Citation: U 257/99 14.04.2000 E. 4

4.- Zu prüfen bleibt, ob die über Ende August 1996 hinaus anhaltenden, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Beschwerden in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall stehen. Diese Beurteilung ist mit der Vorinstanz unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung vorzunehmen. Denn den ärztlichen Feststellungen zufolge sind die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas (oder einer Distorsionsverletzung) der HWS gehörenden Beeinträchtigungen im vorliegenden Fall zwar teilweise gegeben, treten im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers trifft es nicht zu, dass sich die psychische Destabilisierung erst lange Zeit nach dem Unfall eingestellt hat. Kreisarzt Dr. med. B.________ hielt bereits im Bericht vom 14. September 1995 - weniger als drei Monate nach dem Unfall - fest, dass nichtsomatische Beschwerden eine Rolle spielten, und im Austrittsbericht der Klinik Z.________ vom 19. April 1996 wurden nach zweimonatiger Behandlung dringendst psychosomatische Begleitung und Betreuung empfohlen, weil eine gewisse Symptom-Verstärkung aus unfallfremden Gründen nicht ausgeschlossen werden konnte. a) Die Vorinstanz hat die Rechtsprechung zur Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der in der Folge eingetretenen psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit in Erw. 3b des angefochtenen Entscheides zutreffend wiedergegeben. Es wird darauf verwiesen. b) Ausgehend von einem mittelschweren Unfall hat das kantonale Gericht in Anwendung der nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 140 Erw. 6c aa) massgebenden Kriterien festgestellt, dass weder ein einzelnes unfallbezogenes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise gegeben sei, noch mehrere Kriterien erfüllt seien, weshalb es die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den persistierenden Beschwerden verneinte. Dieser Beurteilung ist beizupflichten. Was der Versicherte hiegegen einwendet, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Richtig ist, dass er eine Verletzung erlitten hat, die erfahrungsgemäss geeignet ist, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. Die weiteren unfallbezogenen Kriterien sind jedoch allesamt nicht gegeben. Der Unfall ereignete sich weder unter dramatischen Begleitumständen noch ist er als besonders eindrücklich zu bezeichnen. Körperliche Dauerschmerzen liegen nicht vor, und von einer ungewöhnlich langen Dauer der Behandlung der somatischen Unfallfolgen, einer ärztlichen Fehlbehandlung oder einem schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen kann nicht die Rede sein. Schliesslich liegt auch keine lang dauernde physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit vor. Soweit der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen rund zwei Jahre arbeitsunfähig war, ist dies grösstenteils auf psychische Gründe zurückzuführen.