Citation: 1P.363/2000 24.07.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer wirft dem Kantonsgericht eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) vor. Es habe die von ihm beantragten Beweise nicht abgenommen, obwohl sie beweiserheblich seien. Die vom Kantonsgericht stattdessen vorgenommene antizipierte Beweiswürdigung sei willkürlich. a) Nach der Rechtsprechung kann der Richter das Beweisverfahren schliessen, wenn die Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind oder wenn er auf Grund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde. Das Bundesgericht greift auf staatsrechtliche Beschwerde nur ein, wenn die Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, auf einem offenkundigen Versehen beruht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211). b) Der Beschwerdeführer macht geltend, dass es für seine widersprüchlichen Aussagen über die am fraglichen Abend konsumierten alkoholischen Getränke eine simple Erklärung gebe und das Kantonsgericht darin in unhaltbarer Weise ein Indiz gegen die Glaubwürdigkeit seiner Darstellung sehe. Er habe an der Richtigkeit der ersten Blutalkoholanalyse gezweifelt, da auf Grund des bewusst konsumierten Alkohols der darin ausgewiesene hohe Promillewert nicht möglich gewesen sei. Nach der Bestätigung der Erstanalyse durch eine erneute Überprüfung habe er sich veranlasst gesehen, nach medizinischen und anderen Gründen zu suchen, um die hohe Blutalkoholkonzentration erklären zu können. Zu diesem Zweck habe er seine Clubkollegen und den bedienenden Kellner gefragt, was am fraglichen Abend genau getrunken worden sei. Erst gestützt auf deren Aussagen habe er die an jenem Abend konsumierten Getränke genau bezeichnen können und sei in der Folge immer bei diesen Angaben geblieben. Diese Darstellung erklärt wohl, warum der Beschwerdeführer nach dem Vorliegen der zweiten Analyse der Blutalkoholkonzentration andere Angaben über die konsumierten Getränke machte als zuvor, belegt aber gerade von neuem sein widersprüchliches Aussageverhalten. Einerseits will er bereits vor der Erkundigung bei seinen Clubkollegen und dem Kellner den am fraglichen Abend "bewusst konsumierten Alkohol" genau gekannt haben, denn er macht geltend, dieser habe keinesfalls den festgestellten hohen Blutalkoholkonzentrationswert ergeben können, weshalb er eine Überprüfung der Analyse verlangt und nach deren Bestätigung nach weiteren Erklärungen gesucht habe. Anderseits erklärt er, er sei sich zunächst über die konsumierten alkoholischen Getränke - und folglich auch über die eingenommene Alkoholmenge - nicht im Klaren gewesen und habe daher bei seinen Clubkollegen und beim Kellner nachgefragt, was genau getrunken worden sei. Deren Angaben hätten ihn dann veranlasst, seine ursprünglichen Aussagen nachträglich zu korrigieren. Unter diesen Umständen erscheint die Feststellung des Kantonsgerichts, der Beschwerdeführer habe zu den konsumierten Alkoholmengen widersprüchliche und damit unglaubwürdige Angaben gemacht, nicht als willkürlich. Ebenso wenig ist es willkürlich, die von ihm erst nach Rücksprache mit dem Hausarzt behauptete Unterzuckerungsphase und die dadurch bewirkte Einschränkung der Geschmacksempfindlichkeit als unglaubwürdig zu bezeichnen. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern die zahlreichen Gründe, die nach Ansicht des Kantonsgerichts gegen das Vorliegen einer Unterzuckerungsphase sprechen, offensichtlich unzutreffend sein sollten. Daran ändert auch der einzige in diesem Zusammenhang vorgebrachte Einwand nichts, dass der rapportierende Polizeibeamte und der Arzt, der die Blutentnahme vornahm, die Unterzuckerung deshalb nicht feststellen konnten, weil sich der Blutzuckerspiegel in der Zwischenzeit wegen des konsumierten Wodkas wieder normalisiert haben soll. Konnte das Kantonsgericht demnach bereits auf Grund der bekannten Umstände ohne Willkür davon ausgehen, dass die Behauptung des Beschwerdeführers unglaubwürdig sei, er habe infolge einer Unterzuckerungsphase und wegen eines Irrtums des Kellners unwissentlich Wodka konsumiert, durfte es auf weitere Beweiserhebungen verzichten. Es weist im Übrigen zu Recht darauf hin, dass von den vom Beschwerdeführer genannten Zeugen und Sachverständigen kein Beitrag zur Klärung des Sachverhalts zu erwarten wäre. Denn es ist nicht anzunehmen, dass die angerufenen Zeugen beim Beschwerdeführer Symptome einer Unterzuckerung festgestellt haben, die nicht einmal er selber wahrgenommen hat. Ebenso wenig bestand in dieser Situation Anlass, Sachverständige über die Einschränkung der Geschmacksempfindlichkeit von Diabetikern in Unterzuckerungsphasen zu befragen. c) Die Rügen der Verletzung des rechtlichen Gehörs und der willkürlichen Beweiswürdigung erweisen sich demnach als unbegründet.