Citation: 6B_1097/2009 15.02.2010 E. 1.3

1.3.1 Art. 9 BV gewährleistet den Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Auf dem Gebiet der Beweiswürdigung ist die Kognition des Bundesgerichts auf Willkür beschränkt. Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen (BGE 134 I 140 E. 5.4). Dass das angefochtene Urteil mit der Darstellung des Beschwerdeführers nicht übereinstimmt oder eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt praxisgemäss für die Begründung von Willkür nicht (BGE 127 I 54 E. 2b). 1.3.2 Die Vorinstanz stellt - namentlich unter Bezugnahme auf die Notfallprotokolle zum Zwangsmassnahmen-Entscheid der Psychiatrischen Klinik Y.________ - willkürfrei fest, die Situation sei am 20. Oktober 2009 eskaliert. Der Beschwerdeführer habe sich verbal aggressiv und körperlich bedrohlich verhalten, so dass neben Fluchtgefahr insbesondere auch eine Fremdgefährdung bestanden habe. Der Beschwerdeführer beschränkt sich in seiner Beschwerde darauf, diese Einschätzung zu bestreiten. Dass bzw. inwiefern die Beweiswürdigung der Vorinstanz willkürlich wäre, vermag er hierdurch jedoch nicht aufzuzeigen. 1.4 Die rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz sind ebenfalls zutreffend. 1.4.1 Gemäss Art. 59 Abs. 1 StGB kann das Gericht die stationäre Behandlung eines psychisch schwer gestörten Täters anordnen, wenn dieser ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang steht (lit. a) und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen (lit. b). Nach § 241a Abs. 2 lit. a StPO/AG dürfen medizinische Behandlungen oder andere medizinische Vorkehren ohne Zustimmung oder gegen den Willen des Gefangenen durchgeführt werden, wenn eine richterlich angeordnete Massnahme gemäss Art. 59, 60 oder 64 StGB zu vollziehen und die medizinische Behandlung oder Vorkehr mit dem konkreten Massnahmezweck vereinbar ist. 1.4.2 Gemäss dem Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 26. März 2009, mit welchem die Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB geschützt wurde, besteht die Behandlung des Beschwerdeführers vorwiegend in einer medikamentösen Therapie, was sowohl bei der wahrscheinlichsten Diagnose einer Schizophrenie wie auch bei der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung die geeignete Behandlung darstelle (vgl. angefochtenes Urteil S. 11 mit Verweis auf das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 26. März 2009, S. 15, sowie auf das Ergänzungsgutachten der Psychiatrischen Klinik Y.________ vom 5. Dezember 2008). Nach der Eskalation vom 20. Oktober 2009 wurde der Beschwerdeführer mit 100 mg "Clopixol" zwangsmediziert. "Clopixol" gehört zur Präparategruppe der sogenannten Neuroleptika und wird zur Behandlung von Psychosen wie namentlich von akuter oder chronischer Schizophrenie eingesetzt. "Clopixol" wirkt beruhigend und löst Angstzustände sowie innere Spannungsgefühle. Die von der Vorinstanz gestützt auf den willkürfrei festgestellten Sachverhalt gezogene Schlussfolgerung, unter den konkreten Umständen sei die neuroleptische Medikation mit "Cloxipol" zwecks Reizabschirmung, Beruhigung und Vorbeugung von Verletzungen auch gegen den Willen des Beschwerdeführers mit dem Massnahmezweck vereinbar gewesen, hält der bundesgerichtlichen Überprüfung stand.