Citation: 4A_112/2023 E. 4.4.2

4.4.2. Der Beschwerdeführer macht implizit eine Verletzung von Art. 317 Abs. 1 ZPO geltend, indem die Vorinstanz die von ihm behauptete konkludente Vereinbarung sowie die von ihm angeblich geleistete Ferienentschädigung von Fr. 26'480 zu Unrecht als neue Tatsache qualifiziert habe. Dem ist allerdings nicht zu folgen. Das Arbeitsgericht hielt zwar fest, dass in den von der Beschwerdegegnerin eingereichten jährlichen Lohnblättern per Ende des Jahres Ferienlohnsummen enthalten seien, was auch von der Vorinstanz bestätigt wurde. Damit stellte das Arbeitsgericht jedoch weder die Höhe der entrichteten Ferienlohnsummen, noch den Umstand fest, dass der Beschwerdeführer effektiv eine Ferienentschädigung ausgerichtet hat. Ebenso wenig stellte das Arbeitsgericht fest, dass zwischen den Parteien eine konkludente Vereinbarung bestanden hatte. Es handelte sich daher im vorinstanzlichen Verfahren bei diesen Behauptungen um Umstände, die der Beschwerdeführer vor dem Arbeitsgericht hätte geltend machen müssen. Daran ändert - vorbehaltlich einer willkürlichen Sachverhaltsfeststellung (vgl. hierzu E. 4.4.3. hiernach) - der Umstand nichts, dass die vom B eschwerdeführer behauptete Ferienentschädigung angeblich den Lohnblättern direkt zu entnehmen sei. So muss der Prozess grundsätzlich vollständig vor der ersten Instanz geführt werden. Zwar ist die Berufung danach verfügbar, sie soll jedoch eher die Berichtigung von Fehlern im Urteil ermöglichen, als den Parteien eine Gelegen heit bieten, ihre eigenen Mängel zu beheben. Entsprechend müssen Tatsachen bereits in den erstinstanzlichen Schriftsätzen hinreichend detailliert behauptet und dargelegt werden, um den Rahmen des Verfahrens abzustecken, eine gewisse Transparenz zu gewährleisten und insbesondere eine wirksame Anfechtung durch die Gegenpartei zu ermöglichen (Urteil 4A_309/2013 vom 16. Dezember 2013 E. 3.2; mit Hinweisen). Insgesamt handelt es sich daher bei diesen Behauptungen um neue Tatsachen im Sinne von Art. 317 Abs. 1 ZPO. Der Beschwerdeführer hat s odann nach den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen vor der Vorinstanz weder aufgezeigt, inwiefern es sich bei diesen Behauptungen um echte Noven handle, noch inwiefern er diese Tatsachen bereits vor der Erstinstanz prozesskonform vorgebracht hat. Entsprechend hat die Vorinstanz Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht verletzt, indem sie die Behauptungen des Beschwerdeführers gestützt auf diese Bestimmung für unbeachtlich erklärte.