Citation: U 85/07 06.12.2007 E. 4

4.1 Auf Grund der medizinischen Unterlagen liegt kein klar fassbares organisches Korrelat für die geltend gemachten Beschwerden vor. Die im Anschluss an den Unfall durchgeführten radiologischen Aufnahmen der HWS vom 15. Januar 2002 ergaben unauffällige Befunde. Auch die neurologischen Befunde waren laut Dr. med. N.________ unspezifisch (Bericht Kantonsspital X.________, Neurologie, vom 17. September 2004). Anlässlich der multidisziplinären Untersuchung wurde im Gutachten der Klinik R.________ vom 21. Februar 2005 eine muskuläre Dysbalance und eine Dysthymia diagnostiziert, wobei es sich bei der muskulären Dysbalance um eine Beeinträchtigung handle, welche nicht mit einer nachgewiesenen strukturellen organischen Veränderung erklärt werden könne. 4.2 Bei einem Schleudertrauma der HWS kann die Leistungspflicht des Unfallversicherers unter Umständen auch ohne organisch direkt nachweisbare Schädigung gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 5d/aa S. 363). Den medizinischen Unterlagen ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin unmittelbar nach dem Unfall lediglich über Druckdolenzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule geklagt hat (Bericht vom 31. Oktober 2001). Dies bestätigt sie anlässlich der polizeilichen Befragung vom 30. Oktober 2001: sie habe nach der Kollision heftige Schmerzen im Nacken- und Rückenbereich verspürt. Erstmals im Bericht der Dres. med. K.________, Oberarzt, und D.________, Assistenzarzt, Klinik für Orthopädische Chirurgie, Kantonsspital X.________, wird erwähnt, die Beschwerdeführerin leide unter beginnendem Schwindel, wenn sie den weichen Halskragen abnehme. Demgemäss traten die Nackenbeschwerden innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auf. Entsprechend einem allgemein anerkannten medizinischen Erfahrungsgrundsatz könnten sie dem Unfall zugerechnet werden (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29). Für die Leistungsberechtigung gegenüber dem Unfallversicherer müssen jedoch die geklagten Beschwerden medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und diese Gesundheitsschädigung muss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfall stehen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341). Ob die Nackenbeschwerden der Beschwerdeführerin auch nur im Sinne einer Teilkausalität auf das Unfallereignis vom 30. Oktober 2001 zurückzuführen sind, erscheint fraglich. Kreisarzt Dr. med. C.________ erklärt die fortbestehenden Beschwerden vielmehr durch eine beginnende Fibromyalgie und die Ärzte der Klinik R.________ mit einer Selbstlimitierung. Weitere Abklärungen erübrigen sich indessen, wie sich aus dem Folgenden ergibt.