Citation: 1P.633/2005 11.10.2005 E. 4

4.1 Sodann stellt der Beschwerdeführer den besonderen Haftgrund der Kollusionsgefahr in Abrede. Im angefochtenen Entscheid werde nicht ausgeführt, warum weiterhin Kollusionsgefahr bestehe. Seiner Ansicht nach fällt die Kollusionsgefahr nach der ausführlichen Einvernahme der Geschädigten vom 14. September 2005 als besonderer Haftgrund dahin. 4.2 Dem Beschwerdeführer ist darin zuzustimmen, dass der angefochtenen Verfügung nicht zu entnehmen ist, weshalb weiterhin Kollusionsgefahr bestehen soll. Die Haftrichterin hält lediglich fest, Kollusionsgefahr sei ohne weiteres zu bejahen. Es ist jedoch nicht Sache des Bundesgerichtes, unter Würdigung der Akten anstelle der Haftrichterin zu beurteilen, ob im jetzigen Zeitpunkt noch Kollusionsgefahr besteht. Die Feststellung der Haftrichterin genügt den verfassungsrechtlichen Anforderungen an einen Haftentscheid nicht. Daraus folgt indes nicht automatisch ein Anspruch auf Haftentlassung. Zum einen haben die kantonalen Behörden zu prüfen, ob der Haftgrund der Kollusionsgefahr ausreichend begründet werden könnte. Zum andern sieht die Strafprozessordnung des Kantons Zürich noch weitere (alternative) besondere Haftgründe (insbesondere Ausführungsgefahr) vor, die allenfalls in Frage kommen könnten (§ 58 Abs. 1 Ziff. 1-4 StPO/ZH). Der Grundsatz der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV) und das Beschleunigungsgebot in Haftsachen (Art. 31 Abs. 4 BV) verlangen allerdings eine rasche Prüfung der fraglichen Haftgründe, auch wenn im Augenblick noch keine Gefahr von Überhaft besteht.