Citation: 2A.33/2006 18.05.2006 E. 3

3.1 Die dem angefochtenen Urteil zugrunde liegende Annahme, die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers sei durch Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen worden und daher mit dem Widerrufsgrund von Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG behaftet, wird in der Beschwerdeschrift zu Recht nicht Frage gestellt: Der Beschwerdeführer kam im Sommer 1999 kurz vor der Vollendung seines 18. Lebensjahres auf Ersuchen seines Vaters im Rahmen des Familiennachzuges in die Schweiz. Gemäss den - nach Massgabe von Art. 105 Abs. 2 OG für das Bundesgericht verbindlichen - Feststellungen der Vorinstanz waren der Beschwerdeführer und seine Freundin aber zumindest seit November 1998 zusammen, führten eine feste Beziehung und zeugten im April 1999 ein Kind. Nachdem der Beschwerdeführer und seine Partnerin nach dem Gesagten schon vor der Erteilung der Niederlassungsbewilligung ein festes Paar bildeten (und sogar gefälschte Urkunden über eine stattgefundene Eheschliessung vorlagen), hätten die schweizerischen Fremdenpolizeibehörden auf diese relevante Tatsache hingewiesen werden müssen. Bei einem kurz vor der Volljährigkeit stehenden "Kind", das bereits in einer eheähnlichen Beziehung lebt und damit faktisch nicht mehr zur elterlichen Familie gehört, dient die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung nicht mehr der Ermöglichung des Zusammenlebens in der elterlichen Familie, weshalb die Anrufung von Art. 17 Abs. 2 ANAG einen Rechtsmissbrauch darstellen kann (vgl. BGE 129 II 11 E. 3.1.2 S. 14; 126 II 329 E. 3b S. 333). Die Bejahung des Widerrufsgrundes von Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG rechtfertigt sich vorliegend umso eher, als die Beteiligten die Fremdenpolizeibehörden mit gefälschten Ausweisen (Urkunden betreffend Eheschliessung) zu täuschen versuchten. Der Beschwerdeführer muss sich dabei das Wissen und Verhalten seines Vaters anrechnen lassen (Urteile 2A.35/1999 vom 12. Mai 1999, E. 2c, 2A.311/1999 vom 26. November 1999, E. 3b, BGE 112 Ib 473 E. 3d S. 477). 3.2 Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes führt nicht zwingend dazu, dass die Niederlassungsbewilligung auch zu widerrufen ist. Vielmehr ist den besonderen Gegebenheiten eines Falles Rechnung zu tragen, wobei den Fremdenpolizeibehörden ein gewisser Ermessensspielraum zusteht (BGE 112 Ib 473 E. 4 und 5 S. 477 ff.) Es kann vorliegend einzig noch darum gehen, ob der verfügte Widerruf gemäss der erwähnten Rechtsprechung verhältnismässig ist. In der Beschwerdeschrift wird dies unter Hinweis auf die Garantien des Familien- und Privatlebens gemäss Art. 8 EMRK bestritten. Soweit der angefochtene Entscheid zur Folge hat, dass der Beschwerdeführer die Schweiz zusammen mit seiner Partnerin und seinen beiden Kindern zu verlassen hat - was im jetzigen Zeitpunkt noch nicht definitiv feststeht (vgl. E. 1.3) - , liegt keine die "Familie" trennende behördliche Massnahme vor, welche insoweit gegen Art. 8 EMRK verstossen könnte (vgl. BGE 126 II 377 E. 2b/cc S. 383). Zum vornherein unbehelflich ist aber auch die Anrufung der - in Art. 8 EMRK mitenthaltenen - Garantie der Achtung des Privatlebens. Weder der Beschwerdeführer noch seine Partnerin und die beiden Kinder erfüllen die strengen Voraussetzungen, unter denen nach der bundesgerichtlichen Praxis unter diesem Titel ein selbständiges Anwesenheitsrecht in der Schweiz entstehen könnte (vgl. dazu BGE 126 II 377 E. 2c S. 384 ff. mit Hinweisen). Nach den tatsächlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts lebt der Beschwerdeführer seit über sechs Jahren in der Schweiz, hat die deutsche Sprache gelernt und ist erwerbstätig. Im Heimatland leben aber noch die Eltern und auch Geschwister seiner Partnerin. Mit Blick auf diese Umstände und unter Berücksichtigung des strafrechtlich relevanten Verhaltens des Beschwerdeführers (Delikte im Strassenverkehr, Vergehen gegen das ANAG, vgl. E. 5 des angefochtenen Entscheides) durfte das Verwaltungsgericht die Verhältnismässigkeit des verfügten Widerrufs der Niederlassungsbewilligung - einschliesslich der für den Beschwerdeführer und seine "Familie" damit allenfalls verbundenen Pflicht zur Rückreise in den Kosovo - ohne Verletzung von Bundesrecht bejahen.