Citation: 5A_533/2023 E. 3.1.1

3.1.1. Sie erachtete zunächst die Erziehungsfähigkeit bei beiden Parteien als gegeben. Bei der Beschwerdegegnerin machte sie diesbezüglich einen leichten Vorteil aus, was die Organisation und Struktur der Kinderbetreuung anbelange, welche letztlich für die kindlichen Bedürfnisse entscheidend seien. Der Beschwerdeführer habe zwar aufgezeigt, dass er um entsprechende Organisation bemüht sei, indes keine konkret organisierte Kinderbetreuung präsentiert. Die Beschwerdegegnerin, welche in einem Pensum von 50 % als Hausärztin erwerbstätig sei, habe die Betreuung der Kinder an ihren zweieinhalb Arbeitstagen (durch ihre Mutter und Frau F.________) umfassend und verbindlich geregelt. Dies zeige auf, wie engagiert, gewissenhaft und organisiert sie die Betreuung der Kinder und die damit anfallenden Aufgaben angehe. Darüber hinaus habe sie in der Zeit, in welcher der Beschwerdeführer nicht erwerbstätig gewesen sei und sich um die Kinder und den Haushalt gekümmert habe, offenbar nicht nur in einem Vollpensum gearbeitet, sondern auch Betreuungsaufgaben mitübernommen, nebenbei auch noch die Administrationsarbeiten für die Familie erledigt und den Beschwerdeführer bei der Besorgung des Haushalts unterstützt. Eine Einschränkung der Erziehungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin aufgrund des Wegzugs sei nicht zu erblicken. Zwar hätte der Umzug mit den Kindern in den Kanton Graubünden zweifelsohne der Zustimmung des ebenfalls sorgeberechtigten Beschwerdeführers bedurft und habe er für die Kinder zu einer abrupten und erheblichen Veränderung ihrer Lebensumstände geführt. Doch habe die Beschwerdegegnerin aufzuzeigen vermocht, dass sie für dieses Vorgehen echte Beweggründe gehabt habe. Ferner sei dem Beschwerdeführer zwar beizupflichten, dass er zumindest in der Vergangenheit über ein gewisses Informationsdefizit verfügt habe. Die Kommunikation der Beschwerdegegnerin und insbesondere ihr Kooperationswille hätten sich seit der Trennung indes stetig verbessert. Hervorzuheben sei auch, dass sie dem Beschwerdeführer ein grosszügigeres Besuchsrecht zugestehe, als gerichtlich vorgesehen sei. Insofern sei bei der Beschwerdegegnerin keine verminderte Bindungstoleranz auszumachen, welche für die Zuteilung der Obhut an den Beschwerdeführer sprechen würde.