Citation: 6B_928/2023 E. 3

Die Beschwerdeführerin meldete mit Eingabe vom 9. Juni 2022 Berufung gegen das bezirksgerichtliche Urteil vom 31. Mai 2022 an. Das begründete Urteil wurde ihr am 21. April 2023 zugestellt. Mit der Urteilszustellung begann die 20-tägige Frist für die Einreichung der Berufungserklärung bis zum 11. Mai 2023 zu laufen. Innert der Frist hat die Beschwerdeführerin keine Berufungserklärung eingereicht, weshalb die Vorinstanz zu Recht einen Nichteintretensbeschluss erlassen hat. Hätte die Beschwerdeführerin innert dieser Frist rechtzeitig einen Verzicht auf das Rechtsmittel der Berufung gemäss Art. 386 Abs. 1 StPO erklärt, hätte die Vorinstanz das Verfahren als gegenstandslos abschreiben müssen. Anders als die Beschwerdeführerin meint, hätte folglich nur dann kein Grund bzw. Anlass zur Eröffnung eines Berufungsverfahrens mit Erlass eines Entscheides bestanden, wenn und soweit eine Berufung von vornherein gar nicht angemeldet bzw. die Berufungsanmeldung zurückgezogen worden wäre, solange das Bezirksgericht die Verfahrensherrschaft noch inne hatte und das begründete Urteil noch nicht ausgefertigt und den Parteien zugestellt worden war. Dies ist augenscheinlich so nicht geschehen. Die Beschwerdeführerin hat die mit der Zustellung des begründeten bezirksgerichtlichen Urteils ausgelöste Frist von 20 Tagen für die Einreichung der Berufungserklärung vielmehr (ungenutzt) ablaufen lassen; dies, obwohl sie in der Rechtsmittelbelehung des bezirksgerichtlichen Urteils ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass auf eine verspätete Berufungserklärung nicht eingetreten werde. Im Übrigen kann entgegen ihrer (vermeintlichen) Auffassung im (blossen) Ablaufenlassen der Frist kein formgültiger Verzicht auf eine Berufung im Sinne von Art. 386 Abs. 1 StPO erblickt werden. Von vornherein unbeachtlich bleibt zudem das in der Beschwerde referenzierte Schreiben vom 12. Mai 2023, mit welchem die Beschwerdeführerin auf eine Berufung verzichtet haben will; dieses Schreiben wurde der Post erst am 24. Mai 2023, d.h. nach Ablauf der Frist von 20 Tagen übergeben und erweist sich damit als verspätet (vgl. kantonale Akten, act. 98, postalische Sendungsverfolgung). Der vorinstanzliche Nichteintretensbeschluss ist somit nicht zu beanstanden; ebenso wenig verletzt die in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO erfolgte Kostenauflage Bundesrecht. Ob die der Beschwerdeführerin auferlegte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- angemessen ist, ist im Übrigen nicht zu prüfen, weil sich die Beschwerde lediglich gegen die Auferlegung der Kosten an sich und nicht gegen deren Höhe richtet.