Citation: 1C_106/2023 E. 4.8

4.8. An dieser Rechtsprechung ist festzuhalten. Sie lässt sich mit dem Gesetzeswortlaut vereinbaren, der mit dem Zusatz "bestehenden" mehr verlangt als lediglich die Erfüllung der Begriffsmerkmale des landwirtschaftlichen Gewerbes gemäss Art. 7 BGBB. Zudem trägt sie den erwähnten gesetzgeberischen Absichten Rechnung und steht mit dem in Art. 1 Abs. 2 lit. d RPG formulierten Ziel, die ausreichende Versorgungsbasis des Landes zu sichern, besser in Einklang als eine am Betriebspotenzial orientierte, hypothetische Betrachtungsweise. Ob die vom kantonalen Departement Finanzen und Ressourcen vorgenommene SAK-Berechnung, wonach der Betrieb der Beschwerdeführenden in den Jahren 2011 bis 2018 die Schwelle zum Gewerbe nicht erreichte, auf objektivierten Betriebsdaten beruht, kann damit dahingestellt bleiben. Das Argument der Beschwerdeführenden, sie hätten den Betrieb jederzeit intensivieren und so die Grenze von 1,0 SAK erreichen können, bspw. durch den Anbau von Spezialkulturen, verfängt im Licht der obigen Ausführungen nicht (zum Neuanbau von Spezialkulturen und der Möglichkeit, damit kurz vor dem Beurteilungszeitpunkt die Gewerbeeigenschaft zu beeinflussen s. HOFER, a.a.O., N. 108 zu Art. 7 BGBB). Da die Beschwerdeführenden bei dieser Betrachtungsweise und gestützt auf die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen weder zum Zeitpunkt der Umstellung von der Pferdezucht auf die reine Pferdehaltung noch zum Zeitpunkt der Einreichung des Baugesuchs vom 15. Juni 2020 über ein bereits bestehendes landwirtschaftliches Gewerbe verfügten, ist ihre Rüge der Verletzung von Art. 16a bis RPG und Art. 7 BGBB unbegründet. Die Frage, auf welchen Zeitpunkt abzustellen ist, kann damit offenbleiben.