Citation: 6B_702/2009 08.01.2010 E. 5.1

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, er habe dem noch im Schutzalter stehenden Geschädigten D.________ im Restaurant R.________ des Flughafens Kloten in sexueller Absicht mit der Hand über dessen Hose an den Penis gegriffen, wobei er vom Geschädigten zurückgewiesen wurde (Anklageschrift G, ND 6, S. 5; angefochtenes Urteil S. 52 mit Hinweis auf das erstinstanzliche Urteil S. 44). 5.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, bei dem Griff in den Schritt des Geschädigten D.________ habe es sich lediglich um einen derben Scherz gehandelt. Aus der mehr oder weniger zufälligen Berührung lasse sich nicht der Vorwurf der sexuellen Handlung mit einem Kind ableiten. Nicht jede Berührung in Nähe der primären Geschlechtsorgane stelle eine sexuelle Handlung im Sinne von Art. 187 Ziff. 2 StGB dar (Beschwerde S. 16 ff.). 5.3 Die Vorinstanz nimmt an, der Beschwerdeführer habe dem Geschädigten D.________ in den Schritt, d.h. zwischen die Beine gefasst. Das Betasten der Geschlechtsorgane stelle eine sexuelle Handlung dar. Zu einer Berührung des Penis sei es vorliegend nur deshalb nicht gekommen, weil sich der Geschädigte, indem er aufgestanden sei, den Annäherungen entzogen habe. Da die Berührung am Penis nicht gelungen sei, liege lediglich ein Versuch vor (angefochtenes Urteil S. 52 ff.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 43 ff.). 5.4 Nach der Rechtsprechung gelten als sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB Verhaltensweisen, die für den Aussenstehenden nach ihrem äusseren Erscheinungsbild eindeutig einen unmittelbaren sexuellen Bezug aufweisen. Sind die Handlungen objektiv eindeutig sexualbezogen, kommt es nicht mehr auf das subjektive Empfinden, die Motive oder die Bedeutung, die das Verhalten für den Täter oder das Opfer hat, an (nicht publ. E. 3.1 von BGE 133 IV 31; 125 IV 58 E. 3b mit Hinweisen). Der Begriff der sexuellen Handlung erstreckt sich nur auf Verhaltensweisen, die im Hinblick auf das geschützte Rechtsgut erheblich sind. Dabei muss in Zweifelsfällen die Erheblichkeit relativ, etwa nach dem Alter des Opfers oder dem Altersunterschied zum Täter bestimmt werden (BGE 125 IV E. 3b, S. 62 f., mit Hinweisen). Bedeutsam für die Beurteilung sind qualitativ die Art und quantitativ die Intensität und Dauer der Handlung, wobei die gesamten Begleitumstände zu berücksichtigen sind (nicht publ. E. 3.1 von BGE 133 IV 31 mit Hinweis). 5.5 Soweit sich der Beschwerdeführer gegen die Feststellung des Sachverhalts wendet, geht seine Beschwerde nicht über eine appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil hinaus. Inwiefern die Vorinstanz in Willkür verfallen sein soll, wenn sie annimmt, der Beschwerdeführer habe den Geschädigten D.________ nicht nur mehr oder weniger zufällig am Oberschenkel berührt, sondern ihm gezielt in sexueller Motivation in den Schritt zu greifen versucht, legt er nicht in rechtsgenüglicher Weise dar und ist auch nicht ersichtlich. Indes ist seine Beschwerde insofern begründet, als er die rechtliche Würdigung als versuchte sexuelle Handlung mit einem Kind beanstandet. Nach den tatsächlichen Feststellungen versuchte der Beschwerdeführer dem Geschädigten in der Öffentlichkeit überraschend in den Schritt zu greifen. Es handelt sich dabei um eine flüchtige Berührung über den Kleidern. Der Versuch eines derartigen körperlichen Kontakts fällt im vorliegenden Fall, namentlich Anbetracht des Umstands, dass die Annäherung in einer Gruppe in der Öffentlichkeit erfolgte, indes nicht unter den Tatbestand der sexuellen Handlung mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (BGE 125 IV 58 E. 3b, S. 63). Eine derartige Zudringlichkeit ist im Lichte von Art. 198 StGB als sexuelle Belästigung zu würdigen (Botschaft über die Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes [Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben, gegen die Sittlichkeit und gegen die Familie], BBl 1985 II, 1093; GUIDO JENNY, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, Bes. Teil, 4. Bd., 1997, Art. 187 N 16 und 198 N 10; ANDREAS DONATSCH, Strafrecht III, 9. Aufl. 2008, S. 461 und 521; KASPAR MENG/MATTHIAS SCHWAIBOLD, Basler Kommentar, Strafrecht II, 2. Aufl. 2007, Art. 198 N 17). Der Schuldspruch der sexuellen Handlung mit einem Kind verletzt daher in diesem Punkt Bundesrecht.