Citation: 9C_541/2018 E. 3.2.2

3.2.2. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, der Sachverhalt bis zur Verfügung vom 30. November 2015 könne nur insoweit als Vergleichsbasis herangezogen werden, als die Tatsachen im damaligen Zeitpunkt bekannt gewesen seien. Die Beschwerdeführerin erblickt Unbekanntes und damit Unberücksichtigtes darin, dass das Abklärungs- und Aufnahmezentrum im Bericht vom 26. Januar 2016 als Diagnosen eine kombinierte Entwicklungsstörung, eine rezidivierende depressive Störung und histrionische Persönlichkeitszüge bestätigte. Auf eine formell rechtskräftige Verfügung kann u.a. zurückgekommen werden, wenn nach deren Erlass neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (Art. 53 Abs. 1 ATSG). Solche unbekannt gebliebene Tatsachen sind hier aber nicht ersichtlich: Dr. med. D.________ berichtete bereits am 10. Oktober 2015 über eine depressive Symptomatik der Beschwerdeführerin, aus der er jedoch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ableitete. Aufgrund des Gutachtens der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz vom 7. Februar 2012 war zudem hinlänglich bekannt, dass die Beschwerdeführerin an einer unreifen Persönlichkeitsstörung sowie emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus leidet. Eine massgebliche neue Tatsache kann auch nicht in der nun festgestellten Intelligenz im unteren Normalbereich (IQ 82) gesehen werden, stellt dies doch kein invalidisierender Gesundheitsschaden dar (Urteil 8C_108/2014 vom 24. September 2014 E. 2.2). Bei Erlass der Verfügung vom 30. November 2015 waren somit die relevanten Sachverhaltsumstände mit Blick auf die Untersuchungsergebnisse des Abklärungs- und Aufnahmezentrum vom 16. Oktober 2015 bzw. den Bericht vom 26. Januar 2016 zumindest in den Grundzügen bekannt. Dieser Bericht indiziert daher weder eine prozessuale Revision noch ist damit eine Verschlechterung des Gesundheitszustands glaubhaft gemacht.