Citation: 6B_131/2021 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz geht zugunsten des Beschwerdeführers davon aus, dass er "die Kicks direkt vor der Scheibe ausführen wollte und die Glasscheibe maximal leicht berühren und nicht beschädigen wollte", er mit anderen Worten keinen direkten Vorsatz mit Bezug auf die Sachbeschädigung hatte. In der Folge bejaht sie den Eventualvorsatz, wobei sie berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer den Fusskick mit voller Wucht in Richtung der Glasscheibe des Buswartehäuschens ausgeführt habe. Dabei - so die Vorinstanz im Einzelnen - habe er die Scheibe nur streifen, nicht einschlagen wollen. Allerdings sei sein Ziel eine Glasscheibe, somit ein zerbrechlicher Gegenstand gewesen. Angesichts der Wucht, mit welcher ein solcher ("Roundhouse"-) Kick ausgeführt werde, habe es genügt, wenn der Schuh die Scheibe gestreift habe (auch nur mit einem Zentimeter, wie der Beschwerdeführer vor dem erstinstanzlichen Richter ausgeführt habe), um diese aus der Halterung zu drücken oder zu zerbrechen. Dieses hohe Risiko der Tatbestandserfüllung sei jedem Menschen - so auch dem Beschwerdeführer - klar. Der Beschwerdeführer - so das Urteil weiter - hätte das Risiko leicht umgehen und den Kick anderswo ausführen können. Wenn man einen solchen Kick möglichst nahe einer Glasscheibe ausführe, bei dem eine geringe Abweichung von der geschätzten (Flug-) Bahn des Fusses genüge, um die Scheibe zu zerstören, stelle dies eine erhebliche Sorgfaltspflichtverletzung dar, und der Beschwerdeführer habe die Beschädigung der Scheibe zweifellos in Kauf genommen, auch wenn dies nicht sein direktes Handlungsziel gewesen sei. Letzteres bringe er wohl mit seiner Angabe zum Ausdruck, er habe es ja "nicht extra" gemacht.