Citation: 1C_553/2022 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, der Betrieb des Beschwerdegegners sei als Freizeitlandwirtschaft zu qualifizieren. Nach den Feststellungen der Vorinstanz erziele der Beschwerdegegner einen Jahresgewinn von nur rund Fr. 10'000.-- aus der Landwirtschaft. Er und seine Ehefrau seien denn auch beide ausserbetrieblich unselbstständig erwerbstätig, der Beschwerdeführer im Umfang von 80-100 %. Er betreibe somit die Landwirtschaft offensichtlich nur in der Freizeit; diese habe praktisch keinen Einfluss auf seine wirtschaftliche Situation. Auf das bäuerliche Einkommen seien er und seine Familie nicht angewiesen. Bei den vom Beschwerdegegner geltend gemachten zukünftigen Gewinnen handle es sich um blosse Planspiele. Dem vorgelegten Betriebskonzept sei lediglich zu entnehmen, dass das Betriebsleiterpaar den Betrieb weiterentwickeln möchte. Diese pauschale Absichtserklärung genüge nicht. So fehlten z.B. mittelfristige Ziele, und es werde auch nicht dargelegt, wie die prognostizierten Zahlen konkret erzielt werden sollten. Ein Betriebskonzept, das Auskunft über die konkrete Bewirtschaftungsziele und die Finanzierung ihrer Umsetzung gebe (BGE 133 II 370 E. 5), liege nicht vor. Es sei auch unklar, auf welcher Grundlage der Finanzplan beruhe. Im Übrigen seien die geplanten Entwicklungen an die Erstellung der strittigen Baute gebunden, was unzulässig sei: Der Betrieb müsse auch ohne die geplante Baute bereits ein Haupt- oder zumindest ein Nebenerwerbsbetrieb und nicht ein Freizeitlandwirtschaftsbetrieb sein. Hinzu komme, dass der Beschwerdegegner in W.________, in rund 80 km Entfernung, Landwirtschaftsland pachte. Er habe nicht schlüssig darlegen können, wie dieses in den Stammbetrieb in U.________ eingegliedert werden solle. Es würden damit erhebliche Zweifel geweckt, ob der Betrieb in U.________ längerfristig überlebensfähig sei (Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV), selbst mit dem Neubau. Vielmehr werde der Verdacht erhärtet, dass der Beschwerdegegner den geplanten, gross dimensionierten Neubau für landwirtschaftsfremde Zwecke (Lohnunternehmen, Forst, Geräteunterstand für Dritte etc.) verwenden wolle.