Citation: 1C_589/2022 E. 4.4

4.4. Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Urteil eingehend damit auseinandergesetzt, ob der Bewirtschaftungsweg über die gesamte Länge betriebsnotwendig erscheint. Dabei hat sie namentlich festgehalten, dass Alpweiden in der Regel nicht derselben Pflege bedürfen wie Wiesen, welche geheut und geemdet und mit Gülle gedüngt werden. Selbst wenn jedoch Gülle ausgetragen würde und Weiderückstände oder Unkraut entfernt werden müssten, so sei dafür nicht der gesamte Bewirtschaftungsweg notwendig und müssten die Landmaschinen ohnehin geländegängig sein. In der Tat ist nicht ersichtlich, weshalb für die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Arbeiten wie Heu zu ernten, Weiderückstände zu entfernen, zu düngen und das Vieh zu treiben, ein Weg erforderlich ist, der über das Ausmass des seit dem Jahr 2002 bestehenden und nachträglich bewilligten Weges hinausgeht. Wie bereits die Standeskommission zutreffend festhielt, kann der Beschwerdeführer die von ihm bewirtschafteten Flächen ohne Weiteres über den bewilligten Weg mit Fahrzeugen erreichen. Zwar verlängert sich dadurch die Strecke, auf der über Weideflächen bis zum Ausbringungsort gefahren werden muss. Die Belastung des Weidebodens durch Fahrzeuge auf dieser Strecke ist jedoch vertretbar. Nicht entscheidend ist, dass der Weg, wie der Beschwerdeführer geltend macht, die Bewirtschaftung möglicherweise erleichtert oder verbessert und Trittschäden reduziert. Vielmehr hat sich der Bewirtschaftungsweg auf das für die vorgesehene Nutzung objektiv Nötige zu beschränken und reicht nicht aus, dass der verlängerte Wegabschnitt allenfalls eine Verbesserung oder Erleichterung des Betriebs des Beschwerdeführers herbeiführt. Inwieweit die gesamte Länge des Bewirtschaftungswegs für die Arbeiten auf der Alpweide notwendig sein sollten, vermag der Beschwerdeführer nicht darzulegen. Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Bewirtschaftungsweg im bewilligten Ausmass für eine zeitgemässe Betriebsnutzung ausreicht und der erweiterte Wegabschnitt nicht betriebsnotwendig im Sinne von Art. 16a Abs. 1 RPG ist. Hinzu kommt, dass sich der Weg in einem vom BLN erfassten Gebiet (vgl. oben Sachverhalt lit. A) befindet. Insofern verdient das Gebiet in besonderem Mass die ungeschmälerte Erhaltung oder jedenfalls grösstmögliche Schonung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz [NHG; SR 451]). Aus den in den Akten enthaltenen Fotos und dem Luftbild aus dem Jahr 2019 geht hervor, dass der Bewirtschaftungsweg sich in nicht unerheblicher Weise auf das Landschaftsbild auswirkt. Ungeachtet dessen, ob der Bewirtschaftungsweg als schwerer oder leichter Eingriff zu qualifizieren ist, vermag das geringe Interesse des Beschwerdeführers an der Nutzung des zusätzlichen Wegabschnitts im Westen des Bewirtschaftungswegs diesen Eingriff nicht aufzuwiegen. Zudem hätte eine Bewilligung eine potenziell negative Präjudizwirkung zur Folge, was es auch bei einem lediglich leichten Eingriff zu vermeiden gilt (vgl. Urteil 1A.151/2002 vom 22. Januar 2003 E. 4.1). Einer Bewilligung des Bewirtschaftungswegs über die gesamte Länge stehen demnach auch überwiegende öffentliche Interessen des Landschaftsschutzes entgegen (vgl. Art. 34 Abs. 4 lit. b RPV).