Citation: 7B_751/2024 E. 3.2

3.2. Vorliegend rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz, weil diese ihm keine Nachfrist zur Einreichung einer hinreichend begründeten Beschwerde eingeräumt habe. Dieses Vorbringen geht ins Leere. Die vorinstanzliche Würdigung steht im Einklang mit der zu Art. 385 Abs. 2 StPO ergangenen bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Diese Bestimmung verschafft dem Beschwerdeführer entgegen ihrem Wortlaut keinen Anspruch auf eine Nachfrist. Denn dies führte zu einer Umgehung von Art. 89 Abs. 1 StPO, wonach gesetzliche Fristen nicht erstreckt werden können. Die Ansetzung einer Nachfrist hat lediglich bei Versehen oder einem unverschuldeten Hindernis sowie dann zu erfolgen, wenn ein Nichteintreten auf die Beschwerde mangels Begründung einem überspitzten Formalismus gleichkommen würde (Urteile 6B_319/2021 vom 15. Juli 2021 E. 7; 6B_182/2020 vom 6. Januar 2021 E. 2.5 f.; 6B_1273/2019 vom 11. März 2020 E. 2.4.4; je mit Hinweisen). Bei Laienbeschwerden stellt die Rechtsprechung weniger strenge Anforderungen an die Einräumung einer Nachfrist (vgl. Urteile 6B_182/2020 vom 6. Januar 2021 E. 2.5; 6B_721/2018 vom 19. November 2018 E. 2.1). Ein Verstoss gegen das Verbot des überspitzten Formalismus ist vorliegend nicht ersichtlich. Von einem komplexen Verfahren kann keine Rede sein, zumal die massgebliche Erwägung in der angefochtenen Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 29. Juni 2021 eine gute Textseite umfasste und die Verfügung insgesamt lediglich einen geringen Umfang aufwies. Der Beschwerdeführer verfügt zudem, wie sich in der Prozessgeschichte zeigt, über eine gewisse Vorerfahrung in der Beschwerdeführung. Seine Beschwerde an die Vorinstanz beschränkte sich auf zwei Sätze: "Gegen die Verfügung vom 21.05.2024, welche ich am 23.05.2024 erhalten habe, erhebe ich hiermit Einspruch. Die Verfügung ist aufzuheben und die Strafverfolgung aufzunehmen." Damit fehlte es der Beschwerde selbst an einer rudimentärsten Begründung. Sie enthält ferner keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer in Aussicht stellen wollte, eine Begründung nachzureichen und um die Ansetzung einer entsprechenden Nachfrist ersuchte - etwa weil sein Rechtsvertreter im Urlaub verweile, wie er nunmehr im bundesgerichtlichen Verfahren vorbringt. Der Beschwerdeführer stand in einem Prozessrechtsverhältnis zur Staatsanwaltschaft. Die Begründung eines solchen verpflichtet die Parteien, sich nach Treu und Glauben zu verhalten und unter anderem dafür zu sorgen, dass ihnen behördliche Akten zugestellt werden können, welche das Verfahren betreffen (BGE 146 IV 30 E. 1.1.2; 141 II 429 E. 3.1; 138 III 225 E. 3.1). Das Prozessrechtsverhältnis hat der Beschwerdeführer mit seinem - zu einem von ihm frei gewählten Zeitpunkt eingereichten - Wiedererwägungsgesuch selbst begründet. Es ist nicht ersichtlich, weshalb dem Beschwerdeführer vor diesem Hintergrund das Erstellen einer den Anforderungen des Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO genügenden Beschwerdeschrift innert der zur Verfügung stehenden 10-tägigen Frist objektiv nicht hätte möglich sein sollen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Damit liegt keine Verletzung von Verfahrensrechten vor, deren Missachtung einer formellen Rechtsverweigerung gleichkommen würde.