Citation: 8C_779/2007 17.03.2008 E. 4.2

4.2.1 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am 8. September 2003 mit der Z.________ AG einen Arbeitsvertrag als Aushilfsmitarbeiterin im Center Q.________ abgeschlossen hatte. Gemäss diesem Vertrag richtete sich der Beschäftigungsgrad nach Vereinbarung mit dem Vorgesetzten. Als Vertragsbeginn wurde der 8. September 2003 festgelegt. Dieser Vertrag ging per 1. Januar 2004 auf die Y.________ AG über und wurde von dieser am 3. Januar 2006 per 31. März 2006 gekündigt. In der Zeit zwischen dem 8. September und dem 24. Dezember 2003 arbeitete die Beschwerdeführerin insgesamt 236,19 Stunden für die Z.________ AG, danach kam es zu keinen Arbeitseinsätzen mehr. Nachträglich anerkannte die Y.________ AG zudem noch 36 Stunden Absenzen zwischen dem 15. November 2003 und dem 5. Januar 2004 als bezahlter Urlaub. 4.2.2 Die Vorinstanz hat erwogen, dass das Arbeitsverhältnis der Versicherten mit der Z.________ AG beziehungsweise der Y.________ AG zur Bemessung des versicherten Jahresverdienstes unbeachtlich sei, da trotz des formalen Weiterbestandes des Arbeitsvertrages die Beschwerdeführerin nicht beabsichtigt habe, nach Aufnahme des 60 %-Pensums bei der X.________ AG weiterhin aushilfsweise im Center Q.________ zu arbeiten. So sei es nach dem 1. Januar 2004 nie mehr zu einem Arbeitseinsatz gekommen; zudem seien auch die Wiedereingliederungsversuche stets auf ihre Tätigkeit bei der X.________ AG beschränkt gewesen. Im Weiteren sei zu berücksichtigen, dass die beiden Beschäftigungen nicht ohne weiteres miteinander vereinbar gewesen wären. Die Argumentation der Versicherten, durch die vorübergehende Betreuung der ältesten, erkrankten Tochter an einer Wiederaufnahme der Arbeit als Aushilfsverkäuferin gehindert gewesen zu sein, sei zudem nicht stichhaltig, da sie ihr Arbeitspensum im November/Dezember 2003, als die gesundheitlichen Probleme ihrer Tochter akuter waren, nicht wesentlich reduziert habe. 4.2.3 Die Beschwerdeführerin betont demgegenüber, dass das Arbeitsverhältnis mit der Y.________ AG im Unfallzeitpunkt und darüber hinaus weiterhin bestanden und diese auch jeden Monat eine Lohnabrechnung erstellt habe. Zudem wären die beiden Anstellungen sehr wohl miteinander zu kombinieren gewesen, seien doch die Tätigkeiten bei der X.________ AG auf den Morgen beschränkt gewesen, während sie für die Y.________ AG nachmittags und samstags hätte arbeiten müssen. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass die älteste Tochter den Sohn betreuen würde, um so der Versicherten eine weitergehende Erwerbstätigkeit bei der Y.________ AG zu ermöglichen. Zum Zeitpunkt des Unfalles sei noch nicht absehbar gewesen, wie schwer die älteste Tochter tatsächlich erkrankt war. 4.2.4 Es steht fest, dass der Arbeitsvertrag zwischen der Beschwerdeführerin und der Y.________ AG zum Unfallzeitpunkt aus zivilrechtlicher Sicht weiterhin Bestand hatte. Damit war sie zum massgebenden Zeitpunkt bei mehreren Arbeitgebern angestellt, so dass gemäss Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV grundsätzlich eine Zusammenrechnung der erzielten Löhne zu erfolgen hat. Ob dann, wenn eine versicherte Person bei einem Arbeitsvertrag ohne fixes Pensum schon vor dem Unfall keine Absicht mehr hatte, weitere Arbeitseinsätze zu leisten, aufgrund der speziellen sozialversicherungsrechtlichen Interessenlage (vgl. dazu Riemer-Kafka, Der Sozialversicherungsrichter als Zivilrichter?, in: SZS 2007, S. 515 ff., S. 533) von der zivilrechtlichen Betrachtungsweise abzuweichen wäre, kann vorliegend offenbleiben: Entgegen der Ansicht des kantonalen Gerichts ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Versicherte jedes Interesse an einer Weiterbeschäftigung bei der Y.________ AG verloren hatte. Steht die künftige Ausgestaltung eines Arbeitsverhältnisses in Frage, so fehlen in der Regel verlässliche Entscheidgrundlagen. Es ist deshalb erforderlich, die gesamten Gegebenheiten persönlicher, familiärer, wirtschaftlicher und betrieblicher Art zu berücksichtigen, wobei nach dem Unfall abgegebenen Erklärungen nur geringer Beweiswert zukommt (SVR 1997 UV Nr. 94 S. 341 [U 52/96], E. 2b). Vorliegend steht fest, dass die Y.________ AG bereit gewesen wäre, die Versicherte weiterzubeschäftigen. Wie dem im IV-Verfahren erstellen Abklärungsbericht Haushalt vom 17. April 2007 zu entnehmen ist, erscheint es als glaubwürdig, dass die Beschwerdeführerin ihr Gesamtarbeitspensum erhöhen wollte. Es ist im Weiteren nachvollziehbar, dass die Versicherte auf eine baldige Genesung ihrer ältesten Tochter hoffte. Demgegenüber kann aus dem Umstand, dass sich die Wiedereingliederungsversuche auf den ergonomisch günstig eingerichteten Arbeitsplatz bei der X.________ AG beschränkten, bezüglich der ursprünglichen Absichten der Beschwerdeführerin nichts hergeleitet werden. 4.3 Ist der Arbeitsvertrag mit der Y.________ AG bei der Bemessung des versicherten Verdienstes zu berücksichtigen, ist zu prüfen, um welchen Betrag der versicherte Jahresverdienst aufgrund dieses Vertrages zu erhöhen ist. 4.3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei zur Bemessung des versicherten Jahreslohnes in analoger Anwendung von Art. 24 Abs. 1 UVV von einem durchgehenden 50 %-Pensum bei der Firma Z.________ AG bzw. Y.________ AG auszugehen, da sie aufgrund ihrer Betreuungspflichten gegenüber ihrer erkrankten ältesten Tochter nicht in der Lage gewesen sei, durchgehend mit dem gewünschten Pensum zu arbeiten. Dem kann nicht gefolgt werden. Wie die Versicherte selber ausführt, konnte sie ihr Gesamtarbeitspensum deswegen nicht wie gewünscht erhöhen, weil die erkrankte älteste Tochter nicht wie geplant die Betreuung ihres zweijährigen Sohnes übernehmen konnte. Damit befand sie sich in der gleichen Situation wie viele Eltern, die ihr Arbeitspensum steigern möchten, dies jedoch nicht können, weil die Betreuung ihrer Kinder nicht sichergestellt ist. Die Situation ist nicht mit den in Art. 24 Abs. 1 UVV genannten Tatbeständen zu vergleichen, so dass diese Bestimmung diesbezüglich nicht als lückenhaft erscheint. 4.3.2 Somit ist der Anteil aus dem Vertrag mit der Y.________ AG am versicherten Jahresverdienst in Anwendung von Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV grundsätzlich aufgrund des im Jahr vor dem Unfall bezogenen Lohnes zu berechnen. Dabei ist eine taggenaue Berechnung durchzuführen (Urteil U 155/94 vom 18. März 1996, E. 6b). Da das Arbeitsverhältnis zum Zeitpunkt des Unfalles weniger lange als ein Jahr gedauert hatte, ist der bezogene Verdienst gemäss Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV auf ein ganzes Jahr umzurechnen. In den 164 Tagen zwischen dem 8. September 2003 und dem 19. Februar 2004 erzielte die Versicherte ein Bruttoeinkommen von Fr. 6185.-; umgerechnet auf ein Jahr ergibt sich somit ein hypothetisches Jahreseinkommen bei der Y.________ AG von Fr. 13'765.40. 4.4 Aus der Addition dieses Betrages mit dem hypothetischen Jahreseinkommen bei der X.________ AG von Fr. 32'986.65 ergibt sich, dass der für die Rentenberechnung massgebende versicherte Jahresverdienst Fr. 46'752.05 beträgt.