Citation: 6B_1077/2020 E. 1.5.4

1.5.4. Seine fehlenden Integrationsbemühungen kann der Beschwerdeführer nicht mit den Argumenten relativieren, er habe versucht, eine Massnahme für junge Erwachsene zu absolvieren, und er habe die Freiheitsstrafe ohne Anstände verbüsst. Sein (erstes) Gesuch um vorzeitigen Massnahmenantritt liess der Beschwerdeführer wie erwähnt erst spät am 16. April 2019 stellen, als sein Begehren um bedingte Entlassung aus dem vorzeitigen Strafvollzug abgewiesen worden war; er trug die Massnahme zudem nur widerwillig mit (vgl. E. 1.5.3 oben). Die Massnahme für junge Erwachsene unterscheidet sich sodann als eigentliche Sozialtherapie entgegen der beschwerdeführerischen Ansicht deutlich von der Freiheitsstrafe (vgl. etwa MARIANNE HEER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 7 zu Art. 61 StGB mit Hinweisen), weshalb diese nicht einfach durch jene ersetzt werden kann. Angesichts dessen und nachdem der Beschwerdeführer nahezu von Beginn weg gegen eine solche Massnahme opponierte, lässt sich seine Verweigerungshaltung überdies ebensowenig mit seiner weiteren Begründung rechtfertigten, das Weiterführen der stationären Massnahme hätte zu einem schuldüberschreitenden Freiheitsentzug geführt. Ebenfalls als unbehelflich erweisen sich die Vorbringen, der Beschwerdeführer sei heute von einem positiven Wandel ergriffen, habe mithin eine Lehre zugesagt erhalten und inzwischen selbst einen Therapieplatz in einer Tagesklinik in einer ihm passenden (ambulanten) Therapieform gefunden bzw. ein erstes entsprechendes Behandlungsprogramm bereits absolviert (act. 8 f.). Mit dem Einwand der zugesicherten Lehre wiederholt der Beschwerdeführer sein bereits vor der Vorinstanz angeführtes Argument, ohne sich mit den diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen konkret auseinanderzusetzen (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.16 S. 26, E. 4.24 S. 33). Der aktuelle (ambulante) Therapieplatz stellt alsdann wie in E. 1.5.1 oben erwähntein neues Vorbringen dar, das als echtes Novum nicht zu beachten ist. Auf diese Vorbringen ist daher nicht weiter einzugehen. Ohnehin vermögen auch sie die vorinstanzliche Würdigung nicht als bundes- oder völkerrechtswidrig auszuweisen. Gemäss der zusammenfassenden Darstellung in E. 1.5.3 oben kam dem Beschwerdeführer die von ihm verlangte zweite Chance, in der Schweiz eine Lehre anzutreten, bereits zu; selbst noch nach seiner Inhaftierung hätte er im Rahmen des vorzeitigen Massnahmeantritts die sich ihm bietende Gelegenheit nutzen und seinen Ausbildungs- und Änderungswillen unter Beweis stellen können, was jedoch grundlos unterblieb. Die selbständige Wahl einer ihm passenden ambulanten (anstelle der gutachterlich indizierten, aber einschränkenderen stationären) Therapieform entspricht ferner dem Verhaltensmuster des Beschwerdeführers, das er gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz bereits im bisherigen Verlauf des Strafverfahrens zeigte und in welchem die Vorinstanz nachvollziehbar ein gewisses taktiererisches Kalkül erkannte (vgl. wiederum E. 1.5.3 oben).