Citation: 2C_476/2008 08.08.2008 E. 2

2.1 Angefochten ist ein Urteil, das eine Zwischenverfügung zum Gegenstand hat (Sistierung des Bewilligungsverfahrens, Verweigerung der Landesanwesenheit während dessen Hängigkeit [Wegweisung]). Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist zur Anfechtung eines Zwischenentscheids, der nicht die Zuständigkeit oder Ausstandsfragen betrifft (vgl. Art. 92 BGG), nur zulässig, wenn sie einerseits gegen den Endentscheid zulässig sein wird und wenn andererseits die Voraussetzungen von Art. 93 BGG erfüllt sind. 2.1.1 Im Hauptverfahren streitig ist die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, auf die der mit einer Schweizerin verheiratete Beschwerdeführer im Grundsatz Anspruch hat, sodass weder Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG noch sonst ein Ausschlussgrund zum Tragen kommt. Sodann kann das angefochtene Urteil für die Beschwerdeführer insofern einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken (vgl. Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG), als sie ihre Ehe vorläufig nicht in der Schweiz leben können. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist insofern zulässig. 2.1.2 Das angefochtene Urteil stützt sich ausschliesslich auf kantonales (Verfahrens-)Recht. Vor Bundesgericht kann nicht unmittelbar die Verletzung kantonalen Rechts gerügt werden. Vielmehr muss geltend gemacht werden, dass die kantonalen Behörden bei dessen Anwendung schweizerisches Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzt haben. In Frage kommen vorliegend Bundes(verfassungs)recht, Völkerrecht und kantonale verfassungsmässige Rechte. Dabei prüft das Bundesgericht, was verfassungsmässige Rechte betrifft, den angefochtenen Entscheid nur insoweit, als entsprechende Rechtsverletzungen spezifisch dargelegt werden (Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 42 Abs. 2 BGG). Vorliegend ist, da das Hauptanliegen der Beschwerdeführer an sich darin besteht, X.________ müsse vorerst und jedenfalls bis zum Abschluss des Bewilligungsverfahrens im Land bleiben können, im Ergebnis eine vorsorgliche Massnahme (Vollzugsstopp betreffend Wegweisung) streitig, sodass sich die Beschränkung der Beschwerdegründe auch aus Art. 98 BGG ergibt. 2.2 Die Beschwerdeführer rügen eine Verletzung von Art. 8 EMRK. Sie tun dies weitgehend in einer Weise, wie sie dies im Rahmen einer Beschwerde gegen den die Aufenthaltsbewilligung verweigernden Endentscheid tun könnten. Insofern tragen ihre Rügen dem beschränkten Gegenstand der vorliegenden Beschwerde nur zum Teil Rechnung (Recht- bzw. Verfassungsmässigsmässigkeit der getroffenen verfahrensrechtlichen Anordnungen). 2.3 Nicht näher substantiiert und ohnehin offensichtlich unbegründet ist zunächst die Behauptung (s. Beschwerdeschrift S. 6 am Ende), Art. 8 EMRK lasse es nicht zu, den Ausländer zu verpflichten, den materiellen Entscheid über die Aufenthaltsbewilligung im Ausland abzuwarten (vgl. dazu Urteil 2C_11/2007 vom 21. Juni 2007 E. 2.3.3). Offensichtlich unbegründet ist sodann die Rüge, für die Verfahrenssistierung bzw. die vorläufige Wegweisung fehle es an einer gesetzlichen Grundlage. § 41 des Luzerner Gesetzes vom 3. Juli 1972 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG) bzw. Art. 1a ANAG und Art. 1 ANAV, ferner auch ganz allgemein § 45 VRG ermächtigen das Amt für Migration zu den umstrittenen getroffenen verfahrensleitenden Anordnungen. Nicht nachvollziehbar ist sodann die Rüge der Gehörsverweigerung durch angeblich fehlende Begründung; dem angefochtenen Urteil ist klar und nachvollziehbar zu entnehmen, aus welchen Gründen das Verwaltungsgericht die Anordnungen des Amtes für Migration als rechtmässig erachtet. Zu prüfen bleibt, ob die Verfahrenssistierung und die damit verbundene Ausreiseverpflichtung sonstwie - inhaltlich - gegen den Beschwerdeführern zustehende verfassungsmässige Rechte verstossen.