Citation: 6B_267/2023 E. 4.3

4.3. Was der Beschwerdeführer dagegen vorträgt, überzeugt nicht. Er macht geltend, die Folgen des Vorfalls zeigten, dass er "sehr wohl zielgerichtet mit der Waffe umgehen konnte und deshalb auch vermeiden konnte, dass eine unmittelbare Lebensgefahr für C.________ und B.________ geschaffen wurde". Dies ist ein unzulässiger Zirkelschluss. Dass niemand getötet wurde, heisst nicht, dass keine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr bestand. Die Vorinstanz verweist überzeugend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Einsatz von Schusswaffen. Demnach besteht bereits dann eine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr, wenn jemand mit einer geladenen und entsicherten Pistole aus kürzester Distanz bedroht wird, und zwar unabhängig davon, ob der Täter den Finger am Abzug hat. Richtet der Täter eine schussbereite Waffe auf einen Menschen, kann sich auch ohne weitere zielgerichtete Handlungen jederzeit ungewollt ein Schuss lösen, etwa zufolge Aufregung, unvorhergesehener Reaktion des Opfers, Intervention Dritter oder Defekts der Waffe. Es hängt demnach nur vom Zufall ab, ob das Opfer durch einen Schuss getötet werden kann, so dass eine unmittelbare Lebensgefahr beim Einsatz von schussbereiten Waffen stets gegeben ist (Urteile 6B_665/2022 vom 14. September 2022 E. 7.3; 6B_196/2021 vom 25. April 2022 E. 2.3.1; 6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 10.2, nicht publ. in BGE 143 IV 214; je mit Hinweisen). Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, hätte vorliegend eine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr schon dann bejaht werden können, wenn der Beschwerdeführer seine entsicherte Waffe nur gegen B.________ und C.________ gerichtet hätte, ohne die beiden Warnschüsse abzugeben. Mit Blick auf den verwirklichten Sachverhalt erwägt die Vorinstanz schlüssig, dass der Beschwerdeführer die Folgen der beiden Schussabgaben nicht habe einschätzen noch kontrollieren können. Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, "dass die Rechtfertigungssituation nicht respektive zu wenig Berücksichtigung fand". Damit entfernt er sich von den willkürfreien Feststellungen der Vorinstanz, wonach zu keiner Zeit eine Notwehrlage bestand (vgl. dazu bereits E. 3 hiervor).