Citation: 1C_451/2020 E. 5.6

5.6. Zusammenfassend können die genannten und unbestrittenen ehelichen Probleme durchaus als Indizien dafür gewertet werden, dass die eheliche Beziehung des Beschwerdeführers und seiner Ex-Ehefrau bereits im Verlauf des Einbürgerungsverfahrens gewisse Spannungen aufwies und die Ehe deshalb schon damals als nicht mehr intakt bezeichnet werden konnte. Vorliegend stützt die lange Beziehungsdauer sowie der zeitliche Ablauf zwischen der Einbürgerung und der späteren Trennung diese Vermutung jedoch nicht. Zudem macht der Beschwerdeführer mehrere plausible Gründe geltend, weshalb die Beziehungsprobleme im Einbürgerungszeitpunkt noch nicht derart schwerwiegend waren, als dass sie ihn bereits damals hätten am Fortbestand der Ehe zweifeln lassen müssen. Damit ist zumindest der volle Beweis für eine im Einbürgerungszeitpunkt nicht mehr intakte und zukunftsgerichtete Ehe nicht erbracht. Der Beschwerdeführer hat die Behörden somit nicht über den Zustand seiner Ehe getäuscht um sich auf diesem Weg seine Einbürgerung im Sinne von Art. 41 Abs. 1 aBüG zu erschleichen. Demzufolge sind die Voraussetzungen für den Widerruf der erleichterten Einbürgerung nicht gegeben.