Citation: 2C_90/2019 E. 6.2.2

6.2.2. Der Beschwerdeführer verkennt, dass das vorinstanzliche Urteil lediglich bei der Sachverhaltsdarstellung, nicht aber bei der Würdigung seines Verschuldens auf den Beizug seiner beiden Lernenden und späteren Mitarbeiterinnen Bezug nimmt. Bei der Würdigung seines Verhaltens weist die Vorinstanz lediglich darauf hin, dass das Bundesstrafgericht immerhin von einem mittleren Verschulden ausgegangen sei. Sie wirft ihm bei der Beurteilung, ob das von ihm begangene Delikt mit dem Anwaltsberuf noch vereinbar ist, indes weder den Beizug noch eine daraus resultierende Niederträchtigkeit vor. Die nach Auffassung des Beschwerdeführers unhaltbare Schlussfolgerung des Bundesstrafgerichts findet somit keinen Eingang in die entsprechende Erwägung. Vielmehr folgert die Vorinstanz im Lichte der gesamten Umstände, dass die strafrechtliche Verurteilung nicht mit dem Anwaltsberuf vereinbar sei, und ermittelt sein Verschulden unabhängig von der Schlussfolgerung des Bundesstrafgerichts (vgl. E. 6 des angefochtenen Urteils). Wenn der Beschwerdeführer eine willkürliche vorinstanzliche Würdigung seines Verschuldens aufgrund der Berücksichtigung einer Niederträchtigkeit beanstandet, stösst seine Rüge somit ins Leere. Gleichgültig, ob es sich bei der unbefugten Entgegennahme von Publikumseinlagen nach Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG um ein Vergehen handelt, das mit den Vermögensdelikten vergleichbar ist, stellt das Verhalten des Beschwerdeführers seine Vertrauenswürdigkeit erheblich in Frage. Insbesondere die Tatsache, dass er der späteren Geschäftsführerin einen fiktiven Wohnsitz verschafft hat, um das Wohnsitzerfordernis im Sinne von Art. 814 Abs. 3 OR zu erfüllen, steht direkt im Zusammenhang mit seiner Anwaltstätigkeit und verstösst nicht nur gegen eine sorgfältige und gewissenhafte Berufsausübung. Dieses Verhalten lässt jegliche Seriosität und Vertrauenswürdigkeit missen. Sodann ist eine Vergleichbarkeit dieses Verhaltens mit den Urkundenfälschungsdelikten im Sinne von Art. 251 ff. StGB nicht von der Hand zu weisen. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zählen namentlich Urkundenfälschungen zu den Handlungen, die nicht mit dem Anwaltsberuf vereinbar sind (vgl. Urteile 2C_183/2010 vom 21. Juli 2010 E. 2.4; 2C_119/2010 vom 1. Juli 2010 E. 2.5). Wenn der Beschwerdeführer weiter vorbringt, die Dauer der strafbaren Gehilfenschaft sei letztlich vom Eingreifen der Aufsichtsbehörde und nicht vom Verschulden des Beschwerdeführers abhängig gewesen, zeugt dies vom Fehlen jeder Einsicht in die Unrechtmässigkeit seines Verhaltens. Selbst wenn die Aufsichtsbehörde früher hätte eingreifen können, wäre es dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Kenntnisse ab Juli 2007 möglich gewesen, den rechtswidrigen Geschäftstätigkeiten Einhalt zu gebieten. Letztlich mag es zutreffen, dass der Beschwerdeführer aus dem Verlust der Anleger nicht unmittelbar einen Vermögensvorteil erlangt hat. Seine Auffassung, er habe in finanzieller Hinsicht nie in relevanter Weise von den Machenschaften der Haupttäter profitiert, vermag indes nicht zu überzeugen. Seine Anwalts- und Notariatsdienstleistungen hat der Beschwerdeführer nicht unentgeltlich erbracht. Ein uneigennütziges Verhalten liegt damit nicht vor. Die im Zusammenhang mit der Gehilfenschaft stehende Ersatzforderung des Staats beläuft sich immerhin auf Fr. 6'278.20, was kaum mehr als geringfügig bezeichnet werden kann. Auch wenn der Beschwerdeführer ohne den Vorsatz gehandelt hat, die Anleger zu schädigen, und ihm die Höhe der Deliktsumme nicht direkt angelastet werden kann, kommt die Vorinstanz im Lichte des Verhaltens des Beschwerdeführers zu Recht zum Schluss, dass die strafrechtliche Verurteilung mit Urteil vom 12. Oktober 2017 wegen Gehilfenschaft zur unbefugten Entgegennahme von Publikumseinlagen nach Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG mit dem Anwaltsberuf nicht vereinbar ist.