Citation: U 282/05 13.02.2006 E. 2.2

2.2.1 Laut Polizeirapport vom 10. Januar 2003 verlor der Beschwerdeführer am 16. Dezember 2002 auf der Autobahn von L.________ nach G.________ bei einer Geschwindigkeit von 100-110 km/h und starkem Regen die Herrschaft über den vom ihm gelenkten Personenwagen. Das Fahrzeug geriet ins Schleudern, drehte sich und fuhr in den Graben am Strassenrand, wo es sich zweimal überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam. Das Auto erlitt Totalschaden. Der Versicherte wurde wegen Schmerzen «au bas du dos et à la mâchoire» ambulant behandelt. Sein Beifahrer erlitt Prellungen sowie eine Fraktur des Knies links und musste hospitalisiert werden. Zwei Tage später suchte der Versichert den Hausarzt auf. Er klagte über Nacken- und lumbale Schmerzen, wobei eine zervikale Blockierung (C4/C7) im Vordergrund stand (Schreiben Dr. med. E.________ vom 24. Februar 2003 an Kreisarzt Dr. med. Liechti). 2.2.2 Der vorliegende Fall lässt sich in Bezug auf Hergang, Eindrücklichkeit und Begleitumstände des Unfalles mit den im Urteil T. vom 25. Februar 2003 (U 161/01) sowie im nicht veröffentlichten Urteil G. vom 10. November 1992 (U 68/91) beurteilten Sachverhalten vergleichen. T. war Beifahrerin eines Fahrzeuges, welches sich bei einer Geschwindigkeit von rund 95 km/h auf der Autobahn wegen eines Reifenplatzers überschlug und auf dem Dach liegend stehen blieb. Sie erlitt Kontusionen an der ganzen rechten Seite (Arm, Becken, Bein) und sie hatte einen Glassplitter im rechten Ellenbogen (vgl. RKUV 2003 Nr. U 481 S. 204 Erw. 3.3.2 [in BGE 129 V 323 nicht publiziert]). G. war Mitfahrer des von seinem Sohn gelenkten Personenwagens, welcher aus ungeklärten Gründen ins Schleudern geriet, von der Strasse abkam, sich über eine Grasböschung seitlich überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam. Er erlitt nebst einem Schlüsselbeinbruch rechts Rippenfrakturen rechts sowie eine Rissquetschwunde im Bereich der rechten Beckenschaufel. Das Eidgenössische Versicherungsgericht ordnete beide Unfälle dem mittleren Bereich zu, wobei es bei T. von einem eher schweren Unfall ausging. In beiden Fällen bejahte das Gericht eine gewisse, objektiv indessen nicht besonders ausgeprägte Eindrücklichkeit. Die Begleitumstände waren nicht derart dramatisch, dass sie für sich allein ausreichten, um den adäquaten Kausalzusammenhang zu bejahen. Die Verunfallten konnten sich selber befreien oder waren nicht längere Zeit eingeklemmt. Die Verletzungen waren leichterer Natur und ausser den Fahrzeuginsassen waren keine weiteren Personen in die Unfälle involviert. 2.2.3 Im Lichte dieser Präjudizien ist die Einstufung des Unfalles vom 16. Dezember 2002 als mittelschwer durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden. Dabei ist aufgrund der hohen Geschwindigkeit, des Totalschadens sowie der vom Beifahrer erlittenen Fraktur des linken Knies links wie im Fall U 161/01 von einem eher schweren Unfall im mittleren Bereich auszugehen (vgl. RKUV 2005 Nr. U 555 S. 326 Erw. 3.4.2 [U 458/04], wonach die Schwere eines Unfalles sich in erster Linie nach den zerstörenden und verletzenden Kräften beurteilt). Insofern ist dem Beschwerdeführer Recht zu geben. Anderseits kann den Begleitumständen und der Art der erlittenen Verletzungen nicht die erfahrungsgemässe Eignung, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen oder ein vorbestandenes psychisches Leiden richtunggebend zu verschlimmern, zugesprochen werden. Ebenfalls ist mit dem kantonalen Gericht objektiv die besondere Eindrücklichkeit des Unfalles vom 16. Dezember 2002 zu verneinen. Die vorinstanzliche Beurteilung der weiteren Adäquanzkriterien wird nicht substanziiert beanstandet. Aufgrund der Akten besteht kein Anlass, davon abzuweichen. Insbesondere kann entgegen der offenbaren Auffassung des Beschwerdeführers aus dem Bericht des Prof. V.________ vom 29. Oktober 2003 nicht auf eine ins Gewicht fallende dauernde unfallbedingte physische Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Der angefochtene Entscheid ist somit rechtens.