Citation: 8C_604/2020 E. 3.2

3.2. Die FAK macht geltend, der Vertrag mit Swiss Tennis stelle keinen rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten Bildungsgang dar und sei auch keine Grundlage für den Erwerb verschiedener Berufe. Mit Ausnahme der Ziff. 2.4 "Schulhilfe (bei Bedarf) " enthalte der Vertrag kein Ausbildungselement im Sinne von Art. 49bis AHVV. Die B.A.________ auferlegten Pflichten liessen nicht auf das Überwiegen einer Tätigkeit als erprobtem berufsmässigen Spieler schliessen. Der Vertrag sei jeweils auf ein Jahr befristet und es werde darin weder fachlich noch zeitlich ein Ausbildungsziel definiert. Es sei nicht erkennbar, wann der Schritt vom Tennisschüler zum Tennisprofi vollendet sei. Gemäss den Unterlagen liege keine allgemeinbildende Ausbildung vor, da die Inhalte ausschliesslich mit der individuellen Entwicklung zu tun hätten. Es könne aber auch nicht von einer systematischen Vorbereitung auf einen Berufsabschluss gesprochen werden. Es gebe keine allgemein verbindliche Qualifikation als Berufsspieler. Die formulierten Ziele seien immer nur kurzfristig und personenbezogen. Das Erreichen dieser Ziele hänge nicht nur vom Spieler ab, sondern auch vom Verhalten der Konkurrenz. Der Entscheid über die Teilnahme an einem Turnier sei auch von taktischen Überlegungen bestimmt, die aber nicht dem Berufsziel dienen würden. Anders als beim Erwerb eines Eidg. Fähigkeitszeugnisses könne bei einem Tennisspieler daher nicht von einer dauerhaften Qualifikation gesprochen werden. Die von der Vorinstanz angeführten Sprachkenntnisse würden nicht zum festen Ausbildungsplan gehören und eine untergeordnete Rolle spielen. Weitere allgemeinbildende Ausbildungsinhalte liessen sich nicht erkennen. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz verlange eine weiterführende Tätigkeit im Tennis, wie etwa als Trainer, auch mit Ausbildung als Tennisprofi das Ablegen einer spezifischen Prüfung. Für eine berufliche Tätigkeit im Sport gebe es diverse anerkannte Abschlüsse, welche die zum Erlangen einer Erwerbstätigkeit notwendigen Kenntnisse vermitteln würden. Es könne kein längerfristiges Ziel definiert werden, da dessen Erreichen vollkommen ungewiss sei. In der Regel seien die Faktoren, die zu einem Nichterreichen führten, zum überwiegenden Teil von der betroffenen Person beeinflussbar. Bei einer sportlichen Tätigkeit liege aber ein weitaus höheres Risiko vor, dass die Entwicklung nicht bis zum Profibereich führe. Zwar treffe es zu, dass die Qualifikation als Ausbildung nicht davon abhänge, ob die Ausbildung tatsächlich zum Erfolg führe, aber sie müsse zumindest theoretisch alle Werkzeuge beinhalten, damit sie zum Erfolg führen könnte. Ein gezieltes Training könne zwar als Hinwirken auf den Erfolg bezeichnet werden, doch dies sei zu unterscheiden vom weitgehend beeinflussbaren Ergebnis einer Berufsprüfung mit einem klar definierten, für den weiteren Berufsweg unveränderten Ziel. Auch sei aus physischen Gründen eine dauerhafte Beschäftigung als Tennisprofi nicht möglich. Die Ausbildungsinhalte würden sich überwiegend auf die physische Leistung beziehen. Ob und inwiefern deren Erreichung für spätere Erwerbszwecke genutzt werden könne, sei völlig offen. Die Ausbildung ziele daher nicht auf einen dauerhaften Erwerb ab, sondern begrenze sich auf kurzfristige Ziele, die zudem übergeordneten taktischen Überlegungen unterliegen würden. Somit seien die Ablehnung von Ausbildungszulagen und die Rückforderung rechtmässig.