Citation: 8C_131/2010 08.04.2010 E. 4

4.1 Die Parteien sind sich grundsätzlich einig, dass die Adäquanz des Kausalzusammenhanges nach der sog. Schleudertrauma-Praxis zu beurteilen ist. Das kantonale Gericht hat diese Frage zutreffend anhand der mit BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien geprüft und verneint. Die Vorinstanz hat korrekt dargelegt, weshalb die Heckauffahrkollision vom 27. September 2000 nach der massgebenden Rechtsprechung höchstens als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren ist und die für die Bejahung der Adäquanz erforderlichen Kriterien weder in gehäufter (mindestens vier Kriterien: vgl. Urteile 8C_1056/2009 vom 8. Februar 2010 E 3.2 und 8C_421/2009 vom 2. Oktober 2009 E. 5.8 mit Hinweisen) noch einzelne in ausgeprägter Weise erfüllt sind. 4.2 Was der Beschwerdeführer hiegegen vorbringt, ist offensichtlich unbegründet. Letztinstanzlich unbestritten ist, dass besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalles mit Blick auf die einschlägige Rechtsprechung ebenso zu verneinen sind wie eine fortgesetzte spezifische, belastende ärztliche Behandlung sowie ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen. Entgegen des Versicherten finden sich auch keine Anhaltspunkte dafür, dass eine ärztliche Fehlbehandlung die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte. Es kann keine Rede davon sein, dass angeblich alle Ärzte von einer iatrogenen Verletzung im Bereich des rechten Schulterblattes ausgegangen seien. Soweit sich der Beschwerdeführer überhaupt mit der Begründung des angefochtenen Entscheides auseinandersetzt, vermag er nicht darzulegen, dass der Unfall vom 27. September 2000 eine besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden zur Folge gehabt oder über die diagnostizierte HWS-Distorsion hinaus zusätzliche erhebliche Verletzungen verursacht hätte (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127). Dem Versicherten kann auch nicht gefolgt werden, soweit er auf besondere Umstände schliesst, welche das Beschwerdebild ausschlaggebend beeinflusst hätten. Dem interdisziplinären technisch-orthopädischen Gutachten ist vielmehr zu entnehmen, dass angesichts der einwirkenden Kollisionskräfte aus Richtung der hinteren rechten Ecke am Fahrzeug des Beschwerdeführers "mehr dagegen als dafür" spricht, dass er eine HWS-Distorsion erlitten habe, zumal "die seitliche Komponente [...] von der Belastung her [...] erheblich geringer war als die heckseitige." Zu Recht macht der Versicherte nicht geltend, das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129) sei in ausgeprägter Weise erfüllt. Dem Beschwerdeführer ist schliesslich nicht zu folgen, soweit er behauptet, das Kriterium der erheblichen Beschwerden sei nicht nur in einfacher, sondern in ausgeprägter Weise erfüllt. Die Praxis Y.________ berichtete bereits am 17. Oktober 2000, dass die verspannte Muskulatur mit Akkupunktur-Massage habe gelockert werden können und die zuvor geklagten Kopfschmerzen verschwunden seien. Auch wenn die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seither nicht konstant verliefen, so steht doch gestützt auf die medizinische Aktenlage fest, dass der Versicherte regelmässig dreimal pro Woche ein jeweils rund 100 Minuten dauerndes Fitnessprogramm mit Kraft- und Ausdauertraining absolviert und anschliessend zum Teil für ein bis zwei Stunden fast keine Schmerzen mehr verspürt. Mit der Vorinstanz sind zwar erhebliche Beschwerden zu bejahen, jedoch nicht in ausgeprägter Weise. Auch wenn dieses Kriterium - ebenso wie dasjenige der erheblichen Arbeitsunfähigkeit - hier erfüllt ist, so bleibt es dabei, dass mit zwei nicht ausgeprägt erfüllten Kriterien die Unfalladäquanz der über die verfügte Leistungsterminierung per 1. August 2003 hinaus geklagten Beschwerden vom kantonalen Gericht mit angefochtenem Entscheid zu Recht verneint worden ist.