Citation: 1B_120/2022 E. 4.5

4.5. In der einschlägigen Praxis des Bundesgerichtes wurde das Beschleunigungsgebot in weder besonders schwierigen, noch komplexen Fällen als verletzt betrachtet, wenn zwischen der Anklageerhebung und der erstinstanzlichen Hauptverhandlung mehr als sechs Monate lagen (zit. Urteil 1B_330/2015 E. 4.4.6 f.; s.a. Urteile 1B_22/2022 vom 8. Februar 2022 E. 2.2; 1B_482/2021 vom 1. Oktober 2021 E. 4.2; zit. Urteil 1B_672/2021 E. 3.4). Hingegen ist es mit dem Beschleunigungsgebot in der Regel vereinbar, wenn in komplexen Straffällen zwischen der Anklageerhebung und der Hauptverhandlung ca. sechs bis acht Monate vergehen (vgl. zit. Urteile 1B_22/2022 E. 2.3; 1B_482/2021 E. 4.3). Selbst bei extrem komplexen und aufwändigen Strafverfahren führt jedenfalls ein Zeitablauf von 23 Monaten zwischen Anklage und Hauptverhandlung zur Verletzung des Beschleunigungsgebotes (zit. Urteil 1B_443/2016 E. 4). In einem Fall, der einen Mitbeschuldigten des Beschwerdeführers betraf, hat das Bundesgericht - angesichts der erst auf Mitte Mai 2022 angesetzten Hauptverhandlung - eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes in Haftsachen bejaht und im Urteilsdispositiv festgestellt (zit. Urteil 1B_672/2021 E. 3.7).