Citation: 1C_471/2021 E. 5.6.3

5.6.3. Für die Lärmimmissionen des Stadions stützt sich der Planungsbericht (Ziff. 4.8.2 S. 28 f.) auf die Vollzugshilfe Sportlärm. Er hält fest, dass die Wohnnutzung für die Realisierung des im kantonalen Interesse liegenden Stadions unabdingbar erscheine und deshalb, im Sinne von Erleichterungen, auf die Immissionsrichtwerte (und nicht die Planungsrichtwerte) abgestellt werden könne. Es fänden keine Spiele nachts statt. Dagegen werde der Immissionsrichtwert ES III der Vollzugshilfe von 60 dB am Abend bei allen Wohnhochhäusern an den dem Stadion zugewandten lärmempfindlichen Räumen überschritten. Mit Loggien könne eine abschirmende Wirkung von -3 dB (an den stadionzugewandten Fassaden) bzw. -6 dB (an den seitlich zum Stadion liegenden Fassaden) erreicht werden, allerdings nur, sofern dadurch die Sichtlinie zur Lärmquelle unterbrochen werde. Wo dies nicht der Fall sei, könnten lärmempfindliche Räume nur mit Ausnahmebewilligung realisiert werden. Ziel sei es, dass bei jeder Wohneinheit mindestens die Hälfte aller lärmempfindlichen Räume über Lüftungsfenster verfüge, bei welchem die IRW der Vollzugshilfe eingehalten seien. Da dies nicht für alle Wohneinheiten möglich sein werde, sollte als Mindestanforderung jede Wohneinheit mindestens über einen lärmempfindlichen Wohnraum verfügen, der ein solches Lüftungsfenster aufweise. Im UVB Gestaltungsplan wurde die Lärmbelastung des Fussballstadions nach Vorgaben der Lärmschutzfachstelle Aargau in Absprache mit dem BAFU anhand des Regelspielfalls (Abendspiel an einem Werktag, bis max. 22 Uhr) berechnet. Dabei zeigte sich, dass an allen vier Wohnhochhäusern (A-D) sowohl an den dem Stadion zugewandten Fassaden als auch an den Seitenfassaden Belastungen von 61-64 dB auftreten würden, d.h. der IRW für den Abend (60 dB) überschritten wäre (UVB Gestaltungsplan, S. 74). Im Rahmen des Projekts seien vorbeugende bauliche Massnahmen beim Stadion vorgesehen, eine Optimierung der Wohngrundrisse, die Belüftung mit Loggien (mit einer Reduktionswirkung nur, wenn die Sichtinie zur Lärmquelle unterbrochen werde) sowie die kontrollierte Belüftung für alle Wohnungen mit IRW-Überschreitung. Dennoch würden die IRW der Vollzugshilfe voraussichtlich nicht überall eingehalten werden können (UVB Gestaltungsplan, S. 75). Im Bereich des Zwischenbaus (Z) würden die IRW dagegen eingehalten, weil das Gebäude deutlich niedriger sei und durch das Stadion selber wirksam abgeschirmt werde. Zudem sei hier hauptsächlich ein Hotel geplant und keine Wohnungen.