Citation: 8C_154/2020 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog, es stehe fest, dass das Arbeitsverhältnis faktisch wie rechtlich am 9. November 2018 fristlos beendet worden sei. Im Zeitpunkt der Anmeldung am 27. November 2018 sei die Versicherte teilweise arbeitslos im Sinne von Art. 10 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 lit. a AVIG gewesen und habe auch die übrigen Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt, weshalb die Arbeitslosenkasse den Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug auf diesen Stichtag gelegt habe. Im Juni 2019 habe diese Kenntnis von der am 3. Mai 2019 zwischen der Versicherten und der B.________ AG getroffenen Vereinbarung über den zusätzlich in den Monaten November und Dezember 2018 auszurichtenden "Lohnbetrag" von Fr. 2103.35 erhalten. Dieser den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung tangierende Umstand stelle eine revisionsrechtlich erhebliche neue Tatsache dar und gebe daher - übereinstimmend mit der Weisung des SECO gemäss AVIG-Praxis ALE Rz. B44 - ohne Weiteres Anlass, die Rahmenfrist neu festzusetzen. Der anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 3. Mai 2019 vereinbarte "Lohnbetrag" sei als lohnmässige Entschädigung im Sinne von Art. 337b OR zu qualifizieren. Mit dem Erhalt von Schadenersatz für entgangenen Lohn aufgrund vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses habe die Versicherte in dieser Zeit keinen anrechenbaren Arbeits- und Verdienstausfall nach Art. 11 Abs. 3 AVIG erlitten. Damit habe sie die Anspruchsvoraussetzungen nicht bereits ab 27. November 2018, sondern erst ab 1. Januar 2019 erfüllt, weshalb der Beginn der Leistungsrahmenfrist zu Recht verschoben worden sei. Denn Art. 29 Abs. 1 AVIG sei nicht anwendbar, da dieser einzig bei - hier nicht gegebenen - Zweifeln über Lohn- oder Entschädigungsansprüche zum Tragen komme.