Citation: U 340/05 16.12.2005 E. 2

2.1 Nicht streitig ist die Invaliditätsbemessung für die somatischen Folgen des Unfalles vom 26. August 1995. Es kann in diesem Zusammenhang auf die zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden. 2.2 Umstritten ist einzig, ob aufgrund der beim Beschwerdeführer nach dem Unfall aufgetretenen psychischen Beeinträchtigung ein höherer Invaliditätsgrad resultiert. Dabei ist davon auszugehen, dass die Unfallversicherung für allfällige psychische Leiden nur bei Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhanges zum Unfall vom 26. August 1995 einzustehen hat. Bei der Beurteilung dieser Frage stützte sich das kantonale Gericht in tatsächlicher Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten des Ärztlichen Begutachtungsinstitutes B.________ vom 2. Juni 2003. Darin wird dem Beschwerdeführer zwar in der angestammten Tätigkeit oder allgemein für körperlich schwer belastende und insbesondere kniebelastende Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit mehr zugebilligt, doch sind dem Beschwerdeführer körperlich adaptierte Tätigkeiten ganztägig zumutbar mit einer maximalen Leistungseinschränkung von 20 %. Angesichts der gutachterlichen Schlussfolgerungen, welche mit dem kantonalen Gericht als schlüssig zu betrachten sind, kann es von vornherein nicht darum gehen, den von der Beschwerdegegnerin anerkannten Invaliditätsgrad von 15 % um zusätzliche 20 % wegen der psychischen Beeinträchtigung zu erhöhen, da nach dem Gutachten insgesamt eine Leistungseinschränkung von maximal 20 % unter Einschluss der psychischen Beeinträchtigung besteht. Zu prüfen ist daher im Folgenden, ob der psychisch bedingte Anteil an der Arbeitsunfähigkeit adäquat kausal auf den Unfall vom 26. August 1995 zurückzuführen ist. Dies beurteilt sich unbestrittenermassen nach den Regeln von BGE 115 V 133. Dabei wird für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei psychischen Unfallfolgen zwischen physischen und psychischen Komponenten differenziert (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine). 2.3 Das kantonale Gericht hat den Treppensturz als mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen eingeordnet. Dieser Betrachtungsweise ist beizupflichten, da der Unfall sich weder unter dramatischen Begleitumständen ereignet hat noch besonders eindrücklich war. So wurde als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen etwa ein Unfall qualifiziert, bei dem ein Versicherter das Gleichgewicht verlor, von einem 1,2 Meter hohen Gerüst fiel und sich eine Calcaneusfraktur zuzog (nicht veröffentliches Urteil T. vom 20. November 1991, zitiert in RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449). Gleich beurteilt wurden der Sturz eines Bauarbeiters in einen Lichtschacht mit Kontusion der rechten Hüfte und Distorsion des rechten Knies sowie der Sturz auf einer schneeglatten Unterlage mit Läsion der Supraspinatussehne an der linken Schulter (Urteil D. vom 5. August 2003, U 232/02), ferner der Sturz über eine Treppe mit leicht dislozierter Nasenbeinfraktur und schwerer Commotio cerebri (nicht veröffentlichtes Urteil K. vom 19. September 1994, U 141/92) sowie der Sturz über eine Türschwelle auf den Rücken mit Dorsalkontusion und dringendem Verdacht auf eine Wirbelstauchung (BGE 123 V 137 ff. betr. die Militärversicherung; zum Sachverhalt in diesem Fall vgl. Praxis 1998 Nr. 30 S. 190) und jüngst auch der Sturz an einem steinigen Flussufer hangabwärts auf den Rücken ohne schwere Verletzungen (Urteil P. vom 15. November 2004, U 173/03), das Einklemmen der Hand in einer Walze (Urteil E. vom 30. November 2004, U 300/03) und das Einhängen mit dem Fuss am Boden beim Hornussen (Urteil K. vom 28. Februar 2005, U 306/04). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre praxisgemäss daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter und auffallender Weise gegeben wären (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb). Daran fehlt es, wie das kantonale Gericht zu Recht festgestellt hat. Ein schwieriger Heilungsverlauf liegt nicht vor. Nach dem Unfall verlief die Heilung im Anschluss an die erste Knieoperation zunächst ohne Auffälligkeiten. Später traten wegen der posttraumatischen Arthrose Schmerzen auf, worauf eine Patellektomie durchgeführt wurde. Diese verheilte ebenfalls komplikationslos. Später erfolgten noch Rehabilitationsmassnahmen, doch ergaben sich im ganzen Verlauf weder schwierige noch erhebliche Komplikationen. Lange Dauerschmerzen gibt der Beschwerdeführer zwar an. Seit Ende Oktober 1998, als die SUVA den Heilungsprozess als abgeschlossen betrachtete und zur Berentung überging, sind diese jedoch nicht mehr objektivierbar. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist die lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit im vorliegenden Zusammenhang nicht gegeben. Soweit die Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit das zu einem Invaliditätsgrad von 15 % führende Ausmass übersteigt, ist sie auf psychische Faktoren zurückzuführen und deshalb nicht relevant (Urteil C. vom 14. Oktober 2004, U 66/04). Da somit von den in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa genannten Kriterien - unter Ausserachtlassung psychischer Einflüsse (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine) - weder ein einzelnes in besonders ausgeprägter noch mehrere in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind, besteht kein Anspruch auf Leistungen für die psychischen Gesundheitsstörungen.