Citation: 9C_351/2018 E. 5

Bei der Mitteilung vom 15. Januar 2002 handelte es sich somit um das Ergebnis der mit der Begutachtung der Versicherten in der MEDAS eingeleiteten Rentenrevision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG. Zu prüfen bleibt, ob sich seither eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen ergeben hat, welche die verfügte, vorinstanzlich bestätigte Aufhebung der Invalidenrente rechtfertigt. Wie die Beschwerdeführerin richtig festhält, trifft dies nicht zu. Das Gutachten des ABI vom 9./17. März 2015 vermittelt keine Erkenntnisse, die im Vergleich zur medizinischen Situation im Januar 2002 eine rentenrelevante Verbesserung zu begründen vermöchten. Vielmehr wird in der Expertise des ABI darauf hingewiesen, dass im MEDAS-Gutachten von 2001 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt, aber keine eigentliche psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erwähnt wurde. Die damaligen Diagnosen - insbesondere eine Somatisierungsstörung und ein chronisches Schmerzsyndrom - finden sich auch in der Expertise des ABI. Auch wenn dieses keine psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellt, liegt keine Änderung vor, weil das ABI dem gleichen psychischen Leiden (Somatisierungsstörung) im Gegensatz zum früheren Gutachten der MEDAS Ostschweiz keinen Krankheitswert beimisst. Die zusammenfassende fachärztliche Beurteilung im Gutachten des ABI, wonach die Versicherte für die angestammte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte wie auch für jede andere körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 100 % arbeits- und leistungsfähig sei, ist somit nicht Ausdruck eines verbesserten Gesundheitszustandes, sondern Resultat einer unterschiedlichen Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit. Diese ist revisionsrechtlich unerheblich. Dass es sich im vorliegenden Fall so verhält, erklärt das ABI im Übrigen in einer ergänzenden Stellungnahme vom 16. April 2016 selbst. Aus den vorstehenden Erwägungen erhellt, dass die Voraussetzungen für eine Revision der Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind.