Citation: 2P.130/1999 13.06.2000 E. 6

6.- Die Beschwerdeführerin macht schliesslich eine Verletzung der in Art. 31 aBV (vgl. Art. 27 BV) garantierten Handels- und Gewerbefreiheit geltend: Sie erleide einen Wettbewerbsnachteil, indem sie sich der Kirchensteuerpflicht nicht entledigen könne, während ein Einzelunternehmer diese Möglichkeit habe. Art. 31 aBV behält in Abs. 2 kantonale Bestimmungen über die Ausübung von Handel und Gewerbe und deren Besteuerung vor, doch dürfen sie, soweit die Bundesverfassung nichts anderes vorsieht, den Grundsatz der Handels- und Gewerbefreiheit nicht beeinträchtigen. Aus Art. 31 aBV wird der Grundsatz der Gleichbehandlung der Gewerbegenossen abgeleitet (vgl. BGE 123 II 16 E. 10 S. 35, 385 E. 11 S. 401; 121 I 129 E. 3b S. 132, 279 E. 4a S. 285, je mit Hinweisen). Unzulässig sind besondere Gewerbesteuern, wenn sie prohibitiv oder protektionistisch sind (vgl. BGE 125 I 182 E. 5b S. 199; ASA 49 345 E. 4a S. 352). Die Kirchensteuer stellt keine spezielle Gewerbesteuer dar, sondern trifft alle juristischen Personen in gleicher Weise. Die unterschiedliche Behandlung gegenüber der Einkommenssteuerpflicht unterliegenden Einzelunternehmern, die sich auf den Grundsatz der Religionsfreiheit berufen können, ist gemäss den Ausführungen in E. 5b/c gerechtfertigt. Entscheidet sich jemand für die Rechtsform der juristischen Person statt des Betriebs eines Einzelunternehmens, um sich die daraus ergebenden Vorteile zu ziehen, kann er konsequenterweise nicht verlangen, bei der Kirchensteuer wie ein Einzelunternehmen behandelt zu werden.