Citation: 6B_986/2017 E. 2.2.2

2.2.2. In rechtlicher Hinsicht geht die Vorinstanz in Bezug auf die Vergabe der IT-Dienstleistungen "Business Analyst DaZu 2007 und 2008" (Erst- und zweites Folgemandat D.________) davon aus, dass dem Beschwerdeführer in Anbetracht seiner Stellung als IT-Projektleiter sowie aufgrund seines Fachwissens, seiner Projektkenntnisse und seines Netzwerks im IT-Bereich faktische Entscheidkompetenz zugekommen sei. Zudem sei er während seiner Anstellungszeit am Gewinn der A.________ GmbH beteiligt gewesen und habe für die Vermittlung von Mandaten - auch nach seinem formellen Ausscheiden aus der A.________ GmbH - eine Provision erhalten, so dass er ein eigenes Interesse an der Vergabe des Auftrags an die A.________ GmbH gehabt habe. Mit der Steuerung des Einladeverfahrens zugunsten der A.________ GmbH habe er sein Ermessen überschritten und seine Pflichten verletzt. Sein Vorgehen habe einen ideellen Schaden bewirkt. Er habe das private Interesse der A.________ GmbH am Erhalt eines Auftrags, ohne sich einem Wettbewerb stellen zu müssen, gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Gleichbehandlung der Anbieter bevorzugt. Dadurch sei das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Ordnungs- und Rechtmässigkeit öffentlicher Beschaffungen im BAFU, insbesondere jenes der Anbieter in die Gleichbehandlung bei der Vergabe von staatlichen Aufträgen, beeinträchtigt worden (angefochtenes Urteil S. 53 ff., 63 ff.). In Bezug auf die Vergabe der IT-Dienstleistung "Solution Engineer Indikatoren Datenbank" nimmt die Vorinstanz an, der Vertrag mit der K.________ AG sei auf der Basis der nachträglich eingeholten Offerte zu einem im Vergleich zum ursprünglichen Angebot um CHF 9.15 höheren Stundenansatz abgeschlossen worden. Es sei nicht ersichtlich, aus welchem Grund die K.________ AG nachträglich, nachdem R.________ seine Tätigkeit für das BAFU bereits aufgenommen hatte, ihr Angebot hätte anpassen sollen. Nur der Beschwerdeführer habe gewusst, dass die K.________ AG diese IT-Dienstleistung ursprünglich zu einem günstigeren Stundenansatz offeriert habe. Er habe seine Vorgesetzten und die Entscheidungsinstanz über diesen Umstand nicht informiert. Indem er die Vergabe für die K.________ AG zu einem höheren Stundenansatz ermöglicht habe, habe er ebenfalls sein Ermessen überschritten. Zudem habe er das private Interesse der K.________ AG am Erhalt eines Auftrags zu einem höheren als dem ursprünglich offerierten Stundenansatz gegenüber dem öffentlichen Interesse an einem wirtschaftlichen Einsatz öffentlicher Mittel bevorzugt. Der finanzielle Schaden des Bundes liege im erhöhten Aufwand von CHF 7'823.25 (855 Stunden zu CHF 9.15). Zudem habe sein Vorgehen auch hier das Vertrauen der Anbieter in die Gleichbehandlung bei der Vergabe staatlicher Aufträge beeinträchtigt (angefochtenes Urteil S. 71 ff.). Schliesslich habe der Beschwerdeführer auch in Bezug auf die IT-Dienstleistung "System DaZu - Testmanagement" seine Pflichten verletzt. Indem er die B.________ GmbH, welche zuvor auf seine Veranlassung hin wesentliche Teile der Ausschreibungsunterlagen selbst ausgearbeitet habe, zum Vergabeverfahren eingeladen habe, er ihr die Preise der Mitbewerber mitgeteilt und ihr die Möglichkeit eingeräumt habe, ihre Offerte anzupassen, habe er ihr einen unrechtmässigen Wettbewerbsvorteil verschafft. Damit habe er das private Interesse der B.________ GmbH am Erhalt eines staatlichen Auftrags gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Gleichbehandlung der Anbieter in den Vordergrund gestellt. Das Vertrauen der Anbieter in die Gleichbehandlung bei der Vergabe staatlicher Aufträge sei damit effektiv beeinträchtigt worden, so dass hier ebenfalls zumindest ein ideeller Schaden erstellt sei (angefochtenes Urteil S. 82 ff.). In subjektiver Hinsicht nimmt die Vorinstanz an, der Beschwerdeführer habe mit Vorsatz gehandelt. Er habe jeweils gewusst, dass von den weiteren angefragten Unternehmen kein konkurrenzfähiges Angebot eingehen würde und dass er die berücksichtigten Firmen durch sein Vorgehen in eine vorteilhafte Lage gebracht habe. Der unrechtmässige Vorteil der Firmen, die den Zuschlag erhalten hätten, habe darin gelegen, dass sie zu staatlichen Aufträgen gekommen seien, ohne sich faktisch gegen Mitbewerber durchsetzen zu müssen. Dadurch hätten sie einen finanziellen Vorteil im Umfang des Auftragswerts erlangt. Der Beschwerdeführer selbst habe zudem jeweils die Auszahlung einer Provision beabsichtigt, welche ebenfalls einen unrechtmässigen Vorteil darstellten. Bei der Vergabe IT-Dienstleistung "Solution Engineer Indikatoren Datenbank" habe der Beschwerdeführer überdies gewusst, dass die K.________ AG zunächst ein günstigeres Angebot eingereicht habe. Aus dem Umstand, dass er dies gegenüber seinen Vorgesetzten und der Entscheidungsinstanz verschwiegen habe, ergebe sich, dass er den Zuschlag auf der Grundlage des nachträglich erhöhten Angebots gewollt habe (angefochtenes Urteil S. 57 f., 64 f., 73, 86).