Citation: 2C_539/2023 E. 4.2.1

4.2.1. Die Vorinstanz ist nach einer ausführlichen Auseinandersetzung mit dem Wortlaut von Art. 50 WRG, der Entstehungsgeschichte der Bestimmung sowie mit der Geschichte des WRG als Ganzes zum Ergebnis gelangt, dass zwar der Wortlaut eher für eine enge Auslegung der Vorschrift, d.h. Beschränkung auf den (Neu-) Bau von Kraftwerken, spreche, und den Materialien keine Antwort auf die Frage zu entnehmen sei, welcher Wortsinn dem Begriff "Bau" beizugeben sei. Das WRG sei jedoch seit seinem Inkrafttreten am 1. Januar 1918 verschiedentlich geändert und ergänzt worden. Gemäss einer Teilrevision im Jahr 1997 bezwecke das Gesetz heute ausdrücklich auch, die Modernisierung bzw. Erneuerung und Erweiterung bestehender Wasserkraftwerke zu fördern; die Konzessionäre sollten (zusätzliche) Anreize erhalten, bestehende Kraftwerke zu modernisieren und/oder auszubauen. Vor diesem Hintergrund rechtfertige es sich, dem Begriff "Bau" gestützt auf das zeitgemäss teleologische Auslegungselement einen weiten Wortsinn beizumessen, der auch bauliche Massnahmen wie die Erneuerung und den Ausbau bestehender Wasserkraftwerke einschliesse. Dieses Ergebnis finde sich im Übrigen in der Systematik des Gesetzes bestätigt, das nicht zwischen der erstmaligen Erteilung einer Konzession für ein neues und der Konzessionserneuerung für ein bereits bestehendes Kraftwerk unterscheide. Art. 50 WRG finde sich im dritten Abschnitt des Gesetzes, welcher in allgemeiner Weise die Verleihung von Wasserrechten und in den Art. 48 ff. WRG die Pflichten des Konzessionärs regle. Die Erneuerung einer Konzession stehe insoweit unter den denselben Grundsätzen wie die Neukonzessionierung, weshalb nach der Gesetzessystematik Art. 50 WRG auch dann anwendbar sei, wenn der Konzessionär im Rahmen einer Konzessionserneuerung zu baulichen Massnahmen verpflichtet worden sei.