Citation: 1C_348/2022 E. 4.2.6

4.2.6. Zu prüfen ist sodann, ob die Vorinstanz Art. 53 Abs. 2 und 3 BZO 2020 zu Unrecht keine Vorwirkung zugestanden hat. Gemäss Art. 53 Abs. 2 BZO 2020 ist (ausser in der Zone W 1.0) für Kleinbauten und Anbauten eine zusätzliche Baumasse von 20 % der zonengemässen Baumassenziffer zulässig, mindestens jedoch eine Baumasse von 120 m3. Parkplätze und Tiefgaragenzufahrten, die sich in Hauptgebäuden befinden, werden der Baumasse für Kleinbauten und Anbauten angerechnet (Art. 53 Abs. 3 BZO 2020). Das Verwaltungsgericht verweist vollumfänglich auf die Erwägungen des Baurekursgerichts und bringt vor, dieses habe die negative Vorwirkung zu Recht verneint. Mit der Revision von Art. 53 Abs. 2 und 3 BZO 2020 seien im Vergleich zur bisherigen Bestimmung von Art. 39 aBZO nur redaktionelle Änderungen vorgenommen und der wesentliche Sinngehalt übernommen worden. Eine fehlerhafte (Nicht-) Anwendung von Art. 53 Abs. 2 und 3 BZO 2020 falle somit mangels negativer Vorwirkung ausser Betracht. Die Baumassenzifferberechnung und die Einhaltung der Baumassenziffer nach geltendem Recht werde von den Beschwerdeführenden im Übrigen zu Recht nicht beanstandet. 4.2.6.1. In Bezug auf einen allfälligen planungsrechtlichen Gehalt von Art. 53 Abs. 2 und 3 BZO 2020 machen die Beschwerdeführenden einzig geltend, die Bestimmung stehe in offensichtlichem Zusammenhang mit den generellen neuen Begriffs- sowie Mess- und Berechnungsvorgaben für die Baumassenziffer. Dass gemäss willkürfreier Feststellung des Verwaltungsgerichts nicht sämtlichen revidierten BZO-Bestimmungen generell planungsrechtlichen Gehalt beigemessen wird, wurde bereits ausgeführt (vgl. dazu E. 4.2.2 f. hiervor). Soweit die Beschwerdeführenden hinsichtlich der Berechnung der Baumassenziffer den in Bezug auf das massgebliche Terrain relevanten § 5 ABV/ZH vorwirkungsweise zur Anwendung bringen möchten, ist auf die diesbezüglichen Ausführungen in E. 4.2.4.1 ff. zu verweisen. 4.2.6.2. Worin der planungsrechtliche Gehalt von Art. 53 Abs. 2 und 3 BZO 2020 bestehen soll, zeigen die Beschwerdeführenden nicht rechtsgenügend auf. Sie setzen sich nicht mit den Erwägungen des Verwaltungsgerichts auseinander und legen mithin nicht dar, weshalb der revidierten Vorschrift gegenüber der bisherigen Fassung von Art. 39 Abs. 1 aBZO ein über eine bloss redaktionelle Änderung hinausgehender Gehalt zukommen sollte. Inwieweit die Feststellungen der Vorinstanz offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich sein sollen, ist auch nicht ersichtlich. So kann insbesondere auch den Bemerkungen zur gemeinderätlichen Revisionsvorlage entnommen werden, dass es sich um eine blosse redaktionelle Änderung handelt. Soweit die Beschwerdeführenden erstmals vor Bundesgericht rügen, es fehle an einer gesetzlichen Grundlage, Hauptgebäudeteile der Baumassenziffer für Kleinbauten und Anbauten zu unterstellen, ist Folgendes anzumerken: Da Art. 53 Abs. 3 BZO 2020 aufgrund der willkürfreien Feststellung der Vorinstanz keine negative Vorwirkung zukommt, braucht vorliegend auch nicht darüber entschieden zu werden, ob der Bestimmung die gesetzliche Grundlage fehlt und ihr folglich im Rahmen einer inzidenten Normenkontrolle die Anwendung zu versagen wäre. Im Übrigen machen die Beschwerdeführenden auch nicht geltend, das Bauvorhaben verletze die bisherige Bestimmung von Art. 39 Abs. 1 aBZO.