Citation: 2C_1046/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Der Beschwerdeführer stellt diese Rechtsprechung nicht grundsätzlich infrage, sondern verweist darauf, dass sich der vorliegende Fall vom Sachverhalt im Entscheid BGE 136 II 113 unterscheide. Damit verkennt er, dass das Bundesgericht im Entscheid BGE 136 II 113 keine einzelfallbezogene Würdigung vorgenommen hat, sondern die Frage der Fristberechnung präjudiziell losgelöst vom konkreten Sachverhalt beantwortet hat. Es hat diese Rechtsprechung in der Folge in mehreren ebenfalls amtlich publizierten Entscheiden (BGE 140 II 345 E. 4.1; 140 II 289 E. 3.5.1; 137 II 345 E. 3.1) und zahlreichen weiteren Urteilen (2C_685/2021 vom 4. Oktober 2021 E. 4.1; 2C_362/2021 vom 20. September 2021 E. 4.1; 2C_654/2020 vom 18. Februar 2021 E. 3.1) bestätigt. Darauf zurückzukommen besteht kein Anlass. Im Übrigen sind die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Unterschiede nicht massgebend. Soweit er vorbringt, dass er mit einer Schweizer Bürgerin und nicht mit einer hier niedergelassenen Ausländerin eine Ehe geführt habe, ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht die mit BGE 136 II 113 begründete Rechtsprechung auch bei Ehen mit Schweizer Staatsangehörigen zur Anwendung bringt (BGE 137 II 345 E. 3.1). Sodann ist nicht ersichtlich, inwieweit es im Rahmen von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG relevant sein soll, dass der Beschwerdeführer zusammen mit seiner Ehefrau vor der Einreise in die Schweiz über zehn Jahre lang in einem Drittstaat gelebt hat. Dieser Umstand führt nicht zu einer übermässig gefestigten beruflichen und persönlichen Bindung zur Schweiz. Dass er dadurch allenfalls sämtliche Bindungen zum Herkunftsstaat verloren hat, ist nicht bei der Berechnung der Dreijahresfrist, sondern beim nachehelichen Härtefall nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG zu berücksichtigen (vgl. nachfolgend E. 5).