Citation: 6B_1420/2022 E. 1.8

1.8. Zu keinen Bemerkungen Anlass gibt auch die vorinstanzliche Einschätzung der Verhältnismässigkeit. Sie erachtet den Eingriff in die Grundrechte des Beschwerdeführers durch die Rückversetzung in eine stationäre therapeutische Massnahme für die Dauer von drei Jahren als verhältnismässig (Art. 56 Abs. 2 StGB). Dabei erwägt sie insbesondere zutreffend, das lange gut funktionierende Frühwarnsystem erweise sich aktuell und angesichts der zwischenzeitlichen deutlichen Verschlechterung seines psychischen Zustandsbildes als unzureichend. Mit der Vorinstanz und der Sachverständigen kann das Ausgangsrisiko für weitere Gewaltdelikte aktuell nur durch eine intensive Behandlung in einem geschlossenen und hochstrukturierten Setting erfolgreich gesenkt werden (angefochtener Entscheid S. 16). Dabei ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz einzig eine stationäre Unterbringung in einer gesicherten (geschlossenen) forensischen Klinik als geeignet erachtet, um das schwere Krankheitsbild und die damit einhergehende deutliche Rückfallgefahr für weitere Gewaltdelikte erfolgreich anzugehen (angefochtener Entscheid S. 16). Die Verhältnismässigkeit i.e.S. ist mit Blick auf die gutachterliche Rückfallprognose angesichts der gefährdeten Rechtsgüter zu bejahen. Das angestrebte Ziel lässt sich derzeit mit einem weniger schweren Grundrechtseingriff nicht erreichen.