Citation: 5A_838/2019 E. 6.5.1

6.5.1. Nach der im Zeitpunkt des Vertragsschlusses gängigen Auffassung galt der Zinssatz für erstrangige Hypotheken von Kantonalbanken gleichsam als vergleichbar mit den üblicherweise aus Immobilieninvestitionen fliessenden Erträgen. Dies stellte das Bundesgericht in BGE 112 II 149 E. 2b so fest: "[L]e taux de l'intérêt hypothécaire de premier rang pratiqué par les grandes banques [...] correspond en effet au revenu de placements de capitaux comparables à l'investissement immobilier." In diesem Sinne äusserte sich auch Isler. Für die Festlegung des Baurechtszinses dränge sich ein Zinssatz "für langfristige Kapitalanlagen" auf. Hierfür liefere "der Zinsfuss einer Kantonalbank für erstrangige Hypotheken auf gleichartigen Bauten" eine besonders geeignete Vergleichszahl, denn dieser Zinsfuss richte sich einerseits nach der Lage auf dem Kapitalmarkt aus und andererseits sei er auch von den Verhältnissen auf dem Liegenschaftsmarkt abhängig (a.a.O., S. 134). Die aus dem vorerwähnten BGE 112 II 149 zitierte Aussage stand im Zusammenhang mit der Frage, ob ein Vermieter mit dem Mietzins "den angemessenen Satz für Verzinsung, Amortisation und Unterhalt der Investition" überschreite (Art. 14 Abs. 2 aVMWG [in der bis am 31. Dezember 2007 gültigen Fassung]). Mit anderen Worten wollten der Gesetzgeber und die Rechtsprechung dem Liegenschaftseigentümer einen Ertrag zugestehen, der mit dem üblicherweise aus einer (langfristigen) Immobilieninvestition fliessenden Ertrag vergleichbar ist. Massgeblich war, wie gesagt, der Zinssatz einer Gross- oder einer Kantonalbank für erstrangige Hypotheken.