Citation: 7B_146/2023 E. 3.3

3.3. Liegt bereits ein Urteil in der Sache vor, so hat die beschuldigte Person, welche die Strafbarkeit bestreitet, das Strafmass als überhöht kritisiert oder wie vorliegend die Anordnung einer Massnahme als verfehlt erachtet, darzulegen, inwiefern das Strafurteil klarerweise fehlerhaft erscheint bzw. inwiefern eine entsprechende Korrektur im Berufungsverfahren mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Soweit bereits eine Urteilsbegründung vorliegt, haben sich die Parteien des Haftprüfungsverfahrens auch mit den betreffenden Erwägungen des Sachrichters auseinanderzusetzen (siehe Urteil 1B_540/2022 vom 17. November 2022 E. 5.4.1 mit zahlreichen Hinweisen). Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt hat sich in seinem Berufungsurteil vom 28. Januar 2022, auf welches im angefochtenen Entscheid verwiesen wird, eingehend mit den unterschiedlichen Gutachten und Diagnosen betreffend den Beschwerdeführer auseinandergesetzt. Dabei ist es zum Schluss gelangt, dass kein Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose einer undifferenzierten Schizophrenie episodisch remittierend bestehe. Selbst wenn jedoch nicht von einer Schizophrenie ausgegangen werden könnte, wäre eine Persönlichkeitsstörung bei (unbestrittenem) schwerwiegendem Substanzmittelmissbrauch anzunehmen und läge damit ohnehin eine schwere psychische Störung im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB vor. Mit diesen ausführlichen Erwägungen des Sachgerichts setzt sich der Beschwerdeführer in keiner Weise auseinander, und es ist nicht ersichtlich, dass der Berufungsentscheid "klarerweise fehlerhaft" wäre. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz demnach keineswegs lediglich den Austrittsbericht der PDAG berücksichtigt, sondern durfte gestützt auf das zweitinstanzliche Sachurteil davon ausgehen, dass ernsthaft mit einer längerfristigen Massnahme zu rechnen ist. Eine weitergehende Prüfung des Berufungsurteils obliegt nicht dem Haftgericht, sondern wird im Rahmen des bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens 6B_675/2022 vorzunehmen sein.