Citation: 7B_734/2023 E. 6.4

6.4. Der vorinstanzlichen Einschätzung ist beizupflichten. So kann nicht in Abrede gestellt werden, dass der Vollzug einer Freiheitsstrafe unter Umständen die berufliche Situation des Betroffenen, die damit verbundene Tagesstruktur und eine bereits begonnene therapeutische Behandlung tangiert. Dies bedeutet jedoch nicht zwingend, dass dadurch die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung erheblich beeinträchtigt würden, wie es der ausnahmsweise Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe verlangt. Derartiges stellt vorliegend auch der Sachverständige nicht fest. Die Vorinstanz durfte seine Ausführungen zudem im dargestellten Sinn interpretieren, ohne ihm nochmals die Frage zu stellen, inwiefern die Resozialisierung bei Nichtgewährung des Strafaufschubs verhindert oder erheblich erschwert wird. Dies gilt umso mehr, als die gutachterlichen Ausführungen bereits die Antwort auf die Frage nach "vorherigem oder gleichzeitigem Strafvollzug und Erfolg/Beeinträchtigung einer ambulanten Massnahme" darstellen (vgl. kantonale Akten pag. 899). Die Vorinstanz verletzt somit kein Bundesrecht, wenn sie einen Aufschub des Strafvollzugs ablehnt und auf den Regelfall des gleichzeitigen Vollzugs von Freiheitsstrafe und ambulanter Massnahme erkennt.