Citation: 6B_452/2023 E. 1.7.2

1.7.2. Das Verfahren wegen des Tötungsdelikts vom 30. Juni 2016 wurde demgegenüber von der Staatsanwaltschaft IV (heutige Staatsanwaltschaft |) des Kantons Zürich eröffnet. Eine Verbindung zwischen dem Tötungsdelikt vom 30. Juni 2016 und dem "Erpresserschreiben" war nicht sofort erkennbar, zumal es sich beim Opfer entgegen dem "Erpresserschreiben" nicht um A.________ handelte und sich am Tatort entgegen der Ankündigung im "Erpresserschreiben" keine "Visitenkarte" der Täterschaft befand. Zwar ergab bereits eine DNA-Überprüfung eines am Tatort zurückgelassenen Hutes vom 1. Juli 2016 eine Übereinstimmung mit A.________, was der Kantonspolizei Zürich noch am selben Tag (Freitagabend) telefonisch mitgeteilt wurde. Dringend tatverdächtigt war zunächst jedoch eine andere Person, welche sich am Tatort aufhielt, am 30. Juni 2016 kurze Zeit nach der Tat verhaftet und erst am 15. Juli 2016 aus der Untersuchungshaft entlassen wurde (erstinstanzliches Urteil S. 12; kant. Akten, HD/3). Wohl wurde der Beschwerdeführer anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juli 2016 im Verfahren der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl wegen versuchter Nötigung auch auf das Tötungsdelikt vom 30. Juni 2016 angesprochen bzw. er wurde gefragt, ob dieses Tötungsdelikt etwas mit dem Schreiben zu tun habe, worauf er angab, er könne dies nicht wissen ("Wie kann ich das wissen, wie soll ich das wissen"; kant. Akten, HD/12/6 Frage 76 S. 8). Selbst der Haftbefehl gegen A.________ im von der damaligen Staatsanwaltschaft IV geführten separaten Verfahren wegen des Tötungsdelikts vom 30. Juni 2016 erging jedoch erst am 5. Juli 2016 (kant. Akten, Ordner 26, HD/81/2). Schliesslich weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass zunächst auch die Ex-Freundin von A.________ der Anstiftung zum Tötungsdelikt vom 30. Juni 2016 verdächtigt wurde. Aus der vom Beschwerdeführer zitierten Einstellungsverfügung vom 22. Juli 2019 ergibt sich, dass die Ex-Freundin von A.________ in mehreren Gesprächen mit einem anderen Ex-Freund wahrheitswidrig angab, sie habe A.________ zum Tötungsdelikt an C.________ angestiftet, um zu verhindern, dass dieser digitale Krankenakten von ihr verschwinden lasse (vgl. kant. Akten, Urk. 226).