Citation: 1B_239/2021 E. 2.3

2.3. Wie erwähnt, droht dem Beschwerdeführer nach Auffassung des Kantonsgerichts konkret keine Strafe, welche die in Art. 132 Abs. 3 StPO festgelegten Grenzen überschreitet. Diese Einschätzung ist indes nicht nachvollziehbar. Das Kantonsgericht stützt sich im Wesentlichen einzig auf mehrfache Äusserungen der Staatsanwaltschaft, wonach vorliegend eine Strafe unter der Bagatellgrenze zu erwarten sei. Allerdings handelt es sich bei der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB an sich nicht um ein von vornherein geringfügiges Delikt. Die abstrakte Strafandrohung bei diesem Straftatbestand ist Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Zu berücksichtigen ist in diesem Kontext, dass dem Beschwerdeführer eine mehrfache Tatbegehung über einen Zeitraum von mehreren Jahren zum Vorwurf gemacht wird. Im Einzelnen soll der Beschwerdeführer seine verstorbene Ehefrau in der Zeitspanne vom Herbst 2017 bis zum 19. Juni 2020 mindestens drei bis vier Mal im Jahr geschlagen und an den Haaren gerissen haben. Ferner soll er seiner Ehefrau gedroht haben, ihr das gemeinsame Kind wegzunehmen und sie in den Kosovo abzuschieben. Letzterer Vorwurf wiegt schwer, erscheint doch eine solche Drohung in besonderem Masse als geeignet, das Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen (vgl. zur Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsgutes als Strafzumessungskriterium Art. 47 Abs. 2 StGB). Aufgrund der dem Beschwerdeführer vorgehaltenen Handlungen ist nicht von vornherein davon auszugehen, dass bei einer Verurteilung nur eine Freiheitsstrafe von bis zu 4 Monaten ausgesprochen wird. Damit handelt es sich vorliegend nicht um einen Bagatellfall im Sinne von Art. 132 Abs. 3 StPO.