Citation: 2C_737/2021 E. 3.2

3.2. Vorliegend von vornherein ausser Betracht fällt eine Bilanzänderung, weil kein entschuldbarer Irrtum über die Steuerfolgen vorliegt. Ein entschuldbarer Irrtum bedingt einen Willensmangel (vgl. PETER LOCHER, Kommentar zum DBG, II. Teil, 2004, N. 23 zu Art. 58 DBG mit Hinweisen). Nach seinen eigenen Angaben wurde der Beschwerdeführer vom Treuhänder über die steuerlichen Folgen der erfolgswirksamen Ausbuchung des Saldos des Abrechnungskontos in Kenntnis gesetzt, habe diese aber nicht verstanden. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er den Saldo nicht ausgebucht hätte, wenn ihm die Zulässigkeit der Beibehaltung der Rückstellung bekannt gewesen wäre. Damit beruft er sich nicht auf einen Willensmangel, sondern macht einen Rechtsirrtum geltend, der unbeachtlich ist (ignorantia iuris nocet). Fehlende Rechtskenntnis oder Missverständnisse in der Kommunikation mit dem Treuhänder bilden gerade keinen Grund für eine Bilanzänderung. Der Steuerpflichtige ist gehalten, sich vorgängig kundig zu machen oder sich über die Möglichkeiten zur Steueroptimierung aufklären zu lassen, bevor er seine Steuererklärung einreicht.