Citation: 1C_207/2022 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz setzte sich im angefochtenen Urteil ausführlich mit der Frage auseinander, ob für die Parzelle Nr. 1518 des Beschwerdeführers besondere Verhältnisse im Sinne von Art. 26 Abs. 1 BauG/BE vorliegen, die eine Ausnahmebewilligung zur Unterschreitung des Grenzabstands gegenüber dem im Westen gelegenen Grundstück Nr. 1519 rechtfertigen würden. Dabei anerkannte sie, dass ein Neubau an der Eisenbahnlinie in der Nähe einer Stahlbrücke zwar eine Herausforderung darstelle. Die Vorinstanz zeigte jedoch auch nachvollziehbar auf, dass im vorliegenden Fall entsprechende Lärmschutzmassnahmen getroffen werden können, um dieser Situation zu begegnen. So kommt nach der Vorinstanz nicht nur eine Anordnung der lärmempfindlichen Räume auf der lärmabgewandten Seite des Gebäudes in Frage, sondern könnten namentlich durch die Wahl der Baumaterialien oder Lärmschutzelemente zusätzliche Massnahmen getroffen werden. Im Übrigen ist nicht erkennbar und wird vom Beschwerdeführer auch nicht dargelegt, inwieweit eine alternative Überbauung, welche sowohl die Grenzabstände als auch die Lärmschutzvorschriften respektiert, nicht möglich sein sollte. Gemäss den überzeugenden Darlegungen der Vorinstanz wäre mit Blick auf die Parzellengrösse (637 m2) und die bestehenden Näherbaurechte gegenüber den Parzellen im Osten und im Süden sowie den Abstand gegenüber der Gemeindestrasse ohne Weiteres möglich, trotz der nahe gelegenen Stahlbrücke ein rechtskonformes Bauprojekt umzusetzen. Dass die maximal zulässige Ausnützungsziffer im Rahmen eines alternativen Projekts allenfalls nicht vollumfänglich ausgeschöpft werden kann, ist dabei nicht entscheidend. Hierzu kann auf die von der Vorinstanz zitierte kantonale Rechtsprechung verwiesen werden, wonach der Wunsch nach optimaler, gewinnbringender Nutzung des Grundstücks keinen Ausnahmegrund darstellt. Soweit die Vorbringen des Beschwerdeführers unter diesen Umständen überhaupt den qualifizierten Begründungsanforderungen genügen (vgl. E. 2.1 hiervor), kann ihnen nicht gefolgt werden. Vielmehr ist die vorinstanzliche Beurteilung, wonach unter Berücksichtigung der von der nahe gelegenen Stahlbrücke ausgehenden Lärmemissionen keine besonderen Verhältnisse vorliegen, die eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 26 Abs. 1 BauG/BE rechtfertigen würde, unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden. Folglich war von der Vorinstanz und ist auch durch das Bundesgericht nicht weiter zu prüfen, ob der Ausnahmebewilligung zusätzlich öffentliche oder nachbarliche Interessen entgegenstehen (vgl. Art. 26 Abs. 1 und 2 BauG/BE).