Citation: 1B_230/2017 E. 3.4

3.4. Die Einschätzung des Obergerichts, dass man unter Ehegatten in der Regel nicht leichthin davon ausgeht, vom Partner in strafrechtlich relevanter Weise hintergangen zu werden und daher Warnzeichen, die daraufhin hinweisen, für Aussenstehende unverständlich lange übersehen werden, erscheint ohne Weiteres vertretbar. Insofern ist auch der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 1 vom Beschwerdegegner 2 am 20. Juni 2012 genötigt worden sein soll, ihm eine Million Franken und einen Diamanten im Wert von Fr. 400'000.-- zu übergeben, kein zwingendes Indiz dafür, dass sie sich ab diesem Datum bewusst gewesen sein musste, vom Gatten hintergangen zu werden. Sie überliess ihm denn auch nach diesem Datum noch mehrere Wertgegenstände treuhänderisch, wie sich aus den neun in der Strafanzeige aufgelisteten Verträgen ergibt. Und auch die Bedeutung des Vermerks "The watch stolen before the wedding" ist ohne nähere Erkenntnisse über die genauen Umstände seiner Entstehung unklar. Daraus kann jedenfalls nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die Beschwerdegegnerin 1 sei bereits vor der Hochzeit davon ausgegangen, dass ihr zukünftiger Ehemann die Uhr gestohlen habe. Diesfalls hätte sie bewusst den Uhrendieb geheiratet, was jedenfalls nicht nahe liegt. Es steht beim jetzigen Stand des Verfahrens somit nicht fest, ob der Strafantrag verspätet war oder nicht. Dies wird im weiteren Verfahren vertieft abzuklären sein. Die Rüge des Beschwerdeführers, es stehe praktisch fest, dass der Strafantrag verspätet sei, eine Prozessvoraussetzung für das Strafverfahren fehle und damit die Beschlagnahme ohne Weiteres hinfällig sei, trifft nicht zu.