Citation: 2C_652/2020 E. 6.2

6.2. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zofingen vom 6. Juli 2017 wurde der Beschwerdeführer wegen versuchter qualifizierter Erpressung (mit Gewaltanwendung) und weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sieben Monaten verurteilt. Vor und nach dieser den Widerrufsgrund setzenden Straffälligkeit (begangen zwischen September 2015 und Januar 2016) trat er ebenfalls strafrechtlich in Erscheinung. Die Vorinstanz ging namentlich angesichts der wesentlich über der Grenze für die Möglichkeit eines Widerrufs der Niederlassungsbewilligung liegenden Dauer der ausgesprochenen Freiheitsstrafe und aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer mit dem Versuch einer räuberischen Erpressung eine Straftat nach Art. 121 Abs. 3 und 4 BV sowie Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB begangen hat, von einem erheblichen migrationsrechtlichen Verschulden aus. Diese Würdigung ist nicht zu beanstanden. Zwar wurde der Versuch einer räuberischen Erpressung vorliegend vor dem Inkrafttreten von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB am 1. Oktober 2016 begangen, doch ist der durch den Verfassungs- und Gesetzgeber zum Ausdruck gebrachten besonderen Verwerflichkeit der bereits in Art. 121 Abs. 3 lit. a BV aufgeführten Taten, zu welchen namentlich Gewaltdelikte wie Raub (Art. 140 StGB) zählen, bei der Interessenabwägung (nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. Art. 96) gleichwohl insofern Rechnung zu tragen, als es dadurch zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht kommt (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34; Urteil 2C_1067/2019 vom 18. Februar 2020 E. 2.3.2). Dies gilt umso mehr, als sich die Strafe bei der räuberischen Erpressung nach derjenigen beim Raub richtet (vgl. Art. 156 Ziff. 3 StGB). Wie die Vorinstanz ergänzend zutreffend ausführt, fällt in diesem Kontext ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer vor der mit dem Urteil des Bezirksgerichts Zofingen vom 6. Juli 2017 gewürdigten Straffälligkeit auch weitere, ähnliche Delikte verübt und damit eine auffällige Neigung zur Gewaltanwendung zum Ausdruck gebracht hat (vgl. E. 4.2.2 des angefochtenen Urteils, namentlich mit Hinweis auf die Verurteilungen des Beschwerdeführers wegen einer am 6. Oktober 2011 begangenen gefährlichen Körperverletzung nach § 224 Abs. 1 Nr. 2 und 4 des deutschen Strafgesetzbuches und wegen Tätlichkeiten, mehrfacher Drohung, Nötigung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz). Der Umstand, dass die Gegenstand des Urteils des Bezirksgerichtes Zofingen vom 6. Juli 2017 bildenden Delikte inzwischen schon längere Zeit zurückliegen, kann vorliegend entgegen der Beschwerde nicht entscheidend sein, da der Beschwerdeführer seit Begehung dieser Taten erneut straffällig geworden ist und er sich gemäss den bindenden Feststellungen der Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) noch während des hängigen Strafverfahrens wegen versuchter qualifizierter Erpressung, Misswirtschaft sowie Unterlassung der Buchführung schuldig gemacht hat.