Citation: 6B_913/2019 E. 4.2

4.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO (vgl. auch Art. 107 StPO) dient einerseits der Klärung des Sachverhaltes, anderseits beinhaltet er ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Das rechtliche Gehör erfordert, dass die Justizbehörde die Vorbringen der Parteien auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (BGE 144 I 11 E. 5.3; 143 V 71 E. 4.1; je mit Hinweisen). Daraus folgt insbesondere die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid ausreichend und nachvollziehbar zu begründen. Die Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt (BGE 145 IV 99 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz verpflichtet die Strafbehörden gemäss Art. 6 Abs. 1 StPO, von Amtes wegen alle für die Beurteilung der Tat und der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen abzuklären. Nach Abs. 2 derselben Bestimmung untersuchen jene die belastenden und entlastenden Umstände mit gleicher Sorgfalt. Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügenderwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Die Ermittlung des wahren Sachverhalts ist im Strafverfahren von zentraler Bedeutung. Mit Blick auf die Erforschung der materiellen Wahrheit kommt danach dem Gericht bei der Beweisführung zwingend eine aktive Rolle zu (BGE 144 I 234 E. 5.6.2). Es darf einen Sachverhalt nur als erwiesen oder nicht erwiesen ansehen und in freier Beweiswürdigung darauf eine Rechtsentscheidung gründen, wenn es seiner Amtsermittlungspflicht genügt. Der Grundsatz "in dubio pro reo" kann sachlogisch erst zur Anwendung kommen, wenn alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben worden sind (Urteil 6B_1189/2018 vom 12. September 2019 E. 2.1.1 mit Hinweisen). Soweit das Gericht in willkürfreier Würdigung der bereits abgenommenen Beweise zur Überzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei genügend abgeklärt, und es in willkürfreier antizipierter Würdigung der zusätzlich beantragten Beweise annehmen kann, seine Überzeugung werde dadurch nicht mehr geändert, darf es ohne Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör rechtzeitig und formrichtig angebotene Beweisanträge abweisen (BGE 141 I 60 E. 3.3; 138 V 125 E. 2.1; 136 I 229 E. 5.3; Urteile 6B_927/2019 vom 20. November 2019 E. 2.1.3; 6B_850/2018 vom 1. November 2018 E. 1.1.3).