Citation: 2C_28/2016 E. 2.1

2.1. Nach Art. 43 Abs. 1 AuG (SR 142.20) hat der ausländische Ehegatte von einer Person mit einer Niederlassungsbewilligung einen Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn er mit dieser zusammenwohnt. Der Anspruch setzt eine tatsächlich gelebte eheliche Beziehung und einen entsprechenden Ehewillen voraus (Urteil 2C_820/2010 vom 5. April 2011 E. 3.3; dazu auch THOMAS HUGI YAR, Von Trennungen, Härtefällen und Delikten - Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: Achermann et al. (Hrsg.), Jahrbuch des Migrationsrecht, 2013, S. 31 ff., 48 ff.). Mangelt es vorliegend am Ehewillen der Ehegattin, wie die Vorinstanz gestützt auf deren Aussage willkürfrei feststellen konnte, können abweichende Aussagen Dritter daran nichts ändern. Ob der Beschwerdeführer an der Ehe festhält, ist unbeachtlich; der Ehewille der Ehegattin kann nicht "erzwungen" werden. Diesbezüglich sind die impliziten Ausführungen des Beschwerdeführers und seines Anwalts bedenklich. Abwegig ist auch die Auffassung, dass die Aussage der Ehegattin nicht verwertbar wäre, weil die Befragung im Rahmen eines Verdachts auf Scheinehe ohne Anwesenheit des Beschwerdeführers durchgeführt wurde. Zum einen handelt es sich um ein höchstpersönliches Recht, an einer Ehe festzuhalten oder nicht. Zum anderen ist die Frage des Zusammenwohnens und dem daraus abgeleiteten Familiennachzug eine verwaltungsrechtliche Fragestellung; für das Verfahren (einschliesslich das Beweisverfahren) gilt, was die Vorinstanz ausgeführt hat (Art. 109 Abs. 3 BGG). Wie es sich in einem Strafverfahren verhält, kann hier offengelassen werden.