Citation: 4C.36/2001 02.07.2001 E. 2

2.- a) Nach Art. 55 Abs. 1 lit. c OG ist in der Berufungsschrift kurz darzulegen, welche Bundesrechtssätze der angefochtene Entscheid verletzt und inwiefern er gegen sie verstösst. Unzulässig sind dagegen Rügen, die sich gegen die tatsächlichen Feststellungen und die Beweiswürdigung der Vorinstanz richten, es sei denn, es werde dieser zugleich ein offensichtliches Versehen, eine Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften (Art. 63 Abs. 2 OG) oder unvollständige Ermittlung des Sachverhaltes vorgeworfen (Art. 64 OG). Will eine Partei den Sachverhalt gestützt auf solche Ausnahmen berichtigt oder ergänzt wissen, so hat sie darüber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG; BGE 115 II 485 E. 2a mit Hinweisen). b) Auf die Berufung ist nur einzutreten, soweit sie diesen Anforderungen gerecht wird. Das ist insoweit nicht der Fall, als der Beklagte in seine Ausführungen tatbeständliche Elemente einfliessen lässt, welche im angefochtenen Urteil keine Stütze finden, ohne eine substanziierte Rüge im Sinne der genannten Ausnahmen von der Bindung des Bundesgerichts an den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zu erheben. Dies trifft insbesondere bezüglich der Behauptung zu, die Parteien hätten tatsächlich gewollt, dass der Beklagte nicht passivlegitimiert sei. Auch die Angabe, der Beklagte habe die finanzielle Lage der übernommenen Gesellschaften erst am 2. Juni 1994 erfahren, bzw. am 22. Juni 1993 noch nicht gekannt, widerspricht den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz. Zudem übt der Beklagte bezüglich der Erfüllungshandlungen des Klägers unzulässige Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung. c) Das Obergericht hat festgestellt, die Verhandlungen über eine einvernehmliche Lösung (Entwurf Kaufvertrag vom Juni 1994) seien ergebnislos geblieben. Der Beklagte rügt sinngemäss, das Obergericht habe dabei übersehen, dass der Kläger gemäss dem Rechtsbegehren Nr. 12 seiner ersten Klage davon ausgehe, die Parteien hätten im Juni 1994 einen Vertrag abgeschlossen. Diese Versehensrüge ist unbegründet, zumal der Beklagte nicht angibt, er habe die Gültigkeit dieses Vertrages anerkannt und er selbst ausführt, der Kläger habe den "V94" "platzen" lassen, indem er sich geweigert habe, den Vertrag zu unterzeichnen. Damit geht auch der Beklagte davon aus, im Mai 1994 sei eine Vereinbarung mangels beidseitiger Erfüllung der vertraglich vorbehaltenen Schriftform gemäss Art. 16 Abs. 1 OR nicht zu Stande gekommen. Unter diesen Umständen ist ein Versehen des Obergerichts zu verneinen. d) Auf die Rüge des Beklagten, das Obergericht habe die kantonalrechtliche Dispositionsmaxime gemäss Art. 97 ZPO TG verletzt, ist nicht einzutreten, weil im Berufungsverfahren die Anwendung kantonalen Rechts nicht überprüft werden kann (Art. 43 OG; BGE 126 III 370 E. 5 S. 372).