Citation: 1B_192/2015 E. 2

Der Beschwerdeführer wirft dem Obergericht vor, seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt zu haben, soweit es sich auf den Vorbericht zum forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 20. Mai 2015 stütze. Das Obergericht führe zwar aus, Wiederholungsgefahr sei auch unter Ausklammerung dieses Vorberichts zu bejahen, doch lasse sich das nicht überprüfen. Dessen Verwendung gegen ihn sei deshalb unzulässig, weil ihn die Staatsanwaltschaft angefordert habe, ohne den Auftrag dazu seinem Verteidiger zugestellt zu haben. Diesem sei es dadurch verunmöglicht worden, den Auftrag - z.B. auf suggestive Formulierungen hin - zu überprüfen, wodurch sein Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. ein faires Verfahren verletzt worden sei. Die Rüge ist unbegründet. Einmal bringt der Beschwerdeführer nichts Stichhaltiges vor, um die Ausführungen des Obergerichts, Wiederholungsgefahr könne selbst unter Ausklammerung des strittigen Vorberichts bejaht werden, zu widerlegen. Zum andern erweist sich auch die Verwertung des Vorberichts im Haftprüfungsverfahren nicht als verfassungswidrig. Zwar hätte die Staatsanwaltschaft den Auftrag zur Einholung des Vorberichts dem Beschwerdeführer bzw. dem Verteidiger spätestens zusammen mit dem Vorbericht selber zustellen sollen. Allerdings wurde mit dem Auftrag zur Einholung des Vorberichts die dem Verteidiger bekannte Fragestellung des Auftrags zur psychiatrischen Begutachtung vom 11. Februar 2015 nicht geändert. Er bringt denn auch in seiner Replik ans Bundesgericht keinerlei inhaltliche Kritik an der Auftragserteilung vor, sondern spekuliert nur darüber, ob der Staatsanwalt, was nicht per se unzulässig wäre, mit dem Gutachter auch noch telefonischen Kontakt gehabt hatte. Damit steht fest, dass die umstrittene Einholung des Vorberichts dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil gereichte. Dass der Auftrag dazu dem Verteidiger nicht zugestellt wurde, erweist sich unter diesen Umständen jedenfalls nicht als Gehörsverweigerung, die die Verwertung des Vorberichts im Haftprüfungsverfahren ausschliessen würde.