Citation: 5C.87/2000 01.03.2001 E. 3

3.-Die Beklagten rügen eine unrichtige Anwendung von Art. 617 aZGB bezüglich der Parzelle Nr. 3. Es ist unbestritten, dass diese Parzelle zum Verkehrswert zu schätzen ist und dass dieser im Jahre 1995 Fr. 150'000.-- betragen hat. Die Beklagten haben anlässlich der Schlussverhandlung vom 6. Juni 1996 noch selber beantragt, es sei bezüglich der Parzelle Nr. 3 von einem Wert von Fr. 150'000.-- auszugehen. Die Beklagten führen aber nunmehr aus, sie hätten den Instruktionsrichter der Vorinstanz insbesondere anlässlich des Augenscheins ausdrücklich auf den baufälligen Zustand des Gebäudes aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen, dass die Schätzung aus dem Jahre 1995 nicht mehr relevant sei. Bei einer Grundstücksfläche von 350 m2 sei angesichts des zwischenzeitlich eingetretenen Zerfalls des Gebäudes ein Preis von Fr. 428.--/m2 (total Fr. 150'000.--) völlig übersetzt. Art. 617 aZGB lege klar fest, dass der Wert der Liegenschaften im Zeitpunkt der Teilung massgebend sei. Es trifft an sich zu, dass die Parteien gestützt auf Art. 618 ZGB eine Nachschätzung verlangen können, wenn ein Zivilprozess sehr lange dauert, weil es möglich ist, dass sich der Wert einer Liegenschaft beispielsweise wegen einer Veränderung der Marktlage, der Zonenordnung oder der tatsächlichen Verhältnisse auf dem Grundstück wesentlich erhöht oder vermindert hat (vgl. Escher, Zürcher Kommentar, N. 7 zu Art. 618 ZGB; Spahr, Valeur et valorisme en matière de liquidations successorales, Diss. Fribourg 1994, S. 120 f. Ziffer 2.3.2). Die Parteien, welche eine Nachschätzung insbesondere nach verhältnismässig kurzer Zeit wünschen, haben aber darzulegen, inwiefern eine Wertveränderung eingetreten sein könnte. Das Kantonsgericht hat zum Begehren, für die Parzelle Nr. 3 eine Neuschätzung durchzuführen, ausgeführt, es sei nicht vorgebracht worden, welche konkreten Umstände seit 1995 neu eingetreten sein sollen und es seien auch keine solchen ersichtlich. Das Kantonsgericht hat demnach nach Durchführung eines Augenscheins in tatsächlicher Hinsicht festgestellt, es seien seit dem Gutachten aus dem Jahre 1995 entgegen der Behauptung der Beklagten keine konkreten Änderungen am Gebäude ersichtlich, welche dessen Wert vermindert hätten. An diese tatsächliche Feststellung ist das Bundesgericht gebunden (Art. 63 Abs. 2 OG), so dass auf diese Rüge nicht eingetreten werden kann. Abgesehen davon hat das Kantonsgericht mit seiner Feststellung, es habe sich seit 1995 am Gebäude nichts Wesentliches verändert, nicht verkannt, dass nicht der Zeitpunkt der Schätzung im Jahre 1995, sondern der Zeitpunkt der Erbteilung für die Wertbestimmung der Liegenschaft massgebend ist. Es ist deshalb kein Bundesrecht verletzt worden.