Citation: 6B_513/2021 E. 1.5.3

1.5.3. Die Vorinstanz geht zu Recht von überwiegenden öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung aus. Zwar ist der noch junge Beschwerdeführer Ersttäter, in der Schweiz geboren und hier sozial gut bzw. beruflich mässig verwurzelt. Indessen hat er mit dem Besitz einer qualifizierten Menge Kokains zwecks eines ausschweifenden Partylebens in schwerwiegender Weise gegen die schweizerische Rechtsordnung verstossen. Die Droge hat mit 95% einen hohen Reinheitsgehalt aufgewiesen. Für die unentgeltliche Abgabe des Kokains hätte er von seinen Kollegen Gegenleistungen in Form von Clubeintritten, Alkohol und Begleitung von Frauen eines Escort-Services in Anspruch genommen. Das Mass der Freiheit, sich gegen die Delikte zu entscheiden, war gemäss Vorinstanz hoch. Die Vorinstanz erachtet das Verschulden des Beschwerdeführers in Relation zum weiten Strafrahmen von einem bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe als noch leicht (angefochtenes Urteil S. 12 f.). Sie bezieht in die Frage der Interessenabwägung treffenderweise nicht nur das hierfür Anlass bildende Delikt, sondern auch die weiteren Straftaten des Beschwerdeführers ein (vgl. Urteil 6B_149/2021 vom 3. Februar 2022 E. 2.3.2, mit Hinweisen, wonach auch vor dem Inkrafttreten der Bestimmungen über die Landesverweisung begangenen Delikte bei der Beurteilung der Prognose zu berücksichtigen sind). Im selben Urteil hat die Vorinstanz die Rechtskraft der erstinstanzlichen Schuldsprüche wegen mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz, Widerhandlung gegen das Waffengesetz, Gewaltdarstellungen, Pornographie und Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes festgestellt. Anlass für die Verurteilung bildet der Umstand, dass der Beschwerdeführer Handel mit Marihuana betrieben und von Juli bis November 2017 rund 2.2 kg dieser Substanz verkauft hatte, sowie dass bei ihm weitere für den Verkauf bestimmte 950 Gramm Marihuana und 33 Gramm Haschisch sichergestellt wurden (angefochtenes Urteil S. 14). Schliesslich hat er 30 Gramm Kokaingemisch unentgeltlich an einen Mitbewohner abgegeben (angefochtenes Urteil S. 15). Ausserdem war er im Besitz von Videos, in welchem ein minderjähriger Junge einen Esel von hinten penetriert bzw. in welchem die Köpfung einer Person mit einer Machete gezeigt wird (angefochtenes Urteil S. 18, 19). Damit ist der Beschwerdeführer in ganz verschiedenen Bereichen und über eine längere Zeitdauer straffällig geworden, was seine generelle Mühe mit der schweizerischen Rechtsordnung zeigt und nicht etwa für einen vereinzelten "Ausrutscher" spricht, wie der Beschwerdeführer für sich in Anspruch nehmen möchte. Das Wohlverhalten seit der Tat stellt nach korrekter Auffassung der Vorinstanz keine besondere Leistung dar, zumal seither noch nicht viel Zeit verstrichen ist. Trotz des jugendlichen Alters des Beschwerdeführers besteht mit der Vorinstanz kein Anhaltspunkt, dass er nicht die volle Einsicht in seine Taten gehabt hätte (angefochtenes Urteil S. 16). Schliesslich trägt die Vorinstanz den Bedenken an der Bewährung des Beschwerdeführers aufgrund der nicht bloss kurzen Dauer der Delinquenz im Betäubungsmittelhandel und der erheblichen Menge Betäubungsmittel mit einer erhöhten Probezeit von 3 Jahren Rechnung (angefochtenes Urteil S. 17). Die Vorinstanz berücksichtigt weiter, dass der Beschwerdeführer sowohl im Gast- wie auch in seinem Heimatland verwurzelt ist und seine Partnerin mit ihm in seine Heimat ziehen würde, sofern er des Landes verwiesen würde. Es ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz mit Bezug auf die Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen oder diese in Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit falsch gewürdigt hätte. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann er aus der langen Aufenthaltsdauer alleine grundsätzlich nichts für sich ableiten. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Härtefallprüfung nach Art. 66a Abs. 2 StGB ist nicht schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz anzunehmen. Es ist vielmehr anhand der gängigen Integrationskriterien eine Einzelfallprüfung vorzunehmen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1 f.; 144 IV 332 E. 3.3.2; Urteil 6B_739/2020 vom 14. Oktober 2020 E. 1.1.1; je mit Hinweisen). Dies hat die Vorinstanz getan und sie ist nachvollziehbar zum Schluss gelangt, dass die Interessenabwägung zu Lasten des Beschwerdeführers ausfällt. Auch die Gewährung des bedingten Strafvollzugs steht einer Landesverweisung nicht entgegen (BGE 144 IV 168 E. 1.4.1; Urteile 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.7.4; je mit Hinweisen), zumal bei der Härtefallprüfung betreffend die Landesverweisung andere, strengere Kriterien und Massstäbe entscheidend sind, als bei der Prüfung der Bewährungsaussichten (Urteile 6B_460/2021 vom 9. Juni 2021 E. 5.4; 6B_736/2019 vom 3. April 2020 E. 1.2.2). Hierbei sind namentlich die legalprognostischen Bedenken der Vorinstanz angesichts der Deliktsdauer entscheidend. Unter den von der Vorinstanz angegebenen Umständen und angesichts des ihr zustehenden Ermessens erscheint eine auf sieben Jahre befristete Landesverweisung als bundes- und konventionsrechtskonform.