Citation: 6B_1450/2017 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz begründet den Schuldspruch wie folgt: Der Beschwerdeführer habe bereits eine halbe Stunde vor Beginn der rund dreissigminütigen Fahrt vom Wohn- an den Arbeitsort einen Blutzuckerwert im untersten Normalbereich (zwischen 4 und 8 mmol/l) resp. unter dem Idealwert, den er mit 5 oder 5,5 angegeben hatte, aufgewiesen. Er hätte somit nicht ohne Vorsichtsmassnahmen (Einnahme von Kohlenhydraten oder neue Blutzuckerkontrolle) die Autofahrt antreten dürfen. Nicht zu hören sei der Einwand, es wäre möglich, dass der Blutzuckerwert wegen des Unfallschocks schnell (auf die ca. 40 Minuten nach dem Unfall gemessenen 1,1 mmol/l) gesunken sei. Nach Auskunft eines behandelnden Arztes erhöhe sich der Blutzuckerspiegel unter Stress eher als dass er sinke. Bei dieser Sachlage sei von Fahrunfähigkeit auszugehen. Der objektive Tatbestand von Art. 91 Abs. 2 lit. b sei mithin erfüllt. Der Beschwerdeführer, so die Vorinstanz weiter, sei schuldig zu sprechen, weil er mindestens eventualvorsätzlich gehandelt habe, als er 30 Minuten vor Antritt der Fahrt einen Blutzuckerwert von nur 4,8 mmol/l gemessen habe und dennoch ohne weitere Vorsichtsmassnahme ein Fahrzeug gelenkt habe. Er sei etwas spät dran gewesen und habe am Arbeitsort frühstücken wollen. In dieser Situation habe er nicht darauf vertrauen dürfen, dass sein Blutzuckerwert nicht absinke. Dass er die erwähnten Richtlinien und das Merkblatt nicht gekannt habe, entlaste ihn nicht. Es liege in der Verantwortung eines jeden Fahrzeugführers mit Diabetes mellitus, sich über die potentiell fahrfähigkeitsbeeinträchtigende Wirkung dieser Krankheit zu informieren. Dazu gehöre, die für Fahrzeuglenker relevanten minimalen Blutzuckerwerte zu kennen oder den behandelnden Arzt danach zu fragen.