Citation: 6B_855/2022 E. 2.1

2.1. In der Sache bringt der Beschwerdeführer vor, obwohl die Voraussetzungen für eine Verlängerung der Massnahme nicht gegeben seien, stelle die streitige Weisung de facto eine solche Verlängerung dar, denn seine Situation bleibe trotz der bedingten Entlassung unverändert. Damit verletze der angefochtene Entscheid Art. 62 StGB. Nebst dem seien sein Anspruch auf persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) sowie der Verhältnismässigkeitsgrundsatz (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 BV) verletzt. So sei die Weisung, in einer betreuten Wohneinrichtung zu bleiben, für die Deliktsprävention nicht erforderlich. Insbesondere lasse sie sich aus den Empfehlungen im jüngsten Gutachten von Dr. med. C.________ vom 21. Oktober 2021 nicht ableiten. Die übrigen Weisungen (Besuch einer ambulanten Therapie, Weiterführung der medikamentösen Behandlung und Abstinenz von Alkohol, illegalen Suchtmitteln und nicht ärztlich verordneten Medikamenten) sowie die ebenfalls angeordnete Bewährungshilfe respektive die bereits installierte Beistandschaft würden die gemäss Gutachten gebotene Unterstützung im Alltag bereits mehr als genug gewährleisten. Ebenso lasse sich das Ziel der Legalbewährung damit hinreichend verwirklichen, zumal der grösste Risikofaktor laut Gutachten der Abbruch der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung respektive das Absetzen der Medikamente sei. In der ambulanten Therapie könne die weitere Entwicklung genau beobachtet und adäquat reagiert werden, sollte sich sein Zustand verschlechtern. Auch seiner Beiständin, die ihn im Falle einer Entlassung bei sämtlichen persönlichen und gesundheitlichen Belangen unterstütze, würde eine Verschlechterung seines Zustands sofort auffallen. Wichtig zu erwähnen sei weiter, dass die medikamentöse Behandlung in Form einer neuroleptischen Depotmedikation stattfinde, bei der er die nötigen Medikamente alle vier Wochen verabreicht erhalte und nicht selber einnehmen müsse. Es könne folglich nicht zu einem eigenmächtigen und unbemerkten Absetzen der Medikamente kommen. Auch dem Vollzugsbericht der Stiftung B.________ vom 8. Oktober 2021 liessen sich keine Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass er sich in irgendeiner Form seinen Verpflichtungen entziehen werde. Ausserdem sei es gemäss Gutachten seit Anfang 2017 zu einer deutlichen Verbesserung des Zustandsbildes gekommen und er, der Beschwerdeführer, zeige sich gemäss dem Vollzugsbericht vom 1. April 2021 konstant kooperativ und absprachefähig. Bei der bedingten Entlassung aus dem betreuten Wohnen handle es sich um den nächsten logischen Schritt in eine zunehmende Selbstständigkeit.