Citation: 1P.736/2001 05.04.2002 E. 2

Die Beschwerdeführer machen in zweierlei Hinsicht eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV sowohl durch die Baurekurskommission III als auch durch das Verwaltungsgericht geltend. Zum einen vermag nach ihrer Auffassung der Entscheid der Baurekurskommission III den Anforderungen an die Begründungsdichte nicht zu genügen. Die blosse Verweisung auf die Ausführungen in den früheren Entscheiden der Baurekurskommission III und des Verwaltungsgerichts reiche keinesfalls aus. Die Baurekurskommission III hätte sich vielmehr mit den neuen Vorbringen der Baukommission Weisslingen und der Beschwerdeführer zur Frage der Einordnung der Schwimmbadüberdachung im Detail auseinandersetzen müssen. Dieser Mangel habe auch durch das Verwaltungsgericht nicht geheilt werden können. Zum andern hätten sie - nachdem die Rekurskommission III keinen Augenschein vorgenommen hatte - dem Verwaltungsgericht für den Fall, dass es selbst materiell entscheiden sollte, dringend die Durchführung eines Augenscheins beantragt. Das Verwaltungsgericht habe jedoch über die Frage der Einordnung entschieden, ohne einen Augenschein durchzuführen. Damit habe es § 60 des zürcherischen Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) und den aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden bundesrechtlichen Minimalanspruch an das rechtliche Gehör verletzt. 2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV umfasst die Rechte und Pflichten der Parteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung. In diesem Sinne dient das rechtliche Gehör einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56). Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Die gerügte Verletzung des rechtlichen Gehörs ist daher vorweg zu prüfen (BGE 126 V 130 E. 2b S. 132; 124 V 389 E. 1 S. 389; 118 Ia 17 E. 1a S. 18). Der weiteren Rüge der Beschwerdeführer, dass das Verwaltungsgericht mit der Feststellung der erneuten materiellen Prüfung durch die Baurekurskommission III ihren Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung gemäss Art. 29 Abs. 1 BV verletzt habe, kommt neben der Rüge der Gehörsverletzung keine selbständige Bedeutung zu. 2.2 Der Umfang des Gehörsanspruchs bestimmt sich in erster Linie nach den kantonalen Verfahrensvorschriften. Wo sich dieser kantonale Rechtsschutz als ungenügend erweist, greifen die unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden bundesrechtlichen Minimalgarantien zur Sicherung des rechtlichen Gehörs Platz. Deren Anwendung prüft das Bundesgericht mit freier Kognition (BGE 126 I 19 E. 2a S. 21 f., 15 E. 2a S. 16; 116 Ia 94 E. 3a S. 98). Die Beschwerdeführer machen mit ihrer Beschwerde nicht geltend, eine Norm des kantonalen Rechts verpflichte die Behörde zu einer einlässlicheren Begründung ihres Entscheids, als dies Art. 29 Abs. 2 BV gebiete. Im Zusammenhang mit der Rüge, das Verwaltungsgericht habe mangels Vornahme eines Augenscheins das rechtliche Gehör verletzt, berufen sie sich zwar auf § 60 VRG. Diese Bestimmung geht indessen nicht über den durch Art. 29 Abs. 2 BV gewährleisteten Rechtsschutz hinaus. Bei dieser Sachlage ist der angefochtene Entscheid einzig vor dem Hintergrund von Art. 29 Abs. 2 BV zu prüfen.