Citation: 1E.1/2006 12.04.2006 E. 5

Verfahrensrechtlich verlangen die Beschwerdeführer weiter, dass ein neutrales, von ausländischen Experten zu erstellendes Gutachten über die technische und betriebliche Möglichkeit und die wirtschaftliche Tragbarkeit einer Verkabelung der Gemeinschaftsleitung beizuziehen sei. Zudem seien neue Berechnungen darüber anzustellen, ob die Grenzwerte gemäss der Verordnung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV, SR 814.710) eingehalten seien. Zum Antrag auf Einholung einer "neutralen" Expertise ist zunächst grundsätzlich festzuhalten, dass das zur Beurteilung von enteignungsrechtlichen Einsprachen zuständige Departement bei der Prüfung naturwissenschaftlicher und technischer Fragen auf die Berichte und Stellungnahmen der ihm vom Gesetzgeber beigegebenen sachkundigen Instanzen abstellen darf. Als solche Fachstellen für die Beurteilung der Auswirkungen elektrischer Anlagen fallen insbesondere das Starkstrominspektorat und die Eidgenössische Kommission für elektrische Anlagen in Betracht, im Weiteren aber auch die interessierten Bundesämter, wie das Bundesamt für Energie, das Bundesamt für Verkehr und das Bundesamt für Umwelt (vgl. Art. 19 und 21 des Bundesgesetzes betreffend die elektrischen Schwach- und Starkstromanlagen [EleG, SR 734.0] und Art. 28 der Verordnung über die Planvorlagen für Eisenbahnbauten vom 23. Dezember 1932, in der Fassung vom 26. November 1984 [SR 742.142.1]). Liegt die Plangenehmigung nicht allzu lange zurück, darf sich die Einsprachebehörde im Enteignungsverfahren auch (allein) auf die Amtsberichte stützen, die im Plangenehmigungsverfahren erstattet worden sind (BGE 124 II 219 E. 6b S. 228, Urteil 1E.12/1998 vom 11. November 1998 E. 4). Weitere Sachverständige sind nur in Sonderfällen oder zu Sonderfragen anzuhören. Ähnliches gilt für die bundesgerichtliche Überprüfung des Einspracheentscheides. Das Bundesgericht darf sich ebenfalls weitgehend auf die Meinung der zur Beratung in Sachfragen eingesetzten Fachinstanzen verlassen. Es hat sich ohnehin in Belangen, die ausserhalb des Rechtsbereiches liegen, einer gewissen Zurückhaltung zu befleissigen und den Ermessens- und Beurteilungsspielraum der Einsprachebehörde zu respektieren. Ergänzende Beweiserhebungen in Form von Expertisen sind daher nur ausnahmsweise und nur dort vorzunehmen, wo die Klärung der umstrittenen Sachverhaltsfragen für die rechtliche Beurteilung unabdingbar ist (vgl. hierzu grundsätzlich BGE 112 Ib 280 E. 8b, 117 Ib 425 E. 7, 119 Ib 254 E. 8b und c, 122 II 165 nicht publ. E. 6a; für elektrische Anlagen s. BGE 98 Ib 433 E. 2a, 109 Ib 298 E. 3, Urteile E.22/1983 vom 1. Oktober 1984 E. 2c, publ. in ZBl 85/1986 S. 111, 114, und 1E.12/1998 vom 11. November 1998 E. 4). Abgesehen von dieser grundsätzlichen Zurückhaltung beim Beizug von Experten fällt im vorliegenden Fall in Betracht, dass das Bundesgericht - wie sich der publizierten Rechtsprechung entnehmen lässt und den Beschwerdeführern bekannt ist - vor wenigen Jahren bei der Beurteilung der Einsprachen gegen die 132 kV-Leitung Biel - Mett ein Gutachten über die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Verkabelung einer solchen Leitung eingeholt hat (vgl. BGE 124 II 219). Es besteht daher kein Anlass, im vorliegenden Fall erneut Experten anzuhören. Die im vorliegenden Fall aufgeworfenen Fragen waren auch in jenem Fall zu prüfen. Insofern kann das Bundesgericht weitgehend auf die Erwägungen des Entscheides vom 1. April 1998 verweisen.