Citation: 6B_470/2016 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, die Feststellungen des erstinstanzlichen Gerichts anlässlich des Augenscheins, wonach dem Beschwerdegegner die Sicht auf die Verkehrskadettin versperrt gewesen und er nicht abgelenkt worden sei, erschienen aufgrund der aktenkundigen Fotos zwar recht kategorisch. Sie liessen sich dadurch aber nicht widerlegen. Deshalb sei die Annahme, wonach die Unaufmerksamkeit des Beschwerdegegners nicht mit dem Übersehen der Verkehrskadettin bewiesen sei, weder willkürlich noch zu beanstanden. Auch die Verkehrskadettin könne nicht ausschliessen, dass der Beschwerdegegner ihr Handzeichen übersehen haben könnte. Angesichts des regen Verkehrsaufkommens sei ihm nicht vorzuwerfen, dass er seine Aufmerksamkeit auf die ausser Betrieb gesetzte, blinkende Lichtsignalanlage, die Fussgänger sowie den von vorne und links kommenden Verkehr gerichtet und dabei die von rechts in die vortrittsberechtigte Strasse einfahrenden Fahrzeuge zu spät wahrgenommen habe. Der Beschwerdegegner habe nicht nach einer augenscheinlich schlecht sichtbar positionierten Verkehrskadettin Ausschau halten müssen. Ihm sei umso weniger mangelnde Aufmerksamkeit vorzuwerfen, als nicht erstellt sei, wie viel Zeit ihm zum Erfassen der Verkehrskadettin verblieben sei.