Citation: 5C.138/2006 18.07.2006 E. 4

Der Berufungskläger bringt weiter vor, der Berufungsbeklagten hätte ein Einkommen angerechnet werden sollen, das einem 100 %-Pensum entspricht. Er bestreitet zwar nicht, dass die Berufungsbeklagte aus gesundheitlichen Gründen nur zu 50 % arbeitsfähig ist, macht aber geltend, der schlechte Gesundheitszustand sei nicht ehebedingt. Die Beschwerden würden einem Car-Unglück und einem Arbeitsunfall entstammen oder seien einfach altersbedingt. Keine habe indes einen Zusammenhang mit der Ehe. Daher hätten sie nicht berücksichtigt werden dürfen, oder zumindest nur für eine Übergangszeit von maximal fünf Jahren. Aus dem angefochtenen Urteil lassen sich keine Feststellungen darüber entnehmen, dass die gesundheitlichen Probleme der Berufungsbeklagten nicht ehebedingt sind, also entweder bereits vor der Ehe bestanden haben oder nicht mit der praktizierten Aufgabenteilung während der Ehe zusammenhängen. Zudem ist zu beachten, dass die Parteien bis zur Trennung gut zwanzig Jahre verheiratet waren und drei gemeinsame Kinder haben. Gemäss verbindlicher Feststellung des Obergerichts pflegten die Parteien eine mehr oder weniger traditionelle Rollenteilung, wobei Kindererziehung und Haushaltsführung hauptsächlich der Berufungsbeklagten oblegen hat. Diese war nur in reduziertem Umfang während der Ehe berufstätig (Art. 63 Abs. 2 OG). Eine solch langjährige, lebensprägende Ehe kann Vertrauenspositionen schaffen, die auch nach der Scheidung nicht enttäuscht werden dürfen. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn das Obergericht gestützt auf die nacheheliche Solidarität auch die gesundheitlichen Probleme der Berufungsbeklagten berücksichtigt und ihr eine Rente bis zu ihrem Eintritt ins AHV-Alter gewährt hat. Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass das Obergericht festgehalten hat, der Berufungsbeklagten könne auch wegen der guten sozialen Stellung der Ehegatten während der Ehe keine Vollzeiterwerbstätigkeit zugemutet werden (vgl. E. 2.1 oben). Gegen diese Erwägung bringt der Berufungskläger nichts vor. Die Berufung ist damit in diesem Punkt abzuweisen.