Citation: 8C_493/2021 E. 4.2

4.2. Das kantonale Gericht hat unter Hinweisen auf die Rechtsprechung erwogen, aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden könne nicht schon auf die Erfüllung des angesprochenen Kriteriums geschlossen werden. Es bedürfe vielmehr besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt hätten. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügten nicht zu dessen Bejahung. Gleiches gelte für den Umstand, dass trotz regelmässiger Therapie keine Beschwerdefreiheit habe erreicht werden können. Die Beschwerdegegnerin habe das fragliche Kriterium im Hinblick darauf anerkannt, dass gemäss Gutachten der asim die vor den beiden Unfällen bestehende psychische Vulnerabilität einerseits durch die Unfallfolgen verstärkt worden sei sowie anderseits die Beschwerdeführerin an einem Mammakarzinom erkrankt sei, weswegen sie sich nach erfolgreicher Operation einer intensiven Chemo- und Bestrahlungstherapie habe unterziehen müssen. Damit seien besondere Gründe, welche die Heilung der unfallbedingten somatischen Beschwerden beeinträchtigt hätten, ausgewiesen, da der durchschnittliche Genesungsprozess des unfallbedingten Gesundheitsschadens ungünstig beeinflusst worden sei und dieser Umstand nicht selber auf den Unfall zurückzuführen sein müsse. Allerdings sei eine besondere Ausprägung in dem Sinne, dass aufgrund besonderer Umstände ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen in derart intensiver Weise vorlägen, dass die Adäquanz bereits aus diesem Grund zu bejahen wäre, nicht erkennbar.