Citation: 8C_791/2016 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog, gestützt auf Art. 70 ATSG könne eine Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung nur gegenüber der Invalidenversicherung entstehen. Art. 70 ATSG beziehe sich einzig auf die intersystemische Koordination beim Zusammentreffen von jeweiligen Versicherungsleistungen verschiedener Sozialversicherer. Deshalb ergebe sich hieraus keine Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung gegenüber eines Krankentaggeldversicherers nach VVG. Nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit am 13. Juni 2014 und Anmeldung bei der Invalidenversicherung am 4. Dezember 2014 (vgl. Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG) sei die Invalidenversicherung frühestens ab Juni 2015 leistungspflichtig. Damit scheide für den Monat Mai 2015 eine Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung gegenüber der Invalidenversicherung ohnehin aus. Vom 1. Juli bis 31. Dezember 2015 habe die Versicherte sodann bereits während einer Eingliederungsmassnahme Taggelder der Invalidenversicherung bezogen. Theoretisch möglich sei damit einzig eine rückwirkende Rentenzusprechung für den Monat Juni 2015, die jedoch an der Eingliederungsfähigkeit der Versicherten scheitere, weshalb auch für diesen Monat keine Pflicht zur Vorleistung der Arbeitslosenversicherung bestehe.