Citation: 1B_138/2009 18.06.2009 E. 5

Schliesslich rügt der Beschwerdeführer die bisherige Haftdauer als unverhältnismässig. Er befinde sich schon seit mehr als 1¼ Jahren in Haft. Es könne ihm höchstens eine untergeordnete Beteiligung an Handel mit "weichen" Drogen zur Last gelegt werden, weshalb ihm keine mehrjährige Freiheitsstrafe drohe. Im November 2008 sei eine andere Haftrichterin hier noch von einem leichten Fall gewerbsmässigen Drogenhandels ausgegangen und von einem voraussichtlichen Strafmass von nicht erheblich mehr als einem Jahr. Gegen einen Mitangeklagten, dem ein höheres Verschulden vorzuwerfen sei als ihm, dem Beschwerdeführer, habe das Bezirksgericht Zürich (mit Urteil vom 25. Februar 2009) eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten ausgefällt. Die kantonalen Strafverfolgungsbehörden hätten ausserdem das Beschleunigungsgebot in Straf- bzw. Haftsachen missachtet, indem sie den Fall nicht ausreichend rasch vorangetrieben, sondern "unerträglich langsam" bearbeitet hätten. 5.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV hat eine in strafprozessualer Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unverhältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, wenn die Haftfrist die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion übersteigt. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Straftaten Rechnung zu tragen. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt (BGE 133 I 168 E. 4.1 S. 170, 270 E. 3.4.2 S. 281, je mit Hinweisen). Im Weiteren kann eine Haft die zulässige Dauer auch dann überschreiten, wenn das Strafverfahren nicht genügend vorangetrieben wird, wobei sowohl das Verhalten der Justizbehörden als auch dasjenige des Inhaftierten in Betracht gezogen werden müssen. Die Frage, ob eine Haftdauer als übermässig bezeichnet werden muss, ist aufgrund der konkreten Verhältnisse des einzelnen Falles zu beurteilen (BGE 133 I 168 E. 4.1 S. 170 f., 270 E. 3.4.2 S. 281; 132 I 21 E. 4.1 S. 27 f., je mit Hinweisen). 5.2 Im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung hat der Beschwerdeführer mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe zu rechnen. Die Staatsanwaltschaft hat in der Anklageschrift vom 16. Februar 2009 ein Strafmass von fünf Jahren Freiheitsstrafe beantragt. Die Vorinstanz bezeichnet den entsprechenden Antrag aufgrund der Aktenlage als "keineswegs abwegig". Wie im angefochtenen Entscheid willkürfrei erwogen wird, bestehen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer sich an gewerbs- und bandenmässigem Drogenhandel beteiligt habe (so seien in seiner Wohnung 40 kg Haschisch aufgefunden worden) und dass er dabei (gemäss den Aussagen verschiedener Beteiligter) nicht bloss in unwichtiger Funktion tätig gewesen sei. Damit ist die bisherige strafprozessuale Haftdauer von einem Jahr und ca. fünf Monaten noch nicht in grosse Nähe des drohenden Freiheitsentzuges gerückt. Selbst wenn (im Hinblick auf eine allfällige Verurteilung) auch die Möglichkeit eines bedingten oder teilbedingten Strafvollzuges nicht ausgeschlossen erschiene, würde dies in Fällen wie dem vorliegenden nicht zur Annahme von Überhaft führen (vgl. BGE 133 I 270 E. 3.4.2 S. 281 f.; 125 I 60 E. 3d S. 64; 124 I 208 E. 6 S. 215, je mit Hinweisen; Urteile 1B_12/2007 vom 26. Februar 2007 E. 3.4; 1B_6/2007 vom 20. Februar 2007 E. 2.5). 5.3 Ebenso wenig werden aus den vorliegenden Akten schwerwiegende prozessuale Versäumnisse der Strafverfolgungsbehörden ersichtlich, welche eine sofortige Haftentlassung des Beschwerdeführers rechtfertigen würden. Gemäss den vorliegenden Akten wurde die relativ aufwändige Strafuntersuchung wegen gewerbs- und bandenmässigen Drogenhandels etwa ein Jahr nach der Inhaftierung des Beschwerdeführers mit Überweisung der Anklageschrift an das Gericht abgeschlossen. Die gerichtliche Hauptverhandlung wurde auf den 26. August 2009 terminiert und wird somit sechs Monate nach Anklageerhebung erfolgen. Darin ist keine Verletzung des grundrechtlichen Beschleunigungsgebotes in Haftsachen (Art. 31 Abs. 3 BV) zu erkennen. Die vom Beschwerdeführer zusätzlich aufgeworfene Frage, ob das gesamte Strafverfahren den allgemeinen Anforderungen von Art. 29 Abs. 1 BV genüge, bildet nicht Gegenstand des angefochtenen Haftbeschwerdeentscheides. Die Prüfung entsprechender Vorbringen wird Aufgabe des erkennenden Strafgerichts sein. Über das oben Dargelegte hinaus ist darauf nicht einzutreten.