Citation: 1D_1/2017 E. 7.1

7.1. Das Kantonsgericht kam zum Schluss, bei einer Gesamtbetrachtung erfülle die Beschwerdeführerin die Einbürgerungsvoraussetzungen nicht. Hinsichtlich der Anforderungen an die örtliche Integration im Sinne von § 13 Abs. 1 lit. a und b kBüG ging das Kantonsgericht näher auf das Staatskundewissen der Beschwerdeführerin und auf ihre Teilnahme am Dorfleben ein. Sie habe Fragen zu den kantonalen Gremien beantworten können. Auch einige Parteien, die Aufgabenverteilung im Bundesrat und das Grössenverhältnis von National- und Ständerat seien ihr bekannt gewesen. Die Aufgaben der Vereinigten Bundesversammlung habe sie weitgehend zutreffend genannt. Nicht bekannt gewesen seien ihr hingegen die Bundesverfassung als Grundgesetz der Schweiz, die Bedeutung der "Zauberformel" und die Legislative auf Gemeindeebene. Diese Fragen könnten von einem durchschnittlichen Schweizer beantwortet werden. Die Gemeindeorganisation und insbesondere auch die Legislative sollten im Hinblick auf die Ausübung der politischen Rechte bekannt sein. Es falle auf, dass die Beschwerdeführerin kaum aktiv am Dorfleben teilnehme. Auch wenn anerkannt werde, dass sie aufgrund ihrer Arbeit und ihres Studiums unter der Woche nur wenig Zeit in ihrer Wohngemeinde verbringe, wäre zumindest an den Wochenenden ein intensiveres Engagement möglich. Sie selber habe aber ausgeführt, dass sie in keinem Verein sei und auch selten Anlässe besuche. Auch in der Kirche, wo sie früher ministriert habe, sei sie nicht mehr aktiv. Eine aktive Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde Hochdorf finde somit praktisch nicht statt. Daran ändere auch nichts, dass sie erstmals im Verfahren vor Kantonsgericht Personen nenne, die in Hochdorf lebten und zu denen sie regen Kontakt pflege, zumal sie es unterlasse, die mit diesen Personen unterhaltenen Aktivitäten zu umschreiben und dafür Beweise anzubieten. Hinsichtlich des finanziellen und strafrechtlichen Leumunds verwies das Kantonsgericht auf die Ausführungen im Entscheid des Regierungsrats und hielt fest, dass die Beschwerdeführerin diese nicht substanziiert rüge. Der Regierungsrat seinerseits legte dar, der finanzielle Leumund werde im kantonalen Einbürgerungsrecht dem guten Ruf zugerechnet (§ 12 Abs. 1 lit. c kBüG). Bei Steuerschulden empfehle es sich, grundsätzlich nur Personen einzubürgern, die seit mindestens sechs Monaten ein Zahlungsabkommen mit der Steuerbehörde einhalten. Für die provisorischen Steuern der Jahre 2013 und 2014 sei jeweils ein Zahlungsabkommen vereinbart worden. Im Grossen und Ganzen habe die Beschwerdeführerin dieses eingehalten. Zweimal habe sie gemahnt werden müssen. Zum Zeitpunkt vor dem Einbürgerungsgespräch sei eine Rate für das Jahr 2013 und eine Rate für das Jahr 2014 ausstehend gewesen. Die Beschwerdeführerin habe nicht geltend gemacht, dass es ihr unmöglich gewesen wäre, der Vereinbarung nachzukommen, oder dass sie bei der Gemeinde aufgrund geänderter Umstände um ein neues Abkommen gebeten hätte. Insofern dürfe die verzögerte Zahlung bei der Beurteilung des finanziellen Leumunds beachtet werden. Zum strafrechtlichen Leumund führte der Regierungsrat aus, es bestünden keine Strafregistereinträge. Im Jahr 2014, also während des pendenten Einbürgerungsverfahrens, sei die Beschwerdeführerin wegen eines Bagatelldelikts gebüsst worden. Dies dürfe in die Gesamtbeurteilung einfliessen, jedoch seien die konkreten Umstände (Schwere des Delikts, Zeitablauf etc.) zu berücksichtigen. Der Regierungsrat äusserte sich zudem zu den Geografiekenntnissen der Beschwerdeführerin. Er bezeichnete die Kenntnisse als nicht vollständig überzeugend, mass diesem Umstand jedoch bei der Gesamtbeurteilung keine Bedeutung zu. Zur Verankerung im Dorf hielt er fest, es falle auf, dass die Beschwerdeführerin, obwohl sie einen grossen Teil ihrer Zeit auswärts verbringe, einiges über die Gemeinde und das aktuelle Geschehen wisse. Man merke auch, dass sie in der Gemeinde aufgewachsen sei und die regelmässigen Anlässe, die Geschäfte und Quartiere kenne. Jedoch befand der Regierungsrat im Einklang mit den Erwägungen des Kantonsgerichts, es fehlten Hinweise auf eine tiefere gesellschaftliche Integration im Dorf.