Citation: U 500/00 13.09.2001 E. 4

4.- a) Die SUVA stützte sich für die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs auf die Stellungnahme ihres Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 25. September 1998. Der Kreisarzt erklärt, es sei versicherungsmedizinisch "ganz klar und eindeutig", dass das Herzversagen vom 6. Mai 1998 nicht auf die Rückenkontusion vom Januar 1992 zurückgeführt werden könne. Vielmehr müssten die zwei Tage vor dem Ableben des Versicherten aufgetretenen intensiven Schulter-, Rücken- und Brustkorbschmerzen auf das unfallfremde Kreislaufleiden zurückgeführt werden. Die Diagnose eines vertebralen Syndroms müsse im Nachhinein berichtigt werden. Der Keilwirbel Th IV sei nicht auf das Unfallereignis von 1992 zurückzuführen, wäre aber auch niemals in der Lage gewesen, nach so langer Zeit zu einem stärkeren vertebralen Syndrom oder gar zu einem Kreislaufversagen zu führen. b) In der vorinstanzlichen Beschwerdeschrift wird geltend gemacht, der Kreisarzt widerspreche sich, indem er einerseits erkläre, die genaue Todesursache sei unbekannt, wahrscheinlich habe es sich jedoch um einen Herzinfarkt respektive um ein Kreislaufversagen gehandelt, und andererseits ausführe, das Herzversagen könne nicht auf die Rückenkontusion von 1992 zurückgeführt werden. Zudem berichte Dr. med. B.________ über eine eindeutige Kompressionsfraktur im oberen BWS-Bereich, während Dr. med. C.________ fälschlicherweise von einer Rückenkontusion ausgehe. Die Folgen des Unfalls vom 18. Januar 1992 seien zu keinem Zeitpunkt hinreichend untersucht worden. Die Unvollständigkeit der Abklärungen (Fehlen einer vollständigen Anamnese über den Zeitraum seit dem Behandlungsabschluss im Jahr 1992) müsse in dem Sinne zu einer Umkehr der Beweislast führen, dass die SUVA nachzuweisen habe, dass kein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 18. Januar 1992 und dem Ableben des Versicherten bestehe. c) Das kantonale Gericht hat das Bestehen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 18. Januar 1992 und dem Tod des Versicherten am 6. Mai 1998 zu Recht verneint. Zunächst kann gestützt auf die Akten mit hinreichender Sicherheit davon ausgegangen werden, dass ein Herz- oder Kreislaufversagen die unmittelbare Todesursache bildete. Sodann geht aus der Stellungnahme des SUVA-Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 25. September 1998 deutlich hervor, dass dieser Vorgang auch dann nicht eine Folge des Unfallereignisses vom 18. Januar 1992 darstellt, wenn dieses eine ossäre Läsion zur Folge gehabt haben sollte. Die Stellungnahme des Dr. med. C.________ basiert auf der Kenntnis sämtlicher vorhandener Akten. Der Kreisarzt gelangte gestützt auf diese Unterlagen zu schlüssigen, nachvollziehbaren und einleuchtenden Aussagen. Der Bericht wird daher, wie die Vorinstanz zu Recht erkannt hat, den von der Rechtsprechung (BGE 125 V 352 Erw. 3a) formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Stellungnahme gerecht, sodass darauf abzustellen ist. Dem kantonalen Gericht ist auch darin zuzustimmen, dass eine Auflösung des Widerspruchs zwischen den Aussagen des Dr. med. B.________ einerseits und der Ärzte des Spitals X.________ andererseits über die anlässlich des Unfalls vom 18. Januar 1992 erlittenen Verletzungen nicht erforderlich ist, da auch das Abstellen auf die Version des Dr. med. B.________ nicht zur Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs führen würde. Für die von der Beschwerdeführerin (sinngemäss gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben) geforderte Umkehr der Beweislast sind keine Gründe ersichtlich; denn die dafür erforderliche Voraussetzung, dass die betroffene Partei den Beweis aus Gründen nicht erbringen kann, die nicht von ihr, sondern von der Behörde (bzw. vorliegend der Versicherung) zu verantworten sind (vgl. BGE 92 I 257 Erw. 3; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, S. 284; Imboden/Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 5. Auflage, Bd. I, Nr. 91 B II, S. 560), ist nicht erfüllt. Die SUVA hatte im Anschluss an das Unfallereignis vom 18. Januar 1992 keinen Anlass, aufwändige Abklärungen zu treffen, zumal der Fall von ihrer Seite bereits im März 1992 abgeschlossen werden konnte. Angesichts des Fehlens jeglicher Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem seinerzeitigen Unfallereignis war die SUVA auch nicht gehalten, in Bezug auf die unmittelbare Todesursache, welche im Übrigen, wie bereits dargelegt, hinreichend geklärt ist, weitere Untersuchungen vorzunehmen.