Citation: 2C_108/2018 E. 3.3

3.3. Seit dem 1. Oktober 2016 entscheiden grundsätzlich die Strafgerichte über die Landesverweisung von straffällig gewordenen ausländischen Personen (Art. 66a StGB in Verbindung mit Art. 63 Abs. 3 AuG). Entsprechend sieht Art. 63 Abs. 3 AuG vor, dass ein Widerruf unzulässig ist, der nur damit begründet wird, dass ein Delikt begangen wurde, für das ein Strafgericht bereits eine Strafe oder Massnahme verhängt, jedoch von einer Landesverweisung abgesehen hat. Die Migrationsbehörden können weiterhin den Widerruf einer Bewilligung wegen Straffälligkeit verfügen, wenn das hierzu Anlass gebende Strafurteil vor dem 1. Oktober 2016 ergangen ist (vgl. Urteil 2C_169/2017 vom 6. November 2017 E. 3.1). Vorliegend wurden die Straftaten, die den im vorinstanzlichen Urteil erwähnten Verurteilungen zugrunde lagen, vor dem 1. Oktober 2016 begangen; ebenso ergingen die verschiedenen Strafbefehle und Urteile vor diesem Datum. Soweit der Beschwerdeführer den Grundsatz von Treu und Glauben und das Willkürverbot im Sinne von Art. 9 BV in Verbindung mit Art. 63 Abs. 3 AuG als verletzt erachtet, mit der Begründung, die Migrationsbehörde habe seine Niederlassungsbewilligung widerrufen, obwohl das Strafgericht von einer Landesverweisung explizit abgesehen habe, ist diese Rüge offensichtlich unbegründet, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist.