Citation: 2C_150/2021 E. 4.3.2

4.3.2. Eine andere Frage ist, ob das Verwaltungsgericht entscheiden durfte, ohne die Ausfertigung der begründeten Fassung des Strafurteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 30. September 2020 abzuwarten. Das Bundesgericht hat kürzlich in einem ähnlich gelagerten Fall entschieden, das Verwaltungsgericht sei nicht verpflichtet gewesen, den Abschluss des Strafverfahrens abzuwarten, da die Ausländerbehörden nicht an die Einschätzung durch die Anklagebehörde gebunden sind (Urteil 2C_345/2019 vom 8. Juli 2019 E. 3.5). Es besteht kein Grund, hier anders zu entscheiden. Das Bundesgericht hat zwar wiederholt erwogen, dass sich die Verwaltungsbehörden in Fällen von Scheineheverdacht mit parallel ergangenen Entscheiden von Strafbehörden auseinandersetzen müssen, wenn sie von deren Feststellungen abweichen wollen (vgl. Urteile 2C_197/2021 vom 6. Mai 2021 E. 3.3.2; 2C_1044/2018 vom 22. November 2019 E. 4.3.1.3; 2C_21/2019 vom 14. November 2019 E. 4.2.3.3). Die Anwendbarkeit dieser Rechtsprechung setzt jedoch in jedem Fall voraus, dass ein rechtskräftiges Strafverdikt vorliegt. Dies war hier zum Zeitpunkt der Ausfällung des angefochtenen Urteils durch die Vorinstanz nicht der Fall. Die vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorgebrachte Rüge einer Gehörsverletzung (Art. 29 Abs. 2 BV) bzw. einer Verletzung des Fairnessgrundsatzes (Art. 29 Abs. 1 BV) ist vor diesem Hintergrund ohne Grundlage.