Citation: 5A_657/2014 E. 6.1

6.1. Der Dienstbarkeitsvertrag umschreibt das Recht mit anderen Formulierungen gleich wie der Grundbucheintrag, weicht davon in der räumlichen Festlegung aber wesentlich ab. Laut Grundbucheintrag besteht das Benützungsrecht an einem Autoabstellplatz zulasten des Grundstücks Nr. uuu, während gemäss der Umschreibung im Dienstbarkeitsvertrag der eingeräumte Autoabstellplatz das Grundstück Nr. uuu nur teilweise belastet und überwiegend auf dem Grundstück Nr. vvv gelegen ist. Da der Dienstbarkeitsvertrag den Inhalt der Dienstbarkeit nur im Rahmen des Eintrages näher bestimmen darf, kommt der vertraglichen Umschreibung der Dienstbarkeit, die deren Eintrag im Grundbuch widerspricht, keine Bedeutung zu (BGE 123 III 461 E. 2b S. 464; Urteil 5C.151/1999 vom 11. November 1999 E. 3b, in: ZBGR 81/2000 S. 274). Massgebend ist deshalb der Eintrag im Grundbuch, wonach zulasten des Grundstücks Nr. uuu ein Benützungsrecht an einem Autoabstellplatz besteht (E. 5.2 oben) und nicht bloss an einem kleinen Teil eines Autoabstellplatzes. Im vorliegenden Verhältnis unter Dritten (E. 4 oben) gilt der in diesem Punkt klare und eindeutige Eintrag und nicht der ihm - aus welchen Gründen auch immer - widersprechende Erwerbsgrund. Sollte die Beklagte der Meinung sein, der Grundbucheintrag erscheine unter Berücksichtigung des Erwerbsgrundes als ungerechtfertigt, hätte sie gestützt auf Art. 975 ZGB mittels Grundbuchberichtigungsklage die Löschung oder Abänderung des Eintrages verlangen müssen, was sie indessen nicht getan hat (BGE 123 III 461 E. 2c S. 465; Urteil 5C.307/2005 vom 19. Mai 2006 E. 3.3, in: ZBGR 88/2007 S. 131). Dem Dienstbarkeitsvertrag lässt sich somit für die Frage, wo sich der Autoabstellplatz Nr. 1 in der Tiefgarage befindet, nichts entnehmen.