Citation: 1C_469/2017 E. 3.5

3.5. Nach der Rechtsprechung kommt die Verwirkungsregelung von Art. 41 EntG nicht zum Tragen bei offenkundigen Rechten (vgl. dazu Art. 39 Abs. 2 NSG i.V.m. Art. 38 EntG und dazu BGE 131 II 65 E. 1.2 S. 69). Persönliche Rechte von Mietern und Pächtern gehören aber grundsätzlich nicht zu den offenkundigen Rechten (vgl. BGE 116 Ib 386 E. 4a S. 395; HESS/WEIBEL, a.a.O., N. 3 zu Art. 38 EntG). Es besteht vorliegend kein Anlass zu einer Ausnahme von diesem Grundsatz. Weiter darf die Verwirkung nicht von Amtes wegen beachtet werden, wenn die entsprechende Einrede als rechtsmissbräuchlich bzw. unvereinbar mit dem Gebot von Treu und Glauben erschiene. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Enteignete durch das Verhalten des Enteigners von einer rechtzeitigen Anmeldung seiner Begehren abgehalten wird (vgl. BGE 131 II 65 E. 1.3 S. 69 mit Hinweisen). Derartige besondere Umstände sind ebenso wenig ersichtlich. So vermag die Beschwerdeführerin 4 nichts für sich daraus abzuleiten, dass das Schätzungsverfahren betreffend die anderen Betreiber auf den Raststätten Gunzgen Süd und Gunzgen Nord in dem Zeitpunkt, als sie ihre Forderung anmeldete, noch sistiert war. Vielmehr erfolgte ihre Forderungsanmeldung 4 ohne Zutun der Gegenseite verspätet. Ebenso wenig hilft es der Beschwerdeführerin 4 weiter, dass der Beschwerdegegner sich nicht ausdrücklich auf die Verwirkung berufen hat (vgl. BGE 116 Ib 386 E. 4d S. 396).