Citation: 6B_305/2021 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz verneinte insgesamt einen schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB. Sie zog in Betracht, auch wenn der Beschwerdeführer viele Lebensjahre in der Schweiz verbracht habe, habe er mindestens 14 Jahre seines Erwachsenenlebens im Ausland gelebt und sich seit seiner Rückkehr in die Schweiz weder beruflich noch privat integrieren können. Seine fehlende berufliche Integration habe zur Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung geführt. Er habe keinen Kontakt zu einem Familienangehörigen in der Schweiz. Zu seiner wichtigsten Bezugsperson, welche in der Dominikanischen Republik lebe, könne er von überall her Kontakt halten. Zudem sei er anlässlich seiner Verhaftung im Begriff gewesen, die Schweiz zu verlassen und nach Frankreich zu ziehen, wo er auch schon eine Wohnung in Aussicht gehabt habe. Es habe lediglich die Kaution gefehlt, welche er sich mit dem misslungenen Einbruchdiebstahl bei einem anderen Geschädigten habe besorgen wollen. Schliesslich sei auch in Rechnung zu stellen, dass der Beschwerdeführer seit seiner Wiedereinreise in die Schweiz im Jahr 2007 strafrechtlich mehrmals in Erscheinung getreten sei, was insbesondere am 16. Dezember 2010 zu einer Verurteilung zu u.a. einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten geführt habe. Angesichts dieser desolaten Lebenssituation seien seine Resozialisierungschancen in der Schweiz nicht besser als in seiner Heimat Italien. Was seinen Gesundheitszustand betreffe, so habe die im Januar 2020 festgestellte Erkrankung der Herzkranzschlagadern operativ verbessert werden können, wobei die Lebensdauer der neuen Bypass-Gefässe bei gutem Verlauf mit 15 bis 20 Jahre angegeben werde. Seine Diabetes-Erkrankung lasse sich medikamentös behandeln, sofern er entsprechend mitwirke. Für beide (inzwischen recht alltäglichen) Erkrankungen würde es auch in seiner Heimat adäquate Behandlungsmöglichkeiten geben. Zusammenfassend erfülle der Beschwerdeführer bereits kein einziges Kriterium, welches für einen Härtefall sprechen würde, weshalb eine Abwägung zwischen den privaten Interessen des Beschwerdeführers und dem öffentlichen Interesse nicht notwendig sei. Im Übrigen würde eine solche Interessenabwägung ohnehin zu Ungunsten des Beschwerdeführers ausfallen, zumal mit dem qualifizierten Raub ein Verbrechen vorliege, welches hochwertige Rechtsgüter betreffe und die Gefährlichkeit des Beschwerdeführers offenbare. Die achtjährige Landesverweisung sei angesichts der vom Beschwerdeführer ausgehenden Gefährlichkeit gerechtfertigt (angefochtenes Urteil S. 13 ff.).