Citation: 5P.354/2002 14.11.2002 E. 6

6.1 Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, die Inspektionskommission stelle fest, ein Honorar inklusive Zuschläge von Fr. 3'500.-- entspreche bei einem ausgewiesenen zeitlichen Aufwand von rund 22 Stunden einem Stundenansatz von Fr. 160.--; eine solche Entschädigung erscheine gesamthaft betrachtet als angemessen. In Verletzung des Willkürverbotes habe die Inspektionskommission dabei nicht beachtet, dass die Stundenentschädigung gemäss § 9 AnwT minimal Fr. 185.-- bis maximal Fr. 250.-- betrage, was einen Mittelwert von rund Fr. 220.-- pro Stunde ausmache. Damit aber liege die Entschädigung für ein durchschnittliches Eheschutzverfahren rund Fr. 60.-- unter dem durchschnittlichen Stundenansatz gemäss § 9 AnwT. Willkürlich sei der Entscheid aber auch deshalb, weil die Inspektionskommission die ihrer Ansicht nach angemessene Entschädigung auch noch durch die auferlegten Gerichtskosten von Fr. 654.-- auf rund Fr. 130.-- pro geleistete Stunde reduziere, obwohl das Verfahren der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss § 129 Abs. 4 ZPO/AG kostenlos sei. 6.2 Auch diese Vorbringen sind nicht geeignet, ein willkürliches Verhalten der Inspektionskommission darzutun. Der Beschwerdeführer ist bereits im angefochtenen Entscheid darauf hingewiesen worden, dass § 9 AnwT die Entschädigung im Strafverfahren und nicht im Zivilverfahren regelt. Er legt nicht dar, inwiefern diese Unterscheidung als willkürlich anzusehen wäre. Sodann geht es hier um die Festsetzung des Honorars des amtlich bestellten Rechtsbeistandes und nicht um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, sodass auch nicht auf diese Bestimmung abgestellt werden kann. Die Inspektionskommission hat denn auch hervorgehoben, sie nehme mit der Beurteilung von Kostenbeschwerden gemäss § 94 Abs. 1 GOG [SAR 155.100] eine Rechtsprechungsfunktion im Rahmen der Justizverwaltung vor, wobei die Kosten gestützt auf § 22 des Dekrets über die Verwaltungskosten (VKD; SAR 221.150) zu bemessen und gemäss § 33 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes zu verlegen seien. Dass sich die Kostenverlegung der Inspektionskommission nicht ohne Willkür auf die angeführten Gesetzesbestimmungen stützen lasse, wird nicht rechtsgenüglich begründet, weshalb insoweit auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht eingetreten werden kann (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 119 Ia 197 E. d S. 201; 120 Ia 369 E. 3a; 123 I 1 E. 4a; 127 III 279 E. 1c S. 282, mit Hinweisen). Im Übrigen ist es denn auch nach der geltenden Rechtsprechung aus verfassungsrechtlicher Hinsicht nicht zu beanstanden, im Verfahren um Festsetzung der Entschädigung des amtlichen Anwalts die Kosten dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, sofern dies - wie hier - auf gesetzlicher Grundlage beruht (Urteil 1P.599/1999 vom 19. Januar 2000, E. 3b am Ende).