Citation: 6B_822/2023 E. 1.4.2

1.4.2. Unzutreffend ist der Einwand, die Vorinstanz habe die Aussagen der Geschädigten im ersten Berufungsurteil wenig differenziert gewürdigt und nicht erwähnt, dass der Vorwurf der Mittäterschaft gegen den Beschwerdeführer lediglich auf Mutmassungen beruhe. Die Vorinstanz gab die Aussagen der Geschädigten in ihrem ersten Urteil zusammengefasst wieder und würdigte sie in der Folge (Urteil S. 11 f. i.V.m. Urteil vom 14. Juni 2019 S. 15 ff.). Aus der Zusammenfassung der Aussagen ("sie glaube, dass [...]", "sie denke, dass [...]", "sie nehme an, dass [...]") und der Würdigung der Vorinstanz, wonach die Geschädigte eingeräumt habe, sie nehme bloss an oder glaube, dass der Beschwerdeführer B.________ gesagt habe, diese solle sie schlagen, sie habe es nicht gehört, ergibt sich, dass die Vorinstanz durchaus berücksichtigte, dass die Geschädigte weitgehend Vermutungen oder Annahmen äusserte. Damit trifft der Vorwurf, die Vorinstanz habe eine für die Entscheidfindung zentrale Frage unterschlagen, nicht zu. Widersprüchlich mag jedoch in diesem Zusammenhang die vorinstanzliche Feststellung in ihrem "Fazit" wirken, wonach der Einwand der Verteidigung, die Mutmassungen der Geschädigten seien kein genügender Beweis und ihre Behauptungen würden nicht auf gesichertem Wissen basieren, nicht zutreffe. Der darauf folgende Satz (siehe E. 1.3.2 letzter Absatz) vermag mit dem Beschwerdeführer jedenfalls diese Feststellung nicht zu begründen. Vielmehr ist es eher eine Erklärung dafür, weshalb die Geschädigte die (allfälligen) Anweisungen des Beschwerdeführers - mit einer Ausnahme - nicht gehört hat (vgl. Urteil S. 13). Jedoch ist die fragliche vorinstanzliche Feststellung in Zusammenhang mit ihrer Erwägung im ersten Urteil zu lesen, wonach die Geschädigte glaubhaft einen Vorfall geschildert habe, bei dem sie gehört habe, wie der Beschwerdeführer B.________ den Auftrag gegeben habe, sie (die Geschädigte) von Kopf bis Fuss zu schlagen und mit dem Messer zu schneiden, wenn sie nicht gehorche (vgl. Urteil S. 11 i.V.m. Urteil vom 14. Juni 2019 S. 19). Der Beschwerdeführer wendet sich nicht substanziiert gegen diese Einschätzung. Weder macht er geltend, die Einvernahme, die in seiner Abwesenheit erfolgte, sei nicht verwertbar, noch zeigt er Willkür in der vorinstanzlichen Würdigung auf. Dass die Geschädigte die Aussage anlässlich der parteiöffentlichen Zeugeneinvernahme nicht wörtlich wiederholte, sondern festhielt, sie habe bei der Polizei die Wahrheit gesagt (vgl. Urteil vom 14. Juni 2019 S. 18), vermag die vorinstanzliche Würdigung nicht als willkürlich erscheinen zu lassen.