Citation: 2C_891/2022 E. 5

Mit Schreiben vom 27. April 2021 legte die Beschwerdeführerin als Nachweis für die ausreichenden finanziellen Mittel dem verfahrensbeteiligten Amt den Entwurf einer Unterhaltsvereinbarung zwischen dem Garanten und der Beschwerdeführerin vor. Darin verpflichtete sich dieser, der Beschwerdeführerin monatliche Zahlungen von Fr. 4'000.-- zu leisten (Ziff. 1), wobei mit diesen Zahlungen weder Arbeit noch eine sonstige Gegenleistung verbunden sei (Ziff. 2). Die Kündigungsfrist wurde in Ziff. 3 (im Wortlaut) wie folgt geregelt: "Diese Vereinbarung kann von jeder Seite auf 6 Monate hin gekündigt werden". Gemäss Ziff. 4 wäre ein Salär aus Teil- oder Vollzeitarbeit zur Hälfte an diese Unterhaltszahlungen anzurechnen (Act. 112 Akten AFM; Art. 105 Abs. 2 BGG). Weil Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA - nach seinem klaren Wortlaut - die Person, welche sich auf ein Aufenthaltsrecht gestützt auf diese Bestimmung beruft, zum Nachweis des Vorhandenseins ausreichender finanzieller Mittel verpflichtet, ist nachfolgend zu klären, ob der Beschwerdeführerin mit der von ihr vorgeschlagenen Unterhaltsvereinbarung mit sechsmonatiger Kündigungsfrist dieser Nachweis gelungen ist, und ob sie deshalb über ein entsprechendes freizügigkeitsrechtliches Aufenthaltsrecht verfügt.