Citation: U 174/03 10.11.2004 E. 3

3.1 Im angefochtenen Entscheid sind die in den medizinischen Akten enthaltenen wesentlichen Befunde, Diagnosen und ärztlichen Kausalitätsbeurteilungen detailliert zusammengefasst worden. Gestützt darauf gelangte die Vorinstanz zum Schluss, beim Beschwerdeführer liege nicht das typische Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma der HWS vor, weshalb die Adäquanzbeurteilung nach den für psychische Unfallfolgen geltenden Regeln (BGE 115 V 138 ff.) erfolgen müsse. Da es sich beim Auffahrunfall vom 5. Januar 2000 um einen leichten Unfall gehandelt habe, müsse die Adäquanz psychischer Unfallfolgen ohne weiteres verneint werden. 3.2 Anlässlich der Erstbehandlung vom 10. Januar 2000 stellte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. Z.________, die Diagnose eines Distorsionstrauma der HWS und gab als Befunde an: "Kopfweh, Leistungs-Einschränkung, eingeschränkte HWS Bewegl., Druckdolenz Dornforts. 4-7 paraverteb HWS Musk/Bew. Scap. li > 4". Gegenüber dem Sachbearbeiter der SUVA gab der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung vom 3. April 2000 an, die Beschwerden hätten nach dem Unfall laufend zugenommen und sich als Schlafstörungen, Müdigkeit, starke Nacken- Schulterschmerzen, Konzentrationsprobleme, Gedächtnislücken, Kopfweh, Schwindel, Sehstörungen und Schmerzen in beiden Augen, Blutdruckprobleme, Tinnitus teils im linken, teils im rechten Ohr, Schweissausbrüche bei Belastung und Zeitdruck, Magen- und Darmprobleme (Blähung, saures Aufstossen) und Hautausschläge im Bereich Kopfhaut/Stirn manifestiert. Ein ähnlich buntes (und aktuelles) Beschwerdebild gab der Beschwerdeführer auch gegenüber dem von der "Mobiliar" - im Zusammenhang mit dem ersten Auffahrunfall vom 27. November 1997 - beauftragten neurologischen Gutachter Dr. med. D.________ anlässlich der Untersuchung vom 28. Januar 2000 an. Dieser Spezialarzt bestätigte überdies die Diagnose eines beim Unfall vom 5. Januar 2000 erlittenen Distorsionstrauma der HWS. Im Rahmen der im Mai 2000 in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik E.________ durchgeführten neuropsychologischen Abklärung gab der Beschwerdeführer zwar nicht mehr ganz so mannigfaltige subjektive Beschwerden - Augen- und Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich, Kopfschmerzen jeden zweiten Tag, erhöhtes Schlafbedürfnis und lange Anlaufzeit morgens - an. Die neuropsychologischen Testergebnisse führten aber erstmals zur Diagnose einer mittelschweren bis schweren Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 27. September 2000 gab der Versicherte als Hauptbeschwerden die Konzentrationsstörungen bei der Arbeit an und klagte weiterhin über Nacken- und Schultersverspannungen sowie - seit Frühjahr 2000 - über Akkomodationsstörungen der Augen. Kreisarzt Dr. med. L.________ bestätigte die Diagnose einer indirekten HWS-Distorsion. Am Ende der zweiten Rehabilitationsbehandlung in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik E.________ (18. Dezember 2000 - 5. Januar 2001) gab der Versicherte eine deutliche Regredienz der Schmerzen im Schulter-, Nacken- und HWS-Bereich, eine sehr gute Beweglichkeit der HWS, eine bessere Belastbarkeit und ein geringeres Schlafbedürfnis an. Er klagte lediglich noch über intermittierend auftretende Kopfschmerzen, vor allem bei erhöhter Konzentration, sowie über Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Eine erneute neuropsychologische Abklärung durch Prof. Dr. phil. P.________ vom 27. Juli/16. August 2001 ergab die Diagnose einer ausgedehnten Funktionsschwäche in den Strukturen des Hirnstammes, welche für die Aufmerksamkeit und für visuelle sowie visuell-motorische Leistungen verantwortlich sind, mit geringfügiger, somit wahrscheinlich sekundärer Auswirkung auf die Funktion der basalen Anteile der Frontallappen beidseits. Die dadurch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erachtete Prof. P.________ mit hoher Wahrscheinlichkeit als mit dem Unfall vom Dezember 1997 beginnend und mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit als durch den Unfall vom Januar 2000 verstärkt. Anlässlich der Untersuchungen durch den Rheumatologen Dr. med. A.________ vom 30. Oktober 2001 und den Psychiater Dr. med. F.________ vom 15./29. Januar 2002 klagte der Beschwerdeführer zwar weiterhin über verschiedene Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Sehstörungen (Akkomodationsstörungen) und schmerzende trockene Augen, Kopfschmerzen und schmerzbedingte Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich sowie Hautausschlag auf der Kopfhaut, gab aber gegenüber beiden Gutachtern übereinstimmend an, für die Beeinträchtigung seiner Arbeitsfähigkeit seien die Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Sehstörungen von ausschlaggebender Bedeutung. 3.3 Zusammenfassend ergibt sich aus diesen medizinischen Akten, dass von keinem der den Beschwerdeführer behandelnden oder begutachtenden Ärzte die nach dem Unfall vom 5. Januar 2000 gestellte Diagnose eines Distorsionstrauma der HWS je bezweifelt wurde. Das für einen solchen - einem Schleudertrauma äquivalenten - Verletzungsmechanismus typische, bunte Beschwerdebild (vgl. dazu BGE 117 V 360 Erw. 4b) lag bereits in den ersten Tagen und Wochen nach dem Unfall vom 5. Januar 2000 vor und war teilweise auch noch in dem für die sozialversicherungsgerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides vom 31. Mai 2002 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 123 V 99 Erw. 2a und b sowie RKUV 2002 Nr. U 465 S. 438 Erw. 3a) gegeben. Zu dem nach einem Unfall mit Schleudertrauma häufig auftretenden, bunten Beschwerdebild gehören namentlich auch die vom Beschwerdeführer ab Frühjahr 2000 in Form von Akkomodationsstörungen und Lichtempfindlichkeit geklagten Sehstörungen (vgl. dazu RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79 ff.). Zugleich ist aber nicht eindeutig feststellbar, ob die nach der übereinstimmenden Befunderhebung der Spezialärzte der Rheuma- und Rehabilitationsklinik E.________ sowie der Gutachter Dr. med. A.________ und Dr. med. F.________ attestierten und ebenfalls zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Traumas gehörenden (RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79 ff.) neuropsychologischen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sowie die vom Neuropsychologen Prof. Dr. phil. P.________ und von Augenarzt Dr. med. S.________ (Bericht vom 12. Februar 2001) auf ein Hirnleistungsdefizit zurückgeführten Sehstörungen ab Herbst 2001 tatsächlich im Vordergrund standen. Ein hirnorganischer Schaden ist nach dem Unfall vom 5. Januar 2000 jedenfalls von keinem der den Beschwerdeführer untersuchenden oder begutachtenden Spezialärzte je festgestellt worden, insbesondere auch nicht vom Radiologen Dr. med. U.________ anlässlich der MRI-Untersuchung des Schädels vom 21. Januar 2000. Das Vorhandensein eines solchen Schadens ist im Rahmen des häufig auftretenden Beschwerdebildes nach einem Unfall mit Schleudertrauma allerdings auch nicht erforderlich, zumal es nach der Rechtsprechung (BGE 117 V 364 Erw. 5d/aa) nicht entscheidend ist, ob die im Anschluss an ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule auftretenden Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden.