Citation: 6B_521/2014 E. 1.3.2

1.3.2. Die Vorinstanz hält zunächst fest, aus einem Mangel bei der Beweiserhebung könne nicht ohne Weiteres auf ein Verwertungsverbot geschlossen werden. Es sei eine Abwägung zwischen öffentlichem Interesse an der Wahrheitsfindung und privatem Interesse des Beschuldigten am Schutz seiner Rechtsgüter vorzunehmen. Ausserdem sei zu berücksichtigen, ob das regelwidrig erlangte Beweismittel an sich zulässig und auf gesetzmässigem Weg erreichbar wäre. Im Einzelfall sei überdies zu prüfen, ob die mit der fraglichen Beweisregel geschützten Interessen des Beschuldigten nur mit der Unverwertbarkeit der rechtswidrig erlangten Beweise gewahrt werden könnten (Urteil, S. 11 f.). Auf die Rüge der unterbliebenen Belehrung zu den Straffolgen einer falschen Anschuldigung bzw. Irreführung der Rechtspflege tritt die Vorinstanz anschliessend nicht ein mit der Begründung, diese sei erstmals im Berufungsverfahren erhoben worden und damit verspätet erfolgt. Weiter erwägt sie, im Übrigen werde die Frage, ob es sich bei der Belehrung einer Auskunftsperson um ein Gültigkeitserfordernis oder eine blosse Ordnungsvorschrift handle, in der Literatur nicht einhellig beantwortet. Richtigerweise sei für die Beurteilung auch hier auf den Einzelfall abzustellen, wobei vorliegend dem Umstand, dass der Geschädigte ein persönliches Interesse am Verfahrensausgang habe, im Rahmen der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen sei. Dabei sei festzuhalten, dass seine Aussagen insgesamt glaubhaft erschienen und durch objektive Indizien gestützt würden (Urteil, S. 12 f.).