Citation: I 846/02 19.11.2003 E. 5

5.1 Für die Bestimmung der anwendbaren Bemessungsmethode stellt sich vorab die Frage, in welchem Ausmass der Beschwerdegegner in seiner Situation ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. 5.2 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch anlässlich einer Neuanmeldung auf rechtskräftige Rentenverweigerung hin stellt sich unter dem Gesichtspunkt von Art. 4 und 5 IVG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 28 Abs. 2 und 3 in Verbindung mit Art. 27 f. IVV). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung führt (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) -, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Diese Frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 194 Erw. 3b, je mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 76 S. 222 Erw. 2c; Urteil M. vom 13. November 2002, I 58/02, Erw. 1.2). Bei verheirateten Versicherten erfolgt die Beurteilung der Statusfrage insbesondere auch unter eherechtlichen Gesichtspunkten auf Grund einer Gesamtwürdigung der persönlichen, beruflichen, sozialen und ökonomischen Umstände des konkreten Falles, wobei keinem dieser Kriterien zum Vornherein vorrangige Bedeutung zukommt (BGE 117 V 197 f. Erw. 4b in fine; Urteil H. vom 26. Juni 2003, I 784/02, Erw. 3.2 in fine mit Hinweisen). Die Invaliditätsbemessung ist alsdann zufolge der verfassungsmässig verankerten Gleichbehandlung der Geschlechter je nach der familiären Rollenverteilung bei einem Ehemann in gleicher Weise vorzunehmen wie bei einer Ehefrau (nicht veröffentlichtes Urteil C. vom 15. Dezember 1994, I 129/94; vgl. auch BGE 120 V 150).