Citation: 6B_135/2020 E. 2.2

2.2. Was der Beschwerdeführer gegen die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz einwendet, erschöpft sich in weiten Teilen in einer unzulässigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil, die für die Begründung einer willkürlichen Feststellung des Sachverhalts nicht genügt. Das Bundesgericht ist keine Appellationsinstanz, die eine freie Prüfung in tatsächlicher Hinsicht vornimmt. Der Beschwerdeführer legt nicht hinreichend dar, inwiefern die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz nach seiner Auffassung offensichtlich unhaltbar sein oder mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen und die vorhandenen Beweise andere Schlussfolgerungen geradezu aufdrängen sollen. Er beschränkt sich im Wesentlichen darauf, die Gründe vorzubringen, welche für die Täterschaft des Mitbeschuldigten E.________ sprechen. Doch ist im vorliegenden Verfahren nicht zu prüfen, inwiefern Anhaltspunkte für die Täterschaft eines Mitbeschuldigten vorliegen, sondern ob die Schlüsse der Vorinstanz hinsichtlich der Täterschaft des Beschwerdeführers mit sachlichen Gründen haltbar sind. Dabei zieht die Vorinstanz in ihren Erwägungen zu Recht auch die Gründe mit ein, aufgrund deren sie die Täterschaft eines der anderen an der Auseinandersetzung Beteiligten ausschliesst. So ergibt sich aus dem Umstand, dass der Mitbeschuldigte E.________ nach dem Einlass ins Festzelt ein Messer mit sich führte, das er vorübergehend dem Mitbeschuldigten A.________ übergeben hatte (vgl. zur Vorgeschichte erstinstanzliches Urteil S. 71 f., 83), nicht zwingend, dass nur jener den tödlichen Messerstich geführt haben kann, zumal nach den Feststellungen der Vorinstanz nicht auszuschliessen sei, dass am besagten Abend zwei Messer im Spiel gewesen sind (angefochtenes Urteil S. 49; vgl. auch Anklageschrift, angefochtenes Urteil S. 6 f. Ziff. 1.6 und 1.8). Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht hinreichend auseinander, sondern verweist lediglich darauf, dass die erste Instanz von einem einzigen Messer ausgegangen sei (Beschwerde S. 5). Dass lediglich ein einziges Messer im Einsatz gewesen ist, wird aber von der ersten Instanz nicht explizit festgehalten (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 72, 85). Damit fällt auch ausser Betracht, dass nur der Mitbeschuldigte E.________ die tödliche Verletzung mit dem Messer ausgeführt haben kann. Die Vorinstanz verfällt ferner auch nicht in Willkür, soweit sie sich in ihren einlässlichen Erwägungen für ihren Schluss auch auf die Aussagen der Mitbeschuldigten E.________ und A.________ stützt (Beschwerde S. 11). Es trifft zwar zu, dass sie die Aussagen des Mitbeschuldigten E.________ von Beginn weg als widersprüchlich und in sich nicht stimmig beurteilt hat. Doch nimmt sie auch an, diese seien hinsichtlich der eigentlichen tätlichen Auseinandersetzung konstant gewesen und stimmten im Kerngehalt mit denjenigen des Mitbeschuldigten A.________ überein, welche bezüglich seines Verhaltens während der Auseinandersetzung - abgesehen von der ersten Aussage, in der er jegliche Beteiligung bestritten habe - ebenfalls konstant und widerspruchsfrei gewesen seien (angefochtenes Urteil S. 40 f.). Die Vorinstanz nimmt darüber hinaus mit nachvollziehbaren Gründen an, es sei unwahrscheinlich, dass E.________ und A.________ während der kurzen Autofahrt von der Wohnung von E.________ nach V.________, welche allein für eine Absprache in Frage gekommen sei, ihre Aussagen derart eingehend und vorausschauend hätten aufeinander abstimmen können, dass sie die Verantwortung für den tödlichen Messerstich schlüssig hätten auf den Beschwerdeführer abschieben können. Abgesehen davon verweist die Vorinstanz auch zu Recht auf etwelche Ungereimtheiten, welche einer derartigen Absprache entgegenstünden (angefochtenes Urteil S. 42 f.). Was der Beschwerdeführer hiegegen einwendet (Beschwerde S. 11), ist nicht geeignet, Willkür darzutun. Namentlich ist die zwischen den beiden Mitbeschuldigten bestehende Freundschaft für sich allein kein zwingender Grund, eine Absprache anzunehmen, zumal auch der Beschwerdeführer darauf hinweist, dass der Mitbeschuldigte A.________ anfänglich ausgesagt habe, das Messer beim Mitbeschuldigten E.________ gesehen zu haben (Beschwerde S. 11), was sich nicht damit vereinbaren lässt, dass die beiden schon unmittelbar nach der Tat vereinbart hätten, die Schuld auf den Beschwerdeführer abzuwälzen. Dass die beiden Mitbeschuldigten zu einem späteren Zeitpunkt während der Untersuchungshaft unerlaubterweise miteinander kommuniziert haben, trifft zu und räumt auch die Vorinstanz ein. Sie nimmt aber überzeugend an, dieser Umstand, und namentlich der Inhalt der Nachrichten, erlaubten kaum irgendwelche Rückschlüsse in Bezug auf eine Absprache über die Verantwortung für die Tötung (angefochtenes Urteil S. 43). Im Weiteren ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Aussagen des auf Seiten der angegriffenen Brasilianer beteiligten B.G.________, nach welchen der (als E.________ identifizierte) Angreifer mit den längeren Haaren am Schluss am nächsten beim Opfer gestanden habe, als nicht verlässlich erachtet (angefochtenes Urteil S. 53, 57; vgl. Beschwerde S. 13). Die Vorinstanz verweist in diesem Zusammenhang zutreffend darauf, dass der Zeuge dies erstmals in der letzten Einvernahme ausgesagt hat und sich in den tatnäheren Befragungen hiezu nie entsprechend geäussert, sondern im Gegenteil gar angegeben hat, er könne nicht sagen, wer von den anderen zuletzt in der Nähe des Opfers gewesen sei (angefochtenes Urteil a.a.O., vgl. auch S. 46). Die Vorinstanz geht in diesem Kontext willkürfrei davon aus, die Mitbeschuldigten E.________ und A.________ hätten sich im Zeitpunkt, in welchem das Opfer tödlich verletzt worden sei, mit dem Brasilianer A.G.________ abgegeben und hätten sich somit nicht in der Nähe des Opfers befunden (angefochtenes Urteil S. 51 f.; Beschwerde S. 12 f.). Sodann führt auch, was der Beschwerdeführer zum fehlenden Motiv ausführt (Beschwerde S. 13 f.), zu keinem anderen Ergebnis. Dies ergibt sich zunächst daraus, dass sich der Beschwerdeführer nach den Feststellungen der Vorinstanz unbestrittenermassen tatkräftig an der Auseinandersetzung beteiligt hat (angefochtenes Urteil S. 45, 58). Wie die Vorinstanz zudem zutreffend annimmt, ist nicht ersichtlich, inwiefern für die Frage der Täterschaft von Bedeutung sein soll, ob der Beschwerdeführer orts- und sprachkundig oder mobil war sowie ob er über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt hat (angefochtenes Urteil S. 58). Schliesslich vermag auch der Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer die Schweiz nicht sogleich nach der Tat verlassen hat, sondern noch bis am 14. August 2009 im Land verblieben ist und weitergearbeitet hat (Beschwerde S. 14), keine Willkür darzutun. Es kann hiefür ohne Weiteres auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (angefochtenes Urteil S. 58). Schliesslich wird von der Vorinstanz mit haltbaren Gründen relativiert, dass sich der Beschwerdeführer, als er von den belastenden Aussagen der Mitbeschuldigten erfahren habe, freiwillig der Polizei gestellt habe (angefochtenes Urteil S. 47 f.). Entgegen seiner Auffassung lässt sich daraus nicht ableiten, dass er sich nichts vorzuwerfen gehabt habe und mit den Strafverfolgungsbehörden habe zusammenarbeiten wollen (Beschwerde S. 12). Zuletzt ist ohne Bedeutung, dass die Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung die vollumfängliche Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils beantragt hat (Beschwerde S. 9, 10). Abgesehen davon liesse sich daraus entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 9) nicht schliessen, jene sei offensichtlich davon überzeugt gewesen, dass der tödliche Messerstich vom Mitbeschuldigten E.________ geführt worden sei, zumal sie für den Fall der Freisprechung des erstinstanzlich Verurteilten E.________ den Antrag gestellt hat, es sei der Beschwerdeführer wegen eventualvorsätzliche Tötung zu verurteilen (angefochtenes Urteil S. 22; vgl. auch die eventuelle Täterschaft gemäss Anklageschrift, angefochtenes Urteil S. 7). Insgesamt ist die Vorinstanz mit zureichenden Gründen zum Schluss gelangt, als Urheber des tödlichen Messerstichs komme nur der Beschwerdeführer in Frage und die Täterschaft der beiden Mitbeschuldigten sei auszuschliessen. Es mag zutreffen, dass eine Würdigung der Beweise, wie sie der Beschwerdeführer für richtig ansieht, ebenso in Betracht gezogen werden könnte. Doch genügt für die Begründung von Willkür praxisgemäss nicht, dass das angefochtene Urteil mit der Darstellung der beschwerdeführenden Partei nicht übereinstimmt oder eine andere Lösung oder Würdigung der Beweise als vertretbar erscheint (BGE 144 V 50 E. 4.2; 143 IV 241 E. 2.3.1; 141 IV 305 E. 1.2 und 369 E. 6.3). Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.