Citation: 8C_172/2024 E. 6.2

6.2. Bezüglich des leidensbedingten Abzugs auf der Seite des Invalideneinkommens wird gerügt, dass die Vorinstanz gestützt auf Art. 26bis Abs. 3 IVV lediglich eine Reduktion von 10 % gewährt habe. Gemäss dem bundesgerichtlichen Urteil 8C_823/2023 vom 8. Juli 2024 ist diese Bestimmung in der Fassung vom 3. November 2021, in Kraft vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023, mit der damit beabsichtigten abschliessenden Regelung des Abzugs vom Tabellenlohn in Form eines einzig verbleibenden Abzugsfaktors "Teilzeitarbeit" (E. 9.5.3, insb. 9.5.3.6.1) von 10 % gesetzeswidrig. Soweit aufgrund der gegebenen Fallumstände nach Berücksichtigung der vom Verordnungsgeber geregelten Korrekturinstrumente Bedarf an weitergehender Korrektur besteht, ist ergänzend auf die bisherigen Rechtsprechungsgrundsätze zum Abzug vom Tabellenlohn zurückzugreifen (E. 10.6). Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er selbst in einer leidensangepassten Tätigkeit qualitativ und quantitativ stark eingeschränkt sei. Gemäss Vorinstanz sind wegen der rechtsseitigen Schulterproblematik keine Überkopfarbeiten und auch kein schweres Heben und Tragen mehr zumutbar. Eine zeitliche Einschränkung besteht in einer insoweit angepassten Verweistätigkeit indessen nicht. Bezüglich der geltend gemachten ADHS- beziehungsweise Borderline- sowie der depressiven Symptomatik ging das kantonale Gericht von einer 45%igen Arbeitsfähigkeit aus, dies in angepasster Tätigkeit mit wohlwollendem Arbeitsklima, Unterstützung und Mediation im Konfliktfall, ohne hohe Anforderungen an die Interaktionsfähigkeit, Flexibilität und Selbstständigkeit, mit wenig Kontakt zu anderen Menschen. Die Vorinstanz verwies auf den Bericht des RAD vom 4. April 2023. Darin bestätigte der angefragte Psychiater die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den behandelnden Arzt, erachtete die Schwere des Leidens auch in Anbetracht aller gestellten, häufig in Kombination auftretenden Diagnosen indessen insgesamt als lediglich leicht ausgeprägt. Nach der bisherigen Praxis lässt sich bei Limitierung auch im Rahmen leichter Hilfstätigkeiten eine Reduktion des entsprechenden statistischen Verdienstes jedenfalls dann um mindestens 10 % rechtfertigen, wenn zusätzlich von einer allein noch zumutbaren Teilzeitbeschäftigung auszugehen ist (Urteil 8C_74/2022 vom 22. September 2022 E. 4.4.2 mit Hinweisen). Inwiefern hier über eine entsprechende Reduktion hinauszugehen wäre, vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun. Zwar fällt in Betracht, dass qualitative Einschränkungen sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht bestehen. Allerdings wird aus letztgenanntem Grund eine erhebliche zeitliche Einschränkung bescheinigt, derweil das Schulterleiden eine vollzeitliche Beschäftigung gestatten würde, was gegen weitergehenden Korrekturbedarf spricht. Insgesamt lässt sich ein höherer als der von der Vorinstanz gewährte 10%ige Abzug vom Tabellenlohn damit nicht begründen. Im Ergebnis muss es daher mit dem vom kantonalen Gericht ermittelten rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 37 % sein Bewenden haben.