Citation: 8C_468/2020 E. 6.2

6.2. Zwar schliesst es die Ausgestaltung der Bestimmung als Auffangtatbestand nicht grundsätzlich aus, auch das Auftreten einer versicherten Person gegenüber Stellenvermittlungs- oder Temporärbüros zu sanktionieren. Vorliegend erweist sich dies allerdings nicht als angebracht: Als die Vorinstanz das Verhalten des Beschwerdegegners angesichts der in der Korrespondenz gewählten Ausdrucksweise als fragwürdig bewertete, nahm sie unter anderem auch auf die E-Mail vom 19. April 2019 Bezug. Einen Grund für eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung konnte sie in der Wortwahl und im Verhalten des Beschwerdegegners allerdings nicht erkennen. Denn obwohl er in der E-Mail vom 1. April 2019 eine Präferenz für eine Anstellung im sozialen Bereich geäussert habe, habe er eine Stelle in seinem erlernten Beruf als Landschaftsgärtner nicht ausgeschlossen. Auch habe er die Zusendung seines Lebenslaufs und die Beschreibung seiner Fähigkeiten in Aussicht gestellt sowie weiterhin eine Stelle als Landschaftsgärtner gesucht und schliesslich auch gefunden. Sodann habe die B.________ AG das Verhalten des Beschwerdegegners offenbar nicht als Desinteresse an einer weiteren Vermittlung gewertet, weil sie den Kontakt danach aufrecht erhalten und ihm einen Termin in Aussicht gestellt habe. Ein konkretes Stellenangebot oder nähere Informationen seien aber auch der darauf folgenden Korrespondenz nicht zu entnehmen. Zwar trifft es zu, dass die Vorinstanz die E-Mail vom 19. April 2019 nicht ausdrücklich würdigte. Ihre Beweiswürdigung erscheint deswegen aber nicht offensichtlich unrichtig oder unvollständig, lässt sich doch auch diesem Schreiben, trotz der schroffen Wortwahl, kein Desinteresse an einer Vermittlung durch die B.________ AG entnehmen. Vielmehr erkundigte sich der Beschwerdegegner darin eindringlich nach einem Termin, den ihm diese - allerdings ohne weitere Angaben zum potenziellen Arbeitgeber und zum Zeitpunkt - für die kommenden Tage angekündigt hatte. Dass die Stellenvermittlung in der Folge nicht zustande kam, ändert daran nichts. Schliesslich kann auch aus der pauschalen Aussage des Beschwerdegegners, bei gewissen (nicht näher bezeichneten) Betrieben nicht arbeiten zu wollen, keine Ablehnung einer zumutbaren Arbeit abgeleitet werden, da konkrete Angaben zum potenziellen Einsatzbetrieb, wie gesagt, fehlten. Dass die Vorinstanz vor diesem Hintergrund weder den Auffang- noch den Gefährdungstatbestand als erfüllt ansah, erweist sich somit nicht als bundesrechtswidrig.