Citation: 9C_224/2022 E. 3.4.2

3.4.2. Einen weiteren Mangel des medexperts-Gutachtens erblickt die Beschwerdeführerin darin, dass trotz der Diagnose eines IgG4-Subklassenmangels keine immunologische Begutachtung durchgeführt worden sei, denn eine gute Einstellung der Immunsubstitution bedeute entgegen dem angefochtenen Urteil nicht, dass sie an keinerlei dadurch bewirkten Einschränkungen leide (wobei sie in diesem Zusammenhang die Fatigue-Symptomatik erwähnt). Auch dieser Einwand verfängt nicht. Im angefochtenen Urteil wurde diesbezüglich unter Berufung auf den Bericht des Spitals C.________, Ambulante Innere Medizin, vom 5. Oktober 2016 nicht offensichtlich unrichtig und damit für das Bundesgericht verbindlich festgestellt, dass die Immunschwäche in der Vergangenheit zwar immer wieder zu rezidivierenden Bronchitiden und Pneumonien geführt habe, es aber unter der wöchentlichen Substitution eines Immunglobulins zu einer Stabilisierung des Gesundheitszustandes gekommen sei. In ihrer Stellungnahme vom 20. Januar 2021 hielten die medexperts-Gutachter denn auch fest, dass es sich beim isolierten IgG4-Mangel um eine Labordiagnose handle, welche bei der Versicherten ohne grosse klinische Bedeutung sei; die (im Bericht des Spitals C.________ vom 21. August 2020 gemachte) Aussage, eine Chronic Fatigue könne trotz erfolgreicher Substitution mit Immunglobulinen fortbestehen, könne nicht auf ihre Evidenz nachvollzogen werden.