Citation: C 82/02 23.07.2002 E. 2.2

Wie die Vorinstanz richtig erwog, ist bei der Beurteilung der Frage, ob sich ein Versicherter genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität seiner Bewerbungen von Bedeutung. Dabei sind die persönlichen Umstände und Möglichkeiten des Versicherten wie Alter, Schul- und Berufsausbildung sowie die Usanzen des für den Versicherten in Betracht fallenden Arbeitsmarktes zu berücksichtigen (BGE 120 V 78 Erw. 4a). Eine Arbeit ist zumutbar, wenn sie unter anderem angemessen auf die Fähigkeiten und die bisherige Tätigkeit des Versicherten Rücksicht nimmt und die Wiederbeschäftigung des Arbeitslosen in seinem Beruf nicht wesentlich erschwert, falls darauf in absehbarer Zeit überhaupt Aussicht besteht (Art. 16 Abs. 2 lit. b und d AVIG). Weder Gesetz noch Verordnung schreiben eine Mindestanzahl von Bewer-bungen vor. Ob die Anstrengungen bei der Stellensuche genügend sind, muss im Einzelfall beurteilt werden. Viele Arbeitslosenkassen verlangen pro Kontroll-periode mindestens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen; bei sehr qualifizierten Bewerbungen begnügen sie sich auch mit einer etwas geringeren Anzahl (Gerhards, Kommentar zum AVIG, Bd. I, N 15 zu Art. 17; Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 139 f.). Die Arbeitsbemühungen müssen um so intensiver sein, je weniger Aussicht ein Versicherter hat, eine neue Stelle zu finden. Er muss alle Anstrengungen unternehmen und jede zumutbare Gelegenheit ergreifen, um eine bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden. Die Anzahl der erforderlichen Stellenbewerbungen richtet sich nach den konkreten Umständen; so können von einer spezialisierten Arbeitskraft wesensgemäss weniger Bewerbungen abgefasst werden als von einer Hilfskraft (ARV 1980 Nr. 45 S. 112 Erw. 2). Je länger der Versicherte arbeitslos ist, desto intensiver muss er sich um Erwerbsmöglichkeiten auch ausserhalb seines angestammten Tätigkeitsbe-reiches bemühen (Art. 17 Abs. 1 AVIG).