Citation: 8C_266/2008 22.08.2008 E. 3.3

3.3.1 Aufgrund dieser Unterlagen ist festzustellen, dass spätestens im Zeitpunkt bei Erlass des Einspracheentscheids vom 19. Januar 2006, welcher praxisgemäss die zeitliche Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 129 V 167 E. 1 S. 169 mit Hinweis auf BGE 121 V 362 E. 1b S. 366), aus rheumatologischer und neurologischer Sicht keine Beschwerden mehr festgestellt werden konnten, welche auch nur indirekt mit den bei den Unfällen vom 30. Juli 1999 und 6. April 2000 durchgemachten HWS-Schleudertraumen in Zusammenhang standen. Die anderslautenden Beurteilungen des behandelnden Hausarztes prakt. Arzt C.________ und des Neurologen Dr. med. H.________ ändern daran nichts. Der im Anhang zum Gutachten des Dr. med. Q.________ vom 21. Mai 2007 auszugsweise wiedergegebenen Expertise des Spital V.________ vom 14. Mai 2006 ist unter anderem zu entnehmen, dass die seit den Unfällen von diesen Ärzten ohne Unterbruch attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit dem subjektiven Befinden des Versicherten, nicht aber den objektiv erhebbaren Befunden entsprochen haben. Dieser Schlussfolgerung ist angesichts der Aktenlage ohne weiteres beizupflichten. Den Vorbringen in der letztinstanzlichen Beschwerde ist zu entgegnen, dass der Neurologe Dr. med. A.________ (Gutachten vom 21. Januar 2002) bei seiner Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit (50 %) weichteilrheumatische Beschwerden unterstellte, die fachmedizinisch weiter abzuklären waren. Insgesamt ist festzustellen, dass aus somatischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit begründbar ist; aufgrund der psychiatrischen Befunde besteht eine Einschränkung von 40 % (vgl. Gutachten des Dr. med. N.________ vom 27. Juni 2002) oder 30 % (vgl. Gutachten des Dr. med. Q.________ vom 21. Mai 2007). Unter diesen Umständen ist von der beantragten interdisziplinären Begutachtung abzusehen. 3.3.2 Wird mit der Vorinstanz auf die Darlegungen des Dr. med. N.________ (Gutachten vom 27. Juni 2002) abgestellt, wonach die zwei Unfälle im wesentlichen eine psychische Symptomatik einer vorbestandenen Persönlichkeitsstörung auslösten, muss eher angenommen werden, dass über den gesamten Verlauf des Krankheitsgeschehens von den Unfällen bis zum Beurteilungszeitpunkt (Erlass des Einspracheentscheids) gesehen der psychische Gesundheitsschaden im Vordergrund gestanden hat. Auf diese Auffassung deuten auch die Ausführungen des Dr. med. Q.________ (Gutachten vom 21. Mai 2007) hin, wonach die Panikstörung in Zusammenhang mit einer offenbar zeitlich deutlich nach den Unfällen aufgetretenen und unfallfremden Vaskulitis entstanden ist (vgl. auch Gutachten des Dr. med. A.________ vom 21. Januar 2002, der eine Tachykardie erwähnt), welche die vom Exploranden angegebenen Ängste hinreichend zu erklären vermochte. Auf der anderen Seite hat Dr. med. Q.________ überzeugend dargelegt, dass es für die Diagnostizierung einer Persönlichkeitsstörung an einem anamestisch feststellbaren Beginn in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter fehlt. Sodann liegt gemäss beiden psychiatrischen Gutachtern eine affektive Störung (Depression) vor, die als reaktiv zu den Unfällen vom 30. Juli 1999 und 6. April 2000 und deren Folgen aufgetreten, und damit als Teil des typischen Beschwerdebildes nach HWS-Schleudertrauma anzusehen ist. Insgesamt betrachtet ist daher fraglich, ob die psychische Problematik schon unmittelbar nach den Unfällen vom 30. Juli 1999 und 6. April 2000 oder über den gesamten Krankheitsverlauf gesehen eindeutige Dominanz aufgewiesen hat. Ob unter solchen Umständen ein Ausnahmefall im Sinne der dargelegten Rechtsprechung zur Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach der Schleudertraumapraxis vorliegt (vgl. E. 3.1.2) kann allerdings offenbleiben, da es jedenfalls an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs mangelt (E. 4).