Citation: 1B_547/2021 E. 2.4

2.4. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV). Das ZMG habe ihr die Akteneinsicht in die gesiegelten Daten vor ihrer Stellungnahme zum Entsiegelungsgesuch verweigert. Damit habe das ZMG ihr die Möglichkeit genommen, ihre Geheimhaltungsinteressen substanziiert geltend zu machen. Zwar trifft es gemäss den vorliegenden Prozessakten zu, dass die Beschwerdeführerin am 12. August 2021 einen entsprechenden Antrag um Einsicht in die gesiegelten Asservate gestellt hat, der in den prozessualen Erwägungen des angefochtenen Entscheides (S. 2 f., E. I-II) nicht erwähnt wird. Dass die Vorinstanz diesen Antrag konkludent abgelehnt hat, verletzt in der vorliegenden Konstellation jedoch kein Bundesrecht: Nach der Praxis des Bundesgerichtes haben selbst die Inhaberinnen und Inhaber von vorläufig als Beweismittel beschlagnahmten Aufzeichnungen kein pauschales Einsichtsrecht in die gesiegelten Asservate. Das Akteneinsichtsrecht dient grundsätzlich nicht dazu, pauschal in sämtliche sichergestellten Beweismittel Einsicht zu nehmen, um ex post - nach der beantragten Siegelung - noch nach allfälligen geheimnisgeschützten Aufzeichnungen forschen zu können. Nur wenn die betroffene Person nachvollziehbar begründet, weshalb sie ohne nachträgliche Gesamtdurchsicht aller gesiegelten Aufzeichnungen überhaupt nicht in der Lage wäre, ihre tangierten Geheimnisinteressen ausreichend zu substanziieren, käme ein entsprechender bundesrechtlicher Anspruch auf pauschale Einsicht in die Asservate ausnahmsweise in Frage (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichtes 1B_28/2021 vom 4. November 2021 E. 1.4-1.7). Wenn eine Gesellschaft, die gar nicht Inhaberin der sichergestellten Beweismittel ist, ein Siegelungsbegehren für fremde Aufzeichnungen stellt, ist von einer pauschalen Einsicht in die Asservate im Entsiegelungsverfahren besonders zurückhaltend Gebrauch zu machen. Eine Ausnahme im Sinne der erwähnten einschlägigen Praxis liegt hier nicht vor. Dies umso weniger, als die Beschwerdeführerin schon in ihren vorinstanzlichen Eingaben dargelegt hat, dass die bei ihrer Revisionsstelle sichergestellten und versiegelten Aufzeichnungen Geschäftsgeheimnisse enthielten, insbesondere Angaben über Kundenbeziehungen, Ein- und Verkäufe sowie Bilanzen und Erfolgsrechnungen. Überwiegende Privatgeheimnisse, die einer Entsiegelung entgegen stehen könnten, sind in diesem Zusammenhang nicht ersichtlich, was auch die Vorinstanz ausdrücklich feststellte. Wie bereits dargelegt, hätte sich die Beschwerdeführerin im Übrigen auch bei ihrer Revisionsstelle, der Inhaberin der gesiegelten Aufzeichnungen, über den Inhalt der Dateien näher informieren können.