Citation: 8C_318/2024 E. 4.4

4.4. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, eine Explorationsdauer von einer guten Stunde erscheine in einem komplexen Fall wie dem vorliegenden als klar unangemessen. Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung. Für den zeitlichen Aufwand gibt es keine festen Vorgaben; aus einer verhältnismässig kurzen Dauer der psychiatrischen Exploration kann nicht von vornherein auf mangelnde Sorgfalt geschlossen werden. Vorauszusetzen ist eine - je nach Fragestellung und Psychopathologie - angemessene Dauer, die es der untersuchten Person insbesondere erlaubt, ihre Situation, Beschwerden und Sicht der Dinge darzulegen (Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten, SGPP/SGVP [Hrsg.], 3. Aufl. 2016, S. 14 Ziff. 3). Wie viel zeitlicher Aufwand im Einzelfall nötig ist, richtet sich letztlich nach dem Ermessen des fachkundigen Experten (Urteil 9C_234/2023 vom 4. September 2023 E. 3.2.3 mit Hinweis). Dem Beschwerdeführer ist darin beizupflichten, dass eine Untersuchungsdauer von etwas mehr als einer Stunde (16.05-17.11 Uhr) mit Blick auf die aktenkundige Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zumindest knapp erscheint. Wie das kantonale Gericht aber überzeugend festgehalten hat, hat der psychiatrische Sachverständige seine Diagnosestellung nachvollziehbar hergeleitet und begründet. Er hat zudem anschaulich aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer das von ihm als überaus belastend empfundene Asylverfahren in der Schweiz nicht richtig verarbeitet und deshalb eine Verbitterungsstörung entwickelt hat, die sich klinisch massgeblich durch ein ständig wieder auftretendes Gedankenkreisen um die damaligen Ereignisse äussert. Das psychiatrische Gutachten ist inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig. Da im Ergebnis von inhaltlicher Vollständigkeit und Schlüssigkeit der psychiatrischen Expertise ausgegangen werden kann, ist die Untersuchungsdauer nicht entscheidend (SVR 2016 IV Nr. 35 S. 109, 8C_47/2016 E. 3.2.2 mit Hinweis; Urteil 8C_715/2022 vom 8. März 2023 E. 5.3.2).