Citation: 7B_133/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Straftaten ereigneten sich im Zeitraum von 2008 bis 2013 (vgl. Sachverhalt A). Am 1. Juli 2016 sind Art. 322octies (aktive Privatbestechung) und Art. 322novies StGB (passive Privatbestechung) in Kraft getreten. Die Bestimmungen entsprechen materiell Art. 4a Abs. 1 lit. a und lit. b aUWG, die nach wie vor in Kraft sind (Botschaft vom 30. April 2014 über die Änderung des Strafgesetzbuchs [Korruptionsstrafrecht], BBl 2014 3608 Ziff. 2.1.1). Mit der Einführung der genannten StGB-Tatbestände wurde in Art. 23 Abs. 1 UWG (Strafbestimmungen) der Verweis auf Art. 4a UWG gelöscht (BBl 2014 3610 Ziff. 2.1.2). Durch die Überführung der strafrechtlichen Erfassung der aktiven und passiven Privatbestechung vom UWG ins StGB ist das Tatbestandsmerkmal der "Unlauterkeit" bzw. "Wettbewerbsverzerrung" dahingefallen. Die aktive und passive Privatbestechung sind somit nach neuem Recht auch dann strafbar, wenn sie nicht zu einer Verzerrung des Wettbewerbs führen oder gar kein Wettbewerb vorliegt (BBl 2014 3608 f. Ziff. 2.1.1; vgl. dazu etwa BERNHARD A. ISENRING, in: StGB/JStG Kommentar, Donatsch [Hrsg.], 21. Aufl. 2022, N. 1-4 zu Art. 322octies und Art. 322novies StGB). Das neue Recht ist nach dem Gesagten für den Beschwerdeführer nicht milder, weshalb das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb in der im Tatzeitraum geltenden Fassung bis zum 30. Juni 2016 (aUWG) anzuwenden ist.