Citation: 6A.30/2002 30.07.2002 E. 2.2

2.2.1 Das Bundesgericht hat in BGE 118 Ib 229 E. 3 S. 232 ff. festgehalten, dass selbst bei nicht leichtem Verschulden des Lenkers auf einen Führerausweisentzug analog zu Art. 66bis StGB verzichtet werden kann, wenn der Lenker durch die Folgen seines Verhaltens selber so schwer getroffen wurde, dass ein Entzug des Führerausweises unnötig und unverhältnismässig erschiene. Von derart gravierenden Umständen kann hier aber nicht die Rede sein. 2.2.2 Auch der gute automobilistische Leumund des Beschwerdeführers erlaubt es nicht, auf den Führerausweisentzug zu verzichten. Diese Möglichkeit stünde nur bei leichtem, nicht aber bei mittelschwerem Verschulden offen (BGE 126 II 192 E. 2c S. 195). 2.3 Das Bundesgericht hat eine Reduktion der Entzugsdauer unter die gesetzliche Minimaldauer geschützt, wenn das Verfahren ohne Verschulden des fehlbaren Lenkers übermässig viel Zeit in Anspruch genommen hat und dieser sich in der Zwischenzeit wohl verhalten hat. Es lässt sich nicht abstrakt festlegen, welche Verfahrensdauer als überlang zu gelten hat. Bei einer groben Verletzung der Verkehrsregeln wurde eine fünfeinhalbjährige Verfahrensdauer als zu lang erachtet, bei einer Übertretung eine solche von viereinhalb Jahren (BGE 127 II 297 E. 3d S. 300f., 120 Ib 504). Im vorliegenden Fall hat das Strafverfahren mit rund eineinhalb Jahren zwar relativ viel Zeit in Anspruch genommen, doch hat sich der Ablauf im Administrativverfahren erheblich beschleunigt. Die Gesamtdauer liegt unterhalb der Schwellen, ab denen das Bundesgericht eingegriffen hat. Die Verfahrensdauer kann nicht als übermässig bezeichnet werden und rechtfertigt es nicht, die Mindestentzugsdauer zu unterschreiten. 2.4 Der Beschwerdeführer macht auch nicht geltend, er sei wie etwa ein Berufschauffeur auf sein Fahrzeug direkt angewiesen. Seine beiden geographisch getrennten Arbeitsorte können organisatorische Schwierigkeiten verursachen, die aber nicht über das hinausgehen, was bei einem Führerausweisentzug typischerweise zu gewärtigen ist. Es liegt keine besondere berufliche Angewiesenheit vor, welche die Massnahme als unverhältnismässig erscheinen liesse. Die Mindestdauer gemäss Art. 17 Abs. 1 lit. a SVG bleibt demnach massgebend. Das angefochtene Urteil verletzt kein Bundesrecht.