Citation: 1C_321/2023 E. 3.3

3.3. Im Verwaltungsverfahren gilt zwar grundsätzlich der Untersuchungsgrundsatz, wonach es Sache der Behörde und nicht der Parteien ist, den Sachverhalt festzustellen und dazu, soweit nötig, Beweis zu erheben; die Parteien trifft aber eine Mitwirkungspflicht, insbesondere für Tatsachen, welche sie besser kennen als die Behörden (vgl. BGE 138 II 465 E. 8.6.4 mit Hinweisen). Vom Untersuchungsgrundsatz ist die objektive Beweislast zu unterscheiden. Bleibt eine rechtserhebliche Tatsache trotz rechtskonform durchgeführtem Verfahren unbewiesen, trägt nach den üblichen Beweislastregeln (Art. 8 ZGB), die auch im öffentlichen Recht als allgemeiner Rechtsgrundsatz gelten, diejenige Person die Folgen, die Rechte aus der behaupteten, aber unbewiesenen Tatsache ableitet (vgl. BGE 144 II 332 E. 4.1.3; 140 V 290 E. 4.1; Urteil 1C_182/2019 vom 17. August 2020 E. 4.1). Die objektive Beweislast trägt somit diejenige Person, die sich auf die Besitzstandsgarantie beruft und geltend macht, eine in der Landwirtschaftszone schon vor dem 1. Juli 1972 in Übereinstimmung mit dem damals geltenden kantonalen Recht erstellte Baute oder Anlage sei zu anderen als landwirtschaftlichen Zwecken genutzt worden (zum Ganzen: Urteil 1C_469/2019, 1C_483/2019 vom 28. April 2021 E. 6.4 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 147 II 309).