Citation: 1P.144/2001 09.03.2001 E. 3

3.- a) Die Anordnung und Aufrechterhaltung einer Haft ist als Eingriff in das Recht auf persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 und 31 BV) nur zulässig, wenn sie auf einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage beruht, im öffentlichen Interesse liegt und verhältnismässig ist. Zudem darf sie den Kerngehalt der persönlichen Freiheit nicht antasten: Diese darf weder völlig unterdrückt noch ihres Gehalts als Institution der Rechtsordnung entleert werden (Art. 10 Abs. 2 i.V.m. Art. 36 BV; vgl. BGE 125 I 361 E. 4a; 124 I 80 E. 2c; je mit Hinweisen). Art. 5 EMRK geht in seinem Gehalt nicht über den verfassungsmässigen Anspruch auf persönliche Freiheit hinaus. Indessen berücksichtigt das Bundesgericht bei der Konkretisierung dieses Anspruchs auch die Rechtsprechung der Konventionsorgane (BGE 114 Ia 281 E. 3; 108 Ia 64 E. 2c mit Hinweisen). Bei staatsrechtlichen Beschwerden, die gestützt auf das verfassungsmässige Recht der persönlichen Freiheit gegen einen Freiheitsentzug erhoben werden, prüft das Bundesgericht die Auslegung und Anwendung der kantonalen Eingriffsnormen mit freier Kognition (BGE 124 I 80 E. 2; 123 I 31 E. 3a). Auf eine Willkürprüfung beschränkt es sich, soweit Sachverhaltsfeststellungen sowie Fragen der Beweiswürdigung in die Beurteilung miteinzubeziehen sind (BGE 123 I 31 E. 3a und 268 E. 2d; 117 Ia 72 E. 1; je mit Hinweisen). b) Nach § 58 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Zürich (StPO/ZH) darf Untersuchungshaft angeordnet werden, wenn neben dem dringenden Verdacht eines Verbrechens oder Vergehens ausserdem Flucht-, Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr besteht. Die Untersuchungshaft ist aufzuheben, wenn ihre Voraussetzungen weggefallen sind (§ 58 Abs. 3 StPO/ZH), und sie ist durch eine mildere Massnahme zu ersetzen, sobald eine solche in Betracht fällt (§ 58 Abs. 4 i.V.m. den §§ 72 und 73 StPO/ZH). Der Beschwerdeführer bestreitet weder das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts noch die vom Haftrichter bejahten besonderen Haftgründe der Flucht- und Kollusionsgefahr. Er rügt einzig eine Verletzung von § 62 Abs. 3 StPO/ZH, wonach der Haftrichter die Haft zeitlich begrenzen und ausserdem anordnen kann, bestimmte Untersuchungshandlungen seien innert dieser Frist vorzunehmen. Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass selbst dann, wenn von der rechtmässigen Anwendung des Verfahrens gegen Erwachsene auszugehen wäre, jedenfalls im Hinblick auf die Strafzumessung das Jugendstrafrecht Berücksichtigung finden müsse. Er ist deshalb der Auffassung, nicht mit einer hohen Strafe rechnen zu müssen und rügt, der Haftrichter hätte zur Vermeidung einer Überhaft den Freiheitsentzug befristen und der Untersuchungsbehörde einen entsprechenden Rahmen für die Ermittlungen vorgeben müssen. Ein solches Vorgehen sei auch nach dem verfassungsmässigen Beschleunigungsprinzip (Art. 29 Abs. 1 und 31 Abs. 3 Satz 2 BV, Art. 5 Ziff. 3 und 6 Ziff. 1 EMRK) angezeigt. c) Der Beschwerdeführer macht zu Recht nicht gel-tend, die bisherige Haftdauer von rund einem Monat sei unverhältnismässig. Überhaft könnte ohnehin nur dann angenommen werden, wenn die Haft die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Freiheitsstrafe übersteigt, was hier offensichtlich nicht der Fall ist. Ebenso wenig steht in Frage, dass die Strafuntersuchung bisher nicht genügend vorangetrieben wurde. Es besteht daher kein Grund, die Untersuchungshaft entsprechend § 62 Abs. 3 StPO/ZH zu befristen. Wie der Haftrichter in der angefochtenen Verfügung erwähnt, kann der Beschwerdeführer jederzeit ein Haftentlassungsgesuch stellen. Die Grundrechte der persönlichen Freiheit sowie des Beschleunigungsgebots sind somit offensichtlich nicht verletzt.