Citation: 1B_411/2019 E. 3.6

3.6. Mit dem Beschwerdeführer ist hingegen nicht einzusehen, weshalb die mögliche Nichtigerklärung der Einbürgerung einen Fluchtanreiz schaffen sollte. Ein solcher Entscheid kann auch ergehen, wenn er sich im Ausland aufhält, und seine Möglichkeiten sich dagegen zu wehren, wofür vermutlich ein ebenfalls erheblicher Anreiz besteht, sind voraussichtlich grösser, wenn er in der Schweiz bleibt. Auch das Argument, der Beschwerdeführer könnte sich dem Zugriff seiner Gläubiger entziehen wollen, überzeugt nicht vollumfänglich. Zwar kann es einen Anreiz darstellen, wegen der an sich zugestandenen hohen Spielschulden zu fliehen, um diese nicht bezahlen zu müssen. Dabei kommt es aber auf die Möglichkeiten der Gläubiger an, auch ausserhalb der Schweiz auf den Schuldner zuzugreifen. Soweit es um Spielschulden gegenüber kroatischen, serbischen oder sonstigen Gläubigern mit Beziehungen in diese Staaten geht, besteht nicht unbedingt ein Fluchtanreiz, da Spielschulden bekanntlich nicht immer ausschliesslich auf ordentlichem Weg eingetrieben werden. In diesem Zusammenhang genügen die bekannten Tatsachen nicht, um daraus Fluchtgefahr abzuleiten. Es führt aber auch nicht dazu, dass die aus den aktenkundigen Umständen abgeleitete Fluchtgefahr zu verneinen wäre. Was der Beschwerdeführer im Übrigen einwendet, schlägt nicht durch. Wie bereits erwähnt, bildet die Strafdrohung quantitativ zusammen mit anderen einschlägigen Faktoren einen ausreichenden Fluchtanreiz, selbst wenn davon ausgegangen wird, dass er sich in einem Indizienprozess mit offenem Ausgang befindet. Der Beschwerdeführer muss jedenfalls mit der Möglichkeit einer Verurteilung rechnen. Bei der Einschätzung des konkreten Strafmasses, mit dem er zu rechnen hat, darf zwar mitberücksichtigt werden, dass er nicht durch massgebliche Vorstrafen belastet wird. Eine erhebliche Auswirkung ergibt sich daraus im vorliegenden Fall aber nicht. Dass der Beschwerdeführer sodann Geld ins Ausland geschafft hat, ist nicht erforderlich. Überdies erscheint entgegen der anders lautenden Behauptung des Beschwerdeführers fraglich, ob Kroatien einen eigenen Staatsbürger an die Schweiz als Nichtmitgliedstaat der Europäischen Union ausliefern oder auch nur das Strafverfahren gegen ihn durchführen würde. Weiter entlastet es den Beschwerdeführer nicht, dass er nicht vor seiner Festnahme geflüchtet ist, konnte er doch nicht wissen, über welche Kenntnisse seiner mutmasslichen deliktischen Tätigkeit die Strafverfolgungsbehörden verfügten.