Citation: 4P.41/2000 22.06.2000 E. 4

4.- Das Obergericht erachtet die Zusicherung des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin auch deshalb als erstellt, weil ihrem Ehemann ein unüblich tiefer Arbeitslohn ausgerichtet worden sei und die unentgeltliche Überlassung einer Betriebswohnung nach Erreichen des Pensionsalters deshalb als Bestandteil des Arbeitsvertrages zu betrachten sei. Der Beschwerdeführer rügt die Feststellung als willkürlich, der Ehemann der Beschwerdegegnerin habe einen unüblich tiefen Lohn erhalten. a) Das Obergericht verglich die dem Ehemann der Beschwerdegegnerin ab 1960 bis 1986 ausbezahlten Jahreslöhne mit dem statistischen Durchschnittslohn, wie er vom kantonalen Arbeitsamt für dieselbe Periode ermittelt worden war. Dabei stellte es fest, dass ab 1980, dem Zeitpunkt der behaupteten Zusicherung, der effektive Lohn von Robert Bodenmann im Vergleich zum statistischen Durchschnittslohn weniger stark gewachsen ist. Allerdings stieg der effektive Lohn nur in der Periode zwischen 1976 und 1980 im Vergleich zum statistischen Durchschnitt stärker an. Absolut gesehen lag der effektive Lohn Bodenmanns stets unter dem statistischen Durchschnittslohn. Dieser betrug etwa im Jahre 1985 Fr. 37'628.--, jener in der gleichen Periode aber bloss Fr. 28'826.--. Selbst wenn dem Ehemann der Beschwerdegegnerin ein zusätzlicher Lohnbestandteil, berechnet als Differenz des effektiven zu einem marktüblichen - nach Auffassung des Beschwerdeführers auf ca. Fr. 550.-- im Jahre 1981 und Fr. 700.-- im Jahre 1986 zu veranschlagenden - Mietzins aufgerechnet wird, bleibt der Lohn des zwar nicht diplomierten, jedoch seit 1960 beim Beschwerdeführer beschäftigen Glasbläsers unter dem statistischen Durchschnitt. b) Nichts zu seinen Gunsten vermag der Beschwerdeführer aus der Lohnauskunft der Schweizerischen GlasbläserVereinigung abzuleiten. Der Fachverband, der lediglich Zahlen für 1986 eruieren konnte, stellte fest, dass im betreffenden Jahr für die Kantone Baselland und Zürich ein Bruttoeinkommen von Fr. 38'400.-- bis Fr. 42'000.--, ohne Gratifikation, branchenüblich war. Weiter bejahte er eine entsprechende Frage des Obergerichts, dass der Arbeitsplatz Herisau "auf das Einkommen einen Einfluss hatte". Gestützt darauf lässt sich nicht einfach schliessen, dass der branchenübliche Lohn in Herisau "tiefer" (im Vergleich wozu ?) anzusetzen wäre. Ebensowenig gibt die Aussage des Zeugen Keller etwas für die Argumentation des Beschwerdeführers her. Der Zeuge führte auf die Frage nach dem branchenüblichen Lohn für einen Hilfsarbeiter in der Glasverarbeitungsbranche aus, dieser betrage ohne Nebenleistungen und mit den üblichen Abzügen Fr. 3'000.-- bis Fr. 3'500.-- brutto. Für das Jahr 1986 könnte er bei ca. Fr. 2'500.-- gelegen haben. Auch aus dieser Aussage lässt sich immerhin schliessen, dass der effektive Lohn Bodenmanns in den Jahren vor 1986 markant unter dem branchenüblichen Lohn lag. Mithin ist die angefochtene Feststellung von Verfassung wegen nicht zu beanstanden.