Citation: 4A_707/2016 E. 1.2.2

1.2.2. Im zu beurteilenden Fall geht es um eine Genugtuungsforderung. Diese setzt nicht voraus, dass eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 ff. ATSG nachgewiesen ist (vgl. BGE 132 II 117 E. 2.2.2 S. 119). Strittig ist nach den eigenen Ausführungen der Beschwerdeführerin die Frage der Kausalität. Damit stellt sich zunächst die Frage, inwieweit bezüglich der natürlichen Kausalität die in BGE 141 V 281 angegebenen Indikatoren überhaupt einschlägig sind, zumal sie nicht unmittelbar vom (herrschenden) medizinisch-empirischen Kenntnisstand abhängig sind. Diese Unabhängigkeit wird mit der Notwendigkeit einer objektivierten Zumutbarkeitsbeurteilung (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG) im Sozialversicherungsrecht gerechtfertigt. Die Beschwerde setzt sich nicht hinreichend mit der Frage auseinander, weshalb dieser Zumutbarkeitsbeurteilung (Art. 7 Abs. 2 ATSG) für die haftpflichtrechtlich beim Kausalzusammenhang interessierende Frage, ob das schadensstiftende Verhalten eine notwendige Bedingung (conditio sine qua non) für den eingetretenen Schaden ist (BGE 132 III 715 E. 2.2 S. 718; 128 III 180 E. 2d S. 184 mit Hinweisen), Bedeutung zukommen sollte oder weshalb sich sonst eine gewisse Unabhängigkeit vom (herrschenden) medizinisch-empirischen Kenntnisstand rechtfertigen liesse. Ein Gutachten wird in der Regel auch deswegen eingeholt, damit dem Urteil in tatsächlicher Hinsicht unmittelbar der aktuelle, wissenschaftlich anerkannte medizinisch-empirische Kenntnisstand zugrundeliegt. Bereits insoweit erscheint die Beschwerdebegründung unzulänglich.