Citation: 2P.261/2001 16.05.2002 E. 6

Auch bezüglich der Dividenden von insgesamt Fr. 420'000.--, welche der Beschwerdeführer 1 im Jahre 1998 von der X.________ AG und der Y.________ AG bezogen hat, stellt sich die Frage, ob sie durch die ordentliche Veranlagung in der Steuerperiode 1999/2000 zu erfassen sind oder einer Sonderveranlagung unterliegen. 6.1 Sowohl die X.________ AG als auch die Y.________ AG schütteten bis anhin keine Dividenden aus. Der Beschwerdeführer 1 hat die Aktien der X.________ AG mit Kaufvertrag vom 20. Juni 1996 von seinem Vater erworben. Die Y.________ AG kaufte er am 12. November 1997 von der X.________ AG, beherrschte sie mithin wirtschaftlich auch schon vorher. Erstmals 1998 wurden Dividenden im Betrag von Fr. 420'000.-- ausgeschüttet. Das ist, wie das Verwaltungsgericht zu Recht festgestellt hat, eine klare Änderung der bisherigen Dividendenpolitik der vom Beschwerdeführer beherrschten Gesellschaften. Ob bzw. wie weit es sich bei den 1998 bezahlten Beträgen um Substanzdividenden handelt, d.h. Dividenden, die nicht auf dem im letzten Geschäftsjahr erwirtschafteten Gewinn beruhen, liess das Verwaltungsgericht offen. Deshalb zielt der Vorwurf der Willkür ins Leere, den die Beschwerdeführer erheben, weil das Verwaltungsgericht festgestellt habe, es liege eine Substanzdividende vor. Entscheidend war für dieses einzig, dass die Zahlungen auf einer Änderung der Dividendenpolitik beruhen, welche vom Beschwerdeführer veranlasst worden war, und die dazu führte, dass ausgerechnet in dem der Beendigung der Steuerpflicht vorangehenden Jahr - abweichend von der bisherigen Praxis - hohe Ausschüttungen vorgenommen wurden. Eine willkürliche und damit gegen Art. 9 BV verstossende Anwendung der kantonalen Norm von Art. 30 StG/GL liegt hierin nicht: Es lässt sich ohne weiteres sagen, dass Dividenden, die in deutlicher Abweichung von der bisherigen Dividendenpolitik ausgerichtet werden, ausserordentliche Einkünfte darstellen. Dies gilt besonders für Fälle wie den vorliegenden, wo die Zahlung von Dividenden dem Steuerpflichtigen überhaupt eine neue Einkommensquelle erschliesst. Der Beschwerdeführer 1 hatte aus seinen Beteiligungen an den beiden Gesellschaften bisher keine Einkünfte erzielt. Unerheblich ist in diesem Zusammenhang, dass er vor 1996 keinen Einfluss auf die Dividendenpolitik nehmen konnte, erfolgte die erste Ausschüttung doch erst im Jahr 1998. 6.2 Nach dem Gesagten hat das Verwaltungsgericht auch im Entscheid betreffend die Jahressteuer 1998 weder das Willkürverbot (Art. 9 BV) noch den Gehörsanspruch der Beschwerdeführer (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt, soweit diese Verfassungsrügen überhaupt substantiiert begründet sind (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Schlechthin unerfindlich ist, inwiefern das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung (Art. 127 Abs. 3 BV) verletzt sein könnte. Schliesslich zielt die Kritik der Beschwerdeführer am angefochtenen Entscheid vorbei, soweit sie beanstanden, dass eine Jahressteuer 1999 erhoben werde, wiewohl sie in diesem Jahr in der Schweiz nicht mehr bzw. nur die ersten zwölf Tage des Jahres steuerpflichtig waren: Die kantonale Verwaltung hat zwar in ihrer ursprünglichen Verfügung vom 2. März 1999 die zu erhebende Jahressteuer als solche des Jahres 1999 bezeichnet. Indessen hat das Verwaltungsgericht in seinen Erwägungen klargestellt, dass diese Steuer das Jahr 1998 betreffe, in welchem die Dividenden ausgeschüttet worden sind.