Citation: 1C_473/2020 E. 6.2

6.2. Die geplanten Sondierbohrungen liegen im vom Kanton ausgeschiedenen Grundwasserschutzbereich Au und teilweise in der Grundwasserschutzzone S3. Folglich unterliegen sie einer kantonalen Bewilligung (vgl. E. 6.1.1 hiervor), welche von der Dienststelle für Umweltschutz erteilt wurde. Die Dienststelle für Umweltschutz ordnete die obligatorische Planung, Begleitung, Überwachung und Dokumentation der Bohrarbeiten bzw. Pumpversuche durch einen diplomierten Geologen/Hydrogeologen an und machte detaillierte Vorgaben zum Bohrvorgang. Die Beschwerdeführerin bringt unter Hinweis auf Ziffer 221 Abs. 1 von Anhang 4 GSchV und insbesondere auf lit. a dieser Bestimmung vor, in der Grundwasserschutzzone S3 seien Bohrungen grundsätzlich unzulässig. Sondierbohrungen fallen indessen unter keinen der in Ziffer 221 Abs. 1 von Anhang 4 GschV aufgelisteten konkreten Tatbestände, welche in der Grundwasserschutzzone S3 unzulässig sind. Insbesondere handelt es sich bei einer Sondierbohrung auch nicht um einen industriellen oder gewerblichen Betrieb gemäss Ziffer 221 Abs. 1 lit. a von Anhang 4 GschV. In diesem Sinn hat sich auch das BAFU in seiner Stellungnahme an das Bundesgericht geäussert. Aus der von der Beschwerdeführerin zitierten Stelle der Wegleitung Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt und Landschaft (heute: BAFU) aus dem Jahr 2004 (Ziffer 3.2.2) ergibt sich nichts anderes. Die Dienststelle für Umweltschutz hat die gewässerschutzrechtliche Bewilligung für die Sondierbohrungen mit Bedingungen verknüpft und verschiedene Schutzmassnahmen im Sinne von Ziffer 2 von Anhang 4 GschV i.V.m. Art. 31 Abs. 1 GschV angeordnet. Damit hat sie zum Ausdruck gebracht, dass mit den angeordneten Massnahmen ein ausreichender Schutz der Gewässer im Sinne des GschG gewährleistet werden kann. Das Bundesamt für Umwelt teilt diese Auffassung. Die mit der gewässerschutzrechtlichen Bewilligung verknüpften Bedingungen sind zahlreich und detailliert. Sie sind darauf ausgelegt, dass die Sondierbohrungen sicher ausgeführt und Gewässerverunreinigungen verhindert werden. Die Beschwerdeführerin äussert sich zu den konkret angeordneten Schutzmassnahmen nicht und legt nicht dar, welche zusätzlichen Massnahmen hätten getroffen werden können bzw. müssen. Es besteht keine Veranlassung, von der Einschätzung der Fachbehörden und der Vorinstanz abzuweichen, wonach mit den angeordneten Massnahmen ein ausreichender Schutz der Gewässer im Sinne des GschG gewährleistet werden kann. Dass es sich bei den Sondierbohrungen um Vorbereitungsarbeiten für allfällige neue Fassungsbrunnen handelt, die später noch zu bewilligen wären, ist für das vorliegende Verfahren nicht relevant (vgl. E. 4.3 hiervor). Nicht relevant ist sodann der Einwand der Beschwerdeführerin, die Erschliessung neuer Quellen sei unnötig bzw. die Beschwerdegegnerin sei nicht darauf angewiesen. Die Beschwerdeführerin dringt somit auch mit der Rüge, das vorinstanzliche Urteil widerspreche Art. 31 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 lit. a GschV, nicht durch.