Citation: 7B.232/2003 06.11.2003 E. 2

Nach Art. 61 SchKG kann der Betreibungsbeamte einem schwer kranken Schuldner für eine bestimmte Zeit Rechtsstillstand gewähren. Diese Bestimmung kann unter anderem jenem Schuldner zu Gute kommen, der auf Grund seiner Krankheit ausser Stande ist, seine Rechte zu wahren oder einen Vertreter zu bestellen (BGE 74 III 37 S. 39; 105 III 101 E. 3 S. 104; Thomas Bauer, in: Staehelin/Bauer/ Staehelin, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, N. 7 zu Art. 61 SchKG). Ob ein Rechtsstillstand gewährt werden soll, ist eine Ermessensfrage (BGE 105 III 101 E. 3 S. 105). Das Bundesgericht kann im Rahmen einer Beschwerde nach Art. 19 Abs. 1 SchKG nur prüfen, ob das eingeräumte Ermessen überschritten oder missbraucht wurde, d.h., ob sachfremde Kriterien berücksichtigt oder rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen worden sind (BGE 110 III 17 E. 2 S. 18; 128 III 337 E. 3a; 129 III 400 E. 3.1 S. 403). Die Aufsichtsbehörde hat festgehalten, dass der Beschwerdeführer - unabhängig von seiner Krankheit - sowohl in der Lage gewesen sei, im Vorfeld des Pfändungstermins vom 19. Mai 2003 seinen Steuerberater als Vertreter zu instruieren, als auch eine begründete Beschwerde an die obere Aufsichtsbehörde zu richten und deren Zustellung zu organisieren. An diese tatsächlichen Feststellungen ist das Bundesgericht gebunden (Art. 63 Abs. 2 i.V.m. Art. 81 OG; BGE 119 III 54 E. 2b S. 55; 124 III 286 E. 3b S. 288). Die Aufsichtsbehörde hat aus diesem Sachverhalt den Schluss gezogen, dass die Voraussetzung für einen Rechtsstillstand nicht erfüllt sei. Im Gegensatz zur Behauptung des Beschwerdeführers geht diese Begründung nicht an der Sache vorbei: Die Aufsichtsbehörde ist nicht gehalten, einzig auf das ärztliche Zeugnis abzustellen, vielmehr kann sie weitere Umstände - wie eben die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in der Lage war, einen Vertreter zu organisieren und Beschwerde zu führen - in ihren Entscheid miteinbeziehen. Damit kann im vorliegenden Fall weder eine Überschreitung noch ein Missbrauch des ihr zustehenden Ermessens festgestellt werden. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.