Citation: 9C_666/2018 E. 5.2.1

5.2.1. Hinsichtlich der Kategorie "funktioneller Schweregrad"/Komplex "Gesundheitsschädigung" (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3 und 4.3.1 S. 298) ergibt eine Analyse des Gutachtens des Dr. med. B.________ folgendes Bild: 5.2.1.1. Mit Bezug auf den ersten Indikator ("Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome" [BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.]) erwähnte Dr. med. B.________, die Versicherte sei auf die Schmerzen fixiert, äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige eine Schmerzausdehnung. Er qualifizierte die Schmerzproblematik als "progredient und chronifiziert". Daraus kann nicht ohne Weiteres auf einen bestimmten funktionellen Schweregrad der Störung geschlossen werden. Der Gutachter betonte, dass auch ungünstige krankheitsfremde Faktoren vorlagen, nämlich eine lange Phase von Arbeitsunfähigkeit, fehlende Motivation zur Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit und ein "zufrieden sein mit dem heutigen Status". 5.2.1.2. In Zusammenhang mit dem zweiten Indikator ("Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz" [BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.]) stellte Dr. med. B.________ fest, dass die Versicherte seit Sommer 2012 keine antidepressiv wirkenden Medikamente mehr eingenommen und nur noch alle sechs Wochen eine Psychologin aufgesucht habe, da es ihr seit Sommer 2011 psychisch deutlich besser gegangen sei. Gemäss seiner Einschätzung war eine Intensivierung der psychologischen Therapie nicht notwendig und die Versicherte benötigte keine Psychopharmaka (mehr); zudem bezeichnete er die Prognose aus psychiatrischer Sicht als günstig. Somit ist von einem positiven Verlauf der Therapie und einer guten Prognose auszugehen. Weiter gilt es an dieser Stelle zu berücksichtigen, dass es trotz einer seit 2007 anerkannten teilweisen Arbeitsfähigkeit an ausgewiesenen Arbeitsbemühungen der Beschwerdegegnerin fehlt und demnach nicht einmal der Versuch einer Selbsteingliederung erkennbar ist. 5.2.1.3. Unter dem Indikator "Komorbiditäten" (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) ist anzumerken, dass Dr. med. B.________, wie hiervor ausgeführt, von einer günstigen Entwicklung der psychischen Beschwerden seit Sommer 2011 gesprochen hatte, da sich die Depressionen seither zurückgebildet hätten und im Zeitpunkt der Begutachtung als remittiert einzustufen seien. Insbesondere seien mit dem Abklingen der depressiven Episode die berichteten Verwirrtheitszustände verschwunden. Obwohl der Gutachter in der Folge auf eine chronische körperliche Begleiterkrankung verwies, bezeichnete er diese nicht näher. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz litt die Versicherte an Beschwerden am linken Ellbogen und an den Folgen einer Radiusfraktur rechts (verminderte Beweglichkeit und funktionelle Einschränkung der Belastbarkeit des rechten Handgelenks), die aber die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht beeinflussten. Insgesamt, so das kantonale Gericht abschliessend, sei die Beschwerdegegnerin in somatischer Hinsicht im Rahmen einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig. Die körperlichen Beeinträchtigungen wirkten sich bei der Versicherten somit zwar in der angestammten Arbeit aus, schränkten ihr Leistungsvermögen in adaptierten Tätigkeiten aber nicht ein.