Citation: 1C_520/2022 E. A

Am Betriebsstandort der A.________ AG in U.________ wurde zweimal unbeabsichtigt die Schaumlöschanlage aktiviert, wobei Löschschaum in die Goldach und den Bodensee gelangte. Der zurückbehaltene Löschschaum wurde von einem Kanalreinigungsunternehmen abgesaugt und in die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Morgenthal in Steinach und die ARA Altenrhein überführt. Weil die A.________ AG weder das Kanalreinigungsunternehmen noch die belieferte ARA darüber informierte, dass der Schaum den seit 2018 nicht mehr zugelassenen Stoff PFOS enthielt, wurde der Schaum nicht sachgerecht entsorgt und es gelangte über die ARA weiterer Löschschaum in den Bodensee. Mit Strafbefehl vom 21. Februar 2022 belegte das Untersuchungsamt St. Gallen die A.________ AG mit einer verwaltungsstrafrechtlichen Busse. Die B.________ AG erhielt Einsicht in den Strafbefehl. In der Folge verlangte die B.________ AG Akteneinsicht in die gesamten Strafakten, was vom Untersuchungsamt mit Verfügung vom 5. Mai 2022 abgelehnt wurde.