Citation: 5A_933/2022 E. 3.2

3.2. Vor diesem Hintergrund ist es von vornherein nicht willkürlich, wenn das Obergericht der zweistufig-konkreten Methode gefolgt ist (vgl. vorstehend E. 1.2; vgl. Urteile 5A_507/2020 vom 2. März 2021 E. 7.2; 5A_365/2019 vom 14. Dezember 2020 E. 5.1). Entgegen der (scheinbaren) Ansicht des Beschwerdeführers sind die kantonalen Gerichte nicht verpflichtet, den Unterhaltsbeitrag anhand der einstufig-konkreten Methode zu ermitteln, wenn aussergewöhnlich günstige finanzielle Verhältnisse oder Sparquoten vorliegen. Die Rechtsprechung lässt diese Möglichkeit bloss offen. Ausserdem sieht auch die zweistufig-konkrete Methode vor, dass Sparquoten zu berücksichtigen sind und korrigierend eingegriffen werden darf und muss, wenn das anhand der zweistufig-konkreten Methode ermittelte rechnerische Ergebnis zu Unterhaltsbeiträgen führt, welche die Obergrenze des gebührenden Unterhalts übersteigen (vgl. dazu BGE 148 III 358 E. 5; 147 III 293 E. 4.4; sowie E. 1.4.2.2 vorne). Keine Willkür ist schliesslich darin zu sehen, dass die kantonalen Instanzen die zweistufig-konkrete Methode für einen Zeitraum angewandt haben, bevor das Bundesgericht diese für verbindlich erklärt hat. Grundsätzlich ist eine geänderte Rechtsprechung sofort anwendbar, und zwar auch auf hängige Verfahren (vgl. BGE 142 V 551 E. 4.1; 135 II 78 E. 3.2). Die Praxisänderung erfolgte im November 2020, sodass das Bezirksgericht, das zu jenem Zeitpunkt - auf Rückweisung hin zum zweiten Mal - mit der Sache befasst war, die neue Rechtsprechung anzuwenden hatte (Urteil 5A_316/2022 vom 17. Januar 2023 E. 6.2).