Citation: I 432/02 14.02.2003 E. 2

Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente hat. Zu prüfen ist zunächst, ob die vorhandenen medizinischen Akten eine Beurteilung dieser Rechtsfrage zulassen oder ob es weiterer Abklärungen des rechtserheblichen Sachverhalts bedarf. 2.1 Die Vorinstanz hat den medizinischen Sachverhalt ausführlich dargestellt. Demnach steht fest, dass die Beschwerdeführerin bis zum 26. August 1997 trotz seit langem bekannter morbider Adipositas mit arterieller Hypertonie grundsätzlich eine volle Arbeitsfähigkeit bestand. Die erwerbliche Situation der Beschwerdeführerin hatte sich auch ohne Gesundheitsschaden erheblich verändert; nachdem ihre erste Ehe mit einem Bäcker im Winter 1996/97 gescheitert war, wurde die gemeinsam geführte Bäckerei ab August 1997 fremdvermietet und später verkauft. 2.2 Der von der IV-Stelle beauftragte Gutacher, Dr. med. M.________, stellte die Diagnosen einer Adipositas permagna, einer arteriellen Hypertonie, Beinschwellungen beidseits, rechts mehr als links, bei einem Status nach rezidivierendem Erysipel, letztmals im September 1997, von rezidivierenden Kopfschmerzen und einem chronischen Nikotinkonsum. Er erachtete die Beschwerdeführerin zum Führen eines Lebensmittelgeschäftes oder im Verkauf in einer Bäckerei zu 100 % arbeitsfähig. Für schwere körperliche Arbeiten bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und für konstante mittelschwere körperliche Arbeiten eine ca. 30%ige Arbeitsunfähigkeit. Er begründete seine Einschätzung überzeugend mit einer an der Klinik P.________ des Spitals X.________ durchgeführten Untersuchung mit Belastungstests (Bericht vom 9. Januar 1999). Dort habe sie eine Leistung gezeigt, die 100 % des Solls entspricht, womit feststehe, dass ihre "Kreislaufleistungsfähigkeit" im kardiologischen Sinn nicht eingeschränkt sei. Es sei unverständlich, warum die Patientin die verschriebenen Medikamente gegen arterielle Hypertonie nicht einnehme. Es sei recht wahrscheinlich, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen den Kopfschmerzen und dem erhöhten Blutdruck bestehe. Da die Kopfschmerzen auf jeden Fall therapierbar seien, könnten sie nicht als längerfristiges Arbeitsunfähigkeits-Kriterium verwendet werden. Auch der Zustand der Beine bilde kein die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigendes Problem, da es sich bei den "Schwellungen" um adipöses Gewebe handle und ein Lymphödem zwar nicht auszuschliessen aber auch nicht zu bestätigen sei. Im Weiteren beständen keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit, für eine chronisch obstruktive Pneumopathie oder eine Anstrengungsdyspnoe als behindernder Faktor. 2.3 Die Beschwerdeführerin wendet gegen dieses Gutachten und die darin gezogenen Schlussfolgerungen insbesondere ein, es sei in Unkenntnis der von der privaten Krankentaggeldversicherung eingeholten medizinischen Akten, insbesondere eines Berichts von Prof. Dr. med. L.________, Spezialarzt für Chirurgie, speziell Gefässchirurgie, vom 25. September 1998 erstellt worden. Ein Vergleich dieses Arztberichts mit dem umfassenden und nachvollziehbar begründeten Gutachten von Dr. med. M.________ ergibt indessen, dass Letzterem gefolgt werden kann. Prof. L.________ begründet seine Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit nicht und führt sie allein auf die Diagnosen einer malignen Hypertonie und massiver Adipositas, in geringem Masse auf ein Lymphödem zurück. Dr. med. M.________ hat in seinen Ausführungen dargelegt, dass wohl gar kein Lymphödem besteht, und dass weder Adipositas noch der Bluthochdruck an sich Gründe sind, welche die Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Arbeiten limitierten. 2.4 Auch die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemachten Kopfschmerzen standen nie im Vordergrund. Wie unter Erwägung 2.2 ausgeführt, könnten diese gemäss Dr. med. M.________ behandelt werden. Angeblich bestehen die Kopfschmerzen seit der Kindheit. Da die Beschwerdeführerin aber bis zur Aufgabe der Bäckerei im Sommer 1997 voll arbeitsfähig und -tätig war, liegen keine Anhaltspunkte vor, warum sich das bis zum hier strittigen Zeitpunkt vom 15. Oktober 2001 geändert haben sollte. 2.5 Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz sich auf die Beurteilung von Dr. med. E.________ stützt, wonach sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung von Dr. med. M.________ bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung nicht wesentlich geändert, insbesondere verschlechtert hat. Daran kann auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. S.________ vom 19. Februar 2001 nichts ändern. Neben einer Ansteckung mit dem Malaria-Erreger, welche anlässlich der Untersuchung zufällig entdeckt worden ist, stimmen seine Diagnosen weitgehend mit denjenigen von Dr. med. M.________ überein. Die Sachverhaltsabklärung der Verwaltung ist damit nicht zu beanstanden, womit kein Grund besteht, diese zu ergänzen. Daran vermag auch die im Frühjahr 2002 festgestellte Infektion mit dem HIV-Virus und den der Diagnose folgenden psychischen Folgen nichts zu ändern. Es ist vorliegend nur der Sachverhalt zu beurteilen, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 15. Oktober 2001 entwickelt hat.