Citation: BGE 150 V 460 E. 4.5

Dass die Ausübung einer schadensgeneigten Arbeit vorauszusetzen wäre für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers aus Art. 9 Abs. 1 UVG, wird von der Lehre überwiegend verneint (THOMAS FLÜCKIGER, in: Kommentar zum Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG, Hürzeler/Kieser [Hrsg.], 2018, N. 25 zu Art. 9 UVG; FRÉSARD/MOSER-SZELESS, L'assurance-accidents obligatoire, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 3. Aufl. 2016, S. 949 Rz. 158; ANDREAS TRAUB, in: Basler Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, 2019, N. 33 ff. zu Art. 9 UVG; ferner GEHRING/KIESER, Pflegefachpersonen und Covid-19 - Blick auf die Versicherungssituation, Pflegerecht - Pflege in Politik, Wissenschaft und Ökonomie 2021 S. 147; anders hingegen ANNE-SYLVIE DUPONT, La prise en charge des soins de santé en cas d'épidémie, Jusletter 22. Juni 2020 Rz. 26; BARMAN IONTA/IONTA, COVID-19 sous l'angle de la maladie professionnelle, in: Assurances sociales et pandémie de Covid-19/Sozialversicherungen und Covid-19-Pandemie, Sylvie Pétremand [Hrsg.], 2021, S. 59 ff., 71). Gemäss TRAUB ist dies dem Gesetzeszweck geschuldet, soll doch eingedenk der Wurzeln des Instituts der Berufskrankheit in der Arbeitgeberhaftpflicht nicht nur der klassische Fall der in sich schadensgeneigten Arbeit erfasst werden, sondern sei vielmehr daran anzuknüpfen, dass die Exposition des Arbeitnehmers im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers stattfand. Insbesondere müsse daher die Quelle der Belastung nicht unbedingt dem Betrieb selbst zugeordnet werden. In den Blick genommen wurde dabei das bundesgerichtliche Urteil 8C_420/2007 vom 29. Januar