Citation: 6B_1180/2015 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz gelangt in rechtlicher Hinsicht zum Schluss, die Vorgehensweise des Beschwerdeführers sei aufgrund der konkreten Tatumstände als versuchte schwere Körperverletzung zu qualifizieren. Dies gelte auch, wenn der Beschwerdeführer gemäss erstelltem Sachverhalt nicht "mit voller", sondern lediglich "mit einer gewissen Wucht" zugetreten habe. Denn er sei nach seinen eigenen Aussagen ausgerastet und der Übergriff sei in einer Kurzschlusshandlung erfolgt. In diesem Gemütszustand habe er unmöglich in der Lage sein können, die Intensität seiner wiederholten Tritte und Kniestösse derart zu steuern, dass er den Eintritt schwerer Verletzungen hätte ausschliessen können. Der während des gesamten Verfahrens vom Beschwerdeführer selbst beschriebene emotionale Zustand während der Tatbegehung spreche eindeutig gegen einen bewusst gemässigten Krafteinsatz. Dies werde auch durch die Aussage des Beschwerdeführers bekräftigt, wonach die (versuchte) Gegenwehr der Privatklägerin noch mehr Aggressionen in ihm ausgelöst habe. Er habe sich im Moment seines Handelns - trotz vorhandenem Wissen über die Möglichkeit eines Erfolgseintritts einer schweren Körperverletzung - offensichtlich überhaupt keine Gedanken über die Folgen seines Angriffs und damit auch nicht über die Heftigkeit seiner Tritte gegenüber der am Boden liegenden Privatklägerin gemacht. Es könne daher auch nicht die Rede davon sein, dass der Beschwerdeführer hätte darauf vertrauen können, dass sich die Gefahr lebensgefährlicher Verletzungen nicht verwirklichen würde. Wer völlig unkontrolliert und ohne jegliche Zurückhaltung - wenn auch mit leichtem Schuhwerk - mehrmals auf den Kopf einer am Boden liegenden Person eintrete, ihr hernach in gleicher Art und Weise auch Kniestösse versetze und sich durch ihre Gegenwehr noch provozieren lasse, könne gar nicht anders, als den Deliktserfolg einer schweren Körperverletzung (z.B. Lebensgefahr, Verstümmelung eines wichtigen Organs, arge und bleibende Entstellung des Gesichts) ernstlich in Rechnung zu stellen, und lasse es offensichtlich "drauf ankommen". Dem Beschwerdeführer habe sich die Wahrscheinlichkeit des Erfolgseintritts als so gross aufdrängen müssen, dass seine Vorgehensweise nicht anders denn als Inkaufnahme des als möglich erkannten Erfolgs ausgelegt werden könne. Seine Vorgehensweise habe ihm allenfalls noch die Hoffnung erlaubt, die Sache werde glimpflich ausgehen. Die blosse Hoffnung auf das Ausbleiben des tatbestandsmässigen Erfolgs schliesse eine Inkaufnahme im Sinne eventualvorsätzlicher Tatbegehung aber nicht aus (angefochtenes Urteil S. 21 ff.).