Citation: 6B_809/2022 E. 1.3.1

1.3.1. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, C.________ sel. habe ihre Miteigentumsanteilen an einem Wohn- und Geschäftshaus an der D.________-Strasse aaa in U.________ (Liegenschaft U.________-Gbbl. Nr. bbb) sowie an der unterirdischen Einstellhalle D.________-Strasse ccc, welche unter den Liegenschaften D.________-Strasse aaa, ddd und eee liege und als selbständiges und dauerndes Recht im Grundbuch aufgenommen worden sei (Einstellhalle U.________-Gbbl. Nr. fff), der E.________ AG verkaufen wollen und damit eine Darlehensschuld gegenüber der E.________ AG, an der sie als Aktionärin beteiligt gewesen sei, begleichen wollen. F.________ sei ebenfalls an der E.________ AG beteiligt und mit C.________ sel. familiär verbunden gewesen. Der Verkauf an die E.________ AG zum Kaufpreis von Fr. 2 Mio. sei Ende 2015 beschlossen worden. In der Folge sei der Beschwerdeführer mit der Ausarbeitung eines Entwurfs des Kaufvertrags beauftragt worden. Am 24. Oktober 2016 habe der Beschwerdeführer einen Kaufvertrag betreffend die erwähnten Miteigentumsanteile zwischen C.________ sel. und der E.________ AG verurkundet, der von den Vertragsparteien persönlich unterzeichnet worden sei. C.________ sel. sei in diesem Zeitpunkt seit einer Woche hospitalisiert gewesen und habe die Diagnose einer schweren Krankheit erhalten. Der Kaufvertrag vom 24. Oktober 2016 habe für den Miteigentumsanteil an der Liegenschaft U.________-Gbbl. Nr. bbb einen Kaufpreis von Fr. 1,75 Mio. und für den Miteigentumsanteil an der Einstellhalle U.________-Gbbl. Nr. fff einen Kaufpreis von Fr. 250'000.-- und damit einen Kaufpreis von insgesamt Fr. 2 Mio. vorgesehen. Aufgrund von Vorkaufsrechten der baurechtsbelasteten Grundstückseigentümer am Grundstück U.________-Gbbl. Nr. fff sei man so verblieben, dass der Kaufvertrag wie vorbereitet unterschrieben, jedoch nicht für den Drittverkehr freigegeben werde, damit der Beschwerdeführer Abklärungen tätigen und gegebenenfalls noch Änderungen vornehmen könne. Im Hinblick auf allfällige Änderungen habe C.________ sel. eine vom Beschwerdeführer vorbereitete Spezialvollmacht zugunsten der Notariatsangestellten G.________ unterzeichnet. Diese Vollmacht sei vom Beschwerdeführer für eine allfällige spätere Verurkundung des Kaufvertrags vorbereitet worden. Nach dem Wortlaut habe diese Vollmacht zum Abschluss eines Kaufvertrags sowie weiteren Vorkehren oder Rechtshandlungen, die die richtige Durchführung dieses Geschäfts mit sich bringen, die damit zusammenhängen oder als im Interesse der Vollmachtgeberin gelegen erachtet werden, berechtigt. Der Beschwerdeführer habe in der Folge versucht, die Vorkaufsberechtigten dazu zu bewegen, auf ihr Vorkaufsrecht zu verzichten, was aber nicht geklappt habe. Der Beschwerdeführer habe seinerseits weitere Abklärungen zum Vorkaufsrecht getätigt und habe gemeint, herausgefunden zu haben, dass bei einer Schenkung kein solches ausgeübt werden könne. Am 10. November 2016 habe der Beschwerdeführer einen zweiten Vertrag verurkundet, der nunmehr als "Kaufvertrag, Schenkungsvertrag" betitelt gewesen sei und den anstelle von C.________ sel. die Notariatsangestellte G.________ unterzeichnet habe. Der Kaufvertrag vom 24. Oktober 2016 sei gleichzeitig aufgehoben worden. Gemäss dem neuen Vertrag habe C.________ sel. der E.________ AG ihren Miteigentumsanteil an der Einstellhalle U.________-Gbbl. Nr. fff geschenkt. Der Miteigentumsanteil an der Liegenschaft U.________-Gbbl. Nr. bbb sei nunmehr zum Preis von Fr. 2 Mio. an die E.________ AG verkauft worden. Aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit zufolge des sich verschlechternden gesundheitlichen Zustandes von C.________ sel. seien die Änderungen nicht mehr mit ihr besprochen und kurzfristig der Verurkundungstermin vom 10. November 2016 vereinbart worden. Am 11. November 2016 sei C.________ sel. verstorben. Nach gleichentags erfolgter Anmeldung des Vertrags vom 10. November 2016 habe das Grundbuchamt V.________ die Handänderung B.________ sowie den anderen Vorkaufsberechtigten gemeldet. B.________ habe in der Folge sein Vorkaufsrecht ausgeübt, wobei die Angelegenheit in der Zwischenzeit unter den Parteien geregelt worden sei.