Citation: 1E.1/2006 12.04.2006 E. 4

Nach Auffassung der Beschwerdeführer ist nachträglich noch eine formelle Umweltverträglichkeitsprüfung unter Mitberücksichtigung der bestehenden Bahn- und Verkehrsanlagen anzuordnen. Das UVEK hat dieses Begehren abgelehnt, weil die Frage nach der Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) Gegenstand des Plangenehmigungsverfahrens, nicht des Enteignungsverfahrens sei. Das Departement hat ergänzend festgestellt, dass das Vorliegen einer UVP-pflichtigen Anlage im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens zu Recht verneint worden sei. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei gemäss Ziffer 22.2 des Anhangs der Verordnung vom 19. Oktober 1988 über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV, SR 814.011) nur für jene Hochspannungsfreileitungen und -kabel durchzuführen, die für 220 kV und höhere Spannungen ausgelegt seien. Bei den vorliegenden Leitungen, die getrennt zu betrachten seien, seien die Spannungen niedriger. Diesen Erwägungen ist zuzustimmen (vgl. BGE 124 II 219 E. 6a). Die Beschwerdeführer machen zu Unrecht geltend, dass die beiden Leitungssysteme zusammen den für die UVP-Pflicht massgebenden Schwellenwert überschritten. Eine Addition der Spannungen mehrerer Leitungen könnte zur Bestimmung der UVP-Pflicht von vornherein nur in Frage kommen, wenn sich auch - was nicht zutrifft - die Auswirkungen der verschiedenen Systeme kumulierten. Die weitere Forderung der Beschwerdeführer nach einer gesamtheitlichen Betrachtung aller Immissionen, die von den im fraglichen Gebiet vorhandenen Infrastruktur-Anlagen (Nationalstrasse, Eisenbahn, Hochspannungsleitung) ausgehen, scheitert schon am Fehlen eines Massstabes, der die Störwirkungen völlig unterschiedlicher Einwirkungen aufzuzeigen vermöchte (vgl. sinngemäss BGE 126 II 522 E. 37e S. 564 ff.). Im Übrigen ist keiner der Enteigneten an seinem Wohnort all diesen Immissionen ausgesetzt.