Citation: 1P.275/2003 23.09.2003 E. B

Die Staatsanwaltschaft Graubünden leitete gegen X.________ eine Strafuntersuchung wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln ein und beauftragte das Untersuchungsrichteramt Chur mit der Durchführung der Untersuchung. Am 28. November 2001 wurde im Beisein des Angeschuldigten ein Augenschein vorgenommen. Mit Anklageverfügung und Anklageschrift vom 29. April 2002 wurde X.________ der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG angeklagt. X.________ bestritt den der Anklage zugrunde gelegten Sachverhalt. Mit Urteil vom 15. August 2002 erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur X.________ der groben Verletzung von Verkehrsvorschriften gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig, bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 1'000.-- und auferlegte ihm die Verfahrenskosten. Vom Vorwurf der Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV wurde X.________ freigesprochen. Gegen dieses Urteil erhob X.________ strafrechtliche Berufung an den Kantonsgerichtsausschuss des Kantons Graubünden, der die Berufung mit Urteil vom 18. Dezember 2002 abwies, nachdem er am gleichen Tag während der Berufungsverhandlung einen Augenschein durchgeführt hatte. Die Abnahme der weiteren vom Berufungskläger beantragten Beweise, insbesondere der Rekonstruktion des Überholmanövers, der Auswertung des Fahrtenschreiber-Einlageblattes des überholten Lastwagens und der Einholung einer verkehrstechnischen Expertise lehnte der Kantonsgerichtsausschuss ab. Er hielt eine Geschwindigkeit des talwärts fahrenden Lastwagens an der fraglichen Stelle von 60 km/h bis 65 km/h für wahrscheinlich und legte seinem Urteil eine solche von 60 km/h zugrunde. Als Geschwindigkeit des entgegenkommenden Polizeifahrzeuges nahm der Kantonsgerichtsausschuss gemäss den Aussagen der Polizeibeamten zirka 50 km/h bis 60 km/h an. Aufgrund der Aussagen der beiden Polizeibeamten und des Lastwagenchauffeurs erachtete es der Kantonsgerichtsausschuss als erwiesen, dass X.________ mit seinem Überholmanöver andere Verkehrsteilnehmer gefährdete. Zu dieser Beurteilung gelangte der Kantonsgerichtsausschuss auch aufgrund eines vom Beschwerdeführer eingereichten Videos, auf welchem er nachträglich das Überholmanöver, wie es aus seiner Sicht verlaufen sein soll, aufgezeichnet hatte.