Citation: 8C_273/2019 E. 4

Das kantonale Gericht stellte fest, die Arbeitslosenkasse habe in Ziffer 8 ihrer Unfallmeldung für arbeitslose Personen vom 24. Mai 2012 fälschlicherweise angegeben, bis zum Unfallzeitpunkt (12. April 2012) seien die Anspruchsvoraussetzungen für Arbeitslosenentschädigung gemäss Art. 8 AVIG erfüllt gewesen. Dabei habe die Kasse gewusst oder hätte bei gebotener Sorgfalt wissen müssen, dass diese Angaben Entscheidungsgrundlage für die Suva hinsichtlich der Frage der Unfallversicherungsdeckung und der daraus allenfalls resultierenden Leistungspflicht bildete. Die Frage nach den letztmals erfüllten Anspruchsvoraussetzungen sei nicht den Tatsachen entsprechend beantwortet worden und stelle eine rechtswidrige Handlung dar (Art. 45 Abs. 2 bis UVG i.V.m. Art. 53 Abs. 1 und 3 UVV). Weiter könne der Suva selber keine unsorgfältige, zum Haftungsausschluss führende Prüfung der Versicherungsdeckung vorgeworfen werden. Es habe für sie zu keinem Zeitpunkt Anlass bestanden, eigene Abklärungen hinsichtlich der Anspruchsvoraussetzungen nach AVIG vorzunehmen. Sie habe sich auf die diesbezügliche Meldung der Arbeitslosenkasse verlassen dürfen, weshalb kein die Kausalität unterbrechendes Selbstverschulden vorliege. Ferner sei die einjährige Verjährungsfrist gewahrt. Die Suva habe frühestens mit der telefonischen Mitteilung der Arbeitslosenkasse, der Versicherte habe von November 2011 bis April 2012 Krankentaggelder bezogen, gewusst, dass sie nicht leistungspflichtig gewesen sei. Über die Höhe des Schadens habe sie erst am 19. Juni 2015, mit der begründeten Ablehnung der Rückerstattung der Unfalltaggelder durch den Krankentaggeldversicherer, hinreichende Kenntnis erhalten. Die Suva habe demnach nicht bereits am 6. Februar 2015 mit dem Eingang der angeforderten monatlichen Abrechnungen der ausbezahlten Arbeitslosentaggelder erkannt, dass im Unfallzeitpunkt keine Versicherungsdeckung bestanden habe. Erst mit der E-Mail vom 27. April 2015 habe die (nunmehrige) Beschwerdeführerin schliesslich nach entsprechender Mahnung bestätigt, dass der Versicherte letztmals am 14. Dezember 2011 Arbeitslosentaggeld erhalten habe. Die Schadenersatzforderung sei daher fristgerecht erfolgt. Ferner habe die Beschwerdegegnerin weder vom Versicherten noch von der Krankenversicherung ihre Taggeldleistung im Umfang von Fr. 117'524.65 erfolgreich zurückfordern können. Die Arbeitslosenkasse hafte somit für den der Beschwerdegegnerin entstandenen Schaden.