Citation: 8C_131/2020 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, das kantonale Gericht habe den Sachverhalt unvollständig abgeklärt und es habe die vorgelegten Beweismittel unrichtig gewürdigt. Er beruft sich dabei im Wesentlichen auf die vom Bezirksgericht Andelfingen durchgeführten, in dessen Urteil vom 17. Januar 2019 dokumentierten Partei- und Zeugenbefragungen. Dem Urteil dieses Gerichts ist indessen zu entnehmen, dass es sich einzig mit der Frage beschäftigte, ob der Arbeitgeber für die Folgen des Unfalls vom 11. Juli 2011 aus zivilrechtlicher Sicht wegen mangelnder Instruktion oder Aufsicht des Versicherten beim Besteigen der Kirschbäume und Pflücken der Früchte hafte. So hielt es im Dispositiv fest, dass es über die Kosten- und Entschädigungsfolgen erst im Endentscheid befinden werde. Inwiefern die Protokolle der Partei- und Zeugenbefragungen des Bezirksgerichts Andelfingen zur Frage, wie der versicherte Verdienst im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren zu ermitteln sei, entscheidende Hinweise zum tatsächlich geleisteten Arbeitspensum liefern sollten, ist daher nicht nachzuvollziehen. Der Beschwerdeführer übersieht insgesamt, dass der oder die Angestellte erfahrungsgemäss im landwirtschaftlichen Arbeitsverhältnis oft in die Familie des Arbeitgebers eingebunden sind und mithin auch an Tagen zum Mittag- und Abendessen eingeladen werden, während welchen sie nicht gearbeitet haben. Offensichtlich hat der Gesetzgeber unter anderem aus diesem Grund mit Art. 359 Abs. 1 OR bestimmt, dass die Kantone einen Normalarbeitsvertrag für einzelne Arten von Arbeitsverhältnissen Bestimmungen über deren Abschluss, Inhalt und Beendigung zu erstellen haben (Abs. 1). Für das Arbeitsverhältnis der landwirtschaftlichen Arbeitnehmer und der Arbeitnehmer im Hausdienst haben die Kantone Normalarbeitsverträge zu erlassen, die namentlich die Arbeits- und Ruhezeit ordnen und die Arbeitsbedingungen der weiblichen und jugendlichen Arbeitnehmer regeln (Abs. 2). In Nachachtung dieser bundesrechtlichen Vorgaben hat der Regierungsrat des Kantons Zürich am 2. März 2005 unter dem Titel "Normalarbeitsvertrag für das landwirtschaftliche Arbeitsverhältnis" mehrere Vorschriften erlassen (Zürcher Gesetzessammlung 821.13). Aus diesen lässt sich jedoch entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers für die Bestimmung des versicherten Verdiensts gemäss UVG nichts herleiten. Vielmehr gilt der im OR allgemein gültig verankerte Grundsatz, dass auch im Kanton Zürich im Bereiche der Landwirtschaft mündlich vereinbarte Verträge als rechtskräftig abgeschlossen zu gelten haben. Daher ist der Hinweis des Beschwerdeführers auf § 7 Abs. 1 des Normalarbeitsvertrages, wonach die wöchentliche Arbeitszeit im Jahresdurchschnitt 55 Stunden betragen soll, entgegen seiner Auffassung ein Argument gegen sein Vorbringen, der Arbeitgeber habe sich im zivilrechtlichen Haftpflichtverfahren über ein falsches Verständnis von Teilzeitarbeit geäussert. Vielmehr hat er sich offensichtlich gerade bezogen auf die 55-stündige Woche gemäss § 7 Abs. 1 des Normalarbeitsvertrags als vergleichenden Parameter für die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden bezogen. Nach dieser Bestimmung beträgt die wöchentliche Arbeitszeit im Jahresdurchschnitt 55 Stunden. Insoweit ist die Aussage des Arbeitgebers im zivilrechtlichen Haftpflichtprozess, er erachte die vom Beschwerdeführer geleisteten Arbeitsstunden als Teilzeitarbeit im landwirtschaftlichen Gewerbe, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ohne Weiteres nachzuvollziehen. Inwieweit der Arbeitgeber die Vorschriften des OR oder des Normalarbeitsvertrags des Kantons Zürich ansonsten mit Relevanz für die Bestimmung des versicherten Verdientes nicht eingehalten haben soll, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen. Sie ist in allen Teilen abzuweisen.