Citation: 2C_112/2021 E. 7.6

7.6. Zwar dürfen auch bei einem - erkennbar - stark subjektiv gezeichneten Portrait nicht irgendwelche Vorwürfe gegen Dritte übernommen werden; wenn der betroffene Dritte auf die journalistische Anfrage hin aber nicht Stellung nehmen will, kann er nicht in der Folge erklären, er (bzw. ein Dritter für ihn) habe keine Gelegenheit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äussern, weshalb das Sachgerechtigkeitsverbot verletzt sei; dies gilt zumindest solange, als für das Publikum ersichtlich bleibt, dass es sich - wie hier - um vorerst nicht erstellte Vorwürfe (vgl. nachstehende E. 8.3) im Rahmen eines sehr persönlich gehaltenen Portraits handelt. Weigert sich die betroffene Person, zu Vorhaltungen Stellung zu nehmen, ist dies bei der Anwendung des Sachgerechtigkeitsgebots mitzuberücksichtigen.