Citation: 2C_219/2019 E. 8

Der Beschwerdeführer beruft sich darauf, dass Art. 12 Abs. 1 lit. a VStrR vorliegend auch deshalb nicht erfüllt ist, weil die ESTV in den streitgegenständlichen Fällen die Einfuhrsteuer (bei der Galerie B.________) erhoben habe. Dem Bund sei mit anderen Worten kein Steuerausfall entstanden. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden: Zwar veranlagte die EZV die aufgrund der streitgegenständlichen Einfuhren geschuldete Einfuhrsteuer und deklarierte die Galerie B.________ diese im Rahmen ihrer Quartalsabrechnung ordnungsgemäss. Anders als der Beschwerdeführer konnte die Galerie B.________ die (verlagerte) Einfuhrsteuer in der Quartalsabrechnung jedoch sogleich wieder als Vorsteuer zum Abzug bringen (Art. 28 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 MWSTG [vgl. dazu CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER/ JUNG/PROBST, a.a.O., Rn. 1868]); ohne dass vorliegend geprüft werden müsste, ob die Voraussetzungen für die Gewährung des Vorsteuerabzugs gegeben waren (vgl. E. 3.1 hiervor), ist diesbezüglich festzuhalten, dass die Galerie B.________ von dieser Möglichkeit unbestrittenerweise Gebrauch gemacht hat. Damit ist dem Bund aufgrund der Widerhandlung gegen Art. 63 Abs. 1 MWSTG im Umfang der ursprünglich geschuldeten Einfuhrsteuer ein Steuerausfall entstanden, zumal die streitbetroffenen Kunstwerke nach den Feststellungen der Vorinstanz mehrwertsteuerlich bis auf Weiteres als Kommissionsware der Galerie B.________ behandelt werden sollten (vgl. E. 7.5.2.2 hiervor). Mit anderen Worten wäre die durch die Einfuhrsteuer sicherzustellende Besteuerung des Endverbrauchs unterblieben (vgl. dazu Bericht des Bundesrates vom 2. Dezember 2016, Vereinfachte Erhebung der Mehrwertsteuer beim Import von Waren, System von Dänemark, S. 17), hätte die EZV nicht interveniert und die Einfuhrsteuer beim Beschwerdeführer nacherhoben. Nachdem das Vorliegen einer objektiven Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes schon oben festgestellt worden ist (vgl. E. 7 hiervor), ist daher im Sinne eines Zwischenergebnisses festzuhalten, dass die von Art. 12 Abs. 1 lit. a VStrR für eine Nachsteuererhebung beim Beschwerdeführer aufgestellten Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer ohne Vorsatz gehandelt haben will. Ein Verschulden ist für eine Nachsteuererhebung nicht erforderlich (vgl. E. 5 hiervor).