Citation: 6B_1172/2021 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz geht in tatsächlicher Hinsicht davon aus, dass die Beschwerdeführerin vom 3. Juli 2012 bis am 13. August 2015 als alleinige Geschäftsführerin der C.________ GmbH bzw. der C.________ GmbH in Liquidation mit Einzelunterschrift im Handelsregister eingetragen gewesen sei. Sie habe dieses Mandat im Auftrag bzw. auf Weisung von D.________ und E.________ übernommen (sog. fiduziarische Geschäftsführung). Das fragliche Konto der C.________ GmbH bei der Bank F.________ sei am 25. September 2012 eröffnet und am 10. August 2013 von der Beschwerdeführerin saldiert worden. Der Saldierungsauftrag sei am 5. August 2013 von der Beschwerdeführerin als Geschäftsführerin der C.________ GmbH unterzeichnet worden und bezeichne das auf diese lautende Privatkonto Nr. xxx bei der Bank G.________. Mit Valuta vom 9. August 2013 sei der Saldo von Fr. 174'373.96 auf das bezeichnete Privatkonto der Beschwerdeführerin überwiesen worden. Nicht in Frage gestellt wurde die in der Anklageschrift aufgelistete Verwendung der Mittel durch die Beschwerdeführerin vom 9. August 2013 bis zum 1. Oktober 2013. Was die Saldierung des Kontos der C.________ GmbH und die Überweisung des Schlusssaldos auf ihr eigenes Konto betrifft, geht die Vorinstanz davon aus, die Beschwerdeführerin habe gehandelt, um die Zahlungsfähigkeit der C.________ GmbH aufrechtzuerhalten. Entsprechend sei dieser Betrag dazu bestimmt gewesen, entweder für die Gesellschaft verwendet zu werden oder wieder an diese zurückzufliessen. Die Vorinstanz erwägt weiter, der auf ihr eigenes Konto überwiesene Betrag habe zwar im Eigentum der Beschwerdeführerin gestanden, sei für diese aber wirtschaftlich fremd gewesen. Die Gelder seien mit anderen Worten durch die Beschwerdeführerin treuhänderisch bzw. fiduziarisch gehalten worden, weshalb für sie eine ständige und uneingeschränkte Verpflichtung bestanden habe, der C.________ GmbH den Wert des Empfangenen zu erhalten (Werterhaltungspflicht). Es habe sich - so der Schluss der Vorinstanz - um ihr anvertraute Vermögenswerte im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB gehandelt. Mit Bezug auf die einzelnen Bezüge der Beschwerdeführerin konstatiert die Vorinstanz, die erste Instanz habe das Verfahren hinsichtlich aller Beträge unter Fr. 300.-- zufolge Eintritts der Verfolgungsverjährung eingestellt. Somit gehe es noch um Mittelverwendungen in der Höhe von Fr. 170'258.18. Die erste Instanz sei überzeugend davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin über einen Betrag von Fr. 1'986.20 frei habe verfügen und zudem Fr. 10'608.45 nicht habe veruntreuen können, da die entsprechenden Kontobelastungen im Interesse der C.________ GmbH erfolgt seien. Damit reduziere sich der mögliche Deliktsbetrag auf rund Fr. 157'663.53 und der Tatzeitraum auf die Zeit vom 9.-28. August 2013. Ferner stellt die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin habe zum fraglichen Zeitpunkt nicht über die notwendigen Mittel verfügt, um die laufenden privaten Kosten und Ausgaben begleichen zu können. Sie habe sich deshalb die selbst geschaffene, letztlich äusserst günstige Gelegenheit zu Nutzen gemacht, dass sich ein bedeutender Teil der Barmittel der C.________ GmbH nunmehr auf ihrem privaten Konto befunden habe. Dieses Konto habe sie sodann innert kürzester Zeit leergeräumt und dadurch der C.________ GmbH eine wesentliche Liquiditätsquelle entzogen. Dabei habe sie wohl gehofft, dass die Gelder irgendwann als Aktiven der C.________ GmbH vergessen gehen könnten.