Citation: 8C_824/2023 E. 7.1

7.1. Bei der strittigen Festlegung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdegegnerin stützte sich das kantonale Gericht auf die Formulierung des psychiatrischen Sachverständigen, wonach er "aktuell maximal eine 30 (-40%) ige Verminderung der Arbeitsfähigkeit" sehe. Dieses Attest, so die Vorinstanz, sei nicht eindeutig und folglich auslegungsbedürftig. Die Obergrenze von 40 % dürfe nicht ignoriert werden, da die Klammerbemerkung ansonsten sinnlos wäre. Dies werfe allerdings die Frage auf, weshalb der Sachverständige nicht direkt einen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40 % attestiert habe. Die einzig sinnvolle Erklärung sei darin zu erblicken, dass Dr. med. B.________ die Beschwerdegegnerin als eher zu maximal 30 % und eher weniger als zu maximal 40 % arbeitsunfähig qualifiziert habe, einen Arbeitsunfähigkeitsgrad von bis zu 40 % aber nicht völlig habe ausschliessen können. Bei sorgfältiger Interpretation müsste folglich ein Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30 % als am wahrscheinlichsten qualifiziert und entsprechend ab Sommer 2015 von einer solchen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Nach der Praxis des Bundesgerichts müsse allerdings bei einer Angabe eines Bereichs, in dem der Arbeitsfähigkeitsgrad liege, immer auf den Mittelwert - hier also 35 % - abgestellt werden.