Citation: 4P.28/2006 03.04.2006 E. 5

5.1 Schliesslich führt die Beschwerdeführerin aus, sie habe zusammen mit der Stellungnahme vom 23. September 2004 ein Privatgutachten von L.________ ins Recht gelegt. Das Obergericht habe sich dazu nicht geäussert. Es halte zwar im angefochtenen Urteil pauschal fest, es könnten in der Stellungnahme vom 23. September 2004 - unter Vorbehalt zulässiger Noven - nur jene Rügen berücksichtigt werden, die bereits in der Berufungsschrift erhoben worden seien. Bezüglich des Privatgutachtens von Herrn L.________ sei diese Begründung jedoch unbehelflich. Die Beschwerdeführerin habe in der Stellungnahme vom 23. September 2004 festgehalten, dass erst die von der Vorinstanz aufgrund des Urteils des Bundesgerichts vom 6. Januar 2004 getroffenen Abklärungen Anlass zur Einholung eines Privatgutachtens gegeben hätten. Erst mit Zustellung der Prozessakten aus Visp habe die Beschwerdeführerin vollumfänglich Kenntnis von den Aussagen der dort befragten Zeugen und den dort vorgelegten Akten gehabt. Die Eingaben des Experten Y.________ vom 3. Mai 2004 zeigten zudem, dass er sich auf unvollständige Sachverhaltsabklärungen gestützt habe. Erst dadurch habe die Beschwerdeführerin Anlass gehabt, ein Privatgutachten einzuholen, um allenfalls doch noch die Einholung eines Obergutachtens zu erreichen. Somit hätte sich das Obergericht mit dem Privatgutachten L.________ zumindest kurz auseinandersetzen müssen. Indem es dies nicht getan habe, habe es ihre Begründungspflicht und damit das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt. 5.2 Die Beschwerdeführerin hat gemäss ihren Angaben in der Beschwerde durchaus erkannt, dass das Obergericht annahm, das Privatgutachten sei nicht zu berücksichtigen, weil es prozessual verspätet eingereicht wurde. Dies hat das Obergericht in seiner Vernehmlassung bestätigt. Damit war für die Beschwerdeführerin ersichtlich, aus welchem Grund das Obergericht nicht auf das Gutachten einging, weshalb insoweit eine Verletzung der Begründungspflicht zu verneinen ist (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102). Dass die Annahme der prozessual verspäteten Einreichung des Privatgutachtens willkürlich sein soll, wird von der Beschwerdeführerin nicht behauptet und ist auch nicht ersichtlich, zumal sie das Gutachten Y.________ bereits vor erster Instanz als ungenügend qualifizierte und sie deshalb eine Oberexpertise verlangte.