Citation: 4A_238/2017 E. 2.3

2.3. Der Beschwerdegegner hatte anfänglich Fr. 7'075'150.-- geltend gemacht. Nach den Feststellungen der Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin nicht in Abrede gestellt, dass sie Fr. 3.8 Mio. zuzüglich Kosten als korrekt erachtet habe. Wenn die Beschwerdeführerin zusätzlich zu den gemäss Vergleich geschuldeten Fr. 3'109'334.-- nebst Zins eine Schuldanerkennung über 2'000'000.-- für vom Vergleich nicht erfasste Schadenersatzansprüche abgibt, ist dieser Betrag zwar höher als der von ihr selbst als korrekt angesehene, aber er liegt unter dem vom Beschwerdegegner ursprünglich geltend gemachten Gesamtbetrag. Ein Indiz für fehlende Urteilsfähigkeit kann darin nicht gesehen werden. Zwar hindert die Schuldanerkennung den Beschwerdegegner nicht, höhere Schadenersatzforderungen zu stellen als der anerkannte Betrag. Im den anerkannten Betrag übersteigenden Mass müsste er aber für die geltend gemachten Ansprüche Beweis führen, da er sich diesbezüglich für den ihm obliegenden Hauptbeweis nicht auf die Schuldanerkennung stützen kann. Es ist fraglich, ob ein Gläubiger das entsprechende Prozess- und Kostenrisiko (auch mit Blick auf eine mögliche Uneinbringlichkeit) auf sich nehmen wird. Insoweit bestand durchaus die Möglichkeit, dass es trotz fehlender Saldoklausel faktisch nicht zu einem Prozess über einen allfälligen Mehrbetrag kommen wird. Die Schuldanerkennung ist mithin durchaus einer nachvollziehbaren Erklärung zugänglich, indem dem Gläubiger der Zugriff auf einen bestimmten Betrag erleichtert wird in der Hoffnung, er werde sich damit begnügen. Damit entfällt das Hauptargument, aus dem die Beschwerdeführerin ihre Urteilsunfähigkeit ableitet.