Citation: 1C_596/2017 E. 5.2

5.2. Die Ausstandspflicht bei Entscheiden der Einwohnergemeindeversammlungen im Kanton Aargau richtet sich nach § 25 GG. Dessen Auslegung ist strittig. Das Verwaltungsgericht geht von einem relativ weiten Kreis Ausstandspflichtiger aus und schliesst nicht aus, dass die Eigentümer der Nachbarliegenschaften des vom Kauf erfassten Grundstücks wegen möglicher eigener finanzieller Interessen in den Ausstand hätten treten müssen, wie der Beschwerdeführer geltend macht. Demgegenüber hält das Departement Volkswirtschaft und Inneres diese Auslegung als zu weit. Der Gesetzestext verlange ausdrücklich direkte und genau bestimmte, insbesondere finanzielle Folgen. Das treffe für Eigentümer von Nachbarliegenschaften, die höchstens indirekt betroffen wären, nicht zu, zumal nicht vorhersehbar sei, wie sich der Verkauf des fraglichen Grundstücks auf den Wert der Nachbarparzellen auswirken würde. Grundsätzlich sind Ausstandsregeln bei Gemeindeversammlungsabstimmungen von der Natur der politischen Rechte her nur zurückhaltend anzuwenden. Es spricht daher einiges für die Argumente des Departements. Darüber braucht allerdings nicht endgültig entschieden zu werden.