Citation: 1C_299/2015 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz führte im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit aus, die unbewilligte Erweiterung des Attikageschosses führe zu einer Ausnützungsziffer von 0.82, was die zulässige Ausnützungsziffer von höchstens 0.6 erheblich überschreite und damit eine Übernutzung des Grundstücks um 36,7 % bewirke. Damit könne nicht von einer unbedeutenden Abweichung vom Erlaubten gesprochen werden, zumal ein gewichtiges öffentliches Interesse daran bestehe, dass die zur Beschränkung der Baudichte festgelegten Ausnützungsziffern eingehalten würden. Das BVU habe die Rückbauverfügung des Gemeinderats insoweit ergänzt, als es der Beschwerdeführerin zusätzlich zur Möglichkeit, die Attikawohnungen gemäss den bewilligten Plänen zu errichten, erlaubt habe, ein Baugesuch einzureichen, das die zulässige Ausnützungsziffer einhalte und auf die bereits bestehende Baustruktur Rücksicht nehme. Demnach beschränke sich die ergänzte Rückbauverfügung auf diejenigen Massnahmen, die für die Herstellung des rechtmässigen Zustands unerlässlich seien. Den gewichtigen öffentlichen Interessen an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands, seien im beschränkten Mass die finanziellen Interessen der Beschwerdeführerin entgegenzustellen. Diese beziffere die Rückbaukosten für den Abbruch des Attikageschosses und dessen Wiederaufbau gemäss der ursprünglichen Baubewilligung auf 1,37 Mio. Franken. Die Kosten für einen beschränkten Rückbau je einer 2,5- und einer 3,5-Zimmerwohnung schätze das BVU auf Fr. 250'000.-- bis Fr. 300'000.-- was das Verwaltungsgericht, dem ein Architekt ETH als fachkundiger Richter angehöre, als realistisch erachte. Zusätzlich seien unnütze Aufwendungen für die Errichtung der beiden bestehenden Wohnungen zu berücksichtigen, weshalb der Vertreter des BVU von einem finanziellen Nachteil von etwa Fr. 500'000.-- ausgegangen sei. Da die Rückbaukosten aufgrund des fehlenden guten Glaubens nur in geringfügigem Mass zu berücksichtigen seien, könne in diesem Zusammenhang auf weitere Abklärungen verzichtet werden. Klar sei, dass die Kosten für den Rückbau hoch seien. Dennoch könnten die finanziellen Interessen der Beschwerdeführerin angesichts ihrer Bösgläubigkeit, der erheblichen Abweichung vom Erlaubten und des sehr hoch zu gewichtenden öffentlichen Interesses am Schutz der Rechtsgleichheit und der baulichen Ordnung nicht überwiegen. Der streitbetroffene Eingriff in die Eigentumsrechte der Beschwerdeführerin sei ihr daher zumutbar.