Citation: 8C_53/2021 E. 4

Ihrer Beurteilung legte die Vorinstanz im Wesentlichen den Sachverhalt zugrunde, den die Beschwerdeführerin am Tag nach dem Ereignis gegenüber der Kantonspolizei schilderte. Die Beschwerdeführerin habe ausgeführt, sie habe den Täter erstmals wahrgenommen, als dieser bei der Eingangstüre des Restaurants X.________ gestanden sei, sich nervös bewegt und zu ihr sowie zu den Gästen geschaut habe. Sie habe ihn dann gefragt, was er bestellen wolle. Er habe geantwortet, er wolle ihren Kopf. Zwischendurch habe er in seiner eigenen Sprache gesprochen, wobei sie nur das Wort "Allah" verstanden habe. Sie habe zu ihm gesagt, er solle deutsch sprechen, worauf er wiederholt habe, er wolle ihren Kopf. Dann habe sie zwei weitere Angestellte zu sich nach vorne zur Kasse gerufen. Der Täter habe erneut gesagt, er wolle ihren Kopf, habe die linke Hand in den Ausschnitt seiner Jacke geschoben und laut gesagt "keiner bewegt sich". Zu diesen Worten habe er einen Arm in die Luft gehoben und diesen mit gestrecktem Zeigefinger hin und her geschwungen. Die Beschwerdeführerin gab an, sie habe gedacht, der Täter nehme etwas aus seiner Jacke und erschiesse sie und die anderen. Sie habe Angst um ihr Leben gehabt. Der Täter sei sehr ernst gewesen und sie habe ihm aufgrund seines Verhaltens ziemlich bald angesehen, dass etwas nicht gestimmt habe mit ihm. Nachdem sie den Notfallknopf gedrückt habe, habe der Täter die Filiale verlassen. Dann habe sie die Eingangstüre verschlossen. Etwas später sei der Täter zurückgekehrt und habe wieder hineinkommen wollen. Später sei dann die alarmierte Polizei gekommen. Die Vorinstanz stellte weiter fest, die beiden involvierten Angestellten hätten den Vorfall bestätigt, soweit sie ihn mitbekommen hätten. Der psychisch beeinträchtigte Täter habe den Geschehensablauf gegenüber der Kantonspolizei im Wesentlichen gleich geschildert. Zusätzlich habe er ausgesagt, eine Stimme (in seinem Kopf) habe ihm gesagt, er müsse so viele Leute wie möglich umbringen. In seiner Jackentasche habe er zwei etwa 10 cm grosse Steine gehabt, welche er der Beschwerdeführerin gegen den Kopf habe werfen wollen. Er habe dann aber realisiert, dass er das nicht machen dürfe. Wieso er zur Beschwerdeführerin "Allahu akbar" gesagt habe, wisse er nicht. Zuvor sei er bereits in einem anderen Restaurant gewesen und habe den Barmann gefragt, was wäre, wenn er jetzt alle Leute dort drin erschiessen würde. Das kantonale Gericht führte sodann aus, die behandelnden Ärzte und Therapeuten der Beschwerdeführerin hätten berichtet, diese habe das Ereignis als lebensbedrohend erlebt. In ihrer Beschwerdeschrift und anlässlich der Verhandlung habe sie weiter geltend gemacht, sie sei von einem Terrorakt ausgegangen, nachdem der Täter "Allahu akbar" gesagt habe. Das kantonale Gericht erwog, diese erstmals im Beschwerdeverfahren vorgebrachten umfangreichen Überlegungen bezüglich der allfälligen Absicht des Täters, möglichst viele Menschen zu töten und den Optionen der Beschwerdeführerin, dies zu verhindern, liessen sich den weiteren Akten nicht entnehmen. Es sei letztlich aber nicht entscheidend, ob es sich beim Ereignis vom 20. Januar 2016 um einen (potentiellen) Terrorakt oder einen anderen Überfall gehandelt habe.