Citation: 6B_1368/2020 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz geht zunächst davon aus, für die Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit komme aufgrund der Vorstrafenlosigkeit des Beschwerdeführers und der konkreten Umstände nur eine Geldstrafe in Betracht; die Übertretungen seien mit Busse zu ahnden. Entsprechend hätten die vom Beschwerdeführer verübten Strassenverkehrsdelikte keinen Einfluss auf die für die schwere Körperverletzung auszufällende Freiheitsstrafe (Art. 49 Abs. 1 StGB). Diesbezüglich erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe mehrere Minuten mit einem Messer in der Hand auf die Beschwerdegegnerin 2 eingeschlagen und ihr dabei mehrere Stich- und Schnittwunden zugefügt. Wären die Schnittverletzungen am Hals oder der Stich in den Rücken etwas tiefer bzw. heftiger ausgefallen oder in einer geringfügig anderen Richtung verlaufen, hätte diese lebensgefährlich verletzt werden können. Der Beschwerdeführer habe der Beschwerdegegnerin 2 während der Tatausführung mehrmals gesagt, dass sie jetzt sterben werde. Sie sei ihm wehrlos ausgeliefert und zu Tode verängstigt gewesen. Beim tatsächlichen Eintritt einer schweren Körperverletzung, so die Vorinstanz, wäre die Einsatzstrafe aufgrund des erheblichen Verschuldens des Beschwerdeführers auf eine Freiheitsstrafe von 4 ¼ Jahren festzusetzen gewesen. Da der Beschwerdeführer alles getan habe, um den tatbestandsmässigen Erfolg herbeizuführen und es nur dem Zufall zu verdanken sei, dass dieser nicht eingetreten sei, wirke sich die Tatsache, dass es beim Versuch geblieben ist, nur leicht strafmindernd aus, und führe zu einer Reduktion der Einsatzstrafe um sechs Monate. Eine weitere Strafminderung im Umfang von drei Monaten sieht die Vorinstanz vor, weil der Beschwerdeführer zumindest Teile des Sachverhalts anerkannt habe. Weiter könne die Strafe unter diesem Titel nicht gemindert werden, zumal dieser nach wie vor geltend mache, dass die Verletzungen des Opfers ungewollt entstanden seien. Nicht erfüllt sei dagegen der Strafmilderungsgrund der grossen seelischen Belastung. Es möge zwar sein, dass der Beschwerdeführer aufgrund des Endes der Beziehung enttäuscht gewesen sei. Er habe sich aber selbst in die Tatsituation gebracht. Davon, dass er durch eine ungerechte Reizung oder Kränkung zu einer spontanen Tat getrieben worden sei, könne nicht die Rede sein. Letztlich erweise sich deshalb für die versuchte schwere Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren als angemessen.