Citation: U 408/04 09.05.2005 E. 3

Der Beschwerdeführer war im Einsprache- und im kantonalen Verfahren noch wie Unfallversicherer und Vorinstanz davon ausgegangen, dass unfallbezogen nurmehr psychische Gründe für die persistierende Symptomatik verantwortlich seien. Letztinstanzlich lässt er als Begründung hiefür erstmals einen weiterhin bestehenden organischen unfallbedingten Gesundheitsschaden geltend machen. 3.1 Soweit dabei auf die diagnostizierte Diskushernie Bezug genommen wird, ist festzuhalten, dass die beteiligten Ärzte verschiedener Fachrichtung die Bandscheibenveränderung weder als Ursache der Beschwerden interpretiert noch in einen kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 6. Februar 2002 gebracht haben. Einzig Dr. med. M.________, Chirurgie FMH, vertrat mit Bericht vom 26. März 2002 eine abweichende Auffassung. Hiefür wird aber keine überzeugende Begründung abgegeben. Es entspricht im Übrigen einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise unter besonderen Voraussetzungen als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Die Annahme einer ausnahmsweisen Unfallkausalität setzt u.a. voraus, dass das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 Erw. 2a mit Hinweisen, 2000 Nr. U 378 S. 190 f. Erw. 3; statt vieler: Urteil Z. vom 9. Oktober 2003, U 360/02, Erw. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Als Beispiele werden etwa ein freier Sturz aus erheblicher Höhe, ein Sprung aus 10 m Höhe, ein Sturz beim Tragen von Lasten oder ein Zusammenstoss bei grosser Geschwindigkeit genannt (Urteil Z. vom 26. Juli 2000, U 24/00, Erw. 3c). Ein solches Ereignis liegt hier, wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, mit Blick auf den aktenkundigen Unfallhergang (ebenerdiger Stolpersturz auf die seitliche Hüft-/Beckenregion mit kleinerem Rohr in der Hand) nicht vor. Es kann im Übrigen auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden. 3.2 Die weiteren Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, mit welchen eine unfallkausale organische Ursache der bestehenden Schmerzsymptomatik begründet werden soll, stellen im Wesentlichen Mutmassungen dar, die in den medizinischen Akten keine Stütze finden und hier nicht im Einzelnen wiederzugeben sind. Besonderer Erwähnung bedarf lediglich, dass der tatsächlich bestehende Beckenschiefstand bereits in einem Arztbericht aus dem Jahr 1981 beschrieben wurde und somit entgegen der vom Versicherten vertretenen Auffassung keine Rückschlüsse auf kausale Zusammenhänge mit dem Unfall vom 6. Februar 2002 zu begründen vermag. 3.3 Festzuhalten bleibt, dass die Akten umfassenden und zuverlässigen Aufschluss über die sich stellenden medizinischen Sachverhaltsfragen geben. Soweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde Kritik an einzelnen medizinischen Berichten geübt wird, ist diese, auch mit Blick auf die in den wesentlichen Punkten übereinstimmenden weiteren ärztlichen Stellungnahmen, unbegründet. Es ist in diesem Zusammenhang überdies zu betonen, dass sich die beteiligten Ärzte ihre Meinung jeweils in Kenntnis der mittels bildgebender Verfahren erhobenen Befunde gebildet haben. Von medizinischen Beweisergänzungen ist abzusehen, da hievon keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b; RKUV 2003 Nr. U 473 S. 50 Erw. 3.4, 2002 Nr. U 469 S. 527 Erw. 2c). 3.4 Nach dem Gesagten bleibt es bei der Feststellung, dass die noch bestehende und den Beschwerdeführer in der Arbeitsfähigkeit - gegebenenfalls Erwerbsfähigkeit - einschränkende Symptomatik, soweit nicht ohnehin unfallfremd degenerativ begründet, mit einer psychischen Problematik zu erklären ist. Diese wird in den medizinischen Akten (worunter ein im Verfahren der Invalidenversicherung eingeholtes psychiatrisches Gutachten vom 21. November 2003) als chronifiziertes Schmerzsyndrom resp. als anhaltende somatoforme Schmerzstörung interpretiert.