Citation: 4A_86/2022 E. 4.1

4.1. Ausgangspunkt bildete der Bericht des wegen eines prolongierten Hustens und einer Dyspnoe erst konsultierten Dr. med. F.________, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 8. Juni 2018. Dieser hatte den Beschwerdeführer bei unauffälligem CT des Thorax beim Spital G.________ zu einem Belastungstest angemeldet und attestierte ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 31. Mai 2018 bis mindestens Ende August 2018. Die Untersuchungen im Spital G.________ ergaben keine objektiv feststellbaren Befunde. Aufgrund der subjektiven Empfindungen und dem Hinweis der Freundin des Beschwerdeführers, es könne auch eine psychosomatische Komponente der Beschwerden in Betracht gezogen werden, gingen die Ärzte am ehesten von einer funktionellen Ursache aus. Sie legten einen Rauchstopp nahe (Berichte vom 28. Juni 2018 und vom 2. Juli 2018). Ebenso wenig ergab die kardiologische Abklärung im Spital G.________ eine Erklärung für die Belastungsdyspnoe und den Husten (Bericht vom 25. Juni 2018). Auch Dr. med. H.________, Oberärztin in der Pneumologie des Spitals G.________, konnte keine objektivierbaren Befunde für die Beschwerden feststellen. Sie stellte lediglich eine Verdachtsdiagnose auf (Verdacht auf ein Asthma bronchiale) und schloss ein berufsbedingtes Asthma bronchiale nicht aus. Dabei stützte sie sich aber lediglich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers, wonach die Beschwerden - die aber nicht objektiviert werden konnten - im Rahmen der Staubexposition bei der Arbeit zugenommen hätten. Dr. H.________ veranlasste aber weder die Messung der Staubbelastung am Arbeitsplatz noch führte sie Provokationstests nach einer relevanten Staubexposition durch (Bericht vom 8. November 2018). Diese Berichte wurden Dr. med. D.________, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, vorgelegt, der am 5. März 2019 eine Aktenbeurteilung vornahm. Er hielt fest, aus den Befundberichten gehe hervor, dass abschliessend bislang keine Erklärung für die geklagten Symptome habe gefunden werden können. Anamnestisch erwähnenswert sei, dass der Beschwerdeführer Raucher sei und ihm offenbar mehrfach zu einer Sistierung des Nikotinkonsums geraten worden sei. Erwähnenswert sei die Angabe der Freundin des Beschwerdeführers betreffend eine mögliche psychosomatische Genese der Beschwerden. Es liege keine abschliessende Diagnose mit Auswirkung auf eine Arbeitsfähigkeit als Maurer vor, womit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf objektiv nicht attestiert werden könne. Der Verdacht auf eine Berufskrankheit stelle sich derzeit nicht. Es liege kein struktureller Schaden der Atmungsorgane vor. Läge ein solcher vor, müsste der Nachweis erbracht werden, dass dieser mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch die Berufsausübung verursacht worden sei. Dafür würden derzeit jedoch keine Hinweise gesehen. Aus den Berichten über die weitere Behandlung durch Dr. H.________ geht Folgendes hervor: Im Bericht vom 18. Januar 2019 vermochte Dr. H.________ nach wie vor bloss eine Verdachtsdiagnose (Asthma bronchiale) zu stellen. Sie hielt fest, zur Objektivierung der Beschwerden, die weiterhin zur Krankschreibung führten, erfolge eine Spiroergometrie. Demnach beruhte die Krankschreibung bei mangelnder Objektivierung der Beschwerden weiterhin bloss auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers. Die am 22. Februar 2019 durchgeführte Spiroergometrie offenbarte schliesslich eine altersentsprechende Leistungsfähigkeit. Dr. H.________ ging von einer leichten atemmechanischen Limitierung aus, obwohl sich die nach Belastung durchgeführten Spirometrien gemäss ihrer eigenen Einschätzung kooperationsbedingt als nicht genügend aussagekräftig erwiesen. Deshalb erachtete die Vorinstanz eine atemmechanische Limitierung angesichts der ungenügenden Kooperation und damit fehlenden Aussagekraft der Testung für damit nicht nachgewiesen, was auch die gestützt darauf von Dr. H.________ gestellte Diagnose eines Asthma bronchiale in Frage stelle. Schliesslich attestierte Dr. H.________ im Bericht vom 26. Februar 2019 an Dr. F.________ dem Beschwerdeführer angesichts der altersentsprechenden Leistungsfähigkeit in der Spiroergometrie aus pneumologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Sie führte die Atembeschwerden in erster Linie auf die Dekonditionierung des Beschwerdeführers nach Verzicht auf Sport seit Sommer 2018 zurück und zog nunmehr eine funktionelle Komponente in Erwägung.