Citation: 8C_377/2023 E. 7.4.3

7.4.3. Eine Inkonsistenz erblickt das kantonale Gericht weiter darin, dass die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Parteibefragung ihren Namen korrigierte, als die vorsitzende Richterin sie fälschlicherweise mit dem Ledignamen ansprach. Nach Meinung der Vorinstanz steht die "Vehemenz" der Korrektur im Widerspruch zur gutachterlich bescheinigten mangelnden Durchsetzungsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, auf der Tonbandaufnahme sei lediglich zu hören, dass sie mit leiser und zurückhaltender Stimme ihren richtigen Namen ausspreche. Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung fest, die Tonbandaufnahme bilde die Tonalität und Vehemenz der Intervention der Beschwerdeführerin bezüglich ihres Namens aus technischen Gründen nicht korrekt ab. Entscheidend sei aber ohnehin die direkte Wahrnehmung des Spruchkörpers. Wie es sich damit genau verhält, kann offen bleiben. Selbst wenn die Beschwerdeführerin bei der Begrüssung im Gerichtssaal vehement (i.S.v. heftig, energisch) ihren richtigen Nachnamen gesagt haben sollte, vermöchte die Wahrnehmung des Spruchkörpers offenkundig nicht die medizinisch festgestellte schwer eingeschränkte Selbstbehauptungsfähigkeit in Zweifel zu ziehen. Dasselbe gilt hinsichtlich der von der Vorinstanz erwähnten "Zielgerichtetheit, mit der die Versicherte laut Zeugenaussagen im Konflikt mit dem ehemaligen Arbeitgeber" vorgegangen sei. So ist nicht einzusehen, weshalb das Kontaktieren einer Rechtsschutzversicherung resp. eines Anwalts zur Durchsetzung von Lohnansprüchen in unauflösbarem Widerspruch zu einer ärztlich bescheinigten schwer beeinträchtigten Selbstbehauptungsfähigkeit stehen sollte, wie die Beschwerdeführerin vorbringt. Ferner vermögen weder das Einstehen für die Rechte aus einem Arbeitsverhältnis noch das Bemühen um eine möglichst umfassende Deckung der Taggeldversicherung im Rahmen des im Jahr 2021 gescheiterten Arbeitsverhältnisses die ärztliche Einschätzung entscheidend in Frage zu stellen. Es sei im Übrigen daran erinnert, dass gemäss Gerichtsgutachten nicht bloss die Selbstbehauptungsfähigkeit schwer eingeschränkt ist, sondern auch in diversen anderen Fähigkeiten erhebliche Beeinträchtigungen bestehen (vgl. E. 7.1 hiervor).