Citation: 6A.68/2002 26.05.2003 E. 3

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, das kantonale Verfahren habe übermässig lange gedauert. Dies hätte mit einer erheblichen Reduktion der Entzugsdauer berücksichtigt werden müssen. Die kantonalen Instanzen setzen die Entzugsdauer auf das gesetzliche Minimum von sechs Monaten fest, da der Beschwerdeführer die hier zu beurteilende massive Geschwindigkeitsüberschreitung innert zwei Jahren seit Ablauf des letzten Entzugs begangen hat (Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG). Nach der Rechtsprechung kann freilich auch die gesetzliche Mindestdauer ausnahmsweise unterschritten werden, wenn seit der Widerhandlung verhältnismässig viel Zeit verstrichen ist, sich der Betroffene während dieser Zeit wohl verhalten hat und ihn an der langen Verfahrensdauer keine Schuld trifft (BGE 127 II 297 E. 3d; 120 Ib 504 E. 4). Ob ein Verfahren übermässig lange gedauert hat, beurteilt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. In der bisherigen Praxis erachtete das Bundesgericht eine Dauer von fünfeinhalb Jahren bei einer groben Verkehrsregelverletzung als zu lange und reduzierte daher die Entzugsdauer unter das gesetzlich vorgesehene Minimum von sechs Monaten (BGE 120 Ib 504 E. 5). Wie im zuletzt genannten Fall ist vorliegend ebenfalls ein Warnungsentzug wegen einer groben Verkehrsregelverletzung zu beurteilen. Das kantonale Verfahren dauerte bis zum begründeten Entscheid der Rekurskommission rund viereinhalb Jahre, und die Widerhandlung liegt heute über fünf Jahre zurück. Eine so lange Verfahrensdauer erscheint grundsätzlich als problematisch. Sie ist allerdings hauptsächlich durch die vom Beschwerdeführer ergriffenen zahlreichen Rechtsmittel verursacht worden. So hat er im Strafverfahren den Instanzenzug bis zum Bundesgericht ausgeschöpft. Anschliessend hat er um Revision des bundesgerichtlichen Urteils ersucht und die Entzugsbehörden gebeten, den Ausgang dieses Verfahrens abzuwarten. Auch im Entzugsverfahren hat der Beschwerdeführer alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Vor der Rekurskommission verlangte er auch die Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Insbesondere fällt in Betracht, dass der Beschwerdeführer den Einwand der fehlerhaften Streckenabschnittsmessung erst nach Abschluss des Strafverfahrens mit einer neuen Messung in Frage stellte und dadurch das Verfahren erheblich verzögerte. Werden diese besonderen Umstände berücksichtigt, erscheint sein Vorwurf einer übermässigen Verfahrensdauer nicht gerechtfertigt. Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt unbegründet.