Citation: 8C_883/2014 E. 4.2.2

4.2.2. Bei der vorab zu erfolgenden Prüfung, ob ein Ausschlussgrund vorliegt, sind auch die vorhandenen Observationsergebnisse aussagekräftig. Die Überwachung fand in den Jahren 2004 und 2005 statt, also mehrere Jahre nach den Unfällen von 1997 und 2000, welchen eine massgebliche Bedeutung für die psychosomatischen Symptome zugeschrieben wird. Aus den Observationsberichten ergibt sich, dass die Versicherte ohne erkennbare Einschränkungen ihr Heim verliess, diesem längere Zeit fernblieb, alleine Auto fuhr, Einkäufe erledigte, wobei sie auch länger "lädelte", und mit anderen Personen kommunizierte. Das lässt sich nicht vereinbaren mit einer nennenswerten psychischen Beeinträchtigung bei erwerblichen Tätigkeiten, ob nun im angestammten Bereich als Reinigerin oder in einer Verweistätigkeit. Die erhebliche Diskrepanz zwischen der offensichtlich uneingeschränkten Befindlichkeit im Alltag und der geltend gemachten Beeinträchtigung im Beruflichen schliesst ein invalidisierendes Leiden aus. Das gilt jedenfalls für den Zeitraum bis zur Beendigung der Überwachung. Infolge des gegebenen Ausschlussgrundes erübrigt sich für diese Zeit die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach den nach BGE 141 V 281 E. 4.1.3 S. 297 f. massgeblichen Standardindikatoren.