Citation: 1C_474/2015 E. 3.2

3.2. Im Kanton Schwyz bzw. im Bezirk Küssnacht kann gegen Bauvorhaben im ordentlichen Verfahren während der 20-tägigen Auflagefrist Einsprache erhoben werden (§ 80 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes des Kantons Schwyz vom 14. Mai 1987 [PBG; SRSZ 400.100] und Art. 123 Abs. 1 des Baureglements des Bezirks Küssnacht vom 21. Mai/1. November 2006 [BauR] i.V.m. § 78 Abs. 1 PBG und Art. 121 Abs. 1 BauR). Spätere Einsprachen sind zulässig, wenn die baulichen Vorkehren aus dem Baugespann und den aufgelegten Plänen nicht deutlich ersichtlich waren oder ihnen widersprechen (§ 80 Abs. 3 PBG und Art. 123 Abs. 3 BauR). Änderungen bereits bewilligter Bauvorhaben können wie kleinere Bauvorhaben unter bestimmten Voraussetzungen im vereinfachten Verfahren ohne Auflage und Publikation bewilligt werden (§ 79 Abs. 1 und 2 PBG und Art. 122 Abs. 1 BauR). Fehlt im vereinfachten Verfahren das schriftliche Einverständnis eines direkten Anstössers, wird diesem eine 20-tägige Frist angesetzt, verbunden mit dem Hinweis, dass innert dieser Frist Einsprache erhoben werden kann (§ 79 Abs. 3 PBG). In Auslegung dieser Bestimmungen führte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid nachvollziehbar aus, ein Änderungsprojekt könne grundsätzlich bezüglich der Bauteile angefochten werden, welche durch die Änderung unmittelbar oder mittelbar betroffen werden. Wie dem angefochtenen Entscheid zu entnehmen ist, gilt dies nach der Praxis der Vorinstanz selbst dann, wenn die Änderung zu einer Reduktion des ursprünglichen Bauprojekts führt. Hingegen eröffne unter Berücksichtigung von § 80 Abs. 3 PBG eine im vereinfachten Verfahren bewilligungsfähige Projektänderung einer Person, die es versäumt habe, rechtzeitig Einsprache gegen das ursprüngliche Projekt zu erheben, grundsätzlich nicht die Möglichkeit, auf diesem Weg doch noch Einwände gegen das ganze aktuelle Bauvorhaben vorzubringen. Letzteres ist nach Ansicht der Vorinstanz vorliegend jedoch ohne entscheidende Bedeutung, weil die Rügen der damaligen Einsprecher bzw. Beschwerdeführer die Projektänderungen betroffen oder mit diesen in engem Zusammenhang gestanden hätten. Wie dem angefochtenen Entscheid weiter entnommen werden kann, erachtete die Vorinstanz den Bezirksrat und den Regierungsrat unter diesen Umständen als zuständig, je die Rügen der damaligen Einsprecher bzw. Beschwerdeführer materiell zu beurteilen. Offenbar sei seinerzeit auch der Bezirksrat noch davon ausgegangen, dass sich die Rügen der Einsprecher auf die Projektänderungen bezogen hätten, zumal er darauf eingegangen sei, sie geprüft und abgewiesen habe.