Citation: 5A_505/2022 E. 2.3

2.3. In Bezug auf die Übergabe von Fr. 1,2 Mio. hat das Obergericht erwogen, es sei unbestritten und angesichts der eingereichten Bankbelege belegt, dass A.________ den Betrag von Fr. 1'199'987.-- am 6. März 1998 auf das Konto von C.________ bei der Bank L.________ überwiesen habe. Angesichts der Tatsache, dass die Geschäftsbeziehung zwischen A.________ und C.________ unbestritten nicht auf die streitgegenständlichen Darlehen beschränkt gewesen sei, sondern diverse weitere Transaktionen, namentlich die Beteiligung an der M.________ AG, ein Treuhandverhältnis und ein weiteres Darlehen umfasst habe, könne aus den eingereichten Bankbelegen alleine jedoch mangels Angabe eines Zahlungsgrundes nicht abgeleitet werden, dass es sich um den von A.________ geschuldeten Darlehensbetrag gehandelt habe. Für seine Darstellung spreche, dass der ihm von der Bank N.________ gewährte Kredit (mit der er das Darlehen an C.________ finanziert haben wolle) betragsmässig mit der vereinbarten Darlehensvaluta übereinstimme. Transaktionsgebühren von Fr. 13.-- seien im internationalen Kontext nicht abwegig. Auch die zeitliche Abfolge vom Abschluss des Darlehensvertrages, der Kreditaufnahme bzw. Kreditbestätigung bei der Bank N.________ und die anschliessende Überweisung auf das Konto von C.________ seien als Indiz zu werten, dass die Zahlung durch das Darlehen veranlasst gewesen sei. Was B.________ dagegen vorbringe, erscheine jedoch angesichts der von A.________ selbst eingereichten Aktennotiz (KB 30u) nicht minder wahrscheinlich. Wie sich daraus ergebe, habe A.________ den Kaufpreis für den Erwerb der Beteiligung an der G.________ AG unter anderem mit einer Banküberweisung vom 6. März 1998 im Betrag von Fr. 1,2 Mio. geleistet. Damit stimmten sowohl A.________ als Auftraggeber der Zahlung, das Ausführungsdatum, der Betrag und das Empfängerkonto bei der Bank L.________ mit den Angaben aus der von A.________ eingereichten Gutschriftanzeige überein. Der fraglichen Überweisung könnte damit ebenso gut ein Kaufvertrag zugrunde gelegen haben, wie er in KB 30u verurkundet sei, was sich im Übrigen mit den Aussagen von A.________ und von C.________ im gegen Letzteren geführten Strafverfahren decke. A.________ habe damals zu Protokoll gegeben, als Gegenwert für sein Investment von Fr. 2,5 Mio. Aktien erhalten zu haben. C.________ habe ausgeführt, dass ihm A.________ Fr. 2,5 Mio. übertragen habe, damit er für ihn Aktien kaufe (Duplikbeilage 9 und 10). Die weiteren von A.________ offerierten Beweismittel änderten an der fehlenden zweifelsfreien Zuordnung der Überweisung zum Darlehen nichts. Weder die Steuererklärungen von C.________ der Jahre 1999 bis 2015 (KB 43-58) noch die Saldobestätigungen von A.________ an C.________ (KB 59-66) sagten etwas darüber aus, welcher Zweck der Zahlung vom 6. März 1998 zugrunde gelegen habe. Auch der Bestand der Darlehensforderung sei dadurch nicht zweifelsfrei belegt, zumal die Dokumente die referenzierte Schuld nicht näher bezeichneten und A.________ C.________ unbestritten auch ein weiteres Darlehen gegeben habe. Auch die Zeugenaussage von C.________ anlässlich der bezirksgerichtlichen Hauptverhandlung räumten die Zweifel an der Auszahlung nicht aus. Seine Aussagen zum Bestand des Darlehens widersprächen seinen früheren Aussagen im Strafverfahren, ohne dass es dafür eine plausible Erklärung gebe. Es sei zudem nicht von der Hand zu weisen, dass A.________ und C.________ im Vorfeld des Prozesses zusammengewirkt hätten. Andernfalls wäre A.________ kaum in der Lage gewesen, C.________s Kontoauszüge und Steuererklärungen bzw. Schuldbriefe ins Recht zu legen, die sich eigenen Angaben zufolge nie in seinem Besitz befunden hätten. Es entstehe der Eindruck, als hätte C.________ ein Interesse am Obsiegen A.________'s. Die Glaubhaftigkeit der Zeugenaussage von C.________ sei somit erheblich herabgesetzt, so dass darauf nicht abzustellen sei. In Gesamtwürdigung der rechtzeitig anerbotenen und massgeblichen Beweismittel ergebe sich, dass in Anbetracht der geschäftlichen Beziehung von A.________ zu C.________ die Zahlung vom 6. März 1998 ebenso wahrscheinlich durch ein anderes Geschäft als das umstrittene Darlehen, namentlich durch einen Aktienkaufvertrag veranlasst gewesen sein könnte. Damit gelinge A.________ der ihm obliegende Vollbeweis für die Auszahlung des ersten Darlehens über Fr. 1,2 Mio. nicht.