Citation: 7B_193/2022 E. 2.7.1

2.7.1. Die Beschwerdeführerin wiederholt, dass sie ihren Suizid nicht bloss vorgetäuscht habe. Vielmehr sei sie in einer akuten Belastungssituation gewesen, woraus sich Rückschlüsse auf ihre Einsichts- und Steuerungsfähigkeit ergäben. Die Vorinstanz verneint mit nachvollziehbarer Begründung, dass die Beschwerdeführerin in einer heftigen Gemütsbewegung handelte. Diese Darstellung lasse sich nicht mit dem Geschehenen vereinen. Im Gegenteil sprächen diverse Umstände gegen eine Affekttat. Die Trennung vom Geschädigten sei seit längerer Zeit Realität gewesen und die Beschwerdeführerin habe gewusst, dass er in einer neuen Beziehung lebt. Es habe weder ein Verlust des Arbeitsplatzes noch Wohnungsnot gedroht. Selbst wenn sie sich zur Tatzeit in einem emotionalen Ausnahmezustand befunden hätte, könnte sie sich nicht darauf berufen. Sowohl eine heftige Gemütsbewegung als auch eine grosse seelische Belastung fielen ausser Betracht, denn dazu müsste der entsprechende Zustand entschuldbar sein, was vorliegend zu verneinen sei. Die von der Beschwerdeführerin beschriebene Situation nach einer Trennung sei nicht selten und stelle keinen derart schweren und unausweichlichen Konflikt dar, dass keine alternativen Lösungsstrategien bestünden. Die Vorinstanz übersieht auch nicht, dass die Tat im psychiatrischen Gutachten als Mitnahmesuizid eingestuft wird. Sie hält aber schlüssig dagegen, dass sich die Beschwerdeführerin bei objektiver Betrachtung in einer schwierigen, aber nicht ausweglosen Situation befunden habe. Diese Erwägungen vermag die Beschwerdeführerin nicht als willkürlich auszuweisen, indem sie etwa auf die Abschiedsbriefe oder die Einnahme von Schmerzmitteln und Rotwein verweist. Selbst wenn die Beschwerdeführerin tatsächlich sich selbst töten wollte, würde dies nicht ihr Wissen und Wollen um den Tod des Geschädigten beseitigen.