Citation: 2P.98/2004 09.05.2005 E. 3

3.1 Gehören zu einem Nachlass - wie hier - Grundstücke ausserhalb des Kantons des letzten Wohnsitzes des Erblassers, sind sowohl der Wohnsitz- als auch der jeweilige Liegenschaftskanton zur Erhebung einer Erbschaftssteuer befugt. Der einzelne Kanton ist berechtigt, jeden Erbteil jeweils im Umfang seiner Quote zu besteuern, wobei die Quote seinem Anteil an den Gesamtaktiven entspricht. Die Kantone sind nach der Rechtsprechung zum Doppelbesteuerungsverbot verpflichtet, für die Ermittlung der Quote sämtliche Nachlassaktiven (inner- wie ausserkantonale Objekte) nach übereinstimmenden Kriterien einheitlich zu bewerten; sie bleiben aber grundsätzlich frei, den steuerbaren Netto-Nachlass im Hinblick auf die Festsetzung der Erbschaftssteuer nach ihren eigenen kantonalen Bewertungsregeln zu berechnen. Um trotz der stark unterschiedlichen kantonalen Bewertungsregeln eine gleichmässige Bewertung von Liegenschaften zu erreichen, werden indessen in der Praxis bei interkantonalen Ausscheidungen die Repartitionswerte als Korrekturfaktor herangezogen. Wie das Bundesgericht entschieden hat, sind die Repartitionswerte auch für die Ermittlung der Quote am immobilen Nachlass anzuwenden (Urteil 2P.314/2001 vom 23. September 2003, E. 5.2, mit Hinweisen; betreffend Repartitionsfaktoren für die Steuerperioden 1997-2006 vgl. Kreisschreiben Nr. 22 vom 30. August 2002 der Schweizerischen Steuerkonferenz, wiedergegeben in: Peter Locher, Einführung in das interkantonale Steuerrecht, 2. Aufl., Bern 2003, S. 205, Anhang 1). 3.2 Diese Grundsätze werden im vorliegenden Fall von keiner Seite in Frage gestellt: Gemäss der angefochtenen Einspracheverfügung hat auch der Kanton Zürich für die Bewertung der Liegenschaftsanteile zur Ermittlung der Ausscheidungsquoten nunmehr auf die Repartitionswerte abgestellt, und die Summe der einzelnen Quoten übersteigt 100 % nicht mehr. Es besteht Einigkeit über Betrag und Berechnungsweise der Netto-Nachlassaktiven. Unbestritten ist ferner, dass dem Kanton Zürich das Besteuerungsrecht an 2.358 % des Netto-Nachlasses zusteht. Insbesondere ist damit von einem Repartitionswert des Liegenschaftsanteils (½) im Kanton Zürich von Fr. 395'000.-- auszugehen (und nicht Fr. 384'900.--, wie in der Verfügung vom 21. Februar 2002 des Erbschaftsamtes des Kantons Basel-Stadt). 3.3 Die Steuerverwaltung Basel-Stadt wirft in der Vernehmlassung vom 16. Juni 2004 die Frage auf, ob der Repartitionswert des zürcherischen Liegenschaftsanteils (½) ausgehend vom kantonalen Vermögenssteuerwert von Fr. 395'000.-- oder aber von dem im Hinblick auf die Erbschaftssteuer aktualisierten Schätzwert von Fr. 600'000.-- (vgl. Felix Richner/Walter Frei, Kommentar zum Zürcher Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz, Zürich 1996, N. 49 zu § 13) zu berechnen sei. (Weil ein Umrechnungsfaktor von 100 % anzuwenden ist, würden die Beträge jeweils dem Repartitionswert entsprechen; siehe Locher, a.a.O., S. 206). Grundlage für die Ermittlung der Repartitionswerte können indessen einzig diejenigen kantonalen Vermögenssteuerwerte sein, die im Rahmen der (periodisch erhobenen) Vermögenssteuer festgesetzt werden. Wie im Entscheid 2P.314/2001 vom 23. September 2003 ausgeführt (E. 5.2), werden nämlich die Repartitionsfaktoren ausgehend von diesen kantonalen Vermögenssteuerwerten festgelegt und je nach Entwicklung der kantonalen Liegenschaftswerte laufend angepasst. Aktuelle Repartitionswerte stehen somit immer zur Verfügung. Demgegenüber würden sich spezielle, wie etwa die im Kanton Zürich für die Erhebung der Erbschaftssteuer im Einzelfall aktualisierten Liegenschaftsschätzungen nicht als Berechnungsgrundlage eignen: Mangels entsprechender statistischer Erhebungen steht nicht fest, ob derartige Einzelschätzungen in gleicher Weise wie die allgemeinen Vermögenssteuerwerte den Durchschnittszahlen der anderen Kantone entsprechen würden; im Übrigen dürfte es in vielen Fällen (Kantonen) überhaupt an derartigen aktuellen Verkehrswertschätzungen fehlen, wie sie das zürcherische Erbschaftssteuerrecht vorsieht. Im erwähnten Urteil vom 23. September 2003, das die Steuerverwaltung Basel-Stadt in diesem Zusammenhang zitiert, werden aktualisierte kantonale Schätzungen vorbehalten. Dies ist hiermit in dem Sinn zu präzisieren, dass für die Ermittlung der Quote stets die zum Zeitpunkt des Erbanfalls massgeblichen Repartitionswerte der betreffenden Liegenschaften anzuwenden sind. Hingegen sind die Kantone, wie dargelegt (vgl. E. 3.1 hiervor), grundsätzlich frei, den steuerbaren Netto-Nachlass (Aktiven und Passiven) im Hinblick auf die Festsetzung der Erbschaftssteuer nach ihren eigenen kantonalen Bewertungsregeln zu berechnen; sie sind dabei lediglich verpflichtet inner- und ausserkantonale Objekte einheitlich, d.h. nach den gleichen Regeln, zu bewerten. Im vorliegenden Fall ist demnach von einem Repartitionswert des Liegenschaftsanteils (½) im Kanton Zürich von Fr. 395'000.-- auszugehen.