Citation: 2C_1055/2019 E. 2.2.1

2.2.1. Die Veräusserung eines Grundstücks stellt für die Zwecke der Grundstückgewinnsteuer grundsätzlich einen steuerbegründenden Vorgang dar (Art. 12 Abs. 1 StHG; § 3 Abs. 1 GGStG/LU). Die Besteuerung wird aber teils von Gesetzes wegen aufgeschoben, so namentlich bei Eigentumswechsel durch Erbgang (Erbfolge, Erbteilung, Vermächtnis), Erbvorbezug oder Schenkung (Art. 12 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 lit. a StHG; § 4 Abs. 1 Ziff. 1 GGStG/LU; Urteile 2C_164/2009 / 2C_165/2009 vom 13. August 2009 E. 6.1; 2C_147/2008 vom 29. Juli 2008 E. 2.2). Bei einer steueraufschiebenden Veräusserung entsteht die Grundstückgewinnsteuerforderung erst mit Abschluss der Aufschubkette, also mit der letzten, nicht mehr zu einem (weiteren) Steueraufschub berechtigenden Handänderung. Entfällt der Grund für den Steueraufschub, kommt es zur Besteuerung und bildet der "gesamte Gewinn" das Steuerobjekt, wobei die dannzumal geltenden Modalitäten (Steuertarif, Steuerbemessungsgrundlage etc.) herrschen (BGE 141 II 207 E. 4.2 S. 214). Für die Ermittlung des ursprünglichen Anlagewertes ist auf die letzte steuerbegründende Veräusserung abzustellen (Urteil 2C_147/2008 vom 29. Juli 2008 E. 2.3; Bernhard Zwahlen/Natalie Nyffenegger, in: Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar StHG, 3. Aufl. 2017, N. 61b zu Art. 12 StHG).