Citation: 5A_600/2023 E. 3.4

3.4. Eines der beim Entscheid über die alternierende Obhut zu berücksichtigenden Kriterien ist die geografische Situation, namentlich die Distanz zwischen den Wohnungen beider Eltern (BGE 142 III 617 E. 3.2.3, E. 612 E. 4.3). Die Kritik des Beschwerdeführers beschlägt einzig diesen Punkt. Es mag sein, dass eine alleinige Obhutszuteilung an ihn mit weniger Ortswechseln für die Söhne verbunden gewesen wäre und insbesondere eine einstündige Autofahrt vor Schulbeginn am Donnerstagmorgen für diese nicht ideal ist. Indessen ist vorliegend nicht ausschlaggebend, ob die getroffene Obhutsregelung dem Kindeswohl am besten entspricht (vgl. vorne E. 3.2), sondern ob sie sich unter dem Gesichtspunkt des Kindeswohls als geradezu unhaltbar erweist. Die Vorinstanz begründete den Betreuungsanteil der Beschwerdegegnerin damit, dass diese vor der Trennung (und bis zur Änderung der Obhutsregelung mit dem angefochtenen Entscheid) die Hauptbetreuungsperson der Kinder gewesen sei und eine alternierende Obhut sicherstelle, dass Letzteren kein allzu abrupter Wechsel in der Betreuung zugemutet werde. Der Beschwerdeführer trägt nichts vor, was dieses Anliegen und die gestützt darauf getroffene Lösung im Ergebnis als offensichtlich verfehlt ausweisen würde. Aus dem angefochtenen Entscheid ergibt sich nichts, was darauf hinweisen würde, dass die längeren Autofahrten den Söhnen aufgrund spezifischer Befindlichkeiten nicht zumutbar sein sollten. Ferner ist dem Beschwerdeführer zwar grundsätzlich beizupflichten, dass die Kinder mit beiden Elternteilen an den Wochenenden Zeit verbringen können sollen. Indessen stellt er nicht in Abrede, dass er samstags jeweils arbeitet, sodass nicht nachvollziehbar ist, inwiefern er durch die von der Vorinstanz gewählte Regelung, welche seinen Arbeitszeiten am Wochenende Rechnung trägt, benachteiligt sein sollte. Schliesslich ist auch die Ferienregelung nicht willkürlich angesichts dessen, dass bei einem durch die geografischen Verhältnisse bedingten Wechsel von alternierender zu alleiniger Obhut ein grosszügiges Ferienrecht des nicht mehr obhutsberechtigten Elternteils wünschenswert ist (vgl. Urteil 5A_514/2023 vom 12. Januar 2024 E. 4). Hier präsentiert sich die Situation zwar gerade umgekehrt, doch die Überlegung, dass das (mehrheitliche) Wegfallen eines bis anhin bedeutenden Anteils an Betreuung über das Ferienrecht etwas abgeschwächt werden soll, beansprucht auch vorliegend seine Geltung. Dass die Beschwerdegegnerin die Söhne während eines Teils der Ferien allenfalls wird fremdbetreuen lassen müssen, steht dem nicht entgegen. Im Übrigen spricht der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin die Erziehungsfähigkeit, welche unabdingbare Voraussetzung für die Anordnung einer alternierenden Obhut ist (vgl. BGE 142 III 617 E. 3.2.3, 612 E. 4.3) und deren Vorliegen die Vorinstanz bei beiden Elternteilen bejahte, nicht ab, sodass sich auch damit keine Willkür begründen lässt. Mit Bezug auf die Obhut erweisen sich die Rügen des Beschwerdeführers demnach als unbegründet.