Citation: 2C_465/2021 E. 3.10

3.10. In Bezug auf die direkte Bundessteuer verweist Art. 6 Abs. 3 Satz 1 DBG bezüglich Abgrenzung der Steuerpflicht im Verhältnis zum Ausland ebenfalls auf die bundesrechtlichen Grundsätze des Verbots der interkantonalen Doppelbesteuerung (Art. 127 Abs. 3 BV), wobei die Doppelbesteuerungsabkommen vorbehalten bleiben (Art. 6 Abs. 3 Satz 4 DBG). Es kann demnach auf das unter E. 3.7 - 3.9 Gesagte verwiesen werden. Auch bezüglich der direkten Bundessteuer ist bei Grundstücken des Privatvermögens der Schuldzinsenüberschuss auf jene anderen Steuerdomizile zu verlegen, die nach der ersten Schuldzinsenverlegung noch über Nettovermögenserträge verfügen, und von Letzteren abzuziehen. Weder Art. 6 Abs. 1 noch Art. 24 Abs. 2 Ziff. 1 DBA CH-DE stehen dem entgegen; vielmehr enthält das DBA CH-DE keine Bestimmung, wie Schulden und Schuldzinsen aus unbeweglichem Vermögen im internationalen Verhältnis zu verteilen sind. Demzufolge ist auch im Rahmen der direkten Bundessteuer eine Verlegung des aus dem schweizerischen Grundstück resultierenden Schuldzinsenüberschusses nach Deutschland und damit ein Abzug vom Nettoertrag des deutschen Grundstückes zulässig. Das vorinstanzliche Urteil erweist sich somit auch bezüglich der direkten Bundessteuer als völkerrechts- und bundesrechtskonform.