Citation: H 5/99 01.06.2001 E. 7

7.- a) Unter Würdigung der wirtschaftlichen Verhältnisse ergibt sich, dass die Höhe der Bezüge des Dr. med. B.________ vom Nettoergebnis der Röntgeninstitut Dr. Y.________ AG abhängig war, indem aus den Honorareinnahmen vorab die betrieblichen Aufwände zu decken waren. Eine Abrede bestand nicht, wonach Dr. med. B.________, ungeachtet eines allfällig negativen Betriebsergebnisses, ein bestimmtes Entgelt ausbezahlt worden wäre. In Berücksichtigung der fallspezifischen Besonderheiten begründen schliesslich sowohl die von Dr. med. B.________ der Gesellschaft gewährten Darlehen im Betrag von insgesamt Fr. 150'000. - wie auch die gegenüber der A.________ AG eingegangenen Solidarbürgschaften über Fr. 125'000. - für Schulden der Gesellschaft als Leasingnehmerin ein spezifisches Unternehmerrisiko. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz hat die bei den Akten liegende Versicherungspolice keine Betriebs-, sondern eine (persönliche) Berufshaftpflicht zum Inhalt. Der Umstand, das bei der Art des Betriebes "Röntgeninstitut X.________" angeführt wird und - darin ist dem kantonalen Gericht beizupflichten - die Prämien durch die Röntgeninstitut Dr. Y.________ AG bezahlt wurden (Verbuchung als betrieblicher Aufwand), ohne dass dies als Privatbezug ausgewiesen wurde, belegt einzig, dass die Aktivitäten der Gesellschaft mit den ärztlichen Tätigkeiten des Dr. med. B.________ zusammenfielen. Die steuerrechtliche Beurteilung der strittigen Bezüge als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit bildet ein weiteres, gewichtiges Indiz im Rahmen der Würdigung der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse (BGE 122 V 289 Erw. 5d mit Hinweisen). b) Zusammenfassend ergibt sich, dass die fraglichen Entgelte bei freier Prüfung der Statusfrage - im Rahmen der hier massgebenden, engen Kognition - als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren sind. Mit Blick auf den weiteren Verfahrensgang ist Folgendes festzuhalten: Materiell sind die Verfügungen der Ausgleichskasse der Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte vom 9. Dezember 1994 und 27. Januar 1995 demnach nicht zu beanstanden. Der Umstand, dass die Verbandsausgleichskasse bei der gegebenen Prozesslage an sich nicht mehr über die strittigen Entgelte verfügen durfte (vgl. Erw. 5 hievor), tritt insoweit zurück, als sich die Beschwerdeführer wegen des Verbots des Rechtsmissbrauchs (BGE 124 II 269 Erw. 4a, ergangen unter Geltung des Art. 4 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874; Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, in Kraft getreten auf den 1. Januar 2000) nicht auf deren Fehlerhaftigkeit berufen könnten, da sie ihrerseits für eine Erfassung des Dr. med. B.________ als Selbstständigerwerbender eingetreten sind.