Citation: 6B_1054/2023 E. 4.2.1

4.2.1. Dem Beschwerdeführer und seiner damaligen Ehefrau, der Beschwerdegegnerin 4, wird vorgeworfen, die Beschwerdegegner 3 und 5, welche damals fünf resp. vier Jahre alt waren, ab 1. Januar 2003 bis ca. August 2006 nahezu jede Nacht im Kinderzimmer und danach bis Mitte 2008 im Keller eingeschlossen zu haben. Dabei hätten sie die Tür verriegelt, sodass die Kinder den Raum bis zum nächsten Morgen nicht hätten verlassen können. Ab August 2006 hätten sie die Kinder auch tagsüber am Wochenende auf dieselbe Weise eingesperrt und ihnen den Toilettengang lediglich zweimal täglich erlaubt. Die Beschuldigten hätten sich beim Einsperren der Kinder abgewechselt sowie gewusst und gebilligt, dass der jeweils andere dies tue. Durch die nächtlichen Einschliessungen seien die Kinder ca. jede dritte bis vierte Nacht gezwungen gewesen, auf den Boden des Kinderzimmers bzw. Kellers zu urinieren und zu defäkieren und die Ausscheidungen morgens eigenhändig wegzuputzen. Überdies hätten die Beschuldigten den Kindern während des gesamten vorerwähnten Zeitraums regelmässig die Nahrung verweigert, sodass beide Kinder untergewichtig und aufgrund starken Hungers gezwungen gewesen seien, in der Schule Esswaren von anderen Kindern zu stehlen und zuhause heimlich solche zu suchen und zu verstecken. Aufgrund der Mangelernährung hätten sich beide Kinder in körperlich schlechter Verfassung befunden. Der Beschwerdegegner 5 habe anlässlich einer Untersuchung von 2008 einen BMI von 12,5 aufgewiesen und bereits äussere Zeichen einer Magersucht gezeigt. Es sei eine Gedeihstörung, ein kognitiver Entwicklungsrückstand und eine Sprachentwicklungsstörung festgestellt worden. Bei der Beschwerdegegnerin 3 habe ebenfalls eine Gedeihstörung und eine allgemeine Entwicklungsverzögerung bestanden; auch sie sei unterernährt gewesen, habe bei einer Körpergrösse von 119,6 Zentimeter 21,8 Kilogramm gewogen. Sodann hätten sich die Beschuldigten zwischen 2006 und 2008 nicht hinreichend um die Körperpflege der Kinder gekümmert, sodass diese regelmässig mit einem strengen Körpergeruch und nach Urin stinkenden Kleidern hätten zur Schule gehen müssen. Von den zu kleinen Schuhen hätten die Kinder Blasen an den Füssen bekommen. Während des gesamten Deliktszeitraums hätten die Beschuldigten den Kindern keine sozialen Kontakte zu anderen Kindern erlaubt und ihnen verboten, an Schulveranstaltungen teilzunehmen. Sie selbst hätten auch keine Ausflüge mit den beiden unternommen und sie nicht mit den Geschwistern spielen lassen. Dadurch hätten sie die Geschädigten absichtlich nahezu komplett von der Aussenwelt isoliert. Schliesslich habe der Beschwerdeführer die Kinder wiederholt für vermeintliches Fehlverhalten bestraft, namentlich sie fast täglich geschlagen z.B. mit Bambusstöcken oder mit einem Gürtel, ihnen Ohrfeigen gegeben oder gegen das Gesäss getreten. Ausserdem hätten die Beschuldigten die Kinder gezwungen, ihr eigenes Erbrochenes oder Kot zu essen, sich mit Urin vollgesogene Windeln auf den Kopf zu setzen und damit während Stunden stillzusitzen oder ihnen den Kopf in die WC-Schüssel gedrückt und gespült. Der Beschwerdeführer habe den Beschwerdegegner 5 auch am Hals gepackt und gegen eine Wand gedrückt und ihm einmal einen Sack voller Steine gegen das Auge sowie einmal die Faust ins Gesicht geschlagen. Die Beschwerdegegnerin 3 habe er einmal so gestossen, dass sie die Treppe hinunter gefallen und liegen geblieben sei. Durch die Schläge und anderweitigen körperlichen Misshandlungen hätten die Geschädigten schmerzhafte Hämatome erlitten und nächtelang nicht schlafen können.