Citation: 9C_591/2016 E. 6.1.10

6.1.10. Schliesslich wird im angefochtenen Entscheid ausgeführt, dass auf der Liegenschaft "Strasse C.________ 7", auf welcher sich das Eltern- bzw. jetzige Wohnhaus des Beschwerdeführers sowie die ehemalige Schreinerei des Vaters befindet, ausweislich der Steuerakten 1976/77 Abschreibungen vorgenommen worden seien. Demzufolge handle es sich um Geschäftsvermögen, das, weil bei Geschäftsaufgabe des Vaters im Jahr 1986 durch Überführung der bisherigen Einzelunternehmung in die neu gegründete A.________ Innenausbau AG keine Abrechnung über die stillen Reserven stattgefunden habe, nicht in das Privatvermögen des Vaters übergegangen sei. Es stelle daher auch nach dessen Tod und Übernahme durch den Beschwerdeführer weiterhin Geschäftsvermögen dar. Streitig ist somit, ob die Liegenschaft "Strasse C.________ 7" Geschäfts- oder Privatvermögen bildet. Die Frage, ob das Grundstück 1986 anlässlich der Gründung der A.________ Innenausbau AG in das Privatvermögen des Vaters überführt wurde oder nicht, stellt sich indessen erst, wenn die Liegenschaft für den vorangegangenen Zeitraum erstelltermassen als Geschäftsvermögen zu qualifizieren war. 6.1.10.1. Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221 f. mit diversen Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 S. 222 mit Hinweisen). 6.1.10.2. Tritt vorliegend der letztgenannte Fall ein - Unmöglichkeit der Ermittlung eines überwiegend wahrscheinlichen Sachverhalts durch die Behörden -, ist in erster Linie die Beschwerdegegnerin beweisbelastet, hat sie doch, wenn auch unter Mitwirkung der betroffenen Person, das Vorliegen der Umstände zu beweisen, aus denen sie eine Beitragspflicht ableitet (Urteil 9C_33/2009 vom 2. September 2009 E. 4.2, in: SVR 2010 AHV Nr. 3 S. 7). Gelingt ihr der Beweis, dass es sich bei der fraglichen Liegenschaft bis zur Gründung der AG um Geschäftsvermögen gehandelt hat, wäre sodann der Beschwerdeführer für deren rechtskonforme Überführung in das Privatvermögen beweisbelastet. 6.1.10.3. Die Vorinstanz ist, wie hiervor dargelegt, von Geschäftsvermögen ausgegangen. Ihrem Entscheid zugrunde liegt unstreitig einzig die Tatsache der in den Jahren 1976/77 vorgenommenen Abschreibungen. Allein gestützt auf dieses singuläre Ereignis, welches sich überdies zehn Jahre vor der Gründung der A.________ Innenausbau AG abgespielt hat, kann jedoch nicht der überwiegend wahrscheinliche Schluss gezogen werden, dass die Liegenschaft "Strasse C.________ 7" im Zeitpunkt der Gründung der AG Geschäftsvermögen dargestellt hat. Vielmehr lässt sich die einmalige Abschreibung im Umfang von - bereits zu jener Zeit - bescheidenen Beträgen (Fr. 2'000.- und Fr. 4'000.-) höchstens als Indiz werten, zumal die nachfolgenden (zehn) Jahre diesbezüglich vollständig im Dunkeln bleiben. Hinzu kommt, dass eine - einmalig ausgewiesene - steuerliche Behandlung als Geschäftsvermögen nicht bedeutet, dass es sich tatsächlich um solches gehandelt hat (vgl. Urteil 2C_297/2012 vom 17. Oktober 2012 E. 4.2, in: StE 2012 B 23.2 Nr. 41). Mit anderen Worten können hinsichtlich der entsprechenden Qualifikation der Liegenschaft auf Grund der Aktenlage nur Mutmassungen angestellt werden. Der Beschwerdeführer hatte im vorinstanzlichen Verfahren zu diesem Thema denn auch u.a. den Beizug sämtlicher Steuer- und Bücherrevisionsakten seines Vaters beantragt. Indem das kantonale Gericht auf die Abnahme dieses Beweises verzichtet hat, impliziert es, dass davon keine neuen Erkenntnisse erwartet werden können. Dafür, dass diese antizipierte Beweiswürdigung offensichtlich unrichtig ist, bestehen keine Anhaltspunkte. Gelingt es nach dem Gesagten weder der Vorinstanz im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes noch der - für diesen Fall - beweisbelasteten - Beschwerdegegnerin, die Einstufung der " Strasse C.________ 7" als Geschäftsvermögen des Beschwerdeführers als überwiegend wahrscheinlich erscheinen zu lassen, ist die entsprechende Feststellung des kantonalen Gerichts offenkundig nicht haltbar und es kann nicht darauf abgestellt werden. Vielmehr ist die fragliche Liegenschaft als zum Privatvermögen des Beschwerdeführers gehörig zu betrachten.