Citation: 5C.157/2005 30.08.2005 E. 2

Der Kläger behauptet verschiedene offensichtliche Versehen im Sinn von Art. 63 Abs. 2 OG. 2.1 Ein offensichtliches Versehen liegt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nur vor, wenn die Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle übersehen oder unrichtig, d.h. nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut wahrgenommen hat (BGE 104 II 68 E. 3b S. 74; 113 II 522 E. 4b S. 524). Nicht in ihrer wahren Gestalt wird eine Aktenstelle beispielsweise wahrgenommen, wenn die Vorinstanz sich verliest, ihrerseits eine Missschreibung in den Akten übersieht oder den offensichtlichen Zusammenhang einer Aussage mit andern Dokumenten oder Äusserungen verkennt (vgl. BGE 115 II 399). 2.2 Kein offensichtliches Versehen liegt zunächst mit Bezug auf das ärztliche Zeugnis vor. Der vordergründige Widerspruch zwischen der Aussage, die Arbeitsfähigkeit des Klägers sei insgesamt eingeschränkt, und derjenigen, dass er für leichte bis mittelschwere Arbeiten ganztägig einsatzfähig sei, ergibt sich daraus, dass Dr. D.________ medizinisch-theoretische Invaliditätswerte für die einzelnen Leiden (Handgelenke und Schultern) addiert hat, aber diese sozialversicherungsrechtliche Bestimmung des Invaliditätsgrades in keinem direkten Zusammenhang mit der Einschränkung der Erwerbsfähigkeit steht (der Verlust eines Fingers ist für die meisten Berufe folgenlos, führt aber beispielsweise bei einem Pianisten zum totalen Erwerbsausfall). Das Obergericht hat das ärztliche Zeugnis in diesem Sinn gewürdigt und aus der Feststellung, dass der Kläger ganztägig leichtere bis mittelschwere Arbeit verrichten kann, gefolgert, dass er mit Bezug auf solche Arbeiten in seiner Erwerbsfähigkeit nicht eingeschränkt ist. Diese auf einer Interpretation des ärztlichen Zeugnisses beruhende Folgerung stellt kein offensichtliches Versehen dar, sondern Beweiswürdigung, die mit staatsrechtlicher Beschwerde zu rügen wäre. 2.3 Gleiches gilt für die zitierte Zeugenaussage von Z.________. Diese hat zwar erwähnt, dass der Kläger physisch beeinträchtigt sei und vor allem im Schulterbereich gegen Mittag regelmässig erhebliche Schmerzen verspüre. Sie hat aber auch darauf hingewiesen, dass sich die Firma zur Zeit gar keine vollzeitige Anstellung des Klägers leisten könne. Im Verhandlungsprotokoll sind diese Aussagen in zwei zusammenhängenden Sätzen aufgenommen. Wenn das Obergericht einzig die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Firma als Grund für die Teilzeitstelle erwähnt hat, ist dies offensichtlich nicht auf ein Versehen zurückzuführen, sondern Beweiswürdigung, die einzig mit staatsrechtlicher Beschwerde gerügt werden kann. 2.4 Liegen nach dem Gesagten keine offensichtlichen Versehen vor, hat das Bundesgericht seinem Entscheid den unveränderten Sachverhalt zugrunde zu legen, wie er vom Obergericht festgestellt worden ist (Art. 63 Abs. 2 OG).