Citation: 2C_868/2016 E. 6.3

6.3. Der Spezialitätsvorbehalt gilt nicht nur für die Strafverfolgung im ersuchenden Staat selber; ausgeschlossen ist auch die Weiterauslieferung des Betroffenen an einen Drittstaat (HEIMGARTNER, a.a.O., S. 168). Der Spezialitätsgrundsatz beschränkt sowohl die Strafgewalt als auch die Weiterlieferungsbefugnisse des ersuchenden Staats. Das ausliefernde Land behält grundsätzlich die Kontrolle über alle Verfahren, die Straftaten betreffen, die vor dem Auslieferungsdelikt begangen wurden (vgl. ROY GARRÉ, in: BSK Internationales Strafrecht, a.a.O., N. 7 zu Art. 38 IRSG; HEIMGARTNER, a.a.O., S. 164). Macht die ausgelieferte Person nach Abschluss des Verfahrens oder nach der Strafverbüssung von der ihr einzuräumenden Möglichkeit, das Land zu verlassen, keinen Gebrauch oder kommt sie in dieses zurück, so fallen die Garantien und Wirkungen der Spezialität dahin (ROY GARRÉ, in: BSK Internationales Strafrecht, a.a.O., N. 23 f. zu Art. 38 IRSG).