Citation: 9C_299/2019 E. 3

Das kantonale Gericht mass der Expertise der MEDAS vom 6. Juli 2018 Beweiswert zu und erwog, der medizinische Sachverhalt sei rechtsgenüglich abgeklärt. Es stellte fest, im Gutachten würden die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: Systemischer Lupus erythematodes, Verdacht auf sekundäres Antiphosphorlipidsyndrom, Angst- und depressive Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22). Gemäss interdisziplinärer gutachterlicher Beurteilung bestehe in Wechselwirkung der leichten psychischen Störung mit einer seit Kindheit vorhandenen Lernbehinderung sowie der somatischen Erkrankung des systemischen Lupus erythematodes (derzeit mit geringer Aktivität) eine erhöhte Stressanfälligkeit, die eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 20 % (bei voller Zeitpräsenz) begründe. Ideal seien wechselbelastende Tätigkeiten ohne vermehrte Sonnenexposition oder Arbeiten in Nässe, Kälte und Zugluft sowie ohne grossen Stress. Die Tätigkeit als Verkäuferin im Textilbereich entspreche in etwa diesen Anforderungen. Im Rahmen des Einkommensvergleichs seien - so die Vorinstanz - Validen- und Invalideneinkommen aufgrund desselben Tabellenlohns zu bestimmen. Die Gewährung eines Abzugs beim Invalideneinkommen rechtfertige sich nicht, zumal die diagnostizierte Lernbehinderung bereits im interdisziplinären Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt worden sei. Bei einem Invaliditätsgrad von 20 % bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Ein solcher sei auch nicht befristet für den Zeitraum zwischen Ablauf des Wartejahres im April 2017 und Ende Juli 2017 gegeben, für den der psychiatrische Teilgutachter gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit von bis zu 50 % angenommen habe, da dieser kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden zugrunde gelegen habe, sondern ein reaktives Geschehen.