Citation: 2C_563/2009 07.10.2009 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht allerdings auch geltend, er habe der Vorinstanz beantragt, die Frage des steuerlichen Wohnsitzes zu prüfen. Indem die Vorinstanz die Frage nicht geprüft, sondern den Wohnsitz im Sachverhalt als gegeben hingenommen habe, sei sie ihrer Pflicht zur Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht nachgekommen (Beschwerde S. 4 Ziff. 8). Der Entscheid der Steuerrekurskommission sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, über die Wohnsitzfrage im Steuerjahr 2006 zu entscheiden. Hinsichtlich dieses Antrags und dieser Begründung ist die Beschwerde zulässig. 2.2 In der vorinstanzlichen Beschwerde (Rekurs vom 25. Juni 2008) legte der Beschwerdeführer ausführlich dar, weshalb der Fahrtkostenabzug für die gesamte Strecke zu gewähren sei. In der Replik vom 1. November 2008 bezeichnete er es als reinen Sympathieentscheid, wenn er weiterhin im Kanton Wallis Steuern bezahle. Allerdings sei Voraussetzung, dass die Steuerbelastung durch Zulassung von Abzügen einigermassen egalisiert werde. Für seinen "Goodwill", weiterhin im Wallis Steuern zu bezahlen, wolle er "nicht als 'Depp' hingestellt werden". Weiter fügte er an: "Der Schlusshinweis aus meiner Beschwerde vom 25. Juni 2008 sei hier wiederholt: Es stellt sich ganz grundsätzlich die Frage, ob mein steuerlich effektiv relevanter Wohnsitz und damit die Steuerhoheit überhaupt im Wallis liegt, denn seit meinem Wegzug von Zermatt befindet sich mein Lebensmittelpunkt wahrscheinlich eher in Zürich." 2.3 Rechtsbegehren sind im Lichte der dazu gegebenen Begründung nach Treu und Glauben auszulegen (vgl. BGE 123 IV 125 E. 1; 115 Ia 107 E. 2b S. 109; 114 II 329 E. 1; 105 II 149 E. 2a). Es steht fest, dass der Beschwerdeführer seine Schriften in Zermatt deponiert hatte; im Kanton Zürich scheint er sich als Wochenaufenthalter gemeldet zu haben (vorinstanzliche Beschwerde S. 1, 2, Replik S. 2).Wenn der Beschwerdeführer sich auf die Veranlagung im Kanton Wallis vorbehaltlos einliess, er in der Gemeinde Zermatt die Schriften deponiert hatte, Bezug nimmt auf den Wochenaufenthalterstatus im Kanton Zürich (Replik S. 2), in der Beschwerde und Replik zum Fahrtkostenabzug argumentiert und geltend macht, diese seien für die gesamte Strecke zu bewilligen, so kann das nach Treu und Glauben nur dahingehend interpretiert werden, dass er sich grundsätzlich als in Zermatt steuerpflichtig betrachtete und die materielle Seite der Veranlagung überprüft haben wollte. Wohl bemerkte er, dass es fraglich sei, ob sich sein Steuerwohnsitz noch in Zermatt befinde. Er liess aber keinen Zweifel daran, dass es ihm primär um die Fahrtkosten ging. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, wies er darauf hin, dass es ihm durchaus möglich wäre, die Steuern stattdessen im Kanton Zürich zu bezahlen. Wollte der Beschwerdeführer tatsächlich seinen Steuerwohnsitz in Zermatt überprüft haben, hätte er bei dieser Sachlage das klar ausdrücken und einen entsprechenden Antrag stellen müssen. Der Hinweis, sein Lebensmittelpunkt befinde sich heute "wahrscheinlich eher" in Zürich, kann unter den gegebenen Umständen nach Treu und Glauben nicht als Antrag verstanden werden. Der Beschwerdeführer verhält sich auch widersprüchlich, wenn er vor der Steuerrekurskommission mit "Nachdruck" den Fahrtkostenabzug verficht und nach dem negativen Entscheid seine Argumentation ändert und ausschliesslich die Feststellung des Steuerdomizils verlangt, welches sich nicht mehr im Wallis befinden soll. Indem die Vorinstanz die Wohnsitzfrage nicht speziell prüfte, hat sie weder Verfahrensgarantien missachtet noch den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3, Art. 9 BV) verletzt. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.