Citation: I 432/06 03.10.2006 E. 4

4.1 In Kenntnis des Schreibens von med. pract. A.________ an die IV-Stelle vom 30. April 2004, wonach durch die ambulante Therapie insoweit Fortschritte erzielt werden konnten, als sich der Versicherte für einen Arbeitsversuch in einer geschützten Werkstatt bei einem 50%-Pensum motiviert zeigte, empfahlen die Gutachter der Medas eine zwischengeschaltete, stationäre psychiatrische Behandlung. Im unmittelbaren Anschluss daran, nachdem sich die depressive Störung entscheidend gebessert habe, sei ein Arbeitstraining in einem den Beschwerden angepassen Rahmen aufzunehmen (Gutachten vom 7. Juli 2004). Gemäss psychiatrischem Teilgutachten vom 2. Juni 2004 wurde eine einvernehmlich geplante stationäre Behandlung empfohlen, um eine therapeutische Wende einzuleiten. Da aus psychiatrischer Sicht noch nicht alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft seien, könne nicht von einem Endzustand im Sinne einer Invalidität gesprochen werden. Während eines stationären Klinikaufenthaltes sollte es möglich sein, eine Besserung einzuleiten. Eine erneute Begutachtung sei erst nach vollumfänglicher Ausschöpfung der Therapieoptionen sinnvoll. Im Rahmen einer stationären psychiatrischen Behandlung könne auch die antidepressive Therapie eingeleitet werden. 4.2 Ohne sich mit den Schlussfolgerungen der Gutachter der Medas auseinanderzusetzen und seine Auffassung näher zu begründen, stellte med. pract. A.________ im Schreiben vom 15. Oktober 2004 den Nutzen einer konsequenten Überprüfung der medikamentösen Behandlung mittels Blutanalysen und die Geeignetheit einer stationären psychiatrischen Behandlung in Frage. Im Schreiben vom 23. September 2005 erneuerte er diesen Standpunkt. Der Versicherte habe das Antidepressivum Zoloft in einer Dosis von zuletzt 100mg/Tag erhalten, wobei ein positiver Effekt erkennbar gewesen sei. Für eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik habe sich keine medizinische Indikation ergeben. Ob dies auf die im Arztbericht vom 22. März 2005 erwähnte mangelnde Motivation des Versicherten zurückzuführen ist, oder aus welch anderem Grund med. pract. A.________ eine stationäre Behandlung ablehnt, lässt sich seinen Ausführungen nicht entnehmen. Der Versicherte beteuerte im Einsprache- wie auch im Beschwerdeverfahren, sich den Auflagen der Verwaltung nicht widersetzt zu haben und zur Durchführung von medizinischen Massnahmen gewillt gewesen zu sein. 4.3 Aufgrund der bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen kann nicht abschliessend beurteilt werden, ob aus medizinischer Sicht eine stationäre psychiatrische Behandlung indiziert ist, wie die IV-Stelle geltend macht. Im psychiatrischen Teilgutachten der Medas vom 2. Juni 2004 wird eine einvernehmlich geplante zwischengeschaltete stationäre Behandlung empfohlen, während der behandelnde Psychiater sich einer solchen skeptisch gegenüberstellt und von deren Einleitung bisher abgesehen hat. Ein einvernehmlich geplanter Klinikaufenthalt konnte unter diesen Umständen nicht zustande kommen. Unklar ist auch die Frage der Zumutbarkeit einer stationären Behandlung nach Art. 21 Abs. 4 ATSG. Danach muss die medizinische Massnahme eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsfähigkeit versprechen, oder sie muss geeignet sein, die Erwerbsfähigkeit vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren (Art. 12 Abs. 1 IVG). Ob dies zutrifft, kann aufgrund der Akten nicht gesagt werden. Insbesondere fehlt es an ärztlichen Aussagen, ob eine solche Therapie die Erwerbsfähigkeit gesamthaft verbessert. Med. pract. A.________ scheint dies zu bezweifeln, während die Gutachter der Medas sich für eine Ausschöpfung aller therapeutischen Möglichkeiten aussprechen. Unbestrittenermassen indiziert ist eine depressive Behandlung mit Psychopharmaka. Diese wurde nach Angaben von med. pract. A._______ mit positivem Effekt durchgeführt. Der Arzt sah sich daher nicht veranlasst, mittels Blutspiegelkontrollen die Einnahme der Medikamente nachzuprüfen. Dies kann dem Versicherten unter den gegebenen Umständen nicht zum Nachteil gereichen. Aus den dargelegten Gründen erweist sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als unbegründet. 4.4 Ob Leistungen zufolge mangelnder Invalidität zu verneinen sind, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, kann aufgrund der Akten nicht zuverlässig beurteilt werden. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 Erw. 5a). Diesbezüglich ist die Sache nicht spruchreif.