Citation: 1B_149/2022 E. 1.5

1.5. Nach der bundesgerichtlichen Praxis trifft den Inhaber von zu Durchsuchungszwecken sichergestellten Aufzeichnungen und Gegenständen, der ein Siegelungsbegehren gestellt hat, spätestens im Entsiegelungsverfahren vor dem ZMG die prozessuale Obliegenheit, die von ihm angerufenen Geheimhaltungsinteressen (im Sinne von Art. 248 Abs. 1 StPO) ausreichend zu substanziieren. Dies gilt besonders bei grossen Datenmengen. Kommt die betroffene Person ihrer Mitwirkungs- und Substanziierungsobliegenheit im Entsiegelungsverfahren nicht nach, ist das ZMG nicht gehalten, von Amtes wegen nach allfälligen materiellen Durchsuchungshindernissen zu forschen. Tangierte Geheimnisinteressen sind wenigstens kurz zu umschreiben und glaubhaft zu machen. Auch sind diejenigen Aufzeichnungen und Dateien zu benennen, die dem Geheimnisschutz unterliegen. Dabei ist die betroffene Person nicht gehalten, die angerufenen Geheimnisrechte bereits inhaltlich offenzulegen (BGE 142 IV 207 E. 7.1.5, E. 11; 141 IV 77 E. 4.3, E. 5.5.3, E. 5.6; je mit Hinweisen; Urteil 1B_28/2021 vom 4. November 2021 E. 1.3). Nach dieser Rechtsprechung hat der Inhaber von gesiegelten Aufzeichnungen und Gegenständen spätestens im Entsiegelungsverfahren vor dem ZMG seine angeblichen schutzwürdigen Geheimnisinteressen hinreichend zu substanziieren. Dieser Pflicht kam der Beschwerdeführer einzig in Bezug auf Teile der sichergestellten physischen Dokumente nach, die einen vom Arztgeheimnis erfassten Inhalt aufweisen. Insoweit wurde das Entsiegelungsgesuch der Staatsanwaltschaft vom ZMG auch abgewiesen und droht folglich kein irreparabler Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG. Abgesehen davon kam der Beschwerdeführer seinen Substanziierungsobliegenheiten in seinen fünf Stellungnahmen an das ZMG nicht nach. Vielmehr unterliess er es, allfällige weitere Geheimnisrechte auch nur in den Grundzügen zu benennen, obwohl ihm das ZMG Akteinsicht gewährte und ihm der Inhalt der gesiegelten Datenträger in gespiegelter Form zur Verfügung gestellt wurde. Die einzigen Hinweise auf mögliche tangierte Geheimnisinteressen finden sich in den Stellungnahmen des Beschwerdeführers an das ZMG vom 18. März 2021 sowie 2. Dezember 2021, in welchen er darauf hinweist, dass sich in den sichergestellten physischen Unterlagen Geschäftsinterna der von ihm geführten B.________ AG sowie der C.________ GmbH befänden. In Bezug auf die elektronischen Daten fehlen konkrete Hinweise auf allfällig tangierte Geheimnisinteressen gänzlich. Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, genügen derart pauschale und vage Vorbringen der dargelegten bundesgerichtlichen Praxis im Zusammenhang mit der Mitwirkungs- und Substanziierungsobliegenheit im Entsiegelungsverfahren nicht; gerade nicht bei relativ umfangreichen elektronischen Aufzeichnungen und Dateien.