Citation: 4A_431/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Soweit die Beschwerdeführerin eine Missbräuchlichkeit der Kün-digungen im Zusammenhang mit von ihr geltend gemachten miet-rechtlichen Ansprüchen behauptete, verwies die Vorinstanz sodann auf die Erstinstanz. Diese hatte erwogen, es sei unbestritten, dass die Beschwerdeführerin vor den Kündigungen durch den Beschwerdegegner diesem gegenüber mietrechtliche Ansprüche geltend gemacht habe. Jedoch gebe es keine Indizien dafür, dass die Geltendmachung von mietrechtlichen Ansprüchen mit den Kündigungen im Zusammenhang stünde. Namentlich genügten die von der Beschwerdeführerin beantragten Mietzinsreduktionen zum Nachweis von Vergeltungskündigungen nicht. Dies gelte ebenso für den Vorfall vom 7. Juli 2021, als eine unangekündigte Brandschutzkontrolle in den Räumlichkeiten der Beschwerdeführerin stattfand und wofür sich der Beschwerdegegner entschuldigt habe. Es sei daher kein für Vergeltungskündigungen sprechender Zwist ersichtlich und solches werde auch nicht behauptet. Die von der Beschwerdeführerin angeführten "Nachfragen" des Beschwerdegegners im Mai und Juli 2021 stellten ebensowenig ein Indiz für Vergeltungskündigungen dar, zumal diese "Nachfragen" erklärbar seien. Dass die Kündigungen kurz danach erfolgt seien, ändere daher nichts. Eine Missbräuchlichkeit der Kündigungen resp. dass der Eigenbedarf nur vorgeschoben sei, sei nicht nachgewiesen. Die Vorinstanz hielt sodann fest, die Beschwerdeführerin habe sich mit den Erwägungen der Erstinstanz zum Nicht-Vorliegen einer Vergeltungskündigung nicht hinreichend auseinandergesetzt. Sie habe weitgehend nur ihre bisherigen Vorbringen wiederholt. Damit habe sie nicht aufgezeigt, inwiefern die Erstinstanz zu Unrecht einen Kausalzusammenhang zwischen der Geltendmachung mietrechtlicher Ansprüche, namentlich den Vorfällen in den Jahren 2020 und 2021, einerseits und der Kündigungen andererseits verneint habe.