Citation: I 703/04 14.04.2005 E. 1

Strittig und zu prüfen ist vorab, ob der angefochtene Entscheid auf vollständigen Grundlagen hinsichtlich des leistungsbegründenden Gesundheitsschadens beruht (Art. 4 Abs. 1 IVG [sowohl in der bis Ende 2002 als auch in der ab dem 1. Januar 2003 geltenden Fassung]; Art. 7 f. ATSG). 1.1 Der Beschwerdeführer leidet nach fachärztlichem Befund in erster Linie an einem seit Dezember 1999 bestehenden chronischen lumbospondylogenen Syndrom. Es seien eine leichte Fehlhaltung und degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, aber keine weiteren neurologischen oder rheumatologischen organischen Schädigungen (so eine Wurzelkompression oder eine entzündliche Erkrankung) nachweisbar; eine radikuläre Reizsymptomatik L4 oder L5 sei eher unwahrscheinlich, wenn auch nicht vollständig auszuschliessen. Die bisherige Tätigkeit als Betriebsarbeiter im Kühllager eines fleischverarbeitenden Betriebs sei ihm, wie jede andere schwere körperliche Arbeit, die mit repetitiver Tragbelastung durch Gewichte von über zehn Kilogramm oder mit Zwangshaltungen "ohne Möglichkeit zur Wechselbelastung zwischen Stehen, Gehen oder Sitzen" verbunden sei, nicht mehr möglich. Dagegen seien leichte und mittelschwere, leidensangepasste Tätigkeiten zu 70 % zumutbar, sofern ein ergonomisch gut eingerichteter Arbeitsplatz für eine wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitive schwere Tragarbeit zur Verfügung stehe. In diesem (zeitlichen) Rahmen sei das Leistungsvermögen nicht weiter eingeschränkt (Untergutachten der Rheumatologischen Klinik X.________ vom 22. Januar 2003). Nachdem im Verlauf der medizinischen Behandlung ein Verdacht auf psychische Störungen (somatoforme Schmerzstörung, depressive Entwicklung) aufgekommen war, beauftragte die IV-Stelle die Psychiatrische Klinik Y.________ mit der Erstattung eines psychiatrischen Gutachtens. Gemäss dieser vom 22. August 2002/22. Januar 2003 datierenden Expertise leidet der Versicherte an keiner nach dem Klassifikationssystem ICD-10 (Weltgesundheitsorganisation [WHO], International Classification of Diseases, 10. Auflage 1992) diagnostizierbaren psychischen Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. 1.2 Die Rheumatologische Klinik X.________ hatte im Frühjahr 2001 festgehalten, es bestünden Hinweise für eine somatoforme Schmerzstörung (Bericht vom 3. April 2001). Im rheumatologischen Untergutachten vom 22. Januar 2003 wird sodann ausgeführt, es seien "mehrere Zeichen für nicht organisch bedingte Schmerzen positiv". Mediziner aus dem Fach der Rheumatologie sind zwar nicht zuständig, abschliessende Feststellungen bezüglich dieses psychosomatischen Befundes zu treffen (vgl. BGE 130 V 353 Erw. 2.2.2). Eine beschränkte Beurteilungskompetenz besteht gleichwohl, zumal der Übergang von rheumatologischen Schmerzzuständen zu symptomgleichen psychosomatischen Beschwerdebildern oft fliessend ist (Urteil G. vom 28. Dezember 2004, I 704/03, Erw. 4.1.1). Der Hinweis ist als solcher mithin durchaus ernstzunehmen. Jedoch haben die psychiatrischen Sachverständigen, dabei federführend die stellvertretende Oberärztin der Psychiatrischen Klinik Y._________, in Kenntnis dieser vorläufigen Einschätzung das Vorliegen eines Gesundheitsschadens aus psychiatrischer Sicht vorbehaltslos verneint. Die festzustellende Einengung der Gedanken auf aktuelle Probleme (Unterhalt der Familie) und die (subjektive) Hoffnungslosigkeit bezüglich der Zukunft stufen sie als Befindlichkeitsstörung ein, die nicht einem psychiatrischen Krankheitsbild entspreche. Diese Bewertung ist nachvollziehbar. Das Gutachten weist auch in den übrigen entscheidungserheblichen Punkten die nach ständiger Rechtsprechung massgebenden Merkmale eines beweiswertigen Arztberichts auf (vgl. im Einzelnen BGE 125 V 352 Erw. 3a).