Citation: 5A_1072/2020 E. 8.4

8.4. Ins Leere läuft die Forderung der Beschwerdeführerin, ihr wegen der Korrektur ihrer Einkünfte für die Zeit von Januar bis April 2020 Betreuungsunterhalt zuzusprechen. Wie die vorigen Erwägungen zeigen, hat es hinsichtlich ihres Einkommens in der fraglichen Zeit mit dem angefochtenen Entscheid sein Bewenden (E. 5.4 und 6.4). Hingegen moniert die Beschwerdeführerin zu Recht die Berücksichtigung eines Überschussanteils beim Volljährigenunterhalt. Die volljährigen Kinder haben im Rahmen der Unterhaltsfestsetzung nach Massgabe der zweistufigen Methode ausschliesslich Anspruch darauf, dass ihr familienrechtliches Existenzminimum gedeckt wird - vorausgesetzt, dass nach der Finanzierung des familienrechtlichen Existenzminimums der Eltern und der minderjährigen Kinder noch Mittel übrig bleiben. Einen allfälligen, darüber hinaus anfallenden Überschuss teilen die Eltern und die minderjährigen Kinder unter sich auf, wobei dies in der Regel nach grossen und kleinen Köpfen geschieht. Dies ergibt sich aus der gesetzlichen Ordnung, wonach die Unterhaltspflicht gegenüber minderjährigen Kindern den andern familienrechtlichen Unterhaltspflichten grundsätzlich vorgeht (Art. 276a Abs. 1 ZGB) und auch der Unterhaltsanspruch des Ehegatten gegenüber demjenigen volljähriger Kinder vorrangig ist (BGE 132 III 209 E. 3.2 mit Hinweisen; s. zum Ganzen auch Raphael Fisch, Technik der Unterhaltsbemessung, in: FamPra.ch 2019, S. 459, sowie Urteil 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.3, zur Publikation vorgesehen). An dieser Rangordnung ändert auch der neue Art. 276a Abs. 2 ZGB nichts (BGE 146 III 169 E. 4.2). Auch in diesem Punkt erweist sich die Beschwerde als begründet, und zwar auch mit Bezug auf die Forderung der Beschwerdeführerin, Ziffer 2 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids aufzuheben.