Citation: 1P.479/2001 26.11.2001 E. 5

5.- a) Nach den Erwägungen des Kantonsgerichts muss das plötzliche Ausschwenken des Fahrzeugs unter Berücksichtigung der konkreten Umstände, nach der allgemeinen Lebenserfahrung und den Gesetzen der Vernunft auf eine sorgfaltswidrige Unaufmerksamkeit des Beschwerdeführers zurückgeführt werden. Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, es seien aus den Akten keine Hinweise ersichtlich, welche eine solche Unaufmerksamkeit annähernd beweisen könnten. Mit der Argumentation, es bestünden keine Anzeichen für die Unschuld des Beschwerdeführers, werde ihm implizit zur Last gelegt, dass seine Unschuld nicht genügend bewiesen und er daher schul- dig zu sprechen sei. Dies komme einer Umkehr der Beweislast gleich und verletze in klarer Weise den Grundsatz "in dubio pro reo". Darüber hinaus rügt er auch in diesem Zusammenhang eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. b) Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann aus der Urteilsbegründung weder herausgelesen werden, das Kantonsgericht habe seine Berufung abgewiesen, weil er seine Unschuld nicht nachgewiesen habe, noch weil ihm der Beweis für seine Unschuld misslungen sei. Es führte aus, der Angeklagte könne sich an den Unfall nicht mehr erinnern. Hinweise auf äussere Unfallursachen oder Einwirkungen existierten keine: Ein technischer Defekt werde ausgeschlossen, die Witterungs-, Sicht- und Strassenverhältnisse seien einwandfrei gewesen, ein Gegenstand oder ein Tier seien auf der Strasse weder gefunden noch von Augenzeugen gesehen worden und zwingende Hinweise auf eine Fahrunfähigkeit des Angeschuldigten lägen ebensowenig vor wie Indizien für eine schlagartige Bewusstseinsstörung. Aus diesen tatsächlichen Feststellungen schloss das Kantonsgericht, dass als einzige Unfallursache die Unaufmerksamkeit des Fahrzeuglenkers bleibe. Ob es damit den Sachverhalt richtig feststellte und daraus sachlich vertretbare Folgerungen zog, ist keine Frage der Verteilung der Beweislast, sondern der Würdigung der Beweise (BGE 120 Ia 31 E. 3 S. 39). Dasselbe trifft auch zu, soweit sich das Kantonsgericht zusätzlich auf die allgemeine Lebenserfahrung und die Gesetze der Vernunft abstützte, um aus den gesamten Umständen des konkreten Falles und den bewiesenen Indizien auf einen bestimmten Sachverhalt zu schliessen. Die Beweislast wird dadurch nicht umgekehrt (BGE 126 III 10 E. 2b S. 13; 123 III 241 E. 3a S. 243; 117 II 256 E. 2b S. 258). Der Vorwurf des Beschwerdeführers, das Kantonsgericht habe die Maxime "in dubio pro reo" als Beweislastregel verletzt, erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet. Seine diesbezüglichen Einwände sind hingegen unter dem Aspekt der Beweiswürdigungsregel zu prüfen. c) Die Feststellung des Kantonsgerichts, dass keine Hinweise auf äussere Unfallursachen oder Einwirkungen existierten, steht weder mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch noch wurde sie ohne jede Beweisgrundlage getroffen. Sie erweist sich demnach nicht als willkürlich. Dasselbe trifft auch zu, soweit es das plötzliche Ausscheren des Fahrzeuges auf eine momentane Unaufmerksamkeit zurückführte. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist nicht erforderlich, dass der Grund der Unaufmerksamkeit beweismässig erstellt ist (Pra 80/1991 Nr. 143 E. 1c S. 676; Jürg Boll, Grobe Verletzung von Verkehrsregeln, Davos 1999, S. 64). Vermag sich ein Fahrzeuglenker - wie vorliegend - an den Unfallhergang nicht mehr zu erinnern, so ist eine positive Beweisführung über die konkrete Ursache der Unaufmerksamkeit oft gar nicht möglich. Dies führt aber keineswegs dazu, dass damit die Unaufmerksamkeit als Unfallursache im Vornherein ausser Betracht zu fallen hat. Für den Nachweis einer Unaufmerksamkeit genügt, wenn aus den gesamten Umständen des konkreten Falles und der allgemeinen Lebenserfahrung willkürfrei auf ein solches Fehlverhalten geschlossen werden kann. Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, hat das Kantonsgericht mit haltbaren Gründen eine plötzliche Bewusstseinstrübung als Unfallursache ausgeschlossen, womit es ohne Verfassungsverletzung davon ausgehen konnte, dass eine Unaufmerksamkeit des Beschwerdeführers zum Unfall führte. Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet.