Citation: 2A.148/2006 06.04.2006 E. 2

2.1 Nach Art. 9 Abs. 4 lit. a des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG; SR 142.20) kann eine Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat. Der Widerruf setzt voraus, dass der Betroffene wissentlich falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat, in der Absicht, gestützt darauf den Aufenthalt oder die Niederlassung bewilligt zu erhalten (Urteil 2A.551/2003 vom 21. November 2003 E. 2; BGE 112 Ib 473 E. 3b S. 475 f.). Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der Ausländer verpflichtet, der Behörde über alles, was für den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann, wahrheitsgetreu Auskunft zu geben. Wesentlich sind dabei nicht nur Umstände, nach denen die Fremdenpolizei ausdrücklich fragt, sondern auch solche, von denen der Gesuchsteller wissen muss, dass sie für den Bewilligungsentscheid relevant sind (Urteile 2A.374/ 2001 vom 10. Januar 2002 E. 3 und 2A.366/1999 vom 16. März 2000 E. 3a, mit weiteren Hinweisen). Dazu gehören etwa die Absicht der Nichtfortsetzung der bisherigen bzw. der Begründung einer neuen Ehe (vgl. letzterwähntes Urteil E. 3c) oder die Tatsache, dass der Betroffene aussereheliche Kinder hat (Urteil 2A.511/2001 vom 10. Juni 2002 E. 3.3-3.5, veröffentlicht in: Pra 2002 Nr. 163; Urteil 2A.432/2002 vom 5. Februar 2003, E. 3.4.3 in fine). Im Übrigen ist nicht erforderlich, dass die Bewilligung bei richtigen und vollständigen Angaben notwendigerweise zu verweigern gewesen wäre (Urteil 2A.551/2003 vom 21. November 2003 E. 2.1, mit Hinweisen). 2.2 Das Verwaltungsgericht geht in seinem Urteil von der dargestellten Rechtsprechung aus und hat diese im konkreten Fall korrekt angewandt. Während der Beschwerdeführer mit einer Schweizer Bürgerin verheiratet war, pflegte er eine Beziehung zu seiner heutigen Ehefrau und zeugte mit dieser ein Kind. Anlässlich der Erteilung der Niederlassungsbewilligung hat er die Existenz des Sohnes bewusst verschwiegen. Schon ein Hinweis auf das während der Ehe mit der schweizerischen Ehefrau geborene Kind hätte die Fremdenpolizeibehörde zu Fragen über die Beziehung des Beschwerdeführers zu dessen Mutter veranlasst. Die pflichtgemässe Offenlegung der effektiven familiären Verhältnisse wäre der Erteilung der Niederlassungsbewilligung zweifellos entgegengestanden. Die Ausführungen des Beschwerdeführers, er habe nur einen einmaligen sexuellen Kontakt zu seiner heutigen Ehefrau gepflegt und habe sie später "unter Druck" geheiratet, sind völlig unglaubwürdig, wenn nicht gar widersprüchlich. Wenn die Familie der serbischen Freundin im Jahre 2003 in der Lage war, auf ihn Druck im Hinblick auf eine Heirat auszuüben, so muss einerseits ein längerer und relativ enger Kontakt zur serbischen Freundin (und ihrer Familie) bestanden haben und andererseits die serbische Freundin stark in ihre Familie eingebunden gewesen sein. Das schliesst jedoch aus, dass sie mit dem Beschwerdeführer Ende 2000 völlig unverbindlich einen "einmaligen sexuellen Kontakt" gehabt und dabei den Sohn gezeugt hat. Vielmehr muss der Beschwerdeführer schon damals mit ihr eine enge Beziehung gepflegt haben, die er in der Folge weitergeführt hat. Sonst hätte er sie aus den Augen verloren oder jedenfalls nicht sofort nach der Scheidung "unter Druck" geheiratet. Das Verwaltungsgericht hat somit den rechtserheblichen Sachverhalt keineswegs offensichtlich unrichtig oder unvollständig festgestellt. Es durfte im Übrigen ohne weiteres in antizipierter Beweiswürdigung auf die Befragung der ehemaligen schweizerischen Ehefrau verzichten. Der Beschwerdeführer hat demnach seine Informationspflicht gegenüber den fremdenpolizeilichen Behörden verletzt und die Niederlassungsbewilligung durch planmässige Vorkehren und wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen. Die Voraussetzungen für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung gemäss Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG sind folglich erfüllt. 2.3 Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich im vorliegenden Fall auch als verhältnismässig. Der Beschwerdeführer ist im ehemaligen Jugoslawien aufgewachsen und im Alter von fast 20 Jahren in die Schweiz eingereist. Offenbar hat er sich hier beruflich gut eingelebt und zu keinen Klagen Anlass gegeben. Seine Integration hält sich aber im Rahmen des Normalen. Zu berücksichtigen ist zudem, dass dem Beschwerdeführer der Aufenthalt in der Schweiz nur zum Zusammenleben mit seiner schweizerischen Ehefrau gestattet worden ist. Es hat sich aber herausgestellt, dass er mit dieser weniger als ein Jahr zusammen gelebt und die Behörden bei Nachfragen mit Ausreden und der angeblichen Absicht baldiger Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft so lange hingehalten hat, bis die erforderliche Zeit zur Erlangung der Niederlassungsbewilligung verstrichen war. Ins Gewicht fällt sodann, dass seine heutige Ehefrau sowie das gemeinsame Kind im Heimatland leben und dass der Beschwerdeführer mit den dortigen kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten nach wie vor bestens vertraut ist. Hinweise darauf, dass die dieser Würdigung zugrunde liegenden Feststellungen offensichtlich unrichtig wären, sind nicht ersichtlich und gehen namentlich auch nicht aus den Vorbringen des Beschwerdeführers hervor. Dem Beschwerdeführer ist daher zuzumuten, in sein Heimatland zurückzukehren. Unter diesen Umständen fällt der Nachzug der Familie ausser Betracht. Von einer Verletzung von Treu und Glauben kann nicht die Rede sein.