Citation: 6B_23/2021 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer beanstandet auch die vorinstanzlichen Feststellungen zum Verfahrensablauf bzw. zu den Verfahrensverzögerungen nicht, sondern stützt sich auf diese ab, sodass von diesen auszugehen ist (Art. 105 Abs. 1 BGG). Danach ruhte das Untersuchungsverfahren ohne ersichtlichen Grund ab dem Eingang der letzten Strafanzeige vom 25. September 2014 bis zum Erlass der detaillierten Eröffnungsverfügung vom 2. Februar 2017, mithin während zwei Jahren und vier Monaten. Das erstinstanzliche Gerichtsverfahren dauerte sodann (ab Anklageerhebung Mitte September 2017 bis Zustellung des begründeten Entscheids Mitte März 2019) rund eineinhalb Jahre, wovon viereinhalb Monate zwischen der mündlichen Urteilseröffnung und der Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung lagen. Das vorinstanzliche Gerichtsverfahren (ab Eingang Berufungserklärung anfangs April 2019 bis Urteilseröffnung am 17. August 2020) nahm weitere 16½ Monate in Anspruch, wobei dem Verteidiger, der sich neu in den Fall einarbeiten musste, diverse Fristerstreckungsgesuche gewährt wurden. Die Vorinstanz erkannte vor diesem Hintergrund eine "klare Verletzung" des Beschleunigungsgebots, welche sie im Urteilsdispositiv ausdrücklich festhielt und sie zu einer Reduktion der Einsatzstrafe von 60 Monaten Freiheitsstrafe um 30 %, entsprechend 18 Monate, auf 42 Monate veranlasste (angefochtener Entscheid E. V.2.1.3 S. 67 f.). Inwiefern die Vorinstanz mit dieser Würdigung ihr Ermessen verletzt hätte, erschliesst sich nicht und vermag der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen. Soweit er sich darauf beschränkt, unter Darlegung der festgestellten Verfahrensverzögerungen eine übermässige Verfahrensdauer zu beanstanden, ohne darzulegen, inwiefern die Vorinstanz ihr Ermessen verletzt hätte, genügt seine Beschwerde den Begründungsanforderungen nicht und ist auf die Rüge daher nicht einzutreten (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG; Urteil 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 3.3.3). Aus dem vom Beschwerdeführer angeführten bundesgerichtlichen Urteil 6S.335/2004 vom 23. März 2005 lässt sich im Weiteren keine Ermessensverletzung der Vorinstanz ableiten; vielmehr erweist sich auch mit Blick auf diesen Entscheid, in welchem aufgrund einer um mindestens zwei Jahre zu langen Verfahrensdauer eine Strafreduktion von mindestens 20 % als gerechtfertigt betrachtet wurde (Urteil 6S.335/2004 vom 23. März 2005 E. 6.5.4), die von der Vorinstanz gewährte Strafreduktion von 30 % nicht als unangemessen. Ohnehin bleibt aber zu beachten, dass die Folgen der Verletzung des Beschleunigungsgebots nicht schematisch festgelegt werden können (vgl. E. 4.2 oben) und entsprechenden Vergleichen daher nur beschränkt zugänglich sind. Dass die vorinstanzliche Strafreduktion mit 30 % prozentual etwas tiefer ausfällt als jene der Erstinstanz, welche sich auf 33,34 % beläuft (bei einer Einsatzstrafe von neun Jahren und Strafreduktion von drei Jahren Freiheitsstrafe; vgl. erstinstanzlicher Entscheid E. IV.b S. 41), vermag sodann ebenfalls noch keine Ermessensverletzung zu begründen. Nicht nur handelt es sich um eine relativ geringe Abweichung, sondern steht es der Vorinstanz zu, den Umfang der Strafmilderung in eigener Würdigung der einschlägigen Kriterien nach pflichtgemässem Ermessen frei festzusetzen. Inwiefern sie dieses verletzt hätte, ist weder ersichtlich noch rechtsgenüglich dargetan. Zu einer gesonderten Begründung des prozentual geringfügigen Unterschreitens der erstinstanzlichen Strafreduktion war die Vorinstanz nicht gehalten; ein Verstoss gegen die Begründungspflicht liegt diesbezüglich nicht vor. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, das Absitzen einer unbedingten Freiheitsstrafe lange Zeit nach seinem deliktischen Verhalten werde ihn heute hart treffen, beschlägt schliesslich nicht das Beschleunigungsgebot, sondern den davon zu unterscheidenden Strafzumessungsgrund des verminderten Strafbedürfnisses infolge Zeitablaufs (Art. 48 lit. e StGB; zu dieser Unterscheidung vgl. Urteil 6B_260/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.3.5). Der betreffende Umstand ist daher nicht geeignet, eine gewichtigere Berücksichtigung der Verletzung des Beschleunigungsgebots zu begründen. Während die Vorinstanz die heute stabile berufliche und familiäre Situation des Beschwerdeführers und sein seit den letzten Delikten im Jahr 2014 an den Tag gelegtes Wohlverhalten positiv in die Strafzumessung einfliessen lässt, äussert sie sich zum Zeitablauf seit dem deliktischen Verhalten nicht explizit. Nachdem sie jedoch berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer während laufender Untersuchung im Jahr 2014 erneut mehrfach straf- und teilweise einschlägig rückfällig wurde, und sie daher mangels Wohlverhaltens zu einer Strafreduktion infolge Zeitablaufs nicht gehalten war (zu den Voraussetzungen der Strafmilderung infolge Zeitablaufs vgl. BGE 140 IV 145 E. 3.1 mit Hinweisen), kann der Beschwerdeführer auch unter dem implizit gerügten Gesichtspunkt des Zeitablaufs nichts zu seinen Gunsten ableiten. Der Vorinstanz ist nach dem Gesagten ebenso im Zusammenhang mit der Berücksichtigung der Verletzung des Beschleunigungsgebots kein Verstoss gegen Bundes- oder Konventionsrecht vorzuwerfen.