Citation: 4A_264/2019 E. 1.3

1.3. Der Grundsatz von Treu und Glauben, der gemäss Art. 5 Abs. 3 der schweizerischen Bundesverfassung sowohl staatliche Organe wie Private bindet, gilt nach konstanter Praxis auch für Beteiligte internationaler Schiedsverfahren mit Sitz in der Schweiz. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben haben namentlich die Parteien nicht nur eines staatlichen, sondern auch eines Schiedsgerichtsverfahrens Verfahrensfehler sofort zu rügen und verwirken die Anfechtungsmöglichkeit, wenn sie der entscheidenden Instanz keine Gelegenheit geben, solche Fehler rechtzeitig zu beheben (BGE 130 III 66 E. 4.3 S. 75, 124 I 121 E. 2 S. 123, vgl. auch BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69, 135 III 334 E. 2.2 S. 336, 134 I 20 E. 4.3.1 S. 21 je mit Verweisen,). Gegenüber einem fehlerhaften Verhalten der Behörde, namentlich einer fehlenden Rechtsmittelbelehrung, kann sich eine Privatperson nicht auf Vertrauensschutz berufen, wenn sie diesen Fehler bei gehöriger Aufmerksamkeit hätte erkennen können (BGE 141 III 270 E. 3.3, 138 I 49 E. 8.3.2 S. 53 f.).