Citation: 6B_743/2019 E. 1.4.2

1.4.2. Zur Prozessgeschichte lässt sich feststellen: - 17. August 2017: erstinstanzliches Urteil; gleichentags Haftentlassungsverfügung (act. 729); - 31. Oktober 2017: Zustellung des begründeten Urteils an den Verteidiger; - 13. November 2017: Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO betreffend Landesverweisung mit der Erklärung: "Beweisanträge werden keine gestellt" (act. 758); - 15. November 2017: Zustellung der Berufungserklärung an den Verteidiger mit Rechtsmittelbelehrung betreffend Anschlussberufung; - 8. Dezember 2017: Feststellung der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer innert Frist weder Anschlussberufung erklärt noch Nichteintreten auf die Berufung beantragt hatte, sowie Fristsetzung an die Staatsanwaltschaft zur Berufungsbegründung bis 10. Januar 2018; - 10. Januar 2018: Fristerstreckung bis 14. Februar 2018; - 13. Februar 2018: Berufungsbegründung der Staatsanwaltschaft u.a. mit der Erklärung: " Da es sich um rein rechtliche Fragen handelt, wäre die Staatsanwaltschaft mit der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens einverstanden" (act. 770); die Berufungsbegründung wird dem Verteidiger am 15. Februar 2018 zugestellt; - 15. März 2018: in der Berufungsantwort erklärt der Verteidiger: Die Staatsanwaltschaft versuche, Stimmung für die Landesverweisung zu erzeugen, übersehe jedoch, dass dies eine reine Rechtsfrage sei; das Urteil könne, wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, schriftlich ergehen (act. 775). (Zunächst erfolgen keine weiteren Verfahrenshandlungen) - 15. Februar 2019: Verfügung des Appellationsgerichts: "Das Urteil ergeht schriftlich. Allfällige ergänzende Eingaben der Parteien müssten bis zum 29. März 2019 erfolgen" (act. 779); - 18. Februar 2019: Zustellung dieser Verfügung an den Verteidiger und die Staatsanwaltschaft (act. 780); - 2. April 2019: Verfügung des Appellationsgerichts: "Es wird festgestellt, dass sich die Parteien innert Frist nicht mehr geäussert haben" (act. 781); gleichentags Zustellung dieser Verfügung an den Verteidiger und die Staatsanwaltschaft (act. 782); - 8. Mai 2019: vorinstanzliches Urteil; - 24. Mai 2019: Empfangsbestätigung des Verteidigers; - 31. Mai 2019: Mitteilung des Verteidigers an das Appellationsgericht: Er könne das Urteil dem Beschwerdeführer "nicht zustellen, da ich über keinerlei Kontaktdaten mehr mit ihm verfüge. Er ist weder telefonisch erreichbar, noch schriftlich. Eine Eröffnung des Entscheids war deswegen nicht möglich" (act. 799); - 14. Juni 2019: Der Verteidiger teilte dem Appellationsgericht mit, dass er das Urteil dem Beschwerdeführer zustellen konnte.