Citation: 2C_980/2020 E. 3.5

3.5. Insbesondere wenn statistische Daten fehlen, nimmt das Bundesgericht praxisgemäss einen Quervergleich mit Kurtaxenreglementen anderer Gemeinden vor, um zu überprüfen, ob die unterstellten Belegungsgrade haltbar sind (vgl. Urteile 2C_947/2019 vom 13. Februar 2020 E. 4.6.2; 2C_519/2016 vom 4. September 2017 E. 3.6.7). Diesbezüglich von besonderem Interesse sind vorliegend die Kurtaxenreglemente anderer Oberwalliser Gemeinden in der Nähe der Gemeinde Riederalp, die das Bundesgericht kürzlich zu überprüfen hatte, nämlich diejenigen der Gemeinden Leukerbad und Bürchen sowie der Gemeinden Naters und Bellwald; letztere zwei Gemeinden liegen in der unmittelbaren Nachbarschaft der Gemeinde Riederalp. Für die Gemeinde Leukerbad erachtete das Bundesgericht eine durchschnittliche Belegung von 50 Nächten als statistisch untermauert und unter dem Gesichtspunkt des Willkürverbots (Art. 9 BV) als zulässig (vgl. Urteile 2C_198/2020 vom 23. Dezember 2021 E. 3.5; 2C_519/2016 vom 4. September 2017 E. 3.6.11). Die Gemeinde Bürchen sah demgegenüber einen durchschnittlichen Belegungsgrad von 30 Logiernächten vor (Urteil 2C_272/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 2.2). Ähnlich wie die Gemeinde Riederalp war derweil die Gemeinde Bellwald ursprünglich von einem Belegungsgrad von 54 Nächten ausgegangen. Das Bundesgericht hielt diesen Belegungsgrad mangels statistischer Untermauerung für unzulässig und kam zum Schluss, dass lediglich eine durchschnittliche Belegung von 27 Tagen statistisch untermauert war (vgl. Urteil 2C_1147/2016 vom 8. Oktober 2018 E. 4.3). Daraufhin reduzierte die Gemeinde Bellwald den Belegungsgrad auf 31 Nächte (27 Nächte plus 15 % für Dunkelziffer), was vom Bundesgericht in der Folge nicht beanstandet wurde (Urteil 2C_860/2019 vom 22. März 2021 E. 2.2 und 2.3). Die Gemeinde Naters unterstellte einen durchschnittlichen Belegungsgrad von 30 Logiernächten, was vom Bundesgericht ebenfalls nicht beanstandet wurde (Urteil 2C_947/2019 vom 13. Februar 2020 E. 4.6.2; vgl. ausserdem auch Urteil 2C_353/2020 vom 22. September 2021 E. 6.3.2 und 6.3.3 zur Gemeinde Val-d'Illiez/VS, wo wie in Leukerbad 50 Logiernächte statistisch untermauert waren sowie Urteil 2C_1049/2017 vom 15. April 2019 E. 6.3 zur Gemeinde Laax/GR, wo mit 40 Logiernächten gerechnet wurde). Die Gemeinde Leukerbad ist als Kurort aufgrund der Lage und der Ausstattung weitaus besser darauf ausgerichtet, ganzjährig Touristen zu empfangen als die hier infrage stehende Gemeinde Riederalp. Diese ist eher vergleichbar mit ihren Nachbargemeinden Naters und Bellwald, die notorisch ebenfalls vor allem in der Winter- und der Sommersaison Gäste anziehen. Unter diesen Umständen wäre von der Gemeinde Riederalp umso mehr zu erwarten gewesen, dass sie ihre Berechnungen plausibilisiert und erklärt, weshalb im Sektor 1 von einem wesentlich höheren Belegungsgrad ausgegangen werden muss, als dies in den Nachbargemeinden sowie in der Gemeinde Bürchen der Fall ist (vgl. ARTHUR BRUNNER, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Immobiliensteuern, 2021, § 30 N 50 ff.). Diesen Anforderungen wird die Gemeinde - wie aufgezeigt - nicht gerecht.