Citation: U 520/06 24.08.2007 E. 5

Ob der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 5. Mai 2004 und den persistierenden, organisch nicht (hinreichend) erklärbaren Beschwerden nach BGE 117 V 359 zu prüfen ist, wie dies im Einspracheentscheid vom 4. April 2006 geschehen ist und von der Beschwerdeführerin als richtig erachtet wird, oder aber nach BGE 115 V 133, wie von der Vorinstanz erwogen, kann offen bleiben, wenn die Adäquanz nach beiden Vorgehensweisen zu verneinen ist. Dies trifft hier zu. 5.1 Für die Adäquanzbeurteilung ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzuknüpfen (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f., 115 V 133 E. 6 Ingress S. 139). Das kantonale Gericht hat die Kollision vom 19. Januar 2004 als mittelschweren Unfall nicht im Grenzbereich zu den schweren Unfällen eingeordnet. Diese Beurteilung ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs richtig. Von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind (BGE 117 V 359 E. 6a s. 367, 115 V 133 E. 6c/aa S. 140), müssten demnach für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367 f., 115 V 133 E. 6c/bb S. 140). 5.2 Dem Unfall vom 5. Mai 2004 ist mit Blick darauf, dass ein Sattelschlepper und damit ein deutlich schwereres Fahrzeug auf den Personenwagen der Versicherten auffuhr, eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen. Er hat sich jedoch weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 ff., U 248/98) - von besonderer Eindrücklichkeit. Hieran ändert nichts, dass beim Aufprall Scheiben des von der Beschwerdeführerin gelenkten Wagens zersplittert sind. Die Versicherte hat sodann keine schweren oder besonders gearteten Verletzungen erlitten. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann ebenso wenig gesprochen werden wie von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Nicht erfüllt ist auch das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Diese beschränkte sich im Wesentlichen auf eine gut einmonatige stationäre Rehabilitation, auf - namentlich auch muskelaufbauende - Physiotherapie, auf der Stabilisierung dienende Psychotherapie sowie auf Medikation und ging auch in zeitlicher Hinsicht nicht über das hinaus, was bei Schleudertraumen oder schleudertraumaähnlichen Verletzungen der HWS als üblich zu gelten hat (vgl. RKUV 2005 Nr. 549 S. 238 f. E. 5.2.4 mit Hinweisen, U 380/04). Selbst wenn sodann - ohne nähere Prüfung - die Kriterien der Dauerbeschwerden sowie des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit bejaht würden, träfe dies jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise zu. Unfallversicherer und Vorinstanz haben daher die Unfalladäquanz der persistierenden Beschwerden und somit einen weitergehenden Leistungsanspruch der Versicherten zu Recht verneint.