Citation: I 411/04 08.02.2005 E. 2

Die IV-Stelle hat sich bei der Festsetzung des Rentenbeginns zunächst (in der Verfügung vom 6. Mai 2003) auf den Bericht des Dr. med. S.________ gestützt, wonach der Versicherte seit Februar 2001 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Im Einspracheentscheid vom 21. August 2003 stellte sie auf das Gutachten des Dr. med. W.________ vom 29. Oktober 2002 ab, welcher davon ausging, dass eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit "vermutlich seit gut zwei Jahren" bestehe, sowie auf den Bericht der vormaligen Arbeitgeberin Y.________ AG vom 9. April 2002, wonach der Beschwerdegegner bis zum 17. November 2000 ohne Absenzen gearbeitet hatte. Die Vorinstanz hat demgegenüber erwogen, es bestünden gewichtige Hinweise, dass wenigstens eine teilweise Arbeitsunfähigkeit - was für die Eröffnung der Wartezeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG rechtsprechungsgemäss genügen kann (vgl. Erw. 1) - schon früher eingesetzt habe. Zu Recht zitiert sie dabei das Gutachten des Dr. med. W.________, wonach der Beschwerdeführer "seit mehreren Jahren zunehmend arbeitsunfähig" sei. Der behandelnde Arzt Dr. med. S.________ mochte sich über den Beginn der Arbeitsunfähigkeit deshalb nicht genau äussern, weil der Versicherte erst seit Januar 2001 in seiner Behandlung stand; auch er ging jedoch davon aus, dass die Krankheit, die nunmehr zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit geführt hatte, schon im Jahr 2000 bestanden habe. Was dagegen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, vermag an der zutreffenden Beurteilung durch das kantonale Gericht, dass der entscheidwesentliche Sachverhalt bezüglich des Rentenbeginns beziehungsweise der Eröffnung der Wartezeit nicht präzise genug abgeklärt ist, nichts zu ändern. Insbesondere hat die Vorinstanz zu Recht erkannt, dass sich aus den medizinischen Akten nicht ergibt, wie sich das psychische Leiden des Versicherten entwickelt hat. Zu ergänzen ist, dass dem Gutachter auch die notfallmässige Hospitalisation des Beschwerdegegners im Spital Z.________ im April 2000 nicht bekannt war, wird sie doch in seinem Bericht nicht erwähnt. Entgegen den Einwänden der Beschwerdeführerin zeigen die vorinstanzlichen Ausführungen zu den Arbeitgeberberichten (nur) auf, dass nähere Gründe für den Stellenwechsel des Versicherten im September/Oktober 2000 ebenso wenig bekannt sind wie die Umstände, die zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch die neue Arbeitgeberin noch während der Probezeit geführt haben. Dies könnte jedoch zumindest ein Hinweis auf die schon früher eingetretene Arbeitsunfähigkeit sein. Dafür spricht auch, dass der Versicherte nach eigenen Angaben gegenüber dem Gutachter jeweils Stelle und Wohnung wechseln muss, wenn er sich (von neuem) verfolgt fühlt und meint, dass die Leute hinter seinem Rücken über ihn sprechen würden. Damit steht, wie das kantonale Gericht zutreffend erkannt hat, bisher lediglich fest, dass spätestens im November 2000 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit eingetreten war, nicht aber, wann die Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG eröffnet wurde, was einen Behinderungsgrad von mindestens 25 % erfordert (BGE 104 V 143 Erw. 2a). Zu Recht wurde die Sache daher zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zurückgewiesen.