Citation: U 395/01 06.05.2002 E. 5

5.- a) Da es um Versicherungsleistungen geht, sind gemäss Art. 134 OG keine Gerichtskosten zu erheben. Entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Verfahrens steht der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung zu (Art. 135 OG in Verbindung mit Art. 159 Abs. 2 OG). Diese setzt sich zusammen aus der Entschädigung für die anwaltlichen Bemühungen (Fr. 2500.-) und der Abgeltung der Gutachterkosten, soweit diese als notwendig zu gelten haben (Art. 159 Abs. 2 OG; BGE 115 V 62; RKUV 2000 Nr. U 362 S. 44 Erw. 3b in fine), was im folgenden zu prüfen ist. b) Die Beschwerdeführerin verlangt, die SUVA habe ihr die Kosten des Privatgutachtens der Frau Dr. med. S._______ vom 17. April 2001 im Betrag von Fr. 9500.- (38 Stunden à Fr. 250.-) zu bezahlen. Das kantonale Gericht erachtete eine Reduzierung des Gutachterhonorars auf Fr. 3000.- (12 Stunden à Fr. 250.-) als angemessen. aa) Weder SUVA noch Vorinstanz sahen trotz offensichtlicher Mangelhaftigkeit des Gutachtens des Dr. med. H.________ vom 11. Dezember 2000 Anlass für weitere Abklärungen. Erst das eingeholte Parteigutachten hat entscheidend zur Klärung des Sachverhalts beigetragen, was eine abschliessende Beweiswürdigung erlaubte. Die Privatexpertise ist hier als objektiv notwendiges Beweismittel zu bezeichnen. Damit ist eine Entschädigung von der Gegenpartei grundsätzlich geschuldet. bb) Es bleibt über das Massliche zu befinden. Der UV-Arzttarif ist auf den privaten Auftrag nicht anwendbar. Nach allgemeinen auftragsrechtlichen Grundsätzen hat bei Fehlen einer Vereinbarung oder Verkehrssitte gemäss Art. 394 Abs. 3 OR die Vergütung den geleisteten Diensten zu entsprechen, ihnen objektiv angemessen zu sein. Nach welchen Gesichtspunkten sie im Übrigen zu ermitteln und was bei ihrer Bemessung berücksichtigt werden darf, entscheidet sich nicht allgemein, sondern nach den Umständen des Einzelfalles, namentlich nach der Art und Dauer des Auftrages, der übernommenen Verantwortung sowie der beruflichen Tätigkeit und Stellung des Beauftragten (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 323 mit Hinweisen). In Anlehnung an Art. 161 OG (Moderationsverfahren) können bei der Festsetzung des Honorars die Schwierigkeiten und die Wichtigkeit der Streitsache, der Umfang der Arbeitsleistung und der Zeitaufwand berücksichtigt werden, insbesondere spezielle Anstrengungen, die der Klient vom Beauftragten verlangen durfte (BGE 93 I 124 Erw. 6b, 88 I 110; nicht veröffentlichtes Urteil E. vom 1. Februar 1999 Erw. 7, U 5/97). Im Lichte dieser Grundsätze fällt die volle Abgeltung des von Frau Dr. med. S.________ in Rechnung gestellten Honorars von Fr. 9500.- ausser Betracht. Damit wird die Wichtigkeit der Sache, eine gewisse zeitliche Dringlichkeit - im Hinblick auf die einzureichende Beschwerde beim kantonalen Gericht - sowie die Notwendigkeit einer umfassenden und fundierten Begutachtung, was insbesondere die Befragung der Versicherten (Aufwand 5 Stunden) erforderlich machte, nicht verkannt. Aber 38 Stunden Arbeitsaufwand können nicht akzeptiert werden, zumal die einzelnen Bemühungen sonst nicht näher substantiiert und quantifiziert werden. Insbesondere kann die Beschaffung medizinischer Unterlagen zur Suizidologie nicht voll vergütet werden, weil vom Experten die spezifischen Fachkenntnisse, die zur Begutachtung erforderlich sind, als gegeben vorausgesetzt werden. In Würdigung aller Umstände sowie unter Berücksichtigung des aus der Expertise hervorgehenden Aufwands erscheint der Betrag von Fr. 5000.- (20 Stunden à Fr. 250.-) zur Abgeltung der Gutachterkosten als angemessen.