Citation: 8C_55/2024 E. 6.1

6.1. Im vorliegenden Fall fand unbestrittenermassen keine gesamtheitliche Abklärung zu den Auswirkungen des Gesundheitszustandes auf die Leistungsfähigkeit statt. Für die Vorinstanz bildet die RAD-Stellungnahme vom 14. Juli 2022 eine beweiskräftige Grundlage für die Befristung der Rente per Ende April 2022, weshalb sich aus ihrer Sicht die Einholung eines Gutachtens erübrigte. Der RAD-Arzt stützt sich bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit allerdings einzig auf den Bericht der behandelnden Onkologin vom 16. März 2022. Darin attestiert Dr. med. C.________ noch bis Ende Januar 2022 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und erachtet ab 1. Februar 2022 eine angepasste Tätigkeit in maximalem Pensum von 50 % als "möglich". Ihre Ausführungen lassen offen, worauf sie damals die Verbesserung der Leistungsfähigkeit gründete. Sie verwies einzig darauf, dass die Beschwerdeführerin über eine deutliche Verbesserung ihres Allgemeinzustandes in den vergangenen zwei Monaten berichtet habe und die Patientin "denke", dass sie nun eine angepasste Tätigkeit in reduziertem Pensum wieder versuchen könnte. Einen weiteren Grund für die teilweise wiederhergestellte Arbeitsfähigkeit (und Leistungsfähigkeit im Haushalt) lässt sich dem Bericht der Onkologin nicht entnehmen. Ebenso wenig wird aufgezeigt, ob und allenfalls in welchem Ausmass bei ihrer Einschätzung eine CrF berücksichtigt wurde. Unter Bezugnahme auf diese Ausführungen hatte Dr. med. D.________ mit Schlussbericht vom 14. Juli 2022 seine bisherigen Stellungnahmen (in denen er noch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit angegeben hatte) "revidiert". Dazu führte er einzig aus, vermutlich sei eben die Fatigue schon noch stärker ausgebildet als ursprünglich angenommen; das Gleiche gelte für die Einschränkungen im Haushalt.