Citation: I 644/01 14.06.2002 E. 4

4.- a) Für die Ermittlung des hypothetischen Einkommens ohne Invalidität (Valideneinkommen) stellten Verwaltung und Vorinstanz im Hinblick darauf, dass die Beschwerdeführerin im Jahre 1994 letztmals ein reguläres Einkommen erzielt hat, gestützt auf den Eintrag im individuellen Konto auf ein Jahreseinkommen von Fr. 36'634.- ab, welches sie für 1998 entsprechend der Lohnentwicklung auf Fr. 37'938.- aufindexierten. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde räumt die Versicherte ein, dass keine Anhaltspunkte dafür sprächen, dass sie ein höheres Einkommen hätte realisieren können. Indessen macht sie geltend, da es sich hiebei um ein unterdurchschnittlich tiefes Einkommen handle, müsse diesem Aspekt durch eine Anhebung auf den statistischen Tabellenlohn oder durch Vornahme einer entsprechenden Reduktion beim hypothetischen Invalideneinkommen Rechnung getragen werden. Dazu gilt es allerdings zu bemerken, dass gemäss Eintrag im individuellen Konto das Einkommen 1992 Fr. 40'115.- und im Jahre 1993 Fr. 39'466.- betrug. Angesichts der durchschnittlichen Nominallohnentwicklung bis 1998 (Die Volkswirtschaft 6/1998 und 5/2002, je Tabelle B 10.3; Indexstand 1992: 1969; 1993: 2024; 1998: 2142) ergibt dies im Jahre 1998 Fr. 43'639.- oder Fr. 41'766.-. In der schriftlichen Auskunft vom 13. Juni 2000 gab die Arbeitgeberin den letzten Stundenlohn mit brutto Fr. 17.- an. In Ermangelung präziser Angaben unklar ist dabei, ob darin eine Ferien- und Feiertagsentschädigung und ein Anteil 13. Monatslohn eingeschlossen ist; bezüglich der Lohnentwicklung führte sie aus, der Stundenlohn könne auf keinen Fall mehr betragen, da sie ihre Produkte günstiger verkaufen müsse, während sie vermehrt mit kostspieligen Vorschriften konfrontiert werde. Dies mag auch der Grund sein, weshalb der von der Versicherten erzielte Verdienst gemäss Eintrag im individuellen Konto seit 1992 rückläufig war. Das Valideneinkommen ist in der Regel anhand des zuletzt effektiv verdienten Einkommens zu bestimmen (vgl. Ulrich Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Zürich 1997, S. 205). Ein wegen der geringfügigen Qualifikation deutlich unter den branchenüblichen Ansätzen liegendes Entgelt kann gegebenenfalls im Rahmen des Invalideneinkommens berücksichtigt werden (vgl. ZAK 1989 S. 458 f. Erw. 3b). b) aa) Verwaltung und Vorinstanz haben das trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbare Einkommen (Invalideneinkommen) anhand der Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) festgesetzt und davon einen Abzug von 25 % vorgenommen. Insoweit die Beschwerdeführerin dafür hält, die Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar, ist das unbegründet, da die ihr zumutbaren Tätigkeiten einerseits Gegenstand von Angebot und Nachfrage auf dem ihr offen stehenden, ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind (vgl. BGE 110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b) und die Versicherte anderseits in deren Ausübung nicht derart eingeschränkt ist, dass der allgemeine Arbeitsmarkt die entsprechenden Stellen praktisch nicht kennt oder eine Beschäftigung nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers möglich wäre (ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b und 1989 S. 321 Erw. 4a). Daran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass sie ihm Rahmen ihrer Arbeitslosigkeit keine neue Erwerbstätigkeit hat aufnehmen können. Faktoren wie mangelnde Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten sind zudem infolge ihres invaliditätsfremden Charakters bei der Invaliditätsbemessung ausser Acht zu lassen (BGE 107 V 21 Erw. 2c mit Hinweisen; AHI 1999 S. 238 Erw. 1). Da die Beschwerdeführerin keine Verweisungstätigkeit aufgenommen hat, ist es richtig, auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Gemäss Tabelle A1 der LSE 1998 beträgt der Zentralwert für im privaten Sektor auf Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beschäftigten Frauen monatlich Fr. 3505.- brutto. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 1998 betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.9 Stunden (Die Volkswirtschaft 5/2002, S. 80 Tabelle B 9.2) aufzurechnen; dies ergibt einen Betrag von monatlich Fr. 3671. 48 oder jährlich Fr. 44'057.-. bb) Dieser Tabellenlohn ist etwas höher als das Einkommen, das die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden zuletzt erzielt hat (rund 14 % bei Annahme eines Valideneinkommens von Fr. 37'938.-). Sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass sich eine versicherte Person aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen begnügen wollte, als sie hätte erzielen können (vgl. ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a), und ist weiter anzunehmen, dass sie angesichts ihrer ungenügenden Qualifikation nicht Einkünfte in der Höhe des erhobenen Durchschnittslohnes erreichen könnte, kann - bei einer deutlichen Abweichung - dieser Durchschnittswert gemäss Rechtsprechung (vgl. ZAK 1989 S. 458 Erw. 3b) um den Prozentsatz gekürzt werden, um welchen der vom Versicherten vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte Lohn unter dem durchschnittlich ausgerichteten Lohn lag. Wird nämlich bei der Bestimmung des hypothetischen Einkommens ohne Invalidität auf Lohnangaben einer Arbeitgeberfirma abgestellt, welche die ungenügende Qualifikation eines Angestellten bei der Entlöhnungsfrage anrechnete, was sich in einem deutlich unter den branchenüblichen Ansätzen liegenden Gehalt niederschlug, sollen diese invaliditätsfremden Faktoren auch bei der Festlegung des zumutbaren Invalidenlohnes ausser Acht gelassen werden. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die Invalidenversicherung für die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen nicht aufzukommen hat. Im Rahmen des Einkommensvergleichs sind daher die invaliditätsfremden Gesichtspunkte überhaupt nicht oder dann bei beiden Vergleichsgrössen gleichmässig zu berücksichtigen (ZAK 1989 S. 458 Erw. 3b mit Hinweisen; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 103 f. Erw. 5b). Der ohne Gesundheitsschaden als angelernte Mitarbeiterin in einem Pelzverarbeitungsbetrieb erzielte Jahreslohn (zwischen Fr. 37'938.- und Fr. 43'639.- aufgerechnet auf das Jahr 1998) liegt deutlich über dem Durchschnittseinkommen für Hilfsarbeiterinnen in der Bekleidungs- und Pelzwarenindustrie gemäss LSE 1998 Tabelle A1 Ziff. 18 von Fr. 32'971.- jährlich (bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.9 Stunden), jedoch unter dem Zentralwert sämtlicher Branchen für das Jahr 1998 von Fr. 44'057.-. Daraus kann die Beschwerdeführerin jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten. Selbst wenn man nämlich davon ausgehen wollte, das Valideneinkommen liege qualifikationsbedingt und unfreiwillig unter dem für die Tätigkeit der Beschwerdeführerin in Betracht zu ziehenden Durchschnitt, ergäbe sich auch bei entsprechender Korrektur (sowie allenfalls zusätzlich eines Abzuges vom Tabellenlohn von 25 %; vgl. nachstehend Erw. 4b/cc) kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Denn würde für die Festlegung des Invalideneinkommens ein um 14 % gekürzter Durchschnittslohn angenommen, reduzierte sich das Invalideneinkommen auf Fr. 37'889.- (Fr. 44'057.- x 0.86). Der Invaliditätsgrad betrüge in diesem Fall Null Prozent. cc) Ob zusätzlich ein behinderungsbedingter Abzug vorzunehmen ist, braucht nicht abschliessend beurteilt zu werden. Denn selbst bei Gewährung des nach der Rechtsprechung höchstzulässigen Abzugs von 25 % (BGE 126 V 79 Erw. 5b/aa-cc; bestätigt in AHI 2002 S. 62) - dieser von Verwaltung und Vorinstanz angenommene Abzug erweist sich in Anbetracht der Sachlage als überaus grosszügig -, so resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 28'461.- (Fr. 37'889.- x 0.75). Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 37'938.- resultiert daraus ein Invaliditätsgrad von 24.9 %. Ein Rentenanspruch ist bei diesem klar unter 40 % liegenden Invaliditätsgrad nicht gegeben.