Citation: 5A_479/2022 E. 4.1

4.1. Das Obergericht bestimmt (gestützt auf die kantonale Kostenverordnung) zunächst die Gerichtsgebühr auf Fr. 3'000.-- und erklärt dann, anders als noch im erstinstanzlichen Verfahren hätten die Parteien im Berufungsverfahren auch in Familiensachen die Gerichtskosten nach Massgabe von Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO in der Regel insoweit zu tragen, als sie mit ihren Anträgen unterlegen sind. Bezogen auf den konkreten Fall erwägt die Vorinstanz, dass die vom Beschwerdegegner für die Zeit ab 27. Dezember 2020 geschuldeten Unterhaltsbeiträge mit dem Berufungsentscheid im Vergleich zum erstinstanzlichen Entscheid herabgesetzt werden. Zudem sei entsprechend dem Antrag des Beschwerdegegners die alternierende Obhut angeordnet worden. Gemessen an der erstinstanzlichen Regelung betreue der Beschwerdegegner C.________ nun zwei Tage pro Monat mehr; ausserdem könne er mit ihm fünf anstelle der erstinstanzlich gewährten vier Wochen Ferien verbringen. Allerdings habe der Beschwerdegegner in seiner Berufung einen Betreuungsanteil von über 50% verlangt und seinen Sohn jeweils in den geraden Wochen betreuen wollen; diesen Anträgen sei nicht entsprochen worden. Das Obergericht kommt zum Schluss, dass es sich bei dieser Sachlage rechtfertige, die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens dem Beschwerdegegner zu einem Sechstel (Fr. 500.--) und der Beschwerdeführerin zu fünf Sechsteln (Fr. 2'500.--) aufzuerlegen. Weiter sei dem Beschwerdegegner (entsprechend der Differenz von 5/6 abzüglich 1/6) eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'400.-- zuzusprechen.