Citation: 5P.57/2005 11.04.2005 E. A

B.________ wurde am 30. September 1988 in Deutschland geboren. Ihre Eltern trennten sich, als sie etwa ein Jahr alt war, und liessen sich später scheiden. B.________ und ihr älterer Bruder blieben bei der Mutter, die in die Schweiz zog und sich daselbst wieder verheiratete. Der zweite Ehemann adoptierte die beiden Kinder und brachte selber einen Sohn in die eheliche Gemeinschaft mit. Vom 7. bis zum 12. Altersjahr stand B.________ in Behandlung bei einem Psychologen. Die Invalidenversicherung leistete im Jahre 1996 Kostengutsprache für die Behandlung eines Geburtsgebrechens, das landläufig als "POS" (psychoorganisches Syndrom) bezeichnet wird (vgl. Anhang zur Verordnung über Geburtsgebrechen, SR 831.232.21, Ziff. 404: Kongenitale Hirnstörungen mit vorwiegend psychischen und kognitiven Symptomen bei normaler Intelligenz [kongenitales infantiles Psychosyndrom, kongenitales hirndiffuses psychoorganisches Syndrom, kongenitales hirnlokales Psychosyndrom]). An den jeweiligen Wohnorten ihrer Eltern - Z.________, Y.________, X.________ und zuletzt W.________ - besuchte B.________ die Schule. Nach Abschluss der vierten Realklasse begann sie eine Lehre in einem Zoofachgeschäft, die sie nach einem Monat im September 2004 abbrach. Wegen Konflikten vorab mit ihrem Adoptivvater lief B.________ von zu Hause weg und blieb zeitweise verschwunden.