Citation: 5A_88/2020 E. 4.3.2

4.3.2. Den Vorwurf der Willkür begründet die Beschwerdeführerin mit dem Hinweis, es sei nicht anzunehmen, dass die Aussage des Sohnes vage ausfallen würde, da ihm zugetraut werden könne, über seine finanziellen Verhältnisse des Jahres 2012 noch Bescheid zu wissen. Weshalb der unter Wahrheitspflicht stehende Sohn zugunsten der Mutter aussagen sollte, sei nicht ersichtlich. Dies würde voraussetzen, dass er den rechtlichen Implikationen seiner Aussagen gewahr sei, wovon nicht auszugehen sei. Ausserdem müsste er nicht nur wahrheitswidrig bejahen, im fraglichen Zeitraum ein Einkommen gehabt zu haben, sondern auch wahrheitswidrig verneinen, dass der Beschwerdegegner ihn finanziell unterstützt habe. Solche Aussagen, nur um der Mutter zu einem höheren Unterhalt zu verhelfen, seien nicht wahrscheinlich. Nicht nachvollziehbar sei sodann, weshalb ein anderweitiger (Urkunden-) Beweis vorgelegt werden müsse, damit der Sohn als Zeuge einvernommen werden könne. Mit dieser Darstellung beschränkt die Beschwerdeführerin sich über weite Strecken darauf, in appellatorischer Art und Weise ihre eigene Einschätzung zur Tauglichkeit der Zeugenbefragung jener der Vorinstanz entgegenzustellen und diese als willkürlich zu bezeichnen. Dies genügt den an die Willkürrüge zu stellenden Begründungserfordernissen grundsätzlich nicht (vgl. vorne E. 2.2; BGE 136 I 49 E. 1.4.1; 134 II 244 E. 2.2). Was das vom Obergericht berücksichtigte Fehlen weiterer Beweisanerbieten betrifft, ist auf Folgendes zu verweisen: Gemäss Art. 157 ZPO bildet sich das Gericht seine Überzeugung nach freier Würdigung der Beweise. Demnach hat es die Beweise frei und ohne Bindung an förmliche Beweisregeln zu prüfen. Es ist nicht an Hierarchien unter den Beweismitteln gebunden und einem bestimmten Beweismittel darf nicht im Voraus in allgemeiner Weise die Beweiseignung abgesprochen werden (Urteile 5A_113/2015 vom 3. Juli 2015 E. 3.2; 5A_250/2012 vom 18. Mai 2012 E. 7.4.1; G UYAN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 5 zu Art. 157 ZPO). Dennoch ist anerkannt, dass nach der allgemeinen Lebenserfahrung Zeugenaussagen nicht zu den zuverlässigsten Beweismitteln gehören (BGE 118 Ia 28 E. 1c; GUYAN, a.a.O., N. 6a zu Art. 157 ZPO) und insbesondere weniger zuverlässig erscheinen als Urkunden (BRÖNNIMANN, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, N. 17 zu Art. 157 ZPO; HASENBÖHLER, in: Sutter-Somm et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, N. 16 zu Art. 157 ZPO, KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 1984, S. 126). Mit Blick hierauf verfiel das Obergericht jedenfalls nicht in Willkür, indem es bei der Bewertung der anerbotenen Zeugeneinvernahme berücksichtigte, dass die Beschwerdeführerin ohne Erklärung keinerlei weitere Beweismittel nannte, obgleich die zu beweisenden Umstände (Arbeitsverhältnis, Zahlungen) typischerweise dem zuverlässigeren Urkundenbeweis zugänglich sind. Das Vorgehen der Vorinstanz ist damit nicht zu beanstanden.