Citation: 2C_42/2024 E. 4.3

4.3. Auch wenn die Beschwerdeführerin 3 mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen bei alltäglichen Verrichtungen Unterstützung benötigt, ist nicht ersichtlich, dass diese Pflege persönlich durch ihre Tochter und deren Ehegatten erbracht werden müsste. Vor Bundesgericht wird dies auch nicht (substanziiert) geltend gemacht. Ebenfalls kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis wird durch den blossen Umstand begründet, dass die Beschwerdeführerin 1 vor ihrer Heirat und der Einreise in die Schweiz in ihrem Herkunftsland Russland mit ihrer Mutter zusammengelebt hat. So ist ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis nicht allein deshalb zu bejahen, weil die Beschwerdeführerinnen 2 und 3 bis 2019 im selben Haushalt gelebt haben, zumal sich hieraus noch keine besondere Abhängigkeit ergibt. Zudem hat die Beschwerdeführerin 1 den gemeinsamen Haushalt im Jahr 2019 aufgegeben, um zu ihrem Ehegatten in die Schweiz zu ziehen, und lebten sie und ihre Mutter in der Folge getrennt, bis Letztere im Juni 2021 zu Besuchszwecken in die Schweiz kam. Dass sie im Anschluss in der Schweiz blieb und während des anschliessenden prozeduralen Aufenthalts bei den Beschwerdeführern 1 und 2 lebte, kann praxisgemäss bei der rechtlichen Beurteilung des Aufenthaltsanspruchs keine Rolle spielen (vgl. BGE 149 I 207 E. 5.6; Urteile 2C_596/2023 vom 13. März 2024 E. 5.4; 2C_121/2022 vom 24. November 2022 E. 7.5; 2C_5/2017 vom 23. Juni 2017 E. 3.5). Bereits aus dieser Perspektive ist ein vom Recht auf Familienleben gemäss Art. 8 EMRK geschütztes Abhängigkeitsverhältnis zu verneinen. Nachdem die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen betreffend die Möglichkeit von Bargeldübergaben sowie Geldüberweisungen aus der Schweiz nach Russland das Bundesgericht vorliegend binden (vorne E. 3), ist zudem davon auszugehen, dass es den Beschwerdeführern 1 und 2 auch zumutbar und möglich ist, der Beschwerdeführerin 3 in ihrem Herkunftsland soweit erforderlich die nötige Unterstützung im Alltag respektive gesundheitliche Betreuung zu organisieren respektive zu finanzieren. Wenn sich die Verhältnisse - insbesondere betreffend die Möglichkeit respektive Zumutbarkeit von Bargeldübergaben und Geldüberweisungen nach Russland - dereinst ändern sollten, wird dies Anlass sein, die Situation neu zu beurteilen.