Citation: 6P.107/2005 03.02.2006 E. 1

Nach Art. 275 Abs. 5 BStP setzt der Kassationshof die Entscheidung über die Nichtigkeitsbeschwerde in der Regel bis zur Erledigung einer staatsrechtlichen Beschwerde aus. Ein Abweichen von der Regel ist aus prozessökonomischen Gründen zulässig, wenn sich durch die vorgängige Behandlung der Nichtigkeitsbeschwerde das Verfahren vereinfacht oder sich die Beurteilung der staatsrechtlichen Beschwerde gegebenenfalls gar erübrigt. Der Beschwerdeführer rügt mit staatsrechtlicher Beschwerde im Wesentlichen eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör, weil das Obergericht seine Beweisanträge auf Einvernahme des Revisors als Zeuge und auf Einholung eines Gutachtens abgewiesen hat. Er macht geltend, die von den kantonalen Instanzen beanstandete Vorgehensweise bei der Buchführung sei mit der Revisionsstelle abgesprochen gewesen. Er habe daher ohne Vorsatz gehandelt. Mit Nichtigkeitsbeschwerde wendet er sich gegen die Auffassung der Vorinstanz, er habe für das Geschäftsjahr 1996 eine unwahre Jahresrechnung und Bilanz erstellt und damit den Tatbestand der Falschbeurkundung erfüllt. In diesem Zusammenhang bringt er in erster Linie vor, die von der Brokerfirma an die Vermögensverwaltungsgesellschaft zurückgeflossenen Retrozessionen hätten in der Handelsbilanz nicht aufgeführt werden müssen. Bevor die Frage, ob der Beschwerdeführer mit Vorsatz gehandelt hat, zu beantworten ist, muss zuerst geklärt werden, ob sein Verhalten objektiv überhaupt den Tatbestand der Falschbeurkundung erfüllt. Wäre dies zu verneinen, entfiele die Notwendigkeit für die Prüfung des subjektiven Tatbestands und somit auch der in diesem Zusammenhang in der staatsrechtlichen Beschwerde erhobenen Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs. Es rechtfertigt sich aus diesem Grund, die Nichtigkeitsbeschwerde im vorliegenden Fall zuerst zu behandeln.