Citation: 2C_192/2022 E. 3.3.2

3.3.2. Die Auslegung völkerrechtlicher Verträge richtet sich nach den Regeln des Wiener Übereinkommens vom 23. Mai 1969 über das Recht der Verträge (VRK; SR 0.111). Dieses stellt insoweit kodifiziertes Völkergewohnheitsrecht dar (BGE 147 II 1 E. 2.3). Die Auslegungsregeln gemäss Art. 31 ff. VRK sind selbst in Bezug auf Verträge mit Staaten anwendbar, die das Wiener Übereinkommen nicht ratifiziert haben (BGE 147 II 13 E. 3.3; 146 II 150 E. 5.3.1). Die VRK ist für die Schweiz am 6. Juni 1990 in Kraft getreten (AS 1990 1112). Zu diesem Zeitpunkt waren die hier genannten Staatsverträge längst wirksam. Die VRK ist indes auch auf Staatsverträge anwendbar, die vor dem 23. Mai 1969 bzw. dem 6. Juni 1990 in Kraft standen, weswegen sich die Auslegung auch solcher Verträge nach Art. 31 ff. VRK richtet (Art. 4 VRK; BGE 138 II 524 E. 3.1; 122 II 234 E. 4c; so namentlich auch Urteile 2C_936/2017 vom 22. August 2019 E. 8.1; 2C_53/2017 vom 21. Juli 2017 E. 7.5.1 mit Hinweisen).