Citation: 6B_729/2019 E. 2.2.3

2.2.3. Die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. So lässt sich die Aussage des Beschwerdegegners 2 gegenüber einem Nachbarn, wonach er die Beschwerdeführerin "kaputt machen" werde und dass er fast "einen Blödsinn" gemacht hätte, vor dem Hintergrund des laufenden Scheidungsverfahrens nicht eindeutig in der Weise interpretieren, dass er die Beschwerdeführerin hätte töten wollen oder sich während der Tat einer Lebensgefahr klar bewusst gewesen wäre. Letzteres würde im Übrigen, wie dargelegt, für eine Strafbarkeit nach Art. 129 StGB nicht genügen. Mit Bezug auf den Vorwurf der versuchten Tötung bringt die Beschwerdeführerin sodann nichts vor, was den Ausschluss von Eventualvorsatz als willkürlich oder bundesrechtswidrig erscheinen lässt. Dies ist, wie gesagt, nicht ersichtlich, zumal nicht leichthin Vorsatz anzunehmen resp. von einem möglichen Wissen auf das Wollen zu schliessen ist. Wenn die Beschwerdeführerin diesbezüglich geltend macht, jeder Durchschnittsmensch wisse, dass Würgen zum Tod führen könne, so ist dies zwar richtig, damit ist jedoch für die Willenskomponente bzw. die Inkaufnahme des Erfolges nichts gewonnen. In diesem Zusammenhang ist zudem sehr wohl entscheidend, ob es sich um ein zweimaliges Würgen während je höchstens sechs Sekunden oder um ein einmaliges Würgen von doppelter Dauer handelte. Letzteres ist aber weder in der Anklage umschrieben noch erstellt. Indem die Beschwerdeführerin implizit ein Würgen während 12 Sekunden behauptet, entfernt sie sich vom für das Bundesgericht verbindlich festgestellten Sachverhalt, ohne Willkür darzutun. Auch schadet es nicht, dass die Vorinstanz nicht in allen Einzelheiten darlegt, weshalb sie einen Eventualvorsatz verneint. Die wesentliche Begründung ist ihren Erwägungen klar zu entnehmen. Hinsichtlich des Tatbestands der Gefährdung des Lebens rügt die Beschwerdeführerin zwar zu Recht, dass die Vorinstanz die Tragweite der Norm zu verkennen scheint, wenn sie ausführt, es gebe keine Anzeichen dafür, dass der Beschwerdegegner 2 die Beschwerdeführerin habe töten wollen. Art. 129 StGB verlangt Vorsatz nur mit Bezug auf die Lebensgefahr, nicht auch den Eintritt des Todes (vgl. oben E. 2.2.2). Nachdem die Vorinstanz den erforderlichen direkten Vorsatz des Beschwerdegegners 2 bezüglich einer Lebensgefahr aber nachvollziehbar verneint (vgl. E. 2.2.1 und E. 2.2.2), erweist sich ihre rechtliche Würdigung im Ergebnis als bundesrechtskonform.