Citation: U 235/01 24.01.2002 E. 3

3.- a) Nicht zu beanstanden - und auch nicht bestritten - ist die Festsetzung des hypothetisch ohne Invalidität zu erzielenden Einkommens (Valideneinkommen) anhand des gemäss Arbeitgeberauskunft im Jahre des Verfügungserlasses erzielten Lohnes. Korrekt und ebenfalls unbestritten ist, dass das trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch erzielbare Einkommen (Invalideneinkommen) anhand der Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung festgelegt (und der Lohnentwicklung angepasst) worden ist. Streitig ist hingegen, in welchem Ausmass ein behinderungsbedingter Abzug vom Invalideneinkommen vorzunehmen ist. Das kantonale Gericht hat einen Abzug in Höhe von 15 % vorgenommen, während der Beschwerdeführer einen solchen von 25 % als angemessen erachtet. b) Gemäss Rechtsprechung haben persönliche und berufliche Merkmale des Versicherten wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes (BGE 126 V 78 Erw. 5a/cc mit Hinweis). Der deswegen vom Tabellenlohn vorzunehmende behinderungsbedingte Abzug beträgt jedoch nicht generell und in jedem Fall 25 %; es ist vielmehr anhand der gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu prüfen, ob und in welchem Masse das hypothetische Invalideneinkommen gekürzt werden kann (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b). Dieser gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Bei der Unangemessenheit gemäss Art. 132 lit. a OG geht es um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 81 Erw. 6 mit Hinweis). c) Die Vorinstanz hat im vorliegenden Fall den behinderungsbedingten Abzug auf 15 % festgesetzt und dabei ausser der unfallbedingt auf leichte Hilfsarbeit eingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowie der von ihm vor dem Unfall ausgeübten eher schweren Arbeit als angelernter Gipser auch seine mangelnden Deutschkenntnisse, die schlechte Assimilation in der Schweiz und die nicht allzu grossen Berufserfahrungen berücksichtigt. Der Versicherte bringt vor, es sei zusätzlich der Umstand zu berücksichtigen, dass er "seit längerem nicht mehr in den Arbeitsprozess integriert" sei. Nimmt ein Versicherter nach einem Unfall keine Erwerbstätigkeit mehr auf, obwohl ihm dies aufgrund seiner unfallbedingten Behinderung zumutbar wäre, hat die Unfallversicherung dafür nicht einzustehen. Faktoren wie Alter, mangelnde Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten erlangen bei der Prüfung der einem Versicherten in einem konkreten Fall noch zumutbaren Arbeiten durchaus Bedeutung. Doch sind solche Aspekte keine zusätzlichen Umstände, welche neben der Zumutbarkeit einer Arbeit das Ausmass der Invalidität beeinflussen würden, wenn sie das Finden einer Stelle und damit die Verwertung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit erschweren oder gar verunmöglichen (AHI 1999 S. 238 Erw. 1 mit Hinweisen). Dagegen kann sich der Umstand, dass ein Versicherter nach dem unfallbedingten Verlust der bisherigen Arbeitsstelle in einer seiner Behinderung angepassten Tätigkeit neu anfangen muss, auf die Höhe des Anfangslohnes auswirken, wobei in der privaten Wirtschaft die Bedeutung der Dienstjahre abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist (AHI 1999 S. 181 Erw. 3b). Bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten, wie sie für die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers massgebend sind, steigt das Lohnniveau vom Eintritt ins Erwerbsleben bis zur Pensionierung nur um 24 % (Lohnstrukturerhebung 1998 S. 19 links oben). Beim Versicherten, der im Zeitpunkt der Berentung erst 31 Jahre alt gewesen ist, liegt somit keine Unangemessenheit vor, wenn bei der Festsetzung des Behindertenabzuges nicht abzugserhöhend berücksichtigt wird, dass er in einer leichten Hilfsarbeitertätigkeit neu anfangen muss. Damit ist der festgestellte Invaliditätsgrad von 25 % nicht zu beanstanden.