Citation: 6B_613/2007 11.12.2007 E. 2

2.1 Gemäss Art. 95 BGG sind die drei Einheitsbeschwerden (Beschwerde in Zivilsachen, Beschwerde in Strafsachen und Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten) unter anderem zulässig wegen Verletzung von Bundesrecht oder Völkerrecht (Art. 95 lit. a und b BGG). Zum Begriff "Bundesrecht" im Sinne von Art. 95 lit. a BGG gehört auch Bundesverfassungsrecht (Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 2001, BBl 2001 4202, S. 4335). Sodann kann die Feststellung des Sachverhalts gerügt werden, allerdings nur, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 BGG). Da eine im Ergebnis offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts gegen das Willkürverbot gemäss Art. 9 BV verstösst (Botschaft, a.a.O., S. 4338), stellt sie ebenfalls eine Verletzung von Bundesrecht beziehungsweise Bundesverfassungsrecht dar (zur Veröffentlichung vorgesehener BGE 6B_89/2007 vom 24. Okt. 2007, E. 1.4.1). 2.2 Das Gericht würdigt Gutachten grundsätzlich frei (Art. 249 BStP, SR 312.0). Es darf in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abweichen und muss Abweichungen begründen. Das Abstellen auf nicht schlüssige Gutachten kann gegen Art. 9 BV verstossen, wenn gewichtige, zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich erschüttern. Willkür liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen. Dabei genügt es nicht, wenn das Urteil sich nur in der Begründung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn es im Ergebnis verfassungswidrig ist. Gemäss den in Art. 32 Abs. 1 BV und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK (SR 0.101) verankerten Grundsatz in dubio pro reo ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist (BGE 129 I 49 E.4; 128 I 81 E. 2, je zur Glaubhaftigkeitsbegutachtung). 2.3 Das Gericht kann Beweisanträge abweisen, wenn es angesichts der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (Urteil 6B_283/2007 vom 5. Okt. 2007, E. 2 mit Hinweis auf BGE 131 I 153 E. 3; 125 I 127 E. 6c/cc; 124 I 208 E. 4a). 2.4 Die Vorinstanz ist weder in Willkür verfallen, als sie auf das Gutachten (mit Ergänzungsgutachten und Nachtrag sowie mündlichen Ausführungen) abstellte, noch war es willkürlich und verletzte es das Gehörsrecht des Beschwerdeführers, die Beweisanträge abzulehnen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers spricht es nicht gegen die Qualität eines Gutachtens, wenn dieses bereits zwei Monate nach Auftragserteilung erstattet wird. Zu Recht führt er selber an, das rasche Vorliegen eines Gutachtens sei für den beförderlichen Fortgang des Verfahrens an sich zu begrüssen, was nur unterstrichen werden kann. Weder ist zu beanstanden, dass es der Gutachterin sehr rasch klar war, wie sie den Beschwerdeführer zu beurteilen hatte, noch auch, dass dieser erst nach Erstellung des Gutachtens zu den Ausführungen der Gutachterin Fragen stellen und Ergänzungen verlangen konnte. Wie er selber einräumt, ist dies "üblich und nicht anders möglich" (Beschwerde S. 9). Dass eine Gutachterin nur bei "klaren Gegenargumenten" ihre einmal geäusserte Fachmeinung revidieren würde, liegt auf der Hand. Der Beschwerdeführer selber erachtet das Vorgehen der Gutachterin als nachvollziehbar, wenn sie seine Darstellungen über die an ihm und an seinem Sohn verübten Missbräuche nicht glaubte, sondern die Diagnose einer wahnhaften Störung ohne Krankheitseinsicht diagnostizierte. Er führt selber aus, dass die meisten involvierten und mit dieser Geschichte konfrontierten Personen spontan mit Unverständnis und Ablehnung reagiert hätten (Beschwerde S. 10). Darüber hinaus hat die Vorinstanz unter Berufung auf das Kreisgericht und noch unter Ausklammerung des Gutachtens die Missbrauchsvorwürfe in einer sorgfältigen Beweiswürdigung als ergebnislos erachtet (angefochtenes Urteil S. 39 - 41). Der Beschwerdeführer vermag nicht darzutun, was an dieser Würdigung willkürlich sein sollte. Einzig darauf hinzuweisen, die Strafverfolgungsbehörden seien seinen Missbrauchsvorwürfen stets nur punktuell und oberflächlich nachgegangen (Beschwerde S. 11), vermag Willkür nicht darzutun. Entgegen seiner Auffassung vermögen diese Beweiswürdigung und das Gutachten sehr wohl seine Behauptungen zu widerlegen. Auch seine Berufung auf Dr. P.________, der im Verfahren die Auffassung vertreten haben soll, dass es für die Diagnose einer wahnhaften Störung vorab Klarheit über den Wahrheitsgehalt der Missbrauchsgeschichten brauche, vermag nicht Willkür darzutun. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, dass die Darstellung der Vorinstanz (mit Verweisung auf das Kreisgericht), wonach Dr. P.________ ihn kaum genügend gut kannte und die Behandlung wegen sprachlicher Schwierigkeiten selber aufgab, nicht zutreffe oder sogar willkürlich gewesen sein sollte. Dr. P.________ hatte seit Dezember 2003 bis zwei Wochen vor der Hauptverhandlung keinen Kontakt mehr mit dem Beschwerdeführer, so dass er auch nicht volle Aktenkenntnis hatte und in der bezirksgerichtlichen Hauptverhandlung fälschlich bemerkt hatte, dass der Missbrauchsbehauptung ungenügend nachgegangen worden sei. Zudem hatte er als Therapeut eine andere Stellung bzw. einen anderen Auftrag als ein unabhängiger Gutachter. Auf die nicht näher belegte Aussage eines Zeugen (Z.________) lässt sich die Behauptung des Missbrauchs nicht stützen. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers sind ausführliche Abklärungen über die Behauptung des sexuellen Missbrauchs getroffen worden (anschaulich Urteil des Kreisgerichts, act. 831 - 835), und zwar - wiederum entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers - auch polizeilicher Natur. Er legt nicht im Geringsten dar, inwiefern weitere Abklärungen (Beschwerde S. 13) zu einem anderen Ergebnis hätten führen können.