Citation: H 66/01 11.06.2002 E. 3

3.- a) Die Beschwerdeführerin hat im kantonalen Verfahren beschwerdeweise geltend gemacht, ihr Geschäft habe auf Grund ihrer beginnenden Invalidität und der damit verbundenen langen Abwesenheiten nur Verluste eingebracht und auch ihr Lohn sei auf das lebensnotwendige Minimum reduziert worden. Sie sei auf Grund der anstehenden weiteren Operationen nicht arbeitsfähig. Das Geschäft sei in der Zwischenzeit verkauft worden. Das kantonale Gericht hat hiezu erwogen, die Kasse habe dazu einzig in Erfahrung bringen können, dass die IV-Anmeldung bei der Invalidenversicherung anscheinend am 3. Juni 1999 erfolgt sei. Über die davorliegende massgebliche Zeitperiode liessen sich aus den vorliegenden Akten betreffend eine gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit keinerlei Anhaltspunkte entnehmen. Überdies sei die Beschwerdeführerin ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen. Auch auf gerichtliche Aufforderung habe sie sich anscheinend nicht um eine entsprechende ärztliche Abklärung bemüht oder zumindest ein ärztliches Attest nicht zu den Akten gegeben. Die Beurteilung der aktuellen Aktengrundlage ergebe somit keinerlei stichhaltige Beweise, welche die gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin belegen könnte. Sie habe demgemäss ihre Darlegungen beweismässig nicht substantiieren können. b) Dieser Argumentation kann unter prozessualen Gesichtspunkten nicht gefolgt werden. In der von der Ausgleichskasse beigezogenen und vernehmlassungsweise ins Recht gelegten IV-Anmeldung vom 3. Juni 1999 hatte die Versicherte angegeben, es bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit ab August 1999. Bei den näheren Angaben zur Behinderung verwies sie für Fragen an Dr. med. S.________. Ebenfalls gab sie an, wegen ihres rechten Knies bei diesem Arzt seit Januar 1999 in Behandlung zu stehen. Früher (ohne indes ein Datum oder einen Zeitraum anzugeben) sei sie von Dr. med. K.________, behandelt worden. Schliesslich bemerkte sie ergänzend, sie sei für etwa ein Jahr arbeitsunfähig nach ihrer Operation. Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Juli 2000 forderte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin auf, für die fragliche Periode ärztliche Atteste einzureichen, worauf die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 14. August 2000 angab, wie ihr von ihrem Arzt mitgeteilt worden sei, müsse die Vorinstanz die ärztlichen Atteste direkt bei ihm einreichen (recte wohl: einverlangen). Ihr Arzt sei Dr. med. S.________. Auf Grund dieser deutlichen Anhaltspunkte für eine in der massgebenden Periode von 1995 bis 1998 teilweise bestehende Arbeitsunfähigkeit und damit eine qualitative Veränderung der Einkommensgrundlagen wäre das kantonale Gericht mit Blick auf das Verhältnis zwischen Untersuchungsgrundsatz und Mitwirkungspflicht gehalten gewesen, weitere Abklärungen vorzunehmen, zumal mit Blick auf die in den Buchhaltungsunterlagen ausgewiesenen Betriebsverluste für 1997 und 1998 gegenüber 1995 und 1996 eine entsprechende Einkommensverminderung nicht unglaubhaft war. Insbesondere durfte sich die Vorinstanz nicht damit begnügen, bei der Beschwerdeführerin ein ärztliches Attest einzuverlangen und sich diesbezüglich auf deren Mitwirkungspflicht zu berufen. Nachdem die Versicherte unter Nennung ihres behandelnden Arztes angegeben hatte, dieser habe ihr mitgeteilt, ein Bericht sei bei ihm einzuverlangen, hätte die Vorinstanz direkt bei Dr. med. S.________ einen klärenden Bericht mit den entsprechenden fallspezifischen Fragen verlangen und allenfalls in der Zwischenzeit bei der IV-Stelle vorhandene entsprechende Unterlagen beiziehen müssen. Unter diesen Umständen geht es nicht an, der Versicherten vorzuwerfen, sie habe sich auch auf eine gerichtliche Aufforderung hin nicht selbst um eine ärztliche Abklärung bemüht. Indem die Vorinstanz keine weiteren Abklärungen getätigt hat, hat sie den wesentlichen Verfahrensgrundsatz von Art. 85 Abs. 2 lit. c AHVG verletzt (BGE 98 V 224). Daran ändert nichts, dass die Ausgleichskasse in ihrer Vernehmlassung angibt, jüngste Abklärungen bei der IV-Stelle hätten ergeben, dass auch dort keine Arztzeugnisse vorlägen, die eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ab 1997 bestätigen. Die Sache geht daher an das kantonale Gericht zurück, damit dieses die erforderlichen Abklärungen nachhole und hernach neu entscheide.