Citation: 5A_463/2022 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer sieht dadurch Art. 311 ZPO verletzt. Die dort vorgesehene Pflicht zur Begründung der Berufung dürfe nicht mit dem Rügeprinzip verwechselt werden. Es müsse nicht eine Norm präzise angerufen und konkret aufgezeigt werden, inwiefern sie verletzt worden sei. Ausreichend sei, dass der Berufungskläger der Rechtsmittelinstanz durch zusätzliche Ausführungen in den Berufungsanträgen seine Überlegungen hinsichtlich des angefochtenen Entscheids mitteile und er so zu einer effizienten Justiz beitrage. In der Berufungsschrift sei in den Ausführungen zu den Phasen 2-4 auf die Grundlagen der Unterhaltsberechnung in der Phase 1 verwiesen worden. Hierdurch werde die Berufung nicht "allzu vage". Im Anschluss an die Verweisung habe der Beschwerdeführer sich klar und unmissverständlich mit den einschlägigen Erwägungen der ersten Instanz auseinandergesetzt, sodass das Obergericht die an jenem Entscheid erhobene Kritik mühelos habe verstehen können. Dadurch habe die Berufung in genügender Weise aufgezeigt, weshalb der angefochtene Entscheid fehlerhaft sei. In der Begründung der Berufung soll der Berufungskläger erklären, weshalb er die Berufungsanträge stellt und eine Abänderung des erstinstanzlichen Entscheids verlangt. Er hat darzulegen, gestützt auf welche Sachverhaltselemente und Rechtsgrundlagen sich die gestellten Anträge rechtfertigen (Urteil 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, N. 36 zu Art. 311 ZPO). Auch die Geltung des Untersuchungsgrundsatzes sowie der Offizialmaxime in Verfahren betreffend Kinderbelangen (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO) entbindet nicht von einer hinreichenden Begründung der Berufung (BGE 138 II 374 E. 4.3.1). Diesem Erfordernis entsprach das beim Obergericht erhobene Rechtsmittel nach Einschätzung des Gerichts teilweise nicht, da es bezogen auf die Unterhaltsphasen 2-4 an einem hinreichenden Zusammenhang zwischen der Begründung und den gestellten Anträgen gefehlt habe. Vor Bundesgericht legt der Beschwerdeführer zwar dar, dass und weshalb die Berufung die weiter an ihre Begründung zu stellenden Anforderungen erfülle (vgl. dazu BGE 141 III 569 E. 2.3.3; 138 III 374 E.4.3.1). Er äussert sich aber nicht zu dem für das Obergericht entscheidenden Element des fehlenden Zusammenhangs zwischen Anträgen und Begründung der Berufung. Zwar mag aus der Beschwerde abzuleiten sein, dass der Beschwerdeführer diese Einschätzung nicht teilt, weil die Vorinstanz die Eingabe seiner Ansicht nach verstehen und damit einordnen konnte. Hierin liegt indes keine hinreichende Auseinandersetzung mit den entscheidenden Erwägungen des angefochtenen Entscheids (vgl. vorne E. 2.1). Damit erweist die Beschwerde sich hinsichtlich der Unterhaltsphasen 2-4 als ungenügend begründet und ist nicht darauf einzutreten.