Citation: 6B_1388/2019 E. 3.1.2

3.1.2. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ergibt sich aus den vorinstanzlichen Erwägungen zumindest implizit, warum die Vorinstanz das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung im Endeffekt höher gewichtet als das persönliche Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz. Sie benennt und gewichtet über mehrere Seiten ausführlich, die nach ihrer Ansicht für und gegen die Anordnung einer Landesverweisung sprechenden Umstände. Sie bezeichnet das öffentliche Interesse an der Ausweisung des Beschwerdeführers als sehr gross und stuft die persönlichen Auswirkungen für ihn als schwerwiegend und weitreichend ein. Im Rahmen der Interessenabwägung hält sie fest, aus der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Straftaten von Ausländern gegen das BetmG ergebe sich, dass es sich hierbei um Delikte handelt, von denen eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Ordnung ausgeht. Die Vorinstanz berücksichtigt insoweit, dass der Beschwerdeführer während laufender Probezeit erneut wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das BetmG verurteilt wurde, obwohl bereits bei der ersten Verurteilung ausnahmsweise von einer Landesverweisung abgesehen und ihm deutlich aufgezeigt wurde, was auf dem Spiel steht. Dass die Vorinstanz aufgrund der erneuten, einschlägigen Delinquenz auf mangelnde Einsicht und Reue beim Beschwerdeführer schliesst und sich vor diesem Hintergrund nicht explizit zu den Wirkungen des Strafvollzugs auf die Beurteilung der Legalprognose äussert, ist vorliegend nicht zu beanstanden, denn die Prognose über das Wohlverhalten und die Resozialisierung gibt im Rahmen der Landesverweisung, bei der das allgemeine Interesse an der öffentlichen Ordnung im Vordergrund steht, nicht den Ausschlag. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers musste die Vorinstanz sich insoweit auch nicht mit der Argumentation des Bezirksgerichts, das die Tatumstände anders beurteilt hatte, auseinandersetzen. Dass sie die Voraussetzungen für eine Landesverweisung im Gegensatz zur ersten Instanz bejaht, ist für sich alleine kein Hinweis auf eine fehlerhafte Rechtsanwendung. Der Beschwerdeführer übersieht, dass die Berufung nach Art. 398 ff. StPO grundsätzlich ein reformatorisches Rechtsmittel ist und die Vorinstanz als Berufungsgericht über umfassende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht verfügt (vgl. Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO; BBl 2006 1318 Ziff. 2.9.3.3). Soweit sie auf die Berufung eintritt, fällt sie ein neues, den erstinstanzlichen Entscheid ersetzendes Urteil (vgl. Art. 408 StPO) und kann sich nicht mit einer Überprüfung der erstinstanzlichen Rechtsanwendung begnügen (BGE 143 IV 408 E. 6.1; 141 IV 244 E. 1.3.3.; Urteile 6B_1014/2019 vom 22. Juni 2020 E. 2.4).