Citation: 8C_672/2022 E. 2.2

2.2. Was die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs hinsichtlich eines - hier strittigen - CRPS (auch: Algodystrophie oder Morbus Sudeck) betrifft, ist zu ergänzen, dass dessen Ätiologie und Pathogenese unklar sind (SVR 2021 UV Nr. 9 S. 48, 8C_416/2019 E. 5; SVR 2010 UV Nr. 18 S. 69, 8C_384/2009 E. 4.2.1). Dennoch ist ein CRPS als neurologisch-orthopädisch-traumatologische Erkrankung zu qualifizieren. Die Erkrankung fällt damit praxisgemäss unter die organischen beziehungsweise körperlichen Gesundheitsschäden (Urteil 8C_673/2009 vom 22. März 2010 E. 5.1 mit Hinweisen). Die korrekte Diagnosestellung bedingt, dass anhand echtzeitlich erhobener medizinischer Befunde der Schluss gezogen werden kann, die betroffene Person habe innerhalb der Latenzzeit von sechs bis acht Wochen nach dem Unfall zumindest teilweise an den für ein CRPS typischen Symptomen gelitten (SVR 2021 UV Nr. 9 S. 48, 8C_416/2019 E. 5.2.3; Urteile 8C_515/2021 vom 4. November 2021 E. 3; 8C_714/2016 vom 16. Dezember 2016 E. 4.1; 8C_177/2016 vom 22. Juni 2016 E. 4.3).