Citation: U 473/06 02.11.2007 E. 5

5.1 Zu beantworten ist weiter die Frage, welches Einkommen die Beschwerdeführerin dabei hätte erzielen können. Nach Auffassung der Vorinstanz basieren die von der Versicherten genannten Lohnerwartungen auf Annahmen, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Das kantonale Gericht hat dieses daher - wie bereits die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 27. Dezember 2004 - auf der Grundlage der LSE 02 bestimmt. Dabei ist es vom Bruttolohn von Frauen mit Berufs- und Fachkenntnissen (Anforderungsniveau 3) im Gesundheits- und Sozialwesen von Fr. 5282.- im Monat ausgegangen. Bei einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.8 Stunden und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Zeitpunkt des Rentenbeginns im Jahre 2004 resultierte ein Erwerbseinkommen von Fr. 67'614.-. 5.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet das vorinstanzliche Abstellen auf Lohnstatistiken und rügt, das kantonale Gericht habe sich mit den von ihr aufgelegten konkreten Lohnbestätigungen nicht auseinandergesetzt, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle. Bereits vor der Ausbildung zur Sozialarbeiterin habe sie im Spital Y.________ eine entsprechende Funktion im Teilpensum ausgeübt, wobei der Arbeitgeber die weitere Anstellung vom Abschluss der Sozialarbeiterschule abhängig gemacht habe. Laut dessen Schreiben vom 22. Juli 1998 wäre sie mit dem Diplom auf einer Gehaltsbasis von Fr. 95'000.- eingestuft worden. Am 10. April 2003 habe das Spital Y.________ bestätigt, dass sie im Jahre 2000 als ausgebildete Sozialarbeiterin ein Jahressalär von Fr. 98'800.- erzielt hätte. Überdies wäre nach den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch eine Tätigkeit im Sozialdienst des Spitals Z.________ in Frage gekommen. Dort wäre sie aufgrund der vierjährigen Berufserfahrung im Jahre 2004 in der Lohnklasse 10 eingestuft worden und hätte mit einem Einkommen von Fr. 85'909.- bis Fr. 105'239.- rechnen können. Auch aufgrund der Lohnempfehlung 2004 des Schweizerischen Berufsverbandes für soziale Arbeit habe sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung von einem Einkommen von Fr. 100'000.- ausgehen können. Für den Fall, dass trotz der konkreten Lohnvorgaben bei der Bemessung des Valideneinkommens auf LSE-Werte abzustellen sei, sei nicht das Anforderungsniveau 3 massgebend, sondern die Kategorie 1 oder 2 der LSE, da - anders als bei der Bemessung des Invalideneinkommens - die vierjährige Fachhochschulausbildung mitberücksichtigt werden müsse. 5.3 Die Lohnerhebungen des Bundesamtes für Statistik 2004 weisen für das Gesundheits- und Sozialwesen einen monatlichen Durchschnittslohn für Frauen im Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) von Fr. 5404.- und im Anforderungsniveau 1 und 2 (Verrichtung höchst anspruchsvoller und schwieriger Arbeiten resp. selbstständiger und qualifizierter Arbeiten) von Fr. 6317.- aus. Zu berücksichtigen ist, dass die Beschwerdeführerin als Krankenschwester ausgebildet ist und im Februar 1994 die Schule für Sozialbegleitung mit dem Diplom abschloss. Als Betreuerin beim Verein X.________ hatte sie gemäss Arbeitsvertrag vom 29. November 1994 bei einem Teilpensum von 80 % einen Anfangslohn von Fr. 4363.25, was bei einem Vollpensum einem Jahreslohn von Fr. 70'903.- entspricht. Die aus der Zusatzausbildung zur diplomierten Sozialarbeiterin resultierenden erweiterten Einsatzmöglichkeiten würden sich zweifellos lohnerhöhend auswirken, wovon auch die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 27. Dezember 2004 ausgeht. Laut Arbeitsvertrag vom 16. Juli 1995 war die Versicherte ab 1. Oktober 1995 beim Spital Y.________ als Sozialarbeiterin im Bereich Akutspital/Geriatrie/Psychiatrie mit einem variablen Pensum von 40 % bis 60 % angestellt und erzielte dort ein auf der Basis eines Monatslohnes von Fr. 6000.- berechnetes Anfangsgehalt. Im Schreiben vom 22. Juli 1998 bestätigte die Arbeitgeberin einen Anfangslohn auf der Basis eines Jahresgehalts von Fr. 78'551.-, welcher ab 1. Januar 1996 auf Fr. 79'453.- erhöht worden sei und später vermutlich auf Fr. 82'248.- bis Fr. 84'323.- angehoben worden wäre. Die weitere Entwicklung wäre vom Besuch und Abschluss der Schule für Sozialarbeit abhängig gewesen. Ob die Beschwerdeführerin in der Folge tatsächlich eine entsprechende Stelle im Spital erhalten hätte, bleibt ungewiss, zumal dem Schreiben des Spitals Y.________ vom 22. April 2003 zu entnehmen ist, dass die Funktion einer Sozialarbeiterin im Einsatzbereich Akutspital/Geriatrie im Stellenplan nur mit 40 Stellenprozent bewilligt worden und die zweite Stelle in der Psychiatrie mit 60 Prozent besetzt sei. 5.4 Da die Versicherte somit ohne gesundheitliche Beeinträchtigung nicht bei einem bestimmten Arbeitgeber tätig wäre, ist die Ermittlung des massgebenden Erwerbseinkommens auf der Grundlage der LSE grundsätzlich nicht zu beanstanden. Die Angaben der letzten Arbeitgeber weisen aber deutlich darauf hin, dass die Beschwerdeführerin im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns im Jahre 2004 eine über dem Durchschnitt des Anforderungsniveaus 3 im Gesundheits- und Sozialwesen liegende Entlöhnung erreicht hätte, wäre sie in ihrer beruflichen Entwicklung nicht durch die gesundheitliche Beeinträchtigung gehemmt worden. Wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht vorgebracht wird, sagen Unfallversicherer und Vorinstanz nicht, welche konkreten Umstände für die Einordnung im Anforderungsniveau 3 und gegen das Anforderungsniveau 1 oder 2 sprächen. Sie legen zudem auch nicht ansatzweise dar, weshalb das Valideneinkommen erheblich tiefer zu bemessen ist als der von der Versicherten im Zeitpunkt des Unfalls bei Vollbeschäftigung effektiv erzielbare Lohn. Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung hätte sich die Beschwerdeführerin 2004 über eine gewisse berufliche Erfahrung als Sozialarbeiterin ausweisen und auch einen entsprechend verantwortungsvollen Posten übernehmen können. Unter Berücksichtigung der konkreten, persönlichen und beruflichen Umstände ist es geboten, sie der Kategorie der Arbeitnehmerinnen zuzuordnen, welche selbstständige und qualifizierte Arbeiten im Sinne des Anforderungsniveaus 2 der LSE verrichten. Wollte gleichwohl vom Anforderungsniveau 3 ausgegangen werden, wäre den konkreten Umständen durch eine entsprechende Erhöhung des Tabellenlohnes angemessen Rechnung zu tragen. 5.5 Das dem Einkommensvergleich zu Grunde zu legende massgebende Valideneinkommen beträgt somit Fr. 78'647.- (12 x Fr. 6317.- x [41.5/40; LSE 04 und die Volkswirtschaft 10/2007 S. 90 B9.2]). Bei einem Invalideneinkommen 2004 von unbestritten Fr. 37'905.- ergibt dies einen Invaliditätsgrad von 52 %.