Citation: 5A_414/2023 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz erwog, vom Grundsatz des Erfolgsprinzips könne das Gericht abweichen und die Parteikosten nach dem Verursacherprinzip verlegen, sofern das Gesetz ihm einen entsprechenden Ermessensspielraum einräume. Diesen Ermessensspielraum räume die Kann-Formulierung in § 21 Abs. 1 VPO/BL der Vorinstanz ein. Nichts anderes gelte im Falle eines Prozessabschlusses infolge Gegenstandslosigkeit. Hierzu enthalte die Verwaltungsprozessordnung keine Vorschrift. Das Gesetz gebiete daher weder, dass ausschliesslich bestimmte Methoden zur Kostenverlegung zu befolgen seien, noch sehe es eine Rangfolge unter ihnen vor. Die Vorinstanz entscheide somit nach Ermessen über die Parteientschädigungen. Zu entschädigen seien nur die notwendigen Parteikosten. Als unnötige Kosten gälten solche, die von Parteien oder Dritten ausserhalb des Prozesses verursacht worden seien, insbesondere, wenn das Verfahren durch ein bestimmtes Verhalten ausserhalb des Prozesses veranlasst worden sei. Wer beispielsweise wesentliche Unterlagen erst im Rechtsmittelverfahren einreiche, verursache unnötige Kosten. Vorliegend habe die KESB ihren Entscheid aufgehoben, weil die Beschwerdeführer ihr nachträglich eine Vereinbarung über die medizinische Behandlung und eine Vereinbarung der Spitex eingereicht hätten. Damit hätten die Beschwerdeführer entscheidrelevante Tatsachen verspätet eingebracht und die Gegenstandslosigkeit sowie unnötige Kosten verursacht. Unter diesen Umständen hätten sie daher keinen Anspruch auf Zusprechung einer Parteientschädigung.