Citation: 6B_725/2020 E. 1.5.1

1.5.1. Die Vorinstanz würdigt den Sachverhalt sorgfältig und ausführlich auf knapp zwanzig Seiten (angefochtenes Urteil S. 52-71), nachdem sie die vorhandenen objektiven und subjektiven Beweismittel umfassend wiedergibt (angefochtenes Urteil S. 15-52). Sie wertet die Aussagen der beiden Opfer, die ihre Erstaussagen unabhängig voneinander machten, als glaubhaft. Dabei berücksichtigt sie den Umstand, dass die Opfer ursprünglich keine Anzeige machen wollten und das Spital die Polizei verständigte. In den Aussagen von C.________erkennt die Vorinstanz zahlreiche Realkennzeichen, die für die Glaubhaftigkeit sprechen, so die detaillierten Schilderungen in freier Rede, die Sprunghaftigkeit ausserhalb einer chronologischen Reihenfolge, die räumlich-zeitlichen Verknüpfungen, die Wiedergabe von Konversationen, die Schilderung eigener Gedanken und Gefühle. Ihre Aussagen enthielten zahlreiche unnötige Details, ausgefallene Ereignisse und Komplikationen im Handlungsablauf, die mit dem Kernvorwurf nichts zu tun hätten. Schliesslich mache C.________auch den Beschwerdeführer entlastende Aussagen. Ihre knapp zwei Tage nach der Tat auf Video aufgezeichneten Erstaussagen vom 25. April 2013 seien mit ihren Aussagen anlässlich der Tatrekonstruktion vom 27. Mai 2013 weitgehend deckungsgleich. Die leicht abweichenden Aussagen in den späteren Einvernahmen ab Januar 2017 schreibt die Vorinstanz dem langen Zeitablauf zu. Sie erwägt, die Ausdünnung der Aussagen schränke deren Glaubhaftigkeit nicht ein. C.________sei es nicht darum gegangen, den Beschwerdeführer möglichst stark zu belasten, ansonsten wäre mit dem Zeitablauf eine Aggravation der Aussagen zu erwarten gewesen. Schliesslich verweist die Vorinstanz in diesem Zusammenhang auf gewisse Unsicherheiten zum Tatgeschehen, die C.________von Anfang an angegeben habe. Letztlich stützten aufgefundene DNA-Spuren und die dokumentierten Telefonverbindungsdaten die Aussagen von C.________, und der Arbeitgeber von C.________ bestätige deren Aussagen, welche sie ihm gegenüber am 25. April 2013 zum Tathergang gemacht habe (angefochtenes Urteil S. 52 ff.). Auch in den Aussagen von B.________ sieht die Vorinstanz zahlreiche Glaubhaftigkeitsmerkmale, welche sie im Einzelnen aufzählt. Diese seien weitestgehend deckungsgleich mit jenen von C.________, soweit Sachverhalte betroffen seien, die beide Opfer wahrgenommen hätten (angefochtenes Urteil S. 56 f., 70). Das Kerngeschehen des sexuellen Missbrauchs habe B.________ übereinstimmend, detailliert und mit räumlich-zeitlichen Verknüpfungen in mehreren Einvernahmen geschildert. Die Stellung, in welcher der Beschwerdeführer den Geschlechtsverkehr mit B.________ ausgeführt habe, sei reichlich unüblich, aber nicht unmöglich oder unwahrscheinlich. Hätte B.________ einen sexuellen Missbrauch erfunden, wäre ein "normaler" Ablauf zu erwarten gewesen. In den späteren Einvernahmen hätten sich im Laufe der Zeit gewisse Abweichungen in den Aussagen von B.________ ergeben, so bei der Befragung vom 14. März 2017, vier Jahre nach der Tat, zur Frage, ob sie bei der Vergewaltigung an Händen und Füssen gefesselt gewesen sei. Dass sie sich nach dieser Zeit an viele Details nicht mehr erinnern könne, spreche nicht gegen die Glaubhaftigkeit ihrer früheren Schilderungen. Ihre Aussagen würden durch objektive Beweismittel bestätigt, wie DNA-Spuren auf ihrer Brust und an ihrer Jacke, die mutmasslich vom Beschwerdeführer stammten, das Ergebnis der körperlichen Untersuchung durch das IRM, das Auffinden des Passepartout-Schlüssels zur Liegenschaft beim Beschwerdeführer, in welcher B.________ gewohnt habe, sowie das sichergestellte Tuch, mit welchem der Beschwerdeführer B.________ ein Glas Wasser gebracht haben soll (angefochtenes Urteil S. 56 ff.). So füge sich etwa die DNA-Spur des Beschwerdeführers auf der Brust von B.________ nahtlos in ihre Erklärung ein, wonach der Beschwerdeführer sie vergewaltigt und anschliessend zur Beseitigung von Spuren zum Duschen genötigt habe (angefochtenes Urteil S. 65). Weiter erachtet die Vorinstanz es für glaubhaft, dass der Beschwerdeführer von B.________ Informationen über ihren Arbeitgeber und eine angeblich verschwundene halbe Million Franken erlangen wollte, zumal er bis um 4 Uhr morgens in der Wohnung verblieb, obwohl er die sexuellen Übergriffe und das (erstmalige) Abheben von Geld ab dem Konto der Opfer vor 1 Uhr nachts vollendet hatte. Hätte er einen Einbruchdiebstahl fingieren wollen, so hätte er nach den vorinstanzlichen Erwägungen fliehen können, als C.________überraschend in der Wohnung auftauchte (angefochtenes Urteil S. 67). B.________ habe keinen Fluchtversuch unternommen, als der Beschwerdeführer die Wohnung zum Zwecke des Geldbezugs verlassen habe, weil er sie mit Waffengewalt bedroht habe und beide Frauen nackt gewesen seien (angefochtenes Urteil S. 68). Ein Komplott von C.________und B.________ gegen den Beschwerdeführer könne ausgeschlossen werden, da C.________immer wieder Zweifel an der "Unschuld" von B.________ geäussert habe. Ausserdem habe B.________ im Gegensatz zum Beschwerdeführer bis zur Erstbefragung nur wenige Stunden Zeit gehabt, sich eine Geschichte auszudenken. Dabei seien die beiden Opfer von Anfang an kooperativ gewesen, während der Beschwerdeführer zunächst die Aussage verweigert und jeweils erst ausgesagt habe, wenn er die Aussagen der Opfer kannte (angefochtenes Urteil S. 69 f.). Schliesslich habe C.________den Beeinflussungsversuch durch B.________ offen gelegt und versichert, sie habe ihre Aussagen nicht angepasst (angefochtenes Urteil S. 53). Demgegenüber wertet die Vorinstanz die Aussagen des Beschwerdeführers als unglaubhaft sowie "reichlich abenteuerlich". Der Beschwerdeführer habe in den ersten vier Einvernahmen bestritten, sich je in der Wohnung von B.________ aufgehalten zu haben, und nicht erklären können, wie seine DNA dorthin komme. Am 14. März 2017 habe er angegeben, er habe mit B.________ vereinbart, dass er einen Einbruch in deren Wohnung habe fingieren wollen, damit diese bei ihrem damaligen Arbeitgeber ein Burnout vortäuschen könne. Der Kontakt zwischen ihm und B.________ sei in einem Restaurant in Lenzburg bei einem Mittagessen zustande gekommen, wo er dieser seine Telefonnummer gegeben habe, nachdem er ein entsprechendes Telefongespräch von ihr mitbekommen habe. Danach hätten sie sich mehrfach getroffen, B.________ habe ihm ihren Hausschlüssel zur Umsetzung des Tatplanes gegeben, sie hätten jedoch keinen fixen Zeitpunkt für den fingierten Einbruch vereinbart. Es sei geplant gewesen, dass er während der Abwesenheit von B.________ in deren Wohnung gehe, eine Unordnung veranstalte und Fotos mache, welche sie dem Psychiater zeigen könne. Die Vorinstanz geht davon aus, es habe keinen Grund gegeben, dass der Beschwerdeführer die Version eines vorgetäuschten Einbruchdiebstahls so lange zurückhalte, zumal er sich gegenüber den gravierenden Vorwürfen, die im Raum standen, keiner allzu gravierenden Straftaten bezichtigt hätte. Seine Schilderung ergebe keinen Sinn. Ein Einbruch sei nicht erforderlich gewesen, damit B.________ bei einem Psychiater ein Burnout hätte glaubhaft machen können. Zudem könne sich keines der beiden Opfer an eine besondere Unordnung in der Wohnung erinnern. Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer beim ersten Gang durch die Bahnhofunterführung eine Sonnenbrille getragen habe, die ihm gemäss seinen Aussagen B.________ gegeben habe, ergebe keinen Sinn, zumal gemäss seiner Tatversion nicht beabsichtigt gewesen sei, die Polizei zum fingierten Einbruch zu rufen. Seltsam mute zudem an, dass keine Zeit für den fingierten Einbruch vereinbart worden sei, da der Beschwerdeführer jederzeit mit Personen in der Wohnung hätte rechnen müssen. Schliesslich hätte B.________ dem Beschwerdeführer zur Umsetzung des angeblichen Einbruchs kaum einen Schlüssel zur Wohnung überlassen, da dies gegen einen Einbruch spreche. Der Beschwerdeführer habe seine Aussagen im Verlaufe des Verfahrens angepasst und sich in Widersprüche verwickelt, so zur Frage, wer das Klebeband zur Fesselung aus dem Keller geholt habe, zu den Anrufversuchen von C.________bei B.________, zum Zeitpunkt der angeblichen Treffen mit B.________ an deren Feriendaten im März 2013, zur zeitlichen Abfolge des angeblich fingierten Einbruchs (wann er die Wohnung betreten habe ca. zwischen 17 und 19 Uhr oder aber 20 bis 25 Minuten vor dem Eintreffen des ersten Opfers um ca. 21 Uhr) und zu seinen Aktivitäten in der Wohnung während der Wartezeit auf B.________. So seien seine Angaben, er habe sich mehrere Stunden mit C.________in der Wohnung von B.________ aufgehalten, ohne etwas zu machen und ohne C.________zu überwachen, um sich anschliessend mit B.________ abzusprechen, nicht einleuchtend. In diesem Fall hätte C.________die Polizei rufen können. Ausserdem hätte B.________ C.________kaum einen Schlüssel zur Wohnung gegeben, wenn sie damit gerechnet hätte, dass in diesem Zeitpunkt ein fingierter Einbruch stattfinden sollte. Nicht glaubhaft sei zudem, dass B.________ nach dem Duschen vom Beschwerdeführer Sex gewollt habe, zumal sie nach der Version des Beschwerdeführers ihren Fokus darauf hätte legen müssen, dass die ebenfalls in der Wohnung anwesende C.________nichts von der Vereinbarung betreffend den fingierten Einbruch erfährt. Nicht nachvollziehbar sei, dass er angeblich C.________erst nach dem Eintreffen von B.________ gefesselt haben soll, um den Schein des Einbruchs zu wahren (angefochtenes Urteil S. 59 ff.). Entscheidend gegen die Version des Beschwerdeführers spreche schliesslich der Fund des zuvor auf der Baustelle abhanden gekommenen Passepartouts zur Liegenschaft des Opfers im Fahrzeug des Beschwerdeführers. Die Entwendung des Schlüssels durch den Beschwerdeführer erachtet die Vorinstanz aufgrund des Umstandes erstellt, dass der Beschwerdeführer in der Zeit vor der Tat am Tatort als Gerüstbauer auf der dortigen Baustelle gearbeitet hatte. Für den Beschwerdeführer hätte kein Anlass bestanden, diesen Schlüssel zu entwenden, wenn B.________ ihm ihren Schlüssel gegeben hätte (angefochtenes Urteil S. 63, 69). Schliesslich bestätige F.________ die Version des Beschwerdeführers nicht, wonach dieser B.________ erstmals beim Mittagessen in Lenzburg gesehen und angesprochen haben soll, obwohl dieser Zeuge gemäss Aussagen des Beschwerdeführers dabei gewesen sei (angefochtenes Urteil S. 63). Entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers habe er auch vor der Tat keinen telefonischen Kontakt zu B.________ gehabt, was die untersuchten Telefonverbindungen zeigten. Schliesslich spreche das bei ihm nach der Tat vorhandene Bargeld von Fr. 2'800.-- und die vorherige Geldnot gegen seine Version, wonach er für den fingierten Einbruch Fr. 1'000.-- erhalten habe (angefochtenes Urteil S. 64 ff.).