Citation: 5A_291/2023 E. 4.2.4

4.2.4. Diesbezüglich, d.h. in rechtlicher Hinsicht macht die Mutter letztlich einzig geltend, die Kinder würden angesichts der bereits mehrfachen Entführungen bzw. Rückführungsverfahren in den vergangenen Jahren stärker (gemeint: früher) als andere über die erforderliche Reife im Sinn von Art. 13 Abs. 2 HKÜ verfügen. Dies ist wenig plausibel und geht ohnehin an der willkürfreien kantonalen Feststellung vorbei, dass die Kinder von der Mutter stark beeinflusst worden und einem grossen Loyalitätskonflikt ausgesetzt sind. Es lässt sich denn auch regelmässig das Phänomen beobachten, dass Kinder diesen Konflikt durch Solidarisierung mit der momentanen Bezugsperson auflösen, was bei Entführungsfällen aufgrund der engen Schicksalsgemeinschaft häufig und ausgeprägt der Fall ist (zuletzt Urteil 5A_635/2022 vom 20. September 2022 E. 4.6). Vor diesem Hintergrund ist ferner die Behauptung der Mutter, der Wille der Kinder sei ungeachtet der Herkunft so stark gefestigt, dass eine glückliche Kindheit in Kroatien nicht mehr möglich sei, nicht nur reine Spekulation, sondern auch entgegen dem, was nach allgemeiner Lebenserfahrung eintritt, sobald Kinder wieder an ihrem angestammten Ort sind und zum hauptbetreuenden Elternteil eine gute und tragfähige Beziehung haben (was vorliegend nie in Abrede gestellt wurde).