Citation: 8C_235/2022 E. 5.1

5.1. Das Bundesgericht äusserte sich in Bezug auf Art. 25 Abs. 2 erster Satz ATSG jüngst grundsätzlich sowohl zur Frage nach dem Beginn der Verwirkungs- als auch zur Dauer der Abklärungsfrist. Es hielt unter anderem fest, dass die einjährige relative Verwirkungsfrist (vgl. E. 2.1 hiervor) im Zeitpunkt der zumutbaren Kenntnisnahme einsetzen könne. Die Verwaltung solle zwar eine angemessene Zeit für nähere Abklärungen (betreffend Grundsatz, Ausmass oder Adressat) erhalten, wenn und soweit sie über hinreichende, aber noch unvollständige Hinweise auf einen möglichen Rückforderungsanspruch verfüge. Unterlasse sie dies, so sei der Beginn der relativen Verwirkungsfrist auf den Zeitpunkt festzusetzen, in welchem die rückfordernde Behörde ihre unvollständige Kenntnis mit dem erforderlichen und zumutbaren Einsatz derart zu ergänzen im Stande gewesen sei, dass der Rückforderungsanspruch habe geltend gemacht werden können. Ergebe sich jedoch die Unrechtmässigkeit der Leistungserbringung direkt aus den Akten, so beginne die einjährige Frist in jedem Fall sofort, ohne dass Zeit für eine weitere Abklärung zugestanden würde (vgl. zum Ganzen BGE 148 V 217 E. 5, insb. E. 5.2.2 mit zahlreichen Hinweisen).