Citation: I 350/06 23.01.2007 E. 4

4.1 Obwohl Hausarzt Dr. med. D.________ eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes angegeben hatte, lässt sich weder seinen Ausführungen noch den spezialärztlichen Untersuchungen am Spital X.________ hiefür ein (ausreichendes) somatisches Korrelat entnehmen. Dass die Orthopäden am Kantonsspital die Injektion eines Lokalanästhetikums (Carbostesin; vgl. Arzneimittelkompendium der Schweiz 2005, S. 465 f.) und eines entzündungshemmenden Mittels (Kenacort; vgl. Arzneimittelkompendium der Schweiz 2005, S. 1540 ff.) empfahlen, führt zu keinem anderen Schluss, zumal sie ausdrücklich auf die lediglich leichtgradigen Befunde hinweisen. Bezüglich der Rückenproblematik ordnete Dr. med. D.________ keine weiteren Untersuchungen oder Therapien an und ging auf diese Beschwerden in seinen Ausführungen, insbesondere auch bei der Frage nach dem Verlauf und den veränderten Befunden, nicht mehr ein. Eine gegenüber dem BEFAS-Bericht vom 21. Juni 2000 relevante Verschlimmerung dieser Beschwerden ist somit nicht überwiegend wahrscheinlich. Soweit die Dres. med. D.________ und B.________ eine zusätzliche Abklärung durch die MEDAS anregten, erfolgte dies im Wesentlichen auf entsprechenden Wunsch der Versicherten. Schliesslich gründet die Einschätzung des Dr. med. B.________, die Tätigkeit als Pflegeassistentin sei nicht mehr geeignet, auf einer einmaligen Konsultation und beruht hauptsächlich auf den subjektiven Angaben der Beschwerdegegnerin. Wenn die Beschwerdeführerin - welche sich im Einspracheentscheid vom 1. August 2005 eingehend mit den geltend gemachten Verschlechterungen auseinandergesetzt und diese keineswegs, wie die Vorinstanz erwog, ignorierte - ohne zusätzliche medizinische Untersuchungen eine bedeutsame Verschlechterung aus physischer Sicht verneinte, ist dies nicht zu beanstanden (Erw. 2.3 hievor). 4.2 Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus psychischer Sicht wäre nur anzunehmen, wenn bei der zum Zeitpunkt der BEFAS-Abklärung zwar unter grossen psychosozialen Spannungen stehenden, aber unbestrittenermassen an keiner psychischen Krankheit leidenden Versicherten ein neu aufgetretenes, von psychosozialen Belastungsfaktoren unterscheidbares und fachärztlich schlüssig festgestelltes Leiden von Krankheitswert aufgetreten wäre. Angesichts der aktenkundigen psychosozialen Belastungsfaktoren müsste eine ausgeprägte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein, damit - aus psychischer Sicht - eine Invalidität bejaht werden könnte (vgl. BGE 127 V 299 Erw. 5a mit Hinweis auf AHI 2000 S. 153 Erw. 3). Nach Einschätzung der Psychologin M.________ und der Frau Dr. med. H.________ sind die psychischen Probleme der Versicherten auf die ungelöste Arbeitsplatzproblematik und damit auf psychosoziale Gründe zurückzuführen. Einer Therapie massen sie wenig Erfolgschancen zu, hingegen waren sie überzeugt, dass eine für die Versicherte befriedigende Reintegration in den Arbeitsprozess die psychischen Probleme lösen würde. Soweit die Psychologin M.________ und Frau Dr. med. H.________ in ihrem Bericht von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit ausgehen, ist diese Einschränkung - wie ihren Ausführungen unschwer zu entnehmen ist - nicht auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen. Die rezidivierende depressive Störung, welche im Untersuchungszeitpunkt leicht ausgeprägt war und die nach Einschätzung der Psychologin und der Psychiaterin bis dato keine Arbeitsunfähigkeit bewirkt hatte, reicht im Verbund mit den das Beschwerdebild massgeblich prägenden psychosozialen Problemen nicht aus, um einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu bewirken. Vor diesem Hintergrund hat die IV-Stelle zu Recht auf weitere Untersuchungen in psychischer Hinsicht verzichtet. 4.3 Damit ist der Versicherten eine leichte wechselbelastende Tätigkeit, beispielsweise im Kantinenbereich oder als Nachtwache in der Betagtenbetreuung, allenfalls mit Einsätzen auch im Empfangs- und Telefondienst eines Heimes, wie dies die Fachpersonen der BEFAS angeregt hatten, (weiterhin) vollumfänglich zumutbar. Die IV-Stelle hat die Invalidität zutreffend nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs bemessen und sich dabei auf die statistischen Angaben in der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) für das Jahr 2003 abgestützt.