Citation: 4A_151/2016 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz hat ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe mit ihrem Schreiben vom 19. Juni 2009 mindestens sinngemäss bestritten, dass der gesamte PU-Boden an einem Werkmangel leide. Nach ihrer Nachbesserung in 2-3 "Musterzimmern" habe sie sich nicht mehr bei der Beschwerdegegnerin gemeldet. Die Beschwerdegegnerin habe aber eine Kontaktnahme erwarten dürfen, da die Beschwerdeführerin eine solche mit Hinweis auf laufende Abklärungen in Aussicht gestellt habe. Nachdem sich die Beschwerdegegnerin mit Einschreiben vom 25. März 2010 erneut an die Beschwerdeführerin gewandt habe, habe diese eine Besichtigung zum Zweck der Prüfung einer allfälligen Nachbesserungspflicht verlangt. Gleichzeitig habe sie aber erklärt, es sei nicht korrekt, dass die Parteien eine Mindestschichtstärke des PU-Bodens von 2-3 mm vereinbart hätten; zudem werde bei rund einem Drittel der Messpunkte der Mittelwert von 1.6 mm erreicht bzw. teilweise erheblich überschritten. Die Reaktion der Beschwerdeführerin sei mithin mehrdeutig ausgefallen: Zum einen habe sie eine Haftung für Werkmängel scheinbar nicht ausgeschlossen, zum andern habe sie das Vorliegen eines Werkmangels grösstenteils bestritten. Entscheidend seien aber die Ergebnisse der gemeinsamen Besichtigung vom 20. April 2010. Anlässlich der Besichtigung der drei nachgebesserten Musterzimmer habe die Beschwerdeführerin (gemäss Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 28. April 2010) dezidiert die Auffassung vertreten, die Schäden, welche der PU-Boden aufweisen würden, seien nicht von ihr zu vertreten bzw. könnten (soweit überhaupt erforderlich) mittels Neuauftragen einer ca. 1 mm PU-Schicht behoben werden. Mit dieser Aussage habe die Beschwerdeführerin ihre Haftung endgültig verneint. Zwar habe die Beschwerdeführerin offenbar hinzugefügt, "bzw." die Schäden könnten mittels Neuauftragen einer PU-Schicht behoben werden, so dass sich fragen könnte, wie dieses "bzw." zu verstehen sei. Es gelte aber zu bedenken, dass es kein Wortprotokoll der Besichtigung vom 20. April 2010 gebe. Aktenkundig sei bloss die nachträgliche Zusammenfassung der Haltung der Beschwerdeführerin. Ihre Aussage gemäss Protokoll sei daher schwerpunktmässig zu lesen. Der Schwerpunkt habe dabei in der Erklärung gelegen, die Beschwerdeführerin habe die Schäden nicht zu vertreten. Dass sie offenbar noch etwas hinzugefügt habe, zeige bloss, dass ihre Bereitschaft höchstens darin bestanden habe, sichtbare Beschädigungen am Boden nachzubessern, nicht aber den eigentlichen Werkmangel, die ungenügende Schichtdicke des gesamten PU-Bodens. Der Zusatz "soweit überhaupt erforderlich" lasse schliesslich darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin nicht vom Vorliegen eines Werkmangels ausgegangen sei, sondern diesen vielmehr bestritten habe. Insgesamt sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin einen Werkmangel mehrfach bestritten habe. Auch im Verfahren vor Handels- und Bundesgericht habe die Beschwerdeführerin die Mangelhaftigkeit des Werks stets bestritten. Sie habe allein die sichtbaren Beschädigungen anerkannt und allenfalls Bereitschaft gezeigt, diese zu sanieren. Daneben habe die Beschwerdeführerin ihre Haftung aber endgültig verneint. Sie habe die von der Beschwerdegegnerin anbegehrte Nachbesserung der ungenügenden Schichtstärke der PU-Böden in 240 Zimmern sowie Gängen und Treppen nicht vornehmen wollen. Damit liege eine ausdrückliche Weigerung seitens der Beschwerdeführerin vor, die verlangte vollständige Nachbesserung vorzunehmen.