Citation: 1C_106/2018 E. 4.7

4.7. Die Rüge der Beschwerdeführer erweist sich als stichhaltig. Wie vom BAFU als Fachbehörde zutreffend dargelegt, muss vor Erteilung einer Ausnahmebewilligung nachgewiesen sein, dass alle in Betracht fallenden baulichen und gestalterischen Massnahmen geprüft worden sind; zu denken ist namentlich an Lärmschutzwände aus Glas (vgl. insoweit die von den Beschwerdeführern eingereichte Stellungnahme der Lärmliga Schweiz vom 14. Februar 2018, S. 3). Erst wenn erstellt ist, dass sämtliche verhältnismässigen Massnahmen ausgeschöpft worden sind, kommt als "ultima ratio" die Gewährung einer Ausnahme in Betracht (Subsidiarität; vgl. CHRISTOPH JÄGER, Bauen im lärmbelasteten Gebiet, Interessenabwägung nach Art. 31 Abs. 2 LSV, in: Raum & Umwelt 2009 Nr. 4 S. 9). Diesen Nachweis haben die kommunalen und kantonalen Behörden nicht erbracht. Das eingeholte Lärmgutachten vom 5. Februar 2015 hält einzig pauschal fest, dass Lärmschutzmassnahmen im Ausbreitungsbereich die Aussicht und die Besonnung der Liegenschaft beeinträchtigen würden (vgl. insoweit die Stellungnahme des kantonalen Amts für Raumplanung im bundesgerichtlichen Verfahren vom 2. November 2018, S. 3). Hinzu kommt, dass das kommunale Recht, wie von den Beschwerdeführern geltend gemacht, bei Arealbebauungen besonders gut gestaltete Grundrisse bezüglich der Wohnhygiene verlangt (§ 31 Abs. 1 lit. c der Bauordnung der Stadt Zug). Im vorliegenden Fall würden die Immissionsgrenzwerte tagsüber um bis zu 4 dB (A) überschritten. Eine solche Zunahme des Lärms ist eindeutig wahrnehmbar (vgl. ROBERT WOLF, USG Kommentar, 2. Aufl., Vorbemerkungen N. 9 zu Art. 19-25) und kann daher, wie das BAFU in seiner Vernehmlassung zurecht festhält, nicht mehr als unwesentlich qualifiziert werden. Die oben zitierte, qualifizierte Anforderung an die Wohnhygiene bei Arealbebauungen ist somit ebenfalls nicht erfüllt.