Citation: 1P.357/2003 09.07.2003 E. A

Das Bezirksamt Kulm führt gegen X.________ eine Strafuntersuchung wegen Urkundenfälschung und Erschleichens einer falschen Beurkundung. Es verdächtigt ihn, mit zehn gefälschten Aktienzertifikaten eine Generalversammlung der Firma Y.________ AG einberufen und sich dabei widerrechtlich in deren Besitz gebracht zu haben. Mit Verfügung vom 11. April 2003 beschlagnahmte das Bezirksamt Kulm den Ordner von X.________ mit den Unterlagen zur Y.________ AG gemäss § 85 der Strafprozessordnung vom 11. November 1958 (StPO). Sie verpflichtete X.________ sowie dessen damaligen Rechtsanwalt Galligani, ihm die Unterlagen der Y.________ AG bis zum 14. April 2003 vorzulegen und beauftragte die Kantonspolizei, nach unbenütztem Ablauf der Frist die Unterlagen sicherzustellen. Mit Verfügung vom 15. April 2003 hielt das Bezirksamt Kulm fest, der Ordner mit den Unterlagen zur Y.________ AG habe sich bei Rechtsanwalt Galligani befunden, welcher indessen sein Amt niedergelegt und ihn am 14. April 2003 seinem Mandanten ins Bezirksgefängnis Zofingen geschickt habe, obwohl der Ordner bereits mit Beschlag belegt gewesen sei. Es wies die Kantonspolizei an, den Ordner unverzüglich sicherzustellen; diese führte den Auftrag am 15. April 2003 im Bezirksgefängnis Zofingen aus. Nachdem X.________ gegen die Durchsuchung der im Ordner aufbewahrten Papiere Einsprache erhoben und deren Versiegelung verlangt hatte, beantragte das Bezirksamt Kulm am 22. April 2003 beim Präsidenten der Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Aarau, die sichergestellten Papiere zu entsiegeln. Der Präsident der Beschwerdekammer hiess das Entsiegelungsbegehren am 1. Mai 2003 gut und bewilligte die Durchsuchung der beschlagnahmten Akten.