Citation: 8C_460/2017 E. 5.5

5.5. Das kantonale Gericht führte aus, dass gestützt auf die Rechtsprechung den Gutachtern bei der Wahl der Untersuchungsmethoden ein weiter Ermessensspielraum zustehe. Sodann seien die gestellten Diagnosen im psychiatrischen Gutachten vom 5. Januar 2016, wonach der Versicherte an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige depressive Episode, und an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leide, jedoch ein hirnorganisches Psychosyndrom ausgeschlossen und eine persistierende Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nur als möglich erachtet wurde, nachvollziehbar. Mit dem bereits zitierten Urteil 8C_130/2017 vom 30. November 2017 (E. 5.3 hiervor) bleibt zwar die Diagnose Ausgangspunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Leistungseinschränkung, jedoch wird auch verdeutlicht, dass die gesamte Befundlage objektiven Massstäben folgend daraufhin geprüft werden muss, ob daraus eine Arbeitsunfähigkeit resultiert. Ungeachtet der Diagnosen ist es aus IV-rechtlichen Gesichtspunkten wesentlich, die funktionellen Einschränkungen zu evaluieren, um so die Frage nach der Notwendigkeit einer Berentung zu beantworten. Im vorliegenden Kontext kann es mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil nicht massgebend sein, ob die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung narzisstisch oder gemischt vorliegt. Die lediglich andere medizinische Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. med. F.________ vom 1. Juli 2016, es sei eher von einer gemischten als von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung auszugehen, erachtete die Vorinstanz in freier Beweiswürdigung als nicht geeignet, die Schlussfolgerungen der Expertin in Zweifel zu ziehen. Hierauf hatte auch bereits der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in seiner Stellungnahme vom 25. Juli 2016 hingewiesen. Die Gutachterin evaluierte im Rahmen ihrer Untersuchung und anhand der Unterlagen vielmehr sorgfältig sowohl die vorhandenen Ressourcen wie auch die leistungshemmenden Aspekte und schlussfolgerte bei gesamthafter Betrachtung widerspruchsfrei auf die attestierte Arbeitsfähigkeit. Der Vorwurf in der Beschwerde, die Expertin habe insbesondere den Abbruch des Aufbautrainings bei der Arbeitsintegration H.________ nicht gewürdigt, ist schlicht aktenwidrig (vgl. S. 32 des psychiatrischen Gutachtens). Sie beachtete in ihrer Beurteilung durchaus die drei fehlgeschlagenen Eingliederungsversuche, deren Scheitern (unter Angabe von psychischen und physischen Beschwerden) sie jedoch nicht gänzlich nachvollziehen konnte. Dass sie sich nicht ausdrücklich auf die Berichte der Arbeitsintegration H.________ vom 10. November 2014 und der BEFAS Spital I.________ vom 12. Dezember 2013 oder auf die im Jahr 2012 gescheiterte Arbeitsbemühung im ersten Arbeitsmarkt bezog, stellt keinen entscheidenden Mangel dar, der die Beweiswertigkeit ihrer Schlussfolgerungen schmälern würde. Die darauf beruhenden Feststellungen der Vorinstanz, die Gutachterin sei in Würdigung der Berichte zu den beruflichen Massnahmen zum Schluss gelangt, die subjektiven Beschwerden und Einstellungs- bzw. Motivationsprobleme stünden beim Beschwerdeführer im Vordergrund, wobei psychopathologisch keine objektivierbaren Einschränkungen ersichtlich seien, die erfolgreiche berufliche Massnahmen verunmöglichten, sind für das Bundesgericht verbindlich. Der diesbezüglich erhobene Einwand, die Vorinstanz habe in Missachtung der Rechtsprechung gemäss BGE 140 V 193 die Vorgaben zur Beweiswürdigung von Gutachten und Berichten von Integrationsfachleuten falsch angewendet und daher Bundesrecht verletzt, geht fehl. Die zitierte Rechtsprechung betrifft die Aufgabenteilung von rechtsanwendender Stelle und begutachtender Arztperson bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und ist daher im Zusammenhang mit der Würdigung von Berichten im Rahmen der beruflichen Abklärung nicht einschlägig. Die Vorbringen des Versicherten hinsichtlich der angezweifelten Fachkompetenz der psychiatrischen Gutachterin sind ferner nicht stichhaltig. Eine Facharztausbildung in der zu begutachtenden medizinischen Disziplin genügt mit der Vorinstanz. Eine schweizerische Ausbildung bzw. der FMH-Facharzttitel ist nicht Bedingung für die Eignung einer Ärztin oder eines Arztes als Gutachtensperson in einer bestimmten medizinischen Disziplin; eine Fachausbildung kann auch im Ausland erworben werden (BGE 137 V 210 E. 3.3.2 S. 246; Urteile 8C_997/2010 vom 10. August 2011 E. 2.4; 8C_253/2010 vom 15. September 2010 E. 5.2; 9C_270/2008 vom 12. August 2008 E. 3.3). Aus dem Medizinalberuferegister des Bundesamtes für Gesundheit (MedReg; http://www.medregom.admin.ch, besucht am 11. Januar 2017) ergibt sich, dass die Gutachterin eine im Jahr 2007 in der Schweiz anerkannte Weiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie sowie in Physikalischer Medizin und Rehabilitation absolvierte. Hinweise, dass sie ihre Weiterbildung vernachlässigt oder nicht hinreichend qualifiziert wäre, den Sachverhalt aus psychiatrischer Sicht zu beurteilen, liegen nicht vor. Wenn die Vorinstanz folglich auf das Gutachten abstellte, kann dies nicht als bundesrechtswidrig qualifiziert werden. Im Rahmen der eingeschränkten Sachverhaltskontrolle ist es nicht die Aufgabe des Bundesgerichts, die schon im vorangegangenen Verfahren im Recht gelegenen ärztlichen Berichte neu zu beurteilen und die rechtsfehlerfreie Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz hinsichtlich der medizinisch begründeten Verminderung des Leistungsvermögens und des Ausmasses der trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen verbleibenden Arbeitsfähigkeit zu korrigieren. Daher genügt es nicht, wenn sich der Beschwerdeführer über weite Strecken darauf beschränkt, dem vorinstanzlichen Beweisergebnis seine Sicht der Dinge gegenüberzustellen. Wie dargelegt, vermögen seine Rügen keine offensichtlichen Unrichtigkeiten der vorinstanzlichen Schlussfolgerungen aufzuzeigen. Konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Administrativgutachtens liegen nicht vor (E. 5.4), weshalb die vom kantonalen Gericht angenommene 80%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vor Bundesrecht stand hält. Da damit jedenfalls ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt werden kann, durfte es auf die Ermittlung des genauen Invaliditätsgrads verzichten. Damit hat es beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden.