Citation: U 233/99 21.03.2000 E. 3

3.- In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird sodann eingewendet, bezüglich der Berechnung des für den Einkommensvergleich massgeblichen hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) sei nicht auf den von SUVA und Vorinstanz angenommenen Verdienst von Fr. 59'598.-, sondern auf Fr. 62'038.- abzustellen. a) Den Akten ist zu entnehmen, dass die SUVA wie auch das kantonale Gericht für die Berechnung des Valideneinkommens die bei den SBB für das Jahr 1996 eingeholten Lohnangaben herangezogen haben. Diese Vorgehensweise ist insofern nicht korrekt, als für die Invaliditätsbemessung der Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verwaltungsverfügung, d.h. vorliegend des Einspracheentscheides der SUVA vom 10. August 1998 relevant ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b). Gleiches gilt im Übrigen für das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Jahresgehalt von Fr. 62'038.-, basiert dieses gemäss Auskunft der SBB vom 6. Juli 1999 doch ebenfalls auf den hypothetischen Verdienstverhältnissen des Jahres 1996. Ferner beinhaltet es die Familienzulagen, welche bei der Ermittlung des Valideneinkommens grundsätzlich nicht mitberücksichtigt werden, da - abweichende Vorschriften vorbehalten - der Invaliditätsgrad in den verschiedenen Sozialversicherungsbereichen nach den für den AHV-beitragspflichtigen Lohn massgebenden Lohnkomponenten berechnet wird und die Familienzulagen nicht zu diesen Einkommenselementen zählen (Art. 5 Abs. 2 AHVG und Art. 6 Abs. 2 lit. f AHVV; nicht veröffentlichtes Urteil G. vom 10. November 1999, U 52/99). Was schliesslich das durch die IV-Stelle des Kantons Thurgau in deren Rentenvorbescheid vom 16. Juli 1998 dem Einkommensvergleich zu Grunde gelegte massgebliche Valideneinkommen von Fr. 65'757.- anbelangt, ist aus den Akten nicht schlüssig eruierbar, inwiefern nicht auch dieses die Familienzulagen als Lohnbestandteil beinhaltet. Angesichts dieser widersprüchlichen Angaben erweist sich eine zuverlässige Festlegung des massgeblichen Valideneinkommens im vorliegend erheblichen Zeitpunkt August 1998 nicht möglich, weshalb die Sache zur weiteren diesbezüglichen Abklärung an die SUVA zurückzuweisen ist. b) Zur Bestimmung des trotz des unfallbedingten Gesundheitsschadens durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage noch erzielbaren hypothetischen Einkommens (Invalideneinkommen) ist die SUVA von ihrer internen Dokumentation über Arbeitsplätze ausgegangen. Die entsprechenden DAP-Erhebungen betreffen indes überwiegend die Jahre 1996 und 1997, weshalb sie bereits aus diesem Grund nicht aussagekräftig sind. Zum andern differieren die darin enthaltenen Lohnangaben (von Fr. 36'000.- bis Fr. 63'000.-) derart, dass gestützt auf diese das Invalideneinkommen nicht zuverlässig ermittelt werden kann. Rechtsprechungsgemäss sind daher die sogenannten Tabellenlöhne gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung (LSE) 1996 des Bundesamtes für Statistik beizuziehen (BGE 124 V 322 Erw. 3b/aa mit Hinweisen; AHI 1998 S. 291 Erw. 3b). Ausgehend von Tabelle A1 des standardisierten monatlichen Bruttolohnes belief sich der Zentralwert für Tätigkeiten im privaten Sektor bei Männern, welche einfache und repetitive Tätigkeiten verrichten (Anforderungsniveau 4), im Jahre 1996 auf Fr. 4294.- (LSE 1996, S. 17). In Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,9 Wochenstunden (Die Volkswirtschaft, 1999 Heft 12, Anhang S. 27, Tabelle B9.2) sowie der bis 1998 eingetretenen Nominallohnerhöhung (1997: 0,5 %; 1998: 0,7 % [Die Volkswirtschaft, a.a.O., Anhang S. 28, Tabelle B10.2]) beläuft sich das Jahreseinkommen auf Fr. 54'625.-. Zu beachten gilt es sodann, dass insbesondere gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die bisher körperliche Schwerarbeit verrichtet haben und nun selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen (BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb; in BGE 114 V 310 nicht publizierte Erw. 4b sowie AHI 1998 S. 177 Erw. 3a, 291 Erw. 3b). Inwieweit der statistisch ausgewiesene Durchschnittslohn vorliegend zusätzlich reduziert werden kann, ist anhand der gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, insbesondere auf Grund der tatsächlichen Beeinträchtigung im noch möglichen Betätigungsbereich zu bestimmen. Im Hinblick darauf, dass dem Beschwerdeführer seine bisherige Beschäftigung als Rangierarbeiter nicht mehr zumutbar ist und er in einer körperlich leichteren, wechselbelastenden Tätigkeit zwar noch vollzeitig arbeiten, infolge seiner unfallbedingten somatischen Leiden jedoch nurmehr Gewichte bis 15 kg heben und tragen darf (Bericht des Dr. med. S.________ vom 25. Oktober 1994), erscheint ein Abzug von 25 % als angemessen. Hieraus resultiert ein massgebliches Invalideneinkommen für das Jahr 1998 von Fr. 40'969.-. Dieses wird von der SUVA im Rahmen des neu vorzunehmenden Einkommensvergleichs zu berücksichtigen sein.