Citation: 4A_646/2020 E. 2

Die Beschwerdeführerin wendet sich vor Bundesgericht vorab gegen die von den Vorinstanzen verweigerte Fristwiederherstellung für die Anmeldung der Revisionsstelle. Sie macht geltend, es könne nicht angehen, dass von ihr verlangt werde, regelmässig das kantonale Amtsblatt des Kantons Appenzell Ausserrhoden zu konsultieren. Sie treffe höchstens ein leichtes Verschulden, denn ein sehr sorgfältiger Mensch hätte in der gleichen Situation nur das Schweizerische Handelsamtsblatt regelmässig konsultiert. Indem die Vorinstanz vom Gegenteil ausgegangen sei, habe sie Art. 148 ZPO verletzt. Die Vorinstanz habe in der Sache sodann Art. 317 ZPO, Art. 154 aHRegV und Art. 731b OR verletzt, weil sie verkannt habe, dass die Auflösung der Gesellschaft das letztmögliche Mittel sei und nicht beachtet habe, dass die Revisionsstelle im Handelsregister zwischenzeitlich wieder eingetragen sei. Das Kantonsgericht habe schliesslich vor der öffentlichen Bekanntmachung im Organisationsmängelverfahren jegliche sachdienlichen Adressnachforschungen unterlassen und damit Art. 141 ZPO verletzt. Das Gericht hätte mit minimalem Aufwand etwa eine Kopie der Verfügung vom 29. Mai 2020 und/oder des Urteils vom 6. Juli 2020 dem einzigen Verwaltungsrat der Beschwerdeführerin an seinem Wohnsitz zustellen können. Hätten die Vorinstanzen die Bestimmung von Art. 141 ZPO korrekt angewendet, hätte die Beschwerdeführerin rechtzeitig auf den Organisationsmangel reagieren können.