Citation: 4A_170/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Gemäss Art. 227 Abs. 1 ZPO ist eine Klageänderung zulässig, wenn der geänderte oder neue Anspruch nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen ist und mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht (lit. a) oder die Gegenpartei zustimmt (lit. b; vgl. zum Ganzen: Urteil 4A_255/2015 vom 1. Oktober 2015 E. 2.1 ff.). Im Übrigen müssen die allgemeinen Prozessvoraussetzungen nach Art. 59 ZPO erfüllt sein, die für alle Klagen gelten (vgl. BGE 139 III 67 E. 2.4). Insbesondere muss das abgeänderte Rechtsbegehren so bestimmt formuliert sein, dass es bei Gutheissung der Klage zum Urteil erhoben werden kann. Wird ein Geldbetrag verlangt, ist es zu beziffern (Art. 84 Abs. 2 ZPO; vgl. BGE 142 III 102 E. 3). Davon kann nur unter bestimmten Umständen abgewichen werden, nämlich wenn es der klagenden Partei unmöglich oder unzumutbar ist, bereits zu Beginn des Prozesses ihre Forderung zu beziffern. In diesem Fall kann eine unbezifferte Forderungsklage erhoben werden, wobei jedoch ein Mindestwert angegeben werden muss, der als vorläufiger Streitwert gilt (Art. 85 Abs. 1 ZPO). Es obliegt der klagenden Partei nachzuweisen, dass und inwieweit eine Bezifferung unmöglich oder unzumutbar ist (BGE 140 III 409 E. 4.3.1 f.).