Citation: 6B_98/2024 E. 2.2

2.2. Zur subjektiven Komponente der Tat führt die Vorinstanz aus, der Umstand, dass der Beschwerdeführer die Tatwaffe bereits bei sich gehabt habe, sei ein gewichtiger Hinweis für seine grundsätzliche Bereitschaft, diese auch einzusetzen. Er habe den Beschwerdegegner nach der Ausweisung aus dem Lokal aufgefordert, sich nach draussen zu begeben und ihn dort zu treffen. Als Letzterer der Aufforderung nachgekommen sei, habe der Beschwerdeführer die Tatwaffe gezückt und zugestochen; zuerst in Richtung Hals mit einer ausholenden Bewegung und danach in den Unterbauch. Dies weise nicht auf eine unbedachte Spontanreaktion hin, sondern hafte ihm planmässiges Vorgehen an. Wesentlich sei auch der gezielte Einsatz gegen den Hals. Dem Verletzungsort hafte ebenfalls nichts Zufälliges an. Die beiden seien sich gegenüber gestanden und hätten sich nicht wesentlich bewegt, so dass der Stich in den Hals nicht anders als ein gewollter habe sein können. Schliesslich habe der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem ersten Stich erneut zugestochen; diesmal in die untere Bauchgegend des Beschwerdegegners. Dabei falle auf, dass die beiden Stiche in so kurzem Abstand erfolgt seien, dass sie wie in einem Zug erfolgt seien und damit als eine einzelne Tat erscheinen würden. Gleich wie beim ersten Stich gegen den Hals sei auch beim Stich gegen den Unterbauch davon auszugehen, dass der Ort und die Art des Einstichs bewusst gewählt worden seien. Die Vorinstanz verweist in ihren Erwägungen zur rechtlichen Würdigung betreffend den subjektiven Tatbestand auf die "Rechtsprechung des Bundesgerichts bei Messerstichen in sensible Bereiche des Körpers". Mehrfach habe das Bundesgericht bereits festgehalten, bei Messerstichen in den Hals und Schnittverletzungen am Hals sei das Risiko der Tatbestandsverwirklichung - der Todeseintritt - als hoch einzustufen. Bei derartigen Stichverletzungen dürfe auch ohne Weiteres darauf geschlossen werden, dass der Täter den Tod in Kauf genommen habe. Vorliegend habe der Beschwerdeführer das betreffende Risiko nicht kontrollieren können, da er überraschend auf den Beschwerdegegner eingestochen habe und er angesichts der Dynamik - der Beschwerdegegner habe versucht, sich zu wehren - letztlich das Verletzungsrisiko nicht mehr habe kalkulieren können. Der Beschwerdeführer habe somit den Beschwerdegegner mit seinem Handeln - namentlich mit dem Stich in den Hals - fraglos einem Todesrisiko ausgesetzt. Im Einklang mit dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin sei es lediglich dem Zufall zu verdanken, dass keine lebenswichtigen Strukturen getroffen worden seien. Die Vorinstanz folgert daraus, dem Beschwerdeführer habe sich beim inkriminierten Stich gegen Hals und Unterbauch des Beschwerdegegners die Möglichkeit einer tödlichen Verletzung als so wahrscheinlich aufdrängen müssen, so dass sein Handeln nur als Inkaufnahme des möglichen Todeseintritts ausgelegt werden könne.