Citation: 6B_258/2018 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdegegner habe aufgrund der Umstände (Hektik, enge Platzverhältnisse, unberechenbare Zielperson, welche einen erstintervenierenden Polizisten bereits provokativ aufgefordert habe, doch zu schiessen) damit rechnen müssen, dass C.D.________ einen Schusswaffeneinsatz der Sondereinheit provozieren und es zu einer ernsthaften Verletzung kommen könne. Die Anordnung des Zugriffs durch die Sondereinheit habe die Eigengefährdung von C.D.________ markant gesteigert und sei nicht dazu geeignet gewesen, dieser sinnvoll zu begegnen (angefochtenes Urteil, E. 2.8.2.3 f. S. 25 f.). Der Zugriff der Sondereinheit sei ein unverhältnismässiges Mittel zur Wiederherstellung öffentlicher Ruhe und Ordnung gewesen. Die vom Beschwerdeführer zu leistende Güterabwägung zwischen der Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung einerseits sowie dem Schutz von Leib und Leben von C.D.________ andererseits habe eindeutig zugunsten von Letzterem ausfallen müssen (angefochtenes Urteil, E. 2.8.3 S. 27). Die Bewilligung des Zugriffs sei nicht rechtmässig gewesen. Dem Beschwerdegegner seien andere Mittel zur Verfügung gestanden. Insbesondere hätte er weiter abwarten können. Es sei sehr gut möglich gewesen, dass sich die Situation beruhigt hätte und eine Festnahme ohne gewaltsamen Zugriff möglich gewesen wäre. Zusätzlich hätte der Beschwerdegegner einen Verhandler aufbieten können und müssen (angefochtenes Urteil, E. 2.9 S. 30). Der Beschwerdegegner habe jedoch nicht mit Vorsatz auf eine Schussabgabe und die dadurch verursachten Verletzungen von C.D.________ gehandelt. Die eingetretene schwere Verletzung sei nicht so wahrscheinlich gewesen, dass die Anordnung der Stürmung vernünftigerweise nur als Inkaufnahme dieses Erfolgs ausgelegt werden könne. Es sei aus damaliger Sicht gut möglich gewesen, dass die Sondereinheit C.D.________ ohne Waffeneinsatz oder nur unter Einsatz des Tasers mit bloss geringfügigen Verletzungsfolgen hätte festnehmen können. Hinweise auf eine Inkaufnahme einer Schussabgabe eines Mitglieds der Sondereinheit auf C.D.________ gebe es nicht. Der Beschwerdegegner habe offenbar darauf vertraut, dass die Sondereinheit C.D.________ mit milderen Einsatzmitteln (Ansprache, Nahkampftechniken oder nötigenfalls Taser) würde überwältigen können (angefochtenes Urteil, E. 3.4.2 S. 33).