Citation: 8C_370/2007 26.06.2008 E. 5.4

5.4.1 Dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit waren weder beim Ereignis vom 23. Februar 2001 noch beim Unfall vom 3. Mai 2002 gegeben. 5.4.2 Das Kriterium der besonderen Schwere oder Art der Verletzung wurde ursprünglich mit Bezug auf die physischen Unfallfolgen entwickelt und betrifft insbesondere die erfahrungsgemässe Eignung einer Verletzung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140). Übertragen auf die Schleudertraumapraxis hat es dementsprechend als erfüllt zu gelten, wenn die durch den Unfall verursachte Verletzung in besonderer Weise geeignet ist, eine intensive, dem sogenannten typischen Beschwerdebild (BGE 119 V 335 E. 1 S. 338) entsprechende Symptomatik zu bewirken (vgl. dazu BGE 117 V 359 E. 7b S. 369). Es entspricht allgemeiner Erfahrung, dass pathologische Zustände nach Verletzungen der HWS bei erneuter Traumatisierung ausserordentlich stark exazerbieren können. Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits durch einen früheren Unfall vorbeschädigte HWS trifft, ist demnach speziell geeignet, die "typischen Symptome" hervorzurufen, und deshalb als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren. Da beim Unfall vom 3. Mai 2002 bereits eine Vorschädigung der HWS gegeben war, hat dieses Kriterium als erfüllt zu gelten (vgl. Urteile 8C_194/2007 vom 4. Oktober 2007, E. 4.2.2, und SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 E. 3.4.2 [= U 39/04]). 5.4.3 Eine fortgesetzte, belastende ärztliche Behandlung ist nicht auszumachen. Die Versicherte war zwar bei verschiedenen Ärzten in Behandlung und wurde auch neuropsychologisch untersucht. Doch diese Konsulationen fanden über einen längeren Zeitraum statt und dienten - wie etwa die neuropsychologische Untersuchung - lediglich der Abklärung. Die Versuche mit alternativmedizinischen Therapien (wie etwa Akupunktur oder Feldenkrais) wurden wegen Erfolglosigkeit jeweils schon nach wenigen Behandlungen abgebrochen. Im Übrigen stellen weder eine manualtherapeutische und/oder medikamentöse Behandlung sowie blosse ärztliche Verlaufskontrollen eine spezifische und die Versicherte speziell belastende ärztliche Behandlung dar (Urteil 8C_500/2007 vom 16. Mai 2008, E. 5.4 mit Hinweisen). Das Kriterium ist somit nicht erfüllt. 5.4.4 Die Beschwerden der Versicherten sind nicht zu bagatellisieren. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass ihr nach ärztlicher Einschätzung die Ausübung einer Bürotätigkeit respektive einer Tätigkeit bei der Post, als Zimmermädchen oder als Verkäuferin zumutbar ist, sofern sie Pausen einlegen kann (vgl. Bericht des Kreisarztes vom 26. Januar 2005). Ihre Einschränkung liegt allein in der neuropsychologischen Störung begründet. Insgesamt können ihre Beschwerden somit nicht als erheblich im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet werden. Letztlich kann jedoch offen bleiben, ob dieses Kriterium erfüllt ist, da es jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise gegeben ist (vgl. E. 5.5). 5.4.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung ist nicht auszumachen. 5.4.6 Ebenso sind ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen zu verneinen. 5.4.7 Zwar trifft es zu, dass die Versicherte der Aufforderung der Stellenvermittlerin, welche ihr bei der Stellensuche behilflich war, zur Einreichung von ihr zusagenden Stelleninseraten nicht nachkam. Der Versicherten ist aber zugute zu halten, dass sie sich nach dem ersten Unfall um die Erhaltung ihres Arbeitsplatzes bemühte und nach dem zweiten Unfall auf eigene Initiative hin eine Umschulung begann, welche anschliessend von der IV unterstützt und von der Versicherten erfolgreich abgeschlossen wurde. Dennoch bestanden längere Perioden hälftiger Arbeitsunfähigkeit und es ist insbesondere auch nach erfolgter beruflicher Eingliederung durch die IV eine bleibende Einschränkung (verminderte Stressbelastung, Einlegen von regelmässigen Pausen) zu verzeichnen (vgl. Bericht des Kreisarztes vom 26. Januar 2005). Das Kriterium bezüglich der Arbeitsunfähigkeit ist zu bejahen; allerdings liegt es nicht in besonders ausgeprägter Weise vor. 5.5 Nach dem Gesagten sind höchstens drei der Kriterien und diese nicht in besonders schwerer oder auffälliger Weise erfüllt. Das genügt praxisgemäss nicht zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs (Urteil 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008, E. 8 mit Hinweisen). Verwaltung und Vorinstanz haben demnach zu Recht auf Einstellung der Leistungen per 14. August 2005 entschieden.