Citation: 6P.165/1999 02.08.2000 E. 4

4.- Die Beschwerdeführer rügen schliesslich eine willkürliche Beweiswürdigung, weil das Obergericht sich geweigert habe, "sich über die Therapiemethode der körperorientierten Psychotherapie durch entsprechende Beweiserhebungen sachkundig zu machen und insbesondere die Frage, ob die Therapie 'lege artis' durchgeführt wurde", als irrelevant betrachtet habe. Damit seien bei der Urteilsfindung wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen worden. Diese Rüge geht fehl. Wie ausgeführt, hat das Obergericht den Tathergang willkürfrei rekonstruiert. Inwiefern vertiefte allgemeine Kenntnisse über die von den Beschwerdeführern praktizierte Therapiemethode und die in den Therapiesitzungen übliche Körpereinwirkung auf Patienten unerlässlich waren, um die Rechtsfrage der Sorgfaltswidrigkeit im konkreten Fall zu beantworten, ist nicht ersichtlich. Die Frage, ob eine Therapie "lege artis" durchgeführt wurde, lässt sich jedenfalls in Bezug auf die im Einzelfall zulässige Krafteinwirkung auf einen Patienten nicht aufgrund abstrakter Therapierichtlinien und Ähnlichem beantworten. Der angefochtene Entscheid erweist sich damit auch in diesem Punkt nicht als willkürlich.