Citation: I 531/00 30.07.2002 E. 2.1

In ihrer Stellungnahme vom 5. Juli 1997 diagnostizierte die behandelnde Fachärztin Frau Dr. med. B.________ eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1), "gegenwärtig mittelgradige Episode", und gab an, die bisherige Erwerbstätigkeit als kaufmännische Angestellte zu 80 % sei wahrscheinlich - nach einer vorangehenden objektiven Abklärung der Fähigkeiten und allenfalls einem Training, beispielsweise im Berufsförderungskurs - weiterhin zumutbar. Gemäss Bericht zur sechswöchigen Abklärung im Berufsförderungskurs vom 24. Dezember 1997 konnte die Versicherte in der Zeit vom 10. November bis 19. Dezember 1997 ein 70 %iges Arbeitspensum bewältigen. Für die Zeit nach Absolvierung des von der Kursleitung empfohlenen sechsmonatigen IV-unterstützten Büropraktikums wurde eine Teilzeitarbeit im Rahmen von 80 % einer Vollzeitbeschäftigung in einem Aufgabenbereich, welcher nicht ständige Entscheide fordere, als sinnvoll erachtet. Dr. med. I.________ hat in seinem Gutachten vom 28. April 1999 keine Symptomatik von Krankheitswert bei anamnestisch rezidivierenden, hauptsächlich neurotisch-reaktiven, depressiven Verstimmungsepisoden "ICD-10 F33.x" auf einem narzisstischen Hintergrund mit Verdacht auf möglichen endogenen Einschlag festgestellt und im bisherigen sowie im derzeitigen Aufgabenbereich eine Arbeitsfähigkeit von 75 % attestiert. Es erscheine angesichts der hypochondrischen, selbstabwertenden und unübersehbar regressiven Tendenzen völlig kontraproduktiv, die Versicherte unter Angabe einer zu einer Rente zwingenden höheren Arbeitsunfähigkeit in ihrer Annahme, invalid zu sein, zu bestärken. Die gegenwärtige Anstellung an einem der Beschwerdeführerin sehr gut zusagenden Arbeitsplatz unter Annahme einer 40 %igen Leistungsfähigkeit bleibe weit unter den rein krankheitsbedingten Möglichkeiten und sei seines Erachtens, wenn nicht eine akute Episode bestehe, eindeutig zu niedrig. Den nurmehr leichten Verstimmungen und der "(überhaupt fraglichen!)" Belastungsverminderung werde mit einer auf 75 % reduzierten Arbeitsfähigkeit genügend Rechnung getragen. In ihrem Schreiben vom 5. Juli 1999 führte Frau Dr. med. B.________ aus, sie sei mit dem Gutachten des Dr. med. I.________ im Wesentlichen einverstanden. Allerdings sei die Beschwerdeführerin durchschnittlich nur zu 50 % arbeitsfähig. Mit der derzeitigen Arbeitsart bestehe die Möglichkeit, mit Blockierungen umgehen zu lernen und aus dem bisherigen Verhaltensmuster (alles geben und anschliessende völlige Resignation) herauszukommen. Daraufhin hat Dr. med. I.________ in Ergänzung seiner Expertise mit Stellungnahme vom 21. August 1999 präzisiert, bei einer 80 %igen Präsenzzeit sei eine Leistung von 75 % einer Vollzeitbeschäftigung zumutbar. Mit dieser Einschätzung bleibe er unter der von Frau Dr. med. B.________ im Arztbericht vom 5. Juli 1997 angegebenen Arbeitsfähigkeit von 80 %. Es entziehe sich seiner Kenntnis, weshalb sie im Bericht vom 5. Juli 1999 nun von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit ausgehe. Seine Untersuchung habe keine Anhaltspunkte für eine objektive Verschlechterung seit dem Jahr 1997 ergeben. Krisen würden zwar häufiger, aber schwächer auftreten, was er mit der Verminderung von einer 80 %igen auf eine 75 %ige Arbeitsfähigkeit berücksichtigt habe. Nach der Arbeitgeberauskunft des Altersheims T.________ vom 18. Oktober 1999 wurden die Praktikumsziele erreicht, nachdem das Arbeitspensum von 70 % auf 50 % reduziert worden war. Jeder Versuch, die Einsatzzeit zu erhöhen, sei gescheitert. Im Umfang einer 50 %igen Teilzeittätigkeit sei die Versicherte nun fähig, konzentriert und mit guter Qualität zu arbeiten. Eine Steigerung sei im Moment nicht möglich.