Citation: 6B_951/2017 E. 1.3.1

1.3.1. Gemäss den verkehrsmedizinischen Gutachten der Institute für Rechtsmedizin der Universitäten Zürich und Bern sprechen der Unfallablauf und die diesbezüglichen Angaben des Beschwerdeführers, etwa die Weckreaktion beim Aufprall, eindeutig für einen Sekundenschlaf als Unfallursache. So sei er seit mehreren Stunden unterwegs gewesen und habe trotz Temperaturen von über 30 Grad seit dem Frühstück nichts mehr getrunken. Gegenüber der Polizei habe er ausgesagt, nach einem "Blackout" als erstes das Auslösen des Airbags gehört zu haben. Eine Blut- und Urinprobe habe subtherapeutische Mengen von Schlaf- und Beruhigungsmedikamenten ergeben, welche zusammen mit der Hitze und der langen Fahrdauer zu erhöhter Schläfrigkeit und zum Nachlassen der Konzentration führen könnten. Daran ändere nichts, dass der Beschwerdeführer in der Nacht davor ausreichend geschlafen habe bzw. dass seine Schlafapnoe adäquat therapiert sei. Er habe weder vor noch nach dem Unfall gesundheitliche Symptome, namentlich Begleiterscheinungen eines Vorhofflimmerns, wie z.B. Übelkeit, Schwitzen, Kältegefühl, Herzrasen oder Herzstolpern beklagt. Für die behauptete kardiologisch bedingte kurze Bewusstlosigkeit (sog. Synkope) gebe es keine Anzeichen. Diese stelle eine bloss theoretische Möglichkeit dar, welche nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" keine vernünftigen Zweifel an der festgestellten Unfallursache auszulösen vermöge.