Citation: 2C_684/2023 E. 4.3

4.3. Im vorliegenden Fall war das gegen den Beschwerdeführer laufende Strafverfahren zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils noch hängig. Im Rahmen des im Verwaltungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatzes zog die Vorinstanz die Akten des Strafverfahrens bei und machte gestützt darauf eigene Tatsachenfeststellungen. Aus den beigezogenen Akten ergaben sich im Hinblick auf den verwaltungsrechtlichen Sachverhalt keine ernsthaften Zweifel. Dieser betrifft allein die Frage, ob der Betrieb einwandfrei geführt ist, wozu auch die Einhaltung der Geldspielgesetzgebung zählt (vgl. nachfolgend E. 5.1). Dafür genügten die Feststellungen, wonach im Lokal Laptops, Bargeld und Wettscheine sichergestellt wurden, sich auf den Laptops ausschliesslich für illegale Sportwetten verwendete Software befand und Wetteinsätze von über Fr. 65'000.-- in einer Woche verzeichnet wurden. Auf ein Verschulden des Bewilligungsinhabers oder die Erfüllung einer Strafnorm kommt es dabei nicht an. Die Vorinstanz musste den Ausgang des Strafverfahrens somit nicht abwarten. Sie durfte eigene Sachverhaltsfeststellungen treffen und gestützt darauf die Verwaltungsmassnahme verhängen. Nachdem der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge im gesamten Strafverfahren von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte und mit einem Freispruch rechnet, wäre die Vorinstanz selbst bei Vorliegen eines Strafurteils, das den Beschwerdeführer freigesprochen hätte, nicht an den strafrechtlichen Sachverhalt gebunden gewesen und hätte eigene Sachverhaltsfeststellungen treffen dürfen.