Citation: 6B_642/2024 E. 2.4

2.4. Obige Ausführungen sind unter Willkürgesichtspunkten im Ergebnis vertretbar. Der Beschwerdeführer verweist in der Beschwerde auf eigene Aussagen, wonach der Kokainkonsum zeitweise sein Leben bestimmt und unter anderem seine Finanzen, seinen Kontakt zu Familienangehörigen sowie seine Körperhygiene beeinträchtigt habe. Der Konsum wird von der Vorinstanz nicht grundsätzlich verneint. Sie anerkennt auch, dass sich "vieles in seinem Leben" um Kokain gedreht habe. Sofern der Beschwerdeführer darüber hinaus jedoch besonders gravierende alltägliche Auswirkungen seines Konsums geltend macht, relativiert die Vorinstanz diese (wenn auch implizit), ohne dabei in Willkür zu verfallen. So ist es namentlich schlüssig, wenn sie in den vom Beschwerdeführer begangenen Delikten (Beteiligung an Drogenimporten aus dem Ausland; teilweise Unterstützung von Mittätern) komplexe Straftaten sowie ein zielgerichtetes, geplantes Vorgehen erkennt, das einer eingeschränkten Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit entgegensteht. Unbehelflich ist es in diesem Zusammenhang, wenn dieser moniert, seine Rolle bei den Straftaten sei nicht geklärt, resp. die Vorinstanz verkenne, dass er nicht als "Anführer" oder Strippenzieher, sondern zusammen mit Mittätern gehandelt habe. Der Beschwerdeführer anerkennt die vorinstanzlichen Schuldsprüche ausdrücklich und zeigt hinsichtlich der Feststellungen zum objektiven Sachverhalt (insbesondere betreffend seinen konkreten Tatbeitrag) keine Willkür auf. Die Feststellungen im angefochtenen Urteil sind für das Bundesgericht demnach bindend (vgl. supra E. 2.2.1). Analoges gilt für die vorinstanzlichen Ausführungen zum Drogenentzug des Beschwerdeführers. Die Vorinstanz stützt sich auf seine Schilderungen, wonach er in der Haft mit dem Konsum aufgehört habe. Draussen sei dies "nicht einfach". Auch wenn der Beschwerdeführer nicht ausdrücklich zu allfälligen physischen und psychischen Folgen des Entzugs befragt worden sein mag, machte er im Rahmen seiner Ausführungen zur Beendigung seines Konsums unbestrittenermassen keine besonderen Schwierigkeiten geltend. Auch vor Bundesgericht bestreitet er die entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen lediglich pauschal. Weder beschreibt er konkrete Entzugserscheinungen noch behauptet er die Inanspruchnahme einer medizinischen Betreuung. Der vorinstanzliche Schluss, wonach nicht von einer besonders schweren Abhängigkeit auszugehen sei, die professionelle Hilfe erfordert habe, erweist sich angesichts dieser Tatsache nicht als geradezu unhaltbar. Die Vorinstanz erstellt somit willkürfrei, dass keinerlei Hinweise auf eine tatzeitaktuelle Einschränkung der Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit erkennbar sind. Sie musste vor diesem Hintergrund keine ernsthaften Zweifel an der Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers haben und war nicht gehalten, ein entsprechendes Gutachten i.S.v. Art. 20 StGB einzuholen. Analoges gilt im Hinblick auf Art. 56 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 60 StGB. Im Lichte obiger Feststellungen ist es unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz ein Behandlungsbedürfnis des Beschwerdeführers verneint und auch sonst keine Indikatoren feststellt, welche die Prüfung der Anordnung einer Massnahme nahelegen würden. Hinzu kommt, dass sich der Beschwerdeführer (auch schon im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids) bereits seit mehreren Jahren in Haft, resp. im vorzeitigen Strafvollzug, befindet, wo er unbestrittenermassen keine Betäubungsmittel mehr konsumiert. Die Vorinstanz war somit auch unter dem Titel von Art. 56 Abs. 3 StGB nicht gehalten, ein Sachverständigengutachten einzuholen. Damit kann dahingestellt bleiben, inwiefern der Beschwerdeführer noch in der Lage gewesen wäre, seinen mehrere Jahre zurückliegenden Konsum gegenüber einem Gutachter zu schildern und was sich aus den von ihm verwendeten Begrifflichkeiten ("Sucht" c. "Konsum") konkret ableiten lässt.