Citation: M 6/99 21.09.2000 E. 3

3.- Die Vorinstanz hat nebst der Höhe des Integritätsschadens auch die Jahresrentenansätze überprüft, auf welchen die Integritätsschadenrente beruht, obwohl der Beschwerdeführer die Rentenberechnung gemäss Einspracheentscheid des BAMV nicht angefochten hatte. Das Bundesamt macht in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter Berufung auf BGE 119 V 347 geltend, die mit dem Einspracheentscheid bestätigte Verfügung sei hinsichtlich der unangefochten gebliebenen Rentenelemente in Teilrechtskraft erwachsen, weshalb es der Vorinstanz verwehrt gewesen sei, von Amtes wegen auf den Jahresrentenansatz zurückzukommen. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. Zwar hat das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 119 V 350 Erw. 1b entschieden, dass eine Verfügung - soweit sie in der Einsprache unangefochten bleibt und nicht von Amtes wegen überprüft wird - in Teilrechtskraft erwächst. Diesem Urteil lag jedoch ein anderer Sachverhalt zu Grunde, indem es dort um eine Verfügung betreffend zwei verschiedene Rechtsverhältnisse (Invalidenrente und Integritätsentschädigung) ging, welche bezüglich der Integritätsentschädigung zufolge Nichtanfechtung im Einspracheverfahren in Rechtskraft erwachsen und folglich im anschliessenden (erstinstanzlichen) Beschwerdeverfahren nicht zu überprüfen war. Demgegenüber bildet der von der Vorinstanz geänderte Rentenansatz nur einen Teilfaktor im Rahmen der auf allen Stufen - einsprache- und beschwerdeweise - angefochtenen Festsetzung der Integritätsschadenrente. Solange aber, wie vorliegend, über den Streitgegenstand - die Integritätsschadenrente - nicht rechtskräftig entschieden ist, verbietet sich die Annahme, einzelne Elemente der streitigen Rentenzusprechung seien bereits rechtskräftig erledigt (unveröffentlichtes Urteil M. vom 15. Mai 1995, U 144/94). Die Vorinstanz war daher befugt, im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen (vgl. BGE 125 V 500 Erw. 1 mit Hinweisen) die Rentenberechnung des BAMV zu überprüfen. Aus den dargelegten Gründen ist entgegen der Ansicht des BAMV im vorliegenden Verfahren auch die Frage des Rentenbeginns einer Überprüfung zugänglich.