Citation: 4C.150/2000 10.10.2000 E. 4

4.- Die Kläger werfen dem Obergericht eine Verletzung von Art. 4 ZGB vor, indem das Gericht sein Ermessen überschritten habe, weil es die Anforderungen an Laien-Käufer zu hoch angesetzt habe, wenn es von diesen eine Mängelrüge direkt bei den Beklagten verlangt habe. a) Auch dieser Vorwurf ist nicht stichhaltig. Art. 4 ZGB ist hier nicht anwendbar. Die Kläger nennen denn auch keine Bestimmung, welche das Gericht auf sein Ermessen oder auf die Würdigung der Umstände verweist. Insbesondere enthält Art. 201 OR keine solche Verweisung. Der Vorwurf der Verletzung von Art. 4 ZGB ist damit offensichtlich unbegründet. b) Soweit die Kläger damit sinngemäss eine Verletzung von Art. 201 OR rügen sollten, ist auch dieser Vorwurf unbegründet. Das Gesetz gibt in Art. 201 OR die Antwort auf die Frage des richtigen Adressaten einer Mängelrüge selbst. Sowohl Zeitpunkt, Adressat, Form und Inhalt der Mängelrüge sind zudem durch umfangreiche Judikatur und Literatur exakt konkretisiert worden, wobei auf die zutreffenden Ausführungen des Obergerichts verwiesen werden kann (vgl. ferner Gauch, Der Werkvertrag, 4. Auflage 1996, N 2126 ff.). Für ein richterliches Ermessen im Einzelfall bleibt daher überhaupt kein Raum.