Citation: 1C_269/2024 E. 4.3.1

4.3.1. Bezüglich der Frage der Bösgläubigkeit dürfte es sich um einen Grenzfall handeln. Sowohl dem Beschwerdeführer (bzw. seiner Planerin) als auch der Baubehörde ist ein Fehler unterlaufen: Dem Beschwerdeführer, weil er bei der Ausarbeitung des ersten Umgebungsplans vom 13. April 2018 und beim anschliessenden Bau der Terrasse die Auflage gemäss der Stammbaubewilligung missachtete, wonach insbesondere im Bereich der Terrasse ein Bankett von 0,3 m gegenüber dem Strassengrundstück auszubilden war, und der Baubehörde, weil sie den Umgebungsplan am 23. Mai 2018 genehmigte bzw. abstempelte, ohne das fehlende Bankett zu beanstanden und den Beschwerdeführer darauf hinzuweisen. Massgebend ist, wie der Beschwerdeführer die Verfügung vom 23. Mai 2018 verstehen durfte. Der Umgebungsplan, der gemäss den einleitenden Erwägungen der Verfügung vom 23. Mai 2018 "die Auflagen 1.5.8 der Baubewilligung vom 3. Juni 2015" erfülle, wurde trotz fehlenden Banketts genehmigt. Diese Bewilligungserteilung war nach Treu und Glauben fraglos geeignet, den Beschwerdeführer in seiner (irrtümlichen) Auffassung zu bestärken, die Umgebungsgestaltung in der am 13. April 2018 vorgelegten Form, entsprechend dem abgestempelten Plan, ausführen zu dürfen. Daran ändert nichts, dass Dispositivziffer 4.14 der fraglichen Verfügung in allgemeiner Weise auf die Auflagen und Bedingungen der Baubewilligung vom 3. Juni 2015 verwies. Die Bauherrschaft muss grundsätzlich darauf vertrauen können, dass die Baubehörde im nachgelagerten Verfahren zu genehmigende Pläne auf ihre Übereinstimmung mit der Stammbaubewilligung prüft und allfällige Unstimmigkeiten hervorhebt. Auch kann nicht massgebend sein, ob dem Beschwerdeführer nach dem Bau der Terrasse, im Zuge einer Meldung des Bereichsleiters Unterhalt der Gemeinde im Juni 2018, bewusst gewesen sein müsse, die Ausgestaltung der Terrasse verstosse gegen die infrage stehende Auflage der Stammbaubewilligung. In diesem Zeitpunkt hatte er die für ihn heute nutzlos zu werden drohende Disposition (im Sinne eines Teils der Kosten für den Bau der Terrasse bis an den Trottoirrand) bereits getroffen.