Citation: 4A_268/2018 E. 6.1

6.1. Art. 754 OR knüpft die Haftung der Organe an die "Verletzung ihrer Pflichten", durch die der Schaden entstanden ist. Neben der Geschäftsführungspflicht (Art. 716 Abs. 2 OR) sind die wesentlichen haftungsbegründenden Pflichten die in Art. 716a OR aufgezählten Organisations- und Kontrollaufgaben (die aber im Konzern auf residuelle Kompetenzen reduziert sein können, vgl. Erwägung 6.4) und die allgemeine Sorgfalts- und Treuepflicht nach Art. 717 OR (zu den Organpflichten statt vieler GERICKE/WALLER, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 5. Aufl. 2016, N. 26 ff. zu Art. 754 OR). Unterlassungen sind dann pflichtwidrig, wenn eine spezifische Pflicht zum Handeln besteht (siehe etwa Corboz/Aubry Girardin, in: Commentaire romand, Code des obligations II, 2. Aufl. 2017, N. 35 zu Art. 754 OR; vgl. auch BGE 128 III 92 E. 3a S. 94; 115 II 15 E. 3b S. 19).