Citation: 5C.217/2006 19.02.2007 E. 5

Ebenso wenig verstösst sodann die Auffassung der Vorinstanz gegen Bundesrecht, die Frist zur Klage hätte auch dann nicht wiederhergestellt werden können, wenn der für die nachträgliche Entdeckung der Anfechtungsgrundlagen massgebende Zeitpunkt auf den Eingang des E-Mails der Zweitbeklagten vom 30. November 2003 festgesetzt werden wollte: Nach Wegfall des Hinderungsgrundes, d.h. von dem Zeitpunkt an, da er davon hätte ausgehen müssen, dass er nicht der leibliche Vater des Erstbeklagten sei, hätte der Kläger die Klage mit aller nach den Umständen möglichen Beschleunigung einzureichen gehabt (vgl. BGE 129 II 409 E. 3 S. 412). Diese Voraussetzung wäre hier nicht erfüllt worden: Zwischen dem (vom Kläger noch am gleichen Tag bestätigten) Empfang des erwähnten Mails und der Einreichung der Klage beim Bezirksgericht verstrichen genau vier Monate, ohne dass triftige Gründe für dieses lange Zuwarten dargetan wären. Der Kläger liess durch seinen Rechtsvertreter der Zweitbeklagten unter Beilage eines Vereinbarungsvorschlags zwar bereits mit dem vom Obergericht erwähnten Schreiben vom 29. Dezember 2003 mitteilen, dass die Aufhebung des Kindesverhältnisses angestrebt werde. Es könnte ihm zugebilligt werden, innert angemessener Frist einen Anwalt konsultiert und einen ersten Schritt unternommen zu haben, zumal die Weihnachtstage dazwischen gelegen hatten. Indessen verkennt der Kläger den von ihm angerufenen Entscheid des Bundesgerichts vom 14. Oktober 2003 (5C.130/2003; abgedruckt in: FamPra.ch 2004, S. 142 ff.), wenn er daraus glaubt ableiten zu können, die in der Folge verstrichene Zeit dürfe ihm nicht angelastet werden. Es trifft zu, dass das Bundesgericht in jenem Urteil (E. 1.4 am Ende) sowohl von gerichtlichen als auch von aussergerichtlichen Massnahmen sprach, doch bezog sich diese Äusserung nicht auf die Anfechtung als solche, sondern ausdrücklich auf die (vorangehende) "Klärung der Verhältnisse" im Zusammenhang mit aufgetauchten Zweifeln an der eigenen Vaterschaft. Derartiger Vorkehren bedurfte es hier nach dem E-Mail der Zweitbeklagten vom 30. November 2003 indessen nicht mehr. Dass das Kindesverhältnis sich anders als durch Klage hätte aufheben lassen, macht der Kläger zu Recht nicht geltend (vgl. Art. 256 ff. ZGB). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass er sogar nach Empfang der vom 17. Februar 2004 datierten (negativen) Antwort der Zweitbeklagten (18. Februar 2004) noch rund sechs Wochen zuwartete, bis er die Klage einreichte. Der Hinweis des Klägers auf sein Schreiben vom 25. Februar 2004, worin er den Rechtsweg in Aussicht gestellt habe, ist unbehelflich: Die Vorinstanz hat das Schreiben nicht erwähnt, und der Kläger macht nicht geltend, sie habe dadurch Bundesrecht verletzt. Im Übrigen vermöchte es am Gesagten ohnehin nichts zu ändern.