Citation: I 380/04 28.02.2005 E. 5.2

5.2.1 Daraus erhellt, dass die ärztlichen Aussagen namentlich in der Beurteilung der Auswirkungen des psychischen Beschwerdebildes auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten aber auch in Bezug auf die Diagnosestellung erheblich voneinander abweichen. Entgegen der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichtes kann hierbei dem MEDAS-Gutachten nicht ohne weiteres voller Beweiswert im Sinne der rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) zuerkannt werden. So attestierte Dr. med. N.________ der Beschwerdeführerin zwar eine um 50 % verminderte Arbeitsfähigkeit für jede körperlich leichte Tätigkeit, unterliess es aber insbesondere hinsichtlich der von ihm diagnostizierten Somatisierungsstörung schlüssig darzulegen, welche Gründe für deren von ihm angenommene teilweise - sogar bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nur ausnahmsweise zu bejahende (vgl. BGE 130 V 353 ff. Erw. 2.2.3 mit Hinweisen) - Unüberwindlichkeit sprechen. Namentlich wird aus dessen Ausführungen nicht ersichtlich, inwiefern die massgeblichen Kriterien, deren es für die Bestätigung der Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess bedarf (vgl. BGE 130 V 354 f. Erw. 2.2.3 mit Hinweisen), erfüllt sind und es bleibt auch unklar, ob nicht doch Ausschlussgründe vorliegen, die gegen die invalidisierende Wirkung der geltend gemachten Schmerzen sprechen (vgl. Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 90 ff.). Relevante - und vorliegend auf Grund der aktuellen Aktenlage nicht beantwortbare - Rechtsfrage ist letztlich einzig, ob und gegebenenfalls inwieweit der Beschwerdeführerin unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft nicht doch zumutbar ist (BGE 130 V 355 f. Erw. 2.2.5 mit Hinweisen). Hierfür ist grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides eingetretenen Sachverhalt abzustellen (Erw. 2 hievor), welcher in casu vom 29. Januar 2004 - und damit über zwei Jahre nach der Expertisierung durch die MEDAS - datiert. 5.2.2 Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, welche die notwendigen Aktenergänzungen vorzunehmen und daraufhin erneut über den Rentenanspruch der Versicherten zu befinden haben wird. Die erforderlichen weiteren Abklärungen bestehen dabei primär in der Einholung von zusätzlichen Angaben in psychiatrischer Hinsicht, die, damit den aktuellen Wechselwirkungen zwischen somatischem und psychischem Krankheitsbild Genüge getan werden kann, vor dem Hintergrund von rheumatologischen Untersuchungen zu erfolgen haben. Der begutachtenden Fachperson der Psychiatrie obliegt alsdann anlässlich der - naturgemäss mit Ermessenszügen behafteten - ärztlichen Stellungnahme zur Arbeits(un)fähigkeit und der Darlegungen zu der der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit die Aufgabe, durch die zur Verfügung stehenden diagnostischen Möglichkeiten fachkundiger Exploration der Verwaltung (und im Streitfall dem Gericht) aufzuzeigen, ob und inwiefern die Versicherte über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr - auch mit Blick auf die entsprechenden Kriterien - erlauben, mit ihren Schmerzen umzugehen. Entscheidend ist, ob sie, von ihrer psychischen Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V 355 Erw. 2.2.4 mit Hinweisen; vgl. allgemein zu den Grundlagen der psychiatrischen Begutachtung: Meyer-Blaser, a.a.O., S. 62. ff. und S. 88 f.). Zu beachten sein wird ferner, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde im vorliegend massgeblichen Prüfungszeitraum zu 62,5 % erwerbstätig und zu 37,5 % im Haushalt beschäftigt gewesen wäre (vg. Erw. 4.1 und 4.2 hievor), weshalb die medizinischen Experten und Expertinnen sich auch zu deren Leistungsvermögen im Haushalt zu äussern haben werden, steht das psychische Leiden doch offenkundig im Vordergrund. Sollte es zu Divergenzen zwischen den Ergebnissen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Feststellungen zur Fähigkeit der Versicherten kommen, ihre Haushaltstätigkeiten trotz des psychischen Leidens noch verrichten zu können, wäre der medizinischen Einschätzung grundsätzlich erhöhtes Gewicht beizumessen (AHI 2004 S. 137).