Citation: 6B_1077/2020 E. 1.5.5

1.5.5. Insgesamt verletzt die Vorinstanz ihr Ermessen nicht, wenn sie angesichts des hohen Fernhalteinteresses einerseits und der fehlenden wirtschaftlichen Integration sowie schlechten diesbezüglichen Zukunftsaussichten andererseits der persönlich-familiären Lage in der Schweiz und den schlechten Wiedereingliederungsbedingungen im Heimatland keine der Landesverweisung massgeblich entgegenstehende Bedeutung zumisst. Gleiches gilt hinsichtlich der vom Beschwerdeführer ins Feld geführten schlechteren Therapiemöglichkeit im Heimatland. Nachdem der Beschwerdeführer eine Therapie im indizierten stationären Setting verweigerte, durfte die Vorinstanz willkürfrei annehmen, es werde im jetzigen Zeitpunkt ebenso in der Schweiz nicht zu einer entsprechenden Behandlung kommen (angefochtener Entscheid E. 4.23 S. 32). Sie musste die Interessenabwägung folglich auch nicht wegen einer (allfällig) schlechteren Behandlungssituation im Heimatland zugunsten des Beschwerdeführers ausfallen lassen. Aus dem vom Beschwerdeführer vergleichsweise angeführten BGE 146 IV 105 kann er hinsichtlich der Interessenabwägung im Weiteren nichts ableiten. Die Landesverweisung beruht nicht auf einem Schematismus, sondern auf einer Einzelfallprüfung der einschlägigen Kriterien (vgl. E. 1.2.2 oben), weshalb aus anders gelagerten einzelnen Bewertungskriterien im angeführten Urteil keine direkten Rückschlüsse auf die im zu beurteilenden Fall vorzunehmende Gewichtung der Bemessungsfaktoren gezogen werden können. Soweit der Beschwerdeführer gegen die Interessenabwägung schliesslich einwendet, der Sache (mithin der öffentlichen Ordnung) sei keinen Dienst erwiesen, wenn er nach fünfjährigem Landesverweis erneut in die Schweiz zurückkehre, wiederholt er wiederum seine vorinstanzliche Argumentation. Mit der Erwägung der Vorinstanz, die ihm entgegenhält, von einem erneuten Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung sei nicht ohne Weiteres auszugehen (angefochtener Entscheid E. 4.28 S. 35), setzt er sich nicht auseinander, sodass auch auf dieses Vorbringen nicht weiter einzugehen ist. Für den Beschwerdeführer wird die Eingliederung im Heimatland zwar eine grosse Herausforderung darstellen; in Anbetracht seines jungen Erwachsenenalters, seiner zumindest mündlichen Kenntnis der lokalen Sprache und der - wenn auch heute nicht (mehr) aktiv gepflegten, so dennoch vorhandenen - Verbindungen zu Verwandten im Heimatland ist eine entsprechende Integration jedoch noch nicht als unzumutbar zu erachten. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Interessen nach dem Gesagten bundes- und völkerrechtskonform gewichtet.