Citation: 6B_660/2016 E. B

Gegen dieses Urteil erhob X.________ Berufung und die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung. Am 6. April 2016 bestätigte das Kantonsgericht St. Gallen die Verurteilung wegen Begünstigung und wegen falschen Zeugnisses und sprach eine Strafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 50.-- unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren aus. Das Kantonsgericht geht von folgendem Sachverhalt aus: Am 22. September 2007 setzten die beiden Buben A.________ und B.________, der Sohn von X.________, eine Waldhütte in Brand. A.________ orientierte die Feuerwehr und benutzte dabei das Handy von B.________. Dieser bestritt in der Folge konsequent, an der Brandstiftung beteiligt gewesen zu sein. Im Strafverfahren gegen ihren Sohn B.________ sagte X.________ als Zeugin vor der Jugendstaatsanwaltschaft unter anderem aus, sie sei am Tag nach dem Brand, d.h. am 23. September 2007, mit B.________ und ihrer Tochter im Café C.________ in D.________ gewesen und sie hätten dort zu Mittag gegessen. Um dies zu belegen, wies sie eine schriftliche Bestätigung des Café-Inhabers E.________ sowie eine handschriftliche Quittung der erwähnten Konsumationen vor. Die Bestätigungen hatte E.________ auf Insistieren von X.________ rund vier Monate nach dem erwähnten Brandfall ausgestellt, weil ihm diese mitgeteilt hatte, ihr Mann habe sie geschlagen, weil sie ohne Quittung für das ausgegebene Geld nachhause gekommen sei. X.________ hatte dieses Manöver inszeniert, um darzulegen, dass die um die Mittagszeit des 23. September 2007 versendete SMS an A.________ mit verfänglichem Inhalt ("Si wüssed doch nöd dass mer sind gsi") unmöglich von B.________ habe stammen können, da er sich damals nicht in der Nähe seines Wohnortes, wo die SMS geortet worden war, sondern in D.________ aufgehalten habe. Sie beschuldigte des weiteren den Freund ihres Sohnes, den SMS-Verkehr gefälscht zu haben. X.________ sagte im Weiteren aus, das Handy, von welchem aus die Feuerwehr orientiert worden war, gehöre ihrer Mutter F.________, die es am Tag des Brandes ihrem Sohn ausgeliehen und am Abend wieder entgegen genommen habe, wo sie dann die Rückreise nach G.________ mit dem Nachtzug angetreten habe. F.________ habe am darauffolgenden Tag das Handy nicht mehr aufgefunden. X.________ sagte ferner aus, ihre Mutter habe deswegen eine Verlustanzeige erstattet; diese erfolgte aber erst rund vier Monate nach dem Vorfall. Anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung legte X.________ dar, das Mobiltelefon sei im März 2008 von einem Beamten gefunden und ihrer Mutter nachhause zurückgebracht worden. Ungeachtet dieser Aussagen erachtete es das Jugendgericht als erwiesen, dass A.________ und B.________ den Brand der Waldhütte verursacht hatten. Damit steht auch fest, dass es B.________ war, der sich am Tag danach in G.________ in der Nähe seines Wohnortes befunden und mit A.________ per SMS ausgetauscht hatte. Das Verfahren gegen B.________ wurde am 12. November 2008 definitiv eingestellt, weil der Schaden vollständig beglichen wurde und somit ein Strafbefreiungsgrund vorlag.