Citation: 1P.488/2004 07.01.2005 E. 4

4.1 Das Obergericht erachtete es aufgrund der Aussagen der verschiedenen Zeugen als erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer ersten Phase von der rechten auf die linke Fahrspur unmittelbar vor das Fahrzeug des Zeugen A.________ hinüber gewechselt habe, sodass dieser bremsen musste. Anschliessend, in einer zweiten Phase, habe der Beschwerdeführer zurück auf die rechte Seite gewechselt, sei an den Zeugen B.________ und C.________ rechts vorbei gefahren, um erneut auf die Überholspur zu wechseln und zwar dermassen knapp vor das Fahrzeug des Zeugen B.________, dass dieser habe bremsen müssen. 4.2 Dieses Beweisergebnis beruht auf den Aussagen der Zeugen A.________, B.________ und C.________. 4.2.1 Der Zeuge A.________ sagte bei der Polizei sinngemäss aus, der Beschwerdeführer sei rechts an ihm vorbei gefahren. Der Beschwerdeführer habe den kurzen Abstand zwischen ihm und dem Fahrzeug auf der Normalspur ausgenützt, um auf den linken Fahrstreifen zu wechseln und zwar so, dass er, A.________, unfreiwillig und heftig habe bremsen müssen. Etwa 2-3 km später habe der Beschwerdeführer einen Zwischenraum zwischen zwei auf der rechten Seite fahrenden Autos ausgenützt, sei nach rechts gefahren, habe zwei Autos auf der Überholspur überholt und abermals nach links gedrängt. Dabei habe er das vordere der beiden Autos zu einem unfreiwilligen Bremsen gezwungen. Er, A.________, habe sich die Kontrollschilder der beteiligten Fahrzeuge notiert. An der Hauptverhandlung vor dem Gerichtspräsidenten des Gerichtskreises IV Aarwangen-Wangen schilderte der Zeuge, dass sich der Beschwerdeführer ihm von hinten genähert habe, alsdann an ihm vorbei gefahren und nur wenige Meter vor ihm auf die Überholspur gezogen sei, so dass er "ziemlich gewaltig" auf die Bremse habe stehen müssen. Er habe gemerkt, dass die Fahrzeuge hinter ihm auch gebremst hätten. Etwas weiter vorne, bei der ersten möglichen Gelegenheit, habe der Beschwerdeführer wieder auf die Normalspur gewechselt, sei rechts an zwei Autos vorbei gefahren, um dann erneut auf die Überholspur zu wechseln. Er habe auch bei diesem Manöver abbremsen müssen, wie die beiden Fahrzeuge vor ihm. 4.2.2 Der Zeuge B.________ gab bei der polizeilichen Befragung sinngemäss zu Protokoll, er sei auf der Überholspur rechts von einem grauen Mercedes überholt worden, der sich so kurz vor ihm wieder in die linke Fahrspur gedrängt habe, dass er zu einem unfreiwilligen Bremsmanöver gezwungen worden sei. Nur auf diese Weise habe er einen Zusammenstoss verhindern können. Vor dem Gerichtspräsidenten sagte er aus, er sei gerade am Überholen eines Lastwagens gewesen, als ihm ein Mercedes quasi direkt vor das Auto gefahren sei. Er habe abbremsen müssen, damit sich der Mercedes vor ihm eindrängen konnte und damit der nötige Abstand wieder eingehalten gewesen sei. Er sei erschrocken über dieses Manöver. Die Autos hinter ihm hätten einen gewissen Abstand eingehalten. Er habe nicht festgestellt, ob diese auch hätten bremsen müssen. Später habe ihn der Zeuge A.________ angerufen. 4.2.3 An der Befragung der Polizei erinnerte sich der Zeuge C.________ an das Rechtsüberholen eines Fahrzeuges mit anschliessendem unvorsichtigen Fahrstreifenwechsel, was den Lieferwagen vor ihm zum Bremsen gezwungen habe. Er bestätigte vor dem Gerichtspräsidenten, dass ihn ein graues Fahrzeug rechts überholt und dann wieder auf die Überholspur gewechselt habe. Er habe gemerkt, dass das vor ihm fahrende Auto wegen des Spurwechsels habe bremsen müssen. Er selber habe die Bremse sicher angetippt. 4.3 Der Beschwerdeführer zieht die Glaubwürdigkeit des Zeugen A.________ in Zweifel. Es sei nicht klar, wie der Zeuge beobachtet haben könne, dass die Fahrzeuge hinter ihm ebenfalls hätten bremsen müssen. Wenn er den Zeugen B.________ kontaktieren konnte, hätte er auch mit den Fahrern der Fahrzeuge auf der Normalspur sowie hinter ihm Kontakt aufnehmen können. Bezüglich des Rechtsüberholens macht er namentlich geltend, zwischen dem Wechsel auf die Normalspur bzw. wieder zurück auf die Überholspur sei eine beträchtliche örtliche und zeitliche Distanz gelegen. Das Vorbeifahren sei nicht "in einem Zuge" erfolgt. Es könne daher nicht von einem Rechtsüberholen gesprochen werden. Im Zusammenhang mit dem Spurwechsel vor das Fahrzeug B.________ sieht der Beschwerdeführer Unstimmigkeiten in den Aussagen der Zeugen. So sei widersprüchlich, wie viele Fahrzeuge hätten abbremsen müssen und wie stark. Der Zeuge C.________ habe die Situation bei weitem nicht so dramatisch erlebt wie die Zeugen A.________ und B.________.