Citation: 9C_248/2017 E. 7.3

7.3. Die Erwägung der Vorinstanz, die unangefochten gebliebene und damit rechtskräftige Sistierung der Hilflosenentschädigung Ende Juni 2014 bilde den Aufhebungszeitpunkt, ist mit Blick auf den Charakter einer solchen Sistierungsverfügung sowie angesichts der verbindlichen Feststellung, die Einschätzung der ABI-Gutachter und somit auch die Gesundheitsverbesserung gelte erst ab dem Untersuchungszeitpunkt, bundesrechtswidrig (vgl. E. 7.2). Bei der hier zur Diskussion stehenden Einstellung der Hilflosenentschädigung der IV-Stelle mit Verfügung vom 3. September 2014 auf Ende Juni 2014 handelt es sich um eine vorsorgliche Massnahme (in analoger Anwendung von Art. 56 VwVG; vgl. BGE 121 V 112 S. 115 f.; 119 V 295 E. 4 S. 297; Urteil 9C_45/2010 vom 12. April 2010 E. 2, in: SVR 2011 IV Nr. 12 S. 32). Diese beruht lediglich auf einer summarischen Prüfung der Sach- und Rechtslage, hat nur vorläufige Geltung und fällt mit dem Erlass der Endverfügung dahin (Urteil 9C_482/2015 vom 22. September 2015 E. 3.2 mit Hinweisen). Da die Einstellung der Hilflosenentschädigung als vorsorgliche Massnahme mithin nur einen provisorischen Zustand während der Dauer des Verfahrens regelt, ohne das Ergebnis des Hauptentscheids vorwegzunehmen, ist sie nicht geeignet, alleinige Grundlage für den Zeitpunkt der rückwirkenden Aufhebung zu bilden. Der Anspruch auf die Hilflosenentschädigung ist folglich auf den 1. September 2015 aufzuheben.