Citation: U 372/05 25.11.2005 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen dem Unfall vom 30. September 2001 und den über den 13. April 2004 (verfügungsweise Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld) hinaus andauernden Beschwerden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht und die SUVA aus diesem Grund weiterhin leistungspflichtig ist. 2.1 Aufgrund der medizinischen Unterlagen ist fraglich, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 30. September 2001 ein Schleudertrauma der HWS oder eine äquivalente Verletzung erlitten hat. Zwar klagte sie laut Berichten des Spitals Y.________ vom 17. April 2002 und des Spitals X.________ vom 6. Juni 2002 seit dem Unfall über Kopf- und Nackenschmerzen; die übrigen nach Schleudertrauma oder Distorsionsverletzung der HWS auftretenden Symptome (vgl. BGE 117 V 360 Erw. 4b) lagen indessen nicht vor oder traten erst mehrere Monate nach dem Ereignis auf. Aus diesem Grund kann den Arztberichten, in welchen nebst einem Schädel- oder Kopftrauma auch ein Schleuder- oder Distorsionstrauma der HWS diagnostiziert wurde, keine volle Beweiskraft zuerkannt werden. Der von der SUVA mit der Begutachtung der Versicherten betraute PD Dr. med. W.________, Spital Y.________, gelangte denn auch in einlässlicher Würdigung der medizinischen Akten und in Übereinstimmung mit der biomechanischen Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik vom 3. Oktober 2002 mit einleuchtender Begründung zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin mit Wahrscheinlichkeit einzig ein minimales Kopftrauma, nicht aber eine HWS-Distorsion, erlitten habe. Dafür sprächen Vorgeschichte, Verlauf und aktuelle Befunde. Im Lichte dieser Expertise vom 5. März 2004, welche den Anforderungen, die an ein medizinisches Gutachten gestellt werden, in jeder Hinsicht genügt, kann daher nicht im Sinne der Rechtsprechung (Erw. 1 hievor) gesagt werden, das Vorliegen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung wie deren Folgen seien durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert. 2.2 Gestützt auf die Angaben des Administrativgutachters PD Dr. med. W.________ ist somit davon auszugehen, dass die Versicherte beim Verkehrsunfall vom 30. September 2001 lediglich ein minimales Kopftrauma mit/bei chronisch persistierenden Schmerzen erlitten hat. Wie der Experte weiter ausführte, ergibt sich keine klare Argumentation für eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit; sicherlich überschreite eine theoretische Arbeitsunfähigkeit die Limite von 30 % nicht. Aufgrund der vagen Beschwerden und des neuropsychologischen Testprofils sei nicht auf eine traumatische Hirnverletzung zu schliessen. Ferner hielt PD Dr. med. W.________ fest, dass aktuell ein rein subjektives Beschwerdebild mit Schmerzen, ohne Hinweise für eine organ-neurologische Affektion, bestehe. Schliesslich erklärte der Arzt, eine weitere medizinische Behandlung sei nicht notwendig, und wiederholte seine Feststellung, dass das Beschwerdebild nicht ausreiche, um eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. 2.3 Aufgrund dieser klaren und eindeutigen Feststellungen des Neurologen ist als erstellt zu erachten, dass die Versicherte an keinen unfallkausalen behandlungsbedürftigen Beschwerden mehr leidet, welche die Arbeitsfähigkeit in erheblichem Ausmass beeinträchtigen. Die SUVA hat deshalb ihre Leistungen zu Recht per 13. April 2004 eingestellt. 2.4 Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diese Betrachtungsweise erhobenen Einwendungen sind, soweit relevant, unbegründet. Die verschiedenen anderen Ärzten widersprechende Feststellung, dass die Beschwerdeführerin kein Distorsionstrauma der HWS erlitten habe, hat PD Dr. med. W.________ nicht in erster Linie gestützt auf die biomechanische Beurteilung, sondern aufgrund eigener Untersuchungen und in Würdigung sämtlicher medizinischer Akten getroffen. Sodann gelangte der Gutachter zum Schluss, dass die anhaltenden, nicht objektivierbaren Beschwerden, die er selbst nicht als unfallfremd einstufte, nicht ausreichten, um eine Behandlungsbedürftigkeit sowie eine teilweise Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Insoweit wird die Bedeutung der Diagnose für die (fehlende) Leistungspflicht der SUVA über den 13. April 2004 hinaus doch relativiert. Der letztinstanzlich aufgelegte Bericht des Rheumatologen Dr. med. B.________ datiert vom 20. September 2005 und kann nicht berücksichtigt werden, da für die richterliche Beurteilung die Verhältnisse massgebend sind, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheides (hier: 21. September 2004) entwickelt haben (BGE 116 V 248 Erw. 1a; RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 Erw. 2 [Urteil S. vom 29. Dezember 2000, U 170/00]). Abgesehen davon enthält dieser Bericht keine neuen Feststellungen, indem auch Dr. med. B.________ die jetzige Schmerzproblematik auf den Unfall zurückführt, allerdings die Versicherte abweichend von PD Dr. med. W.________ als Hausfrau und für eine leichte ausserhäusliche Tätigkeit als hälftig arbeitsunfähig einschätzt, ohne jedoch objektivierbare Befunde zu nennen oder seine Stellungnahme näher zu begründen. Im Übrigen erschöpfen sich die Vorbringen der Beschwerdeführerin in einer unbegründeten Kritik am neurologischen Gutachten und in Vorwürfen an PD Dr. med. W.________, die jeglicher Grundlage entbehren, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist. 2.5 Da der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt umfassend abgeklärt wurde und von weiteren ärztlichen Untersuchungen keine neuen Erkenntnisse erwartet werden können, die zu einem abweichenden Ergebnis zu führen vermöchten, ist dem Eventualantrag auf Veranlassung einer neuerlichen Begutachtung nicht stattzugeben (vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b [Urteil S. vom 8. Februar 2000, I 362/99]).