Citation: 2C_717/2021 E. 2.2.3

2.2.3. Die Beschwerdeführerin weist schliesslich auf ihre langjährige Anwesenheit in der Schweiz hin. Ob sie daraus einen durch das Völkerrecht eingeräumten Bewilligungsanspruch ableiten will (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.9), ist unklar. Indessen geht aus der Beschwerdeschrift hervor, dass sie im Ergebnis eine neue umfassende Interessenabwägung gestützt auf Art. 8 EMRK sowie auf Art. 96 AIG, Art. 13 und Art. 5 Abs. 2 BV verlangt. Damit zielen ihre Rügen auf eine Überprüfung des Urteils 2C_573/2018 vom 1. Februar 2019 ab. Eine solche Überprüfung ist nur unter den Voraussetzungen von Art. 121 ff. BGG möglich. Eine solche Revision wäre aber nicht mit einem Wiedererwägungsgesuch bei der Verwaltung geltend zu machen, sondern mit einem formellen Revisionsgesuch beim Bundesgericht (Art. 124 BGG), was die Beschwerdeführerin nicht gemacht hat. Abgesehen davon legt die Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar dar, dass sie erhebliche Tatsachen erfahren oder entscheidende Beweismittel aufgefunden hat, die sie nicht bereits im früheren Verfahren hätte beibringen können (Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG). Sodann können die nach dem bundesgerichtlichen Urteil vom 1. Februar 2019 entstandenen Tatsachen und Beweismittel als echte Noven von vornherein keinen begründeten Anlass für eine Revision geben (Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG). Davon betroffen sind insbesondere die Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend (neue) somatische und psychische Probleme (vgl. auch E. 6.1-6.3 des angefochtenen Urteils), den Umstand, dass sie in der Zwischenzeit erfolgreich eine Therapie abgeschlossen haben soll sowie die Geburt ihrer Tochter. Ist aber eine Revision des Urteils 2C_573/2018 vom 1. Februar 2019 nicht denkbar, kann sich die Beschwerdeführerin nicht in vertretbarer Weise auf einen Aufenthaltsanspruch berufen, der ausschliesslich auf einer abweichenden Interessenabwägung beruht. Folglich gelingt es der Beschwerdeführerin auch in diesem Zusammenhang nicht, einen durch das Völkerrecht eingeräumten Bewilligungsanspruch glaubhaft geltend zu machen (vgl. auch Urteil 2C_221/2020 vom 19. Juni 2020 E. 1.2.2).