Citation: 6B_213/2019 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz stellt fest, die Beschwerdegegnerin 2 sei rund 15 Minuten vor der Tat zunächst aufgebracht und streitsüchtig gewesen und habe in angetrunkenem Zustand Männer angepöbelt (angefochtenes Urteil, E. III. 5.4 S. 16). In den letzten ca. vier Minuten vor der Tat habe sie auf der Sitzbank gesessen, sich anscheinend etwas beruhigt und damit aufgehört, Männer anzupöbeln (angefochtenes Urteil, E. III. 5.4.1 S. 16). Sie habe nunmehr einen eher ruhigen Eindruck hinterlassen und sich mit niemandem mehr angelegt, während der Beschwerdeführer nicht müde geworden sei, weiterhin zu ihr zu blicken, und sie zeitweise kurz zu ihm zurückgeschaut habe und dabei habe sehen können, dass er sie immer noch angeschaut habe. Derweil sei der Zug vor ihnen stillgestanden (angefochtenes Urteil, E. III. 5.4.2 S. 17). Gut eine Sekunde, nachdem sich der Zug wieder in Bewegung gesetzt habe, habe sich die Beschwerdegegnerin 2 von der Sitzbank erhoben, nachdem sie seit wenigen Sekunden regungslos zum Beschwerdeführer zurückgeblickt habe. Sie habe ihre Hände in die Manteltaschen gesteckt und sich entgegen ihrer eigenen Aussage nicht etwa schnell oder in Rage, sondern normalen Schrittes und eher ruhig wirkend, aber zielstrebig, zunächst in einem Bogen hin zum fahrenden Zug, auf den Beschwerdeführer zu begeben. Aus ihrer Aussage lasse sich auf ihre innere Aufregung und ihren Groll gegenüber dessen lästigen Verhaltens schliessen (angefochtenes Urteil, E. III. 5.4.3 S. 18). Als sie noch ca. einen Meter von ihm entfernt gewesen sei, habe sie weiterhin auf ihn zuschreitend ihren leicht angewinkelten rechten Arm in Richtung seiner oberen Körperhälfte erhoben, etwa so als wollte sie ihn an die Wand stossen oder zu einer Ohrfeige ausholen. Während der Zug direkt vor dem Beschwerdeführer gefahren sei, habe dieser abwartend, unverändert mit dem Rücken zur Wand stehend, mit seiner linken Hand in ihre rechte Ellenbeuge gegriffen und damit ihrer tätlichen Annäherung ein Ende gesetzt und eine tätliche Einwirkung auf seinen Oberkörper abgewehrt (angefochtenes Urteil, E. III. 5.4.4 S. 18). Angesichts seines Standorts auf dem Perron mit dem Rücken zur Wand mit Blickrichtung zum Gleis und zur Beschwerdegegnerin 2, mithin bloss wenige Meter vom Gleis und vom Zug entfernt, sei das Einfahren und ca. 42 Sekunden später das Losfahren des Zuges für den Beschwerdeführer unübersehbar gewesen. Als er die Beschwerdegegnerin 2 in Richtung des Zuges weggestossen habe, sei der Zug für ihn unübersehbar bereits seit mindestens 12 Sekunden wieder gefahren (angefochtenes Urteil, E. III. 5.6 S. 21). Der Beschwerdeführer sei im Tatzeitpunkt nachweislich unter der Wirkung von Alkohol sowie Kokain gestanden. Der Gutachter gelange jedoch zum Schluss, es habe eine höchstens leichtgradige Minderung der Steuerungsfähigkeit, aber eine voll erhaltene Einsichtsfähigkeit vorgelegen (angefochtenes Urteil, E. III. 5.6.4 S. 23). Zusammenfassend gebe es keinerlei Anhaltspunkte für die Annahme, das Bewusstsein des Beschwerdeführers sei derart eingeengt resp. getrübt gewesen, dass er den direkt vor ihm fahrenden Zug nicht hätte wahrnehmen können. Seine Beteuerung, den fahrenden Zug nicht wahrgenommen zu haben, sei nicht plausibel und eine nicht glaubhafte Schutzbehauptung (angefochtenes Urteil, E. III. 5.6.6 S. 23). Der Anklagesachverhalt sei erstellt. Beim Beweisergebnis, welches sich vorwiegend auf die untrüglichen Bilder der Videoaufzeichnungen stütze, liessen sich durch eine allfällige Ermittlung und Befragung des Mannes mit gelbem Kapuzenpullover und der älteren Dame keine weiterreichenden sachdienlichen Tatsachen erlangen, zumal den Aufzeichnungen genau zu entnehmen sei, zu welchen Zeitpunkten diese beiden Personen zugegen gewesen seien (angefochtenes Urteil, E. III. 6. S. 24 f.).