Citation: 4C.429/1999 06.03.2000 E. 1

1.- Beide Parteien sind sich einig, dass das Arbeitsverhältnis dem Landesmantelvertrag für das schweizerische Bauhauptgewerbe 1995-1997 (LMV 95-97) vom 20. Dezember 1994 untersteht, der am 17. Juli 1995 allgemein verbindlich erklärt worden ist (BBl 1995 III S. 747). Darin sind zwingende Mindestlöhne festgelegt, die für gewisse Kategorien von Arbeitnehmern je unterschiedliche Lohnklassen und Basislöhne vorsehen. Die unterste Lohnklasse C gilt für Bauarbeiter ohne Fachkenntnisse (Art. 41 ff. LMV 95-97, Art. 42). Diese Mindestlöhne gehören zu den normativen Bestimmungen, die zum Nachteil der Arbeitnehmer durch den Einzelarbeitsvertrag nur abgeändert werden können, soweit der Gesamtarbeitsvertrag einen entsprechenden Vorbehalt enthält (Art. 357 Abs. 1 OR, vgl. Staehelin/Vischer, Zürcher Kommentar, N 11 zu Art. 357 OR). Eine derartige Öffnungsklausel (vgl. Stöckli, Berner Kommentar, N 15 zu Art. 357 OR) bildet Art. 45 LMV 95-97, der in gewissen Fällen von den vorgeschriebenen Mindestlöhnen abweichende Vereinbarungen zulässt, namentlich für branchenfremde Arbeiter. Unbestritten ist auch, dass der Kläger vor Arbeitsantritt über keine einschlägige Berufserfahrung verfügte und insofern branchenfremd war.