Citation: 5A_741/2022 E. 3.4.4

3.4.4. Indem sich die Vorinstanz auf die Sachgerechtigkeit ihres Auslegungsergebnisses berief, hat sie eine teleologische Reduktion vorgenommen. Auch wenn ihre Begründung hierfür knapp ausgefallen ist, so erhellt daraus ohne Weiteres, dass sie den Sinn und Zweck von § 3 Abs. 1 lit. d Satz 1 AnwT darin erblickt, den Streit namentlich über im Unterhaltsrecht begründete Forderungen von der Qualifikation als vermögensrechtliche Angelegenheit auszunehmen. Mit anderen Worten ist die Vorinstanz davon ausgegangen, dass der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann, ins Güterrecht gefallene Unterhaltsansprüche anders zu behandeln als erstmals festgesetzte Alimentenforderungen.