Citation: 5A_655/2025 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin kritisiert sodann die obergerichtliche Erwägung, wonach ein rechtsmissbräuchliches oder unangemessenes Verhalten in einem vertraglich explizit vereinbarten Vorgehen nicht erblickt werden könne. Dies - so die Beschwerdeführerin - blende aus, dass die Rechtsmissbrauchsprüfung eine eigenständige Schranke auch für vertraglich vereinbarte Rechte darstelle. Die Weigerung des Gläubigers, die als Sicherheit bestellten Schuldbriefe zur Tilgung freizugeben, obwohl er durch Pfandverwertung voll befriedigt werden könnte, verstosse gegen Treu und Glauben und gegen Art. 22 SchKG. Darin liegt keine genügende Auseinandersetzung mit den eingehenden obergerichtlichen Erwägungen zum Rechtsmissbrauch. Die Beschwerdeführerin bestreitet selber nicht, dass sie einen Vertrag abgeschlossen hat, in dem sie auf die Einrede der Vorausverwertung der Grundpfänder verzichtet hat. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern sich der Gläubiger rechtsmissbräuchlich verhalten sollte, wenn er die ihm vertraglich eingeräumten Möglichkeiten nutzt. Es genügt nicht zur Begründung eines Rechtsmissbrauchs, wenn die Beschwerdeführerin die Auffassung vertritt, die genannte Klausel solle im konkreten Fall nicht gelten (vgl. oben E. 3.1). Bloss appellatorisch sind ausserdem die Vorbringen, mit denen die Beschwerdeführerin - entgegen den Erwägungen des Obergerichts - dem Gläubiger erneut vorwirft, es gehe ihm nicht um die Befriedigung, sondern um die Herbeiführung des Konkurses. Eine genügende Sachverhaltsrüge fehlt. Ebenso schildert sie in rein appellatorischer Weise den Sachverhalt mit der Behauptung, der Gläubiger habe wiederholt eine "Prämie" von Fr. 1 Mio. als Bedingung für die Freigabe der Schuldbriefe ins Spiel gebracht und damit die Tilgung faktisch verunmöglicht.