Citation: 7B.220/2001 20.11.2001 E. 2

2.- a) Die kantonale Aufsichtsbehörde ist der Ansicht, Art. 256 Abs. 3 SchKG, wonach Grundstücke nur unter der Bedingung freihändig verkauft werden dürfen, dass die Gläubiger vorher Gelegenheit erhalten haben, höhere Angebote zu machen, sei hier nicht zum Tragen gekommen. Nach der Praxis sei das Höhergebotsrecht zwar auch anderen Erlösanwärtern als den Gläubigern, so etwa den Aktionären der Gemeinschuldnerin, zuzugestehen, falls über die Deckung sämtlicher Passiven hinaus mit einem Liquidationsüberschuss gerechnet werden könne. Indessen gehe die Beschwerdeführerin selbst nicht davon aus, es werde sich ein positiver Konkurssaldo ergeben. Sie erkläre, dass es bei der Verwertung der Hotelliegenschaften um eine Summe von gegen 20 Mio. Franken gehe, während die Konkursgläubiger gemäss Kolloktionsplan mehr als 26 Mio. Franken forderten. Stehe der Beschwerdeführerin somit kein Höhergebotsrecht zu, sei die Verfügung vom 31. Juli 2001 (recte: 9. August 2001) ohne Rechtsgrund erlassen worden und demnach von Amtes wegen aufzuheben. b) Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass sie einzig deshalb Beschwerde erhoben habe, weil die ihr angesetzte Frist zu kurz bemessen gewesen sei, und erklärt, es verstosse gegen Treu und Glauben und gegen die in einem Rechtsstaat bezüglich des Rechtsbestandes von Verfügungen anzuwendenden Prinzipien, das ihr zugestandene Recht zum höheren Angebot von Amtes wegen zu widerrufen. Es braucht nicht erörtert zu werden, inwiefern in diesen Vorbringen eine rechtsgenügend begründete Rüge der Missachtung des sich aus Art. 20a Abs. 2 Ziff. 3 SchKG ergebenden Verschlechterungsverbots (dazu Franco Lorandi, Betreibungsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeit, Basel 2000, N 51 zu Art. 20a SchKG; Pierre-Robert Gilliéron, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, N 72 zu Art. 20a) zu erblicken ist. Aus den nachstehend darzulegenden Gründen erscheint die gerügte Länge der Frist nicht als unangemessen, so dass auch offenbleiben mag, ob die Voraussetzungen für eine Anwendung von Art. 256 Abs. 3 SchKG auf die Beschwerdeführerin als Aktionärin gegeben waren.