Citation: U 197/99 24.09.2001 E. 4

4.- a) Eine organische Schädigung, welche die Befindlichkeitsstörungen der Beschwerdegegnerin zu erklären vermöchte, ist in den umfangreichen medizinischen Akten nicht auszumachen. Insbesondere lässt sich für die angegebenen zervikalen Beschwerden kein organisches Substrat finden. Bereits am 20. März 1990 berichtete Dr. med. J.________ von einer weichen, indolenten Nackenmuskulatur und auch Kreisarzt Dr. med. T.________ hielt am 24. Juli 1990 fest, eine Muskelverspannung sei nicht objektivierbar. Des Weiteren verzeichnete Dr. med. T.________ eine freie Beweglichkeit der Halswirbelsäule und Dr. med. J.________ stellte eine in alle Richtungen freie Kopfbeweglichkeit fest. Dr. med. C.________ fiel am 24. September 1990 auf, dass die Patientin zwar über starke Schmerzen in der Halswirbelsäule klagte, diese jedoch während des Gesprächs ohne sichtliche Einschränkung bewegen konnte; die Untersuchung der Halswirbelsäule und auch der übrigen Wirbelsäule habe ein absolut unauffälliges Resultat ergeben; insbesondere seien - bei auch röntgenologisch unauffälligem Befund ohne Anhaltspunkte für eine durchgemachte Fraktur oder Ligamentläsion - keine Funktionseinschränkungen, kein Muskelhartspann und keine neurologischen Ausfälle zu verzeichnen. Die Neurologisch-Neurochirurgische Poliklinik des Spitals X.________ berichtete am 12. Dezember 1991 ebenfalls von einer sowohl betreffend Rotation als auch Inklination und Reklination normalen Beweglichkeit der Halswirbelsäule; weder klinisch noch radiologisch sei eine organische Verletzung am Bewegungsapparat nachweisbar; objektive Befunde, welche die Klagen der Patientin erklären könnten, lägen nicht vor. Unter Mitberücksichtigung von allenfalls durch den Sturz vom 19. Mai 1990 ausgelösten Beschwerden gelangte ferner auch Dr. med. L.________ am 29. Mai 1990 zum Schluss, dass eine Arbeitsunfähigkeit weder vom Trauma noch vom körperlichen Befund her zu erklären sei. b) Angesichts dieser eindeutigen, ärztlich erhobenen Befunde kann mit der SUVA davon ausgegangen werden, dass sich die gesundheitliche Situation aus organischer Sicht spätestens Anfang 1992 wieder in dem Zustand präsentierte, den die Versicherte ohne versichertes Unfallereignis aufgewiesen hätte. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint die damalige Leistungseinstellung demnach ohne weiteres gerechtfertigt gewesen zu sein. Anhaltspunkte dafür, dass es in der Folge zu einem Rückfall oder aber zum Auftreten von Spätfolgen mit organisch erkennbaren Defekten gekommen wäre, welche gestützt auf Art. 11 UVV eine Wiederaufnahme der Leistungsgewährung durch die SUVA hätten begründen können, liegen nicht vor.