Citation: 1B_200/2016 E. 2.4.3

2.4.3. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer nie für eine Straftat verurteilt wurde, die als Vortat im Sinn von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO die Annahme von Wiederholungsgefahr rechtfertigen könnte. Der aktuelle Tatverdacht bezieht sich zwar auf mengenmässig qualifizierten Drogenhandel und damit ein Verbrechen, was nach der Rechtsprechung dem Vortatenerfordernis ausnahmsweise genügen könnte. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer in Freiheit mit der Begehung von schweren Vergehen und Verbrechen - d.h. mengenmässig qualifiziertem Handel mit Heroin - fortfahren könnte bzw. würde, sind weder dargetan noch ersichtlich. Die Möglichkeit, dass er Bagatelldelikte begehen könnte, reicht klarerweise nicht aus, um Wiederholungsgefahr anzunehmen; dieser Haftgrund ist, gerade wenn er wie hier über den gesetzlichen Wortlaut hinaus angerufen wird, ohne dass dem Beschuldigten einschlägige Vortaten im Sinn von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO angelastet werden könnten, restriktiv anzuwenden. Die Rüge ist begründet.