Citation: 2C_1000/2020 E. 4.3.1

4.3.1. Gemäss dem deutschen Wortlaut von Art. 12 lit. i 2. Teilsatz BGFA informieren die Anwälte ihre Klientschaft "periodisch oder auf Verlangen" über die Höhe des geschuldeten Honorars. Aus dem französischen und dem italienischen Wortlaut ergibt sich insoweit nichts anderes (vgl. die Wendungen "[l'avocat] le renseigne périodiquement ou à sa demande sur le montant des honoraires dus" und "[l'avoccato] lo informa inoltre regolarmente, o su sua domanda, circa l'importo degli onorari dovuti"). Zwar dürfte mit der genannten Formulierung der Bestimmung nicht gemeint sein, dass Anwälte die freie Wahl haben, ob sie ihre Klientschaft (unaufgefordert) periodisch oder aber bloss auf Verlangen hin informieren. Der Gesetzeswortlaut scheint indessen eine Vereinbarung zwischen Anwalt und Klient zuzulassen, wonach erst am Ende des Mandatsverhältnisses abgerechnet wird und periodische Zwischenabrechnungen bzw. Zwischeninformationen unterbleiben. In welchem Verhältnis die beiden Formen der Information (periodische Information und Information auf Verlangen) stehen, ist dem Gesetzeswortlaut aber letztlich nicht eindeutig zu entnehmen.