Citation: U 432/04 04.04.2005 E. 3

Was die psychische Komponente anbelangt, hat es die Vorinstanz abgelehnt, eine daraus resultierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen, da insoweit die Adäquanz des Kausalzusammenhangs nicht gegeben sei. Der Beschwerdeführer geht demgegenüber von einer Bejahung der Adäquanz aus. 3.1 Über den Hergang des Unfalls vom 21. Januar 2002 ist den Akten zu entnehmen, dass der Versicherte ein 414 kg schweres, je 265 cm hohes und breites Schalungselement mit einem Kran anheben wollte. Da das Element nicht gesichert war, kippte es jedoch in Richtung des Beschwerdeführers. Dieser versuchte wegzurennen, wurde jedoch im Bereich der linken Flanke bzw. des Kreuzes getroffen. Der weitere Sturz des Elementes wurde gestoppt, weil es auf einen Holzstapel fiel. Der Versicherte arbeitete nach diesem Vorfall zunächst rund drei Stunden lang weiter und suchte dann Dr. med. F.________ auf, der unter anderem eine massivste Druckdolenz der LWS paravertebral mit Schürfmarken links über dem Beckenkamm feststellte und ein Quetschtrauma LWS/Becken diagnostizierte. Das erstellte Röntgenbild ergab keine Fraktur der Wirbelkörper. Auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen sowie mit Blick auf die entsprechende Praxis (RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 f. Erw. 4b/bb) ist dieses Ereignis im Rahmen der rechtsprechungsgemäss vorzunehmenden Kategorisierung (BGE 115 V 138 Erw. 6) als mittelschwerer Unfall zu qualifizieren, wobei er innerhalb dieser Gruppe nicht zu den schwereren gehört. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diese Einstufung erhobenen Einwände überzeugen nicht. Denn im Rahmen der Einteilung der Unfälle ist vom objektiv fassbaren Unfallereignis und nicht vom subjektiven Unfallerlebnis auszugehen (BGE 115 V 139 oben Erw. 6; Urteil P. vom 7. August 2003, U 290/02, Erw. 4.3 und 4.4). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit zu bejahen, wenn eines der massgebenden unfallbezogenen Kriterien (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder mehrere Kriterien erfüllt sind (BGE 115 V 140 f. Erw. 6c/bb). 3.2 Laut den medizinischen Akten zog sich der Beschwerdeführer ein Quetschtrauma im Bereich LWS/Becken zu. Die Heilung dieser Verletzungen, welche weder besonders schwer waren noch auf Grund ihrer Art speziell geeignet sind, eine psychische Fehlverarbeitung hervorzurufen, begegnete aus rein somatischer Sicht keinen aussergewöhnlichen Schwierigkeiten. Die aufgetretenen Komplikationen haben ihren Grund nach Lage der Akten in der psychischen Fehlverarbeitung, welche bei der Beurteilung der Kriterien ausgeklammert werden muss. So äusserte Dr. med. F.________ bereits im Arztzeugnis UVG vom 22. März 2002 und noch deutlicher in seinem Bericht vom 15. April 2002 den Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung. Die weiteren Untersuchungen bestätigten das weitgehende Fehlen unfallbedingter, organisch nachweisbarer Befunde, welche die fortbestehenden Beschwerden erklären könnten. Unter diesen Umständen ist auch das Kriterium des erheblichen Grades und der langen Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt (vgl. dazu RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544). Körperliche Dauerschmerzen könnten nach Ansicht von Dr. med. L.________ (Stellungnahme zum Integritätsschaden vom 21. November 2002) in relativ geringem Mass auch unter Ausklammerung der psychischen Anteile vorliegen, sodass allenfalls dieses Kriterium, jedoch wenig ausgeprägt, gegeben ist. Unter diesen Umständen wäre die Adäquanz selbst dann zu verneinen, wenn angesichts eines auf einen Menschen zustürzenden, je 265 cm hohen und breiten, mehr als 400 kg schweren Gegenstandes das Merkmal der besonderen Eindrücklichkeit als erfüllt angesehen würde. Denn auch dieses Kriterium liegt jedenfalls nicht in derart ausgeprägter Weise vor, dass sich die Adäquanz bejahen liesse. Da somit die unfallbezogenen Kriterien nicht in der praxisgemäss erforderlichen Weise erfüllt sind, hat die psychische Fehlverarbeitung bei der Anspruchsbeurteilung ausser Betracht zu bleiben, und es können nur die somatischen Komponenten berücksichtigt werden.