Citation: 4A_493/2023 E. 6.4.3

6.4.3. Sollte die vorinstanzliche Begründung hingegen dahingehend zu verstehen sein, dass die Beschwerdeführerin 1 hätte darlegen müssen, weshalb sie diese formelle Rüge nicht bereits vor der ersten Instanz habe vorbringen können, könnte dem ebenfalls nicht gefolgt werden. Denn nach dem von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt wurde die Änderung der Gerichtsbesetzung den Parteien erst mit dem Erlass des angefochtenen erstinstanzlichen Beschlusses mitgeteilt. Da prozessleitende Verfügungen, die mit dem Rechtsmittel der Beschwerde selb ststä ndig überprüfbar sind, nur abänderbar sind, wenn sich die Verhältnisse geändert haben, war das erstinstanzliche Verfahren in Bezug auf die Frage der rechtsgültigen Vertretung der Beschwerdeführerin 1 durch die Beschwerdeführerin 2 bereits abgeschlossen (vgl. NINA J. FREI, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2012, N. 16 zu Art. 124 ZPO; MARTIN KAUFMANN, in: ZPO Schweizerische Zivilprozessordnung Kommentar, Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg], 2. Aufl. 2016, N. 25 zu Art. 124 ZPO; LEUENBERGER / UFFER - TOBLER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2. Aufl. 2016, Rz. 8.25). Das Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz stellte daher die nächstmögliche Gelegenheit zur Erhebung dieser Rüge dar.