Citation: I 152/03 23.09.2003 E. 5

5.1 Zu klären bleibt, ob allenfalls die richterlich genehmigte Trennungsvereinbarung vom 14. August 2001 die Auszahlung der Kinderrenten an die Ehefrau des Beschwerdeführers zu verhindern vermag. Während Art. 71ter Abs. 1 AHVV in Satz 2 abweichende vormundschaftliche oder zivilrichterliche Anordnungen ausdrücklich vorbehält, lässt Art. 35 Abs. 4 IVG in Satz 2 insofern Raum für die Berücksichtigung zivilrichterlicher Anordnungen, als solche nicht dem in Satz 1 aufgestellten Grundsatz folgen, wonach die Kinderrente wie die Rente ausbezahlt wird, zu der sie gehört. Verwaltung und Sozialversicherungsgerichte haben daher jeweils auch das Vorliegen einer zivilrichterlichen Anordnung, welche ein von der invalidenversicherungsrechtlichen Regelung abweichendes Vorgehen vorsieht, zu prüfen. 5.2 Die richterlich genehmigte Trennungsvereinbarung vom 14. August 2001 enthält, wie schon die Vorinstanz erkannt hat, keine ausdrückliche Regelung hinsichtlich der Auszahlung der Kinderrenten. Zwar mag es zutreffen, dass dem darin festgesetzten Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 555.- die Annahme zu Grunde liegt, dass der Beschwerdeführer persönlich die Kinderrenten erhält. Darauf deutet zumindest das der Vereinbarung beigelegte Berechnungsblatt hin, in welchem die gesamten Rentenzahlungen (aus beruflicher Vorsorge und diejenigen der Invalidenversicherung) einschliesslich der vier Kinderrenten als Einkünfte des Beschwerdeführers berücksichtigt werden. Auf die entsprechende, der Verwaltungsgerichtsbeschwerde am 7. März 2003 nachgereichte Bestätigung des Gerichtspräsidenten 3 des Gerichtskreises X.________ vom 3. März 2003 kann hingegen nicht abgestellt werden, da diese als erst im letztinstanzlichen Beschwerdeverfahren beigebrachtes neues Beweismittel unbeachtlich bleiben muss (Erw. 2.2 hievor). 5.3 Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann dem Umstand, dass das Zivilgericht die Kinderrenten bei der Berechnung des Unterhaltsbeitrages als dem Beschwerdeführer zufliessendes Einkommen betrachtet hat, nicht die Bedeutung einer ausdrücklichen zivilrichterlichen Anordnung für die Auszahlung dieser Renten beigemessen werden. Dieses Vorgehen entspricht lediglich der in Art. 35 Abs. 4 Satz 1 IVG enthaltenen Regel, wonach die Kinderrente wie die Rente ausbezahlt wird, zu der sie gehört, was im Zeitpunkt der Genehmigung der Trennungsvereinbarung vom 14. August 2001 tatsächlich auch so gehandhabt wurde. Ein richterlich angeordneter Ausschluss einer andern Auszahlungsweise kann allein daraus nicht abgeleitet werden. Die Vereinbarung schweigt sich hinsichtlich der Folgen einer nach der gesetzlichen Ordnung durchaus in Betracht fallenden künftigen Änderung des für die Kinderrenten bis dahin massgebend gewesenen Auszahlungsmodus vielmehr aus. Während die zivilrichterlich genehmigte Vereinbarung die Berücksichtigung allfälliger künftig hinzukommender Kinderzulagen ausdrücklich vorsieht, fehlt bezüglich der Möglichkeit einer Direktauszahlung der Kinderrenten an die Ehefrau des Beschwerdeführers eine Regelung. Da aus dem Fehlen einer auf diesen Fall zugeschnittenen Bestimmung nicht auf eine - mit dem Grundsatz in Art. 35 Abs. 4 Satz 1 IVG übereinstimmende - zivilrichterlich zwingend angeordnete Auszahlung an den Beschwerdeführer geschlossen werden kann, welche einer Überweisung der Kinderrenten an dessen Ehegattin entgegensteht, und es im Übrigen auch nicht Sache der mit der Durchführung der Invalidenversicherung betrauten Organe oder der Sozialversicherungsgerichte ist, einen allenfalls ergänzungsbedürftigen Erlass eines Zivilgerichts zu vervollständigen, muss es vorliegend damit sein Bewenden haben, dass die Voraussetzungen für die Auszahlung der Kinderrenten an die Ehefrau des Beschwerdeführers erfüllt sind (Erw. 4.2 hievor).