Citation: 6B_128/2013 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, einzig die angebliche Geldnot von F.________ weise auf schwierige Verhältnisse in deren Heimatland hin. Der Anklageschrift lasse sich auch kein Machtmissbrauch über die Geschädigte oder die Ausnützung einer besonderen Hilfslosigkeit entnehmen. Aus den Aussagen der Geschädigten könne nicht auf Geldnot geschlossen werden. Sie habe erklärt, sie habe viele Goldsachen auch im Pfandhaus. Sie habe sie aber nicht auslösen können, weil sie kein Geld hatte. Die Vorinstanz hält fest, daraus könne nicht eine schwierige wirtschaftliche Situation abgeleitet werden, welche die Geschädigte gezwungen hätte, sich mit dem Beschwerdegegner einzulassen. Sie habe gewusst, dass sie in der Schweiz als Prostituierte arbeiten würde. Insofern liege keine Täuschung vor. Sie sei zudem darüber im Bilde gewesen, dass sie - vereinbarungsgemäss - die [recte: ihre] Hälfte des Erlöses dem Beschwerdegegner abgeben müsse, weil dieser die Reisekosten vorgeschossen habe. Auch in dieser Hinsicht liege keine Täuschung vor. Die Geschädigte sei zunächst damit einverstanden gewesen, dass der Beschwerdegegner alle Einnahmen behalten habe, bis die Reisekosten abbezahlt waren: "Er sagte mir, dass wir auf 50-50-Basis arbeiten werden, wenn ich diese Kosten abgearbeitet habe. Ich habe diese Summe abgearbeitet, aber meine Hälfte habe ich danach trotzdem nicht gesehen." (kantonale Akten act. 16/3 S. 15). Dass der Beschwerdegegner dies von Anfang an so geplant habe, könne zwangslos angenommen werden, entspreche es doch dem üblichen Vorgehen bei allen Frauen, die er für sich habe arbeiten lassen. Indes genüge nicht jede geringfügige Täuschung, um Menschenhandel anzunehmen. Ferner sei das Selbstbestimmungsrecht der Geschädigten durch die Täuschung nicht aufgehoben worden, da es nur bezüglich der Abgabe des Geldes in der zweiten Phase (nach Rückzahlung der Reisekosten) eingeschränkt war. Der nachgewiesene Sachverhalt erfülle den Tatbestand des Menschenhandels nicht (Urteil S. 94 ff. E. 4.2.3).