Citation: 5A_71/2020 E. 5.3

5.3. Nicht einzugehen ist auf die letzte Behauptung der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin sei auch ohne Akteneinsicht in der Lage, das Hauptsacheverfahren sinnvoll zu führen. Mit diesem pauschalen, rein appellatorischen und nicht weiter begründeten Vorbringen vermag sie die vorinstanzliche Feststellung nicht in Frage zu stellen (vgl. vorne E. 2.2). Weitergehend wirft die Beschwerdeführerin zwar im Grundsatz nicht zu Unrecht die Frage auf, inwieweit die ihr in einer Erbschaftssache gegenüberstehende Schwester ihre Interessen wahrnehmen kann (vgl. Urteil 5A_112/2015 vom 7. Dezember 2015 E. 2.5.2.2). Indes ist die Beschwerdegegnerin unbesehen hierum als nahestehende Person nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB anerkannt (vgl. vorne E. 4) und daher als zur Wahrung der Interessen der Schwester geeignet anzusehen (vgl. Urteile 5A_112/2015 vom 7. Dezember 2015 E. 2.5.1; 5A_665/2013 vom 5. November 2013 E. 3). Sodann leitet die Beschwerdeführerin ihren Standpunkt aus dem Verhalten verschiedener Familienmitglieder ab, die versucht hätten, sie einzuschüchtern oder zu bedrohen. Sie nennt insbesondere einen ungewollten Besuch ihrer Nichte und ihres Neffen im Pflegeheim. Diese Ausführungen beziehen sich indes von vornherein nicht auf die Beschwerdegegnerin und sind daher nicht ausschlaggebend. Soweit die Beschwerdeführerin sich zu ihrer Schwester äussert, bleiben ihre Ausführungen sodann sehr allgemein und beruft sie sich letztlich auf den hängigen Erbstreit. Angesprochen ist insbesondere der Vorwurf, der Schwester sei "es gelungen" "gewisse Mobiliargüter aus der Erbschaft an sich zu nehmen". Diesen Streit hat das Obergericht aber in seine Überlegungen einfliessen lassen und es hat berücksichtigt, dass zwischen den Schwestern ein angespanntes Verhältnis besteht. Die Beschwerdeführerin äussert sich sodann nicht zur Feststellung des Obergerichts, wonach die Beschwerdegegnerin einzig versuche, einen neutralen Berufsbeistand einsetzen zu lassen und nicht etwa selbst Beiständin werden wolle. Damit vermag die Beschwerdeführerin keine Bundesrechtsverletzung aufzuzeigen. Die Vorinstanz war unter diesen Umständen auch nicht verpflichtet, näher auf die genannten Vorbringen einzugehen, womit sich auch der Vorwurf der Gehörsverletzung nicht erhärtet (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).