Citation: I 160/06 10.05.2006 E. 3

3.1 Der Hinweis auf die zwei gescheiterten Arbeitsversuche im Jahre 1995 ist insofern unbehelflich, als die genauen Gründe hiefür nicht bekannt sind. Abgesehen davon waren es laut Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht nur die physischen Beschwerden, weshalb die Versicherte als angestellte Psychologin nicht zu bestehen vermochte. Als weiterer Grund wird die nicht fachspezifische Berufserfahrung als ursprünglich ausgebildete Krankenschwester genannt. Dieses Argument leuchtet nicht ein. Soweit damit gesagt werden will, die Beschwerdeführerin habe für die fraglichen Stellen noch über zu wenig Erfahrung als Psychologin verfügt, kann daraus jedenfalls nicht gefolgert werden, sie sei mit dem Abschluss am IAP nicht optimal und zweckmässig eingegliedert gewesen. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die Versicherte die Ausbildung zur Naturärztin im Zeitraum 1992 bis 1997 absolvierte. Im angeblich entscheidwesentlichen Zeitraum 1995 mit den zwei gescheiterten Arbeitsversuchen hatte sie somit schon mehr als die Hälfte der Ausbildung hinter sich. Es kann somit entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht die Rede davon sein, die Versicherte habe in Bezug auf die körperliche Belastung entsprechende praktische Erfahrungen sammeln müssen, dass bei der Arbeit als Psychologin die Arbeitsbedingungen nicht so gestaltet werden könnten, wie die Vorinstanz sich das vorstelle. Der Umstand, dass sie nach Abschluss am IAP im Februar 1991, ohne als Psychologin tätig gewesen zu sein, bereits im folgenden Jahr die Ausbildung zur Naturärztin in Angriff nahm, spricht im Übrigen für die Auffassung der Vorinstanz, es habe den persönlichen Wünschen der Beschwerdeführerin mehr entsprochen, als Naturärztin zu praktizieren denn als Psychologin tätig zu sein. 3.2 Dass das Rückenleiden und die allenfalls dadurch eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten nicht der Hauptgrund dafür waren resp. sind, dass die Versicherte ihrer Meinung nach und auch objektiv nicht als Psychologin arbeiten konnte oder könnte, ergibt sich auch aus Folgendem. In der vorinstanzlichen Replik wurden drei Beispiele aus dem Praxisalltag geschildert, welche illustrieren sollten, dass als Naturärztin ohne weiteres die Möglichkeit bestehe, die Arbeit so auszuführen, dass Rückenbeschwerden gar nicht erst auftreten, oder wenn sie auftreten, die Arbeit deswegen nicht unter- oder abgebrochen werden müsse. Im Anschluss daran wurde die Versicherte wie folgt zitiert: «Als 'nur Psychologin' müsste ich lange Gespräche in Kauf nehmen und hätte niemals die Möglichkeit, mir die notwendigen Minuten zur Bewegung heraus zu nehmen. Das abwechslungsreiche Tätigkeitsfeld, das mir jetzt möglich ist, würde mir in der 'nur' psychologischen Tätigkeit, in langen Gesprächs-Therapien und Analysen sehr fehlen. Das heisst, Psychologie allein ist für mich eine nicht ausführbare Arbeit, abgesehen davon, dass sie wegen dem weniger breiten Gebiet auch weniger befriedigend wäre. (...). Ich habe mir mein Arbeitsfeld so aufgebaut, dass es mir die optimalen Möglichkeiten bietet, mich so einzusetzen, dass ich die physischen und psychischen Kräfte und Fähigkeiten je nach Bedarf und nach meinem gesundheitlichen Befinden einsetzen kann. Zwangshaltungen sind auf jeden Fall vermeidbar, es gibt genügend Therapiearten, die mir zur Auswahl stehen! Es wäre mir in meiner gesundheitlichen Situation unmöglich gewesen, mich nur mit psychisch kranken Menschen oder ähnlichen Fällen auseinanderzusetzen. Zudem war ich ja früher Krankenschwester und nicht Psychiatrieschwester.» Aufgrund dieser Aussagen sprechen somit aus Sicht der Beschwerdeführerin vorab zwei Gründe gegen eine Tätigkeit als Psychologin, dass die Arbeit verglichen mit dem Beruf als Naturärztin zu wenig abwechslungsreich sei und sie sich dabei nur mit psychisch kranken Menschen oder ähnlichen Fällen auseinandersetzen müsste. Dass aufgrund des Rückenleidens und wegen der fehlenden Möglichkeit zu wechselbelastenden Arbeiten eine Tätigkeit als Psychologin unzumutbar wäre, lässt sich den zitierten Ausführungen in der Replik hingegen nicht entnehmen. In der Tat ist nicht einsehbar, weshalb es nicht auch im Rahmen einer vorwiegend beraterischen Tätigkeit möglich sein soll, durch geeignete Vorkehren und Verhaltensweisen eine allzu lange sitzende Position zu vermeiden, ohne dass die Qualität der Arbeit darunter litte oder diese unter- oder sogar abgebrochen werden müsste. Diesbezüglicher Abklärungen bedarf es jedenfalls nicht. Bei dieser Sachlage kann sich einzig fragen, ob die Beschwerdeführerin - bei prognostischer Beurteilung im Zeitpunkt der Anmeldung im Januar 1995 (BGE 124 V 111 unten, 98 V 34 f. Erw. 2) - aus psychischen Gründen nicht in der Lage war oder gewesen wäre, als Psychologin im Bereich Diagnose/Beratung zu arbeiten. Solches wird indessen nicht geltend gemacht. 3.3 Aufgrund des Vorstehenden ist eine Tätigkeit als Psychologin im Bereich Diagnose/Beratung grundsätzlich zumutbar oder es ist insofern zumindest von Beweislosigkeit auszugehen, was jedoch im Ergebnis auf das selbe herauskommt (vgl. BGE 117 V 264 Erw. 3b). Da hier die Verdienstmöglichkeiten ebenso gut sind wie im früheren Beruf als Krankenschwester (Erw. 1.3), hat die Beschwerdeführerin bei Beginn der Ausbildung zur Naturärztin und zur Masseurin somit als genügend eingegliedert zu gelten, sodass es an der invaliditätsbedingten Notwendigkeit dieser beruflichen Massnahme fehlt. Der Anspruch auf Umschulung zur Naturärztin und zur Masseurin ist daher zu verneinen, ohne dass Eingliederungswirksamkeit und Verhältnismässigkeit der beruflichen Massnahme (vgl. dazu Ulrich Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 60, und BGE 115 V 198 Erw. 4e/cc) zu prüfen wären. Der angefochtene Entscheid ist somit rechtens.