Citation: 1C_401/2020 E. 5.2

5.2. In Erwägung E. 6.3.2.3 zitiert das Kantonsgericht weiter die Aussage des Gutachtens Pronat, wonach Leuctra schmidi im Dornbach sowohl oberhalb der Fassung als auch in der Restwasserstrecke nachgewiesen worden sei, wenn auch in geringer Dichte als am Faldumbach und im Gebiet Färda-/Krummbach. Dies lasse darauf schliessen, dass ein Überleben der Art auch bei hydroelektrischer Nutzung möglich sei. Diesen Umstand erachtete das Kantonsgericht als "erwähnenswert und zu berücksichtigen", mithin für die Interessenabwägung relevant. Dennoch setzte es sich auch in diesem Punkt nicht mit den Einwänden des Beschwerdeführers und der Stellungnahme Lubini auseinander. Diese hatten dargelegt, die am Dornbach gefundene Dichte sei zu gering, um ein Überleben der Art zu ermöglichen, d.h. es sei anzunehmen, dass der Dornbach immer wieder von den benachbarten, hydroelektrisch nicht genutzten Bächen aus neu besiedelt werde. Dieser Einwand erscheint plausibel und wird insbesondere auch vom BAFU geteilt: Dieses führt in seiner Vernehmlassung aus, der Färda- und der Faldumbach dienten gewissermassen als Reservoir bzw. sicheres Rückzugsgebiet der gesamten Population im Lötschental, von wo aus sich die Tiere stets von neuem wieder in die anderen, genutzten Bäche ausbreiten könnten. Ohne die beiden Bäche sei deshalb ein sich selbst erhaltender Bestand im ganzen Gebiet in Frage gestellt.