Citation: 5A_184/2023 E. 3.1.3

3.1.3. Das Kantonsgericht erwägt, dass das Rechtsbegehren der Beschwerdegegnerin nicht auf eine originäre, rückwirkende Festsetzung des Unterhalts ziele, sondern auf die Durchsetzung der Trennungsvereinbarung vom 14. Juli 2017. Gestützt darauf verlange die Beschwerdegegnerin für die Zeit vom 15. Juli 2017 bis 8. März 2017 ausstehenden Unterhalt von umgerechnet Fr. 90'854.-- (EUR 77'500.-- [EUR 5000.-- für halben Juli 2017, EUR 2'500.-- für einen Viertel März 2018 und 7 x EUR 10'000.--]). Zur Begründung führe die Beschwerdegegnerin aus, dass sich der Ehemann in der Trennungsvereinbarung verpflichtet habe, ihr auf unbestimmte Zeit EUR 15'000.-- monatlich zu überweisen und ihr zwei Kreditkarten zu überlassen. Sodann mache die Beschwerdegegnerin geltend, dass ihr der Ehemann bloss EUR 5'000.-- monatlich überwiesen und die Abrechnungen der beiden Kreditkarten bezahlt habe. Damit fordere die Ehefrau die Differenz der vereinbarten und der vom Ehemann tatsächlich geleisteten Zahlungen, mithin die Erfüllung der Trennungsvereinbarung vom 14. Juli 2017. Das Regionalgericht habe diesen Anspruch fälschlicherweise nicht geprüft; dies sei nachzuholen. Da die Forderung der Beschwerdegegnerin auf einer Trennungsvereinbarung beruhe, mithin auf einem Vertrag und die Zuständigkeit für vertragsrechtliche Streitigkeiten grundsätzlich beim Kollegialgericht liege (Art. 1 Abs. 2 IPRG [SR 291] i.V.m. Art. 2 Abs. 1 LugÜ [SR 0.275.12]; Art. 31 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 5 des Einführungsgesetzes des Kantons Graubünden zur Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 16. Juni 2010 [EGzZPO; BR 320.100]), sei vorab zu prüfen, ob für deren Beurteilung der Eheschutzrichter als Einzelgericht sachlich zuständig sei. Dies sei der Fall: Die Zuständigkeit des Eheschutzrichters bestehe gemäss Art. 4 Abs. 1 Bst. a EGzZPO u.a. für Angelegenheiten des summarischen Verfahrens. In Verbindung mit Art. 271 ZPO sei der Eheschutzrichter daher für den Erlass von "Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft" zuständig. Damit sei nicht nur der numerus clausus von Massnahmen nach Art. 172 ff. ZGB angesprochen, sondern auch die weiteren in Bst. b bis i des Art. 271 ZPO aufgelisteten Massnahmen. Diese Liste sei nicht abschliessend ("insbesondere"), weshalb es sich auch bei weiteren Massnahmen des materiellen Eherechts um solche zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft handeln könne. Die Parteien der vorliegenden Unterhaltsvereinbarung seien verheiratet und hätten sich über ihre gesetzliche Unterhaltspflicht im Sinne von Art. 163 ZGB verständigt. Insofern habe die Unterhaltsvereinbarung eherechtliche Wirkungen und könne daher nicht einer rein obligationenrechtlichen Unterhaltsvereinbarung zwischen zwei beliebigen bzw. nicht durch die Ehe verbundenen Personen gleichgestellt werden. Dasselbe gelte für den auf ihr basierenden Unterhaltsanspruch. Es liege deshalb nahe, die Beurteilung dieses Unterhaltsanspruchs unter die Massnahmen von Art. 271 ZPO einzureihen und die Zuständigkeit des Eheschutzrichters zu bejahen. Schliesslich sei die Trennungsvereinbarung auch nicht wegen Furchterregung (Art. 29 f. OR) unverbindlich. Für glaubhaft gemacht erachtet die Vorinstanz aber, dass der Beschwerdeführer der Ehefrau ab Dezember 2017 EUR 5'500.-- überwiesen habe. Für die Zeit zwischen dem 15. Juli 2017 bis und mit 8. März 2018 seien damit noch EUR 70'097.-- (Juli EUR 3'226.-- [17/31 von EUR 15'000.-- = EUR 8'226.-- abzgl. EUR 5'000.--]; August - November 2017 EUR 40'000.-- [4 x EUR 15'000.-- abzg. EUR 5'000.--]; Dezember 2017 - Februar 2018 EUR 28'500.-- [3 x EUR 15'000.-- abzgl. EUR 5'500.--]; März 2018 EUR -1'629.-- [8/31 von EUR 15'000.-- = EUR 3'871.-- abzgl. EUR 5'500.--]) bzw. Fr. 82'175.-- ausstehend.