Citation: 1P.58/2002 08.07.2002 E. 1

1.1 Mit dem angefochtenen Urteil hat das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden den gegen eine Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Sils i.E. gerichteten Rekurs der Beschwerdegegner gutgeheissen. Dieser Entscheid berührt die Gemeinde in ihrer Eigenschaft als Trägerin hoheitlicher Gewalt, weshalb sie zur Beschwerde wegen Verletzung der Gemeindeautonomie (Art. 189 Abs. 1 lit. b BV) legitimiert ist. Ob ihr im in Frage stehenden Bereich tatsächlich Autonomie zusteht, ist nicht eine Frage des Eintretens, sondern bildet Gegenstand der materiellrechtlichen Beurteilung (BGE 128 I 3 E. 1c S. 7; 124 I 223 E. 16 S. 226, je mit Hinweisen). 1.2 Indem das Verwaltungsgericht die Streitsache "im Sinne der Erwägungen zu neuer Beurteilung an die Gemeinde" zurückgewiesen hat, hat es einen Zwischenentscheid gefällt, der das kantonale Verfahren nicht abschliesst. Die staatsrechtliche Beschwerde ist gemäss Art. 87 Abs. 2 OG (in der Fassung vom 8. Oktober 1999, in Kraft seit dem 1. März 2000; AS 2000 417) gegen Zwischenentscheide nur zulässig, wenn diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können. Eine Ausnahme gilt lediglich für Zwischenentscheide über gerichtsorganisatorische Fragen, die ihrer Natur nach endgültig zu entscheiden sind, bevor das Verfahren weitergeführt werden kann (87 Abs. 1 OG). Ein nicht wiedergutzumachender Nachteil liegt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung unter anderem vor, wenn eine Gemeinde - wie hier - gezwungen wird, entgegen ihrer Auffassung eine neue Anordnung zu erlassen; ihr ist nicht zuzumuten, einer als falsch erachteten Weisung Folge zu leisten, um alsdann ihren eigenen Entscheid anzufechten (BGE 128 I 3 E. 1b S. 7.; 116 Ia 41 E. 1b S. 44, je mit Hinweisen). 1.3 Die Beschwerdegegner beantragen, auf die Beschwerde sei wegen ungenügender Begründung nicht einzutreten. Die Gemeinde Sils i.E. habe nicht dargelegt, weshalb die Gemeindeautonomie verletzt sein soll. Gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss die Beschwerdeschrift die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht prüft deshalb im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen. Auf ungenügend begründete Rügen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (BGE 125 I 492 E. 1b S. 495 mit Hinweisen). Es genügt nicht, dass die Gemeinde nur ihre Autonomie im fraglichen Sachbereich dartut und die nach ihrer Ansicht richtige Rechtsanwendung nennt. Sie muss substantiiert darlegen, inwieweit das Recht im angefochtenen Entscheid unrichtig angewendet worden sei (BGE 114 Ia 315 E. 1b S. 316). Im vorliegenden Fall legt die Gemeinde Sils i.E. zunächst unbestrittenermassen genügend substantiiert dar, dass ihr im fraglichen Bereich Autonomie zukomme. Die Beschwerdeführerin hält weiter fest, eine Gemeinde könne sich mit staatsrechtlicher Beschwerde namentlich dagegen zur Wehr setzen, dass die kantonale Behörde bei der Anwendung der kommunalen, kantonalen und bundesrechtlichen Normen, die den betreffenden Sachbereich ordnen, gegen das Willkürverbot verstösst. Im Sinne einer Schlussfolgerung führt die Gemeinde Sils i.E. aus, die willkürliche Anwendung der einschlägigen Normen des kommunalen und kantonalen Baugesetzes laufe auf eine Verletzung der Gemeindeautonomie hinaus. Ferner wird geltend gemacht, das Verwaltungsgericht sei dadurch in Willkür verfallen, dass es der Bauherrschaft und ihrem Architekten trotz eindeutiger Fakten Gutgläubigkeit attestiert und die Absicht, das neue Recht zu umgehen, verneint habe. Es sei unhaltbar, wenn im angefochtenen Entscheid festgehalten werde, es sei der Gemeinde nicht gelungen, die Bösgläubigkeit bzw. die Absicht der Umgehung der verschärften Regelung von Art. 69 BauG nachzuweisen. Damit macht die Beschwerdeführerin Willkür in der Feststellung des prozessrelevanten Sachverhalts geltend, die - wie die willkürliche Anwendung der einschlägigen Normen - ihrer Ansicht nach im Ergebnis zur Verletzung der Gemeindeautonomie geführt hat. Demnach ist auf die Beschwerde auch mit Blick auf Art. 90 Abs. 1 lit. b OG einzutreten.