Citation: 1C_206/2010 04.08.2010 E. 4

4.1 Schliesslich hat das Verwaltungsgericht geprüft, ob der hinsichtlich der Gebäudedimensionen eingeräumte Sondervorteil eine erhebliche Beeinträchtigung des beschwerdeführerischen Grundstücks zur Folge hat. Dabei hat es - anders als noch der Regierungsstatthalter - vor Ort festgestellt, dass zwischen der Liegenschaft des Beschwerdeführers und dem Versand- und Hochregallager kein Waldgürtel besteht. Auch hat es den Umstand, dass westlich des Wohnhauses Thujasträucher gepflanzt und Sichtschutzwände errichtet wurden, zu Recht als für das Verfahren unerheblich bezeichnet, sind dies doch Massnahmen, die der Beschwerdeführer selber ergriffen hat, um die Aussenbereiche seiner Liegenschaft gegen den Gebäudekomplex der Beschwerdegegnerin abzuschirmen. Dies darf dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil gereichen. Nach Durchführung des Augenscheins stand für das Verwaltungsgericht fest, dass mit der Erstellung des Versand- und Hochregallagers der Durchblick zwischen den Gebäuden Schulriederstrasse 13 und 28 von den westlichen Aussenbereichen der Liegenschaft des Beschwerdeführers aus erschwert oder gar verunmöglicht und damit die Weitsicht in diesem Bereich eingeschränkt wird. Es gibt aber zu bedenken, dass dies auch bei konventioneller Überbauung der in der Wohnzone W2 liegenden, westlich an das Grundstück des Beschwerdeführers angrenzenden Parzelle Nr. 229 der Fall wäre. Bei Überbauung dieses Grundstücks würde nach Einschätzung des Verwaltungsgerichts die direkte Sichtverbindung zum Versand- und Hochregallager allenfalls sogar entfallen. Zudem weist die Vorinstanz auf die Distanz von 115 m zwischen dem umstrittenen Lagergebäude und dem Wohnhaus des Beschwerdeführers hin. Die Baute bewirke darum weder Lichtenzug noch Beschattung. Sie habe weitaus geringere Auswirkungen auf die Liegenschaft des Beschwerdeführers als etwa die ehemalige Tennishalle auf dem Baufeld 5, welche zwar geringere Dimensionen aufweise, aber wesentlich näher bei dessen Wohnhaus auf der anderen Seite der Schulriederstrasse liege. 4.2 Diese Ausführungen werden gestützt durch das in den Akten befindliche Fotodossier der Augenscheins- und Instruktionsverhandlung vom 3. Juli 2009. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Unbeheflich ist der Einwand, eine Verkehrswertschätzung hätte aufgezeigt, wie weit der Wert seiner Liegenschaft durch die eingeschränkte Sicht beeinträchtigt werde. Diese Argumentation blendet wiederum aus, dass auch bei einer dem Baureglement entsprechenden Überbauung mit derartigen Einschränkungen zu rechnen ist, ohne dass daraus eine Entschädigungspflicht der Bauherrschaft abzuleiten wäre. 4.3 Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers hat sich die Vorinstanz auch einlässlich mit der angeblichen Blendwirkung des Versand- und Hochregallagers auseinandergesetzt. Im vorinstanzlichen Verfahren hatte der Beschwerdeführer eine solche lediglich bei einem bestimmten Sonnenstand abends zu Beginn und gegen Ende des Sommers geltend gemacht. Erstmals bringt er nun vor, die neu eingereichten Fotos würden eine starke Blendung auch am 18. November 2009 belegen. Abgesehen davon, dass es sich hierbei um ein unzulässiges Novum handelt (Art. 99 Abs. 1 BGG; vgl. E. 1.4 hiervor), ändert dies nichts daran, dass eine kurzzeitige Blendwirkung der über 100 m entfernten Fassade keine erhebliche Beeinträchtigung der beschwerdeführerischen Liegenschaft darstellt. Das Verwaltungsgericht hat zudem aufgezeigt, dass die Blendwirkung im Bauverfahren eingehend thematisiert wurde. Unter Beizug von Fachleuten wurde der Blendung bei der Farbgebung der Lagerfassade Rechnung getragen. 4.4 Die Vorbringen des Beschwerdeführers lassen die Schlussfolgerungen des Verwaltungsgerichts, wonach die Nutzung des Sondervorteils keine erhebliche Beeinträchtigung der Liegenschaft an der Schulriederstrasse 22 zur Folge hat, nicht als willkürlich erscheinen.