Citation: H 252/99 28.02.2000 E. 4

4.- a) Nach dem Gesagten ist umstritten, ob die Be- schwerdegegner von Dezember 1994 bis Februar 1995 aufgrund der objektiven Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage damit rechnen durften, die Forderung der Ausgleichs- kasse von Fr. 20'500.- innert nützlicher Frist befriedigen zu können (ZAK 1992 S. 248 Erw. 4b). b) Die in Konkurs gefallene Firma war in der Bau- branche tätig, welche anfangs der 90er-Jahre in eine anhaltende Krise geriet. Die entsprechende Rezession führte gemäss Bericht des ausserordentlichen Konkursverwalters vom 26. Februar 1997 zu sinkenden Erträgen bei nahezu gleich bleibenden Betriebskosten, weshalb die Jahresrechnung 1993 erstmals negativ abgeschlossen habe. Weder der Verkauf firmeneigenen Landes noch der Einschuss privater Mittel seitens der Beschwerdegegner habe die weitere Verschuldung aufzuhalten vermocht. Überdies sei die Liegenschaft X.________ gemäss Revisionsbericht 1994 überbewertet gewesen. Auch der Wertzusammenbruch der Immobilien habe zum Untergang der Firma beigetragen. c) Angesichts der andauernden Krise im Baugewerbe und des Wertzusammenbruchs auf dem Liegenschaftsmarkt sowie der 1994 und 1995 unverändert schlechten Perspektiven in diesen Bereichen konnte objektiv betrachtet nicht ernsthaft damit gerechnet werden, der Untergang der Firma lasse sich ver- meiden. Der Einschuss eigener Mittel, welcher zudem pra- xixgemäss nicht ausreicht, um von der Haftung nach Art. 62 AHVG zu befreien, konnte den Konkurs wohl verzögern, nicht aber verhindern. Ende 1994 und anfangs 1995 durfte objektiv nicht damit gerechnet werden, dass das Einbehalten von So- zialversicherungsbeiträgen im Ausmass von Fr. 20'500.- der Firma reelle Überlebenschancen verschaffe. Die Beschwerde- gegner hätten daher bereits in dieser Periode den Betrieb schliessen oder allenfalls andere energische Massnahmen ergreifen müssen, statt die Verschuldung weiter anwachsen zu lassen. Sie belegen sodann nicht, inwiefern sie mit den zurückbehaltenen Beiträgen anderweitige, für das Überleben der Firma notwendige Forderungen beglichen hätten. Dass dank der Liegenschaftsverkäufe und der Auflösung stiller Reserven 1993 und 1994 buchhalterisch kleine Gesamtgewinne ausgewiesen wurden, durfte die Beschwerdegegner nicht da- rüber hinweg täuschen, dass der Geschäftsgang der Firma keine Aussichten auf Rettung bot. Unter diesen Umständen haben diese sich auch hinsichtlich der Ausstände von De- zember 1994/Februar 1995 im Sinne von Art. 52 AHVG haftbar gemacht. d) Masslich ist der Schaden nicht bestritten. Die auf Bundesrecht beruhenden Ausstände zuzüglich Verzugszinsen und Mahngebühren betragen gemäss der Aufstellung in den Schadenersatzverfügungen Fr. 69'001.65.