Citation: I 823/04 12.05.2005 E. 2

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung für die Zeit bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 17. September 2003. 2.1 Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid erwogen, gestützt auf das SAM-Gutachten vom 3. Oktober 2002 sei davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer Tätigkeiten, in welchen seine rheumatologischen Einschränkungen berücksichtigt würden, voll zumutbar seien. Dr. med. K.________, Chefarzt Rheumatologie der Klinik V._________, habe am 29. Juni 2001 zwar attestiert, der Beschwerdeführer sei aktuell zu beruflichen Massnahmen nicht in der Lage, weshalb er ihn für eine stationäre Rehabilitation an die Klinik H._________ gewiesen habe. Diese Unfähigkeit, die berufliche Ausbildung weiterzuverfolgen, habe jedoch nur vorübergehend bestanden. Die Klinik H._________ habe in ihrem Bericht vom 28. August 2001 die Voraussetzungen der für die berufliche Ausbildung des Versicherten geeigneten Tätigkeiten umschrieben. Eine therapeutische Einschätzung der Ergotherapeutin dieser Klinik, welche in einem Bericht vom 13. September 2001 lediglich sehr leichte Arbeit in einem Teilpensum für zumutbar gehalten und beschrieben habe, dass der Beschwerdeführer bereits nach wenigen Minuten wieder eine Pause machen können müsse, hebe sich aus dem Gesamtbild der übrigen medizinischen Angaben ab, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Das kantonale Gericht befand weiter, die Klinik V.________ habe am 9. Juli 2001 bestätigt, dass dem Versicherten leichte und selbst mittelschwere Arbeit ganztags zumutbar sei. Diese Tätigkeit würde jedoch voraussetzen, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit habe, zusätzlich pro Tag drei Pausen zu je 20 Minuten einzuschalten. Auch Dr. med. B._________ habe am 23. Dezember 2002 dafür gehalten, der Versicherte sei bei leichter, angepasster Tätigkeit vollzeitig arbeitsfähig, wobei dieser Arzt dem Bedarf an vermehrten Pausen mit der Einschätzung eines auf 80 % verminderten Rendements Rechnung getragen habe. In Anbetracht dieser medizinischen Erhebungen kam die Vorinstanz zum Schluss, gestützt auf die übereinstimmenden Beurteilungen des Zentrum G._________ und der Klinik V.________ könne für adaptierte Tätigkeiten unter den genannten Voraussetzungen von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Dem einhellig ausgewiesenen Bedarf an zusätzlichen Pausen, mit welchem Dr. med. B._________ seine abweichende Einschätzung einer auf 80 % reduzierten Arbeitsfähigkeit begründet habe, könne im Rahmen des Abzugs von den Tabellenlöhnen ausreichend Rechnung getragen werden. 2.2 Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, es treffe nicht zu, dass sich die Einschätzung der Ergotherapeutin der Klinik H._________ aus dem Gesamtbild der übrigen medizinischen Angaben abhebe. Ihre leicht negativere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erkläre sich damit, dass sie während seines Aufenthaltes in der genannten Klinik die praktischen Auswirkungen seiner Behinderung habe feststellen können, was für den Gutachter des Zentrum G._________, Dr. med. M._________, dessen Beurteilung als einzige mit den übrigen medizinischen Angaben nicht übereinstimme, nicht möglich gewesen sei, da er den Patienten ein einziges Mal untersucht habe. Bereits Dr. med. L.________ sei in seinem Gutachten vom 5. Mai 1998 davon ausgegangen, der Versicherte könne in einer adaptierten Tätigkeit wahrscheinlich lediglich eine mindestens 50 %ige Arbeitsfähigkeit erzielen. Auch die Gutacher der Klinik V.________ hätten die Notwendigkeit einer zusätzlichen, einstündigen Pause pro Tag erkannt, und Dr. med. B._________ habe diesem Umstand damit Rechnung getragen, dass er von einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 80 % ausgegangen sei. Zu beanstanden sei der kantonale Entscheid ferner, weil die Vorinstanz darin zum Schluss gelangt sei, es gebe auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt dem Leiden des Beschwerdeführers angepasste Hilfstätigkeiten, weshalb die ihm gesetzten Einschränkungen nicht so einengend seien, dass die Arbeitsmöglichkeiten unrealistisch erscheinen würden. Den Abklärungsberichten der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle des Kantons Tessin vom 5. Oktober 2001 und vom 6. Juni 2003 sei allerdings zu entnehmen, dass es für ihn auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine solchen Arbeitsmöglichkeiten gebe, sodass er zu 100 % arbeitsunfähig sei. Aber selbst gestützt auf das Gutachten der Klinik V.________, das mit einer noch vorhandenen Arbeitsfähigkeit von 87,5 % (Reduktion des normalen Tagespensums um eine Stunde) der Wirklichkeit am nächsten liege, sei unter Berücksichtigung des unbestrittenen behinderungsbedingten Abzugs von 20 % ein Invaliditätsgrad von 44,79 % gegeben. Dabei lege die Vorinstanz nicht dar, aus welchem Grund die aktenmässig ermittelte Reduktion der Arbeitsfähigkeit lediglich im Rahmen des Abzugs von den Tabellenlöhnen zu berücksichtigen wäre. 2.3 Den Einwendungen des Beschwerdeführers ist auf Grund der gesamten Aktenlage beizupflichten. Dabei ist festzuhalten, dass das kantonale Gericht entgegen den Ergebnissen in den Abklärungsberichten der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle des Kantons Tessin ohne substanzielle Begründung davon ausgegangen ist, auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe es dem Leiden des Beschwerdeführers angepasste Hilfstätigkeiten (Urteil P. vom 29. Januar 2003, U 425/00 [veröffentlicht in Plädoyer 2003, Heft 4, S. 74], vgl. ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b, 1989 S. 321 Erw. 4a). Insbesondere hat das Gericht keine konkreten Einsatzmöglichkeiten bezeichnet, welche die Ausführungen der IV-Stelle des Kantons Tessin überzeugend widerlegen würden. Dem angefochtenen Entscheid ist sodann nicht zu entnehmen, aus welchem Grund der gemäss Gutachten der Klinik V.________ vom 9. Juli 2001 attestierten, täglich um eine Stunde und somit im Umfang von 12,5 % reduzierten Arbeitsfähigkeit nicht Rechnung getragen wurde und wieso die von Dr. med. B._________ vorgenommene Einschätzung einer auf 80 % beschränkten Arbeitsfähigkeit lediglich im Rahmen des Abzugs von den Tabellenlöhnen zu berücksichtigen wäre (AHI 1999 S. 181 Erw. 3b; siehe auch BGE 126 V 78 ff. Erw. 5; AHI 2002 S. 67 ff. Erw. 4). Die Sache ist unter diesen Umständen zur ergänzenden Abklärung und zur Prüfung eines allfälligen Anspruchs des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente an das kantonale Gericht zurückzuweisen.