Citation: 7B_144/2023 E. 3.5

3.5. Die Vorinstanz weist unter dem Titel "Würdigung" darauf hin, dass gemäss dem Gutachten vom 18. August 2021 beim Beschwerdeführer eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und narzisstischen Anteilen sowie eine Abhängigkeitserkrankung von multiplen Substanzen bestehe, welche einer sehr intensiven und langfristigen (mehrjährigen) persönlichkeits- und deliktsorientierten Behandlung mit zusätzlichen suchttherapeutischen Ansätzen zur Erreichung einer Abstinenz als Fundament für andere psychotherapeutische Behandlungsschritte bedürfe. Alsdann führt die Vorinstanz bei ihrer Gesamtwürdigung der prognoserelevanten Tatsachen aus, dass nach dem besagten Gutachten mit einer deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit neuerliche Straftaten des Beschwerdeführers im Bereich allgemeiner Gewaltdelikte, inklusive häuslicher Gewalt, sowie Betäubungsmittel (Konsum und Handel) zu erwarten seien. Ein Rückfall sei klar wahrscheinlicher als eine Rückfallfreiheit. Die Vorinstanz verweist auf die Risikoabklärung vom 18. März 2022, welche das Delinquenzrisiko nach wie vor als hoch einstufe. Des Weiteren berücksichtigt sie zu Recht, dass am 23. Juni 2022 die mit Urteil vom 18. Januar 2022 angeordnete ambulante Massnahme wegen Aussichtslosigkeit wieder aufgehoben wurde und es bereits früher zu einem derartigen Scheitern gekommen sei. Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend, dass er zwischenzeitlich anderweitig therapiert worden sei und sich die Rückfallgefahr deshalb wesentlich verringert habe. Die Vorinstanz geht entsprechend von einer "unvermindert fortbestehenden Grundproblematik ohne bisherigen Heilungserfolg" beim Beschwerdeführer aus. Schliesslich weist die Vorinstanz darauf hin, dass die Bundesanwaltschaft ihn mit Strafbefehl vom 30. August 2022 wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie der Beschimpfung schuldig sprach. Nach der Rechtsprechung dürfen auch nicht abgeurteilte Vortaten, welche Schlüsse auf das Vorleben und den Charakter eines Täters zulassen, mit der erforderlichen Zurückhaltung bei der Beurteilung der Bewährungsaussichten beachtet werden (Urteile 6B_882/2009 vom 30. März 2010 E. 2.6; 6B_459/2009 vom 10. Dezember 2009 E. 1.2; je mit Hinweis). Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer den Vorfall vom 14. April 2022 - der dem besagten Strafbefehl zugrunde lag - selbst wiederholt einräumte.