Citation: 6P.29/2007 27.04.2007 E. 9

9.1 Gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB wird der Schuldner, der durch Misswirtschaft, namentlich durch ungenügende Kapitalausstattung, unverhältnismässigen Aufwand, gewagte Spekulationen, leichtsinniges Gewähren oder Benützen von Kredit, Verschleudern von Vermögenswerten oder arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung oder Vermögensverwaltung seine Überschuldung herbeiführt oder verschlimmert, seine Zahlungsunfähigkeit herbeiführt oder im Bewusstsein seiner Zahlungsunfähigkeit seine Vermögenslage verschlimmert, mit Gefängnis bis zu 5 Jahren bestraft, sofern über ihn der Konkurs eröffnet oder gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist. Der Tatbestand der Misswirtschaft stellt einen Auffangtatbestand zu den Tatbeständen des betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetruges gemäss Art. 163 StGB und der Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung im Sinne von Art. 164 StGB dar. Er kann nur vom Schuldner selber oder von einem der in der Haftungsregel von Art. 172 StGB genannten Organ erfüllt werden. Der Beschwerdeführer war vom 23. Oktober 1990 Alleinaktionär und ab 31. Juli 1997 einziger Verwaltungsrat der A.________ AG. Er trug damit von diesem Zeitpunkt an die alleinige Verantwortung für die Gesellschaft (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 5). Nach Art. 172 StGB ist somit die Bestimmung von Art. 165 StGB auf den Beschwerdeführer anzuwenden, auch wenn das die Strafbarkeit begründende Merkmal der Schuldnereigenschaft nicht bei ihm persönlich, sondern nur bei der Gesellschaft vorliegt (BGE 131 IV 49 E. 1.3.1 mit Hinweisen). 9.2 Aufgrund der willkürfrei festgestellten Tatsachen durfte der Beschwerdeführer nicht davon ausgehen, das ihm von der A.________ AG gewährte bzw. laufend erhöhte Darlehen sei durch persönliches Vermögen hinreichend gesichert und die Liegenschaften der Gesellschaft wiesen einen um Fr. 2.3 Mio. höheren Wert auf. Aufgrund dieser Tatsachen kommt die Vorinstanz zum Schluss, er habe die Überschuldung der A.________ AG herbeigeführt oder ihre Vermögenslage im Bewusstsein der Zahlungsunfähigkeit jedenfalls verschlechtert.