Citation: 6B_521/2022 E. 1.2

1.2. Der Einwand des Beschwerdeführers ist unbegründet. Wie in der vorstehenden Erwägung dargestellt, sind Gutachten des IRM nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch bei Fehlen eines Hinweises auf die Straffolgen eines falschen Gutachtens gültig und verwertbar. Trotz der in der Lehre geäusserten Kritik besteht kein Anlass, auf die in BGE 141 IV 423 statuierte Rechtsprechung zurückzukommen. Im Übrigen betrifft der Einwand des Beschwerdeführers nur das Ergänzungsgutachten, während unbestritten ist, dass bei Erteilung des rechtsmedizinischen Hauptgutachtens vom 23. April 2015 explizit auf die Straffolgen nach Art. 307 StPO hingewiesen wurde. Dieser Hinweis schliesst auch Ergänzungen des Gutachtens zum selben Gegenstand ein und genügt. Er erfolgte zudem ausdrücklich mit Geltung für sämtliche beigezogenen Mitarbeiter, was die das Ergänzungsgutachten mitunterzeichnenden Mitarbeiter einschliesst. Auch diese müssen somit als rechtsgültig belehrt gelten. Hinzu kommt, dass zumindest Prof. Dr. med. C.________, welcher als Chefarzt Haupt- und Ergänzungsgutachten verantwortet und nach Angaben des Beschwerdeführers selbst beide Expertisen unterzeichnet hat, unbestrittenermassen einmal über seine Pflichten belehrt wurde. Es schadet daher - unbesehen der vom Beschwerdeführer kritisierten Rechtsprechung - nicht, dass ein neuerlicher Hinweis auf die Straffolgen bei Erteilung des Ergänzungsgutachtens fehlte. Auch die med. pract. D.________ und E.________, welche mit Prof. Dr. med. C.________ das Haupt- resp. Ergänzungsgutachten unterzeichnet haben, sind zudem zweifellos und unstreitig Mitarbeiter des IRM. Auch sie müssen daher, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, unabhängig von ihrer konkreten Anstellungsdauer als dauernd bestellte resp. amtliche Sachverständige im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 182 ff. StPO gelten. Dies gilt namentlich auch für med. pract. E.________, welcher erst unlängst ans Institut gekommen sein soll. Wie die Vorinstanz ferner zutreffend erwägt, hat med. pract. E.________ anlässlich der Erläuterung des Ergänzungsgutachtens in der Berufungsverhandlung ausdrücklich bestätigt, als Mitarbeiter des IRM dauernd mit Begutachtungen befasst zu sein und seine gesetzlichen Pflichten zu kennen. Darüber hinaus wurde er von der Vorinstanz ebenfalls explizit auf die strafrechtlichen Folgen eines falschen Gutachtens hingewiesen. Eine Verletzung von Bundesrecht, die zur Unverwertbarkeit des Ergänzungsgutachtens führen müsste, liegt nicht vor. Ebenso hat die Vorinstanz ihren Entscheid hinreichend begründet. Die Schlüssigkeit des Gutachtens wird nachfolgend zu prüfen sein.