Citation: 2C_82/2021 E. 4.6.6

4.6.6. Auch die Beschränkung der "Jugi" auf Knaben steht der Verfolgung öffentlicher Zwecke nicht entgegen. Unbestrittenermassen gibt es auch für Mädchen ein entsprechendes Angebot, nämlich eine "Mädchenriege" im Rahmen des Damenturnvereins A.________ (E. 5.3.2 f. angefochtenes Urteil). Gemäss dem Beschwerdeführer wird mit dem geschlechtergetrennten Sportunterricht von Knaben und Mädchen den geschlechterspezifischen Unterschieden in der Entwicklung besser Rechnung getragen. Laut Lehrplan 21, welcher die Ziele für den Unterricht aller Stufen der Volksschule festlegt und in zahlreichen Kantonen, unter anderem im Kanton Zürich, gilt (gestützt auf § 21 VSG ZH und die Bildungsratsbeschlüsse 4/2017 sowie 5/2017), wird jedenfalls der geschlechtergetrennte Sportunterricht spätestens ab dem 3. Zyklus bzw. der Sekundarstufe empfohlen (vgl. Lehrplan 21: Überblick, S. 4; Bewegung und Sport, S. 6; Kanton Zürich; <https://www.lehrplan21.ch>, Startseite, Rubriken "Zur Vorlage des Lehrplans 21" [Downloadbereich] und "Zu den kantonalen Lehrplänen/Zürich", besucht am 10. November 2021). Ausserdem ist das vorinstanzliche Urteil widersprüchlich, indem es bezüglich Verfolgung gemeinnütziger Zwecke trotz Beschränkung auf Knaben den offenen Destinatärkreis der "Jugi" bestätigt und auf die Geschlechtertrennung in zahlreichen Sportvereinen verweist (E. 5.3.3 angefochtenes Urteil). Der Destinatärkreis beschreibt den Kreis der begünstigten Personen. Dieser muss grundsätzlich offen sein bzw. ein allzu enger Destinatärkreis schliesst eine Steuerbefreiung wegen Verfolgung gemeinnütziger Zwecke aus (Urteile 2C_166/2020 vom 10. Mai 2021 E. 5.2; 2C_385/2020 vom 25. Juni 2020 E. 4.2.2; 2C_147/2019 vom 20. August 2019 E. 5.1). Auch wenn die Begriffe öffentlicher und gemeinnütziger Zweck nicht deckungsgleich sind, bestätigt die Vorinstanz mit der Bejahung des offenen Destinatärkreises vorliegend, dass die Beschränkung auf Knaben dem öffentlichen Zweck nicht entgegensteht.