Citation: 5D_191/2021 E. 3.2.2

3.2.2. Unter Hinweis auf Art. 5 Abs. 2 der Verordnung über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811) ging das Obergericht für das massgebliche Verfahren von einem erstinstanzlichen Honorarrahmen von Fr. 400.-- bis Fr. 11'800.-- aus. Sodann hielt es dafür, im Verfahren seien der gebotene Zeitaufwand, die Bedeutung der Sache für die Parteien und die Schwierigkeit des Falles durchschnittlich gewesen. Daraus schloss es, dass die KESB mit der Bestimmung des vollen Honorars auf Fr. 7'000.-- den Honorarrahmen zu 58 % ausgeschöpft habe, was nicht unangemessen sei. Hinsichtlich des amtlichen Honorars erwog das Obergericht, für die Berechnung desselben sei in einem ersten Schritt der gebotene Zeitaufwand zu bestimmen. Konkret habe es zu überprüfen, ob der von der Rechtsanwältin geltend gemachte Zeitaufwand den gesetzlichen Kriterien entspreche, also geboten gewesen sei. Sei dies nicht der Fall, habe es den Zeitaufwand nach unten zu korrigieren. Der so eruierte gebotene Zeitaufwand sei alsdann gestützt auf Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) mit dem Stundenansatz von Fr. 200.-- zu multiplizieren. Das Obergericht prüfte die in der Honorarnote vom 26. Februar 2021 angegebenen Positionen, erachtete den Aufwand in vier Fällen als zu hoch (zwei Telefonate vom 20. Februar 2020; Telefonate vom 6. März bis 14. April 2020; drei Telefonate vom 8. Mai 2020; drei Telefonate vom 6. bis zum 8. Oktober 2020) und in fünf Fällen als gänzlich unberechtigt (drei Telefonate vom 11. bzw. 12. Februar 2020; ein Telefonat und das Studium eines Entscheids am 5. März 2020; Gespräch im B.________ am 23. September 2020 sowie Begleitung an ein Standortgespräch im B.________ am 2. Oktober 2020; fünf Telefonate vom 29. Oktober bis 11. November 2020; Telefonate vom 18. Dezember 2020) und reduzierte den geltend gemachten Aufwand von 35 Stunden und 35 Minuten um 6 Stunden und 45 Minuten (davon 3 Stunden und 40 Minuten Telefongespräche) auf 28 Stunden und 50 Minuten. Es stellte fest, dies entspreche beinahe der von der KESB festgesetzten Entschädigung. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass mehrere Posten bei den geltend gemachten Auslagen hätten abgezogen werden müssen, und dass das volle Honorar ebenfalls bestätigt werde, sei der Entscheid der KESB zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.