Citation: 4A_151/2016 E. 3.2.3

3.2.3. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt, indem sie das Unterlassen einer Rückmeldung an die Beschwerdegegnerin berücksichtigt hat. Es trifft zwar zu, dass das Bundesgericht im Urteil 4A_511/2014 ausgeführt hat, alleine gestützt auf die der Beschwerdeführerin vorgeworfenen "Unterlassungen" könne eine ausdrückliche Weigerung nicht bejaht werden. Diese Formulierung zeigt aber gerade, dass die Unterlassungen zusammen mit anderen Sachverhaltselementen eine ausdrückliche Weigerung zu begründen vermögen, mithin ein weiteres Indiz für diese darstellen können. Wie im Übrigen das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 30. März 2010 auszulegen ist und ob ihr Verhalten im Prozess berücksichtigt werden darf, kann offenbleiben. Denn die Vorinstanz ging zu Recht davon aus, entscheidend für die Frage einer Weigerung durch die Beschwerdeführerin seien die Ergebnisse der gemeinsamen Besichtigung vom 20. April 2010 (vgl. bereits Urteil 4A_511/2014 vom 4. März 2015 E. 5.4.3). Bei der Würdigung das Verhaltens der Parteien an dieser Besichtigung hat die Vorinstanz nicht bloss auf Parteibehauptungen der Beschwerdegegnerin abgestellt. Vielmehr stellt das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 28. April 2010 eine Urkunde i.S.v. Art. 177 ZPO und damit ein Beweismittel dar (Art. 168 Abs. 1 lit. b ZPO). Dieses Beweismittel konnte die Vorinstanz frei würdigen (vgl. Art. 157 ZPO) und durfte dabei auch berücksichtigen, dass das Schreiben von der Beschwerdegegnerin verfasst worden ist. Gemäss den verbindlichen Feststellungen des Prozesssachverhalts hat die Beschwerdegegnerin im vorinstanzlichen Verfahren behauptet, die Beschwerdeführerin habe ihre Nachbesserungspflicht (auch) anlässlich der Besichtigung vom 20. April 2010 bestritten. Die Vorinstanz hat somit nicht gegen die Verhandlungsmaxime verstossen, indem sie für diese Frage relevante Aussagen im Schreiben vom 28. April 2010 in ihre Sachverhaltsfeststellungen einbezog. Die Beschwerdeführerin bestreitet zu Recht nicht, dass eine ausdrückliche Weigerung vorliegt, wenn sie die im Schreiben vom 28. April 2010 zusammengefassten Aussagen so gemacht hat. Sie bestreitet aber die Richtigkeit des Inhalts dieses Schreibens. Dass die Vorinstanz trotzdem auf dieses durch die Beschwerdegegnerin verfasste Schreiben abgestellt hat, ist vertretbar und stellt damit keine willkürliche Beweiswürdigung dar. Eine solche lässt sich auch nicht aus dem Gebrauch des Wortes "Protokoll" ableiten; immerhin führte die Vorinstanz selbst ausdrücklich aus, es liege kein Wortprotokoll vor, sondern eine nachträgliche Zusammenfassung. Ob die Parteien sich bei der Besichtigung auch über den unsachgemässen Gebrauch des Bodens unterhalten hat, ist irrelevant. Soweit die Beschwerdeführerin zudem vorbringt, die Beschwerdegegnerin hätte spätestens im Zeitpunkt der Besichtigung bereits eine andere Lösung vor Augen gehabt, übersieht sie die verbindliche Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz, wonach die Beschwerdegegnerin auch im April 2010 eine Nachbesserung der Beschwerdeführerin noch angenommen hätte (vgl. bereits Urteil 4A_511/2014 vom 4. März 2015 E. 5.4.3). Vor diesem Hintergrund ändert es nichts an der Beurteilung, dass die Beschwerdegegnerin am Ende der Besichtigung in Aussicht gestellt hat, sie werde sich melden. Dies war entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht das - einzige - Ergebnis der Besichtigung, sondern vielmehr die Folge der Verweigerung einer Nachbesserung durch die Beschwerdeführerin. Die Vorinstanz hat im Übrigen in E. 38 durchaus festgestellt, dass der Geschäftsführer der Beschwerdeführerin ausgesagt hat, sie würden dann von der Beschwerdegegnerin hören. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin liegt nicht vor. Die Vorinstanz hat somit kein Bundesrecht verletzt, indem sie zum Schluss kam, die Beschwerdeführerin habe bei der gemeinsamen Besichtigung am 20. April 2010 die verlangte vollständige Nachbesserung ausdrücklich verweigert.