Citation: I 383/99 03.10.2001 E. 3

3.- Zu Recht unbestritten geblieben ist, dass das für eine Wiedererwägung notwendige Erfordernis der Erheblichkeit der von der Verwaltung vorgenommenen Berichtigung der am 7. Dezember 1993 erfolgten Leistungsgewährung angesichts der zur Diskussion stehenden Dauerleistungen ohne weiteres gegeben wäre (vgl. BGE 119 V 480 Erw. 1c mit Hinweisen). Fragen lässt sich deshalb einzig noch, ob auch die Qualifizierung der ursprünglichen Rentenzusprache als zweifellos unrichtig gerechtfertigt ist. a) Von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in der gewohnten beruflichen Tätigkeit ausgehend hat die Verwaltung in der ursprünglichen Verfügung vom 7. Dezember 1993 einen Invaliditätsgrad von ebenfalls 50% angenommen. Dabei konnte sie sich insbesondere auf den Arztbericht des von ihr beauftragten Dr. med. M.________ vom 24. August 1993 stützen, welcher die früher schon von Dr. med. B.________ und Dr. med. A.________ bescheinigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit als "absolut gerechtfertigt" bezeichnet hatte. Dass Dr. med. U.________ von der Kinik Y. demgegenüber am 27. April 1993 eine Arbeitsunfähigkeit noch gänzlich verneint hatte und Dr. med. B.________ zumindest für leichte körperliche Tätigkeiten, die in geschlossenen und geheizten Räumen abwechselnd im Sitzen und im Stehen verrichtet werden können, 100%ige Arbeitsfähigkeit angegeben hatte, mag an der Zuverlässigkeit der abweichenden Einschätzungen durch die Dres. med. M.________, B.________ und A.________ und vor allem an deren Massgeblichkeit für die Invaliditätsbemessung zwar gewisse Zweifel aufkommen lassen. Eine bloss unterschiedliche Gewichtung ärztlicher Stellungnahmen im Zeitpunkt der Rentenzusprache einerseits und anlässlich ihrer Wiedererwägung andererseits genügt indessen nicht, um die ursprüngliche Erkenntnis als zweifellos unrichtig erscheinen zu lassen. Auch die von der Vorinstanz im Hinblick auf die Schadenminderungspflicht geäusserten Bedenken hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin selbst angegebenen konkreten Beeinträchtigungen in ihrer Funktion als Direktorin vermögen die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit der erstmaligen Zumutbarkeitsbeurteilung nicht überzeugend zu belegen. Dass schliesslich die erwerblichen Auswirkungen einer auf 50% festgesetzten Verminderung des Leistungsvermögens eine ebenfalls 50% ausmachende gesundheitsbedingte Verdiensteinbusse ergeben sollen, deutet zwar auf eine nicht ganz korrekt mittels Einkommensvergleich durchgeführte Invaliditätsbemessung und eine statt dessen vorgenommene, grundsätzlich jedoch nicht zulässige Gleichsetzung der medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeitsschätzung und des Invaliditätsgrades hin. Im Ergebnis ist indessen auch das auf diese Weise ermittelte Ausmass der Verminderung der Erwerbsfähigkeit nicht zum Vornherein zweifellos unrichtig. b) Dass die im Jahre 1993 vorgenommene Invaliditätsbemessung nachträglich als zweifellos unrichtig bezeichnet werden müsste, kann demnach nicht gesagt werden. Eine solche Folgerung drängt sich insbesondere auch unter Berücksichtigung der von der Verwaltung neu angestellten Berechnungen nicht auf. Daran ändert selbst der Umstand nichts, dass bereits die Anwendung der Einkommensvergleichsmethode angesichts der kaum durchschaubaren und deshalb wenig aussagekräftigen Einkommensverhältnisse der als Verwaltungsratspräsidentin und Direktorin eines Kleinbetriebes tätigen Beschwerdeführerin fragwürdig sein mag. Allenfalls hätte sich in dieser Situation in Anwendung des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens mit Hilfe eines Betätigungsvergleichs (vgl. BGE 104 V 136 Erw. 2; AHI 1998 S. 120 Erw. 1a und S. 252 Erw. 2b) ein befriedigenderes Resultat erzielen lassen. Wenig plausibel erscheint es jedenfalls, wenn die Verwaltung neuerdings davon ausgehen will, dass die Beschwerdeführerin trotz ihrer seit Februar 1992 gesundheitsbedingt um die Hälfte reduzierten Arbeitszeit - unter Ausschluss eines ohnehin nicht anrechenbaren Soziallohnes (Art. 25 Abs. 1 lit. b IVV; vgl. BGE 117 V 18 mit Hinweisen) - annähernd gleich viel wie als Gesunde bei vollem Einsatz sollte verdienen können. c) Für die Belange des vorliegenden Verfahrens ausschlaggebend ist indessen einzig, dass es mit dem Fehlen einer zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenzusprache an einer der Voraussetzungen mangelt, die für eine auf dem Wege der Wiedererwägung vorzunehmende Rentenaufhebung kumulativ erfüllt sein müssten. Da auch keine Anhaltspunkte für eine seit der Rentenzusprache im Dezember 1993 eingetretene wesentliche Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse oder aber Anzeichen für seither weniger gravierend zu Tage tretende erwerbliche Auswirkungen ersichtlich sind, fällt auch eine nach Massgabe von Art. 41 IVG durchzuführende Rentenrevision ausser Betracht. Der Beschwerdeführerin ist daher weiterhin über den verfügten Rentenaufhebungszeitpunkt hinaus eine halbe Invalidenrente auszurichten. Ob eine allenfalls nach Erlass der Wiedererwägungsverfügung vom 10. April 1996 eingetretene Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse eine auf einen späteren Zeitpunkt - zu Gunsten oder aber zu Ungunsten der Versicherten - vorzunehmende Rentenrevision im Sinne von Art. 41 IVG begründen könnte, wird die Verwaltung noch zu prüfen haben.