Citation: 9D_9/2023 E. 3.2

3.2. Soweit die Steuerpflichtige Kritik an der Veranlagungsverfügung anbringt, ist festzuhalten, dass diese in Rechtskraft erwachsen ist. Die Beanstandungen hätten im Rahmen eines Rechtsmittelverfahrens vorgetragen werden können. Ein Erlassverfahren kann nicht dazu dienen, um auf eine rechtskräftige Veranlagungsverfügung zurückzukommen. Dieser Grundsatz geht insbesondere aus Art. 7 Abs. 1 der Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) vom 12. Juni 2015 über die Behandlung von Gesuchen um Erlass der direkten Bundessteuer (SR 642.121) hervor. Dieser besagt: "Weder kann mit dem Gesuch die Revision der Veranlagung verlangt werden, noch ersetzt das Erlassverfahren das Rechtsmittelverfahren." Gleiches trifft zumindest sinngemäss auch auf die hier streitbetroffenen Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Solothurn zu. Abgesehen davon stehen der Steuerpflichtigen ohnehin nur Rügen zur Verfügung, die dem Wesen der "Star-Praxis" entsprechen; um im Erlasspunkt Willkürrügen vorzubringen, ist die Steuerpflichtige nicht legitimiert. Die Stossrichtung der Eingabe zielt aber geradewegs auf eine materielle Neubeurteilung der Sache ab, was nicht angeht. Zur Rüge der materiellen Rechtsverweigerung ist die Steuerpflichtige nicht zugelassen. Rügen, wonach eine formelle Rechtsverweigerung vorliege, sind nicht ersichtlich. Die Steuerpflichtige bringt weder ausdrücklich noch zumindest sinngemäss vor, die Vorinstanz habe ihren Gehörsanspruch verletzt. Damit fehlen verwertbare Rügen.