Citation: 9C_578/2024 E. 3.2.1

3.2.1. Die ESTV sei für den Umstand beweisbelastet, dass die Leistungen in der Schweiz erfolgt seien, weil unbestritten sei, dass die Leistungen an die Firma B.________ Ltd. fakturiert worden seien. Die ESTV habe diesen Beweis nicht erbracht und sich stattdessen auf die Feststellung beschränkt, dass die Beschreibungen im Service Agreement "ausgesprochen vage" seien und es bei gewissen Positionen "völlig offen" bleibe, "welche Art von Leistungen darunter zu verstehen sein soll". Eine gesetzliche Grundlage, wonach bei aufgrund der Rechnung nicht klar bestimmbaren Leistungen das Erbringerortsprinzip greife, gebe es nicht. Vielmehr widerspreche es dem Legalitätsprinzip, wenn bei der Beschwerdeführerin die Inlandsteuer erhoben werde. Weiter verletze die ESTV die Untersuchungsmaxime, wenn sie generell das Erbringerortsprinzip anwende und die Leistungen der Inlandsteuer unterwerfe, ohne den Ort der Leistung nach der Qualifikation der Leistungen zu bestimmen.