Citation: 9C_851/2016 E. 4

Die Beschwerdeführer rügen auch letztinstanzlich den aus ihrer Sicht verfrühten Verfügungserlass, der zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führen müsse. Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar gilt im Falle eines Konkurses namentlich die Auflage des Kollokationsplans als Regelzeitpunkt, in dem die Schadenskenntnis üblicherweise angenommen wird. Diese kann unter Umständen jedoch schon vor dem jeweiligen Regelzeitpunkt vorliegen (vgl. statt vieler: Urteil 9C_166/2017 vom 8. August 2017 E. 4.2), beispielsweise wenn eine Anfrage beim Konkursamt erfolgt (Urteil H 267/02 vom 21. Januar 2004 E. 3.1). Die Vorinstanz bejahte in concreto eine Schadenskenntnis vor dem Regelzeitpunkt. Inwiefern das vorinstanzliche Beweisergebnis, das auf einer Würdigung der Einschätzung des Notariatsinspektorats vom 6. Juni 2014 beruht und als Tatfrage für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich ist, offensichtlich unrichtig bzw. willkürlich (zum Begriff der Willkür: BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18 f. mit Hinweisen) sein soll, vermögen die Beschwerdeführer nicht darzutun. Der Einwand, diese Auskunft sei "ohne Überblick über Vermögen und Schulden" bzw. ohne Berücksichtigung der Aktivpositionen erfolgt, ist aktenwidrig: Die Schätzung erfolgte lediglich mit dem Hinweis bzw. Vorbehalt, "diverse Verwertungshandlungen (insbesondere das Debitoreninkasso) " seien noch ausstehend. Ferner bestreiten die Beschwerdeführer, grobfahrlässig gehandelt zu haben. Zur Begründung berufen sie sich zum einen auf die von ihnen im vorinstanzlichen Verfahren nicht thematisierten technischen und organisatorischen Kontrollabläufe bzw. Zugriffsrechte innerhalb der Gesellschaft, zum anderen auf eine erst letztinstanzlich aufgelegte Seite des VR-Protokolls vom 31. Januar 2014. In der Beschwerde wird mit keinem Wort begründet, inwiefern die Voraussetzungen von Art. 99 Abs. 1 BGG zum Vorbringen von neuen Tatsachen und Beweismitteln erfüllt sein sollen (vgl. BGE 143 V 19 E. 1.2 S. 22 f.). Folglich haben diese Noven sowie die darauf gründende Kritik unbeachtlich zu bleiben. Davon abgesehen enthält das Protokoll nichts, was haftungsrechtlich von Belang wäre. Ins Leere zielt schliesslich der sinngemässe Einwand der Beschwerdeführer, aufgrund von Art. 7 DSG sei es ihnen von Bundesrechts wegen verwehrt gewesen, der Frage nach ausstehenden Sozialversicherungsbeiträgen nachzugehen. Abgesehen davon, dass Art. 7 Abs. 1 DSG lediglich den Schutz von Personendaten vor "unbefugtem Bearbeiten" vorschreibt, wovon hier keine Rede sein kann, hätten zur Kontrolle der Beitrags- und Ablieferungspflicht auch anonymisierte Daten (Lohnsummen) ausgereicht. Anlass für die beantragte Beiladung der Revisionsstelle und der Personal- und Sozialversicherungsabteilungsleiterin besteht nicht.