Citation: 8C_28/2014 E. 3.2

3.2. Das kantonale Gericht hat eine rückwirkende Rentenaufhebung per 1. August 2009 als gerechtfertigt erachtet, weil der IV-Stelle der Stellenantritt bei der Firma B.________ und die damit eingetretene Einkommenserhöhung nicht gemeldet worden seien, was es als zumindest leicht fahrlässige Meldepflichtverletzung qualifizierte. Eine leichte Fahrlässigkeit reicht für eine rückwirkende Leistungseinstellung aus (BGE 118 V 214 E. 2a S. 218 m.H.). Der im Rahmen des Vorbescheidverfahrens durch eigene Notizen unterlegten Behauptung, sich mit der damaligen Bezugsperson bei der IV-Stelle erstmals am 19. August 2009, später erneut am 12. November 2009 und am 28. September 2010 telefonisch über die auf Ende Juli 2013 befristete Tätigkeit bei der B.________ unterhalten zu haben, hielt das kantonale Gericht das Fehlen entsprechender Notizen in den Akten der IV-Stelle entgegen: Während die ersten beiden behaupteten Unterredungen in den IV-Akten überhaupt nicht vermerkt seien, fände sich zwar eine Gesprächsnotiz vom 28. November 2010, indessen ohne die Tätigkeit bei der B.________ aufzugreifen. Bezogen darauf, dass in dieser Notiz ein nicht in den Akten gelegenes Schreiben des Beschwerdeführers vom 16. Januar 2010 erwähnt ist, erklärte die Vorinstanz, dass dieses Datum vom Versicherten durchaus so habe erwähnt sein können, ohne dass deswegen direkt darauf geschlossen werden könne, ein Schreiben mit diesem Datum sei je im Besitz der IV-Stelle gewesen; dieser Beweis sei genau so wenig durch das im Vorbescheidverfahren eingereichte, auf den 28. September 2010 datierte, an die IV-Stelle adressierte, nicht signierte Schriftstück erbracht, fehle es doch an konkreten Anhaltspunkten für eine nicht ordnungsgemässe Aktenführung der IV-Stelle; abgesehen davon finde sich in den Akten das (ein ähnliches Datum aufweisende) Schreiben des Beschwerdeführers vom 6. Januar 2010, worin er aktenmässig erstmals erstellt um umgehende Einstellung der Rentenleistungen wegen verbesserter Einkommenssituation aus selbstständiger Erwerbstätigkeit sowie eines eine höhere Leistung erlaubenden Gesundheitszustands ersucht habe, ohne indessen zugleich auf die seit August 2009 ausgeübte Tätigkeit bei der B.________ hinzuweisen. Das Gericht erwog weiter, es falle statt dessen auf, dass der Beschwerdeführer nicht nur gegenüber der IV-Stelle wiederholt vom Versuch "über die Runden zu kommen" oder sich ohne Rente "durchzuschlagen" sprach bzw. schrieb (dazu siehe etwa die Telefonnotiz der IV-Stelle vom 28. September 2010 oder die E-Mail des Beschwerdeführers an die IV-Stelle noch am 7. August 2012), sondern er gab anlässlich der medizinischen Untersuchung durch die MEDAS dieser gegenüber zudem an, sich aktuell bei einem Monatseinkommen von zwischen Fr. 3'000.- und Fr. 3'500.- finanziell durchzuschlagen (Expertise vom 16. April 2012, persönliche Anamnese); dies, obwohl er - wie sich für die IV-Stelle erst nachträglich herausstellte - bereits ab August 2009 tatsächlich ein Monatseinkommen von durchschnittlich über Fr. 10'000.- generierte; insgesamt entstehe der Eindruck, dass er - allenfalls auf Grund der mit der Befristung des Arbeitsvertrages verbundenen Unsicherheit über die Nachhaltigkeit der neuen Einkommensverhältnisse - die Beschwerdegegnerin über seine aktuell sehr guten Einkommensverhältnisse nicht vorbehaltlos informiert habe; dazu passe auch, dass er die Lohnausweise der B.________ für die Jahre 2009 bis 2011 sowie eine Kopie des Anstellungsvertrags trotz wiederholter Aufforderung bis zum Erlass der Verfügung vom 29. März 2013 nicht eingereicht hatte.