Citation: 1C_66/2009 03.06.2009 E. 3

Weiter rügt der Beschwerdeführer, die streitige Terrasse mit Sichtschutzmauer sei als Balkon zu qualifizieren. Gemäss Art. 18 Abs. 2 Bebauungsplan sollen Balkone in der Regel die Hausecken nicht überragen. Diese Bestimmung sei von den Vorinstanzen willkürlich umgangen worden. 3.1 Das Verwaltungsgericht nahm an, die streitige Mauer stelle einen Teil der Fassade dar und sei deshalb bei der Berechnung des Grenzabstands berücksichtigt worden. Ein Balkon sei dagegen eine Auskragung, die nicht Bestandteil der Fassade sei, und deshalb auch keinen Einfluss auf die Berechnung des Grenzabstandes habe. Das Verwaltungsgericht verwies hierfür auf § 120 Abs. 3 des Luzerner Planungs- und Baugesetzes vom 7. März 1989 (PBG). 3.2 Der Beschwerdeführer hält diese Auslegung für willkürlich, weil nicht einzusehen sei, weshalb ein Balkon verboten, aber ein Balkon mit einer Mauer davor erlaubt sei, nur weil diese Mauer bei der Berechnung des Grenzabstands zur Fassade gerechnet worden sei. Die Umgebung werde durch die Mauer noch wesentlich mehr beeinträchtigt, als wenn nur ein Balkon die Hausecke überragen würde. Werde die Mauer beim Balkon zur Fassade gerechnet, müsste der dahinter liegende Teil als Teil des Hauptbauwerks konsequenterweise zur Ausnützungsziffer hinzugerechnet werden. Dies würde in casu zu einer Überschreitung der zulässigen Ausnützungsziffer führen. Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass eine Terrasse stets ebenerdig sei; der vorliegend streitige Bauteil liege dagegen weit oberhalb des gewachsenen Terrains, weshalb es sich um einen Balkon handle. Dieser sei nur deshalb als Terrasse bezeichnet worden, um das Balkonverbot des Bebauungsplans zu umgehen. 3.3 Es ist bereits fraglich, ob auf diese Rüge eingetreten werden kann, nachdem sich der Beschwerdeführer mit der vom Verwaltungsgericht für massgeblich erachteten Norm (§ 120 Abs. 3 PBG) nicht auseinandersetzt. Jedenfalls aber lassen die Ausführungen des Verwaltungsgerichts keine Willkür erkennen. Sie stützen sich auf die Begriffsbestimmungen des PBG und nehmen eine plausible Abgrenzung vor zwischen Fassadenbestandteilen einerseits (die für die Berechnung des gesetzlichen Grenzabstands gemäss PBG massgeblich sind) und Balkonen andererseits (deren Ausmasse grundsätzlich vom kommunalen Recht bestimmt werden). Eine andere Frage ist, ob die zur Fassade gehörenden Bauteile bzw. die davon umschlossenen Flächen zur anrechnenbaren Geschossfläche gemäss §§ 9 ff. der Luzerner Planungs- und Bauverordnung vom 27. November 2001 (PBV) zählen. Diese Regelung (mit der sich der Beschwerdeführer ebenfalls nicht auseinandersetzt) betrifft nur abgeschlossene Räume; von der Anrechnung ausgenommen sind nicht nur (verglaste) Balkone, sondern auch andere Räume. Insofern ist nicht ersichtlich, weshalb die Ausnützungsberechnung für die Anwendung von Art. 18 Abs. 2 Bebauungsplan massgeblich sein sollte.