Citation: I 565/01 18.04.2002 E. 3

3.- Streitig ist der Invaliditätsgrad und in diesem Zusammenhang zunächst der Grad der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Das kantonale Gericht hat dabei auf das Gutachten der MEDAS abgestellt und eine vollständige Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiterin angenommen. a) Die Versicherte ist der Auffassung, dass die Beurteilung durch die MEDAS nicht massgebend sein könne, da Frau Dr. med. W.________, Physikalische Medizin FMH, speziell Rheumaerkrankungen, für ihr rheumatologisches Konsilium vom 10. Oktober 2000 keine genügende Untersuchung vorgenommen und ihre Schlussfolgerungen zudem von Massnahmen therapeutischer und medizinischer Natur abhängig gemacht habe. Wie den Befunden des rheumatologischen Konsiliums vom 10. Oktober 2000 entnommen werden kann, hat die Gutachterin eine umfassende Untersuchung durchgeführt; entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erfolgte keine Beschränkung auf den Rücken, sondern es wurden insbesondere auch die Hände untersucht. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Frau Dr. med. W.________ die Akten kannte und damit ihre Abklärungen zielgerichtet vornehmen konnte, was die (behauptete) Kürze der Untersuchung erklärt. Im Übrigen trifft es nicht zu, dass die Expertin ihre Aussagen von Bedingungen therapeutischer und medizinischer Natur abhängig gemacht hat; vielmehr unterbreitete sie Therapievorschläge. b) Die von der Beschwerdeführerin vertretene Auffassung, dass die Nacken-, Rücken- und Kniebeschwerden im Gutachten der MEDAS nicht berücksichtigt worden seien, trifft nicht zu. Die rheumatologische Expertin hat die Schultergegend, den Rücken und die Knie untersucht, die diesbezüglichen Befunde jedoch offensichtlich als ohne Einfluss auf leichte körperliche Arbeit erachtet. c) Auch wenn mit der Versicherten davon auszugehen ist, dass die berufliche Abklärung in der Regel nach durchgeführten medizinischen Untersuchungen erfolgen sollte, ist die Einhaltung dieser Reihenfolge nicht zwingend und vermag für sich allein nichts an der Stichhaltigkeit der medizinischen Befunde zu ändern. d) Der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Vorwurf, dass MEDAS und Vorinstanz die Haushaltführung berücksichtigt hätten, obwohl es sich bei der Versicherten um eine voll erwerbstätige Person handle, trifft nicht zu. Auch wenn Frau Dr. med. W.________ sich über die Leistungsfähigkeit im Haushaltsbereich äussert, beantwortet das Gutachten der MEDAS vom 29. November 2000 einzig die Frage der Arbeitsfähigkeit bei ausserhäuslicher Tätigkeit; zudem hat das kantonale Gericht gestützt auf diese Stellungnahme den Invaliditätsgrad korrekt anhand des Einkommensvergleichs nach Art. 28 Abs. 2 IVG bemessen. Inwiefern darin eine Geschlechterdiskriminierung nach Art. 14 EMRK liegen soll, ist nicht ersichtlich. e) Die Expertise der MEDAS vom 29. November 2000 ist umfassend, beruht auf allseitigen und polydisziplinären Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden; zudem ist sie in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und beinhaltet begründete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte Beurteilung des Dr. med. A.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, vom 26. März 2001 enthält eine andere medizinische Würdigung des Sachverhaltes; warum die Abklärungen resp. Schlussfolgerungen der Experten der MEDAS nicht stichhaltig sein sollten, wird darin nicht erläutert. Dr. med. A.________ zieht vielmehr explizit die "Lebens- und Arbeitsgeschichte" der Versicherten für seine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit bei, wobei es sich jedoch um nicht zu berücksichtigende invaliditätsfremde Gründe handelt. Damit liegt kein konkretes Indiz vor, das gegen die Zuverlässigkeit der Auffassung der Gutachter der MEDAS sprechen würde (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb) und das zu einem Absehen von deren Meinung oder der Anordnung weiterer Abklärungen führen könnte.