Citation: 1C_194/2020 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz stützt ihren ablehnenden Entscheid auf § 120 JusV/LU Gemäss dieser Bestimmung können Personen nach rechtskräftiger Erledigung des Verfahrens die Akten einsehen, wenn sie ein schutzwürdiges Interesse geltend machen können. Dies trifft namentlich dann zu, wenn sie ein gerichtliches oder administratives Verfahren anstrengen, für das die archivierten Akten von Bedeutung sind (lit. b) oder ein wissenschaftliches Interesse (Studien- oder Forschungszweck) nachweisen können. Abs. 3 der genannten Bestimmung sieht schliesslich vor, dass die Einsicht in die Akten nicht zu gewähren ist, wenn ein schutzwürdiges Interesse an der Geheimhaltung seitens privater Dritter oder der Öffentlichkeit vorgeht. Es erscheint fraglich, ob § 120 JusV/LU überhaupt den hier strittigen Fall regeln will, ist doch dort von Einsicht in die Akten die Rede. Zwar leuchtet es ein und entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die Einsicht in die Akten eines abgeschlossenen Verfahrens vom Vorliegen eines schutzwürdigen Interesses abhängig zu machen (BGE 129 I 249 E. 3); somit spricht einiges dafür, dass § 120 JusV/LU lediglich diese Praxis kodifiziert. Vorliegend beantragt der Beschwerdeführer jedoch lediglich die Einsicht in ein (begründetes) Urteil und nicht in die Gesamtheit der Verfahrensakten. Dieser Fall wird jedenfalls vom Wortlaut der Bestimmung nicht erfasst. Die genaue Tragweite von § 120 JusV/LU braucht indessen nicht vertieft betrachtet zu werden, wie aus den nachstehenden Erwägungen hervorgeht.