Citation: 1B_279/2010 14.09.2010 E. 2

Bei Beschwerden, die gestützt auf das Recht der persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2, Art. 31 BV) gegen die Fortsetzung von Untersuchungshaft erhoben werden, prüft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffes die Auslegung und Anwendung des kantonalen Prozessrechts grundsätzlich frei. Allerdings wendet das Bundesgericht das kantonale Recht (wie auch die Grundrechte) nicht von Amtes wegen an, sondern prüft diese nur insofern, als deren Verletzung in der Beschwerde vorgebracht und ausreichend begründet wird (Art. 106 Abs. 2 BGG). Nach Zürcher Verfahrensrecht darf Untersuchungshaft nur angeordnet werden, wenn der Angeschuldigte eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt wird und ein spezieller Haftgrund vorliegt. Dazu zählt insbesondere Wiederholungsgefahr. Diese liegt vor, wenn aufgrund bestimmter Anhaltspunkte ernsthaft befürchtet werden muss, der Angeschuldigte werde, nachdem er bereits zahlreiche Verbrechen oder erhebliche Vergehen verübt hat, erneut solche Straftaten begehen (§ 58 Abs. 1 Ziff. 3 der Zürcher Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919 [StPO/ZH]). Die Untersuchungshaft ist aufzuheben, wenn ihre Voraussetzungen nicht mehr bestehen. Sie darf nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe (§ 58 Abs. 3 StPO/ZH).