Citation: 6P.127/2004 04.05.2005 E. 4

Die Beschwerdeführer rügen, das Kantonsgericht habe in verschiedener Hinsicht ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt und insoweit auch kantonales Recht willkürlich angewendet (Beschwerde 1 S. 12 ff.; Beschwerde 2 S. 14 ff.). 4.1 Gemäss dem in Art. 29 Abs. 2 BV beziehungsweise Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerten Anspruch auf rechtliches Gehör hat der Betroffene das Recht, sich vor dem Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 54 E. 2b). Das Beweisverfahren kann jedoch geschlossen werden, wenn die gestellten Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind oder wenn der Richter, ohne dabei in Willkür zu verfallen, annehmen darf, die verlangten zusätzlichen Beweisvorkehren würden am relevanten Beweisergebnis voraussichtlich nichts mehr ändern (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 125 I 127 E. 6c/cc). 4.2 Die Beschwerdeführer bringen vor, sie hätten nie Gelegenheit gehabt, das vom Kantonsgericht hinsichtlich des beabsichtigten Verwendungszwecks angeführte Indiz zu entkräften, wonach die Geschäftsbeziehungen zur B.________GmbH und zum Destillateur C.________ erst Ende 2001 aufgenommen worden seien, obschon sie bereits seit dem 12. April 2001 eine riesige Lagerhalle gemietet und bereits seit Sommer 2000 Hanf angebaut hätten (Beschwerde 1 S. 13; Beschwerde 2 S. 16). Zudem hätten sie sich nicht zum Vorhalt äussern können, dass es sich bei der mit der B.________GmbH vereinbarten Lieferung lediglich um einen kleineren Teil der angebauten Hanfmenge gehandelt habe. Diese Rüge trifft nicht zu. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht gab der Zeuge D.________ von der B.________GmbH an, dass sie erst 2001/2002 in geschäftlichen Kontakt getreten seien und über die Abnahme von 300-400 kg Hanf verhandelt hätten (Protokoll der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht, S. 7). Im Anschluss an diese Zeugenbefragung wurde den Beschwerdeführern Gelegenheit eingeräumt, zu den Aussagen Stellung zu nehmen. Davon machte der Beschwerdeführer 2 auch Gebrauch, indem er vorbrachte, bereits im Jahr 2000 Kontakt mit der B.________GmbH gehabt zu haben und dass 800 Pflanzen vielleicht 200 kg ergäben (Protokoll a.a.O.). Ebenso konnten sie sich zu dem bei den Akten liegenden Vertrag über den Kauf von Hanf vom 11. Dezember 2001 mit C.________ (kantonale Akten, act. 1295) äussern (Protokoll, S. 9). 4.3 Weiter rügen die Beschwerdeführer, dass sie anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht nicht zur Nennung von Abnehmer des hergestellten Destillats aufgefordert worden seien und sich die Annahme des subjektiven Tatbestands unter anderem darauf abstütze, dass sie keine Käufer für das Destillat hätten nennen können (Beschwerde 1 S. 14; Beschwerde 2 S. 16 f.). Dies ist unzutreffend. Den Beschwerdeführern wurde sowohl anlässlich der Untersuchung als auch während der Hauptverhandlung die Gele-genheit eingeräumt, Abnehmer für das Destillat zu bezeichnen (Pro-tokoll, S. 9). 4.4 Weiter bringen sie vor, sie hätten sich nie zum Vorwurf äussern können, dass sie Blüten aussortiert hätten, woraus das Kantonsgericht Schlüsse hinsichtlich des Verwendungszwecks gezogen habe (Beschwerde 1 S. 14; Beschwerde 2 S. 17). Auch in diesem Punkt ist keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs ersichtlich. Die entsprechenden Tatsachenfeststellungen stützen sich auf die Aussagen des Beschwerdeführers 1 anlässlich der Einvernahme vom 11. Januar 2002 (kantonale Akten, act. 1733), so dass die Beschwerdeführer bei den späteren Befragungen Gelegenheit gehabt hätten, dazu Stellung zu beziehen. 4.5 Weiter machen die Beschwerdeführer geltend, der Anspruch auf rechtliches Gehör sei dadurch verletzt worden, dass Z.________ nicht als Zeuge einvernommen und dessen Unterlagen nicht beigezogen worden seien (Beschwerde 1 S. 15 ff.; Beschwerde 2 S. 18 ff.). Z.________ war flüchtig (Protokoll, S. 1). Damit stellt sich die Frage, ob die Aussagen von Z.________ bzw. die Einsicht in seine Dokumente am Beweisergebnis etwas hätten ändern können. Angesichts der umfangreichen Akten, welche die vorgeworfenen Handlungen umfassend darstellen, durfte das Kantonsgericht dies ohne Willkür verneinen. Die vorgenommene antizipierte Beweiswürdigung erscheint zulässig. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist nicht ersichtlich. 4.6 Schliesslich erachten die Beschwerdeführer den Verzicht auf ein pharmazeutisch-chemisches Gutachten und ein Gutachten über den Marktwert von ätherischen Hanfölen als Verletzung ihres Gehörsanspruchs (Beschwerde 1 S. 19 ff.; Beschwerde 2 S. 23 ff.). 4.6.1 Das Kantonsgericht wies die entsprechenden Beweisanträge mit der Begründung ab, dass sich aus den Akten genügend Anhaltspunkte ergeben würden und diesbezüglich eine amtliche Erkundigung bei der E.________AG in Winterthur eingeholt und zudem der Zeuge D.________ von der B.________GmbH an der Hauptverhandlung befragt worden sei (angefochtenes Urteil S. 8). 4.6.2 Die Rügen der Beschwerdeführer sind abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Soweit sie die telefonische Er-kundung durch das Kantonsgericht bei der E.________AG kritisieren, übersehen sie, dass bereits anlässlich des Ermittlungsverfahrens die entsprechenden Abklärungen von der Kantonspolizei Zürich eingeholt wurden (kantonale Akten, act. 509). Es handelte sich mithin um eine mündliche Bestätigung des in den Akten befindlichen Protokolls. Im Übrigen zeigt das Kantonsgericht anhand einer Vielzahl von Indizien auf, weswegen die Version der Beschwerdeführer, wonach der Hanf lediglich für die Herstellung von ätherischen Ölen angebaut worden sei, unglaubhaft erscheine. Unter diesen Umständen durfte das Kantonsgericht ohne Willkür davon ausgehen, dass derartige Gutachten nichts am Beweisergebnis zu ändern vermöchten. 4.7 Der Beschwerdeführer 1 rügt zudem, dass der Notar, welcher die A.________GmbH gegründet habe, nicht einvernommen worden sei. Dieser hätte Auskunft über sein Verhalten anlässlich der Gründung erteilen können (Beschwerde 1 S. 23). Das Kantonsgericht wies den Antrag auf Einvernahme des Notars mit der Begründung ab, in den Akten bestünden genügend Anhaltspunkte hinsichtlich der Aufgaben- und Rollenverteilung. Zudem sei es unbestritten, dass der Beschwerdeführer 1 eine untergeordnete Rolle gespielt habe. Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, inwiefern die Aussagen des Notars Wesentliches zum Beweisergebnis beitragen könnten.