Citation: 4A_226/2020 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz eine widersprüchliche Argumentation vor. Denn nach vorinstanzlicher Sichtweise sei ein etwaiger Minderwert nicht Gegenstand der Entschädigungsvereinbarung gewesen. Also könne sich der von der Vorinstanz gestützt auf die Entschädigungsvereinbarung angenommene Verzicht auf den Einwand der verspäteten Mängelrüge auch nicht darauf beziehen. Jedenfalls hinsichtlich der geltend gemachten Minderung bzw. der Herabsetzung des Werkpreises wegen dem Werkmangel 2012 habe sie deshalb nicht stillschweigend auf die Einwendung der verspäteten Mängelrüge verzichtet. Selbst wenn aber dem so wäre, müsste berücksichtigt werden, dass die Beschwerdegegnerin erst über einen Monat nach Abschluss der Entschädigungsvereinbarung, am 30. November 2012, erstmals schriftlich Mängelrüge erhoben habe. Damit sei die nach der einschlägigen Verkehrsübung zulässige Dauer der Prüfungs- und Rügefrist (erneut) überschritten.