Citation: 9C_423/2017 E. 3.3

3.3. Allfällige tiefere Lebenshaltungskosten sind bei der Berechnung der Bedürftigkeit zu berücksichtigen, wobei auf offizielle, im Internet publizierte Indexe (Kaufkraftparitäts- oder Preisniveauindizes) abgestellt werden kann. Das Bundesverwaltungsgericht hat in Ermangelung konkreter statistischer Aussagen über die Kaufkraft und das Preisniveau im Kosovo auf den Mittelwert (Preisniveau 38 %) der Städte Bukarest und Sofia abgestellt. Willkür ist in diesem Vorgehen nicht zu erblicken, erfordert die Annahme einer solchen doch, dass der Entscheid nicht nur in der Begründung, sondern auch im Ergebnis willkürlich ist (vgl. BGE 142 V 513 E. 4.2 S. 517 mit weiteren Hinweisen). Einen aussagekräftigen Preisniveauindex für den Kosovo vermochten weder das Bundesverwaltungsgericht noch der Beschwerdeführer vorzulegen. Immerhin bestreitet dieser nicht, dass das Preisniveau im Kosovo wesentlich tiefer ist als in der Schweiz. Bereits gestützt darauf ist der vorinstanzliche Schluss auf das Fehlen einer Bedürftigkeit nicht abwegig. Aus der Gegenüberstellung von Einnahmen (Fr. 2'540.35) und anrechenbaren Auslagen (Fr. 457.10; vgl. E. 3.2 hievor) resultierte selbst dann ein kleiner Überschuss in der Höhe von Fr. 43.25, wenn - den unbestritten bestehenden wesentlichen Unterschieden beim Preisniveau nicht Rechnung tragend - der ungekürzte Grundbetrag von Fr. 1'700.- sowie ein ungekürzter prozessualer Zuschlag von 20 % berücksichtigt würde. Dass die vorinstanzliche Lösung zumindest im Ergebnis nicht willkürlich ist, ergibt sich spätestens mit Blick auf die vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Preisniveauindizes im internationalen Vergleich für das Jahr 2015. Gemäss diesen Erhebungen lag der tatsächliche Individualverbrauch im Vergleich zwischen der Schweiz und den erfassten jugoslawischen Nachfolgestaaten Kroatien, Slowenien, Montenegro, Mazedonien und Albanien in einem Verhältnis von 172 zu 54.6 ([62+79+48+42+42]/5). Der tatsächliche Individualverbrauch lag somit in diesen mit dem Kosovo vergleichbaren Staaten unter einem Drittel des Schweizerischen Verbrauchs. Konkrete Anhaltspunkte, dass sich dies in der Zwischenzeit geändert hat, sind nicht ersichtlich.