Citation: 1A.134/2002 17.07.2003 E. 4

4.1 Das Verwaltungsgericht erwog sodann, Art. 24c RPG sei nicht anwendbar. Die Zonenwidrigkeit sei nicht durch den Gesetzgeber verursacht, sondern durch die Aufgabe des landwirtschaftlichen Kleingewerbes seitens der ehemaligen Eigentümerin des Betriebes vor mehr als zehn Jahren erfolgt. 4.2 Die Beschwerdeführerin gab am Augenschein vom 2. Mai 2002 vor Verwaltungsgericht zu Protokoll, anfangs der 1980-er Jahre habe die ehemalige Eigentümerin aufgehört, den Betrieb zu bewirtschaften. Sie habe aber noch einige Hühner besessen. Der Vertreter des Amtes für Landwirtschaft führte aus, der Betrieb sei seit mehr als zehn Jahren kein Landwirtschaftsbetrieb mehr und sei aus dem bäuerlichen Bodenrecht entlassen worden. Die Ökonomieteile seien nicht mehr genutzt und das Land an andere Bauern verpachtet worden. Die ehemalige Eigentümerin habe keine Grosstiere mehr gehalten. Der Vertreter des Baudepartementes informierte, der Betrieb sei 1972 noch landwirtschaftlich bewirtschaftet worden. 4.3 Gemäss Art. 24c Abs. 1 RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt. Zulässig sind die Erneuerung, die teilweise Änderung, die massvolle Erweiterung und der Wiederaufbau (Abs. 2). Der Anwendungsbereich von Art. 24c RPG ist auf Bauten und Anlagen beschränkt, die nicht mehr zonenkonform, d. h. durch eine nachträgliche Änderung von Erlassen oder Plänen zonenwidrig geworden sind (Art. 41 RPV; BGE 127 II 209 E. 2c). Die Bestandesgarantie von Art. 24c RPG erstreckt sich nur auf Bauten, die erstens ausserhalb der Bauzonen liegen, zweitens rechtmässig erstellt oder geändert wurden, drittens eine Rechtsänderung erfahren haben (im Rahmen derer sie neu einer Nichtbauzone zugewiesen wurden), viertens infolge dieser Rechtsänderung zonenwidrig geworden sind (da sie nicht landwirtschaftlich genutzt waren) und fünftens noch bestimmungsgemäss nutzbar sind. Im Falle des Wiederaufbaues muss schliesslich an der Nutzung ein ununterbrochenes Interesse bestehen. Für über längere Zeit verlassene Bauten kommt ein Wiederaufbau von vornherein nicht in Betracht (Art. 42 Abs. 4 RPV; Bundesamt für Raumentwicklung, Erläuterungen zur Raumplanungsverordnung, S. 46; Bundesamt für Raumentwicklung, Bewilligungen nach Art. 24c RPG: Änderungen an zonenwidrig gewordenen Bauten und Anlagen, S. 5). Es geht damit in erster Linie um Bauten, die vor dem 1. Juli 1972 in Übereinstimmung mit dem materiellen Recht erstellt und aufgrund einer späteren Rechtsänderung zonenwidrig geworden sind. Die Bestandesgarantie bezieht sich nicht auf Bauten, bei denen die Zonenwidrigkeit ohne Rechtsänderung, sondern allein durch tatsächliche Änderungen, wie namentlich die Aufgabe des Landwirtschaftsbetriebes, entstanden ist (BGE 129 II 28 E. 4.2.1; Peter Karlen, Die Ausnahmebewilligung nach Art. 24-24d RPG, System der neuen Regelung, in: ZBl 102/2001 S. 291, 296 f.). 4.4 Art. 41 RPV konkretisiert den Anwendungsbereich von Art. 24c RPG; es geht um Bauten, die durch eine nachträgliche Rechtsänderung zonenwidrig geworden sind. Die ehemalige Eigentümerin nutzte den in der Landwirtschaftszone liegenden und vor 1972 erstellten Betrieb - er wurde 1972 noch landwirtschaftlich genutzt (vgl. Ziff. 4.2) - ursprünglich zonenkonform. Mit der Aufgabe der landwirtschaftlichen Tätigkeit anfangs der 1980-er Jahre wurde er zonenwidrig. Mindestens zehn Jahre lang nutzte ihn niemand mehr landwirtschaftlich. 4.5 Die Zonenwidrigkeit beruht vorliegend nicht auf einer Rechtsänderung, sondern auf einem tatsächlichen Verhalten der ehemaligen Grundstückeigentümerin. Nicht erheblich ist, ob das Hühnerhaus im Zeitpunkt seiner Zerstörung noch nutzbar war. Wie das Verwaltungsgericht zutreffend erkannt hat, kommt damit ein Wiederaufbau des Hühnerstalles gestützt auf eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24c RPG nicht in Frage.