Citation: 6B_784/2022 E. 1.2.4

1.2.4. Was den Vollzug der Freiheitsstrafe betrifft, erwägt die Vorinstanz, der unbedingt vollziehbare Teil dürfe die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB), womit 6 bis 13 Monate unbedingt ausgesprochen werden könnten. Aufgrund der Schwere des objektiven Verschuldens erscheint der Vorinstanz das Minimum von sechs Monaten unbedingter Freiheitsstrafe als ungenügend. Da der Sohn bereits 16 Jahre alt sei und eine erneute Entführung kaum drohe, könne ihr allerdings eine günstige Prognose gestellt werden. Der Vorinstanz erscheint es daher als sachgerecht, 10 Monate unbedingt und 17 Monate bedingt auszusprechen. Die Geldstrafe für das Entziehen von Minderjährigen spricht die Vorinstanz bedingt aus. Zusätzlich verhängt sie eine Verbindungsbusse (Art. 42 Abs. 4 StGB). Dabei beachtet sie, dass diese grundsätzlich höchstens 20 % der Geldstrafe betragen sollte (BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). Aus der Geldstrafe von 320 Tagessätzen zu Fr. 180.-- resultiert eine Summe von Fr. 57'600.--. Diese liegt über dem Höchstbetrag für Bussen gemäss Art. 106 Abs. 1 StGB von Fr. 10'000.--. Diese höchstmögliche Busse verhängt die Vorinstanz mit der Begründung, dass das Verschulden der Beschwerdeführerin in Bezug auf das Entziehen von Minderjährigen schwer wiege.