Citation: 2A.715/2005 13.02.2006 E. 3

3.1 Auf Art. 8 EMRK, der den Schutz des Familienlebens garantiert, kann sich der Beschwerdeführer für die im Januar vergangenen Jahres 18 Jahre alt gewordene Tochter nicht berufen, da hierfür auf den heutigen Zeitpunkt abzustellen ist (BGE 129 II 11 E. 2 S. 13; 120 Ib 257 E. 1f S. 262 f.). Aus Art. 13 Abs. 1 BV ergibt sich nichts anderes (BGE 126 II 377 E. 7 S. 394). Etwas eng ist zwar die sich darin erschöpfende Argumentation der Vorinstanz, Art. 8 EMRK verschaffe kein vorbehaltloses Recht auf Nachzug von Kindern, wenn der Ausländer selbst die Entscheidung getroffen habe, von seiner Familie getrennt zu leben. Seit Mai 2002 verfügte der Beschwerdeführer nämlich über die Niederlassungsbewilligung und damit über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht, so dass er sich durchaus auf Art. 8 EMRK hätte berufen können (vgl. BGE 130 II 281 E. 3 S. 285 ff.; 126 II 377 E. 2b und c S. 382 ff.). Das ändert jedoch nichts am Ausgang des Verfahrens. Die Vorinstanzen hätten das Nachzugsgesuch für die Tochter hier mit derselben Begründung wie bei Art. 17 Abs. 2 ANAG ablehnen können (vgl. BGE 119 Ib 81 E. 4a S. 90). 3.2 Etwas anderes könnte allenfalls gelten, wenn ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Tochter und ihren Eltern bestünde (vgl. BGE 129 II 11 E. 2 S. 14; 120 Ib 257 E. 1d-f S. 260 ff.; 115 Ib 1 E. 2c und d S. 5 f.; Urteile 2P.84/2002 vom 24. Oktober 2002, E. 3.2-3.5; 2A.314/2001 vom 10. Dezember 2001, E. 4b und c). Ein solches wird jedoch weder behauptet noch ist es ersichtlich. Dass es laut Beschwerdeführer im Kosovo gefährlich und völlig unüblich sei, eine junge Frau alleine wohnen zu lassen, mag zwar zutreffen. Indessen ergibt sich allein daraus noch kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis. Sofern der Beschwerdeführer sie aus den angegebenen Gründen nicht alleine im Kosovo lassen will, könnte die Tochter etwa mit ihrem Grossvater im Haus des Beschwerdeführers, das dieser in der Heimat erbaut hat, oder mit ihrem im Kosovo verbliebenen volljährigen Bruder oder mit der Familie ihres Onkels zusammenleben. Was dem entgegensteht, ist weder ersichtlich noch vom Beschwerdeführer dargetan worden.