Citation: 6B_1145/2022 E. 5.3.8

5.3.8. Das Bundesgericht hat im Zusammenhang mit der Höhe der Entschädigungspflicht des Staates entschieden, dass dieser grundsätzlich die Gesamtheit der Verteidigungskosten zu entschädigen hat. Diese müssen aber im Hinblick auf die Komplexität und Schwierigkeit der Rechtssache angemessen sein. Art. 429 StPO enthält keinen Hinweis auf die Berechnung der Entschädigung und im Speziellen auf den Honoraransatz. Die in Art. 429 StPO vorgesehene Entschädigung ist nach dem Reglement oder dem üblichen Tarif desjenigen Kantons zu entschädigen, in welchem der Prozess stattgefunden hat (BGE 142 IV 163 E. 3.1.2 mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung ist auf die Frage der Höhe der Entschädigung, welche die Privatklägerschaft der beschuldigten Person bei einem Freispruch zu leisten hat, sinngemäss anzuwenden (Urteil 6B_660/2021 vom 9. November 2022 E. 3.3.5).