Citation: 4A_294/2020 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz verneinte die Passivlegitimation der Beschwerdegegnerin 3 kraft faktischer Organschaft. Der zwischen A.E.________ und der Beschwerdegegnerin 3 geschlossene Mandatsvertrag habe primär die Einflussnahme von A.E.________ auf den Verwaltungsrat der F.________ AG bezweckt. Indem die Beschwerdegegnerin 3 den Beschwerdegegner 1 als Verwaltungsrat der F.________ AG eingesetzt habe (der zugleich Delegierter des Verwaltungsrats der Beschwerdegegnerin 3 war), sei zwar die Möglichkeit der Einflussnahme der Beschwerdegegnerin 3 auf die Geschäftsführung der F.________ AG geschaffen worden, doch sei deren Interesse nicht auf die Einflussnahme auf die Geschäftsführung der F.________ AG gerichtet gewesen, sondern auf die Entschädigung, welche sie für das Zurverfügungstellen des fiduziarischen Verwaltungsrats von A.E.________ erhalten habe. Ferner sei die Überwachungspflicht der Beschwerdegegnerin 3 nicht mit der Einflussnahme auf die Geschäftsführung der F.________ AG gleichzusetzen. Denn die Beschwerdeführerin habe nicht behauptet, die Beschwerdegegnerin 3 habe dem Beschwerdegegner 1 im Rahmen der Überwachung konkrete Weisungen erteilt, welche in die Geschäftsführung der F.________ AG eingegriffen hätten. Weiter sei die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Doppelorganschaft nicht ausreichend, um einen Eingriff der Beschwerdegegnerin 3 in die Geschäftsführung der F.________ AG zu begründen, da es in der Schweiz keine allgemeine Organschaft kraft Entsenden gebe. Auch der Abschluss des Domizil- und Buchhaltungsvertrags mit der Beschwerdegegnerin 3 vermöge nicht deren Einfluss auf die Geschäftsführung der F.________ AG zu begründen. Es erscheine naheliegend, die für die Stellung des fiduziarischen Verwaltungsrats verantwortliche juristische Person mit der Führung der Buchhaltung zu beauftragen und deren Domizil zu verwenden. Überdies begründe auch der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 3 zu Lasten der F.________ AG vor Abgabe der Insolvenzerklärung Aufwendungen generiert gehabt habe, keine Einflussnahme. Dieser Umstand sei vielmehr geeignet, eine mangelnde Interessenwahrung des Beschwerdegegners 1 zu begründen. Schliesslich sei auch der treuhänderische Besitz der Aktien der F.________ AG durch die Beschwerdegegnerin 3 unzureichend, um eine Einflussnahme zu begründen. Letztere Behauptung sei indes ohnehin verspätet vorgebracht worden.