Citation: 6B_255/2021 E. 1.4.1

1.4.1. Der Beschwerdeführer rügt mit Verweis auf die Zeugeneinvernahme seiner Ex-Frau, die Vorinstanz habe entscheidende Aussagen nicht beachtet und den Sachverhalt im Hinblick auf sein Familienleben teilweise willkürlich festgestellt. Er unterstütze seine Ex-Gattin deutlich umfassender und intensiver, als dies im vorinstanzlichen Urteil ausgeführt werde (Besorgung des gesamten Haushalts, Unterstützung bei der Wohnungspflege, beim Einkaufen, Waschen und im Umgang mit Behörden). Den Aussagen der Ex-Gattin zufolge sei sie schwer krank, lebe mit nur einer Niere und würde es ohne den Beschwerdeführer nicht schaffen. Er koche gemäss ihren Aussagen für die Kinder, wenn sie nicht aufstehen könne. Der Beschwerdeführer habe sich seit der Scheidung verändert, helfe und zahle Alimente, wie er könne und komme nach der Arbeit zu ihr. Eine Landesverweisung wäre für sie das Schlimmste. Im Übrigen sei seine Ex-Frau auch psychisch schwer angeschlagen. Gemäss psychologischer Abklärung des Spitals B.________ leide sie neben einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren auch an einer Anpassungsstörung. Zudem mache ihr die Behinderung ihres Sohnes aus erster Ehe zu schaffen. Sie sei einer schweren Belastungssituation ausgesetzt, die sich im Falle seiner Landesverweisung verschlimmern würde. Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Vorinstanz bagatellisiere die Behinderung des Sohnes aus erster Ehe seiner Ex-Frau. Dieser sei schwerstbehindert und auf tägliche, intensive Betreuung in allen Lebenslagen angewiesen. Er kenne und akzeptiere gemäss den Aussagen der Ex-Frau nur den Beschwerdeführer als Vater, wobei es gemäss einer schon vor erster Instanz eingereichten Bescheinigung der C.________, vgl. kantonale Akten, Beilage zu act. G/13) von enormer Wichtigkeit sei, dass seine Bezugspersonen konstant blieben. In der von ihm besuchten Heilpädagogischen Schule benötige er einen Betreuer, der sich nur um ihn kümmere. Es werde ihm zwar zur Zeit nur ein mittlerer Grad Hilflosigkeit attestiert, dies werde aber noch evaluiert. Wenn die Vorinstanz erwäge, die Ex-Frau des Beschwerdeführers könne sich Hilfe bei der KESB und anderen Hilfsorganisationen holen, missachte sie die Beurteilung der C.________ sowie das im Kindesschutz geltende Subsidiaritätsprinzip. Weiter sei nicht klar, ob sich seine Ex-Frau als serbische Staatsangehörige in einem andern Land niederlassen könne. Sie könne zudem nicht Auto fahren und wäre für Besuche auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, wobei sie den Weg mit ihrem Sohn aus erster Ehe zurücklegen müsste, da die Besuche am Samstag stattfinden müssten, wenn dieser nicht in der Heilpädagogischen Schule fremdbetreut werde. Der Vorschlag, wonach der gemeinsame Sohn den Beschwerdeführer begleiten könne, sei nur schon daher willkürlich, weil eine Trennung der Brüder nicht angehe. Die Vorinstanz habe auch nicht geklärt, ob der Beschwerdeführer angesichts seiner Berufstätigkeit den gemeinsamen Sohn überhaupt betreuen könnte. Alles in allem sei von einer - wenn auch nicht traditionellen - so doch intakten Familie auszugehen, die nebst dem gemeinsamen Sohn auch seine Ex-Frau und deren Sohn aus erster Ehe umfasse. Er hege zu beiden Kindern eine liebevolle, affektive Beziehung. Daneben sei er für seine Ex-Frau eine wichtige Stütze, ohne die sie ihren Alltag mit einem behinderten Kind nicht bewältigen könnte.