Citation: 6B_1363/2019 E. 2.3.2

2.3.2. Unbegründet ist die Kritik des Beschwerdeführers, die Vorinstanz hätte bei der Strafzumessung auch die Ergebnisse der Privatgutachten berücksichtigen müssen. Dass und weshalb darauf nicht abgestellt werden kann, wurde bereits erläutert (oben E. 1.5.4). Im Übrigen kritisiert der Beschwerdeführer jedoch zu Recht, die vorinstanzliche Strafzumessung sei hinsichtlich der Anwendung von Art. 19 Abs. 2 StGB nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz orientiert sich für die Strafzumessung zu Unrecht am ordentlichen unteren Strafrahmen von Art. 111 StGB von fünf Jahren Freiheitsentzug, dies obschon sie infolge der schweren bzw. schwerstgradigen Verminderung der Schuldfähigkeit lediglich von einem sehr leichten bis leichten Tatverschulden ausgeht und zusätzlich zur verminderten Schuldfähigkeit auch der Strafmilderungsgrund des Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB zur Anwendung gelangt. Damit liegen grundsätzlich besondere Umstände im Sinne von BGE 136 IV 55 vor, die ein Unterschreiten des ordentlichen Strafrahmens rechtfertigen. Nach der erwähnten Rechtsprechung ist der ordentliche Strafrahmen auch bei Vorliegen eines Strafschärfungs- bzw. Strafmilderungsgrundes nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint. Die verminderte Schuldfähigkeit allein führt deshalb grundsätzlich nicht zu einer Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens. Dazu bedarf es weiterer ins Gewicht fallender Umstände, die das Verschulden als besonders leicht erscheinen lassen. Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens kann sich insbesondere bei einem Zusammentreffen von verschuldens- bzw. strafreduzierenden Faktoren stellen (BGE, a.a.O., E. 5.8 S. 63). Dies ist vorliegend ausgehend von den vorinstanzlichen Erwägungen (sehr leichtes bis leichtes Verschulden aufgrund der verminderten Schuldfähigkeit, Versuch) der Fall. Die Beschwerde ist in diesem Punkt begründet.