Citation: 1A.186/2005 09.12.2005 E. 5.2

5.2. Es kann offen bleiben, ob Art. 4 IRSG im vorliegenden Fall, in dem die Voraussetzungen der Rechtshilfe im RVAUS umschrieben sind, anwendbar wäre. Denn im ersuchenden Staat geht es um keine Bagatelle. Zwar genügte hier für die Bejahung der beidseitigen Strafbarkeit die Feststellung, dass das den Angeschuldigten vorgeworfene Verhalten nach schweizerischem Recht unter Art. 41 BEHG fiele. Die australischen Behörden ermitteln jedoch nicht ausschliesslich wegen Verletzung der Meldepflicht. Vielmehr werfen sie den Angeschuldigten zusätzlich vor, vor der ASIC falsche Aussagen gemacht zu haben. Im Rechtshilfeersuchen wird sodann dargelegt, an der australischen Börse seien bezüglich der O.________ verdächtige Handelsgeschäfte getätigt worden; diese hätten möglicherweise eine Reihe unterschiedlicher Straftaten umfasst; die australischen Behörden vermuteten, dass allenfalls Widerhandlungen gegen die australischen Börsenregeln und Marktmanipulationen erfolgt seien. Es handelt sich somit um einen grösseren und komplexen Fall.