Citation: H 345/99 11.07.2001 E. 5

5.- Zu prüfen bleibt, ob die Ausgleichskasse ein Mitverschulden an der Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens trifft, wie das der Beschwerdeführer geltend macht. a) Laut BGE 122 V 185 ist die Schadenersatzpflicht nach Art. 52 AHVG einer Herabsetzung wegen Mitverschuldens der Verwaltung zugänglich, sofern sich diese einer groben Pflichtverletzung schuldig gemacht hat, was namentlich dann der Fall ist, wenn sie elementare Vorschriften der Beitragsveranlagung und des Beitragsbezugs missachtet hat. Zudem muss zwischen dem rechtswidrigen Verhalten und dem Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Eine Herabsetzung kann daher nur erfolgen, wenn und soweit das pflichtwidrige Verhalten der Verwaltung für die Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens adäquat kausal gewesen ist (BGE 122 V 189 Erw. 3c). b) Auf Grund der Akten ergibt sich, dass die Ausgleichskasse die ausstehenden Beiträge jeweils gemahnt und betrieben und nach erfolgtem Rechtsvorschlag Veranlagungsverfügungen erlassen hat. Es kann daher keine Rede davon sein, die Ausgleichskasse sei ihren Pflichten nicht nachgekommen (Art. 34 ff. AHVV). Die Tatsache, dass sie in eine Zahlungsvereinbarung mit der Firma eingewilligt hat, vermag den Beschwerdeführer nicht zu entlasten. Gemäss BGE 124 V 253 ändert ein Zahlungsaufschub mit Tilgungsplan grundsätzlich nichts an der Widerrechtlichkeit der nicht ordnungsgemässen Zahlung der Beiträge. Die Verschuldensfrage beurteilt sich primär nach den Umständen, die zum Zahlungsrückstand geführt haben. Eine Zahlungsvereinbarung ist dabei insoweit zu berücksichtigen, als damit dem Beitragspflichtigen ein Abweichen von den ordentlichen Zahlungsterminen zugestanden wird. Vorliegend gewährte die Ausgleichskasse der Gesellschaft, nachdem sie am 25. Oktober 1995 das Fortsetzungsbegehren auf Pfändung zurückgezogen hatte, mit Verfügung vom 15. Dezember 1995 einen Zahlungsaufschub für die Ausstände von 1995, allerdings nur unter der Bedingung, dass die laufenden Beiträge rasch entrichtet und der Tilgungsplan genau eingehalten würden. In diesem Zusammenhang zog sie am 20. Dezember 1995 ein zweites Fortsetzungsbegehren zurück. Die Zahlungsaufschübe wurden somit erst zu einem Zeitpunkt bewilligt, da der Beschwerdeführer sich durch sein Vertrauen auf die mündlichen Zusicherungen des Alleinaktionärs und sein passives Verhalten (Erw. 4a hievor) bereits in grobfahrlässiger Weise haftbar gemacht hatte. Daher ergibt sich für ihn aus dem Aufschub keine Haftungsminderung.