Citation: 6B_1385/2021 E. 2.2.2

2.2.2. Hinsichtlich der familiären Verhältnisse stellt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer sei seit dem 15. August 1993 mit einer Kosovarin verheiratet, die am 7. Juni 1994 illegal in die Schweiz eingereist sei. Aus der Ehe stammten vier Kinder (Jahrgang 1994, 1997, 2004 und 2011), die abgesehen von der ältesten Tochter alle noch mit ihm und seiner Ehefrau zusammen in einem Haushalt lebten. Die beiden älteren Kinder seien, auch wenn das zweitälteste noch zuhause wohne, wirtschaftlich selbstständig und ein besonderes emotionales Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihnen sowie dem Beschwerdeführer sei nicht ersichtlich. Sie fielen daher nicht (mehr) unter das geschützte Familienleben. Der zehnjährige jüngste Sohn und die 17-jährige jüngste Tochter sowie die Ehefrau besässen seit 2018 das Schweizer Bürgerrecht. Es stehe ihnen folglich frei, unabhängig von der Wegweisung des Beschwerdeführers in der Schweiz zu bleiben. Dem jüngsten Sohn und der Ehefrau sei es allerdings grundsätzlich zumutbar, dem Beschwerdeführer in den Kosovo zu folgen, auch wenn eine Ausreise mit einer Umstellung einherginge. Die Ehefrau stamme ursprünglich ebenfalls von dort und sei in der Schweiz beruflich nicht stabil integriert. Nach einer Teilzeiterwerbstätigkeit bis März 2016 sei sie ohne Arbeit gewesen, wobei sie zwischenzeitlich von September 2020 bis März 2021 temporär gearbeitet habe. Seit dem 16. August 2021 sei sie befristet bis zum 28. Februar 2022 angestellt. Beim jüngsten Sohn, der keine schulischen oder gesundheitlichen Probleme habe, sei zu beachten, dass er noch in einem anpassungsfähigen Alter sei. Er scheine über genügende Sozialkompetenz zu verfügen und werde allfällige sprachliche Defizite somit schnell ausgleichen können. Hingegen sei es der 17-jährigen Tochter, die in der Schweiz aufgewachsen sei und hier zurzeit eine Ausbildung absolviere, nicht leichthin zumutbar, die Schweiz zu verlassen, um andernorts ihr Familienleben zu pflegen. Allerdings werde sie bereits am 10. März 2022 volljährig. Diesbezüglich sei zu berücksichtigen, dass es der Mutter als zweite Sorgerechtsinhaberin grundsätzlich zumutbar sei, während der unter Einrechnung der Rechtsmittelfrist kurzen Dauer bis zur Volljährigkeit der jüngsten Tochter zusammen mit dem jüngsten Sohn noch in der Schweiz zu bleiben. Das werde zwar mit einer räumlichen Trennung vom Beschwerdeführer einhergehen, was einschneidend sei; eine solche könne jedoch während der gut fünf Monate bis zur Volljährigkeit der jüngsten Tochter gleichwohl als zumutbar erachtet werden. Der persönliche Kontakt zum Beschwerdeführer könne während dieser Zeit auch mit modernen Kommunikationsmitteln und Kurzbesuchen unterhalten werden. Ferner könne die jüngste Tochter auf ein weitergehendes soziales Netzwerk zählen, bestehend insbesondere aus den volljährigen Geschwistern und weiteren Verwandten. Laut Vorinstanz seien die Auswirkungen einer Landesverweisung des Beschwerdeführers für seine Kinder und seine Ehefrau zwar mit gewissen Beeinträchtigungen des Familienlebens verbunden; diese seien aber nicht derart gravierend, dass sie einen schweren persönlichen Härtefall begründeten, zumal die Dauer der Landesverweisung zeitlich beschränkt sei (angefochtenes Urteil E. 5.3 S. 21 f.). Eine Reintegration des Beschwerdeführers selbst in sein Heimatland hält die Vorinstanz schliesslich ebenfalls mit zumutbaren Anstrengungen für möglich. Er habe das vor der Erstinstanz auch nicht in Abrede gestellt. Nachdem er im Kosovo während 16½ Jahren aufgewachsen sei, sei er mit der dortigen Kultur vertraut und sei eine gesellschaftliche Wiedereingliederung realisierbar. Dabei würden ihm auch die noch im Heimatland wohnhaften Verwandten, mitunter ein Bruder, behilflich sein können. Dass sprachliche Probleme einer Reintegration entgegenstehen würden, sei nicht nachvollziehbar. Es sei davon auszugehen, dass er sich mit seiner ebenfalls aus dem Kosovo stammenden Ehefrau in seiner Muttersprache unterhalte; zudem scheine er sich bei der D.________ GmbH sowie bei weiteren Anstellungen ebenfalls mit demselben Kulturkreis angehörenden Personen umgeben zu haben (angefochtenes Urteil E. 5.3 S. 22). Die Vorinstanz verneint zusammenfassend das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls ebenso unter Beachtung des Rechts auf Familie gemäss Art. 8 EMRK und verweist den Beschwerdeführer daher des Landes (angefochtenes Urteil a.a.O.).