Citation: I 200/05 13.06.2005 E. 2

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. 2.1 In medizinischer Hinsicht kann mit Verwaltung und Vorinstanz grundsätzlich auf das Gutachten von Frau Dr. med. C.________ vom 20. November 2003 abgestellt werden, welches den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Stellungnahme (BGE 125 V 352 ff. Erw. 3) entspricht und - abgesehen von der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Beruf - auch mit der Beurteilung durch die Psychologin lic. phil. J.________ (Bericht vom 11. März 2003) weitgehend vereinbar ist. Die Gutachterin stellt - übereinstimmend mit der Psychologin - die Diagnosen einer Zwangsstörung, vorwiegend mit Zwangsgedanken (ICD-10: F42.0), sowie Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2). Nach ihrer Beurteilung sei derzeit von einer um 50% reduzierten Leistungsfähigkeit bei pensummässig grundsätzlich erhaltener Arbeitsfähigkeit als Hausfrau auszugehen. Diese Einschätzung solle jedoch - auch im Interesse der Erhebung "objektiver Daten" - vor Ort durch die darauf spezialisierten Organe der IV-Stelle überprüft werden. Die Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer ausserhäuslichen Tätigkeit sei - nach einer Einführungszeit mit verminderter Belastung - im gleichen Ausmass (100% Pensum, 50% Leistung) denkbar. Eine angepasste Tätigkeit müsse durch wiederkehrende Handlungsabläufe charakterisiert sein, welche dem Ausbildungniveau der Versicherten entsprechen. Hilfreich sei ausserdem eine reizarme Umgebung, und es müsse jederzeit möglich sein, die Arbeitsabläufe wegen unberechenbar auftretender Symptome zu unterbrechen. 2.2 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin, welche seit 1978, dem Jahr ihrer Heirat, in der Schweiz lebt, in den Jahren 1979 und 1980 in relativ geringem Ausmass erwerbstätig war. Anschliessend ging sie, abgesehen von einzelnen Kurzeinsätzen, keiner ausserhäuslichen Arbeit mehr nach. Die 1981 geborene Tochter ist verheiratet und führt einen eigenen Haushalt, während der Sohn (Jg. 1983) noch bei der Mutter lebt. Gegenüber der Abklärungsperson erklärte die Versicherte, ohne ihre psychischen Probleme ginge sie an ein bis zwei Nachmittagen pro Woche einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit (vorzugsweise leichte Büroarbeiten) nach. Die IV-Stelle schloss daraus auf eine Teilzeitstelle mit einem Pensum von 20%. Die Beschwerdeführerin lässt demgegenüber geltend machen, sie lebe seit Juni 2000 von ihrem Ehemann getrennt. Erfahrungsgemäss sei mit einer baldigen Scheidung zu rechnen. In diesem Zusammenhang werde - im Gesundheitsfall - angesichts der beiden bereits erwachsenen Kinder praxisgemäss von der Ehefrau verlangt, dass sie ihre Erwerbstätigkeit ausdehne, und die Unterhaltsbeiträge würden dementsprechend festgesetzt. Es sei deshalb von einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit mit vollem Pensum auszugehen, und der Invaliditätsgrad müsse dementsprechend auf der Grundlage eines reinen Einkommensvergleichs festgesetzt werden. Die gerichtliche Prüfung ist praxisgemäss in aller Regel auf den Sachverhalt beschränkt, wie er sich bis zum Erlass des Einspracheentscheids entwickelt hat (BGE 130 V 140 Erw. 2.1 mit Hinweisen, 116 V 248 Erw. 1a). Dieser erging am 22. Juni 2004. Zu diesem Zeitpunkt lebten die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann getrennt, waren jedoch weiterhin verheiratet. Ein Scheidungsverfahren war nach Lage der Akten nicht im Gang. Damit bestanden, wie die Vorinstanz mit Recht festhält, die ehelichen Unterhaltspflichten weiterhin fort. Der Ehemann hatte sich denn auch gemäss der eingereichten Trennungsvereinbarung verpflichtet, der Beschwerdeführerin einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von - ab August 2003 - Fr. 2250.- zu bezahlen. Dieser Betrag hätte zusammen mit den Einkünften aus einer 20%-igen Anstellung und dem Kostgeld des Sohnes ausgereicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Es hätte also auch im Gesundheitsfall keine zwingende wirtschaftliche Notwendigkeit vorgelegen, die Erwerbstätigkeit auszudehnen, während für eine unabhängig von diesem Aspekt gegebene diesbezügliche Absicht keine hinreichenden Anhaltspunkte bestehen. Unter diesen Umständen ist mit der Vorinstanz als nicht hinreichend erstellt anzusehen, dass die Versicherte ohne ihre psychischen Probleme ihr Pensum auf mehr als 20% erhöht hätte. Dementsprechend ist die Invalidität in Anwendung der gemischten Methode (Art. 28 Abs. 2ter IVG in Verbindung mit Art. 27bis IVV) zu bestimmen, wobei der erwerbliche Bereich mit 20% und die Haushaltstätigkeit mit 80% zu gewichten sind.