Citation: 4A_382/2014 E. 6.3

6.3. In objektiver Hinsicht steht zusammenfassend mit dem kantonalen Gericht fest, dass der Beschwerdeführer 2 nach Massgabe von Art. 40 VVG zumindest Tatsachen, die geeignet sind, die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auszuschliessen oder zu mindern, verschwiegen hat. Nach der Aktenlage kann sogar davon ausgegangen werden, dass leistungsrelevante Fakten unrichtig mitgeteilt wurden. Der Entscheid darüber, ob sich das Ausführen "gewisser, notwendiger Arbeiten" leistungsmindernd auswirkt oder nicht, ist vom - entsprechend informierten - Versicherer, nicht aber vom Versicherten selber zu fällen. Eine diesbezügliche Mitteilungspflicht besteht entgegen den Vorbringen in der Beschwerde sehr wohl. Auch die subjektiv erforderliche Täuschungsabsicht ist sodann mit der Vorinstanz zu bejahen. Der Beschwerdeführer 2 muss sich im Sinne eines grob unsorgfältigen Verhaltens vorwerfen lassen, dass er es zum einen pflichtwidrig unterlassen hat, die Beschwerdegegnerin über seine berufliche Betätigung zu orientieren. Zum andern liess er durch die involvierten Ärzte zuhanden des Versicherers stets eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigen, obgleich eine solche offensichtlich nicht (mehr) gegeben war (vgl. auch Nef, a.a.O., N. 61 und 65 zu Art. 40 VVG). Eine bundesrechtswidrige Anwendung von Art. 40 VVG ist nach dem Gesagten zu verneinen. Da der Beschwerdeführer 2 auf Grund seiner Stellung als Geschäftsführer und damit als Organ die Handlungen der Beschwerdeführerin 1 geprägt hat, ist ihr sein Verhalten als ihr eigenes Verhalten anzurechnen (Nef, a.a.O., N. 10 zu Art. 40 VVG). Die Beschwerdegegnerin war damit nicht länger an die mit der Beschwerdeführerin 1 abgeschlossenen Versicherungsverträge gebunden und durfte davon zurücktreten (E. 5.2 hievor). Für die ab dem 16. Oktober 2007 erbrachten Leistungen steht ihr ferner ein - in betraglicher Hinsicht unbestrittener - Rückerstattungsanspruch von insgesamt Fr. 35'755.-- zu. Auch die Überwälzung der Überwachungskosten in der Höhe von Fr. 10'000.-- erweist sich sodann nach den zutreffenden, jedenfalls aber nicht offenkundig fehlerhaften Ausführungen im angefochtenen Urteil als gerechtfertigt. Die Verzugs- und Schadenszinsberechnung wird nicht weiter beanstandet, sodass es folglich beim vorinstanzlichen Urteil bleibt.