Citation: 2C_558/2018 E. 2.3.4

2.3.4. Der Beschwerdeführer beanstandet zu Recht, dass sich die Vorinstanz in ihrer Beweiswürdigung auf diese Indizien abgestützt hat. Es ist schwer verständlich, inwiefern dem Umstand, dass der Beschwerdeführer 2011 nicht um die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ersuchte, Beweiskraft für die Frage zukommen soll, ob der Ehewillen zwischen November 2010 und 12. August 2013 erloschen war. Die Ehegatten hatten dem AfM bereits ein Jahr zuvor angezeigt, dass der Auslandsaufenthalt des Beschwerdeführers ungefähr zwei Jahre dauern würde. Dieser Auslandsaufenthalt von mehr als sechs Monaten hatte nach Art. 61 Abs. 1 lit. a bzw. Art. 61 Abs. 2 AIG das Erlöschen der Bewilligung zur Folge, worüber das AfM die Ehegatten denn auch unterrichtet hatte. Es bestand folglich keinerlei Veranlassung für den Beschwerdeführer oder seine Ehefrau, im Herbst 2011 aktiv zu werden und um eine Verlängerung der (bereits erloschenen) Aufenthaltsbewilligung zu ersuchen, zumal die Rückkehr in die Schweiz des Beschwerdeführers nicht unmittelbar bevorstand. So oder anders lässt sich aus diesem Verhalten der Ehegatten jedenfalls kein Schluss auf ein Erlöschen des Ehewillens ziehen. Dass sich die Ehegatten während der Landesabwesenheit des Beschwerdeführers nicht gegenseitig besuchten bzw. besuchen konnten, genügt für sich alleine ebenfalls nicht, um den Ehegatten den Ehewillen abzusprechen, zumal der Beschwerdeführer diesen Umstand plausibel mit der schlechten finanziellen Lage der Ehegatten erklärte. Es geht in diesem Zusammenhang auch nicht an, dem Beschwerdeführer vorzuhalten, die Ehegatten hätten sich ja auch schon vor der Ehe gegenseitig besucht. Schliesslich hat die Vorinstanz nicht festgestellt, dass die finanziellen Verhältnisse bzw. gegebenenfalls die finanzielle Unterstützung durch Verwandte vor der Ehe auch rund vier Jahre später noch gleich fortbestanden hätten. Hingegen hat sie festgestellt, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise im November 2010 Sozialhilfe bezogen hatte, sodass seine finanzielle Bedürftigkeit zu jenem Zeitpunkt ausgewiesen ist.