Citation: 6B_1066/2022 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdeführerin unterliege im Berufungsverfahren vollumfänglich, weshalb ihr gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO die Kosten des Berufungsverfahren aufzuerlegen seien. Die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der Beschwerdeführerin von Fr. 8'800.-- inklusive Auslagen und MWST nimmt die Vorinstanz einstweilen auf die Gerichtskasse, unter Vorbehalt der Nachforderung gegenüber der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 135 Abs. 4 StPO in Verbindung mit Art. 138 Abs. 1 StPO. Die Vorinstanz zitiert BGE 139 IV 45, wonach die Privatklägerschaft die Verteidigungskosten der beschuldigten Person zu tragen hat, wenn die einzig von der Privatklägerschaft erhobene Berufung abgewiesen wird (vgl. dort E. 1). Dementsprechend verpflichtet sie die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 432 Abs. 1 StPO, dem Beschwerdegegner 2 für seine Wahlverteidigung im Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 5'200.-- inklusive Auslagen und MWST zu bezahlen. Dies ist nicht zu beanstanden. Zwar hält die Strafprozessordnung anders als Art. 118 Abs. 3 ZPO nicht ausdrücklich fest, dass die unentgeltliche Rechtspflege nicht von der Bezahlung einer Parteientschädigung an die Gegenpartei befreit. Doch muss dies auch im Strafprozess gelten, weil dadurch die Prozessführung nicht berührt wird (MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl, 2014, N. 7 zu Art. 136 StPO; VIKTOR LIEBER, in: SK- Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 9 zu Art. 136 StPO). Daher hält die Vorinstanz zutreffend fest, dass die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegner 2 zu entschädigten hat, obwohl ihr die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde. Dies beanstandet die Beschwerdeführerin denn auch nicht.