Citation: 8C_722/2023 E. 4.3.1

4.3.1. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Ausgangslage, wonach die Eheleute unbestritten nach wie vor nicht geschieden sind, obwohl sie offenbar bereits seit 2022 getrennt leben, lässt laut angefochtenem Urteil das praxisgemäss bis zum Scheidungsurteil bestehende Missbrauchsrisiko nicht entfallen (E. 4.2 hiervor). So ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit ihrem Ehemann gemäss Arbeitgeberbescheinigung erst am 25. April per Ende Juli 2022 auflöste, obwohl sie ihn - nach Angaben des Beschwerdeführers - bereits drei Monate zuvor aus dem gemeinsam bewohnten Haus ausgeschlossen und sich von ihm getrennt hatte (vgl. dazu jedoch das vom 8. März 2022 datierende Eheschutzgesuch des Ehemannes). Dass nach der Rechtsprechung regelmässig erst mit dem Scheidungsurteil die endgültige Entflechtung der finanziellen Situation der Ehepartner stattfindet und auch während der Trennung in Bezug auf die Regelung der Verbindlichkeiten zwischen Ehepartnern gleichzeitig sowohl widerstreitende als auch gleich gerichtete Interessen das Verhalten der Eheleute beeinflussen können (vgl. BGE 142 V 263 E. 5.2.1), bestreitet der Beschwerdeführer zu Recht nicht. Da bis zum Scheidungsurteil das Risiko eines Missbrauchs genügt (BGE 142 V 263), kann von einer Prüfung der konkreten Umstände abgesehen werden (vgl. Urteil 8C_850/2010 vom 28. Januar 2011 E. 4.2).