Citation: 6B_611/2020 E. 1.4.1

1.4.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz sei in willkürlicher Weise davon ausgegangen, dass seine Deutschkenntnisse ausreichend gewesen seien, um die Tragweite des Strafbefehls zu verstehen. Er verweist auf Art. 77d Abs. 1 VZAE, wonach bei Personen, die keine Landessprache als Muttersprache sprechen und schreiben, für den Nachweis der Sprachkompetenzen in einer Landessprache auf die Schulbildung in einer Landessprache oder Sprachnachweise abgestellt werde. Seine Muttersprache sei nicht Deutsch und er habe auf Deutsch weder die obligatorische Schule noch eine Ausbildung auf Sekundärstufe absolviert. Ein Sprachzertifikat sei nicht aktenkundig. Der Beschwerdeführer weist ferner darauf hin, er habe sämtliche seiner Eingaben auf Englisch verfasst und die Behörden hätten mit ihm auf Englisch kommuniziert. Das rechtliche Gehör zu seiner Wegweisungsverfügung und zur Einreisesperre sei ihm auf Englisch gewährt und das Urteil der Erstinstanz auf Englisch verfasst worden. Auch die Vorinstanz habe ihm in englischer Sprache eine Nachfrist angesetzt. Er bestreite seinen Lebensunterhalt auf Englisch und aus seinem Aufenthalt in Deutschland seit mehreren Jahren könne nicht abgeleitet werden, dass er ausreichende Sprachkenntnisse habe, um den Inhalt des Strafbefehls zu verstehen. Ferner ergebe sich auch aus seiner am 26. Dezember 2019 zugestellten Einsprache, dass er den Inhalt des Strafbefehls nicht verstanden habe. Dem Inhalt lasse sich vielmehr entnehmen, dass er davon ausgegangen sei, sich wegen nichtbezahlter Gebühren im Gefängnis zu befinden.