Citation: 7B_372/2023 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz stützt sich bei ihren Ausführungen auf Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 433 Abs. 2 StPO. Wie es scheint, behandelt sie die Beschwerdeführenden bei ihrem Entschädigungsentscheid fälschlicherweise wie Privatklägerinnen und Privatkläger anstatt wie beschuldigte Personen. Der Entschädigungsanspruch der beschuldigten Person richtet sich im Rechtsmittelverfahren nach Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 StPO. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO unter anderem Anspruch auf eine nach dem Anwaltstarif festgelegte Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte. Darunter fallen insbesondere die Kosten der Wahlverteidigung, sofern der Beizug eines Anwalts angesichts der tatsächlichen oder rechtlichen Komplexität des Falls geboten war (BGE 146 IV 332 E. 1.3; 144 IV 207 E. 1.3.1). Nach Abs. 2 Satz 1 desselben Artikels prüft die Strafbehörde den Entschädigungsanspruch von Amtes wegen. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie im Sinne des Untersuchungsgrundsatzes von Art. 6 StPO alle für die Beurteilung des Entschädigungsanspruchs bedeutsamen Tatsachen von Amtes wegen abzuklären hat. Sie hat aber die beschuldigte Person zur Frage mindestens anzuhören und gegebenenfalls gemäss Art. 429 Abs. 2 Satz 2 StPO aufzufordern, ihre Ansprüche zu beziffern und zu belegen (BGE 146 IV 332 E. 1.3; 144 IV 207 E. 1.3.1; 142 IV 237 E. 1.3.1; je mit Hinweisen).