Citation: 9C_289/2017 E. 3.2

3.2. Die Fachärzte der Gutachterstelle B.________ diagnostizierten in ihrem (vom Unfallversicherer in Auftrag gegebenen) interdisziplinären Gutachten vom 24. Mai 2011 eine schwere depressive Episode (bzw. gemäss Anamnese eine chronische Depression) bei chronisch verlaufender posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) bei Status nach akzidenteller Heroininjektion am 12. November 2008 sowie eine substituierte Hypothyreose seit Jahren und Sensibilitätsstörungen am linken Fussrücken. Sie hielten fest, gegenwärtig bestehe aufgrund der psychischen Störung eine massive Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit als Pflegefachfrau und schätzten diese auf mindestens 80 %. Die angegebene Einschränkung betreffe auch angepasste Tätigkeiten, soweit diese von der Versicherten ein wesentliches Mass an selbständiger Arbeit erforderten. Eine Prognose erachteten sie (zum Begutachtungszeitpunkt) als verfrüht, zumal eine weitere Heilbehandlung dringend angezeigt sei und damit der Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit voraussichtlich namhaft verbessert werden könnten. Das von der IV-Stelle eingeholte polydisziplinäre ZMB-Gutachten vom 13. Januar 2015 nennt als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode, gegenwärtig mittelgradig ausgeprägt, sowie eine PTBS mit chronischem Verlauf bei Status nach akzidenteller Heroininjektion am 12. November 2008. Aus psychiatrischer Sicht zeige die Versicherte ein depressives Zustandsbild und Symptome einer PTBS. Es existierten Ängste und Unsicherheiten in allen Lebensbereichen und sie entwickle ein Vermeidungsverhalten. Zudem bestehe eine Chronifizierung der Symptome, wobei die Gesamtsituation sehr starr und unveränderbar erscheine. Die Gutachter ermittelten - im Beurteilungszeitpunkt, als die Versicherte zu 30 bis 40 % bei der Spitex arbeitete -eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Die Einschränkung ergebe sich allein aus psychischen Gründen. Die aktuelle Einschätzung gelte seit Wiederaufnahme der Spitex-Tätigkeit. Vorher - ab November 2008 - habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen bestanden.