Citation: 1C_267/2014 E. 4.1

4.1. Die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) kommt in ihrem Gutachten vom 4. Juli 2013 zu folgenden Schlussfolgerungen (S. 11) : "Beim ehemaligen Gasthaus Ochsen handelt es sich um ein aus der bäuerlichen Tradition hervorgegangenes Bauwerk, in dem während gut 400 Jahren eine Gaststube betrieben wurde. In seiner äusseren Form mit dem sehr selten gewordenen Tätschdach und den im Innern erhaltenen Konstruktionsdetails ist es stilistisch der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zuzuordnen. Damit handelt es sich beim Haus Hauptstrasse 2 wahrscheinlich um das älteste profane Gebäude von Oberägeri. Seine äussere Erscheinung als typisches Gasthaus der Belle Epoque weist ihrerseits eine über hundertjährige Kontinuität auf. Als einer der wenigen verbliebenen historischen Bauten im Ortskern von Oberägeri, die zusammen eine seltene historische Baugruppe im Bereich der Pfarrkirche bilden, ist das Haus ein sehr wertvolles Zeugnis. Aussagen zur Entwicklung und Geschichte des Dorfes, der dörflichen Gesellschaft sowie der Bau- und Handwerkskunst sind mit dem in seinen wesentlichen Teilen erhaltenen Gebäude gesichert. Sekundäre Veränderungen am und im Haus vermögen die Bedeutung der Schutzwürdigkeit der Baute nicht wesentlich zu schmälern. Aus bautypologischer Sicht sowie für das Verständnis der Ortsgeschichte des Dorfes Oberägeri, seiner Siedlungsentwicklung und -struktur ist das Haus Hauptstrasse 2 in seiner heutigen Ausprägung einschliesslich seiner baulichen Zeitspuren unverzichtbar." Gestützt darauf empfahl die EKD "mit Nachdruck", den Ochsen als Denkmal von lokaler Bedeutung unter Schutz zu stellen.