Citation: 5A_1071/2020 E. 3.5.2

3.5.2. Die Kritik des Beschwerdeführers an der Unterscheidung, welche der High Court mit Blick auf das LugÜ vorgenommen hat, ist unbehelflich. Wenn das englische Gericht in seinen Erwägungen unter Hinweis auf die einschlägige Rechtsprechung des EuGH (und damit auf die vertragsautonome Auslegung) eine anteilsmässige Qualifizierung der lump sum vorgenommen hat, so ist dies vor dem Hintergrund der bekannten Abgrenzungsschwierigkeiten geschehen, die sich bei Anerkennung und Vollstreckbarerklärung von englischen Urteilen in Scheidungssachen in anderen LugÜ-Staaten stellen können (u.a. REISER/HEBDITCH/BENNETT, a.a.O., S. 91). Das Obergericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass es ungeachtet der Rechtsansicht des Sachgerichts in der Kompetenz des Gerichts im Vollstreckungsstaat liegt, über die erwähnte Unterscheidung bzw. die Anwendbarkeit des LugÜ zu entscheiden (vgl. EuGH-Urteil Van den Boogaard, a.a.O., Rz. 21; GAUDEMET-TALLON/ANCEL, Compétence et exécution des jugements en Europe, 6. Aufl. 2018, Rz. 413, S. 592; ROHNER/LERCH, in: Basler Kommentar, Lugano-Übereinkommen, 2. Aufl. 2016, N. 41 zu Art. 1; vgl. Urteil 5A_104/2019 vom 13. Dezember 2019 E. 3.3).