Citation: 1B_453/2018 E. 4.7

4.7. Was die Beschwerdeführerin darüber hinaus einwendet, lässt den hinreichenden Tatverdacht der fahrlässig oder vorsätzlich unterlassenen GwG-Verdachtsmeldung ebenfalls nicht dahinfallen. Sie bestreitet die oben (E. 4.5) dargelegten konkreten Verdachtsgründe nicht, sondern macht geltend, die Vorinstanz habe "falsche Anforderungen an den hinreichenden Tatverdacht gestellt". Ein blosser Anfangsverdacht oder gar "irgendein vager Verdacht" genüge für Zwangsmassnahmen nicht. Indem die Vorinstanz die im März 2012 erfolgte Strafanzeige wegen Urkundenfälschung als klar verspätet bezeichne, verstosse sie zudem in eklatanter Weise gegen die strafprozessuale Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV). Die Frage, ob (und falls ja in welchen Fällen) ein sogenannter Anfangsverdacht, der zumindest die Eröffnung einer Strafuntersuchung bzw. erste Untersuchungshandlungen rechtfertigt, auch als Voraussetzung für strafprozessuale Zwangsmassnahmen genügen könnte, kann hier offenbleiben. Die Vorinstanz hat zutreffend erwogen, dass für eine Entsiegelung und Durchsuchung von Aufzeichnungen im vorliegenden Verwaltungsstrafverfahren grundsätzlich ein hinreichender Tatverdacht im Sinne von Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO vorliegen muss. Begriffliche Abgrenzungen zum "Anfangsverdacht" (im Sinne von Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO) oder zum dringenden Tatverdacht (vgl. Art. 221 Abs. 1 oder Art. 269 Abs. 1 lit. a StPO) sind hier nicht zu treffen. Bei der Prüfung der vorliegenden Verdachtsgründe hat die Beschwerdekammer keinen bundesrechtswidrigen (zu tiefen) Massstab an den Nachweis des hinreichenden Tatverdachtes gelegt. Sie benennt erhebliche und konkrete Verdachtsgründe für eine vorsätzliche oder fahrlässige Verletzung der Meldepflicht nach GwG, und sie bejaht das Bestehen eines hinreichenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen. Damit entspricht der von ihr herangezogene Verdachtsmassstab im Ergebnis auch der oben dargelegten einschlägigen Rechtsprechung des Bundesgerichtes zu Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO (vgl. BGE 141 IV 87 E. 1.3.1 S. 90; 137 IV 122 E. 3.2 S. 126). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin liegt in der Bejahung eines hinreichenden vorläufigen Tatverdachtes (als gesetzliche Voraussetzung für beweissichernde Zwangsmassnahmen im Untersuchungsverfahren) auch keine Verletzung der strafprozessualen Unschuldsvermutung.