Citation: 6B_943/2020 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz geht davon aus, die Bargeldbeträge in der Kasse seien aus Sicht der Beschwerdeführerin fremde bewegliche Sachen, an denen Gewahrsam der Privatklägerin bestanden habe, sobald das Bargeld sich in der Kasse befunden habe. Mit der Geldentnahme am Ende der Schicht habe sie diesen Gewahrsam gebrochen und eigenen begründet. Sie habe die Geldbeträge angeeignet und den objektiven Tatbestand des Diebstahls erfüllt. Da ihr die Geldbeträge durch die Kunden zuhanden der Privatklägerin anvertraut wurden, habe sie auch den objektiven Tatbestand der Veruntreuung erfüllt. Subjektiv habe sie vorsätzlich und in Bereicherungsabsicht gehandelt. Sie habe mithin (grundsätzlich) beide Tatbestände, d.h. jene des Diebstahls und der Veruntreuung, erfüllt (vorinstanzliches Urteil S. 16 f.). Die Vorinstanz stellt hinsichtlich der strittigen Vertrauensstellung fest, die Beschwerdeführerin sei während eines Teils des Tatzeitraums keine "einfache" Kassiererin gewesen. Ihr sei die Funktion einer Abteilungsleiterin zugekommen, sodass sie das Tagesgeschäft leitete, die Arbeitspläne erstellte und Warenbestellungen tätigte. Finanziell und insbesondere bezüglich der Tageseinnahmen sei ihr neben der Aufbewahrung keine besondere Verantwortung zugekommen und sei ihr von der Privatklägerin im Vergleich zu den anderen Kassiererinnen kein erhöhtes Vertrauen entgegengebracht worden. Die Geldbeträge seien von anderen Mitarbeitern abgeholt und einbezahlt worden. Es liege entgegen der Verteidigung kein gleichgeordneter Mitgewahrsam vor (vorinstanzliches Urteil S. 17 f.).