Citation: 1C_254/2021 E. A

Am 9. Oktober 2019 genehmigte der Staatsrat des Kantons Wallis die Pläne des Auflagedossiers Steinschlagverbauung Herbriggen auf dem Gebiet der Gemeinde St. Niklaus und erteilte das Recht auf Enteignung aller zur Ausführung des Werkes benötigten dinglichen Rechte an Grundstücken. Zur Begründung wurde auf die fortdauernde und akut verschärfte Permafrost-Problematik und die Gefährdung für diverse Wohn- und Gewerbegebäude durch Stein- und Blockschlag hingewiesen. Der neue Zonennutzungsplan sehe vor, dass Bauzonen in Gefahrenzonen mit erheblicher Gefahr, welche als Zonen mit späterer Nutzungszulassung (ZSN) oder Zonen der 2. Erschliessungsetappe vorgesehen seien, als Nichtbauzonen zu betrachten seien. Darunter befinden sich auch die Parzellen von A.________. Ihre gesamte Parzelle Nr. 2016 mit 667 m² sowie ein Teil der 1'319 m² grossen Parzelle Nr. 2013, nämlich 251 m², sollen enteignet werden. Mit Entscheid vom 23. Dezember 2020 hielt die Schätzungskommission fest, die beiden Parzellen Nrn. 2013 und 2016 seien in der roten Gefahrenzone. Sie seien nicht erschlossen, in einer Hanglage, noch nicht überbaut und vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Trotz der formalen Zuordnung zur Bauzone sei der Boden nicht überbaubar, da die Gefahren schon vor der Schatzung bestanden hätten. Die Entschädigung bemesse sich deshalb nicht nach dem Verkehrswert, sondern nach der Gefahrenbeurteilung, weshalb die Entschädigung für die enteigneten Flächen auf Fr. 10.--/m² festgelegt werde. Das Gebäude auf der Parzelle Nr. 2016 wurde auf Fr. 360.-- geschätzt. Gegen diesen Entscheid der Schätzungskommission erhob A.________ Beschwerde an das Kantonsgericht Wallis, welches die Beschwerde am 6. April 2021 abwies.