Citation: I 434/02 28.08.2003 E. 3

3.1 Einig ist man sich darüber, dass eine Leistungspflicht der Invalidenversicherung nur dann in Frage kommt, wenn die neuropsychologische Intervention vorliegend eine medizinische Massnahme darstellt. 3.2 In Erwägung 4 des angefochtenen Entscheides ist festgehalten, dass Abklärungen vorzunehmen seien, ob die klinisch scheinbar beobachtete Häufung der von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten Beschwerden bei Patienten mit Duane-Syndrom eine Intensität erreicht, welche die Annahme rechtfertigt, dass das Geburtsgebrechen Nr. 428 nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge geeignet ist, Störungen der eingetretenen Art hervorzurufen. Es geht mithin nicht darum, den qualifizierten adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Duane-Syndrom und den geltend gemachten Beschwerden zu prüfen. Aufgrund der medizinischen Akten (Dr. med. C.________, Kinderarzt FMH, am 30. Juni 1990; Spital X.________ am 25. Oktober 1990) steht indes fest, dass das Duane-Syndrom unter das Geburtsgebrechen Ziff. 428 GgV Anhang subsumiert wird. Davon geht denn auch die IV-Stelle bei ihrer Anfrage an Frau Prof. D.________, Leiterin Orthoptik & Neuroophtalmologie, Klinik Y.________, vom 16. Juli 2001 aus. 3.3 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird primär verlangt, auf weitere Beweisvorkehren sei zu verzichten, da bereits feststehe, dass der geforderte Kausalzusammenhang zwischen einer Augenmuskellähmung gemäss Ziff. 428 GgV-Anhang und einer psychischen Störung nicht belegt werden könne. Der Rückweisungsentscheid ziele auf Beantwortung der Frage, ob möglicherweise ein übergeordneter - als solcher einer Behandlung aber nicht zugänglicher - Defekt sowohl für die Augenmuskellähmung als auch für die verminderte Intelligenz beziehungsweise mentale Retardierung verantwortlich sei. Das sei jedoch irrelevant, da eine neuropsychologische Intervention auf keinen Fall unter diesem Geburtsgebrechen übernommen werden könne. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Es steht aufgrund der Akten nicht fest, ob zwischen der die neuropsychologische Intervention notwendig machenden Beeinträchtigung der Beschwerdegegnerin einerseits und dem Symptomenkreis des Geburtsgebrechens Ziff. 428 GgV-Anhang andererseits ein qualifizierter Kausalzusammenhang besteht, nachdem diese Frage offenbar noch nie untersucht worden ist, obwohl von Seiten der behandelnden Augenärzte entsprechende Beobachtungen gemacht worden sind. Dabei wird nebst dem genauen Inhalt der von der Beschwerdegegnerin beantragten Massnahme auch festzustellen sein, ob sich diese überhaupt zur Behandlung der bei der Beschwerdegegnerin festgestellten Beeinträchtigung eignet. Gegen den Rückweisungsentscheid des kantonalen Gerichtes ist demnach im Ergebnis nichts einzuwenden.