Citation: 6B_691/2022 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz stellt fest, dass der Beschwerdeführer 4 Kilogramm Heroingemisch oder 400 Gramm reines Heroin verkaufte oder zum Verkauf lagerte. Diese Menge berücksichtigt sie bei der Strafzumessung. Eine lückenlose Dokumentation der gehandelten Betäubungsmittelmengen ist bei einer international tätigen Bande kaum je möglich. Daher sind Hochrechnungen zulässig, solange sie auf verlässlichen Eckwerten basieren (vgl. Urteil 6P.100/2005 vom 13. Januar 2006 E. 1.2.2 und 2.2). Die Vorinstanz legt ihrer Berechnung einen gassenüblichen Preis von Fr. 60.-- pro 5 Gramm Heroin zugrunde und geht davon aus, dass der Beschwerdeführer während seiner Anwesenheit in der Schweiz abgesehen von wenigen Unterbrüchen mit Heroin gehandelt habe. Dabei habe er einen möglichst grossen Umsatz für die Bande erzielen wollen. Nur schon in der Anfangsphase sei er bei mindestens 9 Absatzhandlungen beobachtet worden. Gewisse Heroinabhängige hätten bis zu 27 Gramm auf einmal bezogen. Die Bande habe Ausgaben von mindestens Fr. 22'400.-- gehabt. Damit habe sie nur schon 1'867 Gramm Heroin umsetzen müssen, um überhaupt die Gewinnschwelle zu erreichen. Gestützt auf diese verlässlichen Eckwerte geht die Vorinstanz mit der Staatsanwaltschaft von einem durchschnittlichen täglichen Absatz von 17,5 Gramm aus. Die Vorinstanz berücksichtigt die in der Anklageschrift evaluierte Deliktsdauer von rund 175 Tagen und das bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmte Heroin von rund 125 Gramm. So gelangt sie abgerundet zu einer Menge von 3 Kilogramm Heroin. Weiter berücksichtigt sie das gelagerte Heroin im Umfang von 595,4 Gramm, das noch nicht gestreckt wurde. So erhöht sich die massgebende Menge auf 4 Kilogramm Heroin, das veräussert oder zur geplanten Veräusserung gelagert worden sei. Die Vorinstanz geht zu Gunsten des Beschwerdeführers von einem Reinheitsgehalt von 10 % aus, obwohl die ermittelten Werte zum Teil erheblich höher lagen.