Citation: 6B_651/2008 02.12.2008 E. 1

Die Vorinstanz kommt zum Schluss, das Schreiben des Beschwerdegegners vom 6. April 2005 enthalte ehrverletzende Äusserungen. Doch habe dieser in rechtfertigendem Notstand (Art. 17 StGB) respektive Putativnotstand (Art. 34 aStGB) gehandelt. 1.1 Die Beschwerdeführerin rügt einen Verstoss gegen das Willkürverbot. Die Vorinstanz habe die Frage offen gelassen, ob das "Paniktelefon" stattgefunden habe. Danach habe die Schwiegertochter dem Beschwerdegegner mitgeteilt, im Estrich seien verdächtige metallisch-mechanische Geräusche zu hören gewesen, was Anlass für den ehrverletzenden Brief an den Kantonsarzt gewesen sei. Die Vorinstanz hätte die Frage nicht offen lassen dürfen, weil sich je nach Antwort die Gefährdungssituation, wie sie sich dem Beschwerdegegner präsentierte, als er das inkriminierte Schreiben verfasste und abschickte, völlig anders darstelle. Entsprechend unterschiedlich wäre auch zu beurteilen, ob der Beschwerdegegner die erforderlichen und geeigneten Massnahmen zur Gefahrenabwehr getroffen habe. 1.2 Die Vorinstanz führt unter anderem aus, bei einem akut drohenden Blutbad wäre ein Schreiben an den Kantonsarzt tatsächlich ungeeignet gewesen, die Gefahr abzuwenden. Eine derartige Gefahr habe der Beschwerdegegner zumindest im inkriminierten Schreiben gar nicht behauptet (angefochtener Entscheid S. 7 Ziff. 2.4.2). Dass und inwiefern letztere Feststellung willkürlich sein sollte, legt die Beschwerdeführerin nicht dar. Mit ihrer Argumentation möchte sie weismachen, das "Paniktelefon" sei der Hauptgrund des Schreibens an den Kantonsarzt gewesen. Nach dem verbindlichen Sachverhalt (Art. 105 Abs. 1 BGG) war der Beschwerdegegner schon seit längerer Zeit von einer latenten Eigen- und Fremdgefährdung der Beschwerdeführerin ausgegangen - unabhängig von und schon einige Zeit vor dem erwähnten "Paniktelefon". Dies gehe klar aus den diversen Schreiben des Beschwerdegegners an die Ärzte in der psychiatrischen Klinik hervor, welche die Beschwerdeführerin im Winter 2004/2005 behandelten. Da die Gefahr seiner Meinung nach von den Ärzten zu wenig ernst genommen worden sei, habe er die latente Eigen- und Fremdgefährdung von neutraler Seite beurteilen lassen wollen (angefochtener Entscheid, a.a.O.). Bildete somit das Verhalten der behandelnden Ärzte den Hauptgrund für das Schreiben an den Kantonsarzt, durfte die Vorinstanz die Frage des "Paniktelefons" offen lassen, ohne in Willkür zu verfallen. Damit erweist sich die Rüge als unbegründet.