Citation: 8C_692/2009 23.02.2010 E. 6

Zu prüfen ist somit im Weiteren, inwieweit die im Bereich der mittleren Unfälle beizuziehenden Kriterien erfüllt sind (BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff.). 6.1 Keiner weiteren Erörterung bedarf, dass besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls nicht vorliegen, wobei allein eine objektive Betrachtungsweise massgebend ist (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313, U 248/98 E. 4 und 5). 6.2 Gemäss BGE 134 V 109 genügt die Annahme eines Schleudertraumas der HWS für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der dafür typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 6, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits durch einen früheren Unfall erheblich vorgeschädigte HWS betrifft, ist speziell geeignet, die "typischen" Symptome hervorzurufen und deshalb als Verletzung besonderer Art qualifiziert zu werden (vgl. SVR 2007 UV Nr. 1, U 39/04 E. 3.4.2). Im Gegensatz zum erwähnten Fall handelt sich hier indessen nicht um einen unfallbedingten Vorzustand und ist das Ausmass der Vorschädigung nicht durch die Zusprechung einer entsprechenden Rente ausgewiesen (Urteile 8C_875/2008 vom 6. März 2009 E. 5.2.2; 8C_508/2008 vom 22. Oktober 2008 E. 5.4; 8C_785/2007 vom 11. Juni 2008 E. 4.4). Vor dem Unfall vom 26. August 2001 war die Beschwerdeführerin infolge der degenerativen Veränderungen an der HWS nicht krank oder arbeitsunfähig. Das Kriterium ist damit nicht erfüllt. 6.3 Für das Kriterium der ärztlichen Behandlung entscheidwesentlich ist (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128), ob nach dem Unfall fortgesetzt spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Vorliegend beschränkte sich die Behandlung im Wesentlichen auf die vom Hausarzt Dr. med. H.________ angeordneten medikamentösen und physiotherapeutischen Massnahmen. Des Weiteren hielt sich die Beschwerdeführerin vom 11. April bis zum 8. Mai 2002 in der Rehaklinik F.________ auf. Dies rechtfertigt die Bejahung des zu prüfenden Kriteriums nicht, da aus den durchgeführten Therapien keine erhebliche - im Sinne einer sich allein daraus ergebenden zusätzlichen - Mehrbelastung resultiert. Vornehmlich der Abklärung des Gesundheitszustands und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit dienende Aufenthalte und ärztliche Untersuchungen gelten genauso wenig wie Kontrollen beim Hausarzt als regelmässige, zielgerichtete Behandlung (Urteile 8C_278/2008 vom 18. August 2008 E. 3.4; U 219/05 vom 6. März 2006 E. 6.4.2). Auch eine regelmässig durchgeführte Physiotherapie bedeutet keine erhebliche Mehrbelastung (Urteil 8C_95/2008 vom 10. September 2008). Es wird gerügt, dass entgegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch die Abklärungsmassnahmen zu berücksichtigen seien, da die Unterscheidung von eigentlicher Behandlung und Abklärung akademisch und daher im Rahmen der Adäquanzprüfung nicht zweckmässig erscheine. Die ambulanten Untersuchungen in der Orthopädischen und in der Neurologischen Klinik des Kantonsspitals B.________ sowie die anlässlich der Begutachtung erfolgten Untersuchungen in der Klinik X.________ am 21. August 2003 vermochten indessen ebensowenig eine erhebliche Mehrbelastung zu begründen. Die in der Clinica Z.________ am 30. Juni und 1. Juli 2004 und die vom 29. Mai bis 2. Juni 2007 durch die MEDAS-Gutachter vorgenommenen Abklärungen erfolgten erst nach Fallabschluss (vgl. E. 7) und sind daher, wie oben ausgeführt, nicht zu berücksichtigen. 6.4 Das präzisierte Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich rechtsprechungsgemäss nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128). Mit der Vorinstanz kann das Kriterium als erfüllt betrachtet werden. 6.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung liegt nicht vor und wird auch nicht geltend gemacht. 6.6 Von einem schwierigen Heilungsverlauf kann ebenfalls nicht gesprochen werden. Insbesondere darf aus den erheblichen Beschwerden - welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind und hier bereits bejaht wurden (E. 6.4) - nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteil 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E. 9.6.1). Solche liegen hier indessen nicht vor. Dies gilt sowohl für den Umstand, dass verschiedentlich im Kantonsspital B.________ Kontrolluntersuchungen durchgeführt wurden, als auch bezüglich des geltend gemachten Vorzustandes, der die Heilung beeinträchtigt haben soll; so geht aus der ausführlichen Anamnese im MEDAS-Gutachten hervor, dass zwar 1986 eine massive Haltungsstörung der HWS mit C8-Syndrom festgestellt worden war, 1987 ein diffuses weichteilrheumatisches Syndrom und leichte Fehlform der Wirbelsäule, während jedoch die damals erhobenen Röntgenbefunde weitgehend normal waren. Nach Auffassung der Gutachter war diesbezüglich bereits vor dem Unfall eine wesentliche Besserung eingetreten. Ohnehin vermögen vorbestehende Gesundheitsschädigungen rechtsprechungsgemäss keine Komplikation im Sinne dieses Kriteriums zu begründen (SVR 2008 UV Nr. 36 S. 137, 8C_637/2007 E. 2.5.3; Urteil 8C_579/2008 vom 23. September 2008 E. 5.4). Auch wenn den ärztlichen Berichten übereinstimmend zu entnehmen ist, dass sich der Verlauf schlecht gestaltet habe, ist doch nicht ersichtlich, dass besondere Gründe die Heilung beeinträchtigt hätten. 6.7 Schliesslich hat das kantonale Gericht das Merkmal der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erfüllt erachtet, wenn auch zutreffend angemerkt wurde, dass keine besonderen Anstrengungen zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit ersichtlich sind. 6.8 Zusammengefasst sind zwei Kriterien - erhebliche Beschwerden und erhebliche Arbeitsunfähigkeit - erfüllt, was jedoch zur Bejahung der Adäquanz allfälliger noch vorhandener unfallbedingter Beschwerden bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen nicht genügt. Damit entfällt eine weitere Leistungspflicht des Unfallversicherers.