Citation: 1C_221/2023 E. 4.4.1

4.4.1. Im Zeitpunkt der Errichtung des fraglichen Wegrechts waren die umliegenden Grundstücke noch unüberbaut und der Lochmühleweg führte lediglich bis zur südöstlichen Grenze der belasteten Parzelle Nr. 4428. Dies spricht jedoch - entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden - bei objektiver Betrachtung nicht für die Errichtung eines reinen Fusswegrechts. Kurz nach der Begründung des öffentlichen Wegrechts wurde nämlich das an die Parzelle der Beschwerdeführenden angrenzende, im Eigentum der Gemeinde stehende Grundstück Nr. 598 parzelliert und verkauft, womit u.a. die heutige Parzelle Nr. 4529 entstand. Zeitgleich wurde der Lochmühleweg von der Gemeinde auf eigene Kosten in seiner heutigen Form erstellt: Er wurde bis zur Grenze der damaligen Parzelle Nr. 596 (heute: Parzellen Nrn. 7280 und 7281) verlängert und auf der gesamten Strecke asphaltiert, und zwar auch auf dem mit der Dienstbarkeit belasteten Teil des Grundstücks der Beschwerdeführenden; die (mehrere Meter breite) Strassenparzelle Nr. 4520 wurde abparzelliert. Im gleichen Zeitraum wurden sowohl auf dem Grundstück der Beschwerdeführenden als auch auf dem Nachbargrundstück Nr. 4529 Wohnhäuser erstellt, welche über den Lochmühleweg erschlossen sind. Diese Umstände sprechen dafür, dass die dienstbarkeitsberechtigte Gemeinde mit der Errichtung des öffentlichen Wegrechts die strassenmässige Erschliessung der Grundstücke am Ende des Lochmühlewegs (Nrn. 7281 und 4529) sicherstellen wollte. Dieser Zweck liegt auf der Hand, auch wenn - wie die Beschwerdeführenden geltend machen - in den 1960er Jahren noch keine Garagen bewilligt wurden. Bei dieser Interessenlage durfte die Vorinstanz vom Vorliegen eines öffentlichen Fuss- und Fahrwegrechts ausgehen. Dies deckt sich im Ergebnis mit der Auffassung des (mittlerweile teilrechtskräftigen) zivilgerichtlichen Urteils vom 24. März 2023 (Rz. 32.3.11), welches das fragliche öffentliche Wegrecht ebenfalls als Fuss- und Fahrwegrecht betrachtete. Bei objektiver Betrachtung diente der Ausbau und die Asphaltierung des Lochmühlewegs auch der dienstbarkeitsbelasteten Parzelle. Dies könnte erklären, weshalb die Dienstbarkeit vom Rechtsvorgänger der Beschwerdeführenden kostenlos eingeräumt wurde.