Citation: 6B_961/2023 E. 1.2.4

1.2.4. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, der behandelnde Arzt habe reichlich Desinfektionsmittel verwendet. Dabei sagten die Richtlinien eines IRM explizit, dass kein ethanolhaltiges Desinfektionsmittel bei der Blutentnahme zwecks Alkohol-Feststellung verwendet werden dürfe. Auch die unüblich tiefe Menge an entnommenem Blut mache eine Verunreinigung der Blutentnahme zusätzlich wahrscheinlicher. Um herauszufinden, ob die Blutprobe fehlerfrei erfolgt sei, müsse diese auf Rückstände von Desinfektionsmittel untersucht werden, wobei es auch auf Stoffe neben Ethanol zu untersuchen sei. Der Beschwerdeführer führt nicht aus, woraus er seine Angaben betreffend die Quantität des verwendeten Desinfektionsmittels und entnommenen Blutes ableitet. Die Bezeichnung "reichlich" ist im Übrigen zu offen und ungenau, als dass sie einen Schluss auf die nach dem Dafürhalten des Beschwerdeführers tatsächlich eingesetzte Menge Desinfektionsmittel zuliesse. Gleiches gilt für die angeblich "unüblich tiefe" Menge abgenommenen Blutes. Ungeachtet dessen setzt sich das angefochtene Urteil sowohl mit der Wirkung von Desinfektionsmittel im Rahmen von Blutalkoholanalysen wie auch mit der asservierten Blutmenge auseinander. Die Vorinstanz führt mit Verweis auf das Gutachten des IRM der Universität Zürich aus, in der chromatographischen Analyse hätten keine Hinweise auf das Vorhandensein eines Desinfektionsmittels festgestellt werden können. Bei der Verwendung eines ethanolhaltigen Desinfektionsmittels komme es bei der Blutentnahme nicht zu einer relevanten Verfälschung der Blutalkoholkonzentration. Für die Desinfektion der Injektionsstelle bei der Blutabnahme werde in den allermeisten Fällen ein 70-prozentiges isopropylalkoholhaltiges Desinfektionsmittel verwendet. Dieses habe keinen Einfluss auf die Blutalkoholkonzentration. Da es eine chemisch und analytisch differenzierbare Spezies sei, werde sie auch nicht zu Ethanol verstoffwechselt. Die Menge des abgekommenen Blutes habe keinen Einfluss auf die Bestimmung der Alkoholkonzentration, ausser es gebe nicht genügend Asservat, was in casu aber nicht zutreffe. Es sei ein EDTA-Probegefäss gemäss Weisungen des Bundesamtes für Strassen betreffend die Feststellung der Fahrunfähigkeit im Strassenverkehr verwendet worden. Der Gutachter räume ein, dass nicht allgemein festgestellt werden könne, ob die Blutprobe korrekt entnommen worden sei. Es könne jedoch von einer korrekten Blutentnahme ausgegangen werden, da diese von einer geschulten Fachperson durchgeführt worden sei. Ob das im Blut bestimmte Ethanol aus dem menschlichen Körper stamme, oder ob die Blutprobe mit Ethanol versetzt worden sei, könne bei der Analyse nicht differenziert werden. Eine Zugabe von Ethanol in die Blutprobe nach deren Sicherstellung könne deshalb analytisch nicht ausgeschlossen werden. Praktisch sei dies jedoch nicht durchführbar. Die Zugabe eines Tropfens reinen Alkohols in eine Blutprobe auf 5 g Blut würde zu einer Blutalkoholkonzentration von sechs Gewichtspromille (g/kg) führen. Um eine Blutalkoholkonzentration wie im vorliegenden Fall zu erhalten, müsste eine Alkohol-Lösung vorverdünnt worden sein, d.h. es würden Vorbereitungshandlungen benötigt. Der Vorinstanz zufolge seien die Ausführungen im Gutachten des IRM der Universität Zürich schlüssig und nachvollziehbar. Die Gutachter hätten die an sie gestellten Fragen umfassend und sehr ausführlich beantwortet. Ihre Erkenntnisse und Schlussfolgerungen seien begründet und in sich widerspruchsfrei. Die den Gutachten zugrundeliegenden Methoden seien ebenfalls begründet. Die wissenschaftlichen Standards seien eingehalten und die Schlussfolgerungen transparent sowie für die Verfahrensbeteiligten nachvollziehbar dargestellt worden. Für die Vorinstanz bestünden keine Anzeichen dafür, dass die Blutprobe nachträglich mit Ethanol bzw. einer Alkoholmischung versetzt worden sei. Der Beschwerdeführer setzt sich mit diesen schlüssigen Ausführungen der Vorinstanz nicht ansatzweise auseinander und zeigt keine Willkür auf. Da dem Gutachten zufolge die Verwendung eines ethanolhaltigen Desinfektionsmittels keine Verfälschung der Blutprobe zur Folge hat, gemäss den willkürfreien Erwägungen der Vorinstanz keine Anzeichen für eine nachträgliche Verfälschung der Blutprobe bestehen und (meistens verwendete) isopropylalkoholhaltige Desinfektionsmittel gar nicht erst zu Ethanol verstoffwechselt werden, ist nicht ersichtlich, welchen Erkenntnisgewinn sich der Beschwerdeführer von seinem reichlich unspezifischen Antrag auf Analyse auf "weitere" Desinfektionsmittel erhofft. Die Vorinstanz durfte ohne in Willkür zu Verfallen von einer derartigen Analyse der Blutprobe absehen.