Citation: 9C_275/2009 10.07.2009 E. 3.2

3.2.1 Das kantonale Gericht erwog, die Expertise von Dr. med. L.________ stütze sich auf eine eingehende klinische Untersuchung, eine persönliche Befragung der Versicherten und berücksichtige nebst Labor- auch Röntgenbefunde sowie die medizinischen Vorakten. Entgegen der Betrachtungsweise der Beschwerdeführerin vermag der Hinweis des Dr. med. L.________, er könne klinisch im Hals- und Brustwirbelsäulenbereich keinen gesicherten pathologischen Zustand erheben, den Beweiswert des Gutachtens nicht zu beeinträchtigen. Er verneinte nicht eine mit Röntgen nachgewiesene Pathologie (Röntgen vom 13. Januar 2006 mit ausgeprägten Ossifikationen der vorderen Längsbandstrukturen der Halswirbelsäule), sondern eine die Beschwerden erklärende Klinik. Die von ihm erkannte fehlende Konnexität zwischen Röntgennachweis und Klinik hält mit Blick auf das Privatgutachten des PD Dr. med. F.________ der Überprüfung stand, welches zwar angibt, die Beschwerdeführerin habe nach einem Unfall ab 1992 dokumentierte Probleme mit der HWS und radiologisch seien spondylophytäre Ausziehungen im Bereich der HWS vorhanden. Jedoch beschreibt PD Dr. med. F.________ weder posttraumatische Veränderungen, noch erklärt er die Klinik (Druckdolenz einzig im zervikothorakalen Übergang) mit den bildgebenden Verhältnissen (spondylophytäre Ausziehungen im Bereich der HWS). Zudem führt Frau Dr. med. R.________ in den aktenkundigen Diagnoselisten keine HWS-Pathologien auf. Der von der Versicherten beigezogene Gutachter erläutert im Weiteren den Zusammenhang der leichtgradigen Keildeformation des BWK 6 zum erkannten Thoracovertebralsyndrom nicht, welche Symptomatik diagnostisch erwähnt ist, in die Beurteilung allerdings nicht einfloss. Es wird allein ein Druckschmerz im zervikothorakalen Übergang erwähnt, hingegen nicht auf der Höhe des BWK 6. Im Bericht der behandelnden Ärztin, Frau Dr. med. R.________, vom 17. Mai 2005 werden retrosternale Thoraxschmerzen genannt, was nicht auf eine spondylogene Schmerzursache hindeutet. 3.2.2 Der Beweiswert der Expertise des Dr. med. L.________ erfährt im Weiteren durch die im November 2005 stattgefundene Steroidbehandlung mit günstigem Einfluss auf die Beschwerden keine Minderung. Denn einerseits war sich Dr. med. L.________ der Schwankungen im Beschwerdebild bewusst, und anderseits durfte er die positive Wirkung der Therapie bei der Zumutbarkeitsschätzung grundsätzlich berücksichtigen. In den gleichen Zusammenhang ist die von Dr. med. L.________ vorgeschlagene Gewichtsreduktion zu stellen. Die Empfehlung und Einschätzung dieser sowohl verhältnismässigen wie wirksamen Therapiemassnahme beeinträchtigt die Beweiskraft der Expertise schon deshalb nicht, weil auch Frau Dr. med. R.________ im Bericht vom 17. Mai 2005 zu einer Gewichtsabnahme geraten hat (BMI 24,5). Mit dem (sinngemässen) Vorwurf, Dr. med. L.________ schreibe dem Übergewicht (diesmal BMI 25,5) eine zu grosse Bedeutung für die Schmerzgenese zu, lässt PD Dr. med. F.________ unbeachtet, dass Dr. med. L.________ die Gewichtsreduktion als eine unter anderen Massnahmen vorschlug. Davon abgesehen ist im Lichte der Diagnose eines Hypermobilitätssyndroms der Einbezug des Körpergewichts in die therapeutischen Überlegungen nachvollziehbar. 3.2.3 Nach durchgeführter Untersuchung verneinte Dr. med. L.________ klinisch ein Sehneneinklemmphänomen, woraus PD Dr. med. F.________ den unzulässigen Schluss zog, es würden hiemit Veränderungen verkannt, welche zu subakromialen Einklemmungen führen können. Die Aussage des Dr. med. L.________ besagt jedoch nur, dass anlässlich der Untersuchung keine Einklemmungen vorhanden waren. Dessen weitergehende Feststellung einer freien Schulterbeweglichkeit steht in Einklang sowohl mit der funktionellen Ultraschalluntersuchung vom 2. März 2005 wie auch jener vom 7. November 2006, auf welche PD Dr. med. F.________ seine Argumentation stützt. Schliesslich ist hinsichtlich der vom Privatgutachter als "am eindrücklichsten" bezeichneten Veränderungen im Bereich der Kniegelenke auf die am 13. Januar 2006 durchgeführte Röntgenuntersuchung mit einem Normalbefund hinzuweisen. Die bildgebenden Verhältnisse stehen folglich nicht in Einklang mit der Befundbeschreibung des PD Dr. med. F.________, welcher die Abweichungen nicht erläutert. Beweisrechtlich relevante Fehler am Gutachten des Dr. med. L.________ sind damit nicht dargetan. 3.3 Soweit der vorinstanzliche Entscheid die Einschätzung der Leistungsfähigkeit durch PD Dr. med. F.________ beanstandet, wird damit - entgegen der Beschwerdeführerin - nicht ein sachfremdes Kriterium berücksichtigt. Vielmehr ist eine nachvollziehbare und schlüssige Leistungsschätzung wesentlich für die Aussagekraft des Gutachtens. Wenn die Versicherte sinngemäss die Bedeutung der Leistungseinschätzung damit bestreitet, dass die Expertise des PD Dr. med. F.________ in erster Linie objektive Punkte aufzeige, welche Dr. med. L.________ nicht beachtet habe, stehen dem die Fragen nach der zumutbaren Arbeitsfähigkeit im Privatgutachten entgegen, welche den Zweck der Begutachtung aufzeigen. Der Leistungsfähigkeitsschätzung des PD Dr. med. F.________ folgte das vorinstanzliche Gericht aus einlässlichen Gründen nicht. Insgesamt hat das kantonale Gericht im Rahmen einer bundesrechtlich korrekten Beweiswürdigung die Beweistauglichkeit der Administrativexpertise vom 23. Januar 2006 mit Recht bejaht.