Citation: 6B_997/2017 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer rügt die "Abweisung eines Antrags auf Einholung eines Sachverständigengutachtens zur Wahrnehmungs- und Willensfreiheit im Zusammenhang mit Einvernahmen des Beschuldigten (Art. 139 i.v.m. Art. 182 StPO) ". Er habe vor Vorinstanz die Unverwertbarkeit seiner Einvernahmen geltend gemacht, da er infolge einer Medikamentierung mit Temesta, Schmerzmitteln und aufgrund von Cannabiskonsum in seiner Wahrnehmungs- und Willensfreiheit beeinträchtigt gewesen sei. Um beurteilen zu können, ob er tatsächlich in der erwähnten Weise beeinträchtigt gewesen sei, habe er ein Sachverständigengutachten beantragt. Die Vorinstanz habe diesen Antrag abgewiesen und seine Aussagen verwertet. Aus den Angaben der Medikamentendatenbank compendium.ch ergebe sich, dass Temesta angstlösend sei und damit zumindest geeignet erscheine, den Willen zu einer Aussage zu beeinflussen. Nach Art. 140 StPO seien insbesondere Mittel, welche die Denkfähigkeit oder die Willensfreiheit einer Person beeinträchtigen können, bei der Beweiserhebung untersagt, selbst wenn die betroffene Person ihrer Anwendung zustimme. Die Vorinstanz anerkenne, dass er tatsächlich Temesta eingenommen habe. In ihren anschliessenden Ausführungen übersehe sie allerdings, dass sich sein Beweisantrag nicht nur auf seine Aussagefähigkeit, sondern auch auf seinen Aussagewillen beziehe. In diesem Zusammenhang könne es weder darauf ankommen, ob er über seine Rechte aufgeklärt worden sei, noch ob er von einem Verteidiger begleitet gewesen sei. Diese äusseren Bedingungen könnten die Beeinflussung des Aussagewillens durch ein angstlösendes Medikament, das den Selbstschutzwillen unter Umständen ausschalte, offensichtlich nicht kompensieren. Ebenso sei unerheblich, ob er sich im Zeitpunkt der Einvernahmen offenbar subjektiv nicht beeinträchtigt gefühlt habe, wie die Vorinstanz anführe, denn genau dies sei ja die intendierte Wirkung des fraglichen Medikaments. Ob sein Aussagewille durch das Medikament konkret tatsächlich beeinflusst gewesen sei, habe die Vorinstanz mangels eigener Sachkenntnis nicht beantworten können, weshalb sie seinem Antrag hätte stattgeben müssen. Dem stehe auch nicht entgegen, dass er das fragliche Medikament selbst eingenommen habe, da es nicht darauf ankommen könne, ob der Staat die Ursache für den entsprechenden Zustand gesetzt habe.