Citation: 4A_27/2018 E. 2.3.2

2.3.2. Die Vorinstanz erwog, die Angaben der Beschwerdeführerin seien ungenügend, da allgemein auf das Unternehmen bezogen und nicht produktbezogen. 2.3.2.1. Dem hält die Beschwerdeführerin entgegen, die Beibringung solcher Angaben sei unmöglich oder unzumutbar. Daher hat sie die tatsächlichen Grundlagen dieser Annahme zu behaupten und gegebenenfalls zu beweisen. Umstände, die das Beibringen der von der Vorinstanz verlangten produktbezogenen Angaben unmöglich oder unzumutbar machen, sind nicht festgestellt. Die Beschwerdeführerin müsste deshalb entweder mit Aktenhinweisen darlegen, dass sie bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform diesbezügliche Behauptungen aufgestellt und Beweismittel dafür angeboten hat, oder aber entsprechende Ausführungen und Beweismittel dem Bundesgericht unterbreiten und darlegen, dass diese nicht verspätet sind, da erst der angefochtene Entscheid zu entsprechenden Vorbringen Anlass gab (Art. 99 BGG). In der Beschwerde finden sich diesbezüglich keine rechtsgenüglichen Ausführungen. Die blosse Behauptung, das Beibringen einer Angabe sei unmöglich oder unzumutbar, genügt nicht. Dass gewisse Informationen bei der Beschwerdeführerin nie produktbezogen erfasst wurden und keine Pflicht besteht, solche Zahlen in der Buchhaltung produktbezogen zu erfassen, bedeutet nicht zwingend, dass es unmöglich oder unzumutbar wäre, die entsprechenden Angaben nachträglich beizubringen. Für eine Schadensschätzung können detailliertere Informationen notwendig sein, als eine korrekte Buchhaltung verlangt. Es wäre an der Beschwerdeführerin, im Einzelnen darzulegen, weshalb es aufgrund ihrer Organisation und ihrer Arbeits- und Funktionsweise unmöglich oder mit unzumutbarem Aufwand verbunden wäre, die von der Vorinstanz verlangten Informationen erhältlich zu machen. Es ist sehr wohl möglich, dass sich Informationen, die nicht standardmässig erfasst werden, aus den vorhandenen Belegen ohne unzumutbar grossen Aufwand nachträglich erhältlich machen lassen. Dass und weshalb dies hier nicht so ist, müsste die Beschwerdeführerin anhand der konkreten Umstände aufzeigen. 2.3.2.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, selbst wenn für die Schadensschätzung produktbezogene Grundlagen geliefert werden müssten, sei sie dem nachgekommen. Sie habe nämlich dargelegt, dass die Produkte der Beschwerdegegnerin repräsentative Produkte für ihr Unternehmen gewesen seien. Soweit die Beschwerdeführerin für die Gewinnmarge sowie die Vertriebs- oder Fix-Kosten auf Durchschnittswerte des Gesamtunternehmens abstellen will, müsste sie konkret aufzeigen, weshalb davon auszugehen ist, diese Werte seien auch für die hier interessierenden Produkte massgebend, indem sie entweder konkret aufzeigt, dass und weshalb diese Werte von Produkt zu Produkt nicht variieren oder weshalb für die hier massgebenden Produkte davon ausgegangen werden kann, der Wert entspreche dem Durchschnittswert. Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang geltend, die Vorinstanz werfe ihr zu Unrecht vor, die Repräsentativität der Produkte Marke B.________ und Marke C.________ erst im Beweisverfahren (und damit verspätet) geltend gemacht zu haben. Sie habe bereits in der Behauptungsphase ausgeführt, sie vertreibe als Alleinvertreiberin bekannte Markenprodukte (Ketchup, Kaffee, Tee und Frühstücksflocken bekannter Marken). Dabei handle es sich in gerichtsnotorischer Weise um klassische Konsumgüter im Bereich Essen und Getränke mit - wenn überhaupt - nur unwesentlichen Margenunterschieden. Dass es sich bei den genannten Waren um klassische Konsumgüter im Bereich Essen und Getränke handelt, ist in der Tat gerichtsnotorisch. Für Nicht-Branchenkenner ist aber nicht ohne Weiteres abschätzbar, ob allenfalls mit Bezug auf die einzelnen Produkte Unterschiede in der Marge bestehen können, die nicht vernachlässigbar sind. Ebenso stellt sich die Frage, ob die Vertragsprodukte einfach zu den klassischen Konsumgütern Essen und Getränke gehören, oder allenfalls eine spezielle Unterkategorie (Schleckzeug) bilden, für welche allenfalls abweichende Regeln gelten könnten. Auch in Bezug auf den Lagerungsaufwand wären durchaus relevante Unterschiede zwischen verschiedenen Produkten denkbar. Insoweit besteht keine Notorietät, zumal die Beschwerdeführerin nicht einmal aufzeigt, aus welchen allgemein zugänglichen Quellen sich das Gericht die entsprechenden Informationen beschaffen könnte (vgl. BGE 135 III 88 E. 4.1 S. 89 f. mit Hinweis). Es verletzt kein Recht, wenn die Vorinstanz von der Beschwerdeführerin verlangt, dass sie diesbezüglich rechtzeitig Behauptungen aufstellt und Beweismittel anbietet. Aus der blossen Behauptung, die Beschwerdeführerin biete als Alleinvertreiberin andere bekannte Markenprodukte (Ketchup, Kaffee, Tee und Frühstücksflocken bekannter Marken) an, ergibt sich das nicht. Die Beschwerdeführerin zeigt auch nicht rechtsgenüglich auf, inwiefern die Annahme der Vorinstanz, das Aufstellen einer Behauptung erst im Beweisverfahren sei verspätet, Recht verletzen sollte. 2.3.2.3. Zudem müsste die Beschwerdeführerin mit Blick auf die Fixkosten aufzeigen, weshalb mit Blick auf die konkrete Arbeits- und Funktionsweise, der Wegfall der Produkte nicht zu einer Kostenreduktion führte. Es wäre nämlich durchaus denkbar, dass diese Behauptung nur für einen Teil der Fixkosten zutrifft. Wie es sich damit verhält, kann, da es sich um Interna handelt, ohne nähere Angaben der Beschwerdeführerin nicht abgeklärt werden. Auch kann die Beschwerdegegnerin diesbezüglich aus eigener Wahrnehmung keine substanziierten Behauptungen aufstellen, so dass die Beschwerdeführerin, soweit die Beschwerdegegnerin ihre Forderung in Abrede stellt und Einsparungen behauptet, selbst dort gehalten wäre, ihre Vorbringen zu substanziieren, wo sie nicht die Behauptungs- und Beweislast trägt (BGE 115 II 1 E. 4 S. 2; 133 III 43 E. 4.1 S. 54; Urteile des Bundesgerichts 4A_258/2018 vom 14. November 2018 E. 2.4; 4A_296/2017 vom 30. November 2017 E. 1.4.5 mit Hinweisen). Ohne entsprechende Vorbringen lässt sich nicht beurteilen, ob die vorgeschlagene Schätzungsmethode zu haltbaren Ergebnissen führt.