Citation: 5A_871/2021 E. 3.3

3.3. Umstritten sind schliesslich die Modalitäten der angedrohten Ordnungsbusse. Es genügt der Beschwerdeführerin nicht, die Dauer eines Baubewilligungsverfahrens von der Bussenpflicht auszunehmen. Sie macht geltend, selbst nach Vorliegen eines rechtskräftigen Baubewilligungsentscheids sei es ihr nicht erlaubt, gleichentags mit den Bautätigkeiten zu beginnen, sondern es müsse eine Baufreigabe vorliegen, was faktisch immer mit einer gewissen Zeitspanne einhergehe, und die Bautätigkeiten lägen nicht in ihrem Machtbereich. Damit bringt die Beschwerdeführerin Argumente vor, welche das subjektive Verschulden an einer allfälligen Zuwiderhandlung beschlagen. Wie bereits ausgeführt, wird das Verschulden im Fall der Ausfällung einer Ordnungsbusse zu berücksichtigen sein (E. 3.1). Im vorliegenden Verfahren geht es, wie bereits ausgeführt, nur um die Androhung der Ordnungsbusse. Mithin steht noch gar nicht fest, wie sich die Sache abspielen wird. Die kantonalen Instanzen sind der Beschwerdeführerin mit der Einräumung einer letzten Frist bis zum 30. September 2020 und der Ausnahme der Dauer eines Baubewilligungsverfahrens von der Bussenpflicht weitgehend entgegengekommen. Eine Pflicht der Behörde, bereits in der Androhungsphase sämtliche Umstände zu berücksichtigen, welche im Widerhandlungsfall gegen ein Verschulden der widerhandelnden Person sprechen könnten, besteht nicht. Ausserdem vermag die Beschwerdeführerin, wie das Obergericht zutreffend erwog, in erheblicher Weise auf den zeitlichen Verlauf der weiteren Bauetappen einzuwirken. Daher brauchen die mit den Einwendungen der Beschwerdeführerin implizit aufgeworfenen Rechtsfragen im vorliegenden Verfahren nicht beantwortet zu werden; eine weitergehende Auseinandersetzung damit erübrigt sich.