Citation: 6S.173/2003 05.12.2003 E. 4

4.1 Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde auch durch eine bedingt vollziehbare Strafe von weiteren Delikten abgehalten. Der Richter hat somit eine Prognose über das zukünftige Verhalten des Täters zu stellen. Dabei steht ihm ein erhebliches Ermessen zu, wobei die Gründe im Urteil so wiedergegeben sein müssen, dass sich die richtige Anwendung des Bundesrechts überprüfen lässt (BGE 117 IV 112 E. 3b). Das Bundesgericht hebt einen Entscheid auf, wenn die Vorinstanz von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder wenn sie wesentliche Faktoren in Verletzung ihres Ermessens falsch gewichtet, vernachlässigt oder ganz ausser Acht gelassen hat (BGE 118 IV 97 E. 2b; 123 IV 107 E. 4a). Bei der Prüfung, ob der Betroffene Gewähr für ein dauerndes Wohlverhalten bietet, sind alle wesentlichen Umstände in ihrer Gesamtheit und nicht bloss isoliert voneinander zu würdigen. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen (BGE 118 IV 97 E. 2b). Um ein vollständiges Bild der Täterpersönlichkeit zu erhalten, sind unter anderem die strafrechtliche Vorbelastung, die Sozialisationsbiographie und das Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen sowie mögliche Hinweise auf Suchtgefährdungen zu untersuchen. Massgebend sind insoweit die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides (eingehend Roland M. Schneider, Basler Kommentar StGB, Basel usw. 2003, Art. 41 N. 67 ff. mit zahlreichen Hinweisen). 4.2 Die Vorinstanz führt aus, der bedingte Strafvollzug sei hier zwar formell möglich, doch könne er dem Beschwerdeführer angesichts der schlechten Prognose nicht gewährt werden. Das erneute einschlägige Delinquieren innerhalb von drei Jahren sei ein gewichtiges Indiz dafür, dass das erste Urteil keine genügende abschreckende Wirkung entfaltet habe. Der Beschwerdeführer habe beim Nachtessen erheblich Alkohol getrunken, obschon er darum gewusst habe, mit dem Auto unterwegs zu sein und nach dem Essen an seinen Wohnort oder in die Region Zürich fahren zu müssen. Indem er später mit dem sehr hohen Blutalkoholgehalt von 1,58 Promille mit seinem Personenwagen in Zürich gefahren sei, habe er leichtfertig und aus nichtigem Anlass heraus eine hohe abstrakte Gefahr für Leben und Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer geschaffen. Diese Bedenken- und Gewissenlosigkeit und die darin zum Ausdruck kommende Charakterschwäche seien ein weiteres Indiz für eine schlechte Prognose. Die ungünstigen Momente würden durch den absolvierten Kursbesuch, die berufliche und soziale Integration, die Belastung durch den Führerausweisentzug und das Strafverfahren sowie das Wohlverhalten seit der Tat nicht neutralisiert. Das gelte umso weniger, als dem Beschwerdeführer erleichterte Vollzugsformen wie Halbgefangenschaft und gemeinnützige Arbeit offen stünden (angefochtenes Urteil, S. 15 ff.). Das angefochtene Urteil verletzt kein Bundesrecht. Die Vorinstanz hat die wesentlichen Gesichtspunkte angemessen berücksichtigt und überzeugend gewertet. Eine Ermessensverletzung liegt nicht vor. Es kann hier im Wesentlichen auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG). Die einschlägige Vorstrafe und der anderweitig getrübte automobilistische Leumund, das erneute Fahren in erheblich angetrunkenem Zustand weniger als drei Jahre nach einem ähnlichen Vorfall, die Tatumstände und die sich darin spiegelnde Gewissenlosigkeit und Charakterschwäche, die deutlichen Hinweise auf eine Suchtgefährdung durch Alkohol und die mit Ausnahme der Kursbesuche für alkoholgefährdete Fahrzeuglenker nicht feststellbaren Bemühungen, diese Gefahr aktiv zu bekämpfen und die Problematik in den Griff zu bekommen, vermögen trotz positiver Faktoren die Bedenken gegenüber einem künftigen Wohlverhalten nicht zu beseitigen. Es ist einzuräumen, dass die Verneinung einer positiven Prognose vergleichsweise streng erscheinen mag. Entscheidend ist jedoch, dass der Beschwerdeführer unbeeindruckt von der Vorstrafe nicht lange nach Ablauf der minimalen Probezeit erneut, schwerwiegend und in sehr ähnlicher Weise wie zuvor gegen zentrale Regeln zum Schutze anderer Verkehrsteilnehmer verstiess. Indem der Beschwerdeführer die Vorstrafe als "sehr geringfügig" bezeichnet, bagatellisiert er sie. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, spricht dies gegen eine ernsthaft empfundene Reue und Einsicht und damit gegen eine günstige Prognose (angefochtenes Urteil, S. 9 f.). Abgesehen davon steht es dem Beschwerdeführer offen, die Strafe durch gemeinnützige Arbeit oder in Halbgefangenschaft zu vollziehen, was die Belastung im Beruf deutlich mindern würde. Unter diesen Umständen kommt dem Wohlverhalten des Beschwerdeführers seit der Tat und dem Kursbesuch unter dem Gesichtspunkt der Prognose keine entscheidende Bedeutung zu.