Citation: 1B_9/2023 E. 5.2.3

5.2.3. Der Argumentation des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt werden: Der Beschwerdeführer hat im vorliegenden Verfahren bisher knapp 20 Monate Haft erstanden und damit die Grenze von zwei Dritteln der erstinstanzlich verhängten Freiheitsstrafe von 43 Monaten noch nicht erreicht. Soweit er geltend macht, die Vorinstanz hätte auch die im parallel laufenden Strafverfahren wegen Raufhandels und versuchter schwerer Körperverletzung erstandene Haft berücksichtigten müssen, so ist ihm entgegenzuhalten, dass er nach eigenen Angaben in jenem Verfahren zweitinstanzlich zu 36 Monaten teilbedingter Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Davon sind gemäss Urteilsdispositiv der I. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 5. Dezember 2022 zwölf Monate Freiheitsstrafe unbedingt zu vollziehen; die Bestimmungen über die Gewährung der bedingten Entlassung sind auf diesen Teil der Freiheitsstrafe nicht anwendbar (vgl. Art. 43 Abs. 3 StGB). Da der Beschwerdeführer in jenem Verfahren erst neun Monate Haft erstanden hat, ist derzeit auch unter Berücksichtigung der in jenem Verfahren erstandenen Haft zurzeit keine Gefahr von Überhaft ersichtlich. Die Weiterführung der Haft erweist sich nach dem Vorangegangenen nach wie vor als verhältnismässig. Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer Berufung eingelegt und unter Hinweis auf Art. 49 Abs. 2 StGB (retrospektive Konkurrenz) eine Reduktion der erstinstanzlich ausgesprochenen Freiheitsstrafe beantragt hat; dem Berufungsgericht ist hier nicht vorzugreifen (vgl. Urteile 1B_192/2016 vom 21. Juni 2016 E. 2.3; 1B_104/2016 vom 6. April 2016 E. 2.3 mit Hinweis). Die Staatsanwaltschaft hat in ihrer Berufung eine höhere Freiheitsstrafe beantragt, sodass zurzeit sowohl eine Minderung als auch eine Erhöhung der Freiheitsstrafe möglich erscheinen. Der Beschwerdeführer legt nicht dar und es ist auch sonst nicht ersichtlich, weshalb es unwahrscheinlich sein soll, dass eine allfällige durch das Berufungsgericht ausgesprochene Zusatzstrafe nicht höher als 19 Monate Freiheitsentzug ausfallen solle.