Citation: I 107/01 24.08.2001 E. 3

3.- Zu prüfen bleibt, ob die Rentenaufhebung gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV rückwirkend zu erfolgen hat, weil der Beschwerdeführer der ihm nach Art. 77 IVV obliegenden Meldepflicht nicht nachkam. a) Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde durfte der Versicherte nicht davon ausgehen, solange sich Gesundheitszustand und Arbeitsunfähigkeit nicht veränderten, stehe ihm weiterhin eine halbe Rente zu. Im Rahmen der ihm obliegenden Meldepflicht hatte er nicht nur Änderungen in den gesundheitlichen Verhältnissen und der Arbeitsfähigkeit, sondern auch solche in den erwerblichen Verhältnissen zu melden, worauf in der Rentenverfügung ausdrücklich hingewiesen wurde. Während sich die steuerbaren Reingewinne in den Jahren 1990 bis 1992 auf Fr. 38'210.-, Fr. 41'639.- und Fr. 59'223.- beliefen, ergab sich für 1993 ein Gewinn von Fr. 107'570.-. Der Beschwerdeführer hätte die IV-Stelle spätestens Ende 1993 von der eingetretenen erheblichen Einkommenssteigerung in Kenntnis setzen sollen. Zwar hat die Verwaltung nach einer revisionsweisen Überprüfung des Rentenanspruchs im Jahre 1991 ohne ersichtlichen Grund bis 1997 von einer erneuten Revision abgesehen, obschon ihr bereits anfangs 1988 bekannt war, dass ein Statuswechsel zur selbstständigen Erwerbstätigkeit vorlag und die Einkommen erheblichen Schwankungen unterworfen waren. Hätte die IV-Stelle - wie zuvor - nach Ablauf von drei Jahren eine erneute Revision vorgenommen, wäre ihr die Einkommensentwicklung bereits 1994 bekannt gewesen. Dies ändert indessen nichts daran, dass der Versicherte der ihm obliegenden Meldepflicht schuldhaft nicht nachgekommen ist. Es rechtfertigt sich jedoch, sein Fehlverhalten insbesondere auch im Hinblick darauf, dass er nach den Angaben des früheren Arbeitgebers Schwierigkeiten in amtlichen Angelegenheiten hat, als leichte Fahrlässigkeit zu qualifizieren. Dies bedeutet, dass der gute Glaube als Erlassvoraussetzung der Rückerstattung (Art. 47 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 49 IVG) nicht schon deshalb entfällt, weil eine Meldepflichtverletzung vorliegt (BGE 112 V 103 Erw. 2c). Dem Beschwerdeführer bleibt es daher unbenommen, bei der IV-Stelle ein Gesuch um Erlass der Rückerstattung einzureichen. b) Was den für die rückwirkende Aufhebung der Rente massgebenden Zeitpunkt betrifft, ist die vorinstanzliche Abänderung der angefochtenen Verfügung in dem Sinne, dass sie die Aufhebung der Rente auf den 1. Januar 1994 (statt 31. Mai 1993) festsetzte, nicht zu bemängeln. Denn erst am Ende des Geschäftsjahres 1993 hatte der Versicherte effektiv Kenntnis von dem in diesem Jahr erzielten Einkommen.