Citation: 9C_499/2015 E. 3.3

3.3. Nach Würdigung der medizinischen Akten gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, das ABI-Gutachten vom 19. August 2013 sei nicht beweiskräftig, weil die darin bescheinigte Arbeitsfähigkeit von 80 % nicht schlüssig sei und den im Gutachten festgehaltenen Befunden widerspreche. Der psychiatrische Teilgutachter habe ausser Acht gelassen, dass die Teilnahme am Drogenersatzprogramm F.________ zeitintensiv sei und sich eine 80%ige Erwerbstätigkeit bereits aus diesem Grund nicht realisieren lasse. Zudem brächten auch die aufgrund der HIV-Erkrankung erforderlichen medizinischen Kontrollen einen gewissen Zeitaufwand mit sich. Der internistische Teilgutachter habe eingeräumt, dass die HIV-Medikation zu einer (leichten) Verminderung der Leistungsfähigkeit mit vermehrter Müdigkeit führen könne. Des Weitern stehe fest, dass der Versicherte immer wieder an Lungenentzündungen leide. Selbst wenn sich die im Teilgutachten festgehaltene 20%ige Beeinträchtigung aus internistischer Sicht vertreten lasse, sei jedenfalls die Gesamtbeurteilung nicht schlüssig. Es könne nicht nachvollzogen werden, weshalb die im neurologischem Teilgutachten festgestellten Befunde keinerlei Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben sollten. Bei dieser Sachlage sei auf die weiterhin zutreffende Beurteilung des RAD vom 3. November 2010, welche sich auch an den Bericht des Spital C.________ vom 12. Juli 2010 halte, abzustellen und von einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen.