Citation: 8C_33/2015 E. 8.1

8.1. Eine Verletzung der Niederlassungsfreiheit gemäss Art. 24 Abs. 1 BV oder des Rechtes auf Achtung des Privat- und Familienlebens nach Art. 8 EMRK liegt entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners nicht vor. Er übersieht bei seiner Argumentation einerseits, dass ihm die Ausnahmebewilligungen bezüglich Beibehaltung seines Wohnortes ausserhalb des Stundenkreises stets erteilt worden waren. Er hatte seinen Wohnort im Kanton Zürich nach der Grundausbildung denn auch beibehalten und war nicht in den Stundenkreis von Airolo umgezogen. Auch später wurde er in der Wahl seines Wohnortes nicht eingeschränkt. Dazu kommt andererseits, dass er durch die Versetzung nach Bern gar keine Nachteile erlitt. Die Fahrzeit von seinem ehemaligen Wohnort im Kanton Zürich nach Bern verringerte sich von drei (nach Airolo) auf zwei Stunden. Seit seinem Umzug anfangs 2014 innerhalb des Kantons Zürich liegt sie nur noch bei ungefähr eineinhalb Stunden. Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass eine Arbeit in der Arbeitslosenversicherung erst unzumutbar ist, wenn sie einen Arbeitsweg von mehr als zwei Stunden je für den Hin- und Rückweg notwendig macht (Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG). Umstritten ist im vorliegenden Verfahren der Vergütungsanspruch ab 1. Januar 2014, da der Arbeitgeber auf eine Rückforderung für die vergangene Zeit verzichtet. Für die Zeit ab Januar 2014 lag es in der freien Entscheidung des Beschwerdegegners, in der Nähe des Arbeitsortes Bern eine Unterkunft zu beziehen oder täglich zwischen dem Wohnort im Kanton Zürich zum Arbeitsort Bern zu pendeln. Im Vordergrund steht aber, dass er durch die Versetzung nach Bern in Bezug auf seinen nach Abschluss der Grundausbildung beibehaltenen Wohnort keine Nachteile erleidet. Da er nach der Grundausbildung nicht in den Stundenkreis Airolo gezogen ist, hätte er gar nie Vergütungen für Unterkunft und Mehrauslagen beziehen dürfen.