Citation: 8C_365/2009 05.08.2009 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer übernahm seit vielen Jahren von verschiedenen Betrieben der Baubranche Arbeiten auf Baustellen, so etwa als Bauschreiner, als Zimmermann, als Maler oder als Hilfsmaurer. Für die Ausführung solcher Einsätze stellte er diesen Firmen jeweils Rechnung. Wie sich den Akten entnehmen lässt, versuchte er schon mit gut zwanzig Jahren, sich als Selbstständigerwerbender zu betätigen, dies offenbar weil er fürchtete, sonst ausgenutzt zu werden. Auch im hier interessierenden Jahr vor dem Unfall vom 29. März 2004 trat er gegenüber Firmen, welche ihm Einsatzmöglichkeiten anbieten konnten, immer wieder als Selbstständigerwerbender auf und legte Wert darauf, von diesen auch als solcher behandelt zu werden. So wird ihm im Kündigungsschreiben der Firma I.________ AG vom 7. November 2003 als Kündigungsgrund unter anderem etwa vorgehalten, darauf beharrt zu haben, als Selbstständigerwerbender betrachtet zu werden, obschon mit der technischen und mit der kaufmännischen Leitung seinerzeit ein befristeter Einsatz als Arbeitnehmer im Stundenlohn vereinbart worden sei; telefonische Abklärungen sowie eine "Unterstellungsverfügung" der SUVA hätten indessen bestätigt, dass er nicht als Selbstständigerwerbender anerkannt werden dürfe, sondern als Arbeitnehmer gelte, was eine Abrechnung über die Lohnbuchhaltung nach sich ziehe. 3.2 Die I.________ AG hat denn auch eine Lohnabrechnung mit entsprechenden Abzügen für Sozialversicherungsbeiträge erstellt. Im Auszug aus dem Individuellen Konto existiert nebstdem für das Jahr vor dem versicherten Unfallereignis lediglich noch ein Eintrag über eine Lohnzahlung der R.________ AG, obschon der Beschwerdeführer gemäss telefonischer Auskunft des Firmeninhabers vom 28. Juli 2006 auch dort jeweils "auf eigene Rechnung abrechnete" und nie angestellt gewesen sei. Entsprechend hat die SUVA die von diesen beiden Betrieben bezahlten Entschädigungen für geleistete Arbeit als versicherten Verdienst angerechnet. Zusätzlich hat sie die Einsätze für die Firma F.________ AG berücksichtigt, was seine Rechtfertigung in der für die Verhältnisse des Beschwerdeführers doch eher ungewöhnlich langen Dauer der ab 11. Juni bis 17. Oktober 2003 geleisteten Einsätze und den entsprechend hoch ausgefallenen Entschädigungen finden dürfte. Die übrigen als potentielle Arbeitgeber in Betracht fallenden und daher von der SUVA angeschriebenen Betriebe teilten sinngemäss einhellig mit, der Beschwerdeführer sei immer auf eigene Rechnung tätig gewesen und von ihnen nie angestellt worden. Die SUVA sah daher davon ab, in diesen Firmen erarbeitete Einkünfte zum versicherten Verdienst zu zählen. 3.3 Mit seinem Verhalten hat der Beschwerdeführer massgeblich dazu beigetragen, dass die nachträgliche Qualifikation seiner Arbeitseinsätze im Jahr vor dem Unfall als selbstständige oder aber als unselbstständige Erwerbstätigkeit nur noch mit unverhältnismässigem und daher nicht mehr zu rechtfertigendem Aufwand möglich wäre. Genauer zu eruieren, inwiefern die für seine Einsätze effektiv bezogenen Entschädigungen als Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit der Unfallversicherungspflicht unterstellt wären, hat er praktisch verunmöglicht. Die Auszüge aus seinem Individuellen Konto jedenfalls weisen keine von der SUVA nicht berücksichtigte Einkünfte aus, was er gegen sich gelten lassen muss. Dass sich die SUVA darauf beschränkt hat, nur einigermassen verlässlich dokumentierte Arbeitsentgelte als versicherten Verdienst anzuerkennen, ist jedenfalls nicht zu beanstanden. Daran ändert nichts, dass Unterakkordanten nach der Rechtsprechung zu Art. 5 Abs. 2 AHVG in der Regel eine unselbstständige Erwerbstätigkeit ausüben (BGE 114 V 65 E. 2b S. 69 mit Hinweisen; Urteile H 191/05 vom 30. Juni 2005, E. 2.2, und U 335/04 vom 22. Februar 2005, E. 2.2). Es geht auch nicht an, wie der Beschwerdeführer meint, den versicherten Verdienst auf Grund einzelner Positionen in Bankkontoauszügen zu ermitteln, ist der Charakter dort ausgewiesener Gutschriften als Entschädigung für geleistete Arbeit doch keineswegs gesichert. Ebenso wenig vermag die als Beweismittel neu aufgelegte Kopie eines Stelleninserates (zu deren Zulässigkeit vgl. Art. 99 Abs. 1 UVG und BGE 135 V 194 E. 3 S. 196 ff.) Aufschlüsse über das Vorliegen unselbstständiger Erwerbstätigkeit zu vermitteln. Indem sich der Beschwerdeführer zunächst dagegen zur Wehr gesetzt hat, als Unselbstständigerwerbender erfasst und beitragspflichtig zu werden, sich nun - nach Eintritt des Versicherungsfalles - aber auf den Standpunkt stellt, seine Einkünfte gehörten doch zum versicherten Verdienst, über welchen seine Arbeitgeber hätten abrechnen müssen, verhält er sich krass widersprüchlich. Den verunmöglichten oder doch massiv erschwerten Nachweis unselbstständiger Erwerbstätigkeit muss er sich zu seinem Nachteil entgegenhalten lassen.