Citation: 6B_232/2016 E. 3.3

3.3. Hat jemand in Ausübung eines Berufes, Gewerbes oder Handelsgeschäftes ein Verbrechen oder Vergehen begangen, für das er zu einer Freiheitsstrafe von über sechs Monaten oder einer Geldstrafe von über 180 Tagessätzen verurteilt worden ist, und besteht die Gefahr weiteren Missbrauchs, so kann ihm das Gericht die betreffende oder vergleichbare Tätigkeit für sechs Monate bis zu fünf Jahren ganz oder teilweise verbieten (Art. 67 Abs. 1 aStGB). Das Berufsverbot gemäss Art. 67 aStGB stellt eine sogenannt andere Massnahme im strafrechtlichen Sinne dar (vgl. Art. 66 ff. aStGB). Ausserstrafrechtliche Vorkehrungen wie Administrativmassnahmen, die direkt oder indirekt der Verbrechensverhütung dienen, sind bei der Frage nach der Anordnung von strafrechtlichen Massnahmen nicht gänzlich bedeutungslos. Allerdings bleibt das Strafrecht autonom und geht allfälligen administrativen Massnahmen vor. Eine im Strafgesetzbuch vorgesehene Massnahme ist immer anzuordnen, wenn ihre Voraussetzungen gegeben sind (vgl. Urteil 6B_596/2011 vom 19. Januar 2012 E. 3.4.2). Der Beschwerdeführer bringt nicht vor, die Vorinstanz schätze die Gefahr weiteren Missbrauchs der beruflichen Tätigkeit im Hinblick auf die Begehung neuerlicher Straftaten unzutreffend ein. Die Vorinstanz erachtet die entsprechende Gefahr als gross. Somit war sie gemäss Art. 67 Abs. 1 aStGB berechtigt, ein Berufsverbot anzuordnen. Aus Verhältnismässigkeitsüberlegungen beschränkt sie das Berufsverbot indessen auf drei Jahre und bleibt damit zwei Jahre unter dem nach Art. 67 aStGB vorgesehenen Höchstmass der Massnahme. Inwiefern sie damit das ihr zustehende Ermessen verletzen sollte (vgl. NIGGLI/MAEDER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, N. 48 zu Art. 67 aStGB), zeigt der Beschwerdeführer nicht auf und ist auch nicht ersichtlich. Dass sie das von der kantonalen Gesundheitsdirektion ausgesprochene Berufsausübungsverbot nicht explizit berücksichtigt, schadet nicht. Ein allfällig vorbestehendes Berufsausübungsverbot einer kantonalen Administrativbehörde vermag die Kompetenz des Strafgerichts zur Aussprechung eines Berufsverbots wie dargelegt nicht zu beschränken und ändert nichts daran, dass bei Gefahr weiteren Missbrauchs ein solches ausgesprochen werden kann. Im vorliegenden Fall ist zudem zu beachten, dass der Beschwerdeführer vom 14. September 2011 bis 13. Mai 2014 inhaftiert war, so dass das von der kantonalen Gesundheitsdirektion verhängte Berufsausübungsverbot ohnehin nicht übermässig in die Wirtschaftsfreiheit und die Persönlichkeitsrechte des Beschwerdeführers eingriff.