Citation: 1P.42/2003 12.02.2003 E. 3

3.1 Der Präsident der Anklagekammer leitet die Kollusionsgefahr zum einen daraus ab, dass der Beschwerdeführer vor seiner Festnahme die SIM-Card seines Mobiltelefons weggeworfen hatte. Über die zur SIM-Card gehörende Nummer habe der Beschwerdeführer seine Drogengeschäfte abgewickelt. Das Wegwerfen der SIM-Card stelle eine eigentliche Kollusionshandlung dar, weil damit ein Beweismittel vernichtet worden sei. Zum andern habe sich der Beschwerdeführer einer "Verschleierungssprache" bedient, um seine Drogengeschäfte abzuwickeln. Anstelle von "500 g Heroin" habe er am Telefon von "500 DM" gesprochen, und der Ausdruck "2'500 Franken" sei gleichbedeutend mit "2.5 kg Heroin". Die Kollusionsbereitschaft drücke sich auch darin aus, dass sich der Beschwerdeführer im Gefängnis verbotenerweise eine SIM-Card beschafft habe und vom Gefängnis aus Telefongespräche geführt habe. 3.2 Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, die Tatsache, dass er - wie er in der polizeilichen Einvernahme vom 9. August 2001 zugestanden habe - die SIM-Card zu seinem Handy weggeworfen habe, stelle keine Kollusionshandlung dar. Er habe die SIM-Card vor Einleitung der gegen ihn gerichteten Untersuchung weggeworfen, nachdem ein Mitbeschuldigter verhaftet worden sei. Dass er während seiner Delinquenz im Mai 2001 eine Verschleierungssprache benutzt habe, sei bei der Beurteilung, ob heute konkrete Indizien für eine aktuelle Kollusionsgefahr beständen, nicht massgeblich. Ebenso wenig könne eine Kollusionsgefahr aus dem Verhalten des Beschwerdeführers nach Abschluss des Untersuchungsverfahren hergeleitet werden, indem ihm der Besitz einer SIM-Card in der Strafanstalt vorgeworfen werde. Eine Kollusionsgefahr dürfe im jetzigen Verfahrensstadium, vor dem Hintergrund der abgeschlossenen Untersuchung, praxisgemäss nur dann bejaht werden, wenn mehr als eine theoretische Möglichkeit bestehe, dass der Angeschuldigte in Freiheit kolludieren könnte.