Citation: 8C_643/2018 E. 6.2.1

6.2.1. Der Gesundheitszustand hat sich gemäss ZMB-Gutachten seit 1998 aus rheumatologischer Sicht unfallfremd verschlechtert. Die bereits im Zeitpunkt des Unfalles beschriebenen degenerativen HWS-Veränderungen hätten sich progredient entwickelt. Zudem seien degenerative LWS- und Kniebeschwerden links dazugekommen. Die ausserordentlich lange Liste an Diagnosen, welche die ZMB-Gutachter stellten, umfasst auch Gesundheitsstörungen, welche bereits Dr. med. D.________ als Unfallfolgen diagnostiziert hatte. So unter anderem das Cervikovertebralsyndrom mit cephaler Komponente bei degenerativen HWS-Veränderungen und die rezidivierende depressive Störung. Zudem fanden die ZMB-Gutachter auch ein chronifiziertes cervikocephales Schmerzsyndrom (vgl. E. 4 hievor). Überdies bestand schon vor dem Unfall eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und narzisstisch-leistungsorientierten unsteten Anteilen. Seit Abschluss der Rehabilitationsbehandlung (11. Dezember 1991 bis 8. Januar 1992) seien die behandlungsbedürftigen psychiatrischen Beschwerden ausschliesslich krankheitsbedingt. Seither bestehe diesbezüglich keine unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr. Bei objektivierbaren degenerativen HWS-Veränderungen blieben aus rheumatologischer Sicht seit dem Unfall zumindest "ein Teil der angegebenen cervikocephalen Beschwerden [...] erklärbar". Die rheumatologische ZMB-Gutachterin Dr. med. F.________ vertrat die Auffassung, "die heute noch geltend gemachten Gesundheitsschädigungen [seien] nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise als Folge des Unfalles" zu betrachten. Denn die degenerativen HWS-Veränderungen würden sich progredient entwickeln und wären auch ohne Unfall entstanden. Seit Oktober und November 1995 seien die angegebenen cervikocephalen Schmerzen nicht mehr als Unfallfolge zu qualifizieren, seither bestehe diesbezüglich keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr. Abschliessend bestätigten die ZMB-Gutachter ausdrücklich, dass sich der Gesundheitszustand seit Ende 1995 weder aus rheumatologischer, noch aus internistischer, neurologischer oder psychiatrischer Sicht verändert habe. Die Befunde, auf deren Grundlage die ursprüngliche Rentenzusprache vom 22. Januar 1998 erfolgte, seien nicht kooperationsunabhängig gewesen. "Aufgrund der inzwischen grösseren Erfahrung [würden] die in den früheren Berichten beschriebenen Beschwerden, Befunde und Diagnosen heute anders bewertet und interpretiert".