Citation: I 765/03 03.03.2004 E. 3

Vorab ist zu prüfen, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. 3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung führt -, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Diese Frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 194 Erw. 3b, je mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 76 S. 222 Erw. 2c; Urteil M. vom 13. November 2002, I 58/02, Erw. 1.2). Bei verheirateten Versicherten erfolgt die Beurteilung der Statusfrage insbesondere auch unter eherechtlichen Gesichtspunkten auf Grund einer Gesamtwürdigung der persönlichen, beruflichen, sozialen und ökonomischen Umstände des konkreten Falles; keinem dieser Kriterien kommt zum Vornherein vorrangige Bedeutung zu (BGE 117 V 197 f. Erw. 4b in fine; Urteil P. vom 19. November 2003, I 846/02, Erw. 5.2 mit Hinweisen). 3.2 Aus den Akten - namentlich den Arbeitgeberberichten der Kreispostdirektion X.________ vom 24. Mai 1996, der Confiserien H.________ vom 11. Oktober 2000 und S.________ vom 12. Oktober 2000 sowie den Zwischenverdienstbescheinigungen - ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin vor Aufgabe ihrer Erwerbstätigkeit per 6. September 1999 regelmässig zu mehr als 50 % gearbeitet hat. Ob der Beschäftigungsgrad während Jahren zwischen 50 - 55 % geschwankt, so die Vorinstanz, oder sich - wie von der Versicherten geltend gemacht - zwischen 69 und 93,76 % bewegt hat, braucht indessen nicht abschliessend eruiert zu werden, zumal sich genaue Angaben mangels erhältlicher Arbeitsverträge nicht (mehr) erheben lassen. Letzteren Umstand bezeugen insbesondere auch die diesbezüglich sehr ausführlichen Vorbringen der Beschwerdeführerin, welche teilweise - eben gerade zufolge anscheinend nicht immer vollständiger Unterlagen - doch eher spekulativ anmuten. Massgebend ist nach der hievor dargelegten Rechtsprechung einzig, in welchem Umfang die Versicherte als Valide bei im Übrigen unveränderten Verhältnissen einer ausserhäuslichen Beschäftigung nachginge. Dabei stellt die bisherige beruflicherwerbliche Situation zweifellos ein gewichtiges Indiz dar, welches aber - vor allem wenn wie vorliegend mit gewissen Unsicherheiten behaftet - in Verbindung mit anderen Faktoren beurteilt werden muss. So ist etwa dem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 9. August 1996 zu entnehmen, dass die Versicherte eine Teilzeitarbeit von höchstens 25 Stunden wöchentlich gesucht hatte. In der Anmeldung zur Arbeitsvermittlung wurde als "Status" denn auch "50 - 60 %" vermerkt. Ferner gab die Beschwerdeführerin im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit bzw. Statusfrage" vom 13. Oktober 2000 an, ohne Behinderung alle möglichen Arbeiten mit einem Tageseinsatz von 50 - 60 % auszuüben und beantwortete die Frage, wieviele Stunden sie als Valide beruflich tätig sein würde mit ca. 50 - 70 % ("vermutlich noch bei U.________-Confiserie"). Diese Auskünfte wurden im Abklärungsbericht Haushalt vom 4. Juli 2001 - offensichtlich ohne Opposition seitens der Versicherten - bestätigt. Erst als Reaktion auf den Vorbescheid vom 2. Mai 2002 hin liess die Beschwerdeführerin mit Stellungnahme vom 28. Oktober 2002 einwenden, als Gesunde zu 70 bzw. ab 1. August 2002 sogar zu 100 % erwerbstätig zu sein. Auf Grund dieser Aktenlage kann als erstellt gelten, dass die Versi-cherte im Gesundheitsfall zu rund 60 % eine Erwerbstätigkeit im bis-herigen beruflichen Umfeld ausgeübt hätte. Dafür, dass sie ab dem 1. August 2002 vollzeitlich einer erwerblichen Beschäftigung nachgegangen wäre, bestehen hingegen nicht genügend Anhaltspunkte. Zum einen war die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen zu keinem Zeitpunkt vollzeitlich ausserhäuslich beschäftigt gewesen. Ferner hat sie sich weder im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit bzw. Statusfrage" noch gegenüber der die Verhältnisse im Haushalt abklärenden Person in diesem Sinne verlauten lassen. Derartige im Verlauf des Ablärungsverfahrens gemachte Angaben sind indessen praxisgemäss stärker zu gewichten als spätere, anders lautende Er-klärungen, welche von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (AHI 2000 S. 197 Erw. 2d; Erw. 3 des in RKUV 2001 Nr. U 437 S. 342 ff. auszugsweise publizierten Urteils C. vom 18. Juli 2001, U 430/00; Urteil Z. vom 2. September 2003, I 77/03, Erw. 3.2.3; vgl. auch BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen). Der Um-stand, dass die jüngste, 1981 geborene Tochter erst Mitte 2002 ihre Berufslehre mit Erfolg abgeschlossen hat, vermag daran nichts zu än-dern. Sie war schon seit Jahren der intensivsten Betreuungsphase entwachsen und somit in der Lage - und auf Grund der von Familien-angehörigen ohnehin zu erbringenden erweiterten Mithilfe (vgl. ZAK 1984 S. 133 ff. Erw. 5; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 222 f.) sogar angehalten - selber einen massgeblichen Beitrag an den elterlichen Haushalt zu leisten und damit die Mutter häuslich zu entlasten. Wie jedenfalls dem "Zeugenbericht" vom 24. Oktober 2002 zu entnehmen ist, scheint der Beschwerdeführerin eine solche Unterstützung seitens ihres Ehemannes sowie ihrer Tochter denn auch zuteil zu werden. Die Aussage, einzig auf Grund der noch nicht abgeschlossenen Ausbildung der Tochter bis im August 2002 kein Vollpensum aufgenommen zu haben, erscheint zudem vor dem Hintergrund, dass die Versicherte nach eigenen Angaben in den Jahren 1992 und 1993 - als die beiden jüngsten Kinder notabene erst 11- und 12- bzw. 12- und 13-jährig waren - zu 93,76 bzw. 89,5 % gearbeitet haben soll, zumindest widersprüchlich. Allein aus der Tatsache, dass die Versicherte sich während ihrer kontrollierten Arbeitslosigkeit auch für Vollzeitstellen beworben hat, lässt sich sodann ebenfalls auf kein anderes Ergebnis schliessen, ist doch letztlich nicht bekannt, wie ernsthaft sie sich tatsächlich um derartige Pensen bemüht hat, zumal die entsprechenden Nachweise aus den Jahren 1996 und 1997 datieren, als die Versicherte - gemäss ihrer Aussage - eben gerade noch keine Arbeit zu 100 % hatte ausüben wollen. Was im Übrigen die für die Zeit bis 31. Juli 2002 geltend gemachte 70 %ige Erwerbstätigkeit anbelangt, vermöchte auch eine derartige Annahme zu keinem anderen Schluss zu führen (vgl. Erw. 4.2 in fine und 6 hier-nach).