Citation: I 628/02 22.04.2003 E. 3

3.1 Mit Entscheid vom 2. Februar 2001 hatte die Vorinstanz rechtskräftig festgestellt, dass im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 15. August 2000 ein Invaliditätsgrad von 54,5 % bestand. Sie stützte sich dabei im Wesentlichen auf den Bericht des Dr. med. A.________ vom 18. Februar 2000 ab, wonach dem Beschwerdeführer auf Grund eines chronisch-rezidivierenden cervicocephalen/cervicothorakospondylogenen Syndroms beidseits, eines chronisch-rezidivierenden lumbospondylogenen Syndroms beidseits sowie einer chronisch-rezidivierenden posttraumatischen PHS (Periarthropathiahumeroscapularis) tendopathica und ankylosans rechts der bisherige Beruf als Bauhilfsarbeiter zwar nicht mehr zumutbar sei, eine körperlich leichte Tätigkeit unter Vermeidung stereotyper Arbeitshaltungen, monotoner Arbeitsabläufe, langem Sitzen/Stehen sowie repetitiver Bück- und Hebebelastungen medizinisch-theoretisch indes noch im Umfang von 50 % ausgeübt werden könne. 3.2 Zur Klärung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand und damit die Arbeitsfähigkeit des Versicherten seit dieser Beurteilung in anspruchsbeeinflussender Weise geändert hat, holte die Beschwerdegegnerin im Rahmen des Revisionsverfahrens u.a. ein interdisziplinäres Gutachten des ABI vom 25. Oktober 2001 ein. Dieses ist, wie das kantonale Gericht zutreffend erkannt hat, für die streitigen Belange umfassend, beruht auf sorgfältigen eigenen Untersuchungen und berücksichtigt die medizinischen Vorakten wie auch die vom Beschwerdeführer geklagten Gesundheitseinschränkungen. Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin gezogenen Schlussfolgerungen sind begründet, weshalb es alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen erfüllt und darauf abgestellt werden kann (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis). 3.2.1 Aus rheumatologischer Sicht attestierten die Ärzte des ABI dem Beschwerdeführer seit 19. Oktober 1998 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit als Bauhilfsarbeiter, wohingegen körperlich leichte, angepasste Verweisungstätigkeiten ohne Überkopfarbeiten, repetitives Bücken und kniende Verrichtungen sowie ohne Heben, Stossen und Ziehen von Lasten über 5 kg mindestens im Umfang von 50 % zuzumuten seien. In psychiatrischer Hinsicht wurde - jedoch ohne Beeinflussung der Arbeitsfähigkeit - der Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Einschränkend hielten die Ärzte jedoch fest, auf Grund eines am 3. August 2001 erlittenen Auffahrunfalles (Kurzaustrittsbericht des Dr. med. D.________ vom 3. August 2001) sei es sicherlich zu einer Aktivierung der vorbestehenden Gesundheitsprob-lematik gekommen, sodass vorübergehend von einer etwas grösseren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Die zuvor geäusserte medizinisch-theoretische Einschätzung eines 50 %igen Leistungsvermögens in einer leidensadaptierten Beschäftigung könne, sofern nicht triftige Gründe (objektivierbare Verschlechterung bildgebend oder klinisch) dagegen sprechen würden, wieder ab Januar 2002 angenommen werden. 3.2.2 Im Lichte dieser, nach dem Gesagten nachvollziehbaren und überzeugenden Schlussfolgerungen vermögen die Berichte der Frau Dr. med. C.________ vom 8. Juni 2001 und des Dr. med. B.________ vom 22. Juni 2001, zumindest soweit darin die Ansicht vertreten wird, bereits für den Zeitraum zwischen dem 15. August 2000 (ursprüngliche Rentenverfügung) und dem 2. August 2001 habe eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bestanden, - auch aus den im angefochtenen Entscheid dargelegten Gründen - zu keiner anderen Beurteilung zu führen. Auf Grund der Abklärungsergebnisse der Experten des ABI ist indessen von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes - und damit nach den gutachtlichen Ausführungen auch der Arbeitsfähigkeit - des Versicherten ab 3. August bis Ende Dezember 2001 auszugehen. Als anspruchsbeeinflussende Änderung ist, wie hievor dargelegt (Erw. 1.1 in fine), bereits eine ohne wesentliche Unterbrechung während dreier Monate andauernde Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, weshalb vorliegend entgegen der Betrachtungsweise von Vorinstanz und Verwaltung gewichtige Anhaltspunkte für einen, wenn auch womöglich nur befristet geltenden Revisionsgrund bestehen. Da den medizinischen Akten, insbesondere dem Gutachten des ABI, jedoch keine Angaben darüber zu entnehmen sind, in welchem Umfang sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch die mit dem Unfallereignis vom 3. August 2001 verbundene Verschlechterung des Gesundheitszustandes zusätzlich reduziert hat, kann an dieser Stelle keine abschliessende Beurteilung der Revisionsfrage vorgenommen werden. Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, welche die entsprechenden Abklärungen nachzuholen und hernach erneut über das Revisionsersuchen des Versicherten zu befinden haben wird. Sollte sie zum Ergebnis gelangen, dass durch den Unfall vom 3. August 2001 tatsächlich eine revisionsbegründende Tatsachenänderung eingetreten ist, wäre dem Beschwerdeführer, soweit dieser Zustand im Sinne der Ausführungen der Ärzte des ABI bis mindestens Ende Dezember 2001 andauerte, in Nachachtung von Art. 88a Abs. 2 IVV in Verbindung mit Art. 29 Abs. 2 IVG eine ganze Rente ab 1. November 2001 zuzusprechen. Einer im Gutachten des ABI prognostizierten, jedoch wiederum durch die Verwaltung revisionsweise abzuklärenden Verbesserung des Gesundheitszustandes - und damit vermutungshalber der Erwerbsfähigkeit - ab Januar 2002 hätte die IV-Stelle, jedoch nicht mehr im Rahmen dieses Verfahrens, das bezogen auf die zeitliche Sachverhaltsrelevanz mit Erlass der Verfügung vom 16. Januar 2002 seinen Abschluss fand, nach Massgabe des Art. 88a Abs. 1 IVV Rechnung zu tragen. Gemäss den Empfehlungen der Ärzte des ABI, welche die Durchführung von beruflichen Massnahmen ab Januar 2002 für zumutbar erachten, wäre die Verwaltung im Falle einer tatsächlich eingetretenen Verminderung der Beschwerden des Versicherten überdies getreu dem Grundsatz, wonach der Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen dem Rentenanspruch prinzipiell vorangeht (BGE 126 V 241, 121 V 190, je mit Hinweisen; AHI 2001 S. 284 Erw. 5a/bb in fine), auch diesbezüglich zu näheren Abklärungen angehalten, zumal der heute erst 38-jährige Beschwerdeführer anlässlich seiner erstmaligen Anmeldung bei der Invalidenversicherung einzig um Umschulung auf eine neue Tätigkeit ersuchte.