Citation: 2A.115/2005 04.03.2005 E. 2.3

2.3.1 Soweit der Beschwerdeführer einwendet, er habe "aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände und aus altruistischen Gründen mit Drogen Handel getrieben" und nicht aus menschenverachtender Gleichgültigkeit, entbehrt sein Einwand nicht eines gewissen Zynismus; im Übrigen legt er nicht dar, worin die entsprechenden unglücklichen Umstände liegen sollen. Er ist im Zusammenhang mit seinem Drogenhandel zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt worden; allfällige strafmindernde bzw. -mildernde Umstände wurden dabei berücksichtigt; es erübrigte sich deshalb, im fremdenpolizeilichen Verfahren die entsprechenden Akten einzuholen. 2.3.2 Zwar hält sich der Beschwerdeführer nunmehr seit zwölf Jahren in der Schweiz auf, doch hat er hiervon rund dreieinhalb in Untersuchungshaft und im Strafvollzug verbracht. Sein restliche Anwesenheit ist durch etliche Strafbefehle, eine gewisse berufliche Instabilität, erhebliche Schulden und zahlreiche Betreibungen gekennzeichnet. Gestützt hierauf kann er nur beschränkt als in die hiesigen Verhältnisse integriert gelten, auch wenn er nicht nur Deutsch, sondern auch Mundart sprechen und zurzeit wieder einer Arbeit nachgehen soll. Er behauptet zwar, über einen grossen Freundeskreis zu verfügen und hier verwurzelt zu sein, vermag dies indessen nicht weiter zu belegen. 2.3.3 Eine Rückkehr in die Heimat ist ihm entgegen seinen Ausführungen zumutbar: Der Beschwerdeführer ist erst mit 20 Jahren in die Schweiz gekommen und hat seine Jugend und obligatorische Schulzeit in Serbien-Montenegro verbracht. Während seines Aufenthalts hat er seine Familie in der Heimat regelmässig besucht (zwei Mal pro Jahr ein bis zwei Wochen Ferien bei den Eltern bzw. drei Geschwistern); er ist mit Sprache und Kultur seines Landes somit nach wie vor vertraut. Seit der Trennung bzw. Scheidung von seiner schweizerischen Gattin ist er in der Heimat mit einer Landsmännin liiert, mit der er zwei Kinder hat, zu denen er regelmässige Kontakte pflegt und für deren Unterhalt er aufkommt. Es wird ihm somit möglich sein, ohne allzu grosse Schwierigkeiten zu Hause wieder Fuss zu fassen. 2.3.4 Sein korrektes Verhalten seit der Haftentlassung ist positiv zu würdigen, doch liegen der fremdenpolizeilichen Ausweisung andere Massstäben und Kriterien zu Grunde als dem Entscheid über die strafrechtliche Landesverweisung und die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug. Wie sich aus den verschiedenen in Art. 10 Abs. 1 ANAG genannten, bereits weit unterhalb der Schwelle strafbaren Verhaltens beginnenden Gründen für eine fremdenpolizeiliche Ausweisung ergibt, steht bei dieser primär das Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund. Bei der Prognose betreffend das künftige Wohlverhalten dürfen deshalb strengere Massstäbe als bei der auf die Resozialisierungschancen abstellenden strafrechtlichen Landesverweisung angelegt und einer Bewährung in Un- oder Halbfreiheit geringere Bedeutung beigemessen werden (BGE 125 II 105 E. 2c S. 109 f.; 114 Ib 1 E. 3b S. 4/5). Dass der Beschwerdeführer im Strafvollzug zu keiner Kritik Anlass gegeben hat, ist ausländerrechtlich deshalb nicht ausschlaggebend (BGE 125 II 105 E. 2c S. 109 f.); ebenso wenig vermag seine vorzeitige bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug wesentlich ins Gewicht zu fallen, bildet diese in der Schweiz doch die Regel (BGE 124 IV 193 ff.). Sein Wohlverhalten ist insofern zu relativieren, als er sich erst seit dem 20. Juli 2004, d.h. seit nur etwas mehr als sieben Monaten, wieder in Freiheit befindet. Bei schwerwiegenden Drogen- und Gewaltdelikten kann angesichts der von diesen ausgehenden Gefahren für die Gesellschaft nur ein geringes Rückfallrisiko in Kauf genommen werden; ein solches erscheint vorliegend mit Blick auf die kurze Dauer der Bewährung nicht genügend ausgeschlossen, nachdem der Beschwerdeführer trotz fremdenpolizeilicher Verwarnung und behaupteter Verwurzelung hier in der Drogenszene massiv straffällig geworden ist. Seine Ausweisung für zehn Jahre erweist sich als verhältnismässig.