Citation: 8C_344/2016 E. 5.2.1

5.2.1. Das kantonale Gericht hat folglich zu Recht geprüft, ob im MEDAS-Gutachten dem diagnoseinhärenten Schweregrad der somatoformen Schmerzstörung Rechnung getragen wurde. Als "vorherrschende Beschwerde" wird "ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz" verlangt (Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], 9. Aufl. 2014, Ziff. F45.4 S. 233). Im Gegensatz zu anderen psychosomatischen, beispielsweise dissoziativen, Störungen, die nicht schon an sich einen Bezug zum Schweregrad aufweisen, setzt die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung per definitionem Beeinträchtigungen der Alltagsfunktionen voraus (BGE 141 V 281 E. 2.1.1 S. 286; Peter Henningsen, Probleme und offene Fragen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden mit funktionellen Körperbeschwerdesyndromen, in: SZS 2014 S. 535, 539; Henningsen/Schickel, in: Begutachtung bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, Schneider et al. [Hrsg.], 2012, S. 277); ICD-10 Ziff. F45.4 beschreibt als gewöhnliche Folge denn auch "eine beträchtliche persönliche oder medizinische Betreuung oder Zuwendung". Aus dem MEDAS-Gutachten lässt sich weder entnehmen, ob die Versicherte an einem andauernden quälenden Schmerz leidet, noch wird klar, welche Alltagsfunktionalitäten noch bestehen. Daher ist die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung nicht gesichert.