Citation: 8C_360/2017 E. 4.1

4.1. Das kantonale Gericht erwog im Wesentlichen, gemäss den Vorbringen der Allianz habe im Zeitpunkt der Rentenzusprache mit dem Gutachten des Spitals E.________, Rheumaklinik und Institut für Physikalisch Therapie, vom 13. Juni 1995 eine rechtsgenügliche Grundlage bestanden; gestützt hierauf seien der Versicherten eine Invalidenrente von 25 % und eine Integritätsentschädigung von 10 % in Aussicht gestellt worden. Laut der Allianz sei die Rentenverfügung jedoch nach Intervention des damaligen Rechtsvertreters der Versicherten auf einer anderen, unrichtigen Grundlage ergangen. Weiter legte die Vorinstanz dar, auf welcher medizinischen Grundlage die Rentenzusprache basiert habe, lasse sich heute nicht schlüssig beurteilen. So sei Prof. Dr. G.________, Chefarzt, Spital H.________, im Gutachten vom 6. Februar 1992 von einer 50-75%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Zudem habe die Invalidenversicherung der Versicherten ab 1. August 1991 eine ganze Rente zugesprochen und sei anfänglich von einen Invaliditätsgrad von 68 % und danach von 75 % ausgegangen, was der Allianz bei Vergleichsabschluss bekannt gewesen sei. Selbst wenn dabei auch unfallfremde Beeinträchtigungen berücksichtigt worden sein dürften, sei dies doch ein Indiz dafür, dass der vergleichsweise festgelegte Invaliditätsgrad von 70 % nicht ganz unplausibel gewesen sei. Die Allianz rüge nicht, die IV-Stelle habe den Untersuchungsrundsatz verletzt oder unfallfremde Gesundheitsschäden in einem Umfang berücksichtigt, der mit der vergleichsweisen Festlegung eines 70%igen Invaliditätsgrades unvereinbar gewesen sei. Dies stehe einer zweifellosen Unrichtigkeit entgegen. Anders wäre es nur dann, wenn die natürliche Unfallkausalität einzelner Beeinträchtigungen sehr viel zurückhaltender zu bejahen gewesen wäre. Dies sei eine medizinische Ermessensfrage, die nicht wiedererwägungsweise erneut (oder erstmals) aufgeworfen werden könne. Ein Ermessensentscheid könne nicht zweifellos unrichtig sein. Gleiches gelte für die Adäquanz bei einem HWS-Schleudertrauma, deren Prüfung eine Wertung verschiedener Kriterien erfordere. Insgesamt könne die vergleichsweise Rentenzusprache nicht als zweifellos unrichtig qualifiziert werden, weshalb eine Wiedererwägung nicht in Frage komme.