Citation: 1C_298/2022 E. 2.3

2.3. Aus den Akten ergibt sich, dass das Kantonsgericht D.________ am 28. Januar 2022 schrieb, gemäss der zitierten Bestimmung seien grundsätzlich nur nach dem Anwaltsgesetz zur Parteivertretung zugelassene Anwälte berechtigt und er erfülle diese Voraussetzung nicht. Er sei zudem nicht Partei und könne dem Verfahren auch nicht mehr beitreten, weshalb seine Eingabe vom 25. Januar 2022 aus dem Recht zu weisen und ihm zurückzusenden sei. Wie das Kantonsgericht zur Annahme kam, D.________ handle berufsmässig, ist nicht erkennbar (zum Kriterium der Berufsmässigkeit der Vertretung vgl. LGVE 1993 II Nr. 27 E. 2). In seiner Stellungnahme ans Bundesgericht räumt es denn auch ein, es werde zutreffen, dass er keine berufsmässigen Parteivertretungen ausübe. Allerdings hält es neu ergänzend fest, es gehe nicht an, dass sich ein beruflicher Parteivertreter (gemeint ist Rechtsanwalt A.________) punktuell seinerseits vertreten lasse, notabene durch einen juristischen Laien, um diesem de facto einen nachträglichen Prozessbeitritt zu ermöglichen. Weshalb es nicht angeht bzw. weshalb es rechtlich unzulässig sein sollte, dass sich ein beruflicher Parteivertreter punktuell seinerseits vertreten lässt, begründet es freilich nicht. Die Gesetzesbestimmungen, auf die es sich stützt, nennt es nicht (vgl. Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG). Die zweite Eingabe sendete das Kantonsgericht an Rechtsanwalt A.________ zurück, wobei es dies in seinem Schreiben vom 22. Februar 2022 wie folgt begründete: "Indem Sie lic. phil. D.________s Eingabe als ihre eigene einreichen, versuchen Sie, die unumstössliche Tatsache zu umgehen, dass lic. phil. D.________ weder Partei noch Parteivertreter im vorliegenden Prozess ist, weshalb seine Eingaben gänzlich aus dem Recht zu weisen sind. Diese Umgehung verdient keinen Rechtsschutz. Aus diesem Grund senden wir Ihnen die uns zugestellten Unterlagen wiederum zurück." Eine Angabe von Gesetzesbestimmungen fehlt auch in dieser Hinsicht. Soweit mit dem vagen Begriff "Umgehung" gemeint sein sollte, die Eingabe sei rechtsmissbräuchlich, wäre ein solcher Vorwurf unbegründet. Rechtsmissbräuchlich ist eine Eingabe beispielsweise, wenn damit nicht oder kaum die Interessen der Beschwerdeführerschaft, sondern diejenigen von Dritten verfolgt werden (zur missbräuchlichen Prozessführung s. BGE 138 III 542 E. 1.3.1 und Urteil 1C_590/2013 vom 26. November 2014 E. 7.3; je mit Hinweisen; s. auch den Anwendungsfall in Urteil 1C_16/2017 vom 20. April 2018). Dies trifft hier offensichtlich nicht zu. In seiner Stellungnahme zu Handen des Bundesgerichts schiebt das Kantonsgericht schliesslich noch nach, dass Rügen grundsätzlich in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde selbst enthalten sein müssten und die Voraussetzungen für eine nachträgliche Noveneingabe kaum erfüllt gewesen seien. Mit den anwendbaren Rechtsgrundlagen, etwa mit § 145 VRG, wonach die Parteien im Beschwerdeverfahren neue Tatsachen geltend machen und neue Anträge stellen können, setzt es sich indessen auch insoweit nicht auseinander. Ebensowenig legt es dar, was es mit "grundsätzlich" und "kaum" meint - Begriffe, die nahelegen, dass es Ausnahmen gibt und dass es sich um einen Grenzfall handelt.