Citation: 6P.57/2007 11.07.2007 E. 5

Für den Fall, dass der Beschwerdeführer das Tötungsdelikt begangen hat, wirft dieser dem Obergericht vor, es habe die Möglichkeit einer Affekthandlung nicht vorurteilslos geprüft. Es habe ohne Beweiswürdigung angenommen, er habe das Verbrechen geplant gehabt, und dabei ausgeblendet, dass er bis kurz vor der Tat kein Motiv gehabt habe. Der Mordvorwurf beruhe auf einer willkürlichen Beweiswürdigung. 5.1 Das Obergericht führt unter anderem aus, der Umstand, dass für den Beschwerdeführer eine Welt zusammengebrochen sein könnte, als der Hochzeitstermin auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, komme als Motiv eher nicht in Frage. Gegen eine Affekthandlung spreche schon die Tatsache, dass der Beschwerdeführer seine Verlobte nicht am Tag des geplatzten Hochzeitstermins, sondern erst drei Tage später tötete. Auch fänden sich in den Akten keine Anhaltspunkte, dass die kurzfristige Absage der Heirat ihn stark erzürnt und beleidigt hätte. Gegen die Annahme eines heftigen Emotionszustandes am Tattag sprächen auch die Umstände, dass der Beschwerdeführer im Tatzeitpunkt bereits ein Messer zur Hand gehabt habe und sich anschliessend nicht bei der Polizei gemeldet, sondern sich ins Ausland abgesetzt habe. Sein Motiv habe also kaum darin bestanden, seine heiratswillige Freundin, die ihm just durch die Heirat die Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verschafft hätte, umzubringen. Vielmehr musste er sich bewusst geworden sein, dass er als künftiger Vater und mit der in Aussicht gestellten Eheschliessung auch als Ehemann verantwortungsvolle Pflichten für seine Familie hätte wahrnehmen müssen, denen er gemäss psychiatrischem Gutachten kaum gewachsen gewesen wäre. Dass er den Tatentschluss schon früher gefasst hatte, zeige sich auch an der Wahl des Tatorts und den Aussagen eines Mitgefangenen, wonach er "in seinem Herzen und Kopf bereits drei Tage zuvor gewusst (habe), dass er seine Freundin töten werde". Auch der Gutachter erachte den Beschwerdeführer aus der Sicht von dessen Krankheitsbild als einen geplant vorgehenden Beziehungstäter. Dass das Delikt geplant worden sei, sei auch auf die krasse Diskrepanz zwischen dem überaus grossen Wunsch der Freundin nach einer festen Beziehung mit dem Beschwerdeführer und dessen krankheitsbedingten Beziehungsunfähigkeit zurückzuführen. Früher oder später wäre es aufgrund des diagnostizierten Krankheitsbildes ohnehin zum Bruch der Beziehung gekommen. Die sozusagen unüberbrückbare Diametralität zwischen der "Hals über Kopf" in ihn verliebten Freundin und des für sie keine Liebe (mehr) verspürenden Beschwerdeführers müsse ihn beschäftigt haben, so dass er sich mit dem Gedanken, seine (ihm lästige) Freundin zu töten, nicht erst am Tattag herumzutragen begonnen habe. Die Tat erscheine als eigentliche Eliminationstötung, weil es dem Beschwerdeführer im Grunde ausschliesslich darum gegangen sei, lästig empfundenes Leben auszulöschen (angefochtener Entscheid S. 21 ff. und 25). 5.2 Wie der Beschwerdeführer bei dieser Begründung des Obergerichts behaupten kann, die Gegenhypothese, dass er bis kurz vor der Tat kein Motiv gehabt habe, sei ausgeblendet worden, ist nicht nachvollziehbar. Jedenfalls kann bezüglich des Motivs des Beschwerdeführers von willkürlicher Beweiswürdigung keine Rede sein. In seiner Begründung zieht das Obergericht immer wieder Ausführungen des Gutachters heran. So unter anderem auch, dass der Beschwerdeführer aus der Sicht von dessen Krankheitsbild ein geplant vorgehender Beziehungstäter sei. Mit solchen Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Dasselbe gilt beispielsweise für die Umstände, dass er die Tat erst drei Tage nach der abgesagten Heirat beging und "zufällig" ein Messer bei sich hatte, das zum Töten geeignet war. Derartige Indizien, die gegen eine Affekthandlung sprechen, greift der Beschwerdeführer nicht auf. Da er sie folglich auch nicht entkräften kann, bleibt sein Vorwurf unbegründet, das Obergericht werfe ihm willkürlich vor, die Tat geplant zu haben. Die Argumentation des Beschwerdeführers zum Vorwurf der willkürlichen Beweiswürdigung ist durchwegs appellatorisch, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. 5.3 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Das Obergericht habe sich nicht dazu vernehmen lassen, dass er nichts gemacht habe, um das Entdecken des Opfers zu erschweren. Der Beschwerdeführer hatte den Tatverdacht auf den erwähnten Kollegen gelenkt und angegeben, nach dem Angriff auf seine Freundin von den Tätern zu den Bankomaten geführt worden zu sein. Da nach dieser Darstellung nicht er selbst der Täter war, musste er auch nichts vorkehren, um das Opfer zu verstecken. Insofern bedurfte es auch keiner ausdrücklichen Begründung des Obergerichts. Die Rüge ist offensichtlich unbegründet. 5.4 Nach dem Gesagten ist die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.