Citation: U 199/04 14.07.2005 E. 4

4.1 Im vorliegenden Fall stand eine Reosteosynthese zur Diskussion. Dr. med. R.________ bezeichnete den Eingriff als technisch einfach und ohne wesentliche Komplikationsrisiken durchführbar. Die Erfolgsaussichten würden bei nahezu 100 % liegen (Bericht vom 5. November 2001). Gestützt darauf bejahen SUVA und Vorinstanz die Zumutbarkeit des Eingriffs. 4.2 Der Versicherte wurde bereits zweimal operiert, nämlich am Unfalltag (5. September 1999, Plattenosteosynthese am rechten Unterarm) und am 12. Januar 2001 (Metallentfernung). Anfangs Februar 2001 kam es ohne Trauma zu einer Refraktur, die bei konservativer Behandlung nicht konsolidierte, weshalb sich daraufhin die Frage der Reosteosynthese stellte. Der Versicherte bestreitet sinngemäss die subjektive Zumutbarkeit einer erneuten Operation und macht - wie schon in der vorinstanzlichen Beschwerde - panische Angst davor geltend. Er befürchte, diese würde, wie bereits die erste Operation, Dauerschmerzen und Wetterfühligkeit verursachen. Er beruft sich dabei auf das im IV-Verfahren eingeholte psychiatrische Gutachten des Dr. med. B.________ vom 5. April 2003, das bereits der vorinstanzlichen Beschwerde beigelegt worden war. Darin wurde folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: schwere psychische Fehlentwicklung mit dissoziativer Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4) bei beeindruckter, ängstlicher Persönlichkeit (DD: präpsychotische Entgleisung und beginnende Demenz). Dem Gutachten lässt sich bei den subjektiven Angaben entnehmen, dass der Versicherte "dermassen Angst" habe vor einer neuen Operation; man solle ihn in Ruhe lassen. Beim Befund wird erwähnt, dass er mehrmals eine massive Angstreaktion gezeigt habe mit beschwörenden Gesten, ja nicht operiert zu werden. Bei der Beurteilung wird ausgeführt, der Versicherte leide an einer schweren Angstreaktion bei der Vorstellung, operiert zu werden. Indessen wird auch gesagt, dass er sich so oder so, auch unabhängig vom rechten Arm, als psychisch ausgesprochen auffällig und als psychisch krank erweise.