Citation: 4A_355/2015 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz hielt fest, es bestehe aufgrund des öffentlich beurkundeten Grundstückkaufvertrages eine tatsächliche Vermutung dafür, dass der darin enthaltene Preis von Fr. 500'000.-- auch dem Parteiwillen im Zeitpunkt des Vertragsschlusses entsprochen habe. Der Beschwerdeführerin obliege der Gegenbeweis dafür, dass der effektive gemeinsame Wille ein anderer als der beurkundete war. Diesen Gegenbeweis habe die Beschwerdeführerin jedoch weder mit dem eingereichten Bankbeleg (act. 3) noch dem Einvernahmeprotokoll (act. 24) erbringen können. Aus dem Bankbeleg für sich gehe nichts über den Rechtsgrund der Zahlung hervor. Er lege insbesondere keinen Beweis darüber ab, dass es sich bei der Zahlung um eine Rückzahlung gehandelt habe, geschweige denn über den Parteiwillen im Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Auch aus der Gleichzeitigkeit beider Zahlungen ergebe sich nichts Entsprechendes. Ebenso wenig ergebe sich aus dem Protokoll (act. 24), dass bereits beim Vertragsschluss eine Vereinbarung bestanden habe, Fr. 50'000.-- seien als Element der Kaufpreisgestaltung zurückzuzahlen. Zwar habe die Beschwerdegegnerin ausgesagt, dass sie den Kaufpreis mit einer Hypothek in der Höhe von Fr. 400'000.--, Fr. 50'000.-- von ihr selbst und Fr. 50'000.-- vom Vater finanzieren werde. Die Zahlung des Vaters habe somit wirtschaftlich gesehen einen Teil der Finanzierung ausgemacht. Dem Protokoll sei jedoch nicht zu entnehmen, dass dies ein im Moment des Vertragsschlusses bestehendes Element des übereinstimmenden Willens der Vertragsparteien gewesen sei. Vielmehr scheine aus der Einvernahme der Beschwerdegegnerin durch, dass der Vater ihr das Geld als Abgeltung für die Pflege der Mutter gegeben und er den Zeitpunkt der Zahlung bestimmt habe. Entsprechend habe die Beschwerdegegnerin die Fr. 350'000.--, welche sie am 20. September 2005 unbestrittenermassen an ihren Vater geleistet habe, vor dessen Zahlung zur Verfügung haben müssen. Also selbst bei einer Drittfinanzierung in der Höhe von Fr. 400'000.-- habe die Beschwerdegegnerin über die restlichen Fr. 100'000.-- vor der Leistung des Vaters verfügen müssen, womit nicht gesagt werden könne, die Beschwerdegegnerin (und ihr Gatte) hätten bloss ein Eigenkapital von Fr. 50'000.-- gehabt. Denn es sei erstellt, dass die Beschwerdegegnerin Fr. 350'000.-- an den Vater bezahlt und die Hypothek in der Höhe von Fr. 150'000.-- übernommen habe.