Citation: 6B_160/2022 E. A

Die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland eröffnete gegen H.________, Verantwortlicher für Pistensicherheit, eine Strafuntersuchung wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung, begangen am 26. Februar 2015 in U.________ (V.________, Skipiste Nr. xxx, W.________) zum Nachteil von E.A.________ (nachfolgend: Verunfallte). Die zum Unfallzeitpunkt 13-jährige E.A.________ war Skischülerin in einer Skischulgruppe. Auf der letzten Abfahrt stürzte E.A.________ kopfvoran in einen - gemäss Anklage - sich leicht neben der Piste befindenden, vom Schnee bedeckten Bach. Dabei zog sie sich unter anderem schwere Leberverletzungen zu und blieb mehrere Minuten kopfüber im tiefen nassen Schnee (Bachwasser) liegen, von wo sie erst unter Mithilfe mehrerer Personen geborgen werden konnte. E.A.________ verstarb noch am Unfalltag. Die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland erhob am 30. April 2019 gegen H.________ Anklage wegen fahrlässiger Tötung, weil er es pflichtwidrig unvorsichtig unterlassen habe, den Graben zu beseitigen oder wirksam zu sichern. Mit Urteil vom 6. Mai 2020 sprach das Regionalgericht Oberland (Einzelgericht) H.________ der fahrlässigen Tötung schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 130.--, unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren. H.________ wurde weiter verurteilt zur Bezahlung von Fr. 9'417.40 Schadenersatz an den Straf- und Zivilkläger B.A.________, soweit weitergehend wurde die Schadenersatzforderung auf den Zivilweg verwiesen. Sodann wurde H.________ verurteilt zur Bezahlung von je Fr. 25'000.-- Genugtuung an die Straf- und Zivilkläger A.A.________ und B.A.________ sowie von je Fr. 8'000.-- an die Straf- und Zivilklägerinnen D.A.________ und C.A.________, jeweils zuzüglich 5% Zins seit dem 26. Februar 2015. Den Straf- und Zivilklägern F.F.________ und G.F.________ wurde keine Genugtuung zugesprochen.