Citation: 4A_20/2018 E. A

A.________ (Versicherte, Beschwerdeführerin), selbständige Naturheilpraktikerin, erlitt am 8. März 2013 in S.________ einen Verkehrsunfall mit drei weiteren beteiligten Fahrzeugen. Sie wurde vom 8. bis 15. März 2013 im Regionalspital S.________ hospitalisiert, wo eine Commotio cerebri, HWS-Syndrom mit diffusen Kribbel-Parästhesien an Händen beidseits sowie Schmerzen im C6, Dermatom (links mehr als rechts), radiologisch fokale Diskushernie mit Spinalkanaleinengung C5-C6 und foraminalen fraglichen Wurzelkompressionen beidseits und sowohl eine akute posttraumatische Belastungsstörung mit Panikattacken sowie Flashbacks als auch eine depressive Grundstimmung diagnostiziert wurden. Die B.________ AG (Versicherung, Beschwerdegegnerin) leistete aufgrund einer Einzel-Taggeldversicherungspolice ab dem 8. Tag nach dem Unfalltag ein Taggeld bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit von Fr. 250.--. Vom 27. Mai bis 10. Juni 2013 hielt sich die Versicherte zur Behandlung in der Klinik C.________ auf, wobei sich in den neuropsychologisch getesteten Bereichen keine Auffälligkeiten zeigten. Sodann liess sich die Versicherte in der psychiatrisch-psychologisch spezialisierten Privatklinik D.________ aufgrund ihres erlittenen Traumas vom 8. bis 15. August 2013 therapieren. Hier wurden ein Status nach Commotio cerebri, eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) und eine Diskushernie C5/C6 diagnostiziert. Es wurde festgehalten, dass sie die Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung nur teilweise erfülle. Die Versicherte verzichtete auf psychiatrische Hilfe, weil sie es verzog, ihre eigenen Heilungskräfte zu nutzen. Während die Versicherte von den sie behandelnden Ärzten weiterhin arbeitsunfähig geschrieben war, unterzog sie sich auf Aufforderung der Versicherung am 29. Oktober 2013 einer Magnetresonanztomographie beim medizinisch-radiologischen Institut E.________ in U.________ sowie am 25. November 2013 einer neurologischen Abklärung bei Dr. med. F.________ in V.________. Gestützt hierauf kam der beratende Versicherungsarzt Dr. med. G.________ in einer Stellungnahme zum Schluss, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Unfallfolgen keine Rolle mehr spielen würden. Parallel dazu liess die Versicherung die Versicherte vom Januar bis März 2014 verschiedentlich mittels Video überwachen, wobei sie keine konkrete Beeinträchtigung der Lebensführung habe feststellen können. Auf Aufforderung der Versicherung liess sich die Versicherte überdies am 6. Juni 2014 bezüglich ihres neuropsychiatrischen Funktionspotenzials an der Neuropsychiatrisch-Leistungspsychologischen Abklärungs- und Begutachtungsstelle (NLAB) in Zürich durch Dr. med. H.________ untersuchen sowie am 12./13. Juni 2014 am I.________ AG in U.________ begutachten, wo ein polydisziplinäres Gutachten erstellt wurde. In der Folge machte die Versicherung mit Schreiben vom 23. Januar 2015 eine betrügerische Anspruchsbegründung geltend, trat vom Einzeltaggeldversicherungsvertrag per Schadensdatum zurück und berechnete eine Rückforderungssumme von insgesamt Fr. 125'694.45 (ausgerichtete Taggelder, Kostenanteile Begutachtung I.________ und Observation). Nachdem die Versicherte einer entsprechenden Zahlungsaufforderung nicht nachkam, wurde sie von der Versicherung betrieben, wogegen sie Rechtsvorschlag erhob.