Citation: 9C_226/2023 E. 5.1

5.1. Gemäss den Erwägungen im kantonalen Urteil hielt Dr. med. E.________ des RAD im Rahmen der Prüfung des Rentengesuchs vom 13. August 2008 am 8. Juni 2010 fest, dass aufgrund der perinatalen Hirnschädigung leichte Konzentrationsstörungen, eine leichte Verlangsamung, leichte Auffassungsschwierigkeiten und eine leichte Lernbehinderung vorhanden seien. Zusätzlich sei eine gewisse Affektlabilität festzustellen, wobei es bei psychischer Überlastung zu einer Gereiztheit und zu depressiven Verstimmungen kommen könne. Schwerwiegende psychiatrische Störungen seien aber nicht eruierbar. Dem Beschwerdegegner sei eine leichte bis mittelschwere Bürotätigkeit bei vollem Pensum zumutbar. Bei längerer Belastung würden sich Zeichen der Erschöpfung, eine Verlangsamung und eine erhöhte Fehlerquote zeigen. Insgesamt könne bei ganztägiger Präsenz von einer etwa 30%igen Leistungsminderung ausgegangen werden. Auf ausreichende Pausenzeiten und ein wohlwollendes, möglichst stressarmes Arbeitsumfeld sei zu achten (vorinstanzliche Erwägung 4.2 S. 6 f.). Den weiteren vorinstanzlichen Erwägungen ist sodann zu entnehmen, dass der Beschwerdegegner seit dem 25. Juni 2012 von seinem (langjährigen) Psychiater Dr. med. F.________ wegen einer schweren Depression behandelt wurde (Bericht vom 14. März 2014). Der Facharzt habe ausgeführt, dass der Beschwerdegegner den Anforderungen bei der D.________ AG zunächst gut gewachsen gewesen sei. Mit der Zeit hätten seine Leistungen die Arbeitgeberin aber nicht mehr zufrieden gestellt. Der Druck habe zugenommen, worauf der Beschwerdegegner Überstunden geleistet und auf Ferien verzichtet habe. Dennoch sei seitens der Arbeitgeberin im Juni 2012 die Kündigung erfolgt. Der Psychiater habe dem Beschwerdegegner seit dem 25. Juni 2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (vorinstanzliche Erwägung 4.4 S. 7). Im asim-Gutachten vom 31. Dezember 2014 hätten die Experten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, ICD-10 F43.1), eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), einen Status nach perinataler Hirnschädigung mit Entwicklungsverzögerung, ein grenzwertiges intellektuelles Leistungsvermögen, eine mittelschwere neurologische Störung sowie eine idiopathische thorako-lumbale Skoliose seit der Kindheit (ICD-10 M41.0) diagnostiziert. Die kognitiven Einschränkungen und die schwere depressive Symptomatik würden zu einer permanenten Überforderung des Beschwerdegegners im Alltag und Beruf führen. Die PTBS stehe in einem direkten Zusammenhang mit der Arbeit im Callcenter seit Januar 2012. Ab diesem Zeitpunkt sei es zu einer zunehmenden Isolation, sozialen Vermeidungssituation und einer zunehmenden depressiven Symptomatik gekommen. Die eingeschränkte Funktionalität des Beschwerdegegners stünde im Zusammenhang mit der PTBS, der schweren depressiven Symptomatik sowie den kognitiven Störungen (vorinstanzliche Erwägung 4.5 S. 7 f.).