Citation: I 765/05 29.06.2006 E. 4

4.1 Die ursprüngliche - am 17. Juni 1999 bestätigte - Verfügung vom 5. Dezember 1997 beruhte in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den Einschätzungen des Dr. med. O.________, Neurologie FMH, vom 14. Mai 1997. Dieser hatte eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. Juli 1997 bis auf weiteres attestiert für Bürotätigkeiten, bei denen keine schweren Lasten (über 5 kg) gehoben und die Körperposition regelmässig gewechselt werden kann. Dr. med. G.________, welcher die Versicherte ab Juni 1999 behandelte, attestierte am 22. Juni 2002 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab 1. Juni 2001 bis auf weiteres, führte aber gleichzeitig aus, in einer Betätigung wie Telefonverkauf könne von einer maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Nachdem der IV-Arzt Dr. med. L.________ am 20. Januar 2003 hinsichtlich einer bis dahin nicht dokumentierten Zusatzerkrankung (Diskushernie Halswirbelsäule) eine spezialärztliche Begutachtung angeregt hatte, kam Dr. med. W.________ im Gutachten vom 7. August 2003 zum Schluss, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Büroangestellte in einem Stellenvermittlungsbüro sei mindestens zu 50 % (halbtags) zumutbar. In körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten unter Vermeidung repetitiven Lastenhebens über 5 kg, kraftanfordernden Arbeiten über Augenhöhe sowie Fliessbandarbeiten bestehe aus internistisch-rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Im Unterschied zu Dr. med. W.________ beurteilte Dr. med. J.________ im Gutachten vom 30. Mai 2005 "die lumbale Situation bzw. den Gesundheitszustand" der Versicherten in absehbarer Zukunft nicht als stabil. Seit dem erstmaligen Auftreten der Diskushernie im Jahre 1993 habe sich die Degeneration lumbal in der erwarteten Weise weiterentwickelt und nach dem Fehlen des "Platzhalters" im Segment L5/S1 (gemeint sei der Diskus) sei ein Segmentprolaps eingetreten mit sich nun fast berührenden Wirbelkörpern. In der Folge habe die übliche Überlastung in den kleinen Wirbelkörpern beobachtet werden können und später das Kollabieren des darüber liegenden Segmentes L4/5, wo die erstmals dokumentierte mediolateral linksseitige Protrusion und die Dorsalverlagerung der Wurzel L5 eine logische Folgeerscheinung bildeten. Neu hinzu kämen die cervikalen Beschwerden bei ausgeprägten Osteochondrosen C4-C7 sowie die Fibromyalgie. Ein Verlaufs-MRI der Halswirbelsäule (HWS) sei von der Versicherten im letzten Moment wegen Platzangst abgelehnt worden, es dürfe jedoch analog des Verlaufs-MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) auch im Bereich der HWS eine Verschlechterung erwartet werden. Unter Berücksichtigung der ausgeprägten HWS-Pathologie und der Fibromyalgie sei die Restarbeitsfähigkeit von knapp vier Stunden nochmals um 50 % zu reduzieren, sodass eine effektive Arbeitsfähigkeit von knapp zwei Stunden für eine Bürotätigkeit resultiere. 4.2 Nach Lage der medizinischen Akten hat sich seit der (erstmaligen) Zusprechung der Viertelsrente im Jahre 1997 die gesundheitliche Situation insofern verändert, als insbesondere die fortgeschrittene Spondylose und Spondylarthrose die Arbeitsfähigkeit ab 1. Juni 2001 weiter einschränkten. Nach übereinstimmender Einschätzung der Dres. med. G.________ und W.________ vom 22. Juni 2002 bzw. 7. August 2003 sowie des IV-Arztes Dr. med. L.________ (Stellungnahme vom 13. August 2002) beträgt die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 50 %. Dabei erfüllt insbesondere das Gutachten des Dr. med. W.________ vom 7. August 2003 sämtliche von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien einer beweiskräftigen medizinischen Einschätzung (BGE 125 V 352 f. Erw. 3 mit Hinweisen). Nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz vermag die abweichende Einschätzung des Dr. med. J.________ weder bezogen auf den 1. Juli 2003 noch hinsichtlich der Zeit zwischen August 2003 (Untersuchung durch Dr. med. W.________) und Mai 2005 (Begutachtung durch Dr. med. J.________) zu einem anderen Schluss zu führen. Wie die Rekurskommission zu Recht erwog, schilderte die Versicherte gegenüber Dr. med. J.________ dieselben Beschwerden, welche sie anlässlich der Begutachtung durch Dr. med. W.________ geltend gemacht hatte. Aus dem Gutachten des Dr. med. W.________ geht sodann hervor, dass er bei seiner Beurteilung insbesondere die Osteochondrosen C4-C7 berücksichtigte. Soweit sich die gesundheitliche Situation allenfalls infolge des Prolaps im Segment L5/S1 verändert haben sollte, hat dies nach Angaben des Dr. med. J.________ nicht zu einer Beschwerdezunahme geführt, sodass damit keine weitere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit einherging. Schliesslich stimmen auch die Ergebnisse der ambulanten Untersuchung in der Klinik X.________ vom 30. Januar 2004, welche keine objektive Verschlechterung zeigten (vgl. Stellungnahme des IV-Arztes Dr. med. D.________ vom 21. Oktober 2004), mit der Beurteilung des Dr. med. W.________ überein. Bezüglich der bereits von Dr. med. W.________ am 7. August 2003 diagnostizierten "Tendenz zu Fibromyalgiesyndrom" bzw. dem von Dr. med. J.________ festgestellten beginnenden Fibromyalgiesyndrom ist festzuhalten, dass eine Fibromyalgie und ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung vermutungsweise überwindbar sind und eine solche Erkrankung nur ausnahmsweise unter bestimmten - hier nicht gegebenen - Voraussetzungen eine Invalidität bewirkt (BGE 132 V 65). Soweit die Versicherte vorbringt, die Realisierung einer 50%igen Arbeitstätigkeit sei ihr nur möglich gewesen, weil ihre Angehörigen die Haushaltarbeiten vollumfänglich übernommen hätten, ist nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz bei Personen, welche im Gesundheitsfall voll erwerbstätig wären, eine allfällige Interdependenz zwischen der Leistungsfähigkeit im erwerblichen Bereich und der Hausarbeit nicht zu berücksichtigen (BGE 125 V 159 Erw. 4c/dd mit Hinweisen). Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass gestützt auf die Beurteilung des Dr. med. W.________ (welche sowohl durch die Einschätzungen des IV-Arztes als auch durch die Befunde der Ärzte an der Klinik X.________ bestätigt wurde) die Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse eine ab 1. Oktober 2001 relevante (Art. 88a Abs. 2 IVV) Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit auf 50 % bewirkte. Hingegen ist nach Lage der Akten eine weitere Verschlimmerung der Beschwerden ab 1. Juli 2003 nicht ausgewiesen. Von weiteren Abklärungen kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 124 V 9 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d; SVR 2005 MV Nr. 1 S. 2 Erw. 2.3 mit Hinweisen) abgesehen werden.