Citation: 6B_258/2018 E. 3.3

3.3. Des Hausfriedensbruchs nach Art. 186 StGB macht sich strafbar, wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung usw. unrechtmässig eindringt oder, trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt. Die Bestimmung schützt das Hausrecht, worunter die Befugnis zu verstehen ist, über einen bestimmten Raum ungestört zu herrschen und darin den eigenen Willen frei zu betätigen. Träger dieses Rechts ist derjenige, dem die Verfügungsgewalt über die Räume zusteht, gleichgültig, ob jene auf einem dinglichen oder obligatorischen Recht beruht (vgl. BGE 112 IV 31 E. 3 S. 33; 103 IV 162 E. 1 S. 163; je mit Hinweisen). In BGE 103 IV 162 entschied das Bundesgericht gestützt auf das damals geltende Eherecht, die Ehefrau könne nicht durch eigene Einladung das vom Ehemann erlassene Hausverbot unwirksam machen. Es liess jedoch ausdrücklich offen, wie nach dem neuen Eherecht, das die Gleichberechtigung der Ehegatten mit sich brachte, über ein streitiges Hausverbot zu entscheiden sein werde (E. 3b).