Citation: 6B_127/2022 E. 5.3.2

5.3.2. Gleich verhält es sich hinsichtlich der Berücksichtigung der Verletzung des Beschleunigungsgebots. Die Vorinstanz stellt eine solche Verletzung erstmals formell fest und nimmt deswegen eine Reduktion der als schuldangemessen erachteten Freiheitsstrafe von zehn Jahren um ein Jahr auf neun Jahre Freiheitsstrafe vor. Aufgrund des zur Anwendung gelangenden Verschlechterunsgverbots von Art. 391 Abs. 2 StPO (sog. Verbot der "reformatio in peius") begrenzt sie die effektiv auszufällende Strafe letztlich allerdings auf das erstinstanzlich verhängte Strafmass von noch acht Jahren Freiheitsstrafe (vgl. angefochtener Entscheid E. 7.4 S. 22 f.). Dieses Vorgehen ist entgegen des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden. Mit seinem Einwand, er habe "in jedem Fall von einer Reduktion zu profitieren", kann er eine Rechtswidrigkeit nicht darlegen. Der Vorinstanz steht es auch in Anwendung des Verschlechterungsverbots frei, im Rahmen ihres pflichtgemäss auszuübenden Ermessens eine höhere als die von der Erstinstanz ausgefällte Gesamtstrafe festzusetzen, welche Ausgangspunkt für die wegen der Verletzung des Beschleunigungsgebots vorzunehmende Strafreduktion bildet. Die Berufungsinstanz fällt gemäss Art. 408 StPO ein neues Urteil und hat über die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen zu befinden. Dabei hat sie nicht auf die erstinstanzliche Strafzumessung abzustellen (vgl. Urteile 6B_132/2020 vom 29. Juni 2020 E. 2.5; 6B_521/2019 vom 23. Oktober 2019 E. 1.5; 6B_1359/2016 vom 18. Mai 2017 E. 2.5; je mit Hinweisen). Massgeblich für die Frage, ob eine unzulässige "reformatio in peius" vorliegt, ist einzig das Urteilsdispositiv (vgl. BGE 139 IV 282 E. 2.6 mit Hinweisen). Die Vorinstanz befasst sich eingehend mit den relevanten Strafzumessungsfaktoren und begründet nachvollziehbar, weshalb sie eine Gesamtstrafe von zehn Jahren Freiheitsstrafe als angemessen erachtet. Wie soeben dargelegt, weist der Beschwerdeführer diese Begründung nicht als ermessenswidrig aus. Dass die Vorinstanz von dieser (höheren) Gesamtstrafe die Strafreduktion wegen der Verletztung des Beschleunigungsgebots in Abzug bringt, verletzt kein Bundesrecht.