Citation: 8C_346/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Im Zusammenhang mit der erkannten wirtschaftlich unverwertbaren Restarbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz eine unvollständige, rechtsfehlerhafte Würdigung des ärztlich ermittelten Belastbarkeitsprofils vor. Dr. med. C.________ gab in ihrem Gerichtsgutachten bezüglich der funktionellen Einschränkungen und der Arbeitsfähigkeit an, der Beschwerdegegner verfüge über deutlich vorhandene Ressourcen. Sie begrüsse aus therapeutischer Sicht die Umsetzung der Arbeitsfähigkeit. Bei der Würdigung seiner Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen wies sie darauf hin, dass er fünf Sprachen spreche (Arabisch, Französisch, Englisch, Deutsch und Italienisch) und dementsprechend sprachgewandt sei. Belastend sei sein lediglich kleines soziales Umfeld, in dem er die Rolle des Hilfsbedürftigen einnehme. Zum Belastungsprofil gab sie an, aufgrund der mittelgradig eingeschränkten Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, seiner eingeschränkten Durchhaltefähigkeit und Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie der schwer eingeschränkten Gruppenfähigkeit sei eine Tätigkeit erforderlich, in welcher der Beschwerdegegner weitgehend alleine, ohne Einbindung in ein Team arbeiten könne. Es bedürfe eines ruhigen Umfeldes mit wenig Kundenkontakt. In einer Tätigkeit, die er darüber hinaus im Rahmen seiner narzisstischen Struktur für sich als angemessen halte, bestehe aufgrund seiner guten Durchsetzungsfähigkeit überwiegend wahrscheinlich eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Sie verwies dabei auf Übersetzungstätigkeiten oder auch auf das Verfassen von Texten/Reden in unterschiedlichen Zusammenhängen. Störungsbedingt sei die Motivation und damit die Durchhaltefähigkeit leistungsmindernd erheblich eingeschränkt in Tätigkeiten, die er nicht als angemessen erachte. Sie hielt fest, dass vor allem seine Gruppenfähigkeit, seine Anpassung an vorgegebene Strukturen und seine Unterordnung unter Autoritäten zu einer Beeinträchtigung seiner Arbeitsfähigkeit führten. Die festgestellten Inkonsistenzen bezeichnete sie als teilweise störungsimmanent und betonte, dass der funktionelle Schweregrad der Störung sehr davon abhänge, in welchem Kontext sich der Beschwerdegegner befinde. In einem Umfeld, in dem er sich wertgeschätzt fühle und bei einer Tätigkeit, die er als angemessen empfinde, sei nur eine leichte Störung anzunehmen.