Citation: 8C_790/2023 E. 4.2

4.2. Diesbezüglich erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, es seien die Berichte des behandelnden Arztes Dr. med. B.________ vom 12. August 2021 sowie des Dr. med. univ. C.________ vom 20. Juni 2022 und 1. Februar 2023 aktenkundig. Ersterer habe am 12. August 2021 angegeben, die "psychiatrische Vorgeschichte" des Beschwerdeführers stehe einer Eingliederung im Weg, und seine beruflichen Eignungen seien "beschränkt". Dr. med. univ. C.________ habe am 20. Juni 2022 u.a. dargelegt, beim Beschwerdeführer bestehe eine schwere psychosomatische Störung mit einer begleitenden Depression. Unter Berücksichtigung der Vorgeschichte bei bekannten generalisierten Rückenschmerzen sowie fortschreitender psychosomatischer Belastung und eingeschränkten körperlichen Funktionen beantrage er eine vertrauensärztliche Abklärung. Beide Berichte genügten jedoch nicht als Anhaltspunkte für eine psychisch begründete Invalidität und damit als Anlass für weitere Abklärungen, da es sich dabei nicht um fachärztlich-psychiatrische Beurteilungen handle. Vor diesem Hintergrund veranlasse auch die Angabe des Beschwerdeführers vom 2. Dezember 2021, er benötige 1-2-mal pro Woche Unterstützung der Psychiatriespitex, zu keinen weiteren Abklärungen. Zudem habe Dr. med. univ. C.________ am 1. Februar 2023 darauf hingewiesen, weder befinde sich der Beschwerdeführer aktuell in einer psychiatrischen bzw. psychotherapeutischen Behandlung noch nehme er Psychopharmaka oder Medikamente bezüglich der Alkoholproblematik ein. Folglich hätten im Zeitpunkt der Aktenbeurteilung des Dr. med. D.________, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst der IV-Stelle (RAD), vom 11. Februar 2023 und des Erlasses der strittigen Verfügung vom 3. März 2023 keine Berichte zu einer bereits angetretenen fachärztlichen Behandlung eingeholt werden können. Im kantonalen Rechtsmittelverfahren habe der Beschwerdeführer am 21. April 2023 eine Bestätigung der Assistenzpsychologin E.________, Psychiatrische Dienste, vom 20. April 2023 eingereicht, wonach er sich dort seit 1. März 2023 in ambulanter psychiatrischer Behandlung befinde. Grund hierfür sei eine psychische Dekompensation aufgrund akuter Belastungsfaktoren sowie die damit einhergehende Exazerbation des Alkoholkonsums gewesen. Es sei nicht ohne weiteres nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer auf diese Behandlung nicht bereits in der Beschwerde vom 3. April 2023 hingewiesen und stattdessen ein Aufgebot der Psychiatrischen Dienste für den 30. März 2023 eingereicht habe. Diese Behandlungsbestätigung habe denn auch nicht zu weiteren Abklärungen veranlasst, da sie nicht durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ausgestellt worden sei. Zudem weise diese Bestätigung lediglich auf eine invaliditätsfremde Belastungssituation hin und enthalte keine Befunde, die auf eine verselbstständigte psychische Störung mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hinwiesen. Aus dem Umstand, dass aufgrund der offenbar am 1. März 2023 und somit zwei Tage vor dem Verfügungserlass am 3. März 2023 angetretenen Behandlung noch keine objektiven Befunde aktenkundig gewesen seien, könne der Beschwerdeführer nicht ableiten, die IV-Stelle habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Somit bestünden keine Hinweise auf einen nach der RAD-Aktenbeurteilung vom 11. Februar 2023 eingetretenen IV-relevanten psychischen Gesundheitsschaden. Auf die nachvollziehbare Stellungnahme des RAD-Arztes könne daher abgestellt werden.