Citation: 5A_318/2021 E. 3.2.3

3.2.3. Als Nächstes prüft die Vorinstanz aufgrund der seit 2019 erfolgten Entwicklung, ob auch heute noch eine Gefährdung von A.________ besteht, welche die Aufrechterhaltung des Obhutsentzugs erforderlich macht. Die Beiständin betone, dass eine Rückkehr zur Mutter angesichts der langen Fremdplatzierung eine "extrem sorgfältige Übergangszeit" erfordere und beobachtet werden müsse, wie A.________ mit einer Öffnung und einer tendenziell strukturloseren Situation zu Hause umgehen würde. A.________ sei ein mittelmässiger, knapp genügender Schüler, der im Unterschied zu seiner Halbschwester keine Sonderschulbedürfnisse habe. Einig seien sich die Mutter und die A.________ betreuenden Fachpersonen aber darüber, dass A.________ schnell verunsichert ist und den roten Faden zu verlieren droht. Eingehend beschäftigt sich das Obergericht mit den Vorbehalten der Kindesvertreterin. Diese sehe die Gefährdung von A.________s Wohl primär in der Persönlichkeit und in den schwach ausgeprägten erzieherischen Fähigkeiten der Mutter und berufe sich nicht nur auf das Gutachten, sondern auch auf A.________s klar geäusserten Willen, nicht umplatziert zu werden; die Rückkehr zur Mutter sei "kein dringender heftiger Wunsch" des Kindes. Das Obergericht stellt fest, dass sich die Schwierigkeit der Beschwerdegegnerin 1, in den Alltag ihrer Kinder Strukturen zu bringen, wie ein roter Faden durch die Akten ziehe. Die Vorinstanz erinnert unter Hinweis auf den Bericht der Jugend- und Familienberatung Kanton Zürich vom 15. Dezember 2011 abermals an die damalige soziale und wirtschaftliche Situation der alleinerziehenden, in der Tieflohnbranche (Reinigung) tätigen Beschwerdegegnerin 1. Diese Situation habe sich bis zur Fremdplatzierung zugespitzt. Heute könnten A.________s Eltern indessen miteinander kommunizieren und kooperieren. Dem gerichtlich angeordneten Besuchsplan hätten sie Folge zu leisten vermocht, den Kontakt zum anderen Elternteil würden sie begrüssen. Die jahrelange Distanz habe ihrer Beziehung zu A.________ keinen Abbruch getan; ihr Verhältnis zu A.________ sei eng und tragfähig. Aufgrund dieser positiven Entwicklung steht für das Obergericht fest, dass die Beschwerdegegnerin 1 mit Hilfe des Beschwerdegegners 2 und ihres Lebenspartners sowie bei fachkundiger Begleitung von A.________ die Herausforderungen einer Rückplatzierung meistern wird und die Aufrechterhaltung des Obhutsentzugs heute nicht mehr sachgerecht und verhältnismässig erscheint.