Citation: 4P.261/2005 10.11.2005 E. 1

Die Beschwerdeführerin wirft dem Kantonsgerichtsausschuss zunächst einer Verletzung der rechtlichen Gehörs vor (Art. 29 Abs. 2 BV). Zur Begründung führt sie aus, dass ihr keine Gelegenheit gegeben worden sei, zu den Beweismitteln Stellung die nehmen, die im Strafverfahren gegen die Bankangestellte X.________ und Y.________ erhoben und im Beschwerdeverfahren bezüglich des Armenrechtsgesuchs verwendet worden seien. Diese Rüge ist unbegründet. Der Kantonsgerichtsausschuss sistierte das Beschwerdeverfahren auf Ersuchen der Beschwerdeführerin, um das Ergebnis des Strafverfahrens gegen die Bankangestellte X.________ und Y.________ abzuwarten. Der Beschwerdeführerin musste daher klar sein, dass die in der Strafuntersuchung gewonnenen Erkenntnisse im Beschwerdeverfahren verwendet würden. Sie selbst räumt in der staatsrechtlichen Beschwerde ein, es sei nicht zu beanstanden, dass der Kantonsgerichtsausschuss die erhobenen Beweismittel beigezogen habe. Weiter musste der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin auch bekannt sein, dass im Beschwerdeverfahren kein zweiter Schriftenwechsel und keine Hauptverhandlung stattfinden. Wenn der Beschwerdeführerin aber bekannt war, dass die Akten der Strafuntersuchung im Beschwerdeverfahren verwendet würden und dass es im Beschwerdeverfahren keinen zweiten Schriftenwechsel gibt, wäre es Sache der Beschwerdeführerin gewesen, von sich aus zu den Ergebnissen des Strafverfahrens Stellung zu nehmen, soweit sie für das Beschwerdeverfahren relevant sind. Dazu hätte ihr vom Abschluss des Strafverfahrens (Urteil des Bundesgerichtes vom 14. Juni 2005, mitgeteilt am 28. Juni 2005) bis zum angefochtenen Beschwerdeentscheid (Urteil des Kantonsgerichtsausschusses vom 22. August 2005) genügend Zeit zur Verfügung gestanden. Da sie von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht hat, hat sie auf eine Stellungnahme verzichtet. Von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs kann unter diesem Umständen keine Rede sein. Im Gegenteil handelt eine Prozesspartei treuwidrig, die zunächst eine ihr obliegende Stellungnahme zurückbehält, um bei ungünstigem Verfahrensausgang die formelle Rüge der Gehörsverletzung zu erheben (BGE 121 I 30 E. 5f S. 38, 111 Ia 161 E. 1a S. 162 f., je mit Hinweisen).