Citation: 5A_391/2018 E. 2.4.1

2.4.1. Die Beschwerdegegnerin knüpft ihre Forderung auf Beteiligung am Liegenschaftserlös an die Tatsache, dass sie Fr. 19'000.-- zum Stammkapital der GmbH beigesteuert hatte, während der Beschwerdeführer Fr. 1'000.-- eingezahlt hatte. Die Beteiligungsverhältnisse an einer Gesellschaft entscheiden im Moment der Auflösung des Güterstandes darüber, wem und welcher Masse die Gesellschaft zuzuordnen ist. Bei Scheidung wird die Auflösung des Güterstandes auf den Tag zurückbezogen, an dem das Begehren eingereicht worden ist (Art. 204 Abs. 2 ZGB). Für die Bewertung der Vermögensgegenstände ist dann aber der Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinandersetzung, sprich der Zeitpunkt der Scheidung, massgebend (Art. 214 ZGB). Wie aus der Prozessgeschichte hervorgeht (Sachverhalt lit. A, E. 2.1), gab es die GmbH infolge Konkurs zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, womit kein Wert mehr eingesetzt werden kann. Darüber hinaus ist unbestritten, dass es keinen Liquidationserlös gab. Insofern ist es in der Tat willkürlich, wenn die Vorinstanz dennoch von einem Liquidationserlös spricht und der Beschwerdegegnerin einen Anteil an diesem nicht existierenden Liquidationserlös zuspricht. Selbst wenn Art. 205 Abs. 3 ZGB anwendbar wäre, kann kein hypothetischer Liquidationsgewinn zugesprochen werden. Mangels festgestellter Forderung besteht kein Raum für eine solche Schuldenregelung zwischen den Ehegatten.