Citation: 1C_290/2019 E. 4.1

4.1. Auf bundesrechtlicher Ebene verlangt Art. 18 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) den Schutz von Biotopen wie unter anderem von Hecken, die eine ausgleichende Funktion im Naturhaushalt erfüllen oder besonders günstige Voraussetzungen für Lebensgemeinschaften aufweisen, als Massnahme zur Erhaltung von Lebensräumen für einheimische Tiere und Pflanzen. Der in Art. 18b Abs. 1 NHG verankerte Schutz von Biotopen von regionaler und lokaler Bedeutung ist nach der Rechtsprechung eine vom Bund den Kantonen übertragene Bundesaufgabe (BGE 133 II 220 E. 2.2 S. 223 mit Hinweis). Von den bundesrechtlichen Normen erfasst sind jedoch nur Hecken von einer gewissen Grösse, die schutzwürdig sind. Soweit das kantonale Recht einen weitergehenden Heckenschutz vorsieht, kommt ihm eine selbstständige Bedeutung zu (BGE 133 II 220 E. 2.3 S. 223 f. mit Hinweisen). Wie das Bundesgericht im genannten, ebenfalls den Kanton Luzern betreffenden Urteil erwog, verfügt das kantonale Recht mit § 3 der Verordnung des Kantons Luzern vom 19. Dezember 1989 zum Schutz der Hecken, Feldgehölze und Uferbestockungen (Heckenschutzverordnung; SRL 717) über eine Rechtsgrundlage für einen über das Bundesrecht hinausgehenden, generellen Heckenschutz (BGE 133 II 220 E. 2.4 S. 224 f.). Vorliegend hielt die Dienststelle Raum und Wirtschaft des Kantons Luzern (Dienststelle rawi) in ihrer Stellungnahme zum Baugesuch fest, die Hecke auf dem Grundstück Nr. 757, GB Weggis, sei durch die kantonale Heckenschutzverordnung geschützt. Der Gemeinderat Weggis führte im Rahmen seiner Stellungnahme an die Vorinstanz aus, die Hecke sei weder im Inventarplan der lokalen Naturobjekte aufgeführt noch im Zonenplan als Naturobjekt im Sinne von Art. 34a BZR eingetragen. Das BAFU gab im Rahmen seiner Stellungnahme an das Bundesgericht an, es habe keinen Anlass, an der Einschätzung der kantonalen Behörden zu zweifeln, wonach es sich bei der Bestockung um eine geschützte Hecke nach kantonalem Recht handle. Der Beschwerdeführer seinerseits bestreitet diese Ausführungen nicht und macht auch nicht geltend, die Hecke sei im Sinne von Art. 18 i.V.m. Art. 18b NHG geschützt. Daran ändert sein nicht weiter substanziiertes Vorbringen nichts, im Ergebnis liege auch eine unzulässige Beeinträchtigung eines geschützten Biotops im Sinne von Art. 18 Abs. 1 und 1bis NHG vor; rechtsprechungsgemäss sei anerkannt, dass in solchen Fällen eine nachträgliche Überprüfung der Schutzwürdigkeit des Biotops zulässig sei, wenn diese Frage im Rahmen der Nutzungsplanung nicht oder unzureichend geprüft worden sei. Er zeigt im Übrigen auch nicht auf, inwiefern die Schutzwürdigkeit der Hecke auf dem Grundstück Nr. 757, GB Weggis, im Rahmen der erst kürzlich erfolgten Ortsplanungsteilrevision 2017 nicht oder unzureichend geprüft worden sein soll. Nachdem keine Hinweise vorhanden sind, dass die Hecke als Schutzobjekt unter Art. 18 i.V.m. Art. 18b NHG fällt, richtet sich ihr Schutz alleine nach kantonalem Recht, welches insofern selbstständiges Recht bildet (BGE 133 II 220 E. 2.7 S. 226 f.). Dessen Anwendung prüft das Bundesgericht nur auf Verletzung des Bundesrechts, namentlich des Willkürverbots, hin (vgl. oben E. 1.2).