Citation: 6B_78/2016 E. 2.4

2.4. Bis Ende 2007 wurden die Feinschlämme einer Reaktordeponie als Sonderabfall zugeführt. Weil diese Deponie geschlossen wurde, musste eine neue Entsorgungsmöglichkeit gefunden werden. In der Folge wurden die Feinschlämme von Februar 2008 bis 17. März 2011 auf der Inertstoffdeponie entsorgt (Urteil S. 2). Der Beschwerdeführer war seit dem 1. April 2007 für das Stoffmanagement verantwortlich und entsorgte die Feinschlämme bis Ende 2007 als Sonderabfall. Damit ging er davon aus, dass sie gefährliche Stoffe enthielten (d.h. Stoffe im Sinne des UVEK-Liste-Code 19 02 05 S; oben E. 2.3). Ab Februar 2008 entsorgte er die Feinschlämme über drei Jahre hinweg als Inertstoffe. Die Umklassierung erscheint lediglich in der Schliessung der Reaktordeponie begründet. Die bislang als Sonderabfall deklarierten Feinschlämme konnten nicht plötzlich und unvermittelt Inertstoffqualität aufweisen. Der Hinweis auf eine "Analyse der ersten Probe", aufgrund welcher die Deponiebewilligung erteilt wurde, bildet für sein Vorgehen keine Grundlage. Es ist der Erfahrungssatz (BGE 140 III 115 E. 2 S. 117) heranzuziehen, dass die Inertstoffqualität durchgehend gewährleistet sein muss und dafür nicht auf eine erste unternehmensintern analysierte "Mischprobe" abgestellt werden kann. Entscheidend ist die tatsächliche Inertstoffqualität (zur Codierung Urteil S. 6 f.). Auch wenn dem Beschwerdeführer nicht bewiesen werden konnte, "die Analysedaten nicht fortlaufend überwacht zu haben" (Urteil S. 13), hatte er aufgrund seiner Zuständigkeit für das Stoffschlussmanagement dafür zu sorgen, dass nur dem technischen Standard gemäss Ziff. 1 Anhang 1 TVA entsprechende "Inertstoffe" und keine Sonderabfälle (Art. 30f USG; Art. 3 Abs. 2 TVA; Art. 2 Abs. 2a VeVA) auf die Inertstoffdeponie transportiert wurden. Er war verantwortlich für die Einhaltung des jeweils aktuellen Standards. Ihm ist entgegen zu halten, was er der Vorinstanz vorwirft, dass nicht "aus diversen wissenschaftlich anerkannten Methoden irgendeine" ausgewählt werden kann (oben E. 2.3). Durch Zusammenarbeit mit und Konsultation von Fachleuten u.a. der Deponieverwaltung (Art. 5 TVA) liesse sich eine im Verkehrskreis nicht massgebende Methodenwahl ausschliessen.