Citation: I 70/04 06.01.2005 E. 4

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist ausgebildete Primarlehrerin sowie Psychomotoriktherapeutin und war vor dem am 29. Juni 1996 erlittenen Verkehrsunfall teilzeitlich als selbstständigerwerbende Psychomotoriktherapeutin tätig. Seit dem Unfall leidet sie gemäss dem Gutachten der Rehaklinik X.________ vom 27. Mai und 25. August 1999, wo sie vom 31. März bis 12. Mai 1999 in stationärer Behandlung war, an einem persistierenden cervicocephalen Schmerzsyndrom, an neuropsychologischen Funktionsstörungen, an rezidivierenden leichten bis mittelgradigen depressiven Episoden, an psychovegetativem Erschöpfungszustand, an posttraumatischer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion sowie an Haltungsinsuffizienz mit muskulärer Dysbalance. Als Psychomotoriktherapeutin sei die Versicherte voll arbeitsunfähig und bleibe dies wahrscheinlich. Zu dieser vollen Arbeitsunfähigkeit trügen neurologisch-orthopädische und psychiatrisch-neuropsychologische Gründe je hälftig bei. Prospektiv sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen im Rahmen der vorhandenen Grundausbildung mit einer allfälligen Umschulung oder Weiterbildung, die im Herbst 1999 oder im Frühjahr 2000 beginnen sollte. Die berufliche Anpassung könne durchaus unter Ausnutzung der beruflichen Voraussetzungen z.B. in Richtung Heilpädagogik gehen mit der Möglichkeit von Einzeltherapien in abgeschirmten Rahmenbedingungen. Nach der Beurteilung des Dr. med. S.________ im Arztbericht vom 13. Januar 2002 ist die Beschwerdegegnerin in einer Tätigkeit als Leib- und Bewegungstherapeutin im Angestelltenverhältnis oder als Selbstständigerwerbende zu 50 % arbeitsfähig. Sie sei aus psychischer Sicht wieder belastbar und könne auf Grund ihrer Psyche die Tätigkeit als Psychomotoriktherapeutin wieder aufnehmen. Der Psychologe L.________ hält die Versicherte im Bericht vom 23. Januar 2001 trotz der weiterhin bestehenden Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen aus psychischer Sicht für fähig, eine Tätigkeit als Leib- und Bewegungstherapeutin auszuüben. Es sei wahrscheinlich, dass eine gewisse Einschränkung in der zukünftigen Arbeitstätigkeit und Berufsausübung bestehen bleibe, dies auf Grund des bestehenden Schleudertraumas und der dadurch eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit und der erhöhten Ermüdbarkeit in der Ausübung einer Berufstätigkeit. Es sei wahrscheinlich, dass die Beschwerdegegnerin in Zukunft fähig sein werde, innerhalb der therapeutischen Arbeit mit geeigneten Coping-Strategien Wege zu finden, die es ihr ermöglichten, ihren Beruf in ihrem Kontext und mit den erwähnten Einschränkungen optimal auszuüben. 4.2 Aus diesen Berichten ist zum einen zu schliessen, dass die Beschwerdegegnerin - unter der Annahme einer Besserung ihres psychischen und somatischen Gesundheitszustandes - in der Lage ist, ihre erlernten Berufe als Primarlehrerin und als Psychomotoriktherapeutin in Nachachtung der Schadenminderungspflicht auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit einer selbstständigen oder unselbstständigen Tätigkeit (teilzeitlich) zu verwerten (z.B. Nachhilfestunden, Erwachsenenbildung, weitere (heil-) pädagogische Tätigkeiten etc.), ohne dass es hiezu der beantragten Ausbildung zur integrativen Leib- und Bewegungstherapeutin FPI bedürfte. Bei Ausübung einer solchen Tätigkeit hätte sie ebenfalls die Möglichkeit, ihren Unterricht, ihre Arbeit oder die Therapiesitzungen so zu gestalten, dass ihr Erholungspausen möglich und ihrem Leiden angepasst sind. Zum andern folgt aus den erwähnten Berichten, dass die Beschwerdegegnerin, die mit der beantragten Ausbildung die Ausübung einer Teilerwerbstätigkeit anstrebt, auch als Leib- und Bewegungstherapeutin wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen wahrscheinlich nicht voll leistungsfähig sein wird. Die fünfjährige Ausbildung für die Wiederaufnahme einer Teilerwerbstätigkeit ist unter diesen Umständen auch nicht als zweckmässig und angemessen zu betrachten. 4.3 Es kann daher offen bleiben, ob die Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen der beantragten Umschulung stehen und wie es sich mit der Kostenübernahme für den im Ausland durchgeführten Ausbildungsteil verhält.