Citation: U 64/05 28.10.2005 E. 3

3.1 Zur Begründung ihres Standpunktes beruft sich die Beschwerdegegnerin - bestätigt durch das kantonale Gericht - im Wesentlichen auf die gutachterlichen Schlussfolgerungen des Dr. med. M.________ vom 20. Juli 2003. Darin kam der Rheumatologe zum Ergebnis, dass die ab Juni 2003 geltend gemachten subjektiven Beschwerden und objektiven Befunde im HWS- und Schulterbereich in erster Linie auf den vorbestehenden Flachrücken sowie die körperlich anstrengende, seit Januar 2003 vollzeitlich ausgeübte berufliche Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Geigerin zurückzuführen seien, welche neben einer hohen Konzentration und geistigen Präsenz eine ungünstige Sitzposition und Körperhaltung erforderlich mache. Dabei komme es immer wieder zu Überlastungen und Verkrampfungen der Muskulatur zervikal sowie im Schulterbereich rechts und - durch die statisch ungünstige Position - zu Blockierungen von Wirbelgelenken zervikal rechts. Zusätzlich spielten auch die Doppelbelastung der Versicherten in Beruf und Haushalt (zwei kleine Kinder, unregelmässige Arbeitszeit des ebenfalls im Theater O.________ als Musiker beschäftigten Ehegatten) sowie kontraproduktive Kraftübungen im Fitnessstudio eine Rolle. Zusammenfassend sei die am 9. Dezember 2001 erfolgte Aktivierung des vorbestehenden Beschwerdebildes zervikal und im Schulterbereich rechts, das bereits im November 1999 und Dezember 2000 medikamentös und physikalisch habe behandelt werden müssen, mit Sicherheit 1 ½ Jahre nach dem Unfall abgeklungen. Seither wirkten, zumal es durch die Kollision weder zu neurologischen Ausfällen noch zu ossären, artikulären oder Weichteilverletzungen gekommen sei und sich auch kein zervikocephales Syndrom entwickelt habe, nurmehr die beschriebenen unfallfremden Ursachen an der aktuellen gesundheitlichen Störung mit. 3.2 Unbestrittenermassen standen sowohl die unmittelbar nach dem 9. Dezember 2001 geklagten wie auch die auf Rückfall hin gemeldeten Beschwerden bis Ende Mai 2003 in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfallgeschehen. Entgegen der Betrachtungsweise von Vorinstanz und Unfallversicherer lassen nun jedoch weder der von Dr. med. M.________ erwähnte Umstand des Zeitablaufs von rund 1 ½ Jahren nach dem Unfall noch das Fehlen objektivierbarer Gesundheitsschädigungen allein das Fortbestehen traumatischer Beschwerden ausschliessen. So ist nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung bekannt, dass bei einem Schleudertrauma der HWS auch ohne nachweisbare pathologische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können (BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa). Was ferner das als unfallfremd eingestufte Zervikovertebralsyndrom vor allem rechts bei Flachrücken anbelangt, ergibt sich aus den Akten, dass die Versicherte bereits vor dem Unfall gelegentlich an Kopfschmerzen gelitten und sie sich im November 1999 sowie Dezember 2000 auf Grund von Nacken- und Schulterschmerzen rechts sowie Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur rechts physikalischen und medikamentösen Therapiemassnahmen unterzogen hat. Dieser vorbestehende Zustand wurde, wie auch den Ausführungen des Dr. med. E.________ vom 21. Juni 2004 zu entnehmen ist, durch das Unfallereignis verstärkt, indem vermehrt Nackenschmerzen rechts mit Ausstrahlung in den Hinterkopf (schmerzhafter Triggerpunkt am Ansatz der Nackenmuskulatur am Okziput rechts) sowie - in der Regel mit den Nackenschmerzen in Zusammenhang stehende - intensive Migräneanfälle aufgetreten sind. Als auslösende Faktoren für diese Beschwerden bezeichnete die Versicherte gegenüber Dr. med. M.________ anlässlich der Untersuchungen vom 24. Juni und 7. Juli 2003 primär intensives Geigenspiel sowie im Rahmen des Fitnesstrainings durchgeführte Arm- und Schulterübungen, wohingegen Dr. med. E.________, welchen die Beschwerdeführerin am 16. Juni 2004 konsultiert hatte, die geltend gemachten Schmerzen als weitgehend belastungsunabhängig einstufte. Ob das bereits vorhandene Beschwerdebild durch den Unfall lediglich eine Verstärkung im Sinne der von Dr. med. M.________ dargelegten Aktivierung erfahren oder das Kollisionsereignis, so andeutungsweise die Erläuterungen des Dr. med. E.________, durch das erlittene Schleudertrauma der HWS - und den für dieses typischen Symptomenkomplex - ein zusätzliches Verletzungsbild mit eigenständigem Charakter hervorgerufen hat, braucht nicht abschliessend beantwortet zu werden. Wie in den nachstehenden Erwägungen aufgezeigt wird, erweist sich die Expertise des Dr. med. M.________ vom 20. Juli 2003 in ihrem derzeitigen Zustand ohnehin als unvollständig, sodass jedenfalls gestützt darauf der rechtsgenügliche Nachweis, wonach die Unfallkausalität ab Juni 2003 weggefallen sein soll, nicht zu erbringen ist.