Citation: 1B_315/2020 E. 4.3.1

4.3.1. Wie erwähnt (vgl. vorne E. 3.2), hat die Vorinstanz das Ausstandsgesuch deshalb als verspätet beurteilt, weil die Beschwerdeführerin aufgrund des im Briefkopf der erwähnten Schreiben des Beschuldigtenvertreters aufgeführten Namens des Beschwerdegegners schon vor dem 6. März 2020 von dessen früherer Tätigkeit hätte Kenntnis nehmen können. Dass die Beschwerdeführerin bereits vor diesem Zeitpunkt davon tatsächlich Kenntnis hatte, hat sie hingegen nicht vorgebracht. Sie hat somit das Ausstandsgesuch als verspätet beurteilt, obschon sie den Zeitpunkt der tatsächlichen Kenntnisnahme nicht in Frage gestellt hat - was für das Bundesgericht verbindlich ist (vgl. vorne E. 2) - und die Beschwerdeführerin das Gesuch fünf Tage danach, am 11. März 2020, und damit gemäss der erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich rechtzeitig gestellt hat. Diese Beurteilung hielte nur (aber immerhin) dann vor Art. 58 Abs. 1 StPO stand, wenn die Beschwerdeführerin die seinerzeitige Anstellung des Beschwerdegegners aus dem von der Vorinstanz genannten Grund nicht nur hätte früher erkennen können - was für sich allein nicht ausreicht -, sondern dies bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit auch hätte tun müssen (vgl. Urteile 1B_323/2018 vom 17. Oktober 2018 E. 3.2; 1P.514/2002 vom 13. Februar 2003 E. 2.2; MARKUS BOOG, in: Basler Kommentar Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 5 zu Art. 58).