Citation: 7B_726/2023 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, dass weder die beiden neuen Strafverfahren wegen Sexualdelikten zum Nachteil von B.________ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin), noch das forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 26. September 2022 einen Revisionsgrund zu begründen vermöchten. Der Beschwerdeführer ist anderer Auffassung. Zur Begründung bezieht er sich zunächst auf die eingestellte Strafuntersuchung gegen D.________. Die Beschwerdegegnerin habe behauptet, von diesem im Zeitraum vom 16. Januar bis 5. Februar 2019 mehrfach sexuell genötigt und vergewaltigt worden zu sein. Die Auswertung der Chat-Nachrichten der Parteien habe jedoch gezeigt, dass die Beschwerdegegnerin am 9. Februar 2019 D.________ geschrieben habe, nie mit ihm Sex gehabt zu haben. Damit habe sie unmittelbar nach dem behaupteten Tatzeitraum indirekt selber zugegeben, D.________ zu Unrecht belastet zu haben. Revisionsrechtlich sei diese Tatsache entgegen der Vorinstanz neu, weil sie zur Zeit des obergerichtlichen Urteils vom 26. Oktober 2020 bereits bestanden, das Gericht davon jedoch keine Kenntnis gehabt habe. Sie sei ausserdem geeignet, die tatsächlichen Feststellungen im besagten Urteil, namentlich jene betreffend Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdegegnerin, wesentlich zu beeinflussen. Weiter habe die Beschwerdegegnerin gegenüber der Gutachterin verlauten lassen, dass er, der Beschwerdeführer, ihr im damaligen Zeitraum der inkriminierten Taten mehrfach geschrieben habe, sie würden am Abend Sex haben. Diese Tatsachenbehauptung sei revisionsrechtlich neu und gleichzeitig erheblich. Sollte sie sich nämlich seinen Erwartungen entsprechend nicht bewahrheiten, was sich aufgrund der vorgenommenen Datensicherung verifizieren lasse, wäre die Beschwerdegegnerin überführt, die Unwahrheit gesagt zu haben. Darüber hinaus stellten die Diagnosen von Dr. med. E.________ revisionsrechtlich relevante, ergänzende medizinische Grundlagen dar. Was im aussagepsychologischen Gutachten über die Beschwerdegegnerin im Verfahren S 2020 6 nämlich nicht erkannt worden sei, sei das Ausmass der psychischen Beschwerden und damit die Tatsache, dass eine deutliche Verhaltensstörung vorliege. Die psychiatrische Expertin stelle in den Aussagen der Beschwerdegegnerin zahlreiche Auffälligkeiten im Sinne von unaufgelösten Widersprüchen, Übertreibungen und objektiv falschen Angaben fest. Ausserdem spreche sie von einer deutlich erkennbaren Suggestibilität. Insofern könne nicht mehr auf das aussagepsychologische Gutachten der F.________ AG abgestellt werden. Die dort fehlende Diagnose habe auch dazu geführt, dass es das Sachgericht angesichts des unterdurchschnittlichen Intelligenzquotienten der Beschwerdegegnerin ausgeschlossen habe, dass diese ein komplexes Lügengebäude, wie eine Falschaussage es erfordert hätte, hätte frei erfinden können. Diese Schlussfolgerung werde durch das neue psychiatrische Gutachten widerlegt. Demnach zeige die Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer verschiedenartigen Defizite ein Verhaltensrepertoire, welches von Konfabulation über falsche Erinnerungen bis zu Pseudologie und bewussten Falschangaben reiche. Schliesslich verletze die Vorinstanz das Willkürverbot, wenn sie die Frage, ob sich die zusätzlichen Diagnosen von Dr. med. E.________ auf das aussagepsychologische Gutachten auswirkten, ohne Beizug einer Fachperson beurteile.