Citation: 5A_625/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid, am bisherigen Betreuungsmodell festzuhalten, damit, dass die nunmehr erreichte Ruhe und Stabilität der Lebensumstände aufgrund der familiären Vorgeschichte wieder beeinträchtigt werden und es zu einer erneuten Kindeswohlgefährdung führen könne, wenn die vom Kläger beantragte Änderung umgesetzt werde. Daraus ergibt sich implizit, dass sie den Wunsch des Sohnes - auch wenn ihm grundsätzlich Beachtung zu schenken ist - nicht als entscheidend betrachtete. Dass die Vorinstanz dem Kriterium der Stabilität unter den konkreten Umständen ein solches Gewicht beimass, ist nicht zu beanstanden (vgl. nachfolgend E. 3.5.4). Ohne Bundesrecht zu verletzen, konnte sie deshalb darauf verzichten, den Sohn anzuhören und dessen Wunsch bezüglich der Betreuungsregelung festzustellen.