Citation: 6B_548/2023 E. 2.9.2

2.9.2. Der Aufenthalt des Beschwerdeführers beruht auf dem prozessualen Aufenthaltsrecht während des Asylverfahrens (Art. 42 AsylG). Er verfügt damit nicht über eine Bewilligung, die ihm die Anwesenheit im Land auf eine unbestimmte Zeit ermöglicht, sondern darf sich lediglich wegen seiner Stellung als Asylbewerber zunächst bis zum Abschluss des Asylverfahrens in der Schweiz aufhalten. Damit erscheint fraglich, ob er sich während dieses Schwebezustandes auf das in Art. 8 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Privatlebens berufen kann (vgl. zum Ganzen Urteile 6B_796/2023 vom 20. Juni 2024 E. 4.4.7; 6B_542/2023 vom 15. Februar 2024 E. 2.2.1 m.w.H.). Die Frage kann indes auch vorliegend offenbleiben, da die Vorinstanz hiervon unabhängig das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB zu Recht verneint. Der im Urteilszeitpunkt 26 Jahre alte und mangels gegenteiliger vorinstanzlicher Feststellungen gesunde Beschwerdeführer hat die besonders prägenden Kinder- und Jugendjahre in Afghanistan verbracht und dort die Schule besucht. Im Urteilszeitpunkt hält er sich seit rund sieben Jahren und damit noch nicht lange in der Schweiz auf. Dabei ist ihm zweifelsohne zugute zu halten, dass es ihm seit seiner im Alter von 18 Jahren erfolgten Einreise in die Schweiz gelungen ist, hier eine bewilligte Festanstellung zu finden und freundschaftliche und damit gute soziale Beziehungen zu knüpfen. Der Beschwerdeführer, der überdies gelernt hat, sich in der deutschen Sprache zu verständigen, hat sich damit innert seines rund sieben Jahre dauernden Aufenthalts in der Schweiz zweifelsohne gut integriert. Indes erwägt die Vorinstanz hierzu zu Recht, dass das Ausmass dieser Integration nicht über das hinausgeht, was innert sieben Jahren erwartet werden darf. Damit hält sich der Beschwerdeführer zusammenfassend weder lange in der Schweiz auf, noch kann von besonders intensiven, über eine normale Integration hinausgehenden Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur ausgegangen werden. Mit der Vorinstanz ist im Weiteren davon auszugehen, dass es ihm dank seiner Sprachkenntnisse, seiner Vertrautheit mit der afghanischen Kultur und des Umstandes, dass er guten Kontakt zu dort lebenden Familienangehörigen pflegt, möglich sein wird, sich seinem Heimatland sowohl in sozialer als auch beruflicher Hinsicht wieder einzugliedern. Dass und inwiefern die mit Blick auf die begangene Straftat zu beurteilenden Resozialisierungschancen in seinem Heimaltland ungünstiger wären als in der Schweiz, ist nicht ersichtlich. Insoweit und vorbehältlich der nachfolgenden Ausführungen ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls und damit auch einen Eingriff in das mit Art. 8 Ziff.1 EMRK garantierte Recht auf Privatleben verneint.