Citation: 8C_403/2023 E. 4.2

4.2. Wie bereits dargelegt, holte das kantonale Gericht in der Folge die ergänzende Stellungnahme der estimed vom 22. November 2022 ein, auf welche es sich im vorliegend angefochtenen Urteil abstützte. Es erwog, in der Stellungnahme werde nachvollziehbar dargelegt, dass die neuropsychologischen Gutachterinnen in der Konsensbeurteilung die "Leitlinien für die neuropsychologische Begutachtung" der Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen (SVNP) berücksichtigt und daher die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten höher eingeschätzt hätten als noch in ihrem Teilgutachten. In Bezug auf die von Dr. med. C.________ am 15. April 2020 geschilderten Beschwerden habe der orthopädische estimed-Gutachter Dr. med. D.________, Facharzt für Chirurgie, sodann ausgeführt, bei seiner Untersuchung der unteren Extremitäten kein hinkendes Gangbild, sondern weitgehend unauffällige Befunde beobachtet bzw. dokumentiert zu haben. Dies decke sich mit den von Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), anlässlich der Untersuchung vom 4. September 2017 erhobenen unauffälligen klinischen Befunden. Die von Dr. med. C.________ festgestellten klinischen Befunde liessen sich anhand der Bildgebung nicht erklären, zumal sie in wesentlich unverändertem Masse bereits seit Jahren bestanden hätten. Weiter habe Dr. med. C.________ dargelegt, die Beschwerdeführerin seit 2018 zu behandeln, wobei sich die täglichen Beschwerden im Bereich der Beckenregion und des Illiosakralgelenks bereits beim ersten Treffen als Hauptproblem erwiesen hätten. Die orthopädische Begutachtung durch Dr. med. D.________ am 25. Mai 2018 habe demnach während der Behandlungsdauer durch Dr. med. C.________ stattgefunden. Mit Blick auf die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen würden, vermöchten die Schilderungen des Dr. med. C.________ das orthopädische Teilgutachten des Dr. med. D.________ daher insgesamt nicht in Zweifel zu ziehen. Gestützt auf das beweiskräftige estimed-Gutachten sei somit festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2006 bis zum Erlass der Verfügung vom 10. Dezember 2019 nicht anspruchsrelevant verändert habe, womit ein Revisionsgrund fehle und die Beschwerde abzuweisen sei.