Citation: 1C_169/2015 E. 8.4

8.4. Der Beschwerdeführer rügt sodann, die Vorinstanz habe mit ihrem Verweis auf Art. 6 Abs. 2 BZR Stans willkürlich missachtet, dass diese kommunalen Vorschriften gemäss der zutreffenden Meinung des Regierungsrats die Vorgaben des kantonalen Baugesetzes zum Erlass von Baulinienplänen nicht ersetzen könnten, da die Gemeinden nicht die Kompetenz hätten kantonales Recht abzuändern. Zudem sei die vorinstanzliche Annahme, Art. 41 Abs. 4 BauG sei eine Ordnungsvorschrift, willkürlich. Ob eine Gültigkeits- oder eine Ordnungsvorschrift vorliege, bestimme sich (mangels einer ausdrücklichen Angabe) primär nach dem Schutzzweck der Norm. Könne dieser nur erreicht werden, wenn bei Nichtbeachtung der Norm die Verfahrenshandlung ungültig sei, liege eine Gültigkeitsvorschrift vor. Baulinien zählten zum unentbehrlichen Instrumentarium zur Sicherstellung der geordneten baulichen Entwicklung und zum Schutz der Ortsbilder, da sie auch den Mindestabstand von öffentlichen Verkehrsanlagen beinhalteten. Die in Art. 41 Abs. 4 BauG vorgesehene Pflicht, Baulinienpläne oder einen Bebauungsplan zu erstellen, könne daher keine Ordnungsvorschrift sein. Fehle ein solcher Plan, dürfe der Gemeinderat daher nicht mit der Begründung, der Schutz des Ortsbildes könne auch auf andere Weise sichergestellt werden, eine Baubewilligung erteilen.