Citation: 2C_696/2022 E. 3.3

3.3. Aufgrund dessen, dass die Steuerpflichtige beim Bundesgericht eine Beschwerdeschrift eingereicht hatte, entstand ein Prozessrechtsverhältnis. Wer an einem solchen Prozessrechtsverhältnis beteiligt ist, unterliegt der Pflicht, sich nach Treu und Glauben zu verhalten und unter anderem dafür zu sorgen, dass behördliche Akte, die das Verfahren betreffen, auch tatsächlich zugestellt werden können (BGE 141 II 429 E. 3.1). Von einer verfahrensbeteiligten Person wird namentlich verlangt, dass sie für die Nachsendung ihrer an die bisherige, nicht mehr zutreffende Adresse gelangenden Korrespondenz besorgt ist, dass sie der Behörde gegebenenfalls längere Ortsabwesenheiten mitteilt oder eine Stellvertretung ernennt (BGE 139 IV 228 E. 1.1; Urteil 2C_543/2021 vom 27. Juli 2021 E. 2.2.2). Dies hat die Steuerpflichtige unterlassen, indem sie weder die Post CH AG noch das Bundesgericht auf die nicht mehr gegebene Zustellungsmöglichkeit an der bekannten Adresse bzw. auf die neue Anschrift hinwies. Diese Unterlassung stellt ein prozessuales Verschulden hat, das die Steuerpflichtige zu vertreten hat. Aufgrund der Verfügung vom 22. September 2022, die ihr zugestellt werden konnte, wusste sie ohnehin bzw. musste sie wissen, dass ein Kostenvorschuss zu leisten sei und dass dafür eine Frist bestehe.