Citation: 1C_365/2022 E. 8.3

8.3. Den Ausführungen der Beschwerdeführenden ist zuzustimmen. Die von der Vorinstanz vorgenommene Interessenabwägung ist in mehrfacher Hinsicht fehlerhaft und damit offensichtlich unhaltbar. Die einseitige Fokussierung auf die privaten Interessen der Nachbarinnen und Nachbarn, ohne die eigentlich relevanten privaten Interessen der Bauherrschaft (insbesondere die Abbruchkosten oder die eingeschränkte Nutzung des Gartens) näher zu prüfen und mit den allgemeinen öffentlichen Interessen abzuwägen, zu denen die nachbarlichen Interessen lediglich hinzutreten, erweist sich als stossend. Die Vorinstanz hätte das allgemeine öffentliche Interesse an der Einhaltung der Bauvorschriften (vgl. E. 7.4 hiervor) bei der Interessenabwägung nicht vollständig unberücksichtigt lassen dürfen, ohne in Willkür zu verfallen. Im angefochtenen Entscheid findet sich auch keine Aussage dazu, welche Kosten ein Rückbau der Überdachung zur Folge hätte. Die Vorinstanz begnügt sich mit dem Hinweis, es möge zutreffen, dass der Rückbau der Überdachung für die privaten Beschwerdegegner weder mit übermässigen Kostenfolgen (die Schätzung der Beschwerdeführenden erweise sich allerdings als unrealistisch) noch mit einer wesentlichen Einschränkung der Nutzung des Gartens verbunden wäre. Anders als die Vorinstanz anzunehmen scheint, spielt es für die Beurteilung der Verhältnismässigkeit eines allfälligen Rückbaubefehls indessen eine wesentliche Rolle, welche Nachteile eine solche Anordnung für die Bauherrschaft hätte. Nur wenn klar ist, welche Nachteile dieser drohen, ist eine Abwägung zwischen ihren Interessen an der Beibehaltung des rechtswidrigen Zustands und den entgegenstehenden öffentlichen und privaten Interessen an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands überhaupt möglich. Ausserdem ist im Rahmen der Interessenabwägung auch ein allfälliger böser Glaube der Bauherrschaft zu berücksichtigen (vgl. Urteil 1C_397/2009 vom 26. April 2010 E. 4.5 f.). Einzig aufgrund der angeblich fehlenden nachbarlichen Interessen von der Unverhältnismässigkeit der Wiederherstellung auszugehen, ist offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich.