Citation: 2C_516/2009 26.01.2010 E. 5

5.1 Im vorliegenden Fall ist die Einschätzung des Verwaltungsgerichts, die Anbaufläche im fraglichen Gebiet "R.________" sei aufgrund ihrer Lage nicht wildexponiert, nicht strittig. Die Vorinstanz ging aber davon aus, die Voraussetzungen von Art. 17 lit. a und b KJV seien alternativ und nicht kumulativ. Da die Anbaufläche als erheblich gefährdet einzustufen sei, setze eine Wildschadenvergütung voraus, dass die geschädigte Parzelle über eine taugliche Einzäunung verfügt habe. Der von den Beschwerdeführern angebrachte Zaun sei aber offensichtlich ungenügend gewesen. 5.2 Die bündnerische Regelung der Entschädigungspflicht bei Wildschäden und die Beurteilung des vorliegenden Falles durch die Vorinstanz verletzen die Bundesgesetzgebung über die Jagd nicht. Ersteres entschied das Bundesgericht bereits im Urteil 2C_562/2008. Was den vorliegenden Fall betrifft, konnte sich das Verwaltungsgericht auf die Aussage des Chef-Wildhüters stützen, wonach das fragliche Gebiet als Wildeinstandsgebiet zu bezeichnen sei. Überdies bringen Erdbeerkulturen aufgrund ihres grossen Ertragswertes ein gesteigertes Schadenspotential mit sich und sie verfügen über eine hohe Attraktivität für Wildtiere. Eine hinreichende Einzäunung als Voraussetzung für eine Schadensvergütung zu verlangen, ist den Beschwerdeführern daher zumutbar und widerspricht der Bundesgesetzgebung auch dann nicht, wenn berücksichtigt wird, dass vorliegend die Anbaufläche vom Wald aus erst nach Überschreiten einer Strasse und mehrerer Feldwege und Passierung mehrerer Gehöfte erreicht werden kann. Da für das Gebiet "R.________" dasselbe Material verwendet wurde wie im Gebiet "S.________", welches ohne Verstoss gegen Bundesrecht als offensichtlich ungenügend beurteilt werden konnte (vgl. das Urteil 2C_562/2008), ist im vorliegenden Fall ebenfalls von der Untauglichkeit der Einzäunung auszugehen. Die Beschwerdeführer räumen dies denn auch sinngemäss ein, wenn sie in ihrer Beschwerdeschrift ausführen, die Zäunung sei "zugegebenermassen im Extrem-Winter 2005/2006 nicht genügend" gewesen. Weshalb aufgrund der unbestrittenermassen harten Bedingungen im fraglichen Winter vom Erfordernis einer tauglichen Einzäunung abzuweichen wäre, ist umso weniger nachvollziehbar, als in einer Gegend, die als Wildeinstandsgebiet gilt, in einem harten Winter erst recht mit einem erhöhten Risiko von Kulturfrass zu rechnen ist. 5.3 Dass die kantonalen Behörden sodann nicht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 9 BV verstossen haben, weil der Wildhüter die bestehende Einzäunung gesehen hat, ohne dagegen etwas einzuwenden, bzw. eine analoge Einrichtung in anderem Zusammenhang gegenüber einer anderen Person als zulässig erachtete, wurde bereits im Urteil 2C_562/2008 dargelegt. Dasselbe gilt für die Frage, ob es die kantonalen Behörden verpassten, nötige geeignete Massnahmen wie zusätzlichen Wildabschuss zu ergreifen. Auch diesen Einwand verwarf das Bundesgericht schon im Urteil 2C_562/2008. Weshalb dies für das Gebiet "R.________" anders zu beurteilen wäre, ist nicht ersichtlich. 5.4 Soweit die Beschwerdeführer geltend machen, der angefochtene Entscheid verletze in verfassungswidriger Weise kantonales Recht, erfüllt ihre Argumentation die Anforderungen an eine taugliche Begründung nach Art. 42 Abs. 2 und 106 Abs. 2 BGG weitgehend nicht (vgl. E. 1.3). Die entsprechenden Ausführungen in der Beschwerdeschrift sind vielmehr appellatorischer Natur und legen insbesondere nicht dar, inwiefern der angefochtene Entscheid geradezu unhaltbar sein bzw. gegen das Willkürverbot verstossen sollte. Die allgemein gehaltene Behauptung, Art. 9 BV sei verletzt, genügt dafür nicht. In diesem Umfang kann daher auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. Im Übrigen wäre auch nicht zu erkennen, weshalb der angefochtene Entscheid willkürlich sein sollte. 5.5 Zulässig erscheint immerhin die Rüge, das Rechtsgleichheitsgebot nach Art. 8 BV sei verletzt, weil im Unterschied zum vorliegenden Fall in einem Parallelfall im Kanton Aargau eine teilweise Vergütung zugesprochen worden sei. Wie das Bundesgericht im - gerade den angerufenen Parallelfall betreffenden - Urteil 2C_447/2007 vom 19. Februar 2008 in E. 3.4 ausführte, bringt es indessen die föderalistische Staatsstruktur der Schweiz mit sich, dass die Kantone in ihrem Zuständigkeitsbereich unterschiedliche Regelungen treffen; eine Verletzung des Grundsatzes der Rechtsgleichheit liegt darin nicht (BGE 125 I 173 E. 6d S. 179). Gleich verhält es sich, wenn die Beurteilungsspielräume, die bundesrechtliche Normen eröffnen, in den Kantonen in unterschiedlicher Weise ausgefüllt werden (vgl. BGE 124 IV 44 E. 2c). Bei der Beurteilung der Frage, was als zumutbare Massnahme zur Bekämpfung von Wildschäden zu gelten hat, steht den kantonalen Behörden ein solcher Spielraum zu. Sie dürfen dabei auf besondere örtliche Gegebenheiten Rücksicht nehmen. Das bringt es mit sich, dass der eine Kanton eine grosszügigere Regelung oder Praxis kennt als ein anderer Kanton. Die Berufung der Beschwerdeführer auf eine Ungleichbehandlung im interkantonalen Verhältnis geht daher fehl.