Citation: 4A_626/2024 E. 4

Die Beschwerdeführerin macht weiter unter Berufung auf Art. 393 lit. e ZPO geltend, das Schiedsgericht sei aus Versehen von einem falschen Inhalt von Art. 6.5 der Versicherungspolice ausgegangen. Sie bringt vor, aufgrund der rechtlichen Ausführungen im angefochtenen Entscheid sei davon auszugehen, dass das Schiedsgericht die zweite Hälfte von Art. 6.5.3 der Versicherungspolice ("[Professional Claim] that involves or appears reasonable to involve the Insurer making a payment under this Policy") übersehen habe. Inwiefern das Schiedsgericht gerade diesen Teilsatz versehentlich unbeachtet gelassen hätte, ist in keiner Weise plausibel. Abgesehen davon geht die Beschwerdeführerin auch in diesem Zusammenhang zu Unrecht davon aus, dass im Zeitpunkt der strittigen Handlungen und Instruktionen der Beschwerdegegnerin die Anwendung des Selbstbehalts bereits feststand. Die Beschwerdeführerin zeigt mit ihren Ausführungen keine offensichtliche Aktenwidrigkeit auf, sondern unterbreitet dem Bundesgericht in Tat und Wahrheit in unzulässiger Weise ihre eigene Ansicht zur angeblich zutreffenden Auslegung dieser Vertragsklausel. Die Beschwerdeführerin rügt die schiedsgerichtliche Vertragsauslegung im Rahmen einer Eventualbegründung denn auch als offensichtlich unrichtig, vermag jedoch nicht aufzuzeigen, inwiefern das Schiedsgericht massgebende Auslegungsgrundsätze willkürlich angewendet hätte. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht lässt sich den Erwägungen im angefochtenen Entscheid nicht entnehmen, dass das Schiedsgericht davon ausgegangen wäre, das durch Art. 6.5.3 der Police an die Beschwerdegegnerin verliehene Recht "to effectively associate with the Insured in the defence, investigation and negotiation of any settlement" gelte unbeschränkt. Die Beschwerdeführerin verkennt einmal mehr, dass im Zeitpunkt der strittigen Handlungen und Instruktionen der Beschwerdegegnerin die Anwendung des Selbstbehalts noch nicht feststand. Inwiefern diese aus damaliger Sicht nicht vernünftigerweise im Hinblick auf eine Zahlung unter der Versicherungspolice erfolgt wären ("appears reasonable to involve the Insurer making a payment under this Policy"), zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf. Der Willkürvorwurf erweist sich auch in dieser Hinsicht als unbegründet.