Citation: 9C_708/2023 E. 3.3

3.3. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, wonach ihr Vertreter sich nicht an die mit ihr getroffene Abmachung gehalten habe, ihre Post unaufgefordert zu fotografieren und ihr per E-Mail zukommen zu lassen, mag zutreffen. Das würde indessen nichts daran ändern, dass die Betroffene das Risiko für die Auswahl eines zuverlässigen Vertreters trägt und sich die Zustellung der Veranlagungsverfügung vom 18. August 2022 anrechnen lassen muss. Sodann beruht die Möglichkeit, einer Behörde eine vorübergehende Abwesenheit mitzuteilen um damit die fristauslösende Zustellung eines Dokuments zu vermeiden, auf dem Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. Art. 5 Abs. 3 BV); von einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit (vgl. Art. 10 Abs. 2 BV) - soweit überhaupt substanziiert gerügt (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG) - kann in diesem Zusammenhang keine Rede sein. Weiter kann die blosse Landesabwesenheit allein, d.h. ohne dass weitere besondere Umstände vorliegen, nicht als Grund für eine Fristwiederherstellung betrachtet werden, würden doch andernfalls die gesetzlichen Vorgaben zu Rechtsmittelfristen weitestgehend ihres Gehalts entleert. Solche besondere Umstände fehlen hier: Dass die Beschwerdeführerin im Sommer 2022 "arbeitstechnisch sehr eingespannt" war und unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen litt, bedeutet nicht, dass sie nicht in der Lage war, eine (zuverlässige) Vertretung zu bestellen. Schliesslich zielt die Berufung auf die Inklusionsinitiative des Vereins für eine inklusive Schweiz schon aus formellen Gründen ins Leere; die Initiative befindet sich in der Phase der Unterschriftensammlung und hat (noch) keinen Eingang in die BV gefunden.