Citation: 2C_826/2019 E. 5.4.2

5.4.2. Dieser präzisierende Bezug auf die Konsequenz des Miteigentums erweist sich hier als zutreffend. Allgemein ist Miteigentum die Form des gemeinschaftlichen Eigentums, welche kein vorbestehendes Gemeinschaftsverhältnis voraussetzt und sich hauptsächlich durch ein Individualrecht an der Quote auszeichnet. Im Einklang mit dieser Form des Eigentums steht nicht nur die Beweisregel von Art. 200 ZGB, sondern auch die daraus für Sachverhalte wie den vorliegenden gezogene Schlussfolgerung, dass die Hälfte der massgeblichen Vermögenswerte (als diejenigen des Ehegatten und Erblassers) mit der vereinfachten, sich auf drei Steuerjahre beschränkten Nachbesteuerung erfasst werden kann, die andere Hälfte aber der ordentlichen, zehnjährigen Nachbesteuerung zu unterwerfen ist. Dabei kann offen gelassen werden, ob sich eine solche Lösung für alle Formen des Miteigentums, gegebenenfalls auch ausserhalb eines Eheverhältnisses und unabhängig von der Beweisregel von Art. 200 ZGB, rechtfertigt. Ebenfalls ist nicht weiter zu erörtern, ob eine hälftige Aufteilung zwischen vereinfachtem und ordentlichem Nachsteuerverfahren schon unter den Umständen des oben wiedergegebenen Falles 2C_807/2017 hätte berücksichtigt werden können bzw. müssen. Angesichts des hier zu beurteilenden Sachverhalts erweist sich die hälftige Aufteilung auf jeden Fall als sachgerecht: Es mag zutreffend sein, wenn das Verwaltungsgericht festgehalten hat, es sei ungefähr gleich wahrscheinlich, dass die Vermögenswerte gesamthaft dem Ehemann oder aber der Gattin zuzurechnen seien (vgl. oben E. 3.4). Wenn unter solchen Umständen die Vermutung von Art. 200 ZGB dazu führen sollte, dass die vereinfachte Nachbesteuerung für die Gesamtheit der hinterzogenen Werte ausgeschlossen wäre, so könnte damit die Gefahr verbunden sein, dass der Anwendungsbereich von Art. 153a DBG (allzu) stark eingeschränkt würde, denn in einer Ehe lässt sich das sachenrechtliche Alleineigentum eines der Ehegatten oft nur ungenügend nachweisen. Eine quotenmässig hälftige Aufteilung zwischen vereinfachtem und ordentlichem Nachsteuerverfahren erscheint gerade in Fällen wie dem vorliegendem als angemessene Korrekturmöglichkeit.