Citation: 7B_283/2022 E. 2.4.3

2.4.3. Zum Gesagten kommen weitere belastende Umstände im Sinne der Rechtsprechung hinzu. So waren zwar gewisse Abwehrchancen seitens der Beschwerdeführerin noch intakt. Letzten Endes konnte der Beschwerdegegner 2 aber seine gewaltsamen Handlungen - auch dies wendet die Beschwerdeführerin zutreffend ein - aufgrund seiner körperlichen Überlegenheit und vor allem wegen seiner starken Alkoholisierung kaum mehr bewusst steuern. Er selber gab an, er sei "sturzbetrunken" gewesen, so "dicht", dass er denke, das was er getrunken habe, sei kein Wodka gewesen, oder im Wodka sei noch etwas Anderes drin gewesen. In Kombination mit seinem generellen Hang zu impulsivem, gewalttätigem und Macht demonstrierendem Verhalten gegenüber Frauen kann dem Beschwerdegegnern 2 nicht zugute gehalten werden, er habe die Gefahr, in der sich die Beschwerdeführerin befand, unter Kontrolle gehabt. Die dargestellten Umstände sprechen entgegen der Vorinstanz dafür, dass der Beschwerdegegner 2 den Tod der Beschwerdeführerin zumindest billigend in Kauf genommen hat.