Citation: 8C_239/2023 E. 4.2

4.2. Die soeben zitierte Praxis geht auf eine mit BGE 110 V 304 begründete Rechtsprechungsänderung zurück. Danach fällt der Beginn der relativen "Verjährungsfrist" gemäss dem damals geltenden aArt. 47 Abs. 2 AHVG auf den Zeitpunkt, in welchem sich die Verwaltung vom Sachverhalt, der zur Rückforderung einer irrtümlich ausgerichteten Leistung berechtigt, hätte Rechenschaft geben müssen, wenn sie die unter den gegebenen Umständen erforderliche Aufmerksamkeit aufgewendet hätte. Gestützt darauf sollte insbesondere überwunden werden, dass andere Grundsätze zur Anwendung gelangen, je nachdem, ob das Versäumnis beim Versicherungsträger oder bei der versicherten Person liegt (BGE 110 V 304 E. 2b). Diese Rechtsprechung ist seither etabliert (vgl. E. 4.1 hiervor mit Hinweis auf BGE 148 V 217 E. 5.1.1; 146 V 217 E. 2.1).