Citation: 8C_217/2021 E. 5.1

5.1. Vorliegend ist für die Beantwortung der Frage, ob ein rechtsmissbräuchliches Verhalten gegeben ist oder nicht, relevant, dass der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nicht erst kurz vor Ablauf der Rechtsmittelfrist mandatiert worden war, sondern bereits ein Vertretungsverhältnis bestand. Der Rechtsanwalt hatte daher im Zeitpunkt des Eingangs der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 27. März 2020 Sachverhaltskenntnisse. Auch standen ihm gewisse Akten zur Verfügung, was sich daraus ergibt, dass er in seiner vorsorglich erhobenen Einsprache vom 19. Mai 2020 um Zustellung der Akten ab Aktenstück 144 ersuchte. Es ist nicht ersichtlich, weshalb es dem damaligen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nicht möglich gewesen sein sollte, die zusätzlichen Akten unverzüglich nach Erhalt der Verfügung zu verlangen, sofern die vorhandenen Akten zur Abfassung der Begründung nicht ausgereicht hätten, um innert der durch die COVID-19-Verordnung erstreckten Frist begründete Einsprache zu erheben.