Citation: 1P.683/2001 30.11.2001 E. 2

2.- Wird eine Beschwerde gegenstandslos, so ist nach Art. 72 BZP in Verbindung mit Art. 40 OG über die Prozesskosten mit summarischer Begründung aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes zu befinden. Bei der Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist in erster Linie auf den mutmasslichen Ausgang des Prozesses abzustellen. Dabei geht es nicht darum, die Prozessaussichten im Einzelnen zu prüfen; vielmehr muss es bei einer knappen, d.h. Prima-facie-Beurteilung der Aktenlage sein Bewenden haben. a) Auf den Antrag, der Staat Bern sei zur Leistung von Schadenersatz und Genugtuung an den Beschwerdeführer zu verurteilen, hätte nicht eingetreten werden können, da mit einer staatsrechtlichen Beschwerde kein solches Begehren gestellt werden kann. b) Der Beschwerdeführer beklagte sich vor allem über eine Verletzung der Garantie der richterlichen Unabhängigkeit nach Art. 30 Abs. 1 BV. Er machte geltend, die Gerichtspräsidentin 4 des Gerichtskreises V Burgdorf-Fraubrunnen, welche den angefochtenen Haftentscheid gefällt habe, sei voreingenommen gewesen, weil sie sich schon früher mit einer gegen ihn im Zusammenhang mit angeblichen Widerhandlungen gegen das BetmG eröffneten Strafsache befasst habe. Den Akten ist zu entnehmen, dass der Untersuchungsrichter 1 des Untersuchungsrichteramtes II Emmental-Oberaargau den Beschwerdeführer mit Strafmandat vom 8. Januar 2001 wegen Widerhandlung gegen das BetmG, begangen durch unerlaubten Anbau von Hanf zur Gewinnung von Betäubungsmitteln, zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 30 Tagen verurteilte. Nachdem der Beschwerdeführer dagegen Einspruch erhoben hatte, wurden die Akten an das Strafeinzelgericht des Gerichtskreises V Burgdorf-Fraubrunnen überwiesen, und der Fall wurde der Gerichtspräsidentin 4 zugeteilt. Aus diesem Umstand kann nicht geschlossen werden, die Gerichtspräsidentin 4 hätte in der hier in Frage stehenden, neuen Strafsache nicht unvoreingenommen über den vom Untersuchungsrichter gestellten Antrag auf Anordnung der Untersuchungshaft entscheiden können. Der Beschwerdeführer hält in der staatsrechtlichen Beschwerde fest, es verstehe sich von selbst, dass als Haftrichter nur tätig sein könne, wer mit der materiellen Behandlung der betreffenden Strafsache bisher nichts zu tun gehabt habe. Diese Voraussetzung war im vorliegenden Fall erfüllt, denn die Gerichtspräsidentin 4 hatte mit der am 17. August 2001 gegen den Beschwerdeführer eröffneten Strafverfolgung bisher nichts zu tun. Die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf einen unabhängigen Richter wäre somit unbegründet gewesen. Das Gleiche gilt für die Rügen des Beschwerdeführers, es habe weder Kollusions- noch Wiederholungsgefahr bestanden und die Anordnung der Untersuchungshaft sei unverhältnismässig gewesen. Die Begründung im Haftanordnungsantrag des Untersuchungsrichters, auf die sich die Haftrichterin im angefochtenen Entscheid stützte, hält vor der Verfassung und der EMRK stand. Eine Prima-facie-Beurteilung der Aktenlage ergibt, dass der Beschwerdeführer mit seinen Rügen nicht durchgedrungen wäre. Die Beschwerde hätte somit keine Aussicht auf Erfolg gehabt, weshalb das Begehren um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist (Art. 152 OG). Es kann indes von der Erhebung von Kosten abgesehen werden. Demnach beschliesst das Bundesgericht im Verfahren nach Art. 72 BZP in Verbindung mit Art. 40 OG: