Citation: 5A_474/2021 E. 3

Ohnehin wäre die Beschwerde - selbst wenn über den Mangel einer korrekten Begründung hinweggegangen würden - offensichtlich unbegründet: Für die Beschwerde in KESB-Sachen findet im Kanton Bern gemäss Art. 450f ZGB i.V.m. Art. 72 KESG/BE das VRPG/BE auf alle Fragen Anwendung, die nicht direkt im ZGB oder KESG/BE geregelt sind, mithin auch für die Frage des Fristenstillstandes. Wie das Obergericht mit Hinweis auf die einschlägige Literatur zutreffend festhält, kennt die VRPG/BE keine Gerichtsferien. Gewisse Prozessgesetze der Kantone und des Bundes sehen Gerichtsferien vor, andere nicht, wobei die Regelungen, soweit vorhanden, unterschiedlich aussehen. Vor diesem Hintergrund besteht kein allgemeines Vertrauen, dass das konkret anwendbare Prozessgesetz auf jeden Fall Osterferien vorsieht. Im Übrigen stellt sich die Frage nicht, ob allenfalls eine falsche Rechtsmittelbelehrung begründetes Vertrauen geschaffen haben könnte; vielmehr war sie vorliegend korrekt, indem sie die zutreffende Rechtsmittelfrist enthielt, und es versteht sich von selbst, dass sie sich nicht über Gerichtsferien aussprach, da es keine gab. Weil Gerichtsferien eine Ausnahme vom Grundsatz darstellen, besteht wie gesagt auch kein Vertrauen in das Gegenteil, welches es gewissermassen in der Rechtsmittelbelehrung zu erschüttern gälte, wie der Beschwerdeführer dies meint. Ferner lässt sich kein schutzwürdiges Vertrauen aus der angeblichen Auskunft einer nicht näher bezeichneten Drittperson ableiten. Im Übrigen wurde keineswegs der Zugang zum Rechtssystem verbaut; es lief eine 30-tägige Frist, während der ein Rechtsmittel eingelegt werden konnte. Nicht zu hören ist das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe sich bis am 26. März 2021 aufgrund von Covid-19 in Isolation befunden. Dass er infiziert worden wäre, belegt er nicht, und nach der Isolation verblieben ihm immer noch 24 Tage zur Beschwerdeerhebung. Ohnehin geht es dabei um die Frage einer allfälligen Fristwiederherstellung; entsprechende Gesuche können aber nicht im Rahmen eines Rechtsmittels gestellt werden, sondern wären vielmehr bei der Instanz einzureichen, bei welcher der Betroffene von rechtzeitigem Handeln abgehalten war. Wenn schliesslich das Obergericht festgehalten hat, es würden sich keine fachspezifischen Fragen stellen, welche den Beizug von Fachrichtern erforderlich machten, so ist dies augenfällig im Kontext des (aus rein rechtlichen Überlegungen erfolgenden) Nichteintretens zu lesen, was der Beschwerdeführer im Übrigen selbst vermutet.