Citation: 5A_984/2021 E. 3.2

3.2. Der Verkauf der Erbschaftssache hat auf Verlangen eines Erben auf dem Wege der Versteigerung stattzufinden, wobei, wenn die Erben sich nicht einigen, die zuständige Behörde entscheidet, ob die Versteigerung öffentlich oder nur unter den Erben stattfinden soll (Art. 612 Abs. 3 ZGB; BGE 143 III 425 E. 4.6; 137 III 8 E. 2.2). Das Gesetz gibt keiner der beiden Varianten den Vorzug (Urteil 5C.301/2006 vom 16. Mai 2007 E. 3.1 mit Hinweisen). Bei der Wahl zwischen der öffentlichen Versteigerung oder der Versteigerung nur unter den Erben muss das Gericht sämtliche Umstände des Einzelfalls berücksichtigen. Wenn keiner der Erben die Liegenschaft übernehmen will, kommt ausschliesslich die öffentliche Versteigerung infrage (BGE 97 II 11 E. 5c); dasselbe gilt, wenn nicht alle Erben bzw. nur einer von mehreren Erben über die erforderlichen Mittel verfügen, um die Liegenschaft zu erwerben (SEEBERGER, Die richterliche Erbteilung, 1992, S. 171; SPAHR, in: Commentaire romand, Code civil, 2016, N. 26 zu Art. 612 ZGB; TUOR/PICENONI, Berner Kommentar, 2. Aufl. 1964, N. 25 zu Art. 612 ZGB; WEIBEL, in: Praxiskommentar Erbrecht, 4. Aufl. 2019, N. 25 zu Art. 612 ZGB; WOLF/EGGEL, Berner Kommentar, 2014, N. 52 zu Art. 612 ZGB). Während die öffentliche Versteigerung in aller Regel einen besseren Preis ermöglicht, sind nicht allein die pekuniären Interessen der Erben massgebend (TUOR/PICENONI, a.a.O., N. 24 zu Art. 612 ZGB). Zu berücksichtigen sind auch die Wünsche der Erben, namentlich wenn aus Pietätsgründen die Liegenschaft im Eigentum der Familie verbleiben soll (zit. Urteil 5C.301/2006 E. 3.1).