Citation: 6S.487/2001 26.11.2001 E. 2

2.- a) Des qualifizierten und mit schwererer Strafe bedrohten Mordes macht sich gemäss Art. 112 StGB schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen tötet und dabei besonders skrupellos handelt, namentlich wenn sein Beweggrund, der Zweck der Tat und die Art der Ausführung besonders verwerflich sind. Mord zeichnet sich durch die aussergewöhnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Das Gesetz will den skrupellosen, gemütskalten, krass und primitiv egoistischen Täter erfassen, der ohne soziale Regungen ist und sich daher zur Verfolgung seiner eigenen Interessen rücksichtslos über das Leben anderer Menschen hinwegsetzt. Die Qualifikation ist in einer Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände der Tat vorzunehmen. In Anwendung von Art. 26 StGB sind von mehreren Beteiligten nur diejenigen wegen Mordes zu verurteilen, die selber besonders skrupellos handelten (vgl. BGE 127 IV 10 E. 1; 120 IV 265 E. 3). Die Vorinstanz ist in allgemeiner Hinsicht von richtigen rechtlichen Überlegungen ausgegangen, worauf hier verwiesen werden kann (vgl. angefochtener Entscheid S. 73/74 und 76 unten sowie insbesondere für den Fall des Beschwerdeführers S. 74 unten). b) Der Beschwerdeführer macht geltend, bei einer Gesamtwürdigung aller Umstände sei die vom Gesetz geforderte besondere Skrupellosigkeit in Bezug auf die versuchte Tötung von B.________ jedenfalls in seinem Fall nicht gegeben (Beschwerde S. 10 unten). aa) In allgemeiner Hinsicht verweist er auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach auch bei eventualvorsätzlicher Tatbegehung ein Mord vorliegen kann. Die Vorinstanz stelle lediglich fest, dass der Eventualvorsatz Mord nicht ausschliesse, berücksichtige ihn aber in der Gesamtwürdigung nicht als einen Umstand, der für lediglich vorsätzliche Tötung spreche. Zudem hätte die Vorinstanz berücksichtigen müssen, dass der Beschwerdeführer nur als Mittäter gehandelt und insofern keine aktive Rolle gespielt habe (vgl. Beschwerde S. 4 - 6 Ziff. 5a). Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer wegen eventualvorsätzlicher Mittäterschaft zu versuchtem Mord schuldig gesprochen. Weder der Eventualvorsatz noch der Umstand, dass der Beschwerdeführer nicht selber geschossen hat, lassen sein Verhalten von vornherein als weniger skrupellos erscheinen. Die allgemein gehaltene Rüge des Beschwerdeführers ist unbegründet. Erst eine Gesamtwürdigung aller Umstände erlaubt die Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdeführer zu Recht oder zu Unrecht im Sinne von Art. 112 StGB schuldig gesprochen worden ist. bb) Soweit der Beschwerdeführer in Bezug auf den vorliegenden Fall behauptet, er habe D.________ und B.________ "beim Positionieren (auf dem Bett) geholfen" und nicht etwa barsch oder mit Gewalt behandelt (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 5c), ist darauf nicht einzutreten. Er beruft sich dabei zu Unrecht auf Art. 277 BStP, denn der angefochtene Entscheid leidet offensichtlich nicht an einem derartigen Mangel, der die Überprüfung der Gesetzesanwendung durch die Vorinstanz verunmöglichen würde. Im Übrigen geht das Vorbringen teilweise ohnehin an der Sache vorbei, denn die Vorinstanz hat nicht festgestellt, der Beschwerdeführer habe D.________ und B.________ barsch oder mit Gewalt behandelt, sondern nur ausgeführt, er habe sie angewiesen, sich auf das Bett zu legen (angefochtener Entscheid S. 42 unten). Ebenfalls nicht einzutreten ist auf die Behauptung des Beschwerdeführers, beim vorliegenden Delikt sei nicht auf die Opfer geschossen worden, um sich Geld erhältlich zu machen, die Flucht zu sichern oder sonstwie den Raub erfolgreich zu Ende zu führen (vgl. Beschwerde S. 8 - 10 Ziff. 6a). Es trifft wohl zu, dass A.________ auch noch andere Gründe dafür hatte, den ihm verhassten B.________ zu töten. Für den Beschwerdeführer aber stellt die Vorinstanz unmissverständlich fest, er habe sich aufgrund der ihm in Aussicht gestellten Hälfte des Tresorinhaltes mit der Möglichkeit abgefunden, dass A.________ den B.________ erschiessen könnte, und in seinem Fall lasse sich die Tat "nicht ansatzweise auf eine Konfliktsituation (zwischen ihm und B.________) zurückführen" (angefochtener Entscheid S. 76/77). Seine Behauptung, er habe nicht aus Habgier gehandelt, ist angesichts der verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz unrichtig. Im Folgenden ist von dem Sachverhalt auszugehen, den die Vorinstanz festgestellt hat.