Citation: 5A_747/2020 E. 3.2.4

3.2.4. Gegenstand des Beweises sind nur diejenigen rechtserheblichen Tatsachen, die streitig sind (Art. 150 Abs. 1 ZPO). Bestreitungen von Tatsachenbehauptungen sind so konkret zu halten, dass sich bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen einer Partei damit bestritten werden. Die Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, dass der Prozessgegner weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung er beweisen muss. Der Grad der Substanziierung einer Behauptung beeinflusst insofern den erforderlichen Grad an Substanziierung einer Bestreitung; je detaillierter einzelne Tatsachen eines gesamten Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter muss die Gegenpartei erklären, welche dieser einzelnen Tatsachen sie bestreitet. Die Anforderungen an die Substanziierung einer Bestreitung sind zwar tiefer als diejenigen an die Substanziierung einer Behauptung; pauschale Bestreitungen reichen aber nicht aus. Erforderlich ist eine klare Äusserung, dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten gegnerischen Behauptung infrage gestellt wird (BGE 141 III 433 E. 2.6; s. auch Urteil 5A_710/2009 vom 22. Februar 2010 E. 2.3.1, nicht publ. in: BGE 136 III 257). Was eine Prozesspartei im kantonalen Verfahren vorgetragen, wie sie sich geäussert hat, ist eine Frage des (Prozess-) Sachverhalts (s. Urteil 4A_247/2013 vom 14. Oktober 2013 E. 1.1); auf die diesbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz kommt das Bundesgericht nur unter den eingangs erwähnten Voraussetzungen zurück (E. 2.3). Demgegenüber ist als Rechtsfrage grundsätzlich frei zu prüfen (E. 2.1), ob ein Parteivorbringen unter den gegebenen Umständen als (hinreichende) Bestreitung zu gelten hat. Nimmt das Gericht von einer unbewiesenen Tatsachenbehauptung fälschlicherweise an, sie sei unbestritten, so verletzt das darauf fussende Urteil Art. 8 ZGB (s. BGE 130 III 591 E. 5.4 mit Hinweis).