Citation: I 430/02 19.11.2003 E. 3

Die Vorinstanz hat erwogen, die Suchterkrankung des Versicherten sei nicht die Folge einer Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert. Bei der Prüfung, ob die Drogensucht ihrerseits eine Gesundheitsstörung mit Invaliditätscharakter verursacht hat, führte sie aus, auf Grund des MEDAS-Gutachtens lasse sich die beim Versicherten bestehende Müdigkeit nicht eindeutig als Folge der Methadoneinnahme oder der Hepatitis C zuordnen. Es erscheine zumindest als denkbar, dass die chronische Müdigkeit auch auf den andauernden Betäubungsmittel-konsum zurückzuführen sei, diese somit direkt suchtbedingt sei. Die Beantwortung dieser Frage sei indessen nicht entscheidend, da es sich bei der aktuell bestehenden Müdigkeit noch nicht um eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Gesundheitsstörung im Sinne einer die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden suchtbedingten Wesensveränderung handle. Die Rückführung des Versicherten in den Arbeitsprozess sei möglich, wenn zunächst eine psychotherapeutische Behandlung erfolge und danach die Hepatitis C abgeklärt werde, um die Möglichkeit einer Therapie abzuschätzen und diese einzuleiten. Auf Grund der gegebenen Umständen sollte der Beschwerdeführer auch bei bestehender Müdigkeit und bei gutem Willen in der Lage sein, erneut einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Zumindest bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung sei demnach keine Invalidität ausgewiesen.