Citation: 9C_16/2023 E. A

A.a. Die A.________ AG mit Sitz in U.________/ZH bezweckt insbesondere die Fabrikation, den Export/Import, den Handel und den Vertrieb von Lebensmitteln aller Art sowie von Wein, Bier, Obstwein, Schaumwein, Spirituosen und gebrannten Wassern. Sie verfügt über eine Vertriebsstelle in V.________/GE. A.b. Am 24. Januar 2017 wurde ein Fahrzeug nach dem Grenzübertritt in Ligornetto/TI von der Grenzwache angehalten und einer Zollkontrolle unterzogen. Die Grenzwache hatte den Fahrer, B.________, der von seiner Frau begleitet wurde, schon früher mit einem anderen Fahrzeug bei der Grenze in Novazzano/TI bemerkt. Bei der Kontrolle entdeckte die Grenzwache 507.8 kg aus Italien importierte und nicht zur schweizerischen Zollbehandlung angemeldete Lebensmittelprodukte (Fleisch und Käse). B.________ war Inhaber der Einzelfirma "C.________" mit Sitz in W.________/TI, die vom ggg September 2014 bis am hhh Oktober 2019 (Löschung) im Handelsregister des Kantons Tessin eingetragen war. Sie bezweckte unter anderem den Handel und den Vertrieb von Lebensmitteln und Konsumgütern. A.c. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV; seit dem 1. Januar 2022: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG), Zollkreisdirektion Lugano, Sektion Zollfahndung (seit dem 1. Januar 2022: Direktionsbereich Strafverfolgung des BAZG, Zollfahndung Süd) leitete eine Zollstrafuntersuchung ein. Diese führte zur Feststellung, dass B.________ und seine Frau zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 24. Januar 2017 (Zeitpunkt der Zollkontrolle) 30'905.10 kg Käse und Fleischwaren ohne Zollanmeldung und ohne Einfuhrsteuer (Zoll von Fr. 262'084.80 und Einfuhrsteuer von Fr. 18'737.-) aus Italien in die Schweiz importiert hatten. Diese in Italien gekauften italienischen Spezialitäten wurden hauptsächlich importiert, um Schweizer Kunden zu beliefern, die entweder direkt bei der Einzelfirma in W.________ oder über einen ihrer drei Vertreter, die jeweils eine Sprachregion abdeckten, bestellt worden waren. Die A.________ AG in U.________ und ihre Vertriebsstelle in V.________ bestellten separat bei der D.________ Sàrl mit Sitz in X.________/VD (seit dem 13. April 2021; vormals: Y.________/VD). Die D.________ Sàrl leitete dann die Bestellungen an die Einzelfirma von B.________ weiter. Die Lebensmittel wurden jeweils direkt nach U.________ und V.________ geliefert. Die von der Einzelfirma ausgestellten Rechnungen wurden jeweils separat von der A.________ AG, der Vertriebsstelle und der D.________ Sàrl beglichen. Aus der Prüfung der Buchhaltung der Einzelfirma von B.________ ergab sich, dass die A.________ AG im fraglichen Zeitraum Waren aus Italien bestellt, bezahlt und geliefert bekommen hatte, die zu keinem Zeitpunkt der gesetzlich vorgeschriebenen Zollbehandlung unterzogen worden waren. Die EZV (bzw. das BAZG) stützte sich auf folgende acht Rechnungen betreffend die Vertriebsstelle der A.________ AG in V.________: Nr. iii vom 24. Januar 2016, Nr. jjj vom 23. Februar 2016, Nr. kkk vom 19. April 2016, Nr. lll vom 4. Juli 2016, Nr. mmm vom 23. August 2016, Nr. nnn vom 25. Oktober 2016, Nr. ooo vom 17. Oktober 2016 und Nr. ppp vom 25. November 2016. Diese Rechnungen betrafen 5'041.3 kg italienische Fleischwaren (u.a. Rohschinken) mit einem Wert von Fr. 84'693.84.