Citation: 2C_502/2015 E. 5

Das Steuerharmonisierungsgesetz enthält in der hier anwendbaren, im Jahr 2011 geltenden Fassung keine Bestimmung darüber, wie die Veranlagung bei Eheschliessung, Scheidung oder Trennung vorzunehmen ist. Die Kantone waren daher frei, eigene Bestimmungen aufzustellen (vgl. Urteil 2C_1145/2013 vom 20. September 2014 E. 6, mit weiteren Hinweisen). Gemäss Art. 69 Abs. 2 des Steuergesetzes des Kantons St. Gallen vom 9. April 1998 (StG/SG; sGS 811.1) wird bei Scheidung und bei rechtlicher oder tatsächlicher Trennung der Ehe jeder Ehegatte für die ganze laufende Steuerperiode getrennt besteuert, wobei als Steuerperiode das Kalenderjahr gilt (Art. 66 Abs. 2 StG/SG). Dies stimmt mit der vom Gesetzgeber für die direkte Bundessteuer vorgesehenen Regelung überein (vgl. E. 3.1 hiervor). Auch inhaltlich harmonieren die Bestimmungen zur Ehegattenbesteuerung (Art. 3 Abs. 3 StHG und Art. 20 Abs. 1 StG/SG) und zur Abziehbarkeit von Unterhaltsbeiträgen (Art. 9 Abs. 2 lit. c StHG und Art. 45 Abs. 1 lit. c StG/SG) mit den entsprechenden Normen des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (vgl. Art. 9 Abs. 1 und Art. 212 Abs. 3 i.V.m. Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG [a.F.]). Unter Verweis auf das hiervor Ausgeführte haben die Eheleute daher auch hinsichtlich der Kantons- und Gemeindesteuern für das ganze Jahr 2011 als getrennt lebend zu gelten und qualifizieren die für die Monate Januar bis August 2011 geltend gemachten Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 25'680.-- auch bei den Kantons- und Gemeindesteuern als abziehbare Unterhaltskosten. Somit ist die Beschwerde hinsichtlich der Kantons- und Gemeindesteuern ebenfalls abzuweisen.