Citation: 6P.128/2005 27.04.2006 E. 3

Weiter wendet sich der Beschwerdeführer in mehreren Punkten gegen die Beweiswürdigung, da diese willkürlich sei und gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" verstosse. 3.1 Im angefochtenen Entscheid wird das Fehlen des Seitenschutzes als offensichtlicher Sicherheitsmangel bezeichnet, den der Beschwerdeführer kannte respektive bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt hätte kennen müssen. Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, es sei willkürlich anzunehmen, dass er sich des Mangels des Gerüsts bewusst gewesen sei, übersieht er, dass das Appellationsgericht ein solches Wissen zwar für wahrscheinlich ansieht, aber gar nicht als gegeben hinstellt. Die Einwände, die der Beschwerdeführer gegen die weitere Feststellung vorbringt, der Sicherheitsmangel sei offensichtlich gewesen und habe einem Laien, aber erst recht einem Baufachmann ins Auge springen müssen, vermögen ebenfalls keine Willkür darzutun. Ein Blick auf die im angefochtenen Urteil erwähnten Fotos (kant. Akten act. 46, 100) führt die Gefahren des Fehlens eines Geländers deutlich vor Augen. Daher ist es unerheblich, dass der Beschwerdeführer kein Fachmann im Gerüstbau ist. Angesichts der Evidenz des Sicherheitsmangels vermag es den Beschwerdeführer gemäss den nachvollziehbaren Ausführungen im angefochtenen Entscheid (S.12 E. 3.4) auch nicht zu entlasten, dass zwei Vertreter der Bauleitung (kantonales Hochbau- und Planungsamt) und der Fa. B.________ AG in der Voruntersuchung zu Protokoll gaben, sie hätten am Gerüst keinen Mangel festgestellt (kant. Akten act. 101, 131), zumal diese wohl darum bemüht waren, sich möglichst bedeckt zu halten. Was der Beschwerdeführer gegen diese Würdigung durch das Appellationsgericht einwendet, deckt sich weitgehend mit der Rüge der Ungleichbehandlung (siehe dazu E. 4 hienach). 3.2 Weitere Rügen richten sich gegen die Feststellung, der Beschwerdeführer habe die Flecklinge, welche die ungesicherten Stellen abgedeckt hätten, nach Abschluss der von seiner Firma ausgeführten Arbeiten entfernen lassen, obwohl er gewusst habe, dass anschliessend die Firma B.________ AG noch Arbeiten ausführen werde und dabei das teilweise ungesicherte Gerüst benützen könnte. Obschon das Appellationsgericht dem Beschwerdeführer zwar vorwirft, mit der Entfernung der Flecklinge die Gefahr für die Benutzer des Gerüsts weiter gesteigert zu haben, stellt es nirgends fest, die schwere Körperverletzung des Beschwerdegegners sei auf das Fehlen dieser Flecklinge zurückzuführen. Die wenig präzisen tatsächlichen Feststellungen würden einen solchen Schluss auch nicht zulassen. Das Appellationsgericht führt selber aus, die offenen Gerüstbereiche seien nur zeitweise durch Flecklinge geschlossen gewesen, und es ist nicht bekannt, ob die Unfallstelle durch Flecklinge gesichert war und der Beschwerdeführer durch deren Wegnahme bei Beendigung seiner Arbeiten den Unfall mitverursacht hat. Da sich die strafrechtliche Verurteilung im angefochtenen Entscheid nicht auf den Vorwurf des Entfernens von Flecklingen stützt (vgl. auch E. 7), brauchen die erhobenen Rügen nicht geprüft zu werden. 3.3 Der ferner erhobene Vorwurf, das Appellationsgericht habe sich ohne jede Erklärung über die Einschätzung der SUVA zur Frage, wer für den Unfall verantwortlich sei, hinweggesetzt und damit nicht nur das Willkürverbot, sondern auch den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, entbehrt der Grundlage, wie ein Blick in den angefochtenen Entscheid (E. 5 S. 14 f.) zeigt, worin ausdrücklich auf die interne Einschätzung der SUVA (kant. Akten act. 163) Bezug genommen wird.