Citation: 6B_1032/2023 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer wehrt sich gegen die Qualifikation des Anklagevorwurfs als schwere Körperverletzung und vertritt die Ansicht, es sei von fahrlässiger Tatbegehung auszugehen. Seinen Ausführungen zufolge werfe ihm die Vorinstanz vor, er habe bei seiner Schussabgabe damit rechnen müssen, dass sich in der Nähe aufhaltende Personen durch Querschläger oder absplitternde Projektile schwer verletzt würden. Diese Schlussfolgerung widerspreche jedoch der Sachverhaltsfeststellung, wonach sich niemand ausser den beiden Geschädigten C.________ und D.________ im Korridor befunden habe. Wäre eine dieser Personen verletzt worden, wäre eine Verurteilung wegen (eventualvorsätzlicher) schwerer Körperverletzung nicht zu beanstanden. Die beiden seien aber unverletzt geblieben und hätten sich in das Lokal Nr. 5 zurückgezogen. Die Vorinstanz folgere weiter, er habe damit rechnen müssen, dass unvermittelt weitere Personen ins Schussfeld hätten treten könnten. Es befänden sich mehrere Clubs im Untergeschoss des V.________-Gebäudes, die geöffnet und rege besucht gewesen seien. Diese Schlussfolgerung widerspreche der vorinstanzlichen Feststellung zum rechtserheblichen Sachverhalt, wonach sich im Bereich des Lokals Nr. 5 nur die Geschädigten C.________ und D.________ befunden hätten. Die Begründung des angefochtenen Urteils sei derart knapp ausgefallen, dass der Tatablauf nicht wirklich nachvollzogen werden könne bzw. die von der Vorinstanz gezogenen Schlussfolgerungen nicht zulasse. Der Vorfall habe sich unbestrittenermassen am 16. Oktober 2016, morgens um 04:50 Uhr ereignet. Dem angefochtenen Urteil lasse sich nicht entnehmen, welches die "mehreren Clubs" im Untergeschoss des V.________-Gebäudes gewesen seien, die sich im Bereich der Schussrichtung befunden hätten. Aus dem Urteil gehe nicht hervor, ob neben dem Lokal Nr. 5 am Ende des Korridors andere Lokale in der Schussrichtung morgens um 05:00 Uhr noch geöffnet gewesen seien. Dass die angeblich mehreren Clubs, die in der Tatnacht geöffnet gehabt hätten, "rege besucht" gewesen seien, sei an keiner Stelle in den Akten nachgewiesen und von der Vorinstanz auch nicht festgestellt worden. Aus dem Sachverhalt gehe implizit das Gegenteil hervor: Es hätten sich früh morgens nur noch wenige Gäste im Gebäude - und im sehr langen Korridor in Richtung Schussabgabe überhaupt niemand (ausser den beiden Geschädigten C.________ und D.________) - befunden. Aus diesem Grund gebe es auch kaum Tatzeugen. Allfällige Personen im Schussbereich (Personen, die hinter dem Schützen gestanden seien) seien nicht nachgewiesen. Der Querkorridor, der zum WC führe und in den Hauptkorridor münde, sei für den Beschwerdeführer nicht erkennbar gewesen (die Schussdistanz betrage 10-15 Meter). Die Vorinstanz weise bezüglich der Örtlichkeiten lediglich auf die Planbeilage hin. Dies sei wenig hilfreich, um das Geschehene nachzuvollziehen. Die Urteilsbegründung erweise sich als ungenügend. Das unvermittelte Auftauchen des Beschwerdegegners ausgerechnet aus diesem von rechts einmündenden Seitengang sei für den Beschwerdeführer im Moment der Schussabgabe überhaupt nicht vorhersehbar gewesen; dieser sei ein pures Zufallsopfer. Zudem stelle die Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführer gezielt auf den Boden geschossen habe. Beide Schüsse seien in einem flachen Winkel in Richtung des Lokals Nr. 5 abgegeben worden, was belege, dass er nicht direkt gegen seine Kontrahenten geschossen habe. Der Beschwerdeführer sei ein grosses Risiko eingegangen und habe eine Sorgfaltspflichtverletzung begangen. Der Gebrauch einer Schusswaffe sei nie ungefährlich. Die Grenze zur Übersteigerung des Risikos habe er aber nicht überschritten. Die Körperverletzung des Beschwerdegegners im Kniebereich sei nicht gewollt gewesen. Aus diesen Gründen liege keine eventualvorsätzliche, sondern vielmehr eine (grob-) fahrlässige Körperverletzung vor, was die Strafzumessung wesentlich beeinflusse.