Citation: 8C_155/2024 E. 5.1

5.1. Das kantonale Gericht stellte fest, dass die Verfügung vom 29. September 2015 letztlich gestützt auf den begründeten Bericht des med. pract. D.________ vom 22. Juli 2015 ergangen sei. Der RAD-Arzt habe nach eigener Untersuchung vom 21. Juli 2015 eine rezidivierende Depression nach Arbeitsüberlastung bei soziokultureller Belastung sowie - ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - eine Persönlichkeitsakzentuierung diagnostiziert und in einer angepassten Tätigkeit ("eher Einzelarbeitsplatz") keine Arbeitsunfähigkeit attestieren können. Obschon diese Einschätzung wesentlich von der Zumutbarkeitsbeurteilung der behandelnden Psychiaterin abgewichen sei, die eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit postuliert habe, könne nicht gesagt werden, der RAD-Bericht sei nicht nachvollziehbar und die darauf basierende Verfügung zweifellos unrichtig. Es liege somit keine Mangelhaftigkeit der ursprünglichen Verfügung vor, die eine Prüfung eines Revisionsgrundes verunmöglichen würde. Mithin sei zu prüfen, ob sich die damalige gesundheitliche Situation mit uneingeschränkter Leistungsfähigkeit zwischenzeitlich verschlechtert habe. Im Gutachten der Gutachterstelle F.________ vom 2. Juli 2020 sei zwar neben einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, sowie einer Agoraphobie mit Panikstörung neu eine PTBS diagnostiziert worden. Der Sachverhalt und die Befunde seien aber im Wesentlichen unverändert. So sei die Beeinträchtigung auf die frühere Arbeitssituation und die Gewalterfahrung in der Kindheit und Jugend zurückgeführt und ausdrücklich festgehalten worden, die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestehe seit 29. Dezember 2013. Auch aus dem Gutachten des Prof. Dr. med. G.________ ergebe sich kein Revisionsgrund, da es keine tatsächliche Verschlechterung belege, sondern lediglich eine andere diagnostische Einordnung beinhalte. Die von Prof. Dr. med. G.________ neu gestellte Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung ändere daran nichts, habe er doch ausdrücklich festgehalten, dass die Symptomatik und die Arbeitsunfähigkeit seit 2014 im Wesentlichen unverändert seien. Damit liege keine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes vor. Weil ein Revisionsgrund nicht vorliege, könne die leistungsablehnende Verfügung ohne Prüfung der Standardindikatoren bestätigt werden.