Citation: 2C_550/2018 E. 2.1

2.1. Ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn sie (1) mit diesen zusammenwohnen werden (Art. 43 Abs. 1 AuG), (2) der Nachzug innert fünf Jahren und für Kinder über zwölf Jahren innerhalb eines Jahres geltend gemacht wird (Art. 47 Abs. 1 und Abs. 3 lit. b AuG), (3) die Wahrnehmung des Anspruchs nicht rechtsmissbräuchlich erscheint und (4) kein Widerrufsgrund nach Art. 62 AuG vorliegt (Art. 51 Abs. 2 AuG). Obwohl nach der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht mehr zwischen nachträglichem Gesamt- und nachträglichem Teilfamiliennachzug unterschieden wird, muss weiterhin aus familienrechtlichen Gründen der nachziehende Elternteil über das Sorge- bzw. Obhutsrecht verfügen (BGE 137 I 284 E. 2.3.1 S. 290; Urteile 2C_752/2011 vom 2. März 2012 E. 6.1; 2C_132/2011 vom 28. Juli 2011 E. 4). Der Umstand, dass der Beschwerdeführer während den Jahren 2004 bis 2014 weder über die elterliche Sorge noch die Obhut verfügte, ändert nichts am Familienverhältnis, auf das es für den Lauf der Nachzugsfristen im Sinne von Art. 47 Abs. 3 lit. b AuG ankommt. Der Beschwerdeführer hat das Gesuch um Nachzug seiner im massgeblichen Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (BGE 136 II 497 E. 3.4 S. 503) über zwölf Jahre alten Kinder erst am 15. April 2016 und damit nicht innert der durch Art. 47 Abs. 1 AuG festgelegten Jahresfrist gestellt. Das Gesuch um Nachzug der Kinder erfolgte jedenfalls ausserhalb der Frist von Art. 47 Abs. 1 AuG, weshalb für den Nachzug der Kinder wichtige Gründe vorliegen müssen (Art. 47 Abs. 4 AuG).