Citation: C 118/03 13.02.2004 E. 3

Somit bleibt zu prüfen, ob auch der Anspruch auf besondere Taggelder zur Förderung der selbstständigen Erwerbstätigkeit zu Recht verneint wurde, da sich das Projekt bei Gesuchseinreichung nicht mehr in der Planungsphase befand. 3.1 Fest steht, dass die Versicherte im Sinne einer Einarbeitung bereits während der Monate Mai und Juni 2002 im Studio X._________ arbeitete, um ab 1. August 2002 einen der zwei Arbeitsplätze des schon seit mehreren Jahren bestehenden Geschäfts zu übernehmen. In ihrem Gesuch gibt die Beschwerdeführerin an, die bisherige Alleininhaberin des Studios sei völlig ausgebucht, sodass sie die Chance erhalten habe, ohne Investitionen in ein bereits seit mehreren Jahren bestehendes Geschäft einsteigen zu können. 3.2 Nach der Verwaltungspraxis des Bundes (Kreisschreiben des seco über die arbeitsmarktlichen Massnahmen [AMM], Rz K17, gültig ab 1. Januar 2002) können grundsätzlich bei der Übernahme eines bestehenden Betriebes keine besonderen Taggelder übernommen werden. Selbst wenn man vorliegend von einer - wenn auch kurzen - Planungsphase ausgeht, ist festzustellen, dass sich das Projekt der Versicherten aufgrund der dargelegten tatsächlichen Gegebenheiten bei Gesuchseinreichung (11. Juli 2002) bereits in der nicht mehr unterstützungsberechtigten Anlauf- oder Startphase befand. Denn unter der Planungsphase nach Art. 71a Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 95a AVIV wird nur die allererste Periode des Beginns der Selbstständigkeit verstanden, nämlich diejenige Zeitspanne, in welcher die versicherte Person ihrer bisher als blossen Idee bestehenden Absicht der selbstständigen Erwerbstätigkeit konkrete Züge verleiht, indem sie sich ein die Grundlagen der Geschäftstätigkeit umfassendes Dossier zusammenstellt und die dafür notwendigen Abklärungsarbeiten vornimmt (Urteil N. vom 7. März 2003, C 160/02, Erw. 3.2). Hier war bereits vor Gesuchseinreichung die gesamte Infrastruktur vorhanden sowie die eigentliche Übernahme des Arbeitsplatzes vereinbart und die Versicherte arbeitete ab Mai 2002 mit ihren Kunden. Damit besteht auch aufgrund der am 11. Juli 2002 bereits weit fortgeschrittenen Umsetzung der geplanten Selbstständigkeit kein Raum, den Anspruch auf Ausrichtung von besonderen Taggeldern zur Förderung der selbstständigen Erwerbstätigkeit zu bejahen, womit der vorinstanzliche Entscheid im Ergebnis zu bestätigen ist. 3.3 Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwände vermögen daran nichts zu ändern, wobei die nach Ablauf der Rechtsmittelfrist am 28. März 2003 aufgelegten Aktenstücke unbeachtlich sind (BGE 127 V 355 ff. insbes. 357 Erw. 4). Insbesondere dringt die sinngemässe Berufung auf Treu und Glauben hinsichtlich der Auskunft der RAV-Personalberaterin, sie könne auch rückwirkend auf den 1. Juli 2002 besondere Taggelder beantragen, nicht durch. Selbst wenn eine falsche oder sonst wie irreführende Auskunft der Personalberaterin vorgelegen hat, was der Beschwerdegegner nicht bestreitet, hat die Beschwerdeführerin im Vertrauen auf diese behördliche Auskunft keinerlei Dispositionen getroffen (BGE 121 V 66 Erw. 2a mit Hinweisen), vielmehr bat sie mit Schreiben vom 24. Juli 2002 das KWA, die beantragten Taggelder erst ab 1. August 2002 zu bewilligen, womit der Gutglaubensschutz u.a. schon an dieser Voraussetzung scheitert. Es wird auf die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen. 3.4 Was den beschwerdeführerischen Vorwurf anbelangt, die Vorinstanz habe ihr "indirekt eine handschriftliche Abänderung zugemutet" ist festzuhalten, dass der Urheber oder die Urheberin dieser handschriftlichen Korrekturen nicht genannt wird. Das kantonale Gericht schloss bei beiden abgeänderten Dokumenten lediglich auf die gleiche Handschrift, was sicherlich richtig ist. Die Beschwerdegegnerin gibt zudem in ihrer vorinstanzlichen Vernehmlassung an, dass diese Änderungen von der zuständigen RAV-Personalberaterin angebracht worden seien, womit diese wohl nicht von der gesuchstellenden Person stammen. Für den Ausgang des Verfahrens ist dies hingegen ohne Belang.