Citation: 1C_195/2014 E. 3.3

3.3. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer bereits 2005 eine aussereheliche Beziehung eingegangen war, die ihm seine Ehefrau verziehen hatte. Aus diesem Umstand ergibt sich, dass jedenfalls für seine damalige Ehefrau die Einhaltung der ehelichen Treue zu den unabdingbaren Voraussetzungen ihrer Gemeinschaft gehörte. Hätte sie mit dem Beschwerdeführer, wie er behauptet (Eingabe ans BFM vom 1. Oktober 2010), eine "offene" Beziehung geführt und sie sich gegenseitig das gelegentliche Eingehen von Drittbeziehungen zugestanden, so wäre der Seitensprung von 2005 vom ehelichen Konsens abgedeckt bzw. "erlaubt" gewesen, und es hätte für die damalige Ehefrau kein Anlass bestanden, ihn dem Beschwerdeführer zu verzeihen. Spätestens seit diesem Vorfall musste ihm damit bewusst gewesen sein, dass seine damalige Ehefrau seine Vorstellungen von einer "offenen Beziehung" keineswegs teilte. Im Wissen darum hat der Beschwerdeführer unter Hinweis auf ihre wegen des grossen Altersunterschieds unterschiedlich tickenden "biologischen Uhren" weiterhin für sich in Anspruch genommen, auch gegen den Willen seiner Ehefrau aussereheliche Verhältnisse einzugehen, was er dann im Frühjahr 2008 auch tat. Ihre eheliche Gemeinschaft war daher 2007 offensichtlich nicht mehr von einem übereinstimmenden Willen über deren Fortführung getragen; vielmehr herrschte Uneinigkeit in einer für den Weiterbestand der Ehe zentralen Frage, indem die Ehefrau, wie der Beschwerdeführer wusste, auf der Einhaltung der ehelichen Treue bestand, er aber - was er allerdings gegenüber seiner Partnerin nicht offen legte - nicht bereit war, sich daran zu halten. Damit entsprach die von den Ehegatten am 15. August 2007 unterzeichnete Erklärung, eine vom übereinstimmenden Willen getragene, intakte und auf die Zukunft gerichtete Ehe zu führen, jedenfalls von Seiten des Beschwerdeführers nicht der Wahrheit. Und der mentale Vorbehalt des Beschwerdeführers in Bezug auf die Einhaltung der ehelichen Treue führte denn auch innert kurzer Zeit zur Trennung des Paares, als die damalige Ehefrau im Frühjahr 2008 von einem weiteren ausserehelichen Verhältnis des Beschwerdeführers erfuhr. Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind damit nicht geeignet, die sich aus der Chronologie der Ereignisse aufdrängende Vermutung zu widerlegen, seine Ehe sei im August 2007, als er die "gemeinsame Erklärung" unterschrieb, nicht mehr intakt gewesen, sondern zumindest von seiner Seite durch seinen mentalen Vorbehalt gegenüber der von seiner damaligen Ehefrau eingeforderten Einhaltung der ehelichen Treue bereits fundamental in Frage gestellt.