Citation: 8C_112/2020 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer mutmasst letztinstanzlich erstmals, die Beschwerdegegnerin habe im Wissen um die Gehörsproblematik das bidisziplinäre Gutachten kurz vor Anerkennung der Unfallkausalität in Auftrag gegeben, um die Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip zu umgehen. Soweit tatsächlicher Art, fragt sich, ob der neue Einwand als unzulässiges Novum zu werten ist (Art. 99 Abs. 1 BGG), das bei gehöriger Sorgfalt ohne Weiteres bereits im Einsprache-, spätestens im kantonalen Beschwerdeverfahren hätte vorgebracht werden können. Wie dem auch sei: Als (unter Vorbehalt von Treu und Glauben) grundsätzlich zulässiger rechtlicher Einwand dringt dieser nicht durch. Als Dr. med. E.________, Facharzt FMH für Otorhinolaryngologie, am 2. Februar 2018 die beidseitige Schwerhörigkeit erstmals aktenkundig diagnostizierte und bei der Suva um Kostengutsprache für eine beidseitige Hörgeräteversorgung ersuchte, was mit Schreiben vom 13. Februar 2018 bewilligt wurde, war das bidisziplinäre MEDAS-Gutachten bereits seit November 2017 in die Wege geleitet bzw. der Auftrag an die zuständigen Fachärzte seit Januar 2018 bestätigt. Von einer Beauftragung unter bewusster Ausklammerung der Gehörsproblematik kann somit keine Rede sein. Immerhin hat sich der Beschwerdeführer mit der Begutachtung und mit den Gutachtern insofern einverstanden erklärt, als er die Frist zur Stellungnahme unbenutzt verstreichen liess. Ob die in BGE 137 V 210 vorgesehenen Korrektive der Vergabe von MEDAS-Begutachtungsaufträgen nach dem Zufallsprinzip (Art. 72bis Abs. 1 IVV) auf das in der Unfallversicherung herrschende System anwendbar sind, wurde bis anhin vom Bundesgericht offen gelassen (vgl. BGE 138 V 318 E. 6.1.1 S. 322; Urteile 8C_860/2015 vom 30. Juni 2016 E. 3.3; 8C_305/2013 vom 2. September 2013 E. 3.2). Wie es sich damit verhält, muss indessen nicht weiter geklärt werden, wie sich aus dem Folgenden ergibt.