Citation: 2C_710/2022 E. 4.2

4.2. Unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK) vermag das persönliche Interesse eines ausländischen Elternteils am Verbleib im Land das öffentliche Interesse an einer einschränkenden Migrationspolitik regelmässig dann zu überwiegen, wenn zwischen dem ausländischen Elternteil und seinem im Inland lebenden Kind mit gefestigtem Aufenthaltsrecht eine enge Beziehung in affektiver wie wirtschaftlicher Hinsicht besteht, das bisherige Verhalten des um die Bewilligung nachsuchenden Elternteils in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat, und die Beziehung wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Staat, in welchen er ausreisen müsste, praktisch nicht mehr aufrechterhalten werden könnte. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Bei der Interessenabwägung ist ferner dem Kindeswohl und dem grundlegenden Bedürfnis des Kindes Rechnung zu tragen, in möglichst engem Kontakt mit beiden Elternteilen aufwachsen zu können (vgl. BGE 147 I 149 E. 4; 144 I 91 E. 5.2; 143 I 21 E. 5.2 und E. 5.5; 142 II 35 E. 6.1 f.; Urteile 2C_8/2023 vom 3. Mai 2023 E. 3.2; 2C_856/2022 vom 3. Juli 2023 E. 4.3).