Citation: 2C_448/2023 E. 4.4

4.4. Bei der Beurteilung des Härtefalls ist die besondere Situation von Opfern von Menschenhandel zu berücksichtigen (Art. 36 Abs. 6 VZAE). Diesen Umständen ist bei der Beurteilung und Gewichtung der in Art. 31 Abs. 1 VZAE genannten Kriterien angemessen Rechnung zu tragen. Zu beachten sind beispielsweise schwere Beeinträchtigungen der Gesundheit, die im Herkunftsstaat nicht ausreichend behandelt werden können (die Gesundheit des Opfers ist gefährdet), die Tatsache, dass eine Wiedereingliederung im Herkunftsland nicht mehr möglich ist, oder die Gefahr, dass die betroffene Person erneut Opfer von Menschenhandel wird. Ergibt die Gewichtung der relevanten Härtefallgründe, dass eine Rückkehr nicht zumutbar ist, so kann das Gesuch trotz ungenügender Integration bewilligt werden (vgl. Urteile 2C_334/2022 vom 24. November 2022 E. 6.3; 2C_119/2022 vom 13. April 2022 E. 3.4; 2C_483/2021 vom 14. Dezember 2021 E. 8.1.2; vgl. Staatssekretariat für Migration, Weisungen AIG vom Oktober 2013, Stand 1. Juni 2024, Ziff. 5.7.2.5, S. 114 f., <www.sem. admin.ch> unter Publikationen & Service/Weisungen und Kreisschreiben/I. Ausländerbereich [besucht am 3. Juli 2024]).