Citation: 2C_504/2007 05.12.2007 E. 3

Das Bundesamt für Migration macht geltend, der Haftrichter habe die Gefahr eines Untertauchens der Betroffenen und die Verhältnismässigkeit der Haft zu Unrecht verneint. Seine Ausführungen überzeugen nicht: Die Beschwerdegegnerin hat die Schweiz den Aufforderungen der Behörden entsprechend jeweils verlassen, auch wenn sie sich dies nicht mit der offiziellen Ausreisemeldekarte bestätigen liess. Zwar erklärte sie wiederholt, nicht nach Bosnien-Herzegowina zurückkehren zu wollen, doch erscheint dies nachvollziehbar, nachdem in Frankreich noch ein Asylbeschwerdeverfahren hängig sein soll und ihr Partner dort lebt. Für die Behauptung, sie halte sich "in Wirklichkeit bereits längere Zeit widerrechtlich in der Schweiz" auf, finden sich in den Akten keinerlei konkrete Hinweise; es ist nicht ersichtlich, inwiefern der vom Haftrichter festgestellte Sachverhalt diesbezüglich offensichtlich falsch oder unvollständig ermittelt worden sein könnte (vgl. Art. 97 BGG). Bei den Hinweisen, welche nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung regelmässig auf eine Untertauchensgefahr schliessen lassen (vgl. BGE 130 II 56 E. 3.1 S. 58), handelt es sich um Indizien; diese entbinden die Behörden nicht davon, die Umstände im Einzelfall zu berücksichtigen, wie der Haftrichter dies hier zutreffend getan hat: Eine Schwangerschaft schliesst die Hafterstehungsfähigkeit nicht grundsätzlich aus, sie erschwert aber das Untertauchen und darf deshalb bei der Beurteilung des Haftgrunds bzw. der Verhältnismässigkeit der Zwangsmassnahme mitberücksichtigt werden, ohne dass dadurch Bundesrecht verletzt wird. Die Beschwerdegegnerin soll im sechsten Monat schwanger sein; die meisten Fluggesellschaften verweigern ab dem achten, teilweise jedoch bereits ab dem siebten Monat die Ausschaffung auf dem Luftweg, so dass die Betroffene kaum rechtzeitig nach Bosnien-Herzegowina hätte verbracht werden können (vgl. das Urteil 2A.328/2003 vom 22. Juli 2003, E. 2.3); das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden geht selber davon aus, dass die hierzu erforderlichen Vorkehren mindestens ein bis zwei Monate gedauert hätten. Die Beschwerde wäre deshalb auch in diesem Punkt abzuweisen gewesen.