Citation: 1P.103/2007 11.05.2007 E. 2

Vorab sind die Verfahrensrügen des Beschwerdeführers zu prüfen. 2.1 Dieser macht zunächst eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK geltend, weil das Verwaltungsgericht seine Kognition auf Rechtsverletzungen beschränkt und keine Ermessensprüfung vorgenommen habe. Für zivilrechtliche Streitigkeiten i.S.v. Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zumindest eine freie richterliche Überprüfung des Sachverhalts und der Rechtsfragen erforderlich, nicht dagegen eine Ermessenskontrolle (in BGE 127 II 18 nicht veröffentlichte E. 2b; BGE 126 I 33 E. 2a S. 34; 120 Ia 19 E. 4c S. 30 mit Hinweisen). Allerdings muss sichergestellt sein, dass das Gericht auch Verwaltungsentscheide, die überwiegend auf Ermessen beruhen, wirksam überprüfen kann (Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] vom 28. Juni 1990 i.S. Obermeier c. Österreich, Serie A Band 179 Ziff. 70.; Mark Villiger, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Aufl., Rz. 427 S. 271 f.). Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern eine wirksame Überprüfung der angefochtenen Verfügung einer umfassenden Ermessenskontrolle bedurft hätte. Dies ist auch nicht ersichtlich, hat der Beschwerdeführer doch vor Verwaltungsgericht nur Sachverhalts- und Rechtsanwendungsrügen erhoben (fehlende Kompetenz der Vorinstanzen; Verletzung der Eigentumsgarantie; Verfahrensverletzungen). 2.2 Sodann rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV), weil das Verwaltungsgericht seinem Antrag auf Durchführung eines Augenscheins nicht entsprochen habe. Bei einem Augenschein hätte das Gericht insbesondere erkannt, dass es sich nicht um eine Neupflanzung, sondern um eine Ersatzpflanzung handle; dies belege insbesondere die schon seit alters her bestehende Struktur des Bodenbelags, weil an dieser Stelle ein "Pflanzungsquadrat" ausgespart sei. Auch das Verwaltungsgericht ging davon aus, dass die Kastanienallee früher einmal bis zur Grenze der Parzellen Nrn. 275 und 276 reichte, d.h. dass am Standort des vom Beschwerdeführer gepflanzten Kastanienbaums schon früher ein zur Allee gehörender Baum stand (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.4 S. 7). Es hielt diesen Umstand jedoch für rechtlich irrelevant, weil einzig auf den Schutzbereich gemäss geltendem Zonenplan abzustellen sei. Diesen Schutzbereich konnte es den in den Akten liegenden Dokumenten (Zonenplan) entnehmen, weshalb es hierfür keines Augenscheins bedurfte. Die Akten enthalten Pläne und Fotos, aus denen sich der Sachverhalt hinreichend klar ergibt. Das Verwaltungsgericht war daher auch im Übrigen nicht verpflichtet, einen Augenschein durchzuführen. Ein solcher erübrigt sich auch im bundesgerichtlichen Verfahren. 2.3 Auf die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs im Zusammenhang mit der Beurteilung des öffentlichen Interesses und der Verhältnismässigkeit der Verfügung ist bei der Prüfung dieser Punkte (unten, E. 4) zurückzukommen.