Citation: 6B_459/2007 18.01.2008 E. 8

8.1 Dem Beschwerdeführer wird, wie erläutert, schliesslich vorgeworfen, in seiner Funktion als damaliger, einziger Verwaltungsrat der C.________ AG, einen Rückforderungsanspruch dieser Gesellschaft gegenüber der B.________ AG in Konkurs aus einer vom Beschwerdegegner finanzierten Kaufpreiszahlung an Y.G.________ und Z.G.________ sowie an die H.________ AG abgetreten zu haben (vgl. E. 3.2 hiervor). Der Beschwerdeführer beanstandet diesen Schuldspruch wegen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (siehe sogleich E. 8.3 hiernach). 8.2 Die erwähnten Abtretungen des kaufrechtlichen Rückforderungsanspruchs basieren auf folgendem Hintergrund (vgl. hierzu erstinstanzliches Urteil S. 29 ff.): 8.2.1 Die B.________ AG in Konkurs war Eigentümerin von drei Grundstücken in Zürich. Die C.________ AG unterbreitete als Konkursgläubigerin der B.________ AG ein so genanntes Höhergebot im Sinne von Art. 256 Abs. 3 SchKG. In der Folge vereinbarten die B.________ AG und die C.________ AG den Verkauf der drei Grundstücke zu einem Gesamtpreis von Fr. 2'170'000.--. Im Vertrag wurde weiter festgehalten, dass die Käuferin gestützt auf das Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (BewG; SR 211.412.41) innert 30 Tagen ein Gesuch um Bewilligung des Erwerbs bzw. um Feststellung der Nichtbewilligungspflicht einzureichen habe. Für den Fall der Abweisung des Gesuchs wurde vorgesehen, dass der Vertrag dahinfalle und die B.________ AG der C.________ AG die geleistete Kaufpreiszahlung zurückzuerstatten habe. Die Zahlung des Kaufpreises durch die C.________ AG erfolgte mittels Bankcheck, finanziert durch den Beschwerdegegner. 8.2.2 Die Rekurskommission für Grunderwerb des Kantons Zürich verweigerte in der Folge (als zweite Instanz) die Zustimmung zum Grundstückerwerb mit der Begründung, dass der Beschwerdegegner das von ihm der C.________ AG zur Finanzierung des Kaufs gewährte Darlehen (nach internen Streitigkeiten) am 12. Juli 1999 gekündigt habe. Die C.________ AG selbst aber verfüge nicht über die für die Finanzierung notwendigen Mittel, weshalb es am Nachweis der gemäss dem Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland erforderlichen schweizerischen Finanzierung fehle. Dieser Entscheid wurde vom Bundesgericht bestätigt (Urteil des Bundesgerichts 2A.22/2000 vom 22. Mai 2000). 8.2.3 Nach der Darlehenskündigung durch den Beschwerdegegner, jedoch noch vor dem Entscheid der Rekurskommission für Grunderwerb des Kantons Zürich, schloss die C.________ AG mit den Gebrüdern Y.G.________ und Z.G.________ einen weiteren Kaufvertrag über die drei Grundstücke, welcher unter dem Vorbehalt der Bewilligung des Vertrags zwischen der B.________ AG und der C.________ AG stand. Diese Handänderungen wurden von der C.________ AG erfolglos als Finanzierungsnachweis anstelle des gekündigten Darlehens in das zu diesem Zeitpunkt noch hängige Bewilligungsverfahren nach dem Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland eingeführt. 8.2.4 Die unterbliebene Handänderung hatte im Ergebnis zur Folge, dass bei der C.________ AG als Käuferin ein Anspruch auf Rückleistung des bezahlten Kaufpreises entstand, welchen sie, wie dargelegt, durch verschiedene Zessionserklärungen an Y.G.________ und Z.G.________ sowie an die H.________ AG abtrat (vgl. E. 3.2 hiervor). 8.3 Der Beschwerdeführer bringt in diesem Zusammenhang vor, der der C.________ AG aus dem gescheiterten Grundstückkaufvertrag gegenüber der B.________ AG in Konkurs entstandene Rückforderungsanspruch sei an keine Treuepflicht gebunden und stelle mithin keinen vom Beschwerdegegner anvertrauten Vermögenswert dar. Die Verurteilung wegen mehrfacher Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB verletze deshalb Bundesrecht (Beschwerde S. 35 - 37). 8.4 Die Vorinstanz hat erwogen, der vom Beschwerdegegner ausgestellte Check habe direkt an die Order der B.________ AG in Konkurs als Verkäuferin der Grundstücke gelautet. Die Kaufpreiszahlung habe jedoch formell über die C.________ AG abgewickelt werden müssen, weil diese Gesellschaft als Gläubigerin im Konkurs der B.________ AG die Möglichkeit gehabt habe, ein Höherangebot im Sinne von Art. 256 Abs. 3 SchKG zu unterbreiten. Die vom Beschwerdegegner zur Verfügung gestellte Geldsumme habe der Beschwerdeführer als einziger Verwaltungsrat der C.________ AG somit einzig zur Bezahlung des Kaufpreises verwenden dürfen, d.h. es habe ihn insoweit eine Werterhaltungspflicht getroffen. Mit der Abtretung des Rückforderungsanspruchs aus dem gescheiterten Grundstückkaufvertrag an Dritte habe der Beschwerdeführer daher einen ihm anvertrauten Vermögenswert unrechtmässig verwendet und den Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt (angefochtenes Urteil S. 14 - 16).