Citation: 1P.248/2002 18.07.2002 E. 4

Schliesslich rügen die Beschwerdeführerinnen, der Beschluss der Anklagekammer beruhe auf einer schwachen, pauschalen, durch Beweismittel kaum unterstützten Verdachtslage. Diese könne im Anfangsstadium des Untersuchungsverfahrens zur Begründung eines hinreichenden Tatverdachts genügen, nicht aber nach einem über vier Jahre dauernden Untersuchungsverfahren in der Schweiz. Die Anklagekammer habe es unterlassen zu prüfen, ob sich zu den in der Beschwerdeantwort vom 25. August 2000 dargestellten Verdachtsmomenten, welche einem längst überholten Wissensstand entsprachen, in den vergangenen 16 Monaten neue, den Verdacht erhärtende Momente ergeben haben. 4.1 Die Beschwerdeführerinnen legen nicht substantiiert dar, welche neuen Entwicklungen die Anklagekammer nicht berücksichtigt habe und inwiefern die Beschwerdeantwort nicht mehr dem aktuellen Ermittlungsstand entspricht. Insofern entspricht ihre Rüge nicht den Begründungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG, so dass darauf nicht einzutreten ist. Es kann daher offen bleiben, ob die Rüge, die Anklagekammer habe insbesondere die nachträgliche Eingabe des neuen Untersuchungsrichters vom 13. November 2001 nicht beachtet, nicht rechtsmissbräuchlich ist, nachdem die Beschwerdeführerinnen im Verfahren vor der Anklagekammer selbst beantragt hatten, diese Eingabe sei aus dem Recht zu weisen. 4.2 Soweit die Beschwerdeführerinnen mit ihrer Rüge allgemein die lange Verfahrensdauer rügen und geltend machen, die Untersuchung sei seit dem Jahr 2000 zu wenig vorangetrieben worden, sind die besonderen Umstände des vorliegenden Falles zu berücksichtigen: Es handelt sich um einen sehr komplexen und umfangreichen Fall; die Mehrzahl der Geschädigten ist im Ausland wohnhaft, so dass ihre Ermittlung und Befragung im Wege der Rechtshilfe erfolgen muss. Untersuchungsrichter M.________ befindet sich seit Oktober 2000 im Ausstand, mit der Folge, dass sich ein neuer Untersuchungsrichter in die Materie einarbeiten und zahlreiche Amtshandlungen wiederholen musste. Auch gegen den zweiten Untersuchungsrichter stellte R.A.________ ein Ausstandsgesuch und focht den ablehnenden Entscheid bis vor Bundesgericht an (vgl. Entscheid 1P.644/2001 vom 7. Dezember 2001, mit dem die staatsrechtliche Beschwerde abgewiesen wurde). Aufgrund dieser besonderen Umstände ist die Untersuchung wie sie in zeitlicher Hinsicht im Zeitraum 2000/2001 geführt worden ist, verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.