Citation: 5A_208/2019 E. 3.2

3.2. Das Obergericht beschäftigt sich mit der Frage, ob das Testament vom 24. März 2014 "wegen Irrtums entsprechend Art. 469 Abs. 1 ZGB ungültig oder wegen Irrtums entsprechend Art. 469 Abs. 3 ZGB richtig zu stellen sei". Aus der Rechtsprechung, den Erkenntnissen zur Irrtumsanfechtung und zur Andeutungsregel sowie dem Zweck von Art. 469 ZGB ergebe sich, dass der vom Ungültigkeitskläger behauptete wirkliche Wille des Erblassers, gemäss dem er die letztwillige Verfügung berichtigen lassen will, in der Verfügung mindestens andeutungsweise zum Ausdruck gekommen sein muss. Damit im Einklang stehe die Praxis, wonach sich unter Berufung auf Art. 469 Abs. 3 ZGB nur eine vorhandene Bezeichnung richtig stellen, nicht aber eine fehlende Erklärung nachholen beziehungsweise einfügen lasse. Bezogen auf den konkreten Fall konstatiert die Vorinstanz, dass im umstrittenen Testament jegliche Andeutungen in Bezug auf Pflichtteile für die Kinder des Erblassers fehlen und sich nirgends ein Indiz dafür finde, dass die Kinder auf den Pflichtteil gesetzt werden sollten. Eine Ergänzung mit einer Klausel, welche die Kinder zu Gunsten der Ehefrau auf den gesetzlichen Pflichtteil setzte, sei "folglich ausgeschlossen". Auch die Externa, auf denen die erstinstanzliche Argumentation beruhe, könnten nicht berücksichtigt werden. Entsprechend sei die Klage auf Ungültigkeit des Testaments abzuweisen.