Citation: 6B_696/2021 E. 3.3.2

3.3.2. Dass das Bezirksgericht Weinfelden zuständig war, den Entscheid vom 24. Mai 2018 zu fällen, steht nicht (mehr) in Frage. Das Obergericht stellte in seinem Urteil vom 24. Juni 2019 nicht etwa die Nichtigkeit des angefochtenen (erstinstanzlichen) Entscheids fest, sondern hob diesen - wie vom (zu diesem Zeitpunkt bereits amtlich vertretenen) Beschwerdeführer beantragt - auf. Es begründete diesen Entscheid damit, die Erstinstanz hätte dem Beschwerdeführer eine Verteidigung beigeben müssen, zumal er aufgrund des von ihm gehaltenen unverständlichen Plädoyers offensichtlich nicht fähig gewesen sei, sich rechtsgenüglich zu verteidigen. Damit habe das Bezirksgericht gegen den Grundsatz der Waffengleichheit verstossen und Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO verletzt, wonach die Verfahrensleitung eine amtliche Verteidigung anordnet, wenn die beschuldigte Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist. Der Beschwerdeführer macht in der Beschwerde geltend, es habe " (materiell) ein Fall von notwendiger Verteidigung gemäss Art. 130 lit. c StPO" vorgelegen, behauptet jedoch zu Recht nicht, dass eine Verletzung der Regeln über die notwendige Verteidigung ohne Weiteres die Nichtigkeit des Urteils zur Folge hat (siehe Urteil 6B_1082/2017 vom 5. Dezember 2017 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Jedenfalls unter Berücksichtigung der konkret vorliegenden Umstände rechtfertigt der Verfahrensfehler des Bezirksgerichts nicht, dem Entscheid vom 24. Mai 2018 jede Rechtswirkung abzusprechen: Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bezirksgericht unbestrittenermassen persönlich teilgenommen und die Berufung gegen den erstinstanzlichen Entscheid angemeldet, dessen Tragweite also erkannt. Im Übrigen ergibt sich die Nichtigkeit des erstinstanzlichen Erkenntnisses auch nicht daraus, dass der Beschwerdeführer, wie er in diesem Zusammenhang anführt, nicht auf die Wiederholung der Beweiserhebung gemäss Art. 131 Abs. 3 StPO verzichtet hat. Die Vorinstanz hat diesen Umstand nicht etwa übersehen, sondern erwähnt die genannte Bestimmung lediglich als Beleg dafür, dass ein ohne notwendige Verteidigung durchgeführtes Strafverfahren unter Umständen Rechtswirkungen entfalten kann. Schliesslich tut der Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar dar und ist auch nicht erkennbar, dass die von ihm gerügte Verletzung von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK die - krassen Ausnahmefällen vorbehaltene - Rechtsfolge der Nichtigkeit (des aufgehobenen ersten Entscheids des Bezirksgerichts) rechtfertigen würde.