Citation: 6B_49/2022 E. 3.6.1

3.6.1. Der Vorinstanz zufolge falle die Interessenabwägung von Art. 66a Abs. 2 StGB resp. Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu Gunsten der Beschwerdegegnerin aus. Die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gelte zwar als schwere Straftat und das Verschulden der Beschwerdegegnerin sei angesichts der grossen Drogenmenge nicht mehr als geringfügig zu bezeichnen. Es sei aber darauf hinzuweisen, dass es sich um eine einmalige Verfehlung der Beschwerdegegnerin handle und diese aufgrund ihres Ex-Freunds in den Betäubungsmittelhandel hineingezogen worden sei. Bei den Vorstrafen der Beschwerdegegnerin handle es sich nicht um einschlägige Delikte und ausserdem um solche von geringer Schwere. Sie sei im vorliegenden Strafverfahren geständig und kooperativ gewesen und habe sich seit ihrer Entlassung aus der Untersuchungshaft nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Entsprechend sei davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin künftig nicht mehr in gleicher Weise delinquieren werde. Ihr hätten durch das vorliegende Verfahren die Konsequenzen der Handlungen für sich selbst und ihre Kinder bewusst geworden sein dürfen. Eine Rückfallgefahr sei äusserst minim und die Legalprognose entsprechend positiv. Das öffentliche Interesse am Schutz der öffentlichen Sicherheit, Aufrechterhaltung der Ordnung und der Verhütung von Straftaten sei nicht als aussergewöhnlich hoch zu veranschlagen. Das persönliche Interesse der Beschwerdegegnerin (bei welchem auch die Situation ihrer Kinder Berücksichtigung gefunden habe) an einem Verbleib in der Schweiz sei demgegenüber sehr gewichtig. Dieses überwiege damit das öffentliche Interesse an der Fernhaltung der Beschwerdegegnerin aus der Schweiz.