Citation: 4A_580/2016 E. 8

8. Es sei die Widerrechtlichkeit der Verwendung des Arbeitsergebnisses des Klägers durch die Beklagte festzustellen. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolge." Das Kantonsgericht Zug überwies die Klage zuständigkeitshalber an das Obergericht des Kantons Zug. Die Kläger führten zur Begründung der Klage aus, der Kläger 1 sei ein international anerkannter Geophysiker und Erdölingenieur mit Spezialisierungen in Petrophysik, Geophysik und Öllagerstättentechnik. Aufgrund seiner Ausbildung und seiner über Jahrzehnte erworbenen Erfahrung verfüge er über die seltene Fähigkeit, aus Daten wie Bohrprotokollen und seismischen Kurven verlässlich zu erkennen, ob in einer bestimmten Region Öl- und Erdgasvorkommen vorhanden und wie solche Vorkommen beschaffen seien. In den späten achtziger bzw. den frühen neunziger Jahren habe er in V.________ riesige Gas- und Ölfelder entdeckt, nachdem er Einsicht in geheime technische, seismische und wirtschaftliche Daten in Moskau erhalten habe. Diese Ölfelder lägen hauptsächlich offshore (im Meer) im nordöstlichen Kaspischen Meer und östlich davon onshore (an Land) sowie nahe im südöstlichen Russland. Das gesamte Vorkommen umfasse mehrere Milliarden Barrel Erdöl, viele Milliarden Kubikmeter Gas sowie Hunderte Millionen Tonnen Schwefel. In der Folge habe der Kläger 1 präzise Informationen bezüglich Lage, tektonische Umgebung, Qualität, Förderbarkeit etc. dieser Vorkommen erarbeitet. Diese Informationen, einzeln oder gesamthaft, und hauptsächlich die auf einer Karte gezeichneten einzelnen Teilvorkommen stellten ein Arbeitsergebnis im Sinne von Art. 5 lit. a und b UWG dar, an welchem nur die Kläger berechtigt seien. Die Regierung von V.________, die über diese Vorkommen selber nicht im Bilde und nicht annähernd in der Lage gewesen sei, die Förderung zu planen und zu organisieren, habe den Kläger 1 damit betraut und bevollmächtigt, ein internationales Konsortium zu bilden, um diese Vorkommen zu bewirtschaften. Er habe sich in der Folge daran gemacht, ein solches (das Konsortium A.________) zu bilden. In diesem Zusammenhang habe er der E.________ sein Arbeitsergebnis zur Verfügung gestellt, die wiederum mit der F.________ ein Joint Venture geschlossen habe. Sodann sei die G.________ vom Kläger 1 eingeladen worden, sich dem Konsortium A.________ anzuschliessen. Der Kläger 1 habe die Informationen diesen Unternehmungen zur Verfügung gestellt, die das Arbeitsergebnis wiederum der Muttergesellschaft der Beklagten, der H.________, weitergegeben hätten. Aus der Bewirtschaftung der Vorkommen durch das Konsortium sollen dem Kläger 1 vereinbarungsgemäss 20% des erwirtschafteten Nettoerlöses zustehen. In der Folge sei aber durch die Mithilfe des CIA-Agenten D.________, einem Vertrauten des Präsidenten von V.________, unter Ausschluss des Klägers 1 ein Konsortium gegründet worden, bestehend aus F.________, E.________, G.________, der Muttergesellschaft der Beklagten sowie weiteren grossen Ölfirmen (u.a. I.________, J.________ und K.________). Dieses sog. Konsortium D.________ habe das Arbeitsergebnis des Klägers 1 verwendet, ohne dass dessen Einwilligung vorgelegen hätte und ohne ihn dafür mit 20% des Nettoerlöses zu entschädigen. Die Zahlung der an die Regierung von V.________ entrichteten Bestechungsgelder sei über Schweizer Firmen und Schweizer Konten abgewickelt worden. Aufgrund der erheblichen wirtschaftlichen Interessen seien andere Gerichtsstände in den USA, V.________, Grossbritannien oder Italien nicht zumutbar. Die Muttergesellschaft der Beklagten sei am Konsortium D.________ beteiligt. Es sei zu vermuten, dass die Muttergesellschaft ihr Wissen der Tochtergesellschaft weitergegeben habe. Da in der Schweiz mit Öl aus der betreffenden Region in V.________ gehandelt werde, profitiere die Beklagte zudem nach wie vor von den vertraulichen und geschützten Informationen des Klägers 1, weshalb der Anspruch ihr gegenüber bestehe. Die Beklagte widersetzte sich der Klage. Sie stellte sich insbesondere auf den Standpunkt, dass auf die lauterkeitsrechtlichen Ansprüche das Recht der Niederlassung der Kläger, d.h. dasjenige des Bundesstaats Colorado, Vereinigte Staaten, zur Anwendung gelange, nach dem diese Ansprüche längst verjährt seien. Zudem fehle es auch an der behaupteten Bereicherung; ohnehin seien allfällige Bereicherungsansprüche nach schweizerischem Recht verjährt. Die Parteien verzichteten im weiteren Verfahrensverlauf auf die Durchführung einer Hauptverhandlung.