Citation: 1B_282/2015 E. A

Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Solothurn führen gegen A.________ ein Strafverfahren. Sie soll am 20. Mai 2015 den Personenwagen ihrer Mutter entwendet haben und damit losgefahren sein, obwohl sie wegen des Konsums von Alkohol und Medikamenten fahruntauglich war und ihr der Führerausweis bereits entzogen war. Bei ihrer Fahrt von Rüttenen nach Solothurn und dort über die Rötibrücke prallte sie auf ein vor ihr vor einer Ampel stehendes Fahrzeug. Am 26. Juni 2015 gab Rechtsanwalt Fabian Malovini der Staatsanwaltschaft bekannt, dass ihn A.________ mit der Wahrung ihrer Interessen betraut habe. Er ersuchte sie, ihm die Akten des laufenden sowie diejenigen eines abgeschlossenen Verfahrens zur Einsichtnahme zuzustellen oder gegebenenfalls den bei der Stadtpolizei Solothurn für den Fall zuständigen B.________ zu beauftragen, dies zu tun. Ausserdem beantragte er, ihn umgehend - vor der ersten Einvernahme seiner Mandantin - als amtlichen Verteidiger einzusetzen. Es handle sich nicht um einen Bagatellfall, und seine Mandantin sei offenkundig bedürftig; für den Fall, dass dies bestritten werde, offeriere er die entsprechenden Belege und Beweismittel. Am 29. Juni 2015 teilte die Staatsanwaltschaft Rechtsanwalt Malovini per E-Mail mit, die Polizei habe ihr die Akten noch nicht zugestellt, seine Eingabe würde pendent gehalten. Am 30. Juni 2015 teilte Rechtsanwalt Malovini der Staatsanwaltschaft mit, die Polizei werde ihr die Akten erst nach der Einvernahme von A.________ zustellen. Er lasse eine solche nicht zu, bevor die Staatsanwaltschaft über seine Anträge entschieden habe. Seine Klientin habe das Recht, dass über das Akteneinsichtsgesuch und den Antrag um Einsetzung einer amtlichen Verteidigung ohne Verzug, insbesondere vor der ersten Einvernahme, entschieden werde. Im Übrigen liege ja möglicherweise ein Fall notwendiger Verteidigung vor. Am 2. Juli 2015 antwortete die Staatsanwaltschaft Rechtsanwalt Malovini per E-Mail, es sollte für ihn problemlos möglich sein, an der polizeilichen Einvernahme seiner Klientin teilzunehmen. Über alles Übrige werde später befunden, nachdem die Akten bei ihr eingegangen seien. Rechtsanwalt Malovini beharrte mit E-Mail vom gleichen Tag darauf, dass seine Klientin einen Anspruch darauf habe, dass über ihr Gesuch auf amtliche Verteidigung vor der ersten Einvernahme entschieden werde, und dass das Verhalten der Staatsanwaltschaft rechtsverweigernd bzw. rechtsverzögernd sei. Am 3. Juli 2015 lud B.________ A.________ wahlweise auf den 8. Juli oder den 11. Juli 2015 zur Einvernahme vor. Er wies darauf hin, dass sich der Fall im polizeilichen Vorermittlungsverfahren befinde. Er bitte um die Wahrnehmung einer der beiden Termine. Wenn er die Einvernahme nicht durchführen könne, werde er den Fall abschliessen und an die Staatsanwaltschaft rapportieren. Am 8. Juli 2015 erhob A.________ Beschwerde ans Obergericht des Kantons Solothurn. Sie beantragte, es sei festzustellen, dass die Staatsanwaltschaft eine Rechtsverzögerung oder Rechtsverweigerung begangen habe, diese sei anzuweisen, über ihre mit Eingabe vom 26. Juni 2015 gestellten Anträge zu befinden, es sei festzustellen, dass die auf den 11. Juli 2015 angesetzte Einvernahme nicht stattfinden dürfe, der zuständige Polizist sei superprovisorisch anzuweisen, dies zu unterlassen, und ihr Anwalt sei allgemein und für das Beschwerdeverfahren als amtlicher Verteidiger einzusetzen. Die Präsidentin der Beschwerdekammer des Obergerichts lehnte den Erlass einer superprovisorischen Verfügung ab. Am 15. Juli 2015 eröffnete die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung gegen A.________ wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie ohne Berechtigung, Entwendung zum Gebrauch und Verletzung von Verkehrsregeln. Am 14. August 2015 wies das Obergericht die Beschwerde kostenfällig ab.