Citation: I 370/05 24.10.2005 E. 3

3.1 Da die Anmeldung zum Leistungsbezug im Mai 2001 erfolgte, kann eine allfällige Rente nur für die Zeit ab 1. Mai 2000 nachbezahlt werden (Art. 48 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit Art. 29 Abs. 2 Satz 1 IVG; ein Anwendungsfall von Art. 48 Abs. 2 Satz 2 IVG liegt nicht vor). Die Voraussetzungen des Rentenanspruchs sind daher auf Grund der in diesem Zeitpunkt (Rentenbeginn) gegebenen Verhältnisse zu prüfen (BGE 129 V 222, 128 V 174; SVR 2003 IV Nr. 11 S. 33 Erw. 3.1.1). 3.2 Die Vorinstanz geht mit der Verwaltung gestützt auf die Beurteilung des Dr. med. S.________ vom 20. Juni 2001 von einer dauerhaften krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdegegnerin ab 2. November 1998 aus und legt den Beginn des Rentenanspruchs zufolge verspäteter Anmeldung gemäss Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG auf den 1. Mai 2000 fest. Die Beurteilung des Dr. med. S.________ steht indessen in klärungsbedürftigem Widerspruch zur übrigen Aktenlage. 3.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der IV-Anmeldung angegeben, die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit sei Ende 2000 eingetreten; gemäss ihrer Auskunft im Rahmen der beruflichen Abklärung war ihr letzter Arbeitstag der 24. Dezember 2000 (vgl. BEFAS-Bericht vom 28. November 2002). Diese Angaben der Versicherten stimmen mit der Beurteilung des Dr. med. G.________ vom 14. Juli 2001 überein, der bei einer dokumentierten hochakuten Verschlechterung der langjährigen Rückenanamnese in der Weihnachtszeit 2000 eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit ab 24. Dezember 2000 bestätigte. Vom 24. Dezember 2000 als Beginn der dauernden Arbeitunfähigkeit war ursprünglich auch die Verwaltung ausgegangen, weshalb nicht nachvollziehbar ist, warum sie später im Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 29. April 2003 ohne nähere Begründung allein auf die Beurteilung des Dr. med. S.________ abstellte. Anderseits gab die Versicherte im Rahmen der Berufsberatung an, während der Schwangerschaft des dritten Kindes mit Arbeiten aufgehört zu haben. Angesichts dieser widersprüchlichen Angaben ist der Eintritt der andauernden Arbeitsunfähigkeit am 2. November 1998 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Die Aktenlage weist eher auf einen Beginn der Arbeitsunfähigkeit am 24. Dezember 2000 hin. Da die Beschwerdegegnerin gemäss medizinischer Aktenlage allerdings an langjährigen Rückenbeschwerden unterschiedlicher Intensität leidet, kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine dauerhafte Leistungsverminderung in Erwerbstätigkeit und allenfalls Haushalt, worauf noch einzugehen sein wird, bereits vor dem 24. Dezember 2000 bestanden hat. Die Frage nach dem Beginn der dauernden Arbeitsunfähigkeit - und der damit verbundenen, noch darzulegenden Auswirkungen auf die anwendbare Methode der Invaliditätsbemessung - bedarf daher weiterer Abklärungen. Die Verwaltung wird diesbezüglich insbesondere bei der Versicherten und den behandelnden Ärzten ergänzende Auskünfte einzuholen haben.