Citation: 6B_780/2010 13.01.2011 E. 5.3

5.3.1 Der Beschwerdeführer rügt im Einzelnen, die Vorinstanz bezeichne die Ausführungen der Gutachterin zu Unrecht als klar. Diese habe nicht explizit dazu Stellung genommen, ob bei einer Penetration durch ein grosses erigiertes Glied eine Verletzung in der Scheide hätte resultieren müssen. Damit sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verletzt. Zudem würdige die Vorinstanz die Beweise willkürlich. Es seien bleibende Verletzungen bei einer Scheidenvorhofpenetration des Opfers zu erwarten gewesen. 5.3.2 Die Vorinstanz stellte der Gutachterin die vom Beschwerdeführer unterbreitete Ergänzungsfrage zur Möglichkeit von Verletzungen (angefochtenes Urteil S. 29 oben). Die Gutachterin erläuterte, eine Scheidenvorhofpenetration könne je nach Art und Stärke der Gewalteinwirkung zu Verletzungen oder zu Übertragungen von sexuellen Krankheiten führen. Die festgestellten Verletzungen an Anus und Scheide des Opfers hätten keine sichtbaren Narben zur Folge. Nur tiefere Gewebseinrisse würden bleibende Narben hinterlassen, z.B. bei Verletzungen mit spitzen Gegenständen oder durch Fallen mit gespreizten Beinen ("Grätschtrauma"). 5.3.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers äusserte sich die Gutachterin ausdrücklich zur vom Beschwerdeführer gestellten Frage, ob aus medizinischer Sicht ein Penetrieren nur mit der Zufügung von Verletzungen bei der Geschädigten möglich gewesen sei (act. 20/16). Die Gutachterin machte Verletzungen von der Art und Stärke der Gewalteinwirkung abhängig (angefochtenes Urteil S. 29 f.). Sie beantwortete die Frage somit dahingehend, dass bleibende Verletzungen entstehen können, nicht aber müssen. Dass die Gutachterin nicht mit letzter Sicherheit sagen konnte, ob Verletzungen bei einer Scheidenvorhofpenetration des Opfers durch den Beschwerdeführer zu erwarten sind, ist nicht zu beanstanden. Bei einer rückwirkenden Beurteilung von Handlungen dieser Art sind naturgemäss nur allgemeine Aussagen möglich. Gestützt auf die gutachterlichen Ausführungen ist es nachvollziehbar, dass die Vorinstanz aus dem Fehlen bleibender Verletzungen nicht auf die Unwahrheit der Aussagen des Opfers schliesst. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es sei erst nach der Feststellung der Jungfräulichkeit des Opfers von einer blossen Scheidenvorhofpenetration die Rede gewesen, verkennt er, dass das Opfer keine Aussagen über das Ausmass der Penetration machte, und auch aufgrund seines jungen Alters kaum machen konnte. Insbesondere hielt die Gutachterin fest, dass auch die Scheidenvorhofpenetration vom Opfer als Eindringen verspürt wird (angefochtenes Urteil S. 28). Zur Feststellung des tatrelevanten Sachverhaltes genügt es, dass aufgrund der Aussagen des Opfers eine Penetration zweifelsfrei erstellt werden kann.