Citation: 1C_694/2017 E. 3.1

3.1. Für das Bundesverwaltungsgericht begründet der enge zeitliche Ablauf der Ereignisse die Vermutung, dass der Beschwerdeführer bereits im Zeitpunkt der Einbürgerung nicht mehr vorbehaltlos die Absicht hatte, die Ehe weiterzuführen. So habe er nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz bereits im Spätherbst 2013, rund drei Monate nach der Einbürgerung, Scheidungsabsichten gehabt. Am 23. Mai 2014 wurde das förmliche Scheidungsbegehren eingereicht, worauf die Ehe am 16. Juli 2014 geschieden wurde. Im gleichen Zeitraum (Juli 2014) habe er in der Türkei eine Landsmännin kennengelernt und sie am 12. Oktober 2014 geheiratet. Der Beschwerdeführer hielt dem entgegen, der Entscheid zur Scheidung sei für ihn im November 2013 gefallen, als bei seiner Frau erneut Krebs diagnostiziert worden sei und dessen operative Behandlung eine weitere Schwangerschaft verunmöglicht hätte. Nachdem damit festgestanden habe, dass er mit ihr keine Kinder würde haben können, habe er sich von ihr getrennt. Die damalige Ehefrau bestätigte, dass sie beide sich immer eigene Kinder gewünscht hätten, obwohl ihre Fähigkeit, Kinder zu bekommen, bereits aufgrund einer früheren Krebsoperation stark beeinträchtigt gewesen sei. Es sei für sie eine grosse Belastung gewesen, jeden Monat aufs Neue zu hoffen, schwanger zu werden, nur um immer wieder enttäuscht zu werden. Für das Bundesverwaltungsgericht ist die Erklärung des Beschwerdeführers vor diesem Hintergrund nicht plausibel, dass er sich erst nach der Krebsdiagnose vom November 2013 Gedanken darüber zu machen begann, sich von seiner Frau zu trennen. Eine so wichtige Entscheidung fälle man nicht in so kurzer Zeit, und die Diagnose, welche die Hoffnung auf gemeinsame Kinder endgültig zerstört habe, sei nicht unerwartet gekommen, sondern die beiden Ehegatten hätten bereits viel früher gewusst, dass die Chancen auf gemeinsame Kinder aus medizinischen Gründen stark beeinträchtigt waren.