Citation: 4C.333/2003 01.03.2004 E. 4

4.1 Das Kantonsgericht hat den Beweisantrag der Klägerin abgelehnt, sie sei als Partei zur Behauptung einzuvernehmen, sie habe den Beklagten während des gesamten Scheidungsverfahrens über ihre wohlbegründeten Befürchtungen orientiert, dass sich der Ehemann absetzen könnte. Zur Begründung der Ablehnung dieses Antrags führte das Kantonsgericht an, er sei zu allgemein gestellt. 4.2 Die Klägerin macht geltend, die Ablehnung dieses Beweisantrages verletze Art. 8 ZGB, da sie den Beweisantrag nicht habe genauer stellen bzw. besser substanziieren können. Zudem habe das Kantonsgericht übersehen, dass sie nicht bloss beantragt habe, sie solle anlässlich der Parteibefragung bestätigen, dass sie dem Beklagten ihre Befürchtungen mitgeteilt habe. Vielmehr hätte sie auch bestätigen sollen, dass sie von ihm vergeblich Sicherungsmassnahmen bezüglich der Unterhaltsansprüche verlangt habe. Diese Tatsachen seien von Bedeutung, da sämtliche Indizien oder Begebenheiten, welche belegten, dass dem Beklagten während des erstinstanzlichen Scheidungsverfahrens die konkrete Gefährdung der Rentenansprüche bekannt gewesen sei, für seine Haftpflicht rechtserheblich seien. 4.3 Die Klägerin lässt ausser Acht, dass das Kantonsgericht eine Haftung des Beklagten nicht auf Grund einer ungenügenden Instruktion durch die Klägerin, sondern alleine deshalb ablehnte, weil es annahm, im massgebenden Zeitraum habe eine konkrete vom Scheidungsbeklagten ausgehende Gefahr der Nichterfüllung der Unterhaltsverpflichtungen nicht nachgewiesen werden können. Es ist daher unerheblich, ob die Klägerin dem Beklagten nicht näher spezifizierte Befürchtungen mitgeteilt und von ihm Sicherungsmassnahmen verlangt hatte. Das Kantonsgericht hat deshalb den Beweisführungsanspruch gemäss Art. 8 ZGB nicht verletzt, indem es die Klägerin dazu nicht befragte.