Citation: 6B_206/2016 E. 1.3

1.3. Das Bundesgericht entschied im zur Publikation vorgesehenen Urteil 6B_646/2016 vom 3. Januar 2017, dass Art. 97 Abs. 3 StGB entgegen dem Wortlaut von Art. 1 Abs. 2 lit. j JStG auch im Jugendstrafrecht gilt. Somit tritt die Verjährung in Jugendstrafverfahren nicht mehr ein, wenn vor Ablauf der Verjährungsfrist nach Art. 36 JStG ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist (vgl. die ausführliche Begründung dort bei E. 1). Gemäss Art. 36 Abs. 1 JStG verjährt die Strafverfolgung in fünf Jahren, wenn die Tat nach dem für Erwachsene anwendbaren Recht mit einer Freiheitsstrafe von über drei Jahren bedroht ist (lit. a); in drei Jahren, wenn die Tat nach dem für Erwachsene anwendbaren Recht mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bedroht ist (lit. b) und in einem Jahr, wenn die Tat nach dem für Erwachsene anwendbaren Recht mit einer anderen Strafe bedroht ist (lit. c). Der teilweise versuchte bandenmässige und gewerbsmässige Diebstahl vom 23. April bis zum 4. August 2010 verjährte gemäss Art. 36 Abs. 1 lit. a JStG in fünf Jahren, während die Sachbeschädigung und der Hausfriedensbruch vom 5. und 6. November 2010 nach Art. 36 Abs. 1 lit. b JStG in drei Jahren verjährten. Da das erstinstanzliche Urteil vom 4. November 2013 vor Ablauf dieser Fristen erging, trat die Verjährung gemäss Art. 97 Abs. 3 StGB nicht mehr ein.