Citation: 8C_698/2023 E. 5.2

5.2. Vorliegend hatte die Allianz zwar zunächst am 31. März 2011 ein Revisionsverfahren eingeleitet. Erst im Februar 2022, nachdem sich aufgrund umfangreicher und langwieriger medizinischer Abklärungen herausgestellt hatte, dass kein Revisionsgrund gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG vorlag, begründete sie die am 22. Dezember 2015 verfügte Rentenaufhebung in ihrem Einspracheentscheid vom 6. Mai 2022 - nach Gewährung des rechtlichen Gehörs - mit dem Vorliegen eines Wiedererwägungsgrundes in der Gestalt einer unterbliebenen Adäquanzprüfung vor Erlass der Rentenverfügung. Diese Substitution der Begründung in Bezug auf die bereits erfolgte Renteneinstellung stand ihr allerdings grundsätzlich offen. Nach der Rechtsprechung besteht auch keine zeitliche Befristung der Wiedererwägungsmöglichkeit (vgl. BGE 149 V 91 E. 7.7; 140 V 514 E. 3.5; Urteil 8C_616/2022 E. 7.1), so dass sich allein aus dem Vorgehen der Allianz nichts zugunsten der Beschwerdeführerin ableiten lässt.