Citation: 1C_221/2023 E. 3.2

3.2. Diese Anforderungen werden im kantonalen Recht konkretisiert. Gemäss Art. 7 Abs. 1 des Baugesetzes des Kantons Bern vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) dürfen Bauvorhaben nur bewilligt werden, wenn sichergestellt ist, dass das Baugrundstück auf den Zeitpunkt der Fertigstellung des Bauvorhabens, wenn nötig bereits bei Baubeginn, genügend erschlossen sein werde. Eine Erschliessung gilt als genügend, wenn die Zufahrtsstrasse hinreichend nahe an Bauten und Anlagen heranführt und diese für Feuerwehr und Sanität gut erreichbar sind (Art. 7 Abs. 2 lit. a BauG). Für Bauvorhaben in einem weitgehend überbauten Gebiet genügen bestehende Erschliessungsanlagen, wenn die zu erwartende Mehrbelastung verhältnismässig gering ist und Verkehrssicherheit und Brandbekämpfung gewährleistet sind (Art. 8 BauG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 lit. a der Bauverordnung des Kantons Bern vom 6. März 1985 [BauV; BSG 721.1]). Art. 3 Abs. 1 BauV sieht vor, dass die Erschliessungsanlagen rechtlich sichergestellt sein müssen. Als sichergestellt gilt eine Erschliessung gemäss Art. 4 Bst. c BauV, wenn bei Anlagen auf fremdem Grund entweder ein für die Grundeigentümerschaft verbindlicher Plan (Überbauungsplan, Strassenplan) besteht oder das Recht zu ihrer Erstellung und Erhaltung vor dem Bauentscheid vereinbart wurde. Die benötigten Rechte müssen bei Baubeginn erworben sein.