Citation: 5A_71/2020 E. 6.2

6.2. Nach Dafürhalten der Beschwerdeführerin erhellen die Hintergründe des Erbstreits dagegen aus dem bei den Akten liegenden Schreiben ihrer Anwaltskanzlei. Gestützt hierauf ergibt sich für die Beschwerdeführerin zusammengefasst eindeutig eine Gefährdung ihrer Vermögensinteressen durch die Schwester. Diese zeige ihre Feindseligkeit und Geringschätzung und setze alles daran, an die Vermögenswerte der Beschwerdeführerin zu kommen. Das Obergericht habe in Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör die fraglichen Beweise nicht beachtet und sich auch nicht mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Gleichzeitig zeichneten die eingereichten Belege ein eindeutiges Bild. Indem die Vorinstanz die klaren Anhaltspunkte nicht oder völlig falsch gewürdigt habe, sei sie in Willkür verfallen. Entgegen der Einschätzung des Obergerichts habe sie, die Beschwerdeführerin, sodann sehr wohl klar und substanziiert dargelegt, weshalb ihre Interessen durch die Akteneinsicht massiv beeinträchtigt würden. In den Akten des Erwachsenenschutzverfahrens würden sich zahlreiche Unterlagen finden, die sehr persönliche Informationen über die Beschwerdeführerin enthielten und auch gar nicht nötig seien, um über die Absetzung der Beiständin zu entscheiden. Angesprochen seien insbesondere Informationen über den Gesundheitszustand und die Vermögensverhältnisse. Diese Akten seien strikt vertraulich zu behandeln, zumal vor dem Hintergrund dubioser Einbrüche bei der Beschwerdeführerin und des unerklärlichen Verschwindens verschiedener Vermögensgegenstände. Aufgrund der Verfeindung zwischen den Parteien sei die Privatsphäre der Beschwerdeführerin absolut zu schützen. Indem das Obergericht sich mit diesen Vorbringen nicht auseinandergesetzt habe, habe es den Gehörsanspruch verletzt.