Citation: 8C_345/2022 E. 5.2

5.2. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers kann bei dieser Ausgangslage aber andererseits keineswegs schon von einer Unverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit ausgegangen und eine ganze Rente zugesprochen werden. Die IV-Stelle hat keine Eingliederungsmassnahmen durchgeführt, was von der Vorinstanz zwar als "ungebührliche Verzögerung des Verfahrens" kritisiert wird. Wenn im angefochtenen Entscheid dennoch ohne Weiteres - unter pauschalem Verweis auf die Schadenminderungs- und Selbsteingliederungspflicht - die fachärztliche Prognose einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Beschäftigung als Grundlage für die Rentenberechnung herangezogen wird, ist dies mit Blick auf die Rechtslage nicht zulässig. Bevor die Rentenfestsetzung auf der Basis der prognostizierten 50%igen Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden könnte, müsste der Beschwerdeführer entweder erfolgreich an entsprechenden Eingliederungsmassnahmen teilgenommen haben (vgl. E. 5.3 hiernach) oder in einem entsprechenden Mahn- und Bedenkzeitverfahren erfolglos auf seine Pflichten im Rahmen der beruflichen Eingliederung hingewiesen worden sein (vgl. E. 5.4 nachfolgend).