Citation: 5C.84/2000 15.06.2000 E. 3

3.-a) In Bezug auf den Vorwurf des treuwidrigen Verhaltens hat das Obergericht in tatsächlicher Hinsicht festgestellt, dass die Beklagte am 18. Februar 1998 die Rechtsvertreterin des Klägers gebeten hatte, die zur Klageerhebung auf den 28. Februar 1998 anberaumte Frist bis Ende März verlängern zu lassen, um weitere Kosten zu vermeiden. Soweit die Beklagte in ihrer Berufung geltend macht, dass dem Kläger genügend Zeit zur Verfügung gestanden wäre, die Fristerstreckung rechtzeitig zu verlangen (gemeint wohl: so rechtzeitig, dass das Gesuch noch vor und nicht erst nach Ablauf der Klagefrist beim Richter eingegangen und von diesem behandelt worden wäre), ist auf die Berufung nicht einzutreten, weil ergänzende Sachverhaltsdarstellungen angesichts der Verbindlichkeit der tatsächlichen Feststellungen für das Bundesgericht im Berufungsverfahren unzulässig sind (Art. 63 Abs. 2 OG). Soweit die Beklagte dem Obergericht sodann offensichtliches Über- bzw. Versehen unterstellt, weil das Fristerstreckungsgesuch in erster Linie wegen der kurzfristigen Mandatierung erfolgt sei, wogegen der im Gesuch "hilfsweise" angegebene Grund - die Gegenseite habe in Aussicht gestellt, die definitive Eintragung zu anerkennen - nicht zutreffe, ist auf die Berufung ebenfalls nicht einzutreten, weil die Beklagte nicht anführt, mit welcher Feststellung des angefochtenen Entscheides dies in Widerspruch stehen soll (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG); die in diesem Zusammenhang gerügte Aktenwidrigkeit kann nicht mit Berufung, sondern nur mit Beschwerde geltend gemacht werden (Art. 43 Abs. 1 OG). Schliesslich ist auch der Einwand unzulässig, die Vorinstanz habe offensichtlich übersehen, dass die Rechtsvertreterin des Beklagten (recte: des Klägers) ohne nähere Abklärungen davon ausgegangen sei, bei der Klagefrist handle es sich um eine erstreckbare und wiederherstellbare Frist nach kantonalem Zivilprozessrecht; auch diesbezüglich fehlt es der Versehensrüge an der genügenden Substantiierung (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG). b) Aufgrund der Feststellung, dass der Anwalt der Beklagten die Gegenpartei ersucht hatte, die Klagefrist für die definitive Eintragung verlängern zu lassen, folgert das Obergericht in rechtlicher Hinsicht, dass die Beklagte mit der Einrede der Klageverwirkung gegen Treu und Glauben verstossen habe. Mit dieser Argumentation setzt sich die Beklagte überhaupt nicht auseinander. Sie behauptet zwar sinngemäss eine Bundesrechtsverletzung, indem sie dem Obergericht vorwirft, "in willkürlicher Weise das Verhalten der Klägerin als gegen Treu und Glauben verstossend beurteilt" zu haben, führt aber nicht aus, weshalb der Vorwurf des treuwidrigen Verhaltens bundesrechtswidrig sein soll, nachdem sie selbst eine Fristverlängerung angeregt hatte (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). c) Aus diesen Gründen ist auf die Berufung insoweit nicht einzutreten, als sich die Beklagte gegen den Vorwurf des treuwidrigen Verhaltens wehrt. Wenn dieser Vorwurf aber nicht zu beanstanden ist, muss wie erwähnt nicht geprüft werden, ob die Klagefrist für die definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechtes verwirkt ist.