Citation: 2C_372/2023 E. 8.1

8.1. Die Vorinstanz bewertete das Verschulden der Beschwerdeführerin als sehr schwer, was diese auch gar nicht in Abrede stellt. Sie stellte dabei auf das ausgesprochene Strafmass (Freiheitsstrafe von acht Jahren) sowie auf die konkreten Umstände ab (Beteiligung an einem Netzwerk zur Einfuhr grosser Mengen Kokain, Umsatz von über 13 kg Kokain mit Reinheitsgrad von 45 %, Handeln aus rein finanziellen Motiven, Inkaufnahme der Gesundheitsgefährdung bei einer Vielzahl von Personen). Zudem wies die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass qualifizierte Drogendelikte zu den Anlasstaten gehören, die nach Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB zu einer obligatorischen Landesverweisung bzw. nach Art. 121 Abs. 3 lit. a BV zu einem Verlust des Aufenthaltsrechts führen, und dass den Wertungen, die diesen Bestimmungen zugrunde liegen, im Rahmen der Interessenabwägung Rechnung zu tragen ist, soweit dies nicht im Widerspruch zu übergeordnetem Recht steht (dazu BGE 139 I 145 E. 2.5; 139 I 31 E. 2.3.2; vgl. Urteile 2C_609/2020 vom 1. Februar 2021 E. 3.4; 2C_488/2019 vom 4. Februar 2020 E. 5.4.2). Zu ergänzen ist, dass bei Drogendelikten aus rein finanziellen Motiven - in Abgrenzung zu Drogendelikten aufgrund einer Sucht (vgl. Urteil 2C_1046/2014 vom 5. November 2015 E. 4.2) - das öffentliche Interesse an der Wegweisung nach der Rechtsprechung regelmässig das private Aufenthaltsinteresse überwiegt (BGE 139 I 145 E. 2.5 mit Hinweis auf die Rechtsprechung des EGMR; Urteil 2C_1195/2013 vom 4. Juli 2014 E. 4.2). Mit der Vorinstanz ist deshalb von einem sehr schweren migrationsrechtlichen Verschulden auszugehen.