Citation: 1C_497/2021 E. 5.2.3

5.2.3. Die Beschwerdeführer wenden sodann ein, Abklärungen zu den numerischen Anforderungen an das Grundwasser bezüglich Kupfer, Tetrachlorethan und Zink gemäss Anhang 2 Ziff. 22 GSchV seien unterblieben. Ausserdem lägen laut einer Probe vom 19. März 2019 im Abströmbereich der Deponie Degenau zumindest die Konzentrationen von Kupfer und Zink ein Mehrfaches über dem Indikatorwert gemäss Anhang 1 der Wegleitung Grundwasserschutz. 5.2.3.1. Diese Vorbringen der Beschwerdeführer weisen den angefochtenen Entscheid nicht als bundesrechtswidrig aus. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen, die von den Beschwerdeführern nicht rechtsgenüglich in Zweifel gezogen werden, liegen die erforderlichen Messwerte zu den chemischen Anforderungen an die Wasserqualität vor. Dass gesetzlich vorgeschriebene Messungen in Bezug auf bestimmte Stoffe unterblieben sind, ist gestützt auf die Ausführungen in der Beschwerde nicht ersichtlich. 5.2.3.2. Sodann wurden die Indikatorwerte bezüglich Kupfer und Zink gemäss Anhang 1 der Wegleitung Grundwasserschutz im Abströmbereich der Deponie Degenau in der Vergangenheit zwar offenbar teilweise überschritten. Bei der Quellfassung entsprachen die Konzentrationen aber jedenfalls gemäss Messung vom 12. Mai 2009 sowohl den Anforderungen nach Anhang 1 TBDV als auch den numerischen Anforderungen an Grundwasser gemäss Anhang 2 Ziff. 22 GSchV und den Indikatorwerten gemäss Anhang 1 der Wegleitung Grundwasserschutz. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Urteil und das BAFU in seiner Stellungnahme an das Bundesgericht darlegen, sind die lebensmittelrechtlichen Höchstwerte gemäss Anhang 2 TBDV für Kupfer und Zink selbst im Abströmbereich der Deponie Degenau eingehalten, sodass bei der Quellfassung keine höhere Konzentration zu erwarten ist. 5.2.3.3. In Bezug auf die von den Beschwerdeführern ebenfalls monierten Werte für Nitrat und Chlorid ist festzuhalten, dass Anhang 2 TBDV für Chlorid keinen Höchstwert festlegt und der Grenzwert für Nitrat gemäss den Messergebnissen in den kantonalen Akten eingehalten ist. Entgegen den insoweit missverständlichen Ausführungen der Vorinstanz in E. 4.3 des angefochtenen Urteils trifft jedoch zu, dass die Messwerte für Chlorid und Nitrat die numerischen Anforderungen gemäss Anhang 2 Ziff. 22 GSchV und die Indikatorwerte nach Anhang 1 der Wegleitung Grundwasserschutz gemäss den kantonalen Akten teilweise überschritten haben. Dies hat allerdings nicht zur Folge, dass die hier streitige Ausscheidung der Grundwasserschutzzone gegen Bundesrecht verstösst. Dabei ist vorab entscheidend, dass für die Beurteilung, ob ein unterirdisches Gewässer nutzbar bzw. für die Wassergewinnung geeignet erscheint, der natürliche oder angereicherte Zustand des Wassers massgeblich ist (vgl. Anhang 4 Ziff. 111 Abs. 2 GSchV) und vorübergehende Belastungen keine Berücksichtigung finden (vgl. Urteile 1C_47/2019 vom 10. September 2020 E. 4.3; 1C_258/2015 vom 22. März 2016 E. 6). Nach den Feststellungen der Vorinstanz deutet die erhöhte Chlorid- und Nitratkonzentration auf eine Beeinflussung des Grundwassers durch Düngemittel, Abwasser, Deponien, Streusalz oder die Bodenbearbeitung und demnach nicht auf natürliche Ursachen hin (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4.3.1). 5.2.3.4. Die Überschreitung der numerischen Anforderungen gemäss Anhang 2 Ziff. 22 GSchV zieht nach sich, dass die zuständige Behörde nach Art. 47 GSchV vorgehen muss. Die private Inhaberin der Wasserfassung ist gemäss Art. 5 des hier im Streit stehenden Schutzzonenreglements (SZR) verpflichtet, die Grundwasserqualität insbesondere im Hinblick auf die numerischen Anforderungen gemäss Anhang 2 Ziff. 22 GSchV regelmässig zu überwachen und die kantonale Behörde unverzüglich zu informieren, wenn die entsprechenden Werte überschritten sind. Trifft dies zu, hat die zuständige Behörde gemäss Art. 47 Abs. 1 GSchV dafür zu sorgen, dass die erforderlichen Massnahmen getroffen werden (vgl. E. 5.1.2 hievor). Unter diesem Blickwinkel ist die Durchführung solcher Massnahmen rechtlich gesichert. Hinzu kommt, dass Art. 19 SZR für einen Teil der Schutzzone S2 den Ackerbau für unzulässig erklärt, um nach Massgabe von Art. 47 GSchV und in Konkretisierung von Anhang 4 Ziff. 222 Abs. 1 lit. d GSchV jedenfalls eine Reduktion des Nitratgehalts zu erzielen. Ausserdem sieht das Schutzzonenreglement die Sanierung von Verkehrsanlagen vor, was den auf Streusalz zurückzuführenden Eintrag von Chlorid reduzieren wird (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4.3.3). Die angefochtene Ausscheidung der Grundwasserschutzzone verletzt Art. 47 GSchV bzw. Anhang 2 Ziff. 22 GSchV bei dieser Ausgangslage nicht.