Citation: U 235/05 29.09.2005 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführerin stellt zwar direkt ein Begehren auf Zusprechung von Versicherungsleistungen. Die Begründung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde läuft dann aber eher auf einen Rückweisungsantrag hinaus, indem primär beanstandet wird, dass trotz einander widersprechender Meinungsäusserungen von zwei ausgewiesenen Spezialisten keine weitere Expertise eingeholt wurde. Es trifft zwar zu, dass sich die erfolgte Verneinung eines Kausalzusammenhangs einzig auf die Stellungnahme des von der National beauftragten Dr. med. V.________ stützt, sodass die Rechtfertigung der Forderung nach einer weiteren Begutachtung nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen ist. Der Vorinstanz kann indessen durchaus darin beigepflichtet werden, dass die Begründung des Dr. med. V.________ für den von ihm eingenommenen Standpunkt einen überzeugenden Eindruck hinterlässt und kaum Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Ausführungen aufkommen können. Auch deutet nichts darauf hin, dass Dr. med. V.________ in seiner Stellung als Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin nicht zu einer objektiven Betrachtungsweise in der Lage wäre und statt dessen eher dazu neigen würde, finanzielle Interessen seiner Auftraggeberin in den Vordergrund zu stellen. Insofern besteht denn auch kein Anlass, den Beweiswert der Berichte des Dr. med. V.________ in Frage zu stellen. Daran ändert der Einwand der Beschwerdeführerin nichts, Dr. med. V.________ könne nicht auf die Ergebnisse selbst durchgeführter Untersuchungen zurückgreifen, sondern stütze sich nur auf das Studium der vorhandenen Akten. Da für die Beantwortung der Kausalitätsfrage nicht allein der aktuelle Gesundheitszustand der betroffenen Person von Bedeutung ist, sondern vielmehr die gesamte Entwicklung seit dem versicherten Unfallereignis im Vordergrund steht, vermag das Fehlen einer persönlich vorgenommenen Untersuchung die Aussagekraft der Stellungnahmen des Dr. med. V.________ nicht zu mindern. Im Übrigen müsste sich auch eine - wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zumindest sinngemäss beantragt - andernorts zusätzlich in Auftrag gegebene Expertise auf eine Beurteilung auf Grund der Akten beschränken. Da nach dem Gesagten kein Anlass besteht, die Objektivität des Dr. med. V.________ anzuzweifeln, und zusätzliche Abklärungen ohnehin einzig bezüglich des aktuellen Zustands des Knieleidens der Beschwerdeführerin, nicht aber bezüglich des Heilungsverlaufs seit dem Unfall vom 12. März 1989 möglich wären, ist auch nicht zu beanstanden, dass Vorinstanz und Verwaltung von der Anordnung einer weiteren Begutachtung abgesehen haben. 4.2 Dr. med. V.________ spricht sich in seinen Berichten vom 23. Dezember 2002 und 5. April 2003 klar gegen das Vorliegen eines überwiegend wahrscheinlichen natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Skiunfall im Jahre 1989 und den im Jahre 2002 aufgetretenen Kniebeschwerden aus. Es kann diesbezüglich auf die Erwägungen im kantonalen Entscheid verwiesen werden. Dr. med. B.________ führt demgegenüber Argumente an, welche die Annahme eines Kausalzusammenhangs zwar allenfalls rechtfertigen könnten, einen solchen aber nicht als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben erscheinen lassen. So legt er gemäss Angaben des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom 31. März 2003 etwa dar, dass arthrotische Veränderungen in der ersten Phase nach einem Unfall nur langsam zunehmen und typischerweise erst nach vielen Jahren zu wirklich störenden Osteophyten (Spornbildung) führen können. Daraus, dass dies grundsätzlich zutreffen mag - was auch Dr. med. V.________ in seiner Stellungnahme vom 5. April 2003 einräumt - kann die Beschwerdeführerin indessen schon deshalb nichts zu ihren Gunsten ableiten, weil damit lediglich eine Möglichkeit aufgezeigt wird, was - wie in Erw. 1.2 hievor erwähnt - nicht genügt. Davon, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen wäre, dass sich nach dem zweiten Unfall im Jahre 1995 ein noch vom früheren Unfall im Jahre 1989 herrührendes Leiden plötzlich massiv verstärkt hätte, kann jedenfalls nicht die Rede sein. Auch der Hinweis des Dr. med. B.________ auf Knorpelschäden am medialen Condylus, welche er anlässlich einer am 2. April 1997 durchgeführten Rekonstruktion des lateralen Retinakulums vorgefunden hat und nunmehr auf den Skiunfall vom 12. März 1989 zurückführen will, vermag den behaupteten Kausalzusammenhang nicht hinreichend zu belegen. Vielmehr kann es sich bei diesem Erklärungsversuch des Dr. med. B.________ - wie die Beschwerdegegnerin schon im vorinstanzlichen Verfahren mit Recht eingewendet hat - bloss um eine Vermutung handeln, wurde dieser Eingriff doch erst durchgeführt, nachdem die Beschwerdeführerin auch ihren zweiten Unfall schon erlitten hatte. Im Übrigen lässt die Bejahung des fraglichen Kausalzusammenhangs durch Dr. med. B.________ ohnehin jegliche Begründung vermissen. Unter diesen Umständen muss es aber damit sein Bewenden haben, dass der streitige natürliche Kausalzusammenhang zwischen den im Jahre 2002 aufgetretenen Kniebeschwerden und dem Skiunfall im Jahre 1989 nicht als mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt gelten kann, womit die Beschwerdegegnerin keine Leistungspflicht trifft.