Citation: I 633/02 18.06.2003 E. 4

4.1 Nach der Rechtsprechung sind für den Einkommensvergleich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs - hier im Februar 2000 - massgebend; Validen- und Invalideneinkommen sind dabei auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen (BGE 128 V 174). Strittig sind sowohl das Validen- wie das Invalideneinkommen. 4.2 Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das der Beschwerdeführer im Jahr 2000 im hypothetischen Gesundheitsfall auf Grund der beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b mit Hinweis). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu geschehen, wobei in der Regel vom letzten Lohn, welchen der Versicherte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen ist (ZAK 1980 S. 593 mit Hinweisen). Bei sehr starken und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung tretenden Einkommensschwankungen ist für den Validenlohn auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (ZAK 1985 S. 466 Erw. 2c; vgl. auch AHI 1999 S. 240 Erw. 3b mit Hinweisen). Gemäss Fragebogen des Arbeitgebers hat der Beschwerdeführer im Jahre 1997 Fr. 78'150.--, im Jahre 1998 Fr. 73'784.-- und vom 1. Januar bis 30. November 1999 Fr. 10'471.-- (ohne Ersatzleistungen) verdient. Die IV-Stelle und die Vorinstanz stellten für die Bestimmung des Valideneinkommens auf das Jahr 1998 ab, weil es sich beim Verdienst von 1997 um ein einmalig erhöhtes Einkommen gehandelt habe und das Einkommen 1999 gesundheitsbedingt tiefer ausgefallen sei, und legten dieses pauschal auf Fr. 74'000.-- fest, was unter Berücksichtigung der Teuerung für das Jahr 2000 ein Valideneinkommen von Fr. 74'503.-- ergab. Der Beschwerdeführer ist hingegen der Auffassung, dass auf den Durchschnittsverdienst der Jahre 1997 und 1998 abzustellen sei, da das Einkommen von 1997 nicht einmalig hoch gewesen sei. Der Beschwerdeführer arbeitete seit Anfang 1989 bei der X.________ AG. Sein Einkommen erhöhte sich während der ganzen Anstellungsdauer mit Ausnahme der Jahre 1997 und 1998 kontinuierlich. Werden die letzten fünf Jahre vor Eintritt des Gesundheitsschadens, d.h. die Jahre 1994 bis 1998 betrachtet, zeigt sich folgendes Bild (vgl. IK-Auszug und Arbeitgeberbericht vom 3. Dezember 1999): 1994 Fr. 68'958 1995 Fr. 70'943 1996 Fr. 72'161 1997 Fr. 78'150 1998 Fr. 73'784 Diese Entwicklung zeigt auf, dass das Jahr 1997 aus der Reihe fällt, während das Jahr 1998 der Lohnentwicklung der letzten fünf Jahre mit jeweils massvollen Lohnerhöhungen entspricht. Die Verwaltung und die Vorinstanz haben unter diesen Umständen zu Recht das einkommensmässige Ausnahmejahr 1997 ausser Acht gelassen und für das Valideneinkommen auf das Jahr 1998 abgestellt und dieses wohlwollend auf Fr. 74'000.-- festgelegt. Dieses Einkommen ist nicht der Teuerung, sondern der durchschnittlichen Nominallohnentwicklung (0,3 % im Jahr 1999 und 1,3 % im Jahr 2000; Die Volkswirtschaft 3/2003, S. 91, Tabelle B10.2) anzupassen, was für das Jahr 2000 ein Valideneinkommen von Fr. 75'187.-- ergibt. Davon ist auszugehen. 4.3 Das Invalideneinkommen entspricht dem Einkommen, welches der Beschwerdeführer trotz Eintritt des Gesundheitsschadens im Vergleichszeitpunkt zumutbarerweise noch hätte verdienen können, unabhängig davon, ob er die Resterwerbsfähigkeit tatsächlich ausnutzt. Nachdem er seine Stelle als Betriebsmitarbeiter bei der X.________ AG wegen Restrukturierung verloren hat, muss er die ihm verbliebene Restarbeitsfähigkeit auch in anderen Erwerbszweigen verwerten. Dies ist Ausdruck der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht (BGE 123 V 233 Erw. 3c, mit Hinweisen; Gabriela Riemer-Kafka, Die Pflicht zur Selbstverantwortung, Freiburg 1999, S. 57, 551 und 572; Hardy Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Diss. Zürich 1995, S. 61). Soweit der Beschwerdeführer ausführt, seine Restarbeitsfähigkeit sei nicht mehr einsetzbar und das in der Verfügung vom 29. Januar 2001 erwähnte grosse Spektrum an Einsatzmöglichkeiten in Industrie, Gewerbe und Dienstleistungssektor sei zu wenig bestimmt, kann ihm nicht gefolgt werden, verfügt er doch über eine beträchtliche verbliebene Restarbeitsfähigkeit, wobei nicht angenommen werden kann, dass ihm deren Verwertung auf dem Arbeitsmarkt unzumutbar sei. Der Beschwerdeführer kann zwar nach der massgebenden Beurteilung durch Dr. med. Z.________ keine körperliche Schwerarbeit mehr verrichten, hingegen ist er für andere Tätigkeiten, bei denen er maximal 15 kg heben muss, die im Wechsel Sitzen/Stehen/Gehen ausgeführt werden können und weder häufiges Bücken noch einseitige Körperarbeit beinhalten, ganztags arbeitsfähig. Männliche Hilfsarbeiter, die vor Eintritt der Behinderung manuell tätig waren - und ebenso gelernte Arbeiter, die wegen der Behinderung ihren angestammten manuellen Beruf nicht mehr ausüben können -, werden in der Regel für Handlanger- und andere körperliche Arbeiten eingestellt. Der diesen Versicherten offenstehende Arbeitsmarkt ist allerdings nicht ausschliesslich auf solche Tätigkeiten beschränkt. In Industrie und Gewerbe wie auch im Dienstleistungssektor werden Arbeiten, welche physische Kraft erfordern, in zunehmendem Masse durch Maschinen verrichtet, während den körperlich weniger belastenden Bedienungs- und Überwachungsfunktionen eine stetig wachsende Bedeutung zukommt, weshalb auch in diesen Bereichen Stellen für männliche Hilfsarbeiter offen stehen, ebenso im Dienstleistungssektor (SVR 1999 IV Nr. 6 S. 15 Erw. 2b/aa, ZAK 1991 318 Erw. 3b). Die knapp gehaltene Umschreibung der dem Beschwerdeführer offen stehenden Einsatzmöglichkeiten verstösst deshalb nicht gegen das Gebot der Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV). Was das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen betrifft, ist - da der Beschwerdeführer keine Verweisungtätigkeit aufgenommen hat - praxisgemäss auf statistische Angaben abzustellen (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb mit Hinweisen); es ist somit von der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2000 auszugehen. Gemäss Tabelle TA1 beträgt der Zentralwert aller Wirtschaftsbereiche für die mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beschäftigten Männer monatlich Fr. 4'437.-- brutto, respektive jährlich Fr. 53'244.--. Obwohl der Versicherte in seiner früheren Tätigkeit eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden leistete, ist dieser Betrag - entgegen der Berechnungsweise der Vorinstanz - der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41,8 Stunden im Jahre 2000 (Die Volkswirtschaft 3/2002, S. 93, Tabelle 9.2) anzupassen, was ein Einkommen von Fr. 55'640.-- ergibt. Da dem Versicherten diverse Tätigkeitsfelder offen stehen, ist auf das Total aller erfassten Wirtschaftszweige und nicht auf eine branchenspezifische Zahl abzustellen. Weder die Verwaltung noch die Vorinstanz haben von diesem statistischen Lohn einen leidensbedingten Abzug vorgenommen. Der Abzug hängt von den Umständen des konkreten Einzelfalles ab, welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Erlaubt ist ein Abzug vom statistischen Lohn von insgesamt höchstens 25 % (BGE 126 V 80). Da der Versicherte nur noch eine wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben schwerer Gewichte ausüben kann, ist er auch in einer Verweisungstätigkeit gegenüber gesunden Arbeitnehmern eingeschränkt. Ein Abzug von 10 % vom Tabellenlohn erscheint daher als angemessen. Damit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 50'076.-- (Fr. 55'640.-- abzüglich 10 %). Bei einer Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen (Valideneinkommen von Fr. 75'187.-- und Invalideneinkommen von Fr. 50'076.--) ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 33,39 %, was keinen Rentenanspruch begründet.