Citation: 1C_203/2014 E. 4.4

4.4. Dem ist entgegenzuhalten, dass es nach den verbindlichen Erwägungen des Rückweisungsentscheids nicht darauf ankommt, ob die Beibehaltung der alten Messmethode (gemäss Planlegende 1977) zu unbefriedigenden Ergebnissen führt, sondern ob dies beim Wechsel zu einer neuen Messweise der Fall wäre, d.h. sich die Vorgaben des Quartierplans nicht mehr zweckmässig realisieren liessen, wenn die Gebäudehöhe neu nach Art. 26 BauG/Sils gemessen würde. Dies haben weder das Verwaltungsgericht noch die Beschwerdegegner aufgezeigt: Vielmehr ist davon auszugehen, dass die vom Gestaltungsplan angestrebte Höhenstaffelung zumindest ebensogut (wenn nicht besser) umgesetzt werden kann, wenn nicht auf die tiefstliegende Schnittlinie, sondern auf das Mittel aller Hauptgebäudeecken abgestellt wird: Für das Erscheinungsbild des Quartiers wie auch für die Rücksichtnahme auf Hinterlieger (Licht, Aussicht, etc.) ist die Gesamthöhe einer Baute massgeblich und nicht deren niedrigste Ecke. Es mag sein, dass in Einzelfällen die zulässige BGF bei Anwendung der strengeren Messweise nicht voll ausgeschöpft werden kann. Dies beruht allerdings in erster Linie darauf, dass die im Quartierplanvertrag zugeteilte BGF nach der damals geltenden Bauordnung 1975 berechnet wurden, nach der wesentlich mehr Flächen angerechnet werden mussten. Nach ständiger Praxis der Gemeinde wird die BGF nicht mehr nach dieser alten Ordnung, sondern nach dem jeweils geltenden neuen Baugesetz berechnet, das sehr viel weniger Flächen anrechnet als früher (vgl. dazu Urteil 1C_147/2013 E. 3.3). Insofern hat sich auch die Bemessung der BGF im Laufe der Jahre geändert. Es ist davon auszugehen, dass viele bestehenden Bauten im Quartier BGF-Reserven aufweisen, wenn die Ausnützung nach heutigem Baugesetz berechnet wird. Dies erklärt auch, weshalb dem Beschwerdegegner eine Ausnahme zur Überschreitung der Baulinie erteilt werden musste, um die BGF ausschöpfen zu können, obwohl die Gemeinde die Gebäudehöhe nach der alten Messmethode bewilligt hatte. Das Argument des Beschwerdegegners zu den Dachtraufen (das vom Verwaltungsgericht nicht aufgegriffen wurde) überzeugt nicht, da die Messung der Gebäudehöhe anhand der Mittel der Schnittpunkte an den Hauptgebäudeecken nicht verlangt, dass alle Gebäudeecken gleich hoch sind. Der Bauherrschaft steht somit wie bisher ein grosser Spielraum bei der Gestaltung der Bauten zu. Insgesamt ist daher nicht erstellt, dass die Anwendung von Art. 26 BauG/Sils für die Bestimmung der Gebäudehöhe im Quartierplangebiet Seglias zu unerwünschten Ergebnissen führen würde.