Citation: C 200/98 31.05.2000 E. 3

3.- a) Die arbeitsmarktliche Indikation des Kurses "Ausbildung in Familienmediation 1997-99" ist insofern zu bejahen, als die Vermittelbarkeit aus der massgeblichen Sicht der Verhältnisse bei Stellung des Gesuchs (BGE 112 V 398 Erw. 1a) als erheblich erschwert zu gelten hat. Die Beschwerdeführerin hatte sich seit Aufgabe ihres Studiums um zahlreiche Stellen beworben, die grösstenteils ihrem beruflichen Profil entsprachen (Sachbearbeiterin mit juris- tischen und sehr guten Kenntnissen in Französisch), und wo sie sich gute Chancen für eine Anstellung ausrechnen durf- te. Die Gründe für die Erfolglosigkeit ihrer Bemühungen sind wohl zur Hauptsache im fehlenden Studienabschluss zu suchen. Daneben mögen auch das Alter und die Tatsache, dass sie aufgrund des Grossratsmandates lediglich eine Beschäf- tigung im Umfang von höchstens 80 % eines Vollzeitpensums mit flexibler Arbeitszeit suchte, eine gewisse Rolle ge- spielt haben, dass es in den meisten Fällen nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch kam. Wie es sich damit verhält, kann hier indessen offen bleiben. b) aa) Der Anspruch auf arbeitsmarktliche Massnahmen zulasten der Arbeitslosenversicherung setzt (weiter) vo- raus, dass durch die Umschulung, Weiterbildung oder Ein- gliederung die Anstellungschancen voraussichtlich tatsäch- lich und in erheblichem Mass verbessert werden (ARV 1988 Nr. 4 S. 31 Erw. 1c, 1987 Nr. 12 S. 114 Erw. 2c je mit Hin- weisen). Dieses Erfordernis muss vorliegend verneint wer- den. Es fehlt, wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, an einer hinreichenden zeitlichen Nähe der vom fraglichen Kurs zu erwartenden positiven Effekte auf die Vermittelbarkeit als Arbeitnehmerin. Dies kommt darin zum Ausdruck, dass für die Beschwerdeführerin von Anfang an klar war, dass ledig- lich eine selbstständige Ausübung der Tätigkeit als Media- torin in Betracht fällt. In diesem Sinne äusserte sie sich im Begleitschreiben zum Gesuch, wo sie die fragliche Aus- bildung als Realisierungskurs zur Einführung in die selbst- ständige Erwerbstätigkeit bezeichnete, und in der Beschwer- de, in welcher sie aufgrund der persönlichen und berufli- chen Umstände sowie der Arbeitsmarktsituation eine selbst- ständige Berufsausübung gleichsam als zwingend notwendig erachtete. Wenn die Beschwerdeführerin im Übrigen in ihrer Eingabe vom 26. Dezember 1998 ausführt, sie erwarte, "nach ca. einem Jahr der Aquisitions-Arbeit als selbständige Me- diatorin eine Auslastung (...) in der Höhe einer 50 %-Teil- zeitarbeit [zu] erzielen", bestätigt sie damit zumindest indirekt, dass eine erhebliche kursbedingte Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht hinreichend gesi- chert ist. bb) Im Übrigen kann aufgrund der Akten ein von der konkreten Arbeitsmarktsituation losgelöstes persönliches Interesse an Mediation nicht ganz ausgeschlossen werden. Bereits im Formular "Antrag auf Arbeitslosenentschädigung" vom 27. Januar 1997 gab die Beschwerdeführerin an, sie be- mühe sich um eine Zusatzausbildung als Mediatorin. Und in der Beschwerde führte sie u.a. aus, sie habe sich während der Praktikumszeit die Fähigkeit angeeignet, Rechtsuchende zu beraten und Verhandlungen zu führen. Soweit in diesen Umständen eine persönliche Präferenz, (selbstständig) bera- tend in einem rechtlichen Umfeld tätig zu sein, zu erbli- cken ist, spricht dies ebenfalls gegen den arbeitsmarkt- lichen Massnahmecharakter des fraglichen Kurses (BGE 111 V 276 Erw. 1d sowie Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], S. 213 Rz 567). Dabei wird eine gewisse Notwendigkeit einer Zusatz- ausbildung nach dem verpassten Studienabschluss als Für- sprecherin durchaus nicht verkannt. Indessen ist dieser Ge- sichtspunkt nur, aber immerhin für die Frage der erschwer- ten Vermittelbarkeit als ein Element der arbeitsmarktlichen Indikation von Bedeutung (vgl. Erw. 3a hievor), nicht hin- gegen in Bezug auf das bei erfolgreichem Kursabschluss zu erwartende (qualitative und quantitative) Ausmass der ver- besserten Chancen auf dem konkreten Arbeitsmarkt. c) Ist nach dem Gesagten unter den gegebenen Umständen der arbeitsmarktliche Massnahmecharakter des Kurses "Aus- bildung zur Familienmediatorin 1997-99" zu verneinen, er- übrigen sich Ausführungen zur Frage der von der Vorinstanz verneinten Angemessenheit dieses Lehrganges.