Citation: 1C_274/2021 E. 5.3

5.3. Dieser Beurteilung hält der Beschwerdeführer mit einer gewissen Berechtigung entgegen, dass die geplante Tiefgarage über weite Teile dem Grundriss des Hauptgebäudes entspricht und damit quasi dessen Fundament bildet, was mit Blick auf die zitierten Grundlagen zum kantonalen Recht durchaus auch gegen ihre architektonische Selbstständigkeit sprechen könnte. Damit gelingt es ihm allerdings nicht aufzuzeigen, dass die gegenteilige Auffassung der Vorinstanz unhaltbar wäre. Diese hat unter Beizug der ausführlichen Begründung des Baurekursgerichts eine architektonische Gesamtbetrachtung im Sinne ihrer Rechtsprechung zum kantonalen Recht vorgenommen, die verfassungsrechtlich vertretbar erscheint. Die Tiefgarage hebt sich aufgrund ihrer im Vergleich zum Hauptgebäude geringeren Gebäudehöhe sowie ihren vorgelagerten Teilen in einem gewissen Mass architektonisch und optisch vom geplanten Hauptgebäude ab. Vor dem Hintergrund, dass eine an ein Hauptgebäude an- oder hineingebaute Tiefgarage die Interessen der Nachbarschaft in der Regel weniger stark beeinträchtigen dürfte als eine freistehende Garage mit den gleichen Dimensionen, erscheint es zudem gerechtfertigt, wenn die Vorinstanz den relativ unbestimmt gehaltenen Begriff des besonderen Gebäudes im Zusammenhang mit der Beurteilung von Tiefgaragen praxisgemäss grosszügig auslegt. Die Schlussfolgerung im angefochtenen Entscheid, die geplante Tiefgarage unterscheide sich in konstruktiv und architektonischer Hinsicht vom Hauptgebäude und stelle damit ein besonderes Gebäude gemäss § 273 Abs. 1 PBG dar, kann demnach nicht als geradezu willkürlich bezeichnet werden. Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer insoweit aus der Tatsache, dass die Vorinstanz den unbestimmten Rechtsbegriff des besonderen Gebäudes in ihrer früheren Rechtsprechung anscheinend restriktiver handhabte. Wie der Beschwerdeführer selber vorbringt, hat die Vorinstanz ihre Praxis im Zusammenhang mit der Beurteilung von Tiefgaragen im Entscheid VB.2015.00544 vom 2. März 2016 geändert und seither konsequent angewandt. Er konnte somit von der vorinstanzlichen Auslegungspraxis nicht überrascht sein. Dass die vor einigen Jahren eingeführte Praxisänderung sonstwie gegen Treu und Glauben verstossen würde, macht der Beschwerdeführer nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich (vgl. dazu BGE 140 II 334 E. 8; 135 II 78 E. 3.2).