Citation: I 211/01 07.11.2002 E. 4

4.1 Vorliegend gilt festzustellen, dass im für die gerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 5. Oktober 1999 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) das Gutachten des MZ (vom 23. September 1998) bzw. die psychiatrische Begutachtung der Beschwerdeführerin durch Dr. med. T.________ vom 22. September 1998, auf welche die Vorinstanz zur Hauptsache abstellte, bereits mehr als ein Jahr zurücklagen. Zudem ist zu beachten, dass der Psychiater Dr. med. H.________ anlässlich seiner Untersuchung vom 14. Mai 1997 eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11) diagnostizierte, nachdem zuvor die behandelnde Aerztin Dr. med. F.________ (Bericht vom 14. Februar 1997) wie auch die Klinik X.________ anlässlich der Untersuchung vom 2. Januar 1997 (Bericht vom 18. Dezember 1997) eine ängstlich gefärbte depressive Entwicklung bzw. eine ängstlich verspannte Verstimmung mit Verdacht auf funktionelle Ueberlagerung festgestellt hatten. Er empfahl eine adäquat hochdosierte medikamentöse antidepressive Behandlung. Zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten äusserte er sich nicht. Hingegen ging Dr. med. F.________ in Übernahme dieser Diagnose von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus (Bericht vom 20. Juni 1997). Im Arztbericht an die IV-Stelle vom 7. September 1997 hält Dr. med. H.________ fest, er wisse nicht, ob die Versicherte die Behandlung mittlerweile begonnen habe. Nach einer adäquaten antidepressiven Therapie sollte die mittelgradige depressive Episode aber in den Griff zu bekommen sein. Aus psychiatrischer Sicht sei dann eine 50 %ige leichte Tätigkeit sicherlich zumutbar. Anlässlich der MZ-Begutachtung vom 22. September 1998 stellte Dr. med. T.________ lediglich noch eine leichte in ihrem Krankheitswert umstrittene depressive Störung fest, und schloss daraus, dass die von Dr. med. H.________ diagnostizierte mittelgradige depressive Episode unter einer fachgerechten Antidepressivum-Therapie erfolgreich behandelt worden sei. Der Parteigutachter Dr. med. S.________, bei dem die Beschwerdeführerin auf Veranlassung von Dr. med. F.________ seit dem 23. März 1999 in psychiatrischer Behandlung steht, diagnostizierte in seinem Bericht vom 1. November 1999 eine starke Depression im Evolutionsalter mit intensiven psychosomatischen Beschwerden bei einer narzistischen Persönlichkeitsstruktur und stellte aus psychiatrischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von 100% fest, ohne jedoch - wie die Vorinstanz zu Recht feststellte - diese Einschätzung und eine gesundheitliche Verschlechterung näher zu begründen. In der im vorliegenden Verfahren eingereichten ergänzenden Stellungnahme vom 27. März 2001 bestätigt Dr. med. S.________ aufgrund des bisherigen unerfreulichen Verlaufs der Krankheit und des derzeitigen Zustandes die Diagnose einer Depression unter Hinweis auf typische Symptome, wie innere Unruhe, Weinerlichkeit, Sinnlosigkeit, Beklemmungsgefühl, Schlafstörungen, Morgentief, Schuldgefühle, Zukunftsängste und Suizidgedanken. Was die anlässlich des MZ-Gutachtens festgestellte Besserung der im Mai 1997 diagnostizierten mittelgradigen Depression anbelangt, hält Dr. med. S.________ fest, es sei anzunehmen, dass die zwischen der Behandlung durch Dr. med. H.________ und durch ihn selbst entstandene, von Dr. med. T.________ beobachtete Besserung einerseits auf die Behandlung der Depression, anderseits auf den phasischen Verlauf der Krankheit zurückzuführen sei. Er beurteilt den Unfall als Auslöser einer seit Jahren latent vorhandenen Depression, welche aufgrund eines Entwicklungsdefizits (bedingt durch Persönlichkeitsstruktur und Überlastung) entstanden sei und sich, wie dies häufig passiere, in der Zeit des Klimakteriums manifestiert habe. Die ergänzenden Ausführungen von Dr. med. S.________ erfüllen zwar die Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 122 V 160) nicht, sind aber nicht zum Vornherein von der Hand zu weisen. So sprach bereits Dr. med. H.________ von einer möglichen Überlastungssituation, die auch ohne Unfall in eine depressive Entwicklung hätte münden können. Auch Dr. med. T.________ erwähnt, dass die Beschwerdeführerin während Jahren überkonstitutionell belastet und praktisch zu 200 % ausgelastet war. Erfahrungsgemäss erfolge nach derartigen Belastungen regelmässig im 5. Lebensjahrzehnt der physische und psychische Einbruch. Zudem erweist sich die Einschätzung von Dr. med. S.________ hinsichtlich des Verfügungszeitpunkts als am aktuellsten. 4.2 Angesichts der aufgezeigten medizinischen Ausgangslage lässt sich entgegen der Vorinstanz nicht zuverlässig beurteilen, ob bei der Beschwerdeführerin im massgebenden Verfügungszeitpunkt ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter psychischer Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit vorlag und wenn ja, in welchem Ausmass insbesondere unter Berücksichtigung der ausgewiesenen physisch bedingten Beeinträchtigung der Arbeitsleistung. Insofern erweist sich der Sachverhalt in medizinisch-psychiatrischer Hinsicht als unzureichend abgeklärt, weshalb die Sache zur dahingehenden Ergänzung an die IV-Stelle zurückzuweisen ist. Diese wird anschliessend über den Leistungsanspruch neu verfügen.