Citation: 1P.310/2005 05.09.2005 E. 3.2

3.2.1 Zunächst wirft die Beschwerdeführerin dem Einzelrichter vor, er habe gar keine Beweiswürdigung vorgenommen, sondern sich darauf beschränkt, "Abweichungen zwischen den Aussagen des Beschwerdeführers und den Internetbildern vom Opel Calibra sowie dem Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes hervorzuheben" und damit die nach seiner Auffassung bestehende Unmöglichkeit der Verursachung durch Herrn Z.________ mit den gefundenen Abweichungen begründet. Dabei unterlasse es der Richter, "die Beweislage materiell zu würdigen, d.h. die Aussagekraft der einzelnen Beweise und Indizien gegeneinander abzuwägen". Die Beweiswürdigung besteht in der Bewertung der aufgenommenen Beweise nach ihrer Zuverlässigkeit und Richtigkeit (BGE 115 IV 267 E. 1 S. 269 mit Hinweisen). Namentlich geht es darum, einerseits den Aussagegehalt der einzelnen Beweise zu bestimmen, um anschliessend deren Aussagekraft zu beurteilen, namentlich indem die einzelnen Beweise gegeneinander abgewogen werden. Indem der Einzelrichter Abweichungen zwischen den abgenommenen Beweisen feststellt und gegeneinander abwägt, nimmt er eine Beweiswürdigung vor. Der das Gegenteil behauptende Vorwurf der Beschwerdeführerin ist nicht stichhaltig. 3.2.2 Weiter wirft die Beschwerdeführerin dem Einzelrichter vor, er habe auf Aussagen des Beschwerdeführers Y.________ abgestellt, um daraus abzuleiten, eine Verurteilung des Fahrers des Opel Calibra sei höchst unwahrscheinlich, es aber unterlassen, "die Frage aufzuwerfen, wie sicher die Aussagen des Beschwerdeführers, der beim Unfall verletzt wurde und einen Schock erlitt, überhaupt sein können". Die Behauptung, der Beschwerdeführer Y.________ sei nach dem Unfall unter Schock gestanden, ist prozessual gesehen neu. Wohl hat er gegenüber dem befragenden Polizisten einige Tage nach dem Unfall gesagt, er habe einen Schock erlitten. Im Bericht des Universitätsspitals über die unmittelbar nach dem Unfall vorgenommene medizinische Untersuchung fehlt jeglicher Hinweis auf einen Schockzustand. Schliesslich hat er im Rekursverfahren vor dem Einzelrichter seine eigenen Aussagen nicht mit diesem Argument in Zweifel gezogen. Mithin hatte der Einzelrichter keinen Grund, an den Aussagen des Beschwerdeführers Y.________ zu zweifeln. Bei dieser Ausgangslage erweist sich das Abstellen auf die Aussagen des Beschwerdeführers Y.________ nicht als willkürlich. 3.2.3 Ferner rügt die Beschwerdeführerin, der Einzelrichter habe "es unterlassen, die übereinstimmenden Aussagen der beiden Augenzeugen in die Beurteilung einzubeziehen, die in zentralen Punkten den Aussagen des Beschwerdeführers diametral entgegengesetzt sind". Sie sieht den Widerspruch darin, dass die beiden Zeugen von einem Heckspoiler gesprochen haben, der Beschwerdeführer Y.________ aber nicht. Heckspoiler gäbe es "weder beim Alfa 147 noch beim Ford Focus". Dagegen sei ein Heckspoiler typisch für den Opel Calibra. Dass die beiden Zeugen am Tatfahrzeug einen Heckspoiler gesehen haben, nicht aber der Beschwerdeführer Y.________, ist für sich allein noch kein Widerspruch, der zwingend nach zusätzlichen Abklärungen ruft. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, dass weder ein Alfa 147 noch ein Ford Focus einen Heckspoiler aufweisen könne, ist durch nichts belegt; jedenfalls genügt der Hinweis auf die in den Akten liegenden Fotografien nicht. Freilich mögen Heckspoiler typisch sein für Personenwagen der Marke Opel Calibra, aber auch diese Feststellung führt nicht zur Schlussfolgerung, dass die Aussagen der beiden Zeugen "in zentralen Punkten den Aussagen des Beschwerdeführers (Y.________) entgegengesetzt sind". Die diesbezügliche Rüge ist nicht stichhaltig. 3.2.4 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, der Einzelrichter habe nur diejenigen Punkte aus dem Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes hervorgehoben, "die angeblich gegen die Täterschaft von Herrn Z.________ sprechen"; er habe es unterlassen, "all diejenigen Gesichtspunkte zu erwähnen, die für dessen Täterschaft und die Weiterführung des Verfahrens gesprochen hätten". Die Beschwerdeführerin führt zwar über mehrere Seiten aus, wie und weshalb man die Feststellungen auch anders hätte interpretieren können. Wesentlich ist jedoch vorliegend, dass keines der vorgebrachten Argumente geeignet ist, den Einbezug des untersuchten Opel Calibra in den Unfall bzw. die Schuld von Herrn Z.________ zu beweisen; vielmehr führen sie höchstens dazu, die schuldausschliessenden Elemente etwas zu neutralisieren. Folglich kann auch unter diesem Gesichtspunkt nicht gesagt werden, die Beurteilung des Einzelrichters sei willkürlich. 3.3 Fazit: Der Einzelrichter hat die abgenommenen Beweise einlässlich beurteilt und ist im angefochtenen Entscheid zum Schluss gekommen, es bestehe "nicht mehr als eine vage Vermutung" bezüglich des Fahrers des Opel Calibra, und die Beweislage lasse eine Verurteilung desselben höchst unwahrscheinlich erscheinen, weshalb die Einstellung des Strafverfahrens nicht zu beanstanden sei. Diese Beweiswürdigung erweist sich weder als unhaltbar, noch steht sie mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch; sie beruht nicht auf einem offenkundigen Versehen, noch läuft sie in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider. Die Beweiswürdigung des Einzelrichters ist nicht willkürlich.