Citation: 1C_188/2020 E. 3.2.2

3.2.2. Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid zusammenfassend, das Bauvorhaben sei als Alters- und Pflegeheim zu qualifizieren. Hierfür sehe das kommunale Baurecht grundsätzlich die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen vor. Eine Zuordnung von Alters- und Pflegeheimen in eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen oder in eine Wohnzone entspreche ebenfalls der kantonalen Rechtsprechung, wobei auch eine Situierung in einer gemischten Wohn- und Gewerbezone im Rahmen der zulässigen Wohnnutzung in Frage kommen könne. Die bestehenden vier Alters- und Pflegeheime in der Gemeinde seien mit den Kern- und Zentrumszonen ebenfalls Wohnzonen zugeordnet. Der Fokus von Alters- und Pflegeheimen sei auf (betreutes) Wohnen gerichtet. Dies belege gerade auch die Art und Weise der Bewerbung möglicher Bewohnerinnen und Bewohner durch die Bauherrin. Auch wenn die im Alters- und Pflegeheim erbrachten Tätigkeiten als Dienstleistungen zu würdigen seien, erscheine es bei der gebotenen Gesamtbetrachtung weder im Grundsatz noch im konkreten Fall als sachgerecht, ein Alters- und Pflegeheim planungs- und baurechtlich als Gewerbebetrieb zu qualifizieren mit einem - bei gegebenen übrigen Voraussetzungen - entsprechenden Anspruch auf eine Baubewilligung in der Gewerbezone. Das Bauvorhaben erweise sich somit in der Gewerbezone nicht als zonenkonform. Soweit auch bei einem Gewerbebetrieb in der Gewerbezone Wohnungen zulässig seien, sei vorliegend der baureglementarisch zulässige Wohnanteil mit einer Wohnraumfläche von 7'634 m² allein auf den Obergeschossen 2-5 offenkundig massiv überschritten. Dieses Ergebnis bedeute indes nicht, dass die westlich und östlich sowie teils auch südlich von einer Wohn- und Gewerbezone 4 Geschosse umgebene Bauparzelle aufgrund ihrer Situierung und abstrahiert von planungs- und baurechtlichen Vorgaben für ein Alters- und Pflegeheim nicht geeignet wäre.