Citation: 9C_685/2023 E. 2.2.1

2.2.1. Vorab ist der Frage nach der angeblichen Unerlässlichkeit von "Gerichtsferien" (" féries judiciaires ") im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern nachzugehen. Die Frage beantwortet sich, entgegen dem Steuerpflichtigen, einzig anhand des Landesrechts. Die aus der EMRK hervorgehenden Verfahrensrechte, die der Steuerpflichtige anruft, sind im interessierenden Bereich von keiner Bedeutung. Denn nach ständiger Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrecht (EGMR) liegen abgaberechtliche Verpflichtungen, um die es hier geht, ausserhalb des weiten Rahmens der "zivilrechtlichen Streitigkeit" im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Vorbehältlich des abgaberechtlichen Strafrechts (Urteile des EGMR Bendenoun gegen Frankreich vom 24. Februar 1994 [12547/86] § 44 ff., insb. 47; Engel gegen Niederlande vom 8. Juni 1976 [5100/71]) sind direktsteuerliche Verpflichtungen vom Anwendungsbereich von Art. 6 EMRK ausgenommen (Urteile des EGMR Chambaz gegen Schweiz vom 5. Juli 2012 [11663/04] § 38; Ferrazzini gegen Italien vom 12. Juli 2001 [44759/98] § 25 ff.; BGE 144 I 340 E. 3.3.5; 140 I 68 E. 9.2; 132 I 140 E. 2.1; siehe auch BGE 147 I 153 E. 3.4.2 zu den Kausalabgaben).