Citation: 9C_755/2020 E. 4.4

4.4. Die zweite Sachverhaltsrüge des Beschwerdeführers zielt auf die von der Vorinstanz als invaliditätsfremd eingestufte Dekonditionierung. Das psychiatrische Teilgutachten verneint ausdrücklich psychosoziale Belastungsfaktoren ( "E s bestehen keine psychosozialen Belastungsfaktoren, welche direkt den Gesundheitszustand beeinflussen"). Der Beschwerdeführer weist zudem zutreffend auf das Mini-ICF hin, dessen Items der Gutachter ohne erkennbaren Bezug zu invaliditätsfremden Faktoren diskutiert. Die von der Vorinstanz als irrelevant gewertete Dekonditionierung führt der Gutachter erst im Abschnitt "Prognose" ein und verweist auf längere Arbeitslosigkeit. Der Gutachter fährt an gleicher Stelle fort: "Der Explorand sollte aufgrund der Dekonditionierung in keinem Fall überfordert werden, da dies rasch zu einer psychischen Dekompensation mit möglicherweise 100 % längerfristigen Arbeitsausfall und akuter Suizidalität führen könnte. Prognostisch gesehen ist anzunehmen, dass der Explorand innerhalb einer beruflichen Massnahme, beginnend mit 20 % (je 2 Stunden pro Tag) ein Arbeitspensum von 70 % (ca. 5 h) in einem Zeitraum von 6 Monaten erreichen kann". Es bleibt letztlich unklar, ob die Dekonditionierung nach Ansicht des Gutachters Folge der längeren Arbeitslosigkeit ist oder ob sie im psychischen Geschehen des Beschwerdeführers wurzelt. Die Vorinstanz ging von Ersterem aus, was zumindest nicht willkürlich erscheint. Die Rüge des Beschwerdeführers ist insofern unbegründet. Allerdings ist die von ihm aufgeworfene Zuordnungsfrage nicht entscheiderheblich. Selbst wenn man die Dekonditionierung der depressiven Störung zuordnen wollte - wie es der Beschwerdeführer vertritt -, wäre dem Rechtsmittel kein Erfolg beschieden, wie sich nachfolgend erweist.