Citation: 9C_300/2019 E. 4.2.1

4.2.1. Das UVG kennt - anders als das BVG, das als Voraussetzung der obligatorischen Versicherung das Erreichen eines Mindestlohnes verlangt (Art. 7 Abs. 1 BVG) - keine betragsmässige "Eintrittsschwelle", sondern unterstellt grundsätzlich sämtliche Arbeitnehmenden und Arbeitslosen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 1a Abs. 1 UVG). Vor diesem Hintergrund verbietet es bereits das im Vorsorgeplan verwendete Wort "ab", die fragliche Formulierung so zu verstehen, dass der gesamte UVG-pflichtige Lohn überobligatorisch versichert sein soll. Darin läge gerade keine - mit der Präposition "ab" indes unmissverständlich intendierte - Beschränkung der Deckung auf Einkommen, die eine bestimmte Schwelle überschreiten. Sachgerecht ist vielmehr die Auslegung des kantonalen Gerichts, die Parteien hätten das Risiko Unfall - wie es sich mit dem Risiko Krankheit verhält, kann mangels Entscheidwesentlichkeit offen bleiben - erst für den Lohnbereich oberhalb des UVG-Maximums überobligatorisch versichern wollen (oben E. 3.2; zur Zulässigkeit einer solchen Einschränkung in der weitergehenden Vorsorge vgl. BGE 123 V 204 E. 3b S. 207 mit Hinweisen). Dies gilt nicht zuletzt mit Blick auf die Systematik des anwendbaren Vorsorgereglements und die Leistungsansprüche aus anderen Sozialversicherungen. Ziffer 3.25.1 des Vorsorgereglements sieht als Grundsatz vor, dass bei Invalidität durch Unfall im Maximum BVG-Minimalleistungen fällig werden, sofern im Vorsorgeplan nichts anderes geregelt ist. Die Bestimmung steht unter dem Titel "3.25 Koordination mit der Unfall- und Militärversicherung". Nach Ziffer 3.26.1 des Reglements ist eine Absicherung im Umfang von mehr als 90 % des versicherten Verdienstes ausgeschlossen. Damit liegt auf der Hand, dass der statuierte Deckungsausschluss bei Invalidität mit Unfallursache mit Blick auf die im UVG-versicherten Lohnbereich (2013: bis Fr. 126'000.-) regelmässig bestehende Abdeckung von 90 % des letzten Jahresverdienstes bereits durch die Rente der Invalidenversicherung sowie die Komplementärrente der Unfallversicherung (Art. 20 Abs. 2 und Art. 15 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 66 Abs. 2 ATSG) erfolgte (zur fehlenden Geltung der Art. 34a BVG i.V.m. Art. 24-26 BVV2 in der weitergehenden Vorsorge und der deshalb notwendigen reglementarischen Regelung vgl. etwa HERMANN WALSER, Weitergehende berufliche Vorsorge, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 3. Aufl., Rz. 108 S. 2199). Dementsprechend ist auch nicht ungewöhnlich, sondern vielmehr sachgerecht, dass die Parteien für das Risiko Unfall im Vorsorgeplan - als Ausnahme von der reglementarischen Grundregel - erst ab dieser Schwelle eine Deckung vorsahen, zumal für den Beschwerdeführer ein AHV-pflichtiger Lohn von Fr. 129'600.- angemeldet wurde (E. 3.1 hiervor), mithin eine Überschreitung des maximal UVG-versicherten Lohnes erwartet wurde.