Citation: 8C_720/2020 E. 5.1

5.1. Im Rahmen ihrer Beweiswürdigung stellte die Vorinstanz mit Verweis auf die Angaben im Privatgutachten der Dr. med. B.________ fest, es hätten sich grundsätzlich keine schwerwiegenden Befunde objektivieren lassen, weshalb ihre Beurteilung einer Arbeitsfähigkeit von höchstens zwei Mal 1,5 Stunden pro Woche kritisch zu hinterfragen sei. Insgesamt seien auch keine erheblichen Differenzen zum von Dr. med. D.________ erhobenen psychopathologischen Befund erkennbar. Desgleichen würden sich die von den beiden Gutachtern erstellten Fähigkeitsprofile nicht grundlegend voneinander unterscheiden. Soweit divergierende Einschätzungen vorlägen, wie etwa in Bezug auf die Beeinträchtigung der Durchhaltefähigkeit oder der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung, sei dies hauptsächlich als andere Beurteilung des gleichen medizinischen Sachverhalts zu werten. Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des MEDAS-Teilgutachtens sprächen, liessen sich daraus nicht ableiten. Die deutlich abweichende Diagnosestellung sei sodann nicht ausschlaggebend, da nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend sei, sondern dessen konkreten Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Davon abgesehen habe Dr. med. D.________ überzeugend dargelegt, weshalb er weder von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) noch von einer Persönlichkeitsstörung ausgehe. Einerseits habe er auf die ICD-10-Kriterien verwiesen, welche er bei gezielter Befragung mangels Schilderung einer Flashback-Symptomatik und ausgeprägter Verdrängungsmechanismen als nicht erfüllt erachtet habe. Andererseits habe er angemerkt, dass für eine spezifische Persönlichkeitsstörung stärkere persönliche und soziale Beeinträchtigungen in der Vergangenheit hätten bestanden haben müssen.