Citation: 1P.631/2000 23.11.2000 E. 1

1.- a) aa) Das staatsrechtliche Beschwerdeverfahren führt nicht das vorangegangene kantonale Verfahren weiter, sondern stellt ein selbstständiges staatsgerichtliches Verfahren dar, das der Kontrolle kantonaler Hoheitsakte unter dem spezifischen Aspekt ihrer Verfassungsmässigkeit dient. Das Bundesgericht prüft darin nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nur klar und detailliert erhobene Rügen. Auf ungenügend begründete Rügen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (BGE 125 I 492 E. 1b S. 495 mit Hinweisen). Es genügt nicht, dass die Beschwerdeführerin ihre Version der ihr vorgeworfenen Ereignisse darstellt oder das Verhalten unterer kantonaler Instanzen kritisiert. Sie muss sich vielmehr mit dem angefochtenen Urteil auseinander setzen und erklären, inwiefern die darin enthaltenen Feststellungen willkürlich sind. Wird die Beweiswürdigung als willkürlich kritisiert, so ist darzulegen, inwiefern diese offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht (vgl. BGE 118 IV 293 E. 2b S. 295). bb) Obwohl die Anforderungen an die Begründung von Laienbeschwerden grosszügiger gehandhabt werden können (vgl. BGE 116 II 745 E. 2b S. 748), genügt die Beschwerdebegründung den genannten Anforderungen in weiten Teilen nicht, weshalb auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist. So wird der Vorwurf an die kantonalen Behörden, sie hätten die Beschwerdeführerin wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert, mit keinem Wort substanziiert. Da das Obergericht der Beschwerdeführerin nicht vorwirft, A.________ an einen Stuhl gefesselt oder geschlagen zu haben, ist auch auf die Kritik an entsprechenden Aussagen von Zeugen in der Strafuntersuchung nicht einzugehen. b) Die staatsrechtliche Beschwerde kann sich, abgesehen von hier nicht zutreffenden Ausnahmen, nur gegen letztinstanzliche Entscheide richten (vgl. Art. 86 Abs. 1 OG; BGE 125 I 492 E. 1a/aa mit Hinweisen). Daher kann auf das vorliegende Rechtsmittel nur eingetreten werden, soweit es sich gegen Entscheide des Obergerichts richtet. Die in der Beschwerde enthaltenen Vorwürfe an das Amtsstatthalteramt und das Kriminalgericht sind somit unbeachtlich. Sie bilden nicht Gegenstand des allein anfechtbaren obergerichtlichen Urteils. Das Gleiche gilt für die Kritik der Beschwerdeführerin an ihrem früheren Privatverteidiger. Entgegen der vom Obergericht in seiner Vernehmlassung geäusserten Auffassung ist die Beschwerdeführerin hingegen befugt, die Verweigerung eines Wechsels ihres amtlichen Verteidigers anzufechten. Diese Verweigerung erfolgte zwar in einem selbstständigen Zwischenentscheid vom 14. Dezember 1999. Ein solcher Zwischenentscheid, der weder ein Ausstandsbegehren noch die Zuständigkeit betrifft, konnte nur dann selbstständig angefochten werden, wenn er einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirkt. Dies ist bei einer Verweigerung eines Wechsels des amtlichen Verteidigers grundsätzlich nicht der Fall (vgl. BGE 126 I 207 zur seit dem 1. März 2000 gültigen Fassung von Art. 87 OG; die dort erläuterten Praxis galt grundsätzlich auch für die bis zum 29. Februar 2000 gültige Fassung von Art. 87 OG [vgl. AS 1944 295]). Daher kann die Beschwerdeführerin den entsprechenden Zwischenentscheid zusammen mit dem angefochtenen Endentscheid beanstanden, soweit sie sich mit dem Zwischenentscheid in der von Art. 90 Abs. 1 OG geforderten Weise auseinandersetzt. c) Ob das der Beschwerdeführerin vorgeworfene Verhalten strafrechtlich als Freiheitsberaubung qualifiziert werden kann, ist im vorliegenden Verfahren nicht zu prüfen (Art. 84 Abs. 2 OG). Entsprechende Rügen hätte die Beschwerdeführerin mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde in Strafsachen vorbringen müssen (vgl. Art. 268 ff. BStP).