Citation: 6B_98/2018 E. 1.2.2

1.2.2. Die Aufgabenteilung zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft ergibt sich unter anderem aus Art. 15 f. und Art. 299 ff. StPO. Die Staatsanwaltschaft leitet das Vorverfahren, verfolgt Straftaten im Rahmen der Untersuchung, erhebt gegebenenfalls Anklage und vertritt die Anklage (Art. 16 Abs. 2 StPO; Art. 61 lit. a StPO). In der Untersuchung klärt die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt tatsächlich und rechtlich so weit ab, dass sie das Vorverfahren abschliessen kann (Art. 308 Abs. 1 StPO). Der Erlass von Strafbefehlen wie auch die Anklageerhebung fallen in ihre Kompetenz (vgl. etwa Art. 9 Abs. 1, Art. 318 Abs. 1, Art. 324 Abs. 1 und Art. 352 ff. StPO). Die Zuständigkeit innerhalb der Staatsanwaltschaft zur Beweiserhebung regelt Art. 311 StPO. Danach führen die Staatsanwälte die Beweiserhe bungen selbst durch (Satz 1). Bund und Kantone bestimmen, in welchem Umfang sie einzelne Untersuchungshandlungen ihren Mitarbeitern übertragen können (Satz 2). Das Bundesgericht hielt unter anderem mit Verweis auf die Botschaft fest, mit Art. 311 Abs. 1 Satz 2 StPO solle die in einigen Kantonen bewährte Praxis weitergeführt werden können. Danach dürfen zur Entlastung der Staatsanwälte gewisse Untersuchungshandlungen von Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft vorgenommen werden. Wesentliche Untersuchungshandlungen wie z.B. Haftanträge an das Zwangsmassnahmengericht oder Anklagen sowie der Erlass von Strafbefehlen oder Einstellungsverfügungen können jedoch nicht gestützt auf Art. 311 Abs. 1 StPO delegiert werden (BGE 142 IV 70 E. 3.2.2 S. 77; Botschaft StPO, BBl 2006 1265 Ziff. 2.6.3.2).