Citation: U 2/03 28.07.2005 E. 4

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid die medizinischen Berichte umfassend und korrekt dargestellt. Darauf wird verwiesen. Zu prüfen ist, ob der Sturz vom 12. Februar 2000 kausal ist für die festgestellte Diskushernie C5/6 und C6/7 sowie ein Schleudertrauma bzw. ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma (Commotio cerebris). 4.1 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann ein Bandscheibenvorfall betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind. Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber (weitgehend) verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, spätere Rezidive dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (nicht veröffentlichte Urteile H. vom 18. August 2000 [U 4/00], B. vom 7. Januar 2000 [U 131/99], S. vom 5. Januar 2000 [U 103/99], F. vom 27. Dezember 1999 [U 2/99], S. vom 4. Juni 1999 [U 193/98], R. vom 30. April 1999 [U 228/98], S. vom 22.Januar 1999 [U 69/98], S. vom 26. August 1996, [U 159/95], S. vom 7. April 1995 [U 238/94], und J. vom 10. Oktober 1994 [U 67/94], letzteres zusammengefasst in ZbJV 1996 S. 489 f.; vgl. auch Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 54 ff., insbesondere S. 56; Baur/Nigst, Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 162 ff.; Mollowitz, Der Unfallmann, 11. Aufl. Berlin 1993, S. 164 ff.). Insbesondere mit dem letztgenannten Kriterium werden auch jene Fälle aufgefangen, bei denen der Unfall neben weiteren Faktoren lediglich eine Teilursache für die im Anschluss an das Ereignis aufgetretenen Rückenbeschwerden darstellt. Vorausgesetzt ist indessen auch dort, dass die Symptome einer Diskushernie (vertebragenes oder radikuläres Syndrom) unmittelbar nach dem Unfall auftreten (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 Erw. 2a mit Hinweis auf das Urteil S. vom 26. August 1996 [U 159/95]; vgl. auch Debrunner/Ramseier, a.a.O., S. 55 oben). So verhält es sich hier jedoch nicht. 4.2 In den Akten bestehen zwar keine Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführerin vor dem inkriminierten Sturz an Beschwerden gelitten hätte. Doch kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten herleiten. Denn der natürliche Kausalzusammenhang darf nur dann als gegeben angenommen werden, wenn dieser mit Wahrscheinlichkeit bewiesen ist. Die blosse Möglichkeit genügt nicht. Einzelne ärztliche Stellungnahmen scheinen von der Maxime «post hoc, ergo propter hoc» auszugehen, die besagt, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall verursacht sei, weil sie nach diesem aufgetreten sei (BGE 119 V 341 f.; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 460 N 1205). Entscheidend ist, dass die Beschwerdeführerin nach eigenem Bekunden den Sturz als banales, mit der Ausübung des Sportes verbundenes Ereignis erlebte, in der Folge auch keinerlei Beschwerden verspürte und ohne Schmerzen und Einschränkungen am folgenden Montag die Arbeit wieder aufnahm. Sie selber betrachtete eine Drehbewegung im Bett als Auslöser der hier zu beurteilenden Schädigung. Dies geschah indessen erst eine Woche nach dem Sturz. Die beigezogenen Spezialärzte Dr. med. R.________ (Bericht vom 19. Oktober 2000), und Dr. med. M.________ (Bericht vom 8. Februar 2002), bejahen eine Unfallkausalität. Doch übersehen sie, dass gemäss den Aussagen der Beschwerdeführerin zwischen dem Sturz mit dem Snowboard und dem Aufflackern der Beschwerden eine beschwerdefreie Zeit von einer Woche liegt. Bezüglich der Unfallkausalität kann deshalb nicht auf deren Beurteilungen abgestellt werden. PD Dr. med. F.________ ging anfänglich davon aus, dass nach dem Sturz kurz Nacken-Schulterschmerzen bestanden hätten, die aber verschwunden seien (Bericht vom 17. April 2000). Dessen ungeachtet bestätigte er mit ärztlichem Zeugnis vom 17. August 2000, die jetzigen Beschwerden seien auf Unfallfolgen zurückzuführen. In einem Bericht vom 12. Dezember 2000 zuhanden des Krankenversicherers äusserte er sich auf Frage hin zur ärztlichen Stellungnahme des SUVA-Arztes: Die Patientin habe ein adäquates Ereignis und sei anschliessend nie ganz beschwerdefrei gewesen. Da seine Ausführungen zur Unfallkausalität der Diskushernie auf dieser nicht zutreffenden Annahme beruhen, kann auch ihm nicht gefolgt werden. 4.3 Nach dem Gesagten ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass das Sturzereignis vom 12. Februar 2000 nicht kausal ist für die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden.