Citation: 2C_56/2023 E. 5.4

5.4. Das öffentliche Interesse an der Wegweisung aufgrund der Höhe und der Dauer des Sozialhilfebezugs ist erheblich. Dass es Fälle mit höheren Sozialhilfebezügen gibt, entlastet die Beschwerdeführerin nicht, zumal die von ihr angeführten Entscheide je (alleinerziehende) Mütter mit minderjährigen Kindern betreffen. Es gilt bereits ein tieferer als der vorliegende Sozialhilfebezug als erheblich (vgl. zuletzt Urteil 2C_828/2022 vom 1. Juni 2023 E. 4.4: Fr. 97'000.--). Folglich kann sie nichts zu ihren Gunsten daraus ableiten, dass sie die Summe nicht alleine, sondern zusammen mit dem Ehemann bezogen hat, weshalb sie nur ein "blosses Mitverschulden" treffen könne. Die Beschwerdeführerin ist unbestrittenermassen in einer leichten, angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Dennoch arbeitet sie nur zu 10 Prozent und das erst seit Juni 2022, obschon sie seit Oktober 2016 wiederholt auf die ausländerrechtlichen Konsequenzen des Sozialhilfebezugs aufmerksam gemacht wurde. Der Sozialhilfebezug ist ihr mithin qualifiziert vorwerfbar. Inwiefern die Beschwerdeführerin angesichts ihres Alters mit bevorstehender Pensionierung, ihrer Arbeitsmarktferne und ihrer gesundheitlichen Probleme nur ein geringes Verschulden treffen soll, wie sie geltend macht, ist nicht ersichtlich. Sie hat es unterlassen, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Dies wäre ihr trotz gesundheitlicher Einschränkung und ihres Alters möglich und zumutbar gewesen. Ihre Arbeitsmarktferne in der Schweiz hat sie mithin durch Untätigkeit selbst verursacht, nachdem sie in der Heimat noch in einem Reisebüro und als Verkäuferin gearbeitet hat. Die Vorinstanz hat daher zu Recht festgehalten, dass der Sozialhilfebezug selbstverschuldet ist, weshalb das öffentliche Interesse hoch ist.