Citation: 4P.38/2007 22.05.2007 E. 6

Willkür liegt nach ständiger Rechtsprechung nicht schon vor, wenn eine andere Lösung vertretbar oder gar vorzuziehen wäre; das Bundesgericht hebt einen Entscheid vielmehr nur auf, wenn dieser mit der tatsächlichen Situation in offensichtlichem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei rechtfertigt sich die Aufhebung des angefochtenen Entscheides nur, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 129 I 49 E. 4 S. 58 mit Verweis). Dem Sachgericht steht insbesondere bei der Würdigung der Beweise ein grosser Ermessensspielraum zu. Willkür ist hier nur zu bejahen, wenn das Gericht offensichtlich den Sinn und die Tragweite eines Beweismittels verkannt, ohne vernünftigen Grund ein wichtiges und erhebliches Beweismittel unberücksichtigt gelassen oder aus den vorhandenen Elementen offensichtlich unhaltbare Schlüsse gezogen hat (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9 mit Verweisen). 6.1 Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt hat im angefochtenen Entscheid das von der Beschwerdeführerin zum Beweis des Darlehens eingereichte, angeblich vom Beschwerdegegner verfasste und unterschriebene Schriftstück nicht zu seiner Überzeugung als echt betrachtet. Es hat dabei berücksichtigt, dass der vom Zivilgericht bestellte Experte in seinem Gutachten Wahrscheinlichkeitsgrade zwischen "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit", "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit", "mit hoher Wahrscheinlichkeit", "wahrscheinlich" und "non liquet" unterscheidet. Dass der von der Beschwerdeführerin vorgelegte "Darlehensvertrag" nach der Schlussfolgerung des Experten "wahrscheinlich" echt ist, vermochte das Gericht von der Echtheit nicht zu überzeugen. Es folgte der Beschwerdeführerin aufgrund der Antwort des Experten auf die Ergänzungsfragen auch nicht, dass der Beschwerdegegner bei den Schriftproben nicht hinreichend kooperiert hatte oder dass er der Beschwerdeführerin den Beweis sonst erschwert oder vereitelt habe, zumal nichts darauf hindeute, dass er als Schausteller über beliebig viele unbefangen entstandene Schreibleistungen verfüge. Den Beweis hielt das Appellationsgericht schliesslich auch nicht durch die Aussagen der Auskunftsperson C.________ für erbracht. 6.2 Die Beschwerdeführerin rügt sinngemäss, das Appellationsgericht habe willkürlich das behauptete Darlehen nicht für bewiesen gehalten. Das Gericht sei in Willkür verfallen, indem es ihrem Vorbringen nicht gefolgt sei, dass das vom Beschwerdegegner zur Verfügung gestellte Schriftprobenmaterial völlig ungenügend und dass der Beschwerdegegner ein unkooperativer Schreiber gewesen sei. Die Beschwerdeführerin betont, dass sie stets weitere Schriftproben verlangt habe und hält dafür, das Appellationsgericht hätte den Beschwerdegegner zur Einreichung weiterer Schriftproben auffordern müssen. Sie kritisiert den Schluss des Appellationsgerichts, dass die Würdigung des Experten als "wahrscheinlich" die Echtheit nicht hinreichend ausweise und vertritt auch die Ansicht, das Appellationsgericht habe ohne Willkür die Aussage des als Auskunftsperson befragten C.________ nicht als unglaubwürdig verwerfen dürfen, da ein Konkubinat mit der Beschwerdeführerin stets bestritten, kein Beweis über dessen Aufenthalt erhoben und keine neue Befragung in zweiter Instanz erfolgt sei. 6.3 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen eine willkürliche Würdigung der Beweise durch das Appellationsgericht nicht auszuweisen. Das Appellationsgericht konnte gestützt auf das Ergänzungsgutachten des Schriftexperten vom 7. Juli 2006 in vertretbarer Weise schliessen, dass sich der Beschwerdegegner nicht unkooperativ verhalten hatte, dass weitere "unbefangene" Schriftproben nicht vorhanden sind und dass zusätzlich erstellte am Ergebnis nichts ändern würden. Dass das Gericht die Schlussfolgerung des Experten, wonach der "Darlehensvertrag" nur "wahrscheinlich" echt sei, angesichts der anderen möglichen Qualifikationen für die Überzeugung der Echtheit nicht als hinreichend erachtete, ist plausibel und keineswegs willkürlich. Das Gericht konnte aufgrund der Antworten des Experten auf die Ergänzungsfragen in vorweggenommener Würdigung auch ohne Verletzung des Willkürverbots annehmen, dass eine Befragung an diesem Ergebnis nichts geändert hätte. Schliesslich verfiel das Appellationsgericht auch nicht in Willkür, wenn es die Aussage des vor Zivilgericht - entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin als Auskunftsperson, nicht als Partei - einvernommenen C.________ als unglaubwürdig verwarf. Dass dieser bei der Beschwerdeführerin wohnte, war im kantonalen Verfahren nicht umstritten. Wenn das Appellationsgericht dessen protokollierte Aussagen in Berücksichtigung dieses Umstandes würdigte, ist dies mindestens sachlich vertretbar. 6.4 Das Appellationsgericht hat das Willkürverbot nicht verletzt, wenn es aufgrund sämtlicher Umstände - auch in Berücksichtigung des ausstehenden Restkaufpreises für den Campingwagen - den Beweis für das behauptete Darlehen nicht als zu seiner Überzeugung geleistet ansah. Inwiefern das Gericht im Übrigen die Beweise in schlechterdings nicht vertretbarer Weise und damit willkürlich gewürdigt haben sollte, wenn es die Verrechnungseinrede des Beschwerdegegners im Umfang von Fr. 450.-- schützte und die Forderungen aus Platzmieten abwies, wird in der Beschwerde nicht in einer Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise begründet. Die staatsrechtliche Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann.