Citation: I 710/05 13.07.2006 E. 4.3

4.3.1 Demgegenüber genügt die MEDAS-Expertise vom 30. Mai 2003 den Anforderungen, die rechtsprechungsgemäss an ein Gutachten gestellt werden (BGE 125 V 352 Erw. 3a; RKUV 2003 Nr. U 487 S. 345 Erw. 5.1), weshalb darauf abzustellen ist. 4.3.2 Die IV-Stelle wendet ein, bei allfälliger Berücksichtigung der MEDAS-Expertise könne hinsichtlich des Zeitpunkts der Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht das Datum der Schlussbesprechung am 16. Mai 2003 (vgl. Erw. 4.1.2 hievor) als Stichtag herangezogen werden. Denn die von der MEDAS veranlassten Abklärungen durch den Psychiater und den Rheumatologen hätten bereits am 19. und 20. März 2003 stattgefunden. Dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten zwischen März und Mai 2003 noch verändert hätte, werde wohl niemand behaupten. 4.3.3 Die Versicherte wurde von der MEDAS vom 18. bis 20. März 2003 abgeklärt. In der psychiatrischen Untersuchung zuhanden der MEDAS vom 19. März 2003 wurde keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht festgestellt. Auf Grund der rheumatologischen Abklärung vom 20. März 2003 wurde von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf und in körperlich leichten Tätigkeiten ausgegangen. Aus den medizinischen Akten ist keine Veränderung des Gesundheitszustandes zwischen dem 19./20. März und dem 16. Mai 2003 ersichtlich. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung im MEDAS-Gutachten bezieht sich mithin nur deshalb erst auf den Zeitraum ab dem 16. Mai 2003, weil an diesem Tag die Schlussbesprechung stattfand (S. 20 Ziff. 5.4 des MEDAS-Gutachtens vom 30. Mai 2003). Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die im MEDAS-Gutachten festgestellte 50%ige Arbeitsfähigkeit (Erw. 4.1.2 hievor) schon ab Mitte März 2003 bestand (vgl. auch Urteil S. vom 5. November 2002 Erw. 3.4, I 665/00). Die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist demnach bereits ab 1. Juli 2003 zu berücksichtigen (Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV; vgl. auch Urteil I. vom 9. Mai 2000 Erw. 2b am Ende, I 278/99). 4.4 Der von der Vorinstanz vorgenommene Einkommensvergleich, der zum Anspruch auf eine halbe Invalidenrente ab 1. Juli 2003 führt, ist masslich unbestritten geblieben und gibt auf Grund der Akten zu keinen Beanstandungen Anlass (BGE 110 V 53; vgl. auch Urteil S. vom 13. Juli 2005 Erw. 3.1, I 47/05). Hieran hat sich bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides (BGE 129 V 224 Erw. 4.2) nichts geändert.