Citation: 5A_880/2020 E. 2.3.3

2.3.3. Weiter moniert der Beschwerdeführer, er habe bewusst die selbständige Klage erhoben, weil seine Mutter sich nicht mehr als Partei in einem Verfahren mit dem Beschwerdegegner habe auseinandersetzen wollen. Dieses Argument überzeugt nicht. Ebenso wie auch die selbständige Unterhalts (abänderungs) klage in Prozessstandschaft geführt werden kann (vgl. BGE 145 III 393 E. 2.3 und E. 2.7), hätte es dem Beschwerdeführer umgekehrt auch mit der Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils offengestanden, in eigenem Namen zu klagen (Art. 134 Abs. 2 i.V.m. Art. 286 Abs. 2 ZGB; BÜCHLER/CLAUSEN, in: FamKomm Scheidung, 3. Aufl. 2017, N. 77 zu Art. 134 mit Art. 315a/b ZGB; FOUNTOULAKIS/BREITSCHMID, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, 6. Aufl. 2018, N. 5c zu Art. 134 ZGB; MEIER/STETTLER, Droit de la filiation, 6. Aufl. 2019, Rz. 1518). Zwar weist der Beschwerdeführer zu Recht darauf hin, dass das Bundesgericht in BGE 142 III 153 E. 2.4 festhielt, das Kind sei in eherechtlichen Verfahren nicht Partei. Diese Aussage bezog sich indessen auf ein Scheidungsverfahren, in welchem sich (nur) die Ehegatten als Parteien gegenüberstanden, und nicht auf das vom Kind für seinen Unterhalt angestrengte Abänderungsverfahren. Darüber hinaus legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich, inwiefern er mit nicht einmal neun Jahren im Zeitpunkt der Einreichung seines Schlichtungsgesuchs in der Lage gewesen sein will, ohne Unterstützung seiner Mutter den Prozess auf Abänderung des Kindesunterhalts zu führen (vgl. auch MEIER/STETTLER, a.a.O., Rz. 1492, welche im Kontext der selbständigen Unterhaltsklage die Frage aufwerfen, wie sinnvoll es aus psychologischer Sicht ist, ein urteilsfähiges Kind alleine klagen zu lassen). Insofern ist nicht einsichtig, inwiefern seine Mutter sich weniger mit dem Verfahren auseinanderzusetzen gehabt haben soll als wenn sie als Prozessstandschafterin in eigenem Namen geklagt hätte.