Citation: 6B_568/2020 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz verneint das Vorliegen eines persönlichen Härtefalls. Sie erwägt, der Beschwerdeführer habe einen grossen Teil seines Lebens in der Türkei verbracht, namentlich seine Jugend sowie einen Teil seines Erwachsenenlebens. Er habe dort geheiratet und vier Kinder gezeugt, die in der Türkei aufgewachsen seien. Nachdem er sich von seiner ersten Ehefrau habe scheiden lassen und zwischenzeitlich mit einer Schweizerin verheiratet gewesen sei, habe er sich nach der Erlangung der Aufenthaltsgenehmigung erneut scheiden lassen, habe seine erste Ehefrau geheiratet und diese samt den Rest der Familie in die Schweiz geholt. Auch wenn seine Enkelkinder hier zur Welt gekommen seien, könne von einer Verwurzelung des Beschwerdeführers keine Rede sein. Er brauche trotz seines langen Aufenthalts in der Schweiz weiterhin einen Dolmetscher, was von wenig Integration zeuge. Er sei wirtschaftlich auf eine IV-Rente angewiesen. Eine Wiedereingliederung in der Türkei scheine nach wie vor möglich zu sein, zumal seine Ehefrau ebenfalls Türkin sei und die Kinder erwachsen und nicht mehr von ihm abhängig seien. In der Türkei lebten weitere Geschwister des Beschwerdeführers. Er besuche seine Verwandten regelmässig. Der Umstand, dass das schweizerische Gesundheitssystem eines der besten der Welt sei, biete keinen Grund dafür, dass kranke Straftäter wie der Beschwerdeführer nicht ausgeschafft würden (Urteil S. 35 f.; erstinstanzliches Urteil S. 46 ff.).