Citation: 5A_741/2022 E. 3.9.4

3.9.4. Der Beschwerdeführer moniert, für die sechsseitige Eingabe vom 18. August 2020 habe die Vorinstanz ihn mit Fr. 180.-- entschädigt. Dies entspreche - gestützt auf das Basishonorar für die amtliche Verteidigung im Kanton Aargau von Fr. 200.-- (§ 9 Abs. 3bis AnwT) - einer Arbeitszeit von 54 Minuten. Erfahrungsgemäss verursache eine Seite einer Rechtsschrift (inkl. Rubrum und Unterschriftenseite) einen Aufwand von ca. dreissig Minuten allein für das Verfassen. Dazu kämen Zusatzaufgaben (Studium der Stellungnahme des Beschwerdegegners, deren rechtliche und sachliche Einordnung und Zustellung an seine Klientin unter Angabe von Erläuterungen, Beratung der und Instruktion durch die Klientin). Es sei schlicht nicht möglich, alle diese Aufgaben in 54 Minuten zu erledigen. Da die Vorinstanz einen nicht kostendeckenden Zuschlag gewährt habe, habe sie im Ergebnis seine Wirtschaftsfreiheit verletzt. Ihr Vorgehen sei auch willkürlich, da sie im Ergebnis verlangt habe, dass er die falschen Ausführungen des Beschwerdegegners nicht bestreite und darauf vertraue, dass die unbestrittenen Ausführungen am Ende nicht ins Urteil einfliessen würden. Der Anspruch der vertretenen Partei auf eine sorgfältige Prozessführung beinhalte indes auch, dass vorsorglich Behauptungen der Gegenpartei bestritten würden.