Citation: 9C_27/2022 E. 4.3

4.3. Im Weiteren bestreitet der Beschwerdeführer die Beweistauglichkeit des Gutachtens der MEDAS Bern unter dem Aspekt der Aggravation. Die Vorinstanz habe einen Wutanfall während der orthopädischen Begutachtung als (möglicherweise) bewusstes Verhalten im Rahmen des Aggravationsverhaltens gedeutet und betrachte den Vorfall einzig im Kontext mit aktenkundigen früheren Wutausbrüchen (angefochtener Entscheid S. 23 f. E. 4.3.4). Damit verkenne sie, dass nur ein sehr kleiner Teil der tatsächlichen Wutanfälle aktenkundig geworden sei. Der Sachverhalt sei insofern willkürlich festgestellt. Zudem verletze die Vorinstanz erneut Art. 61 lit. c ATSG, indem sie aus dem Umstand, dass er früher erwerbstätig sein konnte, das Vorliegen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung als Ursache dieser Ausbrüche ausschliesse. Eine solche Beurteilung obliege dem Facharzt, aber nicht einem Gericht. Der sinngemäss erhobene Vorwurf, die Vorinstanz habe sich eine fachfremde (medizinische) Beurteilung angemasst, ist unbegründet. In E. 4.3.3 und 4.3.4 nennt das kantonale Gericht die allgemeinen Voraussetzungen, unter denen gewöhnlich eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden kann, und würdigt die vorliegenden medizinischen Stellungnahmen (angefochtener Entscheid E. 4.3.1 und 4.3.2). Es folgt der im psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS Bern vom 9. September 2019 vertretenen Einschätzung, die Angaben des Beschwerdeführers zu Aggressivität und Affektlabilität seien "aktuell nicht im geschilderten Umfang nachvollziehbar und glaubhaft" (a.a.O. E. 4.3.3). Die Diskrepanz zur im früheren Gutachten vom 11. November 2017 sowie in Berichten behandelnder Ärzte getroffenen psychiatrischen Feststellung einer emotional instabilen oder gar einer schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung löst die Vorinstanz auf dem Weg der Beweiswürdigung auf (a.a.O. E. 4.3.4). Anzeichen, dass diese willkürlich sein könnte, fehlen. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, welche weiteren Beweiserhebungen nötig gewesen wären. Weiterer Abklärungsbedarf ist nicht ersichtlich, weshalb der angefochtene Entscheid das Untersuchungsprinzip nicht verletzt.