Citation: 1C_419/2016 E. 2.4

2.4. Gemäss dem am 1. März 2011 in Kraft getretenen Art. 41 Abs. 1bis BüG (in der Fassung vom 25. September 2009; AS 2011 347) kann die Einbürgerung innert zwei Jahren, nachdem das Bundesamt vom rechtserheblichen Sachverhalt Kenntnis erhalten hat, spätestens aber innert acht Jahren nach dem Erwerb des Schweizer Bürgerrechts nichtig erklärt werden. Nach jeder Untersuchungshandlung, die der eingebürgerten Person mitgeteilt wird, beginnt eine neue zweijährige Verjährungsfrist zu laufen. Die Fristen stehen während eines Beschwerdeverfahrens still. Die Neuregelung löste die frühere fünfjährige Frist ab (vgl. AS 1952 1087; BGE 140 II 65 E. 2.3). Übergangsrechtlich findet das neue Recht nach der Praxis von Bundes- und Bundesverwaltungsgericht Anwendung, wenn die altrechtliche Fünfjahresfrist beim Inkrafttreten der neuen Bestimmung - also am 1. März 2011 - noch nicht abgelaufen war, wobei der bereits unter dem alten Recht verstrichene Teil der Frist auf die neurechtliche Achtjahresfrist anzurechnen ist (Urteil 1C_540/2014 vom 5. Januar 2015 E. 3.1 mit Hinweisen auf die Praxis des BVGer). Der Beschwerdeführer wurde am 23. Oktober 2007 eingebürgert, mithin war die altrechtliche Fünfjahresfrist am 1. März 2011 noch nicht abgelaufen, womit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers die neurechtliche Bestimmung - Art. 41 Abs. 1bis BüG - zur Anwendung gelangt. Am 28. Mai 2013 wurde das SEM über die Scheidung des Beschwerdeführers informiert, worauf es die Einbürgerung am 10. September 2014, d.h. innerhalb von zwei Jahren bzw. innerhalb von 8 Jahren seit dem 23. Oktober 2007 für nichtig erklärte. Die Fristen für die Nichtigerklärung der Einbürgerung des Beschwerdeführers sind damit gewahrt.