Citation: 2C_80/2023 E. 5.4

5.4. Die Vorinstanz erwägt, mit Blick auf die restriktive Auslegung von Ausnahmen der Sonntagsarbeit vermöge offensichtlich nicht die gesamte Murtenseeregion den Ortsbegriff nach Art. Art. 25 Abs. 2 ArGV2 zu erfüllen. Ebenfalls erscheine das gesamte Gemeindegebiet Murten als zu weiträumig, habe sich dieses doch durch diverse Gemeindefusionen über das Gebiet der ursprünglichen Ortschaft Murten hinaus erheblich vergrössert. Die Vorinstanz stellt somit auf das Zentrum des touristischen Angebots und der touristischen Infrastruktur ab (angefochtener Entscheid E. 4.3.1). Sie erwägt dazu, die Hauptattraktionen des Fremdenverkehrsgebietes Murten seien die Altstadt mit der Ringmauer und das Seeufer. Es erstrecke sich südlich bis zu den Bahngleisen einschliesslich Bahnhofsareal, da gerade Tagestouristen mit dem öffentlichen Verkehrs anreisten und in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden seien. Westliche Begrenzung sei das Strandbad Murten, östliche Begrenzung Strandbad Muntelier (angefochtener Entscheid E. 4.3.2). Dass die Verkaufsstelle U.________ an einem Hauptverkehrsknotenpunkt liege, lasse sie nicht zum Bestandteil des Tourismusortes werden. Ein touristisches Angebot gebe es dort nicht. Mit ihrer Lage einen Kilometer vom Strandbad Muntelier und 2.3 Kilometer von der Altstadt entfernt, befinde sich die Verkaufsstelle U.________ nicht im bezeichneten Fremdenverkehrsgebiet (angefochtener Entscheid E. 4.3.3).