Citation: 4A_535/2019 E. 4.1.2

4.1.2. Das von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Vertragsverständnis widerspreche auch dem Zweck des Vertrages. Unbestritten sei es hauptsächlich darum gegangen, die damals drohenden negativen Steuerfolgen zu vermeiden. Gemäss Art. 110 Ziff. 1 OR bzw. Art. 827 ZGB dürfe der Drittgrundstückeigentümer den Gläubiger - hier also die Bank - unter den gleichen Voraussetzungen befriedigen und das Pfand ablösen, wie auch der persönliche Schuldner selber. Voraussetzung sei Fälligkeit bzw. Erfüllbarkeit der Forderung. Bereits die Erfüllbarkeit würde aber empfindlich in die vertraglich beabsichtigten Freiheiten des Beschwerdegegners 1 eingreifen bzw. stünde im Widerspruch zu diesen. Die Beschwerdeführerin würde zwar zufolge der Subrogation nur die gleichen Rechte wie die Bank erhalten. Sie hätte aber - anders als eine professionell auf Hypothekargeschäfte spezialisierte Bank, die an langen Vertragslaufzeiten und regelmässigen Zinseinnahmen interessiert sei - kein vergleichbares Interesse an einer langen, vertrauensbasierten Vertragsbeziehung. Der Beschwerdegegner 1 müsste damit rechnen, dass die Beschwerdeführerin den Vertrag nicht verlängere, was sich bereits aus ihrer Amortisationsandrohung nach erfolgter Subrogation ergebe. Entsprechend wäre er auf eine neue Bankfinanzierung angewiesen. Die Chancen, eine drittfinanzierende Bank zu finden, wären aber durch die Subrogationsmöglichkeit der Beschwerdeführerin eingeschränkt und er wäre von deren Mitwirkung abhängig.