Citation: 2E_3/2022 E. 7.4

7.4. Gründe dafür, dass der Bundesrat diesen Spielraum generell überschritten habe oder von der bisherigen Rechtsprechung zur Gefährdung der öffentlichen Gesundheit abzuweichen sei, vermögen die Kläger mit ihren Vorbringen nicht aufzuzeigen. Die klägerische Kritik, der Bundesrat habe zu Unrecht auf Fallzahlen abgestellt, überzeugt insofern nicht, als dass positive Testungen immerhin ein Indikator sein können, indem sich daraus die zu erwartenden Todesfälle sowie die symptomatisch verlaufenen Fälle und Hospitalisationen ungefähr abschätzen lassen (vgl. BGE 147 I 450 E. 3.3.4). Das Bundesgericht erwog ferner, dass entscheidend wäre, wie hoch die Übersterblichkeit oder die Spitalauslastung ohne die getroffenen Massnahmen gewesen wäre (vgl. BGE 147 I 450 E. 3.3.4). Ein solcher hypothetischer Nachweis kann nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit erbracht werden und kann deshalb auch nicht als Voraussetzung für behördliches Eingreifen verlangt werden kann. Es muss ausreichen, dass eine hinreichende Plausibilität für eine solche Wirksamkeit besteht (BGE 147 I 340 E. 3.3.4). Zu diesem hypothetischen Nachweis äussern sich die Kläger nicht näher.