Citation: 5A_531/2023 E. A

Die Parteien (brasilianische Staatsangehörige, der Vater besitzt zudem das Schweizer Bürgerrecht) sind die Eltern der am xx.xx.2021 geborenen C.________ (brasilianische Staatsangehörige), für welche sie die gemeinsame elterliche Sorge haben. Sie lebten in U.________ (Brasilien) in einem Konkubinat nach brasilianischem Recht mit eheähnlichen Rechtsfolgen, welches (je nach Parteidarstellung) im Juni bzw. November 2022 aufgelöst wurde. Beim Familiengericht des Bezirks U.________ in Brasilien ist ein Verfahren betreffend die Auflösung des Konkubinates und die Regelung der Kinderbelange hängig. In dessen Rahmen vereinbarten die Eltern am 6. Februar 2023 eine geteilte Obhut dahingehend, dass das Kind unter der Woche bei der Mutter leben und die Wochenenden beim Vater verbringen sollte. Am 6. April 2023 holte der Vater die Tochter für eine Osterfeier ab. Am Nachmittag teilte er der Mutter telefonisch mit, C.________ werde wegen eines weiteren Festes am Folgetag bei ihm übernachten. Am 7. April 2023 informierte er die Mutter, dass er mit dem Kind in die Schweiz gereist sei. Seither halten sich Vater und Tochter in V.________ auf. Mit Urteil vom 4. Mai 2023 stellte das Familiengericht des Bezirkes U.________ das Kind vorsorglich unter die alleinige Obhut der Mutter und hob das Besuchsrecht des Vaters vorläufig auf. Das Familiengericht begründete dies im Wesentlichen damit, dass der Vater die Vereinbarung vom 6. Februar 2023 verletzt habe, indem er mit dem Kind in die Schweiz gereist sei, ohne die Mutter zu informieren.