Citation: 7B_1172/2024 E. 4.3

4.3. Sodann wendet der Beschwerdeführer ein, es drohe Überhaft. Die Kritik verfängt in Anbetracht der zahlreichen und teils schweren Vorwürfe gegen den Beschwerdeführer nicht: Anders als im in der Beschwerde angeführten Urteil 1B_42/2009 vom 5. März 2009 E. 3.3.2 befindet sich der Beschwerdeführer seit rund sechs Monaten in Haft. Ihm droht nicht deshalb keine Überhaft, weil die Ausfällung einer stationären Massnahme (Art. 59 ff. StGB) im Raum stünde, sondern weil er zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt werden könnte. Die Haftentlassung mit einer ambulanten Behandlung als Ersatzmassnahme kommt, wie ausgeführt (vgl. E. 3.6.5), zurzeit nicht infrage, da die Wiederholungsgefahr damit angesichts der in Vergangenheit trotz ambulanter Therapie begangener Delikte nicht gebannt werden könnte. Auch die beantragte Überweisung in eine Fachklinik kommt zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Betracht. Wie die Vorinstanz erwägt, äussert sich erst das (jüngst angefertigte) Vollgutachten zur psychischen Störung des Beschwerdeführers sowie zur Massnahmeindikation. Ob gestützt auf dieses erst im bundesgerichtlichen Verfahren erstattete Gutachten ein vorzeitiger Massnahmevollzug (vgl. Art. 236 StPO) infrage kommt, ist nicht erstmalig vom Bundesgericht zu prüfen (vgl. E. 3.6.4 hiervor). Die Haft erweist sich als verhältnismässig.