Citation: I 865/05 15.12.2006 E. 7.1

7.1.1 Für die Ermittlung des Einkommens, welches der Versicherte ohne Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was er im massgebenden Zeitpunkt (hier: Januar 2003) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 224 Erw. 4.3.1 mit Hinweis). 7.1.2 Vor dem Unfall vom 12. Juli 2001 war der Beschwerdeführer seit knapp einem halben Jahr als Taxifahrer tätig. Das dabei erzielte Einkommen schwankte stark und erreichte hochgerechnet auf ein Jahr (angepasst an die allgemeine Lohnentwicklung bis 2003) etwas weniger als Fr. 30'000.-. Die zuvor ausgeübte, der absolvierten Ausbildung entsprechende und wesentlich besser bezahlte Arbeit als Werkstattoptiker war aus invaliditätsfremden Gründen beendet worden. Der dort erreichte Verdienst kann daher, wie die Vorinstanz mit Recht festhält, für die Festsetzung des Valideneinkommens nicht herangezogen werden. Es stellt sich aber die Frage, ob nach Lage der Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass sich der Versicherte ohne Unfall um eine andere, besser bezahlte Anstellung bemüht hätte. Für diese Hypothese spricht einerseits die familiäre Entwicklung, reiste doch die zuvor im Ausland wohnhaft gewesene Ehefrau entsprechend einem früher gefassten gemeinsamen Plan kurz nach dem Unfall in die Schweiz ein, wo Ende 2003 ein gemeinsames Kind geboren wurde. Mit Blick auf die seinerzeit im I.________ absolvierte Ausbildung als Optiker sowie die erworbenen sehr guten Deutschkenntnisse wird andererseits deutlich, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich bereit und in der Lage war, Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben, welche (auch) die Möglichkeiten zur Verwertung der eigenen Arbeitskraft verbessern. Diese Umstände bilden in ihrer Gesamtheit eine hinreichende Basis für die Annahme, der Beschwerdeführer hätte, wäre er nicht verunfallt, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die vor dem Unfall während nur knapp eines halben Jahres ausgeübte Tätigkeit als Taxifahrer vor Januar 2003 zu Gunsten einer besser bezahlten Arbeit aufgegeben. Da keine konkrete Anstellung bezeichnet werden kann, rechtfertigt es sich, auf die Werte der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen. Auszugehen ist vom Zentralwert des standardisierten Monatslohns der im privaten Sektor mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten beschäftigten Männer, der sich im Jahr 2002 auf Fr. 4'557.- belief (LSE 2002 S. 43 Tabelle A1). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2003 von 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft 11-2006 S. 90 Tabelle B9.2) sowie der allgemeinen Lohnentwicklung von 2002 auf 2003 (+1.3 %; Schweizerische Lohnentwicklung 2004 Tabelle 1.1.93 S. 38) resultiert ein hypothetisches Jahreseinkommen im Gesundheitsfall von Fr. 57'749.- (4557 x 12 : 40 x 41.7 x 1.013). 7.2 Weil der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, hat die Vorinstanz für die Ermittlung des Invalideneinkommens zu Recht ebenfalls auf den erwähnten Wert der LSE 2002 zurückgegriffen (vgl. BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb). Auszugehen ist also wiederum vom zuvor ermittelten Betrag von Fr. 57'749.-. Umgerechnet auf die verbleibende Arbeitsfähigkeit von 70 % entspricht dies einer Summe von Fr. 40'424.-. Praxisgemäss kann einer als Folge der gesundheitlich bedingten Einschränkung sowie allfälliger weiterer Faktoren zu erwartenden Lohneinbusse durch einen prozentualen Abzug vom Tabellenlohn Rechnung getragen werden (BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen). Das kantonale Gericht hat eine Reduktion um 10 % vorgenommen. Dies lässt sich mit Blick auf die konkreten Umstände (Teilzeitarbeit; innerhalb des reduzierten Pensums praktisch keine zusätzliche behinderungsbedingte Einschränkung; Niederlassungsbewilligung [als anerkannter Flüchtling]; Jahrgang 1966; sehr gute Deutschkenntnisse) im Rahmen der Angemessenheitsprüfung (BGE 126 V 81 Erw. 6) nicht beanstanden. Damit resultiert ein Jahreseinkommen (2003) von Fr. 36'382.- und in Gegenüberstellung zum Valideneinkommen von Fr. 57'749.- ein Invaliditätsgrad von 37 %. 7.3 Der im Januar 2003 gegebene Invaliditätsgrad von 37 % begründet keinen Rentenanspruch mehr. Die ab 1. Juli 2002 auszurichtende ganze Rente ist somit, wie die Vorinstanz mit Recht festgehalten hat, per Ende April 2003 aufzuheben (Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV; BGE 109 V 126 f. Erw. 4a).