Citation: C 80/00 10.10.2000 E. 2

2.- a) Das kantonale Gericht hat erwogen, das KIGA, welches auch Arbeitsmarktbehörde gemäss BVO sei, habe gestützt auf die Einschätzung der Arbeitsmarktlage bestätigt, dass der Versicherten im gewünschten Segment Raumpflegerin/Hilfsarbeiterin eine Bewilligung zum Stellenantritt erteilt würde. Da es an diese Einschätzung der Lage durch die Abteilung Arbeitsmarkt des KIGA gebunden sei, bejahte es die Vermittlungsfähigkeit unter der Voraussetzung einer wirtschaftlichen Zwangslage. b) Das seco stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, ausländische Staatsangehörige, welche sich im Rahmen des Familiennachzugs mit dem Aufenthaltszweck des Verbleibs beim Ehegatten in der Schweiz aufhielten, könnten arbeitslosenversicherungsrechtlich nicht als vermittlungsfähig qualifiziert werden. Nicht alle ausländischen Stellensuchenden, die mit einer Arbeitsbewilligung rechnen könnten, erfüllten gleichzeitig auch die Anspruchsvoraussetzung von Art. 15 AVIG. Um trotz fehlender gültiger Arbeitsberechtigung die Vermittlungsfähigkeit bejahen zu können, müssten neben dem Vorliegen des individuell-konkret zu prüfenden Elements des "mit einer Bewilligung rechnen können" besonders qualifizierende Umstände hinzutreten wie rechtzeitige Einreichung eines Verlängerungsgesuches, Ehepartner von schweizerischen Staatsbürgern, Asylanten und Flüchtlinge und deren Ehegatten oder Personen im Besitze einer Niederlassungsbewilligung. Zudem könne nur dann eine Erziehungszeit als Beitragszeit angerechnet werden, wenn die ansprucherhebende Person während der Periode der Kindererziehung im Besitze einer Arbeitsberechtigung und -bewilligung gewesen sei.