Citation: U 111/05 20.06.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die SUVA die Heilkosten- und Taggeldleistungen zu Recht auf den 30. April 2003 eingestellt und über die Rentenfrage entschieden hat. 2.1 Nach Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin. Gemäss Abs. 3 der Bestimmung erlässt der Bundesrat nähere Vorschriften über die Entstehung des Rentenanspruchs, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr zu erwarten ist, der Entscheid der Invalidenversicherung über die berufliche Eingliederung jedoch erst später gefällt wird. Gestützt hierauf hat der Bundesrat Art. 30 UVV erlassen, welcher in Abs. 1 bestimmt, dass in solchen Fällen vom Abschluss der ärztlichen Behandlung an vorübergehend eine Rente ausgerichtet wird, welche aufgrund der in diesem Zeitpunkt bestehenden Erwerbsunfähigkeit festgesetzt wird. Der Anspruch auf die Übergangsrente erlischt a) beim Beginn des Anspruchs auf ein Taggeld der Invalidenversicherung, b) mit dem negativen Entscheid der Invalidenversicherung über die berufliche Eingliederung und c) mit der Festsetzung der definitiven Rente. 2.2 Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass weder die stationäre Behandlung in der Klinik V.________ vom 14. November bis 5. Dezember 2002 noch die anschliessende ambulante Physiotherapie eine wesentliche Besserung der Beschwerden gebracht hatten. Im Austrittsbericht der Klinik vom 9. Dezember 2002 wurde die Durchführung eines Heimprogrammes, ergänzt durch eine zweimal wöchentliche ambulante Physiotherapie zur weiteren Schultermobilisation und Haltungskorrektur, empfohlen. Bei einer Nachkontrolle im Kantonsspital Y.________ vom 23. Januar 2003 verordnete Dr. M._______ nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt Dr. med. S._______ eine nochmalige Physiotherapie. Der Versicherte sei darauf hingewiesen worden, dass von ärztlicher Seite keine weiteren Massnahmen vorgeschlagen werden könnten und er einen aktiven Lebensstil zu pflegen und sich erneut eine Beschäftigung zu suchen habe. Kreisarzt Dr. med. J.________ gelangte am 12. März 2003 zum Schluss, die Physiotherapie könne noch ein bis zwei Monate fortgeführt werden, worauf der Fall abzuschliessen sei. Für die Folgezeit seien noch zwei bis drei Arztbesuche pro Jahr zwecks Verschreibung allfälliger Antirheumatika und Anordnung physiotherapeutischer Massnahmen zu übernehmen. Andere Massnahmen wurden auch von Dr. med. S.________ im Bericht vom 30. Juni 2003 nicht vorgeschlagen. Nach einer weiteren Nachkontrolle vom 3. Februar 2004 berichtete das Kantonsspital Y.________ dem behandelnden Arzt, dass eine operative Intervention kaum erfolgreich wäre und die Behandlung abgeschlossen sei. Aufgrund dieser ärztlichen Angaben lässt sich nicht beanstanden, wenn SUVA und Vorinstanz zum Schluss gelangt sind, dass spätestens Ende April 2003 von einer weiteren ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war. Zu einer andern Beurteilung führen auch die späteren Arztberichte nicht. Zwar hat Dr. med. S.________ Anfang 2004 noch einen Behandlungsversuch mit Injektionen von Antirheumatika vorgenommen. Es liess sich damit jedoch keine wesentliche Besserung erzielen, weshalb der behandelnde Arzt der SUVA am 7. Juni 2004 eine nochmalige kreisärztliche Untersuchung im Hinblick auf eine allfällige Schmerztherapie empfahl. Ob eine solche durchgeführt wurde, lässt sich den Akten nicht entnehmen, kann jedoch dahingestellt bleiben. Denn es handelte sich nicht um eine auf die Heilung des Gesundheitsschadens, sondern auf die blosse Symptombekämpfung gerichtete Massnahme. Die Durchführung einer solchen Therapie steht einem Fallabschluss nicht entgegen. Das Gleiche gilt in Bezug auf eine allfällige Weiterführung physiotherapeutischer Massnahmen. Diese können von der Unfallversicherung auch nach Festsetzung der Rente übernommen werden, wenn sie zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit erforderlich sind (Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG). 2.3 Dem Fallabschluss per 30. April 2003 standen sodann keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung entgegen. Der Beschwerdeführer hat sich erst am 6. Oktober 2003 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung angemeldet. Mit Verfügung vom 13. April 2004 hat die IV-Stelle die Ausrichtung einer Rente mit der Begründung abgewiesen, dass der Invaliditätsgrad unter 40 % liege. Eingliederungsmassnahmen standen vorbehältlich einer Berufsberatung nicht zur Diskussion. Der von der SUVA verfügte Fallabschluss besteht daher auch unter diesem Gesichtspunkt zu Recht. 2.4 Unbestritten ist, dass dem Beschwerdeführer bis 30. April 2003 das Taggeld aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgerichtet wurde. Für die Folgezeit besteht nach dem Gesagten kein Anspruch auf Taggeld. Stattdessen ist der Rentenanspruch zu prüfen.