Citation: 6B_563/2023 E. 8.2

8.2. Die Vorinstanz verweist zunächst auf die erstinstanzlichen Erwägungen, wonach der Beschwerdeführer in der Türkei geboren und dort bis zu seinem 14. Lebensjahr aufgewachsen sei. Er habe dort während fünf Jahren die Primarschule besucht. Seit seiner Einreise im Jahr 1995 habe er sich in der Schweiz aufgehalten, wenn man von Unterbrüchen im Jahr 2017 und 2018 absehe. Die in der Schweiz angefangene Lehre habe er wegen fehlender Deutschkenntnisse abgebrochen. Er sei als Hilfsarbeiter in verschiedenen Bereichen tätig gewesen. Der Betrieb eines Restaurants von 2012 bis 2014 habe im Konkurs geendet. Zwei Ehen seien gescheitert. Aus erster Ehe habe er zwei Kinder, wobei bereits bei der Scheidung im Jahr 2012 den Eltern die Obhut über die jüngere Tochter entzogen worden sei. Auch das von ihm in der zweiten Ehe anerkannte Kind sei fremdplatziert worden und stehe unter der alleinigen Sorge und Obhut der Kindsmutter. Nach eigenen Angaben habe er zum Stiefkind keinen Kontakt und seine leiblichen Kinder würden nach wie vor in Pflegefamilien leben. Für eine besonders enge emotionale oder wirtschaftliche Bindung zu den Kindern lägen mangels Aussagen keine Hinweise vor. Unterhaltszahlungen leiste der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben keine. Zu seiner Ursprungsfamilie, die sich in der Schweiz aufhalte, halte er sporadischen Kontakt. Derzeit führe er eine Partnerschaft mit einer Frau. Gemäss eigenen Angaben spreche er nebst Türkisch auch Italienisch und leidlich Französisch sowie Deutsch. Die Familie des Beschwerdeführers habe schon mehrfach Sozialhilfe bezogen. Sein letzter Betreibungsregisterauszug offenbare eine erdrückende Schuldenlast. Der Beschwerdeführer sei schon in der Vergangenheit mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten und weise insofern einen getrübten Leumund auf. Auch habe er es wiederholt unterlassen, den migrationsrechtlichen An- und Abmeldepflichten nachzukommen. Zusammengefasst habe er die besonders prägenden Jahre in seinem Heimatland verbracht. Eine besonders erfolgreiche beruflich-wirtschaftliche Integration in der Schweiz sei angesichts fehlender Ausbildung und immenser Schulden nicht gegeben. Auch die soziale Integration erscheine als fraglich angesichts der bescheidenen Sprachkenntnisse, fehlender tiefergehender Bekanntschaften, unterdurchschnittlicher Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und schwachen Bindungen zum familiären Umfeld trotz langer Aufenthaltsdauer. Die Chancen für eine Reintegration im Heimatland erschienen zudem intakt, habe er doch die prägenden Jahre dort verbracht und sich auch später immer wieder dort aufgehalten. Ein schwerer persönlicher Härtefall sei damit insgesamt nicht ausgewiesen. Als Ansprechperson für die Beistände seiner fremdplatzierten Kinder könne er auch aus dem Ausland fungieren. Überdies würden die Interessen an der Landesverweisung angesichts der nicht unerheblichen Delinquenz und der mindestens getrübten Legalprognose ohnehin überwiegen.