Citation: 5A_522/2013 E. 4.1

4.1. Das Gesetz unterscheidet bei der Aufhebung von vertraglich begründetem gemeinschaftlichem Eigentum zwischen der Zuweisung von landwirtschaftlichen Gewerben (Art. 36 Abs. 1 BGBB) zum Ertragswert (Art. 37 Abs. 1 lit. a BGBB) einerseits und der Zuweisung eines landwirtschaftlichen Grundstücks (Art. 36 Abs. 2 BGBB) zum - unter Vorbehalt der Gebäude und Anlagen - doppelten Ertragswert (Art. 37 Abs. 1 lit. b BGBB) andererseits. Die Zuweisung verlangen kann jeder Mit- oder Gesamteigentümer, wenn er das landwirtschaftliche Gewerbe selber bewirtschaften will und dafür als geeignet erscheint (Art. 36 Abs. 1 BGBB; Selbstbewirtschafterprinzip). Bei einem landwirtschaftlichen Grundstück kann jeder Mit- oder Gesamteigentümer die Zuweisung verlangen, wenn er Eigentümer eines landwirtschaftlichen Gewerbes ist oder über ein solches wirtschaftlich verfügt und das Grundstück im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich dieses Gewerbes liegt (Art. 36 Abs. 2 lit. a und b BGBB; Arrondierungsprinzip). Der Zuweisungsanspruch gemäss Art. 36 Abs. 2 BGBB bezieht sich auf ein landwirtschaftliches Grundstück im Sinne von Art. 2 und Art. 6 BGBB. Es grenzt sich somit gegen nichtlandwirtschaftliche Grundstücke und gegen landwirtschaftliche Gewerbe ab. Es besteht kein Unterschied zur erbrechtlichen Zuweisung einzelner landwirtschaftlicher Grundstücke (Botschaft, a.a.O., S. 1017 zu Art. 37 des Entwurfs; Studer, a.a.O., N. 8 zu Art. 36 BGBB mit Verweis auf N. 3 zu Art. 21 BGBB; Donzallaz, a.a.O., N. 371 zu Art. 36 BGBB).