Citation: 2C_22/2023 E. 7.4

7.4. Der Beschwerdeführer war bei seiner erneuten Einreise 40 Jahre alt. Er hat in seiner Heimat die prägenden Kindheits- und Jugendjahre verbracht und verfügt immer noch über ein soziales Netz in Serbien; so wohnen seine beiden Söhne und weitere Familienmitglieder noch in Serbien. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die beschränkten finanziellen Mittel seiner Familienmitglieder in Serbien würden seine Rückkehr und Aufnahme nicht erlauben, verkennt er, dass für die Beurteilung der zumutbaren Wiedereingliederung nicht relevant ist, ob der Beschwerdeführer finanziell von seinen Familienmitgliedern unterstützt wird, sondern ob ihm selber eine Wiedereingliederung ins soziale Umfeld sowie in den serbischen Arbeitsmarkt zugemutet werden kann. Über ein intaktes soziales Netz verfügt der Beschwerdeführer mit seiner in Serbien lebenden Familie. Betreffend berufliche Wiedereingliederung dürfte es dem Beschwerdeführer zwar auch in Serbien nicht leicht fallen, eine seinen körperlichen Beschwerden angepasste Arbeit zu finden, aber angesichts dessen, dass er in Serbien ausgebildet worden ist und dort auch bereits gearbeitet hat sowie mit Hilfe seines sozialen Netzes, dürfte ihm dies bei entsprechenden Bemühungen gelingen. Dass der Beschwerdeführer in der Schweiz mit zwei Familien einen näheren Kontakt pflegt und nach seinen Worten von diesen als "Onkel" betrachtet wird, ändert nichts an dieser Beurteilung. Ob er das Leben in der Schweiz als für ihn einfacher oder besser erachtet, ist in Zusammenhang mit der Frage nach einer zumutbaren Wiedereingliederung nicht entscheidend (E. 7.3).