Citation: 5A_630/2014 E. 7.1

7.1. Eine richterliche Aufklärungspflicht, wie der Beschwerdeführer sie anspricht, ist in der Schweizerischen Zivilprozessordnung vorgesehen, der das Berufungsverfahren unterstand. Gemäss Art. 97 ZPO klärt das Gericht die nicht anwaltlich vertretene Partei über die mutmassliche Höhe der Prozesskosten sowie über die unentgeltliche Rechtspflege auf. Das Obergericht führt diesbezüglich aus, zusammen mit der Verweigerung des Armenrechts für das Berufungsverfahren sei der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. August 2013 gemäss Art. 98 ZPO zur Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe der mutmasslichen Gerichtskosten von Fr. 15'000.-- aufgefordert worden. Damit habe es sich erübrigt, ihn über die mutmassliche Höhe der Prozesskosten aufzuklären. Auch dieser Beurteilung kann nicht beigepflichtet werden. Die Prozesskosten, über deren mutmassliche Höhe der Richter die anwaltlich nicht vertretene Partei aufzuklären hat, umfassen nicht nur die Gerichtskosten, sondern auch die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 Bst. a und b ZPO). Zwar kann sich eine Prognose darüber, wie hoch die Anwaltskosten der Gegenpartei voraussichtlich ausfallen werden, als schwierig erweisen, zumal sich massgebliche Faktoren der Kostenberechnung regelmässig nach dem konkreten Verfahrensablauf richten und namentlich von der Komplexität der Streitigkeit oder von Teilanerkennungen beeinflusst werden (vgl. Adrian Urwyler, in: Brunner/ Gasser/Schwander, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2011, N 2 zu Art. 97 ZPO; Viktor Rüegg, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 4 zu Art. 97 ZPO). Im Sinne eines Mindeststandards sind der nicht anwaltlich vertretenen Partei aber wenigstens die Bemessungsgrundlagen des kantonalen Tarifs zur Kenntnis zu bringen, nach denen sich die Parteientschädigung im konkreten Fall berechnen, etwa der kantonale Stundentarif der Anwälte einschliesslich einer allfälligen Streitwerterhöhung, die voraussichtlich anwendbaren Entschädigungspauschalen oder das theoretische Maximum des einschlägigen Rahmentarifs. Soll der Laie sein Prozessrisiko abschätzen können, muss das Gericht neben den anwendbaren Tarifansätzen auch die Grundsätze der Kostenverteilung erläutern (Martin H. Sterchi, Berner Kommentar, 2012, N 6 zu Art. 97 ZPO). Der Verzicht auf eine entsprechende Aufklärung lässt sich jedenfalls in der vorliegenden Konstellation auch nicht damit rechtfertigen, dass der Beschwerdeführer bereits ein erstinstanzliches Verfahren durchlief und aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen keiner Aufklärung mehr bedurft hätte. Während das erstinstanzliche Verfahren noch dem kantonalen Zivilprozessrecht unterstand, war im Berufungsverfahren die Schweizerische Zivilprozessordnung anwendbar. Dass er mit dieser neuen Situation und den damit verbundenen übergangsrechtlichen Fragen ohne fremde Hilfe zurande kommen würde, konnte vom Beschwerdeführer nicht erwartet werden. Nach dem Gesagten hat sich das Obergericht also einen Verfahrensfehler und damit eine Bundesrechtsverletzung im Sinne von Art. 95 Bst. a BGG zuschulden kommen lassen, indem es den Beschwerdeführer nicht über die mutmasslichen Parteikosten aufklärte. Trotzdem erweist sich die Beschwerde in diesem Punkt als unbegründet. Denn der Beschwerdeführer behauptet nicht, dass er bei erfolgter Aufklärung über die Parteikosten seine Berufung zurückgezogen hätte, mit der Folge, dass den Beschwerdegegnern keine oder wesentlich weniger Parteikosten entstanden wären. Ist der geschilderte Fehler aber ohne praktische Relevanz, so ist es nicht Aufgabe des Bundesgerichts, korrigierend einzugreifen (vgl. Urteil 5A_817/2013 vom 24. Januar 2014 E. 6).