Citation: 4C.173/2006 09.07.2007 E. 3

3.1 Die Klägerin wirft der Vorinstanz vor, einen animus societatis des B.________ bzw. seiner Mitglieder zu Unrecht verneint und damit Art. 530 ff. OR verletzt zu haben. Zur Begründung legt die Klägerin mit ausführlichen Hinweisen auf verschiedene Tatsachenfeststellungen bzw. -behauptungen dar, weshalb ihrer Ansicht nach von einem animus societatis der "B.________-Nonnen und Mönche" auszugehen sei. Dabei verkennt sie, dass das Obergericht die Frage, ob die allenfalls gemeinsame Zweckverfolgung der Mitglieder des B.________ überhaupt Gegenstand einer vertraglichen Bindung sein sollte, oder ob eine solche Bindung vielmehr gar nicht gewollt war, in tatsächlicher Hinsicht - für das Bundesgericht verbindlich (Art. 63 Abs. 2 OG) - dahingehend beantwortete, dass es den Mitgliedern des B.________ an einem rechtlichen Bindungswillen fehlte. Besteht jedoch kein Wille, die eigene Rechtsstellung einem gemeinsamen Zweck unterzuordnen, so kann von der Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks mit gemeinsamen Kräften oder Mitteln im Sinne von Art. 530 Abs. 1 OR von vornherein nicht gesprochen werden (BGE 108 II 204 E. 4a S. 209). Soweit die Vorinstanz somit bereits einen rechtlichen Bindungswillen der Anhänger des B.________ verneinte und entschied, dass das B.________ mangels animus societatis nicht als einfache Gesellschaft im Sinne von Art. 530 ff. OR zu betrachten sei, kann ihr keine Verletzung von Bundesrecht vorgeworfen werden. Ebenfalls hat das Obergericht für das Bundesgericht verbindlich festgestellt (Art. 63 Abs. 2 OG), dass die Anhänger des B.________ einseitig auf ihren Führer C.________ ausgerichtet waren, und betont, dass dieser innerhalb der religiösen Gemeinschaft offenkundig als Einziger in jeder Hinsicht das Sagen hatte. 3.2 Eine solidarische Verpflichtung der Beklagten ergibt sich entgegen den Vorbringen der Klägerin auch nicht aus dem Vertrauensprinzip. Tritt beim Vertragsabschluss mit einer Drittperson nur ein einzelner Gesellschafter auf, so ist zwar nach dem Vertrauensprinzip zu beurteilen, ob er den Vertrag nur in eigenem Namen oder namens der Gesellschaft bzw. sämtlicher Gesellschafter abgeschlossen hat. Die aus Art. 544 Abs. 3 OR abgeleitete Solidarhaftung gilt allerdings nur, sofern auch wirklich eine einfache Gesellschaft besteht (BGE 116 II 707 E. 1b S. 709), was vorliegend ohne Bundesrechtsverletzung verneint wurde, womit eine auf diese Bestimmung gestützte Haftung der Beklagten im vorliegenden Fall ausser Betracht fällt. 3.3 Die Vorinstanz hat als Alternativbegründung eine solidarische Haftung der B.________-Anhänger auch unter der Hypothese der Bejahung einer einfachen Gesellschaft abgelehnt, da die in Frage stehenden Treuhand- und Darlehensverträge weder gemäss Art. 543 Abs. 2 OR im Namen der Gesellschaft oder sämtlicher Gesellschafter noch mit deren ausdrücklicher oder stillschweigender Ermächtigung abgeschlossen wurden. Eine Übertragung der Geschäftsführung durch C.________ hat die Vorinstanz zudem für das Bundesgericht verbindlich verneint (Art. 63 Abs. 2 OG), was auch die Vermutung einer Ermächtigung gemäss Art. 543 Abs. 3 OR ausschliesst. Gegen diese Alternativbegründung bringt die Klägerin lediglich in tatsächlicher Hinsicht vor, eine Übertragung der Geschäftsführung sowie eine Ermächtigung habe entgegen den vorinstanzlichen Feststellungen stattgefunden, womit sie nicht gehört werden kann (Art. 63 Abs. 2 OG). Die Klägerin legt demgegenüber nicht dar, inwiefern in der Alternativbegründung der Vorinstanz eine Verletzung von Bundesrecht liegen soll. Damit erfüllt die Klägerin die Voraussetzungen an eine genügende Begründung gemäss Art. 55 Abs. 1 lit. c OG nicht, weshalb in diesem Punkt auf die Berufung nicht eingetreten werden kann (vgl. BGE 121 III 397 E. 2a S. 400; 116 II 745 E. 3 S. 748 f.).