Citation: 6B_936/2019 E. 4.4

4.4. Das angefochtene Urteil verletzt in diesem Punkt kein Bundesrecht. Zunächst steht ausser Frage, dass die auf den Konten liegenden Vermögenswerte der Kunden der Beschwerdeführerin als Direktorin und Anlageberaterin der Bank C.________ und berufsmässige Vermögensverwalterin anvertraut waren (Art. 29 StGB). Nach der Rechtsprechung gefährdet, wer einen Vermögenswert unrechtmässig verwendet, die Forderung des Treugebers, womit diese an Wert verliert. Einer illiquiden Forderung kommt demnach ein geringerer Wert zu als einer liquiden Forderung. Mithin bedeutet die Gefährdung der Verwirklichung des obligatorischen Anspruchs des Treugebers für diesen einen Vermögensschaden (Urteile 6B_199/2011 vom 10. April 2012 E. 5.3.5.3; 6B_853/2013 vom 20. November 2014 E. 2.4.2; krit. Marcel Alexander Niggli, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N 132b a.E. zu Art. 158 [Vermögensschaden zum Nachteil der Bank]). Wie die Vorinstanz zu Recht erwägt (angefochtenes Urteil S. 82), wurde das Vermögen der Kunden durch die von der Beschwerdeführerin veranlassten Transfers zwischen den Konten schadensgleich gefährdet. Zwar sind die Forderungen der betroffenen Kunden gegenüber der Bank dem Grundsatz nach bestehen geblieben, zumal die Bank mit der Auszahlung an einen unberechtigten Dritten von ihrer Leistungspflicht grundsätzlich nicht befreit wird (BGE 133 III 449 E. 2; Urteil 6B_199/2011 vom 10. April 2012 E. 5.3.5.2). Doch sind die Forderungen, wie ausgeführt, illiquid geworden. Insofern hat die Beschwerdeführerin, indem sie die Vermögenswerte ohne Kenntnis der Betroffenen bankinternen verschoben hat, unrechtmässig verwendet (vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 178 f.). Aus diesem Vorgehen hat sich zudem, wie die Vorinstanz ebenfalls zutreffend erwägt, aufgrund der Illiquidität der Forderungen ein Vermögensschaden ergeben. Zu Recht bejaht die Vorinstanz schliesslich auch den subjektiven Tatbestand. Es mag zutreffen, dass die Beschwerdeführerin zunächst erhoffte, mit ihrer Handelstätigkeit Gewinne zu erzielen. Die blosse Hoffnung auf Besserung in der Zukunft begründet für sich allein indes keinen Ersatzwillen. Nachdem die Anlagestrategie erhebliche Verluste bewirkt hat, hat die Beschwerdeführerin bankintern Gelder von anderen Kunden dorthin verschoben, wo sie es benötigte, um die Verluste zu verschleiern und die Margin-Anforderungen zu erfüllen. Dabei hat sie, wie die kantonalen Instanzen zutreffend annehmen, auch mit unrechtmässiger Bereicherungsabsicht gehandelt, zumal sie weder fähig noch gewillt war, die Vermögenswerte jederzeit sofort zu ersetzen (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2). Dass die Bank jederzeit zum Ersatz in der Lage gewesen wäre, ändert daran nichts, zumal Ersatzbereitschaft, wie die Vorinstanz zu Recht erwägt (angefochtenes Urteil S. 83), die Kenntnis über die unautorisierten Transaktionen voraussetzt, was hier nicht der Fall war.