Citation: 8C_466/2017 E. 5.1

5.1. Mit Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten rügt der Beschwerdeführer, die ABI-Gutachter hätten sich für die psychiatrische Beurteilung des Gesundheitszustandes auf das (neuro-) psychologische Teilgutachten gestützt. Dabei sei es nicht Sache eines Psychologen, psychiatrische Diagnosen zu stellen. Dieser Einwand ist unbegründet und beruht wohl auf einem Verschrieb im angefochtenen Entscheid (vgl. E. 5.3 S. 18 Absatz 2). Die ABI-Gutachter stellen in ihrer Gesamtbeurteilung auf das psychiatrische Teilgutachten des Dr. med. I.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. Oktober 2014 ab. Weiter nimmt der Beschwerdeführer Bezug auf die "Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung" der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) vom Februar 2012 und benennt zahlreiche Mängel des psychiatrischen ABI-Gutachtens, welche die Vorinstanz nicht in die Beweiswürdigung habe einfliessen lassen. Die Rechtsprechung hat die Qualitätsleitlinien als anerkannten Standard für eine sachgerechte und rechtsgleiche (versicherungs-) psychiatrische Begutachtung bezeichnet. Sie verstehen sich als Empfehlung, von welcher im begründeten Einzelfall abgewichen werden kann. Dem Rechtsanwender soll sie bei der Beurteilung der Gutachterqualität nützlich sein (BGE 140 V 260 E. 3.2.2 S. 262). Weder Gesetz noch Rechtsprechung schreiben den Psychiatern eine Begutachtung nach den entsprechenden Richtlinien vor. Ein Gutachten verliert nicht automatisch seine Beweiskraft, wenn es sich nicht an die erwähnten Qualitätsrichtlinien anlehnt (Urteil 8C_820/2016 vom 27. September 2017 E. 5.2). Einem testmässigen Erfassen der Psychopathologien im Rahmen der psychiatrischen Exploration kann generell nur ergänzende Funktion beigemessen werden, während die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ausschlaggebend ist (Urteil 9C_276/2016 vom 19. August 2016 E. 3.2). Es liegt im Ermessen der medizinischen Fachperson, ob sie psychologische Tests durchführen will (Urteil 8C_628/2014 vom 22. Dezember 2014 E. 3.4). Aus diesem Grund ist es dem Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens nicht abträglich, dass keine Mini-ICF-APP durchgeführt wurde. Ebenso unbegründet ist der Einwand, Dr. med. I.________ habe den Psychostatus nicht anhand des Instruments AMDP (Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie) und damit unter Verletzung der fachspezifischen Leitlinien erhoben. Dieses stellt noch keine Schlüssigkeit der gutachterlichen Ergebnisse sicher (erwähntes Urteil 8C_820/2016 E. 5.2; Urteil 9C_252/2012 vom 7. September 2012 E. 8.3). Da den Experten bei der Wahl der Methode zur Erstellung des Gutachtens ein grosses Ermessen zukommt, kann nicht gesagt werden, dass nur die Anwendung einer Methode zulässig ist. Massgebend ist vielmehr, dass das Gutachten gesamthaft gesehen nachvollziehbar begründet und überzeugend ist (erwähntes Urteil 8C_820/2016 E. 5.2). Inwiefern der durch den ABI-Psychiater erhobene Psychostatus mangelhaft sein soll, vermag der Beschwerdeführer nicht überzeugend darzutun. Dauer der Untersuchung und Anzahl der psychiatrischen Explorationen unterliegen grundsätzlich ebenfalls der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum des Experten (Urteil 8C_433/2017 vom 12. September 2017 E. 3.4.1). Dasselbe gilt für das Einholen fremdanamnestischer Auskünfte (Urteil 275/2016 vom 19. August 2016 E. 4.3.2) und die Frage, ob eine Persönlichkeitsdiagnostik im Einzelfall Sinn macht (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302; Urteil 9C_889/2015 vom 15. Januar 2016 E. 2.1).