Citation: 1C_260/2016 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanzen gingen davon aus, dass auch bei Einhaltung der Mindestabstände weitere vorsorgliche Massnahmen nach Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 4 LRV anzuordnen seien, die zur Minderung der Gerüche und insbesondere des Schadstoffs Ammoniak geeignet, technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar seien. Sie hielten allerdings die vom AWEL in erster Instanz angeordneten Massnahmen für ungeeignet; die von den Beschwerdeführern zusätzlich beantragten Massnahmen seien mit massiven zeitlichen und finanziellen Belastungen verbunden und deshalb für den Landwirtschaftskleinbetrieb des Beschwerdegegners wirtschaftlich nicht tragbar. Die Beschwerdeführer bestreiten dies: Es werde nichts anderes verlangt, als die regelmässige und sorgfältige Reinigung der Betonflächen, die dem Stand der Technik entspreche. In Hunderten von Schweizer Ställen seien die üblichen Kotschieber mehrmals pro Tag erfolgreich in Betrieb, ohne dass dies zu Problemen führe. Der Beschwerdegegner macht geltend, bei Einhaltung des Mindestabstands gemäss FAT-Bericht seien keine weiteren Massnahmen zur Verminderung der Geruchsemissionen zu verfügen. Die von den Beschwerdeführern eventualiter verlangten geruchsmindernden Massnahmen seien überdies wirtschaftlich untragbar bzw. aufgrund des Missverhältnisses zwischen Aufwand und Ertrag unverhältnismässig. Im Übrigen habe er schon freiwillig Massnahmen ergriffen, wie z.B. die Erstellung der Palisadenwand zur Liegenschaft der Beschwerdeführer; ausserdem lasse er die Kühe möglichst lange auf der Weide. Das BAFU ist der Auffassung, bei Einhaltung des Mindestabstands nach Ziff. 512 Anh. 2 LRV sei dem Vorsorgeprinzip nach Art. 11 Abs. 2 USG entsprochen; die Ergreifung weiterer vorsorglicher Massnahmen zur Begrenzung der Geruchsimmissionen sei daher nicht nötig.