Citation: 4A_187/2009 14.07.2009 E. 4

4.1 Wird der Kostenvoranschlag überschritten, weil der Architekt seine Pflichten zur Kostenüberwachung im Verlauf der Bauausführung nicht genügend wahrnahm, liegt darin eine Schlechterfüllung des Vertrags, für die der Architekt bei Verschulden haftet. Nach der Rechtsprechung ist dabei der Vertrauensschaden zu ersetzen, den der Bauherr erlitten hat, weil er in die Verlässlichkeit der Kosteninformationen vertraut und dementsprechend nachteilige Vorkehren getroffen und vorteilhafte unterlassen hat (BGE 122 III 61 E. 2c/aa; 119 II 249 E. 2b/aa). Haben die Parteien keine besondere Vereinbarung über die Genauigkeit des Kostenvoranschlages getroffen, bestehen nach herrschender Lehre und Rechtsprechung je nach Art des Baus unterschiedliche Toleranzgrenzen. Solche sind auch in der SIA-Norm 102 vorgesehen (vgl. Urteil 4C.424/2004 vom 15. März 2005 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Will der Bauherr das Risiko einer von ihm zu tragenden Kostenüberschreitung selbst im Rahmen der Toleranzgrenze ausschliessen, kann er bei Vertragsschluss oder auch im Verlaufe der Planung eine Kostenlimite festsetzen oder sich vom Architekten eine Bausummengarantie abgeben lassen (Urteil 4C.424/2004 vom 15. März 2005 E. 3.3 mit Hinweisen). 4.2 Das Kantonsgericht stellte unter Berücksichtigung der Umstände des Vertragsabschlusses fest, die Beschwerdeführerin habe der Beschwerdegegnerin versprochen, die Gegenstand des Kostenvoranschlags bildende Sanierung der Haupthalle werde nicht teurer als Fr 5'153'000.-- zu stehen kommen. Demnach habe keine Toleranzgrenze im Sinne des SIA-Regelwerks von 15 % für Umbauten, oder 10 % für Neubauten oder von evt. 3 % bestanden. Die im Kostenvoranschlag enthaltene Reserve für "Unvorhergesehenes" vermögen daran nichts zu ändern. Eine Kostenlimite könne nach Abschluss des Architekturvertrages auch angepasst werden. Daher sei es zulässig gewesen, die gesetzte Kostenlimite nachträglich zu erhöhen, zumal vorliegend mit jedem Beschluss sowohl die auszuführenden Arbeiten als auch die Erhöhung der Kostenlimite betragsmässig genau definiert worden seien. 4.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, zwar nenne der Architekturvertrag entgegen der SIA Norm 102 den Grad der Genauigkeit der Kostenprognose nicht ausdrücklich. Das Kantonsgericht nehme an, die Position "Reserve für Unvorhergesehenes" sei an die Stelle des fehlenden Genauigkeitsfaktors getreten. Die Begründung dafür sei dünn und überzeuge nicht. Der einer Prognose innewohnenden Unsicherheit sei durch eine "wie auch immer bemessene" Toleranzgrenze Rechnung zu tragen. Diese Grenze müsse auch auf dem Kostenanteil der genehmigten Mutationen gelten, weil insoweit der gleiche Unsicherheitsfaktor vorgelegen habe. 4.4 Mit diesen Ausführungen setzt sich die Beschwerdeführerin nicht mit der vorinstanzlichen Erwägung zur gesetzten Kostenlimite auseinander und legt nicht dar, inwiefern diese Bundesrecht verletzen soll, was auch nicht ersichtlich ist.