Citation: 4A_614/2014 E. 5.1

5.1. Ist ein Kauf als Dokumentengeschäft ausgestaltet, besteht für den Verkäufer eine zweifache Leistungspflicht. Er hat die Ware in das Transportverhältnis zu bringen und die daraus resultierenden Dokumente an den Käufer zu liefern. Kaufgegenstand bleibt die Ware, aber so, dass sie mittels der Dokumente geliefert wird ( WOLFGANG ERNST/ROBERT LAUKO, in: Kommentar zum UN-Kaufrecht, Heinrich Honsell [Hrsg.], 2. Aufl. Berlin 2010, N. 1 zu Art. 34 CISG). Durch die Aufnahme der Akkreditivklausel in den Kaufvertrag legen die Parteien den Erfüllungsmodus fest. Der Käufer ist verpflichtet, eine Bank zur Eröffnung eines Akkreditivs zugunsten des Verkäufers zu veranlassen. Der Verkäufer ist gehalten, die vereinbarten Dokumente der akkreditiveröffnenden Bank oder - im Vierpersonenverhältnis - der Korrespondenzbank vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des Akkreditivs zur Präsentation einzureichen (BGE 111 II 76 E. 3b/cc S. 80; Arthur Meier-Hayoz/Hans Caspar von der Crone, Wertpapierrecht, 2. Aufl. 2000, S. 420 f. § 31 Rz. 5 ff.; Thomas Koller, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl. 2011, N. 4 zu Anh. Art. 466-471 OR).