Citation: 1C_372/2022 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz führte zusammengefasst aus, gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG stelle das Führen eines Motorfahrzeugs trotz Ausweisentzugs von Gesetzes wegen eine schwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz dar, wobei es unerheblich sei, wie viele Meter mit dem Fahrzeug zurückgelegt wurden. Der Beschwerdeführer habe am 5. Juni 2021 seinen Personenwagen in Italien und im Zoll-areal in Castasegna auf schweizerischem Staatsgebiet geführt, obwohl er sich gemäss seinen Aussagen gegenüber der Bündner Kantonspolizei über seinen Führerausweisentzug im Klaren gewesen sei. Zwar habe er gegenüber dem Strassenverkehrsamt vorgebracht, er habe eine "Trauerfahrt" an den Ort seiner letzten Reise mit seiner (an Krebs verstorbenen) Ehefrau vorgenommen. Seine Behauptung, er habe sich bei der Rückkehr in einem emotionalen Ausnahmezustand befunden und geglaubt, sich auf italienischem Staatsgebiet zu befinden, stosse jedoch ins Leere, da er nach eigenen Angaben mitten auf dem schweizerischen Zollgelände angehalten wurde und er daher bei minimaler Aufmerksamkeit bzw. pflichtgemässer Vorsicht hätte bemerken müssen, dass er sich in der Schweiz befand. Mithin sei der Tatbestand des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Ausweisentzugs gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG erfüllt, da ein Verschulden vorliege und keine Rechtfertigungsgründe einschlägig seien.