Citation: 6B_1001/2015 E. 9.1

9.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Inhaftierung verstosse gegen Art. 3 EMRK, wonach niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden darf. Aufgrund seiner psychischen Krankheit benötige er eine intensive Therapie. Er sei indessen nur während rund eines Monats therapiert und im Übrigen ohne Erlass einer anfechtbaren Verfügung während vier Jahren in Sicherheitsabteilungen weggesperrt worden. Der Beschwerdeführer rügt im Weiteren eine Verletzung von Art. 5 Abs. 1 Satz 2 lit. e EMRK betreffend Freiheitsentzug bei psychisch Kranken. Dieser setze neben der eindeutigen Feststellung einer psychischen Störung auch voraus, dass ein Zusammenhang zwischen dem Zweck der Freiheitsentziehung und der Einrichtung bestehe, in welcher der Betroffene untergebracht sei. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte akzeptiere zwar einen übergangsweisen Aufenthalt in einem Gefängnis während der Suche nach einer geeigneten Einrichtung, doch dürfe dieser nicht zu lange Zeit dauern. Seine Unterbringung in Sicherheitsabteilungen sei reiner Selbstzweck gewesen, um ihn nicht behandeln zu müssen. Ein therapieorientierter Massnahmenvollzug mit der Perspektive auf Entlassung habe nicht stattgefunden.