Citation: 2C_1077/2017 E. 4.4.2

4.4.2. In Bezug auf den Vertrauensschutz im Ausländerrecht hat das Bundesgericht in Übereinstimmung mit den allgemeinen Grundsätzen des Verwaltungsrechts (vgl. Urteil 9C_419/2011 vom 17. September 2012 E. 4.2.1; BGE 131 V 472 E. 5) entschieden, dass das in Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV verankerte Gebot von Treu und Glauben in engen Grenzen ein Recht auf die Erteilung einer Bewilligung verleihen kann. Dies ist namentlich der Fall, wenn die zuständige Behörde durch falsche Auskünfte ein berechtigtes Vertrauen erweckt und die ausländische Person gestützt auf diese Auskünfte unumkehrbare Vorkehrungen getroffen hat (vgl. Urteile 2C_40/2012 vom 15. Oktober 2012 E. 5; 2C_503/2009 vom 8. Januar 2010 E. 2.4 mit Hinweisen). Die gleichen Anforderungen gelten, wenn die berechtigte Erwartung geschützt werden soll, dass eine Bewilligung nicht widerrufen wird (Urteil 2C_655/2012 vom 13. Februar 2013 E. 4.2). Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, er habe aufgrund der ergebnislos verlaufenen Ermittlungen zum Bestehen einer Scheinehe im Jahr 2011 darauf vertraut, dass die Aufenthaltsbewilligung nicht widerrufen werde. Diese Vorhaltung verfängt nicht. Der blosse Umstand, dass die Migrationsbehörden zu jenem Zeitpunkt über keine hinreichenden Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe verfügten und deshalb kein Widerrufsverfahren einleiteten, schafft keine hinreichende Vertrauensgrundlage, auf die sich der Beschwerdeführer vorliegend berufen könnte. Der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) verbietet den Verwaltungsbehörden nicht, bereits früher erlangte Informationen im Lichte neuer Erkenntnisse für die Begründung einer belastenden Verfügung heranzuziehen; dies gilt insbesondere in einer Konstellation wie der vorliegenden, in der sich der Beschwerdeführer durch das Eingehen einer Scheinehe selbst treuwidrig verhalten hat.