Citation: 2C_26/2022 E. 3.2.2

3.2.2. Voraussetzung für die Bindungswirkung einer behördlichen Zusicherung (und damit auch eines "Rulings" seitens der Veranlagungsbehörde) ist kumulativ, dass: (1.) die von der Veranlagungsbehörde erteilte Auskunft sich auf eine konkrete, die steuerpflichtige Person berührende Angelegenheit bezieht; (2.) die Behörde, welche die Auskunft gegeben hat, hierfür zuständig war oder die steuerpflichtige Person sie aus zureichenden Gründen für zuständig betrachten durfte; (3.) die steuerpflichtige Person die etwaige Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne Weiteres erkennen konnte; (4.) die steuerpflichtige Person im Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rückgängig zu machende Dispositionen getroffen hat; und (5.) die Rechtslage zwischen der Auskunftserteilung und der Verwirklichung des Sachverhalts keine Änderung erfahren hat (Urteile 2C_974/2019 vom 17. Dezember 2020 E. 9.1; 2C_1116/2018 vom 5. August 2020 E. 4.1; 2C_151/2017 vom 16. Dezember 2019 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 146 II 111; 2C_123/2014 / 2C_124/2014 vom 30. September 2015 E. 7.2; Andreas Auer/Giorgio Malinverni/Michel Hottelier, Droit constitutionnel suisse, Band II: Les droits fondamentaux, 3. Aufl. 2013, N. 1174 ff.).