Citation: 4A_523/2017 E. 3.4

3.4. Nach den verbindlichen - und von der Beschwerdeführerin nicht als willkürlich gerügten - Feststellungen der Vorinstanz haben die Parteien eine mögliche Verschlimmerung der Invalidität im Rahmen des Abschlusses der Erledigungsvereinbarung vom 27. März 1997 bei der Bemessung der Invaliditätsleistung ausdrücklich berücksichtigt. Die in der Vereinbarung abgegebene Erklärung der Versicherten, die Zahlung erfolge "als Abfindung sämtlicher Ansprüche", ist vor diesem Hintergrund auszulegen. Die Beschwerdegegnerin durfte diese Erklärung der Beschwerdeführerin nach dem Vertrauensprinzip so verstehen, dass mit der Abfindung sämtliche allfällige Ansprüche wegen Erhöhung des Invaliditätsgrades erfüllt seien. Die Beschwerdeführerin bringt zwar vor, die Parteien seien bei der Unterzeichnung von einer Invalidität von 20 % ausgegangen. Abgesehen davon, dass sich dies aus den vorinstanzlichen Feststellungen nicht ergibt, führt eine von den Prognosen der Parteien abweichende Entwicklung noch nicht dazu, dass sich daraus ergebende Ansprüche von der Saldoquittung nicht erfasst würden. Diese wäre erst dann der Fall, wenn die Gläubigerin den Erwerb solcher Ansprüche nicht für möglich gehalten hat. Dass dies vorliegend zutreffen würde, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Die Vorinstanz hat somit kein Bundesrecht verletzt, wenn sie zum Schluss kam, die gestützt auf den Unfall vom 9. März 1995 geltend gemachten Ansprüche seien von der Saldoquittung erfasst.