Citation: U 101/02 18.07.2002 E. 2

2.- a) Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad. Die Verwaltung als verfügende Instanz und (im Beschwerdefall) das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen). b) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Bestehen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 332 S. 193 Erw. 2a/bb und 1998 Nr. U 313 S. 475 Erw. 2a). c) Die SUVA ging beim Erlass des Einspracheentscheids vom 13. Februar 2001 davon aus, dass der Versicherte in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, und stützte sich dabei auf die Ausführungen des Kreisarztes Dr. med. W.________ und des Dr. med. E.________ ihres Ärzteteams Unfallmedizin. Auch die Vorinstanz sah nach Würdigung der medizinischen Berichte, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers keinen Grund, nicht auf die Ausführungen der beiden Mediziner abzustellen, und bestätigte die Arbeitsfähigkeit von 100 % für eine wechselbelastende Tätigkeit (50 % sitzend, 50 % stehend). Der Beschwerdeführer kritisiert die Invaliditätsbemessung von SUVA und Vorinstanz und macht geltend, der medizinische Sachverhalt sei zu wenig abgeklärt. Es dürfe nicht auf die Beurteilung der Mediziner der SUVA abgestellt werden, ohne die Meinung der anderen Ärzte zu würdigen. d) Hinsichtlich der Frage, in welchem Ausmass und für welche Tätigkeitsbereiche eine Arbeitsunfähigkeit besteht, ergeben die Arztberichte kein klares Bild. Der behandelnde Arzt, Dr. med. B.________ diagnostizierte nach dem letzten operativen Eingriff vom 10. Mai 1999 einen chronischen Schmerzzustand am linken Kniegelenk (in Strecknähe) und schätzte die Arbeitsfähigkeit bezüglich der Tätigkeit im Reinigungsdienst auf 25 % (Zwischenbericht vom 7. Februar 2000). Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 25. Februar 2000 bestätigte Dr. med. W.________ das Vorliegen von Beschwerden und stellte eine leichte Störung der femoropatellären Kongruenz sowie eine beginnende Reaktion am medialen Femurkondylus im Sinne einer Femoropatellararthrose fest, führte aber gleichzeitig aus, eine eigentliche Arthrose liege nicht vor. Der geringe Arbeitseinsatz könne mit dem aktuellen Befund nicht begründet werden; eine ganztägige, leichte wechselbelastende Tätigkeit sei zumutbar. Warum er eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 25 % auf 100 % als möglich erachtet, begründet er jedoch ebenso wenig, wie der behandelnde Arzt seine tiefere Schätzung. Angesichts der Widersprüchlichkeit und fehlenden Begründung der medizinischen Berichte können die Auswirkungen der unbestrittenen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit nicht zuverlässig beurteilt werden. Dem Beschwerdeführer wurde an seinem Arbeitsplatz eine sehr leichte Arbeit zugewiesen; Versuche, das Arbeitspensum zu steigern, schlugen fehl und es sind keine Anzeichen ersichtlich, die Arbeitgeberin - immerhin handelt es sich dabei um die Orthopädische Klinik Z.________ - werfe dem Beschwerdeführer mangelnden Willen, mehr als halbtags zu arbeiten vor (wohl aber nur zwei Stunden täglich arbeiten zu wollen). Überdies wurde der Versicherte zu 50 % teilpensioniert. Vor diesem Hintergrund erscheint die Annahme der Beschwerdegegnerin und der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer auf dem gesamten ihm offen stehenden Arbeitsmarkt zu 100 % arbeitsfähig sei, zwar als möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer anstaltsunabhängigen Begutachtung näher abkläre und hernach über den Rentenanspruch neu verfüge.