Citation: 5A_671/2019 E. B

Aufgrund dieser Gefährdungsmeldung eröffnete die KESB am 1. Oktober 2018 ein Abklärungsverfahren. Im Rahmen dieses Verfahrens statteten eine Mitarbeiterin der Spitex und ein Mitarbeiter der KESB bei B.A.________ einen Hausbesuch ab. Der Aktennotiz der KESB ist zu entnehmen, dass B.A.________ sehr dement sei und sich ihre Situation in letzter Zeit rasch verschlechtert habe. Sie pflege ausschliesslich mit ihrem Bruder, A.A.________, sowie dessen Sohn Kontakt, wobei beide nicht vor Ort seien. Es fehle ihr an einer Ansprechperson. Aufgrund der starken Demenz sei ein Eintritt in ein Pflegeheim "wahrscheinlich" nötig und der tägliche Spitex-Mahlzeitendienst reiche nunmehr "bei weitem" nicht aus. B.A.________ lasse teilweise den Schlüssel an der Haustüre stecken und höre das Klingeln und Klopfen nicht mehr. Am 8. Oktober 2018 kontaktierte die KESB A.A.________, der im Kanton Bern wohnt. Gemäss eigenen Angaben habe er die Spitex organisiert, bezahle die Rechnungen und kümmere sich um die Finanzen. Zudem bestelle er bei der D.________ Nahrungsmittel, welche B.A.________ geliefert würden. Er möchte jedoch, dass seine Schwester mehr Hilfe von der Spitex erhalte und bei der Körperhygiene, dem Waschen sowie bei weiteren kleinen Aufgaben im Haushalt vermehrt unterstützt werde. Der Hausarzt von B.A.________ stellte in seinem Bericht vom 5. Oktober 2018 fest, dass diese an kognitiven Defiziten leide, welche die Selbständigkeit zunehmend erschwerten. Ihr sei es nicht möglich, selbständig Arztbesuche zu tätigen, so dass der Arzt sie zu Hause aufsuchen und untersuchen müsse. Sie könne nicht mehr selbständig ihr Einkommen und Vermögen verwalten. Des Weiteren sei mit einer Verschlechterung der Situation zu rechnen. Am 22. November 2018 sandte A.A.________ der KESB ein von B.A.________ von Hand in romanischer Sprache geschriebenes Dokument mit dem Titel "Declaronza". Diese qualifizierte die Erklärung nicht als Vorsorgeauftrag. B.A.________ habe in diesem Dokument A.A.________ und für die Zeit nach dessen Ableben seinem Sohn nur eine Vollmacht erteilt. Am 4. Dezember 2018 hielt die KESB sodann aufgrund ihrer Abklärungen fest, dass B.A.________ wegen ihrer fortschreitenden Altersdemenz ihren Haushalt nicht mehr selbständig erledigen könne. Die Besuche der Spitex reichten nicht mehr aus, um die nötige Personensorge zu gewährleisten. Die bisher erfolgte Unterstützung durch A.A.________ bei der Besorgung von Lebensmitteln sowie von administrativen Aufgaben bzw. von finanziellen Angelegenheiten sei ungenügend, da B.A.________ eine engmaschige Betreuung benötige. Aus diesen Gründen verfügte die KESB gestützt auf Art. 390 ZGB eine Beistandschaft und erteilte der Beistandsperson die "Aufgaben und Kompetenzen, B.A.________ im Rahmen einer Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 ZGB) in den nachfolgend aufgelisteten Bereichen zu beraten, zu unterstützen und soweit nötig bei allen damit verbundenen Handlungen zu vertreten". Als Aufgaben wurden die "Einkommens- und Vermögensverwaltung (Art. 395 ZGB) ", "Administration und Aufenthalt", "Wohnen und Aufenthalt" sowie "Gesundheit und Medizin, inkl. Vertretungsrecht für medizinische Massnahmen bei Urteilsunfähigkeit (Art. 378 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB) " aufgeführt. Gleichzeitig wurde B.A.________ der Zugriff auf das zu errichtende Betriebskonto in Anwendung von Art. 395 Abs. 3 ZGB entzogen. Sodann wurde die Beistandsperson zu gewissen spezifischen Handlungen aufgefordert, nämlich ein Inventar aufzunehmen und allfällige Vollmachten zu überprüfen und nötigenfalls zu widerrufen. Als Beistandsperson wurde E.________ von der Berufsbeistandschaft V.________ ernannt. Eine von A.A.________ gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 13. Juni 2019 ab.