Citation: 2C_902/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz hat dargelegt, dass eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA widerrufen oder nicht mehr verlängert werden kann, wenn die Voraussetzungen für ihre Erteilung nicht mehr erfüllt sind (Art. 23 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Mai 2002 über den freien Personenverkehr zwischen der Schweiz und der Europäischen Union und deren Mitgliedstaaten, zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich sowie unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation [Verordnung über den freien Personenverkehr, VFP; SR 142.203] i.V.m. Art. 62 lit. d AIG [SR 142.20]). Bezug nehmend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. Urteil 2C_430/2020 vom 13. Juli 2020 E. 4.2.1) hat sie weiter ausgeführt, dass Personen, die - wie die Beschwerdeführerin - über eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zwecks Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit verfügen, grundsätzlich ein Einkommen erzielen müssen, das ihnen erlaubt, ihren Lebensunterhalt und allenfalls jenen der Familie zu fristen und hierfür nicht dauerhaft und umfassend auf Sozialhilfeleistungen angewiesen zu sein. Sodann hat das Kantonsgericht erwogen, weder aus den von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen noch aus ihren Erklärungen ergebe sich, dass sie mit ihrer Tätigkeit als Selbständigerwerbende ein nennenswertes, geschweige denn existenzsicherndes Einkommen erzielt hätte. Zudem weise sie Betreibungen in der Höhe von Fr. 13'466.12 auf. Schliesslich habe sie nicht dargelegt und es sei aus den Akten auch nicht ersichtlich, dass sich ihre finanziellen Verhältnisse seit 2021 verbessert hätten, wo sie Einnahmen von EUR 3'242 erzielt habe. Vor diesem Hintergrund ist die Vorinstanz zum Schluss gelangt, dass der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung mangels Vorliegens einer freizügigkeitsrechtlichen selbständigen Erwerbstätigkeit i.S.v. Art. 12 Anhang I FZA (SR 0.142.112.681) zu Recht erfolgt sei. Schliesslich hat das Kantonsgericht festgehalten, dass die Beschwerdeführerin die freizügigkeitsrechtliche Arbeitnehmereigenschaft nicht erfülle (Art. 6 Anhang I FZA) und dass ein Aufenthaltsrecht als Nichterwerbstätige (Art. 24 Anhang I FZA) an der Voraussetzung der genügenden finanziellen Mittel scheitere. Daher könne sie keinen freizügigkeitsrechtlichen Anspruch auf Verbleib in der Schweiz geltend machen.