Citation: 8C_709/2022 E. 3.3

3.3. Moniert der Beschwerdeführer ferner, die von Beschwerdegegner und Vorinstanz referenzierten Urteile seien für den konkreten Sachverhalt "irrelevant", weil damit den vorliegenden Umständen und Handlungen nicht Rechnung getragen werde, so zielt dies gleichermassen ins Leere. Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zutreffend wiedergegeben, wonach der Einstellungstatbestand des Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG schon dann erfüllt ist, wenn die versicherte Person die in Aussicht stehende Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, durch ihr Verhalten aber in Kauf nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird (vgl. BGE 122 V 34 E. 3b; Urteile 8C_750/2019 vom 10. Februar 2020 E. 4.1 und 8C_339/2016 vom 29. Juni 2016 E. 2.2). Zudem kommt Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG die Funktion eines Auffangtatbestandes zu. Davon erfasst sind sämtliche vorwerfbaren Verletzungen der Kontrollvorschriften und der Weisungen der zuständigen Amtsstelle, wenn - was hier ausser Betracht fällt - ein bestimmtes Verhalten nicht durch einen eigenen Einstellungstatbestand geregelt ist (Urteile 8C_40/2019 vom 30. Juni 2019 E. 5.2; 8C_339/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.2). Demzufolge ist der Rüge, der telefonische Kontakt habe nicht mit dem potenziellen Arbeitgeber direkt, sondern nur mit dem Berater der zuständigen Amtsstelle (RAV) stattgefunden, kein Erfolg beschieden. Auch die sonstigen Vorbringen lassen die vorinstanzliche Schlussfolgerung, der Beschwerdeführer habe durch seine Passivität in Kauf genommen, dass die in Aussicht gestandene Stelle allenfalls anders besetzt werde, nicht als rechtsfehlerhaft erscheinen. Nachdem das damit einhergehende Schadensrisiko durch Einstellung in der Anspruchsberechtigung sanktioniert wird (vgl. BGE 141 V 365 E. 2.1 mit Hinweisen; SVR 2022 ALV Nr. 20 S. 67, 8C_24/2021 E. 3.1; 2021 ALV Nr. 5 S. 14, 8C_468/2020 E. 3.2), durfte das kantonale Gericht Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG anwenden, ohne Bundesrecht zu verletzen.