Citation: 7B_133/2022 E. 5.3.8

5.3.8. Die anvisierte Handlung der Hilfsperson muss im Zusammenhang mit einer dienstlichen oder geschäftlichen Tätigkeit stehen, die sie für ihren Geschäftsherrn vornimmt, wobei nicht erforderlich ist, dass die Handlung zu ihrem Aufgabenbereich gehört (ANDREOTTI/SETHE, a.a.O., N. 135 zu Art. 4a UWG; MARKUS R. FRICK, a.a.O., N. 59 zu Art. 4a UWG; DANIEL JOSITSCH, a.a.O., S. 836). Schliesslich muss zwischen der Vorteilszuwendung und dem angestrebten pflichtwidrigen oder im Ermessen stehenden Verhalten des Bestochenen ein korruptionstechnisches Austausch- bzw. Äquivalenzverhältnis nach dem Prinzip "do ut des" bestehen respektive angestrebt werden. Es wird nicht verlangt, dass die anvisierte Handlung durch den Bestochenen auch ausgeführt wird. Der in Aussicht gestellte Vorteil muss aber zumindest geeignet sein, ein pflichtwidriges Verhalten zu veranlassen, wobei es genügt, dass der Vorteil zu einer Pflichtverletzung motivieren könnte (ANDREOTTI/SETHE, a.a.O., N. 176 und 178 zu Art. 4a UWG; FERRARI HOFER/VASELLA, a.a.O., N. 6 zu Art. 4a UWG; MARKUS R. FRICK, a.a.O., N. 60 zu Art. 4a UWG; DANIEL JOSITSCH, a.a.O., S. 836; PERRIN/DE PREUX, A.A.O., N. 42 F. ZU ART. 4A UWG; PHILIPPE SPITZ, a.a.O., N. 67 zu Art. 4a UWG; vgl. in diesem Sinne BBl 2004 7012 Ziff. 2.2.4.3; a.M. DIEGO R. GFELLER, a.a.O., S. 151, der den Begriff "Äquivalenzverhältnis" kritisiert und in diesem Zusammenhang den Begriff des Synallagmas befürwortet).