Citation: 7B_267/2022 E. 3.6.2

3.6.2. Die Vorinstanz kommt sodann zum Schluss, die Privatklägerin habe den Anweisungen der vier Beschuldigten folgen und namentlich die genannten sexuellen Handlungen vornehmen müssen. Sie sei den Beschuldigen zahlenmässig völlig unterlegen gewesen. Die vorhergehenden körperlichen Misshandlungen, die örtlichen und räumlichen Verhältnisse, in denen keine Hilfe von Dritten zu erwarten gewesen sei, und die massive körperliche Dominanz der Beschuldigten gegenüber der zierlichen Privatklägerin habe es für sie vollkommen aussichtslos gemacht, irgendeinen Widerstand zu leisten. Nur aufgrund dieser Umstände habe die Privatklägerin die Anweisungen der Beschuldigten befolgt. Gemäss ihren glaubhaften Aussagen im Zusammenhang mit der analen Einführung des Dildos habe die Privatklägerin zudem darum gebeten, die Beschwerdeführerin solle dies nicht tun, sie habe geweint und wegen der Schmerzen gesagt, sie mache alles ausser das. Zur Tatbegehung in Mittäterschaft ist dem angefochtenen Urteil zusätzlich zu entnehmen, dass das ursprüngliche Ziel der Abstrafung der Privatklägerin im Laufe des Abends immer wieder durch spontane Aktionen eines Teils oder sämtlicher Mitbeschuldigten fortgesetzt und inhaltlich erweitert worden sei. Den Beschuldigten sei dabei bewusst gewesen, dass ein Entwinden für die Privatklägerin in Anbetracht der personellen Überzahl nicht möglich gewesen sei. Es komme in dieser Situation nicht darauf an, ob einzelne Beschuldigte sich tatsächlich an jeder Tathandlung aktiv beteiligt hätten. Nur schon die Anwesenheit von vier Personen in der Wohnung, die sich als gemeinsam agierende und bezüglich Bösartigkeit aufschaukelnde Gruppe verhalten hätten, habe eine massive Drucksituation für die Privatklägerin erzeugt. Jede der vier Beschuldigten habe dazu beigetragen und einen wesentlichen Tatbeitrag geleistet. Dies stelle gleichzeitig eine konkludente Zustimmung zu allem dar, was die jeweils anderen Personen getan hätten. Ohne diesen Gruppendruck der Beschuldigten hätte die Privatklägerin nicht zu den jeweiligen Handlungen veranlasst werden können. Dies habe, nach dem, was auf der Fahrt zur Wohnung inklusive Zwischenstopps passiert sei, jede der Täterinnen gewusst bzw. in Kauf genommen. Es sei von einem fortlaufend konkludent bekundeten, weiterentwickelten und gemeinsam getragenen Tatentschluss auszugehen. Mit diesen Feststellungen zu den von den Beschuldigten angewandten Nötigungsmitteln geht die Vorinstanz nicht über den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt hinaus und sie nimmt dabei eine hinreichend vertiefte Prüfung vor. Ihr Entscheid steht somit sowohl mit dem Anklagegrundsatz im Allgemeinen als auch mit dem Immutabilitätsprinzip und dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Besonderen im Einklang. Dass sich die Drucksituation aus einer Würdigung der Gesamtumstände ergibt, vermag entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin sodann keine Zweifel an der tatbestandsmässigen Intensität und der Kausalität zu wecken. In den vorinstanzlichen Ausführungen ist keine Bundesrechtsverletzung erkennbar.