Citation: 6B_1093/2022 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt im Wesentlichen, aus den Akten ergebe sich, dass der Beschwerdeführer spätestens ab dem 4. April 2022 in der Lage gewesen sei, ein Fristwiederherstellungsgesuch und damit auch eine Berufungserklärung zu verfassen. In seiner Eingabe vom 21. März 2022 sei er selber davon ausgegangen, der Säumnisgrund falle voraussichtlich ab dem 4. April 2022 weg. Zudem habe er am 20. April 2022 anlässlich eines Telefonats mit der zuständigen Gerichtsschreiberin erklärt, es gehe ihm inzwischen besser und er sei dabei, die Rechtsschriften zu verfassen. Er werde diese innert der von ihm berechneten Frist einreichen. Innerhalb dieser Frist habe der Beschwerdeführer denn auch ein mit 3. Mai 2022 datiertes Fristwiederherstellungsgesuch eingereicht. In dessen Begründung habe er das Datum des Wegfalls des Säumnisgrunds zwar vom 4. auf den 19. April 2022 verschoben, weil er trotz der vom Hausarzt nunmehr lediglich noch im Umfang von 50 % bescheinigten Arbeitsunfähigkeit bis zum 18. April 2022 ausserstande gewesen sei, die Prozessunterlagen zu sichten und das erstinstanzliche Urteil durchzuarbeiten. Damit sei der Beschwerdeführer jedoch nicht zu hören. Vielmehr belege das begründete Fristwiederherstellungsgesuch, dass er in der Lage gewesen sei, bis zum Ablauf der von ihm ursprünglich berechneten Frist eine Rechtsschrift zu verfassen. Damit wäre es ihm aber auch möglich gewesen, zugleich eine Berufungserklärung einzureichen oder einen Vertreter damit zu beauftragen. Dies gelte vorliegend umso mehr, als der Beschwerdeführer seine Ehefrau innert der gesetzlichen Frist zur Einreichung einer Berufungserklärung auch habe instruieren können, ein Schreiben an das Gericht betreffend Fristwiederherstellung zu verfassen (Beschluss S. 5 f. E. 6). Die Vorinstanz kommt zum Schluss, die 30-tägige Frist zur Stellung eines Fristwiederherstellungsgesuches habe am 4. April 2022 zu laufen begonnen. Da der Beschwerdeführer seine Berufungserklärung erst am 19. Mai 2022 eingereicht habe, habe er die versäumte Verfahrenshandlung nicht innert Frist (Art. 94 Abs. 2 StPO) nachgeholt. Folglich sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer innert der Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO keine Berufungserklärung eingereicht habe, weshalb auf seine Berufung nicht einzutreten sei (Beschluss S. 6 f. E. 7).