Citation: 4A_35/2021 E. 6.19

6.19. In Bezug auf die Schulungskosten des "Housekeepers" rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz gehe aktenwidrig davon aus, bei dessen Reisen habe es sich nicht um Schulungen an den Geräten der Haustechnik gehandelt. Sie unterlegt diese Behauptung mit Zitaten aus der Klageantwort und aus der Antwort des Housekeepers auf die Frage nach dem Zweck der Reise: "Construction, being taught how to use the mechanics that were going into Z.________ by the contractors". Sie anerkennt aber selbst, dass die Vorinstanz sich auf die Behauptungen der Beschwerdegegnerin in der Widerklagereplik stützen konnte, als sie festhielt, diese habe in ihren vorinstanzlichen Rechtsschriften nachvollziehbar erklärt, es sei nicht so sehr um Schulungen gegangen als vielmehr darum, dass J.________, der schon lange als Housekeeper der Klägerin in London gearbeitet und daher deren Wünsche, Bedürfnisse und Gewohnheiten in Bezug auf die Residenz "Z.________" bestens gekannt habe, in den Entscheidungsprozess bezüglich Vorschlägen für Parkett, Fenster, diverse Materialien, Elektroinstallationen und Wellness einbezogen werden sollte, um die Vorschläge, die der Klägerin unterbreitet werden sollten, bestmöglich auf deren Bedürfnisse und Wünsche abzustimmen. Dass der Housekeeper auch an den Geräten der Haustechnik geschult wurde, ändert nichts daran, dass mit Blick auf die Einbeziehung in den Entscheidprozess mit der Reise auch ein Zweck verfolgt wurde, der vor Ort nach Angaben der Beschwerdegegnerin mit grösseren Unkosten verbunden gewesen wäre (... es sei ökonomischer gewesen, J.________ in die Schweiz zu fliegen, als zehn Personen zu ihm nach London zu bringen). Dem widerspricht auch die Zeugenaussage, die an erster Stelle "Construction" nennt, nicht derart klar, dass daraus auf Willkür geschlossen werden könnte. Die Beschwerdeführerin rügt, die erste Instanz verkenne mit der Erwägung, die Klägerin sei nicht bereit gewesen, vor Gericht auszusagen, weshalb ihre Behauptung, Herr J.________ sei ohne ihr Wissen in die Schweiz gereist, beweislos geblieben sei, dass die Beschwerdegegnerin die Beweislast für eine Rechtsgrundlage der von ihr geltend gemachten Forderung trage. Weder die erste Instanz noch die Vorinstanz hätten sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob ein Beweis dafür vorliege, dass die Reisen projektbezogen gewesen seien. Diese Einwände sind haltlos: Die Vorinstanz erachtete die Projektbezogenheit mit Blick auf die Aussage des Housekeepers für nachgewiesen. Insoweit kommt weder der Beweislast noch der Frage, ob die Klägerin um die Reise wusste, massgebende Bedeutung zu.