Citation: 8C_113/2023 E. 3.3

3.3. Das vom Beschwerdeführer beantragte Hilfsmittel findet sich zwar auf der einschlägigen Liste, doch besteht in seinem Fall wegen des Heimaufenthaltes ein genereller Leistungsausschluss. Dass dieser Ausschluss offensichtlich den dem Verordnungsgeber in Art. 21 IVG auferlegten Rahmen sprengen oder sonstwie ausserhalb des nach dieser Bestimmung Zulässigen liegen würde (vgl. BGE 131 V 9 E. 3.4.3), ist nicht ersichtlich und wird beschwerdeweise auch gar nicht behauptet. Zum andern bestehen jedoch mit Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 BV sowie mit Art. 8 EMRK grundrechtliche Schutzpositionen hinsichtlich der Wahrung des Familienlebens (vgl. E. 3.4.2 f. von SVR 2009 IV Nr. 49 S. 149 ff., 8C_315/2008; vgl. ferner BGE 134 I 105 E. 6), das seinerseits durch die Leistungsverweigerung zwar nicht verunmöglicht, aber doch eingeschränkt bzw. erschwert wird (vgl. in Bezug auf Eltern und erwachsene Kinder bei zusätzlichen Elementen einer Abhängigkeit: Martin Nettesheim, in: Meyer-Ladewig/Nettesheim/von Raumer [Hrsg], EMRK, 5. Aufl. 2023, N. 61 zu Art. 8 EMRK, mit Hinweis; Mark E. Villiger, Handbuch der EMRK, 3. Aufl. 2020, Rz. 678 bei Fn. 110). Ob dies für sich allein hier eine Leistungszusprache im Sinne verfassungskonformer Auslegung (unter den gegebenen Umständen wider den Wortlaut der Liste) rechtfertigen würde, scheint fraglich, kann aber offenbleiben. Denn abgesehen davon, dass es in diesem Zusammenhang an vorinstanzlichen Feststellungen fehlt über die konkreten Verhältnisse vor Ort wie auch hinsichtlich der im Rahmen des Zumutbaren bestehenden Möglichkeiten, sich anderweitig zu organisieren, mangelt es an jeglichen Erhebungen zur Art und Weise des familiären Zusammenlebens des Beschwerdeführers mit seinen Eltern, insbesondere in Bezug auf Häufigkeit und Dauer seiner Besuche. Dazu kommt, dass das strittige Hilfsmittel der Selbstsorge (vgl. BGE 144 V 319 E. 4.6.3) in Zusammenhang mit einer in der Vergangenheit offenbar bereits erbrachten Hilfsmittelversorgung zu sehen ist, die ohne Erhalt bzw. Anpassung des früher zugesprochenen Treppenlifts nutzlos würde, wie auch das BSV zu bedenken gibt. Dieser besondere Fallaspekt soll hier mit Blick auf die gebotene Verhältnismässigkeit nebst der Schadenminderungspflicht in die Abwägung zwischen den grundrechtlich geschützten Positionen des Beschwerdeführers und dem Anliegen der Einfachheit und Zweckmässigkeit - auch unter grundrechtlichem Aspekt besteht kein Anspruch auf eine bestmögliche Eingliederung (vgl. BGE 144 V 319 E. 4.6.2 mit Hinweisen) - einbezogen werden. Dafür ist die Sache, gemäss dem Antrag des BSV, an die Verwaltung zurückzweisen.