Citation: 8C_498/2007 28.12.2007 E. 5

5.1 Aufgrund des Unfallgeschehens, wie es im unfallanalytischen Bericht vom 16. Oktober 2003 dargestellt wird (frontal-seitlicher Zusammenstoss mit zumindest teilweisem Abgleiteffekt, delta-v unter 11 km/h), der im Technischen Gutachten vom 25. März 2002 beschriebenen Fahrzeugschäden (Reparaturkosten von rund Fr. 5'000.--) und der erlittenen Verletzungen (leichte bis mittelgradige HWS-Distorsion ohne Begleitverletzungen) ist das Unfallereignis vom 11. März 2002 mit der Vorinstanz als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren (vgl. zu den Auffahrunfällen: RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 E. 5.1.2 [U 380/04] mit Hinweisen). Damit die Adäquanz bejaht werden könnte, müsste daher ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein oder es müssten die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367). 5.2 Der Unfall hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc [U 287/97]; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 [U 248/98]) - von besonderer Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur Folge. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts U 386/04 vom 28. April 2005, U 371/02 vom 4. September 2003, U 61/00 vom 6. Februar 2002 und U 21/01 vom 16. August 2001). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 E. 4.3 [U 193/01] mit Hinweisen). Solche Umstände sind hier nicht gegeben. Es liegt auch keine besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor. Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Im Anschluss an den Unfall wurden eine medikamentöse Behandlung mit Analgetika, Massagen sowie physiotherapeutische Massnahmen durchgeführt. Nach einem Unterbruch wurde ab Mitte Oktober 2002 erneut eine physiotherapeutische Behandlung vorgenommen, bereits anfangs 2003 jedoch wieder eingestellt. Ab 28. Februar 2003 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer psychotherapeutischen Behandlung. Daneben besuchte sie ein Fitness-Center und absolvierte ein leichtes Ausdauertraining. Später wurde erneut zweimal wöchentlich Physiotherapie durchgeführt, was jedoch zu keiner Besserung führte (Bericht Dr. med. N.________ vom 15. November 2005). Soweit noch eine somatische Behandlung stattfand, hatte sie vorwiegend symptomatischen Charakter und ging auch in zeitlicher Hinsicht nicht über das hinaus, was bei Schleudertraumen und schleudertraumaähnlichen Verletzungen der HWS noch als üblich zu gelten hat (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.4 S. 238 f. [U 380/04] mit Hinweisen). Auch unter Berücksichtigung der psychiatrischen Behandlung, welche zudem nur teilweise Unfallfolgen zum Gegenstand hatte, handelt es sich insgesamt nicht um eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer (Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts U 420/05 vom 31. August 2006, U 82/04 vom 14. März 2005, U 361/02 vom 24. September 2003 und U 357/01 vom 8. April 2002). Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann ebenso wenig gesprochen werden, wie von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Was sodann das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit betrifft (vgl. hiezu RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff. [U 56/00]), ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin wegen des nicht versicherten Knieleidens schon vor dem Unfall in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Die Auswirkungen der Kniebeschwerden auf die Arbeitsfähigkeit bildeten denn auch den Grund für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses per Ende März 2002. Im Gutachten des ZMB wurde die unfallbedingte Beeinträchtigung in der bisherigen Tätigkeit auf 70 % geschätzt und die Frage nach der Beeinträchtigung in einer angepassten leichteren Tätigkeit offen gelassen. In einer ergänzenden Stellungnahme zuhanden der IV-Stelle vom 14. April 2005 wird die Arbeitsfähigkeit unter Einschluss des Knieleidens auf vier Stunden im Tag in einer vorwiegend sitzend zu verrichtenden Tätigkeit geschätzt. Im Gutachten des ABI werden eine volle Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf sowie eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer körperlich angepassten Tätigkeit bei ganztägiger Präsenz und einer aus psychiatrischen Gründen um 30 % reduzierten Leistung angenommen. Wird auch im Rahmen dieser Beurteilungen berücksichtigt, dass ein wesentlicher Teil der Beeinträchtigung auf das nicht versicherte Knieleiden zurückzuführen ist, kann das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht als erfüllt gelten. Schliesslich ist das Kriterium der Dauerbeschwerden jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben. Da somit weder eines der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist noch die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind, ist die Unfalladäquanz der geltend gemachten Beschwerden zu verneinen. Es muss daher bei der Feststellung bleiben, dass die verfügte Einstellung der Leistungen zu Recht besteht.