Citation: 6B_559/2007 15.11.2007 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz insbesondere vor, die Beweise willkürlich gewürdigt und die Tragweite des Grundsatzes "in dubio pro reo" verkannt zu haben. Bei korrekter Beweiswürdigung bestünden keine erheblichen Zweifel daran, dass der Beschwerdegegner ihr am 30. August 2005 durch seine Schläge eine Abdomenkontusion und eine Trommelperforation zugefügt habe (Beschwerde S. 15). 2.2 Die Vorinstanz hat erwogen, gestützt auf die Aussagen der beiden Parteien und der Zeugen sowie angesichts der nach dem Vorfall festgestellten Verletzungen der Beschwerdeführerin, könne nicht als nachgewiesen gelten, dass der Beschwerdegegner dieser eine Bauchquetschung und eine Trommelfellperforation beigefügt habe: Im ärztlichen Bericht von Dr. med. B.________ des Universitätsspitals Zürich, Departement Chirurgie, Klinik für Unfallchirurgie, vom 31. August 2005 werde eine Abdomenkontusion, nicht aber eine Trommelfellperforation diagnostiziert. Ebenso wenig seien Schmerzen oder Verletzungen an Kopf oder Hals dokumentiert (angefochtenes Urteil S. 30 mit Hinweis auf die vorinstanzlichen Akten act. 18/1). Zu berücksichtigen sei, dass sich die Beschwerdeführerin kurz vor dem Vorfall einer Bauchoperation unterzogen habe. Im Untersuchungsbericht des Universitätsspitals Zürich vom 31. August 2005 seien keine äusserlich sichtbaren Spuren wie Hämatome oder Kratzer dokumentiert, und offenbar sei auch die Ultraschalluntersuchung unauffällig verlaufen. Eine vom Beschwerdegegner verursachte Quetschung im Unterleib sei deshalb nicht belegt. Denkbar sei vielmehr ebenso, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der vorangegangenen Operation und der Aufregung am Abend des 30. August 2005 wieder vermehrt Schmerzen im Bauchbereich verspürt habe (angefochtenes Urteil S. 30). Die Trommelfellperforation sei erstmals am 7. September 2005, mithin rund eine Woche nach dem Vorfall, durch Dr. med. C.________ diagnostiziert worden. Dieser habe in seinem ärztlichen Zeugnis ausgeführt, die Trommelperforation sei wenige Tage alt, und ein Zusammenhang mit den Ereignissen vom 30. August 2005 sei sehr wahrscheinlich (angefochtenes Urteil S. 35, mit Hinweis auf die vorinstanzlichen Akten act. 18/4). Diese Folgerung - so hält die Vorinstanz weiter fest - könne der behandelnde Arzt jedoch einzig auf die Schilderungen der Beschwerdeführerin abgestützt haben. Aufgrund der zeitlichen Umstände sei es aber auch möglich bzw. zumindest nicht ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin sich die Trommelfellperforation anderweitig zugezogen habe, sei es, dass sie von einem Dritten geschlagen worden sei oder sonstwie einen heftigen Schlag aufs Ohr erlitten habe (angefochtenes Urteil S. 35). In Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" sei deshalb zugunsten des Beschwerdegegners davon auszugehen, dass er die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte Abdomenkontusion und Trommelfellperforation nicht verursacht habe (angefochtenes Urteil S. 35). 2.3 Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung einzig vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer schlechterdings unhaltbaren oder widersprüchlichen Beweiswürdigung beruht bzw. im Ergebnis offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 129 I 173 E. 3.1 mit Hinweisen). Dass das angefochtene Urteil mit der Darstellung der Beschwerdeführerin nicht übereinstimmt oder eine andere Lösung oder Würdigung vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt praxisgemäss für die Begründung von Willkür nicht (BGE 131 IV 100 nicht publ. E. 4.1; 127 I 54 E. 2b mit Hinweisen). Als Beweiswürdigungsregel besagt der aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich das Strafgericht nicht von einem für die angeklagte Person ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Inwiefern dieser Grundsatz verletzt ist, prüft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willkür, d.h. es greift nur ein, wenn das Sachgericht die angeklagte Person verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an deren Schuld fortbestanden. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann (BGE 127 I 38 E. 2 und 4 mit Hinweisen). 2.4 Die Vorinstanz hat sich sehr eingehend mit den Aussagen der Beschwerdeführerin (angefochtenes Urteil S. 18 ff.; S. 31 ff.), des Beschwerdegegners (angefochtenes Urteil S. 25 f.; S. 35 ff.) und von Zeugen (angefochtenes Urteil S. 23 f.; S. 26 ff.) auseinandergesetzt und insbesondere auch die beiden ärztlichen Berichte (angefochtenes Urteil insb. S. 30 und S. 35) in ihre Beweiswürdigung einbezogen. Die Würdigung der Vorinstanz, es bestünden entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht bloss abstrakte und theoretische Zweifel daran, dass der Beschwerdegegner, die Bauchquetschung und Trommelfellperforation der Beschwerdeführerin verursacht habe, hält der bundesgerichtlichen Willkürprüfung stand: Nicht unhaltbar ist einerseits der im angefochtenen Urteil gezogene Schluss, es sei möglich, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der vorangegangenen Bauchoperation und der Aufregung am Abend des 30. August 2005 wieder vermehrt Schmerzen im Unterleib gespürt habe, weshalb eine neu hervorgerufene Quetschung nicht nachgewiesen sei. In Anbetracht der Tatsache, dass eine Trommelfellperforation bei der Konsultation im Universitätsspital Zürich unmittelbar nach dem Vorfall kein Thema gewesen, sondern erstmals eine Woche später diagnostiziert worden ist, ist andererseits auch die Folgerung im angefochtenen Urteil, es könne nicht rechtsgenüglich ausgeschlossen werden, dass sich die Beschwerdeführerin diese Verletzung anderweitig zugezogen habe, nicht willkürlich. 2.5 Nicht zu beanstanden ist schliesslich auch die rechtliche Würdigung der Vorinstanz, wonach der erstellte Sachverhalt unter den Tatbestand der Tätlichkeit gemäss Art. 126 StGB zu subsumieren ist und der Beschwerdegegner in rechtfertigender Notwehrhilfe gehandelt hat.