Citation: B 33/99 15.03.2000 E. 4

4.- a) Die Vorinstanz gelangte in umfassender und korrekter Würdigung sämtlicher Unterlagen zur Auffassung, der Beschwerdegegner habe die Anzeigepflicht nicht ver- letzt. Im Zeitpunkt der Antragstellung (27. Oktober 1992) habe er sich gesund fühlen können und deshalb die Frage nach seinem Gesundheitszustand im Anmeldungsformular rich- tig beantwortet. Dem stehe nicht entgegen, dass er sich am 7. September 1992 von seinem Hausarzt und am 13. Oktober 1992 von Dr. med. S.________, FMH Kardiologie, habe untersuchen lassen und am 27. Oktober 1992 von seinem Herzklappenfehler und den Überleitungsstörungen gewusst habe. Da der Beschwerdeführerin somit die Möglichkeit, gestützt auf Art. 6 VVG vom Vertrag zurückzutreten, ver- wehrt sei, müsse sie dem Versicherten die reglementarischen Invalidenleistungen gewähren. b) Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde dagegen vorgebracht wird, vermag zu keiner anderen Beurteilung zu führen. Insbesondere kann entgegen der Auffassung der Vor- sorgestiftung nicht von einem missbräuchlichen Verhalten des Beschwerdegegners bei Vertragsschluss ausgegangen wer- den. Denn im angefochtenen Entscheid wird eingehend dar- gelegt, weshalb der Versicherte als medizinischer Laie unter den konkreten Umständen die Frage, ob er gesund sei, im Zeitpunkt der Anmeldung vom 27. Oktober 1992 in guten Treuen bejahen durfte. Gerade bei einer derart weit ge- fassten, einen grossen Beurteilungsspielraum öffnenden Frage darf eine Verletzung der Anzeigepflicht nur mit grosser Zurückhaltung angenommen werden (BGE 101 II 344). Dies gebietet schon die Härte des Gesetzes, nach welchem die Verletzung der Anzeigepflicht gegebenenfalls nicht zu einer Anpassung des Vorsorgevertrages, sondern, wie hier, zu dessen Wegfall führt. Es ist Sache des Versicherers, durch klare und präzise Fragen auf genaue Antworten hin- zuwirken. So wäre es für die Vorsorgestiftung ein Leichtes gewesen, den Vorsorgeinteressenten nach bestimmten durch- gemachten Krankheiten oder ärztlichen Behandlungen zu fra- gen, wie sie dies denn auch in ihrem neuen Fragebogen macht.