Citation: 1C_183/2014 E. 4.2

4.2. Aus den Vorbringen der Beschwerdeführer ergibt sich, dass den Beschwerdeführern jedenfalls keine ausdrücklichen Zusicherungen zum Fortbestand der geltenden Bau- und Zonierungsvorschriften gemacht wurden. Aufgrund der schon im Frühjahr 2011 eingeleiteten Gesamtrevision der Richt- und Nutzungsplanung der Gemeinde konnte eine Änderung der Zuweisung der Parzelle Nr. 904 zur Industriezone auch nicht ausgeschlossen werden, zumal es sich um eine noch unüberbaute, landwirtschaftlich genutzte Parzelle mit Fruchtfolgequalität im Grenzbereich zur Landwirtschaftszone und zur Wohn-/Gewerbezone handelt. Unter diesen Umständen durften die Beschwerdeführer das Schweigen der Behörden auch nicht als konkludente Zusicherung verstehen. Dagegen erscheint es plausibel, dass sich die Gemeindebehörden erst aufgrund des Baugesuchs (samt UVB) und der Einsprachen über die Tragweite des Bauvorhabens bewusst wurden und Zweifel bekamen, ob es sinnvoll sei, eine Industrieanlage mit derart grossem Immissions- und Gefahrenpotenzial in der Nähe der Wohngebiete von Bilten anzusiedeln, weshalb sie erst zu diesem Zeitpunkt eine Planänderung im Bereich von Parzelle Nr. 904 ins Auge fassten und hierfür eine Planungszone erliessen. Die Änderung der Zonenordnung nach Einreichung eines Baugesuchs ist jedoch unter dem Blickwinkel des Vertrauensschutzes nicht von vornherein unzulässig, auch wenn das Baugesuch den bisherigen gesetzlichen Anforderungen entsprach (was vorliegend nicht zu beurteilen ist). Unter Umständen kann jedoch dem Baugesuchsteller bzw. dem Grundeigentümer ein Entschädigungsanspruch für die nutzlos gewordenen Aufwendungen (insbesondere Projektierungskosten) zustehen, wenn die Änderung einzig zur Verhinderung des Vorhabens erfolgte und er dies nicht voraussehen musste (vgl. BGE 119 Ib 229 E. 4a S. 237; 117 Ib 497 E. 7b S. 500 f.; Urteil 1C_487/2009 vom 10. August 2010 E. 8.1). Aus dieser Rechtsprechung lässt sich ableiten, dass es einer Gemeinde, die erst aufgrund eines konkreten Bauprojekts eine (zulässige) Planänderung bzw. -überprüfung ins Auge fasst, nicht verwehrt ist, die dazu nötigen Schritte einzuleiten. Dazu gehört auch der Erlass einer Planungszone, um zu verhindern, dass sie das Baugesuch noch vor Abschluss der Planungsarbeiten bewilligen muss. Allfällige Entschädigungsfolgen sind nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.