Citation: 4A_553/2022 E. B

Mit Klage vom 9. Juni 2020 (präzisiert in der Replik vom 22. Oktober 2020) beantragte der Arbeitnehmer beim Bezirksgericht Brugg (Arbeitsgericht), die Arbeitgeberin sei zu verpflichten, ihm Fr. 30'000.-- brutto nebst Zins zu bezahlen. Mit Entscheid vom 14. April 2021 hiess das Bezirksgericht die Klage gut und verpflichtete die Arbeitgeberin, dem Arbeitnehmer brutto Fr. 30'000.-- nebst Zins zu bezahlen. Eine dagegen gerichtete Berufung der Arbeitgeberin wies das Obergericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 20. Oktober 2022 ab (Ziff. 1.1). Weiter hob es die Dispositivziffer 1 des erstinstanzlichen Entscheids von Amtes wegen auf und fasste diese neu wie folgt (Ziff. 1.2) : "Die Beklagte [Arbeitgeberin] wird verpflichtet, dem Kläger [Arbeitnehmer] Lohn in der Höhe von brutto F r. 30'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 1. Februar 2020 zu bezahlen. Die Beklagte ist berechtigt, die auf dieser Lohnforderung gesetzlich geschuldete (n) Sozialversicherungsbeiträge bzw. Quellensteuer in Abzug zu bringen, soweit sie sich urkundlich über deren Bezahlung an die Versicherungseinrichtungen bzw. die Steuerbehörde ausweist." Das Obergericht erachtete es als erstellt, dass zufolge des durch die Kündigung ausgelösten Stresses die Blutzuckerwerte des Arbeitnehmers in schwerwiegender Weise ausser Kontrolle gerieten und sich erst nach der Konsultation bei Dr. med. C.________ am 22. Oktober 2019 wieder normalisierten.