Citation: 9C_739/2023 E. 4.2

4.2. Wie sich aus seiner Stellungnahme vom 25. November 2020 ergibt, wollte RAD-Arzt Dr. med. D.________ (nachdem die Beschwerdeführerin Einwand gegen den Vorbescheid erhoben hatte) durch eine Rückfrage beim Gutachter insbesondere Klarheit betreffend das "Kernstück der versicherungsmedizinischen Beurteilung" erlangen, nämlich hinsichtlich der Frage, ob und gegebenenfalls inwieweit sich die gesundheitlichen Verhältnisse verändert hatten. Aus diesem Grund gelangte die IV-Stelle schliesslich am 6. April 2021 mit Zusatzfragen an den Gutachter, wobei sie ihn namentlich darum bat, zu beantworten, ob sich aus neuropsychologischer und/oder neurologischer Sicht Änderungen gegenüber der gutachterlichen Beurteilung von 2012 ergeben hätten, und wenn ja, welche Auswirkungen diese in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit hätten. Gleichzeitig übermittelte sie dem Gutachter die neu eingereichten medizinischen Akten. Weiter ersuchte sie ihn um Beantwortung der von der Versicherten mit Eingabe vom 21. Dezember 2020 gestellten Ergänzungsfragen. Am 29. November 2021 äusserte sich Prof. Dr. med. B.________ dahingehend, dass er die Fragen nach dem Vorliegen von Änderungen aus neuropsychologischer und/oder neurologischer Sicht nicht abschliessend beantworten könne, ohne die Versicherte erneut neuropsychologisch bzw. neurologisch zu untersuchen. Weiter führte er aus, dass die neuen neurologischen Berichte nicht geeignet seien, die entsprechende Beurteilung wesentlich zu ändern. Zu den Ergänzungsfragen der Versicherten bezog er, soweit sie sein Fachgebiet betrafen, eingehend Stellung. Der von der IV-Stelle daraufhin konsultierte RAD-Arzt gelangte zum Schluss, es seien keine weiteren medizinischen Abklärungen angezeigt. In den im Rahmen der Neuanmeldung eingereichten Akten seien keine arbeitsfähigkeitsrelevanten Änderungen ausgewiesen. Lediglich im Gutachten des Dr. med. B.________ werde aus dem klinischen Eindruck eine leichte Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (30 %) gegenüber dem SMAB-Gutachten (20 %) abgeleitet (Stellungnahme des RAD vom 29. Dezember 2021).