Citation: 1C_404/2021 E. 4.3

4.3. Im vorliegenden Fall liegt auf dem Grundstück des Beschwerdeführers eine Bauschuttdeponie, die gemäss den Akten bis Ende der 1950er Jahr betrieben und anschliessend mit Oberboden bedeckt wurde. Das Bundesamt für Umwelt führt dazu aus, bei solch alten Bauschuttdeponien seien in der Regel kaum mehr Dokumente vorhanden und der Kenntnisstand von Zeitzeuginnen und -zeugen sehr gering. Erfahrungsgemäss seien in solchen Deponien abgelagerte Abfälle meist unproblematisch und führten kaum je zu einem Überwachungsbedarf. Im vorliegenden Fall komme hinzu, dass der Standort im Gewässerschutzbereich "übriger Bereich" liege, weshalb keine Grundwasserbeeinträchtigung zu erwarten sei. Die Einschätzung des Bundesamts deckt sich im Wesentlichen mit derjenigen der kantonalen Vorinstanzen. Gestützt darauf sind diese davon ausgegangen, es brauche nach dem Studium historischer Karten sowie von Luftaufnahmen keine weitere Voruntersuchung, insbesondere keine solche technischer Natur. Demgegenüber hat der Beschwerdeführer selbst eine Probe vom in der Deponie aufgefundenen Schwarzbelag und eine Wasserprobe entnommen und in einem Labor analysieren lassen. Dabei handelt es sich jedoch um Einzelproben und deren Einholung war nicht der kantonalen Behörde gemäss Art. 7 Abs. 3 AltlV zur Stellungnahme vorgelegt worden. Überdies ergab selbst die Bodenprobe des Beschwerdeführers, dass die Belastung mit anorganischen Stoffen deutlich unter den in Anhang 3 AltlV festgelegten Konzentrationswerten für die Annahme der Sanierungsbedürftigkeit von Böden für Blei, Cadmium, Kupfer und Zink liegt. Auch die vom Beschwerdeführer eingereichte Wasserprobe weist eine nur geringfügige Belastung durch Schwermetalle unterhalb der massgeblichen Konzentrationswerte auf. Einzig die Werte der sog. Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) waren bei der Boden-, nicht aber bei der Wasserprobe überhöht. Die kantonalen Behörden beurteilten die Belastung dennoch insgesamt als nicht ausreichend für die Annahme der Sanierungsbedürftigkeit. Das Bundesamt für Umwelt schliesst sich dieser Einschätzung im Wesentlichen an. Es führt dazu aus, es erscheine plausibel, dass das Schadstoffpotenzial aufgrund der Art der abgelagerten Abfälle mit Ausnahme des Schwarzbelags weitgehend unbedenklich sei. Bei den Nebengemengeteilen an teerhaltigem Schwarzbelag komme es aus Umweltsicht auf die Menge und Korngrösse dieser Stücke an. Gemäss den vorhandenen Unterlagen und der Darstellung des Beschwerdeführers selbst handle es sich aber nur um einzelne Brocken, die nicht für eine Gefährdung des Bodens gemäss den Kriterien des Altlastenrechts ausreichten. Bei lediglich einzelnen Belagsstücken sei die Gefahr für den Boden und die Umwelt als gering einzustufen, da daraus kaum massgebliche Schadstoffe freigesetzt würden, die in den Boden, in das Wasser, in die Pflanzen unter Einschluss der Nutzpflanzen sowie in die Nutztiere eindringen bzw. von diesen aufgenommen werden könnten.