Citation: 6B_1119/2022 E. 3.3.1

3.3.1. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass sein Tatbeitrag über eine gehilfenschaftliche Förderung der Haupttaten der Mitbeschuldigten E.________und F.________ hinaus geht. Durch das Verteilen von Kondomen, seine Anwesenheit im Schlafzimmer und das zeitweise Filmen hat er die Mitbeschuldigten in ihrem Tun erheblich bestärkt. Er hat dieses Tun nicht nur gebilligt, sondern mit dem Verteilen der Kondome aktiv gefördert und sich den Entschluss der Mitbeschuldigten, die Beschwerdegegnerin 2 zu vergewaltigen und sexuell zu nötigen, zu eigen gemacht. Darin unterscheidet sich sein Verhalten wesentlich von demjenigen des Beschuldigten D.________, welcher lediglich in der Wohnung - und nur kurz im Schafzimmer - der Beschwerdegegnerin 2 verblieb und dadurch zu deren Zwangssituation resp. zur psychischen Unterstützung der Mitbeschuldigten untergeordnet beitrug, was die Vorinstanz nachvollziehbar als Gehilfenschaft qualifizierte. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers spielt für die mittäterschaftliche Qualifikation zudem keine Rolle, ob das Opfer von seinem Aufenthalt in der Wohnung oder vom Filmen wusste. Abgesehen davon, dass er sich den Vorsatz der Mitbeschuldigten bereits durch das Verteilen der Kondome zu eigen gemacht hat, hat er die Haupttaten durch seine Anwesenheit konstitutiv ermöglicht. Es reicht aus, dass die Mitbeschuldigten um den Aufenthalt des Beschwerdeführers im Schlafzimmer wussten, was die Vorinstanz willkürfrei annimmt. Damit hat er sie in ihrem Tun bestärkt und dieses mitgetragen. Dies gilt auch für das Filmen. Entgegen seinem diesbezüglichen Einwand liegt kein unlösbarer Widerspruch darin, dass sich die Mitbeschuldigten dadurch gestört fühlten und die Vorinstanz dennoch annimmt, er habe sie damit bestärkt und ihr Verhalten befürwortet und unterstützt. Es schadet daher nicht, dass die Beschwerdegegnerin 2 das Filmen nicht bemerkte. Im Übrigen haben die Beschuldigten durch ihre zahlenmässige Übermacht gesamthaft zur Ausweglosigkeit der Situation der Beschwerdegegnerin 2 beigetragen, wenngleich diese nicht einzelne Personen erkannt haben mag. Der Beschwerdeführer bestreitet seine Anwesenheit im Schlafzimmer während der Taten der andern denn auch zu Recht nicht. Mit Blick auf die gemeinsame Tatbegehung im Sinne von Art. 200 StGB entlastet es den Beschwerdeführer zudem nicht, dass er sich während der Handlungen der Mitbeschuldigten mit einem Fuss auf dem Balkon - zum Schlafzimmer - aufhielt. Das Bundesgericht hat diesbezüglich erwogen, dass der von mehreren Tätern gemeinschaftlich ausgeübte Zwang auf das Opfer nicht davon abhängt, ob sich immer alle Beschuldigten im selben Raum mit dem Opfer befinden (BGE 125 IV 199 E. 3c; Urteile 6B_589/2021 vom 8. Juni 2022 E. 2.1; 6B_95/2015 vom 25. Januar 2016 E. 7.4). Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er und die Mitbeschuldigten E.________und F.________ hätten sich nicht in sexueller Absicht zur Beschwerdegegnerin 2 begeben, sondern um Alkohol zu konsumieren, entfernt er sich vom verbindlichen Sachverhalt, ohne Willkür darzutun. Die Vorinstanz widerlegt dieses Argument schlüssig, indem sie erwägt, den Beschuldigten sei bereits beim Verschwinden von D.________ klar gewesen, dass er mit der Beschwerdegegnerin 2 Sex haben wollte (oben E. 2.2.1). Sie nimmt gestützt auf deren Angaben nachvollziehbar an, alle Beschuldigten hätten aus sexueller Neugier gehandelt. Ausserdem steht fest, dass D.________ beim Erscheinen der Mitbeschuldigten noch mit der Beschwerdegegnerin 2 zugange war. Der Beschwerdeführer weicht daher ebenfalls vom verbindlichen Sachverhalt ab, wenn er behauptet, als er die Kondome verteilt habe, hätten die Mitbeschuldigten noch keine Absicht zum Sexualverkehr gehabt. Dies gilt gleichermassen für sein Vorbringen, er habe das Filmen bereits beendet, bevor der Beschuldigte E.________mit seinen sexuellen Handlungen begonnen habe. Unter den vorstehend geschilderten Umständen entlastet es den Beschwerdeführer ebenfalls nicht, dass er sich nach den inkriminierten Handlungen passiv verhielt. Seine objektiv als mittäterschaftlich zu würdigenden Tatbeiträge entfallen dadurch nicht. Entgegen seiner Auffassung wird ihm auch kein blosses Unterlassen vorgeworfen. Das von ihm zitierte Urteil 6B_1437/2020 vom 22. September 2021 ist daher nicht einschlägig. Auch indem der Beschwerdeführer ein Handeln der Mitbeschuldigten gegen den erkennbaren Willen der Beschwerdegegnerin 2 in Abrede stellt, belegt er keine Willkür. Nach dem zum Sachverhalt Gesagten kann ebenfalls keine Rede davon sein, dass dem Beschwerdeführer die Unfreiwilligkeit erst nach dem Akt von E.________bewusst geworden sein soll (oben E. 2.2.4).