Citation: 6B_790/2021 E. 1.6.3

1.6.3. Die Gerichte sind zwar nicht gehalten, sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderzusetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich zu widerlegen, sondern können sich, wie erwähnt, auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 146 II 335 E. 5.1 sowie E. 1.4.3 oben). Auch steht es ihnen zu, in antizipierter Beweiswürdigung auf Beweisabnahmen zu verzichten (vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1.3; 141 I 60 E. 3.3; je mit Hinweisen). In Anbetracht der im zu beurteilenden Fall bestehenden Unklarheit hinsichtlich des Tatwerkzeugs und des Deliktsguts und damit der Täterschaft überhaupt erweisen sich indes ebenfalls die Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend die Tatumstände am Samstagmorgen sowie die von ihm beantragten Einvernahmen weiterer Personen nicht als von vornherein irrelevant; diese können bei der gegebenen Beweislage jedenfalls nicht einzig damit abgetan werden, sie vermöchten an einem bereits feststehenden Sachverhalt nichts zu ändern, wie dies die vorinstanzliche Begründung impliziert. Ohne dass sich bezüglich Tatwerkzeug und Deliktsgut weitere Erkenntnisse einstellen, kann daher auch nicht leichthin gesagt werden, die beantragten Einvernahmen weiterer Personen seien nicht zielführend. Vielmehr können sich diese allenfalls als (einzige) weitere Beweismittel erweisen, denen sich zusätzliche Hinweise entnehmen lassen. Auch insoweit stellt sich die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung als unvollständig und damit willkürlich dar und kommt die Vorinstanz ihrer Untersuchungspflicht nicht hinreichend nach. Der angefochtene Entscheid wird ebenfalls in diesem weiteren Punkt den Begründungsanforderungen und dem Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör nicht gerecht.