Citation: 8C_651/2007 05.08.2008 E. 3

Unfallversicherer und Vorinstanz haben eine solche Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs vorgenommen und diesen verneint. Der Beschwerdeführer wendet in diesem Zusammenhang zunächst, wie schon vorinstanzlich, ein, die Adäquanz sei zu früh beurteilt worden, da der medizinische Endzustand noch nicht erreicht sei. 3.1 In BGE 134 V 109 hat sich das Bundesgericht auch kritisch mit dem verschiedentlich erhobenen Einwand auseinandergesetzt, mit der Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhanges bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden müsse bis zur Beendigung des normalen, unfallbedingten Heilungsprozesses zugewartet werden. Es hat in Präzisierung der Rechtsprechung erkannt, dass nicht danach zu fragen ist, in welchem Zeitpunkt die Adäquanzprüfung vorzunehmen ist, sondern wann der Unfallversicherer den Fall (unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung) abzuschliessen hat. Dies hat gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen, in welchem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Das Bundesgericht hat klargestellt, der Fallabschluss dürfe nicht mit der Begründung, die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhang sei noch nicht zulässig, über diesen Zeitpunkt hinausgezögert werden (BGE 134 V 109 E. 3 und 4 S. 112 ff.). Aus dem Gesagten erhellt, dass der von der Zürich vorgenommene Fallabschluss nicht mit der Begründung der verfrühten Adäquanzprüfung für unrechtmässig erklärt werden kann. Massgeblich ist, ob von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung über den genannten Zeitpunkt hinaus noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden konnte und ob allfällige Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen waren. Dies gilt es zu prüfen. 3.2 Eingliederungsmassnahmen der IV stehen nicht zur Diskussion. Das kantonale Gericht hat sodann erkannt, eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes habe über den 1. Juni 2006 hinaus nicht erwartet werden können. Dies bestreitet der Beschwerdeführer. 3.2.1 Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG zu verstehen ist, bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115 mit Hinweisen). 3.2.2 Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass nach dem Unfall vom 21. Dezember 2004 mittels Physiotherapie und Fussreflexzonenmassagen nach und nach eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf zuletzt, ab 1. Mai 2006, 70 % erreicht werden konnte. Die Hausärztin bestätigte diesen Wert erstmals am 6. April 2006 und erneut nach den am 22. Mai, 27. Juni und 14. August 2006 erfolgten Konsultationen. Es trat mithin eine Stagnation ein. Die Ärztin führte sodann mit Bericht vom 15. Januar 2007 aus, ohne den erneuten Unfall vom 23. September 2006 wäre möglicherweise eine kleine Steigerung der Arbeitsfähigkeit per Ende 2006 wieder möglich gewesen. Auch die Hausärztin ging mithin nur von einer geringfügigen weiteren Besserung aus, welche sie zudem lediglich für möglich hielt. Bei dieser Aktenlage schloss die Vorinstanz zu Recht, dass am 1. Juni 2006, auf welchen Zeitpunkt hin die Zürich den Fall abschloss, keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden konnte. 3.2.3 Was der Beschwerdeführer vorbringt, führt zu keinem anderen Ergebnis. Dies gilt auch, soweit er sich auf die weiteren Berichte der Hausärztin beruft. Namentlich wird in deren aktuellsten Stellungnahme vom 20. Oktober 2007 erneut von einer nur möglichen Besserung ab Juni 2006 ausgegangen resp. im Weiteren ausgeführt, es sei nicht belegt, dass es nicht doch wieder zu einer vollen Arbeitsfähigkeit gekommen wäre. Eine zuverlässige Grundlage, um auf eine im damaligen Zeitpunkt noch zu erwartende namhafte Besserung zu schliessen, liegt damit nicht vor. Es erübrigen sich daher auch Weiterungen zu der - von der Beschwerdegegnerin bestrittenen - prozessualen Zulässigkeit dieser erst im letztinstanzlichen Verfahren aufgelegten hausärztlichen Stellungnahme. Dass weiter Physiotherapie und Fussreflexzonenmassagen durchgeführt wurden, rechtfertigt ebenfalls keine andere Beurteilung. Gleiches gilt, soweit erneut geltend gemacht wird, der medizinische Endzustand sei nicht erreicht gewesen. Darauf kommt es nach dem zuvor Gesagten nicht an. Sodann ist auch von weiteren medizinischen Abklärungen abzusehen, da diese keinen entscheidsrelevanten neuen Aufschluss erwarten lassen. 3.3 Wenn der Versicherer auf den 1. Juni 2006 den Fall abgeschlossen und die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) eingestellt hat, ist dies demnach mit der Vorinstanz nicht zu beanstanden. Zu prüfen bleibt, ob ab diesem Zeitpunkt noch Unfallfolgen vorlagen, welche einen Anspruch auf weitere Leistungen der Unfallversicherung zu begründen vermögen. Die Zürich und das kantonale Gericht verneinen dies mit der Begründung der mangelnden adäquaten Unfallkausalität der noch bestehenden Beschwerden.