Citation: 4A_379/2024 E. 3.2.2

3.2.2. Der Vorhandfall tritt typischerweise dann ein, wenn die Vorhandgeberin den Entschluss fasst, ihre vorhandbelasteten Aktien zu verkaufen. Da die Veräusserungsabsicht ein innerer, mentaler Vorgang bildet, muss die vorhandbelastete Person der vorhandberechtigten Person ihre Veräusserungsabsicht mitteilen (FORSTMOSER/KÜCHLER, a.a.O., Rz. 1275; DAMIAN FISCHER, Änderungen im Vertragsparteienbestand von Aktionärsbindungsverträgen, 2009, S. 68 f.; MONIKA HINTZ-BÜHLER, Aktionärsbindungsverträge, 2001, S. 105). Nur so kann die vorhandberechtigte Person die Aktien gegebenenfalls erwerben. Unterbleibt diese Mitteilung und erhält die vorhandberechtigte Person auch sonst keine Kenntnis vom Eintritt des Vorhandfalles, muss die Vorhandgeberin für ihre Pflichtverletzung einstehen (ERIKA SALZGEBER-DÜRIG, Das Vorkaufsrecht und verwandte Rechte an Aktien, 1970, S. 141).