Citation: I 499/06 12.01.2007 E. 4.2

4.2.1 Die Beschwerdeführerin absolvierte nach der obligatorischen Schulzeit eine einjährige Lehre als Betriebsassistentin im Unternehmen X.________. Mit 21 Jahren heiratete sie und bekam ihr erstes Kind. In der Folge widmete sie sich vollzeitig den Haushaltsaufgaben sowie der Betreuung und Erziehung ihres Erstgeborenen und seiner in den Jahren 1985 und 1987 geborenen Schwestern. Im September 1992 erlitt sie einen Auffahrunfall. Anfangs Januar 2002 nahm sie eine Tätigkeit im Front Office-Bereich des Unternehmens X._________ auf, zunächst stundenweise im Rahmen eines 50 %-Pensums und ab 1. Juni 2002 als Festangestellte während 2,1 Stunden täglich an sechs Tagen die Woche (30 %-Pensum bei einer 42-Stundenwoche). Aus den Unterlagen geht des Weitern hervor, dass der Sohn der Beschwerdeführerin nach zweijährigem Studium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Z.________ im Sommer 2006 nach W.________ gezogen ist, die älteste Tochter im August 2002 eine Ausbildung als medizinische Praxisassistentin begonnen und im Sommer 2005 abgeschlossen, wobei sie im ersten Lehrjahr Fr. 590.-, im zweiten Fr. 740.- sowie im dritten Fr. 1050.- verdiente, und die jüngste Tochter nach Abschluss der vierten Sekundarklasse im August 2004 eine dreijährige Lehre als Dentalassistentin aufgenommen hat (Lohn im ersten Lehrjahr: Fr. 500.-, im zweiten: Fr. 850.-, im dritten: Fr. 1200.-). Alle drei Kinder lebten im vorliegend massgeblichen Zeitraum noch im Elternhaus, welches die Beschwerdeführerin und ihr vollzeitig als Maschineningenieur HTL/Projektleiter bei einem Einkommen von ca. Fr. 8000.- monatlich tätige Ehemann per 1. Januar 2000 erworben hatten. Dieses verfügt über 5 1/2 Zimmer mit Wintergarten sowie ein Biotop mit Fischen, Obstbäume, Gemüsebeete und eine Rasenfläche. Anlässlich der am 10. November 2003 durchgeführten Haushaltsabklärung gab die Versicherte gemäss Bericht vom 11. November 2003 an, dass sie in gutem gesundheitlichen Zustand ab August 2002 aus finanziellen Gründen (Ausbildungskosten der Kinder, Hauskauf) vollzeitig gearbeitet hätte. 4.2.2 Nach der Aktenlage steht fest, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen im Zeitpunkt der - unangefochten gebliebenen - rentenablehnenden Verfügung vom 28. Juni 2000 zu 50 % erwerbstätig gewesen wäre. Damals waren die Kinder knapp 19, 15 und 13 Jahre alt und die Versicherte und ihr Ehemann hatten sich eben ein Einfamilienhaus gekauft. In den darauf folgenden Jahren verselbstständigten sich die beiden Töchter insoweit, als sie im August 2002 bzw. im August 2004 je eine dreijährige Lehre begannen, welche die ältere Tochter im Sommer 2005 abschloss. Der Sohn besuchte die Kantonsschule und nahm nach der Matura ein Studium an der Universität Z.________ auf. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass die Versicherte zusehends von unmittelbaren familiären Unterstützungspflichten befreit wurde, wodurch im Gesundheitsfall, jedenfalls ab August 2002, wie von der Versicherten geltend gemacht, Freiraum für eine Erweiterung des Erwerbspensums geschaffen worden wäre. Der Annahme einer Vollzeitbeschäftigung steht indessen entgegen, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann seit 2000 in einem zeit- und pflegeintensiven Einfamilienhaus mit Umschwung wohnen und die finanzielle Situation bezüglich der Ausbildungskosten der Kinder sich mit Beginn der Lehre der älteren Tochter im August 2002 bzw. der jüngeren zwei Jahre später auf Grund des sich von Jahr zu Jahr steigernden Lehrlingslohnes merklich entspannte. Für eine Steigerung des bisherigen hypothetischen 50 %-Pensums spricht wiederum der Umstand, dass die Versicherte und ihr Ehegatte monatliche Hypothekarzinsbelastungen von Fr. 2500.- zu tragen haben, was angesichts eines Einkommens des Ehemannes von rund Fr. 8000.- pro Monat einen beträchtlichen Ausgabenposten darstellt. In Würdigung dieser Gegebenheiten ist die von der Verwaltung getroffene, durch die Vorinstanz bestätigte Annahme einer 80 %-Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall, welche das Ergebnis einer ausgewogenen Abwägung der konkreten Verhältnisse bildet, nachvollziehbar und gibt im Rahmen der richterlichen Ermessenskontrolle (Art. 132 lit. a OG) keinen Anlass zu abweichender Ermessensausübung. Dem anlässlich der Haushaltsabklärung geäusserten Argument der Versicherten, sie würde bei einem Vollpensum an ca. zwei Tagen pro Woche während drei Stunden eine Haushalthilfe beschäftigen, ist entgegenzuhalten, dass damit ein beträchtlicher Teil des durch eine Aufstockung des Erwerbspensums um 20 % gewonnenen Verdienstes wiederum abfliessen würde, ohne dass die finanzielle familiäre Situation eine namhafte Verbesserung erfahren würde. Gerade letzterer Punkt wird jedoch als hauptsächliche Begründung für eine Erhöhung des 80%igen Beschäftigungsgrades angeführt. Der Umstand, dass die Arbeitgeberin die Möglichkeit einer 100 %-Anstellung der Versicherten ab Sommer 2002 bestätigt hat (vgl. Schreiben vom 15. Juli 2005), ändert daran nichts, da letztlich einzig entscheidwesentlich ist, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren überwiegend wahrscheinlich gearbeitet hätte und nicht, welcher Beschäftigungsgrad grundsätzlich realisierbar gewesen wäre (vgl. BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 194 ff. Erw. 3b mit Hinweisen). Auf Grund der dargelegten Sachlage, welche für eine im Gesundheitsfall zeitlich leicht reduzierte Erwerbstätigkeit spricht, kann schliesslich auch nicht unbesehen auf die Aussagen der Versicherten zur Statusfrage im Rahmen der Haushaltsabklärung abgestellt werden.