Citation: 1C_3/2022 E. A

Am 10. November 2020, ergänzt am 4. Mai 2021, ersuchte das Justizministerium Hessen die Schweiz um Auslieferung des deutschen Staatsangehörigen A.________ für die ihm im Haftbefehl des Landgerichts Wiesbaden vom 26. Oktober 2020 und dem Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 9. März 2021 zur Last gelegten Straftaten. A.________ wird zusammengefasst vorgeworfen, im Zusammenhang mit sogenannten "Cum-Ex-Geschäften" in den Jahren 2006 bis 2008 gemeinsam mit weiteren Angeklagten ungerechtfertigte Steuerrückerstattungen in der Höhe von insgesamt EUR 113'306'345.87 erlangt zu haben. Am 23. Februar 2021 ersuchte das Justizministerium Nordrhein-Westfalen gestützt auf den Haftbefehl des Landgerichts Bonn vom 25. November 2020 ebenfalls um Auslieferung von A.________. Auch im nordrhein-westfälischen Strafverfahren wird A.________ im Zusammenhang mit "Cum-Ex-Geschäften" verdächtigt, gemeinsam mit weiteren Angeklagten von 2007 bis 2013 unrechtmässige Steuerrückzahlungen von insgesamt EUR 278'586'998.09 erwirkt und davon EUR 27'333'988.-- für sich vereinnahmt zu haben. Die Angeklagten sollen im Wesentlichen über mehrere Jahre Aktien-Leerverkäufe um den Dividendenstichtag getätigt und dadurch Kapitalertragsteuerbescheinigungen generiert haben, worauf die bescheinigte Kapitalertragsteuer nebst Solidaritätszuschlag vom deutschen Finanzamt angerechnet und ausgezahlt worden sei, obwohl bei der Durchführung der Geschäfte kein Steuereinbehalt stattgefunden habe. Dabei soll A.________, ein früherer Finanzbeamter, unter anderem nicht nur das deutsche Finanzamt, sondern auch Investoren arglistig getäuscht haben. Am 30. Juni 2021 erliess das Bundesamt für Justiz einen Auslieferungshaftbefehl gegen A.________. Am 7. Juli 2021 verhaftete ihn die Kantonspolizei Graubünden. Anlässlich der gleichentags durchgeführten Einvernahme widersetzte sich A.________ einer vereinfachten Auslieferung an Deutschland. Mit Schreiben vom 7. Juli 2021, ergänzt am 9. und 15. Juli 2021 beantragte A.________ beim Bundesamt für Justiz seine Haftentlassung unter Ersatzmassnahmen, worauf dieses am 16. Juli 2021 nicht eintrat. Eine gegen den Auslieferungshaftbefehl an das Bundesstrafgericht erhobene Beschwerde, wies dieses am 5. August 2021 ab. Mit Auslieferungsentscheid vom 20. August 2021 bewilligte das Bundesamt für Justiz die Auslieferung von A.________. Dagegen erhob A.________ am 22. September 2021 Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, welche die Beschwerde am 20. Dezember 2021 abwies.