Citation: U 322/00 08.01.2002 E. 2

2.- a) Im angefochtenen Entscheid hat die Vorinstanz erwogen, die Beschwerdeführerin sei ab 1. April 1994 als Kleinkinderzieherin in der Stiftung X.________ tätig gewesen und habe diese Stelle bis zum Unfalltag zu einem Pensum von 80 % besetzt. Dabei habe sie ein monatliches Gehalt von Fr. 3848.90, zuzüglich den 13. Monatslohn, erzielt, was ein Jahreseinkommen von Fr. 50'036.- ergab. Konkrete Indizien, wonach die Beschwerdeführerin in absehbarer Zeit oder zu einem fixierten Termin beabsichtige, ihr Arbeitspensum zu erhöhen, bestünden keine. Auch liesse sich aus der Rechtsprechung nicht ableiten, dass bei einer Scheidung in jedem Fall von einer Erhöhung des Arbeitspensums auszugehen wäre, da eine solche vielmehr auf Grund der finanziellen Verhältnisse überwiegend wahrscheinlich sein müsse. Die Beschwerdeführerin habe indessen in keiner Weise dargelegt, inwieweit sie ihren Lebensunterhalt und denjenigen ihres Sohnes nicht aus dem Verdienst als Kleinkinderzieherin zu einem Pensum von 80 % hätte decken können. Gestützt auf die Gutachten der Dres. med. W.________ und J.________ verneinte die Vorinstanz eine Veränderung der Arbeitsunfähigkeit. Insbesondere sei nicht nachvollziehbar, dass die von Prof. E.________ festgestellten neuropsychologischen Einschränkungen zu einer zusätzlichen Verminderung der Arbeitsfähigkeit führen sollten. Auch med. pract. Maggi habe in einem Arztzeugnis vom 27. November 1997 bestätigt, dass "eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % weiterhin adäquat" sei. b) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird erneut vorgebracht, auf Grund der familiären Veränderungen wäre die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig, da sie wirtschaftlich auf einen Verdienst aus einer Vollzeitbeschäftigung angewiesen sei bzw. wäre. Sie habe ab 1. April 1994 ihr Arbeitspensum auf 80 % reduziert, weil sie in jenem Zeitpunkt mit ihrem nachmaligen Ehemann in eine gemeinsame Wohnung gezogen sei und für ihn "in Kompensation gegen 20 % Erwerb alle Haushaltsleistungen erbracht" habe. Ab 1. Oktober 1994 wäre dem Ehepaar somit ein monatliches Einkommen von rund Fr. 8000.- zur Verfügung gestanden. Auf Grund der sehr guten finanziellen Verhältnisse nach der Hochzeit sei eine hypothetische Pensumerhöhung auf 100 % somit notwendig gewesen, um nur einigermassen den gewohnten Lebensstandard nach der Scheidung weiterführen zu können. Was den Grad der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, beansprucht sie sinngemäss unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Beeinträchtigungen, allenfalls nach Vornahme ergänzender Abklärungen, Taggeldleistungen auf der Basis einer 70 %igen Arbeitsunfähigkeit. c) aa) Mit der Vorinstanz sind die Voraussetzungen für eine Anpassung nach Art. 23 Abs. 7 UVV nicht als erfüllt zu betrachten. Zunächst steht fest, dass die Beschwerdeführerin ihren am 9. November 1995 geborenen Sohn zu erziehen und zu betreuen hat und auch im Gesundheitsfall hätte. Sodann ist sie effektiv nur in sehr geringfügigem Ausmass erwerbstätig, obwohl sie, aus medizinischer Sicht, eindeutig über eine wesentlich höhere Restarbeitsfähigkeit verfügt, welche ein weitergehendes erwerbliches Engagement erlaubte. Dieses Potenzial schöpft sie nicht aus. Das sind Umstände, welche die Ausdehnung eines 80 %igen Pensums auf 100 % und damit die hypothetische Erzielung eines entsprechenden Mehrverdienstes im Gesundheitsfall nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Berufung der Beschwerdeführerin auf RKUV 1994 Nr. U 207 S. 271, wonach sich die versicherte Person in Sonderfällen zur Steigerung des Arbeitspensums gezwungen sehen kann, ändert daran nichts. bb) Zur Frage der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit ist einerseits festzuhalten, dass die im Gutachten des Prof. E.________ erhobenen Beeinträchtigungen nur in einem sehr unsicheren Zusammenhang mit dem Unfall stehen. Selbst wenn die beteiligten Ärzte nunmehr davon ausgehen, dass die Beschwerdeführerin, entgegen ihren ersten Angaben, beim Unfall den Kopf angeschlagen hat, ist in diesem Kontext die Rechtsprechung zu beachten, wonach neuropsychologische Befunde allein keine schlüssigen Aussagen über einen Kausalitätsverlauf erlauben (BGE 119 V 340-343 Erw. 2b und 3). Beweiskraft für die Kausalitätsbeurteilung kommt neuropsychologischen Erkenntnissen nur zu, wenn sie sich schlüssig in die gesamte unfallmedizinische Aktenlage einfügen. Dies trifft hier nicht zu. Selbst wenn man aber auch bezüglich der von Prof. E.________ attestierten neuropsychologischen Defizite eine Unfallkausalität annehmen wollte, änderte dies im Ergebnis nichts. Denn es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin durch die seitens des Prof. E.________ attestierten Defizite und Funktionsausfälle in ihrer Arbeitsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigt sein sollte. Mit den "Aufmerksamkeitsschwankungen und Stress-Intoleranz, sowie herabgesetzter Blickmotilität" und der "isolierte(n) Mühe im Umgang mit hoch-komplexen figural/räumlichen Informationen, auf den Ebenen sowohl der Wahrnehmung als auch des Neugedächtnisses", welche von Prof. E.________ als objektive Befunde erhoben wurden, kann die Beschwerdeführerin sehr wohl weiterhin als Kleinkinderzieherin oder in einer vergleichbaren Tätigkeit im Pflege- oder Betreuungsbereich tätig sein. Die Würdigung der fachärztlichen, hier der neuropsychologischen, Stellungnahme zur Arbeitsunfähigkeit führt somit dazu, dass die seitens des Vertreters dieser Fachrichtung attestierten Befunde die Arbeitsfähigkeit nicht zusätzlich (d.h. über 50 % hinaus) zu limitieren vermögen. Demzufolge ist die Arbeitsunfähigkeit von 50 % rechtsgenüglich erstellt, erübrigen sich zusätzliche medizinische Abklärungen und gehen die weiteren Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ins Leere.