Citation: 4A_611/2016 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erwog, die Systematik von Ziffer 13.6.4 ABV spreche gegen ein Verständnis der 20-Tage-Frist als blosse Einigungsfrist. Absatz 1 regle zunächst die allgemeinen Grundsätze wie die Anzeige des Kaufrechtsfalls, die Berechtigung zur Ausübung des Kaufrechts, die Massgeblichkeit des Marktwertes, den Bewertungsstichtag und die Stundung des Kaufpreises. Absatz 2 regle das Vorgehen zur Bestimmung des Kaufpreises für den Fall, dass sich die Parteien darüber nicht einigen können. In Absatz 3 würden sodann die Fristen festgelegt, die bei diesen Abläufen einzuhalten seien. Dabei hätten die Parteien ein striktes Fristensystem gewählt. Das zeige ihre Absicht, soweit es in ihrem Einflussbereich liege, einen engen und klaren zeitlichen Rahmen vorzugeben. Komme hinzu, dass die der Expertenbestellung vorangehende Einigung der Parteien in Absatz 2 lediglich als allgemeine einleitende Bemerkung formuliert sei ("If the Parties cannot agree on the fair market value, each Party may request its determination by an experienced international accounting firm [...]"). Hingegen sei im weiteren Wortlaut von Absatz 2 nicht mehr weiter vom Einigungsprozedere die Rede. Die Einigung werde nicht als förmlicher, zwingend einzuhaltender Verfahrensschritt im ganzen Ablauf geregelt. Wäre die Bestellung des Experten zeitlich unbefristet möglich, so verlöre schliesslich die an das Vorliegen der Expertise anschliessende 20-tägige Frist für den definitiven Ausübungsentscheid weitgehend ihre Bedeutung als zeitliche Begrenzung des Verfahrensablaufs.