Citation: 6B_355/2021 E. 2.4.7

2.4.7. Unbehelflich sind schliesslich die Vorbringen, die Vorinstanz hätte bei der Prüfung des Widerrufs die Praxis zu Art. 48 lit. e StGB in ihre Erwägungen miteinbeziehen und beachten müssen, dass ein Widerruf bereits am 25. November 2021 nicht mehr in Frage komme. Für den Widerrufsentscheid ist allein die Prognose ausschlaggebend. Inwiefern den genannten Vorhalten über den Aspekt der Dauer des Wohlverhaltens (vgl. dazu E. 2.4.4 hiervor) hinaus eine selbstständiger Gehalt zukommen sollte und sie Auswirkungen auf die Legalprognose haben könnten, erschliesst sich nicht und wird in der Beschwerde denn auch nicht substanziell dargelegt. In dem vom Beschwerdeführer angeführten Bundesgerichtsurteil 6B_64/2017 vom 24. November 2017 wurde mit der Erwägung, dass der Beschwerdeführer, nachdem rechtskräftig auf einen Widerruf verzichtet wurde, das in ihn gesetzte Vertrauen bestätigt habe, zumal die infolge des Widerrufsverzichts um ein Jahr verlängerte Probezeit im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils bereits abgelaufen war (vgl. 6B_64/2017 vom 24. November 2017 E. 3.2), denn auch auf das Wohlverhalten Bezug genommen. Entsprechend musste sich die Vorinstanz im Rahmen der Widerrufsprüfung nicht mit der "zeitlichen Nähe der Verwirkung des Widerrufs" und der Praxis zu Art. 48 lit. e StGB auseinandersetzen. Desgleichen gilt hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verletzung des Beschleunigungsgebots: Wie sich diese positiv auf seine Legalprognose auswirken könnte, ist weder dargetan noch ersichtlich.