Citation: 2C_630/2017 E. 4.5

4.5. Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz die Anwendbarkeit des FZA auf den vorliegenden Fall verneinte. Gestützt auf deren verbindliche Sachverhaltsfeststellung ist jedoch ersichtlich, dass auch die vom FZA verlangten Voraussetzungen für den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung erfüllt sind. Die Taten des Beschwerdeführers mögen im Zusammenhang mit seiner Drogensucht gestanden haben; diese vermochte er aber über Jahre hinweg trotz mehreren Bewährungschancen sowie gerichtlich angeordneten suchtspezifischen Massnahmen nicht in den Griff zu bekommen. Sämtliche ambulante oder stationäre suchtspezifische Massnahmen sind bislang ohne nachhaltigen Erfolg geblieben. Der Beschwerdeführer befindet sich seit 2005 im Methadonprogramm und nahm im März 2016 erneut eine ambulante Behandlung auf, deren Verlauf gemäss Auskunft der Bewährungs- und Vollzugsdienste des Kantons Zürich vom 23. Januar 2017 zwar bis dahin als positiv zu bezeichnen war. Ein längerfristiger Erfolg liegt jedoch (noch) nicht vor und der Beschwerdeführer wurde erst im August 2016 wieder straffällig. Auch wenn es sich bei den zahlreichen Verfehlungen grösstenteils nicht um gravierende Delinquenz handelt, lässt die Häufung der Straftaten eine andauernde Gleichgültigkeit des Beschwerdeführers gegenüber der hiesigen Rechtsordnung erkennen. Selbst der erstmalige Entzug der Niederlassungsbewilligung, welcher im Rechtsmittelverfahren aufgehoben wurde, hat nicht zu einer Verhaltensänderung geführt. Bei dieser Sachlage entsteht der Gesamteindruck eines uneinsichtigen, hartnäckigen Wiederholungstäters, der die zahlreichen ihm eingeräumten Chancen nicht genutzt hat und bei welchem sämtliche in einem Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Sanktionen wirkungslos geblieben sind. Mit Blick auf die nur teilweise überwundene Drogenabhängigkeit des Beschwerdeführers, seine berufliche und finanzielle Situation bzw. seine mangelhafte Integration ist die Gefahr einer künftigen (schwereren) Straffälligkeit nicht auszuschliessen. Es besteht eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass er auch in Zukunft zur Finanzierung seiner Sucht oder zur Beschaffung von Betäubungsmitteln Delikte begehen wird und von ihm eine schwere und gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA ausgeht, soweit diese Bestimmung überhaupt anwendbar ist (vgl. E. 2.3).