Citation: H 11/00 20.03.2001 E. 5

5.- a) Nach ständiger Rechtsprechung zu Art. 52 AHVG (BGE 126 V 61 Erw. 4a mit Hinweisen) dauert die Verantwortlichkeit eines Verwaltungsrates in der Regel bis zum Moment seines tatsächlichen Austritts aus dem Verwaltungsrat, und nicht bis zum Zeitpunkt der Löschung seiner Funktion im Handelsregister. Das gilt jedenfalls in denjenigen Fällen, in denen die Betroffenen, nach ihrer Demission, keinen Einfluss mehr auf den Gang der Geschäfte nehmen können. Mit anderen Worten kann ein Verwaltungsrat in der Regel nur für Schaden haftbar erklärt werden, der auf die Nichtbezahlung von Beiträgen zurückzuführen ist, welche im Zeitpunkt seines effektiven Austrittes geschuldet und fällig waren. b) Die Vorinstanz bejahte eine Haftung über den 31. März 1997 hinaus mit der Begründung, die vom Beschwerdeführer begangene Pflichtverletzung, nämlich das Unterlassen der rechtzeitigen Konkursanmeldung, sei eine massgebende Ursache für den nach dem 31. März 1997 der Ausgleichskasse entstandenen Schaden. Diese Argumentation übersieht, dass der Schaden der Beschwerdegegnerin durch die fortgesetzte Auszahlung paritätischen Lohnes (welche die Beitragspflicht ex lege entstehen lässt) verursacht worden ist. Im Weiteren erwog das kantonale Gericht, der Beschwerdeführer sei angesichts seiner Geschäftsführertätigkeit auch nach dem Rücktritt als Verwaltungsrat weiterhin faktisches Organ geblieben. Dieses Eventualargument sticht nicht. Es liegen keine hinreichenden Tatsachenfeststellungen vor, welche den Schluss auf das Vorliegen eines faktischen Organs im Sinne der Rechtsprechung (BGE 114 V 78) zuliessen. Nach den Akten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für die konkursite G.________ AG zwei - rechtlich und tatsächlich - getrennte Aufgaben erfüllt hatte. Gemäss Anstellungsvertrag vom 15. November 1996 übernahm er ab 1. Dezember 1996 "als Geschäftsführer die volle Führungsverantwortung" der G.________ AG, wobei er direkt dem Verwaltungsrat unterstellt war und seine Kompetenzen in einem Anhang geregelt wurden. Vereinbart wurde sodann, dass Verwaltungsratsmandate im Rahmen der Firma durch einen Mandatsvertrag zu regeln und allfällige Honorare der G.________ AG abzutreten seien. Hinzu kommt, dass er mit Schreiben vom 24. März 1997 dem Alleinaktionär der G.________ AG nicht nur seine Demission als Verwaltungsrat per Ende des Monats mitteilte, sondern gleichzeitig erklärte, seine Geschäftsführertätigkeit ab sofort nur noch eingeschränkt "auf die Personalführung, die Produktion sowie die Bewirtschaftung der Debitoren und Kreditoren bis auf Weiteres" weiterzuführen. Da bei dieser Aktenlage keine genügenden Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer nach der Beendigung des Verwaltungsratsmandates Funktionen ausgeübt und Befugnisse gehabt hätte, welche eine materielle Organstellung begründeten, hat die Vorinstanz seine Haftung für den nach dem 31. März 1997 eingetretenen Schaden zu Unrecht bejaht. c) Der Beschwerdeführer ist also lediglich haftbar für jene ausgefallenen Beiträge, die am 31. März 1997 (Austritt aus dem Verwaltungsrat) fällig waren. Zum Schaden der Ausgleichskasse gehören sodann auch die Verzugszinsen für rückständige Beiträge im Sinne von Art. 41bis AHVV (BGE 121 III 384 Erw. 3bb). Als Folgekosten bilden sie Bestandteil des von der Ausgleichskasse aus der Nichtbezahlung der Beiträge erlittenen Schadens (Knus, Die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers in der AHV, Diss. Zürich 1989, S. 36 und S. 44). Dabei ist das Ende der Zinspflicht nicht vom effektiven Ausscheiden des verantwortlichen Organs aus dem Verwaltungsrat, sondern vom Zeitpunkt der Begleichung der Forderung (Art. 41bis Abs. 3 AHVV) resp. der Eröffnung des Konkurses (Art. 209 SchKG) abhängig (nicht veröffentlichtes Urteil D. vom 5. Juni 1998 [H 119+122/ 97]). Die Sache ist an die Verwaltung zurückzuweisen (BGE 112 V 5 Erw. 3d; ZAK 1987 S. 426), damit sie über die Höhe des zu leistenden Schadenersatzes befinde.