Citation: 6B_1200/2022 E. 2.3

2.3. Soweit der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen, ein Beweisantrag müsse mit Begründung abgelehnt werden, auf eine angebliche Verletzung der Begründungspflicht durch die Vorinstanz hindeutet, begnügt er sich lediglich damit, Vorschriften aufzuzählen, ohne darzulegen, inwiefern die Vorinstanz bei der Abweisung seiner Beweisanträge ihre Begründungspflicht verletzt, weshalb auf dieses Vorbringen nicht einzutreten ist (Art. 42 Abs. 2 BGG). Der Beschwerdeführer macht eine formelle Rechtsverweigerung geltend. Dabei legt er nicht dar, inwiefern die Vorinstanz nicht auf seine Beweisanträge eintritt, obwohl sie darüber befinden müsste. Eine formelle Rechtsverweigerung der Vorinstanz ist im Übrigen auch nicht ersichtlich, hat sie doch über seine Beweisanträge in ihrem Endurteil und damit in einem formellen Entscheid befunden. Sofern der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen, die Vorinstanz habe sein Recht darauf, abgelehnte Beweisanträge an der Berufungsverhandlung zu wiederholen, verletzt, indem sie diese weder vor noch während der Berufungsverhandlung, sondern erst verspätet in der schriftlichen Urteilsbegründung abgewiesen habe, eine Rechtsverzögerung geltend machen will, kann ihm nicht gefolgt werden. Art. 331 Abs. 3 Satz 2 StPO schliesst lediglich die Anfechtbarkeit von abgewiesenen Beweisanträgen aus. Als Folge hiervon können abgelehnte Beweisanträge an der Hauptverhandlung erneut gestellt werden (vgl. Urteile 6B_732/2021 vom 24. Februar 2022 E. 1.4.1; 6B_892/2020 vom 16. Februar 2021 E. 4.2). Daraus kann weder für ein Berufungsgericht noch für dessen Verfahrensleitung eine Verpflichtung, schon vor der Berufungsverhandlung (in einer prozessleitenden Verfügung) über die Beweisanträge provisorisch oder gar abschliessend zu entscheiden, abgeleitet werden (vgl. Urteil 1B_491/2017 vom 5. April 2018 E. 4.4). Dasselbe gilt mit Blick auf eine definitive Entscheidung über Beweisanträge anlässlich einer mündlichen Berufungsverhandlung. Seine allfällige Rüge der Rechtsverzögerung erweist sich als unbegründet und ist demnach abzuweisen. Soweit er in diesem Zusammenhang ferner rügt, die Vorinstanz hätte ihm vor Abschluss des Beweisverfahrens nochmals die Gelegenheit geben müssen, weitere Beweisanträge zu stellen bzw. bereits gestellte Beweisanträge zu wiederholen, ohne auszuführen, inwiefern die Vorinstanz Recht verletzt, ist auf diese Rüge nicht einzutreten (Art. 42 Abs. 2 BGG). Eine weitergehende Verletzung seiner Verteidigungsrechte in diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Im Übrigen zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, welcher Nachteil ihm daraus erwachsen ist, dass seine Beweisanträge nicht anlässlich der Berufungsverhandlung, sondern mit der schriftlichen Urteilsbegründung abgewiesen wurden.