Citation: 2C_746/2020 E. 6.4.1

6.4.1. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass mit Blick auf seine Straffälligkeit von einer misslungenen Integration auszugehen ist. Er macht geltend, er habe "seit vier Jahren bis auf einen Zwischenfall ein deliktsfreies Leben geführt" und zuletzt ein leichtes Vergehen begangen, welches mit Blick auf die Straffälligkeit in den Jahren 2008 bis 2014 kaum ins Gewicht falle. Zudem sei ihm "erst am 10. Juli 2017 der Entzug bzw. die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung angedroht" worden, weshalb allein das letzte von ihm begangene Delikt in eine Zeit falle, in welcher er unter dem Eindruck des hängigen ausländerrechtlichen Verfahrens gestanden habe (Beschwerde, S. 5 f.). Diese Ausführungen verfangen schon deshalb nicht, weil dem Beschwerdeführer nicht erst am 10. Juli 2017, als die Ausgangsverfügung des vorliegenden Verfahrens erlassen wurde, sondern bereits am 18. April 2012 im Rahmen einer Verwarnung ausländerrechtliche Massnahmen angedroht worden sind (vgl. E. 4.4.1 des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer liess sich selbst durch diese Verwarnung nicht davon abhalten, weitere Delikte zu begehen. Das zuletzt begangene Delikt (Führen eines Motorfahrzeuges ohne den erforderlichen Führerausweis gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 20. August 2019) mag zwar für sich betrachtet nicht als gravierend erscheinen. Zu Ungunsten des Beschwerdeführers fällt jedoch ins Gewicht, dass er sich schon zuvor, und nach dem für das Vorliegen eines Widerrufgrundes massgebenden Strafurteil vom 20. Dezember 2013 mehrfach des Führens eines Motorfahrzeuges ohne den erforderlichen Führerausweis schuldig gemacht hat. Er zeigte damit eine besondere Uneinsichtigkeit und eine fehlende Bereitschaft, sich in die hiesige Rechtsordnung einzufügen. Im Übrigen darf ein Wohlverhalten ab Entlassung aus dem Strafvollzug ausländerrechtlich erwartet werden; eine erneute - auch geringe - Straffälligkeit in der Zeit ab Entlassung aus dem Strafvollzug erhöht lediglich das öffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts der straffällig gewordenen ausländischen Person (vgl. Urteil 2C_392/2015 vom 22. Mai 2015 E. 3.3). Von einer biographischen Kehrtwende, wie sie in der Beschwerde behauptet wird, kann angesichts des Deliktskataloges und des Fehlens einer längeren deliktsfreien Zeit nicht ansatzweise die Rede sein (vgl. zur biographischen Kehrtwende Urteil 2C_634/ 2018 vom 5. Februar 2019 E. 6.3.1).