Citation: 7B_727/2023 E. A

Am 30. August 2017 brannte eine Hecke auf dem Grundstück von B.________. Mit Strafbefehl vom 21. August 2018 wurde seine Nachbarin, A.________, in diesem Zusammenhang der fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst schuldig gesprochen. Dagegen erhob sie Einsprache. Am 13. März 2019 beantragte A.________ die Verschiebung der auf den 14. März 2019 anberaumten Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Aarau. Sie untermauerte das Verschiebungsgesuch mit einem Arztzeugnis, das ihr für die Zeit vom 12. bis 20. März 2019 Arbeits- und Verhandlungsunfähigkeit bescheinigte. In der Folge wurde der Verhandlungstermin abgesetzt. Da B.________ Zweifel an der Arbeits- und Verhandlungsunfähigkeit von A.________ hatte, beauftragte er seinen Bekannten C.________ damit, mit ihr in ihrer Funktion als Geschäftsstellenleiterin einer Bank einen Kundentermin zu vereinbaren. C.________ gab sich daraufhin als D.________ aus und liess sich unter diesem Namen von A.________ am 14. März 2019 per E-Mail verschiedene entsprechende Terminvorschläge unterbreiten. Am 24. März 2019 um 21.32 Uhr sandte B.________ A.________ eine E-Mail mit folgendem Inhalt: "Sehr geehrte Frau A.________ Sie haben alles mögliche versucht, um uns den von Ihnen angerichteten Schaden über CHF 31'000.00 vom 30. August 2017 nicht zu bezahlen. Nun haben Sie sich eine neue Strategie ausgesucht, um weitere Verzögerungen zu veranlassen. Wie Sie ja bestens wissen, haben Sie sich kurz vor der Gerichtsverhandlung vom 13.3.2019 - 20.03.2019 100% krank gemeldet. Komischerweise, waren Sie genau während dieser Zeit an Ihrer Arbeitsstelle. Dass ich im Besitz des Beweises bin, wissen Sie in der Zwischenzeit ja bestens. Nun versuchen Sie, die Person die Ihr Mail am 14. März 2019 bekommen hat, zu terrorisieren und zu drohen. Es gibt nichts mehr zu drohen, und schon gar nicht jemanden zu terrorisieren. Sollten Sie dies nicht per sofort einstellen, werde ich dafür Sorgen, dass Sie Ihren Job bei der E.________ AG verlieren. Ich werde diese Angelegenheit direkt dem CEO der E.________ zustellen." Eine Kopie dieser E-Mail schickte er auch an seinen Anwalt.