Citation: 6B_197/2021 E. 1

Nach den unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz handelte es sich beim Ereignis-IBC um einen nicht-ableitfähigen IBC, in den G.________ die Substanz "xxx Abwasser aus yyy" abfüllen wollte. Im Ereignis-IBC, der mit "xxx Destillat aus yyy" beschriftet war, muss sich eine Restmenge einer anderen Substanz befunden haben. Weiter ist erstellt, dass bei der Verwendung von nicht-ableitfähigen IBC elektrostatische Entladungen entstehen können, die geeignet sind, brennbare Substanzen zu entzünden. Die im Rahmen der Ereignisabklärungen durch den TÜV-Süd durchgeführten Versuche hätten gezeigt, dass xxx Destillat durch elektrostatische Entladung entzündet werden kann, und dass bei diesem Vorgang eine so hohe Druckenergie erzeugt wird, dass ein IBC wie am 3. Juli 2014 bersten kann. Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Ereignis-IBC - wenn überhaupt - nicht wirksam inertisiert wurde. Klar sei weiter, dass die Verwendung eines ableitfähigen IBC mit intakter Erdung, unabhängig einer allfälligen Inertisierung, den Unfall verhindert hätte, zumal sich darin keine elektrostatische Entladung hätte ereignen können (Urteil S. 39 f. E. 5.3). Zusammengefasst geht die Vorinstanz davon aus, dass G.________ unwissentlich einen nicht-ableitfähigen IBC, der ihm vor der Befüllung bereitgestellt worden sei und einen Restinhalt von xxx Destillat enthalten habe, mit xxx Abwasser befüllt habe. Die externe Erdung habe er zwar angebracht, ohne dabei aber das Erdungskabel zwischen Auslaufarmatur und Gitterbox zu kontrollieren, zumal nicht-ableitfähige IBC wie der Ereignis-IBC über gar kein solches verfügen würden. Aufgrund der fehlenden Ableitfähigkeit des Ereignis-IBC sei es beim Befüllen zu einer elektrostatischen Entladung gekommen, welche das leicht entzündliche und sich im Ereignis-IBC befindliche xxx Destillat entzündet habe. Dies habe zu einem schlagartigen Druckaufbau und letztlich zum Bersten des Ereignis-IBC geführt, was den Tod von F.B.________ verursacht habe (Urteil S. 43 E. 5.5).