Citation: 5A_998/2015 E. 2.2

2.2. Der Beschwerdeführer zweifelte vor Kantonsgericht ausserdem daran, dass das neue Studium der Beschwerdegegnerin ihren Fähigkeiten und Neigungen entspreche und wies darauf hin, dass sie im vorherigen Studium schlechte Ergebnisse erzielt habe. Der Studienwechsel sei unzureichend begründet und es sei fraglich, ob sie nicht besser eine Berufslehre absolvieren würde. Das Kantonsgericht hat festgestellt, die Beschwerdegegnerin habe bis Ende 2013 Veterinärmedizin an der Universität D.________ studiert. Danach habe sie anfangs 2014 neu ein Biologiestudium begonnen, das sie seitdem weiterführe. Die Beschwerdegegnerin verfüge noch über keine ordentliche Erstausbildung. Das weitere Bestehen der Unterhaltspflicht hänge davon ab, ob der Ausbildungswechsel ohne Verschulden oder mutwillig erfolgt sei. Die Beschwerdegegnerin lege glaubhaft dar, dass sie die Verantwortung für zahlreiche Tiere in einem Praktikumseinsatz überforderte, was auf einen unverschuldeten Ausbildungswechsel hindeute. Der Studienabbruch sei nach neun Semestern aber sehr spät erfolgt. Der bisherige Studienverlauf weise darauf hin, dass sie sich für das neue Studium eigne. Sie erziele im neuen Studium deutlich bessere Prüfungsergebnisse als zuvor. Es erscheine dargetan, dass sie mit dem nötigen Eifer studiere. Ihre Pläne für die weiteren Kurse seien nachvollziehbar. Mit Blick auf die Angemessenheit und Ernsthaftigkeit der Ausbildung sei es dem Beschwerdeführer zuzumuten, seiner Tochter Gelegenheit für eine nach den Umständen mögliche Ausbildung zu geben. Dem Einwand des Beschwerdeführers, dass eine Lehre den Fähigkeiten der Beschwerdegegnerin besser entspreche, stehe entgegen, dass sie sich mit dem Mittelschulabschluss für ein Studium qualifiziert habe. Dem Kind komme eine erhebliche Gestaltungsfreiheit hinsichtlich des Berufswunsches und der dazu führenden Ausbildung zu. Auch ehrgeizige Ausbildungsziele seien angemessen, wenn sie realistisch erscheinen. Dass die Beschwerdegegnerin einen Studienberater konsultiert habe, biete zwar keine Gewissheit für eine geeignete Studienwahl, doch zeige es, dass sie ihr neues Studium nicht leichthin oder mutwillig gewählt habe. Sie habe das Biologiestudium zudem schon früher als Alternative zum Studium der Veterinärmedizin gesehen. Für ihre Eignung zum Biologiestudium habe sie mit den bisherigen Ergebnissen den Tatbeweis erbracht.