Citation: 6S.349/2006 03.11.2006 E. 4

4.1 Bei Bewertungsfragen bestimmt das Bundesrecht in seinem Anwendungsbereich, nach welchen Rechtsgrundsätzen die Bewertung vorzunehmen ist. Mit Nichtigkeitsbeschwerde kann deshalb geltend gemacht werden, die Vorinstanz habe die Rechtsgrundsätze der Bewertung missachtet. Rechtsfrage ist beispielsweise, ob die Vorinstanz vom richtigen Begriff des Verkehrswertes ausgegangen ist oder eine korrekte Bewertungsmethode angewendet hat. Demgegenüber ist die nach diesen Grundsätzen vorzunehmende Wertermittlung eine im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde nicht überprüfbare Tatfrage (vgl. zum Berufungsverfahren: BGE 120 II 259 E. 2a S. 260; 125 III 1 E. 5a S. 6). 4.2 Strittig ist die Bewertung der Liegenschaft, die das Hauptaktivum der M.________ AG gebildet hat. Entgegen der Vorbringen des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz bei ihrer Bewertung auf den Verkehrswert abgestellt. Es lag zwar ein Gutachten vor, welches den Verkehrswert der Liegenschaft Ende 1998 auf knapp 5 Millionen Franken errechnet hatte, doch hat die Vorinstanz für die Wertbestimmung auch das Kaufrecht in seine Berechnung miteinbezogen, das die Käuferin (C.________ GmbH) unmittelbar nach ihrem Kauf der Liegenschaft der S.________ AG gewährte. Es hat erwogen, das (limitierte) Kaufrecht über 6,5 Millionen Franken sei ein gewichtiges Element für die Wertbestimmung der Liegenschaft, da die S.________ AG die Liegenschaft aufgrund der von ihr als Mieterin getätigten Investitionen über rund 1,5 Millionen Franken habe kaufen wollen. Es sei bereits im Zeitpunkt des angefochtenen Rechtsgeschäftes (Übertragung Stammanteile) sehr wahrscheinlich gewesen, dass die S.________ AG dieses ausüben werde. 4.3 Diese Erwägung des Kantonsgerichts ist nicht zu beanstanden: Einerseits ist die im Rahmen des Kaufrechts vereinbarte Höhe des Kaufpreises ein Indiz für den Verkehrswert der Liegenschaft. Andererseits sind bei Bewertungen auch Umstände als wertverändernd zu berücksichtigen, die sich erst in der Zukunft realisieren. Dies gilt nicht nur für wertvermindernde (BGE 84 II 338 E. 3 S. 345 f.; 125 III 50 E. 2a S. 53 ff.), sondern auch für werterhöhende Faktoren. Es ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass sich die Gutachter aus dem Grund entschlossen haben, das Kaufrecht in ihre Überlegungen nicht einzubeziehen, weil sie nicht abschliessend beurteilen konnten, ob der Verkauf bereits mit Erstellung des Mietvertrages beabsichtigt worden war. Wenn es dagegen dem Kantonsgericht nach dem Beweisverfahren möglich gewesen ist, die Wahrscheinlichkeit einer Kaufrechtsausübung im hier relevanten Zeitpunkt der Übertragung der Stammanteile abzuschätzen, stellt dies einen triftigen Grund dar, vom Gutachten abzuweichen. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass die S.________ AG die Liegenschaft auf Ende 1998 für 6,5 Millionen Franken gekauft hätte, wenn der Beschwerdeführer seine Zustimmung dazu erteilt hätte. Damit ist die Schätzung des Verkehrswerts der Liegenschaft durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden.