Citation: 2C_403/2015 E. 4.2

4.2. Ein Hauptsteuerdomizil in V.________ lässt sich auch nicht mit einer leitenden Stellung der Beschwerdeführerin begründen. Die Beschwerdeführerin ist zwar in Gremien (Verwaltungsrat verschiedener Schweizer X.________-Gesellschaften; "Y.________") vertreten, welchen insgesamt Geschäftsführungskompetenz zukommt. Sie hat damit zweifellos eine verantwortungsvolle Position inne und wird auch zeitlich stark beansprucht sein. Gleichwohl kommt ihr keine leitende Stellung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu: Direkt unterstellt sind der Beschwerdeführerin lediglich zwei bis drei Mitarbeitende. Dass sie als Mitglied der erwähnten Gremien an Entscheidungen beteiligt sein mag, welche gegebenenfalls die gesamte Belegschaft des X.________-Konzerns in der Schweiz betreffen können, ändert daran nichts. Die Beschwerdeführerin macht denn auch nicht geltend, es seien ihr zur Umsetzung der getroffenen Entscheide zahlreiche Personen unterstellt. Ebenso wenig trägt die Beschwerdeführerin eine besondere Verantwortung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Die Tatsache, dass sie in verschiedenen Verwaltungsräten, im Stiftungsrat des Pensionsfonds sowie im "Y.________" Einsitz hat, genügt dafür nicht: Wie sie selber geltend macht, trägt sie als Teil von mehrköpfigen Gremien nicht die alleinige Verantwortung für die Geschicke dieser Gesellschaften als Ganzes oder jedenfalls von bedeutenden Geschäftseinheiten. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Stellung als Verwaltungsrätin und Mitglied anderer Geschäftsleitungsgremien für getroffene Entscheidungen - wie sie geltend macht - "zu 100%" haften mag, steht dem keineswegs entgegen: Aus einer möglichen zivilrechtlichen (Organ-) Haftung lässt sich noch nicht auf eine besondere Verantwortung im steuerrechtlichen Sinne schliessen. Im Übrigen geht auch der Einwand fehl, wonach eine solche Sichtweise die heutigen Organisationsformen bedeutender Unternehmen verkenne, deren Entscheidungen typischerweise von Gremien und nicht von Einzelpersonen getroffen würden: Es ist je nach Organisationsform durchaus denkbar, dass nicht jedes (bedeutende) Unternehmen Personen in leitender Stellung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 Abs. 3 BV beschäftigt. Abzustellen ist vielmehr auf die Umstände im Einzelfall. Vorliegend lassen diese nach dem Ausgeführten nicht auf eine leitende Stellung schliessen.