Citation: 9C_57/2023 E. 4.3

4.3. Weiter beanstandet der Beschwerdeführer, das MEDAS-Gutachten würdige nicht die Auffassung des behandelnden Neurologen PD Dr. C.________, es bestehe eine 50-prozentige Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 23. November 2016). Dazu ist festzuhalten, dass die Einschätzung einer Arbeitsunfähigkeit in Verweisungstätigkeiten mit Blick auf eine Invaliditätsbemessung nicht zu den Kernkompetenzen der behandelnden Ärzte zählt. Im konkreten Kontext kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Beurteilung von PD Dr. C.________ auf versicherungsmedizinischen Grundsätzen fusst. Hinzu kommt, dass er sich offenkundig an der (für Verweisungstätigkeiten nicht repräsentativen) Tätigkeit eines Taxifahrers orientiert. Ebensowenig ist aus dem Umstand, dass der Vertrauensarzt des Taggeldversicherers im Januar 2018 - auf einem Formular, ohne nähere Begründung - eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent bescheinigt hat, eine Unstimmigkeit des Gutachtens abzuleiten. Der Mediziner attestierte die Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent sowohl für die bisherige wie auch eine den Beschwerden angepasste Tätigkeit. Im Vordergrund dürfte indessen (noch) die Einschätzung des Leistungsvermögens in der angestammten Tätigkeit eines Taxifahrers gestanden haben (vgl. Urteil 9C_177/2022 E. 6.3 vom 18. August 2022 mit Hinweisen).