Citation: 4A_404/2018 E. 3.3.2

3.3.2. Mit Abschluss der Mäklerverträge hat der Willensvollstrecker die Geschäftsbesorgung teilweise auf die Beschwerdegegnerin übertragen. Ob der Willensvollstrecker zum Beizug der Beschwerdegegnerin befugt war, betrifft vorerst nur sein (internes) Verhältnis zur Erbengemeinschaft. Im Hinblick auf die Gültigkeit des Mäklervertrages - das heisst im Hinblick auf seine Vertretungsmacht - kann die Frage aber von Bedeutung sein, wenn ihm bewusst sein musste, dass er seine interne Verfügungsbefugnis überschritt und die Beschwerdegegnerin sich dieses Wissen bzw. Wissenmüssen aufgrund der Tatsache, dass der Willensvollstrecker ihr Verwaltungsratspräsident ist, anrechnen lassen müsste. Insoweit hängt die Frage mit der weiteren Rüge eines ungültigen Insich-Geschäftes (vgl. E. 3.4 hiernach) zusammen. Ob die Beschwerdegegnerin sich dieses Wissen anrechnen lassen müsste, muss hier nicht weiter geprüft werden, da mit der Vorinstanz davon auszugehen ist, dass der Willensvollstrecker (grundsätzlich) befugt war, eine Mäklerin beizuziehen. 3.3.2.1. Der Willensvollstrecker ist in der Regel zur persönlichen Erfüllung der Aufgabe verpflichtet (BGE 142 III 9 E. 4.2 S. 11). Dies ergibt sich nicht nur aus der analogen Anwendung von Art. 398 Abs. 3 OR, sondern auch aus seiner Stellung als Vertrauensperson des Erblassers, um derentwillen er ernannt worden ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5P.529/1994 vom 13. März 1995 E. 6 in: AJP 1996 S. 84 f.). Der Willensvollstrecker darf Dritte beiziehen, wenn ihn der Erblasser oder die Erben dazu ermächtigt haben, wenn ihn die Umstände dazu zwingen, oder wenn eine Vertretung üblicherweise als zulässig erachtet wird (THOMAS HUX, Die Anwendbarkeit des Auftragsrechts auf die Willensvollstreckung, die Erbschaftsverwaltung, die Erbschaftsliquidation und die Erbenvertretung, 1985, S. 90 f.; MARC'ANTONIO ITEN, Übertragung von Aufgaben an Dritte: Wieweit haften Willensvollstrecker?, TREX 2014 S. 98 ff., 99.). So kann der Willensvollstrecker insbesondere Fachpersonen zur Erledigung bestimmter Aufgaben beiziehen (BGE 142 III 9 E. 4.2 S. 11; Urteil 5A_813/2014 vom 24. November 2014 E. 4 mit Hinweis). Er kann (bzw. muss) bei Bedarf Hilfspersonen beiziehen, indem er entweder Fachleute mit Spezialkenntnissen (z.B. Anwalt, Ingenieur, Vermögensverwalter etc.) hinzuzieht oder Dritte (z.B. Sekretärin, Buchhalter etc.) mit der Erledigung von Routinearbeiten beauftragt (K ARRER/VOGT/LEU, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, 5. Aufl. 2015, N. 15 zu Art. 518 ZGB). Bei der persönlichen Erfüllungspflicht gelten für den Willensvollstrecker strengere Anforderungen als für den Beauftragten (MARC'ANTONIO ITEN, a.a.O., S. 99.). 3.3.2.2. Der Willensvollstrecker ist gemäss den Feststellungen der Vorinstanz selbst ein Immobiliensachverständiger. Er verfügt daher, wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht, über die notwendigen Kenntnisse zum Verkauf der Liegenschaften. Die Vorinstanz sieht den Abschluss der Mäklerverträge dennoch als geboten an, weil es für den Verkauf von Liegenschaften mit einem hohen Wert der Unterstützung eines ganzen Dienstleistungsapparats bedürfe, der Anfragen von Interessenten auslöse und beantworte, ordne, kanalisiere, beurteile und auch die Besichtigung der Objekte organisiere. Zudem reagiere der Markt beim Verkauf von Liegenschaften mit höheren Millionenwerten anders, wenn hinter dem Angebot keine Einzelperson, sondern eine im Liegenschaftshandel tätige Handelsgesellschaft mit einem gewissen Renommee stehe (vgl. hiervor E. 3.1.1). Zudem stellte die Vorinstanz fest, auch der Beschwerdeführer anerkenne, dass der Willensvollstrecker "sehr stark die Infrastruktur der Klägerin [Beschwerdegegnerin] genutzt habe". Mit diesen Ausführungen setzt sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde kaum auseinander. Er bestreitet in seiner Beschwerde nicht (jedenfalls nicht rechtsgenüglich), dass die intensive Nutzung der Infrastruktur der Beschwerdegegnerin nötig gewesen ist. Er ist aber der Ansicht, der Willensvollstrecker hätte die Liegenschaften (ohne Abschluss von Mäklerverträgen) selbst verkaufen und nur zur Bewältigung einzelner Aufgaben die Beschwerdegegnerin punktuell beiziehen sollen. Er macht geltend, die Kosten für die Erben wären bei diesem Vorgehen wesentlich tiefer ausgefallen. Der Beschwerdeführer legt damit in seiner Beschwerde nicht rechtsgenügend dar, dass es dem Willensvollstrecker zusätzlich zu den übrigen Aufgaben seines Mandats möglich gewesen wäre, die Liegenschaften zweckmässig, innert nützlicher Frist und zum bestmöglichen Preis selbst zu verkaufen und dabei (ohne Abschluss der Mäklerverträge) nur einzelne Leistungen von der Beschwerdegegnerin zu beziehen. Diesbezüglich ist auch zu beachten, dass der Willensvollstrecker bei Abschluss der Mäklerverträge bereits 72 Jahre alt war. Die Zulässigkeit der Delegation beurteilt sich zudem mit Blick auf den Zeitpunkt des Abschlusses der Mäklerverträge und nicht ex post. Der Einwand des Beschwerdeführers, der Verkauf sei sehr viel schneller abgewickelt worden, als erwartet worden sei, ist daher unbeachtlich. Im Übrigen verfügt der Willensvollstrecker hinsichtlich der Zweckmässigkeit der Massnahmen zur Ausübung seines Amtes über einen grossen Ermessensspielraum (BGE 142 III 9 E. 4.3.1 S. 12; Urteil 5D_136/2015 vom 18. April 2016 E. 5.1 mit Hinweisen). Es verletzt daher kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, der Willensvollstrecker sei befugt gewesen, eine Mäklerin beizuziehen.