Citation: I 441/06 11.05.2007 E. 4

4.1 Mit Arztbericht vom 17. April 2005 erklärte Dr. med. H.________, bisher sei seit dem 22. April 2004 bis "andauernd" eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden. Die Versicherte gebe an, wegen der schmerzhaft eingeschränkten Schulter rechts nicht mehr arbeitsfähig zu sein; der Operateur teile diese Ansicht nicht. Die seit der Kindheit bestehende schmerzlose Ankylose (Versteifung) des linken Ellbogengelenks habe die Beschwerdeführerin offenbar nicht behindert. Bei der Alltagsbewältigung bestünden seines Erachtens keine Einschränkungen; eine Wiederaufnahme der bisherigen Erwerbstätigkeit im Umfang von 50 % erscheine ihm realistisch. Aus dem Umfeld der Patientin sei ihm eine Rentenbegehrlichkeit mitgeteilt worden. Auf die Frage, ob er ergänzende medizinische Abklärungen für angezeigt halte, kreuzte er mit roter Farbe "ja" an und bekräftigte seine Aussage mit einem Ausrufezeichen. Abschliessend bemerkte er, die Motivation der Versicherten sei sehr gering, die Eingliederungschancen stünden schlecht. 4.2 Dr. med. N.________ gab mit Bericht vom 6. Juni 2005 ebenfalls an, die "bisher bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten" betrügen 100 % seit 22. April 2004. Die Versicherte sei bei der Alltagsbewältigung kaum reduziert. Auf die Frage nach der Zumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit führte Dr. med. N.________ aus, Überkopfarbeiten mit der rechten Hand seien kaum indiziert. Auf der anderen Seite dürfte eine leichte Putzarbeit durchaus möglich sein, allerdings bestehe auch noch eine linksseitige Ellbogenankylose seit der Jugend. Weiter erklärte er, leichtere Arbeiten, welche nicht mit Gewichtheben und Überkopfarbeiten verbunden seien, dürften "durchaus zumutbar" sein. Ergänzende medizinische Abklärungen schienen ihm nicht notwendig. Die Beweglichkeit der rechten Schulter habe sich in den letzten Monaten gebessert; ein Nackengriff sei möglich. 4.3 RAD-Ärztin Dr. med. E.________ führte im Bericht vom 8. Juli 2005 aus, die Einschätzungen des Hausarztes und des Orthopäden stimmten bezüglich Pathologie und Arbeitsfähigkeit überein, weshalb von zusätzlichen medizinischen Untersuchungen abgesehen werden könne. Die Erwerbsfähigkeit (recte: Arbeitsfähigkeit) in einer angepassten leichten Tätigkeit sei nicht eingeschränkt. Sowohl Dr. med. H.________ (Bericht vom 17. April 2005) als auch Dr. med. N.________ (Brief vom 16. Februar 2005) sprächen von einer Rentenbegehrlichkeit; die von Dr. med. H.________ für nötig befundene ergänzende medizinische Abklärung sei in diesem Zusammenhang zu sehen. Ein klinisches Korrelat für die geklagte Zervikobrachialgie hätte im MRI nicht festgestellt werden können, weshalb diese bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausser Acht bleiben müsse. Im Übrigen sei das Leistungsprofil auch mit einer Zervikobrachialgie vereinbar. 4.4 Mit Schreiben vom 15. August 2005 (welches die IV-Stelle als Einsprache entgegennahm) erklärte Dr. med. H.________, die Versteifung des linken Ellbogens habe die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflusst, solange der rechte Arm-/Schulterbereich intakt gewesen sei. Seit der zweimaligen Schulteroperation mit schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit sei die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit im Reinigungsdienst nicht mehr arbeitsfähig. Eine anderweitige berufliche Tätigkeit komme seines Erachtens nicht in Frage; die Arbeitsfähigkeit als Hausfrau sei sicher (im Umfang von ca. 30 %) eingeschränkt. 4.5 In ihrem Bericht vom 28. September 2005 führt RAD-Ärztin Dr. med. E.________ aus, die von Dr. med. H.________ am 15. August 2005 angeführten Leiden (eingeschränkte Beweglichkeit der rechten Schulter; Versteifung des linken Ellbogens) seien bereits in den vorangegangenen Berichten berücksichtigt worden, weshalb das am 8. Juli 2005 angegebene Zumutbarkeitsprofil weiterhin Gültigkeit habe.