Citation: U 16/06 29.11.2006 E. 2

2.1 Das kantonale Gericht hat sich nach eingehender Würdigung der medizinischen Akten nicht darüber geäussert, ob mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen, vgl. BGE 130 III 324 f. Erw. 3.2 und 3.3) erstellt ist, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Frontalkollision vom 15. Juni 2001 ein Schleudertrauma der HWS erlitten habe. Dr. med. S.__________, Facharzt für innere Medizin FMH, der der Versicherten vom Schleudertraumaverband anlässlich eines im Jahre 1997 erlittenen Unfalles empfohlen worden war, berichtet in seinem Zeugnis vom 18. Dezember 2001, die Beschwerdeführerin habe ihn nach dem Unfall etwas aufgelöst und durcheinander aufgesucht und über Kopfschmerzen okzipital, leichten Schwindel und Schmerzen im Schultergürtelbereich links geklagt. Äussere Verletzungen waren nicht vorhanden und auch eine kursorische Untersuchung und Röntgenbilder der HWS ergaben keine Auffälligkeiten. Einzig die HWS-Funktionen zeigten sich diskret eingeschränkt. Bei der zweiten Konsultation am 18. Juni 2001 standen die Kopfschmerzen im Vordergrund, während nunmehr Schultergürtelschmerzen auf der rechten Seite geklagt wurden. Dem Bericht über die Craniosacral-Therapie vom 4. November 2002 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin anfänglich über brennende Schmerzen in der Hals- und Brustwirbelsäule sowie helmartige Kopfschmerzen geklagt hatte. Weiter wurden eine Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Vergesslichkeit, schnelle Ermüdbarkeit und ein "Wattegefühl" unter den Füssen angegeben, welches aber bald wieder verschwand. Auch die Kopfschmerzen seien nach drei Monaten nicht mehr geklagt worden. Bei den geschilderten Symptomen handelt es sich zum Teil um solche, welche zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehören. Da sich die Kopfschmerzen aber spätestens nach der Schieloperation am linken Auge besserten und vom Augenarzt auch auf die angeborene Nervus obliquus-superior-Parese zurückgeführt wurden, steht dieses Symptom nur möglicherweise und nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit einem Schleudertrauma. Die Feldenkrais-Lehrerin Erni Tank schildert in ihrem Kurzbericht vom 28. September 2002 eine anfängliche Besserung der Beschwerden. In der Folge seien keine eigentlichen Fortschritte mehr zu vermerken gewesen. Die Beschwerdeführerin habe über abwechselnde Schmerzen in Nacken und Kreuz geklagt, wobei auch die bei einem Schleudertrauma typischen Symptome wie eine Doppelsichtigkeit und Gleichgewichts-oder Konzentrationsstörungen hinzugekommen seien. 2.2 Zusammenfassend kann initial von einem HWS-Distorsionstrauma ausgegangen werden, wenn auch die Symptome nicht besonders ausgeprägt waren. Im Einspracheentscheid vom 4. Februar 2005 kam die Winterthur zum Schluss, spätestens ab dem Frühjahr 2003 habe zwischen dem geklagten Beschwerdebild und dem Unfall vom 15. Juni 2001 kein natürlicher Kausalzusammenhang mehr bestanden. Gestützt auf die zur Verfügung stehenden medizinischen Akten kann die Frage, ob es sich bei den heute bestehenden psychischen Gesundheitsstörungen um eine natürliche Folge des versicherten Unfalles handelt, nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 9 Erw. 3c/aa mit Hinweisen) beantwortet werden. Eine Rückweisung der Sache zwecks Einholung eines weiteren Gutachtens erübrigt sich aber, wenn aufgrund zusätzlicher Abklärungen der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen wäre, es indessen - wie die nachstehenden Erwägungen zeigen - an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs fehlt.