Citation: 2C_842/2019 E. 4.4.1

4.4.1. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, Opfer ehelicher Gewalt geworden zu sein, qualifizierte die Vorinstanz - abgesehen von einem singulären Vorfall am 3. oder 4. Mai 2017 - als unglaubhaft. Ihr Aussageverhalten deute nicht darauf hin, dass sie in ihrer Ehe andauernder ehelicher Gewalt ausgesetzt gewesen sei. So hätten ihre Anträge im Eheschutzverfahren keinerlei Hinweise auf eheliche Gewalt enthalten; im Gegenteil habe sie dort einem vorübergehenden Zusammenwohnen noch zugestimmt. Erstmals von ehelicher Gewalt berichtet habe sie erst, nachdem sie über die Möglichkeit der Beendigung ihres Aufenthaltsrechts informiert worden sei. Im Verlaufe des Verfahrens hätten ihre Schilderungen sodann variiert und seien immer drastischer ausgefallen; von konkreten Vorfällen habe sie aber - abgesehen von der Auseinandersetzung auf einem Parkplatz am 3. oder 4. Mai 2017 - trotzdem nicht berichten können. Dass keine systematische eheliche Gewalt stattgefunden habe, konvergiere mit der Einschätzung der Strafbehörden, die ein gegen den Ehemann wegen Drohung, Nötigung und Tätlichkeiten eröffnetes Strafverfahren eingestellt hätten (vgl. dazu den letztinstanzlichen Entscheid des Bundesgerichts, Urteil 6B_1200/2018 vom 12. Februar 2019).