Citation: 7B_263/2022 E. 2.3

2.3. Im Zusammenhang mit der Benutzung der Mobiltelefone wurde auch der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) und ein faires Verfahren (Art. 6 Abs. 1 EMRK, Art. 3 StPO) nicht verletzt, weil die Vorinstanz ihn, wie er vorbringt, mit der "völlig unerwartet neuen Theorie" überrascht und nie damit konfrontiert haben soll, dass er mit demselben Mobiltelefon über verschiedene Rufnummern kommuniziert haben könnte. Der fragliche polizeiliche Bericht über die rückwirkende Erhebung von Verkehrsdaten vom 17. Juni 2019 befindet sich seit dem Vorverfahren in den Akten. Der Beschwerdeführer hatte vor erster und zweiter Instanz Gelegenheit, sich zur Interpretation dieser Daten zu äussern, was er auch getan hat (vorinstanzliche Akten, act. 36 S. 5 und act. 103 S. 4). Die Vorinstanz kommt zum Schluss, die beiden Nummern...yyyy und...zzzz seien von demselben Gerät für die Kommunikation über das Mobilfunknetz einerseits und über WhatsApp andererseits gebraucht worden. Insofern würdigt sie diese Indizienbeweise abweichend vom erstinstanzlichen Gericht, das davon ausging, die Nummern würden zu zwei verschiedenen Mobiltelefonen gehören. Darin liegt aber kein "komplett neuer Lebenssachverhalt", wie der Beschwerdeführer geltend macht, und auch keine abweichende rechtliche Würdigung, zu der er sich noch einmal hätte äussern dürfen (vgl. Art 344 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO). Die Benutzung der beiden Nummern durch seine (nicht als Mittäterin infrage kommende) Ehefrau stellt einen Begleitumstand dar, der den in der Anklage erhobenen Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung gegen den Beschwerdeführer nicht tangiert. Er ist lediglich für die widerspruchsfreie Interpretation der Verkehrsranddaten und damit die Ermittlung der Standorte und Bewegungen der Tatbeteiligten sowie von Personen aus deren Umfeld relevant. Das Prozessthema und der Gegenstand der Anklage wurden dadurch aber nicht geändert (vgl. Urteil 6B_19/2017 vom 29. Mai 2017 E. 2.1 mit Hinweis). Die Vorinstanz war deshalb nicht verpflichtet, ihre in diesem Punkt von der Erstinstanz abweichende Interpretation der Beweise dem Beschwerdeführer vorab zur Stellungnahme zu unterbreiten. Der Beschwerdeführer legt denn auch vor Bundesgericht nicht dar, weshalb die tatsächliche Schlussfolgerung der Vorinstanz, für die Kommunikation über WhatsApp sei über dasselbe Mobiltelefon eine andere Nummer verwendet worden als über das Mobilfunknetz, offensichtlich falsch sein sollte. Eine Verletzung des Gehörsanspruchs oder des Fairnessgebots ist nicht auszumachen.