Citation: 1C_205/2019 E. 4.4

4.4. Daran ändert der Entscheid des Bundesgerichts 1P.768/2000 vom 19. September 2001 nichts, auf den sich die Beschwerdeführerin ergänzend beruft, sollte sie als bösgläubig zu betrachten sein. In diesem Fall erachtete die damalige Vorinstanz des Bundesgerichts den Anspruch auf Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zwar ungeachtet der Frage der Gutgläubigkeit des betroffenen Stockwerkeigentümers als verwirkt, da der städtischen Sittenpolizei die sexgewerbliche Nutzung der fraglichen Wohnung seit mehr als 25 Jahren bekannt war, was das Bundesgericht schützte. Ausschlaggebend war dabei allerdings, dass die damalige Vorinstanz in derartigen Fällen von einer kürzeren Verwirkungsfrist als der 30-jährigen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausging und diese kürzere Frist abgelaufen war (vgl. E. 4 und 5 des zitierten Entscheids). Im Kanton Bern ist in entsprechenden Fällen nicht diese kürzere Frist, sondern Art. 46 Abs. 3 BauG/BE massgebend. Dem genannten Entscheid kommt für den vorliegenden Fall daher keine Bedeutung zu. Aus ihm folgt daher von vornherein nicht, die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt, indem sie eine Berufung auf den Vertrauensschutz ausgeschlossen hat. Die weiteren Vorbringen der Parteien im Zusammenhang mit dem Vertrauensschutz sind aufgrund des Dargelegten nicht entscheidwesentlich, weshalb nicht darauf einzugehen ist.