Citation: I 107/04 13.09.2004 E. 2

Der Versicherte hatte bereits mit Verfügung vom 28. September 2001 stationäre heilpädagogische Früherziehung im Kinderheim W.________ bis Ende 2002 zugesprochen erhalten. Streitig und zu prüfen ist, ob der Versicherte Anspruch auf Verlängerung der stationären Früherziehung in diesem Institut hat. Die massgeblichen medizinischen und heilpädagogischen Berichte ergeben folgendes Bild: 2.1 Nach telefonischer Aussage des Heimleiters vom 29. August 2003 sei der Versicherte weiterhin in allen Lebensbereichen schwerst behindert und auf Hilfe angewiesen. Er benötige einen Mehraufwand von über 8 Stunden im Tag. Im Heim sei eine Betreuerin täglich neun Stunden ausschliesslich mit ihm allein beschäftigt. Seine ständige Förderung müsse in den Tagesablauf integriert und andauernd durchgeführt werden. Es sei wichtig, dass er während des Tages stets durchbewegt werde, da alle seine Muskeln und Glieder bewegt werden müssten. Nachts brauche er dauernde Überwachung, da nicht vorauszusehen sei, ob er einen neuen Anfall bekomme. 2.2 Laut Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle vom 10. November 2003 könne der Versicherte, obwohl er nach Angaben der Mutter "ganz kleine Fortschritte" gemacht habe, weder sitzen noch stehen oder den Kopf selber heben. In der Fortbewegung sei er völlig hilflos. Beim An- und Auskleiden sei keinerlei Mithilfe des Kindes möglich. Es nehme nur pürierte Nahrung zu sich. Wegen Erstickungsgefahr müsse der Versicherte beim Essen überwacht werden und brauche vermehrte Mahlzeiten. Beim Baden sei er auf die Unterstützung von zwei Personen angewiesen und benötige überdies dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe. Trotz der Medikamente habe er immer wieder Absenzen und leichte Anfälle, weshalb er nicht längere Zeit allein gelassen werden dürfe. 2.3 Gemäss Bericht des Kinderspitals Z.________ vom 21. März 2003 leide der Versicherte an einer schweren symptomatischen Epilepsie. Daneben zeige er eine schwere cerebrale Bewegungs- und Tonusstörung, die sich auf die Grob- und Feinmotorik sowie auf das Essverhalten auswirke. Um seine Fähigkeiten zu fördern, seien intensive therapeutische Massnahmen erforderlich. Diese umfassten heilpädagogische Heilförderung zweimal pro Woche, Physiotherapie zweimal pro Woche, Esstherapie durch eine Logopädin, regelmässige Seh-Frühförderung und Kontrolle, daneben regelmässige medizinische Betreuung einschliesslich EEG-Kontrollen. Das Kinderheim W.________ könne das intensive Behandlungsprogramm abdecken, weshalb die Förderung des Kindes in dieser Institution ärztlicherseits sehr unterstützt werde. 2.4 Dem Bericht des Heilpädagogischen Kinderheims vom 4. April 2003 ist zu entnehmen, dass der Versicherte auf eine dauernde, in den Tagesablauf integrierte Förderung, Pflege und Betreuung angeweisen sei, welche nicht durch ambulante Angebote abgedeckt werden könne. Wegen des labilen Gesundheitszustandes seien immer wieder medikamentöse Neueinstellungen notwendig. Die Überwachung müsse auch in der Nacht sichergestellt sein. Laut Jahresbericht 2003 des Heimes über die Periode von Juli 2002 bis März 2003, hatte der Versicherte oft Probleme mit hartnäckigen Erkältungen. Er müsse Schleim abhusten, auch wenn er nicht erkältet sei. Seine Nasenschleimhäute seien sehr trocken und müssten mehrmals täglich mit Natriumchlorid befeuchtet und mit Nasensalbe behandelt werden. Im letzten Jahr habe er achtmal ohne ersichtlichen Grund hohes Fieber bis 39,8 Grad gehabt. Da dies epileptische Anfälle auslösen könne, habe er intensiv überwacht werden müssen. Nach langer Medikamenteneinstellung seien die Nächte massiv besser geworden. Bei nahender Essenszeit werde der Versicherte häufig sehr unruhig. Er esse nur pürierte Kost. Der erste Löffel, der ihm in den Mund geschoben werde, löse oft einen Würgereflex aus. Sein Mundbereich müsse mit einer Mundmassage desensibilisiert werden, ehe er essen könne. Bezüglich des Würgens seien Fortschritte zu beobachten. Es sei schwierig, ihm genügend Flüssigkeit zu verabreichen. Er nehme die Flüssigkeit eingedickt mit Nestargel aus einem kleinen Becher zu sich, was oft bis zu vierzig Minuten dauere. Er stuhle nur selten spontan, weshalb er entsprechende Medikamente erhalte. Zur Körperpflege brauche er eine gute Vorbereitung. Gegenwärtig trage er auf dem linken Auge acht Stunden täglich ein Augenpflaster. 2.5 Gemäss Bericht der heilpädagogischen Einzelförderung sei im März 2003 anhand eines so genannten Fröhlichbogens eine Standortbestimmung durchgeführt worden. Die Testauswertung habe bei einem effektiven Alter von 32 Monaten in sämtlichen Bereichen ein Entwicklungsniveau entsprechend einem Kleinkind im Alter von 1 Monat (Grobmotorik) bis 5 bzw. unter 6 Monaten (sozialemotionale Entwicklung bzw. Reaktion auf Sprache) ergeben. Diese Resultate zeigten deutlich, dass der Versicherte in allen Lebensbereichen auf intensive und permanente Förderung angewiesen sei. Deshalb sei eine stationäre Früherziehung ideal, da die Förderung im Heim W.________ integriert im Alltag stattfinde.