Citation: 8C_415/2018 E. 4.3.2

4.3.2. Auch wenn damit, wie die Vorinstanz feststellte, die somatischen Beschwerden bei seinen Angaben zum tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögen im Vordergrund stehen, liegt eine psychiatrische Diagnose in Form eines depressiven Leidens mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Der Psychiater befasste sich indessen nicht damit, welcher leistungseinschränkende Anteil der depressiven Erkrankung an der attestierten Arbeitsunfähigkeit in qualitativer und quantitativer Hinsicht zukommt, wobei er bereits wegen der somatischen Beschwerden von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging. Damit liegt keine schlüssige medizinische Beweisgrundlage für eine das funktionelle Leistungsvermögen einschränkende depressive Problematik vor. Aufgrund seiner Angaben mit Diagnose einer die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden mittleren depressiven Störung (zusammen mit einer somatischen Komorbidität) verletzt es jedoch Bundesrecht, wenn die Vorinstanz ohne weitere medizinische Abklärungen annahm, es liege keine psychische Erkrankung vor, die die Arbeitsfähigkeit einschränke und der depressiven Störung ohne strukturiertes Beweisverfahren jede invalidenversicherungsrechtliche Relevanz absprach. Denn es spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, ob die depressive Erkrankung reaktiver Natur, d. h. auf die körperlichen Schmerzen zurückzuführen ist, oder nicht. Im Zentrum steht einzig die Frage, ob und inwiefern sie sich, nebst den somatisch bedingten Einschränkungen, auf das funktionelle Leistungsvermögen auswirkt. Demnach ist bei dieser Konstellation für die Beurteilung des Vorliegens einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten depressiven Störung ein den Grundsätzen von BGE 141 V 281 Rechnung tragendes strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen, da diese Frage aufgrund der Aktenlage nicht ohne Weiteres verneint werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5 S. 415 f.). Es rechtfertigt sich daher, die Sache an das kantonale Gericht zurückzuweisen, damit es in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes ein psychiatrisches Gutachten einhole, das die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die psychischen Beschwerden im Einklang mit der Rechtslage nach Massgabe der heranzuziehenden Standardindikatoren erlaubt und hernach über den Rentenanspruch neu befinde.