeführers etwas geändert hat. In Bezug auf die Kiesausbeutung verhält es sich somit so, wie wenn die Liegenschaft nicht verpachtet worden wäre. Die bei den Akten liegenden Vereinbarungen vom 7. April 1988 mit der Abbaufirma zeigen im Übrigen klar, dass der Beschwerdeführer über seine Stellung als Eigentümer hinaus in einer Weise als an der Ausbeutung Mitbeteiligter erscheint, welche den Rahmen der blossen Vermögensverwaltung sprengt (vgl. BGE 125 V 393 unten). Dies steht denn auch zu Recht ausser Diskussion. bb) Ob durch die Verpachtung der Liegenschaft und die Aufgabe der Tätigkeit als Landwirt eine Privatentnahme "deutlich erkennbar (auch den Steuerbehörden) gemacht worden" war, wie vorgebracht wird, ist zweifelhaft (vgl. BGE 125 II 125/126). Diese Frage kann indessen offen bleiben. Selbst wenn es sich so verhielte, änderte es nichts am Ergebnis, dass die Kiesabbauentschädigung als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist. Diesfalls müsste der Hof I.________ als eine gemischt genutzte Liegenschaft betrachtet werden. Als solche wäre das Anwesen nach der Präponderanzmethode entsprechend seiner überwiegenden Zweckbestimmung unaufgeteilt entweder als Privat- oder als Geschäftsvermögen zu qualifizieren (BGE 125 V 219 Erw. 5a; vgl. auch Pra 1999 Nr. 185 S. 963 f. Erw. 2b und c mit Hinweis auf zwei Kreisschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 12. und 25. November 1992 u.a über die Zuordnung von Geschäfts- und Privatvermögen bei Landwirtschaftsbetrieben). Aufgrund der weit höheren Erträge aus der Einräumung des Kiesabbaurechts im Vergleich zu den Pachtzinseinnahmen ist resp. wäre trotz des im Verhältnis zur landwirtschaftlichen Nutzungsfläche kleinen Kiesabbaugebietes die gesamte Liegenschaft als zum Geschäftsvermögen gehörig zu betrachten (vgl. auch BGE 98 Ib 136 unten). c) Die Beitragspflicht als Selbstständigerwerbender bemessen nach den für 1991/92 erhaltenen Entschädigungen für die Einräumung des Kiesabbaurechts ist somit grundsätzlich gegeben. Soweit im Übrigen in Bezug auf die von der Vorinstanz argumentativ verwendeten handschriftlichen Eintragungen des Steuerbeamten in der Steuererklärung 1993/94 eine unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt wird, braucht darauf mangels Entscheidrelevanz nicht näher eingegangen zu werden.