Citation: 6B_511/2020 E. 2.4.2

2.4.2. Bei der Prüfung des Tatbestandes der ungetreuen Geschäftsbesorgung nimmt die Vorinstanz zunächst zu Recht an, der Beschwerdegegner 1 habe, indem er mit Einzelunterschrift bereits einen Tag nach Übernahme der Gesellschaftsanteile der X.________ GmbH wertlose Aktien der E.________.ch AG habe kaufen lassen und jener in der Folge trotz deren katastrophalen Finanzlage Liquidität entzogen habe, seinen Pflichten als Verwaltungsrat zur Wahrung und Förderung der wirtschaftlichen Interessen der Gesellschaft zuwider gehandelt. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz indes, soweit sie in subjektiver Hinsicht die unrechtmässige Bereicherungsabsicht verneint. Entgegen ihrer Auffassung ist diese nicht nur zu bejahen, wenn die Tathandlung aus dem einzigen Grund erfolgt ist, sich oder einen anderen zu bereichern. Nach der Rechtsprechung genügt für die beim qualifizierten Treubruchtatbestand gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB vorausgesetzte Absicht unrechtmässiger Bereicherung vielmehr schon eine Eventualabsicht (BGE 142 IV 346 E. 3.2 a.E.; Urteile 6B_940/2019 vom 6. Mai 2020 E. 2.1; 6B_644/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.6.2; 6B_199/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 2.2.2; je mit Hinweisen). Was die Vorinstanz in diesem Zusammenhang unter Hinweis auf eine in der Lehre vertretene Meinung erwägt (angefochtenes Urteil S. 98 mit Hinweis auf NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N 73 Vor Art. 137; N IGGLI, ebenda, N 140 zu Art. 158), gibt keinen Anlass, von dieser Rechtsprechung abzukehren. Im Übrigen lässt die Vorinstanz in anderem Zusammenhang für die Bereicherung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB eine Eventualabsicht durchaus genügen (angefochtenes Urteil S. 217, 223 f.). Schliesslich lässt sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz die eventuelle Bereicherungsabsicht auch nicht unter Hinweis auf den Umstand verneinen, dass die vom Beschwerdegegner 1 geltend gemachten - auch von der Vorinstanz als bloss vorgeschoben taxierten - Sanierungsbemühungen theoretisch nicht ausgeschlossen werden können. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend einwendet (Beschwerde S. 8), bringt die Vorinstanz mit der Erwägung, wonach die Bereicherung eine angenehme Nebenfolge des Aktienkaufs gewesen sein könnte (angefochtenes Urteil S. 98), selbst zum Ausdruck, dass der Beschwerdegegner 1 jedenfalls die Möglichkeit der Bereicherung für den Fall ihres Eintritts gebilligt hat. Die Vorgehensweise des Beschwerdegegners 1 lässt sich jedenfalls vernünftigerweise nicht anders verstehen, als dass er die Bereicherung in Kauf genommen hat. Das angefochtene Urteil ist insofern nicht haltbar. Im Übrigen leuchtet nicht ein, inwiefern bei offensichtlicher Überschuldung einer Gesellschaft die Bereicherung, welche durch den unmittelbar nach ihrer Übernahme erfolgten Abzug deren gesamter Liquidität eingetreten ist, nicht soll als eigentliches Handlungsziel gewürdigt werden können. Der Umstand, wonach geltend gemachte, als unwahrscheinlich eingestufte Sanierungsbemühungen nicht gänzlich auszuschliessen sind, steht dem nicht entgegen. Jedenfalls ist nicht zu erkennen, inwiefern diesbezüglich auf der Grundlage der erhobenen und ausgewerteten Beweise unüberwindliche Zweifel bestehen sollten. Soweit die Vorinstanz somit in Bezug auf die Abtretung der Debitoren, den Aktienkauf und die Barbezüge die Bereicherungsabsicht verneint und den Sachverhalt unter den Grundtatbestand von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB subsumiert, verletzt sie Bundesrecht. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet.