Citation: 6B_690/2017 E. 1.2

1.2. Die Beschwerdeführerin macht für die unterlassene Rückgabe nach der Verfügung vom 12. Januar 2016 sprachliche Verständigungsprobleme verantwortlich. Es sei daher kein Vorsatz gegeben. Die Vorinstanz liess dies nicht gelten. Die Beschwerdeführerin habe bereits im März 2015 eine Verfügung betreffend Abgabe von Ausweisen und Kontrollschildern und im November 2015 einen Strafbefehl wegen Nichtabgabe derselbigen erhalten. Danach habe sie gewusst, welche Konsequenzen das Nichtbefolgen der Verfügung nach sich ziehen würde. Unter diesen Umständen hätte sie sich bei Zweifeln unverzüglich über den genauen Inhalt der Verfügung vergewissern müssen. Das Vorbringen, sie habe sich kurz nach Erhalt der Verfügung vom 12. Januar 2016 an die Polizei gewandt und diese habe ihr mitgeteilt, sie müsse die Kontrollschilder (infolge zwischenzeitlich bereinigter Fahrzeugversicherung) nicht abgeben, sei eine Schutzbehauptung. Wenn sie sich bei dieser Ausgangslage die Verfügung erst zehn Tage nach Erhalt übersetzen liess, habe sie sich insoweit des vorsätzlichen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern schuldig gemacht.