Citation: 2C_423/2020 E. 2.3.3

2.3.3. Gemäss Vorinstanz reicht die beim Vorfall vom 10. Juni 2018 erlittene Gewalt aber nicht aus, um einen nachehelichen Härtefall i.S.v. Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG zu begründen. Es habe sich um einen einmaligen Vorfall gehandelt, da eine frühere Gewalttätigkeit des Ehemanns nicht erstellt sei, und die Beschwerdeführerin die behauptete psychische Gewalt nicht ausreichend habe glaubhaft machen können. Dementsprechend sei massgebend, ob die am 10. Juni 2018 gegenüber der Beschwerdeführerin ausgeübte Gewalt für die für ein einmaliges Ereignis notwendige Intensität erreicht habe. Solches sei jedoch zu verneinen, da die Verletzungen in kurzer Zeit abheilen würden und zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr bestanden habe. Folglich seien die Anforderungen an die eheliche Gewalt i.S.v. Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG nicht erfüllt.