Citation: 6P.105/2006 02.11.2006 E. 4

4.1 Die erste Instanz hatte in ihrem Urteil vom 29. Oktober 2003 bei der Strafzumessung straferhöhend berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer Zeugen eingeschüchtert habe. Die Vorinstanz hielt in ihrem ersten Urteil vom 10. März 2005 fest, die Einschüchterung von Zeugen sei nicht nachgewiesen. Trotzdem bestätigte die Vorinstanz in ihrem ersten Urteil die von der ersten Instanz ausgefällte Strafe von zwei Jahren Zuchthaus. Die Vorinstanz berücksichtigte in ihrem ersten Urteil in Übereinstimmung mit der ersten Instanz straferhöhend, dass der Beschwerdeführer die ihm verschriebenen Medikamente, insbesondere Antidepressiva, vor den inkriminierten Handlungen eigenmächtig nicht mehr eingenommen habe, weshalb in der Folge die depressiven Symptome und seine aggressive Impulsbereitschaft zugenommen hätten. 4.2 Der Kassationshof hat in seinem Urteil vom 16. November 2005 erkannt, die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt, indem sie das Absetzen der Medikamente straferhöhend wertete. Im Weiteren beanstande der Beschwerdeführer zurecht, dass die Vorinstanz die von der ersten Instanz ausgefällte Strafe nicht herabsetzte, obschon gemäss ihren Feststellungen die erstinstanzlich straferhöhend berücksichtigte Einschüchterung von Zeugen durch den Beschwerdeführer nicht nachgewiesen sei. Die Nichtigkeitsbeschwerde erweise sich in diesem Punkt als begründet (Urteil des Kassationshofes vom 16. November 2005 E. 8.4). 4.3 Die Vorinstanz hat in ihrem zweiten, vorliegend angefochtenen Urteil erwogen, dass die beiden vom Bundesgericht gerügten Umstände bei der Bemessung des gesamten Verschuldens nicht markant in Betracht fallen. Der wegfallende Vorwurf, bei der Absetzung der Medikamente ein Ansteigen der Aggressionen und der Gewaltbereitschaft in Kauf genommen zu haben, sowie die nicht nachgewiesene Einschüchterung von Zeugen beträfen beide die Persönlichkeit und den Charakter des Beschwerdeführers, stellten jedoch keine Hauptmerkmale des Verschuldens dar. Die zusätzliche Berücksichtigung dieser Umstände führe deshalb zu einer Reduktion der Freiheitsstrafe um nicht mehr als zwei Monate auf 22 Monate (angefochtenes Urteil S. 17/18). 4.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Reduktion der Strafe um lediglich zwei Monate und die ihr zugrunde liegende Begründung der Vorinstanz verletzten Bundesrecht. Erstens sei nicht erkennbar, was die Absetzung von Medikamenten über die Persönlichkeit und den Charakter einer Person aussagen soll. Zweitens stelle sich die Vorinstanz in krassen Widerspruch zu ihrem ersten Urteil, in welchem mit der Absetzung der Medikamente sein egoistisches Vorgehen und seine Inkaufnahme von Aggressionen und Gewaltbereitschaft und damit eine - aus damaliger Sicht der Vorinstanz - wesentliche Verschuldenskomponente begründet worden sei. Wäre das Kriterium der Absetzung der Medikamente von vornherein als wenig bedeutend angesehen worden, so hätte die Vorinstanz dieses im ersten Urteil ausdrücklich bloss leicht straferhöhend berücksichtigt. Die Vorinstanz habe im angefochtenen Entscheid offensichtlich deshalb eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten ausgefällt, um sich nicht mit der Frage der Gewährung des bedingten Strafvollzugs befassen zu müssen, die sich nach der Rechtsprechung bereits bei einer Freiheitsstrafe von höchstens 21 Monaten stellen kann, da bei einer solchen Strafe zu prüfen sei, ob im Hinblick auf die Möglichkeit des bedingten Strafvollzugs nicht allenfalls auch eine Freiheitsstrafe von lediglich 18 Monaten in Betracht komme (siehe dazu BGE 127 IV 97 E. 3 mit Hinweisen). 4.5 Die Einwände sind unbegründet. Die Vorinstanz hatte bei der Strafzumessung unverändert von einer ausserordentlichen Schwere der Taten sowie davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer namentlich bei seinen Handlungen zum Nachteil des Geschädigten C.________ rücksichtslos, brutal, hinterhältig und kaltblütig vorging. Hinzu kamen eine ganze Reihe von einerseits straferhöhenden und andererseits strafmindernden Umständen. In einer solchen Situation kann einem einzelnen Umstand schon prinzipiell keine allzu grosse Bedeutung zukommen. Die Vorinstanz hatte in ihrem ersten Entscheid erwogen, es sei wohl möglich, dass der Beschwerdeführer, entsprechend seinen Behauptungen in der Berufung, die Medikamente wegen der Gewichtszunahme abgesetzt habe. Er habe aber genau gewusst, welchem Zweck die Medikamente dienten, und damit in Kauf genommen, dass bei Absetzen der Medikamente auch seine Aggressionen und seine Gewaltbereitschaft steigen würden, also egoistisch gehandelt, was die erste Instanz zurecht straferhöhend berücksichtigt habe (Urteil der Vorinstanz vom 10. März 2005 S. 36). Mit diesen Erwägungen hat die Vorinstanz dem Einwand des Beschwerdeführers in der Berufung widersprochen, er sei sich im Zeitpunkt der Absetzung der Medikamente nicht bewusst gewesen, dass die Behandlung und seine Neigung zur Delinquenz in einem Zusammenhang stehen (siehe Urteil der Vorinstanz vom 10. März 2005 S. 35). Nichts deutet darauf hin, dass die Vorinstanz in ihrem ersten Urteil das dem Beschwerdeführer vorgeworfene eigenmächtige Absetzen der Medikamente erheblich straferhöhend berücksichtigt habe. Der Kassationshof seinerseits hat im Urteil vom 16. November 2005 der Vorinstanz keinerlei Anweisungen über das ungefähre Mass der gebotenen Strafreduktion gegeben.