Citation: I 389/01 26.08.2003 E. 2

Vor Eidgenössischem Versicherungsgericht ist einzig noch streitig, wie das hypothetische Einkommen ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) zu bemessen sei. 2.1 Die Verwaltung legte dem Einkommensvergleich ein Valideneinkommen von Fr. 45'728.- zugrunde. Dieses leitet sich von dem - auf das Jahr 2000 hochgerechneten - Stundenlohn in der Höhe von Fr. 18.70 (zuzüglich 10,5 % Ferienentschädigung) ab, den die Versicherte in den Jahren 1997/1998 als Serviceangestellte im Restaurant H.________ erzielte. Das kantonale Gericht erwog demgegenüber, es sei aktenkundig, dass die seit 1988 im Gastgewerbe tätige Versicherte bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens häufig die Arbeitsstelle gewechselt habe. Auch angesichts ihres noch jugendlichen Alters sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass sie die Stelle im Restaurant H.________ auch im Gesundheitsfall bis zum Zeitpunkt der Rentenrevision (Verfügung vom 31. August 2000) verlassen gehabt hätte. Daher sei das Valideneinkommen auf der Grundlage des (aktuellen) Gehaltes im Pub X.________ zu bemessen (vgl. Arbeitsvertrag vom 25. September 1999); dieses beträgt - bei einem Vollzeitpensum - Fr. 4'216.25 bzw. Fr. 50'595.- jährlich. Bei Zugrundelegung dieses Wertes ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 40 %. 2.2 Bei der Ermittlung des Einkommens, welches die versicherte Person ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielen könnte, ist entscheidend, was sie im massgebenden Zeitpunkt (dazu BGE 128 V 174; noch nicht in der Amtlichen Sammlung [BGE 129 V] veröffentlichtes Urteil R. vom 3. Februar 2003, I 670/01, Erw. 4.1 und 4.2) auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdient hätte (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b; ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a). Im vorliegenden Fall erscheint die Annahme plausibel, die hypothetische Einkommensentwicklung ohne Invalidität unterscheide sich nicht vom tatsächlichen Verlauf bis zum Zeitpunkt des Einkommensvergleichs. Dass oftmalige Stellenwechsel im Gastgewerbe üblich sind, ist bekannt. Auch ist nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin im Gesundheitsfall nicht bestrebt gewesen sein sollte, eine besser bezahlte Arbeit anzunehmen. Währenddem sie unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung im Jahre 2000 im Restaurant H.________ einen Stundenlohn von lediglich rund Fr. 20.90 (einschliesslich Ferienentschädigung) erzielt hätte ([Fr. 18.70 + 10,5 %] + 0,1 % + 1,2 %; vgl. Lohnentwicklung 2001 des Bundesamtes für Statistik, S. 33 T.1.2.93), beträgt die Entschädigung bei der zum Verfügungszeitpunkt innegehabten Stelle im Pub X.________ Fr. 24.25 (Fr. 4'216.25 : 21,75 Arbeitstage [AHI 2000 S. 302 Erw. 3a] : 8 Stunden), was einem Mehrverdienst von immerhin etwa 16 % entspricht. Die Beschwerdeführerin macht ausserdem nicht geltend und es geht auch nicht aus den Akten hervor, dass die Versicherte auf Grund irgendwelcher Sachzwänge an die frühere Stelle gebunden gewesen wäre. Insbesondere kann nicht gesagt werden, dass nach den örtlichen Gegebenheiten nur eine beschränkte Auswahl an Arbeitgebern zur Verfügung gestanden und deshalb ein Minderverdienst in Kauf genommen worden wäre. 2.3 Die vorinstanzliche Sichtweise ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hat das kantonale Gericht, indem es den aktuell erzielten Lohn als Basis für das Valideneinkommen genommen hat, keinen beruflichen Aufstieg und keine berufliche Weiterentwicklung unterstellt; die Beschwerdegegnerin ist nach wie vor als - wenn auch nunmehr besser bezahlte - Serviceangestellte in einem Gastwirtschaftsbetrieb tätig. Die IV-Stelle vermag demnach nichts aus der einschlägigen Rechtsprechung (AHI 1998 S. 171 Erw. 5a) abzuleiten, das ihren Rechtsstandpunkt stützen könnte. Schliesslich besteht vorliegend auch kein Anlass, auf einen Tabellenlohn auszuweichen, wie es in der Eventualbegründung der Verwaltung geltend gemacht wird. Nach der Rechtsprechung hat die Einkommensermittlung so konkret wie möglich zu erfolgen. In der Regel ist daher vom letzten Lohn vor Eintritt der Gesundheitsschädigung auszugehen (Urteil S. vom 29. August 2002, I 97/00, Erw. 1.2). Ist indes - wie hier der Fall - anzunehmen, dass der im Zeitpunkt des Einkommensvergleichs zum Tragen kommende Gehaltsansatz mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne Invalidität erreicht würde, so dient dieser als massgebende Grundlage für die Bemessung des Valideneinkommens. Daran ändert der Umstand, dass die Versicherte zwischen Herbst 1998 und Sommer 1999 vorübergehend als Telefonverkäuferin im Getränkehandel tätig gewesen ist, nichts, denn diese Anstellung war Folge eines Versuchs, der Versicherten eine behinderungsangepasste Arbeit zu vermitteln.