Citation: K 33/03 01.02.2005 E. 6

Die Beschwerdegegnerin hat die Behandlungskosten des Zahnes 38 als Pflichtleistung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung anerkannt. Streitig und zu prüfen ist vorliegend noch die Leistungspflicht bezüglich der Behandlung der Zähne 18, 28 und 48. 6.1 In den Zahnschadenformularen vom 30. August 2001 und 15. Januar 2002 diagnostizierte Dr. med. Dr. med. dent. S.________ pericoronale Infekte und follikuläre Zysten mit chronischer Entzündung bei verlagerten Weisheitszähnen 18 und 48 sowie 28 und 38. In den nachfolgenden Berichten präzisierte er, die Verlagerung sei im Oberkiefer deutlich, im Unterkiefer sehr stark ausgeprägt. Den Krankheitswert umschrieb der Arzt als chronisch rezidivierende Pericoronitis, Denudierung von Zahnhals und Wurzeln der angrenzenden Zähne, Verdrängung des Mandibularkanals im Unterkiefer beidseits durch die Wurzeln der eingekeilten Zähne sowie Verdrängung der Nachbarzähne im Unterkiefer mit Engstand in der Unterkieferfront. 6.2 Nach wiederholtem Beizug des Vertrauenszahnarztes Dr. med. dent. C.________ sowie nach Einholung einer Stellungnahme des Dr. med. Dr. med. dent. L.________ lehnte die Visana in ihrem Einspracheentscheid vom 11. Juli 2002 die Übernahme der Behandlungskosten für die Zähne 18, 28 und 48 ab, im wesentlichen mit der Begründung, es sei weder die Leistungsvoraussetzung der Verlagerung noch des gesetzlich geforderten Krankheitswertes erfüllt. 6.3 Die Vorinstanz würdigte die verschiedenen medizinischen Berichte und kam zum Schluss, dass einerseits bei den Zähnen 18 und 28 keine Verlagerung vorliege und andrerseits bei Zahn 48 kein pathologisches Geschehen mit Krankheitswert nachgewiesen sei. 6.4 Was die Verlagerung der Zähne 18, 28 und 48 anbelangt, ergibt sich aus den Akten kein einheitliches Bild. Dr. med. Dr. med. dent. S.________ zunächst geht von einer deutlichen Verlagerung der Zähne 18 und 28 sowie von einer sehr stark ausgeprägten Verlagerung des Zahnes 48 aus. Dr. med. dent. C.________ verneint eine Verlagerung von Zahn 28, hält Zahn 18 für dem Alter entsprechend normal und sieht bei Zahn 48 noch die Möglichkeit, spontan durchzubrechen. Dr. med. Dr. med. dent. L.________ schliesslich bezeichnet die Zähne 18-48 als retiniert, jedoch lediglich mit einer unwesentlichen Verlagerung. Die Frage der Verlagerung der Weisheitszähne 18, 28 und 48 kann indessen offen bleiben, weil die Pathologie und die notwendigen Massnahmen zu deren Beseitigung oder Verringerung für das Vorliegen des erforderlichen qualifizierten Krankheitswertes nicht ausreichen. Die Behandlung bestand auf der rechten Seite in der Entfernung der Weisheitszähne 18 und 48 sowie in einer Konsultation vor und 4 Konsultationen nach dem Eingriff. Auf der linken Seite wurden die Zähne 28 und 38 entfernt und es fanden nach dem Eingriff drei Konsultationen statt. Weder kann eine Engstandbildung der Frontzähne oder eine drohende Verschlimmerung derselben durch die Weisheitszähne noch eine Verdrängung des Mandibularkanals als erstellt gelten. Selbst wenn die vom behandelnden Arzt geltend gemachte Pathologie vorhanden gewesen wäre, konnte sie durch die Entfernung der Weisheitszähne behoben werden, ohne dass ein Ersatz der entfernten Zähne oder andere aufwändige Massnahmen notwendig geworden wären. Schliesslich fehlen jegliche Anhaltspunkte für irgendwelche Schwierigkeiten oder besondere Komplikationen bei der Entfernung der Weisheitszähne, sodass in Anbetracht der Rechtsprechung die Voraussetzungen für eine diesbezügliche Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht erfüllt sind.