Citation: 1C_367/2022 E. 5.3.3

5.3.3. Es hält vor dem Willkürverbot stand, dass die Vorinstanz die Erstellung von Mehrfamilienhäusern mit Satteldächern im Rahmen der Vorgaben des Gestaltungsplans nicht generell für ausgeschlossen erachtet. Sie durfte davon ausgehen, solche liessen sich unter Hinnahme einer geringeren Ausnutzung des Areals realisieren. Es erscheint nachvollziehbar, dass die Erstellung von Satteldächern innerhalb der verbindlich festgelegten Baubereiche mit einer reduzierten Ausnutzung möglich ist, ohne dabei die Höhenbegrenzungen des Aussichtsschutzes "Kienast" zu verletzen. Die Behauptung der Beschwerdeführenden, ein solches Bauprojekt würde sich nicht innerhalb des vom Gestaltungsplan vorgegebenen Planungsspielraums bewegen (vgl. E. 5.3.2 hiervor), ist weder hinreichend dargetan noch ersichtlich. Im Gestaltungsplan "Brunnenmoos" werden die Gebäudegrundrisse sowie die Volumetrie einzig mittels maximaler - nicht minimaler - Begrenzung variabel vorgeschrieben. Die Baumöglichkeiten müssen somit nicht voll oder zu einem bestimmten Teil ausgeschöpft werden. Der Auffassung der Beschwerdeführenden, wonach durch die verbindliche Festlegung der Baubereiche kaum Spielraum für eine Abweichung vom Richtprojekt bestehe, kann somit nicht gefolgt werden. Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführenden hat auch das Baurekursgericht die Realisierung von Satteldächern nicht grundsätzlich für ausgeschlossen erachtet. Es hielt dazu fest, theoretisch seien auch Satteldächer realisierbar. Mit Blick auf die Vorgaben des Aussichtsschutzes "Kienast" werde deutlich, dass eine Realisierung von Satteldächern bei gleichbleibenden Grundflächen zu einer Reduktion der Ausnützung führen würde, womit ein entsprechendes Vorhaben seitens der Bauherrschaft schwerlich als dem Richtprojekt gleichwertige Lösung eingestuft werden dürfte. Wie die Vorinstanz dazu zutreffend festgehalten hat, kann nicht ausschlaggebend sein, ob ein entsprechendes Projekt von der privaten Bauherrschaft als gleichwertige Lösung eingestuft würde. Eine Abweichung vom Richtprojekt setzt gemäss Art. 4.2 Abs. 2 GPV auch nicht eine quantitativ, sondern eine qualitativ gleichwertige Lösung voraus. Gleichermassen hält der Gemeinderat Kilchberg in seiner Vernehmlassung vom 22. August 2022 fest, die im Gestaltungsplan festgelegten Baubereiche müssten eingehalten werden, wobei keinesfalls erforderlich sei, dass diese maximal ausgenützt würden. Soweit auf die maximalen Grundflächen und/oder auf die Gebäudehöhe gemäss maximaler Koten bzw. auf eine maximale Ausnützung verzichtet werde, könnten ohne Weiteres Satteldächer erstellt werden. Darüber hinaus liege der Aussichtsschutz "Kienast" auch nicht über dem gesamten Gestaltungsplangebiet. Baubereich A sei nur marginal tangiert.