Citation: 8C_127/2021 E. A

Der 1999 geborene A.________ wurde von seinen Eltern am 24. Oktober 2006 wegen eines ADHS zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung angemeldet. Die IV-Stelle des Kantons Thurgau klärte den medizinischen Sachverhalt ab. Laut Bericht der Dr. med. B.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie vom 29. Dezember 2006 litt der Versicherte an einem Psychoorganischen Syndrom (POS). Mit Verfügung vom 22. Februar 2007 eröffnete die IV-Stelle den Eltern, sie übernehme die Kosten für die Behandlung des Geburtsgebrechens Nr. 404. Am 31. August 2008 sass der Versicherte im Seitenwagen eines Motorrades, das von der Strasse abkam und sich überschlug. Am 24. Januar 2009 meldeten die Eltern den Versicherten wegen der gesundheitlichen Folgen dieses Unfalles zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an. Gemäss Bericht des Rehabilitationszentrums für Kinder und Jugendliche vom 17. Februar 2009 erlitt der Versicherte ein Schädel-Hirn-Trauma mit Visusverlust und weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die IV-Stelle übernahm unter anderem die Kosten für Blindenlangstöcke (Verfügung vom 10. Februar 2009). Wegen der unfallbedingten Verletzungen litt der Versicherte an einer erheblichen Sehbehinderung. Das linke Auge war praktisch erblindet und die Sehfähigkeit des rechten Auges eingeschränkt (Bericht des Spitals X.________ vom 11. März 2009). Ab Juni 2009 besuchte der Versicherte die Schule D.________ und bei Erreichen der Oberstufe die Schule E.________. Während dieser Zeit wurde er von der Organisation F.________ unterstützt. Im März 2016 nahm ihn die Kantonsschule C.________ als Schüler auf. Auf Antrag der Organisation F.________ vom 24. Juni 2016 übernahm die IV-Stelle die Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung an der Kantonsschule C.________ (Verfügung vom 25. November 2016). Im Oktober 2017 trat der Versicherte aus der Kantonsschule C.________ aus und führte die Ausbildung am Gymnasium G.________ fort. Auch dafür übernahm die IV-Stelle die Mehrkosten (inklusive der zusätzlichen Kosten für den Transport; Verfügungen vom 19. und 30. Januar sowie 27. Juli 2018 und vom 22. August 2019). Mit E-Mail vom 15. Mai 2018 ersuchte der Versicherte um Kostenübernahme für einen zusätzlichen individuellen Stützunterricht in den Fächern Französisch und Englisch. Zu diesem Antrag äusserte sich die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 28. Juni 2019 ablehnend. Der Versicherte brachte daraufhin das Gutachten des Prof. Dr. med. H.________, Leitender Arzt Neuro- und Entwicklungspädiatrie, Spital I.________, vom 7. Januar 2019 ins Verfahren ein. Mit Verfügung vom 11. Mai 2020 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf Stützunterricht in den Fächern Französisch und Englisch, weil dazu keine behinderungsbedingte Notwendigkeit bestehe.