Citation: 6B_55/2024 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erachtete den objektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG als erfüllt. Der Beschwerdeführer bestreitet dies zu Recht nicht. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch den subjektiven Tatbestand erfüllt hat. Die Vorinstanz bejahte den subjektiven Tatbestand im Wesentlichen mit nachfolgender Begründung. Die Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h sei zum Tatzeitpunkt durch runde Tafeln mit rotem Rand beidseits der Strasse signalisiert worden. Darüber hinaus sei am rechten Strassenrand die rechteckige, blaue Ortschaftstafel "Davos Laret" angebracht worden, welche den Beginn des Innerortsbereichs signalisiert habe. Wie der Beschwerdeführer diese drei Tafeln hätte übersehen können, erschliesse sich nicht. Bei Beachtung der gebotenen Aufmerksamkeit hätten die Signale leicht und rechtzeitig erkannt werden können. Dass der Beschwerdeführer die Strecke ungefähr zwei oder drei Jahre vor dem Tatzeitpunkt häufig gefahren sei und damals noch eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gegolten habe, entbinde ihn nicht davon, die aktuelle Signalisation mit der notwendigen Sorgfalt zu beachten. Es bestehe kein Vertrauensschutz auf Bestand einer Signalisation. Eine Änderung der Signalisation könne nicht nur angesichts der optisch veränderten Örtlichkeit erforderlich sein, sondern auch - wie vorliegend - aufgrund des nicht sofort ersichtlichen Gefahrenpotentials eines Streckenabschnittes. Dem Gutachten betreffend die Reduktion der Höchstgeschwindigkeit könne entnommen werden, dass auf dem besagten Streckenabschnitt der Prättigauerstrasse ein Unfallschwerpunkt vorhanden gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe auch nicht darauf vertrauen können, dass aufgrund dessen, dass vor dem besagten Streckenabschnitt trotz Häusern und Bushaltestelle die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht reduziert sei und diese bis Klosters 80 km/h beträgt. Im Ergebnis sei ein Irrtum über die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei pflichtgemässer Vorsicht vermeidbar gewesen.