Citation: 9C_379/2022 E. 2.1

2.1. Im kantonalen Beschwerdeverfahren rügte die Beschwerdeführerin, die IV-Stelle verletze das bei der Vergabe von polydisziplinären Gutachten geltende Zufallsprinzip (Art. 72bis Abs. 2 IVV; BGE 137 V 210) und damit ihren Anspruch auf ein faires Verfahren nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Das Zufallsprinzip werde unterlaufen, unter anderem weil die MEDAS für die Administrativbegutachtung vier Sachverständige vorgesehen habe, die für drei weitere Gutachterstellen tätig seien. Die Vorinstanz hält dazu fest, die Verwaltung habe die bei der Vergabe von Aufträgen geltenden Verfahrensbestimmungen (vgl. Art. 44 ATSG; Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI]) eingehalten. Die Beschwerdeführerin habe es unterlassen, die Ausstandsgründe rechtzeitig vorzubringen resp. die Überschneidungen in der personellen Besetzung fristgemäss vor der Begutachtung zu beanstanden. Das Recht auf Anrufung der betreffenden Verfahrensgarantien sei somit verwirkt. Daran ändere nichts, dass die Beschwerdeführerin erst nach erfolgter Begutachtung anwaltlich vertreten gewesen sei. Auf die Rüge sei nicht einzutreten.