Citation: 6B_943/2023 E. 1.5.3

1.5.3. Zum geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 144 I 266 E. 3.3; 144 II 1 E. 6.1; je mit Hinweisen). In den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen aber auch andere familiäre Verhältnisse, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht. Hinweise für solche Beziehungen sind das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit, speziell enge familiäre Bande, regelmässige Kontakte oder die Übernahme von Verantwortung für eine andere Person. Bei hinreichender Intensität sind auch Beziehungen zwischen nahen Verwandten wie Geschwistern oder Tanten und Nichten wesentlich (BGE 135 I 143 E. 3.1; BGE 120 Ib 257 E. 1d), doch muss in diesem Fall zwischen der über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügenden Person und dem um die Bewilligung nachsuchenden Ausländer ein über die üblichen familiären Beziehungen bzw. emotionale Bindungen hinausgehendes, besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehen (vgl. dazu BGE 144 II 1 E. 6.1 mit diversen Hinweisen). Der Beschwerdeführer ist seit 2009 geschieden, in keiner Beziehung, hat keine Kinder und lebt alleine. Damit verfügt er in der Schweiz über keine Kernfamilie, die einen Anspruch aus Art. 8 EMRK begründen könnte. Inwieweit zu seinen Geschwistern ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der Rechtsprechung bestehen sollte, wird vom Beschwerdeführer weder rechtsgenüglich begründet dargetan noch ist dies ersichtlich. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer - wie er geltend macht - die Kinder seiner Geschwister hüte und sich mit diesen abgebe - reicht dazu jedenfalls nicht aus. Die Vorinstanz hält verbindlich fest, von seinen insgesamt sechs Geschwistern wohnten drei in der Schweiz und drei in Deutschland; er sehe sie aber nur wenig. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen bestehen auch in sozialer Hinsicht keine nennenswerten Bindungen zur Schweiz. Der Beschwerdeführer setzt sich diesbezüglich nicht begründet mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinander (Art. 42 Abs. 2 BGG), sondern belässt es dabei vorzubringen, er treffe sich regelmässig mit seinen Freunden, die hauptsächlich aus dem Arbeitsumfeld stammen und deutsch sprechen würden. Weder die familiäre noch die soziale Situation des Beschwerdeführers spricht - wie die Vorinstanz zutreffend ausführt - für die Annahme eines schweren persönlichen Härtefalls.