Citation: 1B_433/2017 E. 4.8

4.8. Die Bank muss der MROS unverzüglich Meldungerstatten, wenn sie bzw. ihre Organe wissen oder den begründeten Verdacht haben, dass die in die Geschäftsbeziehung involvierten Vermögenswerte aus einem Verbrechen herrühren (Art. 9 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 i.V.m. Art. 2 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 GwG). Übt die Bank bei bloss "zweifelhaften Geschäftsbeziehungen" (noch ohne begründeten Geldwäschereiverdacht aber mit gewissen Wahrnehmungen, die darauf schliessen lassen, dass Vermögenswerte aus einem Verbrechen herrühren könnten) mit bedeutenden Vermögenswerten ihr Melderecht nicht aus, so dokumentiert sie die Gründe (Art. 31 Abs. 1-2 GwV-FINMA). Führt sie die zweifelhafte Geschäftsbeziehung weiter, so hat sie diese genau zu überwachen und auf Anhaltspunkte, die auf Geldwäscherei oder Terrorismusfinanzierung hinweisen, zu überprüfen (Art. 31 Abs. 3 GwV-FINMA; vgl. auch Werner de Capitani, in: Kommentar Einziehung, organisiertes Verbrechen, Geldwäscherei, Bd. 2, Zürich 2001, Art. 9 GwG N. 40 ff.; Christoph Graber/Dominik Oberholzer, Das neue GwG, 3. Aufl., Zürich 2009, Art. 9 N. 1 ff.; Roland Luchsinger, BEK GwG, Art. 9 N. 20 ff.; Michael Reinle, Die Meldepflicht im Geldwäschereigesetz, St. Galler Schriften zum Finanzmarktrecht Bd. 1, Diss. SG 2007, S. 119 ff.; Othmar Strasser, Verbrecherischer Erlös nach Geldwäschereigesetz - Was heisst "aus einem Verbrechen herrühren" nach Art. 9 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 GwG? Schweizer Treuhänder 84 [2010] 614 ff.; Daniel Thelesklaf, in: Thelesklaf/Wyss/Zollinger [Hrsg.] Kommentar zum Geldwäschereigesetz [OFK GwG], 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 9 N. 1 ff.).