Citation: 2C_564/2019 E. 5.4

5.4. Die Vorinstanz ging von einem hohen öffentlichen Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers aus, da er im Erwachsenenalter aus rein finanziellen Motiven Betäubungsmitteldelikte begangen habe. Seine weiteren Straftaten zeigten, obwohl es sich nicht um gravierende Delinquenz handle, seine Unbelehrbarkeit und Gleichgültigkeit gegenüber der hiesigen Rechtsordnung. Der Beschwerdeführer widerspricht dieser Einschätzung und bringt vor, sein Verschulden sei angesichts der Freiheitsstrafe von unter zwei Jahren, seiner untergeordneten hierarchischen Stellung und seiner damals verzweifelten Lage im unteren Bereich anzusiedeln. Er sei von Anfang an geständig und kooperativ gewesen und es könne ihm eine gute Legalprognose gestellt werden. Im Übrigen habe er sich abgesehen von wenigen Bagatelldelikten stets an die Rechtsordnung gehalten. Die Anklageschrift, die vom Bezirksgericht im abgekürzten Verfahren nach Art. 358 ff. StPO zum Urteil erhoben wurde (Art. 362 Abs. 2 StPO), ist Ausgangspunkt und Massstab für die Beurteilung des migrationsrechtlichen Verschuldens. Im Rahmen des ausländerrechtlichen Verfahrens erfolgt keine erneute Abwägung der Elemente, die zur verschuldensabhängigen Strafzumessung führten. Das Bundesgericht geht regelmässig vom im Strafverfahren festgestellten Verschulden aus (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Dies gilt grundsätzlich auch in Fällen, in denen ein abgekürztes Strafverfahren durchgeführt wurde. Wenn wie im vorliegenden Fall weder der Anklageschrift noch dem Strafurteil Angaben zur Strafzumessung und zur Würdigung des Verschuldens entnommen werden können, sondern lediglich die Sanktion bekannt ist, kann es sich - insbesondere wenn diese nur wenige Monate über der Grenze einer längerfristigen Freiheitsstrafe liegt - rechtfertigen, für das Verständnis der Tatumstände und die Frage des migrationsrechtlichen Verschuldens auch die dem Strafurteil zugrunde liegenden Fakten zu berücksichtigen (vgl. Urteil 2C_126/2017 vom 7. September 2017 E. 6.2 mit Hinweisen). Die der strafrechtlichen Verurteilung zugrundeliegende qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz indiziert ein erhebliches migrationsrechtliches Verschulden und ein grosses öffentliches Interesse an der Ausweisung bzw. Fernhaltung des Täters (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34; 139 I 16 E. 2.2.2 S. 20). Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen delinquierte der Beschwerdeführer aus rein finanziellen Beweggründen, während er in stabilen familiären Verhältnissen lebte und hinsichtlich seiner geltend gemachten physischen und psychischen Leiden jederzeit ärztlich versorgt war. Trotz der vorgebrachten persönlichen Schwierigkeiten erscheint das Verschulden vor diesem Hintergrund erheblich. Die Kooperationsbereitschaft im Strafverfahren und die untergeordnete Stellung, die der Beschwerdeführer im Drogenhandel eingenommen habe, vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Wenngleich es im Bereich des Betäubungsmittelgesetzes zu einer einmaligen Verurteilung kam, zeigt sich aufgrund seiner wiederholten Verstösse gegen das Strassenverkehrs- und das Waffengesetz doch eine gewisse Unbelehrbarkeit und Gleichgültigkeit des Beschwerdeführers gegenüber der Rechtsordnung. Das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung ist daher erheblich und wird durch das Strafmass, welches die Grenze einer längerfristigen Freiheitsstrafe immerhin um sechs Monate übersteigt, nicht wesentlich relativiert. Aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer seither nicht mehr straffällig geworden sei, kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten, da er unter dem Druck des Strafverfahrens und später des ausländerrechtlichen Verfahrens stand. Das festgestellte erhebliche öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung könnte nur durch entsprechend gewichtige private Interessen aufgewogen werden, d.h. es müssten schwerwiegende Umstände gegen eine Wegweisung sprechen.