Citation: 1C_390/2022 E. 4

Am 16. März 2016 erliess der bernische Gesetzgeber besondere Regelungen zum Schutz des Kulturlands. Nach Art. 8a des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG/BE; BSG 721.0) in der seit dem 1. April 2017 geltenden Fassung sind die landwirtschaftlichen Nutzflächen zu schonen (Abs. 1). Sie dürfen nach Abs. 2 nur eingezont oder für andere bodenverändernde Nutzungen beansprucht werden, sofern der damit verfolgte Zweck ohne die Beanspruchung von landwirtschaftlichen Nutzflächen nicht sinnvoll erreicht werden kann (lit. a) und durch eine kompakte Anordnung des Siedlungsgebiets, eine flächensparende Anordnung von Bauten und Anlagen in hoher Qualität, eine besonders hohe Nutzungsdichte sowie eine dem Raumtyp entsprechende, gute Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr sichergestellt ist, dass die beanspruchten Flächen nach dem Stand der Erkenntnisse optimal genutzt werden (lit. b). Diese Anforderungen werden in der Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV/BE; BSG 721.1) konkretisiert (vgl. zur besonders hohen Nutzungsdichte Art. 11c BauV/BE).