Citation: 4A_294/2020 E. 8.2

8.2. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz verkenne, dass die Darlehenszinsen einen Schaden der F.________ AG darstellten. Diese Zinsen seien nämlich einerseits deshalb angefallen, weil der Beschwerdegegner 1 trotz offensichtlicher Insolvenz der Gesellschaft nach der Rückzahlung des strukturierten Produkts am 30. April 2006 (recte: 2007), Kapital und Kapitalgewinn zu 100 % in zwei neue volatile strukturierte Produkte reinvestiert habe (Sachverhalt lit. A.h). Hätte der Beschwerdegegner 1 pflichtgemäss gehandelt, hätte er den Rückzahlungsbetrag, den Zinsertrag, den Kapitalgewinn sowie die bei Notar J.________ hinterlegten Gelder für den Kauf der Liegenschaften V.________ und W.________ zur Rückzahlung der damaligen Bankschuld von EUR 5.5 Mio. verwendet, wodurch mindestens EUR 5'395'000.-- hätten zurückbezahlt werden können. Andererseits seien diese Darlehenszinsen der F.________ AG belastet worden, weil der Beschwerdegegner 1 - obgleich er gewusst habe, dass mangels frei verfügbarer Mittel keine Kapitalerhöhung durchgeführt werden dürfte - das Aktienkapital der F.________ AG erhöht und damit die notwendige Bedingung für die Zusprache des Zusatzkredits über EUR 2 Mio. geschafft habe. Des Weiteren habe er es unterlassen sicherzustellen, dass die zusätzlichen Kreditmittel in ein profitables Projekt investiert worden seien, weshalb eine Rückzahlung des Kredits (und damit eine Reduktion der Zinslast) mangels verfügbarer liquider Mittel unmöglich gewesen sei.