Citation: I 778/04 21.03.2005 E. 4

4.1 Gemäss Verfügung vom 30. September 2003 ermittelte die IV-Stelle das Valideneinkommen von Fr. 36'746.- aufgrund des Durchschnitts der in den Steuerakten ausgewiesenen Erwerbseinkommen der Jahre 1998 (Fr. 22'521.-) und 1999 (Fr. 47'006.-), welcher mittels Nominallohnindex bis ins Jahr 2003 aufgerechnet wurde. 4.2 Wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat, führte dies zu einer sehr ungenauen Feststellung des Valideneinkommens. Es ist zu beachten, dass dieses hypothetisch auf Grund der beim Rentenbeginn bestehenden Verhältnisse festzusetzen ist. Massgebend ist daher nicht, welches Einkommen der Beschwerdegegner in den Jahren 1998 und 1999 versteuert hat, sondern, was er als Gesunder ab 2001 verdient hätte. Das Valideneinkommen ist nicht eine vergangene, sondern eine hypothetische Grösse. Es ist ziffernmässig möglichst genau zu ermitteln. Das Einkommen eines selbstständig Erwerbenden lässt sich nicht einfach der Steuereinschätzung entnehmen. Zumindest hätten dabei die AHV/IV/EO-Beiträge hinzugerechnet und festgestellt werden müssen, inwiefern der Buchhaltungsabschluss durch Rückstellungen, Abschreibungen und weiteres mehr beeinflusst wurde. Die erhebliche Differenz zwischen den Einkommen der Jahre 1998 und 1999 (mehr als eine Verdoppelung) zeigt, dass dieser kurze Zeitraum vorliegend auf keinen Fall ausreicht, um zuverlässige Fakten für das hypothetische Valideneinkommen ab dem Jahr 2001 zu liefern. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass die IV-Stelle versucht hätte den Grund für diese erhebliche Schwankung zu ermitteln. Sie rechtfertigen jedoch das Vorgehen des kantonalen Gerichts, welches - um die jährlichen Differenzen auszugleichen - einen langen Zeitraum von 10 Jahren in seine Festsetzung des strittigen Einkommens miteinbezogen hat. Der Steuererklärung des Jahres 2001 lässt sich entnehmen, dass der Versicherte von seiner Krankentaggeldversicherung ("die Mobiliar") in jenem Jahr persönliche Taggeldleistungen von Fr. 95'995.- bezogen hat. Dies ist zumindest ein Indiz dafür, dass er auch als Gesunder in jenem Jahr nicht blosse Fr. 36'746.- verdient hätte. Erfahrungsgemäss bezahlt eine Krankentaggeldversicherung nicht Summen in dieser Höhe, ohne dass sie Abklärungen über den tatsächlich entgangenen Verdienst getätigt hätte. Nach der Aktenlage wurde nicht versucht, diese Unstimmigkeit zu klären. 4.3 Zusammenfassend ist der Beschwerdeführerin insofern zuzustimmen, als sie rügt, dass die Einträge aus dem IK-Auszug der Jahre 1990 bis 1999 Auskunft über abgerechnete Einkommen der Jahre 1987 bis 1996 geben und nicht ohne weiteres zur Bestimmung des Valideneinkommens des Jahres 2001 herangezogen werden können. Dabei fehlen insbesondere die drei Jahre vor Eintritt des Gesundheitsschadens. Zudem hätte der errechnete Durchschnittswert nicht ab dem letzten Jahr (1999), sondern ab dem mittleren Jahr bis zum Rentenbeginn indexiert werden müssen. Indessen ist auch das Vorgehen der Beschwerdeführerin nicht zu schützen, weil es keineswegs Gewähr für eine zuverlässigere Schätzung bietet. Vielmehr können der Aktenlage keine genauen Fakten entnommen werden, welche es erlauben würden, das Valideneinkommen möglichst genau zu bestimmen. Die Sache ist daher an die Beschwerdeführerin zurückzuweisen, welche dieses neu festzusetzen haben wird. Sie wird sich dabei entweder auf ein betriebswirtschaftliches Gutachten zu stützen oder durch andere Ermittlungen konkrete Fakten zu sammeln haben, welche schliesslich ein widerspruchsfreies Bild über die tatsächlichen Verhältnisse ergeben. 4.4 In Bezug auf das Invalideneinkommen kann auf die richtigen Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. Da auch dieses möglichst konkret zu ermitteln ist, hat die Vorinstanz zu Recht auf die Lohnerhebungen in den Bereichen Detailhandel und Reparaturgewerbe und nicht auf den Durchschnittswert aller Wirtschaftszweige abgestellt, wie es die Beschwerdeführerin fordert. Der Versicherte ist seit Jahrzehnten in jenen Bereichen tätig und hat nach seiner Diskushernienoperation offenbar im Tierfutterhandel ein neues, seinen Fähigkeiten und körperlichen Einschränkungen ideal angepasstes Betätigungsfeld gefunden.