Citation: 1C_146/2013 E. 3.5

3.5. Wie dargetan, erachtete das Verwaltungsgericht die nördliche Fassade als Hauptfassade. Es stellte hierfür auf die Orientierung der Hauptwohnräume, die Stellung der Nachbargebäude, die Besonnung und die topographische Lage ab. Der Gemeindevorstand Obersaxen hielt dazu im Einspracheentscheid fest, dass sowohl gegen Norden wie gegen Süden Hauptwohnräume vorgesehen seien. Gestützt auf die Hilfskriterien sei davon auszugehen, dass in Obersaxen entsprechend seiner geographischen Lage die überwiegende Mehrheit der Häuser gegen Norden und Westen ausgerichtet sind. Dies entspreche denn auch der Praxis der Baubehörden. Dem Faktor der bessern Besonnung auf der Südseite komme für sich allein keine ausschlaggebende Bedeutung zu. Der Beschwerdegegner weist in seiner Vernehmlassung darauf hin, dass praktisch alle benachbarten Gebäude nach Norden gerichtet sind und gegen Norden den grossen Gebäudeabstand aufweisen (soweit auf einen solchen aufgrund der besondern Gegebenheiten nicht verzichtet worden ist). Die Haupträume der grössten Wohnung mit einer Fläche von rund 160 m² lägen im Haus A. Demgegenüber weisen die Beschwerdeführer gestützt auf die Plan- und Ansichtsunterlagen darauf hin, dass das nördlich gelegene, zweigeschossige Haus A dem südlich gelegenen, dreigeschossigen Haus B untergeordnet sei; dies zeige sich sowohl aufgrund der Volumen der beiden Häuser, in Bezug auf die topographische Lage und wegen des Umstands, dass im Haus B zwei Wohnungen nach Süden gerichtet seien, im Haus A nur eine nach Norden. Das Haus A müsse als Nebenbaute bezeichnet werden, sodass nicht nachvollziehbar sei, dass es die Hauptfassade abgebe. Sie halten fest, dass auch die Nachbargebäude nicht nach Norden ausgerichtet seien. Die Besonnung spreche eindeutig dafür, die Südseite als Hauptfassade zu bezeichnen. In Anbetracht der Kubatur und Erscheinung des höheren Hauses B im Vergleich mit dem niedrigeren Haus A, der zwei Wohnungen im Haus B und der Besonnung scheint die Auffassung der Beschwerdeführer auf ersten Blick hin einzuleuchten. Das vermag allerdings die Willkür des angefochtenen Verwaltungsgerichtsurteils nicht zu begründen. Trotz der zwei Wohnungen im Haus B darf berücksichtigt werden, dass die grösste der insgesamt drei Wohnungen im Haus A liegt und gegen Norden ausgerichtet ist. Die obere Wohnung im Haus B ist nicht ausschliesslich nach Süden ausgerichtet, sondern weist auf der Nordost-Seite einen Balkon auf. Daraus darf geschlossen werden, dass von Haus A und Haus B zusammengezählt eine sehr beträchtliche Fassadenfläche nach Norden weist, was sich denn auch der Nordansicht entnehmen lässt. Weil die Kriterien für die Bestimmung der Hauptfassade angesichts der konkreten Gegebenheiten keine zum vornherein klare Zuordnung erlauben, darf ohne Willkür auf zusätzliche Gesichtspunkte abgestellt werden. Die allgemeine topographische Lage spricht für eine Nordausrichtung. Der Gemeindevorstand Obersaxen und das Verwaltungsgericht haben zudem darauf abgestellt, dass in unmittelbarer Nähe zum Bauvorhaben wie auch allgemein in der Gemeinde Obersaxen die Mehrheit der Häuser gegen Norden gerichtet ist. Die Beschwerdeführer unterlassen es, diese Annahme mit einer Sachverhaltsrüge gemäss Art. 97 BGG in Frage zu stellen, und belassen es bei einer gegenteiligen Behauptung, auf die nicht näher einzugehen ist. Gesamthaft ergibt sich somit, dass das Verwaltungsgericht mit sachlichen Gründen die Nordfassade als Hauptfassade betrachten durfte, ohne in Willkür zu verfallen. Damit erweist sich die Beschwerde auch in diesem Punkte als unbegründet.