Citation: 5A_957/2016 E. 3.1

3.1. Der Bau einer Strasse auf einem Landstreifen von 13 m2 des Grundstücks der Beschwerdeführer bedeutet im Sinne von Art. 641 Abs. 2 ZGB einen direkten körperlichen Eingriff in die Substanz des Grundstücks, über das die Strasse führt (BGE 111 II 24 E. 2c S. 26; 131 III 505 E. 5.1 S. 508). Er ist ungerechtfertigt, wenn keine auf öffentlichem oder privatem Recht gründende Pflicht zu seiner Duldung besteht (BGE 132 III 651 E. 7 S. 654). Eine auf öffentlichem Recht gründende Pflicht zur Duldung besteht grundsätzlich dann, wenn der Bau der Strasse im vorrangigen öffentlichen Interesse liegt und die Beschwerdegegnerin als Erstellerin der Strasse kraft Gesetzes oder behördlicher Verfügung mit dem Enteignungsrecht ausgestattet ist. Unter diesen Voraussetzungen haben die von den Einwirkungen betroffenen Beschwerdeführer als Grundeigentümer die sich aus dem Enteignungsgesetz ergebenden Ansprüche im Enteignungsverfahren wahrzunehmen, während ihnen die Abwehrrechte des Privatrechts nicht zur Verfügung stehen und der Zivilweg verschlossen bleibt (BGE 134 III 248 E. 5 S. 252 ff., betreffend Flughafen; Urteil 5A_749/2007 vom 2. Juni 2008 E. 2, betreffend Planungszone samt Parkpflegewerk, in: BR/DC 2008 Nr. 324 S. 172; Urteil 5A_587/2015 vom 22. Februar 2016 E. 2, betreffend Jachthafen, in: BR/DC 2016 Nr. 672 S. 364; Urteil 5A_393/2016 vom 30. November 2016 E. 2, betreffend Abwasserreinigungsanlage, in: BR/DC 2017 Nr. 475 S. 180 f.).