Citation: 1C_143/2022 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, inwiefern die Vorinstanz bei dieser summarischen Prüfung der zivilrechtlichen Wirksamkeit der Kündigung des Mietvertrags durch die Grundeigentümerin Bundesrecht verletzt haben soll. Dies ist auch nicht ersichtlich. Aus den Akten ergibt sich, dass die Grundeigentümerin in ihrem Kündigungsschreiben vom 19. Februar 2018 zusammengefasst ausführte, sie habe den Vertrag gemäss Ziff. 4.3.5 aus wichtigen Gründen gekündigt, weil gegen das Baugesuch dutzende Einsprachen erhoben worden seien und auch gegenüber der Grundeigentümerin erhebliche Opposition aus der Nachbarschaft und Bevölkerung kundgetan worden sei. Bei der Vertragsunterzeichnung sei nicht zu erwarten und nicht vorhersehbar gewesen, dass die Mobilfunkanlage auf eine derart starke Ablehnung stossen werde. Die Beschwerdegegnerin wendete mit Schreiben vom 20. März 2018 ein, es sei allgemein bekannt und gerichtsnotorisch, dass beim Bau einer Mobilfunkantenne Beschwerden und Opposition von Anwohnerinnen und Anwohnern auftreten könnten, weshalb dies keinen triftigen Grund für eine vorzeitige Kündigung darstelle. Dieser Einwand wird durch das von der Vorinstanz angeführte Urteil 4C.345/2005 vom 9. Januar 2006 (E. 2) bestätigt, in dem das Bundesgericht in Bezug auf einen Mietvertrag betreffend die Erstellung einer Mobilfunkanlage in einem Dorf den heftigen Widerstand der Bevölkerung als vorhersehbar erachtete und daher nicht als wichtigen Grund für die vorzeitige Vertragsbeendigung anerkannte. Unter Berücksichtigung dieser Rechtsprechung durfte die Vorinstanz bundesrechtskonform annehmen, es sei nicht ausgeschlossen, dass die Zivilgerichte die von der Grundeigentümerin ausgesprochene ausserordentliche Kündigung als nicht gerechtfertigt qualifizieren und die Grundeigentümerin gestützt auf den Mietvertrag verpflichten könnten, den Bau der bewilligten Mobilfunkanlage zu dulden. Damit hatte die Beschwerdegegnerin am Entscheid über ihr Baugesuch trotz Unsicherheiten bezüglich ihrer zivilrechtlichen Bauberechtigung ein hinreichendes Rechtsschutzinteresse (vgl. Urteil 1C_7/2015 vom 6. November 2015 E. 1.4).