Citation: 6B_1315/2017 E. 1.4.1

1.4.1. Die Vorinstanz führt aus, bei vorsorglichen Schutzmassnahmen handle es sich um provisorische Sofortmassnahmen zur umgehenden Gewährleistung des Schutzes und der Erziehung des Jugendlichen. Es gehe um Krisenintervention. Dabei müsse der verfassungsrechtliche Verhältnismässigkeitsgrundsatz gewahrt werden. Vorsorgliche Schutzmassnahmen seien nicht auf das Untersuchungsverfahren beschränkt. Sie seien über den Wortlaut von Art. 5 JStG hinaus während des Massnahmenvollzugs im Hinblick auf eine Änderung (Art. 18 JStG) anwendbar (BGE 141 IV 172 E. 3 S. 174 ff.). Die Jugendanwaltschaft habe ein Massnahmenänderungsverfahren bereits eingeleitet und einen Gutachter beauftragt gehabt. Geplant sei die geschlossene Unterbringung im Massnahmenzentrum Uitikon gewesen. Das Vorleben und die erneute Delinquenz während laufender Massnahme seien zu berücksichtigen gewesen. Die bisherigen aufwändigen Massnahmen hätten sich als wirkungslos erwiesen, um die delinquenten Verhaltensmuster aufzubrechen. Das ernüchternde Ergebnis korrespondiere aber mit der gutachterlichen Legalprognose. Das Gutachten habe empfohlen, den Beschwerdeführer bei neuerlichen Gesetzesverstössen konsequent geschlossen unterzubringen (oben Sachverhalt A). Die positiven Rückmeldungen beim Standortgespräch vom 8. August 2017 sprächen nicht dagegen (Entscheid S. 7; a.A. oben E. 1.1.2). Die Massnahmenanordnung zwei Monate nach Bekanntwerden des letzten Raubüberfalls lasse sich mit der Abklärung des Sachverhalts, der Prüfung geeigneter Schritte und dem erforderlichen Initialisierungsaufwand erklären. Die Jugendanwaltschaft werde die Situation nach Erstattung des neuen forensisch-psychiatrischen Gutachtens erneut beurteilen müssen (Entscheid S. 5-7).