Citation: I 28/02 21.06.2002 E. 3

3.- Streitig ist einzig, ab wann dem Beschwerdeführer eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten ist. Dieser leidet seit 1998 an psychischen Beschwerden und Somatisierungsstörungen, auf Grund welcher nach Einschätzung der IV-Stelle und der Vorinstanz ab Juli 1998 eine die 1-jährige Wartezeit auslösende Arbeitsunfähigkeit erreicht war. Für den Beschwerdeführer hingegen besteht eine solche Arbeitsunfähigkeit bereits ab März 1998, spätestens jedoch ab Anfang Mai 1998. Er stützt sich dabei auf den Bericht an die Invalidenversicherung der kantonalen psychiatrischen Dienste Klinik X.________ vom 15. Dezember 1999, in welcher Institution er vom 11. August bis 30. Oktober 1998 und ab dem 27. Juli bis über das Datum der Berichterstattung hinaus stationär behandelt wurde. Im kantonalen Entscheid ist dieser Bericht, in dem "der Gesundheitsschaden" (schwere depressive Episode mit rezidivierenden suizidalen Krisen, Somatisierungsstörung) als "seit Mai 1998" bestehend gemeldet wurde, zwar im Sachverhalt wiedergegeben. Er ist aber in den Erwägungen nicht mehr angesprochen worden. Die Gründe dafür sind nicht ersichtlich, sind doch die hinsichtlich des Beweiswertes an einen solchen Arztbericht gestellten Anforderungen erfüllt. Der darin gemeldete ärztliche Befund, wonach der Verlust des Arbeitsplatzes im April 1998 einherging mit einem verstärkten Auftreten von multiplen körperlichen Beschwerden (zervikal, Schulter-, Kopf- und Magenschmerzen), für deren Intensität und Dauer keine organische Ursache gefunden werden konnte, wobei der Beschwerdeführer eine zunehmende depressive Symptomatik (verzweifelte gedrückte Grundstimmung, Schlafstörungen, Gewichtsverlust, Antriebslosigkeit, Perspektivelosigkeit mit einschiessenden suizidalen Impulsen) entwickelt habe, ist auf Grund der gesamten medizinischen Aktenlage schlüssig. Wenn in dem Bericht an die Invalidenversicherung die von der Versicherung ausformulierte Frage "Seit wann besteht der Gesundheitsschaden?" von den Ärzten mit der Angabe "seit Mai 1998" beantwortet wird, ist eine solche Meldung bei der Beantwortung der Frage nach dem Beginn des Laufs der 1-jährigen Wartezeit zweifellos beachtlich. Der Bericht erstattende Arzt kann davon ausgehen, dass im Fragebogen versicherungsrelevante Fragen gestellt werden; er wird deshalb Beeinträchtigungen der Gesundheit, welche die Arbeitsfähigkeit um weniger als 20 % herabsetzen, mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht als "Gesundheitsschaden" melden. Dies kann jedoch vorliegend ungeprüft bleiben, da im Falle des Beschwerdeführers auf Grund der im Formular gemachten und von der IV-Stelle grundsätzlich unbestrittenen medizinischen Angaben mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass der ab Mai 1998 ärztlich rapportierte Gesundheitsschaden bereits eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 20 % zur Folge hatte, und dass dies nicht erst, wie von der IV-Stelle und der kantonalen Instanz festgelegt, ab Juli 1998 der Fall war. Hingegen hat die Vorinstanz den Beweiswert der vom Hausarzt Dr. med. H.________ am 21. Juni 2000 vorgenommenen Schätzung (Arbeitsunfähigkeit von 20 % ab Januar 1998) mit zutreffender Begründung als ungenügend beurteilt. Das Gleiche gilt für die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingelegte ergänzende Stellungnahme der Klinik X.________ vom 3. Januar 2002. Darin wird dem Beschwerdeführer eine mindestens 20-prozentige Arbeitsunfähigkeit bereits im März 1998 attestiert. Es handelt sich hier allerdings bloss um einen mit grossem zeitlichen Abstand zum beurteilten Sachverhalt erstellten Auszug aus der Krankenakte. Weder wurde die angefügte Schätzung der Arbeitsunfähigkeit begründet, noch war, soweit ersichtlich, der Beschwerdeführer den Bericht erstattenden Ärzten näher bekannt.