Citation: 1C_267/2021 E. 2.5

2.5. Zusammenfassend ergibt sich demnach ein altlastenrechtlicher Ablauf in grundsätzlich vier Phasen: In einer ersten Etappe ist aufgrund verdächtiger Umstände zu ermitteln, ob ein Untersuchungsbedarf besteht. Ist das zu bejahen, kommt es zweitens im Wesentlichen zu einer historischen und im Bedarfsfall ergänzenden technischen Untersuchung. Ergibt diese eine altlastenrechtlich massgebliche Belastung, führt das zum Eintrag im Kataster belasteter Standorte (KbS). Besteht die Gefahr schädlicher oder lästiger Einwirkung auf ein altlastenrechtliches Schutzgut, ist drittens über den Überwachungs- oder Sanierungsbedarf zu entscheiden. Viertens ist öffentlich-rechtlich die Verteilung der altlastenrechtlich massgeblichen Kosten zwischen dem Eigentümer eines belasteten Grundstücks als Zustandsstörer, allfälligen Verhaltensstörern und eventuell dem Gemeinwesen bei Ausfall eines Rückgriffs auf mögliche private Drittpersonen festzulegen. Erfasst davon wird der Aufwand für die notwendigen Untersuchungen sowie für die Überwachung und Sanierung, soweit dafür ein Bedarf bejaht wurde. Wird ein solcher verneint, ist der Grundeigentümer für den entsprechenden Rückgriff auf Dritte auf den Zivilrechtsweg zu verweisen. Es mag auch diesfalls für den Grundeigentümer namentlich im Hinblick auf die weitere Nutzung der Liegenschaft durchaus gute Gründe für eine Sanierung geben. Doch ist diese weder altlastenrechtlich vorgeschrieben noch führt sie zu einer öffentlich-rechtlichen Kostenverteilungsregelung.