Citation: 1C_244/2020 E. 5.1

5.1. Ein erster Punkt betrifft die Bewilligung des Strassenanschlusses. Gemäss Art. 85 Abs. 1 des kantonalen Strassengesetzes vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11) bedürfen Zugänge, Zufahrten, Weganschlüsse und Einmündungen aller Art auf öffentliche Strassen, ihre Erweiterung und gesteigerte Benutzung der Bewilligung des zuständigen Gemeinwesens. Es ist Sache der Baubewilligungsbehörde, die Zustimmung im Baubewilligungsverfahren einzuholen; es findet kein besonderes Verfahren für die Bewilligung des Strassenanschlusses statt. Der Strassenanschluss ist zu gestatten, wenn keine triftigen Gründe entgegenstehen (vgl. ZAUGG/LUDWIG, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Bd. I, 5. Aufl. 2020, N. 18 zu Art. 7/8 BauG). Wie schon im Beschwerdeentscheid der BVE erwogen wurde, handelt es sich bei der U.________strasse um eine Gemeindestrasse. Von dort zweigt die Zufahrt über das Baugrundstück zu dem vom Umbauprojekt betroffenen Gebäude ab; diese Zufahrt gilt als private Detailerschliessungsstrasse. Die Beschwerdeführerinnen behaupten vor Bundesgericht nichts anderes. Bei einer solchen Zufahrt liegt die Zuständigkeit für die Zustimmung zum Strassenanschluss bei der Gemeinde (vgl. ZAUGG/LUDWIG, a.a.O., N. 18 zu Art. 7/8 BauG). Die Beschwerdeführerinnen rügen, die Prüfung des Strassenanschlusses sei unterblieben. Entgegen dem Beschwerdegegner schadet es den Beschwerdeführerinnen nicht, dass sie sich dabei auf das frühere Strassenbaugesetz vom 2. Februar 1964 berufen. Das dort geregelte Zustimmungserfordernis zum Strassenanschluss (vgl. dazu ZAUGG/ LUDWIG, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Bd. I, 3. Aufl. 2007, N. 19 zu Art. 7/8 BauG) ist in Art. 85 SG in der dargelegten Weise beibehalten worden. Die sinngemässe Verfassungsrüge der Beschwerdeführerinnen erweist sich jedoch als unbegründet, soweit sie das Vorliegen der erforderlichen Zustimmung auf Gemeindeebene bestreiten. In dem bei den Verfahrensakten befindlichen kommunalen Gesamtentscheid vom 20. März 2018 wird auf einen Fachbericht Infrastruktur der Gemeinde Saanen verwiesen, der unter anderem den Strassenanschluss zum Gegenstand hat; dieser Fachbericht ist integrierender Bestandteil dieses Entscheids. Die von der BVE im Beschwerdeentscheid genehmigte Projektänderung umfasste keine Anpassungen beim Strassenanschluss. Wenn die Vorinstanz von einer genügenden Bewilligung des Strassenanschlusses beim Bauvorhaben ausging, ist dies weder willkürlich noch in anderer Weise bundesrechtswidrig.