Citation: 2P.298/2000 22.10.2001 E. 3

3.- In materieller Hinsicht beruft sich der Beschwerdeführer auf das Willkürverbot (Art. 9 BV), den Anspruch auf Wahrung von Treu und Glauben (Art. 9 BV) und die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV). a) Das Willkürverbot wird im öffentlichen Dienstverhältnis verletzt, wenn gleichwertige Arbeit ungleich entlöhnt wird (BGE 121 I 49 E. 4c S. 53; 117 Ia 270 E. 2b S. 273, mit Hinweisen). Ob allerdings verschiedene Tätigkeiten als gleichwertig zu betrachten sind, hängt von Beurteilungen ab, die unterschiedlich ausfallen können. Innerhalb der Grenzen des Willkürverbots und des Rechtsgleichheitsgebots sind die Behörden befugt, aus der Vielzahl denkbarer Anknüpfungspunkte die Tatbestandsmerkmale auszuwählen, die für die Besoldung massgebend sein sollen (BGE 123 I 1 E. 6c S. 8; 121 I 49 E. 4c S. 53 f.; 121 I 102 E. 4c S. 105), wobei ihnen ein grosser Ermessensspielraum zukommt (BGE 123 I 1 E. 6b S. 8; 121 I 49 E. 3b S. 51; 121 I 102 E. 4a S. 104). Die Einstufung in eine bestimmte Besoldungsklasse ist mit dem Willkürverbot nur dann unvereinbar, wenn die Anforderungen des Amtes diejenigen der gleich eingestuften Ämter klar übersteigen oder wenn der Betroffene darzutun vermag, dass die Anforderungen der höher eingestuften Ämter nicht höher sind als die Anforderungen seines Amtes (Urteil vom 1. Dezember 1971, ZBl 1972, S. 325). Das Bundesgericht schreitet von Verfassungs wegen nur ein, wenn die kantonalen Behörden mit den Unterscheidungen, die sie treffen oder unterlassen, eine Grenze ziehen, die sich vernünftig nicht begründen lässt, die unhaltbar und damit geradezu willkürlich ist (BGE 123 I 1 E. 6a S. 7 f.; 114 Ia 221 E. 2b S. 224). Der Beschwerdeführer ist in Gehaltsklasse 26 eingeteilt worden, dies bei einer Skala, welche von 1 bis 28 reicht. In der staatsrechtlichen Beschwerde werden keinerlei Vergleiche zu anderen - höher eingestuften - Ämtern angestellt, und es wird nicht dargetan, inwiefern die Einstufung des Beschwerdeführers geradezu willkürlich wäre. Es wird einzig darauf verwiesen, dass die Geschäftslast des Bezirksgerichts A.________ im kantonalen Vergleich besonders hoch sei, was eine Funktionszulage rechtfertigen würde. Der grösseren Arbeitslast wird jedoch dadurch Rechnung getragen, dass am Bezirksgericht A.________ ein vollamtlicher Vizepräsident tätig ist. Als willkürlich kann die Einstufung im Lichte der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen jedenfalls nicht beurteilt werden. b) Der Beschwerdeführer erachtet Treu und Glauben sowie die Eigentumsgarantie als verletzt, weil er in der Gehaltsklasse zurückgestuft worden ist. Indessen kommt den finanziellen Ansprüchen im öffentlichen Dienstverhältnis in der Regel nicht der Charakter wohlerworbener Rechte zu (BGE 118 Ia 245 E. 5b S. 255 f.; 106 Ia 163 E. 1a S. 166, mit Hinweis). Vielmehr ist das öffentliche Dienstverhältnis durch die jeweilige Gesetzgebung bestimmt und macht, auch was seine vermögensrechtliche Seite betrifft, die Entwicklung mit, welche die Gesetzgebung erfährt (BGE 118 Ia 245 E. 5b S. 256; 106 Ia 163 E. 1c S. 169; Urteil vom 3. April 1996 E. 3b, in: Praxis 1997 Nr. 1). Verfassungsrechtlich kann allerdings geboten sein, eine Übergangsregelung zu erlassen (Urteil vom 2. Juli 1999 E. 4c, mit Hinweisen, in: Praxis 2000 Nr. 22). Vorliegend kam der Justizaufsichtskammer des Kantonsgerichts auf Grund der durchgeführten umfassenden Reform der Gerichtsorganisation die neue Aufgabe zu, die Einreihung in die Gehaltsklassen vorzunehmen und die Besoldung festzulegen. Dass sie hierbei willkürlich vorgegangen wäre, ist - wie schon ausgeführt - nicht dargetan. Zwar ist der Beschwerdeführer in eine tiefere Klasse eingereiht worden, als dies zuvor der Fall war. Aufgrund der kantonalen Regelung bleibt sein Besitzstand aber gewahrt, so dass die getroffenen Beschlüsse übergangsrechtlich keinen verfassungsrechtlichen Bedenken begegnen. Wenn selbst Lohnreduktionen geringeren Ausmasses nach der Rechtsprechung nicht zu beanstanden sind (Urteil vom 2. Juli 1999, E. 4c, mit Hinweisen, in: Praxis 2000 Nr. 22), so ist erst recht nicht zu beanstanden, wenn der Besitzstand nominell gewahrt wird und lediglich Teuerungszulagen und Reallohnerhöhungen so lange nicht ausgerichtet werden, bis der Lohn aufgrund der neuen Einreihung den garantierten Betrag erreicht.