Citation: 4A_196/2020 E. 6.1

6.1. Der Auftrag kann von jeder Partei jederzeit widerrufen oder gekündigt werden (Art. 404 Abs. 1 OR). Dieses Kündigungsrecht ist zwingender Natur und darf vertraglich nicht eingeschränkt werden (BGE 115 II 464 E. 2 S. 466 ff.). Bei einer Kündigung zur Unzeit ist nach Art. 404 Abs. 2 OR Schadenersatz geschuldet. Grundsätzlich ist das negative Interesse zu ersetzen. So kann beispielsweise Ersatz verlangt werden für nutzlos gewordene Aufwendungen, die mit Blick auf den Auftrag getätigt wurden, oder für Gewinn, auf den der Beauftragte verzichtet hat, um sich dem Auftrag zu widmen. Das Interesse an der Fortdauer des Auftrags wird durch Art. 404 Abs. 2 OR nicht geschützt (Urteil 4A_284/2013 vom 13. Februar 2014 E. 3.6.1 mit Hinweisen). Eine Konventionalstrafe ist nur insoweit gültig, als sie nicht den Rahmen übersteigt, der gemäss Art. 404 Abs. 2 OR Voraussetzung der Schadenersatzpflicht bildet (BGE 110 II 380 E. 3a S. 383; 109 II 462 E. 4b und d; zit. Urteil 4A_284/2013 E 3.6.1; Urteil 4A_294/2012 und 4A_300/2012 vom 8. Oktober 2012 E. 7.2 mit Hinweisen).