Citation: I 566/00 24.04.2002 E. 3

3.- a) Für die Bezifferung des hypothetischen Valideneinkommens kann in der Regel vom letzten Lohn, welchen der Versicherte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, ausgegangen werden. Dieses Einkommen ist der Lohnentwicklung anzupassen, welche bis zum in tatbeständlicher Hinsicht massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE 121 V 366 Erw. 1b) eingetreten ist (ZAK 1991 S. 320 Erw. 3a). Abzustellen ist damit auf die hypothetischen Einkommensverhältnisse des Jahres 1998. Der Beschwerdeführer arbeitete als Saisonnier bei der Bauunternehmung D.________ AG und verdiente im Jahre 1991 (Unfall) als Hilfsarbeiter einen Stundenlohn von Fr. 17.75, der sich im folgenden Jahr auf Fr. 18.50 erhöht hätte (vgl. Fragebogen für den Arbeitgeber vom 25. Juni 1992). Davon ist im Folgenden auszugehen. Im Bauhauptgewerbe nahmen die Nominallöhne im folgenden Jahr um 1,6 % zu (Die Volkswirtschaft 1995, Heft 6, S. 41, Nominallohnentwicklung, 1985-1994 nach Wirtschaftszweigen), was für den Versicherten einen neuen Stundenlohn von Fr. 18.80 bedeutet hätte. Der Nominallohnindex erhöhte sich für das Bauhauptgewerbe von 1993 (= 100) bis ins Jahr 1998 auf 105, 1 (Die Volkswirtschaft 1999, Heft 4, Aktuelle Wirtschaftsdaten S. 29, Tabelle B10. 4). Im Zeitpunkt des Verfügungserlasses hätte der Beschwerdeführer mit einem Stundenlohn von Fr. 19.76 rechnen können. Dies ergibt bei einer (statistisch durchschnittlichen) Wochenarbeitszeit im Baugewerbe von 42,3 Stunden (Die Volkswirtschaft 1999, Heft 6, Aktuelle Wirtschaftsdaten S. 27, Tabelle B9.2) und 4,33 Arbeitswochen einen Monatsverdienst von Fr. 3619. 25 und mit Einschluss eines 13. Monatsgehalts einen Jahresverdienst von Fr. 47 050.-. b) Für die Bestimmung des Invalideneinkommens (hypothetisches Einkommen nach Eintritt der Invalidität) können, wenn die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat, rechtsprechungsgemäss Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/aa und bb mit Hinweisen). Auszugehen ist wiederum von den Tabellenwerten für das Jahr 1998. Die Löhne betragen (bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden und mit Pro-Rata-Anteil des 13. Monatsgehaltes) für Männer bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsprofil 4) gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) 1998 (Tabelle TA1) im privaten Sektor insgesamt pro Monat Fr. 4268.-, beschränkt auf den Sektor "Produktion" Fr. 4433.- bzw. auf den Sektor "Dienstleistungen" Fr. 3943.-. Auf der Basis einer Arbeitszeit von 41,9 Wochenstunden (Die Volkswirtschaft 1999, Heft 6, Aktuelle Wirtschaftsdaten S. 27, Tabelle B9.2) ergibt sich ein Monatsgehalt von Fr. 4471.-, Fr. 4644.- oder Fr. 4130.- bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 53 652.-, Fr. 55 728.- oder Fr. 49 560.-. Ausgehend von dem für den Versicherten günstigsten, indessen wohl kaum zutreffenden Fall - eine zumutbare Tätigkeit liesse sich nur im Teilsektor "Dienstleistungen" finden - ergäbe sich damit in Anbetracht der 50 %igen Arbeitsfähigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 24 780.-. Bei einer Einkommenseinbusse von maximal Fr. 22 270.- resultierte ein Invaliditätsgrad von 47,3 %. Im kantonalen Entscheid wurde in Berücksichtigung aller einkommensbeeinflussenden Merkmale ein behinderungsbedingter Abzug vom statistischen Tabellenlohn von 10 % vorgenommen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird dessen Erhöhung auf 25 % verlangt. Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Denn selbst wenn ein Abzug in dieser Höhe veranschlagt würde, was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 18 585.- führte, ergäbe sich bei einem Valideneinkommen von Fr. 47 050.- eine Erwerbsunfähigkeit von 60,5 %. Damit hätte der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.