Citation: 2C_412/2022 E. 4.1.1

4.1.1. Um dieses Vorbringen zu beurteilen, hat sich das Obergericht zu Recht auf die Verjährungsbestimmung gestützt, welche in der am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen ZPO (und nicht in der zuvor gültigen kantonalrechtlichen Regelung) enthalten ist. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung findet in intertemporaler Hinsicht dasjenige Recht Anwendung, das bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes in Kraft stand (BGE 139 V 335 E. 6.2; Urteile 2C_315/2017 vom 26. März 2018 E. 6; 2C_195/2016 vom 26. September 2016 E. 2.2.2; 8C_451/2013 vom 20. November 2013 E. 5.2.2). Bei der Nachzahlungspflicht für gewährte unentgeltliche Rechtspflege und/oder Verbeiständung im Falle verbesserter wirtschaftlicher Verhältnisse ist als massgeblicher, zu Rechtsfolgen führender Tatbestand die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege an sich zu erachten und nicht erst die (allfällige) Erfüllung der Suspensivbedingung anzusehen, mit welcher die Nachzahlungsforderung im eigentlichen Sinn entsteht (vgl. zu dieser Thematik schon BGE 138 II 506 E. 2.2 sowie mit sorgfältiger Begründung Urteil 2C_195/2016 vom 26. September 2016 E. 2.2 m.w.H. auf Rechtsprechung und Lehre).