Citation: 8C_575/2018 E. 3

Die Vorinstanz erwog, die Anhaltspunkte für die geltend gemachte Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden (Einkommen von Fr. 150'000.- bis 200'000.- zuzüglich Boni für eine 100 % Stelle als Projektmanagerin oder Consultant, mit Bachelor- und Masterabschluss sowie mit Lohnsteigerungen verbundenem Wechsel der Bank) seien zu ungewiss, um darauf abstellen zu können. Der berufsbegleitende Abschluss einer Handelsschule mit Passerelle zum Bachelor lasse darauf schliessen, dass sie die Tätigkeit als Kundenberaterin nur als Sprungbrett für eine weitere Ausbildung gesehen habe. So sei aus ihren Bemühungen zumindest ersichtlich, dass eine berufliche Fortbildung trotz sich bereits auswirkender Krankheit geplant gewesen sei. Es bestünden somit genügend konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie den Bachelorlehrgang ohne Krankheit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abgeschlossen hätte. Es könne jedoch nicht darauf geschlossen werden, dass sie das von ihrem Kollegen erzielte Abgangssalär von Fr. 200'000.- plus Boni erreicht hätte. Dass sie tatsächlich in eine Kaderposition befördert worden wäre und eine Stelle bei einer anderen Bank gefunden hätte, sei möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich. Es rechtfertige sich somit die Festlegung des Valideneinkommens gestützt auf die statistischen Durchschnittswerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE; Tabelle TA1_b, Ziff. 64,66, Finanzdienstleistungen, Kompetenzniveau 3 [unteres Kader], Frauen). Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.5 Stunden und einer Nominallohnentwicklung von 1 % im Jahr 2013 resultiere ein Jahreseinkommen von Fr. 124'198.- (12 x Fr. 9'877.- : 40 x 41.5 x 1.01). Weiter errechnete sie - unter Umrechnung des tatsächlich erzielten Einkommens auf das zumutbare 50 %-Pensum und Einbezug der Nominallohnentwicklung - ein Invalideneinkommen von Fr. 45'260.-; denn es liege ein stabiles langjähriges Arbeitsverhältnis vor und es bestünden keine Anzeichen für einen Soziallohn. Ein Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 124'198.- mit dem Invalideneinkommen von Fr. 45'260.- ergebe einen Invaliditätsgrad von 63 %. Somit habe die Versicherte ab 1. September 2013 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.