Citation: 6B_923/2022 E. 5.5.1

5.5.1. Auf der Seite des privaten Interesses berücksichtigt die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz aufwuchs und einen Grossteil seines Lebens hier verbrachte. Seine Beziehung zum Irak sei vergleichsweise schwach. Deshalb hält die Vorinstanz fest, dass eine Landesverweisung für ihn mit einer erheblichen Beeinträchtigung der sozialen Beziehungen und einer Anpassungsleistung verbunden ist. Das Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz relativiert sich gemäss Vorinstanz durch die erheblichen Integrationsdefizite. Seine Beziehung zur Familie geniesst keinen besonderen Schutz. Die Vorinstanz gibt zu bedenken, dass der Beschwerdeführer zuerst eine mehrjährige Freiheitsstrafe verbüssen muss, weshalb der Kontakt ohnehin eingeschränkt wird. Danach können die Beziehungen zu seiner Familie und seiner Verlobten für die beschränkte Dauer der Landesverweisung auch vom Ausland aus gepflegt werden. Beruflich wird der Beschwerdeführer gemäss Vorinstanz nicht aus einem stabilen Umfeld herausgerissen. Seine Aussichten auf berufliche Integration unterscheiden sich im Irak und der Schweiz nicht wesentlich. Auch die Resozialisierungschancen erscheinen im Irak nicht schlechter als in der Schweiz, wo es dem Beschwerdeführer trotz familiärer Einbettung und Zugang zur Bildung nicht gelang, straffrei zu leben.