Citation: U 593/06 14.04.2008 E. 3

3.1 Vorliegend hat die Basler das Ereignis vom 1. Dezember 2003 als Unfall im Sinne eines Schreckereignisses anerkannt und Versicherungsleistungen ausgerichtet. Streitig und zu prüfen ist einzig, ob die beim Beschwerdeführer diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung, begleitet von einer mittelschweren depressiven Episode, über den 30. Juni 2005 hinaus die adäquat kausale Folge des Raubüberfalles ist. Unbestritten ist dabei, dass keine somatischen Beschwerden mehr bestehen. 3.2 Nach übereinstimmender Ansicht sowohl der von der Unfallversicherung beauftragten psychologischen Gutachter PD Dr. H.________/lic. phil C.________, als auch des vom Versicherten zu Rate gezogenen Dr. med. A.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sind die Belastungsstörung und die Depression als natürlich kausale Folgen des Unfallereignisses und -erlebnisses zu betrachten. Zu prüfen bleibt die Adäquanz. Dabei ist es nach der Rechtsprechung (BGE 129 V 177 Erw. 4.3 S. 185) nachvollziehbar, dass ein Ueberfall auf das Opfer eine traumatisierende Wirkung auslöst. Ebenso entspricht es aber der Lebenserfahrung, dass eine Traumatisierung nach einigen Wochen oder Monaten überwunden wird. Dies gilt auch für Schreckunfälle mit somatischen Beeinträchtigungen, die aber lediglich von untergeordneter Bedeutung sind und im Vergleich zum erlittenen psychischen Stress in den Hintergrund treten (Urteile B. vom 14. April 2005, U 390/04 und R. vom 4. August 2005, U 2/05). 3.3 Der vorliegende Sachverhalt ist praktisch identisch mit demjenigen, der dem in BGE 129 V 177 publizierten Urteil zu Grunde lag. Einzige Differenz bildet der Umstand, dass der Beschwerdeführer von den Tätern geschlagen wurde. Dabei wurde er aber kaum verletzt. Die Ärzte am Kantonsspital X.________ stellten die Diagnosen einer Kontusion temporal rechts, einer oberflächlichen Rissquetschwunde und einer Rippenkontusion. Es ist daher mit der Vorinstanz darauf zu schliessen, dass ein Andauern der traumatischen Belastungsstörung nach einem Zeitablauf von fast zwei Jahren nicht mehr gegeben ist. Dies ergibt sich sowohl aus der Beurteilung von PD Dr. H.________ als auch aus derjenigen der Psychologin lic. phil. L.________, welche von einer Aufarbeitungszeit von einem halben bis zu einem ganzen Jahr ausging. Im Lichte der angeführten Rechtsprechung ist demzufolge der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem als Unfall qualifizierten Schreckereignis und den gesundheitlichen Folgen über den 30. Juni 2005 hinaus zu verneinen. 3.4 Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen eingewendet wird, kann daran nichts ändern. Wohl ist der Einwand zutreffend, dass es Versicherte gibt, welche im Anschluss an erlittene Schreckunfälle mit einer posttraumatischen Belastungsstörung oder sonst einer psychischen Fehlentwicklung reagieren. Das Bundesgericht handhabt aber die allgemeine Adäquanzformel in ihrem ursprünglich haftungsbegrenzenden Sinne, d.h. es verneint im Ergebnis die Kausalität, wenn aussergewöhnliche, singuläre Reaktionen psychogener Art auf erlittene Schreckunfälle vorliegen. Im weiteren ist es für die hier zu beantwortende Frage nach der Adäquanz unerheblich, ob auf das Gutachten vom 6. September 2004 abgestellt werden kann oder nicht. Dies insbesondere darum, weil die begutachtenden Psychologen einzig in ihrer Schlussfolgerung hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von der behandelnden Psychologin L.________ und von Dr. med. A.________ abweichen. Wird die Leistungspflicht der Unfallversicherung mangels Zurechenbarkeit verneint, ist die Art und die Höhe möglicher Versicherungsleistungen irrelevant. Ebenso wenig kann bei der unfallversicherungsrechtlichen Adäquanzbeurteilung auf die Entscheide im Strafverfahren gegen den Täter abgestellt werden.