Citation: U 332/01 05.11.2003 E. 2

Streitig ist zunächst die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und deren Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. 2.1 Bei der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 14. Oktober 1998 stellte Dr. med. W.________ fest, es bestehe ein dauernd schmerzhaftes rechtes Schultergelenk, welches in der Funktion erheblich eingeschränkt sei. Es seien keine belastenden Tätigkeiten mehr möglich; schon die unbelasteten Bewegungen seien schmerzhaft und knapp an der Grenze der Suffizienz; dagegen sei das Ellenbogengelenk uneingeschränkt beweglich und voll belastbar. An der bisherigen Stelle bestehe keine Arbeitsfähigkeit. In einem Nachtrag vom 25. November 1998 äusserte sich der Kreisarzt zur Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen in dem Sinne, dass das Tragen von Gewichten bis 5 kg, allenfalls bis 10 kg, bis auf Lendenhöhe uneingeschränkt bis oft möglich sei. Ein Arbeiten auf Tisch- bzw. Brusthöhe sei bei leichten Gewichten (Verschieben derselben) und das Hantieren mit leichten bis mittelschweren Werkzeugen uneingeschränkt durchführbar; ebenso das Festhalten eines Gegenstandes mit der rechten Hand, sodass mit der Gegenhand daran gearbeitet werden könne. Ausgeschlossen seien Tätigkeiten über Tisch- bzw. Brusthöhe. Im Übrigen wird darauf hingewiesen, dass der festgestellte Teilriss der Bizepssehne links nicht invalidisierend sei und zu keiner Einschränkung in der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen führe. Bei der im Anschluss an die nicht angetretene Abklärung in der Werkstätte Y.________ erfolgten kreisärztlichen Untersuchung vom 21. Januar 1999 stellte Dr. med. W.________ fest, es bestehe nach wie vor eine erhebliche Funktionseinschränkung und dauernde Schmerzhaftigkeit in der rechten Schulter, während der Riss der langen Bizepssehne links nicht wahrgenommen werde. Hinsichtlich der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen habe sich seit der Beurteilung vom 14. Oktober 1998 grundsätzlich nichts geändert. Ergänzend sei festzustellen, dass für den Versicherten eine Tätigkeit gefunden werden sollte, bei er er auf Tischhöhe leichte Arbeiten verrichten könnte, wie beispielsweise leichte Montage- und Verpackungsarbeiten. Im BEFAS-Bericht vom 7. Juli 1999 wird ausgeführt, dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter/Baggerführer sowie in allen, die rechte Schulter stärker belastenden Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig sei. Nicht mehr möglich seien Tätigkeiten, welche mit erhöhtem Kraftaufwand und/oder Einsatz des dominanten rechten Armes über Schulterhöhe verbunden sind. Behinderungsbedingt nicht mehr möglich sind zudem Arbeiten mit Gewichtsbelastungen über 5 - 10 kg. Für Tätigkeiten, welche Schulter, Arm und Hand rechts kaum oder nur leicht belasteten, sei ein ganztägiger Arbeitseinsatz realisierbar, wobei Arbeiten mit streng stereotypen Bewegungsabläufen zu vermeiden seien. Wegen der im Tagesablauf auch bei geringen Belastungen angegebenen Akzentuierung der Schmerzsymptomatik seien zur Verhinderung überlastungsbedingter Arbeitsausfälle kurze Entlastungspausen insbesondere während der zweiten Tageshälfte zu gewähren. Auch müsse insbesondere bei überwiegend manueller Tätigkeit ein etwas verlangsamtes Arbeitstempo bei Mehreinsatz der nicht dominanten linken Hand berücksichtigt werden, sodass gesamthaft bei ganztägiger behinderungsgerechter Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von zur Zeit etwa 80 % auszugehen sei. 2.2 Mit SUVA und Vorinstanz besteht kein Grund, von dieser auf umfassenden medizinischen und beruflichen Abklärungen beruhenden und in eingehender Würdigung der vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen erfolgten Beurteilung abzugehen. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde bestehen weder zwischen den einzelnen kreisärztlichen Beurteilungen noch zwischen den medizinischen und den beruflichen Abklärungsergebnissen Widersprüche, welche zusätzliche Erhebungen erforderlich machen würden. Dies insbesondere auch insofern nicht, als die BEFAS die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten leichteren Tätigkeit auf 80 % festgesetzt hat, was im Schlussbericht vom 7. Juli 1999 näher begründet wird. An dieser Beurteilung vermag die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Stellungnahme des Dr. med. A.________, Facharzt FMH innere Medizin, vom 1. Oktober 2002 nichts zu ändern. Sie beschränkt sich darauf, die Richtigkeit der von der SUVA mit 33 1/3 % bemessenen Erwerbsunfähigkeit in Frage zu stellen; es fehlt aber jegliche Auseinandersetzung mit den beruflichen Abklärungsergebnissen. Im Übrigen wird empfohlen, es sei ein fachärztliches Gutachten einzuholen. Hiezu besteht aber kein Anlass, nachdem der Beschwerdeführer sowohl seitens der SUVA als auch der BEFAS mit im Wesentlichen gleichem Ergebnis fachärztlich untersucht worden ist und keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Beurteilung in einem entscheidrelevanten Punkt unzutreffend sein könnte. Fehl geht auch der Einwand des Beschwerdeführers, es mangle in den genannten Berichten an einer Gesamtbeurteilung mit Einschluss der früheren Unfälle. Diese haben nach den Akten zu keinen bleibenden Beeinträchtigungen geführt. Sie betrafen zudem ebenfalls die rechte Schulter, weshalb allfällige Restfolgen im Rahmen des neuen Unfalls mitberücksichtigt sind. Was schliesslich den im März 2000 erlittenen weiteren Unfall betrifft, hat dieser unberücksichtigt zu bleiben, weil für die richterliche Beurteilung der Sachverhalt massgebend ist, wie er im Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids (20. Dezember 1999) bestanden hat (BGE 121 V 366 Erw. 1b, 116 V 248 Erw. 1a mit Hinweisen). 2.3 Es besteht sodann kein Grund zur Annahme, dass die Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt nicht verwertbar ist. Sowohl in den Arztberichten als auch im BEFAS-Bericht werden konkrete Tätigkeiten genannt, welche der Beschwerdeführer trotz des Gesundheitsschadens zu verrichten vermöchte. Dazu gehören etwa Bedienungs- und Überwachungsarbeiten an Maschinen, leichte Magazinerarbeiten sowie leichte Montage- und Verpackungsarbeiten in der Industrie. In der zuhanden des Beschwerdeführers erfolgten Stellungnahme der Berufs- und Laufbahnberatung, Langnau, vom 6. März 2000 wird zwar festgestellt, in Anbetracht des Gesundheitszustandes und der schwierigen Arbeitsmarktlage sei es für ihn äusserst schwierig, wenn nicht sogar aussichtslos, im Einzugsgebiet eines vernünftigen Arbeitsweges eine geeignete Arbeit finden zu können. Arbeitsplätze wie einfache Montage- und Überwachungsarbeiten, firmeninterner Kurierdienst, Speditions-, Magazin- und Lagerarbeiten seien in der Privatwirtschaft der Region zur Zeit kaum auffindbar und eher in der Grossindustrie in Wirtschaftszentren zu finden. Massgebend für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit und die Festsetzung des Invalideneinkommens sind indessen die Verhältnisse auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (BGE 110 V 273 Erw. 4b). Zudem ist dem Versicherten auf Grund der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht allenfalls auch ein Wohnsitzwechsel zumutbar, wenn dies zu einer besseren Eingliederung führt (vgl. BGE 113 V 28 Erw. 4). Dass geeignete Arbeitsmöglichkeiten existieren, belegen die von der SUVA zur Invaliditätsbemessung herangezogenen Arbeitsplätze, welche im Lichte der ärztlichen Angaben und unter Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht zumindest zum Teil als zumutbar zu betrachten sind. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde steht dem nicht entgegen, dass die genannten Arbeitsplätze eine Anlehre voraussetzen, weil es sich dabei nicht um eine Anlehre im Sinne von Art. 49 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung (BBG) vom 19. April 1978 (SR 412.10), sondern um eine in der Regel kurz dauernde Einarbeitung in den neuen Arbeitsbereich handelt.