Citation: 5C.109/2003 16.10.2003 E. 1

1.1 Der Beklagte wirft dem Obergericht vor, Art. 8 ZGB verletzt zu haben, weil es U.________ nicht als Zeugen einvernommen hat. Jener hätte einerseits Aussagen zum Lebenswandel der Kindsmutter machen und andererseits bezeugen sollen, dass der Kläger einmal seine Tochter erkannt, aber nicht gegrüsst habe. Sodann hält er Art. 8 ZGB für verletzt, weil das Obergericht die kontinuierliche Zahlung der Unterhaltsbeiträge als erwiesen erachtet hat. 1.2 Art. 8 ZGB gibt der beweisbelasteten Partei als Korrelat einen Beweisführungsanspruch für rechtserhebliche Tatsachen. Art. 8 ZGB schreibt jedoch dem Richter nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist und wie die Beweise zu würdigen sind. Die Schlüsse, die das kantonale Gericht in tatsächlicher Hinsicht aus Beweisen und konkreten Umständen zieht, sind im Berufungsverfahren nicht überprüfbar. Art. 8 ZGB schliesst dabei auch die vorweggenommene Würdigung von Beweisen nicht aus. Es bleibt daher dem Richter unbenommen, von beantragten Beweiserhebungen deshalb abzusehen, weil er sie von vornherein nicht für geeignet hält, die behaupteten Tatsachen zu beweisen, oder weil er seine Überzeugung bereits aus anderen Beweisen gewonnen hat und davon ausgeht, dass weitere Abklärungen am massgeblichen Beweisergebnis nichts mehr zu ändern vermöchten (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223). 1.3 Vorliegend hat das Obergericht den Antrag auf Einvernahme des Zeugen U.________ in antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen und die II. Zivilkammer des Bundesgerichts hat dies im konnexen Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde mit Entscheid heutigen Datums geschützt. Da die antizipierte Beweiswürdigung gegenüber Art. 8 ZGB vorbehalten bleibt, liegt demnach keine Bundesrechtsverletzung vor. Mit Bezug auf den Zahlungsnachweis hat das Obergericht befunden, gestützt auf die Aussage der Kindsmutter, der Kläger sei seiner Zahlungspflicht insgesamt nachgekommen, sowie angesichts der teilweisen Inkassohilfe der Sozialdienste und der Kontakte mit dem Amtsvormund sei trotz der teilweise fehlenden Belege von der regelmässigen Überweisung der Alimente auszugehen. Da nach dem Gesagten weder die Wahl der Beweismittel noch die Beweiswürdigung von Art. 8 ZGB erfasst ist, verletzen die obergerichtlichen Erwägungen kein Bundesrecht. 1.4 Soweit der Beklagte im Übrigen neue Sachverhaltselemente einführen will, ist auf die Berufung nicht einzutreten (Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 63 Abs. 2 OG). Dies betrifft einerseits die Vorbringen, die Kindsmutter hätte ihn niemals eingeklagt und sie habe sich in späteren Jahren um eine Kontaktaufnahme zwischen Kläger und Sohn bemüht, und andererseits den Vorwurf der falschen Beweiswürdigung betreffend den Irrtum des Klägers bei der Anerkennung des Kindes sowie im Zusammenhang mit dem pendelnden Grossvater und der anschliessenden Konsultation eines Anwalts.