Citation: 2C_1019/2017 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass für die aufenthaltsbeendende Massnahme eine gesetzliche Grundlage besteht (oben, E. 2.1) und er mit seiner Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten einen Grund für den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung gesetzt hat. Der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung kann, entgegen seinen Vorbringen in der Beschwerdeschrift, auch nicht als unverhältnismässig (Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 AuG) bzw. als in einer demokratischen Gesellschaft zur Wahrung bestimmter öffentlicher Interessen nicht erforderlich (Art. 8 Ziff. 2 EMRK) qualifiziert werden (vgl. oben, E. 2.2). Der Beschwerdeführer hat durch die am 10. März 2009 in Mittäterschaft begangene Vergewaltigung und sexuelle Nötigung eines sechzehnjährigen Mädchens das hochrangige Rechtsgut der sexuellen Integrität auf das Schwerste verletzt. Ausgehend vom rechtskräftigen Strafurteil vom 5. November 2014 des Obergerichts des Kantons Thurgau, welches erwog, das Verschulden der Mittäter wiege selbst angesichts ihres Alters recht schwer, weshalb, falls das Verschlechterungsverbot nicht greifen würde, eine Freiheitsstrafe von zwei bis zweieinhalb Jahren auszusprechen wäre, ist das ausländerrechtliche Verschulden als gravierend einzustufen; von einem angesichts des ausgesprochenen Strafmasses als gering einzustufendem Verschulden kann somit keine Rede sein. Dieses sehr schwer wiegende Verschulden wird, entgegen dem Beschwerdeführer, durch den Umstand nicht relativiert, dass der Beschwerdeführer die Vergewaltigung und sexuelle Nötigung als volljähriger junger Erwachsener begangen hat: Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche in diesem Punkt mit derjenigen des EGMR übereinstimmt, vermag bereits ein einziges, schweres Gewaltdelikt eines jungen Erwachsenen die Beendigung seines Aufenthalts zu rechtfertigen; wenig Raum für die Anordnung von aufenthaltsbeendenden Massnahmen verbleibt dagegen bei Delikten, die keinen Bezug zu Gewaltanwendungen aufweisen (Urteil 2C_896/2014 vom 25. April 2015 E. 2.3; Urteil des EGMR Maslov gegen Österreich vom 23. Juni 2008, Nr. 1638/03, § 84 f.). Das öffentliche Interesse an der Ausreise des Beschwerdeführers, welches grundsätzlich durch das ebenfalls als schwere Rechtsgutsverletzung zu qualifizierende Sexualdelikt der in Mittäterschaft begangenen Vergewaltigung und sexuellen Nötigung eines sechzehnjährigen Mädchens genügend begründet wäre, wird vorliegend durch die weiteren Delikte noch verstärkt, verstärken diese doch den Gesamteindruck, dass der Beschwerdeführer sowohl als Jugendlicher wie später als Erwachsener erhebliche Mühe mit der Einhaltung der Rechtsordnung bekundet. Dem Umstand, dass der Beschwerdeführer sich unter dem Bewährungsdruck der bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe wohlverhalten hat, kommt hingegen praxisgemäss ebensowenig eine ausschlaggebende Bedeutung zu (Urteil 2C_888/2012 vom 14. März 2013 E. 4.2.4, mit weiteren Hinweisen) wie der Rückfallgefahr, dürfen doch beim Beschwerdeführer auch generalpräventive Elemente berücksichtigt werden (oben, E. 2.2). Das entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift als sehr gewichtig einzustufende öffentliche Interesse an der Ausreise eines rechtskräftig verurteilten Sexualstraftäters wird auch durch sein privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz nicht aufgewogen. Der Beschwerdeführer lebt zwar seit über 22 Jahren mit seinen nahen Familienangehörigen in der Schweiz, spricht zumindest eine Landessprache, hat eine Lehre als Sanitätsmonteur absolviert und ist erwerbstätig, weshalb er zweifelsohne ein grosses privates Interesse an einem weiteren Aufenthalt hat. Ihm ist sicher auch zu Gute zu halten, dass er im Betreibungsregister nicht verzeichnet ist. Die Beziehung zu seinen Familienangehörigen steht jedoch seiner Ausreise deswegen nicht entgegen, weil der Beschwerdeführer mittlerweile erwachsen ist, seine Ehefrau schweizerischer Staatsbürgerschaft, die im entscheidenden Moment des Eheschlusses im Jahr 2016 von seinen strafrechtlichen Verurteilungen Kenntnis haben musste, nicht davon ausgehen konnte, ihr Familienleben mit dem Beschwerdeführer in der Schweiz zu leben, und der Kontakt mit der Tochter, mit welcher bzw. mit derer Mutter der Beschwerdeführer nicht zusammenlebt, im bisher gepflegten Umfang von etwa einem Besuch pro Monat auch über Kurzbesuche aus dem Ausland und über moderne Kommunikationsmittel aufrecht erhalten werden kann. Wie der Beschwerdeführer zudem selbst in seiner Beschwerdeschrift einräumt, spricht er albanisch und hat während seiner Kindheit regelmässig seinen Heimatstaat Mazedonien besucht, weshalb mit der Vorinstanz, auf deren Urteil verwiesen wird, davon auszugehen ist, dass er mit der Sprache und den kulturellen Gepflogenheiten nach wie vor vertraut und ihm eine Rückreise zumutbar ist. Zusammenfassend überwiegt das vorab durch die in Mittäterschaft begangene Vergewaltigung und sexuelle Nötigung eines sechzehnjährigen Mädchens begründete öffentliche Interesse an der Ausreise des Beschwerdeführers klarerweise sein privates Interesse an einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz.