Citation: 6B_1354/2017 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie erwägt, der Beschwerdeführer könne sich nicht auf den Rechtfertigungsgrund der Wahrung berechtigter Interessen berufen. Er macht nicht geltend, es habe entgegen der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung eine unmittelbar konkrete Gefahr für die Gesundheit des Patienten bestanden. Er behauptet auch nicht, seine Tat wiege offenkundig weniger schwer als das Interesse seines Patienten, dessen Krankheit weder gegenüber dem Personal der Arztpraxis noch demjenigen einer Apotheke zu offenbaren oder sein Eintreffen abzuwarten. Ärzte und Apotheker sowie deren Hilfspersonen sind, u.a. gestützt auf Art. 321 StGB unter Strafandrohung, zur Geheimhaltung verpflichtet. Gegenüber diesen Personen eine Krankheit offenbaren zu müssen, liegt zudem in der Natur der Sache. Vor diesem Hintergrund kann die Vorinstanz einen Arzneimittelbezug über das Praxispersonal oder eine Apotheke ohne Weiteres als zumutbar erachten. Dass bei der erfolgten Methode der Arzneimittelübergabe lediglich der Beschwerdeführer und keine der Praxisangestellten über die Krankheit des Patienten informiert waren oder dies zumindest leicht möglich gewesen wäre, ist ohnehin nicht ersichtlich. Es ist auch nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz ein Abwarten des Eintreffens des Beschwerdeführers oder den diskreten Arzneimittelbezug nach telefonischer Anmeldung über eine Apotheke als für den Patienten zumutbar erachtet. Auch ein Ferienbeginn ist offensichtlich nicht höher zu gewichten als solche Möglichkeiten sorgfältiger Arzneimittelabgaben.