Citation: 9C_436/2016 E. 8.3

8.3. Im vorinstanzlichen Entscheid vom 9. November 2011 wurde, entgegen der Betrachtungsweise in der Beschwerde, auch zu diesem Punkt eingehend Stellung genommen. Konkrete erfolgversprechende Sanierungsbemühungen und -aussichten seien vorliegend, so die Vorinstanz, nicht ausgewiesen. Der Beschwerdeführer lege zwar mehrere Verträge ins Recht, welche einerseits die Finanzierung der Produktion gewährleisten und anderseits Abnahmeverträge für das Produkt garantieren sollten. Diese Verträge belegten allerdings nicht ein konkretes Sanierungskonzept, sondern es werde lediglich ausgeführt, wie viel Umsatz das Produkt zukünftig hätte generieren können, wenn es wie geplant auf den Markt gelangt wäre. Aus welchen Gründen letztendlich die Verträge nicht eingehalten worden seien, sei nicht bekannt und habe vom Beschwerdeführer auch anlässlich der mündlichen Gerichtsverhandlung nicht dargelegt werden können. Der Umstand, dass das Unternehmen nach dem Ausstieg des Hauptkreditgebers keine neuen Finanzierungsquellen habe erschliessen können, insbesondere auch sämtliche kontaktierten Banken Zurückhaltung gezeigt hätten, lasse eher darauf hindeuten, dass das Produkt noch nicht über die notwendige Marktreife verfügt habe und noch weitere risikobehaftete Investitionen angestanden wären. Bei einem angeblich bereits vertraglich geregelten Absatzvolumen von zehn Millionen Franken hätten sich üblicherweise entsprechende Geldgeber finden lassen. Die vom Beschwerdeführer bezüglich der finanziellen Situation der Gesellschaft eingereichten Buchhaltungsauszüge ergäben denn auch keine ausreichenden Anhaltspunkte für realistische Sanierungschancen. Mit der provisorischen Bilanz per 30. Juni 2008 gelinge es dem Beschwerdeführer nicht darzutun, dass begründete Hoffnung auf eine nachhaltige Sanierung bestanden hätte. So deuteten zu 100 % wertberichtigte Debitoren aus Lieferungen auf eher schwierige Kundenbeziehungen hin. Auch hätten offenbar Verlustvorträge von rund Fr. 2'300'000.- bei angeblich freien Reserven von Fr. 2'700'000.- vorgelegen. Schliesslich falle ein aktivierter Aufwand an Projekten in der Höhe von rund Fr. 2'400'000.- auf. Ob es sich dabei um ein Aktivum handle, sei wohl bereits damals fraglich gewesen, zumal rund Fr. 650'000.- bereits wieder wertberichtigt worden seien. Vor allem fehlten revidierte Zahlenwerte. Zusammenfassend sei somit davon auszugehen, dass bei dieser Ausgangslage - namentlich sei noch nicht einmal die Finanzierung einer ersten Produktionsserie gewährleistet gewesen - nicht ernsthaft habe darauf vertraut werden können, dass die B.________ AG der Beschwerdegegnerin die geschuldeten Beiträge innert nützlicher Frist hätte leisten können. Sodann sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage aufzuzeigen, welche Forderungen an Stelle der ausstehenden Beiträge beglichen worden seien, um das Unternehmen vor dem Konkurs zu bewahren. Ein haftungsausschliessender Rechtfertigungsgrund sei deshalb insgesamt zu verneinen.