Citation: 6B_1107/2020 E. 1.2

1.2. Die blosse Tatsache, dass jemand unter Beistandschaft steht, bedeutet nicht per se, dass diese Person nicht in der Lage wäre, Erlebnisse zu schildern, mit der Konsequenz, dass ihren Aussagen kein Beweiswert zukommen würde. Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdegegnerin 2 habe auf den Videoaufnahmen ihrer Befragung stets einen gefassten, präsenten und ruhigen Eindruck gemacht. Sie sei weder verwirrt gewesen noch sei ersichtlich gewesen, dass ihre Wahrnehmungs- und Wiedergabefähigkeit beeinträchtigt sei. Im Gegenteil sprächen ihre wiederholt detaillierten Schilderungen für eine äusserst hohe Validität ihrer Aussagen. Der Beschwerdeführer bestreitet dies nicht. Stattdessen beschränkt er sich darauf, unter Verweis auf die von der Beschwerdegegnerin 2 angeblich eingenommenen Medikamente in Kombination mit dem in der Krankenakte angeblich vermerkten Alkoholkonsum, potenzielle Wahrnehmungsstörungen zu behaupten. Er zeigt indes nicht auf, dass solche bei der Beschwerdegegnerin 2 aufgetreten wären. Hätte sich die Kombination aus angeblichem Medikamenten- und Alkoholkonsum auf die Wahrnehmungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin 2 ausgewirkt, ist nicht einsichtig, wie sie - nach der Vorinstanz - ihre Erlebnisse sehr ausführlich und detailliert hätte schildern können. Die vom Beschwerdeführer geweckten Zweifel sind bloss theoretischer Natur. Es gelingt ihm damit nicht, die vorinstanzliche Beweiswürdigung als willkürlich auszuweisen.