Citation: 2C_361/2022 E. 4.3

4.3. Es mag zutreffen, dass das Bundesgericht in BGE 129 I 139 festgehalten hat, dass sich eine Verletzung von Art. 5 Ziff. 1-4 EMRK nicht bereits daraus ergebe, dass der Entscheid, auf dem ein Freiheitsentzug beruht, wegen einer anderen Würdigung in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht von einer Rechtsmittelinstanz aufgehoben werde (BGE 129 I 139 E. 4.1.2). Diese Aussage ist allerdings vor dem Hintergrund der vorangehenden Ausführungen des Bundesgerichts zu verstehen, wonach der Haftrichter neben der Rechtmässigkeit auch die Angemessenheit der Haft zu prüfen hat, und deshalb in der Verweigerung der Haftgenehmigung nicht notwendigerweise die Feststellung einer Rechtsverletzung bzw. einer entschädigungsauslösenden Widerrechtlichkeit liegen müsse (BGE 129 I 139 E. 4.1.1). Im vorliegenden Fall hielt das Bundesgericht mit seinem Urteil vom 21. Oktober 2020 indessen eindeutig fest, dass Art. 5 Ziff. 1 lit. f EMRK verletzt worden sei (vorstehende E. 4.2).