Citation: 6B_255/2021 E. 1.2.2

1.2.2. Im Hinblick auf Art. 8 EMRK stellt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe am 6. Juni 2013 eine serbische Staatsangehörige geheiratet, die mit ihrem Sohn aus früherer Ehe (geboren am xx.xx.2008, ebenfalls serbischer Staatsangehöriger) im Rahmen des Familiennachzugs am 18. Januar 2013 in die Schweiz eingereist sei. Am yy.yy.2013 sei der gemeinsame Sohn des Beschwerdeführers und seiner Frau geboren worden. Dieser verfüge über die deutsche Staatsbürgerschaft. Das Ehepaar sei seit dem 25. Oktober 2018 geschieden und der Beschwerdeführer aufgrund seines schwankenden Einkommens nur bedingt zur Leistung von Unterhaltszahlungen in der Lage. Im Rahmen der Berufungsverhandlung habe er angegeben, dass er und seine Ex-Frau zwar im selben Ort, aber in separaten Wohnungen (er alleine und sie mit den Kindern) leben würden. Trotz beidseitig knappen finanziellen Verhältnissen sehe er keinen Grund für eine gemeinsame Wohnung. Gemäss seinen Angaben fahre er seine Ex-Frau zu Arztterminen und hüte währenddessen ihren Sohn aus früherer Ehe. Sie würden sich täglich sehen und auch gemeinsam essen, "aber nichts weiter". Sie seien hauptsächlich wegen der Kinder noch "zusammen", ohne jedoch ein Liebespaar zu sein. Den gemeinsamen Sohn bringe er, sofern zeitlich möglich, zur Schule und hole ihn wieder ab. Gemäss dem Dafürhalten der Vorinstanz vermittelten die Aussagen des Beschwerdeführers das Bild einer räumlich getrennten und eher nüchternen Zweckgemeinschaft. Daran ändere auch der Umstand nichts, dass die Ex-Frau sowie ihr Sohn hilfsbedürftig erschienen und vom Beschwerdeführer unterstützt würden. Seine Ex-Frau sei gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers durchaus in der Lage, für die Kinder zu sorgen, ausser es gehe ihr schlecht, was etwa einmal im Monat der Fall sei. Die Vorinstanz ist weiter der Ansicht, die Ex-Frau und ihr Sohn könnten von anderer Stelle (z.B. von der KESB) Unterstützung erhalten. Dasselbe dürfe auch für Deutschland oder Österreich (der Beschwerdeführer habe vor erster Instanz erklärt, er wolle sich im Falle einer Landesverweisung in U.________ niederlassen) zutreffen. Für die vom Beschwerdeführer erwähnten schulischen bzw. sprachlichen Probleme des gemeinsamen Sohnes gelte das Gleiche. Der Kontakt des Beschwerdeführers zu seinem Sohn könne zudem auch im Falle einer Landesverweisung gewahrt werden. Zum einen bestehe die Möglichkeit, dass ihn dieser (nach Verständigung mit der Ex-Frau) ins Ausland begleite, zum andern könne der Beschwerdeführer ins grenznahe Ausland übersiedeln, wo regelmässige Besuche mit geringem Mehraufwand möglich seien. Im Übrigen müsse der Härtefall die verurteilte Person treffen, wobei vorliegend weder geltend gemacht worden noch ersichtlich sei, dass die Landesverweisung die persönliche Situation der Ex-Frau oder der Kinder dermassen erschweren würde, dass im Sinne einer Reflexwirkung ein Härtefall für den Beschwerdeführer entstehe. Für den Beschwerdeführer sei zudem eine Rückkehr nach Deutschland zumutbar. Er habe dort die prägenden Kinder-, Jugend- und Erwachsenenjahre verbracht sowie die Schule und die Ausbildung absolviert. Er sei mit der Sprache sowie den dortigen Gepflogenheiten vertraut. Weiter lebe dort seine übrige Familie (Vater, Brüder, ein Onkel sowie eine Tante). Damit bestünden Chancen auf Wiedereingliederung in seinem Heimatland. Auch bei seinem Sohn seien keine Schwierigkeiten zu erwarten, sollte er den Beschwerdeführer begleiten. Die Vorinstanz kommt damit zum Schluss, es liege keine Härtefall vor, womit auf eine Interessenabwägung verzichtet werden könne. Sie erwägt dennoch, dass selbst bei Vorliegen eines solchen das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung dasjenige des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz klar überwiege. Zur Begründung verweist sie auf ihre Ausführungen zur Vereinbarkeit der Landesverweisung mit dem Freizügigkeitsabkommen.