Citation: 1C_42/2018 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz führte allgemein aus, gestützt auf § 238 PBG könne nur in Ausnahmefällen ein Verzicht auf die Realisierung des auf einem Grundstück zulässigen Volumens verlangt werden, wenn der Widerspruch zur baulichen Umgebung klar und krass sei. Hiefür seien besonders triftige Gründe erforderlich, wie zum Beispiel eine weitherum zurückhaltende Ausnützung, eine besondere Qualität der bestehenden Überbauung oder eine qualifizierte landschaftliche Empfindlichkeit. Nur ein krasses Missverhältnis der Proportionen oder die Rücksicht auf ein Schutzobjekt könne gestützt auf § 238 PBG die Ausschöpfung des grundsätzlich zulässigen Bauvolumens verbieten. In Kernzonen, die gemäss § 50 Abs. 1 PBG schutzwürdige Ortsbilder umfassten, die in ihrer Eigenart erhalten oder erweitert werden sollten, würden die erhöhten Gestaltungsanforderungen gemäss § 238 Abs. 2 PBG gelten, weshalb nicht nur eine befriedigende, sondern eine gute Einordnung verlangt werden könne. Im vorliegenden Fall sei gemäss der zutreffenden Annahme des Bau-rekursgerichts dem Gutachten der NKH ein grosses Gewicht beizumessen. Eine fehlerhafte Tatsachenfeststellung durch das Baurekursgericht sei nicht ersichtlich. Die Akten liessen erkennen, dass das in direkter Nachbarschaft befindliche Schutzobjekt und die dazugehörigen Ökonomiebauten sich prägend auf die unmittelbare Umgebung des Baugrundstücks auswirkten. Das Baurekursgericht habe sich zu Recht nicht nur auf die unmittelbar anstossenden Grundstücke, sondern auch auf die weitere Umgebung bezogen und dazu ausgeführt, dass diese aus überwiegend locker aufgereihten Bauern- und Einfamilienhäusern mit grosszügigen Zwischenbereichen bestehe. Die besondere Qualität der baulichen Umgebung ergebe sich bereits aus der Inventarisierung im ISOS als eines der besterhaltenen ländlichen Ortsbilder der Region und aus dem dort formulierten Erhaltungsziel bezüglich Substanz, Anordnung und Gestaltung der Bauten. So würden etwa die Bauten auf dem unmittelbar östlich angrenzenden Grundstück im kantonalen Inventar als prägend bezeichnet. Zudem befinde sich das bauliche Umfeld entlang der Ausserdorfstrasse in einem als "Baugruppe mit speziellen Merkmalen" bezeichneten Bereich. Daran ändere nichts, dass sich in der Nachbarschaft auch Einfamilienhäuser jüngeren Baujahrs befänden. Gemäss dem Schutzziel seien insbesondere auch die Freiräume zu bewahren, wobei das Inventar die Grünbereiche und Gärten hervorhebe und das Gebiet westlich des Baugrundstücks als wichtigen Freiraum einstufe, weshalb von einer qualifizierten landschaftlichen Empfindlichkeit ausgegangen werden könne. Zwar habe das Baurekursgericht zutreffend ausgeführt, die Stellung der drei Neubauten sei grundsätzlich zulässig, die Grundmasse gemäss Art. 4 BZO würden eingehalten und das Haus B verstosse nicht gegen die Vorschriften der Profilierung. Doch habe das Baurekursgericht im Einklang mit der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung die Gesamtwirkung der drei geplanten Häuser gemeinsam beurteilt und dabei festgehalten, dass durch das Ausschöpfen der zulässigen Grundmasse auf engem Raum drei voluminöse Baukörper zu stehen kämen, die deutlich dominanter in Erscheinung treten würden als die bestehenden Bauten in der Umgebung und daher mit dem Ortsbild nicht verträglich seien. Dass gewisse dieser Bauten ähnliche Volumen aufwiesen, ändere nichts daran, dass sich die geplante Überbauung durch ihre Dimensionen und die gut einsehbare Lage am bisher intakten Siedlungsrand störend auf das geschützte Ortsbild auswirken würde, indem sie sich durch ihr Volumen übermässig abhebe. Die streitbetroffenen Neubauten würden durch ihre Grösse und Nähe das Schutzobjekt beeinträchtigen, indem sie von Drittstandorten aus gesehen die Sicht darauf einschränkten und es optisch konkurrierten. Die Rücksichtnahme auf das benachbarte Schutzobjekt sowie die baulich und landschaftlich empfindliche Umgebung verlange damit eine Reduktion der geplanten Gebäudevolumen. Den damit verbundenen Ausnutzungsverlust müsse die Beschwerdeführerin hinnehmen, weil ihre Interessen diesbezüglich als geringer zu gewichten seien.