Citation: 1C_25/2019 E. 6.3

6.3. Die Beschwerdeführer machen sodann geltend, die Baubewilligung hätte auch deshalb nicht erteilt werden dürfen, weil die Zuweisung des Weilers Habersaat zur Kernzone K2A und damit zu einer Bauzone geradezu nichtig sei. Nichtig sei auch die Baubewilligung selber, weil die zuständige kantonale Behörde nicht wie von Art. 25 Abs. 2 RPG verlangt geprüft habe, ob für das Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen eine Ausnahmebewilligung erteilt werden könne. Nach der Rechtsprechung ist eine Verfügung (bzw. ein Planungserlass) nur dann nichtig, wenn der ihr anhaftende Mangel besonders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgrund fallen hauptsächlich funktionelle und sachliche Unzuständigkeiten einer Behörde sowie schwerwiegende Verfahrensfehler in Betracht (BGE 139 II 243 E. 11.2 S. 260 mit Hinweisen). Inhaltliche Mängel haben nur in seltenen Ausnahmefällen die Nichtigkeit einer Verfügung zur Folge; erforderlich ist hierzu ein ausserordentlich schwerwiegender Mangel (BGE 137 I 273 E. 3.1 S. 275). Der Zonenplan sowie die BZO der Gemeinde Aeugst am Albis und damit auch die Zuweisung des Weilers Habersaat zur Kernzone K2A wurden von der Baudirektion am 22. Oktober 2015 genehmigt. Dass die Zuweisung des Weilers zur Kernzone in der Folge angefochten worden wäre, ist weder dargetan noch ersichtlich. Damit wurde die Nutzungsplanung der Gemeinde Aeugst grundsätzlich bestandeskräftig. Es bestehen keine Anhaltspunkte, wonach die kantonalen Behörden nicht gewillt wären, im Rahmen der Prüfung und Genehmigung kommunaler Nutzungspläne künftig die Vorgaben von Ziff. 2.2.2 des revidierten Richtplans zu beachten und umzusetzen. Die Zuweisung des Weilers Habersaat zur Kernzone K2A und die damit verbundene Zulässigkeit von Neubauten stellt jedenfalls unter den konkreten Umständen keinen so offensichtlichen und schwerwiegenden Verstoss gegen Art. 1 und Art. 15 RPG dar, dass die BZO geradezu nichtig bzw. teilnichtig wäre. Nachdem das Baugrundstück grundeigentümer- und behördenverbindlich einer Bauzone zugewiesen wurde, war auch nicht zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung für ein Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen erfüllt sind, weshalb Nichtigkeit aus diesem Grund ebenfalls ausscheidet.