Citation: 2C_533/2021 E. 10.2

10.2. Mit dem Beschwerdeführer ist davon auszugehen, dass seine persönliche Steuerlast in der streitbetroffenen Steuerperiode tiefer ausgefallen wäre, wenn sich die Ehegatten nicht getrennt hätten. Jedoch hat diese steuerliche Behandlung die Ehegatten offensichtlich nicht davon abgehalten, sich zu trennen. Von einem staatlichen Zwang zum Zusammenleben kann unter diesen Umständen also von vornherein keine Rede sein. Der Beschwerdeführer tut auch nicht dar, dass die steuerliche Situation den Trennungsentschluss in irgendeiner Art und Weise beeinflusst hätte. Zwar umfasst der Begriff "Familienleben" im Sinne von Art. 8 EMRK nicht nur soziale, moralische oder kulturelle, sondern auch wirtschaftliche Aspekte (Urteil des EGMR Di Trizio gegen Schweiz vom 2. Februar 2016 § 60; vgl. auch BGE 143 I 50 E. 3.1) und können deshalb auch wirtschaftliche Anreize, die das Familienleben begünstigen und sich sich auf die Organisation desselben auswirken (z.B. Mutterschafts- oder Elternurlaub), in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen (Urteile des EGMR Di Trizio, § 61; Konstantin Markin gegen Russland vom 22. März 2012 § 130; Petkovic gegen Österreich vom 27. März 1998 § 27). Vorliegend ist nach dem Gesagten jedoch nicht davon auszugehen, dass aufgrund der steuerlichen Behandlung des Beschwerdeführers tatsächlich in die Organisation des Familienlebens eingegriffen wurde. Dementsprechend ist auch keine Verletzung von Art. 8 EMRK (oder Art. 13 BV) erkennbar.