Citation: I 692/02 17.03.2003 E. 4

Was die Frage der unentgeltlichen Verbeiständung zunächst für das kantonale Verfahren anbelangt, durfte die Vorinstanz in prozessualer Hinsicht über das im Rahmen der Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit der Hauptsache befinden. Weder die luzernischen Gesetze über die Verwaltungsrechtspflege vom 3. Juli 1972 (SRL Nr. 40) und über die Organisation des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 1972 (SRL Nr. 41) noch die Verordnung über das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in Streitsachen aus dem Gebiet der eidgenössischen und kantonalen Sozialversicherung vom 20. Oktober 1983 (SRL Nr. 44) schreiben vor, dass der angerufene Richter "vor Beginn des Verfahrens" über den Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege zu befinden hat. Der Begriff der Aussichtslosigkeit des Prozesses sodann ist auch für das kantonale Verfahren nach Art. 69 IVG in Verbindung mit Art. 85 Abs. 2 lit. f AHVG nach der bundesgerichtlichen Praxis definiert. Als aussichtslos sind ihr zufolge - wie die Vorinstanz zutreffend darlegt - Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 128 I 236 Erw. 2.5.3, 125 II 275 Erw. 4b, 124 I 306 Erw. 2c mit Hinweis). Vorliegend ist es nicht bundesrechtswidrig, wenn das kantonale Gericht auf Aussichtslosigkeit des Prozesses geschlossen hat. Bei der nach Abschluss des Verwaltungsverfahrens gegebenen Aktenlage hätte eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, nicht den gerichtlichen Weg beschritten, da die Verlustgefahren eindeutig höher waren als die Gewinnaussichten. Die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung waren daher nicht erfüllt. In erhöhtem Mass gilt dies für das vorliegende Verfahren. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde, soweit sie sich gegen die Verweigerung der unentgeltlichen Verbeiständung richtet, ist daher abzuweisen, desgleichen das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht.