Citation: B 89/04 13.09.2005 E. 3

Aus dem Gesagten geht hervor, dass das neue Reglement in seiner Gesamtheit erst im bundesgerichtlichen Verfahren eingereicht wurde. Der Vorinstanz waren die anzuwendenden intertemporalrechtlichen Bestimmungen somit nicht bekannt und sie konnte diese auch nicht aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin in der Duplik vom 16. Juni 2004 ableiten, umso weniger, als darin fälschlicherweise auf den 1. Januar 2000, anstatt auf den 1. Januar 2001 Bezug genommen wurde. Allerdings ist die Abklärung des anwendbaren Rechts dem Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen entsprechend (BGE 130 V 259 ff. Erw. 3.5 und 3.8) und mit Ausnahmen, die hier nicht interessieren, Sache des Richters. Dies war der Vorinstanz bewusst, hat sie doch erkannt, dass es darum ging, welches Reglement anwendbar ist. Deshalb hat sie von der Vorsorgeeinrichtung auch die Einsendung des neuen Reglements verlangt. Sie hat es indessen unterlassen, darauf zu achten, dass das Reglement wirklich nachgereicht wurde. Da eine sorgfältige Rechtsanwendung das Abstellen auf Kurzfassungen von Reglementen einer Vorsorgeeinrichtung nicht zulässt, ist es zur Hauptsache dem kantonalen Gericht anzulasten, dass es unrichtigerweise das neue Reglement in seiner Kurzfassung, welche die Regelung in Ziff. 8.1 Abs. 2 des neuen Reglements nicht enthielt, angewandt hat. Bezeichnenderweise stellen denn auch sowohl die Vorinstanz wie auch die Beschwerdegegnerin nicht in Abrede, dass im vorliegenden Fall das alte Reglement anwendbar ist. Aus dem Gesagten folgt, dass die Invalidenrente der Beschwerdegegnerin in Anwendung des im massgeblichen Zeitpunkt gültigen Reglements auf lediglich 30 % des anrechenbaren Jahreslohnes zu berechnen ist.