Citation: U 337/04 30.03.2005 E. 3

Der Verfügung vom 17. März 1999 lag die von Arbeitgeberin, Beschwerdeführer und SUVA gemeinsam getroffene Annahme zu Grunde, dass der Versicherte in der von der Arbeitgeberin für ihn nach Eintritt des Gesundheitsschadens geschaffenen Stelle im Vergleich zu einer gesunden Person eine um rund 20 % reduzierte Leistung erbringen könne. Zuvor hatte die Firma einen neuen Arbeitsvertrag für den Versicherten ausgearbeitet, wobei als Nettolohn jener eingesetzt wurde, den der Beschwerdeführer auch in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit in der Produktion erzielt hätte (Fr. 3725.- x 13). Die bisherige Schichtzulage von durchschnittlich Fr. 131.- im Monat im Jahr 1997 fiel dagegen weg. Zum Nettolohn führte die Arbeitgeberin am 13. Januar 1999 näher aus, dieser basiere auf der Annahme einer vollen Leistungsfähigkeit in der neuen Tätigkeit, was indessen (zur Zeit noch) nicht der Fall sei; sobald der von einem leidensbedingten Minderverdienst von 20 % ausgehende Rentenentscheid vorliege, werde deshalb der Lohn in diesem Ausmass (und damit der tatsächlichen Leistung entsprechend nach unten) angepasst. Im Vergleich zum Zeitpunkt der erstmaligen Rentenzusprechung vom 17. März 1999 hat sich die Situation insoweit geändert, als der Versicherte nach Einschätzung der Arbeitgeberin vom 28. August 2002 in der leidensangepassten Tätigkeit nunmehr eine volle Leistung zu erbringen vermag. Diese Einschätzung entspricht einer bei Amputationen eines einzelnen Fingers der adominanten Hand häufig zu beobachtenden Erfahrungstatsache (BGE 106 V 50 Erw. 2a mit Hinweisen; RKUV 1987 Nr. U 18 S. 306; unveröffentlichte Urteile P. vom 4. Februar 1992, U 74/91, und P. vom 5. Januar 1989, U 46/88) und wird vom Beschwerdeführer denn auch als solche nicht in Abrede gestellt. Nach einer gewissen Anpassungszeit kann der Verlust häufig kompensiert werden. Für eher grobmotorische Fertigkeiten erheischende Tätigkeiten führt diese Angewöhnung mit zunehmendem Zeitablauf erfahrungsgemäss zu einem gänzlichen Ausgleich, insbesondere wenn es - wie beim Beschwerdeführer - der Ringfinger und nicht etwa der Daumen ist, dessen Funktion durch andere Finger ausgeglichen werden muss. Nach den verfügbaren Unterlagen spricht nichts für eine - entgegen der unfallmedizinischen Erfahrungsregel - ausgebliebene Angewöhnung (Bericht über die Leistungsprüfung vom 29. August 2002). Der ab 11. August 2003 geltend gemachte Rückfall ist von dieser Beurteilung nicht erfasst. Ist eine im Vergleich zur Situation im Jahre 1999 voraussichtlich dauerhaft erheblich verbesserte Leistungsfähigkeit auszumachen, ist die Invalidenrente einer Revision mit Wirkung ab November 2002 zugänglich. Denn es genügt, wenn die erwerblichen Auswirkungen wegen voraussichtlich bleibender oder längere Zeit dauernder erhöhter oder gesunkener Leistungsfähigkeit nicht mehr die gleichen sind, was bei einer verbesserten Eingliederung zutrifft. Diesfalls handelt es sich nicht um eine unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel unerhebliche abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustandes (BGE 112 V 372 Erw. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 Erw. 3a mit Hinweisen).