Citation: 1C_424/2022 E. 3.4.1

3.4.1. Der Entscheid vom 22. September 2020 kann unter anderem unter den im kantonalen Recht genannten Voraussetzungen in Wiedererwägung bzw. Revision gezogen werden (vgl. § 116 und § 175 f. VRG/LU). Die Anwendung dieser kantonalen Bestimmungen überprüft das Bundesgericht indes nicht als solche, sondern nur unter dem Blickwinkel des übergeordneten (Bundes-) Rechts. Abgesehen von der Frage einer Rechtsverzögerung bzw. -verweigerung im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV, auf die gleich anschliessend noch einzugehen ist (vgl. unten, E. 3.4.2 ff.), steht dabei das Verbot einer willkürlichen Rechtsanwendung im Sinne von Art. 9 BV im Vordergrund. Willkür in der Rechtsanwendung liegt indes nur vor, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, begründet für sich keine willkürliche Rechtsanwendung (vgl. BGE 144 I 170 E. 7.3; 137 I 1 E. 2.4). Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, dass der Entscheid vom 22. September 2020 mangelhaft sei und die Voraussetzungen von § 116 VRG/LU "offensichtlich" erfüllt seien. Er begründet diese Auffassung mit angeblichen Verstössen gegen internationale Übereinkommen und die Verkehrszulassungsverordnung vom 27. Oktober 1976 (VZV; SR 741.51). Eine konkrete Auseinandersetzung mit dem im angefochtenen Urteil dargelegten Anwendungsbereich von § 116 VRG/LU lässt die Beschwerde jedoch vermissen. Dasselbe gilt mit Blick auf die Tragweite von § 175 f. VRG/LU. Dass die Vorinstanz in willkürlicher Anwendung von § 116 oder § 175 f. VRG/LU einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Erlass einer Verfügung über die Wiedererwägung des Entscheids vom 22. September 2020 verneint hat, ist damit nicht dargetan. Dabei ist der Beschwerdeführer ergänzend darauf hinzuweisen, dass die blosse Erwähnung von Art. 42 des Übereinkommens vom 8. November 1948 über den Strassenverkehr (SR 0.74.10) und der Art. 6 ff. des Internationalen Abkommens vom 24. April 1926 über Kraftfahrzeugverkehr (SR 0.741.11) im Entscheid des SVA vom 22. September 2020 selbst dann keine Willkür in der Anwendung von § 116 und § 175 f. VRG begründen würde, wenn Indien diesen beiden Abkommen - wie von ihm geltend gemacht - nicht (rechtsgültig) beigetreten sein sollte: Beide Abkommen zielen grundsätzlich darauf ab, den zwischenstaatlichen Fahrzeugverkehr zu erleichtern (vgl. BGE 118 Ib 518 E. 2a), sodass der Beschwerdeführer aus deren behaupteten Nichtanwendbarkeit soweit ersichtlich gar keinen Vorteil ziehen kann.