Citation: 9C_124/2015 E. 4.1

4.1. Im Urteil 9C_65/2008 vom 28. Oktober 2008, das von der Beschwerdeführerin zur Stützung ihres Standpunktes angerufen wird, erwog das Bundesgericht in E. 6.2.3 Folgendes: "Der Versicherte hatte bei seinem Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung - und anschliessender Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit - zufolge vermeintlichen Eintritts des Vorsorgefalles Invalidität keine Veranlassung, eine Erklärung über die Verwendung seines Guthabens (Barauszahlung, Überweisung an eine neue/ freiwillige Vorsorgeeinrichtung, Erhaltung des Vorsorgeschutzes in anderer Form; vgl. Art. 3 und 4 FZG) abzugeben. Folglich wurde die Barauszahlung auch nicht fällig (BGE 121 III 31 E. 2c S. 34) und der Vorsorgezweck des Guthabens blieb nach dem Austritt des Beschwerdeführers aus der Vorsorgeeinrichtung weiterhin bestehen. Grundsätzlich stünde dem Versicherten somit nach wie vor das Wahlrecht gemäss Art. 3 und 4 FZG offen. Spräche er sich indes für die Überweisung seines Guthabens an eine neue Vorsorgeeinrichtung oder die Aufrechterhaltung des Vorsorgeschutzes in anderer Form aus, wäre es in seinem Belieben, zufolge Weiterbestehens des Vorsorgezwecks sein Guthaben der Verrechnung mit der Rückforderung der Beschwerdegegnerin zu entziehen. Damit würde das nicht unerhebliche Risiko der Uneinbringlichkeit dieser Forderung auf die Vorsorgeeinrichtung überwälzt, während der Beschwerdeführer von seinem retrospektiv betrachtet ungerechtfertigten Leistungsbezug profitierte. Sowohl das Begehren um Überweisung der Austrittsleistung an eine neue Vorsorgeeinrichtung als auch jenes um anderweitige Erhaltung des Vorsorgeschutzes verdienten damit keinen Rechtsschutz (Art. 2 Abs. 2 ZGB; BGE 131 V 97 E. 4.3.1 S. 102), so dass dem Versicherten lediglich die Barauszahlung offen steht. Vor diesem Hintergrund ist diese somit im rückblickend bei Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung eingetretenen Freizügigkeitsfall als fällig zu betrachten." Nach den zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts unterscheidet sich die hier zu beurteilende Konstellation erheblich vom Sachverhalt, der dem Urteil 9C_65/2008 zugrunde lag. Dort war der Versicherte vor Eintritt des vermeintlichen Vorsorgefalles aus der Pensionskasse ausgetreten, hatte eine selbstständige Erwerbstätigkeit aufgenommen und damit die Voraussetzungen für eine Barauszahlung nach Art. 5 Abs. 1 lit. b FZG erfüllt. Im konkret zu beurteilenden Fall hingegen war der Verstorbene bei Eintritt der scheinbaren Invalidität weiterhin bei der Beschwerdeführerin versichert, ohne dass er - nach den letztinstanzlich verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz - eine selbstständige Erwerbstätigkeit hatte aufnehmen wollen. Ebenfalls fehlen Anzeichen für ein endgültiges Verlassen der Schweiz, zumal - entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin - dafür unter der hier massgebenden Rechtslage (vor Inkrafttreten von Art. 25f FZG am 1. Juni 2007) die zusätzliche Anmeldung eines Grenzgängers zum Leistungsbezug bei der Sozialversicherung im Wohnstaat jedenfalls für sich allein nicht genügte. Die Voraussetzungen für eine Barauszahlung nach Art. 5 Abs. 1 FZG waren damit nicht erfüllt. Nachdem retrospektiv zweifelsfrei feststeht, dass der Verstorbene nicht invalid war, ereignete sich der Vorsorgefall erst mit dem Tod im September 2012.