Citation: 8C_206/2022 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, der Kreisarzt Dr. med. D.________ übersehe, dass zur Bejahung der Unfallkausalität bereits eine Teilursächlichkeit des Unfallereignisses genüge. Allein aus dem Umstand, dass Hinweise auf eine degenerativ bedingte Vulnerabilität vor dem Unfallereignis bestanden hätten, dürfe nicht geschlossen werden, der Unfall habe höchstens zu einer vorübergehenden Verschlimmerung führen können. Dem ist entgegenzuhalten, dass sich der Kreisarzt nicht darauf beschränkte, degenerative Veränderungen im Bereich der linken Schulter festzustellen. Er berücksichtigte unter anderem auch die Tatsache, dass sich im Bereich der das Schultergelenk umgebenden Weichteile keine Signalerhöhungen zeigten, die auf eine relevante Gewalteinwirkung hinweisen würden. Auch im Bereich des Humeruskopfes oder der Gelenkpfanne hätten sich keine Signalerhöhungen, kein intraartikulärer Gelenkerguss oder andere Zeichen für eine relevante Traumatisierung gezeigt. Hingegen habe bereits in der Bildgebung 2017 eine deutliche Einengung des subacromialen Raumes sowie eine AC-Gelenkarthrose vorgelegen, was ein wichtiger Faktor für die Entstehung von degenerativen Rupturen sei. Dr. med. D.________ begründete damit nachvollziehbar, weshalb die bestehende transmurale, knapp 12 mm lange Ruptur der ventralen Supraspinatussehne (vgl. MRT-Abklärung vom 6. Mai 2020) nicht auf das Unfallereignis vom 24. April 2020, sondern vielmehr auf ein Fortschreiten der vorbestehenden degenerativen Veränderungen zurückzuführen ist. Er legte schlüssig dar, dass ein alltäglicher alternativer Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung bewirkt hätte, weshalb der Unfall nicht als kausal bedeutsames Ereignis erscheint, sondern als austauschbarer Anlass (vgl. E. 2.3 hiervor). Im Übrigen ist unbestritten, dass beim Sturz erhebliche Kräfte auf die Rippen wirkten. Daraus ist aber nicht abzuleiten, dass auch im Bereich der linken Schulter eine relevante Gewalteinwirkung stattfand. Dr. med. D.________ wies nicht nur auf die fehlenden Prellmarken und Hautabschürfungen hin, sondern auch auf die oben genannten fehlenden "inneren" Zeichen für eine relevante Traumatisierung. Angesichts dieser fehlenden Hinweise für eine traumatische Sehnenruptur schmälert es den Beweiswert seiner Beurteilung nicht entscheidend, dass sich der Kreisarzt nicht näher zum Unfallhergang und zum -mechanismus äusserte.