Citation: 5A_708/2021 E. 4

Die Beschwerdeausführungen zur Sache sind zum erheblichen Teil rein appellatorisch; darauf ist nicht näher einzugehen, umso weniger als sie ohnehin in vielerlei Hinsicht falsch sind (es handle sich um eine Kürzung des massgeblichen Ansatzes; es komme klarerweise der Anwaltstarif zur Anwendung). Die Sichtweise des Bezirksrats, wonach der Ansatz für Hilfspersonen des Anwaltes heranzuziehen und angemessen zu erhöhen sei, hat das Obergericht ausdrücklich verworfen. Die in diesem Kontext stehenden Willkürrügen gehen mithin an der Sache vorbei. Unzutreffend ist sodann die Behauptung, das Obergericht operiere in E. 3.6 selbst wieder mit der Anwaltsgebührenverordnung, was widersprüchlich und damit willkürlich sei; die obergerichtliche Aussage in E. 3.6 ist vielmehr gerade, dass gemäss § 1 AnwGebV ausschliesslich bei anwaltlicher Vertretung nach der betreffenden Verordnung entschädigt werde und diese bei nichtanwaltlicher Kindesvertretung keine Anwendung finden könne. Nicht nachvollziehbar ist ferner, inwiefern die obergerichtliche Aussage, die Zivilprozessordnung unterscheide zwischen berufsmässiger und nicht berufsmässiger Vertretung, gegen das Willkürverbot verstossen soll; offenbar erblickt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Willkürverbotes darin, dass "professionsbezogen" statt "funktionsbezogen" entschädigt worden sei. Indes ist das Willkürverbot nicht bereits dadurch verletzt, dass je nach konkreter Ausbildung und erforderlichen Kenntnissen ein anderer Stundenansatz veranschlagt wird, zumal es sich dabei nicht um unsachgemässe Kriterien handelt. Kern der obergerichtlichen Erwägungen ist, dass vorliegend die ESBV/ZH zur Anwendung gelangt. Es wäre aufzuzeigen, inwiefern die Wahl dieser Rechtsgrundlage willkürlich sein könnte, und zweitens, inwiefern diese inhaltlich willkürlich angewandt worden sein soll. Mit der abstrakten Aussage der Beschwerdeführerin, das Obergericht habe von ihr in Verletzung des Willkür- und Gleichheitsgebotes eine Darlegung des branchenüblichen Stundenansatzes verlangt, wozu sie nicht verpflichtet sein könne, ist ebenso wenig eine Verfassungsverletzung dargetan wie mit der gleichermassen abstrakten Aussage, es obliege dem Obergericht, "auf der Grundlage der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen allgemeine Honoraransätze zur Anwendung zu bringen"; insbesondere wird damit weder ein willkürliches Abstellen auf die ESBV/ZH noch eine verfassungsverletzende inhaltliche Anwendung aufgezeigt. Gleiches gilt für die allgemeinen Hinweise, wonach ihre Tätigkeit viel Erfahrung und Kommunikationsgeschick etc. erfordere, denn das Obergericht hat sich zu den erforderlichen Fähigkeiten geäussert und diese in seine Überlegungen einbezogen; es wäre diesbezüglich konkret aufzuzeigen, inwiefern dies nicht vor dem Willkürverbot standhalten sollte. Abstrakt bleibt auch die Behauptung, das Obergericht habe sich in willkürlicher Weise über die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinweggesetzt, wenn es einen Unterschied zwischen Anwälten und Nichtanwälten mache, soweit diese Kinder vertreten würden und deshalb auch die gleichen Fähigkeiten aufweisen müssten; insbesondere wird nicht aufgezeigt, an welcher Stelle das Bundesgericht gegenteilige Vorgaben gemacht haben soll. Soweit die Beschwerdeführerin solches offenbar sinngemäss aus BGE 142 III 153 E. 5.3.4.2 ableiten möchte, indem das Bundesgericht für die nichtanwaltliche Kindesvertretung die Anwendung der Richtlinien für die Entschädigungen von Beiständen als sachgerecht angesehen hat, verkehrt sie die dortigen Ausführungen ins Gegenteil, wenn sie ausgehend von Ziff. 3.8 der Empfehlungen der KESB-Präsidienvereinigung des Kantons Zürich einen Stundenansatz von Fr. 220.-- als relevant und ein Abweichen davon als willkürlich ansieht, denn die Aussage in BGE 142 III 153 E. 5.3.4.2 war gerade, dass jedenfalls bei nichtanwaltlicher Kindesvertretung nicht der Anwaltstarif zur Anwendung kommen kann. Nichts anderes hält mit Hinweis auf § 1 AnwGebV das Obergericht fest. Ferner ist das Obergericht der Ansicht, dass die Empfehlungen der KESB-Präsidienvereinigung entsprechend ihrem Namen blosse Empfehlungen und sie für das Rechtsmittelverfahren ohnehin nicht relevant seien. Willkür ist bei diesen Erwägungen in keiner Hinsicht auch nur ansatzweise zu erkennen. Keine Willkür ergibt sich schliesslich aus dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, das Obergericht habe auch schon in früheren Fällen ihr Honorar gekürzt und dabei teilweise auf Pauschalen, also auf andere Bemessungsgrundlagen abgestellt. Im vorliegenden Verfahren wäre wie gesagt darzutun, inwiefern das konkrete Vorgehen - nämlich das Abstellen auf die ESBV/ZH und bei deren Anwendung das Veranschlagen eines Stundenansatzes von grundsätzlich Fr. 150.-- für die nichtanwaltliche Kindesvertretung durch eine Fachperson - nicht vor dem Willkürverbot standhalten soll.