Citation: 1C_620/2023 E. 6.4

6.4. Den Beschwerdeführenden ist zuzustimmen, soweit sie geltend machen, § 24 aV PBG/ZG könnte aufgrund seines Wortlauts dahingehend verstanden werden, dass jedes Geschoss komplett, das heisst auch bergseitig, um 3 m horizontal versetzt sein müsste. Auf dem im Anhang zur BO Walchwil enthaltenen Terrassenhaus-Schema weist insbesondere die Darstellung der beiden untersten Geschosse, wo der Raum unterhalb des gewachsenen Terrains mit einer gestrichelten Linie dargestellt wird, ebenfalls auf eine solche Interpretation hin. Die weiteren Geschosse weisen jedoch keine Darstellung des Raums unterhalb des gewachsenen Terrains auf. Das Schema lässt insofern offen, ob eine bergseitige Versetzung zwingend wäre. Zudem spricht gegen die Auslegung der Beschwerdeführenden, dass die Distanzangabe für die Versetzung im Schema lediglich talseitig angegeben wird, nicht jedoch bergseitig. Letztlich kann das im Anhang der Bauordnung skizzenhaft dargestellte Schema ohnehin lediglich als Beispiel eines möglichen Terrassenhauses betrachtet werden. Daraus muss nicht zwingend geschlossen werden, ein Terrassenhaus habe exakt so auszusehen. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, ist ein Versetzen der Geschosse nur talseitig, wo die Geschosse in Erscheinung treten, erkennbar. Dass die Vorinstanz das Erscheinungsbild als zentralen Grund für das Erfordernis der Staffelung erachtet, ist nicht unhaltbar. Soweit die Beschwerdeführenden auf die Baugesetzgebung des Kantons Zürich mit deren Kommentierung verweisen und geltend machen, es handle sich nach diesen Regelungen um ein gewöhnliches Gebäude in Hanglage, kann ihnen nicht gefolgt werden. Diese Regelungen können nicht ohne Weiteres auf den Kanton Zug übertragen werden. Vor dem Hintergrund der beschränkten Kognition des Bundesgerichts bei der Anwendung und Auslegung kantonalen Rechts lässt sich insgesamt nicht erkennen, dass die Vorinstanz § 24 aV PBG/ZG oder § 34 BO Walchwil willkürlich ausgelegt hätte. Wie weiter vorne dargelegt wurde, reicht es für die Annahme von Willkür nicht aus, dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint (vgl. E. 2.2 hiervor). Es ist nicht offensichtlich unhaltbar, sondern vertretbar, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, für die Qualifizierung des streitgegenständlichen Gebäudes als Terrassenhaus müsse eine Versetzung von 3 m lediglich talseitig, nicht jedoch bergseitig eingehalten werden. Die Rüge der Beschwerdeführenden erweist sich somit als unbegründet.