Citation: 6B_729/2016 E. 1.4.2

1.4.2. Hinsichtlich der beantragten Entlastungszeugin ist unbestritten, dass diese dem Gericht bekannt war und dass sie zur Tat selber keine Angaben machen kann. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz erwägt, auf ihre Einvernahme könne mangels sachdienlicher Informationen verzichtet werden, zumal sich die Zeugin mit einem anderen Zeugen abgesprochen habe und ihre Wahrnehmungen mit dessen Aussagen im Wesentlichen identisch seien. Zudem ist nicht ersichtlich, weshalb es die Aussagen des Opfers hinsichtlich des Kerngeschehens erschüttern sollte, wenn die Zeugin andere Angaben zur Frage machen würde, wie lange sich der Beschwerdeführer mit dem Opfer im Hotelzimmer befand. Dass es am Tattag zum zunächst einvernehmlichen Geschlechtsverkehr kam, ist seitens des Opfers unbestritten. Selbst wenn die Zeit im Hotelzimmer kürzer gewesen sein sollte, als die vom Opfer behauptete halbe Stunde, wäre es nicht willkürlich anzunehmen, der Beschwerdeführer habe gleichwohl genügend Zeit gehabt, die ihm vorgeworfenen Handlungen vorzunehmen. Ebenso wenig würde es ihn entlasten, wenn die Zeugin seine Behauptung, wonach es zwischen ihm und dem Opfer zu einem lauten verbalen Streit gekommen sei, bestätigen würde. Dies würde die behaupteten Übergriffe im Vorfeld des Streits im Gegenteil plausibler erscheinen lassen. Abgesehen davon erachtete das Gericht den Streit ohnehin als erwiesen. Darüber ist nicht weiter Beweis zu führen. Es ist nicht ersichtlich, dass das Gericht ein entscheidendes Beweismittel offensichtlich übersehen hätte. Wie der Beschwerdeführer selber ausführt, war die Zeugin dem Gericht bekannt. Dass es auf deren Einvernahme dennoch verzichtet hat, ist unter dem Gesichtspunkt antizipierter Beweiswürdigung nicht zu beanstanden. Er selber hat die Befragung der Entlastungszeugin im ordentlichen Verfahren denn auch nicht beantragt. Er macht nicht geltend, dies sei nicht möglich oder nicht tunlich gewesen.