Citation: 8C_547/2014 E. 4.3

4.3. Bezüglich des Schadens, den die Übergangsentschädigung decken sollte, erscheint es logisch, als Anspruchsvoraussetzung vorzusehen, dass der Versicherte während einer Mindestdauer von 300 Tagen (in einem Zeitraum von zwei Jahren unmittelbar vor Erlass der Verfügung oder vor einem medizinisch notwendigen und tatsächlich vollzogenen Wechsel) die schädigende Tätigkeit bei einem Arbeitgeber, der der obligatorischen Unfallversicherung unterstellt ist, ausgeübt hat. Mit der Übergangsentschädigung, die Bestandteil der Verhütung von Berufskrankheiten ist, soll dem Versicherten der Wechsel von der ihn gefährdenden Arbeit auf eine neue geeignete Tätigkeit und die Erlangung der für die Wiedereingliederung erforderlichen Fähigkeiten erleichtert werden (vgl. BGE 120 V 135 f.; RKUV 1995 S. 164 E. 2b). Eine erhebliche Beeinträchtigung im Fortkommen setzt das Vorhandensein von Berufsperspektiven voraus, welche in der Regel nur dann anerkannt werden können, wenn der Versicherte während einer bestimmten Zeit beim Arbeitgeber tätig war, bei dem er die gefährdende Tätigkeit ausgeübt hat. Indem der Bundesrat die Bestimmung, die bereits in der Verordnung von 1960 enthalten und deren Rechtmässigkeit nie in Frage gestellt worden war, in der VUV übernommen hat, hat er seinen Ermessenspielraum nicht überschritten (BGE 126 V 363 E. 4a und 4b). Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht in BGE 131 V 90 bestätigt (E. 4.4).