Citation: 7B_157/2024 E. 2.2.2

2.2.2. Bei der Beurteilung, ob ein Rückfallrisiko besteht, muss nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer neuen Straftat berücksichtigt werden, sondern auch die Bedeutung des Gutes, das dadurch gefährdet würde. So ist die annehmbare Rückfallgefahr bei einem Angriff auf das Leben oder die körperliche oder sexuelle Integrität der Opfer geringer als beispielsweise bei - wenn auch schweren - Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz, die abstrakt die öffentliche Gesundheit gefährden (BGE 133 IV 201 E. 3.2; 124 IV 97 E. 2c). Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass die Prognose sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit begnügen muss; ein Rückfallrisiko ist jeder Entlassung, ob bedingt oder definitiv, inhärent (BGE 119 IV 5 E. 1b; zum Ganzen: Urteil 7B_412/2023 vom 31. August 2023 E. 2.2.1).