Citation: 4A_30/2022 E. 3.4.2

3.4.2. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, die Zugrundelegung des Streitwerts wegen der Bedeutung der Sache "schiesse klarerweise über das Ziel hinaus", da es nie zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Streitsache gekommen sei. Dem kann nicht gefolgt werden. Haben die Parteien keine Vereinbarung über die Kostenregelung getroffen (z.B. durch Verweis auf eine bestimmte Schiedsordnung, eine staatliche Tarifordnung oder auf Empfehlungen eines Verbands), bestimmt das Schiedsgericht die Verfahrenskosten nach Ermessen. Dieses ist nach sachlich nachvollziehbaren Kriterien auszuüben (MICHAEL Lazopoulos, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. III, 2014, N. 44 zu Art. 384 ZPO). Dazu zählt namentlich der Streitwert, da er das Interesse der Parteien an der Streitsache und deren Bedeutung zum Ausdruck bringt (vgl. Marugg/Chaney, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. III, 2014, N. 129 zu Art. 393 ZPO). Demnach durfte der Einzelschiedsrichter grundsätzlich den Streitwert als sachlich begründetes Bemessungskriterium heranziehen.