Citation: 2C_96/2024 E. 5.2

5.2. Das sowohl von Belarus als auch der Schweiz ratifizierte Lissabonner Übereinkommen will die Bemühungen aller Menschen in den Signatarstaaten erleichtern, "ihre Bildung an Hochschuleinrichtungen dieser anderen Vertragsstaaten fortzusetzen oder dort eine Studienzeit abzuschliessen" (vgl. die Präambel). Abschnitt V des Lissabonner Übereinkommens regelt die "Anerkennung von Studienzeiten". Art. V.1 des Abkommens hält fest, dass im Ausland abgeschlossene Studienzeiten anzuerkennen sind, sofern nicht ein wesentlicher Unterschied zwischen den im Ausland vollendeten Studienzeiten und dem Teil des Hochschulprogramms, den sie ersetzen würden, nachgewiesen werden kann. Es obliegt der Einrichtung, welche die Anerkennung verweigern will, nachzuweisen, dass die betreffenden Unterschiede wesentlich sind ( Explanatory Report of the Council of Europe to the Convention on the Recognition of Qualifications concerning Higher Education in the European Region vom 11. April 1997 [nachfolgend Explanatory Report], S. 17; vgl. auch Art. III.3 Abs. 5 Lissabonner Übereinkommen). Eine schweizerische Universität hat demnach die Möglichkeit, die Anerkennung einer ausländischen Studienleistung auf Grund einer sachlich belegten, diskriminierungsfrei festgestellten tatsächlich fehlenden Äquivalenz im Einzelfall zu beschränken (vgl. BGE 140 II 185 E. 4.3; Urteile 2C_9/2016 vom 22. August 2016 E. 2.1.2; 2C_916/2015 vom 21. April 2016 E. 2.1.2).