Citation: 1A.126/2006 24.11.2006 E. 4

Die dreieckförmige Parzelle Nr. 3277 umfasst 1'239 m2 und stösst allseitig an Strassen (Raftstrasse, Räftlistrasse) bzw. an einen Fussweg und an den Zingg-Platz. Die jeweils gegenüberliegenden Grundstücke sind überbaut. Angesichts dieser unmittelbaren Nachbarschaft und der geringen Grösse der Parzelle kann dem Standpunkt der Beschwerdeführerin, es handle sich um eine Baulücke, ein gewisses Verständnis entgegengebracht werden. Ein weiterer Blick auf das westlich des Grundstücks gelegene Gebiet zeigt jedoch, dass mit dem Grüngürtel, der sich vom Zingg-Platz längs der Räftlistrasse bis in die Nähe des Schulhauses zieht, ein Gebiet ausgeschieden worden ist, dem offensichtlich eigenständige Funktion zukommt. Dieser Landstreifen gliedert das Siedlungsareal, lockert das überbaute Gebiet auf und dient, wie gerade auch die Parzelle Nr. 3277 zeigt, als Erholungs- und Freizeitbereich. Zudem gewährleistet die Grünzone die Freihaltung der Sicht auf den Kirchenbezirk mit seinen historischen Bauten. Dass auch weitere Bauten in Sigriswil schützens- und erhaltenswert sind, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, ändert nichts daran, dass sich die Grünzone längs der Räftlistrasse als Umgebungsschutz für den Kirchenbezirk eignet. Wohl wird dieser Grüngürtel durch das neben dem Grundstück Nr. 3277 auf den Parzellen Nrn. 1074/2018 stehende alte Doppelbauernhaus durchtrennt. Die Durchtrennung wird aber dadurch gemildert, dass der unüberbaute Teil der beiden Parzellen ebenfalls zur Grünzone geschlagen worden ist. Die Parzelle Nr. 3277 wirkt daher nicht isoliert. Jedenfalls vermag die Existenz des Bauernhauses die umschriebene, selbständige Funktion des Grüngürtels nicht in Frage zu stellen, umso weniger, als dieses ebenfalls zu den schützenswerten Bauten im weiteren Bereich des Kirchenbezirkes zählt. In der Feststellung des Verwaltungsgerichtes, dass die Parzelle Nr. 3277 nicht zum weitgehend überbauten Gebiet gehöre, ist mithin keine Bundesrechtswidrigkeit zu erblicken.