Citation: 6S.346/2004 01.02.2005 E. 3

3.1 Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen, handelt er trotz förmlicher Mahnung des Richters einer ihm erteilten Weisung zuwider, entzieht er sich beharrlich der Schutz-aufsicht oder täuscht er in anderer Weise das auf ihn gesetzte Vertrauen, so lässt der Richter die Strafe vollziehen (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB). Wenn begründete Aussicht auf Bewährung besteht, kann der Richter in leichten Fällen stattdessen, je nach den Um-ständen, den Verurteilten verwarnen, zusätzliche Massnahmen nach Art. 41 Ziff. 2 StGB anordnen und die im Urteil bestimmte Probezeit um höchstens die Hälfte verlängern (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). 3.2 Die Vorinstanz setzt sich mit den einschlägigen rechtlichen Bestimmungen ausführlich auseinander. Auf Grund einer Gesamt-würdigung aller entscheidenden Kriterien kommt sie zum Schluss, dass die Voraussetzungen für einen Widerruf der Freiheitsstrafen gegeben sind. Auf die Erwägungen kann verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG). Der Widerrufsgrund erneuter Straffälligkeit während der Probezeit ist gegeben, was vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird. Die neue Straftat ist zwar noch als leichter Fall im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB zu qualifizieren, hingegen verneint die Vorinstanz zu Recht die begründete Aussicht auf Bewährung. Der Beschwerdeführer liess sich nämlich von den bisherigen Sanktionen keineswegs beeindrucken. Trotz des ihm mehrmals gewährten be-dingten Strafvollzuges hat er ständig weiter delinquiert. Die Behaup-tungen in der Nichtigkeitsbeschwerde, er habe "keine Personen oder Sachen gefährdet, sondern lediglich die zulässige Höchstge-schwindigkeit überschritten", bestätigen seine fehlende Einsicht. Er versucht, seine Straftaten zu bagatellisieren, als ob seine wiederholten Verfehlungen entschuldbar wären, nur weil er keine Personen verletzt und keine Sachen beschädigt hat. Dabei übersieht er, dass er durch sein rücksichtsloses Verhalten ernstliche Gefahren für die Sicherheit anderer in Kauf nimmt. Weder die bedingten Freiheitsstrafen, einschliesslich der kurzen U-Haft, noch die Bussen, die Verwar-nungen, die Verlängerungen der Probezeit und die Verbüssung einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen Gefängnis haben bei ihm Wirkung gezeigt. Unter diesen Bedingungen kann eine gute Prognose im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB nicht mehr gestellt werden. Daran ändern auch die behaupteten beruflichen Schwierigkeiten nichts. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 3.3 Der Beschwerdeführer bestreitet auch die Höhe der Sanktion. Dabei verkennt er, dass im Rahmen eines Widerrufsverfahrens die Strafzumessung im Sinne von Art. 63 StGB nicht mehr angefochten werden kann, zumal der Widerrufsrichter das Urteil, welches die bedingt vollziehbare Strafe verhängte, nicht auf seine materielle Richtigkeit hin überprüfen kann (BGE 74 IV 12 E. 3; R. Schneider, Basler Kommentar, N. 195 zu Art. 41, mit Hinweisen; ebenso, aber im Zusammenhang mit Art. 38 Ziff. 4 StGB, Urteil 6A.100/2002 vom 7. April 2003, E. 4.2).