Citation: 1C_648/2023 E. 4.4.6

4.4.6. Seit der am 1. Juli 1985 in Kraft getretenen Änderung von Art. 10 Abs. 2 aBüG werden Kinder in die Verwirkung des Schweizer Bürgerrechts ihrer Eltern mit einbezogen (vgl. E. 4.1 hiervor), weshalb die unter altem Recht entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 91 I 382) nicht mehr aktuell ist. In der Botschaft zur Teilrevision wurde zur Erstreckung der Verwirkungsfolgen auf die Kinder festgehalten, "was für den Erwerb gilt (Art. 1 Abs. 3 [a]BüG), muss auch für den Verlust gelten" (Botschaft Teilrevision 1984, BBl 1984 II 211 Ziff. 25 S. 221). Trotz vereinzelten Ausnahmen vom Grundsatz der Einheit des Bürgerrechts der Familie beim Erlass des (alten) Bürgerrechtsgesetzes von 1952 (vgl. BGE 91 I 382 E. 6b) hat der Gesetzgeber doch explizit an diesem Einheitsprinzip festgehalten und mit dem 1985 neu formulierten Art. 10 Abs. 2 aBüG die Bedeutung dieses Prinzips erneut bestätigt.