Citation: 4A_530/2017 E. 3.4

3.4. Steht für das Bundesgericht ein natürlicher Konsens der Parteien verbindlich fest, wonach statische Arbeiten nicht Vertragsinhalt waren, ändert daran auch die in den Vertrag einbezogene SIA-Norm 102 nichts, können doch die Parteien von den darin enthaltenen Bestimmungen abweichen. Die Vorinstanz hat somit kein Bundesrecht verletzt mit ihrer Feststellung, die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der Ausführungsplanung keine statischen Berechnungen geschuldet und habe damit auch nicht übernommen, die plangemässen Ausführungen auf die statischen Anforderungen zu überprüfen. Ausgehend von diesem Vertragsinhalt durfte die Beschwerdeführerin nach Treu und Glauben auch nicht erwarten, die Beschwerdegegnerin werde bei der Prüfung der Werkstattpläne einen Vorbehalt in Bezug auf die Statik anbringen bzw. den Beizug von Spezialisten empfehlen, die schon am Bau beteiligt waren. Die Vorinstanz hat somit ohne Bundesrechtsverletzung auch eine Aufklärungs- oder Hinweispflicht der Beschwerdegegnerin verneint.