Citation: 7B_71/2022 E. 4.4

4.4. Wie bereits dargelegt, wird dem Beschwerdeführer vorgeworfen, erhebliche Mengen Marihuana bzw. Cannabis (308 Pflanzen) angebaut zu haben in der Absicht, diese zu ernten und an Dritte zu verkaufen. Der Beschwerdeführer bestreitet den hinreichenden Tatverdacht (Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO) nicht. Die gesetzliche Strafdrohung für das untersuchte Vergehen umfasst eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 19 Abs. 1 lit. a BetmG). Zwar beruft sich der Beschwerdeführer auf "Privatgeheimnisse". Wie die Vorinstanz feststellt, hat er jedoch schon im Entsiegelungsverfahren nicht dargelegt, dass sich auf seinem Mobiltelefon konkrete sensible, höchstpersönliche oder intime Aufzeichnungen befänden, die vom ZMG zu triagieren und auszusondern gewesen wären. Die allgemeine Privatsphäre, etwa bezüglich persönliche Korrespondenz oder sonstige private Aufzeichnungen, ist bei der Durchsuchung von Mobiltelefon praktisch immer tangiert und stellt per se kein gesetzliches Entsiegelungshindernis dar. Bei dieser Sachlage sind keine konkreten Privatinteressen des Beschwerdeführers dargetan, welche das öffentliche Interesse an der Aufklärung der untersuchten Straftat überwiegen würden. Folglich bilden auch die vom Beschwerdeführer angerufenen privaten Geheimnisinteressen kein Entsiegelungshindernis (aArt. 248 Abs. 1 i.V.m. Art. 264 Abs. 1 lit. b StPO).