Citation: 6B_703/2021 E. 3.3.4

3.3.4. Wie von der ersten Instanz richtig erwogen, lässt sich eine Befangenheit des Gutachters nicht bereits aus der Tatsache konstruieren, dass dieser als Bereichsleiter METAS allenfalls für die Freigabe des Messmittels zuständig war (vgl. Urteil 6B_520/2014 vom 26. Januar 2016 E. 1.3). Der Beschwerdeführer setzt sich mit der zitierten Rechtsprechung nicht auseinander. Tatsächliche Anhaltspunkte für eine allfällige Vorbefasstheit bringt er ebenfalls keine vor. Angesichts dessen durfte sich die Vorinstanz mit einem Verweis auf die appellatorische Natur der Vorbringen des Beschwerdeführers begnügen und von weiteren Ausführungen zur angeblichen Befangenheit des Gutachters absehen. Die inhaltliche Kritik am Gutachten vermag ebenfalls nicht zu überzeugen. Dieses hält unter Berücksichtigung der maximalen Einzelwertabweichungen der betreffenden Messmittel zu Gunsten des Beschwerdeführers eine Fahrgeschwindigkeit von 130 km/h resp. 109 km/h fest (Gutachten S. 8 f.). In Bezug auf die erste Messung scheint der Beschwerdeführer sodann auszublenden, dass die auf Seite 12 aufgeführten Rechnungen Teil der Plausibilitätsprüfung der ersten Laser-Messung bilden (vgl. Gutachten S. 9). Die so nachträglich ermittelte Fahrgeschwindigkeit dient der Verifikation der Radarmessung (vgl. Gutachten S. 9, "Die Auswertung der Bilddokumentation ist unabhängig von der Lasermessung und dient dazu, die Lasermessung zu plausibilisieren"). Dass zur Beurteilung der Übereinstimmung zwischen nachträglich ermittelter und gemessener Geschwindigkeit auf den errechneten Mittelwert abgestellt wird, leuchtet dabei ohne Weiteres ein und verletzt den Grundsatz "in dubio pro reo" nicht. Vielmehr werden mit erbrachtem Plausibilitätsnachweis gerade allfällige Zweifel an der Richtigkeit der Messung ausgeräumt. Der für die gesamte zurückgelegte Wegstrecke errechnete Mittelwert beträgt im Übrigen 131 km/h ± 1 km/h und ist daher, wie das Gutachten ausführt, "in perfekter Übereinstimmung mit der vom Laser-Messmittel bestimmten Geschwindigkeit" (Gutachten S. 13). Betreffend die fehlende Anzeige der Intervallzeiten auf den Bildern der zweiten Messung ist dem Gutachten zu entnehmen, dies sei ein bekannter Fehler, der in seltenen Fälle auftrete. Grund sei bisher stets ein Defekt im Blitzgerät gewesen. Vorliegend habe die Herstellerfirma den Blitz zwei Tage nach der Messung des Beschwerdeführers ausgewechselt. Danach seien die Intervallzeiten wieder angezeigt worden, was beweise, dass der Fehler tatsächlich im Blitzgerät lokalisiert gewesen sei. Das Blitzgerät werde im Zulassungsdokument explizit als nicht eichrelevant eingestuft, weshalb ein Ersatz ohne Nacheichung zulässig gewesen sei. Ein Defekt im Blitzgerät habe keinen Einfluss auf die eigentliche Geschwindigkeitsmessung (Gutachten S. 15). Es bestehen keine Gründe, an diesen gutachterlichen Ausführungen zu zweifeln. Der Beschwerdeführer setzt sich damit im Übrigen nicht auseinander und begnügt sich mit einer pauschalen Einschätzung, wonach "das Gerät offensichtlich nicht richtig funktioniert" habe. Damit ist er nicht zu hören. Dass in Bezug auf die zweite Messung keine Plausibilitätsprüfung stattgefunden habe, trifft sodann nicht zu. Diese findet sich auf S. 14 des Gutachtens und erfolgte in Form einer Visualisierung und Auswertung der vom Radargerät gespeicherten Rohdaten der Messung. Dass besagtes Vorgehen untauglich sei, wird vom Beschwerdeführer nicht substanziiert vorgebracht. Der Gutachter ermittelte hierbei eine Geschwindigkeit von 111.31 km/h, wobei er die Abweichung zu den gemessenen 110 km/h ± 1 km/h mit der automatischen Abrundung der gemessenen Geschwindigkeitswerte auf die nächste ganze Zahl sowie der genaueren Messfähigkeit des Radargeräts im Zeitpunkt der Messung erklärt. Das Gutachten kommt zum Schluss, dass keinerlei Auffälligkeiten und Unregelmässigkeiten sichtbar seien und die Geschwindigkeit in guter Übereinstimmung mit dem Resultat des Messmittels sei, womit auch die Plausibilitätsprüfung der zweiten Messung erfolgt sei. Der Beschwerdeführer vermag diese Einschätzung nicht zu erschüttern. So führt er nicht aus, welche "weitere[n] Messdaten" zur "genauen Berechnung" seiner Ansicht nach zusätzlich notwendig gewesen wären. Weiter ist nicht einsichtig, inwiefern sich das automatische Abrunden der Dezimalstellen der Messgeschwindigkeit auf die Schlüssigkeit der Plausibilitätsberechnung ausgewirkt haben soll. Die betreffende Rundung wirkt sich im Übrigen einzig zu Gunsten der kontrollierten Verkehrsteilnehmer aus. Schliesslich vermag die "gute" Übereinstimmung der ermittelten mit der gemessenen Geschwindigkeit Letztere vorliegend durchaus zu plausibilisieren, beträgt die Abweichung doch lediglich 1,2 % und wird sie überdies nachvollziehbar begründet. Im Übrigen bezeichnet das Gutachten seine "internen Quellen" ausdrücklich. Es handelt sich dabei um den Eintrag in die METAS-Datenbak, welcher zur Identifikation der verwendeten Messgeräte notwendig war, um die Eich- und Zulassungszertifikate, die bei den Akten liegen (vgl. kantonale Akten pag. 39 ff.) sowie um technische Kenntnisse, über die das METAS aufgrund der regelmässigen Wartung und Eichung der Messmittel verfügt (Gutachten S. 2). Inwiefern der Beizug besagter Dokumente und Informationen zu Zweifeln am Gehalt des Gutachtens Anlass gibt, ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer nicht ausgeführt. Wenn der Beschwerdeführer demnach geltend macht, "die Methodik, die Berechnungen sowie die Ergebnisse" des Gutachtens würde keine rechtsgenüglichen Beweise darstellen, so nennt er hierfür keine überzeugenden Argumente.