Citation: 6B_575/2018 E. 2.1

2.1. Angesichts des Zusammenstosses ist von einem Verkehrsunfall auszugehen (BGE 122 IV 356 E. 3a S. 357). Die Rechtsfrage entscheidet sich somit danach, ob der Knabe "verletzt" wurde (vgl. BGE 124 IV 79 E. 2c S. 80) und damit das objektive Tatbestandsmerkmal der "Verletzung" im Sinne von Art. 92 Abs. 2 SVG erfüllt ist (BGE 122 IV 356 E. 3b S. 358). Die Vorinstanz nimmt an, bereits leichte Schürfungen oder Prellungen seien Personenschaden im Sinne von Art. 92 Abs. 2 SVG; nicht unter diese Bestimmung falle, wenn eine Person nur absolut geringfügige, praktisch bedeutungslose Schäden erlitten habe, denen kaum Beachtung geschenkt werden müsse (Urteil S. 5 mit Hinweis auf das Urteil 6B_528/2015 vom 6. Oktober 2015 E. 3.3). Der Beschwerdeführer wendet ein, die Vorinstanz stütze sich (lediglich) auf ein nicht amtlich publiziertes bundesgerichtliches Urteil. Art. 92 Abs. 2 SVG bedürfe der Konkretisierung. Die Erläuterung finde sich in Art. 55 Abs. 2 VRV, wo ausdrücklich festgehalten werde, die Meldung an die Polizei sei nicht erforderlich bei kleinen Schürfungen oder Prellungen. Der Gesetzgeber habe offensichtlich den Verletzungsgrad als Minimum einer Verletzung im Sinne von Art. 92 Abs. 2 SVG definiert. Es könne ein Verhalten nicht strafbar sein, welches in der Ausführungsverordnung ausdrücklich als rechtmässig bezeichnet werde (Beschwerde S. 4).