Citation: 1B_347/2021 E. 3.3

3.3. Wie bereits die Staatsanwaltschaft lehnte die Vorinstanz eine unentgeltliche Verbeiständung ab, da die Beschwerdeführerin als Privatklägerin zur Wahrung ihrer Rechte nicht auf eine anwaltliche Vertretung angewiesen sei. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vorne E. 3.2) begründete sie dies damit, dass der Sachverhalt nicht besonders kompliziert sei und weder dargetan noch aus den Akten ersichtlich sei, dass daraus komplexe Zivilforderungen erwachsen könnten. Die Beschwerdeführerin sei zudem eine in der Schweiz wohnhafte Schweizerin, spreche schweizerdeutsch, sei berufstätig als Fachfrau Betreuung, 39 Jahre alt, und gesundheitliche Probleme würden weder behauptet noch seien solche aus den Akten ersichtlich. Auf die Einwendungen der Beschwerdeführerin ist die Vorinstanz eingegangen und hat anerkannt, dass die zahlreichen Verfahren für die alleinerziehende, arbeitstätige Mutter eine zeitliche und wahrscheinlich auch psychische Belastung bedeuten. Das angeblich weiterhin teilweise massiv einschüchternde Verhalten des Beschuldigten dürfte die Lage zusätzlich erschweren. Dennoch hält die Vorinstanz fest, dass der Schutz der Beschwerdeführerin vor allfälligen Delikten in erster Linie eine polizeiliche Aufgabe sei, welche nicht die Geltendmachung ihrer Zivilansprüche im Strafverfahren beschlage. Weiter wies die Vorinstanz die Beschwerdeführerin auf die ihr gemäss Art. 117 StPO zustehenden Rechte als Opfer und die Dienstleistungen der Opferberatungsstelle hin. Die diesbezüglichen vorinstanzlichen Ausführungen sind nicht zu beanstanden, es kann darauf verwiesen werden. Soweit die Beschwerdeführerin ihren angeblichen Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand sinngemäss auf die Waffengleichheit und auf eine analoge Anwendung von Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO stützt, verkennt sie, dass sich die Situation des Privatklägers von jener des Beschuldigten unterscheidet und der Gesetzgeber gestützt darauf bewusst unterschiedliche Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung für beide Parteien aufgestellt hat (Art. 132 bzw. 136 StPO). Dass der Beschuldigte anwaltlich verbeiständet ist, macht demnach für sich keine unentgeltliche Verbeiständung des Privatklägers notwendig (Urteil des Bundesgerichts 1B_605/ 2020 vom 16. März 2021 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin dringt mit ihren Einwendungen dagegen nicht durch, soweit sie diese überhaupt genügend substanziiert (vgl. vorne E. 1.3) vorbringt.