Citation: 1C_525/2024 E. 4.2

4.2. Das Kantonsgericht führt in seinem Urteil aus, es fänden sich keine Hinweise in den Akten, wonach die Parteien im Einspracheverfahren die Form der Postzustellung thematisiert hätten. Es läge somit keine Zusicherung der Gemeinde an die Beschwerdeführenden vor, Bauentscheide mit eingeschriebener Post zuzustellen. Der Umstand, dass die Gemeinde in anderen Verfahren dem Anwalt der Beschwerdeführenden gewisse Schreiben per Einschreiben zugestellt habe, belege noch keine langjährige gefestige Praxis der Gemeinde, Bauentscheide systematisch an alle Einsprechenden mit Einschreiben zuzustellen. Der umstrittene Bauentscheid sehe zwar unbestrittenermassen selbst vor, er sei den Beschwerdeführenden per Einschreiben eröffnet worden und dies treffe nicht zu. Aus diesem Fehler könnten die Beschwerdeführenden jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten, denn für die Auslöung der Beschwerdefrist sei die tatsächliche Postzustellung massgebend. Zudem gehöre die Kontrolle des Eingangsdatums einer den Lauf einer Beschwerdefrist auslösenden Sendung zu den grundlegenden Sorgfaltspflichten einer Rechtsanwältin bzw. eines Rechtsanwalts und sei mit der Möglichkeit der elektronischen Sendungsverfolgung der Post ("Track & Trace") für eine mit A-Post Plus zugestellte Sendung äusserst einfach. Im vorliegenden Fall sei es dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden ohne Weiteres möglich gewesen, das Eingangsdatum der A-Post Plus Sendung zu bestimmen. Zudem verstosse eine Zustellung an einem Samstag nicht per se gegen den Grundsatz von Treu und Glauben.