Citation: 2C_558/2018 E. 2.2.3

2.2.3. Lange Unterbrüche des Zusammenlebens (hier: ca. zwei Jahre und acht Monate) schliessen somit die Zusammenrechnung nicht aus, solange der Ehewillen der Ehegatten in dieser Zeit fortbestand. Umgekehrt kann die Zeit vor der Ausreise bzw. vor dem Getrenntleben aufgrund des systematischen Zusammenhangs von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG mit Art. 42 f. AIG nur dann der Zeit seit der Wiedereinreise hinzugeschlagen werden, wenn die Ehegatten auch während des Getrenntlebens ihre Ehe tatsächlich fortführen wollten und sie die Ehe nicht bloss zu Umgehungszwecken aufrecht erhielten. Denn geben die Ehegatten den Ehewillen auf und verlässt der ausländische Ehegatte die Schweiz, geht der Anspruch aus Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG unter. Die spätere Wiedereinreise und die Wiederaufnahme des Ehewillens und des ehelichen Zusammenlebens lassen dann nicht etwa den untergegangenen Anspruch wiederaufleben, sondern sind analog einer neuen Ehe zu behandeln und begründen deshalb einen neuen Anspruch aus Art. 42 oder Art. 43 AIG, womit die Dreijahresfrist neu zu laufen beginnt (zur analogen Situation einer ausländischen Person, die statt einer mehrere Ehen geführt hatte vgl. BGE 140 II 289 E. 3.6.3 S. 297).