Citation: 9C_438/2009 26.03.2010 E. 3.3

3.3.1 Die Expertise des Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, vom 21. Oktober 2002 führt u.a. die Diagnose eines chronischen lumboradikulären Syndroms an. Als Teilursache der lumbalen Rückenbeschwerden erkannte Dr. med. M.________ degenerative Veränderungen an der unteren LWS, wobei das Schmerzbild der chronifizierten Kreuzschmerzen kaum mehr moduliert oder beeinflusst werden könne. Die Haltung des Versicherten sei passiv-resignativ, und es fehlten aktive Bewältigungsstrategien. Demgegenüber stellte der behandelnde Arzt, Dr. med. R.________, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, als Ursache der Rückenbeschwerden eine Facettenarthrose L4/5 fest und erwähnte eine teilweise schmerzbedingte Schonung der Rückenmuskulatur, woraus sich eine Dekonditionierungsproblematik gebildet habe (Bericht vom 7. September 2001). Am 11. Oktober 2002 hielt Dr. med. R.________ für die IV-Stelle fest, eine nicht rückenbelastende Tätigkeit sei während etwa zwei Mal zwei Stunden am Tag zumutbar, wobei der Patient nicht mehr sinnvoll in den Arbeitsprozess eingegliedert werden könne; psychisch sei er auf eine Rente fixiert. 3.3.2 Vorab lässt sich weder dem Gutachten des Dr. med. M.________ noch den Einschätzungen des Dr. med. R.________ entnehmen, dass die lumbalen Rückenbeschwerden allein auf eine Dekonditionierung zurückzuführen seien. Dr. med. R.________ erklärte die Dekonditionierung als Folge der Rückenschmerzen, welche er im Wesentlichen auf eine Facettengelenksarthrose L4/5 zurückführte. Dr. med. M.________ nannte zwar eine Dekonditionierung, er wies aber auf degenerative Befunde hin, welche die Schmerzen teilweise erklärten. Weder nach der einen noch der anderen Einschätzung liegen ausschliesslich dekonditionsbedingte Beschwerden vor, weshalb der vorinstanzliche Schluss auf das Fehlen eines leistungsbegründenden Gesundheitsschadens für den Zeitpunkt der ersten Rentenprüfung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG offensichtlich unrichtig ist. Denn eine organische Teilursächlichkeit der Beschwerden bejahen beide Ärzte. 3.3.3 Darüber hinaus verneinte Dr. med. M.________ grundsätzlich die Beeinflussbarkeit des Beschwerdebildes, wogegen er mit Blick auf die Dekonditionierung ein langsames Heranführen des Versicherten an den Arbeitsprozess empfahl. Dr. med. R.________ äusserte sich dazu nicht näher; er erwähnt, als Folge der Chronifizierung, eine psychische Fixierung auf eine Rente. Selbst wenn eine Dekonditionierung - neben dem organischen Befund - wesentlich mitbestimmend gewesen sein sollte, weichen die ärztlichen Beurteilungen über deren Bedeutung nur in dem Sinne voneinander ab, als Dr. med. M.________ einer langsamen Einarbeitungsphase das Wort redete, Dr. med. R.________ jedoch mit dem Hinweis auf eine erfolglose Physiotherapie weder weitere medizinische Behandlungen noch Massnahmen in beruflicher Hinsicht in Betracht zog. Entsprechend ist diesem Aspekt von der verfügenden IV-Stelle keine entscheiderhebliche Bedeutung beigemessen worden, sondern es gaben allein die uneinheitlichen Zumutbarkeitsschätzungen zu Diskussionen Anlass. Im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens und nach freier Würdigung der Beweise (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; Urteil 9C_49/2008 vom 28. Juli 2008 E. 4.2, publ. in: FamPra.ch 2010 S. 134) folgte die Verwaltung Dr. med. M.________ in der Einschätzung eines zumutbaren Arbeitspensums von 50 %. Hingegen schloss sie sich Dr. med. R.________ an, soweit dieser eine nicht rückenbelastende - mithin leichte wechselbelastende - Beschäftigung als dem Leiden angepasst erklärte. Allein der Umstand, dass aufgrund der Expertise des Instituts X.________ vom 26. März 2008 mit Bezug auf die Bedeutung eines zumutbaren Körpertrainings für das Beschwerdebild nunmehr anderes gilt als noch von den Dres. med. M.________ und R.________ seinerzeit angenommen, macht den Einspracheentscheid vom 21. November 2003 im wiedererwägungsrechtlichen Sinn nicht zweifellos unrichtig, zumal sich die zweifellose Unrichtigkeit nach der Aktenlage im Verfügungszeitpunkt richtet und diese nichts mit Bezug auf eine massgebliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit durch ein Training und eine medikamentöse Behandlung enthielt (vgl. E. 2.2 hievor). 3.3.4 Nach Gesagtem sind die Voraussetzungen für eine wiedererwägungsweise Aufhebung des Einspracheentscheides vom 21. November 2003 nicht gegeben, weshalb die Beschwerde im Rentenpunkt begründet ist.