Citation: C 49/05 16.08.2005 E. 3

3.1 Das kantonale Gericht hat erwogen, bei der Arbeitgeberin sei die Situation völlig ausser Kontrolle geraten, so dass niemand mehr vorhanden gewesen sei, den der Versicherte wirksam um eine Arbeitszuweisung hätte bemühen können. Aus diesem Grund rechtfertige es sich, von einem Annahmeverzug der Arbeitgeberin auszugehen. Aus den Akten lasse nichts darauf schliessen, dass sich der Versicherte während der Kündigungsfrist nicht mehr zur Verfügung der Arbeitgeberin habe halten müssen oder dass er freigestellt worden wäre. Unter diesen Umständen habe er grundsätzlich nicht über die Dispositionsfreiheit verfügt, die Arbeit einzustellen oder sich nicht mehr zur Arbeitsleistung bereit zu halten. Zwar wäre es ihm angesichts der nicht beglichenen Lohnforderungen möglich gewesen, das Vertragsverhältnis fristlos zu kündigen, doch sei er zu einem solchen Verhalten nicht verpflichtet gewesen, weshalb insbesondere eine Aberkennung der Leistungspflicht unter dem Titel Schadenminderungspflicht nicht in Frage komme. 3.2 Das Beschwerde führende Bundesamt stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, den Mitarbeitenden sei klar gewesen, dass sie spätestens ab Ende Oktober 2002 nicht mehr für die X.________ AG würden arbeiten können. Sie hätten auch gewusst, dass sie sich unverzüglich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) melden sollten, wenn sie Leistungen der Arbeitslosenversicherung beanspruchen wollten. Ob ein Arbeitgeberverzug vorgelegen habe, sei unerheblich, weil alle Angestellten ausnahmslos dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestanden hätten, nachdem das Arbeitsverhältnis faktisch aufgelöst und sie somit arbeitslos gewesen seien. Ab dem 8. November 2002, als auch der letzte Arbeitnehmende im Besitze einer Kündigung gewesen sei, sei keine Arbeitsleistung mehr erfolgt, weshalb ab diesem Datum kein Anspruch auf Insolvenzentschädigung bestehe. Sofern sich die Versicherten nicht spätestens ab diesem Zeitpunkt beim RAV gemeldet und die Kontrollvorschriften erfüllt hätten, könne auch keine Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet werden. Zudem ist die Aufforderung der Arbeitgeberin im Kündigungsschreiben, sich schnellstmöglich beim RAV zu melden, nach Ansicht des seco als Verzicht auf Arbeitsleistung zu verstehen.