Citation: 8C_658/2022 E. 10.2.5

10.2.5. In einem nicht zu vertretenden, das Willkürverbot verletzenden Verhältnis dazu steht die Festsetzung des Invalideneinkommens gemäss angefochtenem Urteil. Ungeachtet des 2018 in der Stiftung C.________ laut Haushaltsabklärungsbericht vom 9. Dezember 2020 tatsächlich verdienten Jahreslohnes von Fr. 10'702.- gingen nicht nur die IV-Stelle, sondern auch das kantonale Gericht bei der Bemessung des Invaliditätsgrades für das Jahr 2020 noch von einem trotz der erheblichen Gesundheitsstörungen zumutbaren Erwerbseinkommen von mehr als Fr. 23'600.- aus. Zwar stützten sie sich dabei - wie praxisgemäss üblich (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.2 mit Hinweisen) - auf die durchschnittlichen Jahreseinkommen des tiefsten Kompetenzniveaus 1 der Tabelle TA1 gemäss der vom Bundesamt für Statistik (BFS) alle zwei Jahre durchgeführten Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE). Den zahllosen, nicht vorhersehbaren krankheitsbedingten Ausfallstunden zwischen 162 im Jahre 2017 und 136 im Jahre 2019 suchten die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin durch Berücksichtigung eines leidensbedingten Tabellenlohnabzuges von 15% Rechnung zu tragen. Im Ergebnis übersteigt jedoch das dergestalt ermittelte Invalideneinkommen von gut Fr. 23'600.- den tatsächlich in der Stiftung C.________ durch zumutbare Verwertung der Restleistungsfähigkeit erzielten Lohn nach den letzten Angaben aus dem Jahre 2018 um mehr als das Doppelte. Das von der IV-Stelle und vom kantonalen Gericht angerechnete Invalideneinkommen steht demnach in einem offensichtlichen, das Willkürverbot verletzenden Missverhältnis zum tatsächlich erzielten, mutmasslich auch ab 2019 viel tieferen Einkommen in der Stiftung C.________.