Citation: I 352/05 02.11.2005 E. 3

Für die Frage der Zusprechung einer Invalidenrente sind zunächst der Gesundheitszustand und die funktionelle Leistungsfähigkeit des Versicherten massgebend. 3.1 Nach sorgfältiger Würdigung der medizinischen Unterlagen hat die Vorinstanz wie bereits die IV-Stelle in erster Linie auf das Gutachten der MEDAS vom 15. Oktober 2003 abgestellt. Dieses basiert auf einer ausführlichen Anamnese, einer Wiedergabe der wichtigsten Vorakten sowie einer internistischen, rheumatologischen und psychosomatischen Untersuchung. Die Abklärungen führten zum Ergebnis, der Versicherte leide 1. an einem chronischen zervikobrachialen bis intermittierenden zervikocephalen Syndrom rechts bei/mit beginnenden degenerativen Veränderungen der Rotatorenmanschetten beidseits rechtsbetont, diskreter Impingementsymptomatik rechts, degenerativen Veränderungen der HWS, mehrsegmentaler Dysfunktion sowie muskulärer Dysbalance, 2. an einem diskreten intermittierenden lumbovertebralen bis lumbospondylogenem Syndrom links bei/mit degenerativen Veränderungen der LWS sowie Wirbelsäulenfehlhaltung/Dekonditionierung und 3. an einer Symptomausweitung bei Diagnosen 1. und 2. bei psychosozialer Problemkonstellation. Bezüglich Arbeitsfähigkeit gelangte die interdisziplinäre Konsens-Konferenz zum Schluss, dem Beschwerdeführer seien im zuletzt ausgeübten Beruf in der Metallverarbeitung keine Tätigkeiten mehr zumutbar. Bei leicht bis mittelschwer belastenden Tätigkeiten bestünden aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkungen, wohingegen auf dem Hintergrund der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und des depressiven Zustandsbildes von einer Arbeitsfähigkeit von 60% für leichte Tätigkeiten wie Botengänge, leichte Büroarbeiten, Lagerist etc. auszugehen sei. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe seit Ende Oktober 2001. Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und in Bezug auf die Folgerungen schlüssig. Der Sinn einer derartigen multidisziplinären Abklärung besteht nicht zuletzt darin, die kombinierten Auswirkungen verschiedener Symptomkreise zu ermitteln, so dass - wie das kantonale Gericht darlegt - nicht auf einzelne Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen, sondern auf die einleuchtende Beurteilung der interdisziplinären Konsens-Konferenz abzustellen ist. 3.2 Das MEDAS-Gutachten vom 15. Oktober 2003 steht lediglich mit der Beurteilung durch Dr. med. H.________ vom 27. Juli 2002 in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit in Widerspruch, da der Hausarzt dem Beschwerdeführer auch dafür eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hat. Diesbezüglich ist jedoch einerseits zu berücksichtigen, dass Dr. med. H.________ ohne jegliche Erklärung festgehalten hat, es sei keine Tätigkeit mehr zumutbar, wohingegen die im MEDAS-Gutachten attestierte Restarbeitsfähigkeit überzeugend begründet worden ist, und andrerseits der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen). In Anbetracht dieser Umstände ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 60% für eine behinderungsangepasste Tätigkeit ausgegangen ist. 3.3 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt der Versicherte ein von der IV-Stelle im Rahmen eines Revisionsverfahrens eingeholtes psychiatrisches Gutachten des Dr. med. L.________ vom 24. Februar 2005 auflegen, welches eine weitergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als das MEDAS-Gutachten dokumentieren soll. Gestützt auf die bisherigen Akten sowie eigene Untersuchungen und Beobachtungen kam Dr. med. L.________ zur psychiatrischen Diagnose einer leichten depressiven Episode mit somatischem Syndrom bei v.a. anhaltender somatoformer Schmerzstörung. Die Symptomatik bestehe, so der Facharzt, in dieser Ausprägung seit etwa September 2003. Das depressive Zustandsbild habe sich gegenüber der MEDAS-Abklärung nicht verschlechtert. Im Aufgabenbereich als Metallarbeiter sei der Beschwerdeführer als nicht mehr arbeitsfähig einzustufen, wohingegen für eine behinderungsangepasste leichte körperliche Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% bestehe. Dieses neu aufgelegte Gutachten vermag für den massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids keine andere Festsetzung der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit zu rechtfertigen, obschon es sich auf den Zeitraum ab "etwa September 2003" bezieht. Zum Einen hat Dr. med. L.________ den Versicherten knapp 1 ½ Jahre nach diesem Zeitpunkt und knapp ein Jahr nach Erlass des Einspracheentscheides zum ersten Mal gesehen und untersucht, zum Andern deckt sich die Diagnose im Wesentlichen mit derjenigen der MEDAS-Begutachtung. Wenn Dr. med. L.________ die zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit gegenüber der MEDAS um 10% reduziert und auf 50% festsetzt, handelt es sich dabei lediglich um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes, hält doch der Experte selber fest, das depressive Zustandsbild habe sich gegenüber der MEDAS-Abklärung nicht verschlechtert. 3.4 Der Vollständigkeit halber kann mit der Vorinstanz darauf hingewiesen werden, dass die Festsetzung der Restarbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit auf 60% mit Blick auf die durch die neuere Rechtsprechung entwickelten Grundsätze zur invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz somatoformer Schmerzstörungen (BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen) für den Beschwerdeführer als grosszügig zu betrachten ist.