Citation: 7B_263/2022 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwägt, es stehe in tatsächlicher Hinsicht fest, dass die Täterschaft am 25. September 2018 im Fabrikinnenhof in U.________ insgesamt vier Schüsse auf den Beschwerdegegner 2 abgegeben habe. Zwei Schüsse hätten ihn im Bauch getroffen, was schwere Verletzungen im Darmbereich mit massiven inneren Blutungen zur Folge gehabt habe. Mit der Schussabgabe auf den Unterleib des Beschwerdegegners 2 habe die Täterschaft die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass dieser sterben würde. Dass sein Tod dennoch nicht eingetreten sei, habe einzig daran gelegen, dass der Beschwerdegegner 2 umgehend habe notoperiert werden können. Diese Täterschaft habe aus dem Beschwerdeführer und zwei Komplizen bestanden, darunter mutmasslich dessen Bruder. Die Tötungshandlung habe der Beschwerdeführer vollumfänglich zu verantworten, weil er Mittäter sei. Den Tatbeitrag des Beschwerdeführers sieht die Vorinstanz darin, dass er mit zumindest einem der beiden Komplizen bereits zwei Wochen vor der Tat, am 11. September 2018, im Raum U.________ nach einer geeigneten Örtlichkeit für das Vorhaben gesucht und den späteren Tatort in der Industriezone von U.________, einen gänzlich versteckten und gegen aussen abgeschotteten Fabrikinnenhof, ausgekundschaftet habe. Der gemeinsame Tatplan habe darin bestanden, den Beschwerdegegner 2 buchstäblich in eine Falle zu locken. Dem Beschwerdeführer habe dabei die Aufgabe oblegen, den Beschwerdegegner 2 als dessen Beifahrer in den Hinterhalt zu lotsen, wo seine beiden Komplizen schon bereitstehen würden. Aufgrund der versteckten Lage des Fabrikinnenhofs sowie angesichts dessen, dass die Tätergruppe gegenüber dem Opfer in Überzahl agiert habe, sei offensichtlich, dass der vom Beschwerdeführer und seinen beiden Komplizen befolgte Tatplan einen Aggressionsakt gegen den Beschwerdegegner 2 beinhaltet habe. Der Beschwerdeführer habe nur schon deshalb eine tragende Rolle gespielt, weil er den Beschwerdegegner 2 in den Hinterhalt zu lotsen gehabt habe. Es habe zum gemeinsamen Tatplan der dreiköpfigen Tätergruppe gehört, dass einer von ihnen vor Ort einen geladenen und schussbereiten Revolver auf sich getragen habe. Obwohl der konkrete Bestimmungszweck des Gewaltakts gegen den Beschwerdegegner 2 nicht habe bestimmt werden können, habe es die Täterschaft trotz ihrer Überzahl für erforderlich gehalten, auch eine Schusswaffe mitzuführen, was die vorbestehende Bereitschaft impliziere, die Waffe auch einzusetzen und dabei bis zum Letzten zu gehen, nämlich den Beschwerdegegner 2 zu töten. In subjektiver Hinsicht bestünden nicht die geringsten Zweifel, dass sich der Beschwerdeführer über jeden einzelnen Punkt des gemeinsamen Tatplanes im Klaren gewesen sei und er den von ihm und seinen beiden Komplizen ins Werk gesetzten Aggressionsakt gegen den Beschwerdegegner 2 in allen Teilen und bis hin zur letzten Konsequenz jedenfalls mit Eventualvorsatz mitgetragen habe. Der Beschwerdeführer sei kein kleiner Gassenkrimineller, der sozusagen beiläufig in etwas Gröberes hineingeraten wäre. Mit seinen schweren Vorstrafen aus dem Ausland - in Italien sei er im April 2012 zu sieben Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe wegen Betäubungsmittelvorfällen, Erpressung und Körperverletzungen, in Albanien im Mai 2017 wegen Herstellung und Verkaufs von Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden - sei der Beschwerdeführer ganz im Gegenteil ein hartgesottener Berufsverbrecher und es sei zu vermuten, dass er den Lebensunterhalt für sich, seine Ehefrau und das gemeinsame Kleinkind durch kriminelle Aktivitäten finanziere. Wenn er sich zur Gewaltaktion gegen den Beschwerdegegner 2 habe einspannen lassen und im September 2018 womöglich eigens dafür in die Schweiz eingereist sei, sei er in die Planung und Abwicklung des Vorhabens vollumfänglich eingebunden gewesen und habe mit Bestimmtheit nichts dem Zufall überlassen. Er habe daher auch die Entscheidung mitgetragen, dass er und seine beiden Komplizen einen Revolver verfügbar haben würden und dieser gegebenenfalls auch eingesetzt würde. Von diesem Willen, eine Schusswaffe gegen einen Menschen einzusetzen, sei ohne Weiteres die Bereitschaft bzw. Inkaufnahme umfasst, diesen zu töten.