Citation: 2C_735/2018 E. 3.2

3.2. Aus Konventionsrecht ergibt sich ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Art. 8 EMRK), sofern die staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer hier gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser möglich bzw. zumutbar wäre, das entsprechende Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 139 I 330 E. 2.3 S. 337). Mit Blick auf den Schutz des Privat- und Familienlebens der betroffenen Personen sind in diesem Fall gute Gründe erforderlich, um den Nachzug ihrer Familienangehörigen zu verweigern (BGE 139 I 330 E. 2.4.1 S. 337). Gute Gründe liegen vor, wenn die Betroffenen die Bewilligungsvoraussetzungen von Art. 44 AuG in Verbindung mit Art. 73 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) nicht erfüllen oder Erlöschensgründe im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AuG bestehen. Der Anspruch entfällt, falls er rechtsmissbräuchlich geltend gemacht wird (bspw. Umgehungs- oder Scheinehe) oder einer der Widerrufsgründe von Art. 62 AuG vorliegt, das heisst insbesondere, wenn der Ehegatte, für den die Person, die bereits über die Aufenthaltsbewilligung verfügt, (mit) zu sorgen hat, der Sozialhilfe bedarf (Art. 51 Abs. 2 in Verbindung Art. 62 lit. e AuG; auch dazu Urteil 2C_508/2017 vom 5. April 2018 E. 2.2).