Citation: 9C_693/2022 E. 3.4.1

3.4.1. In rechtlicher Hinsicht handelt es sich bei der Zustellfiktion um ein seit vielen Jahren etabliertes Rechtsinstitut (vgl. E. 3.1 f.). Das Institut findet sich darüber hinaus in Rechtserlassen, so namentlich im hier einschlägigen § 9 Abs. 2 StV/ZH. Dass nicht abgeholte Einschreibebriefe von Verwaltungs- und Gerichtsbehörden einen Fristenlauf bewirken können, darf sodann als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Auch wenn die Beschwerdeführerin davon tatsächlich keine Kenntnis gehabt haben sollte, vermag sie daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Es gilt der Grundsatz: "Nichtwissen schützt nicht." (vgl. Urteile 2C_543/2021 vom 27. Juli 2021 E. 2.3.4; 2F_4/2021 vom 12. Februar 2021 E. 2.2.2). Überdies hat sie vom Verfahren vor Steuerrekursgericht Kenntnis gehabt. Das Verfahren hat sie selbst eingeleitet (E. 1.1 f.). Entsprechend musste sie mit einer Zustellung des steuerrekursgerichtlichen Entscheids rechnen. Fristwiederherstellungsgründe sind weder geltend gemacht noch ersichtlich.