Citation: 4A_553/2021 E. 3.7

3.7. Nicht stichhaltig ist der Vorwurf, der Beschwerdegegner habe eine selbstständige tragende Begründung des erstinstanzlichen Entscheids (den fehlenden Nachweis der Tilgung) nicht rechtsgenügend angefochten, sondern einfach die Tilgung sämtlicher Forderungen behauptet. Die Erstinstanz ging davon aus, der pauschale Verweis auf das Gutachten bzw. der wiederholte Hinweis allein, dass mit der unstrittig erfolgten Gesamtzahlung von Fr. 465'735'301.16 (inkl. MwSt.) sämtliche, d.h. auch die eingeklagten Forderungen abgegolten seien, genüge nicht für eine rechtskonforme Behauptung oder zum Beweis einer Tilgung der eingeklagten und anerkannten klägerischen Forderungen. Mit einer solchen Argumentation vermöge der Beschwerdegegner den Streitgegenstand nicht auf die nicht eingeklagten Forderungen zu erweitern. Das sind insoweit keine selbstständigen Begründungen als beide von der Frage abhängen, ob die Behauptungen des Beschwerdegegners genügen. Dies ist der Fall, da die Zahlungen unbestritten sind und ihn, wenn er sich auf eine Gesamtzahlung beruft, primär nur die Beweislast für die Zahlung trifft, nicht dagegen für die Anrechnung, die nach den Art. 86 f. OR erfolgt, soweit die Beschwerdeführerinnen die Gesamtzahlung übersteigende Forderungen nachweisen, was sie aber gerade nicht getan haben.