Citation: 2C_620/2020 E. 9.4

9.4. Die Beschwerdeführer bestreiten sodann die Annahme der Vorinstanz, wonach der Umstand, dass der Beschwerdeführer während langer Jahre unbestrittenermassen Verluste erwirtschaftet habe, auf fehlende subjektive Gewinnstrebigkeit oder fehlende objektive Gewinngeeignetheit der geltend gemachten Tätigkeit hindeute. Führt eine selbständige Erwerbstätigkeit auf Dauer zu keinen Gewinnen (sog. "Dauerverlustbetrieb"; vgl. Urteil 2C_548/2018 vom 3. August 2018 E. 2.3.2), kann dies auf die fehlende Gewinnstrebigkeit hinweisen (BGE 115 V 161 E. 9c S. 172; Urteil 2C_534/2018 vom 27. September 2019 E. 2.2). Der Zeitraum, innert welchem zwingend Gewinne zu erwirtschaften sind, damit noch von einer Gewinnerzielungsabsicht ausgegangen werden kann, lässt sich nicht generell festlegen. Auch bei der im Steuerrecht mitunter herangezogenen 10-Jahres-Frist handelt es sich nur um eine grobe Faustregel. Im Einzelfall sind die Art der Tätigkeit und die konkreten Verhältnisse (wie beispielsweise die Gegebenheiten am Markt) entscheidend (BGE 143 V 177 E. 4.2.4 S. 187). Die erwähnte, ohnehin nur grobe Faustregel spielt vorliegend nicht zugunsten der Beschwerdeführer, und zwar selbst dann nicht, wenn das von ihnen in diesem Kontext angerufene Gleichbehandlungsgebot (vgl. Art. 8 Abs. 1 BV) mitberücksichtigt wird. Zwar liegt - anders als es die Ausführungen der Vorinstanz suggerieren - keine langjährige und schon gar keine die Schwelle von 10 Jahren überschreitende anhaltende Verlusterzielung vor, soweit die in den Steuerperioden 2009 und 2010 versteuerten Gewinne aus selbständiger Erwerbstätigkeit bzw. selbständiger Nebenerwerbstätigkeit zugunsten der Beschwerdeführer mitberücksichtigt werden. Indessen kann schon mangels Hinweisen auf eine konkrete, in der Steuerperiode 2012 ausgeübte Tätigkeit des Beschwerdeführers und mangels Anhaltspunkten für diesbezüglich im Vergleich zu den Vorperioden gleichgebliebene Verhältnisse nicht von einer über mehrere Steuerperioden verfolgten Tätigkeit gesprochen werden, bei welcher einzelne Verlustphasen im Zusammenhang mit der Beurteilung des Vorliegens einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 18 DBG zu vernachlässigen wären.