Citation: 9C_685/2023 E. 2.3.7

2.3.7. In Wahrnehmung der Sorgfaltspflicht wäre folglich vom Steuerpflichtigen zu erwarten, dass er als juristischer Laie von der Richtigkeit der Rechtsmittelbelehrung ausgeht und gegebenenfalls - wollte er dennoch von "Gerichtsferien" profitieren - Recherchen anstellt oder vornehmen lässt, die ihn in seiner Annahme tatsächlich bestätigen. Die massgebenden gesetzlichen Grundlagen sind heute durchwegs online und damit weltweit und jederzeit verfügbar. Dass er recherchiert habe, weist der Steuerpflichtige nicht nach. Trotz klarer (und inhaltlich zutreffender) Rechtsmittelbelehrung zu glauben, dass die Frist in Wahrheit länger laufe als durch die Steuerrekurskommission vermerkt, entspricht unsorgfältigem prozessualem Verhalten. Sorgfältiges Verhalten hätte darin bestanden, vorsichtigerweise anzunehmen, dass die Rechtsmittelbelehrung wohl zutreffend sei, solange das Gegenteil nicht nachgewiesen sei (Urteile 2C_756/2017 vom 21. September 2017 E. 3.2; 2C_407/2012 vom 23. November 2012 E. 3.2).