Citation: 6B_478/2022 E. 5.7

5.7. Im Ergebnis erweist sich das hier strittige, lediglich für eine stark begrenzte Zeitdauer geltende Verbot der Ansammlung von über fünf Personen im öffentlichen Raum mit der Möglichkeit der Bewilligung von Ausnahmen für das Veranstaltungsverbot (Art. 7 COVID-19-Verordnung 2) im Lichte der aussergewöhnlichen Lage im Zeitpunkt seiner Anordnung, d.h. in der Anfangsphase der Corona-Pandemie (im Gegensatz zu BGE 148 I 33, wonach eine bedeutend später ergangene Verordnung [vom 4. November 2020] betreffend Beschränkung der Teilnehmerzahl an politischen und zivilgesellschaftlichen Kundgebungen auf 15 Personen als verfassungswidrig einzustufen ist), mit den grossen Unsicherheiten betreffend Ursachen, Folgen dieser Krankheit und den geeignetsten Bekämpfungsmassnahmen sowie der dringlichen Notwendigkeit angesichts der enormen Dynamik der epidemiologischen Entwicklung, der rasch eingetretenen Gefahr der Überlastung des Gesundheitswesen, des noch fehlenden Impfstoffs und der teilweisen Überforderung der kantonalen Behörden die öffentliche Gesundheit, Sicherheit und Ordnung zu schützen, als erforderlich sowie zumutbar, mithin als verhältnismässig und damit als gesetzes- und verfassungkonform.