Citation: 9C_463/2016 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführerin ist indes insoweit beizupflichten, als sich die Frage nach ihrer eigenen Gutgläubigkeit für den Zeitraum nach Juni 2013 in verändertem Lichte präsentiert. Indem das kantonale Gericht pauschal festhielt, "die Beiständin (resp. die Beschwerdeführerin) [habe] ihre Kontrollpflicht verletzt", unterliess sie eine sich geradezu gebieterisch aufdrängende Differenzierung zwischen den beiden hier im Brennpunkt stehenden Personen. Die implizite Gleichsetzung des Verhaltens von Berufsbeiständin und Versicherten ohne nähere Begründung widerspricht der erwähnten Rechtsprechung, wonach sich das Mass der erforderlichen Sorgfalt zwar nach einem objektiven Massstab bestimmt, das den Betroffenen in ihrer Subjektivität Mögliche und Zumutbare aber dennoch nicht ausgeblendet werden darf (E. 2.1 hievor). Die unbesehene Gleichstellung ist sachlich unhaltbar und verletzt Bundesrecht. Dies zeigt sich auch im (einzigen!) vorinstanzlichen Vorhalt, "die Beiständin (resp. die Beschwerdeführerin) [hätte] die wegen den Taggeldern angepasste EL-Verfügung vom 8. Oktober 2012 bzw. die dazugehörigen Berechnungsblätter" kontrollieren sollen. Sämtliche EL-Verfügungen bis und mit derjenigen vom 8. Juli 2013 waren an die frühere Beiständin B.________ adressiert, und es bestehen keinerlei Anhaltspunkte, wonach die Versicherte die Verwaltungsakte je zu Gesicht bekommen hätte. Erlassrechtlich spielt dies insofern keine Rolle, als ihr die ungenügende Kontrolle der EL-Berechnungsblätter und daraus abgeleitet die fehlende Gutgläubigkeit der Beiständin angerechnet werden. Diese Zurechnung fremden Verhaltens fand allerdings mit der Aufhebung der altrechtlichen Beistandschaft und der Entlassung der seinerzeitigen Beiständin aus ihrem Amt per 12. Juni 2013 ihr Ende. Zu prüfen ist demnach, ob sich die Beschwerdeführerin ab Juli 2013 beim unrechtmässigen EL-Bezug auf den guten Glauben berufen kann. Hinsichtlich dieses von der Vorinstanz nicht beurteilten rechtserheblichen Sachverhalts ist das Bundesgericht in seinen eigenen tatbeständlichen Feststellungen frei (BGE 138 V 74 E. 8.4.2 S. 84 in fine).