Citation: 1B_219/2020 E. 2.3.3

2.3.3. Diese Erwägungen der Vorinstanz sind nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer vermag mit seinen spekulativ anmutenden Vorbringen nichts daran zu ändern, zumal er sich mit den vorinstanzlichen Ausführungen nicht auseinandersetzt, sondern über 15 Seiten hinweg wörtlich seine Stellungnahme an die Vorinstanz wiedergibt. Insbesondere gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass es sich um eine bedachte und abgesprochene Inszenierung gehandelt hätte, dass der Vorsitzende den Vorfall aufgebauscht oder den Vater und die Ehefrau des Beschwerdeführers bewusst attackiert und gezielt blossgestellt und gestützt auf verfälschte, ungeprüfte Behauptungen sitzungspolizeiliche Massnahmen ausgesprochen haben soll. Vielmehr geht für den Zeitraum nach der Verhandlungspause aus dem Verhandlungsprotokoll hervor, dass die Rechtsvertreterin des Mitbeschuldigten den Vorfall dem Gericht geschildert und um Gewährung des rechtlichen Gehörs ersucht hat. Die Ehefrau des Beschwerdeführers habe zudem die beiden Mitbeschuldigten beschimpft, weshalb diese Personen allenfalls aus dem Gerichtssaal zu weisen seien. In der Folge hat der Vorsitzende den Vater aufgerufen und ihn sowie den Mitbeschuldigten befragt, worauf es im Gerichtssaal laut geworden sei. Der Vorsitzende hat den Vater anschliessend aus dem Gerichtssaal gewiesen und die Ehefrau sowie die anderen Anwesenden verwarnt (Protokoll, S. 62 ff.). Eine schwere Amtspflichtverletzung im oben genannten Sinn (vgl. E. 2.1) bzw. ein Anschein von Befangenheit ergibt sich aus diesem Vorgehen des Vorsitzenden nicht. Daran ändert nichts, dass der Vorsitzende den Vater des Beschwerdeführers gemäss dessen Ausführungen gefragt haben soll: "Chönd Sie überhaupt dütsch?", und er der Ehefrau des Beschwerdeführers vor der sitzungspolizeilichen Verwarnung das rechtliche Gehör nicht gewährt hat. Inwiefern die Tonaufnahme, welche gemäss den Vorbringen des Beschwerdeführers die Stimmungslage im Gerichtssaal bestens wiedergeben soll, zu einem anderen Ergebnis führen könnte, ist nicht ersichtlich. Der entsprechende Antrag des Beschwerdeführers ist daher abzuweisen. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das Protokoll gebe das Geschehen verfälscht wieder, ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass ihm der Weg des Protokollberichtigungsbegehrens gemäss Art. 79 Abs. 2 StPO offen gestanden wäre. Der Beschwerdeführer bemängelt weiter, die Vorinstanz habe die Schlagzeilen und Berichterstattung der Presse gar nicht erst zur Kenntnis genommen, im Entscheid finde keine ernsthafte Auseinandersetzung damit statt. Jedoch hat die Berichterstattung der Presse mit der vorliegend streitgegenständlichen Ausstandsfrage nichts zu tun. Es ist daher nicht zu beanstanden und bedeutet keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wenn im vorinstanzlichen Beschluss diesbezüglich keine Auseinandersetzung stattgefunden hat. Dass die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen wäre oder gegen den Anspruch auf ein faires Verfahren verstossen hätte, ist nach dem Gesagten ebenfalls zu verneinen. Mit Blick auf den Umfang der Beschwerde kann denn auch nicht gesagt werden, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen sei, sich über die Tragweite des Beschlusses Rechenschaft zu geben und ihn sachgerecht anzufechten. Das beschwerdeführerische Vorbringen, durch die Verweigerung der Herausgabe des Tonträgers habe der Vorsitzende das Ausstandsbegehren "weitgehend obstruiert und in einem gewissen Sinne manipuliert", ist nicht nachvollziehbar.