Citation: 4A_617/2021 E. 3.4.1

3.4.1. Die Vorinstanz erwog, " Logbau " und " Baulog " stünden beide am Anfang der Firma und würden ähnlich, aber nicht exakt gleich geschrieben. Beide bestünden aus den gleichen Elementen mit gleich vielen Buchstaben, die lediglich invers angeordnet seien. Sinngehalt (im vorliegenden Kontext) und Wortklang beider Bestandteile seien sehr nahe. Da das Publikum in der Regel ein Zeichen nicht analytisch betrachte, sondern als Einheit interpretiere, werde es umso weniger in den Kombinationen "Logbau " bzw. " Ba ulog " eine Sachbezeichnung erblicken. Daher dürften beide Bezeichnungen beim Publikum ähnliche Gedankenassoziationen wecken und in der Erinnerung kaum auseinanderzuhalten sein. Durch den kennzeichnungsschwachen Bestandteil " Baulogistik " werde die Firma der Beschwerdeführerin nicht individualisiert. Im Gegenteil führe dies höchstens dazu, dass statt von einer unmittelbaren Verwechslungsgefahr (fälschlicherweise) von einer Verbundenheit der beiden Unternehmen ausgegangen werde (mittelbare Verwechslungsgefahr [vgl. hiervor E. 3.1.4]). Örtlich sei die Beschwerdegegnerin im Raum Graubünden tätig, während die Beschwerdeführerin im Raum Zürich wirtschafte. Räumlich bestünden somit keine direkten Überschneidungen. Allerdings seien beide Parteien im Bereich der Baulogistik tätig, womit sie branchenmässig im Wettbewerb stünden bzw. sich an denselben Kundenkreis richteten. Dieser Umstand erhöhe die Gefahr von Verwechslungen, weshalb entsprechend erhöhte Anforderungen an die Unterscheidbarkeit gestellt werden müssten. Es bestehe somit Verwechslungsgefahr. Bei diesem Ergebnis könne die Frage, wie bekannt die Beschwerdegegnerin tatsächlich sei, offengelassen werden.