Citation: 2C_632/2022 E. 2.2

2.2. Das Handelsrecht bildet damit in Fragen der Buchführung und Rechnungslegung das "Leitrecht" und beruht seinerseits auf der Betriebswirtschaftslehre. Nach dem Prinzip der Massgeblichkeit bildet die nach den Regeln des Handelsrechts aufgestellte Handelsbilanz - unter Vorbehalt der steuerrechtlichen Korrekturvorschriften sowie der zwingenden handelsrechtlichen Vorschriften - den Ausgangspunkt und die Grundlage für die steuerliche Gewinnermittlung (BGE 141 II 83 E. 3.1; 141 IV 369 E. 7.5; 137 II 353 E. 6; 136 II 88 E. 3.1). Die Massgeblichkeit wird namentlich eingeschränkt durch die Korrekturen aufgrund abgaberechtlicher Vorschriften, mit welchen das Abgaberecht bewusst vom Handelsrecht abweicht (auch dazu BGE 141 II 83 E. 3.1). Die handelsrechtskonforme Jahresrechnung bindet in diesem Umfang neben der Veranlagungsbehörde auch die steuerpflichtige Person; diese muss sich darauf behaften lassen (Urteile 2C_680/2021 vom 31. Mai 2022 E. 3.4.7; 2C_886/2020 vom 23. November 2020 E. 3.2.2). In begründeten Fällen ist allerdings denkbar, zugunsten der steuerpflichtigen Person von der Massgeblichkeit abzuweichen (BGE 143 II 674 E. 4.2).