Citation: 9C_853/2014 E. 3.1.1

3.1.1. Ob sich die Expertise mit ersterem Bericht, welcher Bestandteil der Vorakten war, in hinreichender Weise auseinandergesetzt hat, beschlägt die Frage nach der Beachtung der bundesrechtlichen Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten, die als Rechtsfrage frei zu prüfen ist (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; Urteil I 974/06 vom 20. Juli 2007 E. 4.1). Was die von den verschiedenen Fachpersonen gestellten, zum Te il divergierenden psychiatrischen Diagnosen betrifft, hat der Psychiater des Zentrums B.________ nachvollziehbar und einleuchtend aufgezeigt, trotz weitgehender Übereinstimmung der aktenmässig erwähnten und den im Rahmen der Begutachtung - mittelseingehenden Gesprächen an verschiedenen Tagen - erhobenen Befunden gestalte sich eine eindeutige Diagnosestellung sehr schwierig. Der Beschwerdeführer zeige ein vielfältiges Bild, dessen Symptome mit verschiedenen psychischen Diagnosen vereinbar wären, letztlich aber diagnostisch nicht ganz klar erschienen. Deshalb könne er sich nicht auf eine einzige psychiatrische Diagnose festlegen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liege aber eine seit Jahren andauernde psychische Störung vor, wobei es sich am ehesten um eine kombinierte Persönlichkeitsstörung und um einen Zustand nach posttraumatischer Belastungsstörung mit residuellen dissoziativen Zuständen handle. Angesichts dieser transparent kommunizierten diagnostischen Unsicherheiten bzw. Grenzen der Diagnosestellung, welche für den Beweiswert dieser Expertise spricht ( SUSANNE BOLLINGER, Der Beweiswert psychiatrischer Gutachten in der Invalidenversicherung, Jusletter vom 31. Januar 2011, Rz. 24 mit Hinweisen), erübrigte sich eine weitergehende Auseinandersetzung mit den von Dr. med. E.________ gestellten Diagnosen. Einzig was die Frage der IV-Stelle zur kritischen Würdigung vor allem von Diskrepanzen in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist die Ausführung des Gutachters angesichts der von Dr. med. E.________ attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten unzureichend ausgefallen. Dieser Mangel wird in conreto aber dadurch geheilt, dass sich die Diskrepanz mit Blick auf das psychiatrische Teilgutachten und den Bericht des behandelnden Psychiaters ohne Weiteres auflöst: Diese gründet nämlich darin, dass der Gutachter - anders als Dr. med. E.________ - auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt Bezug genommen hat, welcher auch Stellen offenhält, die den Defiziten des Beschwerdeführers (u.a. mangelnde Stressresistenz) Rechnung tragen. Folglich zu Recht hat das kantonale Gericht dem polydisziplinären Gutachten vom 2. April 2012 vollen Beweiswert zuerkannt.