Citation: 6B_82/2018 E. 3.5.1

3.5.1. Der Beschwerdeführer argumentiert, das Gutachten von Dr. med. G.________ stelle keine rechtsgenügende Entscheidgrundlage im Sinne von Art. 56 Abs. 3 StGB dar, da es die Diagnose einer (paranoiden) Schizophrenie nicht ausreichend vertieft prüfe, sich nicht mit den diesbezüglichen Feststellungen anderer Ärzte auseinandersetze, in diesem Zusammenhang in sich widersprüchlich und insgesamt unvollständig sowie mangelhaft sei. Mit seiner Kritik zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, dass die vorinstanzliche Beurteilung des psychiatrischen Gutachtens als schlüssig und nachvollziehbar, offensichtlich unhaltbar ist, zumal er sich kaum mit den vorinstanzlichen Ausführungen auseinandersetzt. Grundsätzlich kann auf diese verwiesen werden. Der Sachverständige zeigt zunächst auf, wie und weshalb er die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, mit emotional instabilen (impulsiven), narzisstischen und histrionischen Anteilen stellt. Dabei geht er unter anderem auf die Krankengeschichte des Beschwerdeführers, die bei den Akten liegenden Gutachten und seine eigenen Untersuchungen ein (kantonale Akten, act. B/67 S. 85 ff.). In der Folge diskutiert er differentialdiagnostisch die vom behandelnden Arzt des Beschwerdeführers gestellte Diagnose einer paranoiden Schizophrenie. Dabei begründet er zwar kurz, aber nachvollziehbar, weshalb er basierend auf der Anamnese und der erhobenen Psychopathologie zum Schluss gelangt, dass das beim Beschwerdeführer aktuell beobachtbare Verhalten für eine paranoide Schizophrenie atypisch wäre (kantonale Akten, act. B/67 S. 90 ff.). Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorbringt, das Gutachten sei widersprüchlich, da darin verschiedene beim Beschwerdeführer erkennbare Symptome einer paranoiden Schizophrenie beschrieben, jedoch die entsprechende Diagnose dennoch verneint werde, ist auf die vorinstanzliche Begründung hinzuweisen. Diese hält zutreffend fest, der Gutachter verneine das Vorliegen einer paranoiden Schizophrenie beim Beschwerdeführer, weil er die entsprechenden Symptome als vorgetäuscht erachte, und nicht, weil er entsprechende Symptome, wenn sie denn vorliegen würden, nicht zu den Merkmalen einer Schizophrenie zähle (Urteil E. III.5.d/ee S. 38). Auch begründet der Sachverständige anhand des typischen Krankheitsbilds eines Schizophrenen nachvollziehbar, weshalb er das beim Beschwerdeführer beobachtbare Verhalten als atypisch für eine paranoide Schizophrenie bezeichnet. Die vom Beschwerdeführer ins Recht gelegte Ansicht von Dr. med. H.________, wonach die vom Sachverständigen angeführten Beispiele vage und nicht aussagekräftig seien sowie in keinem Lehrbuch stünden, vermag keine Zweifel an der Schlüssigkeit des sachverständigen Gutachtens zu begründen. Schliesslich weist der Gutachter darauf hin, dass bereits frühere Sachverständigen ein vortäuschendes Verhalten des Beschwerdeführers vermuteten. Sodann hält der Gutachter zutreffend fest, dass der zeitliche Referenzpunkt der Begutachtung, insbesondere hinsichtlich der Frage der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit, das Jahr 2009 sei. Diesbezüglich würden sich aus den Informationen in den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2009 oder in den Jahren zuvor an einer paranoiden Schizophrenie oder an einer anderen Störung aus dem Spektrum der F2-Störungen gelitten habe. Demgegenüber habe die kombinierte Persönlichkeitsstörung zu diesem Zeitpunkt, wenn auch noch nicht im heutigen Ausprägungsgrad, bereits vorgelegen (kantonale Akten, act. B/67 S. 92). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz zum Schluss gelangt, die im Gutachten gestellte Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung sei einleuchtend und der Sachverständige habe die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie mit überzeugender Begründung verworfen. Auch hat sich die Vorinstanz hinreichend mit der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Kritik auseinandergesetzt und diese nachvollziehbar entkräftet. Obwohl die Diagnosestellung selbstredend als medizinische Frage von einer Fachperson vorzunehmen beziehungsweise zu überprüfen ist, ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz in die Prüfung der Schlüssigkeit des Gutachtens die Eindrücke der Verfahrensbeteiligten miteinbezieht. Auch die vom Beschwerdeführer eingereichten Berichte sind nicht geeignet, Zweifel an der Schlüssigkeit des Gutachtens zu begründen. Die Vorinstanz ist nicht verpflichtet, ein Obergutachten einzuholen.