Citation: 2C_350/2023 E. 4.2

4.2. Die Bewirtschaftungspflicht kann gemäss Art. 14 Abs. 4 BewG aufgehoben oder abgeändert werden. Dies ist jedoch nur aus zwingenden Gründen zulässig. Ein solcher Grund liegt erst vor, wenn eine Veränderung der Verhältnisse eintritt, welche die Erfüllung der Auflage unmöglich oder unzumutbar macht (vgl. Art. 11 Abs. 4 BewV; BGE 132 II 171 E. 2.1; 130 II 290 E. 2.3; 129 II 361 E. 6.2). Der Widerruf einer Auflage unterliegt demnach zwei Bedingungen: Zunächst müssen sich die Umstände wesentlich und unvorhersehbar verändert haben; ausserdem muss die tiefgreifende Veränderung der Verhältnisse sich auf die Situation des Betroffenen so ausgewirkt haben, dass die Aufrechterhaltung und Beachtung der Auflage unmöglich oder unzumutbar wären (BGE 129 II 361 E. 6.2 mit Hinweisen; Urteile 2C_904/2022 vom 15. Januar 2025 E. 3.2; 2C_981/2022 vom 15. Januar 2025 E. 3.2; 2C_13/2009 vom 19. Februar 2010 E. 3.2). Grundsätzlich muss die Erwerberin bzw. der Erwerber einer Wohneinheit in einem Apparthotel somit das wirtschaftliche Risiko, das sich aus der Bewirtschaftungspflicht ergibt, in Kauf nehmen. Die Erwerberin bzw. der Erwerber darf zwar einen mehr oder weniger grossen Beitrag an ihre bzw. seine laufenden Kosten erwarten, doch kann sie bzw. er insbesondere nicht damit rechnen, mit der Vermietung des Appartements einen Gewinn zu erzielen (vgl. BGE 132 II 171 E. 2.1; 130 II 290 E. 2.8; 118 Ib 178 E. 4c). Wenn jedoch, um einen wirtschaftlich tragbaren Hotelbetrieb zu ermöglichen, die Mietkonditionen derart zum Nachteil der Wohnungseigentümerinnern und -eigentümer verändert werden müssten, dass diesen aus der Vermietung ein Verlust erwachsen oder dass sonst wie das Eigentumsrecht in seiner Substanz angetastet würde, wäre die Änderung für die Wohnungseigentümerinnen und -eigentümer unzumutbar. In diesem Fall müsste infolge Unmöglichkeit der Hotelbewirtschaftung die Bewirtschaftungsauflage aufgehoben werden (BGE 132 II 171 E. 2.1; 130 II 290 E. 2.8).