Citation: 2C_234/2023 E. 4.1.3

4.1.3. Bei der Gefahr missbräuchlicher Verwendung gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. a WG handelt es sich um einen bundesrechtlichen Begriff, dessen Anwendung das Bundesgericht mit freier Kognition prüft (Art. 95 lit. a BGG; vgl. Urteile 2C_235/2021 vom 3. September 2021 E. 5.4.3; 2C_444/2017 vom 19. Februar 2018 E. 3.2.2). Für die Beurteilung der Gefahr missbräuchlicher Verwendung hat die zuständige Behörde eine Prognose zum Risiko einer missbräuchlichen Verwendung der Waffe in der Zukunft zu treffen, wobei sie eine Einzelfallbeurteilung vorzunehmen und insbesondere dem Charakter des Waffenbesitzers Beachtung zu schenken hat. Bei der Prognose steht der Behörde ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. Urteile 2C_555/2020 vom 21. Oktober 2020 E. 3.3.1; 2C_1086/2019 vom 24. April 2020 E. 4.4). Dabei ist die Behörde nicht abhängig von strafrechtlichen Erkenntnissen, denn sie hat auch die öffentliche Ordnung und Sicherheit im Blick. Deshalb kann sie auch einen strengeren Massstab anlegen als in einem strafrechtlichen Kontext (Urteile 2C_235/2021 vom 3. September 2021 E. 5.4.2; 2C_444/2017 vom 19. Februar E. 3.2.1 mit Hinweisen; 2C_1163/2014 vom 18. Mai 2015 E. 3.3; 2C_93/2007 vom 3. September 2007 E. 5.2).