Citation: 1B_379/2020 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz erwog, es sei beim Beschwerdeführer von Kollusionsgefahr auszugehen, zwar nicht zu den beiden Hebammen, aber zu den Eltern des Beschwerdeführers und jenen der Mitbeschuldigten, zur Kollegin D.________ und zu den Nachbarinnen und Nachbarn. Diese Personen im persönlichen Umfeld seien noch einzuvernehmen und gegebenenfalls mit dem Beschwerdeführer zu konfrontieren. Den Aussagen dieser Personen komme umso grösseres Gewicht zu, als der Beschwerdeführer und die Mitbeschuldigte bislang von ihren Aussageverweigerungsrechten Gebrauch gemacht hätten. Diese fehlende Kooperationswilligkeit vermöge zwar die Kollusiongefahr nicht zu begründen, führe jedoch zur Höhergewichtung der Aussagen Dritter. Es gehe ausserdem nicht darum, Abklärungen zu einem vermeintlich delinquenten Umfeld vorzunehmen oder abzuklären ob die Beschuldigten gute Eltern seien. Es müsse eruiert werden, ob die genannten Personen zum interessierenden Sachverhalt Aussagen machen könnten. Es entspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, dass junge und "frischgebackene" Eltern sich Personen in ihrem Umfeld anvertrauten, um Rat zu suchen, Schwierigkeiten und gegebenenfalls auch Entgleisungen zu schildern. Solche Umfelderhebungen seien vorliegend umso mehr angezeigt, als es Hinweise auf Gewaltanwendung gebe, die sich noch vor der Einweisung bzw. Aufnahme der Zwillinge im Kinderspital ereignet hätten. Es sei anzunehmen, dass es bereits vor dem bei B.________ diagnostizierten Schütteltrauma zu erheblichen physischen Einwirkungen auf die Kinder (zumindest C.________) gekommen sei und man entsprechend nicht von einem einmaligen Vorfall ausgehen könne.