Citation: 8C_833/2018 E. 4.2.2

4.2.2. Die Parteien sind sich einig, dass mit Blick auf die seither erfolgreich durchgeführte medikamentöse Behandlung der HIV-Infektion aus diesem Beschwerdebild unbestrittenermassen nurmehr eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden kann. Strittig ist jedoch, ob und allenfalls in welchem Ausmass aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht. Die Vorinstanz würdigte die gutachtlichen Feststellungen anhand der Indikatoren nach BGE 141 V 281. Sowohl das asim-Gutachten vom 24. August 2015 als auch die auf Nachfrage der IV-Stelle abgegebene Ergänzung der asim-Expertin Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 1. Dezember 2015 datieren vor den beiden Grundsatzurteilen BGE 143 V 409 und 143 V 418 und befassen sich demnach noch nicht mit den seither in der Regel bei allen psychischen Beschwerden zu beachtenden Standardindikatoren. Dr. med. G.________ kommt zum Ergebnis, der Versicherte sei aufgrund der Persönlichkeitsstörung, insbesondere infolge der gestörten sozialen Funktionsfähigkeit, wie paranoide Verarbeitung von Kränkungen, Einzelgängertum und geringe Frustrationstoleranz für einen Arbeitgeber unzumutbar. Sein Beziehungsnetz begrenze sich auf seine Mutter - andere Vertrauenspersonen habe er nicht. Seine liebsten Aktivitäten seien das Lesen, Kochen und Sporttreiben. Diese Tätigkeiten führe er alleine und ohne Kontakt zu Dritten oder Einbindung in ein soziales Kontaktnetz aus. Seit der von Dr. med. E.________ im Jahr 1994 diagnostizierten Persönlichkeitsstörung sei eine gewisse Verschlechterung eingetreten, da sich mangels psychiatrischer Behandlung in den letzten 21 Jahren die Symptomatik noch weiter habe verfestigen können, was sich eindeutig negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirke und auch die Wiedereingliederung erschwere. Aufgrund der Gesamtheit der Einschränkungen sei der Versicherte nicht vermittelbar.