Citation: 1P.370/2005 07.09.2005 E. 2

2.1 Zur Anfechtung der Einstellung eines Strafverfahrens in materieller Hinsicht fehlt dem Geschädigten die Legitimation zur staatsrechtlichen Beschwerde gemäss Art. 88 OG (vgl. BGE 128 I 218 E.1.1 S. 219). Es wird nicht geltend gemacht und ist nicht ersichtlich, dass dem Beschwerdeführer Opferstellung im Sinne des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG, SR 312.5) zukommt und er insoweit im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren zu materiellrechtlichen Rügen legitimiert wäre (vgl. BGE 128 I 218 E. 1.1 S. 220). Was der Beschwerdeführer gegen die ständige Legitimationspraxis des Bundesgerichts vorbringt, ist nicht geeignet, diese in Frage zu stellen. Demnach ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit mit ihr eine willkürliche Würdigung der Beweise, die Abweisung von Beweisanträgen wegen Unerheblichkeit oder aufgrund vorweggenommener Beweiswürdigung und eine willkürliche Feststellung des Sachverhalts gerügt wird (vgl. BGE 120 Ia 157 E. 2a/bb S. 160). 2.2 Unbekümmert um die fehlende Legitimation in der Sache selbst ist der Geschädigte daher lediglich befugt, die Verletzung von Verfahrensrechten geltend zu machen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt (vgl. BGE 129 II 297 E. 2.2.2 S. 301, 128 I 218 E. 1.1 S. 220). Insoweit kann die Verletzung von Parteirechten und des rechtlichen Gehörs gerügt werden, wie sie von der Strafprozessordnung des Kantons Graubünden (StPO) oder nach Art. 29 Abs. 2 BV gewährt werden. In dieser Hinsicht macht der Beschwerdeführer geltend, dass sich die Einstellungsverfügung des Untersuchungsrichters u.a. auch auf Art. 98 Abs. 1 StPO stützte, was eine Schlussverfügung nach Art. 97 StPO voraussetze und ihm nach Art. 97 Abs. 2 StPO Anspruch einräume, Anträge auf Ergänzung der Untersuchung zu stellen. Eine solche Möglichkeit sei ihm indessen verweigert worden. Nachdem das Verfahren durch den Untersuchungsrichter nach Art. 82 StPO mit Genehmigung des Staatsanwaltes eingestellt wurde, kann der Beschwerdeführer aus dem wohl versehentlichen Hinweis darin auf Art. 98 Abs. 1 StPO keine weiteren Parteirechte ableiten. Wie es sich damit verhält, kann jedoch offen bleiben. Der Beschwerdeführer hatte die vor Bundesgericht vorgebrachte Rüge der Verweigerung des rechtlichen Gehörs in seiner Beschwerde an die Beschwerdekammer nicht erhoben. Damit hat er den kantonalen Instanzenzug gemäss Art. 86 Abs. 1 OG nicht erschöpft, weshalb auf die Rüge nicht eingetreten werden kann. 2.3 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer in formeller Hinsicht, dass sich die Beschwerdekammer mit seinen Rügen und Vorbringen nicht auseinandergesetzt habe. Die Rüge, ein Entscheid sei mangelhaft begründet, setzt indessen die Legitimation in der Sache selbst voraus (vgl. BGE 129 I 217 E. 1.4 S. 222). Da diese vorliegend nicht gegeben ist und der Beschwerdeführer nicht etwa das Fehlen jeglicher Begründung beanstandet, kann auch in diesem Punkte auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.