Citation: 5A_231/2024 E. 3.2.1

3.2.1. Der Prozessgewinn, aus dem sich der erfolgreiche Kläger bis zur vollen Deckung seiner Forderung (einschliesslich der Prozesskosten) befriedigen kann, lässt sich erst bei der Erstellung der Verteilungsliste ermitteln. Zunächst ist der Anteil des unterlegenen Mitgläubigers am Verwertungserlös aufgrund des ursprünglichen Kollokationsplans zu berechnen. In der Folge ist die Dividende auf die erfolgreich angefochtene Forderung nach dem berichtigten Kollokationsplan zu ermitteln. Der Prozessgewinn des obsiegenden Klägers besteht in der Differenz jener Beträge, die der beklagte Mitgläubiger gemäss dem ursprünglichen Kollokationsplan einerseits und dem nach dem Prozess berichtigten Kollokationsplan andererseits erhalten würde (BGE 114 III 114 S. 116 f.; 48 III 178 E. 2a; 40 III 176 E. 1; HIERHOLZER/SOGO, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 84a zu Art. 250; STOFFEL/CHABLOZ, Voies d'exécution, 3. Aufl. 2016, § 11 Rz. 103 f.). Die - vom Obergericht zutreffend wiedergegebene - Regelung bedeutet, dass der rechtskräftige (berichtigte) Kollokationsplan und die Verteilungsliste voneinander abweichen: Die Verteilungsliste enthält auch das Betreffnis, welches dem obsiegenden Gläubiger im Kollokationsprozess gemäss Art. 250 Abs. 2 SchKG zukommt (STAEHELIN/STOJILJKOVIC, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 8 zu Art. 261).