Citation: 5A_986/2021 E. 5.1

5.1. Das Obergericht verzichtete darauf, der Beschwerdegegnerin aufgrund der Erbschaft einen Vermögensertrag anzurechnen und das Scheidungsurteil (auch) aus diesem Grund abzuändern. Dazu hielt es fest, gemäss dem Übereinkommen vom 1. Juli 1985 über das auf Trusts anzuwendende Recht und über ihre Anerkennung (HTÜ; SR 0.221.371) seien die "Trusts", in denen sich das Nachlassvermögen befindet, in der Schweiz anzuerkennen. Das Trustvermögen sei daher Sondervermögen des "Trustee" und nicht Vermögen der Beschwerdegegnerin. Dieser könnten folglich keine Vermögenserträge als Einkommen angerechnet werden. Aufgrund des Memorandums stehe sodann fest, dass derzeit noch kein Trust zugunsten der Kinder der Erblasserin bestehe. Zwar sei vorgesehen, solche "Trusts" zu gründen und durch die bestehenden "Trusts" zu finanzieren. Zuvor müssten aber noch die Nachlassverwaltung abgeschlossen und eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt werden. Liege noch kein "Trust" zugunsten der Beschwerdegegnerin vor, könnten dieser auch keine tatsächlichen oder hypothetischen Erträge (Ausschüttungen) daraus angerechnet werden. Die Nachlassabwicklung könne notorisch einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Beschwerdeführer äussere sich nicht dazu, weshalb die nötigen Vorkehrungen in den etwas mehr als zwei Monaten zwischen dem Tod der Mutter und der Klageanhebung - dies sei für das Vorliegen eines Abänderungsgrunds der massgebende Zeitpunkt - hätten getroffen werden können. Auch sei nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin in dieser kurzen Zeitspanne die Einleitung der Erbteilung treuwidrig verzögert habe. Zuletzt reiche die Befürchtung, dass es später zu einer treuwidrigen Verzögerung kommen könnte, nicht aus, um der Beschwerdegegnerin bereits jetzt einen hypothetischen Vermögensertrag anzurechnen.