Citation: U 160/01 23.04.2002 E. 3

3.- a) Wie die Vorinstanz in sorgfältiger und korrekter Würdigung des Gutachtens des Prof. Dr. med. E.________ erkannt hat, ist in Nachachtung der in Erw. 1b hievor genannten materiell- und beweisrechtlichen Anforderungen vorliegend entscheidwesentlich, dass die fragliche Krankheit zum einen ausschliesslich in der Berufsgruppe des Beschwerdegegners vorkommt - und damit weit mehr als viermal häufiger auftritt als in der Bevölkerung im Allgemeinen - und dieser zum anderen während längerer Arbeitsdauer einer besonderen beruflichen Belastung mit spezifischer Auswirkung auf die betroffene Ansatzmuskulatur ausgesetzt war. Hieraus erhellt, dass die diagnostizierte tätigkeitsspezifische fokale Dystonie zumindest stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist und, da der Nachweis eines im Sinne der Rechtsprechung qualifizierten Kausalzusammenhanges erbracht ist, eine Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 2 UVG darstellt. b) Nicht beigepflichtet kann dem Gutachter insoweit, als er schlussfolgernd die Auffassung vertritt, angesichts der Tatsache, dass die Krankheit auch unter Berufstrompetern nur selten auftrete, müsse als massgebliche Mitursache eine bislang unbekannte schicksalsbedingte, im Organismus des Beschwerdegegners begründete Voraussetzung und somit ein durch die Forschung noch näher zu definierender persönlicher Risikofaktor angesehen werden, weshalb die berufliche Verursachung in diesem Zusammenhang als unter 50 % anzunehmen bzw. die Auslösung der Krankheit letztlich überwiegend anlagebedingt sei. Wie im angefochtenen Entscheid zutreffend ausgeführt wurde, sind zum einen Art und spezifische Bedeutung des lediglich vermuteten - anlagebedingten - persönlichen Risikofaktors nicht bekannt; die berufliche Tätigkeit stellt den einzig konkret bekannten und mithin ursächlichen Faktor für das Leiden dar. Ferner sind auch innerhalb einer beruflichen Risikogruppe nicht regelmässig alle Personen von einem bestimmten Leiden betroffen. Deren Anzahl variiert vielmehr in starkem Ausmass und kann deshalb letztlich nicht ausschlaggebend für die Qualifikation als Berufskrankheit sein. Überdies beschäftigt vorliegend nicht primär die Frage nach dem exakten Anteil der Betroffenen innerhalb der Risikogruppe, sondern ist in erster Linie relevant, ob die vom Beschwerdegegner geklagte gesundheitliche Beeinträchtigung ausschliesslich oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist. Dies trifft ohne weiteres zu, wenn das Leiden - wie Prof. Dr. med. E.________ für das hier zu beurteilende Beschwerdebild glaubhaft darlegt - ausserhalb einer Berufsgruppe gar nicht auftritt. Der Kausalzusammenhang zwischen beruflicher Tätigkeit und Beschwerden ist vorliegend denn auch evident: Der Versicherte spielte seit seinem fünften Lebensjahr Trompete. Das muskuläre Leiden trat im Jahre 1993, mithin in seinem 50. Altersjahr bzw. nachdem er 45 Jahre lang Trompete gespielt hatte, auf. Der Beschwerdegegner war somit dem typischen, dauerhaften, wenn auch geringen Risiko der Erkrankung (BGE 116 V 144 Erw. 5d) während langer Zeit ausgesetzt gewesen. Hievon abweichende Ursachen (vorbestandene Gesundheitsschäden, andere, nicht beruflich belastende Tätigkeiten) können nach dem Gesagten medizinisch weder nachgewiesen noch zugeordnet werden.