Citation: 6B_760/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz hielt fest, die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zur erzwungenen oralen Penetration durch den Beschwerdeführer in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar 2018 seien im Kerngeschehen hinreichend detailliert, differenziert und gesamthaft in sich stimmig. Die Vorinstanz erachtet die Schilderungen der Beschwerdegegnerin 2 zum sexuellen Übergriff als erlebnisbasiert und bei einer Gesamtwürdigung als glaubhaft, weshalb auf ihre im Kerngehalt konstanten, schlüssigen und nachvollziehbaren Aussagen abzustellen sei. Die Abweichungen in ihren Ausführungen zu ihrem Verhalten, die nicht den eigentlichen Kernbereich betroffen hätten, erschienen dadurch erklärbar, dass sie aufgrund des von ihr empfundenen Horrors nach dem erzwungenen Oralverkehr in nachvollziehbarer Weise ausser sich gewesen sei. Das gelte auch hinsichtlich ihrer Aussagen zum genauen Zeitpunkt der stattgefundenen Klangschalentherapien. Die Vorinstanz habe sich anlässlich der Berufungsverhandlung davon überzeugen können, dass ihre mitunter unpräzisen oder unvollständigen Aussagen, auch zu unbestrittenermassen erstellten Punkten, ihrer Persönlichkeit und ihrer Art, über Geschehenes und Gefühltes zu berichten, geschuldet seien. Dass die Beschwerdegegnerin 2 den von ihr konstant, schlüssig und nachvollziehbar geschilderten Oralverkehr bloss erfunden hätte, liege deshalb vollständig ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise (angefochtenes Urteil S. 8 E. 2.5.2). Dass es nach dem Übergriff zu weiteren Treffen mit dem Beschwerderführer gekommen sei, schmälere die glaubhaften Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zum erzwungenen Oralverkehr nicht und lasse sich ohne Weiteres mit ihrer Persönlichkeit erklären. Mitunter sei sie in der damaligen Situation und Gemütslage nicht in der Lage gewesen, den spontan erfolgten Vorschlag von C.________, den Beschwerdeführer zu treffen, abzuweisen (angefochtenes Urteil S. 9 E. 2.5.2). Auch im Hinblick auf ihr Anzeigeverhalten spreche der Umstand, dass sie erst rund einen Monat nach dem Vorfall zur Polizei gegangen sei und am Tag nach der Anzeige diese wieder zurückgezogen habe, keinesfalls gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zum Kerngeschehen. Vielmehr passe ihr Verhalten auch diesbezüglich zum gewonnenen Eindruck ihrer Persönlichkeit. Sie habe vor diesem Hintergrund auch nachvollziehbar und schlüssig ausgesagt, dass sie nach der schliesslich erfolgten Anzeige so stark in Angst und Panik geraten sei, dass sie die Anzeige wieder zurückgezogen habe (angefochtenes Urteil S. 10 E. 2.5.2). Die Vorinstanz hielt im Weiteren fest, dass nicht auf die Behauptung des Beschwerdeführers abgestellt werden könne, wonach es physikalisch nicht möglich sei, dass er in sitzender Position seinen Penis in den Mund der unter ihm liegenden Beschwerdegegnerin 2 habe einführen können. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern die von der Beschwerdegegnerin 2 geschilderte orale Penetration nicht möglich gewesen sei. Die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zur oralen Penetration würden vielmehr insgesamt konstant, schlüssig und nachvollziehbar erscheinen. Daran würden auch seine Aussagen und diejenigen seiner Ehefrau, er habe im Tatzeitpunkt eine erektile Dysfunktion gehabt, nichts ändern. Gemäss den glaubhaften Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 sei sein Penis jedenfalls so stark erigiert gewesen, dass eine mehrfache orale Penetration habe erfolgen können, auch wenn es nicht zum Samenerguss gekommen sei. Mithin sei eine vollständige erektile Dysfunktion im Tatzeitpunkt unglaubhaft, zumal eine solche lediglich eine Schwäche, nicht jedoch einen vollständigen Ausschluss der Erektionsfähigkeit darstelle. Insoweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang die Einholung eines Gutachtens beantrage, sei dieser Beweisantrag abzuweisen. Es könne auf die zutreffende Begründung der Abweisung desselben Beweisantrages durch die Vorinstanz mit Verfügung vom 28. August 2019 verwiesen werden (angefochtenes Urteil S. 9 f. E. 2.5.2). Die erste Instanz hielt in dieser Verfügung fest, dass sich weitere medizinische Abklärungen bezüglich der Frage, welche Erkrankungen der Beschwerdeführer habe und welchen Einfluss diese auf seine Erektionsfähigkeit hätten, erübrigen würden, da er bereits mehrere ärztliche Berichte eingereicht habe. Ausserdem hätte eine aktuelle medizinische Untersuchung zur Erektionsfähigkeit des Beschwerdeführers im Winter 2017/2018 bedingte Aussagekraft (erstinstanzliche Akten, act. 110 f.).