Citation: 8C_615/2022 E. 7.2.1

7.2.1. Die vorinstanzliche Begründung, die dominante rechte Hand sei erwerblich kaum einsetzbar, müsse doch schon bei leichtester Belastung mit einem Anschwellen und einer mehrtägigen Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden, zielt ins Leere. Denn solche, einer faktischen Einhändigkeit gleichkommenden Einschränkungen sind dem unbestritten beweiskräftigen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a) kreisärztlichen Belastungsprofil vom 21. Januar 2019 nicht zu entnehmen. Demnach besteht aus medizinischer Sicht eine zeitlich unlimitierte Arbeitsfähigkeit ganztägig in einem Pensum von 100 % bei manuell leichten Tätigkeiten ohne Schläge, Vibrationen oder repetitive Drehbewegungen mit der rechten Hand. Wohl trifft zu, dass der Beschwerdegegner seine Arbeitsversuche nach wenigen Tagen aufgrund von Schmerzen und Schwellungen an der rechten Hand abbrechen musste. Dabei handelte es sich jedoch weitgehend um Tätigkeiten, welche nicht dem ärztlichen Belastbarkeitsprofil entsprachen. So habe der Beschwerdegegner bei einem entsprechenden Arbeitseinsatz nach Angaben seines Sohnes unter anderem "offenbar halt doch auch Palette hinunter heben müssen", was seitens des Schadenmanagements der Beschwerdeführerin bestätigt wurde (vgl. Telefonnotiz vom 27. Oktober 2020). Aus den dabei aufgetretenen Beschwerden kann nicht abgeleitet werden, es bestünden selbst bei körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeiten zusätzliche leidensbedingte Einschränkungen, welche im medizinischen Belastungsprofil nicht bereits enthalten wären.