Citation: I 283/02 28.01.2004 E. 4

4.1 Des Weitern erfüllt das einlässliche Gutachten Dr. T.________s die von Rechtsprechung (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) und Lehre (Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 27 ff., S. 47 f.) an die Beweiskraft von Arztberichten gestellten Anforderungen. Die seitens des Beschwerdegegners dagegen erhobenen Einwendungen erschöpfen sich praktisch in nicht nachvollziehbarer, allgemein formulierter Kritik ("mangelhaft[es]" Gutachten, "Philippika", "Apologie gegen den Missbrauch von Versicherungen"; "einseitig[er]", nicht "neutraler und objektiver Facharzt"; "äusserst problematische[r]", "streitbarer und negativ exponierter" Gutachter). Der einzige in der letztinstanzlichen Vernehmlassung vom 28. Mai 2002 zur Sache erhobene Vorwurf, wonach Dr. T.________ übersehen habe, dass "namhafte Institutionen (Klinik Y.________, Abklärungsstelle A.________") "insbesondere auf die depressive Entwicklung hingewiesen" hätten, fällt auf den Beschwerdegegner zurück: Offenbar übersieht er selber, dass Dr. T.________ in seiner Expertise vom 20. September 2000 zum einen die streitige Diagnose der Orthopädischen Klinik Y.________ im Bericht vom 10. Mai 2000 ("depressive Entwicklung") sowie den entsprechenden Befund des Psychiaters Dr. P.________ im Konsiliarbericht an die Abklärungsstelle A.________ vom 27. September 1999 ("subdepressive Stimmung, vermehrte affektive Labilität und Reizbarkeit") jeweils wörtlich wiedergegeben und sich zum andern mit dieser Frage eingehend auseinandergesetzt hat. 4.2 Dr. T.________ verneinte auf Grund der erhobenen Symptomatik (Lebhaftigkeit, gute affektive Modulation ausserhalb der Themen "Schmerzen" und "Beschwerden", Sthenizität), des Ergebnisses der Testung nach Hamilton sowie wegen Fehlens der wichtigsten psychopathologischen Krankheitszeichen (Schuldgefühle, Interessenverlust, Freudlosigkeit, Morgentief, Hemmungen, Appetit- und Gewichtsverlust, Affektarmut, Insuffizienzgefühle usw.) eine depressive Störung mit Krankheitswert. Überhaupt fehlten jegliche Hinweise auf eine psychische Erkrankung im engeren Sinne, d.h. auch auf eine Geisteskrankheit (Schizophrenie, manisch-depressives Kranksein), eine hirnorganische Störung (POS, Demenz) oder ein Suchtleiden (Abusus von Alkohol, Drogen, Medikamenten). Dasselbe gilt hinsichtlich einer Persönlichkeitsstörung, also einer schweren Störung des Verhaltens und der charakterlichen Konstitution. Schliesslich verneinte der psychiatrische Gutachter auch das Vorhandensein einer somatoformen Störung bzw. einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung; Letzteres namentlich mit Blick auf das Fehlen emotionaler Konflikte und ursächlicher psychosozialer Probleme. Hingegen stellte Dr. T.________ eine Tendenz zur Aggravation (Selbstlimitierung, durch Untätigkeit bedingte Dekonditionierung) und einen im Vordergrund stehenden Rentenwunsch fest. Gemäss den Schlussfolgerungen des Experten kann aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose gestellt werden und es besteht unter diesem Blickwinkel eine voll erhaltene Leistungsfähigkeit des Versicherten in jeder ihm zumutbaren Tätigkeit. Die geklagten subjektiven Beschwerden hätten keinen Krankheitswert, da sie aus eigener Kraft überwunden werden könnten; die dazu nötige Willensanstrengung sei dem Beschwerdegegner zumutbar. Es müsse davon ausgegangen werden, dass es dem Versicherten einzig am erforderlichen Willen mangle, was sich aber nicht durch eine psychische Erkrankung begründen lasse. Gestützt auf dieses überzeugende fachärztliche Abklärungsergebnis hat die IV-Stelle richtigerweise auf eine weitere psychiatrische Begutachtung verzichtet und zu Recht angenommen, dass der Beschwerdegegner in rein psychischer Hinsicht bei Aufbietung allen guten Willens, zumutbare Arbeit zu verrichten, keinerlei Erwerbseinbusse erleiden würde.