Citation: U 324/04 02.02.2005 E. 3

3.1 Das kantonale Gericht ging davon aus, dass es sich beim Vorfall vom 23. Dezember 2001 um ein aussergewöhnliches und qualifiziertes Schreckereignis verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock und damit um einen Unfall im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVV handelt. Dabei hat es erwogen, zwar müsse ein Pilot bei der Landung jederzeit mit der Möglichkeit eines Unglücks rechnen. Doch unterscheide sich der blosse Gedanke daran wesentlich von der plötzlichen Verwirklichung der Gefahr. Als der Versicherte bemerkt habe, dass das Flugzeug wegen des Glatteises praktisch ungebremst über die Landepiste schlittere und er keine Möglichkeit mehr habe, dieses zum Stillstand zu bringen, habe er sich einer hohen Todesgefahr ausgesetzt gesehen. Nur durch einen glücklichen Zufall sei die Geschwindigkeit durch ein Schneefeld abgebremst und damit eine Katastrophe verhindert worden. Das Ereignis in Verbindung mit der lebensbedrohenden Gefahr sei als geeignet zu betrachten, sich nachhaltig auf die Psyche des Versicherten auszuwirken. Die Vorinstanz bejaht auch das Vorliegen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Schreckereignis und der diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung. 3.2 Die SUVA hält dem entgegen, aufgrund der gegebenen Aktenlage liege kein gewaltsamer Vorfall mit überraschender Heftigkeit vor, welcher als aussergewöhnliches Schreckereignis im Sinne der Rechtsprechung qualifiziert werden könne. Auch wenn das Anhalten eines Flugzeuges ausserhalb des Pistenrandes im Flugverkehr nicht gehäuft vorkomme, handle es sich bei einem solchen Zwischenfall nicht um ein derart aussergewöhnliches und besonders eindrückliches Ereignis, das schon per definitionem die Merkmale des Unfallbegriffes erfülle. Namentlich bei winterlichen Wetterverhältnissen stellten erschwerte Landemanöver mit Bremsschwierigkeiten nichts derart Aussergewöhnliches dar. Zudem bedeute das Überrollen des Pistenrandes für sich allein nicht eine grosse, klar nachgewiesene Gefahr, zumal am Pistenende zur Vermeidung von Unfällen regelmässig Freiflächen ausgespart seien.