Citation: 6B_826/2017 E. 1.6.1

1.6.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, der subjektive Tatbestand sei nicht erfüllt. Die Vorinstanz begründe den Vorsatz damit, er habe eingestanden, dass er das Opfer habe berühren wollen und dass ihm bewusst gewesen sei, dass es sich um unsittliche Berührungen gehandelt habe. Der subjektive Tatbestand müsse sich indessen auf alle Tatbestandselemente erstrecken, also Tatobjekt, Tatmittel, Tathandlung und allenfalls weitere Umstände. Für eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung könne es daher gerade nicht genügen, dass der Beschwerdeführer unsittliche Berührungen angestrebt habe. Der Tatbestand der sexuellen Nötigung umfasse eine eindeutig sexuell motivierte Berührung der nackten Geschlechtsteile oder der nackten weiblichen Brust oder allenfalls auch ein intensives, länger dauerndes Betasten dieser Regionen über den Kleidern. Der Begriff der unsittlichen Berührung umfasse jedoch ganz unterschiedliche und vor allem auch deutlich harmlosere Berührungen über den Kleidern und ausserhalb der eindeutig sexualbezogenen Körperregionen. Aus dem Umstand, dass der Wille des Beschwerdeführers auf unsittliche Berührungen ausgerichtet gewesen sei, lasse sich gerade nicht ableiten, dass er eine sexuelle Nötigung gewollt habe. Obschon die Vorinstanz einerseits umfassend darlege, dass nicht festgestellt werden könne, was der Beschwerdeführer zum Tatzeitpunkt gewollt habe, und sie in der Folge dezidiert zum Ergebnis gelange, es liege kein Vergewaltigungsversuch vor, komme sie andererseits zum Schluss, dass er den subjektiven Tatbestand der sexuellen Nötigung erfüllt habe. Ihre Folgerungen seien somit in sich widersprüchlich und nicht stichhaltig. Die vorinstanzliche Beurteilung des subjektiven Tatbestands lasse sich auch nicht durch die verschiedenen Gutachten stützen. Darin werde zwar festgehalten, der Beschwerdeführer weise einige unreife narzisstisch-selbstunsichere Persönlichkeitszüge auf, doch ebenso werde ihm im Gutachten vom 9. August 2013 attestiert, dass bei ihm die Wünsche nach Zärtlichkeit, Berührung und Intimität im Vordergrund stünden. Sein Interesse am Koitus mit einer Frau scheine dagegen gering zu sein. Später werde im betreffenden Gutachten festgehalten, dass eine konkrete Vergewaltigungsabsicht sich im vorliegenden Fall nicht belegen lasse. Wieso sich dagegen die Absicht in Bezug auf andere gravierende sexuelle Handlungen belegen lassen solle, erhelle aus den Ausführungen der Vorinstanz nicht. Die Art und Weise, wie das zitierte Gutachten formuliert sei, lasse vielmehr den Schluss zu, dass auch die Absicht einer sexuellen Nötigung ausgeschlossen werden könne. Eine über den Wortlaut hinausgehende Auslegung des Gutachtens zum Nachteil des Beschwerdeführers würde gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" verstossen und sei unzulässig.