Citation: 8C_23/2020 E. 5.4

5.4. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin die Ermittlung des Invaliditätsgrades nach der gemischten Methode und schliesst unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % auf einen Invaliditätsgrad von 55 % resp. auf eine halbe Invalidenrente. Entgegen der Ansicht der Versicherten ist der (allfällige) Rentenanspruch für die Zeit von März 2015 bis April 2017 nicht gestützt auf die seit 1. Januar 2018 geltende Rechtslage zu ermitteln. Anwendbar sind vielmehr die Bestimmungen, die im Zeitpunkt des massgebenden Sachverhalts in Kraft standen (BGE 144 V 224 E. 6.1.1 S. 232; 141 V 657 E. 3.5.1 S. 661, je mit Hinweisen; vgl. zum Unterschied der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Rahmen der gemischten Methode nach der bisherigen und nach der neuen Rechtslage das Beispiel bei FREY/LANG, Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 28 zu Art. 16 ATSG). Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz war der Versicherten eine angepasste Tätigkeit in der Zeit von März 2015 bis April 2017 zu durchschnittlich 40 % und ab Mai 2017 zu 100 % zumutbar. Weiter hielt sie fest, die Aufteilung in 80 % Erwerbsbereich und 20 % Haushaltsbereich sei nicht umstritten. In der Folge stellt sie einen Invaliditätsgrad von 40 % ab März 2015 und von 0 % ab Mai 2017 fest. Zwar verwies sie darauf, dass die IV-Stelle zu Recht auf die Tabellenwerte der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamt für Statistik (BFS) abgestellt habe, übernahm aber weder die von der IV-Stelle vorgenommene Ermittlung des Invaliditätsgrades noch führte sie selber einen Einkommensvergleich (gestützt auf die LSE) durch. Insofern fehlt für den von ihr festgestellten Invaliditätsgrad von 40 % ab März 2015 eine nachvollziehbare Begründung. Ausgehend von der LSE 2014 ergibt sich für Frauen in einer Hilfstätigkeit (TA1: Frauen, Total, Kompetenzniveau 1) unter Aufrechnung auf eine betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, Statistik der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit) sowie unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für 2015 für Frauen von 0.5 % (BFS, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne) ein Valideneinkommen von Fr. 56'482.65 resp. von Fr. 45'186.10 bei einem Erwerbsanteil von 80 %. Da auch beim Invalideneinkommen von den Tabellenwerten der LSE auszugehen ist, resultiert bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 40 % ein solches von Fr. 22'593.05 (0.4 x Fr. 56'482.65). Die Beschwerdeführerin rügt, es sei ein invaliditätsbedingter Leidensabzug von 10 % zu gewähren. Da die Vorinstanz keinen Einkommensvergleich vorgenommen hat, äussert sie sich nicht dazu. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 10. November 2017 keinen Abzug gewährt, ohne dies jedoch zu begründen. Die Versicherte führt ihrerseits nicht aus, weshalb der Verzicht auf einen leidensbedingten Abzug bundesrechtswidrig sein soll resp. aus welchen Gründen ein solcher von 10 % berechtigt wäre. Es ist deshalb nicht ersichtlich, gestützt auf welche Umstände, die nicht bereits im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils berücksichtigt worden sind (vgl. etwa die Urteile 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1, 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5.2 und 8C_314/2019 vom 10. September 2019 E. 6.2), ein Abzug angebracht wäre, so dass ohne weitere Ausführungen davon abgesehen werden kann. Damit bleibt es beim Invalideneinkommen von Fr. 22'593.05. Dies ergibt im erwerblichen Bereich einen Invaliditätsgrad von 50 % (100 % - [Fr. 22'593.05 x 100 % : Fr. 45'186.10]). Vor Bundesgericht ist die Beurteilung der zumutbaren Tätigkeiten im Haushaltsbereich nicht mehr angefochten, so dass mit der Vorinstanz von einer diesbezüglich fehlenden Einschränkung auszugehen ist. Bei der Gewichtung im Rahmen der gemischten Methode resultiert ein Gesamtinvaliditätsgrad von 40 % (50 % x 0.8 + 0 % x 0.2). Im Ergebnis ist demnach die für die Zeit von März 2015 bis Juli 2017 (Art. 88a IVV) zugesprochene Viertelsrente zutreffend. Eine genaue Ermittlung des Invaliditätsgrades für die Zeit nach Erstattung des ZMB-Gutachtens vom 25. April 2017 erübrigt sich, da angesichts der vollen Zumutbarkeit einer angepassten Erwerbstätigkeit sowie der fehlenden Einschränkung im Haushalt offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 % gegeben ist.