Citation: 2C_263/2019 E. 2.2

2.2. Die Zuständigkeit der Strafbehörden, welche bis zum Ende des Strafverfahrens reicht, hindert die Verwaltungsbehörden nicht daran, in Fällen, in denen die strafprozessualrechtlichen Anforderungen der Sicherheitshaft nicht mehr gegeben sind, die Möglichkeit der Anordnung einer ausländerrechtlichen Zwangsmassnahme zu prüfen (MATTHIAS ZURBRÜGG/CONSTANTIN HRUSCHKA, A.A.O., N. 11 UND 16-20 ZU ART. 66C STGB) : Gemäss Art. 76 Abs. 1 AIG kann die Verwaltungsbehörde die betroffene Person ab der Eröffnung der erstinstanzlichen Landesverweisung nach Art. 66a oder Art. 66a bis StGB - und damit noch vor deren Rechtskraft - in ausländerrechtliche Administrativhaft versetzen (BGE 143 IV 168 E. 3.3 S. 172 f.). Dies ergibt sich aus der bundesrätlichen Botschaft: Danach können die Kantone sich sowohl auf die StPO (Sicherheitshaft) als auch auf das AIG (Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht) stützen, um den künftigen Vollzug der strafrechtlichen Landesverweisung sicherzustellen (BGE 143 IV 168 E. 3.3 S. 172; BBl 2013 5975 ff., dort S. 6050 zu Art. 220 Abs. 1 und 2 StPO).