Citation: U 240/99 07.08.2001 E. 2

2.- a) aa) Im angefochtenen Entscheid werden der Begriff des natürlichen (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b) und adäquaten Kausalzusammenhanges (BGE 123 III 112 Erw. 3a, 123 V 139 Erw. 3c) zwischen Unfall, Gesundheitsschaden und gesundheitlich bedingten Einschränkungen der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sowie die Beweiswürdigungsregeln bei ärztlichen Berichten (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 f. Erw. 1c) zutreffend dargelegt. Richtig wiedergegeben werden auch die massgebenden Gesetzesbestimmungen zum Begriff der Invalidität, zur Ermittlung des Invaliditätsgrades sowie zur Entstehung des Rentenanspruchs (Art. 18 Abs. 1 und 2 UVG, Art. 19 Abs. 1 UVG), ferner die Rechtsgrundlagen zum Anspruch auf eine Integritätsentschädigung und deren Bemessung (Art. 24 Abs. 1 UVG und Art. 36 Abs. 1 UVV, Art. 25 Abs. 1 UVG und Art. 36 Abs. 2 UVV sowie Anhang 3 zur UVV; BGE 124 V 210 Erw. 4a, 116 V 157 Erw. 3a, 115 V 147 Erw. 1). Darauf kann verwiesen werden. bb) Zu ergänzen ist, dass gemäss Art. 36 Abs. 3 (erster Satz) UVV dort, wo ein oder mehrere versicherte Ereignisse zu verschiedenen Integritätsschäden führen, die Entschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt wird. Dabei werden die den einzelnen Schädigungen entsprechenden Prozentzahlen selbst dann zusammengezählt, wenn eine, mehrere oder alle davon für sich den Grenzwert von 5 % nicht erreichen, deren Summe aber die Erheblichkeitsschwelle von 5 % übersteigt (BGE 116 V 157 Erw. 3b mit Hinweisen; RKUV 1998 Nr. U 296 S. 236 Erw. 2a, 1989 Nr. U 78 S. 361 Erw. 2b). Verursachen mehrere, teils versicherte, teils nicht versicherte Ereignisse, worunter namentlich ein krankhafter Vorzustand fällt, einen Integritätsschaden, d.h. besteht ein Beschwerdebild, das medizinisch-diagnostisch nicht in einzelne, voneinander unterscheidbare Beeinträchtigungen aufgeteilt werden kann, ist der Integritätsschaden zwar ebenfalls gesamthaft nach Anhang 3 zur UVV oder nötigenfalls nach den Richtlinien gemäss den Tabellen der medizinischen Abteilung der SUVA einzuschätzen. Diesfalls ist aber in einem zweiten Schritt die Entschädigung nach Massgabe von Art. 36 Abs. 2 erster Satz UVG entsprechend dem Kausalanteil der nicht versicherten Ereignisse am gesamten Integritätsschaden zu kürzen (BGE 116 V 157 f. Erw. 3c). b) Gemäss Art. 36 Abs. 2 UVG werden u.a. die Invalidenrenten und Integritätsentschädigungen angemessen gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung oder der Tod nur teilweise die Folge eines Unfalles ist (Satz 1). Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt haben, werden dabei nicht berücksichtigt (Satz 2). Die Anwendung dieser Kürzungsvorschrift setzt voraus, dass der Unfall und ein nicht versichertes Ereignis einen bestimmten Gesundheitsschaden gemeinsam verursacht haben. Dagegen kommt Art. 36 Abs. 2 UVG, und zwar auch dessen zweiter Satz, nicht zum Zuge, wenn die beiden Einwirkungen einander nicht beeinflussende, namentlich verschiedene Körperteile betreffende Schäden verursacht haben, die Krankheitsbilder sich somit nicht überschneiden. Diesfalls sind die Folgen des versicherten Unfalles für sich allein zu bewerten (BGE 126 V 117 Erw. 3a, 121 V 333 Erw. 3c, 113 V 58 Erw. 2 mit Hinweisen). Für die Bejahung der Leistungspflicht für einen krankhaften Vorzustand nicht erforderlich ist eine richtunggebende Verschlimmerung des Leidens selber. Umgekehrt genügt es nicht, dass eine vorbestandene Krankheit, die zu keiner Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt hatte, sich aufgrund von Art und Ausmass des unfallbedingten Gesundheitsschadens nunmehr erwerblich negativ auswirken (vgl. RKUV 1992 Nr. 145 S. 89 Erw. 5b). Die Kürzung einer Invalidenrente nach Art. 36 Abs. 2 zweiter Satz UVG im Besonderen ist nur zulässig, wenn der krankhafte Vorzustand, der zusammen mit dem Unfall die invalidisierende Gesundheitsschädigung verursacht, bereits vor diesem Ereignis zu einer (teilweisen) Erwerbsunfähigkeit geführt hat. Dabei genügt sowohl nach dem Wortlaut als auch nach dem Zweck dieser Bestimmung (Erleichterung der Schadensabwicklung für den Versicherten; BGE 113 V 138 oben) nicht die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Vielmehr muss der krankhafte Vorzustand invalidisierenden Charakter haben und die bereits vor dem Unfall eingetretene Erwerbsunfähigkeit einen erheblichen Grad aufweisen, damit eine Rentenkürzung gerechtfertigt ist (BGE 121 V 331 f. Erw. 3b; RKUV 1996 Nr. U 244 S. 148 ff. Erw. 6b).