Citation: 5A_360/2023 E. 3.2.3

3.2.3. Die kantonale Praxis hat die Auskunftspflicht Dritter weiter konkretisiert. Nach der Genfer Rechtsprechung genügt die Tatsache, dass der Schuldner seinen Wohnsitz oder Sitz im Kanton hat, in dem das ersuchte Bankinstitut eine Zweigniederlassung betreibt, dass das (für den ganzen Kanton zuständige) Betreibungsamt eine begründete Vermutung ( une présomption fondée) haben darf, dass Vermögenswerte existieren, die dem Schuldner gehören (Urteil DCSO/596/2018 der Cour de justice/Chambre de surveillance vom 8. November 2018 E. 2.3.1). Im gleichen Sinn - nur mit umgekehrtem Ergebnis - werden Auskunftsbegehren als gesetzwidrig erachtet, wenn darin keinerlei Anknüpfungspunkte wie Wohn- oder Arbeitsort im Einzugsbereich der angefragten Bank, frühere bzw. andere bekannte Konti des Schuldners etc. genannt werden (Basel-Landschaft: Entscheid Nr. 420 16 455 des Kantonsgerichts/Aufsichtsbehörde vom 4. April 2017 E. 2.3; St. Gallen: Urteil des Kantonsgerichts/Aufsichtsbehörde vom 20. Januar 2010, GVP/SG 2009 Nr. 88 S. 211, E. 4b), oder wenn die blosse Tätigkeit als Vermögensverwalter des Schuldners angeführt wird (Zug: Urteil des Obergerichts/Aufsichtsbehörde vom 2. September 2021, BlSchK 2021 S. 310, E. 4).