Citation: H 32/02 28.05.2003 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer rügt, dass die Vorinstanz das Ausmass seiner beruflichen Tätigkeit als selbstständiger und angestellter Lehrer falsch bemessen habe. Es sei fraglich, ob es richtig sei, für ihn aufgrund einer hypothetischen "Normalarbeitszeit" eine ebenso hypothetische "Soll-Arbeitszeit" als Lehrer zu berechnen. Zudem sei der vorgenommene Vergleich des Arbeitspensums einer Lehrperson der Sekundarstufe I mit der Tätigkeit einer Lehrperson in einer Privatschule für fortgeschrittene Erwachsene untauglich. Falls überhaupt Vergleiche angestellt werden könnten, müsste seine Tätigkeit hinsichtlich der Qualifikation mit derjenigen einer Lehrperson auf der Stufe Kantonsschule oder Gymnasium verglichen werden. Aufgrund der ihr zur Verfügung stehenden Akten ging die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer 515 Stunden im Jahr 1994, 310 Stunden im Jahr 1995 und 187 Stunden im Jahr 1996 unterrichtete. Diese Stundenlektionen entsprechen unbestrittenermassen nicht mindestens der halben üblichen Arbeitszeit eines Lehrers. Die Vorinstanz anerkannte jedoch, dass die Arbeitszeit von Lehrern nicht nur in den eigentlichen Unterrichtsstunden bestehe, sondern dass dazu Zeitaufwendungen für Unterrichtsvor- und -nachbereitung, Prüfungsvorbereitungen und -korrekturen, Führung von Elterngesprächen, Mitwirkung bei der schulhausinternen Selbstverwaltung und dergleichen hinzukämen. Es lasse sich nicht einfach von den ausgewiesenen Unterrichtsstunden auf den Beschäftigungsgrad rückschliessen. Die Vorinstanz rechnete die Unterrichtslektionen unter Zuhilfenahme der Regelungen für Fachpersonen auf Sekundarstufe I des Kantons Luzern gemäss der kantonalen Personal- und Besoldungsverordnung für Lehrpersonen (Anhang 2) ohne Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse des Beschwerdeführers auf. Sie kam zum Schluss, dass aufgrund dieser pauschalen Kalkulation die Zahlen von 515 Stunden (1994), 310 Stunden (1995) und 187 Stunden (1996) zu verdoppeln wären. Somit ergäben sich bei dieser Verdoppelung wohl für das Jahr 1994 mit 1030 Arbeitsstunden mehr als die erforderlichen 950 Stundenlektionen gemäss der kantonalen Personal- und Besoldungsverordnung für Lehrpersonen, nicht aber für die Jahre 1995 und 1996. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Tätigkeit des Beschwerdeführers nicht mit derjenigen einer Lehrperson in einem Vollamt gleichgesetzt werden könne, da dieser eine umfassende Schulungs-, Betreuungs- und auch Erziehungsfunktion zukomme, welche deutlich über eine reine Lehrtätigkeit an einer Sprachschule hinausgehe, erachtete es die Vorinstanz selbst bei grosszügiger Umrechnung der ausgewiesenen Stunden als klar ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer auch im Jahr 1994 nicht ein halbes Lehrpensum absolviert hatte. Dies ergebe sich auch aufgrund eines pauschalen Vergleichs zwischen seinem Einkommen und den in § 2 der Besoldungsverordnung für die Lehrpersonen der Sekundarstufe I bestimmten Lohnansprüchen der ordentlich angestellten Lehrer. 4.2 Ein Versicherter, der sich als selbstständigerwerbend bezeichnet, darf nicht mit dem blossen Hinweis auf fehlendes beitragspflichtiges Einkommen als Nichterwerbstätiger qualifiziert werden. Ob er erwerbstätig im Sinne von Art. 8 Abs. 2 Satz 1 AHVG ist, beurteilt sich nicht anhand der Beitragshöhe gemäss Art. 10 Abs. 1 AHVG, sondern nach den tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten (BGE 115 V 168 Erw. 6e). Werden keine oder geringe Einkünfte erzielt, kann das allerdings ein deutlicher Hinweis dafür sein, dass Nichterwerbstätigkeit, bloss vorgegebene Erwerbstätigkeit oder allenfalls Erwerbstätigkeit unbedeutenden Umfangs vorliegt, was von Fall zu Fall aufgrund der tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten zu prüfen ist (BGE 115 V 171 Erw. 9c). Eine abstrakte Vergleichsrechnung kann zur Plausibilisierung der Angabe, ob für eine Beitragsperiode volle Erwerbstätigkeit vorliege oder nicht, dienen. Hingegen darf wegen des gesetzgeberischen Willens, dass die tatsächlichen Verhältnisse zu berücksichtigen sind, nicht alleine auf eine solche theoretische Berechnung ohne Berücksichtigung dieser Verhältnisse abgestellt werden (Urteil K. vom 23. August 2002 Erw. 3.2, H 73/01). Vorliegend hat jedoch die Vorinstanz lediglich eine Umrechnung vorgenommen, um von den tatsächlich nachgewiesenen Stundenlektionen auf diejenige Stundenzahl zu kommen, die der Beschwerdeführer einschliesslich Vor- und Nachbereitung dieser Lehrtätigkeit aufgewendet haben mochte. Es wurden aber nicht Pauschaleinkommen mit Lohn verglichen, sondern mit sachlichen Erwägungen die tatsächlich erbrachten Stunden errechnet. Unbehelflich ist der Einwand des Versicherten, seine Tätigkeit hätte mit derjenigen einer Lehrperson auf der Stufe Kantonsschule oder Gymnasium verglichen werden müssen. Denn die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass die jährliche Soll-Arbeitszeit für Lehrpersonen aller Stufen grundsätzlich gleich ist, da sie derjenigen für das Staatspersonal entspricht (§ 3 Abs. 2 der Besoldungsordnung für das Staatspersonal vom 23. März 1999, SRL Nr. 74). Die Gesamtbelastung ist in etwa gleich mit dem Unterschied, dass weniger Unterrichtslektionen verlangt werden, je anspruchsvoller die Lehrtätigkeit ist. Unter diesen Umständen kann von einer vollständigen Sachverhaltsfeststellung ausgegangen werden, welche eine Bindungswirkung im konkreten Fall zur Folge hat (Art. 105 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 132 OG). Die Feststellung, dass der Beschwerdeführer nicht voll erwerbstätig war, verletzt somit nicht Bundesrecht, und ist nicht offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen gemacht worden.