Citation: C 355/99 12.02.2001 E. 2

2.- a) Die Kasse wirft der Beschwerdeführerin vor, sie habe sich zu wenig angestrengt, um ihre Arbeitsstelle zu behalten. Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin habe auf Grund ihres Verhaltens bei Einführung der Schichtarbeit im Betrieb der Arbeitgeberin per 1. Januar 1997 für die nachfolgenden Differenzen mit Vorgesetzten und Mitarbeitern und damit die Kündigung einzustehen. Die Beschwerdeführerin stellt den Tatbestand selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV in Abrede. b) Die Beschwerdeführerin arbeitete seit 23. September 1996 als Hilfsarbeiterin in der Auspackerei der R.________ AG, als sie am 14. Oktober 1998 per sofort freigestellt und auf Ende Dezember 1998 entlassen wurde. Die Kündigung des Arbeitsvertrages erfolgte ohne Angabe eines konkreten Grundes (Schreiben vom 14. Oktober 1998). Gegenüber der Arbeitslosenkasse gab die Arbeitgeberin am 6. November 1998 zur Auskunft, die Beendigung des Arbeitsvertrages sei wegen Differenzen mit Mitarbeitern und Vorgesetzten erfolgt. Auf Aufforderung der Kasse (vom 18. Dezember 1998) hin, den Kündigungsgrund näher zu substanziieren, erklärte die R.________ AG - wie bereits am 6. November 1998 - Differenzen mit Vorgesetzten und Mitarbeitern als Motiv für ihr Handeln (Schreiben vom 23. Dezember 1998). Am 25. Februar 1999, mithin nach Erlass der strittigen Einstellungsverfügung vom 15. Februar 1999 und auf erneute - diesmal telefonische Intervention der Kasse hin - begründete die Arbeitgeberin die Kündigung damit, die Einführung des Schichtbetriebes in der Unternehmung per 1. Januar 1997 einerseits und die immer häufigeren krankheitsbedingten Absenzen der Beschwerdeführerin andererseits hätten das Verhältnis der Beschwerdeführerin zu Vorgesetzten und Mitarbeitern massgeblich belastet und letztlich dazu geführt, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich gewesen sei. c) Auf Grund der Akten steht fest und ist zu Recht allseits unbestritten, dass die R.________ AG per 1. Januar 1997 2-Schicht-Betrieb mit wöchentlich alternierenden Arbeitszeiten von 04.00 Uhr - 13.30 Uhr (Morgenschicht) und 13.30 Uhr - 23.00 Uhr (Abendschicht) in ihrer Unternehmung einführte. Die Beschwerdeführerin wehrte sich zugestandenermassen gegen die neuen Arbeitsbedingungen und erreichte, dass sie mit Rücksicht auf ihre besonderen persönlichen Verhältnisse als geschiedene und allein erziehende Mutter zweier kleinerer Kinder (geb. 1988 und 1989) - neben der allgemeinen Morgenschicht - anstelle der regulären Abendschicht jeweils tagsüber, d.h. von 07.00 Uhr - 12.00 Uhr und 13.00 Uhr - 17.00 Uhr, arbeiten konnte. Beschwerdeführerin wie Arbeitgeberin stimmen darin überein, dass ihr Verhältnis durch die entsprechenden Verhandlungen belastet wurde. Mit Blick darauf, dass sich die Parteien des Arbeitsvertrages über die modifizierten Arbeitszeiten verständigen konnten und die Beschwerdeführerin bis zu ihrer Entlassung vom 14. Oktober 1998 - somit rund 22 Monate nach der generellen Einführung der Schichtarbeit - die neuen Arbeitszeiten ohne aktenmässig ausgewiesene Klagen einhielt, ist der Kausalzusammenhang zwischen der das Arbeitsklima belastenden Auseinandersetzung um neue Arbeitszeiten anfangs 1997 und der am 14. Oktober 1998 ausgesprochenen Kündigung durch die Arbeitgeberin fraglich. Wie es sich damit verhält, kann indes offen bleiben, da die per 1. Januar 1997 im Betrieb der Arbeitgeberin generell geltenden Arbeitszeiten (2-Schicht-Betrieb: 04.00 Uhr - 13.30 Uhr und 13.30 Uhr - 23.00 Uhr; wöchentlich wechselnd) der Beschwerdeführerin auf Grund ihrer persönlichen Verhältnisse, namentlich ihrer Betreuungspflichten als allein erziehende Mutter zweier kleinerer Kinder, nicht zumutbar gewesen wären (Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG; ARV 1995 Nr. 13 S. 71 Erw. 3e). Soweit die Geschehnisse um die Anpassung der Arbeitszeit für die Entlassung mittelbar ursächlich waren, vermögen sie demnach keine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu begründen. Krankheitsbedingte Absenzen, welche die Arbeitgeberin als weiteren Grund für das belastete Verhältnis und die deshalb ausgesprochene Kündigung nennt, sind hiefür ebenfalls nicht geeignet. Nach dem Gesagten ist eine vorsätzlich provozierte Entlassung weder erstellt, noch nach Lage der Akten beweisbar, weshalb die Beschwerdeführerin zu Unrecht gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV in ihrer Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist.