Citation: 2C_927/2020 E. 6.3

6.3. Gemäss den Beschwerdeführern verkenne die Vorinstanz im Weiteren, dass auch ohne den Vorgang der Kapitalherabsetzung der Übergang der Aktien der zwei ausscheidenden Aktionärinnen auf die fünf verbleibenden Aktionäre eine Verschiebung der Verfügungsmacht über die Aktien an einer Immobiliengesellschaft wäre, welche für sich schon der Handänderungssteuer unterliege. Daraus sei zu schliessen, dass der Beschluss über die Kapitalherabsetzung an sich keinen Einfluss auf die Erhebung einer Handänderungssteuer habe und die Kapitalherabsetzung nicht das Steuerobjekt darstellen könne. Diese Ansicht sei allseits unbestritten und werde auch durch die ESTV im Steuerinformationsblatt zur Handänderungssteuer vom April 2018 bestätigt. Wie bereits ausgeführt, hat vorliegend kein Übergang der Aktien der beiden ausscheidenden Aktionärinnen auf die fünf verbleibenden Aktionäre stattgefunden, sondern die C.________ AG selbst hat die Aktien gekauft, weshalb die Argumentation der Beschwerdeführer schon in dieser Hinsicht ins Leere läuft. Bei der Auflistung im Steuerinformationsblatt der ESTV handelt es sich wiederum offensichtlich bloss um eine Zusammenfassung von Art. 6 Abs. 1 HG/VS. Auch wenn ein Beschluss über die Kapitalherabsetzung weder dort noch in Art. 6 HG/VS explizit aufgeführt ist, kann er dennoch ein Steuerobjekt im Sinne des kantonalen Handänderungsgesetzes darstellen. Art. 6 Abs. 1 HG/VS bildet keine abschliessende Aufzählung der Steuerobjekte, worauf die Verwendung des Begriffs "namentlich" ausdrücklich hinweist. Somit können willkürfrei auch Beschlüsse der Generalversammlung einer AG betreffend die Kapitalherabsetzung oder den Rückkauf von Aktien (oder beide Vorgänge zusammen) grundsätzlich unter die Bestimmung subsumiert werden, solange mit der Urkunde wirtschaftlich Eigentum übertragen wird.