Citation: U 347/02 28.12.2004 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer für die Zeit nach dem 20. November 1998 Anspruch auf Taggelder hat. 3.1 Das kantonale Gericht hat erwogen, es liege weder eine dokumentierte milde traumatische Hirnschädigung noch ein Schleudertrauma vor, und das Beschwerdebild könne nicht mit hinreichender Sicherheit auf eine derartige Verletzung zurückgeführt werden. Vielmehr stehe gemäss dem Gutachten des ZMB vom 29. Mai 2000 eine psychogene Unfallfehlverarbeitung auf Grund einer vorbestehenden psychischen Problematik im Vordergrund und führe dazu, dass die geklagten Beschwerden als funktionelle Manifestation dieser Fehlverarbeitung zu verstehen seien. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs hinsichtlich der fortdauernden Symptomatik seien daher unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach einem Unfall gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c - und nicht unter dem Aspekt eines Schleudertraumas der HWS (BGE 117 V 366 Erw. 6a) oder eines Schädel-Hirntraumas (BGE 117 V 382 Erw. 4b) - zu beurteilen. Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber ausführen, es sei aktenmässig erstellt, dass ein Kopfanprall stattgefunden habe, und ein Schädel-Hirntrauma sei von Anfang an diagnostiziert worden. Die weiteren medizinischen Unterlagen enthielten ebenfalls klare Hinweise auf Unfallfolgen. Auch im ZMB-Gutachten werde bestätigt, dass die zum typischen Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma der HWS gehörenden Symptome gegeben seien und eine Folge des Unfalls darstellten. Unter diesen Umständen bleibe kein Raum für eine Adäquanzbeurteilung nach den für psychogene Unfallfolgen geltenden Regeln. 3.2 Dr. med. U.________ gelangte im Anschluss an den Unfall, in dessen Verlauf der Beschwerdeführer auf den Kopf stürzte, zur Beurteilung, es sei von einem Schädel-Hirntrauma auszugehen. Dies hielt er in Schreiben vom 9. September 1997 an Dr. med. S.________, vom 26. November 1997 an Prof. P.________ und vom 23. August 1998 an den Psychiater Dr. med. I.________ ausdrücklich als Diagnose fest. Laut dem Bericht des Dr. med. S.________ vom 15. Oktober 1997 war der EEG-Befund mit einem Status nach Schädel-Hirntrauma vereinbar; im Bericht der Klinik X.________ vom 23. November 1998 sowie im Zwischenbericht des Dr. med. G.________ vom 2. Februar 1999 wird die entsprechende Diagnose wiederholt. Die Aussagen des Neuropsychologen Prof. P.________ sprechen nicht mit hinreichender Zuverlässigkeit gegen ein Schädel-Hirntrauma (vgl. allgemein zur Beweiskraft neuropsychologischer Stellungnahmen in vergleichbaren Zusammenhängen BGE 119 V 341 Erw. 2b/bb). Im Anschluss an den Unfall sowie im weiteren Verlauf waren verschiedene Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen, rasche Ermüdbarkeit) gegeben, welche dem nach Schleudertraumen der HWS nicht selten auftretenden und deshalb von der Rechtsprechung als für solche Verletzungen typisch bezeichneten "bunten" Beschwerdebild (BGE 119 V 338 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4b, 382 Erw. 4b) zuzurechnen sind. Damit spricht einiges für die Annahme, der Beschwerdeführer habe anlässlich des Unfalls vom 16. April 1997 ein Schädel-Hirntrauma erlitten, dessen Folgen sich mit denjenigen eines Schleudertraumas der HWS vergleichen lassen (vgl. BGE 117 V 382 Erw. 4b). Letztlich kann die Frage jedoch aus den nachfolgenden Gründen offen bleiben.