Citation: 5A_560/2023 E. 6.1

6.1. Unter dem Titel einer Gehörsverletzung (Art. 53 Abs. 1 ZPO, Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK) bemängelt die Beschwerdeführerin in der Folge, dass sich der angefochtene Entscheid zu einer Reihe weiterer Punkte ausschweige. So befasse sich das Obergericht zwar mit dem Vorwurf, dass das Bezirksgericht die Einhaltung der Arresteinsprachefrist trotz eines entsprechenden Einwandes nicht geprüft habe. Es lasse jedoch unerwähnt, dass das Bezirksgericht die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung tatsächlich versäumte, und begnüge sich mit der Erkenntnis, dass die Beschwerdegegnerin nicht rechtsmissbräuchlich handelte, indem sie die formelle Zustellung des Arrestvollzugs abwartete. Mithin stelle das Obergericht nur fest, dass die Beschwerdegegnerin "rein formell" die Einsprachefrist einhielt; dies bedeute aber "noch lange nicht", dass sich die Beschwerdegegnerin nicht rechtsmissbräuchlich verhielt. Indem das Obergericht die Frage des Rechtsmissbrauchs nicht prüfe, verletze es das rechtliche Gehör. Ausserdem sei von einer willkürlichen Anwendung von Art. 278 SchKG und Art. 2 ZGB auszugehen, nachdem die Beschwerdegegnerin erst mehr als zweieinhalb Monate nach Kenntnis des Arrestvollzugs mit einer unbegründeten Arresteinsprache reagiert und die Einsprache erst einen weiteren Monat später begründet habe. Weiter stört sich die Beschwerdeführerin daran, dass das Obergericht die Frage der Einbindung der Beschwerdegegnerin in das SSTA vom 6. September 2019 (s. Sachverhalt Bst. A.b) trotz entsprechender Vorbringen offenlässt. Sie erinnert daran, dass das Bezirksgericht die Arresteinsprache hauptsächlich wegen der fehlenden Unterzeichnung des SSTA durch die Beschwerdegegnerin gutgeheissen habe, und wiederholt ihre Argumente, warum die Beschwerdegegnerin trotzdem Partei des SSTA sei. Indem das Obergericht die Frage offenlasse, bestätige es die Hauptbegründung der Erstinstanz gerade nicht, womit "auch aus diesen Gründen" feststehe, dass die kantonale Beschwerde zumindest nicht offensichtlich unbegründet gewesen sei. Die Frage der Vertragseinbindung sei eine notwendige Vorfrage, um zu klären, ob eine Arrestforderung vorliegt; wenn diese Frage nicht beantwortet werde, könne auch nicht geprüft werden, ob das SSTA ihr, der Beschwerdeführerin, zu einem Zahlungsanspruch verhilft. Sie habe die Zahlungspflichten der Beschwerdegegnerin ausreichend glaubhaft gemacht und die Betrachtungsweise des Bezirksgerichts rechtsgenügend beanstandet. Die Vorinstanz stelle ausschliesslich auf den blossen Wortlaut des SSTA ab, lege dieses im Ergebnis aber gar nicht aus. Sie widerspreche sich damit selbst und begehe dieselbe offensichtliche Rechtsverletzung wie das Bezirksgericht. Die Beschwerdeführerin hat das Obergericht im Verdacht, das Ergebnis bereits für sich gefasst und bloss nach Argumenten für eine solche vorweggenommene Entscheidung gesucht zu haben. Damit verletze es das rechtliche Gehör und verfalle in Willkür. In Bezug auf die Haftung aus unerlaubter Handlung bestreitet die Beschwerdeführerin schliesslich, keine substanziierten Ausführungen zur Widerrechtlichkeit, zum Kausalzusammenhang, zum Verschulden und zum genauen Schaden gemacht zu haben. Die Vorinstanz übergehe willkürlich die Ausführungen in den Randziffern 29 ff. und 216 ff. ihrer kantonalen Beschwerde mit entsprechenden Verweisen auf ihr Arrestgesuch und ihre Stellungnahme zur Arresteinsprache. Die Substanziierung habe in der Beschwerde an das Obergericht nicht vollständig wiederholt werden müssen, sondern es habe genügt, substanziiert darzulegen, dass das Bezirksgericht diese nicht bzw. nicht genügend berücksichtigte.