Citation: 8C_684/2009 23.04.2010 E. 6

6.1 Zu Recht sind sich die Parteien darin einig, dass weder von besonders dramatischen Begleitumständen oder besonderer Eindrücklichkeit eines oder mehrerer der erlittenen Unfälle gesprochen werden kann. Ebenso wenig ist eine ärztliche Fehlbehandlung ersichtlich, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte. Unbestrittenermassen lag auch keine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung vor, auch wenn der Beschwerdeführer insgesamt während langer Zeit ärztliche Betreuung beanspruchte. 6.2 Anders als noch die SUVA hat das kantonale Gericht das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen als gegeben qualifiziert. Das Vorliegen eines Schleudertraumas (oder einer der weiteren, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzungen) besagt lediglich, dass sich die Adäquanzprüfung nach der Schleudertrauma-Praxis zu richten hat. Hingegen genügt die Diagnose einer HWS-Distorsion für sich allein noch nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (BGE 134 V 109 E. 10.2.2; SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 [U 339/06] E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 [U 380/04] E. 5.2.3 mit Hinweisen). Es entspricht indessen einer allgemeinen Erfahrungstatsache, dass pathologische Zustände nach HWS-Verletzungen bei erneuter Traumatisierung stark exazerbieren können. Eine Distorsion, welche eine bereits durch einen früheren Unfall erheblich vorgeschädigte HWS trifft, ist daher speziell geeignet, die charakteristischen Symptome hervorzurufen und deshalb als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren (SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 [U 39/04] E. 3.4.2, Urteile 8C_477/2008 vom 19. Dezember 2008 E. 6.3.2.2 und U 12/03 vom 28. Mai 2003 E. 4.2.2 in fine mit Hinweis). Mit der Vorinstanz ist das Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung demnach als gegeben zu erachten, wobei angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer gleich drei Unfälle mit HWS-Verletzungen erlitten hat, auch von einer besonderen Ausprägung ausgegangen werden darf. 6.3 Das Kriterium der erheblichen Beschwerden bezeichnete das kantonale Gericht mit Recht ebenfalls als erfüllt. So hielt Dr. med. B.________ in seinem Gutachten vom 26. Januar 2006 ausdrücklich fest, dass Residuen der Unfälle vom 9. November 2000 mit vorübergehender Verschlechterung nach dem 2003 eingetretenen Unfall vorliegen. Der Expertise dieses Arztes ist des Weiteren zu entnehmen, dass offenbar schon vor dem Unfallereignis vom 31. März 2006 zahlreiche namhafte Beschwerden und überdies neuropsychologische Ausfälle zu verzeichnen waren; zudem zeige der Verlauf, dass der Beschwerdeführer schon seit dem Unfall vom 9. November 2000 unter anderem auf Grund seines körperlichen Zustandes nicht mehr in der Lage gewesen sei, regelmässig einer anspruchsvolleren Tätigkeit nachzugehen. Auch die jüngsten Arztberichte des Dr. med. L.________ vom 12. Januar 2007 und der Klinik Z.________ vom 21. Februar 2007 bestätigen das Vorliegen von Schmerzen. Das Kriterium der erheblichen Beschwerden kann daher als glaubhaft dargelegt und damit als ausgewiesen gelten. Auch lässt es sich nicht rechtfertigen, von einer bloss geringen Ausprägung zu sprechen. Zum Bericht der Klinik Z.________ ist im Übrigen zu bemerken, dass dort lediglich eine ambulante Untersuchung in der Wirbelsäulensprechstunde stattfand. Selbst dort wurden starke morgendliche Nackenbeschwerden genannt. Somit bleibt festzuhalten, dass nach dem Unfall vom 9. November 2000 doch erhebliche Beschwerden aufgetreten sind, welche sich nach den beiden weiteren Unfallereignissen vom 21. Februar 2003 und 31. März 2006 jeweils noch verstärkten. 6.4 Die Erfüllung des Kriteriums der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist für den Zeitraum ab 9. November 2000 (1. Unfallereignis) bis 26. Juli 2007 (Einspracheentscheid) ebenfalls zu bejahen. Während der Berufserprobung in der Rehaklinik Q.________ vom 28. Januar 2002 konnte eine sehr gute Motivation für eine berufliche Wiedereingliederung registriert werden und im zweiten Teil der von der Invalidenversicherung veranlassten Überprüfung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten in der Abklärungsstelle (BEFAS) vom 13. Februar 2003 zeigte sich der Beschwerdeführer sehr motiviert. Die Gutachter des medizinischen Begutachtungsinstituts E.________ schilderten in ihrem Bericht vom 2. Dezember 2004 auch die verschiedenen Arbeitsversuche, die insbesondere nach dem zweiten Unfallereignis vom 21. Februar 2003 stattgefunden haben. Dr. med. B.________ hielt in seiner Expertise vom 26. Januar 2006 ebenfalls fest, dass sich der Beschwerdeführer von seinem Unfall vom 9. November 2000 soweit erholen konnte, dass er wieder an die Wiederaufnahme seiner sehr geschätzten Arbeit denken konnte. Gemäss Dr. med. B.________ war er auf Grund der präsentierten Zeugnisse als Angestellter denn auch willkommen und wurde lediglich wegen seiner körperlichen und vor allem neuropsychologischen Defizite entlassen. Angesichts dieser dokumentierten Bemühungen zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeit ist auch dieses Adäquanzkriterium als erfüllt zu werten. 6.5 Als nicht erfüllt qualifizierte das kantonale Gericht das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen. Dieser Ansicht kann indessen nicht ohne weiteres beigepflichtet werden. Im Rahmen des jeweiligen Heilungsverlaufs ergaben sich zumindest insoweit doch wiederholt Komplikationen, als es immer wieder zu neuen Unfällen kam, welche zu erheblichen Verzögerungen führten, sodass insgesamt doch auch ein schwieriger Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen nicht ganz in Abrede gestellt werden kann. Wie es sich diesbezüglich verhält, braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu werden.