Citation: 1C_254/2017 E. 9.2

9.2. Die von der NISV festgelegten Immissionsgrenzwerte gelten überall, wo sich Menschen aufhalten können (Art. 13 Abs. 1 NISV); die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen der NISV (Anlagegrenzwerte) sind an Orten mit empfindlicher Nutzung im Sinne von Art. 3 Abs. 3 NISV einzuhalten, namentlich in Räumen, in denen sich Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten (lit. a). Die Immissions- und Anlagegrenzwerte der Verordnung sind somit auf den Schutz von Menschen und nicht von Tieren oder Pflanzen zugeschnitten (Art. 1 NISV). Zwar führte das BUWAL im erläuternden Bericht vom 23. Dezember 1999 zur NISV aus, aufgrund des bisherigen Wissens sei davon auszugehen, dass die übrige Umwelt auf nichtionisierende Strahlung nicht empfindlicher reagiere als der Mensch und somit ebenfalls ausreichend geschützt werde (S. 4 Ziff. 31). Dem durch die NISV gewährten Schutz unterstehen Tiere jedoch nur, wenn sie sich an denselben Orten aufhalten wie Menschen (vgl. Urteil 1C_338/2007 vom 24. April 2008 E. 3, in: URP 2008 S. 372 f.). In Bezug auf Tauben im Luftraum führte das Bundesgericht unter Berufung auf die Angaben des BAFU aus, es gebe kaum wissenschaftliche Untersuchungen über die biologischen Auswirkungen von nichtionisierender Strahlung auf Wild- und Nutztiere, die eine Risikobeurteilung zulassen würden. Es fehle daher ein Hinweis auf eine konkrete Gefährdung von Tauben, die eine Herabsetzung der Strahlung einer Mobilfunkanlage erfordern würde (Urteil 1C_338/2007 vom 24. April 2008 E. 4.1. und 4.2, in: URP 2008 S. 374 ff.).