Citation: I 382/06 05.04.2007 E. 5

5.1 Vorerst ist die formelle Rüge der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung auf Grund der in einer Fremdsprache durchgeführten psychiatrischen Exploration zu untersuchen. Es finden sich im Gutachten der Psychiatrischen Universitätspoliklinik vom 15. Juli 2003 keine Anhaltspunkte, dass die psychiatrischen Expertinnen wegen Verständigungsschwierigkeiten Fragen offen lassen mussten oder hinsichtlich der Befunde sowie Schlussfolgerungen Unsicherheiten bestanden. Anzumerken ist dabei auch, dass der 1953 geborene Beschwerdeführer im Alter von 22 Jahren - 1975 - nach Deutschland auswanderte und 1983 in die Schweiz kam. Der im Begutachtungszeitpunkt 50-jährige Beschwerdeführer lebte also schon seit 28 Jahren im deutschsprachigen Raum. Er legt denn auch mit der - erstmals in der kantonalen Beschwerde vorgebrachten - Rüge, es hätte ein Dolmetscher beigezogen werden müssen, nicht dar, inwiefern ihn die Begutachtenden missverstanden haben sollen. Der - einmalige - Verschrieb hinsichtlich des Alters (40-, anstatt 50-jährig) ist als solcher, und nicht als ein Missverständnis zu werten, wird doch auf der gleichen Seite des Gutachtens zwei Mal das Geburtsjahr 1953 korrekt wiedergegeben. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf die Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, wonach es grundsätzlich Sache des Versicherten ist, rechtzeitig einen Antrag bei der Verwaltung oder allenfalls beim Gericht zu stellen, die Durchführung medizinischer Abklärungen habe in seiner Muttersprache zu erfolgen (Urteile Y. vom 23. November 1999 [I 542/99] Erw. 5 und S. vom 8. März 1999 [I 222/98] Erw. 3b, je mit Hinweisen). Nach Vorliegen des psychiatrischen Gutachtens hat die IV-Stelle den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 23. Juni 2004 eingeladen, sich dazu zu äussern, wovon er mit Eingabe vom 13. Juli 2004 Gebrauch gemacht hat. In der Stellungnahme wird einzig gerügt, sein Tinnitus sei im Gutachten nicht berücksichtigt worden. Sprachliche Schwierigkeiten während der Exploration werden nicht erwähnt. Vor diesem Hintergrund ist der Beweiswert des Gutachtens nicht bereits aus diesem Grund zu verneinen (vgl. dazu Urteil G. vom 5. Juli 2006, I 754/05, Erw. 4.2 mit Hinweisen). 5.2 Im Gutachten der Medizinischen Universitätspoliklinik des Kantonsspital vom 22. Juli 2003, in welchem das psychiatrische Untergutachten vom 15. Juli 2003 mitberücksichtigt ist, werden als Diagnosen eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung - Dyspnoe NYHA II -, ein Lumbovertebralsyndrom ohne sensomotorische Ausfälle und ein Verdacht auf depressive Störung mit/bei Schlaf- und Angststörung aufgeführt. Ein Tinnitus links wird unter der persönlichen Anamnese erwähnt. Hingegen fehlen entsprechende Beschwerden bei den ansonsten ausführlich aufgelisteten subjektiven Angaben des Versicherten. Dies, und die Tatsache, dass auch der Hausarzt Dr. D.________ in seinem Bericht kein Ohrenleiden angibt und sich darüber hinaus offenbar auch nicht veranlasst sah, eine ORL-Abklärung in Auftrag zu geben, lassen einzig den Schluss zu, dass sich der Beschwerdeführer durch den Tinnitus nicht sehr gestört fühlt und sich dieser auch nicht auf seine Arbeitsfähigkeit auswirkt. Es besteht daher keine Veranlassung zur Rückweisung der Sache, damit diesbezüglich weitere Abklärungen getroffen werden könnten. 5.3 Das kantonale Gericht gelangt gestützt auf das genannte Gutachten vom 22. Juli 2003, welchem voller Beweiswert zukommt, und den Bericht über eine im April 2004 erfolgte Hospitalisation wegen einer Pneumonie rechts (Bericht vom 22. April 2004), zum überzeugenden Schluss, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im massgeblichen Zeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 24. Januar 2005 nicht weiter verschlechtert hat. So werden im Bericht vom 22. April 2004 denn auch keine weiteren oder neuen Diagnosen aufgeführt. Weitere Sachverhaltsabklärungen sind nicht angezeigt. Damit ist mit der Verwaltung und Vorinstanz von der im Gutachten vom 22. Juli 2003 attestierten 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren körperlichen Tätigkeit auszugehen.