Citation: 1B_231/2020 E. 1

Das Untersuchungsamt St. Gallen sprach A.________ mit Strafbefehl vom 28. Januar 2020 der Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit (mehrfache Tatbegehung), der versuchten Nötigung (mehrfache Tatbegehung) und des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (mehrfache Tatbegehung) schuldig und bestrafte ihn mit einer (bedingten) Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- sowie zu einer Busse von Fr. 500.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 17 Tagen. Dagegen erhob A.________ am 14. Februar 2020 Einsprache und ersuchte u.a. um "unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung sowie Befreiung von Sicherheitsleistungen". In der Folge überwies das Untersuchungsamt St. Gallen den Strafbefehl am 25. Februar 2020 an das Kreisgericht St. Gallen, welches mit Entscheid vom 2. März 2020 das Gesuch um amtliche Verteidigung abwies, soweit es darauf eintrat. Dagegen erhob A.________ am 18. März 2020 Beschwerde. Die Anklagekammer des Kantons St. Gallen wies die Beschwerde mit Entscheid vom 15. April 2020 ab. Zur Begründung führt sie zusammenfassend aus, dass kein Fall einer notwendigen Verteidigung vorliege. Es handle sich um einen Bagatellfall, der keine wesentlichen tatsächlichen oder rechtlichen Schwierigkeiten biete. Die dem Beschuldigten vorgeworfenen Tathandlungen seien überschaubar und ohne Schwierigkeiten nachvollziehbar. Der Beschuldigte sei sehr wohl in der Lage, sich im Verfahren vor dem Kreisgericht zurecht zu finden. Das sinngemäss gestellte Gesuch um "amtliche Verteidigung" für das Beschwerdeverfahren wies die Anklagekammer ab, da sich die Beschwerde von vornherein als aussichtslos erwies. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend seien die Kosten für das Rechtsmittelverfahren A.________ aufzuerlegen.