Citation: 5A_677/2021 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdegegnerin stellt sich in ihrer Vernehmlassung hinter die Vorinstanz und lehnt die vom Beschwerdeführer verlangte Praxisänderung ab. Ein Rechtsvertreter handle sorgfaltswidrig, wenn er bis zum letzten Tag der Frist mit der vollständigen Ausarbeitung seiner Eingabe zuwarte. Dies gelte erst recht, wenn man einen geplanten ärztlichen Eingriff durchführen lasse, selbst wenn es sich dabei um einen Standardeingriff ohne längere Arbeitsunfähigkeit handle. Im vorliegenden Fall sei der erste arbeitsfähige Tag auch der letzte Tag der Frist gewesen. Sich darauf zu verlassen, dass in diesem Moment noch eine umfassende Beschwerde verfasst werden könne, und deshalb davon abzusehen, sich zwischen dem 19. und 21. Mai 2021 zu organisieren bzw. einen Substitut zu instruieren oder den Mandanten zu informieren, stelle ein grobes Verschulden dar. Die Wiederherstellung der Frist wäre deshalb selbst dann abzuweisen, wenn man mit dem Beschwerdeführer Art. 33 Abs. 4 SchKG analog zu Art. 148 ZPO auslegen würde.