Citation: 1B_493/2020 E. 2

In haftrechtlich-strafprozessualer Hinsicht wird in der Beschwerdeschrift Folgendes vorgebracht: Die von der Vorinstanz angeordnete Fortdauer der Sicherheitshaft verletze "im Sinne von Art. 95 BGG Bundesrecht". Der Beschuldigte befinde sich schon "viel zu lange" in strafprozessualer Haft. Dass dies "kontraproduktiv" sei, zeige sich darin, dass er "weiterhin - oder erst recht - Drohungen oder Beschimpfungen" ausspreche. Für den Vollzug von Sicherheitshaft sei "das Gefängnis" in seinem Fall "offensichtlich der falsche Ort", zumal dort "eine Behandlung gerade nicht sinnvoll durchgeführt werden" könne bzw. aktuell "nicht durchgeführt" werde. Im kommenden Herbst und Winter müsse zudem damit gerechnet werden, dass "aufgrund der aktuellen Corona-Situation Gefangenenbesuche durch Angehörige erschwert" sein könnten. Auch die Einhaltung der gebotenen Hygienemassnahmen sei in Gefängnissen derzeit schwierig. Da die Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme nach Art. 59 StGB bundesrechtswidrig erscheine, sei auch die Sicherheitshaft nicht mehr gerechtfertigt. Entgegen den Erwägungen der Vorinstanz werde in seinem Fall die Sicherheit anderer nicht durch schwere Verbrechen oder Vergehen erheblich gefährdet. Es fehlten vielmehr Hinweise auf irgendwelche Fremdgefährdung. Laut psychiatrischem Gutachten sei die Ausführungsgefahr für schwerere Gewaltdelikte nur moderat. "Blosse angebliche Gefahrenabwehr" rechtfertige die Sicherheitshaft "sicher nicht".