Citation: 4A_27/2018 E. 2.3.3

2.3.3. Selbst wenn man die Angaben ungeachtet der mangelnden Produktbezogenheit genügen lassen wollte, müsste die Beschwerdeführerin zusätzlich anhand der konkreten Umstände aufzeigen, dass die von ihr verlangte Berechnungsmethode, nämlich das Abstellen auf den Durchschnittswert, in dem sie in den vergangenen Jahren die vereinbarten Budgetzahlen erreicht hat, eine taugliche und hinreichend zuverlässige Grundlage bildet, um den entstandenen Schaden abzuschätzen. 2.3.3.1. Aus verschiedenen Werten lässt sich immer ein Durchschnittswert bilden - das bedeutet indessen nicht zwingend, dass der Schaden mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in etwa diesem Durchschnittswert entspricht. Als Bezugsgrösse eignet sich der von der Beschwerdeführerin vorgeschlagene Prozentsatz des Erreichens der Budgetvorgaben nur, wenn dieser über die Jahre im Wesentlichen dem angenommenen Durchschnitt entsprochen hat und dieser nicht einfach als rechnerischer Mittelwert erheblich schwankender Beträge erscheint, der keine zuverlässigen Rückschlüsse auf den entstandenen Schaden zulässt. Dies wäre von der Beschwerdeführerin aufzuzeigen. 2.3.3.2. Und selbst wenn man die Beschwerde, obwohl darin auf diesen Punkt nicht eingegangen wird, insoweit als hinreichend begründet ansehen wollte, da die Vorinstanz die behaupteten prozentualen Angaben für die einzelnen Jahre festgestellt hat, so dass diese Frage gestützt auf den angefochtenen Entscheid beurteilt werden könnte, würde dies nicht genügen. Denn selbst wenn man zu Gunsten der Beschwerdeführerin annehmen wollte, die Schwankungen innerhalb der Werte (zwischen 98.04 % und 78.9 %) und die Tatsache, dass sich der Durchschnittswert nur auf drei Jahre stützt, liessen die von der Beschwerdeführerin vorgeschlagene Methode nicht von vornherein als für eine Schadensschätzung nicht hinreichend zuverlässig erscheinen, stellt sich angesichts der Abweichungen die Frage, weshalb die Schätzung gestützt auf den Durchschnittsprozentsatz des Erreichens der Budgetzahlen (die selbst auf einer Schätzung der Parteien beruhen) verlässlicher sein sollte, als eine Schätzung des Schadens gestützt auf konkrete Zahlen wie die Anzahl der tatsächlich verkauften Objekte, die nicht mit den Unsicherheiten der Einschätzung künftiger Entwicklungen durch die Parteien belastet ist. Auch diesbezüglich fehlen hinreichende Angaben, um die Verlässlichkeit der vorgeschlagenen Berechnungsmethode abschliessend beurteilen zu können.