Citation: 5C.129/2005 09.08.2005 E. 2

Der Kläger macht zunächst eine Verletzung von Art. 8 ZGB geltend. Nach dieser Bestimmung habe er Anspruch darauf gehabt, dass die Vorinstanz die von ihm beantragte nochmalige persönliche Befragung der Beklagten zu den Wiedereinstiegschancen ins Erwerbsleben durchführe. Dies sei ihm indes vom Obergericht verweigert worden. Das Obergericht hat angenommen, die Beklagte habe wegen ihres Alters, der gesundheitlichen Einschränkungen und des Fehlens jeglicher Berufserfahrung in den vergangenen 22 Jahren keine reellen Wiedereinstiegschancen auf dem ohnehin angespannten Arbeitsmarkt. Die Vorinstanz hat demnach die praktisch nicht existenten Chancen der Beklagten auf dem Arbeitsmarkt als erwiesen betrachtet. Der Kläger kritisiert in Wirklichkeit in diesem Punkt die Beweiswürdigung des Obergerichts, was im Berufungsverfahren unzulässig ist (BGE 129 III 320 E. 6.3 S. 327; 126 III 10 E. 2b S. 13). Auf seine diesbezüglichen Vorbringen ist daher nicht einzutreten. Immerhin kann beigefügt werden, dass der Kläger auf die Durchführung einer Appellationsverhandlung und damit auf ein Beweisverfahren, also auch auf eine erneute Befragung der Beklagten durch das Obergericht ausdrücklich verzichtet hat. Damit ist seinem Beweisantrag auf nochmalige Befragung der Beklagten der Boden entzogen, und eine Gehörsverletzung ist diesbezüglich denn auch verneint worden (E. 2.1.1 Beschwerdeurteil).