Citation: 6B_549/2024 E. 3.7.1

3.7.1. Im Rahmen der vorzunehmenden Interessenabwägung ist angesichts der dargelegten Umstände von einem hohen privaten Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen. Während der Beschwerdeführer keine eigene Kernfamilie hat, ist dem sozialen Umfeld, in das er seit seiner Geburt hineingewachsen ist, besondere Beachtung zu schenken. In dieser Hinsicht hält die Vorinstanz fest, die persönliche und gesellschaftliche Integration des Beschwerdeführers sei eher schwach, da ausser den Eltern und Schwestern nur zwei Kollegen zu seinem Beziehungsnetz zählten. Es liege kein aktuelles Engagement in einem Verein, einer gemeinnützigen Organisation oder Institution vor. Der Beschwerdeführer habe früher im Verein Fussball gespielt, und spiele in seiner Freizeit noch immer. Ausserdem gehe er regelmässig in die Kirche. Demgegenüber genügt das vom Beschwerdeführer pauschal vorgebrachte Argument des besonders starken Stellenwerts der Familie, sowie der (unbelegten) Depression den erhöhten Begründungsanforderungen (Art. 42 Abs. 2 BGG und Art. 106 Abs. 2 BGG) nicht. Dementsprechend ist der Vorinstanz in der Wertung der persönlichen und gesellschaftlichen Integration als nicht besonders stark zu folgen. Betreffend die Möglichkeiten einer erfolgreichen Eingliederung im Kosovo führt der Beschwerdeführer an, die Zugehörigkeit zur katholischen Minderheit sowie die mangelhafte Kenntnis der kosovarischen Sprache seien massgebende Hindernisse. Die Vorinstanz führt im Gegenzug an, die Zugehörigkeit zum katholischen Glauben sei ein Anknüpfungspunkt für die Eingliederung im Kosovo, insbesondere da der Beschwerdeführer die in der Schweiz angesiedelte kosovarisch-katholische Kirche schon hier besuchen könne. Ausserdem spreche der Beschwerdeführer die Landessprache Albanisch, und er sei mit dem Land nicht nur aus dem Urlaub, sondern auch deshalb vertraut, weil seine Verwandtschaft aus demselben Kulturkreis stamme. Betreffend die Zugehörigkeit zur katholischen Minderheit ist weder überzeugend, dass diese eine Eingliederung in die kosovarische Gesellschaft dermassen erleichtern werde, noch ist es überzeugend, dass diese ein massgebender Hinderungsgrund für eine solche Eingliederung sei (vgl. Urteil 6B_1464/2021 vom 29. Juni 2022 E. 3.3.8). Sofern der Beschwerdeführer die vorinstanzliche Erwägung hinsichtlich der Albanischkenntnisse beanstandet, beschränkt er sich auf pauschal gehaltene Einwände, womit er den erhöhten Begründungsanforderungen nicht zu genügen vermag. Somit sind die persönlichen Verhältnisse, die den Beschwerdeführer bei einer Einreise in den Kosovo erwarten, bei der Interessenabwägung eher zu Gunsten seines Interesses am Verbleib in der Schweiz zu berücksichtigen. Er hat zum Kosovo, welchen er nur aus dem Urlaub kennt, weder familiäre Beziehungen noch sonstige Kontakte.