Citation: I 768/01 13.08.2002 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen der Ziffer 404 GgV Anhang für die Leistungspflicht der Invalidenversicherung erfüllt sind. Während die Vorinstanz die rechtzeitige Diagnosestellung vor dem 25. Mai 2000 (an welchem Tag der Versicherte das 9. Altersjahr vollendet hat) und den rechtzeitigen Behandlungsbeginn bejaht, verneint das BSV beides. a) Aus dem Bericht von Frau Dr. med. G.________, Kinderärztin FMH, speziell Kinderneurologie, vom 2. März 2001 ergibt sich, dass diese Ärztin die Diagnose eines POS anlässlich einer Untersuchung vom 11. Dezember 2000 gestellt und ab Januar 2001 eine Psychomotorik-Therapie veranlasst hat. Wird auf diese Angaben abgestützt, wären Diagnosestellung und Behandlungsbeginn verspätet erfolgt. Dr. G.________ gibt indessen an, dass die Diagnose bereits im März 2000 von Frau R.________, Psychologin FSP bei der Erziehungsberatung, gestellt worden sei. b) Diese führt im Bericht vom 26. März 2001 aus, sie habe den Versicherten anlässlich der Schulreifeabklärung im Mai 1998 kennen gelernt. Er sei schon im Kindergarten sehr stark aufgefallen. Bei der Standortbestimmung im April 1999 habe Frau R.________ die Mutter des Versicherten darauf angesprochen, dass ihr Kind deutliche Symptome eines POS zeige. Eine weitere Standortbestimmung im März 2000 habe ein unverändertes Bild gezeigt. "Für mich stellte ich hier klar die Diagnose POS", obwohl die Mutter diese Diagnose nicht habe akzeptieren können. Seit der Einschulung besuche der Versicherte zweimal in der Woche einen Spezialunterricht im heilpädagogischen Ambulatorium. Bei einem Schulbesuch im Oktober 2000 habe sich deutlich gezeigt, wie rastlos er arbeite und wie schnell seine Konzentration erschöpft sei. Nach einem nochmaligen Gespräch sei die Mutter bereit gewesen, ihren Sohn bei Frau Dr. med. G.________ anzumelden. Gemäss einem weiteren Bericht von Frau R.________ vom 16. Mai 2001 erhielt der Versicherte den erwähnten Spezialunterricht bei Frau B.________ schwerpunktmässig im psychomotorischen Bereich. Entgegen der IV-Stelle, wonach Frau B.________ nicht auf der Liste der anerkannten Psychomotorik-Therapeutinnen aufgeführt sei, verfüge diese sehr wohl über die notwendige Ausbildung. c) Handelte es sich bei der Untersuchung 1999 erst um eine Vermutung, stand auf Grund der Untersuchung von 2000 die Diagnose POS für Frau R.________ fest. Im vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht neu eingereichten Bericht vom 26. Januar 2002 bestätigt diese den bisher dargelegten Sachverhalt. Die erst nach dem vollendeten