Citation: 1C_497/2021 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführer rügen eine unvollständige und mangelhafte Sachverhaltsfeststellung. Sie machen geltend, dem Amtsbericht des kantonalen Amts für Umwelt (AfU) vom 28. September 2019, auf den die kantonalen Instanzen unter anderem abstellten, komme als amtliche Expertise kein erhöhter Beweiswert zu. Zudem lasse der Amtsbericht verschiedene Fragen unbeantwortet. Unsicherheiten bestünden im Zusammenhang mit der Altlastendeponie Degenau, die sich im Zuströmbereich der Schutzzone S3 befinde und als überwachungsbedürftig angesehen werde, aber kein Überwachungskonzept aufweise. Ob die Quellwasserfassung bei einer allfälligen Sanierung der Altlastendeponie weiter betrieben werden könne, sei unklar. Unvollständig erhoben sei sodann der Sachverhalt im Hinblick auf die Schüttmengen und ausserdem auch bezüglich der Verkehrsanlagen. Die vorgesehenen Schutzzonen S2 und S3 würden sowohl die Nationalstrasse A1 als auch eine Kantonsstrasse tangieren. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) habe zwar keine Einwände gegen die definitive Ausscheidung der Schutzzone geltend gemacht. Nachdem die Sanierung der Nationalstrasse A1 schon mehr als 20 Jahre zurückliege, sei jedoch eine neue Beurteilung der Risikorelevanz im Sinne der Verordnung vom 27. Februar 1991 über den Schutz vor Störfällen (Störfallverordnung, StFV; SR 814.012) erforderlich. Problematisch seien auch die im Richtplan vermerkten Deponiestandorte Radmoos, Nutzenbuechwald und Degenau. Deren Realisierung stelle den Fortbestand der hier umstrittenen Quelle in Frage. Ungeklärt seien ferner Fragen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Fruchtfolgeflächen, für die ein flächengleicher Realersatz zu leisten sei. Weiter machen die Beschwerdeführer geltend, es mangle an der Anordnung von Massnahmen im Sinne von Art. 47 GSchV, die bei der Überschreitung von Indikatorwerten gemäss Anhang 2 Ziff. 22 GSchV zwingend zu treffen seien. Sodann bestehe an der Ausscheidung der Grundwasserschutzzone kein öffentliches Interesse. Zur Beurteilung, ob die Unterschutzstellung im öffentlichen Interesse liege, sei die Zahl der Wasserbezüger nur eines von mehreren Kriterien. Hier stehe eine kleine, private Wasserversorgung zur Diskussion, wobei die Abgabe von Wasser an Dritte (z.B. Mieter oder Pächter) nicht erstellt sei. Weiter rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung ihrer Eigentumsrechte. Die Vorinstanz habe keine Interessenabwägung vorgenommen bzw. diese erweise sich als willkürlich. An der fortgesetzten, uneingeschränkten Nutzung ihrer landwirtschaftlichen Nutzflächen bestehe ein grosses Interesse. Im Bereich der Schutzzone S1 könne wertvolles Kulturland landwirtschaftlich überhaupt nicht mehr und in den Bereichen der Schutzzonen S2 bzw. S3 bloss eingeschränkt genutzt werden. Die Beschwerdeführer seien auf den Produktionsfaktor Boden dringend angewiesen. Weiter lasse die Vorinstanz ausser Acht, dass mit der von der Stadt Gossau mittlerweile realisierten Trinkwasserleitung eine alternative Trinkwasserversorgung zur Verfügung stehe, wobei die hier in Frage stehende Quellfassung ohnehin nicht ausreiche, um die Trinkwasserversorgung nachhaltig sicherzustellen. Die geplante Schutzzone befinde sich zudem im Einzugsgebiet zweier Strassen und dreier Altlastendeponien, wobei die Quelle regelmässig überprüft werden müsse und die Konzentrationen für gewisse Schwermetalle im Abstrombereich der Deponie Degenau teilweise über dem Indikatorwert lägen. Alternative Fassungsstandorte seien sodann nicht geprüft worden, obschon feststehe, dass die Fassungsanlage erneuert werden müsse und sich die Quellfassung in unmittelbarer Nähe eines weitläufigen Grundwasserleiters befinde. Entsprechend würde ein anderer, die Beschwerdeführer weniger beeinträchtigender Fassungsstandort mutmasslich dieselbe Schüttmenge liefern. Im Ergebnis erweise sich der angefochtene Entscheid als rechtswidrig.