Citation: 4A_498/2023 E. 5.1.1

5.1.1. Die Beschwerdegegnerin machte vor der Vorinstanz geltend, die Allgemeinen Bedingungen der Hygieneversicherung seien mittels Vollübernahme Vertragsbestandteil geworden. Die Beschwerdeführerinnen seien beim Abschluss des Versicherungsvertrags durch den Versicherungsbroker D.________ vertreten gewesen. Die D.________ sei als ungebundene Versicherungsvermittlerin verpflichtet gewesen, die ideale Versicherungsdeckung zu gewährleisten und habe daher die Pflicht gehabt, die eingeholten Offerten inkl. gültigen AVB im Detail zu prüfen. Es bestehe kein Grund zur Annahme, dass die D.________ dies nicht getan habe, weshalb davon auszugehen sei, dass die D.________ die Allgemeinen Bedingungen gelesen und verstanden habe. Die Vorinstanz teilte diese Auffassung nicht. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die D.________ die Allgemeinen Bedingungen tatsächlich gelesen habe, wie beispielsweise Korrespondenz über einzelne Bestimmungen der Allgemeinen Bedingungen der Hygieneversicherung zwischen ihr und der D.________, behaupte die Beschwerdegegnerin nicht und seien auch sonst nicht ersichtlich. Aus den abstrakten Pflichten des ungebundenen Versicherungsvermittlers lasse sich bestenfalls eine Pflicht zur Prüfung der AVB ableiten. Da die Beschwerdegegnerin jedoch unterlasse, die Erfüllung dieser Pflicht, insbesondere das zur Prüfung notwendige Lesen der AVB durch die D.________ konkret darzutun, bestehe keine Grundlage für die Annahme einer Vollübernahme. Es sei folglich von einer Globalübernahme der AVB auszugehen.