Citation: 6P.16/2007 30.05.2007 E. 7

7.1 Die Vorinstanz ist zum Schluss gekommen, dass beim Beschwerdeführer "auch längerfristig keine Heilungschance" besteht (angefochtenes Urteil S. 43, 45). Der Beschwerdeführer macht geltend, diese Schlussfolgerung sei ein offensichtliches Versehen im Sinne von Art. 277bis BStP, da die Vorinstanz in Übereinstimmung mit der Expertin festgestellt habe, dass er in beschränktem Masse therapiefähig sei. Der Einwand ist unbegründet. Die genannte Schlussfolgerung beruht nicht auf einem offensichtlichen Versehen, sondern auf einer willkürfreien Würdigung der Ausführungen der Expertin. Zur Begründung kann auf die vorstehenden Erwägungen zur staatsrechtlichen Beschwerde (siehe E. 3 hievor) verwiesen werden. 7.2 Die Vorinstanz hält gestützt auf die Ausführungen im Ergänzungsgutachten sowie auf Berichte des Anstaltspsychologen und der Anstaltsleitung fest, dass in den letzten Jahren im Rahmen des vorzeitigen Strafvollzugs mit vollzugsbegleitender ambulanter Behandlung beim Beschwerdeführer eine gewisse Besserung und Stabilisierung zu verzeichnen ist. Daraus folgt indessen entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht, dass nunmehr auf die Anordnung der Verwahrung zu verzichten ist. Die genannten Berichte vermitteln nach den zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid (S. 43) ein verzerrtes Bild, da die klaren Strukturen und die engmaschige Betreuung im Strafvollzug nicht dem Umfeld entsprechen, in dem sich der Beschwerdeführer in Freiheit bewähren müsste. Es ist bekannt, dass es in den klar strukturierten Abläufen von Kliniken und Strafanstalten jeweils zu einer gewissen Stabilisierung kommen kann. Solche Verbesserungen und Stabilisierungen waren denn auch beim Beschwerdeführer anlässlich von Behandlungen innerhalb und ausserhalb des Strafvollzugs in den vergangenen Jahrzehnten gelegentlich festgestellt worden. Sie waren indessen stets nur von kurzer Dauer. Der im Jahre 1954 geborene Beschwerdeführer weist seit 1974 zahlreiche Vorstrafen auf. Er wurde zum einen mehrfach wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand und anderer Verkehrsdelikte und zum andern mehrfach wegen Straftaten gegen Leib und Leben sowie auch wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte verurteilt (siehe angefochtenes Urteil S. 33 f.). Die schwerwiegendsten Verurteilungen betreffen versuchte Notzucht und Nötigung zu einer andern unzüchtigen Handlung im Jahre 1980; versuchte schwere Körperverletzung und einfache Köperverletzung zum Nachteil seiner (ersten) Ehefrau und seines Sohnes 1985; versuchte schwere Körperverletzung und einfache Körperverletzung zum Nachteil seiner (zweiten) Ehefrau im Jahre 2001. Gewaltausbrüche, vor allem nach Alkoholkonsum, ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben des Beschwerdeführers (siehe im Einzelnen angefochtenes Urteil S. 35 ff.). Der Beschwerdeführer verbüsste in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Freiheitsstrafen. Dabei wurde er mehrmals ambulant behandelt. Zudem wurde er mehrmals mittels fürsorgerischer Freiheitsentzüge in psychiatrische Kliniken eingewiesen, dies jeweils nach Alkoholmissbrauch und damit zusammenhängenden Aggressionsdurchbrüchen (siehe im Einzelnen angefochtenes Urteil S. 37 f.). Zwischen den einzelnen stationären psychiatrischen Behandlungen wurde der Beschwerdeführer auch mehrfach insbesondere in Bezug auf sein Alkoholproblem ambulant behandelt. Die zahlreichen Gefängnisstrafen, Führerausweisentzüge, alkoholfürsorgerischen Betreuungen und psychotherapeutischen Behandlungen vermochten, wie im angefochtenen Entscheid (S. 38) zutreffend festgehalten wird, das Verhalten des Beschwerdeführers nicht längerfristig zu beeinflussen, und sämtlichen Massnahmen war kein durchschlagender Erfolg beschieden. Im Gegenteil hat der Beschwerdeführer in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar 2002 seine (dritte) Ehefrau in alkoholisiertem Zustand in der gemeinsamen Wohnung, in welcher auch seine beiden Söhne aus zweiter Ehe anwesend waren, über mehrere Stunden durch zahllose Faustschläge und Fusstritte derart misshandelt, dass sie an ihren Verletzungen starb. Unter diesen Umständen ist die Verwahrung verhältnismässig.