Citation: 8C_528/2013 E. 4.3

4.3. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass das Bestätigungsschreiben vom 20. August 2010 nicht nur entsprechend der damaligen Rechtslage, sondern auch in Bezug auf die damalige Situation abgegeben wurde. In jenem Zeitpunkt hatte die Behörde mit Blick auf die lückenlose Beitragszeit vor Eintritt der tatsächlichen Arbeitslosigkeit (auf den 1. August 2010) noch keine Anhaltspunkte dafür, dass fehlende Beitragszeiten die Anspruchsberechtigung künftig in Frage stellen könnten. Es war auch nicht absehbar, dass der Versicherte die am 1. September 2010 angetretene Stelle bereits im November 2010 wieder verlieren würde und sich in der Folge eine neuerliche Arbeitslosigkeit einstellen würde. Die Verwaltung hatte deshalb entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers weder Anlass, über alle Eventualitäten nach Inkrafttreten der neuen AVIG-Bestimmungen zu informieren, noch konnte sich ihre Antwort mangels Vorhersehbarkeit auf die künftige Beschäftigungssituation des Versicherten beziehen. Zwischen der vertrauensbildenden Auskunft vom 20. August 2010 und dem Eintritt der Arbeitslosigkeit vom 1. September 2012 liegen über zwei Jahre. Ob behördlicherseits anfangs 2011 wiederholt zugesichert worden war, dass ein Verzicht (auf Taggelder) immer ein "Pluspunkt" sei, kann dahingestellt bleiben (bezüglich mündlicher Zusicherungen und Auskünfte: vgl. Urteil 8F_6/2013 vom 25. Juni 2013 E. 2 mit Hinweisen). So oder anders durfte er sich nicht für längere Zeit auf die unveränderte Gültigkeit der im August 2010 abgegebenen (und allenfalls anfangs 2011 mündlich wiederholten) Zusicherung verlassen. Immerhin wurde bereits am 1. Dezember 2010 eine neue Rahmenfrist für den Leistungsbezug eröffnet. Damit wurde die Ausgangslage ein erstes Mal verändert. Unvorhersehbar war im August 2010 auch der Zeitpunkt der neuen Anstellung (1. April 2011) und der Arbeitslosigkeit (1. September 2012). Letzter Anlass in dieser Ereigniskette, um sich nach den aktuellen Voraussetzungen zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung in einer Folgerahmenfrist zu erkundigen, bot die Kündigung des Arbeitsverhältnisses vom 30. Mai 2012 durch die I.________ AG auf den 31. August 2012. Da sich die Auskunft vom 20. August 2010 nicht auf diese Entwicklung, sondern auf die damaligen Verhältnisse bezog, fehlt bereits die erste Voraussetzung für eine erfolgreiche Berufung auf den Vertrauensschutz (E. 2.2 hiervor). Es erübrigen sich deshalb Weiterungen zur Frage, ob die letztinstanzlich erstmals vorgebrachte, nicht belegte Behauptung, der letzte Arbeitgeber hätte ihn noch einen weiteren Monat beschäftigt, wenn der Versicherte gewusst hätte, dass er einen zusätzlichen Beitragsmonat hätte vorweisen müssen, um Anspruch auf 400 Taggelder zu haben, rechtzeitig ins Verfahren eingebracht wurde.