Citation: 5A_964/2020 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin verlangt eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von Fr. 270'109.45. Sie leitet diese Forderung aus zwei Urkunden ab (Bericht der Wirtschaftsprüfer der Staatsanwaltschaft III vom 21. Dezember 2016 und Abhandlung der C.________ vom Juli 2011 betreffend Kundschafts- und Goodwillbewertung), aus welchen sich eine Unternehmensbewertung der dem Beschwerdegegner zuzuordnenden Gesellschaften von Fr. 540'218.90 ergebe. Sie habe diese beiden Urkunden anlässlich der Hauptverhandlung am 15. September 2017 eingereicht. Es habe sich dabei um rechtzeitig eingereichte echte Noven gehandelt, zumal sich diese Beweismittel und die dazugehörigen Vorbringen erst aus dem gegen den Beschwerdegegner laufenden und für die güterrechtliche Auseinandersetzung relevanten Strafverfahren ergeben hätten. In ihrem Klagerückzug vom 12. Oktober 2016 habe sie explizit darauf hingewiesen, dass sie sich in ihrer Klageantwort vorbehalten habe, zu gegebenem Zeitpunkt noch weitere Ergebnisse der Strafuntersuchung als Beweismittel zu offerieren und einzureichen. Auch die mit der Noveneingabe vom 18. Juli 2018 eingereichten Bilanzen und Erfolgsrechnungen hätte sie nicht früher vorbringen können, da sie nicht aus der Strafuntersuchung erhältlich gewesen seien, bevor sie von der Staatsanwaltschaft editionsweise verlangt worden seien.