Citation: 4A_20/2022 E. 3.2

3.2. Das Schiedsgericht hielt fest, die Beschwerdegegnerin stütze ihre Schiedsklage auf das X.2________ und das X.3________. Diese beiden Verträge enthielten je eine Schiedsklausel, die als solche von den Parteien nicht in Zweifel gezogen werde. Indes stelle sich folgendes Problem: Die beiden Verträge seien von F.________ als Vertreter für das (damalige) D.________ - als dessen CEO er überdies fungiert habe - unterzeichnet worden. Anlass zum Streit gebe die Frage, ob in der Vollmacht vom 4. Januar 2018 (siehe Sachverhalt Bst. A.d) eine rechtsgenügende Ermächtigung zur Unterzeichnung der in diesen Verträgen enthaltenen Schiedsklauseln zu sehen sei. Das Schiedsgericht nahm in diesem Zusammenhang zunächst Bezug auf das Recht von V.________. Demnach sei die Vollmacht zu "interpretieren", um festzustellen, ob sie die Befugnis zum Abschluss einer Schiedsvereinbarung einräume. Diese Interpretation ergebe Folgendes: F.________ habe nach dem Wortlaut der Vollmacht die Befugnis erhalten, für das D.________ "in allen Angelegenheiten" ("in all matters") zu zeichnen, wobei sodann eine beispielhaft zu verstehende Aufzählung folge ("including tenders, bids, payments, contracts and subcontracts"). Dies werde bekräftigt durch den am Schluss der Vollmacht enthaltenen Satz, wonach er zur "Ausführung aller im Interesse des [D.________s] liegenden Geschäfte befugt" sei ("authorised [...] to carry out all transactions that are appropriate in the interest of the said D.________"). Das Schiedsgericht griff weiter jene Passagen der Vollmacht auf, in denen auf Schiedsentscheide und Schiedsverfahren verwiesen wird ("authorised to [...] accept, confirm, compare, revoke and agree by signature arbitral awards [...] and to sign [...] at any arbitration proceeding"). Es erläuterte, dass damit weder eine Beschränkung auf die Binnenschiedsgerichtsbarkeit von V.________ noch einzig der Abschluss einer Schiedsvereinbarung nach Entstehen der Streitigkeit gemeint sei. Die Vollmacht enthalte unzweifelhaft ("undoubtedly") eine spezifische Ermächtigung ("a specific authorization"), wie sie Art. 58 (2) des Zivilprozessgesetzes von V.________ für den Abschluss einer Schiedsvereinbarung verlange. Das Schiedsgericht wies in diesem Zusammenhang auf die Rechtsprechung der Gerichte von V.________ hin. Im Übrigen - so führte das Schiedsgericht aus - habe der Abschluss der Verträge (X.2________ und X.3________) samt der darin enthaltenen Schiedsklauseln dem Interesse des D.________s entsprochen. Der Abschluss der Schiedsvereinbarungen sei folglich nach dem Recht von V.________ von der Vollmacht vom 4. Januar 2018 gedeckt gewesen. Das Schiedsgericht ergänzte unter Hinweis auf die Art. 32-39, Art. 459 und Art. 462 des schweizerischen OR, dass die Anwendung der Lex arbitri zum gleichen Ergebnis führe. Damit stehe fest, dass die Schiedsklauseln für das (damalige) D.________ verbindlich gewesen seien. Dies habe zur Konsequenz, dass die Schiedsklauseln auch den Beschwerdeführer als damaligen Alleineigentümer des D.________s bänden ("rechtliche Identität" von Beschwerdeführer und D.________). Folglich sei das Schiedsgericht zur Beurteilung der auf das X.2________ sowie das X.3________ gestützten und gegen den Beschwerdeführer gerichteten Klage zuständig.