Citation: 5A_875/2017 E. 3.4

3.4. Das Obergericht berücksichtigte in seinem Entscheid, dass die Tochter den Kontakt zum Vater ablehnt und dass schon seit mehreren Jahren keine Begegnungen mehr stattgefunden haben. Mit Blick darauf, dass dem Kontakt mit dem Vater für die Entwicklung der Tochter grosse Bedeutung zukommt, hat es aber dennoch ein minimales Besuchsrecht angeordnet. Dabei ist anders als die Beschwerdegegnerin meint nicht zu beanstanden, dass das Gericht entgegen dem ausdrücklichen Willen des Kindes entschieden hat: Dieses war im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids rund sieben Jahre alt und damit noch nicht fähig, sich eigenverantwortlich und autonom einen Willen bezüglich der Besuchskontakte zu bilden. Ausserdem wird die Tochter in ihrer Haltung durch die Mutter beeinflusst. Mit Blick auf die Haltung der Tochter und den langen Kontaktunterbruch durfte das Obergericht entgegen dem Beschwerdeführer jedoch ein bloss minimales Kontaktrecht anordnen welches einzig bezweckt, eine gänzliche Entfremdung von Tochter und Vater zu verhindern. Selbst der Beschwerdeführer anerkennt denn auch im Prinzip, dass derzeit ein normaler Umgang mit seiner Tochter nicht möglich ist. Soweit der Beschwerdeführer sodann vorbringt, dem Umstellungsbedarf der Beteiligten werde "mit Sicherheit" auch bei häufigeren Kontakten ausreichend Rechnung getragen, handelt es sich um blosse Spekulation, welche die obergerichtliche Ermessensbetätigung nicht in Frage zu stellen vermag. Die Vorinstanz hat sodann nicht verkannt, dass im Rahmen der Scheidung grundsätzlich eine auf Dauer angelegte Regelung zu treffen ist, auch wenn diese im Bedarfsfall später abgeändert werden muss (vgl. BGE 130 III 585 E. 2.2.2 mit Hinweisen). Hierbei ist daran zu erinnern, dass für das Kind die Beziehung zu beiden Elternteilen von eminenter Bedeutung ist. Es gilt daher eine Stigmatisierung des Vaters in den Augen des Kindes zu verhindern und zu versuchen, eine Normalisierung der Beziehungen herbeizuführen (BGE 131 III 209 E. 5; Urteil 5A_459/2015 vom 13. August 2015 E. 6.2.2, in: Pra 2017 Nr. 19 S. 186). In dieser Situation macht der Beschwerdeführer zwar im Prinzip richtig geltend, dass die vorgesehenen Erinnerungskontakte dazu geeignet sind, eine vollständige Entfremdung der Tochter vom Vater zu verhindern, nicht jedoch dazu, die weiter anzustrebende Normalisierung der Beziehung herbeizuführen. Der Beschwerdeführer ignoriert allerdings, dass das Obergericht die Beistandsperson mit der Überwachung der Situation sowie damit beauftragt hat, bei der KESB soweit nötig die Anpassung der Kontaktregelung und insbesondere Massnahmen zur aufbauenden Kontakterweiterung zu beantragen (vgl. dazu etwa Urteil 5A_184/2017 vom 9. Juni 2017 E. 4.4 a.E.). Damit hat sie hinreichend Vorsorge dafür getroffen, dass eine spätere Ausdehnung des persönlichen Verkehrs zwischen Vater und Tochter stattfinden kann, soweit dies auf Gründen des Kindeswohls geboten ist. Dem Vater bleibt es sodann unbenommen, gegebenenfalls selbst um Anpassung des Scheidungsurteils in diesem Punkt zu ersuchen (vgl. Art. 134 ZGB und Art. 284 ZPO). Auch was der Beschwerdeführer im Übrigen gegen den angefochtenen Entscheid vorbringt, überzeugt nicht: Soweit er mit Blick auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit rügt, es sei während des Eheschutz- und des Scheidungsverfahrens nicht alles unternommen worden, um den Rechten von Vater und Tochter Rechnung zu tragen, verkennt er vorab, dass nicht die Verweigerung oder die Einschränkung seines Besuchsrechts, sondern dessen erstmalige Ausgestaltung in Frage steht, über die nach den vorstehend aufgezeigten Kriterien zu befinden ist. Ohnehin erschliesst sich nicht, weshalb (angebliche) Unterlassungen in der Vergangenheit die Ausgestaltung des Besuchsrechts zum jetzigen Zeitpunkt als unverhältnismässig oder sonst wie rechtswidrig erscheinen lassen könnten. Entscheidend für die heutige Regelung sind allein die aktuellen Verhältnisse. Weiter findet die Ansicht des Beschwerdeführers keine Stütze in den Akten, die von der Vorinstanz vorgesehenen Erinnerungskontakte seien für die Tochter anstrengender und herausfordernder als die von ihm angestrebten Besuchskontakte. Vielmehr stellt der Beschwerdeführer seine Einschätzung der Sachlage derjenigen des Obergerichts gegenüber, ohne auch nur ansatzweise aufzuzeigen, inwieweit diese akten- oder rechtswidrig sein sollten. Auch diesbezüglich vermag er den angefochtenen Entscheid nicht in Frage zu stellen.