Citation: 4A_614/2014 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz nahm an, die Konnossemente hätten durch die Andienung derselben am vertragsgemässen Ort (d.h. bei der Bank D.________) als spätestens am 22. August 2008 geliefert zu gelten. Somit sei zu prüfen, ob diese verspätete Lieferung eine wesentliche Vertragsverletzung im Sinn von Art. 49 Abs. 1 lit. a i.V.m Art. 25 CISG darstelle. Gemäss dem tatsächlichen Willen der Vertragsparteien sei dies zu verneinen, da die Parteien dem Zeitpunkt der Dokumentvorlage keine wesentliche Bedeutung zugemessen hätten. Selbst wenn aber die Andienung bei der Bank D.________ nicht als Lieferung gelten könnte und daher Nichtlieferung im Sinn von Art. 49 Abs. 1 lit. b CISG vorliegen würde, wäre nach Ansicht der Vorinstanz ein Aufhebungsrecht der Beschwerdeführerin zu verneinen, da diese keine Nachfrist gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. b CISG angesetzt habe. Entsprechend konnte die Vorinstanz offenlassen, ob die Akkreditivdokumente einschliesslich Konnossemente tatsächlich erst nach dem 11. August 2008 vorgelegt worden waren.