Citation: 6B_536/2021 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin wendet sich schliesslich gegen die Anordnung der stationären Massnahme. Es solle "eher" auf das erste Gutachten des Sachverständigen abgestellt werden. Sie sei stabil, nehme ihre Medikamente regelmässig ein und eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB wäre unverhältnismässig. Das Anlassdelikt sei lediglich eine einfache Körperverletzung und legitimiere "zum jetzigen Zeitpunkt" keine stationäre therapeutische Massnahme. Es sei zu Recht keine Strafe ausgesprochen worden und die bereits absolvierte Massnahmedauer habe ihre Wirkung entfaltet. Die Beschwerdeführerin "funktionier[e] gut" und es sei zu keinerlei (weiteren) Gewaltvorfällen gekommen. Im Ergänzungsgutachten vom 21. Dezember 2021 (recte: 2020), auf welches das vorinstanzliche Urteil "massgeblich" abstelle, werde keine "wirkliche Legalprognose" gestellt. Immerhin werde festgestellt, die Legalprognose "liesse sich besser verbessern" mittels einer stationären Massnahme. Im "Basisgutachten" sei festgehalten worden, dass eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit für erneute Gewaltdelikte bestehe, wobei zu hinterfragen sei, was "relativ hoch" bedeute. Der Gutachter müsse zudem belegen, welche Delikte mit welcher Wahrscheinlichkeit zu befürchten seien. Da er dies unterlassen habe, könne nicht auf das Gutachten abgestellt werden. Jedenfalls sei das Gutachten nicht zur Legitimation einer stationären therapeutischen Massnahme geeignet. Daher sei eine ambulante Massnahme sachgerecht und auszusprechen.