Citation: 6B_774/2020 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer beanstandet im Weiteren die rechtliche Würdigung des Sachverhalts als eventualvorsätzliche Tötung. Bei der Beurteilung, ob ein Eventualvorsatz zu bejahen sei, würden sich Tat- und Rechtsfrage teilweise überschneiden. Gemäss der Praxis des Bundesgerichts habe daher das Sachgericht die in diesem Zusammenhang relevanten Tatsachen möglichst erschöpfend darzustellen, damit erkennbar werde, aus welchen Umständen es auf Eventualvorsatz geschlossen habe. Indes dürfe nicht vom Wissen um die blosse Möglichkeit des Erfolgseintrittes auf die Inkaufnahme geschlossen werden. Bei einem bloss möglichen Erfolgseintritt müssten weitere belastende Umstände hinzukommen und vom Sachgericht dargelegt werden. Dem sei die Vorinstanz nicht nachgekommen. Sie habe lediglich festgestellt, dass bei einem gegen die Leber geführten Messerstich regelmässig ein zumindest eventualvorsätzlicher Tötungsversuch zu bejahen sei. Vorliegend kämen keine weiteren belastende Umstände hinzu und habe die Vorinstanz solche auch nicht aufgezeigt. Stattdessen lägen entlastende Momente vor. Unter anderem, dass er unmittelbar auf eine plötzliche Aggression reagiert habe. Eine solche Reaktion erfolge instinktiv, ohne dass über die Folgen der Handlungen ein Wille gebildet werden könne. Auch aus seiner im Gespräch mit seinem Kollegen unmittelbar nach dem Vorfall gezeigten Reaktion ergebe sich, dass eine schwere Verletzung oder gar der Tod des Beschwerdegegners 2 gedanklich kein Thema gewesen sei (Beschwerde S. 23 f.).