Citation: 1C_100/2017 E. 2.7.3

2.7.3. Die Eignung der Massnahme zur Erreichung der im öffentlichen Interesse liegenden Ziele des Hochwasserschutzes und der Renaturierung wird von den Beschwerdeführern zu Recht nicht bestritten. Aus dem Sinn und Zweck der gesetzlichen Bestimmungen (vgl. E. 2.4 hiervor) ergibt sich die Notwendigkeit, sie koordiniert anzuwenden: Massnahmen zum Hochwasserschutz müssen die Anforderungen des Natur- und Landschaftsschutzes integrieren und umgekehrt (BGE 140 I 168 E. 4.2.2 S. 174 f.). Selbst wenn mit einer neuerlichen Eindolung des verlegten Bachs das Ziel des Hochwasserschutzes ebenfalls erreicht werden könnte, stellt sie keine gleich geeignete, mildere Massnahme dar. Eine Eindolung bedeutet die grösstmögliche Beeinträchtigung eines Fliessgewässers, welche dazu führt, dass beinahe alle natürlichen Funktionen des Gewässers weitgehend eingeschränkt werden (vgl. Urteil 1C_164/2012 vom 30. Januar 2013 E. 8.2, in: URP 2013 S. 113). Wie vom BAFU als Fachbehörde in seiner Stellungnahme im bundesgerichtlichen Verfahren hervorgehoben, könnten mit einer Eindolung (auch mit Fischfenstern) die ökologischen Funktionen, die bei einer Offenlegung wiederhergestellt würden, nicht gewährleistet werden. Es bestehen damit keine alternativen, gleich geeigneten Massnahmen zur vorgesehenen Bachöffnung, um die Ziele des Hochwasserschutzes und der Renaturierung gleichermassen zu erreichen. Im Übrigen erlaubt, wie erwähnt, Art. 38 Abs. 2 lit. e GSchG den Ersatz bestehender Eindolungen und Überdeckungen nur, wenn eine offene Wasserführung nicht möglich ist. Im Sinne dieser Bestimmung kann auf eine offene Wasserführung verzichtet werden, wenn die räumlichen Verhältnisse eine offene Bachführung verunmöglichen oder unzumutbar erschweren (vgl. Christoph Fritzsche, in: Hettich / Jansen / Norer [Hrsg.], Kommentar GSchG / WBG, 2016, N. 21 zu Art. 38 GSchG). Im zu beurteilenden Fall sind die Platzverhältnisse, wie von der Vorinstanz dargelegt, nicht derart prekär (vgl. E. 2.7.1), dass eine offene Wasserführung unzumutbar erschwert würde. Das Bundesrecht lässt somit keinen Raum für die von den Beschwerdeführern als mildere Massnahme vorgeschlagene Eindolung des Bachs im Bereich ihres Grundstücks (eingehend: BGE 140 I 168 E. 4.2.2 S. 174 f.). Die Vorinstanz hat die privaten Interessen der Beschwerdeführer am Erhalt der bisherigen Grundstücksfläche eingehend gewürdigt und zugleich relativiert. Wie von ihr zutreffend geschlossen, erscheinen die sich daraus ergebenden Einschränkungen bei den Betriebsabläufen (verminderte Lagerfläche, fehlende Wendemöglichkeit für Lastwagen) durchaus zumutbar. Die gewichtigen öffentlichen Interessen des Hochwasser- und des Naturschutzes überwiegen die privaten Interessen der Beschwerdeführer deutlich.