Citation: 4A_363/2008 14.10.2008 E. B

Nach erfolgloser Sühneverhandlung klagte die Arbeitnehmerin (Klägerin) am 17. November 2006 beim Bezirksgericht Imboden gegen den Arbeitgeber (Beklagter) auf Zahlung von Fr. 24'354.00 nebst Zins zu 5 % seit dem 30. September 2004. Die Klägerin verlangte damit ausstehenden Lohn, insbesondere für von ihr geleistete Sonntagsarbeit. Der Beklagte schloss auf Abweisung der Klage und erhob Widerklage auf Zahlung von Fr. 18'865.00 bzw. später Fr. 7'865.50 zuzüglich 5 % Zins seit 18. Mai 2006. Zur Begründung brachte er namentlich vor, vom Lohn sei der monatliche Mietzins von Fr. 600.-- abzuziehen. Mit Urteil vom 2. Oktober 2007 hiess das Bezirksgericht die Klage im Umfang von Fr. 10'347.30 brutto zuzüglich 5 % Zins seit 30. September gut und wies die Widerklage ab. Dagegen erhob der Beklagte Berufung beim Kantonsgericht Graubünden. Dieses kam - anders als das Bezirksgericht - zum Ergebnis, die Klägerin habe die von ihr geltend gemachten 67 Stunden "Sonntagsarbeit" nicht nachweisen können und habe auch nicht dargetan, dass sie allgemein regelmässig über die ordentliche Arbeitszeit tätig gewesen sei. Damit komme auch eine Schätzung der Überstunden/Sonntagsarbeit in Analogie zu Art. 42 Abs. 2 OR nicht in Frage. Ebenfalls in Abweichung vom erstinstanzlichen Urteil ging das Kantonsgericht davon aus, der Beklagte habe einen Mietvertrag mit der Klägerin nachweisen können. Entsprechend hiess das Kantonsgericht die Berufung mit Urteil vom 5. Mai 2008 teilweise gut, hob den erstinstanzlichen Entscheid auf, hiess die Klage im Umfang von Fr. 2'223.50 netto zuzüglich 5 % Zins seit 30. September 2004 gut und wies sie im Übrigen ab.