Citation: 5C.83/2002 24.10.2002 E. 2

Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, kann zu seinem Schutz gegen jeden, der an der Verletzung mitwirkt, das Gericht anrufen (Art. 28 Abs. 1 ZGB). Dass er den Kläger an der Stiftungsratssitzung in seiner Persönlichkeit verletzt hat, stellt der Beklagte zu Recht nicht in Abrede (vgl. BGE 120 II 369 E. 2 S. 371). Indem er den Kläger vor den andern Stiftungsratsmitgliedern als jemanden hingestellt hat, der sich gegenüber seiner Schwester in verwerflicher Art und Weise benommen habe, dessen Charaktereigenschaften Bedenken erweckten und der sich für die Vertrauensstellung eines Stiftungsratsmitglieds selber disqualifiziert habe, hat der Beklagte in die Geheimsphäre des Klägers eingegriffen (BGE 118 IV 41 E. 4 S. 45 ) und dessen Ehre - hier das berufliche und gesellschaftliche Ansehen - geschmälert (BGE 127 III 481 E. 2b/aa S. 487).