Citation: 4A_134/2024 E. B

Der Klub leitete bei der FIFA Dispute Resolution Chamber (FIFA-DRC) ein Verfahren gegen den Spieler ein. Mit Entscheid vom 23. Februar 2023 hiess die FIFA-DRC die Klage des Klubs im Umfang von EUR 150'044.-- nebst Zins gut. Im Übrigen wies sie die Klage des Klubs und die Widerklage des Spielers ab. Dagegen erhob der Spieler am 14. April 2023 beim Tribunal Arbitral du Sport (TAS) Berufung. Er beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und der Klub sei zur Zahlung von EUR 296'000.-- nebst Zins für ausstehenden Lohn und zur Rückzahlung der bezahlten Raten von insgesamt EUR 50'000.-- nebst Zins zu verurteilen. Der Klub trug auf Abweisung der Berufung an. Mit Schiedsentscheid vom 26. Januar 2024 hiess der Einzelschiedsrichter des TAS die Berufung des Spielers gut und hob den Entscheid der FIFA-DRC vom 23. Februar 2023 auf. Er verpflichtete den Klub, dem Spieler folgende Beträge zu bezahlen: - EUR 296'000.-- nebst Zins zu 5% p.a. seit 15. Februar 2022 - EUR 20'000.-- nebst Zins zu 5% p.a. seit 3. September 2022 - EUR 20'000.-- nebst Zins zu 5% p.a. seit 7. September 2022 - EUR 10'000.-- nebst Zins zu 5% p.a. seit 10. September 2022 Betreffend die Klage des Klubs kam der Einzelschiedsrichter zum Schluss, der Klub habe - selbst wenn ihm eine Entschädigung wegen vorzeitiger Vertragsauflösung zustehen sollte, was er offen liess - nicht nachgewiesen, dass ihm dadurch ein Schaden von EUR 496'000.-- entstanden sei. Ohnehin sei fraglich, ob der Spieler angesichts der ausstehenden Lohnzahlungen nicht zur vorzeitigen Auflösung berechtigt gewesen sei. In Anbetracht aller Umstände entbehre die Klage des Klubs der Grundlage und sei abzuweisen. Die widerklageweise geltend gemachten Forderungen des Spielers sprach der Einzelschiedsrichter zu mit der Begründung, die Aufhebungsvereinbarung vom 14. Februar 2022 sei wegen Verstosses gegen zwingendes Recht (Art. 341 Abs. 1 OR) nichtig, da sie keine ausgewogenen gegenseitigen Zugeständnisse vorsehe: Während der Spieler auf mehrere Monatslöhne in der Höhe von total EUR 269'000.-- verzichtet und sich darüber hinaus zur Zahlung von EUR 200'000.-- verpflichtet habe, habe der Klub keinen Schaden in der Höhe des geltend gemachten Betrags von EUR 496'000.-- substanziieren können. Es fehle somit an der Reziprozität. Der Einzelschiedsrichter verwarf sodann den Einwand des Klubs, der Spieler handle rechtsmissbräuchlich, indem er sich trotz seiner Zugeständnisse und der Leistung von Teilzahlungen im Nachhinein auf die Nichtigkeit der Vereinbarung berufen habe. Demgemäss erkannte der Einzelschiedsrichter, der Klub müsse dem Spieler zufolge Nichtigkeit der Aufhebungsvereinbarung die ausstehenden Löhne von EUR 296'000.-- entrichten und ihm die geleisteten Teilzahlungen von insgesamt EUR 50'000.-- zurückzahlen, da er insofern ungerechtfertigt bereichert sei.