Citation: 2C_865/2022 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz hat erwogen, im vorliegenden Fall gehe es um die Frage der Doppelvertretung bei einer beratenden Tätigkeit. Am 20. Januar 2021 hätten D.________ und E.________ den verzeigten Anwalt mit der Interessenwahrung und Vertretung in Sachen "Gesellschaftsrecht/Aktien C.________ AG" mandatiert. Zudem hätten sie den verzeigten Anwalt am 29. September 2021 namens der Gesellschaft mit der Interessenwahrung und Vertretung gegen den Beschwerdeführer beauftragt. Unbestritten sei, dass D.________ und E.________ zusammen 2/3 der Aktien hielten und über die Stimmenmehrheit in der Generalversammlung verfügten. Zudem hätten sie seit Januar 2017 eine 2/3-Mehrheit im Verwaltungsrat. Mit 2/3-Mehrheit hätten sie im September 2021 D.________ anstelle des Beschwerdeführers zur neuen Verwaltungsratspräsidentin gewählt und namens der Gesellschaft das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer ordentlich gekündigt. Ebenfalls noch im September 2021 hätten sie dem Beschwerdeführer das Stimmrecht als Verwaltungsrat entzogen und im Oktober 2021 hätten sie den verzeigten Anwalt beauftragt, das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer fristlos zu kündigen. Im November 2021 schliesslich hätten sie den Beschwerdeführer als Verwaltungsrat ganz abgewählt. Mit der Vertretung der Mehrheitsaktionäre einerseits und der Gesellschaft anderseits habe aber noch kein konkretes Risiko eines Interessenkonflikts bestanden, höchstens eine bloss theoretische oder abstrakte Möglichkeit des Auftretens gegensätzlicher Interessenlagen, was indes nicht ausreiche, um auf eine unzulässige Vertretung zu schliessen. Damit habe auch kein hinreichender Anfangsverdacht bestanden. Die Vorinstanz hat daher in analoger Anwendung von Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO (SR 312.0) und Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO den Entscheid der Aufsichtskommission bestätigt, kein Disziplinarverfahren zu eröffnen und Nichtanhandnahme zu beschliessen.