Citation: 5A_745/2021 E. 4.3.2

4.3.2. 4.3.2.1. Ob die Berufungsinstanz einen reformatorischen oder kassatorischen Entscheid fällt, entscheidet sie nach ihrem Ermessen. Reformatorisch kann sie aber nur bei gegebener Spruchreife entscheiden. Spruchreif ist das Verfahren dann, wenn das Gericht über sämtliche Entscheidungsgrundlagen verfügt, um über die Begründetheit oder Unbegründetheit des geltend gemachten Anspruchs zu befinden oder einen Nichteintretensentscheid zu erlassen. Überdies muss das vom Gesetz vorgeschriebene Verfahren ordnungsgemäss durchgeführt worden sein. Die erforderlichen tatsächlichen Grundlagen zur Beurteilung des strittigen Anspruches müssen vorhanden sein und die Parteien müssen Gelegenheit gehabt haben, sich zu allen entscheiderheblichen Fragen zu äussern. Es dürfen keine prozesskonform gestellten Beweisanträge zu entscheiderheblichen strittigen Fragen offen sein (zum Ganzen: BGE 144 III 394 E. 4.3.2.2). Bei der Überprüfung derartiger Ermessensentscheide schreitet das Bundesgericht nur ein, wenn die kantonale Instanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 132 III 97 E. 1; Urteil 5A_424/2018 vom 3. Dezember 2018 E. 4.2). Eine Rückweisung soll in den Augen des Gesetzgebers grundsätzlich die Ausnahme sein, da der Prozess sonst unnötig verlängert wird (Urteil 5A_786/2021 vom 18. März 2022 E. 5.1). 4.3.2.2. Die Vorinstanz ist in Bezug auf die Pfandsummen für die einzelnen Grundstücke jeweils bundesrechtskonform davon ausgegangen, die Beschwerdeführerin habe diese nicht rechtsgenüglich bestritten (E. 3). Sie hatte daher keine weiteren Beweise abzunehmen, die Sache erwies sich als spruchreif und sie durfte bundesrechtskonform reformatorisch entscheiden. Eine Verletzung der Begründungspflicht, wie sie die Beschwerdeführerin (auch) in diesem Zusammenhang rügt, ist ebensowenig ersichtlich wie eine Verletzung von Art. 318 und 57 ZPO oder eine willkürliche Beweiswürdigung. Wenn die Beschwerdeführerin ausführt, sie habe aufgrund der Abweisung der Klage keine Veranlassung bzw. rechtliche Möglichkeit gehabt, die für sie negativen Erwägungen der Erstinstanz anzufechten (Ablehnung betreffend Verzicht auf Bauhandwerkerpfandrechte und Rechtsmissbrauch sowie Leistung einer hinreichenden Sicherheit) so ist ihr entgegenzuhalten, dass sie diese Einwendungen auch im Berufungsverfahren hätte aufrecht erhalten können. Dies hat sie offensichtlich zwar getan, ihre Rüge jedoch nicht hinreichend begründet, weshalb die Vorinstanz auf diese Fragen nicht weiter eingegangen ist. Darin ist - entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin - keine Verletzung der Begründungspflicht zu erkennen.