Citation: 8C_633/2022 E. 5.4

5.4. Was die prozessuale Revision betrifft, steht fest, dass die Beschwerdegegnerin bereits am 7. Februar 2017 einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) vom 22. Februar 2017 einholte, der den vom Beschwerdeführer behaupteten Lohn nicht ausweist. Anlässlich der im April 2019 veranlassten internen Revision, in deren Zuge umfassende Abklärungen hinsichtlich des Lohnflusses gefordert wurden, verlangte die Beschwerdegegnerin am 6. Mai 2019 einen weiteren IK-Auszug vom 17. Mai 2019 ein. Dieser führt den geltend gemachten Verdienst ebenso wenig auf. Es ist sachverhaltlich nicht erstellt, ob und wann die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen tätigte, die neue Tatsachen oder Beweismittel im Sinne einer prozessualen Revision ergeben hätten (vgl. vorstehende E. 5.1.4). Es stellt sich in diesem Kontext mit Blick auf die 90-tägige Revisionsfrist insbesondere die Frage, wann es der Beschwerdegegnerin bei zumutbarer Sorgfalt möglich gewesen wäre, ihre (allenfalls) unvollständige Kenntnis eines Revisionstatbestands mittels Abklärungen zu ergänzen, um sichere Kenntnis von revisionsbegründenden Tatsachen zu erlangen.