Citation: 4A_58/2023 E. 6.2.3

6.2.3. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Verweigerung der entsprechenden Beweisaufnahme stütze sich auf eine falsche vorinstanzliche Rechtsauffassung, wonach für eine Arbeitsunfähigkeit eine "schwere psychische Erkrankung" notwendig sei, übergeht er, dass die Vorinstanz nicht ausgeführt hat, die AVB der Beschwerdegegnerin würden eine schwere psychische Erkrankung voraussetzen. Sie erwog einzig ergänzend, der Umstand, dass der Hausarzt die Behandlung mit Tolvon bereits am 31. August 2020 wieder abgesetzt habe sowie der Eintrag in der Krankengeschichte würden zeigen, dass er selbst nicht von einer schweren psychischen Erkrankung ausgegangen sei. Diese vorinstanzlichen Ausführungen sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Beschwerdegegnerin gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen in ihrer Klageantwort ausführte, ob die Diagnose einer reaktiven Depression, die einer leichten Depression entspreche, eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % über drei Monate auslösen könne, bleibe fragwürdig und werde bestritten. Der Beschwerdeführer macht selbst geltend, gemäss Art. 7 der AVB der Beschwerdegegnerin gelte als Krankheit jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls sei, die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordere oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe. Damit eine Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit - wie vom Beschwerdeführer behauptet - eine vollständige Arbeitsunfähigkeit über einen längeren Zeitraum zur Folge hat, ist jedenfalls erforderlich, dass diese eine gewisse Schwere aufweist.