Citation: U 286/06 31.08.2007 E. 5

5.1 Im angefochtenen Entscheid wird ausgeführt, gemäss Gutachten der Klinik H.________ habe "das nach dem Unfall durch die Schleuderverletzung geprägte Beschwerdebild in der Folge in eine psychische Überlagerung umgeschlagen, welche heute eine eindeutige Dominanz aufweist". Ohne sich konkret darüber zu äussern, auf Grund welcher Rechtsprechung es seine Beurteilung abgibt, fasst das kantonale Gericht kurz zusammen, es sei keines der unfallbezogenen Kriterien erfüllt, sodass die Adäquanz zu verneinen sei. 5.2 Entgegen der vorinstanzlichen Darstellung ist auf Grund der medizinischen Akten nicht eindeutig auf ein rein psychisches Beschwerdebild zu schliessen. Gemäss Bericht der kantonalen psychiatrischen Klinik L.________ vom 9. September 1998 lag zu jenem Zeitpunkt keine aktuelle psychiatrische Diagnose vor. Der Rückfall im März 1999 erfolgte wegen cervicalen Beschwerden, wobei die sogenannten typischen Beschwerden ("Typisch für diese Art von Verletzung ist das gehäufte Auftreten von Beschwerden, wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, sowie Wesensveränderungen" [BGE 119 V 335 E. 1 S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360]) nach HWS-Distorsion geklagt wurden. Dr. med. M.________, Spezialarzt für Neurologie FMH, berichtete am 5. Juni 2000, die Beschwerden beruhten auf der organischen Grundlage eines stark ausgeprägten Cervicalsyndroms. Daneben bestanden auch psychiatrische Diagnosen wie diejenige einer posttraumatischen Belastungsstörung (Bericht Rehaklinik E.________ vom 17. April 2000) und rezidivierende depressive Zustände (Bericht Dr. med. W.________, Allgmeine Medizin FMH, vom 8. April 2000). In der Folge, das heisst mehr als drei Jahre nach dem Unfallereignis, kam es bei persistierenden HWS-Beschwerden zu einer Exazerbation des psychischen Beschwerdebildes (Zeugnisse Dr. med. W.________ vom 5. Juli, 22. August und 19. Dezember 2000), was die Mobiliar veranlasste, eine Begutachtung an der Klinik H.________ in Y.________ zu veranlassen. Gemäss Teilgutachten des leitenden Arztes für Schmerztherapie-Psychosomatik dieser Klinik, Dr. A.________, sei das von ihm erhobene Beschwerdebild typisch für Folgezustände nach schweren Beschleunigungstraumata, wobei er - wie Dr. med. M.________ - einen Anteil von 75 % am aktuellen Bild dem Unfall vom März 1997 zuordnet. In der zusammenfassenden Gesamtbeurteilung geht der federführende Gutachter, Dr. med. U.________, zwar auch von typischen Beschwerden nach HWS-Distorsion aus. Er quantifiziert den Anteil der "psychiatrischen Begleitumstände" aber auf 50 % und beantwortet die Frage, ob die Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit dem typischen Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma gegenüber allfällig vorhandenen ausgeprägten psychischen Beschwerden ganz in den Hintergrund getreten seien, mit einem einfachen "Ja". Zusammenfassend ergibt sich aus den umfangreichen medizinischen Akten, dass weder unmittelbar nach dem Unfall noch über einen längeren Zeitraum danach eine psychische Erkrankung die ausgeprägt vorhandenen typischen Symptome nach Schleudertrauma überlagert hatte. Das bunte Beschwerdebild war immer vorhanden. Bei einer solchen Konstellation kann aber kaum davon ausgegangen werden, die physischen Beeinträchtigungen hätten nur eine untergeordnete Rolle gespielt und seien damit ganz in den Hintergrund getreten. Vielmehr hat - entgegen dem Einspracheentscheid und stillschweigend wohl auch der Vorinstanz - die in BGE 117 V 359 begründete Rechtsprechung zur Anwendung zu gelangen. Dabei wird auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367).