Citation: 1B_282/2015 E. 1

Der Beschluss des Obergerichts ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid über Rechtsverzögerung bei der Gewährung der amtlichen Verteidigung und von Akteneinsicht in einem Strafverfahren. Dagegen ist die Beschwerde in Strafsachen zulässig (Art. 78 Abs. 1 und Art. 80 BGG). Es handelt sich um einen selbstständig eröffneten Zwischenentscheid, der einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG; BGE 133 IV 335 E. 4 S. 338; 129 I 281 E. 1.1 S. 283 f.; je mit Hinweisen). Als Beschuldigte ist die Beschwerdeführerin zur Erhebung der Beschwerde befugt, sofern sie ein aktuelles und praktisches Interesse an ihrer Behandlung hat (Art. 81 Abs. 1 BGG). Die Staatsanwaltschaft hat es nicht grundsätzlich abgelehnt, über die Anträge der Beschwerdeführerin auf Einsetzung eines amtlichen Verteidigers und Akteneinsicht zu entscheiden, sondern nur, dies bereits im Stadium der polizeilichen Vorermittlungen zu tun; es geht somit um Rechtsverzögerung, nicht um Rechtsverweigerung. Dieses Stadium wurde mit der Eröffnung der Strafuntersuchung durch die Staatsanwaltschaft am 15. Juli 2015 beendet. Seither hat das Obergericht am 8. September 2015 den Anspruch der Beschwerdeführerin auf amtliche Verteidigung im Grundsatz - unter Vorbehalt ihrer Bedürftigkeit - bejaht. Nach den unbestrittenen Feststellungen im angefochtenen Entscheid hat sie bzw. ihr Vertreter in der Zwischenzeit Akteneinsicht erhalten. Des Weiteren wurde die Beschwerdeführerin vor der grundsätzlichen Bejahung ihres Anspruchs auf amtliche Verteidigung gemäss ihrer eigenen Darstellung in der Vernehmlassung vom 24. September 2015 noch nicht formell einvernommen, so dass sich die Befürchtung ihres Rechtsvertreters, vor einer allfälligen Einsetzung als amtlicher Rechtsbeistand an der Einvernahme der Beschuldigten teilnehmen und damit das Risiko tragen zu müssen, dass ihm der dafür erforderliche Aufwand weder von der bedürftigen Mandantin noch von der öffentlichen Hand ersetzt wird, nicht erfüllt hat. Da die Beschwerdeführerin nicht die absolute Verfahrensdauer als Rechtsverzögerung beanstandet, sondern nur die Weigerung der Staatsanwaltschaft, über ihre Anträge auf Einsetzung eines amtlichen Verteidigers und auf Akteneinsicht bereits im polizeilichen Vorermittlungsverfahren zu entscheiden, hat sie kein aktuelles Rechtsschutzinteresse an der Behandlung ihrer Beschwerde mehr. Darauf ist nicht einzutreten.