Citation: 8C_537/2009 03.03.2010 E. 4

Das kantonale Gericht hat unter Hinweis auf die Schleudertrauma-Praxis erwogen, es sei bereits fraglich, ob von einer HWS-Distorsion auszugehen sei. Auch sei nicht das schleudertraumatypische Beschwerdebild geklagt worden. Auffallend sei sodann, dass die Versicherte im Verlauf zunehmend über weitere Beschwerden geklagt habe. Das spreche gegen eine Unfallkausalität und zeige, dass die Beschwerden vielmehr auf die auch altersbedingt angeschlagene Gesundheit zurückzuführen seien. Selbst wenn aber vom Vorliegen einer HWS-Distorsion und einem entsprechenden natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 10. April 2007 ausgegangen würde, wäre ohnehin der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen. Bei der Auffahrkollision hätten keine ausserordentlichen Kräfte auf die Kopf- und Halsregion eingewirkt. Es seien auch sonst keine äusseren Umstände ersichtlich, die geeignet wären, erhebliche und langwierige Gesundheitsstörungen mit entsprechender Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu verursachen. Angesichts der tiefen kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeuges der Versicherten, der kaum sichtbaren Schäden an den Autos, dem unterlassenen Beizug der Polizei, der Rückkehr der Versicherten an den Arbeitsplatz nach dem Unfall, der Vorstellung beim Arzt erst am übernächsten Tag und den rasch bessernden resp. unspezifischen Beschwerden könne nicht ernsthaft vorgebracht werden, der Unfall sei geeignet gewesen, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge zu relevanten Beschwerden zu führen. Das Ereignis erscheine vielmehr derart bagatellär, dass ein adäquater Kausalzusammenhang nicht zu ersehen sei. Die Vorinstanz setzte sich sodann mit dem Einwand der Versicherten auseinander, die Rechtsprechung habe noch nie bei einem HWS-Distorsionstrauma von Anfang an die Adäquanz verneint. Es hat erwogen, die Kausalität könne bei eindeutigen Sachverhalten schon von Beginn weg verneint werden. Der vorliegende Unfall sei zu bagetellär, um eine relevante Beeinträchtigung der Gesundheit herbeizuführen. Denn es bleibe auch bei Auffahrunfällen mit HWS-Distorsionsproblematik beim rechtlichen Grundsatz, dass eine Kausalität zu jedem Zeitpunkt des beabsichtigten Leistungsbezugs gegeben sein müsse. Mit seiner differenzierten Rechtsprechung zu den objektiv nicht nachweisbaren Beschwerden bei Schleudertrauma habe das Bundesgericht eine verlässliche Regelung dieser Fälle herbeiführen wollen, ohne indes elementare juristische Grundsätze zu umgehen. Zusammenfassend hält der angefochtene Entscheid fest, der Unfall vom 10. April 2007 sei nicht geeignet gewesen, relevante Beschwerden herbeizuführen. Die Zürich habe ihre Leistungspflicht daher zu Recht von Beginn weg verneint.