Citation: 1C_395/2022 E. 6

Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass die geplanten (Hoch-) Bauten nicht zulässig seien. Zur Begründung führt sie aus, dass auch ohne rechtskräftige Ausscheidung von Pufferzonen durch den Kanton eine Baubewilligung ausserhalb des eigentlichen Schutzperimeters nur erteilt werden dürfe, wenn dadurch nicht offensichtlich die Schutzziele des Moors beeinträchtigt und damit die Erhaltung des Objekts geschmälert werde. Gemäss dem im Auftrag der Fachstelle Naturschutz des Amts für Landschaft und Natur des Kantons Zürich erstellten Gutachten "Störungspuffer Robenhauserriet, Biologisches Gutachten für den Südrand des kantonalen Natur- und Landschaftsschutzgebiets 'Pfäffikersee'" vom Juni 2012 könne die Einschränkung der Weitsicht in der Nähe von Fortpflanzungsgebieten verschiedener Tierarten zum lokalen Verschwinden insbesondere der Bekassine und des Kiebitzes, beitragen. Die Nutzungen im Siedlungsgebiet am südlichen Moorrand seien derart zu gestalten, dass in einem Bereich von 100 m Breite entlang des Moorperimeters keine Sichthindernisse in Form von Gebäuden, Bäumen, hohen Hecken oder anderen vergleichbaren Strukturen stünden. Nur so könne eine Verschlechterung der jetzigen Situation verhindert werden. Vor diesem Hintergrund, so die Vorinstanz, stünden die moorschutzrechtlichen Bestimmungen den geplanten Bauvorhaben entgegen: die Hochbauten würden so näher an das Moor heranrücken und den geeigneten Lebensraum der fraglichen Vogelarten aufgrund der Einschränkung der Weitsicht weiter zurückdrängen. Dies sei eine unzulässige weitergehende Beeinträchtigung und ein Widerspruch zur ungeschmälerten Erhaltung des Flachmoors. Das Baurekursgericht habe sodann ohne weitere Begründung davon ausgehen dürfen, dass sich der gesamte Moorperimeter (bis zu den Rändern) als Nistgebiet eignen müsse. Es bestehe im Übrigen kein Raum für Interessenabwägungen, wenn wie hier eine Beeinträchtigung des Schutzobjekts vorliege. Die Anwendung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes komme nur in Betracht, wenn eine drohende Beeinträchtigung mit weniger einschneidenden Massnahmen gebannt werden könne. Schliesslich müsse die Frage, ob aus dem Moorschutzrecht ein generelles Bauverbot resultiere, im Rahmen des zulässigen Prozessgegenstands nicht beantwortet werden.