Citation: 9C_525/2023 E. 7.2

7.2. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf die Rechtsprechung des EGMR beruft, verkennt sie, dass im vorliegenden Fall nicht ein aus familiären Gründen reduziertes Erwerbspensum zum Verlust der Rente führt, sondern die Pensionierung ihres Ehemannes. Während die Beschwerdeführerin vorliegend bei einer hypothetischen Vollzeittätigkeit weiterhin eine Invalidenrente erhalten würde, so wäre dies bei einer ausschliesslichen Betätigung im Aufgabenbereich auch dann nicht der Fall, wenn keine Mithilfe ihres Ehemannes angerechnet würde. Dass eine umfangreichere Mithilfe des Ehemannes nach dessen Pensionierung angerechnet wird, geschieht gerade im Hinblick auf die Gleichstellung von Mann und Frau (vgl. vorne E. 4.3). Eine Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts, wie es die Beschwerdeführerin geltend macht, ist nicht zu erkennen, wie das Bundesgericht bereits im Urteil 8C_828/2011 vom 27. Juli 2012 festgehalten und im Urteil 9C_248/2022 vom 23. April 2023 jüngst bestätigt hat.