Citation: 7B_577/2024 E. 2

Der Beschwerdeführer bestreitet den allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachtes von Verbrechen oder Vergehen (Art. 221 Abs. 1 Ingress StPO) nicht in substanziierter Weise. Er wendet sich gegen die Annahme von Fluchtgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO) und rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV), indem die Vorinstanz ihre Begründungspflicht verletzt habe. Selbst wenn Fluchtgefahr gegeben wäre, könne dieser mit Ersatzmassnahmen für Haft ausreichend begegnet werden. Er macht im Wesentlichen geltend, eine Flucht in seinen Heimatstaat Ukraine sei wegen des dortigen Kriegsgeschehens und der bestehenden Wehrpflicht nicht wahrscheinlich. Neben Zielen im Osten und Süden des Landes würden regelmässig auch Gebiete in der Zentralukraine und im Westen des Landes von der russischen Armee bombardiert. Die Annahme der Vorinstanz, er könnte in sein Heimatland flüchten, sei gewagt. Er beabsichtige nicht, Wehrdienst zu leisten, weshalb ihm in der Ukraine jedenfalls eine Geldstrafe oder ein Führerausweisentzug wegen Wehrdienstverweigerung drohe. Ob er als 50-Jähriger ohne militärische Ausbildung sogar gegen seinen Willen "als Frontsoldat eingesetzt" werden könnte, sei unklar. Für einen ihm drohenden Fronteinsatz spreche, dass laut einem Zeitungsartikel "die Mehrheit der heute an der Front dienenden ukrainischen Soldaten über 40 Jahre alt" seien. Er sei "nicht bereit, einfach zu hoffen, dass er nicht an die Front geschickt" würde. Auch ein "Untertauchen" in der Ukraine sei nach Ansicht des Beschwerdeführers unwahrscheinlich bzw. mit erheblichen Risiken und Unsicherheiten verbunden. Eine ihm in der Schweiz allenfalls drohende Strafe stelle derzeit kein erhebliches Fluchtindiz (mehr) dar. Er habe seit mehr als 10 Jahren mit Frau und Kind in der Schweiz gewohnt und sei vorstrafenlos. Die Annahme von Fluchtgefahr verletze Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO.