Citation: 5P.165/2004 20.07.2004 E. 2

Die Beschwerdeführerinnen verweisen auf das Gutachten, in dem angenommen wird, dass sich Notar N.________ und Rechtsanwalt R._______ - an der Besprechung vom 1. Dezember 1998 - über den Zustand der Erblasserin insbesondere auch im Hinblick auf das zur Diskussion stehende Testament ein Bild machen konnten. Die Gutachterin bedauert, dass diese Eindrücke, die eine wichtige Quelle zur Beurteilung des Zustandsbildes gewesen wären, nicht zur Verfügung stünden (S. 24). Die Beschwerdeführerinnen erblicken Verfassungsverletzungen darin, dass die von ihnen mehrfach beantragte Einvernahme von Rechtsanwalt R.________ als Zeugen nicht durchgeführt worden sei. Das angefochtene Urteil beruht diesbezüglich auf einer doppelten Begründung: Das Obergericht hat festgehalten, über die näheren Umstände der Besprechung vom 1. Dezember 1998 sei nichts bekannt. Es lägen keine Aussagen von Rechtsanwalt R.________ und Notar N.________ vor. Beide hätten sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht als Anwalt bzw. Notar berufen, worauf das Bezirksgericht von einer Zeugeneinvernahme abgesehen habe. Entgegen der im Appellationsverfahren immer wieder aufgestellten Behauptung handle es sich bei Rechtsanwalt R.________ nicht um einen aussagewilligen Zeugen, dessen Einvernahme nachzuholen wäre. Dieser habe zwar zunächst bei der kantonalen Anwaltskommission um Entbindung vom Berufsgeheimnis ersucht, doch mit Schreiben vom 31. Oktober 2001 dem Bezirksgericht mitgeteilt, dass er sich definitiv und unwiderruflich entschlossen habe, von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen (E. 6 S. 15 des angefochtenen Urteils). Zum wiederholten Antrag auf Einvernahme von Rechtsanwalt R.________ hat das Obergericht bemerkt, dass dessen Aussage allenfalls dazu führen könnte, dass das Gericht die Urteilsfähigkeit - gemeint offenkundig: Urteilsunfähigkeit - der Erblasserin am 1. Dezember 1998, als sie die Kanzlei des Anwalts aufsuchte, bejahte. Angesichts der ganzen Aktenlage wäre sie aber nicht geeignet, den Nachweis zu erbringen, dass die Erblasserin in der ganzen ersten Hälfte Dezember 1998, als sie das Testament niederschrieb, testierunfähig gewesen sei. Mit anderen Worten wäre der Beweisantrag auch bei Aussagebereitschaft von Rechtsanwalt R.________ in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen (E. 9 S. 27 des angefochtenen Urteils).