Citation: 1P.381/2002 12.08.2002 E. 1

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 88 OG muss ein Beschwerdeführer grundsätzlich ein aktuelles praktisches Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids bzw. an der Behandlung der von ihm erhobenen Rügen haben, damit auf seine staatsrechtliche Beschwerde eingetreten werden kann (BGE 125 I 394 E. 4a S. 397; 120 Ia 165 E. 1a S. 166 mit Hinweisen). Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung des Präsidenten der II. Strafkammer des Zürcher Obergerichts vom 17. Juli 2002, mit der das Haftentlassungsgesuch des Beschwerdeführers abgewiesen wurde. Am 5. Juli 2002 hatte das Obergericht als Berufungsinstanz den Beschwerdeführer wegen Verweisungsbruchs zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von 12 Monaten verurteilt. Gegen dieses Urteil hat der Beschwerdeführer am 8. Juli 2002 eine kantonale Nichtigkeitsbeschwerde erhoben. Da nach § 429 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Zürich (StPO/ZH) die Nichtigkeitsbeschwerde des Verurteilten die Vollstreckung des Urteils hemmt, kann der Entscheid des Obergerichts vom 5. Juli 2002 noch nicht vollzogen bzw. der Beschwerdeführer noch nicht in den Strafvollzug versetzt werden. Er befindet sich demzufolge weiterhin in Sicherheitshaft und hat daher nach wie vor ein aktuelles praktisches Interesse an der Behandlung seiner Beschwerde.