Citation: 9C_538/2020 E. A

Die 1970 geborene A.________ meldete sich im April 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, nachdem ihre Tätigkeit als Malerin zu einer chronischen Lösungsmittelintoxikation geführt hatte. Die IV-Stelle des Kantons Luzern prüfte die medizinischen und die erwerblichen Verhältnisse, wozu sie auch die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) beizog, welche das Leiden als Berufskrankheit anerkannt und A.________ als nicht geeignet für die Tätigkeit als Malerin erklärt hatte (Nichteignungsverfügung der Suva vom 12. November 2014). Die IV-Stelle ging davon aus, dass die Versicherte in allen anderen Tätigkeiten (als dem ihr nicht mehr zumutbaren Malerberuf) ohne Exposition von Stäuben, Dämpfen, Gasen und Lösungsmitteln arbeitsfähig sei. Sie führte eine Berufsberatung durch und prüfte Umschulungsmöglichkeiten. Als sich der behandelnde Arzt Dr. med. B.________, FMH Innere Medizin, bereit erklärte, der Versicherten eine Tätigkeit in seiner Praxis anzubieten, lehnte die IV-Stelle ab mit der Begründung, sie unterstütze keine Eingliederungslösungen, in welchen ein Arzt eine Doppelrolle im Sinne von Behandler und Arbeitgeber habe (Schreiben vom 3. Juni 2015). Nachdem die Versicherte am 20. Mai 2015 eine Arbeitsstelle bei der Dr. B.________ AG angetreten hatte (zunächst als Praktikantin und ab 1. Januar 2016 «im Status Anlehre zur medizinischen Praxisassistentin»), kündigte die IV-Stelle am 13. Juli 2017 vorbescheidweise den Abschluss der beruflichen Massnahmen an unter Hinweis darauf, dass sie die Doppelrolle von Dr. med. B.________ nicht unterstütze; der Anspruch auf Umschulungsmassnahmen bleibe bestehen. In einem weiteren, gleichentags erlassenen Vorbescheid stellte die Verwaltung die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht, wogegen A.________ Einwände erhob. Die IV-Stelle zog ein von der Suva beim Universitätsspital E.________, Klinik für Neurologie, in Auftrag gegebenes Gutachten vom 30. Mai 2018 bei und veranlasste eine psychiatrische Begutachtung durch med. pract. C.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Expertise vom 15. Mai 2019). Am 11. November 2019 ergingen zwei den Vorbescheiden entsprechende Verfügungen.