Citation: 6B_1083/2022 E. 2.1.2

2.1.2. Der Einwand des Beschwerdeführers ist unbegründet. Aus der von ihm selbst wiedergegebenen Anklageschrift vom 20. Dezember 2018 ergibt sich der Tatvorwurf hinreichend klar. Demnach soll er sich den Umstand zunutze gemacht haben, dass seine damals 50-jährige Hausangestellte auf die Arbeitsstelle resp. Lohn und Unterkunft angewiesen gewesen sei und Schwierigkeiten gehabt hätte, eine neue Anstellung zu finden. Zudem habe sie nicht gewusst, wie er auf eine Abweisung reagieren würde und sie habe sich aufgrund seiner Grösse vor ihm gefürchtet. Daher habe sie sich auf mehrfache sexuelle Handlungen eingelassen. Der Beschwerdeführer habe die, namentlich finanziellen, Umstände gekannt und zumindest in Kauf genommen, seine Position als Arbeitgeber auszunutzen. Soweit der Beschwerdeführer die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und deren schwierige Situation in Frage stellt, kritisiert er die Beweiswürdigung. Darauf ist nicht einzugehen. Entgegen seiner Auffassung geht die Vorinstanz nicht über die Anklage hinaus, wenn sie ihn mit der Begründung schuldig spricht, die Beschwerdegegnerin 2 habe zumindest subjektiv geglaubt, keine neue Stelle mehr zu finden resp. vom Beschwerdeführer abhängig zu sein. Auch diese Furcht ergibt sich ohne Weiteres aus der Anklage, wonach die Beschwerdegegnerin die sexuellen Handlungen hingenommen habe, weil sie für ihren Lebensunterhalt auf die Arbeitsstelle angewiesen gewesen sei. Indem dem Beschwerdeführer vorgeworfen wird, die Furcht bzw. Abhängigkeit ausgenutzt zu haben, erschliesst sich ebenso der Vorwurf klar, wonach er um diese Furcht gewusst habe. Auch insoweit verkennt der Beschwerdeführer die Trageweite des Anklageprinzips, wenn er behauptet, er sei sich der Schwierigkeiten der Beschwerdegegnerin 2 nicht bewusst gewesen. Diese Frage betrifft wiederum die Beweiswürdigung. Es kann keine Rede davon sein, dass der Beschwerdeführer mit einem neuen Vorwurf konfrontiert worden wäre oder sich dagegen nicht genügend hätte zur Wehr setzen können. Das Anklageprinzip ist nicht verletzt.