Citation: 4A_196/2021 E. 3.4

3.4. Dieser Aspekt braucht hier nicht vertieft zu werden (es ging nicht darum, die Gegenpartei um das schriftliche Verfahren zu bringen; die Parteien reichten die Parteivorträge vielmehr schriftlich ein), aber auch die in der Lehre umstrittene (SARAH SCHEIWILLER, Säumnisfolgen nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2016, S. 132 f. Rz. 316 ff. mit Hinweisen) Frage, ob nach einer versäumten Klageantwort eine zweite, unbeschränkte Äusserungsmöglichkeit besteht, braucht nicht abschliessend behandelt zu werden. Selbst wenn man davon absehen wollte, dass ein blosser Verweis auf das Ersturteil nicht genügt (die Tatsachen sind in ihren wesentlichen Zügen jedenfalls in der Rechtsschrift zu behaupten; für Einzelheiten kann zwar durchaus auf ein zwischen denselben Parteien ergangenes Urteil verwiesen werden [Urteil des Bundesgerichts 4A_496/2019 vom 1. Februar 2021 E. 4.3 und 4.5], aber nur, soweit darin die für den eingeklagten Anspruch massgebenden Fragen behandelt werden [im Erstprozess wurde hier aber Genugtuung verlangt und nicht Schadenersatz] und der Verweis hinreichend präzis oder selbsterklärend ist, dass eine Übernahme der Urteilserwägungen in die Rechtsschrift auf einen blossen Leerlauf hinausliefe; dass die genannten Anforderungen entgegen der Annahme der Vorinstanz hier erfüllt wären, wird nicht rechtsgenüglich aufgezeigt) und davon ausginge, die Vorbringen in der Klage seien mangels Klageantwort unbestritten geblieben, würde ihr dies in Bezug auf die neu eingereichte Krankengeschichte im Ergebnis nichts nützen: