Citation: 6B_1034/2016 E. 4.4.3

4.4.3. Ein täuschendes Verhalten im Sinne von Art. 28 OR ist anzunehmen, wenn dem Betroffenen widerrechtlich Tatsachen vorgespiegelt oder verschwiegen wurden, ohne die er den Vertrag nicht oder nicht mit dem entsprechenden Vertragsinhalt abgeschlossen hätte (vgl. BGE 132 II 161 E. 4.1; 129 III 320 E. 6.3). Das Verschweigen von Tatsachen ist dabei insoweit verpönt, als eine Aufklärungspflicht besteht. Eine solche kann sich aus besonderer gesetzlicher Vorschrift und aus Vertrag ergeben, oder wenn eine Mitteilung nach Treu und Glauben und den herrschenden Anschauungen geboten ist. Wann dies der Fall ist, bestimmt sich auf Grund der Umstände im Einzelfall (vgl. BGE 132 II 161 E. 4.1 mit Hinweis). Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt. Hätte die Beschwerdegegnerin 2 vor Unterzeichnung der umstrittenen Vereinbarung gewusst, dass sie Opfer eines Betrugs geworden war, hätte sie sich mit den darin festgehaltenen Regelungen nicht einverstanden erklärt. Im Wissen darum legten die Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin 2 die gesamte Situation entgegen Treu und Glauben nicht offen dar, sondern unterbreiteten ihr den Vorschlag für die Vereinbarung vom 24. September 2008 als eine auch für sie vorteilhafte Lösung. Insgesamt missachteten sie, wie die Vorinstanz zutreffend feststellt, ihre unter den gegebenen Umständen bestehende Aufklärungspflicht. Mit der Argumentation, ihr ehemaliger Rechtsvertreter habe der Beschwerdegegnerin 2 seinerzeit den Zwischenabschluss per 31. August 2008 offen gelegt und ihr somit nicht verschwiegen, dass in der Zeit der Darlehenshingabe auch Forderungen beglichen worden seien, die mit der EURO 08 nichts zu tun gehabt hätten, dringen die Beschwerdeführer nicht durch. Weder musste die Beschwerdegegnerin 2 allein gestützt auf den Zwischenabschluss zwingend davon ausgehen, die fraglichen Forderungen seien vertragswidrig mit ihrem Darlehen beglichen worden, noch war für sie daraus zu schliessen, ihr gesamtes Geld sei nicht abmachungsgemäss eingesetzt worden. Die Vorlage des Zwischenabschlusses vermochte die Beschwerdeführer nicht von ihrer Aufklärungspflicht zu befreien. Die Vorinstanz bejaht demnach zu Recht eine absichtliche Täuschung durch Verschweigen von Tatsachen, über welche die Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin 2 hätten informieren müssen. Diese Begründung vermag das angefochtene Urteil selbständig zu stützen. Auf die Einwände der Beschwerdeführer gegen die andere Begründung (Täuschung durch Vorspiegelung falscher Tatsachen) ist daher nicht einzugehen.