Citation: 9C_682/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Den Steuerpflichtigen ist insofern zuzustimmen, als die tatsächlichen und die rechtlichen Verhältnisse, auf denen eine rechtskräftige Veranlagungsverfügung beruht, an sich in einer späteren Steuerperiode an sich abweichend beurteilt werden können. Definitive Veranlagungsverfügungen entfalten Wirkungen, insbesondere Rechtskraftwirkungen, in zeitlicher Hinsicht nur bezüglich der Steuerperiode, für die sie ergangen sind (BGE 148 II 233 E. 5.5.2; 147 II 155 E. 10.5.1; 140 I 114 E. 2.4.3). Dies berührt bis dahin aber ausdrücklich nur den Regelfall, also jene Konstellation, in welcher die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse von vornherein nur in Bezug auf eine bestimmte Steuerperiode zu klären sind. Anders verhält es sich ausnahmsweise, wenn die gesetzliche Bestimmung, die es auszulegen und anzuwenden gilt und im Hinblick auf dieselbe der rechtserhebliche Sachverhalt zu klären ist, in sich selbst schon auf mehrere Steuerperioden angelegt ist. Dies trifft im Fall von Art. 37b Abs. 1 Satz 1 DBG offenkundig zu, indem es um die "Summe der in den letzten zwei Geschäftsjahren realisierten stillen Reserven" geht. Als Liquidationsjahr zu betrachten ist dabei das Geschäftsjahr, in welchem die Liquidation abgeschlossen wird (Art. 2 der Verordnung vom 17. Februar 2010 über die Besteuerung der Liquidationsgewinne bei definitiver Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit [LGBV; SR 642.114]). Alsdann ist zurückzurechnen, um das Jahr "n", in welches der Abschluss der Liquidation fällt, und das Vorjahr ("n-1") zu ermitteln.