Citation: 8C_439/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, wonach die kreisärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit verlässlich sei und bis zum Datum des Einspracheentscheids Geltung beanspruchen könne, da keine relevante Verschlechterung der unfallkausalen Beschwerden in Bezug auf das linke Handgelenk eingetreten sei, beruht auf einer nicht zu beanstandenden Prüfung und Würdigung der medizinischen Aktenlage. Die Rüge des Beschwerdeführers, das kantonale Gericht habe die Akten der Invalidenversicherung, insbesondere die Ergebnisse aus den absolvierten Arbeitsversuchen und der Abklärung der BEFAS Zentralschweiz, nicht berücksichtigt, ist nicht stichhaltig. Im angefochtenen Urteil wird auf die Akten der Invalidenversicherung, namentlich auch auf den Bericht der BEFAS vom 3. April 2018, Bezug genommen und darauf hingewiesen, dass diese im Vergleich zu den kreisärztlichen Angaben ein ähnliches Tätigkeitsprofil umrissen habe. Es trifft zwar zu, dass die BEFAS eine Quantifizierung der Arbeitsleistung damals als "nicht abschliessend möglich" erachtet hatte. Sie hielt jedoch ausdrücklich fest, dass der Beschwerdeführer in einer Tätigkeit, bei welcher ausschliesslich die rechte Hand eingesetzt werde und die keine hohen Anforderungen an Kraft und Feinmotorik stelle, unter idealen Bedingungen nicht eingeschränkt sei. Wie das kantonale Gericht zutreffend festhält, attestiert auch der Kreisarzt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit nur bezüglich derjenigen Beschäftigungen, die den Einschränkungen aufgrund der linksseitigen Handgelenksbeschwerden Rechnung tragen. Die Feststellung der BEFAS, wonach beim Einsatz der linken Hand stets mit Einschränkungen zu rechnen sei, steht somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht im Widerspruch zum Kreisarztbericht. Bei seiner Argumentation lässt er im Übrigen durchwegs ausser Acht, dass die linksseitigen Beeinträchtigungen im Rahmen der Invaliditätsbemessung unter anderem in der Form eines 20%igen Leidensabzugs beim Invalideneinkommen sehr wohl Berücksichtigung gefunden haben. Der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer sodann im Rahmen der BEFAS-Abklärung als "topmotiviert, einsatzfreudig, verantwortungsbewusst, zuverlässig, teamfähig, kooperativ, etc." gezeigt hat, bietet nicht schon allein für sich einen hinreichenden Grund, in Bezug auf die Bemessung des Valideneinkommens anstelle des Kompetenzniveaus 1 von Kompetenzniveau 2 der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 2016, Tabelle TA1, auszugehen und zudem für das Jahr 2017 eine überdurchschnittliche Reallohnerhöhung von 1,5 % anzunehmen.