Citation: 4A_366/2023 E. 2.3.3

2.3.3. Damit macht die Beschwerdeführerin zwar sinngemäss geltend, ihr drohe ein teilweiser Verlust von Beweismitteln oder zumindest ihrer Wirksamkeit, wenn die zusätzlich beantragten Zeugen nicht unverzüglich einvernommen würden. Indessen vermag sie von vornherein nicht zu begründen, dass ihr ein entsprechender nicht wieder gutzumachender Nachteil wirklich droht, indem sie sich dafür bloss pauschal auf das mit dem Zeitablauf nachlassende Erinnerungsvermögen von Zeugen beruft. Um einen entsprechenden Nachteil darzutun, müsste sie substanziiert darlegen, hinsichtlich welcher Zeugen aufgrund von welchen besonderen Umständen zu befürchten ist, dass sie sich nicht mehr oder nicht mehr hinreichend an zu beweisende erhebliche Tatsachen erinnern könnten, beispielsweise weil sie hochbetagt wären oder an einer Krankheit litten, die sich negativ auf ihr Erinnerungsvermögen auswirkt. Entsprechende Ausführungen lässt die Beschwerdeführerin aber vollkommen vermissen. Dass die Erinnerung von Zeugen an zu beweisende Sachverhalte im Verlauf der Zeit allmählich etwas verblasst, ist nichts Aussergewöhnliches und gehört zu den allgemeinen Prozessrisiken. Bloss gestützt darauf einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil anzunehmen, der die sofortige Anfechtung einer Beweisverfügung erlaubt, hiesse die strikt anzuwendende Regel, dass Beweisverfügungen im Interesse der Prozessökonomie und der beförderlichen Führung von Prozessen nur ausnahmsweise angefochten werden können, in ihr Gegenteil zu verkehren. Die Berufung auf das mit dem Zeitverlauf nachlassende Erinnerungsvermögen von Zeugen, um einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil zu begründen, vermag im vorliegenden Fall umso weniger zu überzeugen, als die Wahrnehmung der Zeugen über die zu beweisenden Sachverhalte nach den unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz bereits rund viereinhalb Jahre zurückliegt. Unter diesen Umständen könnten, auch wenn die Zeugenbefragungen unverzüglich stattfinden würden, ohnehin keine zeitnahen Zeugenaussagen mehr gemacht werden und macht es für die Qualität der Zeugenaussagen keinen wesentlichen Unterschied mehr, ob die Zeugen bei erster Gelegenheit oder allenfalls erst im Anschluss an eine erfolgreiche Anfechtung des verfahrensabschliessenden Endentscheids befragt werden. Überdies steht im heutigen Zeitpunkt noch gar nicht fest, ob die weiteren beantragten Zeugen nötigenfalls erst in diesem Zeitpunkt befragt würden. Nach Art. 154 Satz 2 ZPO kann eine Beweisverfügung jederzeit abgeändert oder ergänzt werden. Vorliegend kündigte die Instruktionsrichterin mit Bezug zum Beweisthema 1 bereits in der streitbetroffenen Beweisverfügung an, dass nach Einvernahme der zu befragenden Zeugen entschieden werde, ob weitere Einvernahmen abzunehmen seien. Hat die Instruktionsrichterin mit anderen Worten bereits zu verstehen gegeben, dass sie je nach Ergebnis der durchgeführten Beweisabnahmen insoweit zu einer Wiedererwägung der strittigen Beweisverfügung bereit sei, kann diesbezüglich auch aus diesem Grund nicht angenommen werden, der Beschwerdeführerin drohe durch diese ein nicht wieder gutzumachender Nachteil (vgl. Urteil 5A_315/2012 vom 28. August 2012 E. 1.2.3). Die Beschwerdevoraussetzung, dass der Beschwerdeführerin durch den angefochtenen Entscheid ein nicht wieder gutzumachender Nachteil droht, ist somit zu verneinen.