Citation: 2C_452/2015 E. 3.2.2

3.2.2. Der Fristenlauf zur Geltendmachung des ordentlichen Anspruchs auf Familiennachzug (Art. 47 Abs. 1 AuG) setzte aufgrund der übergangsrechtlichen Sonderregelung (Art. 126 Abs. 3 AuG) am 1. Januar 2008 ein (zum Ganzen vorne E. 2.2.2). Zu diesem Zeitpunkt hatte die Tochter ihr zwölftes Lebensjahr noch nicht vollendet. Dies war erst am 16. Mai 2008 der Fall. In der ersten Tatbestandsvariante (Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AuG) endete die fünfjährige Frist am 1. Januar 2013, während der Fristablauf im Fall von Art. 47 Abs. 1 Satz 2 AuG bereits am 16. Mai 2009 eintrat. So oder anders vermochte das am 8. November 2013 eingereichte Einreisegesuch die gesetzliche Frist nicht zu wahren. Mit Recht anerkennen die Eheleute den ungenutzten Fristablauf (wozu sie sich auf Art. 47 Abs. 1 Satz 2 AuG stützen). Sie tragen im Wesentlichen vor, der Tochter (bzw. Stieftochter) fehle im Kamerun jede Betreuung; es gäbe niemanden, der sich um sie kümmere. Mittlerweile stehe sie auf der Strasse ("elle vit dans la rue"). Da jung und (bei Gesuchseinreichung) unmündig, bedürfe sie dringend einer Struktur, der Ausbildung und der erforderlichen Unterstützung, was ihr einzig die in der Schweiz lebenden "Eltern" bieten könnten. Eheleute und Tochter unterhielten enge und dauerhafte Kontakte. Ihnen, den Eheleuten, sei nicht zuzumuten, nach Kamerun zu ziehen, um das gemeinsame Familienleben dort zu verwirklichen. Die Tochter (bzw. Stieftochter) werde die deutsche Sprache mit Bestimmtheit rasch erlernen, was die baldige Integration in die hiesigen Verhältnisse erlaube.