Citation: I 180/06 06.02.2007 E. 5

5.1 Die Vorinstanz stützte den angefochtenen Entscheid in medizinischer Hinsicht betreffend Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die Ergebnisse der beiden polydisziplinären ABI-Gutachten vom 23. August 2004 und 15. April 2002 ab. Die Beurteilung des vorliegenden Falles ausschliesslich mit Blick auf den durch die Revisionsverfügung beschränkten Anfechtungsgegenstand rechtfertigt sich auch angesichts der vom kantonalen Gericht korrekt festgestellten Tatsache, wonach sich die beiden ABI-Gutachten "nicht retrospektiv zur Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten für den Zeitraum vor der Begutachtung" geäussert haben. Insoweit kommt den Angaben der beiden ABI-Gutachten zur Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum von 1994 bis 2005 nur beschränkte Aussagekraft zu. Nach den umfangreichen medizinischen Unterlagen steht jedenfalls fest (Erw. 4.2.2 hievor), dass es in den ersten Jahren nach Eintritt der vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus dermatologischer Sicht insbesondere im Zusammenhang mit den Eingliederungsversuchen wiederholt zu starken Ekzemschüben und einer ausserordentlich starken Sensibilisierung auf die bekannten Allergene kam. Auch nach Auffassung der Abteilung Berufliche Eingliederung der Beschwerdegegnerin gemäss Bericht vom 3. Oktober 1995 schloss diese anfänglich vermehrt und gravierend rezidivierende Gesundheitsstörung fast jede Eingliederungsmöglichkeit aus. Wie sich letztlich das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit im Laufe der Zeit hinsichtlich einer geeigneten und angepassten Tätigkeit seit 1994 entwickelte, kann - abweichend vom angefochtenen Entscheid - jedenfalls bei gegebenem Aktenstand mangels einer zuverlässigen polydisziplinären Einschätzung des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit seit 1994 nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen; SVR 2003 IV Nr. 11 S. 32 Erw. 1 [Urteil L. vom 18. Oktober 2002, I 761/01]) beurteilt werden. Diese Frage braucht hier jedoch nicht beantwortet zu werden. 5.2 Mit ausführlicher und für den Revisionszeitpunkt im Oktober 2004 zutreffender Begründung legte das kantonale Gericht nach umfassender Würdigung der medizinischen Unterlagen, insbesondere auch der Berichte des Psychiaters Dr. med. W.________ vom 9. November 2004 sowie der Abteilung Psychosomatik O.________ des Spitals Y.________ vom 3. Februar 2005 dar, dass dem Versicherten gestützt auf die beiden ABI-Gutachten bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen [Urteil P. vom 31. Januar 2000, I 138/98]) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (BGE 123 V 233 Erw. 3c, 117 V 278 Erw. 2b, 400, je mit Hinweisen; AHI 2001 S. 282 f. Erw. 5a/aa [Urteil P. vom 22. August 2001, I 11/00]) unter Berücksichtigung aller geklagten Beschwerden die Ausübung einer körperlich leichten adaptierten Tätigkeit, welche den Einschränkungen aus dermatologischer Sicht Rechnung trägt, zumutbar ist. Was der Beschwerdeführer hiegegen vorbringt, ist unbegründet. Es sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, weshalb er unter Beachtung der Einschränkungen aus dermatologischer Sicht (gemäss rechtskräftigem Einspracheentscheid der SUVA vom 17. Dezember 2003, S. 5 f.) eine körperlich leichte, angepasste Tätigkeit ohne repetitives Tragen und Heben von mehr als 5-10 kg schweren Lasten, ohne Durchführung von repetitiven Bewegungsmustern, ohne Überkopfarbeit und ohne vornüber gebeugte Körperhaltungen (ABI-Gutachten 1, S. 15) nicht zumutbarerweise bei voller Arbeitsfähigkeit erwerblich verwerten könnte. Denn entscheidend ist die nach einem weit gehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung, ob und inwiefern dem Versicherten trotz seines Leidens die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar ist (BGE 127 V 298 Erw. 4c mit Hinweisen, Urteil S. vom 14. September 2005, I 51/05). Die Invalidenversicherung hat nicht dafür einzustehen, dass eine versicherte Person zufolge ihres Alters, wegen mangelnder Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine entsprechende Arbeit findet; die hieraus sich ergebende "Arbeitsunfähigkeit" ist nicht invaliditätsbedingt (BGE 107 V 21 Erw. 2c; AHI 1999 S. 238 S. 238 Erw. 1).