Citation: 5C.150/1998 21.12.2000 E. 3

3.- a) Die Beklagte rügt zunächst, dass die Vorinstanz die güterrechtliche Auseinandersetzung verfrüht vorgenommen habe. Werde nämlich - wie hier - die Auseinandersetzung ad separatum verwiesen, so sei der massgebende Stichtag für die güterrechtliche Liquidation der Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils, ausser die Parteien hätten einen anderen Abrechnungstag vereinbart. Letzteres sei vorliegend nicht geschehen, weshalb es auf das Datum der Rechtskraft des Scheidungsurteils ankomme. Indessen habe das Obergericht die güterrechtliche Auseinandersetzung vorgenommen, als das Urteil im Scheidungspunkt noch gar nicht in Rechtskraft erwachsen sei; die Beklagte habe gegen das obergerichtliche Urteil vom 5. März 1998 kantonale Nichtigkeitsbeschwerde eingereicht und dieser sei aufschiebende Wirkung erteilt worden, so dass am 15. Mai 1998, als das Obergericht über die güterrechtliche Auseinandersetzung befunden habe, der Scheidungspunkt noch nicht rechtskräftig entschieden gewesen sei. Es sei aber schlechterdings unmöglich, die ihr zustehende güterrechtliche Ausgleichsforderung gestützt auf die entsprechenden Bewertungsgrundlagen in einem Zeitpunkt festzulegen, in welchem der Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils noch gänzlich offen gewesen sei. b) Auch wenn es zutreffen mag, dass bei der Verweisung der güterrechtlichen Auseinandersetzung ad separatum mangels anders lautender Parteivereinbarung der Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils als Stichtag zu gelten hat (in diesem Sinne: Bühler/Spühler, Berner Kommentar, N. 66 zu Art. 154 ZGB), so würde vorliegend eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks erneuter Vornahme der güterrechtlichen Auseinandersetzung nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils ins Leere stossen, da sie für die Beklagte zu keinem anderen Resultat führen würde als jenem gemäss Urteil vom 15. Mai 1998. Das Obergericht hat die güterrechtliche Ausgleichsforderung der Beklagten anhand von Berechnungsgrundlagen festgelegt, die - wie nachstehend dargelegt wird - von Bundesrechts wegen nicht zu beanstanden bzw. im Berufungsverfahren ohnehin nicht angreifbar sind (vgl. E. 4b). Müsste die Vorinstanz die güterrechtliche Liquidation erneut vornehmen, so könnte sie von keiner anderen Berechnungsbasis ausgehen; hinzu kommt, dass das Scheidungsurteil inzwischen rechtskräftig geworden ist. Es ist somit kein schutzwürdiges Interesse der Beklagten an einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ersichtlich (BGE 114 II 189 E. 2 S. 190; Messmer/ Imboden, a.a.O, Rz 42, S. 63, m.H.); zudem wird ein prozessualer Leerlauf vermieden.