Citation: I 133/01 09.09.2002 E. 2.3

2.3.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Ausgleichskasse Gastrosuisse habe mit Verfügung vom 8. Mai 1998 die Voraussetzungen aufgelistet, unter welchen sie und ihr Ehemann Anrecht auf die Kinderrenten für A.________ und D.________ hätten. Selbst wenn dieser Anspruch nicht bestanden hätte, habe sie sich auf diese klare Auskunft der zuständigen Ausgleichskasse verlassen dürfen, was auf Grund des Gutglaubensschutzes eine Rückforderung ausschliesse. Auch mit den Verfügungen vom 6. Oktober 1998 habe die IV-Stelle ihren Anspruch auf die Kinderrenten bestätigt, da Anrecht darauf habe, wer für die Kinder sorge. Sie sei jahrelang für den Unterhalt der Kinder aufgekommen und könne die Rückforderung ohnehin nicht begleichen, zumal sie von Ergänzungsleistungen lebe. 2.3.2 Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 2 ZGB), wie er im öffentlichen Recht Geltung hat (Art. 9 BV; BGE 127 V 258 Erw. 4b, 121 V 66 Erw. 2a; ARV 1999 Nr. 40 S. 237 Erw. 3a), kann die Beschwerdeführerin indessen nichts zu ihren Gunsten ableiten. Als Erstes ist festzuhalten, dass die Ausgleichskasse am 8. Mai 1998 nicht verfügt, sondern dem Vertreter der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes N.________ (Vater von A.________ und D.________) unter anderem mitgeteilt hat, unter welchen Voraussetzungen Anspruch auf Drittauszahlung der Kinderrenten an den nicht rentenberechtigten Elternteil besteht. N.________ hat denn auch am 17. September 1998 die Auszahlung der Kinderrenten an ihn verlangt. Mit den Verfügungen vom 6. Oktober 1998, die Gegenstand des beim Eidgenössischen Versicherungsgericht hängigen Verfahrens I 134/01 sind, hat die IV-Stelle in keiner Weise einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf die Kinderrenten anerkannt, sondern einzig über deren Drittauszahlung an den Vater N.________ befunden (BGE 103 V 134 Erw. 3; SVR 2002 IV Nr. 5 S. 11 Erw. 3c/aa, je mit Hinweisen). Zu prüfen bleibt, ob die verfügungsweise Zusprechung der Kinderrenten an die Beschwerdeführerin vom 28. Oktober 1997 den öffentlichrechtlichen Ver-trauensschutz begründet. Diesbezüglich sind die Voraussetzungen 1 (Stellungnahme in einer konkreten Situation), 2 (Zuständigkeit der Behörde), 3 (Unrichtigkeit nicht ohne weiteres erkennbar) und 5 (keine Rechtsänderung) für den Vertrauensschutz erfüllt. Fraglich ist damit nur noch, ob die Beschwerdeführerin im Vertrauen auf die Richtigkeit der Verfügung Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können (Voraussetzung 4; BGE 121 V 66 Erw. 2a). Dies ist zu verneinen. Denn der blosse Verbrauch von Geldmitteln kann nicht als Disposition gelten. Im Weiteren ist festzuhalten, dass im vorliegenden Zusammenhang nicht zu würdigen ist, ob die Rückzahlungsverpflichtung die Beschwerdeführerin in finanzielle Schwierigkeiten bringen könnte. Dieser Aspekt ist erst und nur bei der Behandlung des Erlassgesuchs unter dem Titel der grossen Härte in Erwägung zu ziehen (ARV 1999 Nr. 40 S. 238). 2.3.3 Unbehelflich ist schliesslich das Argument der Beschwerdeführerin, der kantonale Entscheid könnte die Ausgleichskasse dazu verleiten, die Kinderrenten weiterhin an die leibliche Mutter auszurichten. Denn die Frage der Drittauszahlung der Kinderrenten an den Vater N.________ ist Gegenstand des beim Eidgenössischen Versicherungsgericht hängigen Verfahrens I 134/01 und vorliegend nicht zu beurteilen.