Citation: 9C_436/2016 E. 8.4.1

8.4.1. Insbesondere verfängt das Argument des Beschwerdeführers nicht, das kantonale Gericht hätte sich nicht Gedanken darüber machen müssen, ob ein konkretes Sanierungskonzept vorgelegen habe, sondern ob er und die B.________ AG gestützt auf die vorhandenen vertraglichen Zusagen begründetermassen hatten davon ausgehen dürfen, dass innert nützlicher Frist genügend Liquidität vorhanden sein würde, um die gestundeten Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen. Für die Annahme des Rechtfertigungsgrundes eines Liquiditätsengpasses ist rechtsprechungsgemäss u.a. vorausgesetzt, dass es sich um vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten handelt, sodass nach objektiven Kriterien und einer seriösen Beurteilung der Lage mit der Möglichkeit der baldigen Beitragszahlung auf Grund einer erfolgreichen Sanierung oder des Unternehmensverkaufs gerechnet werden kann (Urteile H 156/05 vom 16. Januar 2007 E. 9.1 und [des Eidg. Versicherungsgerichts] H 170/01 vom 23. Juli 2002 E. 4.4; ferner Reichmuth, a.a.O., Rz. 671 ff., insb. 675). Die blosse Suche nach Finanzmitteln oder potenziellen Käufern und allfällige auf dieser Basis ergangene Zusagen genügen nicht; es müssen greifbare Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass - im Rahmen eines konkreten und realistischen Sanierungsplans - ernsthaft Geld beschafft werden kann und berechtigte Aussicht darauf besteht, dass solches innert nützlicher Frist auch tatsächlich fliessen wird. Massgebend ist dabei die Betrachtungsweise ex ante (Reichmuth, a.a.O., Rz. 675 mit diversen Hinweisen auf die Rechtsprechung). Auf Grund der Aktenlage kann als erstellt gelten, dass der Liquiditätsengpass massgeblich auf die Nichteinhaltung von Verträgen zurückzuführen war, welche einerseits die Finanzierung der Produktion und anderseits die Abnahme des Produkts gewährleisten sollten. Den Umstand, dass diese Verträge in der Folge nicht eingehalten worden waren und insbesondere der Hauptkreditgeber "ausgestiegen" war, haben die B.________ AG bzw. der Beschwerdeführer zwar nicht unmittelbar selber zu verantworten. Die Ursachen der Liquiditätsprobleme sind indessen für die hier zu beurteilende Streitfrage von untergeordneter Bedeutung. Namentlich vermag das schwierige wirtschaftliche Umfeld als solches bzw. die angerufene "Finanzkrise im Herbst 2008", welche Grund dafür gewesen sei, dass das Unternehmen in der Folge keine anderen Investoren mehr gefunden habe, den Beschwerdeführer nicht zu entlasten. Bei finanziellen Schwierigkeiten der geltend gemachten Art kommt der Grundsatz zum Tragen, dass nur so viel Lohn ausbezahlt werden darf, als die darauf unmittelbar ex lege entstandenen Beitragsforderungen gedeckt sind (Urteile [des Eidg. Versicherungsgerichts] H 307/03 vom 25. Mai 2004 E. 3.2 und H 34/02 vom 4. März 2004 E. 5.2; Reichmuth, a.a.O., Rz. 677 f.). Darauf wurde vorliegend mit dem Hinweis, dass die Produktion jederzeit garantiert bleiben musste, was einen - entsprechend entlöhnten - Einsatz des Personals bedingt habe, verzichtet.