Citation: U 334/06 06.12.2006 E. 4

Mangelt es nach dem Gesagten an einer nachgewiesenen oder mit weiteren Abklärungen nachweisbaren unfallbedingten organischen Gesundheitsschädigung als Ursache für die persistierenden Beschwerden, hat das kantonale Gericht zu Recht die Adäquanzfrage geprüft (BGE 117 V 365 mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Davon kann entgegen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht abgesehen werden. Um eine kausale Bedeutung des Unfalles für die noch bestehende Symptomatik ohne spezifische Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs bejahen zu können, müsste ein klar fassbarer physischer Befund vorliegen, was hier nicht zutrifft. 4.1 Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden ist rechtsprechungsgemäss (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb mit Hinweisen; Urteil P. vom 30. September 2005, U 277/04, Erw. 2.2) wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (BGE 117 V 359), eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317 Erw. 3 [Urteil Z. vom 2. Juni 2000, U 160/98]; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) oder ein - hinsichtlich der Adäquanzbeurteilung gleich zu behandelndes - Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369) erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung zu den psychischen Folgeschäden bei Unfall (BGE 115 V 133) zur Anwendung. Letzteres gilt ebenfalls, wenn die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat und die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 Erw. 2a; vgl. auch RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 [Urteil W. vom 18. Juni 2002, U 164/01] und 2001 Nr. U 412 S. 79 [Urteil B. vom 12. Oktober 2000, U 96/00]). Diese Unterscheidung ist insofern relevant, als nach der so genannten Schleudertraumapraxis, anders als im Falle einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall, bei der Prüfung der unfallbezogenen Kriterien auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird, weil es hier nicht entscheidend ist, ob Beschwerden eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 117 V 367 Erw. 6a und 382 f. Erw. 4b). 4.2 Die Allianz ist im Einspracheentscheid vom 25. August 2005 der Auffassung der Versicherten gefolgt, wonach diese bei der Kollision vom 13. Februar 2003 ein Schleudertrauma resp. eine vergleichbare Verletzung der HWS erlitten hat. Demgegenüber ist das kantonale Gericht zum Ergebnis gelangt, dass keine solche Verletzung eingetreten ist. Es hat die Adäquanz entsprechend nach BGE 115 V 133 geprüft. Die vorinstanzliche Betrachtungsweise ist richtig. Sie gründet namentlich in der zutreffenden Feststellung, dass nach Lage der medizinischen Akten das für Schleudertraumen der HWS und äquivalente Unfallmechanismen im Sinne der Rechtsprechung typische pluriforme Beschwerdebild (BGE 117 V 360 Erw. 4b und 382 Erw. 4b) nur teilweise und zudem, bis auf Kopf- und Nackenschmerzen, erst erhebliche Zeit und jedenfalls nach der für derartige Verletzungsmuster üblichen maximalen Latenzzeit (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 Erw. 5e) aufgetreten ist. Dazu steht entgegen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht in Widerspruch, wenn die Vorinstanz festhält, die Beschwerden an der HWS seien unbestrittenermassen Folge des Unfalls vom 13. Februar 2003. Denn es herrscht Einigkeit darüber, dass über den 31. Dezember 2004 hinaus Beeinträchtigungen bestanden, welche in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall stehen. Dies braucht weder weiter abgeklärt noch offen gelassen zu werden. Für eine weitere Leistungspflicht des UVG-Versicherers bedarf es jedoch zusätzlich der adäquaten Kausalität. Diese ist, da keine nachweisbare organische Gesundheitsschädigung vorliegt und nicht von einem Schleudertrauma der HWS resp. einem vergleichbaren Verletzungsmuster im Sinne der Rechtsprechung auszugehen ist, gemäss den für psychische Unfallfolgeschäden geltenden Grundsätzen zu prüfen. 4.3 Hiefür ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzuknüpfen (BGE 115 V 139 Erw. 6 Ingress). Die Kollision vom 13. Februar 2003 ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen mit der Vorinstanz im mittelschweren Bereich und dort nicht an der Grenze zu den schweren Unfällen anzusiedeln. Dies ist, nachdem die Allianz im kantonalen Verfahren noch von einem nur leichten Unfall ausgegangen war, letztinstanzlich denn auch nicht mehr umstritten. Von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa), müssten demnach für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb). Beides hat die Vorinstanz mit zutreffender und von keiner Seite in Frage gestellter Begründung verneint. Fehlt es demnach am adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 13. Februar 2003 und den ab 1. Januar 2005 noch bestandenen gesundheitlichen Beschwerden, hat die Vorinstanz eine Leistungspflicht der Allianz hiefür zu Recht verneint.