Citation: 8C_160/2018 E. 4.2.1

4.2.1. Die Beschwerdeführerin ist bislang weder somatisch noch psychiatrisch begutachtet worden. Es liegen abgesehen von den Stellungnahmen des RAD-Arztes pract. med. F.________, Facharzt für Arbeitsmedizin, lediglich die kurzen Einschätzungen der behandelnden Fachpersonen vor, welche weder einzeln noch insgesamt geeignet sind, die Grundlage für eine Indikatorenprüfung zu liefern. Die in die Behandlung involvierten Fachpersonen attestierten allesamt - einerseits aus somatischer und andererseits aus psychiatrischer Sicht - eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit. Dr. med. G.________, Oberarzt Orthopädie, Klinik C.________, ging davon aus, dass die bisherige Tätigkeit als Coiffeuse aufgrund des Schulterleidens gar nicht mehr zumutbar sei. Sowohl der Psychiater und die Psychologen des Zentrums D.________ als auch die seit Februar 2016 behandelnde Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nahmen eine mittelgradige depressive Episode bzw. eine rezidivierende Depression mit somatischem Syndrom, derzeit mittelgradige Episode, an und bezifferten die Arbeitsunfähigkeit auf 50 %, bzw. auf 50 bis 60 %. Soweit das kantonale Gericht gestützt auf diese Akten eine fehlende Therapieresistenz annimmt und eine psychische Störung mit invalidisierender Wirkung schon deshalb ausschliesst, kann ihm nicht gefolgt werden, da die Therapierbarkeit eines psychischen Leidens allein keine abschliessende Aussage hinsichtlich des Gesamtmasses der gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen im invalidenversicherungsrechtlichen Kontext zu liefern vermag (vgl. E. 4.1 hiervor). Zu den Wechselwirkungen zwischen psychischem und somatischem Leiden ist im Übrigen nichts bekannt. Einzig der RAD-Arzt geht aus einer versicherungsmedizinischen Gesamtsicht ohne weitere Auseinandersetzung mit den Angaben der behandelnden Ärzte von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus.