Citation: 1C_562/2023 E. 3.2

3.2. Gemäss Art. 27 Abs. 1 aBüG kann eine einbürgerungswillige Person nach der Eheschliessung mit einer Schweizer Bürgerin bzw. einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft lebt. Eine eheliche Gemeinschaft im Sinne dieser Bestimmung setzt nicht nur das formelle Bestehen einer Ehe, sondern eine tatsächliche Lebensgemeinschaft voraus. Eine solche Gemeinschaft kann nur bejaht werden, wenn der gemeinsame Wille zu einer stabilen ehelichen Gemeinschaft intakt ist (BGE 135 II 161 E. 2 mit Hinweisen). Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft aufrecht zu erhalten, können sich etwa dann ergeben, wenn die gesuchstellende Person während der Ehe ein aussereheliches Kind zeugt (vgl. Urteile 1C_466/2018 vom 15. Januar 2019 E. 4.3; 1C_244/2016 vom 3. August 2016 E. 2.2; je mit Hinweisen) oder eine aussereheliche Beziehung eingeht (vgl. Urteil 1C_161/2021 vom 7. Juni 2021 E. 3.1).