Citation: 1B_247/2014 E. 3.3

3.3. Die vom Gesetzgeber gesetzte Ordnungsfrist von einem Monat für die Erledigung von Entsiegelungsverfahren nach Art. 248 Abs. 3 StPO ist knapp bemessen. Das vorliegende Verfahren betrifft Wirtschaftskriminalität in internationalen Zusammenhängen und weist schon von daher eine erhebliche Komplexität auf. Es konnte nicht mit einem einfachen Schriftenwechsel erledigt werden, sondern es wurde, entsprechend dem Verfahrensantrag der damaligen Gesuchsgegnerinnen, ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Zudem beanspruchten diese drei Fristverlängerungen von insgesamt rund einem Monat. Es ist zwar das gute Recht jeder Partei, Verteidigungsmittel voll auszuschöpfen, nur muss sie den entsprechenden Zeitbedarf in Kauf nehmen. Und wer routinemässig für praktisch jede Eingabe eine Fristverlängerung verlangt, zeigt damit auch an, dass er keinen besonderen Wert auf einen raschen Abschluss des Verfahrens legt. Vor diesem Hintergrund - insbesondere auch im Hinblick auf die schleppende Verfahrensführung der damaligen Gesuchsgegnerinnen - erscheint der Zeitbedarf des Zwangsmassnahmengerichts von knapp zwei Monaten für die Ausfertigung des angefochtenen Entscheids nach dem Abschluss des Schriftenwechsels als noch hinnehmbar. Die Rüge, das Zwangsmassnahmengericht habe ihren Anspruch auf eine beförderliche Verfahrensführung verletzt, ist unbegründet.