Citation: 6B_56/2020 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz nimmt an, die Teileinstellung des Verfahrens in Bezug auf die eventualvorsätzliche Tötung erfasse einzig den Vorgang des (eventual-) vorsätzlich ausgeführten tödlichen Messerstichs. Von der Einstellung nicht erfasst seien hingegen die übrigen, dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Handlungen, namentlich das Losrennen (im Sinne von Jagen, Vorsichhintreiben) auf die Brasilianer, das anschliessende Angreifen mit den Fäusten, das Schlagen mit dem Hammer und das Anwenden des Pfeffersprays. Der Umstand, dass ein Angriff im Sinne von Art. 134 StGB eine Tötung bzw. Körperverletzung voraussetze und damit von diesem Tatbestand in gewisser Weise miterfasst werde, vermöge an diesen Feststellungen nichts zu ändern. Denn die Tötung bzw. Körperverletzung müsse nicht zwingend durch jede des konkreten Angriffs beschuldigte Person erfolgt sein. Ein Schuldspruch wegen Angriffs könne unabhängig von einer Verurteilung oder Strafverfolgung wegen Tötung bzw. Körperverletzung ergehen. Die dem Beschwerdegegner unter dem Titel Angriff nach Art. 134 StGB vorgeworfenen Handlungen liessen sich denn auch ohne Weiteres vom tödlichen Messerstich getrennt beurteilen, weshalb hier von zwei unterscheidbaren und separat beurteilbaren Lebenssachverhalten auszugehen sei (angefochtenes Urteil S. 29 ff.).