Citation: U 554/06 27.11.2007 E. A

Der 1945 geborene M.________, diplomierter Ingenieur im Aussenhandel, kam 1982 in die Schweiz und hatte hier verschiedene Tätigkeiten im kaufmännischen und buchhalterischen Bereich inne. Ab 2. Mai 2001 bezog er Arbeitslosentaggelder; per 31. Mai 2002 wurde er ausgesteuert. Er war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) unfallversichert. Am 13. Dezember 2002 stürzte M.________ zu Hause von einem Stuhl und zog sich dabei gemäss Bericht des erstbehandelnden Arztes Dr. med. K.________, Orthopädische Chirurgie FMH, vom 19. Februar 2003 eine Schädelkontusion, eine Distorsion der Halswirbelsäule sowie eine Distorsion des linken Kniegelenkes zu. Der von Dr. med. K.________ beigezogene Neurologe Dr. med. R.________ konnte keine Ausfälle feststellen und diagnostizierte am 26. Februar 2003 ein posttraumatisches cervico-cephales Schmerzsyndrom bei Status nach Sturz am 13. Dezember 2002 mit Commotio cerebri und wahrscheinlich Überdehnungstrauma der HWS. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 12. März 2003 hielt Dr. med. O.________ die relative Zerfahrenheit des Patienten für am auffälligsten, wohingegen die HWS-Funktion lediglich leicht eingeschränkt sei. Er empfahl eine neuropsychologische Untersuchung. Der daraufhin beigezogene lic. phil. H.________, Fachpsychologie für Neuropsychologie FSP, stellte eine schwere Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit fest, wobei das neuropsychologische Bild als Folge einer Hirnerschütterung nicht erklärbar sei. Einschränkende Faktoren - so der Facharzt - seien einerseits die verminderte Belastbarkeit durch die vom Versicherten genannten körperlichen Beschwerden, andrerseits psychische Faktoren wie Angst, Verunsicherung, beeinträchtigte Verarbeitung (Bericht vom 9. August 2003). Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. B.________ stellte im Bericht vom 3. September 2003 fest, der Patient falle durch seine Verlangsamung und Umständlichkeit auf. Seine etwas hypochondrisch gefärbte Sorge um seinen Gesundheitszustand könnte ihrer Ansicht nach auf Depressivität hinweisen, ebenso die Zukunftsängste und das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit. Anlässlich einer weiteren kreisärztlichen Untersuchung vom 28. Oktober 2003 stellte Dr. med. O.________ fest, die Nacken- und Kniebeschwerden seien in den Hintergrund getreten und die leicht eingeschränkte HWS-Funktion sei etwa altersentsprechend. Schlüsselsituation sei - so der Kreisarzt - die psychologisch-psychiatrische Situation, welche weiter ausgeleuchtet werden müsse. Nachdem Frau Dr. med. B.________ im Bericht vom 22. Januar 2004 eine protrahierte posttraumatische Störung diagnostiziert hatte, liess die SUVA M.________ neurologisch und psychiatrisch abklären. Der Neurologe Dr. med. T.________ hielt im Bericht vom 4. November 2004 fest, die noch vorhandene Druckschmerzhaftigkeit der HWS sei nicht mehr unterscheidbar von gleichen Symptomen wie sie in der anderweitig gesunden, gleichaltrigen Bevölkerung mit hoher Prävalenz bestehe. Die psychischen Auffälligkeiten könnten nicht als Manifestation des leichten Schädelhirntraumas erklärt werden, deren Ursache bleibe aus neurologischer Sicht unklar. Nach Auffassung der Psychiaterin Dr. med. L._________ wiesen die Auffälligkeiten im Denken, die bizarr anmutenden Angstaffekte in der Nacht und die paranoid gefärbten Gedanken differentialdiagnostisch in Richtung einer Psychose. Der Versicherte sei aus psychiatrischen Gründen arbeitsunfähig, wobei eine weitere differentialdiagnostische Abklärung notwendig sei (Bericht vom 4. November 2004). Nach der daraufhin erfolgten Untersuchung in der Psychiatrischen Klinik X.________ hielten die Ärzte im Bericht vom 4. April 2005 einen psychopathologischen Befund fest, wonach leichte Auffassungsstörungen vorlägen. Es zeigten sich - so die Experten - depressive Symptome und ein erhöhtes psycho-vegetatives Erregungsniveau, was den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung nahelege. Mit Verfügung vom 11. April 2005 stellte die SUVA ihre Leistungen per Ende Januar 2005 ein, da keine behandlungsbedürftigen Unfallfolgen mehr vorlägen. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 25. Mai 2005 fest.