Citation: 1C_38/2021 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerinnen rügen diese Auslegung des kantonalen Rechts als willkürlich. Sowohl aus dem Wortlaut als auch der Systematik des Gesetzes gehe hervor, dass § 15 Abs. 1 Satz 2 VRG nur die erste (und erst noch freiwillige) Stufe darstelle: Die Einzelbehörde, die sich für befangen halte, "könne" danach die Sache ihrem Stellvertreter überweisen. Sei hingegen der Ausstand streitig, sei § 16 VRG anwendbar. Davon sei übrigens auch die Baudirektion in ihrer Vernehmlassung im vorinstanzlichen Verfahren ausgegangen. Sie habe die Auffassung vertreten, dass gemäss § 16 Abs. 1 lit. c VRG der Stadtrat als vorgesetzte Behörde zu entscheiden habe, wenn der Ausstand streitig sei. Wenn so viele Mitglieder des Stadtrats im Ausstand seien, dass die Kollegialbehörde für die Beantwortung der Frage des Ausstands der Baudirektion nicht mehr beschlussfähig sei, entscheide das JSD. Die Auslegung des Kantonsgerichts würde dagegen dazu führen, dass eine Verfahrenspartei, die von der Befangenheit sämtlicher Mitglieder des Stadtrats ausgehe, nacheinander fünf verschiedene Ausstandsverfahren anstrengen müsse. Im Übrigen treffe es nicht zu, dass sich ein Ausstandsbegehren nicht gegen eine Kollegialbehörde richten könne, sondern nur gegen einzelne Mitglieder. Das Kantonsgericht weiche insofern von seiner eigenen publizierten Rechtsprechung ab (Urteil vom 30. November 2015 E. 2.4, in: Luzerner Gerichts- und Verwaltungsentscheide [LGVE] 2016 IV Nr. 2 betreffend Vorbefassung des Gemeinderats).