Citation: 7B_156/2022 E. 4.1

4.1. Zusammengefasst sieht der Beschwerdeführer die besonders krassen Verfahrensfehler des Beschwerdegegners darin, dass dieser der Privatklägerschaft nicht beschlagnahmefähige Anwaltskorrespondenz und private Daten höchstpersönlicher Natur zur Einsicht zugestellt habe. Zudem befinde sich auch drei Jahre nach der "angeblich durchgeführten Triage" im Juni 2019 weiterhin eine grosse Anzahl an geschützter Anwalts- und Verteidigerkorrespondenz in den Verfahrensakten bzw. im Besitz der Staatsanwaltschaft, obwohl insoweit ein absolutes Beschlagnahmeverbot bestehe und die entsprechenden Dateien deshalb auszusondern wären. Die unterlassene Nichtaussonderung und Löschung dieser Daten verletze Art. 264 Abs. 1 lit. a, b und c StPO und stelle einen groben Verfahrensfehler nach Art. 56 lit. f StPO dar. Einen weiteren Ausstandsgrund sieht der Beschwerdeführer in der persönlichen Beziehung des Beschwerdegegners zum Rechtsvertreter der Privatklägerschaft. Dieser Rechtsvertreter sei früher zusammen mit dem Beschwerdegegner als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft III tätig gewesen. Die beiden seien somit ehemalige Arbeitskollegen. Dieser Umstand verbunden mit der Tatsache, dass der Beschwerdegegner auf Antrag der Privatklägerschaft umfangreiche Untersuchungshandlungen durchgeführt habe, während er im Gegenzug einen wesentlichen Beweisantrag der Verteidigung während zwanzig Monaten "versanden" lassen habe, verdeutliche die Voreingenommenheit des Beschwerdegegners i.S.v. Art. 56 lit. f StPO zusätzlich.