Citation: 2C_1062/2019 E. 5.3.2

5.3.2. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, ihr Verschulden in Bezug auf die Verurteilung vom 3. Juni 2016 lasse sich mangels eines begründeten Urteils nicht konkret beurteilen. Zudem behauptet sie, dass der Strafrichter ihr im Rahmen der mündlichen Hauptverhandlung vom 27. April 2018 eine günstige Legalprognose gestellt habe, was bei der ausländerrechtlichen Prüfung der Rückfallgefahr zu berücksichtigen sei. Der Beschwerdeführerin ist zunächst entgegen zu halten, dass das Ergebnis des Strafverfahrens im vorliegenden migrationsrechtlichen Verfahren nicht mehr infrage gestellt werden kann (vgl. dazu Urteile 2C_773/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 3.4.3 mit Hinweisen; 2C_231/2019 vom 23. Mai 2019 E. 2.4.1). Zudem sind die Fremdenpolizeibehörden nicht an die Prognose des Strafrichters gebunden (vgl. BGE 129 II 215 E. 7.4 S. 223; Urteile 2C_702/2019 vom 19. Dezember 2019 E. 4.1 mit Hinweisen; 2C_815/2018 vom 24. April 2019 E. 4.3.2; 2C_998/2012 vom 19. Februar 2013 E. 3.2). Vielmehr hat die Behörde, die über die Beendigung des Aufenthalts entscheidet, eine spezifische Gesamtwürdigung der Umstände unter dem Blickwinkel der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vorzunehmen; diese stimmt nicht zwingend mit der strafrechtlichen Würdigung des Verhaltens überein (Urteil 2C_108/2016 vom 7. September 2016 E. 2.3 mit Hinweisen). Folglich kann bei der ausländerrechtlichen Prüfung der Rückfallgefahr nicht ohne Weiteres auf eine allfällige günstige Legalprognose im Strafverfahren abgestellt werden. Zu Gunsten der Beschwerdeführerin spricht jedoch der Umstand, dass die von ihr verübten Straftaten keine unmittelbare, konkrete Gefahr für hochwertige Rechtsgüter wie Leib, Leben oder die sexuelle Integrität bewirkten, was aber keineswegs bedeutet, dass die Auswirkungen von schweren Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu bagatellisieren sind (vgl. BGE 133 IV 201 E. 3.2 S. 206). Zu berücksichtigen ist zudem, dass die Beschwerdeführerin selber Drogen konsumierte und ihre Delinquenz zumindest teilweise damit zusammenhing, dass sie im Prostitutionsgewerbe tätig war. Von diesem Milieu hat sie sich nach den vorinstanzlichen Feststellungen und ihren eigenen Angaben mittlerweile vollständig gelöst (vgl. auch E. 3.3 des angefochtenen Urteils).