Citation: 9C_455/2020 E. 3.2.2

3.2.2. Das am 10. September 2016, mithin vor der Rechtsprechungsänderung, verfasste Gutachten des Dr. med. E.________ orientierte sich nicht an den massgeblichen Indikatoren. Diese prüfte auch die Verwaltung nicht, bevor sie am 20. September 2018 verfügte. Das Sozialversicherungsgericht erkannte richtig die Notwendigkeit einer Indikatorenprüfung. Es ist weder geltend gemacht noch ersichtlich, dass darauf aus Gründen der Verhältnismässigkeit hätte verzichtet werden können, weil eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint worden wäre und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert hätte beigemessen werden können (BGE 143 V 409 E. 4.5.3 S. 417). Das kantonale Gericht nahm die angezeigte Indikatorenprüfung mit Entscheid vom 18. Mai 2020 erstmals vor, wobei es insbesondere von regelmässigen sozialen Kontakten und fehlenden Hinweisen auf Einschränkungen in den alltäglichen Verrichtungen ausging. Dass dies im psychiatrischen Gutachten des Dr. med. E.________ keine Stütze findet, macht der Versicherte zu Recht geltend. Bereits der RAD bemängelte in seiner Stellungnahme vom 21. Oktober 2015 unter anderem die (sehr) dürftigen Angaben zum Tagesablauf, wobei er hervorhob, es sei kaum verständlich, wenn der Experte einerseits mangelnde Mitwirkung des Exploranden bei der Lieferung von Detailangaben andeute, anderseits berichte, dass dieser selbst auf einfache Fragen weit auszuholen drohe und gelenkt werden müsse. Mit dem Beschwerdeführer und dem RAD enthält das psychiatrische Gutachten vom 10. September 2015 weder hinreichende Angaben zu den rechtsprechungsgemäss massgeblichen Indikatoren, noch erhellt daraus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, dass deren Fehlen auf mangelnde Kooperationsbereitschaft des Versicherten in der Begutachtung zurückzuführen gewesen wäre. Letzteres wäre diesem grundsätzlich als Verletzung seiner Pflicht zur Mitwirkung in der medizinischen Begutachtung (Art. 43 Abs. 2 und 3 ATSG) anzulasten; eine allenfalls daraus resultierende Beweislosigkeit wirkte sich im Sinne der materiellen Beweislast zu seinem Nachteil aus (etwa: BGE 145 V 361 E. 3.2.2 i.f. mit Hinweisen).