Citation: 6B_563/2021 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt, die Staatsanwaltschaft habe am Morgen des 10. Februar 2012 einen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl gegen den Beschwerdeführer erlassen, da dieser dringend verdächtig gewesen sei, sich sexueller Handlungen mit Kindern schuldig gemacht zu haben. Somit sei zu diesem Zeitpunkt die Strafuntersuchung gegen denselben faktisch bereits eröffnet gewesen. Aufgrund der von der Beschwerdegegnerin 2 am 9. Februar 2012 gegen den Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe habe die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft erkennen müssen, dass ein Fall einer notwendigen Verteidigung im Sinne von Art. 130 lit. b StPO vorgelegen habe. Entsprechend hätte dem Beschwerdeführer grundsätzlich bereits an seiner ersten Einvernahme vom 10. Februar 2012 ein notwendiger Verteidiger bestellt werden müssen. Es sei aber zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer nicht zu einer Befragung vorgeladen worden sei, sondern sich freiwillig zur Polizei begeben habe, um ein Geständnis abzulegen. Die Befragung des Beschwerdeführers sei somit nicht vom Staat initiiert worden. Er habe von sich aus entschieden, sich in eine solche Befragungssituation zu begeben und dabei explizit auf einen Strafverteidiger verzichtet. Die Hausdurchsuchung habe erst nach der Selbstanzeige des Beschwerdeführers stattgefunden. Somit seien im Zeitpunkt der Selbstanzeige noch keine Zwangsmassnahmen gegen denselben ergangen. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer am selben Tag eine Selbstanzeige gemacht habe, an welchem die Staatsanwaltschaft einen Dursuchungsbefehl erlassen und dadurch die Untersuchung eröffnet habe, sei eine zeitliche Koinzidenz. Es könne nicht der Zweck von Art. 131 Abs. 3 StPO sein, ein unter diesen Umständen erfolgtes Geständnis unverwertbar zu machen.