Citation: 6B_1201/2016 E. 2.4.3

2.4.3. Strafrechtlich ist in dieser Konstellation die Legalprognose ausschlaggebend. Das Gutachten diagnostizierte eine Suchtabhängigkeit infolge langjährigen multiplen Stoffmissbrauchs (Heroin, Kokain, Cannabis, Alkohol, Benzodiazepin) sowie eine dissoziale Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.2) und paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0). Der Beschwerdeführer stand im Tatzeitpunkt unter der Wirkung von Cannabis, Benzodiazepinen, Ersatzdrogen und chronischer paranoider Schizophrenie. Er leidet an chronisch psychotischen Symptomen, die schon mehrfach zu psychotischen Dekompositionen geführt hatten. Das Parteigutachten spricht von akzentuierter Persönlichkeit, nicht von einer dissozialen Persönlichkeitsstörung, und bestätigt eine klar und eindeutig belegte paranoide Psychose (ICD-10 F20.0). Nach der Gutachterin sind die schwerwiegende chronische Suchterkrankung und die chronische Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis die aktuell wichtigsten Risikofaktoren. Das Risiko für Gewalthandlungen schätzt sie als "hoch" ein. Im ergänzenden Bericht (oben Bst. C.c) hält sie eine ambulante Behandlung weiterhin als unzureichend (Urteil S. 28 f., 29). Nach dem Privatgutachten zeichnet sich insgesamt ein "erhöhtes Risiko für allgemein (gewalttätiges) Fehlverhalten" ab. Der Beschwerdeführer bringe nur wenige Schutzfaktoren mit. Nach der Risikoevaluation der Klinik A.________ vom 3. Juni 2016 besteht aufgrund der fehlenden Skills im Umgang mit Emotionen und Konflikten ein "hohes Risiko", dass er in Zukunft wieder straffällig wird (Urteil S. 31). Die Vorinstanz weist auf verschiedene, in den Verlaufsberichten geschilderte Vorkommnisse hin und dabei auf einen Vorfall vom 1. Juni 2016 (oben Bst. C.d) : Als der Beschwerdeführer infolge eines bei einer tätlichen Auseinandersetzung erlittenen Kieferbruchs in der Klinik erneut Flüssigkeit statt normales Essen erhielt, drohte er dem Pflegepersonal massiv, schlug in die Bürotür und gegen die Wand. Die Polizei wurde beigezogen, und im weiteren Verlauf musste er von fünf Polizisten fixiert werden (Urteil S. 33).