Citation: 2C_986/2020 E. 8.3.3

8.3.3. Nichts anderes ergibt sich aus den in der Beschwerde in diesem Kontext angerufenen Urteilen: Der vorliegende Fall unterscheidet sich rechtswesentlich vom Sachverhalt, welcher dem Urteil 2C_1102/2013 vom 8. Juli 2014 zugrunde lag. Zwar stehen auch vorliegend der Rentenanspruch an sich sowie die Höhe einer allfälligen Invalidenrente und gegebenenfalls der Anspruchsbeginn noch nicht fest und können im Fall einer positiven Rentenverfügung auch rückwirkend (je nach Beginn des Rentenanspruchs) Leistungen zugesprochen werden. Anders als bei der Konstellation im Verfahren 2C_1102/2013, bei welcher das Bundesgericht zum Schluss gelangte, dass die Vorinstanz den betreffenden Entscheid der Invalidenversicherung hätte abwarten müssen (vgl. E. 5 des Urteils), kann aber vorliegend - trotz der grundsätzlichen Eignung von sozialversicherungsrechtlichen Geldleistungen, die Sozialhilfeabhängigkeit zu vermeiden oder zu verringern - angesichts der von der Vorinstanz ausführlich dargelegten, hiervor zusammengefasst wiedergegebenen Elemente (vgl. E. 8.2) keine Rede davon sein, dass allenfalls bei Zusprechung von Invalidenversicherungsleistungen von genügenden finanziellen Mitteln im Sinne von Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA ausgegangen werden könnte. In BGE 135 II 265 E. 3.7 wurde zwar ausgeführt, dass den freizügigkeitsrechtlichen Aufenthalt beendende Massnahmen lediglich eingeleitet werden können, wenn Ergänzungsleistungen tatsächlich in Anspruch genommen werden. Indes qualifizierte es das Bundesgericht in diesem Entscheid nicht als ausgeschlossen, solche Massnahmen zu ergreifen (resp. eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA nicht zu verlängern), wenn der Betroffene - wie vorliegend - aktuell von der Sozialhilfe abhängig ist und sich nur ergänzend die Frage stellt, ob er im Fall der Zusprechung von Invalidenversicherungsleistungen zwar nicht auf Sozialhilfe, aber auf Ergänzungsleistungen angewiesen wäre.