Citation: 5A.1/2001 19.04.2001 E. 6

6.- Die Beschwerdeführer bezeichnen den angefochtenen Entscheid als widersprüchlich, weil in einem zu weitgehenden Ausmass auf die Wünsche des Kindes abgestellt worden sei, die gar nicht hätten in Erfahrung gebracht werden können, wenn sich das Kind, wie vom Kantonalen Jugendamt gefordert, während des Bewilligungsverfahrens im Ausland aufgehalten hätte. Die in Art. 8a Abs. 1 PAVO vorgesehene vorläufige Bewilligung gehe von objektiven und nicht subjektiven Kindesinteressen aus. a) Der Appellationshof betont zunächst unter Berufung auf Art. 19 (recte: Art. 12) des Übereinkommens über die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 (SR 0.107, nachfolgend: UNO-Kinderrechtekonvention), dass auf die Meinung des Kindes angemessen Rücksicht zu nehmen sei, wenn sie auch nicht das alleinige Kriterium bilde. Lebe das Kind wie im vorliegenden Fall bei seinen künftigen Pflegeeltern, sei die Meinung des Kindes eines der Bewilligungskriterien. b) Nach Art. 8 Abs. 1 PAVO sind die künftigen Pflegeeltern verpflichtet, vor Aufnahme des Kindes die erforderliche Bewilligung einzuholen. Die Bewilligung für die Aufnahme eines ausländischen Kindes wird erst wirksam, wenn die Fremdenpolizei das Visum erteilt oder die Aufenthaltsbewilligung zugesichert hat (Art. 8 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 8b Abs. 2 PAVO). Da nach Anlage der Verordnung die fremdenpolizeiliche Bewilligung der zivilrechtlichen nachgeht, kann das aufzunehmende Kind von den schweizerischen Behörden im Regelfall nicht angehört werden. Daraus nun aber ableiten zu wollen, es dürfe die Meinung des Kindes, wenn es wie hier ausnahmsweise bereits in der Schweiz anwesend ist, nicht berücksichtigt werden, erscheint als nicht nachvollziehbar. Bei R.E.________, der bei seiner Einreise über acht Jahre und im Zeitpunkt der Begutachtung rund zehn Jahre zählte, handelt es sich insoweit um einen Sonderfall, als in den weitaus meisten Bewilligungsverfahren Kleinkinder betroffen sein dürften, bei denen eine Anhörung im Sinne der UNO-Kinderrechtekonvention altersbedingt von vornherein nicht in Frage kommt. R.E.________ ist nun aber altersmässig durchaus in der Lage, sich zu der für ihn wesentlichen Frage der Pflegekindschaft im Hinblick auf eine spätere Adoption eine Meinung zu bilden, die folglich angemessen zu berücksichtigen ist (Art. 12 Abs. 1 UNO-Kinderrechtekonvention; BGE 124 III 90 E. 3b-c S. 93 f.). Auf die weiteren in diesem Zusammenhang erhobenen, hypothetischen Einwendungen der Beschwerdeführer ist nicht einzugehen. Denn wie zu verfahren wäre, wenn R.E._________ infolge einer vorläufigen Bewilligung (Art. 8a PAVO) aufgenommen worden wäre, ob er im Nachgang zur Aufnahme anzuhören wäre, steht hier nicht zur Diskussion.