Citation: 6B_1236/2018 E. 1.6.2

1.6.2. Die Vorinstanz führt aus, die Staatsanwaltschaft nehme zwar an, dass der Beschwerdegegner über die zweckwidrige Verwendung der anvertrauten Vermögenswerte im Bild gewesen sei. Dass sie ihm jedoch keine Beteiligung an Betrug (Art. 146 StGB) zur Last lege, sondern sich auf Urkundenfälschung beschränke, impliziere, dass dem Beschwerdegegner gar nicht zum Vorwurf gemacht werde, das Betrugssystem gekannt zu haben. Der massgebende Vorwurf erstrecke sich auf das Wissen um eine zweckwidrige Verwendung als solche, nicht auch darauf, er habe das Ausmass dieser Zweckentfremdung im Rahmen des Betrugssystems erkannt. Die Vorinstanz schliesst, zugunsten des Beschwerdegegners sei davon auszugehen, er habe angenommen, die C.________ überweise die Gelder grundsätzlich auf individuelle Kundenkonten bei Depotbanken; ihre Erträge erziele sie durch Handelsgewinne und Retrozessionen. Das Betrugssystem ( Ponzi scheme) habe er nicht durchschaut und in seiner Funktion als Buchführer und Revisor daher auch keine Falschbeurkundungen zu verantworten, welche dieses System gestützt hätten. Sei dem Beschwerdegegner zuzubilligen, den Anlagebetrug nicht erkannt zu haben, so entfalle die Täuschungs- und Vorteilsabsicht (angefochtenes Urteil S. 26). Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei aktenwidrig, wenn die Vorinstanz dem Beschwerdegegner nur eine Kenntnis der zweckwidrigen Verwendung von Anlagegeldern anlaste. Tatsächlich habe er auch das dahinter stehende Betrugssystem in seinem ganzen Ausmass erkannt. Der Umstand, dass die Staatsanwaltschaft den Beschwerdegegner nicht auch wegen Beteiligung am Betrug (sondern nur wegen Urkundenfälschung) angeklagt habe, bedeute nicht, dass sie meine, er sei über das Ausmass der zweckwidrigen Verwendung der anvertrauten Vermögenswerte nicht vollständig informiert gewesen. Die Staatsanwaltschaft legt eingehend dar, weshalb aus ihrer Sicht eine Beteiligung des Beschwerdegegners am Betrug (in Haupt- oder Mittäterschaft, im Sinne eines unechten Unterlassungsdelikts infolge Garantenstellung [Art. 11 StGB] oder in Gehilfenschaft) ausscheide. Wie es sich damit verhält, kann dahingestellt bleiben. Denn die Frage nach der Vorteilsverschaffungsabsicht nach Art. 251 StGB ist autonom und unabhängig von der fehlenden Anklage wegen Betrugs, in Anwendung des Rechts von Amtes wegen (Art. 106 Abs. 1 BGG), zu beurteilen, sofern das angefochtene Urteil die notwendigen Sachverhaltsfeststellungen (Art. 105 Abs. 1 BGG) enthält. Die nachfolgenden Erwägungen verstehen sich unter der vorläufigen Annahme, die beanstandete Rechnungslegung erfülle in den angeklagten Punkten den objektiven Tatbestand des Art. 251 StGB (vgl. E. 1.10).