Citation: 1B_235/2015 E. 4.2

4.2. Bei der Prüfung des hinreichenden Tatverdachtes ist im vorliegenden Fall den Besonderheiten der untersuchten internationalen Cyber-Wirtschaftskriminalität Rechnung zu tragen. Gemäss den bisherigen Untersuchungsergebnissen bestanden im Tatzeitraum zunächst enge wirtschaftliche und persönliche Beziehungen zwischen dem Beschuldigten und dem wirtschaftlich Berechtigten und einzigen Verwaltungsrat der von den Hackerangriffen mit ca. Fr. 1,18 Mio. hauptbegünstigten (Schweizer) Gesellschaft. Der Beschuldigte hat den wirtschaftlich Berechtigten (nach dessen Aussagen) sodann mehrfach angefragt, ob grössere Zahlungen über das Konto seiner Gesellschaft geleitet werden könnten. Der Beschuldigte habe dabei jeweils "Zeitdruck gemacht". Nach Aussagen des wirtschaftlich Berechtigten seien diese Anfragen zwischen Ende 2011 und Mai 2013 erfolgt. Diese Zusammenhänge wurden schon im Entsiegelungsgesuch dargelegt. Die Erwägungen der Vorinstanz, es könne "im Knüpfen von Freundschaften kein Anzeichen für ein strafbares Verhalten" gesehen werden und die in Aussicht gestellten Zahlungen wären angeblich "von russischen Immobilienkunden respektive deren Firmen" gekommen, greifen zu kurz. Auffällig erscheint hier auch, dass der wirtschaftlich Berechtigte der (im April 2013) hauptbegünstigten Gesellschaft nach eigenen Aussagen die Zugangsdaten für das Online-Banking der Gesellschaft (Login-Daten und Token) im Sommer 2013 an Drittpersonen ("Kunden") weitergab.