Citation: 6S.462/2005 12.01.2006 E. A

Am 2. September 2003, ca. um 11.15 Uhr, fuhr A.________ am Steuer eines Reisecars von Brienz herkommend bergwärts in Richtung Giessbach/Axalp. In einer Linkskurve (bei der so genannten "Engi") kam ihm plötzlich ein talwärts fahrender Radfahrer, X.________, entgegen. A.________ bremste sofort ab. Auch der Radfahrer, der ob des vor ihm auftauchenden Reisecars erschrak, bremste sein Fahrrad sofort stark ab. Nach einer Verzögerung, die eine Bremsspur von 7,45 m zur Folge hatte, kam der Radfahrer zu Fall, prallte vorne links gegen die Fahrzeugseite des Reisecars und blieb anschliessend im Bereich des linken Vorderrades des Reisecars liegen. Er erlitt schwere Verletzungen. Untersuchungsrichter und Staatsanwalt des Oberlandes trafen zunächst den Beschluss, gegen A.________ keine Strafverfolgung zu eröffnen. Einen von X.________ hiegegen eingereichten Rekurs hiess jedoch die Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern am 20. Februar 2004 gut, worauf die Strafverfolgung gegen A.________ eröffnet und er wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung angeklagt wurde. X.________ seinerseits wurde am 3. November 2003 wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsrecht verurteilt, wobei aber von einer Strafe oder Massnahme aufgrund der erlittenen schweren Verletzungen abgesehen wurde. X.________ erhob gegen diese Verurteilung Einsprache beim Jugendgericht des Oberlandes. Auf seinen Antrag wurde das Verfahren mit Blick auf jenes gegen A.________ sistiert.