Citation: 1P.495/2001 16.08.2001 E. 3

3.- a) Nach solothurnischem Strafprozessrecht setzt die Anordnung bzw. Fortsetzung von Untersuchungshaft voraus, dass der Angeschuldigte "einer mit Freiheitsstrafe bedrohten Tat verdächtig" ist und ausserdem ein besonderer Haftgrund vorliegt, insbesondere Flucht- oder Kollusionsgefahr (§ 42 Abs. 2 lit. a - b StPO/SO). b) Der Beschwerdeführer bestreitet zunächst den allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachtes. Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Bundesgericht bei der Überprüfung des Haftgrundes des dringenden Tatverdachtes keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen, die kantonalen Behörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte (BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146). Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt dabei nur wenig Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden Tatverdachtes bzw. zur Schuldfrage hat der Haftrichter weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen. Vorbehalten bleibt allenfalls die Abnahme eines liquiden Alibibeweises (BGE 124 I 208 E. 3 S. 210 mit Hinweisen). c) Bei staatsrechtlichen Beschwerden, die gestützt auf das verfassungsmässige Recht der persönlichen Freiheit wegen der Ablehnung eines Haftentlassungsgesuches erhoben werden, prüft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffes die Auslegung und Anwendung des entsprechenden kantonalen Rechtes frei. Soweit jedoch reine Sachverhaltsfragen und damit Fragen der Beweiswürdigung zu beurteilen sind, greift das Bundesgericht nur ein, wenn die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Instanz willkürlich sind (BGE 123 I 31 E. 3a S. 35, 268 E. 2d S. 271, je mit Hinweisen). d) Nach den Darlegungen der kantonalen Behörden liessen die Beweisergebnisse der koordinierten Polizeiaktion "Mistral" darauf schliessen, dass die Hauptangeschuldigten A.________ (alias "Elmi" oder "Onkel") und B.________ (alias "Necko") spätestens seit Oktober 2000 Heroinhandel im grossen Stil betrieben hätten. Als Chef der Bande sei A.________ aufgetreten. Sein Stellvertreter sei der Bruder des Beschwerdeführers ("Florim"), B.________, gewesen. Der Beschwerdeführer habe nach den bisherigen Erkenntnissen u.a. "Botendienste" geleistet. Im Verlauf der Polizeiaktion "Mistral" seien mehrere Geldkuriere und Drogenabnehmer verhaftet und ca. Fr. 300'000.-- Bargeld sowie 2,3 kg Heroin beschlagnahmt worden. Nach der Verhaftung des Beschwerdeführers seien in der zu seiner Wohnung gehörenden Garage zusätzlich ca. 10 kg Heroin und Streckmittel sowie in der Garage seines Bruders weitere 1 kg Heroin sichergestellt worden. Der Vorwurf von qualifizierten Drogengeschäften werde insbesondere durch die Aussagen von Beteiligten, Telefonüberwachungen und polizeiliche Observationen gestützt. Auf der Verpackung von sichergestelltem Drogenerlös seien ausserdem Fingerabdrücke des Bruders des Beschwerdeführers festgestellt worden. e) In der Beschwerde wird eingewendet, dass keines der überwachten Telefongespräche "mit" dem "oder zum Telefonapparat oder Natel des Beschwerdeführers geführt worden" sei. Es bestehe "bis heute kein Beweis dafür, dass der Beschwerdeführer auch nur bei einem einzigen Telefongespräch direkt (als Anrufer oder Angerufener) beteiligt gewesen" sei. Diese Vorbringen sind unbehelflich. Die kantonalen Behörden berufen sich im Haftprüfungsverfahren zwar teilweise auch auf die Ergebnisse von Telefonüberwachungen. Der Hauptvorwurf an den Beschwerdeführer lautet bisher jedoch, in der von ihm und seiner Ehefrau bewohnten Wohnung in La Tour-de-Trême/FR seien (mit seinem Wissen und Einverständnis) Drogengeschäfte abgewickelt worden. Insbesondere sei Drogengeld in ihrer Wohnung aufbewahrt bzw. gezählt und übergeben worden. Entsprechendes ergebe sich insbesondere aus den Aussagen von C.________ sowie von D.________. Ausserdem hätten der Beschwerdeführer und seine Ehefrau es zugelassen, dass kiloweise Drogen in ihrer Garage deponiert worden seien. Gemäss Polizeiberichten seien dort am 28. Februar 2001 ca. 10 kg Heroin sichergestellt worden. Weiter habe sich der Beschwerdeführer als Drogenkurier betätigt. Zwar wendet der Beschwerdeführer ein, er habe nicht gewusst, wo die Garage seiner Ehefrau sei. Diese Bestreitung und seine übrigen Einwendungen, wonach sein Bruder "im Prinzip in der Wohnung gelebt" habe und die Garage "fast ständig offen" gewesen sei, lassen den dringenden Tatverdacht der Beteiligung an den untersuchten Drogendelikten jedoch nicht dahinfallen.