Citation: U 24/03 26.06.2003 E. 3

Streitig ist der Anspruch auf Taggelder, Invalidenrente sowie Integritätsentschädigung und in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage, welche der geklagten Gesundheitsschäden adäquat kausale Unfallfolgen sind. 3.1 Die Vorinstanz geht davon aus, dass sich aufgrund der geringfügigen somatischen Unfallfolgen am linken Knie ein Invaliditätsgrad von 25 % ergebe, während der geklagte psychische Gesundheitsschaden nicht in adäquat kausalem Zusammenhang zum Unfall von Februar 1997 stehe; im Übrigen liege keine erhebliche Integritätseinbusse vor, die eine Integritätsentschädigung rechtfertigen würde. Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Auffassung, dass vorliegend eine Trennung zwischen organischen und psychischen Unfallfolgen nicht möglich sei, sondern die geklagte schwere sensorische Störung mit Schmerzchronifizierung vielmehr einen Organschaden darstelle, der durch den Unfall mitverursacht worden sei; im Weiteren liege eine operationsbedingte weitere Körperschädigung vor, für welche die SUVA einzustehen habe. Aber auch bei Anwendung der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen sei die Adäquanz des geklagten psychischen Gesundheitsschadens zu bejahen. 3.2 Dr. med. D.________ diagnostiziert in seinem Gutachten vom 24. November 2000 einen Status nach anterolateraler Patellakontusion bei Patella bipartita rechts, einen Status nach Arthroskopie und Entfernung eines Patellafragments rechts, einen Status nach Patellakontusion links 1985 sowie eine schwere sensorische Störung mit Schmerzchronifizierung; gemäss Ergänzungsbericht des Gutachters vom 24. Juli 2001 sei dem Versicherten aufgrund der rein organischen Unfallfolgen eine geeignete, leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit ganztags mit normaler Leistung zumutbar. Hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der somatischen Unfallfolgen ist der Bericht vom 24. Juli 2001 - gerade auch im Zusammenhang mit dem Gutachten von November 2000 - für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden; zudem sind die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Damit ist davon auszugehen, dass der Versicherte aus somatischen Gründen in einer leidensangepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist. 3.3 Der von Dr. med. D.________ festgestellte körperliche Gesundheitsschaden ist - entgegen der Auffassung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde - von den geklagten psychischen Beschwerden zu unterscheiden, die im Gutachten des SPD vom 21. September 1999 als "anhaltende Schmerzen nach einer Kontusion am 4.02.1997, die vom Patienten konflikthaft als invasiver Eingriff in seine körperliche Integrität verarbeitet wurde (ICD-10: F45.4)" diagnostiziert werden: Im orthopädischen Gutachten vom 24. November 2000 wird zwar eine schwere sensorische Schädigung mit Schmerzchronifizierung als "Organschädigung" diagnostiziert, jedoch spricht Dr. med. D.________ auch von einer "Operationsverarbeitungsstörung", was einen - durch den SPD mit Gutachten vom 21. September 1999 diagnostizierten - psychischen Gesundheitsschaden darstellt. Dies deckt sich mit den Ausführungen im Ergänzungsbericht des Dr. med. D.________ vom 24. Juli 2001, wonach sich der Hammerschlag "nicht in einer fassbaren relevanten Schädigung des Kniegelenkes ausdrückt (organisches Leiden), sondern in einem manifesten Fähigkeitsverlust"; der Experte hat mit andern Worten - wie schon der SUVA-Arzt Dr. med. R.________ in seinem Bericht vom 2. Februar 1998 und auch die übrigen den Versicherten behandelnden oder untersuchenden Ärzte - kein entsprechendes organisches Substrat für die geklagten Schmerzen gefunden. Läge nach Ansicht des Experten wirklich ein organisches Leiden vor, hätte er ohne Zweifel den Beizug eines Neurologen verlangt, damit dieser eine somatische Grundlage für die Schmerzchronifizierung abkläre. Gemäss Ergänzungsbericht vom 24. Juli 2001 zweifelt Dr. med. D.________ denn auch, ob es sich bei der von ihm diagnostizierten schweren sensorischen Schädigung mit Schmerzchronifizierung um ein organisches Leiden handle. Es ist somit davon auszugehen, dass ein vom Knieschaden zu unterscheidendes psychisches Leiden vorliegt. Dessen adäquater Kausalzusammenhang zum Unfall von Februar 1997 kann jedoch ohne weiteres verneint werden, da der Schlag mit dem Hammer auf das Knie, der keine Hautverletzungen oder Ergüsse zur Folge hatte, als leichter Unfall aufzufassen und somit nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 115 V 139 Erw. 6a, vgl. Erw. 2 hievor). Dies hat zur Folge, dass der Unfall zwar unter Umständen eine natürlich kausale Teilursache der psychischen Beschwerden darstellt, ihm aber rechtlich nicht zugerechnet werden kann. Damit kann auch offen bleiben, ob der geklagte psychische Gesundheitsschaden immer noch Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat; so hat denn der SPD im Gutachten vom 21. September 1999 eine Arbeitsunfähigkeit in (zur angestammten Arbeit auf dem Bau) alternativen Tätigkeiten bloss für die nächsten ein bis zwei Jahre angenommen und festgehalten, dass sich die psychische Situation mit der Zeit entspannen könne. Weitere Abklärungen sind nicht notwendig. 3.4 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers können die geklagten psychischen Beschwerden auch nicht auf eine Schädigung während der Heilbehandlung zurückgeführt werden, für welche die SUVA gemäss Art. 6 Abs. 3 UVG einstehen müsste. Denn die psychischen Beschwerden sind schon vor der am 11. Juni 1997 im Spital X.________ durchgeführten - und als Schädigung geltend gemachten - Patellektomie aufgetreten: So spricht das Spital X.________ bereits im Bericht vom 9. April 1997 davon, dass eine psychogene Überlagerung nicht auszuschliessen sei, was durch das Gutachten des SPD vom 21. September 1999 schlussendlich bestätigt wird, ohne dass die Operation vom 11. Juni 1997 als Ursache erwähnt wird. 3.5 Da der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall von Februar 1997 und den geklagten psychischen Beschwerden zu verneinen ist (vgl. Erw. 3.3 hievor), bemisst sich die Leistungspflicht der SUVA einzig nach den (geringen) somatischen Einschränkungen (vgl. Erw. 3.2 hievor). 3.5.1 Betreffend Invalidenrente ist die von SUVA und Vorinstanz anhand konkreter Arbeitsplatzbeschriebe vorgenommene Festsetzung des Einkommens nach Eintritt des Gesundheitsschadens (Invalideneinkommen) nicht zu beanstanden, da auf die körperlichen Einschränkungen genügend Rücksicht genommen wird; ebenso ist das Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) zu Recht anhand des zuletzt erzielten Verdienstes bestimmt worden. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden diese beiden Einkommen denn auch nicht bestritten. Somit ist der vom kantonalen Gericht und der SUVA auf 25 % festgelegte Invaliditätsgrad zu bestätigen. 3.5.2 Da nur geringe somatische Unfallfolgen vorliegen, ist das (bis zum Rentenbeginn ausgerichtete) Taggeld nicht rückwirkend zu erhöhen. Entgegen der Auffassung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist vorliegend Art. 36 Abs. 1 UVG nicht anwendbar, da für das Taggeld einzig das Knieleiden - nicht aber die geklagten psychischen Beschwerden - massgebend ist; es liegt somit gar keine Kürzung des Taggeldes vor, sondern es geht um die Festlegung des für das Taggeld massgebenden Gesundheitsschadens (vgl. Art. 16 Abs. 1 UVG). 3.5.3 Schliesslich besteht mangels adäquat kausalem Zusammenhang zum Unfall vom Februar 1997 auch kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung für die geklagten psychischen Beschwerden. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragten weiteren psychiatrischen Abklärungen sind aus diesem Grund nicht notwendig, wie auch offen bleiben kann, ob der psychische Gesundheitsschaden überhaupt noch vorliegt (vgl. Erw. 3.3 in fine hievor). Bezüglich des Knieleidens halten sowohl der SUVA-Arzt Dr. med. C.________ in seinem Bericht vom 4. Februar 1999 wie auch der Gutachter Dr. med. D.________ im Ergänzungsbericht vom 24. Juli 2001 klar fest, dass keine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität besteht, so dass kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ausgewiesen ist.