Citation: 7B_231/2025 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erblickt konkrete Anhaltspunkte für Kollusionsgefahr in den persönlichen Beziehungen zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Klienten, in seiner Stellung im Rahmen des untersuchten Sachverhalts und in seinem bisherigen Verhalten im Strafprozess. Der Beschwerdeführer betreibe seine Agentur seit 42 Jahren und habe bis anhin Hunderte von Klienten betreut. Nach seinen Angaben habe er praktisch alle Transaktionen für seine Klienten aufgrund von mündlichen Instruktionen ausgeführt, und seine Angestellten seien gar nicht imstande, die wirtschaftlichen Zusammenhänge der Transaktionen zu verstehen. Angesichts dieses schwer durchschaubaren Geflechts von wirtschaftlichen Transaktionen, deren Hintergründe nach der Darstellung des amtlichen Verteidigers allein der Beschwerdeführer selbst kenne, bestünden zahlreiche Kollusionsmöglichkeiten. Es sei zu befürchten, dass der Beschwerdeführer seine persönlichen Beziehungen zu "zahlreichen Kunden" zu nutzen versuche, um diese zu Aussagen zu seinen Gunsten zu bewegen. Während der Beschwerdeführer an seiner Hafteinvernahme eingestanden habe, mit der fehlenden Million Franken Löhne bezahlt zu haben und nie irgendwo Geld investiert zu haben, sondern das bezahlt zu haben, was man bezahlen sollte, habe er im Beschwerdeverfahren geltend gemacht, praktisch alle Transaktionen für seine Klienten aufgrund von mündlichen Instruktionen ausgeführt und fremde Mittel nicht in eigenem Interesse verwendet zu haben. Vor dem Hintergrund, dass mit C.________, D.________ und E.________ erst polizeiliche Einvernahmen durchgeführten worden seien und diese ihre Aussagen im Rahmen von staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen "durchaus noch erweitern bzw. ändern" könnten, bestehe die Gefahr, dass der Beschwerdeführer diese Personen zu seinen Gunsten zu beeinflussen versuche. Der Kreis der Personen, auf die der Beschwerdeführer einwirken könne, beschränke sich jedoch gerade nicht auf die vier Personen, für die sein Verteidiger die Anordnung eines Kontaktverbots beantragt habe. Vielmehr bestehe für den Beschwerdeführer aufgrund seines sehr grossen geschäftlichen Beziehungsnetzes die Möglichkeit, "zahlreiche Klienten" zu beeinflussen. So könne er Kunden, deren Vermögen er treuhänderisch verwalte, zum Beispiel mitteilen, dass die wirtschaftliche Existenz seiner Agentur durch eine Fortdauer der Untersuchungshaft bedroht würde und damit auch die Wertstabilität ihrer Guthaben gefährdet wäre, um sie auf diese Weise unter Druck zu setzen und zu Aussagen zu seinen Gunsten zu bewegen. Schliesslich könne der Beschwerdeführer auch bestrebt sein, sein Vermögen (und damit seine Ersatzfähigkeit) gestützt auf Aussagen seiner Klienten als grösser erscheinen zu lassen, als es tatsächlich sei. Vor allem im Treuhandwesen gebe es zahlreiche Möglichkeiten, Eigentum und andere Aktiven treuhänderisch auf eine andere Person zu übertragen. Kollusionsgefahr sei deshalb zu bejahen.