Citation: 7B_39/2023 E. 4

Als willkürlich bzw. krassen Prozessfehler des Beschwerdegegners kritisiert der Beschwerdeführer primär die Ausweitung der Strafuntersuchung wegen falscher Anschuldigung auf seinen Rechtsvertreter. Unbestrittenermassen wurde ihm die betreffende Verfügung am 24. Januar 2020 eröffnet. Das Ausstandsgesuch vom 28. Februar 2023 erweist sich diesbezüglich als offensichtlich verspätet. Es kann offenbleiben, ob sich (erst) aus dem Entscheid vom 9. Januar 2023 der Anwaltskommission des Kantons Aargau ein angeblicher Verfahrensfehler des Beschwerdegegners ableiten liesse, welcher (im Sinne der einschlägigen Praxis des Bundesgerichtes) bei der Prüfung der Rechtzeitigkeit des Ausstandsgesuches ausnahmsweise noch mitzuberücksichtigen wäre (vgl. Urteile 1B_265/2021 vom 9. September 2021 E. 3; 1B_118/2020 vom 27. Juli 2020 E. 3.2; 1B_149/2019 vom 3. September 2019 E. 3.2; je mit Hinweisen). Selbst wenn der Entscheid vom 9. Januar 2023 der Anwaltskommission auch noch mitzuberücksichtigen wäre, wie der Beschwerdeführer vorinstanzlich argumentiert hat, wäre das erst am 28. Februar 2023 erhobene Ausstandsgesuch auch diesbezüglich deutlich verspätet (vgl. oben, E. 3.2). Willkürliche Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz sind in diesem Zusammenhang nicht dargetan (vgl. Art. 97 Abs. 1 i.V.m. Art. 105 Abs. 1 BGG) Weitere Untersuchungshandlungen oder Verfügungen des Beschwerdegegners sind bei der Prüfung der Rechtzeitigkeit des Ausstandsgesuches nicht zusätzlich (und ausnahmsweise) mitzuberücksichtigen. Die Vorinstanz stellt willkürfrei fest, dass der Beschwerdeführer nicht substanziiert hat, inwiefern im Zusammenhang mit der Übernahmeverfügung vom 15. Februar 2023 ein Verfahrensfehler oder sonstwie ein nachvollziehbarer Ausstandsgrund ersichtlich wäre. Der Beschwerdeführer legt solches auch im Verfahren vor Bundesgericht nicht nachvollziehbar dar (vgl. Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG). Auf unzulässige Noven, die sich überdies auf Verfahrenshandlungen zwischen Januar und Dezember 2020 beziehen, ist nicht einzutreten (Art. 99 Abs. 1 BGG). Das Nichteintreten der Vorinstanz auf das deutlich verspätete Ausstandsbegehren hält vor dem Bundesrecht stand.