Citation: 1C_444/2022 E. 4.1

4.1. Der Regierungsrat erwog, Referenzdatum sei nicht 1979, sondern frühestens der 7. April 2009. Die Gemeinde Zug habe damals, im Zuge der Ortsplanungsrevision, die geänderte Bauordnung beschlossen (BO/Zug; vom Regierungsrat genehmigt am 22. Juni 2010). Diese bestimme in § 75 Abs. 1, dass die bisherigen Bebauungspläne mit allen Bestimmungen rechtsgültig blieben. Diese Bestimmung sei unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Seit 2009 hätten sich die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse in der näheren Umgebung kaum geändert. Daran ändere auch die per 1. Januar 2019 in Kraft getretene Teilrevision des kantonalen Planungs- und Baugesetzes (PBG/ZG) nichts, sehe doch deren § 71 Abs. 1 vor, dass die Gemeindevorschriften (einschliesslich Bebauungspläne) erst bis Ende 2025 an das neue Recht anzupassen seien, und diese Anpassungen für die Baugrundstücke die bisherigen Bau- und Nutzungsmöglichkeiten nicht vermindern dürften (Abs. 2). Die Beschwerdegegnerin, welche ihr Bauprojekt im Vertrauen auf die Beständigkeit des bisherigen Bebauungsplans ausgearbeitet habe, könne sich auf den Vertrauensschutz berufen. Der Regierungsrat ging im Übrigen davon aus, dass sich an der Gültigkeit des Bebauungsplans auch dann nichts ändern würde, wenn dieser akzessorisch zu überprüfen wäre. Öffentliche Interessen oder raumplanerische Grundsätze, welche eine Anpassung des Bebauungsplans erforderten, seien nicht ersichtlich. Im Gegenteil: Dem Verdichtungsgrundsatz komme seit der letzten RPG-Revision eine besondere Bedeutung zu. Zentral sei sodann, dass sich drei von insgesamt fünf Gebäuden im Bebauungsplanperimeter im Inventar der schützenswerten Denkmäler befänden (Alpenstrasse 12 und 14 sowie Gotthardstrasse 19). Der Bebauungsplan schreibe mit den vorgesehenen, mehrheitlich sechsstöckigen Bauten eine einheitliche Überbauung vor, die Rücksicht auf die drei inventarisierten Bauten nehme und dem Gebot der Verdichtung an dieser zentralen Lage Rechnung trage. Bezüglich der Höhenentwicklung passten sich die Gebäude des Bebauungsplans sehr gut in die nähere Umgebung ein. Insofern lägen wesentlichen Vorzüge vor, insbesondere hinsichtlich der städtebaulichen Eingliederung und der Verdichtung, die eine Abweichung von der Grundordnung rechtfertigten.