Citation: 5A_924/2012 E. 4.4

4.4. Die Beschwerdeführerin bestätigt (was auch in der Vereinbarung der Parteien festgelegt worden ist), dass in der Sache - d.h. in der Frage der Begründetheit der Forderungen - belgisches Recht anwendbar ist. Entgegen ihrer Meinung kann sie daher keine Verletzung von Art. 8 ZGB, aus dem sie den Beweisanspruch ableitet, rügen. Diese Bestimmung ist anwendbar auf Rechtsverhältnisse, die auf dem Bundeszivilrecht beruhen, nicht aber auf dem ausländischen Recht (BGE 124 III 134 E. 2/bb S. 143; 129 III 18 E. 2.6 S. 24). Richtig ist hingegen, dass der Beweisanspruch auch aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleitet werden kann (allgemein BGE 124 I 208 E. 4a S. 211; 130 II 425 E. 2.1 S. 428; vgl. Urteil 5A_193/2008 vom 13. Mai 2008 E. 3.1; Brönnimann, in: Berner Kommentar, ZPO, Bd. II, 2012, N. 1, 4, 27 ff. zu Art. 152). Allgemein sind Voraussetzung eines Beweisverfahrens insgesamt schlüssige Sachvorbringen der beweisbelasteten Partei; sodann ist ein Beweisverfahren nur dann notwendig, wenn behauptete, rechtserhebliche Tatsachen von einer Partei bestritten werden und das Gericht nicht aus eigener, sicherer Kenntnis über die Tatsachen Wissen hat. Soweit die Beschwerdeführerin rügt, dass "überhaupt" kein Beweisverfahren eröffnet wurde, oder aus dem "äusserst komplexen Verfahren" schliesst, es müsse zwingend ein Beweisverfahren durchgeführt werden, geht sie daher fehl. Ob im Zusammenhang mit dem Forderungsgrund "Astoria Agreement" der rechtserhebliche Sachverhalt festgestellt worden ist bzw. Sachverhaltsrügen berechtigt sind, ist an besonderer Stelle zu erörtern. Das Gleiche gilt für die Massgeblichkeit von Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend die weiteren Forderungsgründe.