Citation: 1C_435/2014 E. 3.2

3.2. Die Chronologie der Ereignisse erweckt starke Zweifel daran, dass die Ehe zwischen dem Beschwerdeführer und seiner ersten Ehefrau am 20. Februar 2007, als sie gemeinsam erklärten, in einer stabilen Ehe zu leben, effektiv noch intakt bzw. auf Dauer angelegt war. Es erscheint wenig plausibel, dass sich der zuvor liebenswerte und verständnisvolle Ehemann während der Sommerferien 2007 urplötzlich zum rücksichtslosen Egoisten gewandelt haben soll; viel näher liegt, dass schon länger - jedenfalls bereits im Februar 2007 - vorbestehende Unstimmigkeiten zwischen den Eheleuten während der Ausnahmesituation in den Ferien aufbrachen. Die plötzliche Verhaltensänderung des Beschwerdeführers könnte indessen auch einen ganz anderen Hintergrund haben. Nach den Angaben seiner zweiten Ehefrau gegenüber der Schweizer Botschaft im Kosovo verlobten sie sich bereits im Februar 2008. Eine Scheidung dauert auch im besten Fall - mit Zustimmung der Ehefrau - mehrere Monate. Es liegt damit nahe, dass der Beschwerdeführer schon früh im Verlauf des Jahres 2007 seine Scheidung plante und während der Sommerferien in die Wege leitete, indem er seine Ehe mutwillig zerstörte, um zügig scheiden und eine neue Ehe eingehen zu können. So oder so sind die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geeignet, die sich aus der Chronologie der Ereignisse aufdrängende Vermutung, seine erste Ehe sei im Februar 2007, als er die "gemeinsame Erklärung" unterschieb, bereits nicht mehr intakt gewesen, sondern zumindest vom Beschwerdeführer innerlich bereits aufgegeben worden, plausibel zu widerlegen.