Citation: 1C_103/2016 E. 4.7

4.7. Zunächst ist festzuhalten, dass es keine Anhaltspunkte dafür gibt, die Fachkompetenz der Geotest AG oder der kantonalen Fachstellen in Frage zu stellen. Die Bodenuntersuchungen, Berechnungen und Schlussfolgerungen der Geotest AG wurden in ihrem Bericht dokumentiert und konnten daher von den kantonalen Fachstellen, wie auch vom BAFU, überprüft werden, auch wenn diese nicht vor Ort bei den Sondierungen anwesend waren. Da es sich beim Untergrund der Deponieerweiterung um eine künstliche Aufschüttung handelt (Deponie Aahus III), ist es plausibel, dass weitere Sondierungen in grösserer Tiefe nur punktuell zu grösserem Erkenntnisgewinn führen würden. Insofern durften die Vorinstanzen auf zusätzliche Untersuchungen des Untergrunds verzichten, sofern die Stabilität auch bei Zugrundelegung vorsichtiger Erfahrungswerte gewährleistet erscheint und die verbleibende Unsicherheit durch Auflagen und Überwachungsmassnahmen bei der Schüttung der neuen Deponie kompensiert werden kann. Dies erscheint durch die Auflagen und insbesondere das verlangte Monitoringkonzept grundsätzlich gewährleistet. Wie das BAFU und das AfU in ihren abschliessenden Stellungnahmen darlegen, wird damit auch allfälligen Szenarien im Zusammenhang mit dem renaturierten Brüschhaldenbach Rechnung getragen, so dass diesen rechtzeitig entgegengetreten werden kann. Es gibt für das Bundesgericht keinen Anlass, von dieser Einschätzung des BAFU als Fachbehörde des Bundes abzuweichen. Die im ursprünglichen Bericht der Geotest AG und der Beurteilung der Fachinstanzen fehlenden Aussagen zur möglichen Auswirkung von Setzungen und Verformungen auf die für die Stabilität der Deponie relevanten Entwässerungen wurden im bundesgerichtlichen Verfahren gemäss Art. 105 Abs. 2 BGG ergänzt durch den Zusatzbericht Geotest und die dazu eingereichten Stellungnahmen aller Beteiligten, einschliesslich der Fachstellen des Kantons und des Bundes. Daraus ergibt sich, dass die Deponie Aahus III nicht über eine Basisentwässerung verfügt, die durch Setzungen oder Verformungen des Deponiekörpers beschädigt werden könnte. Dies wird von der Beschwerdeführerin (als ehemaliger Deponiebetreiberin) bestätigt, wenn sie ausführt, dass (nur) oberflächliche Drainagen in 0.5 bis 1.2 m Tiefe vorhanden seien. Letztere sollen durch die Basisentwässerung der neuen Deponieerweiterung ersetzt werden, sind also für die Stabilität der (neuen und alten Deponie) nicht relevant. Geplant sind Sickerleitungen, die mit Geröll und Sickerkies überschüttet werden (Technischer Bericht Kap. 3.2 S. 15 und Schema 1), um das gesammelte Meteorwasser aus dem westlichen Areal zum Brüschhaldenbach zu führen (vgl. Entwässerungskonzept, Plan P-4 vom 10. Oktober 2012) und dadurch lokale Aufstauungen zu verhindern und Instabilitäten vorzubeugen. Die Geotest AG und das AfU legen plausibel dar, dass das vorgeschriebene Mindestgefälle von 2 % auch bei den zu erwartenden Setzungen des Untergrunds eingehalten werden kann. Zusammenfassend ist daher mit dem BAFU davon auszugehen, dass der erforderliche Nachweis gemäss Ziff. 1 Abs. 2 Anh. 2 TVA bzw. Ziff. 1.2.1 und 2.4.2 Anh. 2 VVEA erbracht worden ist.