Citation: 8C_726/2010 19.11.2010 E. 3

3.1 Uneinigkeit besteht zunächst bezüglich der Frage, ob dem Gesundheitsschaden ein organisch objektiv ausgewiesenes, unfallkausales Substrat zugrunde liegt, welcher Umstand die Prüfung der Adäquanz der über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus andauernden Beschwerden und dem Unfallereignis erübrigte (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweis). 3.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Radikulopathie, die leichtgradige axonale Störung des Nervus ulnaris im Bereich des Sulcus ulnaris links, der Anulusriss sowie das sensomotorische Ausfallsyndrom C6 seien, nebst der durch den Unfall mindestens ausgelösten linksseitigen Diskushernie C5/C6 - entgegen der vorinstanzlichen Feststellung - organisch objektivierbare Unfallfolgen. Das kantonale Gericht habe diesbezüglich die aus dem rechtlichen Gehör fliessende Begründungspflicht verletzt und überdies die medizinischen Unterlagen in unhaltbarer Weise gewürdigt. 3.3 Entgegen den Ausführungen des Versicherten hat das kantonale Gericht gestützt auf eine sorgfältige Würdigung der im angefochtenen Entscheid einlässlich dargelegten medizinischen Akten nachvollziehbar aufgezeigt, wie und weshalb es zur Erkenntnis gelangt ist, dass kein organisch objektiv feststellbarer Gesundheitsschaden vorliegt und warum es von weiteren medizinischen Abklärungen hinsichtlich der Frage der natürlichen Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 25. Oktober 2006 und den persistierenden Beschwerden absah. Daher ist die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ihrer Begründungspflicht in genügender Weise nachgekommen. Dies gilt namentlich auch für das Abstellen auf die Berichte der Uniklinik X.________ (vom 23. August und 7. November 2007), deren Beweiswert trotz der Vorbringen in der Beschwerde nicht in Frage zu stellen ist. Das Sozialversicherungsgericht hat zudem korrekt ausgeführt, dass die Darlegungen des Dr. med. E.________ (vom 3. Januar 2008 und 21. September 2009) diesen Schlussfolgerungen nicht entgegenstehen. Auch Dr. med. E.________ stellte die von ihm postulierte Wurzelkompression C6 (und weniger auch C7) zweifelsfrei in einen ursächlichen Zusammenhang mit den Diskushernien C6/C7 und C5/C6, wobei aufgrund seiner Aussage, der Beschwerdeführer hätte vor dem Unfall nicht an den aktuellen Beschwerden gelitten, nicht auf deren Unfallkausalität geschlossen werden kann; denn dies liefe auf einen unzulässigen "post hoc, ergo propter hoc"-Schluss hinaus (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f.). Ebenso wenig stehen die Ausführungen im neuro-otologischen Bericht des Universitätsspitals Y.________ (vom 21. April 2008), gemäss welchen diagnostisch einzig rezidivierende Schwindelepisoden mit/bei Verdacht auf vestibuläre Migräne (Differenzialdiagnose: Schwindel als Begleitsymptom im Rahmen eines chronischen HWS-Syndroms), sowie der Verdacht auf ein sensibles zervikoradikuläres Ausfallsyndrom C6 bei paramedianer linksseitiger Diskushernie C5/C6 festgehalten wurden, in klarem Widerspruch zur übrigen Aktenlage, namentlich - wie behauptet wird - zu den Berichten der Uniklinik X.________. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs oder konkreter Beweiswürdigungsregeln kann demnach im Vorgehen des kantonalen Gerichts nicht erblickt werden. 3.4 Was die vom Beschwerdeführer auch letztinstanzlich aufgeworfene Problematik der traumatisierten Vorzustände im Bereich der degenerativ geschädigten Halswirbel C5-C7 anbelangt (vgl. MRI vom 14. November 2006 und 14. März 2007), gilt es zu beachten, dass nach geltender Rechtsprechung eine signifikante und damit dauernde Verschlimmerung einer vorbestandenen degenerativen Schädigung der Wirbelsäule nur dann als durch einen Unfall hervorgerufen angesehen werden kann, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlimmern von Verletzungen auf Grund eines Traumas aufzeigt (Urteile U 530/06 vom 25. Oktober 2007 E. 4.2 und U 355/98 vom 9. September 1999 E. 3a mit Hinweisen, in: RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Medizinisch ist lediglich von einer vorübergehenden Verschlimmerung auszugehen, wenn nach einer unfallbedingten Kontusion der Wirbelsäule eine bisher stumme, vorbestehende Spondylarthrose, Spondylose oder eine andere degenerative Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch wird (DEBRUNNER/RAMSEIER, Die Begutachtung von Rückenschäden in der schweizerischen sozialen Unfallversicherung, Bern 1990, S. 52). Die zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbelsäulenerkrankung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrakturen oder struktureller Läsionen an der Wirbelsäule - im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, beträgt nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr (MORSCHER/CHAPCHAL, Schäden des Stütz- und Bewegungsapparates nach Unfällen, in: Baur/Nigst, Versicherungsmedizin, 2. Aufl., Bern 1985, S. 192; DEBRUNNER/RAMSEIER, a.a.O., S. 52; vgl. auch BÄR/KIENER, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 67 von Dezember 1994, S. 45 f.). Es handelt sich dabei um einen unfallmedizinisch allgemein anerkannten Verlauf vorbestehender Wirbelsäulenerkrankungen nach einem Unfallereignis ohne strukturelle Verletzungen der Wirbelsäule (Urteile U 530/06 vom 25. Oktober 2007 E. 4.2 und U 290/06 vom 11. Juni 2007 E. 4.2.1, in: SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34). Soweit Dr. med. L.________ in seiner Beurteilung vom 27. Januar 2009 (dauerhafte) strukturelle Folgen der Heckauffahrkollision aus orthopädischer Sicht verneinte, stimmt dies mit den allgemein anerkannten Erkenntnissen der Unfallmedizin überein. Die weiteren vom Versicherten aufgeführten Beschwerden (in Form einer Radikulopathie, einer leichtgradigen axonalen Störung des Nervus ulnaris im Bereich des Sulcus ulnaris links, des Anulusrisses sowie des sensomotorischen Ausfallsyndroms C6) sind - soweit sie überhaupt diagnostiziert werden konnten (vgl. Berichte der Uniklinik X.________ vom 9. Oktober 2007 und 13. März 2008, Kreisärztliche Untersuchung des Dr. med. G.________ vom 22. Januar 2008 und Nachtrag vom 22. Mai 2008, sowie Ärztliche Beurteilung des Dr. med. L.________, vom 27. Januar 2009) - ausweislich der Akten Symptome der vorgefundenen Bandscheibenschäden, weshalb eine Berufung hierauf nicht stichhaltig ist. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Versicherungsleistungen überdies erst auf den 30. September 2008 und damit rund zwei Jahre nach dem Unfallereignis eingestellt. Es kann zuverlässig davon ausgegangen werden, dass eine unfallbedingte Verschlimmerung der Bandscheibenproblematik spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für Beschwerden verantwortlich war.