Citation: I 305/00 08.04.2002 E. 3

3.- Zu prüfen bleibt, ob Verwaltung und Vorinstanz den Rentenbeginn richtig festgesetzt haben. a) Ein Rentenanspruch nach Art. 28 IVG entsteht, soweit vorliegend von Interesse, frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen ist (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG). Abgesehen vom hier nicht interessierenden Fall der gleichzeitigen rückwirkenden Zusprechung einer Viertelsrente für einen ersten und einer halben Rente für einen zweiten Zeitraum (vgl. BGE 121 V 275 Erw. 6b/dd) setzt der Beginn eines Anspruchs auf eine halbe Rente in einem bestimmten Zeitpunkt voraus, dass die versicherte Person sowohl zu diesem Zeitpunkt zu mindestens 50 % erwerbsunfähig ist als auch unmittelbar vor diesem Zeitpunkt während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 50 % arbeitsunfähig gewesen ist (BGE 121 V 274 Erw. 6b/cc). Während für die Bestimmung des für den Rentenumfang massgebenden Invaliditätsgrades (Art. 28 IVG) auf die Erwerbsunfähigkeit auf dem gesamten in Betracht fallenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen ist, bezieht sich die Arbeitsunfähigkeit im Sinne des den Rentenbeginn regelnden Art. 29 IVG auf den bisherigen Beruf (BGE 121 V 274 Erw. 6b/cc). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausgerichtet, in dem der Anspruch entsteht (Art. 29 Abs. 2 IVG). b) Seit der Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus psychiatrischer Sicht, die Dr. med. V.________ auf ca. Februar/März 1998 veranschlagt und die daher in Übereinstimmung mit Verwaltung und Vorinstanz auf Februar 1998 festgesetzt werden kann, besteht eine Erwerbsunfähigkeit von über 50 % (Erw. 2c/cc hievor), sodass eine der beiden Voraussetzungen des Beginns eines Anspruchs auf eine halbe Rente im Februar 1998 erfüllt war. c) Nach Ansicht der IV-Stelle begann die Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG im Februar 1998 zu laufen, weil vor diesem Zeitpunkt kein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert bestanden habe, der den Versicherten daran gehindert hätte, in rentenausschliessendem Ausmass einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Damit übersieht sie, dass für die Frage der Erfüllung der Wartezeit nicht die Erwerbsunfähigkeit, sondern die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf massgebend ist (Erw. 3a hievor). Daran ändert das in der Vernehmlassung angerufene Urteil ZAK 1979 S. 276 f. Erw. 2b (= BGE 104 V 143 f. Erw. 2b) nichts. Darin hatte das Eidgenössische Versicherungsgericht erklärt (BGE 104 V 144 Erw. 2b): "Es stellt sich ... die Frage, wann die Wartezeit als eröffnet gelten muss, wenn ein Versicherter zwar in seinem zuletzt ausgeübten Beruf noch nicht erheblich behindert, wohl aber in dem Sinne bereits teilinvalid ist, dass er seinen früheren, einkommensmässig höherwertigen Beruf überhaupt nicht mehr ausüben kann. Sowenig für die Bestimmung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit und damit für die Eröffnung der Wartezeit lediglich auf die Arbeitsunfähigkeit in dem Beruf abgestellt werden darf, den der Versicherte zuletzt im Zustande der Teilinvalidität ausgeübt hat, sowenig darf die Arbeitsunfähigkeit im ursprünglichen, ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Beruf allein massgebend sein. Im Interesse der rechtsgleichen Behandlung aller Versicherten muss jedenfalls dann, wenn ... der Grad der Arbeitsunfähigkeit praktisch der gesundheitlich bedingten Erwerbseinbusse entspricht, zur Bestimmung der massgebenden durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit das Einkommen, das der Versicherte ohne Gesundheitsschädigung in seinem ursprünglich ausgeübten Beruf erzielen könnte, in Beziehung gesetzt werden zu jenem Einkommen, das er nach Eintritt der zusätzlichen Behinderung im zuletzt ausgeübten Beruf noch erreicht. Aus dem Vergleich dieser beiden Einkommen ergibt sich die für die Wartezeit massgebende durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit, die nun die zeitliche Festlegung der ... Wartezeit erlaubt. " Diese Ausführungen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts beziehen sich auf den beim Beschwerdeführer nicht gegebenen Spezialfall eines Versicherten, der zunächst wegen eines Gesundheitsschadens den Beruf tatsächlich gewechselt hat und später im neuen Beruf zusätzlich behindert wurde. Sie besagen indessen nicht, dass einem Versicherten, der zwischen dem Eintritt eines ersten und jenem eines zweiten Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, bei der Bestimmung des Ausmasses der Arbeitsunfähigkeit entgegengehalten werden kann, er hätte vor Eintritt des zweiten Gesundheitsschadens mit einer der ersten gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten neuen Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen können. Anders zu entscheiden hiesse, für die Wartezeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG unzulässigerweise statt auf die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf auf die Erwerbsunfähigkeit unter Berücksichtigung des ganzen in Frage kommenden Arbeitsmarktes, die erst Grundlage der Invaliditätsbemessung bildet, abzustellen. Richtigerweise ist somit im Zusammenhang mit der Wartezeit einzig massgebend, inwieweit der Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf als Hilfsmaler arbeitsunfähig war. Da der Beschwerdeführer als Hilfsmaler während des ganzen Zeitraums von Februar 1997 bis Januar 1998, mithin während eines Jahres zu 50 % arbeitsunfähig gewesen war, war die Wartezeit - und damit die zweite Voraussetzung für die Entstehung des Anspruchs auf eine halbe Rente - im Februar 1998, ab welchem der erforderliche Invaliditätsgrad vorlag, ebenfalls erfüllt. d) Nach dem Gesagten ist der Rentenbeginn entgegen der angefochtenen Verwaltungsverfügung sowie dem diese bestätigenden vorinstanzlichen Entscheid und über das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers, der die Zusprechung einer Rente ab April 1998 beantragt, hinaus (vgl. Art. 132 lit. c OG) auf den 1. Februar 1998 festzusetzen.