Citation: 9C_636/2018 E. 6.3.2

6.3.2. Zum Aspekt "behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck" (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) hat das kantonale Versicherungsgericht erwogen, der Beschwerdeführer nehme die verordneten Medikamente nur unzureichend ein. Im Medikamentenspiegel seien Depakin und Remeron gar nicht, Pranzine nur im subtherapeutischen Bereich nachweisbar gewesen. Dies spreche gegen einen hohen Leidensdruck. Daran ändere nichts, dass er seit der Begutachtung seine Medikamente ordnungsgemäss einnehme. Sodann habe der Beschwerdeführer die bisherige Behandlung trotz unbefriedigender Ergebnisse (vor dem Begutachtungszeitpunkt) jahrelang unverändert fortgesetzt und sich nicht um Alternativen - auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz - bemüht. Ebenfalls sei die Therapiefrequenz gering gewesen. Im Weitern bestünden noch offene therapeutische Möglichkeiten im Sinne einer Anpassung der Medikation bzw. Etablierung einer kontrollierten Medikamenteneinnahme. Ein behandlungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck sei damit zu verneinen (vgl. E. 6.2.2). Zudem sprächen die wenig nachvollziehbaren und vagen Beschreibungen des Beschwerdeführers im Rahmen der Begutachtung sowie die geringe Sitzungsfrequenz der Therapie gegen die Annahme einer Konsistenz. Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, aus dem einmaligen im Rahmen der Begutachtung erhobenen Medikamentenspiegel könne nicht gefolgert werden, er habe gleichsam regelmässig die verordneten Arzneien nicht oder nur in ungenügendem Masse eingenommen. Im Übrigen habe der psychiatrische Gutachter festgehalten, die an sich notwendige Optimierung der Medikation habe aufgrund "atypischer Nebenwirkungen" nicht erfolgen können (vgl. E. 6.2.2.2), ohne allerdings zu sagen, worin diese bestanden (unter Hinweis auf den Bericht des Dr. med. B.________ vom 18. Februar 2011). Sodann bestreitet er, dass die (ambulante) Behandlung nicht adäquat gewesen sein soll und er sich trotz Erfolglosigkeit nicht um Alternativen bemüht habe. Dieser Einwand ist insoweit berechtigt, als es in erster Linie Sache das Arztes ist, die geeignete und wirksame Therapieform anzuwenden (vgl. E. 6.2.2.1). Im Übrigen hat das kantonale Versicherungsgericht nicht festgestellt und es fehlen Hinweise im Gutachten, dass sich der Beschwerdeführer gegen eine Anpassung der Behandlung, namentlich einen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, gewehrt hatte oder hätte. Unter diesen Umständen kann ein entscheidend ins Gewicht fallender fehlender Leidensdruck nicht angenommen werden.