Citation: 1A.79/2000 10.07.2000 E. 4

4.- Der Beschwerdeführer rügt, die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes sei unverhältnismässig. a) Das Verwaltungsgericht geht davon aus, der Beschwerdeführer sei nicht gutgläubig von den bewilligten Plänen abgewichen. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ist unbehelflich. Ihm musste zumindest aus dem vorangehenden Baubewilligungsverfahren bekannt sein, dass die Änderung des Projekts einer Bewilligung bedurft hätte. Dass sich im Rahmen des Umbaus herausstellte, dass das Dachgebälk schadhaft war, stellte keinen zwingenden Grund dar, den Giebel südlich zu verlängern. Sodann beziehen sich die Ausdrücke "gutgläubig" bzw. "bösgläubig" auf das Wissen um die Bewilligungspflicht. Selbst wenn der Beschwerdeführer in guten Treuen der Ansicht war, durch die Verlängerung des südlichen Quergiebels werde die Symmetrie des Daches wieder hergestellt, musste ihm bewusst sein, dass diese Veränderung nicht ohne Bewilligung zulässig war. b) Das Verwaltungsgericht hat ferner ausgeführt, dass sich auch derjenige, der bösgläubig ohne Baubewilligung gebaut hat, auf das Verhältnismässigkeitsprinzip berufen könne; er müsse aber in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen zum Schutze der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung dem öffentlichen Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen. Diese Auffassung ist zutreffend und entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 123 II 248 E. 4a S. 255 mit Hinweis). c) Im Lichte dieser Rechtsprechung ist das verwaltungsgerichtliche Urteil nicht zu beanstanden. Die Wiederherstellung ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers durchaus geeignet, das Erscheinungsbild der südöstlichen Fassade dem herkömmlichen Kreuzgiebelstil zumindest wieder stark anzunähern. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern sie weitergehende Eingriffe in das Dach oder in die Fassade zur Folge haben sollte. Wohl mag der fragliche Balkonanbau für sich allein betrachtet keine besonders schwere Verletzung raumplanerischer Prinzipien darstellen, doch haben die kantonalen Instanzen mit Recht die Bedeutung der Rechtsgleichheit und der präjudiziellen Auswirkungen betont. Das Gebot, Bauten in die Umgebung einzufügen, könnte nicht mehr durchgesetzt werden, wenn jeder Bauherr ohne Baubewilligung unzulässige Bauten erstellen und sich der Wiederherstellung unter Hinweis auf die entstehenden Kosten widersetzen könnte. Der Beschwerdeführer hätte die Kosten vermeiden können, wenn er rechtzeitig um eine Baubewilligung nachgesucht hätte.