Citation: 8C_487/2020 E. 6.1

6.1. Es stellt sich die Frage, ob gestützt auf das Gerichtsgutachten vom 5. September 2019 der massgebliche Sachverhalt erstellt werden kann. Diesbezüglich vertritt die beschwerdeführende IV-Stelle die Ansicht, auf das Gutachten von med. pract. D.________ könne nicht abgestellt werden, da die Gutachterin verkenne, dass die Wertung und Einordnung der von ihr am psychiatrischen Teilgutachten des Prof. Dr. med. C.________ monierten Schlussfolgerungen Sache des Rechtsanwenders sei. So tätige die Gutachterin auch wiederholt Aussagen, die ihr als medizinische Gutachterin nicht zustehen würden. Auch beschränke sich ihre Auseinandersetzung mit den übrigen medizinischen Berichten und Gutachten auf die Feststellung, diese seien unzutreffend, tendenziös oder oberflächlich, was einer sachlich kritischen und objektiven Auseinandersetzung nicht genüge. Zudem sei die Mutmassung, die Schwierigkeiten hinsichtlich der Gutachten von Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. März 2013 und Prof. Dr. med. C.________ vom 31. Oktober 2017 lägen im Umstand, dass sich die Beschwerdegegnerin einem männlichen Gutachter gegenüber nicht habe öffnen können, unbegründet und unsubstanziiert. Weiter rügt die IV-Stelle, inwiefern das Verhalten des Prof. Dr. med. C.________ bezüglich der Verifizierung und Richtigstellung des MDMA-Laborbefundes Anlass zur vorinstanzlichen Feststellung, dessen Vorgehen sei sehr fragwürdig, gegeben habe, erscheine unverständlich, da sich das im Gutachten offengelegte Vorgehen mit den Darstellungen der Versicherten decke. Weder im Gutachten von med. pract. D.________ noch im vorinstanzlichen Entscheid finde sich eine Auseinandersetzung und Abgrenzung der psychosozialen Faktoren, obwohl die Gutachterin D.________ explizit ausführe, die durch das lange Rentenverfahren über Jahre unsichere psychosoziale und finanzielle Situation habe sich negativ auf den Verlauf ausgewirkt. Auch stelle die Gutachterin D.________ auf die subjektiven Schilderungen der Beschwerdegegnerin ab, um das Gutachten des Prof. Dr. med. C.________ in Zweifel zu ziehen, was von der Vorinstanz ohne kritische Würdigung und Diskussion übernommen worden sei. Zwar weiche ein Gericht nicht ohne zwingende Gründe von einem Gerichtsgutachten ab, aber die Expertise D.________ weise derart gravierende Mängel und Widersprüche auf, dass darauf nicht abgestellt werden könne.