Citation: 4A_449/2023 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin macht wiederholt geltend, die Vorinstanz sei zu Unrecht von einer gesetzeskonformen Eröffnung des erstinstanzlichen Urteils ausgegangen. Im Wesentlichen macht sie geltend, die korrekte Zustelladresse sei die C.________ AG, U.________strasse, V.________, was dem Gericht aufgrund der Anwaltskorrespondenz bekannt gewesen sei. Sie habe nach dem Grundsatz von Treu und Glauben darauf vertrauen dürfen, dass die neue Adresse im System der Erstinstanz hinterlegt sei. Die Zustellung der Vorladung sowie des Urteilsdispositivs sei jedoch an folgende falsche Adresse erfolgt: D.________ AG, W.________strasse, X.________. Der Empfänger der gerichtlichen Zustellungen (Herr E.________) sei auch keine zur Zustellung bevollmächtigte Person und stehe in keiner Beziehung zur C.________ AG. Sie und ihr Rechtsvertreter hätten demnach keine Kenntnis von der Vorladung, der Hauptverhandlung, des Urteils oder der Urteilszustellung gehabt. Mithin könne auch nicht die Zustellungsfiktion von Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO greifen. Dementsprechend sei keine rechtmässige Zustellung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erfolgt. Das Urteil vom 17. April 2023 sei ihr demnach auch erst am 19. Juni 2023 zugestellt worden, weshalb die Frist zur Beantragung einer Urteilsbegründung gewahrt worden sei.