Citation: 1C_347/2021 E. 3.1

3.1. Im Hinblick auf die Baubewilligungspflicht hat das Verwaltungsgericht erwogen, es sei unbestritten, dass der Containerplatz den vorgeschriebenen Strassenabstand von 4,5 m gemäss Art. 157 Abs. 2 Ziff. 3 BauG unterschreite. Bei der betroffenen kommunalen Strasse könne der Gemeinderat gemäss Art. 28 Abs. 3 Ziff. 3 des kantonalen Gesetzes vom 24. April 1966 über den Bau und Unterhalt der Strassen (StrG; NG 622.1) den baugesetzlich massgeblichen Strassenabstand herabsetzen, wenn die Verkehrssicherheit und die Verkehrsentwicklung nicht beeinträchtigt würden. Auch Art. 157 Abs. 3 BauG sehe vor, dass der Gemeinderat unter diesen Voraussetzungen den Mindestabstand herabsetzen oder aufheben könne. Im Übrigen lasse Art. 69 Abs. 4 StrG neue sichtbehindernde Einfriedungen entlang von öffentlichen Strassen ohne Bewilligung der Strassenaufsichtsbehörde bis zur Höhe von 1,20 m zu; an unübersichtlichen Strassenstellen sowie an Kreuzungen und Einmündungen betrage diese Höhe maximal 80 cm. Unter Berücksichtigung von Art. 28 und 69 StrG sei der Containerplatz aufgrund seiner Lage am Strassenrand auf eine Ausnahme zur Unterschreitung des Strassenabstands angewiesen. Deshalb sei er baubewilligungspflichtig. Tieferrangiges kantonales und kommunales Recht, wonach der Containerplatz als kleine Nebenanlage bzw. Einfriedung bewilligungsfrei sei, könne demgegenüber nicht zum Zug kommen.