Citation: 8C_359/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Wie die Vorinstanz willkürfrei darlegte, wurde im Gutachten der B.________ AG vom 7. Juli 2006 lediglich ein (erheblicher) Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0; DD: hirnorganische Störung [ohne Beweise]; allenfalls schizoaffektive Störung) diagnostiziert. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer zur Zeit der Beobachtung unter dem Einfluss von überaus hohen Medikamentendosen gestanden sei, wobei unklar bleibe, wer diese verschrieben habe. Nach Reduktion der Medikamentendosen am zweiten Hospitalisationstag habe er deutlich wacher und im Gespräch zugänglicher gewirkt. Es sei davon auszugehen, dass ein Teil des aktuellen Zustandsbildes auf eine Überdosierung verschiedener Medikamente zurückzuführen sei. Viele seiner Ausführungen seien unnachvollziehbar geblieben. Auch bei den durchgeführten Funktionstests wurde lediglich verdachtsweise auf eine Störung der Konzentrations- und Merkfähigkeit und der exekutiven Funktionen geschlossen. Weiter äusserten die Gutachter den Verdacht auf eine Störung der Informationsverarbeitung durch psychotisches Erleben und betonten gleichzeitig, dass auch der Verdacht bestehe, dass für die schlechten Testresultate zusätzlich Persönlichkeitsmerkmale ursächlich seien, wie sein mangelnder Leistungswille und seine ausgeprägte Anspruchshaltung; beim Benton-Test erzielten sogar hirngeschädigte Menschen bessere Testresultate. Darüber hinaus bestehe eine Störung durch multiplen Substanzgebrauch (ICD-10 F19.0). Die Arbeitsunfähigkeit wurde mit der wahrscheinlichen Schizophrenie und dem Medikamentenübergebrauch begründet. Angezeigt sei eine stationäre Therapie mit Verifizierung oder Falsifizierung der gestellten Diagnose nach einer längeren Beobachtung ohne Medikamentenüberdosierung. Die Invalidenrente wurde daraufhin verbunden mit der Aufforderung zugesprochen, im Rahmen der Schadenminderungspflicht zwingend eine stationäre Therapie einzuleiten (vgl. Vorbescheid vom 16. August 2006und Verfügung vom 27. Oktober 2006). Eine solche erfolgte jedoch nicht, weil hierfür "kein Grund" bestanden habe (Schreiben der Klinik C.________ vom 27. Oktober 2006). Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der IV-Stelle, wies in der Folge wiederholt darauf hin, dass die gesundheitliche Situation aufgrund der in den Akten enthaltenen widersprüchlichen Diagnosen und Beurteilungen insgesamt unklar bleibe (Bericht vom 30. Januar 2014). Es ergebe sich kein schlüssiges Gesamtbild der vorliegenden psychischen Störungen und der daraus abzuleitenden Arbeitsunfähigkeit oder sogar Hilflosigkeit des Beschwerdeführers (Bericht vom 16. November 2015). Gleiches hielt der RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeinmedizin, in seinem Bericht vom 24. Juli 2019 fest.