Citation: 6B_265/2024 E. 1.1.4

1.1.4. Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbiographie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf Suchtgefährdungen usw. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides miteinzubeziehen. Es ist unzulässig, einzelnen Umständen eine vorrangige Bedeutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht zu lassen (zu Art. 42 f. StGB: BGE 135 IV 180 E. 2.1; 134 IV 1 E. 4.2.1; Urteil 6B_30/2024 vom 5. August 2024 E. 2.3.3; je mit Hinweisen; zu Art. 46 StGB: BGE 134 IV 140 E. 4.4; vgl. Urteile 6B_72/2024 vom 25. März 2024 E. 3.1; 6B_1238/2023 vom 21. März 2024 E. 2.1; je mit Hinweisen).