Citation: 5A_111/2016 E. 6.1.3

6.1.3. Erneut kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden. Zum einen hatte die Beschwerdeführerin den Massnahmeentscheid des Bezirksgerichts am 6. Mai 2015 mit Berufung weitergezogen (vgl. E. 5.1). Dass der fragliche Massnahmeentscheid hinsichtlich des Unterhalts unangefochten geblieben und in Rechtskraft erwachsen wäre, behauptet die Beschwerdeführerin weder in ihrer Berufungsschrift noch in ihrer Beschwerde an das Bundesgericht. Entsprechend ist die Zuständigkeit für das Massnahmeverfahren mit Einreichung der Berufung von der ersten Instanz auf die Berufungsinstanz übergegangen (PETER REETZ/SARAH HILBER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, N 7 zu Art. 315 ZPO). Angesichts dessen erscheint fraglich, welche Bedeutung einem Verweis auf Erwägungen in einem nicht rechtskräftigen erstinstanzlichen Entscheid überhaupt zukommen kann. Vor allem aber übersieht die Beschwerdeführerin, dass ihr das erstinstanzliche Scheidungsurteil einen nachehelichen Unterhalt (auch) mit der Begründung verweigert, dass der Beschwerdegegner Erwerbseinkünfte, die er nach seiner ordentlichen Pensionierung erzielt, nicht mit seiner Ex-Ehefrau teilen müsse, weil die nacheheliche Solidarität nicht so weit gehe (s. E. 5.4). Angesichts dessen durfte die Vorinstanz von der Beschwerdeführerin mehr als einen blossen Verweis auf den Massnahmeentscheid vom 6. Mai 2015 verlangen, zumal es in der Berufungsbegründung darum geht, sich mit dem erstinstanzlichen Entscheid argumentativ auseinanderzusetzen (s. E. 5.3 sowie Urteil 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015 E. 2.4.1). Anspruchsgrundlage des gestützt auf Art. 276 ZPO zugesprochenen Unterhalts ist nicht Art. 125 ZGB (nachehelicher Unterhalt), sondern die eheliche Unterhalts- und Beistandspflicht (Art. 163 ZGB; s. Urteil 5A_725/2012 vom 18. Februar 2013 E. 4.3). Entsprechend hatte die Beschwerdeführerin allen Anlass, sich zur Natur des vom Massnahmerichter ermittelten Einkommens des Beschwerdegegners zu äussern und insbesondere darzulegen, weshalb diese Einkünfte nicht nur im Massnahmeverfahren (im Streit um den ehelichen Unterhalt), sondern auch im Scheidungsverfahren bei der Festsetzung des nachehelichen Unterhalts berücksichtigt werden müssen. Dass sie ihre Berufung in diese Richtung hin begründet und dass das Kantonsgericht dies übersehen hätte, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Die Beschwerde ist in dieser Hinsicht unbegründet.