Citation: 2P.22/2000 22.03.2000 E. 2

2.- a) Mit der von der Beschwerdeführerin eingereichten staatsrechtlichen Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, das Obergericht lege den Begriff der "berufsmässigen Vertretung", wie er für die den Anwälten vorbehaltene Tätigkeit massgebend sei (§ 1 des zürcherischen Gesetzes über den Anwaltsberuf), willkürlich aus. Mit kantonaler Nichtigkeitsbeschwerde, für welche sie die Prozesskaution nicht geleistet hatte, hätte die Beschwerdeführerin geltend machen können, der Entscheid des Obergerichts beruhe auf einer Verletzung "klaren materiellen Rechts" (§ 281 Ziff. 3 der zürcherischen Zivilprozessordnung [ZPO]). Diese Kognition ist nicht enger als jene, die dem Bundesgericht unter dem Gesichtswinkel von Art. 4 aBV zukommt (BGE 117 Ia 393 E. 1b S. 395). Die Beschwerdeführerin hat daher mit der unmittelbaren Anfechtung des Beschlusses des Obergerichts den kantonalen Instanzenzug nicht ausgeschöpft (Art. 86 Abs. 1 OG), so dass auf die staatsrechtliche Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist. b) Die beiläufig erhobene Rüge der Verletzung der Handels- und Gewerbefreiheit hätte demgegenüber mit Nichtigkeitsbeschwerde nicht vorgebracht werden können, weil die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde subsidiär ist zum Weiter-zug an das Bundesgericht, soweit diesem freie Prüfungsbefugnis zukommt und es den angefochtenen Entscheid nicht nur auf Willkür überprüft (vgl. § 285 ZPO; BGE 104 Ia 401; 117 Ia 393 E. 1b S. 395; Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. , Zürich 1997, Rz. 16 ff. zu § 285 ZPO). c) Das Grundrecht der Handels- und Gewerbefreiheit ist aber offensichtlich nicht dadurch verletzt, dass kantonales Recht die entgeltliche Vertretung durch Nichtanwälte vor Gericht ausschliesst. Es liegt im Interesse des rechtsuchenden Publikums wie auch der Funktionstüchtigkeit und Qualität der Rechtspflege, dass zugelassene Rechtsvertreter über ausreichende Rechtskenntnisse verfügen, was durch das Anwaltsmonopol sichergestellt werden kann (BGE 114 Ia 34 E. 2b und c S. 37 f.; 105 Ia 67 E. 7b S. 77). Davon abzuweichen, wenn nur in einem Einzelfall die Vertretung übernommen werden will, sind die Kantone nicht verpflichtet (vgl. BGE 120 Ia 247), zumal das Schutzbedürfnis in diesem Fall kein geringeres ist.