Citation: 6B_834/2020 E. 1.4.1

1.4.1. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen wurde das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer mit der Strafanzeige vom 18. Dezember 2008 in Gang gesetzt. Während der Untersuchung wurden Patientenakten beschlagnahmt, der Beschwerdeführer und drei Auskunftspersonen befragt, ein Gutachten, datierend vom 5. Oktober 2010, eingeholt sowie ein Entsiegelungsverfahren und ein Beschwerdeverfahren betreffend Beschlagnahme durchgeführt. Am 22. Dezember 2010 erhob das damalige Bezirksamt Schwyz Anklage gegen den Beschwerdeführer. Am 25. Mai 2011 erging das erste erstinstanzliche Urteil (Urteil S. 15 f.). Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass während der Untersuchung und dem ersten erstinstanzlichen Verfahren keine Verletzung des Beschleunigungsgebots ersichtlich ist. Hingegen ergibt sich aus den vorinstanzlichen Ausführungen nicht, weshalb es nach Eingang der Berufungserklärung vom 4. November 2011 21 Monate dauerte, bis das erste Urteil der Vorinstanz am 5. August 2013 erging. Dabei handelt es sich um eine nicht nachvollziehbar lange Verfahrensdauer. Auch das erste bundesgerichtliche Verfahren dauerte in der Folge ein Jahr. Nach dem Rückweisungsurteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober 2014 verstrichen knapp 39 Monate bis zum zweiten erstinstanzlichen Urteil. In dieser Zeit erfolgte zunächst die Rückweisung der Anklage und die Aufhebung der entsprechenden Verfügung durch die Beschwerdeinstanz, was insgesamt vier Monate in Anspruch nahm. Erst sieben Monate später gab die erste Instanz am 17. März 2016 ein ergänzendes Gutachten in Auftrag, wobei sich aus den vorinstanzlichen Feststellungen ergibt, dass dessen Erstellung lediglich gut drei Monate dauerte. Es mag zutreffen, dass der Beschwerdeführer bzw. sein Verteidiger in der Folge das Verfahren insofern verzögerte, als er mehrfach um Erstreckung der Frist zur Stellungnahme zum Ergänzungsgutachten ersuchte. Allerdings ist nicht ersichtlich, weshalb es nach Eingang der Stellungnahme vom 9. Januar 2017 erneut acht Monate dauerte, bis (gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen) die nächste Verfahrenshandlung erfolgte. Vom zweiten erstinstanzlichen Urteil vom 28. Februar 2018 bis zum zweiten vorinstanzlichen Urteil dauerte es wiederum gut 27 Monate, wobei zwischen der letzten vorinstanzlich festgestellten Verfahrenshandlung bis zum Urteil gut neun Monate verstrichen sind. Dies ist eindeutig zu lange und die Verzögerung ist nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass dem Beschwerdeführer eine grosse Anzahl Widerhandlungen vorgeworfen wird. Dem entgegnet dieser jedoch überzeugend, dass sich die Straf (verfolgungs) behörden nicht mit jeder einzelnen ihm vorgeworfenen Tat befasst haben, sondern sich vielmehr in erster Linie auf die Ausführungen des Sachverständigen verliessen, welcher sich mit den Vorwürfen auseinandersetzte. Damit kann die auffallend lange Verfahrensdauer nicht mit der grossen Anzahl von Fällen erklärt werden, zumal auch die Erstellung des Gutachtens und des Ergänzungsgutachtens nicht besonders viel Zeit in Anspruch nahm. Ebenso wenig war der Sachverhalt besonders komplex. Auch ergibt sich aus den vorinstanzlichen Feststellungen nicht, dass ausserordentlich viele Untersuchungshandlungen geboten waren. Schliesslich war die Sache unstreitig inhaltlich nicht besonders schwierig. Demgegenüber ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, aufgrund des Umstands, dass die Anzahl der Tathandlungen auf ein systematisches Handeln des Beschwerdeführers hindeuten, sowie angesichts des durch die kantonale Gesundheitsgesetzgebung und das Heilmittelgesetz bezweckten Schutzes bzw. den Erhalt der Gesundheit der Menschen sowie der vorgesehenen Maximalbussen könne nicht mehr von einem leichten Tatvorwurf gesprochen werden. Eine besondere Dringlichkeit der Sache ist zwar nicht auszumachen, dennoch ist zu berücksichtigen, dass das Strafverfahren die berufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers betrifft, und er während des gesamten sehr langen Verfahrens mit dem Druck, der Ungewissheit und der Angst leben musste, dass seine berufliche Existenz wegbrechen könnte. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz war die zu lange Verfahrensdauer nicht zumutbar für den Beschwerdeführer. Insgesamt liegt im vorliegenden Verfahren eine erhebliche Verletzung des Beschleunigungsgebots vor, dies sowohl in Bezug auf einzelne Verfahrensschritte als auch auf die Gesamtverfahrensdauer bis zum zweiten vorinstanzlichen Urteil von elfeinhalb Jahren. Indem die Vorinstanz eine Verletzung des Beschleunigungsgebots verneint, verletzt sie Bundesrecht.