Citation: 4A_496/2019 E. 3.5

3.5. Das von der Beschwerdeführerin selbst eingereichte Gutachten, das sie in der Beschwerde zitiert, erwähnt ein Urteil des BGH vom 23. März 1999, wonach Berechtigter sei, wem die materiellrechtliche Befugnis zur Verfügung über den Gegenstand zustehe. Diese materiellrechtliche Befugnis liegt aber in Bezug auf den geltend gemachten Anspruch beim Insolvenzverwalter. Die Beschwerdeführerin selbst teilt eine in der Literatur geäusserte Auffassung, wonach das Verfahren nach aArt. 166 IPRG als ausschliesslicher Weg des Zugriffs einer ausländischen Masse auf inländische Massebestandteile verstanden werden könne. Es ist demnach nicht so, dass dem ausländischen Insolvenzverwalter der Zugriff auf in der Schweiz gelegenes Vermögen generell verwehrt wird. Der Zugriff wird aber davon abhängig gemacht, dass ein gewisses Verfahren eingehalten wird. Die Unzulässigkeit einer Klageerhebung gründet im zu beurteilenden Fall nicht in der fehlenden materiellen Berechtigung, sondern in der Nichtbeachtung des in den aArt. 166 ff. IPRG vorgeschriebenen Weges zur Erlangung des Vermögenswerts.