Citation: 1E.3/2005 10.05.2005 E. A

Für den im Rahmen des Konzeptes "Bahn 2000" vorgesehenen Doppelspurausbau der Bahnstrecke Fischermätteli-Weissenbühl in Bern liess die Gürbetal-Bern-Schwarzenburg-Bahn (GBS) als damals verantwortliche Unternehmung im März 1998 u.a. gegen die Eigentümer der Liegenschaft Weissensteinstrasse ein Enteignungsverfahren einleiten. Ab dieser Parzelle ist längs der Bahnlinie ein schmaler Landstreifen von 3 m2 definitiv abzutreten. Zudem ist während den - nunmehr abgeschlossenen - Bauarbeiten eine Teilfläche von 45 m2 vorübergehend in Anspruch genommen worden. Auf der (neuen) bahnseitigen Grenze des mit einem vierstöckigen Reihenhaus überbauten Grundstücks stehen heute eine 2,15 m hohe Stützmauer und eine Lärmschutzwand von zusätzlich 2,20 m. Während der Auflagefrist meldeten die Grundeigentümer, die Erben des W.________, eine Entschädigungsforderung von Fr. 800.--/m2 für die enteignete Landfläche sowie von Fr. 223'360.-- für den Minderwert der Restliegenschaft an. Ausserdem verlangten sie eine Inkonvenienzentschädigung für Reinigungsarbeiten und die Wiederherstellung der Gartenanlage. Die als Nachfolgerin der GBS ins Verfahren eingetretene BLS Lötschbergbahn AG bestritt, dass eine Minderwertsentschädigung geschuldet werde. Die Einigungsverhandlung vom 26. Oktober 1998 vor der Eidgenössischen Schätzungskommission, Kreis 6, verlief erfolglos. Mit Verfügung vom 6. Dezember 2001 hielt der Präsident der Schätzungskommission fest, dass die Enteigneten der vorzeitigen Besitzeinweisung zugestimmt hätten und der Bahn gestattet werde, ab 4. Februar 2002 vom beanspruchten Boden Besitz zu ergreifen. Im Nachgang zur Schätzungsverhandlung vom 24. August 2004 unterbreitete die Eidgenössische Schätzungskommission den Parteien einen Vergleichsvorschlag, der von den Enteigneten angenommen, von der Enteignerin dagegen abgelehnt wurde.