Citation: I 404/00 28.09.2000 E. 3

3.- Gegen das von der Vorinstanz auf mindestens Fr. 35'000.- im Jahr veranschlagte Invalideneinkommen wird vorgebracht, gemäss schriftlicher Auskunft des Hausarztes Dr. med. B.________, Allgemeine Medizin FMH Sportmedizin, vom 26. Juni 2000 sei der Beschwerdeführer wegen seiner Hand-, Schulter-, Rücken- und Knieprobleme in den letzten drei Jahren abgesehen von kleinen Unterbrüchen vollständig arbeitsunfähig gewesen. Sodann habe die stationäre berufliche Abklärung in der BEFAS ergeben, dass (aufgrund einer Arbeitsfähigkeit bei körperlich leichten Tätigkeiten von maximal 30 %) die Erzielung eines relevanten Erwerbseinkommens nicht möglich sei. a) Diese Einwendungen sind insofern stichhaltig, als das Gutachten des Dr. med. X.________ vom 22. Februar 1999 entgegen kantonalem Gericht und IV-Stelle nicht die zuverlässige Umschreibung der leidensbedingt noch zumutbaren erwerblichen Tätigkeiten erlaubt. Dabei ist vorauszuschicken, dass es grundsätzlich Sache des Berufsberaters resp. der Verwaltung und nicht des Mediziners ist, konkrete wirtschaftlich verwertbare Arbeitsmöglichkeiten zu bezeichnen, welche aufgrund der ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten des Versicherten gesundheitsbedingt noch in Frage kommen (BGE 107 V 20 Erw. 2b, in BGE 114 V 310 nicht publizierte Erw. 4b am Ende sowie AHI 1998 S. 290 unten). Mit dieser Aufgabenteilung ist es ohne weiteres vereinbar, dass sich der Arzt, wie vorliegend, zur Zumutbarkeit einer bestimmten Tätigkeit von den körperlichen und psychischen Anforderungen her äussert. b) aa) Dr. med. X.________ hat die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit unter Ziff. 5.3 des Gutachtens vom 22. Februar 1999 dahingehend beantwortet, es seien durchaus Bereiche vorstellbar, in welchen der Versicherte vollzeitlich und mit voller Leistung einsetzbar sein könnte. Für die Konkretisierung dieser Aussage verweist er auf Ziff. 5.5 der Expertise, wo er unter anderem ausführt, am geeignetsten sowohl aus physischer wie auch aus Sicht der intellektuellen Anforderungen seien Tätigkeiten kontrollierender Art, beispielsweise Securitas-Wächter oder Badeaufseher. Weitere Möglichkeiten zeigten sich in den DAP-Erfassungsblättern, so Magaziner/ Lagerist oder Kurierbote. Überhaupt erschienen Tätigkeiten in einem Bereich, der vorwiegend auf dem Führen eines Autos basiere, nicht ungeeignet. bb) Zur Frage, welche Bedingungen eine dem Leiden angepasste Arbeitsstelle erfüllen müsste, führt Dr. med. X.________ unter Ziff. 5.7 aus: "Variation in der Arbeitsposition, am besten gehende Tätigkeit, bei sitzender Tätigkeit Möglichkeit des häufigen Positionswechsels, keine spezifisch feinmotorische Tätigkeit, keine grösseren Kraftanstrengungen für die Fingergelenke, keine Tätigkeit, welche Heben der Arme in die Horizontale oder höher erfordert. " Dabei handelt es sich um die eigentliche, aufgrund von Anamnese, Befund und Diagnose schlüssige Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit. Nach dieser nicht auf bestimmte konkrete Tätigkeiten Bezug nehmenden Umschreibung bestehen mannigfache Einschränkungen und zwar sowohl in Bezug auf die bei der Arbeit einzunehmende Position, als auch hinsichtlich der Beweglichkeit und Belastbarkeit insbesondere der Schultern, Arme und Hände. Aufgrund des klinischen Beschwerdebildes (u.a. Omarthrose beidseits, Arthrose mehrerer Fingergrundgelenke rechts mit Subluxationsstellung des Mittelfingers, Rhizarthrose rechts, arthrotische Kennzeichen der Schulter rechts, chronische Lumbalgie bei Diskopathie L5/S1 mehr als L4/5 und gemäss BEFAS-Bericht vom 26. Juni 1998 Verdacht auf Gonarthrose beidseits) erscheint die vorab mit Blick auf bestimmte Tätigkeiten gemachte Aussage einer vollen Leistungsfähigkeit bei vollem Arbeitspensum (Erw. 3b/aa) fraglich. Diese Zweifel werden durch die Beurteilung der Fachleute der BEFAS bestätigt und verstärkt, wonach auch bei körperlich leichten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von maximal 30 % besteht. Dieser Einschätzung kann nicht etwa mit dem Hinweis, sie gebe lediglich die bei den verschiedenen Arbeitsversuchen erzielte Leistung wieder, jeglicher Beweiswert abgesprochen werden. Abgesehen davon, dass es gemäss Bericht vom 26. Juni 1998 an der Einsatzbereitschaft und am Arbeitswillen beim Beschwerdeführer nicht mangelte, ist anzunehmen, dass der Arzt der BEFAS seine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit in Kenntnis der medizinischen Unterlagen abgab, waren doch die Akten der Abklärungsstelle vor der Massnahme zugestellt worden. c) Nach dem Gesagten bildet das Gutachten des Dr. med. X.________ vom 22. Februar 1999 keine hinreichende Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Tätigkeiten und in welchem Umfang, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Leistungsfähigkeit, heute noch in Frage kommen. Das darauf beruhende Invalideneinkommen (von mindestens Fr. 35'000.-) kann daher nicht ohne weiteres zur Ermittlung des Invaliditätsgrades im Hinblick auf die Revision der halben Rente herangezogen werden. Vielmehr drängen sich weitere von der Verwaltung zu veranlassende Abklärungen in medizinischer und allenfalls beruflicher Hinsicht auf. Damit erübrigt sich eine nähere Prüfung der Einwendungen gegen die von der Vorinstanz als zumutbar erachteten Verweisungstätigkeiten.