Citation: 7B_734/2023 E. 6.2

6.2. Die Vorinstanz orientiert sich am Ergänzungsgutachten von Dr. med. C.________ vom 11. Februar 2022. Diesem ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der freiwilligen Therapie bereits wesentliche Therapieziele erreicht habe. Die Therapie müsse jedoch fortgeführt werden, um das Abhängigkeitssyndrom durch Alkohol weiterhin in Schach und die Legalprognose günstig zu halten. Eine ambulante Behandlung sei dabei ausreichend. Der Beschwerdeführer sei mittlerweile wieder als Arzt tätig und könne ein relativ grosses Arbeitspensum stemmen. Eine soziale Kontrolle sei durch den aktuellen Empfangsraum bei den Eltern gegeben. Dies sowie eine geeignete Tagesstruktur seien aus legalprognostischer Sicht wesentlich. Bei einer zu vollziehenden Freiheitsstrafe werde das aktuell etablierte Behandlungs- bzw. Betreuungssetting ganz oder zumindest wesentlich aufgehoben. Ob dies geschehen solle, sei im Rahmen einer normativen, gerichtlichen Gesamtabwägung zu entscheiden (kantonale Akten pag. 897 und 899). Die Vorinstanz hält dafür, die Aufhebung des aktuellen Settings liege beim Vollzug der Strafe auf der Hand, bedeute aber nicht, dass der Strafvollzug die Resozialisierung klarerweise verhindere oder die Chancen dazu vermindere. Laut Gutachter könne der Art der Behandlung bei gleichzeitigem Strafvollzug Rechnung getragen werden. Es liege somit keine Ausnahmesituation vor, welche den Aufschub des Vollzugs erfordere.