Citation: 1C_600/2021 E. 3.4

3.4. Das BAFU führt aus, dass die Durchführung von Wartungsarbeiten auf der Parzelle des Beschwerdeführers die Gefahr berge, dass umweltgefährdende Stoffe in die Umwelt und ins Wasser gelangten. Moderne Korrosionsschutzanstriche, wie sie im Schiffsbau verwendet würden, umfassten Beschichtungssysteme auf Kunststoffbasis. Auch Bewuchsschutzfarben, die auf der Aussenhaut des Unterwasserschiffs angebracht würden, basierten teilweise auf Kunststoffharzen mit abradierenden Schichten. Durch die verschiedenen Wartungstätigkeiten, insbesondere bei der Hochdruckreinigung und dem Abschleifen, würden solche Anstriche abgetragen und könnten als Mikroplastikpartikel oder Staub in die Umwelt, namentlich in Böden und Gewässer, gelangen. Auch beim Auftragen der Beschichtung und der Reinigung der Ausrüstung (z.B. Filterwechsel bei Absauggeräten) würden Bewuchsschutz- und Beschichtungsmittel freigesetzt. Kunststoffpartikel würden nicht oder nur langsam abgebaut. Sie könnten Schadstoffe enthalten oder an ihrer Oberfläche anreichern und hätten daher eine potenziell schädigende Wirkung auf die Fauna und Flora. Solche Emissionen seien gemäss Art. 4 der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1) so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar sei. Der Kanton Aargau habe zusammen mit diversen anderen Kantonen Vorgaben für die Reinigungs- und Wartungsarbeiten von Schiffen und Booten definiert. Diese seien an die Besitzer von Booten, Bootslagerplätzen und -waschplätzen gerichtet und sähen vor, dass Reinigungsarbeiten mit Hochdruck oder Reinigungsmitteln nur auf befestigten Plätzen mit Anschluss an die Kanalisation durchgeführt werden dürften. Schleif- oder Ablaugearbeiten und Bootsanstriche dürfen nur in der Werft oder in einer den Vorschriften entsprechenden Werkstatt durchgeführt werden. Das einfache Absaugen, wie es der Beschwerdeführer zu handhaben gedenke, genüge diesen Vorgaben nicht. Hinzu komme, dass Boote, bevor sie gewartet werden könnten, praxisgemäss mit Wasser gereinigt werden müssten. Bei der Reinigung falle verschmutztes Abwasser an. Es sei jedoch nach Art. 6 Abs. 1 GSchG untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen könnten, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen. Auch die Versickerung des verschmutzten Abwassers sei verboten. Die Parzelle, die vorliegend als "Wartungsplatz" vorgesehen sei, verfüge über keine befestigte Fläche mit Anschluss an die Kanalisation. Aufgrund der fehlenden rechtskonformen Entwässerung wäre der Kran schon aus diesem Grund nicht bewilligungsfähig.