Citation: 1P.226/2005 08.09.2005 E. 4

4.1 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung der Unschuldsvermutung als Beweiswürdigungsregel. 4.2 Als Beweiswürdigungsregel besagt der aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich der Strafrichter nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so zugetragen hat (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41). Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. Bei der Frage, ob angesichts des willkürfreien Beweisergebnisses erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel hätten bejaht werden müssen und sich der Sachrichter vom für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt nicht hätte überzeugt erklären dürfen, greift das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung ein, da der Sachrichter diese in Anwendung des Unmittelbarkeitsprinzips zuverlässiger beantworten kann (Bundesgerichtsurteil 1P.428/2003 vom 8. April 2004, E. 4.2). 4.3 Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was über die Kritik an der Beweiswürdigung hinausgeht und nicht zu unterdrückende Zweifel an der Richtigkeit der Sachverhaltsermittlung der kantonalen Instanzen hervorrufen könnte. Insbesondere das in der Replik (S. 2) vorgetragene Argument, dass aufgrund des Untersuchungsergebnisses des IRM-Gutachtens Zweifel am beanzeigten Geschehen angebracht seien, lässt sich nicht erhärten. Wie sich aus dem oben Gesagten ergibt, stellte der Strafgerichspräsident bei der Beweiswürdigung nicht allein auf dieses Gutachten ab, sondern zog es nur zur Prüfung der Glaubhaftigkeit der Zeugenaussagen bei. Die Unschuldsvermutung als Beweiswürdigungsregel ist keinesfalls verletzt.