Citation: 4A_211/2023 E. 2.2.3

2.2.3. Auch soweit die Vorinstanz ausführt, den Beschwerdeführen gelinge es nicht darzutun, dass die im Jahresabschluss 2011 ausgewiesenen "angefangenen Arbeiten" nicht dem Gesetz und der Rechnungslegungspraxis der Gesellschaft entsprechen würden und unvollständig oder unrichtig seien, liegt darin keine Verletzung der Verfahrensbeschränkung. Gemäss der Erstinstanz wurden entsprechend dem Aktienkaufvertrag nur die bilanzierten Zahlen uneingeschränkt zugesichert und demnach für die angefangenen Arbeiten nur ein Betrag von rund Fr. 15 Mio. Diese Unterscheidung übernahm die Vorinstanz und hielt fest, gemäss Art. 16 Abs. 1 AKV seien nur die in den geprüften Jahresabschlüssen per 31. Dezember 2010 und 31. Dezember 2011 ausgewiesenen Zahlen zugesichert worden und nicht die stillen Reserven. Damit wären Weiterungen nur notwendig, wenn die Käuferin auch den bilanzierten Teil der Angaben prozesskonform beanstandet hätte - denn andernfalls beziehen sich die angerufenen Beweismittel auf nach Einschätzung der Vorinstanz nicht zugesicherte Werte, aus denen die Käuferin nichts ableiten könnte. Gemäss dem angefochtenen Entscheid beanstandeten die Beschwerdeführer in der Berufung, die Erstinstanz habe die Zusicherungen zur Vermögenslage bzw. zu den nicht bilanzierten "angefangenen Arbeiten" falsch verstanden. Es seien nicht bloss die in der Bilanz ausdrücklich ausgewiesenen "angefangenen Arbeiten" von Fr. 15'515'000.--, sondern auch der Bestand der stillen Reserven von Fr. 5'467'193.40, somit bilanzierte und nicht bilanzierte "angefangene Arbeiten" von insgesamt Fr. 20'982'193.40 zugesichert worden. Dass der Betrag von Fr. 15'515'000.-- unrichtig bilanziert sei, ergibt sich daraus nicht, und die Beschwerdeführer zeigen auch nicht auf, wo solches in der Berufung oder im kantonalen Verfahren überhaupt behauptet worden wäre. Damit erübrigten sich Weiterungen. Eine Verletzung der Verfahrensbeschränkung oder des rechtlichen Gehörs ist nicht dargetan.