Citation: I 642/06 22.08.2007 E. 7.1

7.1.1 Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 20. Mai 2003 einen Kostenbeitrag an einen Rollstuhl zu und erteilte mit Verfügung vom 21. Oktober 2004 Kostengutsprache für die leihweise Abgabe eines Zweitrollstuhls. Im Abklärungsbericht an Ort und Stelle vom 25. August 2004 wurde angegeben, der Versicherte bedürfe wegen eines schweren körperlichen Gebrechens seit Juni 2002 die Hilfe Dritter für die Pflege gesellschaftlicher Kontakte. Zur Begründung wurde angeführt, der Versicherte sei ständig an den Rollstuhl gebunden; bei baulichen Hindernissen sei er auf Dritthilfe angewiesen. Dr. med. P.________ gab im Bericht vom 12. September 2004 an, die Angaben des Versicherten bzw. der Abklärungsperson seien mit den von ihm erhobenen Befunden vereinbar. 7.1.2 Die Klinik N.________ stellte im Bericht vom 13. Februar 2006 folgende Diagnosen: sensomotorisch inkomplette Paraplegie sub Th12 bei Spinalis anterior-Syndrom unklarer Ursache am 2. Juni 2002; Spastik (aktuelle Massnahmen: orale antispastische Therapie, Physiotherapie); untere Extremitäten: Flexionskontrakturen von Hüft- und Kniegelenken, Status nach Serial casting beidseits November 2005 nach primärer Botoxbehandlung und Spitzfussoperation links am 29. November 2005, Spitzfüsse beidseits mehr links als rechts (aktuelle Therapie: Unterschenkelorthesen beidseits während 24 Stunden, tägliches Standing, Physiotherapie); autonome Dysfunktion mit Kreislauf-, Darm- und Sexualfunktionsstörungen (chronische Obstipation; aktuelle Massnahmen: Blasenentleerung durch intermittierendes selbstständiges Kathetrisieren und Stuhlentleerung durch Einführen eines abführenden Suppositorium und durch digitales Nachtasten). Der Versicherte sei hauptsächlich im Rollstuhl unterwegs. Die Transfers führe er, wenn der Rollstuhl griffbereit sei, selber durch. Ansonsten sei er ausschliesslich nur bei Zuhilfenahme von Gehstöcken steh- und gehfähig. Wenn er an Gehstöcken gehe oder stehe, sei das Tragen eines Gegenstandes praktisch unmöglich. Wenn er an Gehstöcken stehe, könne er nur erschwert eine Türe oder ein Fenster öffnen; und zwar sei es möglich, wenn er sich anlehnen könne und nicht das Gewicht durch das Abwinkeln des Rumpfes verlagert werde. Nicht möglich sei es, wenn die Türe sehr schwer oder schwer zu öffnen sei, also wenn er Körperkraft einsetzen müsse. Im Rollstuhl könne er Fenster wegen der Höhe in der Regel und je nach Türe (schwere Türen, Platzverhältnisse) nicht öffnen. Allgemein sei es dem Versicherten sowohl im Berufsleben als auch in der Freizeit nicht möglich, sich ohne Hilfe von Drittpersonen fortzubewegen, wenn die Umgebung (drinnen oder draussen) nicht rollstuhlgängig sei und/oder es sich um sehr unebenes Gelände oder weite Strecken handle. Da seine Fortbewegung hauptsächlich im Rollstuhl stattfinde und seine Geh-/Stehfähigkeit auf Grund der neurologischen Ausfälle (Muskelwerte in den Beinen, die knapp der Schwerkraft entgegenwirken könnten und schlechter bis fehlend seien) deutlich eingeschränkt sei, sei er auf die Hilfe einer Drittperson im Alltag angewiesen, welche ihm bei Hindernissen behilflich sei. Damit er seine Utensilien für den Alltag zu Hause und bei der Arbeit zur Verfügung habe, müssten diese so angeordnet sein, dass er im Rollstuhl sitzend daran komme.