Citation: 5P.372/2006 16.11.2006 E. 3.3

3.3.1 Der Beschwerdeführer rügt vorab, dem Arztzeugnis, auf das sich das Kantonsgericht abstütze, könne keine Beweiskraft zukommen, da es von der Hausärztin erstellt worden sei. Hätte es sich um eine objektive Diagnose gehandelt, hätte die Ärztin bei einer echten krankheitsbedingten Abwesenheit kaum das Wort "Urlaub" verwendet. Es liege deshalb der Verdacht nahe, dass die Ärztin einerseits dem Wunsch ihrer Patientin nach einem für sie "günstigen" Zeugnis habe entsprechen wollen, anderseits aber auch nicht soweit habe gehen wollen, etwas Unwahres zu bestätigen. Ursächlich für den Abbruch des vereinbarten Familienmodells sei nicht die behauptete Krankheit der Ehefrau gewesen, sondern es seien egoistische Motive gewesen, den Ehemann nicht mehr zur Hälfte an der Betreuung der Kinder teilhaben zu lassen. Auf diese bloss appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid kann nicht eingetreten werden (E. 2.2 hiervor). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Krankheit der Beschwerdegegnerin nur einen Grund für deren Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit darstellt und der Hauptgrund wohl eher in der Geburt des zweiten Kindes liegt: Die Ehefrau hat zwei gemeinsame Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren zu betreuen. Aus einer solchen Betreuungssituation erwächst aber nach der Praxis dem betreuenden Elternteil ein Unterhaltsanspruch, schliesst sie doch in aller Regel eine Erwerbstätigkeit aus, solange das jüngste Kind noch nicht zehn Jahre alt ist (BGE 115 II 6 E. 3c S. 10; bestätigt in 132 III 593, nicht veröffentlichte E. 6.3). Gestützt auf diesen Sachverhalt ist der angefochtene Entscheid nicht willkürlich. Wie darin dargelegt wird, kann auch eine einmal vereinbarte Rollenteilung nicht ungeachtet späterer Entwicklungen bindend bleiben, sondern sie unterliegt - stillschweigend - dem Vorbehalt späterer erheblicher Änderungen der Verhältnisse. Solche ergaben sich laut dem angefochtenen Urteil mit bzw. nach der Geburt des zweiten Kindes. Erblickte das Kantonsgericht darin eine erhebliche Änderung der Verhältnisse, verfiel es nicht in Willkür. 3.3.2 Sodann trägt der Beschwerdeführer vor, er sei sich bewusst, dass er keinen - zumindest keinen effektiv durchsetzbaren - Anspruch auf Perpetuierung der einmal gewählten Rollenteilung erheben könne, wenn sich die Ehefrau nicht mehr daran zu halten gedenke. Er wolle deshalb auch nicht eine gerichtliche Anordnung der gemeinsamen Kinderbetreuung, sondern erwarte lediglich dass diejenige Partei, die sich von der ursprünglichen Vereinbarung abwende, die Konsequenzen ihres (destruktiven) Handelns zu tragen habe. Gemäss BGE 114 II 12 sei eine Änderung der Rollenteilung von ihm nur dann hinzunehmen, wenn er dadurch keinen allzu gewichtigen, d.h. keinen unzumutbaren Nachteil in Kauf zu nehmen habe. Die Haltung des Beschwerdeführers leidet an einem eklatanten Widerspruch. Er beansprucht keine gerichtliche Anordnung der der ursprünglichen Abmachung entsprechenden Rollenverteilung bzw. gemeinsamen Kinderbetreuung und findet sich demzufolge damit ab, dass seine Ehefrau die beiden Kinder betreut. Obwohl aus dieser Situation - wie erwähnt - die Mutter nicht an den Unterhalt der Kinder beizutragen hat, will der Beschwerdeführer seiner Ehefrau den Unterhalt verweigern und zwar als Konsequenz ihres Handelns, also gewissermassen als Strafe. Findet sich aber der Beschwerdeführer damit ab, dass seine Ehefrau die alleinige Betreuung der beiden unmündigen Kinder übernimmt, ist seine Unterhaltspflicht die rechtslogische Folge, und es ist nicht zu sehen, aus welchem (anerkennungswürdigen) Grund er sich dagegen stellen könnte. -:- -:- Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, seine Ehefrau könne auch deshalb keinen persönlichen Unterhaltsbeitrag verlangen, weil sie in einem gefestigten Konkubinat lebe, was von dieser jedoch bestritten werde. Darauf wie auf die weiteren Ausführungen kann nicht eingetreten werden, denn das Kantonsgericht hat sich dazu nicht geäussert, und der Beschwerdeführer legt nicht dar, diesen Umstand bereits im kantonalen Verfahren geltend gemacht zu haben (E. 2.1 hiervor). Im Übrigen liegt die Beweislast für das Bestehen einer eheähnlichen Gemeinschaft beim Unterhaltsschuldner, der das Erlöschen der Unterhaltspflicht behauptet (Art. 8 ZGB; BGE 118 II E. 3c S. 238 ff.).