Citation: 1B_134/2018 E. 2.5

2.5. Dass die Vorinstanz den polizeilichen Nachtragsrapport vom 18. Juli 2018 zwar kritisiert, das Entsiegelungsgesuch der Staatsanwaltschaft (betreffend die Asservate 32-34) aber gutgeheissen hat, hält im Ergebnis vor dem Bundesrecht stand: Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den fraglichen Beweisdokumenten um Zufallsfunde (betreffend Urkundenfälschung und Betrug) gehandelt hat. Darüber wird im Nachtragsrapport der Kantonspolizei vom 18. Juli 2017 (auf drei Seiten) berichtet. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass bei einer Hausdurchsuchung "zufällig entdeckte Spuren oder Gegenstände, die mit der abzuklärenden Straftat nicht im Zusammenhang stehen, aber auf eine andere Straftat hinweisen", ebenfalls sicherzustellen sind. Die Zufallsfunde werden von der ausführenden Polizeibehörde "mit einem Bericht der Verfahrensleitung übermittelt", welche dann über das weitere Vorgehen entscheidet (Art. 243 Abs. 2 StPO). Der Polizeibericht über Zufallsfunde soll die Untersuchungsleitung darüber in Kenntnis setzen, welche zufällig entdeckten Objekte auf eine andere Straftat hinweisen. Gleichzeitig soll auch nachvollziehbar erklärt werden, weshalb bei der Hausdurchsuchung zusätzliche Beweismittel sichergestellt wurden, die im Hausdurchsuchungs-Befehl noch nicht hatten erwähnt werden können (vgl. Art. 241 Abs. 2 lit. a-b StPO). Der gesetzlich vorgesehene polizeiliche Nachtragsrapport hatte somit nicht den Zweck, in unzulässiger Weise verfrühte Detaileinsicht in sichergestellte Aufzeichnungen und Gegenstände zu nehmen, sondern die Staatsanwaltschaft gesetzeskonform über die erfolgte Sicherstellung von Zufallsfunden zu informieren. Dabei handelt es sich aus strafprozessualer Sicht allerdings um eine anspruchsvolle Polizeiaufgabe: Einerseits sollen die mit der Hausdurchsuchung beauftragten Polizeiorgane auch in Zufallsfunde grundsätzlich nicht "verfrüht" Detaileinsicht nehmen dürfen (bevor über allfällige Geheimnisschutzinteressen entschieden werden konnte). Anderseits sollen sie laut Art. 243 StPO bei der Hausdurchsuchung nicht nur Zufallsfunde identifizieren und vorläufig sicherstellen (Abs. 1), sondern auch noch einen schriftlichen Bericht darüber erstatten (Abs. 2). Wie diese Aufgabe ohne eine gewisse - zumindest summarische - inhaltliche Prüfung der fraglichen Beweismittel zu bewältigen ist, wäre nur schwer ersichtlich.