Citation: 7B_280/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Die Beschwerdegegnerin 2 und deren Schwester hatten ausgesagt, der Beschwerdeführer habe mehrere Messerstiche gegen den Oberkörper der Beschwerdegegnerin 2 geführt. Er machte im kantonalen Verfahren geltend, diese Aussagen fänden im Verletzungsbild keine Stütze. Es sei fraglich, in welchem Ausmass die Beschwerdegegnerin 2 ihre Verletzungen mitverursacht habe, indem sie in das Messer gegriffen habe. Ihre Verletzungen seien ohne Weiteres vereinbar mit der Sachverhaltsvariante, wonach der Beschwerdeführer ihr das Messer nahe an den Körper geführt habe, wobei sie sich mit Händen und Füssen panisch und in Verkennung der Absicht des Beschwerdeführers gegen die Eskalation zur Wehr gesetzt habe, wobei es zu einer bloss kleinen Wunde an der Brust gekommen sei, dafür zu umso mehr Verletzungen an Armen, Händen und Beinen. Dem hält die Vorinstanz mit der Erstinstanz entgegen, dass die Fotos Stichverletzungen am linken Vorderarm, an der linken Brust sowie an den unteren Extremitäten zeigten. Dazu diverse Schnittverletzungen am linken Oberarm, an den unteren Extremitäten sowie an den Händen, welche aufgrund der Schnitttiefe mit viel Druck zugefügt worden seien. Das Verletzungsbild sei derart eindeutig, dass die Bestreitungen des Beschwerdeführers keine Zweifel am Anklagevorwurf erwecken könnten. Der Beschwerdeführer wolle das Messer bloss nahe an den Körper der Beschwerdegegnerin 2 gehalten haben. Es sei lebensfremd, dass sie darauf panisch zahlreiche Körperteile derart kraftvoll gegen das Messer des Beschwerdeführers geführt und sich so die erheblichen Schnittverletzungen selbst zugefügt hätte. Zudem wären beim Szenario des Beschwerdeführers die dokumentierten Stichverletzungen an der Brust und am Kinn nicht zu erklären. Selbiges gelte für den Umstand, dass vorwiegend die linke Körperhälfte der Beschwerdegegnerin 2 verletzt worden sei. Nach den glaubhaften Angaben ihrer Schwester hielt die Beschwerdegegnerin 2 das Messer nie in den eigenen Händen. Ebenso wenig liessen ihre Angaben und diejenigen der Schwester den Schluss zu, es habe ein Handgemenge zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin 2 stattgefunden und die Schwester habe sich eingemischt. Vielmehr sei von einem plötzlichen, einseitigen und unangekündigten Angriff auszugehen. Bei einem solchen Messerangriff von oben seien Abwehrhandlungen mit Händen, Armen und Beinen die naheliegendste Reaktion. Dieser Abwehrreaktion der Beschwerdegegnerin 2 und dem Eingreifen der Schwester sei zu verdanken, dass es nicht zu weiteren Stichverletzungen am Oberkörper gekommen sei. Den Aussagen der Schwester entnimmt die Vorinstanz, dass sie damit beschäftigt gewesen sei, den kraftvoll agierenden Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin 2 wegzubringen, wobei sie mehrere Stichbewegungen des Beschwerdeführers gegen die Beschwerdegegnerin 2 beobachtet habe.