Citation: 4A_197/2016 E. 3

Der Beschwerdeführer machte vor der Vorinstanz geltend, er habe den Kreditvertrag vom 16. Dezember 2002 nicht persönlich und nicht in der dem Gericht vorliegenden Fassung unterzeichnet. Die Vorinstanz erwog dazu, dass Art. 178 ZPO vorsehe, dass die Partei, die sich auf eine Urkunde berufe, deren Echtheit zu beweisen habe, sofern die Echtheit von der anderen Partei bestritten werde. Die Bestreitung müsse ausreichend begründet werden. Eine Partei, welche die Echtheit einer Urkunde bestreite, habe konkrete Umstände darzutun, die beim Gericht ernsthafte Zweifel an der Authentizität des Urkundeninhalts oder der Unterschrift wecken würden. Eine bloss pauschale, unsubstanziierte Bestreitung reiche nicht. Es werde mithin eine Substanziierung der Einwendungen gegen die Echtheit von Urkunden verlangt. Nur wenn dies gelinge, müsse die Partei, welche sich auf das Dokument berufe, dessen Echtheit beweisen. Bezüglich der Behauptung des Beschwerdeführers, er habe den Kreditvertrag vom 16. Dezember 2002 nicht persönlich unterzeichnet, erwog die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer an den Gerichtsverhandlungen der Erstinstanz selbst nicht mehr strikt behauptet habe, dass die Unterschrift nicht von ihm stamme. Die Behauptung, die Unterschrift stamme nicht vom Beschwerdeführer, sei durch dessen Aussagen in den [erstinstanzlichen] Verhandlungen klar relativiert worden. Betreffend der Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe den Kreditvertrag nicht in der dem Gericht vorliegenden Fassung unterzeichnet, erwog die Vorinstanz zunächst, dass der Beschwerdeführer auf Widersprüchlichkeiten im Kreditvertrag hinweise. Es treffe zwar zu, so die Vorinstanz, dass im Kreditvertrag die Bezeichnungen nicht gleichbleibend verwendet worden seien. Die Beschwerdegegnerin habe aber schon in der Klage vom 6. Dezember 2012 ausgeführt, wie es zu diesen redaktionellen Versehen in den Bezeichnungen gekommen sei. Die Erklärung liege darin, dass gemäss der ersten Fassung des Vertrages der Beschwerdeführer und sein Bruder [C.________] gemeinsam mit der D.________ GmbH für den Kontokorrentkredit der D.________ GmbH sowie für das Darlehen an C.________ hätten haften sollen. In der Schlussfassung sei die solidarische Haftung des Beschwerdeführers jedoch auf das Darlehen in der Höhe von Fr. 230'000.-- beschränkt worden, während er für den Kontokorrentkredit bloss eine Sicherstellung in Form eines Schuldbriefes zu leisten gehabt habe. Diese Ausführungen seien nachvollziehbar. Der Kreditvertrag sei nicht professionell abgefasst worden und er sei in der Begriffsverwendung nicht einheitlich. Ob die [Treuhandunternehmung] E.________ den Kreditvertrag formuliert und einen Entwurf verfasst habe, wie dies der Beschwerdeführer vorbringe, sei nicht erstellt. In Ziffer 2 des Kreditvertrages werde klar ausgeführt, so die Vorinstanz weiter, dass die Darlehensschuld von C.________ per 6. Dezember 2002 Fr. 230'000.-- betragen habe. Ebenso klar und unmissverständlich gehe daraus hervor, dass die D.________ GmbH dieses Darlehen im Sinne eines Schuldbeitritts übernehme und die Brüder C.________ und der Beschwerdeführer solidarisch mithaften sollen. Die Erstinstanz habe dazu zu Recht ausgeführt, dass der Beschwerdeführer im Kreditvertrag nicht lediglich die Rolle eines Sicherungsgebers eingenommen habe, da Ziffer 2 des Kreditvertrages ausdrücklich und unmissverständlich eine solidarische Haftung des Beschwerdeführers für das an seinen Bruder gewährte Darlehen im damals noch bestehenden Betrag von Fr. 230'000.-- begründe. Aus Ziffer 3 könne der Beschwerdeführer nicht ableiten, dass er gemäss Kreditvertrag nur Sicherungsgeber sei und "gar nicht solidarisch hafte". Indem der Beschwerdeführer keine Ausführungen zu den Vertragsverhandlungen mache und nicht darlege, wie es zur Erstellung des Inhaberschuldbriefes gekommen sei bzw. gestützt auf welchen Vertragsinhalt er einen solchen errichtet habe, vermöchte er die nachvollziehbaren Ausführungen der Beschwerdegegnerin zu den redaktionellen Versehen im Kreditvertrag nicht zu widerlegen und könne aus den unterschiedlichen Bezeichnungen der Parteien im Kreditvertrag nichts zu seinen Gunsten ableiten. Auch aus dem Hinweis des Beschwerdeführers, es sei nicht jede Seite des Kreditvertrags paraphiert worden, könne keine Auswechslung einzelner Seiten des Kreditvertrags abgeleitet werden. Sodann könne der Beschwerdeführer aus der von ihm eingereichten Excel-Tabelle vom 13. August 2003, aus welcher sich ergeben soll, dass die Beschwerdegegnerin an C.________ entgegen den Feststellungen im Kreditvertrag lediglich ein Darlehen von Fr. 165'000.-- gewährt habe, nichts ableiten. Die Erstinstanz habe erwogen, dass der Excel-Tabelle kein Beweiswert zukomme. Diese Ausführungen seien nicht zu beanstanden. Die Excel-Tabelle sei weder unterzeichnet noch durch Belege untermauert worden und sei somit nicht geeignet, das klare Zugeständnis in Ziffer 2 des Kreditvertrags in Frage zu stellen. Die Vorinstanz ging sodann auf die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers ein (Nichterwähnung der Parzellennummer im Kreditvertrag, fehlende Saldobestätigung, Höhe der betriebenen Forderung) und erwog, dass der Beschwerdeführer auch daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten könne. Die Vorinstanz kam sodann zum Schluss, dass der Beschwerdeführer keine konkreten Umstände oder Indizien dargelegt habe, die ernsthafte Zweifel an der Authentizität des Urkundeninhalts oder der Unterschrift zu wecken vermöchten. Folglich sei auf den Kreditvertrag in der vorliegenden Fassung vom 16. Dezember 2002 abzustellen. Gemäss Ziffer 2 dieses Kreditvertrages hafte der Beschwerdeführer solidarisch für die Darlehensschuld seines Bruders [C.________] im Betrag von Fr. 230'000.-- bzw. in der noch ausstehenden Höhe von Fr. 200'000.--. Schliesslich habe die Erstinstanz die Einrede der Verjährung des Beschwerdeführers zu Recht nicht gehört. Die Beschwerdegegnerin sei somit berechtigt, gestützt auf den Kreditvertrag vom 16. Dezember 2002 vom Beschwerdeführer die Darlehensrestanz von Fr. 200'000.-- aufgrund dessen solidarischer Haftung einzufordern.