Citation: 9C_377/2010 24.06.2010 E. 2

2.1 Streitig und zu prüfen ist die Festsetzung des ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Verdienstes (Valideneinkommen). 2.2 Nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz wird bei der Festsetzung des Valideneinkommens in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, weil es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (Ulrich Meyer, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2010 S. 301 mit Hinweis auf BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Entscheidend ist somit, welches der überwiegend wahrscheinliche Verlauf der Einkommensentwicklung ohne Gesundheitsschaden wäre. 2.3 Die Vorinstanz erwog, gestützt auf die Beurteilungen der Dres. med. R.________ und K.________, denen voller Beweiswert zukomme, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsstelle bei der therapeutischen Gesellschaft X.________ nicht aus gesundheitlichen, sondern aus persönlichen und damit invaliditätsfremden Gründen gekündigt habe. Demzufolge sei anzunehmen, dass sie auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung diese Tätigkeit im Jahre 2009 nicht mehr ausgeübt hätte, weshalb der dabei erziele Verdienst nicht als Valideneinkommen herangezogen werden könne. Gemäss Tabelle TA1 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008 betrage der im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen erzielbare monatliche Verdienst im Anforderungsniveau 4 bei einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden rund Fr. 56'747.-. Bei einem Invalideneinkommen von rund Fr. 46'231.- resultiere ein Invaliditätsgrad von (aufgerundet) 19 %. Damit bestehe weder ein Anspruch auf Rente noch auf berufliche Massnahmen, zumal besondere Umstände fehlten, welche ein Abweichen vom Richtwert von 20 % rechtfertigen würden, weil der Beschwerdeführerin nebst behinderungsangepassten Arbeiten auch die angestammte Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar sei. 2.4 Die Beschwerdeführerin rügt, die vorinstanzliche Feststellung, wonach sie auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ihre Arbeitsstelle bei der therapeutischen Gemeinschaft X.________ aufgegeben hätte, sei offensichtlich unrichtig; es lägen klare Tatsachen vor, wonach sie wegen gesundheitlicher Probleme gekündigt hätte. Insbesondere seien ihre somatischen Beschwerden im angefochtenen Entscheid unberücksichtigt geblieben. Auch habe die Vorinstanz lediglich den Bericht des behandelnden Dr. med. R.________ vom 8. September 2009 beachtet, nicht aber dessen Einschätzungen vom 26. September und 2. Oktober 2008. Ausgehend von dem im Jahre 2008 erzielbar gewesenen Einkommen in der therapeutischen Gemeinschaft X.________ in Höhe von Fr. 85'316.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 46'231.- ergebe sich ein (aufgerundeter) Invaliditätsgrad von 46 % und damit ein Anspruch sowohl auf eine Viertelsrente ab 1. Oktober 2008 als auch auf berufliche Massnahmen.