Citation: 2A.524/2001 26.02.2002 E. 2

2.- Entgegen ihren Ausführungen erleidet die Beschwerdeführerin durch die beanstandete Beschränkung der Akteneinsicht keinen solchen Nachteil, weshalb auf ihre Eingabe unabhängig davon nicht einzutreten ist, ob ein anfechtbarer Hoheitsakt vorliegt und die Beschwerde rechtzeitig erfolgt ist (Art. 106 Abs. 1 OG): a) aa) Die Frage, wieweit es mit Art. 26 ff. VwVG vereinbar erscheint, dass ihr nicht in den ganzen Aktenbestand der Bank Y.________, sondern nur in die vom Gutachter kopierten und seinem Bericht beigelegten Unterlagen Einblick gegeben wird, kann dem Bundesgericht ohne weiteres noch im Anschluss an den Endentscheid unterbreitet werden. Soweit ein allfälliger prozessualer Mangel in jenem Verfahren nicht geheilt werden könnte, müsste ein für die Beschwerdeführerin nachteiliger Entscheid aufgehoben und die Sache zur Gewährung der Akteneinsicht und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen werden. Abgesehen von der damit verbundenen Verfahrensverzögerung ist kein Nachteil ersichtlich, der sich durch dieses Vorgehen nicht nachträglich beheben liesse. Ein solcher liegt insbesondere auch nicht darin, dass die ausseramtliche Konkursverwalterin inzwischen offenbar eine Klage gegen die Beschwerdeführerin plant. Die Haftungsfrage bildet nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens; in diesem geht es lediglich darum, aufsichtsrechtlich abzuklären, ob die Beschwerdeführerin ihren gesetzlichen Sorgfaltspflichten als Bankenrevisorin nachgekommen ist. Die Gefahr, dass Akten ohne die beantragte sofortige Einsichtnahme verschwinden könnten, wie die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang weiter einwendet, erscheint gering, nachdem die ausseramtliche Konkursverwalterin mit deren sorgfältigen Aufbewahrung betraut ist, der Experte sowie offenbar auch die Strafverfolgungsbehörden darin bereits Einblick genommen haben und das Verfahren bei der EBK im Übrigen nunmehr auch schon seit über drei Jahren hängig ist. bb) Eine selbständige Anfechtungsmöglichkeit des Entscheids über den relevanten Aktenbestand drängt sich vorliegend umso weniger auf, als eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts letztlich nur zusammen mit dem Sachentscheid abschliessend wird beurteilt werden können. Vor dessen Erlass steht nicht fest, ob und wieweit die Bankenkommission auf Aktenstücke zurückgreifen wird, zu denen die Beschwerdeführerin keinen Zugang hatte, aufgrund ihrer Relevanz für den Endentscheid aber hätte haben müssen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst das Recht, Einsicht in alle Akten zu nehmen, die geeignet sind, Grundlage des späteren Entscheids zu bilden (vgl. BGE 121 I 225 E. 2a S. 227, mit Hinweisen). Das Einsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche beweiserheblichen Unterlagen, die zum betreffenden Verfahren gehören, d.h. in diesem erstellt oder beigezogen werden. Die Einsicht ist in jene Akten zu gewähren, die den Entscheid in der Sache mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit beeinflussen können. Die Bankenkommission wird sich diese Grundsätze bei ihrer Entscheidfindung vor Augen halten und berücksichtigen müssen, dass der von ihr eingesetzte Experte sämtliche Akten der Bank Y.________ konsultieren konnte, obwohl sich die entsprechenden Unterlagen bereits damals in der Obhut der ausseramtlichen Konkursverwalterin B.________ befanden. Je nach Inhalt und Schwerpunkt des Endentscheids wird der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben sein, sich davon zu überzeugen, dass der Gutachter tatsächlich alle relevanten Unterlagen erhoben und nicht gewisse entscheidwesentliche Dokumente übersehen hat. b) Nach Art. 97 Abs. 2 OG ist einer mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde anfechtbaren Verfügung das "unrechtmässige" Verweigern einer solchen gleichgesetzt. Nachdem der Beschwerdeführerin durch das Vorgehen der Bankenkommission kein nicht wiedergutzumachender Nachteil drohte, hatte sie kein schutzwürdiges Interesse am Erlass einer entsprechenden Zwischenverfügung und fehlt ihr ein solches heute auch, um diesbezüglich eine Rechtsverweigerung geltend zu machen; auf ihre Eingabe ist deshalb auch insofern nicht einzutreten (vgl. Art. 103 lit. a OG).