Citation: 6P.128/2001 18.12.2001 E. 2

2.-a/aa) Der Beschwerdeführer rügt zunächst sinngemäss, das Obergericht habe eine Konfrontation mit O.________ verhindert, indem es seinen Antrag auf Sistierung des Verfahrens abgewiesen habe. Er habe diesen Antrag gestellt, um die ursprünglich gemeinsam geführten Verfahren, die getrennt wurden, nachdem O.________ der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 6. Oktober 2000 ferngeblieben war, wieder zu vereinigen, so dass die beantragte Konfrontation hätte nachgeholt werden können. bb) Das Obergericht weist den vom Beschwerdeführer gestellten Antrag auf Sistierung des Verfahrens in antizipierter Beweiswürdigung ab. Der Beschwerdeführer und O.________ hätten im Untersuchungsverfahren übereinstimmend ausgeführt, O.________ habe die Z.________ AG im Auftrag des Beschwerdeführers gegründet. An dieser Darstellung habe O.________ auch anlässlich seiner Hauptverhandlung vor dem Strafgericht vom 6. April 2001 festgehalten. Unter diesen Umständen erscheine es als unwahrscheinlich, dass dieser in einer Konfrontationseinvernahme seine Meinung ändern und sich der vom Beschwerdeführer erstmals in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung geäusserten Darstellung anschliessen werde, wonach er die Z.________ AG nachträglich erworben habe. Selbst wenn O.________ diese Aussage bestätigen würde, könnte angesichts der klaren und übereinstimmenden Aussagen der beiden Beteiligten im Untersuchungsverfahren nicht darauf abgestellt werden. cc) Der Beschwerdeführer rügt in erster Linie die Abweisung seines Antrags auf Sistierung des Verfahrens. Was er in dieser Hinsicht zur Begründung vorbringt, geht an der Sache vorbei. Zwar trifft zu, dass nach der Rechtsprechung die Strafverfolgungsbehörden nicht leichthin die Verfahren trennen sollten, wenn die Taten mehrerer Angeschuldigter in einem nahen sachlichen Zusammenhang stehen. Dies gilt insbesondere in Fällen der Teilnahme, wenn Umfang und Art der Beteiligung wechselseitig bestritten sind und die Gefahr besteht, dass der eine Teilnehmer die Schuld dem andern zuweisen will (BGE 116 Ia 305 E. 4b, S. 313 und Regest). Doch heisst dies nicht, dass eine Verfahrenstrennung nicht aus sachlichen Gründen gerechtfertigt sein kann. Dass im zu beurteilenden Fall für eine Abtrennung keine sachlichen Gründe vorhanden gewesen seien, macht der Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern eine Sistierung des gegen ihn geführten Verfahrens notwendig zu einer Vereinigung mit dem Verfahren gegen O.________ führen soll. Desgleichen ist nicht einzusehen, inwiefern eine Konfrontation mit dem Belastungszeugen vor Obergericht nicht auch bei getrennt geführten Verfahren hätte möglich sein können. Dass das Obergericht Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK verletzt hätte, rügt der Beschwerdeführer zudem nicht ausdrücklich. Ob die Beschwerde insofern überhaupt den Begründungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügt, erscheint zweifelhaft, kann indessen offen bleiben. Denn das Obergericht durfte den Antrag auf Konfrontation mit O.________ ohne weiteres in willkürfreier antizipierter Beweiswürdigung abweisen. Insofern kann auf das angefochtene Urteil verwiesen werden. b/aa) Der Beschwerdeführer rügt weiter, der Schluss des Obergerichts, O.________ habe die Z.________ AG in seinem Auftrag gegründet, beruhe auf einer willkürlichen Beweiswürdigung. Die Z.________ AG sei von O.________, R.________ und W.________ gegründet worden, welche allesamt bei der I.________ AG angestellt gewesen seien. Mit welchen Mitteln und in welchem Auftrag die Gesellschaft tatsächlich gegründet worden sei, sei nicht geklärt. Er selbst habe die Gesellschaft von der I.________ AG erst erworben, als das Aktienkapital wieder abgezogen gewesen sei. bb) Die kantonalen Instanzen nehmen an, der Beschwerdeführer habe O.________ im Dezember 1991 mit der treuhänderischen Gründung der Z.________ AG beauftragt und habe aufgrunddessen faktisch Gründerstellung innegehabt. Sie stützen sich hiefür auf die Aussagen der Beteiligten im Untersuchungsverfahren. So gab O.________ in der polizeilichen Einvernahme vom 11. November 1992 an, er habe die Gesellschaft im Auftrag des Beschwerdeführers gegründet. Davon ist auch das Strafgericht des Kantons Zug im Verfahren gegen O.________ ausgegangen. Diese Darstellung wurde vom Beschwerdeführer in seiner polizeilichen Befragung vom 21. Dezember 1992 bestätigt. In seiner Schlusseinvernahme vom 15. Dezember 1994 vor dem Verhöramt Zug wurde diese Frage nicht ausdrücklich aufgeworfen. Dass die Gründung der Gesellschaft auf seine Veranlassung hin erfolgte, hat der Beschwerdeführer erst in der erst- und zweitinstanzlichen Verhandlung vor Strafgericht und Obergericht bestritten. Bei dieser Beweislage ist es jedenfalls nicht schlechterdings unhaltbar, wenn das Obergericht auf die ersten Aussagen der beiden Mitangeklagten abstellt und den Einwand des Beschwerdeführers, er habe die Z.________ AG nach der Gründung von O.________ erworben, als Schutzbehauptung abtut. Denn nach der Rechtsprechung liegt Willkür im Sinne von Art. 9 BV nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung oder Würdigung in Betracht fällt oder gar vorzuziehen wäre, sondern nur, wenn der angefochtene Entscheid auf einer schlechterdings unhaltbaren oder widersprüchlichen Beweiswürdigung beruht (BGE 127 I 54 E. 2b). Das ist hier nicht der Fall. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.