Citation: 5A_407/2023 E. 3.2

3.2. Dem vorliegenden Massnahmeverfahren (im Rahmen des hängigen Verfahrens auf Abänderung des Scheidungsurteils) geht ein Kindesschutzverfahren vor der KESB voraus (vgl. Bst. A.c). Die KESB hatte der Beschwerdeführerin das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Tochter entzogen und sie beim Beschwerdegegner platziert, nachdem die Abklärung der Fachstelle D.________ vom 4. Dezember 2021 diverse Kindeswohlgefährdungen im Haushalt der Beschwerdeführerin festgestellt hatte, die zusammengenommen eine ausgeprägte Gefährdung des Kindeswohls darstellten. Namentlich habe es der Tochter an der für sie aufgrund ihrer Erkrankung an ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung) und ihrem Entwicklungsrückstand notwendigen Struktur und Stabilität gefehlt. Da die Tochter oft sich selbst überlassen gewesen sei, habe sie übermässig soziale Medien und Internetspiele mit hoher Sucht- und Missbrauchsgefahr konsumiert. Die Beschwerdeführerin habe mit der Tochter nicht altersgerechte Themen (Liebesangelegenheiten der Beschwerdeführerin) besprochen. Die Tochter sei nicht in der Lage gewesen, ihre eigenen Emotionen und Gefühle von denjenigen der Beschwerdeführerin zu unterscheiden. Die Beschwerdeführerin habe den Kontakt zum Beschwerdegegner abgebrochen, ihn dann aber wieder um Unterstützung ersucht, wenn sie mit der Betreuung der Tochter an ihre Grenzen gestossen war. Das Hin und Her habe die Tochter destabilisiert und verunsichert.