Citation: 8C_778/2013 E. 3.2

3.2. Der behandelnde Neurochirurge Dr. med. B.________ hatte in seinem Bericht vom 9. Juli 2010 vermerkt, dass unerwartete, anfallsartige Schmerzbeschwerden im lumbalen Bereich mit Ausstrahlung auf beide untere Extremitäten bestünden mit elektrisierenden Sensationen wie elektrischen Strömen, die unvorhergesehen ohne erkennbaren Grund auftreten könnten. Medikamentös werde, sofern die beschriebenen Sensationen andauerten, die Lyrica-Medikation angewendet werden müssen (allfällige Einnahme von Lyrica bei neuralgischen Schmerzen mit niedriger Anfangsdosis bis zu einer Steigerung von 600 mg täglich). Einer im August 2010 ausgefertigten Medikamentenliste, dem Gutachten der Frau Dr. med. C.________ vom 14. September 2010 sowie dem Bericht des Dr. med. B.________ vom 23. September 2011 kann entnommen werden, dass mit der Verabreichung des Präparats zu einem unbestimmten Zeitpunkt nach der Begutachtung begonnen worden war. Vor diesem Hintergrund ist als erwiesen anzusehen, dass die entsprechende Medikation im Moment der Gutachtenserstellung noch nicht zur Anwendung gelangt war und Frau Dr. med. C.________ sich mithin auch nicht abschliessend zu deren Auswirkungen hatte äussern können. Die Feststellungen der Vorinstanz, die Gutachterin habe die funktionelle Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin unter Einbezug auch der geplanten Schmerzmedikation eingeschätzt, stellt eine reine Mutmassung dar, die durch keinerlei zusätzliche Abklärungen verifiziert worden ist. Namentlich mangelt es den beiden Stellungnahmen des RAD vom 26. Oktober 2011 und 1. März 2012 an diesbezüglich weiterführenden Aussagen. Da die regelmässige Einnahme des besagten Präparates vor allem in der höchstmöglichen Dosierung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein kann - erwähnt werden Benommenheit und Schläfrigkeit (sehr häufig), Müdigkeit, Störungen der Bewegungsabläufe, Aufmerksamkeits-, Koordinations-, Gedächtnis- und Sprechstörungen, Schwindel (häufig), Depression, Panikattacken, sturzbedingte Verletzungen (gelegentlich; vgl. Arzneimittelkompendium: http://www.kompendium.ch/mpub/pnr/1013155/html/de) -, sind entsprechende ergänzende Erhebungen unabdingbar, um das noch vorhandene Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin zuverlässig beurteilen zu können. Eine gleichsam prospektive ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, wie dies die Vorinstanz mit ihrer Betrachtungsweise suggeriert, ist im Übrigen bereits aus dem Grund ausgeschlossen - und wurde von Frau Dr. med. C.________ denn auch zu Recht unterlassen -, als die Patienten hinsichtlich der Nebenwirkungen sowohl in Bezug auf deren Intensität wie auch Latenzzeit, innerhalb welcher sie auftreten, sehr unterschiedlich auf das Medikament reagieren. Namentlich mit Blick auf eine dadurch bedingte erhöhte Sturzgefahr wird ausdrücklich darauf hingewiesen, es sei solange Vorsicht walten zu lassen, bis der Patient mit sämtlichen dem Arzneimittel im Einzelfall inhärenten Auswirkungen vertraut sei (vgl. Arzneimittelkompendium, a.a.O.).