Citation: 7B_264/2022 E. 3.3

3.3. Was die vorinstanzliche Erkenntnis in örtlicher Hinsicht angeht, ist korrekterweise kein Teilfreispruch erfolgt. Laut Strafbefehl vom 18. Dezember 2020, der vorliegend als Anklage dient (Art. 356 Abs. 1 StPO), trat während der Fahrt von Tann nach Gunzwil "permanent bzw. mehrfach eine nicht genau bestimmbare Menge Jauche aus und verschmutzte dadurch an mehreren Stellen - insbesondere in der Ortschaft Beromünster, beim Staldenrain und im Fläcken, bei der Abzweigung in die Aargauerstrasse sowie am Kontrollort - die Fahrbahn". Angeklagt war somit ein über die gesamte Strecke andauerndes rechtswidriges Verhalten; teilweise beispielhaft örtlich näher konkretisiert. Dem folgt in der Urteilsbegründung, E. 4.2, auch die Vorinstanz, indem sie von einem Austreten von Gülle während der gesamten Fahrt ausgeht und dabei die Abzweigung Fläcken in Beromünster gesondert hervorhebt. Für einen Teilfreispruch, angewendet auf einzelne Teilabschnitte der gesamten Strecke, besteht demzufolge kein Raum. Dies gälte im Übrigen auch dann, wenn einzig auf das vorinstanzliche Dispositiv, wo nur der Streckenabschnitt Fläcken als Tatort auftaucht, abgestellt bzw. wenn die Vorinstanz den Sachverhalt einzig hinsichtlich dieses Teilabschnitts als erstellt erachten würde. Wie die Umschreibung des rechtserheblichen Sachverhalts in der Anklage zeigt, geht die Staatsanwaltschaft von Tateinheit aus, wobei sich die angeklagte Handlung örtlich über mehrere Orte erstreckt. In dieser Konstellation bleibt im gerichtlichen Erkenntnisverfahren - im Rahmen von Art. 325 StPO - ein gewisser Spielraum: Es ist zulässig, bei einem einheitlichen, ununterbrochenen Lebensvorgang in örtlicher Hinsicht nur Teile als erstellt zu erachten, ohne für die übrigen einen Teilfreispruch auszufällen.