Citation: 1C_302/2022 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführenden werfen der Vorinstanz eine offensichtlich unrichtige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts vor (Art. 97 Abs. 1 BGG), indem diese lediglich geprüft habe, ob Indizien für die Eignung einer Erstwohnungsnutzung vorliegen, nicht aber, ob Indizien vorliegen würden, welche die Absicht bzw. Möglichkeit einer Nutzung als Erstwohnung als unrealistisch erscheinen liessen. Damit habe sie auch das Zweitwohnungsgesetz in unrichtiger Weise angewendet und damit Bundesrecht (Art. 95 lit. a BGG) verletzt. Die Vorinstanz habe es allein aufgrund des Bestätigungsschreibens der Tochter der Beschwerdegegnerin und des Beschwerdegegners für realistisch erachtet, dass aus familiären Gründen ein Wohnortwechsel erfolgen soll. Weitergehende Abklärungen betreffend die Tochter im Hinblick auf ihren jetzigen Wohnort, Arbeitsort, Hintergründe über den Wohnsitzwechsel etc. würden im angefochtenen Entscheid jedoch gänzlich fehlen. Die Tochter mit Wohnsitz in W.________ (Genf) betreibe eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Genf. Der Arbeitsort in Genf könne daher nicht Grund für den Wohnsitzwechsel nach Gstaad sein. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Vorinstanz zum Schluss habe kommen können, die beiden Kinder (14- und 11-jährig) würden dereinst eine Schule in Gstaad besuchen. Vielmehr bestünden konkrete Hinweise, dass dies gerade nicht der Fall sei. So nehme die John F. Kennedy International School nur Kinder bis 14 Jahre auf. Die andere internationale Privatschule (Le Rosey) nehme zwar Kinder bis 18 Jahre auf; sie sei jedoch in Y.________ am Genfersee beheimatet und verlege lediglich während dreier Monate im Winter den Campus nach Gstaad. Weitere internationale Schulen habe es in Gstaad nicht. Das Gymnasium Interlaken als öffentliche weiterführende Schule verfüge zwar über eine Abteilung in Gstaad; die Unterrichtssprache sei jedoch Deutsch. Hinzu komme, dass entgegen den Ausführungen der Vorinstanz die Raumaufteilung und -grösse des Bauvorhabens keineswegs einer typischen Erstwohnung entspreche und daher darauf schliessen lasse, dass es sich um eine klassische Zweitwohnung im luxuriösen bzw. gehobenen Segment handle.