Citation: I 230/05 02.05.2006 E. 3

3.1 Es ist zum Schluss zu kommen, dass der Beschwerdeführerin ein 50-Prozent-Pensum zumutbar und im Einkommensvergleich beim Invalideneinkommen auf einen Tabellenlohn abzustellen ist. Auf Grund der medizinischen Akten ist jedoch daran zu zweifeln, ob es der Beschwerdeführerin möglich ist, im Rahmen eines solchen Pensums eine volle Leistung zu erbringen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass Rücksichten eines Arbeitgebers erforderlich sind, die einen bisher nicht gewährten leidensbedingten Abzug rechtfertigen. Ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn im Sinne von BGE 126 V 75 greift praxisgemäss dann Platz, wenn die Versicherte selbst bei leichteren Tätigkeiten erheblich beeinträchtigt ist und somit im Vergleich mit einer voll einsatzfähigen Teilzeitbeschäftigten mit geringeren Einkünften rechnen muss (Urteil M. vom 7. Juli 2003, I 627/02, Erw. 2.1.2 in fine). Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen nach dem Durchschnittslohn gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik in der Branche Kredit- und Versicherungsgewerbe (einem Beschäftigungszweig mit einem überdurchschnittlichen Lohnniveau) bestimmt, und hat dabei keinen Abzug vorgenommen. Es ist davon auszugehen, dass die gewählte Tätigkeit Schreibtischarbeit ist. Leidensangepasst sind aber gemäss MEDAS-Gutachten körperlich leichte, möglichst wechselbelastende Arbeiten ohne Tätigkeiten in ständig sitzender Haltung. Dies rechtfertigt es, auf dem auf ein 50 %-Pensum reduzierten statistischen Lohn zusätzlich einen Abzug von 10% vorzunehmen. Damit ergibt sich bei sonst unveränderten Berechnungselementen im Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von gerundet 67% (BGE 130 V 122 Erw. 3) und somit nach dem im Zeitpunkt des Einspracheentscheides massgebenden Recht (vgl. oben Erw. 1) ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. 3.2 Da die Rentenrevision von Amtes wegen eingeleitet und per 1. Juli 2001 vorgesehen wurde, erfolgt die Rentenerhöhung gemäss Art. 88bis Abs. 1 lit. b IVV frühestens ab diesem Zeitpunkt. Damals verdiente die Beschwerdeführerin aber in ihrer 50-Prozent-Anstellung in der Klinik am Zürichberg noch einen Jahreslohn von Fr. 39'234.- (Fragebogen für den Arbeitgeber vom 27.Juli 2001). Dieses Einkommen lag über dem im Einkommensvergleich berücksichtigten Tabellenlohn und war zu hoch für den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV (in der bis 29. Februar 2004 gültigen Fassung) ist die den Anspruch auf eine Invalidenrente beeinflussende Änderung bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Weil die Beschwerdeführerin die Anstellung in der Klinik am Zürichberg per Ende Januar 2002 aufgeben musste und danach aus ihrer selbstständigen Tätigkeit nur noch ein Einkommen erzielte, das wesentlich unter dem im Einkommensvergleich zu berücksichtigenden Tabellenlohn lag, ist der Zeitpunkt der Rentenerhöhung nach Ablauf der 3-Monats-Frist auf den 1. Mai 2002 festzusetzen.