Citation: 5A_1071/2020 E. 3.4.2

3.4.2. Mit Bezug auf den Betrag zum Immobilienkauf in V.________ hat das Obergericht festgehalten, dass es sich nach den Erwägungen des High Court um die Deckung des Wohnbedarfes während der Ferienzeit gehe. Der Beschwerdeführer kann aus der Erwägung des englischen Gerichts, dass die Beschwerdegegnerin eine Villa für Ferienzwecke brauche ("W [Ehefrau] explained that she needs a villa in V.________ close to villa W.________ so that she can see her sons during the vacations."), nichts für sich ableiten. Wenn mit (einem Teil) der lump sum der Kauf einer Wohnung beabsichtigt ist, so kann von Unterhaltszwecken ausgegangen werden, denn das Wohnbedürfnis ist Teil des Unterhaltsbedürfnisses (HORSTMANN, a.a.O., S. 260 f.). Wenn das Obergericht hier die Zuordnung als Unterhaltsanspruch mit der Überlegung vorgenommen hat, dass damit der bisherige luxuriöse Ferienstandard am Ort weitergeführt werden soll, wo die Parteien mit den gemeinsamen Kindern die Villa "le Cottage" als Ferienhaus nutzten, und der ungewöhnlich hohe Betrag nicht dagegen spreche, hat es die Motivation des englischen Gerichts für das entsprechende Unterhaltsbedürfnis der Beschwerdegegnerin wiedergegeben. Für die Behauptung des Beschwerdeführers, dass der Betrag für den Immobilienkauf in V.________ lediglich ein güterrechtlicher Ausgleich für die Villa W.________ sei, die ihm zugesprochen worden sei, hat das Obergericht weder im Approved Judgment noch in der Financial Remedy Order eine Stütze gefunden. Der Beschwerdeführer erneuert vor Bundesgericht sein Vorbringen, legt indes nicht dar, inwiefern das Obergericht mit seinem Hinweis auf den eruierten Zweck - Sicherung der Weiterführung von luxuriösen Ferien am gemeinsamen Ferienort - eine Zuordnung vorgenommen habe, die dem vertragsautonomen Abgrenzungskriterium widerspreche oder Anhaltspunkte für eine andere Zuordnung übergangen habe. Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auf die Angaben der Beschwerdegegnerin vor dem englischen Gericht (und dabei auf S. 24 [Financial requirements] von act. 44/6 [Financial statement]) hinweist, läuft sein Vorbringen auf die Kritik an der Bewertung der finanziellen Bedürfnisse hinaus. Eine Neubeurteilung der (Ferien-) Wohnbedürfnisse durch das Anerkennungsgericht ist indes ausgeschlossen (Art. 45 Ziff. 2 LugÜ). Ein Verletzung des LugÜ bzw. von dessen Anwendungsbereich ist nicht ersichtlich. Eine die Vollstreckbarerklärung hindernde Unklarheit oder die Rechtsprechung, die im Zweifel zur Qualifikation als Unterhalt neigt (DASSER, in: Dasser/Oberhammer, Lugano-Übereinkommen, 2. Aufl. 2011, N. 73, 74 zu Art. 1), ist nicht näher zu erörtern.