Citation: 6B_716/2024 E. 2.2

2.2. Die Verteidigung machte bereits im Berufungsverfahren geltend, das Tatbestandmerkmal der Arglist sei in der Anklage nicht genügend umschrieben. Eine einfache Lüge sei nur arglistig, wenn ihre Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar sei oder wenn der Täter nach den Umständen voraussehe, dass der Getäuschte die Überprüfung unterlassen werde. Solche besonderen Umstände würden in der Anklage nicht erwähnt. Die Erstinstanz habe den Anklagegrundsatz verletzt, indem sie die hohe Arbeitslast der Sozialen Dienste als solchen Umstand anführe. Gleiches gelte, wenn sie feststelle, die Überprüfung sei nur erschwert möglich gewesen, weil die Beschwerdeführerin nur temporär auf Abruf gearbeitet habe.