Citation: 9C_717/2022 E. 5.2

5.2. Aus einer als rechtswidrig erkannten Praxis einer unteren Instanz können Rechtssuchende nur ausnahmsweise einen Vorteil ziehen, nämlich wenn die strengen Voraussetzungen des Anspruchs auf Gleichbehandlung im Unrecht erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 BV; vgl. BGE 146 I 105 E. 5.3.1). Dies ist hier offensichtlich nicht der Fall. Es ist bereits zweifelhaft, ob die Vorinstanz überhaupt eine eigentliche Praxis entwickelt hat, zumal sie nach eigener Aussage die vorliegende Konstellation zuvor noch nie zu beurteilen hatte bzw. noch nie kraft Art. 56 Abs. 4 MWSTG auf die Verjährung einer Forderung aus Art. 12 VStrR geschlossen hat, weil nicht innert fünf Jahren eine Strafuntersuchung eingeleitet worden war (vgl. angefochtenes Urteil E. 8.2.3). Auf jeden Fall ist aber nicht anzunehmen, dass die Vorinstanz nicht gewillt sein wird, in künftigen Fällen dem Urteil des Bundesgerichts zu folgen.