Citation: 1C_651/2021 E. 3.2

3.2. Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieses umfasst namentlich das Recht auf Akteneinsicht (vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1 mit Hinweis). Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche Akten eines Verfahrens, die für dieses erstellt oder beigezogen wurden, ohne dass ein besonderes Interesse geltend gemacht werden müsste (BGE 129 I 249 E. 3) und unabhängig davon, ob aus Sicht der Behörde die fraglichen Akten für den Ausgang des Verfahrens bedeutsam sind (BGE 144 II 427 E. 3.1.1 mit Hinweisen). Ausgenommen sind praxisgemäss Unterlagen, die ausschliesslich für den verwaltungsinternen Gebrauch bestimmt sind und denen für die Behandlung eines Falles keine direkte Relevanz zukommt (BGE 129 V 472 E. 4.2.2). Dazu zählen z.B. Notizen und Aufzeichnungen eines Prüfungsexperten oder Gutachters, die bloss der Vorbereitung der Bewertung bzw. des Gutachtens dienen und in diesen ihre endgültige Fassung finden (vgl. Urteile 2C_694/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 3.3 mit Hinweis; 8C_37/2014 vom 22. Mai 2014 E. 2.1, in: Plädoyer 2014/5 67 mit Hinweisen), oder handschriftliche Notizen des vorsitzenden Richters für die mündliche Urteilsbegründung (Urteil 1B_461/2020 vom 14. Oktober 2020 E. 3.2). Allerdings kann die Behörde im Einzelfall zum Beizug bzw. zur Einsichtsgewährung in solche Unterlagen verpflichtet sein, z.B. wenn dies zur Überprüfung der Bewertung oder des Gutachtens angezeigt erscheint (vgl. bereits zitiertes Urteil 8C_37/2014 vom 22. Mai 2014 E. 2.1 mit Hinweisen; Urteil 1P.544/2003 vom 12. November 2003 E. 5.4), d.h. ihnen (ausnahmsweise) Beweischarakter zukommt.