Citation: 2A.74/2003 08.09.2004 E. 4

4.1 Im vorliegenden Fall weisen verschiedene der erwähnten Indizien auf eine auf Erwerb gerichtete Tätigkeit hin. So haben die fünf Geschwister nicht einfach die ererbten bzw. von der Mutter geschenkten Liegenschaften parzelliert und unter sich aufgeteilt, sondern die Parzellen nach einem klar vorgegebenen Plan mit zwei Mehrfamilienhäusern mit je acht Stockwerkeigentumswohnungen überbaut und die Hälfte davon wiederum planmässig verkauft, um damit die unterschiedlichen Wertquoten der von den Gesellschaftern übernommenen Eigentumswohnungen auszugleichen bzw. den Gewinn zu teilen. 4.2 Der Zusammenschluss zur einfachen Gesellschaft erfolgte erklärtermassen zum Zweck der möglichst gewinnbringenden Veräusserung des einen Grundstücks zum Zweck der Finanzierung des Wertausgleichs. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz brachten die Beschwerdeführer lediglich das Land als Eigenmittel in die einfache Gesellschaft ein. Für die Überbauung wurde - bei Gesamtkosten für das ganze Bauprojekt von über sechs Millionen Franken - eine rund achtzigprozentige Fremdfinanzierung in Kauf genommen. Es kann hier offen bleiben, ob die von den Beschwerdeführern geltend gemachte Eigenmittelfinanzierung für den Eigenheimbereich als üblich und genügend zu betrachten ist. Was im Rahmen einer banküblichen Belehnung liegen mag, spricht aber gegen eine einfache Verwaltung des privaten Vermögens. 4.3 Neben der hohen Fremdfinanzierung weist auch die kurze Haltedauer auf eine auf Erwerb gerichtete Tätigkeit hin: Die Mutter erbte die beiden Parzellen 1996 und schenkte sie 1998 den Beschwerdeführern. Diese brachten sie sofort in die einfache Gesellschaft ein und verkauften schon wenige Monate später Ende 1998/Anfang 1999 die Hälfte der noch nicht bezugsbereiten Eigentumswohnungen. 4.4 Nicht entscheidend ist, dass der Zusammenschluss zu einer einfachen Gesellschaft das einfachste Vorgehen gewesen ist. Die Beschwerdeführer haben nicht nur Wohnungen für den eigenen Bedarf der einzelnen Gesellschafter erstellt. Die Errichtung von zusätzlichen Eigentumswohnungen durch die einfache Gesellschaft und der anschliessende Verkauf an Dritte macht vielmehr deutlich, dass mit diesen Verkäufen zusätzliche Gewinne erzielt werden sollten. Unmassgeblich ist dabei, ob die Gewinne aus den Drittverkäufen zur Finanzierung der andern Wohnungen, für den Erbenausgleich oder einfach zur Bereicherung der Gesellschafter dienten. 4.5 Auch wenn angesichts offenbar grosser Nachfrage ausser für Dokumentationen keine grösseren Werbekosten aufgewendet werden mussten, sprechen die Provisionszahlungen und Werbekosten doch für eine professionelle Vermarktung. 4.6 Demnach unternahm die einfache Gesellschaft erhebliche Anstrengungen, welche über die schlichte Vermögensverwaltung hinausgingen und auf eine nebenerwerbliche Tätigkeit schliessen lassen. 4.7 Steueramt und Verwaltungsgericht gingen davon aus, J.________ sei Gesellschafterin der einfachen Gesellschaft, und sie habe sich durch das Zusammenwirken mit der eigenen Bauunternehmung in Ausübung ihres Berufes beteiligt. Dabei handelt es sich offenbar um einen Irrtum bzw. eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung (Art. 105 Abs. 2 OG). Dieses Indiz war bzw. ist allerdings nicht ausschlaggebend: Auch wenn keiner der Beschwerdeführer in Ausübung seines Berufes an der einfachen Gesellschaft beteiligt ist, sind ihr Vorgehen unter Würdigung der gesamten Umstände und die von ihnen entfalteten Tätigkeiten als auf Erwerb gerichtet zu qualifizieren, weshalb die realisierten Liegenschaftsgewinne steuerbares Erwerbseinkommen im Sinn von Art. 18 DBG darstellen.