Citation: 8C_369/2008 11.08.2008 E. 7

Weiter stellt sich die Frage, ob die Versicherte beim Unfall vom 29. Juni 2002 eine Commotio cerebri (leichtes Schädel-Hirntrauma) erlitten hat und weiterhin an deren Folgen leidet. 7.1 Eine Commotio cerebri wird definiert als ein Bewusstseinsverlust von kurzer Dauer ohne neurologische Ausfälle, währenddem eine Contusio cerebri einen Zustand mit konsekutiven neurologischen Defiziten mit oder ohne Bewusstseinsverlust darstellt. Diese Begriffe werden den peritraumatischen Störungen nicht gerecht, da der Bewusstseinsverlust zu sehr im Mittelpunkt steht und klinische Zwischenstufen nicht berücksichtigt werden. Unter anderem wegen dieser Nachteile wurde der neue Begriff der milden traumatischen Hirnverletzung (mild traumatic brain injury [MTBI]) eingeführt. Hierunter wird ein durch Kontaktkräfte (Kopfanprall, Schlag auf Kopf) oder Akzeleration bzw. Dezeleration bedingtes kraniales Trauma verstanden, welches zu einer Unterbrechung der zerebralen Funktionen führt. Nach allgemein anerkannter Lehrmeinung setzt die Diagnose entweder eine Episode von Bewusstlosigkeit oder einen Gedächtnisverlust für Ereignisse unmittelbar vor oder nach dem Unfall oder eine Bewusstseinsstörung (z.B. Benommenheitsgefühl, Desorientierung) im Zeitpunkt der Verletzung voraus. Anderseits darf die Störung nicht mit einer Bewusstlosigkeit von mehr als 30 Minuten, einem Schweregrad nach der Glasgow Coma Scale (GCS) von 13 bis 15 nach 30 Minuten oder einer posttraumatischen Amnesie von mehr als 24 Stunden verbunden sein (erwähntes Urteil 8C_210/2007, E. 7.2 mit Hinweisen). 7.2 Die Ärzte des Spitals Y.________ (Berichte vom 2. und 7. August 2002) sowie der Neurologe Dr. med. H.________ (Bericht vom 17. Oktober 2002) gingen vom Vorliegen einer Commotio cerebri aus, wobei die Ärzte des Spitals Y.________ einen GCS-Wert von 15 feststellten (E. 5.2 hievor). Demgegenüber war Dr. med. U.________ im Gutachten vom 24. Mai 2004 der Auffassung, dass die Versicherte keine Commotio cerebri erlitten habe (E. 4 hievor). Dieser Punkt bedarf demnach der Klärung (E. 11.2 hienach).