Citation: 6S.238/2002 25.08.2003 E. 5

Die Vorinstanz reduzierte das Strafmass von sechs Jahren auf drei Jahre Zuchthaus, weil einerseits drei von fünf Anklageziffern wegfielen und weil anderseits im letzten Verfahren vor Vorinstanz nach dem Eingang der Stellungnahmen der Parteien bis zum Urteil zehn Monate verstrichen sind. Ansonsten hielt sie an ihren früheren Strafzumessungserwägungen fest. Diese Strafzumessung ist aus verschiedenen Gründen mangelhaft. In Bezug auf den Schuldpunkt geht die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass die Anklageziffern I lit. d und e den Handel mit der nach wie vor erheblichen Menge von 700 Gramm Heroin betreffen (vgl. Urteil vom 2. April 1997 S. 4/5). Um die Strafzumessung nachvollziehbar zu machen, hätte sie jedoch überdies mindestens angeben sollen, dass die Vorwürfe gemäss den Ziff. I lit. a, b und c, von denen der Beschwerdeführer nun freigesprochen worden ist, weitere 1850 Gramm Heroin betrafen (vgl. Urteil vom 2. April 1997 S. 3/4). Nur so wird ersichtlich, inwieweit die nachträglichen Freisprüche zu einer Strafreduktion führen müssen. In Bezug auf den Zeitablauf sind seit dem 11. Dezember 1996 bis zum angefochtenen Entscheid vom 14. März 2002 wegen der beiden Rückweisungen durch das Kassationsgericht und wegen weiterer Verzögerungen, die der Beschwerdeführer nicht zu verantworten hat, mehr als fünf Jahre vergangen. Eine solche Dauer des Berufungsverfahrens ist für einen Fall von lediglich beschränkter Komplexität eindeutig zu lang. Dies hat die Vorinstanz bei der Strafzumessung nur für die Dauer von zehn Monaten anerkannt. Dazu kommt, dass der Hinweis der Vorinstanz auf ihr Urteil vom 2. April 1997 in zwei Punkten verfehlt ist. Die Vorinstanz hatte am 2. April 1997 festgehalten, bei der Strafzumessung falle die relativ lange Deliktsdauer von rund einem Jahr (straferhöhend) ins Gewicht (Urteil vom 2. April 1997 S. 22). Nach den Freisprüchen wurde der Beschwerdeführer nun jedoch nur noch wegen der Anklageziffern I lit. d und e schuldig gesprochen, und diese Delikte hat er im Verlauf von nur rund einem Vierteljahr begangen (vgl. Urteil vom 2. April 1997 S. 4). Der von der Vorinstanz seinerzeit angenommene Straferhöhungsgrund ist heute insoweit zu relativieren. Von grösserer Bedeutung ist der zweite Punkt. Die Vorinstanz hatte am 2. April 1997 festgehalten, straferhöhend seien die Qualifikationsgründe von lit. b und c von Art. 19 Ziff. 2 BetmG zu gewichten (Urteil vom 2. April 1997 S. 22). Im angefochtenen Urteil wurde der Beschwerdeführer demgegenüber ausdrücklich nur noch im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG schuldig gesprochen (vgl. angefochtener Entscheid S. 13). Der Erhöhungsgrund des banden- und gewerbsmässigen Handels fällt also weg.