Citation: 9C_15/2024 E. 5.4.1

5.4.1. Die Auslegung öffentlich-rechtlicher Verträge richtet sich wie bei einem privatrechtlichen Vertrag grundsätzlich in erster Linie nach dem übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien (subjektive Vertragsauslegung) und, kann ein solcher nicht festgestellt werden, nach dem Vertrauensgrundsatz (objektive Vertragsauslegung; BGE 144 V 84 E. 6.2.1). Während die subjektive Vertragsauslegung eine Tatfrage darstellt, die das Bundesgericht lediglich in den Schranken von Art. 105 BGG prüfen kann, ist die objektive Vertragsauslegung eine Rechtsfrage (BGE 144 V 84 E. 6.2.2). Letzteres prüft das Bundesgericht im vorliegenden Fall indessen ebenfalls bloss mit eingeschränkter Kognition, nachdem ein öffentlich-kommunalrechtlicher Vertrag zur Debatte steht (Urteil 2C_1085/2019 vom 8. Mai 2020 E. 4). Insoweit kann das Bundesgericht die Vertragsauslegung im vorliegenden Fall lediglich auf die Verletzung des Willkürverbots und anderer verfassungsmässiger Recht hin überprüfen (vgl. vorne E. 2).