Citation: U 191/99 24.01.2001 E. 4

4.- a) Die im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit relevanten Diagnosen lauten gemäss MEDAS-Gutachten wie folgt: "Sehr wahrscheinlich posttraumatische Neuropathie des N. digitalis plantaris communis II links bei Zustand nach ge- schlossener, nicht-dislozierter Fraktur an der Basis des Metatarsale III links am 31.03.1994. Chronifiziertes Lumbovertebralsyndrom bei - Fehlstatik/Fehlbelastung infolge posttraumatischer Neuro- pathie am linken Fuss - Adipositas; 174 cm/96 kg - radiologisch Osteochondrosen und Spondylosen L3/4 und L4/5 - Residuen nach thorakalem Morbus Scheuermann Anhaltende somatoforme Schmerzstörung - Tendenz zur Aggravation" aa) Aus dieser Diagnostik geht klar hervor, dass die im linken Fuss praktizierte Fehlbelastung der Wirbelsäule für das chronifizierte Lumbovertebralsyndrom mitursächlich ist. Der unfallbedingte Gesundheitsschaden im linken Fuss bildet mit anderen Worten eine (mittelbare) Teilursache für das vorbestandene Rückenleiden. Zwischen beiden gesundheitlichen Beeinträchtigungen besteht ein natürlicher Kausalzusammenhang, obschon die Rückenbeschwerden wohl überwiegend auf vorbestandenen (degenerativen) Krankheitsursachen beruhen (vgl. Erw. 2b/aa hievor). Da es sich beim Rückenleiden um eine organische Gesundheitsschädigung handelt, gilt der medizinisch ausgewiesene, natürliche Kausalzusammenhang gleichzeitig auch als adäquat (Erw. 2b/bb hievor). Eine Kürzung des Rentenanspruches zufolge bloss teilweiser Unfallkausalität des Rückenleidens fällt gemäss Art. 36 Abs. 2 Satz 2 UVG ausser Betracht, weil der vorbestandene Rückenschaden ausweislich der Akten vor dem Unfall vom 31. März 1994 zu keiner erheblichen Erwerbsunfähigkeit geführt hat (vgl. Erw. 2c/bb hievor). Die "Winterthur" haftet demzufolge für die invalidisierenden Auswirkungen des Unfalles auch insoweit voll, als die verminderte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf seinem chronifizierten Lumbovertebralsyndrom beruht. bb) Anders verhält es sich hinsichtlich der psychogenen Gesundheitsstörung (anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei Tendenz zu Aggravation). Das Unfallereignis vom 31. März 1994 ist als leicht einzustufen und es mangelt ihm an der erforderlichen objektiven Schwere, um die danach eingetretene psychische Fehlentwicklung sowie die darauf zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit als adäquate Unfallfolge erscheinen zu lassen. Soweit das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers durch dieses Leiden beeinträchtigt ist, hat die "Winterthur" dafür demnach nicht einzustehen. b) Zur noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äussern sich die MEDAS-Gutachter folgendermassen: "Die bis anhin ausgeübte Tätigkeit als Maurer und Gartenar- beiter ist dem Versicherten nicht mehr zumutbar (Arbeits- fähigkeit 0 %). Limitierend sind rheumatologische und neu- rologische Befunde. In einer leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit, ohne Positionsmonotonien im Stehen und Gehen und ohne repetiti- ves Heben und Tragen von Gewichten über 10-15 kg ist der Versicherte zu 75 % der Norm arbeitsfähig. Limitierend sind die psychischen Befunde." Aus diesen Angaben erhellt, dass das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in einer wechselbelastenden, leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit ohne repetitives Heben und Tragen von Gewichten über 10-15 kg lediglich durch seine psychische Gesundheitsstörung beeinträchtigt ist. Da die "Winterthur" für die psychischen Unfallfolgen nicht haftet, ist in unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht von einer uneingeschränkten Restarbeitsfähigkeit in einer geeigneten Verweisungstätigkeit auszugehen.