Citation: U 368/06 12.01.2007 E. 3

Streitig und zu prüfen ist der Umfang des anerkanntermassen bestehenden Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie die Höhe der der Versicherten zustehenden Integritätsentschädigung. 3.1 Umstritten ist vorab das Ausmass der als unfallkausal zu beurteilenden Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkungen auf die Arbeitsunfähigkeit. Diesbezüglich ist die vorinstanzliche Beurteilung zu bestätigen, wonach die noch vorhandenen organischen Unfallrestfolgen einem ganztägigen Einsatz in leichten Tätigkeiten - unter Berücksichtigung des im Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik Y.________ vom 23. Dezember 2004 umschriebenen, funktionell eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils - nicht entgegen stehen. Die gegen die einlässliche und umfassende Beweiswürdigung des kantonalen Gerichts vorgebrachten Einwände der Beschwerdeführerin sind unbegründet. Falsch ist zunächst ihre Behauptung, die Vorinstanz verneine (fortdauernde) organisch bedingte, direkt auf die Schnitt- bzw. Sehnen- und Nervenverletzung zurückzuführende Schmerzen; namentlich wird die körperliche Ursache des diagnostizierten neuropathischen Schmerzsyndroms mit Allodynie interdigital I und II links nicht ausgeblendet, andernfalls eine Leistungspflicht überhaupt verneint worden wäre. Wie vorinstanzlich zutreffend erwogen, trägt der Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik Y.________ vom 23. Dezember 2004 dieser organisch begründeten Schmerzproblematik (ebenso wie allen übrigen von der Beschwerdeführerin erwähnten somatischen Diagnosen) bei der Einschätzung der aus rein körperlicher Sicht noch vorhandenen funktionellen Leistungsfähigkeit mit der spezifischen Umschreibung des zumutbaren Tätigkeitsprofils überzeugend Rechnung. Vor diesem Hintergrund haben Vorinstanz und SUVA - wie im kreisärztlichen Abschlussbericht des Dr. med. F.________ vom 14. März 2005 empfohlen - die Schlussfolgerung im genannten Austrittsbericht, wonach die Beschwerdeführerin aus körperlicher Sicht in einer entsprechend leidensangepassten Tätigkeit ganztags zu arbeiten vermag, zu Recht für ihre Zumutbarkeitsbeurteilung als massgebend erachtet. Der Umstand, dass die Ärzte der Rehabilitationsklinik Y.________ von einer zusätzlichen Leistungsminderung bezüglich Arbeitstempo und -qualität (minim, bis 10 %) infolge schmerzbedingter, kurzer Arbeitsunterbrüche sprechen, gibt keinen Anlass, die zumutbare Restarbeitsfähigkeit prozentual herabzusetzen; die erwähnte, minime Einschränkung der Leistungsfähigkeit wurde im Rahmen des in der Rehabilitationsklinik Y.________ durchgeführten Ergonomie-Trainingsprogramms bei der Tätigkeit am Fliessband mit hochrepetitivem Einsatz beider Hände festgestellt, bei welcher der linke Daumen der Versicherten unvermeidbar wiederholt an den beförderten Produkten anstiess und es aufgrund elektrisierender Schmerzen jeweils zu kurzen Arbeitsunterbrüchen kam. Dieses Risiko kann durch Ausklammerung hochrepetitiver Fliessbandarbeiten aus dem zumutbaren Tätigkeitsprofil weitestgehend ausgeschlossen werden. 3.2 Entgegen dem Rechtsstandpunkt der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz im Weiteren unfallkausale psychische Beschwerden mit Auswirkungen auf das Leistungsvermögen zu Recht verneint. Ob die Beschwerdeführerin überhaupt - wie im Bericht des Dr. med. B.________ vom 11. Januar 2005 vermutet - an einem die Arbeitsfähigkeit einschränkenden psychischen Gesundheitsschaden leidet, lässt sich mangels fachärztlicher Unterlagen nicht abschliessend beantworten, ist indessen nicht weiter abklärungsbedürftig. Denn nach den zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts scheitert die Berücksichtigung eines allenfalls vorhandenen psychischen Leidens im Rahmen der UVG-rechtlichen Invaliditätsbemessung jedenfalls an der fehlenden adäquaten Unfallkausalität. Letztere erfolgte vorinstanzlich richtigerweise nach der Rechtsprechung zu psychischen Fehlentwicklungen gemäss BGE 115 V 133 ff. Dabei wurde das Ereignis vom 19. Januar 2004 zutreffend als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen eingestuft; im Lichte der Kasuistik (RKUV 2005 Nr. U 548 S. 231 Erw. 3.2.2 [U 306/04], Nr. U 555 S. 322 Erw. 3.4.1 [U 458/04]) klar ausser Betracht fällt eine Einordnung im Grenzbereich zu den schweren Unfällen oder gar ein schwerer Unfall, sodass dem Vorfall vom 19. Januar 2004 jedenfalls nur dann im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für eine psychisch bedingte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zukommt, wenn ein einzelnes der rechtsprechungsgemäss für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien (vgl. BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa; vgl. auch BGE 123 V 100 Erw. 2c) in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder aber mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb). Dies trifft hier nicht zu: Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, ebenso wie eine schwere oder besonders geartete Verletzung mit der erfahrungsgemässen Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, fallen ausser Betracht; es verhält sich anders als bei einem Unfallgeschehen, bei welchem der Arbeitnehmer eines Holzverarbeitungsbetriebs beim Fräsen drei Finger verlor, was zur Bejahung dieses Kriteriums führte (RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428; siehe auch Urteil D. vom 14. Juni 2004 [U 194/03] Erw. 4.3 mit Hinweis). Ebenfalls zu verneinen ist mit der Vorinstanz - was die Beschwerdeführerin nicht bestreitet - eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat. Entgegen dem in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Standpunkt gilt dasselbe auch für das Kriterium einer ungewöhnlich lange dauernden ärztlichen Behandlung, die sich nicht auf (subjektive) Schmerzlinderung mittels Medikation beschränkt, sondern kontinuierlich und mit einer gewissen Planmässigkeit auf die (objektive) Verbesserung des Zustandes am verletzten Daumen gerichtet ist (vgl. statt vieler etwa Urteile B. vom 20. Oktober 2006 [U 488/05] Erw. 3.2.3, B. vom 31. August 2006 [U 420/05] Erw. 5.2, K. vom 16. August 2006 [U 361/05] Erw. 5.2, J. vom 16. August 2006 [U 258/05] Erw. 4.3.3, J. vom 21. Juni 2006 [U 265/05] Erw. 3.2.2, R. vom 6. Juni 2006 [U 407/05] Erw. 3.3 und M. vom 29. Mai 2006 [U 14/05] Erw. 5); namentlich wurde die Erforderlichkeit und Zweckmässigkeit eines weiteren operativen Eingriffes von den Fachärzten der Handchirurgie (Konsilium des Dr. med. H.________ vom 10. Dezember 2004, Bericht des Dr. med. B.________ vom 11. Januar 2005) und Neurologie (Bericht des Dr. med. M.________ vom 6. März 2006) verneint. Ferner kann der Heilungsverlauf der konkreten Sehnen- und Nervenverletzung am linken Daumen nicht als schwierig und mit erheblichen Komplikationen behaftet gelten, nachdem auch Dr. med. B.________ festgestellt hatte, das Resultat der (zweiten) Operation dürfe als günstig bezeichnet werden, die Funktion der Flexor pollicis longus-Sehne habe sich völlig erholt (Beweglichkeit des Handgelenks und der Finger einschliesslich des Daumens völlig normal) und auf der Radialseite des Daumens bestehe eine normale Sensibilität (Bericht vom 11. Januar 2005). Zu bejahen sind jedoch körperliche Dauerschmerzen und allenfalls eine hinsichtlich Grad und Dauer erhebliche Arbeitsunfähigkeit, was jedoch praxisgemäss nicht genügt, um den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Leiden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu bejahen. Angesichts der (spätestens) seit der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung im März 2005 aus körperlicher Sicht bestehenden vollen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten (Erw. 3.1 hievor), ist eine besondere Ausprägung eines dieser beiden Kriterien zu verneinen und die vorinstanzliche Adäquanzbeurteilung auch insoweit zu bestätigen. 3.3 Ferner gibt auch die vorinstanzliche Invaliditätsbemessung zu keinen Korrekturen Anlass. Namentlich hat die Vorinstanz das trotz des Gesundheitsschadens zumutbarerweise erzielbare Einkommen (Invalideneinkommen) zulässigerweise (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1, 126 V 76 Erw. 3b, mit Hinweisen) gestützt auf die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) ermittelt, wobei die wegen eines unterdurchschnittlichen Einkommens vor Eintritt des Gesundheitsschadens vorgenommene Reduktion des statistischen Durchschnittslohnes um 20 % unter Verweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu bestätigen ist (vgl. Urteil H. vom 6. September 2006 [U 454/05 und U 456/05], Erw. 6.3.2 und 6.3.3). Der weiter gewährte, sog. leidensbedingte Abzug (vgl. BGE 129 V 481 Erw. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 67 ff. Erw. 4 [Urteil D. vom 27. November 2001, I 82/01]) vom statistischen Durchschnittslohn gemäss LSE 2002 (TA 1/TOTAL/Frauen/Anforderungsniveau 4, unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit und der Nominallohnentwicklung) in der Höhe von 20 % ist im Rahmen der Angemessenheitskontrolle (Art. 132 lit. a [in der bis 30. Juni 2006 gültig gewesenen Fassung]; BGE 126 V 81 Erw. 6, 123 V 152 Erw. 2) ebenfalls nicht zu beanstanden; der Abzug trägt dem Umstand, dass die Versicherte selbst in leichten Tätigkeiten bisweilen ein etwas verlangsamtes Arbeitstempo aufweist und die linke Hand nur vermindert belastbar ist (vgl. auch Erw. 3.1 in fine), ausreichend Rechnung. Die Einwände der Beschwerdeführerin vermögen kein abweichendes Ergebnis zu begründen. 3.4 Schliesslich hält die von der Beschwerdegegnerin aufgrund der körperlichen Unfallfolgen anerkannte Integritätseinbusse von 20 % nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen, worauf verwiesen wird, vor Bundesrecht stand. Selbst bei - hier zu verneinender (Erw. 3.2 hievor) - adäquater Unfallkausalität eines eventuell vorhandenen psychischen Gesundheitsschadens fiele eine Erhöhung der Integritätsentschädigung (zur ausdrücklichen Anerkennung psychischer Integritätsschäden in Art. 24 Abs. 1 UVG und Art. 36 Abs. 1 UVV sowie in Anhang 3 zur UVV, je in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung; vgl. Erw. 2 hievor) ausser Betracht. Zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der psychischen Integrität vermögen nach herrschender psychiatrischer Lehrmeinung im Allgemeinen nur Unfallereignisse von aussergewöhnlicher Schwere zu führen (RKUV 2000 Nr. U 381 S. 252 Erw. 3 [=Urteil B. vom 2. März 2000, U 172/99], mit Hinweis; vgl. zuletzt Urteil S. vom 3. Oktober 2006 [U 482/05] Erw. 2.1). Ein solches Ereignis liegt hier offenkundig nicht vor.