Citation: 5A_816/2023 E. 3.1

3.1. Anlass zur Beschwerde gibt die Zuteilung der alleinigen Obhut über die Tochter an die Beschwerdegegnerin 2 und die Verweigerung der alternierenden Obhut (zum Begriff vgl. BGE 147 III 121 E. 3.2). Das Kantonsgericht erachtet beide Elternteile als erziehungsfähig. Sodann sei die Beziehung beider Eltern zur Tochter als gut zu beschreiben. Allerdings hätten die Eltern sich kurz nach der Geburt der Tochter getrennt und sei diese bisher zum weit überwiegenden Teil von der Mutter betreut worden. Der Vater habe bisher nur sehr beschränkt Betreuungsaufgaben übernommen (vgl. vorne Bst. A.a). Das Kriterium der Stabilität der Verhältnisse spreche daher gegen eine alternierende Obhut. Die geografischen Gegebenheiten stünden einer solchen ebenfalls entgegen, solange der Vater über kein Auto verfüge und die Strecke zwischen Wohnort und Kindergarten mit dem öffentlichen Verkehr zurücklegen wolle, was rund 45 Minuten in Anspruch nehme. Die alternierende Obhut erscheine weiter aufgrund des Elternkonflikts und des gegenseitigen Misstrauens zwischen den Eltern als problematisch. Namentlich sei nicht zu erwarten, dass diese sich längerfristig zu Alltagsfragen ausreichend austauschen und diesbezüglich kooperieren könnten. Auch in Zukunft sei eine Beruhigung der Lage nicht zu erwarten. Mit zunehmendem Alter der Tochter dürfte diese die vorhandenen Spannungen vielmehr vermehrt wahrnehmen, was zu einem verstärkten Loyalitätskonflikt führe. Alles in allem falle die Anordnung einer alternierenden Obhut daher ausser Betracht und der entsprechende Antrag sei abzuweisen. Es bleibe bei der alleinigen Obhut der Mutter.