Citation: 9C_520/2022 E. 4.4.1

4.4.1. Für die Annahme einer anspruchserheblichen Veränderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (vgl. vorangehende E. 2.3) genügt unter medizinischen Aspekten weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens; massgeblich ist vielmehr eine (erheblich) veränderte Befundlage (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteile 9C_280/2021 vom 13. August 2021 E. 2.1.1; 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen). Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit (etwa infolge eines verschlechterten Gesundheitszustandes) ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Der für eine erhebliche Sachverhaltsveränderung massgebliche Referenzzeitpunkt ist hier der 14. März 2017 (Erlass der ersten anspruchsverneinenden Verfügung), während sich der gerichtliche Überprüfungszeitraum bis zum 6. Dezember 2021 (Erlass der dem vorinstanzlichen Verfahren zugrunde liegenden Verfügung) erstreckt (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4 und 129 V 1 E. 1.2).