Citation: 5C.290/2001 18.02.2002 E. 5

5.- Schliesslich bemängelt der Beklagte, das Obergericht belasse ihm nicht einmal das betreibungsrechtliche Existenzminimum. Er bezieht sich darauf, dass das Obergericht das Existenzminimum bei 40 % des schweizerischen Niveaus angesetzt hat, weil auch das Lohnniveau in Italien ungefähr 40 % des schweizerischen betrage (E. 4a S. 19). Bereits die Bezirksgerichtskommission ist auf diese Weise vorgegangen (E. 5 S. 11 unter Verweis auf UBS, Preise und Löhne rund um die Welt: ein internationaler Kaufkraftvergleich, Zürich 1997). Unterhaltsbeiträge für die Familie sind so festzusetzen, dass dem Unterhaltsschuldner wenigstens noch sein Existenzminimum verbleibt (BGE 123 III 1 E. 3b S. 4); der Grundsatz gilt auch international (BGE 123 III 1 E. 3d S. 6) und wird vorliegendenfalls durch Art. 11 Abs. 2 des Haager Übereinkommens über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende Recht (SR 0.211. 213.01) gewährleistet, das für die Schweiz am 1. Oktober 1977 und für Italien am 1. Januar 1982 in Kraft getreten ist. Lebt der Unterhaltsschuldner im Ausland, ist bei der Bedarfsberechnung das allenfalls tiefere oder höhere Niveau der dortigen Lebenskosten zu berücksichtigen (z.B. Bräm, Zürcher Kommentar, N. 108 zu Art. 163 ZGB). Diese Berücksichtigung des unterschiedlichen Lebensstandards in den verschiedenen Staaten erfolgt praxisgemäss über eine Umrechnung anhand der statistisch erhobenen Verbrauchergeldparitäten bzw. internationaler Kaufkraftvergleiche (für Kinder im Ausland: Wullschleger, in: Praxiskommentar Scheidungsrecht, Basel 2000, N. 14 zu Art. 285 ZGB; im Anwendungsbereich des erwähnten Haager Übereinkommens ausführlich: Staudinger/von Bar/Mankowski, Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Stand: Juni 1996, N. 335 i.V.m. N. 339 f. sowie N. 396 f., und Siehr, Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, 3.A. München 1998, N. 214 f., je des Anh I zu Art. 18 EGBGB, Haager Unterhaltsübereinkommen). Aus dem dargelegten Grund hat das Obergericht kein Bundesrecht verletzt, indem es bei der Bedarfsberechnung einen Kaufkraftvergleich vorgenommen und das Existenzminimum des Beklagten entsprechend herabgesetzt hat. In masslicher Hinsicht wendet der Beklagte nichts ein.