Citation: U 110/00 27.04.2001 E. 1

1.- Streitig ist zunächst die Höhe des versicherten Verdienstes, welcher der Rentenberechnung zu Grund zu legen ist. a) Nach Art. 15 Abs. 2 UVG und Art. 22 Abs. 4 UVV gilt als Grundlage für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bei einem oder mehreren Arbeitgebern bezogene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht. Gestützt auf Art. 15 Abs. 3 UVG hat der Bundesrat in Art. 24 UVV Vorschriften über den massgebenden Lohn für Renten in Sonderfällen erlassen. Absatz 1 dieser Bestimmung sieht vor, dass, falls der Versicherte im Jahre vor dem Unfall u.a. wegen Unfall oder Krankheit einen verminderten Lohn bezogen hat, der versicherte Verdienst nach dem Lohn festgesetzt wird, den der Versicherte ohne Unfall oder Krankheit erzielt hätte. Mit Bezug auf Invalide, welche verunfallen, enthält die Verordnungsbestimmung in den Absätzen 4 und 5 (in der bis zum 31. Dezember 1997 geltenden Fassung) folgende Regeln: "4 Erleidet der Bezüger einer Invalidenrente einen weiteren versicherten Unfall, der zu einer höheren Invalidität führt, so ist für die neue Rente der Lohn massgebend, den der Versicherte im Jahr vor dem letzten Unfall bezogen hätte, wenn früher kein versicherter Unfall eingetreten wäre. Ist dieser Lohn kleiner als der vor dem ersten versicherten Unfall bezogene Lohn, so ist der höhere Lohn massgebend. 5 Weicht der versicherte Verdienst eines Invaliden erheblich vom Lohn eines gesunden Versicherten ab, so wird er auf das Einkommen nach Artikel 26 Absatz 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung erhöht." War der Versicherte schon vor dem Unfall wegen Krankheit oder eines Unfalls in der Erwerbsfähigkeit eingeschränkt und bezieht er deswegen eine Rente, so bestimmt sich der versicherte Verdienst nur dann nicht nach Art. 24 Abs. 1 UVV, sondern nach den Absätzen 4 und 5 dieser Bestimmung, wenn die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse Hauptursache für den verminderten Lohn bildet, welchen der Versicherte innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogen hat (BGE 122 V 100). Art. 24 Abs. 4 UVV betrifft Bezüger von Renten der Unfallversicherung und regelt den Sonderfall, dass der Versicherte einen weiteren Unfall erleidet, welcher zu einer höheren Invalidität führt; Absatz 5 der Bestimmung betrifft dagegen Invalide, die keine Rente der Unfallversicherung (wohl aber eine solche der IV) beziehen (nicht veröffentlichte Erw. 4b des in BGE 122 V 100 publizierten Urteils B. vom 9. Februar 1996, U 75/95; RKUV 1999 Nr. U 322 S. 94 Erw. 2c/aa). b) Da der Beschwerdegegner vor dem Unfall vom 16. März 1991 keinen Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung hatte, kann - wie bereits die Vorinstanz zu Recht erkannt hat - Art. 24 Abs. 4 UVV nicht Anwendung finden. Im Hinblick darauf, dass er vor dem Unfallereignis invalid war und eine Rente der Invalidenversicherung bezog, stellt sich dagegen die Frage, ob der versicherte Verdienst nach Art. 24 Abs. 5 UVV festzusetzen ist. Das kantonale Gericht verneint dies mit der Begründung, das nach Art. 24 Abs. 5 UVV in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 IVV für Versicherte nach dem vollendeten 30. Altersjahr massgebende Einkommen betrage lediglich Fr. 5'500.- (recte: Fr. 55'500.-; ZAK 1990 S. 456), während sich der versicherte Verdienst gestützt auf Art. 24 Abs. 1 UVV auf den höheren - und deshalb vorliegend zu Gunsten des Versicherten heranzuziehenden - Betrag von Fr. 59'971.- belaufe. Letzterer stelle das Einkommen dar, welches der Beschwerdegegner unter Berücksichtigung der konkreten Umstände an seinem Arbeitsplatz ohne krankheitsbedingte Einbusse hätte erzielen können. Die Beschwerdeführerin legte ihrer Rentenberechnung demgegenüber den durch den Versicherten vom 1. März 1990 bis 28. Februar 1991 als Abteilungsleiter des Bereichs Kartoffeln tatsächlich erzielten Lohn (samt Gratifikation) von Fr. 44'700.- und damit die Bemessungsmethode nach Art. 15 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 4 UVV zu Grunde. c) Massgebendes Kriterium für die Anwendung der Sonderregeln nach Art. 24 Abs. 1 bis 5 UVV ist, dass der tatsächliche Verdienst eines Versicherten im Jahr vor dem Unfall aus einem der erwähnten Gründe oder Tatbestände nicht "normal" war (BGE 122 V 101 Erw. 5b). Im Hinblick auf die Angaben im Bericht der Gesellschaft X.________ vom 22. September 1992, wonach der Versicherte ohne Invalidität als Sektorleiter Kartoffeln Fr. 5'000.- pro Monat bzw. Fr. 62'000.- pro Jahr (inkl. Gratifikation) hätte verdienen können, sowie gemäss Fragebogen für den Arbeitgeber vom 13. März 1991, in welchem der Lohn ohne Gesundheitsschaden im Rahmen der gleichen Tätigkeit mit Fr. 4'500.- bis Fr. 5'000.- beziffert wurde, ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Lohnverhältnisse des Versicherten vor dem Unfall entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung nicht als "normal" zu bezeichnen sind und der niedrigere Verdienst klarerweise Folge der gesundheitlichen Probleme des Beschwerdegegners war. Nicht gefolgt werden kann den Erwägungen im angefochtenen Entscheid jedoch insofern, als der versicherte Verdienst nach Art. 24 Abs. 1 UVV berechnet wird. Im hier zu beurteilenden Fall bildete die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse unstreitig Hauptursache für den verminderten Lohn, welchen der seit 1. Mai 1988 eine halbe Rente der Invalidenversicherung beziehende Versicherte innerhalb eines Jahres vor dem Unfall erzielt hat, so dass die u.a. in RKUV 1999 Nr. U 322 S. 94 Erw. 2c/aa publizierte Feststellung, wonach sich der versicherte Verdienst nach Art. 24 Abs. 4 und 5 UVV bestimmt, falls der Versicherte schon vor dem Unfall wegen Krankheit oder eines Unfalles in der Erwerbsfähigkeit eingeschränkt war und er deswegen eine Rente bezieht, nach Art. 24 Abs. 4 und 5 UVV bestimmt, vorliegend ihre Gültigkeit behält (vgl. BGE 122 V 102 Erw. 5c). Das in BGE 122 V 100 teilweise veröffentlichte Urteil, in welchem der versicherte Verdienst nach Art. 24 Abs. 1 UVV berechnet wurde, basierte auf einem anders gearteten Sachverhalt (lediglich einmonatiger IV-Rentenbezug im Jahr vor dem Unfall; Lohnverminderung wegen Krankheit), weshalb sich daraus keine Rückschlüsse ziehen lassen. Der versicherte Verdienst ist demnach gemäss Art. 24 Abs. 5 UVV in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 IVV festzusetzen. d) Im Jahre 1991 belief sich das für die Invaliditätsbemessung nach Art. 26 Abs. 1 IVV massgebende durchschnittliche Einkommen auf Fr. 55'500.- (ZAK 1990 S. 456). Nach Art. 20 Abs. 1 UVG beträgt die Invalidenrente bei - vorliegend allseits zu Recht unstreitiger - Vollinvalidität 80 % dieses Betrages, somit Fr. 44'400.-. Da die nach dem Unfall eingetretene vollständige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit - ebenfalls unbestrittenermassen - zu rund 50 % auf einer vorbestandenen Invalidität beruht, ist die Rente in diesem Umfang zu kürzen (Art. 36 Abs. 2 UVG). Die dem Beschwerdegegner ab dem 1. Oktober 1995 zustehende Invalidenrente beläuft sich damit auf Fr. 1'993.- im Monat (samt Teuerungszulagen von 7,7 % gemäss Verordnung 95 vom 5. Dezember 1994 über Teuerungszulagen an Rentner der obligatorischen Unfallversicherung).