Citation: 6P.160/2002 07.04.2003 E. 5

Der Beschwerdeführer 2 hebt hervor, dass die Angestellten des Sicherheitsdienstes aggressiv vorgegangen seien. Sie hätten seinen Bruder zu Boden geworfen. F.________ und G.________ hätten ausgesagt, er habe seinem Bruder nur helfen wollen. Die Sicherheitsleute hätten darauf eine wilde Verfolgungsjagd veranstaltet. Das Obergericht halte zu Recht fest, er sei eher schlichtend als provozierend aufgetreten. Es nehme aber willkürlich und in Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" an, er habe aktiv am Raufhandel mitgewirkt. 5.1 Das Obergericht hält fest, die Sicherheitsleute seien recht aggressiv vorgegangen und hätten die Schlägerei ausgelöst. Der Beschwerdeführer 2 habe zugegeben, einen Sicherheitsmann gestossen zu haben. Alle Zeugen hätten ausgesagt, eine wilde Schlägerei habe stattgefunden. Die Aussage des Beschwerdeführers, er sei seinem Bruder zu Hilfe geeilt und sei gleichzeitig auf der Flucht gewesen, sei unglaubwürdig und widersprüchlich. Es bestünden keine Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer 2 am Raufhandel beteiligt gewesen sei. 5.2 Der Beschwerdeführer 2 gab der Kantonspolizei zu Protokoll, ein Sicherheitsmann habe seinen Bruder brutal zu Boden geworfen. Er habe ihm geholfen aufzustehen. Darauf habe er einem Schlag ins Gesicht ausweichen können und sich entfernt. Er habe jedoch gesehen, wie zwei Sicherheitsleute auf seinen Bruder erneut einschlugen (act. 449). Vor dem Untersuchungsrichter wiederholte der Beschwerdeführer 2 diese Aussage, fügte aber hinzu, dass er zu seinem Bruder zurückgegangen sei, als er gesehen habe, wie drei Sicherheitsleute auf diesen, der am Boden gelegen habe, einschlugen. Er habe einen Sicherheitsmann auf die Seite gestossen, um seinem Bruder beim Aufstehen zu helfen. Ob er den Sicherheitsmann dabei geschlagen habe, könne er nicht sagen. Er habe danach einem Schlag ausweichen können und sei weggerannt (act. 457 ff.). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte er, die Flucht sei ihm gelungen, seinem Bruder aber nicht. Als er seinem Bruder habe helfen wollen, sei er von hinten angegriffen worden. Er wisse nicht mehr, ob er zurückgeschlagen habe. AX.________ erklärte, ein Sicherheitsmann habe ihn zu Boden geworfen. Sein Bruder und er hätten Angst gehabt und wegrennen wollen. Darauf sei ein Sicherheitsmann gekommen, der den Beschwerdeführer 2 mit einem Faustschlag zu Boden geworfen habe (act. 423). H.________ und G.________ sagten aus, der Beschwerdeführer 2 habe seinem Bruder geholfen aufzustehen, als dieser das erste Mal von einem Sicherheitsmann niedergeschlagen worden sei und habe seine Freunde aufgefordert wegzugehen (act. 511 und 513). Nach dem erneuten Schlag habe AX.________ aus eigener Kraft flüchten können (Zeugin H.________, act. 511). Laut den Aussagen von I.________, F.________ und K.________ habe eine wilde Schlägerei stattgefunden, nachdem ein Sicherheitsmann AX.________ am Kragen ergriffen und zu Boden geworfen hatte und der Beschwerdeführer 2 seinem Bruder geholfen hatte, wieder aufzustehen (act. 525, 529, 545). L.________ und F.________ sprechen von einer Verfolgungsjagd zwischen den Sicherheitsleuten und der Gruppe, der die Beschwerdeführer angehörten (act. 517, 529). Es erhellt aus diesen Aussagen, dass die Sicherheitsleute zuerst tätlich wurden und der Beschwerdeführer 2 seinem Bruder beim Aufstehen behilflich sein wollte. Darauf entstand eine allgemeine Schlägerei. Nach eigenen Aussagen des Beschwerdeführers 2 stiess er einen Sicherheitsmann zur Seite, als er seinem Bruder helfen wollte. In Anbetracht dieser Umstände erscheint die Annahme des Obergerichts, der Beschwerdeführer 2, der seinem Bruder zu Hilfe eilte, sei an der Schlägerei beteiligt gewesen, nicht als offensichtlich unhaltbar. Selbst wenn zu dessen Gunsten anzunehmen ist, er habe zunächst die Flucht ergriffen, steht fest, dass er danach zum Schauplatz der Schlägerei zurückgekommen ist, um seinem Bruder zu helfen. Dass er sich dabei nicht nur darauf beschränkte, diesem beim Aufstehen zu helfen, durfte das Obergericht in Anbetracht der übereinstimmenden Aussagen der Zeugen, dass eine allgemeine Schlägerei stattgefunden habe, ohne Willkür annehmen. Auf jeden Fall drängen sich diesbezüglich keine erheblichen und schlechterdings nicht zu unterdrückenden Zweifel auf. Der Beschwerdeführer 2 forderte nach dem ersten Angriff gegen seinen Bruder seine Freunde zum Weggehen auf. Er beteiligte sich später jedoch am Raufhandel, um vor allem seinem Bruder zu helfen. In Anbetracht dieses Verhaltens ist die Annahme des Obergerichts, er habe insgesamt eher eine schlichtende als eine provozierende Haltung eingenommen, nicht widersprüchlich.