Citation: U 534/06 29.05.2007 E. 4

Streitig und zu prüfen ist, ob die SUVA über den 19. Januar 2005 hinaus für Folgen des Unfallereignisses vom 31. März 1999 Leistungen zu erbringen hat. Dies hängt davon ab, ob die über das Einstellungsdatum hinaus bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehen. 4.1 Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung bestand seitens des linken Knies keine aktuelle Behandlungsbedürftigkeit. Dies wird auch durch die Beschwerdeführerin anerkannt. Der angefochtene Entscheid besteht insoweit zu Recht, woran der Umstand nichts ändert, dass ein allenfalls nach der Fällung des Einspracheentscheids vom 21. April 2005 eingetretener Rückfall neue Ansprüche nach sich ziehen könnte. Auf Grund der diesbezüglichen Stellungnahmen des Kreisarztes Dr. med. E.________ (Ärztliche Beurteilung vom 26. November 2001) und des Gutachters Dr. med. O.________ ist auch die Unfallkausalität der bildgebend objektivierten Spondylolyse mit Spondylolisthesis L5/S1 zu verneinen. 4.2 Was die Beschwerden im Bereich der HWS anbelangt, haben SUVA und Vorinstanz das Vorliegen einer organisch nachweisbaren Schädigung, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Unfallereignis vom 31. März 1999 verursacht worden wäre, verneint. Dieser Beurteilung ist beizupflichten: Die radiologisch nachgewiesene segmentäre Veränderung C4/5 ist laut dem Gutachter Dr. med. O.________ auf den nicht bei der SUVA versicherten Unfall vom 25. April 1997 zurückzuführen, kann aber nicht dem Ereignis vom 31. März 1999 angelastet werden. Als Administrativgutachten ist die Expertise des Dr. med. O.________ voll beweiskräftig, solange keine konkreten Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353 mit Hinweisen). Die Aussage im Bericht des Dr. med. T.________ vom 2. Mai 2000, der radiologische Befund weise auf eine traumatische Läsion C4/5 hin, welche möglicherweise auf den Unfall vom 25. April 1997 zurückgehe und durch jenen vom 31. März 1999 richtungweisend verschlimmert worden sei, ist - ebenso wie die ähnliche Aussage im Bericht desselben Arztes vom 2. Februar 2000 - nicht geeignet, ein derartiges Indiz zu liefern, während sich die Stellungnahmen des Dr. med. E.________ mit denjenigen des Gutachters vereinbaren lassen. 4.3 Der Kausalzusammenhang zwischen den über den 19. Januar 2005 hinaus bestehenden Beschwerden (insbesondere Kopf- und Nackenschmerzen) ist somit unter dem Gesichtspunkt einer organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Gesundheitsschädigung zu prüfen. Mit Blick auf die für die Adäquanzprüfung massgebende Methode kommt auf Grund des Unfallablaufs die Anwendung der Praxis zum Schädel-Hirntrauma gemäss BGE 117 V 369 grundsätzlich in Frage. Was deren weitere Voraussetzungen anbelangt, traten bereits nach kurzer Zeit Kopf- und Nackenschmerzen auf. Demgegenüber ist, wie die Vorinstanz mit Recht festgestellt hat, nicht dokumentiert, dass sich in der Folge Symptome des typischen Beschwerdebildes in hinreichender Ausprägung entwickelt hätten. Neben den erwähnten Beschwerden ist auf Grund der medizinischen Unterlagen im Wesentlichen aktenkundig, dass die Versicherte an einer ausgeprägten psychischen Symptomatik litt. Diese geht nach der Beurteilung des Gutachters Dr. med. R.________ auf den nicht versicherten Unfall vom 25. April 1997 zurück. Die Frage, ob das Ereignis vom 31. März 1999 eine richtungweisende Verschlimmerung der psychischen Problematik zur Folge hatte, könne dagegen nicht eindeutig geklärt werden: Die medizinischen Unterlagen enthielten entsprechende Hinweise, die Aussagen der Versicherten gegenüber dem Gutachter sprächen aber eher dagegen. Auf Grund der insoweit überzeugenden Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde rechtfertigt es sich, den natürlichen Kausalzusammenhang (im Sinne der rechtsprechungsgemäss ausreichenden notwendigen Bedingung; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 402 E. 4.3.1 S. 406, mit Hinweisen) als gegeben anzusehen. Die Adäquanz ist, wie das kantonale Gericht dargelegt hat, nach der mit BGE 115 V 133 begründeten Praxis zu beurteilen. 4.4 Hat eine Person mehr als einen Unfall mit organisch nicht nachweisbaren Gesundheitsschädigungen erlitten, ist grundsätzlich für jedes Ereignis eine separate Adäquanzprüfung vorzunehmen (RKUV 1996 Nr. U 248 S. 177 E. 4b, U 213/95; SVR 2007 UV Nr. 1 S. 2 f. E. 3.2.2 und 3.3.2, U 39/04). Im Rahmen der Schleudertrauma-Praxis (BGE 117 V 359) kann allerdings einer hinreichend nachgewiesenen Vorschädigung der HWS durch einen früheren versicherten Unfall bei der Beurteilung der einzelnen Kriterien (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367) - nicht aber, wie es die Beschwerdeführerin überdies postuliert, bei der Qualifikation des Unfalls als schwer, mittelschwer oder leicht - innerhalb bestimmter Grenzen Rechnung getragen werden (SVR 2007 UV Nr. 1 S. 3 E. 3.3.2 mit Hinweisen, U 39/04). Eine derartige Konstellation liegt hier jedoch nicht vor, da für das Ereignis vom 25. April 1997 keine obligatorische Unfallversicherung bestand und die Adäquanz nach der Praxis gemäss BGE 115 V 133 zu prüfen ist. Die Beurteilung hat sich deshalb auf den versicherten Unfall vom 31. März 1999 zu beschränken. Über dessen Hergang lässt sich den Akten entnehmen, dass die Versicherte mit ihrem Fahrrad eine Strasse überqueren wollte und dabei von einem aus der Gegenrichtung kommenden, nach links in dieselbe Strasse einbiegenden Personenwagen am linken Bein getroffen wurde. Die Beschwerdeführerin prallte offenbar zunächst mit dem Kopf auf die Motorhaube des Autos und stürzte anschliessend auf die Strasse, wobei sie sich Kopf- und Beinverletzungen zuzog. Im Rahmen der für die Belange der Adäquanzbeurteilung vorzunehmenden Einteilung ist dieses Ereignis den mittelschweren Unfällen zuzuordnen. Die Bejahung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs setzt demnach voraus, dass die relevanten Kriterien in ausgeprägter oder gehäufter Form erfüllt sind. 4.5 Bejaht werden können - ohne besondere Ausprägung - das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen und allenfalls im Sinne eines Grenzfalles jenes des schwierigen Heilungsverlaufs, wobei diesbezüglich mit der Vorinstanz zu berücksichtigen ist, dass die operative Versorgung des linken Knies auch deshalb erst spät abgeschlossen werden konnte, weil die entsprechenden Beschwerden zunächst nicht thematisiert worden waren. Bei der Beurteilung von Grad und Dauer der Arbeitsfähigkeit ist nur das vor dem Unfall ausgeübte Teilzeitpensum in Rechnung zu stellen, sofern nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist, dass die versicherte Person ihr Pensum erhöht hätte (Urteil U 479/05 vom 6. Februar 2007, E. 8.6.1). Die Versicherte war vor dem Unfall vom 31. März 1999 als Aushilfe im Rahmen einer Arbeit auf Abruf beschäftigt, wobei das durchschnittliche wöchentliche Pensum während der Zeit von März 1998 bis Februar 1999 etwas weniger als acht Stunden betrug. Im Anschluss an den Unfall bestand zunächst eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Der Kreisarzt Dr. med. E.________ attestiert in seinem Bericht vom 27. Mai 1999 eine Arbeitsfähigkeit von 50% - bezogen auf das Teilzeitpensum - für die Zeit ab 2. Juni 1999, dies mit Beschränkung auf eher leichte Arbeit im Sinne von Betreuung. Nach den Sommerferien, ab 2. August 1999, nahm die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit wieder im früheren Umfang auf. In der Folge konnte sie dieses Pensum bewältigen. In den Arztberichten wird keine Arbeitsunfähigkeit mehr angegeben. Für den Zeitraum ab Oktober 2000 sind durchschnittliche Stundenzahlen dokumentiert, welche deutlich höher liegen als jene vor dem Unfall. Eine Arbeitsunfähigkeit resultierte lediglich noch für begrenzte Zeit im Zusammenhang mit den operativen Eingriffen am Knie im Dezember 2001, August 2002 und August 2003. Mit Blick auf die erwähnte Rechtsprechung, wonach nur dasjenige (Teilzeit-)Pensum Berücksichtigung findet, welches im Gesundheitsfall ausgeübt worden wäre, sowie auf die von der Rechtsprechung entwickelten Massstäbe (vgl. die Übersicht in RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 f. E. 3d/aa, U 56/00) hat dieses Adäquanzkriterium als nicht erfüllt zu gelten. Bezüglich der übrigen Kriterien kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden. Dies führt zur Verneinung der Adäquanz.