Citation: 9C_194/2018 E. 5.1.1

5.1.1. Im Gutachten von med. pract. C.________ wird zwar ein (möglicher) Zusammenhang zwischen der Diagnose und der Ablehnung von medikamentösen Therapieoptionen hergestellt, gleichzeitig hält der Experte aber fest: "Aus fachpsychiatrischer Sicht besteht keine Unfähigkeit zur Therapieadhärenz. Hier spielen eher motivationale Faktoren bezüglich der pharmakologischen Behandlung sowie mangelnde Information über die bestehende Grundstörung und entsprechenden Behandlungsempfehlungen sowie Risiken und Nebenwirkungen von psychopharmakologischen Präparaten eine Rolle. Eine krankheitsbedingte mangelnde Fähigkeit, Konsequenzen der eigenen Handlungen abzuschätzen, die Realität richtig einzuschätzen und sich für eine therapeutische Option zu entscheiden, ist nicht festzustellen." Weiter führt der Gutachter hinsichtlich der verbleibenden Therapieoptionen aus, dass eine psychopharmakologische Behandlung möglich und sinnvoll sei, um die Restsymptomatik weiter zu behandeln. Nach der Rechtsprechung ist die fortgesetzte Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung (Urteile 8C_625/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3.4.1, U 510/05 vom 20. März 2007 E. 3.3 und I 824/06 vom 13. März 2007 E. 3.1 mit Hinweisen, in: SVR 2008 IV Nr. 7 S. 19).