Citation: 9C_897/2015 E. 2.3

2.3. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung ist die Sonderschulung behinderter Kinder keineswegs mehr eine "Kernaufgabe" der Invalidenversicherung, seit Art. 19 aIVG im Rahmen der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) auf Ende 2007 aufgehoben wurde, weshalb weder von nicht lösbaren Abgrenzungsfragen noch Herausbrechen eines Teils der Sonderschulung aus dem System der Invalidenversicherung gesprochen werden kann. Im Gegenteil ist die Sonderschulung nunmehr im Rahmen des Bundesrechts alleinige Aufgabe der Kantone. Schon aus diesem Grund besteht keine präjudizierende Wirkung der kantonalrechtlichen Qualifizierung einer Jugendlichen als Sonderschülerin für die IV-rechtliche Hilfsmittelabgabe. Daher ist die Berufung auf den Entscheid des Amtes für Volksschule vom 29. Januar 2014, nach welchem der Kanton Thurgau an die Sonderschulung im B.________ einen Tagesbeitrag von Fr. 350.- leistet, unbehelflich. Der für die Hilfsmittelabgabe relevante Eingliederungsbereich der Schulung folgt einer autonomen bundesrechtlichen Begriffsbildung. Unter diesem Gesichtswinkel hat das kantonale Gericht zutreffend festgestellt, dass sich der Unterricht der Beschwerdeführerin im B.________ im therapeutischen Bereich erschöpft. Das ergibt sich gerade aus den wiederholten Aussagen der Klassenlehrerin anlässlich des Augenscheins vom 9. September 2015, wonach die Versicherte im Stehbrett viel wacher sei als sitzend im Rollstuhl. Damit ist bewiesen, dass der in den medizinischen Berichten rapportierte minimal conscious state andauert. In einem solchen Zustand ist eine Schulung im Sinne von Art. 2 Abs. 2 HVI nicht möglich.