Citation: 2C_1174/2013 E. 3.2

3.2. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, kann im Zusammenhang mit Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ausschliesslich die in der Schweiz gelebte eheliche Gemeinschaft berücksichtigt werden (vgl. BGE 136 II 113 E. 3.3 S. 117 ff.). Die zwischen der Heirat und der Einreise in die Schweiz liegende Zeit ist somit unbeachtlich, wobei der Ehegatte während dieses Zeitraums ohnehin nicht mit der Beschwerdeführerin zusammenlebte, sondern sich in der Schweiz aufhielt. Im Übrigen ist weder dargetan noch ersichtlich, dass die Nachzugsformalitäten aussergewöhnlich viel Zeit beansprucht hätten (Visumsantrag in Ankara: 10. Oktober 2007; Eingang des Familiennachzugsformulars beim Migrationsamt: 12. November 2007; Verfügung betreffend Ermächtigung zur Visumserteilung: 22. November 2007). Weiter trifft zu, dass die Beschwerdeführerin aus dem Urteil 2C_544/2010 vom 23. Dezember 2010 nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag. Unbestrittenermassen ist die Beschwerdeführerin am 15. Dezember 2007 zu ihrem Ehemann in die Schweiz eingereist. In der am 1. Juli 2011 gerichtlich genehmigten Trennungsvereinbarung hielten die Ehegatten übereinstimmend fest, dass sie bereits seit ca. November 2010 in der Eigentumswohnung des Ehegatten getrennt lebten. Es trifft an sich zu, dass für die Dauer der ehelichen Gemeinschaft in der Regel auf die von aussen wahrnehmbare eheliche Wohngemeinschaft abzustellen ist (BGE 137 II 345 E. 3.1.2 S. 347 mit Hinweis). Anders verhält es sich jedoch, wenn klare Anhaltspunkte dafür bestehen, dass trotz gemeinsamer Wohnung keine eheliche Gemeinschaft (mehr) besteht. Dies ist hier eindeutig der Fall, nachdem die Eheleute in der gerichtlich genehmigten Trennungsvereinbarung selber ausdrücklich erklärten, die eheliche Gemeinschaft sei ca. November 2010 aufgegeben worden, obwohl sie danach noch einige Zeit in derselben Wohnung lebten. Der Einwand der Beschwerdeführerin, die Formulierung des genauen Trennungszeitpunktes in der Trennungsvereinbarung sei wohl auch für ihren damaliger Anwalt nicht wichtig gewesen, ist unglaubhaft, aber ohnehin unbehelflich. Im Übrigen bestehen verschiedene Äusserungen sowohl des Ehemannes als auch der Beschwerdeführerin, wonach die Ehegatten von der Auflösung der Ehegemeinschaft spätestens im November 2010 ausgingen. Dass die Beschwerdeführerin erst am 30. Juni 2011, als der Ehegatte in die Türkei ausreiste, aus dessen Eigentumswohnung auszog, ändert somit nichts an der Tatsache, dass die Ehegemeinschaft keine drei Jahre gedauert hat. Ist die nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG erforderliche zeitliche Dauer der Ehegemeinschaft und schon damit die Voraussetzung für die Bewilligungsverlängerung nicht gegeben, erübrigt es sich, zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin in der Schweiz integriert ist.