Citation: I 850/05 21.08.2006 E. 4

Mit Ausnahme der gemischten Methode werden alle vorinstanzlichen Bemessungsfaktoren bestritten. 4.1 Zu den Anteilen Erwerbstätigkeit und Haushalt hat die Vorinstanz erwogen, die Versicherte habe nach Antritt der Stelle als kaufmännische Angestellte in der Informatikabteilung der APG am 1. Mai 1996 ein Arbeitspensum von 50 % und ab 1. November 2000 von 60 % versehen. Auf Grund des Schreibens der Firma vom 8. September 2003 sei zwar die Versicherte seinerzeit unter der Voraussetzung angestellt worden, dass sie entsprechend dem dazumal zu erwartenden Arbeitsaufwand zufolge der laufenden Erweiterung des Profils ihrer Position sowie der Erhöhung der Mitarbeiterzahl das Pensum bis Ende 2001 auf 80 % steigere. Die angesprochene Entwicklung habe sich jedoch in der Folge nicht verwirklicht. Es könne daher nicht gesagt werden, sie hätte ihr Arbeitspensum tatsächlich auf 80 % erhöht. Bis 2001 sei denn offenbar auch niemand anders eingestellt worden. Erst im Juni 2003 sei ein Inserat betreffend eine 60 %-Stelle erschienen. Unter diesen Umständen sei überwiegend wahrscheinlich, dass die Versicherte im Gesundheitsfall lediglich zu 60 % erwerbstätig wäre. In diesem Sinne habe sie sich auch anlässlich der Abklärung vor Ort am 7. Oktober 2002 geäussert. Gemäss Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hingen Zeitpunkt und Ausmass der auch von der Vorinstanz grundsätzlich bejahten Absicht einer Erhöhung des Arbeitspensums auf 80 % von der strukturellen und personellen Entwicklung der Informatikabteilung des Betriebs ab. Danach habe sich die notwendige Anzahl Stellenprozente für das Sekretariat gerichtet, wo die Beschwerdeführerin arbeitete. Diese plausible Darstellung wird durch die letztinstanzlich eingereichten, nach Funktion sowie Eintritts- und Austrittszeitpunkt aufgeschlüsselten Stellenlisten APG-IT Stand 1996 und 2000 bis 2005 der Firma belegt. Aus diesen Unterlagen lässt sich indessen, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, nicht ohne weiteres der Schluss ziehen, sie hätte im Gesundheitsfall spätestens seit 1. August 2002 ein 80 %-Pensum versehen. Dagegen spricht, dass am 1. Mai 2000 eine weitere Sekretariatsangestellte zu 80 % eingestellt wurde, ohne dass sich am 50 %-Pensum der Versicherten etwas änderte. Anderseits hatten die gesundheitlichen Beeinträchtigungen im zweiten Halbjahr 1999 und durchgehend von Ende Januar bis Mitte März 2000 zu Arbeitsabsenzen geführt (Fragebogen für den Arbeitgeber vom 29. Oktober 2001), was die Nichterhöhung des Pensums erklären könnte. Bei der gegebenen Aktenlage ist für die abschliessende Beurteilung der Frage, ob und allenfalls ab welchem Zeitpunkt vor dem den Prüfungszeitraum begrenzenden Einspracheentscheid vom 14. September 2004 (BGE 131 V 354 Erw. 2) die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 80 % gearbeitet hätte, die Befragung des oder der für das Personalwesen der Informatikabteilung der Firma Verantwortlichen unabdingbar. Anzufügen bleibt, dass eine Änderung der Anteile Erwerbstätigkeit und Aufgabenbereich einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 41 IVG, in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002, und Art. 17 Abs. 1 ATSG darstellt (nicht veröffentlichtes Urteil R. vom 8. März 1999 [I 502/97] und BGE 130 V 349 ff. Erw. 3.5). 4.2 Die Anwendung des Prozentvergleichs zur Ermittlung des Invaliditätsgrades im erwerblichen Bereich hat die Vorinstanz damit begründet, gemäss Gutachten des Dr. med. O.________ vom 3. Mai 2004 sei die Versicherte in ihrer bisherigen Tätigkeit als kaufmännische Angestellte der Informatikabteilung, die gleichzeitig auch die leidensangepasste darstelle, bezogen auf ein Pensum von 100 % noch zu 30 % arbeitsfähig. Diese Einschätzung sei schlüssig und darauf könne abgestellt werden. Dr. med. Z.________ habe sich in seinem Schreiben vom 20. September 2004 an den Rechtsvertreter der Versicherten mit der Beurteilung des Neurologen einverstanden erklärt. Da die Versicherte nach wie vor in der Lage sei, ihre bisherige Tätigkeit als kaufmännische Angestellte mit einem Pensum von 30 % auszuüben, genüge für die Ermittlung des Invaliditätsgrades die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen. Bei Pensen von 60 % ohne und 30 % mit gesundheitlicher Beeinträchtigung ergebe sich eine Einschränkung im erwerblichen Bereich von 50 %. Dem ist in folgendem Sinne beizupflichten. Übt die versicherte Person nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung dieselbe Tätigkeit in zeitlich reduziertem Umfang aus wie vorher, kann für die Invaliditätsbemessung auf die effektiv geleistete Arbeitszeit abgestellt werden, wenn kumulativ ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis gegeben ist, die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und das Einkommen der Arbeitsleistung entspricht, also keine Soziallohnkomponente enthält (Urteile S. vom 25. Juli 2006 [I 952/05] Erw. 4.2 und L. vom 20. November 2002 [I 622/00] Erw. 3.3.1, je mit Hinweis auf BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa). Diese Voraussetzungen sind vorliegend gegeben. Die Beschwerdeführerin reduzierte aus gesundheitlichen Gründen ab 12. April 2001 das Arbeitspensum von 60 % (5,1 Stunden im Tag) auf rund 30 % (2,5 Stunden im Tag; Abklärungsbericht Haushalt und Beruf vom 9. Mai 2003 und Fragebogen für den Arbeitgeber vom 29. Oktober 2001). Eine weitere Reduktion des Arbeitspensums in einem späteren Zeitpunkt bis zum den Prüfungszeitraum begrenzenden Einspracheentscheid vom 14. September 2004 (BGE 131 V 354 Erw. 2) erfolgte aufgrund der Akten nicht. Dass die Versicherte in diesem zeitlichen Umfang die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarerweise voll ausschöpfte, ergibt sich auch aus dem Arbeitszeugnis vom 30. April 2005. Darin wird sie als verantwortungsbewusste, flexible und einsatzfreudige Mitarbeiterin bezeichnet, welche auch bei grossem Arbeitsanfall und Termindruck selbständig, gewissenhaft und speditiv arbeitete. Trotz der gesundheitlichen Probleme seien ihr Einsatz und ihre Leistungen vorbildlich gewesen. Sie habe die ihr übertragenen Aufgaben zur vollen Zufriedenheit der Firma erledigt. Gegen die Stabilität des Arbeitsverhältnisses spricht entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht, dass der Versicherten auf Ende April 2005 gekündigt wurde. Es bestehen keine Anhaltspunkte in den Akten und es wird auch nicht geltend gemacht, spätestens im Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 14. September 2004 habe die Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch die Firma festgestanden oder habe zumindest damit gerechnet werden müssen. Die schriftliche Kündigung vom 28. Januar 2005 auf Ende April 2005 stellt allenfalls einen, in diesem Verfahren allerdings nicht zu berücksichtigenden Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil E. vom 18. Januar 2002 [U 181/00] Erw. 3b). Schliesslich entsprach gemäss den Angaben der Firma im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 29. Oktober 2001 der Lohn der Arbeitsleistung. Unter diesen Umständen braucht auf die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, wonach die Arbeitsfähigkeit als kaufmännische Angestellte tatsächlich weniger als 30 % bezogen auf ein Vollzeitpensum betrage, nicht eingegangen zu werden. Insbesondere kann offen bleiben, ob die Beurteilung des Dr. med. Z.________ im Schreiben vom 20. September 2004 an den Rechtsvertreter der Versicherten konsistent ist mit seiner Einschätzung im Arztbericht vom 24. April 2002. 4.3 Mit Bezug auf die Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt wird vorgebracht, die Vorinstanz habe sich mit der ausführlichen Kritik in der Beschwerde am Abklärungsbericht vom 9. Mai 2003 nicht auseinander gesetzt, sondern lediglich pauschal die Nichtstichhaltigkeit der hiegegen vorgebrachten Einwendungen festgestellt. Diese Rüge ist im folgenden Sinne begründet. Gemäss Dr. med. O.________ besteht im Haushalt eine erhebliche Einschränkung durch die allgemeine Körperschwäche, die Unsicherheit beim Stehen und Gehen und auch durch die erhöhte Ermüdbarkeit (Gutachten vom 3. Mai 2004). Nach Dr. med. Z.________ benötigt die Versicherte für die Haushaltarbeit viel mehr Zeit. Sie könne nicht mehr wie früher mehrere Angelegenheiten miteinander, sondern nur noch nacheinander erledigen und benötige viel längere Erholungszeiten (Schreiben vom 20. September 2004). Die gesundheitlich bedingte Einschränkung im Haushalt ist zwar mittels eines Betätigungsvergleichs zu ermitteln (BGE 104 V 136 Erw. 2a). Die ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in diesem Bereich bildet jedoch eine notwendige Grundlage hiefür (Urteil E. vom 13. Dezember 2005 [I 156/04] Erw. 6.2) und ist demzufolge von der Abklärungsperson zu berücksichtigen. Mit Blick auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Haushalt der Dres. med. O.________ und Z.________ erscheint eine Behinderung in diesem Aufgabenbereich von weniger als 10 % als zu tief. Dies gilt umso mehr, als eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % als kaufmännische Angestellte besteht. Dabei handelt es sich um eine in der Regel körperlich nicht anstrengende Tätigkeit. Damit kontrastiert auch, dass gemäss Abklärungsbericht vom 9. Mai 2004 die Versicherte in den Bereichen «Ernährung», «Wohnungspflege», «Einkauf und weitere Besorgungen» sowie «Wäsche und Kleiderpflege», welche auch nicht mehr als leicht zu bezeichnende Arbeiten umfassen, im Minimum lediglich zu 5 % («Ernährung») und maximal höchstens zu 20 % («Wohnungspflege») eingeschränkt ist. Sodann ist nicht auszuschliessen, dass die Abklärungsperson die zumutbare Mitarbeit des im Zeitpunkt der Erhebung vor Ort am 7. Oktober 2002 arbeitslosen und daher über mehr zeitliche Kapazitäten verfügenden Ehemannes zu stark zu Ungunsten der Beschwerdeführerin berücksichtigte. Diese Vermutung ergibt sich u.a. daraus, dass die IV-Stelle im Einspracheentscheid vom 14. September 2004 ausführte, da der Ehemann wieder berufstätig sei und bei den schweren Putzarbeiten nicht mehr regelmässig helfen könne, betrügen die Einschränkungen neu 40 %. Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Arbeitslosigkeit des Ehemannes der den Haushalt führenden versicherten Person nicht zu einer Ausweitung des Begriffs der Schadenminderungspflicht hinsichtlich dessen Mitarbeit im Haushalt (vgl. dazu BGE 130 V 101 Erw. 3.3.3 mit Hinweisen) führen kann. Es handelt sich hiebei gleichsam um einen invaliditätsfremden Umstand. Andernfalls würden haushaltführende Versicherte, deren Ehegatte (ungewollt) arbeitslos ist, gegenüber solchen, deren Ehegatte erwerbstätig ist, in unzulässiger Weise benachteiligt. Es besteht somit auch in Bezug auf die gesundheitlich bedingte Einschränkung im Haushalt Abklärungsbedarf. 4.4 Im Sinne der Erw. 4.1-3 wird die IV-Stelle weitere Erhebungen vornehmen und danach über den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung neu verfügen.