Citation: 9C_685/2023 E. 2.4.4

2.4.4. Völkerrechtlich verpönt sind nicht nur eigentliche Vollstreckungshandlungen eines Staates auf fremdem Staatsgebiet, sondern auch vorbereitendes Verhalten im Hinblick auf die spätere Vollstreckung (Masmejean-Fey/Berthoud, CR LIFD, a.a.O., N. 1 zu Art. 118; Zweifel/Hunziker, Komm. DBG, a.a.O., N. 1 ff. zu Art. 126a; Locher, a.a.O., N. 4 ff. zu Art. 126a; Kocher, a.a.O., § 21 N. 99 und insb. § 22 N. 20 ff.). Völkerrechtlich ausschlaggebend ist, dass mit der Zustellung einer amtlichen oder gerichtlichen Verfügung eine exterritoriale Rechtsdurchsetzung verbunden sein kann, nämlich dann, wenn das Dokument mit einer Rechtsfolge einhergeht. Die völkerrechtskonforme Zustellung eines amtlichen oder gerichtlichen Schriftstücks an eine Adressatin oder einen Adressaten mit Ansässigkeit im Ausland erfordert daher grundsätzlich die Eröffnung auf andere als auf direkte postalische Weise. Unilateral steht die Verpflichtung zur Bezeichnung eines inländischen Zustellungsdomizils und/oder die Veröffentlichung im amtlichen Publikationsorgan im Vordergrund.