Citation: I 565/03 24.02.2004 E. 2.2

2.2.1 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde macht der Beschwerdeführer erneut geltend, die IV-Stelle habe rechtlich und faktisch per 1. September 2001 eine Rentenrevision vorgenommen, weshalb der rückwirkend, für den vorangehenden Zeitraum vom 1. November 1999 bis 31. August 2001, anerkannte Anspruch auf eine ganze Invalidenrente der analogen Anwendung der Bestimmungen über die Rentenrevision unterliege. Zudem könne eine Aufhebung der Rente nach Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV frühestens ab dem ersten Tag des übernächsten Monats vorgenommen werden, wobei auf das Datum der Verfügung abzustellen sei. Da im vorliegenden Fall eine Verfügung erstmals am 6. Juni 2002 ergangen sei, wäre eine Aufhebung jedenfalls frühestens ab 1. August 2002 möglich gewesen. 2.2.2 Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Dabei ist zunächst festzuhalten, dass die Befristung der ganzen Rente bis 31. August 2001 nur zulässig wäre, wenn ab September 2001 eine revisionserhebliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten wäre. Indessen ist vorliegend offensichtlich keine solche Änderung erstellt, die eine Aufhebung der Invalidenrente begründen könnte. Vielmehr wurde das Gutachten der MEDAS zum Anlass genommen, die rückwirkend zugesprochene Rente zu befristen. Stellte man auf dieses Gutachten ab, wäre aber festzuhalten, dass die Verfügung vom 6. Juni 2002, womit dem Beschwerdeführer eine vom 1. November 1999 bis 31. August 2001 befristete Rente gewährt wurde, einer Grundlage entbehrt. Denn die Schätzung der angepassten, vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit gemäss Gutachten müsste in diesem Fall - bei stabilem Gesundheitszustand seit 4. November 1998 - wohl auch für die Rentenbezugsdauer gelten. Andererseits fehlt eine ärztliche Stellungnahme zum Grad der Arbeitsunfähigkeit in der genannten Periode. 2.2.3 Die Verwaltung hatte für die Zeit vor dem Vorliegen des MEDAS-Gutachtens wegen Krankschreibung des behandelnden Arztes auf die ärztliche Einschätzung von Dr. med. R.________ abgestellt und für den genannten Zeitraum eine ganze Rente zugesprochen. Erst anschliessend erachtete sie gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 28. September 2001 das entsprechende Ergebnis für die Ermittlung des Invaliditätsgrades als massgeblich. Grundsätzlich hätte dies dazu führen müssen, dass dem Beschwerdeführer auch für den Zeitraum vom 1. November 1999 bis 31. August 2001 keine Invalidenrente zugesprochen werde, bzw. dass die Vorinstanz nach dem in Erw. 1.2 genannten Verfahren entscheide, da gemäss MEDAS-Einschätzung der Gesundheitszustand des Versicherten zumindest seit dem 4. November 1998 stabil geblieben war. Unter Berücksichtigung der vernehmlassungsmässigen Vorbringen der IV-Stelle befand das kantonale Gericht jedoch, wenn dem Beschwerdeführer dennoch gestützt auf die damalige ärztliche Einschätzung seines Hausarztes rückwirkend eine befristete Rente zugesprochen worden sei, so müsse dies als Entgegenkommen seitens der Invalidenversicherung zu verstehen sein, weil damit wegen der langen Dauer des Verfahrens das Vertrauen in eine allenfalls unzutreffende ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bis zu einem gewissen Grad geschützt worden sei. Diese Betrachtungsweise widerspricht eindeutig den in Erw. 1.1 dargelegten Grundsätzen. Wollte man bei der gegebenen Aktenlage davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer auch während der gesamten Bezugsdauer für angepasste Tätigkeiten arbeitsfähig war, wäre ihm eine reformatio in peius anzudrohen und die Möglichkeit einzuräumen gewesen, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zurückzuziehen. Es verbietet sich jedoch, ohne ärztliche Stellungnahme den Grad der Arbeitsunfähigkeit eines Versicherten während einer längeren Periode festzulegen, so dass die Sache zu ergänzenden Abklärungen bezüglich des Grades der Arbeitsunfähigkeit während der Wartezeit und der Rentenbezugsperiode an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Eine Rückweisung erscheint im vorliegenden Fall insofern als unerlässlich, als die MEDAS-Ärzte sich in der Schlussbesprechung des Gutachtens ausdrücklich nur zur Arbeitsunfähigkeit ab 17. August 2001 geäussert haben. Im Austrittsbericht der Klinik X.________ vom 7. Februar 2002 wird dem Beschwerdeführer nach zweiwöchigem Aufenthalt zwar eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Diese steht allerdings mit den Ergebnissen des MEDAS-Gutachtens im Widerspruch, sodass die Frage des Grades der Arbeitsunfähigkeit des Versicherten im interessierenden Zeitraum durch das kantonale Gericht eingehend zu prüfen ist. Dabei wird unter Wahrung des rechtlichen Gehörs der Parteien eine Rückfrage bei der MEDAS zweckdienlich sein. 2.3 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beanstandet der Beschwerdeführer ferner die vorinstanzliche Prüfung der erwerblichen Umsetzung seiner Restarbeitsfähigkeit, indem er im vorgenommenen Einkommensvergleich die Berücksichtigung eines zu hohen Quartils und eines ungenügenden leidensbedingten Abzugs bemängelt. Unter den gegebenen Umständen ist die Sache in dieser Hinsicht zur Neubeurteilung an das kantonale Gericht zurückzuweisen.