Citation: 4A_707/2016 E. 5

Schliesslich wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz Willkür in der Beweiswürdigung vor. Sie macht geltend, die Gutachter hätten unkritisch ohne Validierung lediglich auf oft inkonsistente subjektive Angaben des Verunfallten abgestellt. Dabei geht es ihr namentlich um die Zeitlücke von acht Jahren zwischen 1994 und 2002. Die vom Verunfallten behaupteten Beschwerden zwischen 1994 und 2002 seien unbewiesen. Es bestünden weder medizinische Berichte noch sonstige Nachweise über Behandlungen oder die Einnahme von Medikamenten. Der Verunfallte habe bis 2002 vollzeitig und mit Erfolg gearbeitet. Er habe in dieser Zeit ausserdem überdurchschnittlich viel Sport ausgeübt. Die von den Ärzten bestätigten Brückensymptome basierten daher ausschliesslich auf (nicht widerspruchsfreien) Aussagen des Verunfallten, der angegeben habe, in dieser Zeit bei einem Naturarzt in Behandlung gewesen zu sein und Medikamente eingenommen zu haben. In den Akten bestehe keine Dokumentation über die Behandlung noch über die Medikamente. Aus den Bordereau Leistungen der Suva betreffend den Unfall vom 28. September 1993 sei ersichtlich, dass der Verunfallte während acht Jahren weder medizinische Abklärungen noch medizinische Behandlungen durch die Suva habe abrechnen lassen. Die Beschwerdeführerin habe von Anfang an die Glaubwürdigkeit zu den Brückensymptomen bezweifelt und die Widersprüche und Diskrepanzen detailliert aufgezeigt. Trotzdem habe der beweisbelastete Anspruchsteller keine Nachweise erbracht, obwohl dies absolut zumutbar gewesen wäre. Er habe lediglich seine Begründung im Verlauf des Verfahrens geändert und angepasst. Wenn die Vorinstanz trotz eindeutiger und offensichtlicher Beweislücken das Vorliegen von Brückensymptomen bestätige, kehre sie damit de facto die Beweislast um und verletze in krasser Weise Bundesrecht. Der Verweis der Vorinstanz auf zeitnahe Untersuchungen, womit offensichtlich Arztberichte ab 2002 gemeint seien, sei willkürlich, da tatsächlich zeitnahe Untersuchungen durch kein einziges Dokument belegt seien. Die Annahmen der Vorinstanz seien somit aktenwidrig und willkürlich.