Citation: 2P.117/2001 26.07.2001 E. 2

2.- a) Gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG; SR 142. 20) entscheiden die zuständigen Behörden, im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland, nach freiem Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Es besteht damit grundsätzlich kein Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, der Ausländer könne sich auf eine Sondernorm des Bundesrechts (einschliesslich Verfassungsrecht) oder eines Staatsvertrages berufen (BGE 127 II 60 E. 1a S. 62 f.; 126 II 335 E. 1a S. 337 f., 377 E. 2 S. 381, 425 E. 1 S. 427, je mit Hinweisen). b) Die Beschwerdeführer verfügten bisher über eine Aufenthaltsbewilligung. Dass sie aufgrund der Vorschriften des innerstaatlichen Gesetzesrechts oder eines bilateralen Staatsvertrages einen Anspruch auf Erteilung oder Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligungen hätten, wird mit Grund nicht behauptet. Auch stützen sich die Beschwerdeführer nicht auf das in Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens, aus welchem sich in der vorliegenden Konstellation ebenso wenig ein Bewilligungsanspruch ableiten lässt (BGE 126 II 377 E. 2b S. 382 ff. sowie E. 7 S. 394). Sie berufen sich aber insoweit auf die Garantien von Art. 8 EMRK sowie Art. 10 BV, als sie in der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung einen Eingriff in ihr Recht auf Achtung des Privatlebens sowie die persönliche Freiheit (Persönlichkeitsentfaltung, Bewegungsfreiheit, "individuelle Selbstbestimmung") erblicken. c) Dem Recht auf Achtung des Privatlebens (Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV) kann in ausländerrechtlichen Fällen dann eine (selbständige) Auffangfunktion gegenüber dem engeren Schutzbereich des Rechts auf Achtung des Familienlebens zukommen, wenn qualifizierte Familienbande zu einem hier weilenden, über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügenden Angehörigen nicht oder nicht mehr bestehen. Allerdings hat das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung dazu festgehalten, aus dem Recht auf Achtung des Privatlebens geradezu ein Anwesenheitsrecht abzuleiten, fiele höchstens dann in Betracht, wenn besonders intensive private Beziehungen in Frage stünden (BGE 120 Ib E. 3b S. 21 f.; 126 II 377 E. 2c/aa S. 384 f., 425 E. 4c/aa S. 432 mit weiteren Hinweisen auf unveröffentlichte Urteile). Im Falle der Beschwerdeführer liegen offensichtlich keine solche Verhältnisse vor, welche geeignet wären, unter diesem Titel ausnahmsweise einen Bewilligungsanspruch zu begründen. Das gilt nicht nur für den - massiv straffällig gewordenen - Beschwerdeführer 1, sondern auch für dessen Ehefrau und die beiden minderjährigen Kinder. Darin, dass diese letzteren trotz bald zehnjährigem Aufenthalt in der Schweiz ausländerrechtlich das Schicksal des Ehemannes bzw. des Vaters zu teilen haben, dem sie seinerzeit im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz gefolgt sind und mit dem sie nach wie vor eine Familiengemeinschaft bilden, liegt kein Eingriff in die erwähnten Garantien. Die Beschwerdeführer 2 bis 4 konnten jedenfalls seit der Verurteilung des Beschwerdeführers 1 im Juni 1999 zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe, womit ein Ausweisungsgrund gesetzt wurde (Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG), mit der Verlängerung ihrer bloss ermessensweise erteilten, abhängigen Aufenthaltsbewilligung nicht mehr ernsthaft rechnen, weshalb bereits ihr unsicherer ausländerrechtlicher Status einer besonderen Verwurzelung im Land bzw. dem Eingehen besonders intensiver privater Beziehungen entgegenstand. Solche über das übliche Mass hinausgehende Bindungen zum ausserfamiliären Umfeld sind auch bei den Kindern, welche sich in einem anpassungsfähigen und noch überwiegend auf das Elternhaus ausgerichteten Alter befinden, nicht ersichtlich, auch wenn sie aufgrund des Schulbesuchs gewisse soziale Bindungen geknüpft haben. Der Umstand, dass ihnen in Mazedonien nicht die gleichen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, ist nicht geeignet, unter diesem Titel einen Bewilligungsanspruch zu begründen. Es liegen folglich auch bei den Beschwerdeführern 2 bis 4 keine besonders intensiven Bindungen vor, welche in den Schutzbereich des Rechts auf Achtung des Privatlebens fallen könnten, womit sich aus der erwähnten Garantie keine Ansprüche auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ableiten lassen. d) Gegenüber dem Recht auf Achtung des Privatlebens gemäss Art. 13 Abs. 1 BV ergeben sich aus der - von den Beschwerdeführern ebenfalls angerufenen - persönlichen Freiheit bzw. ihren in Art. 10 BV verankerten Teilgehalten (eingehend: BGE 127 I 6 E. 5a S. 10 ff., insbesondere S. 12 unten zum Verhältnis von Art. 10 zu Art. 13 Abs. 1 BV) im vorliegenden Zusammenhang keine weitergehenden Ansprüche. e) Das Willkürverbot, worauf sich die Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes berufen, vermag für sich allein keine legitimationsbegründende Rechtsstellung zu verschaffen (BGE 126 II 377 E. 4 S. 388 mit Hinweis), ebenso wenig die behauptete Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes (vgl. Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde,