Citation: C 65/00 10.11.2000 E. 3

3.- a) Die Vorinstanz hat im Wesentlichen erwogen, der Beschwerdegegner sei nach einem sechsjährigen Auslandaufenthalt in die Schweiz zurückgekehrt, habe sich unmittelbar nach der Rückkehr auf dem Arbeitsmarkt umgesehen, sich - nach erfolgloser Stellensuche - am 30. November 1997 zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung ab 10. November 1997 angemeldet und eine Vollzeitstelle gesucht. Neben einer Stelle im erlernten Beruf als Maurer habe er sich auch um eine Anstellung als Cheminéebauer, Lagerbuchhalter oder Hilfsarbeiter bemüht. In Würdigung der gesamten Umstände kam das kantonale Gericht zum Schluss, es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Versicherte dauernd in die Schweiz zurückkehren wollte und sich erst - nachdem es ihm nicht gelungen war, hier eine Anstellung zu finden - aufgrund eines Stellenangebots aus den USA entschlossen habe, wieder dorthin zu gehen. Der Absicht, sich tatsächlich definitiv wieder in der Schweiz niederzulassen, widerspreche insbesondere nicht, dass der Beschwerdegegner seine Ehefrau und seinen Sohn in den USA zurückgelassen habe, um vorerst in der Schweiz allein nach einer geeigneten Stellung und Wohnung zu suchen. Es sei daher die Bereitschaft des Versicherten zur Annahme einer Dauerstelle und damit die Vermittlungsfähigkeit in der Zeit seines Aufenthaltes in der Schweiz vom 10. November bis 26. Dezember 1997 zu bejahen, wobei die Verwaltung die weiteren Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung noch zu prüfen haben werde. b) Dieser Auffassung ist beizupflichten. Was das Staatssekretariat für Wirtschaft hiegegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Mit den grösstenteils bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorgebrachten relevanten Einwendungen hat sich das kantonale Gericht schlüssig auseinandergesetzt. Aufgrund der prospektiven Beurteilung kann die Vermittlungsfähigkeit insbesondere nicht damit verneint werden, dass der Beschwerdegegner dem Arbeitsmarkt nur für rund zwei Monate zur Verfügung gestanden habe. Vielmehr ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass sich aus den Akten keine genügenden Hinweise dafür ergeben, dass der Versicherte im massgebenden Zeitpunkt nicht bereit und in der Lage gewesen wäre, zumutbare Arbeit in Form einer Dauerstelle anzunehmen. Die Rechtsprechung zur Vermittlungsfähigkeit von Personen, die dem Arbeitsmarkt wegen anderweitiger Dispositionen nur für kurze Zeit zur Verfügung stehen, ist daher für den konkreten Fall nicht massgebend. Was die vom seco ebenfalls kritisierte Vermittlungsbereitschaft anbelangt, ist ihm insofern Recht zu geben, dass nach der Rechtsprechung fortdauernd ungenügende Bemühungen um eine neue Stelle ein wesentlicher Hinweis darauf sein können, dass die versicherte Person während einer bestimmten Zeitspanne überhaupt nicht gewillt gewesen ist, ihre Arbeitskraft anzubieten, was einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ausschliessen würde (BGE 112 V 218 Erw. 1b; ARV 1996/97 Nr. 19 S. 98, Nr. 8 S. 31 Erw. 3 mit Hinweisen). Dies darf aber nicht ohne weiteres aufgrund der blossen Tatsache unzureichender Stellensuche allein gefolgert werden. Auch dürftige Bemühungen um eine neue Arbeit sind in der Regel nur Ausdruck unzureichender Erfüllung der gesetzlichen Schadenminderungspflicht und nicht die Folge davon, dass die versicherte Person in der fraglichen Zeit eine neue Anstellung gar nicht finden wollte. Für die Annahme fehlender Vermittlungsbereitschaft aufgrund ungenügender Stellensuche bedarf es besonders qualifizierter Umstände. Solche sind etwa gegeben, wenn sich eine versicherte Person trotz Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG über längere Zeit hinweg nicht um ein neues Arbeitsverhältnis bemüht. Sind aber immerhin gewisse Anstrengungen der versicherten Person festzustellen, kann grundsätzlich nicht auf fehlende Vermittlungsbereitschaft erkannt werden, es sei denn, dass trotz des äusseren Scheins nachweislich keine Absicht zur Wiederaufnahme einer Arbeitnehmertätigkeit bestanden hat (Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], S. 87 f. Rz 219 mit Hinweisen). Entsprechende Anhaltspunkte sind, selbst wenn die Arbeitsbemühungen des Beschwerdegegners als ungenügend qualifiziert werden müssten, vorliegend mit der Vorinstanz zu verneinen. Die übrigen Vorbringen des seco betreffen nicht die Frage der Vermittlungsfähigkeit und sind somit, wie eingangs erwähnt, nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.