Citation: 1A.101/2005 15.07.2005 E. 5

Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, er habe "anlässlich seiner Einvernahmen bei der Bundesanwaltschaft vom August bis Dezember 2004 darauf vertraut, dass seine Aussagen für das Verfahren in der Schweiz bestimmt seien und nicht an andere Strafverfolgungsbehörden im Ausland weitergeleitet würden". Im Rahmen der Befragungen sei er "eingehend darauf aufmerksam gemacht worden, dass das Verhalten während des Strafverfahrens und namentlich auch die Geständnisbereitschaft im Falle eines Schuldspruchs bei der Strafzumessung erheblich berücksichtigt" würde. Hingegen sei er "nie darauf aufmerksam gemacht worden, dass seine Aussagen möglicherweise an die italienischen Behörden übermittelt werden könnten". Die von der BA bewilligte Rechtshilfe verstosse "gegen Treu und Glauben". Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe nicht gewusst und sei nicht darauf aufmerksam gemacht worden, dass seine Aussagen im gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahren rechtshilfeweise verwendet und den italienischen Behörden zugänglich gemacht werden könnten, bildet kein Rechtshilfehindernis. Dies umso weniger, als der Beschwerdeführer mit Recht nicht behauptet, die BA habe ihm (vor oder nach seinen Aussagen) zugesichert, dass die Verhörprotokolle nicht zu Rechtshilfezwecken verwendet würden. Dass er von der BA (für den Fall einer Verurteilung und Strafzumessung) auf die gesetzliche Bedeutung eines Geständnisses aufmerksam gemacht wurde, ist nicht zu beanstanden und bildet nicht Gegenstand des angefochtenen Rechtshilfeentscheides. Ebenso wenig ist ein Verstoss gegen das strafprozessuale Recht des Beschwerdeführers ersichtlich, sich als Angeschuldigter nicht selbst belasten zu müssen. Er hat als Beschuldigter im gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahren Aussagen zur Sache gemacht. Seine blosse Unkenntnis des Rechtshilferechts führt zu keinem Rechtsanspruch, anschliessend die staatsvertragskonforme rechtshilfeweise Weitergabe der Einvernahmeprotokolle verweigern zu können. Anders zu entscheiden hiesse, die völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz in schwerwiegenden Rechtshilfesachen zu missachten.