Citation: 6B_54/2008 09.05.2008 E. 5.4

5.4.1 Die Ab.________ AG schloss mit den Bewohnern des von ihr betriebenen Alters- und Pflegeheims Mietverträge ab, die ausdrücklich das Leisten eines Depots durch die Mieter beinhalteten, oder vorsahen, dass "Wohnrechtsdarlehen" zu leisten seien. Die entrichteten Zahlungen sind als Sicherheiten im Sinne von Art. 257e OR zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer war deshalb verpflichtet, die Gelder bei einer Bank auf einem Sparkonto oder einem Depot, das auf den Namen des Mieters lautet, zu hinterlegen (vgl. Art. 257e Abs. 1 OR). Indem er den Betrag von Fr. 261'488.50 abhob und das Geld in das Klinikprojekt von Y.________ in München investierte, an welchem er in seiner Eigenschaft als Verwaltungsrat der Ea.________ AG ebenfalls beteiligt war, verletzte er seine Werterhaltungspflicht. Er hat mithin ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig verwendet. Der objektive Tatbestand der Veruntreuung ist damit erfüllt, was vom Beschwerdeführer auch nicht explizit bestritten wird. 5.4.2 Der Beschwerdeführer war sich vorliegend seiner Werterhaltungspflicht bewusst. In den allgemeinen Vertragsbedingungen zum Mietvertrag wurde die Ab.________ AG als Vermieterin ausdrücklich dazu verpflichtet, von den Mietern geleistete Sicherheiten bei einer Bank auf einem Sparkonto oder einem Depot, welches auf den Namen des Mieters lautet, anzulegen. Die Ba.________ GmbH als Verkäuferin der Ab.________ AG vertrat die Meinung, dass die von ihr auf das Konto der Ab.________ AG überwiesenen Gelder als Kautionen anzusehen seien und auf einem zweckgebundenen Konto treuhänderisch verwaltet werden müssten (vgl. auch E. 2.3 hiervor). Der Beschwerdeführer bestätigte der Verkäuferin mit Schreiben vom 8. Januar 2003 ausdrücklich, dass das Konto bei der Bank D.________ ausschliesslich für Mieterzahlungen eröffnet worden sei (vgl. angefochtenes Urteil S. 9/10). Der Beschwerdeführer entzog der Ab.________ AG finanzielle Mittel, obwohl er wusste, dass Rangrücktritte erfolgt waren und dass die Gesellschaft Verluste erwirtschaftete. Es hing mithin von der allgemeinen Liquidität der Ab.________ AG ab, ob die Mieter befriedigt werden konnten. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, musste dem Beschwerdeführer daher die Gefahr, dass die Gesellschaft die Sicherheiten allenfalls nicht an die Mieter zurückerstatten konnte, bewusst sein. Es fehlte ihm mithin an der die Strafbarkeit ausschliessenden Ersatzbereitschaft, die nicht nur den entsprechenden Willen beinhaltet, sondern auch eine jederzeitige Ersatzmöglichkeit voraussetzt. Der Beschwerdeführer handelte damit vorsätzlich und, da er die Gelder in das Klinikprojekt von Y.________ in München investierte, an welchem er selber auch beteiligt war, in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht.