Citation: 8C_761/2020 E. 5.2.3

5.2.3. Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen von Inkonsistenzen. 5.2.3.1. Dr. med. E.________ führte dazu folgende Umstände an: Trotz Angabe stärkster Schmerzen habe der Beschwerdeführer die Einnahme von Targin (Opioid) abgesetzt. Von den angegebenen Schmerzmitteln (Ibuprofen und Paracetamol) werde nur das Ibuprofen in ausreichender Dosierung genommen. Der Medikamentenspiegel von Paracetamol liege unter der Wirksamkeitsgrenze. Im August 2017 habe der Beschwerdeführer eine lange Busreise nach Portugal unternehmen können, obwohl er starke Rückenschmerzen habe. Bei der Untersuchung habe er aktiv gegengespannt. Auch seien bei der Untersuchung neu Schwielenbildungen prätibial registriert worden, die auf eine kniende Tätigkeit hinwiesen, obwohl der Beschwerdeführer seit 2015 nicht mehr arbeite. 5.2.3.2. Der Beschwerdeführer wendet ein, mangels Erwerbstätigkeit könne er sich schonen und somit zwecks Vermeidung von Folgeerkrankungen den Medikamentenkonsum tief halten. Moderne Reisebusse ermöglichten mit ihren verstellbaren Sitzen eine Wechselbelastung. Zudem würden regelmässig Pausen eingelegt und er habe sich nach der Reise erholen können. Der aktive Gegenspann zwecks Schmerzvermeidung sei bei ängstlichen Menschen nach drei Operationen nachvollziehbar. Hinsichtlich der Schwielen habe er vorinstanzlich Dr. med. G.________ als Zeugen offeriert; dieser habe zwar prätibiale Hautveränderungen festgestellt, die aber weder auffällig seien noch eine eindeutige Ursache hätten. Im Unterschied zu den nach Art. 44 ATSG eingeholten Administrativgutachten geben bereits geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen Anlass zu ergänzenden Abklärungen (BGE 145 V 97 E. 8.5; 142 V 58 E. 5.1 i.f. mit Hinweisen). Solche Zweifel werden hinsichtlich des RAD-Berichts nach Art. 49 Abs. 2 IVV des Dr. med. E.________ vom 4. Oktober 2018 mit dem darin umschriebenen Belastungsprofil (vgl. E. 5.2.2. oben) nicht dargetan. Seine Bewertung der besagten Umstände als Inkonsistenzen ist einleuchtend. Der Bericht des RAD genügt im Übrigen den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (vgl. auch E. 5.3 hiernach), weshalb darauf abgestellt werden kann (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.1 mit Hinweis). 5.2.3.3. Ebenso wenig vermag der Beschwerdeführer aus dem vorinstanzlichen Verzicht auf die Befragung des behandelnden Arztes Dr. med. G.________ als Zeugen für sich abzuleiten. Dass und weshalb das kantonale Gericht dadurch den Gehörsanspruch (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt haben oder in Willkür verfallen sein könnte, wird in der Beschwerde nicht hinreichend begründet (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG) dargetan. Davon abgesehen war hier auch nicht zu erwarten, dass aufgrund der Angaben des Dr. med. G.________, der seinerseits ebenfalls prätibiale Hautveränderungen bestätigt, diese aber hinsichtlich Ausmass und Ursache anders beschrieben hatte, Zweifel an der RAD-ärztlichen Einschätzung des Zumutbarkeits- und Belastungsprofils zu begründen wären. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus dem Umstand, dass sich die Einschränkung der Beweiskraft der Berichte von behandelnden Ärzten (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470 f.) auch auf Aussagen bezieht, welche diese Personen als Zeugen machen würden (Urteil 9C_867/2018 vom 28. Mai 2019 E. 5.1.2).