Citation: C 258/01 02.07.2003 E. 3

3.1 Das AVIG überlässt die Regelung des kantonalen Beschwerdeverfahrens - unter Vorbehalt der Minimalvorschriften gemäss Art. 103 Abs. 2 bis 5 - dem kantonalen Recht (Art. 103 Abs. 6) und enthält insbesondere keine Bestimmung betreffend die Wiederherstellung gegen die Folgen der Versäumnis der Beschwerdefrist. Nach der Rechtsprechung entspricht indessen die Wiederherstellungsmöglichkeit einer versäumten Rechtsmittelfrist einem allgemeinen Grundsatz des Bundesrechts. Es rechtfertigt sich daher, Art. 35 OG bzw. Art. 24 VwVG auf das kantonale Beschwerdeverfahren auf dem Gebiete der Arbeitslosenversicherung analog anzuwenden (ARV 1980 Nr. 31 S. 65 Erw. 2b; vgl. auch BGE 114 V 125 oben, 108 V 109; ARV 1991 Nr. 17 S. 124 Erw. 2a). Danach soll Wiederherstellung gewährt werden, wenn der Säumige oder sein Vertreter unverschuldet abgehalten war, innert der Frist zu handeln, und wenn die versäumte Rechtshandlung binnen einer weiteren Frist nachgeholt worden ist. Die Wiederherstellung ist somit nur zulässig, wenn der Partei (und gegebenenfalls ihrem Vertreter) kein Vorwurf gemacht werden kann (BGE 112 V 255 Erw. 2a mit Hinweisen). 3.2 Vorliegend steht nicht mehr in Frage, dass sich die Beschwerde vom 9. Mai 2001 nicht gegen die Abrechnung vom 10. April 2001, sondern gegen die Verfügung vom 4. Januar 2000 richtete, diesbezüglich aber die Beschwerdefrist von 30 Tagen (Art. 103 Abs. 3 AVIG) abgelaufen war. Die Beschwerdeführerin macht dazu als unverschuldetes Hindernis im Sinne eines Fristwiederherstellungsgrundes - wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren - geltend, sie habe sofort nach Erhalt der Verfügung vom 4. Januar 2000 bei der Arbeitslosenkasse telefonisch Rücksprache genommen, worauf diese auf Anfrage nach dem weiteren Vorgehen angegeben habe, eine Beschwerde habe keine Chance. Deshalb habe man im Vertrauen auf diese Auskunft vorerst keine Beschwerde erhoben, sondern auf den Erlass einer anfechtbaren Verfügung bzw. der in Aussicht gestellten Abrechnung gewartet. Damit beruft sich die Beschwerdeführerin auf den öffentlich-rechtlichen Vertrauensschutz bei einer unrichtigen Auskunft einer Verwaltungsbehörde (vgl. dazu BGE 121 V 66 f. Erw. 2a mit Hinweisen). 3.3 Der Grundsatz von Treu und Glauben schützt den Bürger in seinem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten und bedeutet unter anderem, dass falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung des Rechtsuchenden gebieten. Gemäss Rechtsprechung und Doktrin ist eine falsche Auskunft bindend,