Citation: 9C_148/2014 E. 4

Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar (E. 2.1). Im vorliegenden Fall ist diese Voraussetzung nicht erfüllt. Auch wenn durchaus Vorbehalte am Vorgehen der Gutachter, des RAD und der IV-Stelle angebracht werden könnten, war das Resultat nicht zweifellos unrichtig. So hat die orthopädische Gutachterin Frau Dr. med. F.________, Fachärztin für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, das am Ende des 40-seitigen Gutachtens gezogene Fazit mitunterzeichnet. RAD-Arzt Dr. med. E.________ hat sich dem angeschlossen, und die IV-Stelle hat diese Vorgaben umgesetzt. Verfahrensentscheidend ist die Antwort auf die Frage, wie diese Vorgehensweise wiedererwägungsrechtlich (Art. 53 Abs. 2 ATSG) zu qualifizieren ist. Dabei steht ausser Diskussion, dass mit dem statistischen Abzug das Gleiche gemeint war wie mit einem leidensbedingten Abzug. Sowohl die Rechtsfrage, ob aufgrund der Aktenlage, wie sie sich im Zeitpunkt der Rentenzusprechung darbot, ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen war, als auch die Frage nach dessen angemessener Höhe können unter Umständen wiedererwägungsrechtlich bedeutsam sein (vgl. Urteil 8C_1012/2008 vom 17. August 2009 E. 2.2 und 4.3). Allerdings ist bezüglich der hier interessierenden Frage, ob ein eingeschränktes Tätigkeitsfeld Grund für einen Abzug bilde, die Rechtsprechung nicht ganz klar (vgl. Urteil 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 3.2.2 in fine im Vergleich zu Urteil 9C_14/2008 vom 8. April 2008 E. 3.2.2). Der behinderungsbedingte Abzug bezieht sich auf die Leistungsfähigkeit (BGE 126 V 75 E. 5a bb S. 78), wovon das noch mögliche Tätigkeitsfeld zu unterscheiden ist. Selbst wenn diesem Aspekt (nurmehr leichte Tätigkeiten zumutbar gemäss Gutachten der Klinik D.________) mit der Anwendung von LSE-Lohnniveau 4 hinreichend Rechnung getragen worden sein sollte, kann der gewährte Abzug nach Lage der Akten nicht geradewegs als zweifellos unrichtig bezeichnet werden.