Citation: 6B_1301/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz würdigt die Situation des Beschwerdeführers eingehend, wobei sie sämtliche massgebenden Aspekte, wie namentlich den Grad der persönlichen und wirtschaftlichen Integration, einschliesslich familiärer Bindungen in der Schweiz bzw. in der Heimat, die Aufenthaltsdauer und die Resozialisierungschancen berücksichtigt. Sie gelangt zum Schluss, es liege kein schwerer persönlicher Härtefall gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB vor. Ferner erwägt sie, selbst bei Annahme eines solchen sei eine Landesverweisung anzuordnen, da die öffentlichen Interessen aufgrund der Schwere der begangenen Taten sowie der schlechten Legalprognose ohnehin deutlich höher zu gewichten seien als die privaten Interessen des Beschwerdeführers (Urteil S. 48 ff.; erstinstanzliches Urteil S. 109 und S. 125 ff.). Die Vorinstanz hält fest, der heute 47-jährige Beschwerdeführer habe die prägenden Jahre seiner Kindheit und Jugend im Kosovo verbracht. In der Schweiz sei er erst seit dem Jahr 2009. Seine jetzige Partnerin und Mutter seiner beiden Kinder sei ebenfalls kosovarische Staatsangehörige, die Familiensprache sei Albanisch. Der deutschen Sprache sei der Beschwerdeführer kaum mächtig. Von seinen insgesamt sieben Geschwistern würden die zwei älteren Brüder nach wie vor im Kosovo leben, die Eltern wohnten in der Schweiz. Bis zu seiner Inhaftierung sei der Beschwerdeführer hier mit einem eigenen Geschäft tätig gewesen und habe damit den Lebensunterhalt für sich und seine Familie verdient. Über Vermögen oder Schulden verfüge er nicht; allerdings besitze er im Kosovo ein Haus, das sich im Rohbau befinde. Ob er nach seiner langjährigen Freiheitsstrafe seine bisherige Tätigkeit wieder aufnehmen könne, sei fraglich. Zumindest werde der Geschäftsbetrieb derzeit durch Familienmitglieder aufrechterhalten. Die Vorinstanz fasst zusammen, insgesamt weise der Beschwerdeführer durch seinen rund 10-jährigen Aufenthalt in der Schweiz (vor der Inhaftierung) und die Anwesenheit wichtiger Familienmitglieder sowie seiner beruflichen Integration durchaus eine gewisse Bindung zur Schweiz auf. Jedoch beherrsche er die deutsche Sprache nur mangelhaft und habe sich gesellschaftlich nicht wirklich integriert. Zudem habe er durch seine wiederholte Straffälligkeit gezeigt, er sei neun Mal vorbestraft, dass er die hiesige Werte- und Rechtsordnung nicht respektiere. Als einzige mögliche härtefallbegründende Tatsache komme in Betracht, dass seine zwei minderjährigen Kinder sowie deren Mutter, mit der er eine Paarbeziehung pflege, in der Schweiz lebten. Allerdings weise der Beschwerdeführer - u.a. wegen der Inhaftierung - keine enge Beziehung zu seinen Kindern auf und sei in deren Alltag nicht präsent. Sodann könne der Kontakt bei einem Wegzug des Beschwerdeführers in den Kosovo problemlos mittels (Video-) Telefonie, sozialer Medien und Besuche gepflegt werden. Überdies wäre es denkbar und der Partnerin sowie den beiden Kindern ohne Weiteres zumutbar, mit dem Beschwerdeführer in den Kosovo zu ziehen. Die Partnerin sei kosovarische Staatsangehörige und die Kinder seien zweifelsohne durch ihre Eltern sowie das familiäre Umfeld der albanischen Sprache mächtig sowie mit der dortigen Kultur vertraut. Schliesslich sei dem Beschwerdeführer eine Rückkehr und Integration in sein Heimatland beruflich sowie gesellschaftlich ohne Weiteres zumutbar. Er habe bis zu seinem 35. Lebensjahr dort gelebt und gearbeitet. Mithin sei er mit der Sprache und der Kultur vertraut. Ferner verfüge er im Kosovo über ein Haus, das sich im Rohbau befinde, sei vor seiner Verhaftung regelmässig ferienhalber dorthin gereist und pflege einen guten Kontakt zu seinen beiden dort lebenden Brüdern.