Citation: 9C_611/2016 E. 4.4

4.4. Im direkten Vergleich der Befunde des psychiatrischen Teilgutachtens des Dr. med. C.________ vom 28. November 2013 und der polydisziplinären Expertise der medexperts ag vom 13. Januar 2016 (E. 4.3.1 und 4.3.3 hievor) kann die Differenz in den Schlussfolgerungen wenigstens teilweise veränderten gutachtlichen Tatsachenfeststellungen zugeordnet werden. Eine Verschlechterung des Zustandsbildes ist etwa in Bezug auf die Denkabläufe, die Konzentration und Aufmerksamkeit, die Affektivität und die Psychomotorik ausgewiesen. Allein damit ist ein Rückgang der vollen Arbeitsfähigkeit auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit indessen noch nicht ausreichend abgestützt, zumal die medizinische Befundlage lediglich Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285). In diagnostischer Hinsicht begründete der psychiatrische Experte der medexperts ag die von ihm attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit mit der im Vordergrund stehenden kombinierten Persönlichkeitsstörung. Bei dieser Diagnose handelt es sich nach seinen Ausführungen (sowie der Aktenlage) nicht um eine neue Problematik, weil die Persönlichkeitsstörung im späten Kindesalter entstanden sei, sich in der Folge verfestigt und im Erwachsenenalter deutlich manifestiert habe, sie von Dr. med. G.________ im Jahre 2000 - noch ohne entsprechende Diagnosestellung - beschrieben und von Dr. med. F.________ 2003 und 2004 schliesslich diagnostiziert worden sei. Insoweit gebricht es am Nachweis einer revisionsrechtlichen Veränderung (E. 4.2.2 hievor). Ebenso wenig wird deutlich, dass sich die - nach der Beurteilung des Sachverständigen - vorbestandene Persönlichkeitsstörung in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substanziell verändert hätte (E. 4.2.2 hievor). Soweit der Experte auf die Frage der IV-Stelle hin postulierte, die zugrunde liegenden Symptome der kombinierten Persönlichkeitsstörung hätten sich seit dem massgebenden Vergleichszeitpunkt "deutlich manifestiert", ohne die konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf - namentlich den Zeitpunkt und die Umstände der Veränderung sowie die dafür sprechenden Anhaltspunkte - auch nur ansatzweise aufzuzeigen, kann darin keine tatsächliche Veränderung erblickt werden. Dass der Experte die vollständige Arbeitsunfähigkeit auf "spätestens Mai 2014" festlegte, deutet mit der Vorinstanz vielmehr darauf hin, dass er bereits für die weiter zurückliegende Zeit - entgegen der Einschätzung des Vorgutachters Dr. med. C.________ - von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausging. Hierfür spricht auch, dass er die Beurteilung des Vorgutachters u.a. als "befremdend" und "oberflächlich" (E. 4.3.3 hievor) taxierte, wohingegen er diejenige der Dr. med. D.________ vom 4. April 2014 als einleuchtend bezeichnete, wonach eine dauerhafte Einschränkung der Leistungsfähigkeit gegeben sei (E. 4.3.2 i.f. hievor). Dass in Bezug auf die weiteren psychiatrischen Diagnosen (teilweise graduelle) Unterschiede zwischen dem Gutachten der medexperts ag und demjenigen des psychiatrischen Vorgutachters auszumachen sind, ist entgegen der Beschwerde nicht entscheidwesentlich, leitete der Sachverständige daraus keine massgebende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ab. Im Ergebnis ist der Schluss der Vorinstanz, es liege allenfalls eine im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtliche unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts vor, weder qualifiziert unrichtig noch rechtsverletzend und daher verbindlich (E. 1.1 und 2.2 hievor). Anlass für weitere Abklärungen besteht nicht, nachdem die Expertise der medexperts ag vom 13. Januar 2016 für sich allein zwar beweiskräftig ist, indes keine revisionsrechtlich relevante Veränderung aufzuzeigen vermag.