Citation: 6B_445/2009 06.10.2009 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer rügt mit Bezug auf die an B.________ begangenen Handlungen, sein unterschiedliches Erinnerungsvermögen spreche entgegen der Auffassung der Vorinstanz für die Glaubhaftigkeit seiner Aussage. Er habe solche Fesselspiele im Sommer 2005 und Frühjahr 2006 mit rund 100 Frauen durchgeführt. Hingegen seien ihre Aussagen nicht glaubhaft. Sie könne sich nicht mehr erinnern, ob er ihr das Entgelt für die sexuellen Handlungen bezahlt habe. Aus seiner Sicht enthielten ihre Aussagen keine Realkennzeichen. Sie habe noch vor der Polizei erzählt, sie habe nicht den Hintern wegdrehen, sondern sich auf den Rücken drehen wollen. Wenn sie sich gewehrt habe, wie sie behaupte, hätte dies zu Verletzungen führen müssen. Dies sei nicht der Fall. Ebenso hätte sie vor der Knebelung um Hilfe rufen können. Sie habe in der polizeilichen Einvernahme auch keine Augenbinde erwähnt. Ihre Kernaussagen seien entgegen den Ausführungen der ersten Instanz nicht deckungsgleich. Es sei nicht möglich, dass sie einen Preis von Fr. 400.-- für Oral- und Geschlechtsverkehr abgemacht hätten. Dies sei viel zu hoch. 3.2 Die Vorinstanz stellt fest, B.________ sei am 28. August 2005 vom Beschwerdeführer auf dem Zürcher Strassenstrich angesprochen worden. Sie hätten sich an den Wohnort des Beschwerdeführers zur Vornahme sexueller Handlungen begeben. B.________ habe auf einer vorgängigen Zahlung bestanden, ohne welche sie nicht zu sexuellen Handlungen bereit gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe ihr das Entgelt nicht vorgängig bezahlt. Er habe sie auf das Bett geschubst und sie entgegen der getroffenen Abrede an Händen und Füssen gefesselt, geknebelt und ihr die Augen verbunden. Am Hals habe er keine Fessel angebracht (angefochtenes Urteil S. 11 Fn 20). Aus seiner Angabe, sie werde absolut wehrlos sein, habe sie nicht auf die praktizierten Fesselungen und das Verbinden der Augen schliessen müssen. Entgegen der Abrede habe er analen Geschlechtsverkehr vollzogen. Sie habe versucht, mit dem Hintern auszuweichen, als er sich angeschickt habe, anal einzudringen. Dies sei aufgrund der Fesselung und Knebelung die einzige Art gewesen, das fehlende Einverständnis auszudrücken. Die Schilderung des Opfers sei glaubhaft und enthalte Realkennzeichen (Gesichtsausdruck des Beschwerdeführers beim vorgängigen Verlangen des Dirnenlohnes, Versuch mit dem Hintern auszuweichen, auf das Bett schubsen). Das Opfer habe sich eine solche Geschichte aufgrund seines drogenbedingten schlechten Gesundheitszustandes nicht ausdenken können. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien hingegen nicht glaubhaft. Er möge sich nicht mehr erinnern, welche konkreten sexuellen Handlungen er mit seinem Opfer vorgenommen habe, wolle aber gleichzeitig sicher wissen, dass dieses das Entgelt nicht vorab verlangt habe (angefochtenes Urteil S. 6 f., 10 f., 13 f., S. 18). Die Vorinstanz verweist auf die erstinstanzlichen Erwägungen (angefochtenes Urteil S. 18). Danach hat der Beschwerdeführer das Opfer nach den abredewidrigen sexuellen Handlungen in den frühen Morgenstunden im Raum der Autobahnausfahrt Oberwinterthur stehen lassen, worauf es umgehend Anzeige erstattete. Das Fehlen von Verletzungsmalen führe nicht zur Unglaubhaftigkeit der Aussagen. Die Anwendung körperlicher Gewalt müsse nicht zwingend zu sichtbaren Verletzungen führen. Es sei verständlich, dass viele Opfer im Falle eines Angriffs auf ein persönliches Rechtsgut überrumpelt seien, nicht besonnen reagierten und z.B. nicht um Hilfe schrieen. Die Aussagen des Opfers seien jedenfalls im Kerngehalt deckungsgleich. Geringfügige Unterschiede liessen sich dadurch erklären, dass zwischen den Aussagen bei der Polizei und dem Untersuchungsrichter rund ein Jahr verstrichen sei. Auffällig sei die Parallelität der beiden Fälle A.________ und B.________, obwohl sich die zwei Opfer nachweislich nicht gekannt hätten. Der Vorfall mit B.________ habe sich nur einen Monat nach dem Vorfall mit dem Opfer A.________ ereignet. Es gebe keine Zweifel an der Richtigkeit der Darstellung der beiden Opfer (erstinstanzliches Urteil S. 28 ff.). 3.3 Die Würdigung, welche aufgrund des unterschiedlichen Erinnerungsvermögens des Beschwerdeführers auf die fehlende Glaubhaftigkeit seiner Aussagen in Bezug auf den Vorfall mit B.________ schliesst, ist nachvollziehbar, zumal dies nicht die einzigen Anhaltspunkte für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Opfers sind. Nicht gefolgt werden kann der Argumentation des Beschwerdeführers, die Aussagen von B.________ enthielten keine Realkennzeichen. Das Verlangen des Entgelts in nacktem Zustand, die Reaktion des Beschwerdeführers (er habe sie "huere komisch agluegt") sowie der Versuch, sich auf irgend eine Art wegzudrehen, um den Geschlechtsverkehr zu verhindern, sind nicht alltägliche Handlungsabläufe. Sie lassen auf tatsächlich Erlebtes schliessen. Im Weiteren stammt die Frage, ob der Beschwerdeführer allenfalls das Geld sichtbar deponiert habe, nicht von B.________ sondern vom Untersuchungsbeamten. Ihre Antwort auf diese Frage, sie wisse es nicht, lassen entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers die von der Vorinstanz festgestellten Tatsachen nicht als schlicht unvertretbar erscheinen.