Citation: I 290/99 20.04.2000 E. 2

2.- a) Dr. med. K.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 4. September 1995 aus, dass die Beschwerdeführerin als Tetraplegikerin mit Restfunktion im Bereich beider Arme und Hände sowie im Bereich der Rumpfmuskulatur unbedingt auf regelmässige physiotherapeutische Massnahmen zur Erhaltung ihrer musku- lären Restfunktionen angewiesen sei. Trotz ihrer schwersten Behinderung habe sie bis heute ihre Arbeit als Juristin im Büro aufrechterhalten können. Die ausgeprägte Motivation zur Erhaltung der Restfunktionen mit intensiver Physiothe- rapie sei für die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit entschei- dend. Die damit erzielte Rumpfstabilisierung erlaube ihr das mit der Arbeit im Büro verbundene Sitzen über Stunden. Ebenso könne durch die Erhaltung der Restfunktionen im Be- reich beider Arme die Mobilität im Rollstuhl über kurze Strecken aus eigener Kraft erhalten werden. Zusammenfassend sei bei ihr eine dauernde regelmässige Physiotherapie unum- gänglich. b) Gestützt auf diese ärztliche Stellungnahme ist mit Vorinstanz, IV-Stelle und Bundesamt für Sozialversicherung davon auszugehen, dass die bei der Beschwerdeführerin seit Jahren durchgeführte Physiotherapie voraussichtlich dauernd weiter benötigt wird, um den Status quo einigermassen zu bewahren, weshalb die in Frage stehenden Vorkehren nicht auf stabile Folgen der Lähmungen und damit nicht auf einen zumindest relativ stabilisierten Zustand gerichtet sind. Vielmehr liegt ein im Sinne der Rechtsprechung stationärer, nicht aber stabiler Zustand vor. Schon aus diesem Grunde kann die streitige Physiotherapie nicht als medizinische Massnahme im Sinne von Art. 12 IVG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 3 IVV qualifiziert werden (AHI 1999 S. 125). Die Argu- mentation der Beschwerdeführerin, welche sich auf das nicht veröffentlichte Urteil L. vom 21. August 1995, I 360/94, (vgl. auch BGE 100 V 37) stützt, beruht dabei offenbar auf der früheren, seit längerem überholten Rechtsprechung (vgl. insbesondere AHI 1999 S. 125), sodass sie insofern nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag. Zu keiner anderen Beur- teilung gibt Anlass, dass die vorgenommenen Behandlungen sich günstig auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswir- ken bzw. für die Erhaltung derselben wesentlich sind, wie die Beschwerdeführerin unter Berufung auf den Abschlussbe- richt der Physiotherapie des Paraplegiker-Zentrums X.________ vom 30. Oktober 1996 geltend macht und auch aus dem Bericht des Dr. med. K.________ vom 4. September 1995 hervorgeht. Denn ein - in der Regel mit jeder Therapie ver- bundener - Eingliederungserfolg ist nicht entscheidend da- für, ob eine medizinische Vorkehr als Eingliederungsmass- nahme im Sinne des Art. 12 Abs. 1 IVG anerkannt werden kann (BGE 120 V 279 Erw. 3a, 115 V 194 Erw. 3, 112 V 349 Erw. 2). Unter diesen Umständen erweist sich die ursprüng- liche - d.h. die Physiotherapie bewilligende - Verfügung vom 25. Oktober 1995 als zweifellos unrichtig, wovon die IV-Stelle zu Recht ausgegangen ist. Da die Berichtigung der genannten Verfügung auch von erheblicher Bedeutung ist, lässt sich die mit der angefochtenen Verfügung vom 9. Okto- ber 1998 vorgenommene Wiedererwägung nicht beanstanden. Es muss daher bei der Feststellung sein Bewenden haben, dass die Invalidenversicherung die anbegehrte, an sich zweckmäs- sige und sinnvolle Physiotherapie gleichwohl nicht zu über- nehmen hat, indem die Massnahme in den Bereich der Kranken- versicherung gehört.