Citation: U 317/05 13.03.2006 E. 3

Wie bereits angesprochen, erwiesen sich die am 22. Oktober 2003 erstellten Röntgenbilder im LWS- und Beckenbereich als unauffällig. Im Herzzentrum Z.________ wurde nun offenbar im März 2005 eine Diskushernie L5/S1 entdeckt und operiert. In den Akten liegt einzig der histopathologische Bericht der Spital Y.________ AG vom 18. März 2005 über die Untersuchung der entfernten Bandscheibe. Darin schreibt Dr. med. U.________: "In älteren Sequesteranteilen ist dabei Narbengewebe zu erkennen, das mindestens Monate alt ist und dadurch ein narbiges Residuum eines Traumas im Jahre 2001 darstellen könnte". Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise und unter besonderen Voraussetzungen als eigentliche Ursache in Betracht fällt, was dann der Fall ist, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190, Nr. U 379 S. 192; SZIER 2001 S. 346 [U 4/00]; jüngeren Datums: Urteil R. vom 3. Oktober 2005, U 163/05). In den, Dr. med. U.________ nicht zur Verfügung gestandenen Akten aus der Zeit des Unfalls finden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Beschwerdeführer je gegenüber den behandelnden und untersuchenden Ärzten oder den Abklärungspersonen der SUVA über Beschwerden im LWS- und BWS-Bereich beklagt hätte. Ein erster Hinweis auf derartige Schmerzen könnte allenfalls in der Telefonnotiz des SUVA-Mitarbeiters über ein Gespräch vom 23. September 2003 erblickt werden, wonach der Versicherte in Aussicht gestellt hatte, Dr. med. B.________ am 15. Oktober 2003 wegen Hüft- und Rückenbeschwerden aufzusuchen. Der anlässlich dieser Konsultation mittels Röntgenbildern von Becken und LWS erstellte Befund war - wie bereits mehrfach erwähnt - unauffällig. Die Diskushernie wurde erst im März 2005 diagnostiziert. Bei dieser Sachlage ist der ohne Kenntnis der Aktenlage abgegebenen Vermutung von Dr. med. U.________ offenkundig die Grundlage entzogen: Die Voraussetzungen für die ausnahmsweise Annahme einer traumatischen Ursache der Diskushernie L5/S1 sind ungeachtet des genauen Geschehensablaufs vom 2. Mai 2001 nicht erfüllt, womit sich weitere Abklärungen in diese Richtung erübrigen.