Citation: 8C_273/2014 E. 4.3

4.3. Strittig ist schliesslich das Kriterium des Scheiterns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Der Beschwerdeführer bringt vor, bei der Verneinung dieses Kriteriums habe die Vorinstanz nicht berücksichtigt, dass das Opioid Tramal und zwei Schlaf- bzw. Beruhigungsmittel abhängig machten, was seinem freien Willen entzogen sei. Zudem habe Dr. med. C.________ im Gutachten vom 10. Dezember 2013 festgehalten, dass die fehlende berufliche Integration nicht dem freien Willen unterstehe, sondern einem wesensimmanenten Reaktions- und Verhaltensmuster entspringe; Gleiches ergebe sich aus seinem Schreiben an die IV-Stelle vom 17. August 2011, wonach er bei zwanghaft-rigider Veranlagung aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur nicht in der Lage gewesen sei, mit den neuen Lebensumständen fertig zu werden. Somit scheitere die Behandlung also nicht - oder nicht hauptsächlich - am Therapiewillen. Dem ist entgegenzuhalten, dass Dr. med. C.________ im Gutachten vom 10. Dezember 2013 ausführte, aufgrund seiner guten Intelligenz und Differenziertheit wäre dem Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine gewisse Einsicht und Verhaltensmodifikation möglich; es mute doch paradox an, dass er sich über Langeweile, Untätigkeit und ein schlechtes Gewissen gegenüber seiner Ehefrau beklage, ohne - mit Ausnahme rechtlicher Schritte - eine nachvollziehbare Anstrengung zur Verbesserung seiner Situation zu unternehmen. In diesem Lichte ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf die Feststellung in diesem Gutachten abstellte, der Versicherte sei letztendlich nicht behandlungsmotiviert, und deswegen das Kriterium verneinte.