Citation: 5A_533/2023 E. 3.1.4

3.1.4. Was den Kindeswillen anbelangt, war im Berufungsverfahren die Bedeutung der Aussage des ältesten Sohnes der Parteien streitig, wonach er mit dem Umzug nicht zufrieden sei, lieber in U.________ geblieben wäre und mit seinen Brüdern abgemacht habe, bei seinem Vater im Thurgau und nicht bei seiner Mutter in V.________ zu leben. Die Vorinstanz erwog diesbezüglich, ein eindeutiger und gefestigter Wunsch des Kindes könne nicht eruiert werden. Die weiteren Antworten anlässlich der Kindesanhörung zögen vorgenannte Aussage stark in Zweifel. Zwei Tage nach der Kindesanhörung habe der Sohn zudem den erstinstanzlichen Einzelrichter angerufen und ihm mitgeteilt, er habe seine Meinung mit dem Thurgau geändert, er wolle nicht mehr in den Thurgau. Auf entsprechende Nachfrage des Einzelrichters habe er erwidert, aber auch nicht nach V.________; der Richter solle entscheiden. Der Telefonanruf bestätige die bereits aufgrund der Kindesanhörung gewonnene Einschätzung, wonach der Sohn sich nicht hinreichend in die Situation bzw. ihre konkreten Auswirkungen habe hineinversetzen können, sowie den Eindruck, dass er sich in einem Loyalitätskonflikt befinde und sich (verständlicherweise) nicht für oder gegen einen Elternteil entscheiden könne und wolle.