Citation: 8C_235/2022 E. 5.2

5.2. Indem die Beschwerdeführerin mit E-mail vom 8. Juli 2018 von der an A.C.________ ausgerichteten Hinterlassenenrente der AHV erfuhr und sie deren Beiständin tags darauf antwortete, die Waisenrente der Unfallversicherung sei ebenfalls eingestellt worden, verfügte sie am 9. Juli 2018 über hinreichende Hinweise für einen möglichen Rückforderungsanspruch. Dies gilt nicht einzig in Bezug auf die Leistungsbezügerin A.C.________, sondern auch auf die übrigen Hinterbliebenen des Versicherten, da die Ausrichtung von Hinterlassenenrenten der AHV an die weiteren Familienmitglieder bei einer solchen Ausgangslage naheliegend und darum näher zu prüfen ist. Weil die Hinweise zu jener Zeit aber noch unvollständig waren, gewährte die Vorinstanz der Mobiliar eine Frist von drei Wochen für nähere Abklärungen (vgl. E. 4 hiervor). Im oben genannten Leitentscheid sah das Bundesgericht davon ab, die dem Versicherungsträger unter derartigen Umständen zuzugestehende Dauer für weitere Abklärungen, etwa in Bezug auf das konkrete Ausmass der Rückforderung oder die Adressaten der Rentenleistungen, allgemein-abstrakt festzulegen; sie hat mit Blick auf die konkreten Umständen des jeweiligen Einzelfalls angemessen zu sein (vgl. BGE 148 V 217 E. 5.2.2; 112 V 180 E. 4b; SVR 2013 IV Nr. 24 S. 66, 9C_454/2012 E. 4, nicht publ. in: BGE 139 V 106; SVR 2001 IV Nr. 30 S. 93, I 609/98 E. 2e; Urteil 9C_511/2017 vom 6. September 2017 E. 2). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin gelangt die Art. 53 ATSG zugrunde liegende Revisionsfrist von 90 Tagen (vgl. BGE 143 V 105 E. 2.1) hier nicht analog zur Anwendung. Vielmehr bringt die Beschwerdeführerin keine stichhaltigen Gründe vor, warum im gegebenen Fall eine länger als drei Wochen dauernde Abklärungsfrist Platz greifen soll. Solche Gründe sind denn auch nicht ersichtlich. Die von der Vorinstanz vertretene Auffassung, eine Dauer von drei Wochen sei in der gegebenen Konstellation ausreichend, um die zur Neuberechnung der Komplementärrente nötigen Verfügungen einzuholen und allenfalls weitere Abklärungen hierzu zu treffen, ist im Lichte der einschlägigen Rechtsprechung jedenfalls nicht zu beanstanden.