Citation: 6B_577/2024 E. 1.5.2

1.5.2. In diesem Zusammenhang verweist die Vorinstanz auf ihre Erwägungen zum Härtefall und zur Güterabwägung, wobei letztere auch die Frage der Vereinbarkeit der Landesverweisung mit Art. 8 EMRK weitestgehend beantworte. Die Vorinstanz gibt erneut zu bedenken, dass der Beschwerdeführer ein Sexualdelikt "mit keineswegs mehr leichtem Verschulden" beging. Die Art und Schwere der Straftat sprächen klar gegen den Beschwerdeführer. Gleiches gelte für seine Vorstrafen. Für ihn spreche einzig seine familiäre Bindung zur eritreischen Ehefrau und den Kindern. Bereits im Rahmen der Güterabwägung habe sie aber dargelegt, dass ein Kontakt auch bei einer Landesverweisung möglich sei. Zudem habe der Beschwerdeführer an der Berufungsverhandlung erklärt, dass seine eritreische Ehefrau und die Kinder das Land mit ihm verlassen würden. Dabei übersieht die Vorinstanz nicht, dass der Kontakt zur Tochter aus erster Ehe mit einer anderen eritreischen Frau nicht wie bisher weitergeführt werden kann. Zudem hält die Vorinstanz fest, dass die Bindungen des Beschwerdeführers zu Eritrea zweifellos enger seien als zur Schweiz. Die Landesverweisung stelle für den Beschwerdeführer zwar einen Eingriff von einer gewissen Schwere dar. Doch ergebe sich bei einer Gesamtwürdigung, dass seine persönlichen Interessen an einem Verbleib in der Schweiz angesichts der Schwere des Delikts das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung nicht überwiegen. Demnach sei die Landesverweisung mit Art. 8 EMRK vereinbar.