Citation: I 400/05 27.04.2006 E. 1

1.1 Im Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen ist die Überprüfungsbefugnis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts nicht auf die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens beschränkt, sondern sie erstreckt sich auch auf die Angemessenheit der angefochtenen Verfügung; das Gericht ist dabei nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden und kann über die Begehren der Parteien zu deren Gunsten oder Ungunsten hinausgehen (Art. 132 OG). 1.2 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK durch die IV-Stelle und die Vorinstanz geltend. Der IV-Stelle wirft sie vor, die Festsetzung des ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Verdienstes (Valideneinkommen) in ihrer Verfügung vom 12. Juni 2003 nicht begründet und ihren diesbezüglichen Einwänden im anschliessenden Einspracheverfahren nicht Rechnung getragen zu haben. Der Vorinstanz wird überdies vorgehalten, vor ihrem Entscheid keine Gelegenheit zu einer Stellungnahme eingeräumt und überdies den Instanzenzug verkürzt zu haben, indem sie erstmals eine Begründung für die Festsetzung eines unter der effektiven Leistungsfähigkeit liegenden Valideneinkommens lieferte. 1.3 Richtig mag sein, dass nicht in jedem Verfahrensstadium auf alle Vorbringen und Einwände der Beschwerdeführerin eingegangen worden ist. Selbst wenn aber zufolge fehlender Begründung oder zumindest mangelnder Begründungsdichte der ergangenen Erlasse (Verfügung vom 12. Juni 2003, Einspracheentscheid vom 29. Januar 2004 und kantonaler Beschwerdeentscheid vom 28. April 2005) wenigstens teilweise eine Verletzung des rechtlichen Gehörs angenommen werden müsste (vgl. BGE 129 II 504 Erw. 2.2, 127 I 56 Erw. 2b, 127 III 578 Erw. 2c, 126 V 131 Erw. 2b sowie die zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung in BGE 126 I 16 Erw. 2a/aa, 124 V 181 Erw. 1a, 375 Erw. 3b, je mit Hinweisen), wäre diese nicht derart gravierend, dass deswegen der Einsprache- und der kantonale Gerichtsentscheid aufzuheben wären. Eine Heilung ist möglich, kann doch das Eidgenössische Versicherungsgericht den vorinstanzlichen Entscheid nach Art. 132 OG mit voller Kognition prüfen (Erw. 1.1 hievor; BGE 127 V 437 Erw. 3d/aa, 126 I 72, 126 V 132 Erw. 2b, je mit Hinweisen).