Citation: 6B_541/2021 E. 4.4

4.4. Der Beschwerdeführer ist ein zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils knapp 37-jähriger, seit sechs Jahren in der Schweiz lebender türkischer Staatsangehöriger, der mit der Verurteilung wegen sexueller Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB eine Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB erfüllt, die zu einer obligatorischen Landesverweisung führt. Der Beschwerdeführer bringt zutreffend vor, dass er in beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht integriert ist, da er über eine Arbeitsstelle und ein regelmässiges Gehalt verfügt. Hiervon geht denn auch die Vorinstanz aus. Demgegenüber ergibt sich weder aus den vorinstanzlichen Feststellungen noch den Vorbringen des Beschwerdeführers, dass er auch in privater, familiärer oder kultureller Hinsicht in der Schweiz integriert ist. Zwar beherrscht er die deutsche Sprache nach den vorinstanzlichen Feststellungen nicht schlecht (Urteil S. 14). Jedoch lebt er alleine in der Schweiz und hat hier keine Familienangehörigen. Freunde oder nahestehende Personen werden weder im vorinstanzlichen Urteil noch in der Beschwerdeschrift erwähnt. Seine Ehefrau, mit der er keine Kinder hat, lebte zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils in Frankreich. Demgegenüber leben seine Eltern und seine Schwestern, die er regelmässig besucht, in der Türkei, wo der Beschwerdeführer geboren wurde und aufgewachsen ist. Er verbrachte mithin die meiste Zeit seines Lebens, insbesondere die prägenden Kinder- und Jugendjahre, in seiner Heimat Türkei und ist folglich mit der dortigen Kultur vertraut. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz mit Hinweis auf die Ausführungen der ersten Instanz davon ausgeht, der Beschwerdeführer sei mit der Türkei stärker verwurzelt als mit der Schweiz. Die berufliche und soziale Integration in der Türkei dürfte ihm daher nicht besonders schwer fallen. Dass sein Gesundheitszustand gegen eine Landesverweisung sprechen würde, macht der Beschwerdeführer nicht geltend und ergibt sich auch nicht aus dem vorinstanzlichen Urteil. Zusammenfassend bedeutet die Landesverweisung für den Beschwerdeführer zwar eine gewisse Härte. Diese geht aber nicht über das Mass hinaus, das der Verfassungs- und Gesetzgeber mit der Einführung der obligatorischen Landesverweisung in Kauf nahm oder sogar wollte. Die Vorinstanz schliesst zutreffend auf eine mangelnde Integration auf verschiedenen Ebenen. Zwar hat sich der Beschwerdeführer in der Schweiz beruflich und wirtschaftlich gut integriert, jedoch weist er keine soziale oder familiäre Bindung zu in der Schweiz ansässigen Personen auf. Demgegenüber erscheint eine berufliche und soziale Wiedereingliederung in der Türkei möglich. In der Gesamtbetrachtung geht die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass die Landesverweisung beim Beschwerdeführer keinen schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB bewirkt. Damit erübrigt sich eine Interessenabwägung zwischen den privaten Interessen des Beschwerdeführers und dem öffentlichen Sicherheitsinteresse. Folglich braucht auf die Einwände des Beschwerdeführers, es sei widersprüchlich und unverhältnismässig, wenn die Vorinstanz einerseits von einem "leichten Verschulden" bzw. "besonders leichten Fall" ausgehe und andererseits die Landesverweisung anordne, nicht eingegangen zu werden.