Citation: 6B_399/2021 E. 1.5.3

1.5.3. Die Vorinstanz verneint einen persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB. Sie erwägt dazu im Wesentlichen, der Beschwerdeführer unterhalte zu seinem Heimatland nach wie vor stabile Verbindungen. Er verfüge über ein bestehendes familiäres Netzwerk und sei mit der dortigen Sprache und Kultur sowie den dortigen Gegebenheiten nach wie vor vertraut. Wie sein letzter dortiger Aufenthalt von Dezember 2016 bis Februar 2017 zeige, könne er in Nigeria uneingeschränkt ein- und ausreisen. Ihm drohe weder eine Verfolgung noch wäre seine Rückkehr mit anderen völker- bzw. landesrechtlichen Nachteilen verbunden. Die Resozialisierungschancen im Herkunftsland seien grundsätzlich gut. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass der Beschwerdeführer auf dem Arbeitsmarkt in Nigeria - anders als in der Schweiz - Fuss fassen könne und es ihm gelingen werde, eine Existenz aufzubauen (angefochtenes Urteil S. 54). Die Integration des Beschwerdeführers, seine finanziellen Verhältnisse, sein Gesundheitszustand, die Möglichkeit der Wiedereingliederung im Herkunftsland, die sozialen Eingliederungsaussichten, die Rückfallgefahr und seine strafrechtliche Vorbelastung - insbesondere die mit einer Freiheitsstrafe von 6 ¾ Jahren sanktionierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz - sprächen gegen die Annahme eines schweren persönlichen Härtefalls (angefochtenes Urteil S. 55). Der Ehefrau und der gemeinsamen Tochter, welche ebenfalls nigerianische Staatsangehörige seien und Igbo sowie Englisch sprächen, sei es zumutbar, nach Nigeria zu ziehen und das Familienleben mit dem Beschwerdeführer dort fortzusetzen. Die Ehefrau des Beschwerdeführers habe ebenfalls Verbindungen zu Nigeria. Die Tochter des Beschwerdeführers befinde sich mit neun Jahren noch im anpassungsfähigen Alter. Sollte sich die Ehefrau des Beschwerdeführers gegen eine Ausreise entscheiden, stünde es ihr und der Tochter offen, den Kontakt zum Vater durch Kommunikationsmittel oder Besuche aufrechtzuerhalten. Dies gelte erst recht für den volljährigen Sohn des Beschwerdeführers. Soweit ersichtlich bestehe zwischen ihm und seinem Vater keine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung, weshalb er nicht zur Kernfamilie gehöre (angefochtenes Urteil S. 54 f. und S. 56). Selbst bei Annahme eines persönlichen Härtefalls würde die Interessenabwägung nicht zugunsten des Beschwerdeführers ausfallen, da unter den gegebenen Umständen das öffentliche Interesse an der Landesverweisung gegenüber dem privaten Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz klar überwiege (angefochtenes Urteil S. 56).