Citation: 5A_363/2022 E. 3.5.1

3.5.1. Nicht gefolgt werden kann dem Kantonsgericht darin, dass in der mangelnden Begründung des Antrags ein Verzicht auf die Verhandlung liegt. Eine öffentliche und mündliche Verhandlung ist (grundsätzlich) durchzuführen, wenn ein klarer und unmissverständlicher Antrag hierzu vorliegt (BGE 136 I 279 E. 1; Urteil 8C_324/2022 vom 17. Mai 2023 E. 5.2). Die Vorinstanz stellt nicht in Frage, dass dies hier der Fall ist. In dieser Situation aufgrund der (angeblich) fehlenden oder mangelhaften Begründung auf einen Verzicht und mithin die (eindeutige und unmissverständliche) Erklärung der Partei zu schliessen, doch keine Verhandlung durchführen zu wollen, geht nicht an. Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist, weshalb das Kantonsgericht für die Beschwerdeführerin nachteilige Folgen an den Umstand knüpft, dass diese ihr Gesuch nach dessen Abweisung nicht mehr begründet hat. Weshalb die Beschwerdeführerin Anlass gehabt haben sollte, eine Begründung für das bereits (formell) erledigte Gesuch nachzureichen, bleibt unerfindlich.