Citation: 4A_467/2020 E. 3.6.2

3.6.2. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, nach der erfolglosen Beatmung mittels ILMA hätte das Notverfahren bzw. der chirurgische Airway gewählt werden müssen. Diese Einschätzung mag im Rückblick zutreffen. Mit Blick auf das negative Ergebnis erscheint im Nachhinein betrachtet jede Alternative besser als das tatsächlich erreichte Resultat. Nach Einschätzung des Gutachters hätte indessen eine derartige Intervention aufgrund der Anlagen der Patientin am Verlauf kaum etwas ändern können. Vielmehr hätte aufgrund der Anatomie der Patientin eine konkrete Gefahr einer Verletzung der grossen Gefässe wie Halsschlagader bestanden (vgl. E. 3.2 hiervor). Hätten die Ärzte getan, was der Beschwerdeführer von ihnen verlangt, und wären, wie der Gutachter annimmt, dieselben negativen Folgen eingetreten, würde der Beschwerdeführer den Ärzten jetzt vorwerfen, einen Eingriff vorgenommen zu haben, der aufgrund der Anatomie der Patientin äusserst riskant war, statt weniger gefährliche Lösungen zu versuchen, wie weitere Intubationen. Denn in diesem Fall wüsste der Beschwerdeführer nicht, dass diese Versuche nicht mehr rechtzeitig zu einem Erfolg führen würden. Der Beschwerdeführer zeigt aber nicht rechtsgenüglich auf, dass vom Zeitpunkt der getroffenen Entscheidung aus betrachtet aus der Sicht der handelnden Ärzte die Erfolgsaussichten eines erneuten Intubationsversuches kleiner erscheinen mussten als diejenigen eines chirurgischen Airways.