Citation: I 57/05 14.07.2005 E. 2.3

2.3.1 Gegen die Verneinung einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit wendet die Beschwerdeführerin ein, die Vorinstanz habe einseitig auf die abschliessende Stellungnahme der Dres. med. P.________ und W.________, RAD, vom 30. Januar 2004 abgestellt und dem Bericht des seit 14. Oktober 2001 behandelnden, über eine dreijährige Ausbildung Psychosomatik verfügenden Allgemeinpraktikers Dr. med. U.________ vom 13. Juli 2004, worin eine chronifizierte Depression bei massiver Schmerzproblematik ("anhaltende somatoforme Schmerzstörung") diagnostiziert und eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wird, nicht die notwendige Beachtung geschenkt. Als Nicht-Fachärzte seien die Ärzte des RAD nicht dazu berufen, sich abschliessend zu den psychisch bedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit zu äussern; soweit sie die Schlussfolgerungen im IPY-Bericht vom 8. Mai 2003 (keine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen) bestätigen, komme dieser Aussage daher kein Beweiswert zu. Die sich widersprechenden Einschätzungen der Arbeits(un)fähigkeit im IPY-Bericht vom 8. Mai 2003 einerseits und im Bericht des Dr. med. U.________ vom 13. Juli 2004 müssten - angesichts des komplexen Beschwerdebildes, "welches nicht nur auf somatischen, sondern auch psychiatrischen Einschränkungen beruhen dürfte" - durch eine eingehende, interdisziplinäre Abklärung geklärt werden, andernfalls der Untersuchungsgrundsatz verletzt sei. 2.3.2 Soweit die Vorinstanz dem behandelnden Dr. med. U.________ blosses Wohlwollen gegenüber der Versicherten unterstellt und dessen Berichten vom 7. Juli 2003 und vom 13. Juli 2004 die Zuverlässigkeit (und damit Beweistauglichkeit) generell abspricht, kann ihr nicht gefolgt werden. Namentlich ist die Aussage des Dr. med. U.________ vom 13. Juli 2004, die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung habe sich aufgrund der "Anamnese und des klinischen Bildes (...) klar ergeben", nicht von vornherein als unbeachtlich einzustufen. Da jedoch die psychiatrische Diagnosestellung dem Facharzt oder der Fachärztin vorbehalten bleibt, ist der Bericht des Dr. med. U.________ vom 13. Juli 2004 allein nicht geeignet, die Schlussfolgerungen im spezialärztlichen IPY-Bericht vom 8. Mai 2003, wonach eine in der psychischen Symptomatik (Diagnose: leichte depressive Episode) begründete Arbeitsunfähigkeit nicht besteht, umzustossen. Dies gilt umso mehr, als die Abklärung der IPY - wie im betreffenden Bericht ausdrücklich festgehalten - auf Bitte des Hausarztes um "psychiatrische Beurteilung (inkl. AUF) und Therapievorschläge" geschah und daher entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin davon ausgegangen werden kann, dass die IPY-Ärzte ihren Auftrag durchaus umfassend verstanden, mithin die Prüfung des Gesundheitszustands während (immerhin) dreier Abklärungsgespräche (3., 17. April, 7. Mai 2005) und Diagnostik nicht bloss unter einem eingeschränkten, selektiven Blickwinkel erfolgten. 2.3.3 Auch wenn im Lichte der Berichte des Dr. med. U.________ nicht ausgeschlossen ist, dass psychische Faktoren die Schmerzsymptomatik der Versicherten überlagern und mitprägen, erscheint es - unter Berücksichtigung der eigenen Angaben der Beschwerdeführerin - als fraglich, ob ihr Schmerz tatsächlich die für die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gemäss ICD 10: F45.4 notwendige Schwere ("andauernder, schwerer und quälender Schmerz"; vgl. auch BGE 130 V 399 f. Erw. 6.1) erreicht; erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der von Dr. med. U.________ gestellten Diagnose ergeben sich zudem aufgrund der Tatsache, dass die Schmerzen relativ klar körperlich lokalisierbar sind und sich nach Einschätzung der behandelnden Somatiker im Wesentlichen auf das starke Übergewicht mit erhöhter Gelenkbelastung zurückführen, mithin organisch erklären lassen. Ob vor dem geschilderten Hintergrund die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung für den hier massgebenden Beurteilungszeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheids (30. August 2004) fachärtliche Bestätigung findet, bedarf indessen im vorliegenden Fall keiner abschliessenden Klärung. Denn nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz lassen die verfügbaren Akten den Schluss zu, dass selbst die psychiatrisch erhärtete Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nichts an der Ablehnung des Rentengesuchs zu ändern vermöchte (nachfolgende Erwägung 2.4).