Citation: I 88/03 17.05.2004 E. 3

Die Vorinstanz hat eine Arbeitsunfähigkeit sowie eine Invalidität und damit den Anspruch auf Umschulung verneint. Die medizinische Aktenlage ist indessen widersprüchlich. 3.1 Die Ärzte des Spitals U.________, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, auf deren vom Unfallversicherer eingeholtes Gutachten vom 11. Oktober 2001 sich das kantonale Gericht gestützt hat, nehmen eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit an bezüglich körperlich schwereren Arbeiten oder in Tätigkeiten, die in einer andauernden unergonomischen Arbeitsposition, die längere Zeit nicht gewechselt werden kann, verrichtet werden müssen. In jeder wechselbelastenden Tätigkeit, bei der kein repetitives Heben oder Tragen von Gewichten über 15 kg notwendig sei, sei die Versicherte nicht beeinträchtigt. Den angestammten Beruf der selbstständigen Werbeberaterin erachteten sie als leidensangepasste Tätigkeit und attestierten dementsprechend keine Arbeitsunfähigkeit. Dabei berücksichtigten sie, dass die Beschwerdeführerin ihr gesamtes Tätigkeitsfeld etwa hälftig (je 50 %) auf berufliche und Haushaltstätigkeit verteile. 3.2 Der Hausarzt Dr. med. G.________ ging in seinem Bericht vom 5./7. Januar 2002 davon aus, dass länger dauernde (mehr als 30 Minuten) stereotype Körperhaltungen zu vermeiden seien. Des Weiteren gab er an, dass die Versicherte bei Schmerzen in ihrem Konzentrationsvermögen eingeschränkt sei. Im angestammten Beruf sei sie weiterhin im Umfang von 50 % arbeitsfähig. Er sei jedoch überzeugt, dass sie in einem anderen Beruf ohne stereotype Körperhaltung z.B. vor dem Computer, ohne häufige Autofahrten, Präsentationen, Transport von Druckmaterialien, voll arbeitsfähig wäre. Das Gesuch um Umschulung hatte er am 26. Oktober 2001 unterstützt mit der Begründung, dass es vor dem Bildschirm zu invalidisierenden Schmerzen auf Grund des Cervikal-Syndroms mit Verspannungen der Schulter- und Nacken-Muskulatur und cerviko-oczipitalen Kopfschmerzen komme. Längeres Autofahren, Einsteigen, Aussteigen, Einladen und Ausladen von Präsentations-Material oder Druck-Unterlagen würden die Beschwerden massiv verstärken, insbesondere im lumbalen Bereich bei einer objektivierten Diskushernie. Der Beruf der Naturheilpraktikerin sei den Behinderungen der Beschwerdeführerin bedeutend besser angepasst als der bisherige Beruf. 3.3 Unter diesen Umständen können die Stellungnahmen des Hausarztes, der sich spezifisch zur Umschulung äusserte, entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht unbeachtlich bleiben. Der Sachverhalt ist jedoch nur ungenügend abgeklärt. Dies gilt zunächst in medizinischer Hinsicht, denn es ist aufgrund der Akten unklar, welche Arbeiten der Beschwerdeführerin noch in welchem Umfang zumutbar sind. Einigkeit besteht darin, dass der Versicherten die angestammte Tätigkeit, welche sie noch zu 50 % ausübt, zumutbar ist. Dagegen widersprechen sich Gutachter und Hausarzt in der Frage, ob sie dieser Tätigkeit auch mit einem grösseren Pensum nachgehen könnte. Diese Frage wird abzuklären sein. Des Weiteren wird zu prüfen sein, ob die Versicherte ihre Arbeitsfähigkeit in einer anderen beruflichen Tätigkeit steigern könnte. Schliesslich steht nicht fest, ob die Beschwerdeführerin auch als Gesunde nur noch zu 50 % oder wie vor dem Unfall zu 100 % erwerbstätig wäre. Die IV-Stelle wird nach den entsprechenden Abklärungen über den Anspruch auf Umschulung sowie auf eine Invalidenrente neu verfügen müssen. Dabei wird sie in Betracht ziehen, dass der Anspruch auf Umschulung rechtsprechungsgemäss einen Invaliditätsgrad von mindestens 20% voraussetzt (BGE 124 V 111 Erw. 2b; AHI 2000 S. 61, je mit Hinweisen), wobei im Rahmen der gemischten Methode Erwerbs- und Haushaltsbereich strikt zu trennen sind, die Umschulung nur direkte Auswirkungen auf den Erwerbsbereich haben kann (vgl. BGE 124 V 110 Erw. 2b) und der Mindestinvaliditätsgrad einzig im Erwerbsbereich - und nicht bezüglich der Gesamtinvalidität - erfüllt sein muss (Urteil G. vom 6. Dezember 2001, I 190/01). Gegebenenfalls ist zu prüfen, ob die beantragte Umschulung zur Naturheilpraktikerin geeignet und erforderlich ist, die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich zu erhalten oder wesentlich zu verbessern. Dabei ist zu beachten, dass der Versicherten rechtsprechungsgemäss eine einkommensmässig der früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit vermittelt werden soll und in der Regel nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren besteht (BGE 124 V 109 Erw. 2a mit Hinweisen).