Citation: 5P.17/2001 06.03.2001 E. 3

3.- Das Obergericht ist vom derzeitigen Lohn des Beschwerdeführers (monatlich wohl Fr. 4'200.--) abgewichen und davon ausgegangen, dieser könnte den erstinstanzlich festgesetzten Lohn von netto Fr. 6'000.-- im Monat nicht verdienen (unter Einbezug des 13. Monatslohnes). Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände sei aber möglich, dass er so viel wie ein leitender Monteur verdienen könnte mit der Folge, dass ihm ein Monatseinkommen von Fr. 5'000.-- anzurechnen sei. Dabei hat es auch das Lohngefüge im Betrieb der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers mitberücksichtigt. a) Der Beschwerdeführer begründet Willkür zunächst damit, das Obergericht hätte seinen Verdienst seit 1995 berücksichtigen müssen. Dieser habe monatlich zwischen Fr. 2'500.-- und etwas über Fr. 3'400.-- betragen und liege somit wesentlich tiefer als der aktuelle Lohn. Der Beschwerdeführer gibt im Zusammenhang mit seiner Rüge selber zu, dass er in der von ihm geltend gemachten Periode bis April 2000 selbstständig Erwerbender war und sein Unternehmen mangels Liquidität geschlossen werden musste; erst danach sei er angestellt worden. Er hätte demnach begründen müssen, weshalb es geradezu unhaltbar, bzw. krass tatsachenwidrig ist (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 125 I 492 E. 1b S. 495; 120 Ia 369 E. 3a S. 373; 118 Ia 28 E. 1b), sein Einkommen als Selbstständigerwerbender nicht zu berücksichtigen. Es leuchtet im Gegenteil ein, dass das Obergericht in Anbetracht des Umstandes, dass der Beschwerdeführer seit spätestens Mai 2000 angestellt ist, dessen Einkommen mit demjenigen eines Angestellten verglichen und auf die gegenwärtige Situation abgestellt hat. b) Das Obergericht hat den Beschwerdeführer unter Abwägung verschiedener Gesichtspunkte beruflich als so fähig eingestuft, dass er nicht bloss das Einkommen eines Angestellten mit wenigen Jahren Berufserfahrung, sondern dasjenige eines leitenden Elektromonteurs erzielen könnte. Der Beschwerdeführer wendet erfolglos ein, sein Alkoholproblem sei willkürlich bagatellisiert und dessen Schilderung durch die Beschwerdegegnerin übergangen worden. Das Obergericht ist zum Schluss gelangt, die Alkoholprobleme seien übertrieben dargestellt worden mit der Begründung, wenn diese so schwerwiegend gewesen wären, wäre der Beschwerdeführer schon als einfacher Angestellter nicht tragbar gewesen; dass der periodische Alkoholmissbrauch den Beschwerdeführer bei der Arbeit behindere, könne nicht einmal der schriftlichen Stellungnahme der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers vom 6. September 2000 entnommen werden. Indem dieser seine Alkoholprobleme anders gewichtet und auch die Ausführungen der Beschwerdegegnerin dazu anders würdigt als das Obergericht, übt er appellatorische und damit unzulässige Kritik an dessen Beweiswürdigung (BGE 121 I 225 E. 4c S. 230, 118 Ia 20 E. 5c S. 27 unten). Soweit er im gleichen Zusammenhang willkürliche Anwendung von Art. 139 Abs. 1 ZGB rügt, begründet er nicht, inwiefern diese Bestimmung geradezu unhaltbar und dem Gerechtigkeitsempfinden zuwiderlaufend angewendet worden ist (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 125 I 71 E. 1c; 123 III 261 E. 4a und b S. 270). Denn das Obergericht ist bloss zu einer anderen Überzeugung bezüglich der Intensität der Alkoholprobleme gelangt als der Beschwerdeführer, weshalb auch dessen Vorwurf der aktenwidrigen Beweiswürdigung scheitert, hat doch das Obergericht seine eigene Meinung auf Grund der Würdigung der Gesamtsituation gebildet. Wenn der Beschwerdeführer z.B. die schriftliche Stellungnahme seiner Arbeitgeberin heranzieht, verkennt er, dass auch diese vom Obergericht gewürdigt worden ist, wenn auch nicht in seinem Sinn. c) Das Obergericht hat für die Qualifikation des Beschwerdeführers mitberücksichtigt, dass dieser als 47-jähriger Mann über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung verfügt, Prokurist ist, eine neu eröffnete Filiale des Arbeitgebers leitet, für mehrere Baustellen verantwortlich ist und das Meisterdiplom hat. Der Beschwerdeführer macht Willkür geltend mit der Begründung, er habe während des Niedergangs seiner selbstständigen Tätigkeit keine Zeit mehr für Weiterbildungskurse gehabt und weise im Bereich der Telekommunikation fachliche Defizite aus. In diesem Sinn müsse auch das Schreiben seiner Arbeitgeberin vom 6. September 2000 verstanden werden, aus dem hervorgehe, dass er fachlich nicht das biete, was von einem leitenden Angestellten verlangt werde; er sei bloss angestellt worden, damit seine Arbeitgeberin das von ihm an seinem Wohnort aufgebaute Geschäftsvolumen seiner geschlossenen Firma übernehmen könne. Auch damit übt er bloss unzulässige Kritik an der Beweiswürdigung des Obergerichts. Denn dieses stellt fest, das Schreiben vom 6. September 2000 sei für den Beschwerdeführer zwecks Verwendung im Scheidungsverfahren und in seinem Interesse abgefasst worden. Im Übrigen seien darin keine fachlichen Mängel aufgelistet, die im Widerspruch zur Ansicht stünden, der Beschwerdeführer könnte den Lohn eines leitenden Angestellten erzielen. Dass der Beschwerdeführer Mühe haben könnte, sich unterzuordnen, spreche für seine Fähigkeiten, selbstständig arbeiten und Baustellen leiten zu können. Wenn der Beschwerdeführer seine "Geschäftspleiten", über die die ganze Branche informiert sei, gegen seine Erwerbschancen ins Feld führt, begründet er nicht, weshalb unternehmerische Mängel zwingend fachlichen Unzulänglichkeiten gleichzusetzen sind. Es leuchtet viel mehr ein, beide Eigenschaften getrennt zu beurteilen. Schliesslich verfängt auch nicht, dass der Beschwerdeführer sein Alter gegen seine Erwerbschancen vorbringt. Denn damit gewichtet er bloss die Auswirkungen seines Alters anders als das Obergericht. d) Hat das Obergericht bei der Festsetzung des hypothetischen Einkommens in keinem der vorstehend gerügten Punkte willkürlich gehandelt, scheitert der Beschwerdeführer auch mit dem Versuch, dem Obergericht eine Verletzung der Verfassung insofern nachzuweisen, als er das Ergebnis der vom Obergericht gewürdigten Umstände willkürlich findet. Denn er fasst bloss alle gerügten Punkte zusammen. Der Beschwerdeführer verkennt, dass Willkür nicht bereits dann vorliegt, wenn eine andere Entscheidvariante möglich oder gar vorzuziehen wäre (BGE 124 IV 86 E. 2a S. 88 mit Hinw. , 120 Ia 369 E. 3a, 119 Ia 113 E. 3a).