Citation: 6B_1005/2017 E. 2.2.1

2.2.1. Der Beschwerdeführer argumentiert, die einschlägige bundesgerichtliche Praxis lasse eine Verurteilung wegen versuchter schwerer Körperverletzung (nur) bei mit voller Wucht geführten Fusstritten gegen den Kopf eines Opfers zu (Urteile 6B_208/2015 vom 24. August 2015 E. 12.2, 12.4 und 6B_954/2010 vom 10. März 2011 E. 2.2, 3.1.2, 3.4). Selbst wenn davon ausgegangen werde, dass auch minder schwere Fusstritte gegen den Kopf des Beschwerdegegners abstrakt geeignet gewesen seien, eine schwere Körperverletzung herbeizuführen, genüge dies nicht, um ihm eventualvorsätzliches Handeln in Bezug auf eine schwere Körperverletzung nachzuweisen. Die Inkaufnahme folge nicht allein daraus, dass dem Täter dieses Risiko bewusst war und er gleichwohl handelte (BGE 130 IV 58 E. 8.4 S. 62). Es komme darauf an, ob sich die Verwirklichung der Gefahr als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden könne (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4). Diese Anforderung sei vorliegend nicht erfüllt: Weder sein Vorgehen noch die Verletzungen des Beschwerdegegners legten nahe, dass er mit den (unterstellten) Fusstritten eine lebensgefährliche Verletzung für möglich gehalten und billigend in Kauf genommen habe. Beide Vorinstanzen hätten eine konkrete Würdigung unterlassen und lediglich auf einen allgemeinen Erfahrungssatz abgestellt.