Citation: I 823/04 12.05.2005 E. A

Der 1968 geborene C.________ meldete sich am 12. Dezember 1997 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich berufliche Massnahmen in Form von Berufsberatung, Umschulung und Arbeitsvermittlung. Er erklärte, er habe ab 1989 eine Anlehre als Gipser gemacht und seither auf diesem Beruf gearbeitet. Seit 1993 leide er an Nackenschmerzen, Müdigkeit im rechten Arm, Schmerzen im Bereich der rechten Schulter, an einer Bewegungseinschränkung der rechten Schulter, Rückenschmerzen, an zeitweise pulsierenden Kopfschmerzen, an Schwindel, Konzentrationsschwäche und Gefühlsstörungen in der linken Gesichtshälfte. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen holte mehrere Arztberichte ein und veranlasste am 30. März 1998 eine Begutachtung durch das Medizinische Zentrum B.________. Dr. med. L.________, Leitender Arzt Rheumatologie, legte in seinem Gutachten vom 5. Mai 1998 dar, seit 1995 sei der Versicherte als Gipser wiederholt arbeitsunfähig gewesen und seit dem 27. März 1998 sei die Arbeitsunfähigkeit in jener Tätigkeit definitiv vollständig. In einer angepassten Tätigkeit ohne Rückenbeschwerden und ohne repetitive manuelle Arbeit sollte wahrscheinlich mindestens eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit erzielt werden können, wobei eine unmittelbar drohende Invalidität bestehe und unbedingt versucht werden sollte, mit beruflichen Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erzielen. Vom 11. Januar bis 10. April 1999 wurde eine Abklärung der Neigungen und Fähigkeiten des Versicherten in verschiedensten Berufssparten im Zentrum G.________ (Bericht vom 1. April 1999) durchgeführt. Mit Verfügung vom 6. Juli 1999 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit vom 1. August 1999 bis 31. Juli 2002 berufliche Massnahmen (Umschulung zum Verkäufer) zu. Ende Oktober 1999 wurde eine Lehrstelle bei G.________ während der Probezeit aus gesundheitlichen Gründen gekündigt. Am 14. Dezember 1999 unterzeichnete der Versicherte einen neuen Lehrvertrag. Nachdem der ihn neu beschäftigende Betrieb im November 2000 geschlossen worden war und im Februar 2001 Zweifel aufgekommen waren, ob C.________ medizinisch die Voraussetzungen für die Weiterführung der Umschulung mitbringe, ordnete die IV-Stelle am 17. April 2001 im Rheuma- und Rehabilitationszentrum der Klinik V.________ eine medizinische Abklärung an. Auf Grund der durchgeführten Untersuchung wies Dr. med. K.________, Chefarzt Rheumatologie, den Versicherten zu einer stationären Rehabilitation an die Klinik H.________. Im Juli 2001 wurde bekannt, dass der Versicherte auf September 2001 wieder eine Anstellung bei der Firma Mobisoft Computer antreten werde. Die Klinik V.________ berichtete über die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeiten am 9. Juli 2001, die Klinik H.________ am 28. August sowie am 13. September 2001 und die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle des Kantons Tessin am 5. Oktober 2001. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen veranlasste daraufhin eine pluridisziplinäre Abklärung beim Zentrum (Gutachten vom 3. Oktober 2002) und nahm mittels Bericht ihrer Eingliederungsberaterin vom 24. Oktober 2002 dazu Stellung. Mit Vorbescheid vom 26. November 2002 stellte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten eine Abweisung "seines Gesuchs um eine Invalidenrente" in Aussicht, wobei die Umschulungsmassnahmen nicht zum anvisierten Ziel geführt hätten und er mit einer zumutbaren ganztätigen Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könnte. Dagegen liess der Versicherte gestützt auf einen Arztbericht des behandelnden Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumatologie einwenden, mit einer Arbeitsfähigkeit von 80 % bei leichten Arbeiten habe er weiterhin Anspruch auf berufliche Massnahmen, ansonsten ihm eine Rente auszurichten wäre. Gestützt auf einen Schlussbericht der IV-Berufsberaterin des Kantons St. Gallen vom 18. Februar 2003 verfügte die IV-Stelle am 21. Februar 2003, bei einem Invaliditätsgrad von 25 % bestehe kein Anspruch auf eine Rente. Dabei überwies sie die Akten zur Prüfung, ob weitere berufliche Massnahmen angezeigt seien, an die IV-Stelle des Kantons Tessin. Dagegen liess der Versicherte Einsprache erheben und beantragen, solange ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen bestehe, dürfe noch nicht über einen allfälligen Rentenanspruch entschieden werden. Unter Berücksichtigung eines Berichts der IV-Eingliederungsberaterin des Kantons Tessin vom 6. Juni 2003 wies die IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Einsprache mit Entscheid vom 17. September 2003 ab. Ausserdem stellte sie fest, der Versicherte weise einen Invaliditätsgrad von 21 % auf und habe keinen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, da sich eine Umschulung als unverhältnismässig erweisen würde. Ihm sei ohne weiteres zumutbar, in eine andere, seiner Behinderung angepasste Hilfstätigkeit zu wechseln, sodass die Wiedereingliederung keine beruflichen Massnahmen voraussetze. Umschulungsmassnahmen wären demnach nicht geschuldet gewesen und es bestehe daher keine Verpflichtung, weiterhin solche zu gewähren.