Citation: 1P.394/2000 12.09.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer bestreitet das Recht der Anklagekammer, die Öffentlichkeit über den Stand des gegen ihn laufenden Strafverfahrens zu informieren. Dazu habe gar kein Anlass bestanden. In der Praxis habe sich die Übung herausgebildet, die Öffentlichkeit über schwere Verbrechen zu orientieren. Gegenstand des ihn betreffenden Ermittlungsverfahrens sei keineswegs ein "schweres Verbrechen"; aus diesem Grund hätte sie die Öffentlichkeit nicht orientieren dürfen, zumal diese zuvor vom hängigen Verfahren nichts gewusst habe. Schon der Umstand, dass die Anklagekammer die Medien ohne Anlass über das Verfahren informiert habe, erwecke daher den Anschein der Befangenheit der beteiligten Richter. b) Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, die Anklagekammer habe mit der Bekanntgabe der umstrittenen Pressemitteilung kantonales Verfahrensrecht verletzt. Er unterlässt vielmehr jede Auseinandersetzung mit den einschlägigen Richtlinien des Obergerichts über die Information der Öffentlichkeit und der Medien vom 8. Dezember 1998 (Richtlinien), welche ausdrücklich vorsehen, dass die solothurnischen Gerichte "die Öffentlichkeit über ihre Rechtsprechung, soweit ein öffentliches Interesse besteht und keine schutzwürdigen Interessen Beteiligter entgegenstehen" (Art. 5), informieren und dass diese Information u.a. durch Medienmitteilungen erfolgen kann (Art. 8). c) Es steht ausser Frage, dass die Öffentlichkeit ein legitimes Interesse daran hat, über die gerichtliche Aufarbeitung der zum Debakel gewordenen Übernahme der Bank in Kriegstetten durch die Solothurner Kantonalbank, welche die Steuerzahler des Kantons Solothurn nach den Angaben des Beschwerdeführers mehrere hundert Millionen Franken gekostet hat, informiert zu werden. Es steht daher im Einklang mit den Richtlinien und ist auch verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Anklagekammer in einer Medienmitteilung über ihre Entscheide informierte. Da sie die Öffentlichkeit über die Einstellung der Strafverfahren gegen die Verantwortlichen der Bankorgane ins Bild setzte, drängte sich auf, auch über das Verfahren gegen den Beschwerdeführer zu informieren, da sonst der falsche Eindruck erweckt worden wäre, die gerichtliche Aufarbeitung des Banken-Debakels sei in strafrechtlicher Hinsicht endgültig abgeschlossen. Den schutzwürdigen Interessen des Beschwerdeführers hat sie durch die Anonymisierung seines Namens Rechnung getragen. d) Der Beschwerdeführer rügt die Veröffentlichung der Pressemitteilung im Internet als "ungewöhnlich" und "aggressiv", legt aber nicht in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise dar, inwiefern eine rasche Orientierung der Öffentlichkeit und die Ausschöpfung moderner Kommunikationsmittel verfassungsrechtlich bedenklich sein könnten. Das ist auch nicht ersichtlich. Auf die Rüge ist insoweit nicht einzutreten.