Citation: 7F_64/2024 E. 4.2.2

4.2.2. Gegen dieses zweite Berufungsurteil vom 23. Dezember 2021 erhoben nur noch der Gesuchsteller und der Mitbeschuldigte Beschwerde in Strafsachen. Da der Mitbeschuldigte im Verfahren 7B_265/2022 eine entsprechende Rüge vorbrachte, erwog das Bundesgericht, dass auch die ihn betreffenden materiell "bestätigten" Urteilsteile infolge vollumfänglicher Aufhebung des ersten Berufungsurteils vom 9. Juli 2019 nicht in Rechtskraft erwachsen seien und formell neu hätten verkündet werden müssen (vgl. dort E. 1.2). Im Ergebnis gewann der Mitbeschuldigte daraus nichts. An den Schuldsprüchen durfte nichts mehr geändert werden. Mit anderen Worten machte es materiell keinen Unterschied, ob das Obergericht diese Schuldsprüche neu verkündete oder ob es bei der verfrühten Feststellung deren Rechtskraft sein Bewenden hatte. Vor diesem Hintergrund bestand für das Bundesgericht keine Veranlassung, die Verfahren 7B_266/2022 des Mitbeschuldigten und 7B_266/2022 des Gesuchstellers zu vereinigen.