Citation: 6B_1134/2022 E. 5

Die Vorinstanz begründet im angefochtenen Beschluss umfassend, weshalb sie einen Strafaufschub verneint. Sie räumt ein, der Vollzug der Freiheitsstrafe von 36 Monaten sei für den alleinerziehenden Beschwerdeführer und seine Tochter, die allfällig auf eine altersgerechte Fremdbetreuung angewiesen sein werde, belastend; indessen sei die Trennung vom eigenen Kind eine zwangsläufige und unmittelbar gesetzmässige Folge des Vollzugs der Freiheitsstrafe, die sich der Beschwerdeführer spätestens nach Rechtskraft des obergerichtlichen Urteils vom 22. September 2020 vor Augen habe führen müssen. Im Folgenden würdigt die Vorinstanz bei der Gesuchsprüfung alle relevanten Gesichtspunkte im Einzelnen eingehend, namentlich die voraussichtliche Vollzugsdauer, die Situation des Beschwerdeführers als alleinerziehender Vater einer am 26. September 2005 geborenen Tochter, die Vorladung zum Strafantritt auf den 2. Mai 2022 mit einem Zeitraum von 3 Monaten zur Sicherstellung einer allfälligen Fremdbetreuung seiner Tochter, den vom Beschwerdeführer zusätzlich geltend gemachten, indessen unbelegt gebliebenen Umstand der Aufnahme eines verwandten Minderjährigen aus der Ukraine und seine berufliche Neuorientierung mit offenbarer Gründung eines Unternehmens im Jahr 2021. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass das Institut des Vollzugsaufschubs nur in Ausnahmefällen zum Zug komme und es nicht dazu diene, den gesetzlichen Konsequenzen - auch wenn sie für den Betroffenen und die Angehörigen noch so unangenehm seien - möglichst lange zu entgehen. Der Beschwerdeführer habe genügend Zeit gehabt, seine persönlichen und finanziellen Angelegenheiten zu regeln bzw. insbesondere eine geeignete Betreuung für seine Tochter (und allenfalls auch für den angeblich aufgenommenen Sohn seines Stiefbruders aus der Ukraine) zu organisieren.