Citation: I 267/05 06.10.2005 E. 3

3.1 Die IV-Stelle hat dem Beschwerdegegner am 8. März 2004 Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten durch ihre Berufsberatung zugesprochen. Nach Art. 69 Abs. 2 IVV beschafft die IV-Stelle die erforderlichen Unterlagen, insbesondere über den Gesundheitszustand, die Tätigkeit, die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person sowie die Zweckmässigkeit bestimmter Eingliederungsmassnahmen. Zu diesem Zweck können Berichte und Auskünfte verlangt, Gutachten eingeholt, Abklärungen an Ort und Stelle vorgenommen sowie Spezialisten der öffentlichen oder privaten Invalidenhilfe beigezogen werden. Laut Schlussbericht der Abteilung Berufliche Eingliederung der IV-Stelle vom 19. April 2004 kann der Versicherte dem medizinisch ausgewiesenen Zumutbarkeitsprofil nichts abgewinnen. Dieser fühle sich von den Ärzten nicht richtig beurteilt, verstanden und behandelt und verweise auf das Zeugnis des Hausarztes sowie Aussagen seiner Betreuer vom Regionalen Sozialdienst, die ihn als nicht mehr arbeitsfähig betrachteten. Da er sich als völlig arbeitsunfähig einschätze, sei er auch nicht bereit, sich ernsthaft mit der Stellenvermittlung und Arbeitssuche zu befassen. Zudem sei er wegen akuter Alkoholprobleme nicht in der Lage zu arbeiten und Arbeitgebern und geschützten Werkstätten nicht zumutbar. Am 20. Mai 2004 wurde der Beschwerdegegner unter Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG aufgefordert, mitzuteilen, ob er bei beruflichen Massnahmen der Invalidenversicherung überhaupt mitmachen wolle. Daraufhin meldete sich dieser gemäss einer Aktennotiz des Berufsberaters am 26. Mai 2004 telefonisch und erklärte, er sei nicht bereit und aus seiner Sicht aus gesundheitlichen Gründen auch nicht in der Lage, ganztags bei angepassten Bedingungen zu arbeiten. Morgens müsse er den Haushalt erledigen und für sich und seine Mutter kochen. Für einen Arbeitsversuch in der geschützten Werkstatt sei er bereit, aber nur nachmittags während zwei bis höchstens drei Stunden. Dieser Vorschlag werde auch von der Fürsorgebehörde unterstützt. Weiter hielt der Berufsberater in der Aktennotiz fest, der Versicherte habe wissen wollen, ob er nun der Mitwirkungspflicht nachgekommen sei. Er habe diesem bestätigt, dass er sich zuverlässig gemeldet und die gesetzte Frist eingehalten habe und dass er die Angaben protokollieren und nach Bern an die IV-Stelle weiterleiten werde. Über das weitere Vorgehen werde dort entschieden, und er werde wieder informiert. Am 21. Juni 2004 wurde eine Kostengutsprache für berufliche Massnahmen abgewiesen. 3.2 Es kann offen bleiben, ob es erforderlich gewesen wäre, dem Beschwerdegegner eine konkrete berufliche Massnahme zu eröffnen. Auch die Vorinstanz hat die IV-Stelle nicht verpflichtet, die Kooperationsbereitschaft anhand einer konkreten Massnahme zu überprüfen, sondern hat dieser vielmehr das weitere Vorgehen zur Prüfung des Anspruchs auf berufliche Eingliederungsmassnahmen freigestellt. Dem kantonalen Gericht ist sodann darin beizupflichten, dass sich die Eingliederungsfähigkeit aufgrund der bestehenden Aktenlage nicht schlüssig beurteilen lässt. Hinzu kommt, dass der Beschwerdegegner gestützt auf die telefonische Antwort des Berufsberaters vom 26. Mai 2004 in guten Treuen davon ausgehen durfte, dass er sich richtig verhalten hat. Die IV-Stelle hätte ihn daher vor Erlass der Verfügung vom 21. Juni 2004 darauf hinweisen müssen, dass auf seine Darlegungen nicht Rücksicht genommen werden könne und er seiner Schadenminderungspflicht nur dann rechtsgenüglich nachkomme, wenn er sich im Rahmen des ihm objektiv Zumutbaren und nicht entsprechend seinen Vorstellungen beruflichen Eingliederungsmassnahmen zur Verfügung stelle.