Citation: 9C_286/2007 07.01.2008 E. 4

4.1 Die vorinstanzliche Feststellung, das PD-Gutachten vom 21. März 2005 attestiere allein aufgrund der somatoformen Schmerzstörung eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %, ist offensichtlich unrichtig. Die Experten hielten ausdrücklich fest, im Vordergrund stünden eine anhaltende mittelgradig depressive Störung mit somatischem Syndrom und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei kombinierter Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend histrionischen und teilweise emotional unstabilen Zügen. Im ergänzenden Bericht vom 14. November 2005 bezeichneten sie das Ausmass der Symptomatik in Bezug auf die mittelgradige depressive Episode als beträchtlich und anhaltend. Im Gutachten wurde sodann auch der Persönlichkeitsstörung für sich allein genommen teilweise Krankheitswert zugemessen. Zudem wurde festgehalten, die Störung wirke sich in Kombination mit den übrigen Störungen erheblich und ungünstig auf die Behandlung aus. Die Gutachter bejahten auch die Notwendigkeit, die begonnene Psychotherapie einschliesslich einer zu optimierenden Psychopharmakotherapie weiterzuführen. Abgesehen davon setzt sich das kantonale Gericht mit der Feststellung, die im PD-Gutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit beruhe allein auf der somatoformen Schmerzstörung, in Widerspruch zu sich selber, wenn es an anderer Stelle ausführt, eine Tendenz zu aggravatorischem Verhalten sei nicht von der Hand zu weisen, hätten doch die behaupteten Schmerzen nicht objektiviert werden können und sei ihre Ursache (Hyperthyreose und Verlust der Arbeitsstelle) äusserst fragwürdig. Damit stellt sie letztlich die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung in Frage. Die Vorinstanz hat dem Gutachten des PD vom 21. März 2005 ausdrücklich vollen Beweiswert zuerkannt. 4.2 Im Weitern steht fest, dass das kantonale Gericht aufgrund eines offensichtlichen Versehens fälschlicherweise von einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) ausgegangen ist. Tatsächlich besteht ein Status nach Hyperthyreose Morbus Basedow. Das ist nicht das Gleiche. Im PD-Gutachten vom 21. März 2005 wurde die Hyperthyreose als auslösender oder begünstigender Faktor der Depressions- und Schmerzproblematik bezeichnet. Ebenfalls wurde in den Berichten der Klinik Y.________, Abteilung Psychosomatik, vom 22. Juni 2004 und der Klinik X.________ vom 4. Juli 2003 die depressive Entwicklung im Zusammenhang mit der Schilddrüsenüberfunktion und der dadurch bedingten Arbeitsunfähigkeit sowie der Kündigung des langjährigen Arbeitsverhältnisses 2001 gesehen. Gemäss dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Auszug aus der freien Endzyklopädie Wikipedia sind Symptome der Schilddrüsenüberfunktion unter anderem Depressionen (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Basedow-Krankheit). Wenn im Übrigen im angefochtenen Entscheid festgehalten wird, die Beschwerdeführerin betreibe durch ihren Cannabiskonsum eine Selbstlimitierung, welcher eine negative Auswirkung auf die berufliche Integration, Therapierbarkeit und Prognose habe, bleibt unerwähnt, dass im PD-Gutachten vom 21. März 2005 der schädliche Gebrauch von Cannabis als Folge der Persönlichkeitsstörung betrachtet wurde. 4.3 Schliesslich wird in der Beschwerde zu Recht gerügt, die weiteren vom kantonalen Gericht erwähnten Gründe für die Verneinung eines invalidisierenden Gesundheitsschadens (Rentenbegehrlichkeit, Aggravation, Verletzung der Selbsteingliederungspflicht, schlechte Compliance) beruhten teilweise auf willkürlichen und aktenwidrigen Sachverhaltsfeststellungen. Insbesondere trifft nicht zu, die Beschwerdeführerin habe sich nach der Untersuchung in der Klinik Y.________ vom 28. Februar 2003 nicht stationär behandeln lassen. Die Versicherte hielt sich vom 2. April bis 8. Mai 2003 in der Klinik X.________ auf, wie die Vorinstanz zwar selber erwähnt, ohne daraus die entsprechende Schlussfolgerung bezüglich des Morbiditätskriteriums der erfolgten Behandlungen zu ziehen. Sodann kann keine Rede davon sein, die Beschwerdeführerin habe praktisch jährlich ihren Hausarzt gewechselt. Ebenfalls trifft offensichtlich nicht zu, dass die Beschwerdeführerin bis anhin keine Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion aufgenommen hat. Aufgrund der Akten kann jedenfalls nicht von einer anspruchsrelevanten Verletzung der Selbsteingliederungspflicht gesprochen werden. Nach dem Gesagten muss die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung zum Gesundheitszustand und zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit als offensichtlich unrichtig bezeichnet werden. Sie ist daher für das Bundesgericht nicht verbindlich (E. 1). Die Akten sind nicht spruchreif. Vielmehr bedarf es, wie in der Beschwerde beantragt, ergänzender Abklärungen durch die IV-Stelle (Einholung eines polydisziplinären Gutachtens), um den streitigen Rentenanspruch beurteilen zu können.