Citation: 1C_183/2014 E. 3.3

3.3. Der Vorwurf wechselnder Begründungen erscheint unberechtigt: Von Anfang an wurden zwei Aspekte thematisiert, nämlich einerseits die Fruchtfolgeflächen und andererseits der Konflikt mit den nahegelegenen Wohnzonen: Im Beschluss des Gemeinderates vom 21. Dezember 2011 wurde sowohl auf die Bodenkartierung (FFF) als auch auf die Standortfrage verwiesen. Dabei wurde nicht nur die Möglichkeit der Fernwärmeversorgung durch die KVA, sondern auch die "Beeinträchtigung der dahinter liegenden Wohnquartiere durch Lärm, Erschütterungen und Geruch" thematisiert. Damit wurde die Frage aufgeworfen, ob die Parzelle aufgrund der nahegelegenen Wohnquartiere als Standort für eine Holzextraktionsanlage geeignet sei. Beide Begründungselemente finden sich auch im Einspracheentscheid der Gemeinde vom 14. Mai 2012, in dem einerseits auf das Problem der FFF und andererseits auf das Konfliktpotenzial zu den weiter westlich liegenden Wohngebieten hingewiesen wurde. Die Gemeinde ging davon aus, dass die Parzelle, die heute noch völlig industriefrei sei und von der restlichen Industriezone durch die Kantonsstrasse getrennt werde, künftig möglicherweise nicht mehr für diesen Nutzungszweck vorzusehen sei. In der Beschwerdeantwort der Gemeinde im Verfahren vor dem DBU vom 1. Oktober 2012 wurde dieser Begründungsansatz weitergeführt: Gerade das enorme Bauvorhaben der Beschwerdeführerin 2 habe ergeben, dass die Frage, ob Grundstück Nr. 904 in einer Industriezone mit ES IV gemäss der Lärmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41) verbleiben könne, dringend überprüft werden müsse. Unmittelbar angrenzend befinde sich eine Wohn-Gewerbezone und im Abstand von weniger als 100 m eine Wohnzone. In einer der Hauptwindrichtungen und in einem Umkreis von weniger als 1 km liege die Mehrheit der Wohnzonen von Bilten.