Citation: U 46/07 10.01.2008 E. 4

Aufgrund der medizinischen Akten ist die Diagnose einer beim Unfall vom 26. Januar 2002 erlittenen HWS-Distorsion als gesichert zu betrachten. Gleiches gilt für das konsekutive Auftreten von weiten Teilen des für Schleudertraumen und ähnliche Verletzungen der HWS typischen Beschwerdebildes (BGE 117 V 359 E. 4b S. 360; vgl. auch BGE 119 V 335), weshalb der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den persistierenden Beschwerden mit der Vorinstanz zu bejahen ist. Was die SUVA vorbringt, rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise. Es betrifft dies sowohl die allgemeinen Ausführungen zur Schleudertrauma-Praxis als auch die Vorbringen zu deren Anwendbarkeit im vorliegenden Fall. Namentlich sind keine Widersprüche in den Aussagen der Versicherten auszumachen, welche die geklagten und von verschiedenen Ärzten als nachvollziehbar erachteten Beschwerden als nicht bestehend erscheinen liessen. Dass die klinisch festgestellten Muskelverspannungen und Bewegungseinschränkungen kein fassbares organisches Korrelat darstellen, ist bei den der Schleuderdertrauma-Praxis zugrunde liegenden Verletzungsmustern ohne Belang. Im Weiteren trifft zu, dass bei zu langem Zeitintervall zwischen dem Unfall und dem Auftreten von schleudertraumatypischen Beschwerden die natürliche Kausalität zu verneinen ist. Dies heisst aber entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung nicht, dass bereits unmittelbar nach dem Unfall das ganze für derartige Verletzungen typische Beschwerdebild vorliegen muss. Wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, genügt - bei zuverlässiger Diagnose der Verletzung und späterem Hinzukommen eines weiten Teils des Beschwerdebildes - wenn in einer Latenzzeit von höchstens 72 Stunden nach dem Unfall Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS auftreten (SVR 2007 UV Nr. 23 S. 75 E. 5 mit Hinweisen, U 215/05; RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 E. 5e). Das war hier der Fall. Es kann schliesslich auch nicht gesagt werden, die bestehenden Beschwerden seien wahrscheinlicher auf unfallfremde, wie etwa psychosoziale, Gründe als auf eine schleudertraumaähnliche Verletzung der HWS zurückzuführen.