Citation: 2C_68/2023 E. 7.2

7.2. Die WEKO bringt in ihrer Vernehmlassung vor Bundesgericht vor, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen habe die Vorinstanz die Frage, ob eine Gesamtabrede vorliege, offengelassen. Die Vorinstanz habe die den Beschwerdeführerinnen vorgeworfenen Verhaltensweisen vielmehr als Einzelabreden überprüft. Im Weiteren habe die Vorinstanz, so die WEKO weiter, den Beschwerdeführerinnen die Teilnahme an der Abrede über die Treibstoffzuschläge ausführlich nachgewiesen, ohne dass sie eine Umkehr der Beweislast vorgenommen habe. Mit der Mitgliedschaft im "L1.________" von immerhin zwei Jahren seien die Beschwerdeführerinnen über die Vorgänge und den Informationsaustausch informiert gewesen. Die Beschwerdeführerinnen hätten vom institutionalisierten Austausch von Preisinformationen gewusst, sich davon aber nicht offen distanziert. Im Übrigen gelte anders als bei Gesetzen für die Rechtsanwendung grundsätzlich kein Rückwirkungsverbot.