Citation: C 135/01 27.07.2001 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz hat die Einstellung in der Anspruchsberechtigung deswegen bejaht, weil die Versicherte sich nicht um die Stelle im Restaurant X.________ bemüht habe; die angeblich durchgeführte telephonische Anfrage sei nicht nachgewiesen und wäre zudem ungenügend. Dies wird von der Beschwerdeführerin bestritten; sie macht weiter geltend, dass die fragliche Stelle am 18. Oktober 2000 schon besetzt gewesen sei und deshalb gar kein Schaden habe entstehen können. b) Die Versicherte bringt vor, dass sie sich telephonisch bei der Wirtin gemeldet und mit dieser ein Gespräch für Mitte Dezember 2000 vereinbart habe. Sogar wenn der Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin gefolgt und ein Telephonanruf angenommen wird, ist die telephonische Ankündigung einer zwei Monate später stattfindenden weiteren Meldung keine ausreichende Bewerbung. Es kann nämlich nicht davon ausgegangen werden, dass eine freie Stelle während zweier Monate aufgrund eines bloss telephonischen Anrufes freigehalten wird; die Versicherte macht auch nicht geltend, dass sie in der Zwischenzeit ihre Bewerbungsunterlagen eingereicht habe und die Wirtin erst nach deren Eintreffen entscheiden wollte. Damit hat die Beschwerdeführerin die Weisung des AWA, sich im Restaurant X.________ zu bewerben, nicht befolgt - unabhängig davon, ob der Anruf wirklich stattgefunden hat. c) Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist praxisgemäss eine verwaltungsrechtliche Sanktion (BGE 124 V 227 Erw. 2b mit Hinweisen) und setzt - im Falle des Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG - die Zuweisung einer freien und zumutbaren Arbeitsstelle voraus. Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschäftigung als Barmaid zumutbar gewesen wäre. Umstritten ist jedoch, ob die zugewiesene Stelle am 18. Oktober 2000 bereits besetzt gewesen ist. Von der Arbeitslosenversicherung zugewiesene Stellen sind in der Regel als verfügbar zu betrachten, ausser es bestünden - wie in vorliegender Sache durch die unter Angabe von Auskunftspersonen wiederholten Vorbringen der Versicherten - begründete Anhaltspunkte für die Möglichkeit des Gegenteils. Aus den Akten geht nicht genügend hervor, ob und wie die Wirtin des Restaurants X.________ als Arbeitgeberin von der Verwaltung oder der Vorinstanz befragt worden wäre. Der vorinstanzliche Entscheid und die Verwaltungsverfügung sind daher aufzuheben und die Sache ist an das AWA zurückzuweisen, damit dieses die Wirtin - mündlich zu Protokoll oder schriftlich - befrage, ob die Stelle als Barmaid am 18. Oktober 2000 noch frei gewesen sei. Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs - sei es durch Anwesenheit der Versicherten an der mündlichen Befragung oder durch Stellungnahme zur schriftlichen Auskunft - wird über die Einstellung neu zu befinden sein. d) Die Versicherte macht weiter sinngemäss geltend, dass die Einstellung in der Anspruchsberechtigung eine Folge der Verletzung der Schadenminderungspflicht sei und demzufolge einen Schaden voraussetze. Es kann jedoch offen bleiben, ob ein Schaden Voraussetzung für die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist und ob der Arbeitslosenversicherung durch das Verhalten der Beschwerdeführerin ein Schaden entstanden ist: war die fragliche Stelle am 18. Oktober 2000 schon besetzt, konnte die Weisung nicht sanktioniert werden (vgl. Erw. 2c hievor), war die Stelle dagegen frei, hat sich die Versicherte entweder gar nicht oder nur ungenügend beworben und damit eine Weisung nicht befolgt (vgl. Erw. 2b hievor).