Citation: 1C_171/2022 E. 3.3

3.3. Das Bundesverwaltungsgericht hielt fest, angesichts des Schreibens des Ehemanns der Beschwerdeführerin vom 15. Juli 2020 und den unglaubhaften späteren Erklärungsversuchen sowie angesichts des Vorfalls in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 2021 sei nicht von einer stabilen Ehe auszugehen. Die Beschwerdeführerin erblickt darin eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung (Art. 97 Abs. 1 BGG i.V.m. Art. 9 BV) sowie eine Verletzung von Art. 27 Abs. 1 aBüG und des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV). Das Bundesverwaltungsgericht blende alle Umstände, die für eine stabile Ehe sprächen, aus. Dazu gehörten die Beziehungsdauer, das gemeinsame Kind, der gemeinsame Wohnsitz, die gemeinsamen Ferien und zahlreiche Referenzschreiben. Ihr Ehemann habe seine Aussagen im Schreiben vom 15. Juli 2020 nachträglich widerrufen. Dafür, dass dies nicht freiwillig geschehen sei, gebe es keine Anhaltspunkte. Auch der Streit vom 8./9. Mai 2021 weise nicht auf eine bevorstehende Trennung hin. Es sei notorisch, dass es in vielen Ehen mitunter zu heftigen Streitereien komme, ohne dass die Gemeinschaft in der Folge aufgelöst werde. Die Aussagen, wie sie im Polizeirapport zu jenem Vorfall festgehalten seien, würden bestritten. Überhaupt sei der Rapport tendenziös abgefasst.