Citation: I 332/03 11.08.2003 E. 4

4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was die versicherte Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c mit Hinweisen). 4.2 Während die Vorinstanz im Wesentlichen gestützt auf die im Abklärungsbericht Haushalt vom 17. Oktober 2001 enthaltenen Angaben, wonach die Versicherte ohne gesundheitliche Einschränkungen mindestens seit dem Schuljahr 1999/2000 eine Erwerbstätigkeit zu 50 % aufgenommen hätte, wogegen ein höheres Arbeitspensum wegen des Kindes ausgeschlossen wäre, von einer hälftigen Arbeit ausser Haus ausging, macht die Beschwerdeführerin geltend, sich nicht in diesem Sinne geäussert zu haben. Vielmehr sei von einer Teilerwerbstätigkeit im Ausmass von 50 % - 80 % die Rede gewesen. Eine entsprechende Arbeit (je rund drei Stunden vor- und nachmittags) in der Gastronomie oder Reinigungsbranche hätte es ihr ermöglicht, das Kind am Mittag und auch abends zu betreuen. 4.3 Zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses (24. Juni 2002) war der bereits seit längerem schulpflichtige Sohn der Beschwerdeführerin (geboren 7. August 1992) knapp zehn Jahre alt und damit nicht mehr in einem Alter, das eine ständige Betreuung seitens eines Elternteils erfordert. Vielmehr ist mit der Betreuung eines Kindes in diesem Alter angesichts der durch den Schulunterricht bedingten Abwesenheiten auch die Erfüllung eines höheren ausserhäuslichen Arbeitspensums durch die Mutter, beispielsweise im Umfang von 60 %, ohne weiteres vereinbar, selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die Betreuung des Kindes ausschliesslich der Mutter obliegt. Dies gilt umso mehr, als Arbeitszeiten, die den Bedürfnissen der Beschwerdeführerin entgegenkommen, gerade in den von ihr genannten Erwerbszweigen nicht unüblich sind. Die Versicherte lebt mit ihrer Familie in einer Dreieinhalb-Zimmerwohnung, deren Pflege nicht einen übermässig grossen Aufwand verursacht. Des Weiteren erscheint es aus finanziellen Gründen nahe liegend, dass die Beschwerdeführerin eine Tätigkeit in einem höheren Umfang als 50 % aufnehmen würde, erzielt doch ihr Ehemann lediglich ein bescheidenes Einkommen (laut vorinstanzlichen Feststellungen unter Fr. 4000.- im Monat). Nachdem im Abklärungsbericht Haushalt festgehalten ist, dass die Versicherte mindestens seit dem Schuljahr 1999/2000 eine Erwerbstätigkeit zu 50 % aufgenommen hätte, während erst- und letztinstanzlich vorgebracht wird, die Beschwerdeführerin hätte im Gesundheitsfall eine Teilzeitstelle im Umfang von 50 % bis 80 % gesucht, ist angesichts der dargelegten Umstände, die für eine ausgedehntere hypothetische Erwerbstätigkeit sprechen, die Annahme nicht von der Hand zu weisen, dass der von der Abklärungsperson protokollierte Wert von 50 % auf einem Missverständnis beruht. Darauf deutet auch die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgelegte Bestätigung der Schwester der Versicherten (vom 8. Mai 2003) hin, die ausführt, bei der Abklärung im Haushalt vom 17. Oktober 2001 sei durchwegs von einer Teilzeitstelle "bis höchstens 80 %, mindestens aber 50 %" die Rede gewesen. Auf Grund einer Würdigung der gesamten zu berücksichtigenden Umstände kann als überwiegend wahrscheinlich gelten, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (24. Juni 2002) eine Teilerwerbstätigkeit von mindestens 60 % ausgeübt hätte. Damit ergibt sich eine Aufteilung der Aufgabenbereiche von 60 % Erwerbstätigkeit und 40 % Haushaltführung. Bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit im erwerblichen Bereich und einer Einschränkung von 30 % bei der Besorgung des Haushalts resultiert ein Invaliditätsgrad von insgesamt 72 % (60 % + 12 % [30 x 40 % : 100]), weshalb die Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2001 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.