Citation: 6B_194/2023 E. 4.3.2

4.3.2. Die Vorinstanz bejaht den Tatbestand der Veruntreuung ohne Verletzung von Bundesrecht. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, das Darlehen sei nicht zu einem bestimmten Zweck gewährt worden. Insoweit kann indes auf das zum Sachverhalt Gesagte sowie auf die weiteren Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Der Einwand, wonach der Darlehensvertrag keine Regelung für den Fall eines Ausscheidens des Bautreuhänders enthalte, ändert am Beweisergebnis nichts. Ohnehin leuchtet nicht ein, welchen Einfluss dies auf die Zweckgebundenheit des Darlehens, mithin auf das Kriterium des Anvertrautseins haben soll. Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, die Beschwerdegegnerin 2 hätte das Darlehen direkt an den Bautreuhänder überwiesen, wenn sie gewollt hätte, dass nur er die Verwaltung ausübe, so entfernt sie sich im Übrigen vom massgebenden Sachverhalt ohne Willkür darzutun. Am Anvertrautsein ändert auch nichts, dass das Darlehen an die C.________ GmbH gewährt wurde, obwohl die Beschwerdeführerin Eigentümerin der umzubauenden Liegenschaft "V.________" gewesen sein soll. Die Beschwerdeführerin handelte als alleinige Gesellschafterin und einzige Geschäftsführerin der C.________ GmbH und damit für diese. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass das Geld jedenfalls bei einer Kündigung des Darlehens oder dem Verkauf der Liegenschaft verfügbar sein musste. Nachdem feststeht, dass sie erst nach der Kündigung des Darlehens mit der zweckwidrigen Verwendung begann, geht ihr Einwand, wonach das erhaltene Geld nicht fremd gewesen sei, weil keine Verpflichtung bestanden habe, dieses ständig zur Verfügung zu halten, an der Sache vorbei. Als unzutreffend erweist sich auch die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach sie das Darlehen jederzeit hätte zurückzahlen können, da sie zum Tatzeitpunkt Eigentümerin der Liegenschaft "V.________" gewesen sei. Die Rückerstattungspflicht betraf nicht sie, sondern die Darlehensnehmerin C.________ GmbH, als deren Organ die Beschwerdeführerin handelte. Dass die Gesellschaft über genügend Mittel zur Rückzahlung des Darlehens verfügte, behauptet die Beschwerdeführerin nicht. Ferner ist angesichts des engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhangs der einzelnen Tathandlungen nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von einem einzigen Tatentschluss ausgeht, obwohl mehrere zweckwidrige Mittelverwendungen vorliegen. Im Übrigen ist unerfindlich, welchen Einfluss dies auf die von der Beschwerdeführerin aufgeworfene Frage nach dem Anvertrautsein resp. der Fremdheit der Geldmittel haben soll. Ebenso ist irrelevant, ob sich die Vorinstanz dazu äussert, wann sich der Tatentschluss für die Veruntreuung manifestiert haben soll. Sie begründet ausführlich, welche einzelnen Tathandlungen sie weshalb als Veruntreuung betrachtet. Unerfindlich ist sodann, weshalb es widersprüchlich sein soll, wenn die Vorinstanz einzelne Zahlungen "als Darlehenskonform", andere dagegen als Veruntreuung betrachtet. Dass gemäss Vorinstanz hinsichtlich der Tatvorwürfe ein einheitlicher Entschluss vorliegt, ändert daran nichts. Wenn die Beschwerdeführerin schliesslich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs rügt, weil sie zu einzelnen Zahlungen in der Geldflussrechnung nicht befragt worden sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz durfte darauf ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs in antizipierter Beweiswürdigung verzichten. Das Bundesgericht überprüft diese Rüge nur unter dem Aspekt der Willkür (BGE 146 III 73 E. 5.2.2; 144 II 427 E. 3.1.3; Urteil 6B_986/2022 vom 24. November 2022 E. 3.3 in fine). Dass der Beschwerdegegnerin 2 durch den zweckwidrigen Verbrauch des Darlehens ein Schaden entstanden ist, bestreitet die Beschwerdeführerin nicht. Auch unrechtmässige Bereicherungsabsicht liegt vor. Die Beschwerdeführerin wusste, dass sie und die C.________ GmbH keinen Anspruch auf das Darlehen hatten und nicht in der Lage waren, dieses zurückzuerstatten.