Citation: 8C_600/2021 E. 5.1.3

5.1.3. Hinzu kommt, dass auch die Gutachter des ZMB eine Aggravation bestätigten (worauf die Vorinstanz ebenfalls bereits hingewiesen hat). Auch sie verwiesen zum einen auf die Vorakten, namentlich auf die Abklärung durch die Berufliche Abklärungsstelle D.________ im Oktober 2009, die nach drei Wochen vorzeitig abgebrochen wurde und bei der bereits eine zunehmende Aggravation und Verweigerung bei unausgesprochenem Rentenbegehren beschrieben wurde. Zum andern schlossen sie aufgrund der eigenen Untersuchungen und Verhaltensbeobachtungen auf eine Aggravation. Namentlich berichtete der orthopädische Sachverständige, Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, von einem erheblichen Gegeninnervieren bei der Untersuchung der betroffenen Gelenke. Bei der fokussierten Untersuchung sei an den Schultergelenken eine aktive Beweglichkeitsverminderung demonstriert worden und bei der passiven Beweglichkeitsprüfung ein sofortiges Gegeninnervieren erfolgt; jedoch habe der Explorand die Arme beim Ausziehen des Hemds aktiv fast bis zur Hochstrecke gehoben. Gemäss dem neurologischen Gutachter, PD Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie FMH, ergab die Untersuchung eine Diskrepanz zwischen spärlichen objektiv fassbaren Befunden und geklagten Beschwerden, deren Konstanz und Ausprägung durch die aktuellen klinischen und paraklinischen Befunde nur mit grossem Vorbehalt adäquat erklärbar seien. Dass die begutachtende Psychiaterin rein psychiatrisch keine Hinweise auf Beschwerdeverdeutlichung, Aggravation oder Simulation erkennen konnte, trifft zwar zu. Immerhin merkte aber auch sie an, dass bezüglich der geltend gemachten körperlichen Beschwerden das Schmerzverhalten des Exploranden in Beziehung zu den objektivierbaren Befunden unangemessen stark imponierte, dies am ehesten im Sinn einer Aggravation. In der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter schliesslich fest, dass der Gang des Versicherten geradezu grotesk sei und auch in Würdigung der Röntgenbilder beider Kniegelenke und des rechten OSG keine orthopädische oder neurologische Begründung finde. Die Röntgenbilder zeigten im Wesentlichen mässiggradige Gonarthrosen sowie radiologisch und klinisch ein unauffälliges OSG, welche den dauernden Stockgebrauch kaum erklärten, geschweige denn begründeten. Sollte der Versicherte tatsächlich während vieler Jahre an zwei Stöcken mit dieser grotesken Fehlbelastung/Entlastung des rechten Beins gehen, wie von ihm behauptet und demonstriert, wären eine deutliche Muskelhypotrophie des rechten Beins und eine verminderte Beschwielung der rechten Fusssohle zu erwarten, was beides nicht der Fall sei. Auch habe er während der Gangprüfung ohne Stöcke gezeigt, dass er durchaus den rechten Fuss plantigrad belaste und das rechte Knie voll strecke, sobald man ihm die Möglichkeit nehme, sich irgendwo abzustützen.