Citation: 6B_871/2023 E. 4

Die Vorinstanz erwägt, die Aussage des referenzierten Zeugen sei als neues Beweismittel gemäss Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO zuzulassen. Dieser solle bestätigen können, dass der Vater am Nachmittag des 14. August 2019 beim Detailhändler B.________ in U.________ vom Fahrersitz aus dem Ferrari seines Sohnes ausgestiegen sei. Das angeklagte Überholmanöver sei ca. 100 Meter nach dem Ende des V.________-Tunnels erfolgt. Rechtserheblich sei somit einzig, wer zum Zeitpunkt des Überholmanövers nach dem Tunnel das Auto gelenkt habe, nicht aber, wer in U.________ aus dem Fahrersitz des Ferraris gestiegen sei. Zwischen dem Streckenabschnitt V.________ und U.________ lägen rund 15 km (Luftlinie); die von der Staatsan-waltschaft angeführte Streckendistanz von 20 km dürfte damit zutreffen. Angesichts dieser Distanz könnten deshalb ein oder gar mehrere Fahrerwechsel (zwischen dem Überholmanöver und U.________) stattgefunden haben. Die Zeugenaussage tauge daher nicht zum direkten Beweis dafür, wer das Überholmanöver vorgenommen habe. Der Zeuge solle weiter die Bergfahrt und das Überholmanöver mit dem Vater diskutiert haben. Insofern könne jener nur indirekt - vom Hörensagen - die Aussagen des Vaters wiedergeben. Ein solches Zeugnis sei zwar ein verwertbares Beweismittel; die vom Zeugen wahrgenommenen Schilderungen des Vaters lägen indessen mehr als drei Jahre zurück. Die Zeugenaussage habe mithin einen äusserst geringen Beweiswert und sei nicht geeignet, die Feststellung, wonach der Beschwerdeführer das Überholmanöver getätigt habe, zu erschüttern. Es fehle an der Erheblichkeit des neuen Beweismittels. Das Revisionsgesuch sei daher abzuweisen.