Citation: 6B_986/2017 E. 1.3.3

1.3.3. Eine öffentliche Beschaffung liegt vor, wenn das Gemeinwesen als Nachfrager und private Unternehmer als Anbieter miteinander in rechtsgeschäftlichen Kontakt treten. Das Gemeinwesen erwirbt dabei von Privaten gegen Entgelt Sachmittel oder Dienstleistungen, die es zur Erfüllung seiner öffentlichen Aufgaben benötigt (Urteil 2C_198/2012 vom 16. Oktober 2012 E. 5.1.2, publ. in: ZBl 115 2014 S. 151 ff.; ferner HÄNNI/STÖCKLI, Schweizerisches Wirtschaftsverwaltungsrecht, 2013, N 706; PETER GALLI et al., Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. 2013, N 107). Dies erfolgt im Rahmen von gesetzlich festgelegten Beschaffungsverfahren. Auf Bundesebene ist das Verfahren im Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen vom 16. Dezember 1994 (BöB; SR 172.056.1), welches der Umsetzung des Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. April 1994 (GATT/WTO-Übereinkommen [Government Procurement Agreement, GPA]; SR 0.632.231.422) dient, und der Verordnung des Bundesrates über das öffentliche Beschaffungswesen vom 11. Dezember 1995 (VöB; SR 172.056.11) geregelt.