Citation: 5C.218/2003 04.12.2003 E. 7

Die Vorinstanz hat alsdann abgeklärt, ob der Berufungsklägerin die nötige persönliche Fürsorge im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung auch anders als im Rahmen eines stationären Klinikaufenthaltes erwiesen werden kann. Dabei hat sie festgestellt, dass die Berufungsklägerin jegliche Krankheitseinsicht vermissen lasse und zur Zeit auch keine Behandlungsbereitschaft an den Tag lege, wobei die Behandlungsfähigkeit grundsätzlich bejaht worden ist. Das Verwaltungsgericht hob im Weiteren hervor, die Berufungsklägerin verfüge über keinerlei Beziehungen ausserhalb der Anstalt und habe weder eine Arbeitsstelle noch eine Wohnung, in die sie nach der Entlassung zurückkehren könne. In Würdigung sämtlicher aufgezeigten Umstände gelangte das Verwaltungsgericht zum Schluss, nach den bisher gemachten Erfahrungen verbleibe die Zurückbehaltung als einzige Möglichkeit, um den Teufelskreis zu durchbrechen, in dem sich die Berufungsklägerin zur Zeit unentrinnbar befinde. Nur auf diese Weise könne der stete Wechsel zwischen Einweisung und Entlassung beendet werden, indem der Berufungsklägerin im stationären Klinikrahmen die nötige Stabilität und Ruhe geboten werden könne, derer sie zur Entwicklung der Motivation für die dringend nötige Therapie bedürfe. Ambulante Massnahmen seien nicht geeignet, der schweren sozialen affektiven Verwahrlosung der Berufungsklägerin und der extremen Belastung des Umfeldes Einhalt zu gebieten. Bei einer Entlassung müsse mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden, dass die Berufungsklägerin innert kürzester Zeit wieder in die Klinik eingewiesen würde. Im jetzigen Zeitpunkt erscheine jedenfalls die Zurückbehaltung in der Klinik als die geeignete und verhältnismässige Massnahme, um der Berufungsklägerin die notwendige Fürsorge zuteil werden zu lassen. 7.1 Das Verwaltungsgericht hat unter Einbezug der eingeholten Gutachten und in einlässlicher Würdigung sämtlicher Umstände die Verhältnismässigkeit der weiteren Zurückbehaltung der Berufungsklägerin bejaht. Die Würdigung ist unter dem Blickwinkel des Bundesrechts nicht zu beanstanden. 7.2 Mit dem, was die Berufungsklägerin dagegen vorträgt, vermag sie keine Bundesrechtsverletzung aufzuzeigen: Mit der Bestreitung der mangelhaften Krankheitseinsicht richtet sich die Berufungsklägerin einmal mehr gegen anders lautende Feststellungen der Vorinstanz (E. 1.2 hiervor; Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; Art. 63 Abs. 2 OG). Was die fehlende Behandlungsbereitschaft anbelangt, so wird diese nicht bestritten, jedoch lediglich mit einer eigenen Sicht der Dinge zu erklären versucht, mit der keine Verletzung von Bundesrecht aufzuzeigen ist. Soweit die Berufungsklägerin geltend macht, es sei gerade der Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik, welcher die seelische und affektive Verwahrlosung verursachen könne, handelt es sich dabei um eine tatsächliche Behauptung (vgl. Poudret/Sandoz-Monod, a.a.O., S. 557 N. 4.6.20 zu Art. 63 OG). Die Vorinstanz hat keine Feststellungen im Sinne der Berufungsklägerin getroffen, so dass insoweit auf die Ausführungen nicht einzutreten ist. Die Berufungsklägerin stellt sich sodann zwar auf den Standpunkt, die Vorinstanz berücksichtige nicht, dass die Zurückbehaltung in der Anstalt die Berufungsklägerin der Möglichkeit beraube, Beziehungen aufzubauen. Dabei lässt sie indes unerwähnt, dass sie anlässlich ihrer zahlreichen Aufenthalte ausserhalb der Anstalt nicht in der Lage war, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen. Soweit die Berufungsklägerin schliesslich geltend macht, der gerichtliche Gutachter rechne für den Fall ihrer sofortigen Entlassung nicht mit schwerwiegenden Konsequenzen, wird auch damit keine Bundesrechtsverletzung aufgezeigt. Der Gutachter und mit ihm das Verwaltungsgericht haben eine stationäre Behandlung zum jetzigen Zeitpunkt als weiterhin erforderlich erachtet und im Übrigen auch die Auffassung vertreten, die Berufungsklägerin sei offensichtlich nicht fähig, ein Leben ausserhalb der Anstalt zu führen. Inwiefern die Zurückbehaltung angesichts dieser Feststellung Bundesrecht verletzen soll, wird nicht aufgezeigt (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG).