Citation: 6B_576/2021 E. 1.3

1.3. Sowohl mit Strafbefehl vom 25. Mai 2018 als auch mit jenem vom 25. Juli 2019 ist der Beschwerdeführer wegen mehrfacher Tierquälerei zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 160.-- und einer Busse von Fr. 3'600.-- verurteilt worden. Im Vergleich zum ersten Strafbefehl enthält der zweite detailliertere Angaben und damit inhaltliche Ergänzungen, so namentlich zum Ort der Geschehnisse ("im Reitsportcenter D.________ AG") oder aber zur Anzahl und Lage der beim Pferd "B.________" festgestellten Verletzungen. Mithin wurde bei unveränderter Sach- und Rechtslage per 25. Juli 2019 ein zweiter, lediglich in sachverhaltlicher Hinsicht verbesserter Strafbefehl erlassen, mit welchem materiell am ersten Strafbefehl im Sinne von Art. 356 Abs. 1 StPO festgehalten worden ist. Damit liegen identische Strafbefehle vor und hätte der zweite Strafbefehl als "ergänzter/verbesserter" im Sinne der Erwägungen hiervor bezeichnet werden müssen. Da sich in dieser Konstellation die bereits erhobene Einsprache auch auf den verbesserten identischen Strafbefehl erstreckt, hätte dieser unmittelbar an die erste Instanz überwiesen werden müssen. Indes wird der zweite, die Anklage bildende Strafbefehl vom 25. Juli 2019 nicht "ungültig", wenn die Staatsanwaltschaft diesen erst nach der durch den Beschwerdeführer erhobenen (nicht erforderlichen) zweiten Einsprache an das Gericht überweist. Auch dessen Anspruch auf eine gerichtliche Beurteilung des Strafbefehls ist nachweislich gewahrt. Damit ist weder eine Verletzung des Anklagegrundsatzes, noch der Möglichkeit einer wirksamen Verteidigung, noch des Anspruches auf Gewährung des rechtlichen Gehörs erkennbar. Da der erste Strafbefehl vom 25. Mai 2018 durch den zweiten, verbesserten Strafbefehl vom 25. Juli 2019 aufgehoben und letzterer von der stellvertretenden Oberstaatsanwältin Jaun unterzeichnet worden ist, erübrigen sich Ausführungen zu allfälligen, gegen den den ersten Strafbefehl visierenden stellvertretenden Oberstaatsanwalts Reitberger geltend gemachten Ausstandsgründen.