Citation: 7B.246/2001 15.01.2002 E. 4

4.- a) Strittig ist vorab, ob der am 7. März 2001 ausgestellte Verlustschein durch das an den Beschwerdeführer gerichtete Schreiben des Betreibungsamtes vom 13. März 2001 widerrufen worden sei. Nach Ansicht des Obergerichts erfüllt das Schriftstück alle hiefür verlangten formellen Anforderungen. Ob eine Verfügung (im Sinne von Art. 17 SchKG) oder eine blosse Absichtserklärung vorliege, sei durch Auslegung nach dem Vertrauensprinzip zu ermitteln. Die Vorinstanz erklärt, das Betreibungsamt habe im genannten Schreiben zum Ausdruck gebracht, dass es fälschlicherweise angenommen habe, der Gläubiger verzichte auf die Pfändung des Grundstücks, dass der Verlustschein daher entsprechend dem Begehren des Gläubigers aufgehoben werden müsse und dass es für den nächsten Verfahrensschritt, die Schätzung der Liegenschaft, mit dem Beschwerdeführer in den nächsten Tagen einen Termin abmachen werde. Diese Ausführungen hätten in ihrer Gesamtheit in guten Treuen nur so verstanden werden können, dass damit die Aufhebung des Verlustscheins und die verzugslose Weiterführung der Betreibung Nr. yyy angeordnet worden sei. Das Obergericht hält ferner dafür, es würde einem vernünftigen, verfahrensökonomischen Vorgehen des Betreibungsamtes widersprechen, vorerst die Absicht der Aufhebung des Verlustscheins kundzutun und zu einem späteren Zeitpunkt noch eine besondere Aufhebungsverfügung zu erlassen. Auch die Ankündigung, das Betreibungsamt werde schon in den nächsten Tagen einen weiteren Verfahrensschritt einleiten, habe die Aufhebung des Verlustscheins vorausgesetzt. Abschliessend erklärt die Vorinstanz, das Betreibungsamt habe mit seinem Schreiben vom 13. März 2001 den am 7. März 2001 ausgestellten Verlustschein rechtzeitig und formgültig wieder aufgehoben. b) Was der Beschwerdeführer hierzu vorträgt, ist nicht geeignet, die Entscheide der Vorinstanz als bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. Dass der Verlustschein zu Recht und gültig ausgestellt worden sei, ist ohne Belang, zumal gegen das vom Obergericht als anfechtbare Verfügung qualifizierte Schreiben vom 13. März 2001 innert Frist keine Beschwerde erhoben worden ist. Unbehelflich ist auch das vom Beschwerdeführer der Auslegung des Schreibens durch die Vorinstanz Entgegengehaltene, das sich im Wesentlichen in einer blossen Darstellung der eigenen Sicht der Dinge erschöpft (zur Abgrenzung zwischen einer blossen Meinungsäusserung bzw. Absichtserklärung des Betreibungsamtes und einer Verfügung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 SchKG vgl. BGE 94 III 83 E. 2 S. 88 mit Hinweis; 96 III 35 2c S. 44). Der Beschwerdeführer vermag keine gesetzlichen Vorschriften zu nennen, aus denen sich ergäbe, dass von einer Verfügung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 SchKG nur dann gesprochen werden könnte, wenn ein Schriftstück ausdrücklich als solche oder als Entscheid bezeichnet wurde und ein Dispositiv sowie eine Rechtsmittelbelehrung enthält.