Citation: 4A_338/2022 E. B

Am 29. September 2020 reichte die Klägerin Klage beim Bezirksgericht Luzern ein. Sie begehrte, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr Fr. 100'000.-- nebst 5 % Zins seit dem 17. April 2019 zu bezahlen. Mit Urteil vom 21. September 2021 hiess das Bezirksgericht Luzern die Klage gut und verpflichtete die Beklagte, der Klägerin Fr. 100'000.-- zuzüglich 5 % Zins seit dem 17. April 2019 zu bezahlen. Die dagegen von der Beklagten erhobene Berufung wies das Kantonsgericht Luzern mit Urteil vom 14. Juni 2022 ab und bestätigte den bezirksgerichtlichen Entscheid. Das Kantonsgericht erwog, das Bezirksgericht habe zu Recht nur darauf abgestellt, was die Mutter der Klägerin im Zeitpunkt des Versicherungsantrags gewusst habe oder hätte wissen müssen. Aufgrund der Vorbringen und den aufgelegten Urkunden habe das Bezirksgericht auch zu Recht geschlossen, dass die Mutter der Klägerin im Zeitpunkt des Versicherungsantrags am 22. Mai 2001 von einer anhaltenden depressiven oder nervösen Störung (oder einer anderen gesundheitlichen Beeinträchtigung) der Klägerin nichts gewusst habe und auch nicht habe wissen müssen. Die für eine Leistungsverweigerung notwendige Anzeigepflichtverletzung liege nicht vor.