Citation: 8C_545/2019 E. 9.4

9.4. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners ist das akustische Gutachten nicht widersprüchlich, sondern wie bereits die Vorinstanz und das Bundesstrafgericht erwogen, schlüssig und nachvollziehbar. Wie letzteres richtig erkannte, sind die unterschiedlichen Antworten bezüglich der Frage, ob die Gehörschädigung durch das Ereignis vom 21. Februar 2016 verursacht worden ist, auf den Umstand zurückzuführen, dass die beiden Gutachten verschiedene Ansätze verfolgen. Beim akustischen Gutachten liegt der Fokus auf den objektiv messbaren Schallexpositionspegelwerten bzw. auf der Frage, ob sich der fragliche Schallexpositionspegelwert bei einem gesunden Menschen ohne allfälliger Vorerkrankung gehörschädigend auswirkt. Hingegen bezweckt das medizinische Gutachten, die konkrete Gehörschädigung der versicherten Person zu beurteilen, allenfalls unter Berücksichtigung einer Prädisposition, die zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber solchen Belastungen führen kann. Für die nach einem objektiven Massstab (vgl. hiervor E. 9.1) zu beantwortende Frage, ob der äussere Faktor ungewöhnlich ist, sind demzufolge die im akustischen Gutachten genannten Schallexpositionspegelwerte massgebend. Demgegenüber wird die medizinische Einschätzung in unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht erst dann relevant, wenn der Unfallbegriff bejaht wurde und der natürliche Kausalzusammenhang zwischen der Gehörschädigung und dem Lärmtrauma zu prüfen ist. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend festhält, ist dabei zu berücksichtigen, dass selbst wenn die geltend gemachte Gehörschädigung aus medizinischer Sicht natürlich kausale Folge einer äusseren Einwirkung gewesen sein mag, ein Rückschluss auf das Merkmal der Ungewöhnlichkeit daraus nicht gezogen werden kann (Urteil 8C_317/2010 vom 3. August 2010 E. 3.2).