Citation: 4A_186/2021 E. 6

Die Beschwerdeführerin bringt schliesslich vor, D.B.________ habe bestätigt, dass der Anteil des 13. Monatslohns der Beschwerdegegnerin drei Mal in bar an C.B.________ übergeben worden sei. Gestützt auf das Vertrauensverhältnis habe sie sehr wohl davon ausgehen dürfen, dass mit der Zahlung an den Ehemann ihre Leistungspflicht erfüllt sei, zumal die Beschwerdegegnerin die angeblich ausstehenden Monatslöhne nicht eingefordert habe. Die Vorinstanz habe sich nicht zu den Barzahlungen geäussert. Sie erachte diese offenbar als nicht erfolgt, ohne dies zu begründen. Auch dieser Vorwurf ist unbegründet. Es ist zwar richtig, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid nicht spezifisch auf die drei Barzahlungen einging. Die Vorinstanz legte aber dar, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ihr Lohnkonto bekannt und damit zu verstehen gegeben habe, dass sie ihren Lohn auf dieses Konto ausbezahlt haben möchte. Weder der Arbeitgeberin noch einem Dritten (hier dem Ehemann) stehe das Recht zu, eine andere Verfügung über die Lohnauszahlung zu treffen. Diese vorinstanzlichen Erwägungen stellt die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht zu Recht nicht in Frage, zumindest nicht hinreichend. Die Beschwerdeführerin durfte damit den 13. Monatslohn nicht in bar an den Ehemann der Beschwerdegegnerin ausbezahlen, sondern der Lohn war - mangels nachgewiesener anderer Abrede - auf das Konto der Beschwerdegegnerin zu überweisen. Durch die unzulässigen Barauszahlungen konnte sich damit bei der Beschwerdeführerin grundsätzlich auch kein Vertrauensverhältnis ergeben, wonach sie durch die Zahlung an den Ehemann ihrer Lohnzahlungspflicht nachgekommen wäre. Zumindest legt die Beschwerdeführerin mit ihren pauschalen, nicht weiter begründeten Ausführungen nicht hinreichend dar, inwiefern sie unter den vorliegenden Umständen von einem solchen hätte ausgehen dürfen. Soweit sich die Beschwerdeführerin erneut auf die mangelnde Opposition der Beschwerdegegnerin stützt, kann auf das oben Gesagte verwiesen werden (Erwägung 4.1).