Citation: 1C_617/2021 E. 6.1

6.1. Das Verwaltungsgericht räumte ein, dass es keine ausdrückliche Bestimmung zur Entfernung stillgelegter Hauptwasserleitungen gibt. Es leitete jedoch eine Beseitigungspflicht aus § 5 und § 21 des kommunalen Wasserreglements (WR) ab: Gemäss § 5 WR erstelle und unterhalte die Gemeinde die Hauptleitungen. Der Begriff des Unterhalts umfasse üblicherweise auch den Ersatz und entsprechend die Entfernung nicht mehr tauglicher oder nicht mehr gebrauchter Einrichtungen/Gegenstände. Es liege daher nahe, dass auch bei einer örtlichen Verlegung die bestehende, nicht mehr benötigte Leitung zu entfernen sei. Dies entspreche auch der Systematik des WR, wonach die Grundeigentümer jegliche Kosten im Zusammenhang mit der Hausleitung tragen, dagegen sämtliche Aufwendungen im Zusammenhang mit Hauptleitungen der Gemeinde obliegen. Es wäre systemwidrig und stossend, wenn ein Grundeigentümer durch das Gemeinwesen zur Duldung einer Hauptleitung auf seinem Grundstück gezwungen werden könne, der betroffene Grundeigentümer jedoch die ihm aufgezwungene Leitung selbst entfernen oder die Entfernung auf dem Zivilrechtsweg verlangen müsste, sobald das Gemeinwesen diese nicht mehr benötige oder eine andere Leitungsführung als vorteilhafter erachte. Es sei eine "Binsenweisheit", dass ein zu welchen Zwecken auch immer benutztes fremdes Grundstück so zu hinterlassen sei, wie es vordem in Nutzung genommen worden sei. Davon gehe auch § 21 WR aus, wonach Erstellungs- und Reparaturarbeiten unter möglichster Schonung des in Anspruch genommenen Grundstücks auszuführen seien. Wäre dagegen von einer Lücke im WR auszugehen, würde es sich rechtfertigen, diese in analoger Anwendung von Art. 693 ZGB zu füllen, wonach der Belastete eine seinen Interessen entsprechende Verlegung der Leitung verlangen könne, wenn sich die Verhältnisse änderten (Abs. 1), wobei die Kosten der Verlegung vom Berechtigten zu tragen seien (Abs. 2). Dies ergebe sich auch aus Ziff. 3 e contrario des Durchleitungsvertrags vom 4. August 1986: Danach trage der Grundeigentümer die Kosten einer von ihm verlangten Leitungsverlegung. Vorliegend sei die Verlegung aus Interessen der Gemeinde erfolgt. Die Entfernung der Leitung sei gewissermassen der actus contrarius zur Erstellung, was ebenfalls für die Leitungs- und Kostentragungspflicht der Beschwerdeführerin spreche.