Citation: 5A_685/2022 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid damit, die mit der Berufung gestellten Anträge hätten sich als von Anfang an aussichtslos erwiesen. Der Beschwerdeführer habe bereits im erst- und zweitinstanzlichen Eheschutzverfahren die Zuteilung der Obhut verlangt, die ihm beide Male verweigert worden sei. Zwischenzeitlich sei ein vom Bezirksgericht als überzeugend und widerspruchsfrei gewürdigtes Gutachten erstellt worden, das eine Zuteilung der Obhut an die Beschwerdegegnerin empfohlen und dem Beschwerdeführer eine mittelgradig bis deutlich eingeschränkte Erziehungsfähigkeit attestiert habe. Wie der Ausgang des Verfahrens gezeigt habe, seien die Vorbringen im Berufungsverfahren nicht geeignet gewesen, ernsthafte Einwendungen gegen das Gutachten vorzubringen bzw. dieses zu erschüttern, insbesondere wenn sich der Beschwerdeführer in weiten Teilen auf selbst verfasste Schreiben und E-Mails an die Beiständin stützen wolle. Hierbei handle es sich lediglich um Parteibehauptungen, die höchstens besonders substanziiert seien, deren Beweiswert hingegen offenkundig gering sei. Daran vermöge nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer zusätzlich Strafanzeige gegen den Gutachter eingereicht habe. Vielmehr unterstreiche dies seine eklatante Uneinsichtigkeit, die weit entfernt von vernünftigen Überlegungen liege. Ein ähnliches Bild ergebe sich bezüglich des Antrags, dass ihm im Rahmen des Kindesunterhalts kein hypothetisches Einkommen anzurechnen sei, da er angeblich vollumfänglich arbeitsunfähig sei. Es sei festzustellen, dass ihm bereits im eigens eingereichten Schreiben vom 24. Januar 2022 von Dr. med. D.________, das eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit nachweisen solle, eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % zugestanden werde. Der Arzt habe ihn wiederholt auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. Dies ergebe sich denn auch bereits aus dem zweitinstanzlichen Eheschutzentscheid vom 27. September 2018. Darauf basierend könne nicht ernsthaft von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit und Gutheissung der Berufung in diesem Punkt ausgegangen werden. Die Gewinnaussichten erschienen bereits von Beginn weg als so gering, dass nicht zu erwarten gewesen wäre, dass eine Partei, welche über die nötigen Mittel verfügt, bei vernünftiger Überlegung ein solches Rechtsmittelverfahren überhaupt in Erwägung gezogen hätte.