Citation: 2C_19/2023 E. 4.4

4.4. Für die Zukunftsprognose ist zu beachten, dass die beiden migrationsrechtlichen Verwarnungen von 2009 und 2014 datieren. Vor dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung im September 2021 ist er nicht mehr verwarnt worden, sodass die letzte Verwarnung vor dem Widerruf bereits sieben Jahre zurücklag. Der Beschwerdeführer unterliegt seit 2016 der Lohnpfändung, sodass ein Teil seiner Schulden in diesem Rahmen abgebaut werden konnte und eine darüber hinausgehende private Schuldensanierung nicht als zumutbar angesehen werden kann. Dies vermag jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass seit der letzten Verwarnung Neuschulden im Umfang von Fr. 100'000.-- dazugekommen sind. Wirtschaftliche Sozialhilfe hat er nie bezogen, was indes auch dem Umstand geschuldet sein kann, dass er seinen Lebensunterhalt über die Neuverschuldung deckte. Seit November 2021 arbeitet er nun in einer 80-prozentigen Festanstellung in der Firma, die ihn zuvor jahrelang temporär beschäftigt hat. Dadurch erhöht er die pfändbare Quote und damit das Substrat, das über die Lohnpfändung an die Gläuberschaft zurückfliesst. Ihm sind somit zaghafte Bemühungen um Schuldensanierung zu attestieren, die zu seinen Gunsten zu würdigen sind, insbesondere angesichts der langen Zeit, die seit der letzten Verwarnung vergangen ist. Der Beschwerdeführer scheint in einer einigermassen gefestigten Lebensgemeinschaft zu leben, jedenfalls besteht eine kostensenkende Wohngemeinschaft mit der Lebenspartnerin. Zusammen mit der zwar späten, aber immerhin erfolgten Pensumserhöhung zeigt der Beschwerdeführer damit den Willen, seine Ausgaben zu reduzieren und seine Einnahmen zu erhöhen, was sich sowohl positiv auf die Schuldenrückzahlung als auch das Risiko der Neuverschuldung auswirkt. Zu Gunsten des Beschwerdeführers kann damit von einer positiven Neuausrichtung gesprochen werden. Folglich ist ihm eine tendenziell positive Zukunftsprognose zu stellen.