Citation: 2C_650/2020 E. 5.6.1

5.6.1. Zunächst ist festzuhalten, dass eine "angemessene Entschädigung" im Sinn von Art. 38 Abs. 3 BÜPF, wie bereits erwogen, keine vollständige Kompensation des Aufwandes bzw. keine Deckung sämtlicher variabler Kosten eines Mitwirkungspflichtigen verlangt; vielmehr sind gewisse Pauschalisierungen zulässig (vgl. E. 5.2 - 5.4 hiervor). Selbst die inzwischen aufgehobene GebV-ÜPF 2004 sah für derartige Auskünfte - trotz erheblich höherer Pauschalen - keine kostendeckenden oder individuell ausgestalteten Entschädigungen vor. Eine Pauschalisierung rechtfertigt sich insbesondere mit Blick auf den Umstand, dass die hier interessierenden Auskünfte, die von den Strafverfolgungsbehörden in Auftrag gegeben werden, zu den standardisierten Auskunftstypen gehören (vgl. E. 3.1 hiervor) und aus der Sicht des Dienstes ÜPF ein "Massengeschäft" darstellen. Das EJPD weist in seiner Beschwerde auf die Statistik des Dienstes hin, gemäss welcher im Jahr 2019 123'505 einfache Auskünfte in Auftrag gegeben worden, wovon 2'329 auf den Typ IR_7_IP gefallen seien. Vor diesem Hintergrund erscheint naheliegend, dass eine Ermittlung der tatsächlich anfallenden Kosten der jeweiligen Anbieterin mit einem hohen Aufwand seitens des Dienstes verbunden und deshalb kaum praktikabel wäre.