Citation: 6B_1145/2022 E. 5.4.1

5.4.1. Da die Beschwerdeführerin in der Sache nicht zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. oben E. 1), kann sie den vorinstanzlich ergangenen (Teil-) Freispruch nicht in Frage stellen. Hinzuweisen ist indes darauf, dass entgegen ihren Ausführungen nicht ersichtlich ist, inwiefern es dem urteilenden Gericht verwehrt sein sollte, einen Beschuldigten bezüglich eines zur Anklage erhobenen Sachverhaltes teilweise freizusprechen, respektive es gegen Art. 428 StPO verstossen soll, wenn es einen solchen Teilfreispruch in die Beurteilung des jeweiligen Obsiegens und Unterliegens miteinbezieht. Auch mit ihrer weiteren Argumentation zur zweitinstanzlichen Kostenverteilung übersieht die Beschwerdeführerin, dass die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens zu tragen haben (Art. 428 Abs. 1 StPO), mithin der Gesetzgeber die Kostentragung im Rechtsmittelverfahren abweichend von Art. 426 und 427 StPO geregelt hat. Damit einher geht einerseits, dass die Regelung des erstinstanzlichen Kostenpunktes nicht jenen des zweitinstanzlichen Verfahrens präjudiziert. Andererseits, dass Art. 426 StPO nicht zur Anwendung gelangt (vgl. Urteil 6B_601/2019 vom 31. Oktober 2019 E. 2.4.2). Dementsprechend kann diese Bestimmung auch nicht die Grundlage bilden, um "keine Kosten für den Hausfriedensbruch auszuscheiden" und so das vollständige Unterliegen der Beschwerdeführerin mit ihrer Anschlussberufung bei der Beurteilung des Obsiegens und Unterliegens ausser Betracht fallen zu lassen. Zusammenfassend ist damit nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz nicht von einem "Obsiegen der Beschwerdeführerin in der Hauptsache" ausgeht. Sie erwägt zu Recht, dass der Beschwerdegegner mit seinen Berufungsanträgen (Antrag auf Freispruch vom Vorwurf der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte) teilweise obsiegt bzw. unterliegt, indes mit seinem Antrag auf Abweisung der Anschlussberufung der Beschwerdeführerin (Antrag auf Schuldspruch wegen Hausfriedensbruchs) vollständig obsiegt; damit einher geht, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Anschlussberufung vollständig unterliegt und mit ihren Anträgen zur Berufung ebenfalls (bloss) teilweise obsiegt bzw. unterliegt. Zu Unrecht von der Prämisse ausgehend, dass sie mit Blick auf die Berufung vollständig obsiegt und ignorierend, dass sie mit ihrer Anschlussberufung vollständig unterliegt, setzt sich die Beschwerdeführerin mit diesen Erwägungen nicht auseinander und vermag dementsprechend auch nicht darzutun, inwiefern die Vorinstanz ihr Ermessen überschreitet, wenn sie die Kosten des Berufungsverfahrens zu 1/6 dem Beschwerdegegner und mit jeweils 5/12 der Beschwerdeführerin und der Staatskasse auferlegt. Dasselbe gilt, wenn sie von denselben falschen Prämissen ausgehend argumentiert, dass der Beschwerdegegner 3/4 der Kosten, sie indes lediglich 1/8 derselben zu tragen habe.