Citation: I 227/99 10.10.2000 E. 4

4.- Entgegen dem Bundesamt schliesst der Umstand, dass die Beschwerdeführerin vor Beginn der erstmaligen beruflichen Ausbildung zur kaufmännischen Angestellten am 6. Februar 1995 eine ganze ausserordentliche Invalidenrente bezog und auf Grund der Überentschädigungsverbotsregelung des Art. 40 UVG keine Taggelder der Unfallversicherung zur Ausrichtung gelangten, die Anwendung des Art. 25bis IVG nicht aus. Dies ergibt sich aus dem Vorrang dieser Besitzstandsnorm vor den allgemeinen koordinationsrechtlichen Bestimmungen bei Zusammentreffen von mehreren Leistungen der Invalidenversicherung (BGE 120 V 177) und daraus, dass Art. 25bis IVG auch während der Eingliederung spielt, indem namentlich allfällige Erhöhungen des Taggeldes der Unfall- versicherung, welche der Unfallversicherer im Hinblick auf die mutmassliche Lohnentwicklung gestützt auf Art. 23 Abs. 7 UVV vorgenommen hätte, zu berücksichtigen sind (BGE 119 V 121 und AHI 1999 S. 49 Erw. 5c). Dass vor der am 6. Februar 1995 begonnenen erstmaligen beruflichen Ausbildung zur kaufmännischen Angestellten keine Taggelder der Unfallversicherung ausgerichtet worden waren, weil die Differenz zwischen Sozialversicherungsleistungen (Taggeld der Unfallversicherung plus Invalidenrente/Tag) und (mutmasslich) entgangenem Verdienst (Lehrlingslohn) grösser war als das Taggeld der Unfallversicherung, und daher das Taggeld der Invalidenversicherung zunächst nach Massgabe der Art. 20ter Abs. 2 und 3 IVV festgesetzt wurde, ist somit nicht entscheidend für die Frage der Anwendbarkeit des Art. 25bis IVG für die Zeit ab 1. August 1996. In diesem Zusammenhang kann im Übrigen offen bleiben, ob Rz 2046 WTG in der bis 28. Februar 1998 gültig gewesenen Fassung, gestützt darauf die IV-Stelle das Taggeld bereits ab 1. April 1996 neu auf der Grundlage des Art. 21bis Abs. 3 IVV (und Art. 19 IVV für die Zeit ab 6. Juli 1998; vgl. Meyer-Blaser, a.a.O., S. 179) zusprach, verordnungskonform ist (vgl. nunmehr Rz 2040 WTG). Das soeben Gesagte gälte schliesslich in gleicher Weise, wenn der Beschwerdeführerin bei gegebenen Voraussetzungen nicht eine Rente, sondern ein Taggeld für die Wartezeit bis zum Beginn der Eingliederungsmassnahme nach Massgabe von Art. 18 IVV (in Verbindung mit Art. 22 Abs. 3 IVG) ausgerichtet worden wäre (vgl. BGE 116 V 86).