Citation: 6B_954/2021 E. 2.3.1

2.3.1. Die Vorinstanz würdigt die Beweismittel zu dieser Frage eingehend. Sie stellt zunächst fest, der Beschwerdegegner 2 habe gemäss dem Notfallbericht des Spitals C.________ vom 8. Januar 2019 bei Eintritt in den Notfall einen GCS (Glasgow Coma Score) von 15 Punkten erreicht. Im Behandlungsraum sei es zu einem unbeobachteten Sturz gekommen und der Beschwerdegegner 2 habe danach einen GCS von sieben Punkten aufgewiesen. Er habe eine ca. 2 cm lange Riss-Quetschwunde links temporal, ein Monokelhämatom links sowie eine 5 mm lange Riss-Quetschwunde am linken Augenlid gehabt. Die Schädel-Computertomografie habe eine Fraktur links temporal mit Beteiligung des Mastoids ohne Hinweis auf eine intrakranielle Blutung gezeigt. Er sei notfallmässig sediert sowie schutzintubiert und sodann ins Spital D.________ verlegt worden (angefochtener Entscheid E. 2d.aa S. 13). Was das Tatgeschehen angeht, gelangt sie zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner 2 beim Wegstossen mit dem auf einem Holzstiel befestigten Winkelschleifer im Bereich der linken Schläfe getroffen habe. Da keine der befragten Personen vor dem Sturz im Spital C.________ eine Riss-Quetschwunde am linken Oberlid des Beschwerdegegners 2 festgestellt habe, könne zwar entgegen dem Anklagesachverhalt nicht als erstellt gelten, dass diese eine Folge des Stosses mit dem Winkelschleifer gewesen sei (vgl. angefochtener Entscheid E. 2c S. 12 2. Absatz). Dagegen stehe gestützt auf die Angaben der Zeugen E.________, F.________ und G.________ zweifelsfrei fest, dass der Beschwerdegegner 2 bereits vor dem Sturz eine äusserliche, leicht blutende Verletzung im Bereich der linken Schläfe aufgewiesen habe (vgl. angefochtener Entscheid E. 2c S. 10 ff., insbesondere S. 13). Gemäss dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 26. August 2019 habe sich unmittelbar unter der Riss-Quetschwunde an der linken Schläfe der Impressionsbruch der Schädelkalotte befunden, welcher mit gewissen Teilen der beiden sichergestellten Winkelschleifer vereinbar sei. Die Position des Impressionsbruchs der Schädelkalotte unmittelbar unter der äusserlich sichtbaren Riss-Quetschwunde an der Schläfe spreche eindeutig dafür, dass der Stoss des Beschwerdeführers - und nicht der spätere Sturz des Beschwerdegegners 2 im Behandlungsraum des Spitals C.________ - Ursache des Impressionsbruchs gewesen sei. Das Institut für Rechtsmedizin gehe aufgrund der Lokalisation des Bruchs, der Morphologie im Sinne einer Impressionsfraktur sowie der Lokalisation der begleitenden Riss-Quetschwunde ebenfalls von einer Entstehung im Rahmen eines Schlages/Stosses aus und beurteile die Entstehung der Impressionsfraktur im Rahmen eines Sturzes als eher unwahrscheinlich. Die Zeugin H.________, die den Beschwerdegegner 2 nach dem Sturz auf dem Boden liegend vorfand, habe denn auch nur von Blut um den Kopf des Beschwerdegegners 2 sowie von Blut an der Wand berichtet. Von weiteren Blutspuren, insbesondere am Metallgestänge des Spitalbetts, habe sie nicht gesprochen. In Anbetracht dessen könne trotz der Feststellung im erwähnten Gutachten, dass der Impressionsbruch am Schädel des Beschwerdegegners 2 aufgrund seiner ovalen Form nicht einzigartig und deshalb für die verglichenen Werkzeuge gemäss Gutachten nicht beweisend sei, als erstellt erachtet werden, dass der beschriebene Stoss des Beschwerdeführers den Impressionsbruch an der linken Schädelkalotte des Beschwerdegegners 2 verursacht habe (angefochtener Entscheid E. 2e S. 17 f.). Sodann führt die Vorinstanz aus, angesichts des Umstands, dass der Beschwerdegegner 2 durch den Stoss des Beschwerdeführers eine teilweise bis zu 1 cm nach intrakraniell dislozierte Impressionsfraktur des Schädels erlitten habe, der Schädel mit anderen Worten bis zu 1 cm gegen das Gehirn eingedrückt gewesen sei, sei entsprechend dem erwähnten Gutachten sowie dem Attest von Dr. med. I.________ vom 17. März 2019 davon auszugehen, dass das Schädel-Hirn-Trauma des Beschwerdegegners 2 auf den Stoss des Beschwerdeführers zurückzuführen sei und dass für den Beschwerdegegner 2 aufgrund der beginnenden Schocksymptomatik Lebensgefahr bestanden habe. Aus denselben Überlegungen sei ferner als erstellt zu erachten, dass die mit MRI vom 11. Februar 2019 festgestellte Hirnblutung des Beschwerdegegners 2 respektive die mit CT vom 8. Januar 2019 festgestellten Zeichen einer kleinen aktiven Blutung aus Ästen der oberflächlichen Schläfenschlagader, der Arteria temporalis superficialis, durch den Stoss des Beschwerdeführers verursacht worden sei (en), auch wenn die im Spital C.________ (nach dem Sturz des Beschwerdegegners 2) durchgeführte Schädel-CT keinen Hinweis auf eine intrakranielle Blutung gezeigt habe. Dass keine der befragten Personen von einer starken Blutung des Beschwerdegegners 2 vor dem Sturz im Spital C.________ berichtet habe und auch in der Aufzeichnung der Überwachungskamera im Gang vor dem Behandlungszimmer im Spital C.________ keine äusserliche Blutung ersichtlich sei, vermöge im Übrigen nichts daran zu ändern, dass der Beschwerdegegner 2 bereits vor dem Sturz leicht aus der Schläfe geblutet habe und es laut dem Gutachten ohne traumatologische Intervention aufgrund der Blutung aus der oberflächlichen Schläfenschlagader zu einem Verbluten hätte kommen können. Auch die medizinische Einordnung des Schädel-Hirn-Traumas im Austrittsbericht des Universitätsspitals Zürich, Klinik für Traumatologie, vom 14. Januar 2019 als leicht ändere entgegen der Verteidigung nichts daran, dass sich der Beschwerdegegner 2 aufgrund der beginnenden Schocksymptomatik in Lebensgefahr befunden habe (vgl. angefochtener Entscheid E. 2e.cc S. 21 f.).