Citation: 6S.364/2003 10.03.2004 E. 1

Die Vorinstanz erwägt, es stehe kein alltäglicher Fall von Widerhandlung gegen die Geschwindigkeitsvorschriften zur Beurteilung. Nicht alltäglich seien die Höhe der Überschreitung und insbesondere der Umstand, dass der Beschwerdegegner ganz bewusst, ja gleichsam überlegt und geplant gegen die Vorschrift verstossen habe. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG sei zwar erfüllt, doch liege es auf der Hand, dass der Beschwerdegegner eine mindestens ernstliche abstrakte Gefährdung Dritter weder gewollt noch bewusst in Kauf genommen habe. Obschon er die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit vorsätzlich überschritten habe, stehe darum eine vorsätzlich begangene grobe Verkehrsregelverletzung nicht zur Diskussion. In der Folge argumentiert die Vorinstanz, dass aufgrund der konkreten Besonderheiten die subjektiven Voraussetzungen eines rücksichtslosen oder grobfahrlässigen Handelns nicht erfüllt seien. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Beschwerdegegner sei sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner krass verkehrswidrigen Fahrweise klar bewusst gewesen. Wer wie er bei regnerischen Strassen- und Sichtverhältnissen und Gegenverkehr einen Tempoexzess auf nicht richtungsgetrennter Autostrasse von 39 km/h bewusst einkalkuliere, handle auch subjektiv grobfahrlässig im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG. Da der Beschwerdegegner die massive Geschwindigkeitsüberschreitung ganz bewusst, ja gleichsam überlegt und geplant in die Tat umsetzte, ist zunächst zu prüfen, ob er vorsätzlich gehandelt hat. Eine solche Prüfung bleibt im Rahmen des Antrags des Beschwerdeführers, wenn dieser geltend macht, die Vorinstanz habe zu Unrecht nicht auf Art. 90 Ziff. 2 SVG erkannt (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Dass der Antrag mit grobfahrlässiger Begehung begründet wird, steht dem nicht entgegen (Abs. 2).