Citation: 4A_604/2020 E. 4.2.1

4.2.1. Die Beschwerdeführer machen geltend, die Beschwerdeführerin habe zunächst ein anderes Projekt verfolgt. Die Beschwerdegegnerin (als Zweitmeinung befragt) habe das vorherige Architekt-D.________-Projekt als zu teuer eingeschätzt. Sie könne der Beschwerdeführerin etwas Gleichwertiges viel preisgünstiger erstellen, was sie mit einer "Studie Mehrfamilienhaus" mit "Totalen Approximativen Anlagekosten" von Fr. 3,81 Mio. und "Berechnungen Projekt D.________" mit "Totalen Approximativen Anlagekosten" von Fr. 4,19 Mio. untermauert habe. Dies habe die Beschwerdeführerin veranlasst, das Mandat beim Vorarchitekten D.________ zu beenden und stattdessen die Beschwerdegegnerin zu beauftragen. Die Beschwerdeführerin habe darauf vertraut, die Ausführung des Projekts der Beschwerdegegnerin sei kostengünstiger als eine Umsetzung des Architekt-D.________-Projekts und führe so zu einer besseren Rentabilität aus Baukosten und erzielbaren Mieterträgen. Deshalb habe sie nicht das D.________-Projekt ausführen lassen, sondern das Projekt bei der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegeben und ihre Finanzierungsplanung nach den von der Beschwerdegegnerin veranschlagten Gesamtkosten ausgerichtet. Dass die Beschwerdegegnerin sich auf die erhaltenen Unterlagen des D.________-Projektes habe stützen können, habe ihren Aussagen erhöhte Glaubhaftigkeit gegeben. Auch die bei Auftragserteilung gemachte Aussage "Zudem überzeuge das Projekt [D.________] im Hinblick auf die anvisierte Rentabilität nicht, dies umso mehr als die Kostenprognosen von Herrn D.________ nach ihrer [der Beschwerdegegnerin] Überzeugung nicht einzuhalten waren" unterstreiche, dass die Beschwerdeführerin auf die Angaben der Beschwerdegegnerin habe vertrauen dürfen. Sie habe auf die veranschlagten Gesamtkosten noch stärker vertrauen dürfen, nachdem ein Exponent der Beschwerdegegnerin sich in der Friedensrichterverhandlung gegen den Vorarchitekten D.________ selber als Finanzberater der Beschwerdeführerin bezeichnet habe.