Citation: I 524/99 11.04.2000 E. 3

3.- Von ausschlaggebender Bedeutung für den Renten- anspruch der Beschwerdeführerin ist die Frage, ob mit der Verschlimmerung der gesundheitlichen Situation so erhebli- che erwerbliche Auswirkungen einhergehen, dass die Invali- dität den - Anspruch auf eine ganze Rente begründenden - Grenzwert von 66 2/3 % erreicht. Dabei ist für den im Rah- men der Invaliditätsbemessung vorzunehmenden Einkommensver- gleich (Art. 28 Abs. 2 IVG) nicht die Berufsunfähigkeit massgebend, sondern die gesundheitsbedingte Erwerbsunfähig- keit (Art. 4 IVG), verstanden als das Unvermögen, auf dem gesamten für die Versicherte in Frage kommenden Arbeits- markt die verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 121 V 331 Erw. 3b, 109 V 29). a) Das kantonale Gericht hat das Valideneinkommen auf Fr. 76'674.- festgesetzt. Dieser Betrag entspricht dem von der Beschwerdeführerin als Serviceangestellte 1991 erziel- ten Einkommen von Fr. 68'653.- (= Fr. 5281.- x 13) unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 1996. Die- ser Betrag wird von keiner Seite bestritten. b) Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist die Vorinstanz auf Grund der so genannten DAP-Erhebungen von einem Einkommen von Fr. 45'754.- ausgegangen, welches sie im Hinblick darauf, dass die Versicherte auch bei einer geeigneten leichten bis mittelschweren Tätigkeit nicht mehr voll leistungsfähig sei, reduziert und entsprechend auf Fr. 32'028.- veranschlagt hat (70 % von Fr. 45'754.-). Aus der Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen ergab sich daraus ein Invaliditätsgrad von 58 %. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Massgeblichkeit der DAP-Erhebungen für den Einkommensvergleich. Dem ist entgegenzuhalten, dass Arbeitsplatzerhebungen durchaus eine geeignete Grundlage für den Einkommensvergleich darstellen. Mit den angegebenen Verweisungstätigkeiten hat die Verwal- tung berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin nur über geringe berufliche Fähigkeiten, insbesondere über keine kaufmännische Ausbildung, verfügt. Bei den vergleichsweise genannten Tätigkeiten wie Mitarbeiterin in der Etikettie- rung, Hefterin/Biegerin oder Kassierin/Buffet handelt es sich um leichtere körperliche Arbeiten, welche der Versi- cherten durchaus zumutbar sind. Bei der Festsetzung des In- valideneinkommens ist zu beachten, dass die Beschwerdefüh- rerin nach medizinischer Einschätzung in einer geeigneten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig wäre. Zu einem weitergehen- den Abzug, wie ihn die Rechtsprechung unter bestimmten Vo- raussetzungen als zulässig erachtet hat (RKUV 1998 Nr. U 304 S. 372), besteht kein Anlass, zumal die Versicherte nicht auf eine leichte Beschäftigung angewiesen ist, son- dern nach ärztlicher Einschätzung durchaus auch mittel- schwere Tätigkeiten verrichten kann. Zudem gingen Verwal- tung und Vorinstanz nicht von so genannten Tabellenlöhnen, sondern von konkreten Lohnangaben aus. Des Weitern ist im Hinblick darauf, dass die Beschwerdeführerin in einer ge- eigneten Tätigkeit immerhin zu 70 % arbeitsfähig wäre, nicht anzunehmen, dass sie als Teilinvalide eine erhebli- che, über die verminderte Arbeitsfähigkeit hinausgehende Erwerbseinbusse in Kauf zu nehmen hätte. Würde das Invalideneinkommen auf Grund der Tabellen- löhne berechnet (Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 1996, Tabelle TA 1), ergäbe dies, ausgehend vom Medianwert des monatlichen Bruttolohnes (Zentralwert) für Frauen in einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsni- veau 4) und unter Hochrechnung von 40 auf 41.9 Wochen- stunden (BGE 124 V 323 Erw. 3b/aa mit Hinweis auf LSE 1994 S. 42) Fr. 3619.- im Monat oder Fr. 43'428.- (Fr. 3619.- x 12) im Jahr und somit bei 70 %iger Leistungsfähigkeit Fr. 30'400.-. Gemäss Rechtsprechung wird dem Umstand, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Ver- gleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzba- ren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern lohnmässig benach- teiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch- schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen, durch einen Ab- zug von bis zu 25 % vom Medianwert des herangezogenen Ta- bellenlohnes Rechnung getragen (BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb; nicht publizierte Erw. 4b des Urteils BGE 114 V 310; AHI 1998 S. 177 Erw. 3a). Dabei kommt der Abzug von 25 % nicht generell und in jedem Fall zur Anwendung. Vielmehr ist an- hand der gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu prüfen, ob und in welchem Ausmass das hypothetische Einkom- men als invalide Person zusätzlich reduziert werden muss (AHI 1998 S. 177 Erw. 3a). In diesem Zusammenhang kann auch berücksichtigt werden, dass Teilzeitbeschäftigte in der Regel überproportional weniger verdienen als Vollzeitange- stellte (Tabelle 13* der LSE 1994, S. 30; AHI 1998 S. 292 Erw. 3b, 178 Erw. 4b). So beträgt beispielsweise die Lohn- einbusse für Arbeiten im niedrigsten Anforderungsprofil zwischen einem Beschäftigungsgrad von mehr als 90 % (Fr. 3951.-) und einem solchen von 75 % und mehr als 50 % (Fr. 3553.-) 10 %. Ob die Versicherte eine Teilzeitbeschäf- tigung im Umfang von 70 % ausüben soll oder ob ihr vielmehr eine Vollbeschäftigung, jedoch mit entsprechend reduzierter Leistungsfähigkeit zumutbar ist, lässt sich den medizini- schen Unterlagen nicht entnehmen, braucht aber auch nicht abschliessend geklärt zu werden. Denn selbst unter Berück- sichtigung einer allfälligen Verdiensteinbusse zufolge Teilzeitarbeit und der verminderten Einsetzbarkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit erscheint ein Abzug vom Tabel- lenlohn in der Höhe von insgesamt 10 % - wie er von der Be- schwerdeführerin als Minimalabzug geltend gemacht wird - als angemessen. Daraus resultiert ein jährliches hypotheti- sches Invalideneinkommen von Fr. 27'360.-. Stellt man das so ermittelte Invalideneinkommen dem Valideneinkommen von Fr. 76'764.- gegenüber, erreicht die Erwerbseinbusse rund 64 %. Daraus folgt, dass selbst bei Zugrundelegung der für die Beschwerdeführerin günstigeren Annahme der Invalidi- tätsgrad jedenfalls 66 2/3 % nicht erreicht hat, sodass kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.