Citation: I 6/07 21.01.2008 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle zu Recht die Rente rückwirkend teilweise aufgehoben hat. In Frage steht dabei die Höhe des Invalideneinkommens. Während die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 11. September 2001 noch vom im Arbeitgeberbericht vom 2. Juni 2001 angegebenen "jetzigen AHV-beitragspflichtigen Lohn" von Fr. 22'560.- ausgegangen war (ergebend einen Invaliditätsgrad von 58 % unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 54'165.-), legte sie der Verfügung vom 25. April 2005 die vom Arbeitgeber im Bericht vom 16. Dezember 2004 angegebenen effektiv erzielten Einkommen (2002: Fr. 35'700.-, 2003: Fr. 32'000.-, 2004: Fr. 38'000.-) zu Grunde, was im Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von 36 % (2002: Valideneinkommen Fr. 55'515.57), 43 % (Fr. 56'292.79) sowie 33 % (Fr. 56'743.-) ergab. Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, beim von der IV-Stelle berücksichtigten, erzielten Lohn handle es sich teilweise um Soziallohn. Sie verweist dazu erneut auf die bereits im vorinstanzlichen Verfahren aufgelegten Schreiben der Arbeitgeberin vom 2. Juni 2005 sowie der Arbeitskollegen vom 21. Juni 2005. 3.1 Die Rentenverfügung vom 7. Juli 1999 stützte sich in medizinischer Hinsicht auf das ABI-Gutachten vom 10. Dezember 1998, worin die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der damaligen Tätigkeit auf 40 % bei halbtägiger Präsenzzeit geschätzt und dazu ausgeführt wurde, es müsse mit aller Deutlichkeit gesagt werden, dass die jetzige 50%ige Leistungsfähigkeit einerseits nur dank dem grossen Verständnis des Arbeitgebers und andererseits dank der Tatsache, dass die Arbeitnehmerin von gewissen Funktionen dispensiert werde, realisiert werden könne. Die Vorinstanz erwog dazu, in Bezug auf den Gesundheitszustand seien seit der rechtskräftigen Verfügung vom 7. Juli 1999 keine wesentlichen Änderungen auszumachen. Anders als im MEDAS-Gutachten sei die Restarbeitsfähigkeit von Frau Dr. med. F.________ seit dem 15. November 2000 aber auf 50 % geschätzt worden. Berücksichtige man, dass die Versicherte seit der MEDAS-Begutachtung die Arbeitsstelle gewechselt habe und seit dem 15. Januar 2001 auch zu 50 % arbeite, vermöge die Einschätzung der Frau Dr. med. F.________ zu überzeugen. Die Versicherte schöpfe die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit von 50 % voll aus. Die Arbeitgeberin habe bestätigt, diese erbringe bei einer Präsenzzeit von über 50 % eine Arbeitsleistung bis 50 %, weshalb deren Einkommen als angemessen und nicht als Soziallohn erscheine. Daran ändere das Schreiben der Arbeitskollegen, wonach die effektive Leistungsfähigkeit 30 % betrage, nichts, da an den Nachweis von Soziallohn strenge Anforderungen zu stellen sind. 3.2 Die Vorinstanz stellt wie die Verwaltung auf den Arbeitgeberbericht vom 16. Dezember 2004 ab und verneint das Vorliegen von Soziallohn mit der Begründung, die Arbeitgeberin habe bestätigt, dass die Versicherte bei einer Präsenzzeit von über 50 % eine Arbeitsleistung bis 50 % erbringe, was denn auch der von ihr als medizinisch ausgewiesen betrachteten Arbeitsfähigkeit von 50 % entspricht. Vergleicht man jedoch den im Arbeitgeberbericht angegebenen Lohn ohne Gesundheitsschaden von Fr. 4'500.- monatlich (entsprechend einem Jahreslohn von Fr. 54'000.- [Fr. 4'500.- x 12, da gemäss früherem Arbeitgeberbericht kein 13. Monatslohn ausbezahlt wird]) mit den jeweils effektiv erzielten Jahreseinkommen, ergibt dies nicht etwa ein Pensum von 50 %, sondern von 66 % (2002), 60 % (2003) und 70 % (2004) - dies, obwohl im Arbeitgeberbericht gemäss Arbeitsvertrag eine effektive Arbeitszeit von 4 Std./Tag bei einer üblichen Arbeitszeit von 8.5 Std./Tag angegeben wird. Indem die Vorinstanz trotz dieser widersprüchlichen Angaben - und obwohl sie selbst davon ausging, der Gesundheitszustand der Versicherten sei seit 1999 stationär geblieben - keine weiteren Abklärungen dazu getroffen hat, weshalb die Versicherte ohne ausgewiesene Veränderung des Gesundheitszustandes beim gleichen Arbeitgeber seit 2002 plötzlich mehr verdiente als noch im Jahre 2001, hat sie den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig festgestellt, weshalb das Gericht daran nicht gebunden ist (Art. 105 Abs. 2 OG). 3.3 Ob in den effektiv ausbezahlten Jahreslöhnen eine Soziallohnkomponente enthalten ist, lässt sich aufgrund der vorliegenden widersprüchlichen und unvollständigen Unterlagen nicht abschliessend beurteilen. Jedenfalls kann dem Schreiben des Arbeitgebers vom 2. Juni 2005 und dem Schreiben der Arbeitskollegen vom 21. Juni 2005 nicht von vornherein jeglicher Beweiswert abgesprochen und das Vorliegen von Soziallohn nicht ohne weiteres verneint werden. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach entgegen der Einschätzung im ABI-Gutachten auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Frau Dr. med. F.________ abzustellen ist, überzeugt schon deshalb nicht, weil aus deren Berichten nicht ersichtlich ist, inwiefern sich der Gesundheitszustand gegenüber der Begutachtung durch das ABI plötzlich verbessert haben soll. Vielmehr ging auch Frau Dr. med. F.________ davon aus, die Hemianopsie habe eine ausserordentlich starke Behinderung zur Folge, ferner davon, dass bereits im Zeitpunkt der ABI-Begutachtung eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestand. Die Sache ist deshalb an das kantonale Gericht zurückzuweisen, damit es weitere Abklärungen vornehme und hernach neu entscheide.