Citation: 4A_264/2019 E. 1.4

1.4. Die Beschwerdeführerin behauptet, es hätten in dem ihr zugestellten Exemplar des Schiedsurteils mehrere Seiten gefehlt. Soweit sie daraus abzuleiten versucht, die Zustellung des Entscheids sei als nicht erfolgt bzw. nichtig zu erachten, kann ihr nicht gefolgt werden. Sie wusste, dass ein Schiedsurteil ergangen war und erkannte, dass ihr das Sekretariat des ICC dieses Schiedsurteil zustellen wollte (vgl. zur Identifizierung des Absenders BGE 142 IV 286 E. 1.6 S. 287 f.). Sie kannte nach eigener Darstellung aufgrund des ihr informell per E-Mail eröffneten Entscheids dessen Inhalt. Sie konnte aufgrund blosser Einsichtnahme in den formell korrekt zugestellten Entscheid erkennen, dass - wie sie behauptet - mindestens ein Teil des Dispositivs und die Unterschrift des Einzelschiedsrichters fehlten. Sie war bei der gebotenen Aufmerksamkeit daher nicht nur in der Lage, sondern nach Treu und Glauben auch verpflichtet, dem Sekretariat der ICC umgehend nach Erhalt der Sendung die Unvollständigkeit des Entscheids zu melden und dessen Zustellung in vollständiger Ausfertigung zu verlangen. Nachdem sie dies unterliess, verwirkte sie ihr Recht auf neuerliche, gehörige Zustellung in vollständiger Ausfertigung im Sinne von Art. 100 Abs. 1 BGG; denn die gesetzliche Beschwerdefrist von 30 Tagen gemäss Art. 100 BGG ist auch dann längst abgelaufen, wenn davon ausgegangen wird, dass die - nach Treu und Glauben gebotene - umgehend verlangte neuerliche Zustellung des vollständigen Entscheids diese Frist ausgelöst hätte.