Citation: 2C_71/2020 E. 5.4

5.4. Obschon die Integration des Beschwerdeführers nicht über alle Zweifel erhaben ist, überwiegen nach dem Dargelegten, entgegen der Schlussfolgerung der Vorinstanz, letztlich doch seine privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz die öffentlichen Fernhalteinteressen. Die deutlich erkennbaren Integrationsfortschritte der letzten Jahre sind wesentlich dem Umstand geschuldet, dass ihm das Arbeitsintegrationsprogramm der Stadt Zürich Halt gegeben hat und ihm eine neue Zukunftsperspektive eröffnete. Insbesondere gibt ihm seine Lehrstelle eine gute Basis, in Zukunft ein eigenständiges Leben zu führen. Gleichzeitig wäre damit eine Loslösung von der Sozialhilfe verbunden. Bei einer Wegweisung nach Pakistan würden nicht nur diese Integrationsfortschritte zunichte gemacht, sondern müsste sich der Beschwerdeführer in einer für ihn fremden Umgebung ohne die Unterstützung seiner Familie zurecht finden. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer der religiösen Minderheit der Ahamdiyya angehört, welche nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts in Pakistan verfolgt und benachteiligt werden, ist fraglich, ob ihm dies gelingen und er dort den gesellschaftlichen Anschluss finden würde (BVGE 2014/32 vom 25. November 2014 E. 7.4; Urteil E-4621/2013 des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Oktober 2015 E. 8.3.4 f.). Demgegenüber hat der Beschwerdeführer dank der Unterstützung durch sine Familie und seines Lehrbetriebs in der Schweiz gute Aussichten darauf, in der näheren Zukunft beruflich weiter Fuss zu fassen, seine noch verbleibenden Schulden abzubauen, sich von der Sozialhilfe loszulösen und sich insgesamt noch besser zu integrieren. Soweit dem Beschwerdeführer angesichts des langen Zeitablaufs seit der Haupttat vom 11. Oktober 2014 und des seitherigen Wohlverhaltens überhaupt noch eine Rückfallgefahr zugeschrieben werden muss, erschiene diese als sehr gering und wäre aufgrund der grossen privaten Interessen am Verbleib hinzunehmen.