Citation: 6B_1424/2019 E. 3.4.10

3.4.10. Im Übrigen fällt die nach Art. 66a Abs. 2 StGB (2. kumulative Voraussetzung) bzw. gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK vorzunehmende Interessenabwägung nach den zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus, sofern ein Härtefall zu bejahen wäre. Wie die Vorinstanz richtigerweise festhält, hat sich das Bundesgericht bei Straftaten von Ausländern gegen das BetmG hinsichtlich der Ausweisung zwecks Verhinderung neuer Straftaten zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit stets rigoros gezeigt (Urteile 6B_191/2020 vom 17. Juni 2020 E. 1.4; 6B_48/2019 vom 9. August 2019 E. 2.4.1 und 6B_378/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 145 IV 364; je mit Hinweisen). Die qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG aus rein pekuniären Motiven - wie vorliegend - gilt als schwere Straftat, von welcher eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Ordnung ausgeht (Urteile 2C_99/2019 vom 28. Mai 2019 E. 4.4; 6B_143/2019 vom 6. März 2019 E. 3.4.2; je mit Hinweisen). Auch der EU-Gerichtshof weist auf die verheerenden Folgen der mit diesem Handel verbundenen Kriminalität hin; die Rauschgiftsucht sei ein grosses Übel für den Einzelnen und eine soziale und wirtschaftliche Gefahr für die Menschheit (Urteil in Sachen Land Baden-Württemberg gegen Panagiotis Tsakouridis vom 23. November 2010 [Rs. C-145/09], Ziff. 46 f., zit. in: Urteil 6B_48/2019 vom 9. August 2019 E. 2.8.1). Das öffentliche Interesse an der Verhinderung von derartigen Taten ist als stark zu gewichten. Dass es sich bei dem von der Beschwerdeführerin begangenen Delikt um ein abstraktes Gefährdungsdelikt gehandelt hat, vermag das Interesse an der Verhinderung erneuter einschlägiger Tathandlungen nicht massgebend zu mindern. Ferner gilt zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin bereits im Jahr 2013 einschlägig delinquiert hat (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 4.2 S. 12). Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin, soweit sie sich auf die positive Legalprognose beruft, eine Rückfallgefahr verneint und insofern lediglich von einem geringen öffentlichen Interesse an der Landesverweisung ausgeht. Aus den Ausführungen der Vorinstanz und dem Umstand, dass die Probezeit auf 4 Jahre angesetzt wurde, geht klar hervor, dass sie in Bezug auf die Beschwerdeführerin lediglich vom Fehlen einer ungünstigen Prognose im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB ausgeht. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie stelle keine relevante Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung mehr dar, da sie ihren Fehler erkannt, sich geständig gezeigt und sich seit der Tat tadellos verhalten habe, sind appellatorischer Natur und nicht zu hören. Dem leichten Tatverschulden hat die Vorinstanz schliesslich mit der ausgesprochenen Mindestdauer der Landesverweisung von 5 Jahren Rechnung getragen. Der Beschwerdeführerin sind insbesondere aufgrund der langen Aufenthaltsdauer und dem Umstand, dass es für sie zwar nicht unmöglich, aber durchaus schwierig sein wird, in ihrer früheren Heimat wirtschaftlich Fuss zu fassen, durchaus gewichtige Interessen an einem Verbleib in der Schweiz zuzubilligen. Mit Blick auf die obigen Ausführungen und in Würdigung der gesamten Umstände überschreitet die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen jedoch nicht, wenn sie die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung höher gewichtet als das private Interesse der Beschwerdeführerin am Verbleib in der Schweiz. Die Landesverweisung der Beschwerdeführerin erweist sich sowohl unter dem Blickwinkel von Art. 66a Abs. 2 StGB als auch unter dem Blickwinkel von Art. 8 Ziff. 2 EMRK als verhältnismässig und rechtskonform.