Citation: 8C_487/2019 E. 5.3.1

5.3.1. So erscheine eine Latenzzeit von sieben Monaten im Zusammenhang mit der Entwicklung einer verkürzten Gastrocnemius-Muskulatur nicht offenkundig unrealistisch, zumal die Fraktur während vier Wochen gar nicht behandelt worden sei. Bereits während dieser Zeit dürfte eine Fehlbelastung des rechten Fusses stattgefunden haben. Zumindest sei bei der Untersuchung im Spital C.________ vom 18. Oktober 2016 als Befund ein Gangbild hinkend mit Teilbelastung erhoben worden. Anschliessend sei eine rund vierwöchige Versorgung mit einem Vacopedstiefel erfolgt. Die dadurch bewirkte fehlende Mobilisierung der Muskeln und Sehnen komme laut medizinischer Literatur einer Fehlbelastung gleich. Fakt sei zudem, dass von den Ärzten des Spitals C.________ am 3. April 2017 und von Dr. med. E.________ am 30. November 2017 übereinstimmend eine Gastrocnemius-Muskulatur-Verkürzung diagnostiziert worden sei und diese eine Ursache haben müsse. Dr. med. E.________ habe einen Ursachenzusammhang zur postoperativ eingenommenen Schonhaltung beschrieben. Seiner Ansicht nach sei nachvollziehbar, dass ein Patient mit Fraktur des medialen Malleolus diesen schone. Es sei auch sehr häufig bei Patienten zu beobachten, dass eine Schonhaltung auf den lateralen Fussrand erfolge und es somit zu einer Überlastungsreaktion der Gastrocnemius-Muskulatur und der Tibialis-posterior-Sehne komme und diese dann über einen längeren Zeitraum eine Ansatzsehnen-Entzündung der Fascia plantaris verursache. Diese trete typischerweise nicht sofort nach Einnahme der Schonhaltung ein, sondern ergebe sich über einen längeren Verlauf. Mit Blick auf diese Ausführungen erachtet es die Vorinstanz als nicht nachvollziehbar, weshalb med. pract. F.________ in den im Anschluss an den Unfall erstellten medizinischen Berichten bereits die Beschreibung der Entwicklung einer Gastrocnemius-Muskulatur-Verkürzung erwarte.