Citation: 6S.445/2006 23.11.2006 E. 3

Die Beschwerdeführerin stellte sich im kantonalen Verfahren unter anderem auf den Standpunkt, sie sei zum Aufenthalt in der Schweiz berechtigt gewesen. Ihre Tochter sei das Kind eines Schweizers und besuche hier die Schule. Als Inhaberin der elterlichen Sorge sei sie für das Wohl ihrer Tochter verantwortlich. Es hätte dem Kindeswohl geschadet, die Schule in der Schweiz und den Kontakt zum Vater zu unterbrechen. Das Kind müsse die deutsche Sprache lernen, damit ein Kontakt zum Vater möglich sei. Sie habe das Kind auch nicht einfach alleine lassen können. Das Migrationsamt habe durch die Aufforderung zur Ausreise gegen das Kindeswohl gehandelt (vgl. angefochtenen Entscheid S. 5/6 E. 2). Die Vorinstanz stellt demgegenüber in tatsächlicher Hinsicht fest, die von der Beschwerdeführerin angeführte Begründung mit dem Kindeswohl und dem einzuleitenden Kontakt zwischen ihrer Tochter und dem Vater sei vorgeschoben und erfolge wider besseres Wissen. Die Beschwerdeführerin habe mehrfach einräumen müssen, dass keine regelmässigen Kontakte zwischen Vater und Tochter stattgefunden hätten. Der Vater habe überdies klargestellt, dass er keinerlei Kontakte mit der Beschwerdeführerin und seiner Tochter wünsche und die Beschwerdeführerin seit mehr als einem Jahr keinen Kontakt mehr zu ihm aufgenommen habe. Unter den gegebenen Umständen wäre das Kindeswohl auch nicht beeinträchtigt gewesen, wenn die Tochter auch nach den ersten fünf Lebensjahren in Polen gelebt hätte, dort eingeschult worden wäre und dort Deutsch gelernt hätte (vgl. angefochtenen Entscheid S. 9/10 E. 4.2.3). Bei der für das vorliegende Verfahren verbindlichen Sachlage, von der die Vorinstanz ausgeht, wäre die Beschwerdeführerin verpflichtet gewesen, die Schweiz zu verlassen (vgl. BGE 122 II 289 E. 3c S. 298; 127 II 60 E. 2a S. 67). Ein Rechtfertigungsgrund für ihr Verbleiben in der Schweiz lag nicht vor. Der angefochtene Schuldspruch ist bundesrechtlich offensichtlich nicht zu beanstanden.