Citation: 4A_220/2010 11.10.2010 E. A

A.________ fuhr am 28. Oktober 1999 als Chauffeur eines Sattelschleppers im Schlafwagen des Zuges Nr. 111.________ von Freiburg (D) herkommend Richtung Gotthard und wollte nach Mailand. Am 29. Oktober 1999, 00.30 Uhr, meldete B.________, Fahrdienstleiter des Bahnhofs Arth-Goldau, der Kantonspolizei Schwyz telefonisch, dass ein Lokomotivführer auf der Strecke Brunnen-Sisikon, im Fronalptunnel, eine "Bahnleiche" bemerkt hätte. Die Kantonspolizei Schwyz fand gleichentags um 01.35 Uhr den schwer verletzten A.________ im Fronalptunnel. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass A.________ am 28. Oktober 1999 gegen 23.49 Uhr aus dem Zug gefallen sein muss. Da er nach Alkohol roch, wurde eine Blutentnahme angeordnet. Der ermittelte Blutalkoholgehalt zur Zeit der Blutentnahme um 03.30 Uhr betrug 1,18-1,31 Gewichtspromille. A.________ erlitt durch den Unfall schwerste Verletzungen: ein schweres offenes Schädel-Hirn-Trauma, Hämatopneumothoraces beidseits, offene laterale Malleolarfraktur links, Metatarsale III-V-Köpfchenfrakturen links, Metatarsale V-Trümmerfraktur rechts sowie eine Scapulablattfraktur rechts. Nachdem A.________ bis am 25. November 1999 im Universitätsspital Zürich auf der Intensivstation behandelt worden war, wurde er in die Unfallklinik M.________ (D) verlegt und hat sich dort bis am 11. Juli 2001 in stationärer Behandlung befunden. Bis dahin konnte er im Rollstuhl mobilisiert und eine sprachliche Kommunikationsfähigkeit durch Ein- bis Dreiwortsätze erreicht werden. Wegen der ausgeprägten Schluckstörung musste A.________ mit einer Sonde ernährt werden. Das nervenärztliche Gutachten der Unfallklinik M.________ kommt bereits am 19. Dezember 2001 zum Schluss, dass eine deutliche Besserung der Unfallfolgen in Zukunft nicht zu erwarten sei. Ein erneutes Gutachten vom 19. November 2003 hielt denn auch fest, dass gegenüber dem Vorgutachten vom 19. Dezember 2001 keine wesentliche Änderung eingetreten sei. Durch ein erneutes stationäres Heilverfahren könne keine nennenswerte Besserung des Unfallfolgezustandes erreicht werden. Um eine Verschlechterung zu verhindern, sollten die bisherigen Behandlungsmassnahmen wie krankengymnastische Übungsbehandlung, Ergotherapie und Pflege durch die Ehefrau weitergeführt werden. Bis zum 19. Januar 2004 war eine Besserung lediglich insoweit eingetreten, als A.________ wieder selbständig schlucken konnte. Der Grad der Erwerbsunfähigkeit lag weiterhin bei 100 %. Im November 2005 konnte gleichwohl eine Befundverbesserung festgestellt werden. Im Bericht der Praxisklinik N.________ vom 3. November 2005 wird ausgeführt, dass eine verbale Kontaktaufnahme mit A.________ nun möglich sei. Er habe auch wieder gelernt zu essen und könne gestützt stehen.