Citation: 6B_885/2022 E. 1.2.3

1.2.3. Neben den erwähnten Aussagen berücksichtigt die Vorinstanz das rechtsmedizinische Gutachten vom 27. April 2017. Darin werde festgehalten, dass sich bei der Untersuchung des Jugendlichen vom 14. August 2016 eine Schwellung am rechten Auge gezeigt habe. Zudem sei ein Knochenbruch an der Innenwand der rechten Augenhöhle und am rechtsseitigen Stirnknochen sowie eine Blutung unter die Spinnengewebshaut am rechten Stirnlappen diagnostiziert worden. Die Haut um das rechte Auge und auch im übrigen Gesicht sei intakt gewesen, insbesondere seien keine Schürfungen festgestellt worden. Damit lasse sich die Verletzung auf eine stumpfe Gewalteinwirkung zurückführen, die beispielsweise durch einen Faustschlag, jedoch nicht durch einen Sturz erklärbar sei. Die inneren Schädelverletzungen sprächen für eine wuchtige Gewalteinwirkung gegen den Kopf. Bei dieser Verletzung könnten unspezifische Symptome wie Nasenbluten und eine Beruhigung auftreten. Bei einem ebenerdigen Sturz ohne Aufprall an einer Kante oder Ähnlichem seien primär die vorspringenden Regionen des Kopfes betroffen, sodass Verletzungen an der Schläfe oder dem Jochbein verursacht worden wären. Vorliegend müsse aber eine Gewalteinwirkung an diesen prominenten Stellen vorbei nach innen gewirkt habe. Dies könne der Fall sein bei einem Sturz gegen eine Kante, allerdings wären dann auch Hautverletzungen zu erwarten. Möglich sei auch ein Fallen auf die eigene Faust, weil man normalerweise instinktiv die Hände schützend vor sich nehme. Überdies hielt die Gutachterin fest, dass sich am Hinterkopf keine Verletzungen gefunden hätten. Ferner erachtete sie es vereinbar mit dem Verletzungsbild, dass der Jugendliche beim Verlassen der Polizeiwache normal gewirkt habe, da entsprechende Verletzungen erst nach einiger Zeit aussen sichtbar würden. Das Nasenbluten sei durch den Knochenbruch ausgelöst worden.