Citation: 9C_455/2022 E. 10.2

10.2. Wie die Vorinstanz für das Bundesgericht verbindlich feststellte, musste dem Beschwerdeführer bewusst sein, dass seine (auf den Videoaufnahmen erkennbaren) ausserhäuslichen Aktivitäten (wie selbstständig mit dem Auto einkaufen zu gehen, im Fitness-Studio Sport zu treiben etc.) klarerweise eine Verbesserung seiner gesundheitlichen Verhältnisse darstellte. Seine Argumentation, bei unterschiedlicher Auffassung über den Gesundheitszustand könne die versicherte Person nicht verpflichtet sein, das bestrittene Ergebnis einer Begutachtung im Sinne einer Meldung an die Verwaltung vorwegzunehmen, verfängt nicht, wenn, wie dies bei ihm offensichtlich zutrifft, das gezeigte Verhalten mit dem geltend gemachten Leiden, bestehend in massiven physischen und psychischen Beschwerden, schlichtweg unvereinbar ist (vgl. 9C_561/2018 vom 8. Februar 2019 E. 5.4.3 mit Hinweisen). Dass der Beschwerdeführer unter den gegebenen Umständen untätig geblieben ist, genügt, um von einer schuldhaften Meldepflichtverletzung auszugehen.