Citation: 4A_15/2024 E. 3.3.2

3.3.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, zu keinem Zeitpunkt direkt mit der Beschwerdegegnerin Kontakt gehabt zu haben, weshalb ihr weder ein hypothetischer Parteiwille noch ein normativer Konsens unterstellt werden könne. Das " Kommunikationsverhalten " zwischen der Beschwerdegegnerin und dem Sohn der Beschwerdeführerin sei "i m Zusammenhang mit der Frage, ob das Vertrauen der Beschwerdegegnerin in ihrem Verständnis der Rechtswahlklausel zu schützen ist, wesentlich und klärungsbedürftig ". Als Beweis habe sie neben der Zeugenbefragung der involvierten Personen zahlreiche E-Mails offeriert. Sie wirft der Vorinstanz vor, " aus unerklärlichen Gründen " auf die Durchführung eines Beweisverfahrens für diese zentralen Beweismittel verzichtet zu haben. Die zum Beweis offerierte E-Mail-Korrespondenz betrifft den Zeitraum zwischen dem 29. Januar 2019 bis November 2021. Für die Auslegung nach dem Vertrauensprinzip ist indes der Zeitpunkt des Vertragsschlusses am 7./ 8. Januar 2019 massgeblich; die Kommunikation nach Vertragsschluss ist damit nicht von Bedeutung. Die Beschwerdeführerin bring zwar vor, dass die Kommunikation nach Vertragsschluss " ganz grundsätzlich " Aufschluss über die Umstände des Zustandekommens eines Vertrages geben könnten. Welche konkreten Umstände dies sein sollen, lässt sie offen. Dass ein nachträgliches Parteiverhalten auf einen tatsächlichen Willen der Parteien habe schliessen lassen, behauptet die Beschwerdeführerin ebenfalls nicht (vgl. BGE 144 III 93 E. 5.2.3; 142 III 239 E. 5.2.1; 133 III 61 E. 2.2.2.2). Darüber hinaus wird aus ihrem Sachverhaltsvortrag in der Klageantwort auch nicht hinreichend klar, welche für die Frage der Rechtswahl relevante Tatsache die Beschwerdeführerin mit dem behaupteten Kommunikationsverhalten präzise zu behaupten beabsichtigte. Zu kurz greift ihre Schlussfolgerung, dass ohne einen direkten Kontakt zwischen den Parteien nicht auf einen normativen Konsens geschlossen werden könne. Die Vorinstanz hat diesem Vorbringen in der Auslegung zu Recht keine Beachtung geschenkt, sondern auf die ausdrücklich ausgetauschten Willenserklärungen sowie die konkret festgestellten Umstände abgestellt.