Citation: 6B_644/2016 E. 1.5.2

1.5.2. Zu diesem bereits vor Vorinstanz vorgebrachten Punkt erwägt diese (Urteil, S. 19), die fragliche Problematik werde im Glaubhaftigkeitsgutachten konkret angesprochen. Die Gutachter führten aus, dass je zeitnaher eine Aussage gemacht werde, desto günstiger dies für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit sei. Je eingeschränkter die kognitiven Fähigkeiten eines Zeugen seien und je weiter zurück die Kindheitserlebnisse lägen, desto schwieriger könne das detailgetreue Abspeichern und Abrufen der Erlebnisse sein. Vorliegend würden die Erlebnisse zwar weit zurück liegen. Gleichwohl habe die Beschwerdegegnerin 2 diese ausreichend detailliert geschildert. Ausserdem würden erlebte Traumata als Ganzes nicht vergessen, aber mit der Zeit in ihrer Genauigkeit verblassen und im Detaillierungsgrad eine Abnahme erleiden. Die Gefahr liege darin, dass dieser Mangel an Details mit suggestiven Inhalten gefüllt werde. Im vorliegenden Fall gebe es aber keinerlei Hinweise auf eine solche suggestive Beeinflussung durch nachträgliche Einflüsse.