Citation: 5A_957/2014 E. 3.2.2

3.2.2. Die Vorinstanz rechnete der Beschwerdegegnerin ab Oktober 2015 und bei einem Arbeitspensum von 100 % ein hypothetisches Nettoeinkommen von Fr. 4'000.-- an. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, die im Zeitpunkt Oktober 2015 49-jährige Beschwerdeführerin verfüge über eine abgeschlossene Lehre und praktische Fertigkeiten als Dekorationsgestalterin sowie langjährige Erfahrung im Detailhandel, unter anderem auch als Filialleiter-Stellvertreterin und Shop-Leiterin. Daneben sei sie seit vielen Jahren als Tagesmutter tätig. Im Sommer 2014 habe sie zusätzlich das kaufmännische Basisdiplom erworben. Im Jahr 2013 habe die Beschwerdeführerin aus ihrer Tätigkeit als Tagesmutter und der Anstellung bei F.________ von circa 25-30 % ein Nettoeinkommen von monatlich durchschnittlich Fr. 2'057.-- erzielt. Nach dem neuen Gesamtarbeitsvertrag von F.________ würden Mitarbeitende mit einer dreijährigen Lehre bei einem vollen Pensum einen Bruttomonatslohn von Fr. 4'000.-- erhalten. Unter Berücksichtigung des 13. Monatslohnes und der Sozialabgaben könne die Beschwerdeführerin bei F.________ ab Oktober 2015 mindestens mit einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 3'680.-- rechnen. Gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010, TA3, würde der monatliche Bruttolohn im privaten und öffentlichen Sektor, Sektor 3 Dienstleistungen, über alle Branchen für Frauen im Niveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) Fr. 5'200.-- und im Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) Fr. 4'215.-- pro Monat betragen. Abzüglich Sozialabgaben ergebe dies ein monatliches Nettoeinkommen inkl. Anteil 13. Monatslohn von Fr. 4'420.-- resp. 3'580.--. Die Beschwerdeführerin besitze das Potenzial für eine Tätigkeit als Filialleiter-Stellvertreterin oder Teamleiterin im Detailhandel. Zudem habe sie sich mit der Erlangung des kaufmännischen Basisdiploms auch Beschäftigungen in diesem Bereich erschlossen, zum Beispiel an einem Empfang, auf einem Büro oder in der Administration. Die Beschwerdeführerin verfüge zwar über langjährige Erfahrung im Verkauf, werde sich aber bis im Oktober 2015 kaum nennenswerte Kenntnisse im kaufmännischen Bereich aneignen können. Deshalb werde es als angemessen betrachtet, vorderhand auf einen Durchschnittswert zwischen dem Niveau 3 und 4 von gerundet Fr. 4'000.-- abzustellen. Dass dieses monatliche Einkommen absolut realistisch sei, folge auch aus dem Vergleich mit den aktuell erzielten Einkünften von Fr. 2'057.-- pro Monat. Basierend auf dem Gesamteinkommen der Parteien von Fr. 12'225.-- und einem Gesamtbedarf von Fr. 10'711.--, berechnete die Vorinstanz bei einem Bedarf von Fr. 3'539.-- einen gebührenden Unterhalt von Fr. 4'300.--. Nach Abzug des eigenen Erwerbs von Fr. 4'000.-- verbleibt der Beschwerdeführerin ab Oktober 2015 einen Unterhaltsanspruch von monatlich Fr. 300.--.