Citation: 1P.424/2001 05.10.2001 E. 3

3.- Die Beschwerdeführerin rügt die Feststellung des Obergerichts als willkürlich, sie habe ein Motiv zur Tatbegehung gehabt, da sie bereits vor der Tatzeit mit der Beschwerdegegnerin Streit gehabt habe. Es sei durchaus denkbar, dass jemand mit einer anderen Person Streit habe, ohne daraus für sich ein Motiv zur Beschimpfung zu erblicken. Diese Rüge geht fehl. Wohl führt nicht jeder Streit zu einer Beschimpfung wie auch nicht jeder Streit zu Tätlichkeiten oder gar zu einer Körperverletzung führt. Es ist jedoch notorisch und bedarf keiner weiteren Begründung, dass ein bestehender Streit ein Motiv für eine Beschimpfung sein kann. Eine solche Möglichkeit ist im vorliegenden Fall umso eher zu bejahen, als durch den Protokollauszug des Friedensrichteramtes des Kreises Windisch vom 2. November 1999 nachgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin am 13. September 1999 gegen die Beschwerdegegnerin Klage wegen Ehrverletzung erhoben hatte. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin findet sich in den Akten somit ein konkreter Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin ein Motiv für eine Beschimpfung gehabt haben könnte. Eine diesbezügliche Frage an die Beschwerdeführerin, die eine solche Frage ohnehin kaum bejaht hätte, erübrigte sich somit.