Citation: 9C_757/2007 03.01.2008 E. 3

Das Verfahrensrecht des Kantons Bern enthält in Art. 41 VRPG eine Art. 7 Abs. 2 VRG des Kantons Freiburg vergleichbare Bestimmung. Während in Abs. 1 und 2 die Berechnung der Fristen geregelt ist, bleiben laut Abs. 3 besondere Fristbestimmungen des Bundesrechts (sowie der Abstimmungs- und Wahlgesetzgebung) vorbehalten. Auch diese Norm ist lediglich deklaratorischer Natur, indem sie den verfassungsmässigen Grundsatz der derogatorischen Kraft des Bundesrechts (Art. 49 Abs. 1 BV) in die kantonale Verfahrensordnung übernimmt. Weitergehende Bedeutung kann Art. 41 Abs. 3 VRPG entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerinnen nicht zugebilligt werden. Insbesondere lässt sich Derartiges auch nicht der in der Beschwerde zitierten Literaturstelle (Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechspflege im Kanton Bern, Bern 1997, S. 291, N 9-11 zu Art. 41 Abs. 3 VRPG) entnehmen. Dass die Norm als echter Vorbehalt zu Gunsten abweichenden Bundesrechts, d.h. der Anwendung der ATSG-Fristenstillstandsbestimmungen, verstanden werden müsste, welchem eigenständige Bedeutung zukommt, ergibt sich aus dem Kommentar nicht. Es hat daher dabei zu bleiben, dass Art. 41 Abs. 3 VRPG keinen eigenen Regelungsgehalt hat (E. 2 hievor).