Citation: 8C_518/2020 E. 3.2.2

3.2.2. Hinsichtlich der psychiatrisch feststellbaren Befunde und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen des Sachverständigen der SMAB sowie des Dr. med. C.________, wonach der Beschwerdeführer seit Jahren arbeitsunfähig gewesen sei, hat das kantonale Gericht vorab festgehalten, zweifellos könne ein schwerwiegendes psychisches Leiden nicht allein deshalb verneint werden, weil die versicherte Person sprachunfähig und daher nicht in der Lage sei, Auskünfte zur Anamnese oder über die derzeitigen Beschwerden zu geben. Wenn indessen, wie im vorliegend zu beurteilenden Fall, die objektive Befundlage derartig dürftig sei, müsse sich aus den medizinischen und anderweitigen Unterlagen ein konsistentes Bild ergeben beziehungsweise müssten sich die medizinischen Sachverständigen mit den feststellbaren Diskrepanzen auseinandersetzen und nachvollziehbar aufzeigen, weshalb sie der gestellten Diagnose nicht entgegenstünden und inwieweit sie durch die psychische Störung selbst begründet seien. Andernfalls sei die Herleitung der Diagnose und die daraus letztlich abgeleitete Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit nicht schlüssig begründet. Zu den bereits im Entscheid vom 28. November 2016 festgehaltenen Diskrepanzen fänden sich weder in der Teilexpertise des psychiatrischen Sachverständigen der SMAB noch im Gutachten des Dr. med. C.________ schlüssige Erklärungen. Weiterhin sei nicht nachvollziehbar, weshalb der angeblich mutistische (stumme) Versicherte bei somatischen Beschwerden im Rahmen von mehreren notfallmässigen Selbstzuweisungen jeweils konkrete Angaben zu seinen Leiden habe machen können. So sei er beispielsweise gemäss provisorischem Austrittsbericht des Notfallzentrums der Klinik E.________ vom 31. Oktober 2017 in der Lage gewesen, über brennende Schmerzen im Hals und im Mundbereich zu klagen, wobei er gleichentags beschwerdearm nach Hause habe entlassen werden können. Laut Auskünften des RheumaZentrums der Klinik E.________ bezüglich der Hospitalisation vom 14. bis 25. August 2016 seien die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau trotz guten Willens unpräzise gewesen. Immerhin habe der behandelnde Arzt in Erfahrung bringen können, dass die immobilisierenden Schmerzen gleich seien wie unmittelbar vor der im September 2015 durchgeführten Diskushernienoperation. Dass während des stationären Aufenthalts keine verbale Kommunikation möglich gewesen sei, lasse sich dem Bericht vom 31. Oktober 2017 nicht entnehmen. Die Angaben der Ehefrau und der Tochter des Beschwerdeführers zur Krankheitsentwicklung, wonach dieser seit dem Jahre 2010 nicht mehr gesprochen habe und seit Jahren stumm geblieben sei, seien auch mit Blick auf die Rechtsprechung (Urteil 9C_659/2017 vom 20. September 2018) nicht aussagekräftig. Dass er an einer schwerwiegenden psychischen Störung leide, erscheine zwar möglich, angesichts der aus neurologischer und psychiatrischer Sicht bei der Befunderhebung festgestellten erheblichen Diskrepanzen sei diese jedoch nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erstellen. Der Nachweis einer anspruchsbegründenden Invalidität könne nicht erbracht werden und der Beschwerdeführer habe die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen.