Citation: 1A.41/2003 12.09.2003 E. 4

Konnte somit das Kantonsgericht ohne Verfassungsverletzung davon ausgehen, die vom Beschwerdeführer eigenmächtig vorgenommene Sanierung sei nicht nur formell, sondern auch materiell baupolizeirechtswidrig, ist zu prüfen, ob sich die Wiederherstellungsverfügung als verfassungsmässig erweist. Der Beschwerdeführer macht geltend, sie sei wegen der ihm anfallenden hohen Kosten unverhältnismässig. Zudem bestehe als mildere Massnahme die Möglichkeit, die Dachhaut mit dunkler Farbe zu streichen, womit das sanierte Dach den Anforderungen des Orts- und Landschaftsschutzes genüge. 4.1 Eine Wiederherstellungsverfügung erweist sich dann als unverhältnismässig, wenn die Abweichung vom Gesetz gering ist und die berührten allgemeinen Interessen den Schaden, der dem Eigentümer durch den Abbruch entstünde, nicht zu rechtfertigen vermögen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann sich sowohl der gut- wie der bösgläubige Bauherr auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit berufen. Letzterer muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Gewicht beilegen und die dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen (BGE 111 Ib 213 E. 6b S. 224). 4.2 Das Überstreichen der Dachhaut mit dunkler Farbe ist nicht geeignet, den das Ortsbild erheblich störenden Charakter der Kunststoff-Beschichtung mit Erfolg zu kaschieren. Abgesehen von der vom Kantonsgericht bezweifelten Machbarkeit bliebe diese als geleeartiger Überzug ein Fremdkörper im geschützten Ortsbild, der nicht bewilligungsfähig ist. Wie die Kantonale Heimatschutzkommission in ihrem Bericht zum nachträglichen Bewilligungsverfahren vom 1. Mai 2001 zu Recht festhält, hat "eine Kunststoffbeschichtung auf einem Natursteinplattendach eines alten Wohngebäudes in den Alpen nichts verloren". Der Beschwerdeführer bleibt damit den Nachweis schuldig, dass es auch mit einer milderen Massnahme möglich wäre, die umstrittene Sanierung mit dem materiellen Baupolizeirecht in Übereinstimmung zu bringen. 4.3 Die Rüge, die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes sei wegen der für ihn anfallenden Kosten unverhältnismässig, begründet der Beschwerdeführer nicht in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise. In der vom Kantonsgericht im angefochtenen Entscheid geschützten Wiederherstellungsverfügung wird dem Beschwerdeführer auferlegt, "die Dichtungsmasse auf dem Natursteinplattendach zu entfernen" (Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung der Kantonalen Baukommission vom 11. September 2000). Was diese Massnahme schätzungsweise kosten würde, legt der Beschwerdeführer nicht dar, und er bleibt damit jeden Nachweis dafür schuldig, dass sie ihn unverhältnismässig hart treffen würde. Dass die fachgerechte Sanierung des Daches nach der Berechnung des Beschwerdeführers mit 60'000 Franken rund dreimal teurer sei als die von ihm gewählte Methode, ist eine andere Frage. Abgesehen davon erscheint es fraglich, ob die Eigentümer diese Summe allein aufbringen müssten, da für derartige Vorhaben möglicherweise erhebliche Beiträge der öffentlichen Hand erhältlich sind [nach einem Zeitungsartikel in den Akten 40 % der Baukosten], was der Beschwerdeführer, der als Architekt mit derartigen Fragestellungen vertraut sein muss, leicht hätte abklären können. Es hätte am Beschwerdeführer gelegen, dies abzuklären und bei der Begründung seiner Rüge, der angefochtene Entscheid treffe ihn unverhältnismässig hart, allenfalls hilfsweise anzuführen. Auf seine ungenügend begründete Rüge ist nicht einzutreten.