Citation: I 738/05 01.03.2007 E. 5

Der einlässlichen und überzeugenden Beurteilung der medizinischen Aktenlage durch das kantonale Gericht in Erwägung 3 des vorinstanzlichen Entscheides ist beizupflichten. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt ist nicht stichhaltig. 5.1 Nicht von Belang ist, dass der Einspracheentscheid vom 17. Februar 2004 achtzehn Monate nach der Erstattung des MEDAS-Gutachtens vom 6. August 2002 getroffen wurde. Wie im Einspracheentscheid bereits dargelegt worden ist, hat Dr. med. K.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie, in seinem Bericht vom 14. Oktober 2003 - vierzehn Monate nach Erstellung des MEDAS-Gutachtens - den Beschwerdeführer für leichtere Arbeiten als zu 100 % einsetzbar eingeschätzt. Zudem hat der Psychiater Dr. med. G.________ in seinem Bericht vom 5. Juni 2004 - vier Monate nach dem Einspracheentscheid - angegeben, das Zustandsbild seines Patienten sei "seit längerer Zeit praktisch unverändert", wobei aus den Ausführungen hervor geht, dass diese Wertung auch den Zeitraum vor 2002 mitumfasst. Auch den Akten sind keine Anzeichen für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers zu entnehmen. 5.2 Bei der Würdigung von divergierenden ärztlichen Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass allenfalls von unterschiedlichen Krankheitsbegriffen ausgegangen wurde. Das in der Medizin verbreitete bio-psycho-soziale Krankheitsmodell (vgl. dazu Christfried-Ulrich Mayer, Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2002, St. Gallen 2002, S. 95) ist weiter gefasst als der für die Belange der Rechtsanwendung massgebende sozialversicherungsrechtliche Begriff der gesundheitlichen Beeinträchtigung (vgl. BGE 127 V 299 Erw. 5a). Beruht die Abweichung allein auf der Verwendung unterschiedlicher krankheitsbegrifflicher Prämissen, so liegen keine einander widersprechenden Einschätzungen im Sinne von BGE 125 V 352 Erw. 3a vor. Vorliegend ist eine solche Ausgangslage gegeben. Die in den Berichten des behandelnden Psychiaters Dr. med. G.________ (zuletzt vom 25. Juni 2004) erwähnte psychosoziale Belastungssituation des Beschwerdeführers findet zwar in einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell Platz. Indes entspricht sie nicht dem rechtlich massgebenden Begriff des Gesundheitsschadens. Auf Grund der Ausführungen des behandelnden Psychiaters ist jedoch davon auszugehen, dass er die Belastungssituation bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf 50 % für körperlich leichtere Tätigkeiten mitberücksichtigte. 5.3 Die MEDAS hat zwar dem Beschwerdeführer im angestammten Beruf eines Hilfsspenglers noch eine 70-prozentige Arbeitsfähigkeit attestiert, was der Vorinstanz zu Recht in dem Sinne als problematisch erscheint, dass bei einer solchen Beschäftigung zahlreiche Tätigkeiten ausgeübt oder Körperpositionen eingenommen werden müssen, welche dem Beschwerdeführer kaum mehr zugemutet werden können. Trotzdem ist auf das Gutachten abzustellen, denn wie das kantonale Gericht ebenfalls richtig dargelegt hat, spielt es für den Ausgang des Verfahrens keine Rolle, dass dem Beschwerdeführer diese Arbeit kaum mehr zugemutet werden könnte, denn der Invaliditätsgrad ist anhand der Erwerbsunfähigkeit in einer angepassten Beschäftigung zu bemessen (Art. 7 und 8 ATSG), und nicht in Bezug auf die bisher ausgeübte Tätigkeit. Zudem hat die MEDAS selber ihre Aussage erheblich relativiert, indem sie angegeben hat, der Beschwerdeführer könne seine angestammte Arbeit als Hilfsspengler nur ausüben, sofern langdauerndes Stehen oder Gehen, Tätigkeiten in längerdauernder kniender oder hockender Position, Treppen- oder Leitersteigen sowie Gehen in unebenem Gelände vermieden werden können. Wenn der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorbringen lässt, aus seiner Sicht sei ihm eine angepasste Arbeit theoretisch nicht zu mehr als 50 % zumutbar, ist diese Einschätzung subjektiv, was nicht ausschlaggebend ist, denn massgebend für die Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und damit des Invaliditätsgrades ist eine objektive ("medizinisch-theoretische") Einschätzung aus ärztlicher Sicht. 5.4 Nach dem Gesagten und auf Grund der medizinischen Aktenlage besteht kein Anlass für eine weitere Begutachtung oder zu anderen medizinischen Abklärungen. Von weiteren Beweisvorkehren ist daher abzusehen.