Citation: 5A_924/2012 E. 6.2.4

6.2.4. Das Obergericht hat festgehalten, dass sich aus der Darstellung der Beschwerdeführerin weder ergebe, dass die Sabena vor der Konkurseröffnung ihre Zahlungen dauerhaft eingestellt hatte, noch dass ihre Kreditfähigkeit beeinträchtigt gewesen sei. Der Schluss der Vorinstanz, die Sabena sei vor dem 7. November 2001 - nach eigenem Bekunden - gar nicht konkursit und die Vertragsverletzung sei für den Konkurs nicht conditio sine qua non gewesen und daher könne die Beschwerdegegnerin für den weiteren Schaden wegen Konkurses nicht verantwortlich gemacht werden, erscheint nicht als unhaltbar: Nach der Darstellung der Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin mit den im Astoria Agreement (Vertrag vom 2. August 2001) versprochenen Leistungen (wie der Kapitalerhöhung) versucht, kontrolliert auszusteigen und der bedrängten, aber noch nicht in aussichtsloser Lage befindlichen Sabena das Durchhalten zu ermöglichen. Die Beschwerdeführerin selber geht davon aus, dass die wirtschaftliche Lage der Sabena im Zeitpunkt des Vertragsschlusses ein Durchhalten ermöglicht hat, andernfalls hätte die Beschwerdegegnerin nach allgemeiner Lebenserfahrung wohl keine Geldzahlungen versprochen. Um den vorausgesetzten Kausalzusammenhang vollständig und ausreichend zu substantiieren, hätte die Beschwerdeführerin folglich vorbringen müssen, dass sich die wirtschaftliche Lage zwischen dem Vertragsabschluss und der vereinbarten Vertragserfüllung (3. Oktober 2001) rapide verschlechtert habe und die Vertragserfüllung der Beschwerdegegnerin die Konkursanmeldung verhindert hätte. Nach der Darstellung der Beschwerdeführerin ist indessen die wirtschaftliche Lage auch im Erfüllungszeitpunkt nicht wesentlich anders wie bei Vertragsabschluss, d.h. bedrängt, aber nicht aussichtslos (keine Zahlungseinstellung, bestehende Kreditwürdigkeit), so dass auch die Vertragsverletzung nicht als conditio sine qua non für den Schaden, der über die versprochene Vertragsleistung hinausgeht, erscheinen kann. Wenn also die Vorinstanz den Vorbringen der Beschwerdeführerin willkürfrei entnehmen durfte, dass die Sabena "vor der Konkurseröffnung" noch kreditwürdig war, kann der Schluss, die Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtungen aus dem Astoria Agreement habe den geltend gemachten weiteren Schaden nicht herbeigeführt, nicht als geradezu stossend bezeichnet werden.