Citation: 1C_28/2021 E. 7.3.2

7.3.2. Angesichts des verbindlich festgestellten Neigungsverhältnisses von 6,5:3 konnte die Vorinstanz ohne Willkür annehmen, bei der streitbetroffenen Stützmauer sei die Standfestigkeit im Sinne von § 52 Abs. 1 BauG/AG aktuell nicht gegeben (vgl. dazu auch die von der Vorinstanz analog angewendete Ordnung von § 19 Abs. 3 ABauV/AG und § 28 Abs. 3 BauV/AG, wonach bei Böschungen mit Neigungsverhältnissen von mehr als 2:3 [Höhe:Breite] der Böschungsfuss bzw. die Böschungsoberkante einen Grenzabstand von 60 cm einhalten muss). Die Beschwerde ist folglich insoweit, als damit eine uneingeschränkte Erteilung der Bewilligung verlangt wird, abzuweisen. Soweit eine (Wieder-) Herstellung der Standfestigkeit der Mauer unter Einhaltung der massgebenden Vorschriften möglich sein sollte, könnte jedoch die Bewilligung unter Bedingungen und/oder Auflagen erteilt werden. Ob dies der Fall ist, ist im Sinne des im Verwaltungsrecht geltenden Grundsatzes der Verhältnismässigkeit (vgl. Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV) zu prüfen (vgl. Urteil 1C_619/2017 vom 29. August 2018 E. 6.3 mit Hinweis). Von Bedingungen abhängig zu machen wäre die Bewilligung gegebenenfalls, soweit die Umsetzung von Massnahmen, die zur Herstellung der Standfestigkeit der Stützmauer auf der Parzelle der Beschwerdeführerin unabdingbar sind, von den Beschwerdegegnern (und nicht ausschliesslich von der Beschwerdeführerin) abhängt. Von Auflagen abhängig zu machen wäre die Bewilligungserteilung hingegen, soweit die Umsetzung von Massnahmen zur Herstellung der Standfestigkeit der Stützmauer ausschliesslich vom Willen der Beschwerdeführerin abhängt. Die Vorinstanz hat nicht geprüft, ob die Bewilligung in der genannten Weise unter Bedingungen und/oder Auflagen erteilt werden kann. Insbesondere klärte sie nicht, ob die Beschwerdeführerin - ohne die Höhen- und Abstandsvorschriften zu verletzen - geeignete Massnahmen für die Herstellung der Standfestigkeit der (oberen) Stützmauer ergreifen könnte, wenn für deren Höhe bzw. das "niedriger gelegene Terrain" im Sinne von § 19 Abs. 1 lit. a ABauV/AG die auf den erwähnten Karten orange eingezeichnete Linie des aktuellen Terrains massgebend ist. Da zur Beantwortung der entsprechenden Fragen weitere Sachverhaltserhebungen notwendig sind, ist die Sache in diesem Punkt zu weiterer Sachverhaltsabklärung und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Anzumerken bleibt, dass im vorliegenden Verfahren nicht zu entscheiden ist, wer die Kosten für allfällige Massnahmen auf dem Grundstück der Beschwerdegegner zu übernehmen hätte.