Citation: 6B_117/2024 E. A

Die Staatsanwaltschaft wirft A.________ mehrfache versuchte schwere Körperverletzung zum Nachteil des Ehepaars B.________ und C.________ vor. Er sei wütend gewesen, weil sie seine damalige Frau unterstützt hätten, nachdem diese ihn nach häuslicher Gewalt verlassen habe. Er habe mehrfach gedroht, wenn sie ihm seine Frau nicht zurückschickten, werde er deren ganze Familie umbringen. Diese Drohungen seien nicht ernst genommen worden. Am 28. Dezember 2018 sei A.________ von Langenthal in Richtung Melchnau zum Arbeitsplatz von C.________ gefahren, weil er mit ihr über seine Frau und die Kinder habe sprechen wollen. In Melchnau sei ihm der Personenwagen des Ehepaars entgegengekommen. Am Steuer sei B.________ gesessen und auf dem Beifahrersitz C.________. A.________ habe seinen Personenwagen bei der Landi Melchnau gewendet und sei dem Ehepaar in Richtung Langenthal gefolgt. Auf der langen Geraden nach Obersteckholz mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h habe A.________ seinen Personenwagen auf 125 km/h beschleunigt und sei mit dieser Geschwindigkeit absichtlich in das Heck des Personenwagens des Ehepaars gefahren, der zu diesem Zeitpunkt mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 70 km/h unterwegs gewesen sei. Der Personenwagen des Ehepaars sei durch die Kollision von der Fahrbahn geschleudert worden und habe sich im Wiesland ungefähr 270 Grad um die eigene Achse gedreht, ohne sich zu überschlagen, bevor er zum Stillstand gekommen sei. C.________ habe nach dem Unfall ungefähr zwei Wochen körperliche Schmerzen verspürt, sei jedoch nicht verletzt worden. Schlimmer seien die psychischen Folgen gewesen, da sie um sich und ihre Familie gefürchtet habe. B.________ habe unmittelbar nach dem Unfall an geringen Schmerzen bei Drehung der Halswirbelsäule und an einem Druckschmerz im mittleren Bereich der Brustwirbelsäule über den Dornfortsätzen gelitten. Danach habe während vier Monaten sein Nacken- und Schulterbereich geschmerzt, diese Beschwerden habe er medikamentös behandelt. Auch psychisch sei es ihm während vier Monaten nicht gut gegangen. Es sei reiner Zufall und Glück, dass B.________ und C.________ keine gravierenderen Verletzungen erlitten hätten. A.________ sei absichtlich mit hoher Geschwindigkeit und einem grossen Geschwindigkeitsunterschied von ca. 55 km/h auf den Personenwagen des Ehepaars aufgefahren und habe damit eine schwere Verletzung von B.________ und C.________ zumindest in Kauf genommen, wenn nicht gar beabsichtigt.