Citation: U 19/06 18.10.2006 E. 3

Das kantonale Gericht hat den am 14. Dezember 2001 erlittenen Unfall als mittelschwer im engeren Sinn eingestuft. Dem ist auf Grund der Aktenlage sowie im Vergleich zur Kasuistik bei schweren (RKUV 1995 Nr. U 215 Erw. 3b; vgl. auch unveröffentlichtes Urteil L. vom 23. Dezember 1997, U 83/97) und mittelschweren Ereignissen im Grenzbereich zu den schweren Unfällen (zur Kasuistik RKUV 2005 Nr. U 555 Erw. 3.4.1 [Urteil A. vom 7. April 2005, U 458/04] und RKUV Nr. 330 Erw. 4b/bb), insbesondere bei Handverletzungen, beizupflichten. Als mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen wurde etwa die Totalamputation der Finger I-III mit subtotaler Amputation der Finger IV-V qualifiziert (unveröffentlichtes Urteil M. vom 13. Juni 1996, U 233/95). Demgegenüber wurden folgende Handverletzungen einem mittelschweren Geschehen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zugeordnet: Beeinträchtigung nur der Fingerkuppen und allenfalls des Handgelenks (Urteil K. vom 25. Januar 2002, U 38/00) wie auch Abtrennung der Finger II-IV auf der Höhe des Mittelgelenks sowie des Fingers V auf der Höhe der Endphalanx (Urteil K. vom 7. Mai 2001, U 38/99). Als mittelschwer im engeren Sinn wurde mit Bezug auf die Art des Ereignisses und die dabei zugezogenen Verletzungen ein Unfall qualifiziert, bei dem der Versicherte beim Reinigen einer Doppelwalze mit der linken Hand in die Walzenräder geriet und dabei ein Degloving des linken Daumens und Quetschwunden im Bereich der Endglieder und -gelenke der Finger II, IV und V sowie eine Zerrung und Distraktionsverletzung der gesamten linken oberen Extremität erlitt (Urteil M. vom 22. April 2002, U 82/00). Auch mit Blick auf diese Qualifikation erscheint die Einordnung des in Frage stehenden Unfalles als zutreffend. Der vom Beschwerdeführer vorgenommene Vergleich mit RKUV 1999 Nr. U 346 ist schon deshalb nicht zutreffend, weil dort mit der Totalamputation der Finger III-V praktisch die linke Hand eines Handwerkers verloren ging, hier aber eine handwerklich leichte Tätigkeit als ganztags zumutbar erachtet wird. Dabei ist bei einer Totalamputation von drei Fingern - auch wenn die Amputation nicht den Daumen betrifft - von einem grösseren (faktisch vollständigen) - Funktionsausfall der Hand auszugehen, als wenn wie hier sämtliche Finger mindestens noch teilweise erhalten sind und eine - erfolgreiche - Rekonstruktion des Daumens mittels eines Teils des Mittelfingers erfolgt ist. Für die Bejahung der Adäquanz ist daher erforderlich, dass ein einzelnes der von der Rechtsprechung herausgearbeiteten unfallbezogenen Kriterien (BGE 115 V 140 Erw. 6c) in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder mehrere dieser Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind.