Citation: I 100/99 02.03.2000 E. 3

3.- a) Gemäss Bericht des Dr. med. E.________ vom 5. Juli 1996 leidet der Beschwerdeführer an einem Restzu- stand nach Interlaminektomie und Dekompression sowie an einer Discushernienexstirpation (27. März 1990) bei engem Spinalkanal L4/5, an einer Spondylarthrose, einer median weichen Discushernie L4/5 sowie sowie an einem cranialen Discushernienluxat. Das Arbeitsvermögen habe sich seit der letzten Beurteilung vom 23. Juni 1995 nicht verändert und betrage für die Tätigkeit als Landwirt weiterhin einen Drittel. Damit ergeben sich für den Versicherten zweifellos Einschränkungen in seinen betrieblichen Tätigkeiten. So sind ihm denn auch laut Dr. E.________ Melken und Misten trotz Mechanisierung des Betriebes zur Gänze unmöglich. Aber auch das Traktorfahren - selbst mit Gesundheitssitz - über unebenes Gelände erweist sich, wie im Übrigen schon das blosse Autofahren, als problematisch. Von diesen ein- zelnen Bereichen abgesehen äussern sich indes die verschie- denen medizinischen Berichte nicht dazu, ob und wie sich die gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeits- fähigkeit bei den übrigen Tätigkeiten niederschlagen. Auf den Betätigungsvergleich der Landwirtschaftlichen Buch- haltungs- und Beratungsstelle L.________ vom 10./25. Juni 1997 kann nicht abgestellt werden, weil dessen Einschätzung die nach der Rechtsprechung erforderlichen ärztlichen An- gaben als Grundlagen für die Invaliditätsbemessung praxis- gemäss nicht ersetzen kann (BGE 105 V 158 Erw. 1 in fine). b) Auf Grund der zur Verfügung stehenden Unterlagen ebenso wenig beurteilen lässt sich die Frage, ob die mit Bezug auf die zur Rationalisierung des Gewerbes getroffenen baulichen Massnahmen und anderen Investitionen, ein- schliesslich Abbau des Grossviehbestands, aus gesundheit- lichen oder betriebswirtschaftlichen Gründen erfolgt sind. Die Verwaltung hat zwar hierzu einen ergänzenden Bericht des Ing. Agronoms U.________ (vom 15. November 1995) ein- geholt. Dieser beschränkt sich aber im Wesentlichen auf eine reine Wiederholung der bisherigen Äusserungen und Ein- schätzungen, die unverändert in Widerspruch zur Auffassung des Hausarztes stehen, wonach das Leistungsvermögen lang- fristig erheblich verbessert werden könnte, wenn der Be- schwerdeführer die entsprechenden Arbeiten mechanisieren würde. Damit bestehen gewichtige Indizien im Sinne der Be- hauptungen des Versicherten, wonach es die gesundheitlichen Beeinträchtigungen gewesen seien, welche ihn veranlasst hätten, den Landwirtschaftsbetrieb zu rationalisieren: So habe er "invaliditätsbedingt" 1990 die Scheune saniert und den Stall umgebaut, 1991 den Hühnerstall in Stand gestellt sowie einen Melkstand, einen Abladekran und eine Heubelüf- tungsanlage angeschafft. Der ergänzende Bericht des Exper- ten ist daher nicht geeignet, die bestehenden Unklarheiten auszuräumen oder sonst auf schlüssige Weise zur weiteren Erhellung des Sachverhalts beizutragen. Im Rahmen der vor- zunehmen Aktenergänzung wird die Verwaltung daher auch diesem Punkt Beachtung zu schenken haben. c) Verwaltung und Vorinstanz sind der Meinung, die als Folge dieser Massnahmen eingesparten Lohnkosten (Minderlöh- ne) seien bei der Invaliditätsbemessung zu berücksichtigen, falls feststünde, dass die Rationalisierung allein wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Versicherten erfolgt ist. Mit dieser Betrachtungsweise werden die fraglichen Aufwendungen des Versicherten offenbar als vom Erwerbsein- kommen abzugsfähige Gestehungskosten behandelt. Ein solcher Abzug kommt praxisgemäss aber nur in Betracht, wenn der- artige Gestehungs- oder Gewinnungskosten, welche erforder- lich oder geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit des Ver- sicherten zu erhalten oder zu verbessern, dauernden Char- akter haben, d.h. wenn der Versicherte sie dauernd oder während längerer Zeit zu tragen hat (Meyer-Blaser, Recht- sprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 210f. mit Hinwei- sen). Dies trifft vorliegend jedoch nicht zu, da es sich offenkundig um einmalige Auslagen des Beschwerdeführers handelt. Es fragt sich folglich, ob sich der Anspruch des Versicherten nicht auf eine Kapitalhilfe im Sinne von Art. 18 Abs. 2 IVG richtet, falls sich nach ergänzender Prüfung herausstellt, dass die zu beurteilenden Massnahmen vorwiegend auf gesundheitlich bedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers beruhen und die weiteren besonderen Vor- aussetzungen für diesen Anspruch erfüllt sind (Meyer- Blaser, a.a.O. S. 135 mit Hinweisen). d) Nach dem Gesagten ist die Sache an die Verwaltung zur umfassenden medizinischen Abklärung der Arbeitsfähig- keit des Versicherten als Landwirt zurückzuweisen, worauf die Verwaltung auf Grund dieses medizinischen Unter- suchungsergebnisses die dem Beschwerdeführer noch zuzumu- tenden Tätigkeiten in der Landwirtschaft neu festzusetzen oder - wenn eine zuverlässige Ermittlung des Invaliden- lohnes auf diesem Weg nicht möglich erscheint - im Sinne des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens einen Betäti- gungsvergleich durchzuführen und dessen Ergebnis erwerblich zu gewichten hat (BGE 104 V 137 Erw. 2c). Im Weiteren ist abzuklären, ob die Modernisierung des Landwirtschaftsbe- triebes aus Gründen der wirtschaftlichen Rationalisierung oder vorwiegend wegen der behinderungsbedingten Einschrän- kungen des Beschwerdeführers erfolgt ist (ZAK 1976 S. 94, 1972 S. 730, 1971 S. 105).