Citation: 1C_58/2020 E. 3.3

3.3. Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den Verfahrensfehler der falschen Verfahrenswahl als geheilt betrachtete, da der Beschwerdeführer von der Baubewilligung unterrichtet wurde und, wie dargelegt, Einsicht in die Akten hatte. Er war in der Lage, das Bauvorhaben in Kenntnis der Sachlage anzufechten. Soweit der Beschwerdeführer dennoch geltend macht, er habe insbesondere seine Rüge, dass durch die geplante Umnutzung auch Art. 46 BZO verletzt werde, erst in der Rekursreplik vorbringen können, kann ihm daher nicht gefolgt werden. Seine Behauptung, er habe erst mit der Rekursantwort der Baukommission vom 18. April 2018, wonach "die seinerzeitig stipulierte Nutzungsbeschränkung aus Belichtungsgründen nun durch zusätzliche Abgrabungen und dadurch ermöglichte grössere Fenster behoben werde", Kenntnis vom Ausmass der bewilligten Projektänderungen erhalten, ist unzutreffend. Die verspätete Rüge kann nicht auf die falsche Verfahrenswahl bzw. das Anzeigeverfahren zurückgeführt werden. Folglich lag, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, kein objektiver Grund vor, welcher eine Begründungserweiterung in der Replik ohne weiteres gerechtfertigt hätte. Aus diesem Grund kann es auch nicht als willkürlich bzw. überspitzt formalistisch bezeichnet werden, wenn die Vorinstanz erwog, die vom Beschwerdeführer erst in seiner Rekursreplik vorgebrachte Rüge der Verletzung von Art. 46 BZO sei aufgrund des sich aus der kantonalen Praxis zu § 23 VRG/ZH ergebenden strengen Rügeprinzips als verspätet zu betrachten und nicht mehr zu beurteilen. Nicht jede prozessuale Formstrenge steht im Widerspruch mit Art. 29 Abs. 1 BV (vgl. BGE 142 IV 152 E. 4.2 S. 158 mit Hinweisen). Überspitzter Formalismus ist nur gegeben, wenn die strikte Anwendung der Formvorschriften durch keine schutzwürdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder verhindert, was hier, wie dargelegt, nicht zutrifft. Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschwerdeführer schliesslich aus seinem Einwand ableiten, es stehe grundsätzlich im Ermessen der Rekursinstanz, verspätete Parteivorbringen ebenfalls zu berücksichtigen. In der vorliegenden Konstellation ist nicht ersichtlich, weshalb das Baurekursgericht verpflichtet gewesen wäre, das betreffende Argument trotz Verspätung zu berücksichtigen. Wenn der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang geltend macht, das Baurekursgericht habe seine Rüge übersehen und nicht wegen der angeblichen Verspätung unbeachtet gelassen, handelt es sich sodann um eine blosse Spekulation. Dies ändert ebenfalls nichts am Ergebnis, dass die Rüge nach dem Gesagten zu Recht nicht behandelt wurde.