Citation: 6B_760/2022 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz weist den Beweisantrag des Beschwerdeführers gestützt auf eine antizipierte Beweiswürdigung ab. Dabei stuft sie die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zur oralen Penetration als konstant, schlüssig und nachvollziehbar ein. Diesbezüglich stellt sie fest, der Penis des Beschwerdeführers sei jedenfalls so stark erigiert gewesen, dass eine mehrfache orale Penetration habe erfolgen können. Der Beschwerdeführer erhebt in diesem Zusammenhang keine Willkürrüge, wendet jedoch ein, dass aufgrund seiner erektilen Dysfunktion ein Gutachten einzuholen gewesen wäre zur Ermittlung der Frage, inwiefern es ihm zum Tatzeitpunkt möglich gewesen sei, eine Erektion zu haben und eine orale Penetration zu erzwingen. Dabei übersieht er, dass die Vorinstanz eine erektile Dysfunktion des Beschwerdeführers gerade nicht ausschliesst. Vielmehr weist sie darauf hin, dass eine aktuelle medizinische Untersuchung zu seiner Erektionsfähigkeit im Winter 2017/2018 lediglich eine bedingte Aussagekraft hätte. Damit bringt sie zutreffend zum Ausdruck, dass die Ermittlung des genauen Umfangs einer allfälligen erektilen Dysfunktion zum Tatzeitpunkt rückwirkend fraglich erscheint, zumal sie die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 zur oralen Penetration ohne Willkür als glaubhaft einstuft. Der Bericht von Dr. med. D.________ vom 9. April 2019 ist nicht aussagekräftig, da der Arzt seine Diagnose der erektilen Dysfunktion beim Beschwerdeführer lediglich anamnestisch, d.h. also bloss mittels dessen Befragung, durchgeführt hat. Weitergehende Untersuchungshandlungen sind dem ärztlichen Bericht nicht zu entnehmen. Zur Verifizierung der anamnestischen Diagnose bestehe gemäss dem vorgenannten Bericht die Möglichkeit, ein Schwellkörper-Injektionstest durchzuführen (erstinstanzliche Akten, act. 96 f.). Darüber hinaus geht aus diesem Bericht nicht hervor, inwiefern dieser Test geeignet wäre, rückwirkend die Erektionsfähigkeit des Beschwerdeführers zum Tatzeitpunkt zu ermitteln. Die Abweisung des Beweisantrags des Beschwerdeführers betreffend Einholung eines Gutachtens zu seiner Erektionsfähigkeit ist dementsprechend nicht zu beanstanden und seine diesbezüglichen Rügen erweisen sich somit als unbegründet, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann. Damit erübrigt es sich auch, auf seine Rüge, die Vorinstanz habe den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt, indem sie kein Gutachten zu seiner Erektionsfähigkeit eingeholt habe, einzugehen, besteht doch aufgrund der Feststellungen der Vorinstanz kein Raum für die Anwendung dieses Grundsatzes (vgl. BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2).