Citation: U 393/06 24.09.2007 E. 4

Vorab ist auf den Einwand der Beschwerdeführerin einzugehen, bei der Begutachtung einer Distorsionsverletzung der Halswirbelsäule müsse ein Neurologe federführend wirken. Indem die Beschwerdegegnerin keine entsprechenden Ermittlungen in Auftrag gab, habe sie gegen die ihr obliegende Pflicht zur Sachverhaltsabklärung gemäss Art. 43 ff. ATSG verstossen. Diese Rüge erweist sich angesichts der vorliegenden Konstellation als unbegründet. Dem Arztzeugnis vom 2. September 2002 des erstbehandelnden Arztes, Dr. med. B.________, allgemeine Medizin FMH, kann entnommen werden, dass der neurologische Befund der oberen Extremitäten zum damaligen Zeitpunkt unauffällig war. Anlässlich des Aufenthalts der Beschwerdeführerin in der Klinik X.________ im März und April 2003 wurde sie neuropsychologisch beurteilt und der Austrittsbericht wurde unter anderem durch den Neurologen Dr. med. J.________ verfasst. Die leitende Neuropsychologin der Klinik X.________, Frau Dr. phil. G.________, stellte mässiggradige Aufmerksamkeitsdefizite und insgesamt eine deutlich reduzierte psycho-physische Belastbarkeit, ansonsten aber unauffällige Gedächtnis- und Sorgfaltsleistungen sowie intakte visuelle Funktionen fest. Der die Winterthur beratende Arzt, Dr. med. H.________, hält in seinem Bericht vom 4. Mai 2004 fest, eine Untersuchung bei einem Neurologen sei nicht notwendig, da über neurologische Symptome oder neuropsychologische Beschwerden nicht berichtet worden sei. Auch der vom Krankenversicherer der Beschwerdeführerin beigezogene Neurologe, Dr. med. A.________, bestätigt grundsätzlich, dass keine neurologischen Befunde vorliegen (normaler EMG-Befund, normaler CT-Befund). Er stellt in seiner Beurteilung auch fest, dass die bei der Beschwerdeführerin vorliegende Protrusion C4/5 nicht unbedingt zu einer neurologischen Symptomatik führe. Damit drängt es sich - im Gegensatz zu den von der Beschwerdeführerin angerufenen Präjudizien, bei welchen neurologische Befunde erhoben worden waren - nicht auf, ein (zusätzliches) neurologisches Gutachten anzuordnen; die vorhandenen medizinischen Unterlagen geben - auch in neurologischer Hinsicht - genügend Aufschluss über den Gesundheitszustand der Versicherten. Eine Verletzung der Sachverhaltsabklärungspflicht durch die Beschwerdegegnerin ist deshalb zu verneinen.