Citation: 2C_994/2021 E. 5.3

5.3. Das Bundesgericht hat in Zusammenhang mit dem Vollzug der Ausschaffung bzw. der Landesverweisung im Hinblick auf die Corona-Pandemie entschieden, dass jeder Einzelfall gestützt auf seine konkreten Umstände zu beurteilen sei (BGE 147 II 49 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Vollzug der Wegweisung lässt sich während der Corona-Pandemie nur dann als innert absehbarer Frist möglich und damit als durchführbar bezeichnen, wenn dem Haftrichter hierfür hinreichend konkrete Hinweise - insbesondere seitens des SEM - vorlagen; andernfalls fehlt es an der ernsthaften Aussicht auf den Vollzug der Wegweisung. Die bloss vage Möglichkeit, dass ein Vollzugshindernis potenziell in absehbarer Zeit entfallen könnte, genügt nicht, um eine Ausschaffungs- bzw. Durchsetzungshaft aufrechtzuerhalten (BGE 147 II 49 E. 3.2; Urteil 2C_468/2022 vom 7. Juli 2022 E. 4.1, je mit Hinweisen).