Citation: 4A_415/2023 E. 4.4

4.4. Die Beschwerdeführerin ist mit dieser Beurteilung nicht einverstanden. Sie rügt zunächst in den Rz. 24-27 ihrer Beschwerde eine Verletzung der Verhandlungsmaxime (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Sie habe nämlich in ihrer Replik vor Bezirksgericht konkret dargelegt, aus welchen Gründen sie bei rechtskonformer Aufklärung nicht in die Polypektomie eingewilligt hätte ( "i. generelle Skepsis gegenüber invasiven Eingriffen, ii. Informationsbedürfnis betr. Alternativmethoden, iii. Bedenkzeit notwendig, iv. Ermessen bzw. Freiheit betr. Zeitpunkt der allfälligen Polypektomie und ausführende Person"). Die Beschwerdegegnerin habe diese Behauptungen nicht bestritten, weshalb ihr (der Beschwerdegegnerin) "eine erfolgreiche Berufung auf die hypothetische Einwilligung allein schon infolge unzureichend substantiierter Bestreitung" verwehrt bleiben müsse. Dies habe das Obergericht verkannt. Seine "Würdigung" sei "damit a priori unverbindlich". Dieser Einwand geht fehl. Ob gestützt auf die erstellten tatsächlichen Elemente eine hypothetische Einwilligung bejaht werden kann, ist eine Rechtsfrage (Urteile 4A_487/2016 vom 1. Februar 2017 E. 3.2; 4A_604/2008 vom 19. Mai 2009 E. 2.2). Eine Missachtung von Art. 55 Abs. 1 ZPO im hier relevanten "Beweiskontext" ist nicht erkennbar, im Übrigen auch insoweit nicht, als die Beschwerdeführerin den Verhandlungsgrundsatz an anderen Stellen ihrer Beschwerde (so in Rz. 39) wieder aufgreift.