Citation: 8C_330/2020 E. 3

Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen über den Beginn des Fristenlaufs (Art. 38 Abs. 1 ATSG) und über die Fristwahrung bei schriftlichen Eingaben durch Übergabe an die Schweizerische Post am letzten Tag der Frist (Art. 39 Abs. 1 ATSG) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt hinsichtlich der Rechtsprechung, wonach sich Versicherungsträger im Sozialversicherungsverfahren mangels diesbezüglicher Gesetzesvorschriften zulässigerweise der Versandart "A-Post Plus" bedienen dürfen. Hervorzuheben ist, dass die Zustellung bei uneingeschriebenem Brief bereits dadurch erfolgt, dass er in den Briefkasten oder ins Postfach des Adressaten gelegt wird. Die Sendung gelangt damit in den Macht- beziehungsweise Verfügungsbereich des Empfängers. Dass dieser von der Verfügung tatsächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich. Bei der Versandart "A-Post Plus" lässt sich dieses Zustelldatum mittels "Track & Trace" zweifelsfrei feststellen (BGE 144 IV 57 E. 2.3.1 S. 61; 142 III 599 E. 2.2 S. 601 und E. 2.4.1 S. 603; SVR 2019 UV Nr. 24 S. 89, 8C_586/2018 E. 5; Urteile 8C_271/2019 vom 11. Juni 2019 E. 6; 8C_784/2018 vom 5. März 2019 E. 5; 8C_198/2015 vom 30. April 2015 E. 3.2 mit Hinweisen). Bei einem Versand mittels "A-Post Plus" liegt ein Fehler bei der Postzustellung zwar nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit, ist aber jedenfalls praxisgemäss nicht zu vermuten. Hypothetische Überlegungen des Adressaten über den Verbleib der Sendung sind dabei unbehelflich (BGE 142 III 599 E. 2.4.1 S. 604; Urteile 2C_1032/2019 vom 11. März 2020 E. 3.3; 8C_400/2019 vom 13. Januar 2020 E. 4.2 und 4.4; 8C_482/2018 vom 26. November 2018 E. 4.3 mit Hinweisen).