Citation: 1C_113/2023 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin rügt weiter, das Verwaltungsgericht habe es als zulässig erachtet, über die behördlichen Empfehlungen zur Mindestbreite eines Fuss-/Radwegs hinauszugehen, weil der Kanton für den streitigen Bereich von "vielen Begegnungen" ausgehe. Der Kanton habe jedoch nie verlässliche Zahlen zum Fussgänger- und Radverkehr präsentiert. Im streitigen Abschnitt verkehrten auf den beidseits der Strasse vorhandenen grosszügigen Fuss- und Radwegen nur wenige Personen; die Beschwerdeführerin schätzt die Zahl der Nutzer und Nutzerinnen pro Strassenseite und Tag auf unter 20. Auf den in den Akten liegenden Fotos seien weder Radfahrende noch Personen zu Fuss ersichtlich. Das Verwaltungsgericht wäre daher verpflichtet gewesen, einen Augenschein durchzuführen oder den Sachverhalt auf andere Weise selbst abzuklären. Es trifft zu, dass keine Daten zur Anzahl Rad- und Fusswegnutzer und -nutzerinnen bzw. der möglichen Begegnungen auf dem kombinierten Rad-/Fussweg im Dossier liegen, und sich dies auch nicht anhand der Fotos ermitteln lässt. Bei genauerer Betrachtung bezog sich die Annahme des Kantons zu den Begegnungsfällen jedoch nicht in erster Linie auf die aktuelle Situation, sondern auf die Bedürfnisse der nächsten 50 Jahre. In der mündlichen Verhandlung führte der Projektleiter C.________ aus, Auslöser des Projekts sei der Sanierungsbedarf gewesen. Werde eine Strasse neu gebaut, solle diese für die nächsten 50 Jahre bestehen und seien zukünftige Bedürfnisse, wie die des Veloverkehrs, zu berücksichtigen, da ständige Anpassungen unwirtschaftlich seien. Schon jetzt würden sich auf beiden Seiten der St. Gallerstrasse Fuss-, Rad- und Gewerbeverkehr begegnen, und der Veloverkehr solle in Zukunft noch zunehmen (Protokoll S. 5 unten). Handelt es sich somit um die Prognose einer künftigen Entwicklung, ist ein Augenschein - der ausschliesslich den Ist-Zustand betrifft - kein geeignetes Beweismittel. Unter diesen Umständen durfte das Verwaltungsgericht den Antrag auf Durchführung eines Augenscheins abweisen, ohne das rechtliche Gehör zu verletzen. Auch für das Bundesgericht besteht kein Anlass, einen Augenschein durchzuführen. Die Prognose, dass es in den nächsten 50 Jahren vermehrt zu Begegnungsfällen zwischen Radfahrenden und Fussgängern und Fussgängerinnen kommen werde, erscheint auch nicht offensichtlich unrichtig. Der Kanton Zürich strebt in seiner langfristigen Klimastrategie die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs an (Massnahme MO05). Die St. Gallerstrasse verbindet Elsau mit der Stadt Winterthur und gehört insofern zum Velonetz von regionaler Bedeutung. Auf der Südseite der St. Gallerstrasse befinden sich sodann mehrere Gewerbebetriebe mit Publikumsverkehr (z.B. Landi). Es erscheint daher naheliegend und jedenfalls nicht willkürlich anzunehmen, dass sich der Rad- und Fussverkehr auf dieser ebenen Strecke in Zukunft erhöhen werde, zumal wenn die Rad- und Fusswege verbreitert und damit ihre Attraktivität und Sicherheit erhöht werden.