Citation: 2C_360/2023 E. 6.5

6.5. Das öffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts der Beschwerdeführerin ist erheblich: So hat sie trotz mehrfacher Ermahnungen und Verweigerungen der Niederlassungsbewilligung Verlustscheine in der Höhe von Fr. 117'354.-- angehäuft, was von einer gewissen Gleichgültigkeit und Unbelehrbarkeit zeugt. Selbst nach der letzten, an Bedingungen geknüpften Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung am 15. Juli 2016 hat sie sich mutwillig weiter verschuldet (vgl. E. 5.4.2) und nochmals eine Busse von Fr. 400.-- wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung erhalten. Damit ist sie den ihr auferlegten Bedingungen in vorwerfbarer Art und Weise nicht nachgekommen. Unter dem steigenden Druck des fortschreitenden migrationsrechtlichen Verfahrens gab es jüngst zwar Anzeichen für eine positive Entwicklung (Schuldenberatung; Vollzeitstelle; veränderte Verhältnisse im Privatleben). Da ein effektiver Schuldenabbau jedoch nicht rechtsgenüglich dargetan wurde, kann der Beschwerdeführerin dennoch keine günstige Prognose gestellt werden. Hinzu kommt die wiederholte Straffälligkeit, welche aufgrund der konkreten Umstände (mehrheitlich Übertretungen; verteilt über langen Zeitraum) zwar nicht massgeblich ins Gewicht fällt, die öffentlichen Fernhalteinteressen aber trotzdem unterstreicht. Das erhebliche öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung kann nur durch entsprechend gewichtige private Interessen aufgewogen werden, d.h. es müssen aussergewöhnlich schwerwiegende Umstände gegen eine Aufenthaltsbeendigung sprechen (vgl. Urteil 2C_755/2021 vom 21. September 2022 E. 6.2).