Citation: 9C_234/2023 E. 3.2.1

3.2.1. Für den Beschwerdeführer macht der Umstand, dass die vier durchgeführten Testverfahren im Gutachten nicht näher dokumentiert seien, das psychiatrische Teilgutachten unverwertbar. Undokumentiert blieben insbesondere die Behauptungen des Gutachters betreffend Auffälligkeiten, zielgerichtetes Vortäuschen einer nicht vorhandenen Symptomatik und nicht-authentische Beschwerdeschilderung. Die Rechtsprechung verpflichte das Gericht zum Beizug solcher Dokumente, wenn dies im Einzelfall notwendig erscheine, um die Grundlagen und Schlussfolgerungen eines Gutachtens überprüfen zu können. Eine solche Ausnahmesituation sei vorliegend gegeben, weil die vom Gutachter behauptete Unverwertbarkeit sämtlicher Testergebnisse angesichts der Berichte der behandelnden Ärzte nicht einleuchte. Hinzu komme, dass die durchgeführten nichtstandardisierten Tests umstritten und in den Qualitätsleitlinien für versicherungsmedizinische Begutachtungen nicht vorgesehen seien. Die Vorinstanz hält dem entgegen, es bestehe kein Anspruch auf Einsicht in Aufzeichnungen über Testergebnisse. Das demonstrative Verhalten und die vagen Antworten des Beschwerdeführers seien bereits in der klinischen Untersuchung festgestellt worden; die Beschwerdevalidierungstests hätten diese Feststellung bloss untermauert. Diese Würdigung ist nicht zu beanstanden. In der Tat sind die Testergebnisse nicht entscheidend für die Schlussfolgerungen des Sachverständigen; beweiskräftig wären diese auch ohne die Ergebnisse der vom Beschwerdeführer als umstritten bezeichneten Testverfahren. Die Frage, ob die Anwendung von Testverfahren und deren Auswahl den Rahmen des gutachterlichen Ermessens gesprengt haben könnten, ist daher offenzulassen. Was die Dokumentation der Tests im Gutachten angeht, macht der Beschwerdeführer geltend, dass ein Gericht verpflichtet sei, Aufzeichnungen über Testergebnisse (und andere zur Erstellung der Expertise dienende Arbeitsunterlagen) beizuziehen, wenn dies im Einzelfall angezeigt sei, um die Grundlagen und Schlussfolgerungen eines Gutachtens überprüfen zu können (Urteile 9C_718/2019 vom 13. August 2020 E. 4.2.4 und 8C_37/2014 vom 22. Mai 2014 E. 2.1; vgl. zum grundsätzlich fehlenden Anspruch auf Einsicht in für die interne Meinungsbildung bestimmte Akten ohne Beweischarakter: BGE 129 V 472 E. 4.2.2; 125 II 473 E. 4a; Urteile 8C_775/2021 vom 21. November 2022 E. 5.2, 9C_260/2021 vom 6. Dezember 2021 E. 3.1). Die vom Beschwerdeführer angezweifelten Testergebnisse passen indes zu den Erkenntnissen, die bei der klinischen Untersuchung beschrieben worden sind (z.B. demonstratives Verhalten). Sie weisen auch Parallelen zu den Ergebnissen des Vorgutachtens auf. Es besteht also kein Grund, diese internen, der Meinungsbildung des Gutachters dienenden Unterlagen beizuziehen. Die Grundlagen und Schlussfolgerungen des Gutachtens können auch so überprüft werden.