Citation: 9C_347/2023 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz verneinte eine (unzulässige) Rückwirkung durch die Anwendung des neuen Rechts auf das Ersatzjahr 2019. Es liege kein in der Vergangenheit abgeschlossener Sachverhalt vor; vielmehr sei jährlich wiederkehrend zu prüfen, ob die einzelnen Aspekte der Ersatzabgabe im entsprechenden Ersatzjahr erfüllt seien. Für das Ersatzjahr 2019 sei auf die neue Fassung des WPEG abzustellen. Unbeachtlich sei, dass der Beschwerdeführer nach altem Recht keine Wehrpflichtersatzabgabe hätte leisten müssen; relevant sei einzig, ob - mit Ausnahme des Beginns der Ersatzpflicht - die gemäss WPEG massgebenden Tatsachen (Alter, Nichteinteilung in eine Formation der Armee etc.) im Jahr 2019 bestanden hätten. Dies sei beim Beschwerdeführer der Fall gewesen (vgl. E. 2.6.3 des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, er sei zum Zeitpunkt seiner Einbürgerung nicht aus der Ersatzabgabepflicht entlassen worden; vielmehr habe seine solche von Anfang an gar nie bestanden. Seine Ersatzpflicht sei am Ende des Jahres, in dem er das 30. Altersjahr vollendet habe, endgültig weggefallen; er sei aber erst mit 32 Jahren eingebürgert worden. Nach altem Recht sei er nicht stellungspflichtig gewesen und habe die Altersgrenze für die Militärdienstpflicht überschritten. Bei seiner Ersatzpflicht handle es sich folglich um einen abgeschlossenen Sachverhalt. Deshalb stelle die Anwendung des neuen Rechts eine unzulässige echte Rückwirkung dar und verstosse gegen den Vertrauensschutz. Der Gesetzgeber habe es unterlassen, die Ersatzpflicht für Neubürger explizit wieder aufleben zu lassen.