Citation: 9C_714/2022 E. 3.1.2

3.1.2. Die Beschwerdeführerinnen werfen der Vorinstanz zunächst vor, dass sie Art. 78 Abs. 2 FDV vollkommen falsch auslege. Art. 35 Abs. 1 i.V.m. Abs. 4 des Fernmeldegesetzes vom 30. April 1997 (FMG, SR 784.10) enthalte einen Anspruch darauf, dass Eigentümerinnen und Eigentümer von Boden im Gemeingebrauch den Anbieterinnen von Fernmeldediensten die Benutzung dieses Bodens für Bau und Betrieb von Leitungen und öffentlichen Sprechstellen gegen eine Bewilligung zur Verfügung zu stellen hätten und dafür ausser kostendeckenden Gebühren eine Entschädigung für die Inanspruchnahme von Grund und Boden nicht verlangt werden dürfe. Weil die Beschwerdeführerinnen somit von Gesetzes wegen einen Anspruch auf unentgeltliche Benutzung des öffentlichen Grundes hätten, könne in Art. 78 Abs. 2 FDV nur eine kostendeckende Gebühr gemeint sein. Demzufolge müsse, entgegen dem von der Vorinstanz gewählten Vorgehen, in einem ersten Schritt geprüft werden, ob die auferlegten Gebühren die Gebührenprinzipien, d.h. insbesondere das Kostendeckungs-, aber auch das Äquivalenzprinzip einhielten und die gemäss Art. 78 Abs. 2 FDV verlangte Entschädigung bzw. Gebühr in diesem Sinn angemessen sei. In einem zweiten Schritt sei sodann zu prüfen, ob diese Entschädigung die geschätzten eingesparten Baukosten der Beschwerdeführerinnen nicht überstiegen.