Citation: 1B_200/2021 E. 2.4.3

2.4.3. Nebst den bereits genannten Fluchtanreizen kommt im Falle des Beschwerdeführers erschwerend hinzu, dass er über kein nachweisbares, enges inländisches soziales und familiäres Beziehungsnetz verfügt. Anlässlich seiner Festnahme am 15. März 2021 hat er zwar ausgesagt, seine Eltern und Geschwister lebten im Raum Suhr/AG und er habe in der Schweiz auch einen Freundeskreis. Angesichts der knappen, oberflächlichen und unbelegten Aussagen lassen sich jedoch keine Schlussfolgerungen ziehen, wie sich diese Beziehungen gestalten, auch wenn der Beschwerdeführer zu Protokoll gab, er sehe seine Mutter und Geschwister regelmässig. Wenn die Vorinstanz demzufolge erwogen hat, der Beschwerdeführer pflege in der Schweiz keine wichtigen sozialen Beziehungen, die ihn von einer Flucht im In- oder nahen Ausland abhielten, dann ist dies entgegen der anderslautenden pauschalen Kritik des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden. Wie die Vorinstanz weiter zutreffend ausgeführt hat, verfügt der Beschwerdeführer auch beruflich über keine Bezugspunkte zur Schweiz. Aus- oder Weiterbildungen hat er nach Ende der obligatorischen Schulzeit keine absolviert. Eine Maurerlehre hat er unbestrittenermassen abgebrochen und lebt seither - soweit ersichtlich - von der Sozialhilfe. Auch wenn er sich vor seiner Verhaftung in einem Motivationssemester zur Vorbereitung auf eine Berufslehre als Logistiker oder Schreiner befand und geltend macht, es sei nicht unüblich, dass er mit 18 Jahren noch über keine Ausbildung verfüge, kann das berufliche Fortkommen des Beschwerdeführers nicht als gesichert bezeichnet werden. Im Zusammenhang mit seinem Anspruch auf Sozialhilfe ist zudem zu berücksichtigen, dass er diesen im Falle einer ausgesprochenen Landesverweisung aufgrund des damit verbundenen Verlusts seines Aufenthaltsanspruchs verlieren würde, selbst wenn die Landesverweisung nicht vollzogen werden könnte. Dies kann als zusätzliches Indiz für das Bestehen einer Fluchtgefahr gewertet werden (vgl. Urteil 1B_32/2019 vom 8. Februar 2019 E. 4.2 und E. 4.4 mit Hinweis). Die unsicheren beruflichen und finanziellen Perspektiven des Beschwerdeführers stellen für ihn damit einen weiteren gewichtigen Anreiz dar, sich den Strafjustizbehörden zumindest im Inland, aber auch im Ausland zu entziehen.