Citation: 6B_217/2020 E. 6.3

6.3. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe den bei der Beschwerdegegnerin 2 eingetretenen Schlaganfall verursacht, er habe diese mithin verletzt. Damit sei er zur Hilfeleistung verpflichtet gewesen. Die Beschwerdegegnerin 2 habe sich zudem in Lebensgefahr befunden. Diesbezüglich könne auf die Ausführungen im Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) vom 5. März 2015 verwiesen werden. Daraus erhelle klar, dass die Beschwerdegegnerin 2 ohne eine rasche medizinische Behandlung Gefahr gelaufen wäre, in einigen Stunden zu sterben. Dass es geboten und ihm zumutbar gewesen wäre, einen Arzt zu rufen, bestreite der Beschwerdeführer nicht. Hierzu sei die Beschwerdegegnerin 2 angesichts ihres Zustandes nicht in der Lage gewesen. Sie sei somit hilfsbedürftig im Sinne von Art. 128 StGB gewesen. In Bezug auf den subjektiven Tatbestand erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe gemäss eigenen Angaben den eingetretenen Schlaganfall und damit auch die Notlage der Beschwerdegegnerin 2 erkannt. Es sei ihm klar gewesen, dass die Beschwerdegegnerin 2 dringend auf ärztliche Hilfe angewiesen gewesen sei. Dennoch habe es der Beschwerdeführer unterlassen, beim Auftreten der ersten eindeutigen Symptome unverzüglich ärztliche Hilfe beizuziehen. Zögerlich habe er sich entschieden, stattdessen den Ehemann der Beschwerdegegnerin 2 zu informieren. Aufgrund des festgestellten Wissens um den Schlaganfall, die Notlage der Beschwerdegegnerin 2 und die eigene Verpflichtung, sei der Vorsatz zu bejahen.