Citation: 6B_459/2020 E. 2.4.4

2.4.4. Diese Beurteilung ist unproblematisch. Was (noch) eine Verwirklichung des Tatplans ist, ist nach normativen Gesichtspunkten zu entscheiden, die subjektive Vorstellung des Täters bildet nur die Grundlage (ROXIN/GRECO, Strafrecht, Allgemeiner Teil, Band I, 5. Aufl. 2020, S. 626, Rz. 157). Würde der Täter beispielsweise dem Opfer bei Begehung des Sexualdelikts auch noch mit dem Messer eine Verletzung zufügen, um es sich sexuell gefügig zu machen, würde er in echter Konkurrenz zum Sexualdelikt ein Körperverletzungsdelikt begehen. Nicht anders verhält es sich in casu: Tatplan war die orale Befriedigung. Das Tatmittel des intermittierenden Würgens wird nach der Rechtsprechung grundsätzlich noch vom qualifizierten Tatbestand erfasst. Mit der Drosselung setzte er dagegen skrupellos ein Tatmittel ein, welches geeignet war, unmittelbar das Leben der Geschädigten 1 zu gefährden. Ein derartiges Vorgehen geht über den Tatbestand von Art. 189 Abs. 3 StGB hinaus und greift ein anderes Rechtsgut an. Das angefochtene Urteil verletzt insoweit mithin kein Bundesrecht (vgl. dazu ceteris paribus die Präzisierung der Rechtsprechung im Urteil 6B_56/2020 vom 16. Juni 2020 E. 1.5.2).