Citation: 4A_528/2022 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, der angefochtene Schiedsentscheid missachte das "Prinzip der Verschuldenshaftung". Denn das Schiedsgericht habe festgestellt, dass ihn am Dopingbefund kein Verschulden treffe. Dennoch werde er mit einer "Vereinsstrafe" - nämlich einer zweijährigen Sperre - sanktioniert. Dies verletze den Grundsatz "keine Sanktion ohne Verschulden", der Bestandteil des materiellen Ordre public bilde. Ein Verstoss gegen diesen Grundsatz sei im Dopingbereich besonders stossend, werde ein wegen eines Dopingvergehens verurteilter Sportler doch "auf alle Zeiten" als "Doper" oder "Betrüger" wahrgenommen, auch nachdem die Sperre längst abgelaufen sei. Hinzu komme, dass die "Analysemethoden der Labors in der Dopinganalytik" in den letzten Jahren "immer präziser" geworden und mittlerweile schon "absolute Kleinstmengen" feststellbar seien, die oft durch "unbeabsichtigte Kontamination" erklärt werden könnten. Damit sei "das Bedürfnis und die Notwendigkeit" gestiegen, "wirklich" nur jene Personen zu bestrafen, die "schuldhaft" einen Dopingverstoss begangen hätten (Hervorhebung im Original). Es gelte, "die Bestrafung unschuldiger Athleten [...] zu verhindern".