Citation: 6S.238/2002 25.08.2003 E. 2

Die Vorinstanz hat in Bezug auf das Strafmass grundsätzlich auf ihre Ausführungen im Urteil vom 2. April 1997 (als sie den Beschwerdeführer noch zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilte) verwiesen. Obschon von einem schweren Verschulden auszugehen und nach wie vor über den Handel mit der nicht unerheblichen Menge von 700 Gramm Heroin zu befinden sei, erscheine die von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich beantragte, nunmehr reduzierte Strafe von 4 ½ Jahren Zuchthaus als eher hoch. Insbesondere sei einzuräumen, dass das Berufungsverfahren nach Eingang der abschliessenden Stellungnahmen der Parteien am 15. Mai 2001 bis zum angefochtenen Urteil zu lange gedauert habe. Diese Verzögerung, die nicht dem Beschwerdeführer angelastet werden könne, verletze das Beschleunigungsgebot gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Es sei deshalb erforderlich, die Strafe entsprechend zu reduzieren. Angemessen erscheine eine Strafe von drei Jahren Zuchthaus als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Bülach vom 23. Januar 1996 (angefochtener Entscheid S. 14). Im Urteil vom 2. April 1997 hatte die Vorinstanz unter Hinweis auf das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 11. Dezember 1996 ausgeführt, das Verschulden des Beschwerdeführers wiege schwer. Für seine Taten seien keine anderen Gründe als solche finanzieller Art ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer, der im Übrigen auch nicht drogensüchtig gewesen sei, zu Recht nicht geltend gemacht habe, dass er aus einer Notlage heraus delinquiert hätte. Er habe eine Position mindestens im mittleren Kader (der Bande) bekleidet und die Transaktionen überwacht. Des weiteren falle die relativ lange Deliktsdauer von rund einem Jahr ins Gewicht. Straferhöhend seien die Qualifikationsmerkmale lit. b und c von Art. 19 Ziff. 2 BetmG zu gewichten (Urteil vom 2. April 1997 S. 21 - 23). Das Bezirksgericht Zürich, auf dessen Ausführungen die Vorinstanz verweist, hatte am 11. Dezember 1996 überdies festgehalten, strafschärfend fielen die mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das BetmG und die Erfüllung mehrerer Straftatbestände ins Gewicht. Der Beschwerdeführer sei am Umsatz einer grossen Menge harter Betäubungsmittel beteiligt gewesen, wodurch er die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen in Gefahr gebracht habe. In persönlicher Hinsicht sei von ihm bekannt, dass er im Kosovo als Sohn eines Landwirts aufgewachsen sei und dort die Schule besucht habe. Er habe sich zum Automechaniker ausbilden lassen, bis 1989 auf seinem Beruf gearbeitet und anschliessend in der serbischen Armee gedient. Als er erneut hätte einberufen werden sollen, sei er in die Schweiz geflüchtet, um hier um Asyl nachzusuchen. Er sei seit 1994 verheiratet, wobei seine Frau in ihrer Heimat lebe. Am 23. Januar 1996 sei er wegen einer Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer zur Rechenschaft gezogen worden. Straferhöhend falle die hartnäckige Uneinsichtigkeit trotz klarer Beweislage ins Gewicht (Urteil vom 11. Dezember 1996 S. 29 - 31).