Citation: 1B_553/2022 E. 2

Der Beschwerdeführer bestreitet den dringenden Tatverdacht von Vergehen oder Verbrechen nicht (Art. 221 Abs. 1 Ingress StPO). Er wendet sich jedoch gegen die Annahme des besonderen Haftgrundes der Fluchtgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO). Er macht zunächst geltend, die Annahme von Fluchtgefahr beruhe auf willkürlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz. Diese habe fälschlich behauptet, er habe in der Schweiz lediglich (im April 2022) einen Tag lang gearbeitet. Offensichtlich unzutreffend sei weiter die Behauptung, die Beziehung zu seiner "angeblichen" Lebensgefährtin und deren Aufenthaltsort seien nicht erstellt. Als willkürlich rügt der Beschwerdeführer auch die vorinstanzlichen Erwägungen, "es lasse sich nicht verifizieren, ob der Streit mit seiner Tochter wirklich beendet" sei, und ein Zusammenwohnen mit ihr im Falle seiner Haftentlassung erscheine "schwer vorstellbar". Der Beschwerdeführer bestreitet sodann das Vorliegen (sonstiger) ausreichender Anhaltspunkte für Fluchtgefahr. Er sei EU-Bürger und habe "zweifellos einen Anspruch darauf", in der Schweiz zu leben und zu arbeiten. Er habe nach Arbeit gesucht und diese zwischenzeitlich auch gefunden. Dass er "zwischendurch mal gebettelt haben soll", ändere daran nichts. Ausserdem lebten auch seine engsten Angehörigen (nämlich seine gesundheitlich angeschlagene Lebenspartnerin, seine Tochter und zwei Enkeltöchter) seit einigen Monaten in der Schweiz. Es drohe ihm "keine unbedingte Freiheitsstrafe, erst recht keine mehrjährige". Die zur Anklage gebrachten Vorwürfe lägen zwar "nicht mehr im Bagatellbereich" aber "insgesamt immer noch im unteren Schwerebereich". Im Vordergrund stehe der zusammen mit drei Mitbeschuldigten begangene Diebstahl von 453 kg Kupfer auf einer Baustelle. Seine einzige einschlägige Vorstrafe (wegen eines Diebstahls in Spanien) sei als Bagatelldelikt einzustufen. Er befinde sich seit über 2,5 Monaten in anrechenbarer strafprozessualer Haft, und eine Landesverweisung sei nicht zu erwarten.