Citation: 2C_9/2023 E. 7.2

7.2. Die Vorinstanz hat weiter einlässlich geprüft und gewürdigt, ob im Fall der Beschwerdeführer diese Voraussetzungen gegeben sind (Art. 109 Abs. 3 BGG). Sie hat dabei Bezug darauf genommen, dass das erneute Gesuch um Familiennachzug damit begründet wird, dass die Ehefrau "bis vor Kurzem" in der Heimat die Mutter und die behinderte Schwester des Ehemannes habe betreuen müssen und sich "erst jetzt" innerfamiliär eine Betreuungsalternative gefunden habe. Sie hielt dazu fest, dass der behauptete Wegfall der Betreuungspflichten der Ehefrau zwar ein neues Element sei, nicht aber als neue rechtserhebliche Tatsache im Sinne der Rechtsprechung gewertet werden könne. Einerseits, weil von den rechtskundig vertretenen Beschwerdeführern nicht geltend gemacht werde, dass diese Betreuungspflichten einen früheren Familiennachzug verhindert hätten, sie vielmehr einfach nach keiner Alternative gesucht hätten, andererseits sie diese Tatsache bereits im ersten Gesuchsverfahren hätten geltend machen müssen, wurden sie doch im Verfahren beim kantonalen Migrationsamt wiederholt darauf hingewiesen, dass die bis dahin bestehenden finanziellen Verpflichtungen bzw. die bis dahin fehlenden finanziellen Möglichkeiten des Ehegatten nicht genügen würden, um einen nachträglichen Familienachzug (ausserhalb der Nachzugsfrist) zu rechtfertigen. So stelle denn auch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Umstand, dass es einer nachzugswilligen Person nicht gelungen sei, rechtzeitig die Voraussetzungen für einen Familiennachzug zu schaffen, in der Regel - für sich betrachtet - keinen wichtigen Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG dar (Urteil 2C_948/2019 vom 27. April 2020 E. 3.4.1 mit Hinweisen).