Citation: 9C_636/2018 E. 6.3.1

6.3.1. Zum Indikator einer "gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen" (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303) hat das kantonale Versicherungsgericht erwogen, die geltend gemachten Einschränkungen im Erwerbsbereich stellten sich wesentlich gravierender dar als diejenigen in den sonstigen Lebensbereichen. In diesem Zusammenhang erwähnte es Auslandreisen, die Benutzung von Auto für kürzere Strecken und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie im nahegelegenen Wald kürzere Strecken Spazieren gehen. Es bestehe somit eine Inkonsistenz. 6.3.1.1. In E. 5.3.1 des angefochtenen Entscheids hat das kantonale Versicherungsgericht unter Hinweis auf einen ärztlichen Bericht festgestellt, der Beschwerdeführer sei nach Erhalt der Todesnachricht über seinen Vater ins Ausland verreist. Weitere Auslandreisen werden nirgends erwähnt. Aus der (einmaligen) Reise ans Begräbnis des Vaters kann indessen nichts zu Ungunsten des Versicherten im Sinne eines inkonsistenten Verhaltens abgeleitet werden, wie in der Beschwerde vorgebracht wird. Dies gilt auch für die übrigen angeführten Aktivitäten. 6.3.1.2. Im Weitern ist zu beachten, dass der Versicherte aus psychiatrischer Sicht lediglich zu 50 % arbeitsunfähig ist, was ein bestimmtes Mass an Freizeitaktivitäten zulässt. Im Übrigen spricht das kantonale Versicherungsgericht von den "geltend gemachten Einschränkungen im Erwerbsbereich", ohne näher darzulegen, was darunter zu verstehen ist. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass der behandelnde Psychiater und Psychotherapeut den Beschwerdeführer als 100 % arbeitsunfähig betrachtete, was zumindest teilweise erklärt, dass und soweit er sich selber nicht als erwerbsfähig ansah. Die vom kantonalen Versicherungsgericht angeführten Umstände reichen somit nicht aus, um dem Indikator einer "gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen" ausschlaggebende Bedeutung im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 beizumessen. Es bestehen nicht genügend Anhaltspunkte, um sich diesbezüglich ein vollständiges stimmiges Bild zu machen.