Citation: 6B_154/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei für den Fristbeginn allein darauf abzustellen, ob der Antritt der stationären Massnahme aus der Freiheit erfolge. Das Bundesgericht unterscheide nicht danach, auf welcher Rechtsgrundlage der betroffenen Person die Freiheit davor entzogen gewesen sei. Trete eine Person die stationäre Massnahme nicht aus der Freiheit an, beginne die Frist gemäss Art. 59 Abs. 4 Satz 1 StGB in jedem Fall mit dem Datum des erstinstanzlichen Anordnungsentscheids zu laufen. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach seine vollzugsrechtliche Sicherheitshaft nach dem 31. Juli 2016 ihre einzige Legitimation daraus bezogen habe, dass später eine stationäre Massnahme angeordnet werde, sei für den Fristenlauf nach Art. 59 Abs. 4 Satz 1 StGB demnach von vornherein unbeachtlich. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sei die zu beurteilende Ausgangslage nicht mit jener vergleichbar, die das Bundesgericht im Urteil 6B_1375/2020 vom 22. Februar 2021 zu entscheiden gehabt habe. Anders als in jenem Entscheid sei im den Beschwerdeführer betreffenden Anordnungsentscheid des erstinstanzlichen Gerichts vom 10. Mai 2017 die Massnahme nicht unter Anrechnung bereits erstandener Haft richterlich befristet worden. Folglich komme die Fünfjahresfrist nach Art. 59 Abs. 4 Satz 1 StGB zur Anwendung, welche seit dem 10. Mai 2017 laufe und damit nicht vor dem 9. Mai 2022 ende. Ob die Zeit der rund dreimonatigen Flucht hinzuzurechnen sei, brauche vorliegend nicht entschieden zu werden (Urteil S. 6 f.).