Citation: 4A_617/2021 E. 4.4.1

4.4.1. Die Schaffung einer Verwechslungsgefahr ist wettbewerbsrechtlich nur relevant, sofern die nachgeahmte Ausstattung Kennzeichnungskraft besitzt, indem sie vom Publikum als Herkunftshinweis verstanden wird, sei es Kraft ihrer Originalität oder ihrer Verkehrsdurchsetzung (BGE 135 III 446 E. 6.2; 116 II 365 E. 3b). Das Logo der Beschwerdegegnerin ist aufgrund der grafischen Ausgestaltung sehr prägend. Dies namentlich dadurch, dass Grossbuchstaben verwendet werden und die ersten drei Buchstaben fett, die drei letzten Buchstaben bloss umrandet geschrieben sind. Dieser Schriftzug in schwarzer Farbe vor weissem Hintergrund ist sehr auffällig. Der Beschwerdeführerin kann daher nicht gefolgt werden, wenn sie unter dem Titel, "Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG: Kennzeichnungskraft als Voraussetzung", lediglich auf ihre allgemeinen kennzeichenrechtlichen Ausführungen sowie auf die Ausführungen zum Firmenrecht verweist. Die Beschwerdeführerin benutzt nun für ihr Logo " BAU LOG " wie die Beschwerdegegnerin für " LOG BAU " Grossbuchstaben und zwar ebenfalls die drei ersten Buchstaben in fetter Schrift, die drei letzten Buchstaben bloss umrandet. Auch bei ihr ist der Hintergrund weiss. Ein Unterschied besteht darin, dass die Beschwerdeführerin dunkelblaue Schrift verwendet. Nach den Feststellungen der Vorinstanz fügt die Beschwerdegegnerin unter den Bestandteil " LOG BAU " zuweilen in kleinerer Schrift die Bezeichnung " Baulogistik " hinzu, während die Beschwerdeführerin unter dem Begriff " BAU LOG " ein Messband setze. Die Vorinstanz erwog, dieser Unterschied sei aber bei kurzer Betrachtung und von gewisser Distanz kaum wahrnehmbar. Vielmehr würden sich der Zusatz " Baulogistik " und das Messband sogar ähneln. Auch die beiden Farben schwarz und dunkelblau erschienen vor dem weissen Hintergrund ähnlich dunkel. Sie schloss, mit dieser grafischen Ausgestaltung des Schriftzuges erwecke die Beschwerdeführerin den Eindruck, mit der Beschwerdegegnerin verbunden zu sein und schaffe damit eine mittelbare Verwechslungsgefahr. Diese Analyse greift die Beschwerdeführerin zu Recht nicht an. Ihre Kritik beruht, wie dargelegt, vielmehr darauf, dass Baufachleute (als angeblich massgebender Verkehrskreis) die beiden Logos und damit die Parteien auseinanderhalten könnten. Dass dies auch bei Durchschnittskonsumenten zutrifft, wenn sie beispielsweise das Logo auf den Lastenwagen der Parteien oder auf einer Werbetafel nur kurz erblicken, ist zu verneinen.