Citation: 5A_240/2017 E. 2.1

2.1. Der Vermieter von Geschäftsräumen hat für einen verfallenen Jahreszins und den laufenden Halbjahreszins ein Retentionsrecht an den beweglichen Sachen, die sich in den vermieteten Räumen befinden und zu deren Einrichtung oder Benutzung gehören (Art. 268 Abs. 1 OR). Das Retentionsrecht nach Art. 268 OR ist ein gesetzliches Pfandrecht, das keinen Besitz des Gläubigers voraussetzt und sich daher vom sachenrechtlichen Retentionsrecht (Art. 895 ZGB) wie auch vom Faustpfand (Art. 884 ZGB) wesentlich unterscheidet (Urteil 5C.97/2006 vom 30. Juni 2006 E. 2.1 mit Hinweisen). Mit der Aufnahme des Retentionsverzeichnisses durch das Betreibungsamt (Art. 283 Abs. 3 SchKG) werden die einzelnen erfassten Retentionsgegenstände spezifiziert und gleichzeitig unter amtliche Beschlagnahme gestellt (AMONN/WALTHER, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 9. Aufl. 2013, § 34 Rz. 7 f.). Betreibungsrechtlich wird das Retentionsrecht wie ein Faustpfand behandelt (Art. 37 Abs. 2 SchKG), weshalb die Retention vom Gläubiger durch Betreibung auf Pfandverwertung zu prosequieren ist (BGE 124 III 215 E. 1b S. 217).