Citation: 8C_121/2023 E. 3

Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, aufgrund der Stellungnahme der Psychiaterin Dr. med. G.________, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der IV-Stelle, vom 26. März 2019 sprächen konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der psychiatrischen Gutachten des Dr. med. C.________ vom 21. März 2018 und des Dr. med. D.________ vom 4. Dezember 2018. Für die Befunderhebung hätten sich die Gutachter auf die Angaben des Beschwerdeführers gestützt. Beobachtungen zu seinem Verhalten vor und während der Untersuchung oder zu allenfalls vorhandenen oder fehlenden Spuren des angeblich extensiven Händewaschens seien nicht dokumentiert worden. Auch seien keine fremdanamnestischen Angaben eingeholt worden. Sodann hätten die Gutachter offensichtlich keine Kenntnis davon gehabt, dass der Beschwerdeführer - nach seinen Angaben vom 22. Februar 2019 - seit einem oder eineinhalb Jahren eine Webseite betrieben habe, auf der er seine Dienste als Tontechniker (z.B. Dialog Bearbeitung, Sound Design, Mixing-Music etc.) angeboten habe und die dort publizierte Selbstpräsentation (mit diversen Hobbys) im Widerspruch zu den gegenüber den Gutachtern gemachten Angaben stehe. Die von den Gutachtern Dres. med. C.________ und D.________ rückwirkend ab Oktober 2014 bis Ende Februar 2017 attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit sei nicht näher begründet worden und aufgrund der Akten nicht nachvollziehbar. Die IV-Stelle habe somit zu Recht erkannt, es lasse sich nicht feststellen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit Oktober 2014 aus objektiver Sicht eingeschränkt sei. Nachdem zwei ambulante Begutachtungen nicht zu verwertbaren Ergebnissen geführt hätten, sei nachvollziehbar, dass sie eine stationäre Begutachtung als notwendig erachtet habe. Medizinische Gründe, die eine solche als unzumutbar erscheinen liessen, seien nicht ersichtlich. Die IV-Stelle habe den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 16. November 2021 letztmalig aufgefordert, bis 29. November 2021 eine unterzeichnete Bereitschaftserklärung betreffend eine Begutachtung zu retournieren. Andernfalls sehe sie sich gezwungen, dies als Verweigerung der Begutachtung zu verstehen und aufgrund der Akten zu entscheiden. Dies werde eine Abweisung seines Leistungsgesuchs zur Folge haben. Die IV-Stelle habe somit das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 43 Abs. 3 ATSG korrekt durchgeführt. Der Beschwerdeführer sei seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen, weshalb sie berechtigt gewesen sei, androhungsgemäss einen Aktenentscheid zu fällen. Ergänzend sei darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im Lichte des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" (BGE 148 V 397 E. 6.2.4) ab 1. Oktober 2015 keinen Rentenanspruch gehabt habe, da keine medizinisch begründete Eingliederungsunfähigkeit vorgelegen habe. Insgesamt sei eine anspruchsrelevante Invalidität nicht feststellbar, weshalb er die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen habe und sein Leistungsanspruch zu Recht verneint worden sei.