Citation: 7B_448/2023 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz hält diesbezüglich fest, der Beschwerdeführer sei vom 16. Januar bis 12. März 2019 (aufgrund schädlichen Gebrauchs von Heroin, stationärer Entzugsbehandlung und Verdachts ADHS) sowie vom 23. Juni bis 4. Juli 2022 (aufgrund akut paranoid-halluzinatorischen Syndroms) in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Y.________ hospitalisiert gewesen. Letztere Behandlung habe der Beschwerdeführer auf eigenen Wunsch abgebrochen. Die ambulante Behandlung bei einem Psychiater habe er im Jahr 2022 ebenfalls abgebrochen (angefochtener Entscheid S. 16). Gemäss dem Gutachter werden die Aussichten, durch Anordnung von Ersatzmassnahmen das gegebene legalprognostische Risiko ausreichend kontrollieren zu können, aktuell [d.h. am 19. März 2023] als gering eingeschätzt. Die Psychose sei aktuell zwar teilremittiert und durch den kontrollierenden Rahmen des Freiheitsentzugs habe Abstinenz erreicht und eine Neuroleptikabehandlung initiiert werden können. Krankheitsgefühl und -einsicht seien allerdings noch nicht vertieft. Adhärenz zu Medikamenten und zum therapeutisch notwendigen Gesamtpaket (Neuroleptikabehandlung plus Methylphenidat-Nichtabgabe plus Abstinenz) seien nicht gegeben. Das Wissen um die Erkrankung sei noch rudimentär. Selbsteinschätzung sowie Einschätzung von Möglichkeiten und Grenzen der Lebensführung seien noch unzureichend realistisch. Der Beschwerdeführer sei aktuell nicht zu einer vollständigen Abstinenz willig und wahrscheinlich auch fähig. Er habe in der Vorgeschichte stationäre und ambulante Behandlungen gegen den Rat der Fachpersonen und der Familie abgebrochen. Er sei auch aktuell noch nicht sicher von den wahnhaften paranoiden Gedanken distanziert. Diese Umstände würden zum aktuellen Zeitpunkt klar gegen eine erfolgreich durchführbare ambulante Therapie sprechen (Gutachten S. 49 f.). Der Gutachter hält weiter fest, der Beschwerdeführer habe sich bereits vor den Delikten in ambulanter forensisch-psychiatrischer Behandlung befunden, wobei er sehr auf eine medizinisch nicht sinnvolle, sehr hochdosierte Behandlung mit Methylphenidat (Suchtverlagerung von Kokain zu Methylphenidat) gedrängt und im Verlauf der Behandlung die eigentlich notwendige medikamentöse Behandlung mit Antipsychotika abgelehnt und die Therapie abgebrochen habe. Die Behandlung habe somit nicht ausreichend greifen können und es sei keine Stabilisierung möglich gewesen, die deliktprotektiv habe wirken können. Auch zum aktuellen Zeitpunkt sei das Störungsbewusstsein und die Krankheitseinsicht instabil. Es erscheine daher wenig wahrscheinlich, dass eine ambulante Behandlung erfolgversprechend durchführbar sei. Eine stationäre Behandlungsphase von zwei Monaten, wie sie eine ambulante Massnahme ermöglichen würde (Art. 63 Abs. 3 StGB), werde nicht genügen, um ausreichend belastungsstabile Therapiefortschritte zu erwirken (a.a.O. S. 51 f.). Eine stationäre Massnahme sei am besten geeignet, die Rückfallgefahr im konkreten Fall zu reduzieren. Diese sei auch geeignet, um dem Unterstützungs-, Behandlungs- und Kontrollbedarf gerecht zu werden. Allerdings lehne der Beschwerdeführer dies eher ab (a.a.O. S. 51). Gemäss Vorinstanz ist aufgrund dieser gutachterlichen Ausführungen erstellt, dass Ersatzmassnahmen die vorliegende, massgebliche Wiederholungsgefahr nicht wirksam zu bannen vermögen. Es bestehe die erhebliche Gefahr, dass der Beschwerdeführer Ersatzmassnahmen unzureichend wahrnehmen und vor allem in den Suchmittelkonsum zurückfallen könnte. Dies würde sich ungünstig auf seine psychische Situation auswirken. Insgesamt würden somit Ersatzmassnahmen keine Eindämmung der hohen Rückfallgefahr gewährleisten, weshalb solche momentan nicht sinnvoll und tauglich seien (angefochtener Entscheid S. 17).