Citation: 4A_516/2018 E. 3.5

3.5. Die Beschwerdeführerin hält sodann daran fest, dass bei einer gehörigen Trennung der Funktionen im EDV-System dem Angestellten nicht möglich gewesen wäre, Stammdaten von fingierten Schulen und deren Kontoverbindungen zu erfassen. Er hätte vielmehr nach den Vorbringen in der Beschwerde bei gehöriger Organisation neue Weiterbildungsinstitutionen und neue Kontoverbindungen gegenüber einer anderen, verlässlichen Person rechtfertigen müssen. Die Beschwerdeführerin bezieht sich für diese nach ihrer Behauptung gesetzlich vorgeschriebenen Funktionentrennung darauf, dass diese von der IKS und der Finanzkontrolle schon im Jahre 2004 gefordert worden sei. Im angefochtenen Entscheid hat die Vorinstanz die Ausführungen des Beschwerdegegners zitiert, wonach das "SAP-Berechtigungssystem" im Jahr 2004 auf das Vier-Augen-Prinzip und die Trennung der Funktionen "Buchen" und "Zahlungen freigeben" umgestellt worden sei, ohne dass ein weiteres Delinquieren des Angestellten verhindert werden konnte. Die Wurzel des Übels sei die problemlose Kontoeröffnung gewesen, habe doch der Angestellte ein Postkonto lautend auf die gebräuchliche Abkürzung einer real existierenden Schule eröffnen können und sei die Neuaufnahme oder Änderung einer Kontoverbindung von der Buchhaltung nur überprüft worden, wenn ein konkreter Grund dafür bestanden habe. Die Kontoangaben seien übernommen worden, weil diese plausibel und Mutationen an der Tagesordnung gewesen seien. Die Vorinstanz stellt fest, die Beklagte behaupte zwar pauschal, wenn eine personelle Trennung zwischen Erfassung von neuen Kontoverbindungen und Erfassung von Zahlungen bestanden hätte, wäre der Betrug nicht möglich gewesen. Sie habe jedoch nicht substanziiert dargelegt, aufgrund welcher Anhaltspunkte der Buchhaltung beim Erfassen der neuen Kontoverbindung die Fälschungen hätten auffallen müssen. Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, sie habe vor Vorinstanz entgegen deren Feststellung Indizien angeführt, anhand derer die Buchhaltung Grund zur Überprüfung der Kontoverbindungen hätte haben müssen. Sie bestreitet auch die Bemerkung der Vorinstanz in der Vernehmlassung nicht, dass der Angestellte die Postkontos in den Jahren 1999 und 2003 eröffnete. Inwiefern unter diesen Umständen die Vorinstanz Recht verletzt haben könnte, wenn sie den der Beschwerdeführerin obliegenden Nachweis nicht als erbracht erachtete, dass der Betrug vom Beschwerdegegner grobfahrlässig ermöglicht wurde, ist weder dargetan noch ersichtlich.