Citation: 1C_674/2019 E. 2.2

2.2. Der Beschwerdeführer wirft dem Verwaltungsgericht insbesondere vor, die historische Situation der Überbauung "Schloss Neumünster" zu verkennen. Das denkmalpflegerische Gutachten vom 6. Mai 2016 halte diesbezüglich fest, für diese sei im Oktober 1896 die Baubewilligung mitsamt den gegenseitigen Grenz- und Näherbaurechten erteilt worden. Diese Einschätzung ist klarerweise zutreffend, die Baubewilligung für die sich über vier Parzellen erstreckende Blockrandbebauung setzt offenkundig die gegenseitige Einräumung der entsprechenden Grenz- und Näherbaurechte voraus. Es ist somit davon auszugehen, dass diese bestanden und immer noch bestehen. Das bedeutet, dass auch zu Gunsten des Werkstattanbaus, unabhängig davon, ob man ihn baurechtlich als eigenständiges Gebäude oder als Anbau an das Hauptgebäude Billrothstrasse 18 einstuft, ein Näherbaurecht zu Lasten der Parzellen Kat.-Nrn. RI2813 und RI2814 besteht; ein Grenzbau liegt in diesem Bereich nicht vor. Fraglich kann nur der Umfang des Näherbaurechts sein, ob die umstrittene Aufstockung den Rahmen dieser Servitut sprengt oder nicht. Das ist allerdings eine privatrechtliche Fragestellung, die nicht im baurechtlichen Verfahren zu klären ist, sondern gegebenenfalls auf Betreiben der belasteten Nachbarn in einem Zivilverfahren. Die Bewilligungsfähigkeit des Bauprojektes wurde in diesem Punkt einzig vom angeblich notwendigen, aber fehlenden Näherbaurecht abhängig gemacht. Öffentlich-rechtliche Hindernisse gegen die Baubewilligung bestehen nach der Auffassung der Baubewilligungsbehörde somit keine. Für das Verwaltungsgericht haben die zur Diskussion stehenden Abstandsvorschriften zwar nicht nur nachbarschützende, sondern auch planerische Funktionen, sollen sie doch städtebaulich problematische Übergänge - insbesondere an der Grenze zu einer weniger dichten Zone - verhindern. Diese Überlegung mag durchaus zutreffen, spielt in concreto aber keine Rolle, weil die Baubehörde das Projekt vorbehältlich der Beibringung von Näherbaurechten bewilligte, sie dessen Schicksal damit allein von der Zustimmung bzw. Ablehnung der Nachbarn abhängig machen wollte. Es ist damit nicht erkennbar, welche schützenswerten öffentlich-rechtlichen Interessen die Stadt mit der Anfechtung des Entscheids des Baurekursgerichts verfolgte. Es kann im Übrigen wohl auch nicht behauptet werden, dass es bei der hier zur Diskussion stehenden Blockrandbebauung, bei der sämtliche Aussenfassaden bündig angebaut sind, planerisch von Vorteil wäre, wenn der Beschwerdeführer die Ostfassade des geplanten Aufbaus zurücksetzen müsste. Das Verwaltungsgericht ist im Ergebnis in Willkür verfallen, indem es die Beschwerde der Stadt schützte.