Citation: 5A_94/2010 27.05.2010 E. 2

Die Beschwerdeführerin rügt vorab mit Bezug auf das Protokoll der Vergleichsverhandlung vom 25. September 2009 eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil im zugestellten Kurzprotokoll die Ergebnisse der Parteibefragung nicht enthalten seien. Dieser Vorwurf ist vorab zu prüfen. 2.1 Für die Protokollierung von Gerichtsverhandlungen und Befragungen hat das Bundesgericht erkannt, der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) sei nur dann gewahrt, wenn die Ausführungen und Eingaben der Parteien und allfälliger Dritter (Zeugen, Sachverständige usw.) zu Protokoll genommen würden. Dies bedeute allerdings nicht, dass insbesondere sämtliche Parteiäusserungen zu protokollieren seien. Das Protokoll könne sich auf die für die Entscheidfindung im konkreten Fall wesentlichen Punkte beschränken (BGE 124 V 389 E. 4 S. 390). Es diene einerseits den Richtern und dem Gerichtsschreiber als Gedächtnisstütze, andererseits solle es Auskunft über die Einhaltung der Verfahrensvorschriften geben und die Rechtsmittelinstanzen in die Lage versetzen, den angefochtenen Entscheid zu überprüfen (Urteil 2A.450/1999 vom 14. Januar 2000 E. 3b/aa). 2.2 Es trifft zu, dass im fraglichen Kurzprotokoll lediglich vermerkt wurde, dass die Kantonsgerichtsvizepräsidentin die Parteien einer Parteibefragung unterziehe. Über das Ergebnis dieser Befragung lässt sich dem Protokoll in der Tat nichts entnehmen. Die (anwaltlich vertretene) Beschwerdeführerin muss sich indes vorhalten lassen, dass sie selber feststellen musste, dass die Kantonsgerichtsvizepräsidentin auf eine förmliche Protokollierung der Parteibefragung verzichtete, was jene in der Verhandlung nicht beanstandete. Ebenso hat sie aus ihr eigenen Gründen darauf verzichtet, umgehend ein Protokoll zu verlangen, was ihr umso mehr zuzumuten gewesen wäre, als das Beweisverfahren nicht abgeschlossen wurde, sondern die Befragung von Dritten (das Chinderhus D.________ und das Tagesheim E.________; s. E. B.d hiervor) in Aussicht genommen wurde. Schliesslich hatte die Beschwerdeführerin Gelegenheit, nach Eingang der fraglichen Stellungnahmen Schlussbemerkungen einzureichen. Auch zu jenem Zeitpunkt hätte die Beschwerdeführerin genügend Veranlassung gehabt, Einsicht in das fragliche Protokoll zu verlangen, was sie aber erst im Januar 2010, also nach der Zustellung des angefochtenen Urteils getan hat. Ihre Unterlassungen hat sie sich selber zuzuschreiben; auf die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs wird nicht eingetreten.