Citation: 4A_371/2023 E. 6.7.2

6.7.2. Die Vorinstanz erwog, es treffe zwar zu, dass keine der Parteien die Meinung vertreten habe, ihr Vertragsverhältnis sei als einfache Gesellschaft zu qualifizieren. Dies allein mache den Entscheid der Erstinstanz jedoch nicht zu einem Überraschungsurteil. Die Parteien könnten nicht ohne Weiteres darauf vertrauen, dass das Gericht ihrer rechtlichen Würdigung folgen werde. Weshalb sie mit der Qualifikation des Rechtsverhältnisses als einfache Gesellschaft vernünftigerweise nicht hätte rechnen müssen, lege die Beschwerdeführerin nicht überzeugend dar. Im Gegenteil weise sie sogar selber auf den Entscheid des Obergerichts des Kantons Zug vom 30. Juni 2015 hin, in dem eine Qualifikation der Verträge als einfache Gesellschaft bereits einmal thematisiert worden sei. Wie zudem der Beschwerdegegner zu Recht einwende, habe auch der damalige Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in dessen Plädoyer an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung die Möglichkeit einer Qualifikation der Verträge als einfache Gesellschaft erwähnt.