Citation: 8C_71/2008 17.09.2008 E. 6.3

6.3.1 Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls liegen - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc, U 287/97; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 E. 4 und 5, U 248/98) - nicht vor. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin den schweren Abfallcontainer aus dem Warenlift heraus auf sich zurollen sah und nicht mehr rechtzeitig abzustoppen vermochte, gehörte doch das Manövrieren dieses Abfallcontainers zu ihren üblichen, regelmässig verrichteten Tätigkeiten als Hauswartin. 6.3.2 Das Kriterium der besonderen Schwere der Verletzung ist mit der Versicherten unter Berücksichtigung der erheblichen degenerativen Vorzustände an der Wirbelsäule auf Höhe C4 bis C7 (vgl. SVR 2007 UV Nr. 1 S. 3 E. 3.3.2, U 39/04, und Urteil U 286/06 vom 31. August 2007 E. 6.2.2, je mit Hinweisen) zwar als erfüllt - jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise vorliegend - anzunehmen. Trotz festgestellter kleiner Diskushernien konnten Nervenwurzelkompressionen sowohl anlässlich der Untersuchung vom 24. Oktober 2002 (vor dem Unfall) als auch gestützt auf die Ergebnisse der MRI-Untersuchung vom 18. September 2003 (nach dem Unfall) ausgeschlossen werden. Zudem hatte die Behandlung des im Oktober 2002 vorübergehend symptomatisch gewordenen Vorzustandes an der HWS noch im gleichen Monat wieder abgeschlossen werden können. 6.3.3 Für das Kriterium der ärztlichen Behandlung entscheidwesentlich ist (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128), ob nach dem Unfall fortgesetzt spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Die am Tag nach dem Unfall erstbehandelnde Hausärztin ging laut Bericht vom 30. September 2003 von einer voraussichtlich vierwöchigen Behandlungsdauer aus. Gemäss Protokoll zur Befragung der Beschwerdeführerin vom 26. November 2003 suchte sie damals (rund zweieinhalb Monate nach dem Unfall) noch ein- bis zweimal pro Monat konsultativ (und gelegentlich zur Verabreichung einer Spritze gegen die Schmerzen) ihre Hausärztin auf, nahm regelmässig verschiedene Medikamente ein und liess sich zwei- bis dreimal wöchentlich physiotherapeutisch behandeln. Abgesehen von einer dreiwöchigen Hospitalisierung in der Klink Y.________ (im Dezember 2003) und einem anschliessenden vierwöchigen Aufenthalt in der Klinik Z.________ waren bis zum Fallabschluss per 31. Mai 2005 keine stationäre Therapien oder operative Eingriffe erforderlich. Nach dem Austritt aus der Klinik Z.________ am 20. Januar 2004 wurde neben der Fortführung der Physiotherapie auch eine regelmässige psychologische Begleitung im Sinne eines Coachings empfohlen. Bei Durchführung der Begutachtung im M.________ Zentrum gab die Versicherte am 20. März 2004 an, manchmal gehe es ihr etwas besser, manchmal etwas schlechter. Sie nehme viele Medikamente und gehe immer wieder zu ihrem Psychiater Dr. med. S.________. Mit Blick auf den gesamthaften Verlauf und die Intensität der therapeutischen Massnahmen ist keine spezifische, belastende ärztliche Behandlung (bisher: ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung) auszumachen. 6.3.4 Die (unveränderten) Kriterien der ärztlichen Fehlbehandlung sowie des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen liegen ebenfalls nicht vor. Dass letztlich erfolglos therapiert wurde, reicht nicht aus. Es müssten besondere Gründe gegeben sein, welche die Heilung beeinträchtigt haben (vgl. SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81, U 479/05, E. 8.5; Urteil 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008, E. 9.6.1 mit Hinweis). Dafür bestehen keine Anzeichen. 6.3.5 Das präzisierte Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128). Nachdem die Versicherte schon vor dem Unfall vom 9. September 2003 an hartnäckigen, wiederholt behandlungsbedürftigen Rückenbeschwerden litt und der Status quo sine innert wenigen Monaten nach dem Unfall erreicht wurde (E. 5.2.4 hievor), kam es während dem Aufenthalt in der Klinik Z.________ zu einer leichten Entschärfung der Schmerzsymptomatik. Gemäss M-Gutachten ging es der Versicherten manchmal etwas besser, manchmal etwas schlechter. Das Kriterium erheblicher unfallbedingter Beschwerden ist nicht erfüllt. 6.3.6 Das Merkmal der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen liegt - wenn auch nicht in ausgeprägter Weise - vor, konnte die Beschwerdeführerin doch nach dem Unfall nicht mehr an ihre angestammten Arbeitsplätze als Hauswartin und Pflegehelferin zurückkehren. Trotz sehr motivierter Teilnahme am multidisziplinären Therapieprogramm in der Klinik Z.________ vermochte sie ihre bis zum Unfall mit einem gesamthaften Pensum von 120 % ausgeübten Erwerbstätigkeiten nicht mehr aufzunehmen. Einerseits teilte die Firma A.________ der Versicherten schon am 15. Dezember 2003 mit, dass das Arbeitsverhältnis als Hauswartin genauso wie der Vertrag über die Mietwohnung am entsprechenden Arbeitsort per 31. März 2004 aufgelöst werde. Zudem suchte nach Angaben der Beschwerdeführerin auch das Alters- und Pflegewohnheim X.________ bereits im November 2003 eine neue Mitarbeiterin, welche ihre bisherigen Aufgaben vollumfänglich übernehmen sollte. Andererseits war der Versicherten gemäss Bericht der Klinik Z.________ vom 11. März 2004 die Wiederaufnahme einer leidensangepassten, körperlich weniger anstrengenden Tätigkeit nach dem Klinikaustritt ab 20. Januar 2004 aus ärztlicher Sicht mit einem Pensum von 20 bis 30 % zumutbar. Doch auch nach Abheilung der Unfallfolgen auf den Status quo sine blieb die Beschwerdeführerin in Bezug auf die im Zeitpunkt des Unfalles ausgeübten Erwerbstätigkeiten dauerhaft voll arbeitsunfähig (Gutachten vom 3. Januar 2007 des Medizinischen Zentrums Q.________ zuhanden der IV-Stelle des Kantons Zürich). 6.3.7 Nach dem Gesagten sind höchstens zwei der massgebenden Kriterien erfüllt, was für die Bejahung der Unfalladäquanz nicht genügt (vgl. Urteile 8C_726/2007 vom 16. Mai 2008, E. 4.3.3; 8C_491/2007 vom 28. Dezember 2007, E. 4.3 mit Hinweisen). Da auch kein Kriterium in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist, haben Unfallversicherer und Vorinstanz die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu Recht verneint. 6.4 Der von der Mobiliar per Ende Mai 2005 verfügte folgenlose Fallabschluss ist rechtens und der angefochtene Entscheid somit im Ergebnis zu bestätigen.