Citation: 8C_212/2014 E. 4.2.2

4.2.2. Der Versicherte stellt den Kausalzusammenhang für die Zeit vom 1. Oktober 2009 bis 30. November 2010 nicht in Frage, ist aber unter Berufung auf die zitierte Rechtsprechung (E. 4.2.1 hiervor) der Ansicht, die Weiterausrichtung der Rente durch die IV-Stelle nach Kenntnisnahme seines Schreibens vom 5. November 2010 könne nicht mehr auf die Meldepflichtverletzung zurückgeführt werden, weshalb eine Rückzahlungspflicht für die Zeit ab 1. Dezember 2010 ausscheide. Bei dieser Argumentation übersieht er allerdings, dass er mit seiner Meldung vom 5. November 2010 den Kausalzusammenhang nicht unterbrochen hatte. Es ist einzuräumen, dass die Vorinstanz in ihren Erwägungen konstatiert, er sei der Meldepflicht "frühestens" mit diesem Brief nachgekommen. Sie gibt aber andernorts klar zu erkennen, dass das Schreiben (nur) Anhaltspunkte lieferte, welche Anlass zu weiteren Abklärungen boten. Diese Feststellung ist nicht offensichtlich unrichtig. Denn die - unvollständige - Meldung vom 5. Dezember 2010 allein vermochte die IV-Stelle nicht in die Lage zu versetzen, den zumindest ab 1. Oktober 2009 fehlenden Rentenanspruch zu erkennen und somit mit einer sofortigen Einstellung der Rentenzahlungen zu reagieren. Zu berücksichtigen ist, dass sich der Versicherte im Rahmen der dem Schreiben vom 5. November 2010 folgenden Vorbescheidverfahren auf den Standpunkt stellte, er sei schon vor Eintritt der Invalidität - seit dem Jahr 1989 - neben seinem 100%igen Haupterwerb einem Nebenerwerb als Fussballtrainer nachgegangen, weshalb der daraus resultierende Verdienst zum Valideneinkommen zu zählen sei; unter anderem deswegen bleibe es auch unter Anrechnung der in den letzten Jahren erzielten Verdienste (beim Invalideneinkommen) unverändert bei einer halben Rente. Sein Einwand gegen eine Einstellung der Invalidenrente war - bei unvollständiger Aktenkenntnis - durchaus nachvollziehbar. Die Weiterausrichtung der Rente bis kurz nach Erlass der Verfügung vom 28. März 2012 kann daher nicht als Zugeständnis der Verwaltung interpretiert werden, die Rente trotz der im November 2010 bekannt gewordenen veränderten Verhältnisse in finanzieller Hinsicht weiterhin in bisherigem Umfang auszurichten. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass sie die Rentenzahlungen solange nicht einstellen wollte, als die gewichtigen Einwände des Beschwerdeführers nicht entkräftet waren. Der Beschwerdeführer bestritt im Übrigen auch noch im Verfahren vor dem kantonalen Gericht, dass sich die nicht gemeldeten Veränderungen auf den Rentenanspruch ausgewirkt hätten. Stattdessen ging er unverändert davon aus, dass ab 1. Juli 2006 ein wesentlich höheres Valideneinkommen angenommen werden müsse, was dazu führe, dass ihm materiell auch unter Berücksichtigung des tatsächlich erzielten Einkommens weiterhin eine halbe Rente zustehe. Die Vorinstanz entkräftete diese Argumentation mit dem Hinweis, er habe seine Nebenerwerbstätigkeit als Fussballtrainer und -funktionär erst am 1. Juli 2006, also nach dem letzten (tatsächlichen) Arbeitstag bei der B.________ AG am 31. Mai 2006, aufgenommen. Die Haupterwerbs- und die Nebenerwerbstätigkeiten seien also faktisch nie parallel zueinander ausgeübt worden. Aus dem Umstand, dass er nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit als Fussballfunktionär tätig geworden sei, lasse sich nicht ableiten, er hätte dies auch im Gesundheitsfall, neben der Hauptbeschäftigung getan. Die Voraussetzungen, unter welchen die Tätigkeit mit den gesundheitlichen Einschränkungen Rückschlüsse auf die beruflichen Aktivitäten im Gesundheitsfall zulasse, seien hier nicht erfüllt. Vielmehr müsse davon ausgegangen werden, erst der Wegfall der früheren Haupterwerbstätigkeit habe es dem Beschwerdeführer ermöglicht, seine Erwerbstätigkeit als Fussballfunktionär und -trainer auf das spätere Ausmass, welches ab 1. Juli 2006 einem 50%-Pensum und jedenfalls ab 1. Juli 2009 einem Vollzeitpensum entsprochen habe, auszubauen. Gegen diese Einschätzung erhebt der Beschwerdeführer letztinstanzlich keine Einwände mehr. Da die Verwaltung im Nachgang zur Meldung vom 5. November 2010 unmissverständlich zu erkennen gab, dass sie nicht gewillt war, die bisherige Rente trotz veränderter Verhältnisse weiterhin auszurichten (im Gegensatz zum Sachverhalt, wie er BGE 119 V 431 E. 4b S. 435 zugrunde lag), ist der - implizite - Schluss des kantonalen Gerichts auf einen über November 2010 hinaus bestehenden Kausalzusammenhang zwischen Meldepflichtverletzung und Schaden im Rahmen der eingeschränkten Überprüfungsbefugnis des Bundesgerichts (E. 1 hiervor) nicht zu beanstanden.