Citation: 6B_429/2021 E. 2.7.4

2.7.4. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass von einer ungünstigen Legalprognose auszugehen sei, der Beschwerdeführer sich mithin durch einen bloss teilweisen Vollzug der Freiheitsstrafe nicht nachhaltig beeinflussen lassen werde (angefochtenes Urteil S. 17). Dass sie dabei von rechtlich nicht massgeblichen Gesichtspunkten ausgegangen wäre oder wesentliche Faktoren nicht beachtet hätte, ist nicht ersichtlich. Es kann auf ihre Erwägungen verwiesen werden (angefochtenes Urteil S. 15-17). Der Beschwerdeführer vermag nicht darzulegen, inwiefern die Vorinstanz bei der Prüfung des künftigen Legalverhaltens das ihr zustehende Ermessen verletzt hat. Er stellt insbesondere nicht in Abrede, dass in persönlicher Hinsicht keine stützenden Elemente ersichtlich sind, er mehrfach und insbesondere auch einschlägig vorbestraft und er im ADMAS-Registerauszug vom 28. Mai 2018 (mehrfach) verzeichnet ist. Konkret wurde er im März 2011 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 60.-- und einer Busse von Fr. 600.-- und am 24. März 2015 wegen Verletzung der Verkehrsregeln und Fahren eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 90.-- und einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt. Dass sich der Beschwerdeführer im Zeitraum nach der absolvierten verkehrspsychologischen Begutachtung vom 16. März 2013 bis zum Vorfall vom 19. August 2017 keine Verletzung der Verkehrsregeln mehr zu schulden kommen lassen hat, ändert an der Einschlägigkeit der Vorstrafen nichts und zeigt, dass der im März 2012 verfügte Sicherungsentzug samt einjähriger Sperrfrist und die im März 2013 absolvierte verkehrspsychologische Begutachtung samt Beteuerung von Einsicht und Kehrtwende gerade einmal eine Wirkung von rund viereinhalb Jahren zeitigten. Überdies erging das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern den Vorfall vom 7. März 2012 betreffend (welcher den Sicherungsentzug samt Sperrfrist und das Erfordernis einer verkehrspsychologischen Begutachtzung zur Folge hatte) "erst" am 24. März 2015 und damit nur rund zweieinhalb Jahre vor der im August 2017 erfolgten und vorliegend zu beurteilenden Fahrt. Bereits per 3. November 2015 musste alsdann die mit Urteil vom 24. März 2015 ausgefällte Probezeit von vier Jahren (aufgrund einer wegen versuchter Nötigung am 3. November 2015 ausgefällten (unbedingten) Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 30.--) um ein Jahr verlängert werden. Nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz auch die übrigen in der Zeitspanne vom 21. Oktober 2011 bis am 3. November 2015 ergangenen vier Urteile, welche andersartige Delikte betreffen (mehrfache Beschimpfung, Drohung, [versuchte] Nötigung, einfache Körperverletzung, Betrug und wiederum [versuchte] Nötigung), in ihre Prognosestellung einfliessen lässt (vgl. BGE 100 IV 133 E. 2d S. 137; Urteile 6B_869/2016 vom 1. Juni 2017 E. 4.3 und 6B_1095/2014 vom 24. März 2015 E. 3.2). Der Beschwerdeführer wurde jeweils zu bedingten, teilbedingten und unbedingten Geldstrafen und Bussen verurteilt, wobei die (teil) bedingt ausgesprochenen Strafen z.T. widerrufen werden mussten. Mithin vermochte die Ausfällung von ([teil]bedingten) Geldstrafen den Beschwerdeführer nachweislich nicht zu beeindrucken. Dass die Vorinstanz massivste Zweifel an den Beteuerungen des Beschwerdeführers hegt, seinem Leben eine Kehrtwende geben zu wollen bzw. er sich über die Hintergründe seiner verkehrsbezogenen Verfehlungen Gedanken mache und einsichtig sei (vgl. angefochtenes Urteil S. 16; Beschwerde S. 14), ist angesichts der hiervor erwähnten wirkungslos gebliebenen (einschlägigen) Vorstrafen und Administrativmassnahme, den bereits im verkehrspsychologischen Gutachten vom 16. März 2013 abgegebenen Erklärungen aber auch der nach wie vor geltend gemachten Ausflüchte nicht zu beanstanden. Ebenso wenig, wenn die Vorinstanz daraus und anhand der übrigen vom Beschwerdeführer begangenen Delikte Rückschlüsse auf eine grundsätzliche charakterliche Problematik zieht. Sein Verhalten lässt sich ganz offensichtlich nicht mehr nur mit einem momentanen Versagen, sondern nur noch mit einer eigentlichen Charakterschwäche erklären. Er hat aus Prahlerei die Verkehrssicherheit und Leib und Leben anderer Verkehrsteilnehmer einer enorm hohen abstrakten Gefahr ausgesetzt. Die rund zwei Minuten dauernde Fahrt manifestiert eine besonders gewissenlose Gefährdung des Verkehrs und eine ausserordentliche Hemmungs- und Bedenkenlosigkeit, aber auch Gleichgültigkeit gegenüber den möglichen Folgen der Tat. Auch dies spricht im Rahmen der Gesamtwürdigung eindeutig gegen die Annahme, der Beschwerdeführer werde sich durch einen teilweise gewährten bedingten Strafvollzug im Hinblick auf sein zukünftiges Legalverhalten positiv beeinflussen lassen.