Citation: H 382/01 26.05.2003 E. 3.3

3.3.1 Entgegen der Vorinstanz ist der Umstand, dass der Kiesabbau auf einem im Kanton Luzern gelegenen Grundstück stattfindet, für die Frage der Kassenzugehörigkeit der in Basel wohnhaften Beschwerdeführerin in Bezug auf die Entschädigungen für die Einräumung des Ausbeutungsrechts nicht entscheidend. Dagegen spricht neben der Zuständigkeit des Wohnsitzkantons Basel-Stadt zum Steuerbezug auf den fraglichen Entgelten, dass ihr die betreffende Nutzung dienstbarkeitsvertraglich entzogen ist und ihr insofern Kiesgrube und auch Kieswerk nicht zugeordnet werden können. Ebenfalls nicht entscheidend ist, dass die Ausgleichskasse Basel-Stadt sich mit dem Anschluss der Beschwerdeführerin bei der Ausgleichskasse Luzern im Hinblick auf die Beitragserhebung aus Regalabbau einverstanden erklärt hat. Die Kassenzugehörigkeit beruht auf der gesetzlichen Regelung des Kompetenzbereichs der Ausgleichskassen und ist daher der freien Vereinbarung zwischen den Kassen entzogen (vgl. BGE 101 V 30 Erw. 3 sowie ZAK 1982 S. 84 Erw. 2). 3.3.2 Art. 117 Abs. 2 AHVV statuiert den Grundsatz der Zuständigkeit des Wohnsitzkantons bzw. des Kantons, in welchem das Unternehmen seinen rechtlichen Sitz hat, zum Beitragsbezug. Davon ist nach der Praxis des Bundesamtes nur abzuweichen und auf den Ort der Verwaltung, des Betriebes oder eines wesentlichen Betriebsteils abzustellen, wenn - kumulativ - die beteiligten Ausgleichskassen sich einig sind, Zweckmässigkeitsgründe dafür sprechen und seitens des Abrechnungspflichtigen keine gewichtigen Einwendungen erhoben werden. Dabei ist unter dem Gesichtspunkt der Zweckmässigkeit einzig massgebend, wo die Arbeitgeberkontrolle am besten und einfachsten durchgeführt werden kann (vgl. ZAK 1959 S. 369 unten). Bei Selbstständigerwerbenden ohne Arbeitnehmer ist daher regelmässig die Ausgleichskasse des Wohnsitzkantons für den Beitragsbezug zuständig. Art. 117 Abs. 2 zweiter Satz AHVV stellt lediglich eine "Kann-Vorschrift" dar. Fallen Wohnsitz resp. Sitz des Unternehmens und Ort der Verwaltung oder des Betriebes auseinander, kommt nicht zwingend die hier vorgesehene Ausnahmeregelung zum Zuge. Sodann spricht Art. 117 AHVV ausdrücklich von den "Arbeitgebern und Selbstständigerwerbenden". Es besteht somit Raum für eine allenfalls nach Selbstständigerwerbenden mit und ohne Arbeitnehmer differenzierende Zuständigkeitsordnung, wo der Wohnsitz oder Sitz nicht mit dem Ort der Verwaltung oder des Betriebes übereinstimmt. In diesem Zusammenhang stellt der Ort, wo die Arbeitgeberkontrolle am besten durchgeführt werden kann, ein sinnvolles und geeignetes Entscheidungskriterium dar. Für die dargelegte Regelung der Kassenzugehörigkeit bei Selbstständigerwerbenden ohne Arbeitnehmer spricht auch die Zuständigkeit des Wohnsitzkantons des Beitragspflichtigen zum Steuerbezug. Wo es um die Qualifikation einer Aktivität als selbstständige Erwerbstätigkeit oder Nichterwerbstätigkeit geht, ist schliesslich zu beachten, dass Nichterwerbstätige ihre Beiträge der Ausgleichskasse ihres Wohnsitzkantons zu entrichten haben (Art. 118 Abs. 1 erster Teilsatz AHVV). 3.4 Nach dem Gesagten ist die Zuständigkeit der Ausgleichskasse Luzern zum Beitragsbezug auf den Entschädigungen an die Beschwerdeführerin für die Einräumung des Kiesabbaurechts auf dem ihr gehörenden Grundstück zu verneinen. Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie der Beitragsverfügungen und der Verzugszinsverfügung vom 25. September 2000, ohne dass der materiell streitige Punkt (Qualifikation der fraglichen Entgelte als beitragspflichtiges Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit oder beitragsfreier Kapitalertrag aus der Verwaltung privaten eigenen Vermögens [vgl. dazu BGE 125 V 184 ff. Erw. 2]) zu prüfen wäre.