Citation: 1B_10/2022 E. 3.2

3.2. Der Gesuchsteller war nach seiner eigenen Darstellung während der 30-tägigen Beschwerdefrist immerhin während 21 Tagen zu 50 % arbeitsfähig, und dies insbesondere am Anfang der Frist, als ihm das Urteil fristauslösend zugestellt wurde, und die letzten neun Tage vor deren Ablauf. Die Fristwahrung gehört zu den Kernaufgaben rechtsanwaltlicher Tätigkeit, die der Gesuchsteller auch bei reduzierter Arbeitsfähigkeit und (im Übrigen nicht näher ausgeführten) pandemiebedingten Erschwernissen der Kanzleiführung hätte gewährleisten müssen. Es kann damit nach der dargestellten Praxis keine Rede davon sein, dass der Gesuchsteller die Frist unverschuldet versäumte. Dies umso weniger, als die Erarbeitung der von ihm verspätet eingereichten Beschwerde keinen besonderen Aufwand erforderte.