Citation: I 679/99 08.05.2000 E. 4

4.- a) Welche Arbeitsleistung der Beschwerdegegnerin angesichts ihres Gesundheitsschadens zugemutet werden kann, wurde von der Verwaltung an einer einzigen Beschäftigungs- möglichkeit beurteilt, nämlich an jener einer Kassierin, deren Arbeitsplatz mit einer Scanning-Kasse ausgerüstet ist. Für diese Tätigkeit wird der Versicherten im Gutachten des Dr. med. N.________, Spezialarzt Orthopädie FMH, vom 4. August 1997, sowie dessen Ergänzungen vom 17. November 1997 und 19. Januar 1998, eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert, während sie an einer herkömmlichen Kasse für vollständig arbeitsunfähig gilt. Diese Verweisungstätigkeit ist - wie das kantonale Gericht richtig erkannt hat - zu eng, als dass sie allein zur Bestimmung der beruflichen Möglichkeiten der Beschwerdegegnerin verwendet werden kann (zur Notwendigkeit, Löhne verschiedener Betriebe beizuzie- hen, siehe RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412 Erw. 4b/aa). Auch erachtet es die Vorinstanz zu Recht als fraglich, ob die Tätigkeit an einer Scanning-Kasse unter Einhaltung der von Dr. med. N.________ erwähnten Bedingungen (vgl. Erw. 4b) ausgeübt werden kann. Es erübrigt sich aber aus den nach- stehenden Gründen, die Sache an die Verwaltung zurückzu- weisen, damit sie die von der Vorinstanz erwogenen Abklä- rungen treffe. b) Zwar nimmt Dr. med. N.________ zur Frage, in wel- chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Ver- sicherte arbeitsfähig ist (zur Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invaliditätsbemessung vgl. BGE 115 V 134 Erw. 2 mit Hinweisen), nicht ausdrücklich Stellung. Aus der Formuli- erung, dass die Beschwerdegegnerin an einem modifizierten Arbeitsplatz mit Scanning-Kasse, wo sie ihre Arbeit gerade sitzend verrichten kann, ohne regelmässig den Kopf nach links oder rechts zum Kunden drehen zu müssen, 50 % ar- beitsfähig sei, kann indessen ohne weiteres geschlossen werden, ihr sei jegliche sitzende Arbeit ohne regelmässiges Drehen des Kopfes zu mindestens 50 % zumutbar. Es wäre nicht einzusehen, weshalb sie als Kassierin an einem lei- densangepassten Arbeitsplatz zur Hälfte arbeitsfähig sein sollte, während ihr eine andere Tätigkeit, die auf ihre gesundheitlichen Einschränkungen ebenso - wenn nicht sogar mehr - Rücksicht nimmt, nicht auch mindestens in gleichem Umfang zumutbar sein soll. Liegt nach dem Gesagten eine schlüssige ärztliche Stellungnahme zur zumutbaren Arbeits- fähigkeit vor, besteht in dieser Hinsicht kein Abklärungs- bedarf mehr. Selbst die Beschwerdegegnerin bestreit im Übrigen nicht, dass ihr eine leidensangepasste Tätigkeit im genannten Ausmass zumutbar ist. Ihre Einwendungen beziehen sich vielmehr auf die tatsächlichen Bewegungsabläufe an einer Scanning-Kasse. Da für die Festlegung des Invaliden- einkommens sogenannte Tabellenlöhne beigezogen werden kön- nen, weil die Versicherte nach Eintritt des Gesundheits- schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat (vgl. BGE 124 V 322 Erw. 3b/aa), ist indessen nicht auf die Verdienstmöglich- keit als Kassierin abzustellen, weshalb es unerheblich ist, ob die Arbeit an einer Scanning-Kasse Bewegungen erfordert, die aus ärztlicher Sicht ungeeignet sind.