Citation: 5P.401/2005 24.08.2006 E. 3

Im vorliegenden Fall ist die Kostenfestsetzung nicht im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege erfolgt; vielmehr wurde der Beschwerdeführer aus der Staatskasse als Vertreter der obsiegenden Partei entschädigt und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege infolgedessen als gegenstandslos abgeschrieben. Das Obergericht ist deshalb bei seiner Kostenfestsetzung nicht vom (tieferen) Ansatz für die unentgeltliche Rechtspflege, sondern von einem Stundenansatz für private Vertretung von Fr. 200.-- ausgegangen (vgl. S. 15). Es hat sodann seine Praxis in Erinnerung gerufen, für das Beschwerdeverfahren ohne vorinstanzliche Anwaltsvertretung in der Regel eine Entschädigung von Fr. 1'210.-- und ansonsten eine solche von Fr. 605.-- zuzusprechen, und es hat anschliessend erwogen, dass das Beschwerdeverfahren vor den vormundschaftlichen Aufsichtsbehörden eine gewisse Nähe zu den gerichtlichen Summarverfahren in Ehescheidungs- und Eheschutzsachen aufweise, in welchen ebenfalls über die elterliche Obhut und gegebenenfalls über Kindesschutzmassnahmen befunden werde. In solchen Verfahren werde in der Regel ein Honorar von Fr. 2'500.-- gesprochen, weshalb dieses beim verfahrensrechtlich einfacheren, inhaltlich weniger komplexen und weniger zeitaufwändigen vormundschaftlichen Beschwerdeverfahren betreffend Kindesschutzmassnahmen merklich tiefer liegen müsse. Im Anschluss hat sich das Obergericht sowohl für das bezirksamtliche als auch für das eigene Verfahren ausführlich zu den einzelnen, vom Beschwerdeführer in der eingereichten Kostennote geltend gemachten Leistungen geäussert und diese zu einem grossen Teil nicht als gebotenen und damit entschädigungspflichtigen Aufwand anerkannt, weil es sie teils als überflüssig, teils als ein anderes Verfahren betreffend erachtet hat. Darauf wird im Einzelnen zurückzukommen sein.