Citation: 5A_463/2013 E. 6.4.4

6.4.4. Zwischen den beiden Gesprächen waren bei der Kommission weitere Stellungnahmen aus dem Kreis der Fachgruppe eingegangen. Mit E-Mail vom 23. Juni 2012 rief der Teamleiter des Durchgangsheims E.________ in Erinnerung, dass für den Rückplatzierungsversuch Kriterien aufgestellt worden seien, welche nur teilweise erfüllt worden seien. Dies sei bereits mit E-Mail vom 15. Juni 2012 gemeldet worden; von Seite des Heims seien auch bereits an der Sitzung vom 18. Juni 2012 Bedenken gegen eine Rückplatzierung geäussert worden. Die Beschwerdeführerin habe sich prostituiert, weil sie Geld brauche und habe dabei ausser Acht gelassen, welche weitreichenden Folgen diese Handlungen für sie und die Kinder haben könnten. Zudem habe sie vom expliziten Unterstützungsangebot des Heims keinen Gebrauch gemacht. Weiter leitete er Rückmeldungen des Kindergartens weiter, wo es zu Zwischenfällen mit der Beschwerdeführerin gekommen sei. Das Heim rate so lange von einer Rückplatzierung ab, bis sich die Beschwerdeführerin stabilisiert habe. Mit E-Mail vom 25. Juni 2012 an die beteiligten Fachleute ergänzte die Beiständin, dass aufgrund der letzten Vorkommnisse die Fähigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit der Kindsmutter mit den Fachstellen in Frage gestellt werden müsse. Dies um so mehr, als das Ganze trotz des recht hohen Druckes, dass die Kinder noch platziert seien, habe geschehen können. Sie stellte in Frage, dass sich die Zusammenarbeit nach der Rückplatzierung verbessern könnte. Ebenfalls am 25. Juni 2012 reichte die Familienbegleiterin einen Kurzbericht ein. Sie habe die Beschwerdeführerin fünf Mal besucht, bei zwei dieser Besuche seien die Kinder dabei gewesen. Sie habe den Eindruck, dass diese ihre Kinder führen könne und mit ihnen den Alltag kindgerecht gestalte, und dass sie einsichtig und bereit sei, etwas zu verändern. Mit Schreiben vom 26. Juni 2012 an die Sozialregion I.________ führte die Beschwerdeführerin aus, dass es sich bei ihrer Nebenbeschäftigung im Studio K.________ um eine Tätigkeit gehandelt habe, die sie aus lauter finanzieller Verzweiflung aufgenommen habe, um nicht bei jedem kleinsten Anliegen der Kinder (z.B. Turnschuhe, Schultasche) beim Sozialdienst betteln zu müssen. Sie habe die Tätigkeit ein einziges Mal, am 16. Juni 2012, ausgeübt und dabei Fr. 215.-- eingenommen, welche sie Ende des Monats als Einkünfte deklariert hätte. Sie habe die Tätigkeit am 21. Juni 2012 aufgegeben. Wie die Vorinstanz festgehalten hat, löschte die Beschwerdeführerin die Homepage. Am 27. Juni 2012 nahmen die Gutachter des KJPD im Rahmen ihres weiterhin bestehenden Monitoringauftrags Stellung. Der Bericht erfolgte nach Konsultation der Stellungnahmen des Durchgangsheims E.________, der Familienbegleiterin sowie nach Kontaktnahme mit dem forensischen Gutachter der Beschwerdeführerin, Psychiater Dr. med. L.________, und ihrem behandelnden Psychiater, Dr. med. M.________. Die Gutachter erwogen, dass die Beschwerdeführerin gemäss Schilderungen der Beiständin und des Heims immer wieder in Gesprächen nicht zugänglich gewesen sei bzw. sich teilweise nicht in der Lage gefühlt habe, Gespräche zu führen. Die psychotherapeutischen Gespräche bei Dr. med. M.________ habe sie regelmässig wahrgenommen. Aus dessen Sicht bestehe eine Gratwanderung zwischen Kontrolle und Zutrauen. Das heisse, je mehr Kontrolle stattfinde, desto beunruhigter und labiler reagiere sie. Sie versuche, sich an den behördlichen Vorgaben zu orientieren. Es brauche jedoch offenbar wenig, dass sie durcheinander sei. Der Kindsvater zeige sich wenig kooperativ; er habe Termine abgesagt. Der emotionale Zustand der Kinder habe sich im Verlauf des Rückplatzierungsversuchs verschlechtert. Gestützt auf die verschiedenen Stellungnahmen und die gutachterliche Einschätzung vom 1. März 2012 zeige sich eine weiterhin belastete Zusammenarbeit zwischen der Beschwerdeführerin (sowie auch des Kindsvaters) und der Behörde. Weiter bestehe ein deutlich manipulatives Verhalten seitens beider Kindseltern. Die schnelle Beunruhigung der Kindsmutter und ihre daraus resultierende emotionale Labilität übertrage sich nach wie vor zu häufig auf ihre Kinder. Diese seien im Alter von gut sieben und sechs Jahren zu jung, um sich einer solchen emotionalen Umkehr seitens eines Elternteils entziehen und sich genügend abgrenzen zu können, was für eine gesunde Entwicklung der Kinder sehr schädlich sei. Sie empfahlen, die Situation und die Kinder zu entlasten. Unter dem Leitkriterium "Kindeswohl" müsse der Rückplatzierungsversuch vorerst als nicht weiter durchführbar eingeschätzt werden. Die Kinder seien in Bestätigung des Obhutsentzugs für mindestens zwei Jahre in einem Kinderheim unterzubringen. Gleichzeitig betonten sie die Wichtigkeit der Aufrechterhaltung einer lebendigen Beziehung zwischen den Kindseltern und den Kindern im Rahmen eines (ausdehnbaren) Wochenendbesuchsrechts.