Citation: 4A_489/2014 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, beide Voraussetzungen für die Erweiterung der Verkehrssicherungspflicht über den engeren Pistenrandbereich hinaus seien erfüllt: Es sei unbestritten, dass ein Fahrfehler der beiden Mädchen Unfallursache gewesen sei. Sie hätten die Rechtskurve vor dem Stall gesehen, diese aber zu spät angefahren und trotz des Bremsens mit den Füssen sei es ihnen nicht mehr gelungen, den Schlitten zu kontrollieren, so dass sie geradeaus in die Stallwand gefahren seien. Zur Kollision sei es demnach nur gekommen, weil die Mädchen bzw. die Beschwerdeführerin den richtigen Zeitpunkt zum Einfahren in die Kurve verpasst hätten. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz könne der Beschwerdeführerin jedoch nicht zum Vorwurf gereichen, dass sie den korrekten Zeitpunkt zum Befahren der Kurve verpasst habe, sei sie doch weder zu schnell gefahren noch habe sie die markierte Schlittelpiste verlassen. Darüber hinaus habe die Pistenführung denn auch eine weite Bandbreite von Fahrmanövern zugelassen. Entsprechend könne nicht gesagt werden, dass nur diejenigen Schlittler als vorsichtig zu gelten hätten, die keine enge Kurve wählen würden. Denn wenn dem so sein sollte, hätte die Piste entsprechend angepasst werden müssen bzw. die Schlittler hätten auf der Piste oberhalb der Kurve mittels eines Stocknetzes entsprechend in die richtige Kurvenlaufbahn geführt werden müssen. Diesfalls wäre der Stall auch nicht mehr in der Falllinie gelegen. Indem die Beschwerdegegnerin diese einfache Sicherheitsvorkehrung jedoch unterlassen und es den Schlittlern erlaubt habe, die Rechtskurve eng zu befahren, sei der Stall zu einer besonders grossen Gefahr für Leib und Leben geworden.