Citation: 9C_728/2019 E. 4.2.2

4.2.2. Bezüglich des aktuellen Zustands stellte das kantonale Gericht fest, dass die behandelnde Psychiaterin med. pract. C.________ im Juni 2017 über einen stationären Gesundheitszustand berichtet habe. Hingegen habe Prof. Dr. med. D.________ in seinem Gutachten vom 13. Oktober 2017 auf eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustands geschlossen, die jedoch vor dem Hintergrund der gutachterlichen Ausführungen zur Persönlichkeit des Versicherten und der Bestätigung einer Persönlichkeitsstörung nicht ausgewiesen sei. Die Vorinstanz legte differenziert dar, weshalb entgegen dem Gutachter Prof. Dr. med. D.________ eine Vereinsgründung durch den Versicherten nicht für eine gesundheitliche Verbesserung spricht. Denn gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen führt der Mittelalter-Verein des Versicherten keine nennenswerten intensiven (sozialen) Aktivitäten aus und dieser basiert auf den Wertvorstellungen sowie dem Gerechtigkeitssinn des Versicherten. Im Sozialen zeigt sich denn auch keine auf Ressourcen hinweisende relevante Veränderung, befand sich der Versicherte bei der Rentenzusprache (Verfügung vom 11. Mai 2015) in einer vergleichbaren sozialen Einbettung mit Leben in einer Wohngemeinschaft und gewissen Kontakten zu Freunden. Nach dem kantonalen Entscheid steht diesen Nicht-Leistungssituationen, in denen der Versicherte relativ gut funktioniere, eine deutliche Stressintoleranz im Rahmen des hiesigen gesellschaftspolitischen Systems gegenüber. Diese Feststellung untermauerte die Vorinstanz, unter anderem indem sie aufzeigte, dass der in mittelalterlicher Kleidung zur Begutachtung erschienene Versicherte sich als in unserem ganzen System angewiderter Mensch fühle. Er lasse sich nichts mehr gefallen und schreie die Leute auf der Strasse an, werde aggressiv, wenn diese ihm "querkommen" würden. Entgegen der Beschwerdeführerin stellte die Vorinstanz jedoch nicht lediglich auf solch subjektive Angaben des Versicherten ab, sondern zog darüber hinaus die Einschätzung des Gutachters Prof. Dr. med. D.________ heran, wonach die Persönlichkeit des Versicherten skurril wirke und am ehesten als dissozial einzustufen sei mit Rücksichtslosigkeit gegenüber den Gefühlen von anderen, Missachtung von gesellschaftlichen Normen, Regeln und Verpflichtungen sowie einer geringen Frustrationstoleranz für aggressive und gewalttätige Verhaltensweisen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht willkürlich, dass das kantonale Gericht im Vergleich zur gesundheitlichen Situation bei der Rentenzusprache (vgl. E. 4.2.1 hiervor) nicht auf eine wesentliche Veränderung schloss und ihm kann auch nicht vorgehalten werden, es habe sich bei der Frage, ob eine substanzielle gesundheitliche Veränderung vorliege, mit dem subjektiven Beschwerdevortrag des Versicherten begnügt. Daran vermag nichts zu ändern, dass der Gutachter handicapierende Funktionsstörungen aufgrund der Persönlichkeitsstörung nicht bestätigte, sondern - anders als der Vorgutachter, der ebenfalls eine Störung durch multiplen Substanzgebrauch festgestellt hatte - von einer im Vordergrund stehenden Problematik mit Drogen ausging. Die vorinstanzlichen Schlussfolgerungen sind auch mit Blick auf die fehlende medikamentöse Therapie (Antidepressiva) nicht offensichtlich unrichtig. Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden, dass dies auf einen fehlenden Leidensdruck beim Versicherten deute: Zum einen steht eine depressive Symptomatik beim Versicherten - gleich wie bei der Begutachtung durch Dr. med. B.________ - nicht im Vordergrund, berichtete doch auch Prof. Dr. med. D.________ über eine remittierte depressive Episode. Ferner ist zu berücksichtigen, dass med. pract. C.________ im Bericht vom 13. April 2019 ausführte, die Therapie sei nicht mangels Bedarfs eingestellt, sondern der Versicherte habe diese abgesetzt, da er sich dadurch vergiftet und ruhiggestellt fühlte. Vor diesem Hintergrund ist der Sachverhalt von der Vorinstanz nicht unvollständig festgestellt, wenn sie aus der abgesetzten medikamentösen antidepressiven Therapie keine weiteren Schlüsse für das Leistungsvermögen des Versicherten zog.