Citation: 5A_259/2019 E. 4.4.2

4.4.2. Zur Ermittlung des Inhalts der Dienstbarkeit geht die Beschwerdeführerin vom Grundbucheintrag aus. Sie hält dafür, aus dem Eintrag ergäben sich weder Anhaltspunkte für eine Beschränkung des Wegrechts auf gewisse Grundstücke noch insbesondere Hinweise darauf, dass die Zufahrt zum Gebiet H.________ nicht möglich sein solle. Es habe eine objektive Auslegung zu erfolgen, da der Beschwerdegegner seit 2007 Eigentümer des belasteten Grundstücks sei und nicht Partei des Dienstbarkeitsvertrags gewesen sei. Er habe aufgrund des Grundbucheintrags davon ausgehen müssen, dass die Personaldienstbarkeit nicht auf bestimmte Grundstücke beschränkt sei, und sein Grundstück im Wissen darum erworben, dass die Beschwerdeführerin die Dienstbarkeit unter anderem zur Erschliessung ihrer Grundstücke nutze (S. 9 f. Rz. 14a). Für den Fall, dass der Grundbucheintrag nicht klar sein sollte, gelangt die Beschwerdeführerin anhand des Erwerbsgrundes (S. 10 f. Rz. 14b) und der bisherigen Ausübung (S. 11 f. Rz. 14c) zum Ergebnis, dass das Wegrecht all ihre Grundstücke zu erschliessen bezweckt. Gegen die kantonsgerichtliche Auslegung wendet die Beschwerdeführerin ein, der angeblich fehlende direkte Durchgang für Fahrzeuge in Richtung H.________ zur Zeit der Begründung der Personaldienstbarkeit sei unerheblich, da die vom Beschwerdegegner behaupteten örtlichen Verhältnisse und die damit begründete Beschränkung des Wegrechts aus dem Text des Grundbucheintrags und den Grundbuchbelegen nicht hervorgingen, aussergrundbuchliche Dokumente (wie alte Pläne) aber nicht berücksichtigt werden dürften. Bundesrechtswidrig sei auch, dass das Kantonsgericht von den Auslegungsgrundsätzen abweiche und angebliche gewöhnliche Bedürfnisse in die Ermittlung von Inhalt und Umfang der Personaldienstbarkeit gemäss Grundbucheintrag einbeziehe (S. 5 Rz. 7 und S. 12 f. Rz. 15). Die Berücksichtigung von Umständen und Belegen, die sich nicht aus dem Grundbuch ergäben, verletze zudem das im Gesetz verankerte Prinzip des öffentlichen Glaubens des Grundbuchs (S. 16 f. Rz. 20-22).