Citation: 6B_210/2024 E. 1.3.1

1.3.1. Die Vorinstanz führt aus, indem die Verfahrensakten dem Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren weder vor noch nach Ergehen des erstinstanzlichen Beschlusses zur Einsichtnahme zugestellt worden seien und ihm die Verfahrensakten im Rechtsmittelverfahren aufgrund eines Kanzleiversehens zunächst nicht übermittelt worden seien, sei zu prüfen, ob sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt sei. Weiter stellt die Vorinstanz fest, es würden sich keine Aktenstücke in den Verfahrensakten befinden, mit welchen dem Beschwerdeführer die Akteneinsicht definitiv verwehrt worden wäre. Das Strafgericht habe den Antrag des Beschwerdeführers dahingehend aufgefasst, als dass diese lediglich im Hinblick auf ein allenfalls zu eröffnendes Berufungsverfahren begehrt worden sei. Folglich habe die erste Instanz das Akteneinsichtsbegehren bis zum Eingang der Stellungnahme der früheren amtlichen Verteidigerin des Beschwerdeführers zurückgestellt und habe ihren abschlägigen Entscheid gefällt, ohne der neuen Rechtsvertretung des Beschwerdeführers die Akten zuvor zugestellt zu haben. Mit dem angefochtenen Beschluss habe die erste Instanz dem Beschwerdeführer indes Akteneinsicht im Hinblick auf eine allfällige Beschwerdeerhebung an die Rechtsmittelinstanz gewährt, wobei die Verfahrensakten der Rechtsvertreterin aus unbekannten Gründen nicht übersandt worden seien. Die Vorinstanz erwägt, zwar sei das Akteneinsichtsbegehren bei isolierter Betrachtung nicht an die Bedingung eines zu eröffnenden Berufungsverfahrens geknüpft; lese man es jedoch im Gesamtkontext der anderen gestellten Rechtsbegehren sowie der vorgebrachten Begründung, so sei die Auffassung der ersten Instanz nicht zu beanstanden. Der Antrag auf Akteneinsicht sei seitens des Beschwerdeführers nicht hinreichend präzise formuliert gewesen. Weiter führt die Vorinstanz aus, der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wäre es freigestanden, beim Strafgericht nachzufragen, weshalb ihr Akteneinsichtsersuchen ausgestellt worden sei bzw. weshalb ihr die Akten nicht mit dem angefochtenen Beschluss übermittelt worden seien. Dies habe sie nicht getan. Ebenso wenig sei ersichtlich, weshalb dem Beschwerdeführer in analoger Anwendung von Art. 385 Abs. 2 StPO aufgrund mangelnder Aktenkenntnis eine Nachfrist zur ergänzenden Begründung seines Fristwiederherstellungsgesuchs vom 3. September 2023 hätte angesetzt werden müssen. Seine Rechtsvertreterin habe dieses Gesuch bewusst im Wissen darum, dass sie die vollständigen Verfahrensakten nicht kenne, eingereicht. Es wäre ihr indes ohne Weiteres möglich gewesen, ab dem 24. August 2023 - Datum der unterzeichneten Vollmacht - Akteneinsicht beim Strafgericht zu verlangen und ihr Gesuch am 3. September 2023 in voller Kenntnis der Akten einzureichen. Folglich liege weder ein Versehen noch ein unverschuldetes Hindernis i.S.v. Art. 385 Abs. 2 StPO vor, weshalb eine (allenfalls) bewusst mangelhaft abgefasste Gesuchsbegründung eingegeben worden sei. Die Vorinstanz habe dem Beschwerdeführer zu Recht keine Nachfrist angesetzt.