Citation: 5A_877/2019 E. 5

Das Kantonsgericht hat sich bei der Frage der Rechtzeitigkeit des Ausstandsgesuches auf kantonales Recht gestützt. Dessen Verletzung überprüft das Bundesgericht nur im Zusammenhang mit einer Verletzung verfassungsmässiger Rechte, wobei die Rüge im Vordergrund steht, dass das kantonale Recht willkürlich angewandt worden sei (BGE 139 III 225 E. 2.3 S. 231; 139 III 252 E. 1.4 S. 254; 142 II 369 E. 2.1 S. 372). Dies gilt nicht nur für die Bestimmungen von Art. 7 ff. VRG, sondern auch für die analog herangezogenen Bestimmungen der ZPO, welcher im Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzes als subsidiäres kantonales Recht gilt und deren Anwendung deshalb ebenfalls nur auf Willkür hin überprüft werden kann (BGE 139 III 225 E. 2.3 S. 231; Urteile 5A_530/2014 vom 19. März 2015 E. 3; 5A_724/2015 vom 2. Juni 2016 E. 2.2; 5A_367/2016 vom 6. Februar 2017 E. 2.2). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, für die KESB gälten strengere Ausstandsgründe als für Gerichte, was "der herrschenden Lehre entspreche", erfolgen keinerlei Willkürrügen in Bezug auf das kantonale Recht; vielmehr erfolgen die Ausführungen im Zusammenhang mit der Anwendung des VRG und der ZPO rein appellatorisch, weshalb auf die Beschwerde insofern nicht eingetreten werden kann. Abgesehen davon vermag die Beschwerdeführerin auch keine Belege für die angeblich herrschende Lehre anzuführen, sondern sie lässt es diesbezüglich bei einer abstrakten Behauptung bewenden. Nur der Vollständigkeit sei halber festgehalten, dass sich Entsprechendes auch nicht aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 30 Abs. 1 BV ableiten liesse, welcher für den Fall ungenügender kantonaler Garantien bundesrechtliche Minimalgarantien gewährt (vgl. BGE 124 I 121 E. 2 S. 122 f.).