Citation: H 139/02 22.11.2002 E. 3

Das kantonale Gericht hat als Grund der fristauslösenden zumutbaren Schadenskenntnis das - von der klagenden Ausgleichskasse in Verletzung ihrer prozessualen Mitwirkungspflicht dem Gericht zunächst vorenthaltene - Schreiben des Konkursamtes Luzern-Land vom 30. November 1998 betrachtet. Danach hatte das Konkursamt, auf Anfrage der Ausgleichskasse vom 24. November 1998 hin, geantwortet, der Kollokationsplan liege noch nicht vor und werde voraussichtlich bis Anfang 1999 erstellt werden; über eine allfällige Dividende für die Gläubiger könnten zur Zeit noch keine Angaben gemacht werden. Es mag zutreffen, wie die Ausgleichskasse in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter Berufung auf das Urteil B. vom 18. April 2002, H 189/01, einwendet, dass eine solche Mitteilung allein grundsätzlich nicht geeignet ist, zumutbare Schadenskenntnis seitens der Ausgleichskasse zu begründen. Es kommt jedoch auf die konkreten Umstände an. Diesbezüglich hat das kantonale Gericht für das Eidgenössische Versicherungsgericht verbindlich (Erw. 1.2 hievor) festgestellt, dass die Ausgleichskasse - im Januar 2000 mit dem drohenden Ablauf der absoluten fünfjährigen Verwirkungsfrist seit Eintritt des Schadens (Art. 82 Abs. 1 in fine AHVV) konfrontiert - sowohl im Schreiben vom 31. Januar 2000 als auch in der Schadenersatzverfügung aus eben dieser Mitteilung der Konkursverwaltung, wonach über eine allfällige Dividende für die Gläubiger noch keine Angaben gemacht werden könnten, den Schluss gezogen hat, dass die von der Firma M.________ AG geschuldeten Beiträge nicht mehr eingefordert werden können. Damit hat die Ausgleichskasse selber diese Mitteilung als fristauslösend betrachtet, weil sie davon ausgegangen ist, es würden für sie im seit langem hängigen Konkurs keine Beiträge mehr erhältlich zu machen sein. Wenn die beschwerdeführende Kasse einwendet, sie sei auf Grund der - angeblich - geringfügigen Anforderungen der Begründungspflicht nicht gehalten gewesen, auf das Schreiben des Konkursamtes vom 30. November 1998 Bezug zu nehmen, geht dieser Einwand an der Sache vorbei. Es kommt nicht darauf an, welche Begründungselemente die Ausgleichskasse in ihrem vororientierenden Schreiben vom 31. Januar 2000 und in der Schadenersatzverfügung verwendet haben musste, sondern von welchen Umständen sie effektiv ausgegangen ist. Das ist in Bezug auf die Kenntnis des Schadens unbestreitbarerweise das Schreiben des Konkursamtes vom 30. November 1998, weshalb es bei der Feststellung der Vorinstanz, der Klageanspruch sei in Anbetracht des erst am 19. April 2000 erfolgten Verfügungserlasses verwirkt, sein Bewenden hat.