Citation: 8C_719/2022 E. 4.3

4.3. Auch das BSV erinnert an die seinen Verwaltungsweisungen zugrunde liegende Rechtsprechung des früheren Eidgenössischen Versicherungsgerichts. Die Hilflosenentschädigung habe zwar behinderungsbedingte Mehrkosten, aber keinen konkreten wirtschaftlichen Schaden abzudecken. Die Ausrichtung erfolge unabhängig von den effektiv anfallenden Kosten oder einer allfälligen Inanspruchnahme von Dienstleistungen Dritter. Vielmehr handle es sich um eine pauschalisierte Leistung und sei der von der Vorinstanz angestellte ökonomische Vergleich daher unzulässig. Selbst wenn gestützt auf die vorinstanzlichen Erwägungen unter teilweiser Berücksichtigung auch des von der behandelnden Ärztin im Einzelnen geltend gemachten höheren Zeitaufwands von 116,5 Minuten pro Tag ausgegangen werde, sei die Grenze von zwei Stunden noch immer nicht erreicht. Zudem trete nur ein erschwerendes Element hinzu, sodass die Voraussetzungen für eine Anspruchsberechtigung nicht gegeben seien.