Citation: 1C_9/2024 E. 3.1

3.1. Das Verwaltungsgericht erwog, unmittelbare Rechtsgrundlage für einen Entschädigungsanspruch des Eigentümers wegen übermässiger, aber unvermeidlicher Immissionen aus Bauarbeiten gegenüber dem Gemeinwesen seien nicht die Art. 684 i.V.m. Art. 679 und 679a ZGB, sondern das kantonale Enteignungsrecht. § 1 des Zürcher Gesetzes betreffend die Abtretung von Privatrechten vom 30. November 1879 (AbtrG/ZH; LS 781) verpflichte die Grundeigentümer, ihr Eigentum sowie andere dingliche Rechte dauernd oder zeitweilig abzutreten, wenn das öffentliche Wohl es verlange. Zu den "anderen Rechten", die Gegenstand der Enteignung bilden könnten, gehörten nach langjähriger Praxis auch die nachbarrechtlichen Abwehransprüche i.S.v. Art. 684 und Art. 679 ZGB. Für die Enteignung der nachbarrechtlichen Abwehransprüche sei gemäss § 11 AbtrG volle Entschädigung zu leisten. Voraussetzung des Entschädigungsanspruchs sei, in analoger Anwendung der im Zivilrecht geltenden Bedingungen, dass die Einwirkungen ihrer Art, Stärke und Dauer nach übermässig bzw. aussergewöhnlich seien und zu einer beträchtlichen Schädigung des Nachbarn führten.