Citation: 2C_391/2022 E. 4.4.4

4.4.4. Aufgrund der Entstehungsgeschichte von Art. 166 Abs. 3 LwG zeigt sich somit, dass bei der Änderung des Landwirtschaftsgesetzes vom 20. Juni 2003 davon ausgegangen wurde, dass Beschwerden gegen Verfügungen letzter kantonaler Instanzen an die Rekurskommission EVD (an deren Stelle per 1. Januar 2007 das Bundesverwaltungsgericht trat) im Bereich des 5. Titels ("Strukturverbesserungen") nicht zulässig seien. Von diesem Grundsatz wurde dann in der per 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Fassung bezüglich der Gewährung von Betriebshilfedarlehen und Investitionskrediten eine Ausnahme gemacht. Um eine Gabelung des Rechtswegs für Beiträge einerseits und Investitionskredite andererseits zu vermeiden, wurde diese Ausnahme in der per 1. Januar 2014 in Kraft getretenen Fassung wieder gestrichen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Gesetzgeber wieder zur Regelung zurückkehren wollte, wie sie vor dem 1. Januar 2004 bestand. Nach der damaligen Regelung war die Rekurskommission EVD nicht zuständig zur Beurteilung von Beschwerden im Bereich des 5. Titels des LwG ("Strukturverbesserungen"), zu dem auch die Bestimmung über Ausnahmen vom Zerstückelungsverbot (Art. 102 Abs. 3 LwG) gehört. Die historische Auslegung spricht somit gegen die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden betreffend Ausnahmen vom Zerstückelungsverbot.