Citation: 6B_1108/2023 E. 1.6.2

1.6.2. Im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils hielt sich der Beschwerdeführer noch nicht zehn Jahre rechtmässig in der Schweiz auf und eine besonders gelungene Integration ist nicht gegeben. Daher kann er sich nicht auf den Schutz des Privatlebens berufen (Art. 8 Ziff. 1 EMRK; vgl. BGE 149 I 66 E. 4.3; 144 I 266 E. 3). Die Landesverweisung berührt indessen den Schutzbereich des ebenfalls in Art. 8 Ziff. 1 EMRK (und Art. 13 BV) verankerten Rechts auf Familienleben: Müsste der Beschwerdeführer die Schweiz verlassen, könnte die Beziehung zu seinem Partner nicht mehr ohne Weiteres gelebt werden. Nicht in den Schutzbereich des Rechts auf Familienleben fällt hingegen die Beziehung zu den Kindern der Schwester. Es mag sein, dass der Beschwerdeführer - wie er geltend macht - ein sehr enges Verhältnis zu diesen Kindern pflegt und er sich ihnen gegenüber in einer Art «Vaterrolle» sieht. Eine grundrechtlich geschützte persönliche Beziehung zu nicht leiblichen Kindern bedingt darüber hinaus aber nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (E. 1.2 hiervor) wie auch nach der Praxis des EGMR ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis. Eine gelebte affektive Beziehung genügt insofern nicht, es müssen zusätzliche Faktoren der Abhängigkeit hinzutreten (EGMR, Advisory opinion on the procedural status and rights of a biological parent in proceedings for the adoption of an adult, 13. April 2023, P16-2022-001, § 50 f. mit Hinweisen). Ausgehend von den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz sind solche zusätzliche Faktoren vorliegend nicht ersichtlich. Weder wohnt der Beschwerdeführer mit seiner Schwester und deren Kindern in einem Haushalt, noch ist diese regelmässig und dauerhaft auf Hilfe bei der Kinderbetreuung angewiesen (angefochtenes Urteil, E. 6.4).