Citation: U 40/00 08.02.2001 E. 3

3.- Die formelle Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs ist vorab zu prüfen (vgl. BGE 124 V 92 Erw. 2, 121 V 152 Erw. 3, je mit Hinweisen). a) Der Unfallversicherer untersteht bei der Bestellung eines (externen) medizinischen Gutachtens und dessen Verwendung - sei es im Verfügungs- oder Einspracheverfahren - den Bestimmungen von Art. 19 VwVG in Verbindung mit Art. 57 bis 61 BZP (BGE 120 V 360 Erw. 1b; RKUV 1996 Nr. U 265 S. 295 Erw. 3c; vgl. auch BGE 125 V 334 Erw. 3 und RKUV 1999 Nr. U 350 S. 480). Danach ist dem Betroffenen Gelegenheit zu geben, sich zu den Fragen an den Sachverständigen zu äussern sowie Abänderungs- und Ergänzungsanträge zu stellen (Art. 57 Abs. 2 BZP); des Weiteren ist ihm Gelegenheit zu geben, vor der Ernennung des Sachverständigen Einwendungen gegen die Person des in Aussicht genommenen Sachverständigen vorzubringen (Art. 58 Abs. 2 BZP); sodann ist ihm das Recht zu gewähren, nachträglich zum Gutachten Stellung zu nehmen sowie dessen Erläuterung oder Ergänzung sowie eine neue Begutachtung zu beantragen (Art. 60 Abs. 1 BZP; BGE 120 V 361 Erw. 1b in fine). Zumindest das Recht, nachträglich zur Person und zum Gutachten eines Sachverständigen Stellung zu nehmen, bildet zudem Bestandteil der unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 nBV bzw. Art. 4 Abs. 1 aBV folgenden, verfassungsrechtlichen Minimalgarantie zur Gewährleistung des rechtlichen Gehörs (vgl. der noch zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene BGE 120 V 362 Erw. 1c in fine). b) Die Winterthur hat gleichentags mit der Beauftragung des IMB den Versicherten über diesen Umstand informiert. Sie hat es indessen in Missachtung von Art. 58 Abs. 2 BZP unterlassen, ihm vor der Auftragserteilung die zur Begutachtung vorgesehenen Sachverständigen zu nennen und ihn einzuladen, begründete Einwände gegen die Untersuchung durch einen dieser Ärzte vorzubringen. Wenn das IMB von sich aus den Versicherten anlässlich des konkreten Aufgebots zur Untersuchung den jeweiligen Exploranden bekannt gab, so hat dies dem Beschwerdeführer 1 zwar theoretisch die Möglichkeit eröffnet, den genannten Arzt noch vor der eigentlichen Untersuchung abzulehnen, ändert indessen nichts am fehlerhaften Vorgehen der Winterthur. Sodann hat sie dem Beschwerdeführer 1 nicht Gelegenheit gegeben, sich zu den Fragen an den Sachverständigen zu äussern und Abänderungs- oder Ergänzungsanträge zu stellen, was einer Verletzung von Art. 57 Abs. 2 BZP gleichkommt. Damit hat die Winterthur die von einem nach Art. 68 Abs. 1 UVG zugelassenen Privatversicherer bei der Einholung von Gutachten zu beachtenden Mitwirkungsrechte der Verfahrensbeteiligten (BGE 122 V 159 Erw. 1b mit Hinweisen) verletzt. Da die Beschwerdeführer selbst keine Rückweisung beantragen und, wie zu zeigen sein wird, in wesentlichen Punkten nicht auf das Gutachten des IMB abgestellt werden kann, ist unter Offenlassung der Frage der Heilungsmöglichkeit im vorliegenden Fall von einer Rückweisung wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen.