Citation: 6B_762/2013 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz würdigt die Aussagen und das Aussageverhalten der Beschwerdeführerin sowie die Äusserungen des Beschwerdegegners und von weiteren Personen aus dem Umfeld der beiden. Die Aussagen der Beschwerdeführerin wiesen einen beträchtlichen Detailreichtum sowohl äusserer Geschehensabläufe als auch innerer Gefühlsregungen auf. Sie seien, was das Rahmengeschehen und den zeitlichen Ablauf des Vorfalls betreffe, konstant und in sich stimmig. Die eingeräumten Erinnerungslücken störten das Gesamtbild nicht wesentlich. Sie sei aus dem Tiefschlaf geweckt worden. Für ihre Glaubwürdigkeit spreche auch, dass die Strafanzeige nicht von ihr ausgegangen sei. Die Erklärung ihres Bruders, wonach sie sich jeweils gegen Besuche des Beschwerdegegners gewehrt habe, füge sich stimmig in ihre Schilderung ein. In Bezug auf einzelne sexuelle Handlungen würden die Aussagen der sprachlich gewandten Beschwerdeführerin aber Fragen aufwerfen. Deren Äusserungen wiesen zwar zahlreiche Realkennzeichen auf. Suggestive Einflüsse seien jedoch nicht auszuschliessen. Ferner vermöge die Qualität einzelner Realkennzeichen nicht vollends zu überzeugen, weshalb die Aussagequalität nicht als hoch eingestuft werden könne. Für einen Schuldspruch fehle die nötige Überzeugungskraft. Letztlich ergäben sich zu viele Zweifel, inwieweit die Erinnerung der Beschwerdeführerin mit tatsächlich Erlebtem übereinstimme. Anhaltspunkte für eine bewusste Falschaussage seien nicht ohne weiteres erkennbar. Trotzdem könne der Auffassung der ersten Instanz, wonach ein nachvollziehbares Motiv für eine falsche Anschuldigung nicht ersichtlich sei, nicht uneingeschränkt gefolgt werden. Selbst wenn eine gezielte Falschbezichtigung mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschliessen sei, lasse dies noch nicht den Schluss zu, dass es sich um die Schilderung eines realen Erlebnisses handle. Die Aussagen des Beschwerdegegners seien nicht unglaubhaft. Es bestünden keine Anzeichen für ein taktisches oder berechnendes Aussageverhalten. Getrübt werde dieses Bild einzig durch die widersprüchlichen Aussagen in Bezug auf die Alarmanlage. Dies alleine sei aber nicht geeignet, seine Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen. In einer Gesamtwürdigung könne nicht mit der erforderlichen Gewissheit festgestellt werden, dass der Beschwerdegegner das ihm vorgeworfene Fehlverhalten begangen habe. Letztlich gäbe es zu viele Umstände, die ernsthafte Zweifel daran nährten, dass sich der Sachverhalt dergestalt abgespielt habe, wie er in der Anklageschrift bzw. durch die Beschwerdeführerin geschildert werde. Der Beschwerdegegner sei nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" freizusprechen (Urteil S. 6-15).