Citation: 5A_28/2020 E. 3.3.2

3.3.2. In einem weiteren Teil ihres Schriftsatzes kreist die Beschwerdeführerin um den Vorwurf, der Beschwerdegegner habe C.________ während eineinhalb Jahren, bewusst und in einer das Kindeswohl gefährdenden Weise isoliert. Das Kantonsgericht verstricke sich in einen unauflöslichen Widerspruch, wenn es einerseits feststelle, dass der Beschwerdegegner das Kind während rund eineinhalb Jahren alleine betreute, und anderseits gestützt auf die Aussagen von Dr. med. J.________ von Defiziten in der sozialen und sprachlichen Entwicklung des Kindes ausgehe. Indem sie unterschlage, dass sich der Beschwerdegegner während der eineinhalbjährigen Isolation nicht um eine familienergänzende Kinderbetreuung bemühte, stelle die Vorinstanz den Sachverhalt falsch dar. Die Beschwerdeführerin insistiert, dass der Beschwerdegegner eine solche Betreuung ohne äusseren Druck nicht zugelassen hätte, und bestreitet vehement, die überbesorgte Haltung des Beschwerdegegners und keine bösen Absichten als Grund für die Einschränkung der sozialen Kontakte angeführt zu haben. Auch mit der blossen Vermutung, dass C.________ die Krippe regelmässig besuchte, verletze die Vorinstanz den Untersuchungsgrundsatz. Gerade die Auseinandersetzungen mit den Kindertagesstätten in W.________ und V.________ würden belegen, dass nicht einfach von regelmässigen Besuchen ausgegangen werden kann, sondern mindestens Berichte bei den betreuenden Kinderkrippen und/oder bei C.________s Beistand hätten eingeholt werden müssen. Auch die diversen Vorbehalte, Spezialwünsche und Auseinandersetzungen des Beschwerdegegners mit den Besuchsbegleitern würden zeigen, dass dem Beschwerdegegner "vieles zuzumuten ist". Auch diese Vorbringen laufen ins Leere. Wie ihre ausführlichen Erwägungen bezeugen, übersieht die Vorinstanz keineswegs, dass der Beschwerdegegner eine familienergänzende Betreuung für C.________ nicht von sich aus, sondern erst auf dringenden Rat von Fachleuten organisierte, nachdem er seine Tochter während rund 18 Monaten allein betreute. Mit hinreichender Deutlichkeit lässt der angefochtene Entscheid auch erkennen, dass das Kantonsgericht C.________s Entwicklungsdefizite auf ihre ungenügende soziale Integration zurückführt. Inwiefern sich die Vorinstanz dabei in Widersprüche verstrickt, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen und auch nicht ersichtlich. Soweit die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner unterstellt, die Tochter (infolge psychischer Krankheit oder aus böswilliger Absicht) bewusst isoliert zu haben, versteigt sie sich abermals zu unbelegten Mutmassungen. Mit dem vorinstanzlichen Hinweis auf die Einschätzung von Dr. med. G.________, wonach eine Pausierung mit den Krippenbesuchen wegen C.________s wiederholten viralen Infekten vorübergehend gerechtfertigt gewesen sei, setzt sie sich nicht auseinander. Soweit die Beschwerdeführerin die Regelmässigkeit der (aktuellen) Krippenbesuche in Frage stellt, begründet sie ihre Verdächtigungen einfach mit Vorkommnissen aus der Vergangenheit. Inwiefern es für die Beurteilung der Erziehungsfähigkeit des Beschwerdegegners überhaupt entscheidend darauf ankommt, wie regelmässig C.________ die Kinderkrippe K.________ besuchte, mag die Beschwerdeführerin nicht erklären. Ohnehin lässt sich die Regelmässigkeit, mit der ein Kind eine Tagesstätte besuchen kann, kaum absolut verstehen, können einer strikten Frequentierung getreu dem Buchstaben der getroffenen Abmachungen doch immer wieder verschiedenste Umstände gesundheitlicher, organisatorischer oder familiärer Natur in die Quere kommen.