Citation: 6B_1394/2017 E. 8.3.1

8.3.1. Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Mehrere gleichartige Strafen liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällen würde. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht (BGE 142 IV 265 E. 2.3.2 S. 267 f.; 138 IV 120 E. 5.2 S. 122 f.; je mit Hinweisen). Nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz (wie für die falsche Anschuldigung und den mehrfachen Betrug) auch für den Raufhandel eine Freiheitsstrafe ausfällen würde und diese gedanklich auf vier Monate festsetzt. Die mit aArt. 41 StGB angestrebte und in der Zwischenzeit bereits wieder relativierte Zurückdrängung kurzfristiger Freiheitsstrafen beruhte auf der Überlegung, dass erst ab einer Vollzugszeit von mehr als einem halben Jahr von einem betreuungs- und behandlungsorientierten Vollzug gesprochen werden kann (BENJAMIN BRÄGGER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 3. Aufl. 2013, vor Art. 37 N. 8). aArt. 41 StGB bezweckte somit in erster Linie, dass kein Freiheitsentzug von weniger als sechs Monaten angeordnet wird. Dieses Problem stellt sich indessen nicht, wenn bei der Bildung einer Gesamtstrafe als Einsatzstrafe für die schwerste Straftat eine Freiheitsstrafe festgesetzt und deren Dauer für die weiteren Delikte angemessen erhöht wird (Urteil 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.3). Die Vorinstanz führt zur Wahl der Sanktionsart zudem spezialpräventive Gründe an. Soweit sich die Beschwerdeführerin überhaupt mit den entsprechenden Erwägungen auseinandersetzt, zeigt sie keine Verletzung von Bundesrecht auf. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2 S. 100 mit Hinweisen). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123 mit Hinweis). Die Vorinstanz durfte die Wahl der Sanktionsart für die einzelnen Normverstösse davon abhängig machen, dass frühere Geldstrafen die Beschwerdeführerin nicht genügend beeindruckt haben (vgl. Urteil 6B_125/2018 vom 14. Juni 2018 E. 1.3.5 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin will gemeinnützige Arbeit leisten und hält fest, die dafür nötige Zustimmung im Sinne von aArt. 37 Abs. 1 StGB gegenüber dem Bundesgericht zu erklären. Darauf (und auf die im Rahmen des Armenrechtsgesuchs im Widerspruch dazu behauptete Arbeitsunfähigkeit) ist nicht näher einzugehen. Echte Noven, das heisst Tatsachen, die sich zugetragen haben, nachdem vor der Vorinstanz keine neuen Tatsachen mehr vorgebracht werden durften, sind vor Bundesgericht unbeachtlich (BGE 139 III 120 E. 3.1.2 S. 123; 135 I 221 E. 5.2.4 S. 229 f.; je mit Hinweisen).