Citation: 8C_358/2018 E. 4.4

4.4. Die Sozialkommission übersieht, dass in den beiden Grundsatzentscheiden des Bundesgerichts (BGE 143 V 451; 135 V 134) die Übernahme von Kosten einer von der KESB angeordneten Kindesschutzmassnahme durch die Sozialhilfe gestützt auf kantonalrechtliche Bestimmungen strittig war. So geht es auch bei der vorliegend zu beurteilenden Konstellation darum, dass die Sozialhilfebehörde die durch eine Kindesschutzmassnahme verursachten Kosten gestützt auf eine kantonalrechtliche Grundlage (in casu den kantonalrechtlichen Tarif) nicht bezahlen will. Mit dieser nur teilweisen Übernahme der anfallenden Kosten gefährdet aber die Sozialkommission die Umsetzung der bundesrechtlich angeordneten Kindesschutzmassnahme, weil deren Finanzierung nicht gesichert ist. Gerade dies ist nach konstanter Rechtsprechung unzulässig (vgl. BGE 135 V 134 und BGE 143 V 451 sowie Urteil 8C_25/2018 vom 19. Juni 2018). Dies würde selbst dann gelten, wenn die zuständige KESB im Kanton Solothurn liegen würde. Denn die Kindesschutzbehörden haben sich - worauf die Vorinstanz zu Recht hinweist - bei der Wahl der notwendigen Massnahme nicht primär am kantonalrechtlichen Sozialhilferahmen, sondern am Kindeswohl zu orientieren (Urteil 5A_979/2013 vom 28. März 2014 E. 4.3 f., publiziert in FamPra.ch 2014 S. 767; vgl. auch Urteil 8C_25/2018 vom 19. Juni 2018 E. 4.1 zum Kindeswohl). Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, die Sozialkommission habe die der KESB Biel von Bundesrechts wegen zustehenden Kompetenzen verletzt, indem sie sich über den im Platzierungsentscheid vorgesehenen Ansatz bzw. über das im Pflegevertrag vereinbarte Pflegegeld hinweggesetzt und die Höchsttaxe von Fr. 150.- als massgebend erklärt habe, ist zutreffend.