Citation: 8C_281/2024 E. 5.4.2

5.4.2. Damit rügt die Beschwerdeführerin sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 61 lit. h ATSG; Art. 112 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdeführerin begründete die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügungen vom 17. November 2020 und 25. Februar 2021 in ihren Verfügungen vom 11. August 2022 und im Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2022 einzig damit, dass die Anerkennung der Arbeitgeberstellung der Beschwerdegegnerin damals zweifellos unrichtig gewesen sei. Darin kann ihr nach dem Gesagten nicht gefolgt werden. Im kantonalen Beschwerdeverfahren brachte sie aber auch - im Sinne eines weiteren Wiedererwägungsgrundes - vor, die Gründung der A.________ GmbH sei zeitlich mitten in der Hochphase der Pandemie und mit entsprechendem Risiko weiterer schweizweiter Einschränkungen und Massnahmen infolge unbekannten Verlaufs von Covid-19 erfolgt. Das für die Beschwerdegegnerin vorhersehbare und vermeidbare Risiko könne nicht auf die Sozialversicherung übertragen werden. Mit diesen Vorbringen brachte die Beschwerdeführerin zum Ausdruck, dass sie die ursprünglichen Verfügungen auch deshalb als zweifellos unrichtig betrachtete, weil ein allfälliger Arbeitsausfall vermeidbar gewesen sei (vgl. Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG; vgl. auch Art. 51 Abs. 1 AVIV) resp. weil die Beschwerdegegnerin sich rechtsmissbräuchlich verhalten habe (vgl. Weistung 2021/07 des SECO vom 20. April 2021 Aktualisierung "Sonderregelungen aufgrund der Pandemie", Ziff. 2.2 c; vgl. auch die Replik der Beschwerdegegnerin im kantonalen Beschwerdeverfahren, Ziff. 9 S. 4). Das kantonale Gericht äusserte sich mit keinem Wort zu diesen Vorbringen, was eine Verletzung des Gehörsanspruchs darstellt. Eine Heilung im letztinstanzlichen Verfahren fällt angesichts der eingeschränkten Kognition des Bundesgerichts in tatsächlicher Hinsicht (Art. 105 BGG; vgl. auch Art. 97 Abs. 1 BGG) von vornherein ausser Betracht. Aus diesem Grund ist das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie sich mit der Argumentation der Beschwerdeführerin auseinandersetze, den diesbezüglichen Sachverhalt in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes vollständig feststelle und anschliessend über die Beschwerde neu befinde.