Citation: 7B_984/2023 E. 2.6.4

2.6.4. Die Vorinstanz macht die Ausführungen zur "Gefährlichkeit" im Zusammenhang mit dem Vortatenerfordernis (vgl. BGE 143 IV 9 E. 2.6) und verweist hierbei noch nicht auf den durch den Beschwerdeführer eingestandenen Drogenkonsum (E. 3.2 und E. 3.4 des angefochtenen Entscheids). Dieser wird erst später bei der Beurteilung erwähnt, ob eine erhebliche Gefährdung der Sicherheit anderer Personen ernsthaft zu befürchten ist (E. 5.2 des angefochtenen Beschlusses). Hierbei stellt die Vorinstanz fest, dass "der Beschwerdeführer erkennbar unter dem Einfluss von Drogen (Kokain) gestanden haben soll, was die Impulsivität seines Verhaltens und die Bedrohlichkeit seiner Gebärden noch verstärkt haben dürfte". Die gewählten Formulierungen ("soll", "dürfte") zeigen, dass die Vorinstanz die beschriebenen Umstände nicht zwingend als tatsächlich gegeben erachtet, sondern sie mit einer gewissen Umsicht im Haftverfahren berücksichtigt. Gemäss dem aktuellen forensisch psychiatrischen Ergänzungsgutachten vom 14. Juni 2023 besteht beim Beschwerdeführer eine schwerwiegende psychische Störung im Sinne einer schizoaffektiven Störung bzw. paranoiden Schizophrenie, dies mit weiterhin (im Vergleich zum Gutachten vom 29. September 2022) chronischem Verlauf. Die genannte Störung sei als schwer ausgeprägt zu klassifizieren und zudem bestehe ein schädlicher Gebrauch von Kokain. Der Beschwerdeführer zeige zahlreiche Risikomerkmale für die Begehung weiterer, ebenso schwerwiegender Delikte auf. Auch wenn die Ausführungen der Vorinstanz zum Kokainkonsum nicht eindeutig sind und prima vista in einem gewissen Widerspruch zum Ergänzungsgutachten vom 14. Juni 2023 stehen, liegt wegen der gutachterlichen Feststellung der Suchtproblematik sowie des durch den Beschwerdeführer eingestandenen Konsums von viel Kokain vor dem fraglichen Vorfall, so dass er "richtig drauf" gewesen sei, und den möglichen allgemein bekannten Auswirkungen eines solchen Drogenkonsums keine willkürliche Sachverhaltsfeststellung vor.