Citation: 4A_452/2022 E. 5.4

5.4. Nach Art. 55 Abs. 1 ZPO haben unter der Geltung des Verhandlungsgrundsatzes die Parteien dem Gericht die Tatsachen darzulegen, auf die sie ihre Begehren stützen, und die Beweismittel anzugeben. Eine Tatsachenbehauptung hat nicht alle Einzelheiten zu enthalten. Es genügt, wenn die Tatsachen, die unter die das Begehren stützenden Normen zu subsumieren sind, in einer den Gewohnheiten des Lebens entsprechenden Weise in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet werden (BGE 136 III 322 E. 3.4.2). Ein solchermassen vollständiger Tatsachenvortrag wird als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt (BGE 127 III 365 E. 2b). Die Beschwerdegegnerin hat den Tatsachenvortrag der Beschwerdeführerin betreffend den Abschluss einer Vereinbarung über die Kostenbeteiligung am Baulift bestritten. In einem solchen Fall greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substanziierungslast. Die Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zergliedert, so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 144 III 519 E. 5.2.1.1; 127 III 365 E. 2b mit Hinweisen). Es lässt sich den handelsgerichtlichen Feststellungen zum Prozesssachverhalt nun aber nicht entnehmen, dass die Beschwerdeführerin diesen Anforderungen hinsichtlich des Zustandekommens der behaupteten Vereinbarung nachgekommen wäre. Die Vorinstanz hat zu Recht erkannt, dass über nicht hinreichend substanziierte Behauptungen kein Beweis abgenommen werden kann. Der Hinweis der Beschwerdeführerin, die von ihr angebotenen Beweismittel seien "tauglich", hilft ihr nicht.