Citation: 9C_153/2023 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz erwog, für das Abgabejahr 2020 liege keine verbotene Rückwirkung vor. Die Gesetzesänderung sei auf den 1. Januar 2019 in Kraft getreten und die Voraussetzungen der Abgabepflicht hätten sich vollumfänglich im Abgabejahr ereignet. Dass die Dauer der Ersatzpflicht mit Vollendung der altrechtlichen Altersgrenze vollendet gewesen sei, bedeute nicht, dass die Ersatzpflicht nicht zu einem späteren Zeitpunkt durch eine neue gesetzliche Regelung wieder aufleben könne (vgl. E. 4.5 des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, seine Abgabepflicht sei Ende 2017 nach dem damaligen Recht vollständig abgeschlossen gewesen. Die Anwendung der Gesetzesänderung stelle deshalb eine unzulässige echte Rückwirkung dar. Da er seine Wehrersatzpflicht mit Erreichen der Altersgrenze von 30 Jahren gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. a aWPEG bereits vollständig erfüllt habe, schulde er keine Ersatzabgabe mehr. Für das Wiederaufleben der Abgabepflicht müsse eine ausdrückliche gesetzliche Bestimmung vorliegen; die Gesetzesänderung vom 1. Januar 2019 ordne aber keine echte Rückwirkung auf Sachverhalte an, die unter altem Recht bereits abgeschlossen worden seien.