Citation: I 602/04 05.08.2005 E. 6

Am 21. Januar 2002 hat sich die Beschwerdeführerin erneut zum Bezug von Versicherungsleistungen angemeldet. 6.1 Mit Zeugnissen vom 29. Mai und 20. Juni 2001 attestierten Dr. med. M.________ und Dr. med. F.________ ohne weitere Angaben je eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Am 1. Februar 2002 berichtete Dr. med. F.________, seine Patientin sei in einer körperlich nicht belastenden Tätigkeit 50 % arbeitsfähig. Er begründete dies am 3. April 2002 mit wieder aufgetretenen intensiven lumboischialgieformen Schmerzen, welche neu therapiert werden müssten. Am 19. Dezember 2002 unterzog sich die Beschwerdeführerin an der Rheumapoliklinik des Spitals Y.________ einer Untersuchung. Das darauf beruhende Gutachten vom 2. Juni 2003 attestiert keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, soweit optimale Bedingungen, das heisst eine leichte Arbeit in wechselnder Position - wobei Perioden von dauerndem Sitzen/Stehen auf 20 Minuten begrenzt seien -, eingehalten würden. Die Ablehnungsverfügung vom 27. August 2003, bei welcher ein Invaliditätsgrad von 25 % ermittelt wurde, beruht auf dieser gutachtlichen Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit. 6.2 Am 16. Oktober 2003 wurden an der Klinik X.________ die locker gewordenen Gelenke L3/L4 CT-gesteuert betäubt, womit die Ursache der Schmerzen sicher diagnostiziert und diese eliminiert werden konnten. Prof. Dr. med. B.________ erachtete die Arbeitsfähigkeit auf 50 % beschränkt. Gemäss letztinstanzlich eingereichten Arztzeugnissen des Dr. O.________, Oberarzt Radiologie am Spital G.________ vom 12. August 2004, des Dr. med. L.________, Facharzt FMH für Neurochirurgie, vom 30. August 2004 und des Dr. med. F.________ vom 15. September 2004 verschlechterte sich der Gesundheitszustand, sodass auf den 22. Oktober 2004 erneut eine Wirbelsäulenoperation (Metallentfernung L4/5, Dekompression L3/4 und PLIF-Spondylodese L3/4, Diam L2/3) geplant wurde. 6.3 Somit haben sich seit Aufhebung des Rentenanspruchs die Verhältnisse wiederum verschlechtert. Da bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheides eingetretenen Sachverhalt abgestellt wird (BGE 121 V 366 Erw. 1b), ist indessen die Anspruchsprüfung auf den 8. März 2004 zu beschränken. Über seither eingetretene Änderungen wird die IV-Stelle neu zu entscheiden haben. Das Gutachten vom 2. Juni 2003 beruht auf Untersuchungen vom 19. Dezember 2002, sodass es nur die gesundheitlichen Verhältnisse bis zu jenem Zeitpunkt wiedergibt. Hinsichtlich der attestierten Arbeitsfähigkeit ist darauf abzustellen. Die Differenz zur Beurteilung liegt lediglich darin, dass die Gutachter der Rheumaklinik die optimalen Bedingungen beschreiben, unter welchen eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne, wogegen Dr. med. F.________ davon ausgeht (Schreiben vom 26. September 2003), es sei unmöglich, eine entsprechende Arbeitsstelle zu finden. Der Vorinstanz ist jedoch darin beizupflichten, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch für die Beschwerdeführerin trotz ihrer Rückenbeschwerden und der damit verbundenen Notwendigkeit, die Position ungefähr alle 20 Minuten zu wechseln, noch einen namhaften Fächer an zumutbaren Beschäftigungsmöglichkeiten offen hält. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob ein Invalider unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würde (AHI 1998 S. 287). Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes umfasst u.a. einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten (BGE 110 V 276 Erw. 4b). Es ist daher von einer arbeitsmarktlichen Verwertbarkeit der vollen Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten im beschriebenen Rahmen auszugehen, soweit das auf Untersuchungen vom Dezember 2002 beruhende Administrativgutachten in zeitlicher Hinsicht nicht durch neue Entwicklungen bis zum Einspracheentscheid Anfang März 2004 überholt worden ist. 6.4 Zeitlich jüngere Arztzeugnisse datieren vom 13. und 16. Oktober 2003. Prof. Dr. med. B.________ berichtete von neuartigen Kreuzschmerzen, welche durch Betäubung der Wirbelgelenke L3/L4 vollständig beseitigt werden konnten. Er empfahl eine regelmässige Wiederholung. Wie sich aus dem Bericht des Dr. med. L.________, Facharzt für Neurochirurgie, vom 30. August 2004 ergibt, brachten die nachfolgenden Infiltrationen in den Spinalkanal keine anhaltende Schmerzlinderung mehr. PD Dr. med. P.________, Neurochirurgie FMH, von der Klinik X.________ fand am 16. April 2004 keine Anhaltspunkte für eine Nervenwurzelkompression im Bereich der lumbalen Wirbelsäule. Prof. B.________ und PD Dr. P.________ attestieren eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Sie beschreiben jedoch nicht, inwiefern und für welche Tätigkeiten die Einschränkung gilt. Wie der Gesundheitszustand und die Arbeits- sowie Erwerbsfähigkeit sich seit der Begutachtung im Dezember 2002 bis zum Erlass des Einspracheentscheides am 8. März 2004 entwickelt hat, ist aufgrund der verfügbaren Akten nicht zuverlässig zu beurteilen. Die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird darüber ergänzende Abklärungen zu treffen haben.