Citation: 6B_521/2022 E. 2.2.1

2.2.1. Die Vorinstanz geht demgegenüber von einem gezielten wuchtigen Schlag gegen den Kopf aus. Sie erwägt, die Zeugenaussagen seien hinsichtlich der Schlagrichtung - von vorne, von hinten oder seitlich - uneinheitlich. Jedenfalls hätten aber diejenigen Zeugen, die den Schlag gesehen hätten, keine Abwehrbewegung, sondern ein Einschlagen auf das Opfer beschrieben. Der Beschwerdeführer sei gezielt auf den Beschwerdegegner 2 losgegangen und habe mit dem Baseballschläger auf ihn eingeschlagen. Eine Zeugin habe gar von einem gezielten Schlag gegen den Kopf gesprochen, ein weiterer Zeuge zumindest von einem Schlag gegen den Kopf, welchen er als heftig beurteilt habe. Auch die Aussage eines anderen Zeugen spreche gegen eine Abwehrbewegung. Dieser habe einen Teil des Schlägers und eine Bewegung in Kopfhöhe "rübergehen sehen". Zudem habe der Zeuge mehrfach ausgesagt, es habe eine Ausholbewegung gegeben. Auch weitere Zeugen hätten von Ausholen gesprochen, einer von "voll ausholen" sowie davon, dass das Opfer den Schlag nicht habe kommen sehen. Ferner habe ein Grossteil der Zeugen den Schlag gehört, obwohl sie mehrere Meter entfernt gestanden seien. Dies spreche ebenfalls für einen gezielten, nicht bloss versehentlichen Schlag. Der Beschwerdegegner 2 sei dadurch zu Boden gegangen und verletzt und bewusstlos liegen geblieben, worauf der Beschwerdeführer sich mit dem Auto entfernt habe. Auf einen aktiven wuchtigen Schlag lasse auch das rechtsmedizinische Gutachten schliessen. Demnach habe sich die Hauptverletzung auf der rechten Stirnscheitelseite befunden. Diese Verletzung sei für die Folgeschäden verantwortlich, namentlich ein Schädel-Hirntrauma mit multiplen Schädelbrüchen und ausgeprägter generalisierter Hirnschwellung mit Mittellinienverlagerung um 5 mm. Aufgrund der letzteren habe es jederzeit zur Einklemmung von lebenswichtigen Strukturen, namentlich des Atemzentrums, kommen können, was zum Tod des Patienten geführt hätte. Die Gefahr einer tödlichen Einklemmung habe nur durch die notfallmässige Operation am Schädel abgewendet werden können. Nach Auffassung der Gutachter sei aufgrund des Ausmasses der Verletzungen von einer massiven Krafteinwirkung auszugehen, so die Vorinstanz. Zur Beibringung von Frakturen der vorderen und seitlichen Schädelregion seien gemäss experimentellen Daten Kräfte im Bereich von 2.0 bis 6.2 kN (Kilonewton) notwendig. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Abwehrbewegung ohne Ausholen stelle nach physikalischen Grundlagen keine plausible Erklärung für die erlittenen Verletzungen dar, da hierfür die erforderlichen Hebelkräfte nicht annähernd erreicht würden. Hingegen erschienen die am Schlagende auftretenden Kräfte bei einer Aushol- und Schlagbewegung, welche einer Rotationsbewegung entspreche, aus rechtsmedizinischer Sicht ohne Weiteres geeignet, die Bruchlast von Schädelknochen zu überschreiten. Mit Bezug auf die Schlagrichtung weise die Quetsch-Risswunde im rechten Scheitel-Stirnbereich eine Ausrichtung von hinten unten nach vorne oben auf. Die Experten postulierten den Zeugenaussagen folgend zwei mögliche Varianten des Schlages und stuften einen Schlag von hinten rechts als wahrscheinlicher ein.