Citation: 6B_888/2021 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz erwägt, Zwangsmassnahmen, die rechtmässig, aber ungerechtfertigt vollzogen worden seien, würden der beschuldigten Person keinen Entschädigungsanspruch nach Art. 431 Abs. 1 StPO vermitteln. Anwendbar seien die allgemeinen Regeln von Art. 429 StPO. Der wesentliche Unterschied zwischen der staatlichen Haftung nach Art. 431 Abs. 1 StPO und jener nach Art. 429 Abs. 1 StPO liege in den Anspruchsvoraussetzungen: Bei rechtswidrigen Zwangsmassnahmen sei stets Entschädigung geschuldet; bei rechtmässigen, aber ungerechtfertigten Zwangsmassnahmen sei nach Art. 429 [Abs. 1] lit. a StPO nur die "angemessene Ausübung" von Verfahrensrechten entschädigungsfähig (angefochtenes Urteil S. 47). Im Folgenden prüft die Vorinstanz für jede einzelne vom Beschwerdeführer 1 geltend gemachte Schadensposition bzw. Entscheidgebühr, ob die Haftungsvoraussetzungen nach Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO erfüllt sind (angefochtenes Urteil S. 48 ff.).