Citation: I 792/03 13.07.2004 E. 5.2

5.2.1 Zur Bestimmung des trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist, da der Beschwerdeführer keiner Beschäftigung mehr nachgeht, mit der Vorinstanz die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1 mit Hinweisen). Dem Versicherten stehen verschiedene Hilfsarbeiterstellen offen, weshalb der Zentralwert und nicht eine branchenspezifische Zahl massgeblich ist. Gemäss Tabelle TA1 der LSE 2002 (S. 43) beträgt dieser für Männer, welche im privaten Sektor einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) verrichten, bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden Fr. 4557.- monatlich oder Fr. 54'684.- jährlich. Angesichts einer Nominallohnerhöhung von 1,4 % 2002/2003 (Die Volkswirtschaft, a.a.O.) sowie einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden in den Jahren 2001 und 2002 (Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 90, Tabelle B9.2 [die Arbeitszeiterhebungen für 2003 sind noch nicht erhältlich, weshalb auf die Durchschnittsangaben der beiden Vorjahre abgestellt wird]) resultiert daraus ein Einkommen von Fr. 57‘806.18. 5.2.2 Die Frage, ob und in welchem Ausmass davon ein Abzug zu machen ist, hängt rechtsprechungsgemäss von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad; BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa). Der Abzug ist unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale auf insgesamt jedoch höchstens 25 % beschränkt (BGE 126 V 80 Erw. 5b/cc). Da vorliegend einzig das Kriterium der leidensbedingten Einschränkung zu Lohnnachteilen führen könnte, trägt eine - von der Verwaltung vorgenommene und vorinstanzlich bestätigte - Herabsetzung des Tabellenlohnes um 10 % den konkreten Verhältnissen angemessen Rechnung und ist im Rahmen der richterlichen Ermessenskontrolle nicht zu beanstanden (vgl. Art. 132 lit. a OG; BGE 123 V 152 Erw. 2). Es gilt jedoch zu beachten, dass der Beschwerdeführer auch eine leidensadaptierte Tätigkeit lediglich im Umfang von acht Stunden täglich auszuüben vermag (vgl. Erw. 4 hievor). Da das in Erw. 5.2.1 ermittelte Einkommen von Fr. 57‘806.18 jedoch auf der Basis einer Wochenarbeitszeit von 41,7 bzw. einer Tagesarbeitszeit von 8,34Stunden (41,7Stunden : 5) beruht, hat eine nochmalige Reduktion um 4,25% zu erfolgen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers rechtfertigt sich kein höherer leidensbedingter Abzug. Namentlich wirken sich die Faktoren Alter (in casu 43 Jahre) und Nationalität bzw. Aufenthaltskategorie (Niederlassungsbewilligung) gemäss den Tabellen TA9 und TA12 der LSE 2002 (S. 55 und 59) im Vergleich zum Total aller Schweizer und Ausländer sogar eher lohnerhöhend aus und auch das Kriterium der Teilzeitarbeit (rund 96 %) vermag, da immer noch unter Vollzeit subsumiert, keine mögliche Lohnminderung zu begründen (LSE 2002, S. 28, Tabelle T8*). Hinsichtlich der geltend gemachten mangelhaften Deutschkenntnisse kann der Versicherte ferner ebenfalls nichts zu seinen Gunsten herleiten, ist doch davon auszugehen, dass er auch im Falle von fehlenden Sprachkenntnissen - sofern in Anbetracht der seit 1990 regelmässigen Aufenthalte in der Schweiz überhaupt glaubhaft - in der Lage wäre, den Tabellenlohn für die Anforderungsstufe 4 zu erreichen. Die Bedeutung der Dienstjahre nimmt im privaten Sektor sodann ohnehin ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist (BGE 126 V 79 Erw. 5a/cc mit Hinweisen). 5.3 Die Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 59'841.30) und Invalideneinkommen (Fr. 49'568.80) ergibt eine Erwerbseinbusse von rund 17 % (zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121), welche unter der für den Umschulungsanspruch erforderlichen Erheblichkeitsschwelle eines invaliditätsbedingten Minderverdienstes liegt. Die IV-Stelle hat daher den Anspruch auf berufliche Massnahmen in Form von Umschulung zu Recht verneint. Als berufliche Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung kommen jedoch, falls die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, allenfalls Berufsberatung (Art. 15 IVG; BGE 114 V 29 Erw. 1a mit Hinweisen) oder Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG; AHI 2000 S. 70 Erw. 1a mit Hinweis) in Frage.