Citation: U 46/02 15.09.2003 E. 4

4.1 Der Versicherte erlitt am 22. Januar 2000 eine Commotio cerebri, als er, in knieender/gebückter Stellung von einem gefrorenen Erdklumpen am Hinterkopf getroffen, mit der Stirn links an einem Stein aufschlug. In der Folge klagte er über immer wieder starke Kopfschmerzen (Bericht Dr. med. U.________ vom 2. März 1999) sowie Schmerzen im Bereich der Hals-Wirbelsäule, Schwindel, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit (Bericht Frau Dr. med. B.________ vom 7. April 1999). Später traten auch Schmerzen im Nacken- und Schulter- sowie im lumbalen Rückenbereich auf (Berichte Rehabilitationsklinik Z.________ vom 22. November 1999 und Kreisarzt Dr. med. W.________ vom 3. April 2000 sowie Gutachten Dr. med. M.________ vom 3. November 2000). Unter einer Commotio cerebri ist medizinisch eine traumatisch bedingte, reversible Schädigung des Gehirns im Sinne einer Funktionsstörung ohne morphologisch fassbares Substrat zu verstehen. Sie wird zu den leichten Schädelhirntraumen gezählt (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 259. Aufl., S. 310). Im Weitern entsprechen die nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden teilweise dem bunten Symptomenkomplex, wie er häufig bei Schädel-Hirntraumen zu beobachten ist (vgl. BGE 117 V 382 Erw. 4b). Die Befunde sind oft negativ, die festgestellten Funktionsausfälle auch mittels apparativer Untersuchungsmethoden organisch nicht nachweisbar (BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa und 379 Erw. 3e; vgl. auch Dilling/Mombour/Schmidt/Schulte-Markwort, Internationale Klassifikation psychischer Störungen [ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien], 4. Aufl., S. 84 f.). 4.2 Im Lichte des Vorstehenden kann entgegen dem kantonalen Gericht der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 22. Januar 1999 und den nach dem 31. Dezember 2000 (Zeitpunkt der verfügten Leistungseinstellung) geklagten Beschwerden nicht ohne weiteres verneint werden. Ebenso lässt sich auf Grund der Akten nicht rechtsgenüglich ausschliessen, dass der Versicherte ein Schädel-Hirntrauma im unfallversicherungsrechtlichen Sinne erlitt. Diese Annahme muss nach der Rechtsprechung durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein (vgl. BGE 119 V 340 Erw. 2b/aa). Soweit Dr. med. M.________ sich in seinem Gutachten vom 3. November 2000 zur natürlichen Kausalitätsfrage äussert, ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass er im Rahmen der IV-Abklärung diesbezüglich keine Feststellungen zu treffen hatte. Ob die nach dem 1. Januar 2001 geklagten Beschwerden natürlich kausale Folge des Unfalles vom 22. Januar 1999 sind, kann aus den nachstehenden Gründen offen bleiben.