Citation: 4A_151/2016 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die Beschwerdegegnerin hätte ihr in jedem Fall eine Nachfrist ansetzen müssen. Art. 169 Abs. 2 SIA-Norm 118 sei mithin selbst bei einer Weigerung zur Nachbesserung nur erfüllt, wenn vor dieser Weigerung eine Nachfrist angesetzt worden sei. Die Vorinstanz habe dieses - bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorgebrachte - Argument mit keinem Wort gewürdigt und damit nicht nur Art. 169 Abs. 2 SIA-Norm 118, sondern auch das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt. Die Vorinstanz hat in E. 53.2 ausgeführt, die Berechtigung zur Ersatzvornahme könne sich ausnahmsweise auch ohne Ansetzung einer Verbesserungsfrist ergeben. Dies sei etwa der Fall, wenn sich die Unternehmerin ausdrücklich weigere, eine Verbesserung vorzunehmen. Da sie eine ausdrückliche Weigerung durch die Beschwerdeführerin bejahte, liess die Vorinstanz in E. 56 denn auch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin eine angemessene Frist zur Verbesserung gesetzt habe, ausdrücklich offen. Damit hat die Vorinstanz zur von der Beschwerdeführerin aufgeworfenen Frage Stellung genommen. Die rechtlichen Ausführungen sind zudem korrekt (vgl. [so bereits die Vorinstanz] PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 5. Aufl. 2011, N. 2667; ders., Kommentar zur SIA-Norm 118, Art. 157-190, 1991, N. 34 zu Art. 169 SIA-Norm 118). Die Rügen sind somit unbegründet.