Citation: 8C_548/2023 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz gelangte aufgrund einer Würdigung der vorhandenen Beweismittel zum Schluss, es sei nicht daran zu zweifeln, dass die Beschwerdegegnerin anlässlich des fraglichen Ereignisses vom 24. Oktober 2021 im Zustand der Widerstandsunfähigkeit den Vollzug des Geschlechtsverkehrs durch eine unbekannte Täterschaft habe über sich ergehen lassen müssen und mithin Opfer einer Schändung geworden sei. Der Beschwerdeführerin sei insofern nicht zu folgen, als sie die Ansicht vertrete, dass es sich beim fraglichen Ereignis nicht um ein Schreckereignis im Sinne der Rechtsprechung gehandelt habe, weil davon auszugehen sei, dass sich der gewaltsame Vorfall im Sinne eines sexuellen Übergriffs nicht in ihrer unmittelbaren Gegenwart ereignet habe. Zwar vermöge sich die Beschwerdegegnerin, so das kantonale Gericht, nicht mehr an Einzelheiten, immerhin jedoch bruchstückhaft an einzelne Bilder des Ereignisses zu erinnern. Demzufolge sei grundsätzlich von einem zumindest teilweise bewussten Erleben des sexuellen Übergriffs auszugehen. Die Vorinstanz erwog zusammenfassend, die Beschwerdegegnerin sei durch die Schändung in ihrer sexuellen Selbstbestimmung und psychischen sowie sexuellen Integrität beeinträchtigt worden. Dieses Ereignis habe bei ihr eine unmittelbare Angst- und Schreckreaktion ausgelöst und mithin zu einer plötzlichen Einwirkung auf die Psyche geführt, weshalb es sich beim Ereignis vom 24. Oktober 2021 um ein den Unfallbegriff erfüllendes aussergewöhnliches Schreckereignis handle. Das kantonale Gericht wies die Sache daher an die Beschwerdeführerin zurück, damit diese den Sachverhalt hinsichtlich der Frage, ob die geklagten Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 24. Oktober 2021 stünden, ergänzend abkläre und anschliessend über den Leistungsanspruch der Beschwerdegegnerin neu verfüge.