Citation: 9C_159/2024 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer vermag nicht darzutun, dass der Gesetzgeber mit der Schaffung des Kumulationsverbotes - mithin durch die Unmöglichkeit, für das gleiche Kind Anspruch auf einen Abzug der Unterhaltskosten Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG und auf einen Kinderabzug im Sinne von Art. 35 Abs. 1 lit a DBG (und einen erhöhten Versicherungsabzug im Sinne von Art. 33 Abs. 1bis lit. b DBG) zu haben - die zulässigen Grenzen einer Schematisierung und Pauschalisierung überschritten hat. Bei der Beurteilung der Frage, ob die getroffene Regelung mit dem Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vereinbar ist, sind dabei nicht lediglich die steuerpflichtigen Personen mit Kindern unter alternierender Obhut zu betrachten, sondern grundsätzlich sämtliche steuerpflichtigen Personen mit Kindern. Dabei ist daran zu erinnern, dass die Kosten einer steuerpflichtigen Person für ihre Kinder grundsätzlich steuerlich nicht abziehbare Lebenshaltungskosten darstellen (vgl. Art. 34 lit. a DBG; vgl. Urteil 9C_696/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 2.2.2) und der Kinderabzug von Art. 35 Abs. 1 lit a DBG (auch im Zusammenspiel mit dem erhöhten Versicherungsabzug im Sinne von Art. 33 Abs. 1bis lit. b DBG) regelmässig nicht hoch genug angesetzt ist, um sämtliche der steuerpflichtigen Person durch das Kind anfallenden Mehrkosten abzudecken. Im Weiteren ist zu beachten, dass steuerrechtlich abweichend vom Zivilrecht gegebenenfalls auch indirekte Zahlungen, wie etwa die Übernahme von Miet- oder Schuldzinsen, die Bezahlung von Steuern oder Krankenkassenprämien oder die Übernahme von Schulgeldern als Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG qualifiziert werden können (vgl. Urteil 2C_544/2019 vom 21. April 2020 E. 5.3 mit Hinweisen). Entscheidend ist im Fall getrennt lebender Eltern der durch die Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen geschaffene Status, während der Umfang der Betreuung keine Rolle spielt. Weder die gemeinsame elterliche Sorge noch die alternierende Obhut haben damit Auswirkungen auf die im DBG vorgesehenen sozialen Steuerentlastungen. Dass damit unter Umständen nicht in jeder tatsächlichen Konstellation der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vollumfänglich entsprochen wird, ist hinzunehmen (Urteil 9C_696/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 2.4.4). Somit stellt es keine Verfassungsverletzung dar, wenn Kosten, die der Beschwerdeführer über die bezahlten Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG hinaus für seine Kinder aufwenden muss, nicht zu einem Abzug berechtigen. Entsprechend besteht auch kein Anlass, einen sogenannten "Appellentscheid" zu treffen, wie vom Beschwerdeführer beantragt.