Citation: 6B_492/2022 E. 3.3.2

3.3.2. Anlasstaten gemäss Art. 64 Abs. 1 StGB liegen unbestritten vor (oben Sachverhalt A.g und insb. A.h. betr. Delikt vom 8. Mai 2005, oben E. 3.2). Die Vorinstanz bejaht mit Recht ebenso die Voraussetzung einer anhaltenden oder langandauernden psychischen Störung von erheblicher Schwere im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB gestützt auf die Gutachten 2018 und 2013. Sie folgt mit Recht der Argumentation des Beschwerdeführers nicht, der geltend gemacht hatte, die diagnostizierte psychische Störung sei nicht genügend schwerwiegend, um eine Verwahrung anzuordnen (Urteil S. 26 ff.). Diagnostiziert werden in beiden Gutachten von 2018 und 2013 eine schwere Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60) und eine Störung der Sexualpräferenz (ICD-10: F65) bzw. eine Vergewaltigungsdisposition (oben E. 3.2). Die Störungen sind hoch deliktrelevant, wobei die Delinquenzbereitschaft in diesen Störungen begründet liegt (Urteil S. 27 f.). Wie dargelegt (oben E. 2.4), ist die Auslegung und Anwendung von Art. 62c Abs. 4 i.V.m. Art. 64 Abs. 1 StGB in grundsätzlicher Hinsicht konventionskonform. Auch im Konkreten ist eine Verletzung der EMRK nicht ersichtlich. Das vom Beschwerdeführer monierte (Beschwerde S. 14) Vorliegen einer echten psychischen Störung ("trouble mental réel"; "true mental disorder") im Sinne von Art. 5 Ziff. 1 lit. e EMRK unter den Voraussetzungen der drei Winterwerp-Kriterien ist unbestreitbar und zweifellos gegeben, nämlich der zuverlässige Nachweis einer psychischen Krankheit durch ein ärztliches Gutachten ("expertise médicale objective"), die Verhältnismässigkeit der Unterbringung zur Abwehr einer aus der Krankheit erwachsenden Gefahr ("ampleur légitimant l'internement") sowie die periodische Überprüfung und Beendigung der Unterbringung, sobald die Voraussetzungen nicht mehr vorliegen ("persistance de pareil trouble"; Urteil des EGMR Winterwerp gegen Niederlande vom 24. Oktober 1979, Verfahren 6301/73, § 39; Urteil 6B_976/2018 vom 18. Oktober 2018 betreffend Urteil des EGMR Kadusic gegen Schweiz vom 9. Januar 2018, Verfahren 43977/13, §§ 39-41; MARK E. VILLIGER, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention EMRK, 3. Aufl. 2020, Rz. 415 ff.). Das bedarf keiner weiteren Bemerkungen seitens des Bundesgerichts. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, "psychisch krank zu sein. Er möchte nur, aber immerhin therapiert werden", sodass er in einer Einrichtung wohnen kann, "wo er grösstmögliche Freiheit bekommt, wie beispielsweise in einem betreuten Wohnen oder dergleichen" (Beschwerde S. 17). Gleichzeitig beantragt er beim Bundesgericht, in eine Einrichtung gemäss Art. 59 Abs. 3 StGB, das heisst in eine Strafanstalt im Sinne von Art. 76 Abs. 2 StGB, eingewiesen zu werden. In eine derartige Strafanstalt wird der Gefangene eingewiesen, wenn die Gefahr besteht, dass er flieht, oder zu erwarten ist, dass er weitere Straftaten begeht (betr. Therapie in diesen Strafanstalten oben E. 2.6; Urteil 6B_1322/2021 vom 11. März 2022 E. 2.2, 2.5.2). Der Gefangene hat prinzipiell keinen Rechtsanspruch auf Wahl des Vollzugsorts (Urteil 6B_1483/2020 vom 15. September 2021 E. 1; 6B_957/2018 vom 21. November 2018 E. 3.3). Zuständig ist die kantonale Vollzugsbehörde (BGE 142 IV 1 E. 2.5; BAECHTOLD/WEBER/HOSTETTLER, Strafvollzug, 3. Aufl. 2016, S. 95, Rz. 1).