Citation: 5C.53/2007 19.10.2007 E. 5

Bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts ist auch die Altersvorsorge der Ehefrau mit zu berücksichtigen. Denn nachehelicher Unterhalt besteht im "gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge" (Art. 125 Abs. 1 ZGB). Der sog. Vorsorgeunterhalt, der zum nachehelichen Unterhalt gehört, bezweckt namentlich den Ausgleich allfälliger zukünftiger Vermögenseinbussen in der Altersvorsorge, die dadurch entstehen, dass der anspruchsberechtigte Ehegatte nach der Scheidung auf Grund seiner - z.B. wie hier bloss teilzeitlichen - Erwerbstätigkeit keine oder nur geringe Beiträge an die eigene Altersvorsorge wird leisten können (vgl. Gloor/ Spycher, Basler Kommentar, N. 4 zu Art. 125 ZGB; BGE 129 III 7 E. 3.1.2 S. 9 und 257 E. 3.5 S. 263). 5.1 Der Beklagte bringt dagegen vor, die Klägerin sei bereits genügend versorgt. Dies begründet er damit, dass der Klägerin im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung das Wohnhaus zugewiesen worden sei und ihr darüber hinaus noch ein Anteil am elterlichen Erbe zustehe. 5.2 Der Beklagte argumentiert hier auf weiten Strecken bloss tatbeständlich (so insbesondere bezüglich des Ertrages aus der elterlichen Erbschaft). Dass die Feststellungen der Vorinstanz selektiv und aktenwidrig sein sollen, wird von ihm zwar gerügt, jedoch fehlen dazu genauere Angaben mit Aktenhinweisen (vgl. oben E. 1.4). Des Weiteren übersieht er, dass die Vorinstanz die Aufteilung der beruflichen Altersvorsorge im Zusammenhang mit dem Güterrecht berücksichtigt hat. So hat sie den von der Erstinstanz der Klägerin angerechneten Bedarfsposten "Berufliche Vorsorge" in der Höhe von Fr. 360.-- als nicht gerechtfertigt gestrichen, da diese noch neun Jahre Erwerbstätigkeit vor sich habe, hälftig an dem während der Ehe geäufneten Pensionskassenguthaben teilhabe und ihr ein verhältnismässig grosser Überschuss zukomme. Es kann somit nicht gesagt werden, die Vorinstanz sei hierbei von bundesrechtswidrigen Kriterien ausgegangen. Offen bleiben kann schliesslich die Frage der hälftigen Aufteilung des Überschusses von Fr. 2'172.-- (bis zum 31. Juli 2007), resp. von Fr. 2'972.-- hernach auf beide Ehegatten, da diese vom Beklagten nicht aufgeworfen wird.