Citation: 1C_395/2022 E. 8.2

8.2. Das BAFU bezweifelt in seiner Stellungnahme, ob die Wahl des Kiebitzes mit seinen Lebensraumansprüchen vorliegend als einzig massgebende Art zur Ausscheidung einer Störungspufferzone geeignet sei. Die Vertikalstrukturen, wie z.B. Hecken, seien zwar für den Kiebitz problematisch, für andere Zielarten jedoch wichtig. Zudem müssten auch optische Aspekte berücksichtigt werden. Bei der Festlegung der Störungspufferzone sei eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen, unter Berücksichtigung des landschaftlichen Aspekts und der Ansprüche verschiedener Zielarten. Es müsse sich also nicht der ganze Moorperimeter als Nistgebiet für den Kiebitz eignen. Vorliegend würden bereits heute Störungen für den Kiebitz vom mit Bäumen gesäumten Himerichbächli und dem parallel dazu verlaufenden Auslikerweg ausgehen. Auch der Aabach sei von Bäumen gesäumt und stelle aus Sicht der Kiebitze eine störende Vertikalstruktur dar. Dazu kämen die bestehenden Gebäude in der Bauzone, die bis an die Moorlandschaft heranreichen würden. Gehe man von einer Störwirkung der bestehenden Gebäude von je 100 m gegen die Moorfläche aus, sei im betroffenen Bereich des Flachmoors heute schon eine Fläche von etwa 2,4 Hektaren des Schutzobjekts durch die Störung betroffen. Bezogen auf die Baupläne der Beschwerdeführerin hiesse dies, dass bei der "Variante nur mit Anbau" gemäss BAFU keine zusätzliche Fläche von einer Störung betroffen wäre; bei der "Variante mit Anbau und Neubau" würde bei einer Störungswirkung von 100 m eine zusätzliche Fläche mit Störungen von 1/4 Hektar hinzukommen.