Citation: 6B_315/2020 E. 5.4.2

5.4.2. Der Beschwerdeführer kritisiert insbesondere die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach er die gesamte Situation überblickt habe, als willkürlich. Obwohl er das Element gesehen habe, habe er keine vollständige Sicht gehabt. Seine Sicht sei - wie die Fotodokumentation beweise - durch Materialien sowie Maschinen eingeschränkt gewesen. Ferner habe er das Gespräch über die Sicherung nicht gehört, sei nicht instruiert worden und habe keine Kenntnisse über die nötigen Sicherungsmassnahmen gehabt. Daher sei die vorinstanzliche Feststellung, für ihn sei die Gefahrenlage offensichtlich gewesen, nicht nachvollziehbar und willkürlich (Beschwerde S. 10 Ziff. 3.1.6). Diese Vorbringen sind unbegründet. Wenn die Vorinstanz im Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung festhält, der Beschwerdeführer habe die gesamte Situation überblicken können, obwohl er sich in ca. 40 m Entfernung davon befunden habe, und habe gewusst, dass das Element hochkant abgestellt werde (Urteil S. 40 E. 8.2.2.2), bedeutet diese Erwägung entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht, dass er eine vollständige Sicht auf Alles hatte. Massgebend ist, dass es die Vorinstanz - unter anderem gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers - als erstellt erachtet, dass dieser von seiner [erhöhten] Position aus das Betonelement gesehen hat, namentlich, wie es vom Kran abgehängt wurde und dass er ebenso sah, dass eine Hebebühne heran gestellt wurde (Urteil S. 32 E. 7.10.2). Diese Feststellungen sind nicht zu beanstanden (vgl. insbesondere auch die Fotodokumentation, kantonale Akten UA Reg. 5 Bel. 21 und 39 bzw. vorinstanzliche Akten KG amtl. Bel. 56 und 57) und werden vom Beschwerdeführer im übrigen auch nicht bestritten. Rechtserheblich ist vorliegend nämlich vor allem, dass ihm nicht nur die Dimensionen des Betonelements (8.86 m lang, 2.31 m hoch, 20 cm dick und ca. 10 Tonnen schwer) bekannt waren, sondern ebenso, dass er sehen konnte, dass das flache Element hochkant, d.h. auf der 20 cm schmalen Längsseite aufrecht stehend, hingestellt und mittels einer Hebebühne gesichert wurde. In Anbetracht der Dimensionen sowie der Abstellposition des Betonelements ist es schliesslich nicht unhaltbar, dass die Vorinstanz nach eingehender Würdigung der Aussagen zum Schluss gelangt, die Gefahrenlage (das Umkippen dieses 10 Tonnen schweren Betonelements) sei derart offensichtlich gewesen, dass sie auch für den Beschwerdeführer erkennbar gewesen sei. So erklärte etwa der Polier K.________ anlässlich seiner Zeugeneinvernahme im vorinstanzlichen Verfahren auf die Frage, woher er gewusst habe, dass man das Element sichern müsse: "10 Tonnen... Wir arbeiten alle Tage mit dem Kranen. Wenn sie so etwas Hohes hinstellen, dann fällt es um. Man muss es legen oder schräg stellen oder irgendwie, dass es nicht umfällt. Das weiss jeder. Das ist logisch." (Zeugeneinvernahmeprotokoll vom 18. Oktober 2019, vorinstanzliche Akten amtl. Bel. 51 S. 3 Frage 13). Auch für I.________, den Führer des zweiten Krans, war es klar, dass das fragliche Betonelement nicht hochkant abgestellt werden kann. Er sagte aus, wenn er als Kranführer das Element geführt hätte, hätte er persönlich es nicht so abgestellt und die Ketten gelöst (vgl. Zeugeneinvernahmeprotokoll vom 18. Oktober 2019, vorinstanzliche Akten amtl. Bel. 50 S. 4 Frage 25 und S. 5 Frage 28). Der Bauleiter P.________ erklärte ebenfalls, es gehe gar nicht, dass man ein Betonelement ungesichert hochkant hinstelle. Es wisse jeder, dass man das nicht machen dürfe. Angesichts dieser deutlichen Aussagen und mit Blick auf die Form sowie die Ausmasse des Betonelements geht die Vorinstanz somit ohne Willkür davon aus, es sei für den Beschwerdeführer erkennbar gewesen, dass das auf der Schmalseite stehende, flache Betonelement nicht eigenstandsicher ist, auch wenn er das Gespräch über die Sicherung nicht gehört hatte, keine vorgängige Instruktion erhielt und nicht über spezifische Kenntnisse über die Sicherungsmassnahmen bei schweren Bauteilen verfügte.