Citation: 1C_504/2022 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, inwiefern die von ihr als offensichtlich unrichtig gerügte vorinstanzliche Feststellung des Sachverhalts bzw. Würdigung des Sachverhalts für den Ausgang des Verfahrens massgebend sein sollte (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG; E. 2 hiervor). Dies ist auch nicht ersichtlich. Soweit sie davon ausgehen sollte, dass die Anerkennung als Pflichtparkfeld vom Erfordernis zur Einholung einer Ausnahmebewilligung entbinden sollte, gehen ihre Ausführungen von vornherein fehl. Diejenigen Parkplätze, die sich im Unterabstand zu einer Strasse befinden, bedürfen in jedem Fall einer erleichterten Ausnahmebewilligung nach § 67a BauG/AG, ob es sich dabei nun um Pflichtparkplätze handelt oder nicht. Es ist nicht als willkürlich zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Frage, wie viele der erstellten Parkfelder (ohne Ausnahmebewilligung) als Pflichtparkfelder angerechnet werden können, von derjenigen abgrenzt, ob die Voraussetzungen für eine erleichterte Ausnahmebewilligung nach § 67a BauG/AG erfüllt sind. Darin liegt auch keine willkürliche Anwendung bzw. Auslegung des kantonalen Rechts. Die Vorinstanz durfte als anrechenbare Pflichtparkplätze - für welche keine Ausnahmebewilligung erforderlich ist - nur die real erstellten bzw. tatsächlich markierten Parkplätze berücksichtigen, ohne in Willkür zu verfallen. Daran ändert auch nichts, dass die Hartflächen inklusive Deckbeläge der Pflichtparkplätze gemäss Angabe der Beschwerdeführerin tatsächlich erstellt sein sollen und einzig noch die Markierung fehle und damit eine allfällige Ersatzlösung garantiert wäre. Ob Ersatzlösungen garantiert sind, prüft das Verwaltungsgericht erst bei der Beurteilung, ob eine erleichterte Ausnahmebewilligung nach § 67a BauG/AG möglich ist. Gemäss ständiger - und vorliegend nicht bestrittener - kantonaler Praxis zu § 67a BauG/AG können Pflichtparkfelder nur dann als ungeordnete Bauten betrachtet werden, wenn im Fall eines erforderlichen Abbruchs eine Ersatzlösung garantiert ist (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts Aargau WBE.2013.537 vom 19. September 2014 E. II/3.3.2; WBE.2010.383 vom 15. Dezember 2011 E. II/4.6.2; WBE.2007.390 vom 29. November 2010 E. II/3.1). Es hält mithin vor dem Willkürverbot stand, dass die Vorinstanz erst in einem zweiten Schritt geprüft hat, ob für die im Unterabstand erstellten Parkfelder eine Ausnahmebewilligung nach § 67a BauG/AG erteilt werden kann. Die Beschwerdeführerin scheint diesbezüglich zu übersehen, dass die Vorinstanz die erleichterte Ausnahmebewilligung nicht deshalb verweigert hat, weil keine Ersatzlösungen für die Pflichtparkplätze garantiert wären. Vielmehr begründete sie die Ablehnung damit, dass mit der Baubewilligung vom 30. Oktober 2017 gestützt auf § 67a BauG/AG bereits zwölf Parkfelder im Unterabstand zu den Kantonsstrassen Aarauer- und Seetalstrasse bewilligt worden seien, weshalb sich die zusätzliche Vergrösserung der Parkfläche im Unterabstand aufgrund der vorzunehmenden Gesamtwürdigung als nicht mehr bewilligungsfähig erweise. Sie verneinte damit die erste Voraussetzung gemäss § 67a BauG/AG, wonach eine "untergeordnete" Baute oder Anlage vorliegen muss (zu den Voraussetzungen gemäss § 67a BauG/AG vgl. E. 5 hiernach). Die Vorinstanz durfte die "Ersatzlösungen" bei der Beurteilung, wie viele Parkfelder (ohne Ausnahmebewilligung) als Pflichtparkfelder angerechnet werden können, willkürfrei ausser Acht lassen. Damit wich sie nicht von ihrer eigenen, ständigen Rechtsprechung ab, weshalb auch die Rüge der Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots unbegründet ist. Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin verlangte die Vorinstanz auch nicht eine "geradezu unmögliche 'doppelte' Einzeichnung" der Pflichtparkplätze. Der angefochtene Entscheid erweist sich in diesem Zusammenhang weder als widersprüchlich noch als willkürlich.