Citation: U 610/06 04.07.2007 E. 4.4

4.4.1 Hat eine Person mehr als einen Unfall mit organisch nicht nachweisbaren Gesundheitsschädigungen erlitten, ist grundsätzlich für jedes Ereignis eine separate Adäquanzbeurteilung vorzunehmen (RKUV 1996 Nr. U 248 S. 177 E. 4b, U 213/95; SVR 2007 UV Nr. 1 S. 2 f. E. 3.2.2 und 3.3.2, U 39/04). 4.4.2 Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, dass bei beiden Ereignissen von einem mittelschweren Unfall auszugehen ist, wobei dahingestellt bleiben kann, ob es sich je um einen mittelschweren Unfall im eigentlichen Sinne, oder um einen solchen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen gehandelt hat. Beide Unfälle ereigneten sich weder unter dramatischen Begleitumständen noch waren sie besonders eindrücklich. Die dabei erlittenen Verletzungen sind nicht als schwer zu bezeichnen. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung und insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf dazu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteil U 380/04 vom 15. März 2005, auszugsweise publ. in: RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.3 S. 238), welche hier nicht vorliegen, wie die Vorinstanz bereits erkannte. Die ärztliche Behandlung dauerte zwar lange, wurde jedoch zu einem wesentlichen Teil wegen der Folgen der psychischen Unfallfehlverarbeitung notwendig. Aus demselben Grund kann auch bei beiden Unfällen nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen gesprochen werden. Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, liegt nicht vor. Schliesslich sind Grad und Dauer der physisch begründeten Arbeitsunfähigkeit nicht als besonders ausgeprägt zu bezeichnen, da die Versicherte bereits vier Wochen nach dem ersten Unfall ihre Arbeit im Umfang von 50 % wieder aufgenommen hatte und bald schon nach dem ersten Ereignis die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit das Geschehen dominierte (Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 25. Oktober 2001). Wie es sich mit dem vorinstanzlich ebenfalls verneinten Kriterium körperlicher Dauerschmerzen verhält, bedarf keiner abschliessenden Prüfung. Denn auch die Erfüllung (allein) dieses Kriteriums reichte praxisgemäss nicht aus, um den Unfällen vom 20. März 2001 und 17. August 2002 eine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin zuzuschreiben. Damit stehen die über den 31. März 2005 hinaus andauernden Beschwerden in keinem adäquaten Zusammenhang mit den Unfallereignissen, sodass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht eingestellt hat.