Citation: 5A_861/2023 E. 3.5

3.5. Zu den Wirkungen der Anerkennung der Verfahrenseröffnung wird die Sicherstellung der Befriedigung der privilegierten Forderungen (Art. 172 Abs. 1 lit. b IPRG) gezählt. Bei einer unternehmenserhaltenden Sanierung soll der Sachwalter darauf hinwirken, dass der ausländische Schuldner die Befriedigung der privilegierten Forderungen in der Höhe der mutmasslich in einem Hilfskonkurs zu erzielenden Dividende sicherstellt (vgl. BOPP, in: Basler Kommentar, a.a.O., N. 34 zu Art. 175; DERS., Sanierungsverfahren, a.a.O., S. 286). Aus dem (am 1. Januar 2019 eingeführten) Recht zur Teilnahme einer neuen, weiteren Gläubigerkategorie (Niederlassungsgläubiger) am Hilfskonkurs kann die Beschwerdeführerin - jedenfalls im konkreten Fall - nichts für sich ableiten. Aus dem angefochtenen Urteil und dem (in den Akten liegenden) Bericht der Sachwalterin vom 22. Mai 2022 geht hervor, dass der Liquidationswert (in einem Hilfskonkurs) des sich in der Schweiz befindlichen Vermögens nicht einmal für eine volle Deckung der privilegierten Gläubiger ausreichen würde, währenddem mit dem DOCA nebst vollständiger Befriedigung der privilegierten Schweizer Gläubiger weiter für alle nicht privilegierten Gläubigern eine Dividende von ca. 5% in Aussicht stehe. Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, auf welchen garantierten Anspruch sich die Beschwerdeführerin berufen will. Anhaltspunkte zur Annahme, dass die Vorinstanz insoweit Wirkungen der Anerkennung der Verfahrenseröffnung übergangen habe, welche der Anerkennung des Sanierungsplanes entgegenstehen könnten, sind nicht ersichtlich. Von einem Ordre public-Hindernis zur Anerkennung des ausländischen Sanierungsplanes kann nicht gesprochen werden.