Citation: 1P.462/2004 15.09.2004 E. 4

Weiter stellt der Beschwerdeführer die Fortsetzungsgefahr in Abrede. Der Haftrichter hat indessen den besonderen Haftgrund der Ausführungsgefahr bejaht (§ 58 Abs. 2 StPO/ZH), nicht denjenigen der Wiederholungs- oder Fortsetzungsgefahr (§ 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO/ZH; zur Abgrenzung zwischen diesen beiden Bestimmungen vgl. BGE 125 I 361 E. 4c S. 365 f.). Dem Haftrichter ist darin zuzustimmen, dass die wiederholten Drohungen und Nötigungen ernst zu nehmen sind. Diese Einschätzung wird nun auch durch das psychiatrische Kurzgutachten gestützt, welches im Falle einer Entlassung ein nicht unerhebliches Risiko für Drittpersonen diagnostiziert und die Gefahr erneuter Straftaten im Bereich Drohungen oder Nötigungen als hoch bis sehr hoch einschätzt. Indessen kann offen bleiben, ob die Voraussetzungen von § 58 Abs. 1 Ziff. 3 oder Abs. 2 StPO/ZH erfüllt sind, da die Aufrechterhaltung der Haft aufgrund der Kollusionsgefahr nicht gegen das verfassungsmässige Recht der persönlichen Freiheit verstösst. Nicht weiter zu prüfen ist auch der Haftgrund der Fluchtgefahr: Der Haftrichter hat von einer Prüfung abgesehen, da er sowohl die Kollusions- als auch die Ausführungsgefahr als gegeben erachtete.