Citation: 6B_630/2018 E. 1.3.2

1.3.2. Die Vorinstanz stellt in tatsächlicher Hinsicht willkürfrei fest, dass es sich bei den Visper Fans, welche an jenem 13. Dezember 2014 während und nach dem Spiel Probleme machten, um sogenannte Ultras handelte (angefochtenes Urteil S. 12 f.). Die meisten Mitglieder der besagten Visper Fangruppe hätten von Anfang an damit gerechnet, dass es zu einer Konfrontation mit den Langenthaler Fans kommen würde oder zumindest kommen könnte (angefochtenes Urteil S. 13). Während des Spiels hätte eine gespannte, aufgeheizte und aggressive Stimmung im Gästesektor geherrscht. Die Visper Ultras hätten Fahnen der Gruppierung "HoGeSa" ("Hooligans gegen Salafisten") aufgehängt, rechtsradikale Gesten (Hitlergrüssen zumindest ähnliche Armbewegungen, verbunden mit dem Ausspruch "Duce") und provokative Gesänge angestimmt. Beide rivalisierenden Fangruppen hätten versucht, Plakate und Banner der jeweils anderen Gruppierung herunterzureissen und es seien Bierbecher geflogen. Auch auf den Toiletten sei es zu Reibereien zwischen den Fans beider Mannschaften und zu Sachbeschädigungen gekommen (vgl. angefochtenes Urteil S. 13). Als sich die Gruppe Visper Ultras nach dem Match vor dem Stadion versammelt habe, seien sowohl vorbeiziehende Langenthaler Fans wie auch die anwesenden Polizisten weiter beschimpft, beleidigt und anderweitig provoziert worden (angefochtenes Urteil S. 13 f.). Zudem hätten erste Visper Fans der Gruppe begonnen, sich zu vermummen (angefochtenes Urteil S. 14). In Anbetracht dieser unbestritten gebliebenen und für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen (Art. 105 Abs. 1 BGG), kann nicht die Rede davon sein, dass es sich zunächst um einen friedlichen Fanmarsch gehandelt habe, als die Visper Gruppe, nachdem sie sich vor dem Stadion versammelt hatte, in Richtung Bahnhof aufbrach. Die Ansammlung wurde bereits zu diesem Zeitpunkt von einer friedenstörenden Grundstimmung getragen. Durch ihr Verhalten gab die besagte Schar Visper Fans deutlich zum Ausdruck, auf Konfrontation eingestellt zu sein und den Frieden stören zu wollen. Dass es anfänglich noch zu keinen Gewalttätigkeiten kam, ist für die Qualifikation des Marsches als Zusammenrottung nicht relevant. Soweit der Beschwerdeführer behauptet, der Fanmarsch wäre mit grösster Wahrscheinlichkeit problemlos abgelaufen, wenn die Langenthaler Fans die Gruppe nicht angegriffen hätte, handelt es sich um reine Spekulation. Darauf ist nicht einzugehen. Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer sodann, wenn er geltend macht, die Grösse der Gruppe habe die Voraussetzung der Zusammenrottung nicht erfüllt. Ab welcher Anzahl Personen von einer Zusammenrottung zu sprechen ist, kann nicht abstrakt beantwortet werden, sondern ist nach den Umständen zu bestimmen (BGE 108 IV 33 E. 1a S. 34; 70 IV 213 E. 3 S. 220). Dabei ist insbesondere der Zweck von Art. 260 StGB zu berücksichtigen, welcher darin besteht, die öffentliche Friedensordnung zu sichern (vgl. vorstehend E. 1.2.2). Die Gruppe, welche den Fanmarsch beging, bestand mit zirka 20 Anhängern des EHC Visp zwar aus verhältnismässig wenigen Personen. Diese Gruppe war jedoch durchaus in der Lage eine friedenstörende Menge zu konstituieren. Bei den von den teilweise vermummten Teilnehmern der Zusammenrottung ausgehenden Gewaltakten, handelte es sich um nicht unerhebliche Taten. So wurden nach den willkürfreien Feststellungen der Vorinstanz sowohl Faustschläge und Fusstritte verteilt wie auch Bierflaschen und kopfgrosse Steine in Richtung Polizei geworfen, welche ihr Ziele teilweise nur sehr knapp verfehlten (angefochtenes Urteil S. 18 f.). Der Visper Gruppe konnten sich ohne weiteres eine unbestimmte Zahl weiterer Personen, insbesondere weitere Visper Fans, anschliessen. Die Ansammlung war damit öffentlich. Die Gewalttätigkeiten und Provokationen fanden in einem äusserst spannungsgeladenen Kontext statt, da auch eine gewaltbereite gegnerische Fangruppe vor Ort war. Entsprechend musste sich die Polizei auch mit zirka 25 Langenthaler Ultras befassen. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers kann auch nicht gesagt werden, es sei den anwesenden Ordnungskräften jederzeit möglich gewesen, die Ansammlung unter Kontrolle zu halten, was sich, wie die Vorinstanz zutreffend festhält, bereits mit Blick auf die zahlreichen Zwischenfälle während des Fanmarsches zeigt. Vor diesem Hintergrund erscheint die Qualifikation der Visper Gruppe als Zusammenrottung im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB als bundesrechtskonform. Dass einzelne Schläger der Rotte individualisiert und zur Rechenschaft gezogen werden konnten, vermag daran nichts zu ändern.