Citation: 8C_264/2020 E. 3.2.3

3.2.3. Im Übrigen hält die Beschwerdeführerin an der Kritik hinsichtlich einzelner Umstände der Exploration und bestimmter Aussagen der beiden Gutachter fest und folgert daraus, das interdisziplinäre Gutachten erfülle insgesamt die Anforderungen an eine beweiswertige medizinische Expertise nicht. 3.2.3.1. Auf das im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte Gutachten ist rechtsprechungsgemäss abzustellen, wenn nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 8C_756/2016 vom 29. Dezember 2016 E. 3.3.2). 3.2.3.2. Zwar dauerte die mit Unterstützung eines Dolmetschers durchgeführte psychiatrische Exploration der seit 1992 in der Schweiz lebenden und seit 2008 über das Schweizer Bürgerrecht verfügenden Versicherten nur 75 Minuten. Mit der Vorinstanz kommt es jedoch für den Aussagengehalt eines medizinischen Berichts nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung an, sondern vielmehr darauf, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (SVR 2016 IV Nr. 35 S. 109, 8C_47/2016 E. 3.2.2). Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, inwiefern die psychiatrische Exploration nicht lege artis durchgeführt worden wäre. 3.2.3.3. Entgegen der Versicherten ist die Farbe ihrer anlässlich der psychiatrischen Exploration mitgeführten Tasche für die Beweiskraft des psychiatrischen Gutachtens irrelevant. Bedeutsam ist vielmehr, dass Dr. med. D.________ unter Mitberücksichtigung eines insgesamt als gepflegt und positiv beschriebenen Erscheinungsbildes angesichts modisch frisierter Haare und ausgewählter Bekleidungsstücke auf weitgehend erhaltene Aktivitäten in verschiedenen Lebensbereichen schloss. Die Beschwerdeführerin vermag sich nicht auf eine fachärztlich begründete Einschätzung abzustützen, welche die psychiatrische Diagnose einer Anpassungsstörung (depressive Reaktion, F43.21 nach ICD-10) des Dr. med. D.________ in Zweifel zu ziehen vermöchte. 3.2.3.4. Die vorinstanzliche Würdigung der unterschiedlichen Angaben der Versicherten betreffend Schlafqualität und Schmerzintensität gegenüber den beiden Gutachtern ist nicht als bundesrechtswidrig zu beanstanden. Wenn sich die Schlafqualität unter Einnahme der Medikation normalisierte, so dass Dr. med. D.________ von einem recht guten Schlaf berichteten konnte, ist dies zu vereinbaren mit den Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber dem rheumatologischen Gutachter, wonach sie grundsätzlich ohne Behandlung unter Schlafstörungen leide. Ähnlich verhält es sich mit den unterschiedlichen Angaben der Versicherten zur Schmerzintensität gegenüber den beiden Gutachtern. Die von ihr als widersprüchlich beanstandeten Schmerzangaben sind aus dem jeweiligen Zusammenhang der beiden Teilgutachten gerissen. In beiden Teilgutachten finden sich nachvollziehbare Begründungen für die widersprüchlichen Angaben. Denn laut Dr. med. E.________ zeigte die Beschwerdeführerin bei der Untersuchung eine etwa gleich schmerzvermittelnde Mimik und Gestik unabhängig davon, ob die getesteten Gelenke in belasteter oder entlasteter Körperhaltung untersucht wurden. Gleich diskrepant erkannte Dr. med. D.________ die Angaben der Versicherten anlässlich der psychiatrischen Exploration in körperlich entlasteter Sitzposition, als sie ihm beschrieb, "momentan an sehr starken Schmerzen zu leiden". Die anamnestischen Angaben zur Schmerzintensität und die diesbezüglichen Einschätzungen der Dres. med. D.________ und E.________ sind somit nachvollziehbar und stehen - entgegen der Beschwerdeführerin - interdisziplinär in übereinstimmender Verbindung. Hinreichend und schlüssig begründet sind damit die Diskrepanzen zwischen den geschilderten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden ungeachtet der Frage, wie viele Waddell-Zeichen erfüllt waren. Schliesslich hat der rheumatologische Gutachter ausführlich und nachvollziehbar begründet, weshalb er zur Diagnose eines primären Fibromyalgie-Syndroms ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gelangte. Fachärztlich begründete Einwände gegen diese Einschätzungen werden nicht erhoben. 3.2.3.5. Soweit die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung einen Bedarf an weiteren Abklärungen verneinte, kann einzig Willkür gerügt werden (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit Hinweisen; Urteil 8C_439/2019 vom 7. August 2019 E. 3.2.5 mit Hinweisen). Inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigung das Willkürverbot verletzt, legt die Beschwerdeführerin nicht dar und ist nicht ersichtlich. 3.2.3.6. Nach dem Gesagten hat das kantonale Gericht in bundesrechtskonformer Beweiswürdigung dem interdisziplinären Gutachten volle Beweiskraft zuerkannt.