Citation: 1A.120/2005 31.05.2006 E. 6

Die Beschwerdeführer rügen, dass für die Beurteilung der Immissionsbelastung lediglich auf die Berechnung im Standortdatenblatt abgestellt worden sei. Sie verweisen auf einen vom deutschen Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik (IMST) erstellten Bericht vom 9. Juli 2004 (Entwicklung von Mess- und Berechnungsfaktoren zur Ermittlung der Exposition der Bevölkerung durch elektromagnetische Felder in der Umgebung von Mobilfunk-Basistationen, Zwischenbericht Analyse der Immissionsverteilung). Daraus ergebe sich, dass die Immissionen im direkten Umfeld von Mobilfunk-Basistationen einer grossen Streubreite unterliegen. Die bisher vom BAFU empfohlenen Berechnungsmethoden seien deshalb überholt. Die Beschwerdegegnerin müsse daher mindestens verpflichtet werden, Abnahme- und periodische Kontrollmessungen durch eine neutrale Instanz vornehmen zu lassen. 6.1 Der von den Beschwerdeführern eingereichte Zwischenbericht analysiert die Immissionsverteilung an einer Vielzahl von Basisstationen, um daraus typische Feldverteilungen abzuleiten. Er dient als Vorstufe für die Entwicklung von Mess- und Berechnungsverfahren in einer späteren Stufe des Forschungsvorhabens, enthält aber selbst keine Aussage zu Berechnungsmethoden. Der Zwischenbericht kommt zum Ergebnis, dass die Immissionen im direkten Umfeld von Mobilfunk-Basisstationen einer grossen Streubreite unterliegen, wobei die aktuelle Sendeleistung der Anlage, die Höhe der Sendeanlage über Grund, die verwendeten Antennentypen, die vertikale und horizontale Ausrichtung der Antennen, der Abstand des Immissionsortes zur Sendeanlage, deren horizontale und vertikale Ausrichtung zur Anlage sowie das Vorhandensein von dämpfenden Hindernissen eine entscheidende Rolle spielen. 6.2 Dabei handelt es sich um Einflussfaktoren, die bei der rechnerischen Immissionsprognose im Standortdatenblatt grundsätzlich berücksichtigt werden (vgl. Vollzugsempfehlung, Ziff. 3.7 S. 44 ff.). Überdies erfolgt die Berechnung - im Gegensatz zu den im Zwischenbericht geschilderten Messungen - unter Zugrundelegung des maximalen Gesprächs- und Datenverkehrs bei maximaler Sendeleistung der Anlage (massgebender Betriebszustand nach Anh. 1 Ziff. 63 NISV). Wie das BAFU in seiner Vernehmlassung (Ziff. 4 S. 2) ausführt, haben bisherige Vergleiche zwischen der NIS-Prognose mittels der vom BAFU empfohlenen Berechnungsmethode und Messungen gezeigt, dass die rechnerische Prognose in der überwiegenden Zahl der Fälle ein Resultat ergibt, das höher liegt als der aus der Messung gewonnene Beurteilungswert. Um auch allfällige Ausnahmesituationen zu erkennen, wird in der Vollzugsempfehlung (Ziff. 2.1.8 S. 20) empfohlen, eine Abnahmemessung durchzuführen, wenn gemäss rechnerischer Prognose der Anlagegrenzwerte an einem OMEN zu 80% erreicht wird. 6.3 Mit dem BAFU ist daher davon auszugehen, dass die rechnerische Prognose im vorliegenden Fall genügt, um die Einhaltung der Anlagegrenzwerte zu gewährleisten. Eine Abnahmemessung erscheint nicht erforderlich, nachdem der Anlagegrenzwert am höchstbelasteten OMEN nur zu 66,6% ausgeschöpft wird. 6.4 Soweit die Beschwerdeführer erstmals in ihrer Replik 2005 eine Neuberechnung der NIS-Belastung unter Berücksichtigung der Maximalleistungen der Senderendstufen der Mobilfunkanlage verlangen, ist dies prozessual verspätet. Im Übrigen kann auf die obigen Ausführungen (E. 5) zum Qualitätssicherungssystem verwiesen werden, durch das insbesondere auch die Einhaltung der bewilligten Sendeleistung kontrolliert werden wird.