Citation: 4A_593/2024 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erwog, die Zustimmung zu einem Auslandaufenthalt stehe nicht im Belieben der Versicherung, wenn die AVB nicht regeln würden, unter welchen Voraussetzungen sie ihre Zustimmung erteilt. Aus der Auslegung der Klauseln nach dem Vertrauensprinzip folge, dass sich die Versicherung bei der Prüfung, ob sie einer erkrankten Person die Erlaubnis für einen Auslandaufenthalt verweigern darf, an objektive Kriterien zu halten habe. Dabei bezwecke das Zustimmungserfordernis für einen Auslandaufenthalt einerseits die Sicherstellung der Einhaltung der Schadensminderungspflicht seitens der versicherten Person und andererseits die Wahrung der Kontrollmöglichkeiten seitens der Versicherung. Gemäss Art. 17.4 AVB müsse die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, um die Genesung zu fördern und den Schaden zu verringern. Die Versicherung sei nach Art. 17.6 AVB berechtigt, Patientenbesuche durchzuführen sowie die versicherte Person von einem durch sie beauftragten Arzt untersuchen oder begutachten zu lassen. Die versicherte Person habe gemäss Art. 17.9 AVB im Rahmen der Mitwirkungspflicht innert gegebener Frist Folge zu leisten, wenn medizinisch notwendige Operationen, Therapien oder andere Massnahmen von einem Arzt oder der Versicherung empfohlen werden. Da der Behandlungsplan des Spital D.________ nicht als unangemessen gelten könne, hätte die Beschwerdegegnerin vorliegend ein legitimes Interesse daran gehabt, ihre Zustimmung zu einer Behandlung im Ausland zu verweigern, eine Alternative in der Schweiz vorzuschlagen und zu organisieren oder die Zustimmung mit Bedingungen wie einer regelmässigen medizinischen Berichterstattung zu verknüpfen. Der vorliegende Fall zeige gerade, dass einer Behandlung im Ausland das Risiko innewohne, dass medizinische Unterlagen über die Behandlung für die Versicherer nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand, verzögert und möglicherweise gar nicht erhältlich gemacht werden können und während der Behandlung kein Einfluss durch eine Zweitmeinung oder eine eigens in Auftrag gegebene Untersuchung genommen werden könne.