Citation: 9C_293/2019 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht stellt fest, die weitgehend vollständige berufliche Untätigkeit des Beschwerdegegners seit der Einreise in die Schweiz lasse sich nicht auf medizinische Gründe stützen. Vielmehr wäre er während Jahren ohne weiteres in der Lage gewesen, in einem hohen Ausmass erwerbstätig zu werden oder zu sein. Auch wenn die Untätigkeit wesentlich auf dem Unwillen zur Arbeit, inzwischen überlagert von einer rein subjektiven Krankheitsüberzeugung mit hohem sekundärem Krankheitsgewinn, basiere und auf eine ungerechtfertigte Passivität des durch sozialstaatliche Leistungen abgesicherten Beschwerdegegners zurückzuführen sei, könne daraus nicht bereits auf einen (weitgehend) fehlenden Erwerbsstatus auch ohne Gesundheitsschaden geschlossen werden. Vielmehr sprächen die klare Aufgabenteilung zwischen dem Beschwerdegegner und seiner Ehefrau sowie die finanzielle Notwendigkeit dafür, dass dieser aufgrund der Vorgaben des Sozialdienstes voll erwerbstätig sein müsste. Es lägen weder persönliche, familiäre noch soziale Gründe vor, die auf einen Status als Nichterwerbstätiger oder im Aufgabenbereich schliessen liessen. Der Umstand, dass die Sozialhilfe ihre Bemühungen, dem Versicherten eine Stelle zu vermitteln, eingestellt hat, ändere nichts daran. Da er gemäss Absprache mit der Ehegattin allein für die Einkommenserzielung der Familie zuständig gewesen wäre, sei der Invaliditätsgrad nach der Einkommensvergleichsmethode, unter Annahme voller Erwerbstätigkeit, zu ermitteln. In gesundheitlicher Hinsicht stellte das Verwaltungsgericht fest, die seit der Neuanmeldung vom Juli 2017 eingegangenen Akten würden keine ausreichende Basis für eine abschliessende Beurteilung der Frage bieten, ob eine revisionsrechtlich relevante Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Es seien daher in somatischer und psychischer Hinsicht zusätzliche Abklärungen zu treffen. Aufgrund der Ergebnisse eines polydisziplinären Gutachtens, das den Gesundheitszustand des Versicherten umfassend beleuchte, werde die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen sei, über den Rentenanspruch neu verfügen.