Citation: 1A.13/2006 09.02.2006 E. 5

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts. 5.1 Art. 29 Abs. 2 BV räumt den Parteien und Betroffenen als allgemeine Verfahrensgarantie und Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör einen Anspruch auf Akteneinsicht ein (BGE 129 I 249 E. 3 S. 253). Die Verfahrenspartei ist grundsätzlich berechtigt, in alle für den Entscheid wesentlichen Akten Einsicht zu nehmen und sich dazu zu äussern (BGE 129 I 85 E. 4.1 S. 88). Allerdings setzt die Wahrnehmung des Akteneinsichtsrechts eine Aktenführungspflicht der Behörde voraus (BGE 130 II 473 E. 4.1 S. 477). 5.2 Der Beschwerdeführer rügt zunächst, er habe keine Einsicht in das slowenische Protokoll der Einvernahme der Fahrerin erhalten. Der Beschwerdeführer behauptet nicht und es ist auch nicht ersichtlich, dass er ausdrücklich ein entsprechendes Gesuch gestellt hätte. Selbst wenn ein solches vorläge, wäre das Vorbringen unbehelflich: Die Fahrerin wurde im slowenischen Strafverfahren einvernommen; das Einvernahmeprotokoll liegt nicht bei den schweizerischen Rechtshilfeakten. Weder ist die slowenische Behörde nach dem EAUe verpflichtet, es dem Ersuchen beizulegen, noch das Bundesamt, es anzufordern (E. 4.1). Die Rüge, der Beschwerdeführer habe keine Einsicht in das Einvernahmeprotokoll der Fahrerin nehmen können, ist daher unbegründet. 5.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei ihm die Einsicht in die Verfahrensakten seines Bruders verwehrt worden. Der Beschwerdeführer hatte das Bundesamt um Einsicht in die Einvernahmeprotokolle seines Bruders ersucht (angefochtener Entscheid Ziff. 6 und 7). Das Bundesamt hat das Gesuch abgelehnt, da die Verhaftung des Bruders auf das Auslieferungsverfahren gegen den Beschwerdeführer keinen direkten Einfluss habe. Der Bruder ist am 19. Januar 2006 im vereinfachten Verfahren nach Slowenien ausgeliefert worden. Nach Art. 52 Abs. 1 Satz 1 IRSG werden dem Verfolgten und seinem Rechtsbeistand das Ersuchen und die dazugehörigen Unterlagen vorgelegt. Nach Art. 26 Abs. 1 VwVG kann eine Partei "in ihrer Sache" die folgenden Akten einsehen: Eingaben von Parteien und Vernehmlassungen von Behörden (lit. a), alle als Beweismittel dienenden Aktenstücke (lit. b) sowie Niederschriften eröffneter Verfügungen (lit. c). Das Einvernahmeprotokoll des Bruders gehört weder zum Ersuchen oder den dazugehörigen Unterlagen, noch wurde es im Auslieferungsverfahren gegen den Beschwerdeführer erstellt oder für den Auslieferungsentscheid verwendet. Das Bundesamt war demnach nicht verpflichtet, dem Beschwerdeführer Einsicht in dieses Einvernahmeprotokoll zu gewähren. Seine Rüge ist unbegründet.