Citation: 6P.149/2006 12.10.2006 E. 3.3

3.3.1 Das Kantonsgericht hält die Täterschaft des Beschwerdeführers hinsichtlich des Betäubungsmittelhandels im Rahmen der Aktion "S.________" im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG als erwiesen und geht gestützt auf die gesamten Umstände davon aus, dass der Beschwerdeführer eine beträchtliche, wenn auch unbestimmte Menge an Heroin an A.________ bzw. B.________ verkauft hat (Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG). Dabei stellt es auf die abgehörten Telefongespräche der Aktion "S.________" sowie die Aussagen von A.________ und insbesondere von B.________ anlässlich der Hauptverhandlung vom 6. Juli 2004 ab. Daraus sei insgesamt klar zu entnehmen, dass der Türke "X.________" mit der Natelnummer xxx.________ - also der Beschwerdeführer - der Drogenlieferant von A.________ und B.________ gewesen sei. Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, dass die Telefongespräche, insbesondere deren Anzahl und Gesprächsinhalte, nicht als Verurteilungsgrundlage dienen könnten. Mit Blick auf die alltäglichen Gesprächsinhalte muteten deren Interpretationen durch die Behörden geradezu abenteuerlich an. Tatsächlich sei nicht bekannt, ob die vereinbarten fünf Treffen stattgefunden hätten, ob bei diesen Treffen Drogen übergeben worden seien, um welche Art von Drogen es gegangen sei und welchen Reinheitsgrad diese gehabt hätten. So sei nicht ein einziges Treffen oder eine einzige Drogenübergabe beobachtet worden. Anstatt den Beschwerdeführer deshalb in konsequenter Weise mangels Beweisen freizusprechen, begnüge sich das Kantonsgericht mit dem lapidaren Hinweis, es sei aus den gesamten Umständen feststellbar, dass er eine erhebliche Betäubungsmittelmenge verkauft habe. Diese Vorgehensweise sei willkürlich und verstosse in eklatanter Weise gegen die Unschuldsvermutung. 3.3.2 A.________ und B.________ wurden wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das BetmG rechtskräftig verurteilt. In den Protokollen der Telefonabhöraktion "S.________", welche auf die Telefonnummern der Vorgenannten geschaltet war, tauchte die Natelnummer des Beschwerdeführers zahlreiche Male auf. In den abgehörten Gesprächen geht es verschiedene Male um "Kaffee trinken" (act. 641, 675, 709, 717, 727), unter anderem auch im McDonald's in Münchenstein, wo A.________ und B.________ erwiesenermassen Heroin an Konsumenten verkauften. In einem anderen Gespräch handelt es sich darum, "Kleider" bzw. "diesen Anzug parat zu machen", um sich dann später zu treffen (act. 627 ff.). Im Weiteren wird das Treffen vom 30. Mai 2005 mit einer Vielzahl von Telefongesprächen bestätigt (act. 651 - 663), wobei A.________ dem Beschwerdeführer zu verstehen gibt: "OK, aber Du musst schnell, ich habe gesagt, gegen drei Uhr kommt das, weisst Du" (act. 655) und "Ja, aber du musst schnell Mann he, es ist vier Uhr jetzt" (act. 659) und ihn schliesslich anweist, die Strassenseite zu wechseln und zu warten, bevor er ihn abholen soll (act. 661). Daraufhin findet ein Gespräch zwischen B.________ und dem Beschwerdeführer statt (act. 667), in welchem sich Ersterer beschwert, dass es nur drei seien. In einem weiteren Gespräch zwischen A.________ und dem Beschwerdeführer, welches gleichentags kurz vor Mitternacht erfolgt, erklärt Letzerer schliesslich, es morgen wieder gut zu machen, worauf A.________ erwidert: "Für 300 Franken ist das" und der Beschwerdeführer bestätigt: "Ja, okay, ich gebe noch 50". Der Auffassung des Beschwerdeführers, es ergäben sich aus den Telefonprotokollen der Aktion "S.________" keinerlei Hinweise auf Drogengeschäfte, kann nicht gefolgt werden. Auch wenn die Gespräche an sich einen unverfänglichen Inhalt aufweisen, lässt sich die aufgrund der beigezogenen Telefonprotokolle gewonnene Erkenntnis des Kantonsgerichts sachlich ohne Willkür vertreten, wonach mit Hilfe von Deckwörtern konkret über Drogen verhandelt wurde, zumal insbesondere B.________ den Handel mit Heroin und zahlreiche Kontakte mit dem türkischen Drogenlieferanten - später identifiziert in der Person des Beschwerdeführers - gestützt auf die fraglichen Telefongespräche eingestand (angefochtenes Urteil, S. 10 und 11). Mit dieser Beweiswürdigung setzt sich der Beschwerdeführer inhaltlich nicht auseinander (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Das Kantonsgericht verkennt im Weiteren nicht, dass sich aus den Akten weder die Menge noch der Reinhaltsgehalt der vom Beschwerdeführer weitergegebenen Betäubungsmittel ermitteln lässt. Es geht aber gestützt auf die gesamten Umstände davon aus, dass der Beschwerdeführer eine zwar unbestimmte, aber beträchtliche Menge an Heroin an A.________ und B.________ verkauft hat. Entgegen den Einwänden des Beschwerdeführers lässt sich dieser Schluss des Kantonsgerichts mit Blick auf die zahlreichen, den Drogenumsatz betreffenden Gespräche bzw. Kontakte zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Abnehmern A.________ und B.________, welche ihrerseits wegen Widerhandlungen in Bezug auf eine Menge von 448,5 g bzw. 246,75 g reinem Heroin verurteilt wurden, willkürfrei vertreten. Das Kantonsgericht hat sowohl die Täterschaft des Beschwerdeführers wie auch die tatsächlichen Voraussetzungen eines schweren Falles im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ohne Willkür bejaht. Soweit überhaupt genügend substantiierte Rügen dagegen erhoben werden, erweisen sich die Vorbringen des Beschwerdeführers mithin als unbegründet.