Citation: 6S.10/2004 01.04.2004 E. 3

Die Staatsanwaltschaft macht geltend, die Ausführung der Tat sei besonders skrupellos erfolgt. Hinsichtlich des Beweggrundes sei in Betracht zu ziehen, dass die eheliche Belastungssituation und das Gefühl von Ausweglosigkeit nicht vorwiegend vom Ehemann zu vertreten seien. Die Verurteilte habe zudem eine intime aussereheliche Beziehung zu A.________ geführt, sodass keine hermetisch abgeschlossene Ehe bestanden habe. Ferner sei der vom Ehemann ausgeübte Druck gegen eine Trennung in dem Sinn zu relativieren, als sein Verhalten auf depressiven Verlustängsten beruht habe. Aus diesen Gründen könne das Tatmotiv nicht als nachvollziehbar qualifiziert werden. Insgesamt würden die für eine besondere Skrupellosigkeit sprechenden Elemente klar überwiegen, weshalb die Tatbestandsmerkmale des versuchten Mordes erfüllt seien.