Citation: 2A.136/2004 09.06.2004 E. 3

3.1 Das Verwaltungsgericht gelangte im angefochtenen Entscheid zum Ergebnis, mit Blick auf die vom Beschwerdeführer begangenen Delikte sei davon auszugehen, dass dieser ein Risiko für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstelle. Sein Verschulden sei als schwer, gemäss der letzten Verurteilung zumindest als erheblich einzustufen. Anlässlich des bandenmässig begangenen Raubes habe die Verhaltensweise des Beschwerdeführers von einer erheblichen Rücksichtslosigkeit gegenüber der persönlichen Integrität anderer Menschen gezeugt. Daran ändere auch das bisherige Wohlverhalten des Beschwerdeführers nichts, der im Übrigen aus der bloss bedingt ausgesprochenen Landesverweisung nichts zu seinen Gunsten ableiten könne. Die privaten Interessen des Beschwerdeführers vermöchten das öffentliche Interesse an seiner Ausweisung nicht zu überwiegen. Eine besondere Integration oder gar Verwurzelung des Beschwerdeführers in der Schweiz sei nicht zu erkennen; die Rückkehr ins Heimatland, wo er seine ersten 13 Lebensjahre verbracht habe, mit dessen Kultur er vertraut sei und dessen Sprache er problemlos spreche, sei nicht unzumutbar. 3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe sich von seinem früheren Umfeld vollständig distanziert und sei sowohl beruflich wie privat bestens integriert. Bereits das Obergericht habe festgestellt, dass er seine Straftaten nicht allein, sondern nur mit anderen zusammen verübt habe und er selbst dabei immer nur in untergeordneter Funktion aufgetreten sei. Er verfüge also aus sich heraus nicht über eine erhebliche kriminelle Energie, sondern sei ein "Mitläufer"-Typ, der nur in einem kriminellen Umfeld besonders gefährdet erscheine. Seit seiner Entlassung habe er sich überhaupt nichts mehr zu Schulden kommen lassen; seine Entwicklung lasse sich als "Erfolgsgeschichte einer Resozialisierung" betrachten (S.6 der Beschwerdeschrift). Die Ausweisung erscheine daher als unverhältnismässig. Im Übrigen verstosse eine solche mit Blick auf die Trennung von seiner Mutter und seinen Geschwistern gegen Art.8 EMRK. Das Zurückschicken zu seinem leiblichen Vater, von dem er jahrelang geschlagen und missbraucht worden sei, bedeute auch eine Verletzung von Art.3 EMRK, wonach niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden dürfe. 3.3 Der Beschwerdeführer bestreitet zu Recht nicht, dass der Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG formell gegeben ist. Sodann kann er aus dem Umstand, dass der Strafrichter für die angeordnete Landesverweisung den bedingten Strafvollzug gewährt hat, nichts zu seinen Gunsten ableiten (BGE 129 II 215 E. 3.2 S. 216). Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit der Ausweisung von zehn Jahren, wie sie vom Regierungsrat verfügt und vom Verwaltungsgericht bestätigt worden ist: Der Beschwerdeführer hat während längerer Zeit eine erhebliche kriminelle Energie zutage gelegt und sich selbst durch eingeleitete Strafverfahren vom weiteren Delinquieren nicht abhalten lassen. Das Mass seines Verschuldens, welches Ausgangspunkt der vorzunehmenden Interessenabwägung bildet, kommt in der verhängten Freiheitsstrafe von insgesamt 3 Jahren und siebeneinhalb Monaten zum Ausdruck. Der Beschwerdeführer war gegenüber dem Opfer des Raubüberfalls gewalttätig (Urteil des Obergerichts, S. 16), und er hat sich in so erheblichem Ausmass an den Taten beteiligt, "dass er nicht einfach als Mitläufer zu bezeichnen ist" (Urteil des Obergerichts, S. 38). Auf eine besonders intensive Bindung zur Schweiz kann sich der Beschwerdeführer nicht berufen. Er ist im Alter von 13 Jahren in die Schweiz gekommen und ist heute 26-jährig. Er kann damit, wiewohl er einen prägenden Teil seines Lebens in der Schweiz verbracht hat, nicht als Ausländer der "zweiten Generation" eingestuft werden, für welche nach der Rechtsprechung eine Ausweisung nur gerechtfertigt sein kann, wenn sie besonders schwere Straftaten begangen haben (vgl. BGE 122 II 433 E. 2c S. 436, mit Hinweisen, vgl. auch Urteil 2A.28/2004 vom 7. Mai 2004, E. 3.2). Die Schwere der vom Beschwerdeführer begangenen Delikte und die trotz seines bisherigen Wohlverhaltens seit der Entlassung aus dem Strafvollzug nicht auszuschliessende Rückfallsgefahr (vgl. Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 21. Dezember 2000, S. 100: "Dem Angeklagten (...) ist keine gute Prognose zu stellen") begründen ein entsprechend gewichtiges öffentliches Interesse an seiner Fernhaltung aus der Schweiz, das durch die geltend gemachten gegenläufigen privaten Interessen nicht aufgewogen wird. Dass der Beschwerdeführer inzwischen eine unbefristete Arbeitsstelle sowie eine eigene Wohnung gefunden hat (sowie - was zwar im vorliegenden Verfahren als unzulässiges Novum unbeachtlich bleiben muss [E.1.3] - eine feste Beziehung mit einer Schweizerin eingegangen ist, mit welcher er künftig zusammenzuleben beabsichtigt), kann nicht entscheidend ins Gewicht fallen, zumal diese Dispositionen in Kenntnis der drohenden bzw. nach erfolgter Ausweisung getroffen wurden. Sein Wohlverhalten seit der Entlassung aus dem Strafvollzug sowie die geltend gemachte vollumfängliche Distanzierung von seinem bisherigen Umfeld sind positiv zu würdigende Umstände, welche aber ebenfalls nicht ausreichen, um die Verhältnismässigkeit der Ausweisung in Frage zu stellen. Zu berücksichtigen ist sodann, dass zwar ein grosser Teil der Familienangehörigen des Beschwerdeführers in der Schweiz wohnt, er aber seine Verbindungen zum Heimatland nicht völlig abgebrochen hat und auch dessen Sprache noch beherrscht, so dass eine Rückkehr dorthin, wie das Verwaltungsgericht zu Recht angenommen hat, nicht unzumutbar erscheint. Aufgrund seines heutigen Alters von 26 Jahren kann auch seine gestörte Beziehung zum in der Heimat lebenden Vater nicht als gewichtiges Hindernis gewertet werden. Die vom Verwaltungsgericht im Einzelnen vorgenommene Interessenabwägung erscheint damit bundesrechtskonform und steht mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Einklang.