Citation: 6B_433/2023 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz erwägt, die stationäre therapeutische Massnahme sei am 28. Juli 2021 aufgehoben worden. Danach sei für die Dauer des erstinstanzlichen Verfahrens Sicherheitshaft angeordnet worden. Im Beschluss vom 27. April 2022 ordnete die Erstinstanz die Verwahrung an. Die Vorinstanz nahm an, dass die Beschwerde keine aufschiebende Wirkung hatte und die erstinstanzlich angeordnete Verwahrung einen Hafttitel für den weiteren Freiheitsentzug darstellt. Dennoch beantragte der Präsident der Beschwerdekammer am 23. August 2022 vorsorglich Sicherheitshaft bei der Verfahrensleitung des Berufungsgerichts, die mit Verfügung vom 25. August 2022 bewilligt wurde. Die Rüge des Beschwerdeführers ist begründet. Wie die I. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts im Urteil 1B_375/2022 vom 4. August 2022 entschieden hat, kommt der Beschwerde im Verfahren bei selbständigen Entscheiden des Gerichts - der Entscheid über die Anordnung der Verwahrung stellt ein solches Verfahren dar - von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu. Andernfalls würde die am 1. März 2021 in Kraft getretene Regelung von Art. 364a StPO ihres Sinnes entleert. Nachdem somit die Sicherheitshaft erstinstanzlich am 8. Dezember 2021 durch das Zwangsmassnahmengericht bis längstens am 30. April 2022 angeordnet wurde, und der Beschwerdeführer am 23. Juni 2022 gegen den Beschluss vom 27. April 2022, womit die Erstinstanz die Verwahrung angeordnet hatte, rekurrierte, bestand ab dem 1. Mai 2022 bis zur Anordnung von Sicherheitshaft durch die Vorinstanz am 25. August 2022 kein Hafttitel. Es besteht für die I. strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts kein Anlass, auf diese Rechtsprechung zurückzukommen bzw. davon abzuweichen. Die Inhaftierung des Beschwerdeführers ist damit für den vorerwähnten Zeitraum als formell rechtswidrig zu qualifizieren. Danach bestand hingegen ein gültiger Hafttitel in Form der Anordnung gemäss Verfügung der Vorinstanz vom 25. August 2022. Nach dem Gesagten wird sich die Vorinstanz, an welche die Sache zu diesem Zweck zurückzuweisen ist, zum Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Haftentschädigung nach Art. 431 Abs. 1 StPO zu äussern bzw. diese festzusetzen haben. Auf ihre übrigen Erwägungen und die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers braucht nicht eingegangen zu werden.