Citation: 1P.424/2001 05.10.2001 E. 5

5.- a) Ob die Beschwerdeführerin am fraglichen Tag bei Frau O.________ arbeitete, erscheint indes von geringerer Bedeutung als die Frage, ob sie sich zum fraglichen Zeitpunkt zumindest in der Nähe der Migros aufgehalten hat, was das Obergericht bejaht hat. Auch diese Feststellung beanstandet die Beschwerdeführerin als willkürlich. Unter Hinweis auf die oben erwähnten Telefonate, die sie zwischen 8.30 und 9.10 getätigt habe, macht sie geltend, sie könne sich daher zum fraglichen Zeitpunkt nicht am Tatort aufgehalten haben. Die Nichtberücksichtigung dieses Umstandes sowie der unterschiedlichen Aussagen der Beschwerdegegnerin zur Tatzeit erachtet die Beschwerdeführerin als willkürlich. b) Die Beschwerdegegnerin hat in ihrem Begehren um Ansetzung einer Sühneverhandlung vom 19. Mai 2000 die Tatzeit mit 25. April 2000 "ca. 9.30 Uhr" angegeben. Anlässlich der ersten Verhandlung vor dem Bezirksgerichtspräsidenten vom 18. August 2000 hat sie auf die Frage, wann sich der Vorfall ereignet habe, erklärt: "Es war so zwischen 8.45 Uhr und 9 Uhr. Ich war gerade am einkaufen". Anlässlich der zweiten Verhandlung vom 31. Oktober 2000 sagte sie aus: "Ich war einkaufen. Um 8.45 Uhr kauerte ich auf dem Boden vor den Blumentöpfen". Das Obergericht hat hinsichtlich der Tatzeit auf die erste Zeitangabe der Beschwerdegegnerin abgestellt und erklärt, es sei verständlich, dass sie sich an der vorinstanzlichen Verhandlung, die rund ein halbes Jahr nach der Tat stattfand, nicht mehr an den genauen Tatzeitpunkt erinnern konnte. An der sonst schlüssigen Darstellung der Beschwerdegegnerin würden sich daraus keine erheblichen Zweifel ergeben. Diese Würdigung der Aussagen der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Tatzeit erscheint jedenfalls unter Mitberücksichtigung der Umstände, dass das Spucken in die Richtung der Beschwerdegegnerin durch den Zeugen O.________ nachgewiesen und nicht ersichtlich ist, wer ausser der Beschwerdeführerin hiefür als Täter hätte in Frage kommen können, nicht als willkürlich. Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin, die im fraglichen Zeitpunkt in Begleitung ihres dreijährigen Kindes vor der Migros beim Aussuchen von Blumentöpfen war, sich nach der Tat umgehend in Begleitung des Zeugen O.________ zur Polizei begab und dort gemäss dem Rapport der Gemeindepolizei vom 7. November 2000 "ziemlich aufgelöst" erschienen ist. Diese Betroffenheit der Beschwerdegegnerin durfte das Obergericht ohne Willkür als Indiz für die Richtigkeit ihrer Anschuldigung werten.