Citation: 4C.452/1999 27.03.2000 E. 1

1.- Das Kantonsgericht kam im angefochtenen Urteil gestützt auf das Expertengutachten zum Schluss, Ursache für die mangelhafte Funktionsweise der Kanalisation in Haus A sei ein zu geringes Gefälle der Leitungen. Nach den Plänen des Ingenieurs sollte die Kanalisation in den Bodenplatten der beiden Häuser verlegt und dabei ein Gefälle von 1% eingehalten werden. Damit wären zwar die Empfehlungen der Schweizer Norm SN 592000 ("Planung und Erstellung von Anlagen für Liegenschaftsentwässerung") unterschritten worden, das einwandfreie Funktionieren der Kanalisation wäre aber gleichwohl gewährleistet gewesen. Indes sei in Haus A ein Gefälle von 1% von vornherein nicht erzielbar gewesen, da auf die Länge der Bodenplatte von insgesamt 40 Metern kein ausreichender Niveauunterschied zur Verfügung stand. Die Pläne des Ingenieurs erwiesen sich insofern als mangelhaft, denn sie hätten eine Anweisung enthalten, die nicht einzuhalten war. Der Installateur habe dieses Problem erkannt und den bevollmächtigten Architekten zunächst mündlich und anschliessend schriftlich abgemahnt, indem er ihn das Baustellenprotokoll vom 15. April 1991 habe unterzeichnen lassen. Da die Bauherrschaft ungeachtet der Bedenken des Installateurs an der geplanten Ausführung festgehalten habe, habe sie den Mangel letztlich selbst verschuldet. Der Fehler des Ingenieurs, die Kanalisationsleitung im Haus A in die Bodenplatte zu verlegen, sei damit nicht kausal für den eingetretenen Schaden.