Citation: 6B_729/2016 E. 1.4.1

1.4.1. Dem vom Beschwerdeführer eingereichten Arztzeugnis lässt sich nichts entnehmen, was den Schluss aufdrängen würde, er wäre aufgrund seiner knapp ein Jahr vor der Tat erlittenen Ellenbogenverletzung nicht im Stande gewesen, die vom Opfer beschriebene Gewalt auszuüben. Abgesehen davon, dass das Zeugnis von einem Allgemeinarzt stammt, werden darin lediglich ein Zustand nach Schnittverletzung am linken Ellenbogen sowie damit zusammenhängende chronische Schmerzen beschrieben. Hinweise auf eine verminderte Muskulatur oder Beweglichkeit des Arms, welche einem zumindest hilfsweisen Einsatz bei der inkriminierten Gewalt entgegenstehen würden, finden sich nicht. Dies war offensichtlich bereits im Zeitpunkt des ordentlichen Strafverfahrens nicht der Fall, hat doch das urteilende Gericht festgestellt, der lädierte Arm sei muskulär normal ausgebildet. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers war das Gericht im Rahmen freier Beweiswürdigung zu dieser Feststellung ohne Weiteres befugt. Er bestreitet auch nicht, dass die Armverletzung schon damals hinlänglich thematisiert wurde und sich das Gericht ein Bild davon gemacht hat. Damit hat es die behauptete Verletzung aber offensichtlich in die Beweiswürdigung miteinbezogen. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass das Arztzeugnis das Fundament des Sachurteils nicht zu erschüttern vermag. Es dokumentiert keinen Zustand, der die damaligen Feststellungen des Gerichts als offensichtlich unhaltbar erscheinen liesse. Im Übrigen weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass sich der Zustand des Arms im Tatzeitpunkt aufgrund heutiger Erkenntnisse ohnehin nicht mehr nachvollziehen lässt. Sie verfällt nicht in Willkür, wenn sie dem Beweismittel die Erheblichkeit abspricht. Sie war auch nicht gehalten, ein fachärztliches Gutachten einzuholen. Darin liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs.