Citation: 8C_286/2023 E. 4.2

4.2. Die Suva wendet im Wesentlichen ein, nicht eintreten dürfen hätte die Vorinstanz auf den Eventualantrag der Beschwerdegegnerin, wonach die Differenzlohnsumme so zu berechnen sei, dass ausschliesslich die verrechneten Stunden exkl. Mehrwertsteuer (MWST) herangezogen würden. Denn Streitgegenstand gemäss Einsprache der Beschwerdegegnerin vom 22. Februar 2022 und deren Einspracheergänzung vom 19. April 2022 sei einzig gewesen, ob es sich bei den betreffenden Zahlungen um Lohn gehandelt habe. Mit keinem Wort (Antrag, Begründung) sei etwas zur Bemessung bzw. zur Lohnhöhe gesagt worden. Der vorinstanzliche Eventualantrag der Beschwerdegegnerin habe damit über den Streitgegenstand hinaus gezielt. Die Vorinstanz habe auch das Rügeprinzip verletzt, wonach die Rechtspflegeinstanz (Suva) nicht zu prüfen habe, ob die angefochtene Verfügung unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten korrekt sei, sondern nur die vorgebrachten Beanstandungen untersuche (vgl. BGE 119 V 347). Der kantonale Entscheid berücksichtige zudem nicht die Substanziierungspflicht der Beschwerdegegnerin. Würde die Betrachtungsweise der Vorinstanz zutreffen (einheitlicher Streitgegenstand), müsste die Suva auch ohne entsprechende Vorbringen (Rügen) in jede Richtung prüfen, ob nicht prämienpflichtige Elemente von Art. 115 UVV und Art. 6-9 AHVV vorlägen, was gerade bei Umgehungssachverhalten, wie vorliegend, nicht praktikabel wäre. Zudem fehlten Belege, gemäss welchen die B.B.________ GmbH effektiv MWST (Umsatzsteuer) entrichtet habe.