Citation: 1B_427/2014 E. 4.2

4.2. Aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz über eine Niederlassungsbewilligung verfügt, lässt sich heute nur noch wenig Konkretes für die Fluchtgefahr ableiten. Einerseits muss er zwar weiterhin damit rechnen, dass die Niederlassungsbewilligung bei einer Verurteilung ohnehin widerrufen wird (vgl. Art. 63 AuG), was für Fluchtgefahr sprechen könnte (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 1B_221/2014 vom 7. Juli 2014 E. 3.2.2 in gleicher Sache). Andererseits müsste er aber bei einer allfälligen Flucht damit rechnen, dass die Niederlassungsbewilligung erlischt (vgl. Art. 61 AuG); dies könnte angesichts der hier lebenden Familienangehörigen und der bereits abgesessenen Haftdauer heute einen im Unterschied zum Zeitpunkt vom 7. Juli 2014 deutlich höheren Anreiz dafür bilden, selbst am Strafverfahren teilzunehmen, um ein möglichst günstiges Strafurteil erreichen und eventuell einen Wegfall der Niederlassungsbewilligung verhindern zu können. Nicht wirklich umstritten sind die übrigen von der Vorinstanz gewichteten Umstände, obwohl sie der Beschwerdeführer selbst anders würdigt. Das betrifft insbesondere die bestehenden familiären Beziehungen im Heimatland und das Vorliegen von Schulden. Insgesamt erscheint es daher noch immer wahrscheinlich, dass sich der Beschwerdeführer durch Flucht der weiteren Strafverfolgung entziehen würde. Diese Wahrscheinlichkeit nimmt allerdings mit zunehmender Verfahrens- bzw. Haftdauer ab, da sich auch die Dauer des allenfalls noch abzusitzenden strafrechtlichen Freiheitsentzugs mit der bereits geleisteten Untersuchungshaft, die auf die mutmassliche Freiheitsstrafe anzurechnen wäre (Art. 51 StGB), kontinuierlich verringert.