Citation: I 115/07 19.04.2007 E. 6

6.1 Die Beschwerdeführerin hatte sich im Einspracheverfahren mit vier Arztberichten, den zwei je 9-seitigen, im Ergebnis divergierenden Abklärungsberichten Haushalt vom 17. Juni 2005 und 31. März 2006 sowie dem 13-seitigen psychiatrischen Gutachten vom 17. März 2006 auseinanderzusetzen. Umstritten war zudem, ob die Versicherte entsprechend ihrem Begehren als ganztägig oder, der IV-Stelle folgend, als teilzeitlich Erwerbstätige einzustufen ist, was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte Methode) führt. Das Verfahren war mithin rechtlich und sachverhaltsmässig nicht einfach. Weiter ist zu beachten, dass die Abteilung für Soziales dem Rechtsvertreter der Versicherten im Schreiben vom 31. Mai 2006 angab, in Folge der Komplexität der Situation seien sie nicht in der Lage gewesen, die Versicherte im Einspracheverfahren selber zu beraten. Sie hätten ihr deshalb empfohlen, sich im Einspracheverfahren durch einen Fürsprecher vertreten zu lassen. Die Versicherte hat mithin einen Anwalt erst beigezogen, nachdem sie erfolglos eine soziale Institution kontaktiert hatte. Das vorinstanzliche Argument, die Versicherte hätte sich durch diese Behörde oder eine andere Beratungsstelle verbeiständen lassen können, ist mithin nicht stichhaltig (vgl. auch Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 475/06 vom 30. Oktober 2006, E. 6.2.2). Eine erhebliche Tragweite der Sache ist zu bejahen, zumal der Anspruch auf eine Invalidenrente - mithin eine finanzielle Leistung von in der Regel grosser Bedeutung - streitig war (erwähntes Urteil I 911/06, E. 7.2 mit Hinweisen). 6.2 In Würdigung der gesamten Aspekte des Falles ist es nicht zu beanstanden, wenn sich die rechtsunkundige Versicherte im Einspracheverfahren verbeiständen liess, um ihren Standpunkt zu bekräftigen, zumal sie Analphabetin, weder der deutschen noch der französischen Sprache mächtig und auch nicht auszuschliessen ist, dass sie wegen der psychischen Problematik Mühe hatte, sich im Verfahren zurechtzufinden (vgl. auch erwähntes Urteil I 475/06, E. 7). Nach dem Gesagten haben IV-Stelle und Vorinstanz Bundesrecht verletzt, wenn sie eine anwaltliche Verbeiständung im Einspracheverfahren als nicht erforderlich erachteten.