Citation: U 483/05 30.06.2006 E. 6

Zu prüfen bleibt, ob auch die adäquate Kausalität zu bejahen ist. 6.1 Die Versicherte verlangt, dass die SUVA eine vollständige biomechanische Beurteilung einholt. Diesem Begehren ist nicht zu folgen. Denn die Schlussfolgerungen eines biomechanischen Gutachtens sind nicht ausschlaggebend für die Beurteilung der Schwere des Unfalles im Zusammenhang mit der Adäquanz im Rahmen der Rechtsprechung von BGE 117 V 359. Vielmehr stellen diese nur ein Indiz unter anderen dar (vgl. zu Frage der Bedeutung eines unfallmechanischen Gutachtens RKUV 2003 Nr. U 489 S. 358 Erw. 3.2 mit Hinweisen [= Urteil A. vom 24. Juni 2003, U 193/01]). Demnach ist es nicht zu beanstanden, wenn die SUVA auf die Einholung eines entsprechenden Gutachtens verzichtete, zumal die notwendigen Unterlagen trotz den Bemühungen der SUVA nicht erhältlich gemacht werden konnten. Die Angaben über den Unfallhergang sind genügend detailliert, um eine abschliessende Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs vornehmen zu können. 6.2 Der Unfall, bei welchem die Versicherte als Beifahrerin zuerst eine Seitenkollision von rechts und hernach eine Frontalkollision erlitt, ist praxisgemäss (vgl. für die Unfälle im mittleren Bereich etwa Urteil J. vom 10. April 2006, U 489/05, sowie für die Abgrenzung zu den schweren Unfällen Urteil K. vom 15. November 2004, U 334/03, je mit Hinweisen) den mittleren Unfällen zuzuordnen. Demnach müssen die von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien (vgl. BGE 117 V 367 Erw. 6a) in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sei, um den adäquaten Kausalzusammenhang zu bejahen (BGE 117 V 368 Erw. 6b). Der Unfall hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet und gilt auch nicht als besonders eindrücklich im Sinne der Rechtsprechung (vgl. etwa Urteil J. vom 10. April 2006, U 489/05). Die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen ist ebenfalls zu verneinen. Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist auf Grund der im massgebenden Zeitpunkt noch laufenden psychiatrischen Therapie gegeben, wenn auch nicht in besonders ausgeprägter Weise, da der behandelnde Arzt wie auch der begutachtende Experte deutliche Fortschritte feststellen. Das Kriterium der Dauerschmerzen ist nicht erfüllt, da die Gelenkschmerzen der Versicherten krankheitsbedingt sind (vgl. Erw. 4). Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Ebenso fehlt es an einem schwierigen Heilungsverlauf sowie erheblichen Komplikationen. Das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist - wenn auch nicht in ausgeprägtem Masse - zu bejahen, nachdem im massgebenden Zeitpunkt unfallbedingt noch eine Arbeitseinschränkung aus psychischer Sicht von 20 % bestand. Somit sind zwei der sieben Kriterien gegeben. Doch liegen diese nicht in besonders auffallender Weise vor, so dass die SUVA zu Recht den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den noch bestehenden und auf den Unfall vom 2. August 2002 zurückzuführenden Leiden und dem genannten Unfall verneint hat.