Citation: 7B_981/2024 E. 1.4.5

1.4.5. Aus Art. 22 des Europäischen Auslieferungsübereinkommens vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1) ergibt sich, dass soweit in diesem Übereinkommen nichts anderes bestimmt ist, auf das Verfahren der Auslieferung und der vorläufigen Auslieferungshaft ausschliesslich das Recht des ersuchten Staates Anwendung findet. Das Auslieferungsverfahren des Beschwerdeführers beurteilt sich demnach nach dem Recht des Vereinigten Königreichs. Insoweit liegt ein rechtskräftiger Entscheid des High Court of Justice vom 31. Juli 2024 bei den Akten (siehe Sachverhalt Bst. B.a). Aus diesem ergibt sich, dass sich der Beschwerdeführer bereits im Auslieferungsverfahren im Vereinigten Königreich erfolglos auf den Standpunkt stellte, aufgrund der ihm in der Türkei mit "Präsidialerlass" vom 28. Mai 2024 entzogenen türkischen Staatsbürgerschaft drohe ihm und seiner Familie die Staatenlosigkeit und verletze deshalb seine Auslieferung in die Schweiz sein Recht auf Achtung seines Familienlebens im Sinne von Art. 8 EMRK (Urteil des High Court of Justice des Vereinigten Königreichs vom 31. Juil 2024 Rz. 41 ff.). Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sah in diesem Vorbringen keine drohende Verletzung von Konventionsrecht (Entscheid des EGMR vom 9. September 2024 im Verfahren A.________ v. the United Kingdom (no. 25286/24). Der Beschwerdeführer konnte seine Rechte somit im Auslieferungsverfahren im Vereinigten Königreich und auch vor dem EGMR umfassend geltend machen. Sein Rechtsschutz war damit gewährleistet und er macht jedenfalls nicht geltend, dass die britischen Behörden im Auslieferungsverfahren elementare Verfahrensgrundsätze verletzt hätten oder dem Verfahren sonstige schwere Mängel anhaften würden (siehe Art. 84 Abs. 2 BGG und Art. 2 IRSG).