Citation: 6B_86/2010 09.04.2010 E. 1

1.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz verletze Bundesrecht, indem sie zu Unrecht eine Sorgfaltspflichtverletzung bzw. die Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Unfalls bejahe. Auf Baustellen sei es nicht vermeidbar, dass Arbeiter, die in den Arbeitsvorgang involviert seien, sich in der Nähe von Maschinen aufhielten. Der Beschwerdegegner, ein erfahrener Baufachmann, habe beim Abladen des Schotters vom Lastwagen geholfen. Er wäre auch in der Nähe gewesen, wenn die Steine an einem andern Ort als auf dem Vordach abgeladen worden wären. Es sei zwar voraussehbar gewesen, dass eine gewisse Gefährdung des Beschwerdegegners durch den Aufenthalt in der unmittelbaren Nähe des Greifers eintreten könne. Dieses Risiko sei aber kalkulierbar gewesen. Indessen sei das Fehlverhalten des Beschwerdegegners, der unvermittelt mit der Hand in den Schalengreifer hineingefasst habe, nicht voraussehbar gewesen. 1.2 Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe gewusst, dass sich der Beschwerdegegner und B.________ auf das Vordach begeben hätten. Angesichts der engen und unübersichtlichen Verhältnisse hätte er diese spätestens nach der Einweisung des Schalengreifers wegschicken müssen. Hätte er dies getan, so wäre der Unfall vermieden worden. Keinesfalls hätte er bei fehlendem Sichtkontakt, der ihm verunmöglichte, das Verhalten der beiden Personen zu kontrollieren, den Greifer betätigen bzw. auf dem Vordach Schotter abladen dürfen. Es sei voraussehbar gewesen, dass sich eine der Personen im Gefahrenbereich falsch verhalten oder sich bei den Manipulationen des Greifers verletzen könnte. Der Beschwerdeführer habe eine Gefahr für andere geschaffen und sei verpflichtet gewesen, alles Zumutbare vorzukehren, um eine Verletzung fremder Rechtsgüter zu vermeiden. Er habe gegen den allgemeinen Gefahrensatz verstossen. 1.3 Wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 125 Abs. 1 StGB). Ist die Schädigung schwer, so wird der Täter von Amtes wegen verfolgt (Abs. 2). Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder ein Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Eine Sorgfaltspflichtverletzung ist nur anzunehmen, wenn der Täter eine Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen bzw. erkennen können und müssen (vgl. BGE 135 IV 56 E. 2 S. 64 f. mit Hinweisen). 1.4 In zutreffender Weise geht die Vorinstanz von einer Verletzung der Sorgfaltspflicht aus und verweist auf den allgemeinen Gefahrensatz. Der Beschwerdeführer wusste nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz, dass sich der Beschwerdegegner in unmittelbarer Nähe des Schalengreifers auf dem Vordach befand, um beim Abladen zu helfen. Angesichts dieser erkennbaren Selbstgefährdung des Beschwerdegegners durfte er nicht mehr auf dessen korrektes Verhalten vertrauen, sondern er hatte eine erhöhte Sorgfalt zu wahren (BGE 129 IV 282 E. 2.2.1 S. 285 ff. mit Hinweisen). Dies gilt umso mehr, als er keinen Sichtkontakt zum Beschwerdegegner hatte und nicht auf dessen Handlungen reagieren konnte. Trotzdem lud er Schotter mit dem Schalengreifer auf dem Vordach ab, indem er diesen auf und zu bewegte, im Vertrauen darauf, es werde nichts passieren. Das Verhalten des Beschwerdeführers wird von der Vorinstanz zu Recht als erhebliche Fehleinschätzung und als sorgfaltswidriges Verhalten eingestuft. Er hat damit ein unerlaubt hohes Risiko für den Beschwerdegegner geschaffen. Es verletzt daher kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz die Sorgfaltspflichtverletzung, die Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit der eingetretenen Verletzungen bejaht. 1.5 Nichts abzuleiten vermag der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass der Beschwerdegegner auch vor Ort gewesen wäre, wenn der Schotter nicht auf dem Vordach abgeladen worden wäre. Denn die Frage, was sich bei pflichtgemässem Verhalten ereignet hätte (hypothetische Kausalität), ist eine Tatfrage (vgl. BGE 127 III 453 E. 5d S. 456 mit Hinweisen). In diesem Punkt genügt die Beschwerde den qualifizierten Rügeanforderungen nicht, weshalb auf die Rüge nicht einzutreten ist (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit Hinweisen).