Citation: 8C_352/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz prüfte, ob aufgrund der beiden Stundenänderungen per 1. März sowie 1. Juli 2022 von einer Teilzeitanstellung bzw. Teilarbeitslosigkeit auszugehen sei und dadurch diese Voraussetzung für Leistungen der Arbeitslosenversicherung erfüllt wäre. Sie stellte zunächst fest, dass es sich dabei nicht um einseitige Änderungskündigungen, sondern um einvernehmliche, formgültige Vertragsanpassungen gehandelt habe. Diese seien aufgrund der Probleme der Beschwerdeführerin mit der Arbeitslosenversicherung sowie des Umstands, dass sie die Arbeitsfähigkeit nach mehreren Jahren im Umfang von 50 % per 1. März 2022 auf 60 % habe steigern können, vereinbart worden. Soweit mit der ersten, am 15. Juni 2022 rückwirkend per 1. März 2022 erfolgten Stundenänderung das Dahinfallen des Vollzeitarbeitsverhältnisses geltend gemacht werde, widerspreche dies sowohl den ersten Aussagen der Beschwerdeführerin als auch den vorherigen Angaben der Arbeitgeberin. Gemäss der Beweismaxime der "Aussage der ersten Stunde" sei daher davon auszugehen - so das kantonale Gericht -, dass auch noch im Zeitraum vom 1. März bis 14. Juni 2022 ein ungekündigtes Vollzeitarbeitsverhältnis vorgelegen habe und die Steigerung des Pensums auf 60 % Ausdruck der bisher gelebten Praxis gewesen sei. Ob das Vollzeitarbeitsverhältnis mit der ersten Stundenänderung in Bezug auf den Zeitraum vom 15. bis 30. Juni 2022 und mit der zweiten, am 30. Juni 2022 vereinbarten Stundenänderung ab 1. Juli 2022 in ein Teilzeitarbeitsverhältnis umgewandelt worden war, liess die Vorinstanz offen. Sie erwog, ein tatsächlich erfolgter Wechsel in eine Teilzeitanstellung wäre im Interesse keiner Vertragspartei gestanden und erscheine deshalb wenig wahrscheinlich. Selbst wenn jedoch ab 15. Juni 2022 von einem Teilzeitarbeitsverhältnis und damit einer Teilarbeitslosigkeit auszugehen wäre, so das kantonale Gericht im Weiteren, hätte die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, da ihre Vorgehensweise eine rechtsmissbräuchliche Interessenausübung zu Lasten der Arbeitslosenversicherung darstelle.