Citation: 5A_514/2017 E. 2

Betreffend Zuweisung der ehelichen Liegenschaft macht die Beschwerdeführerin zwar formell eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung und Rechtsanwendung geltend, sie begründet diese aber im weiteren Verlauf weitestgehend appellatorisch und somit nicht in der für Verfassungsrügen gebotenen Weise (dazu BGE 140 III 264 E. 2.3 S. 266; 141 IV 249 E. 1.3.1 S. 253). Unzutreffend ist zunächst der Vorwurf, das Obergericht habe die Verhandlungsmaxime gemäss Art. 55 ZPO nicht beachtet; für das Eheschutzverfahren gilt die Untersuchungsmaxime (vgl. Art. 272 ZPO). An der Sache vorbei geht auch die Kritik, das Obergericht habe Art. 317 Abs. 1 ZPO übergangen; zum einen wurde mehrfach auf diese Norm hingewiesen (angefochtener Entscheid, S. 7, 13, 20), zum anderen nahm die Beschwerdeführerin im obergerichtlichen Verfahren zu allen Vorbringen des Beschwerdegegners Stellung, ohne jedoch vorgebracht zu haben, diese seien prozessual verspätet (vgl. angefochtener Entscheid, S. 9 f.; Gegenteiliges wird in der Beschwerde weder behauptet noch belegt). Eine willkürliche Handhabung der betreffenden Prozessnormen ist mithin nicht in der für Verfassungsrügen erforderlichen Weise substanziiert. Was die Zuteilung der ehelichen Wohnung in der Sache anbelangt, hat das Obergericht bei der Interessenabwägung zum Ausgangspunkt genommen, dass keine Kinder mehr zu betreuen sind und keine der Parteien invalid oder aus beruflichen Gründen auf das Haus angewiesen ist. Im Anschluss ist es aufgrund der unüblich heftigen Zerstrittenheit der Parteien von einer baldigen Scheidung ausgegangen und hat darauf abgestellt, dass die Liegenschaft im Alleineigentum des Beschwerdegegners steht, so dass eine jetzige Zuweisung an die Beschwerdeführerin ohnehin nur von vorübergehender Natur sein könnte. Damit hat das Obergericht auf sachliche Gründe (Eigentumsverhältnisse angesichts der Abwesenheit vorgehender Kriterien) abgestellt und es ist keine Willkür zu erkennen, denn sie liegt nicht schon vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder sogar vorzuziehen wäre (vgl. BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 4; 136 III 552 E. 4.2 S. 560), sondern einzig, wenn diese auf einer schlechterdings unhaltbaren Beweiswürdigung beruht, in krassem Widerspruch zur tatsächlichen Situation steht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. BGE 140 III 167 E. 2.1 S. 168; 141 IV 305 E. 1.2 S. 308 f.). Vorliegend ergibt sich deshalb Willkür weder aus der Verwendung des betreffenden Wortes noch aus den letztlich in appellatorischer Weise vorgetragenen Ausführungen der Beschwerdeführerin (der Beschwerdegegner habe bei der erstinstanzlichen Parteibefragung von einem Verkauf der Liegenschaft gesprochen; gerade weil das Eheschutzverfahren vorübergehender Natur sei, mache eine Zuteilung an sie Sinn; es sei nicht ausgeschlossen, dass sie im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung die Liegenschaft übernehme). Die Beschwerdeführerin müsste vielmehr Gründe vorlegen, welche es als unhaltbar erscheinen lassen, wenn das Obergericht in der vorliegenden Situation auf die Eigentumsverhältnisse abgestellt hat. Betreffend Frist zum Auszug aus der ehelichen Wohnung hat das Obergericht festgehalten, dass die vom Beschwerdegegner angebotene Wohnung am D.________ring in V.________ nach dessen Ausführungen immer noch frei stehe, wobei die Beschwerdeführerin selbstverständlich auch in eine andere Wohnung ziehen könne. Soweit die Beschwerdeführerin dem Obergericht eine vollkommen falsche Sachverhaltsfeststellung vorwirft, indem sie immer bestritten habe, dass die Wohnung frei sei, bzw. diese seit dem März 2017 effektiv wieder vermietet sei, zeigt sie entgegen ihrer für Willkürrügen geltenden Substanziierungspflicht nicht auf, an welcher Stelle sie die betreffenden Behauptungen im kantonalen Verfahren erhoben hat. Keine Willkür zu begründen vermögen sodann die allgemeinen Ausführungen, angesichts ihres Alters und des fehlenden Erwerbseinkommens sei es schwierig, eine Wohnung zu finden, und sie müsse zuerst Schulden (Anwaltskosten etc.) zahlen, bevor sie einen Mietzins entrichten könne.