Citation: 9C_361/2024 E. 4.2

4.2. Das Mehrwertsteuerrecht von 2009, wie es heute in Kraft steht, kennt einen abschliessenden Katalog ausserordentlicher Rechtsmittel. Die zweite Einschätzungsmitteilung ist - auch nach Ansicht der ESTV (siehe schon deren Schreiben vom 11. August 2022; Sachverhalt Bst. A.f) - mit der vorbehaltlosen Anerkennung seitens der Steuerpflichtigen (auch dazu Sachverhalt Bst. A.f) in Rechtskraft erwachsen (Art. 43 Abs. 1 lit. b MWSTG 2009; vorne E. 2.2.4.3). Ein Rückkommen darauf wäre einzig im Rahmen der Vorgaben von Art. 85 MWSTG 2009 oder von Art. 12 Abs. 1 VStrR denkbar. Dadurch, dass die ESTV die streitbetroffene Nachbelastung von Fr. yyy (Sachverhalt Bst. A.c) nicht rechtzeitig von der ersten in die zweite Einschätzungsmitteilung übertragen hat, ist ihr ein Veranlagungsfehler unterlaufen. Die Behebung eines solchen im Rahmen der Berichtigung scheidet mangels eines blossen "Fehlers bei der Handarbeit" (d.h. Fehler in der Willensäusserung oder Erklärungsirrtum; vorne E. 3.3.3.4) aus. Von vornherein nicht gegeben ist, wie ausgeführt, die Möglichkeit des Widerrufs zuungunsten der steuerpflichtigen Person.