Citation: I 555/04 24.12.2004 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob und - bejahendenfalls - wie weit sich der Grad der Invalidität zwischen dem Erlass der rentenzusprechenden Verfügung vom 15. April 1999 und dem den Anspruch auf eine halbe Rente bestätigenden Einspracheentscheid vom 8. Januar 2004 in einer für die Höhe der Invalidenrente erheblichen Weise geändert hat (vgl. zur massgeblichen zeitlichen Vergleichsbasis auch BGE 130 V 73 ff. Erw. 3 mit Hinweisen), und ob der Sachverhalt zur Beantwortung dieser Frage genügend abgeklärt ist. Da mit dem angefochtenen Einspracheentscheid eine revisionsweise Erhöhung des Rentenanspruchs abgelehnt wurde, steht vorerst zur Diskussion, ob Revisionsgründe vorliegen. Entsprechend sind die verschiedenen Arztzeugnisse - insbesondere dasjenige von Dr. med. A.________, auf welches sich die Beschwerdeführerin beruft, und die beiden ZMB-Gutachten, auf welche sich die IV-Stelle stützt - daraufhin zu prüfen, ob sie für den Zeitraum seit Rentenbeginn (vgl. dazu BGE 129 V 222) bis zum Einspracheentscheid (vgl. BGE 129 V 4, 121 V 366 Erw. 1b) eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes beschreiben. 2.1 Die ursprüngliche Rentenverfügung basierte in medizinischer Hinsicht auf einem polydisziplinären Gutachten des ZMB vom 13. Oktober 1997. Es wurde damals die Hauptdiagnose einer gemischten dissoziativen Störung (Konversionsstörung mit dissoziativen Bewegungs- und Sensibilitätsstörungen im Sinne eines Schulter-Armsyndroms) gestellt. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit attestierten die Ärzte mit Blick auf die Notwendigkeit des repetitiven Hebens von schweren Geschirrkontainern in der angestammten Tätigkeit als Betriebsarbeiterin im Küchendienst des Spitals X.________ noch ein Rendement von 30 %. Bei einer körperlich adaptierten Arbeit ohne repetitives Heben von Lasten und ohne körperliche Zwangshaltungen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60 %, wobei sich die Einschränkung aus der dissoziativen Störung, welche die Versicherte in ihrer psychischen Belastbarkeit einerseits und ihrer Ausdauer und Kraftentfaltung andererseits beeinträchtige, ergäbe. 2.2 Das Revisionsgesuch wurde nach einer akuten Exazerbation der lumbalen Rückenschmerzen gestellt, welche im Januar 2001 eine Diskushernienoperation notwendig machte. Wie sich dem Verlaufsbericht des operierenden Neurochirurgen, Dr. med. A.________, vom 27. März 2001 entnehmen lässt, erholte sich die Beschwerdeführerin unerwartet gut und erfreulich schnell vom Eingriff. Unbesehen davon vertrat der Arzt jedoch die Ansicht, trotz der objektiven Besserung der Situation sei die Prognose für die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess illusorisch, weshalb er eine volle Berentung für gerechtfertigt hielt. Dies vor allem auch auf Grund der psychosomatischen Konstellation. Ausser dem am 17. Januar 2001 operierten kaudal luxierten Massenprolaps L3/4 links mit schwerster Fussheberparese wird keine weitere Diagnose gestellt. Im ZMB-Gutachten vom 25. September 2003 finden sich die Hauptdiagnosen eines residuellen sensomotorischen radikulären Ausfallsyndroms L5 links bei Status nach lumbaler Discushernie L3/L4 mit operativer Sanierung im Januar 2001, eines chronischen Cervicobrachialsyndroms ohne objektiv fassbare Befunde und einer dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörung bei narzisstisch und histrionisch strukturierter Persönlichkeit. Gegenüber der Erstbegutachtung ist die operativ sanierte Diskushernie hinzugekommen, wobei die Parese des linken Beines wieder habe rückgängig gemacht werden können. Geblieben sei jedoch ein residuelles sonsomotorisches radikuläres Ausfallsyndrom L5 links. Wie bereits im Jahre 1997 stehe das psychische Krankheitsbild eindeutig im Vordergrund. Im Gegensatz zur ersten Untersuchung erachten die Experten die Beschwerdeführerin in ihrer früheren Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer Abwaschküche als nicht mehr arbeitsfähig, da diese mit längerem Stehen und repetitivem Heben schwerer Lasten verbunden ist. Eine körperlich angepasste Tätigkeit, welche weder körperliche Zwangshaltungen noch repetitives Lastenheben beinhaltet und die Möglichkeit bietet, die Körperhaltung zu wechseln, halten sie hingegen aus rein medizinisch theoretischer Sicht für halbtags zumutbar. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hat sich seit der erstmaligen Rentenfestsetzung somit verschlechtert, weshalb insofern ein Revisionsanlass gegeben ist. Zu prüfen bleibt, ob sich die Verschlechterung in rentenwirksamer Weise auf den Invaliditätsgrad auswirkt.