Citation: 6B_919/2010 22.12.2010 E. 3.2

3.2.1 Die Vorinstanz führt aus, der Beschwerdeführer habe in der Voruntersuchung wiederholt davon gesprochen, A.________ einen Kick ins Gesicht versetzt zu haben. Seine erstmalige Aussage vor der ersten Instanz, er habe das Opfer lediglich im Bereich der Brust treffen wollen, sei als Schutzbehauptung zu qualifizieren. Als Hobbyfussballer könne er durchaus gezielt zutreten, zumal das Tatgeschehen nicht besonders dynamisch einzustufen sei. A.________ sei ohnmächtig geworden und habe gravierende Verletzungen erlitten. Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer mit grosser Wucht in das Gesicht des Opfers getreten habe. Wer eine solch massive Gewalt gegen den Kopf bzw. das Gesicht eines Menschen ausübe, müsse damit rechnen oder nehme zumindest in Kauf, das Opfer schwer zu verletzen. Aufgrund der Empfindlichkeit der Kopfregion könne grundsätzlich jeder Tritt von gewisser Wucht schwere Verletzungen hervorrufen. Es sei lediglich dem Zufall zu verdanken, dass keine Augenverletzungen, Schädel-Hirnverletzungen oder sonstige dauerhaften Schädigungen eingetreten seien. Es sei daher der Versuch einer schweren Körperverletzung zu bejahen (angefochtenes Urteil, S. 6 f.). 3.2.2 Die Vorinstanz verneint einen Rechtfertigungsgrund im Sinne der Notwehrhilfe. Es fehle bereits am rechtswidrigen Angriff von A.________ gegenüber B.________, da dieser die tätliche Auseinandersetzung zwischen den beiden ausgelöst habe. Es fehle auch an der angemessenen Abwehr. Der Tritt ins Gesicht sei unverhältnismässig gewesen. Bei B.________ hätten lediglich die Lippen leicht geblutet, weshalb der Beschwerdeführer eine schwere Körperverletzung nicht hätte in Kauf nehmen dürfen. Zudem wären mehrere mildere Mittel zur Abwehr möglich gewesen. So hätte der Beschwerdeführer A.________ wegstossen, ihm ein Tritt ins Bein geben oder die Security zu Hilfe holen können (angefochtenes Urteil, S. 7 f.). 3.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat. Die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist (BGE 133 II 249 E. 1.2.2), oder wenn sie auf einer Verletzung von schweizerischem Recht im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die Rüge der offensichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhalts (Art. 105 Abs. 2 BGG) prüft das Bundesgericht ebenfalls unter den in Art. 106 Abs. 2 BGG vorgegebenen Bedingungen. 3.4 Der Beschwerdeführer, der die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, muss substantiiert darlegen, inwiefern die Voraussetzungen einer Ausnahme gemäss Art. 105 Abs. 2 BGG gegeben sind und das Verfahren bei rechtskonformer Ermittlung des Sachverhalts anders ausgegangen wäre. Andernfalls kann ein Sachverhalt, der von dem im angefochtenen Entscheid festgestellten abweicht, nicht berücksichtigt werden. Der Beschwerdeführer kann sich nicht damit begnügen, den bestrittenen Feststellungen eigene tatsächliche Behauptungen gegenüberzustellen oder darzulegen, wie die Beweise seiner Ansicht nach zu würdigen gewesen wären. Vielmehr hat er klar und substantiiert aufzuzeigen, inwiefern die gerügten Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen. Auf eine Kritik an den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht genügt, ist nicht einzutreten (vgl. BGE 133 III 462 E. 2.4). 3.5 Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn das Sachgericht diesen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht, erhebliche Beweise übersieht oder solche willkürlich ausser Acht lässt (vgl. BGE 132 III 209 E. 2.1). Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nach ständiger Rechtsprechung nur vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer unhaltbaren oder widersprüchlichen Beweiswürdigung beruht, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 135 V 2 E. 1.3; 134 I 140 E. 5.4). 3.6 Die Rügen des Beschwerdeführers erschöpfen sich in einer appellatorischen Kritik am Urteil der Vorinstanz, die für die Begründung erheblicher und nicht zu unterdrückender Zweifel an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung nicht geeignet ist. Dies betrifft seine Vorbringen im Zusammenhang mit der angeblich fehlenden Dynamik des Tatgeschehens und der A.________ zugefügten Verletzungen. Selbst wenn diese Verletzungen auch bei einem mittleren oder leichten Tritt möglich gewesen wären, wie vom Beschwerdeführer behauptet, erklärt dies nicht, weshalb A.________ ohnmächtig geworden ist. Hierauf ist nicht einzutreten. 3.7 Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, indem sie eine Notwehrsituation bei B.________ verneint. Gemäss den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen wies dieser im Zeitpunkt der inkriminierten Handlung des Beschwerdeführers lediglich leicht blutende Lippen auf. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die Abwehr von A.________ gegen den Angriff von B.________ widerrechtlich gewesen wäre und seinerseits eine Notwehrhandlung gerechtfertigt hätte. Die Vorinstanz hat daher zu Recht eine Notwehrhilfe-Situation des Beschwerdeführers verneint. Es kann somit offenbleiben, ob die Abwehr des Beschwerdeführers angemessen war, da er sich nicht auf den Rechtfertigungsgrund der Notwehrhilfe berufen kann. 3.8 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers verletzt die Vorinstanz auch kein Bundesrecht, wenn sie den Strafmilderungs- beziehungsweise Strafausschlussgrund der entschuldbaren Notwehr gemäss Art. 16 StGB nicht prüft. Diese Bestimmung kommt lediglich zum Zug, wenn eine Notwehrsituation vorliegt, was die Vorinstanz - wie vorstehend E. 3.7 ausgeführt - zutreffend verneint. Im Übrigen hält sie dem Beschwerdeführer im Rahmen der Strafzumessung die Motivation seiner Handlung, nämlich den Schutz seines Kollegen B.________, zu Gute (angefochtenes Urteil, S. 17).