Citation: 2C_186/2019 E. 8.2

8.2. Soweit die Vorinstanz Folgerungen ausschliesslich - losgelöst vom konkreten Sachverhalt - gestützt auf die allgemeine Lebenserfahrung zieht, steht eine Rechtsfrage zur Diskussion, welche vom Bundesgericht frei zu überprüfen ist (vgl. BGE 143 III 297 E. 6.7.1 S. 313; 133 V 504 E. 3.2 S. 507; 132 V 393 E. 3.2 S. 398; Urteile 8C_486/2013 vom 4. November 2013 E. 3.2; 9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 4.2). Hingegen liegt für das Bundesgericht nach Art. 105 Abs. 1 BGG grundsätzlich verbindliche Beweiswürdigung vor, wo sich die bundesgerichtliche Vorinstanz bloss auf die allgemeine Lebenserfahrung stützt, um aus den Gesamtumständen des konkreten Falls oder den bewiesenen Indizien auf einen bestimmten Sachverhalt zu schliessen (vgl. Urteile 8C_157/2017 vom 6. November 2017 E. 1.3; 5A_728/2010 vom 17. Januar 2011 E. 2.2.4). Der von der Vorinstanz gestützt auf die allgemeine Lebenserfahrung gezogene Schluss, es sei - auch nach Ablauf von drei bzw. sechs Jahren seit dem ersten Treffen der Ehegatten - unwahrscheinlich, dass prägende Erfahrungen wie der Ort der ersten Begegnung, der erste sexuelle Kontakt unter den Ehegatten, die Umstände des Heiratsantrages sowie die Trauung nur lückenhaft in Erinnerung bleiben würden, wäre selbst dann bundesrechtskonform, wenn er als allgemein für Fälle gleicher Art geltender Satz vom Bundesgericht frei zu überprüfen wäre. Auch könnte dieser Schluss, wäre er ausschliesslich der vorinstanzlichen Beweiswürdigung im konkreten Fall zuzuordnen, nicht als willkürlich bezeichnet werden: Zwar behauptet der Beschwerdeführer, die "richtige Lebenserfahrung", welche aus Scheidungsprozessen gewonnen werden könne, zeige, dass Ehegatten einzelne Ereignisse völlig unterschiedlich schildern würden. Doch ist diese Behauptung nicht näher substanziiert. Ohnehin muss es als allgemein anerkannter, auf der allgemeinen Lebenserfahrung beruhender und damit nicht beweisbedürftiger Erfahrungssatz gelten, dass die von der Vorinstanz erwähnten Ereignisse (das erste Kennenlernen, der erste sexuelle Kontakt, der Hochzeitsantrag und die Hochzeit) Schlüsselmomente einer Beziehung darstellen und als solche regelmässig selbst nach Jahren nachhaltig in Erinnerung bleiben (zur fehlenden Notwendigkeit eines Beweises für auf der allgemeinen Lebenserfahrung beruhende Erfahrungssätze siehe BGE 143 III 297 E. 6.7.1 S. 313; VETTER/PEYER, Bekannte Tatsachen, in: Gschwend/Hettich/Müller-Chen/Schindler/Wildhaber [Hrsg.], Recht im digitalen Zeitalter, 2015, S. 759 ff., S. 768, mit Hinweisen). Vor diesem Hintergrund kann nicht behauptet werden, die Vorinstanz habe sich vorliegend zu Unrecht auf die allgemeine Lebenserfahrung berufen, und erscheint ihre damit zusammenhängende Beweiswürdigung nicht als offensichtlich haltlos.