Citation: 1B_322/2021 E. 2.4

2.4. Es trifft zu, dass eine Entsiegelung grundsätzlich auch bei Übertretungen nicht ausgeschlossen ist (vgl. E. 2.2 hiervor). Je geringfügiger ein Gesetzesverstoss ist, desto eher droht eine Zwangsmassnahme indes unverhältnismässig im Sinne von Art. 197 Abs. 1 lit. d StPO zu sein. Das Statthalteramt hat in seinem Antrag auf Entsiegelung und Durchsuchung ausgeführt, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer noch weitere Bestellungen der verbotenen Psilocybinpilze getätigt habe. Zur Begründung verwies es auf die Einvernahme des Beschwerdeführers zum Vorfall vom 16. Oktober 2020 und den Umstand, dass er damals verschwiegen habe, am 17. November 2020 erneut Psilocybinpilze bestellt zu haben. Einzig aus diesem Umstand lassen sich allerdings keine konkreten Anhaltspunkte ableiten, der nicht vorbestrafte Beschwerdeführer könnte weitere (noch) nicht bekannte Bestellungen aufgegeben haben, wofür sich Hinweise auf den beschlagnahmten Datenträgern befänden. Dies gilt im Übrigen umso mehr, als der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren schliesslich beide Bestellungen eingestanden hat. Andere Anhaltspunkte zeigt das Statthalteramt nicht auf. Solche sind auch nicht ersichtlich. Denn anlässlich der Hausdurchsuchung konnten ebenfalls keine weiteren Betäubungsmittel vorgefunden werden. Einzig die unspezifische Vermutung, auf den Datenträgern könnten sich Hinweise auf allfällige weitere Bestellungen von psilocybinhaltigen Pilzen befinden, reicht nicht aus, um den vorliegenden Eingriff in die Privatsphäre des Beschwerdeführers zu rechtfertigen. Dem Beschwerdeführer ist insofern zuzustimmen, dass es nicht angeht, wenn die kantonalen Behörden ohne konkreten Verdacht und einzig auf "Gut Glück" seine Datenträger entsiegle. Schliesslich ist die Auswertung der Daten auf den Datenträgern des Beschwerdeführers zur Klärung des vorliegenden Sachverhalts ohnehin nicht notwendig. Die Bestellungen der Pilze sind vom Beschwerdeführer eingestanden. Zudem wurden sie am Zoll sichergestellt und stehen für die Beweisführung zur Verfügung. Das Statthalteramt verfügt damit bereits über die wesentlichen und für das Verfahren notwendigen Informationen. Die Übertretungen rechtfertigen unter diesen Umständen den erheblichen Eingriff in die persönliche Freiheit bzw. den Schutz der Privatsphäre des Beschwerdeführers nicht. Die Entsiegelung erweist sich als unverhältnismässig, weshalb der Antrag des Statthalteramts abzuweisen ist. Im Übrigen wäre die Delegation der "Entsiegelung und Durchsuchung" an das Statthalteramt ohnehin nicht mit dem Bundesrecht vereinbar. Die Triage hat durch eine richterliche Behörde und nicht durch eine Strafverfolgungsbehörde zu erfolgen (BGE 142 IV 372 E. 3.1; 141 IV 77 E. 5.5.1 f.; je mit Hinweisen). Beim Statthalteramt handelt es sich vorliegend aber um die für die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Übertretungen zuständige Strafverfolgungsbehörde (vgl. § 86 Abs. 1 lit. b Ziff. 1. i.V.m. § 89 Abs. 1 des Gesetzes vom 10. Mai 2010 über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess des Kantons Zürich [GOG; LS 211.1]). Auch aus diesem Grund wäre die Beschwerde folglich gutzuheissen.