Citation: 6B_1155/2017 E. 2.8.2

2.8.2. Die Gutachter kommen unter Verwendung verschiedener Prognoseinstrumente unter Einschluss des forensischen Prognoseinstruments "Kriterien für die Beurteilung des Rückfallrisikos besonders gefährlicher Straftäter" nach DITTMANN zum Ergebnis, es sei auch nach über 30-jährigem Aufenthalt in der Verwahrung nach aArt. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB nicht zu verantworten, den Beschwerdeführer ohne weitere zweckmässige Kontroll- und Beobachtungsmöglichkeiten (Evaluation eines Therapieverlaufs, Alkoholabstinenznachweise) Lockerungen zu gewähren, die über begleitete Urlaube hinausgingen oder ihn in Freiheit zu entlassen (Gutachten S. 122). Hinsichtlich des FOTRES (Forensisches Operationalisiertes Therapie-Risiko-Evaluationssystem nach URBANIOK) halten die Gutachter fest, dass diese Resultate mit jenen der angewandten Prognoseinstrumente korrelieren; eine Neubewertung sei nicht erforderlich, da seit Ende 2006 keine neuen Entwicklungen eingetreten seien, die eine Veränderung bewirken könnten (Gutachten S. 120). In der Fragebeantwortung zur Risikokonstellation nehmen die Gutachter an, dass ähnliche Delikte zu erwarten wären, wie sie der Beschwerdeführer in den Jahren 1974 bis 1982 begangen habe, also sexuelle Gewalttaten gegen ihm unbekannte Frauen (Gutachten S. 128). Unter der Bedingung, dass er mitzuwirken bereit sei, könne die Störung therapeutisch behandelt werden. Eine haftbegleitende ambulante Behandlung in der Strafanstalt Pöschwies wäre geeignet und - im Erfolgsfall - ausreichend. Eine solche Behandlung müsste während Vollzugslockerungen und nach einer allfälligen Haftentlassung über Jahre hinaus kontinuierlich fortgesetzt werden (Gutachten S. 129). Letztlich empfehlen sie eine "freiwillige ambulante, initial haftbegleitende Therapie" (Gutachten S. 130). Bei den vorliegenden Störungsbildern sei eine Behandlung gegen seinen Willen nicht möglich (Gutachten S. 132).