Citation: U 273/00 14.10.2002 E. 4

4.1 Im vorinstanzlich bestätigten Einspracheentscheid wurde der adäquate Kausalzusammenhang anhand der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) geprüft, weil die Depression das Beschwerdebild beherrsche. Dieser Betrachtungsweise kann indessen insofern nicht gefolgt werden, als sie der Entwicklung der verschiedenen Beeinträchtigungen nach dem Unfall nicht Rechnung trägt. Abgesehen davon, dass eine Depresssion ebenfalls zum typischen ("bunten") Beschwerdebild eines allenfalls erlittenen Schleudertraumas der HWS oder eines Schädel-Hirntraumas zu zählen ist (vgl. BGE 117 V 360 Erw. 4b und 382 Erw. 4b), taucht diese psychische Störung in den medizinischen Akten erstmals rund ein Jahr nach dem versicherten Unfall auf (Berichte des Hausarztes Dr. G.________ vom 14. August und 28. September 1998). Von einer eindeutigen Dominanz der psychischen Problematik schon "unmittelbar" nach diesem Ereignis im Sinne der unter Erw. 2.1 hievor dargelegten Rechtsprechung kann mithin keine Rede sein. Auch mit Blick auf den gesamten Entwicklungsverlauf vom Unfall bis zum Einspracheentscheid vom 8. September 1999 ist wohl kaum von einem gänzlichen In-den-Hintergrund-Treten der (eher) physischen Beschwerden im Sinne vorstehender Erw. 2.2 auszugehen. Dieser Frage braucht indes ebenfalls nicht weiter nachgegangen zu werden. Wie nämlich im Folgenden darzulegen sein wird, fällt das Ergebnis auch dann nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers aus, wenn die Adäquanz - in Abweichung von SUVA und Vorinstanz - nach der Rechtsprechung zu den Schleudertraumen der HWS (BGE 122 V 415, 117 V 359) bzw. den Schädel-Hirntraumen (BGE 117 V 369) beurteilt wird, d.h. ohne Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten der unfallbezogenen Merkmale (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine). 4.2 Unfallversicherer und kantonales Gericht haben den Arbeitsunfall vom 7. August 1997 auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen zu Recht dem Bereich der mittelschweren Unfälle und innerhalb dieses Rahmens nicht den schwereren Fällen zugeordnet (vgl. hiezu RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122). Für die Bejahung der adäquaten Kausalität wäre daher erforderlich, dass zumindest ein einzelnes unfallbezogenes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder dass die praxisgemäss zu berücksichtigenden Merkmale in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 367 Erw. 6b, 384 Erw. 4c, 115 V 140 Erw. 6c/bb, 409 Erw. 5c/bb). Der Unfall ereignete sich bei objektiver Betrachtung weder unter besonders dramatischen Begleitumständen, noch war er durch eine besondere Eindrücklichkeit gekennzeichnet. Ferner kann weder von einer schweren noch von einer im Hinblick auf die in Frage stehende Adäquanzbeurteilung besonders gearteten Verletzung gesprochen werden. Die ärztliche Behandlung dauerte vom 7. August 1997 bis Ende Februar 1998, vom 14. August bis 19. Oktober 1998 sowie ab 6. April 1999 und kann somit - bezogen auf die Periode bis zum massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids (8. September 1999) - nicht als ungewöhnlich lange bezeichnet werden. Für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, fehlen jegliche Hinweise. Schliesslich ist das Kriterium der lang dauernden Arbeitsunfähigkeit ebenfalls zu verneinen. Denn der Beschwerdeführer konnte sein Arbeitspensum nach Austritt aus der Rehaklinik Y.________ am 25. Februar 1998 bis 6. Mai 1998 wieder auf 100 % steigern und hatte in der Folge nur mehr vom 14. August bis 19. Oktober 1998 sowie vom 6. April bis 2. Juni 1999 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu verzeichnen. Demgegenüber kann im Hinblick auf das Einsetzen der depressiven Entwicklung von Dauerbeschwerden und einem schwierigen Heilungsverlauf gesprochen werden. Sind nach dem Gesagten bloss zwei der nach der Rechtsprechung massgebenden unfallbezogenen Kriterien und diese in nicht auffallender Weise erfüllt, ist die adäquate Kausalität zwischen dem Unfall vom 7. August 1997 und der längerdauernden depressiven Reaktion mit allfälliger Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit nicht gegeben. Die - vorinstanzlich bestätigte - Leistungsablehnung seitens der SUVA erfolgte demnach zu Recht.