Citation: 1P.147/2001 20.09.2001 E. 1

1.- a) Das Bundesgericht sieht vom Erfordernis des aktuellen Interesses im Sinne von Art. 88 OG ab, wenn sich die mit der Beschwerde aufgeworfene Frage jederzeit und unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen könnte, an ihrer Beantwortung wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung ein hinreichendes öffentliches Interesse besteht und eine rechtzeitige verfassungsgerichtliche Überprüfung im Einzelfall kaum je möglich wäre (BGE 125 I 394 E. 4b S. 397, 124 I 231 E. 1b S. 233, 121 I 279 E. 1 S. 281, 120 Ia 165 E. 1a S. 166, 118 Ia 46 E. 3c S. 53). Diese Voraussetzungen liegen hier vor, da streitig ist, inwiefern am Samstag, 27. Januar 2001, jegliche Demonstration verboten werden durfte, und diese Frage über diejenigen im Verfahren David Böhner gegen Landschaft Davos Gemeinde und Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Urteil 1P.53/2001 vom 20. September 2001, in: EuGRZ 2001 S. 504) hinausgeht. b) Die Landschaft Davos Gemeinde stellt die Legitimation von Niklaus Röllin in Frage. Dieser ist im kommunalen Verfahren nicht aufgetreten, hat den abschlägigen Entscheid der Gemeinde indessen ebenfalls beim Verwaltungsgericht angefochten. Vor Bundesgericht bezeichnet er sich als Mitorganisator der Manifestation, ohne dies näher zu belegen. Einzig der Umstand, dass er angeblich an der Demonstration hat teilnehmen wollen, genügt für die Bejahung der Legitimation nicht. Hinsichtlich der Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs kann er mangels Teilnahme im kommunalen Verfahren von vornherein nicht als legitimiert betrachtet werden. Nachdem das Verwaltungsgericht die Legitimationsfrage offengelassen hatte, kann sie hinsichtlich der Rüge der Verletzung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit auch im bundesgerichtlichen Verfahren unbeantwortet bleiben. c) In der Vernehmlassung ersucht die Landschaft Davos Gemeinde ferner darum, das vorliegende Verfahren mit demjenigen von David Böhner gegen Landschaft Davos Gemeinde und Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (1P. 53/2001) zu vereinigen. Diesem Antrag kann nicht stattgegeben werden. Denn in formeller Hinsicht treten vor dem Bundesgericht nicht dieselben Parteien auf. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die den beiden Verfahren zugrunde liegenden Demonstrationsgesuche im Namen der so genannten Anti-WTO-Koordination eingereicht worden waren. Dieser Hintergrund rechtfertigt es indessen, die beiden Verfahren zu koordinieren und die gemeinsame Urheberschaft der Begehren bei der materiellen Beurteilung zu berücksichtigen. d) Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG ist in einer staatsrechtlichen Beschwerde darzutun, welche Verfassungsbestimmungen und inwiefern diese verletzt sein sollen. Diesen Anforderungen vermag die Beschwerdeschrift hinsichtlich der Rüge der Verletzung von Art. 29 BV sowie der Meinungs- und Versammlungsfreiheit knapp zu genügen. Im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren prüft das Bundesgericht nur klar erhobene Rügen.