Citation: 7B_132/2022 E. 2.1

2.1. Soweit von der Beschwerdeführerin bestritten, erachtet die Vorinstanz folgenden Sachverhalt als erstellt: Die Beschwerdeführerin sei persönlich anwesend gewesen, als E.________ im Ehebett an der Beschwerdegegnerin 2 den Geschlechtsverkehr vollzogen und dies bei der Beschwerdegegnerin 3 versucht habe. Zudem sei sie dabei gewesen, als E.________ an ihren beiden Töchtern auf dem Wohnzimmerboden den Geschlechtsverkehr vollzogen habe. Bei weiteren, wiederholten sexuellen Übergriffen von E.________ auf die Beschwerdegegnerin 2 und die Beschwerdegegnerin 3, unter anderem in Form von Oralverkehr, sei die Beschwerdeführerin zwar im Haus anwesend gewesen, an den Vorfällen selber jedoch nicht. Sie habe aber aufgrund der vorangegangenen Geschehnisse und ihrer Untätigkeit in Kauf genommen, dass E.________ weiterhin seine Triebe ausleben und sexuelle Handlungen an ihren Kindern vornehmen würde. Die Beschwerdeführerin sei wiederum anwesend gewesen, als E.________ die Beschwerdegegnerin 2 mit einem Dildo entjungfert habe. Weiter habe E.________ die Beschwerdegegnerin 2 angewiesen, den Dildo ihrer Mutter vaginal einzuführen, währenddessen sich die Beschwerdeführerin im Haus aufgehalten habe. Spätestens nach den vorangegangenen Geschehnissen, an denen sie persönlich anwesend gewesen sei und die Handlungen von E.________ eins zu eins gesehen habe, habe sie mit ihrer Untätigkeit in Kauf genommen, dass er mit den sexuellen Übergriffen gegenüber ihren Töchtern weiter gemacht habe. Überdies sei es zwischen E.________ und der Beschwerdegegnerin 2 (von 2010 bis 2013) sowie der Beschwerdegegnerin 3 (von 2011 bis 2013) ca. jeden dritten Tag zu sexuellen Handlungen, wie Streicheln, Berühren und vaginalem Einführen seiner Finger, gekommen. Die Beschwerdegegnerin 2 habe dabei mindestens einmal geweint. Die Beschwerdeführerin habe sich währenddessen im Haus aufgehalten, wobei sie spätestens nach den Geschehnissen, an denen sie persönlich anwesend gewesen sei und die Handlungen von E.________ eins zu eins miterlebt habe, mit ihrer Untätigkeit in Kauf genommen habe, dass E.________ mit den sexuellen Übergriffen an ihren Töchtern weiter gemacht habe. Zur von der Beschwerdeführerin beantragten Unterbreitung verschiedener Zusatzfragen an den Gutachter Dr. med. F.________ zur Wirkung der von ihr eingenommenen "Engelströpfchen" auf ihre Steuerungs- und Schuldfähigkeit hielt die Vorinstanz sodann fest, dass der in dem kleinen 30-ml-Fläschchen "Erzengel-Essenzen" enthaltene Alkohol in der geringen Dosis - Einnahme von jeweils ein paar Tröpfchen - keinen Einfluss auf die Schuldfähigkeit gehabt haben könne. In einer nur noch in Spuren vorhandenen Menge an Alkohol könne selbst zusammen mit Medikamenten, die die Beschwerdeführerin zur fraglichen Zeit allenfalls auch noch eingenommen habe, nicht ernsthaft von einer erheblichen Wechselwirkung ausgegangen werden. Der Einwand der Beschwerdeführerin, sie habe sich beim Vorfall auf dem Ehebett nicht wehren können, erweise sich als blosse Schutzbehauptung, weshalb der Beweisantrag auf Stellung von Zusatzfragen abzuweisen sei. Schliesslich geht die Vorinstanz davon aus, dass die Beschwerdeführerin keine Angst vor E.________ gehabt habe, welche sie daran gehindert hätte, Hilfe zu holen. Er habe ihr gegenüber erst nach Beendigung der Übergriffe gedroht, weshalb diese Drohungen keinen Einfluss auf ihr Verhalten während des langjährigen sexuellen Missbrauchs gehabt hätten. Im Übrigen hätte die Beschwerdeführerin Widerstand leisten können. Trotz ihrer angeschlagenen psychischen Gesundheit und der schwierigen familiären Situation wäre es ihr ohne weiteres möglich gewesen, bei der Polizei anzurufen oder sich beim Sozialdienst der Gemeinde Rat zu holen.