Citation: I 532/03 22.01.2004 E. 2

Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin an einer paranoiden Schizophrenie leidet und deshalb seit Mai 2001 vollständig invalid ist. Streitig und zu prüfen ist, ob - und allenfalls in welchem Umfang - bereits vor dem 1. Mai 2002 ein Rentenanspruch besteht. 2.1 Den vorliegenden Berichten ist zu entnehmen, dass die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin seit längerer Zeit sehr wechselhaft war. Zwar gab es immer wieder Phasen ohne äusserlich erkennbare Krankheitssymptome, wie etwa der Bericht ihrer Vorgesetzten in der Firma Q.________ zeigt, welche im März 2001 mit Ausnahme einer ärztlich belegten Absenz vom 16. bis 22. März 2001 keine Auffälligkeiten feststellen konnten. Insgesamt geht aber aus den Akten hervor, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten etwa ab Mitte des Jahres 2000 deutlich verschlechterte. So schilderte sie sowohl gegenüber ihren Eltern als auch gegenüber Dr. med. S.________, dass sie bereits während ihrer von März bis August 2000 dauernden Tätigkeit bei der Firma Y.________ Stimmen gehört und geglaubt habe, es werde ein Komplott gegen sie geschmiedet. Als sie im November 2000 in der Firma X.________ erneut um Arbeit fragte, stellte auch ihr ehemaliger Arbeitgeber - der ihr für die Tätigkeit bis 31. Dezember 1999 ein ausgezeichnetes Arbeitszeugnis ausgestellt hatte - fest, die Versicherte habe nervös und unkonzentriert gewirkt, was völlig ungewohnt gewesen sei; eine neue Anstellung wäre deshalb nicht mehr möglich gewesen. Sodann ging die Beschwerdeführerin ab Herbst 2000 zahlreiche Arbeitsverhältnisse von kurzer Anstellungsdauer - teilweise von nur wenigen Tagen - ein. Entgegen der Annahme der Verwaltung, die häufigen Stellenwechsel seien aus invaliditätsfremden Gründen erfolgt, lässt sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen nicht abschliessend beurteilen, ob die sprunghafte Stellensuche krankheitsbedingt oder zumindest krankheitsgeprägt war. Es ist nicht auszuschliessen, dass bereits vor Mai 2001 eine das Wartejahr auslösende Arbeitsunfähigkeit vorlag, zumal auch im Bericht der Kantonalen Psychiatrischen Klinik N.________ vom 6. Dezember 2001 lediglich festgehalten wurde, es habe "mindestens seit Mai 2001" eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Bei dieser medizinischen Aktenlage wäre die Verwaltung in Anbetracht der sich bei der Beschwerdeführerin lange vor dem ersten Klinikeintritt (23. April 2001) anbahnenden psychotischen Entwicklung nach dem Untersuchungsgrundsatz (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen) verpflichtet gewesen, weitere Abklärungen zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit zu treffen. Insbesondere hätte sie einen Bericht des Dr. med. Z.________ einholen müssen, der die Versicherte im August/September 2000 behandelt und bereits damals die sich später als zutreffend erweisende Diagnose einer psychotisch paranoiden Erkrankung gestellt hatte. Das im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren eingereichte, nicht näher begründete und ungenaue Zeugnis von Dr. med. Z.________ vom 12. August 2003 ist - worauf die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung an sich zu Recht hinweist - ungenügend. Jedoch ist nicht auszuschliessen, dass Dr. med. Z.________ anhand seiner echtzeitlichen Aufzeichnungen (Krankengeschichte) substantiierte Angaben über den Gesundheitszustand der Versicherten im Herbst 2000 machen kann, die eine genauere Beurteilung der damaligen Arbeitsunfähigkeit ermöglichen. Sodann hat die IV-Stelle auch in erwerblicher Hinsicht weitere Abklärungen zu treffen, d.h. im Hinblick auf eine allfällige das Wartejahr unterbrechende wiedererlangte volle Arbeitsfähigkeit von wenigstens 30 aufeinanderfolgenden Tagen für die fragliche Zeit lückenlose Arbeitgeberberichte und ferner auch die Akten der Arbeitslosenversicherung einzuholen.