Citation: 5A_518/2022 E. 3.4

3.4. D.A.________ leidet an einem Zehenspitzengang. Die Mutter hatte im kantonalen Verfahren vorgebracht, dieses Leiden müsse unbedingt therapiert werden, was aber in Serbien nicht möglich sei, nachdem der Vater dort die private Krankenkassenversicherung für die Kinder gekündigt habe. Das Obergericht hat dazu erwogen, es gehe nicht um die Frage des generellen Niveaus bei der Gesundheitsversorgung (die Mutter hatte dazu lange Ausführungen gemacht), sondern darum, ob die nunmehr in der Schweiz durchgeführte Behandlung soweit nötig auch in Serbien fortgesetzt werden könnte. Unklar sei, ob dies in Serbien von der staatlichen Krankenversicherung bezahlt würde und ob dies am aktuellen Wohnort auf dem Land möglich wäre. Dieser liege aber nur 30 km bzw. 25 Autominuten von Belgrad entfernt, wo die Kinder auch wieder zur Schule gehen würden, und die Kosten müssten allenfalls von den Parteien oder den Grosseltern bestritten werden, worüber keine abschliessende Klarheit bestehe. Unklar sei aber auch, ob es überhaupt einer Fortsetzung der Behandlung bedürfe, nachdem D.A.________ in der Schweiz eine Orthese erhalten habe. D.A.________ habe erklärt, er habe keine Schmerzen und der Zehenspitzengang störe ihn auch nicht. Ausgehend von diesen Feststellungen hat das Obergericht eine schwerwiegende Gefahr im Sinn von Art. 13 Abs. 1 lit. b HKÜ verneint. Die Mutter hält hierzu lediglich fest, die Behandlung in der Schweiz sei noch nicht abgeschlossen und der Vater könnte sich die Fortsetzung in Serbien nicht leisten, während der Vater in der Vernehmlassung vorbringt, die Behandlung hätte schon seinerzeit in Serbien erfolgen sollen, aber die Mutter habe dies verschleppt; die Behandlung könne in der Privatklinik E.________ erfolgen und sei günstig, so dass er diese ohne weiteres finanzieren könne. Wie es sich den beidseitigen Vorbringen verhält, kann letztlich offen bleiben. Die Mutter scheint jedenfalls beschwerdeweise nicht mehr in Frage zu stellen (wohl aber abstrakt wieder replicando), dass die Fortsetzung der Behandlung soweit notwendig auch in Serbien möglich wäre. Eine schwerwiegende Gefahr im Sinn von Art. 13 Abs. 1 lit. b HKÜ ist jedenfalls nicht zu erkennen, auch nicht in medizinischer Hinsicht generell, zumal die Mutter während all der Jahre nie ein Problem darin gesehen hat, mit ihrer Familie in Serbien zu leben. Über die Kostentragung (rechtlich stehen beide Elternteile in der Pflicht; vorliegend würden freiwillig wohl auch die Grosseltern Kosten tragen, jedenfalls soweit sie nicht derart tief ausfallen sollten, wie der Vater dies vorträgt) ist nicht im Rückführungsverfahren zu befinden.