Citation: 5C.111/2006 25.08.2006 E. 5

In der Sache ist ebenfalls umstritten, ob der Dienstbarkeitsvertrag berechtige, elektrische Energie in der Stärke von 380 kV über die fraglichen Grundstücke zu transportieren. Die Klägerin bringt vor, es sei lediglich der Bau und Betrieb einer 220 kV-Leitung vereinbart worden. 5.1 Der Beurteilung der Berufung ist der von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt zugrunde zu legen, es sei denn, die vorinstanzlichen Feststellungen seien unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen oder beruhten auf offensichtlichem Versehen (Art. 43 Abs. 3, Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 63 Abs. 2 OG). Ein solches behauptet die Klägerin nicht. Soweit ihre Berufungsschrift Darstellungen enthält, die vom festgestellten Sachverhalt abweichen, diesen ergänzen oder kritisieren, kann darauf nicht eingetreten werden. Unzulässig ist auch der blosse Verweis auf bisher Vorgebrachtes, da die Begründung in der Berufung selbst enthalten sein muss. 5.2 Die Klägerin beruft sich darauf, dass im Dienstbarkeitsvertrag von 1960 eine Stromspannung von 220 kV vermerkt und im Vertrag von 1986/1988 nichts Abweichendes vereinbart worden sei. Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid festgestellt, die Klägerin und ihre Miterben hätten unbestrittenermassen am 20. Oktober 1986 einen neuen Dienstbarkeitsvertrag mit der Beklagten 1 unterzeichnet. Dieser Vertrag habe jenen aus dem Jahr 1960 ersetzt und die Dienstbarkeit teilweise neu umschrieben. Angaben über die Stromstärke enthalte er nicht. Es sei daher streitig, ob über die Erhöhung der Stromstärke verhandelt und diese Bestandteil des Vertrags geworden sei. Das Kantonsgericht habe dies aufgrund der als glaubwürdig erachteten Aussagen des Zeugen Z.________ bejaht. Dieser Beweiswürdigung sei - was das Obergericht noch im Einzelnen begründet - zuzustimmen. Zusammenfassend ergebe sich somit, dass die Erhöhung der Stromstärke von 220 kV auf 380 kV Inhalt des Dienstbarkeitsvertrages vom 20. Oktober 1986/22. Dezember 1988 sei. Auf die Einwendungen gegen diese Beweiswürdigung ist - wie bereits erwähnt (E. 3) - nicht einzutreten. Da die Vorinstanz den Beweis dafür, dass die Grundeigentümer über die Aufschaltung der Stromstärke orientiert worden sind, für erbracht hält, ist die von der Klägerin aufgeworfene Frage der Beweisführungslast obsolet (vgl. BGE 114 II 289 E. 2a S. 291). Steht aufgrund der Beweiswürdigung der Vorinstanz verbindlich fest, dass die Vertragsparteien den Vertrag im Bewusstsein der Aufschaltung auf 380 kV geschlossen haben, so ist unerheblich, ob für den Umbau der Leitung ein öffentlichrechtliches Auflageverfahren stattgefunden habe und ob den Grundeigentümern seinerzeit ein Schemaplan eines Tragmastes vorgelegt worden sei. Ebenso ist irrelevant, dass die Mitglieder der Erbengemeinschaft keine Kenntnis von den der Gemeinde Baar vorgelegten Plänen hatten, aus denen die Aufschaltung der umgebauten Leitung auf 380 kV ersichtlich ist. Somit ergibt sich, dass auf die Berufung der Klägerin insgesamt nicht eingetreten werden kann.