Citation: 5A_1038/2020 E. 5.2.1

5.2.1. Der Beschwerdeführer hält daran fest, dass der erstinstanzliche Entscheid mit Bezug auf § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG jegliche Erklärung der darin statuierten Kriterien vermissen lasse und stattdessen einfach den ausländischen Gesetzestext wiederhole. Das Vorhandensein der "Umstände" und die "unzweifelhafte" Änderung des Testaments durch den Erblasser seien zentrale Fragen im vorliegenden Streit. Eine inhaltliche Auseinandersetzung damit habe im erstinstanzlichen Verfahren aber schlechterdings nicht stattgefunden. Darin erblickt der Beschwerdeführer eine gravierende Gehörsverletzung, die auch im Berufungsverfahren nicht habe geheilt werden können. Dass er in der Berufung die Begründungsarbeit der Erstinstanz "von null auf aufarbeiten musste", könne ihm nicht zum Nachteil gereichen bzw. die Vorinstanzen nicht vom Vorwurf der ungenügenden Begründung entlasten. Indem das Kantonsgericht mit unhaltbarer Begründung dem Bezirksgericht die Verletzung der Begründungspflicht durchgehen lasse und von einer Rückweisung absehe, verletze es seinerseits seinen Gehörsanspruch und sein Recht auf vollständige Beurteilung durch zwei kantonale Instanzen gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 53 ZPO. Darüber hinaus erinnert der Beschwerdeführer daran, dass das Gericht nach Art. 16 IPRG den Inhalt des ausländischen Rechts von Amtes wegen feststellen müsse. Verlangt werde eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem ausländischen Recht; diese Ermittlungspflicht gelte in besonderem Masse, wenn die Streitinteressen - wie hier - hoch sind. Indem das Kantonsgericht keine Verletzung der Verpflichtung zur Feststellung des ausländischen Rechts feststelle, sondern das Vorgehen des Bezirksgerichts gutheisse, verletze auch es Art. 16 IPRG.