Citation: I 332/04 04.10.2004 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, Verwaltung und Vorinstanz hätten sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit zu Unrecht auf das Gutachten des Dr. med. S.________ gestützt. Dieser sei zum einen als Beauftragter des Unfallversicherers nicht unabhängig. Zum andern attestiere er entgegen allen andern ärztlichen Berichten eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, obwohl keine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. 2.2 Die Vorinstanz hat die medizinische Aktenlage einlässlich dargelegt und ist zum Schluss gekommen, dass die Verwaltung bezüglich der Arbeitsfähigkeit zu Recht auf das Gutachten des Dr. med. S.________ abgestellt habe. Was dagegen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. 2.2.1 So ist die Herkunft des Beweismittels für seinen Beweiswert nicht ausschlaggebend. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Arztbericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sowie nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis). Insbesondere ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch UVG-Privatversicherer eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb). Solche Anhaltspunkte bestehen nicht, und der Beschwerdeführer substantiiert den Vorwurf der mangelnden Unabhängigkeit nicht. Aber auch sonst wird nichts geltend gemacht, was die Richtigkeit der Einschätzung des Gutachters in Zweifel zu ziehen vermöchte. Dem Haupteinwand, es sei bei gleicher Diagnosestellung aller Ärzte keine rentenwirksame Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten, ist entgegenzuhalten, dass der Hausarzt Dr. med. Z.________ vor der ursprünglichen Rentenverfügung angab, dem Versicherten sei auf Grund der eingeschränkten Gehfähigkeit sowie der Beschwerden eine Erwerbstätigkeit nicht zumutbar, und er keine leidensangepasste Tätigkeit nennen konnte (Bericht vom 16. März 1999). Gemäss Stellungnahme vom 12. August 2002 hingegen bestanden Schmerzen nur noch beim Gehen und zum Teil beim Liegen oder beim Drehen im Bett. Auch gegenüber dem Psychiater Dr. med. G.________ äusserte sich der Versicherte anlässlich der Explorationen, welche in seiner Muttersprache Spanisch geführt wurden, dahingehend, dass die Schmerzen ausschliesslich bewegungsbedingt seien (Gutachten vom 22. Juni 2003). Während Dr. med. Z.________ am 26. November 2001 immerhin schon berichten konnte, dass ein stockfreies Gehen möglich sei, jedoch weiterhin Schwellungen am Knie zu beobachten waren, klagte der Versicherte anlässlich der Untersuchung durch Dr. med. S.________ am 26. April 2002 auch darüber nicht mehr. Angesichts dieser Verbesserung des Gesundheitszustands ist die Einschätzung des Orthopäden Dr. med. S.________, dem Beschwerdeführer seien sämtliche sitzenden Tätigkeiten vollumfänglich zuzumuten, ohne weiteres nachvollziehbar. Da die Expertise die rechtsprechungsgemässen Anforderungen erfüllt, kann mit Verwaltung und Vorinstanz darauf abgestellt werden. 2.2.2 Der Einwand des Versicherten, die behandelnden Ärzte Dr. med. Z.________ und Dr. med. F.________ hätten ihre eigene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nach Vorliegen des Gutachtens aufgegeben und sich der Auffassung des Dr. med. S.________ angeschlossen, ist nach dem Gesagten unberechtigt. Insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte, dass sie ihre Meinung "plötzlich und ohne weitere Begründung" wegen des Gutachtens geändert hätten, befinden sich doch in den Akten keine Berichte, die unmittelbar vor der Begutachtung erstellt worden wären; die letzte ärztliche Stellungnahme (des Dr. med. Z.________) datiert vom 26. November 2001. 2.2.3 Ebenfalls trifft es nicht zu, dass Dr. med. S.________ als Gutachter des Unfallversicherers nur die gesundheitlichen Beschwerden fokussiert habe, welche mit dem Unfallereignis in Zusammenhang stehen. Der Versicherte klagt einzig über Kniebeschwerden, welche von Dr. med. S.________ umfassend abgeklärt wurden. Der Experte hat sich nicht etwa darauf beschränkt, zur Unfallkausalität Stellung zu nehmen. Die arterielle Hypertonie hat gemäss Berichten des Hausarztes Dr. med. Z.________ vom 12. August und vom 9. September 2002 keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, da sie gut eingestellt sei. Dem von Dr. med. S.________ geäusserten Verdacht einer somatoformen Schmerzstörung ist die IV-Stelle nachgegangen und hat den Beschwerdeführer psychiatrisch begutachten lassen. Dr. med. G.________ konnte diese Diagnose nicht bestätigen. Aber auch sonst konnte er keine psychische Störung mit Krankheitswert feststellen, sondern es bestand aus psychiatrischer Sicht eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Es liegt somit kein psychisches Leiden vor, das dem Versicherten die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt verunmöglichen würde. Dass der Beschwerdeführer vier Jahre lang berentet wurde und seit über fünf Jahren nicht mehr im Arbeitsprozess steht, führt entgegen der Ansicht des Psychiaters nicht zur Unzumutbarkeit jeglicher Erwerbstätigkeit (vgl. dazu BGE 127 V 298 Erw. 4c). Bezüglich des Alkoholproblems war der Hausarzt Dr. med. Z.________ gemäss Bericht vom 9. September 2002 der Meinung, dass der Konsum nach Abklingen längerer innerfamiliärer Schwierigkeiten zurückgegangen sei; der Versicherte sei seit ein bis zwei Jahren auch praktisch nie mehr alkoholisiert in der Sprechstunde erschienen. Die Befürchtung des Dr. med. S.________, die Prognose werde durch die Verdachtsdiagnosen der somatoformen Schmerzstörung und des chronischen Aethylabusus ungünstig beeinflusst, lässt sich demnach nicht bestätigen, und es kann auf seine Einschätzung der 100 %igen Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht abgestellt werden. Der Gesundheitszustand ist damit genügend abgeklärt und die beantragten weiteren Untersuchungen erübrigen sich. 2.2.4 Unberechtigt ist schliesslich das Vorbringen, man habe auf eine veraltete medizinische Aktenlage abgestellt. Der Gesundheitszustand war nach Ansicht des Hausarztes gemäss Bericht vom 12. August 2002 stationär, und nach den Angaben des Versicherten gegenüber dem Psychiater Dr. med. G.________ war ebenfalls keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten (vgl. Erw. 2.2.1). Der letztinstanzlich eingereichte Bericht des Dr. med. Z.________ vom 1. Juni 2004 ist hier nicht beachtlich, da für die richterliche Überprüfungsbefugnis der Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides massgebend ist (BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 121 V 366 Erw. 1b). Dies gilt insbesondere bezüglich der geltend gemachten Beschwerden an Schulter und Halswirbelsäule. 2.3 Damit besteht kein Raum für die Annahme, dem Beschwerdeführer könne keinerlei Erwerbstätigkeit zugemutet werden und es sei daher von einem Invaliditätsgrad von 100 % auszugehen, wie er beantragt.