Citation: 4A_315/2017 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführerin kritisiert, das Rechtshilfeersuchen genüge den Anforderungen des HBÜ nicht. Sie rügt einerseits eine Verletzung von Art. 3 lit. c HBÜ. Laut dieser Bestimmung hat das Rechtshilfeersuchen "die Art und den Gegenstand der Rechtssache sowie eine gedrängte Darstellung des Sachverhalts" zu enthalten. Andererseits macht sie einen Verstoss gegen den Teilvorbehalt der Schweiz zu Art. 23 HBÜ geltend. Gemäss Art. 23 HBÜ kann jeder Vertragsstaat bei der Unterzeichnung, bei der Ratifikation oder beim Beitritt erklären, dass er Rechtshilfeersuchen nicht erledigt, die ein Verfahren zum Gegenstand haben, das in den Ländern des "Common Law" unter der Bezeichnung "pre-trial discovery of documents" bekannt ist. Die Schweiz hat erklärt, dass Rechtshilfeersuchen, die ein "pre-trial discovery of documents"-Verfahren zum Gegenstand haben, abgelehnt werden, wenn (Ziffer 6 Vorbehalte und Erklärungen Schweiz) : a) das Ersuchen keine direkte und notwendige Beziehung mit dem zugrunde liegenden Verfahren aufweist; oder b) von einer Person verlangt wird, sie solle angeben, welche den Rechtsstreit betreffenden Urkunden sich in ihrem Besitz, ihrem Gewahrsam oder ihrer Verfügungsgewalt befinden oder befunden haben; oder c) von einer Person verlangt wird, sie solle auch andere als die im Rechtshilfebegehren spezifizierten Urkunden vorlegen, die sich vermutlich in ihrem Besitz, ihrem Gewahrsam oder ihrer Verfügungsgewalt befinden; oder d) schutzwürdige Interessen der Betroffenen gefährdet sind.