Citation: 2C_27/2015 E. 2.4

2.4. Die Abgrenzung der selbständigen Erwerbstätigkeit von der blossen Vermögensverwaltung spielt hauptsächlich bei der Veräusserung von Liegenschaften und Wertschriften eine Rolle. Zum Liegenschaftenhandel besteht eine reichhaltige Rechtsprechung. Ob eine auf Erwerb gerichtete Tätigkeit vorliegt oder blosse Verwaltung des eigenen Vermögens, richtet sich danach, ob die Veräusserung im Rahmen einer Erwerbstätigkeit erfolgt. Das lässt sich im Normalfall nicht anhand eines einzelnen Merkmals ermitteln. In der Regel ist erst aus der Verschränkung mehrerer Indizien ersichtlich, dass eine auf Erwerb gerichtete Tätigkeit vorliegt, die sich zudem von der blossen Vermögensverwaltung abhebt (Noël, a.a.O., N. 17 zu Art. 18 DBG, auch zum Folgenden). In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung haben sich Merkmale (Indizien) herausgebildet, die entsprechend ihrer Ausprägung und im Gesamtzusammenhang eine Liegenschaftstätigkeit indizieren können (aus der Rechtsprechung, vgl. BGE 125 II 113 E. 6a S. 124; 122 II 446 E. 3b S. 449 f.; Urteile 2C_1048/2013 vom 25. August 2014 E. 2.2, in: StR 69/2014 S. 790; 2C_455/2011 vom 5. April 2012 E. 5.1; 2C_403/2009 vom 1. März 2010 E. 2, in: StE 2011 B 23.1 Nr. 69, StR 65/2010 S. 458, RDAF 2010 II 600). Es handelt sich im Wesentlichen um folgende Merkmale (zit. nach Noël, a.a.O., N. 17 zu Art. 18 DBG) : - der enge Bezug der Geschäfte zur beruflichen Aktivität - Einsatz spezieller Fachkenntnisse - systematisches und planmässiges Vorgehen - kurze Besitzesdauer - Häufigkeit der Liegenschaftsgeschäfte - Einsatz erheblicher Fremdmittel - Reinvestition des Gewinns - Realisierung im Rahmen einer Personengesellschaft Allerdings bleibt auch anhand dieser Merkmale die Abgrenzung der privaten Vermögensverwaltung von der auf Erwerb gerichteten Tätigkeit schwierig (Noël, a.a.O., N. 19 zu Art. 18 DBG; s. auch Reich, a.a.O., N. 16 zu Art. 18 DBG). Wichtig ist daher auch die Begründung zum Entscheid, welche die vorgenommenen Wertungen offen legen und als Richtschnur für die Einordnung künftiger Fälle dienen muss.