Citation: 6B_188/2022 E. 5.1.3

5.1.3. Der Schluss der Vorinstanz, das Verhalten des Beschwerdeführers erfülle den objektiven Tatbestand von Art. 260bis Abs. 1 StGB, verletzt kein Bundesrecht. Entgegen dessen Ausführungen begnügt sie sich nicht mit einem "pauschalen Verweis auf das Gutachten, welches [...] unsubstantiiert und pauschal von einem angeblich zielgerichteten und geordneten Vorgehen ausgeht" (vgl. Beschwerde S. 34). Sie legt nachvollziehbar dar, weshalb sie im Ergebnis auf mehrere, im Zeitraum ab ca. Mitte Januar 2020 bis zum 11. Februar 2020 überlegt ausgeführte, organisatorische und technische Vorkehren schliesst, denen im Rahmen eines deliktischen Vorhabens eine Vorbereitungsfunktion zukommt, konkret im Hinblick auf eine Freiheitsberaubung oder Entführung (vgl. angefochtenes Urteil S. 20-28 bzw. S. 28-31 [Subsumtion des objektiven Tatbestandes]). Mithin ist deren im Kontext der familiär belasteten Situation gezogene Schluss, dass der Beschwerdeführer durch das Herstellen, Anschaffen und Bereitstellen der hiervor genannten Gegenstände und Dokumente und seine Anreise nach V.________ technische und organisatorische Vorkehren im Sinne der Bestimmung getroffen hat, nicht zu beanstanden. Damit einhergehend ebenso wenig, dass der Beschwerdeführer die - unbestrittenermassen über einen Zeitraum von rund drei Wochen vorgenommenen - Handlungen zumindest mit einer gewissen Systematik betrieben hat, was sich insbesondere auch aus der konkreten Zusammenstellung der mitgeführten Utensilien ergibt. Die Vorbereitungen haben sich offensichtlich auf eine Straftat bestimmter Art bezogen, konkret eine Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 StGB. Insgesamt lässt sich aus der Art und dem Umfang der getroffenen Vorkehren ausreichend deutlich schliessen, dass die Vorbereitung so weit gediehen war, dass vernünftigerweise angenommen werden kann, der Beschwerdeführer hätte seine damit manifestierte Deliktsabsicht ohne weiteres in Richtung auf eine Ausführung der Tat weiterverfolgt. Die Vorbereitungshandlungen des Beschwerdeführers gingen offensichtlich über blosse Gedankenspielereien hinaus. Entsprechend vermag weder die Einschätzung von F.________ (Heimleiter des G.________), dass dessen Handeln nie zielführend, "sondern immer irgendwie halbpatzig resp. gedanklich nicht fertiggemacht" gewesen sei (Beschwerde S. 11 und 34-37), noch dass er kein Fluchtauto und auch keine Räumlichkeiten für den Aufenthalt seiner Kinder und geschiedenen Frau organisiert bzw. zur Verfügung gehabt habe, an der zutreffenden vorinstanzlichen rechtlichen Qualifikation der vom Beschwerdeführer getroffenen Vorkehren etwas zu ändern. Weder verlangt das Gesetz, dass die Vorkehrungen auf ein nach Ort, Zeit und Begehungsweise bereits hinreichend konkretisiertes Delikt Bezug haben, noch dass sich die geplante Freiheitsberaubung und Entführung erfolgreich hätte verwirklichen lassen (vgl. oben E. 5.1.2). Die vom Beschwerdeführer getroffenen technischen und organisatorischen Vorkehren und dabei insbesondere die mitgeführten Gegenstände lassen den Schluss zu, dass er den Ablauf einer gewaltsamen Befreiung seiner Kinder zwar nicht im Detail, zumindest aber in weiten Konturen geplant hatte und dass er aller Wahrscheinlichkeit nach eine Freiheitsberaubung oder Entführung ausführen würde. Hierauf schliesst die Vorinstanz anhand des von ihr willkürfrei festgestellten Sachverhaltes zu Recht.