Citation: I 355/05 13.07.2005 E. 4

4.1 Was die 1988 erlittene Augenverletzung anbelangt, ist in Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Überlegungen, welche sich ihrerseits auf das erwähnte MEDAS-Gutachten stützen, davon auszugehen, dass sich die verbliebene Beeinträchtigung erwerblich nicht auswirkt. Fehl geht der Beschwerdeführer ferner, wenn er dem psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS vom 10. September 2003 den Beweiswert absprechen will, weil es von Dr. phil. B.________, Fachpsychologe für Psychotherapie und Neuropsychologie FSP, verfasst worden sei und nicht von einem Facharzt. Das in Frage stehende Teilgutachten wurde von Prof. Dr. med. F.________, Direktor der Psychiatrischen Poliklinik am Spital X.________, visiert. Zudem bildeten die Erkenntnisse des psychiatrischen Teilgutachtens Gegenstand einer interdisziplinären Schlussbesprechung unter Mitbeteiligung auch der übrigen das Hauptgutachten vom 24. Oktober 2003 verantwortenden Fachärzte. Die MEDAS-Expertise, worin dem Versicherten neben einem funktionell-mechanischen spondylogenen Syndrom und einem möglichen Status nach linksseitiger Epiphyseolyse des Femurkopfs eine Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10: F 68.0) attestiert wurde (und die Kriterien für eine Somatisierungsstörung bzw. überhaupt für eine somatoforme Störung sowie eine Depression verneint wurden), erweist sich denn auch als schlüssig und nachvollziehbar begründet, wogegen die Stellungnahmen der behandelnden Psychotherapeutin Dr. med. L.________ vom 22. April und 18. Dezember 2003 sowie vom 7. Mai 2005 nicht zu überzeugen vermögen. Während die MEDAS-Ärzte feststellten, da keine wesentlichen psychischen Einschränkungen bestünden und beide somatischen Leiden in einer angepassten Tätigkeit kompensiert werden könnten (und zudem besserungsfähig seien), wäre es dem Beschwerdeführer zumutbar, das vorhandene Besserungpotential auszunutzen und sich im Rahmen einer beruflichen Rehabilitation zu aktivieren, lässt sich den Arztberichten Dr. L.________s mit Bezug auf die entscheidende Frage nach der Zumutbarkeit weiterer Arbeitsleistung nichts entnehmen. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass sich die behandelnde Psychotherapeutin bei ihrer Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit ("aus psychiatrischer Sicht [...] mindestens 80 %") auch von invaliditätsfremden Überlegungen leiten lässt, indem sie in diesem Zusammenhang etwa die geringen psychosozialen Ressourcen und das niedrige Bildungsniveau des Versicherten mit berücksichtigt. Ist somit auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten und nicht auf die davon abweichenden Stellungnahmen Dr. L.________s abzustellen, braucht die von der IV-Stelle letztinstanzlich aufgeworfene Frage nach der fachärztlichen psychiatrischen Ausbildung der behandelnden Psychotherapeutin nicht abschliessend beantwortet zu werden (immerhin ist der Verwaltung darin beizupflichten, dass die genannte Ärztin im FMH-Index entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht mit einem Facharzttitel in Psychiatrie und Psychotherapie aufgeführt ist). Der vom Neurologen Dr. J.________ mit Stellungnahme vom 15. April 2005 für eine "künftige Erwerbstätigkeit" attestierten gänzlichen Leistungseinbusse auch für leichte Tätigkeiten kann hinsichtlich des hier relevanten Zeitraums bis zum Erlass des Einspracheentscheids vom 11. Oktober 2004 ebenfalls keine entscheidende Bedeutung beigemessen werden. Schliesslich kann von der mit Eventualantrag verlangten ergänzenden medizinischen Begutachtung abgesehen werden, da von einer solchen Weiterung für das vorliegende Verfahren keine wesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Anzumerken bleibt, dass die nach der medizinischen Aktenlage zu berücksichtigende 80%ige Restarbeitsfähigkeit bei Ausübung einer leidensangepassten Erwerbstätigkeit bereits im August 2002, d.h. bei Ablauf der einjährigen Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG vorlag: Hätte der Beschwerdeführer die ihm verbliebene Leistungsfähigkeit bereits damals in zumutbarer Weise erwerblich verwertet, wäre die zwischenzeitlich eingetretene Dekonditionierung ausgeblieben. 4.2 Mit Blick auf die zu vergleichenden Erwerbseinkommen beanstandet der Versicherte letztinstanzlich einzig, dass das kantonale Gericht beim Invalideneinkommen eine bloss 15%ige Herabsetzung des statistischen Tabellenlohnes vornahm, während ihm die IV-Stelle noch einen Abzug von 20 % zugestanden hatte. Die Vorinstanz hat indessen bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs ihr Ermessen nicht etwa ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung gesetzt (was rechtsprechungsgemäss nicht zulässig wäre: BGE 126 V 81 Erw. 6 mit Hinweis). Vielmehr wurde im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt, dass der von der Verwaltung vorgenommene Abzug von 20 % angesichts des allein anerkannten Kriteriums der leidensbedingten Einschränkung (der früher als Schwerarbeiter tätig gewesene Beschwerdeführer kann nur noch körperlich leichte und an weitere Voraussetzungen geknüpfte Arbeiten verrichten und erreicht auch diesbezüglich nur mehr eine Leistungsfähigkeit von 80 %) insofern deutlich zu hoch ausgefallen ist, als eine angemessene Berücksichtigung und Gewichtung (hier allerdings nicht vorliegender) weiterer einkommensbeeinflussender Umstände im Rahmen der höchstens 25%igen Herabsetzung von Vornherein nicht mehr möglich wäre.