Citation: 4A_223/2021 E. 5.2.2

5.2.2. Ferner legt der Beschwerdeführer dar, wie die verschiedenen Schreiben aus seiner Sicht zu interpretieren sind. Damit scheint er - allerdings ohne dies ausdrücklich zu sagen - die vorinstanzlichen Ausführungen zum normativen Konsens anzugreifen. Er weist darauf hin, dass im anwaltlichen Schreiben vom 17. Juni 2020 von der "Übergabe" und der "Beschaffung" von Goldbarren die Rede sei, auf die sich die Beschwerdegegnerin 1 "im Februar 2014 bezogen" habe. Dies ergebe nur Sinn für eine "physische Übergabe", wofür die Beschwerdegegnerin 1 denn auch Fr. 14.-- je Unze veranschlagt habe. Es sei "sehr wohl" von einem entsprechenden Konsens der Parteien auszugehen. Zunächst stellt sich die Frage, ob im Prozess nach Art. 257 ZPO überhaupt auf einen normativen Konsens geschlossen werden darf, wenn (in diesem summarischen Verfahren) nicht erstellt werden kann, ob und auf welchen Inhalt sich die Parteien tatsächlich geeinigt haben. Vorausgesetzt wäre jedenfalls, dass der normativ festgestellte Vertragsinhalt von mindestens einer Partei tatsächlich gewollt war (Urteil 4A_298/2019 vom 31. März 2020 E. 6.4.1 mit zahlreichen Hinweisen; ferner BGE 117 II 404 E. 2: "es gibt keinen beidseitig unbewussten und ungewollten Vertragsschluss"). Unabhängig davon weist der Beschwerdeführer die vorinstanzliche Beurteilung nicht als unrichtig aus. Er beschränkt sich darauf, einzelne Fragmente der in Frage stehenden Korrespondenz herauszugreifen und diese in seinem Sinn zu deuten. Dass die im Recht liegenden Schreiben in sich unstimmig sind, bestreitet aber auch der Beschwerdeführer nicht. Er hält den Beschwerdegegnerinnen einzig vor, mit den widersprüchlichen Schreiben "bewusst [...] Verwirrung zu stiften", um die Illiquidität seines Anspruchs zu bewirken. Er übergeht, dass er selbst es ist, der sich auf die betreffenden Schreiben beruft, um aus den jeweiligen (ihm genehmen) Passagen seine Forderung abzuleiten. Auf diese "widersprüchliche Doppelspurigkeit" in der Argumentation des Beschwerdeführers machen die Beschwerdegegnerinnen zutreffend aufmerksam. Ob diese Schreiben - weil von der Beschwerdegegnerin 1 verfasst - analog der "Unklarheitsregel" zu deren Ungunsten auszulegen sind, kann dahingestellt bleiben. Diese Regel käme, selbst wenn anwendbar, nur zum Tragen, wenn die übrigen Auslegungsmittel versagten und die bestehenden Zweifel nicht anders behoben werden könnten (vgl. BGE 133 III 61 E. 2.2.2.3 S. 69; 122 III 118 E. 2a mit Hinweisen). Das summarische Verfahren um Rechtsschutz in klaren Fällen scheidet für solch vertiefte Auslegungsfragen aus (siehe Erwägung 3.2). Nur der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin 1 auf das Schreiben des Beschwerdeführers vom 17. Februar 2014, worin dieser die Kosten von Fr. 14.-- je Unze für die "Aushändigung" des Goldes "zur Kenntnis" nahm, sofort - nämlich am 19. Februar 2014 - reagierte und erklärte, dass eine "Auslieferung und/oder Übergabe von physischen Werten [...] in der Niederlassung der Bank B.________ in U.________ nicht stattfinden" werde.