Citation: 8C_219/2009 25.08.2009 E. 3

3.1 Anfechtungsgegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens bildete die Verfügung vom 9. Oktober 2007, mit welcher die IV-Stelle die ursprünglich zugesprochene halbe Invalidenrente im Revisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 1 ATSG aufhob, weil sie gestützt auf die medizinischen Unterlagen zum Schluss kam, der Gesundheitszustand habe sich nach der Hüftoperation vom 15. März 2006 verbessert. Eine Einschränkung bestehe nur noch hinsichtlich der von den Ärzten bereits im Jahre 2001 festgestellten muskulären Dysbalance. Mittels der von den Medizinern empfohlenen Therapien hätte diese behoben werden können, und es wäre eine behinderungsangepasste Tätigkeit im Rahmen der ergonomischen Anforderungen in einem Vollpensum zumutbar. 3.2 Im vorinstanzlichen Verfahren zu prüfen war demnach die Frage, ob die Versicherte unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten (Art. 17 Abs. 1 ATSG) über November 2007 hinaus Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 IVG) hat. 3.3 Das kantonale Gericht stellte gestützt auf das Gutachten des Dr. med. B.________ vom 21. Februar 2007, welchem es vollen Beweiswert zuerkannte, fest, mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ergebe sich daraus zum einen der Befund praktisch vollständiger Arbeitsunfähigkeit im aktuellen Zeitpunkt und zum andern eine - naturgemäss mit Unsicherheit behaftete - Prognose über die künftige Entwicklung unter Berücksichtigung eines gezielten und angeleiteten Muskelaufbauprogramms. Daraus schloss die Vorinstanz, dass sich die Auffassung der IV-Stelle nicht halten lasse. Dabei hat sie erwogen, bei der im Vordergrund stehenden muskulären Dysbalance, welche zumindest im Bereich des Beckengürtels bereits von Dr. med. M.________ im Bericht vom 9. Mai 2001 festgestellt worden sei und die ursprüngliche Rentenzusprechung mitbeeinflusst haben dürfte, handle es sich zwar um einen Zustand, den die Versicherte unter Inanspruchnahme entsprechender Dienste und Anleitung seitens kundiger Stellen in zumutbarer Weise eigenverantwortlich angehen könne. Doch sei die Versicherte in ihrem Leistungsvermögen erheblich limitiert, sodass im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung nicht ernsthaft an die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu denken gewesen sei. Da die in einer praktisch vollständigen Arbeitsunfähigkeit bestehende Einschränkung eng mit dem invalidisierenden Leiden (der damaligen Coxarthrose) zusammenhänge, könne sie nicht losgelöst davon betrachtet werden, weshalb durchaus Raum für ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren bestehe, zumal in ein rechtsbeständig verfügtes und entsprechend vertrauensbildendes Dauerleistungsverhältnis eingegriffen werde. Das kantonale Gericht hob daher die Verfügung vom 9. Oktober 2007 auf und verpflichtete die IV-Stelle, ein solches Verfahren in die Wege zu leiten und sechs bis zwölf Monte nach Trainingsbeginn eine Neubeurteilung vorzunehmen.