Citation: 6B_1395/2021 E. 10.2

10.2. Die Vorinstanz erwägt, für den Beschwerdeführer sei bereits im Untersuchungsverfahren erkennbar gewesen, dass sich der Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz auch auf die Abhörprotokolle der Überwachung des Fernmeldeverkehrs stütze. Ihm seien anlässlich seiner Einvernahmen verfahrensrelevante Passagen aus den Abhörprotokollen vorgehalten worden. Er habe zudem umfassende Akteneinsicht ausgeübt. Trotzdem habe er damals weder die Bekanntgabe der Identität der übersetzenden Personen begehrt, um diese hinsichtlich ihrer Einsetzung, Unabhängigkeit und Fähigkeit zu prüfen, noch habe er die Unverwertbarkeit der Abhörprotokolle geltend gemacht. Dasselbe gelte für die von ihm bemängelte, angebliche Verletzung der Dokumentationspflicht. Indem er erst nach Ergehen des erstinstanzlichen Urteils die Unverwertbarkeit der Abhörprotokolle an der Berufungsverhandlung geltend gemacht habe, verstosse er gegen den Grundsatz von Treu und Glauben (angefochtenes Urteil S. 55 f.). Selbst wenn davon auszugehen sein sollte, dass die Rüge rechtzeitig erfolgt und begründet wäre, würde nichts gegen die Beweisverwertung sprechen. Die Strafverfolgungsbehörden hätten auf rechtmässigem Weg auf die Audiodateien zugreifen können. Im konkreten Fall gehe es um den Vorwurf der mehrfach qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Umfang von über einer Tonne Marihuana. Selbst bei Bejahung eines formellen Fehlers im Zusammenhang mit der Auswertung der Audiodateien würde aufgrund der vorzunehmenden Interessenabwägung nichts gegen deren Verwertung sprechen (angefochtenes Urteil S. 56 f.). Die Behauptung des Beschwerdeführers, er sei nicht im Besitze sämtlicher Akten gewesen bzw. im Zusammenhang mit der geheimen Abhörung des Personenwagens von E.________ seien die entscheidenden Gespräche nicht auf den von der Staatsanwaltschaft erstellten CDs enthalten gewesen, hätte er in einem früheren Prozessstadium geltend machen müssen. Diese Beanstandungen seien im Berufungsverfahren verspätet. Abgesehen davon habe die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer bzw. seinem Verteidiger und der Vorinstanz eine Kopie derselben CDs zugestellt, begleitet von den gleichen Akten. Es erhelle nicht, was sich nicht auf der CDs des Beschwerdeführers befunden habe solle (angefochtenes Urteil S. 59 f.).