Citation: 8C_167/2018 E. 6.4

6.4. Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, dass gemäss der medizinischen Literatur direkte Schläge gegen die Schulter (z.B. beim American Football) ein typisches Verletzungsmuster darstellen sollen (https://schulterinfo.de/slap_laesionen <konsultiert am 19. Februar 2019>). Zwar werden direkte Krafteinwirkungen als Verletzungsmechanismen im medizinischen Schrifttum diskutiert, z.B. im Zuge eines Autounfalls, bei dem der Sicherheitsgurt eine Bewegung des Arms (Schulter) nach vorne abbremst, doch wird hier eine erhebliche Krafteinwirkung gefordert (HEMPFLING/KRENN, a.a.O., Band 2, S. 229). Gemäss HEMPFLING/KRENN sind direkte Krafteinwirkungen (direktes Trauma) als Ursache einer SLAP-Läsion hypothetisch (HEMPFLING/ KRENN, a.a.O., Band 2, S. 229). Im Übrigen dürften bei Zusammenstössen im vom Beschwerdeführer beispielhaft angeführten American Football ungleich stärkere Kräfte im Spiel sein als im Wasserball. Der Beschwerdeführer kann somit aus dieser Fundstelle nichts zu seinen Gunsten ableiten. Ebenso wenig vermag ihm zu helfen, dass in der Arthro-MR vom 16. Juni 2016 lediglich eine geringe bis höchstens mässige Atrophie des Musculus Supraspinatus ohne fettige Degeneration (Goutallier I-II) festgestellt wurde, schliesst dies eine - allenfalls nicht besonders weit fortgeschrittene - Degeneration nicht aus. Immerhin erwähnte der Kreisarzt dies explizit in seinem Bericht vom 27. September 2016 und ging in der Folge von rein degenerativen Veränderungen aus. Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, dass sich die Diagnose der SLAP-I-Läsion, die definitionsgemäss eine degenerative Veränderung des superioren Labrums und des Bizepsankers ohne Ablösung darstelle, in der Operation nicht bestätigt habe, vielmehr habe sich dort eine SLAP-III-Läsion (Korbhenkelförmige Ablösung des oberen Labrums bei intaktem Bizepsanker) ergeben (was auch aus den Verordnungen zur Physiotherapie hervorgehe). Allerdings sagt dieser Befund nichts über die Ursache aus, vielmehr kann auch eine solche Läsion natürlich mechanisch bedingter, nicht traumatischer Art sein (vgl. HEMPFLING/KRENN, a.a.O., Band 2, S. 194 und 229 f.). Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Umstand, dass die Prävalenz asymptomatischer kompletter Rotatorenmanschettenrupturen im 6. Lebensjahrzehnt bei 20 % liegt (S2e-Leitilinie, S. 8), was gemäss dem Beschwerdeführer bedeutet, dass er vor dem Unfall zu 80 % keine komplette Rotatorenmanschettenruptur aufgewiesen habe. Denn diese statistischen Werte ermöglichen noch keine Aussagen zum konkreten Einzelfall. Ferner muss dem Beschwerdeführer die Berufung auf die Berichte der operierenden Ärztin, Dr. med. C.________ versagt bleiben, da es sich dabei, wie gezeigt, um unzulässige Noven handelt (s. E. 2.2).