Citation: 1C_608/2017 E. 3.3.1

3.3.1. Die Vorinstanz hat erwogen, die Strasse, in welche der südwärts fahrende Lenker einbiege, verlaufe in einem Halbkreis, wie er sich bei jeder Einfahrt in einen Kreisverkehrsplatz zeige. Die Strassenfläche sei nicht - wie dies bei verschiedenen Fahrtrichtungen auf derselben Fahrbahn der Fall sei - mittels Leit- und Sicherheitslinien in entsprechende Fahrstreifen unterteilt (vgl. Art. 74 Abs. 1 SSV). Dass sämtliche links der Zufahrt stehenden sechs Wegweiser für den südwärts anfahrenden Lenker "blind" seien (Rückseite der Schilder), zeige ihm offenkundig an, dass er unabhängig von seinem Fahrziel hinsichtlich der einzuschlagenden Richtung keine Wahl habe. Der Strassenverlauf mit dem "Knick" nach rechts vor der Einfahrt weise darauf hin, dass die einzuschlagende Richtung nach rechts - und nicht nach links, was eine "Spitzkehre" voraussetzen würde - verlaufe. Bei der gebotenen Aufmerksamkeit werde auch dem ortsunkundigen Lenker klar, welche Richtung er bei der Einfahrt in die vortrittsberechtigte Strasse einzuschlagen habe. Unter diesen Umständen - so hat die Vorinstanz geschlossen - erscheine das Verschulden des Beschwerdeführers bei der Missachtung der Signale "Kreisverkehrsplatz" (2.41.1) und "Kein Vortritt" (3.02) nicht mehr als besonders leicht.