Citation: 8C_368/2020 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, gemäss der gefestigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien regelmässig Emissionsgrenzwerte als objektive Faktoren für die Beurteilung der Ungewöhnlichkeit relevant. Eine Diskussion über die Grenzwerte fehle im angefochtenen Entscheid gänzlich. Es sei unklar, gestützt auf welchen Grenzwert die Ungewöhnlichkeit schliesslich bejaht worden sei. Entgegen der Vorinstanz könne diese nicht allein deshalb bejaht werden, weil allenfalls nach Internetquellen unabhängig von der Pegelstärke ein Trillerpfeifenpfiff eine Gehörschädigung verursachen könne. Dieser Punkt beschlage die Frage der Kausalität, woraus aber keine Rückschlüsse auf das Merkmal der Ungewöhnlichkeit gezogen werden könnten. Im Weiteren sei in tatsächlicher Hinsicht erstellt, dass das Modell der Trillerpfeife unbekannt sei und dass es Modelle mit Spitzenpegeln von 105 bis 115 db gebe. Dieser Wert liege nicht nur unter dem Grenzwert von 160 bis 190 dB für Knalltrauma, sondern auch unter demjenigen von 125 db (A) resp. 140 dB (C) gemäss Ur teil 8C_477/2007 vom 10. September 2008. Somit sei - unabhängig von der Distanz zwischen Pfeife und Ohr des Beschwerdegegners - nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan, dass der vorliegend zu beurteilende Pfiff ungewöhnlich im Sinne der Rechtsprechung gewesen sei. Diese Beweislosigkeit gehe zu Lasten des Versicherten.