Citation: 7B_287/2023 E. 3.3

3.3. Aus den Prozessakten ergeben sich keinerlei Anhaltspunkte für die Behauptung, dass die Übersetzung von deutschsprachigen Eingaben aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse des Verfahrensleiters verfügt worden wäre. Nach den Feststellungen der Vorinstanz wurde die Verfahrenssprache Französisch sowohl im Untersuchungsverfahren als auch im gerichtlichen Haupt- und Berufungsverfahren mehrmals rechtskräftig bestätigt. Dabei wiesen die verfahrensleitenden Instanzen namentlich auf die jeweiligen Muttersprachen der Parteien hin, auf die Sprache der wesentlichen Akten sowie auf den Umstand, dass der Beschwerdeführer perfekt Französisch spreche, sein amtlicher Verteidiger französischer Muttersprache sei und auch seine erbetene Verteidigerin Französisch ausreichend verstehe (bzw. nötigenfalls auch auf Übersetzungen zurückgreifen könne). Die Vorinstanz erwägt, Anträge des Beschwerdeführers auf Änderung der Verfahrenssprache (von Französisch auf Deutsch) seien schon im Laufe des Vorverfahrens wiederholt abgewiesen worden. In Übereinstimmung mit der festgelegten und mehrmals bestätigten Verfahrenssprache seien die zentralen Prozesshandlungen (wie etwa die Ausdehnungsverfügungen der BA oder deren Anklageschriften) jeweils in französischer Sprache erfolgt. Auch die Vorsitzende der Strafkammer des Bundesstrafgerichtes habe im Hauptverfahren als Verfahrenssprache Französisch bestätigt. Dass betreffend die erstinstanzlichen Parteivorträge gewisse Ausnahmen zugelassen wurden, ändere daran nichts. Auch das vom Beschwerdeführer mit Berufung angefochtene Urteil der Strafkammer vom 23. April 2021 und die Urteilsberichtigung vom 17. Juni 2022 seien in französischer Sprache ergangen. Die festgelegte Verfahrenssprache habe laut StBOG bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens zu gelten. Weder sei jemals ein Wechsel der Verfahrenssprache verfügt worden, noch seien die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt gewesen. Gemäss den Feststellungen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichtes beherrsche der Beschwerdeführer die französische Sprache perfekt. Nach Ansicht der Vorinstanz (Berufungskammer) sei bei ihm jedenfalls von einem "hohen Niveau der Französischkenntnisse" auszugehen. Im Berufungsverfahren CA.2022.18 werde er zudem gleichzeitig von zwei Rechtsbeiständen vertreten. Sein amtlicher Verteidiger sei französischer Muttersprache und (gemäss Selbstbeschreibung auf seiner beruflichen Website) auch der deutschen Sprache mächtig. Die erbetene Verteidigerin sei deutscher Muttersprache und beherrsche (laut den Angaben auf ihrer Website) ihrerseits auch Französisch. Wie die Vorinstanz weiter erwägt, seien für den Beschwerdeführer nacheinander zwei in sprachlicher und inhaltlicher Hinsicht verschiedene Berufungserklärungen eingereicht worden: Eine in deutscher Sprache, verfasst von der Wahlverteidigerin, und eine zweite in französischer Sprache, verfasst vom Offizialverteidiger. Die Einreichung von zwei sprachlich und inhaltlich unterschiedlichen Berufungserklärungen sei (schon im Lichte von Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO) zumindest als problematisch zu qualifizieren. Daher erscheine es sinnvoll und notwendig, dass der Verfahrensleiter dem amtlichen Verteidiger eine Frist gesetzt habe, innert der der Offizialverteidiger die Berufungserklärung der Wahlverteidigerin in seine eigene sachgerecht zu integrieren hatte. Diese prozessuale Anordnung habe vor allem der Gewährleistung einer wirksamen Verteidigung gedient. Im Berufungsverfahren habe der Verfahrensleiter den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 23. Februar 2023 darüber informiert, dass die zahlreichen in deutscher Sprache eingereichten Dokumente grundsätzlich in der Verfahrenssprache verfasst sein müssten, im vorliegenden Fall auf Französisch. Entsprechend sei dem Beschwerdeführer Frist bis zum 9. März 2023 angesetzt worden, um Übersetzungen in französischer Sprache von in der Verfügung aufgelisteten Schreiben einzureichen, darunter die Berufungserklärung vom 27. Juni 2022 seiner Wahlverteidigerin. Mit Verfügung vom 13. März 2023 habe der Verfahrensleiter diese Anordnungen bestätigt.