Citation: 6B_1239/2023 E. 1.2.1

1.2.1. Die Vorinstanz beurteilt die falsche Anschuldigung (Art. 303 StGB) als abstrakt schwerstes Delikt. Der Beschwerdeführer habe einen ihm nahestehenden Arbeitnehmer einer Sachbeschädigung, eines Vergehens, bezichtigt. Der dadurch verursachte Ermittlungsaufwand sei zwar gering gewesen, jedoch habe das Verfahren immerhin 9 Monate gedauert, währenddessen der Arbeitnehmer als beschuldigte Person gegolten habe. Angesichts des nahen, fast familiären Verhältnisses zum Bezichtigten sei das Verhalten des Beschwerdeführers umso verwerflicher, wenngleich sich die falsche Anschuldigung nicht auf eine besonders schwere Straftat bezogen habe. Es sei daher insgesamt noch von einem knapp leichten Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des zu Unrecht Beschuldigten auszugehen. Verschuldenserhöhend wiege, dass der Beschwerdeführer aus egoistischen Motiven gehandelt habe, um sich selbst vor einer Strafverfolgung und deren Konsequenzen zu schützen. Dabei habe er über ein erhebliches Ausmass an Entscheidungsfreiheit verfügt. Es sei nicht ersichtlich, dass seine Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre oder er sich subjektiv in einer aussichtslosen Situation gewähnt hätte. Er sei im Gegenteil in der Situation der Aggressor gewesen und habe daher gewusst, dass ein Strafverfahren aufgrund seines eigenen Verhaltens gedroht habe. Insgesamt sei, ausgehend von einem noch leichten Verschulden, eine Einsatzstrafe von 3 Monaten angemessen.