Citation: 8C_609/2020 E. 3.4

3.4. Zunächst ist festzuhalten, dass sich das kantonale Gericht an die publizierte Rechtsprechung gehalten hat. Es hat insbesondere nicht übersehen, dass sich die Schwere des Unfalls aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelten Kräften bestimmt, wobei demgegenüber die Folgen des Ereignisses oder Begleitumstände, die diesem nicht direkt zugeordnet werden können, nicht zu berücksichtigen sind (vgl. zum Beispiel Urteil U 2/07 vom 19. November 2007 E. 5.3.1). Die Beschwerdeführerin legt nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, inwieweit von unfallanalytischen oder biomechanischen Analysen zusätzliche Erkenntnisse zur Beurteilung der Unfallschwere (vgl. dazu etwa RKUV 2003 Nr. U 389 S. 459, U 193/01 E. 3.2) zu erwarten wären. Sodann zeigt die vom kantonalen Gericht zitierte Kasuistik, dass den versicherten Personen stets in Berufen Finger abgetrennt oder verstümmelt worden waren, die ein hohes Risiko für Unfälle der vorliegenden Art bargen. Sämtliche versicherten Personen mussten zusehen, wie ihre Finger gequetscht und abgetrennt wurden. Daher ist grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn die Vorinstanz der Anzahl der amputierten Finger beziehungsweise deren verbliebener Funktionsfähigkeit bei der Beurteilung der Schwere des erlittenen Unfalls Gewicht beigemessen hat, um daraus Rückschlüsse auf die Unfallschwere zu ziehen. Die zitierte Kasuistik zeigt klar, dass hier höchstens ein mittelschweres Ereignis im engeren Sinn vorliegt, wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat. Weiter macht die Beschwerdeführerin wie schon im kantonalen Verfahren einzig geltend, es lägen die Adäquanzkriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles sowie der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen Verletzungen vor, ohne dass eines besonders ausgeprägt sei. Da die Anzahl Kriterien nicht in der erforderlichen Häufung erfüllt sind, hat die Vorinstanz den adäquaten Kausalzusammang zwischen der psychischen Fehlentwicklung (medizinisch nicht objektivierbares Schulter-Arm-Syndrom links) und den erlittenen physischen Verletzungen zu Recht verneint. Die Beschwerde ist abzuweisen.