Citation: I 613/01 15.04.2002 E. 3

3. a) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist - zu Recht - unbestritten geblieben, dass die Annahme einer Invalidität aus somatischen Gründen nach der medizinischen Aktenlage von vornherein ausscheidet. b) Der Beschwerdeführer beanstandet, das kantonale Gericht habe eine Invalidität aus psychischen Gründen zu Unrecht verneint. Näher zu prüfen wäre nach seiner Ansicht, ob die festgestellte Alkoholproblematik, welche die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit dauernd und in erheblicher, d.h. rentenbegründender (Art. 4 Abs. 1 und Abs. 2 in Verbindung mit Art. 28 Abs. 1 IVG) Weise beeinträchtigt, nicht ein typisches Sekundärphänomen seiner psychischen Gesundheitsstörung sei. Diese Frage ist unter den mit der Sache befassten Ärzten insofern umstritten, als der von der IV-Stelle beauftragte Psychiater Dr. med. H.________ in seinem fachärztlichen Gutachten vom 15. Mai 2000 jegliche krankheitswertige psychische Störung ausschliesst, während Dr. med. X.________ die von ihm in den Berichten vom 15. März 1999 und 22. September 2000 attestierte Persönlichkeitsstörung als pathologische Ursache des Aethylabusus betrachtet. c) Bei der Würdigung des fachärztlichen Gutachtens und der Arztberichte von Dr. med. X.________ fällt entscheidend ins Gewicht, dass Dr. med. H.________ weder einen psychischen Gesundheitsschaden noch eine hirnorganische Schädigung feststellen konnte. Diese Umstände in Verbindung mit der ebenfalls ausgewiesenen Tatsache, dass dem Beschwerdeführer noch ein breiter Bereich von Tätigkeiten offensteht, für die eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert wird, lassen angesichts der vorhandenen psychosozialen Problematik den Schluss auf das Vorliegen einer (rentenbegründenden) Invalidität im Sinne der zu Art. 4 Abs. 1 IVG ergangenen, präzisierten Rechtsprechung (BGE 127 V 294 Erw. 4) nicht zu. Der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Einwand, wonach das kantonale Gericht zu Unrecht davon ausgegangen wäre, dass eine Alkoholsucht mit Krankheitswert nicht bereits bei auffälligen Persönlichkeitsveränderungen, sondern erst dann vorliegt, wenn hirnorganische Schäden nachweisbar sind, ist daher nicht stichhaltig und vermag hieran nichts zu ändern. Was die Kritik des Dr. med X.________ am Administrativgutachten des Dr. med. H.________ anbelangt, ist schliesslich folgendes festzuhalten: die von ihm angenommene Aktivierung des vorbestehenen pathologischen Potentials im Rahmen einer länger dauernden mittleren bis schweren Anpassungsstörung (Dekompensation) (mit Aethylabusus als Sekundärphänomen) kann bestätigt werden. Darin liegt aber nicht der überwiegend wahrscheinliche prognostische Nachweis, dem Beschwerdeführer sei von seiner psychischen Verfassung her eine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausserhalb jenes Anstellungsverhältnisses unzumutbar, welches für Eintritt und Ausbildung der krankheitswertigen psychischen Entwicklung ursächlich war, welcher Zusammenhang auch im Lichte der Darlegungen des Dr. X.________ nicht verneint werden kann. Entgegen dessen Auffassung hat, bei allem Verständnis für die notwendigerweise subjektive Bedingtheit und Beschränktheit psychiatrischer Abklärungsschritte, juristischerseits eine objektivierende Beurteilung Platz zu greifen (BGE 102 V 165 f.). Unter diesen Umständen und bei dieser Rechtslage besteht kein Anlass zu weiteren Abklärungen.