Citation: 6B_1420/2022 E. 1.6.3

1.6.3. Daran ändert auch der Einwand des Beschwerdeführers nichts, wonach nicht näher darauf eingegangen werde, weshalb ein generell erhöhtes Risiko seinerseits für eine abstrakte Anzahl Dritter bestehe. Die Vorinstanz erwägt diesbezüglich, im Gutachten werde auf "die nach wie vor gültigen Ausführungen" im Gutachten vom 22. Januar 2012 verwiesen. Obgleich sich das wahnhafte Bedrohungserleben zum Tatzeitpunkt ausschliesslich auf seinen Stiefvater als Aggressor fokussiert habe, würde es zu kurz greifen, das Anlassdelikt als ausschliessliche Beziehungstat zu interpretieren. Für das ihm damals zur Last gelegte Gewaltdelikt habe die zum Tatzeitpunkt ausgeprägte, wahnhaft gefärbte psychotische Symptomatik die Hauptrolle gespielt. Dieser Umstand sei deshalb relevant, weil es beim Beschwerdeführer nicht einer längerdauernden Beziehungsdynamik bedürfe, um Gewaltdelikte zu begehen. Vielmehr könnten aufgrund seiner (weitgehend bedingt durch die schizophrene Erkrankung) verminderten Fähigkeiten, Frustrationen und aggressive Gefühle adäquat zu thematisieren und zu bearbeiten, ähnliche deliktsrelevante Situationen in beliebigen zwischenmenschlichen Kontexten auftreten, wenn der Beschwerdeführer bezüglich seiner schizophrenen Psychose nicht stabil sei. Gemäss damaligem Massnahmenverlauf sei es im Rahmen von Auseinandersetzungen auf der Abteilung zu wiederholten, verbal aggressiven Ausbrüchen des Beschwerdeführers und zu Konflikten mit Mitpatienten gekommen, von denen er sich belästigt gefühlt habe (angefochtener Entscheid S. 14 f.). Nachvollziehbar erwägt die Vorinstanz, diese Ausführungen hätten nach wie vor Geltung. Weshalb der Einschätzung der Gutachterin zu folgen sei, zeige sich am dokumentierten und im Gutachten wiedergegebenen Vollzugsverlauf. Ergänzend dazu bezieht die Vorinstanz in ihre Würdigung mit ein, gemäss Aktennotiz vom 28. Januar 2022 habe die damals behandelnde Ärztin der Vollzugsbehörde mitgeteilt, der Beschwerdeführer zeige gegenüber den Miteingewie-senen ein bedrohliches Verhalten und habe konkret gegenüber seinem Zimmernachbarn Todesdrohungen ausgestossen. Nach diesen Erwägungen ist nicht zu beanstanden, wenn für die Vorinstanz kein Anlass besteht, an der gutachterlichen Einschätzung in Bezug auf den erweiterten Opferkreis zu zweifeln (angefochtener Entscheid S. 15). Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt nicht. Abgesehen davon, dass er erneut seinen vorinstanzlichen Standpunkt wiederholt, setzt er sich auch insoweit nicht rechtsgenüglich begründet mit dem vorinstanzlichen Entscheid auseinander (Art. 42 Abs. 2 BGG), als er im Sinne einer Eventualbegründung geltend macht, die Vorinstanz hätte aufgrund des Ablebens des Stiefvaters eine weitere, zumindest ergänzende psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers in Betracht ziehen müssen, um abzuklären, wie sich dieser Umstand auf die Rückfallprognose auswirke. Dabei übersieht er, dass die Vorinstanz schlüssig darlegt, weshalb das zwischenzeitliche Ableben des Stiefvaters die Annahme eines deutlichen Rückfallrisikos für Gewaltdelikte nicht zu widerlegen vermöge (angefochtener Entscheid S. 15).