Citation: 4A_433/2007 11.12.2007 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, die Vorinstanz habe nicht hinreichend begründet, weshalb entgegen ihrem Vorbringen in den jeweils geleisteten Vorschusszahlungen nicht eine konkludente Anerkennung des Beschwerdegegners gelegen haben konnte, wonach die vorgängige Vorschussleistung durch die Tätigkeiten der Beschwerdeführerin verbraucht sei. Indem die Vorinstanz lediglich auf den Zweck der Vorschusszahlung hinweise, die Honorarforderung des Beauftragten nach Zustellung der Schlussrechnung zu tilgen, ohne die Tatsachen hinreichend aufgeklärt zu haben, verletze sie Art. 394 Abs. 2 OR. 3.2 Die Rüge ist unbegründet. Die Beschwerdeführerin führt keinerlei Umstände an, auf die sie sich zur Behauptung konkludenter Anerkennung berufen und für die sie Beweis anerboten hätte. Damit scheidet das behauptete "Versäumnis der Vorinstanz in der tatbestandlichen Aufklärung" von vorn herein aus. Im Übrigen hat die Vorinstanz unter Hinweis auf die Lehre bundesrechtskonform erkannt, dass es sich bei einem Kostenvorschuss um eine bedingte Vorauszahlung handelt mit dem Zweck, die Forderung des Beauftragten auf Honorar nach Abrechnung bzw. Stellung der Schlussrechnung durch Verrechnung zu tilgen (Walter Fellmann, Berner Kommentar, Bern 1992, N. 476 zu Art. 394). Grundsätzlich liegt im Schweigen keine Anerkennung (Art. 6 OR), auch nicht nach Erhalt einer unbegründeten oder falsch bezifferten Rechnung oder Abrechnung. Erst recht kann nicht von Anerkennung gesprochen werden, bevor der Schuldner überhaupt eine Rechnung erhalten hat. Das Bundesgericht hat es als willkürlich erachtet, dass ein kantonales Gericht einem Anwalt allein deshalb gestattete, den Vorschuss des Klienten zu behalten, weil sich letzterer während sieben Jahren nicht um die Rückerstattung gekümmert oder zumindest eine Erklärung verlangt hatte (Urteil 4P.143/1993 vom 23. Dezember 1993, E. 2). Im Übrigen ist weder dem angefochtenen Urteil zu entnehmen oder wird von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, dass spätere Vorschusszahlungen erst nach dem Vorliegen einer Abrechnung erfolgt wären. Von einer stillschweigenden Schuldanerkennung in der Höhe der Vorschusszahlungen kann somit nicht die Rede sein (vgl. auch Rolf H. Weber, Basler Kommentar, 4. Auflage, Basel 2007, N. 10 zu Art. 402 OR).