Citation: U 317/99 15.10.2001 E. 1

1.- Unbestrittenermassen hat die heutige Beschwerdegegnerin anlässlich des Auffahrunfalles vom 9. September 1995 ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule erlitten. Nach der Kollision verspürte sie gemäss ihren eigenen Angaben Schmerzen in der Nackengegend und im Rücken; zudem habe sie sich in einer sehr schlechten Verfassung befunden und es sei ihr übel geworden. Dennoch war sie offenbar noch in der Lage, selbst von Z.________ zu sich nach Hause nach A.________ zu fahren. Während des stationären Aufenthaltes im Spital B.________ traten nebst Zervikalgien und Kopfschmerzen zeitweise krampfartige Hyperextensionen der Halswirbelsäule sowie symmetrische Zuckungen der Extremitäten und passagere Kribbelparästhesien im Bereiche der Fingerkuppen auf. Des Weitern klagte die bereits in depressiver Grundstimmung ins Spital eingetretene Patientin über Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie über Schwierigkeiten beim Sprechen. In den Koordinationsprüfungen wurde eine Ataxie beobachtet und es entwickelte sich eine ebenfalls ataktische Gangstörung mit teils klonusartigen Krämpfen des rechten Beines. Die aufgetretenen Beschwerden machten auch nach dem Spitalaufenthalt ständige ärztliche Betreuung notwenig und die psychische Entwicklung führte Anfang Juli 1997 zu einer notfallmässigen Einweisung in die Kantonale Psychiatrische Klinik D.________. In einem Bericht des Dr. med. W.________ vom 30. Juli 1996 war ferner von - bis dahin nie erwähnten - Beschwerden im linken Knie die Rede, welche der Arzt auf die nach dem Unfall eingetretene Gangstörung zurückführte. Im für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt bei Erlass des Einspracheentscheids vom 9. Oktober 1997 (vgl. BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) klagte die Versicherte noch über Rücken- und Nackenbeschwerden mit schmerzhafter Schulterbeweglichkeit rechts und über Kopfschmerzen mit eingeschränkter Kopfbeweglichkeit und Schwindelerscheinungen. Gegenüber den Ärzten der MEDAS gab sie Konzentrations-, Gedächtnis- und Wortfindungsstörungen, Vergesslichkeit, Schreibschwierigkeiten, erhöhte Müdigkeit und einen Tinnitus rechts an. Ferner bestanden Sensibilitäts-, Gleichgewichts- sowie Koordinationsstörungen und nach wie vor lag ein stark schwankendes Gangbild mit Abweichtendenzen nach rechts vor. Zudem wurden weiterhin Kniebeschwerden und neu auch noch Bauchschmerzen mit unten rechts lokalisierbaren Druckdolenzen geltend gemacht. In psychischer Hinsicht ist in der MEDAS-Expertise vom 10. Januar 1997 von Depressionen die Rede, wobei Dr. med. R.________ in seinem psychiatrischen Konsiliarbericht vom 16. Dezember 1996 eine posttraumatische Anpassungsstörung mit Symptomausweitung, wahrscheinlich auf dem Boden einer Persönlichkeitsstörung, eine Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen sowie psychische Probleme im Rahmen von Ehescheidung diagnostiziert hatte.