Citation: 9C_104/2019 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz stellte fest - und insoweit ist der Sachverhalt auch unbestritten -, dass im Rahmen des Revisionsverfahrens der Versuch, den aktuellen medizinischen Zustand mittels eines bidisziplinären Gutachtens zu ermitteln, am Verhalten der Versicherten gescheitert war: Das kantonale Gericht erwog, der Neuropsychologe habe dargelegt, die Resultate der Symptomvalidierungstests seien derart auffällig gewesen, dass eine krankhafte Erklärung für die schlechten Resultate nicht in Frage komme; die Versicherte müsse bewusst oder wenigstens bewusstseinsnah falsche Antworten geliefert haben. Der psychiatrische Sachverständige habe ausführlich aufgezeigt, dass die Versicherte in der Exploration inkonsistente und teilweise widersprüchliche Angaben gemacht habe und dass diese sich auch inkonsistent verhalten habe, ohne dass Hinweise auf eine krankheitsbedingte Ursache für diese Inkonsistenzen vorgelegen hätten. Die Widersprüchlichkeit könne nur durch einen bewussten oder bewusstseinsnahen Prozess erklärt werden. Das werde auch durch das in den Observationsvideos gezeigte unauffällige Verhalten der Versicherten im vermeintlich unbeobachteten Alltag "abgerundet". Auch der Neurologe habe darauf hingewiesen, dass er sich angesichts der mangelnden Mitwirkung der Versicherten ausser Stande gesehen habe, einen zuverlässigen objektiven klinischen Befund zu erheben. Die kantonlen Schlussfolgerungen sind insoweit zu vervollständigen dass sowohl der Psychiater als auch der Neurologe davon ausgingen, bei der Explorandin liege ein bewusstseinsnaher Prozess der Täuschung vor, mit dem die Versicherte erreichen möchte, dass ihr weiterhin eine Rente ausgerichtet werde. Diese gutachterlichen Feststellungen, auf die auch die Vorinstanz abstellte, ergeben, dass die Versicherte im Rahmen des Revisionsverfahrens ein täuschendes Verhalten in Bezug auf ihren Gesundheitszustand präsentierte. Diese Tatsache führt zum rechtlichen Schluss, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden als ausgewiesen erachtet werden kann (Ausschlussgrund; BGE 141 V 281 E. 2.2.1 S. 287). Dies insbesondere auch deshalb, weil die Gutachter losgelöst von diesem Verhalten keinen Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit feststellen konnten. Inwiefern bei dieser Ausgangslage eine erneute Begutachtung neue Erkenntnisse liefern könnte, ist nicht ersichtlich. Dies verkennen Vorinstanz und Versicherte mit der von ihnen vertretenen Ansicht, es müsse ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren (Art. 43 Abs. 3 ATSG) durchgeführt werden. Der Versicherten ist denn auch nicht in erster Linie eine qualifizierte Verletzung der Mitwirkungspflicht vorzuwerfen, hat sie sich doch der Begutachtung unterzogen. Die Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens erübrigt sich daher zum Vornherein, da die Begutachtung, während welcher die Versicherte ein täuschendes Verhalten an den Tag legte, zu jenem Zeitpunkt bereits abgeschlossen war. Eine nachträgliche Abmahnung macht bei einer solchen Konstellation keinen Sinn (Urteil 8C_209/2015 vom 17. August 2015 E. 6.3.3). Soweit im vorinstanzlichen Entscheid Gegenteiliges ausgeführt wird, verstösst dies gegen Bundesrecht.