Citation: 6P.18/2001 11.04.2001 E. 6

6.- a) Gemäss Art. 63 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu; er berücksichtigt dabei die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Der Sachrichter hat im Urteil die wesentlichen schuldrelevanten Tat- und Täterkomponenten so zu erörtern, dass festgestellt werden kann, ob alle rechtlich massgebenden Gesichtspunkte berücksichtigt und wie sie gewichtet wurden. Der Sachrichter muss die Überlegungen, die er bei der Bemessung der Strafe angestellt hat, in seinem Urteil in den Grundzügen darstellen und die Strafzumessung so gut wie möglich nachvollziehbar machen. Bei der Gewichtung der zu beachtenden Komponenten steht ihm indes ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu. Das Bundesgericht greift in dieses auf Nichtigkeitsbeschwerde hin nur ein, wenn das kantonale Gericht den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn es von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder wenn es wesentliche Komponenten ausser Acht gelassen bzw. falsch gewichtet hat oder wenn die Strafe in einem Masse unverhältnismässig streng bzw. mild erscheint, dass von einer Überschreitung oder einem Missbrauch des Ermessens gesprochen werden muss (BGE 124 IV 286 E. 4a; 123 IV 49 E. 2a; 122 IV 241 E. 1a je mit Hinweisen). b) Die kantonalen Instanzen haben sich in ihren Erwägungen zur Strafzumessung mit den wesentlichen schuldrelevanten Komponenten auseinander gesetzt und sämtliche Zumessungsgründe zutreffend gewürdigt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erweist sich die Begründung der Strafzumessung nicht als unzureichend und erscheint die ausgesprochene Strafe ohne weiteres als nachvollziehbar. Dass die Vorinstanz sich von rechtlich nicht massgeblichen Gesichtspunkten hätte leiten lassen oder wesentliche Aspekte nicht berücksichtigt hätte, ist nicht ersichtlich. Unbegründet ist die Beschwerde namentlich, soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Vorinstanz habe bei der Bemessung des Verschuldens auch auf reine Vermutungen abgestellt. Die von ihm beanstandete Erwägung, wonach er einmal auf die rechte Fahrbahn hinübergewechselt sei, "vermutlich um zu überholen", findet sich im Zusammenhang mit dem Nichteinhalten eines genügenden Abstandes. Die kantonalen Instanzen führen gegen den Einwand des Beschwerdeführers, er sei nicht aggressiv gefahren, aus, er sei während einer langen Strecke extrem nahe auf die vorausfahrenden Fahrzeuge aufgefahren, wobei der Abstand zum Teil keine fünf Meter mehr betragen habe. Zudem habe er mehrmals mit dem Blinker Zeichen gegeben und sei einmal für ein Überholmanöver nach rechts ausgeschwenkt, um sofort wieder auf die Überholspur zurückzukehren. Dass die Vorinstanz dieses Fahrverhalten als aggressiv wertet, ist nicht zu beanstanden und stellt im Grunde auch der Beschwerdeführer nicht in Frage. Der von ihm kritisierten Deutung des Spurwechsels kommt im Rahmen seines gesamten aggressiven Verhaltens bei der Gewichtung des Verschuldens keine eigenständige Bedeutung zu. Aus welchem Grund er auf die rechte Spur gewechselt ist, kann daher letztlich offenbleiben. Unerfindlich ist sodann, inwiefern den Beschwerdeführer entlasten soll, dass der vorausfahrende Automobilist die Fahrspur blockiert habe. Selbst wenn der betreffende Fahrzeuglenker das Rechtsfahrgebot nicht beachtet hätte, berechtigte dies den nachfolgenden Fahrzeugführer nicht, ihn durch ein Aufschliessen bis auf fünf Meter ernsthaft zu gefährden. Die Verantwortung für diese Gefährdung dem vorausfahrenden Automobilisten anlasten zu wollen, zeugt von einem seltsamen Verständnis der Verkehrsregeln. Ausreichend berücksichtigt hat die Vorinstanz schliesslich auch den unbescholtenen automoblistischen Leumund des Beschwerdeführers. Unbegründet ist die Beschwerde zuletzt, soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Aargauer Praxis führe im Vergleich zur Rechtsprechung zu anderen Kantonen zu einer Ungleichbehandlung. Zunächst ist nach der Rechtsprechung gegen die Bemessung der Strafe nach Straftaxen grundsätzlich nichts einzuwenden, solange diese jedenfalls nicht starr und schematisch angewendet werden und ihnen lediglich Richtlinienfunktion ohne Bindungswirkung zukommt. Dass im zu beurteilenden Fall ein abstrakter Einsatzstrafenkatalog schematisch angewendet worden ist, ist nicht ersichtlich und macht auch der Beschwerdeführer nicht geltend. Dass sich allenfalls Ungleichheiten in Bezug auf die Praxis anderer Kantone ergeben, ist darauf zurückzuführen, dass die Strafverfolgung grundsätzlich, mit Ausnahme der Verfolgung der in Art. 340 StGB aufgeführten strafbaren Handlungen, den Kantonen obliegt (Art. 123 Abs. 3 BV, Art. 343 StGB). Dies bringt das Risiko mit sich, dass sich in den Kantonen hinsichtlich der Beurteilung derselben Delikte im Rahmen der Strafzumessung unterschiedliche kantonale Praxen entwickeln. Der Grundsatz der Gleichbehandlung erlangt daher auf interkantonaler Ebene nur beschränkte Bedeutung (BGE 124 IV 44 E. 2c). Im Übrigen führen auch der Grundsatz der Individualisierung und der dem Sachrichter vom Gesetz bei der Strafzumessung eingeräumte weite Ermessensspielraum notwendigerweise zu einer gewissen Ungleichheit. Die aus diesen Umständen resultierende Ungleichheit in der Zumessung der Strafe reicht für sich allein nicht aus, um auf einen Missbrauch des Ermessens zu schliessen. Es ist nicht Sache des Bundesgerichts, für eine peinlich genaue Übereinstimmung einzelner Strafmasse zu sorgen, weshalb auch offen bleiben kann, ob die vom Beschwerdeführer zum Vergleich herangezogene Urteilspraxis anderer Kantone als zu milde zu bezeichnen ist. Es hat lediglich für eine korrekte Anwendung von Bundesrecht besorgt zu sein (BGE 123 IV 150 E. 2a mit Hinweisen). Insgesamt sind die Erwägungen der Vorinstanz ohne weiteres nachvollziehbar und die daraus gezogenen Schlüsse einleuchtend. Jedenfalls hat die Vorinstanz mit ihrer Strafzumessung ihr Ermessen nicht überschritten.