Citation: 6B_455/2015 E. 4.3.3

4.3.3. Aufgrund der Zweckumschreibung in den ersten beiden Darlehensverträgen vom 30. April 2010 und vom 23. Juli 2011 wird nicht vollständig klar, wie das Geld verwendet werden sollte. So wird in der ersten Vereinbarung ausgeführt, das Darlehen diene zur Gründung einer Investmentfirma. Gleichzeitig wird aber auch festgehalten, dieses sei zweckgebunden und werde an den Finanzmärkten investiert. Die Verzinsung sollte sich nach den dort erwirtschafteten Erfolgen richten. Im zweiten Vertrag wird festgelegt, das Darlehen werde zur Gründung einer Investmentfirma gewährt. In Bezug auf die Verzinsung wurde vereinbart, dass sich diese nach den erwirtschafteten Erfolgen an den Finanzmärkten richte. Nicht zu beanstanden ist bei dieser Ausgangslage der vorinstanzliche Schluss, wonach keine Verpflichtung des Beschwerdegegners bestand, die Darlehen ausschliesslich für Investitionen an den Finanzmärkten zu verwenden. Allerdings kann aus den Vereinbarungen entgegen der Vorinstanz auch nicht ohne Weiteres geschlossen werden, dass der Beschwerdegegner berechtigt gewesen wäre, die gesamten Gelder zur Gründung seiner Investmentfirma zu verwenden. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, würde diesfalls die vereinbarte Investition an den Finanzmärkten beziehungsweise die sich nach den dort erwirtschafteten Erfolgen richtende Verzinsung der Darlehen keinen Sinn ergeben. Damit setzt sich die Vorinstanz nicht auseinander. Zur Auslegung des Zwecks der Darlehen ist sodann abzuklären, ob und inwieweit dieser allenfalls in mündlicher oder elektronischer Vereinbarung präzisiert worden ist. Soweit die Vorinstanz aus dem E-Mail-Verkehr vom 31. August 2011 ableitet, die Darlehen hätten vom Beschwerdegegner vollumfänglich zur Gründung seiner Investmentfirma verwendet werden dürfen, kann ihr nicht gefolgt werden. Aus der Formulierung des Beschwerdeführers, wonach der Beschwerdegegner ihm gesagt habe, es könne sein, dass er durchaus die Hälfte seines in die Firma einzubringenden Geldes verlieren könnte, geht dies jedenfalls nicht eindeutig hervor. Es ergibt sich daraus nicht zwingend, dass der Beschwerdeführer vor der Darlehensgewährung auf das Verlustrisiko aufmerksam gemacht wurde. Wie dieser zu Recht einwendet, berücksichtigt die Vorinstanz zudem weitere möglicherweise relevante Aspekte im E-Mail-Verkehr vom 31. August 2011 nicht. Sie würdigt die vorhandenen Beweise einseitig und nicht in ihrem ganzen Gehalt.