Citation: 4A_86/2022 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz schloss, aufgrund der zitierten echtzeitlichen Arztberichte könne der Hauptbeweis einer Arbeitsunfähigkeit für den eingeklagten Zeitraum vom 23. Oktober 2018 bis 21. Februar 2019 nicht erbracht werden. Dies ergebe sich auch aus der Erklärung von Dr. H.________ an die Rechtsschutzversicherung des Beschwerdeführers in der Stellungnahme vom 22. Juni 2019, wonach retrospektiv nicht beurteilt werden könne, ob zu einem früheren Zeitpunkt eine Leistungsminderung vorgelegen habe, da damals kein Leistungstest erfolgt sei. Gemäss Vorinstanz ändert daran auch der Bericht von Dr. med. I.________, Leitender Arzt der Pneumologie am Spital G.________, vom 25. September 2019 nichts, da daraus keine Rückschlüsse auf die Zeit vom 23. Oktober 2018 bis 21. Februar 2019 gezogen werden könnten, zumal eine schwere bronchiale Hyperreagibilität erst im September 2019 nachgewiesen worden sei und nicht ausgeschlossen werden könne, dass diese erst nach dem 21. Februar 2019 aufgetreten sei. Eventualiter erwog die Vorinstanz, selbst wenn eine schwere bronchiale Hyperreagibilität bereits im fraglichen Zeitraum bestanden hätte, könnte daraus keine Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden. Denn es sei mit Dr. D.________ in dessen Nachbeurteilung vom 8. November 2019 festzustellen, dass nach wie vor nicht nachgewiesen sei, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit atemwegsreizenden Stoffen oder Allergenen ausgesetzt gewesen sei. Auch Dr. I.________ habe sich diesbezüglich lediglich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gestützt, was sich der Formulierung entnehmen lasse, eine Beruhigung der Situation habe sich "wahrscheinlich durch den Wechsel des Arbeitsplatzes mit nun deutlich weniger körperlicher Arbeit und auch weniger Staubbelastung" ergeben. Vor diesem Hintergrund erweise sich die von der Rechtsschutzversicherung in Auftrag gegebene Beurteilung von Dr. med. E.________, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und Arbeitsmedizin, in der arbeitsmedizinischen Beurteilung vom 6. April 2020 als nicht nachvollziehbar. Auch er gehe trotz fehlenden Nachweises einer Staubexposition am Arbeitsplatz sowie fehlenden Nachweises einer pneumologisch bedingten Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers dennoch von einer Arbeitsunfähigkeit aus. Entsprechend konnte die Vorinstanz diesen beiden Berichten von Dr. I.________ und Dr. E.________ blosse Mutmassungen entnehmen. In der Folge verzichtete die Vorinstanz in einer eingehend begründeten antizipierten Beweiswürdigung auf die Abnahme weiterer Beweismittel, wie namentlich eines Gutachtens zur Prüfung einer Berufskrankheit aufgrund einer Staubexposition am Arbeitsplatz, der Befragung des Beschwerdeführers sowie der Ärzte Dr. H.________, Dr. I.________ und Dr. E.________, der Einholung einer schriftlichen Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin und einem gerichtlichen Gutachten zum arbeitsmedizinischen Tätigkeitsprofil eines Akkord-Maurers.