Citation: 1P.149/2000 22.01.2001 E. 2

2.- a) Der Beschwerdeführer hatte im Berufungsverfahren beantragt, F.________ sei erneut als Zeugin zu befragen, es sei ein psychiatrisches Gutachten über ihre Glaubwürdigkeit einzuholen und es seien die Akten der Vormundschaftsbehörde der Stadt Zürich betreffend "Bevormundung und Obhutsentzug bezüglich F.________ beizuziehen". aa) Das Obergericht führte in seinem Urteil vom 9. Februar 1999 aus, Frau F.________ sei zur Sache siebenmal befragt worden, und zwar viermal durch die Polizei und dreimal als Zeugin. Dabei falle ins Gewicht, dass die drei detaillierten Zeugenbefragungen - jeweils in Anwesenheit der Angeklagten (im Nebenzimmer) und deren Verteidiger (im Einvernahmezimmer) - in zeitlichen Abständen von Tagen bzw. Monaten stattgefunden hätten. Die Angeklagten und ihre Rechtsvertreter hätten dadurch nicht nur ausreichend Vorbereitungszeit, sondern überdies zweimal die Gelegenheit zur Stellung von Ergänzungsfragen gehabt. Bei dieser Sachlage bedürfe es keiner erneuten Befragung der Zeugin. bb) Ein psychiatrisches Gutachten über die Glaubwürdigkeit von F.________ sei nicht einzuholen, da eine aufgrund einer besonderen geistigen oder körperlichen Verfassung beruhende Einschränkung der Zeugentauglichkeit von F.________ weder dargetan noch ersichtlich sei. Das Obergericht betonte, die von den Angeklagten geltend gemachten Ungereimtheiten in den Aussagen von Frau F.________ seien vom Richter zu würdigen. cc) Zum Antrag auf Beizug der Vormundschaftsakten hielt es fest, der Umstand, dass F.________ nach der Scheidung ihrer Eltern gestützt auf Art. 311 ZGB (in Verbindung mit Art. 368 ZGB) unter - inzwischen zufolge Volljährigkeit aufgehobene - Vormundschaft gestellt worden sei, tangiere die Zeugentauglichkeit von F.________ nicht. Dem genannten Beweisantrag sei deshalb nicht stattzugeben. b) In der staatsrechtlichen Beschwerde wird eingewendet, sowohl die erneute Befragung von F.________ als auch der Beizug der Vormundschaftsakten hätten es dem Obergericht erlaubt, sich ein objektiveres Bild von Frau F.________ und deren Glaubwürdigkeit zu machen. Es wird jedoch nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich, dass die Überlegungen, mit denen das Obergericht die Beweisanträge in antizipierter Würdigung abwies, unhaltbar waren. Das Kassationsgericht vertrat im angefochtenen Entscheid mit Recht die Ansicht, das Obergericht habe durch die Ablehnung der genannten Beweisanträge den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör nicht verletzt.