Citation: 6B_1318/2019 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erachtet insbesondere gestützt auf die übereinstimmenden Aussagen des Beschwerdeführers und des angefahrenen Fussgängers den angeklagten Sachverhalt grundsätzlich als erstellt. Sie stellt fest, der Beschwerdeführer sei mit seinem Fahrzeug auf der ihm bekannten, ein- bis zweimal pro Woche befahrenen W.________strasse in Richtung V.________gasse gefahren. Der hier interessierende Fussgängerstreifen befinde sich gut sichtbar unmittelbar nach einer Einmündung am Beginn der V.________gasse. Das Wetter sei schön gewesen, die Fahrbahn trocken und die Sonne sei am Horizont in Fahrtrichtung des Beschwerdeführers gestanden. Der Fussgänger sei aus der W.________strasse von der (aus der Fahrtrichtung des Beschwerdeführers) linken Fahrbahnseite her gekommen und habe den Fussgängerstreifen auf der V.________gasse nicht überstürzt, sondern mit gemütlicher Geschwindigkeit überquert. Der Beschwerdeführer sei mit einer Geschwindigkeit von weniger als 30 km/h, jedoch mehr als 20 km/h unterwegs gewesen, wobei mit Blick auf den tatsächlichen Anhalteweg des Beschwerdeführers von einer Geschwindigkeit von eher bei 30 km/h auszugehen sei, zumal dies auch seinen tatzeitnahen Angaben entspreche. Während der Beschwerdeführer auf den Fussgängerstreifen zugefahren sei, sei er durch die am Horizont stehende, hinter den Dächern hervorkommende Sonne geblendet worden und er sei, bis er zirka 14 Meter vor dem Fussgängerstreifen die Sonnenblende heruntergeklappt habe, "fast wie blind" gewesen. Dennoch habe er nicht angehalten und auch nicht abgebremst. Nach dem Herunterklappen der Sonnenblende habe er einen Moment benötigt, um sich wieder zu orientieren. Er habe mit Fussgängern gerechnet und deshalb seinen Fuss auf der Bremse gehabt. Er habe den Fussgänger erst unmittelbar vor der Kollision gesehen und daher den Zusammenstoss trotz eingeleitetem Bremsmanöver nicht mehr verhindern können. Der Fussgänger sei bereits rund zwei Sekunden auf dem Fussgängerstreifen gewesen, als der Beschwerdeführer ihn wahrgenommen habe. Es sei davon auszugehen, dass dieser den Fussgänger nicht gesehen habe, weil ihn die Sonne geblendet habe und er "fast blind" weitergefahren sei. Das Blenden durch die Sonne stelle angesichts der konkreten Umstände eine normale, alltägliche, wenn auch unangenehme Verkehrssituation dar, mit welcher der Beschwerdeführer zumindest habe rechnen müssen (Urteil S. 4 ff.).