Citation: 4A_59/2017 E. 4.4.5

4.4.5. Selbst wenn die Verdachtsmomente hinreichend schwer wiegen, dass sie zur ausserordentlichen Auflösung des Dauerschuldverhältnisses berechtigen, schliesst dies Ansprüche der unter Verdacht stehenden Partei nur aus, wenn diese die Aufklärung des Verdachts ungerechtfertigt behindert (zit. Urteil 4C.103/1999 E. 3b; VENTURI-ZEN-RUFFINEN, a.a.O., S. 161 Rz. 435; je mit Hinweisen) oder wenn sich der Verdacht als zutreffend erweist. Die Vorinstanz hat aber nicht festgestellt, die Beschwerdeführerin oder die C.________ hätten Abklärungen der Beschwerdegegnerin behindert, und sie hat auch die Frage, ob der Verdacht zutrifft, nicht abschliessend behandelt. Liegt der wichtige Grund zur ausserordentlichen Auflösung des Vertragsverhältnisses nicht im vertragswidrigen Verhalten einer Partei, bestimmt der Richter die vermögensrechtlichen Folgen der gerechtfertigten fristlosen Auflösung unter Würdigung aller Umstände nach seinem Ermessen (VENTURI-ZEN-RUFFINEN, a.a.O., S. 164 Rz. 440, S. 366 ff. Rz. 1354 ff. und S. 373 f. Rz. 1373; vgl. auch Art. 337b Abs. 2 und Art. 266g Abs. 2 OR; zit. Urteil 4C.103/1999 E. 3b). Nur wenn die C.________, auch wenn sich der Verdacht als unzutreffend erweisen sollte, unter Würdigung aller Umstände keine Ansprüche gegen die Beschwerdegegnerin hätte, könnte die Frage, ob der Verdacht zutrifft, offenbleiben. Mit dieser Problematik setzt sich der angefochtene Entscheid aber nicht auseinander. Die Klageabweisung lässt sich so nicht rechtfertigen.