Citation: 2A.372/2004 30.06.2004 E. 3

3.1 Der Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung nach Art. 7 Abs. 1 ANAG steht unter dem Vorbehalt, dass die Ehe nicht zum Schein als reine Ausländerrechtsehe eingegangen worden ist (vgl. Art. 7 Abs. 2 ANAG) oder sich die Berufung auf die Ehe nicht sonst wie als rechtsmissbräuchlich erweist (vgl. BGE 128 II 145 E. 2.1 S. 151). Für die Annahme von Rechtsmissbrauch sind klare Hinweise erforderlich, dass die Führung einer Lebensgemeinschaft nicht mehr beabsichtigt und nicht mehr zu erwarten ist, was oft bloss durch Indizien belegt werden kann (vgl. BGE 128 II 145 E. 2.2 und 2.3 S. 151 f.). 3.2 Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der als richterliche Behörde entscheidenden Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 2 OG und BGE 128 II 145 E. 1.2.1 S. 150) hat sich die Beschwerdeführerin drei Monate, nachdem sie ihren späteren Ehemann kennen gelernt hatte, am Tag, an dem ihre Aufenthaltsbewilligung ablief, mit diesem verheiratet. Die Ehegatten lebten nie zusammen und unterhielten keine intimen Beziehungen. Die Ehe wurde am 13. November 2003 erstinstanzlich geschieden. Das Urteil ist jedoch wegen einer beim Kantonsgericht des Kantons Freiburg hängigen Beschwerde noch nicht rechtskräftig, wobei sich die Beschwerdeführerin gegen die Scheidung wehrt. Der Ehemann schliesst eine Aufnahme der ehelichen Gemeinschaft kategorisch aus, und die Beschwerdeführerin bemüht sich nicht besonders darum. Selbst wenn für ihre religiösen Vorbehalte ein gewisses Verständnis aufgebracht wird, erscheint die Aufnahme des Ehelebens realistischerweise als ausgeschlossen. Was die Beschwerdeführerin dagegen in ihrer Beschwerdeschrift an das Bundesgericht vorbringt, ist nicht geeignet, die Beurteilung der Vorinstanz, sie halte rechtsmissbräuchlich an ihrer nie gelebten Ehe fest, als bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. Damit kann offen bleiben, ob das Eheleben nicht sogar von Beginn an gar nie bezweckt war, ob mithin eine eigentliche Scheinehe vorliege. 3.3 Bei dem dem Bundesgericht von der Beschwerdeführerin eingereichten ärztlichen Zeugnis handelt es sich um ein unzulässiges neues Beweismittel (vgl. BGE 128 II 145 E. 1.2.1 S. 150). Im Übrigen belegt es ohnehin nur gesundheitliche Probleme, die allenfalls auch im Zusammenhang mit der Ehe- bzw. Scheidungssituation stehen; es vermag aber keinen Beweis dafür zu erbringen, dass sich die Beschwerdeführerin ernsthaft und mit der realistischen Aussicht auf eine Aufnahme des Ehelebens auf ihre Ehe beruft.