Citation: 6B_774/2020 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz nimmt in rechtlicher Hinsicht an, der Beschwerdeführer habe den Beschwerdegegner 2 bei der Auseinandersetzung mit einem Messer gestochen. Dabei habe er die Leber getroffen. Der Stich sei in unmittelbarer Nähe der Körperhauptschlagader sowie anderer venöser Blutgefässe, des Rückenmarks und anderer lebenswichtiger Organe verlaufen und damit objektiv lebensgefährlich gewesen. Das Leben des Beschwerdegegners 2 habe durch eine Notoperation gerettet werden können. Anhaltspunkte für ein skrupelloses Vorgehen im Sinne von Art. 112 StGB oder ein Handeln in einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung im Sinne von Art. 113 StGB lägen keine vor (angefochtenes Urteil S. 33, 35). In subjektiver Hinsicht nimmt die Vorinstanz an, der Nachweis eines direkten Tötungsvorsatzes lasse sich nicht führen, auch wenn gewisse der vom Beschwerdeführer im Vorfeld gegenüber D.________ gemachten Äusserungen auf solches hindeuteten. Er habe aber mit dem Messer gewollt und gezielt in den Oberbauch des sich bewegenden Beschwerdegegners 2 gestochen und damit in eine Körperregion mit vielen lebenswichtigen Organen und Gefässen. Er habe damit dessen Tod zumindest in Kauf genommen, womit von einer eventualvorsätzlich versuchten Tötung auszugehen sei (angefochtenes Urteil S. 34 f.).