Citation: 1C_578/2019 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz stimmte der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) im Ergebnis zu, dass es sich bei der fraglichen Barriere nicht um eine Weidebarriere im üblichen Sinn handle. Die Direktion hatte dargelegt, dass nicht nur die Ausgestaltung, sondern auch der gewählte Standort gegen eine allenfalls bewilligungsfähige Weidebarriere spreche. Denn sie befinde sich nicht - wie dies normalerweise der Fall sei - angrenzend an die Weide, sondern am Ende des Maschinenwegs im Bereich der Einmündung in die Kantonsstrasse. Sowohl der Standort als auch die Ausgestaltung der umstrittenen Barriere führten somit zum Schluss, dass es sich nicht um eine Weidebarriere handeln könne, die landwirtschaftlich begründet sei. Vielmehr solle mit ihr verhindert werden, dass der Maschinenweg durch Unbefugte befahren oder begangen werde, wie dies die Beschwerdeführer zugestehen würden. Dies stehe jedoch in keinem Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Nutzung der Geländekammer, sei dafür doch keine Absperrung der Zufahrt nötig. Aus diesen Gründen sei die Zonenkonformität nach Art. 16a RPG zu verneinen. Die Vorinstanz schliesst zwar nicht kategorisch aus, dass das Abhalten von Unbefugten in keinem Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Nutzung der Geländekammer stehe. Auch liess sie wegen fehlender Entscheiderheblichkeit offen, ob die nicht stromführende Barriere den Einwirkungen von Rindern standzuhalten vermöge und sich zum angerufenen landwirtschaftlichen Zweck eigne. Sie kommt jedoch zum Schluss, den Beschwerdeführern gelinge der Nachweis nicht, dass die umstrittene Barriere aus landwirtschaftlichen Gründen auch zwingend notwendig sei. Aufgrund der Ausführungen des Amts für Gemeinden und Raumordnung (AGR) könne es nicht als notorische Problematik bezeichnet werden, dass Touristen den Maschinenweg regelmässig befahren würden. Es liege an den Beschwerdeführern, im konkreten Fall nachzuweisen, dass die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen auch tatsächlich und in wesentlicher Weise beeinträchtigt werde. Erst bei Vorliegen eines solchen Nachweises könne davon ausgegangen werden, dass die Abschrankung aus landwirtschaftlichen Gründen erforderlich sei, um die unbefugte Nutzung des Maschinenwegs zu unterbinden. Soweit die Beschwerdeführer geltend machten, die unbefugten Fahrten führten zu Wendemanövern und Schäden auf dem landwirtschaftlich genutzten Land, sei ihnen entgegenzuhalten, dass gemäss den öffentlich zugänglichen Luftbildern und entgegen ihren Ausführungen entlang des Maschinenwegs sehr wohl Wendeplätze vorhanden seien. Auch dass durch die unbefugte Nutzung des Maschinenwegs ein "zeitraubender Interventionsbedarf" zulasten des beschwerdeführenden Landwirts geschaffen werde, könne ohne Nachweis nicht als erwiesen gelten. Denn der Landwirt nutze den Maschinenweg pro Jahr gemäss den Einschätzungen des lnforama lediglich für rund 72 und einige weitere landwirtschaftliche Fahrten, d.h. rund ein- bis zweimal pro Woche. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich auf dem Maschinenweg regelmässig landwirtschaftliche Fahrzeuge des Landwirts und Motorfahrzeuge von Touristen begegneten, sei demnach gering. Dass dem Landwirt aufgrund solcher Vorkommnisse in vereinzelten Fällen Umstände entstehen mögen, vermöge eine zwingende Notwendigkeit für die Errichtung der Barriere noch nicht zu rechtfertigen. Vielmehr handle es sich hierbei um ein Problem, welches praktisch sämtliche landwirtschaftlichen Erschliessungswege betreffe. Den Beschwerdeführern gelinge es nicht, überzeugend darzutun, dass der beschwerdeführende Landwirt aufgrund der unberechtigten Nutzung des Maschinenwegs in der Bewirtschaftung der Geländekammer erheblich gestört werde. Im Zweck der Barriere, Touristen von der zweckfremden Nutzung des Maschinenwegs abzuhalten, erkennt die Vorinstanz entsprechend keine landwirtschaftliche Notwendigkeit.