Citation: 4A_341/2023 E. 7.2.2

7.2.2. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, er hätte sich betreffend den Erwerbsausfallschaden damit begnügen dürfen, die Umsatz- bzw. Gewinneinbussen der C.________ GmbH darzulegen. Er macht geltend, aufgrund der Beteiligungsverhältnisse seien er und die von ihm beherrschte C.________ GmbH wirtschaftlich als Einheit zu betrachten. Ein schadenersatzrechtlicher Durchgriff erscheine dann sachgerecht, wenn eine Mehrheitsbeteiligung vorliege, die mit einer beherrschenden Stellung einhergehe (mit Verweis auf STEFAN ZIEGLER, Erwerbsausfallschaden bei Selbständigerwerbenden - Betriebswirtschaftliche Grundlagen, HAVE 2019 S. 347 ff., 349; vgl. auch HARDY LANDOLT, Der Unternehmerschaden, 2010, S. 33 Rz. 56 mit Verweis auf Urteile des deutschen Bundesgerichtshofs; derselbe, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2007, N. 664 zu Art. 46 OR). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, ist als Grundsatz die rechtliche Selbstständigkeit einer juristischen Person strikte zu beachten. Es ist klar zwischen der juristischen Person einerseits und deren Mitgliedern andererseits zu unterscheiden, auch wenn in wirtschaftlicher Hinsicht eine übereinstimmende Interessenlage besteht. Nur ausnahmsweise ist die hinter der Rechtsform stehende wirtschaftliche Realität zu berücksichtigen, nämlich dann, wenn zur Umgehung gesetzlicher oder vertraglicher Verpflichtungen die rechtliche Selbstständigkeit durch die Gesellschaft selbst oder durch ihre Gesellschafter missbraucht wird (Art. 2 ZGB). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann es sich in diesen Fällen ausnahmsweise rechtfertigen, vom beherrschten auf das beherrschende Subjekt oder umgekehrt durchzugreifen (vgl. dazu: BGE 145 III 351 E. 4.2; 144 III 541 E. 8.3.3 f.; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer ist kein aussenstehender Dritter und kann somit aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Durchgriff von vornherein nichts für sich ableiten.