Citation: 1B_253/2019 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin hat vorliegend unbestrittenermassen erklärt, sich am Strafverfahren als Strafklägerin zu beteiligen. Ihre Zulassung als Privatklägerin hängt somit davon ab, ob sie als Geschädigte im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO anzusehen ist, d.h. durch den zur Anzeige gebrachten Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB) unmittelbar in ihren Rechten verletzt worden ist. Dies hat die Vorinstanz mit der Begründung verneint, Art. 292 StGB schütze direkt einzig die Autorität des Staates. Diese Bestimmung enthalte im Unterschied zu anderen nicht primär Individualrechtsgüter schützenden Strafnormen keine Tatbestandselemente, die sich auf Rechte von Privaten beziehen würden. Der Schutzbereich des Tatbestands sei nicht nur unabhängig vom Inhalt der Verfügung, sondern betreffe auch keine individuellen Rechtsgüter. Folglich könnten die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Interessen an der Beseitigung der Eigentumsstörungen nicht direkt betroffen sein und die Beschwerdeführerin sei nicht unmittelbar verletzt. Damit gelte sie nicht als geschädigte Person bzw. Privatklägerin im Sinne von Art. 118 Abs. 1 i.V.m. Art. 115 Abs. 1 StPO.