Citation: I 755/03 10.05.2004 E. 2.4

2.4.1 Mit Vorinstanz und Verwaltung ist davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner seine verbleibende Arbeitskraft im Produktionssektor erwerblich kaum voll auszuschöpfen vermag und für ihn angesichts seiner Fähigkeiten und Kenntnisse sowie seiner langjährigen Erfahrung im Bildungsbereich daher praktisch nur Tätigkeiten im Dienstleistungssektor in Betracht fallen. Dabei besteht kein Anlass, den möglichen Wirkungsbereich auf den privaten Sektor zu beschränken. Entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen ist daher nicht von den Durchschnittslöhnen gemäss Tabelle TA1/LSE 1998, sondern von den monatlichen Bruttolöhnen (Zentralwert) für die in öffentlichen und privaten Dienstleistungen beschäftigten Männer gemäss Tabelle TA7/LSE 1998 auszugehen. 2.4.2 Hinsichtlich des in Betracht fallenden Anforderungsniveaus ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass das universitäre Ausbildungsniveau des Versicherten, seine intellektuellen Fähigkeiten und sein Erfahrungsreichtum ihm - objektiv betrachtet - die Verrichtung einer Vielzahl selbstständiger und qualifizierter Tätigkeiten im Dienstleistungssektor (Anforderungsniveau 2) erlauben würden, selbst wenn nicht verkannt wird, dass (etwa) bestimmte Büro- oder andere kaufmännische Arbeiten mitunter besondere Kenntnisse im Geschäftsverkehr, Computerwesen, in Buchhaltungsangelegenheiten oder sonstigen administrativen Belangen voraussetzen. Das vorinstanzlich nicht näher begründete Abstellen auf das Anforderungsniveau 3 (= berufliche und fachliche Kenntnisse vorausgesetzt) lässt sich daher nur mit der als krankheitswertig anerkannten psychischen Verfassung des Beschwerdegegners rechtfertigen. Der Versicherte leidet an tiefer innerpsychischer Verunsicherung und kann sich nach seinen eigenen, glaubhaften Angaben selbst im Rahmen seiner aktuellen Nischentätigkeit bei der Firma G.________ AG nicht vorstellen, seine Arbeit "nach aussen" zu vertreten. Da besondere psychische Druck- und Stresssituationen nach ärztlicher Einschätzung generell zu vermeiden sind, kann nicht angenommen werden, dass der Beschwerdegegner den auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt herrschenden Anforderungen einer qualifizierten und selbstständigen Arbeit - mit erhöhtem individuellem Verantwortungsbereich und entsprechenden Effizienzerwartungen - mittel- und längerfristig psychisch standzuhalten vermöchte. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird das Abstellen auf das Anforderungsniveau 2 denn auch einzig mit dem Verweis auf die vom Beschwerdegegner seit Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten im kulturellen Bereich (nebst der Beschäftigung in der Firma G.________ AG eine vorübergehende Tätigkeit im Kunsthaus Y.________) begründet, wo er aufgrund einer nebenberuflich absolvierten Ausbildung zum Museologen sowie seiner Erfahrungen in Projektarbeit spezifische Qualifikationen ausweist und für ihn aufgrund geringer Stressbelastung optimal geeignete Nischenfunktionen übernehmen konnte. Mit Blick auf die verlangte volle Ausschöpfung der Restarbeitsfähigkeit sowie im Lichte der Schademinderungspflicht kann und muss dem Beschwerdegegner aber zugemutet werden, dass er sein verbleibendes Leistungsvermögen auch im weiteren Dienstleistungssegment erwerblich verwertet. Ist unter Mitberücksichtigung der psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdegegners bei der Bestimmung des Invalideneinkommens das Abstellen auf die Durchschnittslöhne gemäss Anforderungsniveau 3 (= Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) nicht zu beanstanden, ergibt sich bei einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Dienstleistungssektor von 42 Stunden im Jahre 1998 (vgl. TA B9.2, in: Die Volkswirtschaft 2002/Heft12, S. 88) für den Zeitpunkt des Rentenbeginns ein Invalideneinkommen von Fr. 34'253.10 (Fr. 5437.- [= LSE 1998/TA7 [S. 33]/Zentralwert Männer) x 42/40 x 12 x 0.5). 2.4.3 Nach dem unter Erw. 2.4 hievor Gesagten wird dem Umstand, dass der Beschwerdeführer nur Tätigkeiten ohne erhöhte Stressbelastung (einschliesslich Vermeidung hierarchischer Strukturen) verrichten sollte und daher die fachlichen und persönlichen Anforderungen an den Arbeitsplatz gemessen an den beruflichen Qualifikationen des Beschwerdegegners eher bescheiden ausfallen müssen, mit der Bezugnahme auf das Anforderungsniveau 3 des statistischen Ausgangslohnes Rechnung getragen. Daneben bleibt kein Raum, die - auch bei einem 50 %igen Arbeitspensum gegebene - Stressempfindlichkeit und verminderte Belastbarkeit des Versicherten im Rahmen eines leidensbedingten Abzugs vom statistischen Durchschnittslohn (vgl. Erw. 2.3) ein weiteres Mal zu berücksichtigen. Soweit das kantonale Gericht die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 15 % (ausdrücklich) mit den gesundheitlichen Einschränkungen begründet, ist damit ein hinreichend triftiger Grund (BGE 126 V 81 Erw. 6, 123 V 152 Erw. 2) für eine letztinstanzliche Korrektur der Ermessensausübung (Art. 132 lit. a und 104 lit. a OG) gegeben. Da von den rechtsprechungsgemäss zugelassenen Abzügen mit Einfluss auf das Invalideneinkommen (siehe AHI 2002 S. 70 Erw. 4b/cc) einzig die bloss teilzeitliche Einsatzfähigkeit als lohnmindernder Umstand ins Gewicht fällt, muss ein Abzug von 5 % (vgl. LSE 1998, Tabelle 6*, S. 20) als angemessen gelten. Entsprechend ist das Invalideneinkommen auf Fr. 32'540.40 festzusetzen (Fr. 34'253.10 x 0.95). 2.5 Mit der Vorinstanz erübrigt sich eine Anpassung des sich im Jahre 1996 nach den unbestritten gebliebenen Erwägungen der Vorinstanz auf Fr. 118'149.- belaufenden Valideneinkommens an die Lohnentwicklung bis 1998, zumal bereits aus dem Vergleich dieses Betrages mit dem Invalideneinkommen von Fr. 32'540.40 ein Invaliditätsgrad von rund 72 % (vgl. zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil R. vom 19. Dezember 2003 [U 27/02] Erw. 3.3) resultiert. Aus der Lohnentwicklung bis 2003 (Verfügungszeitpunkt) geht keine rechtserhebliche Änderung des Invaliditätsgrades hervor, womit die vorinstanzliche Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 1. November 1998 standhält.