Citation: 6P.46/2005 08.06.2005 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer rügt einzig die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs und damit eine Verletzung von Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Der Richter kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten oder einer Nebenstrafe aufschieben, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten, und wenn er den gerichtlich oder durch Vergleich festgestellten Schaden, soweit es ihm zuzumuten war, ersetzt hat (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Der Aufschub ist nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- oder eine Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1 StGB). Die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs sind vorliegend unstreitig erfüllt. Zu prüfen sind somit einzig die subjektiven Voraussetzungen. 2.2 Der Richter hat eine Prognose über das künftige Verhalten des Täters zu stellen. Bei der Prüfung der Frage, ob der Verurteilte Gewähr für ein dauerndes Wohlverhalten bietet, sind alle wesentlichen Umstände in ihrer Gesamtheit und nicht bloss isoliert voneinander zu würdigen. Zu berücksichtigen sind die Tatumstände, das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Verurteilten zulassen (BGE 118 IV 97 E. 2b). Zu den Charaktermerkmalen, die einer günstigen Prognose entgegen-stehen können, gehören etwa Rücksichtslosigkeit, Skrupellosigkeit und Verantwortungslosigkeit. Gegen eine günstige Prognose können auch Mangel an Einsicht und Reue sprechen. Bei der Beurteilung der Bewährungsaussichten steht dem Sachrichter ein weiter Spielraum des Ermessens zu. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid auf, wenn der Sachrichter von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder wenn er wesentliche Umstände in Verletzung seines Ermessens falsch gewichtet, vernachlässigt oder ganz ausser Acht gelassen hat (BGE 118 IV 97 E. 2b). 2.3 Die Vorinstanz hat bei ihrem Entscheid die wesentlichen Elemente berücksichtigt und durch die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs das ihr zustehende Ermessen nicht überschritten. Der Beschwerdeführer hatte am 11. November 2002 in Ruswil stark betrunken, mit einer Blutalkoholkonzentration von 2,19 - 2,71 Gewichtspromille, einen Personenwagen gelenkt. Er wurde deshalb durch Strafverfügung des Amtsstatthalteramts Sursee vom 14. Februar 2003 wegen Führens eines Personenwagens in angetrunkenem Zustand (Art. 91 Abs. 1 SVG) zu einer bedingt vollziehbaren Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt. Am 2. Januar 2003 beging der Beschwerdeführer die vorliegend inkriminierten Straftaten. Er fuhr mit einem Lieferwagen eine Fussgängerin an, die auf dem Fussgängerstreifen innerorts die Strasse überquerte, und schleifte sie einige Meter weit mit. Ohne anzuhalten fuhr er davon. Dadurch bekundete er nach der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz ein hohes Mass an Verantwortungslosigkeit (siehe angefochtenes Urteil S. 15 E. 6.3), zumal er, da er nicht anhielt, nicht abklärte, wie schwer die Fussgängerin verletzt war und wie dringend sie ärztliche Hilfe benötigte. Wohl kann eine Unfallflucht unter Umständen auch als Schock- oder Kurzschlussreaktion erklärbar sein. Dies ist indessen beim Beschwerdeführer auszuschliessen, da er in der Folge weder Einsicht noch Reue zeigte, sondern im Gegenteil die Tat bestritt. Das hartnäckige Leugnen der Tat zeugt nach der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz von Einsichtslosigkeit (siehe angefochtenes Urteil S. 15 E. 6.3), zumal der Beschwerdeführer sich nicht einfach auf das Bestreiten beschränkte, sondern eine unbekannte Drittperson, einen "Jugoslawen", als Täter beschuldigte und sich gleichsam als das Opfer einer Intrige darstellte. Zu Ungunsten des Beschwerdeführers spricht zudem, dass er nach dem Unfall, der sich nur wenige Wochen nach der Trunkenheitsfahrt mit mehr als 2 Gewichtspromille ereignete, nicht wenigstens seinen Verhaltenspflichten bei Unfall nachkam und sich um die verletzte Fussgängerin kümmerte. 2.4 Die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs verstösst daher nicht gegen Bundesrecht. Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde ist demnach abzuweisen.