Citation: 1C_481/2020 E. 6.5

6.5. Das Verwaltungsgericht geht von einem Anwendungsfall von Art. 41c Abs. 1 lit. a bis GSchV aus. Das Baugrundstück liege in einer Reihe von neun überbauten kleinen Parzellen und sei das letzte entlang der Westseite der Franzrüti-Bucht in der Bauzone gelegene Grundstück, welches nicht bebaut sei. Das Baugrundstück liege zudem nicht im Einzugsgebiet eines Naturschutzgebiets. Ein Uferstreifen im Nordosten der Bucht liege zwar in einem geschützten Flachmoorgebiet, dieses Flachmoor sei jedoch 240 m vom Baugrundstück entfernt. Auch werde das Baugrundstück nicht erfasst vom nördlich und östlich der Bucht situierten BLN-Gebiet (BLN 1406 Obersee). Das dem Baugrundstück gegenüberliegende kantonale Naturschutzgebiet weise ebenfalls eine Entfernung von mindestens 175 m auf. Weiter sei keine Renaturierung der überbauten und in der Wohnzone gelegenen westlichen Franzrüti-Bucht vorgesehen. Die Freihaltung der kleinen Bauparzelle mit einer Fläche von 387 m2 würde damit aus gewässerökologischer Sicht keinen nennenswerten Nutzen bringen. Bei einer Freihaltung würden die Auswirkungen auf den Grundeigentümer, dem die bauliche Nutzung dieser in der Bauzone gelegenen Parzelle vollständig verwehrt würde, in einem klaren Missverhältnis zum beschränkten ökologischen Nutzen stehen. Überdies liege auch keine rechtsmissbräuchliche Abparzellierung eines Grundstücks mit Seeanstoss vor, weswegen es sich beim Baugrundstück insgesamt um den klassischen Fall einer Baulücke handle, wie sie sich der Verordnungsgeber bei der Einführung von Art. 41c Abs. 1 lit. a bis GSchV vorgestellt habe.