Citation: 5P.285/2000 14.09.2000 E. 4

4.-Zu Unrecht wirft die Beschwerdeführerin schliesslich dem Obergericht vor, es habe § 300 ZPO/AG willkürlich angewendet, indem es die in der Eingabe vom 15. Februar 2000 verlangten Auskünfte bei der Versicherung nicht eingeholt und damit den für familienrechtliche Streitigkeiten vorgeschriebenen, umfassenden Untersuchungsgrundsatz nicht beachtet habe. Weder der im öffentlichen Interesse statuierte noch der soziale Untersuchungsgrundsatz verlangt die Abnahme überflüssiger Beweise. Kommt der Richter aufgrund vorweggenommener Beweiswürdigung zur feststehenden Überzeugung vom Vorliegen oder Fehlen einer Tatsache, erweist sich auch im Lichte der Untersuchungsmaxime die Abnahme weiterer Beweise als überflüssig (vgl. Jürgen Brönnimann, Gedanken zur Untersuchungsmaxime, ZBJV 126/1990, S. 357 f.). Umso weniger besteht Anlass, weitere Beweise abzunehmen, wenn der Richter - wie hier - eine Tatsache bereits aufgrund bestimmter Beweise ohne Willkür als glaubhaft gemacht betrachtet. Damit kann auch in diesem Zusammenhang von Verweigerung des rechtlichen Gehörs bzw. Rechtsverweigerung keine Rede sein.