Citation: 2P.261/2001 16.05.2002 E. 2

2. die bei Beendigung der Steuerpflicht oder bei Zwischenveranlagungen nicht oder nicht während zweier Steuerjahre erfassten ausserordentlichen Einkünfte (wie Kapitalabfindungen, Kapital- und Lotteriegewinne usw.); (...)" 5.2 Art. 30 aStG/GL erwähnt als ausserordentliche Einkünfte, die mit der Jahressteuer zu erfassen sind, die Kapitalabfindungen sowie Kapital- und Lotteriegewinne. Diese Aufzählung ist anders als jene in Art. 47 Abs. 1 DBG (vgl. Urteile 2A.443/2001 u. 2A.444/2001 vom 16. Mai 2002) nicht als abschliessend zu verstehen, was aus dem Wortlaut klar hervorgeht: Massgebend ist der Begriff der "ausserordentlichen Einkünfte", und zudem wird die Aufzählung mit "wie" eingeleitet und mit "usw." abgeschlossen. Das Verwaltungsgericht legt dar, dass als "ausserordentlich" zunächst jene Einkünfte zu gelten haben, welche aperiodischer Natur sind, d.h. wirtschaftlich nicht dem entsprechenden Bemessungsjahr zugeordnet werden können; darüber hinaus aber auch Einkünfte, welche wie Lotteriegewinne zwar dem Bemessungsjahr zuzuordnen sind, aber doch nicht aus einer Quelle fliessen, aus welcher der Steuerpflichtige normalerweise sein Einkommen bezieht. Diese Umschreibung ist keineswegs willkürlich, sondern entspricht sowohl der Praxis anderer kantonaler Gerichte (vgl. StE 1994 B 64.1 Nr. 2; StE 1997 B 64.1 Nr. 6; weitere Hinweise bei Peter Locher, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Therwil/Basel 2001, N 6 zu Art. 47 DBG) als auch dem Zweck der Jahressteuer, eine zufallsfreie und gleichmässige Besteuerung zu erreichen, die beim System der Pränumerandobesteuerung sonst nicht gewährleistet wäre. Ebenso wenig erscheint als willkürlich, die hier durch unterpreislichen Verkauf des Aktienpakets ausgerichtete geldwerte Leistung als ausserordentlichen Einkommensbestandteil zu qualifizieren und der Jahressteuer zu unterwerfen.