Citation: 7B_17/2021 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz verneint, unter Verweis auf die sorgfältigen Erwägungen der Erstinstanz, einen schweren persönlichen Härtefall. Sie stützt sich mitunter auf den Umstand, dass gute Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat bestünden. Der Beschwerdeführer sei italienischer Staatsangehöriger und lebte und arbeitete bereits ab 2010 während vier Sommersaisons in Italien. Er sei der italienischen Sprache mächtig und pflege Kontakte sowohl in der Schweiz als auch in Italien. Der Beschuldigte sei ledig und unterhalte keine Partnerschaft. Eine enge Beziehung bestehe hierzulande zu seiner einstigen Pflegefamilie. Gestützt auf die rechtserheblichen Feststellung in tatsächlicher Hinsicht zeichne sich diese aber, auch bei grosszügiger Auslegung des Familienbegriffs, klar nicht durch die geforderte Intensität aus, um ein über die übliche familiäre Beziehung bzw. emotionalen Bindungen hinausgehendes besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu begründen. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens plane der Beschwerdeführer zudem ohnehin nach seiner Pensionierung nach Italien zu seinen Eltern auszuwandern. Im Lichte der geltenden Grundsätze zähle der Beschuldigte folglich nicht zu den typischen Ausländern der zweiten Generation im Sinne von Migrantenkindern, welche hierzulande aufgewachsen und sozialisiert worden seien und denen die Heimat ihrer Eltern fremd sei. Vielmehr sei die vorliegende Lebensrealität mit dem Begriff der Transnationalität zu umschreiben, wonach Ortswechsel innerhalb dieses transnationalen Lebensraums bei den Betroffenen nicht zu Härten führe, sondern Teil des persönlichen Lebensentwurfs bilde. Die Vorinstanz setzt sich weiter ausführlich mit der beruflichen und wirtschaftlichen Situation des Beschwerdeführers auseinander und führt aus, dass es ihm aufgrund seiner früheren Arbeitstätigkeit in Italien als deutschsprachiger Gastro-Allrounder ohne Weiteres möglich wie auch zumutbar sei, sich beispielsweise in der Provinz Südtirol in den italienischen Arbeitsmarkt zu integrieren. Dies zumal der Beschwerdeführer ohnehin in bescheidenen Verhältnissen lebe und Sozialwerke in Italien in jedem Fall ein Mindesteinkommen garantierten. Betrachte man den Grad des persönlichen Härtefalles, auf eine Kürzestformel heruntergebrochen in der Differenz der Summe aller Vorzüge derer eine Person durch die Landesverweisung verlustig zu gehen drohe und der Situation, welche eine Person nach ihrer Rückkehr antreffe, so falle diese vorliegend nicht übermässig ins Gewicht; weder familiär, noch wirtschaftlich, noch sozial.