Citation: 9C_801/2018 E. 5.2

5.2. Demnach lag im Verkaufszeitpunkt (Oktober 2012) eine konkrete und aktuelle amtliche Verkehrswertschätzung vor. Davon abzuweichen und stattdessen auf die im Kanton Thurgau praxisgemäss in Ermangelung einer konkreten amtlichen Schätzung angewandte, behelfsmässige Schätzmethode (vgl. E. 3.1 hiervor) abzustellen, bestand in concreto kein Anlass. Ins Gewicht fällt dabei insbesondere, dass die Bündner Verkehrswertschätzung das Resultat eines selbständigen Verfahrens der objektbezogenen Grundstückschätzung mit eigenem Instanzenzug ist, das nicht etwa allein der steuerlichen Liegenschaftsschätzung dient (vgl. Urteil 2C_660/2018 vom 5. April 2019 E. 1.1; ausserdem Art. 9 und 13 des Gesetzes vom 20. August 2006 über die amtlichen Schätzungen [aSchG/GR], BR 850.11, Version in Kraft vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2017). Nach Art. 7 aSchG/GR orientiert sich die Schätzung am Markt (und nicht an steuerpolitischen Überlegungen). Für die grundsätzliche Berücksichtigung der Bündner Verkehrswertschätzung auch im interkantonalen Verhältnis spricht zudem die grössere Nähe der Behörden am Belegenheitsort des zu schätzenden Grundstücks zu den für die Schätzung bedeutsamen ortsspezifischen Gegebenheiten sowie die Tatsache, dass es sich beim Verkehrswert - im Gegensatz zu den politisch beeinflussten Steuerwerten, die von Kanton zu Kanton notorisch grosse Unterschiede aufweisen - um einen Marktwert handelt (oben E. 3.1), der in weit höherem Masse von objektiven Faktoren abhängt (vgl. etwa auch zit. Urteil 9C_100/2019 vom 16. Mai 2019 E. 7.4.1). Offen bleiben kann angesichts dessen, ob es - bei Fehlen aktueller, konkreter amtlicher Schätzwerte - zu sachgerechten Ergebnissen führt, bei ausserkantonalen Grundstücken eine Variante der Thurgauer Schätzmethode zur Anwendung zu bringen, bei der zur näherungsweisen Bestimmung des Verkehrswerts nicht das Mittel der (ausserkantonalen) Steuer- und Gebäudeversicherungswerte errechnet wird, sondern der ausserkantonale Steuerwert zunächst unter Zuhilfenahme der steuerlichen Repartitionsfaktoren "hochgerechnet" wird (E. 4 oben), während der ebenfalls ausserkantonale Gebäudeversicherungswert ohne Anpassung übernommen wird.