Citation: 1C_374/2020 E. 3.3.2

3.3.2. Bei dem von der Vorinstanz beschriebenen Ablauf der Gemeindeversammlung, der sich auch aus dem Protokoll, das in den von der Vorinstanz eingereichten Akten liegt, ergibt, waren die an der Versammlung anwesenden Stimmberechtigten über die Streichung von § 25 der BNO Turgi bzw. den vorgenommenen Systemwechsel bei der Berechnung der für die Bauzonen geltenden maximal zulässigen Ausnützungsziffer und die daraus folgenden Konsequenzen ausreichend informiert. Der in diesem Zusammenhang angebrachte Hinweis des Gemeindeammanns und des Mitglieds der Planungskommission auf die interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe bzw. die bessere überregionale Vergleichbarkeit ist nicht zu beanstanden, auch wenn - wie der Beschwerdeführer vorbringt - andere Gemeinden des Bezirks Baden für die Berechnung der Ausnützungziffer offenbar zum Teil ein anderes System anwenden oder keine Ausnützungsziffern kennen. Die Aussage des Mitglieds der Planungskommission, wonach die seit der Einführung von Nutzungsbeschränkungen bestehenden Schrägdächer mittlerweile alle ausgebaut seien, mag etwas unpräzise gewesen sein, zumal anzunehmen ist, dass dies nicht ausnahmslos der Fall ist. Insgesamt genügten die Ausführungen des Gemeindeammanns und des Mitglieds der Planungskommission jedoch dem Erfordernis der Objektivität. Ein Anspruch der Stimmberechtigten, während der Gemeindeversammlung noch detaillierter über die Konsequenzen der Streichung von § 25 BNO Turgi aufgeklärt zu werden, lässt sich aus der Abstimmungsfreiheit nicht ableiten. Der Beschwerdeführer und ein weiterer Versammlungsteilnehmer konnten ihre Bedenken über die Streichung von § 25 der BNO Turgi an der Versammlung vortragen. Über einen entsprechenden Teilrückweisungsantrag wurde eine Diskussion geführt, in welcher auch ein an der Erarbeitung der neuen Nutzungsplanung beteiligter Fachmann zu Wort kam. Es bestehen keine Hinweise darauf, dass die Diskussion über den Teilrückweisungsantrag auf unzulässige Weise unterbunden worden wäre. Dass an der Gemeindeversammlung zuvor eine längere Diskussion über eine andere Frage stattgefunden hat, ändert daran nichts. Im Anschluss an die Diskussion haben die anwesenden Stimmberechtigten den Teilrückweisungsantrag deutlich abgelehnt. Die anwesenden Stimmberechtigten konnten ihren Entscheid über den Teilrückweisungsantrag und die Schlussabstimmung frei und ausreichend informiert treffen, ohne dass ihre Abstimmungsfreiheit gemäss Art. 34 Abs. 2 BV verletzt worden wäre.