Citation: 7B_783/2024 E. 3.4

3.4. Wie bereits erwähnt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist im jetzigen Zeitpunkt noch offen, welche Sanktion dem Beschwerdeführer im Falle einer Verurteilung konkret droht. Die Vorinstanz verneint ihrerseits, anders als das Zwangsmassnahmengericht, den Tatverdacht hinsichtlich des Art. 260ter StGB, welcher eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren vorsieht. Sie stellt bei ihrer Berechnung im Zusammenhang mit einer angeblichen Überhaft einzig auf die Strafdrohung in Art. 2 des Al-Qaïda-Gesetzes ab, wonach eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren angeordnet werden kann. Die Bundesanwaltschaft macht hingegen geltend, die gegenüber dem Beschwerdeführer erhobenen Tatvorwürfe, insbesondere wegen der Planung der Ausreise in ein vom IS kontrolliertes Gebiet, sowie Propaganda- und Finanzierungsaktivitäten zugunsten des IS, sehr wohl einen dringenden Tatverdacht im Sinne von Art. 260ter StGB erfüllen würden, weshalb auch der ordentliche Strafrahmen von bis zu zehn Jahren zu beachten und vorliegend eine Freiheitsstrafe im Bereich von fünf Jahren zu erwarten sei. Die vom Beschwerdeführer bisher erstandene Haft sei daher noch nicht in grosse zeitliche Nähe zur zu erwartenden Freiheitsstrafe gerückt. Es ist nicht Aufgabe des Haftgerichts festzuhalten, wie das Verhalten des Beschwerdeführers rechtlich tatsächlich zu qualifizieren und welche Sanktion schliesslich strafangemessen ist. Ein Vorgreifen in den Entscheid des Sachgerichts scheint nicht angezeigt. Ob die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Delikte nach Art. 260ter StGB oder Art. 2 Al-Qaïda-Gesetz strafbar sind und welche Sanktion allenfalls auszusprechen sind, kann im Haftprüfungsverfahren daher grundsätzlich offengelassen werden. Die von der Bundesanwaltschaft vorgenommene Subsumption der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Handlungen unter Art. 260ter StGB kann nicht als völlig willkürlich bezeichnet werden und eine Verurteilung nach Art. 260ter StGB erscheint zum jetzigen Zeitpunkt zumindest nicht ausgeschlossen. Die vom Beschwerdeführer bisher erstandene Haftdauer ist angesichts des Strafrahmens von Art. 260ter StGB bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe und dem in Aussicht gestellten Widerruf der früheren bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe unter diesen Umständen noch nicht in grosse zeitliche Nähe der zu erwartenden Freiheitsstrafe gerückt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann noch nicht von Überhaft gesprochen werden.