Citation: 2C_446/2023 E. 3.4

3.4. Eine Nichtbeachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG liegt laut Art. 77a Abs. 1 lit. a und b VZAE insbesondere vor, wenn die betroffene Person gesetzliche Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet oder öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfüllt. Nach der Rechtsprechung unter dem alten Recht, welche auch für die Auslegung des neuen Rechts seine Gültigkeit behält, schliessen geringfügige Strafen eine Integration nicht aus (vgl. Urteile 2C_22/2023 vom 17. Oktober 2023 E. 6.2.1; 2C_145/2022 vom 6. April 2022 E. 6.3 mit Hinweisen; 2C_935/2021 vom 28. Februar 2022 E. 5.1.2). Als geringfügige Strafe erachtete das Bundesgericht beispielsweise zwei strafrechtliche Verurteilungen (Busse von Fr. 6'600.-- sowie unbedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 50.--) wegen mehrfacher illegaler Einfuhr von Fleischwaren und anderen Lebensmitteln (Urteil 2C_65/2014 vom 27. Januar 2015 E. 3.6), nicht hingegen Verurteilungen wegen Betrugs (Urteil 2C_162/2022 vom 11. Mai 2022 E. 5.2 in fine), unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln (Urteil 2C_541/2019 vom 22. Januar 2020 E. 3.4.3) oder wiederholter (teilweise geringerer) Straffälligkeit (Urteil 2C_797/2022 vom 22. März 2023 E. 3.3.6).