Citation: 8C_854/2008 08.05.2009 E. 5

5.1 Dr. med. U.________ berichtete am 19. Juli 2001, die Beschwerdeführerin sei schon am Tag nach dem Unfall erneut selbstständig Auto gefahren. Seit 18. Dezember 2000 könne sie wieder ein Pensum von gut 50 % verrichten. In den kurz vor dem 19. Juli 2001 beendeten zweiwöchigen Ferien auf einem Segelschiff sei sie während der zweiten Woche weitgehend beschwerdefrei gewesen. Zur Verarbeitung "des mechanischen Unfalleinflusses", aber auch der "gleichzeitig stark veränderten Lebens- und Partnerschaftssituation" empfahl Dr. med. U.________ eine "psychologische Begleitung", die Wiederaufnahme einer körperlichen Tätigkeit (z.B. den Besuch eines Tanzkurses) und die Durchführung einer Craniosacralbehandlung beim Chiropraktor Dr. H.________. 5.2 Zu Recht ist von keiner Seite bestritten worden, dass sich die Versicherte laut Sachverhaltsfeststellung gemäss angefochtenem Entscheid (S. 13 f.) ab Februar 2001 rund drei- bis viermal monatlich zum Chiropraktor Dr. H.________ in Behandlung begab, die letzte Konsultation bei Hausarzt Dr. med. B.________ am 3. Oktober 2001 stattfand und vom 22. November 2001 bis 21. März 2002 ein Behandlungsunterbruch folgte. Der Hausarzt reduzierte die Arbeitsunfähigkeit mit Wirkung ab 8. Oktober 2001 weiter auf 40 %, was bezogen auf die betriebliche Normalarbeitszeit der G.________ SA von 42,5 Stunden (bei einem Vollpensum) pro Arbeitswoche einer zumutbaren Arbeitsleistung von 25,5 Stunden pro Arbeitswoche entsprach. Diese trotz Unfallrestbeschwerden zumutbare Leistungsfähigkeitssteigerung von einer Arbeitsfähigkeit von zuvor 50 % auf eine solche von 60 % ab 8. Oktober 2001 basiert auf dem von der Beschwerdeführerin schon ab Sommer 2001 wieder verrichteten "gut 50%-igen Pensum" (Bericht des Dr. med. U.________ vom 19. Juli 2001 S. 3). 5.3 Obwohl zu Beginn des Jahres 2002 offensichtlich keine ärztlichen oder manualtherapeutischen Heilbehandlungsmassnahmen mehr erforderlich waren und die Phenix die Taggeldleistungen schon per 31. Dezember 2001 eingestellt hatte, begab sich die Versicherte erst am 21. März 2002 wieder in Behandlung zu Dr. H.________, nachdem sie von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Überprüfung der weiteren Leistungspflicht mit Schreiben vom 5. März 2002 dazu aufgefordert worden war, eine Kopie des Unfallscheines einzureichen. 5.4 Die Versicherte hat seit 1. Januar 2002, wie sie selber mehrfach bestätigte, von der Arbeitgeberin - trotz Einstellung der Taggeldleistungen und einer nach Angaben des behandelnden Chiropraktors laut Unfallschein weiterbestehenden Arbeitsunfähigkeit von 40 % - den vollen Lohn für ihr angestammtes, bis zum Unfall vom 6. November 2000 erfülltes Erwerbspensum von 80 % ausbezahlt erhalten. Zwar bestritt die Arbeitgeberin mit Schreiben vom 19. April 2005, dass die Beschwerdeführerin infolge des Ereignisses vom 6. November 2000 keinen Arbeitsausfall erlitten habe. Doch fügte die G.________ SA an, betreffend Umfang des Arbeitsausfalles könne nur die Versicherte selber Auskunft geben, da sie im Aussendienst tätig sei und die Arbeitgeberin keine Arbeitszeitkontrolle durchführe. In Übereinstimmung mit diesen Angaben hielt die G.________ SA auf dem "Fragebogen Arbeitgeber" zuhanden der IV-Stelle am 13. April 2005 (nachfolgend: Arbeitgeberfragebogen) fest, "gemäss Angaben der [Beschwerdeführerin]" sei es gesundheitsbedingt seit 2001 ununterbrochen zu Absenzen von "3,5 bis 4,5 Stunden pro Tag" gekommen. Die Versicherte bescheinigte in einer schriftlichen Erklärung vom 19. April 2005, da sie im Aussendienst tätig sei, müsse sie keine Arbeitszeitkontrolle führen. Dementsprechend sei "auch eine Kontrolle der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit durch die Verwaltung nicht gegeben." 5.5 Anlässlich der Haushaltsabklärung durch eine Mitarbeiterin der IV-Stelle vom 22. November 2006 hielt die Beschwerdeführerin fest, "sie könne sich [bei der G.________ SA] die Tage so einteilen, wie sie es gerne wolle." Aktuell arbeite sie - wie ursprünglich bei Antritt dieser Teilzeit-Arbeitsstelle mit 80 %-Pensum - nur von Dienstag bis Freitag. Seit dem Unfall sei es für sie "einfach wichtig, dass sie um ca. 15.00 Uhr wieder zu Hause sei, weil es ihr ab dieser Zeit ziemlich schlecht gehe" und sie sich dann sofort für zwei Stunden hinlegen müsse. Gegenüber der psychiatrischen Gutachterin Dr. med. L.________ liess die Versicherte anlässlich der Exploration vom 7. September 2005 demgegenüber verlauten, im Moment verwerte sie die ihr verbleibende Restarbeitsfähigkeit "mittwochs und donnerstags sowie freitag-morgens mit wechselndem Pensum je nach Bedarf." Da die Kompensation ihres Arbeitsausfalles "ja schon seit vielen Jahren geregelt sei", ihr Arbeitsplatz nicht wirklich in Gefahr sei und sie zu ihrem Vorgesetzten "eine recht gute Beziehung" habe, sei die Angst vor einem Verlust ihres Arbeitsplatzes "eher theoretischer Natur". 5.6 Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist nicht nachvollziehbar, dass die G.________ SA der Beschwerdeführerin seit 1. Januar 2002 während Jahren den vollen Lohn für das bis zum Unfall vom 6. November 2000 geleistete angestammte Wochenarbeitspensum von 34 Stunden (entsprechend des 80 %-Pensums laut Arbeitgeberfragebogen) ausbezahlt hat, wenn die Versicherte in diesem Zeitraum angeblich tatsächlich nur die von Seiten des Chiropraktors fortgesetzt attestierte Restarbeitsfähigkeit von 25,5 Stunden pro Arbeitswoche (vgl. hievor E. 5.2) geleistet hätte. Die Arbeitgeberin vermag denn auch nicht aus eigener Wahrnehmung substantiiert darzulegen, ob - und gegebenenfalls in welchem Ausmass - die Beschwerdeführerin seit 1. Januar 2002 bei der Erfüllung des angestammten Teilzeitpensums aus unfallbedingten Gründen eingeschränkt war. Angesichts der offenbar vollkommen fehlenden Arbeitszeit- und/oder Leistungskontrollen seitens der G.________ SA ist vielmehr davon auszugehen, dass die Versicherte im Rahmen der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht das bis zum Unfall an vier Tagen pro Woche absolvierte 80 %-Pensum ab 1. Januar 2002 zumutbarerweise wieder - allenfalls über fünf bis sechs Tage verteilt (gemäss Arbeitsvertrag war die Beschwerdeführerin grundsätzlich verpflichtet, bei Bedarf auch samstags zu arbeiten) - zu erfüllen vermochte.