Citation: 7B_484/2023 E. 2.2.3

2.2.3. Unbestritten ist, dass der Umfang der versiegelten Daten und die Komplexität des Strafverfahrens den Beizug eines Sachverständigen erforderten und dieser eine gewisse Verzögerung der Entscheidung (en) über die Entsiegelung mit sich brachte. Die Dauer der jeweiligen Entsiegelungsverfahren - zum Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung insgesamt 42, 41 bzw. rund 34 Monate - erweist sich aber als deutlich zu lang. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, weisen sämtliche drei Verfahren Leerläufe auf, die nicht den Verfahrensbeteiligten anzulasten sind und verhindert haben, dass die Verfahren zum Abschluss gebracht werden konnten. Dass es in den Entsiegelungsverfahren etwa zu Streitigkeiten über die Zulassung eines Sachverständigen, einem Verfahren über die Zulässigkeit einer weiteren Verfahrenspartei oder zu einer allfällig durch eine Beschwerde bedingte Verzögerung gekommen wäre, behauptet das Zwangsmassnahmengericht jedenfalls nicht. Am Ganzen ändert auch nichts, dass im Oktober 2022 offenbar ein Wechsel der Verfahrensleitung (en) stattfand, zumal sich Strafbehörden nicht auf Unzulänglichkeiten der Gerichtsorganisation berufen können (vgl. E. 2.1.1 hiervor). Unter diesen Umständen ist eine Verletzung des Beschleunigungsgebots in den Entsiegelungsverfahren KZM 20 168, KZM 20 261 und KZM 20 1211 zu bejahen.