Citation: 6B_637/2023 E. 2.3

2.3. Die vorstehenden Erwägungen der Vorinstanz sind überzeugend. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, dass sie massgebende Strafzumessungskriterien ausser Acht gelassen oder das ihr zustehende Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hätte. Von vornherein nicht zu hören ist der Beschwerdeführer, wenn er eine mildere Strafe mit der seiner Meinung nach erfüllten fahrlässigen Körperverletzung sowie damit begründet, dass er nicht absichtlich einen Schuss abgegeben habe. Damit weicht er vom massgebenden Sachverhalt und Schuldspruch ab. Entgegen seiner Auffassung trägt die Vorinstanz der tätigen Reue zudem angemessen Rechnung. Sie war auch nicht zu weiteren Ausführungen gehalten, zumal die Umstände unbestritten sind. In diesem Zusammenhang durfte sie berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer nicht sofort zu Hilfe eilte, sondern vorher noch das Gewehr wegräumte und die Zeit fand, seiner Freundin ein SMS zu schreiben. Auch hat die Vorinstanz den psychischen Zustand und die Alkoholisierung gebührend berücksichtigt. Nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz die Täterkomponente nur geringfügig strafmindernd würdigt. Ihre Erwägungen, insbesondere zur Neutralität der Vorstrafenlosigkeit und des Wohlverhaltens nach der Tat, sind, der Kritik der Verteidigung zum Trotz, zutreffend. Es besteht kein Anlass für eine Praxisänderung. Ebenso weist die Vorinstanz zu Recht auf die Bagatellisierungstendenz des Beschwerdeführers hin. Sie verletzt ihr Ermessen nicht, wenn sie erwägt, dem Nachtatverhalten werde mit der Strafreduktion von 6 Monaten wegen tätiger Reue hinreichend Rechnung getragen. Diese Feststellung verletzt zudem nicht den Grundsatz "nemo tenetur". Auch, dass der Beschwerdeführer finanzielle Wiedergutmachung geleistet hat, muss zu keiner weiteren Strafminderung führen. Dies gilt angesichts der Tatschwere ebenso für die Verletzung des Beschleunigungsgebots bei erstinstanzlicher Verfahrensdauer von viereinhalb Jahren. Auch das rechtliche Gehör resp. die Begründungspflicht sind mit Bezug auf die Erwägungen zur Täterkomponente nicht verletzt. Im Übrigen erscheint die ausgefällte Freiheitsstrafe im Lichte der konkreten Umstände als eher milde. Die Tat erfolgte vorsätzlich und aus nichtigem Anlass. Es wäre dem Beschwerdeführer trotz der privaten Schwierigkeiten und der Alkoholisierung ein Leichtes gewesen, davon Abstand zu nehmen. Das Verhalten ist in keiner Weise nachvollziehbar und völlig übertrieben. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, ist es letztlich dem Zufall zu verdanken ist, dass der Schuss nicht unmittelbar tödlich war. Dass die Vorinstanz von einem leichten bis mittelschweren Verschulden ausgeht, ist ebenfalls grosszügig. Jedenfalls kann keine Rede davon sein, dass sie ihr Ermessen missbräuchlich ausgeübt hätte.