Citation: 6B_1394/2017 E. 5.1.4

5.1.4. Was die Beschwerdeführerin vorbringt, überzeugt nicht. Will sie das Messer gezielt eingesetzt haben, entfernt sie sich nicht nur ohne Willkür aufzuzeigen vom verbindlichen Sachverhalt der Vorinstanz, wonach die heftige Stichbewegung unkontrolliert während des Handgemenges erfolgte (E. 4.2 hievor). Sondern sie widerspricht auch der eigenen Darstellung im kantonalen Verfahren, sie habe ihre Tochter "blöd preicht". Die Sorgfaltspflichtverletzung der Beschwerdeführerin, die im Rahmen eines dynamischen Geschehens unkontrolliert und wuchtig mit einem derartigen Messer gegen den Oberarm respektive Schulterbereich ihrer Tochter stach und dies auch zu wiederholen versuchte, wiegt zweifelsohne schwer. Stellt die Beschwerdeführerin die Gefahr einer lebensgefährlichen Verletzung in Abrede, kann ihr nicht gefolgt werden. Mit der Vorinstanz ist bei einem anlässlich eines dynamischen Geschehens heftig ausgeführten Messerstich gegen den Oberkörper das Risiko einer lebensgefährlichen Verletzung offensichtlich hoch. Dass bei einem derartigen Messereinsatz, welcher immerhin zu einem Durchstich des Oberarms führte, sich das Risiko nicht verwirklichte und eine schwere Körperverletzung ausblieb, lag nicht in der Hand der Beschwerdeführerin. Darauf konnte sie nicht vertrauen. Eine solche Verletzung liegt damit im allgemein bekannten Rahmen des Kausalverlaufs und ist vom Vorsatz erfasst. Der Beschwerdeführerin war das hohe Risiko einer lebensgefährlichen Verletzung denn auch bekannt und Gegenteiliges legt sie nicht dar. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach es ihr "schlicht egal war, wo und wie sie die Privatklägerin genau treffen würde", sie dies ohnehin nicht habe kontrollieren können und deshalb eine lebensgefährliche Verletzung in Kauf genommen habe, ist angesichts des Tathergangs nicht zu beanstanden. Die Verwirklichung der subjektiven Tatbestandsmässigkeit ist erstellt. Dass die Vorinstanz den bundesrechtlichen Begriff des Eventualvorsatzes verkannt hätte, ist nicht ersichtlich und wird in der Beschwerde auch nicht aufgezeigt. Insgesamt ist der Schluss der Vorinstanz auf eine versuchte eventualvorsätzliche schwere Körperverletzung ohne Weiteres bundesrechtskonform.