Citation: 1C_23/2020 E. 4.6

4.6. Darüber hinaus kann der vorinstanzlichen Argumentation zufolge nicht leicht festgestellt werden, ob und bis wann das ab 2011 aktive Holzbauunternehmen die betroffenen Gebäude als Zimmerei und Sägerei nutzte und insoweit die Anforderungen der kantonal geregelten Besitzstandsgarantie erfüllte. Unter diesen Umständen hat sich die Vorinstanz vom Grundsatz leiten lassen, dass die Frage, ob eine in besitzstandsrechtlicher Hinsicht zu schützende Rechtsposition vorliegt, mittels Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens zu klären ist (vgl. EGV-SZ 2012 B 8.2 E. 3.1.3). Dass eine Auseinandersetzung über das Vorliegen einer Besitzstandsgarantie, gerade in nicht offensichtlichen Fällen, in ein Baubewilligungsverfahren verwiesen wird, wahrt den Rechtsschutz Dritter über jenen des Beschwerdegegners hinaus. Soweit die baurechtliche Bewilligungsfähigkeit von Grundstücksnutzungen Auswirkungen auf die Nachbarschaft hat, ist es gerechtfertigt, dafür ein ordentliches Baubewilligungsverfahren durchzuführen und nicht in einem vereinfachten Verfahren darüber zu entscheiden (vgl. BGE 120 Ib 379 E. 3e S. 384). Im Hinblick auf die im Streit liegende Besitzstandsgarantie stehen vorliegend derartige Auswirkungen auf dem Spiel. Ihre Klärung in einem ordentlichen Baubewilligungsverfahren drängt sich umso mehr auf, als über die allfällige Nutzungsänderung infolge des Betriebs der Beschwerdeführerin 1 ohnehin ein solches Verfahren durchzuführen ist (vgl. oben E. 3). Die bau- und umweltrechtlichen Rahmenbedingungen für eine gewerbliche Nutzung auf KTN 727 sind in einer Gesamtschau zu überprüfen. Dieses Vorgehen ist auch mit den Verfahrensrechten der Beschwerdeführerinnen gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 BV vereinbar.