Citation: I 181/06 26.04.2007 E. 4

Vorweg ist festzuhalten, dass für die strittige Frage der Gesundheitszustand im Zeitpunkt des Einspracheentscheids, mithin dem 11. Januar 2005, massgebend ist (BGE 129 V 1 E. 1.2 S. 4 mit Hinweisen). 4.1 Anlässlich der Abklärung der Arbeitsfähigkeit kam die Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation, Spital W.________, am 18. Juli 2002 zum Schluss, aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für leichte bis mässiggradige wechselbelastende Tätigkeiten. Bei Fortführung der Therapie sollte diese steigerbar sein. Die Beschwerden seien nach 1995 nicht mehr aufgetreten. Es sei aber immer wieder zu Blockaden gekommen. Seit 1 1/2 Jahren gebe es nun vermehrt Blockaden mit Schmerzausstrahlungen gluteal links bis in die Zehen reichend. Seit der letzten Hospitalisation im Februar 2002 habe sich das Beschwerdebild verschlechtert. 4.2 Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Medizin, diagnostizierte am 5. Oktober 2002 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links. Seit 1. Juli 2002 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von über 70 % als Hilfsarbeiterin. Im Fragebogen zur medizinischen Beurteilung der Arbeitsbelastbarkeit gab er am 10. Oktober 2002 an, die bisherige Arbeit sei halbtags zumutbar, eine behinderungsangepasste Tätigkeit ganztags. 4.3 Der Hausarzt, Dr. med. P.________, diagnostizierte in seinem Bericht vom 14. Juli 2003 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links bei wahrscheinlicher lumboradikulärer Reizsymptomatik L5 links, polysegmentaler degenerativer Veränderungen LWK 1 und 2 sowie 4 und 5, medianer Diskushernie L1/L2, mediolateraler Diskushernie L4/L5 links, Bandscheibenprotrusion L5/S1 links, Retrolisthesis L5/S1 bei degenerativ verengtem Spinalkanal L5/S1, Fehlstatik des Achsenskeletts und dekonditionierter Rumpfmuskulatur. Dem Status nach EPS mit Ablation 8/2000 wegen AV-Knoten-Re-Entry-Tachycardie, dem symptomatischen Eisenmangel und der Adipositas mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Die Versicherte sei seit 29. Januar 2002 als Raumpflegerin zu mindestens 20 % arbeitsunfähig. Ab 21. August 2002 bestehe nach Perioden mit sich änderndem Ausmass der Arbeitsfähigkeit volle Arbeitsunfähigkeit, ab 1. Juli 2003 bis auf weiteres eine solche von 50 %. Am 29. Dezember 2003 wiederholte er diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Der Krankheitsverlauf seit 1991 sei durch eine langsame progrediente Verschlechterung gekennzeichnet. Die Schmerzen hätten stetig zugenommen und seien teilweise invalidisierend. Die Versicherte könne höchstens leichte Arbeiten verrichten. 4.4 Dr. med. L.________ hielt in seinem Bericht vom 17. Juli 2003 fest, die Versicherte sei seit 1. Juli 2002 zu über 50 % arbeitsfähig. Auf lange Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für leichte bis mässiggradige wechselbelastende Tätigkeit. Die Rückenschmerzen hätten sich im Laufe des letzten Jahres verstärkt, auch im Haushaltsbereich. Die Versicherte gebe an, dass sie keine schmerzfreien Intervalle mehr habe. Er habe den Fragebogen zusammen mit ihr ausgefüllt und ein schlechtes Gefühl dabei, da er nicht in der Lage sei, die Belastbarkeit zu beurteilen. Die Angaben auf dem Fragebogen würden das subjektive Empfinden der Versicherten wiedergeben. 4.5 Dr. med. B.________, Facharzt für Neurochirurgie, Zürich, welcher die Versicherte seit 1991 behandelt, hielt am 26. März 2004 eine Verschlimmerung des Zustandes seit 1991 fest. Im Bericht vom 2. April 2004 stellte er auf Grund weiterer Untersuchungen fest, dass ein generalisiertes, degeneratives Wirbelsäulenleiden vorliege. Auch wenn er keine eingehende arbeitsmedizinische Abklärung vorgenommen habe, bestehe keine Arbeitsfähigkeit in vernünftigem Ausmass. Er empfahl einen stationären Aufenthalt in einem Rheumazentrum. 4.6 Die Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation, Spital W.________, wo die Versicherte von 10. bis 20. Mai 2004 hospitalisiert war, diagnostizierte am 27. Mai 2004 ein chronisches lumboradikuläres Syndrom L5 links bei mediolateraler Diskushernie L4/5 mit Nervenwurzellimitation L5 links, ein intermittierend zervikospondylogenes Schmerzsyndrom und Adipositas. Am 15. Juni 2004 bescheinigten die behandelnden Ärzte eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für leichte bis mittlere körperliche Tätigkeiten ab 29. Mai 2004. 4.7 Dr. med. P.________ bekundete in seinem Schreiben vom 1. Oktober 2004 an die IV-Stelle sein Unverständnis über die Verfügung vom 9. September 2004. Nebst den bekannten Diagnosen hob er jene des Verdachts auf Fibromyalgiesyndrom hervor. Da seine hausärztliche Sicht bei der Beurteilung auszuklammern sei, verweise er auf jene objektiv beurteilender Fachkollegen. 4.8 In seinem Bericht vom 23. Januar 2005 führte Dr. med. P.________ die bekannten Leiden auf, einschliesslich des Verdachts auf ein Fibromyalgiesyndrom, und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % als Raumpflegerin seit 29. Januar 2002 sowie nach verschiedenen Perioden voller Arbeitsunfähigkeit eine solche von 50 % seit 1. August 2004. 4.9 Gemäss Bericht der Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, Universitätsspital Y.________, vom 9. März 2006 leidet die Versicherte an einem chronischen spondylogenen Syndrom, einem intermittierenden zervikospondylogenen Schmerzsyndrom, Adipositas, symptomatischem Eisenmangel, Status nach EPS mit Ablation 8/2000 wegen AV-Knoten und Re-Entry-Tachykardie. Zudem wird der Verdacht auf ein generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom geäussert und festgehalten, eine somatoforme Schmerzstörung sei wahrscheinlich. Da aufgrund der Selbstlimitierung bei insgesamt mässiger Leistungsbereitschaft keine funktionellen Limiten während den Tests beobachtet werden konnten, könne zur definitiv verbliebenen Arbeitsfähigkeit keine konklusive Stellungnahme erfolgen. Aus theoretisch-rheumatologischer Sicht erscheine ein 50 %-Pensum für leichte, wechselbelastende Tätigkeit auf Grund der strukturellen Befunde fraglich begründet.