Citation: B 16/00 28.08.2000 E. 2

2.- a) Unbestrittenermassen leidet der Versicherte an einer reaktiven Depression. Diese Krankheit stellt ein labiles pathologisches Geschehen dar und fällt nach konstanter Rechtsprechung unter lit. b von Art. 29 Abs. 1 IVG. Daher kann der Beschwerdeführer frühestens nach Ablauf einer einjährigen Wartezeit Anspruch auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin erheben. Am 1. August 1998, ab welchem Datum er die Ausrichtung einer Rente verlangt, war diese Voraussetzung nicht erfüllt, hat er doch bis zur Auflösung der Anstellung bei der Kaufmännischen Berufsschule X.________ auf Ende Juli 1998 unter Berücksichtigung aller Teilzeitpensen stets mindestens zu 100 % gearbeitet und keine Erwerbseinbusse erlitten. Daher hatte er am 1. August 1998 grundsätzlich keinen Anspruch auf die beantragte Rente. b) Der Beschwerdeführer beruft sich auf Art. 21 Abs. 2 und Abs. 4 der Statuten der Pensionskasse. aa) Gemäss Abs. 2 von Art. 21 der Statuten kann die Invalidenrente befristet (temporär), in der Regel auf höchstens zwei Jahre zugesprochen werden, wenn Aussicht besteht, dass der Versicherte die Erwerbsfähigkeit im angestammten Beruf wieder erlangen werde. Nach dieser Zeit ist die Frage einer dauernden Pensionierung zu entscheiden. Diese Vorschrift schliesst unmittelbar an Art. 21 Abs. 1 der Statuten an, welcher den Anspruch auf eine Invalidenrente regelt. Sie modifiziert diesen Anspruch insofern, als sie erlaubt, die Rente unter bestimmten Voraussetzungen befristet zuzusprechen. Somit befasst sich Abs. 2 von Art. 21 der Statuten einzig mit der Dauer des Rentenanspruchs, nicht jedoch mit dessen Beginn. Auch die Ausrichtung einer temporären Rente setzt das Bestehen einer Invalidität voraus, weshalb mit andern Worten bei labilen Leiden ebenfalls vorab die einjährige Wartezeit des Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG bestanden werden muss. Dies aber war nach dem Gesagten am 1. August 1998 nicht der Fall. bb) Nach Abs. 4 von Art. 21 der Statuten beginnt der Anspruch auf eine Invalidenrente am Tag nach der ganzen oder teilweisen Auflösung des Anstellungsverhältnisses. Auch diese Bestimmung verkürzt die einjährige Wartezeit nicht, wenn das Arbeitsverhältnis vor deren Ablauf endet, sondern ist im Lichte des erwähnten Art. 26 Abs. 2 BVG zu sehen. Die Pensionskasse hat mit dem Erlass von Abs. 4 zu Art. 21 ihrer Statuten lediglich von der im Gesetz vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Anspruchsbeginn aufzuschieben, solange das Arbeitsverhältnis weiterläuft und Lohn bezahlt wird. Diese Bestimmung ist daher nur anwendbar auf Fälle, in denen die Wartezeit vorgängig bestanden wurde, nicht aber, wenn diese noch läuft oder noch nicht begonnen hat. c) Zusammenfassend besteht daher ab 1. August 1998 unter keinem Titel Anspruch auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin, sodass die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen ist.