Citation: 9C_269/2024 E. 4.3.2

4.3.2. Der Beschwerdeführer bringt hinsichtlich der prozessualen Revision vor, das Medas-Gutachten habe neue Sachverhaltserkenntnisse geliefert und sei ein neu entdecktes Beweismittel. Erst mit diesem habe sich gezeigt, dass ein jährlicher Verdienst von Fr. 35'000.- überhaupt nicht realistisch sei. Die vorinstanzliche Auffassung, wonach die IV-Stelle vor der Rentenherabsetzung den Sachverhalt weder unvollständig noch falsch ermittelt habe, sei offensichtlich unrichtig und unhaltbar; das Gericht sei einem Rückschaufehler unterlegen, indem es nachträglich die frühere Vorhersehbarkeit der vollständigen Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt überschätzt habe. Unhaltbar sei auch die vorinstanzliche Feststellung, wonach sich die IV-Stelle bewusst entschlossen habe, nicht auf den richtig und vollständig ermittelten Sachverhalt, sondern auf die unhaltbare Sachverhaltsannahme, wonach er ein Jahreseinkommen von Fr. 35'000.- erzielen könne, abzustellen, zumal die Verwaltung explizit von einer Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt ausgegangen sei. Die Verfügung vom 4. August 2015 enthält sowohl den klaren Hinweis auf die Unverwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit als auch - zufolge Festsetzung eines Invalideneinkommens - die implizite Annahme einer (teilweise) verwertbaren Arbeitsfähigkeit. Indessen ist weder diese Widersprüchlichkeit, noch die Frage, ob die vollständige Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt bereits im August 2015 "vorhersehbar" war, für eine prozessuale Revision von Bedeutung. Massgeblich ist vielmehr, dass das Fehlen einer (verwertbaren) Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Rentenherabsetzung grundsätzlich bereits damals hätte bewiesen werden können (vgl. vorangehende E. 4.1 in fine; vgl. auch Urteil 8C_188/2023 vom 31. Mai 2024 E. 5). Wenn dafür - im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes - weitere Abklärungen erforderlich gewesen wären (was die Vorinstanz ohnehin verneint hat), hätte der Beschwerdeführer solche verlangen können, was er indessen nicht tat. Somit ist das Medas-Gutachten - selbst wenn sich die fehlende Arbeitsfähigkeit im hier interessierenden Zeitpunkt der Rentenherabsetzung erstmals daraus ergeben sollte - kein revisionsrechtlich relevantes Beweismittel.