Citation: 7B_1092/2024 E. 2.4.1

2.4.1. Zur Frage, ob ein Bagatellfall gegeben ist, erwägt die Vorinstanz, zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehe die Staatsanwaltschaft ungeachtet des abstrakten Strafrahmens davon aus, dass bei Erhärtung des Tatverdachts ein Strafbefehl erlassen werde. Eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als vier Monaten oder einer Geldstrafe von mehr als 120 Tagessätzen sei dabei nicht zu erwarten. Dies spreche für das Vorliegen eines Bagatellfalls. Diesen Überlegungen kann grundsätzlich gefolgt werden. Zwar kann sich die Beschwerdeinstanz nicht allein auf die Äusserungen der Staatsanwaltschaft, wonach eine Strafe unter der Bagatellgrenze zu erwarten sei, verlassen (vgl. Urteil 1B_239/2021 vom 20. August 2021 E. 2.3). Die Beschwerdeführerin bringt jedoch nichts vor, was diese Einschätzung vorliegend ernsthaft in Zweifel ziehen würde. Sie wendet einzig ein, die Ermittlungen seien zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen, weshalb eine solche Prognose nicht abschliessend gestellt werden könne. Laut angefochtenem Beschluss erschöpft sich der Tatverdacht jedoch darin, dass die Beschwerdeführerin seit dem 15. Juni 2023 auf fünf Konten betrügerische Zahlungen von unbekannten Dritten erhalten und diese (teilweise ins Ausland) weitertransferiert habe (Deliktsbetrag ca. Fr. 11'000.--). Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, weshalb im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von vier Monaten oder eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen nicht als schuldangemessen angesehen werden könnte. Es gilt insbesondere zu berücksichtigen, dass sogennante "Money Mules" gemäss dem Schrifttum klassischerweise über Stellenangebote im Internet von Kriminellen angeworben werden und im Rahmen dieser vermeintlichen Anstellung ihre Bankkonten zur Verfügung stellen. Ihr Verschulden, sofern sie denn überhaupt (eventual-) vorsätzlich handeln, dürfte häufig im unteren Bereich anzusiedeln sein (vgl. zum Phänomen "Money Mule": GALLIANO/MARFORIO, Le phénomène des money mules en Suisse, AJP 2020 S. 750 ff.). Warum dies vorliegend anders sein sollte, geht aus der Beschwerde nicht hervor. Auch der Einwand, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien, zielt letztlich ins Leere, denn die Beschwerdeführerin benennt keine konkreten Aspekte, die im weiteren Verlauf der Untersuchung zu einer Erhöhung der zu erwartenden Sanktion führen könnten. Sollte die Staatsanwaltschaft nach Abschluss der Strafuntersuchung eine höhere Strafe beantragen, stünde es ihr im Übrigen frei, erneut ein Gesuch um amtliche Verteidigung zu stellen (vgl. Urteile 1B_12/2020 vom 24. Januar 2020 E. 3.2 mit Hinweis; 1B_192/2018 vom 17. Juli 2018 E. 2.3). Gründe, warum vorliegend aufgrund der konkreten Umstände ungeachtet der drohenden Sanktion ein Bagatellfall zu verneinen wäre, trägt die Beschwerdeführerin schliesslich ebenfalls keine vor und solche sind auch nicht ersichtlich.