Citation: 5A_265/2024 E. 3.2.1

3.2.1. Unter Hinweis auf die einschlägige Rechtsprechung (vgl. BGE 144 III 442; 142 I 188) geht das Appellationsgericht vom grundsätzlichen Bestehen eines Anspruchs des Beschwerdeführers auf Durchführung einer öffentlichen mündlichen Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK aus. Indes liege ein besonderer Grund für den Ausschluss der Öffentlichkeit vor: Es gelte den Antrag eines Grossvaters um angemessenen persönlichen Verkehr mit den Enkeln zu beurteilen. Auch wenn an diesem Verfahren eine hoheitlich auftretende Behörde beteiligt sei, stünden sich doch Familienmitglieder gegenüber und liege eine einer zivilgerichtlichen familienrechtlichen Auseinandersetzung ähnliche Konstellation vor, bei der die Öffentlichkeit nach Art. 54 Abs. 4 ZPO ausgeschlossen sei. Anders als etwa bei einem Obhutsentzug oder einer Fremdplatzierung soll sodann keiner Kindeswohlgefährdung begegnet, sondern allenfalls dem Kindeswohl in positiver Weise gedient werden. Das Kindeswohl sei auch im Zusammenhang mit der Frage nach der öffentlichen Verhandlung besonders zu beachten. Vorliegend seien die Kinder noch sehr jung und daher besonders schutzbedürftig. Eine öffentliche Verhandlung würde zwar nicht in ihrer Anwesenheit durchgeführt, doch dürfte sie zu Spannungen zwischen den Angehörigen führen bzw. bereits bestehende Spannungen verstärken. Dabei habe der Beschwerdeführer bereits früher verschiedentlich ein grenzüberschreitendes Verhalten an den Tag gelegt. Derartige Spannungen blieben den Kindern kaum verborgen und führten zu Belastungen. Der Grundsatz der Justizöffentlichkeit vermöge das Interesse der Kinder am Ausschluss der Öffentlichkeit unter diesen Umständen nicht zu überwiegen.