Citation: 2C_222/2024 E. 6.6

6.6. Im Weiteren sind keine Ausstandsgründe ersichtlich, welche sich erst aus der Verfügung vom 12. Mai 2022 ergeben hätten: Es ist nämlich mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass aus der Beurteilung des Kantonstierarztes B.________ betreffend die fehlende Jahresbilanz zum Betäubungsmittelbestand bzw. zum entsprechenden Warenfluss keine Unterstellung eines Betäubungsmittelmissbrauchs durch die verantwortlichen Tierärzte herausgelesen werden kann. Der Kantonstierarzt hat sachlich und in allgemeiner Hinsicht auf das öffentliche Interesse an der Bekämpfung des Missbrauchs von Betäubungsmitteln hingewiesen, welches eine restriktive Dokumentations- und Belegpflicht rechtfertige. Gestützt darauf hielt er fest, dass die Erklärung zu den Schwundmengen zwar nachvollziehbar sei, jedoch nicht mit letzter Sicherheit den sorgfältigen Umgang mit Betäubungsmitteln zu belegen bzw. einen Missbrauch zu widerlegen vermöge. Da insbesondere Benzodiazepine ein gewisses Missbrauchspotential aufseiten der Humanmedizin bergen würden und die klinikinterne Tierärztin den Vorgaben über die Bilanzierung trotz zweier Informationsschreiben des Veterinäramts nicht Folge geleistet hatte, qualifizierte er den Mangel in der Folge als schwerwiegend, sah jedoch - abgesehen von künftigen stichprobeweisen Kontrollen der Jahresbilanzen - von weiteren Massnahmen ab, da der Lagerbestand mit der Jahresbilanz per 31. Dezember 2021 korrigiert wurde bzw. die entsprechenden Jahresbilanzen nachgereicht wurden. Auch im Übrigen ist kein Ausstandsgrund ersichtlich, welcher sich erst anlässlich der Eröffnung der Verfügung vom 12. Mai 2022 ergeben hätte, insbesondere sind keine krassen Verfahrensmängel oder Amtspflichtverletzungen erkennbar.