Citation: 5A_726/2021 E. 4.1

4.1. Was die Zurückführung des Stockwerkeigentums am Grundstück GB Nr. ccc in gewöhnliches Miteigentum und die Zuweisung des Miteigentums an die Beschwerdegegner 5 und 6 angeht, war im kantonalen Verfahren streitig, ob die Voraussetzungen der Grundbuchberichtigungsklage erfüllt sind. Das Kantonsgericht ist davon ausgegangen, dass zwölf Stockwerkeinheiten laut Begründungsakt auf altGB Nr. aaa und im Rahmen der Grundbuchbereinigung durch Parzellierung der altGB Nr. aaa in GB Nrn. bbb und ccc je zwölf Stockwerkeinheiten auf die beiden neuen Grundstücke im Grundbuch eingetragen worden seien. Es bestehe bezüglich der Anzahl Stockwerkeinheiten eine Diskrepanz zwischen Begründungsakt (12) und Grundbuchbereinigung (24). Die dagegen erhobene Grundbuchberichtigungsklage sei als Feststellungsklage konzipiert, doch beantragten die klagenden Beschwerdeführer nicht die Feststellung der Nichtexistenz von Stockwerkeigentumseinheiten, die erst im Rahmen der Bereinigung eingetragen worden seien. Sie verlangten vielmehr eine Wertberichtigung, die Umwandlung von Stockwerk- in Miteigentum mit entsprechender Zuweisung und die Löschung von Einheiten. Sie stellten damit im Wesentlichen Gestaltungsbegehren. Auch fehle es an der Darlegung eines schützenswerten Interesses, da die klagenden Beschwerdeführer nicht begründeten, welche Einheiten weshalb zu löschen und inwiefern sie in ihren eigenen dinglichen Rechten verletzt seien. Der Berufungsführer (= Beschwerdegegner 1) mache denn auch zu Recht geltend, es sei nicht erstellt, dass die letztlich nicht realisierten Einheiten ausschliesslich auf der Fläche des heutigen Grundstücks GB Nr. ccc hätten gebaut werden sollen, weil dieses für sechs Stockwerkeinheiten zu klein wäre. Auch deshalb wäre fraglich, sämtliche nicht erbauten Einheiten zu löschen. Ob und inwieweit seitens des Grundbuchamts - auf Betreiben der Beschwerdeführer oder von Amtes wegen - ein Berichtigungsverfahren nach Art. 977 ZGB einzuleiten sei, sei nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (E. 3d/dd S. 18 f. des angefochtenen Urteils). Die Beschwerdeführer halten dagegen, aufgrund der Diskrepanz zwischen Begründungsakt (12 Einheiten) und Grundbuchbereinigung (24 Einheiten) liege ein ungerechtfertigter Eintrag im Grundbuch vor. Sie hätten mit dem Antrag auf Löschung der Stockwerkeinheiten und deren Zuweisung zu Miteigentum sehr wohl die Nichtexistenz von Stockwerkeinheiten gerichtlich feststellen lassen wollen und gemäss dem Wortlaut von Art. 975 Abs. 1 ZGB auf Löschung und Abänderung eines ungerechtfertigten Eintrags geklagt. Von einem fehlenden Feststellungsinteresse könne nicht die Rede sein, gehe es bei der Grundbuchberichtigungsklage doch darum, die Übereinstimmung zwischen dem Eintrag im Grundbuch und den tatsächlichen Verhältnissen wiederherzustellen. Das Kantonsgericht verkenne, dass der Grundbuchbeamte anlässlich der Grundbuchbereinigung vom 8. September 1995 einen ungerechtfertigten Eintrag vorgenommen habe. Weil kein Stockwerkeigentum auf dem Grundstück GB Nr. ccc mehr realisiert werden könne, rechtfertige es sich, das Stockwerkeigentum auf GB Nr. ccc zu löschen. Ihr Berichtigungsanspruch beruhe auf der Tatsache, dass der Grundbuchverwalter im Rahmen der Grundbuchbereinigung einen offensichtlich unrichtigen Eintrag vorgenommen habe (S. 13 ff. Ziff. 22-25 der Beschwerdeschrift).