Citation: 2C_527/2022 E. 4.4

4.4. Die Vorinstanz hält in ihrem Urteil fest, dass die Stiftungsurkunde keine Bestimmungen enthalte, welche die Möglichkeit des Widerrufs oder der Liquidation der Stiftung zugunsten der Beschwerdeführerin ausschliesse. Damit sei die Voraussetzung des reglementarischen Ausschlusses der Selbstbegünstigung nicht gegeben, weshalb bereits aus diesem Grund eine steuerrechtliche Anerkennung der Stiftung ausser Betracht falle (vgl. angefochtenes Urteil E. 4.5). Wie sich aus dem Wortlaut des liechtensteinischen Gesetzes ergibt, kann der Stifter die Stiftung nur dann voraussetzungslos widerrufen oder ihre Stiftungsurkunde ändern, wenn er sich ein solches Recht ausdrücklich vorbehalten hat (vgl. Art. 559 Abs. 4 des Personen- und Gesellschaftsrechts des Fürstentums Liechtenstein vom 20. Januar 1926 [PGR/FL] in der bis am 31. März 2008 gültigen Fassung; vgl. auch die hier zeitlich nicht einschlägige Nachfolgebestimmung Art. 552 § 30 Abs. 1 PGR/FL). Dementsprechend rechtfertigt es sich entgegen der Vorinstanz nicht, bereits dann durch die Stiftung auf den Stifter zu greifen, wenn die Stiftungsurkunde den Widerruf oder die Änderung durch den Stifter nicht ausdrücklich ausschliesst.