Citation: 2C_40/2023 E. 4.2

4.2. Massgebliche Kriterien für die Interessenabwägung sind insbesondere die Dauer der Anwesenheit, der Grad der Integration, die familiären Verhältnisse, die Wiedereingliederungschancen im Herkunftsstaat sowie die Ursachen einer allfälligen Sozialhilfeabhängigkeit und die Schwere des Verschuldens an dieser Abhängigkeit (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.7; 139 I 16 E. 2.2; 139 I 31 E. 2.3.1; Urteile 2C_306/2022 vom 13. Juli 2022 E. 5.2; 2C_716/2021 vom 18. Mai 2022 E. 3.2.1; Urteil des EGMR Hasanbasic gegen Schweiz vom 11. Juni 2013 [Nr. 52166/09] § 53 und 55). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich seit langer Zeit in der Schweiz aufhält, soll nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden (Urteile 2C_836/2022 vom 22. März 2022 E. 4.2; 2C_782/2019 vom 10. Februar 2020 E. 3.1). Das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung einer Person, die von der Sozialhilfe abhängig ist, besteht in erster Linie darin, eine zusätzliche künftige Belastung der öffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden (Urteile 2C_181/2022 vom 15. August 2022 E. 6.1; 2C_306/2022 vom 13. Juli 2022 E. 5.2; 2C_452/2020 vom 14. Oktober 2020 E. 3.2). Der Schwerpunkt der Interessenabwägung liegt daher auf der gegenwärtigen Situation unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung, wobei der gesamte Zeitraum des Sozialhilfebezugs als Indiz miteinbezogen wird (vgl. Urteile 2C_716/2021 vom 18. Mai 2022 E. 3.2.1; 2C_1018/2016 vom 22. Mai 2017 E. 6.3.2).