Citation: 6B_427/2021 E. 2.1.4

2.1.4. Art. 237 StGB stellt ein konkretes Gefährdungsdelikt und zugleich ein Erfolgsdelikt dar (vgl. Urteil 6B_689/2015 vom 26. Mai 2016 E. 1.4; DEMARMELS/VONWIL, in: Annotierter Kommentar StGB, Graf [Hrsg.], 2020, N. 1 und N. 5 f. zu Art. 237 StGB). Ob eine konkrete Gefahr im Rechtssinne vorgelegen hat, ist anhand einer Würdigung des Sachverhalts zu entscheiden. Eine hinreichend konkrete Gefahr ist dann zu bejahen, wenn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der Verletzung des geschützten Rechtsguts besteht. Massgebend für die konkrete Gefahr ist nicht, was alles hätte geschehen können, sondern einzig, was sich tatsächlich ereignet hat (BGE 135 IV 37 E. 2.4.2; Urteile 6B_332/2019 vom 29. Oktober 2019 E. 2.1.2; 6B_689/2015 vom 26. Mai 2016 E. 1.4; 6B_779/2009 vom 12. April 2010 E. 2.2.1). Es kommt aber nicht darauf an, dass sich die Gefahr verwirklicht. Der Tatbestand ist auch dann erfüllt, wenn der Eintritt des schädigenden Erfolges durch Zufall oder das Verhalten der Beteiligten verhindert worden ist; es genügt die blosse Gefährdung (vgl. Urteil 6B_332/2019 vom 29. Oktober 2019 E. 2.1.2 mit weiteren Hinweisen). Die Frage, ob es zu einer hinreichend konkreten Gefahr für Menschen gekommen ist, betrifft weder den Sachverhalt noch eine rein technische Frage, sondern ist eine Rechtsfrage (Urteile 6B_332/2019 vom 29. Oktober 2019 E. 2.1.2; 6B_1220/2018 vom 27. Juni 2019 E. 2.2; 6B_1132/2017 vom 3. Oktober 2018 E. 1.7; 6B_689/2015 vom 26. Mai 2016 E. 1.3; 6B_779/2009 vom 12. April 2010 E. 2.3.1).