Citation: 6S.44/2005 06.04.2005 E. 1

1.1 Die Vorinstanz lässt die zunächst aufgeworfene Frage offen, ob die Qualifikation als leichter Fall in Bezug auf zwei Vorstrafen unterschiedlich ausfallen könne (angefochtenes Urteil S. 9 f.). Denn die vom Bezirksgericht genannten Gründe für die Annahme eines leichten Falls trotz eines Strafmasses über der Dreimonatsgrenze bezögen sich auf Fälle, in denen innerhalb einer Probezeit delinquiert worden sei bzw. der Widerruf einer Vorstrafe zur Diskussion gestanden habe. Die Missachtung zweier Probezeiten sei bereits dermassen erschwerend, dass sich der Fall auch bei für den Verurteilten günstigen Kriterien nicht mehr als leicht beurteilen lasse. Zu Lasten des Beschwerdeführers falle ins Gewicht, dass er bloss eine Woche nach der Wiedererlangung des Führerausweises erneut alkoholisiert gefahren sei. Überdies sei ihm durch die milde Bestrafung mit einer achtzehnmonatigen bedingten Freiheitsstrafe trotz eines schweren Delikts mit gravierenden Folgen für den damaligen Geschädigten seinerzeit eine erneute Chance gewährt worden, deren Nichtnutzung heute unverständlich erscheine. Die in der Rechtsprechung und Literatur genannten Umstände könnten eine fünfmonatige Strafe nur noch zum leichten Fall machen, wenn gleichzeitig keine massgeblichen erschwerenden Faktoren vorlägen. Unerheblich für die Qualifikation als leichter Fall sei im Übrigen das vom Bezirksgericht erwähnte Argument, ein Strafvollzug sei nicht im Interesse des Geschädigten aus dem früheren Verfahren, weil der Beschwerdeführer im Strafvollzug dessen Zivilforderung nicht weiter werde abzahlen können. Denn dies habe nichts mit der Schwere der neuen Straftat zu tun (angefochtenes Urteil, S. 10). 1.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz sehe das Delinquieren während zweier laufender Probezeiten als derart schwer an, dass alle Argumente zu seinen Gunsten unbedeutend erschienen, insbesondere die vom Bezirksgericht angenommene unverhältnismässige Härte eines Vollzugs. Die für die Annahme eines leichten Falls geltende Rechtsprechung schliesse jedoch nicht aus, dass trotz Missachtens zweier laufender Probezeiten noch ein leichter Fall angenommen werden könne. Die Vorinstanz sei ohne weitere Begründung von einem solchen Ausschluss des leichten Falls ausgegangen. Sie zähle Kriterien auf, die damit in keinerlei Zusammenhang stünden und diese Annahme in keiner Weise untermauern könnten. So werde darauf hingewiesen, dass die zu widerrufende Strafe sehr milde gewesen sei und es unverständlich erscheine, dass er die ihm gebotene Chance nicht genutzt habe. Weiter werde erwähnt, dass er bereits eine Woche nach Wiedererlangung des Führerausweises erneut delinquiert habe, ein Umstand, welcher schon bei der Strafzumessung stark erschwerend gewertet worden sei und nicht noch einmal bei der Beurteilung des leichten Falls mitberücksichtigt werden dürfe. Die Vorinstanz habe ihr Ermessen nicht richtig angewandt und damit Bundesrecht verletzt.