Citation: 4C.338/2004 27.04.2005 E. 4

4.1 Alsdann macht der Beklagte geltend, das Obergericht sei bei der Kapitalisierung nach den Barwerttafeln von Stauffer/Schaetzle am Rechnungstag vom Alter 37 ausgegangen, was nicht haltbar sei. Die Barwerttafeln seien durchgehend auf ganze Altersjahre berechnet. Bei der konkreten Schadensberechnung müsse das Alter des Geschädigten daher in der Regel auf den näher liegenden Geburtstag, d.h. auf das ganze Jahr, ab- oder aufgerundet werden. Aus den Akten ergebe sich, dass der Kläger am 11. Juli 1966 geboren worden sei. Das Obergericht habe gemäss Erwägung 12 auf Seite 43 seines Entscheides den Tag der Urteilsfällung als Rechnungstag angenommen. Da das Urteil am 29. Juni 2004 erlassen worden sei, komme der Rechnungstag zwölf Tage vor dem 38. Geburtstag des Klägers zu liegen. Trotzdem habe das Obergericht das Alter nicht auf-, sondern abgerundet, indem es mit einem Alter von 37 Jahren gerechnet habe. Damit habe das Obergericht die für die Berechnung des Schadens massgebenden Tabellen falsch angewendet. 4.2 Das Obergericht hat bei der konkreten Schadensberechnung gemäss der Erwägung 14.2 auf Seite 49 und der Erwägung 15.3 auf Seite 51 den Rechnungstag nicht genau auf das Urteilsdatum am 29. Juni 2004, sondern auf Ende Mai 2004 festgesetzt. Ob sich bezüglich dieses Rechnungstags eine Aufrundung auf das 38. Altersjahr aufgedrängt hätte, da der Kläger am 11. Juli 2004 38 Jahre alt wurde, kann offen bleiben, da gemäss der nachstehenden Erwägung der angefochtene Entscheid aufgehoben wird und das Obergericht bei der erneuten Berechnung des Erwerbsschadens von einem neuen Rechnungstag auszugehen hat.