Citation: 5A_489/2010 06.12.2010 E. 4

4.1 Nach Art. 736 Abs. 1 ZGB kann der Belastete die Löschung einer Dienstbarkeit verlangen, sofern sie für das berechtigte Grundstück alles Interesse verloren hat (vgl. im vorliegenden Zusammenhang auch das Urteil 5A_236/2008 vom 25. September 2008 E. 4.1 ff., in: ZBGR 2009 S. 314 ff.). 4.2 Unter dem Interesse für das berechtigte Grundstück beziehungsweise dem Interesse der Berechtigten versteht die Rechtsprechung das Interesse des Eigentümers des berechtigten Grundstücks an der Ausübung der Dienstbarkeit gemäss deren Inhalt und Umfang, der sich aus Art. 738 ZGB ergibt. Demnach ist in erster Linie auf den Grundbucheintrag abzustellen. Ist der Eintrag nicht klar, ist auf den Erwerbsgrund - gemeint ist der Dienstbarkeitsvertrag als Begründungsakt - abzustellen. Soweit auch dieser nicht schlüssig ist, kann sich der Inhalt der Dienstbarkeit aus der Art ergeben, wie sie während längerer Zeit unangefochten und in gutem Glauben ausgeübt worden ist (BGE 132 III 651 E. 8 S. 655 f.). Für die Beurteilung, ob das Interesse im Sinne von Art. 736 Abs. 1 ZGB verloren gegangen ist, muss vom Grundsatz der Identität der Dienstbarkeit ausgegangen werden. Dieser besagt, dass eine Dienstbarkeit nicht zu einem andern Zweck aufrechterhalten werden darf als jenem, zu dem sie errichtet worden ist. Die Ausübung der Dienstbarkeit darf auch nicht auf einen zusätzlichen, mit dem ursprünglichen nicht identischen Zweck ausgeweitet werden - fällt der ursprüngliche Zweck dahin, darf die Dienstbarkeit nicht zu einem anderen Zweck aufrechterhalten werden. Zu prüfen ist somit in erster Linie, ob die Eigentümer des berechtigten Grundstücks noch ein Interesse daran haben, die Dienstbarkeit zum ursprünglichen Zweck auszuüben, und wie sich dieses Interesse zu jenem verhält, das anlässlich der Begründung der Dienstbarkeit bestand. Dabei bestimmt sich die Interessenlage der Eigentümer des berechtigten Grundstücks nach objektiven Kriterien (zum Ganzen BGE 130 III 554 E. 2 S. 556 mit Hinweisen; 132 III 651 E. 8 S. 656; 114 II 426 E. 2 S. 428 f.). 4.3 Die Beschwerdeführer rügen vor Bundesgericht eine Verletzung von Art. 736 Abs. 1 ZGB, da das Obergericht fälschlicherweise angenommen habe, es liege ein Verlust des Interesses an der Dienstbarkeit vor. Damit habe das Obergericht übersehen, dass ihr Interesse darin liege, über das Grundstück Nr. 1096 der Beschwerdegegner an das am See liegende Grundstück Nr. 1142 zu gelangen, das zu 5/6 im unselbständigen Eigentum des Grundstücks Nr. 756 (dem zulasten des Grundstücks Nr. 1096 gerade kein Wegrecht zukommt) stehe. Mit anderen Worten verfügten die Stockwerkeigentümer des Grundstücks Nr. 756 über ein Wegrecht zulasten des Grundstücks Nr. 1096 nur noch Kraft ihres Miteigentums am Grundstück Nr. 783 (vgl. auch E. 2.3 oben). Damit bestehe das Interesse des berechtigten Grundstücks Nr. 783 am fraglichen Wegrecht "im Interesse an der Nutzung des Miteigentumsgrundstückes Nr. 1142".