Citation: 6B_47/2021 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, die Bäckerei habe die Arbeiten am Müllcontainer übertragen. Die Verantwortung für die sichere und fachgerechte Ausführung des Auftrags sei damit auf den Malermeister übergegangen. Dass die Arbeit auf dem Gelände der Auftraggeberin zu verrichten gewesen sei, vermöge daran ebensowenig zu ändern, wie die Tatsache, dass der Beschwerdegegner dem vor Ort tätigen Maler auf dessen Wunsch hin zwei Mitarbeitende der Bäckerei als Hilfspersonen zur Verfügung gestellt habe. Der Beschwerdegegner sei zwar nicht nur Produktionsleiter, sondern auch der Sicherheitsbeauftragte der Bäckerei gewesen. Sein Aufgabenbereich und eine daraus abzuleitende Garantenpflicht würden indessen nicht über den Betrieb seiner Arbeitgeberin hinausreichen. Die Pflichten nach Art. 6 Abs. 1 der Verordnung vom 19. Dezember 1983 über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 832.30) hätten gegenüber C.________ nicht bestanden, da dieser als Mitarbeiter des extern beauftragten Malerunternehmens weder temporär in der Bäckerei angestellt noch in deren Betriebsablauf integriert gewesen sei. Der Beschwerdegegner sei auch nicht verpflichtet gewesen, für die Sicherheit in anderen Betrieben zu sorgen. Dazu habe ihm nicht nur die Kompetenz, sondern auch die Fachkenntnis gefehlt. Gegenüber den beiden Mitarbeitern der Bäckerei, die er dem Maler als Hilfspersonen zur Verfügung gestellt habe, habe er als Vorgesetzter und Sicherheitsbeauftragter fraglos eine Fürsorgepflicht innegehabt. In Nachachtung derselben habe er sie darauf hingewiesen, dass die Entladeklappe beim Öffnen zu sichern sei. Da dem Beschwerdegegner keine strafrechtlich relevante Sorgfaltspflichtverletzung anzulasten sei, erübrige sich die Prüfung, ob das Verhalten des Malers unmittelbar vor dem Unfall geeignet gewesen sei, den Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten des Beschwerdegegners und dem Unfall zu unterbrechen (Urteil S. 18 ff.).