Citation: 1C_129/2021 E. 3.3

3.3. Der Entscheid darüber, ob ein Augenschein angeordnet wird, steht im pflichtgemässen Ermessen der anordnenden Behörde. Eine dahin gehende Pflicht besteht nur, wenn die tatsächlichen Verhältnisse auf andere Weise nicht abgeklärt werden können (vgl. Urteil 1C_578/ 2016 vom 28. Juni 2017 E. 2.2 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall kommt es nicht darauf an, inwiefern die Vorinstanz in früheren Rechtsmittelverfahren einen Augenschein zur Lawinengefahr vor Ort durchgeführt hat. Massgebend für die Beurteilung der diesbezüglichen Naturgefahr ist vor allem die fachliche Einschätzung durch die administrativ beim AWN angesiedelte Gefahrenkommission; diese Fachbeurteilung fliesst in die planerische Grundordnung der Gemeinde ein. Die Gemeinde und die privaten Mitbeteiligten räumen vor Bundesgericht ein, dass bei der Zuordnung der Lawinengefahr zum Dorfberg ein Versehen vorliege. Wie sich dem angefochtenen Urteil entnehmen lässt, rührt die Zuordnung zum Dorfberg aus einer Auskunft des AWN her, auf die sich die Gemeinde vor der Vorinstanz berufen hat. Es muss nicht geklärt werden, ob einzig das Berggebiet nordöstlich des Dorfbachs als Dorfberg bezeichnet wird. Die Bezeichnung des Anrissgebiets lässt vorliegend bei objektiver Betrachtung nicht darauf schliessen, dass das AWN bzw. die Gefahrenkommission einem Irrtum über den Verlauf des relevanten Lawinenzugs unterliegen würde. Wie auch aus den teilweise im Internet aufgeschalteten Gefahren- und Risikogrundlagen des AWN ersichtlich ist, betrifft die Bewertung der Naturgefahren durch die Gefahrenkommission offensichtlich einen allfälligen Lawinenzug durch das Dorfbachtobel. Mit dem bereinigten Entwurf des Gefahrenzonenplans vom 7. August 2018 verfügte die Vorinstanz über eine Bewertung der Lawinengefahr durch die kantonale Fachinstanz. Insoweit hat die Vorinstanz entgegen den Beschwerdeführern nicht bloss auf Behauptungen der Gemeinde abgestellt. Die vorhandene Überbauung entlang und oberhalb der Eggastrasse sowie die bestehende Erschliessung bei den Grundstücken Nrn. 1421 und 872 ergeben sich aus den bei den Verfahrensakten liegenden Quartierplan-Unterlagen genügend (vgl. dazu auch unten E. 7.4). Die Vorinstanz durfte in zulässiger antizipierter Beweiswürdigung davon ausgehen, dass ein Augenschein zu keiner anderen Beurteilung führen würde (vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1.3 mit Hinweisen). Dadurch hat die Vorinstanz auch den Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör nicht verletzt. Vielmehr sind die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ausreichend, um ihren Entscheid in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht zu überprüfen, soweit das Bundesgericht dazu berufen ist. Daher besteht kein Anlass für einen bundesgerichtlichen Augenschein.