Citation: 7B_554/2023 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwägt in diesem Zusammenhang Folgendes: Der Beschwerdeführer berufe sich zwar auf das Arztgeheimnis. Wenn der von den Zwangsmassnahmen betroffene Arzt selbst beschuldigt sei, bilde sein Berufsgeheimnis jedoch kein absolutes gesetzliches Beschlagnahme- und Entsiegelungshindernis. Es sei hier auch nicht zu erwarten, dass sensible Informationen aus der Intim- und Privatsphäre von Patientinnen und Patienten aus den edierten Asservaten hervorgingen. Vielmehr seien solche Informationen auf Bankunterlagen gerade nicht enthalten, was auch eine stichprobenmässige Prüfung der bereits aktenkundigen Bankunterlagen durch die Vorinstanz gezeigt habe. Der Beschwerdeführer habe lediglich geltend gemacht, dass allenfalls Patientennamen darauf zu finden wären. Falls sich wider Erwarten "vereinzelt Namen von Privatpersonen in den Unterlagen" befänden, werde es "gerade Gegenstand des Verfahrens sein, zu klären, ob eine Belastung einen Patienten betraf oder eben nicht". Das blosse Offenlegen einer Arzt-/Patientenbeziehung durch die allfällige Nennung des Patientennamens würde auch nur einen leichten Grundrechtseingriff darstellen. Demgegenüber sei das öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung im vorliegenden Fall als hoch einzustufen. Mit dem Vorwurf der (qualifizierten) ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB) sowie der Falschbeurkundung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) stünden Verbrechen und damit schwerwiegende Delikte im Raum. Somit würde, selbst unter der Annahme, dass sich Patientennamen in den Unterlagen befänden, das öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung die privaten Geheimnisinteressen der von der Entsiegelung mitbetroffenen Patienten und Patientinnen überwiegen. Ein allfälliger, jedoch unwahrscheinlicher Eingriff in die Geheimnisschutzinteressen von Patientinnen und Patienten durch das Bekanntwerden derer Namen wäre, gemessen am im Raum stehenden Vorwurf, ohne Weiteres zu rechtfertigen.