Citation: 1C_156/2017 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführer bringt zwar vor, seine Ehe sei Ende 2008 intakt gewesen. Zum Scheitern gebracht habe sie erst der Besuch seiner Schwester im Juli 2009. Seine Ehefrau habe sich dieser gegenüber sehr feindselig gezeigt. Das habe ihn so schwer getroffen, dass er kurz darauf ausgezogen sei. Die Erklärung überzeugt nicht. Eheliche Schwierigkeiten bestanden schon länger. So wurde 2002 und zweimal 2004 die Polizei alarmiert wegen Familienstreitigkeiten; einmal wurde der Beschwerdeführer für eine Nacht aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen. Die Ehefrau hat denn auch auf die schon vor der Ehe bestehenden finanziellen Schwierigkeiten ("Working-Poor-Familie") und die Problematik von bi-nationalen Ehen bzw. deren fehlender gesellschaftlicher Akzeptanz hingewiesen. Die Ehe war somit offensichtlich bereits Ende 2008 stark belastet. Auch wenn die Ehefrau (jedenfalls bis zum Auszug des Beschwerdeführers) gewillt war, die Ehe trotz dieser Spannungen weiterzuführen, so bedeutet das nicht, dass dieser Wille auch beim Ehemann vorhanden war. Der Konflikt um die Beherbergung seiner Schwester im Juli 2009 stellt offenkundig kein isoliertes Ereignis dar, sondern eine Eskalation schon lange vorbestehender Meinungsverschiedenheiten. Die Ehefrau wollte die knappen finanziellen Mittel der Familie im Wesentlichen für ihre Kernfamilie einsetzen, währenddem es sich der Beschwerdeführer nicht nehmen lassen wollte, auch seine Verwandten in Äthiopien zu unterstützen und, im Falle seiner Schwester, grosszügig zu beherbergen und in einem das Familienbudget sprengenden Mass zu beschenken. Der Beschwerdeführer vermag daher mit dem Einwand, der Besuch seiner Schwester habe zum Bruch mit seiner Frau geführt, die Vermutung nicht zu widerlegen, dass er bereits Ende 2008 entschlossen war, die Ehe nach der erfolgreichen Einbürgerung zum Scheitern zu bringen. Dazu passt, dass er nicht einmal versuchte, seine Ehefrau auf den Konflikt um den Besuch seiner Schwester anzusprechen und ihn im Gespräch zu klären, sondern ohne weitere Erklärungen aus der Familienwohnung auszog. Der Besuch war damit für den Beschwerdeführer nicht Anlass, die Ehe zu beenden, sondern diente ihm vielmehr als blosser Vorwand. Ob er diese Absicht bereits von Anfang hatte, wie die Vorinstanz argwöhnt, oder ob er diesen Entschluss erst später fasste, als die Ehe nicht so verlief, wie er es sich vorgestellt hatte, kann unter diesen Umständen dahingestellt bleiben. Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet.