Citation: 6B_209/2022 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer rügt, das vorinstanzliche Urteil sei in Bezug auf die Strafzumessung verbunden mit dem Widerruf des bedingten Vollzugs fehlerhaft. Die Vorinstanz gehe zu Unrecht von einer schlechten Prognose aus. Er habe während mindestens sieben Jahren deliktfrei gelebt und meistere seine schwierigen finanziellen Verhältnisse, ohne weitere Straftaten zu begehen. Es könne nicht von einer grossen Rückfallgefahr gesprochen werden. Er sei selbstständig, arbeite, sei in seiner Sozialumgebung beliebt und verfüge über viele soziale Bindungen. Zudem lege die Vorinstanz Art. 46 Abs. 5 StGB falsch aus. Nach dieser Bestimmung dürfe der Widerruf nicht mehr angeordnet werden, wenn seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre vergangen seien. Die Probezeit beginne mit der Eröffnung des Urteils zu laufen, das vollstreckbar werde. Die mit Urteil vom 18. Juni 2014 angeordnete Probezeit von vier Jahren sei am 18. Juni 2018 abgelaufen. Die drei Jahre der Widerrufsfrist gemäss Art. 46 Abs. 5 StGB seien am 18. Juni 2021 abgelaufen. Diese Frist sei im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils überschritten gewesen. Massgebend sei der Zeitpunkt der zweitinstanzlichen Beurteilung. Das Kantonsgericht rechne zu Unrecht die Dauer des Vollzugs des unbedingt zu vollziehenden Teils der Vorstrafe zur Probezeit hinzu. Es stütze sich dabei zwar auf die in BGE 143 IV 441 publizierte Rechtsprechung des Bundesgerichts. Diese sei aber überholt und die neue Bestimmung von Art. 44 Abs. 4 StGB müsse als lex mitior zur Anwendung gelangen. Zu berücksichtigen sei nur die Eröffnung des Urteils, das vollstreckbar werde.