Citation: 2C_888/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz hat dargelegt, weshalb sie von einer gelebten Ehegemeinschaft von weniger als drei Jahren ausgegangen ist (angefochtenes Urteil E. 2.3). Sie hat insbesondere ausgeführt, mit Urteil des Bezirksgerichts U.________ vom 17. Mai 2021 sei festgestellt worden, dass die Ehegatten seit dem 1. März 2021 getrennt lebten. Damit habe die gelebte Ehegemeinschaft seit der Einreise des Beschwerdeführers am 26. März 2018 weniger als drei Jahre gedauert. Dass die Scheidung noch nicht vollzogen sei, ändere nichts am Umstand, dass die Ehegatten seit über einem Jahr getrennt lebten. Es bestehe keine Aussicht auf Wiedervereinigung. Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, auch im Falle getrennt lebender Eheleute sei vom Fortbestand der Ehe auszugehen, solange die Ehe nicht als definitiv gescheitert anzusehen sei. Die ausländerrechtlich relevante Ehegemeinschaft habe nicht mit der eherichterlichen Trennungsfestlegung vom 1. März 2021 geendet, sondern frühestens mit Ablauf von weiteren 6 Monaten, d.h. am 6. September 2021, zumal keine der Parteien eine Scheidung bis zu diesem Zeitpunkt eingeleitet habe, sondern vielmehr beidseitig die Meinung bestanden habe, dass eine Wiedervereinigung angestrebt werden sollte und möglich sei. Eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz zeigt er mit diesem Vorbringen nicht auf. Ebenso ist seine Rüge unbegründet, soweit er damit geltend macht, die Vorinstanz habe das Recht unrichtig angewendet. Auf der Grundlage des von ihr festgestellten Sachverhalts ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass die eheliche Gemeinschaft mit der gerichtlich festgestellten (nach aussen wahrnehmbaren) Trennung per 1. März 2021 aufgelöst worden ist (vgl. E. 3.1). Hinweise darauf, dass die eheliche Gemeinschaft nach dem 1. März 2021 tatsächlich noch gelebt worden wäre, ergeben sich aus dem Sachverhalt nicht. Da eine (relevante) Ehegemeinschaft eine tatsächlich gelebte eheliche Beziehung und einen gegenseitigen Ehewillen voraussetzt (vgl. E. 3.1), würde ein allfälliger Ehewille einer oder beider Parteien für sich allein nicht ausreichen, um eine über den 1. März 2021 hinaus fortbestehende eheliche Gemeinschaft zu bejahen.