Citation: 1B_20/2015 E. 2.4

2.4. Im Fall des Beschwerdeführers haben das Regionalgericht und das Obergericht eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten ausgefällt und deren Vollzug zugunsten einer stationären therapeutischen Massnahme und einer stationären Suchtbehandlung aufgeschoben. Davon ausgehend stellte das Obergericht im angefochtenen Entscheid richtigerweise auf die zu erwartende Dauer der Massnahmen ab (Art. 59 Abs. 4 StGB), denn gemäss Art. 57 Abs. 3 StGB ist der mit der Massnahme verbundene Freiheitsentzug auf die Strafe anzurechnen. Vorliegend ist von einer länger dauernden Massnahme auszugehen, wie das Obergericht zu Recht festgehalten hat. Nach der jüngsten psychiatrischen Einschätzung vom 14. Oktober 2014, auf welche das Obergericht verwiesen hat, leidet der Beschwerdeführer an Alkoholabhängigkeit sowie an einer ausgeprägten kombinierten und deliktsrelevanten Persönlichkeitsstörung. Die vom Obergericht mit eingehender Begründung bejahte Therapierbarkeit des Beschwerdeführers ist zudem nicht zu verneinen, nur weil er erklärt, seine Mitwirkung zu verweigern. So haben insbesondere die Gutachter in ihrer (ergänzenden) Stellungnahme vom 26. Februar 2014 ausdrücklich festgehalten, eine gegen den Willen des Beschädigten angeordnete Behandlung könne keineswegs als von vornherein aussichtslos angesehen und dessen ablehnende Haltung durch Motivationsarbeit abgebaut werden (vgl. Urteil 1B_242/2014 vom 23. Juli 2014 E. 4). Vor diesem Hintergrund liegt derzeit keine Überhaft vor.