Citation: 8C_222/2024 E. 5.3

5.3. Nach Einschätzung der Gutachter ist die Beschwerdeführerin in der Lage, im Rahmen des zumutbaren Arbeitspensums, d.h. vollschichtig unter Berücksichtigung einer Leistungsminderung von 20 %, leichte Tätigkeiten ohne Belastung bzw. Einsatz des linken Armes in abgespreizter Position, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg und ohne beidhändigen Einsatz über Schulterhöhe zu verrichten. Angesichts dieses Zumutbarkeitsprofils und der auch in zeitlicher Hinsicht erheblichen Restarbeitsfähigkeit ist mit dem kantonalen Gericht davon auszugehen, dass der zumindest seit 2012 im Erwerbsleben gestandenen und im Zeitpunkt der Gutachtenerstattung 60 3/4-jährigen Beschwerdeführerin auf dem massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten auch ohne lange Einarbeitungszeit offenstehen. Die von ihr geltend gemachten Faktoren im Sinne einer ungenügenden Schulbildung und einer fehlenden Berufsausbildung wirken sich nicht hinreichend negativ auf die ihr zumutbaren Tätigkeiten im Kompetenzniveau 1 aus (Urteil 8C_192/2022 vom 7. Juli 2022 E. 7.2.2). Dasselbe gilt für den Umstand, dass ihre Persönlichkeit vom psychiatrischen Gutachter als "eher einfach strukturiert" charakterisiert wurde und sie nur über mangelhafte Deutschkenntnisse verfügt. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass die (von ihr noch nicht begonnenen) Therapien mit Nebenwirkungen verbunden sein und zu regelmässigen Absenzen vom Arbeitsplatz führen könnten, geht sie zum einen über den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt hinaus (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG). Zum anderen umfasst der relevante ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, d.h. Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen gesundheitlich Beeinträchtigte mit einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können (BGE 148 V 174 E. 9.1). Die Sachverhalte der von der Beschwerdeführerin schliesslich noch herangezogenen Urteile lassen sich mit der vorliegenden Ausgangslage nicht ohne Weiteres vergleichen. Gemäss E. 4.3 des Urteils 9C_437/2008 vom 19. März 2009 lag bei der dort betroffenen Versicherten eine erheblich weitergehende funktionelle Beeinträchtigung vor, indem sie nur noch eine sitzende Tätigkeit ohne Vorbeugen ausüben konnte. Gleiches gilt für E. 3.2.1 des Urteils 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013, da ein erheblicher Teil der einzig noch in Betracht kommenden leichten Tätigkeiten wegen einer schmerzbedingten Beeinträchtigung bei Verrichtungen mit den Händen und wegen häufiger symptomatischer Hypoglykämien ausschied.