Citation: 6B_1118/2023 E. 2.2.2

2.2.2. Die Vorinstanz stellt ferner fest, der Beschwerdeführer habe sämtliche Anlagekonten beherrscht. Er habe für alle Kunden über die gleiche Depotbank gehandelt, wobei er mit ihr Retrozessionen vereinbart habe, die prozentual auf den investierten Betrag pro Geschäft angerechnet worden und gegen oben nicht gedeckelt gewesen seien. Damit habe bereits abstrakt gesehen ein Interessenkonflikt bestanden. Weiter erwägt die Vorinstanz, sowohl die Umschlagshäufigkeit der Depots als auch die zu erzielenden Renditen deuteten auf eine mögliche übermässige Umschichtung hin. Auch das Verhältnis der auf Kommissionen zurückzuführenden Verluste zum gesamten investierten Anlagevermögen sei bei sämtlichen Geschädigten erheblich. Nicht zuletzt im Lichte des Gebührenmodells werde die übermässige Handelstätigkeit des Beschwerdeführers durch das Gutachten bestätigt. Nachdem ihm dieses von vornherein eine erfolgreiche bzw. im Kundeninteresse liegende Handelstätigkeit abgesprochen habe, sei schlechterdings irrelevant, welche konkrete Strategie zwischen den Parteien vereinbart worden sei. Denn selbst wenn die Kunden in eine äusserst risikobehaftete Anlagestrategie eingewilligt hätten, habe die Handelstätigkeit aufgrund des angewandten Gebührenmodells nicht im Kundeninteresse sein können. Der Sachverständige halte fest, dass die hohe Frequenz des Handels im Gebührenmodell nicht berücksichtigt worden sei und dieses für eine deutlich tiefere Anlagefrequenz angemessen gewesen wäre. Die Häufigkeit der Vermögensumschichtung und die damit einhergehende cost-to-equity-Rate sei deshalb nicht nur mit Blick auf eine allfällig vereinbarte Anlagestrategie zu beurteilen, sondern in Anbetracht der gesamten Vermögensverwaltung des Beschwerdeführers zu interpretieren. Dabei genügten für die Annahme der pflichtwidrigen Umschichtung aufgrund der tatsächlichen Courtagen und Retrozessionen vorliegend auch tiefere Kennzahlen für die Bejahung einer Übermässigkeit. Die Pflichtwidrigkeit der übermässigen Umschichtung ergäbe sich mit anderen Worten nicht nur anhand der objektiven Umschlagshäufigkeit, sondern auch wegen der Höhe der hierbei produzierten Courtagen und Retrozessionen. Die Häufigkeit der Umschichtung sei vor diesem Hintergrund selbst bei einer dynamischen Anlagestrategie als übermässig zu qualifizieren und die hohe Summe an Investitionen sei ohne eines im Kundeninteresse liegenden Grundes erfolgt. Dass einzelne Transaktionen Gewinn abgeworfen hätten, sei angesichts dieser Ausgangslage nicht von Belang (Urteil S. 68 ff. E. 12). Wenn aufgrund der aktiven Strategie mit dem angewendeten Gebührenmodell von vornherein kein wirtschaftlicher Erfolg möglich gewesen sei, seien auch keine realistischen Gewinnchancen vorhanden gewesen und das Kundenvermögen wäre selbst bei hervorragenden Handelserfolgen mit der Zeit durch die Gebühren aufgezehrt worden. Welche Strategie vereinbart worden sei, sei daher irrelevant. Der Beschwerdeführer habe seine Kunden nicht über die Höhe der von ihm vereinnahmten Retrozessionen informiert. Der objektive Tatbestand von Art. 158 Ziff. 1 StGB sei bezüglich aller Kunden erfüllt. Damit liege eine mehrfache Tatbegehung vor. Schliesslich habe auch keine (konkludente) Einwilligung der Kunden vorgelegen (Urteil S. 70 f. E. 12).