Citation: 6B_692/2024 E. 2.3.4

2.3.4. Die Vorinstanz verweist auf die Aussage des Beschwerdeführers, er habe vor dem Entscheid zum Abbiegen die Strasse auf Gegenverkehr geprüft. Mit Blick auf diese Aussage geht die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer danach seinen Fokus nicht mehr auf den Gegenverkehr gerichtet habe. Dies hätte er jedoch tun müssen. Er hätte, so die Vorinstanz, die Einschränkungen der Sicht durch Büsche und allfällige ihn rechts überholende Fahrzeuge mitberücksichtigen und entsprechend vorsichtig die Gegenfahrbahn überqueren müssen. Die Vorinstanz verweist in diesem Zusammenhang auf das Urteil 6B_1185/2014 vom 24. Februar 2015. Dort hielt das Bundesgericht fest, es habe sich bereits mehrmals mit der Frage befasst, welche Sorgfalt ein vortrittsbelasteter Verkehrsteilnehmer beim Abbiegen bei eingeschränkter Sicht aufwenden müsse. In diesem Zusammenhang habe es erwogen, eine gewisse Behinderung der Vortrittsberechtigten könne kaum vermieden werden, wenn die Sicht für einen Wartepflichtigen bei einer Einmündung so beschränkt werde, dass er zwangsläufig mit dem Vorderteil seines Personenwagens in die vortrittsbelastete Verkehrsfläche gelange, bevor er von seinem Fahrersitz aus überhaupt Einblick in diese erhalte. In solchen Situationen sei ein sehr vorsichtiges Hineintasten zulässig, wenn der Vortrittsberechtigte das ohne Sicht langsam einmündende Fahrzeug rechtzeitig genug sehen könne, um entweder selbst auszuweichen oder den Wartepflichtigen durch ein Signal zu warnen. Dies gelte auch für Sichtbeschränkung vorübergehender Natur (vgl. dort E. 2.5 mit Hinweisen).