Citation: U 200/01 09.12.2002 E. 4

Streitig und zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zu berücksichtigen gilt es in diesem Zusammenhang, dass rechtsprechungsgemäss (noch nicht in der Amtlichen Sammlung publiziertes Urteil D. vom 23. Mai 2002, U 234/00) für die Vornahme des Einkommensvergleichs grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des Rentenbeginns (vorliegend: 1. September 1998) abzustellen ist, und zwar sowohl hinsichtlich des Validen- wie des Invalideneinkommens. 4.1 Zur Bemessung des Valideneinkommens hat die SUVA, bestätigt durch das kantonale Gericht, zu Recht auf die bei der ehemaligen Arbeitgeberin eingeholten schriftlichen Auskünfte vom 3. Juli 1998 abgestellt, wonach dem Beschwerdeführer im Gesundheitsfalle ab 1. April 1998 ein monatlicher Lohn von Fr. 5030.- (x 13) ausbezahlt worden wäre, und ein massgebliches hypothetisches Jahreseinkommen von Fr. 65'390.- angenommen. 4.2 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist - wie vorliegend - kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweisen). 4.2.1 Die SUVA hat im Rahmen der Festsetzung des Invalideneinkommens fünf Arbeitsplatzprofile aus ihrer Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP) beigezogen (Einfüll- und Abpacker in einem pharmazeutischen Betrieb [DAP Nr. 1139], Papierschneider und -stapler in einer im graphischen Bereich tätigen Unternehmung [DAP Nr. 923], Monteur in einem Betrieb für Bauelemente [DAP Nr. 1076], Kontrolleur in einem Industriebetrieb [DAP Nr. 3241], Zeitschreiber in einer Metallwarenfabrik [DAP Nr. 574]) und den dort durchschnittlich erzielbaren Lohn in ihrem Einspracheentscheid vom 19. August 1999 mit Fr. 47'364.- beziffert. In Berücksichtigung des Umstands, dass dem Beschwerdeführer nicht mehr eine Vollzeitbeschäftigung von acht, sondern lediglich noch ein Teilpensum von sechs Stunden täglich zumutbar ist, hat sie diesen Verdienst sodann um 25 % gekürzt und das relevante Invalideneinkommen auf Fr. 35'523.- festgelegt. Mit der Begründung, wenn das Pensum auf Grund lohnwirksamer Pausen um 25 % reduziert werde, sei den Behinderungen des Beschwerdeführers, einschliesslich den psychischen und psychosomatischen Beeinträchtigungen sowie neuropsychologischen Defiziten, genügend Rechnung getragen, sodass kein zusätzlicher leidensbedingter Abzug vorzunehmen sei, ansonsten die Leiden doppelt berücksichtigt würden, lehnten SUVA und Vorinstanz die vom Beschwerdeführer - auch letztinstanzlich erneut - anbegehrte Kürzung um nochmals 25 % ab. 4.2.2 Ob die von der SUVA herangezogenen Arbeitsplatzprofile eine zuverlässige und hinreichende Grundlage für die Invaliditätsbemessung darstellen - drei der beschriebenen Tätigkeiten bedingen ein sehr häufiges oder häufiges Heben und Tragen von Gewichten bis 5 kg bis Lendenhöhe und zwei Beispiele nennen als körperliche Anforderung immerhin das selten oder manchmal notwendige Heben und Tragen von Gewichten zwischen 5 und 10 kg bis Lendenhöhe - wie auch die Frage, ob das gestützt auf DAP-Angaben ermittelte Invalideneinkommen um einen Leidensabzug zu kürzen ist (vgl. dazu RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412), kann offen bleiben. Wie im Folgenden darzulegen ist, ergibt das Abstellen auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik durchgeführten schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) keinen höheren als den von SUVA und Vorinstanz festgestellten Invaliditätsgrad. 4.2.3 Können die Versicherten nur noch körperlich leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten, ist in der Regel vom durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn («total») für Männer oder Frauen bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4) im privaten Sektor (LSE 1998, S. 25 Tabelle TA1) auszugehen. Dieser standardisierte monatliche Bruttolohn (Zentralwert) für Männer beträgt Fr. 4268.-. Wird der auf 40 Wochenstunden basierende Betrag auf die durchschnittliche betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 1998 von 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft, 1/2002, S. 92 Tabelle B9.2) hochgerechnet, resultiert ein Verdienst von Fr. 53'648.80 bzw. in Berücksichtigung des um 25 % eingeschränkten Arbeitspensums von Fr. 40'236.60 jährlich. Zum Einwand des Beschwerdeführers, es sei ein zusätzlicher Leidensabzug zu berücksichtigen, ist festzuhalten, dass gemäss Rechtsprechung (BGE 126 V 78 ff. Erw. 5) die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25 % festzusetzen ist (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b). Im vorliegenden Fall sind die Voraussetzungen für einen so genannten leidensbedingten Abzug erfüllt, weil zufolge des Gesundheitsschadens die Leistungsfähigkeit auch im Rahmen einer geeigneten leichteren Tätigkeit beeinträchtigt und deshalb möglicherweise ein geringerer Lohn zu erzielen ist. Da den Behinderungen des Beschwerdeführers indes bereits durch die Annahme eines um 25 % reduzierten Arbeitspensums teilweise Rechnung getragen wurde (vgl. Erw. 3 hievor), kann ein Abzug diesbezüglich nur noch in geringem Masse erfolgen. Der Abzug ist daher auf 10 % festzusetzen, was zu einem massgeblichen Invalideneinkommen von Fr. 36'213.- führt. 4.3 Aus der Gegenüberstellung von Validen- (Fr.65'390.-) und Invalideneinkommen (Fr. 36'213.-) resultiert ein Invaliditätsgrad von gut 45%. Der vorinstanzliche Entscheid und der Einspracheentscheid der SUVA vom 19.August 1999 sind somit rechtens.