Citation: 5A_729/2020 E. 9.2

9.2. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vermehrt Willkür vor, doch gelingt es ihr nicht, offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung aufzuzeigen. Entgegen ihrer Auffassung ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz auf diverse eingereichte Belege aus den Jahren 2017 und 2018 mit der Begründung nicht abstellte, diese seien älteren Datums und vermögen die finanzielle Situation im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung, d.h. über ein Jahr später, nicht darzustellen. Bei der Beurteilung des Armenrechtsgesuchs ist die finanzielle Situation der gesuchstellenden Partei im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung zu beurteilen (BGE 135 I 221 E. 5.1 S. 223; Urteil 5A_456/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 5.1.1 in fine mit Hinweisen). Aus demselben Grund ist es auch nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz in der Bedarfsrechnung der Beschwerdeführerin - im Gegensatz zu jener des Beschwerdegegners - keine Reisekosten für Besuche bei der Tochter berücksichtigte, zumal aufgrund des momentanen Verbleibs der Tochter in der Türkei noch keine solchen Auslagen anfallen. Welche eingereichten Aktenstücke ihre Mittellosigkeit konkret belegen sollen, unterlässt die Beschwerdeführerin aufzuzeigen. Ist sie ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen - insbesondere nachdem ihr dies bereits für das Armenrecht in erster Instanz zum Verhängnis geworden war (vgl. Urteil 5A_949/2018 vom 4. Februar 2019 E. 4.1) -, so hält die Abweisung ihres Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege im Berufungsverfahren vor Bundesrecht stand.