Citation: 8C_683/2009 26.02.2010 E. 4

4.1 Aus der in E. 3 hievor dargestellten Rechtsprechung ergibt sich, dass, stellt sich die Frage nach einer Parallelisierung der Vergleichseinkommen, der von der versicherten Person vor Eintritt des Versicherungsfalles erzielte, auf das Jahr des frühestmöglichen Rentenbeginns bezogene - nötigenfalls hochgerechnete -, Verdienst mit den branchenüblichen Löhnen zu vergleichen ist, bevor zur genauen Bestimmung des Invaliditätsgrades der Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG durchgeführt werden kann. Entgegen der Argumentation der SUVA in ihrer Beschwerdeschrift ist dabei nicht auf das Lohnniveau in der jeweils in Betracht fallenden Grossregion, sondern auf gesamtschweizerische Verhältnisse abzustellen, weil - solange kein repräsentatives tatsächlich erwirtschaftetes Einkommen vorhanden ist - der Invalidenlohn im nachfolgenden Einkommensvergleich ebenfalls auf Grund gesamtschweizerischer Tabellenlöhne zu bestimmen ist. Entsprechend wurde denn auch in BGE 134 V 322 E. 4.2 und 4.3 S. 326 f. sowie in der in BGE 135 V 297 nicht publizierten E. 3.1 die Frage nach der Durchschnittlichkeit des vor dem versicherten Unfallereignis realisierten Einkommens jeweils mittels Vergleichs mit dem gesamtschweizerisch laut Tabelle TA 1 (monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater Sektor) der LSE für dieselbe Tätigkeit ausgewiesenen Lohn geprüft (vgl. auch Urteil U 8/07 vom 20. Februar 2008 [auszugsweise publiziert in RtiD 2008 II S. 293] E. 5.3 und 6.1, je mit Hinweisen). Ergibt sich, dass das Einkommen vor dem Unfall mehr als 5 % unter üblicherweise für die gleiche Tätigkeit entrichteten Gehältern lag, hat im Rahmen des darauf durchzuführenden Einkommensvergleichs die Parallelisierung der Vergleichseinkommen zu erfolgen. 4.2 Gestützt auf die Auskünfte der früheren Arbeitgeberin des Beschwerdegegners, der Käsereigenossenschaft I.________, vom 27. März 2008 ist die SUVA in ihrem Einspracheentscheid vom 4. Juli 2008 von einem ohne unfallbedingten Gesundheitsschaden im Jahre 2008 - in welchem ein allfälliger Rentenanspruch frühestens hätte entstehen können - mutmasslich realisierbaren Einkommen von Fr. 56'745.- ausgegangen. Die Möglichkeit einer Parallelisierung hat sie damals noch gar nicht in Betracht gezogen, weshalb eine Überprüfung dieses Verdienstes auf seine Branchenüblichkeit hin zunächst unterblieben ist. Erst in ihrer im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 2008 setzte sie sich mit dieser Problematik auseinander und anerkannte schliesslich eine Abweichung von branchenüblichen Löhnen um 5,57 %. Die Vorinstanz, welche den Betrag von Fr. 56'745.- als unbestritten gebliebenes Valideneinkommen übernommen hat, ist demgegenüber zum Schluss gelangt, dass die Abweichung 7,68 % ausmache, ohne indessen aufzuzeigen, wie sie zu diesem - von der SUVA nunmehr bestrittenen - Resultat gelangte. 4.3 Das von keiner Seite in Frage gestellte Valideneinkommen von Fr. 56'745.- ist mit dem Verdienst zu vergleichen, der - gesamtschweizerisch - auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für dieselbe Arbeit ausgerichtet wird. Wie die SUVA richtig darlegt, darf dabei nicht auf den Totalwert für den gesamten privaten Sektor gemäss LSE-Tabelle TA 1 abgestellt werden, sondern es ist mit branchenüblichen Löhnen zu vergleichen (Urteil 8C_562/2009 vom 11. Dezember 2009 E. 2). Im Hinblick auf die frühere Tätigkeit des Beschwerdegegners als Käsereimitarbeiter rechtfertigt es sich, vom Tabellenwert der Position 15 (Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken) in TA 1 der LSE 2006 auszugehen. Dieser belief sich für Männer bei Arbeiten mit Anforderungsniveau 4 auf Fr. 4'811.- monatlich. Hochgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,2 Stunden (Die Volkswirtschaft 2009, Heft 5, S. 94, Tabelle B 9.2, Sektor 2, Bst. D [Industrie, Verarbeitendes Gewerbe]) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 2007 von 1,5 % sowie 2008 von 1,8 % (Die Volkswirtschaft 2009, Heft 7/8, S. 91, Tabelle B 10.2, Bst. D [Verarbeitendes Gewerbe, Industrie]) ergibt sich ein Monatslohn von Fr. 5'120.19, was einem Jahreslohn von Fr. 61'442.30 entspricht. Verglichen mit dem Verdienst von Fr. 56'745.-, den der Beschwerdegegner an seiner früheren Stelle im Jahr 2008 erzielt hätte, resultiert eine Unterdurchschnittlichkeit von 7,64 %. Lediglich im 5 % übersteigenden Umfang von 2,64 % wird diese bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen ihren Niederschlag finden (E. 3.3 hievor und nachstehende E. 5.3).