Citation: I 2/06 23.05.2006 E. 3

Solange eine versicherte Person nicht eingliederungsfähig ist, kann eine - befristete - Invalidenrente in Betracht gezogen werden, obgleich für einen späteren Zeitpunkt Eingliederungsmassnahmen zu prüfen sein werden (BGE 121 V 193 Erw. 4c; Urteil K. vom 8. Juli 2005, I 177/05, Erw. 4). Dem weiteren Verlauf der gesundheitlichen Entwicklung nach zu schliessen und entgegen dem ursprünglichen Anschein war die Beschwerdegegnerin zur Zeit des strittigen Einspracheentscheids noch nicht definitiv eingliederungsfähig; unmittelbar danach erwies sich ein operativer Eingriff als erforderlich, um den belastungsabhängig auftretenden Episoden von akuten Lumbalgien zu begegnen. Dr. C.________ stellte mit Bericht vom 16. Januar 2005 "angesichts der massiven Schmerzen und der Therapieresistenz auf konservative Massnahmen" entsprechende Indikation, welche von Dr. H.________ bestätigt wurde (Schreiben vom 20. Februar 2005). Letztgenannter Arzt nahm am 24. Februar 2005 eine mikrochirurgische Fenestration und eine Sequester- und Diskektomie L5/S1 rechts vor (Bericht vom 2. März 2005). Nachdem die radikulären Schmerzen vorerst zurückgegangen waren, stellte sich wegen einer erneuten Schmerzexazerbation schon bald die Frage eines Zweiteingriffs an gleicher Stelle ("flachbogige Rezidiv-Diskushernie mit nach kaudal sequstriertem Sequester im Segment L5/S1 rechts. Die Wurzel S1 wird tangiert"; Berichte des Dr. H.________ vom 12. April, 4. Mai und 30. Mai 2005). Erst mit Bericht vom 27. Oktober 2005 attestierte Dr. H.________ eine Verbesserung insbesondere der radikulären Restbeschwerden. Es bestehe indes weiterhin vollständige Arbeitsunfähigkeit. Lässt die spätere Entwicklung nur den Rückschluss zu, dass die Beschwerdegegnerin bereits im Zeitpunkt des Einspracheentscheids aus gesundheitlichen Gründen noch nicht eingliederungsfähig war, muss im Rahmen der erneuten Anhandnahme des Dossiers durch die IV-Stelle auch die Frage einer (befristeten) Invalidenrente geprüft werden.