Citation: 2C_344/2022 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, der Bundesrat habe sich beim Erlass der Covid-19-Verordnung Zertifikate von unsachlichen Motiven leiten lassen. Die Regelung in Art. 16 Covid-19-Verordnung Zertifikate, wonach das Covid-19-Genesungszertifikat nur mit einem positiven Ergebnis einer molekularbiologischen Analyse (PCR-Test) auf Sars-CoV-2 ausgestellt werden dürfe, sei rechtswidrig. Auch das positive Ergebnis einer Sars-CoV-2 Lymphozyten-Analyse müsse als Nachweis zugelassen werden. Indem diese Art von Immunitätsnachweis nicht zur Ausstellung eines Covid-19-Genesungszertifikats berechtige, werde die persönliche Freiheit gemäss Art. 10 Abs. 2 BV verletzt. Denn wer über kein Covid-19-Genesungszertifikat verfügt habe, sei von der staatlich angeordneten Testpflicht und von Zutrittsbeschränkungen zu diversen Innenräumen betroffen gewesen. Da die Sars-CoV-2 Lymphozyten-Analyse gleichwertig zur vorgesehenen molekularbiologischen Analyse sei, verletze die Regelung in Art. 16 Covid-19-Verordnung Zertifikate das Gleichbehandlungsgebot von Art. 8 Abs. 1 BV. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist die Differenzierung derart unsachlich, dass die Covid-19-Verordnung Zertifikate die Schwelle der Willkür in der Rechtsetzung überschreite.