Citation: 4A_659/2020 E. 3.5.2

3.5.2. Weiter beruft sich die Beschwerdeführerin darauf, dass bei der mediatisierten Wertschriftenverwahrung, wie vorliegend, die übergeordnete Verwahrungsstelle ein Sammelkonto ("omnibus account") halte. Die Intermediäre höherer Stufe (Custodians) hätten grundsätzlich keine Kenntnis, wer letztlich an den bei ihnen verbuchten Wertpapieren berechtigt sei. Auch beim "clearing" und "netting" der Titel- und Zahlungsströme finde eine Zusammenfassung der verschiedenen Transaktionen statt, was Rückschlüsse ausschliesse. Angesichts dieser Anonymität könnte die Beschwerdegegnerin nur dann von Sanktionen betroffen sein, wenn sie den Custodians selber Angaben zu Viktor Vekselberg gemacht hätte. Sie rügt in diesem Zusammenhang eine Verletzung von Art. 152 ZPO, weil sich die Vorinstanz nicht mit ihren Ausführungen zum Bucheffektengesetz auseinandergesetzt habe. Mit diesem bereits vor Vorinstanz vorgebrachten Einwand macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, die streitgegenständlichen Transaktionen würden deshalb nicht von den Primärsanktionen erfasst, weil das sanktionierte Verhalten nicht entdeckt würde. Wie aber bereits die Vorinstanz festhielt, kann es nicht darauf ankommen, entscheidend ist vielmehr, ob die von der Beschwerdeführerin verlangten Transaktionen unter dem US-Sanktionsregime grundsätzlich zulässig sind.