Citation: 5P.10/2001 26.03.2001 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer bringt im Zusammenhang mit seiner Unterhaltspflicht vor, er habe bereits in seiner Eingabe vom 17. Januar 2000 an das Gerichtspräsidium Bremgarten geltend gemacht, die Beschwerdegegnerin habe in der Verhandlung vom 9. November 1999 ausdrücklich zugestanden, dass rund ein Drittel ihrer Einnahmen aus dem Kleidergeschäft an der Buchhaltung vorbeigeflossen sei. Der Gerichtspräsident habe sich mit seinem Vorbringen und der damit verbundenen steuerlichen Nichtdeklaration in keiner Weise auseinander gesetzt und die Eingabe vollständig übergangen, was er in seiner Beschwerde vom 22. August 2000 an das Obergericht als Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt habe. Auch das Obergericht habe seiner Argumentation, die Beschwerdegegnerin könne statt der berücksichtigten Fr. 4'000.-- ein Monatseinkommen von Fr. 12'000.-- erzielen, indessen keine Beachtung geschenkt und damit seinerseits eine Gehörsverletzung begangen. Der Vorwurf ist unbegründet. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht, hatte der Beschwerdeführer in der Eingabe vom 17. Januar 2000 nicht nur den Umsatz und ihr Einkommen aus dem Kleidergeschäft, sondern auch ihre Privatbezüge angesprochen, worauf der Gerichtspräsident im Entscheid vom 29. März 2000 (E. 4b S. 10) ausdrücklich Bezug nahm. Von einem vollständigen Übergehen der Eingabe konnte daher von vornherein nicht die Rede sein. Aber auch mit der Höhe des erzielbaren Einkommens hat sich der Gerichtspräsident in der erwähnten Passage des Urteils befasst und dargelegt, dass gestützt auf die Buchhaltung und unter Berücksichtigung der relativ hohen Abschreibungen auf dem Lager sowie der nicht weiter spezifizierten, hohen Unkosten zu schliessen sei, dass der effektiv erzielbare Verdienst der Beschwerdegegnerin ungefähr ihren Privatbezügen entspreche. Dies korrespondiere im Übrigen mit den monatlichen Bezügen der Beschwerdegegnerin von ca. Fr. 4'000.-- von ihrem Privatkonto. Der Gerichtspräsident hat somit seine Einkommensberechnung erläutert, und das Obergericht hat darauf Bezug genommen (E. 2h des angefochtenen Entscheids). Die aus dem Gehörsanspruch abgeleitete Begründungspflicht verlangt nicht, dass sich das angerufene Gericht mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander setzen muss. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Es genügt, wenn wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht leiten liess und auf welche sich sein Entscheid stützt, so dass sich der Betroffene über dessen Tragweite ein Bild machen und ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102, mit Hinweisen). Diesen Anforderungen genügte der Entscheid des Gerichtspräsidenten, und es war dem Obergericht deshalb nicht verwehrt, im Wesentlichen auf die vorinstanzliche Begründung zu verweisen und diese damit zu seiner eigenen zu machen (BGE 119 II 478 E. 1c S. 480).