Citation: 8C_517/2021 E. 4.2.3

4.2.3. Die von den Gutachtern beschriebenen Inkonsistenzen finden sich alsdann auch in den übrigen medizinischen Akten. Selbst der behandelnde Rheumatologe Dr. med. B.________ wies in seinem Bericht vom 17. August 2019 darauf hin, eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne nicht definiert werden, da die objektivierbaren Befunde hierfür zu gering und/oder zu inkonsistent imponierten. Die objektiven Untersuchungsbefunde seien - bei weitgehend unauffälliger Bildgebung der HWS - zum Teil schwierig zu verwerten und zu erheben, weil die Patientin bei diversen Prüfungen aktiv gegenspanne. Teilweise seien die Befunde auch inkonsistent (zum Beispiel bessere Rotation der HWS bei Prüfung des AER-Tests als bei isolierter Prüfung). Das Beschwerdebild werde wesentlich mitgeprägt durch eine Selbstlimitation und Chronifizierung. Sodann ist dem SMAB-Gutachten vom 16. Oktober 2014 zu entnehmen, bei der klinischen Untersuchung sei die Überprüfung der HWS-Beweglichkeit nur sehr schwer möglich gewesen. Im Rahmen der Bewegungsuntersuchung der HWS sei diese frühzeitig schmerzhaft eingeschränkt und werde nur eingeschränkt demonstriert. Beim Versuch der passiven Weiterführung des Kopfes für die Rotation, Inklination, Reklination und Seitneigung antworte die Versicherte mit aktivem muskulärem Gegenspannen und einer deutlichen Schmerzverlautbarung. Das gleiche Phänomen ergebe sich bei der Untersuchung beider Schultergelenke. Auch hier werde eine passive Weiterführung über die 130-Grad-Abduktion und Vorwärtsbewegung muskulär durch Erzeugen einer Gegenspannung eingeschränkt. Die paravertebrale cervicale Muskulatur sei diffus druckdolent, diskret hyperton. Ebenso zeige sich eine Druckdolenz im Bereich des Trapeziusoberrandes. Es handle sich hierbei um eine bewusstseinsnahe Beeinflussung der Untersuchungsergebnisse, sodass diese die Funktionseinschränkung in Zusammenschau mit den objektiven radiologischen Befunden nicht erklären könnten (SMAB-Gutachten vom 16. Oktober 2014, S. 15).