Citation: 1A.93/2001 09.11.2001 E. 3

3.- An diesem Ergebnis änderte übrigens nichts, wenn hier nicht nach der vom Verwaltungsgericht so genannten Zweistufenmethode, sondern allein nach den Prinzipien des formellen Enteignungsrechts vorgegangen würde. Wohl hat der Enteignungsrichter bei der Bewertung des enteigneten Landes grundsätzlich auf die am Stichtag bestehende tatsächliche und rechtliche Beschaffenheit des Bodens abzustellen. Von einer anderen als der in diesem Zeitpunkt geltenden Rechtslage darf und muss aber ausgegangen werden, wenn feststeht oder mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die rechtliche Situation des fraglichen Grundstücks ohne die Enteignung bzw. ohne dessen Verwendung für einen öffentlichen Zweck eine andere gewesen wäre. Vorwirkungen der Enteignung, die sich in planerischer Hinsicht niederschlagen, haben wie andere Vor- und Nachteile, die auf den Enteignungszweck zurückzuführen sind, bei der Ermittlung der Entschädigung ausser Acht zu bleiben. Sind solche Vorwirkungen festzustellen, ist vor der Schätzung zunächst zu prüfen, wie das enteignete Grundstück in Anwendung der raumplanerischen Grundsätze behandelt worden wäre, wenn es nicht für den Enteignungszweck vorbehalten worden wäre (vgl. BGE 115 Ib 13 E. 5b S. 25 f. mit Hinweisen, 119 Ib 366 E. 3a). Auch nach diesen Grundsätzen, die im kantonalrechtlichen Enteignungsverfahren zu beachten sind (BGE 104 Ia 470), musste die Tatsache, dass die umstrittene Parzelle im Hinblick auf ihren Gebrauch für öffentliche Zwecke kurz vor der formellen Enteignung (wiederum) der öW-Zone zugewiesen worden ist, bei der Bestimmung des Verkehrswertes unberücksichtigt bleiben. Dass und weshalb sie ohne diese Zweckbestimmung der Bauzone zugewiesen worden wäre und ihr daher bei der Entschädigungsbemessung Baulandwert zuzuerkennen ist, ist bereits erläutert worden.