Citation: 1B_74/2016 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin legt nicht nachvollziehbar dar, inwiefern es ihr zwischen dem 2. und dem 18. November 2014 aus gesundheitlichen Gründen unmöglich gewesen wäre, sich mit dem belastenden Vorfall auseinanderzusetzen bzw. rechtswirksam auf eine Parteistellung im Strafverfahren zu verzichten. Auch aus den Akten sind keine Anhaltspunkte für eine derartige gesundheitliche Beeinträchtigung (oder für eine gesetzwidrige Beeinflussung durch die Strafbehörden) ersichtlich. Noch viel weniger ist dargetan, weshalb die Beschwerdeführerin erst am 3. bzw. 10. September 2015, also mehr als neun Monate nach ihrer Verzichtserklärung, ihren angeblichen Willensmangel erkannt haben will und die Verzichtserklärung widerrief. Der Umstand, dass der Beschwerdeführerin wenige Tage zuvor (nämlich am 31. August 2015) bekannt geworden war, dass die Staatsanwaltschaft beabsichtigte, das Strafverfahren einzustellen, liess ihren gut neun Monate zuvor ausdrücklich erklärten Verzicht auf Parteistellung nicht wieder dahinfallen. Nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes kann die geschädigte Person "jederzeit" auf eine Parteistellung als Privatklägerin verzichten (Art. 120 Abs. 1 Satz 1 StPO). Der erklärte Verzicht ist in der Folge "endgültig" (Art. 120 Abs. 1 Satz 2 StPO).