Citation: 6B_690/2017 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin wendet sich auch gegen den vorinstanzlichen Schluss, von einer Bestrafung infolge fahrlässiger Nichtbefolgung der Verfügung vom 9. März 2015 könne nicht Umgang genommen werden. Die Vorinstanz ging, anders als die erste Instanz, nicht von einem besonders leichten Fall aus (Art. 100 Ziff. 1 Abs. 2 SVG). Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, das betreffende Fahrzeug sei im fraglichen Zeitraum nicht bewegt worden, weshalb kein falscher Rechtsschein einer bestehenden Haftpflichtversicherung geschaffen worden sei. Die Vorinstanz erwog dagegen, die Sicherstellung des Versicherungsschutzes sei nicht der einzige Zweck von Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG. Diese Strafnorm sanktioniere auch den Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung. Hinsichtlich der Frage, ob mit Blick auf die konkreten Verhältnisse im Einzelfall von einem besonders leichten Fall auszugehen ist, kommt dem Sachgericht ein weites Ermessen zu. Die Vorinstanz hat den ihr zukommenden Entscheidungsspielraum nicht überschritten, wenn sie der Frage, ob die betreffenden Fahrzeuge im massgebenden Zeitraum (nicht) bewegt worden sind, keine entscheidende Bedeutung beigemessen hat. Eine andere Betrachtungsweise wäre zudem mit der Rechtsnatur von Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG nicht vereinbar. Denn bei dieser Bestimmung handelt es sich (auch nach Ansicht der Beschwerdeführerin) um ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Es kommt also nicht darauf an, ob das Auto im massgebenden Zeitraum gar nie in Betrieb war und daher ein fehlender Versicherungsschutz keine konkreten Folgen haben konnte. Damit erübrigen sich Ausführungen über das Verhältnis des hier verhandelten Straftatbestandes zu Art. 292 StGB (Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen).