Citation: 8C_490/2008 16.01.2009 E. 4

4.1 Dr. med. R.________ zieht im Bericht vom 22. September 2006 über seine Aktenbegutachtung das Fazit, eine berufsbedingte chronische Bronchitis und/oder ein berufsbedingtes Asthma bronchiale sei beim Beschwerdeführer höchstens möglich, nicht jedoch überwiegend wahrscheinlich. Die Lungenspezialistin Dr. med. L.________ fand im Frühjahr 2007 eine toxische Bronchitis mit entsprechenden bronchialen Beschwerden. Als einzige der verschiedenen untersuchenden und begutachtenden Ärzte hat Dr. med. L.________ nicht nur eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt und Röntgenbilder angefertigt, sondern eine Bronchoskopie und eine bronchoalveoläre Lavage vorgenommen. In der bronchoalveolären Lavage fand sie eine Vermehrung der neutrophilen Granulozyten mit 20 - 40%, wobei die Norm unter 3 % liege. Zytologisch habe sich ein makrophagenreiches Bronchialsekret mit granulozytärer entzündlicher Komponente gezeigt. Das in den Makrophagen nachgewiesene Pigment sei von den Zytologen als anthrakotisches pigmentähnliches Material respektive mit diesem identisch beurteilt und als schwarzes körniges Pigment in den massenhaft vorhandenen Alveolarmakrophagen beschrieben worden. Die Biopsien aus der Bronchialschleimhaut im linken Oberlappen hätten eine ödematöse, gering chronisch unspezifisch entzündlich veränderte Bronchialwand mit Verdickung der Basalmembran des Epithels ergeben. An objektiven Befunde habe der Beschwerdeführer am 30. August 2005 eine deutliche bronchiale Hyperreagibilität gezeigt, welche sich erst im Verlauf bis April 2006, unter konsequenter Behandlung mit topischen Steroiden, zurückgebildet habe und nicht mehr nachgewiesen werden konnte. In der Bronchoskopie hätten am 4. April 2007 eindeutige Veränderungen der Schleimhaut des Larynx, der Trachea und der Bronchialschleimhaut dokumentiert werden können. Es handle sich dabei um Veränderungen, wie sie bei einer schweren akuten Bronchitis oder toxischen Reaktionen gesehen würden, und nicht um chronisch bronchitische Veränderungen. Hinzu kämen die zytologisch nachgewiesenen massenhaften Alveolarmakrophagen, welche schwarzes körniges Pigment eingeschlossen haben. Ihres Erachtens sei die beträchtliche Exposition von Tonerstäuben, diversen Sprays und Lösungsmittel am Arbeitsplatz mit grosser Wahrscheinlichkeit für die bronchialen Beschwerden zuständig. 4.2 Damit liegen sich widersprechende Arztberichte vor, zu deren Klärung es eines weiteren Gutachtens bedarf. Entgegen dem kantonalen Gericht hat Dr. med. L.________ ihren Bericht und ihre Schlussfolgerungen nicht primär mit der Formel "post hoc ergo propter hoc" oder damit begründet, dass der Beschwerdeführer nie geraucht und keine Erkrankung der Bronchien gehabt habe. Vielmehr hat diese Ärztin Untersuchungen durchgeführt, welche weder in der Klinik B.________ noch von Dr. med. R.________ vorgenommen worden waren. Der Umstand, dass zytologisch massenhaft Alveolarmakrophagen mit eingeschlossenem schwarzem körnigen Pigment nachgewiesen worden ist, wird im angefochtenen Entscheid weder erwähnt noch gewürdigt. Dieser objektive Befund muss indessen umfassend fachärztlich untersucht werden, weshalb die Sache an die AXA zurückgewiesen wird, damit sie den Sachverhalt entsprechend ergänze und erneut darüber entscheide, ob der Beschwerdeführer an einer Berufskrankheit leide. Daneben wird sie die Akten allenfalls auch an die SUVA zu überweisen haben, damit diese darüber entscheidet, ob F.________ weiterhin geeignet ist, seine bisherige berufliche Tätigkeit auszuüben (Art. 84 Abs. 2 UVG).