Citation: 5A_427/2022 E. 5.2.6

5.2.6. Ferner wendet die Beschwerdeführerin ein, bei der Festlegung des Umfangs einer zeitlichen Rückwirkung sei nicht nur eine einzige Variante richtig bzw. rechtskonform, sondern es gebe mehre mögliche und rechtskonforme Varianten, und die Wahl einer der möglichen Varianten sei deshalb immer bis zu einem gewissen Grad arbiträr. Allen noch lebenden "ausgeheirateten" Frauen einen Wiederaufnahmeanspruch einzuräumen sei nicht mehr oder weniger arbiträr als die Lösung, welche an den Todeszeitpunkt des zweitversterbenden Elternteils anknüpfe. Ebenso gut hätte gefordert werden können, dass alle seit 1981 oder dem Inkrafttreten der ersten Bundesverfassung "ausgeheirateten" Frauen (und alle ihre direkten Nachkommen) wieder aufgenommen werden. Mit diesem Argument übersieht die Beschwerdeführerin einen wesentlichen Punkt. Es geht nämlich nicht darum, ob auch andere Lösungen möglich gewesen wären, sondern darum, ob die gewählte Lösung Unterscheidungen trifft, für die es sachliche Gründe gibt, und ob sie damit verfassungsrechtlich zulässig sind oder nicht. Auf die - polemischen Charakter aufweisenden - Vorbringen ist nicht weiter einzugehen.