Citation: 1B_599/2022 E. 2.4.1

2.4.1. Ein lediglich tatsächlicher Nachteil wie die Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens ist für die Annahme eines nicht wieder gutzumachenden Nachteil i.S.v. Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG nicht ausreichend (BGE 147 III 159 E. 4.1 mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat sodann bereits festgehalten, dass in der blossen Androhung eines Abwesenheitsverfahrens noch kein nicht wieder gutzumachender Nachteil erblickt werden kann (Urteil 1B_421/2019 vom 2. Dezember 2019 E. 3.3). Zwar kann nach der Rechtsprechung einer rechtsuchenden Partei das Erfordernis des nicht wieder gutzumachenden Nachteils nicht entgegengehalten werden, wenn sie der Auffassung ist, ihre Sache werde nicht innert angemessener Frist behandelt und sie deshalb eine formelle Rechtsverweigerung rügt (BGE 143 IV 175 E. 2.3; 138 IV 258 E. 1.1; 134 IV 43 E. 2.2 f.). Die drohende Verletzung des Beschleunigungsgebots ist von der rechtsuchenden Partei jedoch in einer den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG genügenden Weise darzulegen (vgl. BGE 143 IV 175 E. 2.3; 138 III 190 E. 6; 134 IV 43 E. 2.5). Der Beschwerdeführer beschränkt sich vorliegend darauf zu behaupten, es drohe eine Verfahrensverzögerung von mindestens zwei Jahren, die aufgrund der bisherigen Verfahrensdauer von über 6 Jahren und mit Blick auf sein Alter nicht zumutbar sei. Damit kommt er seiner diesbezüglichen Substanziierungspflicht nicht hinreichend nach. Ohnehin ist darauf hinzuweisen, dass die bisherige Verfahrensdauer von 6 Jahren zwar auf den ersten Blick als (zu) lang erscheint. Doch ist die Verfahrensdauer soweit ersichtlich primär dem Umstand geschuldet, dass das Sachgericht mittlerweilen seit beinahe 3 Jahren (erfolglos) versucht, den Beschwerdeführer zur Hauptverhandlung vorzuladen. Dabei musste letztere jeweils aus Gründen, die durch den Beschwerdeführer verursacht wurden (unbegründete Ausstandsgesuche und Verteidigerwechsel) oder in seiner Person selbst liegen (Krankheit), verschoben werden. Der Verfahrensleitung kann unter diesen Umständen keine Verletzung des Beschleunigungsgebots und Rechtsverweigerung vorgeworfen werden.