Citation: I 379/02 23.01.2003 E. 3.2

3.2.1 Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist das ohne Gesundheitsbeeinträchtigung hypothetisch erzielbare Einkommen (Valideneinkommen) nicht ausgehend von jenem Lohn zu ermitteln, den der Beschwerdeführer in seinem von Mai 1994 bis Juni 1996 dauernden Arbeitsverhältnis mit der Firma T.________ AG 1995 als Maurer erzielt hatte. Diese Stelle war dem Versicherten bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden. Er wäre daher im massgebenden Zeitraum von 1999 (Rentenbeginn) bis 2001 (Verfügungszeitpunkt) mit Sicherheit nicht mehr in dieser Firma tätig gewesen, weshalb das dort erreichte Lohnniveau (1995: Fr. 52'457.-) nicht als verlässliche Ausgangsbasis für die Ermittlung der hypothetischen Einkommensverhältnisse im Gesundheitsfall gelten kann. 3.2.2 Nach Angaben des letzten Arbeitgebers (L.________ AG) vom 4. März 1999 hätte der Beschwerdeführer im Jahre 1999 als gesunder Maurer einen Stundenlohn von Fr. 26.50 erzielt (ohne Anrechnung von Ferien- und Feiertagsentschädigung sowie 13. Monatslohn). Aufgrund der Akten und im Lichte des Grundsatzes, wonach Arbeitgeberbescheinigungen nicht als blosse Behauptungen zu werten sind (ZAK 1970 S. 348; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 229 in fine), deutet nichts auf die Unrichtigkeit dieses Betrages hin, welcher über dem in der Agglomeration Z.________ für die Lohnklasse A (Bau-Facharbeiter) geltenden minimalen Stundenansatz von Fr. 24.- gemäss Landesmantelvertrag 1998 - 2000 für das Bauhauptgewerbe liegt (LMV, mit Bundesratsbeschluss vom 10. November 1998 über die Allgemeinverbindlicherklärung des Landesmantelvertrages für das Bauhauptgewerbe teilweise allgemeinverbindlich erklärt [BBl 1998, 5643]; siehe Art. 2 der Zusatzvereinbarung 99 vom 27. November 1998 zum LMV 2000, durch Bundesratsbeschluss über die Allgemeinverbindlicherklärung des Landesmantelvertrages für das Bauhauptgewerbe vom 4. Mai 1999 allgemeinverbindlich erklärt; BBl 1999, 117). Er ist daher, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht geltend gemacht wird, als Ausgangswert für die Bestimmung des Valideneinkommens beizuziehen. 3.2.3 Gemäss Art. 24 Abs. 2 LMV betrug die jährliche Arbeitszeit ab dem Jahr 1999 2112 Stunden (Art. 1 der Änderung vom 4. Mai 1999, BBl 1999, 3419; eine diesbezügliche Änderung ist seither nicht eingetreten; vgl. Änderungen vom 6. Juni 2000 [BBl 2000, 3482], 13. November 2000 [BBl 2000, 5806], 23. Januar 2001 [BBl 2001, 207] und 4. Mai 2001 [BBl 2001, 2023]). Dabei handelt es sich um die Bruttoarbeitszeit vor Abzug von Ferien und Feiertagen, da in Art. 24 Abs. 1 LMV die jährliche Arbeitszeit explizit als "Brutto-Sollarbeitszeit (...) vor Abzug der allgemeinen Nichtleistungsstunden" definiert wird (Urteil H. vom 4. April 2002 [I 446/01]). Damit sind von der Jahresarbeitszeit (2112 Stunden) die Ferien (5 Wochen à 40.5 Stunden = 202.5 Stunden; vgl. Art. 34 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 24 Abs. 2 LMV) zu subtrahieren, während die acht Feiertage gemäss Art. 38 Abs. 1 LMV ausser Betracht fallen, da sie wie normale Arbeitstage zu entschädigen sind (vgl. Art. 38 Abs. 2 LMV). Der Beschwerdeführer hätte demnach als Gesunder effektiv 1909.5 Jahresstunden zu arbeiten. Unter Anrechnung einer Ferienentschädigung von 10.6 % (Art. 34 Abs. 1 LMV) sowie eines 13. Monatslohnes in der Höhe von 8.3 % (Art. 50 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang 8 LMV) ergibt dies für das Jahr 1999 (Rentenbeginn) ein hypothetisches Valideneinkommen von Fr. 60'610.67 und damit im Vergleich zum statistisch ermittelten Invalideneinkommen im selben Jahr (Fr. 21'686.60 gemäss LSE-Tabellenlöhnen; Erw. 3.1 hievor) einen Invaliditätsgrad von 64.2 %. Ab Juli 2000 hätte der Beschwerdeführer gemäss Art. 2 Abs. 1 der Zusatzvereinbarung vom 16./27. März 2000 (durch Bundesratsbeschluss über die Allgemeinverbindlicherklärung des Landesmantelvertrages für das Bauhauptgewerbe vom 6. Juni 2000 allgemeinverbindlich erklärt; BBl 2000, 3482) jedenfalls Anspruch auf eine Lohnerhöhung von 55 Rappen pro Stunde gehabt. Gemäss Art. 2 Abs. 2 der Zusatzvereinbarung vom 20. September 2000 (durch Bundesratsbeschluss über die Allgemeinverbindlicherklärung des Landesmantelvertrages für das Bauhauptgewerbe vom 23. Januar 2001 allgemeinverbindlich erklärt; BBl 2001, 207) ist sodann ab dem 1. März eine leistungsunabhängige Lohnerhöhung von 90 Rappen pro Stunde vereinbart worden. Damit resultiert - wiederum unter Berücksichtigung von 10.6 % Ferienentschädigung sowie eines Zuschlags von 8.3 % für den 13. Monatslohn - für das Verfügungsjahr 2001 ein Valideneinkommen von Fr. 63'584.03 ([2 x 27.05 x 1909.5] + [10 x 27.95 x 1909.5] = 53'084.09; 53'084.09 + [53'084.09 x 10.6/100] = 58'711.01; 58'711.01 + [58'711.01 x 8.3/100] = Fr. 63'584.03). Im Vergleich zum Invalideneinkommen von Fr. 22'372.- (Erw. 3.1. hievor) ergibt dies für das Jahr 2001 einen Invaliditätsgrad von 64.8 %. Würde aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens nur für relativ kurze Zeit und temporär bei der L.________ AG gearbeitet hat, das Valideneinkommen gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne im Baugewerbe im Jahre 2000 und unter Berücksichtigung der im Baugewerbe betriebsüblichen Arbeitszeit von 42 Stunden sowie der branchenspezifischen Nominallohnentwicklung von 2.8 % bis 2001 (vgl. Tabelle B9.2, in: Die Volkswirtschaft 2002/Heft 12, S. 88 und Tabelle B 10.2, in: Die Volkswirtschaft 2002/Heft 11, S. 89) festgesetzt, ergäbe dies einen Betrag von Fr. 65'605.93 (5065 [= LSE 2000/TA1/Baugewerbe/Anforderungsniveau 3/ Männer] x 42/40 x 12 = 63'819; 63'819 + 1786.93 [=2.8 %]) und damit ebenfalls einen Invaliditätsgrad von weniger als 66 2/3 % (65.9 %). Vorinstanz und Verwaltung haben demnach den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente zu Recht verneint.