Citation: 9C_418/2022 E. 5.2.1

5.2.1. Die beschwerdeführende Vorsorgeeinrichtung hält dagegen, für den Nachweis von Soziallohn gälten hohe Anforderungen. Der Suva-Kreisarzt habe lediglich festgehalten, der Beschwerdegegner könne nicht wieder in die freie Wirtschaft eingegliedert werden. Nach Lage der Akten arbeite er (in einem geschützten Rahmen) vier Stunden am Tag und erziele dafür einen Lohn. Ob er im (allgemeinen) ausgeglichenen Arbeitsmarkt eingegliedert werden könne, spiele keine Rolle. Aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ergebe sich nicht, dass Einkommen, das an einem geschützten Arbeitsplatz erzielt werde, nicht als Invalideneinkommen (resp. als noch erzielbares Erwerbseinkommen) angerechnet werden dürfte. Massgebend sei nicht die Eingliederungsfähigkeit, sondern die Frage, ob der erwirtschaftete Lohn ein Äquivalent für geleistete Arbeit darstelle. Dieser Frage sei die Vorinstanz nicht nachgegangen. Das von der IV-Stelle ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 2'662.- (2015) entspreche einem Tageslohn von Fr. 10.40 oder einem Stundenlohn von Fr. 2.60 (bei einem Pensum von täglich vier Stunden). Daher müsse von einer äquivalenten Arbeitsleistung ausgegangen werden, was Soziallohn ausschliesse. Die Verfügung der IV-Stelle sei nicht offensichtlich falsch. Der mutmasslich entgangene Verdienst betrage Fr. 67'846.- (ohne Kinderzulagen); die Überentschädigungsgrenze (90 %) liege mithin bei Fr. 61'061.-. Dem stünden anrechenbare Einkünfte von Fr. 70'011.- (einschliesslich des zumutbarerweise erzielbaren Erwerbseinkommens von Fr. 2'662.-) gegenüber. Damit sei eine Überentschädigung im Umfang von Fr. 8'950.- ausgewiesen. Eine BVG-Invalidenrente sei nicht geschuldet. Die ausbezahlten Rentenbetreffnisse seien, soweit nicht verjährt, zurückzufordern.