Citation: 1C_572/2022 E. 3.2

3.2. Soweit die Beschwerdeführerin eine ungenügende Interessenabwägung im Baubewilligungsverfahren geltend macht, ist Folgendes festzuhalten: Steht (wie vorliegend) keine Erfüllung einer Bundesaufgabe in Frage, sind die Schutzziele des ISOS nur mittelbar über die kommunale Nutzungsplanung, nicht aber unmittelbar im Baubewilligungsverfahren von Bedeutung, zumal - wie soeben dargelegt - keine Situation vorliegt, in welcher die kommunale Nutzungsplanung die Schutzziele des ISOS geradezu missachtet (vgl. Urteile 1C_498/2020 vom 3. November 2021 E. 1.7; 1C_488/2015 vom 24. August 2016 E. 4.5.5). Die vom ISOS verkörperten öffentlichen Interessen sind zwar auch bei der Auslegung unbestimmter Begriffe des Baurechts sowie bei im Einzelfall erforderlichen Interessenabwägungen zu berücksichtigen; dies gilt namentlich bei der Anwendung von ästhetischen Generalklauseln (vgl. z.B. Urteile 1C_265/2022 vom 24. April 2023 E. 2.2; 1C_635/2018 vom 31. März 2020 E. 3.2; 1C_334/2020 vom 27. Juli 2021 E. 4.4). Dabei handelt es sich aber um die Anwendung von kantonalem bzw. kommunalem Recht, welche das Bundesgericht grundsätzlich nur unter Willkürgesichtspunkten überprüfen kann. Es gelten das Rügeprinzip gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG und die damit einhergehenden qualifizierten Begründungsanforderungen (Urteil 1C_265/2022 vom 24. April 2023 E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. E. 2.1 hiervor). Diesen Anforderungen genügt die vorliegende Beschwerdeschrift nicht. Die Beschwerdeführerin begnügt sich mit dem pauschalen Vorbringen, im Baubewilligungsverfahren und den nachfolgenden Rechtsmittelverfahren seien die Interessen gemäss ISOS, insbesondere das Interesse an der Substanzerhaltung, nicht in die umfassende Interessenabwägung miteinbezogen worden. Sie zeigt indessen nicht auf, inwieweit eine von der Vorinstanz vorgenommene Interessenabwägung - soweit eine solche vom anwendbaren Recht im Baubewilligungsverfahren überhaupt verlangt wird - im Ergebnis willkürlich sein soll bzw. welche unbestimmten Rechtsbegriffe von dieser willkürlich ausgelegt worden sein sollen (zu den Rügen der willkürlichen Anwendung kantonalen Rechts vgl. E. 5 hiernach).