Citation: 4A_343/2015 E. A

C.________ (Beklagter, Beschwerdegegner) führte in U.________ eine Arztpraxis für Allgemeine Medizin und war während vieler Jahre Hausarzt von A.________ (Kläger 1, Beschwerdeführer 1), geb. 5. Mai 1946. Anfang August 2000 leitete Dr. med. D.________, Kantonsspital St. Gallen, Fachbereich Pneumologie, beim Kläger 1, der unter Herzproblemen (Vorhofflimmern, Arrhythmien) litt, erstmals eine sogenannte orale Antikoagulation (OAK; Behandlung zur Herabsetzung der Blutgerinnungsmöglichkeit zwecks Verhinderung von Thrombosenbildungen in Venen und Arterien) mit dem Medikament Marcoumar ein. Am 15. August 2000 ordnete Dr. med. E.________, Kantonsspital St. Gallen, Fachbereich Kardiologie, die Verabreichung des Medikaments Cordarone unter gleichzeitiger Weiterführung der oralen Antikoagulation an. Die Behandlung mit diesen zwei Medikamenten wurde in der Folge beibehalten, bis im Oktober 2000 zunächst Cordarone und wenig später auch die orale Antikoagulation abgesetzt wurden. Ab 4. Dezember 2000 gab der Beklagte dem Kläger 1 nach Rücksprache mit dem Kantonsspital St. Gallen erneut beide Medikamente in Kombination ab. Im Sommer 2001 wurde auf Anordnung von Dr. med. F.________, Kantonsspital St. Gallen, Fachbereich Kardiologie, die Behandlung mit Marcoumar eingestellt, während die Cordaronemedikation weitergeführt wurde. Am 20. Dezember 2001 ordnete Dr. F.________ eine erneute Behandlung des Klägers 1 mit Marcoumar sowie die vorübergehende Erhöhung der Cordarone-Dosis an. Im Februar 2002 setzte der Beklagte die Behandlung mit Marcoumar unter Mitteilung an Dr. F.________ ab, was dieser mit Bericht vom 19. Februar 2002 implizit guthiess. Die Behandlung mit Cordarone wurde - nachdem Ende April 2002 offenbar noch eine erneute Antikoagulation mit dem Medikament Fragmin erfolgt war - am 15. Mai 2002 eingestellt. Am 16. Mai 2002 empfahl Dr. med. G.________, Kantonsspital St. Gallen, Abteilung Kardiologie, erneut eine Antikoagulation mit Marcoumar; zugleich erfolgte eine Überweisung an PD Dr. med. H.________ (damals Universitätsspital Zürich, Herzkreislaufzentrum/Kardiologie). Dieser ordnete im Herbst 2002 die Absetzung des Medikaments Marcoumar an, weil bei "strukturell gesundem Herz [...] keine Indikation für eine OAK" bestehe. Mit Schreiben vom 23. Juni 2003 an den Beklagten schlug Dr. H.________ vor, beim Kläger 1 eine Lungenvenen-Isolation vorzunehmen; zugleich teilte er dem Beklagten mit, er habe "zur Stabilisierung der Vorhöfe"erneut eine Behandlung mit Amiodaron (=Cordarone) "2x400 mg täglich für drei Wochen begonnen", wobei "ebenfalls [...] im Hinblick auf eine Lungenvenen-Isolation [...] eine Antikoagulation notwendig" sei, mit der jedoch bis nach Durchführung einer anstehenden Schulteroperation zuzuwarten sei. Nach der Schulteroperation gab der Beklagte dem Kläger 1 ab dem 18. Juli 2003 das Medikament Marcoumar gemäss dem nachstehenden Auszug aus dem "Ausweis über Antikoagulantienbehandlung" 2003/2004 ab: Datum Quick-Wert INR-Wert Tabl. 18.7. 3 19.7. 3 20.7. 2 21.7. 22 % 2.3 ½ 22.7. ¾ 23.7. ¾ 24.7. ½ 25.7. 14 % 3.3 ½ 26.7. ½ 27.7. ½ 28.7. ½ 29.7. ½ 30.7. 10 % 4.5 0 31.7. 0 Datum Quick-Wert INR-Wert Tabl. 18.7. 3 19.7. 3 20.7. 2 21.7. 22 %