Citation: I 826/06 16.03.2007 E. 3

3.1 Ob eine versicherte, im Haushalt tätige Person bei im Übrigen unveränderten Umständen ohne gesundheitliche Beeinträchtigung einem Erwerb nachginge und welche Tätigkeit(en) in welchem zeitlichen Umfang sie ausübte, beurteilt sich nach den persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnissen ebenso wie allfälligen Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern. Ebenfalls zu berücksichtigen sind das Alter, die beruflichen Fähigkeiten, die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). Von diesen Kriterien hat das kantonale Gericht einzig die finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes berücksichtigt. Dabei ist es ohne weiteres davon ausgegangen, Hypothekarzins und Nebenkosten machten nicht wesentlich mehr als die früher bezahlte Miete von monatlich Fr. 1400.- aus. Dagegen wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht, die Hypothek müsse reduziert werden, ein älteres Bauernhaus bedürfe zudem regelmässigen Unterhalts und es entstünden deutlich höhere Nebenkosten als in einer Mietwohnung. Andere Gesichtspunkte, wie das Alter des Sohnes und die berufliche Karriere der Versicherten, hat die Vorinstanz ausser Acht gelassen. Die Beurteilung des ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgeübten erwerblichen Arbeitspensums erfolgte somit auf einem unvollständig festgestellten und insoweit für das Bundesgericht nicht verbindlichen Sachverhalt (E. 1.2). Das zunehmende Alter des 1994 geborenen Sohnes und die berufliche Karriere der Beschwerdeführerin, wie sie sich insbesondere aus dem in den Akten befindlichem Auszug aus dem individuellen Konto ergibt, sprechen für eine schon bei der Anmeldung bei der Invalidenversicherung geltend gemachte Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall von 70 %. Danach arbeitete die Versicherte 1991/92 vollzeitlich als Maschinenmechanikerin. 1993 und 1994 bis zur Geburt ihres Sohnes im Dezember dieses Jahres betrug das Pensum - nach eigenen glaubhaften Angaben aus gesundheitlichen Gründen - zwischen 50 % und 60 %. 1995 bis 1998 war sie in bescheidenem Umfang wieder als Maschinenmechanikerin tätig. Im Zeitraum 1999 bis September 2002 arbeitete die Versicherte gleichzeitig als Zeitungsverträgerin und als Verkäuferin in verschiedenen Anstellungen. Aufgrund der verabgabten Einkommen betrug das Arbeitspensum im Verkauf ab Januar 2001 mindestens 50 %. Zusammen mit der Arbeit als Zeitungsverträgerin und der selbstständigen Tätigkeit als Tanzlehrerin betrug das erwerbliche Pensum in dieser Zeit mindestens 70 %. Ab Oktober 2002 arbeitete die Versicherte nach eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen lediglich noch als Zeitungsverträgerin. In Würdigung der gesamten Umstände ist daher von einer Erwerbstätigkeit ohne gesundheitliche Beeinträchtigung von 70 % auszugehen. 3.2 In Bezug auf die trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung (Diagnose: Encephalomyelitis disseminata) zumutbare Arbeitsfähigkeit wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde insoweit zu Recht vorgebracht, dass Frau Dr. med. H.________ sich nicht mit der Beurteilung des Hausarztes Dr. med. S.________ im Bericht vom 27. Mai 2005 auseinander setze. Danach bestand seit August 2003 eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %. Auf diese Einschätzung kann indessen schon deshalb nicht abgestellt werden, weil unklar ist, auf welche Tätigkeit sie sich bezieht. In diesem Zusammenhang kann offen bleiben, ob die Arbeit als Zeitungsverträgerin zumutbar ist und ob die Versicherte mit ihrem heutigen Pensum an ihre Grenzen gelangt, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird. Es geht allgemein um Art und Umfang der trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Gemäss Dr. med. H.________ wäre die Versicherte, welche über einen KV-Lehrabschluss verfügt, aus neurologischer Sicht in einer Bürotätigkeit voll arbeitsfähig. Aufgrund der geringen Befunde sowie der Angaben des Hausarztes zur Arbeitsbelastbarkeit erscheint diese Beurteilung schlüssig und es kann darauf abgestellt werden. Gegen die Zumutbarkeit solcher Tätigkeiten spricht nicht, dass die Versicherte nach ihren eigenen Angaben keine Freude an Büroarbeit hat und lieber als Maschinenmechanikerin arbeitete.