Citation: 1C_223/2024 E. 3.1

3.1. Gemäss Art. 22 SVG werden die Ausweise von den Verwaltungsbehörden erteilt und entzogen. Zuständig ist für Fahrzeuge der Standortkanton, für Führerinnen und Führer der Wohnsitzkanton (Abs. 1). Für Fahrzeuge ohne festen Standort und Führerinnen und Führer ohne Wohnsitz in der Schweiz ist der Ort massgebend, an dem sie sich vorwiegend befinden. Im Zweifelsfall ist der Kanton zuständig, der das Verfahren zuerst einleitet (Abs. 3). Der Wohnsitz nach Art. 22 SVG richtet sich nach dem zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff im Sinne des ZGB (vgl. BGE 129 II 175 E. 2.1; Urteil 1C_135/2017 vom 7. Juni 2017 E. 2.2.1). Der Wohnsitz einer Person befindet sich gemäss Art. 23 Abs. 1 ZGB an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Für die Begründung des Wohnsitzes müssen nach der Rechtsprechung zwei Merkmale erfüllt sein: ein objektives äusseres, der Aufenthalt, sowie ein subjektives inneres, die Absicht dauernden Verbleibens. Dabei kommt es nicht auf den inneren Willen, sondern darauf an, auf welche Absicht die erkennbaren Umstände objektiv schliessen lassen (BGE 137 II 122 E. 3.6 mit Hinweisen). Die objektiv erkennbaren Umstände beruhen auf Tatsachenfeststellungen; vom Bundesgericht frei überprüfbare Rechtsfrage bildet hingegen, welche Schlussfolgerungen aus den festgestellten Tatsachen mit Bezug auf die Absicht dauernden Verbleibens zu ziehen sind (BGE 136 II 405 E. 4.3; zum steuerrechtlichen Wohnsitz vgl. BGE 148 II 285 E. 3.2.2; je mit Hinweisen).