Citation: 1C_147/2021 E. 6.4.2

6.4.2. Die Vorinstanz stützte sich für ihren Entscheid unter anderem auf das wissenschaftliche Update der Swiss National Covid-19 Science Task Force vom 9. Februar 2021 (< https://sciencetaskforce.ch/ >, aufgerufen am 10. Februar 2022). Nachdem die allgemeinen epidemiologischen Parameter (Fallzahlen, Hospitalisationen und Todesfälle) im Herbst 2020 stark angestiegen waren, zeigte die Covid-19-Epidemie gemäss dem Update der Task Force über die ganze Schweiz in der ersten Januarhälfte 2021 einen rückläufigen und in der zweiten Monatshälfte einen stabilen bis leicht rückläufigen Verlauf. Die Task Force wies indessen auf zwei neue in der Schweiz identifizierte Virus-Varianten mit einer höheren Übertragungsrate hin und stellte fest, dass die relative Häufigkeit der Variante B.1.1.7 rasch zunehme. In einer Zusammenfassung hielt die Task Force fest: "In der Schweiz zirkulieren zwei Typen von SARS-CoV-Viren mit gegenläufigen Tendenzen. Die Infektionen mit den bislang dominierenden Typen nehmen ab mit einer Halbwertszeit von etwa 28 Tagen. Im Gegensatz dazu nehmen Ansteckungen mit der ansteckenderen Variante B.1.1.7 zu mit einer Verdopplungszeit von ungefähr 10 Tagen. Sobald der Anteil von Infektionen mit B.1.1.7 eine kritische Grenze überschreitet, erwartete man eine Trendumkehr in der epidemiologischen Entwicklung und ein erneutes Ansteigen der gesamten Ansteckungen. Die Ausbreitung dieser Varianten in der Schweiz birgt also das Risiko, dass Infektionen und damit auch schwere Erkrankungen und Todesfälle erneut ansteigen, und dass die Kontrolle der Epidemie schwieriger wird. Eine weitere schnelle und starke Reduktion der Ansteckungen reduziert die Risiken für die Schweiz. Eine starke Einschränkung der Kontakte und der Mobilität, zusammen mit einer konsequenten Umsetzung der Schutzmassnahmen und breitem Testen und Kontaktverfolgung, verringert die Ansteckungen mit allen SARS-CoV-2 Varianten. Die Aussicht auf eine Verbesserung der Situation durch die Impfung macht das Verhindern von Ansteckungen noch lohnenswerter und kostengünstiger. Die Umsetzung der Schutzmassnahmen durch die Bevölkerung ist einer der zentralen Faktoren für die Kontrolle der Epidemie..." Unter anderem auf Grund der wissenschaftlichen Einschätzung der Task Force musste die Vorinstanz annehmen, dass sich die epidemiologische Lage wegen der neuen Virus-Variante bis zum Zeitpunkt der Landsgemeinde Ende April 2021 wieder verschlechtern könnte.