Citation: U 342/04 18.03.2005 E. 3

Streitig ist die Höhe der Rente der Unfallversicherung und dabei zunächst die Frage des Umfangs der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Die in der Verfügung vom 26. März 2002 zugesprochene Integritätsentschädigung war dagegen schon im Einspracheverfahren nicht mehr Gegenstand des Verfahrens. 3.1 Die Vorinstanz stellt auf die Auffassung der Ärzte der Rehabilitationsklinik C.________ ab und geht davon aus, dass eine leidensangepasste Tätigkeit vollzeitig zumutbar sei; weitere Abklärungen seien nicht notwendig. Der Versicherte führt demgegenüber aus, er sei sechs Jahre nach dem Unfall immer noch auf die Unterarmstöcke angewiesen; er habe "immer und immer wieder" versucht, ohne diese Stöcke zu gehen, wobei seine Beine stark anschwöllen und er auch mehrmals gestürzt sei. Dies führe zum Schluss, dass die Einschätzung der Ärzte der Rehabilitationsklinik C.________ nicht richtig sein könne, weshalb eine neue medizinische Abklärung durchgeführt werden müsse. 3.2 Im Rahmen des Aufenthalts in der Rehabilitationsklinik C.________ vom 18. April bis zum 2. Mai 2001 sind deren Ärzte zur Auffassung gelangt, dass dem Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch eine leidensangepasste Tätigkeit (leichte wechselbelastende Arbeit, kein repetitives Treppensteigen, keine Einnahme von Zwangshaltungen wie Knien oder Hocken, keine Gewichte über 10 kg heben) ganztags zumutbar sei, während er die angestammte Tätigkeit als Baumaschinenführer und Mechaniker nicht mehr ausüben könne. Die Ärzte der Rehabilitationsklinik C.________ gehen dabei implizit davon aus, dass die Verwendung der Unterarmstöcke aus medizinischer Sicht nicht notwendig ist, weil andernfalls das beschriebene Tätigkeitsprofil gar nicht möglich wäre. Der Versicherte führt aus, dass er wiederholt versucht habe, ohne die Stöcke zu gehen, wobei seine Beine jeweils stark angeschwollen seien. In dieser Hinsicht ist jedoch auf den Bericht der Rehabilitationsklinik C.________ vom 8. Juni 2001 zu verweisen, wonach das rechte Knie beim Eintritt diskret überwärmt war, während es beim Austritt - d.h. nach Abschluss der umfangreichen Massnahmen (Physioeinzeltherapie, Gehschule, Krafttraining, individuelle Trainingsgruppe) - reizlos und nicht überwärmt war. Ein Anschwellen der Beine wie auch die - in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde weiter erwähnten - Stürze konnten während der Rehabilitation zudem nicht beobachtet werden. Der Bericht der Rehabilitationsklinik C.________ vom 8. Juni 2001 ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden; zudem ist er in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und enthält begründete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Somit kommt diesem Bericht grundsätzlich volle Beweiskraft zu. Dagegen vermag der Bericht des Dr. med. M.________ vom 11. Juli 2002 weder zu einer anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu führen, noch Zweifel an der Zuverlässigkeit der Ausführungen zu wecken (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb und ee): Einerseits gibt der Arzt nur die Beobachtung wieder, dass der Versicherte ohne Stöcke nicht gehen könne, wobei aber nicht begründet wird, weshalb dies so sei, und insbesondere auch nicht ausgeführt wird, weshalb die Einschätzung der Fachärzte der Rehabilitationsklinik C.________ nicht zutreffen sollte. Andererseits äussert sich Dr. med. M.________ zum Invaliditätsgrad von 33 %, was nicht seine Aufgabe ist (vgl. BGE 125 V 261 Erw. 4). Wenn der Arzt dagegen die Erwerbs- mit der Arbeitsunfähigkeit verwechselt haben sollte und er annimmt, Letztere betrage mehr als 33 %, basiert diese Einschätzung auf der Annahme, der Beschwerdeführer sei auf die Stöcke angewiesen, was gemäss den Angaben der Rehabilitationsklinik C.________ aber gerade nicht zutrifft. Wenn Dr. med. M.________ schliesslich ausführt, er kenne keinen Arbeitsplatz, an dem der Versicherte "realistischerweise" eingesetzt werden könnte, stellt er - neben der Notwendigkeit, die Stöcke zu gebrauchen - offensichtlich auf den realen Arbeitsmarkt ab, während die Unfallversicherung vom hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszugehen hat (vgl. Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG in der bis Ende 2002 geltenden Fassung sowie Art. 16 ATSG). Die beiden letztinstanzlich eingereichten Berichte des Dr. med. M.________ vom 21. und 24. September 2004 führen ebenfalls zu keiner anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und wecken auch keine Zweifel an der Zuverlässigkeit der Ausführungen der Rehabilitationsklinik C.________, da nicht begründet ist, weshalb der Versicherte auf die Stöcke angewiesen und die Einschätzung im Bericht der Rehabilitationsklinik C.________ falsch sein sollte. Es finden sich schliesslich keine Hinweise, dass sich der Zustand des Versicherten seit dem Aufenthalt in C.________ verschlechtert hätte. Damit ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in medizinischer Hinsicht nicht auf die Unterarmstöcke angewiesen ist und ihm in der Folge leidensangepasste Tätigkeiten vollzeitig zumutbar sind. Da keine Anhaltspunkte für eine medizinische Fehleinschätzung durch die Ärzte der Rehabilitationsklinik C.________ vorliegen, erübrigen sich weitere Abklärungen in somatischer Hinsicht, insbesondere ist die letztinstanzlich beantragte Begutachtung durch die Klinik D.________ nicht notwendig. Damit wird auch der entsprechende Antrag auf Sistierung des vorliegenden Verfahrens gegenstandslos.