Citation: 2C_150/2022 E. A

A.________ (kosovarischer Staatsangehöriger, geb. 1969) hielt sich ab dem Jahr 1990 als Saisonnier in der Schweiz auf. Am 15. November 1993 wurde ihm von der Migrationsbehörde des Kantons Aargau erstmals eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, welche in der Folge jeweils verlängert wurde. Mit Verfügung der Migrationsbehörde des Kantons Aargau vom 24. Januar 2011 wurde A.________ aufgrund seines straffälligen Verhaltens verwarnt und ihm die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz angedroht. Bis zu diesem Zeitpunkt war A.________ strafrechtlich wie folgt in Erscheinung getreten: - Busse von Fr. 150.-- wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit (Strafbefehl des Bezirksamts Lenzburg vom 22. Juni 1992); - Busse von Fr. 200.-- wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit (Strafbefehl des Bezirksamts Lenzburg vom 21. September 1992); - Busse von Fr. 400.-- wegen Ausführens einer Lernfahrt mit Personenwagen ohne Begleitperson sowie Verfälschung eines jugoslawischen Führerausweises (Strafbefehl des Bezirksamts Lenzburg vom 5. April 1993); - Busse von Fr. 100.-- wegen mangelnder Aufmerksamkeit beim Rückwärtsfahren (Strafbefehl des Bezirksamts Lenzburg vom 31. Juni 1994); - Busse von Fr. 40.-- wegen Überschreitens der vorgeschriebenen Frist für die Vornahme der obligatorischen Abgaswartung (Strafbefehl des Bezirksamts Aarau vom 17. Juni 1996); - Busse von Fr. 100.-- wegen Nichtmeldens von Änderungen an Motorfahrzeugen (Strafbefehl des Bezirksamts Aarau vom 12. Oktober 2000); - Freiheitsstrafe von 14 Tagen sowie Busse von Fr. 400.-- wegen Widerhandlungen gegen die Fremdenpolizeivorschriften (Strafbefehl des Bezirksamts Zofingen vom 20. September 2001); - Freiheitsstrafe von 30 Tagen wegen Vernachlässigung der familienrechtlichen Unterhalts- und Unterstützungspflichten (Strafbefehl des Bezirksamts Zofingen vom 3. September 2002); - Busse von Fr. 270.-- wegen Nichtmeldens einer Änderung am Motorfahrzeug sowie Nichttragens der Sicherheitsgurten (Strafbefehl des Bezirksamts Baden vom 19. November 2002); - Busse von Fr. 450.-- wegen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (Strafbefehl des Bezirksamts Aarau vom 9. Oktober 2003); - Busse von Fr. 60.-- wegen Nichttragens der Sicherheitsgurten (Strafbefehl des Bezirksamts Baden vom 2. November 2005); - Freiheitsstrafe von 10 Tagen sowie Busse von Fr. 5'000.-- wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG; Strafbefehl des Bezirksamts Baden vom 3. November 2005); - Busse von Fr. 500.-- wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs mit Unfallfolge sowie Verursachens von unnötigem Lärm durch zu schnelles Beschleunigen (Strafbefehl des Bezirksamts Baden vom 12. September 2006); - Busse von Fr. 120.-- wegen Parkierens auf dem Trottoir (Strafbefehl des Bezirksamts Zofingen vom 8. Juli 2008); - Busse von Fr. 60.-- wegen Nichttragens der Sicherheitsgurten (Strafbefehl des Bezirksamts Baden vom 18. September 2008); - Busse von Fr. 160.-- wegen Verwendens eines Telefons ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt sowie Fahrens ohne Licht (Strafbefehl des Bezirksamts Baden vom 5. Januar 2010); - Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu je Fr. 80.-- wegen Veruntreuung, Urkundenfälschung, versuchter Nötigung sowie Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40; Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 27. Mai 2010). Nach der ausländerrechtlichen Verwarnung durch die Migrationsbehörde des Kantons Aargau wurde A.________ wie folgt verurteilt: - Busse von Fr. 100.-- wegen Verwendens eines Telefons ohne Freisprecheinrichtung (Strafbefehl des Bezirksamts Baden vom 5. Mai 2011); - Busse von Fr. 150.-- wegen Überlassens eines Motorfahrzeugs in nicht vorschriftsgemässem Zustand (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 18. Oktober 2011); - Busse von Fr. 40.-- wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 22. April 2013); - Busse von Fr. 1'360.-- wegen mehrfacher Verletzung der Verkehrsregeln (Urteil des Bezirksgerichts Münchwilen vom 20. August 2013). Mit Verfügung vom 26. Februar 2015 bewilligte das Migrationsamt Solothurn den Kantonswechsel von A.________, zumal dieser damals einer Erwerbstätigkeit nachging, zwecks Schuldenabbaus Fr. 1'055.-- an das Betreibungsamt V.________ überwiesen hatte und zudem mit seiner in der Schweiz niedergelassenen Partnerin B.________ sowie dem gemeinsamen Sohn C.________ (geb. 2008) zusammenlebte. Die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung im Kanton Solothurn erfolgte unter den Bedingungen, dass A.________ seinen Lebensunterhalt weiterhin ohne Sozialhilfe bestreite, keine neuen Schulden anhäufe bzw. die bestehenden Schulden im Rahmen seiner Möglichkeiten abbaue und nicht mehr straffällig werde. Im Zeitpunkt des Kantonswechsels war A.________ in den Kantonen Aargau und Solothurn mit Schulden von total Fr. 277'416.35 verzeichnet. Seit dem 1. März 2015 lebt A.________ von seiner Partnerin B.________ getrennt. Der gemeinsame Sohn lebt bei der Kindsmutter. Im Zusammenhang mit der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung im Jahr 2016 stellte sich heraus, dass A.________ seit dem Zuzug in den Kanton Solothurn keine Sozialhilfe mehr bezogen hatte, seine Schulden nur leicht zugenommen hatten und er nicht mehr straffällig geworden war. Aufgrund seiner Bemühungen verlängerte das Migrationsamt des Kantons Solothurn die Aufenthaltsbewilligung von A.________ unter gleichlautenden Bedingungen bis am 30. November 2018. Bei der Überprüfung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung im Jahr 2018 wurde unter anderem festgestellt, dass A.________ per 22. Februar 2018 mit neun Betreibungen (davon zwei mit Rechtsvorschlag und einer Konkursandrohung) in der Höhe von Fr. 75'793.55 sowie zwei Verlustscheinen im Umfang von Fr. 93'180.75 im Register des Betreibungsamtes U.________ verzeichnet war. Zudem war der Beschwerdeführer mit zwei Betreibungen (davon eine mit Rechtsvorschlag) in der Höhe von Fr. 2'513.75 sowie 15 Verlustscheinen im Umfang von Fr. 109'704.80 im Register des Betreibungsamtes V.________ verzeichnet. Die Schuldenlast belief sich auf ein Gesamttotal von Fr. 281'192.85, wobei weder Abzahlungsvereinbarungen noch Lohnpfändungen bestanden. Zudem war A.________ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg Aarau vom 2. November 2016 mit Busse von Fr. 100.-- wegen Verwendens eines Telefons ohne Freisprecheinrichtung verurteilt worden. Ferner waren gegen A.________ im Kanton Bern damals Strafuntersuchungen wegen Veruntreuung sowie Vernachlässigung von Unterhaltspflichten hängig. In der Folge wurde A.________ mit Schreiben vom 16. Mai 2018 aufgrund seiner Schulden ausländerrechtlich ermahnt. Abermals erfolgte die Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung bis am 15. Mai 2019 unter den Bedingungen, dass der Beschwerdeführer seinen Lebensunterhalt weiterhin ohne Sozialhilfe bestreite, keine neuen Schulden anhäufe bzw. die bestehenden Schulden im Rahmen seiner Möglichkeiten abbaue und nicht mehr straffällig werde. A.________ wurde nach der ausländerrechtlichen Ermahnung vom 16. Mai 2018 wie folgt strafrechtlich verurteilt: - Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je Fr. 60.-- bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren und Busse von Fr. 420.-- wegen Vernachlässigung der Unterhaltspflichten (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern vom 4. Juni 2018). Am 8. Mai 2019 ersuchte A.________ letztmals um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Er gab damals im Wesentlichen an, einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Per 19. Juni 2019 respektive per 15. Juli 2019 war er im Register des Betreibungsamtes U.________ mit zehn Betreibungen (davon fünf mit Rechtsvorschlag) in der Höhe von Fr. 177'591.50 sowie zwei Verlustscheinen im Umfang von Fr. 93'180.75 und im Register des Betreibungsamtes V.________ mit 15 Verlustscheinen in der Höhe von Fr. 109'704.80 verzeichnet. Es bestanden demnach Mitte 2019 Schulden im Umfang von insgesamt Fr. 380'477.05. In der Folge wuchsen die Schulden weiter an: Per 6. August 2021 wies das Register des Betreibungsamtes U.________ zehn Betreibungen (davon fünf mit Rechtsvorschlag) in der Höhe von Fr. 192'336.25 sowie zwei Verlustscheine im Umfang von Fr. 93'180.75. Die gesamten Schulden betrugen zu diesem Zeitpunkt Fr. 395'221.80.