Citation: 2P.304/2000 27.04.2001 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf unentgeltlichen Rechtsbeistand. a) Das Verwaltungsgericht hat den Beschwerdeführer wohl von den Verfahrenskosten befreit, sein Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Prozessvertreters aber abgelehnt. Es hat erkannt, gemäss § 35 Abs. 3 des aargauischen Verwaltungsrechtspflegegesetzes sei ein unentgeltlicher Rechtsvertreter in Fällen beizugeben, "wo die Schwere der Massnahme oder die Rechtslage es als gerechtfertigt erscheinen lässt". Diese Voraussetzungen seien nicht erfüllt: Inhaltlich gehe es um das Gesuch um zusätzliche materielle Hilfe von Fr. 2'700.-- als Feriengeld für den Beschwerdeführer und seine Familie. Was die Rechtslage bzw. die rechtlichen Schwierigkeiten des Verfahrens betreffe, sei nicht ersichtlich, was ein Anwalt zusätzlich zu den bereits in der umfangreichen Verwaltungsgerichtsbeschwerde enthaltenen Argumenten vorbringen sollte. b) Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege wird in erster Linie durch das kantonale Prozessrecht geregelt, dessen Anwendung das Bundesgericht nur unter dem Gesichtswinkel des Willkürverbots prüft. Unabhängig davon garantiert Art. 29 Abs. 3 BV einen Mindestanspruch der bedürftigen Partei auf unentgeltliche Rechtspflege. Dieser Anspruch, dessen Einhaltung das Bundesgericht frei prüft, umfasst einerseits die Befreiung von den Verfahrenskosten und anderseits - soweit notwendig - das Recht auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand (BGE 122 I 8 E. 2a S. 9; 322 E. 2b S. 324, mit Hinweisen). Ob daneben Art. 6 EMRK, auf den sich der Beschwerdeführer beruft, auf Streitigkeiten der vorliegenden Art (Sozialhilfeverfahren) überhaupt anwendbar wäre, ist zweifelhaft, kann aber dahingestellt bleiben, weil daraus kein über Art. 29 Abs. 3 BV (bzw. bisher Art. 4 aBV) hinausgehender Anspruch auf einen Armenanwalt abgeleitet werden kann. c) Eine willkürliche Anwendung des kantonalen Gesetzesrechts wird nicht gerügt; davon könnte in der Tat auch keine Rede sein. Die Verweigerung der unentgeltlichen Verbeiständung verletzt aber auch den verfassungsmässig garantierten Anspruch des Beschwerdeführers nicht. Dieser Anspruch setzt nach der Rechtsprechung voraus, dass die unentgeltliche Verbeiständung im konkreten Fall sachlich notwendig ist (BGE 119 Ia 264 E. 3b S. 265 f., mit Hinweisen). Daran fehlte es hier, denn bei dem in Frage stehenden Gesuch um Ferienentschädigung bzw. dem entsprechenden Verfahren ging es weder um einen schweren Eingriff in die Rechtsstellung des bedürftigen Beschwerdeführers, noch stellten sich besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten.