Citation: 9C_590/2017 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie leide - entgegen dem insoweit bundesrechtswidrigen kantonalen Entscheid (vgl. dazu nachfolgend E. 4) - an einer mittelschweren bis schweren depressiven Störung. Die von der Vorinstanz beigezogene Praxis finde damit von vornherein keine Anwendung. Für den Fall, dass das Bundesgericht diesen Standpunkt nicht teilt, übt die Beschwerdeführerin Kritik an der auch dem kantonalen Entscheid zugrunde liegenden bisherigen Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von Depressionen. Sie vertritt die Auffassung, es sei vom Grundsatzurteil BGE 127 V 294 auszugehen, wonach die Behandelbarkeit einer psychischen Störung für sich alleine nichts über deren invalidisierenden Charakter aussage. In neueren Entscheiden habe das Bundesgericht seine Praxis zu den depressiven Störungen verschärft, wobei es jeweils auf die frühere, mit BGE 141 V 281 überwundene "Schmerzrechtsprechung" verwiesen habe. Ein neuer, offiziell deklarierter und wohl begründeter Leitentscheid dazu fehle. Selbst wenn man in den neueren Urteilen eine (schleichend zustande gekommene) Praxisänderung erkennen wollte, müsste diese entweder vom Gesetzgeber selbst gewollt oder vom Bundesgericht zumindest in Einklang mit dem geltenden Gesetz zu bringen sein. Davon könne indessen keine Rede sein. Des Weitern hätte die neu eingeführte Anspruchsvoraussetzung einer sog. "Therapieresistenz" nicht nur den pauschalen Ausschluss einer ganzen Gruppe von Versicherten zur Folge; sie würde auch auf ein veraltetes, längst überwundenes medizinisches Bild abstellen. Es sei nicht nötig, zur Sicherstellung der Schadenminderungspflicht von vornherein und systematisch einer ganzen Gruppe von Versicherten Leistungen zu verweigern: Der Gesetzgeber habe der Verwaltung dazu andere Instrumente in die Hand gegeben. Im Übrigen könne eine einmal zugesprochene Rente gemäss Art. 17 ATSG wieder herabgesetzt oder aufgehoben werden, wenn eine Therapie anspreche und sich der Gesundheitszustand verbessere.