Citation: 4A_575/2023 E. 3.5.3

3.5.3. Bleiben die "weiteren Umstände, die zeigten, dass der Einzelschiedsrichter in den wichtigsten Verfahrensaspekten zugunsten der Beschwerdegegnerin entschied", wobei die Beschwerdeführerinnen insbesondere im Zusammenhang mit der Widerklage und der Ablehnung einer mündlichen Zeugeneinvernahme Verfahrensfehler monieren. Was sie unter diesem Titel ins Feld führen, vermag den Anschein der Befangenheit des Einzelschiedsrichters weder zu "verstärken", geschweige denn zu begründen und ebenso wenig in der postulierten "Gesamtbetrachtung" für den Befangenheitsvorwurf zu sprechen. Vielmehr präsentieren die Beschwerdeführerinnen mit ihren diesbezüglichen Ausführungen unzulässige Kritik an der Verfahrensführung und den Instruktionsverfügungen des Einzelschiedsrichters, womit sie nicht gehört werden können. Zwar ist denkbar, dass das Verhalten eines Schiedsrichters im Rahmen des Schiedsverfahrens Zweifel an dessen Unparteilichkeit weckt. Das Bundesgericht legt der Beurteilung einer angeblichen Voreingenommenheit eines Schiedsrichters jedoch einen strengen Massstab zugrunde. Nach ständiger Rechtsprechung vermögen Verfahrensmassnahmen, seien sie richtig oder falsch, als solche grundsätzlich keinen objektiven Verdacht der Voreingenommenheit des Schiedsrichters zu begründen, der sie verfügt hat (Urteile 4A_462/2021 vom 7. Februar 2022 E. 3.2; 4A_236/2017 vom 24. November 2017 E. 3.3 mit Hinweisen). Wie schon der ICC Gerichtshof dargelegt hat, bildet der Umstand, dass ein Schiedsgericht im Sinne der Gegenpartei entscheidet, noch keine Parteilichkeit. Dies gilt auch in Verfahrensfragen. Selbst eigentliche Verfahrensfehler vermögen ohne objektive, konkrete Anhaltspunkte für eine systematisch einseitige Bevorzugung einer Partei keine Befangenheit zu begründen. Solche objektiven Anhaltspunkte sind vorliegend nicht dargetan. Die Beschwerdeführerinnen vermögen mit ihren Ausführungen auch nicht etwa darzulegen, dass und inwiefern im konkreten Fall besonders krasse Fehler oder wiederholte Irrtümer vorliegen sollen, die als derart schwere Pflichtverletzung beurteilt werden müssten, dass sie den Anschein der Voreingenommenheit begründen könnten (vgl. BGE 115 Ia 400 E. 3b; Urteil 4A_236/2017 vom 24. November 2017 E. 3.3). Mithin dringen die Beschwerdeführerinnen auch nicht mit den angeführten "weiteren Umständen" durch.