Citation: I 312/05 09.11.2005 E. 3.2

3.2.1 Dr. med. G.________ hielt im Bericht vom 7. Mai 2003 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit des Versicherten als Lastwagenchauffeur fest, wobei er eine weitere Steigerung wegen allgemeinen Erschöpfungszuständen ausschloss. Zur körperlichen Belastung kommt die Vergesslichkeit hinzu, die den Beschwerdegegner daran hindert, logistisch komplexere Aufträge erfüllen zu können, wie es z.B. das Stückgutverkehrgeschäft mit sich bringt. Die Vorinstanz hat diese Vergesslichkeit als limitierend angesehen. Sie stützte sich hiebei auf die Parteibefragung und schloss auf Glaubhaftigkeit dieser Beschwerden. Der Versicherte gab hievon beispielsweise durch unpräzise Fragenbeantwortung und Vorbeireden an konkret gestellten Fragen ein Bild. Er hat sich jedoch subjektiv durchaus als mitwirkungswillig erwiesen. 3.2.2 Die IV-Stelle bringt vor, für den Versicherten sei die aktenkundige Vergesslichkeit nicht limitierend, da er stark überwiegend im Trailer-Geschäft eingesetzt werde und dies keine komplexen Aufgaben mit sich bringe. Dabei bezieht sie sich auf ein Schreiben der Firma X.________ an den Beschwerdegegner vom 16. Februar 2005, worin dargelegt wurde, dass er seine Arbeit im Einsatz für die Firma Y.________ ohne Hektik, Stress und mit geringeren körperlichen Anstrengung habe verrichten können. Die IV-Stelle übersieht, dass die Möglichkeit einer stressfreien und der Gesundheit des Versicherten angepassten Arbeit - die Firma X.________ nennt dies im hievor erwähnten Schreiben sogar einen Glücksfall - nur daher bestand, weil die Auftraggeberin besondere Rücksicht nahm und den Versicherten dank eines Grossauftrages der Firma Y.________ an die Firma X.________ in diesem Bereich einsetzen konnte. 3.3 Im Weiteren stützt sich die IV-Stelle auf die Umsatzzahlen der Jahre 2002 bis 2004 und sieht in deren Verhältnis zu den Zahlen der Jahre vor Eintritt der Invalidität ein Indiz dafür, dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in der reinen Chauffeurtätigkeit mit 50 % zu tief bewertet werde. Die Firma X.________ entschädigte den Versicherten mit einer Tagespauschale und setzte ihn, wie hievor erwähnt, in dem im Vergleich zum Stückgutverkehr weniger anspruchsvollen Trailer-Geschäft ein. Nur so war es möglich, dass er trotz seiner angeschlagenen Gesundheit Umsätze in der Grössenordnung der Vorjahre erreichen konnte. Das kantonale Gericht hat zutreffend erwogen, dass der bis anhin erreichte Verwertungsgrad der verbleibenden Leistungsfähigkeit nur dank dieser Rücksichtnahme der Auftraggeberin Firma X.________ und der Mithilfe einiger Kollegen, beispielsweise bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten, möglich war, so dass die Leistungseinbusse bisher wirtschaftlich nicht voll durchgeschlagen hat. Die einzelnen Beiträge dieses Unterstützungsnetzes aus seinem persönlichen Bereich, welche meist unentgeltlich erfolgten, hat die Vorinstanz durch ausführliche Zeugenbefragungen aktenkundig erstellt. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass der Versicherte ausgehend vom durchschnittlich erzielten Umsatz der Jahre 2002 bis 2004 jährlich an etwa 219 Tagen im Einsatz gewesen sei, was eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bei weitem übersteige, stellt keinen neuen Einwand dar. Vielmehr muss auch hier den konkreten Verhältnissen genügend Rechnung getragen werden und die aussergewöhnliche Beschäftigungssituation des Beschwerdegegners - der Vorinstanz folgend - ausreichend gewürdigt werden.