Citation: U 405/00 11.12.2001 E. 4

4.- Wenn der SUVA-Arzt Dr. R.________ im Bericht vom 5. Januar 1998 der Meinung ist, es sei dem Beschwerdeführer auch nach der Nichteignungsverfügung zumutbar, seiner früheren Nebenbeschäftigung als Reiniger nachzugehen, sofern sich diese auf das Staubsaugen und Leeren der Papierkörbe beschränken würde, so ist dieser Meinung insoweit zu folgen, als sie die Aussage enthält, der Versicherte dürfe vom gesundheitlichen Standpunkt aus ohne Bedenken Staubsaugen und Papierkörbe leeren. Ob damit dem Beschwerdeführer die weitere Erfüllung seiner vertraglichen Pflichten beim Saubermachen, wozu eben auch die Nassreinigung gehört, zumutbar ist, ist eine Frage der Rechtsanwendung und daher vom Gericht zu beantworten. a) Dem Beschwerdeführer - und allenfalls ihm zur Hand gehenden Dritten - war, wie erwähnt, ein bestimmtes Objekt zur Reinigung zugewiesen. Nachdem es von einem Mann allein, dem Vertragspartner, sauber gemacht werden kann, liegen kleinräumige Verhältnisse vor. Teilen sich zwei Personen diese Tätigkeit, so arbeiten sie eng zusammen. Ohne Tragen von Lasten, vor allem von Reinigungsflüssigkeiten, wird nicht auszukommen sein. Die von der Vorinstanz ihrer Entscheidung zu Grunde gelegte Arbeitsteilung, wonach die Nassarbeiten ausschliesslich von der Ehefrau und die übrigen Tätigkeiten vom Beschwerdeführer verrichtet werden, trägt den tatsächlichen Verhältnissen und den Anfälligkeiten des Beschwerdeführers auf aggressive Reizstoffe zu wenig Rechnung. Wenn er Gefässe mit Flüssigkeit trägt oder sich in unmittelbarer Nähe davon befindet, wenn seine Ehegattin sich damit bedient, riskiert er, Flüssigkeitsspritzer auf die Haut zu bekommen. Mit Gummihandschuhen kann er sich wegen der krank machenden Additive im Kautschuk nicht schützen. Es muss auch damit gerechnet werden, dass ein Gefäss mit Flüssigkeit umkippt und die auslaufende Flüssigkeit den Versicherten trifft. Dieser muss sich ferner zwischen Büromöbeln bewegen, die feucht abgewischt werden. Die erzwungene Arbeitsteilung kann sich auch als unrationell auswirken. Die Aschenbecher, die er leert, sind, wenn die Annahme zutrifft, dass sie feucht zu reinigen sind, von der Ehefrau fertig sauber zu machen. Die Nassreinigung, welche nur die Ehefrau besorgen darf, weist sodann nicht die gleiche Arbeitsintensität auf wie die übrige Arbeit. Dauert sie länger, ist der Beschwerdeführer gezwungen, untätig zu warten, bis die Ehegattin die Nassreinigung beendet hat. b) Der Beschwerdeführer ist gegenüber der Firma vertraglich verantwortlich, dass das Objekt an jedem Werktag sauber geputzt wird. Fällt die Ehegattin bei der Mitarbeit aus, kann er seiner vertraglichen Verpflichtung nicht nachkommen, da er die Nassreinigung nicht vornehmen darf, womit er die Vertragsauflösung riskiert. Er kann nicht, wie es bei grösseren Reinigungsequipen in Grossgebäuden möglich ist, auf andere Mitglieder der Gruppe zurückgreifen. c) Aus all diesen Gründen ist dem Beschwerdeführer die Fortführung seiner Tätigkeit in der Gebäudereinigung nicht zumutbar. Die Entschädigung aus dieser Verpflichtung ist deshalb zum versicherten Verdienst hinzuzuzählen. Bei diesem Ergebnis ist auf die weiteren Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, insbesondere die formellen Einwände, nicht einzugehen.