Citation: I 598/02 12.03.2003 E. 3.2

3.2.1 Dr. med. B.________ führte im Beiblatt zum Arztbericht am 9. Mai 2001 aus, das linke Schultergelenk könne aktiv nur knapp bis zur Schulterhöhe gehoben werden, weshalb auch beim Lastentragen eine Behinderung bestehe. Die bisherige Tätigkeit sei halbtags zumutbar, allerdings sei die Leistungsfähigkeit durch vorzeitige Ermüdbarkeit vermindert; es sei fraglich, ob die Arbeitsfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz bzw. im bisherigen Tätigkeitsbereich verbessert werden könne. Der Versicherte arbeite seit Jahren im selben Betrieb, wo er entsprechend seiner Leistung eingesetzt werde; es sei für ihn praktisch unmöglich, eine andere Arbeit zu finden und eine Umschulung käme aus intellektuellen Gründen nicht in Frage. Nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber und dem Versicherten sei man übereingekommen, eine reine halbtägige Tätigkeit einem ganztägigen Einsatz mit halber Leistung vorzuziehen. Dem Verlaufsbericht von Dr. med. B.________ vom 8. Januar 2002 ist zu entnehmen, dass er den Versicherten am 7. Januar 2002 im Hinblick auf die Erstellung dieses Berichts klinisch und röntgenologisch untersuchte, wobei sich ein stationärer Gesundheitszustand bei unveränderter Diagnose ergab. Dr. med. B.________ stellte eine fortbestehende eindrückliche Verminderung der Kraft und der Beweglichkeit im linken Schultergelenk fest; Lasten könnten nur bis auf Gürtel-, nicht aber auf Schulterhöhe gehoben werden und eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei nicht denkbar. Aktuell sei weder eine Operation noch die Fortführung der Physiotherapie vorgesehen, aus orthopädischer Sicht sei definitiv eine halbe IV-Rente (rückwirkend ab 28. März 2001) gerechtfertigt. Gegenüber dem Berufsberater der IV gab Dr. med. B.________ am 6. Juli und 9. Oktober 2001 an, der Versicherte sei an seinem derzeitigen Arbeitsplatz optimal eingegliedert; eine Einschränkung bestehe bei Arbeiten über Brusthöhe. Auch bei längerdauernden leichteren Arbeiten seien die Schmerzen objektivierbar, weshalb in alternativen Tätigkeiten die Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht mehr als 50 % betrage. 3.2.2 Der IV-Stellenarzt dagegen kam am 22. Januar 2002 zum Schluss, es bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten nicht über Gürtelhöhe und ohne starkes Ausrotieren des linken Arms. 3.3 Hinsichtlich der Frage, in welchem Ausmass und für welche Tätigkeitsbereiche eine Arbeitsunfähigkeit besteht, ergeben die medizinischen Einschätzungen demzufolge kein klares Bild. Selbst wenn der Tatsache Rechnung getragen wird, dass Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen, was bei der Berücksichtigung der Berichte von Dr. med. B.________ nicht ausser Acht gelassen werden darf, bleiben erhebliche Divergenzen bezüglich Grad und Verwertungsmöglichkeit der Arbeitsfähigkeit zwischen diesen und den Einschätzungen des IV-Arztes. Zwar weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass für die Ermittlung des Invaliditätsgrades nicht auf die konkret herrschenden Arbeitsmarktverhältnisse, sondern auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen ist und mangelnde intellektuelle Fähigkeiten als invaliditätsfremde Faktoren keinen Einfluss auf das zumutbare Invalideneinkommen haben. Zu berücksichtigen ist indessen, dass die Ausführungen von Dr. med. B.________ auf umfassenden Untersuchungen beruhen und einlässlich begründet sind, während Dr. med. Z.________ seine Einschätzung lediglich aufgrund der Akten und ohne nachvollziehbare Begründung abgab. Angesichts der Widersprüchlichkeit der ärztlichen Beurteilungen und der fehlenden Begründung der Einschätzung von Dr. med. Z.________ können die Auswirkungen der geklagten Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit nicht zuverlässig beurteilt werden. Insbesondere kann die Feststellung im angefochtenen Entscheid, dem Versicherten sei die Ausübung einer leichten wechselbelasteten Tätigkeit ohne Einschränkung ganztägig zumutbar, nicht als hinreichend gesichert gelten. Vielmehr besteht in Bezug auf die aus ärztlicher Sicht noch zumutbare Arbeitsfähigkeit Abklärungsbedarf. Die Akten sind daher an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Erhebungen nachholt. Nachdem lediglich orthopädische Befunde in Frage stehen, erscheint eine interdisziplinäre Beurteilung, wie sie der Beschwerdeführer beantragen lässt, nicht zweckmässig; vielmehr wird die IV-Stelle insbesondere nähere Auskünfte ihres medizinischen Dienstes einzuholen und gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärungen über die allfällige Zusprechung einer Rente neu zu befinden haben.