Citation: 2C_520/2017 E. 4.2.4

4.2.4. In neueren Entscheiden hinsichtlich langjährig anwesender Ausländerinnen und Ausländer legt das Bundesgericht neben der prospektiv abzuschätzenden Rückfallgefahr dem Umstand eine besondere Bedeutung bei, welche Zukunftsaussichten für den Betroffenen bei einem Verbleib in der Schweiz konkret bestehen, d.h. ob und inwiefern dieser die sich aus den strafrechtlichen Sanktionen und aus den allfälligen ausländerrechtlichen Verwarnungen ergebenden Lehren gezogen hat und er hinsichtlich seines Lebensplans und seines künftigen Verhaltens eine deutliche Änderung glaubhaft und nachvollziehbar dartun kann (Urteile 2C_116/2017 vom 3. Oktober 2017 E. 4.2; 2C_94/2016 vom 2. November 2016 E. 6.2). Eine solche ist hier weder hinreichend belegt noch ersichtlich: Der Beschwerdeführer hat Gewaltdelikte begangen, wobei die letzte Tat nur zweieinhalb Jahre zurückliegt. Ein neues familiäres und berufliches Zukunftsprojekt wird vom Beschwerdeführer - der immerhin eine Anlasstat nach Art. 121 Abs. 3 lit. a BV begangen hat - nicht glaubwürdig dargetan, auch wenn er inzwischen dem Alkohol und seinem früheren Freundeskreis abgeschworen haben will. Der vorliegende Sachverhalt ist nicht vergleichbar mit dem im Urteil vom 3. Oktober 2017 behandelten (2C_116/2017) : Der Beschwerdeführer verfügte dort über eine Niederlassungsbewilligung, hatte sich seit 2012 nichts mehr zuschulden kommen lassen und überdies keine Gewaltdelikte begangen; er hatte nie Leib und Leben Dritter bedroht oder geschädigt; seine schwerwiegendsten Taten lagen zudem bereits über zehn Jahre zurück.