Citation: 6B_416/2024 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erachtet es als durchaus möglich, dass B.________ im Verlauf der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 2020 in einer ersten Phase von C.________ sexuell bedrängt worden war. Ein Geschlechtsverkehr könne aber ausgeschlossen werden, da die Erinnerungen von B.________ an die vorgängigen sexuellen Annäherungen von C.________ sehr vage ausgefallen und auch keine DNA-Spuren von C.________ in ihrem Intimbereich festgestellt worden seien. So habe B.________ kein Kondom wahrgenommen und C.________ habe explizit erklärt, kein Kondom bei sich gehabt zu haben. Dass B.________ den Beschwerdeführer nicht konkret belastet habe, sei entgegen der Verteidigung kein wesentlicher Hinweis für dessen Unschuld, da jene keine Erinnerung an die Fahrt mit dem Beschwerdeführer mehr gehabt habe. Der Beschwerdeführer habe anlässlich seiner diversen Einvernahmen relativ konstant ausgesagt, während der Fahrt angehalten und nach B.________ (resp. deren Gesundheitszustand) geschaut zu haben, worauf diese ihn unvermittelt zu sich gezogen und zwischen den Hosenbeinen seiner Jogginghose seinen Penis ergriffen habe. Sie habe seinen Penis in ihre Vagina einführen wollen, was vermutungsweise bis zu einem Drittel oder einem Viertel bzw. höchstens im Umfang von zwei Zentimetern gelungen sei. Letzteres habe der Beschwerdeführer im weiteren Verlauf des Verfahrens jedoch nicht mehr bestätigt. Auch bezüglich weiterer massgeblicher Gegebenheiten habe sich der Beschwerdeführer widersprochen, so, als er bei der Polizei zunächst behauptet habe, B.________ habe keinen Slip getragen, während er später geltend gemacht habe, er habe ihr die Jogginghose und den Slip wieder hochgezogen, nachdem sie sich vor ihrer Aktion "untenherum" selber frei gemacht hätte. Es mute auch merkwürdig an, dass der Beschwerdeführer bei seiner angeblichen Hilfsaktion nicht bemerkt haben wolle, ob B.________ "unten herum" bekleidet gewesen sei. Ebenfalls reichlich lebensfremd erschienen seine anlässlich der Berufungsverhandlung gemachten Ausführungen, wonach er den Griff von B.________ an seinen Penis nur gesehen, nicht aber gespürt habe. Zudem habe er im Rahmen der staatsanwaltlichen Einvernahme noch angegeben, er sei aufgrund der wahrgenommenen Berührung unvermittelt einen Schritt zurückgetreten. Als wesentlich gegen den Beschwerdeführer sprechende Indizien berücksichtigt die Vorinstanz zudem folgende: Gemäss den jugendgynäkologischen Gutachten vom 24. Juli 2020 und 23. Oktober 2021 seien im Vaginalbereich von B.________ schwache Spermaspuren eruiert worden und die medizinische Untersuchung habe Hinweise auf einen möglichen, wenn auch nicht sicheren, Sexualkontakt ergeben. Das Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin vom 13. Dezember 2021 habe die Spermaspuren als eindeutig mit der DNA des Beschwerdeführers vereinbar beurteilt. Auch verschiedene weitere auffällige Umstände würden zumindest auf ein ungewöhnliches Tatgeschehen schliessen lassen. So sei kaum nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer mit seinem Fahrzeug für die 200 Meter lange Strecke bis zur Wohnung von B.________ über 20 Minuten benötigt habe, wenn er - wie er geltend gemach habe - nur kurz nach ihr resp. ihrem Gesundheitszustand geschaut habe. Dies gelte selbst dann, wenn ihm zugebilligt werde, dass er sich trotz seiner grundsätzlichen Ortskunde teilweise verfahren habe. Dies deute darauf hin, dass der Beschwerdeführer auf seiner Fahrt nach geeigneten Örtlichkeiten Ausschau gehalten habe, um ungestört anhalten und sich in den hinteren Teil des Fahrzeuges zu B.________ begeben zu können. Eine plausible Erklärung für einen anderen Tatablauf habe er nicht geliefert. So mute es reichlich lebensfremd an, dass die offensichtlich stark betrunkene B.________, welche gemäss der eigenen Darstellung des Beschwerdeführers unmittelbar zuvor noch schwer atmend im Kofferraum gelegen sei, nach dem Öffnen des Kofferraumdeckels unvermittelt seinen Hals zu liebkosen begonnen und dann definitiv die Initiative ergriffen haben solle; konkret, dass sie durch das Hosenbein seiner Jogginghose seinen Penis ergriffen, diesen sofort bei sich einzuführen versucht habe und ihr dies zu einem Drittel, bzw. einen Viertel gelungen sei. Dabei erscheine insbesondere auch nicht plausibel, dass B.________ in jener Nacht keine Unterhose getragen habe, zumal sie anderes versichert habe und bei ihr im unmittelbaren Nachgang zur Tat ein Slip gesichert worden sei. Nach sämtlichen übereinstimmenden Aussagen sei B.________ sodann derart betrunken gewesen, dass sie nicht mehr selbständig habe gehen können. Damit erscheine es kaum möglich, dass sie - zunächst auf dem Rücken liegend und nachdem der Beschwerdeführer die Heckklappe geöffnet hatte - derart rasch ihre Jogginghose mitsamt Slip nach unten streifen und danach beim Aufsitzen gezielt den Penis des Beschwerdeführers habe ergreifen können, um diesen unvermittelt in ihren Intimbereich einzuführen. Der Beschwerdeführer selber mache letztlich nicht geltend, dass er, bzw. sein Penis im Rahmen seiner Hilfsmassnahmen erregt bzw. erigiert gewesen sei. Trotzdem seien im Intimbereich von B.________ Spuren von dessen Sperma gefunden worden. Wie dies alles möglich gewesen sei, wenn der gesamte Vorfall - wie vom Beschwerdeführer ursprünglich vorgebracht - nur wenige Sekunden gedauert habe, sei nicht ansatzweise erklärbar. Wenn der Beschwerdeführer dann in der Schlusseinvernahme vom 22. Dezember 2021 neu vorgebracht habe, womöglich habe der Vorfall mit dem Anfassen seines Penis doch gegen eine Minute gedauert, so sei darin sein Bemühen um Anpassung seiner Tatversion zu erkennen, sodass sie doch noch einen Sinn ergebe. Die von der Verteidigung mit Blick auf die Spermaspuren vorgebrachte Erklärung eines Sekundärtransfers erachtet die Vorinstanz als weitestgehend unwahrscheinlich. Hinzu kämen die Aussagen der damaligen Freundin des Beschwerdeführers, wonach er ihr gegenüber einen Kontakt seines Penis mit dem Intimbereich von B.________ geschildert habe. Da indessen nur minimste Spermarückstände gefunden worden seien, sei entgegen der Anklage nicht von einer Ejakulation durch den Beschwerdeführer auszugehen. Die Vorinstanz erachtet die Aussagen von C.________ als glaubhaft. Diese seien durch die Daten seines Mobiltelefons und die übrigen Untersuchungsergebnisse bestätigt worden und erschienen auch vor dem Hintergrund der "unglaubwürdigen Umwege-Version" des Beschwerdeführers als authentisch und realitätsbezogen. Dasselbe gelte für die Aussage von C.________, wonach der Beschwerdeführer den Weg zur Wohnung von B.________ auf seinem Mobiltelefon via Google-Maps nachgeschaut habe. Insoweit seien die diesbezüglichen Ausführungen der Verteidigung, wonach der Beschwerdeführer kurz vor der Ankunft bei B.________ um 02.18 Uhr den Zielort gegoogelt habe, unbehelflich. Schliesslich könne auch auf die Aussage von C.________ abgestellt werden, gemäss der der Beschwerdeführer mehr als 20 Minuten mit B.________ im Auto unterwegs gewesen sei. Gemäss übereinstimmender Aussage von C.________ und D.________ habe der Beschwerdeführer zudem merkwürdige Erklärungen für die lange Autofahrt gegeben und sei sein Verhalten nach seiner Ankunft auch insofern merkwürdig gewesen, als er die Polizei nicht habe beiziehen bzw. so schnell als möglich wieder habe loswerden wollen.