Citation: 5C.171/2000 06.10.2000 E. 5

5.- Das Kantonsgericht führt aus, das Rentenstammrecht verjähre wohl unter Vorbehalt von Art. 131 Abs. 1 OR grundsätzlich nicht. Nur die einzelnen Rentenleistungen verjährten regelmässig binnen fünf Jahren nach Art. 128 Ziff. 1 OR; wenn sie aber gestützt auf ein Urteil zugesprochen worden seien, gelte die Urteilsverjährungsfrist von zehn Jahren nach Art. 137 Abs. 2 OR mit der Folge, dass auch hierfür die Verjährung nicht eingetreten sei. Die Beklagte erhebt erneut die Einrede der Verjährung. a) Das Rentenstammrecht ist unabhängig davon, ob es durch Leibrenten- oder durch Versicherungsvertrag entstanden ist, grundsätzlich unverjährbar; es kann jedoch gemäss Art. 131 Abs. 1 OR in analoger Anwendung von Art. 127 OR durch Zeitablauf dann untergehen, wenn fällige Rentenleistungen zehn Jahre lang nicht geltend gemacht worden sind. Somit laufen bei Rentenverträgen zwei Fristen parallel: die fünfjährige nach Art. 128 Ziff. 1 OR für die einzelnen Rentenzahlungen und die zehnjährige für den Rentenanspruch insgesamt (BGE 124 III 449 E. 3 S. 451 f.; 111 II 501 E. 2 S. 502 f.; Guhl/Koller/Schnyder/Druey, a.a.O., § 39 Rz. 26 f. S. 321 f. und § 58 Rz. 6 S. 646; Berti, a.a.O., N. 2 zu Art. 131 OR; Gauch/Schluep/Rey, a.a.O., Rz. 3444 S. 273). Dagegen kann bei familienrechtlichen Unterhaltsforderungen das Stammrecht durch Zeitablauf nicht untergehen (Hegnauer, Berner Kommentar, N. 53 f. zu Art. 276 ZGB und N. 24 zu Art. 289 ZGB; Deschenaux/Steinauer/Baddeley, a.a.O., Rz. 579 und 583 S. 255 f. und 257 oben; Lieber, a.a.O., N. 82 [lemma 2] zu Art. 7 ZGB; Berti, a.a.O., N. 3 zu Art. 131 OR). b) Steht vorliegendenfalls unbestritten fest, dass die Witwenrente erstmals für September 1993 nicht mehr bezahlt worden ist und dass die Klägerin gegen den Ehegatten der Beklagten in Deutschland mehrere Urteile erwirkt (s. lit. A/a a.E. und A/c des Sachverhalts) und ihn in der Schweiz betrieben hat (s. lit. B des Sachverhalts), kann das Rentenstammrecht als solches durch Zeitablauf nicht untergegangen sein. Es sind verschiedentlich unterbrechende Handlungen vorgenommen worden (Art. 135 Ziff. 2 OR), welche den Fristenlauf neu haben beginnen lassen (Art. 137 Abs. 1 OR).