Citation: 5A_589/2021 E. 4.1.3

4.1.3. Sodann macht die Beschwerdeführerin geltend, mit Bezug auf die Frage, ob sie nach ihrem Wegzug nach Brasilien noch über ein Rechtsschutzinteresse verfüge, habe die Vorinstanz die Begründungspflicht verletzt. 4.1.3.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 146 II 335 E. 5.1 und 5.2; 145 III 324 E. 6.1). 4.1.3.2. Auch wenn die Vorinstanz nicht sämtliche Vorbringen der Beschwerdeführerin einzeln widerlegt hat, erfüllt der angefochtene Entscheid die Anforderungen an die Begründungspflicht. Die Vorinstanz hat die Zuweisung der Wohnung an den Beschwerdeführer nach Wegzug der Beschwerdeführerin mit einem Entfallen ihres Rechtsschutzinteresses begründet. Damit hat sie zumindest implizit die Vorbringen der Beschwerdeführerin - die sie im Übrigen wortwörtlich aufführte - behandelt. Die Beschwerdeführerin war auch ohne weiteres in der Lage, den Entscheid in voller Kenntnis der Sache anzufechten. Die Begründungspflicht gemäss Art. 29 Abs. 2 BV ist nicht verletzt. 4.1.4 Es ist daher die Frage zu klären, ob die Feststellung des fehlenden Rechtsschutzinteresses der Beschwerdeführerin auf Zuweisung der Wohnung nach ihrem Wegzug nach Brasilien bzw. die Zuweisung der Wohnung an den Beschwerdeführer unter Willkürgesichtspunkten standhält. Die Regelung der Wohnverhältnisse nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB orientiert sich in erster Linie an der Zweckmässigkeit und am jeweiligen Nutzen des Hauses oder der Wohnung für die Ehegatten; den Eigentumsverhältnissen ist gegebenenfalls bei voraussehbarer längerer Aufhebung des gemeinsamen Haushalts ein zusätzliches Gewicht beizumessen (Urteile 5A_971/2017 vom 14. Juni 2018 E. 3.1; 5A_78/2012 vom 15. Mai 2012 E. 3.3). Die Beschwerdeführerin führt zwar zahlreiche Gründe an, weshalb die Vorinstanz nach ihrem Dafürhalten anders hätte entscheiden müssen; sie zeigt aber nicht auf, warum es - im Ergebnis - offensichtlich nicht zweckmässig ist, die eheliche Wohnung nach ihrem Wegzug nach Brasilien dem Beschwerdeführer zuzuweisen. Ebenso wenig tut sie dar, inwiefern die Vorinstanz in qualifizierter Weise den Nutzen falsch eingeschätzt hat, den die eheliche Wohnung für den Beschwerdeführer hat. Ob die eheliche Wohnung für die Beschwerdeführerin von grösserem Nutzen wäre, ist fraglich und kann offen bleiben, denn selbst wenn die Zuweisung derselben an sie die zutreffendere Lösung wäre, genügte dies nicht, um den Entscheid als offensichtlich unhaltbar auszuweisen. Der Rüge der Beschwerdeführerin ist damit kein Erfolg beschieden.