Citation: 1P.119/2003 10.06.2003 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Untersuchungsrichterin und ihre Sachbearbeiterin seien befangen gewesen, weil sie zu Beginn der Untersuchung A.________ und deren Mutter zu Hause besucht hätten, um sich gegenseitig kennen zu lernen und dem Kind die Angst vor einer Befragung zu nehmen, ohne ihm oder wenigstens seinem Verteidiger Gelegenheit zu geben, diesem Besuch beizuwohnen. Die Untersuchungsrichterin hätte zudem einen eigentlichen Ausschlussgrund gesetzt, indem sie anlässlich dieses inszenierten Freundschafts- und "Verschwesterungs"besuchs Geschenke - eine Zeichnung von A.________ und eine von ihr gebastelte Papierkrawatte - angenommen habe. Dass sie diese Gegenstände später zu den Akten gegeben habe, sei unerheblich: "mit der von ihr praktizierten Wegführung und späteren Entäusserung des Geschenkgegenstandes dokumentierte die Untersuchungsrichterin den Bestand ihres Schenkungsempfangswillens und ihrer neuen Eigentümerstellung unmissverständlich" und schloss sich dadurch selber vom Verfahren aus. Da alle von einer ausgeschlossenen Magistratin erstellten Akten von Amtes wegen aus dem Verfahren zu weisen seien, sei das Kantonsgericht anzuhalten, alle nach dem erwähnten Vorfall von oder unter Mitwirkung der Untersuchungsrichterin produzierten Akten zu entfernen. 2.2 Die Untersuchungsrichterin hat von der Geschädigten A.________ eine selber gebastelte Papierkrawatte mitsamt einem selbst bemalten Geschenkpapier erhalten und diese Gegenstände zu den Akten genommen. Es ist nicht ersichtlich, was an diesem Vorgehen irregulär gewesen sein sollte. Dass sie dem siebenjährigen Kind diesen Vorgang nicht erklärte, sondern es im Glauben liess, sie beschenkt zu haben, ist nicht zu beanstanden. Ihr deswegen vorzuwerfen, sie habe - wenn auch nur vorübergehend - ein nach § 52 Abs. 1 lit. e der Gerichtsordnung des Kantons Schwyz vom 10. Mai 1974 (GO) verpöntes Geschenk angenommen, erscheint geradezu abwegig. Vor allem aber hat das Kantonsgericht im angefochtenen Entscheid (E. 2.2 S. 20 ff.) das Ausstandsbegehren gegen die Untersuchungsrichterin und deren Sachbearbeiterin als verspätet beurteilt, weil es nicht bereits im Untersuchungsverfahren oder spätestens vor Strafgericht erhoben worden sei. Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht in einer Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügenden Weise auseinander; er legt insbesondere nicht dar, inwiefern das Kantonsgericht die einschlägigen Bestimmungen der GO (§§ 55 ff.) willkürlich angewandt haben soll, indem es verlangt, dass Ablehnungsgründe sofort nach ihrem Bekanntwerden geltend gemacht werden müssen, und das ist auch nicht ersichtlich. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind Ablehnungsgründe nach Treu und Glauben ohnehin sofort geltend zu machen (BGE 124 I 121 E. 2; 119 Ia 221 E. 5a; 118 Ia 282 E. 3a). Das Kantonsgericht hat somit die Verfassung keineswegs verletzt, indem es das Ablehnungsbegehren als verspätet ablehnte. Die Rüge wäre somit abzulehnen, wenn - was nach dem Gesagten nicht der Fall ist - darauf eingetreten werden könnte. 2.3 Der Beschwerdeführer wirft dem Kantonsgericht Willkür vor, weil es das von einem befangenen Vorderrichter gefällte Urteil in wesentlichen Punkten bestätigt habe. Der Strafgerichtspräsident habe ihn anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung offen vorverurteilt und unverblümt mit Folter bedroht. Auch in diesem Punkt hat das Kantonsgericht, und zwar nach den Ausführungen in der vorhergehenden Erwägung zu Recht, das Ausstandsbegehren gegen den Strafgerichtspräsidenten als verspätet zurückgewiesen, da der Beschwerdeführer bzw. sein damaliger Anwalt an der Hauptverhandlung Gelegenheit gehabt hätten, den Ausstand des Strafgerichtspräsidenten wegen allfälligen parteiischen Äusserungen zu verlangen. Die Rüge, das Kantonsgericht habe die Verfassung verletzt, weil es das in der Berufung erhobene Ablehnungsbegehren des Beschwerdeführers nicht schützte, ist unbegründet.