Citation: 1P.81/2005 27.04.2005 E. 2

2.1 Der Strafappellationshof ist (S. 7) zum Schluss gekommen, der Beschwerdeführer habe zwar nicht mit Sicherheit gewusst, dass der von ihm angebaute Hanf der Gewinnung von Betäubungsmitteln diene; er habe aber bewusst in Kauf genommen oder sich damit abgefunden, dass der Hanf als Betäubungsmittel verwendet werde. Damit habe er eventualvorsätzlich gehandelt. Der Beschwerdeführer rügt, der angefochtene Entscheid sei insoweit willkürlich. 2.2 Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 130 IV 58 E. 8.2 S. 61 mit Hinweisen). Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft so genannte innere Tatsachen. Dabei handelt es sich um Tatfragen, die im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nicht zur Entscheidung gestellt werden können (BGE 130 IV 58 E. 8.5 S. 62 mit Hinweisen). Die subsidiäre staatsrechtliche Beschwerde ist somit insoweit zulässig. Art. 9 BV gewährleistet den Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Auf dem Gebiet der Beweiswürdigung steht den kantonalen Instanzen ein weiter Ermessensspielraum zu. Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen. Dabei genügt es nicht, wenn sich der angefochtene Entscheid lediglich in der Begründung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 124 IV 86 E. 2a S. 88, je mit Hinweisen). 2.3 Es kann offen bleiben, ob - wie die Staatsanwaltschaft in der Vernehmlassung dafürhält - die Beschwerde im vorliegenden Punkt den Begründungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht genügt. Sie ist jedenfalls unbegründet. Den Beschwerdeführer belasten verschiedene Gesichtspunkte: Er sagte aus, im ersten Jahr sei er noch nicht besonders im Bild gewesen über das Hanfproblem. Dies habe sich im Jahr 1998 geändert, als bekannt geworden sei, dass mehrere hunderttausend Schweizer Hanf rauchten. Er habe annehmen müssen, dass auch seine Ware dabei sei (act. 3003). Der Beschwerdeführer baute bewusst keinen Industriehanf an, weil das für ihn finanziell uninteressant war. Mit dem von ihm angepflanzten Hanf erzielte er einen Erlös, der weit über dem lag, den er mit Industriehanf erwirtschaftet hätte. Der Beschwerdeführer gab zudem an, für Industriehanf keine Abnehmer zu finden. Bei dem von ihm angepflanzten Hanf meldeten sich die Abnehmer dagegen von selber. Für seinen Hanf bestand - wie er wusste - eine grosse Nachfrage. Der Beschwerdeführer baute nur weibliche Pflanzen an. Dies ist im vorliegenden Zusammenhang von Bedeutung, weil Hanfpflanzen THC vor allem in Drüsen der weiblichen Blüten- und Pflanzenblätter bilden. Der Beschwerdeführer wusste ausserdem, dass gegen verschiedene Freiburger Hanfproduzenten sowie gegen seinen ersten Abnehmer, Y.________, Strafverfahren wegen Betäubungsmitteldelikten liefen. Nachdem Y.________ seinen Hanfladen "E.________" schliessen musste, verkaufte der Beschwerdeführer seinen Hanf einfach an andere Abnehmer zu ähnlichen Bedingungen. In Anbetracht dieser Gesichtspunkte ist es nicht offensichtlich unhaltbar, wenn der Strafappellationshof angenommen hat, der Beschwerdeführer habe zwar nicht mit Sicherheit gewusst, dass sein Hanf der Gewinnung von Betäubungsmitteln diene; er habe aber bewusst in Kauf genommen oder sich damit abgefunden, dass der Hanf als Betäubungsmittel verwendet werde. Willkür ist nicht gegeben.