Citation: 2C_770/2019 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, in einem wesentlich intensiveren Umfang Opfer ehelicher Gewalt geworden zu sein, als dies das kantonale Gericht festgestellt hat. Wie sich aus dem Bericht des Frauenhauses U.________ vom 30. Juli 2014 ergibt, hat sie solche Vorwürfe bereits sofort bzw. kurze Zeit nach der Trennung erhoben. Das kantonale Gericht hat jedoch erwogen, es lägen keine ausreichend glaubhaften nach aussen erkennbaren Indizien dafür vor, dass die Gewalt, der sich die Beschwerdeführerin ausgesetzt sah, das für die Annahme eines nachehelichen Härtefalls im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG erforderliche Ausmass erreicht hat. Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Beweismittel würden in erster Linie die Vorwürfe wiedergeben, welche die Beschwerdeführerin gegenüber ihrem Ehemann erhoben hatte und sich auch aus ihren Antworten in den eingehenden Befragungen im Strafverfahren ergeben hätten, welches gegenüber dem Ehemann wegen einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, Freiheitsberaubung, mehrfacher sexueller Nötigung sowie Vergewaltigung angehoben, aber dann eingestellt worden sei. Es könne zwar nicht allein aus der Einstellung geschlossen werden, die Vorwürfe seien nicht ausreichend dargetan. Zweifel an der angeblichen Gewaltausübung ergäben sich aber aus der uneinheitlichen Darstellung des Zusammenlebens, aus den Unterhaltungen zwischen den Eheleuten in den Videoaufzeichnungen von September 2013 und den Textnachrichten vom 6. Januar 2014 und aus den Äusserungen der ersten Psychiaterin, welche die Beschwerdeführerin im März 2014 aufsuchte. Die zweite Psychiaterin habe im Strafverfahren eine Zeugenaussage verweigert und ausgeführt, sie habe in ihrem Brief vom 4. August 2018 lediglich die Ausführungen der Beschwerdeführerin zusammengefasst. Eine persönliche Einschätzung über den Wahrheitsgehalt habe sie nicht abgegeben. Auch die Wahrnehmungen der Kursleiterin und einer Teilnehmerin am Deutschkurs seien uneinheitlich.