Citation: 1B_598/2020 E. 5.2.2

5.2.2. Die Vorinstanz stützte sich bei der Begründung der Wiederholungsgefahr zusätzlich auf eine im Strafregister gelöschte Strafe des Beschwerdeführers aus dem Jahre 2016, die noch unter das Jugendstrafrecht fiel. Der Beschwerdeführer hält es für unzulässig, dass ihm eine Jugendstrafe als Vortat im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO vorgehalten wird. Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar dürfen Urteile, die ins Strafregister aufgenommen worden sind, nach Ablauf der in Art. 369 StGB festgelegten Frist dem Betroffenen weder entgegengehalten (Art. 369 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 7 StGB) noch zur Beurteilung der Wiederholungsgefahr herangezogen werden (BGE 135 I 71 E. 2.10 f. S. 75 ff. mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 1B_88/2015 vom 7. April 2015 E. 2.2.1 mit Hinweis, in: Pra 2015 Nr. 69). Die Rechtslage ist dagegen eine andere, wenn Urteile betreffend Jugendliche aufgrund von Art. 366 Abs. 3 oder Art. 371 Abs. 2 StGB nicht im Strafregister erscheinen. In diesen Fällen rechtfertigt sich auch keine analoge Anwendung von Art. 369 Abs. 7 StGB, weshalb solche Urteile für die Beurteilung der Wiederholungsgefahr berücksichtigt werden können (Urteil des Bundesgerichts 1B_731/2011 vom 16. Januar 2012 E. 3.2).