Citation: 6B_836/2017 E. 2.2.1

2.2.1. Ein zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilter Gefangener ist frühestens nach 15 Jahren (im Falle ausserordentlicher, in seiner Person liegender Umstände frühestens nach zehn Jahren) bedingt zu entlassen, wenn sein Verhalten im Strafvollzug es rechtfertigt und nicht anzunehmen ist, er werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen (Art. 86 Abs. 5 in Verbindung mit Abs. 1 und 4 StGB). Die Wahrscheinlichkeit künftigen Wohlverhaltens muss umso grösser sein, je schwerer die Taten wiegen, denen es vorzubeugen gilt. Bei besonders schwerwiegenden oder gefährlichen Anlasstaten sind deshalb entsprechend höhere legalprognostische Anforderungen zu stellen. Allerdings dürfen die diesbezüglichen Voraussetzungen auch in diesem Bereich nicht derart streng gehandhabt werden, dass der verurteilten Person letztlich kaum eine Chance auf bedingte Entlassung bleibt. Nicht jede noch so entfernte Gefahr rechtfertigt es, die bedingte Entlassung zu verweigern. Die Ablehnung einer bedingten Entlassung ist durch konkrete, gewichtige Anhaltspunkte zu belegen, die für die Gefahr neuer Rechtsbrüche sprechen und das Restrisiko als unvertretbar erscheinen lassen (zum Ganzen BGE 125 IV 113 E. 2a S. 115; 124 IV 193 E. 3 S. 194; 119 IV 5 E. 2 S. 8).