Citation: 4A_626/2024 E. 2.2

2.2. Das Schiedsgericht hatte insbesondere die strittige Frage zu beantworten, ob jede Klage eines Bankkunden einen separaten Berufshaftpflichtfall (Professional Claim) im Rahmen der Versicherungspolice darstellt, was dazu führen würde, dass der vorgesehene Selbstbehalt von Fr. 2.5 Mio. für jede einzelne Klage eines Kunden gilt. Die Beschwerdeführerin machte geltend, alle Kundenansprüche zusammen seien als ein einziger Berufshaftpflichtfall zu betrachten und der Selbstbehalt sei daher nur einmal anzuwenden. Das Schiedsgericht stellte im Rahmen seiner Beurteilung unter anderem Folgendes fest: "Although NL's wrongdoings were of the same nature and may have followed a similar pattern, it is not disputed by Claimant that NL had to decide independently for each customer when to sell the options (and in what amount) and when and to what amount customer funds should be used for illegal purposes, in particular to hide earlier malversations." Die Beschwerdeführerin rügt diese Feststellung als offensichtlich aktenwidrig, da sie zum einen genau das Gegenteil behauptet habe und die Beschwerdegegnerin zum anderen nicht behauptet habe, dass die Kundenberaterin für jeden Kunden selbständig entschied, wann und in welcher Höhe Kundengelder für illegale Zwecke, insbesondere zur Verschleierung, verwendet werden sollten.