Citation: 6B_844/2023 E. 3.4.2

3.4.2. Im Übrigen erweisen sich die Vorbringen des Beschwerdeführers als unbegründet. Die Vorinstanz verneint mit zutreffender Begründung einen Härtefall und zeigt nicht weniger überzeugend auf, dass - selbst wenn ein Härtefall vorliegen würde - die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung des Beschwerdeführers dessen private Interessen an einem weiteren Verbleib in der Schweiz überwiegen. Auf ihre Begründung kann grundsätzlich verwiesen werden. Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers trägt die Vorinstanz seiner langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz seit dem Jahr 1991 hinreichend Rechnung, wobei sie zutreffend berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer mehr als einen Drittel dieser Zeit ununterbrochen im Freiheitsentzug verbrachte. Vor seiner Inhaftierung im Jahr 2011 ist er zwar einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, war allerdings auf die finanzielle Unterstützung seines Bruders angewiesen. Auch hat der Beschwerdeführer eine Familie gegründet, die jedoch mit der Trennung von seiner früheren Partnerin und der Entführung seiner Söhne nach Nigeria auseinandergerissen wurde. Aktuell pflegt er gemäss den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen in der Schweiz einzig zu seinem Bruder, dessen Familie und weiteren Verwandten Kontakt. Zu seiner in der Schweiz lebenden erwachsenen Tochter hat er keinen Kontakt, seine beiden minderjährigen Söhne leben - soweit bekannt - in Nigeria. Soziale Beziehungen ausserhalb seiner Verwandtschaft sind weder erstellt noch dargelegt. Damit ist der Beschwerdeführer weder in privater, familiärer, beruflicher, wirtschaftlicher oder kultureller Hinsicht genügend in der Schweiz integriert. Angesichts des diesbezüglich unbelegten und appellatorischen Vorbringens des Beschwerdeführers, ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass auch seine gesundheitliche Verfassung zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils keinen schweren persönlichen Härtefall zu begründen vermag. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, ist die Legalprognose des Beschwerdeführers als schlecht zu bewerten und es ist aus dessen Verhalten zu schliessen, dass er die schweizerische Rechtsordnung offensichtlich gering schätzt. Die Resozialisierungsmöglichkeiten des Beschwerdeführers in Nigeria sind mit der Vorinstanz im Vergleich zu jenen in der Schweiz nicht schlechter einzustufen. Der Beschwerdeführer hat die prägenden Kinder- und Jugendjahre in seiner Heimat Nigeria verbracht und ist erst als junger Erwachsener in die Schweiz gekommen. Er beherrscht die Sprache und ist mit der dortigen Kultur vertraut. Ferner leben Angehörige seiner Grossfamilie, mit denen er auch aus der Justizvollzugsanstalt heraus intensiven telefonischen und brieflichen Kontakt pflegt, und - soweit bekannt - seine beiden Söhne in Nigeria. Die Tätigkeit als Taxifahrer könnte er auch in Nigeria ausüben. Dass die Wirtschaftslage in Nigeria schwieriger als in der Schweiz ist, vermag eine Landesverweisung entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers nicht zu verhindern (vgl. Urteile 6B_1453/2022 vom 8. Juni 2023 E. 1.4.5; 6B_1372/2021 vom 3. März 2022 E. 2.2.5; 6B_759/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 4.3.3; 6B_118/2020 vom 2. September 2020 E. 1.4). Insgesamt dürfte dem Beschwerdeführer die berufliche und soziale Integration in Nigeria nicht besonders schwer fallen. In der Gesamtbetrachtung geht die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass die Landesverweisung beim Beschwerdeführer keinen schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB bewirkt. Damit erübrigt sich eine Interessenabwägung zwischen den privaten Interessen des Beschwerdeführers und den öffentlichen Sicherheitsinteressen grundsätzlich. Die Vorinstanz begründet jedoch auch in diesem Punkt überzeugend, dass bzw. weshalb die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung des Beschwerdeführers dessen private Interessen am Verbleib in der Schweiz klarerweise überwiegen (vgl. Urteil S. 32). Da der Beschwerdeführer die angeordnete Dauer der Landesverweisung und deren Ausschreibung im SIS nicht kritisiert, ist darauf nicht einzugehen.