Citation: I 540/00 15.10.2001 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, insbesondere die Höhe der im Rahmen der Invaliditätsbemessung zu Grunde gelegten Vergleichseinkommen. a) Es steht fest, dass der Beschwerdegegner seinen angestammten Beruf als Maurer gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben kann und in einer körperlich leichten Tätigkeit - gemäss Schlussbericht der IV-Berufsberatung vom 19. Februar 1998 z.B. in der Steckdosenmontage oder Kabelkonfektionierung - lediglich noch zu 50 % arbeitsfähig ist. Ebenfalls unbestritten ist, dass Vorinstanz und Verwaltung bei der Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens auf die LSE-Tabellenlöhne abstellen durften, zumal der Beschwerdegegner seit der (wirtschaftlich bedingten) Kündigung des langjährigen Arbeitsverhältnisses mit dem Baugeschäft Z.________ im Jahre 1994 keine neue, ihm zumutbare Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat (vgl. Erw. 1b hievor). b) Die Vorinstanz hat das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE-Tabelle A 1.1.1 des Jahres 1994 ermittelt: Ausgehend vom monatlichen Bruttolohn von Männern und Frauen (Medianwert "Total") in der Elektrobranche (privater Sektor/Kat. 36, Anforderungsniveau 4 [einfache und repetitive Tätigkeiten]) und in Berücksichtigung des höchst zulässigen leidensbedingten Abzugs von 25 % setzte sie das trotz Gesundheitsschaden zumutbarerweise erzielbare Einkommen auf Fr. 18'733.- jährlich fest (Fr. 3974.- x 41,9/40 [Umrechnung auf betriebsübliche Arbeitszeit] x 12 x 0,5 = Fr. 24'976. 59; Fr. 24'976. 59 - Fr. 6244. 15 [= 24'976. 59 x 25/100] = Fr. 18'732. 44), was deutlich unter dem von der IV-Stelle zu Grunde gelegten Betrag von Fr. 23'844.- (einschliesslich eines leidensbedingten Abzugs von 10 %) liegt. Den Maximalabzug von 25 % begründet das kantonale Gericht damit, dass der Beschwerdegegner die ihm zugemutete Leistung von 50 % infolge seines erheblich verlangsamten Arbeitstempos (Bericht des Dr. med. R.________ vom 19. Dezember 1997) nicht ihm Rahmen eines bloss halben Arbeitspensums erbringen könne, sondern dazu wesentlich mehr Arbeitszeit benötige; hinzu kämen das fortgeschrittene Alter und die Sprachschwierigkeiten, sodass er dem Arbeitgeber insgesamt deutlich höhere Kosten verursache als ein Gesunder in einer entsprechenden 50 %-Teilzeitstelle. Diese Mehrkosten hätten einen tieferen Lohn zur Folge, was bei der Ermittlung des Invalideneinkommens nicht nur mit einem Abzug für den Lohnnachteil der Teilzeitangestellten generell (ca. 10 %), sondern mit dem Abzugsmaximum von 25 % auszugleichen sei. c) Der Beschwerdeführerin ist darin beizupflichten, dass als Ausgangsbasis für die Berechnung des Invalideneinkommens vorliegend der monatliche Bruttolohn für Männer - und nicht der Durchschnittswert von Männer- und Frauenlöhnen insgesamt - gemäss Tabelle A 1.1.1 (Anforderungsprofil 4) heranzuziehen ist, wobei jedenfalls bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten in der Regel der statistische Durchschnittslohn für den gesamten privaten Sektor (= "Total") massgebend ist (Urteil vom 7. August 2001 [U 240/99], Erw. 3c/cc; vgl. AHI 2000 S. 81 Erw. 2a). Da keine Gründe ersichtlich sind, welche die Einengung des zumutbaren Betätigungsfeldes auf die Elektrobranche und damit ein Abweichen von obigem Grundsatz rechtfertigen würden, ist somit vom durchschnittlichen Bruttolohn für Männer im gesamten Privatsektor in der Höhe von Fr. 4127.- monatlich (LSE 1994) auszugehen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,9 Std. /Woche und der Lohnentwicklung bis 1997 resultiert bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ein Invalideneinkommen von Fr. 26'723. 65 (Fr. 4127.- x 41,9/40 x 12 = Fr. 51'876. 40; Fr. 51'876. 40 x 1,013 x 1,012 x 1,005 [= Entwicklung Nominallohnindex 1994-1997/Männer gemäss Tabelle B 10.3, in: Die Volkswirtschaft 6/2001, S. 89] x 0,5). Entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts besteht in Würdigung der gesamten Umstände kein begründeter Anlass, das gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne ermittelte Invalideneinkommen in Abweichung von der Verwaltung um maximal zulässige 25 % (vgl. Erw. 1b hievor) zu kürzen; vielmehr hat die Beschwerdeführerin zu Recht einen leidensbedingten Abzug von 10 % als angemessen erachtet. Während der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Leistungsfähigkeit (namentlich dem verlangsamten Arbeitstempo) bereits durch die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von bloss 50 % Rechnung getragen wird und vorliegend aufgrund der Aktenlage keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ein künftiger Arbeitgeber bei leidensangepasster Tätigkeit eine zusätzlich ins Gewicht fallende Minderung des Arbeitsvermögens zu gewärtigen hat, rechtfertigt sich der von der Beschwerdeführerin vorgenommene Abzug von 10 % aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdegegner bloss teilzeitlich einsatzfähig ist. Gemäss Tabelle 6* der LSE 1998 (S. 20) haben Männer bei einem Beschäftigungsgrad zwischen 50 % und 74 % an einem Arbeitsplatz mit Anforderungsniveau 4 im Vergleich zu ihren vollzeitlich arbeitenden männlichen Kollegen tendenziell mit einer Lohneinbusse zu rechnen; dies im Unterschied zu Frauen, bei denen sich Teilzeitarbeit im Vergleich zu vollzeitlich tätigen Frauen gar lohnerhöhend auswirkt und deren Lohn zudem bei einem Arbeitspensum von weniger als 50 % in einfachen und repetitiven Tätigkeiten statistisch betrachtet selbst über demjenigen von Männern mit gleichem (Teilzeit-) Beschäftigungsgrad liegt (Urteil vom 9. Mai 2001 [I 575/00], Erw. 3b in fine). Weitere Faktoren, welche einen leidensbedingten Abzug von mehr als 10 % zu begründen vermöchten, sind nicht ersichtlich. Namentlich sind Sprachschwierigkeiten oder der Ausländerstatus (Ausländerausweis Kat. C) als einkommensrelevante Kriterien ausser Acht zu lassen, zumal der Beschwerdegegner vor Eintritt der Invalidität ein Einkommen erzielte (vgl. nachfolgend Erw. 2d), das durchaus den branchenüblichen, auch für Schweizer geltenden Ansätzen entsprach (vgl. BGE 126 V 82 Erw. 7b; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 104 Erw. 5b; ZAK 1989 S. 458 Erw. 3b). Im Übrigen liegt der bei der Ermittlung des Invalideneinkommens als Ausgangswert herangezogene durchschnittliche Bruttolohn von Fr. 4127.- (gemäss Tabelle A.1.1.1 [1994]) bereits etwas unter dem durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn von Ausländern mit Niederlassungsbewilligung (T A.4.4.1 [LSE 1994, S. 99]/Anforderungsniveau 4), sodass eine weitere Kürzung des Invalideneinkommens umso weniger geboten ist. Schliesslich besteht kein Grund zur Annahme, dass sich das fortgeschrittene Alter des Beschwerdegegners auf dem Arbeitsmarkt in einer leidensangepassten Tätigkeit zusätzlich lohnsenkend auswirkt; soweit die Chance, auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden, altersbedingt erheblich erschwert sein dürfte, handelt es sich um einen invaliditätsfremden Faktor, für welchen die Invalidenversicherung nicht einzustehen hat (vgl. AHI 1999 S. 242 f. Erw. 4c). Nach dem Gesagten bestanden für das kantonale Gericht keine triftigen Gründe, sein Ermessen an die Stelle desjenigen der Verwaltung zu setzen (Erw. 1c hievor). In Würdigung aller in Betracht fallenden Faktoren bleibt es bei dem von der Beschwerdeführerin angenommenen leidensbedingten Abzug von 10 %, sodass sich das Invalideneinkommen auf Fr. 24'051. 25 (Fr. 26'723. 65 - Fr. 2672. 40 [= 10 %]) jährlich beläuft. d) Mit Bezug auf das ohne Gesundheitsschaden erzielbare Einkommen (Valideneinkommen) ging die Vorinstanz - wie die Beschwerdeführerin auch - gestützt auf die Angaben des letzten Arbeitgebers von einem Stundenlohn als Maurer von Fr. 22.20 sowie einer unbestrittenen jährlichen Arbeitszeit von 2138 Stunden aus, was für das Jahr 1994 ein Jahreseinkommen von rund Fr. 56'338.- ergab (2138 Std. x Fr. 22.20 x 1,083 [Bestandteil 13. Monatslohn] x 1,096 [Ferienvergütung] = Fr. 56'337. 77]). Zu diesem nicht zu beanstandenden Betrag ist - analog zum Invalideneinkommen - die Lohnentwicklung von 1994 bis 1997 (in der Baubranche) hinzuzurechnen; entsprechend beträgt das Valideneinkommen Fr. 58'156. 15 (Fr. 56'337. 77 x 1,018 x 1,012 x 1,002 [T B 10.2, in: Die Volkswirtschaft 6/2001, S. 89] = Fr. 58'156. 15). Aus dem Vergleich mit dem Invalideneinkommen von Fr. 24'051. 25 resultiert ein Invaliditätsgrad von 58,6 %, womit sich die Zusprechung einer halben Invalidenrente durch die Beschwerdeführerin im Ergebnis als rechtens erweist.