Citation: 5A_427/2022 E. 4.3

4.3. Um dem vor mehr als 40 Jahren am 14. Juni 1981 angenommenen Gleichstellungsartikel und der seit dem Jahr 2006 (BGE 132 I 68) geltenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung sowie der heutigen Rechtsanschauung Rechnung zu tragen und die für Korporationsgenossinnen unbestrittenermassen diskriminierenden Auswirkungen der früheren Statuten zu beheben, sei deshalb für die Wiederaufnahme von noch lebenden, ehemaligen Korporationsgenossinnen einzig darauf abzustellen, dass ihre direkte unmittelbare Abstammung bereits einmal nachgewiesen und akzeptiert gewesen sei und daher unter dem neu geltenden Abstammungsprinzip für die Zukunft ebenfalls als gegeben zu betrachten sei, soweit das Zivilstandsregister dem nicht widerspreche. Nur so werde die Ungleichbehandlung unter den direkten Nachkommen durch die früheren Statuten für die Zukunft behoben. Dies führe entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht zu einer neuen Begünstigung der Frauen, sondern es werde vielmehr die frühere Schlechterstellung in Bezug auf ihre heutigen Auswirkungen korrigiert. Letztlich sei zu erwähnen, dass eine "ausgeheiratete" Frau gestützt auf die Rechtsprechung durchaus gute Chancen gehabt hätte, eine Wiederaufnahme in die Beschwerdeführerin unter den alten Statuten zu erstreiten. Es irritiere daher umso mehr, dass die neuen Statuten einigen von ihnen trotz eines Wiederaufnahmegesuchs eine solche verwehrten.