Citation: 6B_1380/2023 E. 1.4.2

1.4.2. Der Beschwerdeführer argumentiert im Zusammenhang mit seinem Einwand, die Vorinstanz stelle willkürlich auf die Aussagen des Beschwerdegegners 2 ab, mit angeblichen Widersprüchen und Unstimmigkeiten in dessen Aussagen zum Messereinsatz und zur Art des Messers, reisst diese allerdings aus dem Zusammenhang und zeigt nicht auf, inwiefern diese allfälligen Unstimmigkeiten in der Gesamtschau das Beweisergebnis zu ändern vermöchten. Im Übrigen ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Aussagen des Beschwerdegegners 2 als stimmig und glaubhaft wertet. Was der Beschwerdeführer aus den geltend gemachten Widersprüchen zum Zeitpunkt des Ziehens des Messers ableiten will, erschliesst sich nicht. Zum einen sagte der Beschwerdegegner 2 zum Kerngeschehen von Anfang an übereinstimmend aus, der Beschwerdeführer sei aus seinem Auto gestiegen, habe ihm ein Messer gezeigt, dessen Klinge er gesehen habe, und sei damit auf ihn zugekommen (Untersuchungsakten pag. 088 F/A 38, 41, 48; erstinstanzliche Akten pag. 291; Protokoll Berufungsverhandlung S. 8). Konstant gab er diesbezüglich auch an, der Beschwerdeführer habe das Messer mit der Klinge Richtung Boden gehalten, als er auf ihn zugekommen sei (Untersuchungsakten pag. 088 F/A 40, 42; Protokoll Berufungsverhandlung S. 8). Zum anderen legt sich die Vorinstanz bezüglich des Messers auf keine konkrete Art fest, sondern stellt nur fest, dass es sich um ein "offenes Messer" gehandelt habe, das der Beschwerdeführer in der Hand gehalten habe. Sie schliesst denn auch aus den Aussagen des Beschwerdegegners 2 und den Sachbeweisen auf die Täterschaft des Beschwerdeführers. Das ist nicht zu beanstanden, zumal die Vorinstanz zuvor nachvollziehbar darlegte, für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdegegners 2 spreche, dass er zumindest teilweise auf naheliegende Mehrbelastungen verzichtet habe, indem er insbesondere nie behauptet habe, der Beschwerdeführer habe das Messer gezielt als Stichwaffe eingesetzt. Auch habe er tendenziell entlastend ausgesagt und die Möglichkeit offen gelassen, dass ihn der Beschwerdeführer mit dem in der Hand gehaltenen Messer im Rahmen der Rangelei unabsichtlich verletzt haben könnte, indem er aussagte, während der Rangelei überhaupt keinen Schmerz gespürt zu haben; die Verletzung sei ihm erst bewusst geworden, als er das Blut gesehen habe (Urteil S. 10 E. 3.4.2). Daran vermag entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers auch nichts zu ändern, dass der Beschwerdegegner 2 einmal erwähnte, der Beschwerdeführer habe mit grosser Kraft zugestochen (Untersuchungsakten pag. 087 F/A 35), was dem Ablauf der Befragung geschuldet ist und daher keinen Widerspruch darstellt, gab er die Heftigkeit nicht von sich aus, sondern erst auf konkrete Nachfrage an (Untersuchungsakten pag. 087 F/A 34-36). Es trifft auch nicht zu, dass der Beschwerdegegner 2 das Messer jeweils wesentlich anders beschreibt. Auf die Fragen nach dem Messer sagte er aus, dieses sei "wie ein Militärmesser" gewesen, also ein "Messer, das man aufklappen" könne (Untersuchungsakten pag. 088 F/A 42, F/A 48), bzw. es sei ein Messer gewesen, das "zugeht und automatisch aufgeht", wobei er auf die Frage, ob es sich um ein Taschen-, ein Offiziers- oder ein Kochmesser gehandelt habe, einräumte, das nicht zu wissen (erstinstanzliche Akten pag. 292), um schliesslich vor Vorinstanz auszusagen, der Beschwerdeführer habe "das Messer aufgemacht und die Klingenspitze nach oben gehalten und dann in der Hand nach unten gehalten" (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 8). Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, die Beschreibungen des Messers seien konstant und übereinstimmend, erweist sich als vertretbar. Daran vermag auch die Bemerkung des Beschwerdegegners 2, das Messer habe noch einen Schutz gehabt, nichts zu ändern, nachdem dies für die Feststellung, dass der Beschwerdeführer ein offenes Messer in der Hand gehalten habe, als er sich in die Rangelei mit dem Beschwerdegegner 2 begeben habe, irrelevant ist.