Citation: 1C_548/2023 E. 3.3.1

3.3.1. Des Weiteren hielt die Vorinstanz fest, das geplante Terrassengeländer halte den ordentlichen Grenzabstand von 4 m zum Nachbargrundstück unbestrittenermassen ein. Durch die Erstellung des Geländers würde zumindest der umfriedete Teil der Anbaute zweistöckig und könnte damit nicht vom privilegierten Grenzabstand profitieren. Weil durch das Bauvorhaben zudem die für eine Anbaute erlaubte Höhe überschritten würde, könnte zumindest der Bereich der geplanten Terrasse nicht mehr als Anbaute gelten. Der übrige, einstöckige und terrassenfreie Gebäudeteil halte die für Anbauten vorgeschriebenen Masse demgegenüber ein und enthalte wohl ausschliesslich Nebennutzflächen. Mit Blick auf Sinn und Zweck der anwendbaren Bestimmungen und unter Beachtung des mutmasslichen gesetzgeberischen Willens müsse der durch die Terrasse zweistöckig gewordene Gebäudeteil zum Hauptbau geschlagen und der einstöckige Gebäudeteil als Anbau hieran qualifiziert werden. Das Erstellen des streitbetroffenen Terrassengeländers sei somit unter Einhaltung des ordentlichen Grenzabstands von 4 m grundsätzlich bewilligungsfähig, insbesondere weil sich durch den geplanten Bau weder die wohnhygienischen Bedingungen, das feuerpolizeiliche Gefährdungspotenzial noch die Wohnimmissionen verschlechterten.