Citation: 4A_593/2024 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin bringt als Entschuldigung für den Auslandaufenthalt ohne vorgängige Zustimmung der Beschwerdegegnerin im Wesentlichen vor, man könne ihr als schwangere Frau, die einige Monate zuvor bereits zwei vorzeitige Schwangerschaftsabbrüche erlitten habe, nicht zumuten, bei einem Verdacht auf einen bösartigen Nierentumor von Mitte Dezember 2021 bis zum nächsten Untersuchungstermin Anfang Februar 2022 zuzuwarten, wenn insbesondere unklar sei, wann eine Operation überhaupt stattfinden werde. Es könne ihr deshalb nicht zum Vorwurf gemacht werden, anstatt so lange in Ungewissheit auf den Termin zu warten, die Sache "selbst in die Hand" genommen zu haben und sich bereits am 3. Februar 2022 in ihrem Heimatland operieren zu lassen. Gegen ein Verschulden der Beschwerdeführerin spreche zudem, dass sie sich selbst bei fehlender Kostenübernahme durch die obligatorische Grundversicherung dafür entschied, die Behandlung raschmöglichst durchzuführen, was eben im damaligen Zeitpunkt eine Behandlung im Ausland bedeutet habe, wofür der Beschwerdeführerin kein Verschulden im Sinne von Art. 45 VVG angelastet werden könne.