Citation: 9C_755/2018 E. 4.2.5

4.2.5. Zur Kategorie der Konsistenz bringt die Versicherte im Wesentlichen vor, das Sozialversicherungsgericht habe den nicht nur behandlungs-, sondern auch eingliederungsanamnestisch vorhandenen Leidensdruck ungenügend gewürdigt. Gutachterlich sei eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, weshalb sie "zu 60 % einen normalen Alltag führen" dürfe. Vor diesem Hintergrund könne es sich mit Blick auf die Konsistenz nicht negativ auswirken, wenn sie noch Auto fahre. Aus der stringenten Wiedergabe ihrer lebensgeschichtlichen Belastungen in der Begutachtung könne nicht geschlossen werden, die Konzentrationsfähigkeit sei nur unwesentlich eingeschränkt. Hierüber habe sie schon sehr oft gesprochen. Der Schluss auf eine gleichwertige Konzentrationsfähigkeit in anderen, arbeitsrelevanten Bereichen sei verfehlt und stehe im Widerspruch zur mittels Mini-ICF-APP Rating festgestellten Beeinträchtigung der Fähigkeit zum Planen und Strukturieren von Aufgaben. Inwiefern im einmaligen Arbeitsversuch im Jahr 2014, der lediglich ein Pensum von 40 % betraf und nach wenigen Monaten abgebrochen wurde, ein "eingliederungsanamnestischer Leidensdruck" zum Ausdruck kommen soll, ist weder ersichtlich, noch wird es von der Beschwerdeführerin näher dargelegt. Weiterungen hierzu erübrigen sich. Sodann kann die Versicherte nicht davon ausgehen, aufgrund der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von "bloss" 40 % dürfe sie zum vornherein "zu 60 % einen normalen Alltag führen", ohne dass ihr dies im Rahmen der Konsistenzprüfung entgegengehalten werden könnte. Diese Aussage trifft so allgemein formuliert nicht zu. Zu prüfen ist vielmehr unter dem Titel der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen jeweils einzelfallbezogen, ob die in concreto geklagten Einschränkungen in Beruf und Erwerb (bzw. im Aufgabenbereich) und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) gleich ausgeprägt sind. Dass die Vorinstanz aus der Fähigkeit der Versicherten, bei Bedarf ein Auto zu lenken (nach eigener Aussage in der Begutachtung fahre sie selber kürzere Strecken; wenn der Ehemann keine Zeit habe auch längere Strecken, wobei sie dann mehr Zeit brauche), auf eine grundsätzlich erhaltene Konzentrationsfähigkeit sowie gewisse Ressourcen (implizit: Konzentration, Schmerzverdrängung) schloss, verletzt kein Bundesrecht.