Citation: 6P.132/2003 02.12.2003 E. 5

Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, die kantonalen Behörden hätten das Beschleunigungsverbot massiv verletzt und trotz der langen Verfahrensdauer nicht einmal die Zurechnungsfähigkeit des Beschwerdeführers abgeklärt. Wenn sie jetzt auf die Einholung eines Gutachtens verzichteten, weil ein solches zehn Jahre nach der Deliktsbegehung keinen Sinn mehr mache, laufe dies in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider. Das Obergericht führt dazu aus, im Rahmen des Strafverfahrens habe der Beschwerdeführer als Ursache für seine gesundheitlichen Probleme und seinen Alkoholkonsum die gegen ihn eingeleitete Untersuchung angegeben. Im Verfahren betreffend fürsorgerischen Freiheitsentzug habe er jegliche Geistesschwäche oder Trunksucht bestritten. Der Verteidiger, der dem Beschwerdeführer schon im Mai 1994 beigegeben worden sei, habe erst sieben Jahren nach der Deliktsbegehung einen Antrag auf psychiatrische Untersuchung gestellt. Auch er habe offenbar über lange Zeit nicht an dessen Zurechnungsfähigkeit gezweifelt. Der Beschwerdeführer hat sich demnach weitgehend selber zuzuschreiben, dass er nicht früher psychiatrisch untersucht worden ist. Die Behauptung, im Untersuchungsverfahren habe nicht die Möglichkeit bestanden, einen entsprechenden Antrag zu stellen, ist nicht substantiiert. Darauf kann im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde nicht eingetreten werden (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Umstand, dass kein Gutachten eingeholt worden ist und der langen Verfahrensdauer ist somit nicht dargetan. Im Übrigen ist das Obergericht im Rahmen der Strafzumessung nicht von der vollen, sondern von einer leicht verminderten Zurechnungsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen. Von einer stossenden Ungerechtigkeit kann somit auch im Ergebnis nicht die Rede sein.