Citation: 6B_774/2017 E. 2

Die erste Instanz erwog, der Beschwerdeführer habe glaubhaft dargelegt, dass er für kurze Zeit in Gedanken versunken gewesen sei und daher die Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit nicht bemerkt habe. Er habe unbewusst fahrlässig gehandelt. Zwar könne nach der Rechtsprechung auch unbewusst fahrlässiges Verhalten den subjektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung erfüllen, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruhe. Dem Beschwerdeführer könne indessen weder eine besondere Gleichgültigkeit noch ein bedenken- oder gewissenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern vorgeworfen werden. Er sei mit seinen Gedanken bei seinem Freund gewesen, von dessen schweren Krebserkrankung er kurz zuvor erfahren habe. Zudem habe er die inkriminierte Tat auf einer geraden und übersichtlichen Strecke in einem nur wenig besiedelten Gebiet bei bloss geringem Verkehrsaufkommen begangen, welche Umstände ebenfalls dazu beigetragen haben mochten, in der Aufmerksamkeit nachzulassen. Die erste Instanz verurteilte den Beschwerdeführer daher wegen fahrlässiger einfacher Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG zu einer Busse.