Citation: 5A_109/2018 E. 7.3

7.3. Dagegen wendet der Kläger ein, der Rechtsbegriff "Selbstbewirtschafter" sei 1972 bei der Revision des damaligen bäuerlichen Erbrechts erstmals im Gesetz aufgetaucht, um die alten Vorrechte der Söhne gegenüber den Töchtern und der Kinder gegenüber den übrigen Erben abzulösen. Als Zuweisungskriterium für die Integralzuweisung landwirtschaftlicher Gewerbe mussten diese eine wirtschaftliche Einheit sein und eine ausreichende landwirtschaftliche Existenz bieten. Zum Begriff "ausreichende landwirtschaftliche Existenz" habe das Bundesgericht eine objektive Sichtweise entwickelt: nach BGE 81 II 110 [recte: BGE 81 II 101 E. 1f S. 110] habe bereits eine "kärgliche Existenz" zur Sicherung des bäuerlichen Existenzminimums genügt. Im gleichen Entscheid habe das Bundesgericht zudem ausgeführt, dabei sei nicht etwa das betreibungsrechtliche Existenzminimum gemeint, zumal die meisten Landwirte Selbstversorger seien. Diese Auffassung habe auch im Zeitpunkt des Vertragsschlusses am 28. Februar 1989 gegolten. Er, der Kläger, bewirtschafte unbestrittenermassen seit 1970 den von seinem Vater geerbten Landwirtschaftsbetrieb G.________ in W.________. Dieser Hof habe ihm als praktizierendem Landwirt während Jahrzehnten als ausreichende Existenz gedient. Im Laufe der Jahre und wegen seines zunehmenden Alters habe er von der Milchwirtschaft über die "Munimast" auf einen reinen Ackerbaubetrieb umgestellt. Der Betrieb G.________ sei für ihn und seine Familie mit zwei heute erwachsenen Kindern unbestrittenermassen eine ausreichende Existenz im vorerwähnten Sinn gewesen. Damit habe er im Zeitpunkt des Erbteilungsvertrages sämtliche Voraussetzungen der erbrechtlichen Integralzuweisung erfüllt.