Citation: 7B_554/2023 E. 5.5

5.5. Wie sich bereits aus den obigen materiellrechtlichen Erwägungen zum angefochtenen (Teil-) Entsiegelungsenscheid ergibt, hatte die Staatsanwaltschaft am 7. Februar 2023 keinen zwingenden Anlass, den Beschwerdeführer im Rahmen der Edition von Bankunterlagen der betroffenen Gesellschaft von Amtes wegen als möglichen Siegelungsberechtigten beizuziehen, zumal er als Beschuldigter nicht berechtigt war (und ist), in derselben Strafsache das Arztgeheimnis als Entsiegelungshindernis anzurufen (Art. 264 Abs. 1 lit. c StPO; BGE 141 IV 77 E. 5.2; 140 IV 108 E. 6.5; 138 IV 225 E. 6.1-6.2). Da keine höchstpersönlichen Krankengeschichten bzw. Arztberichte zu edieren waren oder ediert wurden, waren auch keine Patientinnen oder Patienten als Drittbetroffene beizuziehen (vgl. BGE 141 IV 77 E. 5.2). Ein Siegelungsbegehren seitens der Konteninhaberin oder einer anderen siegelungsberechtigten Person lag am 7. Februar 2023 nicht vor, weshalb die Staatsanwaltschaft die edierten Bankunterlagen grundsätzlich ohne förmliches Entsiegelungsverfahren durchsuchen und zu den Akten nehmen durfte (Art. 246 f. StPO). Nach erfolgter Durchsuchung durch die Staatsanwaltschaft besteht kein aktuelles Rechtsschutzinteresse mehr an der Wahrung des vom Beschwerdeführer angerufenen Arztgeheimnisses (vgl. BGE 114 Ib 357 E. 4; Urteile 1B_313/2021 vom 10. März 2022 E. 3.5; 1B_24/2019 vom 27. Februar 2019 E. 2.2). Eine missbräuchliche Umgehung des Rechtsschutzes ist in der vorliegenden Konstellation nicht dargetan. Im Übrigen wäre auch nicht ersichtlich, inwiefern bezüglich der am 7. Februar 2023 edierten Bankunterlagen - im Falle ihrer nachträglichen Siegelung und einer materiellen Prüfung der Entsiegelungsvoraussetzungen - andere Kriterien gelten würden als die in den obigen Erwägungen (E. 2-4) erörterten. Insofern kämen eine nachträgliche Siegelung der bereits durchsuchten Bankunterlagen und die Einleitung eines förmlichen Entsiegelungsverfahrens einem Prozessleerlauf gleich (vgl. Urteile 7B_97/2022 vom 28. September 2023 E. 4.3; 1B_464/ 2012 vom 7. März 2013 E. 3). Dass die Vorinstanz auf das Entsiegelungsgesuch (in dessen Eventualstandpunkt) nicht eintrat, soweit dieses die mittels Editionsverfügung vom 7. Februar 2023 erhobenen und bereits durchsuchten Bankunterlagen betraf, hält vor dem Bundesrecht stand.