Citation: I 501/03 22.01.2004 E. 2

2.1 Nachdem der Versicherte im vorinstanzlichen Verfahren einen Bericht des Dr. med. L.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 9. November 2001 eingereicht hatte, erwog das kantonale Gericht, dass der medizinische Sachverhalt nur unvollständig abgeklärt worden sei. Unter Verweis auf die Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (AHI 2000 S. 159 Erw. 4b) ging es davon aus, dass nach der Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung durch die BEFAS-Gutachter die Möglichkeit eines invalidisierenden psychischen Leidens bestehe, diese Frage jedoch nach Lage der Akten nicht beantwortet werden könne. 2.2 Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat im genannten Urteil erkannt, dass unter bestimmten Voraussetzungen somatoforme Beschwerden eine Arbeitsunfähigkeit verursachen können. Solche Beschwerden fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden, welche grundsätzlich geeignet sind, eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Zur Beurteilung, ob dies tatsächlich der Fall ist, ist jedoch ein psychiatrisches Gutachten erforderlich. Zu beachten ist dabei, dass eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit nicht gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität ist. In jedem Einzelfall muss die Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit gehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung, ob und inwiefern dem Versicherten trotz seines Leidens die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar ist (BGE 127 V 298 Erw. 4c). 2.3 Im vorliegenden Fall wurde jedoch bis zu dem für die richterliche Überprüfungsbefugnis massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 19. Juli 2001 (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b) weder vom Hausarzt noch von den BEFAS-Gutachtern nach vierwöchiger Abklärung ein invalidisierendes psychisches Leiden diagnostiziert. Nach Einschätzung der BEFAS-Gutachter litt der Versicherte unter einer psychosozialen Belastungssituation, die sich darin bemerkbar machte, dass er sich trotz sorgfältiger, gleichmässiger und selbstständiger Arbeit überfordert fühlte, weshalb er sich auch bei einem Psychiater angemeldet hatte. Der Bericht des Dr. med. L.________ vom 9. November 2001 lässt keinen Rückschluss auf den Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu. Unter diesen Umständen ist eine psychiatrische Begutachtung nicht erforderlich, sondern auf die Einschätzung von Hausarzt und BEFAS-Gutachter abzustellen, wonach der Versicherte bis am 19. Juli 2001 in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig war.