Citation: 9C_441/2023 E. 5.1.3

5.1.3. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich den veranschlagten Zeitaufwand als zu tief beanstandet und vorbringt, für die Alltagsstrukturierung/Organisation sowie die Reinigung seien 120 Minuten, für die Ernährung 60 Minuten und für die Arztbesuche 35 Minuten wöchentlich anzurechnen, beschränkt sie sich darauf, ihre eigene Einschätzung derjenigen der Abklärungsperson gegenüberzustellen, was nicht genügt. Rechtsprechungsgemäss greift das Gericht bei einem Abklärungsbericht, der die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen erfüllt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Dies gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1; Urteile 9C_464/2022 vom 28. August 2023 E. 4.1; 9C_98/2020 vom 8. April 2020 E. 2.3). Mit ihrer Kritik am von der Vorinstanz gestützt auf den Abklärungsbericht festgestellten Zeitaufwand scheint die Beschwerdeführerin nicht akzeptieren zu wollen, dass lediglich die aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen tatsächlich erforderliche Hilfeleistung und nicht jede von ihr bezogene Unterstützung berücksichtigt werden kann. In diesem Sinne wurden im Rahmen der Position Alltagsstrukturierung/Organisation/Freizeitgestaltung für die Sicherstellung der Selbstsorge, das Expositionstraining, die Anwesenheit und Mithilfe der Pflegefachfrau bei den Reinigungsarbeiten lediglich 60 Minuten angerechnet, weil die Beschwerdeführerin sich in diesem Bereich über das erforderliche Mass hinaus unterstützen lässt, indem sie namentlich in der Lage wäre, selber einen Wochenplan zu erstellen und die Grundreinigung in Etappen vorzunehmen. Weiter wurden für die Ernährung zehn Minuten angerechnet, weil die Beschwerdeführerin Dritthilfe zum gemeinsamen Kochen und Vorkochen erhält, ansonsten aber selber Vorgekochtes aufwärmen und einfache Mahlzeiten zubereiten kann. Selbst wenn im Übrigen für Therapie- und Arztbesuche der Beschwerdeführerin folgend 35 statt 21 Minuten angerechnet würden, änderte sich nichts am Ergebnis, weil die massgebende Schwelle von zwei Stunden auch diesfalls nicht erreicht würde.