Citation: U 122/01 25.09.2001 E. 2

2.- Materiell streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere als die ihm mit Wirkung ab 1. Februar 1999 zugesprochenen Rente von 15 % hat. a) Im kantonalen Entscheid werden die Bestimmungen und Grundsätze über die Voraussetzungen des Anspruchs auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (Art. 18 Abs. 1 UVG), die Invaliditätsbemessung nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 18 Abs. 2 UVG; BGE 114 V 313 Erw. 3a; siehe auch BGE 116 V 249 Erw. 1b mit Hinweisen) sowie die Aufgabe des Arztes oder der Ärztin im Hinblick auf die Invaliditätsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt, sodass darauf verwiesen werden kann. b) In der ärztlichen Beurteilung vom 20. November 1998 hat Frau Dr. med. B.________ festgestellt, der Versicherte sei sozusagen als Einäugiger zu betrachten und könne als Schaler/Bauarbeiter nicht mehr eingesetzt werden. Alle Arbeiten, die erhöhte Anforderungen an das Stereosehen stellten, seien nicht mehr zumutbar. Dazu würden etwa das Kranführen, Tätigkeiten auf Gerüsten über 1,5 m Schulterhöhe und das gewerbsmässige Transportieren von Personen, wie zum Beispiel als Taxi- oder Buschauffeur, gehören. Beschäftigungen auf ebenem Boden wie etwa im Garten- oder Tiefbau seien zum Teil noch möglich, ebenso Arbeiten als Magaziner oder ähnliche Tätigkeiten. Verrichtungen mit vorgegebenem Tempo, wie beispielsweise am Fliessband, seien nur bedingt zumutbar. Dr. med. T.________ ist gemäss der mit Schreiben vom 9. Oktober 2000 bestätigten Auskunft vom 11. Februar 1999 der Auffassung, dass der Beschwerdeführer bei leichteren Tätigkeiten "absolut ohne Einschränkungen" arbeitsfähig ist; ausgeschlossen seien nur Arbeiten auf Gerüsten, als Kranführer und der gewerbsmässige Personentransport. Gestützt auf diese ärztlichen Angaben ist mit SUVA und Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Arbeitsfähigkeit nur insoweit eingeschränkt ist, als er keine Tätigkeiten auszuüben vermag, die besondere Anforderungen an das Stereosehen stellen und die aufgrund des weitestgehenden Verlustes des Stereosehens als gefährdend zu betrachten sind; zudem besteht eine gewisse Beeinträchtigung bezüglich jener Verrichtungen, die ein hohes Arbeitstempo erfordern. Damit bleiben ihm aber noch zahlreiche Tätigkeiten offen, welche er praktisch ohne Einschränkungen auszuüben vermag. Wie die von der IV-Stelle des Kantons Zürich angeordnete Abklärung durch die Berufsberatungsstelle für Sehbehinderte ergeben hat, ist der Beschwerdeführer für eine Hilfstätigkeit in einem Lager, Magazin oder Depot als arbeitsfähig zu betrachten; zumutbar ist ihm auch die Arbeit in einer Autowaschanlage oder in der Pneumontage, wofür er sich selbst interessiert gezeigt hatte. Angesichts der eindeutigen Stellungnahme des behandelnden Arztes vermögen die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemachten Unklarheiten im Bericht der SUVA-Ärztin zu keiner andern Beurteilung zu führen. Sie ändern nichts daran, dass dem Beschwerdeführer ein weites Tätigkeitsfeld offen bleibt, in welchem sich seine Behinderung nicht oder nur unwesentlich auswirkt. Zu weiteren Abklärungen vermögen auch die im letztinstanzlichen Verfahren eingereichten Berichte des Dr. med. P.________ vom 27. und 30. März 2001 nicht Anlass zu geben. Bei der dort genannten Invalidität von 30 % handelt es sich um eine medizinisch-theoretische Schätzung; im Übrigen wird bestätigt, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des einseitigen Visusverlustes arbeitsfähig ist. c) Was den für die Invaliditätsbemessung massgebenden Einkommensvergleich betrifft, hat die Vorinstanz das von der SUVA gestützt auf die in der internen Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP) enthaltenen Lohnangaben auf Fr. 49'400.- festgesetzte Invalideneinkommen anhand von Tabellenlöhnen überprüft. Ausgehend vom monatlichen Bruttolohn von Fr. 4268.- (Zentralwert bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Wochenstunden gemäss Tabelle TA1 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE] 1998) für Männer im privaten Sektor, welche einfache und repetitive Tätigkeiten verrichten (Anforderungsniveau 4), ermittelte sie unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden und der Nominallohnentwicklung im Jahre 1999 (0,03 %) ein Jahreseinkommen von Fr. 53'664.85. Das von der SUVA mit Fr. 49'400.- angenommene Invalideneinkommen bestätigte sie mit der Feststellung, dass damit ein leidensbedingter Abzug von rund 8 % berücksichtigt werde. Die vorinstanzliche Berechnungsweise ist insofern zu berichtigen, als die Erhöhung des Nominallohnindexes im Jahre 1999 0,3 % und nicht 0,03 % betragen hat (Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2002, S. 203, T3.4.3.1). Mit der Annahme eines Invalideneinkommens von Fr. 49'400.- hat die SUVA im Ergebnis somit einen leidensbedingten Abzug von 8,2 % berücksichtigt. Der Beschwerdeführer bringt vor, der für die Festsetzung des Invalideneinkommens herangezogene Tabellenlohn umfasse auch ungeeignete Tätigkeiten sowie besser bezahlte Schwerarbeiten, die für ihn nicht in Betracht fielen. Zudem beinhalte der zugrunde gelegte Durchschnittslohn gemäss LSE Dienstleistungsberufe, deren Ausübung in seinem Fall in altersmässiger, sprachlicher und intellektueller Hinsicht unrealistisch sei. Schliesslich seien nationalitätsbedingte Unterschiede in den Löhnen zu berücksichtigen, sodass sich insgesamt ein Abzug vom Tabellenlohn von 20 % bis 25 % rechtfertige. Nach der Rechtsprechung ist beim Einkommensvergleich unter Verwendung statistischer Tabellenlöhne zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen (BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb; AHI 1999 S. 180 f. Erw. 3b, je mit Hinweisen). Sodann ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (AHI 2000 S. 81 Erw. 2b; vgl. auch BGE 124 V 323 Erw. 3b/aa). In BGE 126 V 75 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht die bisherige Praxis dahingehend präzisiert, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf höchstens 25 % zu begrenzen ist (a.a.O., S. 78 f. Erw. 5b/aacc). Im vorliegenden Fall besteht kein Anlass zur Annahme einer erheblichen leidensbedingten Lohnbenachteiligung. So stehen dem Beschwerdeführer zahlreiche Tätigkeiten offen, bei welchen sich die leidensbedingte Einschränkung nicht oder nur in geringem Masse auswirkt. Weil der Beschwerdeführer jede geeignete Tätigkeit vollzeitlich auszuüben vermag, fällt auch ein Abzug für Teilzeitbeschäftigung nicht in Betracht. Schliesslich kann den weiteren Kriterien (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit und Nationalität der Aufenthaltskategorie) unter den gegebenen Umständen nur bescheidene Bedeutung beigemessen werden. Wenn die Vorinstanz im Ergebnis einen Abzug von insgesamt rund 8 % zugelassen hat, so lässt sich dies im Rahmen der Angemessenheitskontrolle (Art. 132 lit. a OG) nicht beanstanden. d) Bei einem unbestrittenen Valideneinkommen von Fr. 57'869.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 49'400.- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 14,6 %, weshalb der Einspracheentscheid vom 18. Juli 2000 zu Recht besteht.