Citation: 1A.110/2000 18.07.2000 E. 2

2.- a) Der Beschwerdeführer rügt zunächst, ihm sei unvollständig Akteneinsicht gewährt worden. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass ihm zahlreiche Unterlagen des Rechtshilfeverfahrens, die einen Bezug zu ihm aufweisen, vorenthalten worden seien. Insbesondere seien ihm wesentliche Teile des Sachverhalts, der dem obergerichtlichen Entscheid zugrundeliege, unbekannt: Die auf Seite 7 ff. des angefochtenen Beschlusses geschilderten Beispiele für unzulässige Transaktionen S.________ seien für ihn gänzlich neu gewesen; dieser Sachverhalt ergebe sich weder aus dem ergänzenden niederländischen Rechtshilfegesuch noch aus der Eintretens- und Schlussverfügung der Bezirksanwaltschaft. b) Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein umfangreiches Rechtshilfeverfahren, dem mehrere Rechtshilfeersuchen des niederländischen Untersuchungsrichters bzw. der Staatsanwaltschaft zugrunde liegen und das zu zahlreichen Eintretensverfügung, Vollzugshandlungen und Schlussverfügungen der Bezirksanwaltschaft geführt hat. Der Beschwerdeführer hat als Berechtigter Anspruch auf Einsicht in die Akten des Rechtshilfeverfahrens, soweit dies für die Wahrung seiner Interessen notwendig ist (Art. 80b Abs. 1 IRSG). Am 16. August 1999 gewährte die Bezirksanwaltschaft dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers Einsicht in das Ergänzungsgesuch der Staatsanwaltschaft Amsterdam ("Schweiz III") und in dessen Beilagen, in das Übermittlungsschreiben des BAP, die Eintretensverfügung Nr. 4 vom 9. April 1999, die von der Bank eingereichten Kontounterlagen und die Akten der Einvernahme des Zeugen Z.________, d.h. in alle Unterlagen, die den Beschwerdeführer unmittelbar betreffen. In aller Regel genügt dies zur Wahrung der Interessen des Berechtigten im Rechtshilfe- und im Rekursverfahren. c) Eine weitergehende Gewährung der Akteneinsicht kann allerdings erforderlich sein, wenn im Rechtshilfeersuchen oder anderen Unterlagen, die nicht direkt den Gesuchsteller betreffen, Angaben z.B. zum Sachverhalt oder zum Stand des ausländischen Strafverfahrens enthalten sind, die für die Beurteilung der Zulässigkeit oder des Umfangs von Rechtshilfemassnahmen gegenüber dem Gesuchsteller von Bedeutung sind. Das ist offensichtlich der Fall, wenn nur das erste Rechtshilfeersuchen (Grundersuchen) eine vollständige Sachverhaltsschilderung enthält und das Ergänzungsersuchen (betreffend den Gesuchsteller) darauf Bezug nimmt. Aber auch ein späteres Ergänzungsersuchen kann bedeutsam sein, wenn es neue Informationen (z.B. über den Tathergang, die Tatbeteiligten oder andere Umstände) enthält, die für die rechtliche Beurteilung (z.B. der beidseitigen Strafbarkeit) bedeutsam sind oder sein könnten. In diesem Fall muss das neue Ersuchen dem Gesuchsteller jedenfalls dann zugänglich gemacht werden, wenn die Rechtshilfebehörde oder die Rechtsmittelinstanz es ihrem Entscheid gegenüber dem Gesuchsteller zugrunde legen will. Im vorliegenden Fall hat das Obergericht sich nicht ausschliesslich auf das den Beschwerdeführer betreffende und ihm bekannte Ergänzungsersuchen ("Schweiz III") gestützt, sondern weitere Einzelheiten, insbesondere über die Vorgehensweise von S.________ und seinen Komplizen, dem Rechtshilfeersuchen vom 8. Dezember 1998 i.S. S.________ ("Schweiz I") sowie einem Kapitel des Übersichtsprotokolls des FIOD vom 20. Januar 1999 entnommen, das dem am 25. Mai 1999 übermittelten Ergänzungsersuchen "Schweiz IV" beilag. Diese Unterlagen durfte es seinem Entscheid nicht zugrunde legen, ohne dem Beschwerdeführer zuvor die Möglichkeit zu geben, darin Einsicht zu nehmen und sich dazu äussern zu können (vgl. BGE 124 II 132 E. 2c S. 138). Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs erweist sich insoweit als begründet. d) Dies führt jedoch nicht zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids: Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann ein derartiger Verfahrensfehler der Vorinstanz im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vor Bundesgericht geheilt werden, weil das Bundesgericht mit freier Kognition über die Zulässigkeit der Rechtshilfe und deren Umfang entscheidet (BGE 124 II 132 E. 2d S. 138 f.; 118 Ib 111 E. 4 S. 120 f.; 117 Ib 64 E. 4 S. 87 mit Hinweisen). Nachdem dem Beschwerdeführer im bundesgerichtlichen Verfahren Einsicht in das Rechtshilfeersuchen vom 8. Dezember 1998 und das vom Obergericht herangezogene Kapitel des Übersichtsprotokolls des FIOD vom 20. Januar 1999 gewährt worden ist und er die Möglichkeit hatte, sich hierzu zu äussern, ist der Mangel geheilt worden.