Citation: U 211/02 28.03.2003 E. 3

Damit ist anhand der von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien zu prüfen, ob die genannten psychischen Beschwerden auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 16. Juli 1996 stehen. 3.1 Das kantonale Gericht hat den Unfall als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten eingestuft. Die Winterthur argumentiert, beim inkriminierten Ereignis handle es sich um einen einfachen Sturz aus Standhöhe und es sei deshalb als leichter Unfall zu qualifizieren. Die Kategorisierung durch die Vorinstanz ist von Bundesrechts wegen (Art. 104 lit. a OG), auch im Lichte der Angemessenheitskontrolle sowie der fehlenden Bindung an die Tatsachenfeststellung (Art. 132 lit. a, b OG), nicht zu beanstanden. Angesichts der Faktums, dass eine Contusio cerebri ausser Betracht fällt - eine solche wäre bei der Untersuchung mittels Computertomogramm (CT) nach der Einlieferung in die Notfallstation am 16. Juli 1996 zum Vorschein gekommen - kann vom Unfallablauf und den dabei erlittenen Verletzungen her auch kein mittelschwerer Unfall an der Grenze zu den schweren Unfällen angenommen werden. 3.2 Damit ist die Schwelle für die Bejahung der Adäquanz relativ hoch. Rechtsprechungsgemäss sind im Bereich von mittleren Unfällen weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Solche - unfallbezogene - Umstände können als Beurteilungskriterien dienen, weil sie ihrerseits nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sind, in Verbindung mit dem Unfall zu einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit zu führen oder diese zu verstärken. Als massgebende Kriterien sind zu nennen: - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; - ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; - körperliche Dauerschmerzen; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist jedoch nicht in jedem Fall erforderlich (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa).