Citation: 1P.403/2004 10.11.2004 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer hält in formeller Hinsicht dafür, das Kantonsgericht habe ohne Grund die Befragung des Hilfswildhüters sowie einen beantragten Augenschein abgelehnt und dadurch seinen Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt. 3.2 Gemäss Art. 190 Ziff. 4 StPO/VS entscheidet der Präsident der Berufungsinstanz über die Beweisanträge, unter Vorbehalt der Entscheidung des Gerichts bei der Hauptverhandlung. Der Präsident wies sowohl den Antrag auf einen Augenschein als auch die Zeugenbefragung mit Entscheid vom 11. Mai 2004 ab. Betreffend die Ortsschau erwog der Präsident einerseits, der Beschwerdeführer habe vor erster Instanz keinen Augenschein beantragt, weshalb dieser Antrag im Berufungsverfahren verspätet sei. Andererseits sei nicht ersichtlich, wozu die Ortsschau dienen sollte, zumal der Beschwerdeführer lediglich nicht überprüfbare Hypothesen aufstelle. Bezüglich der Befragung des Hilfswildhüters führte er aus, dessen Beizug sei erst nach der geschilderten Beobachtung durch den Wildhüter und zwar zur Klärung des Vorfalles erfolgt. Er komme daher kaum als Verursacher der Flucht der Tiere in Frage. Das Kantonsgericht fügte in diesem Punkt an, die Akten enthielten keine Anhaltspunkte für die erstmals in der Berufungsschrift auftauchende Behauptung, der Hilfswildhüter sei mit seinem Hund im Banngebiet unterwegs gewesen und habe die Hirsche getrieben. Aber selbst für den Fall, dass sich der Hilfswildhüter im Banngebiet aufgehalten habe, sei es erwiesen, dass der Beschwerdeführer Tiere aus dem Schutzgebiet hinausgetrieben habe. 3.3 Beruht der angefochtene Entscheid auf zwei oder mehreren voneinander unabhängigen Begründungen, muss sich der Beschwerdeführer mit jeder von ihnen auseinander setzen und bezüglich jeder hinreichend dartun, dass der Entscheid verfassungswidrig ist (vgl. Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Eine Beschwerdeschrift, die diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist nicht geeignet, die Verfassungswidrigkeit des angefochtenen Entscheids darzutun; sie erfüllt die Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht. Das Bundesgericht tritt in einem solchen Fall auf die Beschwerde nicht ein (vgl. BGE 121 IV 94 E. 1b; 119 Ia 13 E. 2, je mit Hinweisen). 3.4 Der Präsident bzw. das Gesamtgericht haben beide Beweisanträge mit mehreren eigenständigen Begründungen abgewiesen. Der Beschwerdeführer befasst sich damit jedoch nicht einlässlich. Insbesondere äussert er sich nicht zum Argument, er habe den Antrag auf einen Augenschein zu spät gestellt. Ebenso legt er nicht dar, inwiefern die Aussage willkürlich sein sollte, es fehlten Anhaltspunkte in den Akten, welche auf die Anwesenheit des Hilfswildhüters im Banngebiet hingewiesen hätten. Seine Beschwerde ist in Bezug auf die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht genügend begründet (vgl. Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Insofern ist darauf nicht einzutreten.