Citation: 6S.449/2004 21.09.2005 E. 4.3

4.3.1 Die X.________ AG war aufgrund der einzelnen Reparaturverträge verpflichtet, die jeweils gemeldeten Defekte am Garagentor fachgerecht zu beheben (siehe kant. Akten act. 83/1-10). Es gehörte höchstens allenfalls zu ihren vertraglichen Nebenpflichten, bei Gelegenheit dieser Reparaturen allfällige Mängel an anderen Teilen des Garagentores zu erkennen und anzuzeigen, welche von den Reparaturverträgen nicht mit betroffen waren und mit ihnen in keinem Zusammenhang standen. Daran ändert nichts, dass die X.________ AG das Garagentor hergestellt und eingebaut hatte und dass angeblich einzelne behauptete Sicherheitsmängel für einen Fachmann offensichtlich beziehungsweise leicht erkennbar waren. Nebenpflichten vermögen indessen keine strafrechtliche Garantenstellung zu begründen, ausser wenn zwischen den Beteiligten eine besonders enge, lang andauernde oder auf gesteigertem Vertrauen beruhende Verbindung besteht (siehe Stratenwerth, a.a.O., § 14 N 16, mit Hinweisen; siehe auch BGE 113 IV 68 E. 5 und 6). Diese Voraussetzung ist vorliegend entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin nicht erfüllt. Die X.________ AG, die das Garagentor erstellt und eingebaut hatte, wurde in der Folge von der Liegenschaftsverwaltung bei Auftreten von - meist kleinen - Defekten unterschiedlicher Art mit deren Behebung betraut. Es kann entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin keine Rede davon sein, dass die X.________ AG periodisch mit der "Wartung" des Garagentores betraut worden und gleichsam die "Tor-Wärterin" gewesen sei. 4.3.2 Nach der Auffassung der Beschwerdeführerin wären die Verantwortlichen der X.________ AG jedenfalls spätestens nach dem Kipptor- Unfall im Januar 1999 in Cham im Rahmen der Wartungsarbeiten vom 3. Februar 2000 und vom 30. Juni 2000 verpflichtet gewesen, die Sicherheit des Kipptores in Kriens zu überprüfen (Beschwerde S. 11). Die Rechnung vom 10. Februar 2000 betreffend die Reparatur vom 3. Februar 2000 enthält den Vermerk "Federn ausgewechselt und allgemeine Kontrolle" (kant. Akten act. 83.3). Die Rechnung vom 18. Juli 2000 betreffend die Reparatur vom 30. Juni 2000 enthält den Vermerk "Auswertungsgerät repariert und Funktionskontrolle durchgeführt" (act. 83.2). Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, dass die Liegenschaftsverwaltung nach dem Unfall in Cham der X.________ AG einen Auftrag zur Überprüfung der Sicherheit des Garagentors in Kriens erteilt habe. Die X.________ AG war als Herstellerin des Garagentores auch nach dem Unfall in Cham vertraglich nicht verpflichtet, ohne entsprechenden Auftrag, etwa anlässlich der vorgenannten kleinen Reparaturen, die Sicherheit des Garagentors in Kriens zu kontrollieren.