Citation: 2C_2/2015 E. 2.4.2

2.4.2. Hingegen hat die Beschwerdeführerin gemäss der Aktenlage in sämtlichen kantonalen und insbesondere im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, im Falle einer Ausweisung müsste sie als geschiedene Frau in den Kosovo zurückkehren und würde dort auf Grund ihrer sozialen Stellung in diesem patriarchalischen Gesellschaftssystem keine Arbeitsstelle finden. Sie wäre somit auf die Unterstützung ihrer Herkunftsfamilie angewiesen, welche ihr auf Grund ihrer Scheidung versagt würde. Aus diesem Grund sei davon auszugehen, dass ihre soziale Wiedereingliederung im Kosovo stark erschwert wäre und ihr eine Ausreise nicht zumutbar sei. Obwohl der in den kantonalen Rechtsmittelverfahren anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin die Bedeutung einer starken Gefährdung ihrer sozialen Wiedereingliederung in ihrer Heimat für den Verfahrensausgang bewusst war, hat sie in diesen Verfahren über allgemein gehaltene Aussagen zum "kosovarischen Gesellschaftssystem" hinaus keine konkreten Umstände ihres Einzelfalles dafür geltend gemacht, weshalb sie als geschiedene Frau in dem sozialen, familiären und räumlichen Umfeld, in welchem sie sich nach ihrer Rückkehr in ihren Heimatstaat bewegen wird, mit besonderen Problemen der gesellschaftlichen Ächtung und Arbeitslosigkeit zu rechnen habe, und hat insbesondere keine Beweismitteleingereicht, welche eine solche Tatsachendarstellung stützen würden. Die Vorinstanz war auf Grund der offensichtlichen Rechtskundigkeit der Beschwerdeführerin und der ihr obliegenden spezialgesetzlichen Mitwirkungspflichten (Art. 90 lit. a und b AuG) weder gehalten, sie über die von ihr zu beweisenden Tatsachen zu unterrichten, noch weitere Sachverhaltsabklärungen zu den spezifischen Lebensumständen der Beschwerdeführerin in ihrem Heimatstaat zu treffen. Der in Anwendung der Regeln über die objektive Beweislastverteilung (Art. 8 ZGB) von der Vorinstanz gezogene Schluss auf das Fehlen solcher Anzeichen für eine starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin ist nicht zu beanstanden und verletzt weder Art. 29 Abs. 2 BV noch Art. 90 AuG.