Citation: 4A_199/2016 E. 11

11. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger einen Betrag von USD 211'980.38 zuzüglich Zins zu 5 % p.a. seit 31.12.2011 zu bezahlen (Kosten) ". Die einzelnen Ansprüche begründete der Kunde mit einer Differenz zwischen dem von der Bank verbindlich bestätigten Verkaufspreis für Goldpositionen und dem ihm verrechneten Preis (Rechtsbegehren 1-3), mit pflichtwidrigem Verhalten der Bank betreffend dem auf dem Kauf/Verkauf von 30'000 Unzen Gold erlittenen Verlust von USD 8'486'400.-- (Rechtsbegehren 4) sowie den zwischen dem 13. und dem 26. September 2011 durchgeführten Transaktionen auf Gold-, Silber- und Fremdwährungsforwards (Rechtsbegehren 5-7), der weisungswidrigen Nichtverlängerung von Positionen am 24. und 26. Oktober 2011 (Rechtsbegehren 7) sowie den damit zusammenhängenden Negativzinsen und Kreditkommissionen (Rechtsbegehren 11), mit der Nichtverlängerung der Öl-Futures im November 2011 (Rechtsbegehren 8), mit fehlender Information, welche ihm die Vermeidung von Verlusten erlaubt hätte (Rechtsbegehren 7.3, 8-11), und der Zerstörung des Depots durch vertragswidrige Liquidation der Werte. B.b. Das Bezirksgericht hiess mit Urteil vom 7. Mai 2015 die Klage teilweise (betreffend Rechtsbegehren 1-3 und z.T. 4) gut und verurteilte die Beklagte, dem Kläger die Beträge von USD 5'000.-- nebst 5 % Zins seit 26. September 2011, USD 5'000.-- nebst 5 % Zins seit 22. September 2011, USD 3'400.-- nebst 5 % Zins seit 30. September 2011 sowie USD 41'400.-- nebst 5 % Zins seit 17. Oktober 2011 zu bezahlen (Dispositiv-Ziffer 1). Im Mehrbetrag wies das Bezirksgericht die Klage ab (Dispositiv-Ziffer 2). B.c. Mit Beschluss und Urteil vom 11. Februar 2016 stellte das Obergericht des Kantons Zürich fest, dass Ziffer 1 des erstinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sei (Beschluss); das Obergericht wies die Berufung des Klägers ab und bestätigte das angefochtene Urteil, soweit angefochten. Das Gericht bestätigte zunächst Zuständigkeit und Anwendbarkeit des schweizerischen Rechts und wies prozessual darauf hin, dass unter Vorbehalt von Noven einzig die Sachvorbingen bis Aktenschluss zu hören sind und deshalb der erst in der Berufung gestellte Beweisantrag auf Einvernahme des Zeugen C.________ unzulässig sei, zumal dieser nicht zu bestimmten Behauptungen angerufen werde. Es qualifizierte das Vertragsverhältnis der Parteien, dessen Inhalt nicht abschliessend schriftlich festgehalten ist, als Auftrag, das die Beratung des Klägers auf besondere Anfrage hin umfasste, für das insbesondere die "Know-your-Customer-Rule" nicht gelte und in dessen Rahmen die Angestellten der Beklagten dem Kläger hinreichend Ratschläge erteilten, soweit er diese hören wollte - zumal bei Transaktionen mit Edelmetallen und Devisen, die der Kläger tätigte, Hintergrundinformationen nicht erforderlich seien. Das Obergericht gelangte zum Schluss, für die Belehnungsgrenze und den Margin Call habe eine vertragliche Grundlage bestanden, der Goldkauf vom 9. bzw. 13. September 2011 sei konsensual erfolgt und die Frist zur Geltendmachung von Willensmängeln abgelaufen, eine Warnpflicht habe auch für die weiteren Edelmetallkäufe vom 14. September 2011 nicht bestanden und der Kläger sei an seinen Verkaufsentscheid vom 26. September 2011 gebunden. Das Gericht bejahte, dass die Beklagte den Auftrag zum Kauf von "FX Forwards" vom 22. September 2011 ausführen durfte und fügte an, die Schadenersatzforderung beruhe auf der Behauptung, die Position sei instruktionswidrig nicht verlängert worden, wofür kein Beweis erbracht sei. Die Rüge gegen die Abweisung der Forderung aus Öl-Futures beurteilte das Gericht als unbegründet, soweit es darauf eintrat. Die Schadenersatzforderung aus fehlender Information über die Unterdeckung wies das Obergericht mit der Begründung ab, der Kläger habe nie behauptet, er hätte bestimmte Positionen verkauft oder es sei ihm die Abnahme von Beweisen verweigert worden - ganz abgesehen davon, dass er bestimmte, vorteilhafte Anlageentscheide bei hinreichender Information nicht substanziiere. Den Einwand des Klägers gegen den Margin Call - dass die Beklagte nach Art. 82 OR in Verzug gewesen sei - verwarf das Obergericht schliesslich als haltlos mit der Feststellung, der Kläger habe bis zum Margin Call nicht an Verkauf gedacht.