Citation: 6B_1272/2023 E. 4.3.4

4.3.4. Nicht ersichtlich ist damit, weshalb der Beschwerdeführer in einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung im Sinne der zu Art. 113 StGB ergangenen Rechtsprechung gehandelt haben könnte. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung liefert keine Anhaltspunkte dafür. Erstellt ist lediglich, dass der Beschwerdeführer "fuchsteufelswild" und "furchtbar wutentbrannt" war (vgl. angefochtenes Urteil S. 24), was jedoch nichts über die Entschuldbarkeit der Gemütsbewegung aussagt. Der Beschwerdeführer übergeht, dass nicht jede Kränkung oder Provokation zur Anwendung von Art. 113 StGB führt. Verlangt wird vielmehr, dass die heftige Gemütsbewegung bei objektiver Betrachtung nach den sie auslösenden Umständen gerechtfertigt war und auch eine andere, anständig gesinnte Person in der betreffenden Situation leicht in einen Affekt geraten wäre (oben E. 4.3.2). Dies zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, da er pauschal behauptet, er sei vom Beschwerdegegner 2 erniedrigt, gekränkt und provoziert worden, ohne jedoch auch nur ansatzweise darzulegen, worin diese Erniedrigung, Kränkung und Provokation bestanden haben soll. Der blosse Streit um den Platz am Mittagstisch und die daran allenfalls anschliessenden Tätlichkeiten begründen keine schwere Kränkung und lassen die vom Beschwerdeführer behauptete heftige Gemütsbewegung nicht im Sinne von Art. 113 StGB als entschuldbar erscheinen. Der Beschwerdeführer machte im kantonalen Verfahren noch geltend, er sei vom Beschwerdegegner 2 gewürgt worden; er habe gedacht, dieser wolle ihn ersticken. Aktenkundig ist zwar, dass der Beschwerdeführer bereits anlässlich der Untersuchung durch den Amteiarzt unmittelbar nach der Tat über Halsschmerzen nach Würgen klagte. Verletzungen im Halsbereich konnten beim Beschwerdeführer in den zeitnahen medizinischen Untersuchungen jedoch nicht gefunden werden. Die Vorinstanz verneint daher einen schweren oder gar lebensgefährlichen Strangulationsvorgang (vgl. angefochtenes Urteil S. 12, 19 ff., 25 und 32). Eine entschuldbare heftige Gemütsbewegung im Sinne von Art. 113 StGB liegt damit nicht vor.