Citation: 7B_610/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Aus der Argumentation der Vorinstanz erschliesst sich weiter nicht, weshalb sich der Vollzug der Entsiegelungsverfügung vom 20. April 2021 in Bezug auf die beiden strittigen Mobiltelefone aus technischen Gründen als unmöglich erweisen soll. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend geltend macht, weicht die Vorinstanz insoweit in einer computertechnischen Fachfrage von den Ausführungen des beigezogenen Sachverständigen ab, ohne hierfür einen triftigen Grund zu nennen, was vor dem Willkürverbot (Art. 9 BV) nicht standhält (vgl. vorne E. 2.2). Es ist zwar zutreffend, dass der Sachverständige in seiner Stellungnahme vom 6. Juli 2022 in Bezug auf die zwei strittigen Mobiltelefone ausführt, eine (Rück-) Überführung der Daten aus dem "Nuix" in einen UFDR-Bericht sei nicht möglich. In Übereinstimmung mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin kann daraus allerdings nicht geschlossen werden, eine erneute Datenaufbereitung sei unmöglich. Vielmehr führte der Sachverständige in seinen Stellungnahmen zuhanden der Vorinstanz sowie anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 1. November 2022 aus, wegen der Unmöglichkeit der Rücküberführung der Daten in einen UFDR-Bericht müsse ein alternatives Vorgehen gewählt werden, welches den forensischen Grundsätzen gerecht werde. Namentlich müsse gewährleistet werden, dass ausschliesslich die durch die Vorinstanz beurteilte Datenlage, nach Aussonderung der geheimnisgeschützten Inhalten, exportiert und der Beschwerdeführerin ausgehändigt werde. Erforderlich sei deshalb, dass die ursprünglichen Triageentscheide in einem neu gewählten Ausgabetool identisch nachgebildet würden. Als Lösungsvorschlag skizziert der Sachverständige ein Vorgehen, in welchem die "forensischen Images (Formate ufd/zip) " zunächst mittels "Cellebrite PA" aufbereitet würden. Danach seien die anlässlich der ursprünglichen Triageverhandlungen identifizierten Objekte auszusondern, ehe ein Export im Format "Cellebrite UFDR" gemäss der erneuten Freigabe durch das Gericht erstellt werde. Ergänzend hält der Sachverständige fest, bei dieser Vorgehensweise könne auf die identische Datenlage der ursprünglichen Triageverhandlung abgestützt werden, da hinsichtlich der zu entsiegelnden Daten keine Begrenzung des Durchsuchungszeitraums angeordnet worden sei. Die Tauglichkeit dieser Lösungsvariante bestätigte der Sachverständige nochmals im Rahmen seiner nach der Triageverhandlung verfassten Stellungnahme vom 18. April 2024, in welcher er insoweit ausdrücklich auf seine früheren Äusserungen verweist.