Citation: 6B_25/2023 E. 3.3.4

3.3.4. Der Beschwerdeführer weist daraufhin, dass sein Familienleben intakt sei. Er würde aufgrund der Landesverweisung von seinen sich noch im Vorschulalter befindlichen Kinder getrennt. Damit werde ein Familienleben in der Schweiz verunmöglicht. Den Interessen seiner Kinder sei eine höhere Bedeutung beizumessen. Zu den Familienverhältnissen stellt die Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführer mit seiner Frau und seinen Kindern in der Schweiz lebe. Der Vorinstanz zufolge verfügten diese über die Schweizer Staatsbürgerschaft. Er habe eine intensive Beziehung zum jüngeren der beiden Söhne. Der ältere Sohn gehe in den Kindergarten. In seiner Freizeit spiele er mit seinen Kindern. Das Wochenende verbringe er mit seiner Frau. Die Mutter seiner Ehefrau arbeite nicht und könne zu den Kindern schauen, wenn beide voll arbeiten würden. Die Vorinstanz zieht aus ihren Feststellungen den Schluss, dass eine enge Verbundenheit zu seiner Frau und seinen Kindern bestehe. Der Vorinstanz zufolge stehe es ausser Frage, dass durch die Landesverweisung des Beschwerdeführers dessen Recht auf Privat- und Familienleben gemäss Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK berührt sei. Die Vorinstanz trifft aufgrund des familiären Zusammenlebens die Annahme, dem Beschwerdeführer komme eine wesentliche Erziehungsrolle für die beiden Kinder zu, weshalb diesen eine zentrale Bezugsperson fehlen würde, wenn er die Schweiz verlassen müsse. Aufgrund ihres jungen Alters von zwei bzw. fünf Jahren wäre diesen allerdings zuzumuten, ihm nach Nordmazedonien zu folgen. Laut den Angaben des Beschwerdeführers sei jedoch davon auszugehen, dass die Ehefrau wegen ihres Berufes in der Schweiz bleiben werde und die Kinder bei ihr wohnen werden. Damit werde die familiäre Lebensgemeinschaft im Alltag effektiv aufgelöst. Skopje sei von Zürich innerhalb von zwei Stunden mit dem Flugzeug zu erreichen, weshalb immerhin regelmässige Besuche möglich und seiner Familie zuzumuten wären. Auch technische Kommunikationsmittel würden es dem Beschwerdeführer und seinen Kindern erlauben, alltäglichen Kontakt miteinander zu pflegen. Der Beschwerdeführer würde in seiner Erziehungsrolle zwar eingeschränkt, nicht jedoch seiner Vaterrolle beraubt. Er bliebe den Kindern als Bezugsperson im Leben erhalten. Wenn mithin seine Ehefrau in der Schweiz bleiben und weiterhin einer Vollzeitstelle nachgehen würde, wäre auch im Falle einer Landesverweisung die Betreuung der Kinder durch ein nahes Familienmitglied gewährleistet. In finanzieller Hinsicht sei ohnehin seine Ehefrau bereits längere Zeit allein für den Familienunterhalt aufgekommen. Die Vorinstanz gelangt zum Ergebnis, die Beziehungsgestaltung zwischen den kleinen Kindern und ihrem Vater erfahre für eine Dauer von fünf Jahren zwar eine nicht unerhebliche Einschränkung, jedoch sei sie nicht von einer Intensität, welche für einen schweren persönlichen Härtefall genüge. Die Ausführungen der Vorinstanz zu den familiären Verhältnissen des Beschwerdeführers erweisen sich als unzutreffend. Angesichts der Feststellungen der Vorinstanz, die auf ein intaktes familiäres Umfeld hinweisen, ist vom gemeinsamen Sorge- und Obhutsrecht der Eltern auszugehen, wie es dem gesetzlichen Normalfall entspricht (vgl. Art. 296 Abs. 2 ZGB; Urteil 6B_552/2021 vom 9. November 2022 E. 2.6.5). Demnach teilen die Kinder des Beschwerdeführers nicht zwingend sein Schicksal. Gemäss Vorinstanz sei ein Nachzug seiner Ehefrau samt Kindern nicht zu erwarten. Seiner Ehefrau mit schweizerischer Staatsbürgerschaft erscheint ein Wegzug in das Heimatland des Beschwerdeführers aufgrund der Feststellungen der Vorinstanz auch nicht ohne Weiteres zumutbar. Sie verfügt zwar über Wurzeln im Heimatland des Beschwerdeführers, jedoch sind weitere Hinweise auf einen weitergehenden Bezug zum Heimatland des Beschwerdeführers den vorinstanzlichen Feststellungen nicht zu entnehmen. Der Vorinstanz zufolge komme sie in finanzieller Hinsicht bereits längere Zeit allein für den Familienunterhalt auf. Sie arbeite in einem Altersheim und verdiene Fr. 4'000.-- netto im Monat. Auch könne sie gemäss Vorinstanz auf die Unterstützung ihrer Mutter bei der Kinderbetreuung zählen. Die Vorinstanz streicht dabei heraus, dass auch im Falle einer Landesverweisung die Betreuung der Kinder durch ein nahes Familienmitglied gewährleistet wäre, wenn sie in der Schweiz bleiben und weiterhin einer Vollzeitstelle nachgehen würde. Ob sie im Heimatland des Beschwerdeführers auf eine ähnliche familiäre Unterstützung zählen könnte, ist fraglich und ist nicht im Interesse der beiden Kinder. Entsprechend der vorinstanzlichen Feststellung, die familiäre Lebensgemeinschaft werde im Alltag effektiv aufgelöst, würde die Landesverweisung des Beschwerdeführers zur Trennung der vormals intakten Familiengemeinschaft führen und bildet damit ein Eingriff in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK gewährleistete Recht auf Achtung des Familienlebens. Ein schwerer persönlicher Härtefall für den Beschwerdeführer ist vorliegend zu bejahen.