Citation: 2C_952/2019 E. 4.2.5

4.2.5. Da er zur Tatzeit der meisten Delikte minderjährig gewesen sei, beruft sich der Beschwerdeführer schliesslich auf das Urteil Maslov gegen Österreich vom 23. Juni 2008 (Nr. 1638/03) und fordert in diesem Zusammenhang - auch gestützt auf das Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte der Kinder (UN-Kinderrechtskonvention, KRK, SR 0.107) - die Beachtung des Kindeswohls; die Vorinstanz habe dieses in keiner Weise gewürdigt. Das Kindeswohl wird ausländerrechtlich im Rahmen der Interessenabwägung von Art. 8 Ziff. 2 EMRK berücksichtigt, da die Kinderrechtskonvention und der verfassungsmässige Anspruch auf Schutz der Kinder und Jugendlichen (Art. 11 BV) keine über die Garantien von Art. 8 EMRK hinausgehenden, eigenständigen Bewilligungsansprüche begründen (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.2 S. 30 mit Hinweisen; Urteil 2C_541/2019 vom 22. Januar 2020 E. 4.5). Das Kindeswohl ist in der Interessenabwägung ein wesentliches Element unter anderen; es ist somit nicht allein ausschlaggebend (vgl. Urteil 2C_904/2018 vom 24. April 2019 E. 2.4). Aufgrund des schweren Verschuldens, der wiederholten Delinquenz sowie der fortbestehenden Rückfallgefahr besteht ein wesentliches öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und an der damit verbundenen Wegweisung des Beschwerdeführers (vgl. vorstehende E. 4.1). Sein Interesse, dass die familiären und sozialen Bindungen nicht getrennt werden und er in der Schweiz resozialisiert werden kann, vermögen insofern in einer Gesamtbetrachtung das öffentliche Interesse an seiner Wegweisung nicht aufzuwiegen.