Citation: 2C_201/2023 E. 6.2

6.2. Ferner ist nicht ersichtlich, dass sich die Beschwerdeführerin überhaupt auf das Freizügigkeitsabkommen berufen kann, nachdem die Familienbeziehung zwischen ihr und ihrem Ehegatten, der neben der Schweizer Staatsangehörigkeit auch über die kroatische Staatsangehörigkeit zu verfügen scheint, in der Schweiz entstanden ist und auch seither hier gelebt wurde (vgl. BGE 143 II 57 E. 3.10.2; auch die Urteile 2C_837/2022 vom 19. April 2023 E. 5.1; 2C_819/2021 vom 12. Mai 2022 E. 3.2.1). Ohnehin käme ein Bewilligungsanspruch der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 3 Anhang I FZA angesichts der bereits im August respektive Oktober 2020 erfolgten Trennung und mangels Wiederannäherung (vgl. vorne E. 5.1.3) nicht mehr infrage. Zwar verlangt der in dieser Bestimmung geregelte Familiennachzug kein Zusammenleben der Eheleute (Urteil des EuGH vom 13. Februar 1985 Rs. 267/83, Diatta, Slg. 1985 567 ff., N. 18 ff.), die Rechtsprechung schützt die Berufung auf eine inhaltsleer gewordene Ehe indessen nicht (BGE 139 II 393 E. 2.2; 130 II 113 E. 9; Urteile 2C_854/2022 vom 14. Februar 2023 E.1.2; 2C_1002/2021 vom 9. Februar 2022 E. 3). Das angefochtene Urteil ist auch diesbezüglich nicht zu beanstanden.