Citation: 5A_310/2010 19.11.2010 E. 11.6

11.6.1 Das Obergericht berücksichtigte bei der Beurteilung der besonderen Umstände nach Art. 126 Abs. 2 ZGB weiter, ob zwischen den Parteien erhebliche Spannungen bestehen, weshalb sich eine Kapitalabfindung und damit eine endgültige Regelung der Verhältnisse im Sinne eines "clean breaks" aufdrängen würde. Es hielt dazu fest, es bestünden zwar Spannungen, eventuell sogar Hassgefühle, jedoch sei dies bei einer Scheidung nicht aussergewöhnlich und rechtfertige für sich allein nicht die Zusprechung einer Abfindung. Weiter sei nicht belegt, dass der Beschwerdeführer psychischen Druck auf die Beschwerdeführerin ausgeübt habe. 11.6.2 Die Beschwerdeführerin rügt einerseits eine Verletzung von Art. 126 Abs. 2 ZGB, da es das Obergericht unterlassen habe, die erheblichen Spannungen im Verbund mit anderen Umständen im Lichte des Art. 126 Abs. 2 ZGB zu würdigen. Sodann wendet sie ein, der psychische Druck sei vom Beschwerdeführer ausgegangen, was das Obergericht nicht hätte offen lassen dürfen. 11.6.3 Sofern sich die Beschwerdeführerin gegen die obergerichtliche Sachverhaltsfeststellung wendet, legt sie nicht dar, inwiefern die Voraussetzungen gemäss Art. 97 Abs. 1 BGG erfüllt sein sollen. Vielmehr legt sie einzig ihre Sicht der Dinge dar und hält - ohne aussagekräftige Belege - fest, es komme nur der Beschwerdeführer als Urheber dieses psychischen Drucks in Frage. Auf solche appellatorische Kritik am Sachverhalt tritt das Bundesgericht nicht ein (E. 1.5 oben). 11.6.4 Das Obergericht hat in seiner Gesamtbeurteilung durchaus die einzelnen besonderen Umstände abgewogen und gesamtheitlich betrachtet. Es stellte aber fest, dass die zwischen den Parteien bestehenden Spannungen sich im üblichen Bereich halten und keinen besonderen Umstand darstellen. Darin liegt keine Verletzung von Art. 126 Abs. 2 ZGB. 11.7 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, der Beschwerdeführer wolle auswandern, was als besonderer Umstand für die Zusprechung einer Abfindung ausreichend sei. Sie nennt jedoch keine stichhaltigen und konkreten Anhaltspunkte, die ihre Behauptung stützen würden. Darauf ist mangels Begründung nicht einzutreten (Art. 42 Abs. 2 BGG; E. 1.5 oben).