Citation: 6B_694/2024 E. 1.3.2

1.3.2. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er sei beim ersten Stich gegen den Oberkörper des Beschwerdegegners 2 einem Angriff ausgesetzt gewesen, verkennt er den Sachverhalt. Nach den schlüssigen Feststellungen der Vorinstanz war er es, der den sich entfernenden Beschwerdegegner 2 verfolgte. Dass sich dieser zu ihm umdrehte, begründet keinen Angriff. Die Vorinstanz verneint daher auch eine Notwehrsituation des Beschwerdeführers zu Recht. Davon kann keine Rede sein, zumal er gar die Ursache der tätlichen Auseinandersetzung mit seinem Erstschlag gesetzt hatte. Ebenso begründet die Vorinstanz überzeugend, dass vor diesem Hintergrund kein entschuldbarer Affekt oder eine verminderte, geschweige denn ausgeschlossene Schuldfähigkeit vorlag. Dabei stützt sie sich nachvollziehbar auf das forensische Gutachten. Der Beschwerdeführer bringt auch sonst nichts vor, was die vorinstanzlichen Erwägungen erschüttern könnte. Dies ist etwa der Fall, wenn er geltend macht, er leide an einem Trauma aufgrund von Geschehnissen, denen er zwischen 2013 und 2015 in Äthiopien ausgesetzt gewesen sei. Wie aus der Beschwerde erhellt, hat der Experte diese Umstände nicht verkannt. Dennoch hat er offensichtlich die volle Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers attestiert. Gegen die geltend gemachte Angst- oder Panikattacke aufgrund des erlittenen Traumas und gegen eine entschuldbare Bestürzung über den "Angriff" im Sinne eines Affekts spricht im Übrigen, dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben unmittelbar nach der Auseinandersetzung "unaufgeregt" war. Zudem verkennt er wiederum die Tatsachen, wenn er neuerlich von einem wiederholten Angriff des Beschwerdegegners 2 spricht. Vom verbindlich festgestellten Sachverhalt entfernt sich der Beschwerdeführer auch mit dem Einwand, wonach er ausgesagt habe, er habe sich im Gespräch vor dem Beschwerdegegner 2 gefürchtet. Dieser habe gesagt, er sei im Militär gewesen und wolle sich prügeln oder gar jemanden totschlagen. Ohnehin wäre nicht nachvollziehbar, weshalb sich der Beschwerdeführer dann nicht einfach entfernt hat. Die Vorinstanz stellte darauf zu Recht nicht ab.