Citation: BGE 150 II 417 E. 2.2.2.3

Dieser unilateralen Sichtweise ist die Rechtslage gegenüberzustellen, wie sie aus dem betreffenden Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) hervorgeht und den Vorrang beansprucht (Art. 6 Abs. 3 Satz 4 DBG). Die Einschränkung im Sinne von Art. 6 Abs. 3 Satz 4 DBG ist deklaratorischer Natur, nachdem die von der Schweiz geschlossenen völkerrechtlichen Verträge einen unmittelbaren Teil der schweizerischen Rechtsordnung bilden, ohne dass sie eigens ins Landesrecht transformiert werden müssten (BGE 147 I 308 E. 4.3; BGE 138 II 42 E. 3.1; Urteil 2C_192/2022 vom 23. September 2022 E. 3.3.1; je zum gemässigten Monismus). Alsdann geht aus Art. 7 Abs. 1 DBG ("teilweise Steuerpflicht") hervor, dass persönlich zugehörige natürliche Personen, die im Inland nur für einen Teil ihres Einkommens steuerpflichtig sind, die Steuer für die hier steuerbaren Werte nach BGE 150 II 417 S. 422 dem Steuersatz zu entrichten haben, der ihrem gesamten Einkommen entspricht (Befreiung mit Progressionsvorbehalt bzw. "exemption avec progressivité"; dazu etwa schon BGE 62 I 91 E. 3; Urteile 9C_676/2022 vom 24. April 2023 E. 7.4.2; 2C_404/2017 vom 10. Mai 2017 E. 3.1; PETER HONGLER, in: Internationales Steuerrecht der Schweiz [nachfolgend: Internationales Steuerrecht], Stocker/Oesterhelt [Hrsg.], 2023, § 2 Rz. 104; MORITZ SEILER, ebenda, § 6 Rz. 27; XAVIER OBERSON, Précis de droit fiscal international, 5. Aufl. 2022, Rz. 348 und 749; ZWEIFEL/HUNZIKER, Komm. IntStR, a.a.O., N. 6 zu Art. 4 OECD-MA). Dadurch soll zum einen das Gebot der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verwirklicht (LOCHER, a.a.O., N. 6 zu Art. 7 DBG) und zum andern ein etwaiger Progressionsvorteil, der sich aufgrund der Befreiungsmethode ergeben könnte, abgewendet werden (SCHAUMBURG, a.a.O., Rz. 17.27). Ob das ausländische Objekt vom ausländischen Staat besteuert werde, ist dabei von keinem Belang (BGE 140 II 157 E. 7.6.1, allerdings zum Eigenmietwert).