Citation: 2C_974/2020 E. 5.4

5.4. Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, es habe wichtige medizinische und psychologische Gründe für das Getrenntleben gegeben (vgl. Beschwerde, S. 8). Wie die Vorinstanz aber zutreffend festhält, spricht die Tatsache, dass die von der Beschwerdeführerin gemietete Dreizimmerwohnung an der X.________strasse yyy die Möglichkeit zweier Schlafräume bot, jedenfalls gegen die Annahme, dass das Getrenntleben notwendig wurde, um angesichts der in einem psychiatrischen Schreiben genannten Schlafprobleme der Partnerin der Beschwerdeführerin genügend Distanz zu haben (E. 4.3.4 des angefochtenen Urteils). Sodann kann auch nicht die Rede davon sein, dass wichtige Gründe für ein Getrenntleben bestanden, weil die Beschwerdeführerin - wie sie behauptet - Opfer häuslicher Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AIG geworden ist: Häusliche Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AIG bedeutet nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben, und nicht eine einmalige Ohrfeige oder eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines eskalierenden Streits (BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f.). Gemäss den verbindlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) ist vorliegend in den Akten nur ein Vorfall verzeichnet, bei welchem die Partnerin der Beschwerdeführerin anscheinend eine Ohrfeige verpasst hat. Selbst wenn beide Partnerinnen in Stellungnahmen von Gewalttätigkeit gesprochen haben und sie eine sehr emotionale sowie verstrickte Beziehung führten, konnte die Vorinstanz unter diesen Umständen, ohne damit in Willkür zu verfallen, davon ausgehen, dass keine genügenden Anzeichen dafür bestanden, dass die Beschwerdeführerin in grosser Abhängigkeit zu ihrer Partnerin stand oder psychischer Oppression oder körperlicher Gewalt in rechtserheblichem Masse ausgesetzt war. Zwar setzt die Beschwerdeführerin den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz im Zusammenhang mit der Frage, ob wichtige Gründe für das Getrenntleben bestanden und häusliche Gewalt vorlag, entgegen, die Vorinstanz habe mehr als 100 Seiten WhatsApp-SMS, E-Mails, über 50 Seiten Korrespondenz mit der Stadtpolizei V.________, Polizeiberichte und drei bei der Staatsanwaltschaft V.________ eingereichte Dossiers, aus welchen anhaltende "psychologische Repressionsgewalt in rechtlich bedeutsamem Ausmass" gegen die Beschwerdeführerin hervorgehen würden, übergangen. Dieses pauschale Vorbringen genügt aber den für die Rüge der offensichtlich unrichtigen Sachverhaltsfeststellung geltenden Begründungsanforderungen nicht (vgl. E. 2.1 hiervor), so dass darauf nicht weiter einzugehen ist. Gleiches gilt für die Behauptung, aus einem aktenkundigen Schreiben des Eheberaters der Beschwerdeführerin ergebe sich, dass es für sie "unsicher" gewesen sei, mit ihrer Partnerin in der gleichen Wohnung zu wohnen (Beschwerde, S. 12) : Zwar wurden gemäss dem angefochtenen Urteil in diesem Schreiben vom 19. Oktober 2019 als Gründe für das Getrenntleben der beiden Partnerinnen Platzverhältnisse, Schlafprobleme und psychische Probleme genannt, doch legt die Beschwerdeführerin nicht substantiiert dar, dass sich aus diesem Schreiben ergeben soll, dass bei genügend Platz für getrennte Schlafzimmer (wie er nach den Feststellungen der Vorinstanz gegeben war) psychische Probleme und eine Bedrohung der Beschwerdeführerin für sich allein das Getrenntleben erforderlich machten. Im Übrigen ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Schreiben des Eheberaters als Parteigutachten nur mit Zurückhaltung würdigte, diesem Schreiben also nicht die gleiche Aussagekraft wie einem amtlichen Gutachten zumass (vgl. Urteile 2C_350/2008 vom 8. Oktober 2008 E. 3.5; 2C_656/2007 vom 6. März 2008 E. 3.3.2; 2A.413/2005 vom 15. Dezember 2005 E. 3.2.4 mit Hinweis). Insgesamt kann der Vorinstanz bei dieser Sachlage - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - keine Willkür (Art. 9 BV; statt vieler BGE 144 I 113 E. 7.1; 144 II 281 E. 3.6.2) vorgeworfen werden, wenn sie angenommen hat, es habe jedenfalls schon vor Ablauf der dreijährigen Frist von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG an wichtigen Gründen für ein Getrenntleben im Sinne von Art. 49 AIG gefehlt. Dies gilt unabhängig davon, ob die aktenkundigen Aussagen der Partnerin der Beschwerdeführerin - was letztere sinngemäss bestreitet - glaubhaft sind. Unter diesen Umständen verletzt es kein Bundesrecht, dass die Vorinstanz die Voraussetzungen für einen Aufenthaltsanspruch der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG (in Verbindung mit Art. 52 AIG) als nicht erfüllt erachtet hat.