Citation: I 490/99 09.03.2000 E. 3

3.- Aus den Akten geht hervor, dass der Versicherte im September 1991 von sich aus die Beschäftigung als Kranfüh- rer angenommen und gegenüber der IV-Regionalstelle Basel für berufliche Eingliederung ausdrücklich gesagt hatte, dass er eine "Umschulung" im Sinne einer zweiten Lehre je- denfalls zur Zeit nicht absolvieren wolle (Bericht vom 19. November 1991). Erst am 24. Februar 1995 teilte er der Invalidenversicherung mit, dass er nun eine neue Lehre be- ginnen möchte. In einem Bericht vom 28. Juni 1995 bezeich- net die Allergologische Poliklinik des Kantonsspitals Y.________ die Umschulung auf einen andern Beruf als ange- zeigt, weil bei der Arbeit im Rheinhafen in nächster Nähe des Versicherten auch Getreide gelöscht werde, worauf es jeweils zu einer Verschlechterung des Asthmas komme und die ganztägige Arbeit draussen während der Pollensaison zusätz- liche rhinokonjunktivale und asthmatische Beschwerden ver- ursache. Es besteht kein Grund, diese ärztlichen Angaben in Frage zu stellen, auch wenn festzuhalten ist, dass der Ver- sicherte die Tätigkeit als Kranführer während mehr als fünf Jahren ausgeübt hat, bevor er sich erneut bei der Invali- denversicherung meldete. Den Akten lässt sich zudem entneh- men, dass er in einer Lagerhalle und nicht im Freien arbei- tete. Anderseits liegen aber auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sich das Allergieproblem während der Tätigkeit als Kranführer in einer für den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen relevanten Weise verschlimmert hätte. Insbesondere war schon vor Aufnahme der Tätigkeit als Kranführer eine latente Sensibilisierung auf Gräser- und Roggenpollen bekannt (Arztberichte des Dr. B.________ vom 15. Mai und 24. Juni 1991). Ausserdem wurde von der Dermatologischen Klinik des Kantonsspitals Y.________ be- reits am 16. Mai 1991 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Versicherte einen Beruf ergreifen sollte, welcher keine Kontakte mit organischen oder anorganischen Stäuben, Tier- haaren oder Pflanzen mit sich bringe. Soweit die Tätigkeit als Kranführer für den Beschwer- degegner in gesundheitlicher Hinsicht ungeeignet war, war sie es somit von Anfang an, so dass kein neuer Versiche- rungsfall gegeben ist. Entgegen seinen Ausführungen in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat der Versicherte die Tätigkeit als Kranführer nicht auf Anraten der Invalidenversicherung aufgenommen. Aus den Akten ist vielmehr ersichtlich, dass er offenbar aus finanziellen Erwägungen von sich aus die zunächst in Betracht gezogene zweite Berufslehre als Koch, Metzger oder Käser zugunsten einer sofortigen Erwerbstätigkeit zurückstellte. Wenn er nunmehr eine Berufslehre als Koch antritt, unternimmt er nichts anderes als die bereits anlässlich der invaliditäts- bedingten Aufgabe der Bäckerlehre angezeigt gewesene beruf- liche Ausbildung. Nachdem die massgebende Invalidität schon vor Abschluss der erstmaligen beruflichen Ausbildung einge- treten ist und der Versicherte nach dem invaliditätsbeding- ten Abbruch der Lehre eine ungeeignete und auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist die Aus- bildung zum Koch als berufliche Neuausbildung gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG zu qualifizieren. Dem Versicher- ten steht daher lediglich das "kleine" Taggeld gemäss Art. 22 IVG in Verbindung mit Art. 21bis Abs. 1 IVV zu, wie die Verwaltung zu Recht festgestellt hat.