Citation: U 577/06 05.12.2007 E. 3

3.1 Aufgrund der umfassenden medizinischen Aktenlage, insbesondere des schlüssigen und überzeugenden Austrittsberichts der Klinik E.________ vom 8. März 2005 steht fest, dass keine relevanten organischen Unfallfolgen mehr klinisch erklärbar sind. Laut diesem Bericht, welcher alle rechtsprechungsgemässen Kriterien (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352 mit Hinweisen) für eine beweistaugliche medizinische Entscheidungsgrundlage erfüllt, besteht ein therapierefraktäres zerviko-okzipitales und zerviko-thorakales Schmerzsyndrom ohne Seitenprädilektion mit auffälliger Schonhaltung ohne Hinweise auf eine periphere-neurologische Störung. Aus psychosomatischer Sicht, basierend auf einem psychosomatischen Konsilium vom 19. Januar 2005, wurden eine Anpassungsstörung und eine längere depressive Reaktion bei psychosozialer Belastung (Unfall, drohende Ausweisung) bestätigt. Entgegen der Vorinstanz kann zwar nicht gesagt werden, sämtliche ärztlichen Feststellungen liessen in keiner Weise auf ein Schleudertrauma schliessen, wurde doch ursprünglich eine Distorsion/Kontusion im zervikothorakalen Übergansbereich diagnostiziert und später anlässlich einer neurologischen und einer rheumatologischen Abklärung die Diagnose eines zervikothorakalen Schmerzsyndroms bei Zustand nach Kollisionsunfall gestellt. Allerdings hat sie das Vorliegen des für ein Schleudertrauma typischen bunten Beschwerdebildes richtigerweise verneint. So lagen beim Beschwerdeführer im Anschluss an den Unfall Schmerzen im Kopf und Schulterbereich vor, kognitive und andere Einschränkungen bestanden aber nicht. Nacken- und Kopfschmerzen sind zwar typische Symptome eines Schleudertraumas, reichen für sich allein aber nicht aus. Entgegen dem Beschwerdeführer lässt sich aus dem Urteil vom 18. Mai 2005 (U 122/03 E. 3.2.) nichts Gegenteiliges entnehmen, so sind auch darin zusätzliche Kriterien erwähnt. Gemäss BGE 117 V 359 bedarf es zur Bejahung der natürlichen Kausalität bei Schleudertrauma einer Häufung der Beschwerden, wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung etc.. Die erstmals im Rahmen des stationären Aufenthalts in E.________ geltend gemachten Beschwerden vermögen nicht zu einer anderen Beurteilung zu führen. So hat sich das bunte Beschwerdebild erst nach einer mehrmonatigen Latenz im Zusammenhang mit einer generellen Symptomausweitung ausgebildet. Vor diesem Hintergrund wurde für die Beurteilung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu Recht die Anwendbarkeit der in BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 festgelegten Kriterien verneint und die in BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze als massgebend beurteilt. Überdies ergibt sich aufgrund der medizinischen Akten, dass den physischen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle zukommt, was ebenfalls für die Anwendung der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen spricht. Die Einwendungen des Beschwerdeführers vermögen daran nichts zu ändern. 3.2 Das kantonale Gericht hat sodann zutreffend dargelegt, dass der für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers rechtsprechungsgemäss (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 ff.) vorausgesetzte adäquate Kausalzusammenhang zum korrekterweise als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten eingestuften Unfällen zu verneinen ist. Auch diesbezüglich sind die Einwendungen des Beschwerdeführers nicht geeignet, zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen. Insbesondere kann von einem Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen aufgrund des Unfallherganges mit Blick auf die geltende Rechtsprechung nicht die Rede sein. Zudem kann weder von einer Häufung der erforderlichen Kriterien noch von besonders ausgeprägter Intensität eines einzelnen Kriteriums gesprochen werden. Die erneut geltend gemachten Dauerschmerzen, die Dauer der Heilbehandlung und die langdauernde Arbeitsunfähigkeit, finden ihren Grund in der psychischen Einschränkung und sind mithin im Rahmen der hier anwendbaren Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen auszuklammern. Bei dieser Ausgangslage sind mit der Vorinstanz von ergänzenden Sachverhaltsabklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb auch im vorliegenden Verfahren im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung (BGE 124 V 90 E. 4b S. 94) darauf verzichtet wird. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist darin nicht zu erkennen (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162 mit Hinweis; SVR 2006 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.3, I 573/03).