Citation: 4A_533/2013 E. 4.3

4.3. Sodann ist der Treuwidrigkeitsvorwurf des Beschwerdeführers widersprüchlich und unbehelflich. Der Beschwerdeführer bestritt stets, dass die Klägerin die Nichtexistenz der Solarzelle (im vorliegenden Prozess) habe beweisen können. Gleichzeitig wirft er der Klägerin vor, sie hätte ebendiesen Umstand bei Vertragsschluss erkennen müssen, und der Irrtum darüber sei grobfahrlässig. Die Vorinstanz taxierte diese Argumentation denn auch als derart widersprüchlich, dass sie selbst als Eventualstandpunkt nicht aufgehe. Selbst wenn der Klägerin angelastet werden könnte, die Ratschläge ihrer Berater ignoriert zu haben, macht diese Nachlässigkeit der Klägerin ihre Berufung auf Täuschung nicht treuwidrig. Dem Täuschenden ist - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - der Einwand verwehrt, der Getäuschte hätte bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt, etwa durch Nachforschungen, die Täuschung erkennen können. Ein allenfalls fahrlässiges Verhalten des Getäuschten kann die Täuschungshandlung nicht aufheben oder entschuldigen. Den Ausschlag gibt allein die Tatsache, dass die Täuschung wirksam war. Auch eine fahrlässige Unkenntnis des wahren Sachverhalts steht der Geltendmachung der Täuschung nicht entgegen, da das dolose Verhalten des Täuschenden ungleich schwerer wiegt (Urteil 4C.325/2005 vom 23. November 2005 E. 3.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 132 III 242). Der Einwand des Beschwerdeführers, die Klägerin verstosse gegen Treu und Glauben, indem sie den Vertrag trotz angeblichen Ausserachtlassens "elementarer Vorsichtsmassnahmen" wegen Täuschung angefochten habe, geht daher von vornherein fehl, ohne dass im Einzelnen auf die diesbezüglichen Ausführungen einzugehen ist.