Citation: 4A_91/2022 E. 5.3.3

5.3.3. Die Beschwerdeführerin verkennt mit ihrer weiteren Kritik in grundsätzlicher Hinsicht, dass C.________ nicht bloss eine einzelne Regelwidrigkeit oder eine momentane Unaufmerksamkeit zur Last zu legen ist. Vielmehr war seine Fahrweise insgesamt derart grob unsorgfältig und offensichtlich derart krass vom vernünftigen Durchschnittsverhalten in der gegebenen Situation abweichend, dass es bei wertender Betrachtung klarerweise als alleinige Ursache des Unfalls anzusehen ist. Das führt zur Unterbrechung des Kausalzusammenhangs. Dies wäre selbst dann anzunehmen, wenn auf Seiten der Bahn eine erhöhte Betriebsgefahr zu veranschlagen wäre - was die Vorinstanz für den vorliegenden Fall aber zu Recht in Frage gestellt hat und von der Beschwerdegegnerin bestritten wird. Denn das Selbstverschulden von C.________ wiegt derart schwer, dass es die einzige adäquate Ursache des Schadens darstellt. In einem solchen Fall kann sich das Bahnunternehmen selbst bei erhöhter Betriebsgefahr entlasten (vgl. König, a.a.O., S. 94 f. Rz. 206; Oftinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Besonderer Teil, Bd. II/3, 4. Aufl. 1991, S. 58 § 27 Rz. 139). Es erübrigt sich daher, auf die Frage, ob vorliegend überhaupt von einer erhöhten Betriebsgefahr auszugehen ist, weiter einzugehen.