Citation: 9C_447/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hat erwogen, die Verfügung vom 30. Juni 2014 sei der Beschwerdegegnerin ebenso zugestellt worden wie der Vorbescheid vom 2. Mai 2014. Die Beschwerdegegnerin habe zudem auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise abgestellt. Die Beschwerdeführerin müsse sich deshalb die Feststellungen der IV in der Verfügung grundsätzlich entgegenhalten lassen. Der Invaliditätsbegriff sei in der IV und in der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge grundsätzlich der gleiche. Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedürfe es sowohl invalidenversicherungsrechtlich wie auch berufsvorsorgerechtlich in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-) ärztlicherseits schlüssig festgestellt werde und nachgewiesenermassen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Bestimmten psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürften die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Faktoren herrühren, sondern das Beschwerdebild habe davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit seien unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden könne. Die Bindungswirkung entfalle vorliegend daher nur, wenn der IV-Entscheid offensichtlich unhaltbar gewesen sei. Hierfür bedürfe es einer qualifizierten Unrichtigkeit - der Entscheid müsse geradezu willkürlich sein. Für die Beurteilung dieser Frage sei auf die Aktenlage, wie sie sich bei Verfügungserlass präsentiert habe, abzustellen. Die IV-Stelle habe einen invalidenversicherungsrechtlichen Gesundheitsschaden im Wesentlichen mit der Begründung verneint, die psychischen Beschwerden seien ganz überwiegend durch psychosoziale Faktoren begründet gewesen. Nach Würdigung der aktenkundigen ärztlichen Berichte hat das kantonale Gericht erwogen, es ergebe sich, dass die im Zeitpunkt des invalidenversicherungsrechtlichen Entscheids vorhandenen ärztlichen Berichte keinen Anlass gäben, die Verfügung vom 30. Juni 2014 als offensichtlich unhaltbar zu qualifizieren. Soweit die Beschwerdeführerin geltend mache, die Verneinung des Leistungsanspruchs stamme von einer nicht medizinisch ausgebildeten Person, verkenne sie, dass die Prüfung, ob bei der ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit invaliditätsfremde Gesichtspunkte wie psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren unberücksichtigt geblieben seien, dem Rechtsanwender obliege. Zusammenfassend bestehe somit Bindungswirkung an die Verfügung der IV vom 30. Juni 2014. Mit dieser sei ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden verneint und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit festgestellt worden. Es stehe somit fest, dass während der Versicherungsdeckung bei der Beschwerdegegnerin keine Arbeitsunfähigkeit eingetreten sei, welche zu einer Invalidität geführt habe. Die Beschwerdegegnerin sei entsprechend nicht leistungspflichtig.