Citation: 2C_21/2024 E. 5.3

5.3. Die Beschwerdegegnerin bringt vernehmlassungweise vor, die ElCom habe das individuelle Tarifprüfungsverfahren nach Art. 22 Abs. 2 lit. a StromVG entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin letztlich gestützt auf Ist-Werten vorgenommen. Die Beschwerdeführerin lasse das Basisjahrprinzip ausser Acht: Die Verteilnetzbetreiberinnen reichten im laufenden Jahr (Jahr t-1) ihre Kostenrechnungen für das folgende Tarifjahr (Jahr t) basierend auf den Ist-Werten des abgeschlossenen Basisjahres (Jahr t-2) ein. Eine Prüfung der reellen, in den Jahresrechnungen reflektierten Zahlen finde insofern statt, als die für den Tarif massgeblichen Planzahlen auf den Ist-Werten des letzten abgeschlossenen Geschäftsjahres beruhten. Im Übrigen, so die Beschwerdegegnerin weiter, ziele die Beschwerdeführerin auf eine individuelle Senkung des Netznutzungstarifs ab. Eine solche individuelle Absenkung sei aber von vornherein nicht möglich. Bereits der Wortlaut von Art. 22 Abs. 2 lit. a StromVG sehe eine solche Möglichkeit im Gegensatz zu Art. 22 Abs. 2 lit. b Satz 3 StromVG nicht vor. Ausserdem sei eine individuelle Tarifsenkung auch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zulässig, da Art. 6 Abs. 3 StromVG einheitliche Tarife für feste Endverbraucher mit gleichartiger Verbrauchscharakteristik vorschreibe.