Citation: 5A_333/2024 E. 5.3

5.3. Die Beschwerdeführer bringen dagegen vor, es gehe ihnen letztlich darum, das 2018 begonnene Adoptionsverfahren nicht abbrechen zu müssen. Indem die Vorinstanz festhalte, für Haiti könne keine Eignungsbescheinigung mehr ausgestellt werden, weil dieses Land für Adoptionen aus der Schweiz nicht mehr in Betracht falle, widerspreche sie sich selbst. Der Vorinstanz zufolge sei das Bundesamt für Justiz für die Verhinderung von Missbräuchen zuständig; dieses könne intervenieren, wenn Missbräuche zu erwarten seien (Art. 2 Abs. 1 lit. c AdoV). Bei Art. 3 AdoV gehe es hingegen allein darum, ob die gesamten Umstände erwarten liessen, dass das Zusammenspiel zwischen künftigen Adoptiveltern und Adoptivkindern dem Kindeswohl entspreche. Bei einer herkömmlichen Auslandsadoption werde die Adoptionseignung denn auch nicht in Bezug auf ein bestimmtes Kind, sondern in genereller Weise bejaht oder verneint. Die kantonale Behörde habe daher bei gegebenen Eignungsvoraussetzungen nach Art. 5 AdoV ihre Eignung als potenzielle Adoptiveltern zu bescheinigen. Art. 6 Abs. 1 AdoV sei insofern unmissverständlich: " Sind die Voraussetzungen nach Artikel 5 erfüllt, so bescheinigt die kantonale Behörde mittels Verfügung die Eignung zur Adoption. " Es bestehe insofern kein Ermessen. Daran ändere auch nichts, dass die Bescheinigung neben dem Alter und einer allfälligen gesundheitlichen Beeinträchtigung der Kinder auch den Herkunftsstaat aufzuführen habe. Art. 6 Abs. 2 AdoV lasse sich ohne Mühe mit Verweis auf Art. 5 Abs. 2 lit. d Ziff. 2 und 4 AdoV erklären. Es sei zu prüfen, ob die potenziellen Adoptiveltern sich mit dem Herkunftsstaat ausreichend auseinandergesetzt hätten, was bei den Beschwerdeführern kaum zur Diskussion stehen dürfte. Nach wie vor gehe es aber um die generelle Adoptionseignung für eine Adoption aus Haiti, die - angesichts der erfüllten Voraussetzungen - von der zuständigen Behörde zu bescheinigen sei. Die Verweigerung der Eignungsbescheinigung verletze damit Bundesrecht, nämlich Art. 3, Art. 5 und Art. 6 AdoV.