Citation: 2C_323/2018 E. 6.5.1

6.5.1. Art. 47 AuG sieht für den Familiennachzug von Art. 42 ff. AuG mit Art. 8 EMRK i.V.m. Art. 14 EMRK vereinbare Fristen vor, innert derer die Nachzugsansprüche geltend zu machen sind. Die Regelung des Familiennachzugs ist, wie sich aus der parlamentarischen Debatte ergibt, ein Kompromiss zwischen den konträren Anliegen, das Familienleben zu ermöglichen und die Einwanderung zu begrenzen (AB 2004 N 739 ff., 2005 S 305 ff.). Die Fristen von Art. 47 AuG dienen somit auch dazu, die Zuwanderung in die Schweiz zu steuern. Hierbei handelt es sich um ein legitimes öffentliches Anliegen, welches es gestattet, im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK in das Recht auf Familienleben einzugreifen (BGE 137 I 284 E. 2.1 S. 288; Urteile 2C_147/2015 vom 22. März 2016 E. 2.4.1; 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1 und 2C_354/2011 vom 13. Juli 2012 E. 2.7.3, mit Hinweisen).