Citation: H 218/00 09.01.2001 E. 3

3.- a) Die im vorliegenden Fall massgebenden rechtlichen Grundlagen (Art. 52 AHVG, Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV) und die zur subsidiären Haftbarkeit der Organe (vgl. statt vieler BGE 123 V 15 Erw. 5b) sowie zur Haftungsvoraussetzung des zumindest grobfahrlässigen Verschuldens (BGE 108 V 186 Erw. 1b, 193 Erw. 2b; ZAK 1985 S. 576 Erw. 2, 619 Erw. 3a) ergangene Rechtsprechung finden sich im kantonalen Entscheid zutreffend wiedergegeben. Richtig sind auch die Ausführungen zur Verwirkung der Schadenersatzforderung (Art. 82 Abs. 1 AHVV; BGE 119 V 92 Erw. 3) und zum Zeitpunkt der Kenntnis des Schadens (BGE 121 III 388 Erw. 3b, 119 V 92 Erw. 3). Es kann darauf verwiesen werden. Zu ergänzen ist, dass das Eidgenössische Versicherungsgericht seine konstante Rechtsprechung, wonach praxisgemäss in der Regel die Schadenskenntnis im Zeitpunkt der Auflage des Kollokationsplans gegeben ist, auch unter der Herrschaft der am 1. Januar 1997 in Kraft getretenen Änderung und Straffung der Privilegienordnung des Art. 219 Abs. 4 SchKG bestätigt hat (zur Publikation vorgesehenes Urteil B. vom 6. November 2000, H 137+144/00). b) Was die rechtzeitige Geltendmachung des Schadenersatzes betrifft, so hat das kantonale Gericht zutreffend auf die Ende März 1998 erfolgte Auflage des Kollokationsplanes abgestellt und die Schadenersatzverfügung vom 1. Juli 1998 als rechtzeitig betrachtet. Es hat ferner zu Recht Wert auf die Tatsache gelegt, dass der Konkurs im ordentlichen Verfahren durchgeführt worden ist, weshalb den fünf in den Jahren 1995-1997 für Beitragsforderungen ausgestellten Pfändungsurkunden, welche jeweils die gleichen acht Werkzeuge zum Gegenstand hatten, für die Annahme einer früheren Schadenskenntnis keine massgebende Bedeutung zukommt. Zum Einen führten die Pfändungen weder zu einem provisorischen (ZAK 1991 S. 127 unten, 1988 S. 299) noch zu einem definitiven Verlustschein, zumal es wegen der Konkurseröffnung nicht zu einer Pfandverwertung kam. Zum Andern liegen nach den verbindlichen Feststellungen(vgl. Erw. 2 hievor) des kantonalen Gerichts keine Umstände vor, welche ein Abweichen vom Regelzeitpunkt der Auflage des Kollokationsplanes rechtfertigen würden. Nichts zu ändern vermögen daher die Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, zu welchen bereits das kantonale Gericht mit überzeugender Begründung Stellung bezogen hat. c) Wie das kantonale Gericht des Weitern verbindlich festgestellt hat (vgl. Erw. 2 hievor), lieferte die konkursite Firma in den Jahren 1991-1996 die paritätischen Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr vollständig ab. Damit verstiess sie während Jahren gegen die Beitragszahlungs- und -abrechnungspflicht und missachtete dadurch Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG. Dieses Verschulden der Arbeitgeberin hat die Vorinstanz zu Recht auch der Beschwerdeführerin als grobfahrlässiges Verhalten angerechnet. Es kann in diesem Zusammenhang auf die einlässlichen Erwägungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden, namentlich was den Einwand betrifft, der als Verwaltungsratspräsident amtende Ehemann habe der Beschwerdeführerin auf entsprechende Fragen hin den schlechten finanziellen Zustand der Aktiengesellschaft beschönigt. Nachdem die Beschwerdeführerin sowohl Zahlungsbefehle entgegengenommen hatte als auch bei einer Pfändung anwesend gewesen war, hätte sie sich nicht mit den ihr vom Ehemann erteilten Auskünften begnügen dürfen, sondern sie hätte zusätzliche Abklärungen oder Rückfragen bei der Ausgleichskasse tätigen müssen. Das kantonale Gericht ist daher zu Recht davon ausgegangen, unter diesen Umständen müsse auch der Beschwerdeführerin ein grobfahrlässiges Verhalten zur Last gelegt werden.