Citation: 4C.305/2005 01.12.2005 E. 2

Die streitentscheidende Frage, ob zwischen den Parteien ein Bauleitungsvertrag abgeschlossen wurde und die Beklagte dementsprechend passivlegitimiert ist, ist durch Auslegung zu beantworten. 2.1 Der Inhalt eines Vertrages - und damit auch die Frage, welche Personen an einem Vertrag beteiligt sind - bestimmt sich in erster Linie durch subjektive Auslegung, das heisst nach dem übereinstimmenden wirklichen Parteiwillen (Art. 18 Abs. 1 OR). Nur wenn eine tatsächliche Willensübereinstimmung unbewiesen bleibt, sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden werden durften und mussten. Während das Bundesgericht die objektivierte Vertragsauslegung als Rechtsfrage prüfen kann, beruht die subjektive Vertragsauslegung auf Beweiswürdigung, die der bundesgerichtlichen Überprüfung im Berufungsverfahren grundsätzlich entzogen ist (BGE 121 III 118 E. 4b/aa S. 123 mit Hinweisen). 2.2 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz aufgrund eines Beweisverfahrens einen tatsächlichen Konsens festgestellt. Alle Beteiligten seien im Zeitpunkt der Bauausführung der gleichen Meinung gewesen, dass die Beklagte nur einen Vertrag mit dem Architekten B.________ gehabt habe und dieser seinerseits Subunternehmer, u.a. den Kläger, beigezogen habe. In seiner Berufung beschränkt sich der Kläger darauf auszuführen, wie die Beweismittel - Zeugenaussagen und Urkunden - aus seiner Sicht richtig zu würdigen gewesen wären. Mit diesen Ausführungen übt der Kläger Kritik an der Beweiswürdigung der Vorinstanz, mit welcher er aus den erwähnten Gründen im Berufungsverfahren nicht gehört werden kann. Insbesondere ist festzuhalten, dass der Kläger dem Obergericht mit dem Hinweis auf das Urteil 4C.225/2002 (Pra 2003 Nr. 146) keine Verletzung einer bundesrechtlichen Beweisvorschrift vorwirft. Sowohl die Vorinstanz als auch der Kläger gehen gestützt auf diesen Entscheid übereinstimmend davon aus, dass für den Nachweis des Vorliegens eines Vertrags zwischen den Parteien von Bundesrechts wegen ein strikter Beweis zu verlangen sei. Im Unterschied zur Vorinstanz geht der Kläger jedoch davon aus, dass aufgrund der Beweismittel der Beweis für das Vorliegen einer vertraglichen Bindung zwischen den Parteien erbracht sei. Mit dieser Behauptung wird nicht eine Verletzung einer bundesrechtlichen Beweisvorschrift gerügt, sondern die Beweiswürdigung kritisiert. Diese kann im Berufungsverfahren wie erwähnt nicht überprüft werden.