Citation: 5A_719/2021 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer anerkennt, dass der Vollstreckungsbescheid nach dem einschlägigen deutschen Verfahrensrecht dieselbe Wirkung entfaltet wie ein im ordentlichen Verfahren erwirktes Urteil. Diese Wirkung erstrecke sich aber nicht über die im konkreten Verfahren gestellten Anträge hinaus auf sämtliche Zinsen gemäss Darlehensvertrag vom 1./2. Juni 2016. Damit verkenne die Vorinstanz die materielle Rechtskraftwirkung von verdeckten Teilklagen. Die Rechtskraft eines Urteils über bestimmte bezifferte Forderungen hindere die Geltendmachung weiterer Forderungen aus demselben Rechtsgrund unbesehen darum nicht, ob die Nachforderung ausdrücklich vorbehalten worden sei. Dies gelte insbesondere bei Zinsansprüchen, die ihrer Natur nach teilbar seien. Anders wäre nur zu entscheiden, wenn ein Erlassvertrag geschlossen worden sei, weil trotz nur teilweiser Geltendmachung ausdrücklich die gesamte Forderung eingeklagt werde. Dies sei vorliegend aber nicht der Fall.