Citation: 6B_873/2022 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer rügt, ihm sei ein schwerer persönlicher Härtefall gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB zu attestieren, wobei die Interessenabwägung gegen eine Landesverweisung spreche. Er lebe seit seinem achten Lebensjahr und nunmehr 15 Jahren in der Schweiz. Seit einiger Zeit sei er mit einer Partnerin liiert, mit der er nun ein Kind erwarte. Eine Hochzeit sei ebenfalls geplant. Zudem pflege er nun - anders als noch im Zeitpunkt des Entscheids der Vorinstanz vom 3. Juli 2020 - mit seinem Bruder und seiner Mutter wieder eine sehr gute Beziehung. Er sei seit längerer Zeit daran, seine Vergangenheit aufzuarbeiten und zeige sich bezüglich seiner Vorstrafen einsichtig. Die jüngsten Vergehen aus den Jahren 2020 und 2021 seien verglichen mit den weiter in der Vergangenheit liegenden Widerhandlungen als eher minder schwere Kriminalität zu qualifizieren und Ergebnisse unglücklicher Umstände. Mit Unterstützung seiner Beiständin habe er am 1. August 2020 eine Lehre als Gärtner EBA in Angriff nehmen können. Für das erste Lehrjahr sei ihm am 6. Juli 2021 ein vorzügliches Zeugnis ausgestellt worden. Eine positive Entwicklung seiner persönlichen und wirtschaftlichen Situation und eine deutliche Stabilisierung gerade in persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen ergebe sich auch aus dem Semesterbericht vom 7. Juli 2021, dem Kurzbericht seiner Berufsschullehrerin vom 7. November 2021 sowie den Zwischenberichten der Leiterin seiner Wohngruppe vom 17. November 2021 und der Gärtnerei B.________ vom 19. November 2021. Abgesehen von den zwei Dummheiten, für welche er mit Strafbefehlen vom 22. September 2020 und 10. September 2021 bestraft worden sei, habe er sich einem beeindruckenden Lebenswandel unterzogen. Er habe grosse persönliche Fortschritte insbesondere hinsichtlich Berufs- und Sozialkompetenzen gemacht. Entgegen der Vorinstanz sei von einem klaren persönlichen Härtefall auszugehen. Er wäre in Brasilien auf sich alleine gestellt. Ausser seiner Grossmutter, die sich aufgrund ihres Alters nicht um ihn kümmern könne, kenne er in Brasilien niemanden. Die Vorinstanz gehe nach wie vor davon aus, die im Anlassdelikt zum Ausdruck gekommene Gefährdung sei auf die Gegenwart und absehbare Zukunft übertragbar. Dies komme wiederum einer Gleichsetzung des in der Vergangenheit manifestierten Risikos gleich.