Citation: 1C_493/2020 E. 4.3.1

4.3.1. Amtsmissbrauch gemäss Art. 312 StGB liegt vor, wenn Mitglieder einer Behörde oder Beamte ihre Amtsgewalt missbrauchen, um sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem anderen einen Nachteil zuzufügen. Die Amtsgewalt missbraucht, wer die Machtbefugnisse, die ihm sein Amt verleiht, unrechtmässig anwendet, das heisst kraft seines Amtes verfügt oder Zwang ausübt, wo dies nicht geschehen dürfte (vgl. BGE 127 IV 209 E. 1a/aa S. 211; Urteil 6B_825/2019 vom 6. Mai 2021 E. 7.2; je mit Hinweisen). In subjektiver Hinsicht ist zumindest Eventualvorsatz erforderlich (vgl. Urteile 6B_825/2019 vom 6. Mai 2021 E. 7.2; 6B_185/2016 vom 30. November 2016 E. 4.1.1). Daran fehlt es etwa, wenn die Amtsperson im Glauben handelt, sie übe ihre Machtbefugnisse pflichtgemäss aus (vgl. Urteil 1C_57/2018 vom 19. November 2018 E. 3; HEIMGARTNER, a.a.O., N. 22 zu Art. 312 StGB). Vorausgesetzt ist zudem die Absicht, sich oder einem Dritten einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem anderen einen Nachteil zuzufügen, wobei Eventualabsicht genügt (vgl. Urteil 6B_1169/2014 vom 6. Oktober 2015 E. 2.1 mit Hinweis).