Citation: 6B_120/2024 E. 3.2

3.2. Unter Hinweis auf die erstinstanzlichen Ausführungen und mit geringfügigen Korrekturen und Ergänzungen derselben erwägt die Vorinstanz (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 4.3 S. 24 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO), der Beschwerdeführer habe den Tod von sich auf dem Trottoir aufhaltenden bzw. sich dorthin begebenden Personen in Kauf genommen, anstatt sich der offensichtlich gerechtfertigten Anhaltung zu stellen. Selbst als er B.________ gesehen habe, habe er sein Fahrzeug nicht gebremst. Als Grund für das Befahren des Trottoirs und das Beschleunigen seines Fahrzeuges habe er (u.a.) angegeben, "sich von anderen nichts sagen lassen" zu wollen, "[s]icher nicht von Leuten, die Waffen auf [ihn] richteten und [ihn] gewalttätig [fesseln würden]"; zudem habe er nicht nochmals "eine Geschichte mit der Polizei gewollt". Es sei ihm einzig darum gegangen, seine Flucht zu sichern. Eine solche Haltung entspringe blankem Egoismus und sei von einer hemmungslosen und "ich-bezogenen" Rücksichtslosigkeit und Interessenverwirklichung getragen. Sie offenbare eine ausserordentliche Geringschätzung fremden Lebens, was bei der Qualifikation der Tat im Sinne der Skrupellosigkeit als besonders verwerflicher Beweggrund bzw. besonders verwerflicher Zweck heranzuziehen sei. Daran ändere insbesondere nichts, dass er sich aufgrund der drohenden Verhaftung und des Umstandes, dass ein Polizist mit gezogener Waffe auf ihn zugerannt sei, in einer Stresssituation befunden habe. Wie sich aus seinen Aussagen ergebe, habe er nicht ernsthaft überrascht gewesen sein können, als es zu einer polizeilichen Anhaltung und einem Verhaftungsversuch gekommen sei. Zudem sei ihm die ganze Fahrzeit zur Verfügung gestanden, um sich eine Reaktion auf einen allfälligen polizeilichen Zugriff zu überlegen. Er habe offensichtlich entschieden, sich um jeden Preis einer Verhaftung zu entziehen und seine Flucht ohne jede Rücksicht auf Verluste fortzusetzen. Insbesondere auch unter Berücksichtigung der Verschuldetheit der eigenen Lage lasse damit die Stresssituation das Tatmotiv, welches der Tat ihr Gepräge verleihe, weder als einfühlbar noch als Ausdruck einer schweren oder differenzierten Konfliktsituation erscheinen. Ebenso wenig helfe, dass er die Tat nicht geplant habe. Erschwerend komme die Art der Tatausführung hinzu. Der Beschwerdeführer habe mit seinem Handeln den Kreis potenzieller Opfer in keiner Weise kontrollieren können, die ihrerseits angesichts seines unvermittelten und völlig unvorhersehbaren Verhaltens letztlich völlig wehrlos gewesen seien. Auch das tatbezogene Verhalten des Beschwerdeführers vor und nach den beiden Tötungsversuchen - selbst nachdem er realisiert gehabt habe, dass C.________ durch die Kollision meterhoch durch die Luft geschleudert und mutmasslich schwer verletzt worden war, habe er sein Fahrzeug nicht angehalten - zeige, dass ihm jedes Mittel recht gewesen sei, um seine Flucht zu sichern. Er sei vor nichts zurückgeschreckt und habe sämtliche Möglichkeiten, die sich ihm in seiner Situation geboten hätten, ausgeschöpft, mithin das gestohlene Fahrzeug geradezu als Waffe zur Sicherung der Flucht eingesetzt.