Citation: 2A.8/2005 30.06.2005 E. 3.1

Zu prüfen bleibt, ob ein Bewilligungsanspruch unmittelbar gestützt auf Art. 8 EMRK (SR 0.101) oder die Garantien des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107; UNO-Kinderrechtekonvention) besteht. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass es vorliegend nur darum geht, ob ein fremdenpolizeiliches Verfahren (bisher) zu Recht nicht eröffnet worden ist. Art. 14 AsylG will das Asylverfahren beschleunigen und den abgewiesenen Gesuchsteller möglichst rasch zur Ausreise anhalten. Die Regelung soll verhindern, dass Asylsuchende (künftig) das Asylverfahren verschleppen oder eine drohende Wegweisung hinauszögern, indem sie nach dem negativen Asylentscheid zusätzlich um eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligung nachsuchen (BBl 1990 II 624; VPB 66/2001 Nr. 33 E. 8a; BGE 128 II 200 E. 2.1). Auf ein allfälliges Gesuch, das sich, wie hier, allein auf Art. 8 EMRK (Schutz des Familien- oder Privatlebens), jedoch keine entsprechenden gesetzlichen Ansprüche stützen kann, ist deshalb regelmässig erst nach der Ausreise des Betroffenen einzutreten. Nur wenn offensichtlich ein grundsätzlicher Anspruch auf die beantragte Bewilligung besteht, hindert Art. 14 AsylG - als Ausnahme vom Grundsatz der Ausschliesslichkeit des Asylverfahrens - die kantonalen Behörden nicht daran, sofort ein fremdenpolizeiliches Verfahren zu eröffnen.