Citation: 6B_221/2009 02.09.2009 E. 4.4

4.4.1 Für die Zurechnung des tatbestandsmässigen Erfolgs kommt es allerdings allein darauf an, welche Bedingungen sich im Erfolg tatsächlich verwirklicht haben. Darauf weist die Vorinstanz hin, wenn sie ausführt, dass sich das bei einer automatischen Spülung bestehende Risiko in casu nicht realisiert hat. Der Täter, der durch sein Verhalten eine Bedingung für den Eintritt des Erfolgs gesetzt hat, kann sich nicht damit entlasten, dass der Erfolg - wie in den Konstellationen der "Doppelkausalität", der "alternativen Kausalität" sowie der "hypothetischen Ersatzursachen" - auch ohne die von ihm gesetzte Bedingung gleichwohl eingetreten wäre. Massgebend für die objektive Zurechnung ist, dass der Täter durch sein Verhalten eine Bedingung für den Erfolg in seiner konkreten Gestalt gesetzt hat (BGE 135 IV 56 E. 3.1.2 mit Hinweisen). Daraus folgt indessen nicht, dass im vorliegenden Fall der Umstand, dass bei Verzicht auf eine manuelle Spülung am Nachmittag des 31. Juli 2003 eine automatische Spülung stattgefunden hätte, strafrechtlich unerheblich sei. Denn zwischen den manuellen und den automatischen Spülungen besteht eine Wechselwirkung. Bei Vornahme einer manuellen Spülung wird der Zeitpunkt der nächsten automatischen Spülung verschoben, und bei Verzicht auf eine manuelle Spülung findet stattdessen umso rascher die nächste automatische Spülung statt. Der Umstand, dass bei Verzicht auf die inkriminierte manuelle Spülung am Nachmittag des 31. Juli 2003 jederzeit und somit auch noch während des Aufenthalts der Familie im Bachbett eine automatische Spülung stattfinden konnte, ist daher für die Beurteilung des Verhaltens der Beschwerdeführer nach deren zutreffenden Einwänden nicht unerheblich. 4.4.2 Da zwischen den manuellen und den automatischen Spülungen eine Wechselwirkung besteht und am Nachmittag des 31. Juli 2003, unter Umständen noch während des Aufenthalts der Familie A.________ im Bachbett, bei Verzicht auf eine manuelle Spülung entgegen der Annahme der Vorinstanz eine automatische Spülung stattgefunden hätte, wurde durch die inkriminierte manuelle Spülung nach den zutreffenden Einwänden der Beschwerdeführer entgegen der Meinung der Vorinstanz nicht eine "zusätzliche" Gefahr geschaffen. 4.4.3 Zutreffend ist hingegen die Auffassung der Vorinstanz, dass die Tatsache der jederzeit möglichen automatischen Spülungen die Beschwerdeführer nicht von ihren Sorgfaltspflichten entbindet. Die Tatsache, dass jederzeit automatische Spülungen erfolgen konnten, gehört indessen, was die Vorinstanz verkannt hat, zu den Umständen, nach welchen sich gemäss Art. 12 Abs. 3 StGB beziehungsweise Art. 18 Abs. 3 aStGB das Mass der zu beachtenden Vorsicht bestimmt (siehe E. 5 hiernach).