Citation: 2C_502/2015 E. 3.3

3.3. Die erwähnten Voraussetzungen für eine separate Veranlagung der Ehegatten (vgl. vorne E. 3.1) müssen kumulativ erfüllt sein, was der Beschwerdeführer grundsätzlich zu Recht geltend macht. Allerdings ist vorliegend zu beachten, dass es nicht um die Frage geht, ob für die Steuerperiode 2011 überhaupt eine getrennte Besteuerung des Beschwerdegegners und seiner Ehefrau zu erfolgen hat, sondern lediglich darum, zu welchem Zeitpunkt die Voraussetzungen dafür eintraten. Nach der Begründung eigener Haushalte und Wohnstätten bei damit einhergehender dauerhafter Aufgabe des Willens zur Fortführung der ehelichen Gemeinschaft drängt es sich auf, von einer tatsächlichen Trennung der Eheleute auszugehen, sofern sich in diesem Zeitpunkt die baldige Entflechtung der gemeinsamen Mittel abzeichnet und diese lediglich als eine Frage der Zeit erscheint. Es würde in einer solchen Konstellation nicht überzeugen, den Übergang zur separaten Veranlagung bis zu einem späteren Zeitpunkt aufzuschieben, in welchem die Eheleute die bislang bestandene Gemeinschaftlichkeit restlos entflochten haben. Umgekehrt könnten sonst getrennt lebende Verheiratete, die keinen Willen zur Fortführung der Ehegemeinschaft mehr haben, solange eine gemeinsame Besteuerung verlangen, wie sie formell noch ein gemeinschaftliches Konto führen oder in sonstiger Weise punktuell über gemeinsame Mittel verfügen. Bei einer ansonsten gescheiterten Ehe würde dies den tatsächlichen Gegebenheiten widersprechen (vgl. auch Urteil 2A.353/2006 vom 18. Januar 2007 E. 5.2). Im hier zu beurteilenden Fall vermag allein der Umstand, dass der Beschwerdegegner und seine Ehefrau das bisherige Haushaltskonto über einen gewissen, zeitlich beschränkten Zeitraum weiterführten und ihren jeweiligen Lebensaufwand erst ab September 2011 über gesonderte Konten abwickelten, das Gesamtbild einer bereits ab anfangs Jahr tatsächlich getrennten Ehe nicht entscheidend zu beeinflussen. Das gilt umso mehr, als die den Eheleuten zur Verfügung stehenden Mittel hier nachweislich separat verwendet wurden: Wie die Vorinstanz in für das Bundesgericht verbindlicher Weise (Art. 105 BGG; vgl. E. 2.3 hiervor) festgestellt hat, benützten die Eheleute das Erwerbseinkommen des Beschwerdegegners zur Bestreitung ihres je eigenen Unterhaltsbedarfs und damit getrennt (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.2.3). Die Gesamtsituation unterscheidet sich hier entsprechend deutlich vom Sachverhalt, welcher dem Urteil 2A.458/2006 vom 18. Dezember 2006 zugrunde lag (vgl. dort E. 4.2 und 4.3), auf das sich der Beschwerdeführer beruft. In jenem Fall bestand nicht nur die Gemeinschaftlichkeit an einem Konto fort, sondern es behielten die Eheleute vorläufig auch weiterhin einen gemeinsamen Wohnsitz, was einem Übergang zur getrennten Besteuerung entgegenstand. Im Unterschied dazu war vorliegend unter Berücksichtigung der gesamten Umstände die Ehe bereits ab Januar 2011 tatsächlich getrennt im Sinne von Art. 9 Abs. 1 DBG.