Citation: 6B_1123/2022 E. 4.2.4

4.2.4. Es ist weder dargetan noch ersichtlich, dass die Vorinstanz die Voraussetzungen für die Anordnung der Verwahrung nach Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB zu Unrecht bejaht hat. Sie setzt sich mit der Sache eingehend unter jedem Titel auseinander. Auf ihre Erwägungen kann umfassend verwiesen werden (Urteil S. 32 ff.). Eine Katalogtat liegt vor. Ferner ist das Kriterium einer unmittelbar deliktsrelevanten psychischen Störung von erheblicher Schwere im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB, an der die Beschwerdeführerin nach wie vor leidet, zu bejahen. Sämtliche Gutachten diagnostizieren übereinstimmend eine anhaltend wahnhafte Störung (vgl. Urteil S. 27). Auch ergibt sich aus dem aktuellen Gutachten, dass es sich dabei um eine chronifizierte, langandauernde und anhaltende Störung von erheblicher Schwere handelt (vgl. kantonale Akten, Gutachten vom 17. September 2019 S. 80, 82, 90). Damit ist die rechtliche Relevanz der medizinischen Diagnose zu bejahen (vgl. hierzu Urteil 6B_1067/2020 vom 5. Mai 2021 E. 1.2 mit Hinweisen). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gestützt auf die überzeugenden gutachterlichen Ausführungen von einem hohen Rückfallrisiko sowohl für weitere Schriftenwechsel mit drohendem und nötigendem Inhalt als auch für weitere Gewaltdelikte ausgeht (Urteil S. 16 und 33; kantonale Akten, Gutachten vom 17. September 2019 S. 85 f., 90). Ebenso wenig ist zu kritisieren, dass die Vorinstanz die Behandlungsbedürftigkeit der Beschwerdeführerin bejaht, jedoch in Würdigung der gutachterlichen Ausführungen zur fehlenden Krankheitseinsicht, der fehlenden Behandlungsmotivation und der seit Jahrzehnten bestehenden schweren Erkrankung zum Schluss gelangt, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre keine durchgreifende Behandlungserfolge erzielt werden können, und damit das Bestehen einer hinreichenden Wahrscheinlichkeit, dass durch eine stationäre therapeutische Massnahme über die Dauer von fünf Jahren die Gefahr von weiteren mit der psychischen Störung in Zusammenhang stehenden Straftaten im Sinne von Art. 64 StGB deutlich verringert wird, verneint (vgl. Urteil S. 32 f.; kantonale Akten, Gutachten vom 17. September 2019 S. 86 ff., 91 f.; kantonale Akten, Protokoll der Verhandlung vom 10. und 11. August 2020, S. 15, 17). Neben der Geeignetheit und Erforderlichkeit ist auch die Verhältnismässigkeit im engeren Sinne zu bejahen. Ein Abwägen der Gefährlichkeit der Beschwerdeführerin und des Anliegens der Öffentlichkeit am Schutz vor Gewaltdelikten einerseits mit dem Freiheitsanspruch der Beschwerdeführerin andererseits führt zum Schluss, dass das öffentliche Interesse nach Sicherheit stärker zu gewichten ist. Damit erweist sich die Verwahrung insgesamt als verhältnismässig. Zusammenfassend verletzt die Vorinstanz kein Recht, indem sie feststellt, dass die Beschwerdeführerin die Tatbestandsmerkmale des Mordes in rechtswidriger Weise erfüllt hat, diesbezüglich aber wegen Schuldunfähigkeit nicht strafbar ist, und die Verwahrung anordnet.