Citation: 5A_801/2022 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz zog diverse Schreiben und Berichte der die Beschwerdeführerin behandelnden Hausärztin und Rheumatologin sowie ihres Psychotherapeuten bei und stellte fest, die Beschwerdeführerin leide an einem ausgeprägten chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndrom, wobei anamnestisch die ersten Beschwerden im Jahr 2001 vermerkt worden seien. Im Zusammenhang mit den nachgewiesenen physischen Beschwerden sei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten im Umfang von 70 % (Hausärztin) bzw. 80 % (IV-Stelle) attestiert worden. Die IV-Stelle habe am 1. September 2017 ein erstes Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen und sei am 26. November 2018 auf ein zweites nicht eingetreten. Dass die IV-Stelle die Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit mit rückenschonender Wechselbelastung beurteile, impliziere bereits, dass die Beschwerdeführerin soweit möglich rückenschonende Massnahmen (Sitzball, Stehpult, zweiminütige Dehnungsübungen usw.) in ihren Arbeitsalltag einbauen sollte und trotzdem eine Einschränkung von 20 % bestehe. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach sie nach einem Arbeitstag fast einen ganzen Tag Erholung benötige, erschöpften sich in blossen Behauptungen. Eine weitere Einschränkung des ihr zumutbaren Pensums von 80 % sei nicht nachgewiesen. Sie scheine unter der Trennungs-/Scheidungssituation zwar vermehrt zu leiden, was nach der Aktenlage nachvollziehbar ihre körperlichen Beschwerden verstärke. Die Auswirkungen der psychischen Belastung auf die Arbeitsfähigkeit seien jedoch nicht erwiesen. Die derzeitige Arbeit als Praxisassistentin sowie eine Arbeitsstelle in ihrem angestammten Beruf als kaufmännische Angestellte seien als leichte Tätigkeiten zu qualifizieren. In diesen Berufen sei gestützt auf den IV-Bescheid von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % auszugehen. In Anwendung des Schulstufenmodells (aber unter Berücksichtigung der Arbeitsunfähigkeit von 20 %) sei folglich bis und mit Juli 2023 ein Pensum von 50 % und ab August 2023 ein solches von 80 % massgebend.