Citation: 1C_246/2021 E. 6.1

6.1. Zur Hauptsache ist umstritten, ob das enteignungsrechtliche Verfahren vorliegend zur Verfügung steht, um nachbarrechtliche Entschädigungsansprüche gegen die Beschwerdegegnerin wegen übermässiger Immissionen durchzusetzen. Das Verwaltungsgericht hat erwogen, unter anderem Nachbarrechte seien der Enteignung zugänglich (§ 7 Abs. 1 lit. b EntG). Vorausgesetzt werde für das Enteignungsverfahren weiter, dass die zu entschädigende Eigentumsbeschränkung von Bau, Betrieb und Unterhalt eines Werks ausgehe, das im öffentlichen Interesse liege (§ 4 lit. a EntG). Hinzu komme selbst bei einem Werk im öffentlichen Interesse das Erfordernis, dass die damit verursachten Immissionen nicht oder nur mit einem unverhältnismässigen Aufwand vermieden werden könnten. Dabei wurde insbesondere auf BGE 145 I 250 E. 5.3 und das Urteil 5A_772/2017 vom 14. Februar 2019 E. 3.2 verwiesen. Dann und nur dann trete an die Stelle des zivilrechtlichen Anspruchs ein Anspruch auf enteignungsrechtliche Entschädigung. Vorliegend gehe die behauptete Beeinträchtigung des Eigentums der Beschwerdeführer nicht von einem Werk im öffentlichen Interesse, sondern vom Privateigentum der Beschwerdegegnerin aus. Dabei handle es sich um eine rein privatrechtliche Angelegenheit zwischen privaten Nachbarn.