Citation: 6B_430/2012 E. 3.4.4

3.4.4. Unerheblich ist, dass nach der Auffassung der Vorinstanz die Beschwerdegegner mit Ausnahme des Beschwerdegegners X.________ gutgläubig waren und weder wussten noch wissen konnten, dass der Beschwerdegegner X.________ die B.________ AG-Aktien pflichtwidrig zu einem deutlich zu niedrigen Preis an sie veräussert hatte. Der gute Glaube ist nur im Anwendungsfall von Art. 70 Abs. 2 StGB von Bedeutung. Danach ist die Einziehung ausgeschlossen, wenn ein Dritter die Vermögenswerte in Unkenntnis der Einziehungsgründe erworben hat und soweit er für sie eine gleichwertige Gegenleistung erbracht hat oder die Einziehung ihm gegenüber sonst eine unverhältnismässige Härte darstellen würde. Diese Bestimmung ist vorliegend nicht anwendbar. Die Beschwerdegegner V.________, W.________, Y.________ und Z.________ erwarben nicht im Sinne von Art. 70 Abs. 2 StGB Vermögenswerte, welche der Beschwerdegegner X.________ zuvor durch eine strafbare Handlung erlangt hatte. Die Straftat des Beschwerdegegners X.________ besteht vielmehr gerade darin, dass er als Geschäftsführer der A.________ B.________ AG-Aktien, welche der A.________ gehörten, pflichtwidrig zu einem deutlich zu niedrigen Preis an sich selbst und an die übrigen Beschwerdegegner verkaufte. Die Vermögenswerte kamen den Beschwerdegegnern mithin unmittelbar durch die Straftat zu. In dieser Konstellation ist Art. 70 Abs. 2 StGB nicht anwendbar (Urteile 6B_344/2007 vom 1. Juli 2008 E. 4.3.1; 6B_80/2011 vom 8. September 2011 E. 4.2; TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 70 StGB N. 11).