Citation: 5A_427/2024 E. 3.4.1

3.4.1. Mit Verfügung vom 19. September 2023 hat die ausseramtliche Konkursverwaltung das Akteneinsichtsgesuch abgewiesen. Zwar bezog sie sich dabei nicht ausdrücklich auf das Gesuch vom 28. Juli 2023, sondern auf das E-Mail vom 18. September 2023. Dieses E-Mail betraf jedoch die bereits am 28. August 2023 gewährte, aber noch nicht vollständig wahrgenommene Akteneinsicht. Beide Verfügungen betrafen damit dasselbe Akteneinsichtsgesuch und damit denselben Gegenstand. Bei der Verfügung vom 19. September 2023 handelt es sich damit um eine Wiedererwägung der Verfügung vom 28. August 2023. Gemäss der Rechtsprechung kann das Amt - worunter auch die ausseramtliche Konkursverwaltung zu verstehen ist (FRANCO LORANDI, Betreibungsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeit, 2000, N. 304 zu Art. 17 SchKG) - ausserhalb eines Beschwerdeverfahrens eine von ihm erlassene Verfügung nur in Wiedererwägung ziehen, solange die Beschwerdefrist nicht abgelaufen ist. Ist die Beschwerdefrist abgelaufen, ist eine Wiedererwägung oder Berichtigung nicht mehr zulässig, ausser die Verfügung sei nichtig im Sinne von Art. 22 SchKG und habe deshalb nicht rechtskräftig werden können (BGE 103 III 31 E. 1b; 97 III 3 E. 2; Urteile 5A_367/2019 vom 23. Juni 2020 E. 4.1; 5A_364/2013 vom 14. Oktober 2013 E. 3.1; 5A_312/2012 vom 18. Juli 2012 E. 4.2.1; 5A_460/2009 vom 20. Oktober 2009 E. 2.1; 5A_67/2007 vom 15. Februar 2008 E. 4.1; vgl. auch BGE 139 III 44 E. 3.1.2). Die Beschwerdeführerin hat die Verfügung vom 28. August 2023 am 29. August 2023 (Eingangsstempel) in Empfang genommen. Die zehntägige Beschwerdefrist (Art. 17 Abs. 2 SchKG) war damit am 19. September 2023 bereits abgelaufen. Eine voraussetzungslose Wiedererwägung war damit am 19. September 2023 nicht mehr möglich.