Citation: 1A.183/2001 18.09.2002 E. 7

Nachfolgend ist sodann die lärmschutzrechtliche Situation der vorgesehenen Schiessanlage zu prüfen. 7.1 Neue ortsfeste Anlagen dürfen nur errichtet werden, wenn die durch diese Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte in der Umgebung nicht überschreiten (Art. 25 Abs. 1 USG; Art. 7 Abs. 1 lit. b der Lärmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 [LSV; SR 814.41]). Wird eine bestehende Anlage wesentlich geändert, müssen die Lärmemissionen der gesamten Anlage mindestens so weit begrenzt werden, dass die Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (Art. 8 Abs. 2 LSV). 7.2 Bei der neu zu errichtenden 300-m-Anlage handelt es sich um eine neue Anlage im Sinne von Art. 7 LSV. Fraglich ist, ob dies auch für die Jagd- und Tontaubenschiessanlage gilt. Eine neue Anlage liegt vor, wenn bestehende Anlagen in konstruktiver oder funktionaler Beziehung soweit verändert werden, dass das, was von der bisherigen Anlage weiterbesteht, von geringerer Bedeutung erscheint als der erneuerte Teil; für die Abgrenzung sind vor allem ökologische Kriterien, im speziellen des Lärmschutzes, massgebend (BGE 125 II 643 E. 17a S. 670, 123 II 325 E. 4c/aa S. 329, 116 Ib 435 E. 5d/bb S. 443 f.). Vorliegend wird die Schiessanlage zwar teilweise neu errichtet; nach Darstellung des Jägervereins Hubertus wird der Schiessbetrieb indessen nicht intensiviert. Dies ist von den Beschwerdeführern im kantonalen Verfahren bezweifelt worden. Es kann indessen offen gelassen werden, da die kantonalen Instanzen ohnehin die Planungswerte angewendet haben. 7.3 Gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. b und c des Baureglements der Gemeinde Wittenbach gilt für die Intensiverholungszone die Lärmempfindlichkeitsstufe IV, für die Landwirtschaftszone, in welcher auch die Liegenschaften der Beschwerdeführer liegen, die Stufe III. Der Planungswert für Schiessanlagen beträgt für die Stufe IV 65 dB(A) und für die Stufe III 60 dB(A) (Anhang 7 LSV). 7.4 Die Beschwerdeführer bringen freilich vor, bundesrechtlich sei im Landschaftsschutzgebiet Sittertobel die Empfindlichkeitsstufe II massgebend. Darauf ist indes schon deshalb nicht weiter einzugehen, weil nach der Rechtsprechung im Baubewilligungsverfahren die im Rahmen der Zonenplanung erfolgte Festlegung von Empfindlichkeitsstufen grundsätzlich nicht mehr in Frage gestellt werden kann (BGE 125 II 129 E. 6a S. 137, 643 E. 5d S. 657). Die Kritik wäre im Übrigen unbegründet: Nach Art. 43 Abs. 1 lit. a LSV gilt die Empfindlichkeitsstufe I in Zonen mit einem erhöhten Lärmschutzbedürfnis, namentlich in Erholungszonen, die Stufe II in Zonen, in denen keine störenden Betriebe zugelassen sind, namentlich in Wohnzonen sowie Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen, und die Stufe III in Zonen, in denen mässig störende Betriebe zugelassen sind, namentlich in Landwirtschaftszonen. Die Festlegung der Stufen im Baureglement der Gemeinde Wittenbach steht damit im Einklang. Auch Landschaftsschutzgebiete im Sinne von Art. 17 RPG müssen nicht zwingend als Zone mit erhöhtem Lärmschutzbedürfnis bezeichnet werden, sondern können der Stufe III zugeordnet werden (BGE 118 Ib 206 E. 12 S. 227, s. auch Urteil 1A.248/1994 vom 12. April 1996 in URP 1996 S. 650 E. 3b). Die massgebenden Planungswerte betragen somit 60 dB(A).