Citation: 4P.8/2000 11.04.2000 E. 6

6.- Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, ihr Recht auf Akteneinsicht sei dadurch verletzt worden, dass ihr keine Einsicht in die von der Beschwerdegegnerin edierten Geschäftsbücher gewährt worden sei. a) Das Akteneinsichtsrecht ist Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Sein Umfang bemisst sich in erster Linie nach dem kantonalen Verfahrensrecht. Unabhängig davon besteht ein Mindestanspruch auf Grund der unmittelbar aus Art. 4 aBV abgeleiteten Verfahrensregeln (vgl. BGE 122 I 153 E. 3 S. 158 mit Hinweisen). Nachdem die Beschwerdeführerin in dieser Hinsicht keine Verletzung von kantonalem Prozessrecht geltend macht, ist ihr Anspruch auf Akteneinsicht im Lichte der verfassungsrechtlichen Minimalgarantie von Art. 4 aBV zu prüfen. b) Die Akteneinsicht nach Art. 4 aBV erstreckt sich auf alle für den Entscheid wesentlichen Akten, d.h. auf jene Akten, die Grundlage einer Entscheidung bilden (BGE 125 II 473 E. 4c/cc S. 478; 121 I 225 E. 2a S. 227 mit Hinweisen). Sie findet ihre Grenzen an öffentlichen Interessen des Staates und berechtigten Geheimhaltungsinteressen Dritter (dazu BGE 122 I 153 E. 6a S. 161; 121 I 225 E. 2a S. 227 mit Hinweisen). c) Das Handelsgericht hielt dafür, ein für die Bejahung eines unbedingten Anspruchs auf die Aktien notwendiger Gesamtumsatz von US$ 2 Mio. sei selbst dann nicht erreicht worden, wenn man mit der Beschwerdeführerin zum - unbestrittenen - Einkaufsumsatz von US$ 1'157'900 noch eine Verkaufsmarge von 35% hinzuschlagen würde. Das Handelsgericht hat somit gerade nicht auf die Geschäftsbücher der Beschwerdegegnerin abgestellt, weshalb aufgrund deren fehlender Entscheidrelevanz fraglich ist, ob sie vom Akteneinsichtsrecht überhaupt erfasst werden. Jedenfalls überwiegen bei dieser Sachlage die Geheimhaltungsinteressen der Beschwerdegegnerin, weshalb die Verweigerung der Einsicht in die Geschäftsunterlagen nicht gegen Art. 4 aBV verstösst.