Citation: 2A.240/2002 05.06.2002 E. 3

3.1 Der Familiennachzug durch Eltern, die, wie die Beschwerdeführer, in der Schweiz zusammenleben, ist innerhalb der allgemeinen Schranken von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG grundsätzlich jederzeit zulässig; vorbehalten bleibt einzig das Rechtsmissbrauchsverbot. Je länger mit der Ausübung des Nachzugsrechts ohne sachlichen Grund zugewartet wird und je knapper die verbleibende Zeit bis zur Volljährigkeit ist, umso eher kann sich bei im Ausland verbliebenen gemeinsamen Kindern zusammenlebender Eltern die Frage stellen, ob wirklich die Herstellung der Familiengemeinschaft beabsichtigt ist oder ob die Ansprüche aus Art. 17 ANAG zweckwidrig für die blosse Verschaffung einer Niederlassungsbewilligung geltend gemacht werden (BGE 126 II 329 E. 3b S. 332 f.; vgl. auch BGE 125 II 585 E. 2a S. 586 f., mit Hinweisen). 3.2 Im vorliegenden Fall kann einzig der Nachzug des Sohnes H.________ zur Diskussion stehen, wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat. Dieser war im Zeitpunkt, da dem Beschwerdeführer die Niederlassungsbewilligung erteilt wurde, schon gut 17 Jahre alt. In der Beschwerdeschrift wird behauptet, die "äussere Zwangslage" habe die Eltern zum Zuwarten genötigt; worin diese bestanden haben soll, wird jedoch nicht gesagt. Ein sachlicher Grund, warum mit der Ausübung des Nachzugsrechts so lange zugewartet wurde, ist nicht ersichtlich. Der praktisch erwachsene Sohn und seine drei volljährigen Geschwister leben alle in Mazedonien; sie sind bereits 1992 freiwillig dorthin zurückgekehrt, angeblich um mit den Grosseltern zu leben, obwohl damals der Familiennachzug bewilligt worden war. Dass die "nachzuziehenden Kinder" heute völlig alleine lebten oder dass sie in ihrem Alter überhaupt noch einer besonderen Erziehung und Pflege durch die Grosseltern bedürften, ist unter diesen Umständen nicht anzunehmen. Die Eltern haben Jahre lang in der Schweiz gearbeitet, während die Kinder freiwillig in Mazedonien lebten. Anscheinend konnten die familiären Beziehungen während dieser Zeit trotzdem gepflegt werden, und ohne dass der Beschwerdeführer seine wirtschaftliche Existenz in der Schweiz aufgeben musste. Glaubhafte Gründe, weshalb dies heute nicht mehr möglich sein sollte, werden keine genannt. Der jüngste Sohn wird in ein paar Monaten volljährig. Es ist unter den konkreten Umständen offensichtlich, dass die Absicht der Gesuchsteller nicht auf den Familiennachzug, sondern auf die Erlangung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung zielt. Damit erweist sich das Gesuch als rechtsmissbräuchlich, wie die Vorinstanz zu Recht erkannt hat. Auf die unglaubwürdigen und zum Teil haltlosen Behauptungen in der Beschwerdeschrift ist nicht weiter einzugehen; die Art der Prozessführung durch den Vertreter des Beschwerdeführers grenzt an Trölerei.