Citation: 6P.76/2005 15.11.2005 E. A

X.________ hat am 22. Februar 2002 B.________ erschossen und dessen Bruder A.________ mit einem Schuss schwer verletzt. Diesem Ereignis ging ein fehdeähnlicher Streit zwischen den Familien von X.________ und von B.________voraus. An einem Fest jugoslawischer Staatsangehöriger am 13. Oktober 2001 hatte X.________ am Wagen von A.________ einen Pneu zerstochen. Weil er dies in der Folge abstritt, wurde er von den drei Brüdern A.________, B.________ und E.________ bedroht. Zwei Tage später fuhren die drei Brüder zusammen mit ihrem Freund C.________ an den Wohnort der Familie X.________ in Langenthal. Dort verprügelten sie X.________. Dabei brachen sie ihm das Nasenbein, worauf dieser Strafanzeige erstattete. Wiederum zwei Tage später fuhr X.________ seinerseits in Begleitung seines Neffen, seines Stiefbruders und seines Schwiegervaters nach Biel. Dort begaben sie sich in ein Tea Room in der Nähe der Wohnung von A.________. Als C.________ den Tea Room betrat, verprügelten sie diesen. Er erlitt Rissquetschwunden und eine Hirnerschütterung. Nach diesen Vorfällen wurde von der Familie X.________ in Langenthal und der Familie B.________ in Biel ein Vermittler bestimmt. Eine Einigung kam nicht zustande. Auf telefonische Nachfrage des Vermittlers am 21. Februar 2002 gab X.________ zu verstehen, dass er die Strafanzeige gegen die 'Bieler' nicht zurückziehen werde. Damit war allen klar, dass die Vermittlungen definitiv gescheitert waren. Am Abend des 22. Februar 2002 liessen sich die vier 'Bieler', C.________ sowie die Gebrüder A.________, B.________ und E.________, von einem Freund nach Langenthal fahren. A.________ trug eine Pistole auf sich. Die anderen führten Baseball-Schläger und kantige Stahlrohre mit sich. Sie positionierten sich mit dem Wagen in der Nähe des Hauses von X.________. Als dessen Frau, Sohn und Schwiegervater das Haus verliessen, kamen die 'Bieler' in ihrem Wagen angerast, bremsten und stürmten auf diese zu. Sie hielten Frau X.________ am Arm fest und sagten ihr, dass sie mit ihrem Mann sprechen wollten. Derweilen rannte der 6-jährige Sohn in die Wohnung hinauf und teilte seinem Vater, X.________, mit, dass die 'Männer' wieder da seien, diesmal seien es aber mehr. X.________ holte seine Waffe, lud sie auf dem Weg nach unten, öffnete die Haustüre und gab einen Warnschuss ab, den er rechts an der direkt vor ihm stehenden Gruppe vorbeischoss. Nach diesem Warnschuss griff A.________ in seine Jackentasche nach seiner Schusswaffe und sagte: "Jetzt wirst Du sehen". Daraufhin feuerte X.________ einen Schuss auf A.________ ab. Die Kugel traf diesen von hinten und durchschlug dessen rechte Rumpfhälfte und dessen rechten Oberarm. A.________ rannte weg. Seine Waffe wurde später ca. 10 Meter vom Hauseingang entfernt gefunden. Nachdem X.________ den Warnschuss abgegeben hatte, war B.________ nach rechts gelaufen. Nachdem sein Bruder durch den zweiten Schuss getroffen worden war, lief B.________ mit einem Baseballschläger auf X.________ zu. Darauf schoss X.________ ihn aus einer Entfernung von mindestens eineinhalb Metern nieder und verletzte ihn tödlich.