Citation: H 104/05 27.03.2006 E. 5

5.1 Soweit die Beschwerdeführenden den Begriff der Grobfahrlässigkeit kritisieren, ist darauf nicht weiter einzugehen, da ihre Einwände nicht geeignet sind, die langjährige Rechtsprechung, an der festzuhalten ist (BGE 108 V 202 Erw. 3a mit Hinweisen und seither ergangene Urteile), in Frage zu stellen (vgl. zu den Voraussetzungen einer Praxisänderung BGE 131 V 110 Erw. 3.1 mit Hinweisen). 5.2 Was die Darlegungen zur finanziellen Situation betrifft, so vermögen diese die Beschwerdeführenden nicht zu entlasten. Insbesondere können sie aus dem Einschiessen privater Mittel nichts zu ihren Gunsten ableiten (vgl. Urteil F., S. und B. vom 4. Dezember 2003, H 173/03, mit Hinweisen). Davon abgesehen, dass es sich bei den vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht erstmals eingereichten Darlehensverträgen um unzulässige Noven im Sinne von Art. 105 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 132 OG handelt (BGE 120 V 485 Erw. 1b mit Hinweisen), haben die Beschwerdeführenden selbst in der zunehmend kritischen Zeit (ab September 2001) weit mehr an Einkünften aus der Gesellschaft bezogen, als sie in die von ihnen verwaltete Firma im Sinne von Liquiditätsspritzen eingebracht haben. Nach ebenfalls konstanter Rechtsprechung stellen fehlende finanzielle Mittel keinen Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgrund dar (vgl. statt vieler Urteil G. vom 2. Februar 2005, H 86/02). Die Beschwerdeführenden machen im Weiteren geltend, sie hätten nach der Erholung der finanziellen Lage bereits Ende 2002 Ausstände getilgt. Diese Massnahmen waren aber auf jeden Fall ungenügend; so liegen den Schadenersatzforderungen doch auch beträchtliche Ausstände für das Jahr 2002 zugrunde und für das Jahr 2003 wurden überhaupt keine Zahlungen mehr geleistet. Soweit die Beschwerdeführenden einwenden, sie hätten die vorhandenen Mittel zur Bezahlung der Löhne verwendet, um das Know-How der Mitarbeiter beibehalten zu können, ist festzustellen, dass bei einem Personalbestand von acht Personen anfangs 2002 bei drei Abgängen im Laufe des Jahres fünf Leute neu eingestellt und damit die Abgänge mehr als kompensiert wurden. Somit wurden die Löhne zu einem grossen Teil an neue und nicht an langjährige Mitarbeiter ausbezahlt, ohne dass die darauf geschuldeten Beiträge jemals (vollständig) bezahlt worden wären. Auch ist die Rechtsprechung BGE 121 V 243 nicht anwendbar: Einerseits liegen dem hier streitigen Schadenersatz Beitragsausstände für fünf Monate (Dezember 2002 bis April 2003) zuzüglich Mahnspesen, Betreibungsgebühren sowie Verzugszinsen für die Beiträge der Jahre 2002 und 2003 zu Grunde; der Zahlungsausstand umfasst somit eine längere Periode als im erwähnten Urteil. Andererseits bezahlte das Unternehmen schon vor Einstellung der Beitragszahlungen die fälligen Beiträge seit der Monatspauschale Januar 2002 erst auf jeweilige Mahnung hin. Mit der Vorinstanz ist die begründete Hoffnung auf Sanierung des Unternehmens klar zu verneinen, da nicht nachvollziehbar ist, dass das Unternehmen schliesslich infolge Krankheit eines wichtigen Mitarbeiters zusammenbrach (April 2003), obwohl es nur einen Monat zuvor angeblich finanziell gerettet gewesen sein soll. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass die Beschwerdeführenden - trotz Kenntnis der schwierigen finanziellen Lage und der Beitragsausstände - nicht dafür gesorgt haben, dass wenigstens bei den fortlaufenden Lohnzahlungen die darauf ex lege geschuldeten paritätischen Beiträge bezahlt oder sichergestellt wurden (SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 214 Erw. 5). Diesem Grundsatz kommt hier besonderes Gewicht zu, da die Beschwerdeführenden einen erheblichen Teil (mehrmals ein Drittel) der Lohnsumme an sich selber ausrichteten, wie die Vorinstanz ebenfalls verbindlich (Erw. 2) feststellte.