Citation: 5P.396/2004 01.03.2005 E. 4.3

4.3.1 Die Beschwerdeführerin hatte im kantonalen Verfahren geltend gemacht, der Beschwerdegegner könnte in einem Anstellungsverhältnis - im Staatsdienst oder auch in der Privatwirtschaft - mindestens Fr. 130'000.-- im Jahr verdienen. So sei er zwischen 1978 und 1988 im Staatsdienst tätig gewesen und habe zuletzt als stellvertretender Chef im Rechtsdienst des Regierungsrates bereits 1988 rund Fr. 8'500.-- monatlich verdient, was teuerungsbedingt heute rund Fr. 145'000.-- (im Jahr) ausmachen würde. Mit seiner langen Berufserfahrung könnte er (heute) als Gerichtsschreiber einen Lohn erzielen, der im oberen Bereich des bis Fr. 150'000.-- reichenden Bandes liege, mit Sicherheit aber mindestens Fr. 130'000.-- betragen würde. Diesen Vorbringen hält das Obergericht entgegen, das Lohnband für die Bezirksgerichtsschreiber sei in der fraglichen Zeit erheblich stärker eingeschränkt gewesen als heute. Ausserdem sei äusserst fraglich, ob innert vernünftiger Zeit eine Anstellung als Gerichtsschreiber mit einem Gehalt zustande gekommen wäre, das das dem Beschwerdegegner im erstinstanzlichen Urteil zugemessene hypothetische Einkommen (von Fr. 9'500.--) überstiegen hätte. Das Gleiche gelte für andere Anstellungen im Staatsdienst bzw. in der Privatwirtschaft. 4.3.2 Die Beschwerdeführerin begnügt sich im Wesentlichen damit, den Erwägungen des Obergerichts in appellatorischer Form ihre eigene Sicht der Dinge entgegenzuhalten. Es ist im Übrigen nicht ersichtlich, inwiefern der von ihr im kantonalen Verfahren verlangte Beizug der Lohnausweise für die Jahre 1978 bis 1988 an der Schlussfolgerung des Obergerichts etwas zu ändern vermocht hätte und die dem Verzicht auf den Beizug zugrunde liegende vorweggenommene Beweiswürdigung willkürlich sein könnte. Die Vorbringen, der Beschwerdegegner sei früher in leitender Stellung im Staatsdienst tätig gewesen und habe mindestens zwei Jahre Zeit gehabt, um auch die Option einer Tätigkeit als Gerichtsschreiber zu prüfen, sind in keiner Weise geeignet, die Annahme des Obergerichts, er hätte auch im Staatsdienst keine Stelle mit einem Salär von mehr als Fr. 9'500.-- gefunden, als willkürlich erscheinen zu lassen. Das Gleiche gilt für den Hinweis auf die Ausführungen der Zeugin T.________ (Buchhalterin des Anwaltsbüros), die eine vage Schätzung der Entwicklung des Einkommens des Beschwerdegegners für 2002 machte, und des Zeugen S.________ (Partner im erwähnten Anwaltsbüro), dessen Aussagen die eigenen Verhältnisse betrafen. 4.4 Als willkürlich bezeichnet die Beschwerdeführerin ferner die Feststellung des Obergerichts, gegenüber dem Zeitpunkt der Scheidung hätten sich die Lebenshaltungskosten des Beschwerdegegners nicht verändert. Was sie in diesem Zusammenhang im Einzelnen ausführt, hatte sie in der kantonalen Appellation nicht vorgetragen und ist somit neu und unzulässig (vgl. BGE 127 I 145 E. 5c/aa S. 160 mit Hinweisen). Dem Vorbringen, der Beschwerdegegner leiste sich den Luxus einer Zweitwohnung, ist im Übrigen entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin selbst erklärt, die Wohnung, die der Beschwerdegegner mit seiner Freundin bewohne, werde von dieser bezahlt. 4.5 Die Beschwerdeführerin hatte bereits im kantonalen Verfahren geltend gemacht, die Lebenshaltungskosten auf ihrer Seite seien gestiegen, weil der Sohn wegen schulischer Probleme eine Privatschule besuchen müsse, was monatlich Fr. 1'800.-- koste, und die Sprachstörungen der Tochter zusätzliche Kosten von monatlich Fr. 600.-- verursachten. Hierzu hat das Obergericht bemerkt, die geltend gemachten Auslagen seien nicht belegt; weder stehe fest, dass bei der Tochter erhöhte Kosten anfielen bzw. die Beschwerdeführerin in ihrer eigenen Erwerbstätigkeit beeinträchtigt werde, noch sei dargetan, dass der Besuch der Privatschule einer Notwendigkeit für die Entwicklung des Sohnes entspreche. Ausserdem werde im vorliegenden Verfahren festgestellt, dass die Leistungsfähigkeit des Beschwerdegegners reduziert sei und dieser selbst bei gesteigerten Bedürfnissen der Kinder nicht in der Lage wäre, unter den neuen Verhältnissen die Unterhaltsbeiträge in der ursprünglichen Höhe weiterhin zu bezahlen. Die Beschwerdeführerin hält es für willkürlich, dass das Obergericht ohne Bestreitung durch den Beschwerdegegner davon ausgehe, die von ihr geltend gemachten Positionen seien nicht belegt. Mit der selbständigen Begründung der kantonalen Instanz, wonach eine allfällige Zunahme der Aufwendungen für die Kinder angesichts der festgestellten Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse auf Seiten des Beschwerdegegners ohne Belang sei, setzt sich die Beschwerdeführerin indessen in keiner Weise auseinander. Da somit eine den gesetzlichen Anforderungen genügende Begründung fehlt, ist in diesem Punkt auf die Beschwerde von vornherein nicht einzutreten (BGE 129 I 185 E. 1.6 S. 189; 121 IV 94 E. 1b S. 95).