Citation: 5A_701/2022 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer geht in einiger Länge auf den Entscheid des Obergerichts vom 16. Dezember 2020 sowie den Entscheid der KESB vom 28. August 2020 ein. Dabei macht er zusammengefasst geltend, den diesen zugrunde liegenden Gutachten lasse sich keine Gefährdung des Kindeswohls entnehmen und es wäre ohne weiteres möglich gewesen, den Wiederannäherungsprozess zur Tochter bereits damals einzuleiten. Ausserdem seien im fraglichen Verfahren seine Rechte verschiedentlich verletzt worden. Der frühere Entscheid des Obergerichts beruhe denn auch auf einer mangelhaften Grundlage, namentlich dem mangelhaften Entscheid der KESB, und könne heute nicht als Referenzpunkt dienen. Hieran ändere die (formelle) Rechtskraft des Entscheids des Obergerichts nichts. Dem Kindesschutzrecht sei eine materielle Rechtskraft fremd, sofern das Kindeswohl und die Erziehungsfähigkeit in Fragen stünden. Das Festhalten an einer offensichtlich untauglichen Grundlage sei willkürlich. Zwar trifft zu, dass Kindesschutzmassnahmen nicht in materielle Rechtskraft erwachsen und eine Sache nicht ein für alle mal und für die Betroffenen unumstösslich regeln. Vielmehr werden sie aufgrund eines zeitlich und sachlich konkret ermittelten Sachverhalts angeordnet und sollen nur so lagen dauern, wie sie nötig sind (AFFOLTER-FRINGELLI/VOGEL, in: Berner Kommentar, 2016, N. 6 zu Art. 313 ZGB). Kindesschutzmassnahmen sollen auf die Besserung eines gestörten Zustands hinwirken und sind laufend zu optimieren, bis ihre Wirkungen hinfällig werden (Urteil 5A_789/2019 vom 16. Juni 2020 E. 5.2, nicht publiziert in: BGE 146 III 313, aber in: FamPra.ch 2020 S. 1106). Entsprechend sind die Massnahmen anzupassen, wenn sich die Verhältnisse im Sinne von Art. 313 Abs. 1 ZGB ändern (vgl. dazu vorne E. 4.1). Liegen keine in dem Sinne veränderten Verhältnisse vor, steht dagegen der frühere Entscheid über die Massnahme deren Abänderung entgegen (vgl. BGE 143 III 617 E. 3.1 [Eheschutz]; 141 III 376 E. 3.3.1 [vorsorgliche Massnahmen während des Scheidungsverfahrens]). Auf dem Weg der Abänderungsklage kann keine Wiedererwägung des früheren Entscheids erreicht werden (Urteil 5A_789/2019 vom 16. Juni 2020 E. 5.2, nicht publiziert in: BGE 146 III 313, aber in: FamPra.ch 2021 S. 1106). Anders als der Beschwerdeführer zu glauben scheint, ist es folglich nicht möglich, beliebig auf eine rechtskräftig angeordnete Kindesschutzmassnahme zurückzukommen. Soweit er mit seiner Kritik gegen den Entscheid des Obergerichts vom 16. Dezember 2020 daher im Ergebnis das frühere Verfahren wiederholen und ein für ihn günstigeres Ergebnis erreichen möchte, ist die Beschwerde von vornherein unbegründet. Vorbringen gegen den Entscheid der KESB vom 28. August 2020, der aufgrund des Devolutiveffekts ohnehin kein taugliches Anfechtungsobjekt bildet (BGE 134 II 142 E. 1.4), sind vor Bundesgericht sodann nicht zulässig (BGE 141 III 188 E. 4.1).