Citation: 6S.430/2006 13.02.2007 E. 2.1

2.1.1 Die Vorinstanz stellt in diesem Punkt in tatsächlicher Hinsicht für den Kassationshof verbindlich fest (Art. 277bis Abs. 1 BStP), der Beschwerdeführer habe als Vermögensverwalter von Frau A.________ am 2. Dezember 1989 für ihr Wertschriftendepot zum Preis von CHF 25'800.-- - und damit weit unter pari (Kurs 73.71) - Obligationen des australischen Unternehmens B.________ Ltd. mit Nominalwert CHF 35'000.-- zu 6%, Laufzeit bis 1.12.2001, erworben. Nach einem Kursverlust auf 69.00 Mitte 1991 habe er einen Teil der Obligationen verkauft. Die verbliebenen Obligationen mit einem Nominalwert von CHF 20'000.-- seien bis zum 30. September 2001 auf CHF 750.-- und bis zum Jahresende 2001 weiter auf CHF 200.-- (d.h. 1% des Nominalwerts) gefallen, so dass sie praktisch einen Totalverlust erlitten hätten, ohne dass der Beschwerdeführer zur Rettung des ihm anvertrauten Vermögens noch etwas unternommen hätte (angefochtenes Urteil S. 11; erstinstanzliches Urteil S. 4 [Anklageschrift] und 18). 2.1.2 In rechtlicher Hinsicht nimmt die Vorinstanz an, der Erwerb der B.________ Ltd.-Obligationen sei eine risikoreiche Anlage gewesen. In der Wirtschaftspresse sei mehrfach über die Probleme der B.________ Ltd. berichtet worden. Ausserdem habe die Bank C.________ AG den Besitzern von B.________ Ltd.-Obligationen im Jahre 1993 offeriert, die vorzeitige Rückzahlung der Papiere zu einem Kurs von 95% (also mit Gewinn gegenüber dem ursprünglichen Kaufpreis) zu veranlassen, was der Beschwerdeführer ignoriert habe. Indem dieser gegen den ausdrücklichen Wunsch seiner Mandantin nach sicheren Anlagen ohne Rücksprache mit ihr risikoreiche Obligationen gekauft, sie nicht über die Warnung der Bank informiert und eigenmächtig den empfohlenen Verkauf abgelehnt habe und indem er auch später klare Hinweise für einen zu erwartenden Wertzerfall missachtet habe, habe er seine Treuepflicht verletzt, was zu einem Vermögensschaden seiner Mandantin geführt habe. Dabei sei der Schaden nicht schon im Zeitpunkt des Kaufs der Papiere, sondern erst mit ihrem tatsächlichen massiven Wertverlust in der zweiten Hälfte des Jahres 2001 eingetreten. Durch diese Verhaltensweise habe er den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung erfüllt (angefochtenes Urteil S. 12 f.). Das Strafgericht war demgegenüber zum Schluss gelangt, der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung sei nicht erfüllt. Der Kurs der B.________ Ltd.-Obligationen habe sich nach anfänglichen Schwankungen und einer ersten Baisse Mitte 1991 wieder erholt und sei in der Folge stetig angestiegen, bis er sich ab ungefähr Dezember 1992 permanent und teilweise erheblich über dem im Dezember 1989 bezahlten Einstandspreis bewegt habe. Von ungefähr Juni 1996 bis etwa Juni 2000. d.h. während rund vier Jahren seien die Obligationen sogar mit mehr als 100% ihres Nominalwerts bewertet worden, bis ein eigentlicher Crash eingetreten sei, in dessen Verlauf ihr Wert binnen kürzester Zeit auf nur noch 1% ihres Nominalwerts gesunken sei. Der Beschwerdeführer habe mithin mit dem ihm anvertrauten Geld keineswegs eine spekulative, sondern während eines Zeitraums von immerhin rund 10 Jahren eine als recht sicher (und lukrativ) einzustufende Anlage getätigt. Nicht zuletzt angesichts dieser Umstände sei der plötzliche Kurszusammenbruch in der zweiten Hälfte des Jahres 2001 nicht voraussehbar gewesen (erstinstanzliches Urteil S. 18 f.; angefochtenes Urteil S. 11). 2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, der Erwerb von Obligationen mit einer Rendite von 6% sei eine einkommensorientierte Anlage gewesen. Dass die Obligationen im Zeitpunkt des Erwerbs deutlich unter pari lagen, hätte zwar als Indiz für eine risikobehaftete Anlage angesehen werden können. Doch sei dies durch die Entwicklung in den Folgejahren (jahrelanger Kurs über pari) widerlegt worden. Die Vorinstanz erblicke offenbar die strafbare Handlung im unterlassenen Verkauf der zweiten Hälfte der Wertschriften unmittelbar vor dem Totalverlust, nicht im Erwerb der Obligationen. Aus dem Kursverlauf der Obligationen nach dem Verkauf der ersten Hälfte ergebe sich indes, dass der Kurs bis zum Totalverlust immer über dem Einstandspreis bzw. über weiteste Strecken gar über pari gelegen habe und damit vom Markt als sichere Anlage betrachtet worden sei. Er habe daher objektiv nicht pflichtwidrig gehandelt (Beschwerde S. 5 ff.). In jedem Fall fehle es am subjektiven Tatbestand. Er habe zu keiner Zeit in Kauf genommen oder gar beabsichtigt, dass seine Kundin einen Schaden erleide (Beschwerde S. 8).