Citation: 7B_792/2023 E. 2.9.1

2.9.1. Das Gericht zieht Akten anderer Verfahren bei, wenn dies für den Nachweis des Sachverhalts oder die Beurteilung der beschuldigten Person erforderlich ist (Art. 194 Abs. 1 StPO). Bei den beizuziehenden Akten kann es sich insbesondere um solche aus einem Strafverfahren gegen einen anderen Beschuldigten handeln (ANDREAS DONATSCH, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, a.a.O., N. 3 zu Art. 194 StPO). Im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 6 Abs. 1 StPO) ist das Gericht bei gegebenen Voraussetzungen zum Aktenbeizug verpflichtet (vgl. Urteil 7B_295/2023 vom 16. Februar 2024 E. 4.4.5 mit Hinweis). Kann das Gericht den relevanten Sachverhalt mithilfe der bereits vorhandenen Beweismittel hinreichend feststellen, darf es auf den Beizug weiterer Akten verzichten. Bestehen im Einzelfall Zweifel über die Notwendigkeit des Beizugs der fraglichen Akten, ist gestützt auf die Kriterien betreffend die antizipierte Beweiswürdigung zu entscheiden. Danach kann auf den Beizug der Akten verzichtet werden, wenn die Strafbehörde aufgrund bereits abgenommener Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und annehmen kann, diese werde durch we itere Beweiserhebungen nicht geändert (vgl. BGE 147 IV 534 E. 2.5.1; Urteil 7B_205/2022 vom 25. Oktober 2023 E. 3.3.3; je mit Hinweisen). Die Rüge unzulässiger antizipierter Beweiswürdigung prüft das Bundesgeric ht nach Art. 97 Abs. 1 BGG als Tatf rage nur unter dem Aspekt der W illkür (BGE 147 IV 534 E. 2.5.1; Urteil 7B_205/2022 vom 25. Oktober 2023 E. 3.3.4; je mit Hinweisen). Die sbezüglich gelten für die beschwerd eführende Partei qualifizierte Begründungsanforderungen (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG).