Citation: 6B_884/2013 E. 3.3.3

3.3.3. Die zu treffenden Sicherheitsvorkehrungen haben sich nach den jeweiligen Umständen zu richten. Sie bemessen sich etwa nach der Gefährlichkeit der Waffe (vgl. BBl 1996 I 1070 Ziff. 26). Aus der Rechtsprechung ergibt sich, dass besondere Vorsicht geboten ist, wenn im gleichen Haushalt Kinder und Jugendliche leben. Der Sorgfaltspflicht genügt nur, wer in solchen Fällen Munition und Waffen getrennt aufbewahrt, und zwar so verschlossen, dass ein Jugendlicher das Behältnis nicht öffnen kann (vgl. BGE 128 IV 49 E. 2d S. 52; in diesem Entscheid übertrug das Bundesgericht die bei der Auslegung der Aufbewahrungspflicht gemäss Waffengesetz wichtigen Gesichtspunkte auf die zu beachtende Sorgfalt bei der Aufbewahrung von [nicht unter das Waffengesetz fallenden] Luftgewehren). Das Bundesgericht bestätigte in BGE 103 IV 12 den Schuldspruch der fahrlässigen Tötung. Es erwog, wer in aufgelockerter Stimmung jungen Leuten seine Dienstpistole vorführt, nachher die geladene Waffe unter den Augen desjenigen, dem die Demonstration gegolten hatte, in einem unverschlossenen Schrank versorgt und sich schlafen legt, während die anderen wach bleiben, die Waffe später behändigen und sich beim Herumspielen damit ein tödlicher Schuss löst, beobachtet nicht die nach den Umständen erforderliche Sorgfaltspflicht. In einem weiteren Fall bestätigte das Zürcher Obergericht die Verletzung der Aufbewahrungspflicht. Der Beschuldigte hatte Waffen und Munition in einem gemieteten Lagerraum deponiert, dessen Türe inklusive Gitterverschlag auf dem Weg dorthin verschlossen war. Die Liegenschaft befand sich in einem dem Abbruch geweihten Areal in einer unsicheren Gegend. Der Beschuldigte hatte nach einem Hausverbot den Lagerraum während zwölf Monaten nicht kontrolliert. Gemäss Obergericht wäre eine engmaschige Kontrolle während der Abwesenheit des Beschuldigten angezeigt gewesen. Seine Sorgfaltspflichten erfüllt ebenso wenig, wer als Sportschütze Waffen und Munition im ganzen Haus "frei zugänglich" umherliegen lässt, wer eine schussbereite Waffe im verschlossenen Kofferraum eines auf einem fremden Grundstück abgestellten Fahrzeugs respektive im unverschlossenen Handschuhfach eines unbewacht abgestellten verschlossenen Autos verwahrt oder nachts unter sein Kopfkissen legt (vgl. Papsthart, a.a.O., N. 4 zu § 36 D-Waffengesetz).