Citation: 1C_123/2023 E. 9.2

9.2. Das Gebot der rechtsgleichen Behandlung (Art. 8 Abs. 1 BV) ist verletzt, wenn ein Erlass hinsichtlich einer entscheidwesentlichen Tatsache rechtliche Unterscheidungen trifft, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder wenn er Unterscheidungen unterlässt, die sich aufgrund der Verhältnisse aufdrängen. Gleiches muss nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt werden (BGE 141 I 78 E. 9.1, 153 E. 5.1; je mit Hinweisen). Dem Gesetzgeber steht bei der Beantwortung der Frage, ob für eine rechtliche Unterscheidung ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen ersichtlich ist, ein weiter Gestaltungsspielraum zu (BGE 139 I 242 E. 5.1 mit Hinweisen). Der Bau oder die Änderung von öffentlichen Strassen und die damit verbundenen Auswirkungen unterscheiden sich in verschiedener Hinsicht vom Bau oder von der Änderung von anderen Bauten und Anlagen. Wenn der kantonale Gesetzgeber diesen Unterschieden Rechnung trägt, indem er den Bau oder die Änderung von öffentlichen Strassen einem besonderen Bewilligungsverfahren unterstellt und er unter anderem spezielle Bestimmungen zum Inhalt von Ausführungsprojekten von öffentlichen Strassen aufstellt, dann ist dies nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz hat Art. 8 Abs. 1 BV nicht verletzt, indem sie Art. 26 ff. BauV/VS auf das vorliegend umstrittene Ausführungsprojekt nicht analog angewandt hat.