Citation: 5A_685/2020 E. 3.1

3.1. Die Teilungsklage (Art. 604 ZGB) muss gegen alle Miterben erhoben werden, weil sie zu einem Urteil führt, das gegenüber allen Erben wirkt, und weil sie das Schicksal von Vermögensgegenständen regelt, die den Miterben und dem Kläger als Gesamteigentümern gehören (Art. 602 Abs. 2 ZGB; BGE 130 III 550 E. 2.1.1 S. 552). Eine Ausnahme von der Notwendigkeit der Beteiligung sämtlicher Miterben lässt die Praxis zu, wenn einzelne Erben erklären, sie wollten auf ihren Anteil an der Erbschaft verzichten (BGE 51 II 267 E. 2 S. 270; 116 II 49 E. 4c S. 54) oder sich dem ergehenden Teilungsurteil unterziehen, wie auch immer es ausfallen werde (BGE 100 II 440 E. 1 S. 441; 136 III 123 E. 4.4.1/.2 S. 128; vgl. aus der Lehre statt vieler: TUOR/PICENONI, Berner Kommentar, 1964, N. 32d zu Art. 602 und N. 3 zu Art. 604 ZGB; WOLF, Berner Kommentar, 2014, N. 96 zu Art. 602 und N. 50 zu Art. 604 ZGB; SPAHR, Commentaire romand, 2016, N. 7 zu Art. 602 und N. 9 zu Art. 604 ZGB; SCHAUFELBERGER/KELLER LÜSCHER, Basler Kommentar, 2019, N. 19 zu Art. 602 und N. 17 zu Art. 604 ZGB).