Citation: 2C_115/2021 E. 4.2

4.2. Gestützt auf Art. 8 Covid-19-Verordnung besondere Lage können die Kantone unter den darin jeweils genannten Voraussetzungen auch zusätzliche Massnahmen treffen, also Massnahmen, die über das hinausgehen, was der Bundesrat in den vorangehenden Bestimmungen der Verordnung angeordnet hat. Das Bundesgericht hat eine solche Kompetenz der Kantone bejaht für Einschränkungen von Veranstaltungen, welche über die bundesrechtlichen Einschränkungen hinausgehen, sofern die Voraussetzungen von Art. 8 der Covid-19-Verordnung besondere Lage erfüllt sind (vgl. die Urteile 2C_308/2021 vom 3. September 2021 E. 5.5.3, zur Publikation vorgesehen; 2C_290/2021 vom 3. September 2021 E. 4.6 und 4.7, zur Publikation vorgesehen; BGE 147 I 450 E. 3.2.2; Urteil 2C_228/2021 vom 23. November 2021 E. 3.5). Unter den gleichen Voraussetzungen hat es die Befugnis der Kantone bejaht, eine Maskenpflicht für Personen über 12 Jahre in Geschäften und Supermärkten anzuordnen (vgl. BGE 147 I 393 E. 5.1). Der blosse Umstand, dass ein Kanton einschneidendere Massnahmen vorsieht als der Bundesrat oder andere Kantone, ist für sich allein noch kein Grund, eine angefochtene kantonale Regelung als bundesrechtswidrig zu beurteilen (vgl. auch Urteil 2C_183/2021 vom 23. November 2021 E. 3.7, zur Publikation vorgesehen). Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, dass die in Art. 8 Covid-19-Verordnung besondere Lage genannten Voraussetzungen nicht erfüllt gewesen wären. Ihre Annahme, der Bund habe im Bereich der Bekämpfung übertragbarer Krankheiten seine umfassende derogatorische Gesetzgebungskompetenz (Art. 118 Abs. 2 lit. b BV) "weitgehend" ausgeschöpft, weshalb die Kantone "grundsätzlich in diesem Bereich keine Gesetzgebungskompetenz mehr" hätten, trifft nicht zu (vgl. hierzu die Urteile 2C_228/2021 und 2C_183/2021 vom 23. November 2021 E. 3.2 - 3.5 bzw. 3.2 - 3.8, teilweise zur Publikation vorgesehen).