Citation: 8C_282/2020 E. 6.3

6.3. Angesichts der Unmöglichkeit der Ärzte, die Anteile der beiden somatischen Erkrankungen an den psychischen Beschwerden zu bestimmen, ist für die Beurteilung der Adäquanz zumindest davon auszugehen, dass - entgegen der Vorinstanz - nicht sämtliche psychischen Einschränkungen auf die Berufskrankheit zurückzuführen sind. Weiter sind nicht alle von der Vorinstanz als mit der Berufskrankheit zusammenhängend anerkannten Belastungsfaktoren zu berücksichtigen. Soweit die Vorinstanz sämtliche von der psychiatrischen Teilgutachterin genannten Belastungsfaktoren bei ihrer Adäquanzbeurteilung miteinbezieht, kann ihr nicht gefolgt werden. Namentlich die psychosoziale Belastung in Zusammenhang mit der Tochter (Hauterkrankung der Tochter; Belastung der Tochter durch die Erkrankung der Mutter) ist als nicht auf der Berufskrankheit beruhender Umstand ausser Acht zu lassen. Fraglich ist auch die Berücksichtigung der von der Vorinstanz als Belastungsfaktor anerkannten Schuldgefühle gegenüber der Familie. Zudem ist aus rein somatischen Gründen eine leidensangepasste Tätigkeit voll zumutbar, was ebenfalls gegen die Schwere der Berufskrankheit spricht (vgl. Urteil des damaligen Eidg. Versicherungsgerichts U 296/01 vom 16. September 2002 E. 2.2). Weiter liegt gemäss dem Asim-Gutachten vom 10. April 2018 unter Einhaltung der Schutzmassnahmen, guter Hautpflege, der Anwendung von topischen Kalzineurin-Inhibitoren, der Vermeidung mechanischer Belastung der Hände und Befolgung einer nickelarmen Diät ein gut kontrollierter Hautbefund vor. Auch dies relativiert die Schwere der Auswirkungen der Berufskrankheit (Nickelsensibilsierung). In diesem Zusammenhang ist nochmals auf die explizite Aussage im Asim-Gutachten vom 10. April 2018 zu verweisen, wonach die psychischen Leiden multifaktoriell entstanden sind und auch weitere Faktoren eine Rolle spielten, die weder mit der Berufskrankheit (Nickelsensibilisierung) noch mit der Krankheit (Psoriasis-Erkrankung) in einem Zusammenhang stehen. Dieser Umstand des multifaktorellen Ursprungs resp. das Vorliegen von nicht auf die Berufskrankheit zurückzuführenden Entstehungsfaktoren spricht aber gerade gegen die Annahme der Adäquanz.