Citation: I 922/05 02.08.2006 E. 3

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und dabei insbesondere die der Invaliditätsbemessung zugrunde gelegte Arbeitsfähigkeit. 3.1 Aufgrund der medizinischen Unterlagen gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, die verschiedenen medizinischen und beruflichen Abklärungen ergäben ein konstantes Bild vom Gesundheitszustand des Versicherten. Nach Meinung des Beschwerdeführers sprechen hingegen die verschiedenen Hinweise auf eine psychische Problematik für die Notwendigkeit ergänzender medizinischer Abklärungen, insbesondere im psychischen Bereich. 3.1.1 Übereinstimmend wird in dem vom Hausarzt Dr. med. M.________, Facharzt für Innere Medizin, zuhanden der IV-Stelle verfassten Bericht vom 26. September 2001, dem im Spital Y.________ am 24. April 2001 erstellten "Bericht über die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit EFL" wie auch in dem unter Einbezug eines Arztes zustande gekommenen Bericht der BEFAS vom 6. Mai 2003 festgestellt, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Gipser zwar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt, eine angepasste leichte - allenfalls mittelschwere - Tätigkeit hingegen uneingeschränkt zumutbar ist. 3.1.2 Die vorgenannte Einschätzung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit steht letztlich im Einklang mit den Schlussfolgerungen des Gutachtens der Klinik X.________ vom 28. August 2002. Dieses enthält zwar keine (ausdrücklichen) Aussagen über die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, hingegen liefert es nachvollziehbare Diagnosen, welche die andernorts vorgenommene Einschätzung erklären. Demgemäss leidet der Versicherte an Beschwerden im zerviko-thorakalen Übergang sowie an intermittierend auftretenden psychologischen Beschwerden im Sinne einer affektiven Reaktion, gegenwärtig ohne eine psychopathologische Syndromdiagnose (Gutachten der Klinik X.________ vom 28. August 2002). Den Beschwerden im zerviko-thorakalen Übergang lässt sich die durchgehend festgestellte Einschränkung im angestammten Beruf als Gipser zuordnen. Die psychische Diagnose erklärt die verschiedentlich festgestellte psychische Problematik, welche sich beispielsweise in den Abklärungssituationen jeweils als Selbstlimitierung äusserte, aber der Zumutbarkeit einer vollschichtigen Ausübung einer angepassten Tätigkeit nicht entgegensteht. Hinsichtlich der psychischen Diagnose erscheint wesentlich, dass die Gutachter einen psychopathologischen Befund verneinen. Die affektive Reaktion wird in Anbetracht der Verhältnisse - einerseits Andauern der belastungsabhängigen Beschwerden, anderseits Ungewissheit über die berufliche Situation - als adäquat und nachvollziehbar erachtet (Gutachten der Klinik X.________ vom 28. August 2002). Im Zeitpunkt der Begutachtung lag demnach keine psychische Erkrankung vor; eine Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit aus rechtlich relevanten psychischen Gründen bestand somit nicht. 3.1.3 Zu prüfen bleibt, ob auch für den massgeblichen Zeitpunkt des Einspracheentscheides - dem 20. April 2004 - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass der Versicherte nicht unter einer psychischen Erkrankung litt. Diese Frage verlangt eine besondere Betrachtung, weil zwischen Begutachtung und Einspracheentscheid eine Dauer von fast zwei Jahren liegt. Zudem wird in den Schlussfolgerungen des Gutachtens der Klinik X.________ ausdrücklich erwähnt, die festgestellte affektive Reaktion sei "gegenwärtig" ohne psychopathologische Syndromdiagnose, und es ist zu beachten, dass im Bericht der Klinik Z.________ vom 6. Juli 2000 unter anderem eine Erschöpfungsdepression diagnostiziert und eine psychotherapeutische Begleitung empfohlen wurde. Diese Umstände werfen die Frage nach der Entwicklung des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers auf. Dem Bericht des Dr. med. M.________ lässt sich dazu entnehmen, dass sich der psychische Zustand in der Zeit zwischen der ersten Konsultation am 13. Mai 2000 und dem 26. September 2001, als der Bericht zuhanden der Invalidenversicherung verfasst wurde, besserte. In Kenntnis des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers - insbesondere auch im Wissen um die Erschöpfungsdepression im Frühling 2000 - bejahte der Hausarzt im September 2001 eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten. Eine Besserung des psychischen Zustandes lässt sich auch im Vergleich der Situationen einerseits im Spital Y.________ bei der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) am 22. und 23. März 2001 und anderseits bei der Abklärung durch die BEFAS zwischen dem 24. März und dem 18. April 2003 feststellen. Während im Bericht des Spitals Y.________ vom 24. April 2001 Antriebslosigkeit, depressive Verstimmung und Konzentrationsschwäche erwähnt werden, wird in jenem der BEFAS vom 6. Mai 2003 zwar noch angemerkt, der Versicherte benötige viel Energie für die Verarbeitung der Unfallfolgen, ansonsten findet sich aber kein Hinweis auf eine psychische Beeinträchtigung, welche sich negativ auf das Arbeitsverhalten ausgewirkt hätte; vielmehr wird auf die gute Motivation hingewiesen. Aufgrund der Akten zeigt sich, dass im Lauf der Zeit eine Stabilisierung des psychischen Zustandes eingetreten ist. Angesichts der festzustellenden Tendenz zur Besserung ist davon auszugehen, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der Begutachtung nicht mehr verschlechterte. Entsprechendes wird denn auch nicht geltend gemacht. Die Schlussfolgerungen des Gutachtens der Klinik X.________ haben deshalb auch im massgeblichen Zeitpunkt des Einspracheentscheides Gültigkeit. 3.1.4 Die Auffassung der Vorinstanz, dass der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt ist und eine zuverlässige Schätzung der verbleibenden Arbeits- und Erwerbsfähigkeit erlaubt, erweist sich damit als begründet. Führen die vorgenommenen Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, S. 212, Rz 450; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., S. 274; vgl. auch BGE 122 II 469 Erw. 4a, 122 III 223 Erw. 3c, 120 Ib 229 Erw. 2b, 119 V 344 Erw. 3c mit Hinweis). Von der beantragten Aktenergänzung ist somit abzusehen. 3.2 Die Annahme der IV-Stelle und der Vorinstanz, dass der Versicherte in einer angepassten, das heisst körperlich leichten, wechselnd belastenden Tätigkeit unter Vermeidung von Überkopfarbeiten vollschichtig erwerbstätig sein kann, erweist sich demnach als zutreffend und aktenmässig genügend ausgewiesen. In diesem Zusammenhang ist auch anzumerken, dass entgegen der im kantonalen Verfahren vertretenen Auffassung solche als zumutbar erachtete (Verweisungs-) Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorhanden sind und die Restarbeitsfähigkeit demzufolge durchaus verwertbar ist; auch diesbezüglich erübrigen sich zusätzliche Abklärungen.