Citation: 5A_625/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hat festgehalten, die erste Instanz habe die Betreuungsanteile zwischen den Kindeseltern zu rund 45% für den Beschwerdeführer und zu rund 55% für die Beschwerdegegnerin festgelegt, wenn bei der Berechnung der Anteile auch die hälftige Ferienregelung miteinbezogen werde. Dem Beschwerdeführer gehe es im Berufungsverfahren vordergründig um eine exakte 50:50-Betreuungsregelung. Er bringe im Rechtsmittelverfahren im Wesentlichen dieselben Argumente wie bereits vor der Erstinstanz vor, ohne dass er konkret aufzuzeigen vermöge, dass bzw. weshalb die Regelung der Betreuungszeiten durch die erste Instanz mit dem Kindeswohl nicht vereinbar sei bzw. dass das von ihm propagierte Woche-zu-Woche-Modell den Kindesinteressen mehr entsprechen würde. Es genüge insbesondere nicht, wenn er ausführe, er fühle sich aufgrund der nicht exakt hälftigen Aufteilung der Betreuungszeiten ungleich behandelt oder er könne im Verhältnis zur Beschwerdegegnerin mehr Zeit für die Kinderbetreuung aufwenden. Unbestritten sei die Beziehung zwischen den Kindeseltern jahrelang konfliktbehaftet gewesen. Es sei sogar von einer Kindeswohlgefährdung die Rede gewesen. Die bestehende Betreuungsregelung sei mit dem Eheschutzentscheid der Erstinstanz vom 23. Juni 2020 installiert worden und werde seit rund drei Jahren gelebt. Den Berichten der Erziehungsbeiständin vom 23. April 2022, 5. September 2022 und 2. Dezember 2022 lasse sich im Wesentlichen entnehmen, dass nach anfänglichen Konflikten zwischen den Kindeseltern mit der Festlegung der Kinderbetreuung durch den Eheschutzrichter Ruhe in die Familiensituation eingekehrt sei. Aus dem Protokoll der Kindesanhörung vom 20. August 2021 gehe hervor, dass die Tochter mit der aktuell gelebten Betreuungsregelung zufrieden sei. Es könne folglich mit der ersten Instanz festgehalten werden, dass die nunmehr erreichte Ruhe und Stabilität der Lebensumstände aufgrund der familiären Vorgeschichte wieder beeinträchtigt würden und es zu einer erneuten Kindeswohlgefährdung führen könne, wenn die vom Beschwerdeführer beantragte Änderung des bestehenden Betreuungsmodells umgesetzt werde. Anders als vom Beschwerdeführer behauptet, seien keine Anzeichen für irgendwelche Manipulationen der Kinder durch die Beschwerdegegnerin zu erkennen. Daher sei im Rahmen der zweitinstanzlichen Verfahrensinstruktion zu Recht auf die vom Beschwerdeführer beantragte Anhörung der ca. 9 1/2 Jahre alten Tochter und des ca. 7 Jahre alten Sohnes durch eine Fachperson verzichtet worden, zumal die Tochter am 20. August 2021 vom erstinstanzlichen Gerichtspräsidenten angehört worden sei und die gerichtlich festgelegte Betreuungsregelung - unter Hinweis insbesondere auf die verschiedenen Berichte der Erziehungsbeiständin - offensichtlich dem Kindeswohl entspreche. Soweit der Beschwerdeführer einen Vergleich mit dem vor der Ehetrennung gelebten Betreuungsmodell ziehe und behaupte, auch mit dem damaligen Modell hätte die Kinderbetreuung funktioniert, übersehe er, dass die Kindeseltern damals zusammenlebten. Nicht zu hören seien sodann die vom Beschwerdeführer lediglich behaupteten und bestrittenen Probleme der Kinder bei Betreuungswechsel unter der Woche. Hinsichtlich der vom Kläger aufgeworfenen Frage, wie die Berichte der Erziehungsbeiständin zu verstehen sind, sei keine schriftliche Auskunft oder mündliche Befragung der Erziehungsbeiständin erforderlich. Nach Ansicht des Kantonsgerichts könnten diese Berichte nicht so verstanden werden, dass die Erziehungsbeiständin eine exakte 50:50-Betreuungsregelung vorschlage und nur eine solche Regelung dem Kindeswohl entsprechen würde. Vielmehr ergebe sich aus der Gesamtbetrachtung der Berichte, dass die Erziehungsbeiständin die Beibehaltung einer alternierenden Obhut mit ungefähr gleichen Betreuungsanteilen vorgeschlagen habe. Namentlich unter Hinweis auf die Berichte der Erziehungsbeiständin und die Anhörung der Tochter entspreche die festgelegte und gelebte Betreuungsregelung mehrheitlich zweifellos dem Kindeswohl und es lägen keine wichtigen Gründe vor, welche einen Wechsel des derzeitigen Familienmodells aus Sicht des Kindeswohls nahelegen würden.