Citation: I 2/00 10.11.2000 E. 2

2.- a) Zutreffend wiedergegeben hat die Vorinstanz auch die prozessualen Regeln zur freien Beweiswürdigung und zum Beweiswert von medizinischen Berichten und Gutachten (BGE 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen. ; vgl. auch BGE 125 V 351 mit Hinweisen). b) Mit diesen Regeln steht in Einklang, dass Vorinstanz und Verwaltung bei der Würdigung der widersprüchlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten durch den Neurologen Dr. J. H.________ (100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. Juli 1997 gemäss Attest vom 20. Januar 1998 unter Widerruf der in einem früheren Bericht vom 18. August 1997 irrtümlich attestierten 100%igen Arbeitsfähigkeit) sowie Dr. G.________ (50 % ab Januar 1997 gemäss Stellungnahme vom 4. November 1997) einerseits und durch die Ärzte der MEDAS im Gutachten vom 16. November 1998 anderseits auf letztere abgestellt haben. Das MEDAS-Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen und die darin enthaltene, differenzierte Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit für mittelschwere bis schwere Arbeiten einerseits sowie für leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten ohne längere Zwangshaltung oder häufige Überkopfarbeiten leuchtet auf Grund der bei der Versicherten festgestellten, nicht besonders gravierenden, körperlichen Gesundheitsschäden in der HWS und LWS ohne weiteres ein. Die Gutachter haben sodann im vierten Abschnitt der Expertise ("Zusammenfassung/Beurteilung der Befunde") ihre Schlussfolgerung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer geeigneten Verweisungstätigkeit in gut nachvollziehbarer Weise begründet. Namentlich haben sie festgehalten, es sei verständlich, dass die Versicherte "ihre ganzen schmerzlichen Erfahrungen in ihrem Körper als Schmerzen ausdrückt", doch liege kein psychisches Leiden mit Krankheitswert und Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Die Begründung der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitseinschätzung impliziert die Unrichtigkeit und das Fehlen einer medizinischen Grundlage für die gegenteilige Auffassung der Dres. H.________ und G.________, wonach der Versicherten keine Arbeit bzw. nur noch eine solche mit einer Leistung von 50 % zuzumuten sei. Da Dr. H.________ wie auch Dr. G.________ ihre gegensätzliche Einschätzung in keiner Weise medizinisch begründet haben, bedurfte es auch keiner ausdrücklichen Widerlegung ihrer abweichenden Atteste, um diese als unrichtig und unschlüssig einzustufen. c) Ganz allgemein übersieht die Beschwerdeführerin, dass im vorliegenden Fall für die Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit ein Auseinanderhalten der psychisch bedingten Beschwerden und der relativ geringen, objektivierbaren körperlichen Befunde von ausschlaggebender Bedeutung ist. Die Gutachter haben auf Grund der Vielzahl der geklagten Beschwerden und der unverhältnismässigen Art der Schilderung derselben auf das Vorliegen einer massiven Aggravation geschlossen und diese als undifferenzierte Somatisierungsstörung diagnostiziert. Zur Annahme einer durch einen solchen psychogenen Gesundheitsschaden verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es indessen nach ständiger Rechtsprechung nicht, dass der Versicherte nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihm sozialpraktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; AHI 1996 S. 302 Erw. 2a, S. 305 Erw. 1a, S. 308 Erw. 2a; ZAK 1992 S. 170 Erw. 2a mit Hinweisen). Da die Gutachter der MEDAS bei der Beschwerdeführerin aber keine psychische Krankheit feststellen konnten, welche die Verwertung ihres körperlichen Leistungsvermögens in einer geeigneten Tätigkeit für sie selbst als unzumutbar oder für die Gesellschaft als untragbar erscheinen liesse, haben sie das Vorliegen einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu Recht verneint. d) Die auf einer umfassenden Anamnese beruhende Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit durch die MEDAS erscheint demnach schlüssig und überzeugend. Von zusätzlichen Abklärungen sind keine neuen entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb von der beantragten Rückweisung an die Vorinstanz zwecks weiterer Abklärungen abzusehen ist. Im Übrigen genügen entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht bereits geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen und Schlussfolgerungen von MEDAS-Gutachten, um die Notwendigkeit ergänzender Abklärungen zu begründen. Die von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang zitierte Rechtsprechung (BGE 122 V 162 Erw. 1d) betrifft die Unparteilichkeit und Zuverlässigkeit der von versicherungsinternen Ärzten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt erstellten Entscheidungsgrundlagen und nicht diejenigen von MEDAS-Ärzten (vgl. dazu BGE 123 V 178 Erw. 4b). e) Soweit schliesslich die Beschwerdeführerin auf die durch die Krankentaggeldversicherungen (u.a. am 3. Februar 1998) sowie die Arbeitslosenkasse (am 27. November 1997) vorgenommenen Einschätzungen der Restarbeitsfähigkeit ab 1. März 1997 verweist, ist festzuhalten, dass diese in Unkenntnis der Ergebnisse der medizinischen Abklärungen durch die MEDAS (vom 16. November 1998) erfolgt sind.