Citation: 2P.306/2003 26.10.2004 E. 8

Wenn der von der Beschwerdeführerin geforderte Abzug im Bereich der direkten Bundessteuer ungerechtfertigt ist, erweist sich auch seine Nichtberücksichtigung bei den Staats- und Gemeindesteuern nicht als verfassungswidrig. Gemäss § 51 Abs. 2 des hier noch anwendbaren Luzerner Steuergesetzes vom 27. Mai 1946 gelten die in der Bemessungsperiode bezahlten Steuern als Unkosten. Rückstellungen für noch nicht bezahlte Steuern sind zulässig, soweit diese für die Bemessungsperiode oder frühere Jahre geschuldet sind. Diese Bestimmung ist weiter gefasst als Art. 59 Abs. 1 lit. a DBG. Vom Wortlaut her ist die Abzugsfähigkeit nicht auf schweizerische Steuern beschränkt. Das Verwaltungsgericht hat indessen geurteilt, dass die kantonalrechtliche Vorschrift im gleichen Sinne wie Art. 59 Abs. 1 lit. a DBG auszulegen ist. Diese parallele Auslegung ist auf keinen Fall willkürlich und stimmt mit den Grundsätzen der Steuerharmonisierung überein, auch wenn es sich hier um Steuerperioden vor 2001 handelt, weshalb das Harmonisierungsgesetz noch nicht anwendbar war (vgl. Art. 72 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden; StHG; SR 642.14). Auch für die Staats- und Gemeindesteuern ist somit keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung gegeben. Das hat umso mehr zu gelten, als die Beschwerdeführerin auf kantonaler Ebene nur bis zu einem bestimmten, durch ein Steuerabkommen begrenzten Gewinn besteuert worden ist, der mitunter deutlich unter dem tatsächlichen Ertrag gelegen hat. Somit ist die Beschwerdeführerin in der Schweiz sogar unterbesteuert worden.