Citation: 5C.261/2006 13.03.2007 E. 2

Der Kläger macht in der Anschlussberufung unter anderem geltend, der Bonus und die Schichtzulage dürften bei der Berechnung seines Einkommens nicht berücksichtigt werden. Weil diese Frage Auswirkungen auch auf die Themen der Berufung hat, ist es zweckmässig, die Anschlussberufung vorweg zu behandeln. Mit seinen Behauptungen wendet sich der Kläger gegen den unumstrittenen Grundsatz, wonach für die Berechnung der Leistungsfähigkeit vom realen Nettoeinkommen auszugehen ist. Dazu gehören nicht nur effektiv bezahlte Gratifikationen bzw. Boni, sondern auch Spesenentschädigungen, soweit ihnen keine tatsächlichen Auslagen gegenüberstehen (vgl. Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, Bern 1997, N. 01.31; Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1997, N. 40 zu Art. 125 ZGB). Was den Bonus anbelangt, hat das Kantonsgericht erwogen, der bei der Bank Z.________ angestellte Kläger habe diesen in den letzten Jahren regelmässig erhalten. Nach dem Gesagten ist er somit zu berücksichtigen. Mit Bezug auf die Spesenentschädigung hat das Kantonsgericht erwogen, bei der Bedarfsberechnung würden für den Arbeitsweg Kosten von Fr. 600.-- berücksichtigt, welche die Benützung eines privaten Fahrzeuges infolge der Schichtarbeit zum grossen Teil abdeckten, und der Kläger vermöge nicht substanziiert darzulegen, welche darüber hinaus anfallenden Kosten die Fr. 874.-- betragende Schichtpauschale abdecke. Wenn der Kläger diesbezüglich ausführt, aufgrund unregelmässiger Arbeitszeiten müsse er teilweise zusätzliche Mahlzeiten auswärts einnehmen, versucht er, ein im angefochtenen Urteil nicht festgestelltes Sachverhaltselement einzuführen, was im Berufungsverfahren unzulässig ist (Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 63 Abs. 2 OG); wenn schon hätte er mit staatsrechtlicher Beschwerde vortragen müssen, das Kantonsgericht habe in willkürlicher Weise solche Auslagen nicht berücksichtigt. Keine Bundesrechtsverletzung ist sodann darzutun mit dem Argument, die Schichtpauschale würde weitere Unannehmlichkeiten wie die gestrichene Überstundenentschädigung abgelten: Insoweit deckt die Pauschale keine Auslagen ab, sondern eine Lohneinbusse. Massgeblich ist somit das kantonal festgestellte Jahresnettoeinkommen von Fr. 98'607.--. Ausgehend von diesem Betrag fällt das weitere Vorbringen des Klägers, die Kinderalimente von Fr. 1'000.-- pro Kind seien zu hoch, in sich zusammen, entsprechen diese doch rund 24% des Nettoeinkommens und damit von der Grössenordnung her einem Prozentsatz, den die Praxis bei zwei Kindern anwendet und von dem in der Anschlussberufung auch der Kläger ausgeht.