Citation: 8C_150/2024 E. 6.2

6.2. Die Zervikobrachialgie resp. das Zervikobrachialsyndrom bezeichnet Schmerzen im Bereich des Halses, des Schultergürtels und der Arme (Brachialgie), evtl. mit sensiblen und motorischen Ausfällen, vegetativ-trophischen Störungen infolge Distorsion der Halswirbelsäule, Bandscheibenschaden etc. mit Irritation oder Kompression von Wurzeln zervikaler Spinalnerven. Die Ursache kann degenerativer (Bandscheibendegeneration) oder traumatischer Natur sein (z.B. nach HWS-Distorsion; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 269. Aufl. 2023, S. 1922). Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Ausführungen des Dr. med. G.________ leuchtet nicht ein, warum sich gemäss Dr. med. C.________ (vgl. Beurteilung vom 10. September 2021) jegliche Diskussion über einen Zusammenhang zwischen der HWS-Distorsion und den Schulterschmerzen erübrigen soll. Vielmehr wäre der beratende Arzt gehalten gewesen, sich mit der Frage der Unfallkausalität der fachärztlich diagnostizierten Zervikobrachialgie resp. der muskuloskelettalen Omalgie auseinanderzusetzen. Wohl trifft zu, dass im Bericht der erstbehandelnden Ärztin und im gleichentags ausgefüllten Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma keine Schulterbeschwerden erwähnt werden. Immerhin ist aber von einem Nackenhartspann die Rede. Der Beschwerdeführer selber gab in einem Fragebogen am 1. September 2020 an, sich am Tag nach dem Unfall wegen Nackenschmerzen in ärztliche Behandlung begeben zu haben und aktuell unter Schulterschmerzen rechts und Kopfschmerzen zu leiden. Trotz dieser Schmerzen arbeitete er nach dem Unfall weiter als Pizzaiolo, bevor ihn seine Hausärztin am 22. Januar 2021 ab 5. Januar 2021 zu 100 % krank schrieb. Gemäss ihrem Arztzeugnis vom 3. März 2021 kam es im Rahmen der Arbeit zu verstärkten Schulterschmerzen rechts. Damit im Einklang steht die Einschätzung des Dr. med. G.________ (vgl. E. 5.3.3 hiervor), wonach es aufgrund der zunächst während Monaten weiterhin ausgeübten Tätigkeit als Pizzaiolo zu einer Verstärkung der Schmerzen infolge vermehrter Formierung von myofaszialen Triggerpunkten gekommen sei. Die Schulterschmerzen standen demnach zu Beginn offenbar nicht im Vordergrund. Sie verschlimmerten sich aber im weiteren Verlauf unter der Belastung der Tätigkeit als Pizzaiolo.