Citation: 6P.18/2001 11.04.2001 E. 1

1.- a) Der Beschwerdeführer macht Willkür, eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" sowie eine Verletzung seines Anspruches auf rechtliches Gehör geltend. Im Wesentlichen zieht er das Ergebnis der Nachfahrmessung in Zweifel, wie es auf dem Messstreifen ausgewiesen wurde. Die vom Obergericht angestellte Berechnung der Geschwindigkeit ab Beginn der Messung bis zu der dem Ende des Messfensters am nächsten liegenden Marke sei nicht tauglich, die Funktionstüchtigkeit des Messgerätes zu belegen. Mit der Berechnung der Vorinstanz werde das arithmetische Mittel errechnet. Die zwangsläufig bestehenden Progressionen und Degressionen bedingten aber, dass eine durchschnittliche Geschwindigkeit nur mit dem geometrischen Mittel errechnet werden könne. Eine solche Berechnung sei aufgrund der vorliegenden Messdaten aber nicht möglich. Das Obergericht habe also mit einer untauglichen Methode zu belegen versucht, dass das Messresultat zutreffe. Weiter rügt der Beschwerdeführer, dass das Obergericht auf seine Ausführungen, weshalb das Messresultat nicht richtig sein könne, überhaupt nicht eingegangen sei. Damit habe es die ihn entlastenden Momente nicht berücksichtigt, womit die Beweiswürdigung willkürlich erfolgt sei. Im Weiteren beanstandet der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz auf seinen Antrag, eventuell ein Gutachten bezüglich Funktionstüchtigkeit des Messgeräts erstellen zu lassen, nicht eingetreten sei. Damit habe es seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. b/aa) Das Obergericht gelangt zum Schluss, das Bezirksgericht habe bei der Feststellung des Sachverhalts bezüglich des Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit zu Recht auf die Berechnungen der Polizei bzw. des von dieser verwendeten Rechners abgestellt und eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h angenommen. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringe, sei nicht nachvollziehbar und in keiner Weise geeignet, an der vom Rechner vorgenommenen Berechnung eines Messfensters von 1'010 Metern Länge innerhalb der gesamten Messstrecke irgendwelche Zweifel zu erwecken. Aus dem Messstreifen ergebe sich, dass das Messfenster von 1'010 Metern Länge auf der Messstrecke 0 bis A ab Distanz 0 Meter berechnet worden sei. Die in diesem Messfenster bis zum (nicht ausgedruckten) Messpunkt von 1'010 Metern errechnete Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h werde bestätigt durch die Berechnung der Geschwindigkeit ab Beginn der Messung bis zur dem Ende des Messfensters bei 1'010 Metern am nächsten liegenden Marke von 1'024 Metern. Der Beweisantrag auf Erstellung eines Gutachtens betreffend Tauglichkeit des Messgerätes resp. betreffend mögliche Ursachen für die Abweichungen sei daher unbegründet und nutzlos. Die Abnützung der Reifenprofile sowie kleinere Abstandsänderungen zwischen dem kontrollierten Fahrzeug und dem die Messung durchführenden Auto würden durch die Sicherheitsmarge von 8 % aufgefangen. Es sei daher von einer relevanten Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h und somit von einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG auszugehen. bb) Das Bezirksgericht Lenzburg hielt fest, die Polizei habe eine Geschwindigkeitsmessung mittels Multagrafen vorgenommen und den ganzen Vorfall auf Video aufgezeichnet. Die Messstrecke bei der Nachfahrmessung habe 1'266 Meter betragen. Der Abstand zwischen dem Patrouillenfahrzeug der Polizei und dem kontrollierten Fahrzeug sei während der ganzen Messung ungefähr gleich gross gewesen. Gewisse kleine Schwankungen seien nicht vermeidbar, da der Beschwerdeführer nicht in gleichbleibendem Tempo gefahren sei, sondern sowohl beschleunigt wie auch wieder verlangsamt habe. Das eingesetzte Messgerät sei vorschriftsgemäss geeicht und gewartet gewesen. Der Multagraf berechne nach dem manuellen Ende der Aufzeichnung automatisch die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit während einer bestimmten vorgeschriebenen Mindest-Messstrecke und substrahiere die entsprechende Toleranz. Bei konstantem Abstand zwischen dem voraus- und dem nachfahrenden Fahrzeug ergebe sich die gefahrene Geschwindigkeit aus dem Mittelwert der gemessenen Geschwindigkeit über die gesamte Strecke, wobei vom aufgezeichneten Messresultat bei einer Messstrecke von zwischen 1'000 und 2'000 Metern ein Abzug von 8 % gemacht werde. Der Tachograf sei um 21.21.25 Uhr ein- und nach 1'266 Metern um 21.21.56 Uhr, also nach 31 Sekunden wieder ausgeschaltet worden. Das Gerät habe anschliessend auf eine Messdistanz von 1'010 Metern eine Spitzengeschwindigkeit von 165 km/h und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 154 km/h berechnet, wobei nach Abzug der Toleranz eine strafbare Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h verblieben sei. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erfolge die auf dem Messstreifen festgehaltene Messung nicht auf der ganzen aufgezeichneten Strecke von 1'266 Meter, sondern lediglich auf den innerhalb dieser Strecke schnellsten 1'010 Metern. Diese Strecke müsse nicht zwingend beim Messpunkt 0 beginnen oder beim Punkt 1'266 enden, sondern könne irgendwo dazwischen liegen. Aufgrund des konkreten Messstreifens werde die relevante Messstrecke eher am Anfang liegen, da der Beschwerdeführer in diesem Bereich zwischen maximal 165 km/h und minimal 143 km/h gefahren sei. Während der ersten 500 Metern sei er zwischen 165 km/h und 155 km/h, durchschnittlich also 160 km/h gefahren, auf den zweiten 500 Metern habe seine Geschwindigkeit zwischen 155 km/h und 143 km/h, durchschnittlich mithin 149 km/h betragen. Aus diesen Maximal- und Minimalgeschwindigkeiten ergebe sich ein Mittelwert von 154 km/h, was dem vom Multagrafen berechneten Mittelwert entspreche.