Citation: 4A_491/2023 E. 6.4

6.4. Der Beschwerdeführer bringt vor, als Unternehmer sei er auf zufriedene Patienten angewiesen, da er diese sonst verliere. Da Ende August 2018 schon bekannt gewesen sei, dass er Anfang September 2018 voraussichtlich wieder zu 50 % arbeiten werde, habe seine Assistentin für den 3. September 2018 bereits Patienten eingetragen. Er habe seinen Testarbeitstag daher nicht erst am 3. September 2018 durchführen wollen. Eine Absage am Samstag für den kommenden Montag wäre zwar auch kurzfristig gewesen, aber es mache einen Unterschied, ob die Patienten eine Absage mit zwei Tagen Vorlauf erhielten oder erst gleichentags, wenn sie bereits im Wartezimmer sässen. Der Beschwerdeführer wiederholt, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass seine am Wochenende verrichtete Arbeit Auswirkungen auf die ausgerichteten Taggelder habe, "zumal er als Angestellter unabhängig vom Grad der Arbeitsunfähigkeit jeden Monat den gleichen Lohn bekommen [habe]". Auch damit begründet der Beschwerdeführer keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz. Vielmehr hielt die Vorinstanz schlüssig fest, er liefere keine Erklärung, die ihre Annahme einer bewussten Täuschung widerlegt hätte. Sie erwog, der Beschwerdeführer habe während der vollständigen Krankschreibung mit vollem Taggeld gearbeitet und einen Umsatz von Fr. 1'433.60 generiert. Dies habe er der Beschwerdegegnerin nicht gemeldet. Ebenso wenig habe er ihr die von ihm eingestandene graduelle Verbesserung des Gesundheitszustands mitgeteilt. Der Beschwerdeführer argumentierte bereits im vorinstanzlichen Verfahren, er habe den Testarbeitstag durchgeführt, weil er nicht gewusst habe, ob er am 3. September 2018 mit der operierten Hand arbeiten könne. Denn er habe den Patienten nicht kurzfristig absagen wollen. Diese Argumentation verwarf die Vorinstanz willkürfrei, indem sie festhielt, eine Terminabsage sei auch kurzfristig, wenn sie am Samstagnachmittag oder am Sonntag für einen Termin am kommenden Montag erfolge. Daher leuchte nicht ein, weshalb er den behaupteten Testarbeitstag nicht am Montag, 3. September 2018 absolviert und erst für den 4. September 2018 mehr Patienten aufgeboten habe. Diesen hätte er bei Bedarf am Montag absagen können, zumal die Arbeitsfähigkeit zu jenem Zeitpunkt bloss 50 % betragen habe, was sich auf die Anzahl der Patienten ausgewirkt haben dürfte und einen Arbeitsversuch erlaubt hätte. Sein Vorbringen sei umso weniger nachvollziehbar, als er am 1. September 2018 einen Umsatz von Fr. 1'433.60 erzielt habe.