Citation: 1C_608/2020 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz hat nachvollziehbar dargelegt, weshalb sie ein Abweichen von der VSS-Norm 640 201 im vorliegenden Fall als zulässig erachtet. Ihre Begründung, wonach es sich beim Reservoirweg nicht um eine Durchgangsstrasse handle und ein sehr geringer durchschnittlicher täglicher Verkehr bestehe, ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden. Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden (E. 5 des angefochtenen Entscheids). Die VSS-Normen sind sodann nicht per se verbindlich, sondern nur kraft Verweisung des kantonalen Rechts. Im Übrigen sind sie (sofern das kantonale Recht nichts anderes vorsieht) nicht schematisch und starr, sondern verhältnismässig, unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse anzuwenden, wobei den zuständigen Behörden ein erheblicher Spielraum zusteht (vgl. Urteile 1C_174/2020 vom 5. Mai 2021 E. 3.7; 1C_330/2017 vom 7. März 2018 E. 5.2 mit Hinweisen). § 41 Abs. 1 der Bauverordnung vom 25. Mai 2011 des Kantons Aargau (BauV/AG; SAR 713.121) hält denn auch einzig fest, dass für die Beurteilung der Beschaffenheit öffentlicher Strassen die VSS-Normen als Richtlinien gelten. Eine begründete, sachlich vertretbare Abweichung, wie vorliegend aufgrund der örtlichen und tatsächlichen Verhältnisse, ist demnach nicht ausgeschlossen. Für das Bundesgericht besteht vorliegend jedenfalls kein Grund, von dieser willkürfreien Einschätzung abzuweichen. Daran ändert auch der erneute Einwand des Beschwerdeführers nichts, aufgrund des fehlenden Nutzungskonzepts sei die Beurteilung der Erschliessung ohnehin nicht möglich. Dies trifft nicht zu, zumal ein Verkehrsgutachten vorliegt. Im Gestaltungsplan ist damit hinreichend dargestellt, wie das Plangebiet tatsächlich und rechtlich erschlossen werden kann.