Citation: C 249/02 01.10.2003 E. 3

Streitig und zu prüfen ist die Schwere des Verschuldens und die davon abhängige Einstellungsdauer nach Art. 45 Abs. 2 AVIV. 3.1 Wie dargelegt, machte die Versicherte bereits erstinstanzlich geltend, der Nutzen der Massnahme sei für sie sehr gering gewesen, da sie keine Erfahrung mit den im Nähatelier verrichteten Arbeiten hatte; sie habe sich auf die Stellensuche konzentriert. Im Rahmen der Beurteilung des Verschuldens kann dieses Vorbringen geprüft werden. Es vermag indessen das Verschulden vorliegend nicht zu mildern, denn der ungelernten Versicherten konnte eine Verbreiterung ihrer Kenntnisse in Handarbeit nur nützen. Dabei sind hauptsächlich die vom RAV festgesetzten persönlichen Schwerpunkte im Einsatzprogramm zu berücksichtigen. Danach ging es dem zuständigen Personalberater gemäss Zielvorgabe vor allem um die Verbesserung der Kompetenzen "Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Sprachverständnis, neues Berufsfeld kennen lernen und berufliche Kompetenzerweiterung". H.________ war in den letzten Jahren wirtschaftlich betrachtet ausschliesslich in familiären Betrieben beschäftigt gewesen. Um ihre Vermittlungsfähigkeit angesichts der in den familiären Betrieben aufgetretenen Beschäftigungsrückgängen zu erhöhen, ihre Bemühungen auf ein breiteres als das bisherige Arbeitsfeld auszudehnen und damit den in der Vergangenheit wiederholt eingetretenen Rückfall in die Arbeitslosigkeit möglichst zu minimieren, erschienen das Erlernen von neuen handwerklichen Fähigkeiten sowie der Umgang mit Vorgesetzten und Mitarbeitern ausserhalb der familiären Betriebe im Sinne der getroffenen Massnahme zweckmässig. 3.2 Die Vorinstanz erachtete das Verschulden der Versicherten als leicht, da die zuständige Behörde die Eingliederungswirksamkeit nicht begründet habe. Diese lässt sich indessen den vom Beschwerdeführer vorgelegten und der Beschwerdegegnerin eröffneten Akten entnehmen. Insbesondere führte das Amt für Arbeit bereits in der Verfügung betreffend das Programm zur vorübergehenden Beschäftigung vom 24. April 2001 aus, das Einsatzprogramm stelle für die Versicherte eine angemessene arbeitsmarktliche Massnahme dar, um eine schnelle Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Sie müsse in der Lage sein, eine zumutbare Stelle anzunehmen und sobald wie möglich in den Dienst eines Arbeitgebers zu treten. Auch der angefochtenen Verwaltungsverfügung des RAV vom 26. Juli 2001 war zu entnehmen, die Massnahme bezwecke, die Wiedereingliederung einer erwerbslosen Person in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. 3.3 Des weiteren erwog das kantonale Gericht, die Behörde habe die Versicherte bereits nach einmonatiger Arbeitslosigkeit einem Beschäftigungsprogramm zugewiesen, somit in einem Zeitpunkt, als gemäss wissenschaftlicher Evaluation die Massnahme die Chancen der arbeitslosen Personen auf dem Arbeitsmarkt eher verringere. Dieser Begründung kann nicht beigepflichtet werden, da sich die schwer vermittlungsfähige Versicherte anlässlich der Anweisung, das Einsatzprogramm Nähatelier zu besuchen, bereits in der 5. Rahmenfrist befand und im übrigen die Meinungen über die Eingliederungswirksamkeit der Beschäftigungsprogramme in der Wissenschaft geteilt sind. Damit erweisen sich die tatsächlichen Grundlagen der vorinstanzlichen Verschuldensbeurteilung als unzutreffend, weshalb offen gelassen werden kann, ob sich eine allfällige anerkannte Eingliederungsunwirksamkeit einer angeordneten, gesetzlich vorgesehenen arbeitsmarktlichen Massnahme verschuldensmindernd auswirken könnte. Mit einer Dauer der Einstellung von 20 Tagen hat die Verwaltung das Verschulden der Versicherten somit zu Recht im unteren Bereich des mittelschweren Verschuldens festgesetzt.