Citation: I 496/06 26.06.2007 E. 3

3.1 Soweit die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und die Rückweisung der Streitsache aus formellrechtlichen Gründen beantragt wird, ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde unbegründet. Die Vorinstanz hat entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin zutreffend erwogen, dass die rechtsprechungsgemässen - im angefochtenen Entscheid dargelegten - Voraussetzungen (BGE 127 V 431 E. 3d/aa S. 437 f., 126 I 68 E. 2 S. 72, 126 V 130 E. 2b S. 132, je mit Hinweisen) einer Heilung der von der Beschwerdegegnerin allenfalls begangenen Verletzung der Begründungspflicht (als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör; Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 42 und 52 Abs. 2 Satz 2 ATSG) konkret erfüllt sind. Zum einen ist die Verwaltung im Einspracheentscheid vom 20. Juni 2005 zwar nicht im einzelnen auf die am Gutachten des Aerztlichen Begutachtungsinstituts X.________ vom 15. April 2005 geübte Kritik der Beschwerdeführerin eingegangen, doch hat sie immerhin ausgeführt, sie erachte das erwähnte Aktenstück als beweisrechtlich ausreichend und sehe sich nicht zur beantragten Einholung eines Ergänzungsgutachtens veranlasst; damit blieb für die Beschwerdeführerin die Möglichkeit zur sachgerechten, substantiierten Anfechtung des Verwaltungsakts gewahrt. Vor diesem Hintergrund sowie mit Blick darauf, dass die Begründungspflicht nicht verlangt, dass sich die Behörde mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt (BGE 129 I 236 Erw. 3.2, 126 I 102 Erw. 2b, 124 V 181 Erw. 1a mit Hinweisen; SZS 2001 S. 563 Erw. 3b [Urteil B. vom 26. September 2001, B 61/00]), ist der Gehörsanspruch - wenn überhaupt - jedenfalls nicht schwerwiegend verletzt worden. Zum andern konnte sich das von der Beschwerdeführerin in der Folge angerufene kantonale Gericht mit voller Kognition zu den beschwerdeweise vorgetragenen Sachverhalts- und Rechtsfragen äussern, was den allfälligen Verfahrensmangel einer Heilung vor der Beschwerdeinstanz zugänglich macht. Nicht entgegen steht dem der Umstand, dass die Verwaltung im kantonalen Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren abermals davon abgesehen hat, sich (vernehmlassungsweise) eingehender zu den von der Beschwerdeführerin erneut vorgetragenen materiellrechtlichen Rügen zu äussern; für die Heilung der Gehörsverletzung genügt es, dass das - aufgrund des Devolutiveffekts der Beschwerde (BGE 130 V 138 E. 4.2 S. 142 f.) nunmehr in der Sache allein zur verbindlichen Entscheidung berufene - kantonale Gericht dies tat. Nicht durchzudringen vermag die Beschwerdeführerin ferner mit dem Einwand, das kantonale Gericht habe ihr die Beschwerdeantwort der IV-Stelle vom 10. Oktober 2005 pflichtwidrig nicht zur Stellungnahme - etwa im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels - unterbreitet und damit seinerseits den Anspruch auf rechtliches Gehör in letztinstanzlich nicht heilbarer Weise verletzt. Nach Lage der Akten verfügte der Gerichtssekretär des kantonalen Gerichts am 21. Dezember 2005, dass der Beschwerdeführerin eine Kopie des - äusserst kurz gefassten - Schreibens vom 10. Oktober 2005 zugestellt und der Schriftenwechsel damit geschlossen werde. Die Verfügung wurde am 22. Dezember 2005 an den Rechtsanwalt der Versicherten versandt, welcher in der Folge nicht reagierte und namentlich keinen zweiten Schriftenwechsel verlangte; eine Rechtspflicht, einen solchen von Amtes wegen anzuordnen, bestand nicht. Selbst wenn es sich aber anders verhielte, wäre ein diesbezüglicher Verfahrensmangel mit Blick darauf, dass es sich beim Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 10. Oktober 2005 nicht um eine substantielle Stellungnahme, sondern vielmehr um einen rudimentär begründeten Verzicht auf Vernehmlassung handelt, nicht als schwerwiegend einzustufen; angesichts der Anfechtungsmöglichkeit bei dem in casu über umfassende Überprüfungsbefugnis der Tat- und Rechtsfragen verfügenden Bundesgericht (E. 2 hievor) wäre er ebenfalls als geheilt zu erachten. Im Übrigen müsste hier auch aufgrund des Grundsatzes der Verfahrensökonomie von einer Rückweisung der Sache zwecks Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels abgesehen werden, würde doch dieses Vorgehen unter den gegebenen Umständen offenkundig zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen, die mit dem dem Anhörungsrecht grundsätzlich gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst beförderlichen Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (vgl. BGE 116 V 182 E. 3d S. 187). 3.2 Sodann liegt auch im Verzicht der Vorinstanz auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Wie sich aus dem nachfolgend unter E. 4 Gesagten ergibt, beruht dieser Verzicht auf der durch pflichtgemässe Beweiswürdigung gewonnenen, sachlich zutreffenden Überzeugung des kantonalen Gerichts, dass der rechtserhebliche Sachverhalt mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sei und weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr zu ändern vermöchten. Wird im Rahmen einer solcherart antizipierten Beweiswürdigung von beantragten weiteren Abklärungsmassnahmen abgesehen, hält dies vor Bundesrecht, insbesondere dem verfassungsrechtlichen Gehörsanspruch stand (vgl. BGE 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162). 3.3 Es bestand schliesslich auch kein Anlass, der Beschwerdeführerin für das kantonale Verfahren wegen der (behaupteten) Gehörsverletzung eine Parteientschädigung zuzusprechen: Da sie auch den unbestritten genügend begründeten kantonalen Gerichtsentscheid anficht, ist davon auszugehen, dass sie auch einen eingehender begründeten Einspracheentscheid angefochten hätte, die angebliche Gehörsverletzung für die entstandenen Parteikosten somit nicht kausal war.