Citation: 4C.338/2004 27.04.2005 E. A

B.________ (nachstehend: Kläger) wurde am 11. Juli 1966 geboren, ist verheiratet und hat zwei Töchter (F.________, geb. Juli 1993 und G.________, geb. Oktober 1997). Er hatte 1985 eine dreijährige kaufmännische Berufslehre bei der X.________ AG Luzern abgeschlossen und arbeitete bei ihr bis im August 1987 weiter. Nach einem dreimonatigen Auslandaufenthalt war er Anfang 1989 als Büromaschinenverkäufer bei seinem Onkel in Safenwil (AG) und seit Mitte Mai 1989 als kaufmännischer Angestellter für ein Treuhandbüro in Rothenburg tätig. Am 30. Mai 1989 verunfallte der Kläger mit einem Motorrad und erlitt dabei ein schweres Schädel-Hirntrauma. Der Unfall wurde durch einen Automobilisten verursacht, der links abbiegen wollte und dabei den entgegenkommenden Kläger übersah. Der Automobilist wurde am 18. Dezember 1989 wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. Als Langzeitfolgen des Unfalls wurden beim Kläger ein dauerndes Ohrensausen (Tinnitus) rechts, eine mittelschwere Hirnfunktionsstörung und eine teilweise Lähmung des rechten Gesichtsnervs (Facialisparese) festgestellt. Zudem litt er häufig unter intensiven Kopfschmerzen, Konzentrationsschwächen und Schwindelgefühlen. Dennoch arbeitete er vom 27. November 1989 bis zum 31. Januar 1991 bei der Y.________ AG in Adligenswil, wo er anforderungsarme Routinearbeiten erledigte. Alle darauf folgenden Versuche der dauernden Arbeitseingliederung scheiterten. Am 12. August 1992 beauftragte der Kläger Rechtsanwalt A.________ (nachstehend: Beklagter), Luzern, mit der Vertretung und Wahrung seiner Interessen gegenüber den in der Unfallsache involvierten Versicherungen. In der Folge ersuchte eine Rechtspraktikantin des Beklagten die O.________ Versicherung als Haftpflichtversicherung des Automobilisten um einen Verjährungsverzicht und verhandelte mit den Sozialversicherungen. Die SUVA ging von einer Erwerbsunfähigkeit der Klägers von 25 % aus und sprach ihm mit Verfügung vom 25. Juni 1993 eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 44'800.-- und eine Monatsrente zu. Mit Schreiben vom 1. Juli 1993 teilte der Beklagte der O.________ Versicherung dem Sinne nach mit, der Kläger sei - vorbehaltlich einer wesentlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes - damit einverstanden, auf die Geltendmachung zusätzlicher Ansprüche gegenüber der O.________ Versicherung als Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers zu verzichten; der Beklagte präsentiere für seine anwaltlichen Bemühungen in dieser Angelegenheit eine Honorarforderung in der Höhe von Fr. 6'000.--. Die O.________ Versicherung beglich diese Honorarrechnung. In der Folge beauftragte der Kläger einen neuen Rechtsanwalt mit der Wahrung seiner Interessen. Dieser verlangte im April 1997 von der O.________ Versicherung die Zahlung einer Genugtuungssumme an den Kläger. Die O.________ Versicherung berief sich auf den vom Beklagten mit Schreiben vom 1. Juli 1993 erklärten Forderungsverzicht und verweigerte weitere Zahlungen aus dem Unfallereignis.