Citation: 5P.55/2002 14.06.2002 E. 1

dass das Bundesgericht in konstanter Rechtsprechung ein aktuelles und praktisches Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids bzw. an der Überprüfung der von der Beschwerdeführerin erhobenen Rügen verlangt, das auch noch im Zeitpunkt der bundesgerichtlichen Urteilsfällung gegeben sein muss (BGE 118 Ia 46 E. 3c S. 53 mit Hinweisen), dass sich die Beschwerdeführerin über Verfahrensfehler zu Beginn des Scheidungsverfahrens beklagt hat, dass für den Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung das Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung dieser Fragen bejaht werden kann, dass die Beschwerdeführerin nach der Einigung im Scheidungspunkt und nach der Vereinbarung über die Nebenfolgen sowie nach dem (inzwischen rechtskräftigen) Scheidungsurteil kein aktuelles und praktisches Interesse an der Beurteilung der Frage (mehr) hat, ob das Scheidungsverfahren in jeder Beziehung korrekt abgewickelt worden ist (BGE 118 Ia 488 E. 2 S. 492), dass der Hinweis der Beschwerdeführerin, das staatsrechtliche Beschwerdeverfahren weise zum Teil andere Parteien als das Scheidungsverfahren auf, an diesem Ergebnis ebenso wenig ändert wie der Umstand, dass sie den zeitlichen Ablauf des Scheidungsverfahrens nicht hat beeinflussen können, dass demnach das aktuelle praktische Interesse in der Zeitspanne zwischen Beschwerdeerhebung und Urteil weggefallen ist, dass die Beschwerdeführerin weiter darauf hinweist, sie habe eine grundsätzliche Frage aufgeworfen, an deren Beantwortung sie nach wie vor ein Interesse habe, zumal sich auch der Ehemann über den Verfahrensfehler aufgehalten habe, dass das Bundesgericht ausnahmsweise auf das Erfordernis des aktuellen praktischen Interesses verzichtet, wenn sich die aufgeworfene Frage jederzeit unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen könnte, an ihrer Beantwortung wegen der grundsätzlichen Bedeutung ein öffentliches Interesse besteht und sie im Einzelfall kaum je rechtzeitig verfassungsrechtlich überprüft werden könnte (BGE 118 Ia 488 E. 3a S. 493), dass die Beschwerdeführerin lediglich die grundsätzliche Bedeutung der aufgeworfenen Frage behauptet, aber die weiteren Voraussetzungen weder geltend macht noch belegt, dass nicht anzunehmen ist, die Frage könne im Einzelfall kaum je rechtzeitig verfassungsrechtlich überprüft werden, dass das Verfahren daher gemäss Art. 72 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP; SR 273) in Verbindung mit Art. 40 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG; SR 173.110) infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben ist, dass nur noch mit summarischer Begründung über die Prozesskosten auf Grund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes zu entscheiden ist (Art. 72 BZP), dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift hauptsächlich die Frage aufwirft, ob der eigene Anwalt durch das kantonale Verfahrensrecht von der getrennten Anhörung im Scheidungsverfahren grundsätzlich ausgeschlossen werden darf, dass im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren die Auslegung des Bundesrechts lediglich auf Willkür hin zu überprüfen ist (Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Aufl. 1994, S. 164), dass die Auffassung kaum willkürlich sein dürfte, weder Art. 111 noch 112 ZGB regle die Frage, ob der eigene Anwalt bei der getrennten Anhörung anwesend sein dürfe oder nicht, dass sich diese Frage daher aufgrund des kantonalen Verfahrensrechts entscheidet, wobei die verfassungsrechtlichen Schranken zu beachten sind, dass ohne Willkür davon ausgegangen werden darf, das kantonale Verfahrensrecht lasse den Ausschluss des Anwalts bei der getrennten Anhörung im vorliegenden Fall zu (§ 244b ZPO/LU und § 4 der Verordnung zur Einführung des neuen Scheidungsrechts), dass sich unmittelbar aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör wohl nicht zwingend etwas anderes ergibt, dass alle diese Fragen nicht abschliessend zu entscheiden sind, dass es sich bei dieser Sachlage rechtfertigt, der Beschwerdeführerin eine (reduzierte) Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren aufzuerlegen und keine Parteientschädigung zu sprechen, in Anwendung von Art. 40 OG i.V.m. Art. 72 BZP beschlossen: