Citation: 1B_376/2022 E. 2.3

2.3. Im vorliegenden Verfahren zu klären ist nur die Frage, ob die Verschiebung des Entscheids über die Zulässigkeit der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft auf die Berufungsverhandlung unter den gegebenen Umständen, wo die Berufungsverhandlung wegen der Berufung der Privatkläger unbestrittenerweise ohnehin durchzuführen ist, mit einer ungerechtfertigten Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung verbunden ist. Die Vorinstanz hat in Aussicht gestellt, dass anlässlich der Berufungsverhandlung über die Zulässigkeit der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft entschieden werden soll. Ihr kann somit nicht vorgeworfen werden, sie verweigere ungerechtfertigterweise einen Entscheid. Das Vorgehen der Vorinstanz hat es ermöglicht, dass die ohnehin durchzuführende Berufungsverhandlung zeitnah angesetzt werden konnte (vgl. Sachverhalt Lit. B). Hätte sie hingegen entsprechend dem Antrag des Beschwerdeführers vorab über die Zulässigkeit der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft entscheiden wollen, hätte sie noch vor der Berufungsverhandlung ein schriftliches Verfahren im Sinne von Art. 403 StPO durchführen müssen. Sofern die Vorinstanz anlässlich der Berufungsverhandlung entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers auf die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft eintreten und dem Beschwerdeführer daraus ein Nachteil entstehen sollte, könnte dieser mit einer Beschwerde gegen das Berufungsurteil vorbringen, auf die Anschlussberufung hätte nicht eingetreten werden dürfen. Eine Verzögerung des Berufungsverfahrens wäre damit nicht verbunden. Die Durchführung eines separaten Verfahrens zur Zulässigkeit der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft vor der Berufungsverhandlung würde unter den gegebenen Umständen nicht zur Beschleunigung, sondern allenfalls gar zu einer Verzögerung des Berufungsverfahrens beitragen, was dem Zweck der Regelung von Art. 403 Abs. 1 und 3 StPO zuwiderlaufen würde. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das Vorgehen der Vorinstanz sei für ihn mit einem Mehraufwand verbunden, ist dies für die Beurteilung der gerügten Rechtsverzögerung unerheblich. Jedenfalls unter den gegebenen Umständen, wo die Berufungsverhandlung wegen der Berufung der Privatkläger unbestrittenerweise ohnehin durchzuführen ist, ist in der Verschiebung des Entscheids über die Zulässigkeit der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft auf die Berufungsverhandlung somit auch keine ungerechtfertigte Rechtsverzögerung zu erblicken.