Citation: U 11/07 27.02.2008 E. 9.3

9.3.1 Auf Anfrage vom 4. Januar 2002 teilte die Firma F.________ AG (Arbeitgeberin des Versicherten im Unfallzeitpunkt, nachfolgend Firma) der SUVA mit, im Jahre 2002 (Rentenbeginn) würde der Versicherte ohne Unfallfolgen einen mutmasslichen Grundlohn von Fr. 4450.- und eine mutmassliche Überzeit von 57,25 Stunden erzielen. Am 14. Januar 2002 gab die Firma der SUVA telefonisch an, in den Jahren 1998 bis 2002 hätte der Versicherte durchschnittlich wiederum 57,25 Stunden an monatlicher Überzeit geleistet. Auf Anfrage vom 21. Januar 2003 gab die Firma der SUVA an, im Jahre 2002 hätte der Versicherte mutmasslich keine Überstunden geleistet. Am 28. Januar 2003 gab die Firma telefonisch zur Begründung an, die Betriebsphilosophie habe sich geändert, weshalb die Überstunden ab dem Jahre 2002 gestrichen werden müssten. Auf Anfrage der SUVA vom 23. Januar 2004 bestätigte die Firma den Wegfall der Überstunden ab dem Jahr 2000 und einen mutmasslichen Monatslohn von Fr. 4450.- für die Jahre 2002 bis 2004. In einem E-Mail an die SUVA vom 4. Mai 2005 gab die Firma an, der Lohn 2001/2002 hätte ca. Fr. 4500.- betragen; die Stunden seien damals zu 100 % den Wünschen der Mitarbeiter angepasst worden, entweder 100 % Auszahlung oder Kompensation. Im Schreiben an die SUVA vom 19. Mai 2005 legte die Firma dar, die Löhne für Monteure 2001/2002 würde sie in etwa bei Fr. 4200.- bis Fr. 5350.- sehen. Der Versicherte würde vermutlich ca. Fr. 4500.- verdienen. Wieviele Überstunden er bezahlt erhalten habe, sei aus den beiliegenden Lohndetails von 1998 und 1999 ersichtlich. Den Mitarbeitern es es freigestellt gewesen, die Stunden 1:1 (ohne Zuschläge) ausbezahlt zu erhalten oder sie zu kompensieren. 9.3.2 Die SUVA führte im Einspracheentscheid vom 18. Januar 2006 aus, es sei nicht erstellt, dass der Versicherte im Jahre 2002 eine Überstundenentschädigung erhalten hätte. Sie rechne ihm nur entgegenkommenderweise eine Überstundenentschädigung von Fr. 17'147.- an, was dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 1996 entspreche. Somit ergebe sich für das Jahr 2002 ein Validenlohn von Fr. 74'997.- (Fr. 4450.- x 13 Monate + Fr. 17'147.-). Im Falle allfälliger Weiterungen behalte sie sich vor, die Berechnung des Validenlohnes ohne Überstunden zu beantragen. 9.3.3 Die Vorinstanz ging für das Jahr 2002 davon aus, der Versicherte hätte ein monatliches Valideneinkommen von Fr. 4820.80 (Fr. 4450.- x 13 : 12) erzielt. Überstunden wären nicht mehr möglich gewesen (E. 9.1 hievor). 9.3.4 Der Versicherte verlangt die Anrechnung eines Valideneinkommens von Fr. 82'035.- (Grundlohn Fr. 58'500.- [Fr. 4500.- x 13], Überstundenentschädigung Fr. 23'535.- [monatlich durchschnittlich 77,52 Überstunden à Fr. 25.30]). 9.4 Die Angaben der Firma zum monatlichen Grundlohn im Jahre 2002 und zur Überstundenarbeit ab dem Jahre 2002 sind widersprüchlich (E. 9.3.1 hievor). Soweit sie bloss telefonisch erfolgten (Auskünfte vom 14. Januar 2002 und 28. Januar 2003), ist festzuhalten, dass eine formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche oder telefonische Auskunft nur insoweit zulässig ist, als damit blosse Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festgestellt werden. Dagegen kommt grundsätzlich nur die Form einer schriftlichen Anfrage und Auskunft in Betracht, wenn - wie vorliegend - Auskünfte zu wesentlichen Punkten des rechtserheblichen Sachverhaltes einzuholen sind (BGE 117 V 282 E. 4c S. 285 mit Hinweis). Hält ein Mitarbeiter eines Versicherers den Inhalt eines Telefongesprächs schriftlich fest und bestätigt die befragte Person mit ihrer Unterschrift ausdrücklich, dass die Wiedergabe des Gesprächs korrekt ist, ist diesem Schriftstück unter Umständen Beweiswert zuzuerkennen (RKUV 2003 Nr. U 473 S. 47 E. 3.2 mit Hinweisen, U 131/02). Ein solcher ist auch mit Blick auf Art. 43 Abs. 1 ATSG gegeben (Urteil I 661/05 vom 23. Juli 2007, E. 6.2.2). Eine unterschriftliche Bestätigung der telefonischen Firmenauskünfte vom 14. Januar 2002 und 28. Januar 2003 erfolgte nicht. Soweit die Firma die Anfragen der SUVA vom 21. Januar 2003 und 23. Januar 2004 dahingehend beantwortete, dass ab dem Jahr 2000 keine Überstunden mehr anzurechnen seien, ist zu konstatieren, dass diese Angaben vom Verfasser ebenfalls nicht unterzeichnet sind, weshalb darauf ebenfalls nicht abgestellt werden kann (vgl. auch BGE 133 V 450 E. 11.2.2 S. 470). Gleiches gilt für das E-Mail der Firma vom 4. Mai 2005, worin angegeben wurde "Lohn 2001/2002 ca. 4500.-". Im einzig unterzeichneten Schreiben vom 19. Mai 2005 ging Herr N.________ von der Firma unter Verweis auf die Jahre 2001/2002 von einem Monatslohn von vermutlich ca. Fr. 4500.- aus, was aber den vor Mai 2005 gemachten Angaben der Firma entgegensteht, wo stets von Fr. 4450.- ausgegangen wurde; zur Überstunden-Frage für die Zeit ab dem Jahr 2002 äusserte sich Herr N.________ in diesem Schreiben nicht. Abgesehen von diesen Unzulänglichkeiten der bisherigen Abklärungen bestehen nur Angaben zum mutmasslichen Valideneinkommen bis zum Jahre 2004, nicht aber für das Jahr 2006 (Zeitpunkt des Einspracheentscheides; E. 8.1 und E. 8.4 am Ende hievor). Nach dem Gesagten sind die bisherigen Angaben zum Valideneinkommen nicht hinreichend. Die SUVA hat diesen Punkt bei der Firma rechtsgenüglich abzuklären.