Citation: 6B_141/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, so kann jede Person, die durch sie verletzt worden ist, die Bestrafung des Täters beantragen (Art. 30 Abs. 1 StGB). Der Strafantrag gemäss Art. 30 StGB ist nach der Rechtsprechung die bedingungslose Willenserklärung des Verletzten, es solle für einen bestimmten Sachverhalt Strafverfolgung stattfinden (BGE 147 IV 199 E. 1.3; 141 IV 380 E. 2.3.4; 131 IV 97 E. 3.1; je mit Hinweisen). Es obliegt jedoch den Strafverfolgungsbehörden, den zur Anzeige gebrachten Sachverhalt rechtlich zu qualifizieren und einzuordnen (Urteil 6B_941/2019 vom 14. Februar 2020 E. 1.5). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, ergibt sich aus den anlässlich der Anzeigeerstattung vom 12. Januar 2018 schriftlich festgehaltenen Aussagen der Beschwerdegegnerin 2, dass sie den gesamten Vorfall des gleichen Tages im Hauseingang ihres Wohnortes zur Anzeige bringen wollte und in ihren eigenen Worten auch schilderte, wie ihr Mann die Eingangstüre mit dem Fuss blockiert habe, während sie von innen dagegen gedrückt und um Hilfe geschrien habe (kantonale Akten, Untersuchungsakten act. S2/3 S. 2). Dass im Strafantragsformular vom gleichen Tag neben den Tatbeständen der Sachbeschädigung und der Tätlichkeiten kein weiterer Straftatbestand erwähnt wurde (kantonale Akten, Untersuchungsakten act. S2/2), ist nicht ausschlaggebend. Für die Annahme, dass nach dem Willen der Beschwerdegegnerin 2, als juristischer Laie, das in engem Zusammenhang mit den Tätlichkeiten und der Sachbeschädigung stehende weitere Delikt des Hausfriedensbruchs von der Strafverfolgung ausgeschlossen werden sollte, gibt es keine Anhaltspunkte.