Citation: 6B_419/2024 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer rügt den Widerruf der bedingten Entlassung als bundesrechtswidrig. Die Vorinstanz verletze Art. 46 Abs. 2 StGB, wenn sie erwäge, es könne ihm keine günstige Prognose gestellt werden. Damit setze sie das Fehlen einer ungünstigen Prognose mit dem Vorliegen einer günstigen Prognose gleich und stelle zu hohe Anforderungen an den Verzicht auf den Widerruf. Weiter fehle es an einer aktuellen Gesamtbetrachtung. Die Vorinstanz berücksichtige nicht, dass er seit 2021 eine deutlich intensivere Betreuungsfunktion seinen beiden Söhnen gegenüber übernehme und seit diesem Zeitpunkt auch über eine eigene Wohnung verfüge, in der er diese betreue. Ebenfalls unberücksichtigt blieben die konkreten Pläne seines Sohnes B.A.________, ab dem Eintritt in die Sportschule E.________ per 19. August 2024 bei ihm zu wohnen. Ebenso wenig berücksichtigte die Vorinstanz, dass er seine Drogensucht behandelt habe. Diesbezüglich interpretiere sie den Bericht der behandelnden Therapeutin vom 13. März 2024 falsch und verfalle in Willkür, wenn sie von einer erst kürzlich erfolgten Einstellung seines Drogenkonsums ausgehe. Angesichts dieser grundlegenden Veränderung und Festigung der Lebensumstände könne ihm keine negative Prognose gestellt werden. Schliesslich nehme die Vorinstanz keine Verhältnismässigkeitsprüfung vor. Obwohl sie das Tatverschulden hinsichtlich des Kokainverkaufs als leicht beurteile, bleibe dies bei der Beurteilung des Widerrufs unberücksichtigt. Im Rahmen einer Verhältnismässigkeitsprüfung sei indes zu berücksichtigen, dass sich die einmalig gehandelte Drogenmenge von 3.2 Gramm reinem Kokain klar unterhalb der Grenze zum schweren Fall bewege, weshalb ein Widerruf nicht in Frage komme.