Citation: 1P.474/2004 03.12.2004 E. A

X.________ wurde mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt, Dreiergericht, vom 20. Januar 2003 wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind sowie mehrfachen Versuchs dazu, mehrfacher sexueller Nötigung sowie mehrfachen Versuchs dazu und Entziehens von Unmündigen zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von 12 Monaten verurteilt. Ausserdem erklärte das Gericht drei gegen X.________ ausgesprochene Freiheitsstrafen von insgesamt 21 Monaten und drei Tagen für vollziehbar. Das Strafgericht erachtete es als erwiesen, dass sich X.________ am noch nicht 16-jährigen Y.________ sexuell vergriffen hatte. Dieser sei nach Problemen im Elternhaus am 9. August 2002 von zu Hause weggelaufen und zu X.________ gegangen, der ihn bei sich aufgenommen habe. Gleichentags seien die beiden ins Tessin zu einem Bekannten von X.________ gefahren und am 10. August 2002 nach Italien weitergereist. Nach rund einer Woche seien sie nach Basel zurückgekehrt, um nach kurzer Zeit erneut ins Tessin zu fahren. Wieder zurück in der Region Basel hätten sie in Hotels in Aesch/BL und Soyhières/JU genächtigt. Am 19./20. August 2002 seien sie nach Basel heimgekehrt. Bis am 26. August 2002 hätten sich die beiden am Wohnort von X.________ in Basel aufgehalten, wo dieser auch verhaftet wurde. Zwischen dem 9. August 2002 bis mindestens am 20. August 2002, möglicherweise sogar bis am 26. August 2002, habe X.________ an Y.________ sexuelle Handlungen vorgenommen bzw. versucht. Gemäss einem rechtsmedizinischen Gutachten sei Y.________ damals mit grosser Wahrscheinlichkeit weniger als 16 Jahre alt gewesen. Der Junge sei ihm ausgeliefert gewesen, weil er sich vor einer Rückkehr nach Hause und insbesondere davor gefürchtet habe, X.________ werde ihn im Tessin oder in Italien alleine und mittellos zurücklassen, wenn er sich ihm verweigere. Er sei infolge dieses Abhängigkeitsverhältnisses ausser Stande gewesen, sich gegen die sexuellen Übergriffe zu wehren. Deshalb sei auch von sexueller Nötigung bzw. versuchter sexueller Nötigung auszugehen.