Citation: I 619/02 19.12.2003 E. 2

2. Streitig und zu prüfen ist, ob sich die massgeblichen Verhältnisse seit der anspruchsverneinenden Verfügung vom 1. Oktober 1992 bis zur Verfügung vom 8. Juni 2001 in erheblicher Weise geändert haben. Wie das kantonale Gericht zutreffend festgehalten hat, ist gemäss der Rechtsprechung (Erw. 1.2) als ursprüngliche Verfügung nicht diejenige vom 15. Juni 1993 zu betrachten, weil sie eine bereits früher ergangene bloss bestätigte. 2.1 Der Verfügung vom 1. Oktober 1992 war für die medizinischen Belange der Arztbericht von Dr. med. W.________ vom medizinischen Dienst vom 7. November 1990 zugrunde gelegt worden, der als einzige Diagnose eine Drogenabhängigkeit nannte. Nach Eingang der letzten Neuanmeldung holte die IV-Stelle den erwähnten Arztbericht der Universitären Psychiatrischen Dienste UPD, Methadon-Therapiezentrum, vom 9. März 2001 ein. Darin wurden folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: eine langfristige ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6, eine langfristige rezidivierende depressive Störung (F33.0) sowie eine Störung durch Opioide (F11.22). Die Dres. med. V.________ und N.________ empfahlen die Einleitung beruflicher Massnahmen mit einem Anfangspensum von 50% einer vollen Erwerbstätigkeit und stellten eine spätere langsame Steigerung der Arbeitsfähigkeit in Aussicht. Die Beeinträchtigung in der Arbeitsfähigkeit ergibt sich laut diesem Bericht aus der psychischen Symptomatik. Dank der Teilnahme an einem Methadonprogramm konnte sich der Versicherte hinsichtlich seines Drogenkonsums sehr gut stabilisieren. Zu einer möglichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch die seit 1992 bestehenden Schulterbeschwerden (Status nach AC-Luxation rechts) äusserten sich die Gutachter in differenzierter Weise, indem sie diese unter den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufführten, zugleich aber zunehmende Schmerzen unter länger anhaltender und regelmässiger Belastung als möglich bezeichneten. Zwischenzeitlich war der Beschwerdeführer auch an der Kantonalen Psychiatrischen Klinik H.________ untersucht worden. Die Dres. med. E.________ und Z.________ diagnostizierten in einem Arztbericht vom 30. Mai 1993 neben einer schweren Polytoxikomanie eine frühgestörte, unreife, labile, beziehungsgestörte sowie impulsive neurotisch fehlentwickelte Persönlichkeit mit narzisstischen Anteilen. Zur Arbeitsunfähigkeit konnten keine sicheren Angaben gemacht werden, ebenso zur Frage nach kausalen Beziehungen zwischen psychischem Zustand und Drogensucht. Während des vorinstanzlichen Verfahrens richteten die UPD einen weiteren Arztbericht (vom 6. September 2001) an das kantonale Gericht. Darin legt Dr. med. N.________ eine kausale Beziehung zwischen der Drogensucht und der Persönlichkeitsstörung nahe. Zugleich betont sie, dass diese sich in den letzten Jahren verstärkt habe und unweigerlich auch im Bereich der beruflichen Kompetenzen zu nachhaltigen Einschränkungen führe (zur Zulässigkeit der Berücksichtigung von nach dem massgeblichen Verfügungszeitpunkt [BGE 121 V 366 Erw. 2b mit Hinweisen] datierenden Arztberichten: BGE 99 V 102 Erw. 4 mit Hinweisen). 2.2 Die Vorinstanz würdigte die vorliegenden ärztlichen Berichte als eine unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel unerhebliche unterschiedliche Beurteilung eines im wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts. Dies vermag nicht zu überzeugen. Im Bericht der UPD werden neue Diagnosen gestellt, die sich im Arztbericht von Dr. med. W.________ vom medizinischen Dienst vom 7. November 1990 nicht fanden. Es bleibt ungeklärt, ob eine psychische Störung mit Krankheitswert vorliegt. Offen ist bisher auch die Frage nach einer kausalen Beziehung zwischen den psychischen Beeinträchtigungen und der Drogensucht geblieben. Unter diesen Umständen gestatten die verfügbaren Unterlagen keine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches. Die IV-Stelle wird die notwendigen ergänzenden Sachverhaltsabklärungen zu treffen und danach über das Leistungsbegehren neu zu verfügen haben.