Citation: 5C.173/2003 08.09.2003 E. B

Am 18. Juli 2003 verlangte der Vater beim für das Verfahren betreffend fürsorgerischen Freiheitsentzug zuständigen Bezirksrichter die sofortige Entlassung von Y.________ aus dem Heim X.________. Dieser trat auf das Begehren nicht ein, da es sich beim Heim X.________ nicht um eine Anstalt im Sinne von Art. 314a Abs. 1 ZGB handle, nicht das Verfahren betreffend fürsorgerischen Freiheitsentzug zum Zuge komme und er infolgedessen nicht zuständig sei. Einen vom Vater Z.________ dagegen erhobenen Rekurs hat das Obergericht des Kantons Zürich abgewiesen und den Entscheid des Bezirksrichters bestätigt. Es erwog, dass gemäss Art. 314a Abs. 1 ZGB die Vorschriften über die gerichtliche Beurteilung und die fürsorgerische Freiheitsentziehung dann sinngemäss zur Anwendung gelangten, wenn ein Kind im Sinne einer Kinderschutzmassnahme in einer Anstalt untergebracht werde. Dabei sei von einem weiten Anstaltsbegriff auszugehen. Als Anstalt gelte ein Kinderheim, wenn die untergebrachten Kinder einer stärkeren Freiheitsbeschränkung unterworfen seien als ihre in einer Familie aufwachsenden Altersgenossen. Indessen bewirke die Unterbringung von Y.________ keinen Eingriff in dessen Bewegungsfreiheit. Auch innerhalb der Familie sei ein vierjähriges Kind praktisch ständig unter Aufsicht; insoweit werde Y.________ Freiheit und Autonomie durch die Unterbringung im Heim X.________ nicht eingeschränkt. Nicht massgebend sei die durch den Heimaufenthalt bedingte faktische Einschränkung der Kontaktmöglichkeiten zu den Eltern, würden doch persönliche Kontakte bei Kindern im Alter von Y.________ immer von den Obhutsberechtigten bestimmt.