Citation: 6B_54/2015 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz stellt für den Ort der Messung mit dem Regionalgericht auf die Angaben in der Anzeige und die Aussagen des Polizeibeamten ab, der die Nachfahrmessung vornahm. Danach fand die Messung bei km 157.800 kurz nach dem Brünnentunnel statt. Sie erwägt dazu u.a., Anhaltspunkte, dass der Polizeibeamte bereits zum Anzeigezeitpunkt bewusst derart falsche Angaben gemacht habe, lägen keine vor. Ein Motiv für eine Falschbezichtigung sei ebenfalls nicht ersichtlich. In objektiver Hinsicht sei zudem nachvollziehbar, weshalb die Messung kurz nach dem Tunnel begonnen habe. An dieser Stelle werde die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben und der Beschwerdeführer habe unbestrittenermassen sein Fahrzeug beschleunigt (angefochtenes Urteil S. 6). Die Vorinstanz führt weiter aus, die Nachfahrmessung sei mittels eines SAT-Speed Messsystems ohne Videoaufzeichnung erfolgt. Die Verordnung des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) zur Strassenverkehrskontrollverordnung (VSKV-ASTRA; SR 741.013.1) anerkenne dieses Messsystem als zulässig (Art. 6 lit. c VSKV-ASTRA). Damit die Nachfahrmessung Gültigkeit erlange, sei gemäss den Weisungen des ASTRA vom 22. Mai 2008 über polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr u.a. erforderlich, dass der Abstand am Ende der Messung gleich oder grösser sei als zu Beginn; während der Nachfahrt dürfe auch aufgeholt werden (vgl. Ziff. 10.4.2.1 der Weisung; angefochtenes Urteil S. 6 f.). Es handle sich um eine Nachfahrkontrolle mit variablem Abstand. Der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen müsse nicht während der gesamten Messung gleich bleiben. Wichtig sei bloss, dass der Abstand am Ende der Messung gleich oder grösser sei als zu Beginn. Aus den Aussagen des Polizeibeamten ergebe sich nicht, dass sich der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen zu keinem Zeitpunkt verringert haben solle. Der Polizist habe bloss bestätigt, dass sich der Abstand während der Nachfahrt insgesamt nicht verringert habe. Entscheidend sei, dass der Abstand am Ende der Messung nicht kleiner geworden sei. Diesbezüglich sei auf die Aussagen des Polizisten abzustellen, wonach die Nachfahrmessungsbedingungen eingehalten worden seien. Zwar sei richtig, dass die Einhaltung des Abstands einzig gestützt auf das subjektive Empfinden des fahrenden Polizisten erfolgt sei. Dies sei diesem Messsystem allerdings immanent. Einer daraus resultierenden Ungenauigkeit werde mit dem grossen Sicherheitsabzug von 8% Rechnung getragen (angefochtenes Urteil S. 8 f.).