Citation: 5A_52/2019 E. 3.3.1

3.3.1. Die Vorinstanz betont, dass mit diesem Gutachten eine rechtskräftige Schätzung vorliege, die auf zwei Szenarien basiere. In einem ersten Szenario gehe der Experte von der seinerzeitigen Bauordnung in der Standortgemeinde aus und gelange für die beiden Grundstücke zu einem Schätzwert von total Fr. 56'130'000.--. Das zweite Szenario basiere auf dem damals noch nicht rechtskräftigen Gestaltungsplan und erachte einen Schätzwert von total Fr. 64'200'000.-- als angebracht. Der Experte habe die beiden Szenarien je hälftig gewichtet, was einen Durchschnittswert von Fr. 60'160'000.-- ausmache. Dieses Ergebnis habe er für die neue Schätzung vorgeschlagen und es sei vom Betreibungsamt auf Anweisung der unteren kantonalen Aufsichtsbehörde übernommen worden. Am 9. Juni 2015 sei der Gestaltungsplan in Rechtskraft erwachsen, womit der gemäss dem ersten Szenario ermittelte Wert seine Bedeutung verloren habe. Demnach sei - so die Vorinstanz - nunmehr von einem Schätzwert für die beiden Grundstücke von Fr. 64'200'000.-- auszugehen. Die Beteiligten hätten sich zu diesem Vorgehen äussern können und es sei ihm kein Widerstand erwachsen. Es handle sich hierbei nicht um eine Neuschätzung und auch nicht um eine Anpassung der Schätzung im eigentlichen Sinne, sondern um die Beseitigung einer im Zeitpunkt der Expertise noch bestehenden Unsicherheit, die sich inzwischen geklärt habe. Die Vorinstanz wies das Betreibungsamt an, den neu festgelegten Wert zu übernehmen und insbesondere in der Steigerungsanzeige zu publizieren. Sie hielt bei dieser Gelegenheit auch fest, dass die geltende Regelung lückenhaft sei und warf die Frage auf, ob es nicht Gründe geben könne, die ausnahmsweise, z.B. wegen des langen Zeitablaufs zwingend nach einer zusätzlichen Schätzung rufen. Für den konkreten Fall verneinte die Vorinstanz diese Lösung. Dass die Zwangsverwertung bereits ausserordentlich lange gedauert habe, könne allein nicht entscheidend sein. Eine Schätzung im jetzigen Zeitpunkt könnte ohnehin wieder nur ein Zwischenergebnis sein und würde Art. 44 VZG nicht obsolet machen bzw. bei Veränderungen im Rahmen der Lastenbereinigung eine weitere "Schätzungsrunde" nicht ausschliessen. Dies würde zu einem zusätzlichen Zeitverlust führen.