Citation: 9C_343/2021 E. 5.3.2

5.3.2. Dr. med. D.________ kam in seiner Expertise vom 2. Oktober 2017 zum Schluss, die Dauer der Ergotherapie könne im vorliegenden Fall nicht überblickt werden. Auf diese Aussage stellte die Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 12. März 2018 ab und folgte dabei der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach die Invalidenversicherung nur für medizinische Massnahmen aufzukommen hat, die nicht einen Dauercharakter haben (vgl. E. 5.3.1). Der Beschwerdeführerin kann in diesem Punkt folglich keine falsche Rechtsanwendung vorgeworfen werden. Gemäss kantonalem Gericht habe Dr. med. D.________ zwar festgehalten, dass die objektiven Befunde eine gute Förderung in den Jahren vor der Begutachtung belegt hätten und er die Weiterführung der Sonderschule und der Ergotherapie empfohlen habe. Mit Blick auf die Expertise des Dr. med. D.________ lagen zumindest damals jedoch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Ergotherapie zur Vermeidung eines stabilen Defektzustandes als notwendig erachtet wurde, von dem mit hinlänglicher Zuverlässigkeit wesentliche Auswirkungen auf die spätere Erwerbstätigkeit oder Berufsbildung zu erwarten gewesen wären (vgl. E. 5.3.1 oben; zur Sachverhaltsergänzung durch das Bundesgericht vgl. BGE 143 V 177 E. 4.3). Entsprechend ändert daran auch nichts, dass das kantonale Gericht die Auffassung vertrat, eine mögliche Eingliederung in eine geschützte Tätigkeit sei als ein relevanter Eingliederungserfolg im Sinne des Art. 12 IVG zu qualifizieren. Die Vorinstanz ging ausserdem davon aus, ein Anspruch auf medizinische Eingliederungsmassnahmen sei zu bejahen, wenn nicht mit einer hohen Plausibilität feststehe, dass die versicherte Person später selbst bei bester medizinischer Versorgung durch die Invalidenversicherung kein ökonomisch relevantes Erwerbseinkommen erzielen werde. Dass das kantonale Gericht dies für den Anspruch auf medizinische Massnahmen genügen lässt, weist vor dem Hintergrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach der angestrebte Erfolg der Therapie medizinisch-prognostisch mit genügender Wahrscheinlichkeit voraussehbar sein muss (E. 5.3.1 oben), nicht auf eine damalige falsche Rechtsanwendung durch die Beschwerdeführerin hin; zumal das Bundesgericht auch im von der Vorinstanz zitierten Urteil 9C_677/2017 vom 8. Juni 2018 E. 4.3 im damals zu beurteilenden Fall festhielt, prognostisch beurteilt, sei gemäss den medizinischen Angaben die Ausübung einer Arbeit im geschützten Bereich möglich, und sich das Bundesgericht folglich auf eine positive medizinische Erfolgsprognose stützte. Nach dem Gesagten liegen keine Hinweise dafür vor, dass die Leistungsabweisung aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgte oder die Beschwerdeführerin die massgeblichen Bestimmungen nicht oder unrichtig anwandte. Dass nur ein einziger Schluss, nämlich derjenige der zweifellosen Unrichtigkeit der Leistungsabweisung möglich wäre, kann nicht gesagt werden.