Citation: 4A_544/2022 E. 4.1.2

4.1.2. Die Beschwerdeführerin vermag mit ihren Rügen nicht durchzudringen. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Klage ausgeführt, Zins zu 5 % sei geschuldet ab dem Zeitpunkt des Vertragsrücktritts der Beschwerdeführerin, eventualiter seit dem Zeitpunkt der Rechnungsstellung seitens der Beschwerdegegnerin vom 23. Juli 2018. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern die Dispositionsmaxime verletzt sein soll, wenn die Vorinstanz der Beschwerdegegnerin einen Betrag von Fr. 59'388.90 nebst Zins zu 5 % seit dem 31. Juli 2018 (Dispositivziffer 1) zuspricht. Dass die Vorinstanz den zugesprochenen Zins in E. 11.3 ihres Entscheids als Schadenszins bezeichnet hat, beruht - entgegen der Beschwerdeführerin - auch nicht auf einem redaktionellen Versehen. Zum Schaden gehört nach konstanter Rechtsprechung der Zins vom Zeitpunkt an, in dem das schädigende Ereignis sich finanziell ausgewirkt hat. Er läuft bis zum Tag der Zahlung des Schadenersatzes (BGE 118 II 363). Dieser Schadenszins bezweckt, den Anspruchsberechtigten so zu stellen, wie wenn er für seine Forderung am Tag der unerlaubten Handlung bzw. für deren wirtschaftliche Auswirkungen mit deren Entstehung befriedigt worden wäre (BGE 81 II 512 E. 6). Er setzt im Gegensatz zum Verzugszins weder eine Mahnung des Gläubigers noch den Verzug des Schuldners voraus, erfüllt jedoch denselben Zweck. Er soll den Nachteil ausgleichen, der dadurch entsteht, dass ein Kapital nicht genutzt werden kann (BGE 131 III 12 E. 9.1; 122 III 53 E. 4a/b). Schliesslich verletzt es kein Bundesrecht, dass die Vorinstanz auf einen mittleren Verfalltag abstellte und diesen auf den 31. Juli 2018 festlegte. Die Beschwerdegegnerin macht diesbezüglich zutreffend geltend, auch die Sozialversicherungsbeiträge müssten im Zeitpunkt der Lohnzahlung (d.h. jeweils Ende Monat) zurückgestellt werden.