Citation: 6F_19/2023 E. 1.3

1.3. Einzuräumen ist, dass das Bundesgericht den Hinweis der Vorinstanz auf den Beweisantrag der Verteidigung um Einholung der Krankheitsgeschichte der Privatklägerin B.________ (Gesuchsgegnerin 2) nicht berücksichtigt hat. Dieser Umstand ist im Ergebnis jedoch nicht erheblich: Letztlich stellt der Antrag auf Einholung der Krankheitsgeschichte der Gesuchsgegnerin 2, die unstreitig an einer Borderline-Störung leidet, auf eine Infragestellung von deren Glaubwürdigkeit als Person ab. Dabei übersieht der Gesuchsteller, dass der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft nach heutiger Erkenntnis und Rechtsprechung bei der Würdigung von Aussagen kaum mehr relevante Bedeutung zukommt. Weitaus bedeutender als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist für die Wahrheitsfindung die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage (BGE 133 I 33 E. 4.3; Urteile 6B_1029/2021 vom 24. August 2022 E. 2.1.2, nicht publ. in: BGE 148 IV 385; 6B_323/2021 vom 11. August 2021 E. 2.3.3; je mit Hinweisen). Wie im Urteil 6B_1176/2021 vom 26. April 2023 E. 3 einlässlich dargelegt, würdigt die Vorinstanz die Aussagen der Gesuchsgegnerin 2 sorgfältig und willkürfrei. Im Zusammenhang mit dem Antrag auf Einholung eines psychologischen Glaubhaftigkeitsgutachtens wurde insbesondere auch aufgezeigt, dass die Vorinstanz ohne Recht zu verletzen davon ausgeht, die Borderline-Störung der Gesuchsgegnerin 2 habe keinen Einfluss auf die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen gehabt (insbesondere E. 2.4 und 2.5). Das Gesagte lässt sich auf den Antrag auf Einholung ihrer Krankengeschichte mutatis mutandis übertragen. Im Ergebnis wird mit dem Revisionsgesuch einzig bezweckt, den von der Vorinstanz willkürfrei festgestellten Sachverhalt erneut infrage zu stellen. Dies stellt keinen zulässigen Revisionsgrund im Sinne von Art. 121 ff. BGG dar.