Citation: I 748/05 20.01.2006 E. 2

2.1 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird bezüglich der gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Wesentlichen geltend gemacht, dass sich die von der IV-Stelle eingeholten Gutachten der Klinik Z.________ vom 17. Dezember 2003 und der MEDAS vom 23. August 2004 widersprechen würden und die Vorinstanz zu Unrecht auf dasjenige der MEDAS abgestellt habe. Zudem sei der Sachverhalt nur unvollständig abgeklärt worden, indem das kantonale Gericht es unterlassen habe, einen Bericht der behandelnden Psychiaterin Frau Dr. med. T.________ einzuholen. 2.2 Die Vorinstanz hat die medizinischen Akten einlässlich und sorgfältig gewürdigt. Zu Recht ist sie zum Schluss gekommen, dass bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf das MEDAS-Gutachten abzustellen ist. 2.2.1 So bestand nach Auffassung der Ärzte der Klinik Z.________ eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für körperliche leichte Tätigkeiten, wobei ein relevanter Anteil der Einschränkung psychisch bedingt sei. Nach der Rechtsprechung gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte, als invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen [Urteil P. vom 31. Januar 2000, I 138/98], vgl. auch BGE 127 V 298 Erw. 4c in fine). Die Ärzte der Klinik Z.________ diagnostizierten beim Beschwerdeführer eine rezidivierende mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD 10/32.11) sowie eine Somatisierungsstörung (ICD 10/F45.4). Sie führen jedoch nicht aus, inwiefern der Versicherte damit in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Selbst eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung begründet rechtsprechungsgemäss grundsätzlich keine Invalidität (BGE 131 V 49, 130 V 352). Die Gutachter der MEDAS erachteten den Beschwerdeführer denn auch aus psychosomatischer Sicht als zu 100 % arbeitsfähig, wobei die diagnostizierte leichte depressive Episode derzeit vor allem auf dem Hintergrund einer belasteten Beziehungssituation stehe. Die vom Versicherten vorgebrachte Limitierung der Arbeitsfähigkeit aufgrund seiner Nervosität und seiner Probleme mit der Freundin begründeten medizinisch keine Arbeitsunfähigkeit. In der Folge setzten sich die MEDAS-Gutachter auch ausdrücklich mit der Einschätzung der Ärzte der Klinik Z.________ auseinander. 2.2.2 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, S. 212, Rz 450; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., S. 39, Rz 111 und S. 117, Rz 320; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., S. 274; vgl. auch BGE 122 II 469 Erw. 4a, 122 III 223 Erw. 3c, 120 Ib 229 Erw. 2b, 119 V 344 Erw. 3c mit Hinweis). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b [Urteil S. vom 8. Februar 2000, I 362/99]; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis). Nachdem der begutachtende Psychiater der MEDAS mit der behandelnden Ärztin Rücksprache genommen und den Inhalt des Telefongesprächs in seinem Fachgutachten vom 13. Juli 2004 festgehalten hat, sind auch die von ihr gestellten Diagnosen - somatoforme Schmerzstörung sowie leichtgradige depressive Episode - aktenkundig. Der Gutachter hat sie diskutiert, konnte sie jedoch nicht bestätigen. Unter diesen Umständen ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz keinen schriftlichen Bericht der Frau Dr. med. T.________ eingeholt hat. 2.2.3 Bezüglich der Rücken- und Kniebeschwerden waren die MEDAS-Gutachter der Auffassung, dass zwar die bisherige Tätigkeit als Maschinenführer nicht mehr möglich, eine leichte wechselbelastende Tätigkeit jedoch zu 100 % zumutbar sei. Die Ärzte der Klinik Z.________ äusserten sich diesbezüglich nicht ausdrücklich. Der Beschwerdeführer wendet ein, dass sowohl Dr. med. H.________ (Bericht vom 30. Juni 2003) als auch Frau Dr. med. M.________ (im letztinstanzlichen Verfahren nachgereichter Bericht vom 7. November 2005) die Arbeitsfähigkeit auf 50 % schätzten. Den Berichten dieser Ärzte ist jedoch nicht zu entnehmen, inwiefern der Versicherte ihrer Auffassung nach eingeschränkt ist, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. 2.2.4 Zu ergänzen bleibt, dass gemäss MEDAS-Gutachten die beginnende sensible Polyneuropahtie bei Diabetes mellitus Typ II klinisch derzeit ohne Limitierung für den Bewegungsapparat einhergeht. Der Einwand des Beschwerdeführers, er sei nur kurz untersucht worden, ist nicht stichhaltig, kann doch von der Dauer der Untersuchung nicht auf die Zuverlässigkeit der ärztlichen Stellungnahme geschlossen werden. Schliesslich vermag er mit der Rüge, der begutachtende Rheumatologe habe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit lediglich prognostiziert, ebenfalls nicht durchzudringen. Der untersuchende Arzt diskutiert in der vom Beschwerdeführer zitierten Passage die Einschätzung der Gutachter der Klinik Z.________ - welche insgesamt mit 50 % beziffert wurde - , ohne sie bestätigen zu können. Seiner Auffassung nach beruht die heute allenfalls noch bestehende Einschränkung auf einer invaliditätsfremden Dekonditionierung.