Citation: 1C_451/2017 E. 4.2.2

4.2.2. Die Verfahrensbeteiligten stimmen insoweit überein, dass dem umweltrechtlich motivierten, allenfalls erhöhten Schutzbedarf von Kindern bereits vom bundesrechtlich abschliessend geregelten Umweltschutzrecht Rechnung getragen wird. Dass die Benutzer von Schulanlagen darüber hinaus eines zusätzlichen Schutzes vor ideellen Immissionen bedürfen, ist unabhängig davon, ob es sich um "digital natives" handelt, nicht ersichtlich. Selbst das Kantonsgericht geht davon aus, dass Schulanlagen als Antennenstandorte grundsätzlich in Frage kommen, wenn in den prioritär gelegenen Orten entsprechende Standorte ausscheiden. Überdies ist der Schutz vor ideellen Immissionen schon rein begrifflich auf Zonen und Anlagen zu beschränken, die Wohnzwecken dienen. Andernfalls wäre er überall dort, wo gearbeitet wird, zu verwirklichen, womit namentlich auch Gewerbe- und Industriezonen erfasst würden. Dafür gibt es keine ausreichenden öffentlichen Interessen, weshalb eine solche Einschränkung zu weit in die Rechte der Mobilfunkdiensteanbieterinnen eingreift. Auch insofern lässt sich die strittige Bestimmung nicht bundesrechtskonform auslegen.