Citation: 1C_240/2020 E. 5.3

5.3. Der kommunale Bauentscheid vom 18. März 2019 lässt sich nicht anders verstehen, als dass damit implizit auch auf die vorgenannte Baubewilligung vom 25. April 2016 zurückgekommen worden ist. Es ist davon auszugehen, dass diese Annahme in gleicher Weise der vorinstanzlichen Beurteilung zugrunde liegt. Der Beschwerdeführer legt vor Bundesgericht nicht dar, inwiefern ein solches behördliches Vorgehen gegen Verfahrensrecht verstossen soll. Zu prüfen bleibt, ob ein Widerruf jener Baubewilligung mit dem verfassungsmässigen Vertrauensschutz vereinbar ist. Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in das Handeln staatlicher Behörden, so z.B. in behördliche Verfügungen und Auskünfte (vgl. BGE 146 I 105 E. 5.1.1 S. 110; 137 I 69 E. 2.5.1 S. 72 f.). Voraussetzung für den Widerruf einer rechtskräftigen Verfügung ist, dass dem Interesse an der richtigen Anwendung des objektiven Rechts der Vorrang vor dem Interesse am Vertrauensschutz zukommt. Dabei überwiegt das Interesse des Bewilligungsempfängers in der Regel unter anderem dann, wenn er von der eingeräumten Befugnis bereits Gebrauch gemacht hat (vgl. BGE 144 III 285 E. 3.5 S. 296; 137 I 69 E. 2.3 S. 71 f.). Ein Bauherr darf allerdings nicht auf eine rechtskräftige Baubewilligung vertrauen, wenn er die Behörde bei der Einreichung des Baugesuchs bezüglich der Baurechtswidrigkeit des Bauprojekts bösgläubig in die Irre führte (vgl. BGE 98 Ib 241 E. 4b S. 250 f.; 93 I 390 E. 2 S. 394 f.; Urteil 1C_111/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 6.1; vgl. auch Urteil 2C_960/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 4.3.2, in: ZBl 116/2015 S. 376). Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die Hühnerhaltung im Anbau nur vorgespiegelt und eine solche weder früher noch künftig dort vorgesehen hat (vgl. oben E. 4.3). Unter diesen Umständen kann ihm weder ein guter Glaube noch ein berechtigtes Vertrauen im Hinblick auf die Beständigkeit der Baubewilligung vom 25. April 2016 für diesen Anbau zugebilligt werden. In dieser Hinsicht steht einem Zurückkommen auf jene Baubewilligung nichts entgegen. Das angefochtene Urteil ist mit dem verfassungsmässigen Grundsatz von Treu und Glauben vereinbar.