Citation: 2C_397/2020 E. 5.4

5.4. Als wichtigen persönlichen Grund für die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG macht der Beschwerdeführer auch geltend, er sei in seinem Heimatland an Leib und Leben gefährdet, weil er für die schweizerische Polizei als Informant gearbeitet habe und deshalb in seiner Heimat mit Repressalien rechnen müsse. Er bringt in diesem Kontext vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht das Vorliegen von Belegen für die entsprechende geheime und damit naturgemäss schwierig nachzuweisende Tätigkeit für die Polizei verneint. Insbesondere habe die Vorinstanz den Sachverhalt in willkürlicher Weise festgestellt, indem sie eine schriftliche Erklärung der (Ex-) Ehefrau zur Tätigkeit des Beschwerdeführers für die Polizei übergangen habe und trotz der klar für eine solche Tätigkeit sprechenden aktenkundigen Chatprotokolle auf weitere Abklärungen (wie die Einholung einer polizeilichen Bestätigung auf dem Amtshilfeweg) verzichtet habe. Die erwähnten Chatprotokolle wurden im angefochtenen Entscheid als nicht hinreichenden Beleg für die behauptete Informantentätigkeit gewertet, und zwar mit dem Hinweis, es sei daraus nicht ersichtlich, mit wem die entsprechende Unterhaltung geführt worden sei (E. 4.3.2 des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer bringt nichts Konkretes vor, was diese Beweiswürdigung als willkürlich erscheinen liesse (vgl. E. 2.2). Was die erwähnte schriftliche Bestätigung der Ehefrau des Beschwerdeführers betrifft, trifft es zwar zu, dass dieses Schreiben von der Vorinstanz nicht ausdrücklich gewürdigt wurde. Selbst wenn dieses Beweismittel in Ergänzung des vorinstanzlich festgestellten Sachverhalts herangezogen (vgl. zur Sachverhaltsergänzung vorn E. 2.2) und gestützt darauf davon ausgegangen würde, dass der Beschwerdeführer tatsächlich als Informant für die Polizei in der Schweiz tätig war, liesse sich daraus aber nichts zugunsten der Beschwerde ableiten. Es bestehen nämlich - wie die Vorinstanz erkannt hat - keine substanziierten Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer, wenn er denn tatsächlich als solcher Informant tätig gewesen wäre, dadurch in seiner Heimat eher Repressalien ausgesetzt wäre als in der Schweiz. Insbesondere legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist nicht ersichtlich, weshalb seine Identität im Rahmen seiner angeblich geheimen Tätigkeit für die Polizei gegenüber Aussenstehenden enttarnt worden und er damit zur Zielscheibe von möglichen Repressalien geworden wäre. Aus diesen Gründen bestand für die Vorinstanz von vornherein kein Anlass, weitere Sachverhaltsabklärungen über das tatsächliche Vorliegen einer polizeilichen Informantentätigkeit durchzuführen und etwa eine Auskunft der Polizei einzuholen. Eine Gefährdung des Beschwerdeführers in seinem Heimatland ist gestützt auf das erwähnte Schreiben nicht auszumachen.