Citation: 6B_1232/2021 E. 2.3

2.3. Nicht weiter einzugehen ist auf die Rüge, Art. 13 i.V.m. Art. 3 EMRK seien verletzt, da der Beschwerdeführer diese mit keinem Wort begründet (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG). Soweit er eine Verletzung von Art. 5 EMRK geltend macht, ist seine Kritik unbegründet. Sein Freiheitsentzug beruht auf einer hinreichenden gesetzlichen Grundlage (vgl. Art. 236 StPO und Art. 59 Abs. 1 StGB). Der Einwand, das Bundesgericht gehe selbst davon aus, dass keine hinreichende gesetzliche Grundlage für die Berechnung der Massnahmendauer bzw. die Nichtberücksichtigung des vorzeitigen Massnahmenvollzugs bestehe, geht an der Sache vorbei. Einerseits stammen die nur auszugsweise wiedergegebenen Erwägungen, auf die sich der Beschwerdeführer bezieht, aus einem Urteil des Bundesgerichts, das sich gerade explizit nicht zu der Frage äussert, ob der vorzeitige Massnahmenvollzug bei der Berechnung der Massnahmendauer gemäss Art. 59 Abs. 4 StGB zu berücksichtigen ist (siehe BGE 142 IV 105 E. 4.1). Andererseits kam das Bundesgericht nach ausführlicher Gesetzesauslegung im obgenannten Entscheid wie auch in einem weiteren Grundsatzurteil, das sich mit der Berücksichtigung des vorzeitigen Massnahmenvollzugs befasste, zum Schluss, für den gesetzlichen (Art. 59 Abs. 4 Satz 1 StGB) bzw. gerichtlich festgesetzten Fristenlauf sei auf das Datum des in Rechtskraft erwachsenen Anordnungsentscheids abzustellen, sofern die Massnahme nicht aus der Freiheit heraus angetreten werde (BGE 145 IV 65 E. 2; 142 IV 105 E. 5). Da sich der Beschwerdeführer darauf beschränkt, die bundesgerichtliche Rechtsprechung pauschal zu kritisieren, sich jedoch mit der Begründung des Bundesgerichts in keiner Weise inhaltlich auseinandersetzt, ist auf seine Rüge nicht weiter einzugehen. Auf die diesbezügliche Rechtsprechung ist nicht zurückzukommen. Im Übrigen hat eine Einwilligung in den vorzeitigen Massnahmenvollzug nicht zur Folge, dass der betroffenen Person die Freiheit länger entzogen wird oder dass sie sich länger in Behandlung befindet. Das Bundesgericht hielt in seinem Grundsatzurteil fest, das Verhältnismässigkeitsprinzip verlange nicht nur in Bezug auf die Anordnung der Massnahme bzw. die Massnahmenverlängerung als solche Beachtung, sondern auch hinsichtlich ihrer Dauer (Art. 56 Abs. 2 StGB). Das Gericht habe für die Verhältnismässigkeit der stationären therapeutischen Massnahme in zeitlicher Hinsicht einen allfälligen vorzeitigen Massnahmenvollzug mitzuberücksichtigen, dies sowohl bei der Prüfung der Erstanordnung der Massnahme als auch im Zusammenhang mit einem Gesuch um Verlängerung derselben. Eine zeitliche Beschränkung der Anordnungsdauer der stationären Massnahme auf weniger als fünf Jahre sei nicht nur bei der Verlängerung der Massnahme, sondern auch bei der Erstanordnung zulässig. Weshalb eine solche gerichtliche Beschränkung nicht "realistisch" sein solle, sei nicht ersichtlich, nachdem die Gerichte gemäss der Rechtsprechung dazu verpflichtet seien, wenn das Verhältnismässigkeitsprinzip dies erfordere (BGE 145 IV 65 E. 2.6.1 mit Hinweisen). Schliesslich ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass die Frist gemäss Art. 59 Abs. 4 Satz 1 StGB bzw. die gerichtlich bestimmte Dauer einer angeordneten stationären therapeutischen Massnahme nicht die Höchstdauer der Massnahme regelt, sondern bestimmt, innert welcher Frist ein neuer Gerichtsentscheid über die Weiterführung der Massnahme zu ergehen hat (vgl. BGE 145 IV 65 E. 2.3.3).