Citation: 8C_516/2024 E. 3

Gemäss dem Gutachten des Prof. Dr. med. C.________ und der Dr. phil. D.________ vom 14. Juli/2. August 2022 ist die Beschwerdeführerin in der angestammten und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 42 % arbeitsfähig (Anwesenheitsleistung 60 % x Leistungsfähigkeit 70 %). Die Vorinstanz beurteilte anhand der Feststellungen der Gutachter die Indikatoren nach BGE 141 V 281. Weiter erwog sie zusammengefasst, unabhängig vom Ergebnis des strukturierten Beweisverfahrens überzeuge deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht. Laut ihnen sei der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit bloss eine Anwesenheit in einem 60%igen Pensum zumutbar. Die verringerte Anwesenheitsleistung sei der rascheren Erschöpfbarkeit und niedrigen Schwelle für entstehenden Stress geschuldet. Eine raschere Erschöpfbarkeit lasse sich aber gestützt auf die Ausführungen im Gutachten nicht nachvollziehen. Vielmehr gehe aus dem neuropsychologischen (Teil-) Gutachten hervor, dass die Aufmerksamkeitsleistungen ungebrochen gewesen seien. Dies habe sich auch bei der berufspraktischen Vorbereitung gezeigt, sofern die auszuübende Tätigkeit der Beschwerdeführerin zugesagt habe (Bericht der E.________ GmbH, vom 3. September 2020). Im neuropsychologischen Gutachten sei sodann aufgrund der psychopathologischen Symptome und der Einnahme des Benzodiazepins eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Prof. Dr. C.________ habe eine Leistungseinbusse von 30 % bei einem 60%igen Pensum angegeben. Die 30%ige Verringerung habe er mit 20 % aufgrund der kognitiven Leistungseinschränkungen und mit 10 % aufgrund der Psychopathologie erklärt. Damit sei die Psychopathologie ohne Begründung doppelt berücksichtigt worden. Vor allem erscheine jedoch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit als nicht hinreichend begründet. Dem Gutachten sei zu entnehmen, dass die Phobie der Beschwerdeführerin vorwiegend bei zwischenmenschlichen Kontakten auftrete. Dies werfe zumindest die Frage nach einer höheren Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit ohne oder mit wenig Kundenkontakt auf (vgl. den Bericht des behandelnden Psychiaters [richtig: Psychotherapeuten] Dr. sc. F.________, vom 5. Oktober 2018). Prof. Dr. C.________ habe denn auch in der Konsistenzbeurteilung darauf hingewiesen, es lägen keine gleichmässigen Einschränkungen des Aktivitätsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen vor. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit habe er sich damit jedoch nicht auseinandergesetzt, weshalb seine Beurteilung nicht überzeuge. Dies sei jedoch insofern irrelevant, als eine rechtserhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann bewiesen sei, wenn ein stimmiges Gesamtbild vorliege. Hingegen sei von der psychiatrischen Annahme einer Arbeitsunfähigkeit abzuweichen, wenn diese unter dem entscheidenden Gesichtswinkel von Konsistenz und materieller Beweislast der rentenansprechenden Person zu wenig gesichert sei und insofern nicht überzeuge. Dies treffe hier zu, weshalb eine rechtserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht erwiesen sei.