Citation: 6S.22/2004 21.04.2004 E. 3

3.1 Die Vorinstanz hält fest, dass den Beschwerdeführern "gestützt auf die ihnen zur Verfügung stehenden Unterlagen sehr wohl bekannt war bzw. bekannt sein musste", dass die Sicherungsübereignung der Aktien kein Veräusserungstatbestand und daher kein Kaufsfall sei (angefochtenes Urteil S. 17). Von einem fehlenden Unrechtsbewusstsein könne keine Rede sein (angefochtenes Urteil S. 18). 3.2 Auch wenn man die Sicherungsübereignung abweichend von der Auffassung der Vorinstanz mit den Beschwerdeführern als eine Veräusserung im Sinne der Vereinbarung vom 3. Oktober 1991 qualifiziert, konnten die Beschwerdeführer nicht irrtümlich annehmen, dass der Beschwerdeführer 1 im Falle der Ausübung des Kaufsrechts berechtigt sei, im Sinne seiner Angaben an der Generalversammlung die fraglichen Aktien zu vertreten. Auch der juristische Laie weiss, dass etwa durch den Abschluss eines Kaufvertrags oder die Ausübung eines (Vor-)Kaufsrechts lediglich ein Anspruch auf Übertragung des Eigentums begründet, das Eigentum an der beweglichen Sache aber grundsätzlich erst mit deren Übertragung erworben wird. Im Übrigen deutet einiges darauf hin, dass die Beschwerdeführer die inkriminierte Handlung gar nicht in der Annahme begangen haben, dass mit der Sicherungsübereignung der (Vor-)Kaufsfall eingetreten und der Beschwerdeführer 1 infolge Ausübung des (Vor-)Kaufsrechts berechtigt gewesen sei, die Aktien an der Generalversammlung zu vertreten. Die Beschwerdeführer schoben das Argument, dass mit der Sicherungsübereignung der (Vor-)Kaufsfall eingetreten sei, erst im Laufe des Strafverfahrens nach. Zuvor hatten sie ihr Verhalten mit andern Argumenten zu rechtfertigen versucht, insbesondere mit der These, dass die Verlustscheinforderungen des Beschwerdeführers 1 gegen A.________ jun. mit den Aktien des Letzteren, an welchen der Beschwerdeführer 1 ein "Pfandrecht" beanspruchte, durch eine "Verrechnungsmitteilung" vom 26. Juni 1998 (kant. Akten p. 81) "verrechnet" worden seien (siehe die Aussagen des Beschwerdeführers 1, kant. Akten p. 501 ff., 511 ff., 899; Aussagen des Beschwerdeführers 2 als Zeuge, kant. Akten p. 573, 579 ff.; Aussagen des Beschwerdeführers 2 als Angeschuldigter, kant. Akten p. 593 ff., 903 f.; vgl. auch angefochtenes Urteil S. 11 f., 13 f.).