Citation: BGE 150 V 410 E. 10.4.2

Das Bundesgericht verkennt nicht, dass sich mit dem Übergang zum stufenlosen Rentensystem das IV-Rentenrecht ganz wesentlich verändert hat. Ein eigentlicher Paradigmenwechsel ist damit allerdings nicht verknüpft, was schon daraus erhellt, dass Gleiches auch in anderen Sozialversicherungszweigen seit längerem funktioniert. Den weitgehenden Ausschluss des Abzugs vom Tabellenlohn mit dem Systemwechsel zu rechtfertigen geht daher nicht an (vgl. E. 9.5.2 oben). Insbesondere lässt auch die prozentgenaue Abstufung des Rentenanspruchs den Bedarf an wirksamen Korrekturfaktoren nicht hinfällig werden. Denn zum einen ruft eine unverändert hohe Eintrittsschwelle für den IV-Rentenanspruch von 40 Prozent nach genauen Berechnungsgrundlagen. Anderseits wird mit unzureichend korrigierten statistischen Lohnangaben auch die mit der verfeinerten prozentualen Abstufung erstrebte Genauigkeit nicht erreicht. Ebenso wenig erweist sich endlich als tragfähig, mittels einheitlicher Regelung das Ausmass an Rechtsstreitigkeiten beschränken zu wollen. Neue Regelungen führen zwangsläufig zur Entstehung neuer Konfliktfelder und entsprechenden Rechtsstreitigkeiten, ohne dass sich über das Ausmass Verlässliches prognostizieren liesse. Nachvollziehbar scheint hingegen das Anliegen, den weiten Ermessensbereich des Rechtsanwenders auf Verordnungsstufe zu determinieren. Das ruft nach einer gewissen Schematisierung und Pauschalierung. Derlei tangiert das von Art. 16 ATSG verfolgte Anliegen einer möglichst konkreten Bemessung der Vergleichseinkommen, ist aber zur ebenfalls gebotenen Vermeidung ungleicher Rechtsanwendung innerhalb eines sachgerechten Rahmens hinzunehmen.