Citation: I 917/06 02.07.2007 E. 3

Streitig und aufgrund der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorab zu prüfen ist, ob die Vorinstanz (mit substituierter Begründung) richtigerweise von der Zulässigkeit einer Wiedererwägung ausging und bejahendenfalls, ob sie dabei das rechtliche Gehör des Versicherten unheilbar verletzte. 3.1 Mit Verfügung vom 9. Dezember 1996 sprach die Verwaltung dem unter Schmerzen am oberen Sprunggelenk links leidenden Beschwerdeführer aufgrund eines 50%igen Invaliditätsgrades eine halbe Invalidenrente zu. Dabei stützte sie sich auf die Berichte des Allgemeinpraktikers Dr. med. H.________, vom 16. Februar 1996 sowie des Chirurgen Dr. med. G.________, vom 26. Juni 1996. Während sich Dr. med. H.________ lediglich zur Leistungsfähigkeit im angestammten Beruf als Eisenleger äusserte und eine Arbeits(un)fähigkeit von 50 % annahm, schloss sich Dr. med. G.________ dieser Einschätzung in Bezug auf den angestammten Beruf zwar an, erachtete den Versicherten in einer leidensangepassten Tätigkeit aber als voll arbeitsfähig. Die Verwaltung erkannte zwar die volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, sprach aber dem Beschwerdeführer trotzdem eine halbe Rente zu, weil er bei halber Leistung und halbem Lohn ganztägig seiner bisherigen Tätigkeit nachging, weshalb eine Umschulung als wenig sinnvoll erschien. Zudem hatte der Berufsberater erwartet, dass die Schmerzen zurückgehen würden, worauf der Versicherte wieder mit vollem Einsatz arbeiten werde. Diese Überlegungen sind durchaus haltbar, weshalb die ursprüngliche Rentenverfügung vom 9. Dezember 1996 nicht als zweifellos unrichtig betrachtet werden kann. Anders verhält es sich jedoch mit der rentenbestätigenden Verfügung vom 23. März 2001: Zu diesem Zeitpunkt hatte der Beschwerdeführer seine frühere Tätigkeit aufgegeben und die Gründe, welche 1996 zulässigerweise zur halben Rente geführt hatten, bestanden nicht mehr. Die damals erkannte volle Arbeitsfähigkeit in leichter Tätigkeit hätte zu einer Korrektur des Invalideneinkommens führen müssen. Jedenfalls diese Verfügung war zweifellos unrichtig, weshalb die Vorinstanz die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung mit Recht bejaht hat. 3.2 Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil die Verwaltung ihren Entscheid mit dem Vorliegen einer Revision begründet habe, die Vorinstanz hingegen mit der Wiedererwägung; er macht geltend, die Vorinstanz hätte ihm Gelegenheit geben sollen, zu dieser geänderten Rechtsgrundlage Stellung zu nehmen. Das Gericht hat das Recht von Amtes wegen anzuwenden. Eine falsche Rechtsanwendung muss daher vom Gericht korrigiert werden, auch wenn die Parteien diese Frage gar nicht thematisiert haben. Aus diesem Grund bezieht sich der Anspruch auf rechtliches Gehör in erster Linie auf Sachverhaltsvorbringen, auf die Rechtsanwendung hingegen nur ausnahmsweise, namentlich dann, wenn die Behörde ihren Entscheid auf Rechtsnormen zu stützen gedenkt, mit deren Beizug die Parteien nicht rechnen mussten (BGE 129 II 497 E. 2.2). Vorliegend war im Einspracheentscheid zwar unter den allgemeinen Erwägungen Art. 17 ATSG erwähnt worden, aber zugleich in Bezug auf die konkrete Beurteilung zugestanden worden, dass keine Verbesserung der gesundheitlichen Situation vorliege. In der Sache hat somit bereits der Einspracheentscheid implizit in Wirklichkeit nicht eine Revision, sondern eine Wiedererwägung vorgenommen. Hinzu kommt, dass nach ständiger Rechtsprechung das Gericht aufgrund der Rechtsanwendung mit der substituierten Begründung schützen kann, die ursprüngliche Verfügung sei zweifellos unrichtig (BGE 125 V 368 E. 2). Revision und Wiedererwägung sind verwandte Institute, mit deren wechselseitiger Anwendung man immer rechnen muss. Die Vorinstanz war deshalb nicht verpflichtet, dem Beschwerdeführer ausdrücklich in Bezug auf die Voraussetzungen einer Wiedererwägung nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.