Citation: 5A_157/2021 E. 6.3.2

6.3.2. Sodann wendet sich der Beschwerdeführer gegen die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens (Ziff. III/C/6.4 S. 56 ff. der Beschwerde). 6.3.2.1. Er habe ein Studium mit Vollzeitpensum begonnen und ohnehin Anstrengungen unternommen, um eine selbständige Erwerbstätigkeit aufnehmen zu können. Unter diesen Umständen habe er nicht damit rechnen müssen, dass ihm das Kantonsgericht ein hypothetisches Einkommen anrechnen würde. Ausserdem handle es sich um eine vollständig neue und überraschende Argumentation, zu der er keine Stellung habe nehmen können. Insofern habe das Kantonsgericht seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Ebenso lasse das Kantonsgericht seinen Einwand unberücksichtigt, der Aufbau einer selbständigen Erwerbstätigkeit habe sich zufolge der Corona-Pandemie als schwierig erwiesen und er verfüge aktuell über ein volatiles Einkommen von Fr. 500.-- pro Monat, was wiederum eine Gehörsverletzung darstelle. Ausserdem reiche das Einkommen der Beschwerdegegnerin aus, um die wirtschaftliche Existenz der Familie zu sichern. Das Kantonsgericht habe das Arbeitspensum in willkürlicher Weise festgesetzt und sein Einkommen sei auf Fr. 0.-- festzulegen. 6.3.2.2. 6.3.2.2.1. Angesichts der im Abänderungsbegehren vom 1. August 2018 gestellten Begehren stand die Pflicht zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit seit jenem Zeitpunkt im Raum. Sodann hatte ihm das Kreisgericht sechs Monate eingeräumt, um eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Von einer neuen und überraschenden Argumentation im Berufungsverfahren kann keine Rede sein; der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör wurde nicht verletzt. 6.3.2.2.2. Im Unterhaltsrecht besteht allgemein die Pflicht, die vorhandene Arbeitskapazität umfassend auszuschöpfen. Sie gilt in besonderer Weise für den Kindesunterhalt. Es besteht diesbezüglich eine besondere Anstrengungspflicht, welche namentlich auch die Freiheit der persönlichen Lebensgestaltung und der Realisierung beruflicher Wunschvorstellungen einschränken kann. Dabei findet die Anstrengungspflicht ihre Grenze selbstverständlich an konkreten Realitäten. Es dürfen keine unzumutbaren hypothetische Einkommen angenommen werden (zum Ganzen: BGE 147 III 265 E. 7.4). Aus den genannten Gründen kann sich der Beschwerdeführer, der bereits über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügt, nicht auf seine beruflichen Wünsche zurückziehen, um seinen Unterhaltspflichten zu entgehen. Das Studium generiert überhaupt kein Einkommen und seine selbständige Erwerbstätigkeit mit Fr. 500.-- deutlich zu wenig. Ebenso musste sich das Kantonsgericht nicht spezifisch mit seinen Ausführungen rund um den Aufbau einer selbständigen Erwerbstätigkeit befassen. Mit seinen Einwendungen vermag der Beschwerdeführer weder eine Gehörsverletzung noch Willkür darzutun.