Citation: 4A_623/2017 E. 2.1

2.1. Die Vorinstanz stellte fest, die Erstinstanz habe sich auf das Urteil des Bundesgerichts 5C.29/2000 vom 19. September 2000 (sog. "Raichle-Entscheid") gestützt. Dort habe dieses festgehalten, dass in der streitgegenständlichen Darlehensrückzahlung kurz vor dem Konkurs der Gesellschaft eine Pflichtverletzung der Organe gelegen habe. Dies habe insoweit zu einer Schädigung der Gläubiger geführt, als dass durch die vollumfängliche Tilgung einer einzelnen Schuld und der damit einhergehenden Verminderung des Verwertungssubstrats die Werthaltigkeit ihrer Forderungen (im Konkurs) beeinträchtigt worden sei. Die Konkursverwaltung sei diesfalls befugt, das zur Masse gehörende Vermögen im Interesse der Gesamtheit der Gesellschaftsgläubiger durch Verantwortlichkeitsklagen erhältlich zu machen. Mit andern Worten habe das Bundesgericht der Konkursverwaltung die Aktivlegitimation zuerkannt, den Schaden, der den Gläubigern durch Verminderung des Verwertungssubstrats entstanden war, mittels Verantwortlichkeitsklage gegen die fehlbaren Organe geltend zu machen, unabhängig davon, ob bei der Gesellschaft (bzw. im Konkurs bei der Konkursmasse) eine Vermögensverminderung, mithin ein Schaden vorgelegen habe. Diese "Raichle"-Rechtsprechung, so die Vorinstanz weiter, habe das Bundesgericht aber mit BGE 142 III 23 aufgegeben. Es habe erkannt, dass die Klage der Gesellschaft selber bzw. der Nachlassmasse voraussetze, dass im Vermögen der Gesellschaft selber bzw. deren Masse ein Schaden im Sinne der Differenztheorie eingetreten sei. Nicht darunter würden Ansprüche der Gläubiger aus einer Schädigung fallen, die allein sie im Konkurs wegen einer blossen Verminderung des Verwertungssubstrats infolge Bezahlung einer fälligen Schuld durch die Gesellschaft erlitten hätten, ohne dass gleichzeitig eine Schädigung der Gesellschaft vorliege. Eine solche, die Stellung der nicht befriedigten Gläubiger im Vollstreckungsverfahren verschlechternde Verminderung des Verwertungssubstrats in der Konkurs- bzw. der Nachlassmasse könne Gegenstand einer gegen den Zahlungsempfänger gerichteten paulianischen Anfechtung durch die Masse sein. Diese Rechtsprechung des Bundesgerichts müsse auch gelten, wenn die Konkursverwaltung wie im vorliegenden Fall nicht selber klage, sondern ihr Klagerecht an die Gläubiger abgetreten habe. Vorliegend würde der Masse somit zur Rückgängigmachung einer Verminderung von Verwertungssubstrat einzig die Anfechtungsklage nach Art. 285 ff. SchKG zur Verfügung stehen. Diese richte sich aber nicht gegen ein fehlbares Organ, sondern gegen den Begünstigten einer anfechtbaren Handlung.