Citation: U 444/99 04.08.2000 E. 3

3.- Zu prüfen ist des Weiteren, ob die SUVA weitere Leistungen in Zusammenhang mit dem Unfall vom 23. Januar 1996 zu erbringen hat. a) Der Beschwerdeführer hat beim Unfall vom 23. Januar 1996 eine Zerrung/Distorsion der Schulter und des linken Arms erlitten. Laut Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. P.________ vom 4. April 1996 war die Beweglichkeit der linken Schulter stark eingeschränkt, gleichzeitig fiel eine psychische Überlagerung der Beschwerden auf. Die vom behandelnden Arzt angeordnete orthopädische Untersuchung durch Dr. med. R.________ zeigte massive Verspannungen im Schultergürtelbereich ohne Hinweise auf kapsuläre Bewegungseinschränkungen oder eine Läsion der Rotatorenmanschette. Die Untersuchung wurde wegen einer mangelhaften Mitarbeit des Versicherten als schwierig bezeichnet. Kreisarzt Dr. med. U.________ stellte anlässlich einer Untersuchung vom 12. Juni 1996 eine Diskrepanz zwischen den subjektiv massiven Beschwerden und dem objektiven Befund fest und bezeichnete den Versicherten für eine leichtere Arbeit ohne wesentliche Belastung der linken Schulter als voll arbeitsfähig. Die Untersuchung wurde durch einen starken muskulären Widerstand des Versicherten beeinträchtigt, weshalb Dr. med. U.________ eine MRI-Untersuchung mit Gadolinium vorschlug, um zumindest die Situation der Rotatorenmanschette und des Labrums schlüssig beurteilen zu können. Die in der Folge durchgeführte MRI-Untersuchung vom 24. Juni 1996 ergab keinen Nachweis einer Rotatorenmanschettenläsion und normale Verhältnisse des vorderen und hinteren Limbus sowie der langen Bicepssehne; festgestellt wurde eine leichte AC-Arthrose ohne Nachweis einer Einengung des subacromialen Raumes. Dr. med. P.________ führt in einer Stellungnahme zuhanden des damaligen Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 7. August 1996 aus, der Versicherte klage weiterhin glaubhaft über Schmerzen und eine Funktionseinschränkung der linken Schulter. Klinisch liessen sich auch entsprechende Befunde erheben. Aufgrund dieser Tatsachen sei der Versicherte weiterhin als nicht voll arbeitsfähig zu betrachten. Im MEDAS-Gutachten vom 6. Februar 1997 wird eine schmerzhaft eingeschränkte Schulterbeweglichkeit links "ohne eindrückliches radiologisches Korrelat (MR-Arthrographie)" festgestellt und eine Periarthropathia humeroscapularis links bei Status nach Schulterkontusion/-distorsion diagnostiziert. Die rheumatologischen Befunde (einschliesslich des Lumbovertebralsyndroms) beeinträchtigen den Versicherten nach ärztlicher Auffassung insofern, als er keine Arbeiten über Kopf und mit Gewichten von mehr als 10 kg auszuführen vermag. b) Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass für die schmerzhafte Bewegungseinschränkung an der linken Schulter keine unfallbedingten organischen Befunde erhoben werden konnten. Solche werden auch im Bericht von Dr. med. P.________ vom 7. August 1996 nicht genannt. Nach der auf eingehenden Abklärungen beruhenden Beurteilung durch die MEDAS sind die Schulterbeschwerden auf ein degeneratives Leiden in Form einer Periarthropathia humeroscapularis zurückzuführen. Anzeichen für ein solches Leiden ergaben sich schon vor dem Unfall vom 23. Januar 1996. So stellte Dr. med. S.________ bereits anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 12. Juni 1991 eine eingeschränkte Schulterbeweglichkeit links sowie intraartikuläre Reibegeräusche im Bereich der linken Schulter fest. Soweit der Unfall vom 12. Juni 1991 zu einer Verstärkung der Beschwerden geführt hat, handelte es sich angesichts der geringen Schwere des Traumas um eine bloss vorübergehende und nicht um eine Richtung gebende Verschlimmerung. Mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist anzunehmen, dass bezüglich der Schulterbeschwerden spätestens im Juli 1996, als die SUVA die Leistungen verfügungsweise einstellte, der Status quo ante bzw. sine erreicht war. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann die auf eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der linken Schulter zurückzuführende Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit daher nicht mehr als unfallbedingt betrachtet werden.