Citation: 7B_821/2023 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer sei im Jahr 1980 in Nordmazedonien geboren und im Jahr 1992 im Alter von 12 Jahren in die Schweiz gekommen. Er spreche Albanisch, gebrochenes Deutsch und nur ein paar Wörter Mazedonisch. Er habe die Schulen teilweise in der Schweiz besucht und hier zwei Lehren, eine als Autolackierer und eine als Kranführer, absolviert. Mit seiner Frau sei er seit dem Jahr 2005 verheiratet und habe zwei Kinder, geboren im Februar 2007 und März 2010. Der Beschwerdeführer weise gemäss aktuellem Strafregisterauszug keine Vorstrafen mehr auf. Diese seien inzwischen gelöscht worden. Indessen ergebe sich aus den migrationsrechtlichen Akten, dass der Beschwerdeführer bereits mehrfach strafrechtlich bestraft worden sei und erneut ein Strafverfahren wegen Betäubungsmitteldelikten gegen ihn hängig sei (vgl. dazu oben E. 3.4 und 3.5). Hierbei sei er geständig, erneut mit dem Drogenhandelsbereich in Kontakt gekommen zu sein (vgl. oben E. 3.4) und beschwerdeweise führt er gar aus, ihm sei ein abgekürztes Verfahren in Aussicht gestellt worden (vgl. oben E. 3.5). Die Ehefrau des Beschwerdeführers sei ebenfalls in Nordmazedonien aufgewachsen, wohne aber seit langer Zeit in der Schweiz. Die gemeinsamen Kindern seien in der Schweiz geboren und sozialisiert. Sie sprächen weder Mazedonisch noch Albanisch. Seine beiden Brüder, zu welchen er regelmässig Kontakt pflege, sowie die Angehörigen seiner Ehefrau lebten in der Schweiz. Seine Eltern seien verstorben. Ausserhalb der Familie habe er fast keine Kontakte. Weiter habe er Spielschulden im Bereich von rund Fr. 20'000.-- bis Fr. 30'000.--, da er zehn Jahre lang spielsüchtig gewesen sei. Aufgrund eines Motorradunfalls habe der Beschwerdeführer Suva-Taggelder bezogen. Gesundheitlich gehe es dem Beschwerdeführer zwischenzeitlich wieder gut. Er arbeite seit dem November 2022 wieder und verdiene monatlich Fr. 5'800.-- brutto. In Nordmazedonien habe der Beschwerdeführer fast keine Verwandten und keine anderen Kontakte. Die Verwandten lebten in der Schweiz, Deutschland und Italien. Die Vorinstanz hält weiter fest, eine Landesverweisung treffe den beruflich integrierten Beschwerdeführer, der sich lange Zeit in der Schweiz aufhalte und dessen Familienangehörigen grösstenteils hier wohnen, hart. Durch eine Landesverweisung werde sein Familienleben beeinträchtigt. Die Ehefrau müsste entweder ohne ihren Ehemann in der Schweiz bleiben oder im Falle eines Wegzugs die Schweiz nach vielen Jahren wieder verlassen, ihre Arbeitsstelle aufgeben und sich mit den Kindern in eine unsichere wirtschaftliche Existenz begeben. Die Kinder seien zwar noch jung, sie würden aber weder Mazedonisch noch Albanisch sprechen und bei einem Wegzug nach Nordmazedonien aus der Schule und ihrem sozialen Leben gerissen. Gleichzeitig verneint die Vorinstanz (sinngemäss) eine über die normale Integration hinausgehende Beziehung zum Gastland. Eine berufliche Integration in der Heimat des Beschwerdeführers werde nicht ohne Weiteres gelingen, erscheine aber dennoch möglich. Denn der Beschwerdeführer habe seine gesundheitlichen Probleme überwunden und sich wieder in den schweizerischen Arbeitsmarkt integrieren können. Insgesamt lässt die Vorinstanz die Frage offen, ob ein schwerer persönlicher Härtefall vorliege. Indessen geht die Vorinstanz im Rahmen der Interessenabwägung davon aus, die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung seien gewichtiger als das private Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Die Vorinstanz berücksichtigt nebst den bereits genannten Kriterien (ad Beschwerdeführer: teilweises Aufwachsen bzw. Absolvieren von Schulen und Ausbildungen in der Schweiz, sehr lange Anwesenheitsdauer in der Schweiz, berufliche Integration, intaktes Familienleben mit Frau und Kindern, keine ausserfamiliären Kontakte in der Schweiz und in Nordmazedonien, vorhandene Sprachkompetenzen in einer Landessprache der früheren Heimat, geringe Sprachkompetenzen in Deutsch; ad Ehefrau und Kinder: lange Anwesenheitsdauer von Ehefrau und Kindern in der Schweiz, gemeinsame Herkunft der Ehefrau und des Beschwerdeführers, Kinder in der Schweiz geboren und sozialisiert, fehlende Vertrautheit der Kinder mit der Landessprache und der Kultur der Heimat des Beschwerdeführers), dass eines der derzeit 14- und 17-jährigen Kinder im Zeitpunkt der Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Strafvollzug volljährig und das andere aus der obligatorischen Schulzeit entlassen sein werde. Dementsprechend bedürften die Kinder weniger unmittelbarer persönlicher Betreuung und könnte ein Kontakt mit modernen Kommunikationsmitteln oder Besuchen aufrecht erhalten werden. Weiter sei der Beschwerdeführer trotz sehr langer Anwesenheitsdauer in der Schweiz sozial und kulturell eher mässig integriert. Er spreche nicht sehr gut Deutsch und habe keinen engen Bekannten- oder Freundeskreis. Den privaten Interessen des Beschwerdeführers stünden gewichtige öffentliche Interessen gegenüber. Er habe in schwerwiegender Weise gegen die Rechtsordnung verstossen und mit der mehrfachen Widerhandlung gegen das BetmG eine schwere Straftat mit beträchtlichen umgesetzten Drogenmengen begangen. Er sei mit einer mehrjährigen unbedingten Freiheitsstrafe bestraft worden. Die Tat sei aus pekuniären Gründen erfolgt. Bereits die Höhe der vorliegenden Strafe führe dazu, dass dem Beschwerdeführer in der Regel ausländerrechtlich kein Aufenthaltstitel mehr zu erteilen wäre, selbst wenn der Ehegattin und den gemeinsamen Kindern die Ausreise nicht oder nur schwer zuzumuten sein sollte. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben erneut Kontakt zum Drogenhandelsbereich gehabt habe und eine weitere Strafuntersuchung gegen ihn eröffnet worden sei. Der Schutz der Öffentlichkeit vor solchen Delikten sei hoch zu gewichten. Sodann ergebe sich aus den migrationsrechtlichen Akten, dass der Beschwerdeführer eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung zeige und sich von früheren Strafen wie auch vom laufenden Strafverfahren nicht genügend habe beeindrucken lassen. Der Beschwerdeführer sei damit des Landes zu verweisen.