Citation: 8C_548/2020 E. 4.2

4.2. Gemäss BGE 134 V 109 E. 9.3 S. 124 ist bei komplexen Fällen mit andauernden Beschwerden nach einer HWS-Distorsion eine interdisziplinäre Abklärung und Beurteilung durch Fachärzte vorzunehmen. Die Visana hat vor Verfügungserlass überhaupt keine Abklärungen getroffen. Erst auf Einsprache hin legte sie die Akten ihrem beratenden Arzt, Dr. med. C.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, vor, der aufgrund "allgemeiner medizinischer Erfahrung" postulierte, der Status quo sine sei überwiegend wahrscheinlich nach drei, mindestens aber nach 6 Monaten erreicht worden. Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, ist die Beweistauglichkeit solcher "medizinischer Erfahrung" in Schleudertraumafällen zumindest fraglich. Das kantonale Gericht sah trotzdem seinerseits von weiteren Abklärungen ab, da es nach Würdigung der Berichte der behandelnden Ärzte zum Schluss kam, eine Besserung des Beschwerdebildes durch weitere Behandlung sei nicht zu erwarten gewesen.