Citation: I 297/00 01.02.2002 E. 2

2.- a) Nach dem Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik X.________ vom 23. Mai 1996 leidet der Beschwerdeführer nebst den Unfallfolgen an vorbestehenden lumbalen Beschwerden. Die angestammte Tätigkeit auf dem Bau könne nicht mehr ausgeführt werden. Beruflich werde sich der Versicherte in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt der Gemeinde nach einer körperlich leichten Arbeit mit Wechselbelastung Stehen/Gehen umsehen müssen. Im Abschlussbericht über die beruflichen Abklärungen kommt die nämliche Klinik im Bericht vom 29. Mai 1996 zur Schlussfolgerung, aus medizinischer Sicht könne der Beschwerdeführer die zuletzt ausgeführte Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter nicht mehr ausüben. Ausserdem könne er infolge der unfallfremden Rückenbeschwerden keine schweren Gewichte heben oder tragen. Es sei eine Berufsumstellung angezeigt. Zu empfehlen sei eine leichte, industrielle ganztägige Arbeit, z.B. eine Tätigkeit als Stanzer, Bohrer, Maschinenüberwacher oder in einer Flaschenwiederverwertungsfirma, wie die Firma A.________ AG (Flaschen von einem Sammelbehälter beidhändig herausnehmen und auf ein Förderband stellen) usw. , bei der er abwechslungsweise sitzend oder stehend arbeiten könnte. Von einer Umschulung sei infolge der gezeigten Leistungsbereitschaft abzuraten. Eine Wiedereingliederung in der freien Wirtschaft sei unter den momentanen Umständen (der Beschwerdeführer sei mit einem Gehstock in die Berufsabklärung gekommen und fühle sich arbeitsunfähig) als nicht möglich. Er sei einem Arbeitgeber nicht zuzumuten. Die Rheumapoliklinik des Spitals Y.________ diagnostiziert im Gutachten vom 14. Februar 1997 ein lumbospondylogenes Syndrom rechts bei Wirbelsäulenfehlform, Haltungsinsuffizienz und muskulärer Dysbalance, degenerativen LWS-Veränderungen und Calcaneodynie rechts mehr als links bei Status nach Calcaneustrümmerfraktur rechts sowie lateraler Malleolarfraktur Typ A links sowie Status nach Tarsaltunneloperation rechts. Während der Untersuchung habe der Beschwerdeführer zwar einen leidenden Eindruck gemacht, jedoch bestehe kein depressives Zustandsbild, sodass ein psychiatrisches Teilgutachten nicht notwendig sei. Zurzeit sei der Beschwerdeführer in der Tätigkeit als Bauarbeiter dauernd zu 100 % arbeitsunfähig. Für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit (sitzende und stehende Arbeiten) mit Einschränkung für das repetitive Lastenheben über 10 kg sowie längeres Arbeiten in gebückter Körperposition sei der Beschwerdeführer jedoch zurzeit 50 % arbeitsfähig. b) Gestützt auf diese beiden medizinischen Gutachten und dem beruflichen Abklärungsbericht ist mit dem kantonalen Gericht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit (sitzende und stehende Arbeiten) mit Einschränkung für das repetitive Lastenheben über 10 kg sowie längeres Arbeiten in gebückter Körperposition im massgebenden Zeitpunkt der Verwaltungsverfügung (16. /23. Januar 1998) zu 50 % arbeitsfähig ist. Daran ändert die anderslautende Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit durch den Hausarzt Dr. med. L.________ im Bericht vom 29. Dezember 1997 nichts. Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass derselbe Arzt im Bericht vom 8. März 1996 an die IV-Stelle Hilfsberufe mit zeitweise sitzender Position, ohne Heben von schweren Lasten ab sofort zu wahrscheinlich 100 % zumutbar hielt. Auch die weiteren Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde führen zu keinem andern Ergebnis. Zumindest mit dem Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik X.________ vom 23. Mai 1996 liegt auch eine Stellungnahme aus orthopädischer Sicht vor. Sodann beruht das Gutachten der Rheumaklinik des Spitals Y.________ vom 14. Februar 1997 u.a. auf einer Abklärung des Wirbelsäulen-, Gelenk- und Neurostatus. Beide begutachtenden Stellen berücksichtigten ferner bei ihrer Beurteilung bereits vorhanden gewesene neurologische Abklärungen durch das Spital Z.________. Zu einer psychiatrischen Abklärung besteht schliesslich kein Anlass, nachdem weder der Hausarzt Dr. med. L.________ (Berichte vom 29. Dezember 1997 und 8. März 1996) noch die Ärzte und Berufsberater der Rehabilitationsklinik X.________, wo sich der Beschwerdeführer vom 24. April bis 17. Mai 1996 zur Abklärung aufgehalten hatte, psychische Auffälligkeiten oder ein depressives Zustandsbild erwähnt oder beschrieben haben. Auch die Gutachter der Rheumapoliklinik des Spitals Y.________ kommen zum Schluss, der Beschwerdeführer mache zwar einen leidenden Eindruck, jedoch bestehe kein depressives Zustandsbild. Zusätzlicher Abklärungen in medizinischer Hinsicht bedarf es daher nicht, zumal auch die formellen Einwände des Beschwerdeführers gegen das Gutachten der Rheumapoliklinik des Spitals Y.________ vom 14. Februar 1997 unbegründet sind. Die IV-Stelle hat dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 16. Juli 1996 die Notwendigkeit einer ambulanten medizinischen Abklärung in der Rheumapoliklinik mitgeteilt. In der Folge hat der Beschwerdeführer, nachdem ihm Einsicht in das Gutachten gewährt worden war, im Vorbescheidverfahren keine formellen Einwendungen erhoben. Unter diesen Umständen liegt, wenn überhaupt (vgl. AHI 1998 S. 125), höchstens eine leichte Verletzung der bei der Bestellung von Gutachten zu beachtenden Gehörs- und Mitwirkungsrechte vor. Zu Recht hat daher das kantonale Gericht eine Heilungsmöglichkeit im nachfolgenden Beschwerdeverfahren bejaht (vgl. BGE 120 V 363 Erw. 2b). Unbegründet ist auch der erstmals in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen einen der beiden Gutachter der Rheumapoliklinik des Spitals Y.________ geltend gemachte Ablehnungsgrund, wonach sich eine unglückliche Konstellation ergeben habe, weil der Beschwerdeführer selber Kosovo-Albaner sei und Dr. P.________ mutmasslich serbischer oder kroatischer Provenienz sei. Abgesehen davon, dass der Einwand zu wenig substanziiert und in den vorinstanzlichen Verfahren ebenfalls nicht erhoben worden und damit verspätet ist (AHI 2001 S. 116 mit Hinweisen), hat das Eidgenössische Versicherungsgericht bereits wiederholt festgehalten, dass der Umstand allein, dass ein Gutachter einer andern Ethnie aus dem ehemaligen Jugoslawien angehöre als der Versicherte, nicht für eine Befangenheit ausreicht (AHI 2001 S. 116).