Citation: H 6/02 09.09.2002 E. 3

Der Beschwerdeführer beanstandet, dass die Vorinstanz keine mündliche Verhandlung durchgeführt habe. Mit Schreiben vom 22. November 2001 teilte das kantonale Gericht den Parteien mit, dass nach seiner Auffassung auf eine solche verzichtet werden könne. "Wir fragen Sie deshalb an, ob Sie auf eine mündliche Verhandlung verzichten. Die Beurteilung erfolgt dann auf Grund der Akten. Ohne Ihren Gegenbericht innert 10 Tagen seit Zustellung dieses Schreibens nehmen wir an, dass Sie auf die Durchführung der Verhandlung verzichten." Bei einer derartigen Anfrage musste dem Beschwerdeführer klar sein, dass keine mündliche Verhandlung stattfinden werde, falls er keine solche verlangte. Nach der Rechtsprechung zu Art. 6 Ziff. 1 EMRK setzt die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren einen klaren und unmissverständlichen Antrag voraus (BGE 125 V 38 Erw. 2, 122 V 55 Erw. 3a). Wollte der Beschwerdeführer auf einer mündlichen Verhandlung beharren, hätte er dies angesichts des vorinstanzlichen Schreibens ausdrücklich verlangen müssen. Sodann hatte er zu gewärtigen, dass das kantonale Gericht die "Beilagen 8-19" für die Fallbeurteilung berücksichtigen werde, nachdem ihm diese Unterlagen am 16. Oktober 2001 zur "Kenntnis- und allfälligen Stellungnahme" zugesandt worden waren. Wenn er im kantonalen Prozess darauf verzichtete, Bemerkungen zu den erwähnten Akten einzureichen, vermag er daraus zu seinen Gunsten nichts abzuleiten.