Citation: 4A_226/2020 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erwog, Gewährleistungsansprüche würden gemäss den AGB der Beschwerdeführerin eine rechtzeitige Rüge voraussetzen. Sie stellte fest, die fehlenden Filterpatronen seien bei einem Termin mit der Beschwerdeführerin am 15. August 2012 entdeckt worden. Beim Abschluss der Entschädigungsvereinbarung (vgl. hiervor. Bst. A.c) seien die damals zur Debatte stehenden Schadensposten geregelt worden, ohne dass die Beschwerdeführerin den Einwand der verspäteten Mängelrüge vorgebracht habe. Für die vor Abschluss der Entschädigungsvereinbarung entdeckten Mängel sei daher ein stillschweigender Verzicht auf diesen Einwand anzunehmen. Die nach Abschluss der Entschädigungsvereinbarung entdeckten Mängel seien in der Klageantwort einzeln aufgeführt worden. Die Beschwerdeführerin habe nicht schlüssig behauptet, dass diese bzw. welche dieser Mängel verspätet gerügt worden seien, wofür sie aber die Behauptungslast trage. Es sei daher nicht von einem Wegfall der Gewährleistungsrechte infolge verpasster Rügefristen auszugehen.