Citation: 6B_729/2024 E. 2.5.5

2.5.5. Der Beschwerdeführer macht geltend, es hätte sofort eine Blutung erkennbar sein müssen, wenn er die Gallenblasenschlagader nicht verschlossen hätte. Diesbezüglich verweist die Vorinstanz auf die Erklärung des Gerichtsgutachters, wonach ein Vasospasmus aufgetreten sein müsse. Dies sei geschehen, indem die Metallclips vor dem Zusammendrücken aus dem Metallclip-Applikator abgestreift worden seien, sodass die Gallenblasenschlagader nur mit den leeren Branchen des Metallclip-Applikators zusammengedrückt worden sei. Dies könne eine Blutung während gewisser Zeit verhindern. Denn werde auf diese Weise ein Vasospasmus ausgelöst, verenge sich die Muskelschicht der Gefässwand krampfartig, was zu einer Blutstillung führe. Dazu habe der Gerichtsgutachter festgehalten, die Gallenblasenschlagader habe wohl unmittelbar nach deren Durchtrennung nicht direkt geblutet. Die Präparationsschritte zu deren Freilegung, die dabei möglicherweise entstandene Hitze des Instruments und ein doppeltes Quetschen der Gefässe mit einem nicht nachgeladenen Metallclip-Applikator hätten mit grosser Wahrscheinlichkeit den erwähnten Vasospasmus ausgelöst, der das Gefäss zuverlässig geschlossen habe. Nachdem sich der Vasospasmus gelöst habe, habe es zu bluten begonnen. Dies müsse spätestens 20 Minuten nach der Operation geschehen sein. Gemäss Vorinstanz wies der Gerichtsgutachter ausdrücklich darauf hin, dass es "mit grosser Wahrscheinlichkeit" zu einem Vasospasmus gekommen sei. Die Dauer eines solchen Vasospasmus sei gemäss Gerichtsgutachter von "extrem vielen Faktoren abhängig" und "schlicht nicht eingrenzbar, nicht bekannt". Dazu gebe es keine klinischen Studien. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend erwägt, ist nicht ersichtlich, weshalb diese Aussagen des Gerichtsgutachters unglaubhaft sein sollen. Die Verteidigung verweist auf das Privatgutachten, gemäss dem ein Vasospasmus "meist wenige Sekunden, allerhöchstens aber 30-60 Sekunden dauert". Dies hat der Gerichtsgutachter gemäss Vorinstanz glaubhaft widerlegt. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer an der Berufungsverhandlung implizit selbst eingeräumt, dass ein Vasospasmus weit mehr als wenige Minuten dauern könne.