Citation: 6B_748/2021 E. 1.2.3

1.2.3. Was die Abwägung des öffentlichen Interesses an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Beschwerdeführers betrifft, führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe sich gleich zweier Katalogtaten schuldig gemacht, nämlich der qualifizierten Erpressung und der versuchten schweren Körperverletzung. Diese Taten wiegen wie auch die von ihm zusätzlich begangene mehrfache versuchte und vollendete Nötigung erheblich. Deutlich ins Gewicht falle, dass der Beschwerdeführer zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt werde. Sodann zeugten seine Vorstrafen und die neu begangenen Delikte von einer langjährigen Delinquenz in verschiedenen Lebensbereichen und einer bedenklichen Entwicklung. So habe der Beschwerdeführer in den Jahren 2011 und 2012 mehrfach das Betäubungsmittelgesetz übertreten. Im Jahr 2013 habe er nebst Übertretungen des Betäubungsmittelgesetzes fünf verschiedene Strassenverkehrsdelikte begangen und sich zudem des Vergehens gegen das Waffengesetz schuldig gemacht. Im Jahr 2014 seien eine Sachbeschädigung, drei weitere teils mehrfach verübte Strassenverkehrsdelikte und erneut eine Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes hinzugekommen. Im Jahr 2016 habe der Beschwerdeführer eine Amtshandlung gehindert, was zwar kein schweres Delikt sei, aber einen neuen Strafbereich betroffen habe. Ausserdem sei er in fahrunfähigem Zustand gefahren und habe abermals das Betäubungsmittelgesetz mehrfach übertreten. Im Jahr 2017 habe er dann die im aktuellen Strafverfahren zu beurteilenden, nun deutlich schwerer wiegenden Straftaten begangen. Die Vorinstanz verweist auf den persönlichen Eindruck, den sie an der Verhandlung vom Beschwerdeführer gewonnen habe. Dabei sei keine besondere Einsicht in das begangene Unrecht zu erkennen gewesen. Vom Beschwerdeführer gehe eine gegenwärtige Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus. Es bestehe ein grosses öffentliches Interesse an seiner Wegweisung. Dem stehe sein privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz gegenüber. Der Beschwerdeführer sei in der Schweiz aufgewachsen und sozialisiert worden. Seine Eltern und die Geschwister lebten ebenfalls in der Schweiz. Im Kosovo sei er aber keineswegs hilflos und verloren. Vielmehr seien die Chancen für eine erfolgreiche Integration und Sozialisierung im Herkunftsland intakt. Der Beschwerdeführer spreche Albanisch und sei mit der Kultur und den Verhältnissen im Kosovo vertraut. Er sei relativ jung, ungebunden und gesund und könne auf eine abgeschlossene Ausbildung in einem praktischen Beruf zurückgreifen und entsprechend arbeiten. Hierfür müsse er auch nicht Albanisch schreiben können. Eine für den Beschwerdeführer möglicherweise schwierigere Wirtschaftslage im Kosovo als in der Schweiz schliesse eine Landesverweisung nicht aus.