Citation: 9C_77/2009 26.08.2009 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalles die versicherungsmässigen Voraussetzungen für die Gewährung einer Rente der Invalidenversicherung erfüllt. 3.1 Das kantonale Gericht betrachtete stillschweigend die Einkommensvergleichsmethode als die hier massgebliche und hielt dafür, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit sei die Beschwerdeführerin bereits vor ihrer Einreise in die Schweiz in erheblichem Ausmass arbeits- und erwerbsunfähig gewesen, weshalb der Versicherungsfall eingetreten sei, als sie noch nicht während der Mindestdauer von einem Jahr Beiträge an die AHV/IV geleistet habe. Die Frage, ob die Rechtsuchende als Nichterwerbstätige einzustufen sei und deshalb die spezifische Bemessungsmethode des Betätigungsvergleichs zur Anwendung gelange, wirft der angefochtene Entscheid nicht auf. Indes kommt der Statusfrage für den Ausgang des Verfahrens ausschlaggebende Bedeutung zu. 3.2 Die Beschwerdeführerin gab in der Anmeldung vom 16. Juni 2003 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an, seit der Geburt der Kinder als Hausfrau tätig zu sein. Gemäss "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit bzw. Statusfrage" vom 26. Juni 2003 hätte sie ohne Behinderung als Hausfrau gearbeitet. Sodann stufte sie die IV-Stelle laut "Situationsbericht Haushalt" vom 20. Januar 2004 für die Bemessung der Invalidität als Hausfrau ein, weil sie weder in der Türkei noch in der Schweiz einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachgegangen sei. Zu diesem Ergebnis gelangte die IV-Stelle, obwohl die Gesuchstellerin erklärte, wegen der Arbeitslosigkeit des Ehemannes im Gesundheitsfall nunmehr erwerbstätig zu sein. Unter diesen Umständen spricht nichts für die Einstufung der Beschwerdeführerin als Erwerbstätige im Zeitpunkt ihrer Einreise in die Schweiz im Februar 2000, woran die in der Türkei abgeschlossene einjährige Näherinnen-Ausbildung nichts ändert, zumal sie gemäss den Abklärungen der IV-Stelle seit der Geburt des ersten Kindes im Jahr 1984 nicht mehr im Beruf gearbeitet hat, sondern den Haushalt besorgte und ihre Kinder grosszog. 3.3 Die Statusfrage ist in freier Würdigung der Beweise zu prüfen, was das Abwägen der massgeblichen Indizien erfordert (E. 2.2 hievor). Zudem stellt das kantonale Versicherungsgericht den Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien von Amtes wegen fest (Art. 61 lit. c ATSG). Indem die Vorinstanz stillschweigend vom Status der Beschwerdeführerin als Erwerbstätige ausging, ohne sich mit den Indizien auseinanderzusetzen, die sämtliche für eine Haushalttätigkeit sprechen, ist die Beweiswürdigung rechtsfehlerhaft erfolgt (Art. 95 lit. a BGG; Urteil 9C_833/2007 vom 4. Juli 2008 E. 3.3.2, in: Plädoyer 2009/1 S. 70). Soweit das kantonale Gericht die Beschwerdeführerin als Erwerbstätige einstuft, bindet daher der angefochtene Entscheid das Bundesgericht nicht, und der Sachverhalt ist von Amtes wegen zu berichtigen (Art. 105 Abs. 2 BGG). Den Akten können - wie gezeigt - keine Anhaltspunkte entnommen werden, gemäss welchen die Rechtsuchende im Zeitpunkt ihres Zuzuges in die Schweiz im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beruflich tätig gewesen wäre, weshalb sie als haushaltführende Nichterwerbstätige zu betrachten ist. Folglich ist die Invalidität nach der spezifischen Methode des Betätigungsvergleichs gemäss Art. 28 Abs. 2bis IVG zu bemessen.