Citation: U 334/05 01.03.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen war im vorinstanzlichen Verfahren einerseits der Taggeldanspruch des Beschwerdeführers über den 31. März 2003 hinaus, andererseits ob die SUVA ihre Leistungen für die Folgen des Unfalls zu Recht auf den 12. Februar 2004 eingestellt hat oder ob sie dem Beschwerdeführer über diesen Zeitpunkt hinaus Taggelder zu erbringen hat. Das kantonale Gericht hat entschieden, für die Zeit vom 31. März 2003 bis 12. Februar 2004 habe die SUVA dem Versicherten ein Taggeld für eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % auszurichten. Dieser Anspruch ist somit nicht mehr strittig und bildet folglich nicht Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens. 2.1 Die Vorinstanz stützte ihren Entscheid hauptsächlich auf das von Dr. med. K.________, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA, am 14. November 2003 erstellte Gutachten, welches eine spezialärztliche Untersuchung des Versicherten vom 6. November 2003 zum Gegenstand hat. Darin wurden hauptsächlich ätiologisch ungeklärte chronische Schmerzen im Bereiche des Vorderarmes und der Hand links diagnostiziert. Im angefochtenen Entscheid wird dargelegt, das Bestehen eines chronischen Schmerzsyndroms werde grundsätzlich von keiner Seite bestritten. Dabei habe Dr. med. K.________ in seinem Gutachten die für die vom Beschwerdeführer geschilderte Schmerzsymptomatik im linken Arm in Betracht zu ziehenden somatischen Diagnosen ausführlich diskutiert, sei jedoch letztlich zum Schluss gelangt, dass sie beim Versicherten auszuschliessen seien. Der Gutachter habe zwar befunden, dass der chronische Schmerz beim Beschwerdeführer ernst zu nehmen sei und eventuell mit anderen Methoden gelindert werden könnte. Nach den Erwägungen im kantonalen Entscheid stelle dies allerdings in keiner Weise einen Widerspruch zu anderen Äusserungen dar und insbesondere werde damit nicht die Unfallkausalität bestätigt. Das Problem liege einzig in der fraglichen Ätiologie des Schmerzsyndroms. Die Aussage von Dr. med. K.________, eine erklärende Ursache für die geschilderten Beschwerden hätte nicht gefunden werden können, dürfe schliesslich auch als Bestätigung fehlender Unfallfolgen verstanden werden. Zwar belege das Gutachten tatsächlich keine konkreten krankhaften Ursachen der Beschwerden. Die Verneinung von unfallbedingten Ursachen sei dadurch aber nicht ausgeschlossen, wobei der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen müsse, sondern nur darzutun habe, dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben. Auf der Grundlage des fraglichen Gutachtens könne daher durchaus mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erwiesen gelten, dass zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis ab 12. Februar 2004 kein natürlicher Kausalzusammenhang mehr bestand, wobei unter diesen Umständen die Frage der Adäquanz des Kausalzusammenhangs nicht geprüft zu werden brauche. 2.2 Der Beschwerdeführer beanstandet diese Erwägungen und macht geltend, mit dem Untersuchungsbericht von Dr. med. K.________ lasse sich der dem Unfallversicherer obliegende Beweis aus verschiedenen Gründen nicht führen. Zunächst sei zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin in der Zeit zwischen Dezember 1997 und Februar 2004 Versicherungsleistungen erbracht und dabei die Unfallkausalität nie in Frage gestellt habe. Dr. med. K.________ sei nicht der einzige Arzt, welcher sich mit der Schmerzsymptomatik des Beschwerdeführers befasst habe. Vielmehr hätten zwei SUVA-Kreisärzte und eine ganze Reihe anderer Fachmediziner in dieser Zeit unterschiedliche diagnostische und therapeutische Meinungsäusserungen abgegeben. Nach der Abheilung der Schulterkontusion und der Rehabilitation der Rotatorenmanschetten habe die Schmerzsymptomatik im linken Arm und in der linken Hand persistiert, ohne dass die beteiligten Mediziner ein organisches Substrat hätten eruieren können. Gleichwohl habe die SUVA die Unfallkausalität anerkannt. Das von Dr. med. K.________ vermisste organische Substrat habe also bereits in einem Zeitpunkt gefehlt, als die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen noch bejaht habe. Es sei daher inkonsequent, die Leistungseinstellung mit einer Begründung zu versehen, welche bereits zu Zeiten der Leistungsbejahung gegolten hatte. Gleiches gelte für den Aspekt der fraglichen Ätiologie. Das Fehlen einer klaren Ursachenerklärung der Beschwerden lasse sowohl die Möglichkeit einer Unfallursache wie eines krankhaften Geschehens offen. Da für die SUVA stets die Tatsache massgebend gewesen sei, dass sämtliche mit den Folgen des Unfalls sich befassenden Mediziner das Schmerzsyndrom als real anerkannt hatten, sei nicht einzusehen, weshalb diese zutreffende Beurteilung am 12. Februar 2004 plötzlich keine Gültigkeit mehr gehabt habe. Insbesondere habe die SUVA, obwohl das von Dr. med. K.________ am 14. November 2003 erstellte Gutachten belege, dass keine konkreten krankhaften Ursachen der Beschwerden hätten gefunden werden können, ihre Verfügung vom 12. Februar 2004 damit begründet, die Schmerzsymptomatik sei ab gleichem Datum nur noch krankhafter Natur. Unhaltbar sei im Weiteren die von Dr. med. K.________ geäusserte und vom kantonalen Gericht übernommene Überlegung, bei Fehlen eines organischen Substrats für die geschilderten Schmerzen lasse sich eine Arbeitsunfähigkeit nicht begründen. Dabei könne die Forderung, dass subjektive Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend zu erklären sind, nur Fälle von der Versicherung ausschliessen, bei welchen solche Befunde sich von Anfang an nicht erheben lassen. Beim Beschwerdeführer habe der Skiunfall jedoch zu klaren Initial- und Rückfallbefunden geführt, wobei die SUVA die ursprünglich aufgetretenen und seither persistierenden Schmerzen jahrelang anerkannt und dem Unfallereignis zugeordnet habe. 2.3 Streitig und zu prüfen ist, ob die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens ab 12. Februar 2004 ihre kausale Bedeutung verloren haben (vgl. statt vieler Urteil B. vom 30. November 2004, U 222/04 Erw. 1.3). Aufgrund der Akten ist erstellt, dass die Beschwerdegegnerin den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den geklagten Schmerzen während Jahren bejaht hat. Dies lässt sich mit den Erkenntnissen von Dr. med. B.________ (Klinik Y.________) und Kreisarzt Dr. med. R.________ sowie den im angefochtenen Entscheid daraus gezogenen Schlüssen ohne weiteres begründen. Der natürliche Kausalzusammenhang wird denn auch für die Zeit bis zum 12. Februar 2004 nicht mehr in Frage gestellt. Nach den Feststellungen des Dr. med. K.________, auf dessen Gutachten sich Vorinstanz und Beschwerdegegnerin hauptsächlich stützen, dauern die geschilderten Schmerzen zwar weiterhin an. Dieser Arzt hat indessen kein Korrelat für diese Beschwerden gefunden. Er und mit ihm die Vorinstanz schliessen daraus, dass keine unfallbedingten Ursachen mehr vorliegen. Dieser Betrachtungsweise kann nicht gefolgt werden. Dr. med. K.________ hat anlässlich seiner Untersuchung unter anderem "ätiologisch ungeklärte chronische Schmerzen im Bereiche des Vorderarmes und der Hand links" diagnostiziert. Weiter hat er ausgeführt, dieser chronische Schmerz sei ernst zu nehmen und er hat dem Versicherten gleichzeitig neue Therapievorschläge unterbreitet. Daraus ist zu schliessen, dass Dr. med. K.________ die genannten Schmerzen als krankheitswertiges Geschehen einstuft. Anders könnte nicht erklärt werden, weshalb sie ernst genommen und therapeutisch angegangen werden müssen. Dr. med. K.________ ist in seinem Gutachten einigen möglichen Ursachen nachgegangen und hat diese mit einlässlicher Begründung verneint. Daraus hat er geschlossen, es lägen keine unfallbedingten Ursachen mehr vor. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, ist der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammenhanges nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen zu erbringen. Ebenso wenig ist der Gegenbeweis, dass überhaupt kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt, zu verlangen. Indessen genügt die Darlegung, dass einige - mögliche - Schmerzursachen nicht vorliegen, nicht für den Nachweis, dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens ihre Bedeutung verloren haben. Vielmehr muss verlangt werden, dass bereits diagnostizierte und auch andere Unfallursachen nicht (mehr) vorliegen oder als Teilursache für die Leiden nicht mehr in Frage kommen. Indem die vom Beschwerdeführer geklagten chronischen Schmerzen weiterhin nicht in Frage gestellt - sondern auch von Dr. med. K.________ ausdrücklich anerkannt, einer Therapie zugänglich und damit als Leiden mit Krankheitswert betrachtet - werden, fehlt es an diesem geforderten Nachweis. Es wird gerade nicht gesagt, was für diese Leiden ursächlich ist, obwohl hiefür sowohl unfall- als auch krankheitsbedingte Gründe massgeblich sein können. Mithin kann auch nicht gefolgert werden, die unfallbedingten Ursachen hätten ihre Bedeutung verloren. Steht aber fest, dass die einmal als Unfallfolge anerkannten chronischen Schmerzen weiterhin Bestand haben und lässt sich nicht nachweisen, dass diesen kein Krankheitswert mehr zukommt oder dass sie ausschliesslich krankheitsbedingt sind und daher ihre kausale Bedeutung verloren haben, greift die Regel, wonach die Beweislast bei anspruchsaufhebenden Tatsachen bei der Partei liegt, welche sich auf das Dahinfallen des Anspruchs beruft, Platz. Diese Beweislast trifft in casu die Beschwerdegegnerin, weshalb sie ihre Leistungen auch nach dem 12. Februar nicht einstellen kann. 2.4 Nach dem Gesagten scheitert die SUVA mit dem ihr obliegenden Beweis, dass das beim Beschwerdeführer bestehende Schmerzsyndrom ab 12. Februar 2004 mit dem Unfall vom 27. Dezember 1997 nicht mehr nach überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang steht. Die Sache ist demzufolge an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Massgabe der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers über dessen Anspruch auf Versicherungsleistungen nach dem 12. Februar 2004 neu verfüge.