Citation: 8C_517/2022 E. 5.2.1

5.2.1. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin zunächst bezüglich des Vorwurfs der Verletzung der Bindungswirkung hinsichtlich der bundesgerichtlichen Erwägungen. Zutreffend ist, dass das kantonale Gericht im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids seinem neuen Urteil die rechtliche Beurteilung, mit der die Rückweisung begründet wurde, zugrunde zu legen hat. Es ist ihm wie auch den Parteien, abgesehen von allenfalls zulässigen Noven, daher verwehrt, der Überprüfung einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen wurden. Die neue Entscheidung der kantonalen Instanz ist somit auf diejenige Thematik beschränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird nur insoweit neu in Gang gesetzt, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1 mit Hinweisen; Urteil 9C_481/2020 vom 19. Oktober 2020 E. 3.1 mit Hinweis). Dies ist vorliegend so erfolgt. Das Bundesgericht wies die Sache mit Urteil 8C_521/2021 vom 22. März 2022 infolge Verletzung des Gehörsanspruchs und des Untersuchungsgrundsatzes zur weiteren Abklärung des Sachverhalts - mit noch offenem Ausgang - an die Vorinstanz zurück; dies in Anbetracht der Diskrepanz zwischen dem Formular "Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" vom 5. Februar 2020 und der Bestätigung der Pflegefachfrau B.________ vom 22. April 2020. Das daraufhin erfolgte Beweisverfahren beschränkte sich dementsprechend auf die Klärung der Statusfrage. Das Rückweisungsurteil enthielt, mit Ausnahme der Aufforderung zur Einvernahme von B.________ als Zeugin, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keine verbindlichen Vorgaben, dies namentlich weder bezüglich Qualifikation der Bestätigung der Pflegefachfrau vom 22. April 2020 noch hinsichtlich einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit der Ausübung einer 100%igen Erwerbstätigkeit.