Citation: 8C_356/2020 E. 4.2

4.2. Was die Beschwerdeführerin gegen diese Feststellungen vorbringt, lässt sie nicht als unrichtig erscheinen. Auf ein im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten ist rechtsprechungsgemäss abzustellen, wenn nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). Solche sind vorliegend nicht ersichtlich. Zwar trifft zu, dass Dr. med. F.________, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, in seinem Bericht vom 22. Mai 2019 weiterhin eine Unfallkausalität der Kniebeschwerden bejaht. Dieser Arzt geht jedoch davon aus, das Ereignis vom 10. Juli 2015 habe eine Ruptur des linken vorderen Kreuzbandes verursacht; diese Ruptur sei von Dr. med. D.________ bei der Kniearthroskopie vom 22. April 2016 übersehen oder nicht erkannt worden. Solches erscheint angesichts des Umstandes, dass die Arthroskopie speziell zur Klärung der Frage durchgeführt wurde, ob ein Kreuzbandriss vorliegt, zwar als möglich, aber als reichlich unwahrscheinlich. Dies gilt umso mehr, als die Hypothese eines Kreuzbandrisses am 10. Juli 2015 zusätzlich voraussetzen würde, dass der in der Regel als verlässlich geltende (und auch von Dr. med. D.________ applizierte) klinische "Lachmann-Test" falsch negativ ausgefallen wäre. Derlei ist jedenfalls nicht zu vermuten und stellt als nicht weiter unterlegte Hypothese für sich alleine noch kein hinreichendes Indiz gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens dar.