Citation: 6B_196/2021 E. 5.5

5.5. Da die Vorinstanz die Methodik zur Gesamtstrafenbildung verletzt hat, wird sie wie hiervor dargelegt die Strafzumessung neu vorzunehmen haben. Damit erübrigt es sich grundsätzlich, auf die vom Beschwerdeführer 1 zur Strafzumessung erhobenen Rügen einzugehen, zumal diese allesamt nicht die Methodik betreffen. Aus prozessökonomischen Gründen erscheint es jedoch angezeigt, die Vorbringen zu prüfen. Was die zur vorinstanzlichen Würdigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten vorgebrachte Kritik betrifft (vgl. oben Ziffer 5.1.2), genügen seine Vorbringen nicht den Begründungsanforderungen gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG. In der Beschwerde ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt. Um diesem Erfordernis zu genügen, muss die beschwerdeführende Partei mit ihrer Kritik bei den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (BGE 146 IV 297 E. 1.2). Das bedeutet, dass die Rechtsschrift auf den angefochtenen Entscheid und seine Begründung Bezug nehmen und sich damit auseinandersetzen muss (BGE 142 I 99 E. 1.7.1; 140 III 86 E. 2 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer 1 beschränkt sich darauf auszuführen, dass die Einschätzung der Vorinstanz bezüglich seines (Tat) Verschuldens objektiv nicht nachvollziehbar sei bzw. sich nicht begründen lasse, und weshalb aus seiner Sicht in Bezug auf die einfache Körperverletzung und die Nötigung von einem leichten (bzw. "mittelgradigen") Einzeltatverschulden und in Bezug auf die mehrfache Gefährdung des Lebens von einem Verschulden im mittleren Bereich auszugehen sei. Dies, ohne auf die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen (vgl. angefochtenes Urteil S. 157 bis 160 ["isolierte Betrachtung"] und S. 161 f.) Bezug zu nehmen. Auf seine Vorbringen ist dementsprechend nicht weiter einzugehen. Insofern der Beschwerdeführer 1 schliesslich geltend macht, dass das Ausbleiben des Erfolges bei der versuchten Tötung ein "ausserordentlich gewichtiges [verschuldensminderndes] Kriterium bezüglich der Einordnung des Tatverschuldens" darstellt, kann ihm nicht gefolgt werden. Auch die Versuchsstrafe hängt in erster Linie von der Höhe des Verschuldens ab. Dieses bestimmt sich anhand der objektiven und subjektiven Tatkomponenten und lässt sich entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers 1 unabhängig davon bewerten, ob der Erfolg eingetreten ist oder nicht. Von Anfang an eine geringere objektive Tatschwere anzunehmen, entspricht nicht der gesetzgeberischen Idee, der Strafzumessung grundsätzlich den Unrechtsgehalt des vollendeten Delikts zugrunde zu legen (Art. 22 Abs. 1 StGB). Die geringere objektive Gefährdung oder Verletzung des Rechtsgutes spielt (erst) dann eine Rolle, wenn zu entscheiden ist, in welchem Umfang die Strafe wegen des nicht gelungenen Delikts herabzusetzen ist. Bei der Einschätzung der subjektiven Tatschwere ist der vollendete Versuch nicht von Belang, mithin ist er von dieser unabhängig. Der Unrechtsgehalt bleibt bei der vollendet versuchten Tat aus Sicht des Täters derselbe, denn dieser hat alles getan, was aus seiner Sicht erforderlich ist, um den Erfolg herbeizuführen. Der vollendete Versuch ist deshalb kein Element, das die subjektive Tatschwere beeinflusst (vgl. HANS MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, S. 48 bis 50, 71 f. und 110 f.). Dass vorliegend mit der versuchten Tötung kein weiteres, z.B. durch eine " (unterschiedlich schwere) " Körperverletzung bewirktes Erfolgsunrecht einhergeht, wirkt sich entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers 1 ebenfalls nicht auf die Tatschwere und damit nicht auf das Verschulden aus. Dem Umstand, dass mit dem Tötungsversuch gleichzeitig (k) eine Körperverletzung erfolgte, ist zusammen mit den übrigen Tatumständen bei der Strafzumessung Rechnung zu tragen. Das heisst, dass die für das vollendete Delikt angemessene Strafe in einem höheren oder geringeren Umfang zu reduzieren ist, je nachdem ob eine unecht konkurrenzierende Straftat vorliegt oder nicht (vgl. zum Ganzen BGE 137 IV 113 E. 1.4.2; HANS MATHYS, a.a.O, S. 51 und 111 f.; vgl. auch NIGGLI/MAEDER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 31 zu Art. 22 StGB). Die Beschwerde des Beschwerdeführers 1 erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.