Citation: 4A_217/2018 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin vertritt die Ansicht, die Vorinstanz habe durch Konsultierung eines Wikipedia-Artikels betreffend die Gefahr eines Herzstillstandes den Verhandlungsgrundsatz im Sinne von Art. 55 Abs. 1 ZPO verletzt; wobei sie diese Rüge in ihrer Beschwerdereplik insoweit korrigierte, als sie der Vorinstanz nunmehr eine Verletzung des (eingeschränkten) Untersuchungsgrundsatzes im Sinne von Art. 55 Abs. 2 und Art. 247 Abs. 2 lit. b Ziff. 2 ZPO vorwirft. Davon abgesehen, dass die Beschwerdeführerin mit der in ihrer Replikschrift verspätet erhobenen Rüge grundsätzlich nicht zu hören ist (BGE 143 II 283 E. 1.2.3; 135 I 19 E. 2.2 S. 21), kann der Vorinstanz ohnehin keine Verletzung bundesrechtlicher Prozessvorschriften vorgeworfen werden. Denn es trifft zwar zu, dass die Parteien bei der vorliegend anwendbaren eingeschränkten bzw. sozialen Untersuchungsmaxime nach Art. 247 Abs. 2 ZPO grundsätzlich weiterhin die Verantwortung für die Sachverhaltsfeststellung tragen (BGE 141 III 569 E. 2.3.1 S. 575). Doch nachdem die Beschwerdeführerin vor erster Instanz selbst einen Bericht des Stadtspitals X.________ einreichte, woraus sich unbestrittenermassen ergibt, dass die erlittene mehrfragmentäre Nasenbeinfraktur auf eine sog. Synkope zurückzuführen war, durfte die Vorinstanz auch zur Erklärung dieses Begriffs als plötzliche, kurzzeitige Ohnmacht und ihrer möglichen Ursachen (z.B. Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz) auf einen Wikipedia-Artikel zurückgreifen. Wurde der erwähnte Arztbericht bereits vor erster Instanz eingereicht, kann die Vorinstanz entgegen dem Standpunkt der Beschwerdeführerin auch Art. 317 Abs. 1 ZPO betreffend das Novenrecht im Berufungsverfahren nicht verletzt haben. Im Übrigen legt die Beschwerdeführerin nicht dar, inwiefern die von der Vorinstanz verwendete Erklärung des Begriffs Synkope den Sachverhalt erweitert haben sollte, weshalb davon auszugehen ist, dass diese reine Erläuterung kein Novum darstellt.