Citation: 1P.594/2002 05.12.2002 E. 3

Sodann rügt der Beschwerdeführer, der Haftrichter habe zu Unrecht angenommen, es bestehe Fluchtgefahr. 3.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts braucht es für die Annahme der Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich der Angeschuldigte, wenn er in Freiheit wäre, der Strafverfolgung und dem Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen würde. Die Schwere der drohenden Strafe darf als ein Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Vielmehr müssen die konkreten Umstände des betreffenden Falles, insbesondere die gesamten Verhältnisse des Angeschuldigten, in Betracht gezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 117 Ia 69 E. 4a S. 70, je mit Hinweisen). 3.2 Die Untersuchungsbehörde legt dem Beschwerdeführer vorsätzliche Tötung sowie mehrfachen Diebstahl, Raub und Raubversuch zur Last. Sollte es zu einer Verurteilung wegen dieser Straftaten kommen, so hätte der Beschwerdeführer mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen. Es lässt sich ohne weiteres annehmen, schon mit Rücksicht auf die Schwere der drohenden Strafe bestehe ein erheblicher Anreiz zur Flucht. Die kantonale Instanz hat - entsprechend der dargelegten Rechtsprechung des Bundesgerichts - nicht bloss diesen Umstand berücksichtigt, sondern auch die persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers in Betracht gezogen. Sie führte im angefochtenen Entscheid aus, der Beschwerdeführer sei nach seinen Aussagen arbeits- und mittellos. Sein Einkommen in Form einer Rente der Fürsorge belaufe sich auf Fr. 1'600.-- pro Monat. Früher sei er unter anderem als Türsteher bei einer Sicherheitsgesellschaft tätig gewesen. Der Beschwerdeführer sei 34 Jahre alt, portugiesischer Staatsangehöriger und mit einer Portugiesin verheiratet. Der grösste Teil seiner Verwandtschaft, zu welcher er ein gutes Verhältnis pflege, lebe in Portugal. Gegen die Annahme einer Fluchtgefahr spreche lediglich der Umstand, dass der Beschwerdeführer seine Ehefrau und seine zwei Kinder in der Schweiz habe. Da er sich aber immer wieder während längerer Zeit ausserhalb der ehelichen Wohnung aufhalte, relativiere sich dieser Umstand. In der staatsrechtlichen Beschwerde wird nichts vorgebracht, was geeignet wäre, diese Überlegungen der kantonalen Instanz als verfassungswidrig erscheinen zu lassen. Die kantonale Instanz konnte ohne weiteres annehmen, auch aufgrund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers bestünden gewichtige Indizien für eine Fluchtgefahr. Werden die gesamten Verhältnisse des Beschwerdeführers in Betracht gezogen, so verletzte der Haftrichter die Verfassung nicht, wenn er den Haftgrund der Fluchtgefahr bejahte.