Citation: 2C_701/2019 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz hat gestützt auf die Asylakten und das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts festgestellt, der Beschwerdeführer habe angegeben, chinesischer Staatsangehöriger tibetischer Ethnie zu sein. Sie erachtete jedoch eine Sozialisation in der von ihm angegebenen Region als unglaubhaft. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass er in einem Land ausserhalb der Volksrepublik China gelebt habe. Der Beschwerdeführer habe zwar Bemühungen unternommen, um Papiere zur Ausreise erhältlich zu machen, insgesamt sei er seiner Mitwirkungspflicht jedoch nur ungenügend nachgekommen. Der Beschwerdeführer habe versucht, auf der Botschaft der Volksrepublik China Papiere erhältlich zu machen, da er aber nach den bisherigen Erkenntnissen gerade nicht aus Tibet/China stamme und dort nicht aufgewachsen sei, könnten seine Bemühungen nicht als zielführend eingestuft werden. Sodann habe er den chinesischen Behörden zwar gewisse Angaben zu seiner Herkunft geliefert, ihnen jedoch keine konkreten Dokumente zur Feststellung seiner Identität zukommen lassen. Solange sich der Beschwerdeführer nicht bemühe, wahrheitsgetreue Angaben zu seiner Identität und Herkunft zu machen, könnten weder die angefragten Botschaften noch die Migrationsbehörden ihm bei der Beschaffung von Reisepapieren behilflich sein. Damit sei es dem Verhalten des Beschwerdeführers zuzuschreiben, dass seine Identität bzw. Herkunft noch nicht festgestellt werden konnte. Der fehlende Vollzug der Wegweisung sei folglich nicht durch Umstände bedingt, die ausserhalb der Einflussmöglichkeit des zur Mitwirkung verpflichteten weggewiesenen Beschwerdeführers lägen. Nach der Aktenlage könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer in Indien aufgewachsen sei und dort allenfalls über eine Aufenthaltsberechtigung verfüge. Zu berücksichtigen sei in diesem Zusammenhang, dass gemäss dem SEM die indischen Behörden für Personen tibetischer Ethnie mit nachgewiesenem geregelten Aufenthalt in Indien Ersatzreisedokumente ausstellten.