Citation: I 204/05 29.09.2005 E. 5

Zu untersuchen ist sodann, ob Anspruch auf eine Invalidenrente besteht. 5.1 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als selbstständig erwerbender Bodenleger in seinem Einmann-Betrieb seit der Schulteroperation vom 27. Juni 2000 erheblich eingeschränkt bleibt. Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen des festgestellten Gesundheitsschadens gilt es zu berücksichtigen, dass für den Einkommensvergleich die Verhältnisse im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns massgebend sind, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu ermitteln und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Erlass des Einspracheentscheides zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222, 128 V 174; SVR 2003 IV Nr. 11 S. 33 Erw. 3.1.1 mit Hinweisen). In der Regel wird am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b). Gegen das von Verwaltung und Vorinstanz für das Jahr 2002 unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung ermittelte Valideneinkommen von Fr. 55'864.- sind zu Recht keine Einwände erhoben worden. 5.2 Zu prüfen bleibt, welches Einkommen der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen zumutbarerweise zu erzielen vermag (Invalideneinkommen). 5.2.1 Nach dem praxisgemäss in der Invalidenversicherung ganz allgemein geltenden Grundsatz der Schadenminderungspflicht hat die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selbst vorzukehren, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern, weshalb kein Rentenanspruch besteht, wenn der Versicherte selbst ohne Eingliederungsmassnahmen zumutbarerweise in der Lage wäre, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (BGE 113 V 28 Erw. 4a mit Hinweisen). Die Selbsteingliederung als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht ist eine Last, welche die versicherte Person auf sich zu nehmen hat, soll ihr Leistungsanspruch - auf gesetzliche Eingliederungsmassnahmen oder Rente - gewahrt bleiben. Von der versicherten Person dürfen dabei nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (AHI 2001 S. 282 Erw. 5a/aa mit Hinweis). Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht wiederholt festgestellt hat, folgt aus der sozialversicherungsrechtlichen Schadenminderungspflicht (BGE 123 V 233 Erw. 3c mit Hinweisen), dass eine versicherte Person unter Umständen so zu behandeln ist, wie wenn sie ihre Tätigkeit als Selbstständigerwerbende aufgäbe; d.h. sie hat sich im Rahmen der Invaliditätsbemessung jene Einkünfte anrechnen zu lassen, welche sie bei Aufnahme einer leidensangepassten unselbstständigen Erwerbstätigkeit zumutbarerweise verdienen könnte (AHI 2001 S. 283 Erw. 5a/bb mit Hinweisen). 5.2.2 Es sind hier weder subjektive noch objektive Umstände erkennbar, welche den verlangten Berufswechsel des 1961 geborenen Versicherten angesichts der noch zu erwartenden Aktivitätsdauer als unzumutbar erscheinen liessen. Geeignete Arbeitsmöglichkeiten als Hauswart (in Spitälern, Schul- und Wohnhäusern sowie anderen Anlagen) oder als Campingplatzwart sind in verschiedenen Ausformungen und hinreichender Zahl, also in ausreichender qualitativer und quantitativer Bandbreite, vorhanden. Die IV-Stelle und das kantonale Gericht stützten sich bei der Ermittlung des Invalideneinkommens zu Recht auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE; vgl. BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1, 126 V 76 Erw. 3b, je mit Hinweisen) und gingen wie üblich (vgl. z.B. BGE 126 V 81 Erw. 7a) von der Tabelle A1 aus ("Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht. Privater Sektor"). Unter den besonderen Umständen des vorliegenden Falles ist angesichts der beschränkten Auswahl an in Frage kommenden Verweisungstätigkeiten nicht auf den üblicherweise berücksichtigten Durchschnittswert aller Wirtschaftszweige (LSE 2002 S. 43 TA1 Anforderungsniveau 4 Zeile "Total": Fr. 4557.-), sondern auf das im Vergleich dazu tiefere Monatseinkommen von Fr. 4378.- im Bereich Dienstleistungen für Unternehmen gemäss LSE 2002 (S. 43 TA1 Anforderungsniveau 4 Zeile "70-74") abzustellen, welches auch die Einkommen aus Hausmeisterdiensten umfasst (Erläuterungen zur NOGA 2002 [Nomenclature Générale des Activités économiques] des Bundesamt für Statistik S. 140). Ermittelt auf zeitidentischer Grundlage (vgl. BGE 129 V 222) wie das Valideneinkommen ergibt dies für das Jahr 2002 einen Lohn von Fr. 52'536.- (= Fr. 4378.- x 12). Bei Annahme einer durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft 2004 Heft 7 S. 90 Tabelle B9.2 Zeile A-O "Total") entspricht dies einem Jahreseinkommen von Fr. 54'769.- (= [Fr. 52'536.- : 40] x 41,7). Da der Versicherte auch in einer leidensangepassten Tätigkeit gesundheitsbedingt eine leichte Reduktion seiner Leistungsfähigkeit von maximal 10 % (Erw. 4.4 hievor) hinzunehmen hat, ist von einem Jahresverdienst von Fr. 49'292.- (= Fr. 54'769.- x 0,9) auszugehen. Abgesehen von der leidensbedingten Einschränkung sind andere, das Einkommen negativ beeinflussende Faktoren, welche gegebenenfalls im Einzelfall für einen höheren Abzug sprechen könnten, nicht ersichtlich. Insbesondere ist festzuhalten, dass sich Teilzeitarbeit bei Männern mit einem Pensum zwischen 90 % und 99 % auf allen Anforderungsniveaus proportional berechnet zu einer Vollzeittätigkeit gemäss LSE 2002 (S. 28 Tabelle 8*) sogar tendenziell lohnerhöhend auswirkt. Unter Würdigung der gegebenen Umstände und Berücksichtigung aller in Betracht fallenden Merkmale rechtfertigt sich hier jedenfalls kein höherer Abzug als 10 %, sodass der Beschwerdeführer trotz seines Gesundheitsschadens in einer leidensangepassten Tätigkeit zumutbarerweise mindestens ein Invalideneinkommen von Fr. 44'363.- (= Fr. 49'292.- x 0.9) pro Jahr zu erzielen vermöchte. 5.3 Nach dem Gesagten resultiert aus dem Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 55'864.- (Erw. 5.1 hievor) mit dem Invalideneinkommen von Fr. 44'363.- (Erw. 5.2.2 hievor) nicht ein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 %. Dies gilt auch mit Blick auf Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 gültigen Fassung, wonach der Anspruch auf eine Invalidenrente auch unter der neuen Ordnung der 4. IV-Revision einen Invaliditätsgrad von mindestens 40 % voraussetzt. Das kantonale Gericht hielt daher zu Recht an der von der IV-Stelle verfügten Ablehnung des Anspruchs auf eine Invalidenrente fest.