Citation: 4A_312/2024 E. 2.2.2

2.2.2. Ein anderer Teil der Lehre lehnte die Anwendung des Quotenvorrechts grundsätzlich ab, weil das Wesen und die Berechnungsmethode der Genugtuung von der Festsetzung des Schadenersatzes abweiche (SCHAER, Grundzüge des Zusammenwirkens von Schadenausgleichsystemen, 1984, S. 118 f. Rz. 325 - 329, S. 421 Rz. 1220; ALFRED KELLER, Haftpflichtrecht im Privatrecht, Bd. II, 2. Aufl 1998, S. 223; PETER BECK, Quotenvorrecht und Genugtuung, in: SVZ 63/1995 S. 254 ff., 256 und 258, nachfolgend: BECK, Quotenvorrecht; JOSEF RÜTSCHE, Ausgewählte Probleme bei der Abwicklung eines Schadenfalles - aus der Sicht des UVG-Versicherers, in: Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1991, Tagungsbeiträge, Nr. 5, S. 16 f. III.1). Eine herabgesetzte Genugtuung entspreche dem geringeren seelischen Schaden, den die geschädigte Person erlitten habe, und das Selbstverschulden des Opfers bestimme die Grösse des seelischen Schadens mit (KELLER, a.a.O., S. 223). Zudem spreche der Gesetzeswortlaut beim Quotenvorrecht nur von Schaden (BECK, Quotenvorrecht, a.a.O., S. 256; KELLER, a.a.O., S. 223; RÜTSCHE, a.a.O., S. 17 III.1).