Citation: 2C_708/2021 E. 3.2.3

3.2.3. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, von der Mail seiner Gattin vom 7. August 2020 bzw. von der Aussage der Gerichtsschreiberin gegenüber der Polizei bezüglich der Begründung des Rückzugs der Ungültigkeits- bzw. Scheidungsklage keine Kenntnis gehabt zu haben, ist sein Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt (Art. 29 BV) : Bereits der Rekursentscheid nahm auf die entsprechende E-Mail Bezug; es wäre an ihm gewesen, unter diesen Umständen Akteneinsicht zu nehmen; die Erklärung der Gerichtsschreiberin gegenüber der Polizei bezüglich des Scheidungsverfahrens war nicht entscheidwesentlich. Im Übrigen bestreitet der Beschwerdeführer zu Recht nicht, dass er Kenntnis von der E-Mail vom 9. November 2020 hatte, welche inhaltlich im Wesentlichen deckungsgleich mit jener vom 7. August 2020 war. Im Hinblick auf die Ungültigkeits- bzw. Scheidungsklage vom 10. September 2020 konnte für den Beschwerdeführer, wie sich aus seinem Verhalten in diesem ergibt, kein Zweifel mehr bestehen, dass der Ehewille der Beschwerdeführerin erloschen war; seit dem 30. Oktober 2020 leben die Eheleute im Übrigen offenbar getrennt (Abmeldung des Beschwerdeführers vom Wohnsitz). Der Umfang des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 BV; BGE 129 II 497 E. 2.2; 126 I 15 E. 2a/aa) bestimmt sich nach der konkreten Situation und Interessenlage im Einzelfall; zwar ist er formeller Natur, doch gilt er nicht um seiner selbst willen; er ist vielmehr mit der Berechtigung in der Sache selber verbunden (vgl. BGE 142 II 218 E. 2.8.1 S. 226; 137 I 195 E. 2.3.2 S. 198; 111 Ia 101 E. 2b S. 103 f., 273 E. 2b).