Citation: 1C_519/2019 E. 3.2

3.2. Das Bundesgericht hat sich im Urteil BGE 140 II 334 gestützt auf auf ein Arbeitspapier der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) eingehend mit der Haaranalyse als Mittel zur Kontrolle der Alkoholabstinenz auseinandergesetzt (SGRM, Arbeitsgruppe Haaranalytik, Die forensisch-toxikologische Haaranalytik, Version 12/ 2009, abrufbar unter <https://www.sgrm.ch/de/forensische-chemie-und-toxikologie/toxikologie/uebersicht/> [besucht am 2. April 2020]). Demnach findet die Haaranalyse zum Nachweis der Abstinenz regelmässig Anwendung; die Methode wird in Art. 55 Abs. 7 lit. c SVG auch ausdrücklich erwähnt. Anders als Blutanalysen gibt die Haaranalyse direkten Aufschluss über den Alkoholkonsum; nach dem Alkoholgenuss wird das Abbauprodukt EtG im Haar eingelagert und erlaubt über ein grösseres Zeitfenster als bei der Blutuntersuchung Aussagen über den erfolgten Konsum. Im zitierten Urteil wird festgehalten, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung die Haaranalyse als geeignetes Mittel sowohl zum Nachweis eines übermässigen Alkoholkonsums als auch der Einhaltung einer Abstinenzverpflichtung anerkennt (BGE 140 II 334 E. 3 S. 337 f.). Die im genannten Urteil mit Bezug auf die Kontrolle des Alkohokonsums angestellten Überlegungen zur Haaranalytik treffen gleichermassen für den Nachweis eines Drogenkonsums bzw. der Drogenabstinenz zu (vgl. etwa das Urteil 1C_243/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 2; SGRM, Arbeitsgruppe Haaranalytik, Die forensisch-toxikologische Haaranalytik, Version 12/ 2009, Ziff. 2.2 und 2.4.1). Auch im jüngsten Papier der SGRM vom Februar 2020 (Bestimmung von Drogen und Medikamenten in Haarproben, abrufbar unter <https://www.sgrm.ch/de/forensische-chemie-und-toxikologie/toxikologie/uebersicht/> [besucht am 2. April 2020]) wird die Haaranalyse als geeignetes Instrument zur Überprüfung der Abstinenz resp. zum Monitoring des Substanzkonsums im Rahmen verkehrsmedizinischer Fahreignungsabklärungen beschrieben (a.a.O., Ziff. 3.1 und 3.2). Vor diesem Hintergrund erweist sich die Kritik an der Anordnung der MFK, die von der Vorinstanz geschützt wurde, als unbegründet. Die Haaranalytik erlaubt eine Überprüfung des (Alkohol- bzw.) Drogenkonsums über einen längeren Zeitraum und erschwert oder verunmöglicht damit die Umgehung der Kontrollen. Der Nachweis psychotroper Substanzen im Urin ist in der Regel bloss wenige Tage nach dem letzten Konsum möglich, weshalb auch in kurzen Abständen wiederholte Tests nur eine Stichprobenkontrolle darstellen (MARKUS BAUMGARTNER, Nachweis des Konsums von psychotropen Substanzen und Alkohol mittels Haaranalytik, in: Therapeutische Umschau 2011, S. 269). Die vom Beschwerdeführer vorgeschlagene Beschränkung der Kontrollen auf Urinproben wäre daher nur geeignet, einen regelmässigen Kokainkonsum nachzuweisen. Die Einnahme von Drogen kurz nach erfolgtem Urintest liesse sich demgegenüber bereits einige Tage später im Urin nicht mehr nachweisen. Daher ist diese Massnahme nicht geeignet, die völlige Drogenabstinenz zu belegen.