Citation: 2C_851/2017 E. 7.2

7.2. Es kann nicht als erwiesen gelten, dass keine Tatprovokation vorlag und der schweizerische "Ordre public" nicht verletzt wurde. Derzeit kann nicht auf das polnische Urteil als Widerrufsgrund (Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG) abgestellt werden. Es rechtfertigt sich unter diesen Umständen nicht, für die Dauer des in Polen anhängigen Wiederaufnahmeverfahrens das Familienleben der Beschwerdeführer in der Schweiz zu verunmöglichen und den Gatten anzuhalten, von seiner Familie getrennt in der Heimat zu leben, bis die polnischen Behörden über seine Eingaben (Wiederaufnahme- und Schadenersatzgesuch) entschieden haben. Ohne Klarheit hinsichtlich der Problematik des Einsatzes eines "Agent provocateur" erweist sich der Eingriff in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Familienleben der Beschwerdeführer gestützt auf die konkreten Umstände als unverhältnismässig; die Verweigerung der Bewilligung widerspricht dem Anspruch auf Schutz des Familienlebens, nachdem der Eingriff in der jetzigen Situation nicht im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK durch die im Ausland begangene Straftat gerechtfertigt werden kann. Ein Widerruf bzw. eine Nichtverlängerung der Bewilligung des Beschwerdeführers bleibt für den Fall vorbehalten, dass die polnischen Behörden nachvollziehbar feststellen sollten, dass es zu keiner Tatprovokation gekommen ist.