Citation: 6B_500/2023 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz erachtet den objektiven Tatbestand der fahrlässigen Tötung wie auch der fahrlässigen Körperverletzung als erfüllt. In subjektiver Hinsicht schliesst die Vorinstanz auf Fahrlässigkeit. Der Beschwerdegegner habe die Strecke sowie die Kurve gekannt. Dennoch habe er mit dem Überholmanöver kurz vor der unübersichtlichen, nicht einsehbaren Rechtskurve gestartet. Die Wetterverhältnisse seien gut gewesen. Jedoch sei er im Feierabendverkehr gefahren, wo regelmässig ein erhöhtes Verkehrsvolumen herrsche. Daher habe er um die grundsätzliche Möglichkeit von Gegenverkehr gewusst. Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Beschwerdegegner im Zeitpunkt, in welchem er das Überholmanöver startete, kein Gegenverkehr erblicken konnte. Damit habe er aber rechnen müssen. Ebenso geht die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdegegner die beiden Fussgänger nicht gesehen habe bzw. er diese erstmals nach der Kollision mit dem entgegenkommenden Lieferwagen wahrgenommen habe. Zudem habe er bemerkt, dass die vor ihm fahrende Person ihre Geschwindigkeit stark reduziert habe. Dafür gibt es nach der Vorinstanz verschiedene Gründe. Die Vorinstanz schliesst aus, dass der Beschwerdegegner den Tod oder die Verletzung der Fussgänger gewollt habe. Er habe nicht mit exakt dieser Verkettung der Umstände oder diesem Ausgang rechnen müssen und habe sich nicht damit abgefunden. Die Vorinstanz erachtet den effektiv eingetretenen Erfolg als dem Beschwerdegegner voraussehbar sowie vermeidbar. Er habe jedoch pflichtwidrig unvorsichtig darauf vertraut, dass nichts passiere.