Citation: 8C_128/2018 E. 6.2

6.2. Die Berichte des behandelnden Orthopäden vermögen keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung des PD Dr. med. C.________ aufkommen zu lassen, wie die Vorinstanz richtig erkannte. Dr. med. D.________ begründet die Unfallkausalität im Wesentlichen damit, dass der Beschwerdeführer vor dem Ereignis vom 12. August 2015 mehr als ein Jahr nicht mehr bei ihm in Behandlung war und erst danach über erhebliche Rückenbeschwerden klagte. Dabei handelt es sich nach der ebenfalls zutreffenden Würdigung des kantonalen Gerichts um eine beweisrechtlich unzulässige "post hoc ergo propter hoc"-Argumentation (vgl. BGE 142 V 325 E. 2.3.2.2 S. 330; 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f.). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Konsultation bei Dr. med. D.________ vom 24. August 2015 offenbar über seit ca. einem Monat bestehende Rückenschmerzen beidseits mit Ausstrahlungen klagte (vgl. Eintrag vom 24. August 2015 in der Krankengeschichte). Hätte der behandelnde Orthopäde die Angaben des Patienten zum Zeitpunkt des Auftretens der Rückenschmerzen tatsächlich offensichtlich ungenau wiedergegeben, wie der Beschwerdeführer geltend macht, so hätte er sie in seiner ausführlichen Stellungnahme vom 24. April 2017 korrigiert, was er indessen nicht tat. Weiter scheint Dr. med. D.________ von falschen versicherungsrechtlichen Annahmen auszugehen: Das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors als Voraussetzung für die Erfüllung des Unfallbegriffs führt entgegen seiner Behauptung nicht automatisch dazu, dass die Unfallkausalität jeglicher Beschwerden zu bejahen wäre. Sodann bleibt unklar, ob er bei seinen Kausalitätsüberlegungen von einem Sturz mit Rückenkontusion - ein Sturzereignis wurde von den erstbehandelnden Ärzten im Spital E.________ allerdings explizit verneint (vgl. undatierter Bericht über die ambulante Behandlung vom 12. August 2015) und wird auch in der Bagatellunfall-Meldung vom 19. August 2015 nicht erwähnt - oder von einem Verhebetrauma im Rahmen des Transports des Kühlschranks ausging. Entsprechend äusserte er sich auch nicht näher zum Unfallmechanismus. Dies schmälert den Beweiswert seiner Kausalitätsbeurteilung erheblich. In Bezug auf die von Dr. med. D.________ zunächst zur Begründung der Unfallkausalität angeführten Gelenksergüsse (vgl. Stellungnahme vom 22. Juni 2016) ist festzuhalten, dass PD Dr. med. C.________ nachvollziehbar darlegte, diese hätten als Ausdruck einer epifusionellen Segmentdegeneration mit erosiver Arthrose beidseits eine krankhafte Grundlage. In seiner Stellungnahme vom 24. April 2017 sprach dann auch der behandelnde Orthopäde von einem vorbestehenden Gelenkserguss. Ferner wies der beratende Arzt darauf hin, dass sich auf Höhe L4/5 keine anuläre Fissur (Riss des äusseren Faserrings der Bandscheibe) als Ausdruck einer möglichen Bandscheibenverletzung oder anderweitige traumatisch verursachte strukturelle Läsionen gezeigt hätten, was mit Blick auf den MRI-Befund vom 24. August 2015 überzeugt. Ein Anulus fibrosus-Riss links neuroforaminal zeigte sich allein auf Höhe L3/4. Dieser Bereich war aber nach den zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz von der Operation vom 10. Mai 2016 (Transpedunkuläre und interkorporelle Fusion [PLIF L4/5], Diskektomie beidseits L4/5 sowie Dekompression L4/5) nicht betroffen, was den Schluss nahelegt, dass die Beschwerdeursache nicht dort lag. Wie das kantonale Gericht ausserdem richtig bemerkte, ist den radiologischen Berichten als Indikationsgrund kein Hinweis auf ein Unfallereignis zu entnehmen. Es sind insgesamt keine echtzeitlichen medizinischen Berichte aktenkundig, die auf einen Zusammenhang zwischen den Rückenbeschwerden und dem Ereignis vom 12. August 2015 schliessen lassen würden. Im Gegenteil gab Dr. med. D.________ in seinen ärztlichen Zeugnissen vom 29. Februar und 4. April 2016 jeweils an, der Patient stehe wegen Krankheit in seiner Behandlung, was ins Gesamtbild passt. Insofern kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass in der Bagatellunfall-Meldung des Arbeitgebers vom 19. August 2015 eine Rückenverletzung (Stauchung der Wirbelsäule) vermerkt ist, nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal es sich dabei um keine ärztliche Beurteilung handelt.