Citation: I 239/04 05.11.2004 E. 6

Zusammenfassend sprechen zwar verschiedene Anzeichen dagegen, dass die Drogensucht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden bewirkt haben könnte. So bleibt unter Würdigung der medizinischen Akten einerseits fraglich, ob die beim Versicherten diagnostizierte affektive Störung ein leistungsbegründendes Ausmass erreicht. Anderseits bestehen an der Diagnose einer sozialen Phobie Zweifel. Soweit IV-Ärztin Dr. med. R.________ am 15. Mai 2002 zum Schluss kam, die "reinen" psychiatrischen Leiden (mittelschwere soziale Phobie; Erkrankung aus dem depressiven Formenkreis) hätten Krankheitswert und würden zusammen mit dem Suchtleiden eine 50 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken, ist diese Einschätzung nach dem Gesagten nicht überzeugend. Ebenso wenig leuchten die Ausführungen des Dr. med. V.________ im Schreiben vom 2. Juli 2004 ein, wonach die depressive Störung zusammen mit der sozialen Phobie eine Arbeitsunfähigkeit von 25 bis 30 % bewirke. Anhand der medizinischen Unterlagen kann aber gleichwohl weder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, dass eine vorbestehende Krankheit die Drogensucht (zumindest im Sinne einer Teilursächlichkeit) verursachte, noch dass und allenfalls in welchem Ausmass die Suchterkrankung einen invalidisierenden Gesundheitsschaden hervorrief. Es ist somit nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht die Sache zur nochmaligen Abklärung an die IV-Stelle zurückwies. Die erneuten Abklärungen werden sich auch auf die im psychiatrischen Gutachten nicht beantwortete Frage zu richten haben, ob und allenfalls inwieweit die Konzentrations- und Denkstörungen durch den Drogenkonsum bedingt sind und Einfluss auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit haben. Denn entgegen den Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid lässt allein die Tatsache, dass der Versicherte eine Ausbildung zum PC-Supporter (oder allenfalls zum Französisch- oder Spanisch-Dolmetscher) wünscht, nicht den Schluss zu, die kognitiven Störungen seien unbeachtlich.