Citation: I 658/99 29.05.2000 E. 3

3.- Die Vorinstanz hat das von der Versicherten ohne Invalidität erzielbare Einkommen (Valideneinkommen) auf Fr. 38'337.60 festgesetzt, indem sie den von der ehemaligen Arbeitgeberin für das Jahr 1997 (telefonisch) angegebenen Stundenlohn von Fr. 15.95 (zuzüglich Fr. -.70 Schichtzula- ge) zuerst mit 41 (Wochenstunden) und dann mit 52 (Wochen) multiziplierte und dazu die Gratifikation von 8 % zählte. Damit blieb - wie die Beschwerdeführerin zu Recht einwendet - unberücksichtigt, dass ihr noch eine Leistungsprämie von Fr. 1.30 pro Stunde ausgerichtet wurde, und sie in erhebli- chem Umfang Überstunden leistete, die mit einem Zuschlag von 25 % zum Stundenlohn entschädigt wurden. Dies ergibt sich ohne weiteres aus den letztinstanzlich aufgelegten Lohnabrechnungen aus den Jahren 1992 und 1993 in Verbindung mit den im Fragebogen für den Arbeitgeber am 6. Juni 1995 gemachten Angaben. So weist beispielsweise der Fragebogen für Mai 1993 ein Bruttoeinkommen von Fr. 3188.35 aus, das sich anhand der entsprechenden Lohnabrechnung aus Stunden- lohn (160.25 x Fr. 15.50), Schichtzulage (160.25 x Fr. 0.70, Leistungsprämie (176.65 x Fr. 1.30), Überzeit (5 x Fr. 19.38) sowie weiteren (nicht relevanten) Zulagen zusammensetzte. Zwar kann bezüglich der Überstunden und der Leistungsprämie davon ausgegangen werden, dass diese be- triebsüblich waren und einen regelmässigen Lohnbestandteil darstellten, weshalb sie bei der Invaliditätsbemessung grundsätzlich mitzuberücksichtigen wären (vgl. RKUV 1989 Nr. U 695 S. 181 f.). Es ist indessen unklar, ob die Be- schwerdeführerin auch im Verfügungszeitpunkt mit solchen Zulagen und gegebenenfalls in welchem Umfang hätte rechnen können. Der in der Aktennotiz vom 2. Mai 1997 festgehalte- nen telefonischen Auskunft des Arbeitgebers lässt sich dazu jedenfalls nichts entnehmen. Auf diese Auskunft könnte im Übrigen ohnehin nicht abgestellt werden, da nach der Recht- sprechung eine formos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche bzw. telefonische Auskunft nur in- soweit ein zulässiges und taugliches Beweismittel dar- stellt, als damit blosse Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festgestellt werden. Sind aber - wie hier - Auskünfte zu wesentlichen Punkten des rechtserhebli- chen Sachverhaltes einzuholen, kommt grundsätzlich nur die Form einer schriftlichen Anfrage und Auskunft in Betracht. Werden Auskunftspersonen zu wichtigen tatbeständlichen Punkten dennoch mündlich befragt, ist eine Einvernahme durchzuführen und darüber ein Protokoll aufzunehmen. In der Regel ist den Betroffenen zudem Gelegenheit zu geben, der Einvernahme beizuwohnen (BGE 117 V 285 mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 328 S. 117 Erw. 3c, 1994 Nr. U 200 S. 269 f. Erw. 2b). Die Sache ist nach dem Gesagten an die IV-Stelle zu- rückzuweisen, damit sie die zur Bemessung des Validenein- kommens erforderlichen Abklärungen in rechtsgenüglicher Form treffe.