Citation: 2C_699/2020 E. 5.2.4

5.2.4. Im Weiteren wendet der Beschwerdeführer ein, auf die medizinische Versorgung in der Schweiz angewiesen zu sein, da er vor zwei Jahren einen Herzinfarkt erlitten und aufgrund der straf- bzw. ausländerrechtlichen Verfahren stark zunehmende Angstzustände sowie depressive Episoden habe. In diesem Zusammenhang zeigt er indessen nicht auf, inwiefern sein Herzinfarkt nur in der Schweiz adäquat behandelt werden könnte respektive weshalb eine medizinische Weiterbehandlung diesbezüglich in Marokko unzureichend wäre. Mit Blick auf seine psychischen Probleme ist darauf hinzuweisen, dass Marokko über diverse psychiatrische Einrichtungen verfügt, die auf die Behandlung der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Leiden spezialisiert sind (vgl. Bericht des SEM vom 25. Februar 2015 "Focus Marokko, Gesundheitsversorgung", S. 22 f.). Soweit der Beschwerdeführer einwendet, bei einer Wegweisung suizidgefährdet zu sein, bleibt darauf hinzuweisen, dass diese Gefahr für sich allein nicht genügt, um den Widerruf der Niederlassungsbewilligung als unverhältnismässig oder unzulässig erscheinen zu lassen. Die schweizerischen Behörden sind jedoch gehalten, im Rahmen der konkreten Rückkehrmassnahme alles ihnen Zumutbare vorzukehren, um medizinisch und betreuungsmässig sicherzustellen, dass das Leben und die Gesundheit der rückkehrpflichtigen Person möglichst nicht beeinträchtigt wird. Der Vollzug muss folglich sorgfältig und dem Gesundheitszustand entsprechend geplant werden (vgl. Urteil 2C_98/2018 vom 7. November 2018 E. 5.5.3).