Citation: 5A_979/2020 E. 4.3.2

4.3.2. Ebenfalls nicht einzutreten ist auf den Vorwurf des Beschwerdeführers, das Versäumnisurteil des Landgerichts Traunstein/D sei ihm nicht ordnungsgemäss zugestellt worden. Zwar hat er diese Rüge bereits im kantonalen Verfahren vorgebracht. Das Obergericht hat festgehalten, dass der Beschwerdeführer verschiedene Fehler im - wirksam eingeleiteten - ausländischen Verfahren geltend mache, welche jedoch zumutbarerweise in jenem Verfahren, nicht im Anerkennungsverfahren geltend zu machen seien. Die Vorinstanz hat ihn darauf hingewiesen, dass zwar ein eigentlicher Empfangsschein nicht aktenkundig sei, sich indes auf der Urteilsausfertigung ein Vermerk befinde, wonach die Zustellung von Amts wegen am 7. August 2019 erfolgte. Zudem hätte sich der Beschwerdeführer um eine neue Rechtsvertretung kümmern müssen, nachdem seine Anwältin das Mandat am 4. Juli 2019 niederlegte und er über die Sitzung vom 19. Juli 2019 in Kenntnis sein musste, da sich diese zuvor noch darüber erkundigt hatte. Er hätte mit einem Versäumnisurteil rechnen müssen. Auch müsse ihm bekannt gewesen sein, dass in Deutschland vor den Gerichten grundsätzlicher Anwaltszwang herrsche. Die nachträgliche Berufung auf allfällige Verfahrensfehler sei treuwidrig, zumal das Mandatsverhältnis zu seiner Anwältin einzig seinen Risikobereich betreffe. Diesen Darlegungen hält der Beschwerdeführer abweichende Sachverhaltsausführungen zum Mandatsverhältnis sowie seinen plötzlichen "Herztod" entgegen, der ihn massiv geschwächt habe. Ebenso verweist er auf die Prozessflut, welcher er in menschenverachtender Weise durch die Anwälte der Gegenparteien in Österreich zu dieser Zeit ausgesetzt gewesen sei. Daher habe er sich im Verfahren vor dem Landgericht Traunstein/D nicht rechtsgenüglich verteidigen können. Eine Auseinandersetzung mit der einlässlichen Begründung des angefochtenen Urteils ist hierin nicht zu erkennen. Daran kann auch die allgemein gehaltene Berufung auf den verfahrensrechtlichen Ordre public nichts ändern, zumal der Beschwerdeführer auf den vorinstanzlichen Hinweis zum Anwaltszwang vor den Gerichten in Deutschland (Urteil 5A_812/2013 vom 11. Februar 2014) mit keinem Wort eingeht.