Citation: 5A_763/2018 E. 8.4.3

8.4.3. 8.4.3.1. Um eine Verletzung des Äquivalenzprinzips bei der Festsetzung der erstinstanzlichen Gerichtskosten darzutun, rechnen die Klägerinnen vor, normalerweise müsse für ein Bezirksrichter ein Stundenlohn von Fr. 68.-- eingesetzt werden. Selbst wenn man einen solchen von Fr. 100.-- zugrunde legen würde, entsprächen die Fr. 90'000.-- einem Aufwand von 900 Stunden, d.h. 112.5 Arbeitstage oder 5.6 Arbeitsmonate. Dies sei absurd und unangemessen. Sodann sei das Massnahmeverfahren umfangreicher gewesen als das Hauptverfahren. Wenn das Massnahmeverfahren Gebühren von Fr. 10'000.-- auslöse, sei eine Gebühr für das Hauptverfahren schlichtweg unhaltbar. Es treffe nicht zu, wie die Vorinstanz erwäge, dass aufgrund der objektiven Klagehäufung verschiedenster Rechtsbegehren schwierige Rechtsfragen abzuhandeln gewesen seien. Es gehe hier einzig und allein um Ansprüche aus einem Nachlass und damit zusammenhängenden vorsorglichen Massnahmen; es hätten keine Rechtsfragen ausserhalb des Erbrechts abgehandelt werden müssen. Die Vorinstanz rechtfertige die Gebühr von 2 % für das Hauptverfahren vor Bezirksgericht mit dem hohen Streitwert und einem grossen Aufwand. Wieso jedoch genau die Mitte des Gebührenrahmens genommen werde, sei nicht nachvollziehbar. Der Aufwand habe sich in Grenzen gehalten und die meisten Abklärungen seien bereits im Massnahmeverfahren vorgenommen worden, weshalb sich der Aufwand im Hauptverfahren entsprechend reduziere. Das anerkenne sogar das Obergericht selbst. Ausserdem erhöhe sich bei einem höheren Streitwert prozentual bereits die Summe. Mithin rechtfertige der höhere Streitwert an sich noch keine prozentuale Gebührenerhöhung. Es sei folglich immer vom unteren Rahmen der Gebührenbemessung auszugehen. Die Gerichtsgebühr sei daher auf maximal 1 % des Streitwertes zu senken. 8.4.3.2. Mit Bezug auf die oberinstanzlichen Gerichtskosten führen die Klägerinnen aus, der Aufwand rechtfertige die Gerichtsgebühr nicht. Bei einem Stundenansatz von Fr. 100.-- ergäbe sich ein Aufwand von über 8'800 Stunden, d.h. 1'100 Arbeitstage à 8 Stunden, 55 Arbeitswochen oder beinahe 14 Monate. Dies stehe in keinem Verhältnis zum effektiven Aufwand.