Citation: U 74/99 26.04.2000 E. 4

4.- Was das beim Beschwerdeführer bestehende psychische Leiden (anhaltende depressive Störung) betrifft, haben SUVA und Vorinstanz offen gelassen, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 27. November 1995 und der psychischen Beeinträchtigung besteht, weil ihrer Auffassung nach die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zu verneinen ist. Ob SUVA und Vorinstanz die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und den psychischen Beschwerden zu Recht verneint haben, lässt sich auf Grund der Aktenlage nicht beurteilen. Zwar ist, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, nicht zu beanstanden, dass sie das Ereignis als im Grenzbereich zwischen den leichten und mittelschweren Unfällen liegend qualifiziert und nicht etwa an der Grenze zu den schweren Fällen angesiedelt haben (vgl. hiezu RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122). Indessen kann sich das von der SUVA nach dem Gesagten zu den somatischen Unfallfolgen einzuholende Gutachten entscheidend auf die für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Unfallfolgen massgebenden Kriterien (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa; körperliche Dauerschmerzen, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen, Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit, ärztliche Fehlbehandlung etc.) auswirken, weshalb die SUVA die Adäquanzfrage, nach Ergänzung des medizinischen Sachverhaltes, erneut zu prüfen haben wird. Bejaht sie die Adäquanz, wird die Anstalt auch die (bisher offen gelassene) Frage des natürlichen Kausalzusammenhanges zu beantworten haben, welche sich auf Grund der zur Verfügung stehenden medizinischen Unterlagen nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 9 Erw. 3c/aa) beantworten lässt, sondern zusätzliche psychiatrische Abklärungen erfordert. Insbesondere wird zu prüfen sein, ob der Unfall eine massgebliche Teilursache der psychischen Fehlentwicklung darstellt, was praxisgemäss für die Bejahung der natürlichen Kausalität genügt (BGE 121 V 329 Erw. 2a), oder ob ihm allenfalls nur die Bedeutung eines unmassgeblichen Auslösers zukommt neben andern dekompensierenden Faktoren. Ist ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen Beschwerden zu bejahen, hat die SUVA zudem, wie bei den somatischen Unfallfolgen, gutachterlich abzuklären, ob in psychischer Hinsicht im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides eine leistungsbegründende Behandlungsbedürftigkeit oder eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorlag, bzw. zu diesen Fragen allenfalls ein (somatische und psychische Befunde berücksichtigendes) polydisziplinäres Gutachten einzuholen.