Citation: 4A_293/2023 E. 4.5

4.5. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Bundesgericht habe im Urteil 4A_532/2022 vom 30. Januar 2023 festgehalten, der Sinn und Zweck von Aufgeboten zur fachärztlichen Untersuchung durch Vertrauensärzte der Versicherung bestehe darin, dieser zu ermöglichen, die Krankheitsfolgen festzustellen. Mit ihrem Gesuch um Einholung eines Gerichtsgutachtens im Rahmen der vorsorglichen Beweisführung habe sie aber nichts anderes als die Feststellung der Krankheitsfolgen beabsichtigt. Zudem habe sie der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 29. Februar 2023 vorgeschlagen, sich eben diesem Antrag um Einholung eines Gerichtsgutachtens anzuschliessen. Vor diesem Hintergrund sei die vorinstanzliche Feststellung willkürlich, dass sie es der Beschwerdegegnerin verunmöglicht habe, die notwendigen Abklärungen vorzunehmen. Die Rüge geht fehl. Die Beschwerdeführerin vermag nicht darzutun, inwiefern es willkürlich sein soll, wenn die Vorinstanz erwog, das unentschuldigte Fernbleiben an der fachärztlichen Untersuchung vom 22. Dezember 2022 habe es der Beschwerdegegnerin verunmöglicht, die notwendigen Abklärungen zu tätigen. Die vorinstanzlichen Ausführungen beziehen sich auf die Verweigerung der Mitwirkung seitens der Beschwerdeführerin. Keine Willkür zu begründen vermag auch der Umstand, dass das von der Beschwerdeführerin im Rahmen der vorsorglichen Beweisführung beantragte Gerichtsgutachten letztlich ebenfalls bezweckt, die Krankheitsfolgen festzustellen. Der Beschwerdeführerin ist nicht zu folgen, wenn sie davon auszugehen scheint, es stehe ihr (zwingend) frei, anstelle (bzw. zeitlich vor) der fachärztlichen Untersuchung durch den Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin - im Rahmen der vorsorglichen Beweisführung nach Art. 158 ZPO - ein Gerichtsgutachten zu beantragen. Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass die fachärztliche Untersuchung durch den Vertrauensarzt auch dazu führen könnte, dass die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin bestätigt wird, womit die Beschwerdegegnerin ihre Taggeldleistungen weiterhin erbringen würde. Zur sorgfältigen Verfahrensführung hätte es vorliegend gehört, die Beschwerdeführerin dazu anzuhalten, ihre Mitwirkungspflichten unter dem Versicherungsvertrag wahrzunehmen. Entsprechend ist es auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht auf das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 29. Februar 2023 an die Beschwerdegegnerin eingegangen ist, mit dem sie die Beschwerdegegnerin aufgefordert hat, sich ihrem Antrag anzuschliessen, im Rahmen der vorsorglichen Beweisführung ein Gerichtsgutachten einzuholen.