Citation: 6B_1152/2023 E. 3.1

3.1. Das Kantonsgericht führt zur Begründung im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin habe das am 18. Juli 2023 per Einschreiben versandte begründete Urteil nicht abgeholt. Mit Schreiben vom 31. Mai 2023 habe deren Vertreter mitgeteilt gehabt, dass er das anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung vom 30. Mai 2023 ausgehändigte Urteilsdispositiv erhalten habe. Die im Dispositiv enthaltene Rechtsmittelbelehrung habe auf Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 82 Abs. 2 lit. b StPO verwiesen und deren Wortlaut wiedergegeben. Die Beschwerdeführerin habe im Schreiben vom 31. Mai 2023 den Antrag auf Aufhebung des Urteils gestellt und gleichzeitig auf eine ausformulierte Begründung des Urteils verzichtet. In der Folge habe die erste Instanz mit Schreiben vom 5. Juni 2023 bestätigt, dass gegen das Urteil vom 30. Mai 2023 fristgerecht Berufung angemeldet worden sei und den Parteien deshalb das begründete Urteil nachgeliefert werde. Damit habe die Beschwerdeführerin mit der Zustellung des begründeten Urteils, das alsdann bereits am 18. Juli 2023 und damit nach rund anderthalb Monaten nach Urteilsfällung versandt worden sei, rechnen müssen. Gestützt auf Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO gelte damit die Zustellung als am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch erfolgt und habe die 20-tägige First zur Berufungserklärung am 26. Juli 2023 zu laufen begonnen. Innert dieser Frist sei keine Berufungserklärung eingegangen, weshalb auf die Berufung nicht einzutreten sei.