Citation: 6B_1236/2022 E. 4.2.2

4.2.2. Der Beschwerdeführer trägt vor, dass die Vorinstanz "bei der Strafzumessung methodisch nicht korrekt vorgegangen sein dürfte und damit Bundesrecht verletzt haben könnte". Er beruft sich auf das Urteil 6B_382/2021 vom 25. Juli 2022. Danach ist es unzulässig, zunächst die Strafart für alle Delikte zu bestimmen, weil die auszusprechende Gesamtstrafe auf den verschuldensangemessenen Einzeltaten (recte: Einzelstrafen) basiert. Demnach müssen bei der Bemessung der hypothetischen Gesamtstrafe die einzelnen Straftaten in einem selbständigen Schritt gewürdigt werden. Dies bezieht sich auch auf die Wahl der Strafart. Erst nachdem das Gericht sämtliche Einzelstrafen festgesetzt hat, kann es beurteilen, ob und welche Einzelstrafen gleichartig sind (vgl. dort E. 3.2.1; siehe auch BGE 144 IV 313 E. 1; 144 IV 217 E. 4.1; Urteile 6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 4.2.3; 6B_905/2018 vom 7. Dezember 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis). Zunächst legt die Vorinstanz dar, dass der Beschwerdeführer die strafbaren Handlungen am 2. März 2015 und 29. Mai 2016 beging und damit vor der Revision des Sanktionenrechts, die am 1. Januar 2018 in Kraft trat. Da das neue Recht im vorliegenden Fall nicht milder sei, wendet die Vorinstanz das alte Recht an. Dies beanstandet der Beschwerdeführer zu Recht nicht. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe sich mehrfach strafbar gemacht. Die versuchte schwere Körperverletzung sei mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bedroht. Der Raufhandel mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Der Versuch wirke sich strafmildernd aus, weshalb das Gericht nicht an die angedrohte Mindeststrafe gebunden sei und auf eine andere Strafart erkennen könne. Gemäss Vorinstanz ist bei der Wahl der Strafart zu berücksichtigen, dass sowohl für die mehrfache versuchte schwere Körperverletzung als auch für den Raufhandel "theoretisch und für sich betrachtet" eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden könne. Bei beiden schweren Körperverletzungen liege ein vollendeter Versuch vor. Der Beschwerdeführer sei einschlägig vorbestraft und noch während der Probezeit sowie während laufenden Strafverfahrens rückfällig geworden. Er sei uneinsichtig und unbelehrbar. Deshalb erweise sich eine Geldstrafe bei keinem der Körperverletzungsdelikte als geeignet, in genügendem Mass präventiv auf ihn einzuwirken und ihn vor künftiger Delinquenz abzuhalten. Vielmehr sei einzig eine Freiheitsstrafe zweckmässig. Wie die Vorinstanz schlüssig ausführt, rechtfertigt sich in Bezug auf den Raufhandel eine Gesamtbetrachtung aufgrund des sehr nahen sachlichen und zeitlichen Zusammenhangs mit der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung. Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, dass die Vorstrafen beinahe zehn Jahre zurückliegen und dass er sich damals in einem anderen Lebensabschnitt befunden habe. Es sei davon auszugehen, dass auch die Verurteilung zu einer Geldstrafe genügend Wirkung zeigen werde. Damit zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, dass die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten oder missbraucht und damit Bundesrecht verletzt hätte. Das Bundesgericht greift nur mit Zurückhaltung in die Strafzumessung ein. Entgegen dem Beschwerdeführer durfte die Vorinstanz mit dieser Begründung auch für den Raufhandel eine Freiheitsstrafe aussprechen.