Citation: 9C_494/2009 14.08.2009 E. 3

Der Versicherten ist beizupflichten, dass die beiden hypothetischen Einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 S. 223 mit Hinweis). Ebenso trifft zu, dass eine Anpassung des Valideneinkommens an die Nominallohnentwicklung rechtsprechungsgemäss nicht nur in Fällen erfolgt, in welchen vom hypothetischen Einkommen eines einzelnen Jahres ausgegangen wird (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224), sondern auch dann, wenn das hypothetische Einkommen ohne Invalidität - wie im vorliegenden Fall - nach Massgabe eines Durchschnittslohnes ermittelt wird (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 316/04 vom 23. Dezember 2004). Zu beachten gilt es indessen, dass die Vorinstanz als Invalideneinkommen zu Unrecht die von der Beschwerdeführerin als Coiffeuse erzielten Reingewinne aus den Jahren 2003 bis 2005 berücksichtigt hat. Massgebend für den Einkommensvergleich ist vielmehr der Zeitpunkt des (potenziellen) Rentenbeginns (BGE 129 V 222 E. 4.2 S. 223). Eine allfällige Rente würde indessen im vorliegenden Fall im Februar 2004, ein Jahr nach dem Unfall (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) zu laufen beginnen, weshalb nur die Reingewinne der Jahre 2003 und 2004 zur Berechnung des Invalideneinkommens herangezogen werden dürfen. Das kantonale Gericht hat das ausgewiesene Einkommen des Jahres 2003 von Fr. 16'120.- auf Fr. 19'344.- erhöht mit der Begründung, dass die Beschwerdeführerin gemäss Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 7. Dezember 2005 vom 15. Februar bis 4. März 2003 sowie vom 17. Juli bis 14. August 2003 während knapp sieben Wochen voll arbeitsunfähig gewesen sei. Der entsprechende Erwerbsausfall müsse aufgerechnet werden. Die Vorinstanz hat den Sachverhalt in diesem Punkt aktenwidrig und damit offensichtlich unrichtig festgestellt, weshalb das Bundesgericht nicht daran gebunden ist: Wie die Beschwerdeführerin zu Recht einwendet, hat sie bis zum Unfall vom 15. Februar 2003 während ebenfalls sechs Wochen voll gearbeitet, was das Sozialversicherungsgericht übersehen hat. Der Arbeitsausfall in den erwähnten Perioden nach dem Unfall wurde durch die auf voller Arbeitsfähigkeit beruhende Tätigkeit vor Eintritt der Invalidität vom 1. Januar bis Mitte Februar 2003 kompensiert. Es ist daher für 2003 auf den Geschäftsabschluss abzustellen, der einen Reingewinn von Fr. 16'120.- ausweist. Der als Invalideneinkommen zu berücksichtigende durchschnittliche Reingewinn der Jahre 2003 und 2004 beläuft sich demgemäss auf Fr. 17'998.- (Fr. 16'120.- + Fr. 19'877.- [Reingewinn 2004] : 2). Unter Einbezug des Einkommens, das die Versicherte als Angestellte der Kirchgemeinde erzielt (Fr. 14'185.-), resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 32'183.-. Verglichen mit dem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 53'260.- ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 21'077.-, entsprechend einem Invaliditätsgrad von 39,57 % (aufgerundet 40 %). Die Beschwerdeführerin hat somit antragsgemäss Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenbeginn ist mit Blick auf das Unfalldatum (15. Februar 2003) und die seither andauernde teilweise Arbeitsunfähigkeit auf den 1. Februar 2004 festzusetzen (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung).