Citation: 9C_56/2023 E. 2.2.3

2.2.3. Anders, als die Steuerpflichtige anzunehmen scheint, entfaltet der Rechtsübergang auf die Konkursmasse auch prozessuale Auswirkungen: Mit der Konkurseröffnung obliegt die Prozessführungsbefugnis ausschliesslich der Konkursverwaltung; diese vertritt die Konkursmasse vor Gericht" (Art. 240 SchKG; BGE 147 III 365 E. 4.2). Dieses Pflichtrecht erfasst namentlich auch die Verfahren vor Verwaltungsbehörden oder Verwaltungsgerichtsbehörden (Marc Russenberger/Marc Wohlgemuth, in: Daniel Staehelin/Thomas Bauer/Franco Lorandi, Kommentar SchKG, Band II, 3. Aufl. 2021 [nachfolgend: BSK-SchKG], N. 12 zu Art. 240 SchKG). Der Konkursmasse als Sondervermögen kommt während der Dauer des Konkursverfahrens die Partei- und Prozessfähigkeit zu (BGE 121 III 28 E. 3; 97 II 403 E. 2; 47 III 10 E. 1; 41 III 165 E. 3; Urteile 4A_242/2015 vom 19. August 2015 E. 2.4.2; 2C_303/2010 vom 24. Oktober 2011 E. 2.4.2). Dies schliesst etwa aus, dass der Schuldner, trotz eröffneten Konkurses, ein Rechtsmittel erhebt (Urteile 2C_650/2011 vom 16. Februar 2012 E. 1.2.2; 2A.294/1995 vom 29. August 1995 E. 2). Trifft der Schuldner oder eines seiner Organe dennoch Verfügungen, so kann die Konkursverwaltung dieses Verhalten als für sie unverbindlich betrachten (BGE 140 III 651 E. 4.1; 132 III 432 E. 2.4).