Citation: 2C_71/2024 E. 5.3.2

5.3.2. Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass der Anwendungsbereich von § 48 GesG/AG durch dessen Marginalie ("Aufsichtsbefugnisse") und die Einordnung im Kapitel 10 ("Aufsicht und Massnahmen") eindeutig definiert wird. Er beschränkt sich auf Aufsichtsverfahren, die Personen betreffen, die namentlich - wie der Beschwerdeführer - einen Beruf im Gesundheitswesen ausüben. Die Bestimmung gelangt nur dann zur Anwendung, wenn der Geheimnisträger selbst und nicht der Patient im Fokus der Abklärungen der Aufsichtsbehörde steht. Richtet sich die Untersuchung nicht gegen den Arzt, fällt die Herausgabe von Unterlagen nicht unter § 48 Abs. 1 GesG/AG, sondern unter die (strengeren) Vorschriften über die Entbindung vom Arztgeheimnis (vgl. Botschaft des Regierungsrats des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 21. Mai 2008 betreffend Gesundheitsgesetz [GesG]; Totalrevision, Bericht und Entwurf 1. Beratung [nachfolgend: Botschaft GesG/AG], S. 80).