Citation: 2C_925/2020 E. 4.4.4

4.4.4. Im Rahmen des ausländerrechtlichen Verfahrens erfolgt keine erneute Abwägung der Elemente, die zur verschuldensabhängigen Strafzumessung führten. Das Bundesgericht geht, wie soeben erwähnt, regelmässig vom im Strafverfahren festgestellten Verschulden aus. Wenn wie im vorliegenden Fall weder der Anklageschrift noch dem Strafurteil Angaben zur Strafzumessung und zur Würdigung des Verschuldens entnommen werden können, sondern lediglich die Sanktion bekannt ist, kann es sich - insbesondere wenn diese nur wenige Monate über der Grenze einer längerfristigen Freiheitsstrafe (vgl. E. 2.1) liegt - rechtfertigen, für das Verständnis der Tatumstände und die Frage des migrationsrechtlichen Verschuldens auch die dem Strafurteil zugrunde liegenden Fakten zu berücksichtigen (vgl. Urteile 2C_564/2019 vom 6. Februar 2020 E. 5.4; 2C_126/2017 vom 7. September 2017 E. 6.2; 2C_846/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 3.2.2).