Citation: 6B_84/2023 E. 1.5.1

1.5.1. Sie macht zunächst geltend, die Vorinstanz halte zu Unrecht fest, ihr Partner und sie hätten in Betracht gezogen, dass er sie in den Kosovo begleiten würde. Sie hätten dies zwar "besprochen", daraus könne aber nicht gefolgert werden, dass diese Möglichkeit auch "ernsthaft in Betracht gezogen" worden sei. Vielmehr habe die Beschwerdeführerin auf die Frage nach einer Ausreise ihres Partners mit "das nicht" geantwortet. Die Rüge ist nicht stichhaltig. Auch wenn beiden Begriffen nicht die exakt gleiche Bedeutung zukommt, scheint es vorliegend nicht schlechterdings unhaltbar, die Besprechung besagten Szenarios mit dessen Inbetrachtziehung gleichzusetzen. Die Vorinstanz stellt im Übrigen gerade nicht fest, dass dem Partner die Ausreise ohne Weiteres zumutbar oder möglich sei. Sie erwägt lediglich, die Beschwerdeführerin habe nichts Gegenteiliges behauptet. Dies ist insofern richtig, als die Beschwerdeführerin weder vor Vorinstanz noch vor Bundesgericht Anhaltspunkte nennt, wonach ihrem Partner eine Ausreise nicht zugemutet werden könne resp. unmöglich sei. Letztlich bedarf die Frage keiner Klärung. Wie die Beschwerdeführerin selber richtig ausführt, wäre die Unzumutbarkeit der Ausreise ihres Lebenspartners vornehmlich im Hinblick auf die Tangierung des Schutzbereichs von Art. 8 EMRK (vgl. supra E. 1.3.6) und somit für die Frage nach der Annahme eines Härtefalls relevant. Die Frage nach dessen Vorliegen lässt die Vorinstanz jedoch gerade offen. Ob die bisherige Weiterführung ihrer Beziehung ein überwiegendes Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz begründet, ist derweil im Rahmen der Interessenabwägung resp. Verhältnismässigkeitsprüfung zu beurteilen (vgl. nachfolgend E. 1.8.1).