Citation: 2C_771/2020 E. 3.2

3.2. Die Tragweite des von der Vorinstanz mit der ersten Eventualbegründung angerufenen Vertrauensprinzips ist vom Bundesgericht für den Bereich der internationalen Amtshilfe in Steuersachen bereits wiederholt erörtert worden (BGE 146 II 150 E. 7.1 S. 179 f., mit Hinweisen auf die Rechtsprechung); der Rechtsprechung lassen sich insbesondere auch Kriterien dazu entnehmen, unter welchen Umständen vom Vertrauensprinzip abzuweichen ist, wenn eine Verletzung des Subsidiaritätsprinzips gerügt wird (vgl. Urteil 2C_28/2017 vom 16. April 2018 E. 2.1.3, nicht publ. in: BGE 144 II 206). Insofern beanstandet die Beschwerdeführerin vorliegend die Anwendung feststehender Kriterien der Rechtsprechung auf den konkreten Einzelfall; darin liegt keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung (Urteile 2C_618/2020 vom 12. August 2020 E. 2.1.1; 2C_829/2019 vom 8.Oktober 2019 E. 3.1.2; 2C_588/2018 vom 13. Juli 2018 E. 4.2). Auch dass sonst ein besonders bedeutender Fall vorliegen könnte (Art. 84 Abs. 2 BGG), ist nicht ersichtlich: Die Beschwerdeführerin bezieht sich in ihrer Eingabe im Wesentlichen auf Einwände, die vonseiten des Europäischen Parlaments gegenüber der Einhaltung von Rechtsstaatlichkeitsstandards in Ungarn gehegt werden und die zur Eröffnung eines Verfahrens nach Art. 7 Abs. 1 des Vertrags über die Europäische Union geführt haben. Sie legt jedoch in keiner Art und Weise dar, inwiefern in ihrem konkreten Fall das Unterlaufen solcher rechtsstaatlicher Standards - und insofern ein schwerer Mangel des ausländischen Steuerverfahrens (vgl. BGE 139 II 340 E. 4 S. 342 f.) - zu befürchten wäre. Der Hinweis allein, dass sie als Kulturschaffende in Ungarn Nachteile zu gewärtigen hätte, die weit über die steuerlichen Konsequenzen hinausgingen, genügt mangels näherer Substanziierung nicht, um insoweit ernsthafte Bedenken zu wecken.