Citation: U 207/03 16.09.2005 E. 2

Verwaltung und Vorinstanz haben massgebend auf das Gutachten des Zentrums X.________ vom 29. Januar 2001 abgestellt, dem eine neurologische, rheumatologische und psychiatrische Abklärung zugrunde liegt. Danach besteht zwischen der Schmerzerkrankung der Beschwerdeführerin (Tendomyogelose, anhaltende somatoforme Schmerzstörung), zu welcher sich kein (weiteres) psychisches Leiden hinzugeselle, und dem Unfall vom 16. Juli 2000 kein natürlicher Kausalzusammenhang; ein solcher sei spätestens nach drei bis sechs Monaten weggefallen. 2.1 Nach Lage der Akten ist erstellt, dass die psychiatrischen Diagnosen keine rechtserheblichen Folgen des hier interessierenden Unfallereignisses darstellen. Es kann diesbezüglich auf die einlässliche Beweiswürdigung im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden. Zu berücksichtigen ist namentlich, dass das psychosomatische Schmerzsyndrom schon vor dem hier zu beurteilenden Unfall bestand (vgl. das Gutachten des Dr. E.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 30. März 1999). Der erhebliche Vorzustand bildet ein gewichtiges Indiz dafür, dass die rein psychogenen Anteile der Schmerzproblematik (Rücken, Nacken, Kopf, linke Schulter und Hüfte) nicht in einem natürlich kausalen Zusammenhang zum versicherten Ereignis stehen. Selbst wenn diese Frage gegenteilig zu beantworten wäre, fehlte es am adäquaten Kausalzusammenhang, wie das kantonale Gericht unter Bezugnahme auf die einschlägigen Präjudizien (vgl. Erw. 1.2 hievor) zu Recht festgehalten hat. Bei Einbezug des Gutachtens des Instituts Y.________ vom 11. Februar 2004 ergibt sich nichts anderes. Die dort festgestellten psychiatrischen Störungen (unreife Persönlichkeitsstörung, anhaltende somatoforme Schmerzstörung, leichte kognitive Störung), die sich nur in einer leicht verminderten beruflichen Belastbarkeit auswirkten, werden, wie auch in anderen psychiatrischen Berichten, weitgehend auf die Persönlichkeitsstruktur der Versicherten als selbständiger Ursache zurückgeführt. Der versicherte Unfall erscheint damit hinsichtlich der psychischen Beschwerden nicht als massgebender Grund, sondern als Gelegenheitsursache, was soweit keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu begründen vermag. 2.2 Hinsichtlich der körperlichen Befunde finden sich im Vergleich der Gutachten des Zentrums X.________ einerseits und des Instituts Y.________ anderseits Diskrepanzen, ohne dass der einen oder andern Beurteilung im Rahmen der Beweiswürdigung (BGE 125 V 352 Erw. 3a) der Vorzug gegeben werden könnte. Während im ersteren ein andauernder ursächlicher Zusammenhang mit dem Unfall vom 16. Juli 2000 verneint wird, schliessen die Ärzte der letztgenannten Begutachtungsstelle für einen Teil des Schmerzsyndroms ausdrücklich nicht aus, dass dieser auf objektivierbare organische Schädigungen zurückzuführen sein könnte. Zwar besagt die Möglichkeit der Objektivierbarkeit somatischer Schmerzursachen noch nichts über deren Zuordnung zum versicherten Ereignis. Obgleich die Ursachenforschung in dem von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenen Gutachten eine untergeordnete Rolle spielt, ist darüber hinaus indes auch von "objektivierbaren Unfallfolgen" im Bereich von Schulter und Hüfte die Rede ("[...] Aus allen Berichten geht hervor, dass tatsächlich objektivierbare Befunde vorliegen, insbesondere sogar noch solche, die unfallkausal zuzuordnen sind [Hüfte, Schulter, was eindeutig das Gutachten des Zentrums X.________ widerlegt], [...]"; S. 29 Ziff. 6.1.6); auch an der Halswirbelsäule fänden sich deutliche klinische Befunde (S. 28 unten Ziff. 6.1.2). Auch mit Blick auf den im Gutachten des Instituts Y.________ sorgfältig und unter Berücksichtigung der gesamten medizinischen Vorakten erarbeiteten Diagnosenkatalog (S. 26 f.) sind Zweifel an der Vollständigkeit der Feststellungen und Schlussfolgerungen des Zentrums X.________ nicht von der Hand zu weisen. Es stellt sich notwendigerweise die Frage, ob die Unfallkausalität aller im Gutachten des Instituts Y.________ aufgeführten organischen Befunde (im Wesentlichen Zervikalsyndrom, Periarthritis humeroscapularis, Periarthropathia coxae) immer noch ohne Weiteres mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verneint werden darf. Dass dem nicht von vornherein so ist, zeigen die abschliessenden Ausführungen im Gutachten des Instituts Y.________ (S. 31 Ziff. 8): "Mit diesem Gutachten ist selbstverständlich die Kausalität nicht abschliessend beantwortet. Aufgrund der genannten Faktoren wäre dies eine äusserst komplexe Fragestellung, die in einem separaten Gutachten mit erneutem Auftrag erarbeitet werden müsste unter Gewichtung von nicht weniger als drei Vorunfällen, der psychiatrischen Problematik, schon länger diskutiert, allfälliger IV-fremder Gründe und allfälliger somatischer Komorbiditäten. (...) Weitergehende Untersuchungen (Orthopädie, Neurologie, noch detaillierter Neuropsychologie) würden also nichts an der für die IV relevanten, globalen Arbeitsunfähigkeit ändern, könnten höchstens Aufschluss versuchen zu geben über die detailliertere Kausalitätszuordnung." 2.3 Der entscheidmassgebende Sachverhalt ist demnach ergänzungsbedürftig. Die Sache wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie weitere Abklärungen über den Bestand somatischer Beeinträchtigungen sowie - gegebenenfalls - über deren kausale Zuordnung zum Unfall vom 16. Juli 2000 treffe.