Citation: 1C_10/2008 19.02.2008 E. A

Die türkische Oberstaatsanwaltschaft Sisli Istanbul ermittelt gegen mehrere Mitglieder der Familie X.________, darunter A.X.________, sowie weitere Personen wegen Geldwäscherei, Betrugs und Unterschlagung. Die Beschuldigten werden verdächtigt, an strafbaren Handlungen im Rahmen der Geschäftsführung der türkischen Bank K.________ teilgenommen zu haben. Die Geschäftsführer der Bank K.________, die gleichzeitig Geschäftsführer der X.________-Gruppe gewesen seien, hätten in den Jahren 1998 bis 2003 durch Fälschungs- und Betrugsmethoden der Bank K.________ Gelder entzogen und diese über Gesellschaften der X.________-Gruppe in verschiedene Länder, unter anderem die Schweiz, überwiesen. Die Geldabflüsse seien mittels einer gefälschten Buchhaltung und verfälschten Berichten zuhanden der türkischen staatlichen Bankenaufsicht vertuscht worden. Nachdem die Bank K.________ im Juni 2003 in Zahlungsschwierigkeiten geraten sei, habe für sie die türkische staatliche Bankenaufsicht eine neue Geschäftsführung ernannt. Für die Schulden der Bank K.________ von umgerechnet über 6 Milliarden US-Dollar habe zufolge der staatlichen Garantiehaftung grösstenteils der türkische Steuerzahler aufkommen müssen. Im gleichen Zusammenhang eröffnete die Schweizerische Bundesanwaltschaft im Anschluss an mehrere türkische Rechtshilfeersuchen am 3. September 2003 ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren gegen B.X.________ und C.X.________ wegen des Verdachts der Geldwäscherei. Die Bundesanwaltschaft dehnte das schweizerische Strafverfahren zwischen dem 14. Oktober 2003 und dem 2. Februar 2004 auf zahlreiche weitere Personen, darunter A.X.________, aus; ebenso am 25. Februar und 20. Dezember 2004 auf die Tatbestände der qualifizierten Geldwäscherei und des gewerbsmässigen Betrugs. Im Rahmen des schweizerischen Strafverfahrens verfügte die Bundesanwaltschaft am 7. Juni 2004 die Durchsuchung einer von A.X.________ gemieteten Wohnung in N.________ (CH). Anlässlich der Untersuchung vom 9. Juni 2004 wurde umfangreiches Material (Geschäftsunterlagen, Bankcouverts, Bargeld, Checks etc.) beschlagnahmt. Die in der Folge von A.X.________ anbegehrte Aufhebung der Beschlagnahme lehnten die Bundesanwaltschaft und auf Beschwerde hin das Bundesstrafgericht sowie das Bundesgericht ab (Urteil 1S.3/2007 vom 25. April 2007).