Citation: 5A_994/2023 E. 8.4

8.4. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz eine willkürliche Ermessensausübung (Art. 9 BV) vor, weil sie der Beschwerdegegnerin für die Aufstockung ihres Erwerbspensums eine lange Übergangsfrist gewährte und ihr das hypothetische Einkommen erst ab 1. Januar 2022 anstatt bereits ab Mai 2021 anrechnete. Die Frage, ob und in welcher Dauer der unterhaltsberechtigten Person eine Übergangsfrist zur (Wieder) Aufnahme einer (höheren) Erwerbstätigkeit einzuräumen ist, bestimmt sich nach den Umständen des Einzelfalls (BGE 147 III 308 E. 5.4; 144 III 481 E. 4.6). Beim Entscheid darüber handelt es sich um einen (ausgeprägten) Ermessensentscheid (Urteil 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 3.3, nicht publiziert in: BGE 147 III 265 E. 3.3, aber in: FamPra.ch 2021 S. 200). Das Kantonsgericht gewährte der Beschwerdegegnerin mit Blick auf die damals aktuelle (notorische) COVID-19-Pandemie, die gerade für Detailhändler in der Modebranche mit Schwierigkeiten verbunden gewesen sei, eine längere Übergangsfrist. Zu beachten sei ausserdem, dass Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs von Januar bis März 2021 geschlossen gewesen seien. Der Beschwerdeführer zeigt zwar auf, dass die Übergangsfrist auch unter Berücksichtigung der Pandemie anders hätte berechnet werden können. Allein damit vermag er jedoch nicht darzutun, dass das Kantonsgericht das ihm zukommende weite Ermessen geradezu missbräuchlich ausgeübt hätte und damit in Willkür verfallen wäre (vgl. BGE 143 III 140 E. 4.1.3; Urteil 5A_564/2023, 5A_582/2023 vom 26. Oktober 2023 E. 1.6, in: ZBGR 105/2024 S. 59), zumal er sich nicht mit dem Argument auseinandersetzt, dass Geschäfte wie das hier betroffene während längerer Zeit geschlossen bleiben mussten.