Citation: 2C_235/2023 E. 3

Die Beschwerdeführenden bringen in erster Linie vor, der Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG (SR 142.20) sei nicht gegeben, weil die Beschwerdeführenden seit Kurzem ihren Lebensunterhalt alleine bestreiten können. Damit machen die Beschwerdeführenden implizit geltend, die Vorinstanz habe Art. 33 Abs. 3 AIG falsch angewendet. Diese Bestimmung sieht vor, dass die Aufenthaltsbewilligung verlängert werden kann, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen. Selbst wenn keine Widerrufsgründe vorliegen, besteht also nach Landesrecht kein Anspruch auf Verlängerung der Bewilligung. Der Entscheid über die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung steht vielmehr im Ermessen der Migrationsbehörde respektive der kantonalen Rechtsmittelinstanzen (vgl. zu den Anforderungen an die Ermessensausübung Urteil 2C_697/2020 vom 18. November 2020 E. 5). Dies gilt, solange keine andere Bestimmung des Landesrechts einen Anspruch auf Verlängerung vorsieht (vgl. insb. Art. 31, 42 f. und 50 AIG). Die Beschwerdeführenden machen keinen landesrechtlichen Bewilligungsanspruch geltend, weshalb landesrechtlich betrachtet die Erteilung einer Ermessensbewilligung im Sinne von Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG zur Diskussion steht. Auf die Rüge der Verletzung von Art. 33 Abs. 3 AIG in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG kann das Bundesgericht folglich nicht eintreten (Urteile 2C_150/2022 vom 18. August 2022 E. 4; 2C_666/2019 vom 8. Juni 2020 E. 3; 2C_126/2020 vom 12. Mai 2020 E. 4; 2C_184/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 4.2). Entscheidend ist daher vorliegend vielmehr, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung mit Art. 8 EMRK vereinbar ist oder nicht. Die gesetzlichen Widerrufsgründe sind dabei insofern zu berücksichtigen, als diese ein legitimes öffentliches Interesse an der Aufenthaltsbeendigung zum Ausdruck bringen können (vgl. E. 4.2 hiernach).