Citation: 4A_35/2021 E. 4.4.2

4.4.2. Die Beschwerdeführerin zitiert aus dem Gerichtsgutachten. Die Gutachter hätten unter anderem bemängelt, es fehlten periodische Kostenrapporte mit Vergleichen von Zahlungen und Verpflichtungen sowie der Schlussrechnung gegenüber dem Kostenvoranschlag, wie sie üblicherweise gemacht würden. Die Kostenvoranschläge seien nur bedingt aussagekräftig. Die Beschreibung der Leistungen und der entsprechenden Berechnungsgrundlagen seien unpräzise oder fehlten. Die zur Verfügung stehenden Grundlagen seien dürftig. So fehlten Baubeschreibung, Plangrundlagen mit Konstruktionsprinzipien und aussagekräftigen Details. Die Handhabung der Nebenkosten sei nicht konsequent. Diverse verrechnete Leistungen seien nicht nachvollziehbar, Details zu den angeführten Leistungen nicht immer ersichtlich. Sodann verweist die Beschwerdeführerin auf zwei Abrechnungspositionen, anhand derer sie die mangelnde Nachvollziehbarkeit zu "veranschaulichen" sucht. Zudem beanstandet sie, der Unternehmer nehme keine Abgrenzung von Leistungen des Grundauftrags sowie von Zusatzleistungen vor und zeige nicht auf, welche Leistungen auf den Grundauftrag mit Circa-Preis und welche Leistungen auf Zusatzaufträge entfielen. Sie ist unter Hinweis auf das Gerichtsgutachten der Auffassung, eine Abgrenzung der Leistungen bzw. Kosten für Zusatzaufträge sei gestützt auf die Schlussrechnung und die im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Dokumente nicht möglich. Die Beschwerdeführerin legt nicht rechtsgenüglich dar, dass sie die Vorbringen zur Veranschaulichung und die Ausführungen zum Gutachten im kantonalen Verfahren bereits prozesskonform eingebracht hat. Es fehlt an der materiellen Ausschöpfung des Instanzenzuges. Ungenügend ist auch der Verweis auf die Ausführungen im Gutachten, ohne dass dazu Stellung genommen wird, in welchem Zusammenhang diese erfolgt sind und ob sie überhaupt Posten betreffen, bei denen die Vorinstanz eine Anerkennung annahm. Dass die Schlussrechnung nicht die unter den Circa-Preis fallenden Leistungen ausscheidet, ist nicht verwunderlich, hat sich die Beschwerdegegnerin doch auf den Standpunkt gestellt, es sei einheitlich nach Aufwand abzurechnen. Selbst wenn einzelne Posten in der Schlussabrechnung nicht nachvollziehbar sein sollten, hilft das der Beschwerdeführerin nichts, soweit sie nicht aufzeigt, dass die Klägerin die Beschwerdegegnerin auf den Mangel hingewiesen und Erläuterung verlangt hat. Dazu wäre sie nach Treu und Glauben gehalten gewesen, denn es geht darum, ihr die Kontrolle der Abrechnung zu ermöglichen. Daher kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, soweit sie aus der mangelnden Abgrenzung von vom Grundauftrag erfassten Leistungen und Zusatzaufträgen ableitet, die Schlussrechnung sei nicht nachvollziehbar und die geltend gemachten Ansprüche noch nicht fällig.