Citation: 9C_134/2024 E. 2.4.2

2.4.2. An diesem Ergebnis ändern auch die Überlegungen der Beschwerdeführerin zur Rechtskraftwirkung im Steuerrecht nichts. Wohl beschränkt sich die Rechtskraft von Steuerentscheiden grundsätzlich auf die entsprechende Steuerperiode, so dass die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse in einer späteren Periode abweichend beurteilt werden können (vgl. BGE 140 I 114 E. 2.4.3). Nachdem aber die Möglichkeit der Verlustverrechnung selber eine Abweichung vom Periodizitätsprinzip darstellt und periodenübergreifend wirkt, muss dies auch für entsprechende Entscheide gelten (vgl. vorne E. 2.1 und 2.2). Schliesslich können die Rechtskraftwirkungen auch nicht dadurch umgangen werden, dass die in der Veranlagung 2017 und 2018 getroffenen Feststellungen des kantonalen Steueramts zur Verlustverrechnung im Verfahren betreffend die Steuerperiode 2019 unter dem Titel einer offensichtlich unrichtigen Sachverhaltsfeststellung gerügt werden. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, hätte die Beschwerdeführerin die Veranlagungen 2017 und 2018 anfechten und vorbringen müssen, dass ihrer Meinung nach aktenkundige Vorjahresverluste bei der Schätzung nicht mitberücksichtigt worden seien. Indem sie dies unterlassen bzw. ihre Einsprache verspätet erhoben hat, kann sie die Verlustverrechnung in der Steuerperiode 2019 nicht mehr infrage stellen. Anzufügen ist diesbezüglich noch, dass die Aussage der Beschwerdeführerin, das kantonale Steueramt habe "selbst nie geltend gemacht, den Verlustvortrag bei der Veranlagung 2017 berücksichtigt zu haben", angesichts der anderslautenden Formulierung in der Veranlagungsverfügung offensichtlich unzutreffend ist.