Citation: 4P.302/2005 20.02.2006 E. 4

Damit bleibt zu prüfen, ob die Beweiswürdigung des Verwaltungsgerichts dem Willkürvorwurf standhält. 4.1 Willkürlich ist ein Entscheid nach konstanter Rechtsprechung nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen Willkür vielmehr nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 131 I 57 E. 2 S. 61; 129 I 8 E. 2.1 S. 9, je mit Hinweisen). Dabei genügt es nicht, wenn sich nur die Begründung des angefochtenen Entscheides als unhaltbar erweist. Eine Aufhebung rechtfertigt sich nur dann, wenn der Entscheid auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9; 128 I 177 E. 2.1 S. 182; 127 I 38 E. 2a S. 41 mit Hinweisen). 4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, aus den Fallzahlen des Ergänzungsgutachtens ergebe sich, dass die Fallzunahme nach dem Unfall relativ gering sei. Im ersten Quartal 1991 habe die Fallzahl seiner Praxis 2'253 betragen, im jüngsten in der Tabelle des Gutachtens berücksichtigten Quartal, dem ersten des Jahres 2002, dagegen 2'358, was einer Zunahme von nur gerade 4.66% entspreche. Ein derartiger Zuwachs sei für den Beschwerdeführer ohne Assistenten bei voller Arbeitsfähigkeit ohne Weiteres zu bewältigen, zumal sich seine Praxis 1991 im Aufbaustadium befunden habe. 4.3 Ein Vergleich der Fallwerte zeige, dass sowohl die Fallwerte der Praxis des Beschwerdeführers als auch diejenigen der Vergleichspraxen über die Jahre einen leichten Aufwärtstrend zeigten. Die Zunahmen und Abnahmen der Fallwerte in den einzelnen Quartalen verlaufe bei der Praxis des Beschwerdeführers und den Vergleichspraxen fast genau parallell. Dies beweise, dass die entsprechenden Ausschläge tarifbedingt seien. Die gleiche Entwicklung hätte sich somit auch ergeben, wenn der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsfähig gewesen wäre, weshalb die von ihm bezahlten Assistentenlöhne als Schaden anzurechnen seien, denn ohne Unfall hätte der Beschwerdeführer denselben Ertrag ohne Mitwirkung von Assistenten erwirtschaftet. Die Feststellung des Verwaltungsgerichts, der Beschwerdeführer selbst gehe nicht mehr davon aus, dass sein Valideneinkommen ohne Unfall höher gewesen wäre, widerspreche diametral den Ausführungen des Beschwerdeführers an der zitierten Aktenstelle. Auch diesbezüglich sei das Verwaltungsgericht in Willkür verfallen. 4.4 Die tendenziell höheren Fallwerte ergäben sich, wie das Zusatzgutachten aufzeige, aus der speziellen Ausrichtung der Praxis des Beschwerdeführers und dessen Spezialisierung, die beispielsweise dazu geführt habe, dass er für die Disziplin Psychosomatik eine Fallpunktzahl 2 erhalten habe, während den Vergleichspraxen nur die Fallpunktzahl 1 zugebilligt worden sei. Das höhere Fallwertniveau habe nichts mit einer Mengenausweitung zu tun, sondern mit der Qualität des angebotenen Leistungsspektrums. Die speziellen und höher tarifierten Leistungen der Praxis des Beschwerdeführers seien durch die Tarifreformen zusätzlich privilegiert worden, weil entsprechende Leistungen gefördert werden sollten. Dass die erhöhten Fallwertzahlen nicht auf einer Erhöhung der Anzahl der Arztleistungen durch Assistenzärzte beruht, sondern bereits vor dem Unfall bestanden hätten und durch die Sonderheiten seiner Praxis bedingt seien, werde im Ergänzungsgutachten ausdrücklich festgehalten. 4.5 Zudem sei eine mengenmässige Ausweitung der Tätigkeit durch Assistenzärzte gar nicht zulässig. Verstosse ein Arzt gegen diese Vorschriften, würden entsprechende Leistungen nicht honoriert. Die Annahme, die relativ hohen Assistentenlöhne von € 71'425.00 pro Jahr könnten vollständig kompensiert werden, müsse als willkürlich bezeichnet werden.