Citation: 2A.502/1999 08.02.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer 1 wurde im Zeitraum von September 1995 bis August 1997 vier Mal strafrechtlich verurteilt. Das schwerste Delikt, den Raubüberfall auf eine Bank, beging er am 7. Mai 1996, somit vor Ablauf der am 20. März 1997 im Zusammenhang mit der Niederlassungsbewilligung erheblichen fünfjährigen Frist seit dem Eheschluss am 20. März 1992. Wegen ordnungswidrigen Verhaltens des Beschwerdeführers 1 ist damit der Anspruch auf Niederlassungsbewilligung weggefallen. b) Der Beschwerdeführer 1 erfüllt aber auch den Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG: Er wurde vom Kantonsgericht Nidwalden wegen qualifizierten Raubes und Betruges - und damit wegen Verbrechen - zu 36 Monaten Zuchthaus gerichtlich verurteilt. Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabwägung sind die vom Strafrichter verhängten Strafen. Bei einem mit einer Schweizerin verheirateten Ausländer, der erstmals um eine Bewilligung ersucht oder nach bloss kurzer Aufenthaltsdauer die Bewilligung erneuern lassen will, geht die Rechtsprechung davon aus, dass die Grenze, von der an in der Regel auch dann keine Bewilligung mehr erteilt wird, wenn der Ehefrau die Ausreise aus der Schweiz unzumutbar oder nur schwer zumutbar ist, bei zwei Jahren Freiheitsstrafe liegt (BGE 120 Ib 6 E. 4b S. 14 mit Hinweis). Entscheidend sind aber in jedem Fall die sich gegenüberstehenden öffentlichen und privaten Interessen. c) Die Beschwerdeführer bestreiten die Zumutbar- keit der Ausreise für die Beschwerdeführerin 2 in das Herkunftsland des Beschwerdeführers 1. In der Tat spricht wohl einiges dafür, dass eine solche Ausreise nicht einfach und mit etlichen Schwierigkeiten verbunden wäre. Ob sie geradezu unzumutbar oder auch nur schwer zumutbar wäre, kann jedoch dahingestellt bleiben. Die ausgesprochene Strafe von 36 Monaten Zuchthaus liegt deutlich über den von der Praxis als Richtschnur bei Unzumutbarkeit der Ausreise für den Ehepartner erachteten zwei Jahren Freiheitsstrafe. Zwar lässt sich zugunsten der Beschwerdeführer berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer 1 seit rund neun Jahren in der Schweiz aufhält. Bereits nach ungefähr fünf Jahren ist er aber erstmals straffällig geworden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer sind die ersten Straftaten in den Jahren 1994-1995 nicht unwesentlich, auch wenn es sich um kleinere Delikte, unter anderem Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz, handelte, wobei immerhin einmal auch eine bedingte mehrtägige Gefängnisstrafe ausgesprochen worden war. Für sich allein haben diese Delikte freilich zu keinen fremdenpolizeilichen Folgen geführt. Entscheidend ist hingegen das schwere Verschulden, das mit dem bewaffneten Banküberfall von 1996 verbunden ist. Dieses Gewaltdelikt wiegt auch ausländerrechtlich sehr schwer. Die Vorinstanz hat dazu zutreffend ausgeführt, dass der Beschwerdeführer 1, auch wenn ein Rückfallrisiko aus strafrechtlicher Sicht als nicht allzu gross eingeschätzt wird, fremdenpolizeilich ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern sich seine hiesige Lage bleibend und massgeblich stabilisiert haben sollte. Im Übrigen hindert der Verzicht auf eine strafrechtliche Landesverweisung die Fremdenpolizeibehörden nicht, weitergehendere Massnahmen gegen den Ausländer zu ergreifen (vgl. BGE 124 II 289 E. 3a S. 291 mit Hinweisen). Aus fremdenpolizeilicher Sicht steht nämlich das Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Vordergrund (BGE 120 Ib 129 E. 5b S. 132; 114 Ib 1 E. 3a S. 4). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer gibt der vorliegende Fall keinen Anlass, diese Rechtsprechung zu ändern; das gilt umso mehr, als der Gesetzgeber zurzeit gerade die Abschaffung der strafrechtlichen Landesverweisung und damit den Wegfall des Dualismus von Landesverweisung und ausländerrechtlichen Entfernungsmassnahmen prüft (vgl. BBl 1999 2101 f.). d) Der Beschwerdeführer 1 hat den grössten Teil seines Lebens in seiner Heimat verbracht. Erst im Alter von 30 Jahren gelangte er in die Schweiz. Sein ordnungsgemässer hiesiger Aufenthalt beschränkt sich demgegenüber auf rund fünf Jahre. Dem Beschwerdeführer 1 ist somit eine Ausreise und Rückkehr in seine Heimat - auch unter Berücksichtigung der dortigen politischen und tatsächlichen Verhältnisse - zumutbar. Es trifft zwar zu, wie die Beschwerdeführer geltend machen, dass die Beschwerdeführerin 2 bei der Heirat nicht damit rechnen musste, ihr Ehemann werde straffällig. Das genügt aber selbst dann, wenn eine Ausreise für die Ehefrau und allenfalls das gemeinsame Kind als unzumutbar erachtet wird, nicht, um die öffentlichen Sicherheitsinteressen, ihrem Ehemann die Anwesenheit nicht mehr zu bewilligen, zu überwiegen. e) Der angefochtene Entscheid verletzt damit Bundesrecht nicht.