Citation: 6B_1214/2018 E. 1.1

1.1. Die Vorinstanz nimmt an, der Beschwerdegegner und der Strafkläger hätten mit Kaufvertrag vom 2. November 2012 unbestrittenermassen die Abtretung von neun Stammanteilen der S.________ GmbH an den Strafkläger zum Kaufpreis von CHF 100'000.-- vereinbart, wobei CHF 60'000.-- durch Überweisung und CHF 40'000.-- durch Unterzeichnung eines Darlehensvertrages mit Rückzahlungsverpflichtung bis 30. Juni 2013 getilgt werden sollten. Ebenfalls erstellt sei, dass der Strafkläger in die S.________ GmbH habe investieren wollen und dass er den durch Überweisung zu tilgenden Kaufpreis in der Höhe von CHF 56'000.-- direkt auf das Konto der S.________ GmbH überwiesen habe. Die Vorinstanz nimmt vor diesem Hintergrund an, dass die den Wert der abgetretenen neun Stammanteile übersteigende, durch den Strafkläger auf das Konto der S.________ GmbH einbezahlte Summe von CHF 56'000.-- im ungefähren Umfang von CHF 9'000.-- für den Beschwerdegegner privater Kapitalertrag gewesen sei, darüber hinaus aber - im ungefähren Umfang von CHF 47'000.-- - ein Investment des Strafklägers in die S.________ GmbH dargestellt habe. Die Idee hinter der Überweisung durch den Strafkläger auf das Konto der GmbH sei nach den übereinstimmenden Aussagen der Beteiligten der Kauf von Kleidern bzw. die Finanzierung der Kleiderproduktion gewesen. Der Strafkläger habe somit über die Begleichung des Kaufpreises für die Stammanteile hinaus der S.________ GmbH Geld zuwenden wollen. In diesem Umfang sei der überwiesene Betrag zivilrechtlich dem Geschäftsvermögen der Gesellschaft zugeflossen. Insofern wäre zu prüfen, ob der Beschwerdegegner, indem er die überwiesene, ihm als alleinigem Geschäftsführer der S.________ GmbH anvertraute Summe gesamthaft für seine privaten Zwecke verwendete, die S.________ GmbH am Vermögen geschädigt und sich damit der Veruntreuung i.S.v. Art. 138 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht habe. Die Anklageschrift umschreibe indes einen Vermögensschaden bei der S.________ GmbH nicht, sondern nenne als Geschädigten einzig den Strafkläger. Dieser sei jedoch schon deshalb nicht Geschädigter, weil er den Betrag von CHF 56'000.-- dem Beschwerdegegner nicht im Sinne eines Darlehens überlassen habe, sondern das Geld in die S.________ GmbH investiert habe, in der Hoffnung, eines Tages Profit zu machen. Im Übrigen seien in der Anklageschrift weder das Tatbestandsmerkmal der arglistigen Täuschung beim Betrug noch dasjenige des Anvertrautseins beim Tatbestand der Veruntreuung hinreichend umschrieben. Die Staatsanwaltschaft hätte im vorliegenden Fall eine Alternativanklage i.S.v. Art. 325 Abs. 2 StPO erheben und die beiden unterschiedlichen Tatbestände in zwei separaten Absätzen umschreiben müssen. Indem sie beide Tatbestände in einem einzigen Absatz zu umschreiben versucht habe, sei sie keinem der beiden gerecht geworden. Die Anklageschrift verletze somit den Anklagegrundsatz gemäss Art. 9 Abs. 1 StPO. Bei diesem Ergebnis sei das Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner wegen Betruges, evtl. Veruntreuung einzustellen (angefochtenes Urteil S. 17 f.).