Citation: 6B_360/2021 E. 1.4.2

1.4.2. Ob die einzelnen Taten respektive Verletzungen überwiegend als einfache Körperverletzungen an der Grenze zu Tätlichkeiten zu qualifizieren sind, wie die Beschwerdeführerin vorbringt, kann offenbleiben. Auch wenn dies zutrifft, bleibt bei gesamtheitlicher Betrachtung eine Qualifikation als schwere Körperverletzung ohne Weiteres möglich (vgl. vorangehende E. 1.3.1). Sodann darf die Vorinstanz im Rahmen der Gesamtbetrachtung die durch die Schläge verursachten Schmerzen - ebenso wie etwa die unbehandelt gebliebenen Veränderungen an der Speiseröhre, das Alter und die mit der Immigration verbundene besondere Abhängigkeit des Kindes von den Eltern - miteinbeziehen. Weiter berücksichtigt die Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin vom 6. bis zum 10. Januar 2018 und damit während des Angriffs mit dem Wallholz hospitalisiert war. Das ändert indessen nichts daran, dass sie um die systematischen Misshandlungen durch ihren Lebenspartner wusste und weder vor noch nach ihrer Hospitalisation etwas dagegen unternahm. Dass andere Kindesmisshandlungen länger dauerten und gravierender waren als im hier zu beurteilenden Fall, spricht nicht gegen die vorinstanzliche Qualifikation. Dazu hält die Vorinstanz (verbindlich) fest, dass die Dauer der Übergriffe nur mit dem Tod der Tochter zu erklären sei, ansonsten wäre ihre Leidenszeit noch viel länger geworden. Schliesslich ergibt sich auch aus den von der Beschwerdeführerin angerufenen bundesgerichtlichen Urteilen 6S.151/2004 vom 15. Juni 2004 und 6B_149/2017 vom 16. Februar 2018nichts zu ihren Gunsten. Darin ging es nicht um die Abgrenzung zwischen einfacher und schwerer Körperverletzung. Im ersten Urteil (6S.151/2004 vom 15. Juni 2004 E. 2.4) spielte der vorinstanzliche Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung lediglich mit Blick auf die Strafzumessung eine Rolle. Im zweiten Urteil (6B_149/2017 vom 16. Februar 2018 E. 9) stand der Körperverletzungstatbestand nicht im Zusammenhang mit den Kindern, sondern mit der Ehefrau des Täters; dabei musste das Bundesgericht die einfache Körperverletzung von der geforderten Qualifikation als Tätlichkeit abgrenzen.