Citation: 7B_820/2023 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Willkürverbots nach Art. 9 BV und von Art. 46 StGB. Sie macht geltend, entgegen der Auffassung der Vorinstanz lägen bei ihr "besonders günstige Umstände" vor: Sie lebe in stabilen Verhältnissen, sei in der Familie ihres Partners voll eingebunden und bewähre sich in einer Vertrauensstellung am Arbeitsplatz. Die Vorinstanz habe diese "persönlichen Verhältnisse und Umstände" im angefochtenen Entscheid nicht genügend berücksichtigt und äussere sich insbesondere nicht zu für die Erstellung der Prognose massgebenden Faktoren wie "Sozialisierungsbiographie und Arbeitsverhalten". Diese Kriterien, sowie auch "das Bestehen sozialer Bindungen", seien aber bei ihr alle "sehr positiv" zu bewerten. Zudem habe die über fünfmonatige Haft in Deutschland ihre Spuren und eine abschreckende Wirkung hinterlassen. S ie habe seit zweieinhalb Jahren nicht mehr delinquiert, was ein unwiderlegbares Indiz für eine erfolgreiche Bewährung darstelle. Die Vorinstanz verfalle in Willkür, wenn sie dies anders sehe. Sie verkenne auch, dass das Bundesgericht seine Praxis gelockert habe und nunmehr keine günstige Prognose, sondern lediglich das "Fehlen einer ungünstigen Prognose" verlangt werde, damit von einem Widerruf abgesehen werden könne. Erneute Delinquenz führe somit nicht zwingend zu einem Widerruf. Ausserdem stelle sich die Frage, ob das Amtsgericht Konstanz mit seinem Urteil vom 4. Februar 2021 bereits im Sinne einer "res iudicata" über ihre Rückfälligkeit entschieden habe und der Widerruf des bedingten Strafvollzugs gegen das "ne bis in idem"-Verbot verstosse. Da besonders günstige Umstände vorlägen, hätte die Vorinstanz den "Strafaufschub" gewähren und die Probezeit um zwei Jahre verlängern müssen.