Citation: 5C.33/2002 12.04.2002 E. 1

1.- Das Obergericht ist aus verschiedenen Gründen zum Schluss gelangt, der Vertrag vom 11. Juni 1996 verpflichte die Beklagte 2 nicht, die Arbeit neu als Entgelt für das eingeräumte Wohnrecht zu leisten. Der Kläger macht eine Verletzung von Art. 18 OR und bundesrechtswidrige Vertragsauslegung geltend. Im Wesentlichen ist er der Ansicht, die im Vertrag vom 2. Mai 1988 vereinbarte Arbeit sei seit Abschluss des Vertrages vom 11. Juni 1996 als Entgelt für das Wohnrecht geschuldet. Dafür bringt er mehrere Gründe vor. a) Der Kläger macht unter dem Titel "ergänzende Auslegungsmittel" geltend, die Beklagte 2 habe die üblichen Arbeiten noch während ungefähr drei Jahren nach Abschluss des Vertrages vom 11. Juni 1996 ausgeführt. Daraus müsse gefolgert werden, dass die Beklagten tatsächlich der Meinung waren, die Arbeiten gemäss Vertrag vom 2. Mai 1988 seien weiterhin geschuldet. aa) Schlüsse, die aus dem Verhalten einer Partei nach Abschluss des Vertrages gezogen werden, gehören zur Sachverhaltsfeststellung, welche vom Bundesgericht im Berufungsverfahren nicht überprüft werden kann (BGE 107 II 417 E. 6 S. 418 unten; zuletzt BGE 118 II 365 E. 1 S. 366). Gleich verhält es sich mit den tatsächlichen Feststellungen zum subjektiven Vertragswillen, welche das Bundesgericht ebenfalls binden und der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip vorgehen (BGE 125 III 305 E. 2b S. 308 Abs. 2 mit Hinw.). Das Obergericht stellt nicht in Abrede, dass die Beklagte 2 die Hausarbeiten für den Kläger noch ungefähr drei Jahre nach Abschluss des Vertrages vom 11. Juni 1996 geleistet hat (E. 3 S. 9 a.A.). Jedoch hat es daraus nicht den Schluss gezogen, die Parteien hätten subjektiv übereinstimmend gewollt, dass Arbeit im bisherigen Umfang geleistet werden müsse. Es hält zu den Geschehnissen im fraglichen Zeitraum nämlich bloss fest, das Wohnrecht sei beim Grundbuchamt als unentgeltlich angemeldet worden (E. 4b S. 13 oben). Im Übrigen hat es für den Sachverhalt auf den erstinstanzlichen Entscheid verwiesen (E. II.1 S. 5); insoweit kann dieser gleich wie das obergerichtliche Urteil angefochten werden (BGE 119 II 478 E. 1d S. 480 f.). Der Entscheid des Bezirksgerichts enthält aber auch keine den klägerischen Standpunkt stützenden Feststellungen (E. 6 S. 18); darin wird vielmehr betont, der Kläger sei den anderen Hausbewohnern juristisch überlegen gewesen. Die Verträge seien nicht besprochen worden. Daher könne nicht gesagt werden, vertragliche Unklarheiten seien gemeinsam zu verantworten (E. 8 S. 22). An diese tatsächlichen Feststellungen ist das Bundesgericht gebunden (Art. 63 Abs. 2 OG). Soweit der Kläger primär erreichen will, dass das Bundesgericht die von ihm gewünschte, tatsächliche Feststellung selber trifft, bleibt er ohne Erfolg. Denn in der Berufungsschrift fehlen diejenigen Aktenhinweise, die für eine Rückweisung der Sache zur Ergänzung des Sachverhalts erforderlich sind (Art. 64 Abs. 1 OG; BGE 119 II 353 E. 5c/aa S. 357 mit Hinw.). bb) Wohl dürfen im Rahmen der objektivierten Vertragsauslegung Indizien berücksichtigt werden. Indessen gilt das nur für bereits im Zeitpunkt des Vertragsschlusses bestehende Umstände (Kramer/Schmidlin, Berner Kommentar, N 71 zu Art. 18 OR; allgemein Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Bd. I,