Citation: 6B_971/2018 E. 2.5

2.5. Aus den vorstehenden Gründen ist auch eine Rückweisung der Sache zwecks neuer Strafzumessung nicht angezeigt. Die Beschwerdeführerin rügt zwar - wenn auch nur unter dem Titel falscher Sachverhaltsfeststellung - zutreffend, die Vorinstanz gewichte zu Unrecht ihre vermeintlich aktuelle Erfahrung im Umgang mit Waffen und die daraus abgeleitete gesteigerte Verantwortung im Rahmen der Strafzumessung (negativ). Damit berücksichtigt die Vorinstanz im Rahmen der Strafzumessung nochmals diejenigen Umstände zu Ungunsten der Beschwerdeführerin, aufgrund derer sie die Angemessenheit der Notwehrhandlung verneint und die zur Bejahung eines (nicht entschuldbaren) Notwehrexzesses geführt haben. Das Doppelverwertungsverbot gilt jedoch nicht nur für Umstände, die Merkmale des gesetzlichen Tatbestandes sind, sondern auch für sonstige unrechts- und schuldbegründende Merkmale (vgl. BGE 141 IV 61 E. 6.1.3; Urteil 6B_95/2018 vom 20. November 2018 E. 2.3). Unklar sind die Strafzumessungserwägungen zudem hinsichtlich des der Beschwerdeführerin gemachten Verschuldensvorwurfs, nachdem die Vorinstanz zuvor explizit ein Mitverschulden der Beschwerdeführerin an der Notwehrlage verneint. Die darauf basierenden "Vergleiche zu Fahrlässigkeitsdelikten" überzeugen angesichts der Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung nicht. Ob die Erwägungen - wie die Beschwerdeführerin implizit rügt - zu einer höheren Strafe geführt haben, scheint zumindest hinsichtlich des mit Fahrlässigkeitsdelikten verglichenen Verschuldens fraglich. Eine mildere Strafe ist auch aufgrund der unzulässigen Doppelverwertung ausgeschlossen. Angesichts der vorinstanzlichen Feststellungen ist ein Milderungsgrund nicht gegeben, da die Verteidigungshandlung aufgrund der Schüsse 4 und 5 nicht mehr als Notwehrexzess qualifiziert werden kann.