Citation: 8C_751/2009 24.02.2010 E. 4.3

4.3.1 Aus dem angefochtenen Gerichtsentscheid geht hervor, dass der Vorinstanz (und auch schon der Verwaltung) nicht alle medizinischen Akten zur Verfügung gestanden haben. Namentlich soll der Hausarzt im August 2006 eine Abklärung bei einem Wirbelsäulenchirurgen veranlasst haben, wie dem Gutachten des Zentrum Y.________ für Arbeitsmedizin vom 17. August 2006 zu entnehmen ist. Eine entsprechende spezialärztliche Stellungnahme befindet sich nicht bei den medizinischen Unterlagen. Zur interdisziplinären Abklärung der chronifizierten Schmerzstörung war der Beschwerdegegner zudem vom 2. bis 24. April 2007 im Spital Z.________ hospitalisiert, wie einem Kurzaustrittsbericht vom 24. April 2007 zu entnehmen ist. Ein ausführlicher Bericht wurde in Aussicht gestellt, liegt den Akten der IV-Stelle aber ebenfalls nicht bei und wurde auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht nachgereicht. 4.3.2 Um den Sachverhalt feststellen und die Beweise frei würdigen zu können, müssen dem kantonalen Gericht sämtliche Akten vorliegen, damit es entscheiden kann, welche Unterlagen für die Beurteilung des streitigen Falles wesentlich und welche nicht wesentlich sind. Es liegt nicht im Belieben der Behörde, im Beschwerdeverfahren dem Gericht nur diejenigen Akten einzureichen, welche sie als notwendig und für die Beurteilung des Falles entscheidend betrachtet. Andernfalls würden die in Erwägung 2.2 hiervor dargelegten Beweisgrundsätze ihres Gehalts entleert (BGE 135 V 194 E. 3.1 S. 196; Urteil U 422/00 vom 10. Oktober 2001 E. 2a). Die vollständige Aktenlage ist zur Beurteilung des Rentenanspruchs sowohl für die Verwaltung als auch (im Beschwerdefall) für das Gericht unerlässlich. Da der vorinstanzliche Entscheid und auch die rentenablehnende Verfügung vom 15. Januar 2008 auf einer lückenhaften Beurteilungsgrundlage basieren, sind die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Gerichtsentscheid für das Bundesgericht zwar nicht verbindlich (E. 2.3 hiervor). Letztinstanzlich wurden jedoch nur die unvollständigen Belege eingereicht, welche bereits der Verwaltung und der Vorinstanz zur Verfügung standen, weshalb nicht abschliessend beurteilt werden kann, ob der Versicherte in der vorliegend relevanten Zeit einen Anspruch auf Rentenleistungen der Invalidenversicherung hat. Deshalb geht die Angelegenheit an die IV-Stelle zurück, damit sie - nach Vervollständigung der Akten sowie Einholung allfälliger weiterer wesentlicher Entscheidgrundlagen - über den Rentenanspruch neu verfüge.