Citation: 6B_1027/2020 E. 2.2.2

2.2.2. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was Anlass gäbe, die vorinstanzliche Interessenabwägung als missbräuchlich oder als Verstoss gegen Verfassungs- und Völkerrecht zu beurteilen. Daran ändert zunächst entgegen seiner Auffassung nichts, dass er erstmals in derart schwerer Weise straffällig wurde. Die inkriminierte Tat zieht, wie dargelegt, grundsätzlich von Verfassungs wegen eine Landesverweisung nach sich. Mit seinen auch gegen die Strafzumessung erhobenen Einwänden betreffend Hierarchiestufen im Drogenhandel ist der Beschwerdeführer nicht zu hören (vgl. oben E. 1.2). Ebenso geht die Vorinstanz nachvollziehbar von einer realen Rückfallgefahr aus und kommt zum Schluss, dass diese angesichts der Schwere der drohenden Rechtsgutsverletzung nicht hingenommen werden muss. Wenn der Beschwerdeführer einwendet, aufgrund seiner familiären Verpflichtungen bestehe keine Rückfallgefahr, so scheint er zu verkennen, dass ihn diese auch von den hier beurteilten schweren Straftaten nicht abgehalten haben. Die Einbindung in die Familie entlastet ihn mithin insoweit nicht. Nicht zu beanstanden ist sodann, dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer nicht verwarnt hat. Eine Verwarnung wäre gemäss Art. 46 Abs. 2 StGB allenfalls anstelle des Widerrufs einer bedingt ausgefällten Vorstrafe in Frage gekommen, was hier angesichts des Massnahmencharakters der Landesverweisung ohnehin nicht möglich ist. Schliesslich steht das Recht auf Privat- und Familienleben einer Landesverweisung - selbst bei Ausländern der zweiten Generation - nicht entgegen, gilt es doch praxisgemäss nicht absolut (vgl. Urteile 6B_348/2020 vom 14. August 2020 E. 1.3.1; 6B_742/2019 vom 23. Juni 2020 E. 1.1 und 1.2.2). Unter dem Titel der Achtung des Privatlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK genügen zudem selbst eine lange Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration nicht; erforderlich sind besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (BGE 144 II 1 E. 6.1; Urteil 6B_1024/2019 vom 29. Januar 2020 E. 1.3.2; Urteil des EGMR in Sachen J.A. gegen die Schweiz vom 22. Dezember 2020, Verfahren 6325/2015). Solche Beziehungen sind hier klar nicht gegeben. Im Übrigen ist unerfindlich, weshalb dem in Nigeria aufgewachsenen Beschwerdeführer eine Reintegration in der Heimat unmöglich oder unzumutbar sein soll. Dass diese mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein dürfte, begründet solches zweifellos nicht.