Citation: 1P.58/2002 08.07.2002 E. B

Die Ehegatten X.________ vollendeten die Umbauarbeiten nach ihren eigenen Angaben unmittelbar nach Rechtskraft der Bewilligung, jedenfalls aber vor Wintereinbruch. Am 8. Dezember 1999 erfolgte die Bauabnahme durch den Baufachchef und den Bauberater der Gemeinde. Dabei wurde festgestellt, dass die fünf Bogenlukarnen die bewilligten Masse überschritten. Daraufhin ersuchte der Gemeindevorstand B.X.________ und A.X.________ mit Schreiben vom 12. Januar 2000, im Hinblick auf eine allfällige Abbruchverfügung zu den Feststellungen des Bauabnahmerapports Stellung zu nehmen. Der Gemeindevorstand habe zur Kenntnis genommen, dass die fünf Bogenlukarnen entgegen den ausdrücklich festgelegten und in einem separat unterzeichneten Detailplan bewilligten Massen (einer Breite von 170 cm und einer Höhe von 150 cm) in einer Höhe von 180 cm und in einer Breite von 195 cm erstellt worden seien. Mit Stellungnahme vom 20. Januar 2000 führte der Architekt D.________ namens der Ehegatten X.________ aus, es sei richtig, dass die fünf Lukarnen 1.96 statt 1.70 m breit seien, dafür betrage die Höhe lediglich 1 cm mehr als bewilligt. Die Mehrbreite sei dadurch entstanden, dass man die neue Lukarne als Auflager auf den alten Lukarnenunterbau gesetzt habe. Dies sei nicht in der Absicht einer Verbreiterung geschehen, sondern man habe sich lediglich auf die bestehende Unterkonstruktion gestützt. Er bedaure die Ungenauigkeit bei der Festlegung des Breitenmasses von 1.70 m sehr, ebenso den Umstand, dass am Bau die Unterkonstruktion des Daches bzw. der alten Dachlukarnen nicht genau überprüft worden sei. Am 26. September 2000 erfolgte die Publikation des nachträglichen Baugesuchs für die fünf strittigen Lukarnen. Mit Schreiben vom 9. Februar 2001 unterbreitete der Gemeindevorstand den Ehegatten X.________ im Hinblick auf die in Aussicht genommene Wiederherstellungsverfügung einen auf dem überarbeiteten Plan vom 19. März 1999 basierenden Sanierungsvorschlag, datierend vom 19. Januar 2001. Mit Verfügung vom 2. April 2001 wies der Gemeindevorstand das nachträgliche Baugesuch von B.X.________ und A.X.________ ab. Die fünf Lukarnen seien so umzubauen, dass sie den Vorgaben der Baubewilligung vom 16. April 1999 bzw. dem Sanierungsvorschlag der Gemeinde vom 19. Januar 2001 entsprechen. Zur Begründung führte der Gemeindevorstand namentlich aus, die Regelung bezüglich der Dachausbrüche sei mit dem an Gemeindeversammlungen vom 22./23. April, 4. Mai sowie 4. Juni 1999 verabschiedeten neuen Baugesetz verschärft worden. Art. 69 Abs. 3 dieses von der Regierung am 21. März 2000 genehmigten Gesetzes sehe eine Beschränkung der Dachausbrüche auf max. 15 Prozent der Dachfläche des entsprechenden Dachflügels vor. Da die Ausführung der Lukarnen zwischen Gemeinde und Bauherrschaft abgesprochen gewesen sei und die von den Plänen abweichende Ausführung offensichtlich darauf ausgelegt gewesen sei, fertige Tatsachen zu schaffen, müsse das neue Baugesetz angewendet werden.