Citation: 8C_187/2018 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hat erwogen, die Versicherte habe vom medizinisch festgelegten Belastungsprofil einer ihr noch zumutbaren Erwerbstätigkeit im August 2015 Kenntnis nehmen können. Zu diesem Zeitpunkt sei sie 59 Jahre und 10 Monate alt gewesen, womit ihr noch eine Aktivitätsdauer von rund 4 Jahren verblieben sei. Das Bundesgericht sei im Urteil 9C_183/2017 vom 30. Oktober 2017 bei einer im relevanten Zeitpunkt knapp 59 Jahre alt gewesenen Versicherten mit einer Restarbeitsfähigkeit von 70 % und einer ausgeprägten arbeitsmarktlichen Desintegration davon ausgegangen, es beständen praktisch keine Anstellungschancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mehr, weshalb eine vollständige Erwerbsunfähigkeit anzunehmen gewesen sei. Verglichen mit dem diesem Fall zugrunde liegenden Sachverhalt sei die Versicherte zwar deutlich weniger lange vom Arbeitsmarkt abwesend gewesen (etwas mehr als 10 Jahre), doch sei sie im relevanten Zeitraum ein Jahr älter und zudem in der erwerblichen Arbeitsfähigkeit erheblich stärker eingeschränkt gewesen (70 %). Namentlich die Umstände, dass sie im massgeblichen Zeitpunkt nur noch rund 4 Jahre vor der Pensionierung gestanden habe, einen Berufswechsel hätte machen müssen und in einer angepassten Erwerbstätigkeit höchstens noch zu 30 % arbeitsfähig gewesen wäre, hätten einen durchschnittlichen Arbeitgeber realistischerweise davon abgehalten, die mit einer Beschäftigung verbundenen Risiken wie krankheitsbedingte Ausfälle, berufliche Unerfahrenheit sowie alters- und krankheitsbedingt geringe Anpassungsfähigkeit einzugehen, zumal behindertengerechte Arbeitsplätze von behinderten Personen in jungem und mittleren Alter ebenfalls stark nachgefragt würden. Sei die Restarbeitsfähigkeit von 30 % wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liege eine vollständige Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG im Erwerbsbereich vor.