Citation: 6B_77/2024 E. 1.2.2

1.2.2. Dem Schuldspruch wegen mehrfachen Inzests i.S.v. Art. 213 StGB liegt gemäss der Anklageschrift vom 3. September 2021 folgender Sachverhalt zugrunde: Im Wissen darum, dass es sich bei D._______ um seine Tochter handle, habe der Beschwerdeführer mit dieser von Oktober 2013 bis 18. August 2020 aus freien Stücken in einer Liebesbeziehung gelebt. In diesem Zeitraum habe er mit D._______ mehrfach in einer unbestimmten Anzahl von Fällen den Beischlaf vollzogen und mit ihr einen gemeinsamen Sohn, C.________, gezeugt, der am 6. August 2014 geboren worden sei. Dies habe er getan, obwohl er gewusst habe, dass Geschlechtsverkehr zwischen Blutsverwandten verboten sei (vgl. angefochtenes Urteil S. 4). Diesen Sachverhalt erachtet die erste Instanz als erstellt. Gestützt darauf führt sie zur Strafzumessung aus, für den Schuldspruch wegen mehrfachen Inzests seien die lange Deliktsdauer, die Mehrfachbegehung sowie der Umstand, dass der Beschwerdeführer trotz Kenntnis der erhöhten Wahrscheinlichkeit einer schweren körperlichen und psychischen Behinderung eines infolge Inzucht gezeugten Kindes dennoch ein Kind mit seiner leiblichen Tochter gezeugt habe, zu berücksichtigen. Erschwerend falle ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gehabt habe, etwas Verwerfliches getan zu haben. Die Liebesbeziehung zu seiner Tochter sei für ihn kein Problem und der Sohn ein Wunschkind gewesen. Unter Berücksichtigung dieser Umstände erachtet das erstinstanzliche Gericht eine Sanktion von 10 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. Aufgrund der Nähe der inzestuösen Liebesbeziehung zur Haupttat der vorsätzlichen Tötung erscheine in Nachachtung des Asperationsprinzips eine Straferhöhung von insgesamt 6 Monaten angemessen.