Citation: 6B_42/2016 E. 5.5

5.5. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, hat das erstinstanzliche Gericht die Frist für die schriftliche Urteilsbegründung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO nicht eingehalten. Die Hauptverhandlung fand am 12. August 2014 statt. Das begründete Urteil ging am 20. Februar 2015 bei der Verteidigung des Beschwerdeführers ein. Die Dauer von mehr als sechs Monaten für die Urteilsbegründung ist zu lange. Auch wenn eine Vielzahl von Delikten und Tathandlungen zu beurteilen war, wurde unter den konkreten Umständen gegen das Beschleunigungsgebot verstossen. Der Beschwerdeführer beantragt deswegen, die Strafe sei um mindestens 1 Jahr zu reduzieren. Er habe überaus lange warten müssen, um zu wissen, ob er schuldig oder unschuldig sei. Dem kann nicht gefolgt werden. Die Verletzung wiegt nicht derart schwer, dass sie eine Strafreduktion rechtfertigt. Das angefochtene Urteil wurde im Anschluss an die Berufungsverhandlung vom 12. August 2014 mündlich eröffnet, womit der Beschwerdeführer bis zum Eingang der schriftlichen Urteilsbegründung über Schuldspruch und Strafmass nicht mehr im Ungewissen war. Keine Rede kann davon sein, dass der Beschwerdeführer "selbst nach der überaus langen" Wartezeit nicht weiss, "was ihm in strafrechtlich relevanter Weise vorgeworfen wird" (vgl. dazu oben E. 2 und 3). Ebenso wenig trifft zu, dass eine angeblich "eher rudimentäre Begründung des vorinstanzlichen Urteils" sich doppelt schwer auswirken würde. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz ihre Begründungspflicht nicht verletzt (vgl. oben E. 4). Die nur leichte Verletzung des Beschleunigungsgebots wirkt sich im Ergebnis nicht aus. Einer Feststellung im Urteilsdispositiv bedarf es nicht (vgl. BGE 124 I 327 E. 4d S. 334 f.). Ob der Beschwerdeführer die diesbezügliche Rüge rechtzeitig vorgebracht hat, kann bei diesem Ausgang offenbleiben.