Citation: 6B_1422/2019 E. 5.4.1

5.4.1. Art. 22 Abs. 1 StGB stellt die versuchte Begehung eines Verbrechens oder Vergehens unter Strafe. Nach der bundesgerichtlichen Definition liegt ein Versuch vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht wären (BGE 140 IV 150 E. 3.4; 137 IV 113 E. 1.4.2; 131 IV 100 E. 7.2.1). Eine Form des Versuchs ist der untaugliche Versuch. Beim untauglichen Versuch liegt ein Sachverhaltsirrtum zuungunsten des Täters vor. Nach seiner Vorstellung erfüllt er einen Tatbestand, in Wirklichkeit ist sein Verhalten harmlos (BGE 140 IV 150 E. 3.5; 124 IV 97 E. 2a). Das Tatobjekt ist untauglich, wenn das vom Täter angegriffene Objekt eine vom Gesetz geforderte tatsächliche Beschaffenheit oder rechtliche Eigenschaft nicht aufweist (Urteil 6B_267/2008 vom 9. Juli 2008 E. 4.4.). Der untaugliche Versuch ist strafbar, wobei Art. 22 Abs. 1 StGB eine fakultative Strafmilderung vorsieht. Straflos bleibt gemäss Art. 22 Abs. 2 StGB einzig jener Täter, der aus grobem Unverstand verkennt, dass die Tat nach der Art des Gegenstands oder des Mittels, an oder mit dem er sie ausführen will, überhaupt nicht zur Vollendung gelangen kann (Urteil 6B_267/2008 vom 9. Juli 2008 E. 4.4 mit Hinweis).