Citation: I 347/05 09.11.2005 E. 6

Die Festsetzung der Vergleichseinkommen durch die Verwaltung ist ansonsten im angefochtenen Entscheid und in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zwar unbeanstandet geblieben, gibt aber bei der von Amtes wegen vorzunehmenden letztinstanzlichen Prüfung (Erw. 1 hievor; vgl. auch BGE 125 V 413) Anlass zu folgenden Bemerkungen: 6.1 Für das Valideneinkommen wurde auf den Durchschnitt der im individuellen Konto für die Jahre 1998 - 2000 genannten Einkommen abgestellt. Die Berücksichtigung des gegenüber den beiden Vorjahren (je Fr. 39'800.-) niedrigeren Einkommens des Jahres 2000 (Fr. 35'500.-) ist aber nicht gerechtfertigt, da sich hiebei bereits die ab Ende Mai 2000 aufgetretene invalidisierende Einschränkung ausgewirkt haben wird. Bei der Bestimmung des Valideneinkommens wird daher von dem für die Jahre 1998 und 1999 genannten, der Nominallohnentwicklung angepassten Einkommen auszugehen sein, unter Einbezug allfälliger invaliditätsfremder Aufwände und Erträge. 6.2 In Bezug auf das zweite Vergleichseinkommen ist vorab festzuhalten, dass der ab 1. September 2001 erzielte Lohn mit Parteien und Vorinstanz nicht dem zumutbaren Invalideneinkommen gleichzusetzen ist. Hiefür fehlt es schon an den kumulativ nebst anderen Erfordernissen verlangten besonders stabilen Arbeitsverhältnissen (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1 mit Hinweisen), endete doch die Anstellung bereits Ende April 2002. Mangels der erneuten Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch den Versicherten hat die Verwaltung zu Recht Tabellenlöhne herangezogen (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1, 126 V 76 f. Erw. 3b/bb, auch zum Folgenden). Das Vorgehen hiebei entspricht weitgehend den von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen. Ein Vorbehalt ist beim leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn zu machen. Dieser ist für sämtliche in Betracht fallenden lohnrelevanten Faktoren (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) gesamthaft zu schätzen und unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallender Merkmale auf höchstens 25 % zu beschränken (BGE 126 V 78 ff. Erw. 5). Die IV-Stelle hat diesen maximal zulässigen Abzug zur Anwendung gebracht und zur Begründung angeführt, der Beschwerdeführer sei zuvor selbstständig tätig gewesen und könne jetzt nur noch an einem ruhigen strukturierten Arbeitsplatz mit wenig Kundenkontakt arbeiten. Dieser Betrachtungsweise kann nicht vollumfänglich gefolgt werden. Dass nurmehr eine unselbstständige Erwerbstätigkeit möglich ist, rechtfertigt keinen leidensbedingten Abzug beim Invalideneinkommen, basieren doch die in der LSE erfassten Tabellenlöhne auf den in Anstellungsverhältnissen ausgerichteten Durchsschnittslöhnen. Sollte der von der Verwaltung vorgenommene Abzug im Verständnis begründet liegen, der Versicherte sei gesundheitsbedingt nicht mehr zur Verrichtung selbstständiger und qualifizierter Tätigkeiten imstande, könnte ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Denn diesem Umstand wird bereits mit der Verwendung der Tabellenlöhne des Anforderungsniveaus 3, welches lediglich Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzt, Rechnung getragen. Mit Blick auf die behinderungsbedingten Voraussetzungen an einen zumutbaren Arbeitsplatz (klar strukturiert, wenig Druck und Kundenkontakt) lässt sich ein leidensbedingter Abzug von 10 % begründen. Dies wird die Verwaltung bei ihrer neuen Entscheidung über den Leistungsanspruch zu berücksichtigen haben.