Citation: 6P.88/2005 08.09.2006 E. 3

Dem Beschwerdeführer wurde mit Schreiben vom 23. Mai 2006 Gelegenheit gegeben, sich zur vorgesehenen Erledigung der Sache zu äussern. Mit Eingabe vom 13. Juni 2006 hält er für beide Verfahren am Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung fest. In einem Fall wie dem vorliegenden wird in der Regel keine Parteientschädigung ausgerichtet, weil der Beschwerdeführer, wenn er einen mehrfachen Rechtsmittelweg beschreitet, das Risiko, dass eines der Rechtsmittel gegenstandslos wird, selber zu tragen hat. Hat er ein Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung gestellt, sind an die Bejahung der Nicht-Aussichtslosigkeit im Sinne von Art. 152 Abs. 1 OG strenge Anforderungen zu stellen, und müssen die Rechtsbegehren bei einer summarischen Prüfung erhebliche Erfolgsaussichten aufweisen oder sollten sonstige gewichtige Gründe gegeben sein, die die Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung als gerechtfertigt erscheinen lassen (Beschlüsse 6S.460/2002 vom 17. Januar 2005 und 6S.422/2000 vom 29. August 2001). Nachdem im kantonalen Verfahren zwischen Ober- und Kassationsgericht keine Einigkeit darüber bestand, ob gegen Revisionsentscheide des Obergerichts die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht überhaupt zulässig ist (vgl. Beschluss des Kassationsgerichts vom 3. April 2006 S. 4/5 E. II/1), und nachdem das Kassationsgericht schliesslich auf das kantonale Rechtsmittel eingetreten und es überdies gutgeheissen hat, weil die Aussagen von A.________ geeignet seien, die tatsächlichen Grundlagen des Urteils vom 24. Februar 2003 zu erschüttern, weshalb die gegenteilige vorinstanzliche Würdigung § 449 Ziff. 3 StPO im Bereich der Tatfragen verletze (vgl. a.a.O. S. 7 - 12 E. 3, insbesondere S. 12), hatte der Beschwerdeführer begründete Veranlassung, zusätzlich zur kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde auch noch eine staatsrechtliche Beschwerde zu erheben. Demgegenüber hatte er keinen Anlass, eine eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde zu erheben. Die Frage, ob eine neue Tatsache bzw. ein neues Beweismittel erheblich ist, d.h. ob es für sich alleine oder zusammen mit anderen bekannten oder neu angerufenen Beweismitteln schlüssig genug ist, die im früheren Urteil angenommenen tatsächlichen Grundlagen zu entkräften, betrifft die Beweiswürdigung und ist mithin Tatfrage. Denn sie schliesst notwendig eine Würdigung sämtlicher Tatsachen, sowohl der alten wie der neuen, mit ein (BGE 130 IV 72 E. 1; 122 IV 66 E. 2a; 116 IV 353 E. 2b; Stephan Gass, Basler Kommentar, Strafrecht II, Art. 397 N 75). Sie kann daher im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nicht aufgeworfen werden. Der Beschwerdeführer kommt nur deshalb zu einem anderen Schluss, weil er nicht berücksichtigt, dass auf Bundesebene neben der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde auch noch die staatsrechtliche Beschwerde existiert (vgl. Eingabe vom 13. Juni 2006 S. 2 oben). Demnach beschliesst das Bundesgericht: