Citation: 2C_515/2018 E. A

A.A.________ (geb. 1954; serbischer Staatsangehöriger) lebt seit 1984 (gemäss eigener Aussage: 1978) in der Schweiz und ist im Besitz der Niederlassungsbewilligung. Mit seiner Frau, die 2003 verstarb und ebenfalls über die Niederlassungsbewilligung verfügte, hat A.A.________ vier gemeinsame Kinder, die alle in der Schweiz zur Welt kamen und seit Geburt über die Niederlassungsbewilligung verfügten (B.A.________, geb. 1997; C.A.________, geb. 1999; D.A.________, geb. 2000; E.A.________, geb. 2001). Nach dem Tod seiner Ehefrau brachte A.A.________ die vier Kinder zu seinem Bruder und dessen Familie nach Serbien; die Abmeldung in der Schweiz erfolgte per 31. August 2006. Die Kinder waren aber bereits 2004 aus der Schweiz ausgereist. Am 18. September 2006 ersuchte A.A.________ die damalige kantonale Fremdenpolizei um Reservation der Niederlassungsbewilligung für die Kinder. Sie würden sich seit dem Tod der Mutter im Ausland aufhalten, da in der Schweiz keine Betreuungsperson vorhanden sei, sollen aber später wieder in die Schweiz einreisen. Mit Schreiben vom 25. September 2006 wurde dem Gesuch nicht entsprochen. Aufgrund Betriebsschliessung verlor A.A.________ 2008 seine Arbeitsstelle. Anschliessend war er arbeitslos und bezog Krankentaggelder sowie 2010 infolge eines Unfalls ein Taggeld der Suva. Ausserdem erhielt er seit dem Tod der Ehefrau eine Witwerrente sowie - für die Kinder - Waisenrenten. 2009 stellte A.A.________ ausserdem einen Antrag auf Leistungen der IV. Nach verschiedenen Abklärungen verneinte die IV mit Vorbescheid von 2014 einen Rentenanspruch. Am 12. Juni 2014 ersuchte A.A.________ das Amt für Migration um Familiennachzug für seine vier Kinder. Mit Schreiben vom 26. Juni 2014 teilte ihm das Amt für Migration mit, auf das Gesuch werde nicht eingetreten, da die Wohnsituation und die finanziellen Verhältnisse ungenügend seien und verschiedene Gesuchsunterlagen veraltet seien oder fehlten. Ein am 18. Dezember 2014 eingereichtes Gesuch auf Familiennachzug für den Sohn B.A.________ sandte das Amt für Migration am 13. Februar 2015 als gegenstandslos zurück, da die Frist von 30 Tagen für den Antrag auf Erteilung eines Schengen-Visums abgelaufen sei; das Gesuch wurde als "annuliert" gekennzeichnet. Am 27. Juli 2015 ersuchte A.A.________ das Amt für Migration erneut um Familiennachzug für den ältesten Sohn B.A.________. Am 19. Januar 2016 (nach Anhörung von B.A.________ durch die Schweizer Botschaft in Belgrad vom 18. Dezember 2015 sowie der Anhörung des Beschwerdeführers vom 15. Januar 2016 durch das Amt für Migration) informierte das Amt für Migration A.A.________ über die beabsichtigte Ablehnung des Gesuchs und gewährte das rechtliche Gehör. Am 22. Februar 2016 ersuchte A.A.________ um Fristerstreckung. Gleichzeitig reichte er ein Gesuch auf Familiennachzug für alle vier Kinder ein. In einer Stellungnahme vom 1. März 2016 machte er Unrechtmässigkeit der Ablehnung des Familiennachzugsgesuchs für den ältesten Sohn geltend und bestätigte das Gesuch auf Familiennachzug für alle vier Kinder. Nachdem sich der Gesundheitszustand von A.A.________ weiter verschlechtert hatte, beschloss die IV am 25. April 2016, dass er seit dem 1. September 2014 Anspruch auf eine halbe IV-Rente habe. Da A.A.________ als Witwer auch die Voraussetzungen für eine Hinterlassenenrente erfüllte, wurde ihm rückwirkend ab 1. September 2014 eine volle IV-Rente zugesprochen. Nach der Anhörung der übrigen drei Kinder durch die Schweizer Botschaft in Belgrad und weiteren Sachverhaltsabklärungen informierte das Amt für Migration A.A.________ am 28. März 2017 darüber, dass es das Gesuch auf Familiennachzug der vier Kinder abzulehnen gedenke. Nachdem A.A.________ hierzu Stellung genommen hatte, wies das Amt für Migration das Gesuch auf Familiennachzug mit Verfügung vom 23. Juni 2017 ab.