Citation: 2C_204/2016 E. 1.2

1.2. Bei Beschwerden wegen interkantonaler Kompetenzkonflikte kann auch eine allenfalls bereits rechtskräftige Veranlagung eines anderen Kantons für dieselbe Steuerperiode mit angefochten werden (vgl. Art. 100 Abs. 5 BGG), obwohl es sich dabei in der Regel nicht um ein Urteil im Sinne von Art. 86 BGG handelt (BGE 133 I 300 E. 2.4 S. 307; 133 I 308 E. 2.4 S. 313). Im vorliegenden Fall richtet sich die Beschwerde gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau. Die Beschwerdeführer stellen zudem den Eventualantrag, es seien die bereits rechtskräftigen Veranlagungsverfügungen des Kantons Graubünden und der Gemeinde V.________ bezüglich der Sondersteuer auf Kapitalabfindung aufzuheben und der Kanton Graubünden und die Gemeinde V.________ anzuweisen, die bezahlten Steuern samt Vergütungszins zurückzuerstatten. Damit gelten letztere Veranlagungsverfügungen als mit angefochten und richtet sich die vorliegende Beschwerde materiell auch gegen den Kanton Graubünden, welcher aus diesem Grund zur Vernehmlassung eingeladen wurde. Allerdings folgt aus dem Doppelbesteuerungsverbot nicht auch die Verpflichtung zur Leistung eines Vergütungszinses. Ein entsprechender Anspruch müsste sich aus dem massgebenden kantonalen Recht ergeben. Dass dies für den Kanton Graubünden zutrifft, wird in der Beschwerde nicht dargetan, weshalb auf dieses Begehren nicht eingetreten werden kann (Urteile 2P.65/2006 vom 31. August 2006 E. 1.2, in: RDAF 2006 II S. 518; 2P.2/2003 vom 7. Januar 2004 E. 1.3, in: ASA 73 S. 420, StE 2004 A 24.24.3 Nr. 2; vgl. auch Urteile 2C_191/2007 vom 11. Oktober 2007 E. 3.2, in: ASA 78 S. 663 und 2C_411/2008 vom 28. Oktober 2008 E. 3.2; LOCHER/LOCHER, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil: Interkantonale Doppelbesteuerung, Bd. 5, § 12, III C, 2, Nr. 8).