Citation: 9C_279/2023 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdeführer habe zusammen mit seinem Bruder am 28. Mai 2020 zwei öffentlich beurkundete Kaufverträge mit seinen Nichten abgeschlossen und für die Grundstücke Verkaufspreise von Fr. 98'000.- bzw. Fr. 119'700.- vereinbart. Er habe mit Vertragsschluss gegenüber seinen Nichten einen festen Rechtsanspruch auf Leistung seines Anteils erworben. Gestützt auf die Grundsätze zur Realisierung von Erträgen habe der Beschwerdeführer die ihm aufgrund des Kaufvertrags zustehenden Anteile somit im Vertragszeitpunkt realisiert (vgl. E. II./2.2 des angefochtenen Urteils). Die Schenkungsurkunden vom 1. September 2020 änderten nichts daran. Der Verzicht der steuerpflichtigen Person auf Eintreibung einer Forderung gelte als freie Erlösverwendung und sei steuerrechtlich unbeachtlich. Die Schenkungsurkunden seien erst nach der öffentlichen Beurkundung der Kaufverträge und insbesondere kurz nach Eingang der Grundstückgewinnsteuererklärung abgeschlossen worden und hätten keinen Einfluss auf die steuerrechtlichen Folgen der Kaufverträge. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb notariell beglaubigte Kaufverträge abgeschlossen worden seien, wenn im Zeitpunkt des Vertragsschlusses bereits festgestanden haben soll, dass die Grundstücke an die Nichten entschädigungslos hätten abgetreten werden sollen. Schliesslich überzeugten auch die Argumente nicht, die Kaufverträge seien wegen der Baukredite auf Begehren der Bank erstellt worden bzw. der Beschwerdeführer sei aufgrund seines Alters bei den zahlreichen zu leistenden Unterschriften überfordert gewesen (vgl. E. II./2.3 des angefochtenen Urteils).