Citation: 5A_412/2014 E. 4.1

4.1. Gemäss Art. 252 Abs. 2 ZGB entsteht das Kindesverhältnis zwischen dem Kind und dem Vater unter anderem durch Anerkennung. Nach der gesetzlichen Regelung kann der Vater, der das Kind anerkannt hat (Art. 260 ZGB), die Anerkennung beim Gericht u.a. dann anfechten, wenn er das Kind in einem Irrtum über seine Vaterschaft anerkannt hat (Art. 260a Abs. 2 ZGB), indem er beweist, dass er nicht der Vater des Kindes ist (Art. 260b Abs. 1 ZGB). Der Irrtum kann sich auf die Tatsache beziehen, dass der Anerkennende in der Empfängniszeit als einziger der Kindsmutter beigewohnt hat. In diesem Zusammenhang ist kein Irrtum gegeben, wenn er das Kind anerkannt hat, obgleich er wusste oder damit rechnen musste, dass die Mutter um die Empfängniszeit auch mit Dritten geschlechtlichen Umgang hatte (Urteil 5C.2003 vom 14. Oktober 2003 E. 1.2; STETTLER, Das Kindesrecht, Schweizerisches Privatrecht III/2, S. 206 f.; Hegnauer, a.a.O., N. 88 und 96 zu Art. 260a ZGB). Der Irrtum kann sich auch darauf beziehen, dass der Anerkennende Tatsachen nicht kannte, die seine Vaterschaft ausschliessen oder ernsthafte Zweifel daran zulassen wie namentlich Zeugungsunfähigkeit oder bereits vorhandene Schwangerschaft der Kindsmutter ( STETTLER, a.a.O., S. 207; HEGNAUER, a.a.O., N. 94 zu Art. 260a ZGB).