Citation: 5A_69/2016 E. 3.5

3.5. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz komme wie die erste Instanz zum Schluss, dass die Beschwerdegegnerin den Sohn instrumentalisiere und in den Elternkonflikt einbeziehe. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen weiche sie aber von der Feststellung des Familiengerichts ab, dass das Wohl des Sohnes bei der Beschwerdegegnerin gefährdet sei. Die Vorinstanz stelle sich dabei auf den Standpunkt, die Erkenntnisse der Kindesanhörung dürften nicht überbewertet werden; sie begründe aber nicht, weshalb dem so sein soll. Dabei lasse sie ebenso die Auffassung der Fachleute der universitären psychiatrischen Dienste Basel ausser Acht, wonach der psychische Zustand der Kindseltern sowie dessen Auswirkungen auf das Kindeswohl nicht abschätzbar seien, die Situation und Dynamik aber besorgniserregend sei. Die Feststellung der Vorinstanz sei daher willkürlich. Schliesslich habe G.________ in seinem Schreiben vom 2. November 2015, ausgeführt, dass sich der Sohn beim Vater positiv entwickle. Dennoch habe das Obergericht dafürgehalten, daraus könne keine Schlussfolgerung auf die Gefährdung des Kindeswohls gezogen werden, wenn die Obhut bei der Beschwerdegegnerin belassen werde. Nicht beachtet worden sei ferner die Erziehungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Das Obergericht hat darauf hingewiesen, das Bundesgericht habe als Richtlinie die Grenze für die Anhörung des Kindes auf sechs Jahre festgesetzt. Jedenfalls komme den Aussagen eines Kindes in diesem Alter nur beschränkter Beweiswert zu; es könne bei solchen Äusserungen nur darum gehen, dass sich das Gericht ein persönliches Bild machen könne und über ein zusätzliche Element bei der Sachverhaltsfeststellung und Entscheidfindung verfüge. Die aus der Anhörung des im Zeitpunkt der Anhörung rund fünfeinhalb-jährigen Sohnes gewonnenen Erkenntnisse zum strittigen Sachverhalt dürften entsprechend diesen Grundsätzen nicht überbewertet werden. Berücksichtigt hat das Obergericht sodann die Aussage von H.________, die den Sohn der Parteien schon sehr lange und sehr gut kennt; deren Aussage zufolge, handelt es sich beim Sohn der Parteien um ein introvertiertes und verschlossenes Kind. Das Obergericht führt dazu aus, jedenfalls könne allein gestützt auf den anlässlich der Kindesanhörung hinterlassenen traurigen Eindruck des Sohnes keine Einschätzung seiner Allgemeinbefindlichkeit abgegeben werden; angesichts der abweichenden Einschätzung Aussenstehender könne auch nicht auf eine ernsthafte Gefährdung des Kindeswohls für den Fall geschlossen werden, dass das Kind unter der Obhut der Mutter verbleibe. Das Obergericht hat damit ausreichend und nachvollziehbar begründet, weshalb es nicht entscheidend auf die Kindesanhörung abstellt. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung liegen nicht vor. Ferner erweist sich der Entscheid auch im Ergebnis nicht als geradezu willkürlich (zum Willkürbegriff: BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18). Sodann ergibt sich einerseits aus den Ausführungen des Beschwerdeführers zu den Angaben der Fachleute der universitären psychiatrischen Dienste Basel nicht, dass diese ausschliesslich die Beschwerdegegnerin betreffen; anderseits ist den Ausführungen des Beschwerdeführers zu diesem Punkt nichts Konkretes zur Kindeswohlgefährdung im Zusammenhang mit der Obhutszuteilung zu entnehmen. Dass schliesslich auch der Beschwerdeführer über ausreichende Erziehungsfähigkeit verfügt, ist nicht entscheidend, kommt es doch im Rahmen eines Abänderungsverfahrens nur darauf an, ob aufgrund veränderter Verhältnisse das Kindeswohl im Fall der Beibehaltung der bisherigen Obhutsregelung gefährdet ist. Das Obergericht hat Entsprechendes verneint.