Citation: 5A_156/2022 E. 3.1

3.1. Die Ausführungen zur willkürlichen und aktenwidrigen Sachverhaltsfeststellung erschöpfen sich weitgehend in der Behauptung, der Mitwirkungsobliegenheit genügt und die Mittellosigkeit glaubhaft gemacht zu haben, ja sogar mehr als erforderlich vorgetragen zu haben, ohne im Einzelnen detailliert anhand der beanstandeten Erwägungen aufzuzeigen, inwiefern dies der Fall sein soll. Auf solche appellatorischen Ausführungen ist nicht einzugehen. Ungenügend ist namentlich die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe ihre gesamte finanzielle Situation (Einkünfte und Vermögen) offengelegt, woraus sich der Umkehrschluss ergebe, dass sie über keine weiteren Vermögenswerte verfüge. Soweit sie in diesem Zusammenhang auf die Steuererklärung für das Jahr 2020 (kantonale Akten; act. 229/1/2) und die Bestätigung von Dr. L.________ vom 14. Oktober 2021 (kantonale Akten; act. 229/1/1) verweist, übergeht sie, dass das Obergericht diese zur Kenntnis genommen hat, ihr jedoch vorgehalten hat, sie äusserten sich - wie bereits analoge Dokumente früherer Jahre - nicht zur Vermögenslage, sondern zu Einkünften bzw. Einkünften und Gebäuden (vgl. oben E. 2.3.1). Die Beschwerdeführerin behauptet zwar, die Bestätigung von Dr. L.________ belege auch die Vermögenslage, ohne dies jedoch konkret anhand des Wortlauts dieses Dokuments zu untermauern. Nach dem Wortlaut bezieht es sich denn auch auf "redditi" (Einkommen), wobei nebst der Höhe derselben (aus der Pension und der selbstbewohnten Wohnung in Rom) einzig bestätigt wird, dass die Beschwerdeführerin kein weiteres Einkommen und keine weiteren Gebäude besitzt ("non possiede altri redditi e/o altri fabbricati oltre quelli suesposti"). Ähnliches gilt in Bezug auf die Steuererklärung: Die Beschwerdeführerin behauptet zwar, daraus ergebe sich "e contrario", dass keine weiteren Vermögenswerte vorhanden seien. Dies ist unbehelflich. Die Beschwerdeführerin müsste anhand der Steuererklärung (genauer: der in den Akten liegenden Certificazione unica 2021 der Agenzia entrate für das Jahr 2020) darlegen, dass sich diese überhaupt zum Vermögen äussert, und sie müsste präzise angeben, was sie darin zu ihrem Vermögen angegeben hat (z.B. welche Rubriken sie leer gelassen oder wo sie ein Vermögen von "0" angeführt hat). Erfasst diese Bestätigung hingegen von ihrem Zweck und Inhalt her das Vermögen von vornherein nicht, kann daraus diesbezüglich auch nichts "e contrario" abgeleitet werden. Auch der Vorwurf an das Obergericht, auf veraltete oder bloss selektiv ausgewählte Unterlagen abgestellt zu haben, bleibt pauschal. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, welche Unterlagen inwiefern veraltet waren und inwiefern das Obergericht überhaupt auf neuere hätte abstellen können. Ähnliches gilt im Hinblick auf den Vorwurf der Selektivität. Die Beschwerdeführerin rügt im Übrigen zwar eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) im Zusammenhang mit dem Recht auf Beweis (Art. 152 ZPO), indem das Obergericht nicht auf die eingereichten Unterlagen eingegangen sei, sondern Mutmassungen treffe, die den eingereichten Unterlagen widersprächen. Welche Unterlagen das Obergericht aber übergangen haben soll, legt die Beschwerdeführerin nicht dar. Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, das Bezirksgericht habe ihr die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und dabei den Sachverhalt rechtsverbindlich festgestellt. Soweit sie damit geltend machen will, das Obergericht hätte vom erstinstanzlich festgestellten (oder als glaubhaft erachteten) Sachverhalt nicht abweichen dürfen, geht sie fehl. Die unentgeltliche Rechtspflege ist im Rechtsmittelverfahren neu zu beantragen (Art. 119 Abs. 5 ZPO). Dies hat zur Folge, dass die Rechtsmittelinstanz Tatsachenbehauptungen und Beweismittel, die bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens um unentgeltliche Rechtspflege waren, in freier Weise neu beurteilen darf. Soweit die Beschwerdeführerin für die Darlegung der Sachlage auf ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vor Bundesgericht verweist und dies im Rahmen der Beschwerde berücksichtigt wissen will, ist darauf nicht einzugehen. Ebenso wenig sind für die Beurteilung der Beschwerde neue Tatsachen und Beweismittel zu beachten (Art. 99 Abs. 1 BGG). Massgebend für die Frage, ob das Obergericht auf mangelnde Glaubhaftmachung und mangelnde Mitwirkung schliessen durfte, ist, was die Beschwerdeführerin vor Obergericht vorgetragen und belegt hat, und nicht, was sie vor Bundesgericht vorbringt.