Citation: 7B.75/2002 24.07.2002 E. 1

Bei der Prüfung der Frage, ob die an sie gerichtete Beschwerde vom 28. Januar 2002 rechtzeitig eingereicht worden sei, ist die Vorinstanz davon ausgegangen, es sei nicht bewiesen, dass der Verteilungsplan dem Beschwerdegegner (dem damaligen Beschwerdeführer) zugestellt worden sei. Ebenso wenig sei dargetan, dass dieser entgegen seinem Vorbringen schon vor dem 17. Januar 2002 vom angefochtenen Schriftstück Kenntnis gehabt habe. 1.1 Die Beschwerdeführerin, die die Beschwerde für verspätet hält, wirft der kantonalen Aufsichtsbehörde vor, sie habe die Beweislast für die Zustellung des Verteilungsplanes an den Beschwerdegegner in Verletzung von Art. 8 ZGB dem Konkursamt zugewiesen. Letzteres sei nämlich nur dann zulässig, wenn das Amt die Formvorschrift von Art. 34 SchKG (Grundsatz der Zustellung durch eingeschriebenen Brief oder durch Übergabe gegen Empfangsbescheinigung) nicht beachtet habe. Dass dieser Tatbestand vorgelegen habe, wäre sehr erstaunlich, seien doch die Anzeigen an die Gläubiger stets eingeschrieben versandt worden. Ausserdem ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, dass die Beschwerde vom 28. Januar 2002 auch dann als verspätet zu betrachten wäre, wenn dem Beschwerdegegner der Verteilungsplan nicht zugestellt worden sein sollte: Wenn der Gerichtspräsident von A.________ am 29. November 2001 die Einstellung des Konkursverfahrens angeordnet habe, so deshalb, weil der Erlös aus der Versteigerung unter Berücksichtigung des Gewinnanteilsrechts zu tief ausgefallen sei. Der Beschwerdegegner müsse somit zumindest im Zeitpunkt der Einreichung seines Rekurses gegen den Einstellungsentscheid vom Verteilungsplan Kenntnis gehabt haben. In Anbetracht dessen, dass das Konkursamt in jenem Rechtsmittelverfahren bereits am 15. Januar 2002 seine Stellungnahme zum Rekurs verfasst habe, sei offensichtlich, dass die am 28. Januar 2002 eingereichte Beschwerde verspätet gewesen sei. 1.2 Die Rüge der Missachtung von Art. 8 ZGB ist unbegründet: Die Beweislast dafür, dass eine Verfügung überhaupt zum Versand an einen bestimmten Adressaten gelangt sei, der verfügenden Behörde aufzuerlegen steht in Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. BGE 114 III 51 E. 3c S. 53). Die Vorbringen der Beschwerdeführerin beruhen auf der den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (vgl. Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 81 OG) widersprechenden Annahme, der Verteilungsplan sei (auch) an den Beschwerdegegner versandt worden. Sodann ist den tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid nichts zu entnehmen, was darauf schliessen liesse, der Beschwerdegegner hätte aus der vom Konkursrichter verfügten Einstellung des Konkursverfahrens schliessen müssen, was das Konkursamt im Verteilungsplan bezüglich des strittigen Gewinnanteilsrechts angeordnet habe. Soweit die Beschwerdeführerin die Rechtzeitigkeit der vom Beschwerdegegner eingereichten Beschwerde in Frage stellt, ist ihre Beschwerde somit unbegründet.