Citation: 4A_402/2008 11.11.2008 E. 5

In einem zweiten Rügenkomplex wendet sich die Beschwerdeführerin dagegen, dass die Vorinstanz auf das Gerichtsgutachten abgestellt und von der beantragten Anordnung eines weiteren Gutachtens abgesehen hat. Sie habe dadurch § 183 ZPO/LU "nicht richtig angewendet". 5.1 § 183 ZPO/LU lautet wie folgt: "1 Der Sachverständige erstattet ein schriftliches Gutachten, soweit nicht der Richter eine mündliche Aussage für genügend hält. 2 Der Richter gibt den Parteien Gelegenheit, zum Gutachten Stellung zu nehmen und Anträge nach Absatz 3 zu stellen. 3 Der Richter kann von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei a. dem Sachverständigen ergänzende Fragen unterbreiten, b. einen neuen Sachverständigen beiziehen, wenn ernsthafte Zweifel an der Schlüssigkeit oder Vollständigkeit des Gutachtens angebracht sind." 5.2 Das Bundesgericht kann die Verletzung kantonalen Prozessrechts nicht frei prüfen, sondern nur insofern, als darin ein Verstoss gegen Bundesrecht, namentlich das Willkürverbot zu erblicken ist (vgl. Art. 95 BGG). Mit der Rüge, die Vorinstanz habe § 183 ZPO/LU "nicht richtig angewendet", ist die Beschwerdeführerin daher nicht zu hören. Sie hat vielmehr Willkür aufzuzeigen. Ihre Kritik betreffend Gerichtsgutachten vermag jedoch grösstenteils den Begründungsanforderungen an eine Willkürrüge nicht zu genügen und hat daher insoweit unbeachtet zu bleiben. Dies gilt namentlich für die unter Ziffer 17.1 der Beschwerde angeführten "Hinweise", die sich im Wesentlichen in einer eigenen Sachverhaltsdarstellung erschöpfen. Die Beschwerdeführerin kann auch mit ihren Einwendungen betreffend das von der Vorinstanz als "unzulässige Zeugenbescheinigung" zurückgewiesene Schreiben der Bank I.________ vom 25. Juni 2008 nicht gehört werden, das die fachliche Qualifikation von H.________ von der Bank I.________, der für die Beschwerdeführerin ein weiteres Privatgutachten erstellt hatte, bescheinigen sollte. Die Beschwerdeführerin führt diesbezüglich nur aus, die Einstufung als unzulässige Zeugenbescheinigung verstosse gegen wichtige Beweisregeln, was willkürlich sei. Da sie nicht darlegt, inwiefern dies willkürlich sei, vermag sie den Begründungsanforderungen nicht zu genügen. 5.3 Die Beschwerdeführerin ist weiter der Meinung, das Gerichtsgutachten sei mit offensichtlichen Mängeln behaftet. Es zeigten sich klare Widersprüche zur tatsächlichen Situation, was zu einem unhaltbaren Ergebnis führe. So würden sich die beigezogenen "Vergleichsgrundstücke" hinsichtlich der Grösse wesentlich unterscheiden und lägen in sehr unterschiedlichen Bauzonen. Die Vorinstanz habe übersehen, dass die angeführten Vergleichsparzellen keine effektiven Vergleichsgrundstücke seien. Die Vorinstanz entgegnete zu diesem Einwand, die Beschwerdeführerin mache keine Ausführungen, inwiefern die Parzellengrösse den Quadratmeterpreis verändere. Die blosse Auflistung der Flächen der Vergleichsgrundstücke sei deshalb noch kein Grund, an der Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens zu zweifeln. Es kann der Vorinstanz keine Willkür angelastet werden, wenn sie erwog, die Beschwerdeführerin hätte sich nicht mit der blossen Auflistung der Parzellengrössen begnügen dürfen, sondern aufzeigen müssen, dass und inwieweit die unterschiedliche Grösse sich wertsteigernd oder wertmindernd auswirken würde. Den Unterschieden betreffend Zoneneinteilung trug der Gerichtsexperte mit Korrekturfaktoren Rechnung. Die Vorinstanz hielt dafür, weder die Beschwerdeführerin noch der Experte H.________ würden substantiiert vortragen oder beweisen, dass andere Korrekturfaktoren hätten berücksichtigt werden müssen. Inwiefern diese Erwägung der Vorinstanz willkürlich sein soll, zeigt die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich auf. 5.4 Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, dass es den "Vergleichsgrundstücken" auch in zeitlicher Hinsicht an Kongruenz fehle, da sie alle "Nutzen- und Schadenangangsdaten" aufwiesen, die mehr als ein Jahr vor bzw. nach dem August 1992 lägen. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, dass sie diese Beanstandung schon vor der Vorinstanz vorgebracht hat, und es fehlen denn auch diesbezügliche tatsächliche Feststellungen im angefochtenen Urteil. Eine Überprüfung dieses Einwands ist daher nicht möglich. 5.5 Schliesslich kritisiert die Beschwerdeführerin, dass der Gerichtsexperte im Gegensatz zum Privatexperten H.________ keine Wirtschaftlichkeitsprüfung vorgenommen habe. Wenn der Experte den Aspekt der Wirtschaftlichkeit ausblende, entspreche dies nicht den heute massgebenden wissenschaftlichen oder fachtechnischen Anforderungen. Sie äussert damit lediglich ihre eigene Meinung, ohne aber auf die Erwägungen der Vorinstanz einzugehen und Willkür aufzuzeigen. Die Vorinstanz erwog, der Gerichtsgutachter sei beauftragt worden, den Verkehrswert des besagten Grundstücks zu schätzen und nicht dessen Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Der Privatgutachter H.________ habe die vom Gerichtsexperten angewandte Richtwertmethode in ihrer Ganzheit fundiert und nachvollziehbar befolgt erachtet. Dass der Gerichtsexperte sein Resultat nicht mit einer Wirtschaftlichkeitsprüfung kontrolliert habe, sage über dessen Richtigkeit noch nichts aus. Auf dem zu schätzenden Grundstück seien Eigentumswohnungen gebaut worden. Die Berechnungen des Privatexperten H.________ basierten aber auf einem Mietobjekt, wobei er einräume, dass bei Eigentumswohnungen Wertanpassungen zu prüfen seien. Wie gross die entsprechenden Korrekturen wären, ergebe sich nicht aus den Akten. Deshalb sah sich die Vorinstanz durch das von H.________ erstellte Gutachten nicht zu Zweifeln am Gerichtsgutachten veranlasst. Es ist kein Grund dargetan, weshalb dies als willkürlich zu beanstanden wäre. 5.6 Zusammenfassend gelingt es der Beschwerdeführerin nicht, eine willkürliche Anwendung von § 183 ZPO/LU oder eine willkürliche Beweiswürdigung darzulegen. Ihre Rügen erweisen sich als unbegründet, soweit sie überhaupt zulässig und rechtsgenüglich motiviert sind.