Citation: 1C_268/2009 08.03.2010 E. 2

2.1 Eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. b SVG begeht, wer mit einer Blutalkoholkonzentration von über 0,8 Gewichtspromillen ein Motorfahrzeug führt (Art. 1 Abs. 2 der Verordnung der Bundesversammlung über Blutalkoholgrenzwerte vom 21. März 2003, SR 741.13, i.V.m. Art. 55 Abs. 6 SVG). Bei einer schweren Widerhandlung ist der Führerausweis für mindestens drei Monate zu entziehen (Art. 16 c Abs. 2 lit. a SVG). Diese Rechtslage ist unbestritten. Der Beschwerdeführer macht einzig geltend, dass Verwaltungsgericht sei unter Verletzung von Bundesrecht davon ausgegangen, er sei beim fraglichen Vorfall mit einer 0,8 Promille übersteigenden Blutalkoholkonzentration am Steuer seines Personenwagens unterwegs gewesen. 2.2 Das Verwaltungsgericht geht zu Recht davon aus, dass die Verwaltungsbehörde beim Entscheid über die Massnahme von den tat-sächlichen Feststellungen des Strafrichters nur abweichen darf, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgeklärt, namentlich die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (BGE 124 II 103 E. 1c/aa mit Hinweis). 2.3 Entgegen seiner Behauptung hat der Beschwerdeführer im Strafverfahren den Anklagevorwurf, beim fraglichen Vorfall seinen Personenwagen mit einer Blutalkoholkonzentration von über 0,8 Gewichtspromillen gelenkt zu haben, vorbehaltlos anerkannt. Abgesehen davon, dass der Erlass eines Strafbefehls nur bei vollumfänglich geständigen Tätern zulässig ist (§ 317 Abs. 1 StPO/ZH), werden im Strafbefehl vom 27. März 2008 ausdrücklich die Akten und das Geständnis als Beweismittel genannt. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Der Beschwerdeführer muss ihn sich dementsprechend im Verwaltungsverfahren entgegenhalten lassen. Dies umso mehr als er, ebenso wie sein Rechtsvertreter, von der Abteilung Administrativmassnahmen mit Schreiben vom 4. März 2008 ausdrücklich darauf hingewiesen worden war, dass sie mit dem Entscheid über die Administrativmassnahmen bis zur Erledigung des Strafverfahrens zuwarte. Dabei werde sie dann "wesentlich auf diesen Strafbescheid abstellen, nachdem Ihnen im Strafverfahren umfassende Verteidigungsrechte zur Verfügung stehen". Das Verwaltungsgericht konnte unter diesen Umständen für die Beurteilung der Administrativmassnahmen ohne Bundesrechtsverletzung auf den dem Strafbefehl zugrunde liegenden Sachverhalt abstellen. Die Ausführungen des Beschwerdeführers, dass und weshalb er nicht auch noch wegen Vereitelung einer Blutprobe im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG verurteilt worden sei und was für Schlüsse daraus zu ziehen seien, gehen an der Sache vorbei. 2.4 Der Strafbefehl wäre im Übrigen auch materiell nicht zu beanstanden. Die Behauptung des Beschwerdeführers, nach der Praxis des Bundesgerichts müsse in allen Fällen, in denen der Alkoholisierungsgrad nicht mit einer Blutanalyse, sondern lediglich mit einem Atemlufttest gemessen wurde, vom ermittelten Wert immer und von Amtes wegen 20% abgezogen werden, trifft in dieser Form nicht zu. Gerade BGE 127 IV 172, auf den er sich beruft, verweist auf einen Fall, in dem das Bundesgericht das durch ein Geständnis gestützte Ergebnis eines Atemlufttests als massgebend anerkannte (E. 3d S. 175 f.). Weshalb der Beschwerdeführer, der ja wusste, was er vor dem Atemlufttest getrunken hatte, nicht in der Lage gewesen sein sollte, abzuschätzen, ob der durch diesen ermittelte Wert in etwa seinem vorgängigen Alkoholkonsum entsprach, ist unerfindlich. Im Zweifel hätte er sich zudem einer Blutprobe unterziehen können. Der sinngemässe Einwand, die Anerkennung dieses Werts sei beweismässig wertlos und dürfe nicht zu seinen Lasten verwertet werden, ist unbegründet. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern die Beweiswürdigung der Staatsanwaltschaft in irgendeiner Weise willkürlich sein könnte.