Citation: U 111/05 20.06.2006 E. 3.2

3.2.1 Nicht mehr bestritten ist das für die Invaliditätsbemessung nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) massgebende Einkommen, welches der Beschwerdeführer ohne die Invalidität erzielen würde (Valideneinkommen). Es ist aufgrund der Angaben des Arbeitgebers auf Fr. 68'835.- (13 x Fr. 5295.-) im Jahr 2003 festzusetzen. Auf der gleichen zeitlichen Grundlage ist das Vergleichseinkommen (Invalideneinkommen) zu bestimmen, welches der Beschwerdeführer trotz des Gesundheitsschadens auf dem in Betracht fallenden (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt zu erzielen vermöchte (BGE 129 V 222 ff.). 3.2.2 Das Invalideneinkommen wurde von der SUVA sowohl aufgrund von Tabellenlöhnen gemäss der vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) als auch gestützt auf die interne Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) ermittelt. Weil die aufgelegten Unterlagen die nach der Rechtsprechung für die Festsetzung des Invalideneinkommens aufgrund von DAP-Löhnen geltenden Voraussetzungen nicht erfüllen (vgl. BGE 129 V 472 ff.), hat die Überprüfung der Invaliditätsbemessung aufgrund der LSE zu erfolgen. 3.2.3 Gemäss geltender Rechtsprechung ist beim Tabellenlohnvergleich in der Regel von Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater Sektor) und dem für sämtliche Wirtschaftszweige geltenden Durchschnittslohn auszugehen (BGE 129 V 484 mit Hinweis). Ausnahmsweise kann auf einzelne Sektoren (Produktion, Dienstleistungen) oder Wirtschaftszweige abgestellt werden, wenn eine Eingliederung nur in bestimmten Bereichen in Betracht fällt (RKUV 2001 Nr. U 439 S. 347 [Urteil K. vom 7. August 2001, U 240/99]). So kann es sich rechtfertigen, vom Bruttolohn im Sektor Produktion auszugehen, wenn der Versicherte bisher ausschliesslich in diesem Bereich gearbeitet hat und ihm Tätigkeiten im Sektor Dienstleistungen mangels genügender Sprachkenntnisse oder geistiger Fähigkeiten weitgehend verschlossen sind (Urteil S. vom 18. März 2002, I 559/01). Um einen solchen Ausnahmefall handelt es sich hier indessen nicht. Zwar hat der Beschwerdeführer bisher ausschliesslich im Sektor Produktion gearbeitet. Es stehen ihm jedoch auch im Sektor Dienstleistungen zahlreiche Hilfstätigkeiten (beispielsweise Bewachungsaufgaben, Kurierdienste, administrative Hilfsarbeiten) offen. Der Beschwerdeführer macht daher zu Recht geltend, das Invalideneinkommen sei aufgrund des für sämtliche Wirtschaftszweige geltenden Durchschnittslohnes festzusetzen. Auszugehen ist dabei von der im Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 17. März 2004 zur Verfügung gestandenen LSE 2000 (Urteil S. vom 13. Februar 2004, U 125/02). Danach belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert, einschliesslich Anteil 13. Monatslohn bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Wochenstunden) für männliche Arbeitnehmer mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor auf Fr. 4437.- im Monat (Tabelle TA1). Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2000 von 41,8 Stunden (Stat. Jahrbuch 2005, S. 205 Tab. T3.2.3.5) und der Entwicklung des Nominallohnindexes männlicher Arbeitnehmer (BGE 129 V 408 ff.) von 106,5 (2000) auf 112,3 (2003) (a.a.O., S. 217 Tab. T3.4.3.2) ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 58'670.- (4'437.- x 41,8/40 : 106.5 x 112,3 x 12). Vom so ermittelten statistischen Lohn kann praxisgemäss ein Abzug vorgenommen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, ist von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch im Rahmen einer geeigneten leichteren Tätigkeit in der Leistungsfähigkeit beeinträchtigt ist, weil er im Gebrauch des linken Arms eingeschränkt ist. Die Unfallfolgen beschränken sich allerdings auf den adominanten linken Arm, weshalb anzunehmen ist, dass dem Beschwerdegegner zahlreiche Arbeitsplätze offen stehen, bei denen sich der Gesundheitsschaden auf die Leistungsfähigkeit kaum oder überhaupt nicht auswirkt. Ein Abzug wegen Teilzeitbeschäftigung fällt nicht in Betracht. Schliesslich dürften sich die weiteren zu berücksichtigenden Merkmale (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie) nicht wesentlich auf den Lohn auswirken. Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des Rentenbeginns 45 Jahre alt, hält sich seit 1986 in der Schweiz auf und verfügt über die Niederlassungsbewilligung C. Wenn die SUVA den Abzug unter diesen Umständen auf insgesamt 10 % festgesetzt hat, so hält sich dies im Rahmen der bisherigen Rechtsprechung und gibt keinen Anlass zu einer Ermessenskorrektur. Das Invalideneinkommen ist demzufolge auf Fr. 52'803.- festzusetzen. Im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 68'835.- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 23,29 %. Der Beschwerdeführer hat daher Anspruch auf eine Invalidenrente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 23 % (BGE 130 V 121).