Citation: 7B_167/2024 E. 2.2.1

2.2.1. Die Beschwerdeführerin moniert, es sei "unglaublich unverschämt", dass die Vorinstanz von ihr einen Kostenvorschuss verlangt habe, obwohl sie mit ihrer "Einsprache" absolut Recht gehabt habe. Dabei übersieht sie, dass für das Vorgehen der Vorinstanz mit Art. 383 Abs. 1 StPO eine gesetzliche Grundlage besteht. Die Sicherheitsleistung ist an keine Voraussetzungen gebunden (BGE 144 IV 17 E. 2.2; Urteil 6B_232/2022 vom 16. Dezember 2022 E. 2.3; je mit Hinweisen). Sie kann unabhängig davon gefordert werden, ob es sich bei den beanzeigten Delikten um Offizialdelikte handelt (vgl. Urteil 6B_368/2022 vom 29. Juni 2022 E. 5) und ob die Beschwerde erfolgsversprechend ist. Die Vorinstanz war somit ohne Weiteres befugt, eine Vorschussleistung einzufordern. Dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde laut ihrer Darstellung bereits erwähnte, sich keinen Anwalt leisten zu können, ändert daran nichts, im Gegenteil: Art. 383 Abs. 1 StPO bezweckt die Sicherung allfälliger Kosten- und Entschädigungsansprüche des Staats und der beschuldigten Person. Um deren Vollstreckung zu gewährleisten, schuf der Gesetzgeber die Möglichkeit, von der Privatklägerschaft entsprechende Sicherheiten zu verlangen (BGE 144 IV 17 E. 2.2 mit Hinweisen). Damit erweist sich die Einforderung einer Sicherheitsleistung - vorbehältlich eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege - gerade auch in Fällen als zulässig, in denen die finanzielle Leistungsfähigkeit der beschwerdeführenden Privatklägerschaft zweifelhaft ist (gewisse Lehrmeinungen sehen darin gar eine Voraussetzung für die Einforderung einer Sicherheitsleistung, so etwa JOSITSCH/SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, N. 3 zu Art. 383 StPO).