Citation: 9C_734/2023 E. 3.3.3

3.3.3. An dieser Beurteilung ändern die Vorbringen in der Beschwerde nichts. Es spielt keine Rolle, dass der Beschwerdeführer nicht mit dem Erlass einer Sicherstellungsverfügung rechnen musste und bis am 2. Juni 2023 im Ausland weilte; die Auslandsabwesenheit war nicht kausal für das Fristversäumnis, sondern die falsche Fristberechnung des Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer bringt selber vor, dass er bereits am 30. Mai 2023 Kenntnis von der Sicherstellungsverfügung hatte; damit stand ihm praktisch die gesamte Rechtsmittelfrist zur Verfügung. Keine Rolle spielt sodann, dass der Beschwerdeführer fälschlicherweise davon ausgegangen ist, die tatsächliche Kenntnisnahme sei für die Zustellung entscheidend; er wurde in der Rechtsmittelbelehrung der Sicherstellungsverfügung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Verfügung bereits mit Ablage im Briefkasten bzw. Postfach zugestellt werde. Bei dieser Sachlage wäre es an ihm gelegen, sich über den Fristenlauf zu informieren, anstatt auf seine falsche Einschätzung zu vertrauen. Soweit der Beschwerdeführer rügt, er sei in guten Treuen davon ausgegangen, die Frist beginne erst am nächsten Werktag zu laufen, ist er nicht zu hören. Wie erwähnt sehen die anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen vor, dass die Frist mit dem auf die Eröffnung folgenden Tage zu laufen beginnt (vorne E. 3.3.2). Auch in der Rechtsmittelbelehrung wurde darauf hingewiesen, dass die 30 Tage "von der Zustellung dieser Verfügung an gerechnet" werden. Er musste nicht ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Frist nicht erst am kommenden Werktag zu laufen beginnt. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Gesetzgeber die ZPO dergestalt ändern will, dass die Zustellung durch gewöhnliche Post an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag erst am nächsten Werktag als erfolgt gilt (BBl 2023 786 ff.). Einerseits ist diese Bestimmung noch nicht in Kraft und andererseits ist die ZPO so oder anders für die Fristenberechnung im Steuerverfahren nicht massgebend. Deshalb konnte die Vorinstanz ohne Gehörsverletzung darauf verzichten, sich näher zur ZPO-Revision zu äussern. Dass der Bundesrat sodann in Erfüllung der Motion 22.3381 "Harmonisierung der Fristenberechnung" eine entsprechende Regelung für das ganze Bundesverfahrensrecht plant und diesbezüglich zurzeit eine Vernehmlassung läuft, ändert ebenfalls nichts daran; eine solche Gesetzesrevision wäre - selbst wenn sie beschlossen würde - nicht rückwirkend auf den vorliegenden Fall anwendbar.