Citation: 6B_926/2023 E. 5.7

5.7. Die Beschwerde erweist sich nämlich insofern als begründet, soweit der Beschwerdeführer einwendet, die Vorinstanz prüfe das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB nur ungenügend. Namentlich lässt sich anhand der Erwägungen der Vorinstanz nicht abschliessend beantworten, ob vorliegend der Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK betroffen und entsprechend von einem schweren persönlichen Härtefall auszugehen ist. Die Vorinstanz setzt sich im Hinblick auf die persönliche und soziale Integration des Beschwerdeführers mit dessen Anwesenheitsdauer in der Schweiz sowie seinen Familienverhältnissen auseinander. Weiter bezieht sie seine berufliche Integration, seine finanziellen Verhältnisse und Wiedereingliederungsmöglichkeiten in seinem Heimatland ein. Zu Recht trägt sie bei der Härtefallprüfung dabei auch dem Umstand Rechnung, dass der Beschwerdeführer die für die persönliche Prägung entscheidenden Kinder- und Jugendjahre in der Schweiz verbracht hat. Er ist in der Schweiz aufgewachsen und bei ihm ist zweifelsohne von einer langen Aufenthaltsdauer auszugehen. Eine lange Aufenthaltsdauer alleine führt jedoch - entgegen der Meinung des Beschwerdeführers - nicht automatisch zur Annahme eines schweren persönlichen Härtefalls. Die Härtefallprüfung ist vielmehr anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen (E. 5.4.3). Mangelhaft ist der angefochtene Entscheid insofern, als die Vorinstanz einen schweren persönlichen Härtefall i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB bzw. Art. 8 EMRK mit Bezug auf das Verhältnis zur Ehefrau des Beschwerdeführers verneint. Sie hält in diesem Zusammenhang lediglich fest, bei den Lebensumständen des Beschwerdeführers erscheine es ohne Weiteres zumutbar, dass er mit seiner Familie in der Türkei weiterlebe. Der Beschwerdeführer spreche Türkisch, treffe auf ein familiäres Beziehungsnetz im Heimatland und die dortigen Gepflogenheiten seien ihm bestens bekannt. Seine Resozialisierungschancen in der Türkei seien damit als gut einzustufen. Auch seine Ehefrau habe offenbar einen Bezug zur Türkei und spreche bereits jetzt Türkisch (Urteil S. 19 E. 3.4). Gemäss den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz bezüglich ihren Erwägungen zur Strafzumessung heiratete der Beschwerdeführer seine Ehefrau, eine Schweizer Bürgerin, im Mai 2022 (Urteil S. 17 E. 5; erstinstanzliches Urteil S. 21 E. 5.1). Obwohl die Vorinstanz bei ihren Ausführungen zur Landesverweisung noch festgestellt hatte, der Beschwerdeführer sei in wirtschaftlicher Hinsicht nicht nur von seiner Familie, sondern auch von seiner Ehefrau abhängig (Urteil S. 19 E. 3.3), äussert sie sich nachfolgend aber nicht zu deren beruflichen Situation. Bereits im Rahmen des Berufungsverfahrens wies der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass eine Landesverweisung für seine Ehefrau ebenfalls schwerwiegende Konsequenzen habe, weil sie in der Türkei keine Anknüpfungspunkte habe und weil sie ihr Unternehmen in der Schweiz aufgeben müsste (Urteil S. 18 E. 2). Mangels entsprechender Feststellungen und Überlegungen kann dem angefochtenen Entscheid daher nicht rechtsgenügend entnommen werden, weshalb es der Ehefrau des Beschwerdeführers, einer angeblich selbständig erwerbstätigen Schweizerin, zumutbar sein soll, ihrem Ehemann in die Türkei zu folgen. Alleine aufgrund der Tatsache, dass sie dieses Land schon bereist hat und etwas Türkisch spricht, muss nicht darauf geschlossen werden, dass ihr ein Leben im Heimatland des Beschwerdeführers zugemutet werden kann.