Citation: 1P.186/2003 11.08.2003 E. 2

Wie bereits das Bezirksgericht Bremgarten erachtete es das Obergericht des Kantons Aargau als erwiesen, dass der Angeklagte am 22. Mai 2001, um ca. 10.40 Uhr, in Wohlen, als Lenker des Personenwagens AG 00'000 vor einer Baustelle ein Rotlicht missachtete, in den Baustellenbereich hineinfuhr und dort, als ihm auf seiner Spur Fahrzeuge korrekt entgegenkamen, auf die abgesperrte und in Neuteerung befindliche Seite auswich. Das Obergericht stützte sich für diese Sachverhaltsfeststellung auf die Aussagen der Zeugen B.________ und C.________ sowie der Auskunftsperson D.________. Daneben berücksichtigte es auch die Aussage des Beschwerdeführers. Es fasste die wesentlichen Passagen der Aussagen auf S. 8 f. des angefochtenen Urteils wie folgt zusammen: "So hat der Zeuge B.________ zu Protokoll gegeben, dass er auf der einen Seite der Baustelle neben dem Rotlicht gestanden sei, der Kollege C.________ auf der anderen, wobei die Verkehrsregelung manuell bedient worden sei. Er habe dem Kollegen "durchgegeben", dass es auf seiner Seite rot sei, wobei er ihm ebenfalls mitgeteilt habe, welches das letzte Fahrzeug, das noch bei grün durchgefahren sei, sei. Die Fahrzeuge auf seiner Seite hätten sich bereits gestaut, als von Büttikon her das Fahrzeug des Angeklagten "vom Hügel herunter" gefahren sei, in den Kreisel gefahren sei - allerdings von der anderen Seite - und die wartende Fahrzeugkolonne überholt habe. Da von der Seite Wohlen her Gegenverkehr gekommen sei, sei der Angeklagte auf den frischen Belag ausgewichen (act. 58 ff., insbesondere act. 60)." "Der Zeuge C.________ hielt anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung fest, dass man an diesem Tag manuell geschaltet habe und er mit dem Kollegen B.________ über Funk verbunden gewesen sei. Herr B.________ habe ihm das letzte durchfahrende Fahrzeug gemeldet, worauf er auf der Seite B.________ auf rot und auf seiner Seite auf grün geschaltet habe. Der Kollege B.________ habe dann gefunkt und mitgeteilt, dass ein Fahrzeug durchkomme, worauf er auf seiner Seite wieder auf rot geschaltet habe, wobei von seiner Seite bereits vier Fahrzeuge in die Baustelle eingefahren seien (act. 69). Wo sich die einander entgegenfahrenden Autos getroffen hätten, habe er nicht gesehen (act. 70)." "Der Angeklagte anerkannte, am 22. Mai 2001 die entsprechende Baustelle passiert zu haben - er sei auf dem Weg zum Zahnarzt gewesen -, hielt aber fest, dass er bei der Einfahrt in die Baustelle keine Ampel gesehen habe, dass sich dort keine Fahrzeuge befunden hätten und dass er den Kreisel rechtsherum befahren habe (act. 76 f.). "Oben" habe sich eine Kolonne gebildet (act. 76), ca. 200 m weiter oben habe sich auch eine Ampel befunden (act. 79). Als der Gegenverkehr gekommen sei, habe er den Wagen bereits schon zur Seite gefahren gehabt (act. 80)." Das Obergericht erachtete die Aussagen der Zeugen B.________ und C.________ als in jeder Hinsicht plausibel. So hätten die beiden den Tatablauf - soweit sie darüber hätten Aussagen machen können - übereinstimmend dargelegt und insbesondere auch nachvollziehbar geschildert, wie auf die Tatsache, dass der Angeklagte bei rot durch die Baustelle gefahren sei, reagiert worden sei. Dass der Angeklagte zudem - um nicht in die entgegenkommenden Fahrzeuge hineinzufahren - auf den frischen Belag habe ausweichen müssen und damit gleichzeitig den entgegenkommenden Verkehr behindert habe, habe einerseits der Zeuge B.________ gesehen und zu Protokoll gegeben und sei andererseits durch die Aussage des Poliers D.________ vom 16. August 2001 bestätigt worden. Im Übrigen verwies das Obergericht auf die seines Erachtens ausführliche und sorgfältige Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung des Bezirksgerichts Bremgarten. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer an der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Bremgarten eingereichten Bestätigung seiner Zahnarzttermine hielt das Obergericht fest, aus der Terminliste ergebe sich zwar, dass der Beschwerdeführer am 22. Mai 2001 einen Zahnarzttermin hatte, wofür der Zahnarzt den Zeitraum von 10.30 bis 12.00 Uhr eingerechnet hatte. Der Angeklagte habe jedoch vor der Polizei Folgendes zu Protokoll gegeben: "Ich war an diesem Tag unterwegs von Meisterschwanden nach Wohlen, wo ich einen Zahnarzttermin einhalten musste. Der Termin war auf 11.00 Uhr angesetzt". Gestützt auf diese Angaben des Beschwerdeführers führte das Obergericht aus, der von B.________ angegebene Tatzeitpunkt (ca.10.40 Uhr) dürfte der Wahrheit entsprechen. Es könne offen bleiben, weshalb auf der vom Zahnarzt ausgestellten Liste der Termin bereits um 10.30 Uhr begonnen haben soll (evtl. Verspätung des Beschwerdeführers oder Vorbereitungszeit des Zahnarztes).