Citation: 4D_50/2022 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz erwog, es sei mittels Vertragsauslegung zu eruieren, welche Lohnvereinbarung die Parteien getroffen hätten. Dem Arbeitsvertrag vom 6. März 2019 sei nichts zum Jahressalär und Arbeitspensum der Beschwerdegegnerin zu entnehmen. Dazu äussere sich jedoch der gleichentags verfasste Begleitbrief: "Your starting salary in these two roles will be CHF 62,000 gross per annum pro rata. Initially your hours will be 34 per week, on average 80%. This pensum may vary according to the changing needs of growing young children and enrolments. Full-time work (100%) is 42.5 hours per week [...]." Es könne der Erstinstanz nicht gefolgt werden, dass die Beschwerdegegnerin anlässlich der ersten Hauptverhandlung klipp und klar zu Protokoll gegeben habe, sie habe die Lohnvereinbarung so verstanden, dass ein Jahresgehalt von Fr. 62'000.-- für ein 100 %-Pensum vereinbart worden sei, womit ihre Behauptung anlässlich der zweiten Hauptverhandlung, es seien Fr. 62'000.-- für ein 80 %-Pensum vereinbart worden, unglaubhaft sei. Die Widersprüche in den Äusserungen der Beschwerdegegnerin erlaubten keinen Schluss, von welchem Jahreslohn diese ausgegangen sei. Ein tatsächlicher Konsens sei aufgrund der Äusserungen der Beschwerdegegnerin nicht ersichtlich. Auch die weiteren von den Parteien aufgestellten Tatsachenbehauptungen und eingereichten Belege seien nicht dergestalt, dass von einem übereinstimmenden tatsächlichen Willen ausgegangen werden könnte. Entsprechend sei eine Auslegung nach dem Vertrauensprinzip vorzunehmen. Diese ergebe, dass die Beschwerdegegnerin die Lohnklausel so habe verstehen dürfen und müssen, dass ein Bruttojahressalär von Fr. 62'000.-- für ein Pensum von 80 % vereinbart worden sei.