Citation: 5A_291/2023 E. 4.2.3

4.2.3. Soweit die Mutter beschwerdeweise auf ihre Vorbringen im obergerichtlichen Verfahren verweist (die Kinder würden lieber bei ihr und am liebsten mit ihr in England leben, wo sie viele Freunde hätten und die Lehrer viel sanfter seien; sie hätten dies schon im Rahmen des Erziehungsfähigkeitsgutachtens vom 13. Juni 2022 kundgetan; die Kindesvertreterin habe die Aussagen der Kinder als stimmig betrachtet; u.ä.m.), fehlt es an einer Rüge, all dies sei im obergerichtlichen Entscheid in willkürlicher oder sonstwie verfassungsverletzender Weise nicht festgestellt worden; entsprechend müssen all diese Behauptungen, selbst wenn sie im kantonalen Verfahren so erhoben worden sein sollten, im bundesgerichtlichen Verfahren als neu und damit unzulässig gelten (Art. 99 Abs. 1 i.V.m. Art. 105 Abs. 1 BGG). Was sodann die Frage der Indoktrination der Kinder anbelangt, räumt die Mutter beschwerdeweise ein, dass gewisse Aussagen bei der Kindesanhörung diesen Eindruck erwecken könnten, wobei das Obergericht primär spektakulär wirkende Aussagen herausgepickt habe. Aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei jedoch zu lesen, dass ein Kausalzusammenhang zwischen Indoktrination und Willensbekundung bestehen müsse. Aus den Aussagen der Kinder könne aber gerade nicht auf Indoktrination geschlossen werden, weil neben der Kindesanhörung zahlreiche weitere gleichlautende Willensäusserungen im Recht liegen würden. Was die Mutter damit genau gemeint, führt sie nicht näher aus; wahrscheinlich zielt sie auf die Äusserungen der Kinder gegenüber der Kindesvertreterin. Indes ist nicht zu sehen, inwiefern sich dadurch eine willkürliche Beweiswürdigung - ohnehin erhebt die Mutter keine Willkürrügen, sondern lässt es bei einer appellatorischen Bestreitung der Indoktrination bewenden - im Zusammenhang mit der beweiswürdigenden Feststellung eines nicht autonom gebildeten Kindeswillens ergeben soll. Die Lektüre des Protokolls der Kindesanhörung bestärkt jedenfalls den Eindruck, wie er vom Obergericht beweiswürdigend festgestellt wurde; die gut neunjährigen Kinder berichten wenig von ihrem Leben in Kroatien, dafür sehr viel zu den Gerichtsverfahren, und dies nicht aus einer dem Kindesalter entsprechenden Perspektive (nebst den im angefochtenen Entscheid beispielhaft erwähnten Elementen namentlich, dass der Richter im seinerzeitigen englischen Rückführungsverfahren korrupt gewesen sei, wobei sie nicht wüssten, ob jemand ihn bezahlt habe, aber jedenfalls habe ihr Vater den Gerichten in Kroatien etwas bezahlt; der Anwalt der Mutter im englischen Rückführungsverfahren sei sehr schlecht gewesen und hätte ihr nicht mal gesagt, dass sie den Fall an das nächsthöhere Gericht weiterziehen könne, welches vielleicht eine bessere Entscheidung gefällt hätte; das kroatische Gericht habe zuerst ihrer Mutter Recht gegeben, aber ihr Vater kenne dort einen sehr wichtigen Richter und kurze Zeit später habe das Gericht seine Meinung geändert). Insgesamt hat es somit beim obergerichtlich festgestellten Sachverhalt sein Bewenden, dass die Kinder zwar eine Rückkehr nach Kroatien ausdrücklich und konstant ablehnen, sie dabei aber durch die Mutter indoktriniert worden sind. Dies bildet mithin den Ausgangspunkt für die vor dem Hintergrund des in E. 4.2.1 dargelegten rechtlichen Rahmens zu entscheidende Frage, ob ein Ausschlussgrund im Sinn von Art. 13 Abs. 2 HKÜ vorliegt.