Citation: 4A_598/2012 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz warf den Beschwerdeführern mangelnde Substanziierung ihrer Behauptungen vor, sie seien durch die vertragswidrigen Illustrationen und dilettantischen Veränderungen in ihrem beruflichen Ansehen massiv verletzt worden, weshalb ihnen die Weiterführung der vertraglichen Beziehungen mit der Nebenintervenientin nicht mehr zumutbar gewesen sei, sowie sie seien "in der ganzen Branche diskreditiert" und mit grosser Wahrscheinlichkeit seien ihnen auch Aufträge entgangen. Die Beschwerdeführer wollen diesen Vorwurf nicht gelten lassen. Es gelingt ihnen aber mit der Wiedergabe von bloss pauschalen Behauptungen aus der Klageschrift nicht, darzutun, dass sie entgegen der vorinstanzlichen Feststellung hinreichend konkretisiert hätten, auf welche Weise oder bei wem ihr Ruf Schaden genommen und inwiefern "der Marktwert bzw. immaterielle Wert" der von ihnen geschaffenen Figuren gelitten habe. In diesem Zusammenhang erinnerte die Vorinstanz daran, dass die Beschwerdeführer in Ziffer 19 des Rahmenvertrags unbefristet darauf verzichtet hatten, sich einer Änderung der Figuren zu widersetzen und Urheberpersönlichkeitsrechte einzufordern. Zudem hätten die Beschwerdeführer die Urheberrechte mit ihrer Entstehung (resolutiv bedingt) umfassend auf die Nebenintervenientin übertragen und bereits bei Vertragsabschluss in Kauf genommen, ihren Einfluss auf die Gestaltung der Figuren im Falle einer ordentlichen Beendigung des Rahmenvertrags (Art. 21 Rahmenvertrag) gänzlich zu verlieren. Im Rahmenvertrag sei eine Übertragung der Urheber- bzw. Verwendungsrechte auf Dritte ausdrücklich als zulässig erklärt worden. Die Beschwerdeführer hätten ab dem 1. Januar 2010 im Falle einer Beendigung der Zusammenarbeit im Sinne von Art. 21 des Rahmenvertrags über keine Handhabe mehr verfügt, Veränderungen des "Roten Vari" durch die Nebenintervenientin oder Dritte zu verhindern. Wenn die Beschwerdeführer meinten, relevant sei einzig, dass zahlreiche Eingriffe in ihre Urheberrechte erfolgt seien, würden sie die Tragweite der Ausschliesslichkeitsklausel, die den Beschwerdeführern in erster Linie zusätzliche Aufträge und Einnahmen verschaffen sollte, verkennen. Gemäss den Beschwerdeführern geht diese Argumentation der Vorinstanz an der Sache vorbei. Konsequent durchdacht würde sie nämlich - so die Auffassung der Beschwerdeführer - dazu führen, dass sich die Beschwerdeführer für eine ausserordentliche Beendigung des Rahmenvertrags gar nie auf Verletzungen der Ausschliesslichkeitsklausel hätten berufen können, weil sie von Anfang an gewusst hätten, dass sie ihren Einfluss irgendwann ohnehin verlieren würden. Die Vorinstanz argumentierte indessen durchaus sachgerecht. Sie zeigte mit der wiedergegebenen Darstellung der vertraglichen Bestimmungen auf, dass die Ausschliesslichkeitsregel, auf deren Verletzung sich die Beschwerdeführer beriefen, in erster Linie nicht bezweckte, das berufliche Ansehen der Illustratoren vor einer Beeinträchtigung durch nicht fachmännische bzw. als unbefriedigend empfundene Änderungen der Figuren zu bewahren. Denn mit Änderungen durch Dritte hatten sie früher oder später ohnehin zu rechnen. Zweck der Ausschliesslichkeitsklausel war vielmehr primär, den Beschwerdeführern zusätzliche Aufträge (für Änderungen der Figuren) und Einnahmen zu verschaffen. Unter diesem Blickwinkel erscheinen Verletzungen der Ausschliesslichkeitsklausel in der Tat wenig geeignet, eine ausserordentliche Kündigung zu begründen, zumal die Beschwerdeführer die angebliche Unzumutbarkeit der Fortsetzung des Vertragsverhältnisses auf eine Beeinträchtigung ihres beruflichen Ansehens stützten.