Citation: I 74/02 02.09.2003 E. 5

5.1 Die Vorinstanz vertritt die Auffassung, dass es angesichts der ärztlicherseits mit einer zumutbaren Tätigkeit verbundenen Auflagen höchst fraglich erscheine, ob die derart eingeschränkte Beschwerdegegnerin ihre Restarbeitsfähigkeit von 30 % überhaupt noch verwerten könne. Da die IV-Stelle bezüglich der Frage der Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit keine näheren Abklärungen getroffen habe - namentlich seien die schwerwiegenden körperlichen Beeinträchtigungen der Versicherten nicht angemessen gewichtet worden -, sei die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese die Höhe des für die Invaliditätsbemessung im erwerblichen Bereich relevanten Verdienstes festlege, welcher trotz Gesundheitsschadens durch eine zumutbare Tätigkeit noch realisiert werden könne (Invalideneinkommen). Anschliessend habe die IV-Stelle im Lichte des Art. 27bis Abs. 1 IVV erneut über den Rentenanspruch zu befinden, sofern bezüglich der Eingliederungsmassnahmen keine befriedigende Lösung gefunden werde. 5.2 Dieser Betrachtungsweise kann nicht gefolgt werden. Im Umfang einer medizinisch bescheinigten Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit von 30 %, welche bei gutem Therapieverlauf auf 50 % steigerbar sein sollte, bietet der ausgeglichene allgemeine Arbeitsmarkt sehr wohl Beschäftigungen an, welche für die Beschwerdegegnerin noch in Betracht kommen können. Soweit die Versicherte - wie zuhanden der Vorinstanz ausführlich dargelegt - dafür hält, die Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar, ist dies unbegründet, da die ihr zumutbaren Tätigkeiten einerseits Gegenstand von Angebot und Nachfrage auf dem ihr offen stehenden, ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind (vgl. BGE 110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. Erw. 3b; vgl. auch BGE 127 V 298 Erw. 4c mit Hinweisen) und die Versicherte anderseits in deren Ausübung nicht derart eingeschränkt ist, dass der allgemeine Arbeitsmarkt die entsprechenden Stellen praktisch nicht kennt oder eine Beschäftigung nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers möglich wäre (ZAK 1991 S. 320 f. Erw. 3b und 1989 S. 321 f. Erw. 4a). So stehen ihr gemäss den schlüssigen Ausführungen der MEDAS-Ärzte sowohl leichte stehende Reinigungsarbeiten wie auch andere körperlich nicht anspruchsvolle Hilfstätig-keiten unter Berücksichtigung der genannten Kontraindikationen offen. Der Umstand, dass die Versicherte bisher noch keine geeignete neue Erwerbstätigkeit hat finden können, vermag hieran ebenso wenig et-was zu ändern wie die Berufung auf mangelnde Ausbildung oder Ver-ständigungsschwierigkeiten, sind diese Faktoren doch - auch insoweit ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen - infolge ihres invaliditäts-fremden Charakters bei der Invaliditätsbemessung ausser Acht zu las-sen (BGE 107 V 21 Erw. 2c mit Hinweisen; AHI 1999 S. 238 Erw. 1). Versicherte, die trotz einer gewissen gesundheitlichen Behinderung in einem grösseren Bereich erwerbstätig sein können, gelten nicht als in rentenbegründendem Ausmass invalid, selbst wenn rezessionsbeding-te Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt die Stellenvermittlung bei ihnen mehr erschweren als bei einem vollständig Gesunden (ZAK 1977 S. 191; Meyer-Blaser, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 212 f.). Zusätzliche Abklärungen in dieser Hinsicht, wie vom kantonalen Ge-richt für notwendig erachtet, erweisen sich somit als nicht indiziert. 5.3 Was die im angefochtenen Entscheid erwähnten beruflichen Eingliederungsmassnahmen anbelangt, bilden solche, zumal von der Beschwerdegegnerin ausdrücklich abgelehnt, nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Allfällige künftige diesbezügliche Leistungen sind indes, worauf auch die Beschwerdeführerin zu Recht hinweist, nicht ausgeschlossen.