Citation: 4A_116/2023 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz lehnte in Übereinstimmung mit der Erstinstanz eine Lohnnachzahlungspflicht des Beschwerdegegners ab. Sie ging gestützt auf dessen Ausführungen sowie die Zeugenaussagen von E.________, F.________ und D.________ davon aus, dass je zwei Arbeitnehmerinnen den Beschwerdegegner gepflegt und betreut hätten, während die dritte Arbeitnehmerin sich im (unbezahlten) Urlaub befunden habe. Diesem Modus habe die Beschwerdeführerin zumindest konkludent zugestimmt. I m Arbeitsvertrag sei ein Ferienanspruch von fünf Wochen pro Jahr vereinbart gewesen. Die bezogenen vier arbeitsfreien Monate pro Jahr würden den Ferienanspruch der Beschwerdeführerin signifikant übersteigen. Sie habe daher nicht annehmen können, dass es sich bei allen von ihr bezogenen Urlaubstagen um bezahlten Urlaub gehandelt habe. Zudem habe sie für die Zeit, in der sie ihre regulären Ferien von fünf Wochen bezogen habe, keinen Lohnanspruch gehabt, da die Ferien gemäss Arbeitsvertrag mit einem Zuschlag zum Nettolohn von 10.64 % abgegolten worden seien. Sie mache ausserdem nicht geltend, dass sie an Tagen, an denen sie unbestrittenermassen nicht für den Beschwerdegegner gearbeitet habe, ihre Arbeitsleistung gehörig angeboten habe. Bei dieser Ausgangslage genüge es den Begründungsanforderungen von Art. 311 Abs. 1 ZPO nicht, wenn sie nur einwende, allein aus der Anzahl der Abwesenheitstage könne nicht logisch geschlossen werden, es sei unbezahlter Urlaub vereinbart worden.