Citation: 8C_66/2010 06.09.2010 E. 2

2.1 Die Vorinstanz hat die massgebenden Bestimmungen und die entsprechende Rechtsprechung zutreffend dargelegt, worauf verwiesen wird. Weiter hat sie im Wesentlichen erwogen, aufgrund der medizinischen Akten - unter anderem des Gutachtens der Academy Y.________ vom 2. Juli 2007 - lägen keine objektivierbaren organischen Unfallfolgen vor. Der Unfall vom 17. Juni 2004 sei für die über den 31. August 2007 hinaus persistierenden somatischen und psychischen Beschwerden zumindest teilursächlich gewesen. Die psychische Symptomatik sei nicht im Rahmen des typischen Beschwerdebildes einer HWS-Distorsion, sondern als selbstständige sekundäre Gesundheitsschädigung in Form der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu betrachten, weshalb die Adäquanzprüfung nicht nach der Schleudertraumapraxis (BGE 134 V 109), sondern nach der Rechtsprechung für psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu erfolgen habe. Der obige Unfall sei als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizieren. Die adäquate Kausalität zu den anhaltenden Beschwerden sei zu verneinen; keines der Adäquanzkriterien sei erfüllt bzw. dasjenige der körperlichen Dauerschmerzen zumindest nicht besonders ausgeprägt. 2.2 Der Versicherte machte - wie schon vorinstanzlich - beschwerdeweise in formeller Hinsicht geltend, die bei der Begutachtung der Academy Y.________ mitwirkenden Arztpersonen K.________ und O.________ verfügten über keinen spezialärztlichen Titel. Bei ihnen und beim Arzt med. pract. G.________ liege zudem eine Doktor-Titelanmassung vor. Frau W.________ verfüge weder über einen Dr.- noch einen lic.phil. (Psychologie)-Titel; in der Liste der vom Fachverband SVNP enthaltenen neuropsychologischen Fachpersonen sei sie nicht erwähnt. Dem Gutachten der Academy Y.________ vom 2. Juli 2007 könne somit kein Beweiswert beigemessen werden. Die Vorinstanz hat zu diesen Einwänden gegen das Gutachten der Academy Y.________ weder im angefochtenen Entscheid noch letztinstanzlich Stellung genommen. 2.3 Am 15. März 2010 forderte das Bundesgericht im parallel laufenden Verfahren 8C_65/2010 das Bundesamt für Sozialversicherungen auf, eine Vernehmlassung insbesondere zur Frage der formellen Voraussetzungen an Gutachten einzureichen. Dieses legte mit seiner Vernehmlassung vom 4. Juni 2010 eine Stellungnahme der Academy Y.________ vom 25. Mai 2010 betreffend Qualifikation der am Gutachten vom 2. Juli 2007 beteiligten Ärztinnen und Ärzte sowie weiteren Sachverständigen auf. Die Einreichung dieser Stellungnahme der Academy Y.________ ist zulässig, da der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BBG; BGE 135 V 194). Die SUVA schloss sich den Ausführungen des BSV an, während das BAG keine Stellungnahme abgab. Das BSV brachte vor, das unberechtigte Führen eines akademischen Titels könne nicht angehen. Es stelle sich jedoch die Frage, ob die alleinige Tatsache, dass eine begutachtende Person in einem Gutachten unberechtigt als "Dr. med." bezeichnet werde, dazu führen könne und solle, dem Gutachten jeglichen Beweiswert abzuerkennen. Diese apodiktische Betrachtungsweise wäre unverhältnismässig, nicht zuletzt auch mit Blick auf die Rechtsprechung, die bei anderen formellen Voraussetzungen einer Begutachtung, wie etwa dessen Unterzeichnung, auch nicht den ganzen Beweiswert in Frage stelle. Es seien einerseits ökonomische Gründe (Kosten für ein neuerliches Gutachten) ins Feld zu führen; anderseits sei es auch eine Frage des raschen Verfahrens und der Auswirkungen auf die versicherte Person (eine zusätzliche Begutachtung bedeute für sie eine weitere Wartezeit von einigen Monaten mit ungewisser Ausgangslage und je nach Krankheitsbild auch eine unter Umständen unnötige zusätzliche Belastung durch eine weitere Begutachtung). In diesem Sinne sei die fälschliche Aufführung des Titels "Dr. med." bei zweien der begutachtenden Ärzte zwar ohne Weiteres zu berichtigen (und die Academy Y.________ stehe hier auch im Wort zukünftiger Besserung). Dies dürfe jedoch die Frage des Beweiswerts des Gutachtens nicht beschlagen, weil med. pract. G.________ ohne Weiteres über die notwendigen fachärztlichen Kenntnisse verfüge und med. pract. O.________ unter der Supervision des Dr. med. I.________, Facharzt Psychiatrie, gestanden habe. 2.4 In der Stellungnahme vom 16. Juni 2010 wandte der Versicherte ein, die Ärzte G.________ und O.________ hätten unberechtigt einen Doktortitel geführt. Frau Dr. med. K.________ besitze keinen FMH-Facharzttitel in Neurologie. Der Arzt O.________ und die neuropsychologische Gutachterin Frau W.________ befänden sich noch in Ausbildung.