Citation: 4C.177/2001 01.02.2002 E. 2

2.- a) Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, dass zur Vermeidung einer Übervorteilung des Schuldners bei Selbsteintritt wesentlich strengere Anforderungen an die erforderliche Abrechung als bei der freihändigen Verwertung von Aktien mit einem bestimmten Börsenpreis gestellt werden müssen. Der Schuldner müsse in der Lage sein, die in der Abrechnung enthaltenen Angaben auf ihre Richtigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen. Sodann erachtet der Beklagte die vorgewiesene Unternehmensbewertung als ein in keiner Weise den erwähnten Anforderungen genügendes Parteigutachten. Er wirft der Vorinstanz auch eine in diesem Zusammenhang unrichtige Beweislastverteilung vor. b) Durch Zession ist die Y.________ AG Gläubigerin der Darlehensforderung geworden. Was den Selbsteintritt betrifft, ist sie Berechtigte am Partizipationsschein und an den Aktien geworden. Die Klägerin ist somit infolge der Forderungsabtretung an die Y.________ AG unter Übertragung aller Sicherheiten, d.h. auch der Pfandrechte, bezüglich der bei ihr verbleibenden Zinsforderung nicht mehr Pfandgläubigerin. Denn haben die Vertragsparteien wie vorliegend etwas anderes vorgesehen, entsteht bei teilweiser Abtretung einer Pfandforderung nicht von Gesetzes wegen für jede Teilforderung ein Pfandrecht von gleichem Rang (vgl. Zobl, Berner Kommentar, N 285 zu Art. 884 ZGB). Ferner wird bei Abtretung von pfandgesicherten Forderungen auch das Pfandrecht mitübertragen, ohne dass der Verpfänder hierfür sein Einverständnis geben muss (Zobl, a.a.O., N 287 zu Art. 884 ZGB; Oftinger/Bär, Zürcher Kommentar, N 164 zu Art. 884 ZGB). Damit steht, wie die Vorinstanz zu Recht annimmt, eine Anrechnung des bei der Pfandverwertung erzielten oder erzielbaren Erlöses ausser Diskussion. Es stellt sich jedoch im Berufungsverfahren die Frage, ob die Klägerin als Zedentin der Pfandrechte nicht für eine allfällige Pflichtverletzung seitens der Zessionarin im Zusammenhang mit der Pfandverwertung (mit)hafte. In der schweizerischen Doktrin wird die Frage kontrovers beantwortet (ablehnend: Zobl, a.a.O., N 21 zu Art. 890 ZGB, mit Hinweisen; befürwortend: Oftinger/Bär, a.a.O., N 31 zu Art. 890 ZGB). Selbst wenn aber von der Möglichkeit einer (Mit)verantwortung der Zedentin auszugehen wäre, könnte der Beklagte im vorliegenden Fall infolge des Verrechnungsausschlusses und mangels Widerklage daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten (s. dazu E. 2e des Urteils zur staatsrechtlichen Beschwerde). Somit erübrigt es sich, die weiteren Vorbringen des Beklagten, die sich auf eine Abrechnungspflicht der Klägerin stützen, zu prüfen.