Citation: 4P.15/2007 13.03.2007 E. 4

Vor Obergericht hat die Beschwerdeführerin die fristlose Entlassung auf eine neue Grundlage gestellt und angegeben, die Beschwerdegegnerin und ihr Ehemann hätten bestimmte Kundenzahlungen privat vereinnahmt, was strafrechtlich relevant sei. Die Beschwerdegegnerin bestritt dies und führte an, die betreffenden Sachverhalte lägen Jahre zurück, und die Beschwerdegegnerin habe nach Instruktionen der Beschwerdeführerin und nicht in eigener Verantwortung gehandelt. Das Obergericht liess die vorgetragenen neuen Sachverhalte mit den dazugehörenden Beweisanträgen im Sinne nachgeschobener Gründe für die fristlose Entlassung zu, kam aber dennoch zum Ergebnis, die fristlose Kündigung sei nicht gerechtfertigt gewesen. Es erwog, die Beschwerdegegnerin sei im Gegensatz zu ihrem Ehemann weder Geschäftsführerin noch Mitglied des Verwaltungsrates der Beschwerdeführerin gewesen. Ihre Tätigkeit habe sich auf administrative und kaufmännische Belange konzentriert und beschränkt. In ihrem Tätigkeitsbereich habe sie Vorgaben auszuführen gehabt. Die behaupteten Verfehlungen richteten sich hauptsächlich an den Ehemann der Beschwerdegegnerin. Diese könne zwar daran mitgewirkt haben, sei es als Gehilfin oder als Mittäterin. Die arbeitsrechtliche Weisungsbefugnis des Ehemannes entlaste sie nicht von vornherein, zumal die Beschwerdeführerin gemeinschaftliches Handeln geltend mache und der Beschwerdegegnerin Missbrauch ihrer beruflichen Stellung als alleinige mit der Administration betraute Mitarbeiterin vorwerfe. Da sich die Beschwerdeführerin über die Arbeitsabläufe und die Zusammenarbeit zwischen der Beschwerdegegnerin und deren Ehemann sowie über die Kompetenzen der Beschwerdegegnerin ausschweige, seien ihre Ausführungen in Bezug auf die konkrete Rolle der Beschwerdegegnerin "vage" geblieben und damit nicht hinreichend substanziiert worden. Aus diesem Grunde sah das Obergericht von weiteren Beweiserhebungen ab.