Citation: 5A_880/2020 E. 2.2.1

2.2.1. Die Vorinstanz stellte als gesetzliche Grundlage der Unterhaltsklage auf Art. 279 ZGB und als Unterform für die Abänderung des Unterhalts auf Art. 286 Abs. 2 ZGB ab. Sie hielt fest, dass bei einer Abänderung von Kindesunterhalt, der in einem eherechtlichen Verfahren festgelegt wurde, immer zwingend die eherechtlichen Bestimmungen vorgehen würden. Sei der Unterhaltsbeitrag in einem Scheidungsurteil festgelegt worden, so sei auf Abänderung des Scheidungsurteils zu klagen (Art. 134 Abs. 3 ZGB). Der Begriff der selbständigen Klage im Sinne von Art. 295 ZPO umfasse all jene Klagen, bei denen die Kinderbelange nicht im Verbund mit einer anderen familienrechtlichen Thematik zu regeln seien. Die gerichtliche Klage auf Abänderung eines rechtskräftigen Scheidungsurteils (Art. 134 ZGB) sei auch dann keine selbständige Klage im Sinne von Art. 295 ZPO, wenn sie ausschliesslich Kinderbelange zum Gegenstand habe. Hier würden nach Art. 284 Abs. 2 und 3 ZPO ausdrücklich die Bestimmungen über das streitige Scheidungsverfahren sinngemäss gelten. Folglich könne eine Klage auf Abänderung eines Unterhaltsbeitrages, welche auf einem vorgängigen eherechtlichen Verfahren beruhe, per se keine selbständige Klage sein.