Citation: 2C_434/2019 E. 4.2

4.2. Die vorliegend in Frage stehenden, von Eisenbahnkonzessionären im Sinne des Gesetzes über die Finanzierung der 3. Rhonekorrektion zu entrichtenden "Beiträge" werden auf der Basis der Gesamtkosten des Projekts berechnet (vgl. Art. 5 Abs. 1 GFinR3). Dies spricht dafür, dass es sich hierbei nicht um gegenleistungslos geschuldete Steuern, sondern um Kausalabgaben handelt. Die 3. Rhonekorrektion kann Eisenbahnkonzessionären im Sinne von Art. 15 GFinR3 individuell zurechenbare wirtschaftliche Vorteile bringen, indem sie die Gefahr von Überschwemmungen ihrer Eisenbahnanlagen in den Überflutungsgefahrenzonen der Rhone ausschliesst oder vermindert (vgl. BGE 93 I 97 E. 2; JACQUES TREYVAUD, Les corrections de cours d'eau, 1965, S. 132). Der Gesetzgeber scheint denn auch von entsprechenden individuell zurechenbaren wirtschaftlichen Vorteilen ausgegangen zu sein. Dies zeigt sich namentlich an der Regelung, wonach die Beiträge auch auf der Grundlage des "Nutzniesserprinzips" festgesetzt werden sollen (Art. 6 Abs. 2 GFinR3), vor allem aber an der gesetzlich vorgesehenen Verteilung des Gesamtbetrages der zu entrichtenden Beiträge der Eisenbahnkonzessionäre auf die einzelnen Konzessionäre nach Massgabe des Mehrwertes, welcher für den einzelnen Konzessionär aus dem Projekt resultiert (vgl. Art. 16 Abs. 1 GFinR3), und an der Bemessung des (relativen) Mehrwertes für den einzelnen Eisenbahnkonzessionär nach der Gesamtlänge der Gleise in den Überflutungsgefahrenzonen der Rhone (vgl. Art. 16 Abs. 2 GFinR3). Der Umstand, dass durch die 3. Rhonekorrektion individuell zurechenbare wirtschaftliche Sondervorteile in Form des Schutzes vor Überschwemmungen (namentlich) auch anderen Eigentümern von Grundstücken in den Überflutungsgefahrenzonen der Rhone als den Eisenbahnkonzessionären im Sinne des streitbetroffenen Gesetzes zukommen, ohne dass diese Eigentümer vergleichbare öffentlich-rechtliche Abgaben zu entrichten hätten, schliesst nicht von vornherein aus, dass es sich bei den fraglichen "Beiträgen" um Vorzugslasten handelt (zur Frage, ob eine solche Differenzierung vor dem Rechtsgleichheitsgebot von Art. 8 BV standhält, vgl. E. 6). Als entscheidend erscheint, dass die Abgabe - insbesondere mit der Regelung der Verteilung der gesamten "Beiträge" der Eisenbahnkonzessionäre auf die einzelnen Eisenbahnkonzessionäre - an einen besonderen individuellen und direkten Vorteil aus der staatlichen Leistung bzw. der Realisierung der 3. Rhonekorrektion anknüpft (vgl. auch HÄNER, a.a.O., S. 10, wonach als Leitlinie festgehalten werden könne, "dass die Kostenanlastungssteuer [...] nicht an einen konkret vorhandenen, individuellen Vorteil anknüpft").