Citation: 1P.437/2004 01.12.2004 E. 5.4

5.4.1 Das Appellationsgericht stützt sich bei seiner Urteilsfindung auch auf die Aussagen des Beschuldigten über die weiteren Umstände und sein Verhalten dem Mädchen gegenüber. Diese seien nicht frei von Widersprüchen und Ungereimtheiten. Im Ermittlungsverfahren und in der erstinstanzlichen Verhandlung habe er stets erklärt, er sei während der ganzen Zeit, in welcher die Beschwerdegegnerin ihren Test im Pausenraum absolvierte, nie zu ihr hineingegangen, da er niemandem beim Lösen von Rechnungsaufgaben zuschauen müsse. In der Verhandlung vor Appellationsgericht habe er es demgegenüber als möglich bezeichnet, dass er einmal während des Tests den Raum betreten habe, um etwas zu trinken "oder so". Zweifelhaft sind für das Appellationsgericht sodann die Erklärungen, welche der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seinen Äusserungen zur weiblichen Periode gemacht hat. Er habe angegeben, er habe sie erst anlässlich des Abschlussgespräches wegen des Vorfalles mit dem Liftknopf darauf angesprochen, um auf diese Weise Verständnis zu zeigen. Das Appellationsgericht sieht in dieser Aussage einen Widerspruch zu den Schilderungen sowohl der Mutter, der Beschwerdegegnerin als auch des Hauswartes. Ein plausibler Grund für die Anspielungen des Beschwerdeführers auf den körperlichen Zustand der Beschwerdegegnerin ist für das Appellationsgericht nicht erkennbar, weshalb diese letztlich nur durch seine mangelnde Distanz in sexueller Hinsicht zu erklären seien. Diese Haltung entspreche dem ihm vorgeworfenen Fehlverhalten, weshalb darin ein weiterer Hinweis für die Richtigkeit des Anklagesachverhaltes liege. 5.4.2 Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, er habe die Beschwerdegegnerin bereits am Mittwoch auf den Liftvorfall angesprochen - dies steht indes in Übereinstimmung mit den Ausführungen des Appellationsgerichtes, welches das Abschlussgespräch erwähnt und auf die entsprechenden Akten verweist, hat doch der Beschwerdeführer bei seiner Einvernahme vom 14. Januar 2002 gesagt, das Abschlussgespräch habe am Mittwoch stattgefunden (act. 36). Insofern geht das Appellationsgericht entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers von keinem falschen Sachverhalt aus. Wiederum legt der Beschwerdeführer lediglich seine Sicht dar, ohne aufzuzeigen, inwiefern diejenige des Appellationsgerichtes unhaltbar sein soll (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). 5.5 Willkür bei der Feststellung des Sachverhaltes und damit eine Verletzung von Art. 9 BV liegen danach nicht vor. Es bleibt zu prüfen, ob der Schuldspruch der verfassungsrechtlichen Prüfung mit Blick auf den Grundsatz in dubio pro reo standhält (E. 2.2 hiervor), was der Beschwerdeführer in Abrede stellt. Das Appellationsgericht hat die Aussagen der beiden Beteiligten einander gegenübergestellt und auf Widersprüche geprüft, einen Augenschein vor Ort durchgeführt sowie die weiteren Zeugenaussagen gewürdigt. Dabei hat es auch den psychischen Zustand und das Alter der Beschwerdegegnerin nicht ausser Acht gelassen. Sodann hat es allfällige Motive der Beschwerdegegnerin für eine falsche Anschuldigung in Erwägung gezogen und solche verneint. Würdigt man die oben angeführten belastenden Indizien gesamthaft, so ist es auch nicht zu beanstanden, wenn das Appellationsgericht erhebliche Zweifel an der Schuld des Beschwerdeführers verneint hat. Damit ist der Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel nicht verletzt.