Citation: 8C_325/2024 E. 3.2

3.2. Hervorzuheben und zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht bis vor einigen Jahren davon ausging, die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer umfasse auch die dafür vorausgesetzte Bejahung der Adäquanz der geklagten Beschwerden. Aus dem Umstand, dass sich der Unfallversicherer in seiner ursprünglichen Verfügung nicht explizit zur Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs geäussert hatte, konnte daher nicht geschlossen werden, dass er diesen nicht geprüft hatte (vgl. u.a. Urteile 8C_618/2014 vom 19. Dezember 2014 E. 4.2; 8C_469/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.2, nicht publ. in: BGE 140 V 70; 8C_171/2011 vom 1. September 2011 E. 4.3; 8C_ 862/2010 vom 4. Januar 2011 E. 4.2; 8C_512/2008 vom 14. Januar 2009 E. 6.2.2; 8C_436/2007 vom 16. Juni 2008 E. 4). In neueren Urteilen schloss das Bundesgericht hingegen auf das Fehlen einer Adäquanzprüfung mit der Begründung, in den Akten fänden sich keine Anhaltspunkte für eine entsprechende Prüfung. In der Folge qualifizierte es die Rentenverfügung ohne Weiteres als zweifellos unrichtig, und zwar (analog zur Vorgehensweise bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes) ohne zu prüfen, ob die ursprüngliche Verfügung auch im Ergebnis zweifellos unrichtig war (so erstmals im Urteil 8C_525/2017 vom 30. August 2018 E. 7.4; vgl. im Weiteren auch Urteile 8C_616/2022 vom 15. März 2023 E. 6.2 f., nicht publ. in: BGE 149 V 91, aber in SVR 2023 UV Nr. 50 S. 175; 8C_441/2022 vom 1. Juni 2023 E. 4.4; 8C_363/2021 vom 25. November 2021 E. 6.3; 8C_193/2016 vom 26. Oktober 2016 E. 4.3). Im jüngsten Urteil 8C_698/2023 vom 27. November 2024 hat das Bundesgericht nun indessen eine Bereinigung dieser Rechtsprechung vorgenommen. In Bestätigung der älteren Praxis hat es festgehalten, dass eine Leistungszusprache durch den Unfallversicherer stets auf eine vorgängige, zumindest implizite Adäquanzprüfung schliessen lässt, so dass eine Rentenverfügung nicht wegen einer später behaupteten Unterlassung der Prüfung als zweifellos rechtsfehlerhaft qualifiziert werden kann (E. 5.3.4 des genannten Urteils). Zu prüfen ist demnach in solchen Fällen, ob die anzunehmende implizite Adäquanzprüfung im Ergebnis, das heisst vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung darbot, nicht zweifellos unrichtig war (vgl. E. 6.1 des Urteils).