Citation: C 338/00 22.03.2002 E. 2

2.- Gemäss dem eingereichten Businessplan beabsichtigt der Beschwerdegegner die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit (Beratungsbüro in der Marketingforschung). Daneben will er im Umfang eines 30 %-Pensums als Handelslehrer und Dozent FH tätig bleiben. Das AWA lehnte das Gesuch ab im Wesentlichen mit der Begründung, es werde nur eine teilzeitliche selbstständige Erwerbstätigkeit angestrebt. Das Projekt sei deshalb nicht tragfähig und führe nicht zu einer dauerhaften selbstständigen Erwerbstätigkeit. Die Vorinstanz hielt dem entgegen, weder das Gesetz noch die dazu ergangene bundesrätliche Verordnung verlangten, dass die geplante selbstständige Erwerbstätigkeit eine Vollzeitbeschäftigung sein müsse. Im Weiteren sei durch nichts indiziert, dass der Versicherte selbst bei Beibehaltung eines Teilpensums als Lehrer nicht trotzdem in Vollbeschäftigung für sein Beratungsbüro tätig sein könne. Denn der Berufsalltag eines Selbstständigerwerbenden orientiere sich an den 100 % eines 24-Stunden-Tages. Es gebe auch eine Unzahl administrativer Verrichtungen, die ausserhalb der eigentlichen Bürostunden erledigt werden könnten. Zudem sei nicht zu übersehen, dass zwischen der Lehrtätigkeit und der angestrebten Beratertätigkeit Synergien bestünden. Es lägen keine Anhaltspunkte vor, dass die Lehrtätigkeit Aufbau und Fortkommen im geplanten Beratungsbüro einschränken würde. Diese Betrachtungsweise verkennt den Zweck des Instruments der Förderung der selbstständigen Erwerbstätigkeit, wonach nur die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit gefördert werden kann, welche die Arbeitslosigkeit des Gesuchstellers voraussichtlich ganz beendet (Nussbaumer, a.a.O., Rz 625 S. 230). Das Konzept des Gesetzes lässt keine Lösungen zu, die auf mehreren Standbeinen fussen, was darin zum Ausdruck kommt, dass der Versicherte, der nach Bezug von besonderen Taggeldern und nach Aufnahme der geplanten selbstständigen Erwerbstätigkeit den Statuswechsel vollzogen hat, neue Leistungen nur dann beziehen kann, wenn die aufgenommene selbstständige Erwerbstätigkeit vollständig aufgegeben wird (ARV 2001 S. 90 f. Erw. 1d und 3).