Citation: 9C_98/2024 E. 4.2.3

4.2.3. Im Übrigen bleibt auf Folgendes hinzuweisen: Wie zu Recht gerügt, ist die Schlussfolgerung des kantonalen Gerichts, wonach es "nicht plausibel" sei, dass im Zeitraum vor der Antragsstellung keine psychische (depressive) Symptomatik mit Krankheitswert vorgelegen habe (vorinstanzliche Erwägung 5.4 S. 12), mit Blick auf die zugrunde gelegten medizinischen Berichte nicht schlüssig und damit unhaltbar: Zwar erscheint fraglich, von welchem Beweismass die Vorinstanz hier ausging. Dies kann jedoch mit Blick auf das Nachfolgende offen gelassen werden. Vorab liegen keine echtzeitlichen Arztberichte vor, welche die Schlussfolgerung der Vorinstanz untermauern. Die Jahre nach dem Antrag erstellten (Fach-) Berichte beruhen sodann einzig auf den Angaben der Beschwerdeführerin, welche sie in dekompensiertem Zustand gemacht hat. Diese Angaben können mit Blick auf den psychischen Zustand der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Aussagen und den Zeitablauf nicht als besonders zuverlässig eingeschätzt werden. Hervorzuheben ist sodann auch an dieser Stelle, dass in den Berichten auf erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren im relevanten Zeitraum hingewiesen wird. Damit ist es in einer Gesamtschau zwar möglich, dass die Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin bereits bei der Unterzeichnung des Antrags ein krankheitswertiges Ausmass erreicht hatten. Ebenso möglich ist jedoch, dass sie damals (noch) als reaktiv zu den chronischen psychosozialen Belastungsfaktoren beurteilt worden wären. Hinsichtlich der Bulimia nervosa ist schliesslich auf das hiervor Ausgeführte zu verweisen, wonach diese Diagnose in Zweifel gezogen werden muss (E. 4.2.2 hiervor). Es wäre somit von einer Beweislosigkeit hinsichtlich einer psychischen Symptomatik mit Krankheitswert auszugehen, die zu Lasten der Beschwerdegegnerin ginge (E. 3.2.3 hiervor).