Citation: 1P.654/2002 31.03.2003 E. 3

3.1 Das Obergericht geht im angefochtenen Entscheid davon aus, der Beschwerdeführer habe sich von A.________ wiederholt zum Essen einladen und in dessen Nachtlokal Getränke offerieren lassen und ihn als Gegenleistung von einer bevorstehenden Razzia gewarnt. "Der Beschuldigte bestreitet jegliche Vereinbarung mit A.________, wonach er diesen informieren sollte, sobald eine Kontrolle anstand. Er räumt indes ein, dass ihn A.________ nach einer früheren Razzia gefragt habe, weshalb er ihn nicht vorher gewarnt habe; A.________ habe ihm auch gesagt, dass er wegen Widerhandlungen gegen das ANAG zwei Monate Gefängnis bedingt offen habe und es sich nicht leisten könne, Leute ohne Bewilligung zu beschäftigen. Damit brachte A.________ klar zum Ausdruck, was sein Ansinnen an die Adresse des Beschuldigten war: Wer sich darüber beschwert, nicht vor einer Razzia gewarnt worden zu sein und gleichzeitig erwähnt, bereits eine einschlägige Vorstrafe aufzuweisen und in der Probezeit zu stehen, macht unmissverständlich deutlich, dass er künftig orientiert werden will, wann eine Kontrolle bevorsteht; dies muss umso mehr gelten, wenn der Adressat dieser Äusserung nicht in der Lage ist, bei der Erteilung von Bewilligungen - und damit der Legalisierung der Situation - behilflich zu sein. Der Beschuldigte hat denn auch den Wunsch des A.________ sehr genau verstanden, warnte er diesen doch - anders als früher - sofort, als er das nächste Mal von einer geplanten Razzia Kenntnis erhielt. Somit muss man davon ausgehen, dass in der Tat eine Abmachung bestand, der Beschuldigte werde A.________ vor weiteren Polizeikontrollen warnen. Diese Übereinkunft muss zwangsläufig auch die Zuwendungen des A.________ umfassen. Dieser hatte keinen Grund, den Beschuldigten zum Essen einzuladen - was er ja auch mit anderen Stammgästen nicht tat -, es sei denn wegen künftiger Gegenleistungen. Solche können indes nicht darin gesehen werden, dass der Beschuldigte den Tänzerinnen half, denn diese Dienste erfolgten, wie bereits festgestellt, im eigenen Interesse des Beschuldigten und grösstenteils unabhängig von A.________" (angefochtener Entscheid S. 12 zweiter Absatz). 3.2 Der Beschwerdeführer anerkennt diesen äusseren Ablauf des Geschehens. Er macht jedoch geltend, das Obergericht habe willkürlich angenommen, er habe A.________ als Gegenleistung für die offerierten Getränke und Mittagessen über eine bevorstehende Razzia informiert. Er sei diesem vielmehr freundschaftlich verbunden gewesen und habe ihn auch zu sich eingeladen. Zudem habe er dessen Freundin B.________ bei sich beherbergt und eine Arztrechnung für sie bezahlt, welche ihm A.________ nicht zurückerstattet habe. Er sei daher vielleicht in einer gewissen Naivität davon ausgegangen, die Einladungen von A.________ seien im Rahmen ihrer freundschaftlichen Beziehungen erfolgt, und er habe diesen auch aus Freundschaft vor der Razzia gewarnt; die Annahme des Obergerichts, er habe dies wegen einer Gegenleistung - den Einladungen - getan, sei willkürlich. 3.3 Damit legt der Beschwerdeführer indessen bloss seine Sicht der Dinge dar, wie er es bereits vor Obergericht tat. Seine Argumentation ist nicht geeignet, die Schlussfolgerung des Obergerichts, dass er A.________ nicht (nur) aus Freundschaft, sondern (auch) als Entgelt dafür, dass er ihn wiederholt mit Tänzerinnen zum Essen eingeladen hatte, vor der bevorstehenden Razzia warnte, als willkürlich nachzuweisen. Das Obergericht hat auch in haltbarer Weise begründet, weshalb es davon ausging, der Beschwerdeführer habe B.________ aus Sympathie geholfen, und nicht etwa als Gegenleistung für die Einladungen ihres Freundes A.________. Die Willkürrüge ist somit, soweit sie überhaupt den gesetzlichen Anforderungen entspricht, offensichtlich unbegründet.