Citation: 2A.548/2005 04.10.2005 E. 3

3.1 Das Verwaltungsgericht geht in seinem Urteil von der dargestellten Rechtsprechung zur missbräuchlichen Berufung auf die Ehe aus. Nach relativ kurzer Ehedauer haben sich die Ehegatten am 1. Oktober 2002 getrennt und seither nicht mehr zusammengelebt. Die Gründe, die zum Scheitern der Ehe geführt haben, sind nicht von Belang. Gemäss für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz wollte sich der Ehegatte seit der Trennung scheiden lassen und hielt seither an seinem Scheidungswillen fest. Demgegenüber widersetzte sich die Beschwerdeführerin der Scheidung vor allem, weil sie befürchtete, die Schweiz verlassen zu müssen. Hinweise darauf, dass die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid offensichtlich unrichtig wären (Art. 105 Abs. 2 OG), sind nicht ersichtlich und gehen namentlich auch nicht aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin hervor. Zu den schriftlichen Aussagen des Ehegatten vor dem Ausländeramt konnte sich die Beschwerdeführerin äussern, und sie konnte auch Beweisanträge stellen. Das Verwaltungsgericht durfte daher die Aussagen des Ehemannes mitberücksichtigen, ohne eine Gehörsverletzung zu begehen. Aufgrund der Dauer und der Umstände der Trennung sowie der Tatsache, dass die Ehe für den Ehegatten offensichtlich definitiv gescheitert war, konnte die Beschwerdeführerin nicht ernsthaft damit rechnen, das eheliche Zusammenleben werde zu irgend einem Zeitpunkt nochmals aufgenommen. Dass die Beschwerdeführerin unter anderem nicht in die Scheidung einwilligte, damit sich das Pensionskassenguthaben vergrösserte, konnte jedenfalls keine Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Zusammenlebens begründen. Umstände oder eigene Bemühungen, die darauf hätten schliessen lassen, dass konkret Hoffnung auf Versöhnung bestand, macht die Beschwerdeführerin keine geltend. 3.2 Bei gesamthafter Betrachtung aller Indizien musste sich für das Verwaltungsgericht der Schluss aufdrängen, dass keine Aussichten auf Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft mehr bestanden und dass die Ehe bereits vor Entstehung eines Anspruchs auf die Niederlassungsbewilligung definitiv gescheitert war. Wenn sich die Beschwerdeführerin unter den dargelegten Umständen dennoch auf die Ehe beruft, um die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bzw. die Erteilung der Niederlassungsbewilligung zu erwirken, handelt sie nach feststehender Praxis des Bundesgerichts rechtsmissbräuchlich. Anlass, auf diese Rechtsprechung zurückzukommen, besteht im Übrigen nicht. Dass das Verwaltungsgericht auf den Antrag auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung formell nicht eingetreten ist, ist ohne Belang. Es hat in den Erwägungen auch die Frage des Entstehens eines Anspruchs auf eine Niederlassungsbewilligung geprüft und zu Recht verneint. Die Vorinstanz hat folglich mit dem angefochtenen Urteil Bundesrecht nicht verletzt.