Citation: 2C_1015/2017 E. 4.3

4.3. Das Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz ergibt sich aus der Tatsache, dass er seit 1988 hier lebt, hier eine Familie gegründet hat und seit vielen Jahren einer Arbeitstätigkeit nachgeht. Die Vorinstanz ging davon aus, dass der Beschwerdeführer mit den Sitten und Gebräuchen in seiner Heimat sowie mit der dortigen Sprache bestens vertraut sei. Sie verwies auf dieerstinstanzliche Verfügung des Migrationsamts, in welcher festgehalten wurde, es sei nicht glaubhaft, dass er praktisch keine Beziehung zum Heimatland habe, zumal er sich gemäss eigenen Angaben im Dezember 2011 dort aufgehalten habe. Selbst wenn er sich im Kosovo ein neues Beziehungsnetz aufbauen müsste und die Rückkehr zweifellos mit wirtschaftlichen und persönlichen Schwierigkeiten verbunden sei, könne ihm zugemutet werden, dorthin zurückzukehren. Der Beschwerdeführer weist zwar zu Recht darauf hin, dass die schlechten Deutschkenntnisse seiner Ehefrau entgegen der Argumentation im angefochtenen Entscheid nicht automatisch auf eine enge Bindung von ihm zum Kosovo schliessen lassen. Hingegen lässt dieser Umstand auf seine eigenen Kenntnisse zumindest einer der Landessprachen schliessen, was im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung zu beachten ist. Im Übrigen hält er den genannten Erwägungen nichts Stichhaltiges entgegen und äussert sich nicht weiter zur vermuteten Bindung zum Kosovo oder zu einem allfälligen Beziehungsnetz. Er führt auch keine Gründe auf, die im konkreten Fall eine soziale und wirtschaftliche Integration im Kosovo in unzumutbarer Weise erschweren würden. Der Umstand, dass dies - nicht zuletzt aufgrund der dortigen wirtschaftlichen Situation - nicht einfach sein wird, genügt nicht für die Annahme der Unzumutbarkeit der Rückkehr. Sodann führen auch die gemäss der Beschwerde zukünftig zu erwartenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Ehefrau nicht zu einem anderen Resultat: Es kann ihr zugemutet werden, sich eine Arbeitsstelle zu suchen, und es ist nicht zum Vornherein von einer bevorstehenden längerfristigen Sozialhilfeabhängigkeit seiner Ehefrau und des minderjährigen Kindes auszugehen. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz hätte nicht auf seine früheren Betreibungen abstellen dürfen, da diese einzig im Rahmen des Widerrufsgrunds von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG geprüft werden könnten, welcher vorliegend eindeutig nicht erfüllt sei. Es ist unbestritten, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung vorliegend nicht in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG aufgrund der finanziellen Situation des Beschwerdeführers oder wegen früherer Schulden oder Betreibungen erfolgt, sondern gemäss Art. 63 Abs. 2 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 lit. a und Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG infolge der Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe (vgl. E. 2 hiervor). Dass die Vorinstanz im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung und der damit zusammenhängenden Abklärungen zur Integration des Beschwerdeführers dessen finanzielle Situation in ihre Erwägungen einbezog, ist nicht zu beanstanden.