Citation: 2C_39/2016 E. A

Der 1989 geborene mazedonische Staatsangehörige A.________ zog mit seinen Eltern im August des gleichen Jahres in die Schweiz. Er verfügt über eine Niederlassungsbewilligung, ist ledig und seit November 2007 Vater von B.________, die gestützt auf eine Kindesschutzmassnahme der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) U.________ bei den Eltern von A.________ platziert ist. Er trat in der Schweiz folgendermassen strafrechtlich in Erscheinung: - Mit Strafverfügung der Jugendanwaltschaft vom 25. April 2005 wurde er zu einer Arbeitsleistung von zwei Halbtagen verurteilt, weil er am 16. Januar 2005 seinem Gegenüber zwei Faustschläge ins Gesicht verpasst hatte. - Mit Strafverfügung des Bezirksamtes Kreuzlingen vom 23. Juni 2008 wurde er zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 50.-- sowie einer Busse von Fr. 1'500.-- verurteilt, weil er ohne Führerausweis ein Fahrzeug zum Gebrauch entwendete. Er weigerte sich zudem, in der Kontrolle seinen Namen anzugeben. - Zwischen dem 13. Oktober 2009 und dem 22. Juli 2010 wurde er vier Mal wegen Verkehrs- bzw. Betreibungsdelikten zu Bussen zwischen Fr. 100.-- und Fr. 180.-- verurteilt. - Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 5. August 2011 wurde er zu einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu je Fr. 80.--, davon 80 vollziehbar und 80 bedingt erlassen, sowie einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt. Die vom Bezirksamt Kreuzlingen am 23. Juni 2008 bedingt ausgesprochene Geldstrafe wurde widerrufen. Die Gründe für die Verurteilung waren die Mittäterschaft bei einem Diebstahl, Sachbeschädigung, Hehlerei, Irreführung der Rechtspflege, Urkundenfälschung, die Nichtabgabe von Kontrollschildern, grobe Verletzung der Verkehrsregeln (mehrfach), Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch (mehrfach), Fahren ohne Führerausweis oder trotz Entzug (mehrfach), mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (u.a. Vermittlung von Kokain). Wegen diesen Verfehlungen verwarnte das Migrationsamt A.________ am 24. Oktober 2011 und drohte ihm den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz an, sollte er sich in Zukunft nicht in jeder Hinsicht klaglos verhalten sowie insb. die Rechtsordnung beachten. Nach der Verwarnung wurden weitere Delikte bekannt, die der Beschwerdeführer bereits zuvor verübt hatte. Am 9. Dezember 2011 erging durch die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen ein Strafbefehl als Zusatzurteil zu demjenigen vom 5. August 2011 wegen Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Es wurde eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen und eine Busse von Fr. 300.-- ausgefällt. Zusätzlich büsste die Staatsanwaltschaft Bischofszell A.________ am 24. Mai 2011 wegen nicht getragenen Sicherheitsgurten mit Fr. 60.--. In der Folge kam es trotz Verwarnung zu weiteren Veurteilungen: - Am 16. April 2012 erging ein weiterer Strafbefehl wegen betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, Widerhandlungen gegen das AuG sowie Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes. A.________ wurde zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 80.-- und einer Busse von Fr. 250.-- verurteilt. Zudem widerrief die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen die bedingt ausgesprochene Geldstrafe in der Höhe von 80 Tagessätzen gemäss Urteil vom 5. November 2011 und erklärte diese ebenfalls für vollziehbar. - Am 15. Mai 2012 erging ein Strafbefehl über eine zu vollziehende Geldstrafe von 20 Tagessätzen wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises. Mit Strafbefehl vom 11. Juni 2012 wurde ihm eine Busse von Fr. 250.-- auferlegt wegen vertreterloser Abwesenheit im angekündigten Pfändungsverfahren. - Am 23. Juli 2012 auferlegte die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen A.________ wegen Drohung und Vergehen gegen das Waffengesetz eine zu vollziehende Geldstrafe von 90 Tagessätzen. Er hatte seine ehemalige Freundin und deren Partner verbal bedroht und vor ihnen mit einer Softair-Pistole hantiert, für welche er keinen Waffenschein besass. Am 1. November 2012 wurde A.________ in Untersuchungshaft versetzt, welche bis zum 31. Dezember 2013 dauerte. Ihm wurden Drogenhandel (Verkauf und Vermittlung von Kokain sowie Marihuana), mehrfach bewaffneter Raub, Drohung, Nötigung, Vergehen gegen das Waffengesetz sowie mehrfache Widerhandlungen gegen das SVG vorgeworfen. Ein Urteil ist noch ausstehend. Anschliessend an die Untersuchungshaft verbüsste er im Rahmen der Umwandlung von Geldstrafen ab dem 1. Januar 2014 eine kumulierte Ersatzfreiheitsstrafe, aus welcher er am 25. August 2014 bedingt entlassen wurde. Während seines Aufenthalts in der Strafanstalt X.________ hatte er gemäss Rapport der Kantonspolizei Graubünden mit Marihuana gehandelt. Mit Verfügung des Zwangsmassnahmegerichts des Kantons Thurgau vom 8. April 2015 wurde A.________ erneut in Untersuchungshaft versetzt. Die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen begründete ihren Antrag Anordnung der Untersuchungshaft mit Kollusions-, Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr bezüglich der folgenden ihm vorgeworfenen Straftatbestände: Mehrfacher Raub (teils qualifiziert), mehrfacher Diebstahl, Erpressung, Betrug, Vergehen nach Art. 19 Abs. 1 BetmG (SR 812.121), Nötigung, einfache Körperverletzung, Vergehen gegen das Waffengesetz sowie weiterer Delikte. Per 30. Juni 2014 war A.________ beim Betreibungsamt V.________ mit 17 Betreibungen über Fr. 34'454.30 und 13 offenen Verlustscheinen über Fr. 24'799.-- verzeichnet.