Citation: 9C_425/2016 E. 2.1

2.1. Das kantonale Gericht ging davon aus, der Versicherte habe seine Musikbar mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen per 31. Dezember 2014 verkauft. Es stellte fest, der - letztinstanzliche - Beschwerdegegner habe zwar bereits im Juli 2010 in der Presse und im November 2014 ebenfalls gegenüber der Abklärungsperson der IV erklärt, auch ohne gesundheitliche Einschränkung langsam kürzer treten zu wollen. Allerdings seien bereits im Jahr 2010 erste Krankheitssymptome aufgetreten, weshalb er 2011 einen Geschäftsführer zu seiner Entlastung angestellt habe. Andere als gesundheitliche Motive für eine Aufgabe des gut laufenden Bar-Betriebs ohne gleichzeitige Aufnahme einer neuen selbständigen Erwerbstätigkeit (z.B. Eröffnung einer neuen Bar) seien nicht ersichtlich. Das Unternehmerrisiko habe sich aus verschiedenen Gründen stark erhöht. Zum einen falle die - gesundheitlich bedingte - Einstellung eines Geschäftsführers ins Gewicht, zum anderen habe sich seine verminderte Leistungsfähigkeit angesichts des früheren überdurchschnittlichen Einsatzes überproportional ausgewirkt und schliesslich komme es bei einem Bar-Betrieb für Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner massgeblich auf die Person des Chefs an, weshalb der gute Geschäftsgang auch von der Person des Versicherten abhänge. Da auch eine - die Gesundheitssituation verbessernde - Nierentransplantation nicht absehbar gewesen sei, erscheine die Aufgabe der Bar als zu respektierende Handlungsoption. Das Invalideneinkommen sei daher gestützt auf die LSE 2012 auf Fr. 33'165.- festzusetzen (bezogen auf ein Pensum von 50 %; Tabelle TA1, Total, Anforderungsniveau 1, Männer, angepasst an die Verhältnisse im Jahr 2015). Bei einem IV-Grad von 87 % bestehe ab 1. April 2015 Anspruch auf eine ganze Rente.