Citation: 9C_220/2024 E. 5.3

5.3. Eine weitere Rüge erheben die Beschwerdeführer im Zusammenhang mit ihrem bereits vor Vorinstanz vorgebrachten Einwand, eine Unterbesteuerung liege hier schon deshalb nicht vor, weil der Beschwerdeführer die zu seinem Geschäftsvermögen zählende Beteiligung an den Entwicklungsgesellschaften 2010 veräussert und dabei einen steuerbaren Gewinn erzielt habe, wodurch der Steuerausfall in den Vorperioden - wenn auch periodenverschoben - wieder ausgeglichen werde. Die Vorinstanz habe diese Argumentation mit Verweis auf Entscheide des Bundesgerichts abgelehnt, in denen es um nicht deklarierte Umsätze gegangen sei. Hier gehe es indessen um die Bildung stiller Reserven auf der Beteiligung an den Entwicklungsgesellschaften, so dass sich das Heranziehen der Rechtsprechung zu unverbuchten Umsätzen als sachwidrig erweise. Auch dieses Vorbringen ist (offensichtlich) unbegründet. Die Straftatbestände der Steuer- und Bezugsverkürzung schützen den Steueranspruch des Gemeinwesens (BGE 121 II 257 E. 4b). Dieser wird als Folge des deliktischen Verhaltens verletzt, indem dessen finanzielle Ressourcen nicht entsprechend den steuergesetzlichen Normen zunehmen (vgl. Urteil 2C_907/2012 vom 22. Mai 2013 E. 5.3.1 m.H.). Einkommenssteuern sind periodische Steuern, bei denen für jede Periode ein neues Steuerschuldverhältnis begründet wird (Markus Reich, Steuerrecht, 3. Aufl. 2020, § 2 N 49, § 5 N 7). Die Steuer ist nur (aber immer dann) geschuldet, sofern während eines Teils dieser Zeitspanne oder der ganzen Steuerperiode die Voraussetzungen der subjektiven Steuerpflicht erfüllt sind (vgl. Beat König/Christian Maduz, in: Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar StHG, 4. Aufl. 2022, N. 2 vor Art. 15 bis 19 m.H.). Sind Einkommenssteuern mithin für je in sich geschlossene Steuerperioden geschuldet, kommt es bei unzureichender Deklaration in der betroffenen Steuerperiode (begriffsnotwendig) zu einer unzureichenden Zunahme der finanziellen Ressourcen des Gemeinwesens. Vor allem ist daher aber auch die von den Beschwerdeführern der Sache nach verlangte Kompensation einer Unterbesteuerung in einem Jahr durch eine Besteuerung in einem anderen Jahr ausgeschlossen. Dies gilt hier um so mehr, als es entgegen der Darstellung der Beschwerdeführer in den infrage stehenden Steuerjahren gerade nicht um die Bildung von stillen Reserven (als Folge einer Unterbewertung der Beteiligungen an den Entwicklungsgesellschaften), sondern um fiktive Aufwendungen der C.________ (bzw. um nicht geschäftsmässig begründete Abschreibungen auf den Beteiligungen an den Entwicklungsgesellschaften) geht.