Citation: 6B_507/2020 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz begründet überzeugend, weshalb sie die Tat als besonderes skrupellos beurteilt und als Mord wertet. Darauf kann verwiesen werden. Was der Beschwerdeführer vorbringt, belegt keine Verletzung von Bundesrecht. Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, schliessen weder eine gewisse Hilflosigkeit oder Verzweiflung noch ein Affekt oder verminderte Schuldfähigkeit die Erfüllung des Mordtatbestandes aus (oben E. 1.1). Der Beschwerdeführer hat aus einem verbalen Streit um die angebliche Untreue seiner Ehefrau heraus, mithin aus nichtigem Anlass gehandelt. Noch dazu hatte er, wie die Vorinstanz willkürfrei erkennt, keinerlei vernünftigen Grund für diese Annahme. Er hat seine Ehefrau unvermittelt, d.h. für sie überraschend mit dem Messer angegriffen, sodass sie arg- und wehrlos war und keine Abwehrmöglichkeit hatte. Anschliessend hat er sie mehrmals mit einer Glasflasche geschlagen und sie offensichtlich mit einem Kissen zu ersticken versucht. Dieses Vorgehen geht weit über das für eine Tötung notwendige Mass hinaus und zeugt von grosser Entschlossenheit. Es muss zudem als besonders niederträchtig, grausam und gefühlskalt bezeichnet werden. Dies gilt ebenso für das vorinstanzlich erstellte Telefonat des Beschwerdeführers mit seiner Schwägerin, welches zudem von besonderem Egoismus zeugt. Demnach hat er die Schwägerin angerufen und sie vom Tod ihrer Schwester in Kenntnis gesetzt. Er hat ihr vorgeworfen, seine Ehe zerstört zu haben. Als die Schwägerin vorbeikommen wollte, hat er geantwortet: "Für was kommst Du? Abfall". Angesichts des Vorgehens des Beschwerdeführers - der mehrfachen Stiche in den Kopf- und Oberkörper sowie von hinten in den Nacken, der mehrfachen Schläge mit einer Glasflasche auf den Kopf des Opfers und des Kissens auf dessen Gesicht - grenzt es zudem an ein Wunder, dass der Taterfolg nicht eingetreten ist. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz dem Ausbleiben des Taterfolgs lediglich bei der Strafzumessung, nicht aber der rechtlichen Qualifikation der Tat als (versuchter) Mord Rechnung trägt. Daran ändert das Avisieren der Polizei nichts. Es macht die zuvor aus nichtigem Anlass ausgeübte massive Gewalt sowie das Nachtatverhalten nicht weniger skrupellos. Das vorinstanzliche Vorgehen steht, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, auch nicht im Widerspruch zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach das Nachtatverhalten zur Prüfung der Skrupellosigkeit heranzuziehen ist, muss doch dieses nicht automatisch zum Ausscheiden der Mordqualifikation führen. Der Vorinstanz ist ferner zuzustimmen, dass von einer entschuld- oder bloss einfühlbaren Konfliktsituation, die die Tat in einem milderen Licht erscheinen liesse, nicht die Rede sein kann. Wie sie nachvollziehbar ausführt, hatte sich die Ehefrau keinerlei Fehlverhalten zuschulden kommen lassen, und der Beschwerdeführer hatte auch keinen zureichenden Grund solches zu glauben. Es ist vielmehr plausibel anzunehmen, dass er aus Eifersucht resp. aus Wut über das vermeintliche Fremdgehen seiner Frau handelte. Sein Verhalten ist indes in keiner Weise nachvollziehbar und steht in einem besonders krassen Missverhältnis zum Anlass der Tat. Im Übrigen verkennt der Beschwerdeführer mit seiner Argumentation, dass es für einen Affekt nicht ausschliesslich auf die Sicht des Täters ankommen kann. Die Aufregung oder Gemütsbewegung müsse vielmehr bei objektiver Betrachtung als entschuldbar erscheinen. Davon kann vorliegend keine Rede sein. Dies gilt umso weniger, als an die Bestürzung praxisgemäss ein umso strengerer Massstab anzulegen ist, je schwerer der Täter in die Rechtssphäre des Angegriffenen eingreift (Urteil 6B_1211/2015 vom 10. November 2016 E. 1.4.2; zur Entschuldbarkeit des Affekts bei Totschlag: BGE 108 IV 99 E. 3b; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer aber hat massive Gewalt gegen seine Ehefrau angewandt und dazu gar mehrere Tatmittel benutzt. Soweit er geltend macht, er habe, gemäss Gutachten, an Wahnvorstellungen gelitten, ist ihm entgegen zu halten, dass seine Steuerungsfähigkeit nach Auffassung der Expertin gleichwohl nur leicht, und die Einsichtsfähigkeit gar nicht vermindert waren (oben E. 1.2.1). Aus dem unbestrittenen Sachverhalt erhellt zudem, dass der Beschwerdeführer dennoch zielgerichtet handelte. So ging er im Verlauf des verbalen Streits in die Küche und behändigte ein Messer; nach mehrfachen Stichen griff er eine Flasche und drosch damit mehrmals auf den Kopf seiner Ehefrau ein; schliesslich nahm er sich ein Kissen und versuchte damit seine Ehefrau zu ersticken. Zudem telefonierte er nach der Tat mit seiner Schwägerin, welcher er mitteilte, ihre Schwester sei gegangen (gemeint tot). Ferner konnte er sich in den Einvernahmen an den Tatablauf erinnern. Die Vorinstanz verneint daher einen Affekt zu Recht. Da zudem keine nachvollzieh- oder objektiv einfühlbaren Gründe für die Tat vorliegen, vermag auch das vom Beschwerdeführer herangezogene Urteil des Bundesgerichts (6P.58/2004 vom 25. Oktober 2004 E. 5.2) an der Mordqualifikation nichts zu ändern. Anders als im zitierten Entscheid steht nach dem Gesagten keine "ernstzunehmende Möglichkeit im Raum, dass die nach objektiven Gesichtspunkten besonders brutale Vorgehensweise anderen Gründen als einer ausserordentlichen Grausamkeit oder Kaltblütigkeit zuzuschreiben" wäre. Schliesslich ist nicht ersichtlich oder dargetan, dass die Vorinstanz weitere für die rechtliche Qualifikation massgebende Gesichtspunkte ausser Acht gelassen hätte. Dies ist insbesondere nicht darin zu erblicken, dass die Ehefrau den Beschwerdeführer als bisher nicht gewalttätig beschrieben habe und von seinem Verhalten überrascht gewesen sei.