Citation: 2C_482/2022 E. 4.6.5

4.6.5. Wie gesagt, ist es Sache der Migrationsbehörden, die Existenz einer dauerhaften Parallelbeziehung und einer Scheinehe nachzuweisen. Diesbezüglich genügt es nicht, eine Zeitspanne von rund zwei Jahren anzugeben, innerhalb welcher der Ehegatte eine Parallelbeziehung aufgenommen haben und sein Ehewille weggefallen sein soll. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer 1 und der Beschwerdeführerin 2 erst am Schluss der von der Vorinstanz angenommenen Zeitspanne, im Herbst 2018, bestanden hat. Dass es willkürlich wäre, ab diesem Zeitpunkt von einer Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer 1 und der Beschwerdeführerin 2 auszugehen, rügen die Beschwerdeführer nicht substantiiert. Angesichts der Parallelbeziehung des Beschwerdeführers 1 mit der Beschwerdeführerin 2 ab Herbst 2018, mit der er ein gemeinsames Kind hatte, ist davon auszugehen, dass der Ehewille des Beschwerdeführers 1 ab Herbst 2018 erloschen ist. Mit dem Vorbringen, aus den Aussagen der Ehefrau lasse sich klar schliessen, dass die zweite Ehe bis kurz vor der Trennung im Mai 2019 auch tatsächlich gelebt worden sei, vermögen die Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen, dass es willkürlich wäre, vom Erlöschen des Ehewillens des Beschwerdeführers 1 ab Herbst 2018 auszugehen.