Citation: 1C_208/2016 E. 7

Das Verwaltungsgericht legt dar, gemäss dem klaren Wortlaut der Initiative solle neu nach der Hochjagd auf jegliche Bejagung verzichtet werden. Selbst wenn man mit den Beschwerdeführern davon ausgehe, dass die Initiative Raum für eine nachträgliche Regiejagd zuliesse, fehlte es dafür an einer gesetzlichen Grundlage. Das kantonale Jagdregal stelle keine solche dar. Art. 12 Abs. 2 JSG und die dazugehörige kantonale Ausführungsbestimmung von Art. 31 Abs. 2 KJG beträfen nur den Abschuss einzelner schadenstiftender Tiere und böten keine Grundlage für eine eigentliche Bestandesregulierung. Der Grosse Rat schliesst sich dieser Auffassung an. Die Beschwerdeführer bringen dagegen vor, die Initiative richte sich nur gegen die private Sonderjagd. Es sei diese, welche den Tieren wegen der grossen Zahl von 1'200 bis 1'650 Jägern zusetze und immer wieder zu verwerflichen Szenen führe. Das komme auch im Begleittext zur Initiative zum Ausdruck. Unzutreffend sei, dass keine Grundlage für die Jagd durch die Wildhut bestehe. Schon heute tätige diese weitere Abschüsse, wenn die Vorgaben durch die privaten Jäger nicht erfüllt würden. Im Jahr 2015 habe die Wildhut nach Abschluss der Hochjagd noch 161 Hirsche und nach Abschluss der Sonderjagd 164 Hirsche erlegt. Die Initiative ändere hieran nichts. Es handle sich bei der Jagd um ein kantonales Regal (Art. 85 KV/GR), weshalb weitere gesetzliche Bestimmungen nicht erforderlich seien. Zudem beschränke sich Art. 31 Abs. 2 KJG, wonach das zuständige Amt zur Verhütung von Wildschäden jederzeit den Abschuss jagdbarer und wildlebender Tiere anordnen könne, nicht auf den Abschuss einzelner Tiere.