Citation: 5A.32/2006 02.11.2006 E. 4

Wird dem vorliegenden Fall der Sachverhalt zugrunde gelegt, wie er vom Obergericht für das Bundesgericht verbindlich festgestellt worden ist, dann durfte die Pflegeelternbewilligung im Hinblick auf eine spätere Adoption ohne Verletzung von Bundesrecht entzogen werden. Die mehreren zu unterschiedlichen Zeitpunkten erlittenen Verletzungen von Z.________ wiegen derart schwer, dass nur der sofortige Entzug der Bewilligung in Betracht fiel und kein milderes Mittel ergriffen werden konnte. Z.________ hat in den 3 ½ Monaten, in welchen sie sich bei den Beschwerdeführern aufgehalten hat, wiederholt massivste, lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Dabei ist im vorliegenden Zusammenhang nicht zu entscheiden, ob sich die Beschwerdeführer ein strafbares Verhalten zuschulden kommen liessen. Es genügt die Feststellung, dass die Beschwerdeführer keine Gewähr für gute Pflege bieten (Art. 11b Abs. 1 lit. a PAVO) und die Mängel derart schwerwiegend sind, dass eine andere Lösung als der Bewilligungsentzug nicht in Betracht fällt (Art. 11 Abs. 1 i.V. mit Art. 11j PAVO). Eine rechtsungleiche Behandlung mit leiblichen Eltern ist nicht ersichtlich, zumal offen ist, ob bei vergleichbaren Vorfällen nicht auch leiblichen Eltern gegenüber einschneidende vormundschaftliche Massnahmen ergriffen werden müssten. Eine rechtsungleiche Behandlung mit "gewöhnlichen" Pflegeeltern ist ebenso wenig erkennbar, weil der Entzug auch unter Berücksichtigung der Besonderheiten, welche sich aus der Pflegeelternschaft im Hinblick auf eine Adoption ergeben, notwendig ist. Das Argument der Beschwerdeführer, wegen der ergriffenen Massnahme sei der Kontakt zwischen ihnen und dem Kind kaum mehr möglich, trifft zwar zu, bildet aber den Zweck des Bewilligungsentzugs und ist dessen notwendige Folge. Es kann nicht mehr darum gehen, zusammen mit den bisherigen Pflegeeltern eine gemeinsame Lösung der Situation wie etwa in Form eines begleiteten Besuchsrechts zu finden oder zusammen mit der Heilsarmee, der Kirche, der Pro Juventute, der Mütterberatung oder mit Ärzten ein Kontrollnetz für Z.________ aufzubauen, sondern für das Kind einen Platz zu finden, wo es ohne Gefahr für Leib und Leben in einer neuen Familienstruktur aufwachsen kann.