Citation: 1B_439/2022 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer erachtet den Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. f StPO als erfüllt, da dem Beschwerdegegner mehrere krasse Verfahrensfehler unterlaufen seien und er die Strafuntersuchung darüber hinaus einseitig zu seinen Lasten führe. Im Wesentlichen macht er geltend, der Beschwerdegegner habe ihm die Möglichkeiten für eine effektive Durchsetzung seiner Geschädigtenrechte gezielt geschwächt, indem er ihm das Recht auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand mit ergänzender paralleler privater Wahlvertretung verwehrt habe. Dies stelle eine krasse Verletzung von Art. 136 StPO dar. Weiter habe der Beschwerdegegner seine Beweisanträge routinemässig abgewiesen. Sodann habe der Beschwerdegegner, nachdem die Berufung in Bezug auf zwei der drei beschuldigten Polizeibeamten zurückgezogen worden sei, diese weiterhin über alle Verfahrensschritte orientiert, obwohl ihnen aufgrund des Rückzugs der Berufung gar keine Parteistellung mehr zugekommen sei. Dadurch habe der Beschwerdegegner Kollusionshandlungen zwischen den Polizeibeamten geradezu "gefördert". Die Befangenheit des Beschwerdegegners zeige sich überdies aufgrund der Tatsache, dass er sein Ausstandsgesuch vom 13. November 2021 zunächst nicht als solches habe behandeln wollen. Erst als er aufgrund der verweigernden Haltung des Beschwerdegegners am 17. November 2021 sein Ausstandsbegehren vom 13. November 2021 wiederholt habe, habe sich der Beschwerdegegner dazu veranlasst gefühlt, das Gesuch an die Vorinstanz weiterzuleiten. Nach der Auffassung des Beschwerdeführers verdeutlicht ferner auch der Umstand, dass der Beschwerdegegner seinem Rechtsvertreter die Redezeit an der Berufungshandlung auf zwei Stunde beschränkt hat, dass das Verfahren einseitig zu Lasten der Privatklägerschaft geführt werde. Schliesslich zeige auch die von ihm gegen den Beschwerdegegner aufgrund der einseitigen Verfahrensführung eingereichte Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs, Nötigung, Begünstigung und Amtsgeheimnisverletzung dessen Befangenheit.