Citation: 2C_573/2018 E. 3.3.3

3.3.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, von ihr werde nach erfolgreicher Beendigung der Massnahme keine ausländerrechtlich relevante Gefahr mehr ausgehen. Der Sache nach läuft dieses Vorbringen darauf hinaus, dass sie den Migrationsbehörden vorwirft, in ihrem Fall voreilig und ohne Koordination mit den Strafbehörden über ihren weiteren Verbleib in der Schweiz entschieden zu haben. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin hätte erst nach Auslaufen der stationären Massnahme über die Beendigung ihres Aufenthalts in der Schweiz entschieden werden dürfen. Angesichts der nach dem angefochtenen Entscheid erstellten neuen Therapieberichte über sie müsse davon ausgegangen werden, dass ihr nach ihrer Entlassung aus dem Straf- bzw. Massnahmenvollzug auch unter migrationsrechtlichen Gesichtspunkten eine günstige Prognose zu stellen sei. Der Vorwurf erweist sich als unbegründet, lässt das Bundesgericht doch in ständiger Praxis zu, dass die Migrationsbehörden möglichst früh bzw. vor dem Ende des Straf- oder Massnahmenvollzugs über einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung und eine Wegweisung entscheiden. Zum einen sind nämlich die Erfolgschancen einer stationären Massnahme oder einer strafvollzugsbegleitenden ambulanten Therapie ungewiss und ein Rückfall ist nicht ausgeschlossen; zum andern ist es im Interesse der ausländischen Person, möglichst früh zu wissen, wo sie nach ihrer Freilassung leben wird (BGE 137 II 233 E. 5.2.3 S. 238; Urteil 2C_144/2018 vom 21. September 2018 E. 5.3). Hier hat das Migrationsamt somit, nachdem sich die Beschwerdeführerin bereits seit dem 3. März 2015 im vorzeitigen Massnahmenvollzug befand, nicht vorzeitig über die Beendigung ihres Aufenthalts in der Schweiz entschieden. Ebenso war es für die Vorinstanz nicht angezeigt, mit ihrem Entscheid bis zum Vorliegen weiterer, allenfalls positiverer Therapieberichte für die Beschwerdeführerin zuzuwarten. Der Entscheid der Vorinstanz gibt damit auch keinen Anlass, die erst im bundesgerichtlichen Verfahren eingereichten bzw. zum Beizug beantragten Therapie- und Vollzugsberichte zu berücksichtigen (Art. 99 Abs. 1 BGG). Diese müssen daher unbeachtet bleiben. Insgesamt ist mit der Vorinstanz von einem erheblichen Rückfallrisiko auszugehen. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn sie ein gewichtiges sicherheitspolizeiliches Interesse an der Aufenthaltsbeendigung bejaht hat.