Citation: 6B_416/2013 E. 7.1

7.1. Der Vorwurf der Falschbeurkundung bezieht sich im zu beurteilenden Fall einerseits auf die Vorbemerkung des Beschwerdegegners, wonach die Schlussfolgerungen des Gutachtens gemeinsam mit den beteiligten Spezialärzten erarbeitet worden seien und diese sich damit ausdrücklich einverstanden erklärt hätten, sowie andererseits auf dessen abschliessende Beurteilung, die Beschwerdeführerin 1 sei weder aus internistischer, neurologischer noch aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Zunächst steht ausser Frage, dass die Bemerkung, alle Gutachter hätten den Schlussfolgerungen explizit zugestimmt, nicht der Wahrheit entspricht, zumal zwischen den beteiligten Fachärzten nie eine Konsenskonferenz stattfand. In diesem Punkt erweist sich das Gutachten des Beschwerdegegners zweifellos als unrichtig und insofern als unseriös. Damit ist freilich noch nichts darüber entschieden, ob die unwahre Vorbemerkung als Falschbeurkundung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB zu würdigen ist. Der Tatbestand wäre nur erfüllt, wenn die falsche Vorbemerkung als unrichtige Beurkundung einer rechtlich erheblichen Tatsache zu würdigen wäre. Dies hat die Vorinstanz zu Recht verneint (angefochtenes Urteil S. 13). Sie verweist hiefür zutreffend auf den Umstand, dass die Teilgutachten im vollen Wortlaut im Hauptgutachten wiedergegeben sind und auch in der Zusammenfassung des Beschwerdegegners im Wesentlichen noch einmal referiert werden. Die Vorinstanz nimmt auch mit Recht an, die drei Teilgutachten stimmten im Ergebnis überein.