Citation: 8C_1/2013 E. 6.2.2

6.2.2. Die geschilderten Fakten deuten darauf hin, dass die Beschwerdeführerin zur Zeit ihrer zweiten Gesuchseinreichung Anfang 2012 nicht mehr selbstständig erwerbstätig war und über kein Einkommen aus einer derartigen Beschäftigung verfügte. Die als Hinweis auf eine faktisch weiterhin aufrechterhaltene Geschäftstätigkeit interpretierten Vorgänge (Immatrikulation von Fahrzeugen auf die bereits gelöschte Unternehmung, Aussage von H.________, die Beschwerdeführerin habe versucht, ihm Aufträge weiterzugeben) stammen sodann von September/Oktober 2011 und stellen keine positiven Sachumstände im Sinne gewichtiger Indizien dar, welche für sich allein eine aktuelle Bedürftigkeit der Leistungsansprecherin auszuschliessen vermöchten. Die Beschwerdegegnerin hatte denn auch bereits Ende 2011 anerkannt, dass im Falle der Beschwerdeführerin Nothilfe im Sinne der Übernahme von Wohnungsmiete, Krankenkassenprämie und Lebensbedarf offensichtlich erforderlich sei. Die Feststellung der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin sei, indem sie trotz mehrfacher Aufforderung keine Unterlagen und Informationen über die Geschäftstätigkeit der Einzelunternehmung "X.________" bzw. "X.________ Umzug + Reinigungen" einschliesslich der Firmenfahrzeuge beigebracht habe, ihrer Mitwirkungspflicht bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts nur ungenügend nachgekommen mit der Folge, dass die Beschwerdegegnerin auf das am 10. Januar 2012 gestellte Unterstützungsgesuch zu Recht nicht eingetreten sei, beruht vor diesem Hintergrund auf einer willkürlichen Beweiswürdigung. Der vorinstanzliche Entscheid, der Entscheid des Regierungsstatthalteramtes vom 2. August 2012 und die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. Februar 2012 sind daher infolge qualifizierter Rechtsfehlerhaftigkeit aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird auf das Ersuchen der Beschwerdeführerin einzutreten und darüber unter Berücksichtigung des in E. 4.2.1 und 4.2.2 hievor Ausgeführten zu befinden haben. Dabei wird namentlich dem Grundsatz, wonach im Hinblick auf allfällige Leistungskürzungen an die Beweisbarkeit des Fehlens genügender finanzieller Mittel als negativer Tatsache keine zu hohen Anforderungen gestellt werden dürfen, Rechnung zu tragen sein.