Citation: 2A.539/2006 25.01.2007 E. 3

3.1 Ein Ausweisungsgrund, der geeignet ist, den Anspruch auf eine Anwesenheitsbewilligung nach Art. 7 ANAG sowie Art. 8 EMRK zum Erlöschen zu bringen, liegt auf Grund der gerichtlichen Verurteilungen des Beschwerdeführers vor (Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG). Der Beschwerdeführer wurde wiederholt unter anderem wegen Drogen- und Strassenverkehrsdelikten mit Freiheitsstrafen von insgesamt rund 44 Monaten belegt (vgl. dazu die Rechtsprechung zur so genannten "Zweijahresregel": BGE 130 II 176 E. 4.1 S. 185; 120 Ib 6 E. 4b S. 14). Bei Straftaten dieser Art (Drogenhandel) verfolgt das Bundesgericht im Rahmen von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG - wie auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zu Art. 8 EMRK - eine strenge Praxis (BGE 125 II 521 E. 4a S. 527 mit Hinweisen). Erschwerend fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer zum Teil auch in Zeiten, in denen er selber keine Drogen konsumierte, am Drogenhandel teilnahm. 3.2 Entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift ist für die Frage, ob ein die Ansprüche gemäss Art. 7 ANAG bzw. Art. 8 EMRK zum Erlöschen bringender Ausweisungsgrund vorliegt, nicht nur auf die zuletzt ausgesprochene Strafe, sondern auf das gesamte bisherige Verhalten des Beschwerdeführers abzustellen. Insbesondere bei schwerwiegenden Drogendelikten ist angesichts der von diesen ausgehenden potentiellen Gefahren für die Gesellschaft ausländerrechtlich nur ein geringes Restrisiko in Kauf zu nehmen (vgl. BGE 125 II 521 E. 4a/bb S. 528). Ein solches kann beim Beschwerdeführer mit Blick auf seine wiederholten Rückfälle nicht hinreichend ausgeschlossen werden. Auf Grund seines Verhaltens - für dessen zutreffende Würdigung auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden kann - besteht eine nicht unerhebliche Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer auch weiterhin die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährden oder gegen strafrechtlich geschützte Rechtsgüter verstossen wird. Zudem erfüllt der Beschwerdeführer nicht nur die Ausweisungsgründe von Art. 10 Abs. 1 lit. a und b (zum Letzteren vgl. Art. 16 Abs. 2 ANAV), vielmehr besteht bei ihm auch das erhebliche Risiko der Fürsorgeabhängigkeit (Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG). Unter diesen Umständen besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an seiner Entfernung und Fernhaltung aus der Schweiz. 3.3 Die gegenläufigen privaten Interessen des Beschwerdeführers vermögen die für seine Fernhaltung sprechenden Gründe nicht aufzuwiegen. Er weilt zwar schon längere Zeit in der Schweiz, doch hat er die ersten 18 Jahre seines Lebens im Heimatland verbracht und ist damit kein Ausländer zweiter Generation, dem der weitere Aufenthalt in der Schweiz nur unter ganz restriktiven Voraussetzungen verweigert werden dürfte (vgl. BGE 130 II 176 E. 4.4.2 S. 190 f.; 125 II 521 E. 2b S. 523; 122 II 433 E. 2 und 3 S. 435 ff.). Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hat sich der Beschwerdeführer in der Schweiz beruflich nicht integriert. Ob und wieweit zu Ehefrau und Kindern, die von ihm getrennt leben, noch eine intakte Beziehung besteht, ist zweifelhaft. Die eheliche Gemeinschaft kann - wenn überhaupt - ohnehin nur zeitweise gelebt werden, da sich die Ehefrau in der Aussenstation einer Drogenentzugsstation aufhält und eine gemeinsame Zukunft mit ihm für unsicher hält. Die beiden Kinder sind im Kanton Graubünden in einer Pflegefamilie untergebracht. Der Beschwerdeführer verfügt über ein monatliches Besuchsrecht und hat - gemäss Vorinstanz - seine Verpflichtungen nicht immer zuverlässig wahrgenommen. Das Verwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass eine Trennung hart wäre. Es hat aber zu Recht das öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers höher gewichtet als dessen private Interessen am Verbleib in der Schweiz, zumal die Möglichkeit von Besuchen mit der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht ausgeschlossen ist. Der angefochtene Entscheid, auf dessen Erwägungen im Übrigen verwiesen werden kann, ist deshalb verhältnismässig und verletzt weder Bundesrecht noch Art. 8 EMRK.