Citation: 2C_830/2019 E. 9.3.2

9.3.2. Es kann hier offen bleiben, ob Eigennutzung im für den Minimalaufwand bei der Pauschalbesteuerung massgeblichen steuerrechtlichen Sinne auch gegeben ist, wenn der Steuerpflichtige aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, das Wohnobjekt selbst zu nutzen. Denn selbst wenn es sich so verhalten würde und die von den Beschwerdeführern behaupteten Tatsachen (der fehlenden Nutzbarkeit der Liegenschaft infolge der Rollstuhl- bzw. Rollatorgebundenheit des Beschwerdeführers und der engen Gänge des Chalets) damit rechtserheblich wären, liesse sich daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn es ist vorliegend mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen als rechtsgenüglich erstellt gelten können, welche dem Beschwerdeführer ein Bewohnen des Chalets verunmöglicht haben: Die Vorinstanz hat grundsätzlich verbindlich festgestellt (Art. 105 Abs. 1 BGG), dass aus einem eingereichten Arztzeugnis vom 12. April 2018 nicht hervorgehe, welcher Art die darin attestierten schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers seien und inwiefern diese die Bewohnbarkeit des Chalets - jedenfalls in der vorliegend einzig interessierenden Steuerperiode 2012 - ausgeschlossen haben sollen. Aufgrund dieser Feststellungen ist davon auszugehen, dass es an Beweisen für relevante gesundheitliche Beeinträchtigungen und namentlich an Beweisen dafür fehlt, dass der Beschwerdeführer auf einen Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen war. Zwar liegt die Beweisführungslast aufgrund der behördlichen Untersuchungspflicht bei der Steuerbehörde (vgl. Art. 130 Abs. 1 DBG; Art. 46 Abs. 1 StHG bzw. Art. 166 Abs. 2 und Art. 174 Abs. 1 StG/BE), doch untersteht die steuerpflichtige Person einer weitreichenden Mitwirkungspflicht (Art. 124 ff. DBG; Art. 42 StHG bzw. Art. 167 und Art. 170 f. StG/BE). Sie muss alles tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen (Art. 126 Abs. 1 DBG; Art. 42 Abs. 1 StHG bzw. Art. 167 Abs. 1 StG/BE). Die Mitwirkungspflicht gilt grundsätzlich für alle Arten von Tatsachen, kommt aber vorab für jene Umstände in Frage, die eine Partei besser kennt als die Behörden und welche diese ohne die Mitwirkung der Partei gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben könnten (Urteil 2C_27/2018 vom 10. September 2018 E. 2.2). Im kantonal letztinstanzlichen Beschwerdeverfahren, welches die Überprüfung eines bereits mehrfach festgestellten Sachverhalts zum Gegenstand hat, ist eine Erweiterung der Mitwirkung gerechtfertigt. Die steuerpflichtige Person hat durch eine substantiierte Sachdarstellung und durch Beschaffung oder Bezeichnung von Beweismitteln für die Richtigkeit ihrer Darstellung in der Beschwerdeschrift den Beweis anzutreten (vgl. Art. 140 Abs. 2 DBG; Art. 197 Abs. 3 StG/BE und Art. 32 Abs. 2 des Gesetzes [des Kantons Bern] vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG/BE; BSG 155.21]). Fehlt es daran, treffen die richterliche Behörde keine weiteren Untersuchungspflichten. Sie muss insbesondere nichts vorkehren, um die fehlenden Grundlagen zu beschaffen (Urteil 2C_251/2016 vom 30. Dezember 2016 E. 2.2; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 55 zu Art. 140 DBG). Vorliegend ist weder hinreichend dargetan noch ersichtlich, dass die Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren in der erforderlichen substantiierten Weise und namentlich unter Bezeichnung von (weiteren) Beweismitteln die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers und deren Einfluss auf die (subjektive) Nutzbarkeit des Chalets C.________ geltend gemacht hätten. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Vorinstanz in diesem Punkt - selbst wenn es sich um (gegebenenfalls) rechtserhebliche Tatsachen handeln würde - zu keinen weiteren Beweiserhebungen zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und der Nutzbarkeit des Chalets für gehbehinderte Personen verpflichtet war.