Citation: 5A_107/2023 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdegegner führt aus, dass die Vorinstanz die Anrechnung eines 13. Monatslohns nicht nur mit dessen Üblichkeit begründe, sondern auch mit der Berufungsbeilage 18"Lohnabrechnung April 2022 (100 %-Pensum) ". Auf dieser Abrechnung sei Folgendes angegeben: "Pro Monat (13) x = Jahreslohn". Interessant sei, dass die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrer Beschwerde nur ihre nunmehr definitiven Lohnabrechnungen der Monate April 2022 bis Dezember 2022 eingereicht habe, auf welchen jeweils erwähnt sei, der Jahreslohn entspreche dem Monatslohn x 12. Die Beschwerdeführerin habe jedoch bereits in den Monaten Januar bis März 2022 für dieselbe Arbeitgeberin gearbeitet. Die diesbezüglichen Lohnabrechnungen erwähnten einen Jahreslohn auf der Grundlage von 13 Monatslöhnen. Offensichtlich habe die Beschwerdeführerin ihr Einkommen bzw. ihren Arbeitsvertrag im Hinblick auf das Scheidungsverfahren und ihre Unterhaltspflicht "optimiert", als sie gemerkt habe, dass sich ein 13. Monatslohn zu ihren Ungunsten auswirke und es vorteilhafter wäre, eine Gratifikation ausbezahlt zu erhalten. Entsprechend sei davon auszugehen, dass eine solche Gratifikationszahlung erfolgt sei. Interessanterweise habe die Beschwerdeführerin weder im vorliegenden Beschwerdeverfahren noch in einem inzwischen hängigen Verfahren betreffend Schuldneranweisung ihren Lohnausweis 2022 ins Recht gelegt. Die geschilderte "Einkommensoptimierung" sei auch deshalb plausibel, weil es sich beim Geschäftsführer der Arbeitgeberin um den neuen Lebenspartner der Beschwerdeführerin handle. Weiter übersehe die Beschwerdeführerin, dass es nicht relevant sei, welches Einkommen sie erziele, sondern welches Einkommen sie erzielen könnte. Wie sowohl die Vorinstanz als auch das Bezirksgericht richtig festgehalten hätten, sei bei der Beschwerdeführerin von einem zumutbaren Arbeitspensum von 100% auszugehen. Aus diesem Grund sei die Vorinstanz zu Recht von einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 4'560.-- ausgegangen. Die Beschwerdeführerin verfüge über eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und Erfahrung im Treuhand- und Exportwesen sowie als Direktionsassistentin. Daraus resultiere gemäss dem Lohnrechner (2020) Salarium des Bundesamtes für Statistik in der Region Nordwestschweiz ein monatliches Bruttoeinkommen (inkl. 13. Monatslohn) von Fr. 6'479.-- bzw. von Fr. 5'500.-- netto. Auch daraus ergebe sich, dass das von der Vorinstanz angenommene Nettoeinkommen der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden bzw. sogar eher zu tief angesetzt sei.