Citation: 4A_404/2018 E. 3.4.3

3.4.3. Selbst wenn mit dem Beschwerdeführer von einem Insichgeschäft ausgegangen würde, wäre weiter zu prüfen, ob die Gefahr einer Benachteiligung nach der Natur des Geschäftes nicht ausgeschlossen war und deshalb ein Insichgeschäft ohnehin zulässig wäre (vgl. hiervor E. 3.4.1). Der Beschwerdeführer sieht einen Interessenkonflikt darin begründet, dass der Willensvollstrecker überhaupt Mäklerverträge mit der Beschwerdegegnerin abgeschlossen hat. Wie dargelegt (vgl. hiervor E. 3.3.2) war der Willensvollstrecker aber befugt, die Leistungen eines Mäklers in Anspruch zu nehmen. Im Übrigen beanstandet der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde die Konditionen der abgeschlossenen Mäklerverträge nicht. Er ficht insbesondere die Feststellung der Vorinstanz nicht an, wonach die vereinbarte Provision von 1.5 % an der untersten Grenze dessen liege, was im Liegenschaftshandel üblich sei (vgl. hiervor E. 3.1.2). Es ist auch nicht ersichtlich, dass die Feststellung der Vorinstanz nicht zutreffen sollte. Im Liegenschaftenhandel gilt an zahlreichen Orten eine Provision um 2 % des effektiv erzielten Kaufpreises als ortsüblich, mit Tendenz zur Reduktion bei grösseren Geschäften (CATERINA AMMANN, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht, 6. Aufl. 2015, N. 4 zu Art. 414 OR). Beim Immobilienmäklergeschäft haben der Auftraggeber und die Mäklerin ein gleichgerichtetes Interesse an einem möglichst hohen Verkaufspreis, jedenfalls dann wenn eine Provision in Form eines prozentualen Anteils am Verkaufspreis vereinbart ist. Ein Interessenkonflikt ist zu verneinen, wenn - wie vorliegend - das Kontrahieren mit einem Drittmäkler zu gleichen Konditionen zulässig gewesen wäre. Die Vorinstanz hielt daher zutreffend fest, wenn der Willensvollstrecker grundsätzlich befugt gewesen sei, die Dienstleistungen eines Liegenschaftsmäklers in Anspruch zu nehmen, habe er auch auf die Beschwerdegegnerin zurückgreifen dürfen.