Citation: 2C_758/2020 E. 9.2

9.2. Anders als die Vorinstanz annimmt, muss die Gewinnstrebigkeit des Handelns des Beschwerdeführers bejaht werden: Insbesondere lässt sich die Gewinnstrebigkeit nicht mit dem Hinweis verneinen, bei den erzielten Gewinnen handle es sich mit Blick auf die geltend gemachten Transaktionsvolumen um bescheidene Beträge (so jedoch E. 3.6 des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer hat sodann nicht über eine längere Zeit nur Verluste erzielt und seine Tätigkeit dennoch weiterverfolgt. Wenn man vom Jahr 2015 absieht, war seine Tätigkeit durchaus - wenn auch in relativ kleinem Umfang - gewinnbringend. Es liegt damit keine auf Dauer nichts einbringende Tätigkeit vor, welche auf fehlende Gewinnstrebigkeit hindeuten würde (vgl. dazu Urteil 2C_375/2015 vom 1. Dezember 2015 E. 7.4.1). In der blossen Abwicklung von Börsengeschäften lässt sich sodann nur schwerlich ein Hobby oder eine Liebhaberei erkennen; ohne die Absicht der Gewinnerzielung wäre diese Tätigkeit jedes Sinnes entleert (vgl. Urteil 2C_375/2015 vom 1. Dezember 2015 E. 7.4.2). Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass die subjektive Gewinnstrebigkeit beim Beschwerdeführer vorhanden war (keine Rolle spielt in diesem Zusammenhang, ob der Beschwerdeführer für die Bestreitung seines Lebensunterhaltes auf die Gewinnerzielung angewiesen war). Die Vorinstanz spricht der Handelstätigkeit des Beschwerdeführers die Eignung zur nachhaltigen Gewinnerzielung mit der Begründung ab, es sei angesichts des Nettogewinnes von knapp Fr. 20'000.-- in den Jahren 2012 bis 2014 und des Verlustes von rund Fr. 6'000.-- in den Jahren 2016 und 2017 davon auszugehen, dass es dem Beschwerdeführer nie gelingen werde, den im Jahr 2015 erlittenen Verlust zu kompensieren. Diese Argumentation verfängt aber schon deshalb nicht, weil das im Jahr 2015 eingetretene Ereignis (Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurses) notorischerweise ein aussergewöhnliches, höchst seltenes Ereignis bildet und sich ein solches Ereignis je nach Positionierung auch zugunsten des Anlegers auswirken kann.