Citation: 2C_465/2021 E. 3.8

3.8. Das vorinstanzliche Urteil folgt der vorgenannten Methodik. Aus Sicht des Beschwerdeführers besteht jedoch ein Widerspruch zu Art. 6 und Art. 24 Abs. 2 Ziff. 1 DBA CH-DE. Gemäss Art. 6 Abs. 1 DBA CH-DE können Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem dieses Vermögen liegt. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass Einkünfte aus Grundstücken im Belegenheitsstaat als Quellenstaat besteuert werden können (vgl. zum entsprechenden Art. 6 Abs. 1 OECD-Musterabkommen NATALIE PETER, in: Zweifel/Beusch/Matteotti, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Internationales Steuerrecht, 2015 [Kommentar Internationales Steuerrecht], N. 9 zu Art. 6 OECD-MA). Art. 24 Abs. 2 Ziff. 1 DBA CH-DE legt im Wesentlichen fest, dass - um eine Doppelbesteuerung von in der Schweiz ansässige Personen zu vermeiden - Einkünfte aus oder Vermögen in Deutschland von der schweizerischen Besteuerung freigestellt werden, wobei diese freigestellten Steuerfaktoren für die Festlegung des (schweizerischen) Steuersatzes einbezogen werden können (sogenannte Freistellung mit Progressionsvorbehalt; Urteil 2C_698/2015, 2C_699/2015 vom 29. August 2016 E. 3.2.2; zum vergleichbaren Art. 25 lit. B Abs. 1 Satz 1 des Abkommens vom 9. September 1966 zwischen der Schweiz und Frankreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen und zur Vermeidung von Steuerbetrug und Steuerflucht [DBA CH-FR; SR 0.672.934.91] vgl. Urteil 2C_585/2012, 2C_586/2012 vom 6. März 2014 E. 2.3, nicht publ. in: BGE 140 II 157). Das DBA CH-DE enthält jedoch keine Bestimmung, wie Schulden und Schuldzinsen aus unbeweglichem Vermögen im internationalen Verhältnis zu verteilen sind (Urteil 2C_646/2021 vom 7. Oktober 2021 E. 3.2.3; LOCHER/MEIER/VON SIEBENTHAL/KOLB, Doppelbesteuerungsabkommen Schweiz-Deutschland, Stand Lieferung 56/2021, B 6.1 (7); zum insofern gleichlautenden DBA CH-FR vgl. BGE 140 II 157 E. 5.2; Urteil 2C_891/2018 vom 30. Oktober 2018 E. 3.2.3). Jedenfalls schliessen weder Art. 6 noch Art. 24 Abs. 2 Ziff. 1 DBA CH-DE eine entsprechende Schuldzinsenverlegung aus.