Citation: 2P.184/2002 13.12.2002 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführer wenden sodann in Bezug auf die vorzunehmende Korrektur ein, die im Werk von Wolfgang Maute (Kommentar zum Gesetz über die Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Thurgau, 1989), das aufgrund der Stellung des Verfassers den Charakter einer Verwaltungsanweisung habe, auf S. 51 f. für übermässige Abschreibungen angeführte Praxis werde ihnen verweigert. Dies stelle eine Verletzung des Gleichheitsgebotes dar. 4.2 Die Beschwerdeführer legen nicht näher dar, inwiefern die Angaben im zitierten Kommentar von der beanstandeten Festsetzungsmethode abweichen. Sie verweisen nur pauschal auf den Kommentar und geben auch nicht dessen Inhalt wieder. Zudem wiederholen sie weitgehend nur ihre Rügen, die sie bereits vor den kantonalen Rechtsmittelinstanzen erhoben hatten und die dort behandelt worden waren, und setzen sich nicht mit der Begründung des angefochtenen Entscheids näher auseinander. Es ist daher ebenfalls zweifelhaft, ob dieses Vorbringen den Substantiierungsanforderungen genügt (vgl. E. 1.2). Allerdings erweist sich die Beschwerde in diesem Punkt ohnehin als unbegründet. 4.3 Das Verwaltungsgericht hat ausgeführt, es könne offen gelassen werden, ob der erwähnte Kommentar, der auf S. 51 f. eine bestimmte Art und Weise der Bereinigung von sog. Überabschreibungen vorsieht (zu den verschiedenen Methoden vgl. Francis Cagianut/Ernst Höhn, Unternehmungssteuerrecht, 3. Aufl. 1993, S. 510 f., N. 49-51 zu § 13), den Charakter einer Verwaltungsanweisung habe. Aus der Lektüre des Kommentars ergebe sich, dass auch die Übermässigkeit ihre Grenzen habe. Mit der Abschreibung werde der Wertabnahme der bilanzierten Vermögenswerte Rechnung getragen. Übermässige Abschreibungen würden im Allgemeinen unter der Voraussetzung zugelassen, dass die Steuervorteile, die dem Steuerpflichtigen aus der zeitlichen Verschiebung der Abschreibung erwachsen, durch einen gleichwertigen Zuschlag ausgeglichen werden. Im vorliegenden Fall habe der Buchwert des Geschäftsvermögens Fr. 752'122.-- betragen. Wenn das darin enthaltene Einfamilienhaus mit Fr. 783'424.-- aufgeführt und in der massgeblichen Steuerperiode ins Privatvermögen überführt werde, zeige das, dass offensichtlich kein abschreibungsfähiges Substrat vorhanden gewesen sei bzw. sämtliche immobilienmässigen Abschreibungen praxisgemäss in der entsprechenden Bemessungsperiode wieder aufzurechnen waren. 4.4 Der angefochtene Entscheid stützt sich auf kantonales Recht. Dessen Anwendung durch die kantonalen Behörden prüft das Bundesgericht vorliegend daher nur unter dem beschränkten Gesichtswinkel der Willkür (Art. 9 BV; vgl. BGE 123 I 313 E. 2b S. 317). 4.4.1 Gemäss obigen Feststellungen hätten - wie bereits die Steuerrekurskommission ausdrücklich bemerkt hat - gar keine Abschreibungen geltend gemacht werden dürfen. Die Situation der Beschwerdeführer ist somit nicht vergleichbar mit derjenigen von Steuerpflichtigen, die Abschreibungen vornehmen durften, dabei aber überhöhte Beträge angesetzt haben. Demnach ist es nicht willkürlich, insbesondere läuft es nicht in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider, wenn die kantonalen Instanzen davon ausgegangen sind, die angeführte Passage aus dem Kommentar von Wolfgang Maute betreffe nur Letztere und nicht die Beschwerdeführer. Damit stösst letztlich auch der Vorwurf der Beschwerdeführer, sie würden nicht gemäss den Angaben im Kommentar behandelt, ins Leere. 4.4.2 Schliesslich wird im Vorwort zu dem genannten Kommentar von Wolfgang Maute (S. III) ausdrücklich erklärt, dieser binde die Steuerverwaltung nicht. Wenn dort angegeben wird, die Darstellungen hielten sich an die geltende Verwaltungspraxis, so ist ausserdem zu berücksichtigen, dass das Werk im Jahre 1989 erschienen ist, das damals geltende kantonale Steuergesetz vom 9. Juli 1964 aber am 1. Januar 1993 durch das hier anzuwendende Steuergesetz vom 14. September 1992 abgelöst worden ist, so dass nicht ohne weiteres auf eine Fortsetzung einer bestimmten Praxis geschlossen werden kann. Die Beschwerdeführer beschränken sich aber auf die Berufung auf den Kommentar aus dem Jahre 1989 und führen unter anderem auch nicht einen vergleichbaren Fall an, in welchem unter dem Regime des neuen Steuergesetzes anders als bei ihnen verfahren wurde.