Citation: 4A_125/2024 E. A

B.________ (Versicherte, Beschwerdegegnerin) arbeitete ab 1. Juli 2010 als Stationsleiterin im Alters- und Pflegeheim X.________ in U.________ und war bei der A.________ AG (Versicherung 1, Beschwerdeführerin) kollektiv krankentaggeldversichert. Ab 15. Juli 2021 wurde die Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Am 29. Juli 2021 schloss die Versicherte mit den Alters- und Pflegeheimen Y.________ einen Arbeitsvertrag ab 1. November 2021 als diplomierte Pflegefachfrau HF und stellvertretende Teamleitung und war bei der C.________ AG (nachfolgend: Versicherung 2) kollektiv krankentaggeldversichert. Am 30. Juli 2021 kündigte die Versicherte ihren Anstellungsvertrag mit dem Alters- und Pflegeheim X.________ per 31. Oktober 2021. Am 23. August 2021 unterzeichneten die Versicherte und das Alters- und Pflegeheim X.________ eine Vereinbarung, gemäss der die Versicherte ab 4. August 2021 von der Arbeit freigestellt wurde. Das Alters- und Pflegeheim X.________ verpflichtete sich, bis 31. Oktober 2021 seinen Verpflichtungen nachzukommen. Ab 4. August 2021 war keine Krankschreibung mehr erfolgt. Am 30. August 2021 wurde der Arbeitsbeginn bei den Alters- und Pflegeheimen Y.________ auf den 1. Oktober 2021 vorverlegt. Ab dem 14. Oktober 2021 wurde die Versicherte erneut zu 100 % krankgeschrieben. Am 17. November 2021 meldete der Rechtsanwalt der Versicherten der Versicherung 2 diese Arbeitsunfähigkeit. Am 23. November 2021 kündigten die Alters- und Pflegeheime Y.________ das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten während der Probezeit per 30. November 2021. Als Begründung führten sie die vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 14. Oktober 2021 an. Ebenfalls am 23. November 2021 informierte das Alters- und Pflegeheim X.________ die Versicherung 1 über die seit 14. Oktober 2021 bestehende Arbeitsunfähigkeit der Versicherten. Die Versicherung entrichtete der Versicherten nach Ablauf der 60-tägigen Wartefrist vom 13. bis 31. Dezember 2021 basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ein Taggeld von Fr. 4'720.--. Darauf informierte die Versicherte die Versicherung 1 über ihr Arbeitsverhältnis mit den Alters- und Pflegeheimen Y.________. Mit Schreiben vom 11. März 2022 teilte die Versicherung 1 der Versicherten mit, sie gehe davon aus, diese sei beim Alters- und Pflegeheim X.________ per 30. September 2021 ausgetreten. Folglich sei die Arbeitsunfähigkeit vom 14. Oktober 2021 nach Austritt aus dem versicherten Betrieb erfolgt und es bestehe kein Anspruch auf Krankentaggelder. Sie müsse die erbrachten Taggeldleistungen zurückfordern. Die Versicherte zahlte in der Folge die Taggelder zurück. Am 9. April 2022 trat die Versicherte aus einer stationären psychiatrischen Behandlung in einer Klinik in V.________ aus. Im Austrittsbericht wurden eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode nach Scheidung und Tod des Ehemanns sowie ein Erschöpfungssyndrom diagnostiziert. Am 12. Mai 2022 teilte die Versicherung 2 der Versicherten mit, ihr Versicherungsvertrag sehe eine Wartefrist von 90 Tagen vor, womit die vom 14. Oktober 2021 bis 30. November 2021 bestehende Arbeitsunfähigkeit kürzer sei als die Wartefrist. Dem Rechtsanwalt der Versicherten teilte sie mit Schreiben vom selben Tag mit, sie lehne jegliche Taggeldleistungen ab dem 1. Dezember 2021 ab, da der Arbeitsvertrag zwischen der Versicherten und den Alters- und Pflegeheimen Y.________ während der Probezeit gekündigt worden sei.