Citation: 8C_63/2014 E. 6.3

6.3. Die Grundentschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung beträgt, wie hievor dargelegt, in Verfahren, die das Vermögen der Parteien weder direkt noch indirekt beeinflussen und wo das Bundesrecht die Berücksichtigung des Streitwerts untersagt, nach dem mutmasslichen Aufwand der Anwältin oder des Anwalts sowie nach der Bedeutung und der Schwierigkeit des Falles Fr. 1'210.- bis Fr. 14'740.- (§ 10 Abs. 1 in Verbindung mit § 8a Abs. 3 und § 3 Abs. 1 lit. b AnwT/AG). Davon werden ordentliche und ausserordentliche Zu- und Abschläge gemäss §§ 6 ff. AnwT/AG vorgenommen. Diese Regelung erweist sich in Bezug auf sozialversicherungsrechtliche Angelegenheiten nicht per se als willkürlich. Vielmehr erlaubt sie auf der Basis einer betraglich breit gefächerten Grundentschädigung dem mutmasslichen Aufwand der beigeordneten unentgeltlichen Rechtsvertretung wie auch der Bedeutung und der Schwierigkeit des Einzelfalls differenziert gerecht zu werden. Die zusätzlich vorgesehenen ordentlichen und ausserordentlichen Zu- und Abschläge dienen zudem einer nochmaligen Verfeinerung des derart ermittelten Honorars. Gestützt auf den Tarif wird dem kantonalen Gericht ermöglicht, die effektiv entstandenen und notwendigen Vertretungskosten sowie Aufwendungen in einer Weise abzugelten, welche den Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung als bundesrechtliche Institutsgarantie im Kern wahrt. Auch die mit Schreiben des aargauischen Versicherungsgerichts vom 23. Mai 2011 vorgenommene Konkretisierung der Pauschalansätze im Sinne der Bildung von sozialversicherungsrechtlichen Fallkategorien und der Festlegung von mittels Zu- und Abschlägen zu variierenden Grundhonoraren verletzt sodann das Willkürverbot an sich nicht, soweit den hievor beschriebenen rechtsprechungsgemässen Vorgaben in der jeweils zu prüfenden Konstellation vollumfänglich Rechnung getragen wird. Zu berücksichtigen gilt es hierbei namentlich, dass das Versicherungsgericht die Entschädigung gemäss § 12 Abs. 1 AnwT/AG "auf Grund einer Rechnung der Anwältin oder des Anwaltes" festzusetzen und damit stets zu begründen hat, wenn es davon - insbesondere hinsichtlich des geltend gemachten zeitlichen Aufwands - im Rahmen der Pauschalansätze abweicht (Urteil 8C_54/2013 vom 8. Mai 2013 E. 4.1 mit Hinweisen, in: SVR 2013 IV Nr. 26 S. 75). Da von zusätzlichen beweisrechtlichen Massnahmen wie den in der Beschwerde beantragten amtlichen Erkundigungen (hinsichtlich der Höhe der innerhalb der letzten fünf Jahre seit Einführung der Pauschalierungspraxis entrichteten Parteientschädigungen etc.) keine neuen entscheidwesentlichen Aufschlüsse zu erwarten sind, kann auf weitergehende Erhebungen verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit Hinweis).