Citation: 9C_759/2023 E. 1.5.4

1.5.4. Auch vor dem Hintergrund der allgemeinen Legitimationsklausel betont die bundesgerichtliche Rechtsprechung, dass intraorganische Konflikte (konkret: zwischen dem Kanton und "seinem" Verwaltungsgericht, also zwischen der obersten Exekutivbehörde und der obersten Justizbehörde desselben Kantons) nicht vor Bundesgericht ausgetragen werden sollen (zu den Organstreitigkeit insbesondere BGE 141 II 161 E. 2; 136 V 346 E. 3.5; 134 V 53 E. 2.3; Urteile 2C_285/2023 vom 13. September 2023 E. 3.1; 1C_384/2022 vom 31. Januar 2023 E. 2.1; 2C_381/2021 vom 15. März 2022 E. 3). Dies beruht auf einem klaren Entscheid der eidgenössischen Räte. Der Bundesrat hatte vorgeschlagen, ein "besonderes Beschwerderecht für die Kantonsregierungen" einzurichten, aber "nur dann, wenn ein Entscheid einer letztinstanzlichen Justizbehörde dem Kanton grosse zusätzliche Ausgaben verursacht oder seine Einnahmen massgeblich vermindert" (Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4202, insb. 4331 zu Art. 84 lit. d E-BGG). Dies fand in den eidgenössischen Räten keine Unterstützung (BGE 141 II 161 E. 2.2; 140 V 328 E. 5.2; Urteile 1C_43/2021 vom 21. November 2022 E. 1.3.1; 2C_471/2021 vom 8. März 2022 E. 3.2.1; 1C_36/2021 vom 3. Juni 2021 E. 1.2.1; 8C_1025/2009 vom 19. August 2010 E. 3.3.4.1). Einer Kantonsregierung fehlt die Legitimation diesfalls erst recht, wenn es im Verfahren um die Auslegung und/oder Anwendung rein kantonalen, nicht harmonisierten Rechts geht (BGE 141 II 161 E. 2.2; 136 II 383 E. 2.5 und 2.6; 136 V 346 E. 3.5; 134 V 53 E. 2.3.3; Urteile 1C_384/2022 vom 31. Januar 2023 E. 2.1; 1C_43/2021 vom 21. November 2022 E. 1.3.1; 2C_471/2021 vom 8. März 2022 E. 3.2.1; 1C_370/2020 vom 14. Juni 2021 E. 2.2; 1C_36/2021 vom 3. Juni 2021 E. 1.2.1).