Citation: 5A_69/2016 E. 4

Die Vorinstanz hat erwogen, bei der beantragten Obhutsänderung sei zu beachten, dass die Stabilität der Verhältnisse für eine harmonische Entwicklung der Kinder von erheblicher Bedeutung sei. Der Beschwerdeführer macht geltend, die erste Instanz habe seine Bedenken mit Bezug auf die Obhut der Beschwerdegegnerin ernst genommen und daher die Obhut über den Sohn mit sofortiger Wirkung ihm (dem Beschwerdeführer) übertragen. Die Vorinstanz habe in ihrem Entscheid vom 19. Oktober 2015 das Gesuch der Beschwerdegegnerin um Aufschub der Vollstreckung abgewiesen und sinngemäss ausgeführt, der Sohn sei zwischenzeitlich seit rund drei Monaten beim Vater und habe nunmehr diesen als Hauptbezugsperson. Vor diesem Hintergrund sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz drei weitere Monate später zum Schluss gelange, die bisherige Regelung (Obhut der Mutter) schade trotz gewisser Defizite der Beschwerdegegnerin dem Sohn nicht mehr, als der mit der Änderung der bisherigen Hauptbezugsperson zweifellos verbundene Verlust an Kontinuität und Stabilität. Das Urteil der Vorinstanz führe zu einem Wechsel der Hauptbetreuungsperson und stehe somit in einem krassen Widerspruch zu ihrer Argumentation, wonach im Sinne der Stabilität und Kontinuität zu entscheiden sei. Der angefochtene Entscheid sei daher als willkürlich aufzuheben. Die erste Instanz hat die vom Eheschutzgericht getroffene Obhutsregelung abgeändert und die Obhut dem Beschwerdeführer zugeteilt. Die Vorinstanz hat einem Gesuch der Beschwerdegegnerin und damaligen Berufungsklägerin um Aufschub der Vollstreckung nicht stattgegeben, sodass das erstinstanzliche Urteil als vollstreckbar galt. Ob der Entscheid betreffend Verweigerung des Aufschubs den in dieser Sache vom Bundesgericht entwickelten Grundsätzen entsprochen hat (BGE 138 III 565 E. 4.3), ist fraglich, bildet aber nicht Gegenstand des Verfahrens. Im Übrigen kommt es auch nicht auf den Ausgang des besagten Zwischenverfahrens an: Massgebend ist, wie dargelegt, die Frage, ob sich seit dem Entscheid betreffend Eheschutzmassnahmen für das Kindeswohl erhebliche Änderungen der Verhältnisse ergeben haben, welche eine Änderung der ursprünglichen Obhutsregelung erheischen. Das Obergericht ist aufgrund zahlreicher Abklärungen zum Schluss gelangt, einerseits seien bei der Beschwerdegegnerin gewisse, in ihrer negativen Beeinflussung des Sohnes begründete Vorbehalte bezüglich ihrer Erziehungsfähigkeit angebracht. Anderseits sei aufgrund des Beweisverfahrens keine Gefährdung des Kindeswohls ersichtlich, welche allein die Übertragung der Obhut an den Beschwerdeführer zu rechtfertigen vermöchte. Das Obergericht hat damit die für eine Abänderung der ursprünglichen Massnahme geltenden Grundsätze angewendet. Im Übrigen hat es der ungünstigen Beeinflussung durch die Beschwerdegegnerin besondere Aufmerksamkeit geschenkt, indem es sie im Urteilsdispositiv anwies, in Zukunft jegliche negative Beeinflussung des Sohnes zu unterlassen. Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdegegnerin trotz der festgestellten Schwächen um das Wohl des Kindes bemüht ist, lässt sich die vom Obergericht ausgesprochene Weisung anstelle der Umteilung der Obhut unter dem Gesichtswinkel der Willkür im Ergebnis vertreten (BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18).