Citation: U 90/06 18.05.2007 E. 3

Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch ab 1. Oktober 2003. 3.1 Gestützt auf die medizinischen Unterlagen gelangte das kantonale Gericht zum Ergebnis, dem Beschwerdeführer sei eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit unter der Schulterhorizontalen (ohne Arbeiten über Schulter-Kopfhöhe) im Rahmen einer Arbeitsfähigkeit von 100 % zumutbar. Die Vorinstanz stellte dabei auf die Stellungnahmen des SUVA-Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 24. Juni 2002 und 9. August 2004 ab, welchen sie volle Beweiskraft beimass. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, indem er einerseits die Aussagekraft der Berichte von Dr. med. W.________ bestreitet und sich andererseits auf die abweichende Auffassung Dr. med. M.________ beruft. 3.2 Auf Grund der Arthro-MRI vom 17. Januar 2002 steht fest, dass der Beschwerdeführer als Folge des Unfalls vom 15. Oktober 2001 an einer ausgeprägten Rotatorenmanschettenruptur mit praktisch vollständigem Abriss der Supraspinatussehne sowie breitem Abriss der Subscapularissehne und Ruptur der langen Bizepssehne leidet. Diese Befunde wurden durch die erneute bildgebende Abklärung vom 12. Dezember 2002 bestätigt, welche im Bereich des M. subscapularis eine etwas stärkere Fetteinlagerung nachwies, ansonsten jedoch einen gegenüber der Voruntersuchung vom 17. Januar 2002 stationären Befund ergab. Dr. med. W.________ stützte seine durch die Vorinstanz übernommene Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit auf die Vorakten und seine eigenen Untersuchungen vom 24. Juni 2002. Die daraus abgeleiteten Aussagen zum Zumutbarkeitsprofil sind nachvollziehbar und leuchten ein. Wenn SUVA und Vorinstanz auf dieser Grundlage eine geeignete Tätigkeit als vollzeitlich zumutbar angesehen haben, lässt sich dies - bezogen auf den Zeitpunkt der Untersuchung vom 24. Juni 2002 - nicht beanstanden. 3.3 Zu prüfen bleibt, ob die Stellungnahme des Kreisarztes vom 24. Juni 2002 auch in Bezug auf den hier zu beurteilenden Zeitraum vom 1. Oktober 2003 (Rentenbeginn) bis 10. September 2004 (Einspracheentscheid) eine hinreichende Grundlage für die Invaliditätsbemessung bildet. Nachdem der Versicherte im Juni 2004 erklärt hatte, auch nach dem 1. Juli 2002 (Schreiben betreffend Einstellung der Heilbehandlungsleistungen) sei die Behandlung fortgesetzt worden, nahm Dr. med. W.________ am 9. August 2004 nochmals Stellung. Er empfahl die Übernahme der Physiotherapiekosten und auch der medikamentösen Behandlung, erklärte jedoch gleichzeitig, man könne zur Zeit wahrscheinlich nicht von einer eigentlichen Zustandsverschlechterung sprechen. Diese Stellungnahme erfolgte gestützt auf die Akten. Im letztinstanzlich aufgelegten Bericht über die Abschlussuntersuchung vom 21. September 2005 gelangte der Kreisarzt zum Ergebnis, der Integritätsschaden habe sich verschlechtert. Es bestehe nun ein Vollbild einer schweren Periarthropathie der rechten Schulter mit Pseudoparese bei entsprechender Mehrsehnenpathologie einer Rotatorenmanschettenläsion. Zumutbar sei grundsätzlich nur noch eine körperlich leichte Arbeit auf Tischwerkbankhöhe. Jegliche Tätigkeiten ab etwa 60°, d.h. auf jeden Fall ab Schulterhöhe, seien wegen der Pseudoparese nicht mehr möglich. Die Feststellung einer zwischenzeitlich - im Vergleich zur Untersuchung vom 24. Juni 2002 - eingetretenen Verschlechterung stimmt (in diesem Punkt) mit dem Bericht des Dr. med. M.________ vom 15. Dezember 2004 überein. Damit bestehen Hinweise auf eine Entwicklung, welcher nicht von vornherein jegliche Anspruchsrelevanz abgesprochen werden kann. Die im Bericht des Dr. med. W.________ vom 24. Juni 2002 enthaltene, für den damaligen Zeitpunkt grundsätzlich beweiskräftige Aussage zur Arbeitsfähigkeit in einer Verweisungstätigkeit bildet daher keine hinreichende Grundlage für die Anspruchsbeurteilung während des in Frage stehenden Zeitraums vom 1. Oktober 2003 bis 10. September 2004. Auch die weiteren medizinischen Akten bringen diesbezüglich keine zuverlässige Klärung: Die Aussage desselben Arztes vom 9. August 2004, von einer "eigentlichen Zustandsverschlechterung" könne man "wahrscheinlich zurzeit nicht sprechen", lässt bereits auf Grund der gewählten Formulierung Unsicherheiten erkennen. Sie basiert zudem auf keinen eigenen Untersuchungen, weshalb ihr mit Blick auf die Regeln über die Würdigung medizinischer Stellungnahmen (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) nur geringer Beweiswert beizumessen ist. Dies gilt umso mehr, zumal Dr. med. W.________ später gestützt auf seine Untersuchung vom 21. September 2005 eine Verschlechterung bejahte. Dr. med. M.________ beurteilt die verbliebene Leistungsfähigkeit ohnehin ungünstiger. Eine bereits vor dem Einspracheentscheid eingetretene anspruchsrelevante Veränderung des Zumutbarkeitsprofils gegenüber der Situation am 24. Juni 2002 lässt sich demnach nicht mit der für eine antizipierte Beweiswürdigung erforderlichen (hohen) Gewissheit ausschliessen. Die Sache ist deshalb an die SUVA zurückzuweisen, damit sie ergänzende Abklärungen vornehme und anschliessend über den Rentenanspruch neu entscheide.