Citation: 2C_29/2024 E. 6.2

6.2. Sind der kantonalen Ausländerbehörde die wesentlichen Umstände, die auf eine Scheinehe hinweisen könnten, im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung bekannt und erteilt sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung dennoch, fällt ein späterer Widerruf nur gestützt auf die bereits bekannten Sachumstände ausser Betracht (vgl. Urteile 2C_631/2018 vom 4. April 2019 E. 3.2; 2C_801/2013 vom 18. März 2014 E. 3). Vorliegend führte die ausländerrechtliche Behörde jedoch aufgrund von nach der (erneuten) Erteilung der Aufenthaltsbewilligung bekannt gewordener, neuer Sachumstände eine entsprechende Prüfung durch und widerrief die erteilte Bewilligung aufgrund der neu festgestellten Behördentäuschung, wozu sie grundsätzlich berechtigt ist.