Citation: 6B_643/2023 E. 1.7.3

1.7.3. Mit Blick auf die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung prüft die Vorinstanz zwar im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die verschuldensmässige Natur und Schwere der Tatbegehung, die Gefährlichkeit des Täters für die öffentliche Sicherheit sowie die Legalprognose (vgl. E. 1.5.1 oben); ihre Interessenabwägung fällt aber zu Unrecht zugunsten des Beschwerdegegners aus. Vorab gilt zu berücksichtigen, dass sich das Bundesgericht bei Straftaten von Ausländern gegen das BetmG hinsichtlich der Ausweisung zwecks Verhinderung neuer Straftaten zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit stets rigoros gezeigt hat (Urteile 6B_1124/2021 vom 16. Dezember 2022 E. 3.2.1; 6B_1424/2019 vom 15. September 2020 E. 3.4.10; je mit Hinweisen). Gemäss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz betreffen die vom Beschwerdegegner begangenen Betäubungsmitteldelikte Mengen von Kokain, welche die Schwelle zum schweren Fall mehrfach übersteigen. Es besteht ein hohes öffentliches Interesse an der Verhinderung von derartigen Taten. Zwar mag zutreffen, dass die ausgesprochene bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten, die nebst dem Verbrechen gegen das BetmG auch das Vergehen gegen das Waffengesetz sowie die Strassenverkehrsdelikte beinhaltet, für Delikte gegen das BetmG im Rahmen des schweren Falles eher tief ausfällt; dennoch kann keineswegs von einer geringen Strafe gesprochen werden, die das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung relativieren würde. Hinzu kommt, dass der Beschwerdegegner (wenn auch nicht einschlägig) vorbestraft ist. Im Strafregister ist ein Urteil vom 20. August 2015 der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 80.-- wegen Vergehens gegen das Waffengesetz verzeichnet. Zwar mag es sich dabei - wie die Vorinstanz ausführt - um einen Verstoss "im Bagatellbereich" handeln; dennoch sind Vorstrafen bei der Prüfung der öffentlichen Interessen zu berücksichtigen. Insgesamt ist auch unter Berücksichtigung einer günstigen Legalprognose und dem Umstand, dass der Beschwerdegegner sich seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft im Dezember 2019 nichts mehr zuschulden hat kommen lassen, durchaus von einem erheblichen öffentlichen Interesse an einer Landesverweisung wegen der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch das dem Beschwerdegegner vorzuwerfende Verbrechen gegen das BetmG auszugehen. Dieses überwiegt die privaten Interessen des Beschwerdegegners an einem Verbleib in der Schweiz. Die Interessenabwägung fällt zu Ungunsten des Beschwerdegegners aus.