Citation: 1C_518/2021 E. 3.5

3.5. Das Bundesamt für Raumentwicklung hat in seiner Stellungnahme ausgeführt, der entscheidwesentliche Sachverhalt sei von der Vorinstanz bzw. den Bewilligungsbehörden nicht genügend abgeklärt worden. Konkret erklärt das Bundesamt, aus den Baugesuchsunterlagen und den in den Akten befindlichen Fotografien werde nicht klar, ob bei der bestehenden Baute im relevanten Zeitpunkt die der Wohnnutzung dienende Fläche - bestehend aus der anrechenbaren Bruttogeschossfläche und der Brutto-Nebenfläche - korrekt bestimmt worden sei. Es sei zweifelhaft, ob alle in den Plänen als Zimmer bezeichneten Räume zur anrechenbaren Bruttogeschossfläche gezählt werden durften. Zudem sei ein in den ursprünglichen Plänen als Hühnerstall bezeichneter Raum in den Plänen zur Aufnahme des Bestands der Wohnfläche zu einem Keller mutiert und fälschlicherweise zur Brutto-Nebenfläche gezählt worden. Weiter sei zweifelhaft, ob - wie von den Bewilligungsbehörden und der Vorinstanz angenommen - zwei Wohnungen vorbestehend seien, zumal den zwölf als Zimmer bezeichneten Räumen nur eine kleine Küche und ein kleines WC gegenüberstünden. Die erwähnten Zweifel seien möglicherweise relevant im Kontext der Berechnung der maximal zulässigen Fläche im Sinne von Art. 42 Abs. 3 lit. b RPV, sicher aber im Kontext der für die Beurteilung der Wahrung der Identität der Baute vorzunehmenden Gesamtwürdigung gemäss Art. 42 Abs. 3 Satz 1 RPV. Das Baudepartement des Kantons St. Gallen hat im bundesgerichtlichen Verfahren zu den Ausführungen des Bundesamts Stellung genommen bzw. eine Stellungnahme des kantonalen Amts für Raumentwicklung und Geoinformation eingereicht. Zur Berechnung der im relevanten Zeitpunkt bestehenden Wohnfläche führt das Amt aus, die der Wohnnutzung dienende Fläche sei korrekt bestimmt und die Flächenberechnung von der Beschwerdeführerin im Laufe des Verfahrens auch nie beanstandet worden. Das Bundesgericht legt seinem Urteil grundsätzlich den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz indessen von Amtes wegen berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, bleiben die tatsächlichen Vorbringen des Bundesamts für den Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens ohne Relevanz, da die Beschwerde unabhängig von den geäusserten Zweifeln an der Sachverhaltsfeststellung gutzuheissen ist. Damit kann offen bleiben, ob die Vorinstanz hinsichtlich der Bestimmung der im relevanten Zeitpunkt vorbestehenden Wohnfläche und der Anzahl vorbestehender Wohneinheiten den Sachverhalt offensichtlich unrichtig bzw. willkürlich festgestellt hat.