Citation: 5A_1053/2021 E. 2.1

2.1. Das Betreibungsamt hat bei der Pfändung die gesetzliche Reihenfolge zu beachten. In erster Linie wird das bewegliche Vermögen mit Einschluss der Forderungen und der beschränkt pfändbaren Ansprüche gepfändet. Das unbewegliche Vermögen wird nur gepfändet, soweit das bewegliche zur Deckung der Forderung nicht ausreicht. Dabei werden die entbehrlicheren Vermögensgegenstände jedoch vor den weniger entbehrlichen gepfändet (Art. 95 Abs. 1 Abs. 2 BGG). Mit dieser Regelung soll einerseits die Verwertung der gepfändeten Vermögenswerte unkompliziert und rasch erfolgen und andererseits die Interessen des Gläubigers und Schuldners angemessen gewahrt werden (FOËX/MARTIN-RIVARA, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 2 zu Art. 95). Die Verletzung der gesetzlichen Reihenfolge kann mit Beschwerde nach Art. 17 SchKG bei der Aufsichtsbehörde gerügt werden. Erweist sich die betreibungsamtliche Anordnung hingegen als nichtig, so kann die Aufsichtsbehörde nach Ablauf der Beschwerdefrist von zehn Tagen nur mehr deren Ungültigkeit gemäss Art. 22 Abs. 1 SchKG feststellen (FOËX/MARTIN-RIVARA, a.a.O., N. 71 zu Art. 95; DE GOTTRAU, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 39 zu Art. 95).