Citation: I 285/01 29.04.2002 E. 2

2. Halten Sie daran fest, dass die 'subjektive Krankheitsüberzeugung, vor allem die Angst des Patienten, durch die Arbeit seine Gesundheit total ruinieren zu können', als unbegründet und ohne Einfluss auf dessen Arbeitsfähigkeit zu beurteilen ist?2. 1. Wenn ja, aus welchen Gründen? Kann der Beschwerdeführer, bei dem auch gemäss EVG kein somatischer Gesundheitsschaden besteht, die Fehlverarbeitung des Unfalles bzw. die beklagten Schmerzen durch das Aufbieten allen guten Willens überwinden und könnte er deshalb Arbeit im bisherigen Mass leisten?2. 2. Wenn nicht, aus welchen Gründen? Besteht ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert? Wie hoch ist diesfalls die dem Beschwerdeführer noch zumutbare Arbeitsfähigkeit in zeitlicher (Arbeitspensum) und sachlicher Hinsicht (Art der Arbeit)?" Nach Eingang des - einen psychischen Gesundheitsschaden erneut verneinenden - Ergänzungsgutachtens des Dr. med. S.________ vom 30. Mai 2000 und unter Berücksichtigung der Äusserungen des Dr. med. K.________ vom 13. Juli 2000, hat die Vorinstanz das Vorliegen eines psychischen Gesundheitsschadens, der die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtige, verneint. b) Der Versicherte rügt vorab, dass das kantonale Gericht ein Obergutachten hätte anordnen müssen anstatt Dr. med. S.________ zu beauftragen, sein vorheriges Gutachten und das Gegengutachten des Dr. med. K.________ "autoritativ zu beurteilen". Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat im Urteil vom 29. September 1999 keinen konkreten Abklärungsauftrag erteilt, sondern die Umsetzung in das Ermessen der Vorinstanz gestellt. Die Bestellung eines Sachverständigen im kantonalen Verfahren wird dabei vom kantonalen Recht beherrscht, so dass das Eidgenössische Versicherungsgericht lediglich überprüfen kann, ob und inwiefern die Anwendung kantonalen Rechts eine Verletzung von Bundesrecht darstellt (ZAK 1986 S. 191 Erw. 5a mit Hinweisen), womit praktisch nur noch eine Prüfung der Verletzung verfassungsmässiger Rechte in Betracht fällt (BGE 125 V 408, 114 V 205 Erw. 1a mit Hinweisen). Es ist im Übrigen zu beachten, dass der Versicherte kein bundesrechtlich vorgesehenes Auswahlrecht betreffend Gutachter hat, sondern dass dieser von den Behörden bestimmt wird (Urteil R. vom 14. Juni 2000, I 218/00). In Rahmen ihres Ermessens konnte die Vorinstanz auf ein Obergutachten verzichten und beim ursprünglich begutachtenden Psychiater Dr. med. S.________ eine Ergänzung einholen, da grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden ist, dass ein Gutachter seine Feststellungen im späteren Verfahren ergänzt oder im Lichte neuer Tatsachen oder erhobener Einwendungen prüft, soweit dabei das bereits erstattete Gutachten zum Ausgangspunkt der weiteren Untersuchungen und Ausführungen gemacht wird (ZAK 1986 S. 191 Erw. 5b, nicht veröffentlichtes Urteil X. des schweizerischen Bundesgerichts vom 30. November 1998, 2A.259/1998). Gerade darum ging es im vorliegenden Fall: das vom Versicherten eingereichte Gutachten des Dr. med. K.________ nahm einzig zum psychiatrischen Konsilium des Dr. med. S.________ Stellung, ohne selber eine abschliessende Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit abzugeben, womit Dr. med. S.________ sein ursprüngliches Konsilium ergänzt resp. im Lichte der neuen Tatsachen und Einwendungen im Gutachten des Dr. med. K.________ vom 13. Oktober 1995 überprüft hat. Das gewählte Vorgehen drängte sich um so mehr auf, als Dr. med. S.________ näher am Sachverhalt stand als ein neu zu berufender Obergutachter, und im Weiteren gemäss explizitem Auftrag des kantonalen Gerichts auch die - einen Teil des rechtserheblichen Sachverhaltes darstellende - Expertise des Dr. med. H.________ vom 22. Januar 1996 zu berücksichtigen hatte. c) Mit der gewählten Fragestellung (vgl. Erw. 3a hievor) hat das kantonale Gericht den Auftrag des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes umgesetzt, da dem Experten die entscheidenden Fragen nach Vorliegen eines psychischen Gesundheitsschadens und der Arbeitsfähigkeit gestellt worden sind. Es bleibt dem kantonalen Gericht unbenommen, dem Experten weitere Fragen zu unterbreiten, solange diese die letztinstanzlich angeordneten Abklärungen nicht unterlaufen oder verhindern (z.B. durch widersprüchliche oder suggestive Fragestellung), was hier jedoch nicht der Fall ist. Im Übrigen waren die weiteren gestellten Fragen notwendig, da Dr. med. S.________ sein Konsilium vom 10. August 1995 ja bloss ergänzen sollte; ohne diese Fragen und den damit hergestellten Zusammenhang wäre die Ergänzung nicht möglich gewesen. d) Im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 29. September 1999 war bemängelt worden, dass Dr. med. S.________ in seinem Konsiliargutachten zuhanden der MEDAS vom 10. August 1995 zwar eine psychogene Fehlentwicklung nach Unfall diagnostiziert, aber auf der anderen Seite die "subjektive Angst des Patienten, durch die Arbeit seine Gesundheit total ruinieren zu können" als unbegründet und ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnet hatte. Mit Ergänzung vom 30. Mai 2000 hat der Experte am Nichtvorliegen eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens festgehalten und im Weiteren klargestellt, dass die "subjektive Angst ... durch die Arbeit die Gesundheit total ruinieren zu können" sich nicht aus der diagnostizierten psychogenen Fehlentwicklung nach Unfall entwickelt hat, sondern eine zielgerichtete Äusserung und Haltung darstellt, die im sekundären Krankheitsgewinn wurzelt; bei zumutbarer Willensanstrengung und gewisser Hilfe sei die Ausübung der bisherigen oder einer anderen Tätigkeit in vollem Ausmass zumutbar. Die Gutachten des Dr. med. S.________ sind nunmehr für den streitigen Belang des Vorliegens eines psychischen Gesundheitsschadens, der die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt, umfassend, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis aller Vorakten abgegeben worden, leuchten in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation ein und weisen begründete Schlussfolgerungen auf (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Dr. med. H.________ hat im Privatgutachten vom 22. Januar 1996 zwar ebenfalls eine psychische Fehlentwicklung (anhaltende somatoforme Schmerzstörung; F45. 4) diagnostiziert, dieser jedoch einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen; diese Auffassung vermag die Ansicht des Dr. med. S.________ allerdings nicht zu erschüttern, da sich Dr. med. H.________ für seine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit auf den Wiedereingliederungsversuch im Ostschweizerischen Blindenfürsorgeverein gestützt hat, der jedoch aus anderen als gesundheitlichen Gründen (Folgen der Falschinterpretation eines ärztlichen Zeugnisses durch den Versicherten aus sprachlichen Gründen) als nicht sehr aussagekräftig angesehen werden kann. Der Beschwerdeführer hat das Ergänzungsgutachten des Dr. med. S.________ wiederum Dr. med. K.________ zur Stellungnahme unterbreitet. Die entsprechenden Ausführungen stellen jedoch kein Gutachten über den Gesundheitszustand des Versicherten dar, da Dr. med. K.________ nicht sämtliche Vorakten zur Verfügung standen und er den Versicherten auch nie persönlich untersucht hat, was für ein psychiatrisches Gutachten jedoch grundsätzlich notwendig ist (RKUV 2001 Nr. U 438 S. 346 mit Hinweis) und hier keine entsprechende Ausnahmesituation vorliegt. Damit können die Beurteilungen des Gesundheitszustandes durch Dr. med. K.________ schon aus diesen Gründen keine eigenständige Grundlage für die Beurteilung der Invalidität sein. Im Übrigen vermag die Stellungnahme des Dr. med. K.________ vom 13. Juli 2000 auch die Feststellungen des Dr. med. S.________ nicht zu erschüttern, da sie von unzutreffenden Prämissen ausgeht: - Ein Hauptpunkt der Kritik des Dr. med. K.________ läuft dahin, dass im Ergänzungsgutachten keine Aussagen über den heutigen Grad der Arbeitsfähigkeit gemacht würden; Dr. med.