Citation: 1B_355/2020 E. 5.1

5.1. Im schriftlichen Beschlagnahmebefehl, der von der Staatsanwaltschaft am 13. März 2020 nachgereicht wurde, werden dem Beschuldigten Vergehen gegen das Waffengesetz, Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz und Hehlerei vorgeworfen. Von einem Verdacht von strafbarer Pornografie ist darin nicht die Rede. Ebenso wenig wird dort dargelegt, dass sich auf dem beschlagnahmten Laptop pornografisches Material befinde oder befunden habe. Soweit die Staatsanwaltschaft es versäumt hat, solche neuen Verdachts- und Beschlagnahmegründe im vorinstanzlichen Verfahren rechtzeitig vorzubringen, konnte das Kantonsgericht diese bei seinem Beschwerdeentscheid gar nicht berücksichtigen. Nach den vorliegenden Akten wurden weder der den Laptop betreffende Ermittlungsbericht der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden vom 20./28. Mai 2020 der Vorinstanz vorgelegt, noch der forensisch-technische Bericht der Kantonspolizei St.Gallen vom 24. Januar 2020. Aber selbst wenn die nachträglichen Vorbringen der Staatsanwaltschaft nicht unter das gesetzliche Novenverbot (Art. 99 BGG) fielen, erschiene eine Weiterdauer der Beschlagnahme des Laptops - auch materiell - in mehrfacher Hinsicht problematisch: