Citation: 5A_719/2022 E. 4.3.1

4.3.1. Die Beschwerdeführerin wirft dem Verwaltungsgericht Willkür in der Feststellung des (Prozess-) Sachverhalts vor. Die Feststellung, es sei nicht geltend gemacht worden, dass die Beschwerdegegner in irgendeiner Art und Weise explizit ihre Zustimmung zum Weiterbestand der Pflanzungen erteilt hätten, treffe offensichtlich nicht zu. In Rz. 52 ff. ihrer Beschwerde vom 11. Oktober 2021 habe sie gegenteils dargelegt, dass zugunsten von B.________ ein Näherbaurecht im Grundbuch eingetragen worden sei, worauf dieser im Gegenzug die Pflanzungen im Grenzabstandsbereich habe dulden wollen. Entgegen den Ausführungen des Verwaltungsgerichts habe also nicht nur ein blosses Zuwarten, sondern eine ausdrückliche Duldung durch B.________ vorgelegen. Die Schlussfolgerung des Verwaltungsgerichts sei somit willkürlich und dieses habe zudem den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt, indem es ihre entsprechenden Vorbringen ausser Acht gelassen habe. An der von der Beschwerdeführerin angegebenen Stelle führt diese aus, ihr Vater habe B.________ kurz nach dessen Besitzesantritt am 31. Mai 1983 ein Näherbaurecht für ein Stallgebäude entlang der gemeinsamen Grenze eingeräumt und zwar unentgeltlich. Unentgeltlich sei die Einräumung des Näherbaurechts unbestritten deshalb, weil B.________ versprochen habe, die Bäume im Grenzabstandsbereich auf jeden Fall dulden zu wollen. So sei ihr dieser Vorgang vom Vater selbst überliefert worden. Zunächst ist festzustellen, dass der fragliche Eintrag nicht ein Näherbaurecht beschlägt und insofern keine Dienstbarkeit besteht, sondern eine Vereinbarung zur Herabsetzung des Grenzabstands angemerkt ist (Art. 105 Abs. 2 BGG). Sodann hatte die Beschwerdeführerin nicht behauptet, die Duldung der Bäume sei in der fraglichen Vereinbarung festgehalten worden. Schliesslich bezieht sich die streitgegenständliche Feststellung auf eine Zustimmung zum Weiterbestand von flurrechtswidrigen Pflanzungen. Dass letztere im Mai 1983 bereits flurrechtswidrig waren und B.________ folglich flurrechtswidrige Bäume im Grenzabstandsbereich habe dulden wollen, hat die Beschwerdeführerin an der angegebenen Stelle nicht behauptet. Daher ist die Feststellung, die Beschwerdeführerin habe nicht behauptet, die Beschwerdegegner hätten in irgendeiner Art und Weise explizit ihre Zustimmung zum Weiterbestand der flurrechtswidrigen Pflanzungen erteilt, nicht offensichtlich unrichtig und die Rüge der Willkür in der Sachverhaltsfeststellung unbegründet. Dem in diesem Zusammenhang erhobenen Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs kommt keine selbständige Bedeutung zu, weshalb nicht darauf einzugehen ist.