Citation: 7B_554/2023 E. 4.5

4.5. Nach der oben dargelegten Rechtslage kann sich der Beschwerdeführer als beschuldigte Person im vorliegenden Strafverfahren nicht auf das Arztgeheimnis berufen (Art. 264 Abs. 1 lit. c StPO; BGE 141 IV 77 E. 5.2; 140 IV 108 E. 6.5). Hier sind auch keine schutzwürdigen Interessen von Patientinnen und Patienten dargetan, die in der vorliegenden Konstellation eine Aussonderung von höchstpersönlichen bzw. intimen Dateien gebieten würden. Insbesondere macht der Beschwerdeführer nicht geltend, dass sich unter den edierten Bankunterlagen ärztliche Aufzeichnungen über Krankengeschichten (mit Anamnese-, Diagnose- und Therapieverlaufsberichten) befänden (vgl. BGE 141 IV 77 E. 5.2). Die blosse Möglichkeit, dass auf den edierten Bankunterlagen - betreffend diverse Zahlungsvorgänge im Rahmen der untersuchten Wirtschaftsdelikte - auch Namen von Patientinnen und Patienten des beschuldigten Arztes erwähnt sein könnten, stellt im vorliegenden Zusammenhang kein Entsiegelungshindernis dar. Ebenso wenig begründet das prozesstaktische Interesse einer beschuldigten Person, dass möglichst keine belastenden Beweismittel erhoben werden, ein schutzwürdiges Geheimhaltungsinteresse im Sinne von aArt. 248 Abs. 1 StPO (vgl. BGE 144 IV 74 E. 2.6; 142 IV 207 E. 11). Die vom Beschwerdeführer auch noch beiläufig erhobene Rüge, die Vorinstanz habe seinen Antrag auf Unkenntlichmachung allfälliger Patientennamen, bzw. ein mögliches "milderes Mittel, mit keinem Wort geprüft" und damit sein rechtliches Gehör verletzt, findet in den Akten keine Stütze und ist unbegründet (vgl. oben, E. 3.2 und 4.2).