Citation: 5A_484/2022 E. 4

Die Beschwerdeführerin erwähnt keine einzige Gesetzesnorm, welche das Obergericht unrichtig angewendet haben könnte. In formeller Hinsicht beklagt sie den Umstand, dass ihr das vom Obergericht in Auftrag gegebene Gutachten nicht vor dem Termin übergeben worden sei. Zumindest sinngemäss kann darin eine Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör erkannt werden. Die Rüge erweist sich allerdings als unbegründet. Aus dem Protokoll der Verhandlung vom 14. Juni 2022 ergibt sich, dass der Beschwerdeführerin ein Exemplar des am Vortag ausgefertigten Kurzgutachtens (drei Seiten) ausgehändigt wurde und sie Gelegenheit erhielt, dieses zu lesen. Nachdem sie das Kurzgutachten gelesen hatte, habe die Beschwerdeführerin erklärt, sie wolle sich zum Gutachten Punkt für Punkt äussern. Nach dem Gesagten hatte die Beschwerdeführerin sehr wohl Gelegenheit, vor Beginn der eigentlichen Verhandlung vom Kurzgutachten Kenntnis zu nehmen, und sie hat selber erklärt, dazu Stellung zu nehmen. In materieller Hinsicht ist gestützt auf die zusammengefasst wiedergegebenen Erwägungen des Obergerichts eine Bundesrechtsverletzung ebenfalls nicht ersichtlich.