Citation: 5A_968/2021 E. 4.4.3

4.4.3. Anders als die Vorinstanz erachtet die Beschwerdeführerin ihre Ausführungen zur Reihenfolge der einzelnen Vertragsdokumente in der Berufungsschrift als rechtzeitig. Die fraglichen Behauptungen hätten sich erst aufgrund des erstinstanzlichen Entscheids aufgedrängt, in dem der "Aufbau der Urkunde" als entscheidwesentlich erachtet worden sei. Aus diesem Grund hätten sie noch im Berufungsverfahren erhoben werden können. Es fragt sich bereits, ob die Beschwerdeführerin damit ihrer Pflicht zur Begründung der Beschwerde nachkommt (vorne E. 2.1; vgl. weiter BGE 143 III 42 E. 4.1; REETZ/HILBER, in: Sutter-Somm et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, N. 61 zu Art. 317 ZPO). Ohnehin überzeugt das Vorbringen nicht: Auch im erstinstanzlichen Verfahren waren die Formgültigkeit der Beurkundung und die Frage strittig, ob die Beschwerdeführerin den Vertrag verstanden hat (vgl. nur die Klage vom 13. März 2019, S. 7 ff.; Akten Obergericht, act. 1). Die Beschwerdeführerin wäre daher gehalten gewesen, alle mit dieser Problemstellung im Zusammenhang stehenden Tatsachen und folglich auch die genaue Ausgestaltung des Vertrags bereits vor Kantonsgericht zu thematisieren.