Citation: 2C_34/2023 E. 1.2.2

1.2.2. Die Beschwerdeführerin macht einen nachehelichen Bewilligungsanspruch aus Art. 50 Abs. 1 AIG geltend. Der Aufenthaltsanspruch knüpft gemäss dem Wortlaut des Gesetzes an diejenigen von Art. 42 und 43 AIG an und setzt damit voraus, dass der Ehegatte, von dem die Bewilligung abgeleitet wird, das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz besitzt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind im Lichte des Diskriminierungsverbots von Art. 2 FZA ehemalige Ehegatten von EU-Angehörigen gleich zu behandeln wie die ehemaligen Ehegatten von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern. Artikel 50 AIG ist folglich auch dann anwendbar, wenn der ehemalige Ehegatte nur eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA für die Schweiz und keine Niederlassungsbewilligung besitzt, sofern er sich noch im Land aufhält (BGE 144 II 1 E. 4.7 und 4.8; Urteile 2C_263/2023 vom 20. September 2023 E. 4.3.2; 2C_268/2023 vom 31. August 2023 E. 4.2.1).