Citation: I 113/01 10.08.2001 E. 3

3.- a) Für das hypothetische Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) ist in vorliegender Sache auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abzustellen, da - wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat - Einträge im individuellen Konto nur bis 1985 vorhanden sind, der Beschwerdeführer von 1985 bis 1994 im Ausland war und sich auch aus den Steuerakten kein bisheriges Einkommen ergibt. Es ist dabei einerseits davon auszugehen, dass der Versicherte ohne Auslandaufenthalt in seinem angestammten Beruf als Gärtner gearbeitet hätte, und andererseits ist praxisgemäss (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) der Zeitpunkt der (ursprünglichen) Verfügung, d.h. das Jahr 1999, massgebend. Gemäss Tabelle A1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1998 beträgt der Zentralwert für im Gartenbau des privaten Sektors bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beschäftigte Männer mit Berufs- und Fachkenntnissen (Anforderungsniveau 3) monatlich Fr. 5'427.-- brutto. Dieser Betrag ist einerseits mit dem Faktor -0.1 % der Lohnentwicklung für das Jahr 1999 (Die Volkswirtschaft, 6/2001 S. 89 Tabelle B 10.2) anzupassen und andererseits auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 43.3 Stunden im Jahre 1999 (Die Volkswirtschaft, 6/2001 S. 88 Tabelle B 9.2) aufzurechnen. Dies führt zum massgebenden Valideneinkommen von monatlich Fr. 5'868. 90 rsp. jährlich Fr. 70'426. 80. In Anwendung der Lohnstrukturerhebung fällt auf, dass in Tabelle A1, Sektor Gartenbau, Anforderungsniveau 3, der Lohn der Männer von Fr. 4'222.-- in der Lohnstrukturerhebung 1996 auf Fr. 5'427.-- in der Ausgabe 1998 gestiegen ist. Gemäss Auskunft des Bundesamtes für Statistik beruht dieser Anstieg nicht auf einer Änderung der verwendeten statistischen Methode, sondern auf der Statistik immanenten Faktoren wie z.B. einer veränderten Zusammensetzung des Personalbestandes einer Branche. Obwohl der Vorinstanz die Lohnstrukturerhebung 1998 mangels Veröffentlichung noch nicht bekannt war, ist trotzdem auf diese Zahlen abzustellen, da diese - als Teil des rechtlich erheblichen Sachverhalts - im Verfügungszeitpunkt massgebend waren. b) Was das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen betrifft, ist - da der Beschwerdeführer keine Verweisungstätigkeit aufgenommen hat - praxisgemäss auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Wie schon für das Validen-, sind auch für das Invalideneinkommen die Zahlen des Jahres 1999 massgebend. Da der Versicherte im angestammten Beruf nicht mehr arbeitsfähig ist, ist nicht von den Werten im Gartenbau, sondern vom Zentralwert auszugehen; mangels Berufs- und Fachkenntnissen ist zusätzlich das Anforderungsniveau für einfache und repetitive Tätigkeiten, d.h. Anforderungsniveau 4, zu verwenden. Gemäss Tabelle A1 der Lohnstrukturerhebung 1998 beträgt der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beschäftigten Männer monatlich Fr. 4'268.-- brutto. Dieser Betrag ist - wie in Erw. 3a hievor beim Valideneinkommen - einerseits mit dem Faktor 0.3 % der Lohnentwicklung für 1999 (Die Volkswirtschaft, 6/2001 S. 89 Tabelle B 10.2) anzupassen und andererseits auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.8 Stunden im Jahre 1999 (Die Volkswirtschaft, 6/2001 S. 88 Tabelle B 9.2) aufzurechnen, was einen jährlichen Betrag in Höhe von Fr. 53'681. 40 ergibt. Bei einer hälftigen Arbeitsfähigkeit resultieren somit Fr. 26'840. 70. Der Beschwerdeführer ist infolge seiner Behinderung auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt; er muss eine gelenkschonende, körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit ausüben, womit sich ein Behindertenabzug rechtfertigt. Dieser ist gemäss BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa bis cc im Einzelfall zu bestimmen und beträgt maximal 25 %. Dieser Abzug erfolgt nicht automatisch, sondern nur dann, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte bestehen, dass der Versicherte seine gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wegen Lebensalter, Anzahl Dienstjahren, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa). Das kantonale Gericht hat einen Abzug von 20 % vorgenommen, was in Anbetracht des Umstandes, dass der Beschwerdeführer auch im Rahmen der Anforderungsstufe 4 Einschränkungen in der Restarbeitsfähigkeit erleidet, nicht zu beanstanden ist. Ein höherer Abzug ist hingegen schon deshalb zu verneinen, weil den beschränkten Erwerbsmöglichkeiten des Versicherten durch die Anwendung des tieferen Zentralwertes und der Herabstufung auf Anforderungsniveau 4 Rechnung getragen worden ist. Das massgebliche Invalideneinkommen beträgt deshalb Fr. 21'472. 55. c) Bei Annahme eines Valideneinkommens von Fr. 70'426. 80 und eines Invalideneinkommens von Fr. 21'472. 55 ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 69.5 %, was einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente zur Folge hat.