Citation: 5A_76/2022 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdeführerin rügt Verletzungen von Art. 47 ZPO, Art. 29 BV, Art. 30 Abs. 1 BV, Art. 9 BV, Art. 6 EMRK und Art. 14 Ziff. 1 UNO-Pakt II. Neben allgemein gehaltenen Vorwürfen betont sie, dass bei gegebenem Ausstandsgrund die Gerichtsperson gemäss Art. 48 ZPO von sich aus in den Ausstand zu treten habe. Dies ändert jedoch nichts daran, dass Art. 326 Abs. 1 ZPO für die Beschwerde gemäss Art. 319 ff. ZPO vorschreibt, dass neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen sind. Auch wenn die Vorschrift Ausnahmen kennt und nach der Rechtsprechung im Lichte von Art. 99 Abs. 1 BGG ausgelegt wird, der es im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren gestattet, neue Tatsachen und Beweismittel so weit vorzubringen, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (BGE 145 III 422 E. 5.2; 139 III 466 E. 3.4), kann das Tatsachenfundament, welches den Anschein der Befangenheit nahelegen soll, somit grundsätzlich nicht erst mit Beschwerde gemäss Art. 319 ff. ZPO vorgebracht werden. Inwiefern die Vorinstanz vorliegend zu Unrecht zum Schluss gelangt sein soll, dass die Beschwerdeführerin die neuen Tatsachenbehauptungen nicht in prozessual zulässiger Weise vorgebracht hat, ist daher weder dargetan noch ersichtlich. Keine Verletzung der angerufenen Bestimmungen vermag die Beschwerdeführerin im Übrigen mit der blossen Wiederholung ihres Vorbringens aufzuzeigen, dass der Beschwerdegegner das Hauptbegehren von E.________ in einem konnexen Verfahren als aussichtslos erachtet und deren Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege deshalb nicht stattgegeben habe. Mit der exemplarischen Aufzählung typischer Situationen, die für sich allein genommen den Ausstand nicht begründen sollen, stellt Art. 47 Abs. 2 ZPO klar, dass gewisse Vorbefassungen zur Annahme von Befangenheit der betreffenden Gerichtsperson nicht genügen, sondern zusätzliche Umstände hinzutreten müssen. Namentlich scheint ein Richter nicht schon deswegen als voreingenommen, weil er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abgewiesen hat (vgl. Art. 47 Abs. 2 lit. a ZPO; BGE 131 I 113 E. 3.7).