Citation: 5A_409/2020 E. 3.4

3.4. Die Beschwerdeführerin wirft dem Regional- und dem Obergericht sodann vor, ihre Befugnisse überschritten und sich an die Stelle eines Aberkennungsrichters gesetzt zu haben, indem sie die Einwendungen berücksichtigt und dadurch auf die Überprüfung der geltend gemachten Forderung abgezielt hätten. Die Beschwerdeführerin erhob diesen Vorwurf - gegen das Regionalgericht gerichtet - bereits im Beschwerdeverfahren vor Obergericht. Das Obergericht hat ihn zurecht verworfen und er ist auch gegenüber dem Obergericht unbegründet. Nach Art. 82 Abs. 2 SchKG kann der Betriebene Einwendungen, welche die Schuldanerkennung entkräften, geltend machen. Dies bringt es mit sich, dass der Rechtsöffnungsrichter sich in beschränktem Umfang mit dem materiellen Rechtsverhältnis zu befassen hat. Diese Befassung beschränkt sich aber auf das Rechtsöffnungsverfahren und kommt keiner umfassenden materiellen Beurteilung gleich. Die vom Beschwerdegegner erhobene Einwendung der nicht erbrachten Gegenleistung ist eine im Rahmen von Art. 82 Abs. 2 SchKG zulässige Einwendung. Der Beschwerdegegner war vorliegend zu ihrer Erhebung berechtigt (oben E. 3.3). Die kantonalen Gerichte haben sich demnach zu Recht damit befasst.