Citation: 1C_248/2019 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz erwägt unter Bezugnahme auf Art. 4 Abs. 2 WEG, dass der Hausanschluss bzw. -zugang nicht zur Feinerschliessung gehört. Der im vorliegenden Fall übergangsweise noch anwendbare Art. 49 Abs. 2 des früheren kantonalen Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht vom 6. Juni 1972 (aBauG; Zugriff auf die einschlägige konsolidierte Fassung über sGS 731.1) verlangt für die Erschliessung von Land, dass es über hinreichende Zu- und Wegfahrten verfügt. Diese Bestimmung lässt wie die in Art. 1 StrG verankerte Wendung der öffentlichen Strasse (vgl. dazu GUIDO GERMANN, in: derselbe [Hrsg.], Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, 1989, N. 3 zu Art. 1 StrG) Raum für die Auffassung der Vorinstanz über die Tragweite der Feinerschliessung. Aus bundesrechtlicher Sicht muss die befahrbare Strasse nicht bis zum Baugrundstück oder gar zu jedem einzelnen Gebäude reichen; vielmehr genügt es, wenn Benützer und Besucher mit dem Motorfahrzeug (oder einem öffentlichen Verkehrsmittel) in hinreichende Nähe gelangen und von dort über einen Weg zum Gebäude oder zur Anlage gehen können (vgl. Urteil 1C_375/2011 vom 28. Dezember 2011 E. 3.3.3 mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben besondere Verhältnisse im Einzelfall. So kann ein Wohnhaus, das von der Strasse nur über zahlreiche Treppenstufen oder lange Fusswege erreichbar ist, ungenügend erschlossen sein (vgl. dazu BGE 131 II 72 E. 3.4 S. 77; Urteil 1C_155/2010 vom 3. Juni 2010 E. 2.4, in: RtiD 2011 I 181).