Citation: 9C_129/2019 E. 6.2

6.2. Ob die Beschwerdeführerin je beabsichtigt hatte, im Gesundheitsfall kinderlos zu bleiben, ist unerheblich. Der Reitunfall vom 5. Februar 2006 bzw. ihre daraus resultierende berufliche und private Neuorientierung mag die Gründung einer Familie begünstigt haben. Indessen kann nach der allgemeinen Lebenserfahrung und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge unter Berücksichtigung der menschlichen Natur nicht überwiegend wahrscheinlich davon ausgegangen werden, sie würde im Gesundheitsfall heute nicht Mutter sein. Weil derlei konkrete Lebenssituationen im Rahmen der Statusfrage als gegeben zu betrachten sind (vgl. BGE 133 V 477 E. 6.3 S. 487; Urteil 9C_915/2012 vom 15. Mai 2013 E. 4.2.1), muss dies konsequenterweise auch bei der hypothetischen Anschlussfrage gelten, welche berufliche Tätigkeit eine versicherte Person (in casu als Vollerwerbstätige) aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Gesundheitsfall ausüben würde. Mit Blick darauf ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung auf die offerierten Zeugenbefragungen betreffend die (für die hier relevanten Fragen unerhebliche) ursprüngliche Lebensplanung verzichtete.