Citation: U 160/01 23.04.2002 E. 2

2.- a) Der Beschwerdegegner ist mehrfach medizinisch umfassend untersucht worden, wobei die Diagnose der beteiligten Ärzte, namentlich der neurologischen Fachexperten, von Anfang an übereinstimmend auf einen so genannten "Musikerkrampf", d.h. auf eine beschäftigungsabhängige Muskeldystonie im rechten Oberlippenbereich lautete (vgl. ärztliches Zeugnis des Dr. med. R.________ vom 16. Juni 1994; Berichte des Dr. med. M.________ vom 4. Juli 1994 und 23. Januar 1996, des Dr. med. R.________ vom 18. Januar 1995, der Amtsärztin des Gesundheitsamtes C.________ vom 3. März 1995 und des Dr. med. V.________ vom 24. April 1995; Gutachten des Dr. L.________ vom 22. Oktober 1997). b) In seinem von der Beschwerdeführerin veranlassten Gutachten vom 17. November 1999, welchem - mit Ausnahme gewisser Schlussfolgerungen (vgl. Erw. 3b hienach) - voller Beweiswert zukommt, da es alle rechtsprechungsgemässen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen erfüllt (BGE 125 V 352 Erw. 3 mit Hinweisen), diagnostizierte Prof. Dr. med. E.________ im Einklang mit den Vorakten eine tätigkeitsspezifische fokale Dystonie (sog. Ansatzdystonie) bei Berufstrompeter. Eine psychische Ursächlichkeit des Leidens wie auch das Bestehen eines krankhaften Vorzustandes, der eine psychische Fehlentwicklung bewirkt oder zumindest begünstigt hätte, schloss der Fachspezialist - im Gegensatz zu den vorhergehenden Einschätzungen durch die Dres. med. V.________ (Berichte vom 26. Januar und 24. April 1995), B.________ (Berichte vom 23. März und 1. Juni 1995 sowie 1. Juli 1998) und D.________ (Gutachten vom 11. März 1998) - aus. Diese Beurteilung, der auch die National-Versicherung im Rahmen des zweiten Verwaltungs- und Einspracheverfahrens (Verfügung vom 10. Februar 2000; Einspracheentscheid vom 17. August 2000) nicht mehr opponierte, erscheint insbesondere mit Blick darauf überzeugend und nachvollziehbar, dass ihr u.a. eine eingehende psychologische bzw. psychiatrische Untersuchung des Beschwerdegegners zu Grunde liegt. Prof. Dr. med. E.________ hat die Kausalität zwischen der beruflichen Tätigkeit des Versicherten als Berufstrompeter und dessen Erkrankung, namentlich auch in Bezug auf die Ausweitung der gestörten Bewegungsprogramme zur unwillkürlichen Tonisierung und zur fokalen Tremoraktivität der Gesichtsmuskulatur, vor dem Hintergrund der ständigen beruflichen Belastung über Jahrzehnte sowie auf Grund des Umstands bejaht, dass in der "sonstigen", das Trompetenspiel nicht professionell ausübenden Bevölkerung keine derartigen Lippendystonien existierten.