Citation: K 4/00 25.03.2002 E. 7

7.- Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob eine Leistungspflicht der Krankenkasse gestützt auf Art. 17 lit. f Ziff. 2 KLV wegen einer Dysgnathie, die zu Störungen mit Krankheitswert, namentlich zu schweren Störungen des Schluckens, führt, zu bejahen ist. a) Auf die Frage, welche Störungen des Schluckens als schwer im Sinne der erwähnten Verordnungsbestimmung zu verstehen seien, haben die Experten geantwortet, der Begriff "schwere Störung des Schluckens" sei im allgemein medizinischen Gebrauch verbunden mit erheblicher Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme bzw. des spontanen Schluckens von Speichel. Es bestehe kein Anlass, im zahnärztlich kieferchirurgischen Bereich von diesem Verständnis abzuweichen. Der Begriff "infantiles Schlucken" lasse quantitativ und bezüglich Altersgrenze einen erheblichen Spielraum offen und könne nicht als schwere Schluckstörung bezeichnet werden. Das Eidgenössische Versicherungsgericht sieht keinen Grund, vom Verständnis der Experten abzuweichen (nicht veröffentlichtes Urteil P. vom 4. Dezember 2001, K 17/98). b) In den für den vorgenommenen Eingriff umfassenden Akten sind keinerlei Anhaltspunkte dafür vorhanden, dass der Versicherte an schweren Schluckstörungen im dargelegten Sinne leidet. Vielmehr verneint der Vertrauenszahnarzt in seinem Bericht vom 7. November 1996 das Vorhandensein von sehr ausgeprägten Schluckstörungen und somit einen Krankheitswert des Leidens. Er weist darauf hin, dass beispielsweise auch kein dentoalveolär offener Biss vorliege, wie es im SSO-Atlas als mögliches klinisches Erscheinungsbild erwähnt sei (SSO-Atlas, S. 77). Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Einspracheentscheid vom 29. April 1998 sodann darauf hingewiesen, dass ihr auch keine früheren diagnostischen oder therapeutischen Massnahmen wegen Schluckbeschwerden beim Beschwerdegegner bekannt seien. Diese Aussage ist unwidersprochen geblieben. Es kann demzufolge nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Dysgnathie des Beschwerdegegners Krankheitswert in Form von schweren Schluckstörungen aufgewiesen hat, weshalb eine Leistungspflicht der Krankenkasse gestützt auf Art. 17 lit. f Ziff. 2 KLV zu verneinen ist.