Citation: 1P.597/2002 07.01.2003 E. 3

Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, er sei nicht dazu verpflichtet gewesen, "Arztzeugnisse vorzulegen, die sich über die Hafterstehungsfähigkeit äussern". Dass die kantonalen Instanzen die Frage der Hafterstehungsfähigkeit nicht durch besondere Beweisvorkehren, etwa mittels medizinischer Gutachten, näher geprüft hätten, verletze "das in Art. 9 BV enthaltene Willkürverbot". 3.1 Es kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren rechtzeitig und formgerecht entsprechende Beweisanträge gestellt und insofern den kantonalen Instanzenzug erschöpft hat (vgl. Art. 86 Abs. 1 OG). Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, erwiese sich die Rüge ohnehin als unbegründet. Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt vor, wenn der angefochtene kantonale Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 125 II 10 E. 3a S. 15, 129 E. 5b S. 134; 124 I 208 E. 4a S. 211; 124 IV 86 E. 2a S. 88, je mit Hinweisen). 3.2 Wie bereits dargelegt, wurde der Beschwerdeführer rechtskräftig zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Im angefochtenen Entscheid wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass beim Strafantritt eine obligatorische ärztliche Eintrittsmusterung erfolgt (vgl. Art. 42 ff. des Reglements über die Strafanstalten des Kantons Wallis). Auch während des Strafvollzuges ist die ärztliche Versorgung gewährleistet (vgl. Art. 6 Abs. 1 VStGB 1). Es ist nicht sachlich unhaltbar, wenn die kantonalen Instanzen die Auffassung vertreten, es müssten nicht bei jedem rechtskräftig Verurteilten, der die Hafterstehungsfähigkeit bestreitet, vor der ärztlichen Eintrittsmusterung noch eine zusätzliche Expertise oder andere Abklärungen zur Frage der Hafterstehungsfähigkeit angeordnet werden. Dies umso weniger, wenn der Verurteilte - wie im vorliegenden Fall - nicht darlegt, inwiefern die von ihm geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden den Strafvollzug (trotz gewährleisteter ärztlicher Betreuung) zum Vornherein ausschliessen würden. Dass die kantonalen Instanzen im hier zu beurteilenden Fall auf entsprechende zusätzliche Beweisvorkehren verzichtet haben, hält vor der Bundesverfassung stand.