Citation: 9C_5/2014 E. 4.1.4

4.1.4. Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn ["Flucht in die Krankheit"]) wurde von der Gerichtsgutachterin bejaht. Sie begründete dies damit, die innerpsychische dysfunktionale Kompromissbildung sei auch auf Kosten des Bestehens der hoch idealisierten Ehe beibehalten worden, was auf dem Boden der rigiden Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdegegners zu erklären sei (Gutachten S. 53 ff.). So habe der Beschwerdegegner eine geringe Bereitschaft zu Kompromissen bezüglich beruflicher Alternativen, der Rollenerwartungen oder des Selbstbilds gezeigt (Gutachten S. 48). Während das kantonale Gericht sich nicht näher mit diesem Kriterium auseinandersetzte, macht die Beschwerdeführerin u.a. geltend, es sei nicht ersichtlich, dass verdrängte psychische Probleme die körperlichen Symptome verstärkten und dass beim Wegfall der Verdrängung mit dem Auftreten einer schweren psychischen Störung zu rechnen wäre. Wie es sich damit verhält, kann letztlich offen bleiben, weil das Kriterium - auch gemäss den Ausführungen der Gutachterin - zumindest nicht als derart intensiv erfüllt und ausgeprägt gelten kann, dass es, ohne dass weitere Kriterien erfüllt wären, den Schluss auf eine Invalidität zuliesse.