Citation: 6B_1088/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Ebensowenig kann mit der Beschwerdeführerin eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung in der vorinstanzlichen Annahme erblickt werden, wonach für den relevanten Zeitraum vor der Tat Übergriffe von B.A.________ gegenüber der Beschwerdeführerin nicht zweifelsfrei festgestellt werden könnten (Beschwerde S. 12 ff.). In Bezug auf die Frage, ob sich Gewalt von B.A.________ gegenüber der Beschwerdeführerin auch für den Zeitraum vor der Tat mit Sicherheit erstellen lässt, verweist die Vorinstanz auf die erstinstanzlichen Ausführungen (angefochtenes Urteil S. 24). Die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist primär Sache der Gerichte (BGE 129 I 49 E. 4 S. 57; Urteil 6B_1097/2021 vom 26. Oktober 2022 E. 5.3.4). Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es geht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat bestehen (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Beweiswürdigung ist Aufgabe des Sachgerichts, dem nach der Rechtsprechung ein erhebliches Ermessen zusteht (BGE 146 IV 297 E. 2.2.5 S. 307 f.). Das Bundesgericht greift nur bei Willkür ein (Art. 97 Abs. 1 BGG i.V.m. Art. 9 BV; vgl. oben E. 2.3). Gemäss Erstinstanz konnten für den relevanten Zeitpunkt vor der Tat Übergriffe von B.A.________ auf die Beschwerdeführerin nicht zweifelsfrei erstellt werden, nachdem seitens der Beschwerdeführerin und der beiden Töchter in diesem Zusammenhang "stark aggravierende, stark widersprüchliche und insgesamt wenig glaubhafte Aussagen" getätigt worden seien. Die beiden Söhne hätten im Wesentlichen festgehalten, dass es schon lange nicht mehr zu Übergriffen gekommen sei, die sie wahrgenommen hätten (erstinstanzliches Urteil S. 122). Unter Berücksichtigung all dieser Umstände konnte die Vorinstanz die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdeführerin ohne Verletzung von Bundesrecht verneinen. Eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung ist nach dem Gesagten zu verneinen.