Citation: 5A_734/2022 E. 5.3

5.3. Mit diesen Aussagen setzt der Ehemann die im Eheschutzverfahren geäusserte Präferenz gegenüber der Mutter mit der nunmehr geäusserten Neutralität bezüglich Wohnungszuweisung gleich, obwohl es sich um zwei verschiedene Dinge handelt; damit lässt sich keine Willkür in der Rechtsanwendung darlegen: Das Obergericht ist im vorliegend angefochtenen Urteil von den seinerzeitigen Aussagen bei der Kindesanhörung ausgegangen, wonach C.________, müsste er sich für einen Elternteil entscheiden, lieber mit der Mutter wohnen würde, da sie mehr anwesend sei und mehr Zeit mit ihm verbringe, während der Vater immer sehr beschäftigt sei und eine Freundin habe, mit der er (C.________) nicht zusammenleben möchte (wiedergegeben im damaligen Berufungsurteil S. 27). Dass sich aus dem Schreiben von C.________ irgendeine Relativierung dieser Präferenz ergeben würde, bringt der Ehemann selbst nicht vor (bzw. einzig durch die wie gesagt falsche Gleichsetzung mit der Wohnungszuweisung). C.________ konnte nicht verborgen bleiben, dass der Vater die im Eheschutzverfahren erfolgte Wohnungszuweisung nicht akzeptieren konnte, sondern die Rechtsstreitigkeit weiterführte. Offenkundig vor diesem Hintergrund ist nach den Aussagen des Obergerichtes die Aussage in seinem Schreiben zu sehen, wonach er "bezüglich der Nutzungsfrage der Liegenschaft... neutral" sei. Inwiefern die vom Obergericht gezogene Schlussfolgerung, diese Aussage scheine auf eine Distanzierung vom elterlichen Konflikt schliessen zu lassen, willkürlich sein soll, lässt sich nicht ausmachen, umso weniger als die Haltung von C.________ derjenigen entspricht, die von einem Kind, auch wenn es nunmehr volljährig geworden ist, zu erwarten ist, wenn es beide Elternteile gerne hat und weiterhin mit beiden gut auskommen will. Der obergerichtlichen Interpretation des Schreibens von C.________ haftet m.a.W. nichts Willkürliches an. Ebenso wenig lässt sich in Bezug auf die Folgerungen im Zusammenhang mit (der Glaubhaftmachung von) veränderten Verhältnissen als Voraussetzung eines Abänderungsgrundes Willkür ausmachen. Vorab kann die Erklärung von C.________, betreffend Zuweisung der Wohnung "neutral" zu sein, keinen Grund für eine nachträglich abändernde Zuweisung an den Ehemann schaffen. Das scheint dieser selbst auch so zu sehen: Obwohl es sich um das Eventualbegehren handelt, hält er in der Begründung fest, die Sache sei primär zur Prüfung der weiteren Kriterien an die kantonalen Instanzen zurückzuweisen. Damit übergeht er aber (bzw. behauptet er unzutreffend das Gegenteil), dass im seinerzeitigen Berufungsurteil diese weiteren Kriterien erörtert worden sind (vgl. damaliges Berufungsurteil S. 27 ff.), was das Obergericht im vorliegend angefochtenen Urteil denn auch festhält. Das Schreiben von C.________, welches diese weiteren Kriterien nicht ansatzweise anspricht, kann kein Anlass sein, die betreffende Thematik erneut aufzurollen, und es liegt weder Willkür noch eine Gehörsverweigerung vor, wenn sich das Obergericht explizit geweigert hat, sich auf eine erneute diesbezügliche Diskussion einzulassen.