Citation: 4A_264/2015 E. 4.2.2

4.2.2. Sodann werfen sie der Vorinstanz überspitzten Formalismus (Art. 29 Abs. 2 BV), Willkür (Art. 9 BV) sowie eine Verletzung von Art. 55 Abs. 1 ZPO und Art. 221 Abs. 1 lit. d und e ZPO vor, weil sie verlangte, dass die einzelnen Positionen der geltend gemachten Ersatzforderung für vorprozessuale Anwaltskosten in den Rechtsschriften oder im ersten Parteivortrag konkretisiert würden, und festhielt, es sei nicht Aufgabe des Gerichts, die Sachdarstellung einer Partei aus den Beilagen zusammenzusuchen. Sie meinen, eine Darlegung und Konkretisierung der tatsächlichen Aufwendungen im Volltext der Klage oder gar an einem mündlichen Parteivortrag sei gar nicht möglich, "ohne das Ganze ad absurdum zu führen". Bei der Honorarnote handle es sich um eine Beilage. Es wäre Sache der Beschwerdegegnerin gewesen, anhand dieser Beilage die einzelnen Aufwendungen der Beschwerdeführer zu bestreiten. Mit diesen Ausführungen werden die gerügten Rechtsverletzungen nicht hinreichend begründet (Erwägung 2.1), weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. Ohnehin wäre der Vorwurf der Beschwerdeführer offensichtlich unbegründet. Nach Art. 55 Abs. 1 ZPO haben - unter der Geltung der Verhandlungsmaxime - die Parteien dem Gericht die Tatsachen darzulegen, auf die sie ihre Begehren stützen, und die Beweismittel anzugeben. Dieser Behauptungs- und Substanziierungslast hat die klagende Partei grundsätzlich in der Klageschrift nachzukommen (Art. 221 Abs. 1 lit. d und e ZPO). Der blosse Verweis auf Beilagen zur Klage erfüllt die Behauptungslast in aller Regel nicht (Urteil 4A_317/2014 vom 17. Oktober 2014 E. 2.2). Die konkreten Anforderungen an die Substanziierung der anspruchsbegründenden Tatsachen ergeben sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und andererseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei. Tatsachenbehauptungen müssen dabei so konkret formuliert sein, dass ein substanziiertes Bestreiten möglich ist oder der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 127 III 365 E. 2b mit Hinweisen). Die Partei, die den Ersatz vorprozessualer Anwaltskosten einklagt, hat substanziiert darzutun, das heisst die Umstände zu nennen, die dafür sprechen, dass die geltend gemachten Aufwendungen haftpflichtrechtlich als Bestandteil des Schadens zu betrachten sind, mithin gerechtfertigt, notwendig und angemessen waren, der Durchsetzung der Schadenersatzforderung dienen und nicht durch die Parteientschädigung gedeckt sind (vgl. die angegebenen Entscheide in Erwägung 3; ferner: Walter Fellmann/Andrea Kottmann, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band I, 2012, Rz. 1534 und Rz. 1542; Markus Borle, Vorprozessuale Anwaltskosten - es führt kein Weg an der Substanziierung vorbei, HAVE 1/2012, S. 3 ff., S. 9). Die Beschwerdeführer haben in der Klageschrift (vgl. Art. 221 Abs. 1 lit. d ZPO) keinerlei diesbezügliche Tatsachenbehauptungen aufgestellt. Sie nannten lediglich den Gesamtbetrag von Fr. 40'672.-- und verwiesen auf die Honorarnote vom 18. Oktober 2012 (Klagebeilage 27). Zur Erfüllung ihrer Behauptungs- und Substanziierungslast genügte der blosse Verweis auf die Honorarnote nicht. Auch wenn es nicht unbedingt nötig ist, die Honorarnote im Volltext in die Rechtsschrift aufzunehmen, so sind doch Konkretisierungen und Erläuterungen derselben unerlässlich, damit die geltend gemachten Positionen von der Gegenpartei und dann vom Gericht im Hinblick auf die massgebenden Kriterien für die Ersatzfähigkeit vorprozessualer Anwaltskosten geprüft und gegebenenfalls substanziiert bestritten werden können. Solche Ausführungen liessen die Beschwerdeführer jedoch durchwegs vermissen. Die Vorinstanz verletzte deshalb kein Bundesrecht, wenn sie die Klage insoweit mangels Substanziierung abwies.