Citation: 9C_248/2017 E. 4.4.1

4.4.1. Die IV-Stelle gab die Observation wegen widersprüchlicher Aussagen der Beschwerdeführerin sowie Hinweisen auf Aggravation in Auftrag. Es gingen diverse anonyme Hinweise ein, wonach die Versicherte, welche gemäss ihren eigenen Aussagen das Haus nur ungern und mit dem Elektrostuhl sowie in Begleitung ihrer Tochter verlasse, immer wieder Ferien ohne Gehhilfe mache. Diese Meldungen standen in deutlichem Widerspruch zu den Angaben der Beschwerdeführerin. Damit bestanden ausgewiesene Zweifel über ihre Leistungs (un) fähigkeit. Gegenstand der Observation bildeten ausschliesslich im öffentlichen Raum aufgenommene (unbeeinflusste) Handlungen, weshalb kein Fall absoluter Unverwertbarkeit vorliegt (vgl. E. 4.3). Die IV-Stelle liess die Versicherte während zwei Phasen an jeweils nur vier Tagen observieren (vom 27. Juni bis 21. September 2013 und vom 9. November 2013 bis 7. Januar 2014). Wenn sie das Haus verliess, konnte sie bei verschiedenen Einkaufstouren, beim Benützen des öffentlichen Verkehrs sowie beim Einsteigen in ein Fahrzeug beobachtet werden. Folglich war sie weder einer systematischen noch einer ständigen Überwachung ausgesetzt. Damit und mit Blick auf die aufgezeichneten (sehr) alltäglichen Verrichtungen und Handlungen kann insgesamt nicht von einer schweren Verletzung der Persönlichkeit gesprochen werden.