Citation: 6B_1280/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Mit Bezug auf den schwersten Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 lit. d i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG) erachtet die Vorinstanz als erstellt, dass der Beschwerdeführer am 22. Februar 2019 von B.D.________ 49,7 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von 95 % (entsprechend 47.2 Gramm reinem Kokain) erworben hat, um dieses mindestens teilweise gewinnbringend an Konsumenten zu verkaufen. Sie stützt sich im Wesentlichen auf die belastenden Aussagen von B.D.________ und die Anhaltesituation durch die Polizei, anlässlich welcher die erwähnten Betäubungsmittel beim Beschwerdeführer sichergestellt wurden. Die Angaben von B.D.________ seien glaubhaft, zumal er sich mit dem eingeräumten Verkauf selbst belastet habe. Dies, obwohl er ohne Weiteres die für ihn entlastende Darstellung des Beschwerdeführers hätte übernehmen können, welcher behauptet habe, das Kokain zum Eigenkonsum gestohlen zu haben. Mithin hätte B.D.________ jegliche Kenntnis der Betäubungsmittel bestreiten können. Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers sei nicht ersichtlich, dass B.D.________ mit einer Falschaussage eine Drittperson hätte schützen wollen. So hätte er diesfalls einfach die Aussage verweigern können, wie er es mit Bezug auf seinen Lieferanten getan habe. Dass bei ihm kein Bargeld aus dem behaupteten Verkauf an den Beschwerdeführer gefunden worden sei, spreche ebenfalls nicht gegen die Darstellung von B.D.________. Er habe genug Zeit gehabt, um das Geld beiseitezuschaffen. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien demgegenüber nicht konstant. Er habe sich wenig überzeugend in ein gutes Licht stellen wollen. Namentlich sei lebensfremd, dass B.D.________ das Kokain unbeaufsichtigt im Eingangsbereich seiner Wohnung deponiert, und der Beschwerdeführer just jene Person bestohlen habe, die er immer wieder zu Vorzugskonditionen chauffiert habe. Auch dass der Beschwerdeführer das Kokain zum Eigenkonsum erworben habe, sei unglaubhaft. Er habe eingeräumt, gelegentlich Kokain in kleinen Mengen zu Fr. 20.-- bis Fr. 50.-- veräussert zu haben. Zudem werde er hinsichtlich des Verkaufs von mehreren Auskunftspersonen belastet. Der Erwerb zum Eigenkonsum einer derart grossen Menge Kokains könne auch angesichts der Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers ausgeschlossen werden. Vielmehr sei davon auszugehen, dass er beabsichtigt habe, das Kokain mindestens teilweise gewinnbringend zu verkaufen. Hätte der Beschwerdeführer das Kokain in erster Linie für den Eigenkonsum bezogen, wäre zudem bei der behaupteten Konsummenge von 1,5 Gramm täglich der Erwerb der dreissigfachen Tagesmenge nicht schlüssig. Gegen blossen Eigenkonsum spreche auch der Reinheitsgrad des Kokains. Ferner werde der Beschwerdeführer durch weitere Umstände belastet. So seien am Tattag zwanzig Telefonanrufe mit B.D.________ dokumentiert, was mit bloss kollegialen Treffen nicht ohne Weiteres vereinbar sei. Zudem seien in der Wohnung des Beschwerdeführers diverse Minigrips sichergestellt worden, was ebenfalls auf Handel hinweise. Für den Erwerb - und damit gegen die Darstellung des Beschwerdeführers - spreche auch, dass B.D.________ den Verkauf von Kokain und anderen Betäubungsmitteln an weitere Personen eingeräumt sowie dass zwei Personen seine Wohnung am Tattag zu diesem Zweck aufgesucht hätten. Zusammenfassend bestünden keine erheblichen Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer den ganz überwiegenden Teil des Kokains habe verkaufen wollen, um damit seine eigene Betäubungsmittelsucht zu finanzieren. Es liege auf der Hand, dass der Beschwerdeführer gewusst habe, was er erworben habe, so die Vorinstanz weiter. Es bestehe kein Zweifel, dass er das Kokain wissentlich und willentlich von B.D.________ erworben und um die Menge sowie den Reinheitsgrad gewusst habe. Der Beschwerdeführer habe daher auch die mögliche Gefährdung der Gesundheit vieler Menschen mindestens in Kauf genommen.