Citation: 5A_680/2024 E. 4.1

4.1. Das Kantonsgericht erwog, in den Handakten des Notars C.________, der den Ehevertrag zwischen den Parteien beurkundet habe, befinde sich ein Schreiben des Notars an die Parteien vom 10. April 2006. Darin halte dieser fest, dass gemäss den ihm vorliegenden Zahlen ein grosser Teil des ehelichen Vermögens aus dem Eigengut beider Parteien bestehe. Insbesondere sei das Grundeigentum wesentlich aus Eigengut finanziert worden. In den Handakten des Notars finde sich zudem eine von der Beschwerdegegnerin verfasste Handnotiz, die eine Aufstellung der Vermögenswerte beider Parteien enthalte. Dazu habe die Beschwerdegegnerin an ihrer Beweisaussage vor erster Instanz ausgesagt, ihr Vater sei im Jahr 2004 gestorben und habe ihr rund eine halbe Million Franken hinterlassen, was Anlass zum Ehevertrag gegeben habe. Der Notar habe sie aufgefordert, die Vermögensflüsse aufzuzeigen, um diese Aufstellung dem Ehevertrag anzuhängen. Der Beschwerdeführer hingegen habe ausgesagt, die Beschwerdegegnerin habe die Aufstellung willkürlich erstellt und dem Notar nachträglich eingereicht. Zum Schreiben des Notars und der darin enthaltenen Empfehlung habe er sich hingegen nicht geäussert. Da der Notar von Eigengut "beider" Ehegatten spreche, so das Kantonsgericht weiter, müsse davon ausgegangen werden, dass ein erheblicher Teil des ehelichen Vermögens aus Eigengut der Beschwerdegegnerin bestanden habe. Hätte das Vermögen nur aus Eigengut des Beschwerdeführers bestanden, hätte der Notar eine andere Formulierung verwendet. Wenn der Notar festgestellt habe, dass das Grundeigentum wesentlich aus Eigentum "finanziert" worden sei, ergebe das nur Sinn, wenn die Beschwerdegegnerin mit ihrem Vermögen in die Grundstücke investiert habe, zumal sämtliche Grundstücke bereits Teil des vorehelichen Vermögens des Beschwerdeführers gebildet hätten. Wenn die Beschwerdegegnerin kein Geld investiert hätte, hätte sich der Notar demnach mit der Feststellung begnügen können, dass ein grosser Teil des Vermögens aus Eigengut "bestehe". Aufgrund seines Schreibens müsse zudem davon ausgegangen werden, dass er die Vermögensverhältnisse der Parteien gekannt und den Ehevertrag gestützt darauf entworfen habe. Dass sich die Aufstellung der Beschwerdegegnerin in den Handakten des Notars gleich hinter dem Vertragsentwurf befinde, spreche dafür, dass ihm die Aufstellung der Vermögenswerte bereits vor Vertragsabschluss vorgelegen habe. Gleichzeitig sei davon auszugehen, dass auch der Beschwerdeführer bei Vertragsabschluss Kenntnis der Aufstellung gehabt habe. An der Hauptverhandlung habe der Beschwerdeführer nämlich ausgeführt, es sei nicht seine, sondern die Idee des Notars gewesen, die Liegenschaften, das Güterrecht, zu erwähnen. Nicht er habe das "Zeug" zusammengestellt, sondern die Ehefrau habe alles organisiert sowie dem Notar die Unterlagen gebracht und ihm geschrieben. Mit diesen Aussagen anerkenne der Beschwerdeführer zumindest konkludent, dass er um die Aufstellung gewusst habe. Deren Bestreitung als willkürlich sei nicht hinreichend substanziiert und zu unspezifisch. Anders als die Beschwerdegegnerin sei er nicht in der Lage gewesen, sich zu der Abzahlung der Hypothekardarlehen zu äussern. Der Aufstellung komme damit im Vergleich zu einer blossen Parteibehauptung eine erhöhte Beweiskraft zu. Diese werde noch verstärkt, indem die Aufstellung Teil der Handakten des Notars und zudem nicht im Hinblick auf das Scheidungsverfahren erstellt worden sei. Den Steuerveranlagungen zufolge hätten die Parteien nicht jedes Jahr Schulden zurückbezahlt, was ihnen aufgrund der finanziellen Verhältnisse auch nicht möglich gewesen wäre. Sodann würden die Steuerunterlagen der Parteien in den Jahren 2004 und 2005 einen sprunghaften Anstieg des Wertschriftenvermögens von rund Fr. 510'000.-- belegen. Zuvor hätten die Steuerveranlagungen über Jahre hinweg keine nennenswerten Vermögenszunahmen aufgezeigt, was belege, dass die Parteien aus ihren Einkünften kein Vermögen hätten bilden können. Der Vermögenszuwachs müsse daher auf die Erbschaft der Beschwerdegegnerin zurückzuführen sein. In der Folge seien die Schulden in den Jahren 2005 und 2006 von rund Fr. 540'000.-- auf Fr. 190'000.-- reduziert worden. Diese Schuldenreduktion sei nur dank dem Erbschaftsvermögen der Beschwerdegegnerin möglich gewesen. Daran bestünden selbst ohne Bankbelege aufgrund einer Gesamtbetrachtung keine ernsthaften Zweifel.