Citation: U 307/02 14.05.2003 E. 2

Die Vorinstanz hat den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden und dem Unfall vom 8. Februar 1998 verneint. Diese Frage ist im Folgenden zu prüfen. Dabei ist unbestrittenermassen von einem mittelschweren Unfallereignis auszugehen. Sodann steht auf Grund der medizinischen Akten fest, dass die Beschwerden der Versicherten sich nicht mit bildgebenden Methoden nachweisen lassen. Da keine ausgeprägte psychische Problematik im Vordergrund steht (RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 Erw. 3b), ist nach den in BGE 117 V 367 Erw. 6a genannten Kriterien zu prüfen, ob der adäquate Kausalzusammenhang erfüllt ist. 2.1 Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde war der Unfall nicht von besonderer Eindrücklichkeit oder von besonders dramatischen Umständen begleitet. Keine der am Unfall beteiligten Personen wurde schwer verletzt. Ein Sohn der Beschwerdeführerin, F.________, erlitt gemäss Polizeibericht eine Verletzung an der Stirn, welche ambulant versorgt werden konnte. Gegenüber dem Aussendienstmitarbeiter der SUVA erklärte die Versicherte am 28. Januar 1999, sie habe den Unfall kommen sehen. Somit war sie auf die Kollision gefasst. 2.2 Die erlittenen Verletzungen (Thorax- und Wirbelsäulenschmerzen, keine ossären Läsionen; Bericht Dr. med. A.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 14. April 1998) waren weder von besonderer Schwere noch von besonderer Art. 2.3 Hingegen ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz die ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, welche bis heute fortgesetzt wurde, zu bejahen. Indessen sind an Hand der Akten auch Pausen in der Behandlung ersichtlich, so von März bis August 1998, Oktober 1998 bis Januar 1999 und April bis August 1999. Daher ist das Kriterium der ungewöhnlich lang dauernden ärztlichen Behandlung wohl erfüllt, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. 2.4 Die Beschwerdeführerin hat seit dem Unfall über Schmerzen geklagt. Diese haben indessen von Zeit zu Zeit nachgelassen. Gemäss Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. G.________, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 9. Juli 1998 habe die Versicherte selbst angegeben, dass die Schmerzen sich unter der Physiotherapie sowie mit der Einnahme von Voltaren, welches zwischenzeitlich wieder abgesetzt worden sei, gebessert hätten. Auch Dr. med. C.________, FMH Allgemeine Medizin und manuelle Medizin SAMM (Bericht vom 8. Januar 1999), Dr. med. D.________ (Notiz über das Telefonat mit dem Sachbearbeiter der SUVA vom 18. Januar 1999) und die Versicherte selbst (Protokoll über das Gespräch mit dem Sachbearbeiter der SUVA vom 28. Januar 1999) sprechen von Besserungen. Sodann ist unbestritten und ergibt sich aus dem Bericht von Dr. med. E.________, Facharzt FMH, vom 28. Mai 1998, dass die Beschwerdeführerin am 9. März 1998, somit bloss einen Monat nach dem Unfall, ihre Arbeit wieder zu 100 % aufgenommen hat. Gemäss Angaben des Arbeitgebers gegenüber dem Aussendienstmitarbeiter der SUVA vom 23. August 1999 war nach der Wiederaufnahme der Berufstätigkeit kein Leistungsabfall feststellbar. Die Beschwerdeführerin hat somit trotz der geklagten Schmerzen voll gearbeitet und zu Hause ihre drei Kinder betreut. Hätten Dauerschmerzen in besonders ausgeprägtem Ausmass bestanden, wäre eine derartige Doppelbelastung nicht möglich gewesen. Daher ist das Kriterium der Dauerschmerzen zwar erfüllt, jedoch ebenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise. 2.5 Ärztliche Fehlbehandlungen sind nicht eingetreten. 2.6 Der Heilungsverlauf war angesichts der raschen Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit nicht besonders schwierig und hat zu keinen erheblichen Komplikationen geführt. 2.7 Schliesslich ist das Kriterium der langen Dauer der Arbeitsunfähigkeit teilweise erfüllt: Die Versicherte konnte zwar ab März 1998 wieder voll arbeiten. Indessen trat rund eineinhalb Jahre nach dem Unfall eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ein. Hiebei ist allerdings zu beachten, dass die Versicherte nicht nur voll erwerbstätig war, sondern zusätzlich für die Haushaltsführung bei einer fünfköpfigen Familie mit verantwortlich war und sich daher einer nicht unerheblichen Doppelbelastung ausgesetzt sah. Daher ist unabhängig vom Unfall ohnehin von einer Überforderungssituation auszugehen. 2.8 Zusammenfassend ergibt sich nach dem Gesagten, dass von den massgeblichen Kriterien deren drei (Dauer der ärztlichen Behandlung, Dauerschmerzen, lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit) ganz oder teilweise erfüllt sind, jedoch keines von ihnen in besonders ausgeprägter Weise, die übrigen hingegen nicht. Gesamthaft betrachtet, sind die Kriterien somit weder in gehäufter Weise noch ein einzelnes von ihnen in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Die Beurteilung der Vorinstanz, wonach der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 8. Februar 1998 und den heutigen Leiden der Versicherten nicht erfüllt sei, ist daher nicht zu beanstanden.