Citation: 6B_863/2018 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz begründet unter Verweis auf das Erstgericht ausführlich und überzeugend, weshalb sie die Aussagen der Beschwerdeführerin als weniger glaubhaft beurteilt als diejenigen des Beschuldigten und diesen im Zweifel frei spricht. Sie erwägt, der Beschuldigte habe sowohl das Kerngeschehen als auch diverse Nebensächlichkeiten im Ablauf der Paketlieferung sowie eigene Überlegungen und Befindlichkeiten gleichbleibend und schlüssig geschildert. Er habe die Vorwürfe auch nicht einfach bestritten, sondern sich differenziert mit der Situation befasst und versucht, sich in die Perspektive der Beschwerdeführerin hinein zu versetzen, etwa zu erklären, inwiefern sie durch sein Verhalten - wenn auch sicher nicht absichtlich - geblendet worden sein könnte. Demgegenüber wiesen die Schilderungen der Beschwerdeführerin einige Ungereimtheiten auf. So sei nicht nachvollziehbar, dass sie aufgrund des angeblich absichtlichen Blendens des Beschuldigten mitten ins Auge schockiert, gar sprachlos gewesen sein, ihn aber bloss gefragt haben wolle, was er da mache. Hingegen habe sie nicht geschildert, dass sie sich im Schock reflexartig vom Licht abgewandt, ihre Augen geschützt, einen Laut von sich gegeben oder den Beschuldigten ermahnt hätte, was aber zu erwarten gewesen wäre. Stattdessen habe sie ihn lediglich angewiesen, die Pakete bei der Garage zu platzieren, wobei es erstaune, dass sie im Innern des Hauses ebenfalls dorthin gerannt sein wolle. Wäre die Beschwerdeführerin tatsächlich derart erschrocken, wären die Pakete zweitrangig gewesen und sie hätte sich wohl kaum direkt zur Garage begeben, um dort erneut den Beschuldigten anzutreffen. Ferner sei auffällig, dass sie sich beim Kundendienst nur über eine angebliche Beschimpfung beschwert, das Blenden mit dem Paketscanner aber nicht erwähnt habe. Schliesslich sei die "notfallmässige" Konsultation bei der Augenärztin erst eine Woche nach dem Vorfall erfolgt, wobei die Ärztin bereits zuvor Hinweise auf eine Nasennebenhöhlenentzündung vermerkt, von einer Schädigung durch einen Scanner aber nichts gewusst und auch im Verlauf nichts notiert habe. Dies wecke erhebliche Zweifel an der Darstellung der Beschwerdeführerin, zumal sie die Folgen des vermeintlichen Blendens fortlaufend drastischer geschildert habe. Auch mit Bezug auf den Vorwurf der Beschimpfung begründet die Vorinstanz schlüssig, weshalb sie diesen im Zweifel nicht als erstellt erachtet. Der Beschuldigte habe solches stets bestritten und die diesbezüglichen Aussagen der Beschwerdeführerin seien in zeitlicher und örtlicher Hinsicht unklar bzw. wichen voneinander ab.