Citation: 1C_214/2022 E. 2.2

2.2. Die Baubewilligung der Abteilung Bau und Umwelt vom 9. September 2019 ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen (vgl. Erwägung 2.5 des Beschlusses des Gemeinderats vom 15. Juni 2020). Die Baubewilligung leidet sodann jedenfalls nicht an einem ausserordentlich schweren und für das Bundesgericht leicht erkennbaren Mangel, sie ist somit auch nicht nichtig (vgl. BGE 137 I 273 E. 3.1). Daran ändert der Einwand der Beschwerdeführerin nichts, die Umgestaltung im Bereich des C.________wegs sei gar nicht bewilligungspflichtig gewesen. Die Baubewilligungspflicht nach kantonalem und gegebenenfalls kommunalem Recht kann weiter gefasst sein als jene nach Art. 22 RPG (vgl. Urteil 1C_580/2021 vom 17. Juni 2022 E. 3.1, m.H.). Gemäss dem Beschluss des Gemeinderats vom 15. Juni 2020 leitete dieser die Baubewilligungspflicht aus dem kantonalen Recht ab, d.h. insbesondere aus den § 44 und § 44a des Planungs- und Baugesetzes des Kantons Zug vom 26. November 1998 (PBG/ZG; BGS 721.11). Die Anwendung dieser kantonalen Bestimmungen kann das Bundesgericht nicht als solche, sondern nur unter dem Blickwinkel des übergeordneten Rechts prüfen, wobei das Willkürverbot (vgl. Art. 9 BV) im Vordergrund steht (vgl. Urteil 1C_580/2021 vom 17. Juni 2022 E. 3.4.1). Eine offensichtlich unhaltbare Auslegung von § 44 und § 44a PBG/ZG durch die Gemeinde Steinhausen wird von der Beschwerdeführerin aber nicht rechtsgenüglich geltend gemacht (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG). Auch sonst ist jedenfalls nicht offensichtlich, dass die Unterstellung der Arbeiten auf dem Grundstück der Beschwerdeführerin unter die Baubewilligungspflicht einen Verstoss gegen Bundesrecht darstellen könnte (vgl. Art. 106 Abs. 1 BGG; BGE 140 III 115 E. 2; Urteil 2C_8/2016 vom 17. Oktober 2016 E. 2.1 [nicht publ. in: BGE 143 II 187]). Danach wäre die Frage nach der Baubewilligungspflicht im Verfahren auf Erlass der Baubewilligung vom 9. September 2019 zu prüfen gewesen, die jedoch unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist. Wenn die Beschwerdeführerin mit der angeordneten Freihaltung des bestehenden Strassenraums nicht einverstanden war, hätte sie ebenfalls die Baubewilligung vom 9. September 2019 oder die damit verknüpften Anordnungen anfechten können bzw. müssen (vgl. Urteil 1C_771/2021 vom 12. Juli 2022 E. 2.3.3). Die Beschwerdeführerin bringt sodann auch nicht vor, dass sie bei der Gemeinde in dieser Sache wegen wesentlich veränderter Verhältnisse je ein Wiedererwägungsgesuch gestellt hätte. Zulässiger Streitgegenstand in den Verfahren vor dem Regierungsrat und vor der Vorinstanz waren damit nicht die Baubewilligungspflicht bzw. die Baubewilligung vom 9. September 2019 und die mit ihr verknüpften Auflagen, sondern nur noch der Beschluss des Gemeinderats vom 15. Juni 2020 betreffend Wiederherstellung des bewilligten Zustands. Somit ist zulässiger Streitgegenstand auch im bundesgerichtlichen Verfahren nicht die Rechtmässigkeit der Baubewilligung, sondern nur die der Beschwerdeführerin auferlegte Pflicht, den am 9. September 2019 bewilligten Zustand (wieder-) herzustellen. In diesem Punkt unterscheidet sich das vorliegende Verfahren denn auch von der von der Beschwerdeführerin referenzierten Angelegenheit, die das Bundesgericht in seinem Urteil 1C_379/2019 vom 7. August 2020 zu beurteilen hatte und wo die Rechtmässigkeit von konkreten baulichen Massnahmen Gegenstand des Verfahrens war.