Citation: I 526/02 27.08.2003 E. 4

4.1 Die Versicherte selbst teilte der IV-Stelle mit Schreiben vom 25. Januar 2001 mit, sie sei zwangsweise in die Psychiatrische Klinik M.________ eingewiesen worden. Auf Veranlassung der Versicherten erstattete sodann auch Dr. med. T.________ der IV-Stelle am 6. April 2001 einen Bericht, worin er u.a. Folgendes festhielt: "Im Wesentlichen besteht ein ausgeprägtes Fibromyalgie-Syndrom. Schwerwiegende psychische Probleme sind offensichtlich und werden auch entsprechend behandelt." Sowohl der Bericht des Dr. med. T.________ als auch das Schreiben der Versicherten vom 25. Januar 2001 enthielten neue Elemente tatsächlicher Natur, die auf eine erhebliche, seit der Rentenverfügung vom 20. Januar 2000 eingetretene Änderung des medizinischen Sachverhaltes hindeuteten, mithin Revisionsgründe. Denn in dem der Rentenverfügung vom 20. Januar 2000 zu Grunde liegenden R.________-Gutachten war in rheumatologischer Hinsicht das Vorliegen einer Fibromyalgie ausdrücklich verneint und psychopathologisch lediglich eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert worden. Davon, dass die Versicherte an einer so schwerwiegenden psychischen Krankheit leiden könnte, dass zufolge Selbst- oder Fremdgefährdung eine zwangsweise Einweisung in eine psychiatrische Klinik auf dem Wege des fürsorgerischen Freiheitsentzuges (Art. 397a ff. ZGB) in Betracht kommen könnte, enthielt das R.________-Gutachten nicht den geringsten Anhaltspunkt. Aus dem Bericht der Psychiatrischen Klinik M.________ vom 2. April 2001 geht hervor, dass die Versicherte am 27. Dezember 2000 (gemäss Protokoll der Psychiatrischen Klinik M.________ vom 28. März 2001 erfolgte der Eintritt bereits am 25. Dezember 2000) durch den Bezirksarzt des Bezirkes S.________ mit der Verdachtsdiagnose einer "psychotischen Entwicklung" und wegen "vermuteter Fremdgefährdung der Nachbarn" gestützt auf Art. 397a ZGB zwangsweise hospitalisiert und am 12. Januar 2001 mit der Weisung, sich einer ambulanten, psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen, wieder entlassen wurde. Während des Spitalaufenthaltes ergaben sich keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer schizophrenen Psychose. Hingegen blieb die Differenzialdiagnose einer chronischen, wahnhaften Störung offen. Als gesicherte Diagnose wurde diejenige einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und querulatorischen sowie histrionischen Zügen gestellt und eine ambulante, psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung als dringend notwendig erachtet. 4.2 Zusammenfassend ergibt sich aus den erwähnten Unterlagen, dass bei der Versicherten im Dezember 2000 eine schwerwiegende, psychische Krankheit ausbrach, welche dringend einer spezialärztlichen stationären Behandlung bedurfte. Ausserdem diagnostizierte Dr. med. T.________ gemäss Bericht vom 6. April 2001 in körperlicher Hinsicht ein ausgeprägtes Fibromyalgie-Syndrom. Beim einen wie beim andern handelte es sich um neue, für den Rentenanspruch relevante, medizinische Sachverhaltselemente, deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der Versicherten ergänzende Abklärungen unabdingbar machten. Indem die IV-Stelle über die diesbezüglichen Hinweise im Bericht des Dr. med. T.________ vom 6. April 2001 und im Schreiben der Versicherten vom 25. Januar 2001 einfach hinweg ging bzw. diese als unerheblich betrachtete und das Revisionsverfahren ohne weitere Abklärung der psychischen Erkrankung der Versicherten sowie des von Dr. med. T.________ festgestellten Fibromyalgie-Syndroms mit angefochtener Verfügung vom 7. Februar 2002 abschloss, verletzte sie Bundesrecht. Da sich auch die Begründung des vorinstanzlichen Entscheides, womit die AHV/IV Rekurskommission des Kantons Thurgau die Verfügung der IV-Stelle vom 7. Februar 2002 schützte, als bundesrechtswidrig erweist (Erw. 3.3 hievor), ist die Streitsache - unter Aufhebung des kantonalen Entscheides vom 16. Juli 2002 und der Verwaltungsverfügung vom 7. Februar 2002 - an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie nach Durchführung der erforderlichen ergänzenden Abklärungen neu verfüge.