Citation: 8C_13/2024 E. 6.3.1

6.3.1. Mit Blick auf diese durch den RAD nachvollziehbar aufgezeigten Mängel in diagnostischer Hinsicht veranlasste die Beschwerdegegnerin zu Recht eine zweite Begutachtung. Nachdem diese, wie dargelegt, ihrerseits nicht auf einer lege artis gestellten, leitliniengerechten Diagnose fusst, bildet die Expertise des Dr. med. von C.________ ebenso wenig eine verlässliche Beweisgrundlage für die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens. Auch wenn es grundsätzlich nicht auf die Diagnose, sondern einzig darauf ankommt, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat (Urteil 9C_571/2023 vom 11. Januar 2024 E. 6.4 mit Hinweisen), setzt die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (SVR 2015 IV Nr. 26 S. 78, 8C_616/2014 E. 5.3.3.3 i.f. mit Hinweisen). Dabei bedarf die Herleitung und Begründung der Diagnose einer PTBS einer besonderen Achtsamkeit. Dies gilt zunächst für das Belastungskriterium, mithin das auslösende Trauma. Dieses ist nicht in erster Linie und allein von der Gutachterperson bzw. vom Arzt selbst zu klären, aber von diesem zwingend zu referieren (BGE 142 V 342 E. 5.2.2). Bei der Folgenabschätzung einer PTBS auf das Leistungsvermögen bzw. die Arbeitsfähigkeit ist sodann ein "konsistenter Nachweis" mittels "sorgfältiger Plausibilitätsprüfung" im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens unter Verwendung der Standardindikatoren notwendig (BGE 142 V 342 E. 5.2.3; Urteile 9C_571/2023 vom 11. Januar 2024 E. 6.2; 8C_415/2021 13. Oktober 2021 E. 4.1).