Citation: 5A_209/2014 E. 7.3

7.3. Der Beschwerdeführer will aus der alleinigen oder praktisch alleinigen Nutzung des Büros durch seinen Rechtsvorgänger auf dessen und damit sein Eigentum am Mobiliar des Büros schliessen. Er beruft sich offenbar auf Art. 930 ZGB, wonach vom Besitzer einer beweglichen Sache vermutet wird, dass er ihr Eigentümer ist. Vorausgesetzt ist dabei allerdings nachgewiesener Alleinbesitz, der zur Vermutung von Alleineigentum berechtigt, während blosser Mitbesitz nur zur Vermutung von Miteigentum führt. Wo Personen in einem gemeinsamen Haushalt leben oder gelebt haben, besteht für Sachen des gemeinsamen Haushaltes keine Rechtsvermutung zugunsten des einen oder anderen Beteiligten. Mit Bezug auf Ehegatten kann deshalb bei Gegenständen des gemeinsamen Hausrats auch dann keine Vermutung des Eigentums abgeleitet werden, wenn nur ein Ehegatte den Besitz ausübt. In diesem Sinne spricht der Umstand, dass nur die Ehefrau die Kochtöpfe benutzt, nicht dafür, dass sie in ihrem Alleineigentum stehen (Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., N. 19 zu Art. 200 ZGB). Die Rechtsprechung teilt die Ansicht (BGE 117 II 124 E. 2 S. 126). Dabei ändert auch der besondere Wert eines Gegenstandes an der Zuordnung zum gemeinsamen Haushalt nichts, solange nicht eine deutliche örtliche Absonderung von den Räumen des Haushaltes nachgewiesen ist (BGE 116 III 32 E. 2 S. 34; seither: Steinauer, Commentaire romand, 2010, N. 6 zu Art. 200 ZGB, und AEBI-MÜLLER/ JETZER, Beweislast und Beweismass im Ehegüterrecht, AJP 2011 S. 287 ff., S. 290; je mit Hinweisen).