Citation: 6B_1019/2019 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer begründet sein Gesuch um Strafaufschub damit, der Strafantritt in der Schweiz würde gestützt auf den in der Bestimmung von Art. 54 des Schengener Durchführungsübereinkommens vom 19. Juni 1990 (SDÜ; Amtsblatt der EU Nr. L 239 vom 22. September 2000 S. 19 ff.; nicht in der SR veröffentlicht) verankerten Grundsatz "ne bis in idem" - wobei das tschechische Recht eine gleichlautende Bestimmung kenne - bewirken, dass das gegen ihn in der Tschechischen Republik geführte Verfahren eingestellt werden müsste. Damit würde ihm die Möglichkeit genommen, in der Tschechischen Republik ein günstigeres Urteil oder gar einen Freispruch zu erwirken, und gestützt darauf die Revision des Urteils des Bundesstrafgerichts zu verlangen. Der Grundsatz "ne bis in idem" habe somit zur Folge, dass ihm der Zugang zum Gericht in Prag verwehrt wäre. Dies begründe einen Verstoss gegen Art. 6 Ziff. 1 EMRK, der einen Anspruch auf einen Entscheid durch ein unabhängiges und unparteiisches Gericht statuiere. Dasselbe ergebe sich auch aus Art. 29a BV. Weiter habe die Abweisung seines Gesuchs um Strafaufschub eine Verletzung seiner Verfahrensrechte im tschechischen Verfahren zur Folge, z.B. könne er sein Recht auf persönliche Teilnahme an der Hauptverhandlung nicht ausüben. In seiner Beschwerde ans Bundesgericht macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz stelle primär auf die Rechtskraft des Urteils des Bundesstrafgerichts vom 10. Oktober 2013 respektive vom 29. November 2013 ab. Damit werde jedoch der Einzigartigkeit der vorliegenden Umstände nicht ausreichend Rechnung getragen. Wenn ausnahmsweise die Möglichkeit bestehe, dass über einen Fall in zwei verschiedenen Staaten befunden werde, müsse ihm diese Möglichkeit gewährt werden. Zudem werde von der Vorinstanz weder die Verletzung von völker- noch von bundesrechtlichen Verfahrensgarantien thematisiert. Bei der Interessenabwägung hätte die Vorinstanz jedenfalls zum Schluss gelangen müssen, dass die verfassungs- und bundesrechtlich gewährten Rechte das öffentliche Interesse an der Rechtskraft des Schweizer Urteils sowie am sofortigen Vollzug der Strafe überwiegen. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 29a BV, Art. 410 Abs. 1 lit. b StPO und Art. 6 Ziff. 1 EMRK.