Citation: 8C_788/2019 E. 6.4

6.4. Dr. med. G.________ begründete seine Annahme einer unfallbedingt höchstens zwölfwöchigen Beschwerdedauer damit, dass eine Distorsionsverletzung wie die hier zur Frage stehende erfahrungsgemäss grundsätzlich nur einen bis höchstens drei Monate lang zu den dafür typischen Beschwerden führe. Bei 20 % der Betroffenen hielten diese länger als sechs Monate an, was im Fall des Beschwerdeführers jedoch anhand des einschlägigen fachmedizinischen Prüfungsrasters auszuschliessen sei. Von insgesamt 14 zu beachtenden statistischen Risikofaktoren (wie beispielsweise die Vorerfahrung mit Halswirbelsäulenverletzungen, die initiale Schmerzstärke, die individuelle Schmerzverarbeitung, das Vorliegen psychosozialer Faktoren oder die Aussicht auf eine Kompensation) seien jedenfalls acht nicht dokumentiert beziehungsweise nicht gegeben. Lediglich zwei seien erfüllt (Betroffenheit als Fahrer, Heckaufprall), drei weitere möglicherweise erfüllt. Nach dem 31. August 2018, also mehr als drei Monate nach der Auffahrkollision, habe es mangels eines unfallbedingten Beschwerdesubstrats zudem keiner weiteren vom Unfallversicherer zu gewährenden medizinischen Massnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr bedurft.