Citation: 1B_251/2017 E. 4.4

4.4. Für den Grundtatbestand der Erpressung droht Art. 156 StGB Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe an (Ziff. 1). Handelt der Täter gewerbsmässig oder erpresst er die gleiche Person fortgesetzt, so wird er mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft (Ziff. 2). Wendet der Täter gegen eine Person Gewalt an oder bedroht er sie mit einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben, so richtet sich die Strafe nach Artikel 140 (Ziff. 3). Die Strafschärfungen gemäss Art. 140 Ziff. 2-4 StGB sind insoweit miteingeschlossen. Die Erpressung stellt demnach ein Verbrechen dar (Art. 10 Abs. 2 StGB), bei dem gegebenenfalls empfindliche Strafschärfungen möglich sind. Die dem Beschwerdeführer vorgeworfene Tat wiegt schwer, zumal erhebliche Indizien dafür bestehen, dass er nicht nur B.________ ernstliche Nachteile androhte, sondern diesem zusätzlich in Aussicht stellte, er werde, falls dieser nicht zahle, auch noch dessen Kind etwas antun. Der mutmasslich verlangte sechsstellige Betrag ist überdies hoch und für das Opfer offenbar von existenzieller Bedeutung, sprach der Beschwerdeführer im Telefonat mit C.________ doch davon, das Opfer werde "alles verkaufen" müssen. Die Schwere der mutmasslichen Straftat rechtfertigt daher die Überwachung, womit auch die Voraussetzung nach Art. 269 Abs. 1 lit. b StPO erfüllt ist.