Citation: 2A.69/2001 29.06.2001 E. 2

2. Aufl. , Bern 1983, S. 286). Dies ist hier der Fall: Die Frage, ob ein Rechtsmissbrauch vorliegt, welcher einem Familiennachzug gestützt auf Art. 7 Abs. 2 ANAG entgegensteht, hängt wesentlich davon ab, wie sich das Verhältnis zur türkischen Ehefrau während der Anwesenheit des Beschwerdeführers in der Schweiz und insbesondere während der Lebensgemeinschaft mit seiner schweizerischen Partnerin ausgestaltet hat. Hierzu lässt sich den Akten nichts entnehmen; so bestehen etwa keinerlei Angaben darüber, wie häufig der Beschwerdeführer sein Heimatland bzw. seine Kinder und seine erste Frau in dieser Zeit besuchte. Ebenso wenig wurde abgeklärt, ob nach der Scheidung im Jahre 1987 nicht statt der zivilrechtlichen eine gewohnheitsrechtliche Ehe (Imam-Ehe) in der Türkei weitergeführt wurde. Nicht weiter erhoben ist schliesslich, wie die erneute Ehe A.-C.________ konkret zustande kam. Offen blieb auch, wie diese seit dem 16. April 1998 gelebt wurde bzw. sie sich allenfalls seither entwickelt hat, obwohl die Fremdenpolizei das Nachzugsgesuch erst am 12. Januar 2000 formell ablehnte und eine vertieftere Klärung damit nahe gelegen hätte und möglich gewesen wäre. All diese Fragen bilden Elemente, welche die vom Verwaltungsgericht berücksichtigten Indizien je nachdem in einem anderen Licht erscheinen lassen, weshalb sie - etwa durch eine formelle Parteibefragung, durch eine Anhörung der früheren schweizerischen Ehegattin, durch zusätzliche Erhebungen über Vertrauenspersonen durch die Schweizer Botschaft oder allenfalls durch einen Beizug der Akten aus dem Widerrufsverfahren - abzuklären sind, bevor die Frage des Rechtsmissbrauchs definitiv beurteilt werden kann.