Citation: 5A_757/2016 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer verweist auf Art. 483 ZGB. Danach könne der Erblasser für die ganze Erbschaft oder für einen Bruchteil einen oder mehrere Erben einsetzen. Wenn ein eingesetzter Erbe vorverstorben und keine Ersatzverfügung i.S.v. Art. 487 ZGB vorhanden sei, sei eben nicht über die ganze Erbschaft verfügt worden. Im vorliegenden Fall habe die Erblasserin ausserdem ihre Schwester (C.________) mit deren Quote als gesetzliche Erbin eingesetzt, so dass diese nicht als eingesetzte, sondern als gesetzliche Erbin zu betrachten sei. Laut dem angefochtenen Entscheid sei aus dem Testament nicht ersichtlich, dass er, der Beschwerdeführer, oder jemand anderes als Ersatzerbe eingesetzt worden sei. Damit falle nach Art. 481 Abs. 2 ZGB der "nicht verfügte Teil ohne weiteres und prima facie an die gesetzlichen Erben". Ob die eingesetzte gesetzliche Erbin an dieser Quote zusätzlich beteiligt sei, spiele für die Feststellung der Erbeneigenschaft der übrigen gesetzlichen Erben keine Rolle. Die Verweise des Obergerichts auf die Rechtsprechung und Literatur will der Beschwerdeführer nicht gelten lassen. Ebenso widerspricht der Beschwerdeführer der vorinstanzlichen Erwägung, wonach D.________ vom Erbe ausgeschlossen worden und daher unklar sei, ob deren Nachkommen im Falle ihres Vorversterbens oder des Vorversterbens eines eingesetzten Erbes erben sollten. Die Vorinstanz verkenne, dass gemäss Art. 478 Abs. 2 ZGB der Ausschluss nur den Ausgeschlossenen selbst betreffe und daher prima facie ohne andere testamentarische Anordnung dessen Nachkommen erben würden. Dass die Erblasserin ihn, den Beschwerdeführer, oder seinen Stamm vom Erbe ausgeschlossen hätte, lasse sich dem angefochtenen Entscheid nicht entnehmen. Auch eine testamentarische Ersatzverfügung, wonach die Erblasserin die gesetzliche Erbfolge nicht gewollt hätte, stelle das Obergericht nicht fest. Vielmehr sei es explizit vom Gegenteil ausgegangen. Die von der Vorinstanz geltend gemachte Unklarheit darüber, ob die Nachkommen erbberechtigt sein sollen, existiert nach der Meinung des Beschwerdeführers "realiter" nicht, da sich ein solcher Ausschluss aus dem Testament selbst ergeben müsste. Der Behörde sei es nicht erlaubt, die Erbberechtigung der gesetzlichen Erben zu hinterfragen, wenn sich dies nicht prima facie aus dem Testament ergibt. Weiter argumentiert der Beschwerdeführer, dass ein Anwachsen der frei gewordenen Quote an den überlebenden eingesetzten Erben nur möglich wäre, wenn keine gesetzlichen Erben vorhanden wären oder die Erblasserin die gesetzlichen Erben nebst den eingesetzten Erben ausgeschlossen hätte oder sich die Ersatzverfügung wenigstens mittelbar aus dem Testament ergeben würde, was sich ohne Beweisverfahren eben nicht prima facie ergebe. Den kantonalen Instanzen wirft er vor, diesbezüglich "spekulative ex post-Betrachtungen" anzustellen. Die Vorinstanzen würden auch ignorieren, dass die ausgeschlossene Schwester den altrechtlichen Pflichtteilsanspruch als Geburtsrecht gehabt habe und die Gesetzesnovelle im Lichte von Art. 1, 3 und 4 SchlT ZGB nicht rückwirkend gewesen sei. Aus alledem folgert der Beschwerdeführer, dass er prima facie als gesetzlicher Erbe tatsächlich und definitiv als erbberechtigt erscheine. Vor diesem Hintergrund wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz Willkür (Art. 9 BV) und eine Verletzung von Treu und Glauben (Art. 5 BV) vor. Das Obergericht setze sich über die zwingenden Vorschriften des materiellen Erbrechts hinweg und verweigere damit " (vorfrageweise) materielles Recht". Der Behörde stehe es nicht frei, ob sie eine Erbenbescheinigung widerrufen und bisher nicht berücksichtigen Erben eine Erbenbescheinigung ausstellen will. Wenn sich der ausgestellte Erbschein als falsch erweise, sei er zwingend und von Amtes wegen zu widerrufen. Der berechtigte definitive Erbe habe einen unbedingten Anspruch auf eine Erbenbescheinigung, wenn die bundesrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Der Beschwerdeführer rügt, dass die Vorinstanzen ihm diesen Anspruch willkürlich verweigert hätten. Auch sein Rechtsbegehren nach Widerruf der Erbenbescheinigung habe das Obergericht überhaupt nicht behandelt; damit habe es ihm "formelles Recht verweigert". Da es sich in casu nicht um eine Bagatelle handle, sei "auch das Ergebnis der Willkür stossend", denn abgesehen von der Verteilung der Prozessrollen in der Erbschafts-/Erbteilungsklage könne die vorläufige Aushändigung der Erbschaft faktisch zu einer willkürlichen Verteilung eines Erbes und zu erheblichem Schaden oder Totalverlust führen. Der angefochtene Entscheid sei auch nicht irgendwie vertretbar, sondern fundamental falsch und verletze "sämtliche einschlägigen Normen, Lehrmeinungen und Leitentscheide - ein totaler Rechtspfusch".