Citation: I 798/05 08.06.2006 E. 2.2

2.2.1 Bereits in ihrer Einsprache vom 14. April 2005 wiesen die Eltern des Beschwerdeführers darauf hin, Dr. med. E.________ habe in seinem Bericht vom 14. September 2004 fälschlicherweise angegeben, dass die festgestellten funktionellen Einschränkungen keine Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit im bisherigen Beruf als Lehrer hätten. Ihre Aussage wird durch das letztinstanzlich eingereichte Schreiben des Dr. med. E.________ vom 2. November 2005 bestätigt, wonach die funktionellen Einschränkungen entgegen seinem Bericht vom 14. September 2004 "volle einschränkende Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit im bisherigen Beruf als Lehrer" hätten, was er im Bericht in der Rubrik E unter Punkt 9 bezüglich Prognose der Arbeitsfähigkeit als Lehrer mit "ungünstig" zusammengefasst habe. Entgegen der Vorinstanz kann damit aber nicht schlüssig beurteilt werden, ob sich die psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen im hier massgebenden Zeitraum bis zum Einspracheentscheid (13. Mai 2005; BGE 129 V 169 Erw. 1 mit Hinweis), invalidisierend ausgewirkt haben. Darüber lässt sich auch nichts aus dem vorinstanzlich eingereichten Schreiben des Dr. med. W.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 14. September 2005 entnehmen, welcher den Versicherten seit Juni 2005 behandelt. Dieser äusserte sich lediglich dahingehend, dass die festgestellte Erkrankung in Form einer depressiven Episode die Zweitausbildung als Schreiner erschwere. In Anbetracht dieser Aktenlage ist eine fachärztliche Abklärung der Frage notwendig, ob der Beschwerdeführer an einem psychischen Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit leidet, wobei insbesondere interessiert, ob der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit als Lehrer unzumutbar macht. 2.2.2 Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, welche ein entsprechendes Gutachten veranlassen und hernach erneut über den Anspruch auf Umschulung zu befinden haben wird. Bezüglich eines allfälligen psychischen Leidens ist festzuhalten, dass zu den geistigen Gesundheitsschäden, welche in gleicher Weise wie die körperlichen eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken vermögen, neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelische Abwegigkeiten mit Krankheitswert gehören. Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelischen Verfassung und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss. Es ist somit festzustellen, ob und in welchem Masse eine versicherte Person infolge ihres geistigen Gesundheitsschadens auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt erwerbstätig sein kann. Dabei kommt es darauf an, welche Tätigkeit ihr zugemutet werden darf. Zur Annahme einer durch einen geistigen Gesundheitsschaden verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 Erw. 4c in fine).