Citation: 4A_203/2023 E. A

Die A.________ GmbH (Klägerin, Beschwerdeführerin) bezweckt den Verkauf und die Vermittlung von Produkten und Dienstleistungen im Finanz- und Versicherungsbereich, den Verkauf und die Vermittlung von Individual- und Gruppenreisen auf eigene und fremde Rechnung, den Handel und die Vermittlung von Waren aller Art sowie Import und Export im In- und Ausland. Die B.________ AG (Beklagte, Beschwerdegegnerin) bezweckt die Erbringung von Finanzdienstleistungen und Durchführung von Kredit-, Factoring-, Leasing- und Abzahlungsgeschäften jeglicher Art für private und gewerbliche Kunden, den Erwerb, das Halten, die Verwaltung und die Veräusserung von Vermögenswerten sowie die Finanzierung von Unternehmen aller Art für eigene und fremde Rechnung, insbesondere die Gewährung von Krediten aller Art mit oder ohne Deckung, die Diskontierung von Wechseln und anderen Forderungen sowie die Abgabe von Bürgschaften und Garantien. Die Klägerin macht geltend, sie habe am 20. Juni 2016 mit der C.________ AG einen Kreditvermittlungsvertrag (nachfolgend "Kreditvermittlungsvertrag") abgeschlossen. Darin sei neben den Kreditprovisionen auch eine jährlich geschuldete Volumenprovision vereinbart worden. Die C.________ AG sei im Sommer 2017 in Zahlungsschwierigkeiten geraten und habe die Kreditprovisionen nicht mehr bezahlt; auch die per Ende 2017 fälligen Volumenprovisionen seien gefährdet gewesen. Am 5. September 2017 fand eine Besprechung statt, an der D.________ (vom 5. Oktober 2017 bis 12. Dezember 2017 Mitglied des Verwaltungsrats der Beklagten sowie vormaliger CEO und Hauptaktionär der C.________ AG), E.________ (seit 8. August 2017 Mitglied des Verwaltungsrats der Beklagten), F.________ (Gesellschafter und Geschäftsführer der Klägerin) sowie G.________ (Mitarbeiter der Klägerin) teilgenommen haben. Laut Klägerin hat die Beklagte anlässlich dieser Besprechung die Schuld der C.________ AG mittels schriftlicher Vereinbarung übernommen und sei nunmehr Schuldnerin der Volumenprovision. Demgegenüber steht die Beklagte auf dem Standpunkt, sie habe bis zum vorliegenden Prozess keine Kenntnis vom Vertragsverhältnis zwischen der Klägerin und der C.________ AG gehabt. Als aussenstehende Dritte sei sie nicht verpflichtet, der Klägerin Ansprüche aus dem Vertrag mit der C.________ AG zu vergüten. Sie bestreitet die behauptete Schuldübernahme sowie jeglichen rechtsverbindlichen Charakter der anlässlich der Besprechung vom 5. September 2017 verfassten "Handnotiz". Sie sei demnach nicht Schuldnerin der von der Klägerin geforderten Volumenprovision, deren Bestand sie eventualiter ebenfalls bestreitet.