Citation: 5A_624/2023 E. 7.4

7.4. Die Beschwerdeführerin macht weiter eine Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes geltend, weil nicht einmal der Beschwerdegegner behauptet habe, sein Vermögen bestehe aus gebundenen Mitteln. Er habe vielmehr angegeben, das Vermögen sei allein aus Erbschaft gespiesen. Auch die weiteren Ausführungen ergäben sich nicht aus den Vorbringen des Beschwerdegegners. Dieser habe sich nicht bzw. nur verspätet zu Eigengut und Errungenschaft, Beschränkung des Kapitalverzehrs auf einen Zehntel und zu einer Unzumutbarkeit des Vermögensverzehrs geäussert. Vielmehr sei der Beschwerdegegner auf der Aussage zu behaften, dass sein Vermögen im Berufungsverfahren Fr. 360'000.-- betragen habe. Vorab verkennt die Beschwerdeführerin, dass das Gericht das Recht nach dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 57 ZPO) von sich aus anwendet, ohne dass es entsprechender Parteivorbringen bedürfte (Urteil 5A_696/2019 vom 19. Juni 2020 E. 3.1.1; GEHRI, in: Basler Kommentar, Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 4 zu Art. 57 ZPO). Auch in diesem Zusammenhang geht sie in ihren Überlegungen sodann ohne die notwendigen Rügen von einem von den vorinstanzlichen Feststellungen abweichenden Prozesssachverhalt und damit einer für das Bundesgericht nicht massgebenden tatsächlichen Grundlage aus (vgl. vorne E. 2.2). Es kann ihr damit nicht gefolgt werden.