Citation: 8C_600/2010 16.12.2010 E. 4.1

4.1.1 Unter dem Valideneinkommen ist rechtsprechungsgemäss jenes Einkommen zu verstehen, welches die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich erzielen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Dabei ist in der Regel vom letzten vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst auszugehen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224). Eine berufliche Weiterentwicklung ist praxisgemäss dann zu berücksichtigen, wenn konkrete Anhaltspunkte für einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen als Gesunder bestanden haben. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss bereits im Zeitpunkt des Unfalls durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein (SVR 2010 UV Nr. 31 S. 51, 8C_550/2009 E. 4.1). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierte Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, sind Erfahrungs- und Durchschnittswerte heranzuziehen (vgl. AHI 1999 S. 240 E. 3b). 4.1.2 Die Versicherte absolvierte vor dem Unfall die Prüfung zur Führung eines gastgewerblichen Betriebes und kaufte zusammen mit ihrem Lebenspartner ein Restaurant. Die Vorinstanz führte unter Berücksichtigung dieser Umstände zutreffend aus, beim Valideneinkommen der Beschwerdeführerin sei grundsätzlich das Einkommen als Wirtin heranzuziehen. Richtig ist auch, dass in der Regel in den Jahren nach der Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit aus verschiedenen Gründen die Betriebsgewinne zunächst gering sind und daher zugunsten der Versicherten oft nicht auf dieses Einkommen abgestellt werden kann (BGE 135 V 58 E. 3.4.6 S. 64). Vorliegend weist die Beschwerdeführerin bei ihrer - trotz körperlicher Einschränkung - ausgeübten Tätigkeit als Wirtin im Jahr 2008 ein Einkommen von Fr. 55'513.- aus. Dieses liegt unter dem von der Vorinstanz gestützt auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung im Gastgewerbe ermittelten Jahreseinkommen im Jahr 2008 von Fr. 57'756.-. Die Beschwerdeführerin wurde als Wirtin noch zu 70 % (Dr. med. A.________) bzw. ca. 78 % (Dr. med. K.________) arbeitsfähig beurteilt. Das effektiv erzielte Einkommen kann vorliegend allerdings nicht ohne Weiteres um den Faktor der medizinischen Einschränkung von 30 % bzw. 22 % auf ein 100%-Pensum aufgerechnet werden. Denn die körperliche Einschränkung als Wirtin führt in der Regel nicht zu einer entsprechenden Reduktion des Einkommens. Die Beschwerdeführerin wird durch eine entsprechende Arbeitsteilung mit ihrem Lebenspartner als Mitinhaber des Restaurants und mit den weiteren Angestellten die Auswirkungen der Einschränkungen effektiv reduzieren können. Angesichts dieser Unsicherheiten in Bezug auf das hypothetische Valideneinkommen (vgl. E. 4.1.1 hievor) ist der Beizug von lohnstatistischen Angaben des Bundesamtes für Statistik (hier: LSE-Tabellenlöhne 2008) durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden. Das entsprechende Einkommen basiert auf einer Tätigkeit im Umfang von 100 %. Nicht zu berücksichtigen ist die Einkommensentwicklung über das Jahr 2008 hinaus, denn bei der Berechnung des Invaliditätsgrades ist sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen auf den Zeitpunkt eines allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174).