Citation: 5A_801/2018 E. 10.1

10.1. Weiter geht es um die ehrverletzenden Äusserungen der Beschwerdeführerin in der verlinkten Online-Publikation, wonach der Beschwerdegegner 2 mehrfach wegen antisemitischen Äusserungen vorbestraft und ein Antisemit sei. Das Obergericht hat dazu erwogen, die Äusserung, der Beschwerdegegner 2 sei ein Antisemit, stimme inhaltlich mit der Äusserung auf der Facebook-Seite der Beschwerdeführerin überein, der Beschwerdegegner 2 sei ein Mensch mit einer antisemitischen Haltung. Diesbezüglich könne somit ohne Weiteres auf die vorangehende Erwägung verwiesen werden (E. 11c/bb S. 31 f. des angefochtenen Entscheids). Mit Bezug auf die Äusserung, der Beschwerdegegner 2 sei mehrfach wegen antisemitischen Äusserungen vorbestraft, hat das Obergericht festgestellt, die Aussage "mehrfach vorbestraft" sei tatsachenwidrig, da der Beschwerdegegner 2 einmalig wegen Rassendiskriminierung verurteilt worden sei. Dass das Wort "mehrfach" in der Online-Publikation seit dem 13. September 2016 nicht mehr erscheine, ändere am ehrverletzenden Charakter nichts (E. 11d/aa S. 32). Für den Beschwerdegegner 2 bestehe kein Anspruch auf Löschung des Links. Es bleibe indessen im verlinkten Artikel die unzutreffende - inzwischen korrigierte - ehrverletzende Äusserung, der Beschwerdegegner 2 sei "mehrfach" wegen antisemitischen Äusserungen vorbestraft. Dieser widerrechtlichen Persönlichkeitsverletzung sei gemäss dem Antrag des Beschwerdegegners 2 in der Anschlussberufung durch eine entsprechende Feststellung im Urteilsdispositiv zu begegnen (E. 11e S. 37 des angefochtenen Entscheids). Da die Verurteilung aus dem Jahr 2000 inzwischen im Strafregister gelöscht wurde, hat sich weiter die Frage gestellt, ob die Beschwerdeführerin diese Verurteilung in der öffentlichen Diskussion thematisieren durfte. Während das Bezirksgericht die Frage verneint hat (E. 11d/bb S. 32 f.), ist das Obergericht zum gegenteiligen Ergebnis gelangt (E. 11d/cc S. 33 ff.). Wer sich in der Öffentlichkeit verhalte wie der Beschwerdegegner 2, könne sich nicht unter Berufung auf das Recht auf Rehabilitierung oder Resozialisierung gegen die Erwähnung der Vorstrafe durch Dritte zur Wehr setzen. Demzufolge habe die Beschwerdeführerin im Rahmen der Auseinandersetzung um die Zulassung des Beschwerdegegners 2 und des Beschwerdegegners 1 zur Veganmania 2015 den Hinweis auf die Vorstrafe aus dem Jahr 2000 anbringen dürfen, auch wenn die Verurteilung vergleichsweise weit zurückliege und im Strafregister inzwischen gelöscht sei (E. 11d/cc/ccc/bbbb S. 37 des angefochtenen Entscheids).