Citation: U 436/05 02.03.2006 E. 4

4.1 Es ist erstellt, dass der Beschwerdegegner bei der Auffahrkollision vom 23. August 2001 ein Schleudertrauma der HWS erlitten hat. Er wies unmittelbar im Nachgang zum Unfall die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen auf. Dafür spricht auch der Unfallablauf, bei dem gemäss Bericht der Kantonspolizei Aargau vom 9. September 2001 mehrere Fahrzeuge ineinander prallten. Nach diesem Bericht klagte der Beschwerdegegner unmittelbar nach dem Unfall bereits über Nackenschmerzen. 4.2 Zu prüfen bleibt somit, ob die zum typischen Beschwerdebild des Schleudertraumas gehörenden Beeinträchtigungen im Vergleich zur psychischen Problematik ganz in den Hintergrund getreten sind. Auf die umfangreichen medizinischen Berichte kann abgestellt werden, sie bieten in ihrer Gesamtheit ein vollständiges Bild der körperlichen und psychischen Leiden des Beschwerdegegners. Es ist daraus ersichtlich, dass zunächst somatische Beschwerden im Vordergrund standen. Psychisch auffällig wurde der Beschwerdegegner im Sommer 2002, als er im Rahmen eines fürsorgerischen Freiheitsentzuges wegen Verdachts auf eine psychotische Dekompensation mit aggressiven Durchbrüchen in die Kantonale Psychiatrische Klinik (KPK) eingewiesen und vom 16. bis 24. Juni hospitalisiert wurde. Eine eindeutige psychiatrische Diagnose konnte nicht gestellt werden, doch wurde der Verdacht auf eine narzisstische Störung geäussert (Bericht der KPK vom 3. Oktober 2002). Es folgten weitere Aufenthalte in der KPK vom 3. Juli bis 21. September 2003 und vom 29. März bis 26. Juli 2004. Wurden beim zweiten Aufenthalt weiterhin ausgeprägte Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisstörungen, rasche Ermüdbarkeit sowie Nacken- und Kopfschmerzen beschrieben (Bericht der KPK vom 27. Oktober 2003), so führten zur dritten Einweisung psychotische und wahnhafte Symptome. Man ging von einer posttraumatischen Belastungsstörung aus, wobei nach wie vor somatische Beschwerden vorhanden seien (Bericht der KPK vom 11. November 2004). Mit der Vorinstanz ist daher festzustellen, dass die psychische Komponente immer mehr an Bedeutung gewann. Indessen kann nicht gesagt werden, die körperlichen Leiden seien dabei völlig in den Hintergrund getreten. Vielmehr klagte der Versicherte noch Jahre nach dem Unfall über Nacken- und Kopfschmerzen. Zudem wurden Konzentrationsstörungen und kognitive Einschränkungen, welche sich eindeutig auf den Unfall zurückführen lassen, diagnostiziert (Bericht Dr. med. T.________, Spezialarzt FMH für Neurologie, vom 11. Februar 2004). Auch aus den Berichten von Dr. med. W.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. Januar 2004 sowie der KPK vom 27. Oktober 2003 geht hervor, dass der Beschwerdegegner zu einer Zeit nicht mehr unmittelbar nach dem Unfall weiterhin körperliche Symptome aufwies.