Citation: 5P.67/2004 07.06.2004 E. 6

Das Kantonsgericht hat schliesslich auf Abnahme weiterer Beweise in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet. Die Beschwerdeführerin rügt diese vorweggenommene Beweiswürdigung als willkürlich, insbesondere die Nichteinvernahme der Zeugen M.A.________, B.________, C.________ und D.________. 6.1 M.A.________ ist die Mutter der beiden Kinder S.A.________ und T.A.________. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin hätte sie bestätigen können, dass die Kinder ihr direkt nach dem Unfall mitteilten, die Bremsen des Rodels hätten nicht richtig funktioniert. Das Kantonsgericht hat auf die Einvernahme von M.A.________ mit der Begründung verzichtet, diese könne aus eigener Wahrnehmung weder über die Kollision noch über das Bremsverhalten des Rodels Angaben machen. Weiter würde ihre Aussage ebenfalls nicht als solche einer unbeteiligten Drittperson erscheinen. Diese antizipierte Beweiswürdigung weist keine Willkür auf. Es ist haltbar, eine Zeugin nicht einzuvernehmen, welche den Unfall unstreitig nicht aus eigener Wahrnehmung schildern kann, zumal die direkt Beteiligten (inbesondere S.A.________ und T.A.________) angehört worden sind. Ebenfalls die Schlussfolgerung, M.A.________ würde ohnehin nicht als unbefangene Zeugin erscheinen, hält dem Willkürverbot stand (vgl. auch E. 5.2 vorangehend). 6.2 Bei B.________ handelt es sich offenbar um einen Berater der Kontrollstelle des interkantonalen Konkordats für Seilbahnen und Skilifte (IKSS), der sich in einem Zeitungsartikel betreffend Rodelbahnen dahingehend geäussert hat, es bestünde ein Zusammenhang zwischen Bremswirkung der Rodel und Körpergrösse der Benutzer. Die Beschwerdeführerin rügt diesbezüglich neben der Nichteinvernahme des Zeugen auch, dass keine Expertise zum Thema Körpergrösse/ Bremswirkung eingeholt worden sei. Das Kantonsgericht hat die Kausalität zwischen dem Unfall und der Körpergrösse von S.A.________ und T.A.________ verneint und angefügt, die Beschwerdeführerin mache nicht geltend, eine Körpergrössenkontrolle hätte die beiden Kinder daran gehindert, die Rutschfahrt zu unternehmen. Ob das Durchführen einer Körpergrössenkontrolle zur Sorgfaltspflicht der Betreiberin einer Rodelanlage wie der vorliegenden gehört, stellt eine Rechtsfrage dar und ist daher im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nicht zu prüfen (Art. 84 Abs. 2 OG). Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin gemäss angefochtenem Urteil nie substantiiert behauptet, der strittige Unfall bzw. die allfälligen Bremsprobleme seien auf eine zu geringe Körpergrösse der Kinder A.________ zurückzuführen, so dass es nicht unhaltbar ist, wenn zur generellen Frage des Zusammenhangs von Körpergrösse/Bremsverhalten keine Beweismittel abgenommen worden sind. 6.3 C.________ hat am Unfalltag die Rodelbahn der Beschwerdegegnerin ebenfalls benutzt. Nach Angaben der Beschwerdeführerin soll er beobachtet haben, wie die Kinder ungebremst in ein anderes Fahrzeug gefahren seien, obwohl der Bremshebel betätigt worden sei. Die Delegation des Bezirksgerichts hatte anlässlich des Augenscheins auf der Rodelbahn festgestellt, dass aus der Distanz, in welcher sich C.________ befunden hat, weder die Bremswirkung des Unfallschlittens verlässlich habe beurteilen können, noch ob die beiden Kinder den Bremshebel wirklich mit Vollkraft betätigt hätten. Das Kantonsgericht hat gestützt auf diese Erkenntnis seiner Vorinstanz verneint, dass C.________ genügend objektive und verlässliche Aussagen über das Funktionieren der Bremsen machen könnte, und auf eine Einvernahme verzichtet. Auch diese vorweggenommene Beweiswürdigung hält dem Willkürverbot stand: Da die Delegation des Bezirksgerichts persönlich geprüft hatte, was C.________ aus der Distanz überhaupt hat wahrnehmen können resp. nicht können, ist es haltbar, auf eine zusätzliche Einvernahme von ihm zu verzichten. 6.4 D.________ schliesslich ist der Verfasser eines Schreibens zuhanden der Beschwerdeführerin, in welchem er ausführt, sein siebenjähriges Patenkind habe bei einem Besuch auf der Rodelbahn der Beschwerdegegnerin ebenfalls Mühe gehabt, den Rodel im Ziel zu bremsen. Das Kantonsgericht hat festgehalten, das Schreiben von D.________ würde nicht das Unfallereignis der Beschwerdeführerin betreffen und deshalb nichts über die Tauglichkeit des Unfallschlittens aussagen. Eine weitere Beweiserhebung in diesem Zusammenhang hat es daher als verzichtbar angesehen. Diese Erwägungen des Kantonsgerichts erweisen sich ebenfalls nicht als willkürlich, ist es doch unstreitig, dass D.________ zum konkreten Unfallereignis keine Aussagen machen kann.