Citation: 1P.240/2004 12.05.2004 E. 3

3.1 Nach § 67 Abs. 1 und 2 der Aargauer Strafprozessordnung vom 11. November 1958 darf Untersuchungshaft u.a. angeordnet werden, wenn der Beschuldigte einer mit Freiheitsstrafe bedrohten Tat dringend verdächtig ist und Flucht- oder Kollusionsgefahr besteht. Liegt ausser dem allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts einer dieser beiden besonderen Haftgründe vor, steht einer Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft auch unter dem Gesichtswinkel der persönlichen Freiheit von Art. 10 Abs. 2 BV und von Art. 5 Ziff. 1 lit. c EMRK grundsätzlich nichts entgegen. 3.2 Aus dem angefochtenen Entscheid bzw. dem Haftverlängerungsantrag des Bezirksamtes geht nicht hervor, worauf sich der Tatverdacht stützt. Dies ergibt sich ausdrücklich erst aus der Vernehmlassung des Beschwerdekammerpräsidenten vom 27. April 2004. Daraus geht hervor, dass F.Y.________ nicht nur aussagte, der Beschwerdeführer habe ihr die Tatwaffe beschafft, sondern auch noch den Waffenlieferanten benannte, von dem dieser sie bezogen habe. Es gibt keinen Anlass zu zweifeln, dass der Beschwerdekammerpräsident die belastenden Aussagen von F.Y.________ zutreffend zusammenfasste. In diesem frühen Verfahrensstadium ist daher gestützt auf dessen Darstellung davon auszugehen, dass er den Tatverdacht zu Recht bejahte, auch wenn die Aussagen von F.Y.________ in den Haftprüfungsakten fehlen. Die Beschwerdekammer wird jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht angeht, dem nunmehr über zwei Monate inhaftierten Beschwerdeführer die Beweismittel, auf die sie ihren Tatverdacht stützt, länger vorzuenthalten. Solange er sich in Untersuchungshaft befindet, kann er nicht kolludieren, sodass die "ermittlungstaktischen Gründe", aus denen ihm die belastenden Aussagen vorenthalten werden, jedenfalls ohne weitere - hier ausgebliebene - Erklärungen hierzu nicht genügen. 3.3 Dem angefochtenen Entscheid bzw. dem Haftverlängerungsantrag des Bezirksamtes ist ebenfalls nicht zu entnehmen, aus welchen Gründen Flucht- und Kollusionsgefahr bestehen soll. Aus den Akten und der Vernehmlassung des Beschwerdekammerpräsidenten, zu der der Beschwerdeführer Stellung nehmen und damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör wahren konnte, geht indessen ohne weiteres hervor, dass zumindest die Annahme von Fluchtgefahr haltbar ist, da der zurzeit arbeitslose Beschwerdeführer für den Fall einer Verurteilung mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen hat, erst seit 1997 in der Schweiz lebt und gute Kontakte zu seiner Heimat Serbien-Montenegro unterhält, sodass er versucht sein könnte, sich der weiteren Strafverfolgung durch Flucht zu entziehen, selbst wenn er seine Familie in der Schweiz zurücklassen müsste. Ob auch Kollusionsgefahr besteht, kann unter diesen Umständen offen bleiben. Das Bundesgericht könnte dies auch nicht beurteilen, da sich die dafür nötigen Akten nicht bei den Verfahrensakten befinden.