Citation: 6P.165/2006 02.02.2007 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht habe Beweise willkürlich gewürdigt und den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt. 2.1 Gemäss dem in Art. 32 Abs. 1 BV und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Grundsatz "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Inwiefern dieser Grundsatz verletzt ist, prüft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willkür, d.h. es greift nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden. Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen. Eine materielle Rechtsverweigerung ist nicht schon gegeben, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erschiene, sondern nur, wenn das Ergebnis schlechterdings mit vernünftigen Gründen nicht zu vertreten ist (BGE 127 I 38 E. 2a; 123 I 1 E. 4a S. 5 je mit Hinweisen). 2.2 Der Belastungszeuge war an der Tat nicht beteiligt. Er lernte den Beschwerdeführer im Untersuchungsgefängnis kennen. Sie freundeten sich an und teilten später während vier bis sechs Wochen eine Zweierzelle. In dieser Zeit sprachen sie oft über die Tat. Am 26. Mai 2004 machte der Belastungszeuge anonym detaillierte Aussagen darüber, wie die Tat vorbereitet und durchgeführt worden war. Am 30. August 2004 legte der Zeuge seine Identität offen und bestätigte seine bisherigen Aussagen (angefochtener Entscheid S. 6 f. Ziff. 1a). Der Beschwerdeführer macht geltend, der Belastungszeuge sei nicht glaubwürdig. Er begründet dies zur Hauptsache damit, die Aussagen seien erst zwei Jahre nach der Tat erfolgt, der Zeuge habe seine Aussagen zunächst anonym gemacht und schliesslich habe er seine Aussagen mit Schreiben vom 3. September 2004 zurückgezogen. 2.3 Nachdem der Beschwerdeführer den Namen des Belastungszeugen und dessen Bereitschaft zu einer Konfrontation erfahren hatte, antwortete er: "Es stimmt, was er sagt". Anschliessend schilderte er die Tat aus seiner Sicht. Diese Schilderung stimmt - abgesehen vom Tatbeitrag des Beschwerdeführers im Schlafzimmer des Opfers - mit derjenigen des Belastungszeugen überein, und zwar auch in vielen Einzelheiten. Da dieser somit selbst nach zwei Jahren noch zutreffende detaillierte Angaben machen konnte, erscheinen seine Aussagen - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers - vielmehr als glaubhaft. Aus demselben Grund ist auch belanglos, dass der Zeuge seine Aussagen zurückgezogen hat. Mögliche Bedenken wegen der Anonymität der Aussagen sind nicht mehr berechtigt, seit der Zeuge seine Identität bekannt gab und zur Konfrontation mit dem Beschwerdeführer bereit war. 2.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, der Zeuge habe ihn belastet, um in seinem eigenen Prozess aufgrund seines "kooperativen" Verhaltens ein milderes Urteil zu erwirken. Dies ergebe sich aus dem Zusammenhang des Schreibens, in welchem er seine Aussagen zurückgezogen habe. Der Zeuge bestätigte seine Aussagen am 30. August 2004. Das fragliche Schreiben datiert vom 3. September 2004. Der Zeuge hätte somit in diesem Zeitraum von vier Tagen Kenntnis von seinem Strafmass erhalten müssen. Dass dies der Fall war, macht der Beschwerdeführer aber nicht geltend. Folglich handelt es sich bei der vom Beschwerdeführer angegebenen Motivation des Zeugen lediglich um eine unbelegte Vermutung. Dasselbe gilt, soweit er behauptet, der Zeuge habe den Komplizen entlasten wollen, oder die Möglichkeit erwähnt, er habe gegenüber dem Zeugen das Tatgeschehen "ausgeschmückt", um mit seiner Tat "anzugeben". 2.5 Dass der Beschwerdeführer dem schreienden Opfer ein Kissen auf den Kopf gedrückt habe, stützt das Kantonsgericht nicht nur auf die Aussage des Zeugen, sondern auch auf das Spurenbild. So liessen sich die Spuren stumpfer Gewalt im Gesicht und am Hals des Opfers mit dem Anpressen des Kopfkissens erklären. Die Schilderungen des Beschwerdeführers, der Komplize habe das schreiende Opfer an den Armen gepackt und aufs Bett gedrückt, böten für diese Verletzungen keine Erklärung (angefochtener Entscheid S. 8). Diese Begründung ficht der Beschwerdeführer nicht an. 2.6 Bei dieser Ausgangslage durfte das Kantonsgericht willkürfrei annehmen, die Aussagen des Belastungszeugen seien glaubhaft. Eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" liegt nicht vor. 2.7 Das Kantonsgericht erachtet die Aussagen des Beschwerdeführers zum Geschehen im Schlafzimmer des Opfers unter anderem als nicht glaubwürdig, weil er immer wieder eigene Tatbeiträge - sofern dies aufgrund der Beweissituation noch möglich erschien - auf allfällige Mittäter abschob (angefochtener Entscheid S. 9 oben). Mit dieser Argumentation setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Deshalb ist auf die sinngemässe Rüge, seine Glaubwürdigkeit sei willkürlich in Frage gestellt worden (Beschwerdeschrift, S. 11 f. lit. d), nicht einzutreten (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 130 I 258 E. 1.3).