Citation: 6B_1079/2022 E. 5.1

5.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die vorinstanzliche Beweiswürdigung. Im Zusammenhang mit dem Vorwurf der versuchten Tötung macht er im Wesentlichen geltend, der Sachverhalt sei bezüglich der Heftigkeit des ersten Stosses des Beschwerdegegners 2, seines anschliessenden Verhaltens sowie der Fragen, wie er die Messerschnitte und -stiche gegen den Beschwerdegegner 2 geführt habe und welche Verletzungen aus welchen Handlungen resultiert hätten, unklar. Dies ergebe sich aus der Alternativanklage, welche offensichtliche Unklarheiten bei der Sachverhaltsfeststellung im Zeitpunkt der Anklageerhebung aufzeige. Eine Tatrekonstruktion hätte sich daher aufgedrängt. Der Beschwerdegegner 2 habe ihn zu Beginn der Auseinandersetzung so heftig gestossen, dass er umgefallen sei. Er habe das Messer erst gezückt, als sich der Beschwerdegegner 2 wieder zu ihm bewegt habe. Weiter fehle es an einem rechtsmedizinischen Gutachten, welches die Verletzungen des Beschwerdegegners 2 klar einordne. Richtung, Verläufe und Tiefe von Stich- und Schnittverletzungen seien daher unklar. Stattdessen stelle die Vorinstanz auf den Operationsbericht bzw. den Bericht des behandelnden Arztes ab. Aus den Akten ergebe sich nicht, dass die Verletzungshandlungen die Gefährdung von lebenswichtigen Organen beinhaltet hätten. Es stehe objektiv nicht einmal fest, ob die Verletzungen durch Stich- oder vielmehr Schnittbewegungen entstanden seien, was für die potenzielle Gefährdung relevant sei. Er habe den Beschwerdegegner 2 versehentlich verletzt. Er habe auch nie ausgesagt, alle drei Stichverletzungen seien vor dem Eingreifen seiner damaligen Ehefrau erfolgt. Die Vorinstanz lasse zu Unrecht offen, bei welcher Bewegung bzw. wie und wann die Stichverletzungen entstanden seien, obschon dies zum Kerntatgeschehen gehöre, welches abgeklärt werden müsse, zumal sich vorliegend auch die Frage einer Notwehr stellen könnte. Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, er habe der Beschwerdegegnerin 3 nicht zwei Faustschläge, sondern lediglich zwei Schläge versetzt, weil er sich von ihr mit körperlicher Kraft habe befreien wollen. Sichtbare Verletzungen lägen gemäss dem Arztzeugnis, welches lediglich auf einer Anamnese der Patientin beruhe, nicht vor. Bezüglich der Nötigung stelle die Vorinstanz willkürlich alleine auf die übertriebenen Aussagen der Beschwerdegegnerin 3 ab.