Citation: 1C_383/2022 E. 7.3

7.3. Die Empfehlung 2006 sieht in Tabelle A die Analysehäufigkeit je nach verarbeiteter Jahresmenge in zwei Spalten vor: "Normal" und "Bonus". Das Bonussystem wird wie folgt definiert: In der Regel gelten die Anzahl Proben für die Analysenhäufigkeit, wie unter "Normal" aufgelistet. Wenn die Analysenresultate der Proben unter Normal über ein Kalenderjahr 60 % des Median der Grenzwerte der geforderten Schwermetallgehalte nach ChemRRV einhalten, kann für das Folgejahr die Anzahl Proben unter "Bonus" beansprucht werden. Wenn die Analysenresultate der Proben unter "Bonus" über ein Kalenderjahr den 60 % Median der Grenzwerte der geforderten Schwermetallgehalte nach ChemRRV einhalten, gilt für das Folgejahr wiederum die Anzahl Proben unter "Bonus". Übersteigt ein Analysewert der Proben den entsprechenden Grenzwert der geforderten Schwermetallgehalte nach ChemRRV erlischt der Bonus. Dies bedeutet, dass die Anzahl Analysen jeweils von den Vorjahresergebnissen abhängt. Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, sie habe in ihrem Gesuch die Anwendung der Spalte "Bonus" unabhängig von den Analyseergebnissen verlangt. Es erscheint fraglich, ob das Gesuch und der entsprechende Rekursantrag in diesem Sinne verstanden werden mussten. Jedenfalls aber hätte dies bloss zur Folge gehabt, dass das Begehren in der Sache abgewiesen worden wäre, da für die Behörden kein Grund bestand, in diesem Punkt von der Empfehlung 2006 abzuweichen und die Beschwerdeführerin dadurch gegenüber anderen Biogasanlagen des Kantons zu privilegieren. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführerin durch das Nichteintreten (an Stelle einer Abweisung) ein Nachteil entstanden ist. Im Übrigen ist zwischenzeitlich eine neue Empfehlung des BLW vom 15. Februar 2021 zur Mindestanalysehäufigkeit für Kompost und Gärgut bzw. vom 25. August 2022 zur Analysehäufigkeit für Kompost und Vergärungsprodukte in Kraft getreten, an der sich künftige Betriebsbewilligungen bzw. -verlängerungen orientieren werden.