Citation: 4A_489/2014 E. 6.4

6.4. In der Beurteilung der örtlichen Verhältnisse hielt die Vorinstanz zunächst fest, da die Beschwerdeführerin das Stallgebäude selber nicht als atypische, fallenartige Gefahr bezeichnet habe, sei einzig zu prüfen, ob dieses eine besonders grosse Gefahr für Leib und Leben dargestellt habe. Dabei führte die Vorinstanz aus, aus der Fotodokumentation sowie der Unfallskizze der Kantonspolizei Graubünden gehe hervor, dass der Pistenverlauf der Schlittelpiste klar signalisiert gewesen sei, und sich in der Örtlichkeit W.________ mehrere Stallgebäude befunden hätten, welche aufgrund des offenen Pistengeländes gut sichtbar und bereits von weitem zu erkennen waren, was auch für den Stall unterhalb der Schlittelpiste zutreffe. Oberhalb des Stallgebäudes sei die Schlittelpiste rund 20 Meter breit gewesen und habe sich im Verbindungsweg bei der Rechtskurve vor dem Stall auf etwa acht Meter verengt. Auch wenn die Falllinie der Schlittelpiste auf das Stallgebäude zulaufe, habe der gut einsehbare Pistenverlauf, die Rechtskurve mit weitem Radius und die Schwungbreite von mehreren Metern innerhalb der Kurve ein frühes Ausholen möglich gemacht, so dass keine scharfe Richtungsänderung habe vorgenommen werden müssen. Ein aufmerksamer, vorsichtiger Pistenbenützer fahre demnach nicht geradewegs auf den von weitem erkennbaren Stall zu, sondern nehme die Richtungsänderung vorausschauend sowie frühzeitig vor und passiere den Stall dann linkerhand in einer Entfernung von mehreren, mindestens aber sieben Metern. Entsprechend könne das betreffende Stallgebäude nicht per se als besondere Gefahr für Leib und Leben der Schlittler bezeichnet werden.