Citation: 5A_373/2018 E. 3.2.5

3.2.5. Nach der Wahrnehmung des Beschwerdeführers vernachlässigt das Obergericht die erheblichen Veränderungen, die sich mit einer Trennung für Eltern und Kinder ergeben. Der Beschwerdeführer argumentiert, dass ihm die kantonalen Instanzen auch losgelöst von einer entsprechenden Parteivereinbarung eine Reduktion seines Arbeitspensums auf 80 % hätten zugestehen müssen, wenn sie die infolge der Trennung veränderten Umstände wirklich stärker gewichten wollten als die während des Zusammenlebens vereinbarte Rollenverteilung. Bei der Trennung einfach auf die bisherige Rollenverteilung abzustellen und ein "übliches" vierzehntägliches Besuchsrecht zu installieren, habe für den persönlichen Kontakt zum betroffenen Elternteil erhebliche Einschnitte zur Folge, die dem Kindeswohl nicht zuträglich seien. Demgegenüber bedeute es für das Kindeswohl einen "erheblichen Mehrwert", wenn das Kind zumindest an einem Tag unter der Woche vom weniger betreuenden Elternteil beaufsichtigt wird, denn damit würden Kontinuität und Stabilität in der Beziehung zum nicht obhutsberechtigten Elternteil gewährleistet. Dass sich der primär erwerbstätige Elternteil auch unter der Woche an der persönlichen Betreuung des Kindes beteiligen können soll, entspreche überdies dem familienpolitischen Ziel der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung. In der Folge beschreibt der Beschwerdeführer, weshalb es auch unabhängig von einer Erwerbstätigkeit der Beschwerdegegnerin im Wohl und im Interesse von C.________ sei, dass er seinen Vater auch unter der Woche und nicht nur alle vierzehn Tage am Wochenende sieht. Sein Sohn und er hätten Anspruch auf ein angemessenes Familienleben mit genügend Zeit, um ihre starke Beziehung zu bewahren und noch weiter auszubauen. Im Sinne des Kindeswohls könne es nicht angehen, dass dieser immer noch bescheidene Kontakt verhindert werde, indem die Beschwerdegegnerin in ihrer Weigerung, wieder eine Arbeit aufzunehmen, geschützt werde. Mit diesen Beanstandungen verkennt der Beschwerdeführer die Voraussetzungen, unter denen das Bundesgericht eine Verletzung von Art. 9 BV bejaht. Denn Willkür im Sinne dieser Vorschrift liegt nach der Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder sogar vorzuziehen wäre. In erster Linie müsste der Beschwerdeführer aufzeigen, weshalb sich der angefochtene Entscheid so, wie ihn die Vorinstanz gefällt hat, auch im Ergebnis als offensichtlich unhaltbar erweist (s. BGE 144 I 28 E. 2.4 S. 31; 140 III 16 E. 2.1 S. 18 f.; 135 V 2 E. 1.3 S. 4 f.). Allein zu behaupten, dass ein zusätzliches wöchentliches Besuchsrecht an einem Wochentag dem Kindeswohl zuträglicher wäre, genügt also nicht. Der Beschwerdeführer äussert sich nicht dazu, weshalb die angefochtene Besuchsrechtsregelung dem Kindeswohl auf geradezu unhaltbare Weise zuwider läuft. Daran ändert auch sein Einwand nichts, die streitige Regelung des persönlichen Verkehrs entspreche "nicht ansatzweise dem Kontakt vor der Trennung". Dass der persönliche Verkehr zum nicht obhutsberechtigten Elternteil im Vergleich zur Zeit des Zusammenlebens der Familie eine Beschränkung erfährt, ist die natürliche Folge einer jeden Trennung. Allein mit dieser Erkenntnis ist keine Willkür darzutun. Immerhin sticht ins Auge, dass die vom Obergericht getroffene Besuchsrechtsregelung für die weitere Zukunft keinerlei Anpassungen vorsieht, obwohl das Kontinuitätsprinzip nicht auf unbestimmte Zeit perpetuiert werden kann (s. E. 3.1). Mit C.________s Eintritt ins Schulobligatorium beginnt für die ganze Familie ein neuer Lebensabschnitt. Das Kind wird von nun an jedenfalls teilweise drittbetreut und bedarf keiner ganztägigen persönlichen Betreuung mehr. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird für den hauptbetreuenden Elternteil damit eine Erwerbsarbeit in einem Pensum von 50 % zumutbar (BGE 144 III 481 E. 4.7.6 S. 497). Der Übertritt des Kindes in die obligatorische Schulzeit stellt gegenüber dem Vorschulalter eine wesentliche und dauerhafte Veränderung der Verhältnisse im Sinne von Art. 179 Abs. 1 ZGB dar (dazu BGE 143 III 617 E. 3.1 S. 619). Es ist dem Beschwerdeführer überlassen, diese veränderten Gegebenheiten zum Anlass für ein Gesuch um Abänderung der Eheschutzmassnahmen zu nehmen.