Citation: 6B_826/2017 E. 1.4.3

1.4.3. Ebenfalls nicht entscheidend ist, ob das Opfer sich gegen die Gewalt mit allen Mitteln zu wehren versuchte. Prinzipiell genügt der Wille, den Geschlechtsverkehr respektive die sexuelle Handlung nicht zu wollen. Die von der Rechtsprechung geforderte Gegenwehr des Opfers meint eine tatkräftige und manifeste Willensbezeugung, anhand welcher dem Täter unmissverständlich klargemacht wird, mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden zu sein (Urteile 6B_1149/2014 vom 16. Juli 2015 E. 5.1.3; 6B_834/2013 vom 14. Juli 2014 E. 2.1; 6B_718/2013 vom 27. Februar 2014 E. 2.3.2). Indem das Opfer dem Beschwerdeführer gegenüber Gegenwehr leistete, brachte es ausreichend klar zum Ausdruck, die vom Beschwerdeführer angestrebten Handlungen nicht zu wollen. Dass es selbst dabei allenfalls gar nicht von sexuellen Absichten seitens des Beschwerdeführers ausging, wie dieser geltend macht, kann nicht ausschlaggebend sein für die Beurteilung, ob eine genügende Gegenwehr erfolgte. Wesentlich ist, dass das Opfer sich gegen die Gewalteinwirkung durch den Beschwerdeführer zur Wehr setzte und für diesen damit eindeutig erkennbar war, dass sein Handeln nicht dem Willen seines Opfers entsprach (zu den Absichten des Beschwerdeführers vgl. nachfolgend E. 1.6.3 f.).