Citation: 1B_400/2019 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdeführer führte vor seiner Inhaftierung ein unstetes Leben ohne festen Wohnsitz und beging nach der immerhin über 20 Tatvorwürfe enthaltenden Anklageschrift immer wieder und in kurzen Abständen Straftaten. Auch wenn diese, isoliert betrachtet, teilweise nicht allzu schwerwiegend sein mögen, so fällt doch ein zunehmend aggressives Verhalten gegen seine Mutter auf, die er nach der Anklage wiederholt tätlich angegriffen und mit dem Tod bedroht haben soll. Auch seinen Bruder, und - besonders belastend - dessen kleinen Sohn soll er ebenfalls wiederholt massiv bedroht haben. Er hat sich dabei weder von Verhaftungen noch von der Anordnung von Untersuchungshaft von der Begehung weiterer Straftaten abhalten lassen und Haus-, Rayon- und Kontaktverbote regelmässig verletzt. Unter diesen Umständen wirkt seine Beteuerung, er werde sich nunmehr an die Bewährungshilfe wenden, sich um eine feste Unterkunftsmöglichkeit bemühen und ein geregeltes Leben führen, wenig überzeugend. Dazu hatte er schon früher Anlass und Gelegenheit - zuletzt nach dem 6. März 2019, als der Zwangsmassnahmenrichter von der Anordnung von Untersuchungshaft absah und ihn unter Auflagen in die Freiheit entliess -, ohne dass ihn dies davon abgehalten hätte, weiter zu delinquieren. Es ist daher ernsthaft zu befürchten, dass er in Freiheit seine Mutter und seinen Bruder weiterhin massiv belästigen und bedrohen würde, wobei sein Vorgehen zunehmend aggressiver werden könnte, je länger die Mutter und der Bruder seinen Wünschen nach finanzieller und anderweitiger Unterstützung nicht nachkommen. Dass er offenbar mit seiner Mutter freiwillig ein "Kontakt- und Annäherungsverbot" vereinbart hat, ändert daran nichts, da er sich in der Vergangenheit an solche Verbote wiederholt nicht gehalten hat. Dazu gilt es, das laufende und wegen der Mehrzahl der Beschuldigten aufwändige Strafverfahren innert vernünftiger Frist abzuschliessen, ohne dass es durch neue Delikte, wie sie vom Beschwerdeführer in Freiheit zu erwarten wären, immer wieder ausgedehnt werden müsste. Das Appellationsgericht hat kein Bundesrecht verletzt, indem es Wiederholungsgefahr annahm.