Citation: 6B_840/2020 E. 2.3

2.3. Nach Art. 68 Abs. 2 StPO wird der beschuldigten Person, auch wenn sie verteidigt wird, in einer ihr verständlichen Sprache mindestens der wesentliche Inhalt der wichtigsten Verfahrenshandlungen mündlich oder schriftlich zur Kenntnis gebracht. Ein Anspruch auf vollständige Übersetzung aller Verfahrenshandlungen sowie der Akten besteht nicht. Bei Strafbefehlen sind nach der Rechtsprechung zumindest das Dispositiv und die Rechtsmittelbelehrung zu übersetzen (BGE 145 IV 197 E. 1.3.3; Urteil 6B_1294/2019 vom 8. Mai 2020 E. 1.3.1 mit Hinweisen). A.A.________ ist - als Adressat des zur Diskussion stehenden Strafbefehls - der deutschen Sprache mächtig. Eine Übersetzung war deshalb nicht erforderlich. Dabei ist entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht entscheidend, dass die Amtssprache im Kanton Thurgau Deutsch ist. Nach Art. 85 Abs. 3 StPO gilt eine Zustellung als erfolgt, wenn die Sendung von der Adressatin oder dem Adressaten oder von einer angestellten oder im gleichen Haushalt lebenden, mindestens 16 Jahre alten Person entgegengenommen wurde. Mit der Abholung der Sendung durch die im selben Haushalt lebende Ehefrau wurde der Strafbefehl gültig zugestellt. Die Wichtigkeit der Sendung war bereits dadurch erkennbar, dass sie eingeschrieben erfolgte.