Citation: 6B_1118/2023 E. 2.6.2

2.6.2. Der Beschwerdeführer kritisiert in diesem Zusammenhang, es sei aktenwidrig, dass er nicht geltend gemacht habe, mit D.________ ab Januar 2005 einen Strategiewechsel vereinbart zu haben (Beschwerde S. 16 f. N. 55). Zwar steigt und fällt die Umsatzhäufigkeit im Normalfall mit der Höhe des eingegangenen Anlagerisikos, d.h. bei eher risikogeneigten Kunden ist eine wesentlich häufigere Umschichtung vertretbarer als bei konservativ orientierten (vgl. NINA NESTLER, a.a.O., S. 34 f.; MANUEL LORENZ, a.a.O., Rn. 71 S. 41; je mit Hinweis). Der Einwand des Beschwerdeführers ist dennoch unbehelflich, zumal eine Anpassung der vorerwähnten tatsächlichen Feststellung der Vorinstanz keinen Einfluss auf den Ausgang dieses Verfahrens hätte. Selbst wenn die aktivere Handelsstrategie und folglich das entsprechend höhere Handelsvolumen ab Januar 2005 in Absprache mit bzw. gar auf Wunsch der Kundin erfolgt sein sollte, vermag dies nichts daran zu ändern, dass die bei ihr für die inkriminierte Zeit errechneten turn-over-Raten von 18.37 bzw. 18.78 (annualisierte Quote von 55.11) massiv über den von der Vorinstanz beigezogenen Kennzahlen liegen, welche die amerikanische Rechtsprechung entwickelt hat. Danach hat sich für konservative Konten die 2/4/6-Formel herauskristallisiert. Übermässiges Umschichten wird bei normalen Anlagezielen bei einer turn-over-Rate von 2 indiziert, bei einer turn-over-Rate von 4 vermutet und bei einer turn-over-Rate von 6 kann mit begründetem Verdacht auf übermässiges Umschichten geschlossen werden. Dabei kann eine zulässige turn-over-Rate bei spekulativ ausgerichteten Anlegern auch höher und bei konservativen dementsprechend niedriger liegen; denn diese Regel wird nicht starr, sondern recht flexibel gehandhabt (MANUEL LORENZ, a.a.O., Rn. 84 S. 45 f.; vgl. hierzu auch NINA NESTLER, a.a.O., S. 38 f.). Der Schluss der Vorinstanz, die turn-over-Rate bei D.________ stelle ein starkes Indiz für eine übermässige Umschichtung dar, ist somit auch dann nicht zu beanstanden, wenn die aktivere Handelsstrategie ab Januar 2005 auf ihren Wunsch hin erfolgte.