Citation: 6B_751/2018 E. 1.2

1.2. In rechtlicher Hinsicht nimmt die Vorinstanz an, der Beschwerdegegner habe durch sein Vorgehen im Lohnforderungsprozess über das wahre Ausmass der bezogenen Lohnsumme getäuscht. Seine unzutreffenden Aussagen hätten dazu geführt, dass das Kantonsgericht Zug fälschlicherweise davon ausgegangen sei, er habe für die Jahre 2007 und 2008 lediglich Akontozahlungen im Umfang von Fr. 120'000.- erhalten (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 6.1 S. 14). Entsprechend habe es dem Beschwerdegegner irrtümlicherweise Fr. 213'333.30 anstatt der ihm tatsächlich zustehenden Fr. 111'333.30 zugesprochen. Die Täuschung des Beschwerdegegners sei indessen nicht arglistig erfolgt. Was die Bezüge über Fr. 140'000.- im Jahr 2006 betreffe, seien die effektiven Verhältnisse in den Büchern der B.________-Gruppe ersichtlich gewesen. In der Buchhaltung der G.________ GmbH seien zwar nur Fr. 120'000.- als Lohnakontozahlung an den Beschwerdegegner verbucht worden. Die weiteren Fr. 20'000.- hätten aber der Buchhaltung der E.________ GmbH entnommen werden können. Als einziger Geschäftsführer und Gesellschafter der G.________ GmbH wie auch der anderen B.________-Gesellschaften, wäre J.________ ohne weiteres in der Lage gewesen, sich den Überblick über die Buchhaltungen sämtlicher Gesellschaften der B.________-Gruppe zu verschaffen. Er hätte somit ohne besondere Mühe erkennen können, dass die A.________ AG bzw. der Beschwerdegegner im Jahr 2006, neben den im Prozess deklarierten Fr. 120'000.- weitere Fr. 20'000.- an Lohnakontozahlungen erhalten habe. Namens der G.________ GmbH hätte er dies dem Beschwerdegegner im damaligen Lohnforderungsprozess entgegenhalten können. Der Beschwerdegegner habe den bezogenen Mehrbetrag von Fr. 20'000.- damit nicht arglistig verheimlicht (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 5.1.1 S. 8 f.). Hinsichtlich der in den Jahren 2007 und 2008 erhaltenen Nettolohnzahlungen von insgesamt Fr. 82'000. - seien die wahrheitswidrigen Angaben des Beschwerdegegners vor dem Kantons gericht Zug sodann eine wiederholte, einfache Lüge gewesen (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 6.2.2 S. 14). Im Übrigen hätte die G.________ GmbH bzw. J.________ damit gerechnet, dass der Beschwerdegegner weitere, nicht abgerechnete Bezüge, die seine Lohnansprüche überschritten, getätigt habe. So habe die G.________ GmbH im Lohnforderungsprozess vor dem Kantonsgericht Zug Widerklage gegen den Beschwerdegegner auf Rückzahlung zu viel bezahlten Lohnes erhoben und sich ein Nachklagerecht mit der Begründung vorbehalten, dass sie aufgrund der katastrophalen Buchhaltungsunterlagen keinen genauen Überblick darüber habe, welche Barabhebungen des Beschwerdegegners begründet gewesen seien. Darüber hinaus könne es nicht allein dem Beschwerdegegner angelastet werden, dass die G.________ GmbH für die Beweisführung nicht auf ihre Buchhaltung abstellen konnte. J.________ sei der einzige Gesellschafter, Verwaltungsrat und Geschäftsführer der B.________-Gesellschaften gewesen. Ihm habe daher gesellschaftsrechtlich die Oberverantwortung über die Buchhaltung und insbesondere auch die Finanzkontrolle oblegen. Hätte er seine Aufsichtspflichten wahrgenommen, hätte er die Buchführung des Beschwerdegegners schon früher überprüft und sofort festgestellt, dass die Buchhaltungen der B.________-Gesellschaften über die Geschäftsjahre 2007 und 2008 nicht dazu taugten, die tatsächlichen Lohnzahlungen an den Beschwerdegegner nachzuvollziehen. Mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte er diese unhaltbaren Zustände lange vor der Einleitung des Lohnforderungsprozesses erkennen können und unverzüglich die notwendigen Massnahmen einleiten müssen, um eine ordentliche Buchführung zu gewährleisten. Die fehlende Beweisbarkeit der tatsächlich bezogenen Gelder im Lohnforderungsprozess sei daher im erheblichen Mass dem Verhalten von J.________ und damit der G.________ GmbH zuzuschreiben, welche sich diese Opfermitverantwortung vorhalten lassen müsse. Eine arglistige Täuschung scheide daher aus (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 6.2.2 S. 15).