Citation: 9C_27/2018 E. 6.2.2

6.2.2. Dass das ABI-Gutachten anderweitig nicht beweiskräftig wäre, ist nicht erstellt. Sofern die Beschwerdeführerin diesbezüglich schlicht auf die abweichenden Einschätzungen der sie behandelnden Ärzte (namentlich der Dres. med. E.________ und phil. B.________) verweist, genügt dies nicht. Sie lässt ausser Acht, dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag nicht zulässt, ein Administrativgutachten stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu anders lautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. statt vieler SVR 2017 IV Nr. 49 S. 148, 9C_338/2015 E. 5.5). Solche Aspekte gehen insbesondere aus dem Bericht der Dr. phil. B.________ vom 4. Juli 2016 nicht hervor. Diese hatte lediglich Zweifel an der vom ABI verwendeten Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung geäussert, welche die Beschwerdeführerin ihrer Auffassung nach unterfordert haben dürfte und deshalb nicht geeignet sei, im oberen Leistungsbereich zu differenzieren. Selbst wenn aber mit der Beschwerdeführerin von der von Dr. phil. B.________ attestierten Leistungseinschränkung von 30 % ausgegangen würde (vgl. aber zur Natur neuropsychologischer Abklärungen als blosse Zusatzuntersuchungen Urteil 9C_752/2018 vom 12. April 2019 E. 5.3 mit Hinweisen), bliebe die Beschwerdeführerin gemäss den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen in angestammter Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin nichts Substanzielles vor, weshalb es dabei sein Bewenden hat. Mit Blick darauf erübrigen sich auch Weiterungen zum Vorwurf, der neuropsychologische Bericht des ABI sei unvollständig, weil die Testergebnisse nicht beigelegt worden seien.