Citation: I 315/00 11.02.2003 E. 4.2

4.2.1 Im ZMB-Gutachten vom 20. August 1998 werden als Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein Lumbovertebralsyndrom bei Diskushernien L4/5 und L5/S1 rechts sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei einfachst strukturierter Persönlichkeit mit bescheidenen intellektuellen Fähigkeiten genannt. Dazu wird beim psychiatrischen Status u.a ausgeführt, der Explorand sei kognitiv auf seine Beschwerden eingeengt, erlebe diese als Kränkung und Entwertung und sei zu einer adäquaten Auseinandersetzung mit seinem Leiden weitgehend unfähig. Das ganze Zustandsbild zeige auch deutlich regressive Momente. Des Weitern stehe der Explorand wahrscheinlich in einer psychosozialen Drucksituation, indem er seit der Niederlegung der Arbeit offenbar unter erheblichen Spannungen mit der Gattin leide. Insgesamt sei die weitere Prognose fraglich, da sich die Schmerzfehlverarbeitung mangels Introspektionsfähigkeit psychotherapeutisch kaum angehen lassen werde. Nach Einschätzung der Ärzte des ZMB besteht für eine körperlich adaptierte Tätigkeit ohne repetitives Lastenheben und körperliche Zwangshaltungen eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Die Einschränkung ergebe sich aus dem psychiatrischen Befund. Der Versicherte sei durch die anhaltende somatoforme Schmerzstörung in seiner Kraftentfaltung, Ausdauer und psychischen Belastbarkeit eingeschränkt. Eine vollständige Invalidisierung sei als kontraproduktiv zu bezeich-nen, da sie ihn in seinen unheilvollen regressiven Tendenzen bloss bestätigen würde. Insgesamt müsse die weitere Prognose bezüglich Arbeitsfähigkeit jedoch als fragwürdig erachtet werden. 4.2.2 Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde besteht kein Anlass für eine vom Gutachten des ZMB vom 20. August 1998 abweichenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Die Expertise genügt den von der Rechtsprechung zum Beweiswert von Arztberichten aufgestellten Kriterien (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis). Wenn die Ärzte des ZMB eine vollständige Invalidisierung als kontraproduktiv erachten, ist diese Aussage im Lichte der ungünstigen Prognose in Bezug auf die weitere Entwicklung des Gesundheitszustandes dahingehend zu verstehen, dass bei zumutbarer Willensanstrengung die trotz der regressiven Tendenzen noch bestehende Arbeitsfähigkeit aus medizinisch-theoretischer Sicht grundsätzlich realisierbar ist (vgl. BGE 127 V 298 Erw. 4c mit Hinweisen). Hinsichtlich der Umsetzbarkeit auf dem noch in Betracht fallenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt trifft zwar zu, dass gemäss Bericht der Berufsberatung der IV-Stelle vom 5. Januar 1999 die Restarbeitsfähigkeit zum heutigen Zeitpunkt nicht ausgewertet werden kann. Die Schwierigkeit oder sogar Unmöglichkeit für den Versicherten, «in der heutigen Arbeitswelt eine Arbeitsstelle zu erlangen», wäre indessen nur von Bedeutung, wenn und soweit hiefür gesundheitliche Gründe verantwortlich gemacht werden könnten. Das ist nicht der Fall. Die von der Berufsberaterin angeführte fehlende Motivation hat unberücksichtigt zu bleiben, da ihr gemäss ZMB-Gutachten vom 20. August 1998 nicht Krankheitswert zukommt. Davon abgesehen wird im Bericht vom 5. Januar 1999 ausdrücklich festgehalten, theoretisch könnte der Versicherte z.B. in einer leichten Kontrollarbeit sinnvoll eingesetzt werden. 4.2.3 In Bezug auf den Einkommensvergleich ist zu Recht unbestritten, dass das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten zu bestimmen ist. In diesem Zusammenhang wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde richtig auf die Gerichtspraxis hingewiesen, wonach ein vergleichsweise tiefer, als Valideneinkommen angenommener tatsächlicher Verdienst vor Eintritt der Invalidität unter Umständen eine entsprechende Reduktion des Invalideneinkommens rechtfertigt (ZAK 1989 S. 456 sowie nicht veröffentlichtes Urteil G. vom 24. September 1999 [I 186/99]; vgl. auch AHI 1999 S. 240 Erw. 3b). Daraus ergibt sich indessen nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers. Wird das Valideneinkommen, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt, auf Fr. 50'816.- gemäss Verfügung vom 11. Juni 1999 festgesetzt, resultiert bei einer zusätzlichen Reduktion des Invalideneinkommens von Fr. 27'312.- um 7 % ([Fr. 54'624.- - Fr. 50'816.-]/Fr. 54'624.- x 100 %) bei im Übrigen unveränderten Bemessungsfaktoren (Erw. 4.1.1) ein Invaliditätsgrad von deutlich weniger als 66 2/3 %. Nichts anderes ergibt sich, wenn die Invaliditätsbemessung bezogen auf den Zeitpunkt des Ablaufs der Wartezeit im Februar 1996 vorgenommen wird. 4.3 Zusammenfassend ist die Herabsetzung der ganzen auf eine halbe Rente ab 1. August 1998 nicht zu beanstanden.