Citation: 5A_556/2023 E. 9

Zuletzt erachtet die Beschwerdeführerin Art. 29 Abs. 3 BV als verletzt, weil das Obergericht ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung abgewiesen hat (vgl. vorne Bst. B). Das Obergericht führte diesbezüglich aus, die Beschwerdeführerin habe bis zum Urteilszeitpunkt keine Angaben zu ihren Ausgaben gemacht und damit ihre wirtschaftliche Situation nicht dargelegt. Da die Beschwerdeführerin anwaltlich vertreten gewesen sei, habe auf das Ansetzen einer Nachfrist verzichtet werden können und sei das Gesuch mangels nachgewiesener Bedürftigkeit abzuweisen gewesen. Die Beschwerdeführerin bestätigt, dass sie im vorinstanzlichen Verfahren nur einige wenige Unterlagen zu ihrer wirtschaftlichen Situation vorgelegt hat. Die restlichen Dokumente hätten nicht schnell genug zusammengestellt werden können. Allerdings sei die Rechtsmittelfrist mit zehn Tagen zu knapp bemessen gewesen, als dass dies möglich gewesen wäre. Noch bevor ein Gesuch um Sistierung des Verfahrens hätte eingereicht werden können, habe die Vorinstanz sodann entschieden. Unter diesen Umständen wäre es fair gewesen, ihr eine kurze Nachfrist anzusetzen. Mit diesen Ausführungen vermag die Beschwerdeführerin keine Verletzung eines verfassungsmässigen Rechts darzutun (vgl. vorne E. 2). Dazu ist der blosse Hinweis nicht genügend, das Vorgehen des Obergerichts sei unfair gewesen. Die Beschwerde lässt diesbezüglich folglich hinreichende Rügen vermissen, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist. Anzumerken bleibt, dass das Vorgehen des Obergerichts ohnehin nicht zu beanstanden wäre (vgl. Urteil 5A_156/2022 vom 30. März 2023 E. 3.3.2 [zu Art. 119 ZPO]).