Citation: 4A_194/2024 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz würdigte hinsichtlich des Bezugs der Ferien als Beweismittel die Monatslisten und Wochenrapporte der Beschwerdeführerin. Sie erwog, die Überzeugungskraft dieser Listen sei erheblich vermindert, da sie nicht datiert und mit grösster Wahrscheinlichkeit im Nachhinein, eventuell sogar erst für die Verwendung im vorliegenden Verfahren erstellt worden seien. Es sei merkwürdig, dass die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner jedes Jahr mehr Ferien gewährt haben wolle, als arbeitsvertraglich vereinbart gewesen sei. Sie behaupte auch nicht, dass sie dies im Wissen um die Verletzung des GAV getan hätte. Gemäss der Vorinstanz werde ein kaufmännisch und ordentlich geführtes Unternehmen in aller Regel weder ohne Not die Lohnzahlungen aufrunden, noch - was hinsichtlich Unternehmenserfolg dasselbe sei - einem Arbeitnehmer über Jahre mehr Ferientage als vereinbart gewähren. Zu den Monatslisten erwog die Vorinstanz, es sei unbekannt, wer, wann und aufgrund welcher Unterlagen diese zusammenfassenden Listen erstellt habe. Was den Abgleich der Monatslisten mit den Wochenrapporten angehe, enthalte der erstinstanzliche Entscheid in Verletzung der Begründungspflicht von Art. 238 lit. g ZPO keine näheren Hinweise. Die Beschwerdeführerin mache auch keine Angaben, wo und wie sie in erster Instanz die Zusammenhänge konkret hergestellt habe. Die Vorinstanz erachtete es nicht als ihre Aufgabe, aus dutzenden oder hunderten einzelnen Papieren das herauszusuchen, was der Beschwerdeführerin dienen könnte. Die Vorinstanz kam entgegen der Erstinstanz zum Beweisergebnis, dass die jährlichen Zusammenstellungen der Beschwerdeführerin nicht zu beweisen vermögen, dass der Beschwerdegegner die dort vermerkten Ferien tatsächlich bezogen habe, und auch die Wochenrapporte trügen mangels Nachweises einer konkreten Verknüpfung zu den Listen nichts Erhebliches zum Beweis bei. Die Beschwerdeführerin habe damit den Beweis des Bezugs der Ferien nicht erbracht.