Citation: I 1067/06 25.02.2008 E. 4

4.1 Medizinisch konnte trotz umfangreicher Abklärungen kein somatisches Korrelat gefunden werden, welches die vorgebrachten Beschwerden (Schmerzen, Beweglichkeitseinschränkung, Sensibilitätsstörungen an Hand und -gelenk rechts) hinreichend zu erklären vermochte. Dr. med. W.________ vom Institut Z.________ kam im Gutachten vom 18. Oktober 2001 zum Schluss, die objektiv einzig klar fassbaren Ganglien seien nicht geeignet, eine vollständige Gebrauchsunfähigkeit im gesamten Handbereich fassbar zu machen. Definiere man Aggravation als Überbewertung geringfügiger Krankheitserscheinungen und Simulation als zur Schau Stellung inexistenter Behinderungen, müsse das Verhalten des Versicherten mindestens zwischen diesen Bereichen liegend angesiedelt werden. Anlässlich der beruflichen Abklärung in der BEFAS (Bericht vom 16. November 2004) zeigte sich ein deutlich selbstlimitierendes Verhalten. Der Handspezialist Dr. med. O.________ konnte aus neurologischer Sicht keine pathologischen Befunde erheben; der Versicherte war austherapiert (Bericht vom 9. Dezember 2004). Der Neurologe Dr. med. I.________ kam zum Ergebnis, es müsse an eine funktionell überlagerte Problematik gedacht werden (Bericht vom 13. Dezember 2004). Ein entzündliches Geschehen bestand nicht, insbesondere waren keine Hinweise für eine muskulo-skelettale Beteiligung an der Psoriasis vulgaris vorhanden (vgl. Bericht des Dr. med. L.________ vom 6. April 2006). Laut Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. G.________ vom 1. Juli 2005, welche eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8) diagnostizierte, divergierten die Angaben des Versicherten im Anamnesegespräch teilweise zum Bericht der BEFAS. Affektiv wirke er extrem depressiv-leidend, verzweifelt, vordergründig völlig angepasst im Sinne, alles tun zu wollen, damit sich seine Situation verbessere. Im weiteren Verlauf verweigere er sich im Gespräch mehr und mehr. Er wirke in hohem Mass passiv-agressiv und sei nicht bereit, sich auf eine Selbstreflexion einzulassen. Er funkioniere nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip. 4.2 Die Vorinstanz ist in einlässlicher Würdigung der umfangreichen medizinischen und weiteren Akten zum Schluss gelangt, dass zur Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit auf das Gutachten der BEFAS abzustellen ist. Aufgrund der Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung als offensichtlich unrichtig oder unvollständig erscheinen lassen. Die im kantonalen Verfahren eingereichten Beweismittel belegen zwar ein im April 2006 erlittenes Schleudertrauma der HWS mit myotendinotischem Cervikal- und Lumbalsyndrom (vgl. auch den letztinstanzlich produzierten Bericht des Spitals F.________ vom 26. Januar 2007); der Beschwerdeführer übersieht mit diesem Einwand tatsächlicher Natur aber, dass das Gericht in zeitlicher Hinsicht nur den Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des Einspracheentscheids entwickelt hat, berücksichtigen darf (BGE 121 V 362 E. 1b S. 366; vgl. auch 131 V 133 S. 136). Dasselbe gilt hinsichtlich des von Dr. med. L.________ (Bericht vom 6. April 2006) neu geäusserten Verdachts auf ein neuropathisches Schmerzsyndrom im Thenarbereich (Dig. I und II rechts; CRPS II). Selbst wenn die letztinstanzlich aufgelegten medizinischen Unterlagen novenrechtlich zu berücksichtigen wären, ergäben sich keine neuen relevanten Anhaltspunkte. Laut Bericht des Zentrums D.________ vom 3. November 2006 konnte im Sinne einer "anhaltenden sympathischen Störung" und teilweisen Erklärung der Schmerzen in der rechten Hand insoweit ein objektiver Befund festgestellt werden, als die (vom Versicherten selbst durchgeführte) Eistherapie zu einer unterschiedlichen Reaktion an der linken (normale Erwärmung) gegenüber der rechten Hand geführt habe. Indessen haben die BEFAS-Gutachter vermerkt, dass die Temperaturdifferenz durch das dauernde Auftragen von kühlendem Gel auf der rechten Hand zu erklären war. Dazu nimmt das Zentrum D.________ nicht Stellung. Schliesslich hat die Vorinstanz ausführlich dargelegt, weshalb die Angaben des Dr. med. V.________ zur Arbeitsunfähigkeit (vgl. Bericht vom 4. Juni 2004) insgesamt nicht in einem wesentlichen Widerspruch zur BEFAS-Einschätzung stehen. Es wird auf die nicht zu beanstandenden Erwägungen im angefochten Entscheid verwiesen. 4.3 Was den psychischen oder geistigen Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen anbelangt, hat die Vorinstanz in Berücksichtigung des Berichts der behandelnden Psychiaterin Frau Dr. med. G.________ vom 1. Juli 2005 in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Abklärungen verzichtet. Sie erwog, dass die darin als Hauptdiagnose erwähnte anhaltende somatoforme Schmerzstörung die Annahme einer rechtserheblichen Arbeitsunfähigkeit nicht zuliess. Die vorinstanzliche Verneinung dieser Rechtsfrage erfolgte mit der zutreffenden Begründung, dass die von der Rechtsprechung aufgestellten besonderen Kriterien (vgl. BGE 130 V 352 E. 3.3 S. 358 f.) nicht erfüllt waren. Der von der behandelnden Psychiaterin weiter diagnostizierte Verdacht auf eine narzisstische Persönlichkeitsstörung liess sich gestützt auf die Akten nicht erhärten. Im Übrigen hielt Frau Dr. med. G.________ zumindest teilweise die Ausübung einer erwerblichen Tätigkeit für zumutbar, wenn sie ausdrücklich berufliche Massnahmen befürwortete. Auch aus dem letztinstanzlich aufgelegten Bericht dieser Ärztin vom 12. Februar 2007 (soweit novenrechtlich überhaupt zu berücksichtigen) ergeben sich keine neuen Gesichtspunkte. Es ist auf den vor Bundesgericht eingereichten Bericht des Zentrums D._______ vom 2. November 2006 hinzuweisen, wonach die Diagnose einer Somatisierungsstörung im Rahmen einer schweren Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, histrionischen und zwanghaften Zügen nicht bestätigt werden konnte. Insgesamt ist der angefochtene Entscheid auch in Bezug auf die vom kantonalen Gericht verneinte Frage, ob ein geistiger oder psychischer Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorliege, nicht zu beanstanden.