Citation: 2C_705/2022 E. 11.1

11.1. Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige Erwerbstätigkeit gemäss Art. 17 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) oder unselbständige Erwerbstätigkeit gemäss Art. 18 DBG vorliegt, nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Die zivilrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Qualifikation sind aber immerhin Indizien für die massgebenden tatsächlichen Verhältnisse (BGE 121 I 259 E. 3c; 95 I 21 E. 5b; vgl. zur analogen Situation im AHV-Beitragsrecht BGE 146 V 139 E. 3.1; 144 V 111 E. 4.2; Urteil 9C_278/2021 vom 8. September 2021 E. 2.2). Anhaltspunkte für die selbständige Ausübung der Tätigkeit sind insbesondere das Tragen des unternehmerischen Risikos, das Handeln und Auftreten in eigenem Namen gegenüber Dritten, die Wahlfreiheit, eine Aufgabe anzunehmen oder nicht und diese selbständig organisieren zu können. Daneben können die Beschäftigung von Personal, die Vornahme erheblicher Investitionen, eigene Geschäftsräumlichkeiten, verschiedene und wechselnde Auftraggeber sowie die betriebswirtschaftliche und arbeitsorganisatorische Unabhängigkeit eine Rolle spielen (BGE 138 II 251 E. 2.4.2). Die unselbständige Tätigkeit ist dagegen dadurch gekennzeichnet, dass Arbeit auf bestimmte oder unbestimmte Zeit gegen Lohn in Abhängigkeit von einem Arbeitgeber geleistet wird, an dessen Instruktionen der Arbeitnehmer gebunden ist (BGE 121 I 259 E. 3c; Urteile 2C_689/2018 vom 20. Juni 2019 E. 4.1; 2C_369/2011 vom 26. April 2012 E. 2.2, in: StE 2012 A 24.1 Nr. 7). Die steuerrechtliche Qualifikation beurteilt sich nach den Umständen des Einzelfalls; ausschlaggebend ist stets das Gesamtbild der Tätigkeit (Urteile 2C_689/2018 vom 20. Juni 2019 E. 4.1; 2C_369/2011 vom 26. April 2012 E. 2.2, in: StE 2012 A 24.1 Nr. 7; 2P.325/1999 vom 15. Juni 2000 E. 2a, in: StE 2001 A 24.32 Nr. 5).