Citation: I 492/00 27.11.2002 E. 4

4.1 Vergleicht man die beiden vorstehend zusammengefassten Gutachten, so ist ersichtlich, dass sich diese in Bezug auf die psychiatrische Diagnose, die Bedeutung soziokultureller Umstände und die zeitlichen Aspekte der Arbeitsunfähigkeit widersprechen. Auf das Gutachten des Dr. med. S.________ kann nicht abgestellt werden, weil darin ein Kardiologe eine psychiatrische Diagnose stellt, die vom psychiatrischen Experten nicht bestätigt wird. Im Gutachten des Dr. med. S.________, der den Beschwerdeführer schon in früheren Jahren untersucht hat, Stress als Auslöser von in sein Fachgebiet fallenden Angina-pectoris-Anfällen sieht und in seiner Gesamtbeurteilung eine durch eine Steigerung der Anfallshäufigkeit und des Nitroglycerinbedarfs dokumentierte Verschlechterung des Zustandes feststellt, liegt indessen ein Indiz gegen die Zuverlässigkeit des psychiatrischen Gutachtens des Dr. med. H.________, auf welches demzufolge auch nicht abgestellt werden kann. Letzteres überzeugt insofern nicht, als dessen Verfasser zwar in Übereinstimmung mit dem Kardiologen eine Verschlechterung des psychischen Zustandes und eine verminderte Belastbarkeit bei Stressituationen feststellt, im Gegensatz zu diesem aber eine lediglich vorübergehende Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes sieht und dabei die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht gerade im Zeitpunkt der Aufgabe der Erwerbstätigkeit per Ende Oktober 1996 enden lässt, ohne sich mit den Fragen auseinanderzusetzen, ob die von ihm festgestellte Verbesserung nicht gerade auf die Arbeitsniederlegung zurückzuführen sein könnte und ob sich nicht auch eine noch als Normvariante einzustufende Stressintoleranz bei einem herzkranken Patienten negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirken könnte. Schliesslich zeigt die Tatsache, dass Dr. med. S.________ eine Verschlechterung des Zustands rapportiert, diese aber der psychischen Problematik zuschreibt, Dr. med. H.________ hingegen für die Zeit ab November 1996 zwar eine psychische Auffälligkeit feststellt, diese aber als Normvariante taxiert und die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit dem Somatiker überlässt, dass sich im vorliegenden Fall die Einholung eines interdisziplinären (kardiologisch-psychiatrischen) Gutachtens aufdrängt. 4.2 Da sich nach dem Gesagten aufgrund der vorhandenen medizinischen Akten der Grad der Arbeitsunfähigkeit nicht zuverlässig bestimmen lässt, ist die Sache zur Einholung eines interdisziplinären Gutachtens, welches sich insbesondere zur Frage der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu äussern haben wird, und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen.