Citation: 6B_932/2021 E. 1.5.3

1.5.3. Die Vorinstanz setzt sich auch mit der familiären Situation der Beschwerdeführerin ausreichend auseinander. Die Beschwerdeführerin hat einen Sohn aus einer früheren Beziehung, welcher im Jahr 1988 geboren ist und mit seiner Ehefrau sowie den beiden Enkelkindern (zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils erwarteten sie ein zweites Kind) in Morges lebt. Zwar besteht zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Sohn und dessen Familie gemäss Angaben der Vorinstanz eine enge Beziehung, jedoch berücksichtigt die Vorinstanz zu Recht, dass der Sohn der Beschwerdeführerin volljährig ist und damit nicht mehr unter den Begriff der Kernfamilie fällt (vgl. E. 1.3.3 oben). Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis wird von der Beschwerdeführerin weder dargetan noch ist ein solches ersichtlich. Zudem ist der Sohn gemäss verbindlicher Feststellung der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) mittlerweile auch nicht mehr auf die Mithilfe der Beschwerdeführerin bei der Kinderbetreuung angewiesen. Entsprechend ist der Vorinstanz zu folgen, wenn sie ausführt, dieser Kontakt könne durch moderne Kommunikationsmittel aufrechterhalten werden. Die Beschwerdeführerin ist seit 2001 mit ihrem Ehemann verheiratet. Diese Beziehung betrachtet die Vorinstanz ausführlich und hält dabei fest, vor der Verhaftung der Beschwerdeführerin im Jahr 2019 habe sie sich grösstenteils - gestützt auf die Aussagen des Ehemanns gegenüber der Staatsanwaltschaft sicher acht bis zehn Jahre - ausserhalb der ehelichen Wohnung aufgehalten. Überzeugend führt die Vorinstanz weiter aus, zwar würden die beiden mittlerweile wieder zusammenleben, jedoch sei dies - erneut gestützt auf die Angaben des Ehemanns - nicht etwa mit einer Verbesserung oder Intensivierung der ehelichen Beziehung zu begründen, sondern vielmehr damit, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Entlassung aus der Untersuchungshaft kein (anderes) Dach mehr über dem Kopf gehabt hätte. Die Vorinstanz berücksichtigt weiter zu Recht, die Beschwerdeführerin habe den Ehemann mit Bezug auf ihre Zukunftspläne mit keinem Wort erwähnt. Demnach ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gewichtige Zweifel daran hegt, ob die zwar nach wie vor bestehende eheliche Beziehung als nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK gelte. Mit der Vorinstanz ist entsprechend, auch angesichts des Zeitpunkts des erneuten Zusammenlebens nach Einleitung des Strafverfahrens, der Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann mit Zurückhaltung zu begegnen.