Citation: 8C_424/2020 E. 5.3

5.3. Bezüglich der Adäquanzbeurteilung der Vorinstanz macht der Beschwerdeführer geltend, es seien die Kriterien der Schwere oder besonderen Art der Verletzungen, des schwierigen Heilungsverlaufs oder erheblicher Komplikationen, der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, der körperlichen Dauerschmerzen sowie der langandauernden Arbeitsunfähigkeit aus physischen Gründen erfüllt. Nicht streitig ist hingegen, dass der Unfall dem eigentlich mittleren Bereich zuzuordnen ist. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzung hat die Vorinstanz zu Recht verneint. Auch wenn die Handverletzung von den behandelnden Ärzten als komplex bezeichnet wird, stellt sie aus rechtlicher Sicht keine Verletzung dar, die besonders geeignet wäre, psychische Fehlentwicklungen zu verursachen. Zudem konnte ein objektiv gutes Behandlungsergebnis erzielt werden. Für die Bejahung des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs oder erheblicher Komplikationen bedarf es besonderer Umstände, die vorliegend nicht gegeben sind. Denn dazu reicht es nicht, dass sich der Versicherte innert 18 Monaten fünf Operationen unterziehen musste. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen werden (SVR 2019 UV Nr. 11 S. 41, 8C_525/2017 E. 8.5). Besondere Umstände, wie etwa weitere, den Heilungsverlauf wesentlich beeinträchtigende Krankheiten (vgl. SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9, 8C_147/2017 E. 5.3 mit protrahiertem Heilungsverlauf infolge einer Multiplen Sklerose), sind vorliegend aber keine ersichtlich. Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist ebenfalls nicht gegeben. Die Behandlung war in somatischer Hinsicht im Wesentlichen bereits im November 2017, mithin anderthalb Jahre nach dem Unfall, abgeschlossen. Blosse medizinische Abklärungen, ärztliche Verlaufskontrollen sowie physiotherapeutische und medikamentöse Behandlungen stellen hingegen keine ärztliche Behandlung im Sinne dieses Kriteriums dar (SVR 2017 UV Nr. 9 S. 31, 8C_616/2016 E. 8; Urteil 8C_647/2018 vom 16. Januar 2019 E. 5.3). Daran ändert nichts, dass der Versicherte dies anders empfunden haben mag, da eine objektive Betrachtungsweise massgebend ist (Urteil 8C_493/2018 vom 12. September 2018 E. 5.3.2 mit Hinweis). Ob das Merkmal der körperlichen Dauerschmerzen erfüllt ist, kann offen bleiben, da es jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Form gegeben wäre. Es ist bloss anzufügen, dass psychische Beschwerden hier nicht miteinzubeziehen sind, auch wenn sie körperlich imponieren (SVR 2020 UV Nr. 1 S. 1, 8C_117/2019 E. 7.2 mit Hinweis). Schliesslich ist keine langandauernde, somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, war dem Versicherten nach der massgeblichen kreisärztlichen Beurteilung spätestens zwei Jahre nach dem Unfall eine adaptierte Tätigkeit in somatischer Hinsicht wieder voll zumutbar. Dass der Rentenbeginn gemäss Einspracheentscheid erst auf den 1. Februar 2019 gelegt wurde, ändert nichts daran, ergibt sich dies doch aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach die Rente erst nach Abschluss der von der Invalidenversicherung durchgeführten beruflichen Abklärungen entsteht, nicht aber aus gesundheitlichen Gründen. Da höchstens eines der Kriterien erfüllt sein könnte und dies nicht in besonders ausgeprägter Weise, haben Vorinstanz und Verwaltung den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen der Schmerzproblematik resp. den psychischen Beeinträchtigungen und dem Unfall vom 8. Juni 2016 zu Recht verneint.