Citation: 6B_1019/2023 E. 2.1.4

2.1.4. Indes übersieht die Vorinstanz mit ihrer Argumentation zweierlei: Einerseits schliesst die gesetzliche Konzeption der amtlichen Publikation gemäss Art. 88 Abs. 1 StPO als Zustellungssurrogat aus, deren Rechtswirkung (Zustellungsfiktion) entfallen zu lassen, mithin diese als bloss (weitere) zumutbare Massnahme für die Nachforschung des Aufenthaltsortes zur Anwendung zu bringen (Art. 2 Abs. 2 StPO). Dies hat die Vorinstanz aber getan, wenn sie die Vorladung im Nachgang an die bereits vorgenommenen zumutbaren Massnahmen amtlich publiziert, der Veröffentlichung aber die Zustellungswirkung abspricht (vgl. oben E. 2.1.3). Zudem lässt die Vorinstanz unbeachtet, dass sie als Folge der von ihr veranlassten, aber erfolglos gebliebenen Massnahmen (angefochtener Beschluss S. 3) nicht in der Lage war, den Beschwerdeführer vorzuladen und folglich bereits zu diesem Zeitpunkt die Rückzugsfiktion der Spezialbestimmung gemäss Art. 407 Abs. 1 lit. c StPO griff, womit das Berufungsverfahren unmittelbar und nicht erst am 22. Juni 2023 beendet worden ist (vgl. BGE 141 IV 269 E. 2.2.3; Urteil 6B_963/2021 vom 26. September 2022 E. 3.2). Mit der Beendigung des Berufungsverfahrens einher ging, dass der Beschwerdeführer nicht mehr rechtsgültig vorgeladen werden konnte. Da das Berufungsverfahren wie erwähnt mit dem tatsächlichen Rückzug unmittelbar beendet wird, kommt dem Abschreibungsbeschluss bloss deklaratorische Wirkung zu (vgl. wiederum BGE 141 IV 269 E. 2.2.3; Urteil 6B_963/2021 vom 26. September 2022 E. 3.2). Der Beschwerdeführer stellt zudem nicht in Frage, dass die Vorinstanz (vor der amtlichen Publikation) alle zumutbaren Massnahmen zwecks Ermittlung seines Aufenthaltsortes vorgenommen hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Entgegen seinen Ausführungen ist damit im Ergebnis und vorbehältlich der nachfolgenden Ausführungen nicht zu beanstanden, wenn sie das Verfahren in Anwendung von Art. 407 Abs. 1 lit. c StPO als durch Rückzug erledigt von der Kontrolle abschreibt, respektive sie Art. 407 Abs. 1 lit. a StPO - der denklogisch erst ins Spiel kommt, wenn rechtsgültig vorgeladen werden konnte (BGE 148 IV 362 E. 1.7.2) - nicht zur Anwendung bringt.