Citation: 1C_415/2023 E. 7.3.1

7.3.1. Die Vorinstanz bestreitet nicht, dass im vorliegenden Fall aufgrund der kleinräumigen baulichen Betriebsstruktur mit verschiedenen Geruchsquellen sowie mit Blick auf die besonderen meteorologischen Verhältnisse eine eher komplexe Situation bestehe. Mit Verweis auf die Einschätzungen der kantonalen Fachbehörden hält sie jedoch fest, das Geruchsgutachten sei mit grosser Sorgfalt ausgeführt worden. Die Aufnahme der Situation, die Auswahl und der Einsatz von Berechnungsprogrammen sowie die Auswertung und Darstellung der Ergebnisse seien nachvollziehbar, vollständig und korrekt ausgeführt worden. Indem es die spezifischen Gegebenheiten der Anlage, ihrer Emissionen und ihrer Umgebung viel genauer berücksichtige, gehe es viel weiter ins Detail als die Mindestabstandsberechnung nach dem FAT-Bericht Nr. 476. Es bestehe deshalb kein Grund zur Annahme, dass das Geruchsgutachten methodisch mangelhaft wäre. Was die von den Beschwerdeführenden geforderte Begehung betrifft, anerkannte die Vorinstanz, dass im vorliegenden Fall gemäss der Geruchsempfehlung des BAFU als mögliche Methode zur Ermittlung der Geruchsimmissionen bevorzugt eine solche Begehung mit ortsfremden Probandinnen und Probanden zu wählen wäre. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, der für jede Staatstätigkeit und unter anderem auch im Interesse der Praktikabilität und der Leistungsfähigkeit der Verwaltung gelte, verlange aber auch, dass Umweltbelastungen jeweils mit einem vernünftigen Aufwand zu ermitteln seien. Im vorliegenden Fall sei zur Erfassung der Geruchsbelastung im Einverständnis mit den Beschwerdeführenden bereits ein relativ umfassendes und aufwändiges Gutachten erstellt und es seien in der Folge weitere Abklärungen getroffen sowie namentlich Nebelversuche durchgeführt worden. Der zusätzliche Erkenntnisgewinn zu den bereits erfolgten Sachverhaltserhebungen erscheine im Vergleich zu den entstehenden Kosten (rund Fr. 22'000.-- für eine Jahresbegehung oder Fr. 13'000.-- für eine Kurzbegehung von sechs Monaten) nicht mehr angemessen.