Citation: 5A_677/2022 E. 3.5

3.5. In vierter Linie meint die Beschwerdeführerin, der Auszug des Beschwerdegegners sei völlig freiwillig und rechtlich nicht erzwungen gewesen. Es fehle somit an der Kausalität des dem Beschwerdegegner vom Obergericht gestützt auf Art. 109 Abs. 2 OR zugesprochenen Schadens. Diese Argumentation grenzt an Frivolität. Wie das Obergericht zutreffend erwog, war der Beschwerdegegner gestützt auf die Vereinbarung vom 10. Januar/30. April 2014 vertraglich verpflichtet, die Obergeschosswohnung an der V.________strasse zzz zu verlassen, und er ist seiner vertraglichen Pflicht - zwar verspätet, aber immerhin spätestens per November 2015 - nachgekommen. Wie das Regionalgericht unangefochten (vgl. E. 3.3) festhielt, ist der Rücktritt von der Vereinbarung vom 10. Januar/30. April 2014 mit der Einreichung des Schlichtungsgesuchs am 26. Februar 2018 erfolgt. Im Zeitraum, während welchem der Beschwerdegegner Mietzinsen zu bezahlen hatte (Januar 2016 bis Dezember 2017), war er mithin noch nicht vom Vertrag zurückgetreten. Von Freiwilligkeit des Auszugs aus der Obergeschosswohnung kann keine Rede sein.