Citation: 6B_303/2017 E. 4.4

4.4. Die Vorinstanz verletzt Bundesrecht, indem sie ihren rechtlichen Überlegungen einen unzureichend abgeklärten Sachverhalt zugrunde legt. Ihrer Begründung sind in tatsächlicher Hinsicht keine Angaben zur vom Beschwerdeführer im Tatzeitpunkt gefahrenen Geschwindigkeit zu entnehmen. Ihre Erwägungen lassen keinen Schluss darüber zu, mit welchem Tempo der Beschwerdeführer durch die Polizeikontrolle fuhr. Die Beantwortung der Frage, auf welche Geschwindigkeit er auf einer kurzen Strecke von zehn Metern überhaupt beschleunigt haben konnte, ist jedoch zentral für die Beurteilung, ob sich aus seinem Verhalten direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der Todesfolge für die beiden Polizisten ergab - oder lediglich die naheliegende Gefahr einer (womöglich auch schweren) Körperverletzung. Ohne entsprechende Angaben kann das Bundesgericht die vorinstanzliche Anwendung des einschlägigen Bundesrechts nicht überprüfen. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ist diesbezüglich unvollständig und genügt den bundesrechtlichen Anforderungen nicht (vgl. Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG). Das angefochtene Urteil ist in diesem Punkt aufzuheben. Die Vorinstanz wird die entsprechende Sachverhaltsfeststellung zu ergänzen bzw. ihre rechtlichen Überlegungen neu zu prüfen haben. Gleiches gilt hinsichtlich des direkten Vorsatzes, den die Vorinstanz mit der Begründung bejaht, der Beschwerdeführer habe zweifellos gewusst, dass sein Verhalten gefährlich bzw. unmittelbar lebensgefährdend sei. Mit dieser Begründung bleibt unberücksichtigt, dass Vorsatz nicht nur das Wissen des Täters, sondern auch dessen entsprechenden Willen verlangt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Hierzu sind dem vorinstanzlichen Urteil weder rechtliche Erwägungen zu entnehmen, noch sachverhaltliche Hinweise, die solche überhaupt erst ermöglichen würden. Insbesondere fällt auch in diesem Zusammenhang ins Gewicht, dass eine Angabe zur vom Beschwerdeführer gefahrenen Geschwindigkeit gänzlich fehlt. Ohne eine solche ist es kaum möglich zu beurteilen, ob diesem ein direkter Lebensgefährdungswille vorzuwerfen ist. Weder die Sachverhaltsfeststellung noch die rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz genügen in diesem Punkt den bundesrechtlichen Anforderungen. Diese wird entsprechende Ergänzungen vorzunehmen bzw. ihre rechtliche Würdigung zu überprüfen haben. Damit erübrigt es sich, auf die einzelnen Vorbringen des Beschwerdeführers zum Tatbestand von Art. 129 StGB einzugehen.