Citation: 6B_57/2017 E. 2.1.2

2.1.2. Zwar dürfen wie dargelegt (vgl. E. 1.2.1) nicht nachträglich allzu subtile Überlegungen darüber angestellt werden, ob der Angegriffene sich nicht allenfalls auch mit anderen, weniger einschneidenden Massnahmen hätte begnügen können und sollen. Bei der Verwendung gefährlicher Werkzeuge ist jedoch praxisgemäss besondere Zurückhaltung geboten, da deren Einsatz stets die Gefahr schwerer oder gar tödlicher Verletzungen mit sich bringt (BGE 136 IV 49 E. 3.3). Der Beschwerdeführer hätte, wie von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt, versuchen können, den Beschwerdegegner an einer anderen, weniger gefährlichen Stelle zu treffen. Mit dem unkontrollierten Messerstich in den Rücken des Beschwerdegegners überschritt der Beschwerdeführer die Grenzen der rechtfertigenden Notwehr. Er gefährdete den Beschwerdegegner aufgrund der Nähe der Einstichstelle zur Lunge und zu einer Körperhauptschlagader gemäss Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel (IRM) vom 25. März 2013 erheblich. Die Vorinstanz durfte ohne weiteres davon ausgehen, dass die Gefährlichkeit seines Handelns für den Beschwerdeführer auch in der konkreten Situation mühelos erkennbar war. Indem die Vorinstanz die Unverhältnismässigkeit der Abwehrhandlung bejaht, verletzt sie kein Bundesrecht.