Citation: 7B_107/2024 E. 3.4.3

3.4.3. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass im Video zu sehen ist, wie ein mutmasslicher Freier die auf dem Rücken liegende, damals 14-jährige D.________ während des Geschlechtsverkehrs drei Mal mit der Hand am Hals fixiert. Soweit er aber behauptet, dem Filmmaterial sei keine einzige Würgehandlung, hingegen lustvoller und einvernehmlicher Geschlechtsverkehr ohne jegliche Gewalt, Zwang oder Unterdrückung der Beteiligten zu entnehmen, lässt er schon nur den für die Beurteilung massgebenden Ermittlungsstand unberücksichtigt. Im Mai 2021 waren die genauen Hintergründe und das Ausmass des vermuteten qualifizierten Menschenhandels (Vermittlung minderjähriger Mädchen) sowie die Umstände und Hintergründe des Videos noch nicht bekannt. Auch mit Blick auf die kurz zuvor gemachten Schilderungen von D.________ (dazu im Einzelnen E. 3.4.4 hiernach) ist die vorinstanzliche Einschätzung, die Polizei habe das im Video ersichtliche "Fixieren oder Würgen" während des Geschlechtsverkehrs zu Recht als potentiell lebensgefährliche Gewaltanwendung qualifiziert, jedenfalls unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden. Am Ganzen ändert nichts, dass der polizeiliche Sachbearbeiter in seiner Anfrage an Snap Inc. die Strangulation als ca. zwei Minuten andauernd beschrieb.