Citation: 2A.153/2002 19.07.2002 E. 3

3.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, mit der "Reservierung der Niederlassungsbewilligung für den Beschwerdeführer und seine Ehefrau bis zum 04.02.2000 (sei) auch die Niederlassungsbewilligung seiner beiden Kinder B.________ und C.________ im gleichen Umfange reserviert worden". Innerhalb dieser Frist sei die Ehefrau mit den Kindern wieder in die Schweiz eingereist. Deren Niederlassungsbewilligungen seien deshalb nicht gemäss Art. 9 Abs. 3 lit. c ANAG erloschen (vgl. S. 7 der Beschwerdeschrift). 3.2 Gemäss Art. 9 Abs. 3 lit. c ANAG erlischt die Niederlassungsbewilligung durch Abmeldung oder wenn sich der Ausländer während sechs Monaten tatsächlich im Ausland aufhält; stellt er vor deren Ablauf das Begehren, so kann diese Frist bis auf zwei Jahre verlängert werden. Diese hier massgebende Regelung gilt auch für jedes einzelne Kind, das in die Niederlassungsbewilligung seiner Eltern einbezogen worden ist (vgl. Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG). Zwar ist die auf Grund von Art. 17 Abs. 2 ANAG erworbene Niederlassungsbewilligung des Kindes durch ihren Entstehungsgrund mit derjenigen der Eltern verknüpft; sie hat jedoch grundsätzlich eigenständigen Charakter (vgl. BGE 127 II 60 E. 1d und e S. 64 ff.). Der blosse Umstand, dass die Eltern oder einer der Elternteile die in Art. 9 Abs. 3 lit. c ANAG gestellten Bedingungen eingehalten hat, genügt zur Beibehaltung der Bewilligung nicht, wenn sich - wie hier - das Kind selber über die zulässigen bzw. bewilligten Fristen hinaus im Ausland aufgehalten hat. Auch ein Kind, das bloss zwecks Schulbesuches im Ausland weilt und damit den Lebensmitttelpunkt am Wohnsitz der Eltern behält, kann die Niederlassungsbewilligung verlieren, wenn es sich länger als sechs Monate bzw. über die bewilligte Verlängerung hinaus im Ausland aufhält. Eine Erleichterung besteht in solchen Fällen nur insoweit, als (fristgerechte) periodische kurze Aufenthalte bei den Eltern während der Schulferien für die Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung in der Regel genügen (vgl. etwa Urteile 2A.377/1998 vom 1. März 1999, E. 3c, und 2A.66/2000 vom 26. Juli 2000, E. 4b [anders bei 7-bzw. 10-jährigem Aufenthalt der Kinder im Heimatland, Urteil 2A.311/1999 vom 26. November 1999, E. 2c]), während beispielsweise bei Geschäftsleuten blosse Kurzbesuche in der Schweiz zur Unterbrechung der Sechsmonatefrist zur Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung nicht ausreichen, wenn der Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegt worden ist (BGE 120 Ib 369; Urteile 2A.365/1999 vom 10. Dezember 1999, E. 2a, 2A.66/2000 vom 26. Juli 2000, E. 4b, vgl. zum Ganzen auch Andreas Zünd, Beendigung der ausländerrechtlichen Anwesenheitsberechtigung, in: Aktuelle Fragen des schweizerischen Ausländerrechts, St. Gallen 2001, S. 132 ff.). Nach dem Gesagten ist die Auffassung des Beschwerdeführers, die für die Kinder und die Eltern bewilligten Reservierungen könnten kumuliert werden (so dass die Frist bis zum 4. Februar 2000, dem Tag des Fristablaufs für die Eltern, gewahrt bliebe), unzutreffend. Als die Kinder B.________ und C.________ am 22. Januar 2000 nach ununterbrochenem, rund zweieinhalbjährigem Aufenthalt in der Türkei erstmals wieder in die Schweiz einreisten, waren ihre Niederlassungsbewilligungen vielmehr erloschen (Art. 9 Abs. 3 lit. c ANAG).