Citation: I 316/06 28.08.2006 E. 3.2

3.2.1 Streitig ist in erster Linie, in welchem Umfang sich die Arbeitsunfähigkeit verändert hat. Fest steht, dass die Beschwerdeführerin den angestammten Beruf als Raumpflegerin nicht mehr auszuüben vermag. Laut vorinstanzlichem Entscheid ist aus dem Bericht des Spitals X.________ vom 13. März 2003 der Schluss zu ziehen, dass die Beschwerdeführerin eine leichtere Tätigkeit halbtags auszuüben vermag, was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde bestritten wird. 3.2.2 Gemäss Angaben des Spitals X.________ vom 13. März 2003 war es schwierig abzuschätzen, welchen Anteil die höchstwahrscheinlich bestehende rheumatoide Arthritis an den Beschwerden insgesamt hat. Eine bessere Beurteilung der Prognose könne erst gemacht werden, wenn eine suffiziente Therapie dieser Erkrankung erfolgt sei. Unter dieser Voraussetzung bestehe medizinisch-theoretisch mittelfristig eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten. Zur realistischen Einschätzung sei eine vorübergehende Beschäftigung in einem Arbeitsprojekt (z.B. Papiermanufaktur des RAV in Winterthur) sinnvoll. Diesen Ausführungen folgend hat die IV-Stelle mehrere Monate mit dem Erlass der Verfügung vom 19. März 2004 zugewartet (vgl. Stellungnahme des verwaltungsinternen Medizinischen Dienstes vom 26. Mai 2003). Die vom Spital X.________ verordnete medikamentöse Behandlung (Methotrexat, Prednisonstoss) wurde mangels Wirksamkeit im Mai 2003 abgesetzt (vgl. Bericht vom 8. Januar 2004). Auch die danach erfolgten Basistherapien mit Plaquenil (von Mai bis November 2003) und Salazopyrin (März und April 2004) beeinflussten den Gesundheitszustand nicht und wurden schliesslich wegen Nebenwirkungen (Exazerbation der Beschwerden in Handgelenken und Kleinfingern; gastrointestinale Beschwerden) nicht weiter geführt (Bericht des Spitals Y.________ vom 2. November 2004). Angesichts dieser Verhältnisse ist die vom Spital X.________ prognostizierte Verbesserung des Gesundheitszustandes durch eine suffiziente Therapie offenbar nicht eingetreten. Die Auffassung der Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin eine leichte Tätigkeit halbtags auszuüben vermag, ist jedenfalls gestützt auf die Auskünfte des Spital X.________ nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) nachgewiesen. Eher ist anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin wegen der (höchstwahrscheinlich bestehenden) rheumatoiden Arthritis vollständig arbeitsunfähig ist, wovon die IV-Stelle im Zeitpunkt der Verfügung vom 19. März 2004 und des Einspracheentscheids vom 27. Dezember 2004 ausgegangen war. 3.2.3 Eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit ist aufgrund der vorhandenden medizinischen Akten nicht möglich. Es ist fraglich, ob sich die vom Spital X.________ vermutete Diagnose einer höchstwahrscheinlich bestehenden rheumatoiden Arthritis angesichts der gestellten günstigen Prognose nach durchgeführter suffizienter, aber erfolglos verlaufener Therapie aufrecht halten lässt. Inwieweit die in den klinischen Untersuchungen erhobenen und anhand von bildgebenden Verfahren sichtbar gewordenen Befunde die angegebenen Beschwerden aus rheumatologischer Sicht erklären, bleibt offen. So vertrat Dr. med. A.________, der die Versicherte neben anderen Ärzten behandelt hat, die Auffassung, die Arbeitsunfähigkeit sei vor allem psychisch begründet (Bericht vom 21. August 2002); im Gegensatz dazu hielt er die Beschwerdeführerin wegen der rheumatoiden Arthritis für vollständig arbeitsunfähig (Bericht vom 9. Dezember 2003). Der behandelnde Psychiater Dr. med. F.________ schätzte die Arbeitsunfähigkeit wegen einer im Vordergrund stehenden somatoformen Schmerzstörung auf ungefähr 60 % ein (Bericht vom 24. Juni 2002); hiegegen hielt er mit Bericht vom 10. November 2003 fest, die als Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2) zu diagnostizierenden Befunde sowie die Schmerzsymptomatik bei polyarthritischen Beschwerden begründeten eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % im zuletzt ausgeübten Beruf als Raumpflegerin. In welchem Umfang die Beschwerdeführerin wegen physischer und psychischer Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist, kann den vorliegenden ärztlichen Auskünften nicht schlüssig entnommen werden. Eine interdisziplinäre medizinische Begutachtung, welche die Ursachen der geklagten Beschwerden ergründet und nachvollziehbar zur Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin Stellung nimmt, drängt sich auf. Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie die notwendigen ärztlichen und allenfalls beruflichen (vgl. Bericht des Spitals X.________ vom 13. März 2003) Abklärungen trifft und hernach über den Anspruch auf Invalidenrente neu befindet.