Citation: 4A_473/2021 E. 3.4.2

3.4.2. Nach dem Gesagten braucht nicht geprüft zu werden, ob die Vorinstanz auch zu Recht annahm, der Vertrag wäre ebenso aufgrund der - hinsichtlich der g-Werte mit der Richtpreis-Offertvariante identischen - Auftragsbestätigung vom 20. Juli 2016 zustande gekommen. Auch kann offen bleiben, ob ihre Erwägungen zur Unterzeichnung sowie zur Vertretung der Beschwerdeführerin durch den Bauzeichner des Architekten zutreffen. Sie begründete indes auch dies überzeugend (oben E. 3.3.3). Darauf kann verwiesen werden, zumal die Beschwerdeführerin nicht ansatzweise aufzeigt, dass die vorinstanzlichen Erwägungen willkürlich oder sonstwie bundesrechtswidrig wären. Dies gilt etwa, wenn sie wiederum vorbringt, der Bauzeichner habe in der Auftragsbestätigung nur die Öffnungsrichtung und Fenstermasse, nicht aber die Glaswerte geprüft und bestätigt, was die Vorinstanz schlüssig verwarf. Im Übrigen wäre es der Beschwerdeführerin selbst resp. dem sie vertretenden Architekten zuzuschreiben, wenn der Bauzeichner die Zustimmung trotz mangelnder Erlaubnis oder Fertigkeiten abgegeben haben sollte. Dies lag, wie die Vorinstanz zutreffend erwog, nicht in der Verantwortung der Beschwerdegegnerin. Ihr oblag nach dem Gesagten ebenso wenig eine Überprüfung der Zeichnungsberechtigung des Bauzeichners. Die Vorinstanz wies zu Recht auf dessen Anscheinsvollmacht hin. Dies gilt unbesehen der Auftragssumme und des Einwands, dass ansonsten "jeder beliebige Mitarbeiter" eigenmächtig Verträge unterzeichnen könnte. Dabei würde es sich um ein Organisationsverschulden seitens der Beschwerdeführerin handeln. Indem sie einwendet, die Beschwerdegegnerin hätte die fehlende Vertretungsbefugnis des Architekturbüros zum Vertragsschluss in ihrem Namen aufgrund der Ausschreibung von September 2015 erkennen müssen, setzt sie sich mit den Erwägungen der Vorinstanz nicht hinreichend auseinander. Darauf ist nicht einzugehen. Gleiches gilt, wenn sie erneut vorbringt, sie habe vorinstanzlich substanziiert dargelegt, dass der Bauzeichner nicht zur gültigen Vertretung befugt gewesen sei, weil die Ausschreibung den vorformulierten Vertragsbedingungen, also auch Art. 33 Abs. 2 SIA-Norm 118 vorgehe. Nicht zu folgen ist ferner dem Einwand der Beschwerdeführerin, wonach es willkürlich sei anzunehmen, aufgrund der Kontrolle von Ausmassen sei ein Werkvertrag zustande gekommen. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass die Vorinstanz das Zustandekommen des Vertrages nicht damit begründete. Nicht zu beanstanden ist auch, dass die Vorinstanz auf eine Befragung des Architekten und des Bauzeichners zu den Umständen der Kontrolle und einer Vollmacht verzichtete. Darin liegt nach dem Gesagten weder Willkür noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin (vgl. oben E. 3.2.3).