Citation: 2A.593/2002 11.12.2002 E. 2

2.1 Ein Ausländer kann unter anderem aus der Schweiz ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde (Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG). Die Ausweisung soll nur verfügt werden, wenn sie nach den gesamten Umständen angemessen, d.h. verhältnismässig erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Die Behörde hat dabei namentlich die Schwere des Verschuldens des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen; erscheint eine Ausweisung zwar rechtlich begründet, aber nach den Umständen nicht verhältnismässig, soll sie lediglich angedroht werden (Art. 16 Abs. 3 ANAV; vgl. BGE 125 II 105, 521; 122 II 433). Leben, wie hier, nahe Familienangehörige mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz, ist überdies die Garantie des Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV zu wahren (vgl. VPB 2001 Nr. 138 S. 1392; VPB 2000 Nr. 145 S. 1375; BGE 122 II 433). Die entsprechenden Voraussetzungen an die Zulässigkeit einer Ausweisung (vgl. Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV) gehen freilich, wie das Verwaltungsgericht zu Recht festhält, in denjenigen gemäss Art. 11 Abs. 3 ANAG in Verbindung mit Art. 16 Abs. 3 ANAV auf. 2.2 Die Beschwerdeführer würdigen zwar einzelne tatsächliche Feststellungen im angefochtenen Entscheid etwas anders als das Verwaltungsgericht, so namentlich diejenige betreffend die Rückfallgefahr; sie behaupten aber nicht, die Feststellungen seien offensichtlich unrichtig oder unvollständig. Mit Blick auf Art. 105 Abs. 2 OG sind die Sachverhaltsfeststellungen damit nicht zu beanstanden, weshalb es auch nicht erforderlich ist, die unterinstanzlichen Akten beizuziehen. 2.3 Der Beschwerdeführer ist wiederholt straffällig geworden. Besonders schwerwiegend sind die Verurteilungen wegen Zuführung zur Prostitution sowie wegen banden- und gewerbsmässigen Handels mit einer Menge von rund 9,21 kg Heroingemisch. Liegt Drogenhandel vor und erreicht dieser erst noch ein Ausmass wie im vorliegenden Fall, anerkennt das Bundesgericht in Übereinstimmung mit dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erhebliche sicherheitspolizeiliche Interessen an der Entfernung und Fernhaltung von Ausländern (vgl. etwa BGE 122 II 433 E. 2c; VPB 2000 Nr. 145 S. 1375). Der Beschwerdeführer liess sich weder von ersten Verurteilungen noch von wiederholten fremdenpolizeilichen Verwarnungen noch von seiner familiären Situation vom Delinquieren abhalten; im Gegenteil nahm die Schwere seiner Straftaten stetig zu. Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb die Rückfallgefahr verneint oder relativiert werden müsste, wie die Beschwerdeführer geltend machen. Der Beschwerdeführer ist erstmals im Alter von rund rund 20 Jahren in die Schweiz gelangt und seit ungefähr 10 Jahren im Besitz der Aufenthaltsbewilligung. Seine Jugend hat er jedoch in seiner Heimat verbracht. Auch wenn seine engsten Familienangehörigen nicht mit ihm ausreisen würden, ist ihm selber eine Rückkehr zuzumuten. Etwas anderes mag für seine Ehefrau und das gemeinsame Kind gelten. Obwohl ihnen eine Ausreise in die Heimat des Ehemannes und Vaters nicht ohne weiteres zumutbar erscheint, erweist sich aber die Ausweisung angesichts des grossen Verschuldens des Beschwerdeführers, der stetig zunehmenden Straffälligkeit und der damit verbundenen mangelnden Besserung, kurz der nachgewiesenen insgesamt erheblichen sicherheitspolizeilichen Interessen als verhältnismässig und zulässig. Das gilt im Übrigen auch für die Dauer der Ausweisung. Mit Recht strebt das Verwaltungsgericht eine gewisse Koordination mit der Landesverweisung an; sodann kann die Dauer auch später noch verkürzt oder in ihrer Wirkung behördlich durch vorübergehende Einstellung (vgl. Art. 11 Abs. 4 ANAG), namentlich zwecks Pflege familiärer Beziehungen, abgeschwächt werden. Es ist den Beschwerdeführern zuzumuten, sich im gegebenen Zeitpunkt um entsprechende Erleichterungen zu bemühen.