Citation: 6S.618/2001 18.01.2002 E. 5

5.- a) Der Beschwerdeführer hat mit Schreiben vom 31. Mai 1995 sein Dienstverhältnis auf den 31. August 1995 gekündigt. Die Kündigungsfrist von drei Monaten ergab sich aus den gesetzlichen Bestimmungen. Im Kündigungsschreiben deutete der Beschwerdeführer die Gründe für seine Kündigung an, indem er unter anderem auf die verschiedenen Diskussionen über seinen (nach eigener Einschätzung) zu niedrigen Beamtenlohn hinwies. Er erwähnte im Kündigungsschreiben zudem ausdrücklich, dass er "heute" ("today") mit Telecom International einen Vertrag als freier Berater unterzeichne. Im Kündigungsschreiben wird allerdings nicht ausdrücklich festgehalten, in welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als freier Berater gemäss Vertrag vom 31. Mai 1995 aufnehmen würde, ob dies sofort oder erst nach Ablauf der dreimonatigen Kündigungsfrist am 31. August 1995 geschehen sollte. Dies geht auch nicht eindeutig aus dem Begleitschreiben vom 6. Juni 1995 hervor, mit welchem der Mitangeklagte Z.________ das an ihn adressierte Kündigungsschreiben des Beschwerdeführers an die Abteilung Personal und Organisation Telecom weiterleitete; im Begleitschreiben wird nach Hinweis auf die Kündigung des Beschwerdeführers auf den 31. August 1995 lediglich festgehalten, dass der Beschwerdeführer "vorläufig als free-lance consultant bei TI weiterarbeiten" werde. Der unbefangene Leser versteht das Kündigungsschreiben nach der insoweit zutreffenden Auffassung der Vorinstanz in dem Sinne, dass der Beschwerdeführer noch bis zum Ablauf der dreimonatigen Kündigungsfrist im Rahmen des von ihm gekündigten Dienstverhältnisses als Beamter weiterarbeiten und erst danach, ab 1. September 1995, seine Tätigkeit als freier Berater für TI gemäss Vertrag vom 31. Mai 1995 aufnehmen werde. In diesem Sinne wurde das Schreiben auch von den Verantwortlichen der Abteilung Personal und Organisation Telecom verstanden, und aus diesem Grunde wurde dem Beschwerdeführer in den Monaten Juni, Juli und August 1995 der Beamtenlohn überwiesen. b) Das Kündigungsschreiben ist, im genannten Sinne verstanden, unwahr. In Tat und Wahrheit nahm der Beschwerdeführer seine Arbeit als freier Berater für TI sofort auf. Er arbeitete mithin auch schon in den Monaten Juni, Juli und August 1995 für die TI als freier Berater auf der Grundlage des Beratervertrages, wofür er das darin vereinbarte Entgelt pro Beratungstag erhielt, also nicht auf der Grundlage des auf den 31. August 1995 gekündigten Dienstverhältnisses. Gleichwohl bezog er auch noch in dieser Zeit, zusätzlich zu den Beraterhonoraren, den Beamtenlohn, was nach der Auffassung der Vorinstanz unrechtmässig war.