Citation: 6B_1464/2019 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt zur Strafzumessung, die Verletzungen des Opfers seien deutlich über die blosse Erfüllung des Tatbestands hinaus gegangen, wofür bereits ein einzelner Messerstich in die Leber, Brust oder Bauch genügen würde. Die Tatausführung sei grausam, übertrieben sowie überschiessend gewesen. Das Opfer habe während einer gewissen Zeit Schmerzen ausstehen müssen, was insbesondere aufgrund der Vielzahl an Verletzungen zumindest leicht über die blosse Erfüllung des Tatbestands hinausgegangen sei. Der Beschwerdeführer habe aus Wut oder Zorn sowie subjektiv empfundener Verzweiflung und Beleidigung gehandelt, da er nicht über das Leben des Opfers habe bestimmen können. Ursächlich sowie verstärkend für die bestehenden Probleme sei gerade das kontrollierende sowie eifersüchtige Verhalten des Beschwerdeführers gewesen. Er habe aus rein egoistischen und nichtig erscheinenden Beweggründen gehandelt. Statt die Entscheidungen des Opfers zu akzeptieren, habe er seinen Willen darüber gestellt, was straferhöhend zu berücksichtigen sei. Das Vorgehen sei nicht geplant gewesen, sondern der Beschwerdeführer sei aufgrund der angestauten, subjektiv empfundenen Kränkungen ausgerastet, was sich neutral auswirke, da er die Ursachen selbst geschaffen habe. Die Streitigkeiten hätten angedauert und das Opfer habe seit längerem Trennungsabsichten geäussert. Statt sich damit abzufinden habe sich der Beschwerdeführer für die Anwendung von Gewalt entschieden. Die Tathandlung sei insgesamt näher bei Mord als bei Totschlag anzusiedeln, sodass bei uneingeschränkter Schuldfähigkeit von einem schweren Tatverschulden auszugehen sei. Gemäss psychiatrischem Gutachten vom 20. September 2016 leide der Beschwerdeführer unter einer mittelgradigen depressiven Episode sowie einer wahnhaften Störung, die beide auf dem Boden der speziellen Migrationssituation und der mittlerweile auch in der dritten Ehe aufgetauchten, ehelichen Schwierigkeiten samt Existenzängsten entstanden seien. Laut Gutachten habe eine leichte Verminderung der Schuldfähigkeit vorgelegen. Damit vermindere sich das schwere zu einem mittelschweren bis schweren Verschulden, wofür eine hypothetische Freiheitsstrafe von 14 Jahren angemessen erscheine. Dass es bei einem Versuch geblieben sei, sei im Umfang von 2 Jahren strafmildernd zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer hätte die Tathandlung weitergeführt und damit den Erfolgseintritt der vorsätzlichen Tötung nicht aktiv verhindert. Der glimpfliche Ausgang sei einzig nach anfänglich vergeblichen verbalen Aufforderungen dem physischen Einschreiten von Passanten und der schnellen notärztlichen Versorgung zuzuschreiben. Die Einsatzstrafe für die versuchte vorsätzliche Tötung sei somit auf 12 Jahre festzusetzen (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4.3.1 S. 19 ff.). Im breiten Spektrum der von den Tatbeständen der qualifizierten Vergewaltigung und der qualifizierten sexuellen Nötigung erfassten Sachverhalte wiege das Verschulden bezüglich dieser Taten insgesamt je nicht mehr leicht bis mittelschwer. Eine Einschränkung der Schuldfähigkeit liege diesbezüglich nicht vor. Die sexuelle Nötigung sei in einem engen Zusammenhang mit der Vergewaltigung gestanden, was den Gesamtschuldbeitrag geringer erscheinen lasse (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4.3.2 S. 23). Es rechtfertige sich, die Einsatzstrafe von 12 Jahren Freiheitsstrafe aufgrund dieser Delikte um drei Jahre auf 15 Jahre zu erhöhen (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4.3.3 S. 23).