Citation: 8C_55/2022 E. 6.3.1

6.3.1. Der Beschwerdeführer wendet ein, die statistische Auswertung des Büros für Arbeits-und Sozialpolitische Studien BASS AG vom 8. Januar 2021 zeige auf, dass die Werte für die Einkommen von gesundheitlich angeschlagenen Personen wesentlich zu hoch angesetzt seien. Die heutige Handhabung der LSE führe zur Annahme eines fiktiven Arbeitsmarkts und zu weitgehend fiktiven Lohnniveaus. Beides sei durch das Gesetz nicht mehr gedeckt und schon gar nicht mehr im Sinne der obligatorischen Unfallversicherung. Diese sei geschaffen worden, um die realen Folgen einer unfallbedingten Einschränkung - bereinigt um konjunkturelle Faktoren - auszugleichen. Die BASS-Studie zeige, dass der Medianwert der Personen mit einer gesundheitlichen Einschränkung nicht beim Gesamtmedianwert der Lohnstatistik stehe, sondern beim 1. Quartil. Es dränge sich auf, diesen Quartilwert als Referenzgrösse für die Annahme des Invalideneinkommens heranzuziehen. Als Ausgangswert für dessen Berechnung müsse LSE 2018, Tabelle 11, 1. Quartil, Männer ohne abgeschlossene Berufsausbildung und ohne Kaderfunktion, gelten (= Fr. 4354.-). Bleibe es bei der rein quantitativen Beurteilung "Ganztagestätigkeit = 100 % Arbeitsfähigkeit", müssten selbstverständlich spezifische, qualitativ gravierend einschränkende Komponenten zusätzlich in Form eines leidensbedingten Abzugs berücksichtigt werden, der hier 10 % betrage. Hiervon ausgehend resultiere für das Jahr 2020 ein Invalideneinkommen von Fr. 49'908.- und verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 86'000.- ein Invaliditätsgrad von 42 %. Selbstverständlich müssten die neuen, besseren und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse sofort und nicht erst in ein paar Jahren angewendet werden. Weitere Justierungen im Sinne des Vorschlags der interdisziplinären Arbeitsgruppe Tabellenlöhne-LSE (SZS 6/2021) könnten dann in einem weiteren Schritt erfolgen. Es gebe jedenfalls keinen Grund, am objektiv falschesten Werkzeug zur Ermittlung des Invalidenlohns, den allgemeinen LSE-Medianwerten, festzuhalten. Wolle man es im Sinne einer optimalen Einzelfallgerechtigkeit genau wissen, sei die Sache an die Suva zurückzuweisen, damit sie das Invalideneinkommen auf der Basis des Job-Matching-Tools ermittle.