Citation: I 26/02 09.08.2002 E. 2.3

Dieser Einwendung kann, wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, nicht gefolgt werden. Entgegen der Auffassung des Versicherten lässt sich dem Gutachten des Servizio X.________ nicht entnehmen, dass er auf dem freien Arbeitsmarkt überhaupt nicht mehr arbeiten oder einem Arbeitgeber nicht mehr zugemutet werden könnte. In der Expertise wird zwar eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert, jedoch für selbstständig auszuführende Arbeiten, wie sie von einem diplomierten Mechaniker verlangt werden. Hilfsarbeiten - welche unter Aufsicht eines Vorgesetzten ausgeführt werden - sind ihm dagegen weiterhin zu 50 % möglich. Das Erfordernis einer darüberhinausgehenden therapeutischen Begleitung am Arbeitsplatz lässt sich dem Gutachten nicht entnehmen. Auf dessen Angaben und nicht auf die anderslautende Beurteilung durch die Eingliederungsstätte Y.________ ist abzustellen. Denn es ist primär Aufgabe des Arztes anzugeben, inwiefern der Versicherte in seinen körperlichen und geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist, wogegen die berufliche Abklärungsstelle zu sagen hat, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der ärztlichen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten des Versicherten in Frage kommen (vgl. BGE 107 V 20 Erw. 2b). Zwar haben die Ärzte des Spital B.________ - wo der Versicherte auf Veranlassung des Hausarztes verschiedentlich untersucht wurde - eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Sie stellten von einem Tag auf den andern sich ändernde Beschwerden fest, verbunden mit entsprechenden Stimmungsschwankungen (Bericht vom 25. Juni 1997). Ausgeprägte Schwankungen des körperlichen Befindens und Zustandsverschlechterungen würden den Patienten zwingen, Tätigkeiten jeweils für mehrere Tage zu unterbrechen oder die gesteckten Ziele zu verwerfen. Solche Leistungsunterschiede und die zu erwartenden mehrtägigen Absenzen machten ihn für jeden Arbeitgeber unzumutbar. Sie empfahlen bis auf Weiteres die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente, da damit die Unsicherheit und der zunehmende Druck seitens der Familie vermindert werden könnten (Berichte vom 9. Juni 1998 und 28. Juli 1999). Daraus erhellt, dass sich die Ärzte des Spital B.________ letztlich zum Invaliditätsgrad - welcher nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu ermitteln ist - und nicht zur aus medizinischer Sicht zumutbaren Arbeitsfähigkeit geäussert haben. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit erscheint indessen bereits deshalb nicht nachvollziehbar, weil dem Versicherten im Rahmen der beruflichen Abklärung in der Eingliederungsstätte Y.________ immerhin eine Leistungsfähigkeit von zwischen 15 % und 50 % attestiert wurde (Bericht vom 25. September 2000). Ohne sich zur abweichenden Beurteilung zu äussern, führten die Ärzte des Spitals B.________ im Bericht vom 4. Dezember 2001 unter Hinweis auf eine eingetretene Chronifizierung weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit an. Daran hält Dr. Z.________ in der auf Ersuchen des Rechtsvertreters des Versicherten ergangenen Stellungnahme vom 8. Januar 2002 fest. Mit dem Hinweis, dass ihm eine eingehende Auseinandersetzung in der kurzen zur Verfügung gestandenen Zeit nicht möglich war, führt der Arzt unter anderem aus, der Versicherte sei in der freien Wirtschaft zu 100 % arbeitsunfähig und könne lediglich noch in einer geschützten Werkstätte zur Tagesstrukturierung beschäftigt werden. Diese im Hinblick auf den ablehnenden vorinstanzlichen Entscheid ergangene Meinungsäusserung vermag die auf fundierten Abklärungen beruhende, in Kenntnis der Vorakten ergangene einleuchtende Schlussfolgerung der Gutachter des Servizio X.________ nicht in Zweifel zu ziehen.