Citation: 1A.29/2005 24.03.2005 E. 3

Das Kantonsgericht ging - wie schon die Vorinstanzen - davon aus, dass die Abstandsvorschriften des Walliser Baugesetzes vom 8. Februar 1996 (BauG) nur auf Bauten mit einer Fassade anwendbar seien. Da die streitige Treppe keine Fassade aufweise, sei sie nicht abstandspflichtig. Die Beschwerdeführer halten dies für willkürlich, weil auch eine Treppe eine "Baute" i.S.v. Art. 22 RPG sei und sich aus Art. 21 BauG klar ergebe, dass die Grenz- und Gebäudeabstände gegenüber Nachbargrundstücken für alle Bauten und Anlagen im Sinne des RPG gälten. 3.1 Willkür liegt nach der Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder sogar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht weicht vom Entscheid der kantonalen Instanz nur ab, wenn dieser offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 125 I 166 E. 2a S. 168; 125 II 10 E. 3a S. 15, 129 E. 5b S. 134; je mit Hinweisen). 3.2 Art. 10 BauG definiert den Grenzabstand und den Gebäudeabstand: