Citation: 2A.28/2005 11.07.2005 E. 2

Ein Ausländer kann gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG (Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer; SR 142.20) aus der Schweiz ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde. Dies unter der Voraussetzung, dass die nach Art. 11 Abs. 3 ANAG, allenfalls nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK, gebotene Interessenabwägung die Massnahme nicht als unverhältnismässig erscheinen lässt. Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. Art. 16 Abs. 3 ANAV [SR 142.201]; Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 2. August 2001 i.S. Boultif gegen die Schweiz, Rz. 48, in: VPB 65/2001 Nr. 138; BGE 129 II 215 E. 3; 125 II 105 ff.). Bei Staatsangehörigen der Europäischen Gemeinschaften und ihren Familienangehörigen ist zudem das Freizügigkeitsabkommen zu beachten (Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit, FZA; SR 0.142.112.681). Danach darf eine Ausweisung oder eine andere die Freizügigkeit beschränkende Massnahme nur angeordnet werden, wenn sie aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigt ist (Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA; dazu eingehend: BGE 130 II 176 ff.).