Citation: 9C_656/2022 E. 5.1.1

5.1.1. Sie argumentieren, eine Ermessensveranlagung sei auch dann krass falsch, wenn sich aus dem Ausmass der Abweichung von der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und den sonstigen Umständen ergebe, dass sie erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert sei. Die Ermessensveranlagung solle keine Strafe darstellen, sondern zur bestmöglichen Annäherung an die Wirklichkeit führen. Das gelte selbst dann, wenn die steuerpflichtige Person - wie hier - mehrere Jahre lang ihre Verfahrenspflichten vernachlässige. Vorliegend sei die Annahme eines Erwerbseinkommens beider Beschwerdeführer von je Fr. 172'500.- resp. Fr. 200'000.- so weit von der Wirklichkeit entfernt, dass nicht mehr von einer Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen gesprochen werden könne. Vielmehr habe die Steuerkommission die Steuerpflichtigen damit schlicht und einfach für die fehlende Einreichung der Steuererklärungen bestraft.