Citation: 2C_201/2023 E. 5.1.3

5.1.3. Auch in Bezug auf den Trennungszeitpunkt ist der Beschwerdeführerin nicht zu folgen: Als sie Ende August 2020 aus den Ferien zurückkehrte, hatte ihr Ehemann die gemeinsame Wohnung bereits verlassen und war zu seiner neuen Freundin gezogen. Ab diesem Zeitpunkt bestand wenigstens seinerseits offensichtlich kein Ehewille mehr. Die Beschwerdeführerin macht auch nicht geltend, dass die Trennung nur vorübergehend gewesen wäre. Auch wenn ihr eigener Ehewille einseitig noch länger angehalten hätte, ändert dies in Bezug auf die Beurteilung der Frist von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG nichts; diese setzt voraus, dass der Ehewille gegenseitig besteht. Im Übrigen verweist die Vorinstanz zu Recht darauf, dass spätestens mit der Scheidungsklage vom 5. Oktober 2020 kein Ehewille seitens des Ehemanns mehr bestanden haben kann, und dass die dreijährige Frist auch dann nicht erreicht würde, wenn auf dieses Datum abzustellen wäre.