Citation: 4A_307/2020 E. B

Mit Klage vom 21. Dezember 2017 beantragte die Klägerin beim Handelsgericht des Kantons Zürich, die Beklagte sei kostenfällig zu verpflichten, ihr Fr. 12'965'000.-- nebst Zins zu bezahlen. Der geltend gemachte Anspruch setzte sich gemäss dem Handelsgericht zusammen aus Fr. 6'065'000.-- (offener Vergütungsanspruch der C.________ AG aus Werkvertragsleistungen) und Fr. 6'900'000.-- (Anspruch im Zusammenhang mit der Erfüllungsgarantie). Die Klägerin ging davon aus, im Zeitpunkt der Vertragsauflösung seien rund 63 % der Leistungen durch die C.________ AG erbracht worden, was einen Teilwerkwert von Fr. 43'785'000.-- ergebe, wovon die Zahlungen der Beklagten von rund Fr. 37'720'000.-- abzuziehen seien. Mit Urteil vom 5. Mai 2020 wies das Handelsgericht die Klage ab. Es erwog, die Klägerin mache keine schlüssigen Ausführungen dazu, welche Werkvertragsleistungen zu welchem Wert erbracht worden seien. Dies wäre aber zur Ermittlung des Werts des Teilwerks und damit zur Ermittlung eines Teilvergütungsanspruchs notwendig gewesen. Eine Rückrechnung von den Zahlungen allein auf den Wert des Teilwerks verbiete sich. Aus dem Werkvertragsverhältnis stünden damit einzig die anerkannten Zahlungen der Beklagten an die C.________ AG von Fr. 37'720'244.20 fest. Da kein Wert des Teilwerks ausgewiesen sei, welcher den Betrag der ausgewiesenen Zahlungen übersteige, verbleibe kein Teilvergütungsanspruch der Klägerin bzw. der C.________ AG aus Werkvertragsleistungen. Da es der Klägerin nicht gelinge, den Wert des teilausgeführten Werks schlüssig bzw. substanziiert geltend zu machen, resultiere aus der Abrechnung des Bauprojekts eine Abrechnungsdifferenz aus Sicht der Klägerin von Fr. minus 37'720'244.20 (Fr. 0.-- [kein ausgewiesener Wert des Teilwerks] - Fr. 37'720'244.20 [anerkannte Zahlungen der Beklagten]). Da die Differenz zwischen dem Wert des Werkes und den Anzahlungen kleiner sei als Fr. minus 6'900'000.--, erübrige sich die Prüfung des Anspruches aus der Erfüllungsgarantie. Selbst wenn der Klägerin dieser Anspruch in Höhe von Fr. 6'900'000.-- zustünde, würde kein positiver Abrechnungssaldo resultieren.