Citation: 5A_765/2018 E. 3.1

3.1. In der Sache hat das Kantonsgericht erwogen, wenn die selbständige Berufsausübung unwirtschaftlich sei, so falle der Grund der Unpfändbarkeit des Kompetenzguts gemäss Art. 92 Abs. 1 Ziff. 3 SchKG, nämlich der Schutz der wirtschaftlichen Existenz des Schuldners, weg. Wenn der Betrieb des Schuldners dauernd defizitär sei, so dass die Einnahmen nicht ausreichten, sowohl den Lebensunterhalt wie auch alle Geschäftsauslagen zu decken, so sei nicht zu gestatten, diesen auf Kosten der Gläubiger weiterzuführen. Den Lebensunterhalt könne der Schuldner dann bestreiten, wenn er aus dem Nettoerlös mindestens das Existenzminimum decken könne. Stelle der Betreibungsbeamte bei einem selbständig erwerbenden Schuldner, der keine Buchhaltung führe, fest, dass laufend neue Betreibungen für den Betrieb eingehen, und liefere der Schuldner über längere Zeit keine Quote ab, so dürfe er davon ausgehen, dass der Schuldner nicht wirtschaftlich arbeite. Die Beurteilung müsse sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. An die Rentabilität seien keine hohen Anforderungen zu stellen. Im vorliegenden Fall bestünden gemäss Betreibungsregisterauszug vom 16. Mai 2018 134 nicht getilgte Verlustscheine der letzten zwanzig Jahre von Fr. 897'600.25. Seit dem 1. Januar 2017 seien zweiundzwanzig Betreibungen erfolgt. Davon seien vierzehn im Stadium der Pfändung. Allein in den Betreibungen Nr. ccc und ddd vom April 2018 mache das Bezirkssteueramt Beträge von Fr. 124'589.70 und Fr. 101'563.40 geltend. Die Behauptung des Betreibungsbeamten, die Betreibungen Nr. eee, fff, ggg, hhh, iii, jjj, kkk, lll, mmm, nnn, ooo und ppp, bei denen als Gläubiger die Steuerbehörden, die Ausgleichskasse, die Suva und die B.________ GmbH auftreten würden, hingen mit der Geschäftstätigkeit zusammen, sei unwidersprochen geblieben. Aus der vom Steuervertreter des Beschwerdeführers eingereichten Abrechnungergebe sich, dass trotz eines Überschusses von Fr. 5'642.50 im ersten Quartal 2018 ein negativer Saldo von Fr. 6'586.95 verblieben sei. Unbestritten geblieben sei die Behauptung des Betreibungsbeamten, dass auch in den vorangegangenen Quartalen immer nur ein Negativsaldo ausgewiesen worden sei und der Schuldner in den letzten Jahren nie eine pfändbare Quote abgeliefert habe. In der angefochtenen Pfändung Nr. aaa habe denn auch keine pfändbare Einkommensquote bestimmt werden können und die Pfändungsurkunde sei als provisorischer Verlustschein ausgestellt worden. Die Berufsausübung des Beschwerdeführers sei demnach unwirtschaftlich. Er sei seit vielen Jahren und auch zurzeit nicht in der Lage, aus seiner Berufsausübung zusammen mit dem Renteneinkommen die notwendigen Kosten, wozu auch Steuern und AHV-Beiträge gehörten, zu decken. Damit entfalle der Schutz der Unpfändbarkeit gemäss Art. 92 Abs. 1 Ziff. 3 SchKG. Bei diesem Ausgang könne dahingestellt bleiben, ob ein zweites Geschäftsfahrzeug berufsnotwendig sei und ob es sich beim Betrieb des Beschwerdeführers um ein Unternehmen handle.