Citation: 2D_39/2021 E. 4.4

4.4. Gemäss Art. 13 Abs. 1 Prüfungsreglement wird die Prüfungskommission vom Bildungsanbieter in Absprache mit dem Podologen-Verband eingesetzt und besteht aus 3-5 Mitgliedern. Sie fungiert unter anderem als Rekursinstanz. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, handelt es sich bei der Prüfungskommission um keine gerichtliche Behörde. Dies ergibt sich aus den übrigen ihr zugewiesenen Aufgaben (so namentlich Erstellen der Anforderungen für Zwischenprüfungen und das Diplomexamen; Festlegung der Prüfungskriterien bei den beiden praktischen Prüfungen; Genehmigung sämtlicher promotionsrelevanter Prüfungen und der Prüfungsergebnisse) sowie aus dem Umstand, dass gegen ihre Entscheide Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Aargau geführt werden kann (Art. 14 Abs. 3 Prüfungsreglement). Demnach fällt die Prüfungskommission unter Art. 29 Abs. 1 BV. Das Prüfungsreglement sieht für die Prüfungskommission 3-5 Mitglieder vor. Setzt sich eine Behörde aus einer bestimmten Anzahl von Mitgliedern zusammen, so müssen beim Entscheid alle mitwirken, soweit keine abweichende Vorschriften bestehen (vgl. E. 4.1 hiervor). Vorliegend lassen sich dem Prüfungsreglement keine Bestimmungen darüber entnehmen, unter welchen Voraussetzungen die Prüfungskommission beschlussfähig ist oder wie bei Abwesenheiten oder in Ausstandsfällen zu verfahren sei. Es ist weder ein Quorum festgelegt, noch sind Ersatzmitglieder vorgesehen. Mangels abweichender Bestimmungen muss das Prüfungsreglement unter Berücksichtigung rechtsstaatlicher Grundsätze dahingehend ausgelegt werden, dass die Prüfungskommission in vollständiger Besetzung, d.h. mit (mindestens) drei Mitgliedern, hätte entscheiden müssen. Dies war vorliegend nicht der Fall war. Es erscheint naheliegend, dass die Beschlussfähigkeit der Prüfungskommission durch die Abwesenheit des Präsidenten beeinträchtigt war, selbst wenn der Ausstand aus triftigen Gründen erfolgt ist. Zwar hat es das Bundesgericht als (gerade noch) verfassungskonform erachtet, wenn eine Behörde in reduzierter Besetzung entscheidet, sofern der Ersatz eines in Ausstand getretenen Mitglieds nicht möglich ist. Diese Praxis bezieht sich aber in erster Linie auf politische Behörden (Regierungsrat, Gemeinderat), die in der Regel durch Volkswahl bestimmt werden und über keine Ersatzmitglieder verfügen (vgl. Urteil 2C_578/2018 vom 4. Februar 2019 E. 3.1 und 3.3; vgl. auch BGE 127 I 128 E. 4c). Indessen handelt es sich bei der Prüfungskommission um keine politische bzw. durch das Volk gewählte Behörde. Diese wird, wie bereits ausgeführt, vom Bildungsanbieter in Absprache mit dem Podologen-Verband eingesetzt. Es liegen zudem keine Sachverhaltsfeststellungen vor und es ist im Übrigen auch nicht ersichtlich, inwiefern es nicht möglich gewesen wäre, ein Ersatzmitglied zu bestellen. Dieser Mangel ist durch das zuständige Organ zu beheben.