Citation: 6B_56/2021 E. 2.4.2

2.4.2. Die Vorinstanz prüft den Rechtfertigungsgrund der Wahrung höherwertiger Interessen. Dabei gibt sie die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Thematik zutreffend wieder (vgl. Urteil S. 21 ff.). Sie verneint mit ausführlicher Begründung, dass sich der Beschwerdeführer in Bezug auf das Aufnehmen auf den Rechtfertigungsgrund berufen könne. Dabei befasst sie sich eingehend mit den Motiven des Beschwerdeführers und der Chronologie im "Fall Hefenhofen". Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, hinsichtlich der Weitergabe der Aufnahmen an C.________ (Art. 179quater Abs. 3 StGB) falle eine Rechtfertigung des strafbaren Handelns von Vornherein ausser Betracht. Der Beschwerdeführer hätte sich primär an die Behörden wenden müssen. Die Tierschutzgesetzgebung sehe für Fälle wie diesen eine einzige kantonale Behörde vor (das Veterinäramt), die als Anlaufstelle hätte fungieren können. Selbst wenn das Vertrauen in das Veterinäramt gelitten haben sollte, hätte der Beschwerdeführer sich an die Polizei oder die Staatsanwaltschaft wenden können, weil die von ihm geltend gemachten Verhaltensweisen den Tatbestand der Tierquälerei erfüllen könnten und für den Beschwerdeführer subjektiv offensichtlich erfüllten. Das Verhalten des Beschwerdeführers umgehe die genannten Rechtsgrundlagen und erweise sich insofern nicht als das einzig denkbare Mittel. Die Weitergabe der Aufnahmen an eine Privatperson sei ausserdem nicht das mildeste Mittel gewesen. C.________ sei zwar dafür bekannt, sich aktiv für den Tierschutz einzusetzen. Dies habe den Beschwerdeführer aber nicht dazu berechtigt, den Rechtsweg zu umgehen. Die Berufung auf einen aussergesetzlichen Rechtfertigungsgrund scheitere an der Subsidiarität der gewählten Vorgehensweise.