Citation: 8C_150/2019 E. 6.2.1

6.2.1. Aus dem Umstand, dass die IV-Stelle die Kosten der Ausbildung zur Mediatorin schliesslich doch noch übernommen hatte, kann die Versicherte nicht ableiten, dass ihr einzig das Entgelt aus dieser Tätigkeit als selbstständige Mediatorin als Invalideneinkommen angerechnet werden könne. Entgegen ihrer Ansicht lässt sich angesichts ihrer geringen Einnahmen als Mediatorin mit Blick auf die jede versicherte Person treffende Schadenminderungspflicht auch nicht beanstanden, dass das kantonale Gericht den Wechsel in eine unselbstständige Erwerbstätigkeit (auch noch) im Jahr 2016 (Zeitpunkt der Erstattung des Gutachtens der Universitätsklinik C.________ und der bidisziplinären Expertise) bei einem Alter von gut 60 Jahren und bei sehr guter Bildung als zumutbar erachtet. Implizit geht das kantonale Gericht allerdings bereits für den Zeitraum 1. Oktober 2010 bis 30. Juni 2015 von einem zumutbaren Wechsel in eine leidensangepasste Anstellung mit Vollpensum aus. In seinem Entscheid vom 15. August 2015 hatte es im Übrigen auch schon festgestellt, dass das MZR-Gutachten vom 12. Juni 2012, in dem eine Arbeitsfähigkeit von 100% in einer leidensangepassten Beschäftigung attestiert wird, beweiskräftig sei, und es hatte die Sache damals lediglich zur Invaliditätsbemessung an die Verwaltung zurückgewiesen. An der Beweiskraft des MZR-Gutachtens hält es auch im hier angefochtenen Entscheid vom 23. Januar 2019 fest. Die Versicherte hatte zudem schon in ihrer Anmeldung bei der Invalidenversicherung festgehalten, dass sie sich beruflich neu ausrichten müsse. Spätestens für den Zeitpunkt des Vorliegens des MZR-Gutachtens kann die vorinstanzlich angenommene Zumutbarkeit eines Berufswechsels (damit also bereits im Alter von 56 Jahren) nicht mehr als willkürlich erachtet werden. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind nicht geeignet darzutun, dass die Einsatzmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersbedingt nicht nachgefragt würden und ihr deshalb eine erwerbliche Verwertung der restlichen Arbeitsfähigkeit nur in einer selbstständigen Erwerbstätigkeit als Mediatorin, nicht aber in einer Anstellung zumutbar wäre. Es ist einzig massgebend, ob die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 Abs. 1 ATSG) noch wirtschaftlich nutzen könnte. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und abstrakter Begriff und berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht (BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70 f. mit Hinweis). Demzufolge war es richtig, das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE; BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593 f. mit Hinweis) zuverlässig zu ermitteln.