Citation: 2C_981/2015 E. 2.4

2.4. Zu Unrecht bestreitet der Beschwerdeführer, dass die Voraussetzungen von Art. 5 Anhang I FZA für einen Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung vorliegen würden. Ob der Beschwerdeführer sich überhaupt auf das FZA berufen kann oder seine Arbeitnehmereigenschaft nicht vielmehr bereits als entfallen zu gelten hat (Art. 4 FZA in Verbindung mit Art. 6 ff. Anhang I FZA; BGE 141 II 1 E. 2.1 S. 3 f.; 140 II 460 E. 3.2 S. 462 f.; 130 II 339 E. 2 S. 344; Urteil 2C_406/2014 vom 2. Juli 2015 E. 3.3 f.), kann vorliegend deshalb offen bleiben, weil der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung zweifelsohne Art. 5 Anhang I FZA standhält. Seine eigene Einschätzung der begangenen Sexualdelikte und seines Verschuldens als nicht sehr schwer bzw. nicht massiv vermögen nichts daran zu ändern, dass Verletzungen der sexuellen Integrität, wie sie der Beschwerdeführer unter Ausnutzung des Vertrauens der geschädigten Frauen und ohne sich darum zu scheren begangen hat, dass sie bei seinen Opfern Angst und Ohnmachtsgefühle ausgelöst haben, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als schwerwiegende Rechtsgutverletzungen einzustufen sind. Mit seiner Rüge, er sei nicht wegen Morddrohungen, sondern nur wegen einer einfachen Nötigung verurteilt worden, verkennt der Beschwerdeführer, dass gerade die Drohung, jemanden zu entführen und zu töten, falls er seine Aussagen nicht zurückziehe bzw. eines seiner Opfer nicht dazu bringen, seine Anzeige fallen zu lassen, den Tatbestand der Nötigung (Art. 181 StGB) erfüllt. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid, auf den vorliegend verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG), zutreffend und zu Recht erkannte, hat der Beschwerdeführer mit seinen Vermögensdelikten (Urkundenfälschung, Betrug und versuchter Betrug), den mehrfachen sexuellen Nötigungen zum Nachteil von gezielt ausgewählten, ihm körperlich unterlegenen Geschädigten und den Morddrohungen, die er zwecks Entgehung der Strafverfolgung ausstiess, gezeigt, dass er durch die Rechtsordnung gezogene Grenzen schlicht nicht respektiert, und hat damit ein persönliches Verhalten an den Tag gelegt, das eine künftige Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit als sehr wahrscheinlich erscheinen lässt. Diese Würdigung bedurfte im vorliegenden Fall in tatsächlicher Hinsicht keiner gutachterlicher Untermauerung und wird durch den Bericht vom 22. September 2013 über sein Verhalten während des Justizvollzugs, den der Beschwerdeführer der Vorinstanz einen Tag vor der Urteilsfällung der Vorinstanz zugestellt hat, zum Vornherein deswegen nicht entkräftet, weil daraus wegen der während der Haft herrschenden engmaschigen Betreuung keine verlässlichen Rückschlüsse auf das künftige Verhalten des Beschwerdeführers gezogen werden können (Urteil 2C_768/2011 vom 4. Mai 2012 E. 4.3).