Citation: 1C_3/2024 E. 4.2

4.2. Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist in § 56 des Thurgauer Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Februar 1981 (VRG; RB 170.1) geregelt. Danach können mit der Beschwerde (neben Sachverhaltsrügen) grundsätzlich nur Rechtsverletzungen geltend gemacht werden (Abs. 1). Das Verwaltungsgericht hat jedoch volle Überprüfungsbefugnis, u.a. wenn es - wie vorliegend - als erste Rechtsmittelinstanz zu entscheiden hat (Abs. 4). Dies entspricht grundsätzlich der Regelung in Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG (SR 700), der für Verfügungen und Nutzungspläne, die sich auf das RPG stützen, eine "volle Überprüfung" durch mindestens eine kantonale Beschwerdebehörde verlangt; diese umfasst grundsätzlich auch eine Ermessenskontrolle (AEMISEGGER/HAAG, in: Praxiskommentar RPG: Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, 2020, N. 11 zu Art. 33 mit zahlreichen Hinweisen). Inwieweit diese Bestimmung vorliegend anwendbar ist, braucht jedoch nicht näher geprüft zu werden. Das Verwaltungsgericht stützte seinen Entscheid nämlich nicht auf die Unangemessenheit der streitigen Richtplan- und Baureglementsbestimmungen, sondern erachtete diese als mit der behördenverbindlichen kantonalen Richtplanung unvereinbar und unverhältnismässig. Dabei handelt es sich um Rechtsfragen (vgl. Art. 9 Abs. 1 RPG einerseits und Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV andererseits) und nicht um Fragen der (Un) Zweckmässigkeit.