Citation: 5A_252/2019 E. 2.1.2

2.1.2. Das Betreibungsamt ist nach der Durchführung der erneuten Versteigerung mit tieferem Erlös zum Erlass einer anfechtbaren Verfügung verpflichtet (GILLIÉRON, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, Bd. II, 2000, N. 25 zu Art. 129). Damit berechnet es jedoch einzig die Höhe der Ausfallforderung und legt das weitere Vorgehen fest (u.a. GÜTLIN/KUHN, in: Die betreibungsrechtliche Zwangsverwertung von Grundstücken in Theorie und Praxis, 2019, Rz. 701 ff.). Indem das Betreibungsamt zunächst die Ausfallforderung gegenüber dem Erstersteigerer unter Berücksichtigung seiner Anzahlungen festzustellen hat, nimmt es eine die Verwertung der Ausfallforderung und die Verteilung des Erlöses vorbereitende Handlung vor (GILLIÉRON, a.a.O., N. 59 zu Art. 143, N. 25 zu Art. 129). Hingegen entscheidet es im Bestreitungsfall nicht abschliessend über die Höhe des Ausfalls und des weiteren Schadens. Darüber zu befinden, ist Sache des Zivilrichters (GILLIÉRON, a.a.O., N. 57, 59 zu Art. 143, N. 25 zu Art. 129). Begleicht der frühere Ersteigerer die Ausfallforderung innert angesetzter Frist nicht, verwertet das Betreibungsamt den Anspruch (nach Art. 130 Ziff. 1 oder Art. 131 SchKG) oder nimmt allenfalls die Versteigerung des Anspruchs vor (vgl. BGE 29 I 603 E. 1; 111 III 56 E. 1; HÄBERLIN, in: Kurzkommentar VZG, 2011, N. 7 zu Art. 72; SCHLEGEL/ZOPFI, in: Schulthess Kommentar SchKG, 2017, N. 18 zu Art. 129, N. 6 zu Art. 143; BETTSCHART, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 11 zu 129; RUTZ/ROTH, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 14 zu Art. 129; HÄUSERMANN, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 26 zu Art. 143). Die Aufsichtsbehörde kann aufgrund einer Beschwerde nach Art. 17 SchKG nur Verfahrensfehler des Betreibungsamtes prüfen.