Citation: C 47/06 26.04.2007 E. 4

4.1 Es spricht auf Grund der Akten nichts dagegen, den Bruttolohn von Fr. 4'200.-, welcher Grundlage des Vergleichsvorschlags des Gewerblichen Schiedsgerichts gebildet hat, auch für die Berechnung der Insolvenzentschädigung als Basis zu verwenden. Die Beschwerdeführerin hat diesen Ansatz in ihrem Antrag auf Insolvenzentschädigung vom 2. März 2005 übernommen, was in der Folge zu Recht unbestritten geblieben ist, weil sich eine präzisere Festlegung der Lohnhöhe (über welche sich die ehemalige Arbeitgeberin und die Versicherte nicht einigen konnten) nicht bewerkstelligen lässt. Zu beachten ist allerdings, dass die Beschwerdeführerin beim Gewerblichen Schiedsgericht fehlenden Lohn sowie Kinderzulagen für die Zeit vom 1. September 2003 bis 30. Juni 2004 im Betrag von Fr. 22'974.50 eingeklagt hatte. Der Vergleich vom 24. Januar 2005, mit welchem sich die Firma C.________ GmbH - per Saldo aller gegenseitigen Ansprüche - verpflichtet, Fr. 15'760.- netto an die Versicherte zu bezahlen, umfasst somit die ganze Dauer des Anstellungsverhältnisses und berücksichtigt sämtliche Umstände. Demgegenüber deckt die Insolvenzentschädigung lediglich die Lohnforderung für die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses vor der Konkurseröffnung (Art. 52 Abs. 1 AVIG; vgl. E. 2 hiervor), was vorliegend den Zeitraum vom 1. März bis 30. Juni 2004 beschlägt. 4.2 Die Versicherte hat sich den Lohn jeweils selber ausbezahlt. Gemäss Zusammenstellung des Buchhalters der ehemaligen Arbeitgeberin vom 22. Juni 2004 waren dies Fr. 3'500.- für den Monat März 2004, Fr. 3'800.- für den Monat April 2004 und Fr. 478.- für den Monat Mai 2004. Im Vermittlungsverfahren vor dem Gewerblichen Schiedsgericht vom 2. November 2004 gab die Beschwerdeführerin an, die Mai- und Junilöhne (2004) seien "so gut wie ganz ausstehend" und im April (2004) "fehlt einiges". Nachdem sie in ihrem Schreiben vom 1. Juni 2004 an die Arbeitgeberin vorgeschlagen hatte, die Firma C.________ GmbH zu übernehmen und darauf keine Antwort erhalten hatte, verlangte sie mit Brief vom 13. Juni 2004 die umgehende Bezahlung des Lohnes für den Monat Mai 2004. Sie ging dabei von einem Monatslohn von Fr. 5'000.- (Verdoppelung des Lohnes, welchen sie in einem 50%igen Arbeitspensum für die Firma X.________ AG erzielt hatte) aus und erklärte, sie habe sich jeweils geringere Monatslöhne ausbezahlt, um der Firma C.________ GmbH einen möglichst guten Start zu ermöglichen. Die noch nicht bezogenen Lohnanteile fordere sie nun ebenfalls ein. 4.3 Die Bezüge der Beschwerdeführerin richteten sich nach dem Geschäftsgang. Dies geht aus ihrer Aussage anlässlich des Vermittlungsverfahrens vor dem Gewerblichen Schiedsgericht vom 2. November 2004 hervor, wonach sie immer genügend Geld auf dem Geschäftskonto haben wollte. Sie hatte zunächst geplant, den ausstehenden Restlohn im Rahmen der von ihr ins Auge gefassten Geschäftsübernahme zu kompensieren. Als darüber mit der Arbeitgeberin keine Einigung erzielt werden konnte und die Lohnzahlung Ende Mai 2004 ausblieb, war die Versicherte gezwungen, Lohnnachforderungen zu stellen. Am 13. Juni 2004 mahnte sie die Bezahlung des Lohnes für den Monat Mai 2004 in der Höhe von Fr. 5'000.- sowie weiterer nicht näher bezifferter Lohnanteile. In ihrer beim Gewerblichen Schiedsgericht am 22. September 2004 eingereichten Klage machte sie einen Betrag von Fr. 22'974.50 geltend für fehlenden Lohn in der Zeit vom 1. September 2003 bis 30. Juni 2004. Bei dieser Entwicklung kann der Auffassung der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin habe für die Zeit bis 10. April 2004 auf weitergehende Lohnzahlungen verzichtet, nicht gefolgt werden. Wie vom kantonalen Gericht zutreffend festgestellt worden ist, hat die Versicherte die Schadenminderungspflicht nicht verletzt. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz gilt dies aber für die gesamten vier Monate vor Auflösung des Arbeitsverhältnisses, womit der Insolvenzentschädigungsanspruch namentlich auch für die Zeit vom 1. März bis 10. April 2004 im Grundsatz feststeht. 4.4 Die Insolvenzentschädigung berechnet sich anteilsmässig auf der Basis eines monatlichen Bruttolohnes von Fr. 4'200.- (E. 4.1 hiervor). Es ist mit dem kantonalen Gericht einig zu gehen, dass der Insolvenzentschädigungsanspruch für die Dauer der krankheitsbedingten Abwesenheit lediglich für drei Wochen - entsprechend der Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers - besteht. Zudem hat sich die Beschwerdeführerin für die Monate März bis Juni 2004 anrechnen zu lassen, was sie sich für diese Zeit bereits ausbezahlt hat. Soweit sie diese Zahlungen unberücksichtigt lassen will, kann ihr nicht gefolgt werden. Über die Bezüge für die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses liegt lediglich die Zusammenstellung des Buchhalters der ehemaligen Arbeitgeberin vor (E. 4.2 hiervor). Die Verwaltung wird dazu allenfalls weitere Abklärungen tätigen müssen. Anschliessend wird die Kasse die Höhe der Insolvenzentschädigung festzusetzen haben.