Citation: K 76/98 23.10.2001 E. 9

9.- Fallen somit zahnärztliche Behandlungen von Paradontopathien als Folge von irreversiblen Nebenwirkungen von Medikamenten grundsätzlich unter die Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenversicherung, ist vorliegend entscheidend, ob und inwieweit die Parodontitis sowie die Zahnextraktion als Folge der Chemotherapie des mediastinalen Tumors der Beschwerdegegnerin gemäss Art. 17 lit. b Ziff. 3 KLV zu betrachten sind. Wie die Vorinstanz zutreffend darlegt, kann diese Frage aufgrund der bisherigen medizinischen Aussagen nicht abschliessend beurteilt werden, sondern sind weitere Abklärungen erforderlich. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die vom Eidgenössischen Versicherungsgericht mit der Erstellung eines Grundsatzgutachtens beauftragten Experten allgemein die Auffassung vertreten, dass Chemotherapie zu Parodontose führen kann. Die Krankenkasse wird nach Einholung der zusätzlichen Abklärungen die Voraussetzungen der Kausalität - wie das Bundesamt für Sozialversicherung zu Recht darauf hinweist unter Berücksichtigung des Zustandes des Parodonts vor Beginn der Chemotherapie - und der Irreversibilität zu prüfen und über ihre Leistungen neu zu verfügen haben, wobei zu beachten ist, dass sich der Umfang einer allfälligen Leistungspflicht in jedem Fall nach den Grundsätzen der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit zu richten hat (Art. 32 Abs. 1 KVG).