Citation: 5A_85/2021 E. 7.1.1

7.1.1. Die Ehefrau wurde unbestritten in W.________, ihrer Heimat, zur Krankenschwester ausgebildet. Das Kantonsgericht gibt dazu zu bedenken, dass die Ausbildung in der Schweiz nicht anerkannt ist. Gemäss den nachvollziehbaren Angaben der Beschwerdegegnerin - diese seien indes nicht nachgewiesen - und mit Blick auf die geltenden Voraussetzungen (Äquivalenz von Bildungsstufe und Ausbildungsdauer, vergleichbare Inhalte der Ausbildung, theoretische und praktische Qualifikationen) könne die Anerkennung auch nicht als reine Formsache behandelt werden, die kurzfristig realisierbar sei. Zudem habe die Ehefrau nur kurz als Krankenschwester gearbeitet und vor der Heirat andere Tätigkeiten ausgeübt (u.a. als Hostess für eine Werbefirma und auf einem Kreuzfahrtschiff). Mit 27 Jahren sei sie in die Schweiz gekommen und habe eine Hotelfachschule begonnen, aufgrund ihrer familiären Pflichten aber nicht beendet. Als Krankenschwester könne die Beschwerdegegnerin damit nicht innert nützlicher Frist ein hinreichendes Einkommen erzielen. Da sie aber auch anderweitig eine Anstellung mit ausreichendem Einkommen finden könne, sei dies auch nicht nötig. Unter Berücksichtigung des Schulstufenmodells sei der Ehefrau ein Arbeitspensum von 40 % ab dem 1. August 2019 zumutbar. Dabei sei zu berücksichtigen, dass extrem knappe Verhältnisse vorliegen und die Kinder sich tagsüber in der Schule befinden. Allerdings sei die Beschwerdegegnerin bereits 44-jährig und bis zu diesem Zeitpunkt nur sporadisch einer Erwerbstätigkeit nachgegangen. Auch erhalte sie bei der Betreuung der Kinder nur wenig Entlastung durch den Vater, dem nur ein eingeschränktes Besuchsrecht und kein Ferienrecht zukomme. Aufgrund der dargelegten Erwerbsbiographie komme für die Beschwerdegegnerin eine Anstellung in der Gastronomie in Frage. Mit Blick auf den "statistischen Lohnrechner" sei dabei von einem Bruttoeinkommen von monatlich Fr. 3'900.-- bei einer vollen Anstellung auszugehen. Entsprechend könne der Ehefrau ab dem 1. August 2019 ein Einkommen von Fr. 1'400.-- angerechnet werden.