Citation: 1P.92/2004 24.06.2004 E. 3

3.1 Das Kassationsgericht führte aus, auch wenn gegen Y.________ nur wegen der Entgegennahme von 1 kg Heroin Anklage erhoben worden sei, habe sich das Obergericht im Verfahren gegen den Beschwerdeführer zu Recht nicht an diese Anklage gebunden gefühlt. 3.2 Mit diesem Argument des Kassationsgerichts setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Er macht vielmehr geltend, die Strafverfolgungsbehörden hätten im Zweifelsfall anzuklagen, der Richter habe im Zweifelsfall frei zu sprechen. Wenn die Anklagebehörde der Meinung gewesen sei, Y.________ habe von ihm nur 1 kg Heroin erhalten, dann hätte der Richter umso mehr zweifeln müssen, ob er Y.________ wirklich 2,5 kg Heroin übergeben habe. Die Gerichte hätten aus der Nichtanklage bei Y.________ ihm gegenüber nicht die richtigen Schlüsse gezogen. 3.3 Der Richter hat die Beweise frei zu würdigen und ist nicht an gesetzliche Beweisregeln gebunden. Die Organe der Strafrechtspflege sollen frei von Beweisregeln und nur nach ihrer persönlichen Ansicht aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen halten (vgl. z. B. BGE 127 IV 172 E. 3a zu Art. 249 BStP). Entscheidend ist die Gesamtwürdigung der Beweise. Das Kassationsgericht hat im angefochtenen Urteil ausführlich dargelegt, weshalb es den Schuldspruch des Obergerichts geschützt hat. Diese Ausführungen werden im vorliegenden Verfahren vom Beschwerdeführer jedoch nicht diskutiert. Der Umstand, dass gegen Y.________ wegen einer geringeren Menge Heroinhandels Anklage erhoben worden ist, vermag für sich alleine genommen gegenüber dem Beschwerdeführer keine Verletzung der Unschuldsvermutung zu belegen und lässt auch nicht die Beweiswürdigung des Obergerichts als willkürlich erscheinen. Weitere Rügen, welche geeignet wären, eine Verfassungs- oder Konventionsverletzung zu belegen, bringt der Beschwerdeführer nicht vor.