Citation: I 919/05 19.10.2006 E. 3.2

3.2.1 Während Dr. med. D.________ mit Berichten vom 18. Juni und 10. Oktober 2003 eine angepasste leichte sitzende Tätigkeit als zumutbar erachtete, führte Dr. med. K.________ am 1. Juni 2004 aus, die gesundheitliche Situation des Versicherten habe sich "im Verlauf des letzten Jahres" weiter verschlechtert. Es komme zwei bis dreimal jährlich zu Exazerbationen. Schon im Normalfall könne der Beschwerdegegner den Weg zur hausärztlichen Praxis (1 km über flaches Gelände) nicht mehr zu Fuss erreichen, müsse nach zwei bis drei Schritten stehen bleiben, schwitze stark und könne die Treppenstufen zum Hochparterre kaum überwinden. Eine Arbeitsfähigkeit bestehe höchstens stundenweise für körperlich leichteste Tätigkeiten in geschützter Umgebung ohne Witterungseinflüsse und Temperaturschwankungen. 3.2.2 Soweit die IV-Stelle vorbringt, es sei widersprüchlich, hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit nicht auf die Einschätzungen des Hausarztes abzustellen, dessen Bericht aber hinsichtlich der gesundheitlichen Veränderung gleichwohl als massgeblich zu erachten, kann ihr nicht gefolgt werden. Hausärzte sagen gerichtsnotorisch mit Blick auf ihre Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten aus (statt vieler: AHI 2001 S. 114 Erw. 3b/cc mit Hinweisen), was sich insbesondere auch in der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit niederschlägt. Da sie indessen regelmässig den engsten Kontakt zu den Versicherten pflegen und das Behandlungsverhältnis oft längere Zeit besteht, bemerken Hausärzte Veränderungen im Gesundheitszustand oft als erste (Urteil N. vom 18. Juli 2006, I 159/06, Erw. 4.2 mit Hinweis). Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die hausärztlichen Schilderungen differenziert würdigte und nur - aber immerhin - teilweise darauf abstellte. 3.2.3 Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass die Ausführungen des Hausarztes in der Tat auf eine seit dem letzten Bericht des Dr. med. D.________ vom Oktober 2003 eingetretene Verschlimmerung der Lungenkrankheit hindeuten. Eine solche ist umso weniger auszuschliessen, als es sich zum einen bei der COPD um eine fortschreitende Krankheit handelt (hiezu Roche-Lexikon Medizin, 5. A., München/Jena 2003, S. 348 f.), weshalb eine mit zunehmendem Zeitablauf einhergehende Verschlimmerung dem Krankheitsbegriff inhärent ist. Zum anderen geht aus den Akten hervor, dass die im Juni 2003 begonnene Therapie - entgegen der erhofften Verbesserung - lediglich eine Stabilisierung der Einsekundenkapazität (FEV1) bewirkte und die pulmonale Situation (subjektiv) nicht veränderte (Bericht des Dr. med. D.________ vom 10. Oktober 2003), indessen verschiedentlich Exazerbationen zu verzeichnen waren, von denen mindestens eine im Mai 2004 zur Hospitalisation des Versicherten führte (Bericht des Dr. med. K.________ vom 1. Juni 2004). Unter Berücksichtigung aller Umstände hätte die IV-Stelle nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz bereits aufgrund der hausärztlichen Einschätzungen genügend Anlass für weitere Abklärungen gehabt. Daran ändert nichts, dass der Bericht des Dr. med. D.________ vom 2. Februar 2005 bei Erlass des Einspracheentscheides vom 10. Februar 2005 noch nicht bekannt war. Indem die IV-Stelle ohne weiteres eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation vor Januar 2005 verneinte und nunmehr einzig gestützt auf die Ausführungen des Dr. med. D.________ davon ausgeht, die Verschlimmerung sei nicht vor Januar 2005 eingetreten, ist sie ihrer Abklärungspflicht nicht rechtsgenüglich nachgekommen, weshalb das kantonale Gericht die Angelegenheit zu Recht zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückgewiesen hat.