Citation: 6B_345/2024 E. 2.2.2

2.2.2. Die Vorinstanz fährt fort, vorliegend stünden Widerhandlungen gemäss Art. 90 Abs. 1 und 2 SVG zur Beurteilung. Letztere könnten zwar gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich auch schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO darstellen. Dies jedoch nur in krassen Fällen bzw. wenn weitere erschwerende Tatumstände hinzukämen, was vorliegend nicht der Fall sei. Zwar wäre bei Überholen einer Fahrzeuggruppe durch Ausschwenken nach rechts und Wiedereinbiegen nach links im Bereich einer Autobahnausfahrt grundsätzlich von einer erhöhten abstrakten Gefährdung auszugehen. Gleiches würde beim Hintereinanderfahren ohne genügenden Abstand mit hohen Geschwindigkeiten gelten. Allerdings seien die groben Verkehrsregelverletzungen des Beschwerdegegners ohne besondere Vorkommnisse verlaufen, sodass das öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung das private Interesse des Beschwerdegegners an der Unverwertbarkeit der zu beurteilenden Beweise nicht überwiege. Davon scheine auch die Beschwerdeführerin auszugehen.