Citation: 6B_184/2020 E. A

Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich wirft A.________ u.a. vor, er habe im Rahmen seiner Tätigkeit für die Firma B.________ Services Ltd. mittäterschaftlich über ein Einwahlprogramm (sog. Dialer), das lokale Telefonnummern verwende, Privatpersonen aus der jeweiligen Region zufällig anrufen und die Verbindungen jeweils gleich wieder abbrechen lassen. Dadurch sei bei den Angerufenen der Eindruck entstanden, eine Person aus der Umgebung habe sie kontaktiert. Im Tatzeitraum zwischen ca. März und Mai 2010 seien so mindestens zehntausend Personen veranlasst worden, auf die Telefonnummer des Dialer zurückzurufen. Es sei jeweils eine Tonbandaufnahme abgespielt worden, lautend wie folgt: " B.________ Services hallo. Nach der Anmeldung zum Infodienst gegen Grippe und Pandemie erhalten Sie die Zugangsdaten per Post zugestellt. Die Anmeldung dieses Dienstes für zwölf Monate kostet einmalig nur 130 Franken und danach nur 2 Franken pro Minute. Bleiben Sie bis nach dem Signalton in der Leitung. Dadurch wird der mündliche Vertrag rechtsgültig ". Innert weniger Sekunden erfolgte nach Signaltönen die Ansage: " Wir bedanken uns für Ihre Anmeldung ". Anschliessend hätten die Beschuldigten allen Personen, die zurückgerufen und nach der Ansage nicht sogleich aufgelegt hatten, eine Rechnung mit Einzahlungsschein für die Jahresgebühr von Fr. 130.-- gesendet. Auf der Rechnung sei u.a. eine Kundennummer, das Datum und die genaue Uhrzeit des Rückrufs sowie die Telefonnummer der angerufenen Person aufgeführt gewesen. Unter dem Eindruck, einen gültigen Vertrag abgeschlossen zu haben, hätten 174 Geschädigte den geforderten Betrag an eine Inkassofirma überwiesen. Diejenigen Rechnungsempfänger, die die angebotene Dienstleistung ("Pandemie-Infodienst") tatsächlich beanspruchen wollten, seien getäuscht worden, weil kein solcher Dienst betrieben worden sei; auf dem Tonband des angeblichen Dienstes seien lediglich Musik und eine kurze, teilweise unverständliche Durchsage zu hören gewesen. Dies sei vor Bezahlung der Gebühr nicht überprüfbar gewesen (Anklage-Ziff. I, "B.________"). Weiter wird A.________ vorgeworfen, er habe zusammen mit einem Mittäter ab Anfang März 2010 bis zu seiner Verhaftung am 8. Juli 2010 über ein Callcenter Tausende von Personen telefonisch kontaktieren und fragen lassen, ob sie einen Geldbetrag an den Verein "C.________" spenden wollten, der die "grassierende Jugendgewalt" bekämpfe. Angerufene, die weitere Informationen über das Projekt wünschten, seien auf eine Website mit erfundenen resp. falschen Informationen über angebliche Hilfsprojekte und die Vereinsorgane verwiesen worden. Spendenwilligen seien Dankesschreiben mit Einzahlungsscheinen zugestellt worden. 1'209 Personen hätten insgesamt Fr. 45'203.45 auf ein auf "C.________" lautendes Konto einbezahlt. Die Spendengelder seien nicht für Projekte gegen Jugendgewalt verwendet worden, sondern zum einen Teil unter den beiden Beschuldigten aufgeteilt und zum anderen Teil für Ausgaben wie die Entlöhnung von Mitarbeitern des Callcenters verwendet worden (Anklage-Ziff. II, "C.________"). Das Bezirksgericht Zürich verurteilte A.________ in beiden angeklagten Punkten wegen gewerbsmässigen Betrugs. Es sprach eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten (Probezeit: zwei Jahre) aus (Urteil vom 22. November 2017). A.________ erhob Berufung, die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung im Strafpunkt.