Citation: 2C_538/2021 E. 4.4.2

4.4.2. Im Weiteren hat die Beschwerdeführerin 1 ihre prägenden Lebensjahre in ihrer Heimat verbracht und ist erst im Alter von 23 Jahren dauerhaft in die Schweiz eingereist. Sie spricht Albanisch als Muttersprache und hielt sich regelmässig in den Ferien im Kosovo auf. Es darf davon ausgegangen werden, dass sie weiterhin mit der heimatlichen Kultur vertraut und in der Lage ist, sich in der dortigen Gesellschaft zurechtzufinden, selbst wenn dort nur noch ihr alter Vater sowie ihr psychisch kranker Bruder leben. Die schwierigen wirtschaftlichen Umstände im Kosovo treffen die ganze dortige Bevölkerung und stellen keinen spezifischen persönlichen Grund dar, welcher die Rückkehr als unzumutbar erscheinen liesse (vgl. Urteil 2C_520/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 4.3). Zudem dürften ihr die in der Schweiz erworbenen beruflichen Kenntnisse auch im Heimatland von Nutzen sein. Dem Wiedereinstieg förderlich dürfte schliesslich auch die im Kosovo erworbene Ausbildung als Informatikerin sein. Insgesamt dürfte der Beschwerdeführerin 1 die Wiedereingliederung nach ihrer langen Abwesenheit insofern zwar nicht leicht fallen, unüberwindbare Hindernisse sind aber nicht zu erwarten. Ihr Sohn ist kein Kleinkind mehr, weshalb auch die damit verbundenen Betreuungsaufgaben dem Aufbau einer neuen wirtschaftlichen Existenz im Kosovo nicht entgegenstehen. Eine konkrete Gefährdung ihrer sozialen Wiedereingliederung blieb unbelegt, weshalb ihrer Rückkehr auch aus dieser Warte nichts entgegensteht.