Citation: 6P.97/2003 02.09.2003 E. 5

Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, dass das Obergericht drei von ihm beantragte Zeugen nicht einvernommen und ihm das vollständige Wortprotokoll beziehungsweise die Tonbandaufzeichnung der erstinstanzlichen Verhandlung nicht ausgehändigt und entlastende Aussagen nicht berücksichtigt habe. 5.1 Der Richter kann das Beweisverfahren schliessen, wenn er auf Grund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und er ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass diese seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 103 Ia E. 5 S. 491; vgl. ferner 124 I 208 E. 4a). In antizipierter Beweiswürdigung kann der Richter auch die beantragte Befragung eines Entlastungszeugen abweisen. Das Recht, Entlastungszeugen zu laden und zu befragen ist - im Unterschied zum Recht auf Konfrontation mit einem Belastungszeugen - nur von relativer Natur. Der Richter hat nur solche Zeugenladungen zu berücksichtigen und zuzulassen, die nach seiner Würdigung rechts- und entscheidungserheblich sind (vgl. BGE 125 I 127 E. 6c/cc). 5.2 Der Beschwerdeführer bringt hinsichtlich des Schuldspruches wegen Transportes von vier Kilogramm Heroin vor, dass das Obergericht nur die ihn belastenden Aussagen des Mitangeklagten und Begleiters gewürdigt habe, obwohl ihn dieser vor Bezirksgericht auch entlastet habe. Die entsprechende Passage sei in dem ihm ausgehändigten Protokoll der bezirksgerichtlichen Verhandlung nicht enthalten, weshalb er die Herausgabe des Wortprotokolls dieser Verhandlung und die Ladung von A.________ als Zeugen vor Obergericht beantragt habe. Beides sei aber abgewiesen worden. Das Obergericht habe sich in der Folge nicht mit der entlastenden Aussage des Mitangeklagten befasst. Das Obergericht bejaht die Täterschaft des Beschwerdeführers hinsichtlich des Transportes von vier Kilogramm Heroin aufgrund einer ausführlichen Würdigung des Aussageverhaltens und der Aussagen des Beschwerdeführers sowie seines Mitangeklagten und Begleiters. Es kommt dabei zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aufgrund der gesamten Umstände spätestens, als er von Pfäffikon nach Baden zurückfuhr, um das Heroin in seinem Fahrzeug wissen musste und auch wusste. Dieser Schluss ist jedenfalls nicht willkürlich. Der Beschwerdeführer hat vor Obergericht vorgebracht, dass sein Begleiter vor Bezirksgericht angegeben hatte, ihn erst kurz vor Baden über das mitgeführte Heroin aufgeklärt zu haben. Das Obergericht erachtet diesen Umstand als unerheblich. Aus den verfügbaren Beweismitteln schliesst es auf das Wissen des Beschwerdeführers nach Abfahrt in Pfäffikon. Dieser Schluss wäre auch nicht als willkürlich zu bewerten, wenn der Begleiter den Beschwerdeführer erst bei der Ortseinfahrt in Baden ausdrücklich über das Heroin im Kofferraum ins Bild gesetzt hätte. Das Obergericht durfte deshalb in antizipierter Würdigung der Beweise auf die erneute Ladung des Begleiters als Zeugen und auf den Beizug des erstinstanzlichen Protokolls und der Tonbandaufzeichnungen der erstinstanzlichen Verhandlung verzichten. Die Rüge ist demnach unbegründet. 5.3 In Bezug auf den Schuldspruch wegen Aufbewahrens von 300 Gramm Heroin bringt der Beschwerdeführer vor, dass das Obergericht die von ihm beantragten Zeugen A.________, B.________ und C.________ zu Unrecht nicht angehört habe. Soweit die Rüge C.________ betrifft, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, weil der Beschwerdeführer nicht dartut, inwiefern dessen Aussage von Bedeutung gewesen wäre (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) . Soweit die Rüge die beiden anderen beantragten Zeugen betrifft, gilt das oben Ausgeführte: Das Obergericht bejaht die Täterschaft des Beschwerdeführers, indem es sich wesentlich auf das Protokoll einer Telefonkontrolle stützt und ausserdem die Aussagen und das Aussageverhalten von A.________ und des Beschwerdeführers selbst würdigt. Der daraus gezogene Schluss, wonach der Beschwerdeführer wissentlich 300 Gramm Heroin in seiner Wohnung aufbewahrte, ist nicht willkürlich. Das Obergericht durfte deshalb in antizipierter Würdigung der Beweise auf die erneute Ladung von A.________ und auf die Anhörung von B.________ verzichten. Die Rüge ist unbegründet.