Citation: 9C_190/2023 E. 6.3

6.3. Die Vorinstanz führt zur Thematik aus, dass den Veranlagungsbehörden bei der Konkretisierung der Voraussetzung der Unterstützungsbedürftigkeit ein grosser Ermessensspielraum zustehe, zumal in Bezug auf die finanziellen Verhältnisse des Kindes keine gesetzlichen Grenzbeträge betreffend die Einkommens- und Vermögensverhältnisse bestehen würden. Eine gewisse Schematisierung und Pauschalisierung aus Gründen der Praktikabilität und Veranlagungsökonomie sei unerlässlich. Vorliegend könne offenbleiben, welche Fassung der Verwaltungsanweisungen der Steuerverwaltung des Kantons Bern zu "Besteuerung von Familien" für die Steuerperioden 2016 oder 2017 einschlägig sei, zumal es sich um Verwaltungsverordnungen handle. Das Kindsvermögen überschreite den von der Steuerverwaltung angewandten Grenzbetrag von Fr. 50'000.- um ein Vielfaches und bestehe zudem aus grundsätzlich liquiden oder zumindest leicht verwertbaren Mitteln. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, ihre Tochter könne über das bei der italienischen Bank C.________ angelegte Geld nicht frei verfügen, sei in keiner Weise belegt. Die mit Blick auf die Grenzwerte pauschal beurteilten Verhältnisse der Tochter würden mithin den Schluss nahelegen, dass keine Unterstützungsbedürftigkeit vorliege.