Citation: 4C.216/2003 20.10.2003 E. 3

Die Beklagte hat im kantonalen Verfahren vorgebracht, die Klägerin sei als Unternehmerin deshalb in Verzug gewesen, weil sie es unterlassen habe der Beklagten die eingetretenen Verzögerungen anzuzeigen, was eine Verletzung von Art. 365 Abs. 3 OR darstelle. Das Handelsgericht erwog, zum einen verlange diese Bestimmung nicht, eine blosse Verzögerung anzuzeigen. Zum anderen könne eine Anzeigepflicht auch deshalb ausgeschlossen werden, weil der Beklagten die konkreten Umstände und die sich daraus ergebenden Verzögerungen bekannt gewesen seien. Diese tatsächliche Feststellung ist für das Bundesgericht verbindlich (Art. 63 Abs. 2 OG), weshalb eine Verletzung von Art. 365 Abs. 3 OR ausgeschlossen ist. Demnach kann offen bleiben, ob das Handelsgericht zu Recht annahm, blosse Verzögerungen bei der Werkausführungen würden nicht unter Art. 365 Abs. 3 OR fallen. Auf die dagegen gerichtete Kritik der Beklagten ist daher mangels eines hinreichenden Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten.