Citation: 8C_116/2024 E. 5.1

5.1. Diese vorinstanzlichen Tatsachenfeststellungen sind - entgegen der Vorbringen des Beschwerdeführers - weder offensichtlich unrichtig (willkürlich) noch verletzen sie anderweitig Bundesrecht. Auch wenn feststeht, dass der Beschwerdeführer bereits am 11. August 1997 in die Schweiz einreiste, ist die zehnjährige Karenzfrist dadurch, anders als der Beschwerdeführer annimmt, nicht bereits längst abgelaufen. Wie sich nach dem klaren Wortlaut aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 ELG ergibt, beginnt die Karenzfrist nicht automatisch mit der Einreise in die Schweiz zu laufen, sondern ist unmittelbar vor dem Zeitpunkt, ab dem die Ergänzungsleistung verlangt wird (hier: 7. Juni 2022), zu bestehen (vgl. SVR 2015 EL Nr. 11 S. 33, 9C_174/2015 E. 3.3). Der Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung besteht erstmals für den Monat, in dem die Anmeldung mit allen erforderlichen Informationen und Belegen eingereicht worden ist (vgl. Rz. 1110.03 und Rz. 2121.02 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL]). Während der Karenzfrist ist gemäss Art. 5 Abs. 1 ELG resp. Art. 11 Abkommen ein "ununterbrochener Aufenthalt" resp. "ununterbrochenes Wohnen" erforderlich. Die Auslegung dieser Begriffe orientiert sich vorliegend an Ziff. 6 des Schlussprotokolls zum Abkommen (E. 3.1 und 3.2.2 vorne), während sich jene des "Wohnsitzes und gewöhnlichen Aufenthalts" gemäss Art. 4 Abs. 1 ELG nach Art. 13 ATSG richtet (vgl. BGE 110 V 170 E. 2c; SVR 2015 EL Nr. 11 S. 33, 9C_174/2015 E. 3.1). Dem Beschwerdeführer ist insoweit zuzustimmen, als die Karenzfrist nach Art. 5 Abs. 1 ELG tatsächlichen Aufenthalt in der Schweiz voraussetzt, bzw. die Landesabwesenheit gesamthaft in einem Kalenderjahr nicht länger als drei Monate dauern darf (vgl. Rz. 2440.01 f. und Rz. 2320.01 WEL; SVR 2015 EL Nr. 11 S. 33, 9C_174/2015 E. 3.3).