Citation: 4A_147/2022 E. 4

Die Vorinstanz stützte sich auf die gerade wiedergegebene Rechtsprechung des Bundesgerichts. Sie nahm in ihrem ausführlich begründeten Entscheid für die Wahl der Massnahme zur Behebung des Organisationsmangels bei der Beschwerdegegnerin eine sorgfältige Interessenabwägung vor, ging im Einzelnen und detailliert auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin ein und kam zusammengefasst zum Ergebnis, dass unter den vorliegenden Umständen die Auflösung der Beschwerdegegnerin die für die Beseitigung des Organisationsmangels erforderliche, geeignete und angemessene Massnahme darstelle. Auf die Versteigerung treffe dies nicht zu. Andere Massnahmen als die Auflösung oder die Versteigerung würden vorliegend unbestrittenermassen ohnehin nicht in Betracht kommen. Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid kurz zusammengefasst wie folgt: Es sei festzuhalten, dass bei der Beschwerdegegnerin seit über drei Jahren ein schwerwiegender Organisationsmangel bestehe, dessen Behebung in naher Zukunft mit einer Versteigerung nicht zu erwarten sei. Die Beschwerdegegnerin verfüge über keine Mitarbeiter, übe keine wirtschaftliche Aktivitäten aus, habe ihre operative Tätigkeit vor über drei Jahren eingestellt, weise folglich auch keinen "going concern value" mehr auf und sei faktisch bereits liquidiert. Selbst wenn das Interesse der Beschwerdeführerin an der Klärung der Ursache des Organisationsmangels und der Geltendmachung von Verantwortlichkeits- und Rückforderungsansprüchen gegen die ehemaligen Verwaltungsräte der Beschwerdegegnerin in einem Konkurs nicht im gleichen Umfang gewahrt wäre wie bei einer Versteigerung und selbst wenn die Beschwerdeführerin im Hinblick auf die Reaktivierung der Geschäfte ein schützenswertes Interesse am Fortbestand der Beschwerdegegnerin hätte, würden damit das öffentliche Interesse an der raschen Beseitigung des Mangels und die Interessen der Gläubiger, keinen Verlust von Haftungssubstrat zu riskieren, nicht aufgewogen werden. Für die rasche Beseitigung des Organisationsmangels sei die Auflösung erforderlich. Die Versteigerung der Aktien sei hierzu nicht geeignet. Aufgrund dieser Umstände habe die Beschwerdegegnerin ihre Existenzberechtigung verloren.