Citation: 6B_881/2024 E. 2.4.2

2.4.2. Die Vorinstanz bejaht eine wissentliche und willentliche Simulation von Beschwerden einerseits mit dem Hinweis auf Arztberichte, welche auf kaum erklärbare Inkongruenzen und Diskrepanzen zwischen der ärztlich erhobenen Befundlage und den Beschwerdeschilderungen hinwiesen (angefochtenes Urteil E. 6.1). Andererseits weist die Vorinstanz auf Arztberichte hin, die aufzeigten, dass die Beschwerdeführerin durch ihr Verhalten Untersuchungen faktisch verunmöglicht habe (angefochtenes Urteil E. 6.2). Schliesslich zieht die Vorinstanz die Erkenntnisse aus den Observationen sowie sichergestellten Fotos und Aussagen Dritter hinzu und gelangt zur Schlussfolgerung, es resultiere ein Gesamtbild mit grundsätzlichen und systematischen Diskrepanzen zwischen den Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber Ärzten und Fachpersonen (von stärksten Beschwerden und körperlichen Einschränkungen) und der Realität (somatisch im Wesentlichen unauffällige ärztliche Befunde; schmerzfreier Alltag) bis hin zur Vereitelung der Untersuchung oder zur theatralischen Falschdarstellung der Gehfähigkeit beim Arztbesuch, dies über mehrere Jahre hinweg. Dies könne nicht mehr damit erklärt werden, dass die Beschwerdeführerin ihre Schmerzen bloss leicht übertrieben oder unbewusst bzw. unwillentlich falsch dargestellt habe. Daran vermöge auch der Hinweis der Beschwerdeführerin nichts zu ändern, dass sie bloss mit den Schmerzen habe umgehen können, weil sie durchwegs Schmerzmittel genommen habe. Wäre dem so gewesen, hätten die Schmerzmittel auch während Arztbesuchen genützt und die Schmerzen nicht bloss bei der Arbeit oder in der Freizeit gelindert. Es sei wenig glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin immer dann (massive) Schmerzen wahrgenommen haben will, wenn es um die Abklärung ihres Gesundheitszustands und von Versicherungsansprüchen gegangen sei, sie ansonsten die Schmerzen mit Schmerzmitteln im Griff gehabt haben soll. Zusammenfassend bestünden aufgrund der genannten Indizien bzw. äusseren Umstände keine ernsthaften Zweifel mehr daran, dass die tatsachenwidrige Darstellung ihrer Beschwerden gegenüber Ärzten und Versicherungsträgern wissentlich und willentlich erfolgt sei (angefochtenes Urteil E. 6.4).