Citation: U 335/02 21.03.2003 E. 3

3.1 Die Vorinstanz gelangte zur Auffassung, aufgrund der medizinischen Unterlagen könne nicht festgestellt werden, ob die psychische Problematik beim Versicherten bereits unmittelbar nach dem Unfall derart im Vordergrund gestanden habe, dass es gerechtfertigt sei, die Adäquanz des Kausalzusammenhangs gestützt auf BGE 123 V 99 Erw. 2a nach Massgabe der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen. Sie wies daher die Sache zur Klärung dieser Frage mittels Anordnung eines Gutachtens durch einen verwaltungsunabhängigen Psychiater an die Winterthur zurück. 3.2 Der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts kann nicht beigepflichtet werden. Eine Prüfung der Entwicklung im Sinne von RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 seit dem Unfall am 2. August 1998 bis zur Einstellung der Versicherungsleistungen durch die Winterthur mit Verfügung vom 12. Mai 2000 (bestätigt mit Einspracheentscheid vom 28. Mai 2001, dem für die richterliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt) zeigt, dass die somatischen Beschwerden nicht eine bloss untergeordnete Rolle gespielt haben. In den ersten, aus der Zeit nach dem Unfall stammenden Berichten des Spitals Y.________ (vom 6. und 26. August 1998), des Dr. O.________ (vom 24. August 1998) und des Dr. S.________ (vom 23. Oktober und 6. November 1998 sowie vom 12. Januar 1999) enthalten klare Hinweise auf physische Beschwerden, wie sie nach einem Unfall mit Schleudertrauma der HWS typischerweise auftreten. Der letztgenannte Arzt sah sich denn auch veranlasst, eine chiropraktische Behandlung in die Wege zu leiten (Bericht des Chiropraktikers Dr. M.________ vom 9. November 1998). Am 18. Februar 1999 hielt Dr. S.________ fest, die jetzige Schmerzsymptomatik mit radikulärer Armsymptomatik rechts sei sicherlich auf den Unfall zurückzuführen. Erst im Gutachten des Prof. W.________ vom 18. Juni 1999 wurden eine Depression und eine Schmerzüberreaktion erwähnt; daneben wurde auch ein funktionelles diskretes sensibles Hemisyndrom rechts diagnostiziert, und der Arzt erachtete weitere Physiotherapie als sinnvoll. Schliesslich kann auch dem Austrittsbericht der Höhenklinik Z.________ vom 16. September 1999, wo der Versicherte vom 22. August bis 16. September 1999 hospitalisiert war, nicht entnommen werden, dass nunmehr die psychische Komponente des Beschwerdebildes klar im Vordergrund gestanden hätte. Denn die Klinikärzte diagnostizierten nebst psychischen Beeinträchtigungen ein chronisches Zervicocephal- und Thorakovertebralsyndrom. Schliesslich erklärte Dr. H.________, beratender Arzt der Winterthur, am 29. September 1999, es bestehe ein objektiver HWS-Befund als Folge des Unfalls. Dass das physische Beschwerdebild schon kurze Zeit nach dem Unfall psychisch überlagert war, mag zutreffen, ist jedoch nicht entscheidend, da eine depressive Entwicklung, wie sie auch hier eintrat, zum typischen Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma der HWS gehört (BGE 117 V 360 Erw. 4b). 3.3 Da die medizinischen Akten den Schluss erlauben, dass die somatischen Beschwerden während des ganzen Verlaufs eine nicht unerhebliche Rolle spielten, besteht kein Anlass, eine zusätzliche psychiatrische Begutachtung anzuordnen. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit nach der für Schleudertraumen der HWS ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle entwickelten Rechtsprechung (BGE 117 V 359) zu beurteilen. Zu diesem Zweck und zu neuer Entscheidung über die Beschwerde ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Damit bleiben den Parteien alle Rechte, insbesondere der doppelte Instanzenzug, gewahrt.