Citation: 4A_371/2017 E. 2.4.2

2.4.2. Im Aktienkaufvertrag wurden die Grundlage der Baurechtszinsfestsetzung und die laufenden Anpassungen geregelt. Eine Enteignung stellt ein von den davon Betroffenen in der Regel nicht oder nur begrenzt beeinflussbares Ereignis dar. Je nach Umfang der Enteignung kann dadurch die Nutzungsmöglichkeit für die Baurechtsnehmerin mehr oder weniger eingeschränkt werden. Bei einer wesentlichen Beeinträchtigung könnte der ursprüngliche Baurechtszins allenfalls aus dem verbleibenden Ertrag gar nicht geleistet werden. Ein Festhalten am Gesamtbetrag würde, jedenfalls sofern der Baurechtsvertrag eine Anpassung des Baurechtszinses vorsieht und die Baurechtsnehmerin insoweit von der Enteignerin keine Entschädigung beanspruchen kann, nicht zu vernünftigen Ergebnissen führen. Für das Gleichgewicht von Leistung und Gegenleistung im Aktienkaufvertrag ist unter derartigen Bedingungen ein Ausschluss der Herabsetzbarkeit des Baurechtszinses bei einer Enteignung weder notwendig noch dienlich. Die Enteignung kann nur gegen Entschädigung erfolgen. Soweit die Baurechtsnehmerin eine Herabsetzung des Zinses verlangen kann, ändern sich dadurch die wirtschaftlichen Konsequenzen der Enteignung für die Beteiligten, was bei der Festsetzung der Entschädigung zu berücksichtigen ist (vgl. BGE 134 II 182 E. 11.2 S. 184). Insoweit bleibt das Leistungsgleichgewicht gewahrt.