Citation: 5A_888/2016 E. 3.3.2

3.3.2. Die Grundvoraussetzung der Erziehungsfähigkeit für die Anordnung einer alternierenden Obhut ist, wie auch von der Beschwerdeführerin eingestanden, bei beiden Elternteilen vorhanden. Sodann ist auch die für eine alternierende Obhut erforderliche zeitliche Verfügbarkeit bei beiden Elternteilen zu bejahen. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin seit Aufnahme des Getrenntlebens ihre Arbeitstätigkeit aufgegeben hat und zeitlich vollumfänglich für die Betreuung von C.________ zur Verfügung stehen könnte. Bei gegebenen Voraussetzungen haben beide Eltern gleichermassen Anspruch darauf, sich an der Betreuung des Kindes zu beteiligen. Dies widerspricht entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht dem Kindeswohl, sondern es liegt vielmehr im Interesse des Kindes, eine Beziehung zu beiden Elternteilen leben und pflegen zu dürfen. Dies gilt auch dann, wenn ein Elternteil in der Vergangenheit zu hundert Prozent erwerbstätig war, sich in Zukunft aber durch Reduktion seines Arbeitspensums an der Betreuung des Kindes beteiligen möchte. Deshalb ist unerheblich, dass der Beschwerdegegner in der Vergangenheit bislang zu hundert Prozent erwerbstätig war. Abzustellen ist vielmehr darauf, in welchem Ausmass er in Zukunft für die Betreuung von C.________ verfügbar sein wird. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz hat der Beschwerdegegner mit seinem Arbeitgeber eine Vereinbarung geschlossen, wonach er in Zukunft sein Arbeitspensum auf achtzig Prozent wird reduzieren können. Die Beschwerdeführerin vermag nicht aufzuzeigen, inwiefern diese Feststellung willkürlich sein soll oder mit den tatsächlichen Verhältnissen in Widerspruch stehen würde. Ihre Ausführungen erschöpfen sich darin, anstelle des Beweismasses des Glaubhaftmachens den strikten Nachweis einer bereits erfolgten Reduktion des Arbeitspensums zu fordern. Dabei verkennt sie, dass im Verfahren der Anordnung von Eheschutzmassnahmen als summarischem Verfahren das Beweismass des Glaubhaftmachens gesetzlich vorgesehen ist, aber auch dass in der Zukunft liegende Tatsachen keinem strikten Nachweis zugänglich sind.