Citation: 6B_1333/2016 E. 5.1.2

5.1.2. Die Beschwerdeführerin rügt in diesem Zusammenhang auch den Widerruf des Gutachtensauftrages durch die Vorinstanz und deren Verzicht, einen neuen zu erteilen, als bundesrechtswidrig. Das Obergericht legt zunächst überzeugend dar, dass die Durchführung des Auftrages am Verhalten der Beschwerdeführerin gescheitert ist. Diese kontaktierte den vorgesehenen Gutachter, obschon ihr dies vorgängig untersagt worden war. Sie erklärte hiebei nicht nur ausdrücklich, den medizinischen Experten nicht vom Berufsgeheimnis zu entbinden. Vielmehr äusserte sie sich in E-mails an den Gutachter auch in einer Weise, welche dieser als "sehr tendenziös, zum Teil sehr beleidigend und vulgär anderen Personen gegenüber formuliert" bezeichnete und als bedrohlich empfand. Der Experte verwies zudem auf das Verbot der persönlichen Kontaktnahme durch die Beschwerdeführerin. Er erklärte, unter diesen Umständen kein objektives Gutachten durchführen zu können. Das Obergericht begründet im Weiteren einlässlich, weshalb es die nach dem Widerruf des Gutachtensauftrages eingereichten Wiedererwägungsgesuche abweist. Es äussert dabei mit nachvollziehbarer Begründung Zweifel, dass sich die Beschwerdeführerin künftig einer Begutachtung unterziehen würde. Zudem setzt es sich mit dem Untersuchungsgrundsatz, dem Beschleunigungsgebot und dem Fairnessgebot auseinander, ohne hiebei Bundesrecht zu verletzen. Die Beschwerdeführerin macht sodann wohl geltend, das Obergericht hätte in Wahrung des Verhältnismässigkeitsprinzips seine Verfügung etwa mittels Ordnungsbussen durchsetzen müssen. Zudem stellt sie in Frage, ob es zulässig sei und Sinn mache, ein Gutachten ohne Beizug der begutachteten Person zu erstellen. Die Einwände verfangen aber offensichtlich nicht, verhinderte die Beschwerdeführerin doch mit ihrem eigenen Verhalten die vorgesehene Begutachtung, obschon sie diese Beweismassnahme zur Kausalität der Verletzungen selbst beantragt hatte.