Citation: 5A_199/2022 E. 4.4.3

4.4.3. Die Beschwerdeführerinnen schliessen aus dem erwähnten Urteil (BGE 102 II 297), worin das Bundesgericht den Aussonderungsanspruch von Art. 401 Abs. 3 OR betreffend eine Forderung materiell beurteilt hatte, auf die Anwendung des Aussonderungsverfahrens nach Art. 242 SchKG (unter Hinweis auf RUSSENBERGER/WOHLGEMUTH, a.a.O., N. 21 zu Art. 242). Ein Widerspruchsverfahren gemäss Art. 242 SchKG für Forderungen - wie es die Beschwerdeführerinnen verlangen - würde (konsequenterweise) wie in der Pfändung einen Entscheid über die "grössere Wahrscheinlichkeit der Berechtigung" an der Forderung verlangen (vgl. Art. 107 Abs. 1 Ziff. 2, Abs. 5 SchKG; vgl. mit Bezug auf Art. 401 Abs. 3 OR: Urteil 15.2015.13 des Tribunale d'appello/TI vom 29. April 2015 E. 2.2a am Ende). Ein solches Vorgehen (d.h. die Analogie zum Widerspruchsverfahren in der Pfändung) fällt indes nach der Rechtsprechung in Anwendung von Art. 242 SchKG ausser Betracht, wie das Bundesgericht bereits entschieden (FRITZSCHE/ WALDER, a.a.O.; BGE 76 III 9 E. 1; 70 III 34 S. 37) und das Obergericht im Ergebnis angenommen hat.