Citation: 1A.55/2000 30.06.2000 E. 7

7.- Im Lichte der vorstehenden Erwägungen widersprichtes nicht nur dem Sinn und Zweck des OHG und von Art. 124BV, sondern auch dem verfassungsmässigen Grundsatz von Treuund Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV), wenn die kantonalenInstanzen im hier zu beurteilenden konkreten Fall von einerVerwirkung der Opferhilfeansprüche bezüglich derStraftatbestände von Art. 231 und Art. 122 StGB ausgegangensind. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und derangefochtene Entscheid aufzuheben. Die kantonalen Behördenwerden darüber zu befinden haben, ob und inwieweit diegesetzlichen Voraussetzungen für die Zusprechung einerEntschädigung und Genugtuung erfüllt sind. Lausanne, 30. Juni 2000