Citation: 6P.113/2005 25.03.2006 E. 9

9.1 Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer in Bezug auf die beim Vorfall vom 10./11. November 2001 erfüllten Tatbestände - vorsätzliche schwere Körperverletzung, unvollendeter Versuch der schweren Körperverletzung sowie Unterlassung der Nothilfe - als Mittäter qualifiziert. Dies gilt gemäss ihren Erwägungen auch, wenn der Beschwerdeführer "im Verlaufe der 'Schlägerei' einem Mitangeschuldigten aus Mitleid mit dem bereits schwer verletzten C.________ ... ein Eisenrohr weggerissen und dann weggeworfen hätte". Denn auch der Beschwerdeführer habe "sich zuvor selber an der Ausführung des vorerwähnten gemeinsamen Tatentschlusses beteiligt und nach dem angeblichen Wegwerfen des Eisenrohrs nicht auch die anderen Mitangeschuldigten am 'Weiterschlegle' gehindert" (angefochtenes Urteil S. 194 oben). 9.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe dadurch, dass er einem Mitbeschuldigten ein Eisenrohr weggerissen und dieses weggeworfen habe, "tätige Reue" im Sinne von Art. 22 Abs. 3 (recte: Abs. 2) StGB bekundet. Indem es die Vorinstanz unterlassen habe, dieses Verhalten als tätige Reue zu würdigen und die Strafe entsprechend zu mildern, habe sie Art. 22 Abs. 3 (recte. Abs. 2) StGB verletzt (Nichtigkeitsbeschwerde S. 11 f.). Die Rüge ist unbegründet. Tätige Reue gemäss Art. 22 Abs. 2 StGB kommt beim vollendeten Versuch einer Straftat im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB in Betracht, wenn also der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt. Der Geschädigte C.________ wurde indessen tatsächlich schwer verletzt, weshalb insoweit nicht lediglich ein vollendeter Versuch vorliegt und daher auch tätige Reue ausser Betracht fällt.