Citation: 1C_636/2022 E. 3.2

3.2. Das Bundesverwaltungsgericht hält ergänzend zu diesen Erwägungen fest, die Änderungen, die zum neuen generellen Projekt 2014 führten, hätten nicht die Massnahme 2 betroffen. Aus Sicht des Nationalstrassenprojekts bestehe damit kein Grund, diese Massnahme mit dem neuen Ausführungsprojekt nochmals öffentlich aufzulegen und eine weitergehende koordinierte Beurteilung im UVB 2017 bzw. in der angefochtenen Plangenehmigung vorzunehmen. Bezüglich des Rückbaus der Anlagen am linken Rottenufer sei das UVEK zu Recht von einer rechtskräftig abgeurteilten Sache ausgegangen. Bereits im UVB 1995 sei zudem der Hinweis enthalten, dass die Massnahme 2 im Rahmen der Ortsplanung festgelegt werde. Schon deshalb könne nicht davon gesprochen werden, dass in der Plangenehmigung 1997 die abschliessende Genehmigung für die Erstellung und den Betrieb eines neuen Kieswerks am rechten Rottenufer erteilt worden sei, wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht. Folglich liege allein im Umstand, dass die Realisierung des Ersatzstandortes ungewiss sei, auch keine genehmigungspflichtige Projektänderung, über die das UVEK in der angefochtenen Plangenehmigung neu hätte entscheiden müssen. In Bezug auf die Notwendigkeit und Bewilligungsfähigkeit der von der Beschwerdeführerin beanspruchten zukünftigen Kiesausbeutung im Auenschutzgebiet stellten sich zudem verschiedene Fragen, die über das Nationalstrassenprojekt hinausführten und in der kantonalen bzw. kommunalen Zuständigkeit lägen. Laut den Ausführungen des Kantons wäre ein Kiesabbau mit mobilen Installationen aktuell ausreichend, um den Hochwasserschutz zu gewährleisten. Diese teils strittigen Fragestellungen seien nicht im Plangenehmigungsverfahren zu klären. Etwas anderes ergebe sich auch nicht aus der zwischen der Beschwerdeführerin und dem Kanton Wallis im Rahmen aussergerichtlicher Vergleichsgespräche 1998 erzielten Einigung. Weiter könne auf das Bundesgerichtsurteil 1C_486/2014 vom 27. April 2016 verwiesen werden. Daraus sei ebenfalls zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin aus der Plangenehmigung 1997 keinen unmittelbaren Vollzugsanspruch für das neue Kieswerk am rechten Rottenufer ableiten könne. Auch eine Pflicht zur Koordination gehe daraus nicht hervor. Zwischen dem Nationalstrassenprojekt einerseits und der Erstellung eines neuen Kieswerks am rechten Rottenufer andererseits bestehe denn auch kein hinreichend enger sachlicher Zusammenhang. Selbst wenn die Gemeinde Salgesch und der Kanton mit Blick auf die Sondernutzungsplanung für den neuen Standort untätig bleiben würden, begründe dies keine Zuständigkeit der Plangenehmigungsbehörde.