Citation: 1P.509/2002 25.06.2003 E. B

Mit Berufung vom 2. April 2002 gelangte X.________ an das Strafgericht des Kantons Zug und beantragte, das Urteil des Einzelrichters vom 21. März 2002 sei aufzuheben; er selbst sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Nachdem die Staatsanwaltschaft innert zweimal erstreckter Frist am 10. Juni 2002 ihre Berufungsantwort eingereicht hatte, wurde X.________ Ende Juli 2002 erstmals auf Dienstag, den 13. August 2002, 08.30 Uhr, zur Berufungsverhandlung vorgeladen. Die Vorladung wurde dem Strafgericht jedoch am 12. August 2002 zurückgesandt mit dem Vermerk, sie sei nicht abgeholt worden. Deshalb teilte die zuständige Gerichtsschreiberin dem Angeklagten telefonisch mit, dass am 13. August 2002 die Berufungsverhandlung stattfinde. Zu dieser Verhandlung erschien der Angeschuldigte nicht, wohl aber sein Verteidiger. Angesichts der drohenden Verjährung wurde noch am 13. August 2002 unverzüglich der 14. August 2002 als neuer Termin festgesetzt. Eine Vorladung zu dieser Verhandlung wurde X.________ einerseits per Express und andererseits per Fax an seine Wohnadresse zugestellt. Sie enthielt den Hinweis, dass gemäss Art. 75 Abs. 3 StPO bei unentschuldigtem Ausbleiben Rückzug der Berufung angenommen werde. Zum neu festgesetzten Termin erschien der Angeklagte ebenfalls nicht; anwesend war demgegenüber auch diesmal sein Verteidiger. Das Gericht stellte entsprechend der Androhung in der zweiten Vorladung mit Beschluss vom gleichen Tage fest, dass das Berufungsverfahren zufolge Rückzugs abgeschrieben werden könne. Demnach sei das Urteil des Einzelrichters vom 21. März 2002 in Rechtskraft erwachsen.