Citation: I 427/01 23.01.2002 E. 1

1.- Streitig ist der für den Rentenanspruch massgebende Invaliditätsgrad für die Zeit ab 1. Oktober 1998. Verwaltung und Vorinstanz haben bei der Invaliditätsbemessung im Wesentlichen auf die Beurteilung des Sachverhalts durch die SUVA abgestellt. Es fragt sich daher zunächst, welche Bedeutung der Verfügung vom 3. Dezember 1998 bzw. dem Einspracheentscheid der SUVA vom 8. September 1999 für die Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung zukommt. a) Weil der Invaliditätsbegriff in der Invalidenversicherung mit demjenigen in der obligatorischen Unfallversicherung (und in der Militärversicherung) grundsätzlich übereinstimmt, hat die Invaliditätsbemessung, auch wenn sie für jede Versicherung grundsätzlich selbstständig vorzunehmen ist, mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden im Regelfall zum selben Ergebnis zu führen (BGE 126 V 291 Erw. 2a mit Hinweisen). Nicht als massgeblich zu betrachten ist die Invaliditätsbemessung der einen Versicherung etwa dann, wenn ihr ein Rechtsfehler oder eine nicht vertretbare Ermessensausübung zu Grunde liegt oder wenn der angenommene Invaliditätsgrad auf einem Vergleich beruht. Ferner ist zu beachten, dass eine präzise Bestimmung des Invaliditätsgrades in der Invalidenversicherung wegen der gesetzlichen Rentenabstufung nicht immer erforderlich ist. In solchen Fällen kommt der von den Organen der Invalidenversicherung vorgenommenen Invaliditätsbemessung für die andern Sozialversicherungen nur beschränkte Bedeutung zu (BGE 126 V 292 Erw. 2b). Entgegen der früheren Rechtsprechung rechtfertigt es sich nicht, der Invaliditätsbemessung der einen Sozialversicherung gegenüber derjenigen einer andern Sozialversicherung generell den Vorrang einzuräumen. Dennoch ist danach zu trachten, unterschiedliche Invaliditätsannahmen verschiedener mit demselben Fall befasster Versicherer zu vermeiden. Die Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs entbindet die Sozialversicherer zwar nicht davon, die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbstständig durchzuführen. Keinesfalls dürfen sie sich ohne weitere eigene Prüfung mit der blossen Übernahme des von einem andern Versicherer festgelegten Invaliditätsgrades begnügen. Es geht indessen auch nicht an, dass die Invalidität in den einzelnen Sozialversicherungen völlig unabhängig von allenfalls schon getroffenen Entscheiden anderer Versicherer festgelegt wird. Zumindest rechtskräftig abgeschlossene Invaliditätsschätzungen dürfen nicht unbeachtet bleiben. Vielmehr müssen sie als Indiz für eine zuverlässige Beurteilung gewertet und als solches in den Entscheidungsprozess erst später verfügender Versicherer miteinbezogen werden. Im Unfallversicherungsrecht ist Art. 129 Abs. 1 UVV zu beachten, wonach eine Verfügung, welche die Leistungspflicht eines andern Versicherers berührt, auch diesem andern Versicherer zu eröffnen ist (Satz 1), und dieser die gleichen Rechtsmittel ergreifen kann, wie die versicherte Person (Satz 2). Macht er hievon keinen Gebrauch, hat er den Entscheid des andern Versicherers grundsätzlich gegen sich gelten zu lassen. Eine abweichende Festlegung der Invalidität kann in solchen Fällen nur noch ganz ausnahmsweise in Frage kommen. Anlass zu einem Abweichen können, nebst den genannten von der Rechtsprechung anerkannten Gründen, äusserst knappe und ungenaue Abklärungen sowie kaum überzeugende oder nicht sachgerechte Schlussfolgerungen bieten (BGE 126 V 293 Erw. 2d). b) Im Zeitpunkt, in welchem die Invalidenversicherung verfügt hat (5. Februar 2001), lag zwar der Einspracheentscheid der SUVA vom 8. September 1999 bereits vor. Der Versicherte hatte hiegegen jedoch Beschwerde erhoben, weshalb sich die Invalidenversicherung nicht auf eine rechtskräftige Invaliditätsschätzung der SUVA stützen konnte. Der von der SUVA für die Zeit ab 1. November 1998 getroffene Rentenentscheid entfaltete für die Invalidenversicherung daher keine verbindliche Wirkung. Es bestand für die IV-Stelle auch kein Anlass zu einer Anfechtung der Verfügung der SUVA vom 3. Dezember 1998, noch konnte von ihr erwartet werden, mit dem Entscheid bis zum rechtskräftigen Abschluss des unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens zuzuwarten. Die IV-Stelle war demnach befugt, die für den Rentenanspruch erforderliche Invaliditätsbemessung selbstständig durchzuführen. Dass sie sich dennoch weitgehend auf die Invaliditätsbemessung der SUVA gestützt hat, ist an sich nicht zu beanstanden. Die vorhandenen Akten erlaubten indessen keine zuverlässige Beurteilung des Rentenanspruchs, wie sich aus dem Folgenden ergibt.