Citation: 2C_480/2013 E. 4.4.3

4.4.3. Losgelöst vom Familienleben kann bei einer sehr langen Anwesenheit der Schutzbereich des Privatlebens betroffen sein (vgl. z.B. Urteile des EGMR Shala gegen Schweiz vom 15. November 2012, § 40; Gezginci gegen Schweiz vom 9. Dezember 2010, § 57; Üner gegen Niederlande vom 18. Oktober 2006, Recueil CourEDH 2006-XII S. 159 § 59). Der Gerichtshof stellt im Zusammenhang mit einer allfälligen Verletzung von Art. 8 EMRK jedoch nicht allein auf die Dauer der bisherigen Anwesenheit ab, sondern nimmt stets eine Gesamtwürdigung anhand aller erheblichen Umstände vor (vgl. z.B. Urteil Gezginci, § 60 ff.). Das Bundesgericht seinerseits lehnt es in konstanter Rechtsprechung ab, über das Recht auf Achtung des Privatlebens schematisch von einer bestimmten Aufenthaltsdauer auf einen Anwesenheitsanspruch zu schliessen. Aus der genannten Garantie kann losgelöst vom Familienleben nur unter besonderen Umständen ein Recht auf Verbleib in der Schweiz abgeleitet werden. Eine lange Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration genügen für sich allein nicht; es bedarf hierfür vielmehr besonders intensiver, über eine normale Integration hinausgehender privater Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. entsprechender vertiefter sozialer Beziehungen zum ausserfamiliären Bereich (BGE 130 II 281 E. 3.2 S. 286 ff.; 126 II 377 E. 2c S. 384 ff.; Urteile 2C_28/2012 vom 18. Juli 2012 E. 3.5.4; 2C_1026/2011 vom 23. Juli 2012 E. 4.3).