Citation: I 18/06 01.02.2007 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer hat sich im April 2002 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet, nachdem ihm mit Verfügung vom 10. Oktober 1997 mitgeteilt worden war, dass er in einer Tätigkeit, die nicht ausschliesslich körperliche Schwerstarbeit erfordere, voll arbeitsfähig sei und damit ein rentenauschliessendes Erwerbseinkommen erzielen könne. Gemäss Schreiben des Dr. med. T.________, allgemeine Medizin FMH, vom 1. März 2001 hatte sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführer in den vorangegangenen vier Jahren nicht wesentlich verändert. Eine Verschlechterung trat ab Herbst 2001 ein, weshalb er vom 25. Oktober bis 12. November 2001 im Spital I.________ und vom 27. Februar bis 10. April 2002 im Spital X.________ hospitalisiert war. Angaben über die zumutbare Leistungsfähigkeit fehlen in den jeweiligen Austrittsberichten. Am 11. Juni 2002 fand der orthopädische Chirurge, Dr. med. S.________, leitender Arzt am Spital I.________, beidseitige Femurkopfnekrosen, welche in der Folge im Juli 2002 (links) und am 30. Januar 2003 (rechts) mittels Totalprothesen saniert wurden. Laut Bericht des Dr. med. S.________, Spezialarzt für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, vom 21. Mai 2003 bewegte sich der Beschwerdeführer immer noch mittels zwei Krücken fort, weshalb er bis zu diesem Zeitpunkt allein wegen der Hüftproblematik auch nicht arbeitsfähig war. Da diese ungefähr ein Jahr gedauert hat, ist der Invaliditätsgrad und die eventuelle Rentenberechtigung ab Juni 2003 zu prüfen (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG). 4.2 In somatischer Hinsicht sind sich die medizinischen Sachverständigen einig, dass der Beschwerdeführer nach den erfolgreich durchgeführten beidseitigen Hüftoperationen in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist, soweit sich die Tätigkeit auf eine mittlere körperliche Belastung beschränkt und Gewichte von über 15 - 20 kg nicht repetitiv bewegt werden müssen. Der Beruf als Lastwagenchauffeur wird dabei als idealer Arbeitsplatz bezeichnet. Uneinig ist man sich bezüglich der psychisch zumutbaren Leistungsfähigkeit. Der Oberarzt des psychiatrischen Dienstes im Spital I.________ diagnostizierte anlässlich eines psychiatrischen Konsiliums während einer stationären Abklärung am 31. Oktober 2001 eine Depression bei chronischen Schmerzen durch Wurzelkompressionssyndrom (ICD -10 F32.0). Im Austrittsbericht über eine Hospitalisation im Spital X.________ vom 27. Februar bis 10. April 2002 wird unter anderem die Diagnose einer Schmerzchronifizierung bei Rückzug-/Konservierungsreaktion bei psychosozialer Belastungssituation und depressiver Entwicklung gestellt. Der von der IV-Stelle beauftragte Dr. med. H.________ schliesslich stellt im August 2004 eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) fest. 4.2.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 f. Erw. 1c mit Hinweisen). Konkret beanstandet der Beschwerdeführer unter anderem, Dr. med. H.________ habe ihn lediglich während gut 15 Minuten untersucht und sei deshalb nicht mit der erforderlichen Sorgfalt vorgegangen. Im Hinblick auf den Nachweis der (behaupteten) kurzen Untersuchungsdauer beantragte der Versicherte vorinstanzlich weitere Beweismassnahmen. Dabei verkennt er, dass es für den Aussagegehalt eines Arztberichtes nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommen kann. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Meyer-Blaser, Rechtliche Vorgaben an die medizinische Begutachtung, in: Schaffhauser/ Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, St. Gallen 1997, S. 23 f.). 4.2.2 Wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgezeigt, werden im Kurzgutachten des Dr. med. H.________ zahlreiche Sachverhaltsdetails angegeben, die im deutlichen Widerspruch zu den Akten stehen. Dies rührt unter anderem daher, dass die Anamnese nicht detailliert wiedergegeben wird. Es ist daher für das Gericht nicht möglich zu überprüfen, ob diese zur Kenntnis genommen wurde. Entscheidend ist dabei der Irrtum des Gutachters über die Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers nach dessen Diskushernienoperation. Er gibt an, die Arbeit sei erst 1999 niedergelegt worden, wobei er in Wirklichkeit seit Januar 1994 nicht mehr arbeitet. Auch bezüglich des Unfalls der Ehefrau und dessen Auswirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit liegen offenbar Irrtümer vor. Diese rufen hinsichtlich der Qualität der Expertise Fragen auf. Zudem ist das Gutachten für die streitigen Belange weder umfassend, noch leuchtet die Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und die daraus getroffenen Schlussfolgerungen ein, weil sie nicht begründet sind. Das trifft vor allem auf die im Bericht des Dr. H.________ enthaltende Aussage zu, dass seines Erachtens die Somatisierungsstörung zwar vorhanden, jedoch noch milde ausgeprägt und nicht chronifiziert sei. Dies steht im Widerspruch zum Umstand, dass alle anderen involvierten Ärzte von einem seit Jahren chronifizierten lumbalen Schmerzsyndrom ohne somatische Ursache berichten. Schliesslich fehlt es auch an begründeten Angaben darüber, inwiefern die psychischen Ressourcen es dem Beschwerdeführer gestatten, mit seinen Schmerzen umzugehen. Zusammenfassend steht fest, dass das Gutachten vom August 2004 den rechtsprechungsgemässen Kriterien an eine beweiskräftige Expertise nicht genügt.