Citation: 1C_180/2021 E. 3.3

3.3. Die zur Behebung eines polizeiwidrigen Zustandes erforderlichen Massnahmen sind grundsätzlich gegen den Störer zu richten. Als Störer gilt nicht nur, wer als Verhaltensstörer den polizeiwidrigen Zustand selbst oder durch das unter seiner Verantwortung erfolgende Verhalten Dritter unmittelbar verursachte. Als Störer gilt namentlich auch, wer über die Sache, die den ordnungswidrigen Zustand bewirkt, die rechtliche oder tatsächliche Gewalt hat, was namentlich auf Eigentümer zutrifft (sog. Zustandsstörer; BGE 143 I 147 E. 5 S. 154 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile 1C_315/2020 vom 22. März 2021 E. 2.1; 1C_506/2016 vom 6. Juni 2017 E. 6.3.2). Der Grundeigentümer hat für einen rechtswidrigen Zustand auf seinem Grundstück als Zustandsstörer grundsätzlich unabhängig davon einzustehen, wodurch dieser Zustand entstanden ist und ob ihn dafür ein Verschulden trifft (vgl. Urteile 1C_292/2017 vom 15. September 2017 E. 3.1; 1C_506/2016 vom 6. Juni 2017 E. 6.3.2; 1P.519/2004 vom 4. März 2005 E. 4). Die Beseitigung der Störung kann dabei praxisgemäss alternativ oder kumulativ von jedem Verhaltens- oder Zustandsstörer verlangt werden, wobei der zuständigen Behörde bei der Auswahl des Pflichtigen ein Ermessensspielraum zusteht. Das Bundesgericht schreitet diesbezüglich wegen Verletzung des Willkürverbots nur ein, wenn die zuständige Behörde ihr Ermessen missbraucht oder überschritten hat (BGE 107 Ia 19 E. 2b S. 24 f.; Urteile 1C_292/2017 vom 15. September 2017 E. 3.1; 1C_202/2012 vom 8. Januar 2014 E. 7.1). Zwar ist es vertretbar, vom Grundsatz auszugehen, die Verhaltensstörer seien wenn möglich vor den reinen Zustandsstörern in Anspruch zu nehmen (BGE 107 Ia 19 E. 2b S. 25 mit Hinweisen). Indessen kann ein Verhaltensstörer, dem über das betroffene Grundstück keine Verfügungsmacht zusteht, eine verlangte Beseitigung nur vornehmen, wenn die Grundstückeigentümer damit einverstanden sind. Widersetzen sich diese dem entsprechenden Eigentumseingriff, ist die Beseitigungsverfügung folglich gegenüber dem Verhaltensstörer nicht vollstreckbar. Dieses Vollstreckungshindernis kann beseitigt werden, indem gegen die Grundeigentümer, die ihre Zustimmung zur angeordneten Beseitigung verweigern, eine Duldungs- oder Beseitigungsverfügung erlassen wird. Dagegen können die Grundeigentümer Rechtsmittel ergreifen und insbesondere die Verhältnismässigkeit der Anordnung in Frage stellen (BGE 107 Ia 19 E. 2c S. 25 f. mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 1C_292/2017 vom 15. September 2017 E. 3.1; ZAUGG/LUDWIG, a.a.O., N. 12 zu Art. 46 BauG/BE).