Citation: 5A_657/2022 E. 2.4

2.4. Nach dem Dargelegten greift die Prüfung durch die Vorinstanz zu kurz, wenn sie vom Fehlen eines urkundlichen Beweises für den Nichtbestand oder die Tilgung der Betreibungsforderung ausging und daher die Abweisung der Klage nach Art. 85 SchKG durch die Erstinstanz schützte. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass das Gericht im Verfahren gemäss Art. 85 SchKG - wie das Rechtsöffnungsgericht - ein Vollstreckungsgericht ist, das anhand qualifizierter Urkunden prüft, ob die Betreibung weiterhin zulässig ist (BGE 140 III 41 E. 3.4.2; Urteil 5A_216/2018 vom 11. September 2018 E. 4.1). Die Aufhebung eines zu vollstreckenden Entscheids, ohne den Nichtbestand einer Forderung rechtskräftig festzustellen, schliesst die Klage nach Art. 85 SchKG und die Einstellung einer Betreibung nicht aus, ebenso wenig wie die Geltendmachung des Wegfalls der Vollstreckbarkeit im Stadium nach der Rechtsöffnung, wenn damit eine unrechtmässig gewordene Vollstreckung aufgehalten werden soll. Der Antrag der Beschwerdeführerin enthält sinngemäss auch den Antrag auf Einstellung der Betreibung; vor dem Hintergrund ihrer Vorbringen kann der entsprechende Antrag als im Aufhebungsbegehren enthaltenes, einschränkendes Begehren verstanden werden. Die fehlende rechtliche Beurteilung im Hinblick auf eine allfällige Einstellung der Betreibung führt zur Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen.