Citation: 6B_758/2018 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz setzt sich sodann mit dem in der vorliegenden Beschwerde wiederholten Argument des Beschwerdeführers auseinander, wonach er aufgrund seiner körperlichen Verfassung gar nicht in der Lage gewesen sei, den ihm überlegenen Beschwerdegegner 2 zu überwältigen oder zu würgen. Sie verwirft den Einwand nachvollziehbar. Ihr ist zuzustimmen, dass ein frappantes Kräfteungleichgewicht zwischen den Kontrahenten allein aufgrund des Alters (74 resp. 40 Jahre) und des Grössenunterschieds (von 6 Zentimetern) nicht ersichtlich ist. Ebenso dürfte ein rund ein Jahr vor der mutmasslichen Tat statt gehabter Herzinfarkt den Beschwerdeführer nicht derart geschwächt haben, dass er des inkriminierten Verhaltens nicht mehr mächtig gewesen wäre. Aus den vom Beschwerdeführer erwähnten Suva-Akten ergibt sich zumindest nichts Derartiges. Es kann daher jedenfalls keine Rede davon sein, dass der vorinstanzliche Schluss, der Beschwerdeführer habe seinen Sohn längere Zeit gewürgt, schlichtweg unhaltbar wäre. Die Vorinstanz berücksichtigt in diesem Zusammenhang ferner zu Recht, dass der Beschwerdegegner 2 stolperte und daher die Kontrolle über das Geschehen verlor sowie, dass ihm eine wirksame Gegenwehr aufgrund des Würgens je länger je weniger möglich war, wobei er sich zumindest am Anfang sehr wohl gewehrt habe. Ebenso ist eine gewisse Hemmung des Beschwerdegegners 2 aus Respekt gegenüber dem Vater nachvollziehbar, wie dies die Vorinstanz annimmt. Die Vorinstanz begründet schliesslich ausführlich und überzeugend, weshalb sie den Aussagen des Beschwerdeführers weniger Gewicht beimisst, als denjenigen des mutmasslichen Opfers und der Ehefrau. Sie erwägt, er habe eine Auseinandersetzung nicht bestritten, aber ausschweifend sowie ausweichend und mit Gegenbelastungen aus angeblich früheren Bedrohungen reagiert, wobei in seinen Aussagen eine ausgeprägte Detailarmut und Kargheit auffalle, sobald der Sachverhalt rechtsrelevant werde. Die vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang angeführte (narzisstische) Persönlichkeitsstruktur vermag sein Aussageverhalten nicht schlüssig zu erklären, zumal er keine eigentliche Pathologie behauptet. Jedenfalls verwirft die Vorinstanz diese Erklärung nachvollziehbar. Wie sie zudem zutreffend erwägt, wäre auch bei einem ausschweifenden Kommunikationsstil, wie ihn der Beschwerdeführer behauptet, zu erwarten, dass irgendwann nähere Angaben zum engeren Sachverhalt erfolgen würden, da er die tätliche Auseinandersetzung nicht vollends in Abrede stellt. Ferner berücksichtigt die Vorinstanz zu Recht zu seinem Nachteil, dass der Beschwerdeführer im Laufe der Untersuchungen immer grössere Zugeständnisse gemacht und seine Aussagen dem Untersuchungsergebnis angepasst habe. Aus deren Zusammenfassung im angefochtenen Urteil ergibt sich im Übrigen - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - klar, dass die Aussagen widersprüchlich sind. So hat er zunächst behauptet, der Beschwerdegegner 2 habe ihn umgestossen und sei auf ihm gekniet, was sich als haltlos erwies. Später gab er zu, den Beschwerdegegner 2 am Hemd gezerrt zu haben, er will ihn aber nicht gewürgt haben. Letzteres räumte der Beschwerdeführer auf Vorhalt des forensischen Gutachtens schliesslich dennoch ein, wobei er nur eine Hand benutzt haben will. In der Berufungsverhandlung wiederum bestritt der Beschwerdeführer ein Würgen und wollte den Beschwerdegegner 2 höchstens am Hemdkragen festgehalten haben. Die Vorinstanz weist ferner ausführlich und nachvollziehbar auf Übertreibungs- und Fremdbelastungstendenzen, fehlende Selbstkritik sowie nachweislich falsche Aussagen des Beschwerdeführers hin. Dieser scheint mit seiner Kritik an der vorinstanzlichen Glaubhaftigkeitsbeurteilung im Übrigen zu verkennen, dass sich der Tatvorwurf auch auf ein mit den Schilderungen des Beschwerdegegners 2 sowie von dessen Mutter übereinstimmendes forensisches Gutachten zur körperlichen Untersuchung stützt. Demnach wurden an der Halshaut und in der Umgebung der Drosselgrube geformte und ungeformte Hautrötungen festgestellt, die im Sinne einer Kombination aus Hautirritationen und Blutergüssen infolge stumpfer Gewalteinwirkungen interpretiert wurden. An der Halsvorderseite im Bereich des Kehlkopfes fanden sich zusätzlich feinste Oberhautläsionen, welche Folgen von tangential-schürfender Gewalt darstellten. Die Befunde könnten ohne Weiteres durch Würgen von vorne erklärt werden, wie es der Beschwerdegegner 2 beschrieb. Der Beschwerdeführer bringt hierzu keinerlei Erklärung bei. Die vorinstanzlichen Schlussfolgerungen sind plausibel.