Citation: 4A_350/2023 E. 9.3.2

9.3.2. Vorliegend ist aber betreffend den Fonds 1 zu berücksichtigen, dass - wie die Vorinstanz zutreffend erwog - zweifellos ein potentieller Anspruch der Beschwerdegegnerin auf Herausgabe der von den Zielfonds erhaltenen Retrozessionen bestünde, wenn die Beschwerdeführerin pflichtgemäss direkt in die Zielfonds investiert hätte. In diesem Fall würde die Beschwerdegegnerin über einen Auskunfts- und Herausgabeanspruch aus dem Vermögensverwaltungsvertrag zwischen den Parteien verfügen. Dass die Beschwerdegegnerin vorliegend über keinen Auskunftsanspruch betreffend die Retrozessionen verfügt, ist mithin einzig dem Umstand geschuldet, dass die Beschwerdeführerin nicht pflichtgemäss direkt in die Zielfonds investiert hat. Allfällige Retrozessionen der Zielfonds, welche die Beschwerdeführerin nicht an den Fonds 1 abgeliefert hat, bilden somit auch ein Bestandteil des aus ihrem pflichtwidrigen Verhalten resultierenden Schadens, für den sie aus dem Vermögensverwaltungsvertrag zwischen den Parteien potentiell schadenersatzpflichtig ist (Art. 398 i.V.m. Art. 97 OR). Zusammenfassend ist der Beschwerdegegnerin ein Auskunftsanspruch betreffend Retrozessionen einzuräumen, welche die Beschwerdeführerin von Zielfonds des Fonds 1 erhalten hat.