Citation: 8C_439/2014 E. 4.1

4.1. Das kantonale Gericht erwog, die Formulare "Angaben der versicherten Person" für die Monate Januar bis März und Mai bis Juni 2012 seien unaufgefordert bei der Kasse eingegangen, nachdem diese der Beschwerdegegnerin aufgrund des Einspracheentscheids vom 23. April 2012 eine Leistungsrahmenfrist mit Beginn am 13. Januar 2012 eröffnet habe. Bezüglich der benötigten Angaben für den Monat April 2012 habe die Beschwerdeführerin die Versicherte mit Schreiben vom 6. Juni 2012 darauf hingewiesen, dass das Formular "Angaben der versicherten Person" noch fehle. Sofern sie dieses vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO nicht erhalten habe, solle sie beim RAV eine Kopie hiervon verlangen und ausgefüllt bis 20. Juni 2012 nachreichen. Dieser Aufforderung sei die Beschwerdeführerin umgehend nachgekommen. Es spreche nichts dagegen, dass sie ebenso prompt auf eine entsprechende Aufforderung für den Monat Juli 2012 reagiert hätte, welche jedoch nicht erfolgt sei. Die Beschwerdegegnerin habe sich nicht gleichgültig verhalten. So habe sie alle Kontrolltermine wahrgenommen, habe Arbeits- und Lehrstellen gesucht, sich Eignungstests unterzogen und sich auf zugewiesene Stellen beworben. Es könne ihr nicht zum Nachteil gereichen, dass sie irrtümlich annahm, aufgrund des Lehrstellenantritts anfangs August 2012 keine weiteren Formulare mehr ausfüllen zu müssen. Dies umso weniger, als die Arbeitslosenkasse sie in der Vergangenheit auf das Versäumnis der Formulareinreichung im Monat April 2012 aufmerksam gemacht und eine entsprechende Nachfrist angesetzt habe. Die Verwaltung habe ihre Pflicht, die versicherte Person ausdrücklich und unmissverständlich über die Verwirkungsfolge bei verspäteter Geltendmachung des Anspruchs aufzuklären, verletzt, weshalb die Verwirkungsfolge trotz versäumter Frist zur Geltendmachung des Anspruchs nicht eingetreten sei.