Citation: 4A_459/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Weiter berücksichtigte die Erstinstanz, dass der Beschwerdeführer 1 in der Folge eine Erhöhung des Darlehens um EUR 85'000.-- verlangte. Dieser Betrag sei zur Finanzierung eines weiteren Goldkaufs verwendet worden. Auch hier seien sich die Parteien uneinig über die Rolle des Beschwerdeführers 1. Dieser habe Mitte März 2013 die E-Mail-Adresse bei der Beschwerdeführerin 2 mit einer Signatur als Managing Director verwendet, was gegen eine Solidarschuld spreche. Allerdings habe er in der E-Mail-Korrespondenz wiederholt die erste Person Plural (wir) verwendet und festgehalten "we increase the above agreement". Am wahrscheinlichsten erscheine, dass damit die Parteien der handschriftlichen Vereinbarung vom 23. August 2012 gemeint seien. Im Zusammenhang mit der Goldlieferung habe der Beschwerdeführer 1 dann aber die erste Person·Singular (ich) verwendet, was auf ihn allein hindeute. Der Beschwerdeführer 1 habe in seiner Steuererklärung 2013 das Darlehen über EUR 465'000.-- als Privatschuld deklariert. Also sei er im Jahr 2013 davon ausgegangen, dass die Pflicht zur Rückzahlung des Darlehens durch Lieferung von 14 kg Gold auch ihn treffe. Nichts könne er daraus ableiten, dass das Darlehen in der Steuererklärung 2014 nicht mehr erscheine. Denn ab 2014 sei er davon ausgegangen, dass er seine Pflicht zur Lieferung von Gold erfüllt habe.