Citation: 5P.31/2005 12.04.2005 E. 1

Das Obergericht hat zunächst § 93 GOG/ZG zitiert, wonach Eingaben, die aus Versehen an eine unrichtige Amtsstelle gerichtet sind, von Amtes wegen an die zuständige Amtsstelle weiterzuleiten sind und schon in demjenigen Zeitpunkt bei der richtigen Behörde eingegangen gelten, in dem sie der andern Stelle eingehändigt oder für diese der Post übergeben sind. Sodann hat es auf die Erwägungen des Kantonsgerichts verwiesen, wonach sich aus den Ausführungen des Vertreters der Beschwerdeführer mit aller Klarheit ergebe, dass dieser mit dem an das Friedensrichteramt B.________ adressierten Sühnebegehren vom 14. Juni 1999 nicht eine Klage einreichen, sondern um Durchführung einer Vermittlungshandlung nachsuchen wollte. Das Sühnebegehren sei somit nicht an eine unrichtige Amtsstelle gerichtet gewesen und folglich fehle es bereits am Erfordernis des Versehens im Sinn von § 93 ZPO/ZG. Das Obergericht hat weiter erwogen, § 70 Abs. 2 ZPO/ZG lasse dem Kläger dort, wo (wie im vorliegenden Fall) keine Sühneverhandlung vorgesehen sei, nicht die Wahl, dennoch eine solche zu verlangen. Finde entgegen dieser Ausschlussnorm eine Verhandlung statt und werde ein Weisungsschein ausgestellt, seien die betreffenden Akte nichtig. Nichts ableiten lasse sich schliesslich aus dem Umstand, dass sich der Friedensrichter nicht sofort für sachlich unzuständig erklärt habe, trage doch der Kläger das Risiko der rechtzeitigen Zurückweisung. Das Kantonsgericht habe folglich zu Recht befunden, die bei ihm eingereichte Klage sei verspätet.