Citation: 1P.467/2003 27.11.2003 E. 6.3

6.3.1 Bezüglich der gegensätzlichen Angaben zum Alkoholkonsum der Geschädigten am fraglichen Abend, stellt das Obergericht auf die Aussagen der Geschädigten ab. Der Beschwerdeführer habe am 14. Juli 2001 behauptet, seine Ehefrau habe beim Nachtessen ungefähr 12 dl Roséwein getrunken. Vor Bezirksgericht habe er gesagt, sie hätte fast eine Flasche Rosé getrunken; er selber habe nur wenig davon gehabt. Etwas später habe er ausgeführt, die Geschädigte habe eine Flasche à 7.5 dl getrunken. Vor Obergericht habe er wiederum gesagt, sie habe 12 dl getrunken. Demgegenüber hält das Obergericht die Schilderung der Geschädigten für glaubwürdiger, wonach sie einen halben Liter Rosé bestellt habe. Davon habe der Beschwerdeführer ein Glas getrunken; er habe später noch sieben Deziliter bestellt, wovon sie nur einen Schluck zum Anstossen genommen habe. Das Obergericht sieht diese Aussagen gestützt durch den Umstand, dass die Nachbarin von einer Angetrunkenheit nichts bemerkt habe. Es berücksichtigt allerdings, dass die Zeugin bei der Einvernahme vom 6. November 2001 sehr zurückhaltende Antworten gegeben habe. Insgesamt kommt das Obergericht zum Schluss, die offensichtlich übertriebenen Angaben des Beschwerdeführers hätten den Zweck gehabt, die von ihm behauptete Animation und Provokation der Geschädigten zum Geschlechtstrieb zu erklären. 6.3.2 Indem das Obergericht die widersprüchlichen Aussagen der Parteien zum Alkohlkonsum gegeneinander abwägt und zugunsten der Geschädigten entscheidet, würdigt es die Beweise nicht willkürlich. Dem Beschwerdeführer ist zwar zuzustimmen, dass eine kleine, leichtgewichtige Person schon mit 4 dl Roséwein eine stärkere Blutalkoholkonzentration aufweist als etwa ein normalgewichtiger Mann. Diese Vorbringen erklären jedoch seine widersprüchlichen Behauptungen zum Alkoholkonsum nicht, hat er doch bezeichnenderweise bis anhin eine bedeutend grössere Alkoholmenge angegeben. Erst in der staatsrechtlichen Beschwerde geht er mit dem Obergericht von 4 dl aus. Die Schlussfolgerungen, welche das Obergericht aus diesem Verhalten zieht, sind jedenfalls nicht unhaltbar.