Citation: 4A_475/2021 E. B

B.a. Am 17. Oktober 2018 reichte die A.________ beim Handelsgericht des Kantons Bern Klage ein und verlangte im Wesentlichen, es sei kostenfällig festzustellen, dass die Beklagten 1 und 2 sie mit ihrer Berichterstattung vom xxx 2018 in ihrer Wettbewerbsstellung verletzt hätten (Ziff. 1), und diese seien zu verschiedenen Löschungen zu verpflichten (Ziff. 2-4). Die Beklagte 1 sei schliesslich zu verpflichten, das Urteil unter genauen Vorgaben zu publizieren (Ziff. 5). Die Verfügungen gemäss Ziff. 2-5 seien unter Androhung der Ungehorsamsstrafe von Art. 292 StGB zu erlassen. B.b. Mit Entscheid vom 22. April 2020 wies das Handelsgericht die Klage kostenfällig ab. Es erwog, die Klägerin habe nicht genügend substanziiert dargetan, inwiefern die eingeklagten Publikationen sie in einer für den Durchschnittsadressaten erkennbaren Weise berühren würden und inwiefern sie dadurch in ihrem eigenen wirtschaftlichen Wettbewerb betroffen sei. Damit misslinge ihr der Beweis, dass sie in Bezug auf die geltend gemachten, angeblich aus den beiden D.________beiträgen vom xxx 2018 fliessenden, Ansprüche aktivlegitimiert sei. B.c. Eine dagegen gerichtete Beschwerde der Klägerin hiess das Bundesgericht mit Urteil 4A_281/2020 vom 13. Januar 2021 teilweise gut. Es hob den Entscheid des Handelsgerichts auf und wies die Sache zu neuer Beurteilung an dieses zurück. Es erwog, die Klägerin berufe sich zur Begründung ihrer Aktivlegitimation hauptsächlich auf Art. 9 Abs. 1 UWG (SR 241). Zusätzlich stütze sie ihre Aktivlegitimation aber auch auf Art. 10 Abs. 2 lit. a UWG (zit. Urteil 4A_281/2020 E. 3). Diese Bestimmung räume den Berufs- und Wirtschaftsverbänden unter besonderen Voraussetzungen für nicht reparatorische Ansprüche ein eigenes autonomes Klagerecht ein (zit. Urteil 4A_281/2020 E. 2.2). Die Klägerin habe eine Bedrohung (Gefährdung) der wirtschaftlichen Interessen ihres Verbandsmitglieds, des X.Y.________unternehmerverbands, durch die Berichterstattung der Beklagten behauptet und das Handelsgericht selbst sei von dessen Betroffenheit ausgegangen (zit. Urteil 4A_281/2020 E. 3.2.3). Weiter gehe es um ein genügendes wirtschaftliches Kollektivinteresse (zit. Urteil 4A_281/2020 E. 3.3). B.d. Mit Entscheid vom 29. Juli 2021 wies das Handelsgericht die Klage erneut ab. Es liess offen, ob die Klägerin nach Art. 9 Abs. 1 UWG aktivlegitimiert wäre. Hingegen bejahte es deren Aktivlegitimation gestützt auf das autonome Verbandsklagerecht nach Art. 10 Abs. 2 lit. a UWG. Es erwog, es sei ein Mitglied der Klägerin durch die Berichterstattung betroffen, es gehe um ein ausreichendes wirtschaftliches Kollektivinteresse und die Äusserungen seien grundsätzlich objektiv geeignet, den Wettbewerb zu beeinflussen. Damit sei zu prüfen, ob die beklagtischen Äusserungen als unlauter im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG zu qualifizieren seien. Im Rahmen dieser Prüfung gelangte es zum Ergebnis, die Berichterstattung ginge nicht über die übliche, erlaubte kritische Auseinandersetzung mit Wettbewerbsteilnehmern hinaus, womit die Publikation keine Herabsetzung begründe. Im Übrigen wären die Äusserungen auch nicht als unrichtig, irreführend oder unnötig verletzend (qualifizierte Herabsetzung) zu beurteilen.