Citation: 6B_1375/2019 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe einen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB zu Unrecht verneint. Die Vorinstanz erwägt hierzu, der Beschwerdeführer sei 2001 im Alter von zwölf Jahren in die Schweiz eingereist. Er habe vier Schuljahre im Kosovo und fünf in der Schweiz besucht. Ein Bruder und der Vater würden in Basel leben, allerdings an einer anderen Adresse. Nach dem Lehrabschluss als Baupraktiker sei er die meiste Zeit arbeitstätig gewesen. Ein Jahr sei er arbeitslos gewesen. Seine Tätigkeit bei einer Bedachungsfirma weise auf eine berufliche Integration hin, die allerdings durch die Zuwendung zum Drogengeschäft relativiert werde. Am 14. April 2015 habe das Migrationsamt ihn gewarnt, dass er mit Schulden von Fr. 23'742.20 finanziell nicht integriert sei und dies zu einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung führen könne. Gleichwohl seien die Schulden weiter angewachsen; im Auszug vom 12. August 2019 seien totalisierte Betreibungen von Fr. 83'113.05 und Verlustscheine für Fr. 55'345.34 verzeichnet. Dem Beschwerdeführer könne in diesem Zusammenhang keine Lernbereitschaft zugute gehalten werden; entsprechend gering seien seine Resozialisierungschancen. Die Vorinstanz erwägt weiter, der Beschwerdeführer sei stark mit der Kultur seines Heimatlandes verbunden. Er posiere auf Fotografien mit Gewehr und Helm, auf dem das albanische Adlersymbol prange. Ein weiteres Bild zeige seine Tochter mit demselben Helm. Mit seiner Familie und den Bekannten aus dem albanischen Kulturraum spreche er Albanisch. Er verbringe regelmässig Ferien im Kosovo und überweise seiner dort wohnhaften Schwiegerfamilie Geld. Die Schwiegereltern, ein Bruder und die Schwester würden im Kosovo leben. Die Ehefrau des Beschwerdeführers habe bis 2011 im Kosovo gelebt und sei erst ein Jahr nach der Hochzeit in die Schweiz gezogen. Sie spreche Albanisch und habe während sieben Jahren nicht gearbeitet. Erst im Verlauf des Berufungsverfahrens habe sie per November 2018 eine Teilzeitstelle in der Hotelreinigung angetreten und sei ebenfalls verschuldet. Die ältere Tochter des Beschwerdeführers (geboren 2014) sei im Deliktszeitpunkt drei Jahre alt gewesen. Der Beschwerdeführer müsse sich vorwerfen lassen, dass er im Wissen um die zwingende Ausschaffungsfolge bei qualifizierten Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz und trotz Verwarnung durch das Migrationsamt vom 14. April 2015 die Zukunft seines Familienlebens in der Schweiz leichtfertig aufs Spiel gesetzt habe. Zudem gebe es gewisse Zweifel, ob das vorgegebene Familienleben tatsächlich so bestehe. Zumindest zum Zeitpunkt der Hausdurchsuchung habe die Wohnung ziemlich steril und unbenutzt gewirkt. Weiter habe der Beschwerdeführer am Boden eines Zimmers mehr als 11 Kilogramm Streckmittel gelagert, von dem bereits wenige Gramm für ein dreijähriges Kind toxisch seien. Gleiches gelte für die Pistole, welche im Kleiderschrank und für ein Kind leicht auffindbar gelagert gewesen sei. Die Vorinstanz erwägt weiter, der Beschwerdeführer habe nach 18 Jahren Aufenthalt in Basel eine starke Beziehung zur Schweiz aufgebaut. Eine Wiedereingliederung im Heimatland könne daher nach Einschätzung des Migrationsamtes erschwert sein. Zweifellos verfüge der Beschwerdeführer aber heute noch über ausgezeichnete Beziehungen zu seinem Heimatland und sei mit der dortigen Kultur und Sprache bestens vertraut. Dies erlaube ihm, gesellschaftlichen Anschluss zu finden und diesen für die Arbeitssuche im Bauwesen oder im Autohandel zu nutzen, wobei ihm die in der Schweiz gesammelten Berufserfahrungen dienlich sein werden. Entscheidend sei nach der Rechtsprechung nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre und vorgezogen würde, solange sich die Rückkehr als zumutbar erweise. Gestützt auf die erwähnten Gründe stelle die Landesverweisung im vorliegenden Fall keine übermässige Härte dar. Auch die Verlagerung des Familienlebens - soweit dieses tatsächlich gelebt werde - in den Kosovo sei aufgrund der Herkunft der Ehefrau und des Alters der Kinder, die noch nicht die Primarschule besuchen würden, zumutbar. Das öffentliche Interesse an der Landesverweisung ergebe sich vorliegend aus dem dringenden gesellschaftlichen Bedürfnis der Bekämpfung des Drogenhandels und der konkreten Bedrohung, die mit diesem einhergehe. Dem öffentlichen Interesse an der Beendigung des Aufenthalts komme diesfalls ein grosses Gewicht zu. Dass der Beschwerdeführer am 26. Februar 2019 - bei pendentem Berufungsverfahren - mit einem grösseren Bargeldbetrag und einem Beutel Kokain aufgegriffen worden sei, unterstreiche seine Rückfallgefahr. Bei der Würdigung der gesamten Umstände zeige sich, dass dem Beschwerdeführer kein einmaliger Ausrutscher unterlaufen sei. Er sei hinsichtlich Schuldenwirtschaft, Waffen und Kontakte zum Drogenmilieu mehrfach negativ aufgefallen. Ein schwerer persönlicher Härtefall liege nach dem Gesagten nicht vor.