Citation: 1E.1/2006 12.04.2006 E. 6

Die Beschwerdeführer ziehen das öffentliche Interesse an der umstrittenen Leitung in Zweifel und bringen vor, dass das konkrete Interesse am geplanten Werk nicht nachgewiesen worden sei; die Einsprachebehörde habe bloss auf allgemeine Behauptungen der Elektrizitätsgesellschaft abgestellt. An die Begründung eines enteignungsrechtlichen Einspracheentscheides hinsichtlich des öffentlichen Interesses an einer elektrischen Anlage sind jedoch insbesondere in den Fällen, in denen der Enteigner oder einer der Enteigner schon von Gesetzes wegen über das Enteignungsrecht verfügt, keine grossen Anforderungen zu stellen (vgl. Urteil 1E.12/1998 vom 11. November 1998 E. 5). Das UVEK hat im angefochtenen Entscheid mit Hinweis auf die massgebenden rechtlichen Grundlagen ausgeführt, der Bund habe sich im Rahmen seiner Zuständigkeiten für eine ausreichende, breit gefächerte, sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung einzusetzen. Grundsätzlich bestehe daher mit Blick auf eine möglichst sichere und preisgünstige Energieversorgung ein öffentliches Interesse an der Errichtung von Leitungen zur Versorgung mit elektrischer Energie. Auch die Eisenbahngesetzgebung halte die Unternehmen an, ihre Anlagen nach den Anforderungen des Bahnverkehrs, des Umweltschutzes und des technischen Standes nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu erneuern. Nach dem Bundesgesetz über die Schweizerischen Bundesbahnen seien die Bahnanlagen in gutem Zustand zu erhalten sowie den Erfordernissen des Verkehrs und dem Stand der Technik anzupassen. In diesem Sinne ersetze die SBB ihr bestehendes 66 kV-Übertragungsnetz gesamtschweizerisch durch ein leistungsfähigeres 132 kV-Netz. Die Erstellung der 132 kV-Übertragungsleitung Rotkreuz - Sihlbrugg stelle Teil dieser Massnahme dar, die im nationalen Interesse liege. Aber auch die NOK habe glaubwürdig ausgeführt, dass der Bau der 110 kV-Leitung Altgass - Horgen notwendig sei. Die jährlichen Zuwachsraten des Energieverbrauchs seien im Abnehmergebiet beträchtlich und beliefen sich in einem Zeitraum von fünf Jahren auf mehr als 20 %. Es erscheine somit als offensichtlich, dass die fragliche Gemeinschaftsleitung erforderlich sei und im öffentlichen Interesse liege, was übrigens im Plangenehmigungsverfahren nie bestritten worden sei. Diese Begründung ist zwar relativ kurz, genügt aber mit Blick auf die bereits im Plangenehmigungsverfahren angestellten Erwägungen zum Bedarf. Im Übrigen haben die Enteignerinnen bereits in den den Enteigneten zugestellten persönlichen Anzeigen und nochmals in ihrer Vernehmlassung vor Bundesgericht eingehend dargelegt, weshalb die Fertigstellung des 132 kV-SBB-Übertragungsnetzes einerseits und der Ausbau des regionalen NOK-Verteilnetzes andererseits nunmehr dringend erforderlich sei. Es besteht kein Grund, an diesen Ausführungen zu zweifeln.