Citation: 6B_1104/2022 E. 1.2.1

1.2.1. Die Vorinstanz verweist mit Bezug auf den Werde- und Niedergang der B.________ AG sowie deren finanzielle Situation ab 2011 bis zur Konkurseröffnung vom 30. August 2013 auf die Ausführungen des Erstgerichts, die sie als umfassend und nachvollziehbar beurteilt. Gestützt auf die Akten stehe fest, dass die B.________ AG per Ende 2011 im Rahmen einer konsolidierten Bilanz eine Überschuldung von rund Fr. 440'000.-- aufgewiesen habe und faktisch illiquide gewesen sei. Gemäss Feststellung der Revisionsstelle sei, sofern keine weiteren Gelder beschafft werden könnten, die Fortführungsfähigkeit der Gesellschaft nicht mehr gegeben und die konsolidierte Jahresrechnung neu auf Basis von Veräusserungswerten zu erstellen. Auch während des Jahres 2012 habe sich die finanzielle Situation der B.________ AG nicht verbessert, da sie keine operativen Erträge generiert habe und ihr weder durch Aktionärsdarlehen noch im Zusammenhang mit dem Sanierungsprojekt "C.________" ausreichend Gelder zugeflossen seien. Die angestrebte Stärkung der Eigenkapitalbasis mittels Kapitalerhöung oder Aktienplatzierungen sei ebenso klar nicht zustande gekommen wie die notwendige Verbesserung der Liquiditätssituation. Dies decke sich mit dem Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung 2012 vom 18. Juni 2013. Darin werde auch ausgeführt, dass die Bewertung der aktivierten Entwicklungskosten für die Software D.________ aufgrund der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem künftigen Verkauf der Software nicht gesichert sei. Eine abschliessende Beurteilung der Entwicklungskosten sei nicht möglich, sodass diese in der Jahresrechnung der B.________ AG womöglich um maximal 2,8 Mio. Fr. überbewertet seien. Entsprechend seien Ergebnis und Eigenkapital zu günstig ausgewiesen worden. Dies sei eventuell auch mit Bezug auf bestrittene und daher nicht bilanzierte Verbindlichkeiten gegenüber einer weiteren Gesellschaft (der Gesellschaft E.________) der Fall. Die Jahresrechnung widerspreche geltendem Recht und den Statuten. Zudem seien die Feststellungen und Empfehlungen der Revisionsstelle im Vorjahresbericht an den Verwaltungsrat weitgehend unberücksichtigt geblieben. Die Vorinstanz hält fest, die vom Beschwerdeführer thematisierte Aktivierung der Entwicklungskosten der Software D.________ in der Bilanz wäre bei einer erfolgreichen Markteinführung zwar grundsätzlich adäquat und berechtigt gewesen, sodass in diesem Fall keine Überschuldung bestanden hätte. Jedoch gebiete der Grundsatz der Bilanzvorsicht, Ungewissheiten vor allem im Zusammenhang mit der Bewertung von Aktiven und der Bildung von Rückstellungen mittels vorsichtiger Bilanzierung Rechnung zu tragen. Auf dieses Prinzip habe die Revisionsstelle den Verwaltungsrat der B.________ AG - und somit den Beschwerdeführer - mehrfach erfolglos hingewiesen. Richtigerweise hätte die von der B.________ AG erstellte Software D.________ nur aktiviert werden dürfen, wenn sie einen mehrjährigen resp. nachhaltigen messbaren Nutzen für die Gesellschaft gehabt und die notwendigen finanziellen Mittel zur Fertigstellung des Produkts vorgelegen hätten. Dies sei nicht der Fall gewesen, was der Beschwerdeführer seit dem Hinweis in der Jahresrechnung 2011 gewusst habe. Bereits damals sei eine abschliessende Beurteilung der Entwicklungskosten der Software D.________ nicht möglich gewesen und hätten deren Umsatzerlöse bloss rund Fr. 10'000.-- betragen. Überdies sei der Beschwerdeführer an der Generalversammlung der B.________ AG vom 30. März 2012 über Fehler in der Software, die Notwendigkeit eines neuen Release und das Scheitern der Verkaufsstrategie informiert worden. Schliesslich habe sich der designierte Investor und spätere Privatkläger (F.________) Mitte 2012 aus dem Geschäft zurückgezogen und die Beschaffung der erhofften, und benötigten 3 Mio. Fr. sei klar gescheitert. Mit dem Konkurs der Gesellschaft E.________ per 20. August 2012 habe sich die finanzielle Lage der B.________ AG zudem abermals verschlechtert und sie habe über kein Vertriebssystem für die Vermarktung der Software mehr verfügt. Unter diesen Umständen hätten jegliche Zukunftsperspektiven gefehlt, sodass spätestens zu diesem Zeitpunkt jedermann die Unmöglichkeit einer Sanierung der Gesellschaft hätte erkennen müssen. Indes hätten nach dem Gesagten bereits per Ende 2011 mit Sicherheit nicht mehr die vollen Entwicklungskosten der Software bilanziert werden dürfen. Alles andere widerspreche in eklatanter Weise dem gesetzlichen Vorsichtsprinzip und den einschlägigen Fachempfehlungen.