Citation: 8C_680/2014 E. 4.1

4.1. Im vorinstanzlichen Entscheid wurde in einlässlicher Wiedergabe und Würdigung der der Rentenverfügung vom 29. August 2001zugrunde liegenden medizinischen Aktenlage festgestellt, dass sich damals einzig der Hausarzt Dr. med. C.________ in seinen Berichten vom 15. Januar und 24. Dezember 2000 zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit geäussert habe. Danach habe die Versicherte nicht länger sitzend arbeiten können, wobei sie gemäss ihren eigenen Auskünften nach zwanzig bis dreissig Minuten in sitzender Stellung starke Schmerzen verspüre. Sie gebe ferner an, nicht länger als eine Stunde eingliederungsfähig zu sein. Weiter führte der Arzt aus, die Versicherte habe lediglich acht Jahre Volksschule in Kosovo besucht, sie habe keine Lehre absolviert. Diese Punkte müssten in Bezug auf Berufsausbildung und Arbeitsvermittlung ebenfalls bedacht werden, womit eine mögliche Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit wesentlich reduziert sei. Am 24. Dezember 2000 habe Dr. med. C.________ sodann dargelegt, die Versicherte stehe in dauernder Behandlung bei den Dres. med. F.________, Facharzt für Neurologie FMH, und G.________, Facharzt für Anästhesie FMH, beide Klinik H.________. Bei dieser schwierigen Situation könne aus spezifisch fachärztlicher Sicht wahrscheinlich korrekter eine Arbeitsfähigkeit in Prozenten für eine geeignete leichte, wechselbelastende Tätigkeit festgestellt werden. Mit Blick auf diese Ausführungen erscheine, so das kantonale Gericht im Weiteren, fraglich, ob der Rentenzusprache überhaupt eine ärztliche Beurteilung der Erwerbsfähigkeit zugrunde gelegen habe. Zum einen habe sich Dr. med. C.________ nämlich darauf beschränkt, hinsichtlich des Belastungsprofils sowie der Leistungsfähigkeit die Aussagen der Beschwerdeführerin wiederzugeben. Anderseits habe der Hausarzt implizit darauf hingewiesen, dass er von einer - wenn auch reduzierten - Erwerbsfähigkeit ausgehe, ohne sich jedoch diesbezüglich abschliessend zu äussern. Die Einschätzung der prozentgenauen Erwerbsfähigkeit habe er den behandelnden Fachärzten überlassen. Mangels genügender Grundlage für eine Beurteilung des medizinischen Sachverhalts hätte die Beschwerdegegnerin mithin nicht allein gestützt auf die hausärztlichen Auskünfte auf eine gänzliche Erwerbsunfähigkeit der Versicherten schliessen dürfen. Vielmehr wäre sie gehalten gewesen, Dr. med. C.________ zu einer ergänzenden konkreten Stellungnahme betreffend die noch vorhandenen Fähigkeiten der Beschwerdeführerin im Rahmen einer zumutbaren Verweistätigkeit aufzufordern oder aber - wie vom Hausarzt selber vorgeschlagen - die behandelnden Fachärzte um entsprechende Auskünfte anzugehen. Die diesbezügliche Passivität der Beschwerdegegnerin stelle eine klare Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes dar. Zusammenfassend kommt die Vorinstanz zum Schluss, es sei von einer unvollständigen Sachverhaltsabklärung auf Grund einer markanten Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und einer daraus resultierenden fehlenden nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen angepasster Beschäftigungen im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache auszugehen. Diese sei daher rechtsfehlerhaft erfolgt und der Verwaltungsakt vom 29. August 2001 demnach als zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne einzustufen. Da eine mängelfreie Invaliditätsbemessung zu einem anderen Ergebnis geführt hätte und auch das Erfordernis der erheblichen Bedeutung der Berichtigung zu bejahen sei, müsse ex nunc et pro futuro auf die Verfügung zurückgekommen werden.