Citation: H 317/02 06.01.2004 E. 4.2

4.2.1 Rz 5018 RWL regelt die im Rahmen gesetzmässiger Anwendung der «Tabelle zur Ermittlung der mutmasslichen Beitragsdauer in den Jahren 1948 bis 1968» offene Frage, wie vorzugehen ist, wenn für das gleiche Kalenderjahr mehrere IK-Eintragungen gegeben sind. Beide der grundsätzlich in Betracht fallenden Berechnungsweisen kommen zum Zuge je nachdem, ob die Eintragungen für den gleichen Erwerbszweig oder für verschiedene Erwerbszweige erfolgten. 4.2.2 Die Regelung bei mehreren IK-Eintragungen für den selben Erwerbszweig erscheint sachgerecht. In solchen Fällen die anrechenbaren Beitragsmonate für jede Eintragung gesondert zu bestimmen und die so erhaltenen Beitragszeiten zusammenzuzählen, kann zu einer nicht gerechtfertigten längeren Beitragsdauer führen. Das gilt im Besonderen bei sich zeitlich überlappenden Beschäftigungen oder wenn und soweit die Eintragungen von Beitragszahlungen des selben Arbeitgebers herrühren (vgl. in diesem Sinne EVGE 1967 S. 160 Erw. 3). Allerdings dürfte dieser Tatbestand selten gegeben sein. Nach Art. 139 AHVV erfolgt die Eintragung in das individuelle Konto eines Versicherten in der Regel einmal jährlich. Schliesslich ist auch zu berücksichtigen, dass die im IK eingetragenen Einkommen jeweils auf den nächst höheren Tabellenwert aufgerundet («arrotondati») werden. Das führt zu mehr anrechenbaren Beitragsmonaten als der den effektiven Beitragszahlungen an sich entsprechenden Anzahl und damit zu einer längeren Beitragsdauer (BGE 107 V 16 Erw. 3b in fine; Erläuterungen zum Anhang IX RWL). 4.2.3 Dafür, dass bei mehreren IK-Eintragungen für verschiedene Erwerbszweige die Beitragszeiten für jeden Erwerbszweig gesondert festgesetzt und dann zusammengezählt werden, sprechen vorab Gründe der Praktikabilität. Eine allenfalls nicht gerechtfertigte höhere Anzahl anrechenbarer Beitragsmonate ist auch bei Beitragszahlungen verschiedener Arbeitgeber und Eintragungen in von verschiedenen Ausgleichskassen geführten Konten nicht restlos auszuschliessen. Würden indessen zunächst die Einkommen zusammengezählt, stellte sich die Frage, nach welcher Tabelle des Erwerbszweiges die anrechenbaren Beitragsmonate zu bestimmen sind. Eine sachlich befriedigende Antwort darauf ist nicht ersichtlich. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass bis Ende 1983 eine andere Regelung galt. Nach Rz 374.7 RWL in der Fassung vom 1. Januar 1980 waren auch bei mehreren IK-Eintragungen für verschiedene Erwerbszweige in einem ersten Schritt die Einkommen zusammenzuzählen. Die anrechenbaren Beitragsmonate wurden dann «nach der Tabelle des Erwerbszweiges mit den höchsten Beiträgen ermittelt». Diese Regelung wurde auf den 1. Januar 1984 im Sinne der heute geltenden Rz 5018 RWL geändert. 4.3 Rz 5018 RWL konkretisiert somit in gesetzeskonformer Weise die Anwendung der «Tabelle zur Ermittlung der mutmasslichen Beitragsdauer in den Jahren 1948 bis 1968» bei Vorliegen mehrerer IK-Eintragungen für das gleiche Kalenderjahr.