Citation: 1P.144/2001 09.03.2001 E. 2

2.- Umstritten ist zunächst die Zuständigkeit für die Haftanordnung. Ob die vom Beschwerdeführer diesbezüglich angerufenen Vorschriften des Bundesrechts verletzt sind, prüft das Bundesgericht mit freier Kognition (BGE 116 II 721 E. 3; 112 II 517 E. 2a). a) Der Beschwerdeführer wirft dem Haftrichter vor, Art. 1 der Verordnung 1 zum Schweizerischen Strafgesetzbuch (VStGB 1; SR 311. 01) falsch angewendet und als Folge davon zu Unrecht die Bestimmungen über das Strafverfahren gegen Erwachsene zur Anwendung gebracht zu haben. Er ist der Auffassung, zur Prüfung der Haftvoraussetzungen wäre der Jugendgerichtspräsident zuständig gewesen. Der Beschwerdeführer beruft sich auf Art. 1 Abs. 1 VStGB 1, welcher auf den Täter, der zur Zeit der Tat ein Jugendlicher war und gegen den die Untersuchung vor dem zurückgelegten 20. Altersjahr eingeleitet wird, das Verfahren gegen Jugendliche als anwendbar erklärt. Er macht geltend, das 18. Altersjahr erst am 11. Januar 2001 erreicht zu haben. Die Einreisesperre habe er jedoch bereits im Dezember 2000 gebrochen. Den Straftatbestand der rechtswidrigen Einreise und des Aufenthaltes in der Schweiz (Art. 23 Abs. 1 al. 4 ANAG) habe er demnach noch als Jugendlicher im Sinn von Art. 89 StGB vollendet. Mit dem fortgesetzten Verweilen in der Schweiz nach Erreichen der Volljährigkeit habe er keinen neuen Straftatbestand gesetzt, sondern lediglich die bereits vollendete Tat fortgeführt. Aufgrund des Umstands, dass es sich beim rechtswidrigen Aufenthalt in der Schweiz um ein Dauerdelikt handle, sei die Anwendung von Art. 1 Abs. 2 VStGB 1 ausgeschlossen, gestützt auf welchen der Haftrichter das Verfahren gegen Erwachsene angewendet habe. Der Haftrichter geht demgegenüber davon aus, der Beschwerdeführer habe sich aufgrund des fortgesetzten Verweilens in der Schweiz teils vor und teils nach dem zurückgelegten