Citation: 4A_143/2017 E. 5.5

5.5. Das Bundesgericht hat entschieden, dass die blosse Adressierung von Geschäftskorrespondenz, in casu zwei Geschäftsschreiben, für sich allein in der Regel wohl kaum als Zustimmung zu einer Vertragsübernahme interpretiert werden darf (Urteil 4C.32/2001 vom 7. Mai 2001 E. 3b). Vorliegend handelt es sich zwar nicht um die Zustellung von blosser Geschäftskorrespondenz, sondern um die Zustellung einer Rechnung. Es ist aber nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz unter den vorliegenden Umständen zum Schluss kam, dass die Beschwerdeführerin bloss gestützt auf die Adressierung einer Honorarrechnung an sie persönlich, anstatt an die durch sie als einzige Verwaltungsrätin vertretene C.________ AG, und gestützt auf die darauf folgende Entgegennahme der Zahlung durch den Beschwerdegegner, nach Treu und Glauben nicht schliessen konnte, dass der Beschwerdegegner der Übernahme des "Architekturvertrags" vom 11. September 2013 durch die Beschwerdeführerin konkludent zugestimmt hat. An diesem Ergebnis ändert auch die Behauptung der Beschwerdeführerin nichts, der Beschwerdegegner mache sich durch die Rechnungsstellung zu einem "Gehilfen eines möglichen Steuerbetrugs", geht es doch vorliegend um die Frage, ob ein Vertrag zustanden gekommen ist, und nicht darum, ob sich der Beschwerdegegner strafrechtlich korrekt verhalten hätte.