Citation: 5A_933/2022 E. 3.1

3.1. Das Gesetz schreibt keine bestimmten Berechnungsmethoden vor. In langjähriger Rechtsprechung hat das Bundesgericht im gesamten Unterhaltsbereich einen Methodenpluralismus zugelassen und einzig bei Vermischung verschiedener Methoden korrigierend eingegriffen (vgl. BGE 140 III 485 E. 3.3, 337 E. 4.2.2; 128 III 411 E. 3.2.2). Die per 1. Januar 2017 erfolgte Einführung des Betreuungsunterhaltes hat das Bundesgericht zum Anlass genommen, für diese neue Unterhaltskategorie die "Lebenshaltungskostenmethode" als verbindlich zu erklären (BGE 144 III 377 E. 7) und anzukündigen, dass für die gesamte Schweiz eine einheitliche Methodik im Bereich des Unterhaltsrechts zu entwickeln und verbindlich vorzugeben sei (BGE 144 III 481 E. 4.1). In Umsetzung dieses Vorhabens hat das Bundesgericht die Berechnungsweise für den Kindesunterhalt (BGE 147 III 265 E. 6.6), den nachehelichen Unterhalt (BGE 147 III 293 E. 4.5) und den ehelichen Unterhalt im Rahmen des Eheschutzes und im Rahmen vorsorglicher Massnahmen während des Scheidungsverfahrens (BGE 147 III 301 E. 4.3) vereinheitlicht, indem es die zweistufig-konkrete Methode als grundsätzlich schweizweit verbindlich vorgegeben hat. Das Bundesgericht hat aber auch darauf hingewiesen, dass in besonderen Situationen, namentlich bei aussergewöhnlich günstigen finanziellen Verhältnissen, anders, namentlich anhand der bisherigen Lebenshaltung (sog. einstufig-konkrete Methode), vorgegangen werden kann, wobei im Unterhaltsentscheid stets zu begründen ist, aus welchen Gründen gegebenenfalls von der Regel der zweistufig-konkreten Methode abgewichen wird (vgl. BGE 147 III 293 E. 4.5, 265 E. 6.6).