Citation: 6B_1442/2021 E. 2.5.1

2.5.1. Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz unter Berücksichtigung des neu vorliegenden Selbstanzeige-Schreibens und der neuen Zeugenaussagen von C.________ willkürfrei zum Schluss gelangt, der angeklagte Sachverhalt sei erstellt. Davon ist auszugehen. Das Selbstanzeige-Schreiben und die neuen Zeugenaussagen sind zwar gemäss dem vorliegend nicht zu überprüfenden Revisionsentscheid als neue Tatsachen im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen. Sie machen aber nur einen Teil der umfangreichen Beweismittel in diesem Fall aus. Dazu gehören nicht nur die unterschiedlichen Depositionen von C.________, sondern auch zahlreiche andere Beweismittel wie unter anderem auch die Aussagen des Beschwerdeführers selbst. Die Vorinstanz hat eine Gesamtwürdigung aller vorhandenen Beweismittel vorzunehmen. Dieser Aufgabe kommt sie nach, ohne dabei in Willkür zu verfallen. Sie nimmt eine umfassende und sorgfältige Beweiswürdigung vor. Willkürfrei gelangt sie zum Schluss, das neu im Recht liegende Selbstanzeige-Schreiben und die neuen Zeugenaussagen vermöchten ihre Überzeugung, der angeklagte Sachverhalt habe sich verwirklicht, nicht zu entkräften. Sie würdigt die Aussagen und das Aussageverhalten von C.________ ausführlich und begründet überzeugend, weshalb sie auf dessen tatnäheren Aussagen abstellt. Dabei berücksichtigt sie das freundschaftliche, kollegiale Verhältnis zwischen den an der Tat vom 16. Mai 2015 Beteiligten und erkennt zutreffend, dass ausser dem Zeugen C.________ alle darum bemüht waren, weder sich selbst noch die anderen mehr als nötig zu belasten. Dessen im Vergleich zu den übrigen Beteiligten umfassendere Aussagen werden alsdann überzeugend dadurch erklärt, dass er als einziger am Tatort verhaftet und gleichentags befragt werden konnte, während die ersten Befragungen der übrigen Beteiligten Wochen, zum Teil sogar Monate, später stattfanden, was diesen viel Zeit zur Abstimmung ihrer Aussagen liess. Die Vorinstanz führt weiter aus, der Zeuge C.________ habe die Beteiligung des Beschwerdeführers in verschiedenen Aussagen glaubhaft geschildert. Demgegenüber seien seine neuen Zeugenaussagen im vorinstanzlichen Verfahren widersprüchlich, unzutreffend und nicht glaubhaft, und er sage auch zum Zustandekommen des Selbstanzeige-Schreibens nicht die volle Wahrheit. Es ist nachvollziehbar, wenn die Vorinstanz angesichts dieser Umstände davon ausgeht, diese neueren, über fünf Jahre nach dem Delikt getätigten Depositionen seien nicht glaubhafter als die damaligen, in diversen (Konfrontations-) Einvernahmen getätigten und bestätigten Aussagen, deren Glaubhaftigkeit bereits im ersten Verfahren zentrales Prozessthema gewesen war. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers bleiben auch die späteren Einvernahmen des Zeugen C.________ nach Oktober 2015 nicht unberücksichtigt. Die Vorinstanz hat sich bereits in ihrem Urteil vom 10. April 2018 ausführlich mit den Aussagen des Zeugen C.________ nach Oktober 2015 auseinandergesetzt und bezieht diese erneut in ihre Beweiswürdigung mit ein. Sie geht auch im hier angefochtenen Urteil davon aus, dass der Zeuge C.________ in seinen späteren Aussagen die Teilnahme des Beschwerdeführers nicht massgeblich relativiert habe. Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Vorinstanz im ersten Urteil vom 10. April 2018 willkürfrei und ohne Verletzung der Unschuldsvermutung zum Schluss gelangt war, die aktive Teilnahme des Beschwerdeführers an der Schlägerei sei basierend auf den vorhandenen Beweismitteln, insbesondere auch auf den unterschiedlichen Aussagen des Zeugen C.________, erstellt gewesen (Urteil 6B_658/2018 vom 19. Dezember 2019 E. 3, insbesondere E. 3.2). Mit dieser Frage setzt sich das Bundesgericht nicht erneut auseinander. Zu überprüfen ist vorliegend ausschliesslich, ob die Vorinstanz die neuen Tatsachen willkürfrei in ihre Beweiswürdigung im Wiederaufnahmeverfahren mit einbezogen hat. Dies ist nach dem Dargelegten zu bejahen.