Citation: 9C_300/2022 E. 4.1

4.1. Es steht fest und ist unbestritten, dass der Versicherte an einer schweren Zwangsstörung in Form von Zwangsgedanken und -handlungen gemischt (ICD-10 F42.2) leidet. Bei diesen Gedanken und Handlungen stehen gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen Wasch- und Hygienezwänge im Vordergrund, welchen Ängste um Verschmutzung und Ekel sowie die Sorge, die Verschmutzung auf Dritte zu übertragen, zugrunde liegen. Aufgrund der schweren Zwangsstörung war es dem Versicherten zwischen Herbst 2020 und dem 22. August 2021 nicht möglich, extern die Schule (3. Gymnasialklasse) zu besuchen; zeitweilig verweigerte der Versicherte gar eine Nahrungsaufnahme.