Citation: 6B_576/2020 E. 3.5

3.5. In der Beschwerde wird vorgetragen, gerade ausweglose Situationen, in denen der Beschuldigte das Gefühl habe, dass die Verurteilung unmittelbar drohe oder bevorstehe, führten dazu, dass der Angeklagte aus Resignation heraus gestehe (Beschwerde S. 7). Gesteht der Angeklagte in "auswegloser Situation", d.h. angesichts der gegen ihn sprechenden Beweislast nach Besprechung mit und Beratung durch einen versierten Strafverteidiger, so wird nicht einsichtig, inwiefern diese Prozesstaktik nicht vertretbar sein sollte. Die Kritik am Kollegen entbehrt im Blick auf die Beweiswürdigung der Sachlichkeit. Ebenso wenig lassen sich in den "Ermahnungen" (Beschwerde S. 11; vgl. oben E. 3.1) des Polizeibeamten derartige Druckversuche erkennen, dass sich nach der Beschwerde die Frage stellen sollte, ob das Geständnis nicht dem Beweisverwertungsverbot unterliege. Das Geständnis wurde in Anwesenheit von Rechtsanwalt C.________ abgelegt. Wie die Vorinstanz weiter feststellt, wurde in den Einvernahmen eine Haftpsychose nicht angesprochen. Der Brief des Beschwerdeführers an den Staatsanwalt (oben E. 3.1) vermag eine Psychose nicht zu belegen, wie dies die Vorinstanz mangels Anhaltspunkten angesichts der Dramatik einer tatsächlichen Psychose willkürfrei verneint. Nicht nachvollziehbar ist auch der Einwand, bekanntermassen könne der Druck durch eine belastende Beweislage und allfällige Zeugenaussagen auf den Angeklagten so gross sein, dass dieser befürchte, seine Unschuld könne nicht mehr nachgewiesen werden; infolge dessen versuche er durch ein Geständnis die einvernehmende Person nicht mehr zu verärgern, da das ständige Beteuern seiner Unschuld auch als Leugnen der Tat angesehen werden könne, und er hoffe, bei einem Urteil eine Strafmilderung zu bekommen (Beschwerde S. 7). Der Beschwerdeführer zitiert lediglich eine Literaturmeinung betreffend das falsche Geständnis. Das ist kein Prozesssachverhalt. Wie die Vorinstanz feststellt, wirken die Geständnis-Aussagen des Beschwerdeführers weder eingeübt noch vorgegeben, sondern entwickeln sich ganz natürlich, teils spontan aus der Befragung heraus. Beim Widerruf zeige sich ein ganz anderes Aussageverhalten, die Antworten sind knapp und pauschal, entscheidende Erklärungen fehlen und der Beschwerdeführer verwickelt sich in Widersprüche (Urteil S. 14).