Citation: 2C_372/2023 E. 9.1

9.1. Die Vorinstanz ging von einer anrechenbaren Aufenthaltsdauer von etwas mehr als neun Jahren (von November 2004 bis zur Festnahme im Februar 2014) aus. Zur Integration erwog sie, die Beschwerdeführerin sei während ihrer acht Jahre dauernden ersten Ehe keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen und habe keine Landessprache erlernt, ihr damaliger Ehemann und sie hätten wirtschaftliche Sozialhilfe bezogen. Erst im Strafvollzug habe sie sich Deutschkenntnisse angeeignet und inzwischen einen Deutschtest auf dem Niveau B1 bestanden. In sozialer Hinsicht pflege die Beschwerdeführerin Kontakt zu einer Bekannten aus ihrem Heimatland, hingegen habe sie - nebst dem Kontakt zu ihrem Exmann und Vater ihrer Tochter - keine besonders gefestigten Kontakte und Freundschaften zur einheimischen Bevölkerung. Daraus schloss die Vorinstanz mit Blick auf die Integrationskriterien nach Art. 58a Abs. 1 AIG und die Rechtsprechung (vgl. Urteile 2C_1030/2020 vom 8. Dezember 2021 E. 5.4.1; 2C_175/2020 vom 24. November 2020 E. 5.3.2 f.) zu Recht auf eine nicht erfolgreiche Integration. So missachtete die Beschwerdeführerin mit ihrer Straftat die öffentliche Sicherheit und Ordnung (Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 77a Abs. 1 lit. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Zwar wurde sie soweit aktenkundig nur einmal verurteilt, doch wiegt das begangene Unrecht sehr schwer (E. 8.1 hiervor) und erfolgte über eine Dauer von fast drei Monaten, nämlich von Anfang Dezember 2013 bis am 24. Februar 2014 (angefochtenes Urteil E. 3.2). Trotz langer Aufenthaltsdauer bemühte sie sich erst spät um den Erwerb von Sprachkompetenzen (Art. 58a Abs. 1 lit. c AIG) und nahm während ihrer ersten Ehe weder am Wirtschaftsleben noch am Erwerb von Bildung teil (Art. 58a Abs. 1 lit. d AIG), obwohl ihr dies angesichts ihres damaligen Aufenthaltsstatus möglich gewesen sein müsste (vgl. Art. 46 AIG). Konkrete Umstände, die ihr eine frühere Integrationsbemühung verunmöglicht oder erschwert hätten (dazu Art. 58a Abs. 2 AIG und Art. 77f VZAE), nennt die Beschwerdeführerin nicht.