Citation: 4A_501/2021 E. 9.2.1

9.2.1. Die Vorinstanz erwog, wie die Beklagte zu Recht vorbringe, könnten nur diejenigen Anwaltskosten einen Teil des Schadens darstellen, die nicht durch die Parteientschädigung abgedeckt würden. Dies gelte auch für Kosten, welche in retrospektiver Sicht der Vorbereitung des Prozesses gedient hätten. Allerdings habe dies nicht zur Folge, dass sämtliche Aufwände, welche in irgend einer Form letztlich im Prozess hätten verwendet werden können (mithin nützlich waren), von einem Ersatz als Schaden ausgeschlossen wären. Die geltend gemachten klägerischen Aufwendungen würden sich in verschiedene Kategorien aufteilen lassen, die sich über die gesamte Beratungszeit hinzögen und deren gemeinsame Beurteilung sich aufdränge. Eine erste Gruppe betreffe die Kosten, die aufgrund der Beratung im Zusammenhang mit der Ausübung der Wahlrechte und dem Vorgehen zur Aufrechterhaltung des Vertrages entstanden seien. Die initiale Beratung der Klägerin durch die Anwältinnen könne nicht als Prozessvorbereitung eingeordnet werden. In diesem Zeitpunkt sei es alleine darum gegangen, die Situation zu analysieren und die Klägerin zum weiteren Vorgehen zu beraten. Die Tätigkeit habe sich zunächst darauf ausgerichtet, die Beklagte zur Einhaltung des Vertrags anzuhalten und in der Folge die Wahlrechte korrekt auszuüben. Im damaligen Zeitpunkt habe es nicht im Zentrum der anwaltlichen Beratung gestanden, einen Prozess vorzubereiten, einen solchen zu verhindern oder dafür eine bessere Ausgangslage zu erarbeiten. Vielmehr sei es um die korrekte Ausübung der vertraglichen Rechte und die Bereinigung des Vertragsverhältnisses an sich gegangen. Die Kosten im Zusammenhang mit den geführten Vergleichsgesprächen - als eine weitere Kategorie - hat die Vorinstanz hingegen als prozessuale Kosten qualifiziert, die durch eine Parteientschädigung gedeckt seien und entsprechend nicht als Schadenersatz geltend gemacht werden könnten. Ebenso qualifizierte sie die von der Klägerin geltend gemachten Kosten im Zusammenhang mit den Massnahmenverfahren in Deutschland und der Schweiz als prozessuale Kosten hinsichtlich derer für eine Abgeltung als Schadensposition kein Raum bestehe.