Citation: 4A_377/2016 E. 2.2

2.2. Die Beschwerdeführer bringen vor, der Teich sei in Reichweite eines Kindes von 19 Monaten gewesen, weshalb er gemäss den Vorschriften der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Fachdokumentation 2.026 "Gewässer" und der SIA-Dokumentation D002 gegen das Hineinfallen hätte geschützt werden müssen. Da der Teich diesen Vorschriften nicht entspreche, sei er mangelhaft im Sinne von Art. 58 OR. Der von der Vorinstanz erwähnte BGE 130 III 736 beurteile die Anforderungen an eine Strasse und nicht, unter welchen Voraussetzungen ein künstliches Gewässer mangelhaft im Sinne von Art. 58 OR sei. Zudem umschreibe das Bundesgericht im erwähnten Entscheid den Sorgfaltsmassstab, der ausserhalb von Wohngebieten gelte; demgegenüber habe sich der Unfall im zu beurteilenden Fall mitten in einem Wohnquartier ereignet. Die bundesgerichtlichen Erwägungen hinsichtlich der Sicherheitsanforderungen an Strassen, so insbesondere der Grundsatz, wonach Strasseneigentümer darauf vertrauen dürfen, dass keine kleinen Kinder allein auf der Strasse unterwegs sind, seien daher nicht auf den vorliegenden Fall übertragbar. Die Vorinstanz habe Art. 58 OR verletzt, indem sie die reduzierten Sicherheitsanforderungen an Strassen und die reduzierte Zumutbarkeit, auf Strassen Sicherheitsvorkehren zu treffen, auf den vorliegenden Fall angewendet habe. Einschlägig sei vielmehr BGE 131 III 115, der zeige, dass der Sorgfaltsmassstab in einem Wohngebiet höher sei als auf einer Strasse; der Entscheid mache klar, dass in Wohngebieten der Anwesenheit von unbeaufsichtigten Kindern Rechnung getragen werden müsse, die nicht selber die nötige Vernunft hätten, um die Gefahr einzuschätzen, der sie mehr oder weniger zufällig begegnen. Es sei nicht einzusehen, warum ein Pferdehalter in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets mit der Anwesenheit von unbeaufsichtigten Kindern rechnen müsse, ein Teichbesitzer mitten in einem Wohngebiet hingegen nicht. Die Vorinstanz habe zudem zu Unrecht die deutsche Rechtsprechung zu § 836 BGB berücksichtigt, zumal die Rechtslage in Deutschland grundlegend anders sei und entgegen dem angefochtenen Entscheid keine Ähnlichkeit mit der schweizerischen aufweise. Die Beschwerdeführer bringen im Weiteren vor, nach Art. 58 OR genüge es für die Haftung, dass der Werkeigentümer mit der Anwesenheit von Kindern habe rechnen müssen. Der vorliegende Fall wie auch weitere Ertrinkungsfälle zeigten, dass kleine Kinder nicht dauernd von den Eltern überwacht werden könnten. Es entspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, dass kleine Kinder alleine unterwegs seien. Die Ansicht der Vorinstanz, dass Kinder in einem Wohnquartier lückenlos überwacht seien, führe ausserdem dazu, dass kleinen Kindern das Verhalten ihrer Eltern als eigenes Verhalten angerechnet werde; dieses Konzept sei jedoch falsch und verletze Art. 58 OR. Das Verhalten Dritter sei im Rahmen des Kausalzusammenhangs zu prüfen und nicht bei der Frage der Mangelhaftigkeit des Werks.