Citation: 1P.407/2005 08.11.2005 E. A

Mit Strafmandat vom 9. März 2004 verurteilte der Kreispräsident Chur X.________ wegen Verletzung von Verkehrsvorschriften gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 1 und 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG zu einer Busse von 200 Franken. Er hielt für erwiesen, dass sie am 23. Dezember 2003 mit ihrem Personenwagen in Chur die Grabenstrasse in Richtung Obertor befuhr und dabei, als zwei vor ihr fahrende Fahrzeuge verkehrsbedingt anhalten mussten, ihr Fahrzeug nicht rechtzeitig zum Stillstand bringen konnte und auf den Wagen vor ihr aufprallte. Dadurch habe sie ihre Pflicht verletzt, innerhalb der überblickbaren Strecke anhalten zu können und müsse sich ausserdem den Vorwurf der Nichtbeherrschung des Fahrzeugs gefallen lassen. X.________ erhob Einsprache gegen dieses Strafmandat, worauf sie vom Bezirksgerichtsausschuss Plessur am 4. November 2004 freigesprochen wurde. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden erhob gegen dieses Urteil Berufung mit dem Antrag, X.________ sei im Sinne des Strafmandates schuldig zu sprechen, eventuell sei im Sinne von Art. 100 Ziff. 1 Abs. 2 SVG von einer Strafe Umgang zu nehmen. Der Kantonsgerichtsausschuss hob das erstinstanzliche Urteil am 16. Februar 2005 auf (Dispositiv-Ziff. 1), sprach X.________ der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 1 und 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig (Dispositiv-Ziff. 2), nahm gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 2 SVG von einer Bestrafung Umgang (Dispositiv-Ziff. 3), auferlegte ihr die Kosten des Kreises Chur von Fr. 650.-- und die Kosten des Bezirksgerichtsausschusses Plessur von Fr. 1'850.-- vollständig (Dispositiv-Ziff. 4) sowie die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'200.-- zur Hälfte (Dispositiv-Ziff. 5).