Citation: 1B_313/2019 E. 2

In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV). Er macht geltend, obwohl er im Rahmen seiner Beschwerde an die Vorinstanz die Unverwertbarkeit des von Dr. med. C.________ erstellten Gutachtens detailliert gerügt habe, habe sich die Vorinstanz nicht dazu geäussert, ob das Gutachten verwertbar sei oder ob sie dessen Schlussfolgerungen inhaltlich zur Prüfung der Wiederholungsgefahr heranziehe. Damit habe sie ihre Begründungspflicht verletzt. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör wird abgeleitet, dass die Gerichte ihre Entscheide zu begründen haben. Die Begründung muss sich jedoch nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Es genügt, wenn die Begründung kurz die wesentlichen Überlegungen nennt, die dem Entscheid zu Grunde liegen, damit dieser sachgerecht angefochten werden kann (BGE 143 III 65 E. 5.2 S. 70 f. mit Hinweisen). Die Vorinstanz führte in Bezug auf das Gutachten aus, es erscheine insbesondere wegen der Anwendung des dynamischen Risikoanalyse-Instruments DyRiAS auf die vorliegende Konstellation, in welcher der Beschwerdeführer und B.________ keine (intime) Beziehung miteinander hätten, als (eher) unpassend. Gemäss DyRiAS-Fallauswertung handle es sich bei DyRiAS um ein computergestütztes Risikoeinschätzungsinstrument, das anzeige, ob und inwieweit ein Mann für seine aktuelle oder ehemalige Intimpartnerin eine Gefahr darstelle. Ob das Gutachten deswegen mit dem Beschwerdeführer als "untauglich" zu bezeichnen sei, "wenn es denn überhaupt verwertbar wäre", brauche nicht entschieden zu werden. Die Unberechenbarkeit des Beschwerdeführers erscheine mit dem ihm vorliegend zur Last gelegten Sachverhalt jedenfalls als erwiesen. Auch wenn sich die Vorinstanz im Rahmen ihres Entscheids mit den Argumenten des Beschwerdeführers betreffend die Verwertbarkeit des Gutachtens somit nicht im Einzelnen auseinandergesetzt hat, kann ihr nicht vorgeworfen werden, die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht gehört zu haben. Vielmehr liess sie die Frage der Verwertbarkeit des Gutachtens ausdrücklich offen. Nachdem die Vorinstanz das Gutachten inhaltlich unberücksichtigt liess (vgl. dazu unten E. 3.5), ist dieses Vorgehen nicht zu beanstanden. Die Erwägungen der Vorinstanz erlaubten es dem Beschwerdeführer sodann ohne Weiteres, den Entscheid nachzuvollziehen und sachgerecht anzufechten. Eine Verletzung der Begründungspflicht bzw. des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die Vorinstanz ist damit zu verneinen.