Citation: 1C_244/2020 E. 5.2.2

5.2.2. Art. 5 der kantonalen Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) regelt i.V.m. Art. 8 Abs. 2 des kantonalen Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) die Anforderungen an die Erschliessung für ein Bauvorhaben bei einer bestehenden Strasse, die den Anforderungen an eine neue Erschliessung nicht entspricht. Dabei sind die Anforderungen gemäss Art. 5 lit. a BauV für Neubauten strenger als gemäss Art. 5 lit. b BauV für Umbauten, Erweiterungen und Zweckänderungen. Im ersten Fall genügt die bestehende Erschliessungsanlage, wenn die insgesamt zu erwartende Mehrbelastung verhältnismässig gering ist und Verkehrssicherheit und Brandbekämpfung gewährleistet sind (Art. 5 lit. a BauV). Im zweiten Fall genügt es, dass die Änderung keine wesentliche Mehrbelastung bringt (Art. 5 lit. b BauV). Die Vorinstanz hat das umstrittene Bauvorhaben als Umbau mit Zweckänderung unter Art. 5 lit. b BauV eingeordnet, obwohl es in lärmrechtlicher Hinsicht eine Neuanlage darstellt. Aus Art. 5 lit. b BauV hat die Vorinstanz abgeleitet, dass das Bauvorhaben weder deutlichen Mehrverkehr verursachen noch auf unzulässige Weise Polizeigüter wie die Verkehrssicherheit beeinträchtigen dürfe. Beides ist nach der Vorinstanz nicht der Fall. Dabei hat sie sich auf einen Amtsbericht des kantonalen Tiefbauamts (TBA) vom 5. November 2018 gestützt; die Einwände der Beschwerdeführerinnen gegen diesen Amtsbericht hat sie verworfen.