Citation: I 204/06 29.03.2007 E. 3

3.1 Gemäss MEDAS-Gutachten vom 12. Januar 2004 leidet der Beschwerdeführer an einem chronischen cervicothoracalen und cervicocephalen Schmerzsyndrom nach einem Halswirbelsäulenbeschleunigungstrauma im Jahre 1995, wobei objektivierbare posttraumatische Veränderungen im Schädel- und Halswirbelsäulen-Kernspintomogramm fehlen und - bei ebenfalls fehlenden Hinweisen einer radikulären Symptomatik - eine Diskrepanz zwischen objektivierbaren Befunden und dem angegebenen Schmerzausmass festgestellt wurden. Dazu kommen ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom nach Verhebetrauma im August 2001 - bei diskreter Chondrose L4/5 und einem leichten Retroglissement L5 auf S1, aber ohne Diskushernie und ohne Hinweise einer radikulären Symptomatik -, eine Neurasthenie und eine diffuse Kraftverminderung an der rechten oberen Extremität nach Quetschung und Distorsion des rechten Armes anlässlich eines Arbeitsunfalls im Jahre 1992. Die nur wenigen objektivierbaren Befunde an der Wirbelsäule könnten das Schmerzausmass und die Therapieresistenz nicht erklären. Aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms sei der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage, körperliche Schwerarbeit zu leisten. Die Beeinträchtigung bestehe für das Heben und Tragen schwerer Lasten, das Arbeiten in gebeugter Körperhaltung und für monotone repetierte Arbeitsabläufe. Aus psychischer Sicht bestehe eine verminderte allgemeine Belastbarkeit infolge von Erschöpfung und abnormer Müdigkeit, Resignationsgefühlen und einer allgemeinen Schwäche. Basierend auf diesen Feststellungen erachten die Experten eine dem Rückenleiden angepasste leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeit nach einer Angewöhnungszeit über 2 bis 3 Monate als zumutbar, wobei wegen des Schmerzsyndroms und der schnellen Erschöpfung von einer Leistungseinschränkung ausgegangen werden müsse. Diese bestehe in einer Limitierung für Gewichte über 15 kg, der Steh- und Sitzdauer von ununterbrochen höchstens 30 bis 45 Minuten und einer Gehstrecke von maximal bis 1 km. Bei einer flexiblen Arbeitszeiteinteilung mit der Möglichkeit, Liegepausen einzulegen, ohne monotone repetierte Arbeitsabläufe und Tätigkeiten in vorwiegend gebeugter Körperhaltung mit Wechselbelastung sowie ohne Leistungsstress, sei eine den angeführten Limitierungen Rechnung tragende angepasste Tätigkeit während 6 bis 7 Stunden täglich zumutbar. Diesfalls sei keine verminderte Leistungsfähigkeit zu erwarten. 3.2 Die dargelegte fachärztliche Einschätzung beruht auf eingehenden Untersuchungen und berücksichtigt angemessen die geklagten Beschwerden sowie die medizinischen Vorakten. Die Diagnosen und Beurteilungen im Gutachten sind grundsätzlich nachvollziehbar und klar. Einzig hinsichtlich der Folgerungen der Experten in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ist nicht absolut schlüssig, weshalb diese das chronische Schmerzsyndrom als dermassen limitierend beurteilen, nachdem im Bericht mehrfach die Diskrepanz zwischen den subjektiven Angaben und den objektiven Befunden geschildert, und auch das stark demonstrative und appellative Gebaren mit dem erkennbaren Wunsch nach Entschädigung bei widersprüchlichen Resultaten in den körperlichen Untersuchungen dargestellt wird. Da aber die Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit weitgehend auch auf die Folgen der Neurasthenie (Notwendigkeit von Liegepausen bei schneller Erschöpfung, kein Leistungsstress) zurückgeführt werden können, ist von weiteren medizinischen Abklärungen abzusehen. Insgesamt vermag die Expertise den rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweisen) an eine beweiskräftige medizinische Entscheidgrundlage zu genügen. Im Übrigen stützen sich beide Parteien auf die Erkenntnisse im Gutachten vom 12. Januar 2004.