Citation: 5A_401/2022 E. 5.1.3

5.1.3. Die Vorinstanz würdigte ausserdem verschiedene andere Zeugenaussagen: Die Pflegetochter K.________ habe die Erblasserin durchschnittlich einmal im Monat besucht. Sie habe ausgesagt, die Erblasserin sei nach dem Tod ihres Ehemannes sehr traurig gewesen und habe viel geweint, dieser habe der Erblasserin furchtbar gefehlt. Sie sei ein wenig anders geworden. Früher habe sie immer "Haare auf den Zähnen" gehabt. Ihrem Empfinden nach habe sich die Erblasserin ein Stück weit aufgegeben, sie habe weniger Lebenswillen gehabt und sich im Alltag überfordert gefühlt. Die Vermutung des Hausarztes, dass die Erblasserin nicht wirklich bestohlen worden sei, sondern diese Befürchtung mit ihrer Verwirrtheit hätte zusammenhängen können, decke sich mit den geschilderten Vorfällen aus dem nachbarschaftlichen Umfeld der Erblasserin. Der Nachbar S.________ habe die Veränderungen ab 2006 wahrgenommen, ohne diese zeitlich exakt einordnen zu können. Die Erblasserin habe rund drei bis vier Jahre vor dem Übertritt in das Altersheim im Juni 2010 in seinem Schöpflein nach ihrer Katze gesucht, obwohl sie nicht im Schöpflein habe sein können. T.________ sei ab 1970 eine Nachbarin der Erblasserin gewesen. Sie habe beobachtet, wie die Erblasserin mit der Zeit geistig nicht mehr alles habe aufnehmen können. Sie habe einen Vorfall beschrieben, den sie zeitlich nicht genauer als in die Jahre 2005 bis zum Eintritt ins Pflegeheim habe einordnen können, wonach die Erblasserin nachts die Haustüre nicht habe abschliessen wollen, weil ihr (bereits verstorbener) Ehemann noch nicht zu Hause gewesen sei. N.C.________, X.________ (der frühere Mitarbeiter der Vormundschaftsbehörde) und Y.________ hätten in der Befragung als Partei bzw. als Zeugen erwähnt, dass die Erblasserin mehrmals an die Polizei gelangt und der Meinung gewesen sei, sie vermisse Gegenstände, wobei der Zeuge X.________ nicht sicher gewesen sei, ob es sich tatsächlich um die Erblasserin gehandelt hatte.