Citation: 5C.164/2000 04.04.2001 E. 4

4.-Die Beklagte wirft der Vorinstanz weiter vor, zu Unrecht nicht berücksichtigt zu haben, dass der Klägerin ein grobes Selbstverschulden anzulasten sei; diesbezüglich habe sie nicht nur den Rechtsbegriff des adäquaten Kausalzusammenhangs verkannt, sondern auch gegen Art. 8 ZGB verstossen. a) Unbegründet ist der Vorwurf der Verletzung des Rechts auf Beweis (Art. 8 ZGB), weil die Vorinstanz in Bezug auf das behauptete grobe Selbstverschulden Feststellungen nur im Zusammenhang mit der Schadenersatzbemessung, nicht aber mit einer allfälligen Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs getroffen habe. Die Beklagte bestreitet nicht, dass über die Frage des Selbstverschuldens Feststellungen getroffen wurden. b) Soweit die Beklagte geltend macht, dass die Klägerin ein grobes Selbstverschulden treffe, weil sie nicht selbst Schutzvorkehren gegen steigendes Grundwasser getroffen habe, erweist sich die Berufung ebenfalls als unbegründet. Zwar hatten die Eigentümer der klägerischen Liegenschaft schon seit längerem mit Feuchtigkeitsproblemen zu kämpfen, doch gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass es vor der Abdichtung der Kanalisationsnebenleitung und der dadurch bewirkten Erhöhung des Grundwasserspiegels - abgesehen vom Heizungskeller - zum Einbruch von Grundwasser in die Kellerräume der betroffenen Liegenschaft gekommen wäre. Wenn die Beklagte unter diesen Umständen keine Schutzvorkehren gegen einen steigenden Grundwasserspiegel getroffen hatte, wie dies andere Grundeigentümer in Interlaken getan haben sollen, ist ihr dies nicht als rechtsrelevantes Selbstverschulden anzulasten. Insbesondere musste die Klägerin nicht damit rechnen, dass die Beklagte ohne kompensatorische Massnahmen den Grundwasserspiegel beeinflussende Vorkehren treffen würde, obwohl der hohe Grundwasserstand und die damit verbundenen Probleme in der Gemeinde Interlaken nach den eigenen Ausführungen der Beklagten offenbar bestens bekannt waren. Kann aber von einem Selbstverschulden der Klägerin keine Rede sein, ist auch keine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs gegeben. Es besteht namentlich kein Anlass, dem von der Beklagten in diesem Zusammenhang gestellten Antrag, die Sachverhaltsfeststellung nach Massgabe von Art. 64 OG ergänzen zu lassen, stattzugeben. c) Unzulässig ist die Berufung sodann insoweit, als die Beklagte geltend macht, die Feststellung sei "gänzlich unhaltbar", dass die Leitungssanierung in der Centralstrasse zu einem Anstieg des Grundwasserspiegels geführt habe. Im parallelen Beschwerdeverfahren wurde ausführlich begründet, weshalb diese Feststellung nicht willkürlich ist. Die willkürfreien Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz sind im vorliegenden Verfahren für das Bundesgericht verbindlich (Art. 63 Abs. 2OG). d) Soweit die Beklagte in diesem Zusammenhang schliesslich geltend macht, die Feststellung der Vorinstanz, sie (die Beklagte) habe nicht behauptet, dass das Selbstverschulden der Klägerin kausalitätsunterbrechend gewesen sei, stelle ein offensichtliches Versehen im Sinn von Art. 63 OG dar, ist die Berufung ebenfalls unbegründet. Ob ein Selbstverschulden kausalitätsunterbrechend ist oder nicht, ist nicht Tat-, sondern Rechtsfrage. Von einer versehentlichen Feststellung kann keine Rede sein.