Citation: U 56/05 18.07.2005 E. 2.2

2.2.1 Eine Erhöhung der - mit Blick auf die durch den Unfall vom 23. Oktober bedingte "mässige Gonarthrose rechts" auf 20% (Referenzwert gemäss Tabelle 5 der von der medizinischen Abteilung der SUVA erarbeiteten Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form [sog. Feinraster; vgl. dazu BGE 124 V 32 Erw. 1c]: 10-30%) festgesetzten - Integritätsentschädigung (Verfügung vom 10. Mai 1999) hat die Vorinstanz trotz des Umstands verneint, dass in der sachbezüglichen Stellungnahme des Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 17. Juni 2002 nunmehr eine "mässige bis schwere Gonarthrose rechts" festgestellt wurde und der praxisgemässe Referenzwert für die Bemessung des Integritätsschadens bei schweren Arthrosen bei 30-40% liegt. Zur Begründung gab sie an, beim Beschwerdeführer bestehe die Möglichkeit einer Knietotalendoprothese (wobei aus Altersgründen noch zuzuwarten sei), welche bei gutem Erfolg die Annahme einer Integritätseinbusse von 20% rechtfertige. Eine Integritätsentschädigung dieses Umfangs sei dem Versicherten aber bereits zugesprochen worden, weshalb eine Erhöhung zum heutigen Zeitpunkt ausser Betracht falle. 2.2.2 Das kantonale Gericht weicht in seiner Argumentation ausdrücklich von der vom Eidgenössischen Versicherungsgericht in RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff. dargelegten Rechtsprechung ab, wonach die Bemessung des Integritätsschadens bei Funktionsausfall oder Gebrauchsunfähigkeit eines Organs auch bei der Versorgung mit Endoprothesen - wie bei der Versorgung mit Hilfsmitteln (Ziff. 1 Abs. 4 des Anhangs 3 zur UVV; vgl. dazu BGE 115 V 149 Erw. 3a) - nach dem unkorrigierten Zustand zu erfolgen hat. Zur Begründung verweist die Vorinstanz hauptsächlich auf die im Beitrag von Dr. iur. Thomas Frey und Dr. med. Erich Bär, Endoprothesen und Integritätsentschädigung, in: SZS 2004 S. 339 ff. gegen die höchstrichterliche Rechtsprechung vorgebrachten Einwände, denen zufolge das Abstellen auf den unkorrigierten Zustand vor allem dem vorherrschenden medizinischen Krankheitsverständnis und der Logik, aber auch langjähriger Verwaltungspraxis sowie europaweiten Standards zuwiderlaufe. Vor diesem Hintergrund, aber auch mangels Sachgerechtigkeit einer Gleichbehandlung von Endoprothesen und - bei der Integritätsentschädigung nicht zu berücksichtigenden Hilfsmitteln - erweist es sich nach Auffassung der Vorinstanz als richtig, bei der Bemessung des Integritätsschadens der möglichen Versorgung mit einer Gelenks-Endoprothese Rechnung zu tragen. Die im erwähnten Beitrag der bei der SUVA tätigen Autoren Frey/Bär - dargelegte Argumentation entspricht im Wesentlichen der von der SUVA im Verfahren U 313/02 geäusserten Kritik, welche das Eidgenössische Versicherungsgericht mit Urteil vom 4. September 2003, auszugsweise publiziert in RKUV 2003 Nr. U 496 S. 403 ff., zurückgewiesen hat. Bär/Frey setzen sich zwar punktuell auch mit diesem aktuelleren, die Schlussfolgerungen in RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff. bestätigenden Urteil auseinander. Doch auch im Lichte ihrer diesbezüglichen Ausführungen besteht kein Anlass, die Rechtsprechung gemäss RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff. erneut zu überprüfen. Dies gilt namentlich hinsichtlich des Standpunkts des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, wonach Zweck der Integritätsentschädigung der Ausgleich einer unfallbedingten - durch eine Endoprothese-Versorgung nicht zu beseitigende - Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Unversehrtheit (= Integrität) ungeachtet der Auswirkungen auf die Lebensfunktionen und die allgemeine Lebensgestaltung ist. 2.2.3 Wird die Möglichkeit einer prothetischen Versorgung ausser Acht gelassen, so würde nach den Erwägungen des kantonalen Gerichts die im Jahre 2002 festgestellte "mässige bis schwere Pangonarthrose" einer Integritätseinbusse von 30-35% entsprechen. So rechtfertige die Beurteilung "... bis schwer" noch nicht die Annahme einer schweren Arthrose mit maximalem Referenzwert von 40%; die Einstufung "mässig bis...." ihrerseits verlange, innerhalb der Skala der mässigen Arthrosen den Höchstwert von 30% (vgl. Erw. 2.2.1 hievor) zu Grunde zu legen. Im Lichte dieser Überlegungen ist es sachgerecht, die durch die mässige bis schwere Pangonarthrose bewirkte Integritätseinbusse auf den Mittelwert von (brutto) 35% zu veranschlagen, was dem Antrag des Beschwerdeführers entspricht (vgl. auch RKUV 2003 Nr. U 496 S. 404 Erw. 4.1).