Citation: 5P.399/2006 31.01.2007 E. 2

Das Obergericht hat bezüglich den beweisrechtlichen Besonderheiten bei Ansprüchen aus Versicherungsverträgen auf die Ausführungen des Bezirksgerichts abgestellt. Danach sei für den Eintritt des Versicherungsfalls behauptungs- und beweispflichtig, wer gegenüber dem Versicherer einen Anspruch erhebe. Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versicherungsvertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden sei, geniesse der beweispflichtige Versicherungsnehmer insofern eine Beweiserleichterung, als er nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten Versicherungsanspruchs darzutun habe. Allerdings könne der Versicherer im Rahmen des Gegenbeweises Indizien geltend machen, welche die Glaubwürdigkeit des Ansprechers erschütterten oder erhebliche Zweifel an den von ihm geschilderten Behauptungen erweckten. Gelinge dies dem Versicherer, so sei vom Versicherungsnehmer der strikte Beweis des Eintritts des Versicherungsfalls zu fordern (vgl. dazu auch BGE 130 III 321 E. 3.5 S. 327). Dass der Nachweis des Eintritts des versicherten Ereignisses Heirat an einen strikten Beweis gebunden ist, stellen die Beschwerdeparteien nicht in Frage.