Citation: 1C_254/2017 E. 9.9

9.9. Für das Bundesgericht besteht kein Anlass, von dieser Meinung des BAFU abzuweichen, zumal die Beschwerdeführerin in ihrer Replik bezüglich der Wirkungen von nichtionisierender Strahlung auf Pflanzen selber von einer vergleichsweise spärlichen Studienlage und der Schwierigkeit der Erlangung eindeutiger Erkenntnisse spricht.Auch die von ihr dort zusätzlich angerufene Übersichtsarbeit kommt zum Ergebnis, die Zahl der verfügbaren Studien sei noch nicht genügend, um den Einfluss der von Mobilfunkanlagen ausgehenden Strahlung auf Pflanzensysteme oder Samentechnologie beurteilen zu können (SUSANA DE SOUSA ARAÚJO und andere, Physical Methods for Seed Invigoration: Advantages and Challenges in Seed Technology, frontiers in Plant Science, 12. Mai 2016, S. 7). Zudem ist zu beachten, dass nicht nur der Betrieb der Beschwerdeführerin, sondern zahlreiche andere Gärtnerei- oder Landwirtschaftsbetriebe in ähnlicher Weise von möglichen schädlichen Auswirkungen der Strahlung von Mobilfunkanlagen auf Pflanzen betroffen wären. Zum Schutz von Pflanzungen verfügte vorsorgliche Emissionsbeschränkungen, die über die Anlagegrenzwerte der NISV hinausgingen, würden daher in ländlichen Gebieten die Versorgung der Bevölkerung mit Mobilfunkleistungen wesentlich erschweren. Mit dem BAFU ist daher davon auszugehen, dass im vorliegenden Fall keine über die NISV hinausgehenden vorsorglichen Emissionsbegrenzungen anzuordnen sind.