Citation: 7B_781/2023 E. 3.6

3.6. Bundesrechtskonform ist auch die Ansicht der kantonalen Strafbehörden, im vorliegenden Fall könne der ausgeprägten Fluchtgefahr derzeit nicht mit blossen Ersatzmassnahmen für Sicherheitshaft ausreichend begegnet werden. Die Vorinstanz erwägt, die vom Beschwerdeführer genannten Ersatzmassnahmen könnten nicht verhindern, dass er sich im Schengen-Raum bewegen könne, ohne ernsthaft zu riskieren, einer Personenkontrolle unterzogen zu werden. Seit dem Beitritt der Schweiz zum Übereinkommen von Schengen würden grundsätzlich keine Personenkontrollen mehr an den Landesgrenzen durchgeführt, sodass das Risiko, beim Passieren einer Landesgrenze innerhalb des Schengen-Raums aufgegriffen zu werden, gering sei. Eine Ausweis- oder Schriftensperre sei nur schon deshalb nicht ausreichend wirksam. Bei Personen mit ausländischem Pass komme hinzu, dass die schweizerischen Behörden den ausländischen nicht verbieten könnten, ihren Staatsangehörigen neue Reisepapiere auszustellen. Naheliegend sei hier aber ohnehin, dass der Beschwerdeführer zunächst in Frankreich und damit im Schengen-Raum untertauchen könnte. Bis er dort aufgegriffen würde, könnte viel Zeit vergehen. Dies aber würde die Durchführung der anstehenden gerichtlichen Hauptverhandlung beeinträchtigen. Es sei essenziell wichtig, dass der Beschwerdeführer im Hauptverfahren zur Verfügung stehe. Auch eine Meldepflicht, eine Kaution oder die Überwachung seines Aufenthaltsortes mit Electronic Monitoring seien nicht geeignet, eine Flucht oder ein Untertauchen wirksam zu verhindern; die elektronische Überwachung würde lediglich dazu beitragen, eine tatsächlich erfolgte Flucht früher zu bemerken und eine raschere Fahndung einzuleiten (vgl. angefochtener Entscheid, E. 4.3 S. 14 f.). Diese Erwägungen halten vor dem Bundesrecht stand. Daran vermögen auch die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu ändern, er wolle sich dem Gerichtsverfahren stellen und eine mögliche Flucht sei für ihn "keine Option".