Citation: 5A_1043/2021 E. 5.3

5.3. Sodann werfen die Beschwerdeführer dem Obergericht vor, zu Unrecht zwischen den Motiven und dem Zweck der Dienstbarkeit zu unterscheiden und auf die Motive der Vertragsparteien abzustellen. Die Beschwerdeführer irren, wenn sie meinen, das Obergericht dürfe grundsätzlich nicht auf die Motive der seinerzeitigen Vertragsparteien abstellen. Soweit solche aus dem Dienstbarkeitsvertrag selbst hervorgehen oder für einen Dritten, der an der Errichtung der Dienstbarkeit nicht beteiligt war, normalerweise erkennbar sind, sind individuelle persönliche Umstände und Motive, die für die Willensbildung der ursprünglichen Vertragsparteien bestimmend waren, bei der objektiven Auslegung eines Dienstbarkeitsvertrags sehr wohl zu berücksichtigen (E. 3.2.2). Nun behaupten die Beschwerdeführer weder noch legen sie dar, welche Motive das Obergericht berücksichtigt haben soll, die nicht aus dem Dienstbarkeitsvertrag selbst hervorgehen. Insofern zielt der Einwand der Beschwerdeführer ins Leere. Eine andere Frage ist, ob das Obergericht den Dienstbarkeitsvertrag - allenfalls unter Berücksichtigung von daraus hervorgehenden oder für Dritte normalerweise erkennbaren Motiven - bundesrechtskonform ausgelegt hat (dazu E. 5.5).