Citation: 6B_141/2022 E. 4.4

4.4. Dem Beschwerdeführer ist zwar beizupflichten, dass die Vorinstanz nicht ausdrücklich anführt, unter welcher der drei Tatbestandsvarianten der Nötigung sie das ihm vorgeworfene Verhalten subsumiert. Weil das "Fuss-in-die-Türe-Stellen" aber weder eine Gewaltanwendung noch eine Drohung gegenüber der Beschwerdegegnerin 2 darstellt, ist mit dem Beschwerdeführer anzunehmen, dass die Vorinstanz die Tatbestandsvariante der "anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit" als gegeben erachtet. Allerdings erreicht das ihm angelastete Verhalten nicht die erforderliche Nötigungsintensität. Nicht jeder noch so geringfügige Druck auf die Entscheidungsfreiheit eines anderen führt zu einer Bestrafung nach Art. 181 StGB. Gemäss den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz stellte der Beschwerdeführer seinen Fuss nur für eine relativ kurze Zeit zwischen Tür und Türrahmen. Selbst in Würdigung der gesamten Umstände - gerichtliches Annäherungs- und Kontaktverbot, Verfolgen der Beschwerdegegnerin 2 bis zu deren Wohnhaus - stellt die angeklagte Handlung, mit welcher die Beschwerdegegnerin 2 lediglich kurz daran gehindert wurde, ihre Hauseingangstüre zu schliessen, noch keine Beschränkung der Handlungsfreiheit im Sinne von Art. 181 StGB dar. Dieses kurze "Fuss-in-die-Türe-Stellen" überschreitet das üblicherweise geduldete Mass an Beeinflussung nicht eindeutig. Der Schuldspruch wegen Nötigung verstösst somit gegen Bundesrecht und ist entsprechend aufzuheben. Die Beschwerde ist insoweit gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung zurückzuweisen.