Citation: 4A_412/2019 E. 7.1.2

7.1.2. Zur Frage des Schadens führte die Vorinstanz mit Bezug auf die von der Beschwerdeführerin ergriffenen Beweissicherungsmassnahmen aus, die Beschwerdegegnerin hätte nur die Kosten für Massnahmen zu tragen, die mit den wenigen von ihr zu verantwortenden Fehlern in Zusammenhang stehen. Da aber die Beschwerdeführerin es gänzlich unterlassen habe, zwischen den einzelnen Ursachen zu unterscheiden, könnten die Kosten der amtlichen Begehungen den einzelnen Ursachen nicht zugeordnet werden. Den angeblichen Schaden für die erneute Planung und Bauleitung durch die G.________ AG habe die Beschwerdeführerin nur pauschal behauptet. Sie habe insbesondere nicht substanziiert ausgeführt, welche Leistungen der G.________ AG übertragen worden seien. Die pauschale Behauptung, sämtliche erforderlichen Leistungen seien vom Pauschalpreis umfasst, sei dabei ungenügend. Die mit der Replik eingereichte Planung der einzelnen Um- und Anbaumassnahmen vermöge daran nichts ändern, ergebe sich doch aus den Ausführungen lediglich, wo Arbeiten ausgeführt worden seien und nicht, inwiefern dies die relevante Planung beeinflusst hätte. Für eine Beurteilung der Ersatzpflicht müsste dargelegt werden, welche Kosten für welche Arbeiten angefallen seien, was aufgrund der pauschalen Darstellung der Klägerin nicht möglich sei. Die offerierten Beweismittel könnten die Behauptungslast nicht ersetzen. Auch hinsichtlich der angeblichen Sanierungskosten erachtete die Vorinstanz die Ausführungen der Beschwerdeführerin als ungenügend. Als problematisch erachtete sie wiederum zunächst die mangelnde Zuordnung der Sanierungskosten zu den einzelnen Mängeln. Weiter sei gestützt auf die knappen Angaben der Beschwerdeführerin keine Beurteilung der tatsächlich angefallenen Arbeiten möglich. Dabei würden weder der Hinweis, der Zusammenhang der Arbeiten sei offensichtlich, noch das Vorliegen eines Pauschalpreises genügen. Sodann könne nicht ausgeschlossen werden, dass in den Offerten auch sachfremde Kosten enthalten seien. Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Positionen für die Dachentwässerung und Flachdacharbeiten in den Offerten für die Spenglerarbeiten sowie auf die eingereichten Offerten der H.________ AG (Gipserarbeiten), welche einen Pauschalpreis vorsehen. Nicht anders verhalte es sich bei den bereits sanierten Filialen: aus den Rechnungen der I.________ GmbH, der J.________ AG, der K.________ AG und der L.________ AG sei nicht ersichtlich, welche Kosten auf die von der Beschwerdegegnerin zu verantwortenden Mängel zurückzuführen seien. Auch hier könnten die von der Beschwerdeführerin angebotenen Beweismittel keine substanziierten Behauptungen ersetzen, weshalb von einer Beweisabnahme abzusehen sei. In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten vorprozessualen Anwaltskosten verwies die Vorinstanz zunächst auf die fehlende Kausalität des Schadens. Zudem führte sie aus, diese Schadensposition sei nicht genügend substanziiert. Aus den ins Recht gelegten Rechnungen könne nicht entnommen werden, welche Kosten mit der gegen die Beschwerdegegnerin geltend gemachten Forderung zusammenhängen würden. Die Begründung der Notwendigkeit und Angemessenheit der entstandenen Kosten durch die Beschwerdeführerin sei zudem nicht nachvollziehbar. Diese habe auch nicht ausgeführt, inwiefern die fraglichen Kosten nicht der Vorbereitung des vorliegenden Prozesses gedient haben sollen. Zuletzt müsse die Beschwerdegegnerin auch nicht für die Kosten des von D.________ erstellten Gutachtens aufkommen, da auch diesbezüglich ein Kausalzusammenhang fehle. Angesichts dessen, dass die Beschwerdegegnerin nur für zwei Fehler einzustehen habe, und mangels Ausführungen dazu, inwiefern die Gutachtenskosten den einzelnen Mängeln zuzuordnen wären, sei kein Ersatz geschuldet.