Citation: 8C_53/2014 E. 4.2

4.2. In Bezug auf die Frage der Vorleistungspflicht für den Zeitraum 1. Oktober 2012 bis 9. Januar 2013 ist zu berücksichtigen, dass die Vermutungsregel der grundsätzlich gegebenen Vermittlungsfähigkeit von Behinderten (Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG und Art. 15 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 15 Abs. 3 AVIV) lediglich für die Zeit, in welcher der Anspruch auf Leistungen einer anderen Versicherung abgeklärt wird und somit noch nicht feststeht (Schwebezustand), zu einer Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung führt (E. 2.1 hiervor). Damit sollen Lücken im Erwerbsersatz vermieden werden. Der Beschwerdeführer wie auch die Vorinstanz übersehen, dass die Vorleistungspflicht auf die Dauer des Schwebezustandes begrenzt ist, weshalb sie endet, sobald das Ausmass der Erwerbsunfähigkeit feststeht (vgl. BGE 136 V 195 E. 7.4 S. 205). Kündigt die IV-Stelle in ihrem Vorbescheid an, die versicherte Person habe auf der Basis einer 100%igen Erwerbsunfähigkeit Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, so ist die Vermittlungsunfähigkeit spätestens ab diesem Zeitpunkt offensichtlich. Es ist je nach den konkreten Umständen auch möglich, dass der Schwebezustand schon vor dem Vorbescheid endet. Dies trifft namentlich dann zu, wenn die Arbeitslosenkasse bereits in einem früheren Zeitpunkt aufgrund der klaren medizinischen Aktenlage auf eine 100%ige Erwerbsunfähigkeit schliessen muss. Im vorliegenden Fall erlangte die Beschwerdegegnerin unbestrittenermassen mit dem Zugang des IV-Vorbescheids (vom 9. Oktober 2012) am 12. Oktober 2012 Kenntnis von der offensichtlichen Vermittlungsunfähigkeit des Beschwerdeführers, weshalb sie entgegen der Ansicht des kantonalen Gerichts bereits ab Oktober 2012 keine Vorleistungspflicht mehr treffen konnte. Soweit Vorinstanz und Versicherter vom Andauern der Vorleistungspflicht bis zur Rentenverfügung der Invalidenversicherung ausgehen, ist ihnen entgegenzuhalten, dass Art. 15 Abs. 3 AVIV von einer vermuteten Vermittlungsfähigkeit "bis zum Entscheid der anderen Versicherung" nur ausgeht, wenn die Vermittlungsunfähigkeit nicht offensichtlich ist. Kündigt eine IV-Stelle in ihrem Vorbescheid eine ganze Rente auf der Grundlage einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit an, so ist ohne weiteres davon auszugehen, dass die versicherte Person - abgesehen von der allfälligen Forderung eines früheren Rentenbeginns - keine Einwände dagegen erheben wird. Die Arbeitslosenkasse hat daher in solchen Konstellationen keinen Anlass, die Rentenverfügung abzuwarten, weil sie von einer Rentenausrichtung spätestens für die Zeit ab im Vorbescheid angekündigtem Rentenbeginn ausgehen darf und muss. Da die Beschwerdegegnerin ihre Vorleistungspflicht demzufolge im vorliegenden Fall gar nicht verletzt hat, zielen die beschwerdeführerischen Rügen allesamt ins Leere.