Citation: 7B_706/2023 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer wurde erstinstanzlich zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt und befindet sich seit bald viereinhalb Jahren in strafprozessualer Haft. Er hat damit bereits über die Hälfte der erstinstanzlichen Freiheitsstrafe verbüsst. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, ist jedoch zu berücksichtigen, dass die drohende Reststrafe aufgrund des erstinstanzlichen Schuldspruchs im Falle einer Verurteilung durch das Berufungsgericht immer noch im empfindlichen Bereich liegt. Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, gestützt auf den guten Vollzugsbericht vom 21. Juli 2023 sei eine bedingte Entlassung wahrscheinlich, was die von ihm noch zu verbüssende Freiheitsstrafe und damit auch den Fluchtanreiz beträchtlich reduziere bzw. entfallen lasse. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig. Wie die Vorinstanz überzeugend ausführt, kann gestützt auf die konkreten Umstände nicht von einer mit grosser Wahrscheinlichkeit zu erwartenden bedingten Haftentlassung ausgegangen werden, die im Haftprüfungsverfahren ausnahmsweise zu berücksichtigen wäre (BGE 143 IV 160 E. 4.2; Urteil 1B_495/2022 vom 20. Oktober 2022 E. 6.2.2). Es kann diesbezüglich auf den angefochtenen Entscheid verwiesen werden, in welchem die Vorinstanz eine ungünstige Legalprognose mit überzeugenden Gründen bejaht (siehe angefochtene Verfügung vom 1. September 2023 E. 11 S. 10 f.). Die Vorinstanz verletzt damit kein Bundesrecht, wenn sie die dem Beschwerdeführer im Falle einer Verurteilung durch das Berufungsgericht drohende mehrjährige (Rest-) Freiheitsstrafe als Fluchtanreiz wertete.