Citation: 9C_713/2014 E. 4.1

4.1. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht betont, darf das Sozialversicherungsgericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (vgl. E. 2 hievor). Insoweit die Beschwerdeführerin diese Beweiswürdigungsregel als verletzt rügt, weil das kantonale Gericht ohne überzeugende Erklärung auf die Schätzung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten des arbeitsmedizinischen Zentrums B.________ vom 26. April 2012 und nicht auf jene des Neurochirurgen Dr. med. C.________ im Bericht der Klinik D.________ vom 2. November 2011 abgestellt habe, kann ihr jedoch nicht gefolgt werden. So wird zu Recht nicht bestritten, dass die genannten medizinischen Akten in Bezug auf Befunderhebung und Diagnosestellung im Wesentlichen übereinstimmen. Divergenzen finden sich bei der Schätzung der Arbeitsfähigkeit. Dr. med. C.________, der die Beschwerdeführerin ambulant behandelt hat, hielt im Bericht vom 2. November 2011 bzw. in einem separaten, gleichentags datierten Schreiben zu Handen der IV-Stelle fest, aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Belastbarkeit; in einer optimal angepassten Tätigkeit sei "wahrscheinlich eine Arbeitsfähigkeit 60-70 % zeitlich vorstellbar". Abweichend von dieser vagen und nicht näher begründeten Stellungnahme schätzten die Gutachter des arbeitsmedizinischen Zentrums B.________ die Beschwerdeführerin aus bidisziplinärer Sicht - unter Berücksichtigung der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) und in Kenntnis der Berichte der Klinik D.________ - als in einer leidensangepassten Erwerbstätigkeit ganztags arbeitsfähig. Für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer versicherten Person noch zugemutet werden können, bilden die ärztlichen Einschätzungen eine wichtige Grundlage für Verwaltung und Gerichte (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 196). Dabei ist im vorliegenden Fall der Einschätzung durch die Gutachter des arbeitsmedizinischen Zentrums B.________, die auf umfassenden psychiatrischen und rheumatologischen Untersuchungen beruht, wesentlich grösseres Gewicht beizumessen als den ausschliesslich neurochirurgischen Berichten von Dr. med. C.________. Insbesondere kann nicht von einer zu kurzen Begutachtungszeit gesprochen werden. Folglich hat sich die Vorinstanz zu Recht auf die Einschätzung im Gutachten des arbeitsmedizinischen Zentrums B.________ abgestützt und festgestellt, die von der Klinik D.________ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30-40 % vermöge nicht zu überzeugen. Auf weitere Abklärungen durfte das kantonale Gericht verzichten, ohne dabei den Untersuchungsgrundsatz zu verletzen.