Citation: 6B_81/2019 E. 2.4.1

2.4.1. Die Beschwerdeführerin führt aus, die Vorinstanz zweifle zu Unrecht an der Zuverlässigkeit der Aussagen von B.________. Dass diese den Schwitzkasten erst im Rahmen der zweiten Einvernahme erwähnt habe, spreche nicht gegen ihre Glaubhaftigkeit. Im Zentrum der ersten Befragung habe das Geschehen gestanden, das zu den schweren Verletzungen geführt habe. Auch die Schlussfolgerung der Vorinstanz, der von B.________ geschilderte Tatablauf sei nicht nachvollziehbar, sei unhaltbar (Beschwerde S. 10 ff.). Die Vorinstanz hält fest, B.________ habe erst anlässlich der zweiten Befragung erklärt, sie habe den Beschwerdegegner in den Schwitzkasten genommen, als sie sich zu ihm begeben habe, weil er auf sie habe losgehen wollen. In der Konfrontationseinvernahme sei sie wieder zu ihrer ersten Darstellung zurückgekehrt bzw. habe erwähnt, sie habe den Beschwerdegegner, als er zu ihnen herübergekommen sei, etwas festgehalten, weil sie ihn habe beruhigen wollen. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung habe B.________ in der freien Schilderung des Geschehens verschwiegen, dass sie den Beschwerdegegner in den Schwitzkasten genommen habe. Sie habe dies erst auf konkretes Nachfragen hin bestätigt. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, da der Beschwerdegegner, C.________ und die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Vorgeschichte übereinstimmend von einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen B.________ und dem Beschwerdegegner berichtet hätten und auch B.________ wiederholt davon gesprochen bzw. bestätigt habe, den Beschwerdegegner in den Schwitzkasten genommen zu haben, sei erstellt, dass dies so stattgefunden habe. Es falle jedoch auf, dass B.________ dies in ihren Befragungen mehrfach verschwiegen habe (Urteil S. 9 E. 3.c/bb). Der Beschwerdeführerin ist insofern beizupflichten, als dass nicht angenommen werden muss, B.________ habe zwei Mal bewusst nichts vom Schwitzkasten erzählt und diesen mithin mehrfach verschwiegen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass sie diesen nicht das Kerngeschehen betreffenden Umstand als nicht erwähnenswert empfand bzw. vergass, ihn ins Feld zu führen. Allerdings stellt die Vorinstanz weiter fest, die einzige Person, welche die Schläge des Beschwerdegegners gesehen haben wolle, sei B.________ und ihre diesbezüglichen Aussagen enthielten massive Widersprüche. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Beschwerdeführerin, die gemäss Angaben von B.________ am Aufstehen gewesen sei und sich erst etwa 50 cm ab Boden befunden haben solle, durch einen Schlag des Beschwerdegegners, den dieser von oben nach unten durchgezogen haben soll, derart in den ein bis zwei Meter entfernten Zaun habe befördert werden können, dass sie darin hängen geblieben wäre. Unstimmig sei auch, dass C.________, der etwa vier Meter entfernt vom Geschehen gestanden habe, die Beschwerdeführerin nicht im Zaun habe hängen sehen, so wie es B.________ geschildert habe, sondern auf der rechten Körperseite, fast auf dem Rücken am Boden liegend. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, wegen dieser Unstimmigkeiten würden in Bezug auf das Kerngeschehen deutliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Schilderung von B.________ und C.________ verbleiben (Urteil S. 11 E. 3.c/cc). Diese Schlussfolgerung ist selbst dann nicht zu beanstanden, wenn davon auszugehen ist, dass B.________ nicht gut schätzen kann (Beschwerde S. 13 f. Ziff. 13). Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin stützt sich die Vorinstanz betreffend Schilderung des Kerngeschehens nicht alleine auf die Antworten von B.________ auf die Fragen 47 ff. in der Einvernahme vom 8. Dezember 2015 (Beschwerde S. 12 f. Ziff. 11; kantonale Akten ST.2014.12832). Der massgebliche Widerspruch bzw. die physikalische Unmöglichkeit besteht vielmehr in der vorerwähnten, von der Beschwerdeführerin zitierten Aussage von B.________ betreffend die Frage, wie nahe die Beschwerdeführerin beim zweiten Schlag beim Zaun gestanden habe (Fragen 47 f.), ein bis zwei Meter neben dem Zaun, und der Schilderung von B.________, "... als sie [die Beschwerdeführerin] [nach dem ersten Schlag des Beschwerdegegners] am Aufstehen war und ca. 30 bis 40 cm über dem Boden war, hat er erneut zugeschlagen. Sie ist mit dem Hinterkopf über den Eisenzaun gefallen. Sie ist richtig in den Zaun gefallen...." (Frage 11) bzw. ihren Angaben anlässlich der Berufungsverhandlung, beim zweiten Schlag sei die Beschwerdeführerin halb auf den Beinen, in Rückenlage, gewesen, etwa einen halben Meter ab Boden; der Beschwerdegegner habe ihr da von oben nach unten ins Gesicht geschlagen; dabei habe er richtig durchgezogen (Einvernahme von B.________ vom 3. September 2018, kantonale Akten ST.2016.161-SK3 act. B/49 S. 7 f.). Auf die weiteren Einwände der Beschwerdeführerin zur Würdigung der Aussagen von B.________ zum Rahmengeschehen (z.Bsp. dem ersten Kontakt zwischen ihr und dem Beschwerdegegner) - die sich ohnehin weitgehend in einer appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil erschöpfen, auf die das Bundesgericht nicht eintritt (E. 2.3) - braucht nicht weiter eingegangen zu werden. Angesichts dieser bei objektiver Betrachtung erheblichen und nicht zu unterdrückenden Zweifel, ob sich der angeklagte Sachverhalt so verwirklicht hat, ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Vorbringen einen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens haben könnten.