Citation: 4A_547/2022 E. 5.3.1

5.3.1. Damit ein Rechtstitel überhaupt Gegenstand einer Vollstreckbarerklärung gemäss Art. 38 Abs. 1 LugÜ sein kann, muss er einen vollstreckungsfähigen Inhalt aufweisen (HOFMANN / KUNZ, a.a.O., N. 144 zu Art. 38 LugÜ; STAEHELIN / BOPP, a.a.O., N. 12 zu Art. 41 LugÜ; WALTER / DOMEJ, a.a.O., S. 412; ARNOLD, a.a.O., S. 4; SPÜHLER / RODRIGUEZ, a.a.O., S. 91; OBERHAMMER, a.a.O., N. 10 zu Art. 38 EuGVVO N. 20 f.). Mithin muss sich die dem Entscheid zukommende Rechtswirkung tatsächlich vollstrecken lassen (vgl. Urteil 5A_880/2015 vom 3. Juni 2016 E. 2). Ist dies nicht der Fall, so kann das Vollstreckungsgericht dem Exequaturantrag nicht stattgeben und hat diesen stattdessen in einen Antrag auf Feststellung der Anerkennung nach Art. 33 Abs. 3 LugÜ umzudeuten (STAEHELIN / BOPP, a.a.O., N. 12 zu Art. 41 LugÜ; OBERHAMMER, a.a.O., N. 20 zu Art. 38 EuGVVO). Grundsätzlich können nur Leistungsurteile für vollstreckbar erklärt werden (HAIMO SCHACK, Internationales Zivilverfahrensrecht, 6. Aufl. 2014, S. 381; BAUMGARTNER / DOLGE / MARKUS / SPÜHLER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 10. Aufl., 2018, S. 429; vgl. auch WALTER / DOMEJ, a.a.O. S. 413). Mit anderen Worten weist nur jenes Urteil einen vollstreckungsfähigen Inhalt auf, das den Schuldner zu einer Leistung verpflichtet (OBERHAMMER, a.a.O., N. 10 zu Art. 40, 41 EuGVVO). Demgegenüber sind z.B. Feststellungsurteile oder Gestaltungsurteile nicht vollstreckungsfähig (HOFMANN / KUNZ, a.a.O., N. 145 zu Art. 38 LugÜ; SPÜHLER / RODRIGUEZ, a.a.O., S. 91).