Citation: 2C_585/2024 E. 5.3

5.3. Im Unterschied zu den unteren kantonalen Instanzen, welche für die Verlängerung der Ausschaffungshaft des Beschwerdeführers auf dessen angeblich fehlende Kooperation abstellten (Art. 79 Abs. 2 lit. a AIG), begründet die Vorinstanz ihren Entscheid mit dem Vorliegen von Verzögerungen durch die marokkanischen Behörden (Art. 79 Abs. 2 lit. b AIG). Die Vorinstanz erwog diesbezüglich, dass die Papierbeschaffung seit der Haftanordnung am 11. Juni 2024 ins Stocken geraten sei aufgrund der Erkenntnis (in Folge der Flugtauglichkeitsabklärungen von September 2024), dass der Beschwerdeführer bei der Rückführung medizinisch zu begleiten sei. Die marokkanischen Behörden seien bis heute nicht bereit (gewesen), in solchen Fällen Laissez-Passer auszustellen. Die Übermittlung der für die Ausreise erforderlichen Unterlagen verzögere sich daher durch das Verhalten der marokkanischen Behörden. Marokko sei zudem kein Schengenstaat. Die Voraussetzung nach Art. 79 Abs. 2 lit. b AIG für eine Haftverlängerung sei erfüllt und eine Haftdauer von mehr als sechs Monaten zulässig, zumal die absolute maximale Haftdauer von 18 Monaten gemäss Art. 79 Abs. 2 AIG bei weitem noch nicht erreicht sei. Bei diesem Ergebnis könne das Vorliegen der Voraussetzungen von Art. 79 Abs. 2 Bst. a AIG offen bleiben. Mit Blick auf die Absehbarkeit des Wegweisungsvollzugs erwog die Vorinstanz unter Verweis auf die grundsätzliche Zusage auf technischem Niveau und die noch anhaltenden Verhandlungen zwischen Marokko und der Schweiz, dass eine Ausschaffung nach wie vor absehbar sei.