Citation: 2C_575/2018 E. 5.5

5.5. Der Widerruf muss verhältnismässig sein. Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich wie der Beschwerdeführer schon lange Zeit im Land aufhält, soll praxisgemäss nur mit Zurückhaltung widerrufen werden. Bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn der Ausländer hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 S. 19 f.; Urteil 2C_116/2017 vom 3. Oktober 2017 E. 3.2). Vorliegend besteht wie in E. 5.4 gezeigt ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der Wegweisung des Beschwerdeführers. Überwiegende, private Interessen sind aufgrund der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung nicht ersichtlich. Sprachliche Hürden stehen einer Rückkehr des Beschwerdeführers nach Deutschland nicht entgegen und mit den dortigen Gepflogenheiten, welche im Übrigen von den schweizerischen nicht wesentlich abweichen, dürfte er bestens vertraut sein. Ebenso kann der Kontakt zu Familienmitgliedern, auch der physische, ohne Weiteres aufrecht erhalten werden, wenn der Beschwerdeführer sich im grenznahen Ausland niederlässt. Die vorinstanzliche Interessenabwägung bzw. Verhältnismässigkeitsprüfung, welche sowohl unter dem rein nationalen Recht wie auch unter dem Titel von Art. 5 Anhang I FZA vorgenommen werden kann, erweist sich deshalb genauso wie die Anwendung von Art. 62 und 63 AuG und Art. 5 Anhang I FZA als bundes- respektive völkerrechtskonform. Damit erübrigen sich jegliche weitere Ausführungen zum Eventualantrag und Subeventualantrag.