Citation: K 93/06 19.12.2006 E. 4

4.1 Entgegen der Annahme der EGK und des kantonalen Gerichts existiert das vom Versicherten in der vorinstanzlichen Beschwerde und vom behandelnden Arzt in seinem Bericht zuhanden der Vorinstanz vom 28. Dezember 2005 mehrfach erwähnte und als Beweisgrundlage bezeichnete Arztzeugnis des Dr. med. Dr. med. dent. X.________ vom 28. November 2005 tatsächlich. Der Beschwerdeführer hat dieses ärztliche Zeugnis zusammen mit seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde im letztinstanzlichen Verfahren in Kopie eingereicht. Dr. med. Dr. med. dent. X.________ äusserte sich darin detailliert in Bezug auf die Zähne 18, 38 und 48 sowohl hinsichtlich der Verlagerung als auch mit Blick auf den qualifizierten Krankheitswert. Die EGK hat dazu keine Stellung bezogen, obwohl sie von diesem ärztlichen Zeugnis des behandelnden Arztes vom 28. November 2005 im Rahmen der letztinstanzlichen Einladung zur Vernehmlassung Kenntnis nehmen konnte. Weshalb sich Vorinstanz und EGK im Wissen um die exakte Bezeichnung des fraglichen Arztzeugnisses weder beim Beschwerdeführer noch beim betreffenden Arzt nach dem Verbleib dieses Zeugnisses erkundigt haben, ist nicht nachvollziehbar. Unklar bleibt nach den Akten der EGK auch, welchen - damals angeblich neu bei der Beschwerdegegnerin eingetroffenen - Bericht des behandelnden Arztes die EGK mit Schreiben vom 29. November 2005 an ihren Vertrauensarzt Dr. med. S.________ zur Beurteilung und Stellungnahme weitergeleitet hat. Zumindest besteht in zeitlicher Hinsicht ein Zusammenhang zwischen diesem Abklärungsauftrag an den Vertrauensarzt und dem fraglichen ärztlichen Zeugnis des Dr. med. Dr. med. dent. X.________ vom 28. November 2005, welches er gemäss Adressanschrift direkt an die EGK zuhanden des Vertrauensarztes gesandt hatte. Dr. med. S.________ nahm in seinem daraufhin erstellten Bericht vom 4. Dezember 2005 Bezug auf zwei Berichte des behandelnden Arztes vom 30. Juni 2005 und vom 22. September 2005. Während sich das am 30. Juni 2005 ausgefüllte Zahnschadenformular bei den medizinischen Unterlagen befindet, ist der erwähnte Bericht vom 22. September 2005 in den gesamten vorliegenden Akten nicht auffindbar. Nach der Chronologie der beschwerdegegnerischen Unterlagen ist davon auszugehen, dass der Versicherte den in der vertrauensärztlichen Stellungnahme des Dr. med. S.________ vom 4. Dezember 2005 genannten Bericht des Dr. med. Dr. med. dent. X.________ vom 22. September 2005 zusammen mit dem Schreiben vom 23. September 2005 der EGK eingereicht hat. Entgegen dem Anschein, welchen die Reihenfolge der beschwerdegegnerischen Akten erweckt, ist es unwahrscheinlich, dass Dr. med. Dr. med. dent. X.________ der EGK seinen Bericht vom 23. November 2005 am 24. November 2005 um 08.21 Uhr per Telefax zusandte und der Versicherte in der Folge der EGK mit seinem Schreiben vom 5. Dezember 2005 nochmals genau den gleichen Bericht mit der identischen Telefax-Kopfzeile zustellte. Da die fraglichen beiden, bis in jedes Detail miteinander übereinstimmenden Aktenstücke (per Telefax übermittelter Arztbericht des Dr. med. Dr. med. dent. X.________ vom 23. November 2005) exakt die gleiche "EGK Dokumenten-Nummer" tragen, scheint das Dossier der Beschwerdegegnerin nicht vollständig oder fehlerhaft zusammengestellt worden zu sein, weshalb die Sache zur Vervollständigung insbesondere der medizinischen Akten an die EGK zurückzuweisen ist. 4.2 Mit Blick auf den vertrauensärztlichen Bericht des Dr. med. S.________ vom 4. Dezember 2005 bleibt anzufügen, dass die abschliessende Aussage, "aus fachärztlicher Sicht" seien die Angaben des behandelnden Arztes "nicht nachzuvollziehen, auch nicht in Anbetracht neuester EVG-Rechtsprechung", das Ergebnis der medizinischen Beurteilung vorweg nimmt. Dieser vertrauensärztlichen Einschätzung fehlt es ihrerseits an einer schlüssigen und nachvollziehbaren Begründung (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/ee), weshalb der Stellungnahme des Dr. med. S.________ vom 4. Dezember 2005 im Vergleich zum Bericht des behandelnden Arztes jedenfalls kein grösserer Beweiswert zukommt. 4.3 Nach dem Gesagten ist die Sache zur ergänzenden Einholung der fehlenden medizinischen Akten an die EGK zurückzuweisen. Hernach wird sie die vollständigen medizinischen Unterlagen des behandelnden Dr. med. Dr. med. dent. X.________ nach dem Beizug der Original OPT-Aufnahme vertrauensärztlich beurteilen lassen und sodann über das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers neu verfügen.