Citation: 6B_1027/2021 E. 2.5.2

2.5.2. Die Ausführungen des Beschwerdeführers, er sei nach den Angaben seines Psychiaters nicht pädophil und deswegen sei ein Tätigkeitsverbot nicht erforderlich, sind für die Zulässigkeit der Anordnung eines Tätigkeitsverbots nach Art. 67 Abs. 3 StGB nicht von Belang. Eine nach international anerkannten Klassifikationskriterien festgestellte Pädophilie ist einzig ein Ausschlusskriterium, bei dem von einer Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots nicht abgesehen werden darf (Art. 67 Abs. 4bis lit. b StGB; vgl. E. 2.4 hiervor). Das Fehlen pädophiler Neigungen führt im Umkehrschluss nicht dazu, dass ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot nicht erforderlich wäre. Eine nicht nachgewiesene Pädophilie gibt dem Gericht lediglich die Möglichkeit, das Vorliegen eines besonders leichten Falles zu prüfen und ausnahmsweise von einem Tätigkeitsverbot abzusehen. Eine beim Beschwerdeführer nachgewiesene Pädophilie ist somit nicht vorausgesetzt, um ein Tätigkeitsverbot anzuordnen. Das Tätigkeitsverbot setzt des Weiteren keine negative Prognose voraus. Es ist zudem grundsätzlich unerheblich, ob die Straftat in Ausübung der zu verbietenden beruflichen oder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit begangen wurde oder nicht (BBl 2016 6158 Ziff. 2.1). Vielmehr ist das Verbot auch dann anzuordnen, wenn die Tat im privaten Bereich oder in Ausübung einer anderen als der zu verbietenden Tätigkeit begangen wurde. Die entsprechenden Vorbingen des Beschwerdeführers gehen an der Sache vorbei.