Citation: 4C.256/2004 28.02.2005 E. 3

Die Klägerinnen hatten im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, die Beklagte habe den K-Wert stillschweigend akzeptiert, indem sie auf die Bekanntgabe des K-Faktors nicht reagiert habe. Die Vorinstanz hielt dazu im Wesentlichen fest, es liege in der Natur der Sache, dass die Beklagte den durch die Klägerinnen errechneten K-Faktor ohne Nachrechnung zur Kenntnis nahm, habe sie doch zuvor jegliches Risiko für Änderungen des Sprengplanes von sich gewiesen und damit kommuniziert, diese Berechnung gehöre in die Sphäre der Unternehmer. Sie hielt damit zutreffend fest, dass sich die Frage einer stillschweigenden Annahme des von den Klägerinnen behaupteten Inhalts von Ziffer 2.2.2.4. des technischen Berichts gar nicht stellt, da diese Bestimmung von der Beklagten, wie vorstehend dargelegt, weder tatsächlich im entsprechenden Sinn verstanden worden war noch vertrauenstheoretisch so verstanden werden musste. Der Abschluss eines Vertrages mit dem betreffenden Inhalt fällt damit ausser Betracht. Aus dem gleichen Grund stellt sich auch die Frage nicht, ob die Beklagte der Bestimmung von Ziff. 2.2.2.4 des technischen Berichts in der Auslegungsart der Klägerinnen ausdrücklich zugestimmt hat, wie die Klägerinnen weiter geltend machen. Deren Vorbringen stossen daher ins Leere, soweit sie dafür halten, die Vorinstanz habe die Art. 1 und 6 OR verletzt, weil sie verkannt habe, dass die Ziffer 2.2.2.4 des technischen Berichts von der Beklagten mit der vorbehaltlosen Mitteilung des Zuschlags am 29. November 1994 ausdrücklich akzeptiert worden sei und dass damit der Werkvertrag mit den in der klägerischen Offerte enthaltenen Änderungen gegenüber den Ausschreibungsunterlagen zustande gekommen sei.