Citation: C 446/99 12.02.2001 E. 2

2.- Es stellt sich zunächst die Frage, ob der Versicherte zu Recht mit der Verfügung vom 15. Februar 1999 wegen Ablehnung zumutbarer Arbeit für die Dauer von 45 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid die gesetzlichen Bestimmungen über die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bei Nichtbefolgen einer Weisung des Arbeitsamtes, namentlich bei Ablehnung einer zugewiesenen zumutbaren Arbeit (Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG) richtig wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen ist, dass sich die Dauer der Einstellung nach dem Grad des Verschuldens bemisst (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und 1- 15 Tage bei leichtem, 16-30 Tage bei mittelschwerem und 31-60 Tage bei schwerem Verschulden dauert (Art. 45 Abs. 2 AVIV). a) Bei der dem Beschwerdeführer zugewiesenen Tätigkeit als Hauswartshilfe im Pflegeheim A.________ handelt es sich um eine vorübergehende Beschäftigung im Sinne von Art. 72 Abs. 1 AVIG. Diese ist subsidiärer Natur und kommt erst in Frage, wenn dem Versicherten keine zumutbare Arbeit zugewiesen werden kann und keine andere arbeitsmarktliche Massnahme angezeigt ist (Art. 72a Abs. 1 AVIG; Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Rz 666). Anders als bei der Zuweisung einer Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beurteilt sich die Frage, ob eine dem Versicherten im Sinne von Art. 72 Abs. 1 AVIG zugewiesene vorübergehende Beschäftigung zumutbar ist, laut Art. 72a Abs. 2 AVIG in sinngemässer Anwendung von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG. Es ist deshalb einzig zu prüfen, ob die zugewiesene vorübergehende Beschäftigung dem Alter, den persönlichen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand des Versicherten nicht angemessen und damit unzumutbar ist. b) Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der Einsatz zu 50 % als Hauswartshilfe dem Versicherten zumutbar gewesen wäre. Die Arbeit hätte leichte Gartenarbeit (Unkrautbeseitigung, Rechenarbeiten und Häckeln), Malerarbeiten, kleinere Montagearbeiten oder Lagerräumung und -reinigung umfasst. Das Attest des Hausarztes Dr. med. M.________ vom 4. Februar 1999 bestätige zwar das Vorliegen langjähriger Rückenschmerzen, beziehe sich aber nicht auf die Tätigkeit im Altersheim A.________. Aufgrund der ausgewiesenen Rückenschmerzen sei er beim Heben mittelschwerer Lasten eingeschränkt. Bei der Hilfsarbeit hätte er jedoch abwechslungsreiche Tätigkeiten ausführen können, so dass die vorübergehende Beschäftigung trotz Rückenbeschwerden zumutbar gewesen wäre. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag am Ergebnis nichts zu ändern. Insbesondere kann der Einwand, bei der zugewiesenen Arbeit hätte eine repetitive Rückenbelastung aufgrund ausschliesslich stehender Arbeit vorgelegen, nicht überzeugen. Als Hauswartshilfe wären dem Versicherten vielfältige Arbeiten zugewiesen worden, die den Rücken unterschiedlich belastet hätten und nicht ausschliesslich im Stehen zu verrichten gewesen wären. Gerade beim Ausräumen eines Lagers oder bei dessen Reinigung wäre der Versicherte in ständiger Bewegung; auch bei kleineren Montagearbeiten oder Malerarbeiten ist nicht von einer repetitiven starken Rückenbelastung auszugehen. Zu beachten ist zudem, dass er nur vormittags tätig gewesen wäre, so dass auch in zeitlicher Hinsicht dem objektivierten Beschwerdebild gemäss den Arztzeugnissen des Hausarztes Dr. med. M.________ vom 4. Februar und 4. Juni 1999 Rechnung getragen wurde. Dem Beschwerdeführer wäre es zumindest zumutbar gewesen, den Einsatz anzutreten, um auszuprobieren, welche Arbeiten er hätte verrichten können und welche nicht. Er unternahm jedoch nicht einmal den Versuch, im Dialog mit der Leitung des Programms zur vorübergehenden Beschäftigung für ihn geeignete Arbeiten zu finden, sondern nahm am Programm gar nicht teil. Der Versicherte kam damit seiner gesetzlichen Schadenminderungspflicht ungenügend nach (Art. 17 Abs. 3 AVIG), so dass eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu Recht erfolgte. c) Die vom AWA verfügte Einstellungsdauer liegt mit 45 Tagen im mittleren Bereich des schweren Verschuldens. Unter dem Blickwinkel des erstmaligen Nichtantritts eines Einsatzes in einem Beschäftigungsprogramm und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Versicherte an Rückenbeschwerden leidet und ihm daher verständlicherweise nicht alle Arbeiten im Rahmen dieser vorübergehenden Beschäftigung als geeignet erschienen, rechtfertigt es sich, im Rahmen der Ermessenskontrolle (Art. 132 lit. a OG) das Verschulden als mittelschwer einzustufen, so dass die Einstellung in der Anspruchsberechtigung auf 20 Tage herabzusetzen ist (Art. 45 Abs. 2 lit. b AVIV).