Citation: 2C_1052/2020 E. 4.4.2

4.4.2. Massgebend ist damit das Folgende: Bei der Steuerpflichtigen handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, die von einem Alleinaktionär gehalten wird. Dieser verfügt über umfassende kaufmännische Kenntnisse, insbesondere auch im Bereich des Immobilienwesens. Dass der Betrag von Fr. 80'000.-- nicht verbucht war, konnte der Aufmerksamkeit des sachkundigen Alleinaktionärs vernünftigerweise nicht entgehen. Der Alleinaktionär hat indes keinerlei Schritte getan, um den vom Treuhänder erstellten Abschluss bzw. die darauf beruhende Steuererklärung zu überprüfen. Die Unterlassungen seitens der Steuerpflichtigen erweisen sich als derart gravierend, dass die Veranlagungsbehörde bundesrechtskonform vom Wissen auf den Willen schliessen durfte (vorne E. 3.2.6). Nichts daran ändert der Umstand, dass die Vorinstanz davon spricht, die Steuerpflichtige hätte "wissen müssen", es hätte ihr "auffallen müssen", sie hätte sich "vergewissern müssen" und es hätte ihr "bewusst sein müssen" (vorne E. 4.2.1). Die Vorinstanz verwendet damit eine Wortwahl, die an sich auf Fahrlässigkeit, nicht auf (Eventual-) Vorsatz hindeuten. Aus den vorinstanzlichen Feststellungen geht aber hervor, dass es nicht beim blossen "Wissenmüssen" geblieben ist, das als solches ungenügend wäre, um Vorsatz zu begründen (E. 3.2.8).