Citation: 5A_31/2024 E. 4.3.2

4.3.2. Die Beschwerdeführerin pocht darauf, dass die Beschwerdegegnerin für den Versand der Aktennotiz elf Tage benötigt habe. Die entsprechenden Feststellungen des Kantonsgerichts seien aktenwidrig, offensichtlich falsch und willkürlich. Die Parteilichkeit der Beschwerdegegnerin sei schon dadurch belegt, dass sie erst nach zweimaligem Ersuchen reagiert habe. Weiter insistiert die Beschwerdeführerin, dass der Ausgang des Eheschutzverfahrens aufgrund der Handlungen und Äusserungen der Beschwerdegegnerin am 30. Juni 2023 objektiv betrachtet sehr wohl nicht mehr als offen gelten könne. Die Beschwerdegegnerin habe schon zum fraglichen Zeitpunkt davon ausgehen müssen, dass die beiden Söhne die Gewalt ihres Vaters gegen ihre Mutter miterlebt hatten, traumatisiert waren und bei jedem Besuch retraumatisiert werden, insbesondere weil die Duplik des Ehemannes noch nicht vorlag. Indem sie C.________s Ängste und die damit verbundenen körperlichen Beschwerden nicht ernst nahm und das Kind zum Besuch zwang, habe sie sich aktenwidrig auf die Seite von B.________ gestellt, anstatt sich - entsprechend ihrer Aufgabe als Kindesschutzbehörde im hängigen Eheschutzverfahren - für die Buben einzusetzen und als einzige deeskalierende Massnahme das Besuchsrecht einstweilen, zumindest aber am fraglichen Wochenende abzusagen. Auch dass sie, die Beschwerdeführerin, über den Verbleib und den Gesundheitszustand der Kinder nicht mehr weiter habe informiert werden dürfen, erwecke unweigerlich den Eindruck der Parteilichkeit. Durch ihr Verhalten bestätige die Beschwerdegegnerin ihre in Verkennung der Aktenlage vorgefasste Meinung, dass die Misshandlungen nicht stattgefunden haben sollen. Sie verkenne die Komplexität der Angelegenheit mit den Gewaltexzessen des Ehemannes vor den Augen der Kinder und foutiere sich damit um eine korrekte Rechtsanwendung, begehe mithin auch hier einen elementaren Verfahrensfehler, der ihre Ausstandspflicht begründe.