Citation: 4A_298/2019 E. 6.4.4

6.4.4. Die Vorinstanz erwog sodann, selbst wenn die Umstände nach Vertragsschluss berücksichtigt würden, ergäben diese ebenso, dass die Maschine am Ende der Vor-Abnahme-Probephase hätte vollendet sein müssen. In den Zeitplänen der Beschwerdegegnerin ("Project schedule") vom 12. März 2015 und vom 20. April 2015 habe sie nämlich den Beginn und das Ende der Vor-Abnahme-Probephase festgehalten. So werde die Zeitspanne vom 13. April 2015 bis 24. April 2015 angegeben. Unmittelbar nach der Vor-Abnahme-Probephase hätte gemäss Plan die Demontage und Verpackung der Maschine sowie daraufhin deren Transport zur Beschwerdeführerin nach England erfolgen sollen. Somit sei auch die Beschwerdegegnerin kurz vor und sogar während der Durchführung der Vor-Abnahme-Probephase davon ausgegangen, dass die Maschine am Ende der Vor-Abnahme-Probephase hätte vollendet sein sollen. Nachträgliches Parteiverhalten kann nur im Rahmen eines tatsächlichen Konsenses berücksichtigt werden und nicht bei einer vertrauenstheoretischen Auslegung wie hier (BGE 144 III 93 E. 5.2.2 und E. 5.2.3 S. 98 f.), was die Vorinstanz wohl selbst erkannt hat. Im Übrigen ergibt sich aus den Zeitplänen auch nichts Entscheidendes. Mehr als eine Zeitplanung für die verschiedenen Schritte, falls es nach der Vor-Abnahme-Probephase zur Vor-Abnahme ("pre-acceptance ") kommt, welche ihrerseits wiederum voraussetzte, dass 2'000 m² Harzmatten hergestellt werden können (vgl. E. 6.4.2 hiervor), kann darin nicht erblickt werden.