Citation: 2C_412/2022 E. 3.1.1

3.1.1. Der Bezirksgerichtspräsident habe vorab festgehalten, dass im Nachzahlungsverfahren die für das Bewilligungsverfahren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege bestehende Mitwirkungspflicht analog gelte. Der Nachzahlungsschuldner sei verpflichtet, seine Einkünfte, Vermögenssituation und Verpflichtungen vollständig und klar offenzulegen und - soweit möglich - durch Urkunden zu belegen. An diese Mitwirkungspflicht dürften im Nachzahlungsverfahren umso höhere Anforderungen gestellt werden, je komplexer die finanziellen Verhältnisse des Nachzahlungsschuldners seien. Bei einer nicht hinreichenden Darlegung der finanziellen Verhältnisse seien die Behörden weder verpflichtet, den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin abzuklären, noch müssten sie unbesehen alles, was behauptet werde, von Amtes wegen überprüfen. Sie hätten den Sachverhalt nur dort (weiter) abzuklären, wo noch Unsicherheiten und Unklarheiten bestünden. Komme der Schuldner seiner Mitwirkungspflicht nicht nach, müsse das zur Bejahung der Nachzahlungs-fähigkeit und folglich der Nachzahlungspflicht führen. Der Betroffene solle nicht von seiner ungenügenden Mitwirkung profitieren.