Citation: 1C_281/2017 E. 2.3

2.3. Es liegt nahe, den Einbezug von minderjährigen Kindern in die Einbürgerung eines Elternteils nach Art. 33 BüG auf diejenigen Kinder zu beschränken, die bei diesem in der Schweiz wohnen und aufwachsen sollen und diejenigen, die im Ausland - z.B. im Herkunftsland der einzubürgernden Person - verbleiben und möglicherweise keine weiteren Beziehungen zur Schweiz haben, davon auszuschliessen. Das gilt umso mehr, als sie, sollten sich die Verhältnisse ändern und sie zum eingebürgerten Elternteil in Schweiz nachziehen, nach Art. 31a BüG erleichtert eingebürgert werden können. Diese Lösung verträgt sich auch mit dem Grundsatz der Einheit des Bürgerrechts, gewährleistet sie doch am ehesten, dass die Kinder das Bürgerrecht mit dem Elternteil gemeinsam haben, bei dem sie leben. Vorliegend wurden die Beschwerdeführer 2 und 3 aus der Schweiz entführt und leben seither in Nigeria, wo sie dem Zugriff sowohl der schweizerischen Behörden als auch der Mutter, welche das Sorgerecht innehat, entzogen sind. Sie wachsen somit faktisch in Nigeria als Nigerianer auf und haben, soweit bekannt, keinerlei Bezug zur Schweiz (mehr). An dieser Situation würde der Miteinbezug der Beiden in die Einbürgerung ihrer Mutter allein nichts ändern. Es ist völlig offen, ob es dieser je gelingen wird, Kontakt zu ihren Kindern herzustellen oder sie gar zu sich in die Schweiz zu nehmen. Falls aber der Kindsvater die Rückkehr der Kinder zur Mutter ermöglichen sollte - z.B. um einer weiteren Verurteilung zu entgehen, die ihm allenfalls droht, wenn er den rechtswidrigen Zustand bzw. die Entführung aufrechterhält - besteht die Möglichkeit, sie dannzumal erleichtert einzubürgern. Das Bundesverwaltungsgericht hat unter diesen Umständen kein Bundesrecht verletzt, indem es die Weigerung des SEM schützte, die Beschwerdeführer 2 und 3 in die Einbürgerung ihrer Mutter miteinzubeziehen.