Citation: 1B_239/2023 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, die Vorinstanz habe bei der Prüfung der zulässigen Haftdauer die Möglichkeit der bedingten Entlassung zu Unrecht berücksichtigt. Indem sie vom Grundsatz der Nichtberücksichtigung abgewichen sei, habe sie die zulässige Haftdauer falsch beurteilt und Art. 212 Abs. 3 StPO verletzt. Aufgrund der beim Beschwerdegegner vom Gutachter diagnostizierten deutlichen Rückfallgefahr für die Förderung der Prostitution, der deutlich ausgeprägten Ausführungsgefahr für aggressive Sexualdelikte wie sexuelle Nötigung bzw. Vergewaltigung und der sehr hohen Rückfallgefahr für Delikte mit Betrugscharakter sowie der deutlichen Rückfallgefahr für Körperverletzungsdelikte sei bei der vom vorbestraften Beschwerdegegner bisher erstandenen Haft nicht von Überhaft auszugehen. Sodann sei bei ihm auch Fluchtgefahr zu bejahen, wie dies im Übrigen auch das Bundesgericht im den Beschwerdegegner betreffenden Urteil 1B_468/2021 vom 21. September 2021 E. 5 erwogen habe.