Citation: 2A.355/2002 29.10.2002 E. 5

Zu prüfen ist ferner, ob eine Ausreise in die Heimat für die Ehefrau des Beschwerdeführers und die drei Kinder zumutbar erscheint. 5.1 Die Ehefrau ist 1990 im Alter von 20 Jahren mit dem kurz vorher geborenen ältesten Kind C.________ in die Schweiz eingereist. Sie ist wie der Beschwerdeführer im Kosovo aufgewachsen, in einem Dorf namens Sodovina, das 6 km vom heimatlichen Dorf des Beschwerdeführers entfernt ist. Ihre Eltern und zwei ihrer Brüder leben noch in Sodovina, während zwei Schwestern in anderen Dörfern im Kosovo verheiratet sind. Auch die Ehefrau des Beschwerdeführers hat somit zahlreiche nahe Verwandte in ihrer Heimat, mit denen sie den Kontakt aufrecht erhalten hat. 5.2 Anlässlich der Instruktionsverhandlung vor dem Verwaltungsgericht erklärte die Ehefrau des Beschwerdeführers, sie habe nie Deutsch gelernt. Sie war daher zur Verständigung auf die Dolmetscherin angewiesen. Wegen angeblich gesundheitlicher Probleme arbeitete sie damals nicht, erklärte aber, da es wegen der noch ausstehenden Schulden für die Familie finanziell knapp aussehe, bemühe sie sich trotzdem, eine neue Stelle zu finden. Die Ehefrau des Beschwerdeführers ist somit in der Schweiz kaum integriert. Trotz ihrer Aussage, das Leben im Kosovo wäre für sie unmöglich, muss eine Rückkehr für sie als zumutbar betrachtet werden. Ihr Hinweis, die Situation sei im Kosovo zur Zeit sehr schlecht, mag insofern zutreffen, als die dortigen Lebensbedingungen mit denen in der Schweiz kaum vergleichbar sind, was jedoch für alle aus dem Kosovo stammenden Landsleute zutrifft, welche die Schweiz verlassen müssen. Falls die Befürchtung der Ehefrau des Beschwerdeführers, die Leute würden dort mit dem Finger auf ihren Mann zeigen, richtig sein sollte, hätte dieser sich dies selbst zuzuschreiben, und es könnte daraus kein Argument gegen die Zumutbarkeit einer Rückkehr in den Kosovo abgeleitet werden. 5.3 Heikler ist die Situation für die drei Kinder des Beschwerdeführers, von denen der Sohn C.________ 1990 als Kleinkind in die Schweiz kam und die beiden jüngeren Kinder in der Schweiz geboren sind. C.________ ist heute 12 Jahre alt, während die beiden Töchter zehn und sieben Jahre alt sind. Alle drei Kinder gehen hier zur Schule, sind altersentsprechend integriert und sprechen die deutsche Sprache. Mit ihrer Mutter sprechen sie jedoch, wie diese anlässlich der Instruktionsverhandlung vor dem Verwaltungsgericht aussagte, albanisch. Das Verwaltungsgericht hat daher für das Bundesgericht verbindlich festgestellt, dass die drei Kinder sowohl die Sprache ihrer Eltern als auch die deutsche Sprache sprechen. Zu ihrer Heimat haben sie Kontakt durch Ferienaufenthalte. Wenn auch die drei Kinder keine Kleinkinder mehr sind, für die nach der Praxis des Bundesgerichts eine Ausreise mit ihren Eltern in der Regel unbedenklich ist, erscheint insbesondere auch im Hinblick auf die nahen Verwandten, die sie im Kosovo haben, eine Ausreise auch für die Kinder als zumutbar. Angesichts ihrer Zweisprachigkeit wird es ihnen möglich sein, sich in die Schulen in ihrer Heimat zu integrieren.