Citation: 4P.205/2006 23.10.2006 E. 4

Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieses dient einerseits der Sachaufklärung und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 129 II 497 E. 2.2; 127 I 54 E. 2b mit Verweisen). Ausserdem leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung daraus die Pflicht der Behörden ab, ihre Entscheide zu begründen. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Partei ihn sachgerecht anfechten kann. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 129 I 232 E. 3.2 mit Verweisen). 4.1 Das Kantonsgericht begründet die Widerrechtlichkeit des Verhaltens der Beschwerdeführerin im angefochtenen Urteil nicht ausführlich, sondern verweist zur Begründung auf das Strafurteil, das am selben Tag erging und vom selben Spruchkörper erlassen wurde. Das Kantonsgericht führt im angefochtenen Urteil aus, die Berufungsverhandlungen in der Straf- und der Zivilsache seien aus Gründen der Zweckmässigkeit und Prozessökonomie zusammengelegt worden und die Parteien hätten gegen dieses Vorgehen nicht opponiert (E. 1 S. 7). Durch den Verweis auf die Erwägungen des Strafurteils, das nach dem angefochtenen Entscheid beiden Parteien zur Kenntnis gebracht wurde, werden diese zum integrierenden Bestandteil des Zivilurteils. Die Beschwerdeführerin konnte daraus die Gründe entnehmen, die ihr eine sachgerechte Anfechtung ermöglichten und es ist weder ersichtlich noch der Beschwerde zu entnehmen, welche Nachteile ihr dadurch erwachsen sein könnten, dass die Begründung des Strafurteils im angefochtenen Entscheid nicht wiederholt wird. Die Rüge ist unbegründet. 4.2 Nach der Rechtsprechung kann das Gericht das Beweisverfahren schliessen, wenn die Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind oder wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür annehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 124 I 208 E. 4a; 131 I 153 E. 3 je mit Verweisen). Die Verweigerung der Anträge der Beschwerdeführerin auf Einholung eines Gutachtens zur wissenschaftlichen Haltbarkeit der beiden gerichtlichen graphologischen Gutachten und eines Obergutachtens bedeutet daher keine Verweigerung des rechtlichen Gehörs, wenn das Gericht ohne Willkür zum Schluss gelangen konnte, seine Überzeugung werde dadurch nicht geändert. 4.3 Dass sich die Beschwerdeführerin zum Gutachten Landert nicht hätte äussern können, behauptet sie nicht. Sie behauptet auch nicht, es sei ihr die vollständige Einsicht in die Akten verweigert worden (BGE 129 I 85 E. 4.1). Inwiefern sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ein Verwertungsverbot für das gerichtlich eingeholte Gutachten ergeben könnte, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen (vgl. zur verfassungsrechtlichen Herleitung von Verwertungsverboten BGE 131 I 272 E. 3.2.3.5 S. 277). 4.4 Die Rüge der Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV ist, soweit überhaupt gehörig vorgebracht, unbegründet.