Citation: 4C.62/2004 05.05.2004 E. 3

Die Klägerin rügt weiter, die Vorinstanz hätte die Beweislastregel von Art. 8 ZGB zur Anwendung bringen und gegen den Beklagten entscheiden müssen; denn dieser habe mit seinen gegenteiligen Schutzbehauptungen eine für ihn günstige Rechtsfolge bewirken wollen. Soweit überhaupt ersichtlich ist, worauf die Klägerin mit diesen Vorbringen hinaus will, verkennt sie die Tragweite von Art. 8 ZGB. Diese Bestimmung regelt im Bereich des Bundesprivatrechts zunächst die Verteilung der Beweislast und verleiht darüber hinaus der beweisbelasteten Partei das Recht, zu dem ihr obliegenden Beweis zugelassen zu werden. Indessen schreibt sie dem Sachgericht nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist oder wie die Beweise zu würdigen sind. Die Schlüsse, die das kantonale Gericht in tatsächlicher Hinsicht aus Beweisen und konkreten Umständen zieht, sind im Berufungsverfahren nicht überprüfbar (BGE 122 III 219 E. 3c). Auf die Berufung ist somit nicht einzutreten, soweit die Klägerin Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung übt (BGE 127 III 73 E. 6a). Die Vorinstanz ist in Würdigung der Beweise zu einem Beweisergebnis gelangt und hat nicht auf Beweislosigkeit geschlossen. In einem solchen Fall ist die Beweislastverteilung gegenstandslos, was einen Verstoss gegen Art. 8 ZGB ausschliesst (BGE 114 II 289 E. 2a).