Citation: 6P.40/2005 01.09.2005 E. 3

Der Beschwerdeführer beanstandet ferner seine Nichteinweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt gemäss Art. 100bis StGB. Der angefochtene Entscheid sei bundesrechtswidrig, weil die Vorinstanz seine Erziehbarkeit zur Arbeit aufgrund des zur Verfügung stehenden offenbar knappen Zeithorizonts verneine. Richtiger Ansicht nach sei der Zeithorizont keine Voraussetzung für die Anordnung dieser Massnahme. Ausserdem würden zu hohe Anforderungen an sein Verhalten gestellt, wenn die Vorinstanz die disziplinarischen Ereignisse in der Strafanstalt zu seinen Lasten würdige. 3.1 Wesentliche Beurteilungskriterien für die Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt bilden Fehlentwicklung, Erziehbarkeit, Delinquenzverhütung und Ungefährlichkeit. Sind die Voraussetzungen von Art. 100 und 100bis StGB erfüllt, muss das Gericht die Massnahme anordnen (BGE 118 IV 351 E. 2d). Es sollen junge Erwachsene eingewiesen werden, deren Entwicklung sich noch wesentlich beeinflussen lässt und die dieser Erziehung zugänglich erscheinen (BGE 123 IV 113 E. 4c; 118 IV 351 E. 2b und d). Die Einweisung wird daher um so weniger in Betracht kommen, je weniger der Betroffene beeinflussbar erscheint. Damit zusammenhängend sind um so höhere Anforderungen zu stellen, je länger die Strafe gegen einen jungen Erwachsenen zu bemessen wäre (BGE 125 IV 237 E. 6b; 118 IV 351 E. 2d). 3.2 In Anlehnung an das Gutachten vom 4. August 2003 geht die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer ein Entwicklungsdefizit aufweist, mit welchem seine Delikte zusammenhängen. Die Frage der Erfolgsaussicht einer Psychotherapie spiele grundsätzlich keine Rolle, weil der Gutachter keine forensisch relevante Störung geortet habe, die einer Behandlung bedürfe. Die Taten des Beschwerdeführers seien Ausdruck seiner Persönlichkeit und seiner spezifischen Situation. Die Vorinstanz folgert weiter, dass sich bedeutsame Rückschlüsse auf die derzeit schlechte Prognose insbesondere aus der Tatsache ergäben, dass sich der Beschwerdeführer sozusagen nur als Opfer der andern darzustellen versuche. Dies sei - auch nach Ansicht des Gutachters - eine schlechte Voraussetzung für eine deliktsfreie Zukunft. Die fehlende bzw. verzerrte Auseinandersetzung mit der Tat, bei welcher das eigene Fehlverhalten auf andere projiziert werde, erweise sich prognostisch als höchst ungünstig. Eine Erziehbarkeit liege daher alles andere als auf der Hand. Damit hat die Vorinstanz die massgeblichen Gesichtspunkte für die Beurteilung der Erziehbarkeit berücksichtigt. Daran ändert nichts, dass sie die Voraussetzungen für eine Anstaltseinweisung auch im Rahmen des zur Verfügung stehenden Zeithorizonts als wenig Erfolg versprechend bezeichnet hat. Der Beschwerdeführer verkennt bei seiner Kritik, dass diese Überlegung des Gerichts nicht ausschlaggebend dafür war, ihm die Erziehbarkeit abzusprechen. Ebenso wenig ist sodann zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Arbeitshaltung des Beschwerdeführers während des Vollzugs in die Beurteilung der Erfolgsaussichten der Massnahme miteinbezogen und die fraglichen disziplinarischen Ereignisse gemäss Führungsbericht vom 22. September 2004 zu seinen Lasten gewürdigt hat. Denn im Sinne der angeführten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind vorliegend von hohen Anforderungen an die Erziehbarkeit und Delinquenzverhütung auszugehen. Angesichts der Schwere der verübten Straftaten und ihrer Begehungsweise bejaht die Vorinstanz zu Recht auch die Gefährlichkeit des Beschwerdeführers, was die Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt ausschliesst (BGE 125 IV 237 E. 6b). Vor diesem gesamten Hintergrund ist in Anbetracht einer fehlenden Entwicklung jedenfalls nicht ersichtlich, aus welchen Gründen der Beschwerdeführer alleine durch eine Arbeitserziehung derart gebessert würde, dass er von weiteren Delikten ab-gehalten würde. Die Voraussetzungen für eine Arbeitserziehungsmassnahme erweisen sich demnach als nicht erfüllt. Der angefochtene Entscheid verletzt damit kein Bundesrecht.