Citation: 1A.186/1999 04.05.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer macht geltend, das Verwaltungsgericht habe die Zonenkonformität und die Standortgebundenheit, des neu geschaffenen Wohnraums zu Unrecht verneint. a) Wohngebäude sind in der Landwirtschaftszone gemäss Art. 16 RPG nur zonenkonform im Sinne von Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG, soweit sie im Hinblick auf die bodenabhängige Nutzung des Landes als unentbehrlich erscheinen. Bei Landwirtschaftsbetrieben stimmt der Begriff der Zonenkonformität im Sinne von Art. 16 Abs. 1 RPG im Wesentlichen mit demjenigen der Standortgebundenheit gemäss Art. 24 Abs. 1 RPG überein. In einer Landwirtschaftszone im Sinne von Art. 16 RPG sind nur solche Gebäude zonenkonform, die in ihrer konkreten Ausgestaltung für eine zweckmässige Bewirtschaftung des Bodens am vorgesehenen Standort objektiv notwendig und nicht überdimensioniert sind. Der landwirtschaftliche Zweck darf nicht bloss Vorwand sein, um ein Bauvorhaben zu realisieren, das für die Bewirtschaftung des Bodens nicht erforderlich ist. Ausserdem dürfen gegen ihre Errichtung keine überwiegenden öffentlichen Interessen sprechen (125 II 278 E. 3a; 121 II 67 E. 3a, 307 E. 3b, je mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer begründet die Standortgebundenheit des neu geschaffenen Wohnraums zunächst mit dessen Zweck, Ferien für behinderte bzw. sozial entwurzelte Kinder auf dem Lande bzw. "auf dem Bauernhof" anzubieten. Dies stelle eine sinnvolle und notwendige Ergänzung des bisherigen sozialtherapeutischen Angebots dar. Die nächstgelegene Bauzone liege zu weit weg, als dass die Kinder dort übernachten könnten, und das Wohnen auf dem Bauernhof sei auch für die sozialtherapeutischen Ziele unumgänglich. Das damit erzielte Nebenerwerbseinkommen sei für das Überleben des von ihm, dem Beschwerdeführer, und seiner Frau geführten landwirtschaftlichen Betriebes notwendig. Wie das Verwaltungsgericht zutreffend dargelegt hat, ist Wohnraum zu Therapiezwecken in der Landwirtschaftszone grundsätzlich nicht zonenkonform. Dies gilt auch dann, wenn die Therapietätigkeit in engem Zusammenhang mit der Landwirtschaft steht, aber nicht zwingend auf einen Standort im Landwirtschaftsgebiet angewiesen ist, sondern auch in der Bauzone ausgeübt werden kann (BGE 121 I 67 E. 3c S. 70 f.). Wohnraum für Therapiezwecke kann unter Umständen als standortgebunden im Sinne von Art. 24 Abs. 1 lit. a RPG anerkannt werden, soweit ein Therapiebetrieb die ernsthaft betriebene Landwirtschaft vollständig in den Dienst des Heilungsprozesses von entwurzelten Menschen stellt und eine spätere Zweckentfremdung mit rechtlichen Vorkehren ausgeschlossen wird (vgl. BGE 112 Ia 99 E. 3a S. 102 f.; 121 I 67 E. 3c S. 71). Es liegt alsdann nicht ein landwirtschaftlicher Betrieb vor, sondern ein standortgebundener Therapiebetrieb, der in erster Linie die Heilung von Personen bezweckt und sich dazu der Landwirtschaft als Mittel bedient. Nach den Feststellungen des Verwaltungsgerichts beabsichtigen der Beschwerdeführer und seine Frau nicht, den Bauernhof in diesem Sinne vollumfänglich in den Dienst einer Sozialtherapie zu stellen, und spielt der soziale Aspekt eine untergeordnete Rolle. Der Beschwerdeführer macht hiergegen geltend, er beabsichtige, die Tätigkeit zur Aufnahme von Kindern zu intensivieren, womit die Landwirtschaft vollständig in den Dienst der Sozialtherapie gestellt werde. Ferner sei das Vorhaben standortgebunden, weil auch Therapieplätze für behinderte Kinder angeboten würden. Es kann offen bleiben, ob diese erstmals vor Bundesgericht vorgebrachten Behauptungen vorliegend berücksichtigt werden können (vgl. E. 2a oben), da sie jedenfalls an der zutreffenden Beurteilung der Standortgebundenheit durch das Verwaltungsgericht nichts zu ändern vermögen. So kann eine Intensivierung der Aufnahme von Kindern nicht dazu führen, dass die Landwirtschaft als ganz in den Dienst der Therapie gestellt erscheint. Sodann sind Therapieplätze für behinderte Kinder nicht in höherem Masse auf einen Standort in der Landwirtschaftszone angewiesen als andere und können auch in einer Bauzone angeboten werden. Auch die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Notwendigkeit, mit dem Therapiebetrieb das Einkommen seiner Familie zu verbessern, um das Überleben des landwirtschaftlichen Betriebes zu sichern, vermag die Standortgebundenheit nicht zu begründen. Finanzielle Aspekte dieser Art sind bei der Bestimmung des zonenkonformen bzw. standortgebundenen Wohnraums nicht ausschlaggebend. Nach dem vorstehend (E. 2b) Ausgeführten richtet sich die Bestimmung des zonenkonformen Wohnraums allein nach betrieblich-technischen Gesichtspunkten (vgl. BGE 121 I 67 E. 3c S. 71). c) Der Beschwerdeführer begründet die Zonenkonformität des Wohnraums weiter damit, dass die Baute zur Befriedigung der gerechtfertigten Wohnbedürfnisse der Beschwerdeführerschaft erforderlich sei. Die Wohnverhältnisse im Stöckli seien mit nur 79 m2 Bruttogeschossfläche äusserst eng und nicht mehr zeitgemäss. Der neue Raum solle ermöglichen, dass der Beschwerdeführer im Sinne der Tradition und des verfassungsmässigen Schutzes von Ehe und Familie mit seinen Kindern und Kindeskindern unter zeitgemässen Wohnbedingungen zusammen sein könne. Wie vorstehend ausgeführt, sind in einer Landwirtschaftszone im Sinne von Art. 16 RPG nur solche Gebäude zonenkonform, die in ihrer konkreten Ausgestaltung für eine zweckmässige Bewirtschaftung des Bodens am vorgesehenen Standort objektiv notwendig und nicht überdimensioniert sind. Das Vorrecht, ausserhalb der Bauzone zu wohnen, bleibt daher einem relativ engen Personenkreis vorbehalten. Dazu zählen nur Leute, die als Betriebsinhaber oder Hilfskraft unmittelbar in der Landwirtschaft tätig sind, und ihre Familienangehörigen sowie ferner die abtretende Generation, welche ein Leben lang in der Landwirtschaft tätig war (BGE 121 II 67 E. 3a, 307 E. 3b; 116 Ib 228 E. 3a S. 231, je mit Hinweisen). Das Verwaltungsgericht hat festgestellt, die Bruttogeschossfläche des Stöcklis betrage 143, 15 m2, wobei es auf die detaillierten, vom Beschwerdeführer selber verfassten Flächenangaben vom 20. Dezember 1995, die den Estrich nicht berücksichtigen, abgestellt hat; allenfalls sei auch nur von einer Fläche von 139 m2 gemäss Protokoll des Regierungsstatthalters über den Augenschein vom 4. Dezember 1995 auszugehen. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was die festgestellte Mindestfläche von 139 m2 bzw. die für die vorliegende Beurteilung unwesentlich davon abweichende Fläche von 143, 15 m2 als offensichtlich unrichtig erscheinen liesse (vgl. E. 2a oben). Insbesondere ist nicht nachvollziehbar, weshalb Flächen, die für Schlafgelegenheiten beansprucht werden und andernfalls als Stauraum dienen könnten, nicht an die massgebliche Bruttogeschossfläche angerechnet werden sollen, wie der Beschwerdeführer geltend macht. Es ist damit nicht nur von der behaupteten Bruttogeschossfläche des Stöcklis von 79 m2 auszugehen. Der Beschwerdeführer scheint zu verkennen, dass der zonenkonforme Wohnraum im Stöckli neben dem Hauptwohngebäude (Bauernhaus) nur dazu bestimmt ist, der abtretenden Generation ein Verbleiben auf dem Hof zu ermöglichen, nicht aber der ganzen betriebsführenden Familie mit "Kindern und Kindeskindern" ausreichend Wohnraum zu verschaffen. Die vom Verwaltungsgericht festgestellte Fläche ist dazu bei objektiver Betrachtungsweise offensichtlich ausreichend, weshalb kein Anspruch auf zusätzlichen zonenkonformen Wohnraum im "Stöckli" besteht. Der Beschwerdeführer kann von vornherein keinen Anspruch auf zusätzlichen zonenkonformen Wohnraum ableiten, weil er nach seinen Vorbringen den landwirtschaftlichen Betrieb heute noch selber führe, bis ihn später seine Tochter übernehme, indessen das nach der gesetzlichen Ordnung für die betriebsführende Familie bestimmte Bauernhaus bereits seiner Tochter und ihrer Familie überlassen hat. Dass dieses Gebäude, bestimmungsgemäss genutzt, den für die betriebsführende Familie objektiv erforderlichen Wohnraum bieten würde, stellt er nicht in Frage. Das Verwaltungsgericht hat demnach die Zonenkonformität und die Standortgebundenheit des neu geschaffenen Wohnraums zu Recht verneint.