Citation: 8C_125/2008 13.10.2008 E. 2

2.1 Streitig ist, ob die IV-Stelle vor Erlass der leistungsabweisenden Verfügung vom 4. Dezember 2006 ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren hätte durchführen müssen. Die Vorinstanz bejaht dies und schützt damit das Argument des Versicherten, die Verwaltung hätte ihn auf die Rechtsfolgen der Ausschlagung der beruflichen Eingliederung aufmerksam machen müssen. Weil in dieser Unterlassung eine schwer wiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs begründet liege, hob das kantonale Gericht die Verfügung auf und wies die Verwaltung an, das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen und anschliessend neu zu verfügen. Die Beschwerdeführerin geht demgegenüber davon aus, es sei kein Anwendungsfall von Art. 21 Abs. 4 ATSG oder Art. 43 Abs. 3 ATSG gegeben. Der Umstand, dass mit dem dreimonatigen Arbeitstraining in der Stiftung Y.________ die gemäss Schlussbericht der BEFAS vom 8. Februar 2005 erhoffte Leistungssteigerung nicht habe realisiert werden können, stehe in keinem kausalen Zusammenhang zur Abweisung des Leistungsbegehrens. 2.2 Nach Art. 21 Abs. 4 ATSG können Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen, wenn die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachkommen; er muss diese Person vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Diese Bestimmungen sind im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar (Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG). Zusätzlich verpflichtet Art. 7 Abs. 1 IVG in der vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 in Kraft gestandenen Fassung die anspruchsberechtigten Personen unter Hinweis auf die Rechtsfolgen gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG, die Durchführung aller Massnahmen, die zur Eingliederung ins Erwerbsleben getroffen werden, zu erleichtern.