Citation: 1C_92/2018 E. 3.6

3.6. Die Gemeinde Thalwil hatte die strittige Arealüberbauung durch ein Fachgremium beurteilen lassen, dem allerdings der Verwaltungsratspräsident der Bauherrschaft (und heutigen Beschwerdeführerin) angehörte. Das Verwaltungsgericht zitiert ausführlich aus dem Bericht des Fachgremiums (angefochtenes Urteil E. 4.4). Es kommt zum Schluss, die Jury habe sich bei ihrer Empfehlung wesentlich auf den gelungenen architektonischen Ausdruck der geplanten Überbauung abgestützt. Diese Feststellung ist sachverhaltlicher Natur und für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich. Die Beschwerdeführerin erachtet diese Einschätzung zwar als aktenwidrig und willkürlich. Es trifft indessen zu, dass sich der Kurzbericht vom 17. Dezember 2012 (Akten BRG, act. 18.7) überwiegend mit der Fassadengestaltung und den Wohnungsgrundrissen auseinandersetzt und der Bezug zur bestehenden Überbauung nur kursorisch angesprochen wird. Im Kurzbericht Nachbeurteilung vom 20. März 2013 (Akten BRG, act. 18.8) werden ebenfalls überwiegend architektonische Elemente des Bauvorhabens selbst diskutiert. Die oben zitierte Beurteilung der Vorinstanz erweist sich somit nicht als willkürlich. Die Vorinstanz hat weiter erwogen, angesichts ihrer Höhe, ihres Volumens und ihrer Lage weise die geplante Baute keine relevante Beziehung zu den nördlich gelegenen Umgebungsbauten auf und auch nicht zum teilweise denkmalgeschützten Ensemble mit hofartigem Innenraum, dessen Abschluss sie eigentlich bilden wolle. Die Kritik der Vorinstanz - und auch des Baurekursgerichts - zielt somit darauf ab, dass sich die Planungs- und Baukommission der Gemeinde Thalwil beim Bejahen der gemäss § 71 Abs. 1 PBG/ZH erforderlichen, besonderen gestalterischen Qualität überwiegend auf ein einziges der in Abs. 2 genannten Kriterien gestützt habe, nämlich auf die kubische Gliederung und den architektonischen Ausdruck der Baute (gemäss Abs. 2 lit. b). Demgegenüber habe sie den übrigen Merkmalen kaum Beachtung geschenkt, namentlich dem erforderlichen Bezug zur (baulichen) Umgebung. Somit wirft die Vorinstanz der Gemeinde eine unrichtige, bloss selektive Anwendung von § 71 Abs. 2 PBG/ZH vor. Darin liegt - ungeachtet der sachlichen Begründetheit der Kritik, auf die weiter unten einzugehen ist - der Vorwurf eines Rechtsfehlers. Dies liegt innerhalb der Überprüfungsbefugnis des Verwaltungsgerichts und stellt keine unzulässige Überschreitung der Kognition dar. Die Rüge der Verletzung der Gemeindeautonomie erweist sich somit als unbegründet.