Citation: I 91/03 22.01.2004 E. 4.2

4.2.1 Die Verwaltung hat - mit teilweise im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren nachgeschobener Begründung - den Abschluss der Umschulung damit begründet, dass es dem Beschwerdeführer zuzumuten gewesen wäre, die geplante Ausbildung mit Erfolg zu bestehen. Trotz Verschiebungen und Umstellungen des Kursprogrammes durch die Z.________ Informatik hätte der Beschwerdeführer insbesondere die auf vier Samstage verschobenen MCP-Kurse besuchen und sich auch ohne Prüfungsempfehlung der Z.________ Informatik für die externe Prüfung PC-Supporter SIZ anmelden können. Damit lassen sich der Abschluss der Umschulung und die Verweigerung weiterer Leistungen jedoch nicht rechtfertigen. Zwar setzt der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 1 IVG - und somit auch derjenige auf Umschulung gemäss Art. 17 IVG - die subjektive Eingliederungsbereitschaft des Versicherten voraus (AHI 2002 S. 108; ZAK 1991 S. 180; Urteile M. vom 2. Dezember 2003, I 720/02, Erw. 2.1, und B. vom 26. September 2002, I 341/02, Erw. 2.1). Art. 10 Abs. 2 IVG sieht ferner vor, dass die anspruchsberechtigte Person verpflichtet ist, die Durchführung der Massnahmen, die zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben getroffen werden, zu erleichtern. Die Versicherung kann ihre Leistungen einstellen, wenn der Anspruchsberechtigte die Eingliederung erschwert oder verunmöglicht. Nach der Rechtsprechung ist die Einstellung der Leistungen im Sinne von Art. 10 Abs. 2 IVG, welche Eingliederungsmassnahmen und Taggelder umfassen, allerdings erst nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 31 Abs. 1 IVG zulässig. Gemäss dieser Gesetzesbestimmung kann die Verweigerung oder der Entzug der Leistung erst verfügt werden, wenn die Verwaltung den Versicherten vorgängig durch eine schriftliche Mahnung und unter Einräumung einer angemessenen Bedenkzeit auf die Folgen seiner Widersetzlichkeit aufmerksam gemacht hat. Die Sanktion muss in gehöriger Form und unter Fristansetzung angekündigt werden. Dieses Mahn- und Bedenkzeitverfahren kann nicht durch einen blossen (in die Ablehnungsverfügung aufgenommenen) Hinweis auf die Möglichkeit einer späteren Neuanmeldung ersetzt werden (BGE 122 V 218 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat die Verwaltung eine Verletzung der Eingliederungspflichten durch den Beschwerdeführer während der gewährten Umschulungsmassnahmen nicht gerügt und diesen insbesondere auch nicht unter Fristansetzung aufgefordert, die Prüfung zum PC-Supporter SIZ abzulegen. Ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren wurde demnach nicht durchgeführt. Dies schliesst einen Abschluss der Umschulung im Sinne einer sanktionsweisen Einstellung der Leistungen infolge Erschwerung oder Verunmöglichung der Eingliederung aus. 4.2.2 Ob nach dem gewährten Lehrgang bei der Z.________ Informatik die Eingliederung abgeschlossen werden durfte, hängt deshalb davon ab, ob dem Beschwerdeführer damit im EDV-Bereich eine Erwerbsmöglichkeit vermittelt wurde, die den Verdienstmöglichkeiten im ursprünglichen Beruf als Werkzeugmacher annähernd gleichwertig ist. Denn für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtsprechung (vgl. Erw. 2.3 hievor) ist in erster Linie auf die miteinander verglichenen Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf (oder in einer dem Versicherten zumutbaren Tätigkeit) abzustellen. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin zur Begründung der angefochtenen Verfügung ausgeführt, dem Beschwerdeführer sei es zuzumuten, im EDV-Bereich ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Sie hat jedoch weder vorgängig im Hinblick auf das Umschulungsziel, wie dies notwendig gewesen wäre, noch nach den gewährten Umschulungsmassnahmen einen Einkommensvergleich vorgenommen. Damit lässt sich nicht beurteilen, ob das Erfordernis einer dem ursprünglichen Beruf annähernd gleichwertigen Beschäftigung erfüllt ist. Der Sachverhalt erweist sich aus diesem Grunde als ungenügend abgeklärt (siehe zum Untersuchungsgrundsatz BGE 122 V 158 Erw. 1a), weshalb die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen ist. 4.2.3 Bei der Neubeurteilung wird die Verwaltung zu berücksichtigen haben, dass der Versicherte die Ausbildung zum SIZ-Supporter entgegen dem Umschulungsziel nicht erfolgreich, das heisst nicht mit einem anerkannten Abschluss, beendete. Es wird demnach zunächst zu prüfen sein, ob der Beschwerdeführer aufgrund der gewährten Umschulungsmassnahmen in Form von berufsbegleitender Ausbildung und Praktikum und unter Berücksichtigung der mehrjährigen praktischen Erfahrung auch ohne anerkannten Abschluss in der Lage ist, im EDV-Bereich ein Einkommen zu erzielen, das den Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen Beruf annähernd entspricht. 4.2.4 Sollte das Kriterium der annähernden Gleichwertigkeit nach dem nicht mit einem anerkannten Abschluss beendeten Lehrgang bei der Z.________ Informatik nicht erfüllt sein, wird näher abzuklären sein, warum das Umschulungsziel des anerkannten Abschlusses mit den gewährten Eingliederungsmassnahmen nicht erreicht wurde. Der Versicherte macht geltend, das Umschulungsziel unverschuldet nicht erreicht zu haben, weil die Ausbildung bei der Z.________ Informatik nicht dem Lehrplan entsprochen und nicht erfolgreich auf die Prüfung durch die SIZ Genossenschaft Schweizerisches Informatik Zertifikat vorbereitet habe. Die Verwaltung und die Vorinstanz haben diesbezüglich zwar Abklärungen bei der Z.________ Informatik getroffen, doch kann darauf nicht abschliessend abgestellt werden. Vielmehr ist für die Beurteilung der Frage, ob der Lehrgang der Z.________ Informatik eine ungenügende Vorbereitung auf die externe Prüfung vermittelte oder ob das Verhalten des Versicherten für den Misserfolg verantwortlich war, eine Stellungnahme der SIZ Genossenschaft als Durchführungsorgan der Prüfung zu Inhalt und Qualität der Ausbildung durch die Z.________ Informatik einzuholen. Erst danach lässt sich beurteilen, aus welchen Gründen die geplante Ausbildung nicht erfolgreich abgeschlossen wurde und welche Massnahmen zur Erreichung des Umschulungsziels notwendig sind. Zweifelhaft ist schliesslich, ob die in Betracht gezogene Umschulung zum PC-Supporter SIZ unter dem Gesichtspunkt der Eingliederungsfähigkeit (dazu AHI 1997 S. 172 Erw. 3a) hinreichend abgeklärt wurde. Die Berufsberatung der Invalidenversicherung hat zwar aufgrund der langjährigen Erfahrung des Beschwerdeführers in der Computerbranche eine Ausbildung zum PC-Supporter SIZ/MCP und zum Netzwerkspezialisten befürwortet, jedoch keine näheren Eignungsabklärungen vorgenommen. Nachdem der Beschwerdeführer die beiden selbst gewählten Lehrgänge zum PC-Supporter SIZ und zum PC/LAN-Supporter SIZ nicht erfolgreich abschloss - die Prüfung PC-Supporter SIZ wurde im Jahr 2001 letztmals durchgeführt und durch die beiden neuen Prüfungen Office-Supporter und PC/LAN-Supporter SIZ abgelöst (vgl. Entwicklung der SIZ unter: www.siz.ch) -, erscheint es fraglich, ob dies die geeignete Ausbildung für den Beschwerdeführer ist. Im Sinne der vorstehenden Ausführungen wird die IV-Stelle weitere Abklärungen zur Frage der Umschulung im EDV-Bereich vorzunehmen und je nach Ergebnis allenfalls andere Möglichkeiten der Umschulung zu prüfen haben.