Citation: 6B_497/2021 E. 3.2

3.2. Unter ergänzendem Hinweis auf die von der ersten Instanz einlässlich begründete Minderheitsmeinung (Art. 82 Abs. 4 StPO) legt die Vorinstanz zunächst dar, weshalb sie zum Schluss gelangt, dass die Goldnuggets keine Surrogate des Goldschmuckes darstellen und damit kein Fall einer straflosen Ersatz- oder Erlöshehlerei vorliege. Sie bzw. die Vorinstanz erwägt weiter, dass sich anhand einer teleologischen Auslegung des Tatbestandes der Hehlerei nicht die Frage stelle, ob es sich bei Goldschmuck und Goldnuggets um eine identische Sache handle, sondern ob der Geschädigte einen Anspruch auf die Rückgabe der Goldnuggets gehabt habe, der durch den Tatbeitrag des Beschwerdeführers vereitelt worden sei. Nach dieser Auffassung schütze die Hehlerei nicht (nur) den Anspruch auf die Herausgabe einer identischen Sache, sondern jede zivilrechtliche Möglichkeit des Geschädigten, die gestohlene Sache zurückzuerlangen, welche ihm durch eine strafbare Handlung entzogen worden sei, gleichwohl in welcher Form. Bestehe ein solcher Anspruch auf das zur Diskussion stehende Tatobjekt und sei dieser vereitelt worden, sei der Strafgrund der Hehlerei gegeben. Ob ein Restitutionsanspruch gegeben sei, bestimme sich nach den Regeln des Zivilrechts. Solange der Geschädigte einen Herausgabeanspruch geltend machen könne, sei das Deliktsgut auch der Hehlerei zugänglich. Vorliegend stelle die Zustandsveränderung (Einschmelzung des Goldschmuckes) eine Verarbeitung im Sinne von Art. 726 ZGB dar. Da dem verarbeiteten Material (Gold) zweifelsohne der höhere Wert zukomme als der Arbeit, sei der (ursprüngliche) Eigentümer des Goldschmuckes Eigentümer des Goldes geblieben bzw. habe dieser originär Eigentum an den Goldnuggets erworben und über einen dinglichen Herausgabeanspruch gegenüber dem jeweiligen Besitzer verfügt. Dieser Anspruch sei erst mit der Übergabe der Goldnuggets an E.________ als gutgläubigem Erwerber untergegangen. Bis dahin habe damit gegenüber dem Beschwerdeführer, der in der Lage gewesen wäre, die deliktisch erlangten Goldnuggets zurückzugeben, ein solcher Restitutionsanspruch bestanden. Der Beschwerdeführer sei "aber gerade" an der Vereitelung des Restitutionsanspruches beteiligt gewesen, womit er sich der Hehlerei schuldig gemacht habe (vgl. angefochtenes Urteil S. 21 ff. und erstinstanzliches Urteil S. 37 ff.).