Citation: 5C.79/2001 24.08.2001 E. 2

2.- Diese Auslegung des Erbteilungsvertrags verletzt kein Bundesrecht. a) Die Klägerin führt aus, die Vorinstanz habe den wirklichen Vertragswillen nicht ermittelt, sondern insofern lediglich auf die Erstinstanz verwiesen. Sofern darin eine Rüge erblickt werden kann, ist sie unzulässig und unbegründet. Einerseits wäre die Rüge, das Kantonsgericht dürfe nicht auf die Begründung des erstinstanzlichen Urteils verweisen, nicht mit Berufung, sondern mit staatsrechtlicher Beschwerde zu erheben, weil diese Frage das kantonale Verfahrensrecht beschlägt, und andererseits bietet das kantonale Verfahrensrecht eine eindeutige Lösung. Das Kantonsgericht kann gemäss § 136 der Gerichtsordnung vom 10. Mai 1974 des Kantons Schwyz auf die Entscheidgründe der Vorinstanz verweisen, soweit es ihnen beipflichtet. b) Die Klägerin führt weiter aus, die Erstinstanz habe bezüglich des wirklichen Vertragswillens lediglich festgehalten, aufgrund der damaligen landwirtschaftlichen Regelung (15 Jahre) und der mangelnden ausdrücklichen Stipulierung eines unbefristeten Anspruchs sei die landwirtschaftliche Dauer für die Parteien massgebend gewesen. Diese verkürzte Wiedergabe des erstinstanzlichen Urteils trifft den Kern der Begründung nicht, wie sich aus der Zusammenfassung des erstinstanzlichen Urteils in Erwägung 1b ohne weiteres ergibt. Es braucht deshalb nicht geprüft zu werden, ob die von der Klägerin wiedergegebene Begründung Bundesrecht verletzen würde. c) Die Vorinstanzen haben den wirklichen Vertragswillen der Parteien vielmehr aus dem Verhalten der Parteien geschlossen. Sie haben für das Bundesgericht verbindlich festgestellt, die Parteien seien fälschlicherweise davon ausgegangen, das Gewinnanteilsrecht sei gemäss aArt. 619 ZGB vormerkbar. Sie hätten dieses auf 15 Jahre beschränkte Gewinnanteilsrecht vereinbaren wollen und entsprechend auch beim Grundbuchamt zur Vormerkung angemeldet. Indem die Erben - wie auch der Notar und Grundbuchverwalter - fälschlicherweise angenommen haben, es handle sich beim Gewinnanteilsrecht ihrer nicht landwirtschaftlichen Liegenschaft um ein vormerkbares Recht im Sinne von aArt. 619 ZGB und sie dieses - auf 15 Jahre beschränkte - Recht dem Grundbuch angemeldet haben und der Grundbuchverwalter dieses vorgemerkt hat, durften die kantonalen Gerichte aus der allgemeinen Lebenserfahrung schliessen, die Parteien hätten dieses auf 15 Jahre beschränkte Gewinnanteilsrecht einräumen wollen (zur Abgrenzung von Tat- und Rechtsfrage: Dressler, Die Tatsachenüberprüfung durch das Bundesgericht im Berufungsverfahren, ZSR NF 94/1975 II S. 37 ff. S. 43 f.; vgl. Corboz, Le recours en réforme au Tribunal fédéral, in SJ 2000 II 1 ff. S. 62; Messmer/Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Zürich 1992, N. 96 S. 132; Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, N. 4.4 zu Art. 63 OG). Das Kantonsgericht hat ergänzend festgehalten, der Irrtum über die Vormerkbarkeit dieses Gewinnanteilsrechts sei umso leichter erklärbar, als die "Seeli Y.________"-Parzelle unüberbaut gewesen sei und daher einer landwirtschaftlichen Parzelle geglichen habe. Es gibt daher entgegen der Auffassung der Klägerin hinreichend konkrete Anhaltspunkte für die Annahme, dass die Parteien, auch wenn dies im Vertragstext nicht explizit zum Ausdruck kommt, ein befristetes Gewinnanteilsrecht von 15 Jahren vereinbart haben (vgl. zum Regelbeweismass: BGE 118 II 235 E. 3c S. 238 f.). Es trifft zwar zu, dass sie sich obligatorisch auch länger hätten verpflichten können. Dies haben sie indessen nicht getan. Da das 15-jährige Gewinnanteilsrecht 1967 abgelaufen ist, kann sich die Klägerin an den allfälligen Gewinnen, welche die Beklagte aus der in der zweiten Hälfte der 80-er Jahre errichteten Bootssteganlage erwirtschaftet hat, nicht beteiligen. Die Berufung muss abgewiesen werden.