Citation: 5A_838/2019 E. 5.2.2

5.2.2. Baurechtsgeber und Baurechtsnehmer gehen eine jahrzehntelange Bindung ein. Mit der Zeit können sich die Grundlagen, anhand derer sich die Vertragsparteien auf einen Baurechtszins geeinigt haben, verändern. Daher sehen die Baurechtsverträge in der Regel einen Mechanismus vor, um den zum Vertragszeitpunkt festgelegten Baurechtszins während der Vertragsdauer geänderten Verhältnissen anzupassen. Dabei wird der Baurechtszins an einen oder mehrere Faktoren gekoppelt, die ganz oder nur teilweise berücksichtigt werden. Als solche kommen in der Praxis namentlich vor: Veränderung des Hypothekarzinssatzes (je nach Referenzbank), des hypothekarischen Referenzzinssatzes bei Mietverhältnissen, des Landesindexes der Konsumentenpreise, der Landpreise und/oder der Mietzinsen, allenfalls der Baukosten (vgl. BGE 85 I 276 Sachverhalt S. 277 [Anpassung des Baurechtszinses an den Hypothekarzinssatz sowie an Veränderungen des Bodenwerts]; 82 II 378 Sachverhalt S. 380 [Anpassung des Baurechtszinses an den Landesindex]; 52 II 27 Sachverhalt S. 28 [Anpassung des Baurechtszinses an den Hypothekarzins und die "jeweilige Grundsteuerschatzung"]; Müller, Der Baurechtszins und seine grundpfandrechtliche Sicherung, 1968, S. 10 f.). Diese Faktoren bzw. deren Entwicklung sind im Allgemeinen öffentlich und leicht zugänglich (<www.bwo.admin.ch> unter Mietrecht/Referenzzinssatz; <www.bfs. admin.ch> unter Statistiken finden/05-Preise/Konsumentenpreise; <www.zh.ch> unter Planen & Bauen/Raumplanung/Immobilienmarkt/ Bodenpreise [für den Kanton Zürich]; <www.bfs.admin.ch> unter Statistiken finden/05-Preise/Mieten/Mietpreisindex; <www.bfs.admin.ch> unter Statistiken finden/05-Preise/Baupreise/Baupreisindex [jeweils besucht am 15. Oktober 2020]).