Citation: 1C_287/2021 E. 9.2

9.2. Art. 73 Abs. 1 KRG stellt eine positive ästhetische Generalklausel dar. Die Frage, ob eine gute Gesamtwirkung im Sinne von Art. 73 Abs. 1 KRG erzielt wird, ist im Einzelfall anhand der konkreten Verhältnisse zu prüfen. Den kommunalen Behörden steht bei der Anwendung der Bestimmung ein Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, der im Rechtsmittelverfahren zu beachten ist (vgl. Urteil 1C_434/2012 vom 28. März 2013 E. 3.3 mit Hinweisen, in: ZBl 115/2014 S. 441). Die Zurückhaltung bei der Überprüfung derartiger Entscheide darf jedoch nicht so weit gehen, dass sich die kantonale Rechtsmittelinstanz auf eine Willkürprüfung beschränkt. Die kommunale Behörde überschreitet den ihr zustehenden Spielraum namentlich auch dann, wenn sie sich von unsachlichen, dem Zweck der Regelung fremden Erwägungen leiten lässt oder die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit verletzt. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit sind die lokalen ästhetischen Interessen gegenüber den privaten und den überkommunalen öffentlichen Interessen an der Errichtung der geplanten Baute abzuwägen (BGE 145 I 52 E. 3.6; vgl. auch BGE 146 II 367 E. 3.1.4).