Citation: 1C_451/2020 E. 4.1

4.1. Rechtsprechungsgemäss sind Zweifel am Bestehen eines intakten gemeinsamen Ehewillens im Einbürgerungszeitpunkt namentlich dann angebracht, wenn kurze Zeit nach der erleichterten Einbürgerung die Trennung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet wird (BGE 135 II 161 E. 2 mit Hinweisen). Als kurze Zeit gilt nach der Rechtsprechung eine Zeitspanne von mehreren Monaten bis zu einem Jahr, aber nicht mehr als zwei Jahre (vgl. Urteile 1C_220/2019 vom 30. Oktober 2019 E. 4.2; 1C_80/2019 vom 2. Mai 2019 E. 4.2; 1C_377/2017 vom 12. Oktober 2017 E. 2.1.2). Zur Entkräftung der anders lautenden natürlichen Vermutung genügt in solchen Fällen der blosse Hinweis der Eheleute nicht, sie hätten im Einbürgerungszeitpunkt trotz aller Beziehungsschwierigkeiten an der Ehe festhalten wollen. Vielmehr sind konkrete und überzeugende Umstände aufzuzeigen, weshalb die Eheleute Grund hatten, trotz Beziehungsproblemen auf die Beständigkeit der Ehe zu vertrauen (vgl. Urteile 1C_475/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 2.6; 1C_510/2014 vom 11. Dezember 2014 E. 2.6; 1C_340/2008 vom 18. November 2008 E. 2.3.1 f.).