Citation: 2A.734/2005 11.04.2006 E. 3

Der angefochtene Entscheid ist nicht zu beanstanden. 3.1 Die eheliche Gemeinschaft mit der ersten Ehefrau dauerte längstens zwei Jahre (vom 24. Oktober 1997 bis 11. November 1999). Nach der Trennung bestanden vorerst keine klaren Hinweise, dass die Eheleute nicht mehr beabsichtigten, eine Lebensgemeinschaft zu führen, und dies objektiv nicht mehr zu erwarten war (vgl. BGE 128 II 145 E. 2.2 S. 151; Pra 2002 Nr. 165 S. 889, 2A.57/2002, E. 4.1; Urteil 2A.11/2004 vom 8. April 2004, E. 2.1); beide Ehegatten erwogen nach eigenen Angaben in den Jahren 2000, 2001 und 2002 vorerst keine Scheidung, sondern hielten eine Wiedervereinigung für möglich, was der Beschwerdeführer insbesondere auch in der Eingabe vom 28. November 2002 durch seinen damaligen Rechtsvertreter bestätigen liess. Aufgrund dessen erteilte das Migrationsamt am 7. März 2003 - nach formloser Ablehnung vom 29. Oktober 2002 - die Niederlassungsbewilligung. Jedoch stand gemäss dem gemeinsamen Scheidungsbegehren vom 9. Mai 2003 bzw. den Ausführungen des Beschwerdeführers (in der Beschwerde an die Vorinstanz) die Scheidungsabsicht "ca. im April 2003" fest; die Ehe wurde denn auch am 11. Juli 2003 geschieden. Der Beschwerdeführer heiratete am 7. September 2003 in seiner Heimat eine Landsfrau und stellte für sie hier ein Familiennachzugsgesuch. Wenn die Vorinstanz aufgrund dieses gesamten Geschehensablaufs die Angaben zum Fortbestehen des Willens zur ersten Ehe noch im Frühjahr 2003 als unglaubwürdig ansah, ist nichts dagegen einzuwenden; ein solches Verhalten entspricht durchaus einem typischen Muster, um eine Anwesenheitsberechtigung zu erlangen (vgl. auch Urteile 2A.10/2005 vom 2. Mai 2005, E. 3; 2A.346/2004 vom 10. Dezember 2004, E. 3.3 am Anfang; 2A.366/1999 vom 16. März 2000, E. 3b). Dies ergibt sich im Übrigen auch aus der Aussage des Beschwerdeführers im August 1995, wegen der schlechten Lebensqualität in Bangladesch hierher zurückgekommen zu sein. Die Schlussfolgerung, dass die erste Ehe allein im Hinblick auf die Niederlassungsbewilligung aufrechterhalten worden ist, ist demnach nicht zu beanstanden. 3.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu führen. 3.2.1 Seine Angaben zur zweiten Ehe sind widersprüchlich: Hatte er sich gemäss Rekurs an den Regierungsrat noch selbst für diese Heirat entschieden, macht er hier neu und daher unzulässigerweise (Art. 105 Abs. 2 OG; E. 1.3) geltend, die Verwandten in Bangladesch hätten die Ehe arrangiert, ohne dass er dazu etwas zu sagen gehabt hätte. Dass die Ehe am 7. September 2004 wieder geschieden wurde, lässt das Verhalten des Beschwerdeführers nicht in einem anderen Licht erscheinen; nach seinen eigenen Angaben scheiterte die zweite Ehe gerade daran, dass er seine Ehefrau nicht nachziehen konnte, weil die Niederlassungsbewilligung widerrufen worden war. 3.2.2 Auch wenn die Aussagen des Beschwerdeführers und seiner ersten Ehefrau zum Ehewillen übereinstimmen, steht dem die Auffassung der Vorinstanz nicht entgegen; denn sie sieht den Rechtsmissbrauch nicht unmittelbar durch die Aussagen, sondern durch die rasche Abfolge der Ereignisse, der Scheidung der ersten Ehe kurz nach Erlangen der Niederlassungsbewilligung und der wenig später erfolgten Wiederverheiratung bestätigt. Diese Indizien lassen den Wiedervereinigungswillen vorgeschoben erscheinen und erlauben den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers. 3.2.3 Schliesslich ist der Widerruf verhältnismässig und trägt den Umständen des vorliegenden Falls Rechnung. Der Beschwerdeführer verfügt seit November 1997 über ein geregeltes Aufenthaltsrecht; indessen ist die Dauer kein verbindlicher Massstab für die Verwurzelung des Ausländers in der Schweiz, vielmehr sind die konkreten Verhältnisse massgebend (vgl. auch E. 1.2; BGE 130 II 281 E. 3.2.1 S. 287). Zwar geht der Beschwerdeführer offenbar einer geregelten Arbeit nach, fällt der öffentlichen Hand nicht zur Last und hat bis auf eine Widerhandlung gegen das Ausländerrecht einen guten Leumund. Er lebte aber bis zum Alter von 31 Jahren in seiner Heimat, hat damit die prägenden Lebensjahre in Bangladesch verbracht und hielt sich danach noch für kurze Zeit dort auf (von Mai bis August bzw. - nach der Ausschaffung - Dezember 1995). Seine widersprüchlichen Angaben zur zweiten Ehe lassen eher darauf schliessen, dass diese Ehe nach dortigem Brauch zustande kam; offensichtlich ist er nach wie vor mit der Lebensweise in seinem Heimatland vertraut, wo auch seine Familie lebt. Wenn die Vorinstanz die Rückkehr des Beschwerdeführers in seine Heimat für zumutbar hielt, ist dies nicht zu beanstanden (vgl. auch Urteil 2A.10/ 2005 vom 2. Mai 2005, E. 3).