Citation: 2C_121/2023 E. 6.2.2

6.2.2. Entgegen der Beschwerdeführerin wird zudem im Bericht des Bundesrats ausgeführt, dass das schweizerische Entsorgungskonzept von zwei verschiedenen geologischen Tiefenlagern ausgeht, dem Lager für schwach und mittelradioaktive Abfälle (SMA) und dem Lager für hochradioaktive Abfälle (HAA). Weiter hielt der Bundesrat in seinem Bericht zwar fest, dass das SMA- und das HAA-Lager an zwei verschiedenen Standorten, bei einer entsprechenden geologischen Situation aber auch als sogenanntes "Kombilager" im gleichen Standortgebiet erstellt werden und dabei die Oberflächeninfrastruktur und einen Teil der Zugangsbauwerke nach Untertage gemeinsam nutzen könnten (Bericht S. 3). Im Hinblick auf diese zuletzt genannte Möglichkeit hat der Bundesrat sodann indessen, worauf schon die Vorinstanz zutreffend abgestellt hat (angefochtener Entscheid E. 10.3.4), in einer Auflage für das Entsorgungsprogramm 2021 verlangt, dass die Nagra (Nationale Gesellschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) die grundsätzlich bestehenden Varianten bei einer Kombilager-Lösung aufzeigen muss, um sicherheitsrelevante Beeinträchtigungen der einzelnen Lagerteile zu vermeiden. Ausserdem sollen der relative Platzbedarf und die sicherheitstechnisch anzustrebenden Varianten dokumentiert werden (Verfügung Ziff. 5.3). Damit ist jedenfalls, wie schon die Vorinstanz zutreffend erkannt hat, klar, dass der Bundesrat zwar, wie schon die Nagra, neben der Variante der Errichtung je eines SMA- und eines HAA-Lagers die Erstellung eines Kombilagers als Möglichkeit in Betracht zog, dass aber eingehende zusätzliche Untersuchungen mit Bezug auf die allenfalls besonderen Sicherheitsrisiken, welche bei dieser Art der Lagerung von SMA sowie HAA im gleichen Standortgebiet resultieren können, sowie im Hinblick auf die zu deren Beherrschung notwendigen sicherheitstechnischen Massnahmen forderte, bevor eine solche Variante tatsächlich weiterverfolgt werden könne. Damit lag aber entgegen der Beschwerdeführerin mit dem Bericht und der Verfügung des Bundesrats vom 21. November 2018 im Zeitpunkt des Entscheids der VK STENFO ein bedeutsames Dokument vor, welches bei der Neubeurteilung der Chance der Verwirklichung eines Kombilagers zu berücksichtigen war. Ob die Vorinstanz dabei, indem sie unter Berücksichtigung von Bericht und Verfügung des Bundesrats die Wahrscheinlichkeit der Realisation eines Kombilagers gegenüber ihrem Antrag ans UVEK von 40% auf 20% senkte, das ihr zustehende Ermessen überschritt, ist im Lichte der Rügen der Beschwerdeführerin zu prüfen (vgl. nachstehende E. 7).