Citation: 4A_502/2019 E. 6.2.2

6.2.2. Stellt sich dagegen bei der Bezifferung heraus, dass der angegebene Mindestbetrag nicht erreicht wird, ist der Fall weniger klar. Eine Lehrmeinung leitet aus dem Wortlaut von Art. 85 ZPO ab, die Angabe des Mindestwerts stelle einen Akt der Disposition dar, mit dem die klagende Partei die Untergrenze des Geforderten definiere (BAUMANN WEY, a.a.O., S. 180 ff. Rz. 472 f. und 477, S. 192 Rz. 500; vgl. auch PASCAL LEUMANN LIEBSTER, Die Stufenklage im schweizerischen Zivilprozessrecht, 2005, S. 232 f. und Fn. 945 mit Hinweisen auf die deutsche Lehre). Für diese Auslegung spricht der Begriff des M indestwerts. Dass dieser als vorläufig bezeichnet wird, spricht andererseits dafür, dass auch bei einer Unterschreitung die klagende Partei erst mit der Bezifferung ihre Disposition vornimmt (vgl. MEIER, a.a.O., S. 27 f.; LEUMANN LIEBSTER, a.a.O., S. 233 und 235; GUT, a.a.O., S. 234 f. Rz. 502 mit Hinweisen auf die unterschiedlichen Lehrmeinungen). Die Frage braucht hier nicht weiter behandelt zu werden, zumal die Beschwerdeführerinnen in keinem Fall gehalten wären, aus Sorgfaltsgründen je den prognostizierten Minimalbetrag für die Sanierung aller Objekte einzuklagen.