Citation: 4A_687/2014 E. 2.6

2.6. Eine Vergütung ist nur und einzig für den tatsächlich erteilten Auftrag - ohne Berücksichtigung der mit den Zusatzaufträgen verbundenen Arbeits- und Materialkosten - geschuldet. Stehen die Kosten für das ursprüngliche Projekt jedoch nicht fest, kann auch nicht gesagt werden, inwiefern der approximative Kostenansatz im Werkvertrag in der Höhe von Fr. 65'636.-- überschritten wurde und ob und inwieweit dem Beschwerdeführer ein Herabsetzungsanspruch zustehen würde (Art. 375 Abs. 2 OR; vgl. Urteil 4A_15/2011 vom 3. Mai 2011 E. 3.1 mit Hinweis). Mit Bezug auf den Umfang der Kostenüberschreitung und einem damit einhergehenden Herabsetzungsanspruchs ist damit zunächst abzuklären, ob tatsächlich ein grösserer Aufwand erforderlich war, als in der Kostenschätzung angenommen, der jedoch nicht auf Zusatzarbeiten und Zusatzmaterial zurückzuführen ist. Der nachgewiesene tatsächliche notwendige Aufwand bildet die Grundlage, auf der die Frage einer allfälligen Herabsetzung zu beantworten ist. Sodann ist festzusetzen, welches die Toleranzgrenze der Überschreitung ist, die sich der Beschwerdeführer gefallen zu lassen hat. Verbleibt auch nach Zuschlag der Toleranzgrenze eine Differenz zur Kostenschätzung, ist diese wiederum mit Blick auf die gesamten Umstände nach billigem Ermessen zwischen den Parteien aufzuteilen. Dabei fällt ins Gewicht, inwieweit die Überschreitung auf eine von Anfang an fehlerhafte Einschätzung der Beschwerdegegnerin zurückzuführen ist. Hat der Unternehmer die Überschätzung durch eine unsorgfältige Schätzung verschuldet, ist dies bei der Herabsetzung zu berücksichtigen (BGE 115 II 460 E. 3b S. 462; Urteil 4A_15/2011 vom 3. Mai 2011 E. 3.4 und 3.6 mit Hinweisen).