Citation: 8C_111/2019 E. 5.2.4

5.2.4. Der Beschwerdeführer gab in seiner IV-Anmeldung als gesundheitliche Beeinträchtigung psychische Beschwerden an, die seit 26. Oktober 2007 beständen. Seine Hausärztin, bei der der Versicherte seit 2003 in Behandlung ist, attestierte (erst) ab Februar 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 50-70 % für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Englischlehrer (vgl. Arztbericht vom 5. Juni 2013). Sie wies darauf hin, dass bis 2007 wenig Beschwerden bestanden hätten. Zirka im Jahr 2009 habe eine starke Persönlichkeitsveränderung mit zunehmend veränderter Wahrnehmung der Umwelt, negativer Gedankenwelt und häufigeren Konflikten mit dem sozialen Umfeld begonnen. Dem Bericht der Psychiatrie C.________ vom 21. August 2013 ist zu entnehmen, dass der Arbeitgeber des Patienten im Verlauf der fünf Jahre, in denen er ihn nun kenne, eine deutliche Wesensveränderung beobachtet habe. Zu Beginn sei der Patient sehr gepflegt aufgetreten und habe als guter Englischlehrer imponiert. Im Verlauf habe er sich aber immer weniger um sein Äusseres gekümmert und sei zunehmend ungepflegt zur Arbeit erschienen. Parallel habe auch die Zuverlässigkeit abgenommen. Auch im Gespräch mit der Ehefrau hätten sich Hinweise auf eine deutliche Verminderung des Funktionsniveaus in den letzten Jahren gefunden, was mit den Angaben des Patienten übereinstimme, wonach er erst in den letzten Jahren von den traumatischen Erinnerungen eingeholt worden sei und dadurch sein früheres hohes Funktionsniveau verloren habe. Aus den im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung vorhandenen medizinischen Unterlagen ergibt sich insgesamt nicht, ob der Beschwerdeführer bereits vor seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2002 anspruchsrelevant eingeschränkt war. Soweit der RAD-Arzt Dr. med. D.________, Facharzt FMH für Anästhesiologie, in seiner Beurteilung vom 22. Oktober 2013 mit Blick auf die psychiatrischen Diagnosen, insbesondere die bereits in den USA diagnostizierte PTBS festhält, überwiegend wahrscheinlich habe beim Versicherten bei und nach der Einreise im Jahr 2002 nie eine dauerhafte Arbeitsfähigkeit ausserhalb von Nischentätigkeiten bestanden, ist dies für die Frage des Eintritts des Versicherungsfalles wenig aufschlussreich. So ist nicht entscheidend, ob eine dauerhafte Arbeitsfähigkeit bestanden hat oder nicht, sondern ob die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % bleibend oder für längere Zeit erwerbsunfähig (Art. 7 und 8 ATSG) gewesen ist. Ausserdem ist eine Nischentätigkeit - soweit von einer solchen bei der Tätigkeit des Beschwerdeführers als Englischlehrer überhaupt die Rede sein kann - nicht mit einer Arbeitsunfähigkeit gleichzusetzen. Was die von der Vorinstanz angesprochenen tiefen Einkommen des Beschwerdeführers nach seiner Einreise in die Schweiz betrifft, so weist der Versicherte zu Recht darauf hin, dass er bereits in seinem Einwandschreiben vom 27. November 2013 resp. 6. Januar 2014 gegen den Vorbescheid vom 28. Oktober 2013 die Gründe dafür dargelegt habe (erfolglose Stellensuche; Teilnahme an einem Deutsch-Intensivkurs; Erlangung des "Certificate in English Language Teaching to Adults" in einem Vollzeitprogramm; Praxiserfahrung sammeln; unbezahlte Vorbereitung und Reisezeit). Dass er aus gesundheitlichen Gründen kein höheres Pensum leistete und kein höheres Einkommen erzielte, ergibt sich aus den Akten nicht.