Citation: 5A_351/2018 E. 4.3.3

4.3.3. Die Beschwerdeführerin rügt sodann hinsichtlich der Erziehungsfähigkeit der Eltern einen Widerspruch zwischen dem Gutachten und dessen Ergänzung. Im Gutachten werde ausgeführt, beide Elternteile seien erziehungsfähig. Das Ergänzungsgutachten stelle dagegen den Beschwerdegegner als erziehungsfähiger als die Beschwerdeführerin dar. Diese Aussage finde sich so im Gutachten nicht. Widersprüchlich sei es auch, wenn in der Ergänzung dann wiederum davon die Rede sei, beide Elternteile könnten als erziehungsfähig beurteilt werden. Entgegen der Beschwerdeführerin besteht kein Widerspruch zwischen der Aussage, beide Elternteile seien erziehungsfähig, und derjenigen, der Beschwerdegegner sei erziehungsfähiger als die Beschwerdeführerin (vgl. Gutachten vom 18. Januar 2017 [Akten Regionalgericht, act. V.1], S. 47; Ergänzungsgutachten vom 29. Mai 2017 [Akten Regionalgericht, act. V.2], S. 8 und 9) : Ist ein Elternteil etwas besser zur Erziehung des Kindes geeignet als der andere, schliesst dies nicht aus, dass beide Elternteile grundsätzlich als erziehungsfähig eingestuft werden. Zutreffend ist sodann zwar, dass das Gutachten keine Aussage dazu enthält, welcher Elternteil besser zur Erziehung des Sohnes geeignet ist. Es lässt sich ihm aber entnehmen, dass es dem Vater besser gelingt, den Sohn zu strukturieren, zu lenken und ihm Grenzen aufzuzeigen, während die Mutter es besser versteht, zum Kind eine emotionale Nähe herzustellen (Gutachten, S. 43 ff. und 47). Damit lässt sich die im Ergänzungsgutachten enthaltene Aussage über die grössere Erziehungsfähigkeit des Vaters hinreichend nachvollziehen. Folglich verfängt auch das weitere Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht, die Empfehlung, dem Vater die Betreuung des Sohnes zu übertragen (Ergänzungsgutachten, S. 8 f.), werde von den Gutachtern nicht begründet.