Citation: 1C_540/2021 E. 5.4

5.4. Gegen die Änderung einer Praxis betreffend materiellrechtliche Fragen gibt es keinen generellen Vertrauensschutz (BGE 146 I 105 E. 5.1.2 mit Hinweis). Ein Anspruch auf Vertrauensschutz kann sich unter Umständen ergeben, wenn die Behörde die Weiterführung der alten Praxis individuell zugesichert oder bei der betroffenen Person anderweitig ein entsprechendes Vertrauen geweckt hatte (Urteil 1C_646/2020 vom 28. März 2022 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend zu verneinen. So hat der Leiter der Abteilung Kantonsplanung des Kantons Basel-Landschaft in seiner E-Mail vom 9. März 2018 zum Ausdruck gebracht, dass bezüglich der Qualifikation als dicht überbautes Gebiet ein Grenzfall vorliegt und die zuständige Behörde nicht garantieren kann, dass ihre Beurteilung einer gerichtlichen Überprüfung standhält (vgl. Sachverhalt lit. B hievor). Die Beschwerdeführer durften daher nicht von einer verbindlichen Zusage bezüglich der Gewährung einer Ausnahmebewilligung gemäss Art. 41c Abs. 1 lit. a GSchV ausgehen. Dies ergibt sich auch daraus, dass das Bundesgericht die Anwendung dieser Regelung frei überprüfen und es daher diesbezüglich nicht an die Praxis einer untergeordneten Instanz gebunden sein kann, weil es für die richtige und einheitliche Auslegung des Bundesrechts zu sorgen hat (BGE 146 I 105 E. 5.1.2 mit Hinweisen). Demnach hat das Kantonsgericht eine Verletzung des Vertrauensprinzips zu Recht verneint.