Citation: I 459/01 07.08.2002 E. 1

1.- a) Die IV-Stelle rügt vorab, dass der vorinstanzliche Entscheid aus formellen Gründen aufzuheben sei: Ein mitwirkender nebenamtlicher Richter sei befangen gewesen, da er in seiner Haupttätigkeit als Anwalt auch auf dem Gebiet der Sozialversicherung tätig sei und sich in dieser Eigenschaft später auf die präjudizierende Wirkung des gefällten Entscheides berufen könne. b) Unabhängigkeit und Unbefangenheit des Richters gewährleisten, dass keine Umstände, welche ausserhalb des Prozesses liegen, in sachwidriger Weise oder zu Gunsten einer Partei auf das Urteil einwirken; es soll verhindert werden, dass jemand als Richter tätig wird, der unter solchen Einflüssen steht und deshalb kein "rechter Mittler" mehr sein kann. Dabei genügt es, dass Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtungsweise geeignet sind, den Anschein von Befangenheit zu begründen. Solche Umstände können in einem bestimmten Verhalten des betreffenden Richters oder in bestimmten äusseren Gegebenheiten funktioneller oder organisatorischer Art begründet sein (BGE 124 I 123 Erw. 3a mit Hinweisen). Dass ein nebenamtlicher Richter hauptberuflich als Anwalt tätig ist, vermag für sich allein noch keine Befangenheit der betreffenden Person zu bewirken (vgl. BGE 124 I 123 f. Erw. 3a mit Hinweisen sowie ZBl 1993 S. 86 Erw. 3c). Notwendig sind vielmehr qualifizierende Elemente, wie z.B. eine Vorbefassung mit einem bestimmten, gerichtlich zu beurteilenden Fall (vgl. Art. 18 lit. d bis f Gerichtsverfassungsgesetz GR vom 24. September 1978), eine Beziehung zu einer Prozesspartei (vgl. Art. 18 lit. a und b Gerichtsverfassungsgesetz GR; BGE 124 I 123 f. Erw. 3a mit Hinweisen, 116 Ia 489 Erw. 3b) oder auch die Beantwortung von sich in einem anderen - noch hängigen - Prozess stellenden Rechtsfragen (BGE 128 V 82, 124 I 121). Dies trifft hier jedoch nicht zu; dass der entsprechende Richter im Kanton Graubünden auf dem Gebiet des Sozialversicherungsrechts anwaltlich tätig ist (und gelegentlich auch Prozesse bis an das Eidgenössische Versicherungsgericht führt), lässt ihn als kantonalen Versicherungsrichter in Sozialversicherungssachen so lange nicht als befangen erscheinen, als die Schranke der Vorbefassung respektiert wird, was hier der Fall ist.