Citation: I 204/05 29.09.2005 E. 4

4. Während das kantonale Gericht gestützt auf den BEFAS-Bericht davon ausging, dem Versicherten seien unter Berücksichtigung der somatisch bedingten und psychogenen Beschwerden Tätigkeiten als Hauswart einer Schule, eines Heimes oder Spitals sowie als Campingplatzwart mit einer Leistungsfähigkeit von 90-100 % zumutbar, macht der Beschwerdeführer geltend, schon nach Massgabe des vorhandenen psychiatrischen Konsiliums stehe ihm mindestens eine halbe Invalidenrente zu. Dr. med. K.________ habe allein aus psychischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % festgestellt. Dazu kämen die körperlichen Einschränkungen. Vorinstanz und Verwaltung hätten den Bericht des Psychiaters nicht korrekt gewürdigt. Die Tatsache, dass sich der Versicherte weder der Umschulung noch der empfohlenen Psychotherapie unterzogen habe, verwende das kantonale Gericht "sogar gegen ihn" und erkenne nicht, dass dies eine weitere Folge seines Vermeidungsverhaltens darstelle. Der Hausarzt fordere, "zwecks ganzheitlicher, spezifizierter Beurteilung [sei] ein neues, aktuelles psychiatrisches Gutachten zu erstellen". Dr. med. K.________ habe "die psychische Situation vor allem im Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeit eindeutig zu wenig spezifiziert und fundiert begutachtet". Es gehe dem Versicherten nicht darum, dass er sich nicht eingliedern wolle. Vielmehr sei es ihm auf Grund seines psychischen Zustandes gar nicht möglich, "sich einer systematischen Umschulung zu unterwerfen." Eine erneute psychiatrische Begutachtung helfe, diese Sachlage zu klären. 4.1 Während das kantonale Gericht gestützt auf den BEFAS-Bericht davon ausging, dem Versicherten seien unter Berücksichtigung der somatisch bedingten und psychogenen Beschwerden Tätigkeiten als Hauswart einer Schule, eines Heimes oder Spitals sowie als Campingplatzwart mit einer Leistungsfähigkeit von 90-100 % zumutbar, macht der Beschwerdeführer geltend, schon nach Massgabe des vorhandenen psychiatrischen Konsiliums stehe ihm mindestens eine halbe Invalidenrente zu. Dr. med. K.________ habe allein aus psychischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % festgestellt. Dazu kämen die körperlichen Einschränkungen. Vorinstanz und Verwaltung hätten den Bericht des Psychiaters nicht korrekt gewürdigt. Die Tatsache, dass sich der Versicherte weder der Umschulung noch der empfohlenen Psychotherapie unterzogen habe, verwende das kantonale Gericht "sogar gegen ihn" und erkenne nicht, dass dies eine weitere Folge seines Vermeidungsverhaltens darstelle. Der Hausarzt fordere, "zwecks ganzheitlicher, spezifizierter Beurteilung [sei] ein neues, aktuelles psychiatrisches Gutachten zu erstellen". Dr. med. K.________ habe "die psychische Situation vor allem im Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeit eindeutig zu wenig spezifiziert und fundiert begutachtet". Es gehe dem Versicherten nicht darum, dass er sich nicht eingliedern wolle. Vielmehr sei es ihm auf Grund seines psychischen Zustandes gar nicht möglich, "sich einer systematischen Umschulung zu unterwerfen." Eine erneute psychiatrische Begutachtung helfe, diese Sachlage zu klären. 4.2 Der Beschwerdeführer weilte vom 27. November bis 18. Dezember 2001 zur intensiven physiotherapeutischen Behandlung stationär in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y.________ (nachfolgend: Reha-Klinik). Die ihn dort behandelnden Spezialärzte (die Dres. med. M.________ für Rheumatologie sowie J.________ für Neurologie und physikalische Medizin, die Neuropsychologin Dr. phil. G.________ und die Psychologin A.________) stellten gemäss Austrittsbericht der Reha-Klinik vom 24. Dezember 2001 folgende Diagnosen: - Zervikospondylogenes Syndrom rechts und zervikozephales Syn- drom beidseits; - Status nach Rotatorenmanschettenrekonstruktion und Acromio- plastik mit Ausräumung eines grossen Kalkdepots im Juni 2000; - unklare Polyarthralgien, Differentialdiagnose: Fibromyalgiesyndrom; - unklare Gonalgie beidseits, Differentialdiagnose: beginnende Gon- arthrose, Status nach M. Schlatter; - chronischer Alkoholüberkonsum; - funktionelle Atembeschwerden ohne Hinweise für Anstrengungs- asthma. Unter Berücksichtigung all dieser Beschwerden gelangten die Fachärzte in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit übereinstimmend zur Beurteilung, dem Versicherten sei die angestammte Tätigkeit als Bodenleger noch mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % zumutbar. "Für eine behinderungsgerechte, wechselbelastende Tätigkeit (Möglichkeit zum regelmässigen Wechsel der Körperposition, keine repetitiven Tätigkeiten, weder Kälte- noch Nässeexposition) [lasse] sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen." Gemäss Austrittsbericht der Reha-Klinik brachte der Beschwerdeführer zum Ausdruck, eine Umschulung in Zusammenarbeit mit den zuständigen Organen der Invalidenversicherung anstreben zu wollen. 4.3 Zwischen 12. Februar und 1. März 2002 erfolgte eine Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten in der BEFAS. Nach dem BEFAS-Bericht vom 25. März 2002 ging der Versicherte davon aus, entweder selbstständig oder dann in einem Angestelltenverhältnis arbeiten zu wollen, in welchem er die Arbeit zum Teil selbst einteilen könne (Campingplatzwart, Hauswart). Als Alternative schlug ihm die BEFAS eine Tätigkeit im Verkauf oder in der Beratung vor (Do-it-Verkäufer). Der Beschwerdeführer machte bei der Evaluation seiner Leistungsfähigkeit gut und engagiert mit, ging adäquat mit seiner Behinderung um und gab Überlastungsschmerzen bei längeren repetitiven oder monotonen Belastungen an. Dem BEFAS-Bericht ist weiter zu entnehmen, als selbstständiger Bodenleger sei der Versicherte sich den Umgang mit Kunden gewohnt. So habe er überhaupt keine Schwierigkeiten gehabt, sich in einem Arbeitsteam zurecht zu finden. Gegenüber Mitarbeitern, Vorgesetzten, Lehrern und Schülern habe er sich anständig und freundlich verhalten. Auch bei einem auswärtigen Arbeitsversuch im Schulhaus Z.________ habe er die Aufträge nach Instruktion zuverlässig und selbstständig erledigt. Im Anschluss an diesen Arbeitsversuch liess der Beschwerdeführer die BEFAS wissen, dass er die Hauswartschule zur Vorbereitung auf die Berufsprüfung absolvieren möchte. Nach Massgabe der gezeigten Leistungen und der Erkenntnisse aus der eigenen medizinischen Untersuchung des Versicherten sowie gestützt auf die polydisziplinäre Beurteilung der Reha-Klinik schloss der BEFAS-Bericht darauf, dass der Beschwerdeführer zumutbarerweise in der Lage ist, ganztags eine körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit auszuüben, welche keine repetitiven Belastungen (monotone Überkopf-Arbeit, schleudernde, werfende und schlagende Bewegungen, kraftvolle Belastungen der rechten Schulter sowie Heben und Tragen mit der rechten oberen Extremität über zehn Kilogramm) erfordert. 4.4 Unter Einbezug der durch Dr. med. K.________ auf Grund umfassender Anamnese und eingehender Untersuchung begutachteten psychischen Beschwerden ist auf die nach einem weit gehend objektivierten Massstab erfolgten Beurteilungen der trotz Gesundheitsschadens zumutbaren Leistungsfähigkeit (Erw. 3 hievor) gemäss den Berichten der Reha-Klinik und der BEFAS abzustellen. Demnach ist der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Bodenleger zu (mindestens) 50 % arbeitsunfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit als Hauswart in einem Schulhaus oder als Campingplatzwart vermöchte er jedoch nach einer Umschulung oder Einarbeitungszeit eine Leistungsfähigkeit von 90-100 % erwerblich zu verwerten, was Verwaltung und Vorinstanz zutreffend erkannt haben. 4.5 Nicht massgebend ist demgegenüber das subjektive Empfinden des Versicherten, soweit dieses sich nicht mit der Auffassung der medizinischen Fachleute deckt (Erw. 3 hievor). Dass der Beschwerdeführer glaubt, sein psychischer Gesundheitszustand verunmögliche es ihm, "sich einer systematischen Umschulung zu unterwerfen", und gegenüber Dr. med. K.________ zum Ausdruck brachte, er sei "heute davon überzeugt, dass eine solche Massnahme [Umschulung] niemals erfolgreich sein werde", weil er als "freiheitsliebender Mensch" sich niemals im System eines Angestelltenverhältnisses "wohl fühlen werde", ist diese subjektive Einstellung bei der Beurteilung der zumutbaren Leistungsfähigkeit irrelevant. Zu Recht bestreitet der Versicherte nicht, dass er für eine leichte und seiner körperlichen Behinderung angepasste Tätigkeit aus körperlicher Sicht voll arbeitsfähig ist. Dr. med. K.________ hielt in seinem psychiatrischen Konsilium unter Berücksichtigung des bekannten Vermeidungsverhaltens fest, dass die diagnostizierte, "nicht schwere" Persönlichkeitsstörung mit "gedämpft-optimistischer" Prognose einer psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zugänglich und im Rahmen der Schadenminderungspflicht dem Beschwerdeführer zumutbar sei. Letzterem kann deshalb nicht gefolgt werden, soweit er mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde (S. 8) geltend macht, als Folge seines Vermeidungsverhaltens könne er sich weder der empfohlenen Psychotherapie noch der diskutierten Umschulung "unterziehen", weil diese Massnahmen für ihn nicht tragbar seien. Da ihm schon in der Reha-Klinik die Fortsetzung der psychotherapeutischen Behandlung nahe gelegt worden war und er selber während seinem dortigen stationären Aufenthalt erkannt hatte, dass ihm diese Gespräche sehr gut tun, ist angesichts der Zumutbarkeit dieser Massnahme zur Verbesserung seiner gesundheitlichen Leistungsfähigkeit auf die grundsätzlich positive Prognose des Dr. med. K.________ abzustellen. Unerheblich ist, dass der Versicherte gegenüber der BEFAS die Ansicht vertrat, er brauche aus gesundheitlichen Gründen dreimal pro Jahr einen Aufenthalt von drei bis vier Wochen in seinem Haus in Spanien. Entscheidend ist vielmehr, dass ihm bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (BGE 123 V 233 Erw. 3c, 117 V 278 Erw. 2b, 400, je mit Hinweisen; AHI2001 S. 282 f. Erw. 5a/aa) die Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit gestützt auf den Austrittsbericht der Reha-Klinik und den BEFAS-Bericht nach Einschätzung dieser Fachärzte trotz seines Gesundheitsschadens zumutbar ist. 4.6 Dagegen vermögen die widersprüchlichen Angaben des Hausarztes mit Blick auf seine auftragsrechtliche Vertrauensstellung gegenüber dem Patienten (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen) nicht zu überzeugen. Findet sich im Bericht des den Versicherten seit 1987 behandelnden Dr. med. U.________ vom 4. Mai 2000 noch kein einziger Hinweis auf psychisch bedingte Beschwerden, setzte sich derselbe Arzt seit der psychiatrischen Exploration durch Dr. med. K.________ wiederholt für eine erneute psychiatrische Begutachtung ein, ohne darzulegen, weshalb nicht auf die Untersuchungsergebnisse des Dr. med. K.________ abgestellt werden könne. Obwohl Dr. med. U._______ auf Grund immer neuer, subjektiv geklagter Befindlichkeitsstörungen des Beschwerdeführers verschiedentlich spezialmedizinische Abklärungen veranlasste, wiederholten sich in den fachärztlichen Berichten zuhanden des Hausarztes die ausdrücklichen Hinweise auf die "funktionelle Natur" der geklagten Beschwerden und die "psychosomatische Überlagerung". Auch mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird einzig behauptet, die psychischen Beschwerden bedürften einer weitergehenden vertiefteren Abklärung und seien erneut zu begutachten, ohne darzulegen, inwiefern das psychiatrische Konsilium lückenhaft oder ergänzungsbedürftig sei. Fehlt es aktenkundig an objektivierbaren Hinweisen auf eine angeblich in letzter Zeit eingetretene erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes, durften die IV-Stelle und das kantonale Gericht bei dieser Ausgangslage zu Recht und ohne das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers zu verletzen in antizipierter Beweiswürdigung (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b mit Hinweis auf BGE 124 V 94 Erw. 4b und 122 V 162 Erw. 1d) auf die Abnahme weiterer Beweise verzichten.