Citation: 1C_98/2022 E. 1.2.4

1.2.4. Im Nachgang an das bundesgerichtliche Urteil 1C_380/2017 vom 17. Juli 2018, welches die nähere Abklärung der Schutzwürdigkeit des Gebäudes an der Hochstrasse 3 mittels Sachverständigengutachtens verlangte, stellte die Bauherrschaft beim Stadtrat Zürich einen Antrag auf Abklärung der Schutzwürdigkeit des betreffenden Gebäudes, mithin ein Provokationsbegehren im Sinne von § 213 PBG/ZH. In der Folge sistierte das Baurekursgericht die bei ihm hängigen Verfahren. Dem vorliegenden Verfahren liegt somit kein projektbezogener Entscheid der Baubewilligungsbehörde zugrunde, sondern ein negativer Unterschutzstellungsentscheid des Stadtrats Zürich, welcher gestützt auf ein Provokationsbegehren der Bauherrschaft und in abstrakter Weise erfolgte. Es handelt sich daher um ein selbständiges Verfahren (oben E. 1.2.3), das durchgeführt wurde, während die diversen Baubewilligungsverfahren vor dem Baurekursgericht sistiert waren. Dies gilt umso mehr, als für das betreffende Grundstück insgesamt drei unterschiedliche Baubewilligungsgesuche hängig sind und nach wie vor nicht feststeht, welches der Bauprojekte tatsächlich umgesetzt werden soll. Der vorliegend zu beurteilende Entscheid über die Schutzwürdigkeit gilt dementsprechend über die Baubewilligungsverfahren hinaus und würde namentlich auch Geltung behalten, wenn die hängigen Baubewilligungsgesuche zurückgezogen würden. Wie zuvor dargelegt, erhält die Bauherrschaft dadurch eine abschliessende Beantwortung der Frage der Unterschutzstellung und damit Rechts- und Planungssicherheit. Unter diesen Umständen ist das Verfahren hinsichtlich der Frage der Unterschutzstellung des Gebäudes Hochstrasse 3 auf kantonaler Ebene sowohl prozessual als auch materiell beendet und ist somit von einem selbständig anfechtbaren (Teil-) Endentscheid auszugehen (Art. 90 f. BGG; vgl. E. 1.2.1 hiervor). Diese Betrachtungsweise steht auch nicht im Widerspruch zum Koordinationsgebot nach Art. 25a RPG (SR 700). Zwar kann ein Koordinationsbedarf bestehen, wenn zwischen Denkmalschutzmassnahmen und geplanten baulichen Massnahmen ein enger sachlicher Zusammenhang besteht (vgl. Urteil 1C_617/2017 vom 25. Mai 2018 E. 2.3). Im vorliegenden Fall, in dem die Frage der Unterschutzstellung eines Gebäudes zunächst abschliessend in einem separaten, vorgelagerten Verfahren abstrakt beurteilt wird, ist eine vorgängige Koordination mit allfälligen Baubewilligungsverfahren für dasselbe Gebäude jedoch nicht erforderlich. Im Gegensatz zur Konstellation, in der zuerst über die Baubewilligungsgesuche entschieden würde, besteht auf diese Weise keine Gefahr widersprüchlicher Entscheide.