Citation: 2C_394/2017 E. 2

Ausländische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung haben gemäss Art. 43 AuG - unter Vorbehalt des Bestehens von Erlöschensgründen (Art. 51 Abs. 2 AuG) - Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen oder - bei fortdauernder Ehegemeinschaft - ein wichtiger Grund für das Getrenntleben besteht (Art. 49 AuG). Nach Auflösung der Ehegemeinschaft besteht der Bewilligungsanspruch fort, wenn das Zusammenleben mindestens drei Jahre gedauert hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ["Integrationsklausel"]) oder wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG ["nachehelicher Härtefall"]). Wichtige persönliche Gründe können namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG). Nach den verbindlichen und unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz lebte die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann in der ersten Ehe während ca. einem Jahr und sieben Monaten in der Schweiz in Ehegemeinschaft. In der zweiten Ehe, welche über drei Jahre nach der Trennung bzw. über zwei Jahre nach der Scheidung geschlossen wurde, lebten die Ehegatten während zwei Jahren und nicht ganz zehn Monaten gemeinsam in der Schweiz. Dass die Ehegemeinschaft unterdessen definitiv aufgelöst wurde und nicht mehr mit einer Wiedervereinigung der Ehegatten zu rechnen ist, wird nicht bestritten. Somit erreichte keine der ehelichen Gemeinschaften die dreijährige Dauer gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG. Zusammengerechnet würden sich jedoch mehr als drei Jahre Ehegemeinschaft in der Schweiz ergeben.