Citation: 6B_696/2014 E. 1.3.1

1.3.1. Zwar hat der Beschwerdeführer die Rechtsnatur des angefochtenen Entscheids erkannt, bezeichnet er doch diesen selbst als Zwischenentscheid. Er unterliegt jedoch einem Irrtum, wenn er meint, das Strafgericht habe sein Ausstandsgesuch abgewiesen. In erster Linie setzt er sich zur eigenen Eingabe vom 8. April 2014 in Widerspruch. Mit dieser informierte er über ein beim Amt für Justizvollzug hängiges Ausstandsverfahren, während er unterstrich, beim Strafgericht kein entsprechendes Verfahren einleiten zu können. Bereits vor Vorinstanz verkannte der Beschwerdeführer den Regelungsgegenstand der erstinstanzlichen Verfügung, weshalb die Vorinstanz ihn zu Recht darauf hinwies, dass das Strafgericht nicht über ein Ausstandsbegehren, sondern einzig über einen Ausschluss von der Hauptverhandlung (abschlägig) entschieden hatte (vgl. Entscheid S. 4). Die Verfahrensleitung des Strafgerichts hat mithin nicht darüber befunden, ob die Ausstandsvorschriften in Bezug auf die fraglichen Personen überhaupt zur Anwendung kommen und ein Ausstandsgrund im Sinne von Art. 56 ff. StPO vorliegt. Die Befangenheitsvorwürfe wurden mithin nicht beurteilt, weshalb Art. 92 BGG nicht einschlägig ist. Im Hinblick auf das Hauptverfahren bleibt aus prozessökonomischen Gründen Folgendes zu bemerken. Über die Verlängerung einer stationären Massnahme gemäss Art. 59 Abs. 4 StGB befindet das Gericht in einem selbstständigen nachträglichen Verfahren im Sinne von Art. 363 ff. StPO. Die Bestimmungen der Strafprozessordnung finden Anwendung und regeln dieses Verfahren (Urteil 6B_721/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 1.2; vgl. Urteil 1B_6/2012 vom 27. Januar 2012 E. 2.4; je mit Hinweisen). Die strafprozessualen Bestimmungen über den Ausstand konkretisieren im gerichtlichen Verfahren die Mindestanforderungen des Anspruchs auf ein verfassungsmässiges Gericht gemäss Art. 30 Abs. 1 BV. Die Strafbehörden im Sinne von Art. 56 ff. StPO bestehen aus den Strafverfolgungsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaft, Übertretungsstrafbehörden; Art. 12 StPO) und den Gerichten (Zwangsmassnahmengericht, erstinstanzliches Gericht, Beschwerdeinstanz, Berufungsgericht; Art. 13 StPO). Die Ausstandsgründe gelten sinngemäss auch für Sachverständige (Art. 183 Abs. 3 StPO), Dolmetscher bzw. Übersetzer (Art. 68 Abs. 5 StPO) sowie die Mitglieder einer Kommission zur Beurteilung der Gemeingefährlichkeit (BGE 134 IV 289 E. 5 S. 292 f.; vgl. Markus Boog, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2011, N. 1 vor Art. 56 - 60 sowie N. 10 ff. zu Art. 56 StPO). Die hier im Hauptverfahren zur Diskussion stehende Verlängerung einer stationären therapeutischen Massnahme erfordert nach Art. 59 Abs. 4 StGB eine gerichtliche Überprüfung. Die durch das Strafgericht abzuklärenden Themenkomplexe haben zur Hauptsache Fragen der Behandlungsfähigkeit des Beschwerdeführers und der Wirksamkeit einer weiteren Therapieintervention im Hinblick auf eine allfällig fortbestehende Gefährlichkeit zum Inhalt. Zur Beantwortung dieser Fragen werden schwergewichtig etwa Therapieverlaufsberichte und (bereits vorhandene respektive zusätzliche) gutachterliche Expertisen heranzuziehen sein (vgl. Urteil 6B_850/2013 vom 24. April 2014 E. 2). Dem kantonalen Amt für Justizvollzug kommt diesbezüglich keine Entscheidbefugnis zu, sondern es ist antragstellende Vollzugsbehörde. Y.________ und Z.________ als deren Vertreter sind keine Funktionsträger im Sinne von Art. 56 StPO.