Citation: 6B_1326/2023 E. 2.1

2.1. Ferner beanstandet der Beschwerdeführer die Verurteilung wegen Nichtabgabe von Ausweisen. Er rügt eine Verletzung von Art. 85 Abs. 2 StPO und von Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG. Im Wesentlichen macht er geltend, Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG setze die Kenntnisnahme der behördlichen Aufforderung voraus. Er habe die beiden Verfügungen betreffend Entzug des Führerausweises aber nicht erhalten, weshalb er keine Kenntnis davon habe nehmen können. Für die Eröffnung verwaltungsrechtlicher Entscheide sei die Möglichkeit der Kenntnisnahme und damit die Zustellung per A-Post Plus ausreichend. Anders verhalte es sich bei Mitteilungen der Strafbehörden, die nach Art. 85 Abs. 2 StPO durch eingeschriebene Postsendung oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung zuzustellen seien. Strassenverkehrsämter seien zwar keine Strafbehörden. Da an deren Entzugsverfügungen aber strafrechtliche Folgen geknüpft seien, sei Art. 85 Abs. 2 StPO auch dann zu wahren, wenn es sich um eine verwaltungsrechtliche Verfügung handle. Die tatsächliche Kenntnisnahme könne bei einer Zustellung per A-Post Plus nicht nachgewiesen werden. Es sei nicht erwiesen, dass er die Verfügungen zur Kenntnis genommen habe. Soweit die Vorinstanz behaupte, ihm sei mindestens eine der beiden Verfügungen rechtsgenüglich eröffnet worden, verfalle sie in Willkür (Beschwerde S. 3 und S. 9 ff.).