Citation: H 248/00 21.09.2000 E. 3

3.- a) Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung, wonach die über die Anordnung vorsorglicher Massnahmen gemäss Art. 56 VwVG befindende Behörde zu prüfen hat, ob die Gründe, die für die sofortige Vollstreckbarkeit der Verfügung sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige Lösung angeführt werden können, zutreffend wiedergegeben (BGE 117 V 191 Erw. 2b mit Hinweisen, wo diese zur aufschiebenden Wirkung [gemäss Art. 55 VwVG] ergangenen Grundsätze ausdrücklich im Bereich des Art. 56 VwVG für sinngemäss anwendbar erklärt wurden; vgl. auch BGE 124 V 88 Erw. 6a mit Hinweis). Darauf kann verwiesen werden. b) aa) Die Vorinstanz konnte den Aussichten auf den Ausgang des Herabsetzungsverfahrens nicht bereits im Rahmen der Anordnung vorsorglicher Massnahmen Rechnung tragen, da die Verhältnisse auf Grund der gesamten Aktenlage nicht eindeutig liegen (BGE 124 V 88 Erw. 6a mit Hinweis). Der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Einwand, im angefochtenen Entscheid sei nicht auf die Prozesschancen abgestellt und dadurch das rechtliche Gehör verletzt worden, ist deshalb unbegründet. bb) Bei der Abwägung der widerstreitenden Interessen steht dasjenige der Verwaltung an der - bei einer allfälligen Nichteinhaltung des Zahlungsplans gemäss Art. 15 AHVG geforderten - unverzüglichen Vollstreckung der Beitragsforderungen demjenigen der Beschwerdeführerin gegenüber, während der Dauer des Verfahrens keine Abzahlungen an die ausstehenden persönlichen Beiträge leisten zu müssen. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ihre Arztpraxis zufolge einer über ein Jahr dauernden Arbeitsunfähigkeit per 30. September 1999 mit Verlust auflöste. Am 4. Januar 2000 schloss sie einen Arbeitsvertrag als teilzeitlich tätige Teamärztin in einer HMO-Praxis ab und vereinbarte einen Jahreslohn von Fr. 104'000.- brutto. Gemäss ihren Angaben in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss sie als allein erziehende Mutter für den Unterhalt ihres Sohnes Nicolas, geboren am 1. Februar 1985, und teilweise für die Lebenskosten ihres Sohnes Michael, geboren am 16. Januar 1977, aufkommen. Aus einem letztinstanzlich erstmals aufgelegen Schreiben des Jugendsekretariates des Bezirks H.________ vom 9. Oktober 1999 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 1999 monatliche Abzahlungen von Fr. 500.- an die für die Fremdbetreuung ihres jüngeren Sohnes aufgelaufenen Kosten leistet. Ebenfalls erst im Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht wurden die Verträge vom 30. Dezember 1997 und 30. Dezember 1999 eingereicht, welchen zu entnehmen ist, dass K.________, der Beschwerdeführerin ein Privatdarlehen im Betrag von Fr. 280'865. 35 gewährt hat, welches in monatlichen Raten à Fr. 1000.- rückzahlbar ist. Ob diese Beweismittel, die dem kantonalen Gericht nicht bekannt waren, zulässig sind (vgl. Erw. 2b hievor), kann offen gelassen werden. Denn selbst bei Berücksichtigung dieser monatlichen Zahlungsverpflichtungen von Fr. 1500.- ergibt sich daraus kein überwiegendes Interesse der Beschwerdeführerin, mit der Begleichung der monatlichen Abzahlungsraten zuzuwarten. Andere Inkassomassnahmen der Beschwerdegegnerin sind nicht in Sicht (vgl. Erw. 1b). Daher lässt sich nicht beanstanden, dass das kantonale Gericht ein überwiegendes Interesse der Beschwerdeführerin verneint und demzufolge das Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnahmen abgelehnt hat.