Citation: 2C_311/2021 E. 3.4.2

3.4.2. Die Beschwerdeführerin ist hingegen der Ansicht, der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG sei nicht erfüllt. Die Vorinstanz habe bei der Beurteilung, ob eine Gefahr fortgesetzter Sozialhilfeabhängigkeit vorliege, alleine auf die aktuellen Verhältnisse abgestellt und dabei die zu erwartende finanzielle Entwicklung auf längere Zeit nicht in ihre Entscheidung einbezogen. Aufgrund der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sei davon auszugehen, dass sie sich in absehbarer Zeit von der Sozialhilfe werde lösen können. Die Vorinstanz hat diesen Umstand aber durchaus berücksichtigt. Sie hielt dazu fest, dass es positiv zu werten sei, dass die Beschwerdeführerin Ende Dezember 2019 einen Arbeitsvertrag als Raumpflegerin abgeschlossen habe und einer Arbeitstätigkeit nachgehe. Ihr Einkommen daraus sei allerdings so gering (Februar 2020: Fr. 315.25; März 2020: Fr. 162.70; April 2020: Fr. 162.70; Mai 2020: Fr. 203.45 und Juni Fr. 244.20), dass sie trotz Erwerbstätigkeit weiterhin zum grössten Teil von der Sozialhilfe abhängig sei. Unbeachtlich ist dabei der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe den Sachverhalt in dieser Hinsicht nur unvollständig festgestellt, weil sie die Lohnabrechnungen nur bis zum Juni 2020 berücksichtigt habe. Damit habe die Vorinstanz ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, weil sie keine weiteren Abklärungen über die Entwicklung des Arbeitsverhältnisses vorgenommen und sie nicht aufgefordert habe, weitere Unterlagen einzureichen. Dazu ist Folgendes festzuhalten: Zwar müssen aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes die Behörden den Sachverhalt in Ausländerrechtsfällen von Amtes wegen möglichst zuverlässig abklären. Indessen wird der Untersuchungsgrundsatz durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert (Art. 90 AIG). Die Mitwirkungspflicht kommt naturgemäss bei Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser kennt als die Behörden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erhoben werden können (vgl. Urteile 2C_981/2017 vom 18. Februar 2019 E. 3.1; 2C_118/2017 vom 18. August 2017 E. 4.2 mit Hinweisen). Angesichts ihrer Mitwirkungspflicht oblag es der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin, Belege für ihre Erwerbstätigkeit beizubringen, die ohne ihre Mitwirkung durch die Vorinstanz kaum erhoben werden könnten. Eine Aufforderung zur Einreichung spezifischer Beweismittel durch die Vorinstanz war dazu nicht notwendig und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt dementsprechend nicht vor.