Citation: 1C_28/2021 E. 6.2.2

6.2.2. § 13 Abs. 2 ABauV/AG sieht zwar vor, dass auf frühere Verhältnisse zurückzugreifen ist, wenn das Terrain mit Blick auf das Bauvorhaben verändert wurde. Diese Vorschrift ist aber als Ausnahme vom erwähnten Prinzip zu betrachten, dass jeder Gebäudeteil bzw. jede Stützmauer für sich allein zu betrachten ist. Wie das BVU in seinem Entscheid vom 29. Oktober 2019 ausgeführt hat, handelt es sich bei § 13 Abs. 2 ABauV/AG um eine Ergänzung, mit welcher eine Umgehung der Vorschriften über die Höhe einer Baute verhindert werden soll (vgl. CHRISTIAN HÄUPTLI, in: Andreas Baumann et al. [Hrsg.], Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, 2013, § 49 N. 12). Die Ausnahme von § 13 Abs. 2 ABauV/AG kommt vorliegend nicht zum Tragen. Wie ausgeführt, wurde die Terrainaufschüttung (mit der Erhöhung der Quadersteinmauer auf der Nachbarparzelle Nr. 2306 um zwei weitere Quadersteinreihen) nämlich mindestens vier Jahre vor der Errichtung der oberen Stützmauer vorgenommen, ohne dass dies in Hinblick auf die Erstellung der letzteren Stützmauer geschehen wäre.