Citation: 6B_936/2019 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, es lasse sich nicht erstellen, dass die Währungsoptionsgeschäfte im Sinne der Anklage exakt einen Gesamtschaden von TRY 76'113'577.57, USD 2'541'770.81 und CAD 4'900.-- bewirkt hätten. Es sei jedoch nachgewiesen, dass durch die unautorisierten Fremdwährungsoptionsgeschäfte ab Frühling 2013 Verluste in Millionenhöhe entstanden und dass die Vermögen der Kunden durch die Geschäfte massiv gefährdet worden seien. Im Einzelnen nimmt die Vorinstanz an, in strafrechtlicher Hinsicht sei der Schaden bzw. der Deliktsbetrag nicht mit dem durch die KPMG und von der Staatsanwaltschaft errechneten Verlust per 23./24. Januar 2014 gleichzusetzen. Massgebender Faktor sei der hypothetische Vermögensstand ohne die Fremdwährungsoptionsgeschäfte, welcher dem Vermögensstand mit den Fremdwährungsoptionsgeschäften bzw. den eingetretenen Verlusten gegenüberzustellen sei. Der hypothetische Vermögensstand sei durch die Untersuchungsbehörde nicht ermittelt worden. Dies schade jedoch nicht, da in strafrechtlicher Hinsicht ein Gefährdungsschaden für die Annahme eines Schadens genüge. Die massive Gefährdung des Vermögens der betroffenen Kunden durch die unautorisierten Fremdwährungsoptionsgeschäfte ergebe sich im vorliegenden Fall daraus, dass deren Forderungen gegenüber der Bank in höchstem Masse illiquid geworden seien, da die Kunden nach zivilrechtlichen bzw. zivilprozessrechtlichen Grundsätzen für eine erfolgreiche Durchsetzung von Schadenersatzforderungen nebst dem Nachweis der fehlenden Autorisierung der Geschäfte und der eingetretenen Verluste auch den Nachweis für den Vermögensstand ohne die unautorisierten Transaktionen zu erbringen gehabt hätten. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts werde die Forderung des Treugebers durch die unrechtmässige Verwendung eines Vermögenswerts gefährdet, zumal einer illiquiden Forderung im Vergleich zu einer liquiden Forderung ein geringerer Wert zukomme. Die Gefährdung der Verwirklichung des obligatorischen Anspruchs des Treugebers stelle für diesen einen Vermögensschaden dar. Dass durch unautorisierte Währungsoptionsgeschäfte letztlich ein Schaden eingetreten sei, werde im Übrigen auch von der Beschwerdeführerin nicht in Abrede gestellt. Die Fremdwährungsoptionsgeschäfte seien aufgrund des ihnen immanenten hohen Risikos zweifellos geeignet gewesen, hohe Verluste zu verursachen. Die Ermittlungen durch den Revisor und die KPMG zeigten denn auch auf, dass umgerechnet in Schweizerfranken Verluste im zweistelligen Millionenbereich entstanden seien (angefochtenes Urteil S. 25 ff.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 58 ff., 76 ff.).