Citation: K 41/03 02.09.2003 E. A

G.________, geboren 1965, war bis Ende 1992 bei der Schweizerischen Grütli gegen die Folgen von Krankheit versichert. Auf Empfehlung und unter Mitwirkung des K.________, Vermittlungsagent der Assura, Kranken- und Unfallversicherung, (nachfolgend: Assura), unterzeichnete sie am 2. Dezember 1992 einen Versicherungsantrag für die Krankenpflege-Grundversicherung ("Standard") sowie für eine Krankenpflege-Zusatzversicherung ("Complementa"). Im Gesundheitsfragebogen erklärte G.________, es sei gegenwärtig keine Behandlung oder Untersuchung im Gange oder vorgesehen. Die Frage, ob sie regelmässig Tabak, Alkohol oder Drogen konsumiere oder konsumiert habe, beantwortete sie wie folgt: "Ja, Zigaretten 20 Stück." Mit Brief vom 3. Dezember 1992 teilte ihr die Assura mit, sie werde auf den 1. Januar 1993 ohne Vorbehalt in die Versicherungsabteilungen "Standard" und "Complementa" aufgenommen. Am 28. Dezember 1992 reichte G.________ der Assura einen zweiten Antrag ein, mit welchem sie zusätzlich um die Versicherung eines aufgeschobenen Taggeldes ("Pecunia") ersuchte. Die Assura bestätigte mit Brief vom 12. Januar 1993 die vorbehaltlose Aufnahme auch in die Versicherungsabteilung "Pecunia". Am 17. April 1993 trat G.________ zur Behandlung in die Kriseninterventionsstation der Sozialpsychiatrischen Klinik X.________ (im Folgenden: Spital) ein. Sie wurde dort bis am 22. Mai 1993 stationär behandelt. Am 20. April 1993 gab das Spital der Assura Kenntnis vom Spitaleintritt; die Eintrittsdiagnose lautete: "Reaktive, neurotische, psychosomatische und psychopathische Störungen". In einem von der Assura angeforderten Ergänzungsbericht vom 13. Juli 1993 umschrieb Frau Dr. med. B.________, Oberärztin am Spital, die Diagnose wie folgt: "Psychosoziale Krise mit agitiert-depressivem Zustandsbild mit latenter Suizidalität bei 28-jähriger Frau auf dem Hintergrund einer angstneurotischen Entwicklung". Der Bericht hält weiter fest, es bestehe seit etwa fünf Jahren eine "zunehmende depressive Entwicklung der Patientin mit vorübergehend symptomatischem Alkoholmissbrauch und psychiatrischer Behandlung mit antidepressiver Medikation seit ca. vier Jahren". Die Patientin sei in den vergangenen Jahren von Dr. med. Z.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, betreut worden. Dieser Arzt führte auf Anfrage der Assura in einem Bericht vom 31. Juli 1993 aus, G.________ habe an krisenhaften Dekompensationen mit Insomnie (Schlaflosigkeit), Explosivität, Magen/Darmproblemen, Übelkeit und episodischem, übermässigem Alkoholkonsum gelitten. Die Diagnose von Dr. med. Z.________ lautete wie folgt: "Reizbare Persönlichkeit mit Neigung zu krisenhaften Dekompensationen (vor allem im Zusammenhang mit Arbeitsproblemen und zwischenmenschlichen Konflikten), dabei Schlafstörungen, psychosomatische Begleitreaktionen und episodischer Alkoholmissbrauch, Erschöpfungszustände". Dr. med. Z.________ legte weiter dar, G.________ sei seit dem 17. Juni 1988 wiederholt von ihm behandelt worden; die letzte Behandlungsperiode habe vom 7. Juni 1991 bis zum 15. März 1993 gedauert und insgesamt elf Sitzungen umfasst. Nach der Entlassung aus dem Spital übernahm der Arzt A.________, welcher eine psychiatrische und psychotherapeutische Praxis führt, die Behandlung der Versicherten. In Würdigung der durch die Berichte von Frau Dr. med. B.________ und Dr. med. Z.________ gewonnenen medizinischen Erkenntnisse teilte die Assura ihrer Versicherten am 23. August 1993 mit, in ihre Versicherungen "Standard" und "Pecunia" werde der folgende, rückwirkend ab dem 1. Januar 1993 für fünf Jahre gültige Vorbehalt aufgenommen: "Depressionen mit zusätzlichem Alkoholismus". Zudem werde die "Complementa" rückwirkend aufgehoben und die "Pecunia" dahingehend abgeändert, dass das statutarische Minimaltaggeld von Fr. 5.- ab dem 31. Tag versichert sei. Diesen Bescheid bestätigte die Assura am 15. September 1993 verfügungsweise.