Citation: 5A_963/2022 E. 4.1

4.1. Bezüglich der Bewertung des Nachlasses und der Berechnung der Anteile der Beschwerdeführer hält das Kantonsgericht Letzteren vor, in der Berufung keine bezifferten Anträge zu stellen; deshalb sei auf das Rechtsmittel nicht einzutreten. Nachdem die abstrakten Teilungsaspekte nicht mehr umstritten seien, sei es den Beschwerdeführern zumutbar gewesen, unter Bezugnahme auf das erstinstanzliche Urteil konkret beziffert zu beantragen, inwiefern die vorinstanzliche Festlegung des Nachlasses und die daraus resultierenden Anteile im Rechtsmittelverfahren abzuändern seien. Dies gelte für den Saldo des sich im Nachlass befindlichen Bankkontos, die Anrechnungswerte der Liegenschaften und den Einbezug der lebzeitigen Zuwendungen in die Pflichtteilsberechnungsmasse. Die Beschwerdeführer hätten sich folglich nicht mit unbezifferten Anträgen begnügen dürfen. Ungenügend sei auch der Eventualantrag auf Vornahme der Teilung nach Ermessen, da keine Ermessensfragen strittig seien. Es sei auch nicht Sache der Berufungsinstanz, anhand der Begründung des Rechtsmittels zu ermitteln, inwieweit das erstinstanzliche Urteil abgeändert werden soll, zumal dies mit der Dispositionsmaxime nicht vereinbar sei und für die Gegenpartei zu unzumutbaren Unwägbarkeiten führe. Anträge mit bestimmten Inhalt seien weiter zur Festlegung des oberinstanzlichen Streitgegenstands notwendig; die Berufungsinstanz und die Gegenpartei müssten ohne Schwierigkeit erkennen können, um was es dem Rechtsmittelkläger gehe. Die Beschwerdeführer hätten zusammenfassend zumindest bezifferte Korrekturen zur Höhe ihrer Erbteile verlangen müssen.