Citation: 1P.314/2000 07.07.2000 E. 2

2.- a) Das Strafgericht und das Appellationsgericht stellten für die Verurteilung des Beschwerdeführers wegen der Übergriffe auf den Beschwerdegegner wesentlich auf dessen Aussagen ab. Der Beschwerdeführer beruft sich auf eine ganze Anzahl von grund- bzw. menschenrechtlichen Garantien, ohne im Einzelnen zu begründen, inwiefern diese verletzt sein sollen. Das genügt den gesetzlichen Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht, weshalb darauf nicht einzutreten ist. Zwei Rügen begründet er wenigstens ansatzweise. So wirft der Beschwerdeführer dem Appellationsgericht willkürliche Beweiswürdigung bzw. eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vor, weil es für seine Verurteilung trotz krasser Widersprüche auf die Aussagen des Beschwerdegegners abgestellt habe. Seinen Anspruch auf rechtliches Gehör habe es verletzt, indem es trotz seiner Einwände über die Widersprüche in den Aussagen des Beschwerdegegners stillschweigend hinweggegangen sei und die Einholung eines Gutachtens über dessen Glaubwürdigkeit abgelehnt habe. b) In der Funktion als Beweiswürdigungsregel geht der Schutz der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK garantierten Rechtsregel "in dubio pro reo" nicht über das Willkürverbot von Art. 9 BV hinaus. Zu prüfen ist daher im Folgenden, ob das Obergericht die Beweise willkürlich zu Lasten des Beschwerdeführers würdigte. Willkürlich handelt ein Gericht, wenn es seinem Entscheid Tatsachenfeststellungen zugrunde legt, die mit den Akten in klarem Widerspruch stehen. Im Bereich der Beweiswürdigung besitzt der Richter einen weiten Ermessensspielraum. Das Bundesgericht greift im Rahmen einer staatsrechtlichen Beschwerde nur ein, wenn die Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenkundigen Versehen beruht (BGE 124 I 208 E. 4a; 117 Ia 13 E. 2c; 18 E. 3c je mit Hinweisen). c) Nach dem neu in Art. 29 Abs. 2 BV verankerten Anspruch auf rechtliches Gehör sind alle Beweise anzunehmen, die sich auf Tatsachen beziehen, die für die Entscheidung erheblich sind (BGE 117 Ia 262 E. 4b; 106 Ia 161 E. 2b; 101 Ia 169 E. 1, zu Art. 4 aBV, je mit Hinweisen). Das hindert aber den Richter nicht, einen Beweisantrag abzulehnen, wenn er in willkürfreier Überzeugung der bereits abgenommenen Beweise zur Überzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei genügend abgeklärt, und er überdies in willkürfreier antizipierter Würdigung der zusätzlich beantragten Beweise annehmen kann, seine Überzeugung werde auch durch diese nicht mehr geändert (BGE 122 V 157 E. 1d; 19 Ib 492 E. 5b/bb, zu Art. 4 aBV).