Citation: 8C_266/2008 22.08.2008 E. A

Der 1972 geborene E.________ arbeitete seit 11. Juli 1997 bei der Firma M.________ AG, Backwarenfabrikation, als Betriebsangestellter und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt gegen die Folgen von Unfällen obligatorisch versichert. Am 30. Juli 1999 stiess ein von hinten herannahendes Fahrzeug in das Heck des vom Versicherten gelenkten, vor einem Fussgängerstreifen zum Stillstand gebrachten Personenwagens (vgl. Unfallmeldung vom 3. August 1999). Im gleichentags aufgesuchten Universitätsspital X.________ wurden eine eingeschränkte Inklination mit Streckhaltung der Halswirbelsäule (HWS) sowie Spontan- und Druckdolenz in der gesamten Hals- und Schultergürtelmuskulatur mit Übelkeit und Unwohlsein ohne radologisch nachweisbare frische ossäre Läsionen festgestellt (Berichte vom 30. Juli, 8. und 21. September 1999 sowie 10. Februar 2000; vgl. auch Auskünfte des prakt. Arzt S.________, vom 20. August 1999 und des prakt. Arzt C.________, vom 23. August 1999 und 21. Februar 2000). Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld). Im Januar 2000 trat in Zusammenhang mit den einschiessenden Kopf- und Nackenschmerzen eine Visusverminderung mit Akkomodationsschwäche auf (Bericht des prakt. Arzt C.________ vom 12. März 2000), die laut Angaben der Frau Dr. med. R.________, Augenärztin FMH, vom 6. April 2000, welche den Versicherten am 4. und 5. April 2000 spezialärztlich untersuchte, teilweise in Zusammenhang mit dem Unfall stand und mit angepassten Brillengläsern gebessert werden konnte (vgl. auch Stellungnahme des Dr. med. F.________, Facharzt Ophthalmologie, Ärzteteam Unfallmedizin, SUVA, vom 1. Mai 2000). Am 6. April 2000 fuhr im Tunnel Y.________ ein Automobil in das Heck des vom Versicherten gelenkten, stark abgebremsten Personenwagens (vgl. Rapport der Kantonspolizei X.________ vom 27. April 2000). Prakt. Arzt C.________ berichtete am 10. und 17. April sowie 5. Juni 2000, die vorbestehenden Nackenverspannungen hätten sich verstärkt, begleitet von Kopfschmerz, vermehrtem Drehschwindel, Malaise, Gliederschmerzen sowie schmerz- und stressbedingten Schlafstörungen (vgl. auch Bericht des Dr. med. H.________, Neurologie FMH, vom 18. Mai 2000). Mit den in der Rehaklinik I.________ vom 28. Juni bis 26. Juli 2000 stationär (Bericht vom 5. September 2000) und der beim Psychiatrischen Zentrum Z.________ (Im Folgenden: PZZ) ab 24. Oktober 2000 ambulant durchgeführten Therapien konnte keine Besserung der Symptomatik erzielt werden (Berichte vom 18. Dezember 2000 und 3. Mai 2001). Der von prakt. Arzt C.________ wegen Tinnitus, Schwindel und Gehörsverminderung konsultierte (vgl. Bericht vom 19. November 2000) Dr. med. T.________, Spezialarzt FMH, Ohren-, Nasen- Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, hielt im Bericht vom 4. Dezember 2000 fest, gesamthaft gesehen zeige der Explorand im ORL-Bereich auch Auswirkungen eines HWS-Beschleunigungstraumas mit multiplen organischen und funktionellen Beeinträchtigungen. Anlässlich einer Untersuchung vom 8. März 2001 gelangte Kreisarzt-Stellvertreter Dr. med. W.________, SUVA, in Übereinstimmung mit dem Bericht des prakt. Arzt C.________ vom 22. Januar 2001 zum Schluss, es habe sich ein schlechter stationärer Zustand etabliert; aufgrund des therapieresistenten cervicogenen und generalisierten Schmerzsyndroms mit massiven Begleitsymptomen wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Drehschwindel, Nausea, depressiven Verstimmungen und vegetativen Reaktionen sei fraglich, ob der Versicherte noch fähig sei, irgendwelche berufliche Tätigkeiten auszuüben. Er empfahl, einen Bericht des PZZ einzuholen. Nach weiteren Stellungnahmen des prakt. Arzt C.________ vom 8. April 2001, des Dr. med. H.________ vom 6. Juni 2001 sowie der Frau Dr. phil. O.________, Neuropsychologisches Ambulatorium, vom 15. Januar 2002 holte die SUVA eine Expertise des Dr. med. A.________, Facharzt FMH für Neurologie, vom 21. Januar 2002 ein, der eine chronische Craniocervicalgie und -brachialgie ohne neurologische Ausfälle mit nicht interpretierbaren neuropsychologischen Beschwerden und massiver somatoformer Beschwerdeausbreitung sowie funktioneller, zum Teil depressiver, psychiatrisch zu begutachtender Überlagerung feststellte. Die organische Kernsymptomatik (schmerzhafte Verspannungen am Schultergürtel und Bewegungseinschränkungen, ferner: Schwindel, Tinnitus und Kopfschmerzen) sei Teil des typischen Beschwerdebildes nach HWS-Distorsion. Hinsichtlich der vom Versicherten weiter angegebenen Beschwerden im Bereich des Kehlkopfes mit Refluxbeschwerden führte Dr. med. G.________, ORL & Phonatrie FMH, aus, einer der Hauptgründe stelle die multiple Einnahme von Schmerzmitteln und anderen Medikamenten dar (Bericht vom 25. Januar 2002; vgl. auch Stellungnahme dazu des Dr. med. D.________, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie sowie Arbeitsmedizin, Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA, vom 13. März 2002). Nach Absprache mit dem Rechtsvertreter des Versicherten holte die SUVA das psychiatrische Gutachten des Dr. med. N.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. Juni 2002 ein, welcher eine aktuell bestehende Arbeitsunfähigkeit von 40 % postulierte (vgl. auch Stellungnahme dazu der Frau Dr. med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, SUVA Versicherungsmedizin, vom 9. April 2003). Aufgrund von Anhaltspunkten in der neurologischen Expertise des Dr. med. A.________ vom 21. Januar 2002 liess die SUVA den Versicherten, mit Einverständnis des Rechtsvertreters, schliesslich auch orthopädisch begutachten (Expertise des Universitätsspitals X.________, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, Dres. med. B.________, Ass.-Arzt, Oberarzt P.________, L.________, Professor, Klinikdirektor, vom 8. Juli 2004 mit Ergänzungsbericht vom 1. Februar 2005). Mit Verfügung vom 19. Mai 2005 stellte die SUVA die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung ab 1. Juni 2005 unter anderem mit der Begründung ein, aufgrund der medizinischen Untersuchung des Dr. med. B.________ lägen keine behandlungsbedürftigen Unfallfolgen mehr vor; die geklagten, medizinisch nicht erklärbaren Beschwerden seien von psychischen Faktoren bestimmt, welche nicht in einem kausalen Zusammenhang mit den Unfällen stünden. Eine Einsprache wies die SUVA ab (Einspracheentscheid vom 19. Januar 2006).