Citation: 4C.156/2000 21.08.2000 E. 1

1.-a) Die Vereinbarung vom 18. Juli/15. Oktober 1996, in welcher eine Reduktion des ursprünglich festgesetzten Mietzinses vereinbart wurde, sah vor, dass die Parteien nach Ablauf einer Frist von 24 Monaten eine Neubeurteilung der Situation der Tropical Gastro vornehmen würden. Obwohl dies nicht geschah, wird von keiner Partei die Weitergeltung des Mietvertrages für die ursprünglich vereinbarte Dauer - 10 Jahre mit Option für weitere 10 Jahre - in Frage gestellt. Hingegen ist strittig, ob nach Ablauf der in der Vereinbarung vom 18. Juli/15. Oktober 1996 statuierten Frist von 24 Monaten wiederum der ursprüngliche Mietzins geschuldet wird, wie dies der Auffassung der Klägerin und der Vorinstanz entspricht, oder ob mangels einer anderslautenden Abrede weiterhin der reduzierte Mietzins zu bezahlen ist, wie dies der Beklagte vertritt. b) Mit Bezug auf die Auslegung der strittigen Vereinbarung konnte die Vorinstanz keinen - für den Inhalt eines Vertrags in erster Linie massgebenden (Art. 18 Abs. 1 OR) - übereinstimmenden wirklichen Parteiwillen ermitteln. Mit dem Kantonsgericht ist der Vertrag deshalb aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie er nach seinem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden werden durfte und musste. Dabei hat das Gericht neben der Interessenlage der Parteien im Zeitpunkt des Vertragsschlusses zu berücksichtigen, was sachgerecht ist, weil nicht anzunehmen ist, dass die Parteien eine unangemessene Lösung gewollt haben. Diese objektivierte Vertragsauslegung überprüft das Bundesgericht als Rechtsfrage frei (vgl. BGE 125 III 435 E. 2a/aa S. 436/7; 122 III 426 E. 5b S. 429; 122 III 420 E. 3a S. 424, je mit Hinweisen).