Citation: 8C_511/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, ist unbehelflich. Soweit er vorbringt, lediglich das Dispositiv des Einspracheentscheids habe Teil an der Rechtskraft, nicht aber die Erwägungen, vermag er daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Die materielle Rechtskraft eines früheren Entscheids bedeutet zwar grundsätzlich nur eine Bindung an das Dispositiv. Allerdings können zur Feststellung der Tragweite des Dispositivs weitere Umstände, namentlich die Begründung des Entscheids, herangezogen werden (BGE 142 III 210 E. 2.2; 116 II 738 E. 2a; 115 II 187 E. 3b; 101 II 375 E. 1; Urteil 8C_552/2021 vom 9. Dezember 2021 E. 3.1). Aus den Erwägungen des massgebenden früheren Entscheids ergibt sich nicht nur, welche Rechtsbegehren im früheren Verfahren gestellt wurden, sondern auch, auf welchen Lebenssachverhalt die eingeklagten Ansprüche gestützt wurden (BGE 142 III 210 E. 2.2). In diesem Sinne sind auch im hier zu beurteilenden Fall die Erwägungen des Einspracheentscheids vom 30. März 2010 zu berücksichtigen, um die Tragweite der Abweisung der Einsprache festzustellen. In ihrer Verfügung vom 13. Januar 2010 hielt die Suva fest, es werde für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 16. August 2007 eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung ausgerichtet. Gleichzeitig nahm sie aber auch Bezug auf die Unfallfolgen an beiden Schultern. In ihrem Einspracheentscheid vom 30. März 2010 stellte die Suva dann klar, dass die Beschwerden an der linken Schulter nicht überwiegend wahrscheinlich auf somatische Unfallrestfolgen zurückzuführen seien, weshalb ein Leistungsanspruch einzig für die Beschwerden an der rechten Schulter bestehe. Die Schulterbeschwerden links gehörten dabei zweifellos zum Streitgegenstand des Einspracheentscheids, nachdem der Beschwerdeführer geltend gemacht hatte, er habe bei den beiden Unfällen vom 16. August 2007 und 10. September 2008 beidseits Schulterverletzungen erlitten, weshalb es ihm unmöglich sei, eine adaptierte Tätigkeit auszuüben. Das kantonale Gericht hat damit richtig erkannt, dass über die Leistungspflicht der Suva für die Folgen des Unfalls vom 10. September 2008 rechtskräftig entschieden wurde. Darauf könnte lediglich unter den Voraussetzungen eines Rückkommenstitels oder eines Rückfalls resp. von Spätfolgen zurückgekommen werden.