Citation: 5A_201/2015 E. 4.1

4.1. In der Literatur wird überwiegend die Meinung vertreten, dass die Kapitalzahlung im Vordergrund stehen müsse (beispielsweise BAUMANN/LAUTERBURG, in: FamKomm Scheidung, Band I, Bern 2011, N. 63 zu Art. 124 ZGB; CANTIENI/VETTERLI, in: Kurzkommentar ZGB, N. 4 zu Art. 124 ZGB; VETTERLI, Scheidung im Alter, in: Innovatives Recht, St. Gallen 2011, S. 249; GRÜTTER/SUMMERMATTER, Erstinstanzliche Erfahrungen mit dem Vorsorgeausgleich bei Scheidung, insbesondere nach Art. 124 ZGB, in: FamPra.ch 2002, S. 659; GRÜTTER, Vorsorgeausgleich durch Entschädigung im Alter und bei Invalidität, in: Berufliche und freiwillige Vorsorge in der Scheidung, Zürich 2010, S. 194; RUMO-JUNGO, Berufliche Vorsorge bei Scheidung, in: Berufliche und freiwillige Vorsorge in der Scheidung, Zürich 2010, S. 31; dahingehend auch Urteil 5A_725/2008 vom 6. August 2009 E. 5.4.4). Teilweise wird die Kapital- und Rentenleistung aber auch gleichberechtigt erwähnt (z.B. WALSER, in: Basler Kommentar, N. 14 zu Art. 124 ZGB) und auf den Spielraum hingewiesen, welcher in diesem Zusammenhang besteht (z.B. Moser, Teilung mit Tücken, in: BVG-Tagung 2013, St. Gallen 2014, S. 229). Vereinzelt findet sich eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema und die Empfehlung, im Rahmen des Ermessens auf die Umstände des Einzelfalls einzugehen (insb. GRÜTTER, Der Vorsorgeausgleich nach der Pensionierung, in: FamPra.ch 2013, S. 895 ff.). Das Bundesgericht hat in BGE 131 III 1 befunden, dass eine Kapitalleistung nur in Frage kommen kann, wenn der Leistungspflichtige den entsprechenden Betrag frei zur Verfügung hat (E. 4.3.1 S. 5), während die Rentenform vorzuziehen ist, wenn die nötigen Barmittel fehlen und der Verpflichtete seine eigene Vorsorge ebenfalls als Rente bezieht (E. 4.3.1 S. 6); im Übrigen hat das Bundesgericht festgehalten, dass bei der Festsetzung der Höhe der Entschädigung und den Erfüllungsmodalitäten der Entschädigung die wirtschaftlichen Interessen und die konkreten Vorsorgebedürfnisse der Parteien sowie das Ergebnis der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu berücksichtigen sind (E. 4.2 S. 4 und E. 6.1 S. 9; ebenso BGE 129 III 481 E. 3.4.1 S. 488; 127 III 433 E. 3 S. 439; Urteil 5A_141/2013 vom 25. April 2013 E. 3.3).