Citation: U 168/01 08.07.2002 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz verneinte den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen sämtlichen in den Jahren 1977 bis 1994 erlittenen Unfällen und den geklagten Kopf- und Rückenschmerzen sowie den damit zusammenhängenden Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen, wobei sie sich zu Recht bezüglich des Gesundheitszustandes auf den hiefür massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) stützte. Die Arztberichte, welche den Kausalzusammenhang bejahen, seien nicht zweifelsfrei, da sie anhand einer unvollständigen Aktenlage und hiezu im Widerspruch stehenden Angaben des Versicherten ergangen seien. Die diagnostizierte contusio cerebri fände zudem in den gesamten medizinischen Unterlagen keine Stütze. Bezüglich der Kniebeschwerden kam das kantonale Gericht zum Schluss, dass von degenerativen Meniskusläsionen ausgegangen werden könne (Bericht des Kreisarztes Dr. med. O.________, Orthopädische Chirurgie, vom 15. Oktober 1998). Demzufolge sei auch diesbezüglich die natürliche Kausalität zwischen den Unfällen und den geklagten Beschwerden zu verneinen. b) Aufgrund der einlässlich begründeten und schlüssigen Gutachten des Dr. med. O.________ vom 15. Oktober 1998 zur Unfallkausalität der Meniskusläsionen und Dr. med. I.________ zu den übrigen geklagten Beschwerden, welche die vorhandene medizinische Dokumentation eingehend würdigen, auf umfassenden Untersuchungen beruhen und sowohl hinsichtlich der Rückenbeschwerden als auch der neurologischen Ausfälle mit weiteren Gutachten in Einklang stehen (Bericht von Dr. med. S.________ und Frau Dr. med. F.________, Rheumaklinik am Spitals Z.________, vom 1. Juli 1993, wonach die Rückenbeschwerden nicht auf die Unfälle zurückzuführen sind; Bericht des Neurologen Dr. med. R.________ vom 27. Januar 1993, welcher keinen neurologischen Befund erhob und lediglich von Spannungskopfschmerzen ausging), ist als erstellt zu betrachten, dass die Unfälle vom 30. März, 15. Mai 1987 und 17. Februar 1990 nicht in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit den geklagten Beschwerden stehen; aufgrund der gesamten Aktenlage kann auch kein teilursächlicher Zusammenhang mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Mithin wurde erstmals 1994 aufgrund der festgestellten neuropsychologischen Defizite von erlittenen Schädel-Hirntraumata ausgegangen. Initial wurden jedoch bei keinem der Unfälle Befunde erhoben, welche eine solche Diagnose zugelassen hätten, und auch Kniebeschwerden wurden laut Angaben des Hausarztes Dr. med. H.________ erstmals 1996 geklagt (Zeugnis vom 22. Juli 1998). Die Vorinstanz hat zu Recht auf die Abnahme weiterer Beweise, insbesondere auf die Anordnung von Expertisen eines Kniespezialisten und Neurologen verzichtet. Der Sachverhalt wurde, soweit möglich, umfassend abgeklärt. Von den beantragten Beweismassnahmen sind daher keine neuen Erkenntnisse zu erwarten (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27), zumal der Beschwerdeführer wegen des Zeitablaufs zunehmend weniger in der Lage sein dürfte, zu den Unfallereignissen einigermassen zuverlässige Angaben zu machen. Die diesbezüglichen Anträge sind demzufolge abzuweisen. c) aa) Hinsichtlich des letztinstanzlich aufgelegten Parteigutachtens des Dr. med. U.________ (vom 25. Januar 2001) sind erhebliche Zweifel angebracht, weil dieser seine Beurteilung offensichtlich ohne vollständige Einsichtnahme in die umfangreichen medizinischen Unterlagen vorgenommen hat. Dies ergibt sich in erster Linie aus der von Dr. med. U.________ festgehaltenen Anamnese, welche verschiedene aktenwidrige Angaben (zum Unfall vom 30. März 1987: retrograde Amnesie, drei Tage auf der Intensivstation; beim Unfall vom 15. Mai 1987: Bewusstlosigkeit für die Dauer von 30 Minuten; beim Unfall vom 17. Februar 1990: Stirnverletzung durch die Windschutzscheibe; Bewusstlosigkeit) aufweist. Auch sind bei den Ereignissen von 1987 bis 1990 nicht drei Schädelkontusionen dokumentiert. Beim Unfall vom 15. Mai 1987 gibt der Versicherte acht Jahre danach zu Protokoll, den Kopf an der Frontscheibe angeschlagen zu haben. Bezüglich des Geschehens vom 30. März 1987 wird im Bericht des Spitals X.________ vom 9. April 1987 festgehalten, der Beschwerdeführer habe erklärt, für 5 Minuten bewusstlos gewesen zu sein, ohne darüber hinaus gehende Amnesie. Es fand sich am Unfalltag ein neurologisch unauffälliger Status ohne Kontusionsmarken am Kopf, sodass der Versicherte anderntags das Spital klinisch beschwerdefrei verlassen konnte. Insoweit Dr. med. U.________ die Unfallkausalität der neuropsychologischen Defizite aufgrund des Gutachtens der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Spital Z.________ vom 30. Dezember 1995 (recte: 1994) bejaht, kann dem, wie nachstehend dargelegt, nicht gefolgt werden. bb) Aus dem Bericht der Dres. med. A.________ und L.________, Neurologische Klinik und Poliklinik, Spital Z.________ (vom 30. Dezember 1994) geht nämlich nicht hervor, ob anamnestisch die gesamte Aktenlage berücksichtigt wurde oder nicht. Sodann ist die Feststellung unzutreffend, die Aussagen des Versicherten würden mit den Akten übereinstimmen. Beim Geschehen vom 15. Mai 1987 ist keine 30-minütige Bewusstlosigkeit dokumentiert (Bericht der SUVA vom 26. Juni 1995). Ebenso finden sich darin hinsichtlich des Unfallereignisses vom 17. Februar 1990 widersprüchliche Angaben des Versicherten zu seinen Aussagen gemäss SUVA-Bericht vom 21. März 1990, worin Schürf- und Schnittwundenverletzungen, nicht jedoch ein Kopfanprall oder eine spätere Bewusstlosigkeit erwähnt werden.