Citation: 6B_1354/2017 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe im Zusammenhang mit dem Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen Art. 3 HMG und mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 26 i.V.m. Art. 87 Abs. 1 lit. f HMG seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, weil sie ihm die Richtlinien der Regeln der Guten Abgabepraxis für Heilmittel der Kantonsapothekervereinigung Schweiz vom 14. September 2009 (nachstehend: "Regeln der Guten Abgabepraxis für Heilmittel") sowie die Arzneimittelpolitik des Zentralvorstands FMH vom 17. März 2004 (nachstehend: "Arzneimittelpolitik FMH") nicht zur Stellungnahme habe zukommen lassen. Gestützt auf diese Richtlinien könne keine strafrechtliche Verurteilung erfolgen, da sie keine Gesetzesnormen darstellten und keine eindeutige Rechtslage schüfen. Überdies müsse die Arzneimittelabgabe in Ausnahmefällen aufgrund von Ziff. 5 der Arzneimittelpolitik FMH nicht zwingend durch eine abgabeberechtigte Person bzw. eine von dieser direkt beaufsichtigte Hilfsperson erfolgen. Auch Art. 24 HMG lasse in begründeten Situationen Ausnahmen von den normalen Abläufen bei Arzneimittelabgaben zu. Ein solcher Ausnahmefall habe vorgelegen. Der Patient leide an einer schweren Krankheit, sei im öffentlichen Bereich tätig und weigere sich, eine Apotheke aufzusuchen. Dieser sei im Begriff gewesen, länger in die Ferien zu fahren und habe ausdrücklich verlangt, ihm die Arzneimittel an die Türklinke zu hängen, damit er die Praxisräume nicht betreten müsse. Es habe keine rechtlich relevante Gefahr bestanden. So sei die Wahrscheinlichkeit, dass jemand in einer Plastiktragtasche innerhalb einer Arztpraxis deponierte Arzneimittel an sich nehme, ausgesprochen klein. Kein erwachsener Mensch würde diese einnehmen. Es habe keine Passanten vor der Arztpraxis im 23. Stockwerk eines Hochhauses und die Plastiktragtasche habe sich stets im Blickfeld der Praxisassistentinnen befunden.