Citation: 5A_484/2022 E. 2

Im Kontext der fürsorgerischen Unterbringung befasst sich das Obergericht ausführlich mit den Kriterien des Schwächezustands (eine Manie mit synthymen psychotischen Symptomen [ICD-10: F30.20]), der Notwendigkeit der Behandlung bzw. Betreuung (die Beschwerdeführerin befinde sich seit mehreren Wochen in einem Zustand manischer Entgleisung und es liege eine erhebliche Selbstgefährdung vor), der Verhältnismässigkeit der angeordneten Massnahmen (fehlende Krankheits- und Behandlungseinsicht; die nötige persönliche Fürsorge könne deshalb nur im geschützten Rahmen einer Klinik sichergestellt werden) und der Geeignetheit der Klinik E.________ als psychiatrische Klinik (E. 5.2.1 bis 6.4 des angefochtenen Entscheids). Zur Behandlung ohne Zustimmung erwog das Obergericht, die Medikation der Beschwerdeführerin mit Clopixol 75 mg und Valium 10mg vom 7. Juni 2022 sei vom Chefarzt der Klinik E.________ im Rahmen der fürsorgerischen Unterbringung und gestützt auf den Behandlungsplan schriftlich angeordnet worden; ohne die verweigerte medikamentöse Behandlung habe keine Besserung erzielt werden können; vielmehr habe die Beschwerdeführerin zunehmend dekompensiert und es habe eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung der Beschwerdeführerin bestanden, die mit anderen, weniger einschneidenden Massnahmen nicht habe beseitigt werden können. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer Behandlungsbedürftigkeit bereits aufgrund ihrer fehlenden Krankheitseinsicht nicht urteilsfähig.