Citation: 6B_82/2018 E. 4.4.3

4.4.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz berücksichtige beim subjektiven Verschulden das Motiv für sein Handeln in der zweiten Phase, nach seiner Rückkehr in die Schweiz, viel zu stark straferhöhend und überschreite damit ihr Ermessen. Seine Rüge begründet er damit, dass er sich wirklich ernsthaft um die Rückführung seiner Töchter bemüht habe, ihm diese angesichts der Machtstellung seines Bruders jedoch nicht gelungen sei. Damit weicht der Beschwerdeführer von den vorinstanzlichen Feststellungen ab (vgl. hierzu E. 1.4.3 und 1.4.6 hiervor). Die Vorinstanz setzt sich über mehrere Seiten hinweg mit der Situation des Beschwerdeführers im Deliktszeitraum auseinander und führt zusammengefasst aus, dass der Beschwerdeführer durch die Entführung versucht habe, seine Tochter wieder unter seine Gewalt zu bringen. Weil diese sich nicht seinen Moralvorstellungen entsprechend verhalten habe, habe er ihren Anspruch auf Achtung und Entfaltung ihrer Persönlichkeit massiv beschnitten. Zu seinen Gunsten sei davon auszugehen, dass er zu Beginn der Entführung seine aus kulturellen Gründen falsch interpretierten Rechte als "pater familias" habe durchsetzen wollen. Zwar erscheine glaubhaft, dass der älteste Bruder des Beschwerdeführers dessen Stammfamilie vorstehe. Jedoch lebe der Beschwerdeführer bereits seit 1989 in der Schweiz und ziehe ein Leben in der Schweiz einem solchen im Libanon vor. Daher sei weder von andauernden Assimilierungsschwierigkeiten noch von einer ausserordentlichen Bindung an die Stammfamilie auszugehen. Der Beschwerdeführer sei nicht das willenlose beziehungsweise bestimmungsunfähige Werkzeug seines Bruders gewesen. So habe er sich diesem widersetzen können, wenn es um eigene Interessen gegangen sei. Dies hätten auch seine Kinder bestätigt. Sein Verhalten sei durchwegs auch von egoistischen Motiven geprägt und von ihm selbst gewollt gewesen, weshalb es ihm ungeachtet seines kulturellen Hintergrunds subjektiv voll zuzurechnen sei. Sein Motiv für die fortdauernde Entführung habe gewechselt, nachdem er selbst in die Schweiz zurückgekehrt sei und den Aufenthalt seiner Töchter im Libanon als Druckmittel zur Durchsetzung seiner Interessen eingesetzt habe, um allfällige in der Schweiz drohende Konsequenzen abwenden zu können. Ab diesem Zeitpunkt sei sein Verhalten von purem Egoismus und nicht nachvollziehbarer Rücksichtslosigkeit gegenüber den Mädchen geprägt gewesen (Urteil E. IV.2.c/bb S. 42 ff.). Mit diesen vorinstanzlichen Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das subjektive Tatverschulden aufgrund ihrer Feststellungen als neutral bewertet. Insbesondere legt sie überzeugend dar, weshalb sie das Verhältnis des Beschwerdeführers zu seinem Bruder beziehungsweise dessen Stellung in der Stammfamilie nicht - wie vom Beschwerdeführer gefordert - strafmindernd berücksichtigt. Ihren Erwägungen ist nichts hinzuzufügen.