Citation: 6P.154/2002 31.03.2003 E. 9

Der Beschwerdeführer geht der Reihe nach auf alle ihm angelasteten Einbrüche ein und wirft dem Kantonsgericht willkürliche Beweisführung vor. Die Argumentation zu den einzelnen Fällen wiederholt sich weitgehend. 9.1 Der Schuldspruch in den vier Fällen (Nr. 30, 93, 99, 120) mit Schuh- und jenem (Nr. 100) mit Fahrradspeichenspuren ist offensichtlich nicht willkürlich. Denn bei seiner Verhaftung trug der Beschwerdeführer die entsprechenden Schuhe, hatte er die entsprechende Fahrradspeiche auf sich und zur Tatzeit war er zum Teil in der Nähe des Tatortes observiert worden. Nicht willkürlich ist sodann der Schuldspruch in den zwei Fällen (Nr. 107, 108), in denen das erbeutete Geld anlässlich der Verhaftung beim Beschwerdeführer gefunden wurde. Die hierzu gegebene Erklärung mit dem Italiener S.________ hat das Kantonsgericht willkürfrei als unglaubwürdig beurteilt. 9.2 Das Kantonsgericht hat dem Beschwerdeführer zusätzlich jene Einbrüche angelastet, bei denen der Täter nach dem gleichen Muster vorgegangen und der Beschwerdeführer zur fraglichen Zeit in der Nähe des Tatortes observiert worden war. Zwischen dem 19. Oktober und dem 23. November 2000 wurde der Beschwerdeführer während acht Nächten observiert. Gegen Mitternacht verliess er jeweils eine von ihm benutzte Wohnung in Basel, fuhr mit dem Tram in eine Ortschaft, lief dort zu den Einfamilienhäusern, drehte seinen Lumber um, so dass das dunkle Innenfutter zum Vorschein kam, setzte einen dunklen Schlapphut auf, verschwand dann zuweilen in den Gärten zwischen den Häusern, tauchte wieder auf, verschwand wieder in den Gärten und kehrte schliesslich bei Tagesanbruch in die Stadt zurück. In der Wohnung wurde verschiedenes Material sichergestellt, darunter Handbohrer, eine gebogene Fahrradspeiche und diverse Utensilien für Kippfensterbefestigungen. Das bei der Observierung festgestellte Verhalten ist sehr suspekt, und der Beschwerdeführer versucht nicht einmal, für seine nächtlichen Ausflüge eine Erklärung zu geben. Da gleichzeitig feststeht, dass er in dieser Zeit und in diesem Gebiet jedenfalls sieben Einbrüche mittels Fensterbohrer-Methode begangen hat und dass in der von ihm benutzten Wohnung Einbruchswerkzeug gefunden wurde, liegt der Schluss nahe, dass er jeweils auf Diebestour war. Die Vorinstanz hat daraus geschlossen, dass der Beschwerdeführer die Einbrüche begangen hat, die mit der Fensterbohrer-Methode vorgenommen wurden an Orten, in deren Nähe er in der jeweiligen Tatnacht observiert wurde. Dieser tatsächliche Schluss ist nicht unhaltbar. Der Beschwerdeführer wendet verschiedentlich ein, zwischen dem Tatort und dem Ort, wo er von der Polizei gesehen worden sei, liege eine gewisse Distanz, so dass er als Täter nicht in Betracht komme. Warum dem so sein sollte, ist aber nicht ersichtlich; in der Beschwerdeschrift, in welcher insbesondere jede Distanzangabe fehlt, wird diese Behauptung nicht begründet. Willkür ist auf diese Weise nicht aufgezeigt. 9.3 Das Kantonsgericht hat festgehalten, ein Ein-Gramm-Goldbarren der UBS, der in der vom Beschwerdeführer benutzten Wohnung gefunden worden sei, stamme aus einem Einbruch bei Arlesheim (Nr. 104). Deshalb hat es ihm diesen sowie vier weitere in derselben Nacht in Arlesheim mit der Fensterbohrer-Methode begangenen Einbrüche zugeschrieben. Der Umstand, dass dieser Goldbarren nicht individualisiert ist, lässt den Schluss der Vorinstanz nicht willkürlich erscheinen. Da der Beschwerdeführer in der fraglichen Zeit und in der gleichen Gegend zahlreiche Einbrüche nach der gleichen Methode begangen hatte, war es nicht unhaltbar, davon auszugehen, dass der aufgefundene mit dem gestohlenen Goldbarren identisch sei und dass die andern in der gleichen Nacht nach der gleichen Methode in der gleichen Ortschaft begangenen Einbrüche demselben Täter zuzuschreiben sind. 9.4 Bei einem dieser Einbrüche in Arlesheim (Nr. 105) wurde ein Bewohner um 03.45 Uhr durch Bohrlärm geweckt; der Täter flüchtete, wobei ihn der Zeuge von hinten weggehen sah und eine auffällige Gangart bemerkte. Anlässlich einer Konfrontation mit dem Beschwerdeführer und fünf anderen Personen, die vor ihm aufgestellt waren, erklärte sich der Zeuge nicht in der Lage, den Täter zu identifizieren. Nachdem die sechs Personen an ihm vorbeigegangen waren, zeigte er, wenn er denn "jemanden bezeichnen müsste", auf einen andern als den Beschwerdeführer. Der Zeuge, der soeben aus dem Schlaf geweckt worden war, sah den Täter von hinten und bei nächtlichen Sichtverhältnissen weggehen; dass eine Identifikation unter diesen Umständen schwierig ist, liegt auf der Hand. Der Zeuge stellte eine "spezielle Gangart" fest; die kann ebenso gut von besondern Umständen in dieser Nacht herrühren und muss nicht die übliche Gangart des Täters sein. Angesichts dessen erscheint der Umstand, dass der Zeuge den Beschwerdeführer nicht identifiziert hat, mit der Annahme seiner Täterschaft nicht unvereinbar. 9.5 Bei Einbrüchen mittels Fensterbohrer-Methode (Nr. 29, 118, 119, 121) wurde die Täterschaft des Beschwerdeführers bejaht, weil in der jeweiligen Nacht in örtlicher Nähe ein anderer Einbruch (Nr. 30, 120) stattgefunden hatte, bei welchem der Beschwerdeführer eine Schuhspur hinterlassen hatte. In Anbetracht der andern Indizien ist auch dieser Schluss haltbar.