Citation: I 778/06 20.09.2007 E. 4

4.1 Anders als die IV-Stelle, welche von einer zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung ausging und diese in Wiedererwägung zog, prüfte die Vorinstanz, ob die Voraussetzungen für eine revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente (Art. 17 Abs. 1 ATSG) gegeben seien. Sie verglich dabei den der Verfügung vom 11. März 1998, in welchem die halbe Rente des Beschwerdeführers aufgrund einer materiellen Prüfung des Rentenanspruches bestätigt wurde, zugrunde liegenden Sachverhalt mit den tatsächlichen Verhältnissen, wie sie sich bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides (24. Februar 2004) verwirklicht hatten, welches Vorgehen im Einklang mit der Rechtsprechung steht (BGE 133 V 108). In den der Verfügung vom 11. März 1998 zugrunde liegenden medizinischen Unterlagen werden ein psychosomatisches Schmerzsyndrom mit Schmerzverarbeitungsstörung (Gutachten des Dr. med. R.________ vom 30. August 1997) und ein chronisches therapieresistentes Thorakolumbovertebralsyndrom sowie ein Status nach Resektion des Processus styloideus ulnai links bei posttraumatischer Pseudoarthrosenbildung nach Handgelenksfraktur (Bericht des Hausarztes Dr. med. S.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 3. November 1995) diagnostiziert. Übereinstimmend gelangten die Ärzte damals zum Ergebnis, dass dem Beschwerdeführer körperlich schwere Arbeiten nicht mehr zumutbar seien und nur leichte Arbeiten mit Wechselbelastung, wie leichte Hilfsarbeiten in einem grösseren Betrieb, in Frage kämen. Dr. med. S.________ attestierte dem Beschwerdeführer eine volle Arbeitsfähigkeit für leichtere körperliche Verrichtungen im Sitzen und teilweise auch im Stehen wie das Sortieren, Frankieren und Fertigstellen für den Versand von Post, kleine Handreichungen, innerbetriebliche Kurierdienste und die Bestellung von Kleinmaterialien. Dr. med. R.________ erachtete eine leichte Tätigkeit von der Leistung her als im Umfang von 40 % zumutbar, allenfalls bei längerer zeitlicher Verteilung über den Tag. Der Einspracheentscheid vom 24. Februar 2004 stützt sich im Wesentlichen auf das Gutachten des Zentrums X._________ vom 3. April 2003. Die Ärzte des Zentrums X.________ diagnostizierten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit Ausweitungstendenz ohne psychiatrische Komorbidität und ein Lumbovertebralsyndrom und führten aus, dass sich für die geltend gemachten Handgelenksbeschwerden nur äusserst bescheidene Befunde fänden. Der Beschwerdeführer sei in seiner ursprünglichen Tätigkeit als Maurer zu 100 % arbeitsunfähig; in einer leichten, gelegentlich mittelschweren Arbeit sei er hingegen ganztags vollschichtig einsetzbar, welche Einschätzung ab 1997 gelte. Seit 1997 sei der Gesundheitszustand im Wesentlichen unverändert. 4.2 Gestützt auf das Gutachten des Zentrums X.________ vom 3. April 2003 ging die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides in einer leichten, gelegentlich mittelschweren Tätigkeit voll arbeitsfähig wäre und sich sein Gesundheitszustand mithin seit März 1998 in revisionsrechtlich erheblichem Sinne verändert habe. Diese auf ärztlichen Stellungnahmen beruhende Feststellung der Verbesserung des Gesundheitszustandes seit Erlass der Verfügung vom 11. März 1998 ist tatsächlicher Natur. Mit Blick darauf, dass die Ärzte des Zentrums X.________ in ihrem Gutachten vom 3. April 2003 den Gesundheitszustand als seit 1997 im Wesentlichen unverändert beurteilten, erweist sie sich als aktenwidrig und damit als offensichtlich unrichtig, weshalb dem vorinstanzlichen Entscheid nicht gefolgt werden kann. 4.3 Als zutreffend erweist sich hingegen das Vorgehen der IV-Stelle, welche die Verfügung wiedererwägungsweise aufgehoben hat. Denn gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Diese Voraussetzungen sind hier gegeben. Dr. med. R.________ diagnostizierte in dem der Rentenzusprechung zugrunde liegenden Bericht vom 30. August 1997 zwar ein psychosomatisches Schmerzsyndrom mit Schmerzverarbeitungsstörung und attestierte dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 40 % in leichten Tätigkeiten. Diese Einschätzung wird indessen im Bericht nicht nachvollziehbar begründet, sondern sie stützt sich auf die vom Versicherten anlässlich der Untersuchung (nach den eigenen Angaben des Arztes zeitweise recht dramatisch und appellativ) geschilderten Schmerzen und ist umso unverständlicher, als der Umstand des Versichertseins und eine mehr oder weniger unbewusste Rentenbegehrlichkeit nach Auffassung des Dr. med. R.________ die entscheidende Rolle spielten. Im Gutachten des Zentrums X.________ vom 3. April 2003 wird denn auch darauf hingewiesen, dass jegliche Psychopathologie fehle, um die von Dr. med. R.________ attestierte Einschränkung aus rein psychiatrischer Sicht zu begründen; auch in klinischen Punkten fehle jegliche Auffälligkeit; der Versicherte scheine psychisch weitgehend unauffällig und kommuniziere völlig normal. Die Einschätzung des Dr. med. R.________ sei psychiatrisch nicht nachvollziehbar; auszugehen sei vielmehr von einer seit 1997 im Wesentlichen unveränderten vollen Arbeitsfähigkeit in einer leichten, gelegentlich mittelschweren Arbeit. Bei dieser Sachlage erweist sich die von einer Arbeitsfähigkeit von bloss 40 % in einer adaptierten Tätigkeit ausgehende Verfügung vom 11. März 1998 als zweifellos unrichtig. Da ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist, war die IV-Stelle befugt, sie in Wiedererwägung zu ziehen. 4.4 Für den zur Ermittlung des Invaliditätsgrades durchzuführenden Einkommensvergleich ist mit der Vorinstanz (gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers) von einem Valideneinkommen von Fr. 59'102.- und von einem (aufgrund von Tabellenlöhnen ermittelten) Invalideneinkommen von Fr. 49'069.- auszugehen. Bei einer Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 17 %. Dass die IV-Stelle die Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufgehoben hat, ist demnach nicht zu beanstanden.