Citation: 6P.78/2005 16.11.2005 E. 2

2.1 Im Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, er habe im kantonalen Verfahren ein von zwei Zeugen unterzeichnetes Schreiben eingereicht, in welchem ein Freund bestätige, dass er zwei Tage vor der Tat, am 8. Februar 2001, in seiner früheren Heimat in Kroatien mit ihm Schiessübungen gemacht habe. Das Obergericht habe dieses entlastende Schreiben zu Unrecht als unzutreffende Gefälligkeitsbestätigung gewürdigt und angenommen, es sei erst Jahre nach dem Vorfall ausgefertigt worden. Da der Antrag auf Einvernahme der betreffenden Personen als Zeugen abgewiesen worden sei, sei das Bestätigungsschreiben gleich zu würdigen, wie wenn jene an der Verhandlung als Zeugen ausgesagt hätten. Indem das Obergericht das Schreiben und den Umstand, dass am Tatort weder Projektile noch Patronenhülsen gefunden worden seien, ausser Acht gelassen und lediglich auf die Aussagen des Geschädigten abgestellt habe, sei es in Willkür verfallen. 2.2 Das Obergericht gelangt zum Schluss, aufgrund der überzeugenden und immer gleich lautenden Aussagen des Geschädigten sei erstellt, dass der Beschwerdeführer ihm den Lauf der Pistole in den Mund gehalten und zwei Schüsse aus unmittelbarer Nähe zwischen die Beine abgefeuert habe. Dies werde durch die Auswertung der nach der Verhaftung beim Beschwerdeführer abgenommenen charakteristischen Schmauchspurwerte gestützt, auch wenn eine andere Herkunft derselben nicht völlig ausgeschlossen worden sei. Die in der obergerichtlichen Verhandlung eingereichte Bestätigung seines Freundes, wonach sie am 8. Februar 2001 spasseshalber mit einer Waffe geschossen hätten und die Schmauchspuren von daher rührten, überzeuge nicht. Dieses Schreiben, welches erst Jahre nach dem Vorfall verfasst worden sei, erscheine als unzutreffende Gefälligkeitsbestätigung. 2.3 Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nach ständiger Rechtsprechung nur vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer schlechterdings unhaltbaren oder widersprüchlichen Beweiswürdigung beruht, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 129 I 8 E. 2.1 und 173 E. 3.1 je mit Hinweisen). 2.4 Zunächst ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer den im erstinstanzlichen Verfahren gestellten Antrag auf Einvernahme der drei Personen als Zeugen vor Obergericht nicht erneuert hat. Er macht denn auch keine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend. Es ist daher lediglich zu prüfen, ob die Würdigung der schriftlichen Bestätigung durch das Obergericht mit sachlichen Gründen haltbar ist. Dabei ist für die Beurteilung des Falles ohne Belang, ob die Feststellung des Obergerichts zutrifft, das vom Beschwerdeführer als Beilage zu seinem Beweisantrag vom 29. August 2002 an das Bezirksgericht und in der zweitinstanzlichen Verhandlung erneut eingereichte Schreiben (vgl. Untersuchungsakten Ordner 1, A, S. 116 f. und Ordner 2, Doss. 1 S. 424 f.; Akten des Obergerichts [unpaginiert], Beilage zum Plädoyer FS Dübendorfer) sei erst Jahre nach dem Vorfall verfasst worden. Wesentlich ist allein, ob das Obergericht dem Beweismittel gegenüber den belastenden Aussagen des Opfers zu Recht keine Bedeutung beimass. Dies ist zu bejahen. Zunächst ist festzuhalten, dass es sich bei den Personen, welche die Bestätigung unterzeichnet haben, nach den unbestrittenen Erwägungen des Bezirksgerichts nicht um unabhängige Zeugen, sondern um Personen aus dem Bekanntenkreis des Beschwerdeführers handelte (vgl. Untersuchungsakten Ordner 1, A, S. 119). Ausserdem besteht kein Grund, an den überzeugenden und stets gleich lautenden Aussagen des Geschädigten zu zweifeln. Zwar trifft zu, dass am Tatort Bluttropfen auf dem Boden festgestellt, jedoch weder Patronenhülsen noch Projektile und Einschüsse in den Boden gefunden werden konnten (Untersuchungsakten Ordner 2, Doss. 1 S. 278), doch genügt praxisgemäss für die Begründung von Willkür nicht, dass das angefochtene Urteil mit der Darstellung des Beschwerdeführers nicht übereinstimmt oder eine andere Lösung oder Würdigung vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre (BGE 129 I 8 E. 2.1; 127 I 54 E. 2b je mit Hinweisen). Was der Beschwerdeführer hier vorbringt, erschöpft sich im Grunde in einer unzulässigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil. Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt unbegründet.