Citation: H 4/05 19.04.2005 E. 5

5.1 Die Ausgleichskasse hat die an den Verlag adressierte Nachzahlungsverfügung vom 26. Juli 2004 den beiden betroffenen Arbeitnehmern zwar in Kopie zugestellt. Im Begleitschreiben gleichen Datums hat sie festgehalten, es werde die Möglichkeit eingeräumt, zur Sache Stellung zu nehmen, was S.________ in der Folge auch getan hat. Im Einspracheentscheid vom 27. August 2004 ist die Verwaltung auf seine Vorbringen bezüglich der Höhe der ausgerichteten Honorarzahlungen nicht näher eingegangen. Vielmehr nahm sie im Entscheid ausdrücklich nur auf die Einsprache des Verlags vom 11. August 2004 Bezug. S.________ und K.________ stellte sie eine Kopie des Einspracheentscheids zu. 5.2 Der Arbeitnehmer hat ein selbständiges Einsprache- und Beschwerderecht gegen Verfügungen, mit welchen die Ausgleichskasse Lohnbeiträge nachfordert (vgl. BGE 113 V 5 Erw. 4a). Mit den an S.________ und K.________ gerichteten Schreiben vom 26. Juli 2004 erweckte die Ausgleichskasse diesen gegenüber den Eindruck, sie könnten keine Einsprache erheben, sondern hätten lediglich die Möglichkeit, sich zu äussern. In der Folge hat sie auch keinen Bezug auf die von S.________ erhobenen Einwände gegen die Höhe der Honorare genommen. Nachdem sie die beiden betroffenen Autoren mit ihrem Vorgehen über ihre prozessuale Stellung und die damit verbundenen Rechte im Verfahren im Unklaren liess, kann auch hinsichtlich des Einspracheentscheids nicht von einer ordnungsgemässen Eröffnung ausgegangen werden. Der Einspracheentscheid vom 27. August 2004 ist daher aufzuheben und es wird die Ausgleichskasse angewiesen, Verfügung und Einspracheentscheid den Betroffenen ordnungsgemäss zu eröffnen, damit diese ihre Rechte vollumfänglich wahren können.