Citation: 5A_726/2016 E. 3.1

3.1. Verfügt der Gläubiger über eine unterschriebene oder in öffentlicher Urkunde festgehaltene Schuldanerkennung, so kann er vom Richter die vorläufige Beseitigung des Rechtsvorschlags verlangen (Art. 82 Abs. 1 SchKG). Dazu muss er lediglich die Schuldanerkennung einreichen, woraus hervorgeht, dass sich der Schuldner zur Zahlung einer bestimmten oder leicht bestimmbaren Summe verpflichtet (BGE 136 III 627 E. 2 S. 629; KREN KOSTKIEWICZ, Kommentar SchKG, 19. Aufl. 2016, N. 1 zu Art. 82). Hingegen muss er keine weiteren rechtserzeugenden Sachverhalte beweisen (STAEHELIN, in: Basler Kommentar, Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 83 zu Art. 82). Der Richter hat nämlich einzig die Schuldanerkennung als wirksamer Vollstreckungstitel, nicht aber den Bestand der in Betreibung gesetzten Forderung zu überprüfen (BGE 112 III 88 E. 2b; Urteil 5A_467/2015 vom 25. August 2016 E. 3.3; Urteil 5A_402/2014 vom 13. Oktober 2014 E. 2.4, Pra 2014 Nr. 114 S. 913; SCHMIDT, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 1 zu Art. 82). Macht der Schuldner keine Einwendungen glaubhaft, welche die Schuldanerkennung sofort entkräften, erteilt der Richter die Rechtsöffnung (Art. 82 Abs. 2 SchKG). Anwendbar ist das summarische Verfahren (Art. 251 lit. a ZPO). Die Rechtsöffnung wird allerdings nur provisorisch erteilt. Es obliegt alsdann dem Schuldner, innert 20 Tagen eine Aberkennungsklage einzureichen, um den Bestand der in Betreibung gesetzten Forderung vom Richter überprüfen zu lassen (Art. 83 Abs. 2 SchKG). Ebenso hat er vorzugehen, wenn er seine Einwendungen gegen die vorgelegte Schuldanerkennung nicht sofort hat glaubhaft machen können (JAEGER, Das Bundesgesetz betreffend Schuldbetreibung und Konkurs, 1911, N. 11 zu Art. 82). Je nach Streitwert wird über die Aberkennungsklage die in einem ordentlichen oder in einem vereinfachten Verfahren entschieden (Art. 219 ff. ZPO, Art. 243 ff. ZPO). Die Beweislast richtet sich trotz vertauschter Parteirollen nach der allgemeinen Regel von Art. 8 ZGB (BGE 130 III 285 E. 5.3.1 S. 292).