Citation: 8C_823/2023 E. 7.3

7.3. Auffallend an dieser Bemessung des Invalideneinkommens durch das Sozialversicherungsgericht und eigentlicher Kern des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der Umstand, dass das Sozialversicherungsgericht einen Abzug vom Tabellenlohn gemäss der Rechtsprechung zum bisherigen (bis Ende 2021 gültig gewesenen) Recht gewährte (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 und 419 E. 5.3; 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2; 126 V 75 E. 5b/bb-cc), mithin ohne Art. 26bis Abs. 3 IVV im Sinne einer abschliessenden Regelung anzuwenden. Zur Begründung hielt das kantonale Gericht nach Befassung mit den Gesetzesmaterialien, den Leitsätzen der bisherigen Rechtsprechung und unter Beizug der Verwaltungspraxis (Rz. 3414 KSIR) im Wesentlichen fest, dass der revidierte Art. 26bis Abs. 3 IVV dem gesetzgeberischen Willen nicht Rechnung trage. Die ärztlicherseits festzusetzende Arbeitsfähigkeit (vgl. Art. 54a Abs. 3 IVG betreffend RAD; Art. 49 Abs. 1bis IVV) könne - entgegen dem BSV - nichts aussagen zur Frage der Verwertbarkeit der verbleibenden Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Ebenso wenig helfe die Parallelisierung des Valideneinkommens (vgl. Art. 26 Abs. 2 und 3 IVV) weiter mit Blick auf die wirtschaftlichen Faktoren, die sich erst im Krankheitsfall auswirkten, davon abgesehen, dass der Beschwerdegegner von einer solchen nicht profitiere. Aus diesen Gründen halte sich Art. 26bis Abs. 3 IVV nicht an den formellgesetzlichen Delegationsrahmen, worauf sich die Vorinstanz an den Vorgaben gemäss bisheriger Rechtsprechung orientierte und schliesslich einen Abzug vom Tabellenlohn von 15 % gewährte.