Citation: 7B.148/2000 22.08.2000 E. 1

1.- Der Preis für das in einer Grundpfandsteigerung zugeschlagene Grundstück ist bar zu zahlen (Art. 136 in Verbindung mit Art. 156 Abs. 1 SchKG; für die Verwertung beweglicher Sachen gilt nach Art. 129 Abs. 1 SchKG das Gleiche). Eine Ausnahme im Sinne einer unechten Verrechnung hat das Bundesgericht zugelassen in einem Fall, da der Ersteigerer einer gepfändeten Sache zugleich der einzige betreibende Gläubiger im betreffenden Vollstreckungsverfahren war und der Pflicht zur Zahlung des Steigerungspreises den der Betreibung zugrunde liegenden Forderungsanspruch entgegenhielt (BGE 79 III 20 ff.; vgl. auch BGE 59 III 77 E. 2 S. 82). Gleich zu behandeln wäre nach dem erstgenannten Urteil auch der Betreibungsgläubiger, der gegenüber allen andern nach Art. 110 (Abs. 2) SchKG das Vorrecht auf den Erlös geniesst (vgl. BGE 79 III 20 E. 1 S. 23). Zur Begründung der dargelegten Praxis beruft sich das Bundesgericht auf den allgemeinen Rechtsgrundsatz, wonach eine Leistung, durch die der Empfänger zu sofortiger Rückgewähr des Empfangenen verpflichtet würde, nicht erbracht zu werden brauche (BGE 79 III 20 E. 1 S. 22). Es hat wiederholt betont, dass eine Entbindung des Ersteigerers von der Barzahlung nur dann in Betracht falle, wenn ein Tatbestand der erwähnten Art in liquider Weise gegeben ist, d.h. ein unmittelbarer Anspruch auf Rückerstattung durch das mit der Steigerung betraute Amt besteht (BGE 79 III 20 E. 1 S. 23 und 119 S. 121; 111 III 56 E. 2 S. 60).