Citation: 4A_583/2024 E. 2.3.2

2.3.2. Demgegenüber werden Akontozahlungen an den späteren Gesamtvergütungsanspruch angerechnet. Da sie unter dem Vorbehalt einer definitiven Abrechnung erfolgen, haben sie bloss vorläufigen Charakter. Akontozahlungen werden in Vorauszahlungen (auch als Honorarvorschüsse bezeichnet) und Abschlagszahlungen unterteilt (PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 6. Aufl. 2019, Rz. 1163). Der Bauherr muss eine Vorauszahlung (bzw. einen Honorarvorschuss) zeitlich vor Erbringen der Gegenleistungen durch den Architekten entrichten (ANTON EGLI/HUBERT STÖCKLI, Das Planerhonorar, in: Planerverträge, 2. Aufl. 2019, Rz. 8.187 f.). Der Bauherr leistet hier pränumerando Zahlung (en) an den Architekten. Der Bauherr hat Abschlagszahlungen nach Massgabe der bereits erbrachten Leistungen an den Architekten zu entrichten. Dies kann zum Beispiel aufgrund der Planungsstadien und/oder des Baufortschritts erfolgen (PETER GAUCH, a.a.O., Rz. 1163). Der Architekt ist in einem solchen Fall vorleistungspflichtig, allerdings nicht für die gesamte, sondern bloss für einzelne Teile seiner Architekturleistung (MARIO MARTI, in: SIA-Verträge für Architekten und Ingenieure, 2021, Art. 1.3 Rz. 26). Der Bauherr leistet in diesem Fall sequenzielle postnumerando Zahlung (en) an den Architekten. Sowohl die Vorauszahlungen (bzw. die Honorarvorschüsse) als auch die Abschlagszahlungen stehen unter dem Vorbehalt der Schlussabrechnung. Hat der Bauherr zu hohe Zahlungen getätigt, steht ihm ein Rückforderungsanspruch zu (EGLI/STÖCKLI, a.a.O., Rz. 8.188). Im gegenteiligen Fall muss er Nachzahlungen leisten.