Citation: 1C_85/2023 E. 6.6.1

6.6.1. Wie das AfU in seinem Amtsbericht vom 20. Oktober 2021 überzeugend darlegt, kann es im Verlauf von Ersatzvornahmearbeiten (wie bei jeder Baustelle) zu nicht geplanten Vorkommnissen kommen, die behoben werden müssen, ohne dass die dafür erforderlichen Massnahmen explizit in der Ersatzvornahmeverfügung vorgesehen sind. Insofern muss jede Baustelle über eine gewisse Flexibilität verfügen, um auf unerwartete Vorfälle reagieren zu können. Es wäre unverhältnismässig und unpraktikabel, wenn die Arbeiten bei jedem unvorhergesehenen Vorfall eingestellt und ein förmliches Verfahren auf Abänderung der Baubewilligung bzw. Ersatzvornahmeverfügung eröffnet werden müsste. Umgekehrt bedürfen eigentliche Projektänderungen, insbesondere Abweichungen vom vorgesehenen Wiederherstellungsziel, einer Bewilligung der zuständigen Behörde. Gleiches gilt bei Massnahmen, welche die Umwelt oder Dritte belasten. Letztlich ist es eine Frage der Auslegung der einschlägigen Verfügungen, welche Abweichung wesentlich ist und daher eines neuen Entscheids bedarf.