Citation: 8C_618/2019 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht prüfte zunächst, ob der vom Versicherten geschilderte Geschehensablauf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG darstellt. Dabei ging es gestützt auf die Angaben des Versicherten vom 13. April 2017 von folgendem Sachverhalt aus: Der Versicherte habe am 17. Januar 2017 zusammen mit Hilfsarbeitern einen Seilbagger 885 zerlegen wollen. Für 8 Uhr sei ein Autokran für den Transport (inkl. Bewilligung) eingeplant gewesen. Aufgrund der Wetterbedingungen sei der Kran erst um 16 Uhr gekommen. Da die Bewilligung für den Transport für diesen Tag gelöst worden sei, habe die Arbeit an diesem Tag erledigt werden müssen. Die Hilfsarbeiter hätten um 18 Uhr Feierabend gemacht und den Arbeitsort um 18.30 Uhr verlassen. Der Versicherte habe den Seilbagger deshalb alleine abgebaut. Dabei habe er ein schweres Seil gezogen, welches normalerweise mit sechs Personen gezogen werde. Gemäss Ausführungen in der vorinstanzlichen Beschwerdeschrift wiegen die einzelnen zu ziehenden Teilabschnitte je ca. 200 kg. Zusätzlich habe der Versicherte mit einem 15 kg schweren Vorschlaghammer arbeiten müssen. Plötzlich habe er im Arm keine Kraft mehr gehabt und in der rechten Schulter Schmerzen verspürt. Etwas Aussergewöhnliches wie ein Sturz oder ein Ausgleiten sei nicht vorgefallen. Am Abend habe er dann "Ibuprofen 1000" einnehmen müssen. Am nächsten Tag habe er die Arbeit trotz Beschwerden in der rechten Schulter wieder aufgenommen, um den Seilbagger wieder aufzubauen. Die Vorinstanz ging weiter davon aus, dass die Erstbehandlung (wohl) am 23. Januar 2017 durch Dr. med. G.________, Facharzt für Innere Medizin, erfolgt sei. Seit 20. Januar 2017 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Vorinstanz stellte zusammenfassend fest, der Versicherte sei einer erheblichen Belastung mit Zuglast ausgesetzt gewesen, welche plötzliche Kraftlosigkeit sowie Schmerzen zur Folge gehabt habe. Die genauen Umstände, welche für die Beurteilung des Unfallbegriffs berücksichtigt werden müssten, seien aber unklar. Diesbezüglich wären weitergehende Abklärungen erforderlich. Das kantonale Gericht liess die Frage, ob das geschilderte Ereignis als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifizieren sei, letztlich offen, da die Suva ohnehin aufgrund von Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung leistungspflichtig sei (vgl. E. 3.2 hiernach).