Citation: 2E_3/2022 E. 3.2

3.2. Die Kläger stützen die von ihnen geltend gemachten Staatshaftungsansprüche auf die durch den Bundesrat "widerrechtlich erlassenen freiheitsbeschränkenden Corona-Massnahmen (insbes. Lockdown, Zertifikatspflicht, Testpflicht, indirekte Nötigung zur Impfung u.a.m.) " sowie generell auf dessen "Amtstätigkeit im Umkreis der so genannten 'Corona-Pandemie'". Mit dem Verweis auf die "Corona-Massnahmen" und die "Amtstätigkeit im Umkreis der so genannten 'Corona-Pandemie'" scheinen sich die Kläger in erster Linie auf die vom Bundesrat zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie erlassenen Verordnungen zu beziehen. So führen die Kläger zu Beginn der Klageschrift denn auch zahlreiche bundesrätliche Verordnungen auf (Rz. 26 ff.), ohne allerdings in der Folge auf diese näher einzugehen. Im Rahmen der Ausführungen zur Widerrechtlichkeit (Klageschrift Rz. 199 und 222) erwähnen die Kläger einzig noch die Covid-19-Verordnung 2 vom 13. März 2020 (vorstehende lit. A.a.) sowie die Covid-19-Verordnung besondere Lage vom 19. Juni 2020 bzw. vom 23. Juni 2021 (vorstehende lit. A.b und A.c). Darüber hinaus legen die Kläger nicht hinreichend dar, inwiefern sich zusätzlich auch Einzelakte oder gar spezifische (Real-) Handlungen oder Unterlassungen des Bundesrats bzw. von dessen Mitgliedern haftungsbegründend in Bezug auf die über zehntausend Kläger hätten auswirken können. Das gilt insbesondere für die von den Klägern pauschal als Panikmache und Desinformation kritisierte Informationspolitik des Bundesrats während der Coronakrise, zumal sie in diesem Zusammenhang nicht hinreichend präzisieren, welche konkreten Informationen gemeint sind (Art. 42 Abs. 2 BGG; vorstehende E. 1.3 f.).