Citation: 4A_478/2024 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz stellte fest, zwischen den Parteien könne kein übereinstimmender wirklicher Wille zu den Voraussetzungen für eine Leistungspflicht festgestellt werden. Sie legte die AVB-Bestimmungen in Anwendung des Vertrauensprinzips dahingehend aus, dass eine Versicherungsdeckung für Lohnausfälle bestehe, wenn kumulativ erstens eine Arbeitsunfähigkeit vorliege, die zweitens auf einer Krankheit basiere und drittens ärztlich bescheinigt worden sei. Daraus schloss die Vorinstanz, dass das Einreichen einer ärztlichen Bescheinigung für die Begründung des Anspruchs nicht ausreiche und die Arbeitsunfähigkeit eine eigenständige Voraussetzung für den Anspruch auf Taggeldleistungen bilde. Würde bereits das Einreichen einer ärztlichen Bescheinigung eine Leistungspflicht der Beklagten auslösen, bestünde gemäss Vorinstanz für die Beschwerdegegnerin kein Handlungsspielraum mehr, die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit durch den Arzt zu überprüfen oder überprüfen zu lassen.