Citation: 2C_917/2019 E. 5.2.2

5.2.2. Vorliegend ist indes nicht ersichtlich, dass das Vorgehen der Beschwerdeführer rechtsmissbräuchlich gewesen wäre. Zunächst deutet die Begründung des Familiennachzugsgesuchs vom 10. Juli 2018 mit dem blossen Wunsch nach einem künftigen Zusammenleben darauf hin, dass der beschwerdeführende Vater davon ausgegangen ist, es handle sich um ein fristgerechtes Gesuch, für dessen Gutheissung keine besonderen Gründe dargetan werden müssten. Weiter lässt sich aufgrund des Umstands, dass der beschwerdeführende Vater erst im Rekursverfahren im Rahmen seiner Replik auf die Abklärungen im Ausland und alsdann auf den mit dem Umzug der Mutter des beschwerdeführenden Sohns nach Portugal veränderten Sachverhalt hinwies, nicht annehmen, dass er dies von Anfang an gewusst oder mutwillig einen wichtigen Grund für den Familiennachzug herbeigeführt hätte. Konkrete Anhaltspunkte für ein rechtsmissbräuchliches Vorgehen fehlen im vorliegenden Fall. Die Berufung auf einen wichtigen familiären Grund erweist sich somit entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen nicht als treuwidrig.