Citation: 1P.657/2006 12.04.2007 E. 4

Der Beschwerdeführer hält die Feststellung der Vorinstanz, wonach Lebensgefahr bestanden habe, für willkürlich, da dies sowohl den Feststellungen von Dr. F.________ wie auch den gutachterlichen Aussagen von Dr. D.________ widerspreche. Dr. F.________, der das Opfer am Tag nach dem Vorfall untersucht habe, habe klar verneint, dass in irgendeiner Phase Lebensgefahr bestanden habe. Dr. D.________ habe in seinem Ergänzungsgutachten vom 27. Mai 2003 ausgeführt, dass ein einmaliges kräftiges Zupacken von 3 - 5 Sekunden Dauer am Hals nicht zu einer lebensgefährlichen Situation führe beim Opfer, ausser dass durch Druck auf nervöse Strukturen am Hals ein reflexartiges Geschehen zu einem Herzstillstand führen könne. Ein solches Geschehen sei aber sehr selten und habe sich offensichtlich in vorliegender Sache nicht realisiert. In seinem ersten Gutachten vom 8. Mai 2002 habe Dr. D.________ zwar eine Gefährdung des Lebens bejaht; diese Ausführungen hätten sich aber auf ein längerdauerndes kräftiges Würgen bezogen. Das Gericht habe jedoch die Dauer des Würgens offengelassen, weshalb zugunsten des Beschwerdeführers davon auszugehen sei, dass das Würgen nicht länger als 3 - 5 Sekunden gedauert habe. Wenn das Obergericht das Ergebnis des Gutachters übernehme, so übernehme es auch die Annahme, das Würgen habe viel länger gedauert als 3 - 5 Sekunden. Dies stehe im Widerspruch zu den Sachverhaltsfeststellungen des Gerichts, in denen die Dauer des Würgens offengelassen werde; zudem sei auch die Sachverhaltsannahme des Gutachters willkürlich: Sie widerspreche den Feststellungen von Dr. F.________, wonach der Beschwerdeführer seine Ehefrau offensichtlich nur kurzfristig gewürgt habe. Dr. F.________ habe sich auf eigene Wahrnehmungen und auf ein persönliches Gespräch mit dem Opfer stützen können. Überdies habe sich der Gutachter Dr. D.________ auf unbewiesene und bestrittene Sachverhaltsangaben gestützt: Die Todesangst, das Gefühl der fehlenden Luftzufuhr sowie die wochenlangen Schluckbeschwerden seien Behauptungen des Opfers, die mit keinen weiteren Indizien untermauert werden könnten. Der Gutachter habe auch nicht ausschliessen können, dass ein kräftiges Zupacken während 3 - 5 Sekunden ähnliche Befunde entstehen lassen könnte, wie bei BX.________ beobachten worden seien. Er habe auch nicht mit Sicherheit ausschliessen können, dass der Urinabgang beim Opfer während des Würgens, den er als Anzeichen einsetzenden Sauerstoffmangels gewertet hatte, auch auf Angst, Überraschung oder eine volle Blase zurückzuführen sein könnte.