Citation: 9C_84/2023 E. 5.4.1

5.4.1. Nach dem vorstehend Erwogenen waren die Verfügungen vom 21. Oktober und 11. November 2019 sowie 19. Oktober 2020, mit denen die Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin Beiträge auf Grund ihres Einkommens aus selbstständiger Erwerbstätigkeit erhob, nach der massgebenden Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der damaligen Verfügungserlasse (BGE 143 V 177 E. 3.5) zweifellos unrichtig: Dass ihr im fraglichen Zeitraum nur Verluste (2016: minus Fr. 77'931.-, 2017: minus Fr. 55'114.-, 2018: minus Fr. 21'576.-) gemeldet worden waren, hätte die Beschwerdeführerin veranlassen sollen, die Frage nach dem Vorliegen einer dauernden vollen Erwerbstätigkeit zu prüfen und, da sie zu verneinen war, eine Vergleichsrechnung nach Art. 28bis Abs. 1 AHVV vorzunehmen. Diese hätte klar ergeben, dass die von der Beschwerdegegnerin in den Jahren 2016 bis 2018 als Selbstständigerwerbende zu entrichtenden Beiträge (je Fr. 501.90) nicht mindestens der Hälfte der Beiträge entspricht, die sie wie eine Nichterwerbstätige geschuldet hätte (2016: Fr. 22'525.15, 2017: Fr. 23'075.35, 2018: Fr. 24'144.50), sodass entsprechende Beiträge zu zahlen gewesen wären. Neben der Wiedererwägungsvoraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit ist auch jene der Erheblichkeit der Berichtigung erfüllt, übersteigen doch die wie eine Nichterwerbstätige geschuldeten Beiträge die ursprünglich erhobenen um mehr als Fr. 20'000.- pro Jahr. Es war damit korrekt, dass die Beschwerdeführerin auf ihre ursprünglichen Verfügungen zurückkam und diese durch die Verfügungen vom 26. November 2020 (bestätigt mit Einspracheentscheid vom 15. Juni 2021) ersetzte (wobei sie die Beiträge, welche die Beschwerdegegnerin bereits bezahlt hatte, in Abzug brachte; vgl. E. 2.2 am Ende und 4.2 hiervor; Urteil 9C_303/2021 vom 25. August 2021 E. 3.3).