Citation: 5A_187/2021 E. 2.2

2.2. Gemäss Art. 533 Abs. 1 ZGB verjährt die Herabsetzungsklage mit Ablauf eines Jahres vom Zeitpunkt an, in dem die Erben von der Verletzung ihrer Rechte Kenntnis erhalten haben. Entgegen dem insoweit ungenauen Gesetzestext handelt es sich nicht um eine Verjährungs-, sondern um eine Verwirkungsfrist. Die Frist beginnt zu laufen, wenn die in ihrem Pflichtteilsanspruch verletzte Person die tatsächlichen Elemente kennt, die auf den günstigen Ausgang einer allfälligen Herabsetzungsklage vertrauen lassen. Wurde sie nicht vollständig von der Erbfolge ausgeschlossen, ist eine ungefähre Kenntnis von der Höhe des Nachlasses erforderlich. Der vollständig von der Erbfolge ausgeschlossene Erbe hingegen erfährt schon aus der entsprechenden letztwilligen Verfügung von der Verletzung seines Pflichtteils (BGE 138 III 354 E. 5.2; 143 III 369 E. 3.4). Ausnahmsweise zulässige Sachverhaltsrügen vorbehalten (Art. 97 Abs. 1 BGG), stellt die Vorinstanz für das Bundesgericht verbindlich fest, was ein Erbe zu einem bestimmten Zeitpunkt wusste oder nicht wusste (Art. 105 Abs. 1 BGG). Ob die ihm bekannten tatsächlichen Elemente ausreichen, um die Verwirkungsfrist beginnen zu lassen, ist hingegen eine Rechtsfrage (Art. 95 lit. a BGG; BGE 119 II 110 E. 3a und E. 3d, betreffend Klagefrist zur Anfechtung der Vaterschaft; z.B. BGE 101 II 305 E. 3b, für die Frist zur Herabsetzungsklage).