Citation: 4A_214/2022 E. 6.3

6.3. Auch hinsichtlich der weiteren Begründungen im angefochtenen Schiedsentscheid, wonach die Beklagte nicht habe nachweisen können, dass ihre Freigabepraxis und damit der für die Berechnung des Endpreises gewählte Zeitpunkt der Vereinbarung in Anhang 3 entsprach bzw. der Einzelschiedsrichter nicht davon überzeugt sei, dass die Warenlieferungen der Klägerin im Konsignationslager von C.________ kontinuierlich und zuverlässig nachverfolgt wurden, zeigt die Beklagte keine Verletzung des rechtlichen Gehörs auf. Sie verkennt zunächst, dass dass der Einzelschiedsrichter nicht allgemein davon ausging, dass keine Beweismittel zu den Instruktionen von C.________ über die Freigabe des Roheisens aus dem Zwischenlager vorlagen. Vielmehr hielt er dafür, dass die Beklagte hinsichtlich der von ihr behaupteten Berechtigung zur Übersteuerung des vertraglich vereinbarten Grundsatzes "first in - first out" hätte nachweisen müssen, dass die Wareneinheiten, die nicht nach diesem Prinzip freigegeben wurden, aufgrund einer besonderen Anweisung von C.________ später freigegeben wurden. Insoweit zitiert sie den angefochtenen Entscheid unvollständig. Sie behauptet lediglich, sie habe entgegen dem angefochtenen Entscheid "die Instruktionen von C.________ im Einzelnen nachgewiesen und belegt", zeigt jedoch keinen Zusammenhang des fraglichen Dokuments (Beilage R-0304) mit denjenigen Lieferungen auf, die nicht nach dem Grundsatz "first in - first out" freigegeben worden waren. Abgesehen davon ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid, dass der Einzelschiedsrichter die ins Feld geführte Beilage R-0304 nicht etwa ignoriert, sondern im angefochtenen Entscheid im Zusammenhang mit dem strittigen Anspruch auf Preisanpassung ausdrücklich aufgeführt hat. Der Vorwurf der Gehörsverletzung ist unbegründet. Soweit die Beklagte dem Einzelschiedsrichter vorwirft, er habe nicht einmal festgestellt, dass sich die Probleme im Konsignationslager von C.________ tatsächlich auf die Berechnung der Preisanpassung ausgewirkt habe, übt sie unzulässige inhaltliche Kritik am angefochtenen Schiedsentscheid.