Citation: 5A_745/2009 19.03.2010 E. 6.3

6.3.1 Weiter bemängelt der Beschwerdeführer, das Kantonsgericht habe in Verletzung von Art. 125 ZGB das effektive bzw. zumutbare Einkommen der Beschwerdegegnerin zu tief beziffert. Dieses führte aus, dass die Beschwerdegegnerin in den letzten Jahren ein monatliches Einkommen von Fr. 3'300.-- erzielt habe und gewillt sei, ihre Tätigkeit um 10 % auf 70 % zu steigern, sodass ihr ein hypothetisches Einkommen von rund Fr. 4'000.-- pro Monat anzurechnen sei. 6.3.2 Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Annahme, die Beschwerdegegnerin habe mit einem 60 %-Pensum Fr. 3'300.-- verdient. Für 2005 sei ein Netto-Einkommen von Fr. 3'944.80 pro Monat aktenkundig (Pensum nicht bekannt) und für 2006 ein solches von Fr. 4'305.50 (Pensum zu 70 % bis im September, danach zu 60 %). 2007 habe die Beschwerdegegnerin bei einem Pensum von 60 % Fr. 3'577.25 pro Monat verdient. Eine Aufrechnung dieses Betrages auf 70 % hätte Fr. 4'173.45 ergeben. Das von der Vorinstanz genannte Einkommen von Fr. 3'300.-- treffe jedenfalls nur gerade für das Jahr 2008 zu; dieses beruhe offensichtlich auf einer Reduktion der Erwerbstätigkeit der Beschwerdegegnerin auf weniger als 60 %. Sodann sei unerfindlich, aus welchem Grund es der Beschwerdegegnerin objektiv unmöglich sein sollte, ein Einkommen in der Grössenordnung ihres Verdienstes 2006 bzw. von mindestens Fr. 4'300.-- zu erzielen. 6.3.3 Der Beschwerdeführer tut jedoch nicht dar, aufgrund welcher Umstände darauf zu schliessen gewesen wäre, dass die Erwerbstätigkeit der Beschwerdegegnerin im Jahre 2008 weniger als 60 % betragen habe. Diese Rüge erweist sich somit als ungenügend begründet, sodass darauf nicht einzutreten ist. Ebensowenig genügt sein Einwand, es sei unerfindlich, weshalb die Beschwerdegegnerin ihr früheres Einkommen im Jahre 2006 nicht erzielen könne, zur Annahme, die Vorinstanz habe zu Unrecht auf das 2008 erzielte Einkommen abgestellt. 6.4 Ausserdem beanstandet der Beschwerdeführer die Festsetzung eines zumutbaren Arbeitspensums von 70 %. 6.4.1 Diesbezüglich hielt die Vorinstanz fest, im Zeitpunkt der Trennung habe die damals bereits 50-jährige Beschwerdegegnerin die drei Jahre zuvor und nach 20-jähriger Abwesenheit von der Berufswelt aufgenommene Erwerbstätigkeit von einem Pensum von 40 % auf ein solches von 60 % ausgedehnt. Nacheheliche Kinderbetreuungspflichten hätten keine mehr bestanden. Verschiedene Arztzeugnisse belegten, dass die Beschwerdegegnerin seit Jahren mit Depressionen zu kämpfen habe, die ihr die Ausdehnung auf eine volle Erwerbstätigkeit nicht erlaubten, was anlässlich der Hauptverhandlung noch einmal von ihr bzw. ihrem Rechtsvertreter bestätigt worden sei. Aus den Akten ergebe sich ferner, dass eine Erhöhung des Beschäftigungsgrades beim Spital W.________ aus der Sicht des Arbeitgebers nicht möglich sei. Angesichts des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdegegnerin, ihrer Biographie (insbesondere der Einschränkung ihrer Berufstätigkeit zugunsten der Familienarbeit) sowie der offensichtlich nicht zum Besten stehenden Gesundheit sei die Aufnahme einer vollen Erwerbstätigkeit unzumutbar, sodass die Beschwerdegegnerin ihre Eigenversorgungskapazität mit einem hypothetischen Einkommen von Fr. 4'000.-- ausschöpfe. 6.4.2 Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, die vorinstanzliche Begründung beruhe auf einer aktenwidrigen Feststellung bzw. einer willkürlichen Beweiswürdigung. Es gebe keinen rechtsgenüglichen Beweis für irgendeine Einschränkung ihrer Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin habe verschiedene Arztzeugnisse eingereicht, welche ihr eine Arbeitsfähigkeit von 70 % attestierten, diesen Schluss jedoch nicht näher substanziierten. Auch habe diesbezüglich keine einlässliche Parteibefragung stattgefunden. Einer Ausdehnung der Erwerbstätigkeit habe jedenfalls unter arbeitsmarktlichen Gesichtspunkten nichts entgegengestanden, da es als gerichtsnotorisch gelten dürfe, dass im Pflegebereich mittlerweile chronischer Personalmangel herrsche. Dem Alter der Beschwerdegegnerin komme die 2003 aufgenommene Tätigkeit als medizinisch-technische Assistentin insofern entgegen, als sie - anders als bei den Pflegefachfrauen - regelmässige Arbeitszeiten biete. Ausserdem sei die Beschwerdegegnerin seit einigen Jahren stets für zwei Arbeitgeber tätig gewesen, sodass ihr ein weites Feld denkbarer Stellen offengestanden hätte. 6.4.3 Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn das Gericht Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne sachlichen Grund ein wichtiges Beweismittel, das für den Entscheid wesentlich sein könnte, unberücksichtigt gelassen hat oder wenn es auf Grundlage der festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen getroffen hat (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9). Dass die Ergebnisse des Beweisverfahrens auch Schlüsse gestatten, die nicht mit den vom Sachgericht gezogenen übereinstimmen, bedeutet hingegen nicht schon Willkür (BGE 116 Ia 85 E. 2b S. 88). Was den Gesundheitszustand der Beschwerdegegnerin betrifft, führt der Beschwerdeführer lediglich aus, wie die Beweiswürdigung seiner Ansicht nach vorzunehmen gewesen wäre, ohne jedoch rechtsgenüglich darzulegen, weshalb die vorinstanzliche Beweiswürdigung geradezu willkürlich gewesen sein soll. Auch seine allgemeinen Hinweise, insbesondere auf die Arbeitsmarktsituation, vermögen die Annahme einer willkürlichen Beweiswürdigung keinesfalls zu begründen. Zudem hat die Vorinstanz bei der Beurteilung der Eigenversorgungskapazität der Beschwerdegegnerin auf weitere Kriterien abgestellt und berücksichtigt, dass diese im Zeitpunkt der Trennung bereits 50 Jahre alt war und die zugunsten der Familienarbeit aufgegebene Erwerbstätigkeit wieder aufgenommen und auf ein Pensum von 60 % ausgedehnt hatte. Damit hatte sie die als Richtlinie für die Wiederaufnahme bzw. Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit dienende Alterslimite ohnehin bereits im Trennungszeitpunkt überschritten (dazu BGE 127 III 136 E. 2c S. 140; 115 II 6 E. 5a S. 11; Urteile 5A_605/2009 vom 14. Januar 2010 E. 2.3; 5A_290/2009 vom 13. August 2009 E. 2.2; 5C.234/2005 vom 8. Februar 2006 E. 2; 5C.320/2006 vom 1. Februar 2007 E. 5.6.2.2, in: FamPra.ch 2007 S. 686). Der Beschwerdeführer tut nicht dar, inwiefern das Kantonsgericht mit seiner Beurteilung der Eigenversorgungskapazität der Beschwerdegegnerin von dem in Unterhaltsfragen bestehenden weiten Ermessen (s. oben, E. 1.2) falschen Gebrauch gemacht haben soll. Insoweit erweist sich die Rüge als unbegründet, soweit sie überhaupt als genügend substanziiert betrachtet werden kann.