Citation: 4A_590/2015 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erkannte, die in Rechtsprechung und Lehre teilweise angenommene Beweislastumkehr, wenn der Arbeitnehmer erhebliche Freiheit hat, den Ferienbezug selbst zu bestimmen, sei hier nicht massgebend. Sie habe Fälle vor Augen, in denen es dem Arbeitgeber kaum möglich sei, festzustellen, ob der Arbeitnehmer seine Ferien bezogen habe oder nicht, und in denen der Arbeitnehmer die ihm gebotenen Gelegenheiten zum Ferienbezug ohne triftigen Grund nicht genutzt habe. Dem Verstorbenen sei es aber trotz seiner 80 % Anstellung bei der Gemeinde durchaus möglich gewesen, den Ferien- und Freitagebezug des Beschwerdegegners festzustellen, zumal der Verstorbene selbst auf dem Hof gelebt und sich dort morgens um die Milchwirtschaft gekümmert habe. Von Seiten des Verstorbenen oder der Beschwerdeführer sei aber nie ein Zeitpunkt für die Ferien bestimmt worden, wie dies in § 7 Abs. 3 des für den Kanton Aargau erlassenen Normalarbeitsvertrags über das Arbeitsverhältnis in der Landwirtschaft vom 24. November 2004 (NAV; SAR 963.372) vorgeschrieben sei. Aufgrund von § 11 Abs. 2 NAV wäre der Arbeitgeber ausserdem verpflichtet gewesen, dem Arbeitnehmer spätestens bei der Auszahlung des Lohns eine schriftliche Lohnabrechnung zu übergeben, die auch eine Kontrolle der Überstunden, der arbeitsfreien Tage und des Ferienbezugs enthalte. Die besondere Stellung des Beschwerdegegners im Betrieb ändere nichts daran, dass zwischen den Parteien ein landwirtschaftliches Arbeitsverhältnis bestanden habe, welches die Verantwortung für die Aufzeichnung der Arbeitszeit des Beschwerdegegners den Arbeitgebern zuweise. Daher liege die Beweislast, wie viele Ferien und Freitage bezogen worden seien, bei den Beschwerdeführern.