Citation: 4A_126/2023 E. 3.5.3

3.5.3. Die Vorinstanz hat sich in ihrer Argumentation namentlich auch auf Ziff. 7.2 ZVB gestützt. Sie führte aus, bei Spitälern, die auf der Liste gemäss Ziff. 7.2 ZVB aufgeführt seien, sei ohne Weiteres davon auszugehen, dass für die von diesen Spitälern in Rechnung gestellten Leistungen keine vollumfängliche Deckung bestehe. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, die Bestimmung könne hier nicht zur Anwendung gelangen, weil die Bestimmung unter dem Titel " Leistungen bei Unterversicherung " aufgeführt sei und eine Unterversicherung bei ihm gerade nicht vorgelegen habe. Für den Versicherungsnehmer, bei dem keine Unterversicherung vorliege, sei entsprechend nicht klar, dass Ziff. 7.2 ZVB für ihn relevant und anwendbar sein könnte. Der Beschwerdeführer macht zu Recht geltend, dass von einem Fall einer "Unterversicherung" nach allgemeinem Verständnis dann auszugehen sei, wenn ein Versicherter sich in einer höheren Klasse aufhalte, als es seiner Versicherung entspreche, sich beispielsweise der halbprivat Versicherte in die private Abteilung begebe. In Ziff. 7.1 ZVB sei Unterversicherung denn auch in diesem Sinne definiert. Ziff. 7.2 ZVB ist zudem systematisch im Zusammenhang mit Ziff. 7.1 ZVB zu lesen, auf den sie folgt. Ziff. 7.1 regelt aber - wie erwähnt - gerade den Fall, dass sich halbprivat versicherte Personen in der privaten Spitalabteilung aufhalten. Der Einwand der Beschwerdegegnerin, "Unterversicherung" erfasse zusätzlich generell den Fall, dass Spitaltarife von ihr nicht anerkannt würden, wobei ein solches Verständnis für eine versicherte Person ohne besondere Versicherungskenntnisse nachvollziehbar sei, vermag nicht zu überzeugen. Der Titel von Ziff. 7 ZVB (Unterversicherung) gibt dem Versicherungsnehmer somit keinen Hinweis darauf, dass er für die vorliegend relevante Konstellation einschlägige Bestimmungen erwarten müsste, wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht.