Citation: 5A_207/2024 E. 3.1.1

3.1.1. Das Kantonsgericht beschäftigt sich zuerst mit der Legitimation des Beschwerdeführers im Streit um die Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets. Es stellt klar, dass das nach Art. 174 SchKG i.V.m. Art. 309 Bst. b Ziff. 7 und Art. 319 ff. ZPO bestehende Recht, ein inländisches Konkursdekret mit einer Beschwerde nach ZPO weiterzuziehen, analog anzuwenden sei. Zum Weiterzug sei neben den am erstinstanzlichen Verfahren Beteiligten jede Person legitimiert, die sich dem Anerkennungsbegehren nach Art. 29 Abs. 2 IPRG widersetzen will, mithin ein Interesse an der Verweigerung der Anerkennung hat und durch die Anerkennung in ihren Rechten und Pflichten berührt ist. Stelle wie hier die ausländische Konkursverwaltung oder die Gemeinschuldnerin den Antrag auf Anerkennung, so sei der Kreis der potentiell in ihren Interessen betroffenen Personen weit gezogen. Dazu würden etwa Familienangehörige der Gemeinschuldnerin sowie die Gläubiger zählen, die ihre Ansprüche durch Einzelexekution gesichert haben. Nicht legitimiert seien nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung hingegen potentielle Beklagte im beabsichtigten Anfechtungsprozess. Vorliegend sei der Beschwerdeführer als allfälliger Beklagter einer aktienrechtlichen Verantwortlichkeitsklage durch die formelle Anerkennung des ausländischen Konkurses in der Schweiz nicht direkt beeinträchtigt bzw. besonders berührt, würde er doch selbst als potentieller Drittschuldner im Falle einer Nichtanerkennung von der möglichen Verfolgung allfälliger Verantwortlichkeitsansprüche nicht befreit. Abgesehen davon könnten unabhängig von den Liquidatoren auch Konkursgläubiger die Anerkennung beantragen. Umso weniger sei die Behauptung des Beschwerdeführers nachvollziehbar, wonach die Prozessführungsbefugnis der Beschwerdegegner in einem Zivilverfahren für seine Beschwerdelegitimation in Bezug auf die Anfechtung des vollstreckungsrechtlichen Anerkennungsentscheids direkt erheblich sei, zumal die Parteistellung der Beschwerdegegner im Verantwortlichkeitsprozess nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung sei. Gestützt auf diese Erwägungen erklärt das Kantonsgericht, auf die Beschwerde mangels Legitimation nicht einzutreten.