Citation: 8C_512/2023 E. 6.5

6.5. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin ergeben sich aus den von ihr erwähnten Arztberichten keine konkreten Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der gutachterlichen Einschätzung sprächen (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 1.3.4; 125 V 351 E. 3b/bb; vgl. auch BGE 135 V 465 E. 4.4 sowie Urteil 8C_111/2023 vom 12. Oktober 2023 E. 5.1). Dass es nachdienstlich zu weiteren Knieverletzungen (insbesondere vollständige Korbhenkelläsion) gekommen ist, steht ausser Frage und wurde von der Gutachterin berücksichtigt. Weshalb allein deshalb der Kausalzusammenhang zwischen den im Militärdienst erlittenen Verletzungen und den heutigen Beschwerden weggefallen sein soll, legt die Beschwerdeführerin aber nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Ebenfalls ins Leere zielt der Einwand, wonach die Kreisärzte der Suva Unfallversicherung bei ihren Beurteilungen das Ereignis vom 4. April 2007 nicht erwähnt hätten. Denn die Versicherungsmediziner hatten in erster Linie den Kausalzusammenhang zwischen den Kniebeschwerden und den bei der Suva Unfallversicherung versicherten Unfällen zu beurteilen. Die Bejahung eines solchen Zusammenhangs bedeutet nicht, dass die heutigen Beschwerden nicht auch (teilweise) Folge einer dienstlichen Gesundheitsschädigung sein können. Den kreisärztlichen Einschätzungen ist denn auch nicht eine Aussage dahingehend zu entnehmen, dass zwischen den dienstlichen Gesundheitsstörungen und den bestehenden Kniebeschwerden kein Kausalzusammenhang bestehe. Auch aus der versicherungsmedizinischen Beurteilung des Dr. med. E.________ vom 31. Januar 2018 ergibt sich nichts, was die gutachterliche Beurteilung der PD Dr. med. B.________ zu erschüttern vermöchte. Insbesondere geht aus der kurzen Stellungnahme des Kreisarztes der Suva-MV nicht hervor, weshalb das - auch von der Gutachterin bestätigte - zwischenzeitliche Abheilen der dienstlichen Verletzungen einer (Teil) Haftung der Suva-MV für Spätfolgen in Form einer Gonarthrose entgegenstehen sollte. Spätfolgen liegen praxisgemäss gerade dann vor, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden (mit oder ohne verbleibenden Defektzustand) im Verlaufe längerer Zeit organische Veränderungen bewirkt, die zu einem oft völlig anders gearteten Krankheitsbild führen (JÜRG MAESCHI, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung [MVG] vom 19. Juni 1992, Bern 2000, Rz. 22 zu Art. 6 MVG). Sie sind grundsätzlich abzugelten, wenn sie mit dem versicherten Unfallereignis als solchem in einer natürlich und adäquat kausalen Verbindung stehen, selbst wenn zwischenzeitlich aufgetretene Primärfolgen im weiteren Verlauf abgeklungen oder nicht mehr unfallkausal sind (vgl. MAESCHI, a.a.O., Rz. 21 zu Art. 6 MVG; vgl. auch MARC HÜRZELER, Rückfälle, Spätfolgen und mehrere Unfälle im UVG, Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht, 2023, S. 115 f.). Davon geht im Übrigen auch die Beschwerdeführerin aus, wenn sie festhält, ein eingetretener Status quo sine vel ante schliesse die Bejahung eines Rückfalls resp. einer Spätfolge nicht aus. Auf die Frage, ob das kantonale Gericht die gutachterlichen Ausführungen dahingehend interpretieren durfte, die Gutachterin habe bei Lichte betrachtet den Eintritt des medizinischen Endzustands im April 2009 und nicht das Erreichen des Status quo sine postuliert, braucht folglich nicht weiter eingegangen zu werden.