Citation: 1P.758/2000 01.02.2001 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer reichte anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgerichtspräsidenten ein ärztliches Gutachten von Dr. S.________ ein, das dieser im Wesentlichen aufgrund von Patientenakten der PUK und aufgrund von Fotografien des Beschwerdeführers sowie seiner Befragung erstellt hatte. Dr. S.________ bestätigte darin, dass der Beschwerdeführer verschiedene, zu einer theoretischen, wenn auch wahrscheinlich nicht konkreten Lebensgefahr führende Verletzungen erlitten habe und dass die Verletzungsfolgen und deren gerichtlich-medizinische Interpretation mit den Aussagen des Geschädigten gut vereinbar seien. b) Das Appellationsgericht befand, der Strafgerichtspräsident sei nicht in Willkür verfallen, indem er verneint habe, dass der ärztliche Bericht von Dr. S.________ einen schlüssigen Beweis für die Darstellung des Beschwerdeführers erbringe, wonach er nur einen grundlosen Angriff abgewehrt habe. Dies gälte auch, wenn die im Bericht festgestellten Verletzungen des Beschwerdeführers zuträfen. c) Der Beschwerdeführer macht geltend, das Appellationsgericht hätte nicht nur prüfen müssen, ob das Gutachten seine Unschuld nachgewiesen habe, sondern auch, ob der Strafgerichtspräsident ohne Willkür habe annehmen dürfen, dass das Gutachten nicht geeignet sei, Zweifel an der von den Polizeiorganen vorgebrachten Version zu wecken. Es habe das Beweismittel insoweit willkürlich nicht zugelassen und den Anspruch auf rechtliches Gehör sowie die Begründungspflicht verletzt. Zudem habe es die Unschuldsvermutung verletzt, indem es nur geprüft habe, ob das Gutachten geeignet sei, seine Unschuld zu beweisen, da es nicht Sache des Angeschuldigten sei, seine Unschuld zu beweisen. Das Appellationsgericht hat das Gutachten entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers uneingeschränkt als Beweismittel zugelassen und auch gewürdigt. Die vorgenommene Prüfung, ob das Gutachten geeignet sei, "die Version des Beschwerdeführers" zu stützen, schloss ohne weiteres auch die Würdigung mit ein, ob es geeignet sei, die den Aussagen des Beschwerdeführers widersprechenden Angaben der beteiligten Polizisten in Zweifel zu ziehen. Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs, insbesondere der Begründungspflicht, erweist sich als offensichtlich unbegründet. Aus der Begründung des Appellationsgerichts ergibt sich sodann nicht, dass dieses zu einer Verurteilung gelangte, weil der Beschwerdeführer "seine Version", und damit seine Unschuld, nicht bewiesen hätte. Vielmehr erfolgte der Schuldspruch, weil u.a. auch der Arztbericht die vom Gericht aufgrund der übrigen Beweismittel gewonnene Überzeugung von seiner Schuld nicht umzustossen vermochte. Auch der angerufene Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel wurde demnach nicht verletzt (vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2c S. 37 und E. 2d S. 38). d) Der Beschwerdeführer macht geltend, die Marginalität der Verletzungen der Polizisten im Verhältnis zu denen, die er laut Arztbericht erlitten habe, hätte erhebliche Zweifel an den Aussagen der Polizisten wecken müssen, wonach sie nicht gegen ihn tätlich geworden seien, sich jedoch gegen seine Fusstritte und Faustschläge hätten wehren müssen. Das Appellationsgericht habe die Beweiskraft des Gutachtens willkürlich verkannt, indem es befunden habe, dass selbst wenn die darin festgestellten Verletzungen zuträfen, dieses keinen schlüssigen Beweis für die Darstellung des Beschwerdeführers erbringen würde. Die vom Strafgerichtspräsidenten im vorliegenden Zusammenhang zu klärende Beweisfrage war, ob zuerst der Beschwerdeführer oder aber die Polizisten in Überschreitung dessen, was zur Ausübung ihrer rechtmässigen Amtshandlung notwendig war, handgreiflich wurden. Es ist offensichtlich, dass ein direkter Schluss von den im Arztbericht bestätigten Verletzungen darauf, wie es zur tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschwerdeführer und den Polizisten kam, nicht möglich ist. Etwas anderes behauptet auch der Beschwerdeführer nicht. Aber auch die geltend gemachte angebliche "Marginalität" der Verletzungen der Polizisten im Verhältnis zu denjenigen, die der Beschwerdeführer laut Arztbericht erlitten habe, musste beim Strafgerichtspräsidenten jedenfalls nicht offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Polizisten und damit an der Schuld des Beschwerdeführers wecken (vgl. dazu E. 1c vorne). Das Appellationsgericht hat insoweit zu Recht eine Verletzung des Willkürverbots und damit auch der Unschuldsvermutung als Beweiswürdigungsregel durch den Strafgerichtspräsidenten verneint. Die entsprechenden Rügen erweisen sich als unbegründet, soweit darauf angesichts der weitgehend appellatorischen Natur des zu ihrer Begründung Vorgebrachten überhaupt eingetreten werden kann.