Citation: 9C_31/2022 E. 2.2.3

2.2.3. Im Obligatoriumsbereich besteht kein Anspruch der Hinterlassenen oder der Erben auf ein Todesfallkapital der beruflichen Vorsorge. Der Begriff des Todesfallkapitals selbst kommt im BVG nicht vor; er stammt aus der Privatversicherung. Gelangt beim Tod der versicherten Person anstelle oder auch zusätzlich zu den obligatorischen oder reglementarischen Leistungen ein Teil des Altersguthabens zur Auszahlung, handelt es sich um eine überobligatorische Leistung. Diese ist durch das Reglement der Vorsorgeeinrichtung begründet (vgl. Hans-Ulrich Stauffer, Berufliche Vorsorge, 3. Aufl. 2019, S. 318 f. Rz. 983 f.). 2.2.3.1. Unter dem Titel "Todesfallkapital" findet sich in Art. 21 des seit 1. Januar 2020 geltenden, im Zeitpunkt des Todes von B.________ anwendbaren Vorsorgereglements, Allgemeine Bestimmungen (AB), der Beschwerdegegnerin (nachfolgend: Vorsorgereglement) Folgendes: " 1 Stirbt eine versicherte Person vor dem Bezug einer Alters- oder Invalidenrente, ohne dass ein Anspruch auf eine Ehegatten-, Lebenspartnerrente oder eine Rente an den geschiedenen Ehegatten entsteht, wird ein Todesfallkapital fällig, sofern ein solches im Vorsorgeplan versichert ist. 2 Anspruch auf das Todesfallkapital haben: a. der überlebende Ehegatte; b. bei dessen Fehlen die Kinder der versicherten Person, die Anspruch auf eine Waisenrente im Sinne dieses Reglements haben; c. bei deren Fehlen die natürlichen Personen, die von der versicherten Person in erheblichem Masse unterstützt worden sind, oder die Person, die mit dieser in den letzten fünf Jahren bis zu ihrem Tod ununterbrochen eine Lebensgemeinschaft mit einem gemeinsamem Wohnsitz geführt hat oder die für den Unterhalt eines oder mehrerer gemeinsamer Kinder aufkommen muss; d. bei deren Fehlen die Kinder der verstorbenen Person, die keinen Anspruch auf eine Waisenrente im Sinne dieses Reglements haben. 3 [...] 4 Die Höhe des Todesfallkapitals wird im Vorsorgeplan festgelegt. 5 [...]." 2.2.3.2. Art. 11 des Vorsorgereglements, Vorsorgeplan Arbeitnehmer (AN), gültig ab 1. Januar 2020 (nachfolgend: Vorsorgeplan) sieht vor ("Todesfallkapital") : "Das Todesfallkapital entspricht dem am Todestag vorhandenen Alterskontoguthaben. Von diesem wird eine allfällige Kapitalabfindung an den überlebenden Ehegatten abgezogen."