Citation: 6B_98/2018 E. 1.2.4

1.2.4. Aus der Regelung in Art. 14 StPO und den Ausführungen in der Botschaft (E. 1.2.1 hievor) geht hervor, dass die Zusammensetzung, Organisation, Bezeichnung und Befugnisse der von der StPO vorgesehenen Behörden und die Bestimmung des Kreises der in der Strafverfolgung tätigen Beamten (soweit dies die StPO oder andere Bundesgesetze nicht abschliessend regeln) Sache des Bundes und der Kantone ist (vgl. auch Art. 445 StPO). Wenngleich die StPO zu einer gewissen Vereinheitlichung geführt hat, gilt dies nicht mit Bezug auf die Funktionen innerhalb der Staatsanwaltschaft. Es bleibt bei einer grossen Uneinheitlichkeit in der Bezeichnung der verschiedenen Hierarchie- bzw. Funktionsstufen. Dies führt dazu, dass für jeden Kanton gesondert geklärt werden muss, was eine Funktionsbezeichnung hinsichtlich Befugnisse und hierarchischer Einordnung konkret bedeutet (ANDREAS KELLER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO), 2. Aufl. 2014, N. 3 zu Art. 14 StPO). Aufgrund einer weitgehenden Organisationsautonomie der Kantone kann auch etwa die Zuständigkeit von Staatsanwälten in sachlicher Hinsicht eingeschränkt werden, etwa auf einen bestimmten Sachbereich oder für Verfahren bis zu einer maximalen Strafhöhe. Diese Personen üben in ihrem Zuständigkeitsbereich die Befugnisse eines Staatsanwalts aus (KELLER, a.a.O., N. 16 zu Art. 14 StPO).