Citation: 4A_506/2024 E. 7.2.3

7.2.3. Der Beschwerdegegner hat - wie dargelegt (siehe hiervor E. 7.1.3) - hinreichend substanziiert behauptet, dass der Beschwerdeführer es als Geschäftsführer der D.________ AG pflichtwidrig unterlassen habe, sich im handelsgerichtlichen Verfahren gegen die Klage zur Wehr zu setzen. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, wie der Beschwerdeführer zum Ergebnis gelangt, es habe für ihn kein Anlass bestanden, die Ersteinschätzung der Prozess- und Kostenrisiken bereits im erstinstanzlichen Verfahren offenzulegen. Stattdessen verwies er im kantonalen Verfahren einzig auf die fehlende Versicherungsdeckung, die fehlenden finanziellen Mittel der D.________ AG zur Prozessführung sowie auf den Umstand, dass die Gesellschaft ihre Geschäftstätigkeit bereits im Jahr 2014 eingestellt haben soll. Damit vermag er den für die Anwendung der Business Judgment Rule erforderlichen einwandfreien Entscheidungsprozess und die damalige Vertretbarkeit des Entscheids (vgl. eingehend PETER BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 5. Aufl. 2022, S. 2370 § 16 Rz. 259) nicht aufzuzeigen. Soweit er sich im bundesgerichtlichen Verfahren erstmals auf eine Risikoeinschätzung in einer E-Mail vom 22. Mai 2018 von Prof. Dr. K.________ sowie weitere diesbezügliche Beweise beruft, sind diese unechten Nova unbeachtlich (Art. 99 Abs. 1 BGG). Dies gilt auch, soweit er die Klageschrift vom 22. Dezember 2014 aus dem Verfahren vor dem Bezirksgericht Willisau einreicht. Der Beschwerdeführer vermag im bundesgerichtlichen Verfahren nicht darzutun, dass die Vorinstanz zu Unrecht davon ausgegangen wäre, die Voraussetzungen der Business Judgment Rule seien nicht erfüllt. Sind nicht sämtliche Voraussetzungen der Business Judgment Rule erfüllt (siehe hiervor E. 7.2.1), ist das Verhalten an einem allgemeinen objektiven Verschuldensmassstab zu messen. Es ist zu fragen, was ein gewissenhafter und vernünftiger Mensch unter den gleichen Umständen für nötig erachten würde (GRASS, a.a.O., S. 9; vgl. BGE 139 III 24 E. 3.2; 122 III 195 E. 3a; zit. Urteil 4A_268/2018 E. 6.5.1). Sind die Voraussetzungen der Business Judgment Rule nicht erfüllt, rechtfertigt es sich nicht, besondere Zurückhaltung zu üben und nur zu prüfen, ob der Entscheid noch im Rahmen des Vertretbaren liegt. Vielmehr reicht es dann aus, dass ein Geschäftsentscheid in der gegebenen Situation bei freier bzw. umfassender Prüfung als fehlerbehaftet erscheint (zit. Urteile 4A_623/2018 E. 3.1, nicht publ. in: BGE 145 III 351; 4A_642/2016 E. 2.1 mit Hinweis).