Citation: 4A_281/2017 E. 3

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe in ihrer Klageantwortentgegen der Vorinstanz die Schlussrechnung als Ganzes überhaupt nicht bestritten, auch nicht pauschal. Sie habe nämlich in Rz. 43 f. der Klageantwort ausgeführt, dass lediglich die Abrechnungssumme im Betrag von Fr. 97'121.45 nicht gerechtfertigt und somit ein Betrag von Fr. 380'766.55 abrechnungsberechtigt sei. Zudem habe sie in der Duplik unter den Rz. 20 und 122 dargelegt, dass sie " im gesamten Umfang der im Grundsatz anerkannten Restwerklohnforderung von CHF 25'241.33 (exkl. MwSt) von ihrem Rückbehaltungsrecht i.S.v. Art. 82 OR Gebrauch" mache. Damit habe sie deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie lediglich die Abrechnungssumme im Betrag von 101'931.45 nicht anerkenne. Schliesslich sei zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin nie geltend gemacht habe, die von ihr geleisteten Akontozahlungen von Fr. 345'316.10 überschritten den geschuldeten Werklohn und sie habe folglich zu viel bezahlt. Das gesamte Verhalten der Beschwerdegegnerin zeige somit, dass sie lediglich die explizit bestrittenen 23 Positionen nicht anerkenne. Dazu hielt bereits die Vorinstanz fest, von einer generellen Anerkennung bzw. fehlenden Bestreitung hinsichtlich der nicht im Einzelnen bestrittenen Positionen könne nicht ausgegangen werden, wie sich aus dem Rechtsbegehren - dem Hauptantrag auf Klageabweisung - ergebe. Daran ändere auch nichts, dass die Beschwerdegegnerin Akontozahlungen von total Fr. 345'316.10 geleistet habe. Auch im Umfang dieses bereits bezahlten Betrages könne die Schlussrechnung der Beschwerdeführerin nicht als anerkannt und unbestritten gelten. Dieser Auffassung der Vorinstanz ist ohne weiteres zu folgen. Die von der Beschwerdeführerin zitierten Formulierungen in Klageantwort und Duplik erfolgten im Rahmen der Eventualbegründung.