Citation: 6B_932/2021 E. 1.6

1.6. Selbst bei Annahme eines schweren persönlichen Härtefalls hielte die vorinstanzlich angeordnete Landesverweisung auch vor der in Art. 66a Abs. 2 StGB vorgesehenen Interessenabwägung stand. Die Vorinstanz erwägt dabei zu Recht, dass sich das Bundesgericht bei Straftaten von Ausländern gegen das Betäubungsmittelgesetz hinsichtlich der Landesverweisung zwecks Verhinderung neuer Straftaten zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit rigoros zeigt (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.5; Urteile 6B_399/2021 vom 13. Juli 2022 E. 1.3.4 mit Hinweisen). Auch der EGMR akzeptiert ausdrücklich, dass bei Betäubungsmitteldelinquenz von einer gewissen Schwere angesichts der damit einhergehenden schweren Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und des Schutzes der Gesundheit anderer ein strenger Massstab angelegt wird (siehe etwa Urteile des EGMR Kissiwa Koffi gegen Schweiz vom 15. November 2012, Nr. 38005/07, § 65; Maslov gegen Österreich vom 23. Juni 2008, Nr. 1638/03, § 80). Entsprechend gewichtet die Vorinstanz diesbezüglich die öffentlichen Interessen als hoch. Die Vorinstanz berücksichtigt zutreffend auch die einschlägige Vorstrafe der Beschwerdeführerin. Diese wurde mit Strafbefehl vom 7. März 2012 wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S.v. Art. 19 Abs. 1 BetmG mit 600 Stunden gemeinnütziger Arbeit bestraft. Zudem erwägt die Vorinstanz, die Beschwerdeführerin habe schon in den Jahren 2004 und 2005 wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz insgesamt drei Mal bestraft werden müssen. Die Beschwerdeführerin habe in der Vergangenheit Mühe bekundet, sich straflos zu verhalten. Diese Auffassung ist nicht zu beanstanden. Zur Beurteilung der Integration im weiteren Sinne ist das Sozialverhalten insgesamt zu berücksichtigen und damit auch eine frühere relevante Delinquenz (Urteile 6B_224/2022 vom 16. Juni 2022 E. 2.3.3; 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020 E. 2.4.1 und E. 2.6; 6B_1015/2019 vom 4. Dezember 2019 E. 5.3). Die Vorinstanz bemisst der bisherigen Delinquenz der Beschwerdeführerin zu Recht ein gewisses Gewicht zu. Nachvollziehbar erscheint die Auffassung der Vorinstanz auch, soweit sie ausführt, obwohl die erste Instanz ihr keine ungünstige Prognose gestellt habe, würden gewisse Bedenken bestehen, dass die Beschwerdeführerin wieder rückfällig werde. Damit erweist sich die Interessenabwägung der Vorinstanz als schlüssig und überzeugend, insbesondere bei Berücksichtigung der mangelnden Integration der Beschwerdeführerin in der Schweiz sowie der Möglichkeit der Wiedereingliederung in ihrem Heimatland Kamerun.