Citation: 4A_384/2024 E. 2.4.1

2.4.1. Der Auslegung der Vollmacht nach dem Vertrauensprinzip kann nach dem Gesagten nur Bedeutung zukommen, wenn jemand im Zeitpunkt der Schlichtungsverhandlung tatsächlich davon ausgegangen ist, die Anwälte des Beschwerdegegners seien in Bezug auf eine Klage gegen den Beschwerdeführer nicht bevollmächtigt. Dass dem so gewesen wäre, ergibt sich nicht aus dem angefochtenen Entscheid und zeigen die Beschwerdeführer nicht rechtsgenüglich auf. Ohnehin ist es nach dem Grundsatz von Treu und Glauben und dem Verbot des Rechtsmissbrauchs nicht zulässig, formelle Rügen, die in einem früheren Prozessstadium hätten geltend gemacht werden können, bei ungünstigem Ausgang noch später vorzubringen (BGE 141 III 210 E. 5.2; 135 III 334 E. 2.2). Wären die Beschwerdeführer an der Schlichtungsverhandlung davon ausgegangen, die Vollmacht sei ungenügend, hätten sie dies nach Treu und Glauben umgehend rügen müssen. Insoweit spielt sehr wohl eine Rolle, ob die Vollmacht anlässlich der Schlichtungsverhandlung bemängelt wird, auch wenn die Prozessvoraussetzungen von Amtes wegen zu prüfen sind.