Citation: 5C.20/2001 25.05.2001 E. 3

3.- Die Vorinstanz hat die klägerischen Wohnkosten im angefochtenen Urteil mit Fr. 1'494.-- veranschlagt und zusätzlich Fr. 390.-- für Nebenkosten sowie Fr. 400.-- für den Gebäudeunterhalt eingesetzt. Die Beklagte rügt den Einbezug der Gebäudeunterhaltskosten von Fr. 400.-- im klägerischen Grundbedarf, weil das Haus in einem gut unterhaltenen Zustand sei und ein Bedürfnis nach weiteren Renovationsarbeiten entgegen der Vorinstanz nicht ersichtlich sei. Darüber hinaus erscheine es als unangemessen, neben den Nebenkosten von Fr. 390.-- weitere Unterhaltskosten im Umfang von Fr. 400.-- zu berücksichtigen. a) Die Wohnkosten des beitragspflichtigen Gatten stellen vielfach einen gewichtigen Teil seines Grundbedarfs dar und beeinflussen dergestalt seine finanzielle Leistungsfähigkeit (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 5 ZGB; vgl. BGE 114 II 13 E. 6 S. 18). Zu den Wohnkosten gehören im weiteren Sinne auch Unterhalts- und Nebenkosten (Hausheer/Spycher, Handbuch, N. 02.33, 02.35). Der Rüge der Beklagten ist zunächst entgegenzuhalten, dass die Vorinstanz bei Festsetzung des angemessenen Unterhaltsbeitrages im Sinne von Art. 125 Abs. 1 ZGB gehalten ist, ihre Entscheidung nach Recht und Billigkeit zu treffen (Art. 125 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141). Das Bundesgericht auferlegt sich bei der Prüfung von Ermessensentscheiden Zurückhaltung und greift nur ein, wenn eine bundesrechtswidrige Ermessensbetätigung vorliegt. Dies trifft zu, wenn die Vorinstanz bei ihrem Entscheid Umstände berücksichtigt hat, die nach dem Sinn des Gesetzes dabei keine Rolle spielen durften, wenn sie wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen hat oder wenn sich der festgesetzte Beitrag unter den konkreten Umständen nach der Lebenserfahrung deutlich als unbillig erweist (BGE 108 II 30 E. 8 S. 32; 127 III 136 E. 3a S. 141). b) Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz jährliche Unterhaltskosten im Umfang von Fr. 4'800.-- als angemessen erachtet, was für ein im Alleineigentum stehendes, selbstbewohntes Wohnhaus nicht als übermässig oder ungewöhnlich hoch erscheint. Ausserdem steht entgegen den Ausführungen der Beklagten in tatsächlicher Hinsicht nicht fest, dass keinerlei Renovationsbedarf mehr besteht, weshalb auch unter diesem Gesichtspunkt die vorinstanzliche Bemessung der Unterhaltskosten nicht zu beanstanden ist. Der weitere Einwand der Beklagten, die Wohnkosten des Klägers, der mit dem Sohn zusammenwohnt, beliefen sich auf insgesamt Fr. 2'783. 10, ist insofern unzutreffend, als die Tilgungsrate von Fr. 500.-- nicht in diese Rechnung eingesetzt werden darf. Es ist widersprüchlich, wenn die Beklagte einerseits zu Recht die Entfernung des Amortisationssatzes aus der klägerischen Bedarfsrechnung anträgt, andererseits diesen Aufwandposten aber bei dessen Wohnkosten wieder berücksichtigt haben will. Richtigerweise ist daher von klägerischen Wohnkosten in Höhe von Fr. 1'640.-- auszugehen (Fr. 850.-- bestehende Darlehensverzinsung, Fr. 390.-- Nebenkosten sowie Fr. 400.-- Unterhaltskosten), wie auch die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zutreffend dargetan hat. Trägt man der Tatsache Rechnung, dass der Kläger das Sorgerecht über den gemeinsamen Sohn innehat, erscheinen Wohnkosten in Höhe von Fr. 1'640.-- nicht als übermässig hoch oder unangemessen. Dies räumt auch die Beklagte ein, die - freilich von ihrer unzutreffenden Berechnungsweise ausgehend - Wohnkosten von maximal Fr. 1'883. 10 für gerechtfertigt hält. Die Berufung dringt demzufolge in diesem Punkte nicht durch.