Citation: 4C.428/1999 17.02.2000 E. 2

2.- a) Die Klägerin macht geltend, das Handelsgericht habe die Tragweite der Garantie verkannt. Zwar stelle es zunächst richtig fest, dass es sich um eine Haltbarkeitsgarantie handle. Davon weiche es später wieder ab und gehe lediglich von einer Dichtigkeitsgarantie aus. Dabei stütze es sich zu Unrecht auf eine Bemerkung der Klägerin in einer Rechtsschrift. Dort sei der Begriff "Dichtigkeitsgarantie" in einem untechnischen Sinn verwendet worden. Diese Aussage stelle kein Zugeständnis dar. Die Garantie dürfe nicht als blosse Schadensfreiheitsgarantie verstanden werden. b) Soweit das Handelsgericht keinen übereinstimmenden tatsächlichen Willen der Parteien festgestellt hat, kann das Bundesgericht die Auslegung der Garantieerklärung frei überprüfen. Dabei ist nicht allein vom Wortlaut auszugehen, vielmehr sind die Erklärungen der Parteien unter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu würdigen (BGE 125 III 305 E. 2b S. 308 f., 435 E. 2a/aa S. 438 f., je mit Hinweisen). c) Das Handelsgericht mass den Ausführungen der Klägerin in den Rechtsschriften keine entscheidende Bedeutung zu, sondern prüfte, welchen Sinn die Parteien der Garantieerklärung nach Treu und Glauben beilegen durften. Es hat erkannt, dass in der Erklärung der Beklagten keine Garantie gesehen werden kann, die eine ständige Wartung des Daches notwendig macht. Dies ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Daraus folgt, dass nicht jeder Mangel Anspruch auf die Garantieleistung gewährt. Blosse Abnützungserscheinungen sind von der Garantie nicht gedeckt, sofern sie die Tauglichkeit des Objekts zum vorausgesetzten Gebrauch nicht mindern. Solange das Dach dicht ist, erfüllt es seine Funktion, auch wenn Abnützungserscheinungen auftreten. Entgegen der Meinung der Klägerin liegt in der Annahme einer Dichtigkeitsgarantie keine Einschränkung der Haltbarkeitsgarantie. Mit der Haltbarkeitsgarantie wird lediglich zugesichert, dass das Dach während der Garantiedauer funktionsfähig und damit wasserdicht bleibt.