Citation: 9C_352/2020 E. 4.2.2

4.2.2. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz hingegen im Lichte der oberwähnten Rechtsprechung (E. 4.1), wenn sie den Rentenanspruch erst ab August 2017 berücksichtigte. Die Rüge der Beschwerdeführerin ist umso mehr gerechtfertigt, als die Anwendung des Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV voraussetzt, dass bei Eintritt der anspruchsbeeinflussenden Änderung bereits eine rentenbegründende Invalidität vorgelegen hat (Urteil 8C_777/2014 vom 28. Januar 2015 E. 4.2). Das ist hier offenkundig nicht der Fall. Triftige Gründe für eine Rechtsprechungsänderung, wie sie die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung sinngemäss geltend macht, sind nicht ersichtlich (zu den Voraussetzungen vgl. BGE 141 II 297 E. 5.5.1 S. 303; 137 V 417 E. 2.2.2 S. 422). Demzufolge ist der Rentenbeginn auf den 1. Mai 2017 festzulegen.