Citation: 6B_818/2022 E. 1.4

1.4. Der Beschwerdeführer ficht die Schuldsprüche wegen mehrfacher Unterlassung der Buchführung (Art. 166 StGB), mehrfacher Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB), mehrfacher Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung (Art. 117 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [AIG; SR 142.20]) sowie mehrfacher Zweckentfremdung von Arbeitnehmerbeiträgen (Art. 87 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]) an. Weshalb die Vorinstanz ihm diese Taten ausgehend von ihren Sachverhaltsfeststellungen zu Unrecht in Anwendung von Art. 29 StGB angerechnet haben soll, zeigt er nicht auf. Dies ist auch nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer macht geltend, verschiedene Tätigkeiten wie zum Beispiel das Bezahlen von Rechnungen, Ansprechpartner für die Belegschaft zu sein oder das Stellen eines Antrags auf Fristerstreckung bei der Steuerbehörde seien keine Geschäftsführungsfunktionen. Allerdings waren diese Tätigkeiten für die vorinstanzliche Qualifikation des Beschwerdeführers als faktisches Organ der B.________ GmbH sowie der C.________ GmbH auch nicht alleine entscheidrelevant. Insgesamt richtet sich der Beschwerdeführer daher nicht gegen die rechtliche Würdigung, sondern vielmehr gegen die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, indem er vorträgt, er habe keine Entscheidungsbefugnisse gehabt. Auch insofern vermag die Beschwerde den Begründungsanforderungen nicht zu genügen, nachdem für Sachverhaltsrügen erhöhte Anforderungen gelten (vgl. Art. 97 Abs. 1 und Art. 106 Abs. 2 BGG; oben E. 1.2.3). Zutreffend ist zwar, dass aus dem unangefochten gebliebenen Strafbefehl vom 9. Januar 2013 ohne Kenntnis der damaligen Beweislage für das vorliegende Verfahren nicht geschlossen werden kann, der Beschwerdeführer sei schon bei der früheren E.________ GmbH faktisches Organ gewesen, zumal der Beschwerdeführer gemäss der Vorinstanz bei dieser Gesellschaft nicht zeichnungsberechtigt war. Im Übrigen legt die Vorinstanz jedoch willkürfrei dar, weshalb sie angesichts der weitreichenden Kompetenzen des Beschwerdeführers sowie von dessen Auftreten gegen Aussen und gegenüber den Angestellten als "Zirkusdirektor" davon ausgeht, dieser sei bei den beiden hier zur Diskussion stehenden Gesellschaften faktischer Entscheidungsträger gewesen, dies zumindest ab dem Zeitpunkt, als sich D.________ aus dem Zirkus zurückgezogen hatte. Die durch nichts belegte Behauptung des Beschwerdeführers, er habe bei der Entscheidfindung nicht mitgewirkt, sondern lediglich die Entscheide von D.________ umgesetzt, stets dessen Einverständnis einholen müssen und täglich 20 bis 25-mal mit diesem telefoniert, durfte die Vorinstanz ohne Willkür als Schutzbehauptung qualifizieren. Der Beschwerdeführer begründet in seiner Beschwerde über weite Strecken, weshalb die von der Staatsanwaltschaft in der nachgebesserten Anklageschrift angeführten Argumente für die Annahme einer faktischen Organstellung nicht ausreichen. Damit verkennt er, dass die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt in der Anklageschrift lediglich behaupten, nicht jedoch beweisen muss (Urteile 6B_424/2021 vom 26. Januar 2023 E. 1.2.2; 6B_1246/2020 vom 16. Juli 2021 E. 2.3; 6B_656/2020 vom 23. Juni 2021 E. 1.2; je mit Hinweisen).