Citation: 5A_461/2020 E. 1.3

1.3. Die Beschwerdeführerin macht zusammengefasst geltend, die Vorinstanz sei willkürlich davon ausgegangen, sie habe Ziffer 1 Satz 1 des Urteilsdispositivs des Urteils vom 23. September 2019 (Anordnung der gemeinsamen Obhut im Grundsatz) nicht angefochten, sondern nur die Sätze 2 ff. derselben Ziffer (konkreter Betreuungsplan; vgl. Sachverhalt lit. B.a). Sie habe die Betreuungsregelung vollumfänglich, d.h die ganze Ziffer 1, angefochten. Die Vorinstanz habe ihr Rechtsbegehren unnötig und rechtlich unhaltbar zu eng ausgelegt. Gehe nun aber die Vorinstanz davon aus, dass Ziff. 1 Satz 1 - mangels Anfechtung - rechtskräftig sei, erwachse ihr daraus ein nicht wieder gut zu machender Nachteil, weil die Vorinstanz wohl darauf abstütze beim Entscheid in der Sache und nicht mehr auf ihre Rüge eingehen werde, dass die Voraussetzungen für eine gemeinsame resp. alternierende Obhut gar nicht gegeben seien. Sie bestreite nämlich in der Berufung, dass die Voraussetzungen für eine alternierende Obhut gegeben seien. Gemäss angefochtenem Entscheid würde dem Grundsatz nach aber bereits rechtskräftig eine alternierende Obhut gelten. Damit schaffe die Vorinstanz eine erhebliche Rechtsunsicherheit für das Verfahren in der Sache und die (fehlerhafte) Festlegung einer mutmasslichen gemeinsamen Obhut durch das Obergericht lasse sich mit einem späteren günstigen Hauptentscheid nicht mehr beseitigen.