Citation: 8C_151/2019 E. 7.2

7.2. Gemäss Bericht des Dr. med. F.________ vom 14. September 2014 wären die psychischen Beschwerden mit grosser Wahrscheinlichkeit auch ohne die Unfälle aufgetreten; den unfallbedingten somatischen Einschränkungen räumte er keinen Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit mehr ein (oben E. 6.2.3). Diese Einschätzung ergibt sich zudem aus dem ZMB-Gutachten vom 27. September 2012, wo festgehalten wird, dass dem ursprünglich massgeblichen chronischen Cervicalsyndrom keine entscheidende Rolle zukomme, sondern die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die psychiatrische Erkrankung verursacht werde (oben E. 6.2.3). Auch Frau Dr. med. I.________ vom 28. April 2016 legt einlässlich und in überzeugender und nachvolllziehbarer Weise dar, dass mit Dr. med. F.________ die stattgehabten Unfälle mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen objektiven Zusammenhang mit den noch festgestellten psychischen Störungen hätten, sondern die Psychopathologie sich unabhängig von den Unfällen entwickelt habe, zumal der Versicherte keine strukturellen Hirnschädigungen erlitten habe. Eine wahnhafte Störung könne höchstens nach einem schweren Schädel-Hirntrauma möglich sein, was vorliegend aber angesichts der langen Dauer zwischen dem ersten und schwersten Unfall und dem Auftreten der psychischen Störung äusserst unwahrscheinlich sei; auch die kurze Hospitalisation nach diesem Unfall und die Ergebnisse der neuropsychologischen Abklärung von 2007 sprächen dagegen. An der Massgeblichkeit der Würdigung durch Frau Dr. med. I.________ ändert entgegen der Ansicht des Versicherten nichts, dass sie ein Aktengutachten erstellte (SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63, 8C_239/2008, E. 7.2; vgl. auch Urteil 8C_196/2017 vom 28. Juli 2017 E. 5.3). Denn ihre Einschätzung erging in Kenntnis sämtlicher Akten, beruht auf einem an sich feststehenden medizinischen Sachverhalt und ist in der Beantwortung der gestellten Frage (Kausalität der noch vorliegenden psychischen Beschwerden) nachvollziehbar und begründet. Hingegen ist dem Versicherten beizupflichten, soweit er die Einreichung des Berichts des Dr. med. L.________ vom 31. Oktober 2018 aus formellen Gründen beanstandet. Denn dieser wurde nicht mit der Beschwerdeantwort und als Stellungnahme zu den mit der Beschwerde eingereichten neuen ärztlichen Berichten im Rahmen von Art. 53 Abs. 3 ATSG aufgelegt. Nach Einreichen der Beschwerdeantwort ist es aber nach Art. 61 lit. c ATSG vielmehr Sache des Gerichts, die weiteren notwendigen Beweise zu erheben (SVR 2017 UV Nr. 43 S. 150, 8C_67/2017, E. 5.6 mit Verweis auf Urteil 8C_410/2013 vom 15. Januar 2014 E. 5.2).