Citation: 7B_190/2022 E. 3.2

3.2. Die Rüge des Beschwerdeführers wäre nach summarischer Prüfung begründet, was sich auch am nachträglichen Beschluss der Vorinstanz vom 12. September 2023 zeigt. Nach den genannten Grundsätzen hätte die Vorinstanz nach Art. 429 Abs. 2 StPO einen Entschädigungsanspruch des Beschwerdeführers von Amtes wegen prüfen und ihn hierzu mindestens anhören müssen. Dies hat sie indessen nicht getan, obwohl sie mit ihrem Beschwerdeentscheid den Nachentscheid vom 13. Juni 2022 des Amtsgerichts Olten-Gösgen aufhob und die auf den 23. Juni 2022 begrenzte Massnahme nicht verlängerte. Wie sie in ihrem nachträglichen Beschluss selber ausführt, wurde der materiellrechtliche Vollzugstitel (Art. 60 Abs. 4 StGB) mit der Aufhebung des erstinanzlichen Entscheids aufgehoben; gleichzeitig entfiel auch der zur Sicherung des Massnahmevollzugs während des Rechtsmittelverfahrens erstinstanzlich angeordnete strafprozessuale Hafttitel (Art. 364a StPO). Die Sicherheitshaft ab dem 24. Juni 2022 (rechnerisches Strafende der ursprünglichen Massnahme ist am 23. Juni 2022) bis zum 17. August 2022 (Tag der Entlassung) erweist sich somit nachträglich als ungerechtfertigt und ist entsprechend zu entschädigen.