Citation: 7B_69/2024 E. 3.3.3

3.3.3. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz verweigerte der Beschwerdeführer zunächst seine Aussage hinsichtlich der ihm konkret vorgeworfenen mehrfachen Verkaufshandlungen und der in der Wohnung in U.________ sichergestellten Drogen. Nachdem er zunächst eine Verkaufstätigkeit negiert hatte, erklärte sich der Beschwerdeführer hinsichtlich des Vorwurfs, am 21. November 2023 fünf Gramm Kokain für Fr. 400.-- verkauft zu haben, für schuldig - sofern B.________ und der Polizeibeamte ausgesagt hätten, es sei so gewesen. Dieses Aussageverhalten deutet darauf hin, dass der Beschwerdeführer seine Aussagen von anderen Personen abhängig macht. Die Vorinstanz weist zu Recht darauf hin, dass die Rolle des Beschwerdeführers in einem allfälligen Handelsgefüge und das Ausmass der vermuteten Geschäftstätigkeit derzeit noch weitgehend ungeklärt sind. Aus dem angefochtenen Entscheid ergibt sich, dass weitere Untersuchungshandlungen durch die Beschwerdegegnerin - namentlich die Auswertungen der Mobiltelefondaten (des Beschwerdeführers und von B.________) sowie weitere Einvernahmen (von B.________ und C.________) - geplant sind. Hieraus könnten sich wesentliche Erkenntnisse über die Hintergründe des mutmasslich vom Beschwerdeführer betriebenen Drogenhandels - insbesondere Aufschlüsse über Lieferanten und Abnehmer sowie das Ausmass allfälliger Geschäfte - ergeben. Diesen müsste nachgegangen werden und die neuen Erkenntnisse wären alsdann dem Beschwerdeführer vorzuhalten. Eine blosse Sicherstellung bzw. Beschlagnahme der Mobiltelefone, wie es der Beschwerdeführer vorbringt, genügt nicht, um eine kollusionsfreie Tatsachenfeststellung zu gewährleisten. Bei seiner Freilassung bestünde die Gefahr, dass er sich mit Lieferanten und Abnehmern in Verbindung setzen könnte, um sich mit ihnen abzusprechen und sie zu für ihn möglichst günstigen Aussagen zu veranlassen. Nach der Rechtsprechung sind Beeinflussungsversuche bei dringendem Verdacht auf umfangreichen Drogenhandel gerichtsnotorisch häufig (Urteil 1B_164/2020 vom 29. April 2020 E. 2.3 mit Hinweis). Angesichts dessen, dass dem Beschwerdeführer bei der Annahme der Gefährdung vieler Menschen, Banden- oder Gewerbsmässigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 BetmG eine empfindliche Freiheitsstrafe droht, besteht für ihn ein erheblicher Anreiz für Kollusionshandlungen. Zu denken ist in diesem frühen Verfahrensstadium namentlich an die Beeinflussung von C.________ vor dessen ersten Aussage, aber auch von B.________, der den Beschwerdeführer bereits belastete und spätestens nach der Auswertung der Daten beider Mobiltelefone parteiöffentlich einzuvernehmen sein wird. Wie der Beschwerdeführer selbst ausführt, sind die Aussagen von C.________ - zu welchem der Beschwerdeführer gemäss den Ausführungen der Vorinstanz ein freundschaftliches Verhältnis pflegt - ausschlaggebend.