Citation: 4A_35/2021 E. 4.6.1

4.6.1. Die Vorinstanz nahm gemäss der Beschwerdeführerin an, die Beschwerdegegnerin habe nebst einem TU-Honorar von 9.9 % Anspruch auf Ersatz der Kosten der von ihr beigezogenen "Architekten, Ingenieure und Planer". Das ergebe sich daraus, dass die Parteien in Ziff. 4.3 TUV für gewisse Planerleistungen einen Globalpreis vereinbart hätten und weil Bestellungsänderungsofferten gemäss Ziff. 4.6 TUV die Honorare des Totalunternehmers sowie der beigezogenen Planer umfassen müssten. In dieselbe Richtung weise der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin im Herbst 2004 auf den Risikozuschlag verzichtet habe, weil es dann beim TU-Honorar von 10 % bleibe, und nicht abwegig erscheine, dass die Honorare der Beschwerdegegnerin zusätzlich verrechnet werden könnten. Soweit die Beschwerdeführerin moniert, aus dem Verzicht auf den Risikozuschlag von 10 %, einer Entschädigung des Totalunternehmers für die übernommenen Projektrisiken, die inhaltlich mit Honoraren nichts zu tun habe, könne nichts in Bezug auf den Umfang des TU-Honorars abgeleitet werden, weil der Verzicht auf den Risikozuschlag erst im Herbst 2004, mithin über 1.5 Jahre nach dem Abschluss des TUV erfolgt sei, ist zu unterscheiden: 4.6.1.1. Zwar trifft zu, dass nachträgliches Parteiverhalten bei der Vertragsauslegung nach dem Vertrauensprinzip keine Rolle spielt, da dafür grundsätzlich allein der Zeitpunkt des Vertragsschlusses massgebend ist (BGE 144 III 93 E. 5.2.3). Es kann aber - im Rahmen der Beweiswürdigung - auf einen tatsächlichen Willen der Parteien schliessen lassen (BGE 132 III 626 E. 3.1; 129 III 675 S. 680). Hat die Vorinstanz darauf geschlossen, müsste die Beschwerdeführerin diesen Schluss als im Ergebnis offensichtlich unhaltbar ausweisen und genügten ihre Ausführungen schon den Begründungsanforderungen nicht. 4.6.1.2. Selbst wenn man von einer Auslegung nach dem Vertrauensprinzip ausgeht und nachträgliches Parteiverhalten nicht miteinbezieht, ändert dies nichts. Die Beschwerdeführerin anerkennt, dass die Leistungen des in Ziff. 4.3 TUV vereinbarten Globalpreises von Fr. 2.2 Mio. "für Aufnahme, Planung und Projektierung" bis zum Vorliegen des Bauprojektes im Ergebnis von Architekten und Ingenieuren erbracht wurden. Wenn dafür ein Globalpreis vereinbart wurde, spricht dies im konkreten Fall gegen eine Abgeltung über das TU-Honorar von 10 %, auch wenn eine derartige Abgeltung der entsprechenden Leistungen klassischerweise in Form des TU-Honorars entschädigt werden sollten, wie die Beschwerdeführerin behauptet. Auch ist denkbar, dass die Bestellungsänderungen ausserhalb der vereinbarten Globalpreise analog zu den darin enthaltenen Posten geregelt werden. Eine Bundesrechtsverletzung ist nicht ersichtlich.