Citation: 7B_98/2022 E. 4.5

4.5. Wie die Vorinstanz feststellt, bestehen konkrete Anhaltspunkte, dass sich unter den versiegelten Asservaten Bankunterlagen befinden, welche Kontenverbindungen der Beschwerdeführer betreffen. Nach der dargelegten Praxis des Bundesgerichtes sind die Beschwerdeführer daher zur Einsprache (Art. 50 Abs. 3 Satz 2 [erster Halbsatz] VStrR, Siegelungsbegehren) grundsätzlich berechtigt. Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichtes hat hier von Gesetzes wegen ein förmliches Entsiegelungsverfahren einzuleiten und die angerufenen Durchsuchungshindernisse materiell zu prüfen (Art. 50 Abs. 3 Satz 2 [zweiter Halbsatz] i.V.m. Art. 25 Abs. 1 VStrR). Die Beschwerdeführer sind dabei als Verfahrensparteien zuzulassen; im Entsiegelungsverfahren wird diese insbesondere die prozessuale Obliegenheit treffen, die von ihnen geltend gemachten Durchsuchungshindernisse ausreichend zu substanziieren (BGE 142 IV 207 E. 7.1.5, E. 11; 141 IV 77 E. 4.3, E. 5.5.3, E. 5.6). Dass die Vorinstanz aufgrund unvollständiger Akten noch nicht hat prüfen können, welche Bankunterlagen über welche Konten ediert und provisorisch versiegelt wurden, ändert an dieser gesetzlichen Regelung nichts und vermag sich prozessual nicht zulasten der Beschwerdeführer auszuwirken. Im vorliegenden Fall besteht auch kein Ausnahmefall, bei dem die Einsprachen (Siegelungsbegehren) offensichtlich unbegründet bzw. rechtsmissbräuchlich erhoben erschienen und ein förmliches Entsiegelungsverfahren vor der Beschwerdekammer zum Vornherein einem Prozessleerlauf gleichkäme. Wie die Vorinstanz feststellt, haben die Beschwerdeführer schon im Einspracheverfahren geltend gemacht, es seien zahlreiche Unterlagen ediert und provisorisch versiegelt worden, die geheimnisgeschützt und nicht vom Tatverdacht erfasst seien, nicht in den Rahmen des untersuchten Sachverhalts fielen und deren Durchsuchung daher unverhältnismässig sei. Die substanziierte Bezeichnung der auszusondernden oder zu schwärzenden Asservate werde im einzuleitenden Entsiegelungsverfahren erfolgen (vgl. angefochtener Entscheid, E. 5.2 S. 8 f.).