Citation: 6P.69/2007 11.02.2008 E. 5.3

5.3.1 Der Beschwerdeführerin ist darin zuzustimmen, dass der neu ins Heim eingetretenen, demenzkranken Patientin eine vergleichsweise erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken war. Denn einerseits war für die Patientin die neue Umgebung völlig fremd, und andererseits war für das Personal die Patientin noch eine fremde. Hinzu kommt, dass die Patientin in der kurzen Zeit ihres Aufenthalts mehrfach geäussert hatte, sie müsse nach Hause, dass sie sehr unruhig war und am fraglichen Morgen bereits einen Versuch unternommen hatte, das Heim zu verlassen. Zudem war die Patientin einerseits stark sehbehindert und anderseits körperlich relativ agil sowie eine resolute Person. Ferner waren die Fenster und Balkontüren auch in den oberen Stockwerken nicht gesichert. In Anbetracht dieser Umstände war gegenüber der Mutter der Beschwerdeführerin eine vergleichsweise erhöhte Aufmerksamkeit von Seiten des Personals geboten. 5.3.2 Auch unter Berücksichtigung der genannten Umstände kann indessen den Pflegenden keine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art. 18 Abs. 3 StGB vorgeworfen werden. Die Patientin wurde nach Verabreichung des Medikaments ruhiger, und sie war ruhig, als sie allein in ihrem Zimmer gelassen wurde. Dies ist entscheidend. Die Pflegenden handelten nicht pflichtwidrig unvorsichtig, indem sie in Anbetracht der nach der Verabreichung des Medikaments eingetretenen Beruhigung nicht die Möglichkeit bedachten, dass die Patientin gleichwohl innerhalb der nächsten Stunde das Heim von ihrem Zimmer im 2. Stock aus auf irgendeinem Wege unbemerkt verlassen könnte. Ein solches Risiko war für die Pflegenden nicht erkennbar, zumal die Patientin bei ihrem ersten Versuch rund eine Stunde vorher sich noch in einem Zustand der Unruhe befunden hatte. 5.4 Die Vorinstanz hat somit Fahrlässigkeit und einen diesbezüglichen hinreichenden Verdacht im Ergebnis zu Recht verneint. Die Nichtigkeitsbeschwerde ist demnach abzuweisen.