Citation: 8C_305/2017 E. A

A.________ litt unter einem Augenleiden (starke Hornhautverkrümmung), das seine Sehkraft zunehmend einschränkte. Er meldete sich deshalb erstmals am 21. November 1980 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Sie gewährte Kostengutsprache für Kontaktlinsen und medizinische Massnahmen. Am 30. Dezember 2003 meldete sich A.________ unter Hinweis auf ein Erschöpfungssyndrom erneut bei der IV-Stelle an. Er hatte zwischenzeitlich, nach zwei abgebrochenen Lehren als Automechaniker und als Verkäufer, den Fähigkeitsausweis als Büroangestellter sowie ein Diplom als Fondsberater erlangt und als Kundenberater bei einer Bank sowie als Aussendienstmitarbeiter bei einer Versicherung gearbeitet. Am 1. März 2003 hatte er eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Bereich Marketing aufgenommen. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen liess A.________ interdisziplinär durch den regionalen ärztlichen Dienst (RAD) untersuchen, welcher am 30. März 2005 eine 50-prozentige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen bescheinigte. Daraufhin trat jedoch nach den Angaben des behandelnden Psychiaters eine Verschlechterung ein. Mit den Verfügungen vom 19. Dezember 2005 sprach die IV-Stelle A.________ für die Zeit vom 1. Oktober 2003 bis zum 30. Juni 2005 eine halbe und ab dem 1. Juli 2005 eine ganze Invalidenrente zu. Der Anspruch wurde am 16. Juli 2007, am 6. Oktober 2008 und am 17. Dezember 2012 revisionsweise bestätigt. Nach den Angaben der behandelnden Ärzte hatte sich insbesondere auch der Gesundheitszustand weiter verschlechtert, dies sowohl in psychischer Hinsicht als auch bezüglich des Augenleidens. Wegen extremer Ermüdbarkeit und Erschöpfung müssten auch der Haushalt und die Betreuung der 2001 und 2005 geborenen Kinder durch die berufstätige Ehefrau oder von Drittpersonen besorgt werden. Der Versicherte könne nur kürzere Reisen mit dem öffentlichen Verkehr auf ihm bekannten Strecken unternehmen, ansonsten brauche er Begleitung. Nach Eingang eines anonymen Hinweises und nach eigenen Recherchen der IV-Stelle im Internet zu einer allfälligen Erwerbstätigkeit liess sie den Versicherten observieren. Sie lud ihn zu einem Standortgespräch am 13. Mai 2014 ein, welches unter Anwesenheit seiner Ehefrau, seines Rechtsvertreters sowie seines behandelnden Psychiaters in dessen Arztpraxis stattfand. Am 27. August 2014 verfügte die IV-Stelle die vorsorgliche Einstellung der Rentenleistung mit sofortiger Wirkung. Sie holte die Gutachten des Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. August 2015 sowie der Augenklink des Spitals C.________ vom 23. Februar 2015 ein. Gestützt darauf verfügte die IV-Stelle am 10. Februar 2016 die rückwirkende Renteneinstellung per 30. August 2014.