Citation: 5A_304/2015 E. 7.3

7.3. Im Ergebnis leitet der Beklagte die Umwandlung der Erbengemeinschaft in eine einfache Gesellschaft einzig aus dem Zusammenwirken der Parteien bei der Planung und der Ausführung sowie aus der Grösse des Projekts ab. Beides genügt für sich allein nicht. Hinzukommen muss ein gemeinsam verfolgter Zweck, der die einfache Gesellschaft auszeichnet und sie von der Zielsetzung einer Erbengemeinschaft abhebt. Dafür fehlen die Anhaltspunkte. Vielmehr haben die Parteien noch vor Abschluss der Umbauarbeiten einen Erbteilungsvertrag abgeschlossen und damit den Zweck erreicht, zu dem ihre Erbengemeinschaft bestanden hat, nämlich die Teilung der Erbschaft. Dabei mag sein, dass die Investitionen der Parteien über werterhaltende bauliche Massnahmen im zivilrechtlichen Sinne (vgl. Art. 647c ZGB) hinausgegangen sind. Ihr späteres Verhalten aber, das Gesamthandverhältnis vor Beendigung der baulichen Massnahmen aufzulösen, darf als Indiz dafür gewürdigt werden, dass sie eine andere als die Absicht, die Erbschaft zu teilen, nicht verfolgt haben. Die Erbengemeinschaft ist deshalb das für das Gesamteigentum massgebende Rechtsverhältnis geblieben, wie es aus dem Grundbuch hervorgeht, und nicht nachträglich durch eine einfache Gesellschaft, bestehend aus dem Kläger und dem Beklagten, ersetzt worden. Die vielen Annahmen des Beklagten zum Erbteilungsvertrag vermögen nichts zu belegen und keine Bundesrechtsverletzung des Obergerichts zu begründen. Später eintretende Umstände wie hier das nachträgliche Verhalten der Parteien kann beweiswürdigend erkennen lassen, was sie selbst seinerzeit wirklich gewollt hatten (vgl. BGE 107 II 417 E. 6 S. 418). Dass sie ihr Gesamthandverhältnis an der Liegenschaft knapp zwei Jahre nach Baubeginn und vor Abschluss der Umbauarbeiten aufgelöst haben, ist ein starkes Indiz gegen die Behauptung des Beklagten, die Parteien hätten im Frühjahr 2009 die Erbengemeinschaft in eine einfache Gesellschaft umwandeln wollen. Die obergerichtliche Würdigung ist deshalb nicht zu beanstanden, und die Richtigkeit des Grundbucheintrags, wonach heute der Beklagte Alleineigentümer zufolge Erbteilung ist, kann nicht als widerlegt gelten.