Citation: 1C_572/2016 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz führte zusammengefasst aus, nach dem Wortlaut von Art. 16 Abs. 4 BZO seien in den darin genannten Zonen zu Wohn- und Arbeitszwecken dienende Räume in Untergeschossen grundsätzlich unzulässig und nur ausnahmsweise zulässig, wenn sie aufgrund der Hangneigung des Baugrundstücks natürlich anfallen. Darüber, was unter dem "natürlichen Anfallen" zu verstehen sei, schwiegen sich die Zonenordnung und die dieser beigefügten Erläuterungen aus. Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch bedeute "natürlich", dass etwas nicht künstlich vom Menschen gebildet bzw. hergestellt wurde. Werde dieser Terminus in den weiteren Sachzusammenhang gestellt, könne die Ausnahmeregelung nur so verstanden werden, dass Untergeschosse, die ohne wesentliche Abgrabungen bzw. Aufschüttungen des gewachsenen Terrains auskommen, von der allgemeinen Nutzungsbeschränkung ausgenommen werden sollten. In diesem Sinne habe das Verwaltungsgericht in einem inhaltlich ähnlich gelagerten Fall erkannt, dass ein Untergeschoss nur dann "natürlich anfalle", wenn die talseitige Fassade vollständig oder sehr weitgehend über dem gewachsenen Terrain situiert sei (Urteil VB.2010.00156 vom 30. Juni 2010, E. 4.3). Art. 16 Abs. 4 BZO verhindere damit, dass in den darin genannten Zonen ein Untergeschoss in Anwendung von Art. 37 Abs. 1 BZO grosszügig freigelegt und damit "künstlich" sichtbar gemacht werde, um das freigelegte Geschoss zu Wohn- und Arbeitszwecken nutzen zu können. In diesen Zonen sollten Geländeeingriffe nicht noch zusätzlich gefördert werden (vgl. Gemeinde Erlenbach, Erläuternder Bericht zur Teilrevision Nutzungsplanung, Umsetzung Initiative Affolter, 22. April 2014, Ziff. 2.4). Gleichzeitig werde vermieden, dass der Boden eines nutzbaren Untergeschosses zu tief unter dem abgegrabenen Terrain respektive die Fensterbrüstung praktisch auf dem gestalteten Terrain zu liegen kommen, wodurch eine sinnvolle Wohnnutzung des Geschosses aus wohnhygienischer wie aus gestalterischer Sicht in Frage gestellt wäre (vgl. Gemeinde Erlenbach, Erläuternder Bericht zur Teilrevision Nutzungsplanung, Umsetzung Initiative Affolter, 22. April 2014, Ziff. 4). Demgegenüber finde die von den Beschwerdeführern und der Gemeinde vertretene Auslegung, ein Untergeschoss falle bei einer Hangneigung von mehr als 14° immer natürlich an, im Wortlaut von Art. 16 Abs. 4 BZO keine Stütze. Das blosse Abstellen auf die Hangneigung setze voraus, dass dieses Wort die Stellung des Subjekts einnehme, auf das sich sowohl das Verb "anfallen" als auch das Adverbial "natürlich" beziehen. Abgesehen davon sei auch nicht ersichtlich, weshalb ab einer Hangneigung von 14° jedes beliebige in den genannten Zonen errichtete Untergeschoss unabhängig von seiner Positionierung im Gelände als natürlich anfallend bezeichnet werden sollte. Zwar habe ein Planungsbüro in einer im Hinblick auf einen Revisionsentwurf verfassten Kommentierung zu Art. 16 Abs. 4 BZO ausgeführt, in den Erläuterungen der Wegleitung könne auf die minimale Hangneigung hingewiesen werden, die im Durchschnitt vorhanden sein soll. In den Akten fänden sich keine Hinweise dafür, dass dieser Vorschlag mit dem beispielhaft genannten minimalen Neigungswinkel von >14° vom Gesetzgeber besprochen und für zutreffend befunden worden wäre. Eine entsprechende Begriffsbegründung habe weder Eingang in die Bau- und Zonenordnung noch ihre Wegleitung gefunden. Dem Vorschlag zur Statuierung einer minimalen Hangneigung dürfte der Gedanke zugrunde gelegen haben, dass mit Zunahme der Neigung eines Baugrundstücks vermehrt Untergeschosse anstelle von Vollgeschossen errichtet werden (müssen), weshalb ab einem gewissen minimalen Neigungswinkel auch die Nutzung dieser - zufolge der Hangneigung in den meisten Fällen ohnehin freiliegenden - Untergeschosse zu Wohn- und Arbeitszwecken zulässig sein müsse, um eine optimale Ausnützung der betroffenen Hang-Grundstücke zu erreichen. Nicht nachvollziehbar erscheine demgegenüber die Meinung, Art. 16 Abs. 4 BZO bezwecke, die Nutzung eines Untergeschosses zu Wohn- und Arbeitszwecken umso eher zu gestatten, je tiefer dieses (inklusive talseitiger Fassade) unter dem gewachsenen Terrain zu liegen komme. Demnach sei mit dem Baurekursgericht davon auszugehen, das strittige Untergeschoss falle im Sinne von Art. 16 Abs. 4 BZO nicht natürlich an, weil seine talseitige Fassade unbestrittenermassen weder vollständig noch sehr weitgehend über dem gewachsenen Terrain situiert sei. Die abweichende Auslegung durch die Gemeinde erweise sich damit als rechtsverletzend. Die Umnutzung der Räume im streitgegenständlichen Untergeschoss in nicht anrechenbare Räume sei ohne Schwierigkeiten möglich und könne mit einer Nebenbestimmung im Sinne von § 321 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes des Kantons Zürich vom 7. September 1975 geheilt werden. Dagegen liesse sich die Anpassung, die eine Nutzung des Untergeschosses zu Wohn- und Arbeitszwecken zuliesse, nicht in einer Nebenbestimmung anordnen, da dazu wesentliche Projektänderungen erforderlich wären. So müsste das Untergeschoss vorgezogen, d.h. in Richtung Tal verschoben werden, was dazu führte, dass die maximal zulässige Gebäudehöhe überschritten würde und damit mindestens ein Geschoss weggelassen werden müsste, damit die Baute zulässig bliebe.