Citation: 4A_235/2020 E. 7.1.2

7.1.2. Mit der Beschwerdeführerin ist zwar davon auszugehen, dass Durchschnittsadressaten kaum mit den Einzelheiten der Funktionsweise von Internetsuchen vertraut sein dürften, weshalb - entgegen dem angefochtenen Entscheid - zweifelhaft ist, ob ihnen der Einfluss von AdWords auf Online-Suchergebnisse bzw. die Wirkungsweise personalisierter Suchen vertraut sind, mit denen sich die Reihenfolge durch Anbieter teilweise steuern lässt. Die Beschwerdeführerin vermag hingegen die vorinstanzliche Annahme nicht zu entkräften, wonach für Durchschnittsadressaten erkennbar ist, dass Anzeigen bezahlte Werbung sind, die üblicherweise vor den Suchergebnissen erscheinen, und sie die entsprechend markierten Anzeigen von den Suchergebnissen zu unterscheiden vermögen. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin leuchtet daher - ausgehend von den für das Bundesgericht massgebenden Sachverhaltsfeststellungen (Art. 105 Abs. 1 BGG) - nicht ein, weshalb der Durchschnittsadressat aufgrund der Google-Suche davon ausgehen soll, es mit dem offiziellen Ticketverkäufer zu tun zu haben, wenn er nach dem Anklicken des obersten Links auf die Online-Plattform der Beschwerdegegnerin gelangt. Die Beschwerdeführerin unterstellt dem Durchschnittsadressaten ihrerseits überhöhte Kenntnisse hinsichtlich der Wirkungsweise von Internetsuchen, wenn sie sich in der Folge auf den Standpunkt stellt, dieser würde erwarten, "dass die offiziellen Erstverkäufer dafür sorgen, im ureigenen Interesse des Veranstalters bzw. des Künstlers im Internet an erster Stelle zu erscheinen". Zudem beruft sie sich im gleichen Zusammenhang in unzulässiger Weise auf Sachverhaltselemente betreffend die wirtschaftliche Bedeutung von Erst- und Wiederverkauf von Tickets bzw. das Verhältnis der jeweiligen Märkte, die sich dem angefochtenen Entscheid nicht entnehmen lassen. Die behauptete Erwartung des Käufers von Veranstaltungstickets aufgrund der Google-Suchergebnisse lässt sich auch aus dem in der Beschwerde erwähnten Urteil 4A_167/2019 vom 8. August 2019 (E. 3.2.3) nicht ableiten; die Beschwerdeführerin räumt denn auch selber ein, dass dieses andere Umstände betrifft. Der Vorinstanz ist daher keine Verletzung von Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG vorzuwerfen, wenn sie nicht auf die Behauptung der Beschwerdeführerin abstellte, die Benutzer gingen aufgrund der Ergebnisse der Google-Suche davon aus, es mit dem offiziellen Verkaufskanal zu tun zu haben. Die nunmehr behaupteten Zusammenhänge wären in tatsächlicher Hinsicht im kantonalen Verfahren im Einzelnen vorzubringen und nachzuweisen gewesen. Kann nicht auf die behauptete Annahme der Durchschnittsadressaten abgestellt werden, stossen auch die weiteren von der Beschwerdeführerin darauf gestützten Vorbringen ins Leere, so etwa, aus der angeblich unzutreffenden Vorstellung der angesprochenen Kreise ergebe sich eine besondere Aufklärungspflicht. Der Beschwerdeführerin ist immerhin insoweit zu folgen, als nicht davon auszugehen ist, dass der Konsument beim Kauf eines Tickets weitere Informationen über die Beschwerdegegnerin ermittelt, indem er auf etwa "Über uns" klickt. Entsprechend stösst aber auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin ins Leere, der entsprechende Text enthalte zweideutige bzw. unrichtige Angaben. Die Beschwerdeführerin vermag auch keine Bundesrechtsverletzung aufzuzeigen, indem sie vor Bundesgericht unter Berufung auf Online-Lexika-Einträge neue Behauptungen zu Herkunft, Gebrauch und Bedeutung des Worts "Börse" aufstellt und gestützt darauf vorbringt, der im angefochtenen Entscheid erwähnte Hinweistext auf der fraglichen Webseite sei zweideutig. Die vorinstanzliche Erwägung, wonach mit der Bezeichnung "Ticketbörse" eine Wiederverkaufsplattform gemeint sei, ist nicht zu beanstanden. Entgegen dem, was die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint, leuchtet nicht ein, dass die Verwendung des Begriffs beim Durchschnittsadressaten den Eindruck erwecken würde, er befinde sich auf der Seite der Erstverkäuferin bzw. der offiziellen Verkaufsplattform des Veranstalters. Mit ihren weiteren Ausführungen kritisiert die Beschwerdeführerin in appellatorischer Weise die vorinstanzlichen Feststellungen zu den auf der Webseite enthaltenen Angaben, deren Grösse, visuelle Darstellung sowie Sichtbarkeit im Verhältnis zu anderen Informationen und unterbreitet dem Bundesgericht bloss ihre Sicht der Dinge hinsichtlich des fraglichen Internetauftritts. Insgesamt vermag die Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Erwägung, die fragliche Website erwecke nicht den Eindruck, die Beschwerdegegnerin sei Erstverkäuferin oder offizielle Ticketplattform, nicht als bundesrechtswidrig auszuweisen. Der Vorinstanz ist keine Verletzung von Art. 3 Abs. 1 lit. b oder Art. 2 UWG vorzuwerfen.