Citation: 4A_501/2021 E. 6.2

6.2. Die Beklagte wendet sich gegen die vorinstanzliche Auslegung des Schreibens vom 2. September 2015. Sie ist der Ansicht, die vorinstanzlichen Erwägungen zum ersten Schreiben würden auch auf das zweite Schreiben zutreffen. Dieses beginne mit einem Absatz über die frühere Mahnung unter Hinweis darauf, dass die Maschine immer noch nicht vollendet sei und offensichtlich nicht den vertraglichen Eigenschaften entspreche. Am Ende des zweiten Absatzes werde ausgeführt, vor diesem Hintergrund hätte die Klägerin ohne neue Fristansetzung ihre Wahlrechte nach Art. 107 OR ausüben dürfen. Der letzte Absatz beginne damit, dass der guten Ordnung halber nun eine letzte Nachfrist angesetzt werde. Keine dieser klägerischen Aussagen lasse sich nach Treu und Glauben so verstehen, dass die Klägerin mit der umgehenden Wiederaufnahme der Arbeiten zufrieden gewesen wäre.