Citation: 7B_973/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, das Untersuchungsverfahren gestalte sich komplex und aufwendig. Es umfasse einen angeblichen Tatzeitraum von rund fünf Jahren, mindestens sechs Gesellschaften mit Standorten in fünf Kantonen, offenbar hunderte verdächtige Schadensfälle und eine Vielzahl möglicherweise involvierter Personen. Dem Beschwerdeführer und seinem Mitbeschuldigten H.________ werde ein planmässiges betrügerisches Vorgehen mit der C.B.________ GmbH und den später von ihnen offenbar nach einem Franchise-System mitgegründeten Gesellschaften der B.________-Gruppe vorgeworfen. Es werde zurzeit gegen mindestens sechs beschuldigte Personen ermittelt, wobei der Beschwerdeführer und sein Geschäftspartner H.________ aufgrund ihrer Stellung innerhalb der B.________-Gruppe als Hauptbeschuldigte dastünden. Zu den mutmasslich Geschädigten gehörten zahlreiche Versicherungen. Es seien bis zum "Urteilszeitpunkt" bereits diverse Auskunftspersonen, vor allem (ehemalige) Mitarbeitende sowie weitere potenzielle Mitwisser befragt worden. Dennoch würden laufend neue Einvernahmen angesetzt. Es stehe insbesondere der Verdacht im Raum, dass die betreffenden Fahrzeughalter und Versicherungsnehmer vom Vorgehen der B.________-Gruppe gewusst und selbst davon profitiert haben könnten. Es sei daher neben weiteren Einvernahmen mit (ehemaligen) Angestellten allenfalls auch mit Einvernahmen von Kunden der B.________-Gruppe zu rechnen. Der Beschwerdeführer sei anlässlich der Hafteinvernahme vom 26. April 2023 sowie der Einvernahme vom 23. Mai 2023 noch nicht einlässlich zum Tatvorwurf vernommen worden. An der Einvernahme vom 23. Mai 2023 sei er mit den Aussagen einer Auskunftsperson konfrontiert worden, wonach in der D.B.________ AG zahlreiche Scheiben absichtlich kaputt gemacht worden seien. Weiter seien ihm zwei Videos zu zwei mutmasslich absichtlichen Beschädigungen bei der D.B.________ AG vorgespielt worden. Es seien ihm einzelne Bilder aus den Unterlagen der betroffenen Versicherungen gezeigt worden und er sei zu den Eigentumsverhältnissen an beschlagnahmten Fahrzeugen befragt worden. Er sei in allgemeiner Weise zu seinem Verhältnis zu seinen Mitbeschuldigten befragt worden: wie sie zu einander stünden und wie, wo und wann sie sich kennengelernt hätten und was er noch über sie erzählen könne. Es seien weitere Fragen allgemeiner Art zum Franchising-System der B.________-Gruppe, zur Gründung der C.B.________ GmbH und zur Rekrutierung von Arbeitnehmenden gestellt worden. 46 der vom Beschwerdeführer erwähnten 123 Fragen hätten lediglich seine Person (persönliches Umfeld, Jugend, Ausbildung, Freizeit, Krankenkasse usw.) betroffen, sechs Punkte den Protokollvermerk und die Rechtsmittelbelehrung. Damit sei die Ersteinvernahme im Sinne von Art. 101 Abs. 1 StPO noch nicht erfolgt. Ein rechtsmissbräuchliches Verhalten der Staatsanwaltschaft könne angesichts des komplexen und umfangreichen Untersuchungsverfahrens nicht festgestellt werden. Zudem werde die Akteneinsicht nicht vollständig verwehrt, sondern lediglich eingeschränkt.