Citation: 2C_304/2021 E. 4.1

4.1. Der Begriff der bedarfsgerechten bzw. angemessenen Wohnung stellt einen unbestimmten Rechtsbegriff dar, welcher unter anderem vom lokalen Wohnungsmarkt abhängt, worüber die zuständigen Behörden in der Regel bessere Kenntnis haben. Das Bundesgericht greift in solchen Fällen auch bei freier Rechtsanwendung nur mit Zurückhaltung in die Beurteilung der Vorinstanz ein (vgl. Urteil 2C_416/2017 vom 18. Dezember 2017 E. 2.2 betreffend Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA [SR 0.142.112.681]). Nach einer weit verbreiteten kantonalen Praxis stellt beim Familiennachzug bei Personen mit Aufenthaltsbewilligung die Wohnungsgrösse bzw. die Zimmeranzahl das wichtigste Kriterium zur Beurteilung der Angemessenheit dar. Eine Wohnung gilt in der Regel dann als angemessen bzw. bedarfsgerecht, wenn die Anzahl Personen, die sie bewohnt, die Anzahl Zimmer um höchstens 1 überschreitet. Das Kriterium der bedarfsgerechten Wohnung gilt in der Regel auch dann als erfüllt, wenn diese von einem Ehepaar zusammen mit den Eltern des anderen Ehepartners bewohnt wird, sofern sie nicht überbelegt ist (vgl. Urteil 6B_497/2010 vom 25. Oktober 2010 E. 1.2; vgl. auch Ziff. 6.1.4 der "Weisungen und Erläuterungen Ausländerbereich", S. 108; www.sem.admin.ch, zuletzt besucht am 19. Juli 2021).