Citation: 5A_892/2023 E. 3.5.1

3.5.1. Was die geltend gemachten Kompetenzüberschreitungen sowie die Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses anbelangt, zeigen die Ausführungen der Beschwerdeführer, dass es dabei in erster Linie um die Frage geht, ob der Beschwerdegegner berechtigt war, die G.________-Aktien sowie das Aktionärsdarlehen an sich selbst zu veräussern bzw. zu welchem Preis, und ob die daran anschliessenden Handlungen (die gemäss den Beschwerdeführern die Sicherung der Übertragung bezweckten) zulässig waren. Dabei handelt es sich um materiell-rechtliche Fragen, zu deren Beurteilung die Aufsichtsbehörde nicht zuständig ist. Dass die Beschwerdeführer sich weder an der Einsetzung des Beschwerdegegners als Willensvollstrecker noch an Ziff. 15 des Testaments stören, sondern vielmehr die "konkreten Handlungen des Beschwerdegegners am 1. März 2022 und im Nachgang hierzu" monieren, ändert daran nichts. Zwar ist die Aufsichtsbehörde für die Beurteilung des formellen Vorgehens des Willensvollstreckers zuständig (oben E. 3.1.2). Dies kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass vorliegend in erster Linie materiell-rechtliche Fragen im Zentrum der Auseinandersetzung stehen, und gerade nicht das "formelle Vorgehen" des Willensvollstreckers. Daher änderte sich an der vorliegenden Beurteilung selbst dann nichts, wenn man der Aufsichtsbehörde die Berechtigung zusprechen wollte, über materiell-rechtliche Vorfragen zu befinden (vgl. Urteil 5A_195/2013 vom 9. Juli 2013 E. 2.2.6; verneinend KÜNZLE, Die Aufsicht über den Willensvollstrecker, in: Das Zivilrecht und seine Durchsetzung, 2016, S. 937; bejahend STRAZZER/ZEITER, Die Absetzung des Willensvollstreckers im Aufsichtsbeschwerdeverfahren, in: Der letzte Wille, seine Vollstreckung und seine Vollstrecker, 2021, S. 350 f.). Die Beurteilung solcher materiell-rechtlicher Fragen obliegt nicht der Aufsichtsbehörde, sondern den ordentlichen Zivilgerichten. Entsprechend ist in der Zwischenzeit denn auch ein Verfahren hängig, um diese materiell-rechtlichen Fragen (mindestens teilweise) zu klären (Sachverhalt, Bst. A.d). Die Rügen der Beschwerdeführer erweisen sich als unbegründet. Nachdem die von ihnen im Zusammenhang mit den angeblich das Vertrauen erschütternden Handlungen erfolgte Sachverhaltsdarstellung der vorliegenden Beurteilung zugrunde gelegt wurde (oben E. 3.2.3), erübrigt sich eine Prüfung der Frage, ob die Vorinstanz den Sachverhalt in diesem Zusammenhang, wie von den Beschwerdeführern gerügt, willkürlich (Art. 9 BV) festgestellt hat.