Citation: I 229/03 02.09.2003 E. 3

Es ist unbestritten, dass die Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode mit Anteilen von 90 % Erwerbstätigkeit und 10 % Haushaltarbeiten vorzunehmen ist. Ebenso steht der Rentenbeginn am 1. August 1999 ausser Frage. Aufgrund der ärztlichen Berichte kann des Weiteren als erstellt gelten, dass die Beschwerdeführerin ihre bisherige Arbeit im Service nicht mehr verrichten kann. Streitig ist hingegen, ob sie anstelle der halben eine ganze Invalidenrente beanspruchen kann. Dabei ist als Voraussetzung für eine korrekte Invaliditätsbemessung in erster Linie der Grad der Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit zu prüfen. 3.1 Zur Zumutbarkeit einer Verweisungstätigkeit äusserte sich zunächst Dr. med. F.________. Er führte am 17. April 2000 aus, die Beschwerdeführerin könnte seit 7. November 1999 halbtags arbeiten, wobei Tragen mit dem rechten Arm nur sehr kurz möglich sei und Nässe sich ungünstig auswirke. In einem weiteren Bericht vom 14. November 2000 schloss Dr. F._________ sodann repetitive handwerkliche Tätigkeiten mit dem rechten Arm aus. Der von der Rechtsvertreterin der Versicherten beigezogene Psychiater Dr. med. H._________, der am 12. April 2001 als Reaktion auf die Krebserkrankung eine deutliche behandlungswürdige Depression diagnostizierte, hielt die Versicherte für voll arbeitsunfähig. Die Administrativgutachter des Zentrums X.________ wiederum, die nebst den somatischen Behinderungen eine mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom diagnostizierten, gelangten zur Auffassung, dass die Restarbeitsfähigkeit in einer geeigneten Tätigkeit 80 % betrage. In Frage komme eine die rechte Hand wenig belastende Tätigkeit. In Betracht fielen Steuerungs- und Überwachungsaufgaben, Rezeption, etwas weniger auch leichte Montagearbeiten oder Verkauf. Die Gutachter bezogen diese Angaben indessen auf die Zeit im Anschluss an eine vorgängig durchzuführende stationäre und anschliessend ambulante, auf die berufliche Reintegration ausgerichtete Therapie. Die Psychologin Frau G._________, welche die Beschwerdeführerin seit Mai 2001 behandelte, teilte in einem Schreiben an das Zentrum X.________ vom 18. Oktober 2001 die Auffassung des Psychiaters Dr. H._________, dass die Versicherte nicht arbeitsfähig sei, wobei eine wesentliche Verbesserung des aktuellen Zustandsbildes in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich sei. 3.2 Die Vorinstanz liess das Gutachten des Zentrums X.________ hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit und der zumutbaren Arbeitsleistungen ausser Acht, weil sich die entsprechenden Angaben auf die Zeit nach Therapieende bezogen. Sie kam aufgrund der ersten Stellungnahme des Dr. F._________ (vom 17. April 2000) zum Schluss, dass der Versicherten ab November 1999 eine halbtägige leidensangepasste Erwerbstätigkeit zumutbar wäre. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird hiegegen im Wesentlichen eingewendet, Dr. F._________ habe in seinem späteren Verlaufsbericht vom 14. November 2000 die frühere Einschätzung berichtigt, indem er festgehalten habe, dass der Versicherten eine repetitive handwerkliche Tätigkeit mit dem rechten Arm nicht zuzumuten sei. Sodann sei die psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, die von mehreren Ärzten und der behandelnden Psychologin festgestellt wurde, unberücksichtigt geblieben. 3.3 Die Einwendungen der Beschwerdeführerin sind begründet. Es ist in der Tat nicht einzusehen, weshalb das kantonale Gericht einzig auf den ersten Bericht des Dr. F._________ vom 17. April 2000 abstellt und den aktuelleren Verlaufsbericht vom 14. November 2000 ausser Acht lässt, worin der Arzt eine repetitive handwerkliche Tätigkeit mit dem rechten Arm als unzumutbar erachtet. Zwar mag diese neuere Aussage auch mit der unterschiedlichen Fragestellung der Verwaltung zusammenhängen. Angesichts der gesamten, teilweise divergierenden medizinischen Akten kommt der Stellungnahme des Dr. F._________ vom 17. April 2000 nicht hinreichender Beweiswert zu, zumal er selbst, wie erwähnt, in seinem späteren Bericht vom 14. November 2000 die Einsatzfähigkeit der Versicherten gerade in Tätigkeiten, die für sie am ehesten in Frage kämen, ausschliesst, weil sie mit repetitiven Armbewegungen verbunden wären. Da zudem das Administrativgutachten keine Stellungnahme zur aktuellen Arbeitsunfähigkeit enthält und deshalb ebenfalls keine schlüssige Beurteilung erlaubt, sind ergänzende Abklärungen in medizinischer Hinsicht unabdingbar. Zu diesem Zweck ist die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese wird ein fachärztliches Gutachten veranlassen, das sich aus somatischer und psychischer Sicht zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und zu den der Beschwerdeführerin zumutbaren Arbeitsleistungen äussern wird. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärung wird die Verwaltung über den Rentenanspruch neu verfügen.