Citation: 1P.155/2002 11.06.2002 E. A

Die X.________AG ist Eigentümerin der Parzelle Bern Gbbl. Nr. 1475 an der Weissensteinstrasse 22A in Bern. Im Rahmen einer baupolizeilichen Überprüfung stellte das Bauinspektorat der Stadt Bern fest, dass in der Liegenschaft Sex-Studios betrieben werden. Da sie diese Nutzung als nicht zonenkonform erachtete, verpflichtete sie die Eigentümerin mit Verfügung vom 25. März 1999, alle Wohnungen wiederum ihrem ursprünglichen Zweck zuzuführen. In der Folge reichte der Architekt der X.________AG beim Bauinspektorat am 28. April 1999 ein nachträgliches Baugesuch zur "rechtlichen Absicherung der seit 25 Jahren bestehenden Nutzung als Massagesalon, zugleich Wohndomizil der dort arbeitenden Frauen" ein. Die parallel dazu vom Rechtsvertreter der X.________AG bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) erhobene Beschwerde wurde von dieser in Anbetracht des nachträglichen Baugesuchs am 3. Juni 1999 abgeschrieben. Am 27. März 2001 erteilte das Bauinspektorat dem nachträglichen Baugesuch den Bauabschlag und ordnete die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes an. Diese Verfügung wurde der X.________AG mit eingeschriebener Post zugestellt. Dagegen erhob der Rechtsvertreter der X.________AG am 4. Mai 2001 bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion Beschwerde mit dem Antrag, es sei unter Aufhebung der Wiederherstellungsverfügung die Rechtmässigkeit der bisherigen Nutzung festzustellen. Mit Entscheid vom 13. September 2001 trat die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion indessen auf die Beschwerde wegen verspäteter Beschwerdeerhebung nicht ein. Dabei ging sie im Wesentlichen davon aus, dass die Verfügung des Bauinspektorats der X.________AG am 28. März 2001 zugegangen war und mangels eines Vertretungsverhältnisses an diese eröffnet werden durfte. Auf Verwaltungsgerichtsbeschwerde der X.________AG bestätigte das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 14. Februar 2002 die Auffassung der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion und wies die Beschwerde ab, ohne die zugrunde liegenden materiellen Fragen betreffend Rechtmässigkeit und Zonenkonformität der Nutzung zu prüfen.