Citation: 6B_357/2013 E. 3.1

3.1. Stellt ein Antragsberechtigter gegen einen an der Tat Beteiligten Strafantrag, so sind alle Beteiligten zu verfolgen (Art. 32 StGB). Mit dem in Art. 32 StGB bzw. aArt. 30 StGB statuierten Grundsatz der Unteilbarkeit des Strafantrags soll verhindert werden, dass der Verletzte nach seinem Belieben nur einen einzelnen am Antragsdelikt Beteiligten herausgreift und unter Ausschluss der anderen bestrafen lässt (BGE 132 IV 97 E. 3.3.1 S. 99; 121 IV 150 E. 3a/aa S. 152; je mit Hinweisen). Erklärt der Strafantragsberechtigte von vornherein, seinen Antrag auf einen einzelnen Beteiligten beschränken zu wollen, oder äussert er sich später in diesem Sinne, leidet der Strafantrag wegen seiner Wirkungslosigkeit an einem gewissen inneren Widerspruch. Die Strafbehörden haben den Antragsteller auf die Wirkungslosigkeit des so gestellten Strafantrags hinzuweisen und zu fragen, ob er einen auf einzelne Beteiligte beschränkten Antrag auf alle Beteiligten ausdehnen oder ob er gänzlich von der Verfolgung aller absehen wolle (BGE 121 IV 150 E. 3a S. 152 f.). Wenn aber der Verletzte ohne solche Einschränkungen fristgerecht Strafantrag stellt, wird der Weg zur Verfolgung aller Beteiligten geöffnet, also auch der im Antrag nicht ausdrücklich genannten Personen. Welche der beiden Wirkungen der in Art. 32 StGB bzw. aArt. 30 StGB verankerte Grundsatz der Unteilbarkeit des Strafantrags im Einzelfall hat, hängt somit entscheidend vom Inhalt der Willenserklärung bzw. Willensäusserung des Antragstellers ab (BGE 121 IV 150 E. 3a/aa S. 152; 97 IV 1 E. 2 S. 3; je mit Hinweisen). Hingegen folgt aus Art. 32 StGB bzw. aArt. 30 StGB nicht, dass der vorbehaltslos gestellte Strafantrag als nicht gestellt zu betrachten ist und das Verfahren gegen alle Beteiligten einzustellen ist, wenn die Strafbehörden das Strafverfahren nicht oder nicht rechtzeitig auf alle Beteiligten ausgedehnt haben (vgl. BGE 97 IV 1 E. 2. S. 3).