Citation: 5A_378/2015 E. 5.9

5.9. An der Sache vorbei geht schliesslich die vorinstanzliche Überlegung, dass die C.________ AG zur Errungenschaft der Parteien "gehöre" und die Beschwerdeführerin im Verhältnis zu dieser Gesellschaft deshalb keine Drittperson sei. Als eigenständige juristische Person kann eine Kapitalgesellschaft selbst nicht zur Errungenschaft gehören. Errungenschaft sind die Vermögenswerte, die ein Ehegatte während der Dauer des Güterstandes entgeltlich erwirbt (Art. 197 Abs. 1 ZGB). Als Vermögenswerte fallen allenfalls die Anteilsrechte an der Gesellschaft in Betracht, die im Falle der Aktiengesellschaft in Aktien (Art. 622 ff. OR) oder Partizipationsscheinen (Art. 656a ff. OR) verkörpert sind. Vermögensgegenstand im Sinne des Gesetzes können auch Unternehmen oder Gewerbe sein (BGE 136 III 209 E. 6.2.1 S. 215), die als rechtlich finanzielle Einheit bewertet werden (BGE 125 III 1 E. 4c S. 5). Der Verkehrswert, zu dem die Vermögensgegenstände bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung einzusetzen sind (Art. 211 ZGB), ist der Wert, der bei einem Verkauf auf dem freien Markt realisierbar wäre (BGE 125 III 1 E. 5b S. 6). In diesem Sinne kann ein Geschäftsbetrieb oder ein kaufmännisches Gewerbe zur Errungenschaft gehören, nicht aber die Aktiengesellschaft, die zur Verfolgung ihrer Ziele ein kaufmännisches Unternehmen betreibt.