Citation: 6B_200/2022 E. 2.4

2.4. Der Beschwerdeführer weicht mit seiner Kritik am Schuldspruch von dem von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt ab, ohne zu rügen, dass bzw. inwiefern sie die Beweise willkürlich würdigt und den Sachverhalt offensichtlich unrichtig feststellt (vgl. Art. 97 und Art. 105 Abs. 2 BGG). Es sind Tatfragen, ob der Täter wider besseres Wissen gehandelt hatte und ob er die Absicht gehabt hatte, gegen den von ihm Angeschuldigten eine Strafuntersuchung herbeizuführen (vgl. Urteil 6B_593/2020 vom 19. Oktober 2020 E. 2.3.5 mit Hinweis auf BGE 102 IV 103 E. 1 und Urteil 6B_859/2014 vom 24. März 2015 E. 1.4). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gestützt auf den von ihr festgestellten und für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhalt (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) zum Schluss gelangt, der Beschwerdeführer habe auch den subjektiven Tatbestand der falschen Anschuldigung erfüllt. Er hat sich, als er in Zusammenhang mit dem Vorfall vom 24. Juni 2018 (unter anderem Schuldspruch wegen qualifizierter sexueller Nötigung, Vergewaltigung und Gefährdung des Lebens) von der Polizei angehalten und verhaftet wurde, mit dem Ausweis seines Bruders ausgewiesen. Ob er sich damit (vorübergehend oder langfristig) seiner Verhaftung entziehen wollte, ist mit der Vorinstanz nicht massgebend. Sie geht jedenfalls zutreffend davon aus, dass er einerseits wider besseres Wissen, d.h. im sicheren Wissen, dass sein Bruder das Verbrechen nicht begangen hat, und andererseits in der Absicht handelte, ein Strafverfahren gegen seinen Bruder herbeizuführen. Eventualabsicht reicht hier aus und liegt bei der falschen Anschuldigung vor, wenn die Aussicht auf den bloss möglichen, nicht sicheren Eintritt des Erfolgs den Täter nicht von der bewussten und gewollten Begehung der Tat abhält (Urteile 6B_593/2020 vom 19. Oktober 2020 E. 2.3.5; 6B_31/2014 vom 15. August 2014 E. 1.3 mit Hinweisen). Das war hier der Fall. Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt ist insofern mit jenem vergleichbar, der dem Urteil 6B_31/2014 vom 15. August 2014 zu Grunde lag. Der Schuldspruch wegen falscher Anschuldigung verletzt kein Bundesrecht.