Citation: 2C_106/2007 24.07.2007 E. 5

Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes führt nicht zwingend dazu, dass die Niederlassungsbewilligung zu widerrufen ist. Vielmehr ist den besonderen Umständen des Einzelfalles angemessen Rechnung zu tragen (BGE 112 Ib 473 E. 4 und 5 S. 477 ff.; erwähntes Urteil 2A.57/2002, E. 4.3, publ. in: Pra 2002 Nr. 165). Der Beschwerdeführer weist vor allem darauf hin, dass er seit bald 15 Jahren in der Schweiz lebt und einer geregelten Arbeit nachgeht. Auch fällt er der öffentlichen Hand derzeit nicht zur Last. Die Vorinstanzen halten dem jedoch zurecht entgegen, dass der Beschwerdeführer zuvor 23 Jahre in seiner Heimat gelebt hat und mit den dortigen Verhältnissen vertraut ist. Das zeigt sich auch darin, dass die Ehe mit der Landsfrau seinen Angaben zufolge nach den Traditionen in seiner Heimat geschlossen wurde: Seine Eltern sollen für ihn die Braut ausgesucht haben, welche er am Hochzeitstag zum ersten Mal sah. Sodann lebt diese mit dem gemeinsamen Kind in Pakistan, ebenso die Eltern des Beschwerdeführers. In den Jahren 1996, 1998 und 1999 wurde der Beschwerdeführer einmal zu 10 Tagen, dann zu 18 Monaten und schliesslich zu 21 Tagen Gefängnis verurteilt. Auch wenn die betreffenden Straftaten schon einige Jahre zurückliegen und der Beschwerdeführer seither nicht mehr strafrechtlich aufgefallen ist, sind sie beim Entscheid über den Widerruf mitzuberücksichtigen. Von den bald 15 Jahren in der Schweiz entfielen fünf auf die Zeit als Asylbewerber, wobei er sein Gesuch unter Angabe einer falschen Identität und Nationalität gestellt hatte. Nachdem sein Asylgesuch letztinstanzlich abgewiesen worden war und er auszureisen hatte, hielt er sich knapp ein Jahr unerlaubt in der Schweiz auf. Rund weitere drei Jahre fallen in die Zeit seit dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung durch das Migrationsamt. Inwiefern der Beschwerdeführer neben seiner Arbeit in der Schweiz gut integriert sein soll, legt er mit keinem Wort dar, obwohl ihn insoweit die Darlegungslast trifft, da es sich um Umstände handelt, über die er am besten Bescheid weiss (vgl. BGE 124 II 361 E. 2b S. 365). Schliesslich konnte er sich aufgrund der hiervor beschriebenen Verhältnisse (siehe oben E. 4) vor Ablauf der Fünfjahresfrist nach Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG nur noch auf eine formell bestehende Ehe berufen. Bei korrektem Verhalten (Bekanntgabe des Zustands der Ehe mit der Schweizer Bürgerin) musste er demnach damit rechnen, dass ihm im Jahre 2003 die Niederlassungsbewilligung nicht erteilt und möglicherweise auch seine damalige Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert worden wäre (vgl. E. 2 hiervor). Wie der Regierungsrat zutreffend bemerkt, wurde das gemeinsame Scheidungsbegehren im Übrigen noch vor Ablauf des fünften Ehejahres eingereicht. Insgesamt erweist sich daher der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als verhältnismässig.