Citation: 6B_774/2020 E. 2.5

2.5. Insoweit sich der Beschwerdeführer gegen die tatsächlichen Feststellungen in Bezug auf den Geschehensablauf wendet, ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen (E. 1.4), dass der Schluss der Vorinstanz, wonach er den Stich bewusst und gewollt ausgeführt hat, nicht zu beanstanden ist. Darüber hinaus verletzt das angefochtene Urteil auch kein Bundesrecht, soweit die Vorinstanz unter dem zutreffenden Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts den Sachverhalt als eventualvorsätzliche Tötung würdigt (angefochtenes Urteil S. 35). Es bedarf keiner besonderen Intelligenz zu erkennen, dass Messerstiche in Brust und Bauch eines Menschen den Tod zur Folge haben können (BGE 109 IV 5 E. 2). Bei derartigen Verletzungen bzw. bei einem gegen die Leber geführten Messerstich darf ohne Weiteres darauf geschlossen werden, dass der Täter den Tod in Kauf genommen hat (Urteile 6B_927/2019 vom 20. November 2019 E. 3.2; 6B_1394/2017 vom 2. August 2018 E. 5.1.4; 6B_724/2017 vom 21. Juli 2017 E. 1.3; 6B_991/2015 vom 24. Mai 2016 E. 3.4; 6B_748/2013 vom 19.⁠ Juni⁠ 2014 E. 1.4; 6B_808/2013 vom 19. Mai 2014 E. 2.3; 6B_475/2012 vom 27. November 2012 E. 4.2; 6B_230/2012 vom 18.⁠ September 2012 E. 2.3; 6B_177/2011 vom 5. August 2011 E. 2.10 und 3.2; 6B_829/2010 vom 28. Februar 2011 E. 3.2; vgl. ferner die Urteile 6B_148/2013 vom 19. Juli 2013 E. 4.3.2 und 6B_775/2011 vom 4. Juni 2012 E. 2.4.2; mit Hinweisen auf die frühere Rechtsprechung; Urteil 6B_619/2013 vom 2. September 2013 E. 1.2). Im Lichte der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung wiegt die Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdeführers zweifelsohne schwer. Gemäss den Akten war die Klinge des Messers acht, das Messer insgesamt 19 Zentimeter lang. Dass mit einem unter Einsatz eines derartigen Messers in den Oberbauch eines Menschen ausgeführten Stich das Risiko einer tödlichen Verletzung einhergeht, wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten. Entsprechend macht er denn auch nicht geltend, nicht um das Risiko des Todeseintritts des Beschwerdegegners 2 gewusst zu haben, als er mit dem Messer in dessen Oberbauch stach. Eine tödliche Verletzung lag damit im allgemein und auch dem Beschwerdeführer bekannten Rahmen des Kausalverlaufs. Will er das besagte Risiko nicht in Kauf genommen haben, kann ihm nicht gefolgt werden. Nach den willkürfreien Feststellungen der Vorinstanz kann ausgeschlossen werden, dass er das Messer unbewusst und reflexartig in den Oberbauch des Beschwerdegegners 2 gestossen hat und wäre diesfalls denn auch ein anderes Verletzungsbild zu erwarten gewesen. Der Stich erfolgte vielmehr als in der Situation eskalierende und bewusste Reaktion darauf, dass der Beschwerdegegner 2 den Beschwerdeführer zwecks Schaffung von Distanz von sich weggestossen hatte und nachdem die Auseinandersetzung bis dahin "lediglich" verbal geführt worden war. Der Beschwerdegegner 2 seinerseits reagierte unvermittelt mit einem Faustschlag gegen den Kopf des Beschwerdeführers. Ein in einem solchen Kontext geführter Stich mit einem Messer ist weder kontrollierbar noch bezüglich Wucht und Richtung steuerbar. Angesichts der Dynamik der Auseinandersetzung ist dem vom Beschwerdeführer geführten Messerstich eine besondere Gefährlichkeit zugekommen. Der Beschwerdeführer hat daher erkennen müssen, dass er die Folgen seines Verhaltens hinsichtlich des Verletzungsrisikos weder kalkulieren noch dosieren konnte. Die erlittene Verletzung (Leberdurchstich) und die damit einhergegangene Lebensgefahr sprechen überdies für eine erhebliche Intensität des Zustechens. Bei diesem Vorgehen musste der Beschwerdeführer mit dem Eintritt des Todes des Beschwerdegegners 2 rechnen und hat diesen für den Fall seines Eintritts in Kauf genommen. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.