Citation: 6B_84/2023 E. 1.5.3

1.5.3. Sodann rügt die Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Erwägung, wonach sie sich "aus freien Stücken aktiv" dazu entschlossen habe, auf mehreren unerlaubten Wegen an Geld zu kommen, wobei sie "gezielt" vorgegangen sei und aus reiner Geldgier, ohne Rücksicht auf das Eigentum der Geschädigten gehandelt habe. Diese Ausführungen stünden im Widerspruch zur Tatsache, dass Sozialhilfebetrug gerade durch Unterlassen und daher passives Verhalten ausgeübt werde. Die Vorinstanz habe im Rahmen der Strafzumessung ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe keine aktiven Handlungen unternommen, um ihr Einkommen zu verschleiern, die die Tat in die Nähe des Betrugs gerückt hätten. Damit lege die Vorinstanz bei der Güterabwägung zur Landesverweisung einen Sachverhalt zugrunde, der sich nicht auf die Katalogtat beziehen könne, weil die Katalogtat durch passives Verhalten verübt worden sei. Damit werde bei der Güterabwägung zur Landesverweisung Bezug auf Nicht-Katalogtaten genommen. Auch diese Rüge zielt ins Leere. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der freie und aktive Entschluss der Beschwerdeführerin, auf unerlaubten Wegen an Geld zu kommen, eine passive Tatbegehung (im Sinne des Verschweigens von Einkommen) ausschliessen soll. So beschlägt Ersteres das Mass des deliktischen Willens resp. den Vorsatz, während Letzteres den modus operandi - die Art der Tatausführung - betrifft. Die Beschwerdeführerin konnte sich ohne Weiteres aktiv und frei zur Tatbegehung mittels (passivem) Verschweigen von Einkünften entscheiden.