Citation: 2C_109/2025 E. 5.4.2

5.4.2. Soweit die Vorinstanz die konkrete Verfahrensführung durch die Rechtsvertreterinnen kritisiert, stehen die Erwägungen mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch: Zunächst kann das Haftentlassungsgesuch entgegen der Vorinstanz nicht als aussichtslos qualifiziert werden (vgl. hierzu ausführlich das in der gleichen Sache ergangene Urteil 2C_108/2025 vom 20. März 2025 E. 7.4 ff.). Sodann haben die Beschwerdeführerinnen dem Gericht weder offensichtlich falsche Informationen unterbreitet noch haben sie das Gesuch auf einem Sachverhalt aufgebaut, der keinen Bezug zum konkreten Fall aufweist. Im Gegenteil: Die Beschwerdeführerinnen machten im Haftentlassungsverfahren in zulässiger Art und Weise geltend, dass die Ausschaffung ihres Klienten aufgrund fehlender Dokumente der tunesischen Behörden nicht mehr absehbar sei sowie kein Haftgrund mehr bestehe bzw. die Haft unverhältnismässig sei. Für die fehlende Absehbarkeit des Vollzugs verwiesen die Beschwerdeführerinnen auf eine schriftliche Auskunft des Luzerner Migrationsamts, wonach "zum aktuellen Zeitpunkt keine Rückführung nach Tunesien absehbar erschein[e]". Dieses Vorbringen veranlasste die Vorinstanz und das Migrationsamt des Kantons Zug dazu, Abklärungen beim Luzerner Migrationsamt und dem Staatssekretariat für Migration (SEM) zu tätigen, die im Wesentlichen ergaben, dass sich Ausschaffungen nach Tunesien zwar verzögern, entgegen der Auskunft des Luzerner Migrationsamtes aber grundsätzlich absehbar waren. Die Prozessführung der Beschwerdeführerinnen erscheint diesbezüglich weder als rechtsmissbräuchlich noch als unsorgfältig; vielmehr war es vertretbar, gestützt auf den damaligen Wissensstand eine Haftüberprüfung zu erwirken.