Citation: 8C_680/2014 E. 5.2.2

5.2.2. Das kantonale Gericht hat zutreffend erwogen, dass die Beschwerdegegnerin ursprünglich ein - unstreitig vorschriftsgemäss angekündigtes und seitens der Beschwerdeführerin nicht beanstandetes - bidisziplinäres Gutachten (Orthopädie, Psychiatrie) in die Wege geleitet hatte (vgl. Stellungnahme des RAD vom 10. April 2013; Aufgebot der medizinischen Abklärungsstelle D.________ AG vom 29. April 2013; Mitteilung der IV-Stelle vom 3. Mai 2013). Der Verzicht auf eine Auftragsvergabe nach der Zufallszuweisung (Art. 72bis Abs. 2 IVV) war daher im Lichte der diesbezüglich geltenden Rechtsprechungsgrundsätze zulässig (BGE 139 V 349). Wie das Bundesgericht in BGE 139 V 349 (E. 3.3 S. 352 f.) festgestellt hat, wäre es mit der Gutachterpflicht (Verantwortung für die fachliche Koordination im Sinne der fachlichen Qualität, Vollständigkeit und Wirtschaftlichkeit der Abklärung) indes nicht vereinbar, wenn den Sachverständigen eine Disziplinenwahl gleichsam aufgezwungen werden könnte, die sie - auch nach pflichtgemässer Würdigung der für den Auftrag leitenden Überlegungen - für (versicherungs-) medizinisch nicht vertretbar hielten. Den Gutachtern muss es daher freistehen, die von der IV-Stelle bzw. dem RAD (oder im Beschwerdefall durch ein Gericht) bezeichneten Fachdisziplinen gegenüber der Auftraggeberin zur Diskussion zu stellen, wenn ihnen die Vorgaben nicht einsichtig sind. Dass die begutachtenden Ärzte der medizinischen Abklärungsstelle D.________ AG auf Grund der orthopädischen Untersuchung zum Schluss gelangt sind, es seien zusätzlich neurologische Abklärungen indiziert, und diese nach Rücksprache mit dem RAD in der Folge durchgeführt haben, lässt sich der Beschwerdegegnerin somit nicht entgegenhalten. Unter dem entsprechenden Vorbehalt steht überdies auch eine vorgängige Verständigung zwischen IV-Stelle und versicherter Person über die Fachdisziplinen. Eine erneute Mitwirkung der versicherten Person im Falle einer Erweiterung der Disziplinen durch die Gutachtensstelle ist ausgeschlossen (BGE 139 V 349 E. 3.3 S. 353 [für mono- bzw. bidisziplinäre Expertisen]). Anhaltspunkte für eine bewusste Umgehung des zufallsbasierten Zuweisungssystems der medizinischen Abklärungsstelle I.________ durch die Beschwerdegegnerin sind alsdann, wie die Vorinstanz in allen Teilen überzeugend aufgezeigt hat, nicht erkennbar und werden in der Beschwerde auch nicht dargetan. Der Umstand schliesslich, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen wäre, die Versicherte über die ergänzend beabsichtigte neurologische Begutachtung und die dafür vorgesehene Gutachterperson zu informieren, um ihr damit das rechtliche Gehör - insbesondere hinsichtlich allfälliger Ausstands- und Ablehnungsgründe - zu gewähren, vermag den Beweiswert der Expertise der medizinischen Abklärungsstelle D.________ AG ebenfalls nicht zu schmälern. Die Beschwerdeführerin hat nach Vorliegen des Gutachtens weder im Rahmen des Vorbescheidverfahrens noch im kantonalen Beschwerdeprozess einwenden lassen, es bestünden in Bezug auf die betreffende sachverständige Person konkrete gesetzliche Ausstands- und/oder Ablehnungsgründe. Auch den letztinstanzlichen Ausführungen ist keine entsprechende Rüge zu entnehmen. Eine Rückweisung der Angelegenheit zu erneuter medizinischer Begutachtung käme damit einem formalistischen Leerlauf gleich, der zu einer unnötigen Verfahrensverzögerung sowie zu erheblichen Mehrkosten führen würde. Es rechtfertigt sich daher mit dem kantonalen Gericht, von einer Heilung des bei der Anordnung des Gutachtens begangenen formellen Verfahrensfehlers auszugehen und die Expertise der medizinischen Abklärungsstelle D.________ AG vom 26. Juli 2013, deren Schlüssigkeit die Beschwerdeführerin im Übrigen nicht in Frage stellt, als verwertbar zu betrachten.