Citation: 4A_523/2017 E. 3.1

3.1. Eine Saldoquittung befreit die Versicherung von Ansprüchen der versicherten Person, von denen diese Kenntnis hatte oder deren Erwerb sie zumindest für möglich hielt (BGE 102 III 40 E. 3f S. 47; 100 II 42 E. 1 S. 45; Urteil 4C.72/2003 vom 25. Juni 2003 E. 4, nicht publ. in: BGE 129 III 493). Führt die subjektive Auslegung zu keinem Ergebnis, sind mit einer Saldoklausel zum Ausdruck gebrachte Willenserklärungen nach dem Vertrauensprinzip einschränkend auszulegen (vgl. BGE 127 III 444 E. 1a S. 445; 109 II 327 E. 2b S. 329; 100 II 42 E. 1 S. 45; Urteile 4A_191/2013 vom 5. August 2013 E. 3.2; 4C.219/2006 vom 24. Januar 2007 E. 2.3; 4C.72/2003 vom 25. Juni 2003 E. 4, nicht publ. in: BGE 129 III 493). Entscheidend ist danach, wie die Versicherung die Erklärung der versicherten Person nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstehen durfte und musste (vgl. BGE 138 III 659 E. 4.2.1 S. 666; 137 III 145 E. 3.2.1 S. 148). Dabei ist vom Wortlaut der Erklärung auszugehen, die jedoch nicht isoliert, sondern aus ihrem konkreten Sinngefüge heraus zu beurteilen ist (vgl. BGE 138 III 659 E. 4.2.1 S. 666; 132 III 626 E. 3.1; 123 III 165 E. 3a S. 168). Das Bundesgericht überprüft diese objektivierte Auslegung von Willenserklärungen als Rechtsfrage frei, wobei es an die Feststellungen der kantonalen Vorinstanz über die äusseren Umstände sowie das Wissen und Wollen der Beteiligten grundsätzlich gebunden ist (BGE 138 III 659 E. 4.2.1 S. 666 f.; 132 III 626 E. 3.1 S. 632, 24 E. 4 S. 28; je mit Hinweisen).