Citation: 8C_37/2024 E. 5.1

5.1. Gemäss angefochtenem Urteil stellte der Beschwerdegegner anlässlich der Arbeitgeberkontrolle vom 29. Juni 2021 zu Recht fest, die betriebliche Arbeitszeitkontrolle der Beschwerdeführerin weise, soweit überhaupt vorhanden (E. 2.2), Mängel auf und sei daher ungenügend. Die zur Verfügung gestellten Unterlagen müssten praxisgemäss das Kontrollorgan in die Lage versetzen, jederzeit möglichst zuverlässig die genauen Arbeitszeiten jedes einzelnen Arbeitnehmers feststellen zu können (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts [EVG; heute: öffentlich-rechtliche Abteilungen III und IV des Bundesgerichts] C 66/04 vom 18. August 2004 E. 3.2). Die Beschwerdeführerin habe auf den "Voranmeldungen von Kurzarbeit" jeweils unterschriftlich bestätigt, davon Kenntnis genommen zu haben, dass sie für die Kurzarbeit der betroffenen Arbeitnehmenden eine betriebliche Arbeitszeitkontrolle (z.B. Stempelkarten, Stundenrapporte) führen müsse und diese die täglich geleisteten Arbeitsstunden inklusive allfälliger Mehrstunden und die wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden sowie sämtliche übrigen Absenzen wie zum Beispiel Ferien-, Krankheits-, Unfall- oder Militärabwesenheiten beinhalten müsse. Statt dessen habe die Beschwerdeführerin den Arbeitsausfall ausgehend von der vertraglich vorgesehenen Sollzeit berechnet und davon die gemäss Aufstellungen geleistete Arbeitszeit subtrahiert. Eine solche Plausibilisierung der Ausfallstunden vermöge die ungenügende Arbeitszeiterfassung nicht zu kompensieren. Die geltend gemachten Ausfallstunden seien nicht genügend kontrollier- und bestimmbar gewesen, weshalb kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung bestanden habe. Die Durchführung der Arbeitgeberkontrolle vom 29. Juni 2021 sei nicht als bundesrechtswidrig zu beanstanden. In antizipierter Beweiswürdigung sei auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten. Die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes in eine - angebliche, jedoch unbelegte - unrichtige behördliche Zusicherung seien nicht erfüllt und die rechtlichen Anforderungen an die betriebliche Arbeitszeitkontrolle (Art. 46b Abs. 1 AVIV) auch während der ausserordentlichen Pandemielage unverändert einzuhalten gewesen (vgl. E. 4.2). Fehle es an der materiell-rechtlichen Anspruchsvoraussetzung der ausreichenden Kontrollierbarkeit des Arbeitsausfalls (vgl. ARV 2024 S. 230, 8C_306/2023 E. 6; vgl. auch Urteile 8C_18/2024 vom 9. Juli 2024 E. 6.4 und 8C_728/2023 vom 15. Mai 2023 E. 6), sei die Kurzarbeitsentschädigung von Fr. 509'612.90 für den Zeitraum von März 2020 bis Mai 2021 zu Unrecht ausgerichtet worden und folglich - wie mit Einspracheentscheid vom 13. August 2021 zu Recht bestätigt - zurückzuerstatten.