Citation: I 358/04 02.11.2004 E. 3.2

3.2.1 Die Beschwerdegegnerin absolvierte nach dem Besuch der Primar- und Sekundarschulen ab 1969 eine Ausbildung zur Arbeits- und Hauswirtschaftslehrerin, welche sie 1973 mit dem Lehrerpatent erfolgreich abschloss. In der Folge war sie in ihrem erlernten Beruf tätig (Primarschulgemeinde R.________), den sie auch nach ihrer Heirat im Juli 1975 beibehielt und erst 1976 allmählich reduzierte. Ab der Geburt ihres ersten Kindes im Mai 1976 war sie ausschliesslich im Haushalt tätig. Anlässlich des ersten, am 19. August 1996 durchgeführten Abklärungsverfahrens im Haushalt äusserte sich die Versicherte dahingehend, dass ursprünglich per 1998 der Wiedereinstieg in ihren früheren Beruf als Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin zu einem Pensum von ca. 50 % geplant gewesen sei, da ihre jüngste, 1982 geborene Tochter in diesem Zeitpunkt ihre Schulzeit beendet bzw. bereits ihre Lehre begonnen haben würde. Im Rahmen der Abklärung vor Ort vom 23. März 1998 wiederholte sie ihre Aussage aus dem Jahre 1996, wonach sie aktuell ohne gesundheitliche Beeinträchtigung einer Erwerbstätigkeit im Ausmass von 50 % nachgehen würde. Die Kinder seien nun gross und sie habe sich gefreut, wieder eine Arbeit auszuüben. Die gleichen Angaben lassen sich ferner dem zwei Jahre später erstellten Abklärungsbericht Haushalt vom 18. Dezember 2000, der persönlichen Stellungnahme der Beschwerdegegnerin zu den Ergebnissen der Haushaltserhebung sowie dem MEDAS-Gutachten vom 23. April 2002, namentlich dem neuropsychologischen Teilgutachten vom 13. März 2002, entnehmen. In konsequenter Umsetzung dieser in sich widerspruchsfreien und über die Jahre stets gleichlautenden Aussage zur beruflichen Situation bzw. zur Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall hat die Verwaltung ihrer mit Verfügung vom 26. März 1997 vorgenommenen Invaliditätsbemessung eine - seitens der Versicherten unwidersprochen gebliebene - 100 %ige Haushaltsbeschäftigung zugrunde gelegt. Erst anlässlich der mit Verwaltungsakt vom 25. Juni 1998 durchgeführten Revision wurde alsdann eine hälftige Teilung der Aufgabenbereiche Erwerbs- und Haushaltstätigkeit angenommen und in der Folge beibehalten (vgl. die aufgehobene Verfügung vom 6. März 2001; Einspracheentscheid vom 23. Juni 2003). 3.2.2 Dieses Vorgehen lässt sich, wie bereits das kantonale Gericht mit zutreffender Begründung erkannt hat, im Lichte der zuvor wiedergegebenen Aktenlage nicht beanstanden. Sofern die IV-Stelle letzt- wie vorinstanzlich im Rahmen der Beschwerdeantwort nunmehr geltend macht, der ohne gesundheitliche Beeinträchtigung behauptete berufliche Wiedereinstieg erscheine unwahrscheinlich, kann ihr nicht gefolgt werden. Insbesondere geht das Argument, die Beschwerdegegnerin habe im Zeitpunkt des Unfalles vom 20. März 1995 nicht gearbeitet, obwohl die Kinder damals schon relativ unabhängig gewesen seien, fehl. Die Versicherte hat auf die Frage, ob sie als Valide erwerbstätig wäre, stets betont, dass sie auf Grund ihrer Erfahrungen als Lehrerin bis zur Beendigung der obligatorischen Schulzeit der Kinder für diese habe da sein wollen (vgl. u.a. die Stellungnahme der Versicherten vom 14. Dezember 2000). Sie wäre somit jedenfalls bis im Jahre 1998, in welchem die jüngste Tochter das 16. Altersjahr erreichte, auch bei guter Gesundheit keiner beruflichen Beschäftigung nachgegangen. Was die Folgezeit anbelangt, in welcher ihr gemäss MEDAS-Expertise vom 23. April 2002 - unbestrittenermassen (vgl. Erw. 4.1 hiernach) - eine Arbeitsfähigkeit in einer stressfreien, selbstständig organisierbaren kaufmännisch-administrativen Tätigkeit von 60 % attestiert wurde, scheint sie das ihr verbliebene Leistungsvermögen bevorzugt in die Führung eines möglichst reibungslosen Haushalts sowie die optimale Unterstützung ihrer Kinder investiert zu haben. Wie den verschiedenen Aussagen der Versicherten zu ihrer Haushaltsbeschäftigung entnommen werden kann, legt sie grossen Wert auf eine gepflegte Umgebung, strebt nach einem "perfekten Haushalt" und bezeichnet sich selber als sehr "pingelig". Um dieses Ziel, welches unter Berücksichtigung des gesundheitlichen Leidens der Beschwerdegegnerin einen um einiges grösseren zeitlichen Aufwand als vor dem Unfall erfordert, verwirklichen zu können, benötigt sie glaubhaft alle ihr noch zur Verfügung stehenden Kraft- und Zeitreserven. Aus ökonomischer Sicht besteht zudem offenbar kein zwingend notwendiger Bedarf an zusätzlichen finanziellen Mitteln, der einen beruflichen Wiedereinstieg erforderlich gemacht hätte. Nach dem Unfall hat sich die Versicherte, wie sie gegenüber den Ärzten der MEDAS ausführte, somit primär darauf konzentriert, die Haushaltsführung so gut wie möglich wieder selbst zu erledigen. Daraus indessen den Schluss ziehen zu wollen, dass sie ohne Gesundheitsschaden ebenfalls einer rein haushaltlichen Tätigkeit nachginge, hiesse dem ausweislich der Akten doch beträchtlichen Leistungspotential der Beschwerdegegnerin vor dem Unfall (Führung eines Fünfpersonenhaushalts [6-Zimmer-Einfamilienhaus auf drei Etagen mit grossem Umschwung [Früchte- und Gemüsegarten] samt Hund, Betreuung der Schwiegereltern, Aktuarstätigkeit im Turnverein, Sport, diverse gemeinnützige Aktivitäten etc.) nicht gerecht zu werden. Es ist demnach mit dem kantonalen Gericht eine im Gesundheitsfall je hälftige Teilung der Bereiche Erwerbstätigkeit und Haushalt anzunehmen, wovon im Übrigen auch die Verwaltung über Jahre hinweg ausgegangen ist.