Citation: 6B_928/2023 E. 1.2

1.2. Die Beschwerdeführerin beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, der obergerichtliche Beschluss sei aufzuheben und ihr seien keine Gerichtskosten für das obergerichtliche Verfahren aufzuerlegen. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, dem Obergericht im Zusammenhang mit dem Rechtsverzögerungsverfahren in ihrem Schreiben vom 12. Mai 2023 mitgeteilt zu haben, auf eine Berufung zu verzichten, weil eine solche wegen der Verjährung keinen Sinn mehr mache. Sie habe mit der Nichteinreichung der Berufungserklärung auf die Berufung verzichtet. Damit eine Berufung "rechtskräftig" werde, müsse (nach der Berufungsanmeldung) explizit eine Berufungserklärung an das Berufungsgericht eingereicht und die Berufung nicht innert gleicher Frist zurückgezogen werden. Das entspreche auch der Ansicht des Bundesgerichts, welches die Pflicht der die Berufung erhebenden Prozesspartei betone, den (Rechtsmittel-) Willen zwei Mal kundtun zu müssen, ein Mal mit der Berufungsanmeldung und ein zweites Mal mit der Berufungserklärung. Das Obergericht ignoriere, dass sie willentlich keine Berufungserklärung eingereicht habe. Es fehle damit an der Grundlage für die Eröffnung eines Berufungsverfahrens, weshalb sich die Frage eines Obsiegens oder Unterliegens nicht stelle und eine Kostenauflage ausser Betracht falle.