Citation: 1C_147/2021 E. 6.3.3

6.3.3. Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass sich bei einem Anlass in der Grössenordnung der Landsgemeinde Menschenansammlungen vor, während und nach der Veranstaltung nicht verhindern lassen. Die Verschiebung auf einen grösseren Platz und die weiteren von den Beschwerdeführern vorgeschlagenen Massnahmen hätten daran nichts geändert. Die Dauer der Veranstaltung lässt sich nur bedingt steuern und eine Verkürzung der Landsgemeinde hätte nichts daran geändert, dass eine grosse Anzahl Personen über längere Zeit miteinander in Kontakt gekommen wären. Eine Maskenpflicht und weitere Schutzmassnahmen hätten die Übertragung von Viren zwar eindämmen, aber nicht verhindern können. Die Stimm- und Wahlberechtigten haben grundsätzlich Anspruch darauf, dass Volkswahlen und Volksabstimmungen rechtzeitig bzw. innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Fristen durchgeführt werden. Die Verschiebung der Landsgemeinde 2021 von Ende April in den Spätsommer wäre somit ebenfalls mit einer Einschränkung in die Ausübung des Stimm- und Wahlrechts verbunden gewesen, was die Vorinstanz bei ihrem Entscheid mitzuberücksichtigen hatte. Hinzu kommt, dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit bestand, dass die Landsgemeinde auch im Spätsommer 2021 nicht hätte durchgeführt werden können, womit die für Ende April 2021 vorgesehenen Wahlen und Abstimmungen (vgl. Art. 19 Abs. 2 und Abs. 3 sowie Art. 20 Abs. 1 und Abs. 2 KV/AI) noch weiter verzögert worden wären. Die Durchführung eines Urnengangs am 9. Mai 2021 hat es ermöglicht, dass die für die Landsgemeinde 2021 vorgesehenen Wahlen und Sachgeschäfte nur für eine kurze Zeitspanne verschoben werden mussten, was im Interesse der Stimm- und Wahlberechtigten lag. Die Ausführungen der Vorinstanz zum Eventualantrag 1 der Beschwerdeführer, wonach jedenfalls über die nicht zwingenden, nicht alljährlichen Geschäfte nicht an der Urne, sondern an einer später stattfindenden Landsgemeinde abgestimmt werden soll, sind ebenfalls überzeugend. Die Beschwerdeführer führen nicht näher aus, welche Geschäfte aus ihrer Sicht weniger dringlich gewesen wären, sodass man diese ohne Weiteres auf einen späteren Zeitpunkt hätte verschieben können. Jedenfalls wäre auch die Verschiebung einzelner Geschäfte auf eine später durchgeführte Landsgemeinde mit Nachteilen und einer Einschränkung in die Ausübung des Stimm- und Wahlrechts verbunden gewesen. Nach dem Ausgeführten durfte die Vorinstanz unter den gegebenen Umständen davon ausgehen, es gebe keine weniger in die Ausübung des Stimm- und Wahlrechts eingreifenden, tauglichen Alternativen zur Absage der Landsgemeinde 2021 bzw. zu deren Ersatz durch eine ausserordentliche Urnenabstimmung, mit welchen die Ausbreitung des Corona-Virus ebenso gut hätte begrenzt werden können.