Citation: 8C_86/2020 E. 4.3

4.3. In der Literatur wird aufgezeigt, dass Leistungsrevisionen bei Renten, die auf einem Vergleich basieren, erheblich erschwert, wenn nicht sogar verunmöglicht sein können. Die Anpassung des Invaliditätsgrades verlangt nach einer Änderung des Sachverhalts. Um diese festzustellen, ist eine Gegenüberstellung des revisionsrelevanten mit dem damaligen Sachverhalt notwendig, welcher aber bei einer vergleichsweisen Rentenzusprache regelmässig nicht erstellt wird (EVA SLAVIK, a.a.O., N. 31 f. zu Art. 50 ATSG). War der ursprüngliche Invaliditätsgrad wegen Unklarheiten in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit Teil des vergleichsweise vereinbarten Gegenstands, so stellt jede behauptete Verschlechterung bzw. vermutete Verbesserung der gesundheitlichen Situation die Verwaltung vor Schwierigkeiten, da ihr die notwendige zuverlässige Vergleichsbasis in der Vergangenheit fehlt. Kann eine Verbesserung mangels zuverlässiger Vergleichsgrundlage in der Vergangenheit nicht nachgewiesen werden, wird eine Rentenherabsetzung oder -einstellung schwierig zu rechtfertigen sein (MIRIAM LENDFERS, Der Vergleich im Sozialversicherungrecht, Knifflige Aspekte der gütlichen Einigung, in: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht [JaSo] 2013, S. 211 f.; EVA SLAVIK, a.a.O., N 31 zu Art. 50 ATSG; URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, 2010, Rz. 2468, S. 481).