Citation: 2C_746/2020 E. 6.4.2

6.4.2. Nach Auffassung des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz in bundesrechtswidriger Weise auch seine wirtschaftliche Integration als nicht gelungen qualifiziert. Er macht in diesem Kontext geltend, die Vorinstanz habe die Gründe für die - ohnehin nicht als erheblich zu bezeichnende - Sozialhilfeabhängigkeit und Schuldenwirtschaft zu Unrecht nicht berücksichtigt. Die Vorinstanz habe auch nicht dem Umstand Rechnung getragen, dass seit dem Jahr 2016 keine neuen Betreibungen und Verlustscheine mehr im Betreibungsregister eingetragen worden seien. Prospektiv bestehe bei einem Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz "keine Gefährdung der Sozialwerke sowie weiterer Gläubiger" (Beschwerde, S. 6 f.). Rechtsprechungsgemäss ist eine erfolgreiche wirtschaftliche Integration grundsätzlich zu bejahen, wenn die ausländische Person für sich sorgen kann, keine (nennenswerten) Sozialhilfeleistungen bezieht und sich nicht (in nennenswerter Weise) verschuldet (Urteile 2C_221/2019 vom 25. Juli 2019 E. 2.2; 2C_352/2014 vom 18. März 2015 E. 4.5; 2C_430/2011 vom 11. Oktober 2011 E. 4.2). Mit Blick auf die Gewichtung der öffentlichen Fernhalteinteressen unterscheidet die Rechtsprechung (worauf der Beschwerdeführer zutreffend hinweist), ob die Sozialhilfeabhängigkeit selbstverschuldet ist oder nicht (vgl. Urteile 2C_122/2020 vom 7. Juli 2020 E. 3.2; 2C_23/2018 vom 11. März 2019 E. 4.2.2; 2C_775/2017 vom 28. März 2018 E. 3.2). Eine Verschuldung schliesst eine erfolgreiche Integration nicht aus, wenn die ausländische Person im Begriff ist, die Schulden in wirksamer Weise zurückzubezahlen (vgl. Urteile 2C_725/2019 vom 12. September 2019 E. 7.2; 2C_283/2016 vom 23. Dezember 2016 E. 4.3.4; 2C_352/2014 vom 18. März 2015 E. 4.5). Massgebend sind zudem die Höhe sowie die Ursachen der Verschuldung (vgl. Urteile 2C_512/2019 vom 21. November 2019 E. 5.1.1; 2C_725/2019 vom 12. September 2019 E. 7.2; 2C_ 352/2014 vom 18. März 2015 E. 4.3). Der Beschwerdeführer, seine Ehefrau und die gemeinsamen minderjährigen Kinder haben bis anfangs Oktober 2016 Sozialhilfeleistungen von rund Fr. 113'800.-- bezogen. Damit ist praxisgemäss von einem Bezug von Sozialhilfeleistungen in nennenswertem Umfang auszugehen (nach der Rechtsprechung kann schon ein Betrag von Fr. 50'000.-- als erheblich gelten; vgl. Urteil 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.1.3 mit Hinweisen). Zwar hat der Beschwerdeführer regelmässig und auch im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Urteils eine Erwerbstätigkeit ausgeübt, gleichwohl war er auf die genannten Sozialhilfeleistungen angewiesen. Vorliegend enthält das angefochtene Urteil keine tatsächlichen Feststellungen, welche eine Beurteilung des Verschuldens des Beschwerdeführers am Sozialhilfebezug erlauben würden. Ebensowenig enthält dieses Urteil Tatsachenfeststellungen, welche eine Würdigung der Ursachen für die Verschuldung des Beschwerdeführers (bzw. für die Einträge im Betreibungsregister per 4. November 2016 mit Betreibungen von Fr. 24'496.95 bzw. Fr. 49'940.35) ermöglichen würden (vgl. E. 5.2.2 des angefochtenen Urteils). Wie es sich in Bezug auf das genannte Verschulden und die Ursachen für die Schuldensituation verhält, kann jedoch ebenso dahingestellt bleiben wie die Frage, ob trotz der nach den Ausführungen der Vorinstanz nur im Umfang von Fr. 1'000.-- belegten Rückzahlungen bei einer prospektiven Abschätzung der finanziellen Entwicklung auf längere Sicht die frühere Sozialhilfeabhängigkeit zu relativieren ist (vgl. zur Berücksichtigung der finanziellen Entwicklung Urteil 2C_23/2018 vom 11. März 2019 E. 4.1 mit Hinweisen). Denn die privaten Interessen am Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz vermögen angesichts der schweren Delinquenz auch bei Annahme einer gelungenen wirtschaftlichen Integration das gewichtige öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung nicht aufzuwiegen.