Citation: 6B_500/2015 E. 1.4.4

1.4.4. Mit seiner Kritik an der vorinstanzlichen Würdigung seiner Aussagen vermag der Beschwerdeführer ebenfalls nicht aufzuzeigen, inwiefern die Vorinstanz in Willkür verfällt. Wiederum setzt er sich nicht eingehend mit der vorinstanzlichen Begründung auseinander, sondern beschränkt sich darauf, der Vorinstanz ein zielorientiertes und unhaltbares Vorgehen vorzuwerfen. Die Vorinstanz erwägt, seine Schilderungen seien wenig überzeugend und teilweise widersprüchlich. Bei der Polizei habe er sich weder zu den Distanzen oder zum Beginn des Überholmanövers geäussert noch angegeben, welche Absicht er in diesem Zeitpunkt gehabt habe. Diesbezüglich habe er in der Berufungsverhandlung ausgeführt, er habe die ganze Kolonne überholen wollen. Einzig hinsichtlich des Umstands, dass er mit seinem Wagen zwischen dem dritten und vierten Fahrzeug der Kolonne gänzlich auf die rechte Fahrspur zurückgekehrt sein will, habe er bei der Polizei klar ausgesagt. Alle anderen Angaben seien widersprüchlich und undifferenziert. Schliesslich widerlegt die Vorinstanz die Aussage des Beschwerdeführers anlässlich der Berufungsverhandlung, er habe zu Beginn des Überholmanövers freie Sicht über 1.2 Kilometer gehabt. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind frei von Willkür. Der Beschwerdeführer wendet ein, die Vorinstanz berücksichtige nicht, dass er aufgrund seines Aussageverweigerungsrechts keine Distanzangaben habe machen müssen. Zwar war er nicht zur Aussage verpflichtet, jedoch muss er sich gefallen lassen, dass etwaige Äusserungen zu seinen Lasten berücksichtigt werden. Diese sind ein Beweismittel, das wie jedes andere der freien Beweiswürdigung unterliegt. Bei den Fragen der Polizei zu Distanzen und Abständen verweigerte der Beschwerdeführer die Aussage nicht, sondern gab an, er wisse es nicht oder könne es nicht sagen (Akten Staatsanwaltschaft, act. 3.6 S. 1 f.). Die Vorinstanz durfte die Aussagen des Beschwerdeführers analysieren und bei der Beweiswürdigung berücksichtigen. Willkürfrei ist auch der vorinstanzliche Schluss, der Beschwerdeführer habe sich bezüglich des Beginns seines Überholmanövers nicht festlegen wollen. Auch ein Ortsunkundiger sollte in der Lage sein, den Ort des Ausscherens anhand des Strassenverlaufs oder eines Fixpunkts, wie einem grossen Stall, annähernd zu bestimmen. Dem widerspricht nicht, dass auch die Polizeibeamten den Beginn des Überholmanövers nicht exakt lokalisieren konnten; zwei der Beamten haben das Fahrzeug des Beschwerdeführers erst gesehen, als er bereits den ersten Personenwagen überholte (Akten Staatsanwaltschaft, act. 3.8 S. 2, act. 3.9 S. 2).