Citation: U 223/03 12.03.2004 E. 4

Die Vorinstanz erkannte mit überzeugender Begründung, worauf verwiesen wird, zutreffend, dass die Beschwerdeführerin zu Unrecht nicht auf die Einsprache eingetreten ist. Denn die Allianz war nach Kenntnisnahme der Eingabe des Dr. med. G.________ vom 30. August 2001 praxisgemäss im Rahmen des auch im Verwaltungsverfahren anwendbaren Vertrauensprinzips verpflichtet (BGE 123 V 131 f. Erw. 3c), dieses Schreiben so zu verstehen, dass der offensichtlich im Interesse des Versicherten handelnde Arzt seinen - ungenügend formulierten - Willen, gegen die Verfügung der Allianz Einsprache zu erheben, zum Ausdruck bringen wollte. Dementsprechend hätte die Beschwerdeführerin nach dem Empfang des Schreibens des Dr. med. G.________, wenn sie sich über deren Bedeutung nicht im Klaren war, bei ihm nachfragen oder ihn darauf aufmerksam machen müssen (vgl. Erw. 2.2 hievor), dass er, falls er Einsprache erheben wolle, seine Eingabe durch den Versicherten nachträglich mitunterzeichnen lassen oder gegebenenfalls eine Vollmacht des Versicherten nachreichen müsse. Die Allianz behauptet zu Recht nicht, Dr. med. G.________ hätte nur mit schriftlicher Vollmacht des Versicherten gegen die den letzteren betreffende Verfügung Einsprache erheben können (vgl. Art. 11 Abs. 2 VwVG). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, innert der 30tägigen, mindestens bis zum 26. September 2001 laufenden Frist sei keine gültige Einsprache eingereicht worden, ist sie nicht zu hören. Durch das Stillschweigen auf die - allenfalls als unklar zu qualifizierende - Einsprache des Dr. med. G.________ innert laufender Einsprachefrist verstiess die Beschwerdeführerin jedenfalls gegen das Vertrauensprinzip. Entgegen der mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter anderem vorgetragenen Argumentation vermag die Allianz auch aus ihrem Schreiben an Dr. med. G.________ vom 16. Oktober 2001 nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Ohne auf die Einsprache vom 30. August 2001 näher einzugehen, behauptete die Beschwerdeführerin, ihre Verfügung sei unangefochten in Rechtskraft erwachsen und der Arzt habe folglich nach dem Krankenkassen-Tarif abzurechnen. Dass Dr. med. G.________ als Nichtjurist dieser Aufforderung nachkam, ändert nichts daran, dass die Allianz überspitzt formalistisch vorging und den Vertrauensgrundsatz verletzt hat (vgl. Erw. 2.2). Sie muss daher auf die Einsprache materiell eintreten.