Citation: U 503/06 07.11.2007 E. 7

7.1 Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls gegeben sind, beurteilt sich objektiv und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207 E. 3b/cc). Dieses Kriterium ist hinsichtlich des Ereignisses vom 20. November 2000 nicht erfüllt. 7.2 Ein allenfalls erlittenes Schleuder- oder Distorsionstrauma der HWS fällt im Rahmen des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der Verletzung ausser Betracht (erwähntes Urteil U 88/06, E. 7.2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 489/05 vom 10. April 2006, E. 4.2 mit Hinweis). Auch die unmittelbar nach dem Unfall im Spital X.________ diagnostizierte leichte Commotio cerebri führt nicht zur Bejahung dieses Kriteriums (erwähntes Urteil U 479/05, E. 8.2). 7.3 Nach dem Unfall war der Versicherte während 24 Stunden im Spital X.________ hospitalisiert. Danach bestand die ärztliche Behandlung in der Verordnung eines Halskragens, Anwendung der Wärmelampe, vorsichtiger Mobilisation, Massage sowie medikamentöser Schmerzbekämpfung. Vom 9. Januar bis 20. Februar 2001 war der Versicherte in der Rehaklinik Y.________ hospitalisiert. In der Folge wurden hauptsächlich Medikamente, regelmässige Psychotherapie bei Dr. phil. H.________ sowie Physiotherapie verordnet. Im Bericht vom 5. Juli 2002 gab der Hausarzt Dr. med. U.________ an, bei ihm fänden Beratungen alle zwei bis drei Monate statt. Den verschiedenen Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (erwähntes Urteil U 88/06, E. 7.2.3). Insgesamt ist das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung jedenfalls nicht auffallend erfüllt. 7.4 Offen bleiben kann, ob Dauerschmerzen im Sinne von über den gesamten Zeitraum andauernden Beschwerden (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.6) oder vor allem Bewegungs- und Belastungsschmerzen vorlagen. Denn selbst wenn dieses Kriterium als erfüllt betrachtet würde, wäre es nicht in auffallender Weise gegeben. 7.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung wird zu Recht nicht geltend gemacht. 7.6 Die Kriterien des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen müssen nicht kumulativ erfüllt sein. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden - welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien (ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, Dauerbeschwerden) zu berücksichtigen sind - darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteil des Bundesgerichts U 37/06 vom 22. Februar 2007, E. 7.6 mit Hinweisen). Solche Gründe sind nicht gegeben. Der Umstand, dass trotz eines Rehaaufenthaltes und regelmässigen Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine vollständige Arbeitsfähigkeit erreicht werden konnten, führt entgegen der Auffassung des Versicherten nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. 7.7 Das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf (RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544, U 56/00; erwähntes Urteil U 88/06, E. 7.2.7). Der Beschwerdeführer war nach dem Ereignis vom 20. November 2000 bis Ende Februar 2001 zu 100 % arbeitsunfähig. Ab 1. März 2001 war er in der vor dem Unfall ausgeübten Tätigkeit als Möbelberater zu 25 %, ab 1. März 2002 zu 50 % arbeitsfähig. Am 1. Oktober 2004 trat er eine 50%ige Stelle als Wohnberater bei der Firma B.________ an. Mit Blick auf die Rechtsprechung (vgl. insbesondere RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544, U 56/00) ist das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht in auffallender Weise gegeben. 7.8 Nach dem Gesagten sind von den sieben Adäquanzkriterien höchstens drei erfüllt, wobei kein Kriterium in besonders ausgeprägter Weise vorliegt (E. 7.3 f und 7.7 hievor). Damit sind die für die Adäquanzprüfung massgebenden Kriterien nicht in gehäufter und auffallender Weise gegeben (vgl. auch Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 488/05 vom 20. Oktober 2006, E. 3.3). Demnach haben SUVA und Vorinstanz den adäquaten Kausalzusammenhang für die Zeit ab 31. Oktober 2004 im Ergebnis zu Recht verneint. Sämtliche Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern.