Citation: 7B_1232/2024 E. 4.2

4.2. Aus den Erwägungen des Berufungsurteils vom 28. September 2023, auf welche die Vorinstanz verweist (angefochtene Verfügung E. 2.2.4 S. 4), geht hervor, dass die Berufungserklärung des Beschwerdeführers vom 29. August 2022 datiert. Am 17. August 2023 habe die erste und am 22. September 2023 die zweite Berufungsverhandlung stattgefunden, wobei in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen sei, dass die Verteidigerin des Beschwerdeführers zusätzlich Einvernahmen beantragt und mit vier Fristerstreckungsgesuchen selbst für eine gewisse Verzögerung des Berufungsverfahrens gesorgt habe. Insgesamt habe das Verfahren vor Obergericht bis zur Zustellung des begründeten Urteils jedoch mehr als 2 Jahre gedauert, was auch unter Berücksichtigung des Umfangs des Falls sowie der sich in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht stellenden Fragen, als zu lang erscheine. Die Vorgabe von Art. 408 Abs. 2 StPO, wonach das Berufungsgericht innerhalb von 12 Monaten zu entscheiden habe, sei vorliegend nicht eingehalten worden. Desgleichen gelte für die in Art. 84 Abs. 4 StPO statuierte Ordnungsfrist, nach welcher das vollständig begründete Urteil den Parteien innert 60 Tagen, ausnahmsweise innert 90 Tagen, zuzustellen sei. Bei einer Gesamtbetrachtung sei von einer nicht mehr leichten Verletzung des Beschleunigungsgebots im Berufungsverfahren auszugehen. Dieser sei mit einer Strafminderung im Umfang von 4 Monaten angemessen Rechnung zu tragen. Zudem sei die Verletzung im Urteilsdispositiv aufzunehmen (vgl. Urteil des Berufungsgerichts vom 28. September 2023 E. 8.6.9 S. 66 f.).