Citation: 4A_80/2017 E. 4

Offensichtlich unbegründet ist die Rüge, das TAS habe das rechtliche Gehör und das Recht auf ein faires Verfahren als Teil des prozessualen Ordre public verletzt, weil es von einer falschen Konzentration an Ipamorelin ausgegangen sei, nämlich 1 ng/mL statt 0.1 ng/mL. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG ist nicht bereits gegeben, wenn ein offensichtliches Versehen des Schiedsgerichts zu einem Fehlentscheid führt. Eine offensichtlich falsche oder aktenwidrige Feststellung für sich allein reicht nicht aus, um einen internationalen Schiedsentscheid aufzuheben. Der Anspruch auf rechtliches Gehör enthält keinen Anspruch auf einen materiell richtigen Entscheid (BGE 127 III 576 E. 2b S. 577 f.; zit. Urteil 4A_612/2009 E. 6.3.1). Wer aus einem offensichtlichen Versehen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ableiten will, kann sich nicht darauf beschränken, auszuführen, inwiefern das behauptete Versehen zu einer fehlerhaften Beweiswürdigung führte, da darin, wie auch in einer willkürlichen Beweiswürdigung, keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt. Die betreffende Partei hat vielmehr darzulegen, dass ihr das richterliche Versehen verunmöglicht hat, ihren Standpunkt in Bezug auf ein prozessrelevantes Thema in den Prozess einzubringen und zu beweisen (BGE 127 III 576 E. 2f S. 580). Im Übrigen liegt auch keine Aktenwidrigkeit vor. Es trifft zwar zu, dass in Rz. 47 des angefochtenen Entscheids die Konzentration von 1 ng/mL erwähnt wird. In der Zusammenfassung des Sachverhalts (Rz. 5) wird aber von einer "extremely low concentration (100 pg/mL) " ausgegangen, was 0.1 ng/mL entspricht. Im Zusammenhang mit den vom Beschwerdeführer geltend gemachten erforderlichen Grenzwerten zur Feststellung von Ipamorelin verwies das TAS sodann auf den Bericht von Prof. C.________ vom B.________ Labor, wonach die Grenze bei 0.1 ng/mL liege und führte dann aus: "In light of the concentration of Ipamorelin found in the Athlete's samples and of the LOD, a false-positive is excluded" (Rz. 51), um anschliessend (Rz 52) festzustellen, die beim Beschwerdeführer vorhandende Konzentration sei tief, was bei einer Konzentration von 1 ng/mL offensichtlich nicht hätte gesagt werden können. Es handelt sich bei der Formulierung in Rz. 47 somit um einen offensichtlichen Verschrieb, wie das TAS in seiner Vernehmlassung zu Recht geltend macht.