Citation: U 418/05 16.11.2006 E. 5

5.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter von sich aus und ohne Bindung an die Parteibegehren für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen). Dieser Grundsatz ist in den Art. 43 Abs. 1 (für den Versicherungsträger) und Art. 61 lit. c (für das kantonale Sozialversicherungsgericht) ATSG konkretisiert worden. Um den Sachverhalt festzustellen und die Beweise frei würdigen zu können, müssen dem Sozialversicherungsgericht sämtliche Akten vorliegen, damit es entscheiden kann, welche Unterlagen für die Beurteilung des streitigen Falles wesentlich und welche nicht wesentlich sind. Es liegt demnach nicht im Belieben der Verwaltung, im Beschwerdeverfahren dem Gericht nur jene Akten einzureichen, welche sie als notwendig für die Beurteilung des Falles betrachtet. Andernfalls würden die zu berücksichtigenden Beweisgrundsätze (BGE 125 V 352 Erw. 3a) ihres Gehalts entleert. 5.2 Nach Lage der Akten ist davon auszugehen, dass die von der Beschwerdegegnerin separat geführten Unterlagen dem kantonalen Gericht nicht zugestellt worden sind. Dieses verweist im angefochtenen Entscheid bezüglich des Unfallhergangs einzig auf die Schadenmeldung vom 18. Dezember 1996 und das Gespräch zwischen dem Schadensinspektor und der Versicherten vom 24. September 1997. Auch im letztinstanzlichen Verfahren liegen diese Dokumente nicht vor. Vorinstanz und Beschwerdegegnerin haben sich nicht mit der Frage auseinander gesetzt, mit welcher Geschwindigkeit der hintere Wagen auf jenen der Beschwerdeführerin aufgefahren ist und ob und allenfalls mit welcher Geschwindigkeit sich ihr Fahrzeug im Zeitpunkt des Zusammenstosses noch fortbewegte. Während in den Akten wiederholt von einer geschätzten Geschwindigkeit des auffahrenden Wagens von 80 km/h die Rede ist, finden sich keine gesicherten Angaben darüber, wie es sich diesbezüglich mit Bezug auf das Auto der Versicherten verhielt. Dr. med. I.________ gibt im Bericht vom 28. April 1997 die Angaben der Beschwerdeführerin dahingehend wieder, dass sie im Schritttempo unterwegs gewesen sei. Dr. med. A.________ hält im Gutachten vom 1. November 2004 fest, sie habe ihm gesagt, es habe sich ein Stau gebildet, worauf sie ihr Fahrzeug abgebremst habe. Als sie dann bemerkt habe, dass der nachfolgende Personenwagen mit unverminderter Geschwindigkeit auf sie zugekommen sei, habe sie versucht, auszuweichen. Es ist nicht auszuschliessen, dass die von der Beschwerdegegnerin aus Deutschland beigezogenen Unfallakten darüber eingehender Auskunft geben. Sie wird diese daher aufzulegen oder bezüglich der Schwere des Unfalles vom 14. Dezember 1996 soweit erforderlich ergänzende Abklärungen vorzunehmen und ihre diesbezüglichen Schlussfolgerungen in einer neuen Verfügung nachvollziehbar zu begründen haben. 5.3 Nach dem Gesagten sind der vorinstanzliche Entscheid vom 29. August 2005 und der Einspracheentscheid vom 27. Dezember 2004 wegen unvollständig festgestelltem Sachverhalt aufzuheben. Die Sache wird an die "Zürich" zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwägungen vorgehe.