Citation: 9C_538/2019 E. 4.1

4.1. Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung sind zu unterscheiden (BGE 130 V 196 E. 6.3 S. 211; vgl. auch BGE 137 V 446 E. 6.3.3.3 S. 457). Zahlungsunfähigkeit besteht, wenn ein Schuldner dauerhaft seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. In einem solchen Fall kann ein Gläubiger nicht mehr auf Zahlung hoffen (BGE 137 II 353 E. 5.2.1 S. 357 mit Hinweisen). Zahlungsunfähigkeit liegt vorab dann vor, wenn Verlustscheine bestehen, der Konkurs eröffnet ist oder ein Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung abgeschlossen wurde. Sie wird ferner anerkannt, wenn andere schlüssige Merkmale nachgewiesen werden, die das dauernde Unvermögen einer Person belegen, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, so z.B. wenn die Person auf unbestimmte Zeit nicht über ausreichende Mittel verfügt, um ihre fälligen Verpflichtungen zu erfüllen. Andererseits ist bei einem kurzfristigen finanziellen Engpass noch keine Zahlungsunfähigkeit gegeben; es muss sich um einen dauerhaften Zustand handeln (Urteil 2C_709/2008 vom 2. April 2009 E. 4.2; vgl. auch BGE 137 V 446 E. 6.3.3.3 S. 457). Eine Überschuldung besteht demgegenüber, wenn die Forderungen der Gesellschaftsgläubiger weder zu Fortführungs- noch zu Veräusserungswerten gedeckt sind (Art. 725 Abs. 2 Satz 2 Teilsatz 1 OR; BGE 137 V 446 E. 6.3.3.3 S. 457).