Citation: 9C_714/2022 E. 4.1.1

4.1.1. Mit Blick auf die geschätzten Eigenkosten als Obergrenze für die gemäss Art. 78 Abs. 2 FDV zu erhebenden Abgaben hat sich die Vorinstanz zunächst mit dem Vorwurf der Beschwerdeführerinnen auseinandergesetzt, wonach die ihr gemäss Verfügung vom 13. Juni 2018 auferlegten Gebühren die vom Verordnungsgeber festgelegte Grenze schon deshalb überschritten, weil durch die von ihnen seit Erhalt der Konzession entrichteten Gebühren die Kosten der Erstellung der Kabelkanalisation bereits amortisiert seien. Die Vorinstanz hat diesen Einwand deshalb als ungerechtfertigt erachtet, weil Art. 78 Abs. 2 FDV nicht den über die Jahre kumulierten Gesamtgebührenertrag. sondern die Höhe der periodisch vom Gemeinwesen erhobenen Konzessionsgebühren begrenze. Die dafür notwendige Berechnung müsse dementsprechend die geschätzten Kosten der Anbieterinnen periodisieren. Für die Überprüfung der Periodisierung hat die Vorinstanz sodann darauf hingewiesen, es sei nicht vorgeschrieben, dass nur gewisse, auch Privaten direkt anfallende Kosten zu berücksichtigen seien. Hier hätten die Beschwerdeführerinnen selbst einen Betrag von geschätzten Baukosten von Fr. 280.- pro Laufmeter für das Verlegen eigener 100mm-Rohre angegeben. Damit entsprächen die von der Beschwerdegegnerin verlangten periodischen Gebühren 3.4% (für 100 mm Rohre) bzw. gar weniger als 2% (für ein 28 mm Rohr) der geschätzten Erstellungskosten. Da den Beschwerdeführerinnen bei Eigenerstellung - von ihen selbst auf 3% bezifferte - Kapitalkosten anfielen, sei nicht glaubhaft, dass ihnen schätzungsweise tiefere Kosten als die jährlich von der Beschwerdegegnerin verlangten Gebühren entstünden. Daran ändere auch die pauschale Behauptung der Beschwerdeführerinnen, wonach die Investitionskosten in die Kabelkanalisation inzwischen bereits amortisiert seien oder bei privater Bautätigkeit amortisiert wären, nichts, so dass angesichts der fernmelderechtlichen Zulässigkeit der umstrittenen Gebührenhöhe auch kein Anlass für eine gutachterliche Überprüfung der Kostenberechnung, wie sie die Beschwerdegegnerin beantrage, bestehe.