Citation: 2C_542/2016 E. 4.5

4.5. Beim Beschwerdeführer sind nach der Verwarnung keine positiven Entwicklungen bzw. Reifungen erkennbar. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: - Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Emmen vom 4. Januar 2012 wurde der Beschwerdeführer wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall mit Fremdschaden (Nichtgenügen der Meldepflicht), Nichtbeherrschens des Fahrzeuges (mangelnde Aufmerksamkeit mit Personenwagen, begangen durch Bedienen eines Mobiltelefons), Überlassens eines Personenwagens an einen Führer, der den erforderlichen Führerausweis nicht besitzt, Überlassens des Fahrzeuges an einen nicht fahrfähigen Führer, unsachgemässen Bedienens des Fahrzeuges durch Erzeugen von übermässigem Lärm (begangen durch fortgesetztes unnötiges Herumfahren in Ortschaften) und Begünstigung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 50.00, bedingt ausgesprochen mit einer Probezeit von 2 Jahren, sowie einer Busse von Fr. 1'800.00 bestraft; - Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 4. Juli 2012 wurde er wegen Nichttragens der Sicherheitsgurten durch die Fahrzeugführerin oder den Fahrzeugführer mit einer Busse von Fr. 60.00 bestraft; - Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 15. Oktober 2012 wurde er wegen Parkierens innerhalb des signalisierten Parkverbots bis 2 Stunden mit dem PW zu einer Busse von Fr. 40.00 bestraft; - Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern vom 5. Februar 2014 wurde er wegen Benützens eines öffentlichen Verkehrsmittels ohne gültigen Fahrausweis mit einer Busse von Fr. 60.00 bestraft; - Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern vom 27. Februar 2014 wurde er wegen Benützens eines öffentlichen Verkehrsmittels ohne gültigen Fahrausweis mit einer Busse von Fr. 80.00 bestraft; - Mit Urteil des Kriminalgerichts des Kantons Luzern vom 4. September 2014 wurde er wegen mehrfachen Betrugs, mehrfacher Urkundenfälschung, wegen Nichtabgabe der entzogenen Kontrollschilder und des Fahrzeugausweises mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten bedingt vollziehbar mit einer Probezeit von 3 Jahren verurteilt. Alle den strafrechtlichen Verurteilungen zugrunde liegenden Handlungen sind nach der Verwarnung erfolgt: Innerhalb von rund zweieinhalb Jahren somit sechs sanktionierte Verfehlungen. Ins Gewicht fällt vor allem die Verurteilung wegen der beiden Straftaten Betrug und Urkundenfälschung (letzter Punkt der oben aufgeführten Liste), die er nur rund ein halbes Jahr nach der ausgesprochenen Verwarnung begangen hatte. Allerdings zeigen auch die SVG-Delikte, dass der Beschwerdeführer sich von strafrechtlichen Massnahmen bzw. ausländerrechtlichen Verwarnungen nicht beeindrucken lässt und in Zukunft nicht gewillt ist, sich an die Rechtsordnung zu halten. Er schliesst damit nahtlos an sein Verhalten vor der Verwarnung an. Daneben sind nach der Verwarnung auch verschiedene Betreibungen und offene Verlustscheine hinzugekommen. Der Beschwerdeführer gibt indessen an und hat auch bereits vor Vorinstanz darauf hingewiesen, dass diese aus älteren Schulden resultierten. Die Vorinstanz hat sich damit nur rudimentär auseinandergesetzt, was allerdings nicht schadet: Denn offensichtlich basieren gewisse Betreibungen auf nach der Verwarnung vorgenommenen Handlungen wie auch die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat. Dazu gehören zum einen kleinere Beträge und zum anderen die Betreibungen der beiden Banken von insgesamt Fr. 82'000.--. Die diesen zugrunde liegenden Schulden sind zudem als mutwillig entstanden zu qualifizieren. Dass diese beiden Beträge dem Migrationsamt bei der Ausstellung des Niederlassung ausweises bekannt gewesen seien, ist wie bereits ausgeführt nicht relevant. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass bei Betreibungen, die erst jetzt erfolgen, die Schuld zwar vor der Verwarnung entstanden sein kann, das für die Betreibung auslösende Element aber erst nach der Vermutung stattgefunden haben könnte, indem der Beschwerdeführer etwa seiner Zahlungsverpflichtung erst nach der Verwarnung nicht nachgekommen ist oder ihm bis nach diesem Zeitpunkt ein Zahlungsaufschub zugestanden wurde. Angesichts der zahlreichen neuen strafrechtlich relevanten Handlungen und dem zahlreichen Nicht-Nachkommen seiner finanziellen Verpflichtungen ist bei ihm nach der Verwarnung vom 6. Januar 2011 weder eine positive Entwicklung noch eine Reifung festzustellen. Insgesamt ist damit der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt (siehe auch die Kasuistik im Urteil 2C_106/2017 vom 22. August 2017 E. 3.3).