Citation: 4A_278/2014 E. 4.3

4.3. Die Verneinung einer tatsächlichen Einigung über die Höhe des Honorars ist nicht zu beanstanden. Dafür gibt es in der Tat keine Anhaltspunkte und eine solche wird von den Parteien auch nicht behauptet. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, ist die Beurteilung der Vorinstanz im Hinblick auf ihre Auslegung nach Vertrauensprinzip aber bundesrechtswidrig. Sie weist zutreffend darauf hin, dass die Vorinstanz die Art der Rechnungsstellung vollständig ausser Acht liess. Die Beschwerdegegnerin hat die Arbeit von D.________ in ihren Rechnungen vom 30. September 2011 und 31. Oktober 2011 aufgrund der geleisteten Arbeitsstunden und mit einem Stundenansatz von Fr. 400.-- abgerechnet. Sie ging somit unmissverständlich selber davon aus, dass kein Pauschalhonorar vereinbart worden ist. In ihrer Schlussrechnung ("Final Invoice") vom 27. Januar 2012 rechnete sie sodann zwar aufgrund einer Jahrespauschale ab, jedoch aufgrund einer solchen von Fr. 280'000.-- und nicht einer solchen von Fr. 240'000.--. Entsprechend kam sie auf den eingeklagten Betrag von Fr. 100'759.57. Die Vorinstanz bezog sich zwar auf den "Final Invoice", um den Abzug der beiden Teilrechnungen vom 30. September 2011 und 31. Oktober 2011 vom pro-rata-Pauschalbetrag zu rechtfertigen, setzt sich aber mit keinem Wort damit auseinander, dass die Beschwerdegegnerin selber mit dieser Art der Abrechnung nicht von einem Pauschalhonorar von Fr. 240'000.-- gemäss Vertragsentwurf ausging. Im Rahmen der Vertragsauslegung nach Vertrauensprinzip ist zwar das nachträgliche Verhalten als solches nicht von Bedeutung, denn für das Vertrauen der Gegenpartei in ein bestimmtes Vertragsverständnis können nur die bei Vertragsabschluss bestehenden Umstände massgeblich sein: Nachträgliches Verhalten kann aber im Rahmen der Beweiswürdigung auf einen tatsächlichen Willen der betreffenden Partei schliessen lassen (vgl. E. 4.1). Aus der Rechnungsstellung ergibt sich unmissverständlich, dass die Beschwerdegegnerin selber nicht davon ausging, es sei gemäss dem am 1. März 2011 zugestellten Vertragsentwurf ein Pauschalhonorar von jährlich Fr. 240'000.--, das quartalsweise abzurechnen sei, konkludent vereinbart worden. Wie erwähnt (vgl. E. 4.1 a.E.), kann die Auslegung nach dem Vertrauensprinzip nicht zu einem Konsens führen, der so von keiner Partei gewollt ist. Nachdem die Beschwerdegegnerin aber selber nicht davon ausging, sie habe ein Pauschalhonorar von Fr. 240'000.-- vereinbart und die Beschwerdeführerin ihrerseits ohnehin stets behauptete, es sei überhaupt nichts geschuldet, verletzte die Vorinstanz Art. 18 OR, wenn sie nach dem Vertrauensprinzip gestützt auf den zugestellten Vertragsentwurf einen Konsens über ein Pauschalhonorar von Fr. 240'000.-- unterstellte.