Citation: 1C_495/2020 E. 8.2

8.2. Die Vorinstanz bejahte die Baurechtswidrigkeit der streitbetroffenen Bauelemente. Zur Begründung brachte sie in ihrem ersten Zwischenentscheid vom 8. Februar 2012 (VGE III 2011 185) zusammengefasst vor, diese Bauelemente seien nicht Gegenstand des Abänderungsgesuchs vom 29. Januar 2008 und der entsprechenden Bewilligung vom 2. Juni 2008 gewesen, weshalb der Regierungsrat (in seinem Beschluss vom 2. November 2011) in Bezug auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu Recht die Baubewilligung vom 17. Januar 2005 als massgeblich ansehen habe (E. 3.5). Der Regierungsrat nehme ohne weitere Begründung an, gemäss Art. 4 SBV sei das im jeweiligen Zeitpunkt geltende Baureglement anwendbar. Da er keine Rückversetzung der umstrittenen Lukarne von der Ostfassade verlange, könne offen bleiben, ob insoweit das neue Baureglement anzuwenden sei (E. 3.3). Der Regierungsrat habe zutreffend angenommen, das Weglassen des strittigen Vordachs verletze Art. 9 Abs. 2 SBV, weil die bis zur östlichen Giebelfassade gebaute Lukarne die geforderte Dachneigung nicht einhalte und das erforderliche Vordach nicht erstellt werde (E. 3.4). Das Belassen der grossen Fensterfläche mit gleichzeitiger Vorlagerung des Vordachs habe für den Beschwerdeführer erkennbar aus Gründen der Dachgestaltung, der Einordnung sowie der Bauausführung nicht baurechtskonform sein können (E. 2.3.2 und E. 3.6). Das strittige Fenster sei in den am 17. Januar 2005 bewilligten Plänen aufgrund einer unklaren Projektmodifikation hinter dem Vordach belassen worden. Es hätte spätestens in den Ausführungsplänen unter Berücksichtigung der ortsüblichen Bauweise gemäss Art. 12 Abs. 1 SBV und zur guten Einordnung ins Quartier gemäss Art. 5 lit. a SBV an das Vordach angepasst, bzw. entsprechend verkleinert werden müssen (E. 3.5). Eine Ausnahmesituation, die das Weglassen des Vordachs und/oder das Belassen der errichteten Fensterfläche rechtfertigen könnte, sei nicht erkennbar, da keine Abweichung von einer höchstens untergeordneten Norm vorliege und im Vergleich zu den Sonderbauvorschriften keine bessere Lösung erkennbar sei. Zudem sei fraglich, inwieweit in Gestaltungsplangebieten mit situationsbedingten Sonderbauvorschriften überhaupt Ausnahmesituationen möglich seien (E. 3.6).