Citation: 6B_1115/2022 E. 1.3.1

1.3.1. Der Beschwerdeführer vertrat bereits im Berufungsverfahren und ebenso vor der Erstinstanz die Ansicht, es habe sich höchstens um einen nicht besonders starken (ersten) Tritt gegen die Schulter des Opfers gehandelt. Die Vorinstanz verwirft diesen Einwand mit der Begründung, dass bereits die Erstinstanz dieses Vorbringen mit überzeugenden Argumenten widerlegt habe und sich insbesondere in der einschlägigen Videoaufnahme keine Bestätigung dafür finde. Sie weist ausserdem darauf hin, dass dem Beschwerdeführer eine versuchte schwere Körperverletzung vorgeworfen werde und der "punktgenaue Kontaktpunkt" der Tritte für die Beurteilung des subjektiven Sachverhalts in diesem Zusammenhang nicht von massgebender Bedeutung sei, sondern sich vielmehr als entscheidend erweise, dass der Beschwerdeführer sich in die Richtung des Kopfs des am Boden liegenden Opfers orientiert habe (vgl. angefochtenes Urteil E. III.3.1 f. S. 10 f.). Die Erstinstanz, auf welche die Vorinstanz verweist, hält hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung des gewaltsamen Einwirkens des Beschwerdeführers Folgendes fest: «Die Ausführungen der Verteidigung, wonach der Beschuldigte bei der Position des Opfers gar nicht in der Lage gewesen wäre, diesem einen "Kick" zu versetzen, der lediglich 60 Kilogramm schwere Beschuldigte [...] eigentlich gar nicht in der Lage gewesen [sei], jemanden aus dem Stand mit grosser Wucht zu treten[,] und es sich auf den Videoaufnahmen nicht um einen eigentlichen "Kick", sondern lediglich um einen nicht besonders heftigen bzw. relativ leichten, einzelnen, ziemlich unmotivierten Tritt mit weichen Turnschuhen an die Schulter handelte [...], sind unzutreffend, konstruiert und lebensfremd. Ein Blick auf die Videoaufnahmen zeigt das Gegenteil, nämlich ein kräftiges Stampfen gegen den am Boden aufliegenden Kopf des reglosen Opfers, unmittelbar gefolgt von einem etwas weniger kräftigen Tritt an den Kopf. Die Einwirkung des Beschuldigten gegen den ungeschützten Kopf des Opfers war dermassen stark, dass der Kopf ca. um 60 bis 90 Grad gedreht und auch der ganze Torso mitgedreht wurde. [...]» (erstinstanzliches Urteil E. III.5.4 S. 13).