Citation: 1C_444/2022 E. 6.1

6.1. Die Beschwerdeführerin erachtet es als willkürlich, dass zur Beurteilung des Bauvorhabens z.T. auf die Bestimmungen des Bebauungsplans und z.T. auf solche der aktuellen Bauordnung sowie des PBG/ZG abgestellt worden sei. Grundsätzlich sei der Bebauungsplan von 1979 massgeblich; soweit Lücken bestünden, müsse auf die damals anwendbaren (und nicht die aktuellen) Bauvorschriften zurückgegriffen werden. Willkürlich sei überdies die Überschreitung der maximal zulässigen Ausnützungsziffer. § 75 Abs. 4 BO/Zug sieht ausdrücklich vor, dass für Rechtsfragen, die im Bebauungsplan nicht geregelt sind, die Vorschriften der neuen Bauordnung gelten. Ob der Bebauungsplan für gewisse Aspekte eine abschliessende Regelung trifft und damit einen Rückgriff auf die neue Bauordnung ausschliesst, ist durch Auslegung zu ermitteln. Insofern ist es nicht von vornherein unhaltbar oder widersprüchlich, wenn das Verwaltungsgericht zur Auffassung gelangte, die Ausnützungsziffern für die Kernzone C kämen nicht zur Anwendung, weil der Bebauungsplan die Dichte über das Baufeld und die Geschosszahl festlege, während es für die Geschoss- bzw. Gebäudehöhe auf die Regelbauweise abstellte, weil im Bebauungsplanperimeter nur für das Gebäude Gotthardstrasse 14 eine Höhenbeschränkung vorgesehen sei. Das Verwaltungsgericht legte dar, dass diese Auslegung des Bebauungsplans nicht zu einem städtebaulich unerwünschten Resultat führe, weil sich das Bauvorhaben mit seiner Höhe und der Lage der Traufe harmonisch in die geschlossene Einheit der Alpenstrasse eingliedere. Dies bestreitet die Beschwerdeführerin, ohne indessen darzulegen, inwiefern die Auffassung des Verwaltungsgerichts geradezu willkürlich sei. Dies ist auch nicht ersichtlich, wurden doch die Geschosshöhen (Sockel, Mezzanin, Obergeschosse, Dachtraufe) in Zusammenarbeit mit der Stadtbildkommission überarbeitet, um sie der Nachbarbaute (Alpenstrasse 14) anzupassen und die Ensemblewirkung der Häuserzeile entlang der Alpenstrasse zu verstärken.