Citation: 8C_753/2013 E. 5.2.3

5.2.3. Die Gutachter des versicherungsmedizinischen Instituts X.________ gingen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit davon aus, dass aus neurologischer und rheumatologischer Sicht keine dauerhafte Einschränkung bestehe. Chronische Kopfschmerzen und Schmerzen im Bereich des Torsos würden jedoch zu einer verminderten körperlichen Belastbarkeit und einer verminderten zeitlichen Leistungsfähigkeit von höchstens 20 Prozent führen. Psychosoziale Faktoren spielen laut den Gutachtern eine wesentliche Rolle für die Entstehung der psychischen Störungen. Trotzdem müsse aktuell davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsunfähigkeit vor allem auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen sei. Die Arbeitsfähigkeit werde durch Ängste, Kopf- und Nackenschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Vergesslichkeit, körperliche Dekonditionierung und leichte depressive Beschwerden beeinträchtigt. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der bisherigen Tätigkeit keine verwertbare Arbeitsfähigkeit. Andere körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten seien aus somatischer Sicht zumutbar, aus psychiatrischer Sicht während 3 Stunden täglich mit reduzierter Leistung, bei einem Steigerungspotential auf 6 Stunden pro Tag. In seiner Stellungnahme vom 4. August 2009 schlug der RAD die Einholung eines MEDAS-Gutachtens vor, da das vom Unfallversicherer eingeholte Gutachten des versicherungsmedizinischen Instituts X.________ vom 28. Mai 2009 die inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen an eine für die Belange der Invalidenversicherung zu erstellende Begutachtung nicht erfülle. Insbesondere sei nicht nachvollziehbar und werde von den Gutachtern nicht begründet, weshalb die von ihnen festgestellten, leichten psychiatrischen Einschränkungen eine annähernd volle Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermöchten. Ein organisch objektivierbares Beschwerdebild sei zudem nicht zu finden. Wenn sich die IV-Stelle mit Blick auf den zu jenem Zeitpunkt nicht entscheidreifen medizinischen Sachverhalt veranlasst sah, im Rahmen der Abklärungspflicht (Art. 43 ATSG) selber ein MEDAS-Gutachten einzuholen, beruhte dieses Vorgehen auf nachvollziehbaren Gründen. Aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes war sie bei dieser Sachlage zu ergänzenden medizinischen Abklärungen verpflichtet (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Bei diesen Gegebenheiten kann entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung nicht von einem Zweitgutachten im Sinne einer unzulässigen sog. "second opinion" ausgegangen werden (vgl. hiezu BGE 137 V 210 E. 3.3.1 S. 245; 136 V 156 E. 3.3 S. 158). Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, vermag die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung im Zusammenhang mit einem Auffahrunfall im stockenden Kolonnenverkehr nicht zu überzeugen. Eine leichte depressive Episode stellt sodann kein schweres psychisches Leiden dar, weshalb fraglich ist, ob und allenfalls über welchen Zeitraum hinweg sich eine solche massgeblich auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirkte. Weiter unterscheiden die Gutachter des versicherungsmedizinischen Instituts X.________ im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht zwischen den psychischen Leiden und den ebenfalls festgestellten, nicht invalidisierenden psychosozialen Belastungsfaktoren, weshalb auf die von ihnen vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch aus diesem Grund nicht abgestellt werden kann. Fraglich erscheint auch die attestierte invalidisierende Auswirkung von auf leichte Analgetika ansprechenden Kopfschmerzen. Auf das Gutachten des versicherungsmedizinischen Instituts X.________ kann daher nicht abgestellt werden. Eine Präzisierung durch die mit dem Versicherten befassten Fachärzte wäre wegen der grundlegenden, über eine einfache Ergänzungsbedürftigkeit hinausgehenden Mängel des Gutachtens nicht zielführend. Der beschwerdeführerische Antrag auf Einholung eines Zusatzgutachtens beim versicherungsmedizinischen Institut X.________ ist daher auch letztinstanzlich abzuweisen.