Citation: 9C_505/2019 E. 5

Die Beschwerdeführerin rügt, aufgrund des medexperts Gutachtens habe die Arbeitsfähigkeit nicht lege artis beurteilt werden können. Es sei weder klar, welches psychische Leiden tatsächlich vorliege noch ob die Auffälligkeiten zur Hauptsache auf die Einnahme psychotroper Substanzen zurückzuführen seien, noch inwiefern vom Gesamtgeschehen abzugrenzende psychosoziale Faktoren eine Rolle spielten. Zudem sei unlogisch, dass die Verdachtsdiagnosen ADHS und Persönlichkeitsstörung zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit führen sollten, wo der Versicherte doch mit beiden Leiden zuvor habe erwerbstätig sein können. Könnten die Anspruchsgrundlagen trotz sorgfältiger Abklärungen nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden, wirke sich dies zu Lasten des materiell beweisbelasteten Beschwerdegegners aus. Entgegen der Vorinstanz gebe es im Sozialversicherungsrecht keinen Grundsatz, wonach im Zweifel zu Gunsten des Versicherten zu entscheiden sei.