Citation: 1A.228/2004 03.08.2005 E. 11

11.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die ihm ausgerichtete Summe von Fr. 24'375.-- sei zu niedrig. Er leide täglich unter körperlichen Schmerzen, sei infolge der Erwerbslosigkeit und des Wegzugs seiner Familie sozial isoliert und habe Schlafstörungen und Angstzustände. Zudem sei er zur Tatzeit erst 29-jährig gewesen und habe daher noch eine lange Leidenszeit vor sich. Das Verwaltungsgericht habe diese Umstände nicht berücksichtigt. 11.2 Die Bemessung der Genugtuung ist eine Entscheidung nach Billigkeit, die von einer Würdigung der massgeblichen Kriterien abhängt. Innerhalb gewisser Grenzen sind mehrere Lösungen möglich (BGE 123 II 210 E. 2c S. 212 f.). Den kantonalen Behörden steht ein breiter Ermessensspielraum zu, in den das Bundesgericht nur eingreift, wenn die kantonale Instanz ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat (Art. 104 lit. a OG). Im Zusammenhang mit der Bemessung einer Genugtuungssumme greift es ein, wenn grundlos von den in Lehre und Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen abgewichen wird, wenn Tatsachen berücksichtigt werden, die für den Entscheid im Einzelfall keine Rolle spielen dürfen oder wenn umgekehrt Umstände ausser Betracht geblieben sind, die hätten beachtet werden müssen, oder wenn sich der Entscheid als offensichtlich unbillig bzw. als in stossender Weise ungerecht erweist (BGE 125 II 169 E. 2b/bb S. 174; 125 III 412 E. 2a S. 417 f.; 123 III 10 E. 4c/aa S. 13, 306 E. 9b S. 315). 11.3 Nach den Bemessungskriterien für die Ausrichtung einer Genugtuung bei Körperverletzung nach Art. 47 OR gehören ausgestandene und andauernde Schmerzen zu den Umständen, welche die Zusprechung einer Genugtuung rechtfertigen (BGE 102 II 232 E. 7 S. 243). Gemäss dem MEDAS-Gutachten leidet der Beschwerdeführer neben einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit seines Ellbogens unter Schmerzen im Arm, im Rücken und in den Beinen. Die Schmerzen sind gemäss dem Gutachten aber nicht ausgeprägt und sollten mit der Zeit verschwinden. Das Verwaltungsgericht hat sein Ermessen nicht überschritten, wenn es mit der Ausrichtung einer Genugtuungssumme in der Höhe des für solche Körperschäden in der Skala im Anhang 3 UVV und den SUVA-Tabellen vorgesehenen Prozentsatzes des Höchstbetrags des versicherten Verdienstes (10 Prozent von Fr. 97'500.-- = Fr. 9'700.--) die Beeinträchtigung der körperlichen Integrität insgesamt als abgegolten erachtet. 11.4 Zu den Umständen, welche bei Körperverletzung zu einer Erhöhung der Genugtuung führen, gehören psychische Störungen (BGE 102 II 33 E. 4 S. 44), die Erschütterung des Berufslebens (BGE 102 II 33 E. 4 S. 44; 89 II 24 S. 26), die Beeinträchtigung des Familienlebens (BGE 89 II 24 S. 26) und der Lebensfreude (BGE 89 II 56 E. 4 S. 63) sowie das Alter des Geschädigten (BGE 96 II 218 E. 8b S. 235). Gemäss der abschliessenden Beurteilung im MEDAS-Gutachten ist von einer leichten andauernden Persönlichkeitsveränderung des Beschwerdeführers auszugehen. Im Gutachten wird auf Angstzustände, ein erhöhtes Schlafbedürfnis sowie eine posttraumatische Belastungsstörung mit längerer depressiver Reaktion hingewiesen. Das Verwaltungsgericht verweist bei der Genugtuungsbemessung auf dieses Gutachten. Es erachtet die ausgerichtete Integritätsentschädigung als ausreichend hoch, um neben den körperlichen auch die psychischen Folgen und die beruflichen Auswirkungen der Straftat abzugelten. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers trifft es nicht zu, dass das Verwaltungsgericht die Angstzustände und Schlafstörungen sowie die beruflichen und sozialen Auswirkungen der Straftat bei der Bemessung der Genugtuung nicht berücksichtigt hat. Die dem Beschwerdeführer für die nicht somatischen Folgen der Straftat ausgerichtete Geldsumme kann insgesamt als hoch bezeichnet werden, ist sie doch um den Faktor 1,5 grösser als die Entschädigung für die somatische Beeinträchtigung (Fr. 24'375.-- minus 9'750.-- = Fr. 14'625.--). Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass sich gemäss ärztlichem Befund die psychische Beeinträchtigung des Beschwerdeführers mit der Zeit verbessern sollte. Dass das Verwaltungsgericht das Alter und die soziale Isolation des Beschwerdeführers bei der Genugtuungsbemessung nicht beachtete, steht zwar im Widerspruch zu den für Art. 47 OR geltenden Bemessungskriterien, rechtfertigt es aber in Anbetracht der Höhe der Integritätsentschädigung nicht, in das Ermessen des Verwaltungsgerichts einzugreifen (Art. 104 lit. a OG). 11.5 Im Ergebnis hat das Verwaltungsgericht somit kein Bundesrecht verletzt, wenn es die Ausrichtung einer Genugtuungsumme von Fr. 24'375.-- als angemessen betrachtet.