Citation: 5A_779/2024 E. 3.5.1

3.5.1. Zunächst einmal gehen die wiederholten Verweise auf ihre eigene Opferstellung an der Sache vorbei. Dies ist zwar nicht bestritten, im Zentrum des Verfahrens steht aber nicht die Opferstellung der Beschwerdeführerin, sondern die Frage, ob das Kindeswohl derart gefährdet war, dass der Beschwerdeführerin (und dem Kindesvater) das Aufenthaltsbestimmungsrecht vorsorglich zu entziehen und die Kinder zu platzieren waren. Die Vorinstanz bejahte eine derartige Gefährdung des Kindeswohls und zwar auch für den Fall, dass die Beschwerdeführerin sich vom Kindesvater inzwischen tatsächlich getrennt hat. Wenn die Beschwerdeführerin weiterhin darauf beharrt, sie selbst habe die Kinder nie gefährdet und die Begründungen der Vorinstanzen würden die gewalttätigen Handlungen und das schlechte Verhalten des Vaters auch auf die Mutter übertragen, belegt sie nur die vorinstanzliche Erwägung, dass sie selbst keinerlei Problembewusstsein hat. Es ist an dieser Stelle klarzustellen, dass es nicht darum geht, ob Gefährdungsgründe der Beschwerdeführerin "angelastet" werden können. So spielt es auch keine Rolle, ob sie an der Kindeswohlgefährdung ein Verschulden trifft (oben E. 3.1). Die Argumentation, der Kindesvater sei zum Zeitpunkt des KESB-Entscheids bereits ausgezogen gewesen, weshalb die Kinder nicht (mehr) gefährdet gewesen seien, greift daher bereits im Ansatz zu kurz. Schliesslich wurden die Massnahmen auch nicht "gegen" die Beschwerdeführerin, sondern für die Kinder bzw. zu deren Schutz ergriffen.