Citation: 9C_847/2017 E. 4.2

4.2. Die Versicherte wendet ein, sie habe aufgrund der Beschwerde der Pensionskasse Zweifel an der weiteren Auszahlung der Invalidenrente gehabt, weshalb sie sich an die IV-Stelle wandte. Diese habe ihr versichert, dass ihr die Rente zustehe. Dadurch seien ihre Bedenken zerstreut worden; es könne daher nicht von einem Unrechtsbewusstsein ausgegangen werden. Art. 27 Abs. 2 ATSG statuiere eine Beratungspflicht der Verwaltung. Im vorliegenden Fall hätte die IV-Stelle sie darauf aufmerksam machen müssen, dass aufgrund des offenen Gerichtsentscheids eine rückwirkende Aufhebung der Invalidenrente nicht ausgeschlossen sei und sich daraus Rückforderungen gegenüber der Beschwerdeführerin ergeben könnten. Indem sie ihrer Beratungspflicht nicht nachgekommen sei, habe die Verwaltung Bundesrecht verletzt. Die ungenügende Wahrnehmung der Beratungspflicht werde einer unrichtigen Auskunft gleichgestellt. Diese sei auch unter dem Gesichtswinkel des Grundsatzes von Treu und Glauben relevant, indem unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung der rechtsuchenden Person geboten sei.