Citation: 5A_857/2024 E. 3.3.4

3.3.4. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, es sei keine ausreichende Selbstgefährdung vorhanden. Eine solche lasse sich - selbst wenn auf das Gutachten abgestellt werden könne - weder aus diesem noch aus der Stellungnahme der Klinik zur Beschwerde begründen. Insbesondere sei bei der Beschwerdeführerin eine schizophrene Chronifizierung bereits diagnostiziert, weshalb diese nicht mehr gesteigert werden könne, und beruhe der Verweis auf die Vergewaltigung der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit ihrer Reise in den Kosovo auf reinen Vermutungen, die einer überprüfbaren Grundlage entbehren würden, weshalb ein Abstellen hierauf schlicht willkürlich erscheine. Die Klinik spreche sodann lediglich in pauschaler Weise von einer Selbst- und Fremdgefährdung, welche durch die Etablierung einer längerfristigen medikamentösen Therapie in Form einer neuroleptischen Depotmedikation vermieden werden könnten. 3.3.4.1. Die Beschwerdeführerin setzt sich vor Bundesgericht nicht ansatzweise mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander, sondern kritisiert lediglich das Gutachten sowie die Stellungnahme der Klinik. Zwar sieht Art. 434 ZGB für die Behandlung ohne Zustimmung - wie die Beschwerdeführerin mindestens sinngemäss geltend macht - hohe Anforderungen vor (oben E. 3.3.1). Allerdings setzt die Annahme eines ernsthaften gesundheitlichen Schadens das Bestehen einer Lebens- (Urteil 5A_1021/2021 vom 17. Dezember 2021 E. 5.3.2) und damit auch eine eigentliche Suizidgefahr nicht voraus. Dass vorliegend von einem ernsthaften gesundheitlichen Schaden im Sinn einer langen Beeinträchtigung von psychischen Funktionen ausgegangen werden muss, ergibt sich sowohl aus dem angefochtenen Entscheid als auch den kantonalen Akten. So ist aktenkundig, dass sich bei der Beschwerdeführerin in psychotischen Phasen Verwahrlosungstendenzen zeigen, sie anfängt, sich (fremd-) aggressiv zu verhalten, insbesondere durch Schreien und Drohen, wobei anscheinend bereits ein körperlicher Angriff auf das Pflegepersonal erfolgt ist (Gutachten vom 6. Oktober 2024; Stellungnahme der Klinik B.________ vom 3. Dezember 2024). Die Beschwerdeführerin bestreitet ausserdem nicht, dass sie sich ohne die professionelle (auch medikamentöse) Betreuung selbst gefährden, in erneute Zustände von Ängsten und Bedrohungsgefühlen geraten sowie sich massiv vernachlässigen würde. Aus der dokumentierten, langjährigen Krankengeschichte der Beschwerdeführerin geht zudem hervor, dass sich ihr Zustand bei Einnahme der aus Ärztesicht notwendigen Neuroleptika jeweils innert weniger Tage verbessert, es nach Absetzung derselben jedoch innert ebenso kurzer Zeit zu einer erneuten Exazerbation der Symptomatik kommt, wobei die Krankheit sich immer weiter chronifiziert und die Symptome sich über die Jahre verschlimmert haben; der dokumentierte - und nicht bestrittene - Leidensdruck der Beschwerdeführerin ist jeweils gross (vgl. Entscheid des Gerichts für fürsorgerische Unterbringungen vom 10. Oktober 2024 E. 8.5; Stellungnahme der Klinik B.________ vom 3. Dezember 2024). 3.3.4.2. Vor diesem Hintergrund ist der Vorinstanz keine Verletzung von Art. 434 ZGB vorzuwerfen, wenn sie davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführerin ohne die Behandlung ein ernsthafter Gesundheitsschaden droht.