Citation: I 144/05 13.05.2005 E. 1

1.1 Das kantonale Gericht hat zum streitigen Anspruch auf Umschulung (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG und Art. 17 IVG) erwogen, auf Grund der Akten sei davon auszugehen, dass der Versicherte in jeder Tätigkeit, die den allergologischen Einschränkungen Rechnung trage, über eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit verfüge. Ausser Betracht fielen lediglich Tätigkeiten als Offsetdrucker sowie in der Papier herstellenden und verarbeitenden Industrie gemäss Nichteignungsverfügung der SUVA vom 23. Mai 2002. Die invaliditätsbedingte Notwendigkeit einer Umschulung setze nach der Rechtsprechung voraus, dass die versicherte Person in den ohne zusätzliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 Prozent erleide (BGE 124 V 110 Erw. 2b). Daran gebreche es. Die bisherigen beruflichen Tätigkeiten zeigten, dass der Beschwerdeführer seit Jahren aus invaliditätsfremden Gründen nicht mehr auf seinem erlernten Beruf als Buch-Offsetdrucker gearbeitet habe. Der ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erzielbare Verdienst (Valideneinkommen) sei daher ausgehend vom zuletzt 2002 erzielten Lohn als Mitarbeiter in der Verpackung der Firma M._______ AG von Fr. 57'850.- zu berechnen. Das trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise noch realisierbare Einkommen (Invalideneinkommen) sei auf der Grundlage der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen (LSE) zu ermitteln. Der Versicherte sei seit dem Verlust der Stelle als Verpacker Ende Juli 2002 nicht mehr erwerbstätig gewesen (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1). Nach der LSE 2002 (S. 43 TA1) ergebe sich für männliche Arbeitnehmer mit Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein jährlicher Bruttolohn von Fr. 57'008.- ([12 x Fr. 4557.-] x 41,7/40). Die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse betrage somit rund Fr. 840.-, was einem Invaliditätsgrad von rund 1,5 % entspreche. Es bestehe daher kein Anspruch auf Umschulung. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden weder die vorinstanzlichen Feststellungen zu der trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit noch die Invaliditätsbemessung an sich beanstandet. Hingegen wird gerügt, das kantonale Gericht habe dem Aspekt der Gleichwertigkeit einer beruflichen Ausbildung nicht oder zumindest zu wenig Rechnung getragen. Das Eidgenössische Versicherungsgericht habe in einem ähnlich gelagerten Fall (I 241/97 = BGE 124 V 108) nicht nur die aktuellen Verdienstmöglichkeiten, sondern auch den qualitativen Stellenwert der in Betracht fallenden Tätigkeiten als massgebend erachtet. Tatsächlich habe auch der Beschwerdeführer nach einer Zeit der Arbeitlosigkeit nur dank seiner beruflichen Qualifikation wieder eine Anstellung im angestammten Berufsbereich gefunden und bis zum Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen inne gehabt. 1.2 Die IV-Stelle führte im Einspracheentscheid vom 16. Juni 2004 unter anderem Folgendes aus: «Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass der Versicherte seit 1987 nicht mehr rein in seinem ursprünglich erlernten Beruf als Offsetdrucker tätig war, sondern verschiedene, qualifizierte und unqualifizierte Funktionen wahrnahm und zuletzt eine Tätigkeit ausübte, welche zwar im weitesten Sinne zum ursprünglich erlernten Beruf gehören kann, dafür jedoch nicht typisch ist und welche auch von unqualifizierten Angestellten verrichtet werden kann. Er ist daher versicherungsrechtlich nicht mehr als Offsetdrucker zu betrachten, sondern als Mitarbeiter in einer Hilfsfunktion. Diese Tätigkeit steht ihm trotz der Nichteignungsverfügung der SUVA 23.05.2002 weiterhin offen, solange sie nicht im Bereich der Papier herstellenden und verarbeitenden Industrie ausgeübt wird. Vor diesem Hintergrund entsteht ihm durch seine Behinderung keine Erwerbseinbusse, welche eine Umschulung durch die Invalidenversicherung rechtfertigen würde. Dies umso weniger, als dem Versicherten auf Grund seiner Berufserfahrung als Aussendienstmitarbeiter, Sachbearbeiter und Materialprüfer auch qualifizierte Stellen offen stehen.»