Citation: 4A_532/2022 E. 5.4

5.4. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz erläutere nicht, wie sie von der ihm vorgeworfenen Verletzung von Verhaltenspflichten auf ein schuldhaftes Verhalten komme. Sie hätte erklären müssen, wie sie den Begriff schuldhaft interpretiere. Auch hätte sie prüfen müssen, ob sein Verhalten in irgendeiner Form begründet gewesen sei. Diesbezüglich sei festzuhalten, dass er sich nicht generell geweigert habe, sich einer ärztlichen Begutachtung zu unterziehen, sondern darauf aufmerksam machte, dass er als langjährig im Sozialversicherungsrecht tätiger Anwalt mit vielen psychiatrischen Gutachtern zu tun und deren Arbeit in seinen Rechtsschriften regelmässig stark kritisiert habe. Die Rüge geht fehl. Die Vorinstanz hat in E. 9.1 ihres Entscheids ausführlich zu den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Gründen für sein Verhalten Stellung genommen und dargelegt, weshalb sich dieses Verhalten damit nicht entschuldigen lässt. Der Beschwerdeführer setzt sich damit nicht hinreichend auseinander. So geht er namentlich nicht auf die vorinstanzlichen Erwägungen ein, wonach es sich bei dem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen Gutachten im Zivilprozess ohnehin um ein reines Parteigutachten handle, dem nicht die Qualität eines Beweismittels zukomme. Weiter hat die Vorinstanz (mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung) ausführlich dargelegt, dass die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ablehnungs- bzw. Ausstandsgründe selbst auf dem Gebiet des Sozialversicherungsrechts nicht geeignet wären, die Befangenheit der von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Experten zu begründen. Auch mit diesen Erwägungen setzt er sich in seiner Beschwerde nicht (hinreichend) auseinander (vgl. hiervor E. 2). Nicht ersichtlich ist sodann auch, was der Beschwerdeführer für sich ableiten möchte, wenn er ausführt, die Vorinstanz hätte erklären müssen, wie sie den Begriff schuldhaft interpretiere. Aus den vorinstanzlichen Erwägungen ergibt sich hinreichend klar, was sie unter schuldhaftem Verhalten versteht. Sie erwog namentlich, der Beschwerdeführer betone zwar immer wieder, er sei bereit, sich einer Begutachtung zu unterziehen. Er habe aber nicht nur die Termine bei Dr. med. D.________ und Dr. med. E.________ kurzfristig abgesagt und diverse Experten von vornherein abgelehnt. Vielmehr habe er in seinem Schreiben vom 25. Juni 2014 ausdrücklich erklärt, dass er sämtliche Gutachter ablehnen werde, die ihm von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagen würden. Auch habe er es unterlassen, zu den mit Schreiben vom 27. Mai 2014 vorgeschlagenen Experten Stellung zu nehmen oder seinerseits Experten vorzuschlagen, die er hätte akzeptieren können. Sein an den Tag gelegtes, verweigerndes Verhalten stehe damit im krassen Gegensatz zur behaupteten Mitwirkungsbereitschaft. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern die Vorinstanz mit diesen Erwägungen in Willkür verfallen wäre (vgl. hiervor E. 4). Nichts ändert - entgegen dem Beschwerdeführer - schliesslich auch, dass die Feststellung der Krankheitsfolgen (also der Arbeitsunfähigkeit) vorliegend nicht der Versicherung obliegt, sondern als anspruchsbegründende Tatsache vom Versicherten zu belegen wäre. Unabhängig von der Beweislast im Falle eines späteren Zivilprozesses kann jedenfalls eine Begutachtung durch einen von der Versicherung beauftragten Experten zur Feststellung der Krankheitsfolgen im Rahmen des "Schadenmanagements" seitens der Versicherung gerechtfertigt sein. Der Beschwerdeführer vermag insgesamt nicht darzutun, dass die Vorinstanz zu Unrecht von einer schuldhaften Verletzung der Mitwirkungspflichten seinerseits ausgegangen wäre.