Citation: 8C_249/2023 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, zentral für die Beurteilung des hypothetischen Beschäftigungsgrades im Gesundheitsfall sei die Aussage der ersten Stunde. Im Abklärungsbericht Haushalt vom 5. Januar 2021 sei dokumentiert, dass sie vor ihrer Erkrankung (März 2017) geplant habe, ihr berufliches Engagement bei Ausbildungsbeginn der jüngsten Tochter Mitte 2018 auf ein Vollzeitpensum zu erhöhen. Die Vorinstanz ziehe diese Aussage unter Verweis auf die familienrechtliche Rechtsprechung in Zweifel. Dieser Vergleich sei nicht geeignet, die klar geäusserten familiären und beruflichen Prioritäten der Beschwerdeführerin in Frage zu stellen. Es leuchte ein, dass sie vor ihrer Erkrankung noch keine Anstalten getroffen habe, das Arbeitspensum zu erhöhen. Das kantonale Gericht ignoriere ihren Lebensplan, der keineswegs exotisch anmute. In vielen intakten Familien mit einer mehr oder weniger traditionellen Rollenverteilung werde das genauso gehalten. Sodann, so die Beschwerdeführerin weiter, könne entgegen der Auffassung der Vorinstanz aus der vielfältigen Freizeitgestaltung einzig geschlossen werden, dass sie vor ihrer Erkrankung eine aktive und unternehmenslustige Frau gewesen sei. Dies sei ein Grund mehr anzunehmen, dass sie die seit langem ins Auge gefasste Erhöhung des Beschäftigungsgrades im Gesundheitsfall umgesetzt hätte. Wohl räume das kantonale Gericht ein, dass sie die Familie bei der Abzahlung der Hypothekarbelastung habe unterstützen wollen. Dieses Argument werte es indessen nicht als Indiz zugunsten ihrer Darstellung. Vielmehr schiebe es nach, die Belastung des Familienbudgets nehme erfahrungsgemäss mit dem Älterwerden der Kinder ab. Damit ignoriere es ein weiteres Mal die klaren Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer Lebensplanung. Abschliessend hält die Beschwerdeführerin fest, ihr werde sogar negativ ausgelegt, die beabsichtigte Steigerung auf ein Vollzeitpensum erst anlässlich der Haushaltabklärung angegeben zu haben. Dazu sei mit der Minderheit des kantonalen Gerichts rhetorisch zu fragen, wann und weshalb sie das früher hätte tun sollen. Im Ergebnis zeige sich, dass die fehlerhafte Beweiswürdigung der Mehrheit der Vorinstanz dazu führe, der Beschwerdeführerin mit der Befristung den ihr zustehenden Rentenanspruch vorzuenthalten. Darin liege die Verletzung von Bundesrecht.