Citation: 1B_25/2019 E. 2.5

2.5. Wie sich aus den Aussagen der Befragten ergibt, hat niemand gesehen, wie der Beschwerdeführer in die Tiefe stürzte. Fest steht, dass das Treppenloch am Morgen des 15. April 2011 mit Brettern zugedeckt und somit gesichert war. Damit bestand keine Gefahr für einen Absturz. Der Polier beauftragte ungefähr eine halbe Stunde vor dem Absturz einen seiner Arbeiter, um das Treppenloch eine Abschrankung ("Brustwehr") zu erstellen; dies im Hinblick auf das spätere Entfernen der Bretter, die offenbar dem Subunternehmer gehörten, für welchen der Beschwerdeführer tätig war. Da der Polier sah, dass das Loch zugedeckt war, erlaubte er seinem Arbeiter, vor der Erstellung der Brustwehr eine andere Tätigkeit auszuführen. Jemand muss in der Folge die Bretter über dem Treppenloch entfernt haben, ohne dass zuvor die Brustwehr erstellt worden wäre. Wer die Bretter entfernte, konnte nicht eindeutig geklärt werden. Ein Kollege des Beschwerdeführers, der wie dieser für denselben Subunternehmer tätig war, gibt an, dass nur der Beschwerdeführer selber die Bretter entfernt haben konnte. Wie es sich damit verhält, kann dahingestellt bleiben. Jedenfalls deutet nichts darauf hin, dass der Polier gesehen hat, dass die Bretter entfernt wurden, und sich dann untätig mit der dadurch geschaffenen Gefahr abgefunden hat. Alle Befragten gaben an, sie hätten erst, als sie bei der Betreuung des Beschwerdeführers nach oben geblickt hätten, gesehen, dass die Bretter entfernt worden seien. Der Bauführer bezeichnete den Polier als sehr verantwortungsbewusst und gewissenhaft, was die Sicherheit betrifft. Dieser stand nach dem Sturz des Beschwerdeführers sodann unstreitig massiv unter Schock. Unter diesen Umständen spricht nichts dafür, dass der Polier den Sturz des Beschwerdeführers als möglich vorausgesehen und in Kauf genommen hat. Eventualvorsatz scheidet damit klar aus. Wenn die Vorinstanz die Ausdehnung des Strafuntersuchung auf den Verdacht der eventualvorsätzlichen schweren Körperverletzung abgelehnt hat, verletzt das daher kein Bundesrecht.