Citation: 5A_475/2007 10.10.2007 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, der Umstand, dass sie sich bereits mehrmals und dabei grösstenteils freiwillig in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik aufgehalten habe, lasse nicht darauf schliessen, dass die nunmehr zur Beurteilung anstehende Einweisung auf dem Weg der fürsorgerischen Freiheitsentziehung gerechtfertigt und das Beschwerdeverfahren damit aussichtslos sei, wie dies der Kantonsgerichtspräsident annehme. Es sei daher verständlich, dass sich die Beschwerdeführerin gegen die Einweisung wehre. Hinzu komme, dass im vorliegenden Fall im Bericht der KPK vom 24. Januar 2007 grundsätzlich eine andere Hauptdiagnose gestellt worden sei als in den früheren Fällen. Während für die letztgenannte Einweisung eine manische Episode mit psychotischen Symptomen im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung als Grund angegeben worden seien, hätten die früheren Freiheitsentzüge wegen einer rezidivierenden depressiven Störung sowie wegen Alkohol- und Benzodiazepin-Abhängigkeit erfolgen müssen. Aufgrund der neuen Diagnose lasse sich nicht sagen, dass sie schutzbedürftig sei, weil dies in den früheren Fällen zugetroffen habe. Ferner nehme der Bericht vom 24. Januar 2007 nicht eindeutig zur Frage der besonderen Schutzbedürftigkeit Stellung. Zwar sei darin von einer akuten Selbst- und Fremdgefährdung die Rede, doch werde nicht näher ausgeführt, worin diese bestehe. Schliesslich sei auf das ambivalente Verhalten der KPK hinzuweisen, welche die Beschwerdeführerin am 9. Januar 2007, mithin nur zwei Tage nach der Entweichung aus der Anstalt aus dem fürsorgerischen Freiheitsentzug entlassen habe. Auch im Rahmen der vorliegenden Beurteilung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung sei die Beschwerdeführerin Anfang März erneut entwichen, ohne dass die Anstalt versucht hätte, sie ein weiteres Mal zu hospitalisieren. 3.2 Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin ist von vornherein nicht einzutreten, soweit sie sich auf Ereignisse beruft, die sich nach dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zugetragen haben, sind diese doch für die Beurteilung der Aussichtslosigkeit nicht massgebend. Nach der Entlassung der Beschwerdeführerin vom 9. Januar 2007 erfolgte die Einweisung vom 13. Januar 2007, die schliesslich zur Verhandlung vom 26. Januar 2007 führte, so dass sich aus dem Verhalten der KPK im massgebenden Zeitpunkt nichts für den Standpunkt der Beschwerdeführerin gewinnen lässt. Sodann ergibt sich aus dem nunmehr angefochtenen Urteil vom 29. Juni 2007, dass die Beschwerdeführerin am 13. Januar 2007 eingewiesen wurde, da sie in der Nacht des 13. Januar 2007 mit Steinen auf Autos warf. Anlässlich dieser Einweisung wurde bei ihr eine manische Episode mit psychotischen Symptomen im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung resp. Bipolar I Erkrankung (Erkrankung mit manischen und depressiven Episoden) sowie ein Abhängigkeitssyndrom von Alkohol und Benzodiazepinen festgestellt. Es lässt sich mithin nicht sagen, die Diagnose sei im Vergleich zu früheren Fällen anders ausgefallen, so dass im konkreten Fall nicht mehr von einer Schutzbedürftigkeit ausgegangen werden dürfe. Die Beschwerdeführerin wurde zudem bereits am 6. Januar 2007 wegen akuter Fremd- und Selbstgefährdung eingewiesen, wobei sie am frühen Morgen des Einweisungstages durch verschiedene ungewöhnliche Verhaltensweisen aufgefallen war. So hatte sie Autos zum Anhalten gezwungen, Autotüren aufgerissen, einer Automobilistin die Brille entrissen und an einer Tankstelle mehrere Zapfhähne aus der Halterung gerissen. Bereits bei der Einweisung sei neben einem manischen Zustandsbild ein wahnhaftes Erleben der Beschwerdeführerin erkennbar gewesen. Wenige Stunden nach der Einlieferung sei die Beschwerdeführerin entwichen. Da die sofort eingeleitete Fahndung während zweier Tage ohne Erfolg blieb, sei die fürsorgerische Freiheitsentziehung am 9. Januar 2007 aufgehoben worden. Am 10. Januar 2007 suchte die Beschwerdeführerin die Polizei auf, da sie sich zu Hause bedroht fühlte, was zu einer erneuten Aufnahme in einer Akutstation führte. Da sich in der Folge die Selbst- und Fremdgefährdung ausschliessen liess, wurde die Beschwerdeführerin entlassen, worauf es zum Vorfall vom 13. Januar 2007 kam, welcher eine erneute Einweisung erheischte. Nach dem von einem Psychologen unter der Verantwortung des Chefarztes verfassten Bericht droht der Beschwerdeführerin bei unbehandeltem Verlassen der Klinik erneut eine akute Selbst- und Fremdgefährdung in Form von Verwahrlosung, nicht ausreichender Ernährung und Auseinandersetzungen mit Drittpersonen. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin wurde damit die Selbst- und Fremdgefährdung genau umschrieben. Aufgrund dieses Berichtes, des ärztlichen Einweisungsgutachtens und der geschilderten Vorfälle durfte der Kantonsgerichtspräsident bei summarischer Prüfung des Prozessstoffes ohne Verletzung von Art. 29 Abs. 3 BV annehmen, dass die Beschwerdeführerin pflegebedürftig sei, ihr diese Pflege nur in einer Anstalt gewährt werden könne und eine derzeitige Entlassung nicht in Frage komme. Dies rechtfertigte auch die Schlussfolgerung, das FFE-Beschwerdeverfahren sei aussichtslos. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin setzen sich mit den im angefochtenen Urteil wiedergegebenen tatsächlichen Umständen nicht genügend auseinander. Soweit auf diese Ausführungen überhaupt eingetreten werden kann, sind sie nicht geeignet, eine Verletzung von Art. 29 Abs. 3 BV durch eine ungerechtfertigte Annahme der Aussichtslosigkeit darzutun. Damit aber kann offen bleiben, ob sich die Bestellung eines unentgeltlichen Anwalts aufgedrängt hätte und insoweit Art. 29 Abs. 3 BV verletzt worden sei.