Citation: 7B_356/2023 E. 3.5

3.5. Ergänzend zu den obigen Ausführungen zum Recht auf eine Resozialisierungschance (E. 3.3.3) ist abschliessend zu betonen, dass auch im Verwahrungsvollzug immer wieder auf die Frage der Therapierbarkeit des Verwahrten zurückzukommen ist, seine Behandlungswilligkeit weiter zu fördern ist und Behandlungsversuche durchzuführen sind. Die Vollzugsbehörden dürfen den status quo daher nicht einfach hinnehmen, sondern sind gehalten, im weiteren Verlauf der Verwahrung aktiv und mit allen Mitteln darauf hinzuwirken, die vom Beschwerdeführer ausgehende Gefahr für weitere schwere Straftaten zu minimieren und auf diese Weise die Dauer des Freiheitsentzugs auf das unbedingt nötige Mass zu beschränken. Ziel des Vollzugs muss die Eröffnung einer realen Perspektive im Hinblick auf eine mögliche Entlassung und eine Wiedererlangung der Freiheit sein (vgl. Urteile 6B_1107/2021 vom 10. Februar 2022 E. 4.5.1; 6B_582/2017 vom 19. Juni 2018 E. 4.3.6; je mit Hinweisen). Dies gilt vor dem Hintergrund, dass die Verhältnismässigkeit eine veränderliche Grösse darstellt, im vorliegenden Fall angesichts der langen Dauer des Freiheitsentzugs in besonderem Masse. Die Verhältnismässigkeit der Massnahme ist nur so lange zu bejahen, wie sich die bestehenden Risikofaktoren (Rückfallwahrscheinlichkeit und Rechtsgutgefährdung) nicht massgeblich verändern (vgl. Urteil 6B_582/2017 vom 19. Juni 2018 E. 4.3.7).