Citation: 2C_911/2022 E. 4.5.5

4.5.5. Der Beschwerdeführer, der unbestrittenermassen nicht in U.________ wohnhaft ist, macht geltend, er gehöre der Kirchgemeinde U.________ an, weil er sich ihr mit Erklärung vom 5. Juni 2021 gegenüber dem damaligen Pfarrer der Kirchgemeinde angeschlossen habe. Er geht somit davon aus, dass nach Art. 3 Kirchenverfassung eine Mitgliedschaft in einer Kirchgemeinde durch eine entsprechende Anschlusserklärung auch für Personen begründet werden kann, die bisher keinen Wohnsitz auf dem Gebiet der Landeskirche hatten und auch nach der Anschlusserklärung keinen solchen Wohnsitz zu nehmen beabsichtigen. Das Büro der Konkordatskonferenz hält dem in seiner Vernehmlassung entgegen, der in Art. 3 Kirchenverfassung vorgesehene Anschluss an eine Kirchgemeinde beziehe sich nur auf den in Art. 2 Abs. 4 Kirchenverfassung geregelten Fall, dass sich ein Mitglied einer Appenzeller Kirchgemeinde - im Sinne der freien Wahl der Kirchgemeinde - einer anderen Appenzeller Kirchgemeinde anschliesst. Nicht möglich sei hingegen der Anschluss an eine Appenzeller Kirchgemeinde, ohne dass bereits eine Mitgliedschaft in einer (anderen) Appenzeller Kirchgemeinde besteht. Nach dieser Auslegung setzt die Mitgliedschaft in einer Konkordatskirche somit nach kantonalem Recht einen Wohnsitz im Konkordatsgebiet voraus. Im Ergebnis ist demnach aufgrund von Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Konkordat auch für die Zulassung zum Lernvikariat ein Wohnsitz im Konkordatsgebiet erforderlich.