Citation: 8C_294/2019 E. 3

Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen von Art. 8 Abs. 1 lit. e, Art. 9 und Art. 13 Abs. 1 AVIG zutreffend dargelegt. Danach setzt der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung voraus, dass die versicherte Person innerhalb einer zweijährigen Rahmenfrist vor dem Leistungsbezug während einer Beitragszeit von mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat. Richtig wiedergegeben wird im angefochtenen Entscheid auch, dass von der Erfüllung der Beitragszeit befreit werden kann, wer wegen einer Aus- oder Weiterbildung während insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis stand und deshalb die Beitragszeit nicht erfüllen konnte (Art. 14 Abs. 1 lit. a AVIG). Ebenfalls richtig wiedergegeben wird die Rechtsprechung, wonach als Ausbildung im Sinne der letztgenannten Bestimmung jede systematische, auf der Grundlage eines ordnungsgemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten (üblichen) Lehrganges beruhende Vorbereitung auf ein konkretes berufliches Ziel beziehungsweise eine künftige erwerbliche Tätigkeit gilt. Dabei zählen Wiederholungen von Prüfungen zur Dauer der Ausbildung, wenn die entsprechenden Vorbereitungen zeitlich intensiv sind und die Erfüllung der Kontrollvorschriften verunmöglichen (SVR 2017 ALV Nr. 1 S. 1, 8C_418/2016 E. 3.3 mit Hinweisen). Zutreffend festgehalten wird auch, dass die Vorbereitung auf das Anwaltsexamen trotz der Schwierigkeiten bezüglich der erforderlichen Überprüfbarkeit grundsätzlich als Ausbildung in diesem Sinne anerkannt wird (SVR 2017 ALV Nr. 1 S. 1, 8C_418/2016 E. 3.5 mit Hinweisen; SVR 2012 ALV Nr. 10 S. 31, 8C_318/2011 E. 6.1; ARV 2000 Nr. 28 S. 144 E. 2c; Urteil 8C_706/2017 vom 24. November 2017 E. 2). Hervorzuheben ist, dass zwischen dem Befreiungsgrund der Ausbildung (beziehungsweise der dadurch bedingten Verhinderung an der Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung als Arbeitnehmer) und der Nichterfüllung der Beitragszeit ein Kausalzusammenhang bestehen muss (BGE 121 V 336 E. 5b S. 342 f.; ARV 2005 S. 132, C 139/04 E. 2.1). Es ist deshalb im Einzelfall zu prüfen, ob und in welchem Umfang die geltend gemachte Verhinderung objektiv begründet ist. Der benötigte Zeitaufwand muss sich nach objektiv zu beurteilenden Kriterien tatsächlich rechtfertigen lassen. Die in diesem Sinne gerechtfertigte Dauer der anzuerkennenden erwerbslosen Vorbereitungszeit von Anwärtern auf das Anwaltspatent hat die Rechtsprechung wegen der erheblichen kantonalen Unterschiede hinsichtlich der Prüfungsanforderungen nicht generell festgelegt (SVR 2017 ALV Nr. 1 S. 1, 8C_418/2016 E. 3.2 und 3.5; SVR 2012 ALV Nr. 10 S. 31, 8C_318/2011 E. 6.2; Urteil 8C_706/2017 vom 24. November 2017 E. 2 i.f. und E. 7.2).