Citation: 8C_548/2023 E. 5.3

5.3. Gemäss der in Erwägung 5.1 hiervor dargelegten Beweismaxime der "Aussagen der ersten Stunde" und unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage kann nach Gesagtem entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht als erstellt gelten, dass sich die Beschwerdegegnerin bruchstückhaft an einzelne Bilder des Ereignisses erinnern konnte und die Schändung zumindest teilweise bewusst erlebt hatte. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht rügt, setzte sich das kantonale Gericht damit über die im Rahmen der polizeilichen Einvernahme und gegenüber Arztpersonen sowie der Psychologin wiederholt getätigten Aussagen der Beschwerdegegnerin hinweg, wonach diese sich an nichts erinnern könne, auch nicht "an den Sex"; sie sich nicht erinnern könne, was passiert sei, jedoch ein Kondom in ihrer Vagina gefunden habe; sie unsicher sei, "was für Verkehr" stattgefunden habe, und sie nicht mitbekommen habe, was in der Nacht geschehen sei, sich aber aufgrund der Kondomreste bewusst geworden sei, dass etwas passiert sein müsse. Aufgrund dieser Aussagen ist vielmehr als erstellt zu betrachten, dass die Beschwerdegegnerin die Tathandlung nicht wahrgenommen hatte. Ihre diesbezüglich gemachten Aussagen erscheinen glaubhaft und es ist nicht ersichtlich, weshalb sie wiederholt falsche Angaben hätte machen sollen. Die Schilderungen können durch die erstmals im Verlaufsbericht vom 12. Juli 2022, rund neun Monate nach dem fraglichen Ereignis, erwähnten bruchstückhaften Erinnerungen an das Geschehene, auf die sich die Vorinstanz bezieht, nicht in Zweifel gezogen werden.