Citation: 8C_38/2021 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hat nach einlässlicher Darstellung der medizinischen Unterlagen erkannt, zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit sei auf das in allen Teilen beweiskräftige psychiatrische Gutachten des Dr. med. G.________ abzustellen. Er lege in Übereinstimmung mit dem Austrittsbericht des Spitals F.________ vom 9. November 2018 dar, dass keine depressive, sondern eine Persönlichkeitsstörung vorliege. Es könne entgegen der Auffassung des Dr. med. H.________ nicht gesagt werden, die Symptomatik sei erst im 30. Lebensjahr aufgetreten und die Diagnostik daher nicht überzeuge. Die Beschwerdeführerin habe gegenüber Dr. med. G.________ erwähnt, sie sei ein übervorsichtiges und schüchternes Kind gewesen, das leicht kränkbar gewesen sei. Gemäss Austrittsbericht der Tagesklinik I.________ vom 17. Juli 2014 sei sie sehr stolz darauf, dass sie die Ausbildung zur Krankenschwester auf Druck der Mutter nicht abgebrochen und erfolgreich abgeschlossen habe. Eine erste stationäre psychosomatische Behandlung habe sie 2001/2002 wegen einer Essstörung nach einem Schwangerschaftsabbruch beansprucht. All diese Hinweise seien in Zusammenhang mit der ängstlich-vermeidenden und unsicheren Persönlichkeitsstruktur zu sehen. Daher sei die Schlussfolgerung des Dr. med. G.________, die geltend gemachten depressiven Symptome seien Ausdruck der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung, nachvollziehbar. Weiter hat das kantonale Gericht erwogen, Dr. med. G.________ habe plausibel begründet, weshalb die Beschwerdeführerin retrospektiv betrachtet für die Zeit ab Mai 2011 in der angestammten Tätigkeit bei ganztägiger Anwesenheit zu 80 % arbeitsfähig gewesen sei. Die hiezu in Widerspruch stehenden echtzeitlichen Einschätzungen seien unter anderem wegen jeweils fehlender objektivierbarer psychopathologischer Befunde nicht nachvollziehbar. Sie stützten sich fast vollständig auf die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin. Soweit Dr. med. H.________ in der Stellungnahme vom 16. April 2020 eine anderslautende Auffassung vertrete, könne dieser kein Beweiswert zuerkannt werden. Zunächst habe auch er eine Arbeitsfähigkeit von 80 % für vertretbar gehalten (Bericht vom 24. Juli 2013). Später, nach den Behandlungen in den Kliniken J.________, Tagesklinik der Psychiatrie, sowie K.________, habe er sich ausser Stande gesehen, vom Schreibtisch aus die Arbeitsfähigkeit einzuschätzen. Immerhin habe er eine geeignete berufliche Wiedereingliederung als stabilitätsfördernd angesehen (Bericht vom 29. Juni 2015). Nachdem verschiedene Wiedereingliederungsversuche erfolglos geblieben seien, habe er vorgeschlagen, der Beschwerdeführerin für die Dauer von zwei Jahren eine Rente zuzusprechen, damit für diese Zeit der Druck herausgenommen werde, um sich persönlich und beruflich neu orientieren zu können (Bericht vom 22. August 2016). Im Bericht vom 12. Juli 2017 habe Dr. med. H.________ die Frage aufgeworfen, ob in der Innerschweiz für die berufliche Reintegration der Beschwerdeführerin überhaupt geeignete Möglichkeiten bestünden. Diese Äusserungen zeigten, dass Dr. med. H.________ auch krankheitsfremde Faktoren (Migration, Abstinenz vom Arbeitsmarkt, Lage des Arbeitsmarktes, persönliche Berufswünsche) berücksichtige, die zwar die Motivation der Beschwerdeführerin beeinträchtigen könnten, sich in den Arbeitsmarkt einzugliedern, die in die medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit jedoch nicht einfliessen dürften, wie Dr. med. G.________ zutreffend festgehalten habe. Weiter hat das kantonale Gericht erkannt, die Auskünfte der Fachleute, welche die beruflichen Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hätten, sprächen ebenfalls nicht gegen die von Dr. med. G.________ retrospektiv ab Mai 2011 eingeschätzte Arbeitsfähigkeit. Aus den jeweiligen Abschlussberichten gehe hervor, dass sie sich darum bemüht hätten, der Beschwerdeführerin diejenigen Voraussetzungen zu bieten, die sie selber für eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt als optimal betrachtet habe. Mit dem Umstand, dass diese die jeweils vereinbarten Ziele in Bezug auf die Arbeitsleistung nicht habe erreichen können, habe sich Dr. med. G.________ ebenfalls auseinandergesetzt. Zu der sich stellenden Frage, inwieweit die Entwicklung des Gesundheitszustands mit den Eingliederungsschwierigkeiten (subjektive geäusserte Beschwerden wie Schlafstörungen, innere Unruhe, Lärmempfindlichkeit, Reizüberflutung, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung) in Zusammenhang stehe, seien die Auskünfte der an den beruflichen Eingliederungsmassnahmen beteiligten Fachpersonen aus psychiatrischer Sicht zu wenig präzise. Sie beruhten im Wesentlichen auf den Angaben der Beschwerdeführerin.