Citation: 6B_1427/2017 E. 1.3

1.3. Die Vorinstanz legt ausführlich und überzeugend dar, weshalb sie den Anklagesachverhalt als erstellt erachtet. Der Beschwerdeführer beschränkt sich darauf, der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung seine eigene entgegen zu halten, was jedoch für die Annahme von Willkür nicht genügt (oben E. 1.1). Dies ist der Fall, wenn er wiederum geltend macht, die Polizeibeamten hätten ihn nicht mit hinreichender Sicherheit identifizieren können und wenn er behauptet, der effektiv fehlbare Motorradfahrer könne hinter dem Felsvorsprung angehalten haben. Diese an sich denkbare Möglichkeit lässt die gegenteilige Annahme der Vorinstanz nicht als unhaltbar erscheinen. Gleiches gilt, wenn sie die erst im Verlauf des Verfahrens vorgebrachte Behauptung, die Polizisten könnten einen anderen, hinter dem Beschwerdeführer fahrenden Goldwing-Fahrer mit ihm verwechselt haben, als rein theoretisch verwirft. Entgegen seiner Auffassung verletzt sie damit nicht die Unschuldsvermutung als Beweislastregel und auferlegt ihm nicht den Beweis seiner Unschuld. Ebenso wenig hindert die Möglichkeit der beschuldigten Person, sich auf das Aussageverweigerungsrecht zu berufen oder einen Dritten als Täter ins Spiel zu bringen, das Gericht, eine Täterschaft anzunehmen (Urteile 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.9; 6B_439/2010 vom 29. Juni 2010 E. 5.1; je mit Hinweisen). Soweit der Beschwerdeführer die Aussagen der Polizisten aufgrund der zwischen dem Vorfall und der Befragung vergangenen Zeit als unbrauchbar rügt, verkennt er, dass die Vorinstanz für die Frage der Erkennbarkeit von Fahrer und Fahrzeug in erster Linie auf den eigenen Augenschein abstellt. Sie weist zudem zutreffend darauf hin, dass die Beamten zeitnah einen Bericht erstatteten und sich bei ihren Aussagen hierauf stützten, wobei sie eine Verwechslung stets ausschlossen. Nicht ersichtlich ist sodann, was der Beschwerdeführer aus dem Umstand für sich ableiten will, dass die Sicht der Beamten just nach dem fraglichen Überholmanöver aufgrund eines Felsvorsprungs verdeckt war. Dies gilt ebenso für den von ihm vorinstanzlich beantragten Augenschein, anlässlich welchem er die Strecke mit dem eigenen Motorrad hätte abfahren wollen. Es leuchtet nicht ein, inwiefern die vorgenannten Tatsachen die Feststellung der Vorinstanz, wonach er die Sicherheitslinie überfahren habe, als unmöglich oder willkürlich erscheinen lassen sollen. Dabei spielt keine Rolle, wie lange der Fahrer nach dem Manöver aufgrund des Felsvorsprungs nicht sichtbar war und ob sich der Polizeibeamte hierüber getäuscht hat. Entgegen seiner Behauptung nimmt die Vorinstanz im Übrigen nicht an, dass die Sicht der Beamten bloss während zwei Sekunden verdeckt war. Sie geht vielmehr, wie der Beschwerdeführer selber, von einer Dauer von neun bis zwölf Sekunden für eine Strecke von 200 Metern aus. Unter diesen Umständen konnte sie auf einen zusätzlichen Augenschein verzichten, ohne das rechtliche Gehör zu verletzen, zumal unbestritten ist, dass die Vorinstanz vom fraglichen Kontrollpunkt aus diverse an-dere Motorräder beobachten konnte. Ebenso wenig war sie gehalten, das gemeinsam mit der Polizei abgefahrene Terrain genauer zu vermessen oder die exakte Sichtweite am Tatort protokollarisch festzuhalten.