Citation: 6P.69/2007 11.02.2008 E. 3

3.1 Die Mutter der Beschwerdeführerin litt nach dem Tod ihres Gatten am 18. April 2004 zunehmend unter Demenz. Infolge eines akuten Deliriums wurde sie am 30. Juli 2004 in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen, wo der Verdacht auf eine Alzheimererkrankung diagnostiziert wurde. Der Beschwerdeführerin wurde erklärt, dass sie in Zukunft nicht mehr in der Lage sein werde, ihre Mutter zu betreuen, da diese eine Pflege rund um die Uhr benötige. Am 12. Oktober 2004 wurde die Mutter der Beschwerdeführerin von der Psychiatrischen Klinik in das Haus B.________ der X.________ AG verbracht. Am 14. Oktober 2004, um ca. 08.30 Uhr, wurde die Mutter der Beschwerdeführerin draussen im Garten des Pflegeheims am Zaun aufgefunden. Sie hatte versucht, sich aus dem Heim zu entfernen und nach Hause zu gehen. Durch zwei Pflegende wurde sie wieder ins Gebäude geführt. Sie war sehr unruhig und wollte unbedingt nach Hause. Man verbrachte sie auf ihr Zimmer im 3. Stock und verabreichte ihr nach Rücksprache mit dem Arzt ein Beruhigungsmittel. In der Folge liess man sie allein auf ihrem Zimmer. Die Mutter der Beschwerdeführerin wurde letztmals um 09.20 Uhr gesehen. Das gesamte Pflegepersonal hielt sich ab ca. 09.30 Uhr in der gemeinsamen Kaffeepause im Parterre auf. Die Mitarbeitenden des Hausdienstes, die während den Pausen des Pflegepersonals stellvertretend gewisse Überwachungsfunktionen wahrnahmen, hatten in diesem Zeitraum, wie regelmässig am Donnerstagvormittag, Rapport. Daher befand sich ab ca. 09.30 Uhr keine Betreuungsperson in den oberen Stockwerken des Gebäudes. Um diese Zeit verliess die Mutter der Beschwerdeführerin ihr Zimmer. Sie ging durch den Flur ans andere Ende des Stockwerks und gelangte in ein offenes Zimmer, das nicht besetzt war. Die Mutter der Beschwerdeführerin, die zwar körperlich agil, aber stark sehbehindert war, glaubte dem Anschein nach offenbar, dass sie sich im Parterre befinde. Sie öffnete ein Fenster und stieg auf einen Stuhl und anschliessend auf einen am Fenster stehenden Tisch, um über die Fensterbrüstung ins Freie zu gelangen. Dabei stürzte sie rund 6,2 Meter in die Tiefe. Als sie um ca. 09.55 Uhr aufgefunden wurde, konnte nur noch ihr Tod festgestellt werden.