Citation: 2C_1147/2018 E. 3.2.2

3.2.2. Eine von Amtes wegen zu prüfende Rechtsfrage des Bundesgesetzesrechts stellt hingegen die internationale Steuerausscheidung dar. Hier scheinen die Steuerpflichtigen zu übersehen, dass die ausländische Liegenschaft zwar dem Geschäftsvermögen angehört ("Geschäftsliegenschaft"), dass dies mit dem Vermögen der GmbH aber nichts zu tun hat. Die angeblich fehlende "Trennung zur Steuererklärung privat und geschäftlich" ist von vornherein unbegründet. Sodann geben die kantonalen Ausführungen zur internationalen Steuerausscheidung die Rechtslage treffend wieder (vorne E. 1.2). Unilateral gilt hinsichtlich ausländischer Grundstücke die Freistellungsmethode mit Progressionsvorbehalt (Art. 3 Abs. 1, Art. 6 Abs. 1, Art. 6 Abs. 3 Sätze 1, 3 und 4, Art. 7 Abs. 1 DBG). Grundstückerträge und Gewinnungskostenüberschüsse werden demnach objektmässig dem betreffenden Steuerdomizil zugewiesen ("Belegenheitsprinzip"). Schulden und Schuldzinsen sind alsdann proportional - nach Lage aller (Brutto-) Aktiven des Privat- und Geschäftsvermögens - zu verlegen. Einen etwaigen Auslandsverlust, gehe dieser auf einen grundstückbezogenen Schuldzinsenüberschuss ( excédent d'intêrets passifs; BGE 140 II 141 E. 4 S. 147) oder einen auf einem Grundstück entstehenden Gewinnungskostenüberschuss ( excédent de charges; BGE 140 II 157 E. 7.6.2 S. 165) zurück, hat die Schweiz bei Ermittlung des steuerbaren Einkommens nicht zu übernehmen. Beachtlich ist er ausschliesslich bei Ermittlung des Steuersatzes (Art. 6 Abs. 3 Satz 3 DBG; zum Ganzen: Urteil 2C_891/2018 vom 30. Oktober 2018 E. 3.2.2). Das unilaterale Recht steht in Einklang mit dem Musterabkommen der OECD (OECD-MA) und der ständigen Abkommenspraxis der Schweiz (zum DBA CH-FR: Urteil 2C_891/2018 vom 30. Oktober 2018 E. 3.2.3; zum DBA CH-DE: Urteile 2C_404/2017 vom 10. Mai 2017 E. 3.3.2; 2C_698/2015 / 2C_699/2015 vom 29. August 2016 E. 3.2.2).