Citation: BGE 150 V 33 E. 5.2.3

In den Blick zu nehmen ist auf Verordnungsstufe jedoch auch Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV (vgl. E. 3.2.2 oben), wonach als Grundlage für die Rentenbemessung der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bei einem oder mehreren Arbeitgebern bezogene Lohn gilt ([le] "salaire que l'assuré a reçu d'un ou plusieurs employeurs"; [il] "salario pagato all'assicurato da uno o più datori di lavoro"). DieserWortlaut spricht zumindest auf Anhieb für die vorinstanzlich vertretene Sichtweise. Auch im Schrifttum wird dementsprechend mitunter die Auffassung vertreten, der versicherte Verdienst bemesse sich (auch) für die Rente nach dem Gesamtlohn (BRUNNER/VOLLENWEIDER, in: Basler Kommentar, UVG, 2019, N. 15 zu Art. 15 UVG; KASPAR GEHRING, in: KVG/UVG Kommentar, 2018, N. 9 zu Art. 15 UVG), wobei zur Begründung im Wesentlichen ohne weitere Ausführungen auf die beim Taggeld nach Art. 23 Abs. 5 UVV geltende Regelung verwiesen wird. BGE 150 V 33 S. 41 Keine entscheidende Bedeutung für die Auslegung von Art. 22 Abs. 4 UVV kann dem Umstand beigemessen werden, dass diese Bestimmung, anders als Art. 23 und 24 UVV, nicht ausdrücklich von "Sonderfall" spricht. Denn die Rechtsprechung hat auch schon in Art. 22 Abs. 4 Satz 2 und 3 UVV Sonderregeln erblickt, die der Bundesrat in Abweichung von Art. 15 Abs. 2 UVG zu erlassen befugt ist (RKUV 2005 Nr. U 551 S. 299, U 307/04 E. 1.2). Anderseits fällt auf, dass die Bestimmung zwar von mehreren Arbeitgebern spricht. Auch damit wird für die hier zu entscheidende Frage nichts gewonnen. Denn abgesehen davon, dass es den bereits dargelegten Art. 99 Abs. 2 UVV im Auge zu behalten gilt (vgl. E. 3.2.3.3 sowie 5.4), trägt diese Formulierung auch der Möglichkeit zeitlich gestaffelter Arbeitsverhältnisse Rechnung, dies namentlich mit Blick auf den Bemessungszeitraum, der - anders als in Art. 22 Abs. 3 UVV - ein ganzes Jahr beträgt. Wird zudem in Betracht gezogen, dass auf den 1. Januar 2017 allein Art. 23 Abs. 5 UVV mit der in allen Sprachversionen klar gefassten expliziten Ausdehnung auf Nichtberufsunfälle im Nachgang zur Rechtsprechung angepasst worden ist, ohne derlei auch in Art. 22 Abs. 4 (oder in Art. 24) UVV vorzusehen, spricht dies dagegen, diese Bestimmung(en) über den eigenen Wortlaut hinaus in Anlehnung an denjenigen von Art. 23 Abs. 5 UVV auszulegen. Dies gilt jedenfalls für die Belange des vorliegenden Falles, wo es nicht um Arbeitswegunfälle, sondern um eigentliche Nichtberufsunfälle geht. Insofern besteht zu einer weitergehenden Durchbrechung des Äquivalenzprinzips auch mit Blick auf das von der bisherigen Rechtsprechung Erwogene (vgl. E. 3.2.3.1 oben) kein zwingender Grund.