Citation: 1C_205/2019 E. 3.5

3.5. Dass die Vorinstanz in Willkür verfallen wäre, ergibt sich weiter auch nicht aus den Vorbringen der Direktion. Diese macht geltend, die Zonenkonformität könne zwar abstrakt geprüft werden. Das Vorliegen eines zwingenden öffentlichen Interesses im Sinne von Art. 46 Abs. 3 BauG/BE setze jedoch konkrete Emissionen voraus, die zu untragbaren Verhältnissen führten, was hier nicht der Fall sei. Das von der Vorinstanz angeführte öffentliche Interesse, Wohnzonen von Sexgewerbe freizuhalten, genüge nicht. Es bestehe denn auch keine entsprechende ständige Praxis der Vorinstanz. In allen von dieser zitierten Entscheiden hätten zudem, anders als hier, bereits die Standortgemeinden die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands angeordnet. Indem die Vorinstanz auch für das Vorliegen eines zwingenden öffentlichen Interesses im Sinne von Art. 46 Abs. 3 BauG/BE darauf abstellt, dass sexgewerbliche Betriebe bei abstrakter Betrachtung geeignet sind, die Wohnnutzung in Wohnzonen wie der vorliegend betroffenen zu stören, misst sie dem Schutz dieser Nutzung zwar ein deutlich höheres Gewicht zu als die Direktion. Sie setzt damit jedoch lediglich die Nutzungsordnung konsequent durch und verhindert, dass unbewilligte Betriebe von deren Missachtung weiterhin profitieren können. Auch wenn ihre Auslegung von Art. 46 Abs. 3 BauG/BE der Direktion und der Beschwerdeführerin wie offenbar auch der Einwohnergemeinde als übermässig streng erscheint, ist sie unter dem hier massgeblichen Gesichtspunkt der Willkür daher vertretbar. Dass sie angesichts der bisherigen Praxis der Vorinstanz unhaltbar wäre, ist überdies nicht erkennbar. Diese durfte demnach ohne Willkür davon ausgehen, am strittigen Nutzungsverbot bestehe ein zwingendes öffentliches Interesse im Sinne der genannten Bestimmung.