Citation: C 20/98 15.09.2000 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin für den gesamten Arbeitsausfall im Monat Januar 1997 von 57,95 % Kurzarbeitsentschädigung beanspruchen kann. a) Verwaltung und Vorinstanz haben dies verneint mit der Begründung, die Beschwerdeführerin habe am 14. Oktober 1996 für die Zeit vom 23. Oktober 1996 bis 31. Januar 1997, mithin auch für Januar 1997, Kurzarbeit von 30 % vorangemeldet. Weiche das tatsächliche Ausmass der Kurzarbeit vom ursprünglich gemeldeten Arbeitsausfall später erheblich ab, so sei vom Arbeitgeber zu verlangen, dass er dies umgehend melde, um die rechtzeitige Überprüfung des Entscheides durch das Arbeitsamt sicherzustellen. Im Betrieb der Beschwerde führenden Firma sei im fraglichen Monat laut der aufgelegten Abrechnung von Kurzarbeit statt der angemeldeten 30 %igen Kurzarbeit eine solche von 57,95 % eingetreten. Dies entspreche 645 Ausfallstunden, die mit den 1113 Sollstunden in dieser Abrechnungsperiode in Beziehung zu setzen seien. Nach Art. 41 Abs. 1 AVIG könne die kantonale Amtsstelle Arbeitnehmern, die von ganz- oder halbtägigem Arbeitsausfall betroffen seien, eine geeignete zumutbare Zwischenbeschäftigung (Art. 16 AVIG) zuweisen. Dazu sei das Arbeitsamt jedoch nur in der Lage, wenn es die näheren Umstände der Kurzarbeit, darunter auch deren Ausmass, kenne. Ohne Meldung über die Erhöhung der Kurzarbeit von 30 % auf über 55 % habe das Amt gar keine Kenntnis darüber, dass allenfalls die Voraussetzungen für eine Anordnung gemäss Art. 41 Abs. 1 AVIG erfüllt sein könnten. Unter dem Gesichtspunkt der Missbrauchsverhütung sei Art. 36 Abs. 2 lit. b AVIG - unter Berücksichtigung der Verwaltungspraxis gemäss Rz 114 KS-KAE - demnach dahin zu verstehen, dass der Arbeitgeber die Erhöhung des Arbeitsausfalls, soweit die Abweichung von seiner ursprünglichen Anmeldung wenigstens 20 % betrage, dem Arbeitsamt in Nachachtung der für die Voranmeldung geltenden Fristen erneut melden müsse. b) Die Voranmeldung zur Kurzarbeit dient in erster Linie der Sicherung der Kontrollmöglichkeiten der kantonalen Amtsstellen. Zur Vermeidung von Missbräuchen ist die Verwaltung in diesem Bereich in besonders hohem Ausmass auf eine sofortige Überprüfung der vom Kurzarbeit nachsuchenden Arbeitgeber gemachten Angaben angewiesen, da rückwirkende Abklärungen - insbesondere wegen unvorgesehener Veränderungen wirtschaftlicher Natur - häufig keine zuverlässigen Aufschlüsse mehr ergeben können (BGE 114 V 124 Erw. 3b mit Hinweis). Damit aber die Amtsstelle ihrer Prüfungspflicht - wie auch ihrer Möglichkeit, den von ganz- oder halbtägigem Arbeitsausfall betroffenen Arbeitnehmern eine geeignete zumutbare Zwischenbeschäftigung zuzuweisen (Art. 41 Abs. 1 AVIG) - nachkommen kann, ist sie darauf angewiesen, dass ihr Antrag und Unterlagen rechtzeitig zugehen (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. Soziale Sicherheit, Rz 419). Dies gilt nicht nur bei der erstmaligen Anmeldung der Kurzarbeit oder bei deren Erneuerung im Sinne von Art. 36 Abs. 1 Satz 3 AVIG, sondern auch dann, wenn sich der ursprünglich gemeldete Arbeitsausfall in der Folge wesentlich erhöht (Thomas Nussbaumer, a.a.O., Rz 425). Kommt der Arbeitgeber dieser Nachmeldepflicht ohne entschuldbaren Grund nicht nach, fragt es sich, ob, und wenn ja, in welchem Ausmass er für den nicht angemeldeten Teil der Kurzarbeit Entschädigung beanspruchen kann. Diese Frage kann jedoch im vorliegenden Fall ebenso offen gelassen werden wie jene, ob der prozentuale Zuschlag gemäss Rz 114 KS-KAE absolut (z.B. Erhöhung von 30 auf 50 %) oder relativ (z.B. Erhöhung von 30 auf 36 %) zu verstehen ist. Die Beschwerdeführerin hat nämlich den höheren, 30 % übersteigenden Arbeitsausfall für Januar 1997 erst am 19. Februar 1997, mithin verspätet, geltend gemacht, weshalb sie für den streitigen Monat keine über die bereits zugebilligte Entschädigung hinaus gehenden Leistungen beanspruchen kann. c) Sämtliche Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Der Umstand, dass im Formular "Voranmeldung von Kurzarbeit" eine Prognose bezüglich des erwarteten Arbeitsausfalls abzugeben ist, ändert nichts daran, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, der Verwaltung - jedenfalls die wesentlichen - Erhöhungen rechtzeitig zu melden. Nicht stichhaltig ist auch der Einwand, dass es sich bei der anzugebenden Prozentzahl um den Mittelwert der gesamten voraussichtlichen Dauer der Kurzarbeit handeln soll. Wie die Vorinstanz richtig bemerkt hat, wird im Formular klar nach dem "Arbeitsausfall pro Monat/Abrechnungsperiode" (zum Begriff der Abrechnungsperiode vgl. Art. 32 Abs. 5 AVIG) gefragt und nicht nach dem durchschnittlichen Ausfall während der Kurzarbeitsperiode.