Citation: 6P.150/2004 25.01.2005 E. 4

Nach Ansicht des Beschwerdeführers sind verschiedene Sachverhaltsfeststellungen, die das Obergericht im Zusammenhang mit der Strafzumessung trifft, willkürlich, und sie verletzten daher Art. 9 BV. 4.1 Die Kritik des Beschwerdeführers richtet sich zunächst gegen die Feststellung des Grads seiner Traumatisierung bei der Tatverübung. Der angefochtene Entscheid nimmt gestützt darauf lediglich eine leicht verminderte Zurechnungsfähigkeit an. Das Obergericht beurteilt die Frage der Traumatisierung anhand von zwei Gutachten der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 19. Juni 1997 und der psychiatrischen Klinik Münsterlingen vom 23. Februar 2001. Daneben berücksichtigt es den Therapiebericht des im Strafvollzug durchgeführten sog. Ambulanten-Intensiv-Programms (AIP) und würdigt eingehend die näheren Tatumstände. Es gelangt zum Schluss, dass der Therapiebericht die Feststellungen der beiden Gutachten weder im Grundsätzlichen noch in einzelnen kritisierten Punkten zu erschüttern vermöge. Wie schon die erste Instanz geht das Obergericht zwar davon aus, dass der Beschwerdeführer bei der Schussabgabe vom traumatischen Erlebnis in seiner Kindheit - dem Selbstmord seines Vaters - beeinflusst gewesen sei, doch verneint es eine besonders ausgeprägte Traumatisierung, die eine erhebliche Verminderung der Zurechnungsfähigkeit zur Folge gehabt hätte. Denn aus dem Therapiebericht ergebe sich nicht, dass der Beschwerdeführer bei der Tatverübung unter einer starken Traumatisierung gestanden habe. Es bestünden keine hinreichenden Anhaltspunkte, dass seine Schilderung zutreffe, wonach das bereits durch den Mittäter A.________ schwer verletzte Opfer bei seiner Schussabgabe denselben leidenden Blick gehabt habe wie sein sterbender Vater und er deshalb aus einer starken Traumatisierung heraus gehandelt habe. Die Einwände, die der Beschwerdeführer gegenüber der detaillierten Beweiswürdigung im angefochtenen Entscheid erhebt, betreffen Einzelpunkte, denen bei der gesamthaften Würdigung, die das Obergericht vornimmt, je für sich allein kein entscheidendes Gewicht zukommt. Es mag daher zwar zutreffen, dass die Nichterwähnung des Traumas gegenüber C.________ und in den ersten Befragungen gegenüber den Behörden allein noch keine zwingenden Schlüsse über dessen Bestehen erlaubt. Hingegen durfte das Obergericht diese Umstände ohne Willkür als Indizien gegen eine besondere Traumatisierung würdigen. Dasselbe gilt mit Bezug auf den Umstand, dass sich der Beschwerdeführer nach der Schussabgabe - ob auf eigene Initiative oder auf Zurufen hin - um ein Brecheisen gekümmert hat. In gleicher Weise kann ohne Willkür auch der Hergang des späteren Raubüberfalls in N.________ gewertet werden. Damals richtete der Beschwerdeführer eine Waffe gegen eine Person, obwohl gerade keine dem Trauma ähnliche Situation vorlag. Darin kann ein deutliches Indiz für seine Gewaltbereitschaft und damit für die Annahme gesehen werden, dass er seine Waffe auch ohne besondere Traumatisierung einzusetzen bereit war. Schliesslich geht auch die Rüge fehl, das Obergericht habe in unhaltbarer Weise den Therapiebericht als untauglich abgetan. Im angefochtenen Entscheid wird im Gegenteil die Beurteilung der Therapeuten durchaus gewürdigt, doch werden darin keine hinreichenden Anhaltspunkte gefunden, dass der Beschwerdeführer die ihm vorgeworfene Tat unter dem Einfluss einer besonderen Traumatisierung begangen hat. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern diese Würdigung willkürlich sein sollte. Das Obergericht war daher nicht verpflichtet, eine Oberexpertise anzuordnen, und es erübrigt sich, auf den entsprechenden Antrag im bundesgerichtlichen Verfahren einzugehen. 4.2 Der Beschwerdeführer rügt ebenfalls die obergerichtliche Würdigung seiner Stellung bei der Tatbegehung als willkürlich. Das Gericht hält fest, dass A.________ der Kopf der Bande war, der Beschwerdeführer nach den Aussagen von D.________ aber auch Anführer gewesen sei. Auf jeden Fall könne nicht davon ausgegangen werden, dass A.________ der deutlich überlegene Mittäter gewesen sei, der auf den Beschwerdeführer einen erheblichen Druck bei der Deliktsbegehung ausgeübt hätte. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers stellt das Obergericht nicht in Frage, dass A.________ Anführer gewesen ist, bezeichnet es ihn doch als Kopf der Bande. Es kommt jedoch zum Schluss, dass auch der Einfluss des Beschwerdeführers gross und insgesamt nicht viel kleiner als jener von A.________ gewesen sei. Dabei stützt es sich auf die Aussage von D.________, daneben offensichtlich aber auch auf die gesamten Umstände der begangenen Taten. Von einer willkürlichen Beweiswürdigung kann nicht gesprochen werden. 4.3 Die erhobenen Willkürrügen erweisen sich alle als unbegründet. Die staatsrechtliche Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.