Citation: I 437/05 25.10.2005 E. 3.3

3.3.1 Die Rekurskommission erachtete die Expertise des MZ vom 29. Januar 2004 zu Recht nach den von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 353 Erw. 3b/bb) in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als beweiskräftig. Die Gutachter diagnostizierten nach einer internistischen, rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchung ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit Folgendes: Beginnende Chondrosen LWK4/5, eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0) sowie rezidivierende Durchfälle und Fieberschübe ungeklärter Genese. Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie keine. Dem Versicherten ist insoweit zuzustimmen, als er bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids (vgl. Erw. 2.1 hievor) weiterhin an einer Somatisierungsstörung litt. Entgegen seiner Ansicht beruhte hingegen die Einschätzung seiner Arbeitsfähigkeit im zweiten Gutachten des MZ nicht bloss auf einer anderen ärztlichen Bewertung des gleichgebliebenen Sachverhalts, was auch durch die wiederholte Begutachtung durch die gleiche Abklärungsstelle auszuschliessen ist, zumal derselbe Chefarzt für beide Gutachten verantwortlich zeichnet. Vielmehr legte die Rekurskommission einleuchtend dar, dass bei der ersten psychiatrischen Begutachtung auf Störungen hingewiesen wurden, die bei der zweiten Begutachtung offensichtlich nicht mehr vorlagen. So wies das psychische Profil des Beschwerdeführers gemäss psychiatrischer Einschätzung von Frau Dr. med. G.________ im Juli 2000 Auffälligkeiten hinsichtlich Stressbewältigung und Schwierigkeiten bei der Affektbewältigung auf, wie sie sich bei den so genannt "klassischen" psychosomatischen Erkrankungen zeigen würden, welche sich gemäss Dr. med. L.________, Psychiatrie, im Jahre 2004 nicht mehr fanden. Er beschrieb den Beschwerdeführer als im affektiven Bereich adäquat, fand weder einen Hinweis für eine depressive Symptomatik noch für eine bestehende Suizidalität und befand den Versicherten in Antrieb und Psychomotorik als soweit unauffällig. Dies erstaunt auch insofern nicht, als die begutachtenden Ärzte am 10. Juli 2000 ausdrücklich auf ein der (positiven) Veränderung zugängliches Krankheitsbild hinwiesen und von einer nach Ablauf eines Jahres - in Begleitung einer empfohlenen psychiatrischen Unterstützung während dieser Zeit - vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgingen. Zwar brach der Versicherte die daraufhin aufgrund einer entprechenden Auflage der IV-Stelle begonnene Psychotherapie nach achtzehn absolvierten Sitzungen wieder ab. Dennoch ist trotz gleicher Diagnosestellung von einem verbesserten Gesundheitszustand auszugehen, da sich die Befunde weniger ausgeprägt darstellen, sodass er auch in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagerist vollständig arbeitsfähig ist. Daran ändert auch das letztinstanzlich ins Recht gelegte Schreiben der psychiatrischen Dienste vom 8. Juni 2005 nichts, welches nicht den hier massgeblichen Zeitraum beschlägt (vgl. Erw. 2.1). 3.3.2 Wird eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, ist - wie dargelegt - in Anwendung der in BGE 130 V 352 erarbeiteten Kriterien die fachärztlich schlüssig ausgewiesene psychiatrische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer das zentrale Qualifizierungsmerkmal dafür, ob (ausnahmsweise) eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit vorliegt (Erw. 2.3). Nichts anderes gilt für die ebenfalls zum Formenkreis der somatoformen Störungen gehörende Somatisierungsstörung nach ICD-10 F45.0 (Weltgesundheitsorganisation [WHO], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 5. Aufl., Bern/Göttingen/Toronto/Seattle S. 183 ff.). Ein selbstständiges, von der Somatisierungsstörung losgelöstes psychisches Leiden liegt gemäss Expertise vom 24. Januar 2004 nicht vor. Im psychiatrischen Teilgutachten wurde denn auch über keine der von der Rechtsprechung vorausgesetzten Kriterien berichtet, welche ausnahmsweise eine Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Demnach kann die festgestellte Somatisierungsstörung nicht invalidisierend sein. Da sich der Gesundheitszustand zwischen Juli 2001 und November 2004 in psychiatrischer Hinsicht gebessert hat, verneinte die IV-Stelle zu Recht den Anspruch auf Rentenleistung, zumal die somatischen Leiden zu keinem Zeitpunkt die Arbeitsfähigkeit einschränkten. Des Weitern haben Vorinstanz und Verwaltung zutreffend erkannt, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen - einschliesslich der beantragten Umschulungsmassnahmen nach Art. 17 IVG - hat, da er selbst in der Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit nicht behindert ist, weshalb die Voraussetzungen hiefür nicht gegeben sind.