Citation: 1C_25/2022 E. 3.2

3.2. Diese Erwägungen sind aus verfassungsrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden: Auch wenn - wie der Beschwerdeführer geltend macht - für die streitigen §§ 10a und 10b NLV keine Dringlichkeit bestanden haben mag, lag es doch im Ermessen des Verordnungsgebers, alle revidierten Bestimmungen der Verordnung gleichzeitig in Kraft zu setzen, sofern diesem Vorgehen keine zwingenden Gründe des Vertrauensschutzes entgegenstanden. Die neuen Bestimmungen stellen keine grundlegende Abkehr von der bisherigen Praxis dar, sondern übernehmen im Wesentlichen, was schon bisher, gestützt auf die Bewirtschaftungsverträge, die kantonale Moorschutzverordnung und die Weisung der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) zur Bewirtschaftung von Naturschutzvertragsflächen verlangt wurde. Bewirtschafter müssen daher nicht mit plötzlichen Beitragskürzungen oder gar mit Bussen infolge der raschen Inkraftsetzung der neuen Verordnungsbestimmungen rechnen. Sofern gestützt auf die neuen Bestimmungen neue oder weitergehendere Beschränkungen festgelegt werden sollten, bedarf es in aller Regel einer Anpassung der bestehenden Bewirtschaftungsverträge (vgl. § 22 Abs. 4 NLG; §§ 10a Abs. 2 und 10b Abs 2 NLV) oder, sofern keine vertragliche Vereinbarung zustande kommt, einer Verfügung (vgl. § 3 Abs. 3 NLV). Diese hat allfälligen speziellen Vertrauensgrundlagen Rechnung zu tragen bzw. ist einer beschwerdeweisen Überprüfung auf die Verletzung allfälliger Vertrauensgrundlagen zugänglich (vgl. BGE 119 Ia 141 E. 5d/cc; unten, E. 7).