Citation: I 184/02 20.05.2003 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob die Invalidenversicherung für die Weiterbehandlung der angeborenen Leiden des Beschwerdeführers über das 20. Altersjahr hinaus aufzukommen hat. Dabei steht fest, dass dem Versicherten gestützt auf Art. 13 IVG in Verbindung mit Art. 3 GgV kein Anspruch auf Übernahme der Behandlungen mehr zusteht (BGE 120 V 277 Erw. 2 mit Hinweisen). Fraglich ist einzig noch, ob eine Leistungspflicht der Invalidenversicherung gemäss Art. 12 IVG in Betracht fällt. 3.1 Nach Art. 12 Abs. 1 IVG hat der Versicherte Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die berufliche Eingliederung gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Diese Bestimmung bezweckt namentlich, die Aufgabenbereiche der Invalidenversicherung einerseits und der sozialen Kranken- und Unfallversicherung anderseits gegeneinander abzugrenzen. Die Abgrenzung beruht auf dem Grundsatz, dass die Behandlung einer Krankheit oder einer Verletzung ohne Rücksicht auf die Dauer des Leidens primär in den Aufgabenbereich der Kranken- und Unfallversicherung gehört (BGE 104 V 81 Erw. 1, 102 V 41 f.). Das Gesetz umschreibt die Vorkehren medizinischer Art, welche von der Invalidenversicherung nicht zu übernehmen sind, mit dem Rechtsbegriff "Behandlung des Leidens an sich". Wo und solange labiles pathologisches Geschehen besteht und mit medizinischen Vorkehren angegangen wird, seien sie kausal oder symptomatisch, auf das Grundleiden oder dessen Folgeerscheinungen gerichtet, stellen solche Heilmassnahmen, sozialversicherungsrechtlich betrachtet, Behandlung des Leidens an sich dar. Dem labilen pathologischen Geschehen hat die Rechtsprechung seit jeher im Prinzip alle nicht stabilisierten Gesundheitsschäden gleichgestellt, die Krankheitswert haben. Demnach gehören jene Vorkehren, welche auf die Heilung oder Linderung pathologischen oder sonst wie Krankheitswert aufweisenden Geschehens labiler Art gerichtet sind, nicht ins Gebiet der Invalidenversicherung. Erst wenn die Phase des (primären oder sekundären) labilen pathologischen Geschehens insgesamt abgeschlossen und ein stabiler bzw. relativ stabilisierter Zustand eingetreten ist, kann sich - bei volljährigen Versicherten - überhaupt die Frage stellen, ob eine Vorkehr Eingliederungsmassnahme sei. Die Invalidenversicherung übernimmt in der Regel nur unmittelbar auf die Beseitigung oder Korrektur stabiler Defektzustände oder Funktionsausfälle gerichtete Vorkehren, sofern sie die Wesentlichkeit und Beständigkeit des angestrebten Erfolges im Sinne des Art. 12 Abs. 1 IVG voraussehen lassen. Dagegen hat die Invalidenversicherung eine Vorkehr, die der Behandlung des Leidens an sich zuzuzählen ist, auch dann nicht zu übernehmen, wenn ein wesentlicher Eingliederungserfolg vorausgesehen werden kann. Der Eingliederungserfolg, für sich allein betrachtet, ist im Rahmen des Art. 12 IVG kein taugliches Abgrenzungskriterium, zumal praktisch jede ärztliche Vorkehr, die medizinisch erfolgreich ist, auch im erwerblichen Leben eine entsprechende Verbesserung bewirkt (BGE 120 V 279 Erw. 3a, 115 V 194 Erw. 3, 112 V 349 Erw. 2, 105 V 19 und 149, 104 V 82, 102 V 42). 3.2 Dem Beschwerdeführer steht auf Grund der vorerwähnten Bestimmung kein Anspruch auf medizinische Massnahmen zu. Wie das kantonale Gericht und das Bundesamt für Sozialversicherung namentlich zutreffend ausführen, sind die beim Versicherten durchzuführenden Vorkehren, insbesondere die Medikamentenabgabe, voraussichtlich dauernd weiter notwendig, weshalb die medizinischen Behandlungen nicht auf einen stabilen Defektzustand gerichtet sind. Bei den umstrittenen Vorkehren handelt es sich denn auch primär darum, den beim Beschwerdeführer auftretenden Leiden durch ständige Medikamenteneinnahme vorzubeugen bzw. Linderung zu verschaffen und auf diese Weise den Zustand einigermassen im Gleichgewicht zu halten (BGE 102 V 42 f.; AHI 1999 S. 127 Erw. 2d, ZAK 1988 S. 86 f. Erw. 1). Damit sind die anbegehrten Vorkehren invalidenversicherungsrechtlich als Behandlung des Leidens an sich zu qualifizieren. Bei diesen Gegebenheiten können die streitigen Vorkehren nicht als medizinische Eingliederungsmassnahmen im Sinne von Art. 12 IVG anerkannt werden. Daran vermögen die Einwendungen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Es wird im Übrigen auf die zutreffenden Darlegungen von Vorinstanz und Verwaltung, insbesondere des Bundesamtes für Sozialversicherung in seiner Vernehmlassung, verwiesen, denen das Eidgenössische Versicherungsgericht nichts beizufügen hat.