Citation: 2C_55/2023 E. 5.2.2

5.2.2. Demgegenüber sprechen zahlreiche Indizien für das Vorliegen einer Umgehungsehe: So wurde der Entschluss zur Ehe gefasst, als das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 15. November 2017 (Wegweisung des Beschwerdeführers nach dem Ende seiner ersten Ehe) erging; genau dann kam der (spontane) Vorschlag vom Beschwerdeführer. Der Eheschluss erfolgte nach einer kurzen Verlobungszeit, wobei die Ehefrau nur einen der Trauzeugen mit vollem Namen kannte. Zudem fand keine Hochzeitsfeier statt. Bereits kurz nach der Hochzeit lebte das Ehepaar während mehr als zwei Jahren getrennt, wobei auch ihre sonstige Lebensgestaltung während dieser Zeit nicht darauf hinwies, dass sie eine echte eheliche Gemeinschaft pflegten. Stattdessen gestaltete der Beschwerdeführer die Beziehung so, dass die beiden so wenig Zeit wie möglich miteinander verbrachten. Für dieses Getrenntleben (das gegenüber den Behörden nicht offen kommuniziert wurde) lagen zudem keine plausiblen Gründe vor, wobei der Beschwerdeführer auch vor Bundesgericht keine solchen anführt. Schliesslich kam es anlässlich der Befragungen im April 2021 zu erheblichen Widersprüchen: so sagte der Beschwerdeführer beispielsweise aus, seine Ehegattin kenne seine Eltern nicht, während sie angab, diese bei einem gemeinsamen Besuch im Kosovo kennengelernt zu haben; zu ihrem letzten Geburtstag erklärte sie, diesen mit dem Beschwerdeführer in der Schweiz verbracht und von ihm Blumen erhalten zu haben, während er angab, im Kosovo gewesen zu sein und ihr einen Ring mitgebracht zu haben (Art. 105 Abs. 2 BGG).