Citation: U 309/05 04.05.2006 E. 3.2

3.2.1 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise - bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage - noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist dann von der Tätigkeit auszugehen, welche der Versicherte tatsächlich ausübt, wenn besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass er die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft sowie das Einkommen als der Arbeitsleistung angemessen erscheint (BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall kann möglicherweise von einer besonders stabilen Arbeitssituation gesprochen werden. Mit Blick auf das aus den medizinischen Unterlagen abzuleitende Zumutbarkeitsprofil (Erw. 2.4 hievor), welches eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zuliesse, muss jedoch festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht vollständig ausschöpft. An dieser Beurteilung vermag auch das letztinstanzlich aufgelegte Schreiben der Arbeitsgeberin vom 29. Juli 2005 nichts zu ändern. Dort wird ausdrücklich erklärt, der Beschwerdeführer sei "für uns", also für die X.________ AG, nur zu 40 % bis 50 % einsetzbar, weil er das Material auf den Baustellen nicht selbst abladen könne. Diese Aussage lässt im Gesamtzusammenhang nur den Schluss zu, die konkrete Arbeit als Chauffeur mit der Verpflichtung zum Be- und Entladen von Material stelle nur bedingt eine für den Beschwerdeführer geeignete Tätigkeit dar und die von der Arbeitgeberin erwähnten häufigen schmerzbedingten Arbeitsabsenzen seien eine Folge der damit verbundenen Belastungen des Handgelenks. Der obligatorische Unfallversicherer kann nicht verpflichtet werden, die Fortführung der bisherigen Erwerbstätigkeit mit reduzierter Leistung zu ermöglichen - auch wenn dies als gute Lösung erscheint -, falls die versicherte Person bei ausgeglichenem Arbeitsmarkt zumutbarerweise in der Lage wäre, auf andere Weise ein höheres Einkommen zu erzielen. 3.2.2 Weil nach dem Gesagten nicht auf das tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden kann, sind für die Bestimmung des Invalideneinkommens praxisgemäss die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Da dem Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen ein breiter Fächer zumutbarer Tätigkeiten sowohl im Dienstleistungs- als auch im Produktionsbereich offen steht, rechtfertigt es sich, auf den allgemeinen, branchenunspezifischen Bruttolohn ("Total") abzustellen. Gemäss Tabelle A1 der LSE 2002 belief sich der Zentralwert des standardisierten Monatslohns (40 Wochenstunden) für die im privaten Sektor mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer auf Fr. 4557.- brutto. Nach Hochrechnung auf die durchschnittliche betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft 3/2006 S. 90 Tabelle B9.2) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bei Männern von 2002 auf 2003 (+ 1,3 %; Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2003, S. 38, Tabelle 1.1.93; vgl. BGE 129 V 410 Erw. 3.1.2) ergibt sich ein Betrag von Fr. 57'749.- pro Jahr. Wird das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne ermittelt, kann praxisgemäss ein prozentualer Abzug vorgenommen werden, um einer auf Grund der gesamten persönlichen und beruflichen Umstände zu erwartenden Verdiensteinbusse Rechnung zu tragen (vgl. dazu BGE 126 V 79 f. Erw. 5b mit Hinweisen). Vorliegend fallen insbesondere die Einschränkungen im Gebrauch der dominanten Hand ins Gewicht, während die italienische Staatsangehörigkeit keinen zusätzlichen Einfluss hat, liegt doch der Zentralwert des Einkommens von Ausländern, welche wie der Beschwerdeführer über die Niederlassungsbewilligung verfügen, im Anforderungsniveau 4 sogar leicht über dem allgemeinen, nicht nach Nationalität und Aufenthaltskategorie differenzierenden Wert (LSE 2002 S. 59 Tabelle A 12). Damit erscheint der von der SUVA berücksichtigte und vorinstanzlich bestätigte Abzug von 10 % als angemessen (vgl. zur Überprüfung der Abzugshöhe BGE 126 V 81 Erw. 6). Der auf dieser Grundlage vorgenommene Einkommensvergleich ergibt den mit dem angefochtenen Entscheid bestätigten Invaliditätsgrad von 30 %.