Citation: 5A.38/2006 16.03.2007 E. A

Y.________, geboren 1989, war durch das Jugendsekretariat J.________ (ZH) in der Sozialpädagogischen Pflegefamilie P.________ (SPF) im Haus H.________ in S.________ fremdplatziert worden. Die Leiterin dieses Heims, Z.________, war im Besitze einer Bewilligung zur Pflege von sechs Kindern im Sinne der Verordnung vom 19. Oktober 1977 über die Aufnahme von Kindern zur Pflege und zur Adoption (PAVO; SR 211.222.338). Am 3. Mai 2005 kam es im Haus H.________ zu einem Tötungsdelikt, wobei ein Pflegekind ein anderes erstach. Im Zuge der Untersuchungen, die durch das Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau (DJS) durchgeführt wurden, ergaben sich erhebliche Mängel im betrieblichen Ablauf und in der Führung des Heims. Daher wurde Z.________ mit Entscheid vom 18. Januar 2006 die erteilte Heimbewilligung zur Betreuung von maximal sechs Unmündigen per Ende März 2006 widerrufen. Zudem erging in Ziffer 2 dieses Entscheids folgende Anordnung: - Soweit für die Betreuung der derzeit in der SPF platzierten Kinder und Jugendlichen eine Bewilligung erforderlich ist, werden die jeweiligen Versorger aufgefordert, diese bis Ende März 2006 an einen Ort umzuplatzieren, der über eine entsprechende Bewilligung verfügt..." Mit Schreiben vom 31. März 2006 wurde Z.________ aufgefordert, mitzuteilen, ob und an welche Orte die bei ihr untergebrachten Kinder umplatziert worden seien. Eine Kopie dieses Schreibens wurde auch X.________, Jugendsekretariat J.________, zugestellt mit der Aufforderung, die Umplatzierung zu bestätigen. Eine Antwort mit Bezug auf Y.________ erfolgte lediglich durch Z.________, die am 7. April 2006 sinngemäss antwortete, für die über 15-jährige Y.________ bestehe keine Bewilligungspflicht. Am 10. April 2006 wurden Z.________, X.________ sowie die Versorger von zwei weiteren platzierten Unmündigen durch das DJS mit einer Ordnungsbusse von Fr. 1'000.-- im Sinne von Art. 26 Abs. 1 PAVO belegt.