Citation: U 122/03 18.05.2005 E. 3

3.1 Gemäss Gutachten der medizinischen Begutachtungsstelle R.________ vom 17. August 1999 leidet der Beschwerdeführer an einem zervikozephalen Syndrom mit Blockierung des rechten Kopfgelenkes (C0/C1), einer muskulären Dysbalance bei Status nach HWS-Distorsion sowie neuropsychologischen Defiziten. Frau Dr. med. H.________ hält in ihrem Konsiliarbericht fest, es habe sich um ein klassisches Beschleunigungstrauma der HWS mit sehr wahrscheinlich zusätzlicher Einwirkung von Scherkräften beim Unfallmechanismus gehandelt. Es liege eine zervikozephales und postcommotionelles Beschwerdesyndrom vor, wobei die postcommotionelle Symptomatik eindeutig im Vordergrund stehe. Frau Dr. med. H.________ stützt sich u.a. auf die neuropsychologische Abklärung des Spitals Z.________. Des Weiteren gelangte der Neurologe Dr. med. I.________ im Gutachten vom 25. Oktober 2000 zum Schluss, der Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers sei vollumfänglich auf das versicherte Ereignis zurückzuführen; zwischen den subjektiven Beschwerden und den erhobenen Befunden bestünden keine Differenzen. Dem gegenüber verneinte Administrativgutachter PD Dr. med. K.________ in der Expertise vom 8. Juli 1999 den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den anhaltenden Beschwerden. Dabei verwies er auf die eher leichtgradige Heckkollision, die Befähigung, nach dem Unfall eine zehntägige Pyrenäenreise mit einem schweren Motorrad als Fahrer anzutreten sowie die Tatsache, dass der erste Arztbesuch drei Wochen nach der Kollision erfolgte. 3.2 Aufgrund der Gutachten der medizinischen Begutachtungsstelle R.________ vom 17. August 1999 und des Dr. med. I.________ (vom 25. Oktober 2000) ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen der Auffahrkollision vom 17. Juli 1996 mit Beschleunigungstrauma der HWS und den andauernden Beschwerden des Versicherten im Sinne der vorstehend zitierten Rechtsprechung zu bejahen. Die gegenteilige Beurteilung des PD Dr. med. K.________ vermag hieran nichts zu ändern. Abgesehen davon, dass er das Unfallgeschehen allein aus der Optik des Chirurgen beurteilt, wogegen in der medizinischen Begutachtungsstelle R.________ eine polydisziplinäre Abklärung vorgenommen wurde, die auch die Resultate der neuropsychologischen Untersuchung am Spital Z.________ berücksichtigt, vermögen seine Folgerungen aus verschiedenen Gründen nicht zu überzeugen. Zwar trifft es zu, dass sich der Beschwerdeführer einige Tage nach dem Unfall auf eine Motorradreise begab, ohne zuvor ärztliche Hilfe in Anspruch genommen zu haben. Indessen gilt es zu beachten, dass P.________ im Schreiben vom 27. Dezember 2002 an die Vorinstanz festhielt, dass der Beschwerdeführer schon vor der gemeinsamen Motorradreise im Sommer 1996 von Nackenschmerzen, mehr oder weniger Kopfdruck, Schreckhaftigkeit, ungewöhnlich schneller Ermüdung und Schlafstörungen berichtet habe. Da der Versicherte jedoch gedacht habe, dass die nach dem Unfall aufgetretenen gesundheitlichen Folgen wieder verschwinden würden, hätten sie beschlossen, die Reise trotzdem anzutreten. Im Weiteren schildert P.________, dass der Versicherte während der Reise schnell ermüdet sei und sich zwischen den einzelnen Reiseetappen kaum habe erholen können. Aufgrund dieser Aussagen, an deren Beweiskraft zu zweifeln auch mit Blick auf den Zeitablauf kein Anlass besteht, kann als erstellt betrachtet werden, dass der Versicherte bereits wenige Tage nach dem Unfall an Nackenbeschwerden und teilweise an Kopfschmerzen litt, jedoch keinen Arzt konsultierte in der Annahme, die nach der Auffahrkollision aufgetretenen gesundheitlichen Beschwerden würden sich von selbst zurückbilden. Entgegen der Auffassung des PD Dr. med. K.________ kann aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer nach dem Ereignis zunächst keinen Arzt konsultierte, nicht auf eine mehrtägige Latenzzeit zwischen dem Unfall und dem Auftreten von Nackenbeschwerden geschlossen werden, was nach der auf dem medizinischen Schrifttum beruhenden Rechtsprechung in der Tat die Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs zur Folge hätte (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 Erw. 5e mit Hinweisen). Denn die Latenzzeit bezieht sich nicht auf den Zeitraum zwischen Unfall und erstem Arztbesuch, sondern auf die Zeit zwischen dem Ereignis und dem Auftreten von Beschwerden und medizinischen Befunden in der Halsregion oder an der HWS.