Citation: 1C_157/2023 E. 4.5

4.5. Gesamthaft betrachtet wiegt die Verfahrensverzögerung vorliegend nicht derart schwer, dass sie einen ausnahmsweisen Verzicht auf den Führerausweisentzug rechtfertigen würde, zumal der Verletzung des Beschleunigungsgebots im Strafverfahren bereits Rechnung getragen wurde. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer ein vermindertes Interesse an einem raschen Entscheid hatte, da er sein Fahrzeug weiterhin lenken durfte (vgl. Urteile 1C_52/2022 vom 8. Juni 2022 E. 2.5; 1C_190/2018 vom 21. August 2018 E. 5.1; 1C_507/2016 vom 6. Juni 2017 E.3.3). Eine erzieherische Wirkung des Führerausweisentzugs erscheint weiterhin nicht ausgeschlossen, auch wenn sich der Beschwerdeführer in der Zwischenzeit offenbar wohl verhalten hat. Dass die Vorinstanz eine Unterschreitung der Mindestentzugsdauer für ausgeschlossen erachtet und damit (implizit) auch eine Ausnahme davon verneint hat, ist nicht zu beanstanden. Die in diesem Zusammenhang erhobene Gehörsrüge erweist sich somit ebenfalls als unbegründet.