Citation: 6B_817/2023 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz stellt fest, dass aufgrund starken und anhaltenden Regens am 30. August 2020 der Reitplatz U.________ an der V.________strasse in W.________/SG unter Wasser gestanden habe. Der noch als Ehrenpräsident des Reitklubs W.________ wirkende Beschwerdeführer habe sich um ca. 14:30 Uhr zum Überlaufschacht unterhalb des Dammes U.________ begeben, um zu kontrollieren, ob der Schacht nicht verstopft sei. Hierfür habe er mit den Händen den komplett unter Wasser liegenden Überlaufschacht abgetastet und auf dem Schachtgitter Laub und Gras festgestellt. Aufgrund dessen habe er, ohne genau zu wissen, was sich darunter befand, das runde Schachtgitter mit 80 cm Durchmesser angehoben und es nebenan auf die Wiese gelegt. Danach habe er mit seiner Hand in den Schacht gegriffen und das Abflussrohr ertastet, wobei er davon ausgegangen sei, dass dieses einen Durchmesser von ca. 30 cm aufgewiesen habe. Wohin das Abflussrohr verlaufe, habe er nicht gesehen. Er habe danach einen 3.5 Meter langen und 10 cm dicken Holzpfosten behändigt und ihn in den Überlaufschacht gesteckt. Infolgedessen habe er gemerkt, dass der Überlaufschacht nur ca. 80 cm tief sei und das Wasser durch das Abflussrohr seitlich abgeflossen sei. Er habe zudem festgestellt, dass sich über dem Überlaufschacht ein ca. 10 cm breiter Wasserstrudel gebildet habe. Den Holzpfosten habe er schräg im Schacht stecken lassen, um auf den offenen Schacht hinzuweisen. Ferner habe er noch einen weissen Klotz auf das (nebenan liegende) Schachtgitter gelegt. Danach habe er sich vom offenen Überlaufschacht entfernt. Der Beschwerdeführer habe gewusst, dass sich wenige Meter oberhalb des Dammes ein von Fussgängern viel frequentiertes Trottoir befinde, welches die nahe Altstadt mit dem Nordquartier der Stadt W.________ verbinde (angefochtener Entscheid S. 5 f.). Die Vorinstanz fährt fort, dass der anschliessende Unfallhergang und dessen Folgen ebenfalls erstellt seien. Um ca. 16.44 Uhr seien die Mütter B.B.________ und C.A.________ mit ihren beiden Kleinkindern und den Kindern B.A.________ und C.B.________ auf dem Damm neben dem Reitplatz Richtung Altstadt spaziert. Dabei seien B.A.________ und C.B.________ unterhalb des Dammes mindestens teilweise fuss- bis knietief der Wasserlinie entlang gelaufen. Plötzlich sei B.A.________ in den Überlaufschacht gefallen und vom Wassersog durch das 40 cm breite und ca. 7.5 Meter lange Abflussrohr gesogen worden, ehe er im Serviceschacht mit seinem Fahrradhelm an Treppensprossen hängen geblieben sei. Dort habe sich B.A.________ während ca. 20 Minuten befunden, bis er gerettet habe werden können. Hierdurch habe B.A.________ eine schwere Hirnschädigung erlitten, weshalb er unter anderem 19 Tage auf der Intensivstation betreut habe werden müssen (angefochtener Entscheid S. 6). Der Beschwerdeführer sei sich aufgrund früherer Erfahrungen bewusst gewesen, dass bei Hochwassersituationen vom Überlaufschacht eine Sogwirkung ausgehe (angefochtener Entscheid S. 9). Genau diese Sogwirkung habe er durch die Entfernung des mit Laub, Gras und Holz verstopften Schachtgitters bewirken wollen. Dies sei ihm denn auch tatsächlich gelungen, was er auch sogleich bemerkt habe (angefochtener Entscheid S. 9 f.). Weiter sei er sich im Klaren darüber, dass die von ihm beabsichtigte und auch tatsächlich bewirkte Sogwirkung ein beträchtliches Ausmass angenommen habe. Ebenfalls sei dem Beschwerdeführer bekannt, dass diese Sogwirkung bei steigendem Wasserpegel noch stärker werde (angefochtener Entscheid S. 10). Schliesslich sei er sich auch der Gefährlichkeit seines Vorgehens bewusst gewesen, andernfalls er die von ihm manipulierte Stelle nicht mittels einer Holzstange gekennzeichnet hätte. Diese Kennzeichnung habe denn auch gemäss seinen eigenen Aussagen der Warnung aller Personen gedient, die dort vorbeigekommen seien (angefochtener Entscheid S. 11). Aufgrund ihrer Feststellungen gelangt die Vorinstanz zur Erkenntnis, dass der angeklagte Sachverhalt umfassend erstellt sei.