Citation: 6B_1090/2022 E. 1.3.2

1.3.2. Demgegenüber habe sich die Beschwerdeführerin wiederholt in Widersprüche verstrickt oder auf Pauschalaussagen beschränkt. So habe sie etwa anfänglich behauptetet, bis 2011 für die Beschwerdegegnerin 2 Buch geführt zu haben, später aber eingeräumt, dass dies nicht der Fall war. Entgegen ihren Schutzbehauptungen hätte sie zumindest die zahlreichen von ihr selbst zu verantwortenden Vorgänge verbuchen und so die Buchhaltung im Wesentlichen aufrechterhalten können. Dass sie wegen Nachlässigkeiten und Privatbezügen des Geschäftsführers gleich ganz ausserstande gewesen sein soll, Buch zu führen, sei unglaubhaft. Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin auch für die unterlassene Buchführung verschiedene Erklärungen beigebracht. Gleichfalls nicht glaubhaft sei, dass die Beschwerdeführerin die Buchhaltung auf Geheiss von F.________ gefälscht und sich dafür Schweigegeld ausbezahlt haben soll. Derlei Machenschaften von F.________ seien nicht nachgewiesen und würden der Beschwerdeführerin ohnehin kein Recht vermitteln, die illegalen Gewinne eigenmächtig für sich abzuschöpfen. Die Behauptung sei umso unglaubhafter, als die Beschwerdeführerin vorbringe, sie und F.________ hätten die Höhe der Schweigegeldzahlungen nicht festgelegt, was realitätsfremd wäre. Im Übrigen habe sich die Beschwerdeführerin auch insoweit widersprochen, habe sie doch zunächst nur Zahlungen vom Bank E.________-Konto als Schweigegeldzahlungen charakterisiert, später aber ausgesagt, irgendwie seien sämtliche Zahlungen an sie oder die D.________ GmbH unter diesem Aspekt geflossen. Zudem passe nicht zu Schweigegeldzahlungen, dass die Beschwerdeführerin F.________ im Winter 2012/2013 zugesichert habe, einen allfälligen Schaden auszugleichen, nachdem er ihr eine unsachgemässe Buchführung vorgeworfen habe. Dies just für Schaden aus jenen Anweisungen von F.________, für die Stillschweigen vereinbart worden sei. Dass dieser sie zu falschen Buchungen gedrängt habe, sei auch deshalb nicht glaubhaft, weil die Beschwerdeführerin die Buchungen nicht im Zusammenhang mit Transaktionen im privaten oder illegalen Interesse von F.________ vorgenommen habe, sondern in erster Linie in Verbindung mit Zahlungen an sich selbst oder die von ihr beherrschten Unternehmen. Nicht zu erklären vermöge die Beschwerdeführerin ferner die zahlreichen Barbezüge, obwohl sie über einen E-Banking-Zugang zum Bank E.________-Konto mit umfassender Berechtigung verfügt habe. Die Barbezüge seien auch nicht in die Kasse eingebucht worden. Das Konto sei deshalb wiederholt im Minus gewesen, was selbst einem buchhalterischen Laien als falsch auffallen müsse. Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin eingeräumt, dass, soweit sie ohne Wissen von F.________ private Zahlungen gemacht habe, dies sicher unrechtmässig gewesen sei. Sie habe die Beschwerdegegnerin 2 irgendwie als eigenes Geschäft betrachtet und den Bogen überspannt. Unglaubhaft sei aber die repetitiv vorgetragene Behauptung, wonach zahlreiche Überweisungen und Barbezüge zulasten der Beschwerdegegnerin 2 an die D.________ GmbH zur Erstattung von Ausbildungskosten u.a. der Tochter von F.________ erfolgt seien. Ohnehin vermöchten diese Kosten die unrechtmässige Überweisung von über Fr. 400'000.-- nicht zu erklären. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringe, die I.________ AG sei jährlich einer Revision unterzogen worden, ohne dass die Revisorin Buchungen beanstandet hätte, entlaste sie dies nicht. Die I.________ AG habe nur einer eingeschränkten Revision unterstanden, welche sich auf die bei der Gesellschaft intern verfügbaren Informationen beschränke und namentlich keine Prüfung des internen Kontrollsystems, keine Inventurbeobachtung und Drittbestätigungen umfasse. Auch die Aufdeckung von deliktischen Handlungen und weiteren Gesetzesverstössen gehöre ausdrücklich nicht zum Prüfungsumfang der eingeschränkten Revision. Dem Einwand der Beschwerdeführerin, wonach sie diverse Beträge vom Bank E.________-Konto der Beschwerdegegnerin 2 im Wissen darum bezogen habe, dass sie diese mit offenen Honorarforderungen verrechnen könne, sei ebenfalls nicht zu folgen, so die Vorinstanz weiter. Die Beschwerdeführerin habe zwischen Dezember 2005 und Dezember 2011 laufend Akontozahlungen an die D.________ GmbH überwiesen, die deren Ansprüche bereits um Fr. 28'214.60 überstiegen hätten (oben E. 1.2.2). Damit habe entgegen ihrem Dafürhalten kein Raum für weitere Bezüge von Honoraransprüchen zulasten der Beschwerdegegnerin 2 bestanden. Zudem habe sie die Honorarforderungen per Januar 2012 bis Juni 2013 augenscheinlich nicht bereits in der Phase bis Dezember 2011 durch Vorbezüge einfordern können. Angesichts der jederzeitigen Kündbarkeit des Mandatsverhältnisses habe die Beschwerdeführer auch nicht ernsthaft davon ausgehen können, dass die Beschwerdegegnerin 2 das Mandat in jedem Fall noch bis Juni 2013, d.h. während 18 Monaten, aufrechterhalten würde. Vielmehr hätte sie aufgrund ihres vertragswidrigen und für die Beschwerdegegnerin 2 schädigenden Verhaltens jederzeit damit rechnen müssen, dass F.________ ihre Machenschaften entdecken und das Mandatsverhältnis fristlos beenden könnte. Es entlaste die Beschwerdeführerin daher nicht, dass das Mandatsverhältnis tatsächlich noch bis Juni 2013 bestanden habe.