Citation: 8C_712/2019 E. 5.2.2

5.2.2. Bezüglich des Invalideneinkommens erhebt der Versicherte keine Einwände gegen die gestützt auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik erhobenen Durchschnittswerte für Hilfsarbeitertätigkeiten. Er beanstandet jedoch den vorinstanzlich gewährten leidensbedingten Abzug von 10 % und verlangt einen solchen von 25 %. Dabei macht er insbesondere einen Abzug von mindestens 10 % für den Umstand der Teilzeittätigkeit geltend und verweist darauf, dass dieser statistisch gesehen bereits 8 % ausmache. Bei der Höhe des Abzugs handelt es sich um eine Ermessensfrage (E. 1.3), so dass lediglich zu prüfen ist, ob die Vorinstanz ihr Ermessen in rechtsfehlerhafter Weise ausgeübt hat. Dabei ist zu berücksichtigen, dass praxisgemäss keine separat quantifizierten Abzüge je für die massgeblichen Kriterien vorzunehmen und diese zu addieren sind, sondern der Abzug gesamthaft unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen ist (BGE 126 V 75 E. 5b/bb S. 80). Weiter ist nicht zwingend ein Abzug vorzunehmen, wenn die angepasste Tätigkeit nur noch teilzeitlich zumutbar ist (Urteil 8C_610/2019 vom 20. November 2019 E. 4.2.3). Auch stellt nicht jede statistische Abweichung bereits eine zu berücksichtigende überproportionale Lohndifferenz dar (vgl. etwa Urteile 8C_610/2019 vom 20. November 2019 E. 4.2.3 oder 8C_543/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 5.5, je mit weiteren Hinweisen). Der Versicherte legt nicht dar, auf welche statistischen Daten er den geltend gemachten um 8 % niedrigeren Lohn abstützt. Aus der Tabelle T18 der LSE ergibt sich jedenfalls für die hier interessierenden Jahre kein tieferes Einkommen für Männer in einem Arbeitspensum von 75 bis 89 % ohne Kaderfunktion gegenüber Männern in einem Arbeitspensum von 90 % oder mehr ohne Kaderfunktion. Mit der Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % hat die Vorinstanz ihr Ermessen nicht rechtsfehlerhaft ausgeübt. Soweit der Versicherte rügt, es sei von einer zumutbaren Tätigkeit in einem 70 %-Pensum auszugehen, kann er nicht gehört werden. Denn dies ist eine Tatfrage, die vom Bundesgericht angesichts seiner Rügen nicht weiter zu überprüfen ist (vgl. E. 5.1). Zudem entspricht die Berücksichtigung des Mittelwertes der angegeben Arbeitsunfähigkeit von 20 bis 30 % der bundesgerichtlichen Praxis (in BGE 137 V 71 nicht, jedoch in SVR 2011 IV Nr. 69 S. 207 sowie in Pra 2011 Nr. 91 S. 651 publ. E. 4.2 des Urteils 9C_280/2010).