Citation: U 223/05 27.10.2005 E. 5

Der aktenmässige Geschehensablauf bietet keine Anhaltspunkte für die Annahme einer unkoordinierten Bewegung, die als ungewöhnlicher äusserer Faktor in Frage käme. Auch eine augenfällige Überanstrengung ist angesichts der beruflichen Tätigkeit des Versicherten als Skilehrer, zu welcher das Carven gehört, und die auf eine entwickelte Muskulatur schliessen lässt, sowie aufgrund seines Alters nicht anzunehmen. Hingegen stellt das dynamische Skifahren ein Geschehen mit einem gesteigerten Gefährdungspotenzial und auch für einen Skilehrer nicht eine alltägliche Lebensverrichtung wie das blosse Aufstehen oder Bewegen im Raum dar. Die Verletzung des Versicherten ist vielmehr auf ein sinnfälliges Ereignis anlässlich der Ausübung einer erhöht risikogeneigten Sportart zurückzuführen. Das Carving-Skifahren ist zudem geeignet, Änderungen der Körperlage auszulösen, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können. Der Versicherte verspürte den Schmerz denn auch in einem Moment des Carving-Skifahrens, als er sich in einer Kurve drehte. Damit liegt ein unmittelbares Geschehen vor, welches die Merkmale der Plötzlichkeit sowie der Unfreiwilligkeit aufweist und zu einer Körperschädigung führte. Vergleichbar dem Aufstehen aus der Hocke war das Kniegelenk durch die Stellung beim Skifahren bereits vor dem die Verletzung auslösenden Ereignis belastet. Durch eine weitere, unvermittelt einsetzende belastende Bewegung, welche in der Änderung der Körperlage beim Drehen in der Kurve zu sehen ist, wurde dieses durch die dadurch freigesetzten Kräfte zusätzlich erheblich in Anspruch genommen. Es verhält damit ähnlich wie beim Angestellten eines Fitness-Centers, der beim Aufräumen von Gewichten Scheiben von mehreren Kilo vom Boden aufhebt und in einigen Metern Entfernung in gebückter Haltung wieder abstellen will, wobei er heftige Schmerzen im Rücken verspürt (vgl. BGE 116 V 145) oder beim Fussballspieler, der im Rahmen eines Trainings eine Zerrung der Adduktorenmuskeln erleidet (zitiert in BGE 129 V 469 Erw. 4.1). Der Versicherte vermag damit nicht nur das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben, sondern auch den äusseren schädigenden Faktor. Wie er den Schmerz empfunden hat, als starkes Ziehen oder als einschiessend, ist für die Beurteilung der Frage, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt, nicht erheblich. Denn die subjektive Wahrnehmung vermag höchstens über die Symptomatik, nicht aber über das auslösende Element etwas auszusagen. Somit ist die Beschwerdeführerin dem Grundsatze nach leistungspflichtig hinsichtlich der am 5. Februar 2004 erlittenen Kniebandläsion.