Citation: 5A_1038/2020 E. 5.2.3

5.2.3. Um den Vorgaben von Art. 29 Abs. 2 BV zu genügen, braucht sich die Behörde nicht zu allen Punkten einlässlich zu äussern, noch muss sie jedes einzelne Vorbringen widerlegen (BGE 135 III 670 E. 3.3.1). Ob sich die betroffene Person über die Tragweite eines behördlichen Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache anfechten kann (s. E. 4.3.2), beurteilt sich anhand des Ergebnisses des Entscheides, das im Urteilsspruch zum Ausdruck kommt und das allein die Rechtsstellung der betroffenen Person berührt. Die Begründung ist also nicht an sich selbst, sondern am Rechtsspruch zu messen (BGE 145 III 324 E. 6.1). Inwiefern er überhaupt nicht hätte erkennen können, weshalb das Bezirksgericht die gegnerische Klage guthiess und die letztwillige Verfügung vom 14. März 2002 hinsichtlich seiner Erbeinsetzung bzw. Begünstigung für ungültig erklärte, mag der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht erklären, noch will er sich zur vorinstanzlichen Feststellung äussern, wonach er dies schon in seiner Berufung nicht konkret dargelegt habe. Er macht auch nicht geltend, dass eine ausführlichere erstinstanzliche Begründung ihn geradezu davon befreit hätte, sich im Hinblick auf die Verteidigung seines Rechtsstandpunkts selbst mit § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG auseinanderzusetzen. Von daher ist sein Vorwurf, er habe in seiner Berufung die Begründungsarbeit der Erstinstanz nachholen müssen, wenig überzeugend. Die vorinstanzliche Beurteilung, wonach eine Verletzung der Begründungspflicht nicht auszumachen sei, hält vor Bundesrecht stand.