Citation: 1C_172/2022 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz führt dazu aus, der Grenzabstand gegenüber dem Grundstück Nr. 1458 werde durch die Zurückversetzung des projektierten Obergeschosses offenkundig nicht weiter unterschritten bzw. die Aufstockung führe diesbezüglich nicht zu einer stärkeren Abweichung vom geltenden Recht. Auch der im Jahr 1959 mit einer Ausnahmebewilligung auf 4,75 m festgelegte Gebäudeabstand zwischen den Häusern an der U.________strasse xxx und yyy werde nicht weiter unterschritten bzw. die Aufstockung führe zu keinem weitergehenden Verstoss gegen den damals bestimmten Gebäudeabstand. Zudem dürfe in diesem Zusammenhang die Tatsache berücksichtigt werden, dass das Nachbargebäude an der U.________strasse yyy stärker zur bestehenden Unterschreitung des Gebäudeabstands beitrage als das Gebäude auf dem Baugrundstück (U.________strasse xxx); Ersteres stehe etwas näher an der Grenze der beiden Grundstücke, obwohl es - im Gegensatz zum Einfamilienhaus an der U.________strasse xxx - heute grundsätzlich sogar den grossen Gebäudeabstand von 9 m (vgl. § 38 BO Cham) einzuhalten hätte bzw. diesen um mehrere Meter unterschreite. Weil nach der hier anzuwendenden kantonalen Regelung von § 11 aV PBG/ZG i.V.m. § 10 Abs. 1 aV PBG/ZG auch weiterhin eine Reduktion des Gebäudeabstands durch Vereinbarung von Näherbaurechten zulässig sei, bedürfe es entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführenden keiner Übergangsbestimmung in der BO Cham für altrechtliche Bauten, die zu nahe an die Grenze gebaut worden seien. Dem Gebäudeabstand komme keine eigenständige Bedeutung zu. Weder das kantonale Recht noch die kommunale Bauordnung würden einen bestimmten minimalen Gebäudeabstand vorschreiben. Vielmehr ergebe sich einzig aus dem kantonalen Recht, dass der Gebäudeabstand der Summe der Grenzabstände entspreche. Werde der Grenzabstand auf der einen Seite der Grenze reduziert, reduziere sich in der Folge auch automatisch der Gebäudeabstand.