Citation: U 365/02 16.09.2003 E. 6.2

6.2.1 Aufgrund der Akten steht fest, dass die Rückenbeschwerden erstmals nach dem Unfall auftraten. Gemäss dem Bericht des Spitals Y.________ vom 29. September 1999 sowie den Expertisen des Dr. med. S.________ vom 16. Oktober 2000 und des Spitals X.________ vom 21. Juni 2001 sind sie zumindest teilweise somatisch bedingt. Während im erstgenannten Bericht lediglich degenerative Veränderungen, aber keine Anhaltspunkte für traumatisch-bedingte ossäre Veränderungen im Bereich der LWS gefunden wurden, kam Dr. med. S.________ zum Schluss, die mässiggradigen degenerativen Veränderungen im Sinne von Spondylarthrosen L3-S1 seien beim Unfall traumatisiert worden, was zu den anhaltenden Beschwerden führe. Auf den Bericht vom 29. September 1999 kann deshalb nicht abgestellt werden, weil darin die Röntgenuntersuchung der LWS vom 14. März 2000 und das MRI der LWS vom 17. März 2000 nicht berücksichtigt sind. Die Ausführungen des Dr. med. S.________ überzeugen insofern nicht, als er ohne Hinweis auf fassbare physische Befunde darlegt, die aktuell geklagten Beschwerden seien weiterhin auf den Unfall zurückzuführen, da die Versicherte vor dem Unfall keine Rückenbeschwerden gehabt habe. Denn allein aus der Tatsache, dass sich die Beschwerden erst nach dem Unfallereignis manifestiert haben, kann nicht einfach auf einen weiter bestehenden Zusammenhang geschlossen werden (vgl. auch BGE 119 V 341 f. Erw. 2b/bb). Nicht stichhaltig ist zudem das Argument des Dr. med S.________, der Status quo sine könne nicht erreicht sein, da die Versicherte aktuell nicht beschwerdefrei sei. Dies kann für sich allein einzig zur Verneinung des Status quo ante (Zustand vor dem Unfall) führen, schliesst aber nicht aus, dass der Zustand vorliegt, wie er sich auch ohne den Unfall eingestellt hätte (Status quo sine; Erw. 2.2. hievor). Soweit das kantonale Gericht für den Nachweis des Wegfalls der Kausalität bzw. des Eintritts des Status quo sine die Berichte der Dres. med. D.________ vom 9. Oktober 1999 und R.________ vom 12. Januar 2000 heranzieht, kann dem nicht gefolgt werden. Die Angaben des Dr. med. D.________ sind nämlich insofern unklar bzw. widersprüchlich, als er anführte, die Beschwerden seien bloss "vorwiegend krankheitsbedingt", aber gleichzeitig angab, es lägen "keine Unfallfolgen" mehr vor. Dr. med. R.________ führte aus, die Versicherte sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig, und zwar zu 80 % aus psychiatrischen und zu 20 % aus rheumatologischen Gründen, die das Knie und den Rücken beträfen, wovon höchstens 10 % auf den Unfall vom 9. Februar 1999 zurückzuführen seien. Damit taxierte Dr. med. R.________ den Unfall zumindest als Teilursache der somatischen Rückenbeschwerden. Wenn er den Anteil der psychischen Beschwerden an der Arbeitsunfähigkeit auf 80 % bezifferte, widerspricht dies klar dem psychiatrischen Gutachten vom 21. Juni 2001, das maximal von einem 25%igen Anteil ausging. Hinsichtlich des degenerativen Vorzustandes ist schliesslich festzuhalten, dass für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich ist, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). 6.2.2 Bei dieser unklaren Aktenlage lässt sich der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den Rückenbeschwerden und damit die Leistungspflicht des Unfallversicherers für die Zeit ab 1. Februar 2000, entgegen der Auffassung der Vorinstanz, nicht zuverlässig beurteilen. Dies gilt namentlich in Bezug auf die entscheidende Frage nach dem Erreichen des Status quo sine. Offen ist zudem bei Bejahung der Unfallkausalität der Anteil der Rückenbeschwerden an der Gesamtarbeitsunfähigkeit. Die Sache ist daher an die Northern zurückzuweisen, damit sie diesbezüglich ein Gutachten einhole und danach über den Leistungsanpruch der Versicherten neu verfüge.