Citation: 6S.211/2004 11.08.2004 E. 3

Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer in Anwendung von Art. 32 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen (angefochtener Entscheid S. 6). Gemäss dieser unbestrittenermassen wichtigen Bestimmung ist die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Strassen- und Verkehrsverhältnissen. Ohne zwingende Gründe darf der Fahrzeuglenker nicht so langsam fahren, dass er den gleichmässigen Verkehrsfluss hindert (Art. 4 Abs. 5 VRV). Die Vorinstanz führt zu Recht aus, indem der Beschwerdeführer auf der Autobahn seine Geschwindigkeit auf 20 bis 30 km/h abgebremst habe, sei er nicht den Umständen angepasst gefahren und habe dadurch eine schwerwiegende Gefahr geschaffen, die sich denn auch realisiert habe, indem der nachfolgende Lenker mit seinem Fahrzeug heftig auf dasjenige des Beschwerdeführers aufgeprallt sei (angefochtener Entscheid S. 6). Dass dieser durch sein Verhalten Art. 32 Abs. 1 SVG in objektiv schwerer Weise missachtet hat, wird von ihm ausdrücklich und zu Recht anerkannt (Beschwerde S. 3 Ziff. 2). Der Beschwerdeführer ist jedoch der Auffassung, er habe den Tatbestand der groben Verletzung von Verkehrsregeln in subjektiver Hinsicht nicht erfüllt (Beschwerde S. 3 Ziff. 2). Dazu führt die Vorinstanz aus, im vorliegenden Fall könne nicht von einem unbewusst fahrlässigen Handeln ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer sei sich als gelernter Automechaniker der Gefährlichkeit seines Verhaltens bewusst gewesen. Der Umstand, dass er eine Ausfahrt verpasst hatte und "nicht wusste, was er jetzt tun sollte", hätte ihn nicht dazu veranlassen dürfen, auf der Autobahn, die an der fraglichen Stelle überdies nur einspurig geführt wurde, von 80 km/h (signalisierte Höchstgeschwindigkeit) auf 20 bis 30 km/h abzubremsen. Das Verhalten des Beschwerdeführers, der mehr als der durchschnittliche Autofahrer um die Gefährlichkeit seines Manövers habe wissen müssen, sei namentlich in Bezug auf nachfolgende Fahrzeuge bedenkenlos gewesen (vgl. angefochtener Entscheid S. 6 - 8). Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, er habe unbewusst fahrlässig gehandelt (vgl. Beschwerde S. 4/5 Ziff. 5). Soweit er dabei von den für das vorliegende Verfahren verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz abweicht, sind seine Vorbringen unzulässig (Art. 273 Abs. 1 lit. b, 277bis Abs. 1 Satz 2 BStP). Zum einen behauptet er, er sei nicht Automechaniker, sondern Automonteur. Abgesehen davon, dass das Vorbringen nicht zulässig ist, kann es nur als offensichtlich verfehlt bezeichnet werden. Die Vorinstanz verweist zu dieser Frage auf KA act. 110. Dabei handelt es sich um das Protokoll des erstinstanzlichen Verfahrens, und gemäss diesem Protokoll hat der Beschwerdeführer vor Gericht ausgesagt, er habe "eine Lehre als Automechaniker gemacht" (KA act. 110). Von einer "offensichtlichen Aktenwidrigkeit" kann nicht die Rede sein. Zum anderen behauptet der Beschwerdeführer, er habe in einem "Zustand der Verwirrung auf Grund der komplexen Verkehrssituation" gehandelt. Diese Behauptung entspricht ebenfalls nicht den Feststellungen der Vorinstanz. Nach deren Darstellung bremste der Beschwerdeführer einzig und allein deshalb, "weil er die Ausfahrt verpasst hatte" (so denn auch seine Aussage vor der ersten Instanz, KA act. 109, worauf im angefochtenen Entscheid verwiesen wird). Davon, dass er wegen einer besonders schwierigen Verkehrssituation verwirrt gewesen wäre, ist im angefochtenen Entscheid nicht die Rede. Wer jedoch nur deshalb, weil er auf einer Autobahn die Ausfahrt verpasst hat, brüsk auf 20 bis 30 km/h abbremst, der handelt grob fahrlässig und rücksichtslos. Dass dem Beschwerdeführer, zumal er Fachmann ist, die Gefährlichkeit seines Verhaltens bewusst gewesen sein muss, kann ernstlich nicht bestritten werden. Aus diesen Gründen erweist sich der angefochtene Schuldspruch auch in subjektiver Hinsicht als bundesrechtskonform.