Citation: 1C_240/2020 E. 2.4

2.4. Die vom Beschwerdeführer beanspruchte Nutzung des Anbaus als Betriebsbüro (mit Medikamentenlagerung für die Schweinemast) und Aufenthaltsraum für Angestellte ist auf einen betrieblichen Bedarf ausgerichtet. Die entsprechenden Aktivitäten können jedoch ihrer Natur nach grundsätzlich auch in einem Wohnraum ausgeübt werden. Die vorhandenen landwirtschaftlichen Wohnbauten beim Betrieb sind bei der gebotenen Gesamtbetrachtung einzubeziehen. In dieser Hinsicht ist davon auszugehen, dass der nach der kantonalen Praxis zugelassene Umfang von 300 m² Wohnfläche für landwirtschaftliche Betriebe der vorliegenden Grösse bundesrechtskonform ist (vgl. Urteil 1C_461/ 2016 vom 28. Februar 2017 E. 3.3.2). Weiter ist daran zu erinnern, dass der bewilligte und bestehende Wohnraum vor Ort im konkreten Fall nicht nur über dieser Schwelle liegt. Er ist auch so auf verschiedene Wohneinheiten aufgeteilt, dass eine Wohnung fremdvermietet wird. Ein Bewirtschafter hat sich bestehende, für die fragliche Nutzung geeignete Räumlichkeiten anrechnen zu lassen, bei denen er die Verfügbarkeit für den Betrieb - wie durch Verkauf, Vermietung oder landwirtschaftsfremde Nutzung - aus persönlichen Zweckmässigkeitsüberlegungen beeinträchtigt hat (vgl. Urteil 1C_58/2017 vom 18. Oktober 2018 E. 5.3.1). Der Beschwerdeführer vermag mit seinen Einwänden nicht darzutun, dass die fremdvermietete Wohnung vor Ort für die umstrittenen Nutzungen ungeeignet sein soll. Derartiges ergibt sich auch nicht konkret aus der von ihm beigebrachten tierärztlichen Bestätigung. Daher fehlt es an der betrieblichen Notwendigkeit, den Anbau für die umstrittenen Nutzungen zu verwenden, denn letztere können in einer bereits vor Ort vorhandenen Baute realisiert werden. Auf die von der Vorinstanz zusätzlich genannte Möglichkeit, einen Büro- und Aufenthaltsraum im nahegelegenen Baugebiet zu suchen, braucht nicht näher eingegangen zu werden. Aus dem erwähnten Urteil 1A.89/1989 vom 9. März 1990 kann der Beschwerdeführer nichts für sich ableiten, weil die beiden Fälle nicht miteinander vergleichbar sind. Dort stand der Anbau einer Stallkammer als Alternative zu einem weiteren freistehenden Gebäude zur Diskussion. Im vorliegenden Fall strebt der Beschwerdeführer einen separaten Büro- und Aufenthaltsraum an, obwohl er den zonenkonformen Wohnraum beim Betrieb mehr als ausgeschöpft hat. Insgesamt hält es vor Bundesrecht stand, dass die Vorinstanz eine Verwendung des Anbaus für die umstrittenen Nutzungen als nicht zonenkonform beurteilt hat.