Citation: 6B_985/2016 E. 4.2.1

4.2.1. Das angefochtene Urteil verletzt in Bezug auf den Schuldspruch der Misswirtschaft kein Bundesrecht. Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz war der Beschwerdeführer einziger Verwaltungsrat und Geschäftsführer der A.________ AG und als solcher Organ im Sinne von Art. 29 lit. a StGB. Die A.________ AG war seit dem 31. Dezember 2009 erheblich und zunehmend überschuldet. Der Beschwerdeführer hat es aber unterlassen, die Überschuldung der A.________ AG gemäss Art. 725 Abs. 2 OR dem Richter anzuzeigen. Wie oben ausgeführt (E. 4.1.1), stellt die Unterlassung der Überschuldungsanzeige im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR nach der Rechtsprechung eine arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung im Sinne von Art. 165 StGB dar. Unter Umständen kann der Verwaltungsrat bei Überschuldung die Benachrichtigung des Richters zwar für eine kurze Zeitspanne aufschieben (BGE 132 III 564 E. 5.1 S. 573; Urteil 6B_492/2009 vom 18. Januar 2010 E. 2.2; HANSPETER WÜSTINER, in: Basler Kommentar, OR II, 5. Aufl. 2016 N. 40a zu Art. 725). Doch setzt dieser Aufschub begründete und konkrete Aussichten auf eine aussergerichtliche finanzielle Sanierung und Wiederherstellung der Ertragskraft voraus. Übertriebene Erwartungen oder vage Hoffnungen reichen allerdings nicht aus (BGE 127 IV 110 E. 5a). Soweit die beabsichtigten Sanierungsmassnahmen den Unternehmenszusammenbruch lediglich hinauszögern, darf mit der Benachrichtigung des Richters somit nicht zugewartet werden (KONOPATSCH, a.a.O., S. 200 f., ferner S. 201 ff. zur Länge der Toleranzfrist; vgl. dazu nunmehr auch, Botschaft zur Änderung des Obligationenrechts [Aktienrecht], vom 23. November 2016, BBl 2017, 578, 720 [E-Art. 725b Abs. 4 Ziff. 2 OR]). Im zu beurteilenden Fall wird vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich, dass die Überschuldung der A.________ AG mittels Sanierungsmassnahmen innert vernünftiger Frist hätte beseitigt werden können. Damit hat der Beschwerdeführer, indem er die Anzeige der Überschuldung unterlassen hat, seine Pflichten arg vernachlässigt. Entgegen seiner Auffassung ist auch der Kausalzusammenhang zwischen der Bankrotthandlung und der Verschlimmerung der Überschuldung. Dies ergibt sich zwanglos aus der Zunahme der Eigenkapitalverluste von Fr. -23'534.74 im Jahre 2009 auf Fr. -195'486.15 am 16. März 2012. Damit ist der objektive Tatbestand der Misswirtschaft erfüllt. Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob dem Umstand, dass der Beschwerdeführer das Amt des Verwaltungsrats ohne die notwendigen Kenntnisse übernommen hat, im Sinne eines Übernahmeverschuldens (angefochtenes Urteil S. 9) eigenständige Bedeutung zukommt. Die Vorinstanz bejaht auch zu Recht den subjektiven Tatbestand. Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen und ist Tatfrage, welche im Verfahren vor Bundesgericht nur im Rahmen von Art. 97 Abs. 1 BGG aufgeworfen werden kann (vgl. auch Art. 106 Abs. 2 BGG). Nach der eigenen Darstellung des Beschwerdeführers war ihm die Überschuldung und die stetige Verschlechterung der finanziellen Lage der A.________ AG bewusst und hat er die Verschlimmerung der Überschuldung zumindest in Kauf genommen. Der Beschwerdeführer hat mithin sowohl in Bezug auf die Bankrotthandlung als auch auf die Verschlimmerung der Überschuldung mit Vorsatz gehandelt. Dieser Schluss der Vorinstanz ist jedenfalls nicht schlechterdings unhaltbar (vgl. BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 133 IV 222 E. 5.3; je mit Hinweisen). Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, erschöpft sich in einer blossen appellatorischen Kritik. Dies gilt namentlich für seinen Einwand, wonach die B.________ GmbH rund Fr. 100'000.-- zur Stützung in die A.________ AG eingeschossen habe. Denn, wie die Vorinstanz zu Recht annimmt (angefochtenes Urteil S. 9), wurde die Überschuldung der A.________ AG durch diese Zahlungen nicht beseitigt, zumal das Geld lediglich als Darlehen zur Verfügung gestellt worden war. Schliesslich ist auch ohne Bedeutung, dass der Beschwerdeführer immer überzeugt gewesen sein soll, die A.________ AG werde überleben können. Angesichts der tatsächlichen Verhältnisse geht diese Überzeugung nicht über eine vage und unbegründete Hoffnung hinaus, die ihn nicht von der Pflicht, den Richter zu benachrichtigen, entbinden konnte. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.