Citation: 8C_822/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Die vom Beschwerdeführer dagegen vorgebrachten Einwände sind stichhaltig. Aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer in der Schule beim Toilettengang keine Hilfe in Anspruch nimmt, kann in der Tat - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - nicht automatisch geschlossen werden, der Beschwerdeführer benötige zu Hause keine regelmässige Dritthilfe. Im Zentrum steht die Frage, ob die Reinlichkeit regelmässig überprüft werden muss. Es leuchtet ein, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Erkrankung kein Problembewusstsein hinsichtlich seines Toilettengangs und seiner Reinlichkeit hat. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer bereits im Einwand gegen den Vorbescheid vorgebracht hatte, der Stuhlgang erfolge üblicherweise zu Hause und nicht in der Schule. Die IV-Stelle begründete die ihrer Meinung nach fehlende Hilfsbedürftigkeit in der angefochtenen Verfügung vom 14. Februar 2023 denn auch alleine damit, dass der Beschwerdeführer einen "Closomat" bedienen könnte. Die Vorinstanz ist dieser Beurteilung gefolgt. In diesem Zusammenhang ist jedoch in Erinnerung zu rufen, dass gemäss Rechtsprechung bei der Prüfung der Hilfsbedürftigkeit in den einzelnen Lebensverrichtungen Hilfsmittel nur soweit berücksichtigt werden dürfen, als die Invalidenversicherung dafür auch tatsächlich aufkommt (BGE 117 V 146 E. 3a; Urteile 8C_592/2020 vom 15. April 2021 E. 4.2; 8C_674/2007 vom 6. März 2008 E. 7.2; vgl. auch Art. 37 Abs. 2 IVV: "Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz Abgabe von Hilfsmitteln" [...]). Eine entsprechende Kostengutsprache ist bisher nicht erfolgt, wie sich aus dem Abklärungsbericht vom 16. Dezember 2022 ergibt. Darin wird darauf hingewiesen, dass die Notwendigkeit eines "Closomats" medizinisch (noch) bestätigt werden müsste. Solange eine entsprechende Versorgung nicht stattgefunden hat, darf die Benützung eines "Closomats" aber - entgegen der vorinstanzlichen Auffassung - bei der Beurteilung der Hilfsbedürftigkeit im Bereich des "Verrichtens der Notdurft" nicht berücksichtigt werden. Das kantonale Gericht hat demnach Bundesrecht verletzt, indem es eine Hilfsbedürftigkeit des Beschwerdeführers im Bereich "Verrichten der Notdurft" unter Verweis auf die Möglichkeit der Benützung eines bisher von der Invalidenversicherung nicht vergüteten Hilfsmittels verneint hat. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Eltern die Reinlichkeit des Beschwerdeführers noch immer regelmässig überprüfen müssen, wie dies anlässlich des letzten Revisionsverfahrens durch die zuständige Abklärungsperson entsprechend festgestellt worden war (vgl. Abklärungsbericht vom 25. Juni 2020). Mithin ist der Beschwerdeführer im Bereich "Verrichten der Notdurft" weiterhin auf regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen.