Citation: 8C_956/2009 09.03.2010 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführerin wendet zunächst ein, im Zeitpunkt des Fallabschlusses sei der medizinische Endzustand im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG noch nicht erreicht gewesen, weshalb die SUVA den Fall zu früh abgeschlossen habe. 4.1.1 Nach Gesetz (Art. 19 Abs. 1 UVG) und Praxis hat der Unfallversicherer den Fall (unter Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung) abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 112 mit Hinweisen). Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). 4.1.2 Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung stehen nicht zur Diskussion. Sodann kann nach Lage der medizinischen Akten verlässlich gesagt werden, dass eine Fortsetzung der Heilbehandlung keine namhafte Besserung mehr erwarten liess. Vielmehr wurde mehrheitlich von persistierenden, therapierefraktären Schmerzen ausgegangen. Dass durch die von Dr. med. H.________, Facharzt FMH für Neurologie, Computer-Tomographie, vorgeschlagene Umstellung der Medikation und neuropsychologische Evaluation - insbesondere mit Blick auf eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit - noch eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen wäre, lässt sich aus dem betreffenden Bericht vom 8. Januar 2008, entgegen der Betrachtungsweise der Beschwerdeführerin, indessen nicht schliessen. Der Abschluss des Falles durch den Unfallversicherer bedingt zum einen lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine erhebliche Verbesserung der gesundheitlichen Situation mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine medizinische Behandlung nicht länger erforderlich ist. Zum anderen geht aus dem Bericht der Rehaklinik Y.________ (vom 7. Juli 2008) hervor, welche die von Dr. med. H.________ vorgeschlagene neuropsychologische Evaluation anschliessend durchführte, dass keine weiteren Therapiemassnahmen empfohlen wurden, wobei die Versicherte bereits seit eineinhalb Jahren keine Therapien mehr besucht hatte. Der Zeitpunkt des Fallabschlusses ist mithin rechtens. 4.2 Das kantonale Gericht stellte in umfassender Würdigung der gesamten medizinischen Unterlagen sodann fest, dass die über den 31. August 2008 hinaus geklagten Beschwerden, insbesondere in Form von Kopf- und Nackenschmerzen, Schmerzen im Bereich der ganzen Wirbelsäule, der Hüfte, des Beckens bis zu den Knien sowie Übelkeit mit Erbrechen und Schwindel, nicht auf einen im Sinne der Rechtsprechung organisch nachweisbaren Unfallschaden zurückzuführen sind. Als somatische Unfallfolge besteht eine Verbrennungsnarbe am rechten Vorderarm, die jedoch keiner Heilbehandlungsmassnahmen mehr bedurfte oder zu fortgesetzter Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Es stützte sich dabei namentlich auf die Schlussfolgerungen des Kreisarztes der SUVA, Dr. med. S.________, Orthopädische Chirurgie FMH, vom 8. Februar 2008, wonach leichte funktionelle (reversible) Störungen ohne definitive pathologisch-anatomische Veränderungen als Substrat vorliegen würden, die mit den Ergebnissen gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik Y.________ vom 27. April 2004 insoweit übereinstimmten, als einzig ein Status nach HWS-Distorsionstrauma diagnostiziert worden sei. Im Bericht vom 7. Juli 2008 hielt Frau Dr. med. G.________, Leitende Neuropsychologin, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP an der Rehaklinik Y.________ nach erneuter neuropsychologischer Beurteilung sodann fest, seit der letzten Untersuchung im Jahre 2004 hätte eine Steigerung der 50%igen Arbeitsfähigkeit auf mindestens 80 % erwartet werden können, wobei die Gründe für die fehlende Erhöhung des Arbeitspensums neuropsychologisch nicht ersichtlich seien. Die Ermüdbarkeit und die Schmerzzunahme seien subjektiv und aus der Beobachtung ausgeprägter als bei der Erstuntersuchung, wogegen Übelkeit und Erbrechen damals nicht aufgetreten seien. Soweit die Beschwerdeführerin auf den von Dr. med. C.________, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, Allergologie, klinische Immunologie und Arbeitsmedizin, SUVA Abteilung Arbeitsmedizin, im Bericht vom 17. März 2006 festgestellten zervikogenen Schwindel hinweist, wobei die Schwindelproblematik erstmals mit Schreiben des Hausarztes Dr. med. A.________, FMH für Allgemeine Medizin, an die Rehaklinik Y.________ vom 28. Januar 2004, Eingang in die Akten fand, kann entgegen ihrer Ansicht aus dessen neurootologischen Befunden nicht auf eine fortbestehende organische Unfallursache geschlossen werden. Dr. med. C.________ führte einzig aus, es fänden sich Anzeichen für eine gestörte Optokinetik sowie ein knapp signifikantes Richtungsüberwiegen der Längsnystagmen, wahrscheinlich im Rahmen eines zervikogenen Schwindels bei Status nach HWS-Distorsionstrauma. Anlässlich den an der HNO-Klinik am Kantonsspital B.________ durchgeführten Untersuchungen wurden sodann keine Hinweise für eine peripher vestibuläre Aetiologie des Schwindels gefunden, was zur Diagnose eines Schwindels mit unklarer Aetiologie führte (Bericht vom 10. Mai 2005). Wenn die Vorinstanz gestützt hierauf erkannte, ein hinreichend objektivierbares somatisches Korrelat für die geklagten Beschwerden sei auszuschliessen, lässt sich dies - auch in beweisrechtlicher Hinsicht - nicht beanstanden. Von weiteren spezialärztlichen Erhebungen sind keine entscheidrelevanten neuen Aufschlüsse zu erwarten, weshalb auf entsprechende, von der Beschwerdeführerin eventualiter beantragte Beweismassnahmen verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 131 I 153 E. 3 S. 157; Urteil I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149).