Citation: 4A_307/2020 E. 8.2

8.2. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz verkenne das Wesen des Garantievertrags nach Art. 111 OR, wenn sie von zwei geltend gemachten Teilansprüchen ausgehe. Weiter sei erstaunlich, dass die Vorinstanz zum Schluss komme, aus der Abrechnung des Bauprojekts resultiere eine Abrechnungsdifferenz aus Sicht der Beschwerdeführerin von Fr. minus 37'720'244.20. Eine solche Auffassung vertrete nicht mal die Beschwerdegegnerin. Zudem mache sie nicht - und insbesondere nicht aus eigenem Recht als Garantin - einen Anspruch auf Rückerstattung der Erfüllungsgarantie geltend, wie die Vorinstanz fälschlicherweise annehme. Vielmehr klage sie als Prozessstandschafterin einen Anspruch der Konkursmasse der C.________ AG aus der Abrechnung des Bauprojekts ein. Effektiv habe die Zahlung der Garantiesumme eine Vermögensverschiebung zu Gunsten der Beschwerdegegnerin bzw. zu Lasten der C.________ AG (in deren Rechtsposition sie heute stehe) bewirkt. Diese Vermögensverschiebung zu Lasten der C.________ AG erkläre sich dadurch, dass sie die von der Beschwerdegegnerin gezogene Garantiesumme bei der C.________ AG regressweise eingefordert habe. Es ist nicht ersichtlich, woraus die Beschwerdeführerin ableitet, die Vorinstanz sei davon ausgegangen, sie mache einen eigenen Anspruch auf Rückerstattung der Erfüllungsgarantie geltend. Das dem nicht so ist, ergibt sich bereits daraus, dass die Vorinstanz ausdrücklich festhielt, ob der abgetretene Anspruch auch einen Teilanspruch aus der Erfüllungsgarantie umfasse, bedürfe an dieser Stelle keiner Prüfung, da es sich um eine doppeltrelevante Tatsache handle. Nicht ersichtlich ist im Übrigen, was die Beschwerdeführerin aus dem Vorwurf ableiten will, die Vorinstanz gehe fälschlicherweise von zwei Teilansprüchen aus. Mit der Beschwerdeführerin ist aber festzuhalten, dass die vorinstanzliche Feststellung, es bestehe eine Abrechnungsdifferenz von Fr. minus 37'720'244.20, missverständlich ist. Es trifft zwar zu, dass der Wert des Teilwerks mangels hinreichender Substanziierung nicht fest steht. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, das Teilwerk hätte einen Wert von Fr. 0.--, womit eine Abrechnungsdifferenz von Fr. minus 37'720'244.20 resultiere. Dies spielt allerdings im Ergebnis vorliegend keine Rolle, da die Beschwerdeführerin mangels hinreichender Substanziierung des Werts des Teilwerks jedenfalls nicht dargelegt hat, dass der Wert des Teilwerks grösser als Fr. 30'820'244.20 (Betrag der Akontozahlungen abzüglich der Garantiesumme) war. Nur in diesem Fall hätte die Zahlung der Garantiesumme aber überhaupt eine Vermögensverschiebung zu Gunsten der Beschwerdegegnerin bzw. zu Lasten der C.________ AG bewirken können.