Citation: I 102/02 25.10.2002 E. 5

Mit Blick auf die Verfügung 2 ist zu prüfen, ob dem Versicherten zu Recht ab 1. November 1999 eine ganze Invalidenrente zugesprochen wurde. 5.1 Die nach einem langwierigen Verfahren, das insbesondere der Versicherte durch sein Verhalten mitzuverantworten hat, schliesslich gestützt auf die Ergebnisse der BEFAS-Abklärung eingeleitete Umschulung zum technischen Kaufmann brach der Beschwerdeführer nach kurzer Zeit bereits im November 1999 aus gesundheitlichen Gründen ab (Erw. 4.2 hievor), um sogleich erneut einen Anspruch auf Ausrichtung von Wartetaggeldern zu erheben. Aus dem durch die IV-Stelle Zürich eingeholten Bericht des Dr. med. P.________ vom 17. Januar 2000 ergab sich, dass der Versicherte eine akute obere Gastrointestinalblutung erlitten und er dem Arzt "glaubhaft versichert" habe, dass eine Umschulung in Zürich für ihn zu anstrengend sei. Zu Recht leitete die Verwaltung in der Folge eine umfassende medizinische Begutachtung zur Ermittlung der effektiv vorhandenen Arbeitsfähigkeit und der allfälligen Möglichkeiten zur beruflichen Wiedereingliederung ein. Diese fand in der MEDAS Basel am 20. Juni und 6. Juli 2000 statt (MEDAS-Gutachten). 5.2 Hinweise auf die wenig aussichtsreiche Therapierbarkeit der erheblichen Persönlichkeitsstörungen sind aktenkundig hinlänglich dokumentiert. Bereits dem Entlassungsbericht der Klinik Z.________ vom 6. August 1998 (Seite 2 Blatt 6), wo der Versicherte vom 10. Dezember 1997 bis - zu seinem vorzeitigen Austritt ohne ärztliches Einverständnis - am 2. April 1998 zur stationären Behandlung weilte, ist zu entnehmen, die Rehabilitationsziele seien teilweise gemeinsam angegangen worden, andererseits sei eine kontinuierliche Entwicklung derselben nicht möglich gewesen, weil der "hohe Anteil an narzisstisch/depressiven Persönlichkeitsmerkmalen" dies immer wieder verhindert habe. Im psychiatrischen Untergutachten vom 20. Juni 2000 (Beilage 3 Seite 6 f.) zum MEDAS-Gutachten wird unter anderem ausgeführt: "Im Jahre 1992 und den folgenden Jahren zeigte sich jedoch ein deutlicher Knick in der Lebenslinie des Exploranden, insofern dass die berufliche Tätigkeit (bis dahin Geschäftsleiter als Coiffeurmeister) abbricht, und der Explorand in den folgenden Jahren zu keiner regelmässigen Berufstätigkeit mehr zurückfindet. Es folgt eine lange Reihe sowohl psychischer als auch somatischer Beschwerden; Herzinfarkt, Knieschmerzen, Depressivität und Alkoholexzesse. Es folgte eine lange Phase eines beruflichen Unterbruches, wobei letztlich unklar bleibt, ob dies ausschliesslich aufgrund einer Depressivität und des Alkoholkonsums zurückzuführen ist, und inwiefern nicht auch die somatischen Probleme ein erheblicher Grund für den langen Arbeitsunterbruch waren. [...] Bei der aktuellen Untersuchung jedoch steht im Vordergrund eine deutlich anklagende und fordernde Haltung, was den Erfolg einer allfälligen beruflichen Umschulung sehr in Frage stellt. Die Persönlichkeitszüge erachten wir bei remittierter depressiver Störung und gegenwärtig kompensierter Alkoholkrankheit als hauptsächlichen Grund für eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. [...] Die Problematik bei der Persönlichkeit des Exploranden sind die verminderten sozialen Kompetenzen, die verringerte Frustrationsfähigkeit sowie erhöhte Kränkbarkeit, des weiteren die Neigung zu emotionaler Instabilität und Impulsivität (aktenkundig sind tätliche Auseinandersetzungen mit Mitschülern [während der Umschulung]). [...] Das Risiko, dass angesichts dieser Voraussetzungen eine Umschulung scheitern könnte, erachten wir indessen als erhöht. Insbesondere erachten wir die überhöhte Selbsteinschätzung des Exploranden, die verminderte Frustrationsresistenz und die Diskrepanz zwischen Forderungshaltung und Eigenleistung als in hohem Grade erschwerend für eine berufliche Umschulung." Während die Gutachter gestützt auf die Untersuchungsergebnisse in der abschliessenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die Auffassung vertraten (MEDAS-Gutachten S. 31), der Versicherte sei "aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur, seiner mangelhaften Fähigkeit zur Selbsteinschätzung und seiner verminderten Frustrationsresistenz [...] nicht in der Lage", eine weitere Umschulungsmassnahme erfolgreich nutzen zu können, hielten sie ihn gleichzeitig in der "als ideal anzusehenden", zuletzt ausgeübten Tätigkeit im administrativen Bereich (Profitcenterleiter-Assistent und Geschäftsführer eines Coiffure-Studios) oder in jeder anderen, leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit für 75% arbeitsfähig. Dies, obgleich die Arbeitgeberin das genannte Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer nach dem letzten effektiven Arbeitstag vom 29. Oktober 1992 "wegen zu vieler Absenzen" aufgelöst hatte. Als widersprüchlich erweisen sich im Weiteren die Ausführungen auf Seite 31 des MEDAS-Gutachtens: Voraussetzung für die Umsetzung der 75%-igen Arbeitsfähigkeit sei, dass der Versicherte eine solche Arbeit, die nach nunmehr achtjähriger Arbeitskarenz wohl eher einer Nischenarbeit entsprechen müsse, akzeptieren könne; die Chancen hierzu seien "jedoch denkbar schlecht", sei "er doch völlig auf eine Umschulung zum Kaufmann fixiert". 5.3 Unter Berücksichtigung der umfangreichen Unterlagen insbesondere auch zur gesundheitlichen Entwicklung während den letzten zehn Jahren sowie der Ergebnisse der ausführlichen allseitigen medizinischen Untersuchungen des Versicherten vermochten die MEDAS-Gutachter nicht widerspruchsfrei, nachvollziehbar und schlüssig darzulegen, inwiefern dem Beschwerdeführer angesichts der verneinten Umschulungsfähigkeit und der in medizinischer Hinsicht einzig empfohlenen psychiatrisch-psychologisch Begleitung eine 75%-ige Arbeitsfähigkeit mit ausschliesslich qualitativer Einschränkung der Leistungsfähigkeit zumutbar sein soll. Statt dessen ist vielmehr auf die überzeugende Gesamtwürdigung der vorhandenen medizinischen Unterlagen des Dr. med. P.________ vom 14. September 2000 abzustellen, wonach beim Beschwerdeführer angesichts aller Leiden und deren Auswirkungen krankheitsbedingt keine realistisch verwertbare Erwerbsfähigkeit in der freien Wirtschaft mehr gegeben sei. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland ihm mit Wirkung ab 1. November 1999 gestützt auf den Beschluss der IV-Stelle Zürich vom 15. September 2000 eine ganze Invalidenrente zusprach (Verfügung vom 4. Dezember 2000) und die Eidgenössische Rekurskommission der AHV/IV für die im Ausland wohnenden Personen mit angefochtenem Entscheid die hiegegen erhobene Beschwerde insoweit abwies. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, erweist sich, soweit darauf einzutreten ist, als unbegründet.