Citation: BGE 131 I 185 E. 3.2.2

Es ist dem Grundsatz nach zulässig, ein Strafverfahren auch dann durchzuführen, wenn der Angeschuldigte nicht alle Anforderungen an seine Prozessfähigkeit im Sinne des Zivilprozessrechts erfüllt. Bei nur eingeschränkter Verhandlungsfähigkeit sehen die Prozessgesetze Kautelen vor, z.B. die notwendige Verteidigung, wenn der Angeschuldigte infolge geistiger oder körperlicher Beeinträchtigungen seine Rechte nicht selber zu wahren vermag (NIKLAUS Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, Rz. 467 f.; GÉRARD Piquerez, Manuel de procédure pénale suisse, Zürich 2001, Rz. 866).