Citation: 1P.149/2000 22.01.2001 E. 3

3.- a) Das Obergericht befasste sich bei der Würdigung der Beweise zunächst mit den Aussagen, welche Frau F.________ zum eigentlichen Tatgeschehen, d.h. zum Vorfall vom 9. Dezember 1996, gemacht hatte. Es nahm an, dieser Vorfall könne in fünf Phasen gegliedert werden: aa) Eine erste Phase stelle das vergebliche Warten von F.________ auf den Beschwerdeführer an der Busendstation dar. Frau F.________ habe erklärt, sie habe sich dort ca. fünf Minuten aufgehalten. Während dieser Zeit habe sie bei der Bushaltestelle einen Mann wahrgenommen. Dieser sei bereits dort gewesen, als sie mit dem Bus angekommen sei. Sie habe das Gefühl gehabt, der Mann warte nicht auf den Bus, sondern auf eine Person. Auch habe er bei Ankunft des Busses "komisch" in diesen geschaut und offensichtlich nach jemandem Ausschau gehalten. Das Obergericht war der Auffassung, Frau F.________ habe diese erste Phase "grundsätzlich glaubhaft" geschildert. bb) Die zweite Phase betreffe das Weggehen von Frau F.________ von der Bushaltestelle sowie das "Ein- und Überholen durch den Täter". Es gehe hier um die Beschreibung des Tatortes. Das Obergericht betonte, nach der "immer konstant" gebliebenen Kernaussage von Frau F.________ sei die Tat "auf dem Trottoir und jedenfalls zwischen der Busendstation sowie dem Wohnort des Stiefvaters geschehen". cc) Die dritte Phase sei gekennzeichnet als Einstieg in die Tat selbst. Nach den Angaben von Frau F.________ sei diese von dem sie überholenden Mann angehalten worden, der von ihr Geld gefordert habe. Auf ihre Entgegnung, sie habe keines, habe er zurückgefragt, weshalb sie kein Geld bei sich habe; auf ihr Angebot, in ihrer Tasche doch selbst nachzuschauen, habe er nur den Kopf geschüttelt. Das Obergericht führte aus, Frau F.________ wolle in dieser Phase den Täter als einen Freund des Beschwerdeführers erkannt haben. Dabei habe sie "ihr eigentliches Ringen, ihre Unsicherheit sowie die allmählich gewonnene Gewissheit bezüglich der Identität des Täters nachvollziehbar und überzeugend geschildert". dd) Die vierte Phase betreffe den tätlichen und auf den Bauch der im achten Monat schwangeren F.________ gerichteten Angriff. Das Obergericht hielt fest, die von den beiden Angeklagten aufgezeigten - vermeintlichen wie tatsächlichen - Ungereimtheiten würden nicht den Kerngehalt der Aussage betreffen; sie seien nicht geeignet, Zweifel am geschilderten Tatablauf zu begründen. Der "überraschend und schnell aufeinander folgende zweimalige Tritt gegen den Bauch aus nächster Nähe" sei "als Konstante immer vorhanden". Frau F.________ habe als Zeugin von sich aus präzisiert, sie habe sofort ihre beiden Arme schützend auf den Bauch gelegt. Der eine Tritt habe den Bauch, der andere den Arm getroffen. Das Obergericht erwog, darin sei kein Widerspruch zu den früher angegebenen zwei Tritten in den Bauch zu sehen, da jener Tritt, der den auf den Bauch gelegten Arm getroffen habe, auch als solcher in den Bauch habe empfunden werden können. ee) Die letzte Phase beziehe sich auf die Flucht des Täters und auf das Wegrennen von Frau F.________ in Richtung der Wohnung des Stiefvaters. Das Obergericht erachtete die von F.________ gegebene Darstellung auch bezüglich dieser Phase als nachvollziehbar und glaubhaft. b) Sodann befasste sich das Obergericht mit den nicht den eigentlichen Tatablauf vom 9. Dezember 1996 betreffenden Aussagen von Frau F.________, mit den Einwendungen, welche die Angeklagten gegen die Glaubwürdigkeit von F.________ und gegen die Glaubhaftigkeit der von ihr gemachten Angaben erhoben hatten, mit den Schilderungen der Angeklagten zum Tatabend sowie mit deren weiteren Ausführungen. Es gelangte nach eingehender Würdigung der Beweise zum Ergebnis, der in der Anklage aufgeführte Sachverhalt sei erstellt, mit folgender Präzisierung: Es könne offen bleiben, ob der Beschwerdeführer den Angeklagten B.________ zur Tat angestiftet habe, da die Anklage eine Mittäterschaft ohne weiteres abdecke. Das Obergericht erachtete es als erwiesen, dass sich die beiden Angeklagten im Zeitraum zwischen dem 3. und 9. Dezember 1996 entschlossen hätten, mit Gewalteinwirkung bei F.________ eine Abtreibung zu bewirken.