Citation: 8C_499/2020 E. 4.2

4.2. Das kantonale Gericht hat vielmehr in sorgfältiger Würdigung der medizinischen Akten erkannt, dass die Beurteilungen der Suva-Ärzte die beweisrechtlichen Anforderungen an versicherungsinterne Berichte (BGE 145 V 97 E. 8.4 S. 105) erfüllen. Es hat überzeugend dargelegt, dass die Berichte der Prof. Dr. med. L.________ keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilungen der Suva-Ärzte zu begründen vermögen, zumal die behandelnde Ärztin weder im Bericht vom 31. Juli 2017, noch in jenem vom 13. August 2018 darlegte, weshalb sie die diagnostizierte funktionelle Anosmie beidseits als posttraumatisch beurteilte. Insoweit sie sich dabei auf die anamnestische Angabe der Beschwerdeführerin, ziemlich direkt nach dem Unfall eine Riechstörung bemerkt zu haben, bezog, läuft dies auf eine beweisrechtlich unzulässige "post hoc ergo propter hoc"-Argumentation hinaus. Dasselbe gilt für den Einwand der Beschwerdeführerin, sie habe vor dem Unfall Kochkurse geleitet und über einen ausgezeichneten Riech- und Geschmackssinn verfügt. Damit lässt sich die Anosmie nicht als natürlich unfallkausal beweisen. Dass Prof. Dr. med. L.________ als leitende Ärztin an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Spitals M.________ eine Expertin auf dem Gebiet der Riech- und Schmeckstörungen ist, wie die Beschwerdeführerin weiter einwendet, wird nicht in Abrede gestellt. Dies ändert jedoch nichts am Umstand einer fehlenden Begründung ihrer Einschätzung. Insbesondere führte sie nicht aus, warum sie trotz der fehlenden Läsion des Bulbus olfactorius die funktionelle Anosmie als unfallkausal erachtete. Auch wenn das Fehlen einer solchen Läsion die Unfallkausalität der Anosmie allenfalls nicht auszuschliessen vermag, genügt dies aus beweisrechtlicher Sicht nicht, um die Anosmie bei völlig intakten (Hirn-) organischen Strukturen als kausale Folge des Verkehrsunfalls anzuerkennen. Damit lässt sich aus den Darlegungen von Prof. Dr. med. L.________ nichts zugunsten der Beschwerdeführerin gewinnen. Nicht nachvollziehbar ist ihr damit verbundener Einwand, Prof. Dr. med. L.________ sei zwar die Begründung ihrer Annahme einer unfallkausalen Anosmie schuldig geblieben, sie wäre jedoch hierzu im Rahmen eines von der Beschwerdegegnerin oder dem Gericht zu veranlassenden Gutachtens bereit gewesen. Nachdem bereits geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen medizinischen Beurteilung genügen, um eine Begutachtung zu rechtfertigen (BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105), ist nicht ersichtlich, weshalb Prof. Dr. med. L.________ ihre Ansicht nicht wenigstens insoweit in ihren Berichten hätte begründen können, als damit (geringe) Zweifel an den Beurteilungen der Suva-Ärzte hätten geweckt werden können. In der Beschwerde wird ferner korrekt festgehalten, dass sich Vorinstanz und Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung der Suva-internen Neurologen stützten (vgl. neurologische Beurteilung vom 1. Oktober 2018). Falls die Beschwerdeführerin damit einem Facharzt für Neurologie die fachliche Kompetenz zur Beurteilung der Unfallkausalität einer Anosmie absprechen will, ist dies nicht stichhaltig und wird denn auch nicht näher begründet. Hierauf braucht daher nicht weiter eingegangen zu werden. In den ärztlichen Beurteilungen der Dres. med. J.________ und K.________ sowie des Dr. med. I.________ wird einlässlich, überzeugend und widerspruchsfrei begründet, weshalb die unbestritten vorliegende Anosmie nicht als natürlich unfallkausal zu betrachten ist. Aus den angerufenen Arztberichten von Prof. Dr. med. L.________ ergeben sich, wie soeben dargelegt, keine Gesichtspunkte, welche die Sichtweise der Suva-Ärzte in Frage zu stellen vermögen. Insgesamt bestehen keine Hinweise für ein unfallkausales Leiden. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind jedenfalls nicht geeignet, einen natürlichen Kausalzusammenhang der Anosmie zum Ereignis vom 23. April 2016 nachzuweisen oder diesbezüglich einen weiteren Abklärungsbedarf aufzuzeigen. Da von weiteren medizinischen Abklärungen keine entscheidrelevanten Ergebnisse zu erwarten waren, verzichtete die Vorinstanz darauf zu Recht. Dies verstösst - entgegen der Rüge der Beschwerdeführerin - nicht gegen den Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG; antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; Urteil 8C_501/2018 vom 13. Dezember 2018 E. 3.2). Die sorgfältige vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden.