Citation: 9C_172/2020 E. 7.1

7.1. Bei der Prüfung der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens stellte die Vorinstanz fest, der aktuell leichten bis mittelgradigen depressiven Episode sei ein leichter bis mittlerer Schweregrad inhärent. Dies ist nicht zu beanstanden. An dieser Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde vermag nichts zu ändern, dass im Gutachten auf der anderen Seite über eine deutliche Ausprägung der Abhängigkeitsstörung berichtet wird. Denn wie sich aus dem Gesamtzusammenhang des Gutachtens ergibt, führt der noch im therapeutischen Bereich liegende Substanzgebrauch von Sedativa und Hypnotika - abgesehen von der nicht abgrenzbaren depressiven Symptomatik - zu keinen länger anhaltenden Beeinträchtigungen, zeigte der Beschwerdeführer bei der Begutachtung doch eine gute Konzentration; er war auch in der Lage, mit dem Auto zur Begutachtung zu fahren. Die Anmerkung des Gutachters, die Störung durch Substanzkonsum sei deutlich ausgeprägt, bezieht sich somit nicht auf die aktuell bestehenden funktionellen Auswirkungen der Störung, sondern ist im Zusammenhang mit dem dieser Anmerkung vorausgehenden Satz zu sehen, wonach es in der Vergangenheit bereits einmal zu einer Entzugsepilepsie gekommen war. Dies ändert aber nichts am Schweregrad der diagnoserelevanten Befunde, aufgrund welcher die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Customer Consultant nicht zu beanstanden ist, präsentierte sich doch - trotz einer zum depressiven Pol hin verschobenen Haltung - ein gut herstellbarer affektiver Kontakt zum freundlichen und kooperativen Beschwerdeführer, der die ihm gestellten Fragen ausführlich beantwortete.