Citation: 9C_635/2022 E. 2.2.3

2.2.3. Weiter gelten für behinderungsbedingte Kosten dieselben Einschränkungen, die auch sonst für anorganische Abzüge zur Anwendung kommen: Diesen allgemeinen Abzügen kommt Ausnahmecharakter zu, weshalb ihre Rechtsgrundlagen restriktiv zu handhaben sind (vgl. u.a. Urteile 2C_1005/2015 vom 8. Dezember 2015 E. 2.2; 2C_103/2009 vom 10. Juli 2009 E. 2.1). Da die den Abzug begründenden Tatsachen sich steuermindernd auswirken, sind sie von der steuerpflichtigen Person nachzuweisen (vgl. u.a. BGE 144 II 427 E. 2.3.2; 143 II 661 E. 7.2; 140 II 248 E. 3.5). Ausserdem ist im Massenverfahren der Steuerveranlagung insbesondere bei anorganischen Abzügen - die mit der Einkommenserzielung in keinem direkten Zusammenhang stehen und deshalb an sich Einkommensverwendung darstellen - eine gewisse Schematisierung und Pauschalisierung unabdingbar und zulässig. Dies gilt auch für die Beurteilung, ob bei der steuerpflichtigen Person eine Behinderung besteht. Es erscheint daher sachgerecht, im Veranlagungsverfahren bei Vorliegen gewisser typischer Merkmale und Umstände ohne Detailprüfung in jedem Fall von einer Behinderung auszugehen (vgl. u.a. Urteile 2C_22/2016 vom 21. April 2016 E. 3.2.4; 2C_162/2010 vom 21. Juli 2010 E. 6.3).