Citation: 2C_408/2017 E. 4.4.1

4.4.1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Frauenfeld vom 10. Juni 2013 wurde der Beschwerdeführer wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern (begangen zwischen 2009 und 2011) zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, bedingt erlassen bei einer Probezeit von vier Jahren, und zu einer Busse von Fr. 600.-- verurteilt. Mit Bezug auf die Hauptdelikte kann der Anklageschrift entnommen werden, dass der Beschwerdeführer am 4. Juni 2010 zusammen mit seinem Onkel 300 Gramm Kokain, welches dieser zuvor in Belgien gekauft hatte, sowie ca. 285 Gramm Streckmittel in die Schweiz eingeführt hat. Zudem hatte er zwischen November 2009 und Mai 2010 insgesamt ca. 250 Gramm Kokain für Fr. 15'000.-- in Zürich gekauft, davon in Frauenfeld ca. 200 Gramm an verschiedene Personen weiterverkauft und die restlichen 50 Gramm mit einer weiteren Person selbst konsumiert. Schliesslich wurden Anfang Juni 2010 in einer vom Beschwerdeführer neu gegründeten Firma in Frauenfeld 786 Gramm Amphetamingemisch und 353 Gramm Heroin aufbewahrt. Die Straftat des Beschwerdeführers bildet im Sinne von Art. 121 Abs. 3 BV seit dem 1. Oktober 2016 eine Anlasstat für eine obligatorische Landesverweisung (Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB). Auch wenn diese Neuregelung nicht rückwirkend auf den Beschwerdeführer Anwendung findet, kommt darin zum Ausdruck, dass der Verfassungs- und Gesetzgeber Betäubungsmitteldelikte als besonders verwerflich erachtet, was bei der Interessenabwägung berücksichtigt werden darf. Erschwerend kommt vorliegend hinzu, dass es sich nicht um eine einmalige Verfehlung des Beschwerdeführers handelt. Insgesamt sind rund 20 weitere Delikte aktenkundig. Wohl trifft zu, dass diese Widerhandlungen schon einige Zeit zurückliegen und mehrheitlich als geringfügig bezeichnet werden können. Jedoch lässt die Häufung der Verfehlungen darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer offensichtlich Mühe bekundet, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten. Negativ fällt sodann ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer im Februar 2010 ausländerrechtlich verwarnt worden war, wobei ihm das Migrationsamt unmissverständlich den Widerruf der Niederlassungsbewilligung in Aussicht stellte für den Fall, dass sein Verhalten weiterhin Anlass zu schweren Klagen geben sollte. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Verwarnung liege etwa gleich lange zurück wie die in Frage stehende Delinquenz und sich die Situation seitdem beruhigt habe, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Verwarnung vom 17. Februar 2010 hat den Beschwerdeführer nicht davon abgehalten, auch danach weiter zu delinquieren, verübte er doch die der verfahrensauslösenden Verurteilung zugrunde liegenden Straftaten bis im November 2011.