Citation: I 27/00 21.02.2001 E. 3

3.- Zu prüfen ist im Weitern, wie sich die Restarbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt. a) Das für den Einkommensvergleich massgebende hypothetische Einkommen ohne die Invalidität (Valideneinkommen) ist auf Grund der Angaben der früheren Arbeitgeberin unbestrittenermassen auf Fr. 54'460.- (13 x Fr. 4156.- zuzüglich 0.8 % Teuerung) festzusetzen. b) aa) Nimmt ein Versicherter nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf, können nach der Rechtsprechung für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Männliche Hilfsarbeiter, die vor Eintritt der Behinderung manuell tätig waren - und ebenso gelernte Arbeiter, die wegen der Behinderung ihren angestammten manuellen Beruf nicht mehr ausüben können -, werden in der Regel für Handlanger- und andere körperliche Arbeiten eingestellt. Der diesen Versicherten offen stehende Arbeitsmarkt ist allerdings nicht ausschliesslich auf solche Tätigkeiten beschränkt. In Industrie und Gewerbe werden Arbeiten, welche physische Kraft erfordern, in zunehmendem Masse durch Maschinen verrichtet, während den körperlich weniger belastenden Bedienungs- und Überwachungsfunktionen eine stetig wachsende Bedeutung zukommt; auch in diesen Bereichen stehen somit männlichen Hilfsarbeitern Stellen offen, ebenso im Dienstleistungssektor (ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b, 1989 S. 321 Erw. 4a). Entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung steht dem Versicherten für die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit ein breiter Fächer von Hilfstätigkeiten in der Industrie, im Gewerbe oder im Dienstleistungssektor offen. Dass Beschäftigungen im Produktionssektor nicht zumutbar wären, lässt sich den medizinischen Unterlagen nicht entnehmen. Nach ärztlicher Beurteilung ist dem Versicherten jede leichte und wechselbelastende Tätigkeit zu 50 % möglich und zumutbar, ohne dass weitere Einschränkungen zu beachten wären. Der Beschwerdeführer selber gibt an, er könnte im Gastgewerbe eine Teilzeitstelle ausüben. Nicht ersichtlich ist, weshalb dies nicht auch in einem Produktionsbetrieb möglich sein sollte. Dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht Lärm, Hitze, Staub oder Kälte ausgesetzt sein dürfte, ergibt sich aus den von der IV-Stelle eingeholten medizinischen Gutachten nicht. Zudem handelt es sich bei den erwähnten Verweisungstätigkeiten jeweils um solche, welche keine besonderen Sprachkenntnisse oder Ausbildung voraussetzen und auch Ausländern zugänglich sind. bb) Verwaltung und Vorinstanz haben das Invalideneinkommen auf Grund der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 1994 des Bundesamtes für Statistik festgesetzt. Danach betrug im Jahre 1994 der durchschnittliche Zentralwert des monatlichen Bruttolohnes von Männern im Privaten Sektor für einfache und repetitive Tätigkeiten bei 40 Arbeitsstunden pro Woche Fr. 4127.- (Tabelle A 1.1.1), somit bei einer betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.9 Stunden (vgl. LSE S. 42) Fr. 4323.-. Berücksichtigt man zudem die Nominallohnerhöhung von je 1.3 % in den Jahren 1995 und 1996 und von 0.5 % im Jahr 1997 (Die Volkswirtschaft, 2/2001, S. 81 Tabelle B 10.2), ergibt sich ein Gehalt von monatlich Fr. 4458.- oder im Jahr von Fr. 53'456.-. Umgerechnet auf das dem Beschwerdeführer zumutbare Pensum von 50 % ergibt dies ein Jahresgehalt von Fr. 26'728.-. Nicht zu beanstanden ist der vom Tabellenlohn vorgenommene Abzug von 25 %. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 126 V 79 Erw. 5b/aa-cc festgestellt hat, beurteilt sich die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, nach den gesamten persönlichen und beruflichen Umständen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) im konkreten Einzelfall, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist. Wenn Vorinstanz und Verwaltung mit Bezug auf den Beschwerdeführer den höchstzulässigen Abzug von 25 % vorgenommen haben, so ist dieser zwar hoch, im Rahmen der Angemessenheitsprüfung jedoch zu bestätigen. Das Invalideneinkommen beläuft sich damit auf Fr. 20'046.- (Fr. 26'728.- x 0.75). c) Bei einem Valideneinkommen von Fr. 54'460.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 20'046.- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von rund 63 %, womit nicht Anspruch auf eine ganze, sondern auf eine halbe Invalidenrente besteht.