Citation: 4A_15/2013 E. 4.1

4.1. Nach der Rechtsprechung fällt eine Verantwortlichkeit nach Art. 754 OR ausser Betracht, wenn die ins Recht gefasste Organperson nachzuweisen vermag, dass sie mit dem Einverständnis des Geschädigten gehandelt hat. So kann sich die betreffende Organperson gegenüber der auf Schadenersatz klagenden Gesellschaft auf die haftungsbefreiende Einrede volenti non fit iniuria berufen, wenn sie im ausdrücklichen oder stillschweigenden Einverständnis aller Aktionäre gehandelt hat oder einen gesetzeskonform gefassten und unangefochten gebliebenen Beschluss der Generalversammlung vollzieht. Ferner sind Schadenersatzansprüche der Gesellschaft auch ausgeschlossen, wenn die Generalversammlung den verantwortlichen Organen gemäss Art. 758 Abs. 1 OR die Décharge erteilt hat. Analog entfällt eine Haftung gegenüber der Gesellschaft, wenn diese bzw. deren Alleinaktionär in Kenntnis der Verhältnisse Organhandlungen toleriert, die normalerweise Schadenersatzansprüche im Sinn von Art. 754 OR begründen würden (BGE 131 III 640 E. 4.2.1 S. 644 mit Hinweisen). Macht jedoch die Konkursverwaltung oder ein Abtretungsgläubiger den Anspruch der Gläubigergesamtheit im Rahmen des Konkurses geltend, so kann das belangte Organ den Abtretungsgläubigern nicht die Einreden gegen sie persönlich und/oder gegen die Gesellschaft entgegenhalten, sondern nur diejenigen, die ihm auch gegenüber der Gläubigergesamtheit zustehen. Insbesondere hat die förmliche oder informelle Einwilligung der Gesellschaft nur gesellschaftsinterne Bedeutung, weil sie auf deren Willensbildung und nicht derjenigen der Gläubigergesamtheit beruht (BGE 136 III 107 E. 2.5.1 S. 109; 132 III 342 E. 4.1 S. 349; 117 II 432 E. 1.b.gg S. 440). Demzufolge lehnte die Vorinstanz die Einrede der Einwilligung zu Recht ab. Denn entweder würde es sich um eine persönliche Einrede gegenüber einzelnen Gläubigerinnen handeln oder um eine solche gegenüber der Gesellschaft, falls man davon ausginge - was der Beklagte vorauszusetzen scheint -, dass die Klägerinnen aufgrund ihres Einflusses den Willen der Gesellschaft faktisch gebildet haben. Es würde sich also auf jeden Fall nicht um eine Einrede gegenüber der Gläubigergemeinschaft handeln.