Citation: C 118/99 30.11.2000 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls für wie lange der Versicherte in der Anspruchsberechtigung einzustellen ist. a) Am 7. April 1997 trat der Beschwerdeführer eine neue Stelle als Verpacker bei der S.________ AG an. Nach seinen eigenen Angaben im Schreiben vom 16. Mai 1997 an die Kasse wurde ihm am 10. April 1997 ein Arbeitsvertrag zur Unterschrift vorgelegt. Er habe sich geweigert, diesen Vertrag zu unterzeichnen, weil sein monatlicher Lohn nur rund Fr. 2700. - brutto betragen hätte und er gemäss mündlichen Äusserungen seines Chefs ab sofort nur noch in Nachtschicht von 22 bis 4.30 Uhr hätte arbeiten können. Da er nicht unterschrieb, entliess ihn die Firma während der Probezeit. Auf dem Fragebogen zur Verschuldensabklärung gab der Beschwerdeführer an, wenn er statt dauernd in der Nachtschicht für nur 6,5 Stunden abwechslungsweise in allen Schichten und während 8,5 Stunden pro Tag zum Einsatz gekommen wäre, würde er weiterhin im erwähnten Betrieb arbeiten. Demgegenüber gab die Firma in der Bescheinigung über Zwischenverdienst vom 30. April 1997 an, den Versicherten wegen der zu hohen Lohnforderung entlassen zu haben. b) Laut Anstellungsvertrag wäre der Beschwerdeführer als Verpacker im Schichtbetrieb zu einem Grundlohn von Fr. 17.- in der Stunde zuzüglich Fr. 1.- Schichtzulage pro Stunde angestellt worden. Bei Nachtarbeit war ein Lohn von 125 % des Stundenansatzes vorgesehen. Nähere Angaben über den Umfang der Nachtarbeit enthält der Vertrag nicht. Aus der Lohnabrechnung per 22. April 1997 ergibt sich, dass der Beschwerdeführer in der kurzen Zeit bei der S.________ AG 79,5 Stunden zu Fr. 17.- und eine Stunde Nachtschicht gearbeitet hat. Der Firma wurden gemäss den von der Verwaltung eingeholten Unterlagen des Kantonalen Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) ab 17. Januar 1994 bis auf weiteres zwei Schichten mit Arbeitszeiten von 4.30 bis 13 Uhr bzw. 13 bis 22 Uhr mit wöchentlichem Wechsel sowie ab 7. April 1997 eine Nachtschicht von 22 bis 6 Uhr bewilligt. c) Auf Grund dieser Unterlagen ergibt sich kein Anhaltspunkt dafür, dass der Beschwerdeführer tatsächlich ununterbrochen nur noch in der Nachtschicht hätte arbeiten sollen. Dies hätte, wie die Vorinstanz zutreffend festhält, im Widerspruch zu den der Firma erteilten Bewilligungen und den einschlägigen Vorschriften des Arbeitsgesetzes gestanden. Dass die Nachtschicht im erwähnten Betrieb nur 6,5 statt 8,5 Stunden dauert, macht die dem Versicherten zugedachte Stelle noch nicht unzumutbar. Anspruch auf eine durchgehende Arbeitszeit von 8,5 Stunden im Tag bestand nicht. d) Zutreffend hat sodann die Vorinstanz erkannt, dass der dem Beschwerdeführer angebotene Bruttolohn von rund Fr. 2700. - im Monat im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. l AVIG zumutbar ist, da er auf jeden Fall 70 % des versicherten Verdienstes übersteigt. Damit bleibt auch für die Annahme eines Zwischenverdienstes kein Raum (BGE 121 V 54, 120 V 233 und 502), und der Versicherte kann keinen Differenzausgleich beanspruchen (SVR 1999 AlV Nr. 8 S. 21). e) Ein Arbeitsloser ist nicht verpflichtet, jede Arbeit anzunehmen, wenn die lohnmässigen Voraussetzungen nach Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG erfüllt sind. Selbst wenn keine Unzumutbarkeit im Sinne dieser Bestimmung vorliegt, muss ein Versicherter eine Stelle nicht antreten, wenn diese aus einem andern der in lit. a-h von Art. 16 Abs. 2 AVIG genannten Gründe unzumutbar ist (BGE 124 V 63 Erw. 3b letzter Abs. ). f) Vorliegend wendet der Beschwerdeführer ein, der ihm angebotene Grundlohn von Fr. 17.- in der Stunde sei nach lit. a von Art. 16 Abs. 2 AVIG unzumutbar, da er nicht der orts- und branchenüblichen Entlöhnung für einen Verpacker im Schichtbetrieb entspreche. Ob dieser Einwand zutrifft, ist auf Grund der Akten nicht überprüfbar, da weder die Verwaltung noch die Vorinstanz dieser Frage nachgegangen sind. Damit ist der Sachverhalt in einem entscheidwesentlichen Punkt ungenügend abgeklärt (BGE 124 V 63 f. Erw. 3c). Die Sache ist deshalb an die Arbeitslosenkasse zurückzuweisen, welche die nötigen Abklärungen treffen und in Bezug auf die Einstellung in der Anspruchsberechtigung gegebenenfalls neu verfügen wird.