Citation: 8C_145/2022 E. 5.3

5.3. Dasselbe gilt für die mit Beschwerde behauptete Missachtung diverser Kriterien des strukturierten Beweisverfahrens, indem die Gutachter weder mit der behandelnden Psychiaterin, Dr. med. B.________, Rücksprache genommen noch sich mit ihren Berichten auseinander gesetzt haben sollen. Das kantonale Gericht zeigte auf, dass deren Arztberichte, die von einer rezidivierenden depressiven Symptomatik mit gegenwärtig leichter Episode, Teilsymptomen einer PTBS und einem Anfallsleiden ausgehen, im MEDAS-Gutachten hinreichend Berücksichtigung fanden. Insbesondere der ins Recht gelegte Arztbericht vom 24. April 2021, welcher der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit seit 2019 eine Arbeitsfähigkeit von ca. 50 % attestiert, enthält nach zutreffender Auffassung der Vorinstanz keine neuen Diagnosen, sondern wiederholt ihre bereits zuvor geäusserte eigene Auffassung. Ein Administrativgutachten ist nicht stets dann schon in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu einem anderen Ergebnis gelangen; vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil sie wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. SVR 2017 IV Nr. 49 S. 148, 9C_338/2016 E. 5.5; Urteil 8C_804/2021 vom 1. Juni 2022 E. 2.3). Inwiefern solche Aspekte aus den medizinischen Akten hervorgehen sollten, ist weder ersichtlich noch in der Beschwerde rechtsgenüglich dargetan, zumal die Gutachter das Vorliegen einer so spät auftretenden PTBS nicht nachvollziehen konnten und der beigezogene Neurologe Dr. med. C.________ eine Epilepsie verneinte.