Citation: I 610/99 19.07.2001 E. 2

2.- a) Anhand eines Einkommensvergleichs hat die Vorinstanz einen Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von 43,35 % ermittelt. Hierbei ist von den Berechnungsfaktoren einzig die Höhe des vom Tabellenlohn vorzunehmenden leidensbedingten Abzuges streitig. Während das kantonale Gericht eine Kürzung von 15 % für angemessen erachtet, trägt nach Auffassung der Beschwerdeführerin ein Abzug von 20 % den konkreten Umständen Rechnung. b) Der mit Blick auf die Behinderung gewährte Abzug, der nicht schematisch, sondern in Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalles vorzunehmen ist, hat den Zweck, ausgehend von statistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch möglichen Verrichtungen im Rahmen der (Rest-)Arbeitsfähigkeit am besten entspricht. Ein Abzug soll nicht automatisch, sondern dann erfolgen, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer einkommensbeeinflussender Merkmale (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Es rechtfertigt sich indes nicht, für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen und diese zusammenzuzählen. Vielmehr ist der Einfluss aller genannten Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen (BGE 126 V 75). c) Die Beschwerdeführerin, welche an einem chronischen cervicothorakovertebralen sowie einem lumbospondylogenen Syndrom links bei degenerativer Bandscheibenveränderung, muskulärer Dysbalance sowie Haltungsinsuffizienz, an einer beidseitigen Gonarthrose, an Restbeschwerden mit belastungsabhängiger Arthralgie des rechten Handgelenkes nach einer Vorderarmfraktur rechts im Jahre 1987, an Asthma bronchiale, Hypertonie und Adipositas leidet, ist im Rahmen von Reinigungsarbeiten vollständig arbeitsunfähig und kann eine leichte, sitzend/stehend auszuführende Erwerbstätigkeit, welche kein Treppensteigen und lediglich kurzzeitiges Gehen erfordert, während insgesamt vier - am besten verteilt auf zwei mal zwei - Stunden pro Tag ausüben (Berichte des Dr. med. E.________, Innere Medizin FMH, speziell Rheumaerkrankungen, vom 1. Juli und 28. August 1997, Aktennotiz der IV-Ärztin Frau Dr. med. B.________ vom 25. August 1997). Angesichts der multiplen körperlichen Beschwerden sowie deren auch die Arbeitsfähigkeit in zumutbaren Verweisungstätigkeiten beträchtlich einschränkenden Auswirkungen ist davon auszugehen, dass die Versicherte durch ihre gesundheitliche Situation in Konkurrenz mit Mitbewerbern ohne physische Leiden benachteiligt ist. Zu beachten ist sodann, dass Teilzeitbeschäftigte in der Regel überproportional weniger verdienen als Vollzeitangestellte (vgl. Tabelle 13* der Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 1994 des Bundesamtes für Statistik). Um diesen sich einkommensmässig erheblich niederschlagenden Tatsachen in genügendem Masse Rechnung tragen zu können, ist entgegen den Ausführungen im angefochtenen Entscheid das vorinstanzlich ermittelte, unbeanstandete Einkommen von Fr. 20'490. - um insgesamt 20 % herabzusetzen. Wird das derart verminderte Invalideneinkommen von Fr. 16'392. - in Beziehung gesetzt zum Valideneinkommen von Fr. 35'497. -, resultiert eine Einkommenseinbusse von knapp 54 %. Bei einem Anteil der Erwerbstätigkeit von 85 % ergibt sich im Erwerbsbereich damit ein Invaliditätsgrad von 46 %.