Citation: 7B_706/2023 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer wendet sich weiter gegen die Annahme von Fluchtgefahr. Er bringt zusammengefasst vor, entgegen der aktenwidrigen Behauptung der Vorinstanz habe er im Falle seiner Freilassung nicht mit Repressalien seitens der gegnerischen Motorradgruppen zu rechnen und stelle dieser Umstand für ihn somit keinen Anreiz für ein Untertauchen dar. Weiter habe er bereits über die Hälfte der erstinstanzlichen Freiheitsstrafe von acht Jahren verbüsst. Selbst im Falle einer Verurteilung durch das Berufungsgericht sei die ihm noch drohende Reststrafe daher überschaubar und stelle keinen Fluchtanreiz mehr dar. Sodann sei insoweit zu berücksichtigen, dass eine vorzeitige Haftentlassung aufgrund guter Führung realistisch sei, was die drohende Reststrafe zusätzlich herabsetze. Weiter sei ihm für die Zeit nach der Verbüssung der Haftstrafe eine Anstellung bei einem Motorradhändler angeboten worden. Mit einer Flucht würde er sich somit die Aussicht auf eine bedingte Haftentlassung und die beruflichen Perspektiven zunichte machen, was klar gegen die Annahme von Fluchtgefahr spreche. Mit diesen positiven Aussichten setze sich die Vorinstanz nicht ernstlich auseinander und verfalle in Willkür. Weiter seien den Strafverfolgungsbehörden die Adressen seiner in Frankreich wohnenden Familienmitglieder bekannt, weshalb nicht ersichtlich sei, dass er in Frankreich besser untertauchen könnte als in der Schweiz. Zudem könnte er in Frankreich genauso festgenommen werden wie in der Schweiz, was ebenfalls gegen die Annahme von Fluchtgefahr spreche. Schliesslich sei auch im Umstand, dass er sich wegen der Befürchtung von Repressalien seitens der gegnerischen Motorradgruppen nach seiner ersten Anhaltung zwischenzeitlich bei einer Bekannten "eingerichtet habe", nicht als Fluchtindiz zu deuten. Anders als zum heutigen Zeitpunkt habe damals eine konkrete Bedrohungslage für allfällige Vergeltungsmassnahmen durch Mitglieder der gegnerischen Motorradgruppen bestanden.