Citation: 1C_587/2022 E. 5.4.3

5.4.3. Schliesslich erweist sich der mit der Teilrevision einhergehende Eigentumseingriff für die Beschwerdeführer auch als zumutbar. Diesbezüglich hat die Vorinstanz festgehalten, dass zwar neu Fahrbewilligungen an Bus- und Taxibetriebe für die Beförderung von Gästen im Zusammenhang mit grösseren Anlässen und nicht für die Zeit zwischen 10 und 17 Uhr erteilt werden könnten (Art. 3 Abs. 3 lit. d des Reglements). Gleichzeitig würden aber neu für übernachtende Hotelgäste keine Fahrbewilligungen mehr erteilt, sodass die Regelung in dieser Hinsicht restriktiver ausgestaltet sei. Die Vorinstanz kam daher zum vertretbaren Schluss, dass in der Sommerzeit kein unverhältnismässiger Mehrverkehr zu erwarten sei. Inwiefern diese Annahme offensichtlich unrichtig bzw. willkürlich sein soll, legen die Beschwerdeführer denn auch nicht dar (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG). Die Gemeinde Bever geht im Übrigen sogar von einer voraussichtlichen Reduktion der Fahrbewegungen in der schneefreien Zeit aus. In Bezug auf die Winteröffnung der Feldstrasse Spinas/Val Bever ist die Regelung nach Auffassung der Vorinstanz noch enger gefasst. Zeitlich unbeschränkte Fahrbewilligungen sollen nur an den Gastwirt des Gasthauses Spinas, an Fahrzeuge der RhB und von Berufsleuten für den Notfalldienst bei dringenden Reparaturen erteilt werden. Mit zeitlicher Beschränkung sei die Erteilung einer Fahrbewilligung zulässig für Lieferanten, für Berufsleute zur Ausübung ihrer Erwerbstätigkeit für die begründete Dauer ihrer Arbeit sowie für die Motorfahrzeuge des Kutschenbetreibers (Art. 3a des Reglements). Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum Schluss gekommen ist, durch die restriktive Regelung auch im Winter werde dem Anliegen, im Tal möglichst wenig Verkehr zuzulassen, genügend Rechnung getragen. Die Vorinstanz bejahte die Zumutbarkeit der winterlichen Offenhaltung auch hinsichtlich der Gefahrensituation durch Lawinen. Diese habe sich durch die im Jahr 2014 positionierten Sprengmasten wesentlich verbessert. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (nachfolgend: SLF) habe in seinem Gutachten vom 19. Dezember 2018 eine Neubeurteilung der Gefahrensituation vorgenommen und sei davon ausgegangen, dass die Offenhaltung der Strasse möglich sei, sofern die Lawinensituation während des ganzen Winters beurteilt und die Strasse gesperrt werde, falls Lawinen bis auf die Strasse zu erwarten seien. Die Vorinstanz hielt dazu fest, da aufgrund des Betriebs der RhB-Linie die Beurteilung der Lawinensituation ohnehin unabdingbar sei und durch die technischen Massnahmen die Kosten für die Lawinensicherung deutlich gesunken seien, erweise sich der Aufwand für die Offenhaltung der Strasse als verhältnismässig und auch angesichts der neu gegebenen Gefahrensituation zumutbar. Ausserdem sei nach der SLF-Begutachtung im Jahr 2018 eine Lawinendetektionsanlage installiert worden, sodass von einer zusätzlichen Verbesserung auszugehen sei. Die Beschwerdeführer bringen keine plausiblen Gründe vor, die diese Schlussfolgerung umzustossen vermögen. Das Argument der Beschwerdeführer hinsichtlich der Gefahr, als Eigentümer eines Abschnitts der Feldstrasse gemäss Art. 58 OR (Werkeigentümerhaftung) ins Recht gefasst zu werden, verfängt nicht. Da die streitbetroffene Feldstrasse nach dem Gesagten als öffentliche Strasse zu qualifizieren ist und die Gemeinde seit jeher und auch in Zukunft für den Unterhalt, insbesondere auch den Winterdienst bzw. die Schneeräumung, verantwortlich ist, kommt ihr eine mit privatem Sacheigentum vergleichbare Sachherrschaft über die Feldstrasse zu. Vor diesem Hintergrund wäre auch die Gemeinde als potentielles Haftungssubjekt der Werkeigentümerhaftung zu belangen (vgl. BGE 121 III 448 E. 2 und 3; 106 II 201 E. 2) und zwar - entgegen dem Einwand der Beschwerdeführer - unabhängig davon, ob zugunsten der Öffentlichkeit eine Wegservitut eingeräumt worden ist oder nicht.