Citation: 6B_887/2022 E. 1.5.3

1.5.3. Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass er in der Schweiz nicht nur bezüglich seiner Familie sozial integriert sei, sondern auch hinsichtlich seiner Verlobten, welche Schweizer Staatsbürgerin sei. Er halte sich seit nunmehr 27 Jahren in der Schweiz auf, wo er aufgewachsen sei und den grössten Teil seines Lebens verbracht habe. Diese lange Aufenthaltsdauer sei stark zu gewichten. Gemäss Feststellungen der Vorinstanz lebt der Beschwerdeführer seit nunmehr über 27 Jahren in der Schweiz und hat hier auch den grössten Teil der Schule besucht. Daraus alleine lässt sich jedoch noch kein für die Annahme eines Härtefalls genügend gewichtiges persönliches Interesse an seinem Verbleib in der Schweiz ableiten. Ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führt die Anwesenheitsdauer von 27 Jahren automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen (vgl. oben E. 1.3.2). Eine längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration, ist in aller Regel ein starkes Indiz für das Vorliegen eines Härtefalls (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). Die Vorinstanz bezieht die Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers in der Schweiz richtigerweise als ein Element unter anderen in die Härtefallprüfung mit ein und stuft diese als lebensprägend ein. Diesem Element sei gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB Rechnung zu tragen. Diesbezüglich hält die Vorinstanz in nachvollziehbarer Weise fest, dass der Beschwerdeführer sozial nicht wirklich integriert sei. Seine sozialen Kontakte würden sich seit Langem auf seine Eltern, seine Geschwister, namentlich seinen Bruder, und seine Freundin beschränken, wobei diese Beziehung bisher nicht besonders stabil erscheine. Er sei ledig und kinderlos. Er habe keinen Freundeskreis und gehöre keinem Verein an. Sofern der Beschwerdeführer im Hinblick auf seine Rechtstreue ausführt, der Unrechtsgehalt seiner Taten sei geringfügig und lasse sich unter dem Stichwort der "Beschaffungskriminalität" zusammenfassen, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz stellte im Rahmen der Härtefallprüfung verbindlich fest, dass der Beschwerdeführer bereits als junger Erwachsener gegen das Gesetz verstossen habe. Diese Missachtung der Rechtsordnung reiche bis in die Gegenwart. Im Rahmen der eventualiter vorgenommenen Interessenabwägung gelangt sie mit Blick auf die zu beurteilenden Taten des Beschwerdeführers zum Schluss, dass es sich keineswegs um blosse Bagatellen handle (angefochtenes Urteil E. 3.2.2 S. 14). Die vorinstanzlichen Ausführungen sind nicht zu beanstanden.