Citation: 4A_307/2020 E. 7.5.3

7.5.3. Es ist fraglich, ob sich die Beschwerdeführerin überhaupt hinreichend mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinandersetzt (vgl. hiervor E. 1). Es verletzt jedenfalls kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, es seien weder im Werkvertrag noch im Zahlungsplan die für die jeweilige Zahlung zu erbringende Gegenleistung vertraglich hinreichend definiert worden. Der Zahlungsplan enthält über weite Strecken bloss pauschale Ereignisse bzw. grobe Etappenziele. Den einzelnen Akontozahlungen sind - entgegen der Beschwerdeführerin - keine konkreten Einzelleistungen dergestalt zugeordnet, dass von den einzelnen Zahlungen auf den Wert bzw. Preis des teilausgeführten Werks geschlossen werden könnte. Zu Recht hält die Vorinstanz denn auch fest, es erscheine eher ungewöhnlich, dass die Vertragsparteien mehrere Monate bzw. Jahre vor Ausführung der jeweiligen Etappe verbindlich hätten festlegen wollen, welcher Wert dem teilausgeführten Werk zum Zeitpunkt eines Meilenstein-Etappenziels, das die Fälligkeit einer Akontozahlung auslöse, abschliessend zugemessen werden solle. Entgegen der Beschwerdeführerin verkennt die Vorinstanz damit nicht, dass die Parteien einen Pauschalpreisvertrag eingegangen sind. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht, übergeht die Beschwerdeführerin, dass es nicht um ein fertig gestelltes Werk geht, bei welchem aufgrund des Pauschalpreises für beide Vertragsparteien allfällige Gewinne und Verluste resultieren können, sondern einzig um den Wert des übernommenen Teilwerks. Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum angeblich fehlenden Zusammenhang zwischen dem Erbringen der Bauleistung und dem Ausstellen der Mängelgarantie braucht - soweit überhaupt einschlägig - nicht eingegangen zu werden, da die Vorinstanz dieses Argument ohnehin nur hilfsweise herangezogen hat. Die vorinstanzliche Feststellung, wonach im Zahlungsplan insgesamt keine Vereinbarung der Vertragsparteien erkannt werden könne, wonach dieser zur Wertbestimmung des sich in Ausführung befindlichen Werks dienen bzw. herangezogen werden solle, verletzt kein Bundesrecht. Soweit die Beschwerdeführerin hinsichtlich der zweiten Variante rügt, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass der in Ziffer 2.7 des Werkvertrags vorgesehene Nachweis mittels Fotografien unzureichend sei, wobei es nach dem Grundsatz der Vertragsfreiheit ohnehin den Parteien überlassen sei, welchen Nachweis sie als geeignet bzw. genügend erachten wollten, geht ihre Rüge fehl. Es ist - wie die Vorinstanz zu Recht ausführt - nicht ersichtlich, wie anhand von Fotografien einer Grossbaustelle, sämtliche erbrachten Leistungen dokumentiert und deren Wert hätte bestimmt werden können. Die Vorinstanz erwog somit zu Recht, indem die Vertragsparteien den Nachweis der erbrachten Leistungen in Ziffer 2.7 des Werkvertrags auf Fotografien beschränkten, hätten sie bewusst in Kauf genommen, dass der Wert der tatsächlich erbrachten Leistungen nicht genau mit dem Gegenwert der Akontozahlungen übereinstimmen würde. Daraus ergibt sich aber auch, dass es nach Treu und Glauben nicht dem Willen der Vertragsparteien entsprach, dass von den einzelnen Zahlungen auf den Wert des teilausgeführten Werks geschlossen werden konnte. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich geltend macht, die von der Vorinstanz geprüfte zweite Variante sei bei Pauschalpreisverträgen gar nicht möglich, tut sie nicht dar, was sie daraus konkret für sich ableiten möchte.