Citation: 2P.229/2004 18.11.2004 E. 2

2.1 Hat das Bundesgericht auf staatsrechtliche Beschwerde hin die Bewertung von Examensleistungen zu beurteilen, so prüft es die Handhabung der einschlägigen kantonalen Verfahrensvorschriften - auf entsprechende ordnungsgemäss begründete Rügen hin (vgl. E. 1.3) - nur unter dem Gesichtswinkel der Willkür. In erster Linie prüft es dabei, ob das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren unter Beachtung der verfassungsrechtlichen Minimalgarantien durchgeführt worden ist (Urteil des Bundesgerichts 2P.223/2001 vom 7. Februar 2002 E. 2 mit Hinweisen auf mehrere unveröffentlichte Urteile des Bundesgerichts; 2P.26/2003 vom 1. September 2003 E. 2.1 mit Hinweis). Eine besondere Zurückhaltung auferlegt es sich bei der materiellen Beurteilung, indem es erst einschreitet, wenn sich die Behörde von sachfremden oder sonst wie ganz offensichtlich unhaltbaren Erwägungen hat leiten lassen, so dass ihr Entscheid unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten als nicht mehr vertretbar und damit als willkürlich erscheint (BGE 121 I 225 E. 4b S. 230; 118 Ia 488 E. 4c S. 495; 106 Ia 1 E. 3c S. 4). Der Beschwerdeführer erhebt im vorliegenden Fall im Wesentlichen verfahrensrechtliche Rügen, weshalb kein Grund für besondere Zurückhaltung besteht. 2.2 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, aufgrund der Ergebnisse der Selbst- und Fremdbeurteilung gemäss Berufseignungsbogen hätte kein Berufseignungsgespräch durchgeführt werden dürfen. Ein derartiges Gespräch sei nur dann gemäss den allgemeinen Richtlinien notwendig, wenn bei zwei oder mehr Eigenschaften Abweichungen von zwei oder mehr Skalenpunkten vorliegen würden. Da keine derartigen Abweichungen bestanden hätten, hätte gar kein Berufseignungsgespräch durchgeführt werden dürfen. Dieses Gespräch habe zum Ziel zu entscheiden, ob die Praxislehrkraft aufgrund der mangelnden Berufseignung das Teilprädikat "nicht erfüllt" erhält oder nicht. Der Regierungsrat hat in seinem Entscheid ausgeführt, dass gemäss Wegleitung der Beurteilungsbogen nicht einziges Kriterium zur Bewertung des Praktikums sei. In seinem Praktikumsbericht vom 15. September 2003 habe der Praktikumslehrer unter dem Titel "Beurteilung des Einführungspraktikums" ausgeführt: "Aufgrund der Beobachtungen und Besprechungen aller Lektionen, eines Gesprächs vor dem Baustein 7, dem Gespräch anschliessend an die letzten Lektionen und dem Beurteilungsbogen (besonders Punkte 1 bis 4) bin ich der Überzeugung, dass die Berufseignung zu überprüfen ist." Wenn nun der Praktikumslehrer aufgrund einer umfassenden Beurteilung des Praktikums zum Schluss komme, dass die Berufseignung zu diskutieren sei, so stehe dem nicht entgegen, dass allein aufgrund der formalen Kriterien nach dem Fremdeinschätzungsbogen ein Beurteilungsgespräch als nicht notwendig hätte erachtet werden können, sei doch, wie dargelegt, der Beurteilungsbogen nur ein Element zur Bewertung des Einführungspraktikums. Der Beschwerdeführer setzt sich mit diesen Ausführungen nicht oder nur in ungenügender Art auseinander. Es ist fraglich, ob darauf eingetreten werden kann (vgl. E. 1.3). Die Frage kann indessen offen bleiben, da die Rüge, einzig die Selbst- und Fremdbeurteilung sei massgebend, unzutreffend ist. In der Wegleitung "Berufspraktische Studien, Konzept, Einführungspraktikum, Fachpraktika, Abschlusspraktikum der Universität Bern für Lehrerinnen-,und Lehrerausbildung der Sekundarstufe I, Ausgabe Studienjahr 2003/04" werden auf Seite 13/14 die Beurteilungskriterien dargestellt. Darnach erfolgt die Beurteilung des Praktikums durch den Studierenden (Selbstbeurteilung), die Praktikumslehrkräfte und die Betreuungsperson des Instituts (Dozierende oder Angehörige des Instituts). Grundlagen zur Beurteilung sind die persönlichen Zielsetzungen, die Zielvorgaben des Instituts, die Zielvorgaben der Praxislehrkraft, die praktische Arbeit und die Selbsteinschätzung (Bogen). Sodann beurteilen die Praxislehrkräfte die praktische Arbeit, die Zielvorgabe der Praxislehrkraft, die Zielvorgabe des Instituts und die Fremdeinschätzung (Bogen). Schliesslich beurteilen die Dozierenden oder Angehörigen des Instituts die berufspraktische Leistung der Studierenden aufgrund der Zielvorgaben des Instituts und der praktischen Arbeit anlässlich der Unterrichtsbeobachtungen, während des Besuchs der Gespräche mit den Studierenden und der schriftlichen Arbeiten. Damit das Praktikum als erfüllt gilt, müssen alle drei Beurteilungen "erfüllt" lauten. Leistungsnachweise, die mit "nicht erfüllt" beurteilt werden, können einmal wiederholt werden. Es kann somit keine Rede davon sein, dass lediglich die Selbst- und Fremdeinschätzung aufgrund des Beurteilungsbogens massgebend ist für die Beurteilung des Bestehens oder Nichtbestehens des Praktikums. Der Regierungsrat ist daher nicht in Willkür verfallen, wenn er auch andere Bewertungen mit in die Beurteilung miteinbezogen hat. 2.3 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Praxislehrkraft sei vor dem Praktikumsantritt über die Haltung der Dozenten orientiert worden, wonach es sich aus der Sicht der Lehrpersonen um einen ausserordentlichen Fall handle. Er rügt damit die Voreingenommenheit der mitbeurteilenden Personen. Auch diese Rüge genügt den Anforderungen an die Begründung der staatsrechtlichen Beschwerde nicht. Wie der Regierungsrat bereits in seinem Entscheid ausgeführt hat und sich den Akten entnehmen lässt, lehnte es der Praktikumslehrer im Kontaktgespräch ausdrücklich ab, über die Hintergründe des Praktikums und über die Person des Praktikanten informiert zu werden mit der Begründung, er wolle seine Betreuungsaufgabe unvoreingenommen wahrnehmen, damit Herr A.________ uneingeschränkte Chancen habe, das Praktikum zu bestehen. Diese in der Stellungnahme der Erziehungsdirektion vom 23. Januar 2004 enthaltene Aussage des Direktors des Instituts für Lehrerinnen- und Lehrerbildung wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten, weshalb nicht näher darauf einzutreten ist. Zudem ist festzuhalten, dass der Vorwurf an die Adresse des Direktors, er habe bereits vor Praktikumsantritt ein vernichtendes Urteil über den Beschwerdeführer gefällt, ebenfalls nicht Anlass zu einer anderen Beurteilung der behaupteten Voreingenommenheit bietet. Die Tatsache, dass der Direktor mit dem Beschwerdeführer über seine Berufseignung ein Gespräch geführt und ihm eine Berufsberatung nahegelegt hat, macht ihn nicht befangen im Sinne des Gesetzes. Vielmehr gehört es zur Aufgabe des Direktors einer derartigen Schule, mit Schülern, deren Eignung für den Lehrberuf fragwürdig erscheint, das Gespräch zu suchen und beratend tätig zu sein. Die Beschwerde erweist sich deshalb auch in diesem Punkt als unbegründet.