Citation: 8C_757/2019 E. 5

Die Vorinstanz stellte fest, dem Schreiben vom 13. Juni 2019 sei angesichts der Aufforderung an die Suva, dieses nicht als Beschwerde zu betrachten (vgl. Sachverhalt A), kein Beschwerdewille zu entnehmen. Die Suva sei darin lediglich um eine Stellungnahme gebeten worden. Erstmals ausdrücklich Beschwerde erhoben worden sei mit Eingabe vom 25. September 2019. Unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes sei die Beschwerdefrist aber bereits am 16. August 2019 abgelaufen. Selbst wenn nicht erst die Eingabe vom 25. September 2019, sondern bereits das E-Mail des Treuhänders vom 10. September 2019 als Beschwerde aufgefasst würde, wäre diese demnach verspätet. Das kantonale Gericht verneinte im Weiteren das Vorliegen von Gründen für eine Fristwiederherstellung. So sei im Schreiben vom 13. Juni 2019 ein Beschwerdewille ausdrücklich in Abrede gestellt worden. Mangels zweifelhaften Anfechtungswillens sei die Suva auch nicht gehalten gewesen, das Schreiben dem Obergericht weiterzuleiten. Aus dem Schreiben gehe zudem hervor, dass sich die Beschwerdeführerin über die laufende Rechtsmittelfrist im Klaren gewesen sei, nehme sie doch auf eine rechtzeitige Beschwerdeeinreichung innert 30 Tagen seit Entscheidzustellung Bezug. Auch wenn sie von der Suva ausdrücklich eine Empfangsbestätigung ihres Schreibens verlangt habe, habe sie bei deren Ausbleiben nicht einfach weiter zuwarten dürfen. Vielmehr wäre sie angesichts der laufenden Beschwerdefrist nach Treu und Glauben gehalten gewesen, vor Ablauf der Beschwerdefrist am 16. August 2019 bei der Suva nachzufragen und die notwendigen Vorkehrungen für eine rechtzeitige Beschwerdeeinreichung zu treffen. Aktenkundig habe sich der Treuhänder aber erst mit E-Mail vom 10. September 2019 nach dem aktuellen Stand erkundigt. Dass er unverschuldet davon abgehalten worden sei, sich früher nach der ausgebliebenen Empfangsbestätigung oder dem weiteren Verfahren zu erkundigen, bringe er nicht vor. Das Verhalten des Treuhänders habe sich die Beschwerdeführerin nach den Grundsätzen des Stellvertretungsrechts anrechnen zu lassen.