Citation: U 98/98 19.12.2000 E. 9

9.- Weiter ist zu prüfen, ob die SUVA für die vom Psychologen lic. phil. D.________ in Rechnung gestellten Kosten in Höhe von insgesamt Fr. 3'952.- für die im vorinstanzlichen Verfahren aufgelegte Stellungnahme vom 24. September 1997 und das Gutachten vom 19. November 1997 aufzukommen hat. a) Nach Art. 108 Abs. 1 lit. g UVG hat die im erstinstanzlichen Verfahren obsiegende Partei Anspruch auf den vom Gericht festgesetzten Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach dem zu beurteilenden Sachverhalt und der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Unter dem Titel Parteientschädigung sind der obsiegenden Partei auch die notwendigen Expertenkosten zu ersetzen (BGE 115 V 63 Erw. 5c; RKUV 2000 Nr. U 362 S. 44 Erw. 3b). Grundlage für die Zusprechung einer solchen Entschädigung im Prozess vor der kantonalen Gerichtsinstanz ist Art. 108 Abs. 1 lit. g UVG. Somit hat das Gericht und nicht der Unfallversicherer, welcher Partei ist, mit dem Urteil über die Streitsache selbst auch darüber zu befinden, wer allfällige Kosten für Gutachten zu tragen hat (BGE 115 V 63 Erw. 5c). Entgegen der Auffassung der SUVA bedarf es demnach für die Verlegung der Expertenkosten keiner vorgängigen Verfügung des Unfallversicherers. Ihr diesbezüglicher Nichteintretensantrag ist unbegründet. b) Wie das kantonale Gericht zutreffend festgehalten hat, ist der Unfallversicherer zur Erstattung der Kosten eines von einer Partei in Auftrag gegebenen Privatgutachtens nur verpflichtet, wenn dieses für deren Interessenwahrung notwendig gewesen ist und sich der medizinische Sachverhalt erst auf Grund dieser neu beigebrachten Untersuchungsergebnisse schlüssig feststellen lässt (RKUV 1994 Nr. U 182 S. 47 f.). Im vorinstanzlichen Verfahren bestand nach Einholung des Gutachtens des Dr. med. S.________ vom 6. August 1997 durch das kantonale Gericht kein begründeter Anlass für zusätzliche Abklärungen medizinischer Art. Der diesbezüglich relevante Sachverhalt war im damaligen Zeitpunkt nach umfassenden Untersuchungen gut dokumentiert. Es lagen zahlreiche ärztliche Stellungnahmen aus unterschiedlichen Fachbereichen vor, welche über die Entwicklung des Gesundheitszustandes zuverlässig Auskunft gaben und eine schlüssige Beurteilung durchaus zuliessen. Zu Recht hat das kantonale Gericht denn auch von der Anordnung weiterer fachspezifischer Untersuchungen oder einer Oberexpertise wie auch von der Unterbreitung zusätzlicher Expertenfragen abgesehen. Die vom Versicherten auf eigene Initiative veranlasste Begutachtung durch den Psychologen lic. phil. D.________ führte schliesslich auch nicht zu neuen, den Entscheid über die materielle Streitsache beeinflussenden Erkenntnissen. Dass das kantonale Gericht die beantragte Kostengutsprache abgelehnt hat, ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden. Ebenso wenig ist ein hinreichender Grund für die nach Erlass des Einspracheentscheids vom 1. Februar 1995 erfolgte Einholung der zusätzlichen Stellungnahme des Dr. med. B.________ vom 19. April 1995 ersichtlich. Auch in diesem Zusammenhang kann der Versicherte keine Kostenübernahme durch die SUVA beanspruchen.