Citation: 5A_373/2021 E. 7.2

7.2. Die Beschwerdeführerinnen werfen dem Obergericht vor, übersehen zu haben, dass die ihnen bezüglich der Solvabilität der Z.________ AG zugängliche Information lediglich der Handelsregisterauszug sei, der ein Gesellschaftskapital von Fr. 100'000.-- ausweise, und dass die mangelnde Solvabilität der Z.________ AG in keinem Verhältnis zu den zu erwartenden inskünftigen Verpflichtungen hinsichtlich des Baurechtszinses bis im Jahr 2086 im Umfang von rund Fr. 80 Mio. stehe (Rz 97). Ebenso übersehe das Obergericht, dass die Beschwerdeführerinnen die Frage der Solvabilität der Z.________ AG verschiedentlich thematisiert hätten, diese Ausführungen jedoch nicht berücksichtigt worden seien (Rz 98). Entsprechend habe die Beschwerdegegnerin bereits in ihrer Klageschrift dargelegt, dass der Hauptgrund für den Verkauf der Stockwerkeinheiten der "gemessen an der heutigen Marktsituation als ungünstig" zu qualifizierende Baurechtszins sei (Rz 99). Ebenfalls aus den Darlegungen der Beschwerdegegnerin und dem Handelsregisterauszug der Z.________ AG gehe hervor, dass die Z.________ AG nur gerade zwei Tage vor Abschluss des Kaufvertrags mit dem Minimalkapital von Fr. 100'000.-- einzig für den Erwerb der drei Stockwerkeinheiten gegründet worden sei. Die Z.________ AG als W.________er Briefkastenfirma verfolge keine operative Tätigkeit, beschäftige kein Personal und habe bei Abschluss des Kaufvertrags über keinerlei Aktiven ausser dem einbezahlten Aktienkapital verfügt (Rz 100). Die Beschwerdegegnerin habe die drei Stockwerkeinheiten verkauft mit der Zahlung eines negativen Verkaufspreises, indem sie die Z.________ AG mit Fr. 13'000'000.-- entschädigt habe, damit diese die Pflicht zur Bezahlung des Baurechtszinses von der Beschwerdegegnerin übernehme. Gemäss Aussagen der Beschwerdegegnerin liege der Ertragswert der drei Stockwerkeinheiten bei Fr. 492'000.-- pro Jahr. Der marktmässig zu hohe Baurechtszinsanteil betrage damit Fr. 1'003'220.-- pro Jahr gemäss Berechnung im Kaufvertrag (Rz 101). Der von der Z.________ AG erhaltene Betrag von Fr. 13'000'000.-- decke die anteilsmässigen Baurechtszinsen für etwa 8.5 Jahre ab. Gemäss Kalkulation der Beschwerdegegnerin im Anhang des Kaufvertrags mit der Z.________ AG könne diese die Stockwerkeinheiten für Fr. 492'000.-- pro Jahr vermieten. Somit würde die geleistete Entschädigung etwa 13 Jahre ausreichen. Diese Zeitspanne verkürze sich, wenn keine Vollvermietung erreicht oder tiefere Mietzinsen erzielt würden (Rz 102). Eine geschäftlich plausible Erklärung, weshalb die Z.________ AG in den Kaufvertrag eingetreten sei, um zu so ungünstigen Konditionen einen hälftigen Anteil an einem nicht vermieteten Bürogebäude in Zeiten massiver Büroleerstände zu erwerben, sei nicht ersichtlich. Entsprechend erweise sich der Verkauf der Stockwerkeinheiten von der Beschwerdegegnerin an die Z.________ AG als rechtsmissbräuchliches Manöver (Rz 103).