Citation: 4A_194/2024 E. 4.3.4

4.3.4. Der Beschwerdegegner hat die geltend gemachten Überstunden nicht substanziiert. Weder aus seiner erstinstanzlichen Klagebegründung noch aus seiner Replik geht hervor, an welchen Tagen er konkret wie viele Arbeitsstunden erbracht haben soll. Die erstinstanzlichen Vorbringen des Beschwerdegegners beschränkten sich vielmehr darauf, auch in der Replik an der pauschalen Berechnung der geltend gemachten Arbeitsstunden festzuhalten und der Beschwerdeführerin pauschal entgegenzuhalten, die Reisezeiten seien in der wöchentlich geleisteten Arbeitszeit von 43 Stunden nicht enthalten. Spätestens nach der Edition der Stundenaufzeichnungen und der Wochenrapporte durch die Beschwerdeführerin wäre es dem Beschwerdegegner möglich und zumutbar gewesen, die geleisteten Arbeitsstunden so zu substanziieren, dass dies der Beschwerdeführerin die Möglichkeit des hinreichend substanziierten Gegenbeweises ermöglicht hätte. Dies übersieht der Beschwerdegegner, wenn er den erstinstanzlichen Entscheid mit dem Einwand kritisiert, die Beschwerdeführerin sei für die Reisezeit behauptungs- und substanziierungspflichtig und habe den Beweis hierfür nicht erbracht, da die Stundenaufzeichnungen und die Wochenrapporte untaugliche Beweismittel seien. Die vorinstanzlichen Behauptungen des Beschwerdegegners erweisen sich denn auch als widersprüchlich: Zum einen bestreitet er, dass in der Leistung der behaupteten 43 Arbeitsstunden pro Woche Reisezeiten enthalten seien, die gemäss GAV nicht zu entschädigen seien. Zum anderen beanspruchte er aber in seiner Klage und in seiner Berufung eine zusätzliche Vergütung für Reisezeiten als Arbeitszeit, da diese von der Werkstatt zur Baustelle und zurück "sehr häufig wesentlich länger" als 30 Minuten bzw. "im Minimum durchschnittlich 45 Minuten pro Tag" gedauert hätten. Diese (pauschale) Behauptung eines Anspruchs auf die Vergütung von zusätzlicher Reisezeit impliziert, dass die vom Beschwerdegegner behauptete Arbeitsleistung von 43 Stunden pro Woche "sehr häufig" auch mindestens 30 Minuten Reisezeit umfassten, die gemäss der Bestreitung der Beschwerdeführerin gestützt auf den GAV nicht zu entschädigen wären und die Behauptung der Leistung von entschädigungspflichtiger Arbeit wiederum in Zweifel zieht. Die Erstinstanz hat im Ergebnis zu Recht erkannt, dass ohne eine hinreichende Substanziierung der tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten von behauptet 43 Stunden pro Tag kein (Gegen-) Beweis über den Umfang der Reisezeiten geführt werden kann und darüber auch kein Beweis abgenommen werden kann.