Citation: 6A.1/2001 07.06.2001 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz kommt zum Schluss, das Verschulden des Beschwerdeführers wiege nicht leicht. Zwar sei nachvollziehbar, dass sich dieser vom Unfallfahrzeug auf dem schmalen Pannenstreifen habe ablenken lassen und sich nicht auf die Fahrbahn unmittelbar vor ihm konzentriert habe. Indes hätte er bei genügender Aufmerksamkeit das Unfallfahrzeug innerhalb der Reichweite seiner Abblendlichter auf eine Distanz von ca. 50 Metern, bevor er daran vorbeifuhr, erblicken müssen. Erst recht hätte er das 9,5 Meter vor dem Unfallfahrzeug auf der Überholspur liegende Unfallopfer im Lichtkegel seiner Scheinwerfer wahrnehmen müssen. Beim Anblick eines Unfallwagens mit weit geöffneter Türe müsse jeder Fahrzeuglenker damit rechnen, dass sich Personen auf der Fahrbahn befänden. In einer solchen Situation hätte der Beschwerdeführer die Fernlichter einschalten müssen, um sich einen genügenden Überblick zu verschaffen. Angesichts der Geschwindigkeit von 40 km/h hätte er zudem längstens anhalten können, wenn er den Verletzten rechtzeitig auf seiner Fahrbahn entdeckt hätte. Dass er den verletzten Fahrzeuglenker überhaupt nicht bemerkt und ungebremst überfahren habe, lasse darauf schliessen, dass er sehr unaufmerksam gewesen sei. Auch wenn nachvollziehbar sei, dass der Beschwerdeführer das Überfahren eines Menschen zunächst nicht bemerkt habe, sei doch unverständlich, dass er den verletzten Fahrzeuglenker mit seinem Wagen noch fast 100 Meter mitgeschleift habe. Es hätte deutlich näher gelegen, sofort nach der Kollision auf dem Pannenstreifen anzuhalten, wodurch möglicherweise weitere Verletzungen des Unfallopfers hätten vermieden werden können. Durch seine Fahrweise habe der Beschwerdeführer überdies eine erhebliche Gefährdung des übrigen Verkehrs geschaffen. Obwohl er über einen tadellosen automobilistischen Leumund verfüge, erfordere die Schwere des Verschuldens und der Verkehrsgefährdung einen Ausweisentzug nach Art. 17 Abs. 1 lit. a SVG. b) Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Aufmerksamkeit sei bei der herrschenden Dunkelheit von der bestehenden Baustellenabschrankung und dem stark beschädigten Unfallfahrzeug auf dem Pannenstreifen in Anspruch genommen worden. Er habe der vor ihm liegenden Fahrbahn daher eine geringere und auf die normalerweise sichtbaren Hindernisse und Vorgänge beschränkte Aufmerksamkeit schenken dürfen. Das auf dem Überholstreifen liegende Unfallopfer sei wegen des fehlenden Kontrastes zur Fahrbahn nur schwer zu erblicken gewesen. Dieses hätte er nur sehen können, wenn er der Strassenfläche die allergrösste Aufmerksamkeit zugewandt hätte. Hiezu sei er aber aufgrund der gegebenen Umstände nicht verpflichtet gewesen, so dass ihm keine Sorgfaltswidrigkeit vorgeworfen werden könne. Zudem habe er durch seine Fahrweise nach der Kollision keine erhebliche Gefährdung des Verkehrs geschaffen. Der Strafrichter habe sein Verschulden als leicht eingestuft, woran die Verwaltungsbehörde mangels eigener Abklärungen gebunden sei.