Citation: 5A_489/2010 06.12.2010 E. 3

3.1 Wird das belastete Grundstück geteilt, so besteht die Last in der Regel auf allen Teilen weiter (Art. 744 Abs. 1 ZGB). Wenn jedoch die Dienstbarkeit auf einzelnen Teilen nicht ruht und nach den Umständen nicht ruhen kann, so ist jeder Eigentümer eines nicht belasteten Teiles berechtigt, zu verlangen, dass sie auf seinem Grundstücke gelöscht werde (Art. 744 Abs. 2 ZGB). 3.2 Zur Beurteilung der Frage, ob das 1951 begründete "unbeschränkte Fuss- und Fahrwegrecht auf der Zufahrtsstrasse zum Herrschaftshaus" gemäss Art. 744 Abs. 2 ZGB auch auf dem abparzellierten Grundstück Nr. 1096 der Beschwerdegegner ruhen kann, bestimmte das Obergericht den Inhalt und Umfang dieses Wegrechts. Es kam in Anwendung von Art. 738 Abs. 1 und 2 ZGB zum Schluss, dass sich das Wegrecht gemäss dem Kaufvertrag aus dem Jahr 1951 nur auf die obere Strasse (Y.________strasse), nicht aber auf die heutige herabfallende Strasse über das Grundstück Nr. 1096 in die Nähe des Sees bezog. Einerseits habe damals der Weg an den See nicht einen Teil oder eine Fortsetzung der von der öffentlichen Strasse zum Herrschaftshaus führenden Zufahrtsstrasse gebildet. Andererseits sei damals der unbefestigte Weg zum See nicht befahrbar gewesen und habe damit gar keine Strasse dargestellt. 3.3 Das Obergericht hielt deshalb fest, das Wegrecht zugunsten des Grundstücks Nr. 783 sei bei der Teilung des belasteten Grundstücks Nr. 756 zu Unrecht - entgegen Art. 744 Abs. 2 ZGB - auch auf das Grundstück Nr. 1096 der Beschwerdegegner übertragen worden, da das ursprünglich begründete Wegrecht gar nicht über das Grundstück der Beschwerdegegner führe. Das Obergericht erachtete deshalb die Grundbuchberichtigungsklage nach Art. 975 ZGB als anwendbar und prüfte, ob dieser der gute Glaube der Beschwerdeführer entgegensteht. Es erörterte, ob das von den Beschwerdegegnern behauptete fehlende Interesse der Beschwerdeführer am herabfallenden Weg an den See diese dazu hätte bewegen müssen, Nachforschungen vorzunehmen und es deshalb an deren gutem Glauben mangeln würde. Es hielt dazu fest, die Beschwerdeführer hätten das behauptete Fehlen eines Interesses am Weg über das Grundstück Nr. 1096 zum See nicht bestritten und ein solches Interesse auch nicht dargelegt. 3.4 Im Ergebnis liess das Obergericht die Frage aber offen, ob einer Grundbuchberichtigungsklage der gute Glaube der Beschwerdeführer entgegenstehen würde, da den Beschwerdegegnern unabhängig davon ein Löschungsanspruch gestützt auf Art. 736 Abs. 1 ZGB zustehe: Das berechtigte Grundstück Nr. 783 habe nämlich am eingetragenen Wegrecht zulasten des Grundstücks Nr. 1096 alles Interesse verloren.