Citation: 2C_498/2022 E. 5.1

5.1. Gemäss der Vorinstanz wurde der Beschwerdeführer wegen Verdachts auf häusliche Gewalt gegenüber seiner Ehegattin vom 26. September 2020 bis zum 3. Dezember 2020 in Polizei- bzw. Untersuchungshaft versetzt und wiederholt mit Gewaltschutzmassnahmen belegt. Auch wenn der Beschwerdeführer bislang nicht rechtskräftig verurteilt worden sei, weise die Aktenlage klar auf eine konfliktbelastete Beziehung hin, in welcher der Beschwerdeführer als eigentlicher Aggressor erscheine. Wie es sich damit verhalte, müsse jedoch nicht abschliessend geklärt werden, da der Beschwerdeführer nicht glaubhaft zu machen vermöge, selbst in massgeblichem Ausmass Opfer ehelicher Oppression geworden zu sein. Während die Anschuldigungen der Ehefrau teilweise durch weitere Personen bestätigt werden könnten und stimmig in das Bild passten, welches sich den Beamten bei der Verhaftung des Beschwerdeführers präsentiert habe, seien die vom Beschwerdeführer erhobenen Anschuldigungen gegenüber seiner Ehefrau nicht belegt und wenig glaubhaft. Unabhängig vom Ausgang der gegen beide Ehegatten eingeleiteten Strafverfahren verhalte sich der Beschwerdeführer widersprüchlich, wenn er einerseits einen nachehelichen Härtefall aufgrund ehelicher Oppression behaupte, zugleich aber an der konfliktbelasteten Ehe festhalten und eine Versöhnung mit seiner Ehefrau anstreben wolle. Da die Initiative zur Trennung nicht vom Opfer, sondern von der (angeblich) gewaltausübenden Ehegattin ausgehe, sei anzunehmen, dass die Weiterführung der Ehe im Trennungszeitpunkt objektiv zumutbar gewesen wäre und in diesem Sinne nicht von ehelicher Gewalt ausgegangen werden könne. Angesichts dieser Umstände könne auch ohne abschliessende strafrechtliche Beurteilung davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer selbst nicht Opfer ehelicher Oppression geworden sei oder diese zumindest nicht ein Ausmass erreicht habe, welches die Berufung auf einen nachehelichen Härtefall rechtfertigen würde.