Citation: 5A_207/2024 E. 5.2.1

5.2.1. Gewiss wären die Beschwerdegegner im Falle der Nichtanerkennung des Konkursdekrets aus den Britischen Jungferninseln (s. Sachverhalt Bst. A) nach dem Gesagten von vornherein nicht in der Lage, als ausländische Konkursverwaltung vor Schweizer Gerichten gegen den Beschwerdeführer einen Prozess betreffend gesellschaftsrechtliche Verantwortlichkeit zu führen. Insofern trifft es wohl zu, dass der Beschwerdeführer durch die erstinstanzliche Verfügung vom 25. Mai 2023 (s. Sachverhalt Bst. B.b) mehr als andere Personen berührt ist und ihm bei einer erfolgreichen Anfechtung dieser Verfügung auch verschiedene Nachteile und Risiken erspart bleiben würden, die eine Verantwortlichkeitsklage der Beschwerdegegner mit sich brächte. Allein daraus folgt aber nicht, dass der Beschwerdeführer auch ein im beschriebenen Sinn schutzwürdiges Interesse daran hat, die Anerkennung des Konkursdekrets aus den Britischen Jungferninseln für das Gebiet der Schweiz anzufechten. Denn dass der Beschwerdeführer im Falle einer erfolgreichen Anfechtung des Anerkennungsentscheids von den Beschwerdegegnern keinen Verantwortlichkeitsprozess mehr zu befürchten hätte, ist lediglich eine indirekte Folge der Nichtanerkennung des ausländischen Konkurses in der Schweiz für das hier belegene Vermögen der konkursiten D.________ Limited: Die Prozessführungsbefugnis der Beschwerdegegner, um die es dem Beschwerdeführer ganz offenkundig zu tun ist, betrifft nicht das Hilfskonkursverfahren als solches, sondern einen von ihm befürchteten Verantwortlichkeitsprozess und damit ein anderes, vom Hilfskonkursverfahren losgelöstes und überdies hypothetisches Verfahren. Das Bezirksgericht hält ausdrücklich fest, dass in der streitgegenständlichen Verfügung vom 25. Mai 2023 über den Antrag der Beschwerdegegner, auf die Durchführung eines Hilfskonkursverfahrens zu verzichten, (noch) nicht entschieden wird und das Verfahren diesbezüglich beim Bezirksgericht hängig bleibt (vgl. Sachverhalt Bst. B.b). Allein mit dem heute zu beurteilenden (positiven) Anerkennungsentscheid steht somit nicht fest, dass auf die Durchführung eines Hilfskonkurses am Konkursamt Höfe verzichtet wird und die Beschwerdegegner in der Folge (unter anderem) die Prozessführungsbefugnis erlangen (Art. 174a IPRG). Ebenso ist ungewiss, wie das Konkursamt Höfe, sollte es ein Hilfskonkursverfahren durchzuführen haben, mit den angeblichen Ansprüchen aus gesellschaftsrechtlicher Verantwortlichkeit des Beschwerdeführers umgehen wird. Bleibt auf die beschriebene Weise aber vollends in der Schwebe, ob und gegebenenfalls von wem ein allfälliger Verantwortlichkeitsprozess gegen den Beschwerdeführer überhaupt eingeleitet werden wird, so kann der Beschwerdeführer als potentieller Beklagter in einem allfälligen Verantwortlichkeitsprozess seine Legitimation zur Beschwerde gegen die Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets nicht allein darauf stützen, dass er sich gegen den befürchteten Prozess sozusagen präventiv schon im Anerkennungsverfahren wehren können müsse. Die Nachteile, die zu vermeiden sich der Beschwerdeführer von einer erfolgreichen Anfechtung des Anerkennungsentscheids verspricht, sind mithin nicht konkret genug, um ihm ein aktuelles und praktisches Interesse an der Überprüfung der angefochtenen Verfügung vom 25. Mai 2023 zu attestieren. Der Entscheid vom 15. Juni 2020 sagt nichts darüber aus, ob die Beschwerdegegner dereinst vor Schweizer Gerichten einen Verantwortlichkeitsprozess gegen den Beschwerdeführer anstrengen werden. An all dem ändert auch der Einwand des Beschwerdeführers nichts, wonach die Verneinung seiner Beschwerdelegitimation zur Konsequenz habe, dass er sich einem allfälligen Verantwortlichkeitsprozess selbst dann stellen müsste, wenn die Voraussetzungen für die Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets gar nicht erfüllt wären. Der Beschwerdeführer selbst weist zutreffend darauf hin, dass das Recht auf Weiterziehung eines inländischen Konkursentscheids nach Art. 174 SchKG auf Anerkennungsentscheide nach Art. 166 Abs. 1 IPRG analog anwendbar ist (s. vorne E. 5.1.2). Dass er als rein potentieller Drittschuldner gestützt auf Art. 174 SchKG zur Beschwerde gegen eine inländische Konkurseröffnung legitimiert wäre, um der klageweisen Geltendmachung allfälliger Verantwortlichkeitsansprüche durch die Konkursmasse oder allfällige Abtretungsgläubiger (Art. 260 SchKG) gegen ihn vorsorglich einen Riegel zu schieben, macht der Beschwerdeführer aber nicht geltend. Allein dass die örtliche Zuständigkeit des Anerkennungsgerichts mit dem angeblichen Anspruch gegen den Drittschuldner begründet wird (Art. 167 Abs. 1 Satz 2 IPRG), rechtfertigt es nicht, dem potentiellen Drittschuldner mit der Legitimation zur Beschwerde gegen den Anerkennungsentscheid im beschriebenen Sinn die Möglichkeit zur Ergreifung einer Präventivmassnahme gegen den befürchteten Drittprozess zu verschaffen. Entgegen dem, was der Beschwerdeführer glauben machen will, folgt aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein unbedingtes Beschwerderecht eines jeden, der sich dem Anerkennungsgesuch widersetzen möchte. Laut dem Entscheid, den der Beschwerdeführer zitiert, steht das Recht zur Beschwerde gegen den Anerkennungsentscheid "sämtlichen Interessierten" ("l'ensemble des intéressés") zu (BGE 139 III 504 E. 3.2), womit wiederum das schutzwürdige Interesse angesprochen ist.