Citation: 8C_638/2020 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, laut Auskünften des Hausarztes habe sich der Gesundheitszustand verschlechtert bei ungünstiger Prognose und sie benötige eine Haushaltshilfe sowie zwei Mal pro Woche psychiatrische Betreuung durch die Spitex. Aufgrund dieser Umstände habe der RAD empfohlen, den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung abklären zu lassen. In dem danach eingeholten Bericht vom 27. März 2019 wiesen die psychiatrischen Dienste darauf hin, dass die Patientin bei der Arbeit bei chur@work im geschützten Rahmen zu einem Pensum von 50 % massiv an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit komme. Aufgrund der Persönlichkeitsstruktur, der chronischen depressiven Symptomatik mit psychotischen Symptomen, Zwangsgedanken und -handlungen bei posttraumatischer Belastungsstörung mit dissoziativem Erleben, sei sie im öffentlichen Arbeitsmarkt nicht mehr einsetzbar. Sie müsse seit Jahren (2013) regelmässig durch die Spitex im Haushalt unterstützt und psychiatrisch begleitet werden. Trotz dieser Auskünfte habe die IV-Stelle keine weiteren Abklärungen getätigt und habe bloss befristet eine ganze Invalidenrente zugesprochen. Die Vorinstanz habe den ihr obliegenden Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie die Verfügung der IV-Stelle geschützt habe, die, nachdem sie ergänzende medizinische Auskünfte der psychiatrischen Dienste eingefordert habe, entgegen deren Schlussfolgerungen weiterhin an einer Teilarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt festgehalten habe. Der angefochtene Entscheid leide an einem nicht auflösbaren Widerspruch, der nur durch weitere medizinische und andere Auskünfte geklärt werden könne.