Citation: 5A_85/2021 E. 5.1

5.1. Zur Anhörung der Töchter vom 28. November 2018 (vgl. vorne Bst. A.b) verweist der Beschwerdeführer auf die Praxis, wonach für die Berücksichtigung des Kindeswillens das Alter des Kindes bzw. dessen Fähigkeit zur autonomen Willensbildung mitentscheidend ist. Vom Vorliegen dieser Fähigkeit ist ungefähr ab dem 12. Altersjahr auszugehen, was auch das Kantonsgericht erkannt habe (Urteil 5A_56/2020 vom 17. August 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). Bei Ausfällung des angefochtenen Urteils sei die älteste Tochter 16 Jahre und die zweitälteste 13 Jahre alt gewesen, womit deren Meinung zu beachten gewesen wäre. Angehört worden seien die Kinder jedoch zwei Jahre früher; eine aktuelle Meinungsäusserung der ältesten Tochter habe damit nicht vorgelegen und die zweitälteste Tochter sei seit Erreichen des 12. Altersjahrs nicht angehört worden. Jedoch habe das Kantonsgericht, durchaus entgegen den eigenen Erwägungen, den Aussagen der Kinder keine entscheidrelevante Bedeutung beigemessen. Indem das Gericht den aktuellen Kindeswillen nicht berücksichtigt und widersprüchlich argumentiert habe, sei es in Willkür (Art. 9 BV) verfallen. Die Kindesanhörung sei weiter Ausdruck des Persönlichkeitsrechts des Kindes. Zumindest den beiden älteren Töchtern hätte damit auch unter diesem Aspekt die Möglichkeit gegeben werden müssen, sich ins Verfahren der Eltern einzubringen. Indem sie dies unterlassen habe, habe die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt.