Citation: 6B_321/2021 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz erwägt, das amtliche Gutachten von Dr. med. D.________ sei sehr ausführlich, inhaltlich detailliert und differenziert sowie in sich schlüssig. Aus diesem ergebe sich ohne Weiteres und nachvollziehbar, warum der amtliche Gutachter initial die Anordnung einer stationären Massnahme als unumgänglich erachtete. Der Beschwerdeführer leide an einer in schwerem Grad ausgeprägten paranoiden Schizophrenie. Die statistische Rückfallrate für einfache Körperverletzungen sei "verhältnismässig hoch" und für Stalking-ähnliches Verhalten bestehe eine "recht hohe" statistische Wiederholungswahrscheinlichkeit. Seit ungefähr Ende 2017 sei es erneut zu einer Verschärfung der psychopathologischen Symptomatik gekommen, ohne dass die gehäuften, vom Beschwerdeführer gewünschten und meist sehr kurz andauernden Hospitalisationen zu einer Verbesserung seiner Compliance und Therapieadhärenz geführt hätten. Die Einsicht des Beschwerdeführers in die bei ihm vorliegende psychische Erkrankung fehle trotz jahrelanger therapeutischer und psychoedukativer Bemühungen. Der Beschwerdeführer zeige ein bagatellisierendes und dissimulierendes Verhalten. Eine Auseinandersetzung mit den ihm vorgeworfenen Tathandlungen finde kaum statt. Er sei zudem heute nicht mehr zuverlässig in ein prosoziales und unterstützendes soziales Netzwerk eingebunden und verfüge über keine stabile intime Beziehung von guter Qualität. Seine sozialen Kontakte seien zumindest teilweise durch krankheitsbestimmtes Verhalten charakterisiert. Er lebe allein in einer nicht überwachten Wohnsituation und eine Aufsicht sei nicht vorhanden. Er verfüge weder über konkrete und realistische Pläne zur Lebensgestaltung noch über eine geregelte Tagesstruktur. Der amtliche Gutachter verweise zudem auf die Ablehnung einer indizierten langfristigen medikamentösen Behandlung durch den Beschwerdeführer und die Unverbindlichkeit der ambulanten Behandlungsbereitschaft sowie die krankheitsbedingt fehlende Bereitschaft, sich mit der eigenen Störung und ihrer therapeutischen Beeinflussbarkeit realitätsgerecht auseinanderzusetzen. Unter Berücksichtigung der bisherigen Behandlungserfahrung, die sich durch ungenügende Hospitalisationsdauer, ungenügende Medikation, ungenügende Compliance und ungenügende Therapieadhärenz kennzeichne, habe eine geeignete Behandlung initial durch eine längere stationäre Behandlung mit psychopharmakologischem und multimodalem Therapieansatz zu erfolgen. Reale Therapiemöglichkeiten seien aufgrund der nicht hinreichenden Behandlungsbereitschaft, der ungenügenden Compliance sowie der Bagatellisierungs- und Dissimulationstendenz des Beschwerdeführers nur eingeschränkt gegeben. In der Vergangenheit hätten sich solche auch deshalb als eingeschränkt erwiesen, da seitens der Kliniken keine gesetzliche Möglichkeit gesehen worden sei, das therapeutisch Indizierte durchzusetzen. Daher bestünden heute reale Therapiemöglichkeiten initial am ehesten in einer für die Behandlung schizophrener Krankheitszustände geeigneten forensischen Fachklinik, die strafrechtlich angeordnet werde. Bei nachgewiesener entscheidender Besserung der Störung, verlässlicher Compliance und deutlich verbesserter Therapieadhärenz habe eine langfristige Behandlungsfortführung in einem ambulanten Rahmen zu folgen. Aus Sicht des amtlichen Gutachters genüge einzig dieses Vorgehen den therapeutischen Erfordernissen und dem Ziel der Verbesserung der Legalprognose. Eine bloss ambulante Behandlung sei aufgrund der bisherigen Therapieerfahrung und der aktuellen Einstellung des Beschwerdeführers klar ungenügend.