Citation: 7B_777/2023 E. 2.3

2.3. Diese Beurteilung ist mit dem Bundesrecht nicht vereinbar. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, lässt die Vorinstanz bei ihrer Beurteilung ausser Acht, dass gemäss aArt. 248 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 264 Abs. 1 StPO nicht nur die Unterlagen aus dem Verkehr der beschuldigten Person mit ihrer Verteidigung gemäss Art. 264 Abs. 1 lit. a StPO einem Beschlagnahmeverbot unterliegen. Vielmehr besteht ein entsprechendes Verbot gemäss Art. 264 Abs. 1 lit. c StPO ausdrücklich auch in Bezug auf Gegenstände und Unterlagen aus dem Verkehr der beschuldigten Person mit Personen, die nach den Artikeln 170-173 StPO das Zeugnis verweigern können und im gleichen Sachzusammenhang nicht selber beschuldigt sind. Die Annahme der Vorinstanz, nur die Korrespondenz zwischen der beschuldigten Person und ihren aktuellen oder früheren Strafverteidigern unterliege einem Beschlagnahmeverbot, trifft damit nicht zu, sondern sind mit Blick auf die dargelegten Grundsätze sämtliche Dokumente, die berufstypische Tätigkeiten des Anwaltsberufs betreffen, einer Entsiegelung nicht zugänglich (siehe vorne E. 2.1). Aus der angefochtenen Verfügung geht auch nicht hervor, dass die in Dispositivziffer 3 genannten Rechtsvertreter in der gegen die Beschwerdeführerin geführten Strafuntersuchung mitbeschuldigt wären und eine Entsiegelung und Durchsuchung der fraglichen Unterlagen unter diesem Aspekt zulässig wäre (siehe Art. 264 Abs. 1 lit. c StPO; BGE 141 IV 77 E. 5.2; Urteil 7B_554/2023 vom 23. April 2024 E. 4.3). Wie die Beschwerdeführerin zutreffend vorbringt, liegen sodann auch keine Hinweise vor, dass die genannten Rechtsvertreter durch die Beschwerdeführerin von ihrer beruflichen Geheimhaltungspflicht entbunden worden wären (vgl. Art. 171 Abs. 2 lit. b und Abs. 3 StPO) und eine Entsiegelung der fraglichen Dokumente allenfalls unter diesem Gesichtspunkt zulässig wäre (siehe BGE 147 IV 27 E. 4.8; BOMMER/GOLDSCHMID, in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 36 f. zu Art. 264 StPO).