Citation: 6B_835/2010 16.11.2010 E. 5.3

5.3.1 Gemäss den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz befand sich die Fussgängerin zeitlich vor dem Fahrzeug des Beschwerdeführers auf dem Fussgängerstreifen. Diesen hatte sie nicht überraschend betreten. Die Kollision zwischen ihr und dem Fahrzeug des Beschwerdeführers fand auf dem dritten Querstreifen statt. Der Beschwerdeführer fuhr mit einer stark reduzierten Geschwindigkeit. Die Vorinstanz geht unter diesen Umständen mit Recht davon aus, dass die Fussgängerin vortrittsberechtigt war und keine Situation im Sinne von Art. 47 Abs. 2 Satz 2 VRV vorlag, wonach die Fussgängerin vom Vortrittsrecht keinen Gebrauch hätte machen dürfen. Der Hinweis des Beschwerdeführers auf den Vertrauensgrundsatz ist unbehelflich, weil sich die Fussgängerin regelkonform verhielt und vortrittsberechtigt war. Indem der Beschwerdeführer seiner Haltepflicht am Fussgängerstreifen nicht nachgekommen ist, hat er die Verkehrsregeln gemäss Art. 33 Abs. 2 SVG und Art. 6 Abs. 1 VRV verletzt. Daran ändert nichts, dass er fahrtüchtig war und seine Geschwindigkeit den schwierigen Strassen- und Sichtverhältnissen angepasst hatte. 5.3.2 In subjektiver Hinsicht verneint die Vorinstanz - unter Verweis auf die Erwägungen der ersten Instanz - ein rücksichtsloses bzw. schwerwiegend regelwidriges Verhalten des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG. Diese zutreffende Schlussfolgerung stützt sie insbesondere auf den Willen des Beschwerdeführers vorsichtig zu fahren, sein Verhalten nach der Kollision und seine reduzierte Geschwindigkeit (angefochtenes Urteil S. 8). Inwiefern die Fahrtüchtigkeit des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der Missachtung des Vortritts gegenüber Fussgängern auf dem Fussgängerstreifen massgebend sein könnte, ist nicht ersichtlich. 5.3.3 Der Schuldspruch des Obergerichts ist nicht zu beanstanden.