Citation: 6B_1464/2021 E. 2.3.2

2.3.2. Der Beschwerdeführer trägt vor, er habe die versuchte schwere Körperverletzung bereits am 1. Juli 2016 begangen. Bei der Strafzumessung sei die lange Verfahrensdauer zu berücksichtigen. Nach Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist. Art. 6 Ziff. 1 EMRK vermittelt diesbezüglich keinen weitergehenden Schutz als Art. 29 Abs. 1 BV. Gemäss Art. 5 Abs. 1 StPO nehmen die Strafbehörden die Strafverfahren unverzüglich an die Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzögerung zum Abschluss. Das Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörden, ein Strafverfahren mit der gebotenen Beförderung zu behandeln, nachdem die beschuldigte Person darüber in Kenntnis gesetzt wurde. Sie soll nicht länger als notwendig den Belastungen eines Strafverfahrens ausgesetzt sein. Die Beurteilung der angemessenen Verfahrensdauer entzieht sich starren Regeln. Ob sich die Dauer als angemessen erweist, ist in jedem Einzelfall unter Würdigung aller konkreten Umstände zu prüfen (BGE 143 IV 373 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Einer Verletzung des Beschleunigungsgebots kann mit einer Strafreduktion, einer Strafbefreiung bei gleichzeitiger Schuldigsprechung oder in extremen Fällen - als ultima ratio - mit einer Verfahrenseinstellung Rechnung getragen werden (BGE 143 IV 49 E. 1.8.2). Soweit das Verfahren aus Gründen der Arbeitslast und wegen faktischer und prozessualer Schwierigkeiten zu unumgänglichen Verfahrensunterbrüchen führt, ist dies für sich allein nicht zu beanstanden, solange der Stillstand nicht als stossenderscheint. Das Beschleunigungsgebot ist nur verletzt, wenn eine von der Strafbehörde zu verantwortende krasse Zeitlücke zu Tage tritt. Dafür genügt es nicht schon, dass diese oder jene Handlung etwas rascher hätte vorgenommen werden können (Urteil 6B_1303/2018 vom 9. September 2019 E. 1.3 mit Hinweisen). Das Urteil des Regionalgerichts Plessur erging am 21. Januar 2020. Die Berufungserklärung des Beschwerdeführers erfolgte am 17. März 2020. Das angefochtene Urteil vom 7. Juli 2021 ging dem Beschwerdeführer am 15. November 2021 zu. Sein Einwand einer überlangen Verfahrensdauer ist unbegründet. Es mag sein, dass zwischen der Straftat und dem erstinstanzlichen Urteil rund 3 ½ Jahre verstrichen sind. Relevant ist aber mit Blick auf die Verfahrensdauer zunächst, dass das Verfahren erst Ende Februar 2017 eröffnet wurde; der Beschwerdeführer befand sich zudem vom 16. bis 17. Februar 2017 in Polizeigewahrsam. Die Anklageerhebung erfolgte im September 2019 und das erstinstanzliche Urteil bereits am 21. Januar 2020. Das Berufungsverfahren verlief ebenfalls zügig. Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots, die eine Strafreduktion rechtfertigen würde, liegt nicht vor.