Citation: 9C_379/2022 E. 3

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe die gerichtliche Untersuchungspflicht nach Art. 61 lit. c ATSG verletzt. Das kantonale Gericht habe die Beschwerde zwar abgewiesen, aber die Sache mit Blick auf die Folgen eines neuen Unfalls vom 8. April 2021 gleichwohl zur Abklärung an die IV-Stelle zurückgewiesen. Dabei habe es erwogen, dieser Unfall habe sich noch vor der strittigen Verfügung vom 25. Mai 2021 ereignet, sei indes aufgrund des noch nicht abgelaufenen Wartejahrs (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) noch nicht zu berücksichtigen. Das Sachgericht müsse alle relevanten medizinischen und sonstigen Tatsachen mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit berücksichtigen, die sich im massgeblichen Beurteilungszeitraum ereignet hätten. Die Vorinstanz habe den Beginn des Wartejahrs zur zeitlichen Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis erklärt. Dieser Zeitpunkt habe bis zum angefochtenen Urteil mangels vollständiger Abklärung der medizinischen Faktenlage noch gar nicht bestimmt werden können; namentlich seien die einschlägigen Akten der Suva nicht beigezogen worden. Die Vorinstanz hat den praxisgemäss mit Datum der strittigen Verfügung abzuschliessenden Beurteilungszeitraum (BGE 144 V 210 E. 4.3.1) nicht modifiziert. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Entwicklung des Sachverhalts vom Unfalldatum (8. April 2021) bis zum 25. Mai 2021 bereits Grundlage für allfällige Leistungsansprüche sein könnte. Dementsprechend gab es für die Vorinstanz im Rahmen des aktuellen Verfahrens diesbezüglich auch nichts Weiteres abzuklären. Die Pflicht zur vollständigen Abklärung des Sachverhalts bezieht sich auf die im aktuellen Verfahren festzulegenden Rechtsfolgen. Die Vorinstanz hat, wie von der IV-Stelle beantragt, das Dossier zur weiteren Bearbeitung (unter Einschluss der Suva-Akten) richtigerweise an die Verwaltung überwiesen. Dies ermöglicht eine umfassende Abklärung des Sachverhalts und der möglichen Leistungsansprüche nach dem Unfall vom 8. April 2021 in einem neuen Verfahren. Der Untersuchungsgrundsatz ist nicht verletzt.