Citation: 6B_1164/2023 E. 7.4.2

7.4.2. Hinsichtlich der vorinstanzlichen Würdigung der privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz beanstandet der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe sich nicht mit der Qualität der Beziehung zu seiner Verlobten, ihren spanischen Wurzeln und ihrem Lebensmittelpunkt in der Schweiz auseinandergesetzt. Die Vorinstanz hat diesbezüglich zutreffend erwogen, dass seine Verlobte nicht Teil der Kernfamilie im Sinne der dargelegten Rechtsprechung sei. Im Übrigen ist auch keine eheähnliche Verbindung auszumachen. Weder wohnt der Beschwerdeführer mit seiner Verlobten in einem gemeinsamen Haushalt, noch legt er dar, dass sich das Paar in finanzieller Hinsicht gegenseitig unterstützt. Insofern konnte die Vorinstanz davon absehen, sich mit dem Herkunftsland und dem Lebensmittelpunkt der Verlobten des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen. Hinsichtlich der von ihm vorgebrachten Beziehung zu seinen Eltern ist der Vorinstanz zu folgen, dass es sich bei den in der Schweiz lebenden Familienangehörigen (Eltern und Geschwister) des erwachsenen Beschwerdeführers nicht um seine Kernfamilie im Sinne von Art. 8 EMRK handelt. Hinsichtlich des von ihm pauschal vorgebrachten besonderen finanziellen und persönlichen Abhängigkeitsverhältnisses seiner Eltern vermag er die erhöhten Begründungsanforderungen (Art. 42 Abs. 2 BGG und Art. 106 Abs. 2 BGG) nicht zu begründen. Ferner weist der Beschwerdeführer auf die Geschichte seiner Familie in X.________, seinem Herkunftsort im Kosovo, hin. Diesbezüglich hat die Vorinstanz festgehalten, dass der Beschwerdeführer nicht gezwungen sei, an seinen Herkunftsort zurückzugehen, sondern sich auch in anderen Regionen des Kosovo niederlassen oder sich um einen Aufenthaltstitel in einem anderen Land bemühen könne. Da es im Herkunftsort keinen sozialen Empfangsraum gibt, konnte die Vorinstanz davon absehen, sich eingehend mit der Familiengeschichte im Herkunftsort auseinanderzusetzen. Hinsichtlich der Vorbringen betreffend der politischen Situation im Kosovo hat die Vorinstanz zu Recht festgehalten, dass die angespannte Situation zwischen Kosovo und Serbien nicht grundsätzlich dazu führe, von einer Landesverweisung abzusehen. Worin im vorliegenden Fall konkrete Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 66d StGB liegen könnten, führt der Beschwerdeführer nicht aus (vgl. 6B_988/2023 vom 5. Juli 2024 E. 1.8.1 zu Art. 66d Abs. 1 lit. b StGB). Es erübrigt sich, auf die pauschale Kritik an den rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz betreffend Vollzugshindernisse einzugehen. Hinsichtlich der beruflichen Perspektiven bringt der Beschwerdeführer vor, er könne seinem erlernten Beruf des Spleissers im Kosovo nicht nachkommen, da es im Kosovo kaum Glasfasernetze gebe. Nach den Feststellungen der Vorinstanz arbeitet der Beschwerdeführer auch in der Schweiz nicht mehr auf diesem Beruf, womit sich sein Vorbringen relativiert. Im Übrigen vermag ein allenfalls günstigeres (wirtschaftliches) Fortkommen in der Schweiz einen Verbleib in der Schweiz nicht zu begründen (vgl. Urteile 6B_228/2023 vom 8. Februar 2024 E. 2.5.2; 6B_977/2023 vom 12. Januar 2024 E. 1.5.5; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer setzt sich mit den im Hinblick auf die persönlichen Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib von der Vorinstanz berücksichtigten Aspekten auseinander und zeigt auf, dass diese seiner Ansicht nach von der Vorinstanz nicht hinreichend stark gewichtet worden sind. Es ist indes unbestritten, dass hinsichtlich der privaten Interessen aufgrund der langen Anwesenheit und dem fehlenden sozialen Empfangsraum im Herkunftsland erhebliche private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz bestehen. Als unverheirateter, kinderloser und junger Mann ohne jegliche relevanten gesundheitlichen Einschränkungen befindet sich der Beschwerdeführer jedoch in einer Lebensphase, die mit einer hohen Anpassungsfähigkeit einhergeht (vgl. Urteil 6B_1234/2023 vom 11. Juli 2024 E. 3.8.6). Insgesamt ist die vorinstanzliche Gewichtung der privaten Interessen des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden.