Citation: 2P.283/2004 07.04.2005 E. 4.2

4.2.1 Der Beschwerdeführer sieht zunächst eine Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes darin, dass der Abschluss in Mathematik der Absolventen der aargauischen kantonalen Fachprüfung für Bezirkslehrer im Gegensatz zu ähnlich qualifizierten ausserkantonalen Abschlüssen nicht anerkannt werde. Die Prüfung als Bezirkslehrer erfülle die Grundanforderungen eines Hochschulabschlusses. Nach § 27 Abs. 2 des aargauischen Schulgesetzes vom 17. März 1981 (Schulgesetz/AG) richte sich die Bezirksschule nach den Vorschriften für Maturitätsschulen aus und gehöre damit zu den Maturitätsschulen. Folgerichtig bilde die kantonale Fachprüfung eine genügende fachwissenschaftliche Grundlage für den Unterricht an Maturitätsschulen. Indem aargauischen Absolventen der Zugang zum höheren Lehramt verwehrt werde, verstosse dies nicht nur gegen die Rechtsgleichheit, sondern auch gegen die Interkantonale Vereinbarung über die Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen vom 18. Februar 1993 (AS 1997 2399); Diplomvereinbarung) sowie Art. 3 des Reglementes über die Anerkennung der Lehrdiplome für Maturitätsschulen vom 4. Juni 1998 (Diplomanerkennungsreglement). 4.2.2 Die Argumentation des Beschwerdeführers verkennt, dass die Bezirksschule nach aargauischem Schulgesetz keine Maturitätsschule darstellt, sondern gemäss § 27 Abs. 1 Schulgesetz/AG durch ihre umfassende Grundausbildung die Voraussetzung für den Eintritt in die Mittelschule und für die berufliche Ausbildung bildet. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ändert auch der Umstand, dass sich die Bezirksschule nach den eidgenössischen Vorschriften für Maturitätsschulen richtet (§ 27 Abs. 2 Schulgesetz/AG), nichts an dieser Qualifikation, zumal bereits auf der Sekundarstufe I eine gymnasiale Vorbildung vermittelt wird (vgl. Art. 6 Abs. 2 der Verordnung über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen vom 15. Februar 1995 [Maturitäts-Anerkennungsverordnung, MAV; SR 413.11]; Herbert Plotke, Schweizerisches Schulrecht, 2. Auflage, Bern/Stuttgart/Wien, 2003, S. 133). Auch berechtigt die Absolvierung der kantonalen Fachprüfung als Bezirkslehrer nur zur Unterrichtserteilung auf der Sekundarstufe I, nicht aber an aargauischen Mittelschulen. Voraussetzung für die Wahl als Hauptlehrkraft an einer Mittelschule im Kanton Aargau ist vielmehr der erfolgreiche Abschluss eines Fachstudiums an einer anerkannten Hochschule sowie des höheren Lehramtes oder einer anderen pädagogisch-didaktischen Ausbildung für die Sekundarstufe II (§ 17 Abs. 2 lit. a und b der Verordnung über die Mittelschulen vom 28. Juni 1995). Der Beschwerdeführer verfügt somit entgegen seiner Auffassung aufgrund seiner absolvierten Bezirkslehrerprüfung nicht über eine genügende fachwissenschaftliche Ausbildung für den Unterricht an Maturitätsschulen. Von einer Verletzung von Art. 3 des Reglementes vom 4. Juni 1998 über die Anerkennung der Lehrdiplome für Maturitätsschulen (Diplomanerkennungsreglement) kann daher von vornherein nicht die Rede sein, ebensowenig ist ersichtlich, inwiefern eine Benachteiligung seines kantonalen Abschlusses als Bezirkslehrer gegenüber anderen Abschlüssen und damit eine Verletzung der Rechtsgleichheit vorliegen sollte. Ganz abgesehen davon, ist dieser Vorwurf nicht belegt (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) und erscheint haltlos. 4.3 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, es liege ein Verstoss gegen das Rechtsgleichheitsgebot vor, weil nach der Wegleitung für das Zusatzfach Mathematik im Gegensatz zum Zusatzfach Biologie kein Gesuch um Anrechnung anderer Lehrveranstaltungen gestellt werden könne. Das Verwaltungsgericht hat erwogen, da andere Lehrveranstaltungen die für das Zusatzfach Mathematik erforderlichen Kenntnisse nicht vermitteln würden, dränge es sich im Gegensatz zum Zusatzfach Biologie auch nicht auf, diese anzurechnen. Die in der Wegleitung fehlende Möglichkeit der Anerkennung anderer Lehrveranstaltungen stelle demzufolge keine Lücke, sondern qualifiziertes Schweigen dar. Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, soweit es überhaupt rechtsgenüglich vorgebracht wird (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG), vermag nicht zu überzeugen. Seine Behauptung, wenn der Unterschied zwischen dem Hauptfachstudium in Mathematik und seinem teilweisen Nebenfachstudium erheblich gewesen wäre, hätte er der mittleren Vorlesung wegen fehlender Vorbildung nicht erfolgreich folgen können, ist nicht geeignet, die Annahme des Verwaltungsgerichtes, es liege ein sachlicher Grund für die unterschiedliche Behandlung vor, substantiiert zu widerlegen. Aufgrund der unterschiedlichen fachlichen Ausrichtung der Mathematikvorlesungen für Mathematiker im Hauptfach und jenen für Nichtmathematiker ist es sachlich gerechtfertigt und liegt auch im öffentlichen Interesse, zum höheren Lehramt im Zusatzfach Mathematik nur Studierende zuzulassen, die sich über eine bestimmte Qualifikation ausweisen, die dadurch zum Ausdruck kommt, dass nur Vorlesungen angerechnet werden, die sich ausschliesslich an Studierende des Hauptfaches Mathematik richten. 4.4 Soweit der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem "Präzedenzfall B.________" eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebot nach Art. 8 BV beklagt, genügen seine Ausführungen den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht, insbesondere hat er sich mit der Argumentation des Verwaltungsgerichts nicht auseinandergesetzt. 4.5 Sämtliche Rügen betreffend Verletzung von Art. 8 Abs. 1 BV erweisen sich somit als unbegründet.