Citation: U 528/06 29.10.2007 E. 5

Streitig und zu prüfen bleibt damit des Weitern, ob nach dem 12. März 2003 noch Unfallfolgen vorgelegen haben, welche Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung begründen. 5.1 Das kantonale Gericht hat die Grundsätze zu dem für die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Gesundheitsschädigung und versichertem Unfallereignis zutreffend dargelegt (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181 mit Hinweisen). Richtig sind auch die vorinstanzlichen Ausführungen zum massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 150 E. 2.1 S. 153 mit Hinweisen), zum Wegfall des ursächlichen Zusammenhangs und damit des Leistungsanspruchs der versicherten Person bei Erreichen des status quo sine vel ante und zu den sich dabei stellenden Beweisfragen (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, U 355/98; Urteil U 290/06 vom 11. Juni 2007, E. 3.3) sowie zum Beweiswert und zur Beweiswürdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352 mit Hinweis). Darauf kann verwiesen werden. 5.2 Nach Würdigung der medizinischen Aktenlage gelangte die Vorinstanz zum Schluss, es sei gestützt darauf nicht zuverlässig zu beantworten, ob die diagnostizierten Beschwerden auch durch den Unfall vom 15. Juli 2001 (mit-)verursacht worden seien. Selbst wenn durch den Unfall ein bestehender Vorzustand schmerzhaft und manifest geworden wäre, so das kantonale Gericht, lasse sich den medizinischen Berichten nicht schlüssig entnehmen, dass das Ereignis lediglich einen durch chronische Überbelastung entwickelten Vorzustand habe schmerzhaft werden lassen und dass damit keine richtunggebende dauernde Verschlimmerung eingetreten sei. Die Vorinstanz wies die Sache daher zu weiteren Abklärungen an den Unfallversicherer zurück. Während die Beschwerdeführerin geltend macht, angesichts der Geringfügigkeit der Einwirkung ohne körperliche Schädigung könne knapp zwei Jahre nach dem Ereignis längstens von einem status quo sine ausgegangen werden, und die Notwendigkeit weiterer Abklärungen verneint, bejaht diese der Beschwerdegegner und kritisiert im Wesentlichen das Abstellen auf die Berichte der beratenden Ärzte der "Winterthur" Dr. med. Y.________ sowie Dr. med. T.________. 5.3 Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. X.________ diagnostizierte einen Status nach Kniedistorsion rechts und stellte anhand der Röntgenbilder unauffällige, allseits regelrechte ossäre Strukturen fest. Er fand keine Anhaltspunkte für eine Meniskus-, Seitenband- oder Kreuzbandläsion und hielt den Beschwerdegegner für voll arbeitsfähig (Bericht vom 9. Oktober 2001). Diesen Befund bestätigte Dr. med. X.________ am 3. Dezember 2001 und hielt fest, der Patient habe sich seit der Erstbehandlung am 11. September 2001 nicht mehr gemeldet, sodass angenommen werden müsse, es gehe ihm inzwischen gut. Nachdem der Versicherte Dr. med. X.________ wegen Kniebeschwerden am 24. September 2002 wieder aufgesucht hatte, veranlasste dieser weitere Abklärungen. Dr. med. F.________, Klinik für Unfallchirurgie am Spital H.________, stellte am 6. November 2002 die Diagnose "anterior knee-pain rechts" bei einem reizlosen Knie ohne Druckdolenz und bei stabilen Kniebinnenstrukturen. Auch anlässlich des MRI vom 15. Februar 2003 zeigten sich ein intakter medialer und lateraler Meniskus, intakte Kreuz- und Seitenbänder, eine normal zentrierte Patella sowie ein gut erhaltener retropatellärer Knorpel. Festgestellt wurden indessen ein deutliches Knochenmarködem am Unterpol der Patella, ein aufgetriebenes Ligamentum patellae und ein Weichteilödem des darunterliegenden Hoffa Fettkörpers, wobei Frau Dr. med. K.________ festhielt, der Befund sei gut vereinbar mit einem sogenannten Jumper's Knee (Tendinopathie/-itis des Ligamentum patellae) mit entzündlicher Mitreaktion des Unterpols der Patella und begleitender Hoffitis. Der beratende Arzt der "Winterthur" Dr. med. Y.________ bezeichnete es aufgrund der Akten am 12. März und am 30. April 2003 als möglich, dass das diagnostizierte Jumper's Knee in natürlichem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 15. Juli 2001 stehe, schlug jedoch eine Untersuchung des Versicherten vor. Im Untersuchungsbericht vom 27. August 2003 hielt Dr. med. Y.________ fest, die feststellbaren objektiven Befunde am rechten Knie stünden möglicherweise in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 15. Juli 2001. Sowohl Anamnese als auch Klinik und speziell die bildgebende Abklärung mit MRI hätten zur Diagnose eines Jumper's Knee rechts geführt, wohingegen sich strukturelle Veränderungen, die auf ein einmaliges Trauma zurückgeführt werden könnten, nicht nachweisen liessen. Es sei durchaus nachvollziehbar - so der Arzt -, dass die körperlich belastende Tätigkeit als Schreiner solche Veränderungen und Beschwerden auslösen könne. Beim Sprung vom 15. Juli 2001 sei es möglicherweise zu einer Kniedistorsion gekommen, welche indessen in der Regel nach rund drei Monaten abgeheilt wäre. Unter Belastung könne es jedoch durchaus wieder zu einer verstärkten Symptomatik kommen. Die objektiv feststellbare Symptomatik im Sinne eines Jumper's Knee sei unabhängig vom Unfallereignis zu betrachten, während die Kniedistorsion spätestens im Zeitpunkt der MRI-Untersuchung am 15. Februar 2003 als abgeheilt zu betrachten wäre. Der im Rahmen des Einspracheverfahrens beigezogene beratende Arzt Dr. med. T.________ schloss sich gestützt auf die Aktenlage der Beurteilung des Dr. med. Y.________ an. Das Ereignis vom 15. Juli 2001 habe nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Gesundheitszustandes geführt. Bezogen auf das Unfallereignis sei längstens der Status quo sine eingetreten. Bereits auf den Röntgenaufnahmen vom 11. September 2001 sei am Unterpol der rechten Patella im Ansatzbereich des Ligamentum patellae eine knöcherne Ausziehung sichtbar gewesen, die typisch sei als Ausdruck für eine chronische Überbelastung des Streckapparates und prädestiniert für Schmerzen im Sinne eines Jumper's Knee. Die gleichen Befunde seien auch auf den Röntgenaufnahmen vom 26. August 2002 und im MRI vom 15. Februar 2003 erkennbar. Es handle sich dabei - so Dr. med. T.________ - klar nicht um Unfallfolgen, sondern um Veränderungen im Sinne einer anlagebedingten oder überlastungsbedingten Situation. 5.4 Mit der Vorinstanz ist zunächst gestützt auf die erfolgten bildgebenden und klinischen Untersuchungen festzustellen, dass sich der Versicherte beim Unfallereignis vom 15. Juli 2001 keine nachweisbare Verletzung der Knochen oder der Bänder zugezogen hat. In diesem Zusammenhang überzeugt auch der Bericht des Dr. med. Y.________ vom 27. August 2003, soweit darin ausgeführt wird, eine möglicherweise durch den Unfall hervorgerufene Knieverstauchung heile in der Regel nach drei Monaten und müsste spätestens nach Vorliegen der Ergebnisse der MRI-Untersuchung vom 15. Februar 2003 als abgeheilt gelten. Gemäss den Befunden des erwähnten MRI bestehen aber beim Beschwerdegegner ein aufgetriebenes Ligamentum patellae, ein deutliches Knochenmarködem am Unterpol der Patella sowie ein Weichteilödem des darunterliegenden Hoffa-Fettkörpers, was zur Diagnose eines Jumper's Knee bzw. einer Tendinopathie/-itis des Ligamentum patellae mit entzündlicher Mitreaktion des Unterpols der Patella und begleitender Hoffitis führte. Die Diagnose Jumper's Knee wurde durch die beratenden Ärzte der "Winterthur" bestätigt. Ob aber dieser Befund mindestens teilweise durch das Unfallereignis vom 15. Juli 2001 verursacht wurde oder aber ob durch den Unfall ein bestehender degenerativer Vorzustand manifest geworden ist und sich dauernd verschlimmert hat, lässt sich - wie das kantonale Gericht in sorgfältiger Würdigung der Aktenlage zutreffend festgestellt hat - nicht schlüssig beantworten. So ist Frau Dr. med. K.________ in ihrem Bericht vom 17. Februar 2003 auf die Frage eines Zusammenhangs zwischen Befund und Unfallereignis sowie auf die Frage eines allfälligen Vorzustandes gar nicht eingegangen. Dr. med. Y.________ sodann bezeichnete im Bericht vom 27. August 2003 einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den feststellbaren objektiven Befunden und dem Ereignis vom 15. Juli 2001 als möglich, führte dann aber aus, die Symptomatik sei unabhängig vom Unfallereignis zu betrachten. Dr. med. T.________ schliesslich sah bereits auf den Röntgenaufnahmen vom 11. September 2001 Anzeichen für ein Jumper's Knee, bei welchen es sich seiner Meinung nach jedoch nicht um Unfallfolgen sondern um Veränderungen im Sinne einer anlagebedingten oder überlastungsbedingten Situation handle. Das Ereignis vom 15. Juli 2001 habe - so der beigezogene Arzt - nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Gesundheitszustandes geführt. Da weder die Frage, ob das Unfallereignis vom 15. Juli 2001 noch eine Teilursache des Gesundheitsschadens darstellt, noch diejenige nach einem allfälligen degenerativen Vorzustand sowie - bei dessen Vorliegen - nach dem Erreichen des status quo sine mit hinreichender Zuverlässigkeit beantwortet werden kann, hat die Vorinstanz die Sache zu Recht zu ergänzenden Abklärungen an den Unfallversicherer zurückgewiesen. Auf die entsprechenden Erwägungen kann verwiesen werden.