Citation: I 173/06 27.12.2006 E. 5

Der Beschwerdeführer beanstandet die kantonale Beurteilung auch hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Leistungseinbusse. Streitig ist dabei das Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen), während dasjenige nach Eintritt des Gesundheitsschadens (Invalideneinkommen) unbestritten ist. Zwar rügt der Beschwerdeführer in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch den vorinstanzlich angenommenen behinderungsbedingten Abzug erneut. Aufgrund des hievor Dargelegten (Erw. 4.) erweist sich ein Abzug von 10 % jedoch als angemessen. 5.1 Unter dem Valideneinkommen ist jenes Einkommen zu verstehen, welches die versicherte Person als Gesunde tatsächlich erzielen würde (ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a, 1961 S. 367). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Massgebend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hiefür hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt hätte (BGE 96 V 29, ZAK 1985 S. 635 Erw. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b; vgl. auch EVGE 1968 S. 93 Erw. 2a). Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst. Entscheidend ist, was der Versicherte im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b mit Hinweis; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 Erw. 3c). Nicht auf den zuletzt erzielten Lohn kann abgestellt werden, wenn dieser offensichtlich nicht dem Einkommen entspricht, das die versicherte Person im Gesundheitsfall nach überwiegender Wahrscheinlichkeit in der Lage gewesen wäre zu realisieren (Urteil L. vom 4. September 2002, I 774/01). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierte Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte abzustellen (vgl. AHI 1999 S. 240 Erw. 3b). Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 205 f.; Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Diss. Freiburg 1995, S. 180; Urteil S. vom 29. August 2002, I 97/00). 5.2 Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid davon aus, hinsichtlich der Ermittlung des Valideneinkommens sei im Sinne des Urteils V. des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 8. November 2005, I 358/05) vorzugehen. In jenem Fall war der Versicherte seit 10 Jahren arbeitslos gewesen und wäre auch im Gesundheitsfall nicht mehr am angestammten Arbeitsplatz tätig gewesen, sodass der Validenlohn auf der Grundlage der LSE festzusetzen war (zit. Urteil V. vom 8. November 2005, I 358/05 Erw. 2.4). Das kantonale Gericht befand, auch im vorliegenden Fall sei auf die Tabellenlöhne abzustellen, da der Beschwerdeführer ebenfalls seit der Kündigung seiner Stelle als Hilfsgipser Ende 2000 arbeitslos gewesen war. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, der Sachverhalt des herangezogenen Urteils sei mit demjenigen seines eigenen Falles nicht vergleichbar. Im genannten Fall aus der Praxis sei der Versicherte während rund 10 Jahren in der angestammten Tätigkeit arbeitsfähig gewesen und habe dennoch keine Arbeit mehr gefunden und aufgenommen. Er hingegen habe schon in den Jahren 1995 und 1996 jährlich rund Fr. 80'000.- verdient, sei nach Kündigung des Arbeitsverhältnisses arbeitslos geworden, habe anschliessend aber erneut eine Anstellung bei einem Jahreslohn von knapp Fr. 80'000.- gefunden und hätte auch weiterhin eine solche Tätigkeit ausüben können, wenn er keine Arbeitsunfähigkeit aufgewiesen hätte. Damit habe er bereits einmal gezeigt, dass er bei Gesundheit nach kurzer Zeit der Arbeitslosigkeit wieder eine Anstellung finden konnte, bei welcher er ein hohes Salär erzielte. Im Übrigen sei er arbeitsunfähig geworden, als er noch gar nicht arbeitslos gewesen war. Folglich könne aus der genannten Rechtspraxis nicht abgeleitet werden, dass sein Valideneinkommen anhand der Tabellenlöhne zu ermitteln sei. 5.3 Die Argumentation des Beschwerdeführers ist stichhaltig. Aus dem in den Akten liegenden Auszug aus dem individuellen Konto geht hervor, dass er gemäss den Einträgen im Jahr 1995 Fr. 81'041.- und im Jahr 1996 Fr. 79'730.- verdient hatte, sowie dass sein Lohn auch nach der in den Jahren 1997 - 1998 bestehenden Arbeitslosigkeit im Jahr 1999 Fr. 79'396.- und im Jahr 2000 Fr. 69'600.- betrug. Anschliessend war der Beschwerdeführer nach Kündigung des Arbeitsverhältnisses auf Ende Dezember 2000 ab 1. Februar 2001 und bis zum 22. Februar 2002 erneut arbeitslos und nahm in der Folge keine neue Erwerbstätigkeit mehr auf. Bei der Invalidenversicherung meldete er sich am 16. Mai 2003 an und gab dabei gestützt auf ein Arztzeugnis von Dr. med. S.________ vom 28. Januar 2002 den 24. Januar 2002 als Beginn seiner Arbeitsunfähigkeit bekannt. Gemäss den Akten musste sich der Versicherte ab Januar 2002 einer Dialyse und im März 2002 einer Nierentransplantation unterziehen. Aufgrund weiterer Arztzeugnisse attestierte Dr. med. S.________ am 23. Januar 2001 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 2001, am 29. Januar 2001 jedoch eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 4. Dezember 2000. Zudem bringt der Beschwerdeführer in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vor, er sei bereits bei Verlust seiner Arbeitsstelle krank gewesen. Unter diesen Umständen ist nicht anzunehmen, dass sich der Versicherte ohne Gesundheitsschädigung freiwillig und auf die Dauer mit einem tieferen Lohn begnügt hätte als demjenigen, den er bis zur Arbeitslosigkeit bezog. In den Firmen X.________ AG (1980 - 1992) bzw. Y.________ AG (1993 - 1996) und Z.________ GmbH (1999 - 2000) war der Beschwerdeführer nicht lediglich in einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis angestellt und der dabei erzielte Lohn war nicht besonderen Schwankungen unterworfen. Der Versicherte hat bis rund ein Jahr vor seiner ernsthaften Erkrankung gearbeitet und die Phase der Arbeitslosigkeit ist somit als vorübergehend zu betrachten (vgl. Urteil L. Erw. 3c vom 4. September 2002, I 774/01). Weil im vorliegenden Fall die lohnmässige Entwicklung in den Jahren der Erwerbstätigkeit für die Festlegung des durchschnittlichen Einkommens im Gesundheitsfall aussagekräftig ist, sind nicht die gleichen Verhältnisse im von der Vorinstanz berücksichtigten Urteil gegeben. Demzufolge ist für das Valideneinkommen auf das vor der Arbeitslosigkeit erzielte Einkommen abzustellen (Urteil C. vom 30. Mai 2000, I 260/99 Erw. 3a). 5.4 Es rechtfertigt sich, auf das beim letzten Arbeitgeber erzielte Einkommen abzustellen, welches gemäss Arbeitgeberbericht vom 30. Mai 2003 [8/7/53/1] monatlich Fr. 5'800.- betrug, zusätzlich 13. Monatslohn, was pro Jahr Fr. 75'400.- ergibt. Das höhere Einkommen des Jahres 1999 resultiert aus Überzeit, von der nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan ist, dass sie weiterhin geleistet worden wäre, weshalb sie nicht zu berücksichtigen ist (RKUV 1989 Nr. U 69 Erw. 2c). Weil auf die konkreten Umstände abgestellt wird und der Arbeitgeber im Fragebogen angegeben hat, auch "heute" (d.h. Im Jahr 2003) würde der Beschwerdeführer gleich viel verdienen, ist dieser Lohn nicht entsprechend der durchschnittlichen Lohnerhöhung aufzurechnen. Das Valideneinkommen für das Jahr 2003 beträgt somit Fr. 75'400.-. Daraus ergibt sich für die Zeit, in welcher eine 50 %-Arbeitsunfähigkeit zugrunde zu legen ist (1. Juli 2003 bis 31. August 2004) unter Berücksichtigung des 10 % Abzugs (Erw. 5 hievor) bei einem Invalideneinkommen von Fr. 26'015.- (Fr. 57'810 x 0,5 x 0,9) ein Invaliditätsgrad von 65,5 %, was bis Ende 2003 Anspruch auf eine halbe (Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2003 geltenden Fassung), ab 1. Januar 2004 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente gibt (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die Zeit ab 1. September 2004 ergibt sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 2/3 ein Invalideneinkommen von Fr. 34'686.-([(Fr. 57'810 : 3) x 2] x 0,9) und ein Invaliditätsgrad von 54 %, was Anspruch auf eine halbe Rente gibt. Zwar hat die IV-Stelle im Einspracheentscheid ausgeführt, wenn für das Valideneinkommen auf das effektive Einkommen vor Arbeitslosigkeit abzustellen wäre, dann würde sie auch beim Invalideneinkommen auf Niveau 3 statt 4 abstellen, was zum gleichen Ergebnis führen würde. Dem kann allerdings nicht gefolgt werden, weil der Versicherte gemäss MZR-Gutachten vom 8. Juni 2004 nicht mehr in der vorher ausgeübten Tätigkeit als Gipser, sondern nur in einer leichten körperlichen Arbeit zu zwei Drittel arbeitsfähig wäre.