Citation: 8C_742/2023 E. 4.5

4.5. War das kantonale Gericht nach dem Gesagten im zweiten Rechtsgang praxisgemäss an seinen ersten, unangefochten in formelle Rechtskraft erwachsenen Rückweisungsentscheid vom 2. September 2020 gebunden, so verletzte es die Bindungswirkung seines eigenen Zwischenentscheids, indem es mit hier angefochtenem Entscheid vom 13. September 2023 eine davon abweichende Auffassung vertreten und nunmehr einen Anspruch auf Spitexleistungen auch im häuslichen Umfeld verneint hat, ohne hierfür triftige Gründe anzugeben (vgl. SVR 2013 IV Nr. 43 S. 131, 8C_3/2013 E. 4; Urteile 9C_1027/2012 vom 30. April 2013 E. 4.2; 9C_791/2009 vom 16. November 2009 E. 2.3). Dieser Entscheid ist folglich aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie über den Anspruch auf Kinderspitexleistungen unter Berücksichtigung ihres Zwischenentscheides vom 2. September 2020 neu befinde. Dabei wird sie sich auch - entsprechend ihren Erwägungen im Rückweisungsentscheid (vgl. auch E. 1.3.5 des angefochtenen Entscheids) - dazu zu äussern haben, ob eine Veränderung des für den Anspruch auf medizinische Massnahmen relevanten Sachverhalts eingetreten ist. Diesbezüglich fehlt es im angefochtenen Entscheid an Tatsachenfeststellungen. Mithin hat die Vorinstanz den Sachverhalt auch unvollständig und damit offensichtlich unrichtig (vgl. E. 1.2 hiervor) festgestellt. Das kantonale Gericht wird ferner zu berücksichtigen haben, dass am 1. Januar 2022 das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft trat (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, BBl 2017 2535). Die hier angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher für Ansprüche ab dem 1. Januar 2022 die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der ab 1. Januar 2022 geltenden Fassung anwendbar (vgl. etwa Art. 14 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 3quinquies IVV und Art. 1 der Verordnung des EDI über ambulant erbrachte medizinische Pflegeleistungen; vgl. auch die Erläuterungen des BSV zur Verordnung des EDI vom 3.11.2021 über ambulante medizinische Pflegeleistungen sowie den erläuternden Bericht [nach Vernehmlassung] vom 3. November 2021 über die Ausführungsbestimmungen zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [Weiterentwicklung der IV]).