Citation: 4A_447/2018 E. 7.1.2

7.1.2. Die Vorinstanz hielt fest, zunächst sei zu prüfen, ob es sich bei der Zahlung vom 2. Mai 2011 um eine Akontozahlung handle, wofür die Beschwerdegegnerin die Behauptungs- und Beweislast trage. Die Beschwerdegegnerin fordere den von ihr geleisteten Betrag in der Höhe von Fr. 216'000.-- (inkl. MWST) zurück und stelle diesen zur Verrechnung. Hierzu führe sie aus, es habe sich bei der Zahlung vom 2. Mai 2011 von Fr. 200'000.-- (exkl. MWST) um eine Akontozahlung gehandelt. Da ohnehin in diesem Zeitpunkt noch Akontozahlungen ausgestanden hätten, sei es für sie nicht von Bedeutung gewesen, unter welchem Titel die Zahlung erfolgt sei, da sie ohnehin als unpräjudiziell bezeichnet worden sei. Die Zahlung sei nicht gerechtfertigt gewesen und habe einzig auf Kulanz basiert. Eine Anerkennung der Schuld habe schon deshalb nicht erfolgen können, weil sie damals gar nicht im Besitz der notwendigen Unterlagen gewesen sei, welche eine Bauablaufstörung aufgezeigt hätten. Sie habe stets darauf beharrt, die Zahlung erfolge einzig, um die Zusammenarbeit nicht zu gefährden. Die Beschwerdeführerinnen brächten dagegen vor, bei der geleisteten Zahlung habe es sich um eine Abschlags- und nicht um eine Akontozahlung gehandelt. Die Rechnung sei als normale Rechnung und nicht als Akontorechnung gestellt worden. Die Vorinstanz erwog, in den von F.________ (damaliger zuständiger Projektleiter der Beschwerdeführerinnen) verfassten und von ihm unterzeichneten Schreiben vom 6. April 2011 stehe wörtlich: "Dafür, dass Sie sich bereit erklärt haben für unsere Mehrforderungen eine Akontozahlung in der Höhe von Fr. 200'000.-- zu leisten, bedanken wir uns (...) ". Und weiter "[d]ie Zahlung von Fr. 200'000.-- betrachten wir als Akontozahlung (...) ". Aus diesem Schreiben gehe unmissverständlich hervor, dass es sich nach der Meinung von F.________ bei der Zahlung um eine Akontozahlung gehandelt habe. Dies habe er mit dem entsprechenden Schreiben gegenüber der Beschwerdegegnerin auch kundgetan. F.________ habe als Hilfsperson für die Beschwerdeführerin 1 gehandelt. Die Beschwerdeführerinnen, welche dieser Auffassung nicht widersprochen hätten, müssten sich dies entgegenhalten lassen. Gründe, weshalb F.________ von einer falschen Annahme ausgegangen sei, seien überhaupt nicht vorgebracht worden und auch nicht ersichtlich. Mithin sei von einem Konsens auszugehen, dass es sich um eine Akontozahlung gehandelt habe. Da es sich um eine Akontozahlung handle, sei der Rückforderungsanspruch betreffend der zu viel geleisteten Akontozahlung vertraglicher Natur. Da die Beschwerdeführerinnen auch nicht geltend machen würden, die Zahlung sei zur Begleichung einer konkreten anderen Schuld erfolgt, könne die Zahlung folglich zur Verrechnung gestellt werden.