Citation: 6B_1019/2009 11.03.2010 E. 4

4.1 Im Zivilpunkt hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe wissentlich eine inhaltlich falsche Honorarnote über Fr. 107'600.-- eingereicht. Wie er das in der Folge von der Beschwerdegegnerin 1 übertragen erhaltene Geld verwendet habe, sei für sein Rechtsverhältnis zur Gläubigerin, welcher unstreitig ein Vermögensschaden in der entsprechenden Höhe erwachsen sei, ohne Belang (angefochtenes Urteil S. 18-20). 4.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, er habe den Betrag von Fr. 107'600.-- ungeschmälert W.________ überwiesen und sei damit sofort wieder entreichert worden. Die Forderung der Beschwerdegegnerin 1 richte sich gegen den Haupttäter W.________ und nicht gegen ihn als dessen Hilfsperson. Selbst wenn er aber als - diesfalls höchstens solidarisch - haftbar erklärt werde, so müsse sich die Beschwerdegegnerin 1 jedenfalls das Verschulden ihrer Hilfspersonen V.________ und W.________ unter dem Titel Selbstverschulden anrechnen lassen, was gestützt auf Art. 44 OR zu einer Ermässigung seiner Ersatzpflicht zu führen habe. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass W.________ heute über keine finanziellen Mittel mehr verfüge, weshalb er nicht mit Erfolg auf diesen Regress nehmen könnte (Beschwerde S. 14-17). 4.3 Der Beschwerdegegnerin 1 ist durch ihre gestützt auf die inhaltlich unrichtige Honorarnote erfolgte Überweisung der Fr. 107'600.-- an den Beschwerdeführer ein Vermögensschaden erwachsen. Ihr Rückforderungsanspruch richtet sich (zumindest auch) gegen den unberechtigten Empfänger des Geldes, sprich gegen den Beschwerdeführer. Dass dieser den erhaltenen Betrag in der Folge an W.________ weitergeleitet hat, braucht die Beschwerdegegnerin 1 ebenso wenig zu interessieren wie die Frage, ob der Beschwerdeführer mit Erfolg auf W.________ Regress nehmen kann. Beide Aspekte sind, wie die Vorinstanz zutreffend betont, für das Rechtsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin 1 ohne Relevanz. Auch aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 1 den Betrag (allenfalls) nicht nur vom Beschwerdeführer als Gehilfen, sondern auch von den beiden Haupttätern V.________ und W.________ hätte zurückfordern können, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die in Art. 50 OR statuierte solidarische Haftbarkeit dient der Besserstellung des Geschädigten, und es bleibt diesem überlassen, ob er die Haupttäter oder den Gehilfen ins Recht fassen will (vgl. zum Ganzen Roland Brehm, Berner Kommentar, 3. Aufl. 2006, Art. 50 OR N. 36 ff. und 54 ff.; siehe auch Anton K. Schnyder, in: Basler Kommentar Obligationenrecht I, 4. Aufl. 2007, Art. 50 OR insb. N. 14). Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, die Beschwerdegegnerin 1 müsse sich das Verhalten ihrer Hilfspersonen anrechnen lassen, ist seine Argumentation nicht stichhaltig. V.________ und W.________ haben mit ihrem deliktischen Handeln die Beschwerdegegnerin 1 geschädigt und insoweit nicht in einer Hilfspersonenfunktion agiert, weshalb für eine Reduktion der Ersatzpflicht des Beschwerdeführers unter dem Titel eines Selbstverschuldens der Beschwerdegegnerin 1 nach Art. 44 OR kein Anlass besteht.