Citation: 1C_495/2020 E. 10.2

10.2. Die Vorinstanz bejahte die Verhältnismässigkeit der vom Gemeinderat angeordneten baulichen Massnahmen zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Zur Begründung führte sie in ihrem Endentscheid vom 27. Mai 2020 aus, an der Durchsetzung von Art. 9 Abs. 2 SBV, der für Hauptbauten nur Dächer mit geneigten Dachflächen im Neigungsbereich 20-30° mit Dachvorsprüngen von mindestens 50 cm zulasse, bestehe ein gewichtiges öffentliches Interesse. Mit dem wiederherzustellenden Dachvorsprung soll das Dach der Hauptbaute (wieder) ablesbar gemacht werden und verhindert werden, dass der Eindruck von zwei Vollgeschossen entstehe, was der Zonenordnung der Gemeinde Wollerau widerspreche, die in der Wohnzone W1 bzw. vormals WE nur ein Geschoss zulasse. Das dagegen vom Beschwerdeführer vorgetragene Argument, den Sonderbauvorschriften könne nicht mehr zum Durchbruch verholfen werden, weil das Quartier keine einheitliche Gestaltung bzw. Dachlandschaft aufweise, sei unbehelflich. Zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes seien die angeordneten Massnahmen geeignet und erforderlich, da nur mit der Wiederherstellung des Vordachs und dem Ersatz des grossen Fensters durch ein zweigeteiltes Fenster beim Betrachten der Ostfassade eine Dachneigung von 27,65° erkennbar sei. So habe der Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren keine für ihn milderen, aber ebenso geeigneten Massnahmen vorgeschlagen, sondern einzig einen vollständigen Verzicht auf Wiederherstellungsmassnahmen verlangt. Bei der Prüfung der Zweck-Mittel-Relation bzw. der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne falle ins Gewicht, dass dem Beschwerdeführer keine Gutgläubigkeit attestiert werden könne, da die Bewilligungsfähigkeit der strittigen Gestaltung des Dachgeschosses erstmals mit Schreiben der Hochbaukommission vom 15. Oktober 2004 und auch im Vorfeld der Realisierung in verschiedenen Schreiben dieser Kommission und des Hochbauamtes mehrfach abgesprochen worden sei. Die Gemeinde schätze die Kosten für die angeordneten baulichen Massnahmen auf Fr. 20'000.--. Der Beschwerdeführer gehe dagegen von Kosten in der Höhe von Fr. 50'000.-- aus, was wohl zu hoch gegriffen sein dürfte. Selbst solche Kosten liessen die Rückbaumassnahmen indessen nicht als unverhältnismässig erscheinen, da aufgrund des fehlenden guten Glaubens des Beschwerdeführers dem öffentlichen Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands ein erhöhtes Gewicht beizumessen sei. Allfällige technische Probleme bei der Umsetzung der Wiederherstellungsmassnahmen liessen sich heutzutage lösen und stünden diesen Massnahmen nicht entgegen. Dass diese das Haus des Beschwerdeführers "verschandelten" oder seine Nutzung erschwerten, sei nicht auszumachen, da die Belichtung der streitbetroffenen Lukarne weiterhin genügend sei. Der Balkon bleibe auch dann nutzbar, wenn das anzubringende Vordach eine gewisse Nutzungseinschränkung zur Folge habe. Zusammenfassend sei die Verhältnismässigkeit im engeren Sinne gewahrt.