Citation: 1C_102/2022 E. 7.2.1

7.2.1. Die Rechtmässigkeit der vor dem 1. November 2012 erstellen Nebenbauten, namentlich des 2008 erbauten Unterstands, beurteilt sich nach dem im Zeitpunkt der Errichtung geltenden Recht (vgl. E. 2 hiervor). Nach der altrechtlichen, bis zum 1. September 2000 gültigen Fassung von Art. 24 Abs. 2 aRPG konnte das kantonale Recht gestatten, Bauten und Anlagen zu erneuern, teilweise zu ändern oder wieder aufzubauen, wenn dies mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar ist. Nach der Rechtsprechung durfte das kantonale Recht den bundesrechtlichen Begriff der teilweisen Änderung nicht erweitern (BGE 127 II 215 E. 3a mit Hinweisen). Jedoch wurde zugelassen, unter diesen Begriff auch geringfügige Erweiterungen von Bauten zu subsumieren, wenn sie gemessen an der bestehenden Baute von untergeordneter Bedeutung waren und deren Identität in den wesentlichen Zügen gewahrt wurde (BGE 113 Ib 317 E. 3a; 107 Ib 237 E. 2b/bb). Gemäss der Rechtsprechung mussten solche Erweiterungen grundsätzlich einen körperlichen Zusammenhang zur Hauptbaute aufweisen. Von diesem Grundsatz wurden Ausnahmen nur als zulässig angesehen, wenn mit der Hauptbaute nicht verbundene Nebenanlagen für den Zweck dieser Baute nötig waren und ein Anbau daran, zum Beispiel aufgrund der topografischen Verhältnisse, nicht möglich war (Urteile A.30/1987 vom 10. Dezember 1987 E. 4b; 1P.410/1990 vom 21. Februar 1992 E. 2b und 2c; 1A.156/1994 vom 28. März 1995 E. 3c: vgl. auch CHRISTOPH A. BANDLI, Bauen ausserhalb der Bauzonen [Art. 24 RPG], Grüsch 1989, S. 196).