Citation: 1P.808/2006 04.01.2007 E. 2

Nach dem angefochtenen Urteil kann der vorläufige Strafvollzug nicht bewilligt werden, weil dort eine "weniger einschränkende Beaufsichtigung" herrsche (Telefon, Briefe, Besuche, Urlaub) und weil aufgrund der Umstände eine "verdichtete Gefahr" bestehe, dass der Beschwerdeführer in Kontakt mit den anderen Mitbeschuldigten und Zeugen treten könnte, um sie im Hinblick auf die Gerichtsverhandlung zu beeinflussen. Das Strafgericht müsse die entscheidenden Beweise unmittelbar in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erheben, d.h. namentlich Zeugen und Auskunftspersonen befragen (Unmittelbarkeitsprinzip). Im Hinblick darauf gelte es Einflussnahmen zu verhindern. Der Beschwerdeführer werde verdächtigt, als Mitglied eines europaweiten Drogenhändlerrings Heroin und Kokain im mehrfachen Kilobereich, grosse Mengen Marihuana und mehrere tausend Extasy-Pillen beschafft und eingeführt zu haben, Mittelsmann zwischen Holland und der Schweiz gewesen zu sein und gegenüber den hiesigen Drogenverkäufern eine führende Rolle eingenommen zu haben. Gegen ihn werde auch in den Niederlanden ein Strafverfahren wegen Drogenhandels geführt. Da er von weiteren Beteiligten in erheblichem Masse über die eigenen Zugeständnisse hinaus belastet werde, habe er im Hinblick auf die Schwere der Anklage ein evidentes Interesse daran, das Beweisergebnis zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Überdies habe die Untersuchungsbehörde an ihn gerichtete Briefpost zurückbehalten müssen, weil darin über das laufende Verfahren und Verhaftungen in Holland berichtet worden sei.