Citation: 6B_3/2021 E. 6.4

6.4. Was die Beschwerdeführerin gegen diese Erwägungen vorbringt, überzeugt nicht. Aus Art. 132 Abs. 2 und 3 StPO ergibt sich entgegen ihren Einwänden nicht, dass ein Bagatellfall nur vorliegen kann, wenn eine Geld- oder Freiheitsstrafe ausgesprochen wurde. Es spricht eher für den Bagatellcharakter eines Verfahrens und gegen die Notwendigkeit einer amtlichen Verteidigung, wenn ein Entscheid ausschliesslich wirtschaftliche Interessen einer Partei betrifft (vgl. Urteile 6B_391/2021 vom 2. Februar 2022 E. 2.1; 6B_761/2020 vom 4. Mai 2021 E. 5.1; 6B_1237/2019 vom 3. Juli 2020 E. 4.2.2). Vorliegend bildet die Kostenauflage in der Höhe von Fr. 3'712.85 Gegenstand des Verfahrens. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie in Anbetracht der Schwellenwerte in Art. 132 Abs. 3 StPO davon ausgeht, dass es sich beim Betrag von Fr. 3'712.85 noch um eine Bagatelle handelt. Im Übrigen ist es nicht widersprüchlich, wenn sie bei der Einschätzung der Tragweite der Kostenauflage für die Beschwerdeführerin berücksichtigt, dass diese nicht völlig mittellos ist, sondern nur noch gerade eben als bedürftig qualifiziert wird. Nichts abzuleiten vermag die Beschwerdeführerin ferner aus dem von ihr angeführten Urteil 1B_372/2014 vom 8. April 2015. In jenem Fall waren nicht nur die Kostenfolgen, sondern in erster Linie die strafrechtliche Schuld des dortigen Beschwerdeführers und eine Verurteilung zu einer Busse von Fr. 1'200.-- umstritten. Auch bestätigte das Bundesgericht die Auffassung der Vorinstanz, die amtliche Verteidigung sei zu verweigern, weil der Fall keine Schwierigkeiten tatsächlicher oder rechtlicher Natur stellte (a.a.O. E. 4.4). Es war deshalb im Ergebnis nicht von Belang, ob es sich um eine Bagatelle handelte oder nicht. Darüber hinaus ist nicht ersichtlich, inwiefern vorliegend tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten bestehen sollten, denen die Beschwerdeführerin nicht gewachsen sein sollte. Solche legt die Beschwerdeführerin denn auch nicht dar. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit als Geschäftsführerin verschiedener Unternehmen sowie aus ihren Erfahrungen im Schriftverkehr mit den Sozialversicherungsanstalten über die Fähigkeit verfügt, sich im Verfahren zurechtzufinden.