Citation: 9C_590/2017 E. 5.1

5.1. Die dem kantonalen Entscheid zugrunde liegende, auch von der Versicherten kritisierte Rechtsprechung wurde zwischenzeitlich, mit den zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmten Urteilen 8C_130/2017 und 8C_841/2016 vom 30. November 2017 geändert. Danach steht - wie dies auch in der Beschwerde befürwortet wird - die Therapierbarkeit eines Leidens, in Rückbesinnung auf BGE 127 V 294, dem Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität nicht absolut entgegen, weil die Behandelbarkeit, für sich allein betrachtet, nichts über den invalidisierenden Charakter einer psychischen Störung aussagt (Urteil 8C_841/2016 E. 4.2.1 und 4.4). Gemäss Urteil 8C_130/2017 sind sämtliche psychischen Leiden, nach Urteil 8C_841/2016 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (unter Vorbehalt der Fälle, in welchen davon aus Gründen der Verhältnismässigkeit abgesehen werden kann; vgl. dazu Urteil 8C_841/2016 E. 4.5.3). Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die - unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2 S. 285 ff., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1 S. 291 ff.). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (Urteil 8C_841/2016 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295 f.). In diesem Rahmen stellen Verlauf und Ausgang von Therapien wichtige Schweregradindikatoren dar. Es ist Aufgabe des medizinischen Sachverständigen, nachvollziehbar aufzuzeigen, weshalb trotz (leichter bis) mittelschwerer Depression und an sich guter Therapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen resultieren, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (Urteil 8C_841/2016 E. 4.5.2).