Citation: 8C_177/2015 E. 5.1.2

5.1.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, alle drei Beschäftigungen, also sowohl das Praktikum beim Radiosender als auch die Schnupperlehre und das Praktikum bei F.________ gmbh, seien faktisch notwendig gewesen, um eine Lehrstelle zu finden. Zur Begründung gibt sie an, dass diese Tätigkeiten die Chancen auf eine Lehrstelle massiv erhöht hätten und "in dieser Branche" praktisch immer Praktika verlangt würden. Sie lässt aber völlig offen, welche Lehrstelle B.________ gesucht hat bzw. auf welchem Weg er damals sein Berufsziel "Journalist" erreichen wollte. Diese Angaben wären - zusätzlich zum genannten Berufsziel - aber notwendig gewesen und konnten weder durch Abklärungen der IV-Stelle noch Nachforschungen des kantonalen Gerichts ersetzt werden. Denn Journalismus ist ein frei zugänglicher Beruf und ausbildungsmässig nicht geregelt. Damit bleibt der Stellenwert des Praktikums beim Radiosender unklar. Um Ausbildung geht es zwar unter anderem auch dort, wo von vornherein kein spezieller Berufsabschluss beabsichtigt und nur die Ausübung des betreffenden Berufs angestrebt wird. Dabei ist aber unter allen Umständen - und ganz besonders dort, wo es sich nicht um eine Berufsausbildung im engeren Sinn handelt - eine systematische Vorbereitung auf das Bildungsziel (Berufsausübung ohne Abschluss bzw. Bereitstellung berufsbezogener Vorkenntnisse) hin erforderlich, und zwar auf der Grundlage eines ordnungsgemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten (üblichen) Lehrgangs (vgl. Art. 49bis Abs. 1 AHVV; Urteil 9C_223/2008 vom 1. April 2008 E. 1.1 mit Hinweis). Die Versicherte bleibt Erläuterungen darüber, welche Schritte B.________ unternehmen wollte und musste, um sein Berufsziel zu erreichen, durchwegs schuldig. Das Argument, durch ein Praktikum würden die Chancen auf eine Lehrstelle erhöht, ist in diesem Zusammenhang nicht stichhaltig, denn jede zusätzlich erworbene Berufserfahrung ist grundsätzlich geeignet, die Chance auf eine Anstellung zu steigern. Nicht jedes Praktikum kann jedoch automatisch als Ausbildung verstanden werden (BGE 139 V 209 E. 5.3 S. 211). Eine Verbesserung der Anstellungschancen allein reicht nicht, um das Praktikum beim Radiosender als Ausbildung zu qualifizieren (vgl. Urteil 9C_223/2008 vom 1. April 2008 E. 1.2). Die Beschwerdeführerin ist der Meinung, ihr Sohn habe seine Absicht, auch tatsächlich eine Ausbildung im Journalismusbereich zu absolvieren, mit seinen drei Anstellungen deutlich zum Ausdruck gebracht. Dabei verkennt sie, dass sich der Streit im vorliegenden Rückforderungsprozess auf das dreimonatige Praktikum beim Radiosender bzw. den Kinderrentenanspruch im Zeitraum Januar bis Mai 2013 beschränkt. Im damaligen Zeitpunkt musste somit die Absicht, Journalist zu werden, bereits bestanden haben, und das Praktikum musste Teil der systematischen Vorbereitung auf das Berufsziel bilden. Diesbezüglich ist jedoch einzig bekannt, dass B.________ gemäss seinem formulierten Ziel im Praktikumsvertrag beim Radiosender die eigene Motivation und die Fähigkeit zum Berufswunsch Journalist erkennen, die Chance für eine Anstellung "bei einem anderen Medium" erhöhen und Praxis erwerben wollte (Praktikumsvertrag "Radio D.________" vom 7./10. Januar 2013). Es lässt sich entgegen der Ansicht der Versicherten nicht als willkürlich beanstanden, dass die Vorinstanz gestützt auf diese Zielsetzung darauf schliesst, der Sohn der Versicherten habe damals (noch) nicht die Absicht gehabt, eine bestimmte Ausbildung zu absolvieren. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass die Absicht, eine bestimmte Ausbildung zu absolvieren, bereits bei Antritt des Praktikums bestanden haben muss. Sie weist nicht nach (und behauptet auch nicht), dass eine solche Absicht am 7. Januar 2013 schon manifest gewesen wäre.