Citation: 6B_812/2018 E. 2.9

2.9. Innerhalb des mit der Temperaturmethode gesetzten Rahmens kann der Todeszeitpunkt durch weitere Merkmale gegebenenfalls näher eingegrenzt werden (oben E. 2.3). Der Beschwerdeführer weist darauf hin, der gerichtsmedizinische Sachverständige habe in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ausgesagt, nach sechs Stunden seien Totenflecken noch teilweise und ab etwa 24 Stunden gar nicht mehr umlagerbar. Zum Zeitpunkt der Legalinspektion am 8. Januar 2009, 18.30 Uhr, waren sie noch "partiell wegdrückbar" (Bericht zur Legalinspektion vom 16. Januar 2009). Das bedeutet nach Auffassung des Beschwerdeführers, dass der Tod immer noch frühestens eine Stunde nach dem von der Zeugin angegebenen Zeitpunkt eingetreten sein müsse. Auch unter diesem Aspekt sei nicht nachvollziehbar, wie der Gutachter auf einen möglichen Todeszeitpunkt von bis zu 30 Stunden vor der Legalinspektion komme. Die Vorinstanz stellt auf die Aussage des Sachverständigen Dr. E.________ ab, "je nach Literatur" liege die obere Grenze für die partielle Umlagerbarkeit von Totenflecken bei zwischen 20 "bis über 37 Stunden" nach dem Tod (Protokoll der vorinstanzlichen Hauptverhandlung, S. 70). Es sei unbestritten, dass Totenflecken während etwa eines Tages partiell wegdrückbar seien. Die von der Legalinspizientin zugrundegelegte Obergrenze von einem Tag ("etwa 24 Stunden"; vgl. Protokoll, S. 61 und 72) sei indes nicht absolut zu verstehen. Der Todeszeitpunkt gemäss Anklage - 25 Stunden vor Leichenschau - liege jedenfalls noch im Bereich der unbestrittenen Regel, dass die Totenflecken etwa einen ganzen Tag umlagerbar seien. Diese Feststellung der Vorinstanz ist nicht offensichtlich unrichtig, weshalb es dabei bleibt, dass das Merkmal der Totenflecken den mit der Temperaturmethode gesteckten Zeitrahmen nicht weiter eingrenzt.