Citation: 1B_289/2022 E. 5.2

5.2. Im ausführlichen Gutachten vom 21. April 2022, welches auf die Ermittlungsakten, hausärztliche Unterlagen, die Behandlungsunterlagen der Psychiatrie Basel-Landschaft, die Dokumentation des Untersuchungsgefängnisses, Angaben dessen medizinischen Personals sowie zwei Untersuchungen im Untersuchungsgefängnis beruht, wurde mitunter eine eingehende Risikoeinschätzung des Beschwerdeführers im Sinne einer Legalprognose vorgenommen. Hierfür seien zwei Prognoseinstrumente, einerseits das auf statistischen Daten beruhende Prognoseverfahren VRAG-R (nomothetischer Ansatz) sowie andererseits die einzelfallbezogenen "Kriterien zur Beurteilung der Legalprognose" nach Dittmann, die eine individuelle tat- und personenbezogene Gewichtung vorsehen (idiografischer Ansatz), verwendet worden. Laut Gutachten könne vorliegend auf das abstrakte Prognoseverfahren VRAG-R, dessen Anwendung auf ein bloss moderates Rückfallrisiko hinweise (Risikokategorie 2 von 9), nur beschränkt abgestellt werden. Die Delinquenz des Beschwerdeführers sei weniger aus einer dissozialen Entwicklung entwachsen, sondern vielmehr an das Auftreten der Schizophrenie gekoppelt. Er sei zum Tatzeitpunkt indessen erst 20 Jahre alt gewesen, ein Alter in dem schizophrene Erkrankungen in der Regel erst ausbrechen würden. Diese verhältnismässig kurze Zeit seit dem Ausbruch der Krankheit wie auch die steigende Intensität der Auffälligkeiten würden im abstrakten, auf statistischen Daten beruhende Prognoseverfahren VRAG-R nur ungenügend berücksichtigt. Demgegenüber seien die personenbezogenen Kriterien zur Beurteilung der Legalprognose nach Dittmann in der Lage, diese Umstände zu berücksichtigen. Von zwölf Prognosekriterien seien lediglich zwei günstig, nämlich die allgemeinen und realen Therapiemöglichkeiten, eine nicht beurteilbar, und alle anderen ungünstig oder sogar sehr ungünstig. In einer Gesamtbeurteilung sei deshalb von einer ungünstigen Prognose betreffend das Rückfallrisiko für ähnliche Straftaten auszugehen. Gestützt auf die vorgenannten Ergebnisse des Gutachtens ging die Vorinstanz von einer ungünstigen Rückfallprognose aus und bejahte die Wiederholungsgefahr im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hätten das Zwangsmassnahmengericht und die Staatsanwaltschaft nicht lediglich auf diejenigen Stellen des Gutachtens abgestellt, aus welchen eine ungünstige Prognose hervorgehe. Die Rückfallraten des Prognoseinstruments VRAG-R seien zwar verhältnismässig tief, doch werde im Gutachten überzeugend dargelegt, weshalb darauf nicht ohne weiteres abgestellt werden könne; dem Beschwerdeführer werde in einer Gesamtwürdigung eine ungünstige Legalprognose ausgestellt.