Citation: 1A.149/2005 09.02.2006 E. 2

2.1 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist zulässig gegen Verfügungen, die sich auf öffentliches Recht des Bundes stützen oder hätten stützen sollen (Art. 5 VwVG in Verbindung mit Art. 97 OG), sofern diese von einer in Art. 98 OG genannten Vorinstanz erlassen worden sind und keiner der in Art. 99 ff. OG oder in der Spezialgesetzgebung vorgesehenen Ausschlussgründe greift. Sodann unterliegen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemischtrechtliche Verfügungen bzw. (auch) auf unselbständiges kantonales Ausführungsrecht zum Bundesrecht gestützte Anordnungen sowie auf übrigem kantonalem Recht beruhende Anordnungen, die einen hinreichend engen Sachzusammenhang mit der im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu beurteilenden Frage des Bundesverwaltungsrechts aufweisen. Soweit dem angefochtenen Entscheid selbständiges kantonales Recht ohne den genannten Sachzusammenhang zum Bundesrecht zugrunde liegt, steht die staatsrechtliche Beschwerde zur Verfügung (BGE 128 I 46 E. 1b/aa S. 49; 123 II 359 E. 1a/aa S. 361, je mit Hinweisen). 2.2 Der angefochtene Entscheid betrifft eine kantonale Baubewilligung. Er erging einerseits gestützt auf das kantonale und kommunale Bau-, Planungs- und Umweltschutzrecht und andererseits in Anwendung der Umweltschutzgesetzgebung des Bundes. 2.2.1 Soweit die Beschwerdeführer die Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde bejahen, indem sie Art. 3 Abs. 3 lit b RPG als verletzt rügen, kann ihnen nicht gefolgt werden. Die Verletzung des Raumplanungsgesetzes ist abgesehen von den hier nicht zutreffenden Ausnahmen, die in Art 34 Abs. 1 RPG genannt werden, gemäss Art. 34 Abs. 3 RPG grundsätzlich mit staatsrechtlicher Beschwerde geltend zu machen. Immerhin können die in Art. 3 RPG enthaltenen Planungsgrundsätze etwa als Auslegungshilfe bei der Anwendung umweltschutzrechtlicher Normen beigezogen werden. Selbständige Grundlage zur Erhebung einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde können sie jedoch nicht bilden. 2.2.2 Die Beschwerdeführer stützen ihre Verwaltungsgerichtsbeschwerde ferner auf die Rüge der Verletzung der Standortplanungspflicht im Sinne von Art. 31 ff. USG i.V.m. Art. 17 TVA. Das Kantonsgericht hat zu dieser Frage einen Grundsatzentscheid gefällt, welcher nach der Praxis des Bundesgerichts als Teilentscheid in gleicher Weise wie ein Endentscheid mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde angefochten werden kann (BGE 130 II 321 E. 1 S. 324; 120 Ib 97 E. 1b S. 99 je mit Hinweisen). Die Beschwerdeführer sind Adressaten des angefochtenen Urteils und, soweit sie Nachbarn der Baugrundstücke sind, vom umstrittenen Vorhaben mehr als die Allgemeinheit betroffen und somit zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert (Art. 103 lit. a OG). 2.2.3 Die Gemeinde Reigoldswil ist als Standortgemeinde der umstrittenen Anlage gestützt auf Art. 57 USG i.V.m. Art. 103 lit. c OG zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert. Sie wird durch den angefochtenen Entscheid als Trägerin der kommunalen Raumplanung in ihren hoheitlichen Befugnissen und Aufgaben berührt und erhebt die Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Interesse des Schutzes der Bevölkerung vor gesundheitsschädigendem Lärm. Auch Gesichtspunkte des Lastwagenverkehrs, des Landschaftsschutzes und der Planungsautonomie werden ins Feld geführt. Dadurch hat die Gemeinde ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der Baubewilligung. Sie ist demzufolge gestützt auf Art. 57 USG in Verbindung mit Art. 103 lit. c OG zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert (BGE 124 II 293 E. 3b S. 304; 119 Ib 389 E. 2e S. 391). 2.2.4 Unter dem Titel "staatsrechtliche Rügen" machen die Beschwerdeführer eine Verletzung von § 27 des Umweltschutzgesetzes Basel-Landschaft (USG BL) geltend. Danach darf die Baubewilligung für eine Abfallanlage nur erteilt werden, wenn in der Region ein Bedürfnis für die Anlage besteht. Diese kantonalrechtliche Vorschrift des Umweltschutzrechts steht in einem derart engen Sachzusammenhang zu den in den Art. 31 ff. USG und 15 ff. TVA enthaltenen Vorschriften, dass deren Einhaltung im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu prüfen ist. 2.2.5 Die übrigen formellen Voraussetzungen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind erfüllt und geben zu keinen weiteren Erörterungen Anlass.