Citation: 6B_1384/2021 E. 1.4.3

1.4.3. Gleichermassen nicht zu Kritik Anlass gibt alsdann, dass die Vorinstanz im Ergebnis von keiner gelungenen Integration der Beschwerdeführerin in die Schweizer Werte- und Rechtsordnung ausgeht. Soweit die Vorinstanz argumentiert, es lägen nicht unerhebliche Zweifel an ihrem künftigen Wohlverhalten vor, bleibt zwar anzumerken, dass die Legalprognose als solche nicht Gegenstand der Härtefallprüfung bildet, sondern im Rahmen der bei Bejahung eines schweren persönlichen Härtefalls vorzunehmenden Interessenabwägung zu berücksichtigen ist (vgl. E. 1.5.2.1 unten). Daraus kann die Beschwerdeführerin indes nichts ableiten. Die Vorinstanz verweist nämlich auch auf die verübte Katalogtat, die sie im Rahmen der rechtlichen Würdigung, welche die Beschwerdeführerin nicht beanstandet und auf die daher nicht weiter einzugehen ist, als gewerbsmässigen Betrug qualifiziert und damit als noch gravierendere Straftat als der im Dispositiv - infolge des Verschlechterungsverbots von Art. 391 Abs. 2 StPO - festgehaltene Schuldspruch des einfachen Betrugs. Die Beschwerdeführerin hat während der Dauer von einem Jahr unter stetem Erneuern ihrer fingierten Anspruchsberechtigung einen erheblichen Betrag von insgesamt über Fr. 40'000.-- ertrogen und zudem, selbst nach Aufdecken des Betrugs durch die Arbeitslosenkasse, noch in einem förmlichen Einspracheverfahren mittels weiterer unwahrer Urkunden (Quittungen) die Täuschung aufrechtzuerhalten versucht (vgl. angefochtenes Urteil E. 3.6 S. 12 ff.). Damit hat sie eine erhebliche kriminelle Energie und Geringschätzung sozialer Einrichtungen bei der Durchsetzung unberechtigter eigener Interessen offenbart. Dass die Vorinstanz (jedenfalls) mit Blick darauf von keiner gelungenen Integration in die Schweizer Werte- und Rechtsordnung ausgeht, ist ihr nicht als Rechtsverletzung vorzuwerfen. Insbesondere geht der beschwerdeführerische Einwand fehl, es liege eine unzulässige doppelte Berücksichtigung der Katalogtat vor. Das Vorliegen einer Katalogtat impliziert nach dem Gesetzgeber in der Regel bereits, dass die Integration "zu wünschen übrig lässt" (vgl. Urteil 6B_627/2018 vom 22. März 2019 E. 1.4 dritter Absatz), und stellt mithin ein für die Beurteilung der Integration bedeutsames Kriterium dar. Selbst wenn die dem Verfahren zugrundeliegende Delinquenz unbeachtet gelassen würde, bliebe indes zu berücksichtigen, dass ein Wohlverhalten und Einhalten der geltenden Rechtsordnung erwartet werden darf und noch keine ausserordentliche Leistung darstellt. Weshalb die Vorinstanz von einer überdurchschnittlichen Integration der Beschwerdeführerin hätte ausgehen müssen, wäre mithin auch dann weder dargetan noch erkennbar (vgl. auch Urteil 6B_1314/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.5 in fine).