Citation: 8C_252/2007 16.05.2008 E. 7.7

7.7.1 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE U 394/06, E. 10.2.7 mit Hinweisen; erwähntes Urteil 8C_402/2007, E. 5.2.6). 7.7.2 Gemäss dem ZMB-Gutachten vom 16. Dezember 2004 und den übrigen ärztlichen Berichten war die Versicherte seit dem Unfall vom 19. Januar 2002 bis zum Fallabschluss auf den 31. Januar 2005 vollständig arbeitsunfähig. Dies allein genügt gerade nicht zur Bejahung des Kriteriums. Entgegen dem letztinstanzlichen Vorbringen der Versicherten geht aus den Akten nicht hervor, dass sie ernsthafte Versuche zur Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit unternommen hätte. Weiter ist im Rahmen der Therapiemassnahmen zu beachten, dass sie gemäss Bericht des Dr. E.________, prakt. Arzt, vom 22. Juli 2002 das Angebot zur Hospitalisierung wegen Haustieren abgelehnt habe. Im Bericht vom 5. Dezember 2002 stellte die Klinik B.________ bezüglich des vom 2. September bis 22. Oktober 2002 dauernden ambulanten Coping-Programms eine ungenügende Kooperation/Leistungsbereitschaft der Versicherten fest, da sie mehrmals geäussert habe, sie betrachte das Therapieprogramm nicht als für sie geeignete Massnahme und wünsche einen vorzeitigen Abbruch. Sie ziehe es vor, sich mit anderen Therapiemethoden zu behandeln (u.a. Chinesische Medizin). In dieser Situation sei das Trainingsprogramm vorzeitig abgebrochen worden. Die Klinik K.________, wo die Versicherte vom 4. bis 26. September 2003 hospitalisiert war, legte im Bericht vom 17. Oktober 2003 dar, die Versicherte habe auch hier immer wieder Behandlungstermine verpasst und habe gegenüber jeglichen Therapiemassnahmen einerseits sehr ambivalent gewirkt, anderseits habe sie immer wieder andere Therapiemethoden als Versuche verlangt. Dieses Verpassen von Behandlungsterminen in der Klinik K.________ korreliert nicht mit dem Umstand, dass die Versicherte im Dezember 2003 in der Lage war, allein nach Serbien zu reisen, um dort einen Anwalt zwecks Ehescheidung aufzusuchen. Insgesamt ist das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt.