Citation: 2C_605/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Die Pflicht zur sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung erstreckt sich auf die gesamte Berufstätigkeit von Medizinalpersonen und erschöpft sich nicht in der Beziehung zu ihren eigenen Patientinnen und Patienten (vgl. DONZALLAZ, a.a.O., S. 2395 ff. Rz. 4998 ff.; siehe im Zusammenhang mit den Berufspflichten von Anwältinnen und Anwälten: BGE 144 II 473 E. 4.1; Urteile 2C_83/2023 vom 26. März 2024 E. 6.2.1; 2C_742/2021 vom 28. Dezember 2021 E. 4.3). Dass auch die Beaufsichtigung von anderen Fachpersonen unter eine sorgfältige und gewissenhafte Berufsausübung gemäss Art. 40 lit. a MedBG fallen kann, ergibt sich bereits aus dem Urteil 2C_95/2021 vom 27. August 2021. Darin erwog das Bundesgericht, dass die im Kanton Zug bestehenden kantonalen Bestimmungen zur Beaufsichtigung von Assistentinnen und Assistenten eine zulässige Konkretisierung der Pflicht zur sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung im Sinne von Art. 40 lit. a MedBG darstellen, zumal sie im Interesse der öffentlichen Gesundheit liegen und eine zuverlässige medizinische Versorgung der Bevölkerung sowie eine hohe Qualität der medizinischen Dienstleistungen gewährleisten (dort E. 5.3.3). Es kam zum Schluss, dass der beschwerdeführende Arzt seine Aufsichtspflicht gegenüber seiner Assistenzärztin verletzt und daher eine Berufspflichtverletzung im Sinne von Art. 40 lit. a MedBG begangen hatte (dort E. 5.6). Hinsichtlich der Beaufsichtigung von unter fachlicher Aufsicht tätigen Medizinalpersonen ergibt sich dies zudem aus der Konzeption des Medizinalberufegesetzes bzw. der Unterscheidung zwischen in eigener fachlicher Verantwortung und unter fachlicher Aufsicht tätigen Medizinalpersonen (vgl. auch § 8 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 GG/TG).