Citation: 5A_441/2020 E. 4.6

4.6. Schliesslich weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass das Bezirksgericht ihr Gesuch abwies, soweit es darauf eintrat. Sie habe in der Berufung dargelegt, dass es sich bei der Frage ihrer Partei- und Prozessfähigkeit um eine doppelrelevante Tatsache handelt und die erste Instanz entsprechend die Zulässigkeit des Gesuchs nicht mit einer solchen Begründung verneinen durfte. Dem Kantonsgericht wirft sie vor, sich damit "schlicht gar nicht" auseinanderzusetzen; der angefochtene Entscheid äussere sich gar nicht zur Frage der Partei- und Prozessfähigkeit, sondern befasse sich einzig mit der materiellen Beschwer. Für die Beschwerdeführerin steht fest, dass das Kantonsgericht damit ihren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt. Die Vorinstanz hätte zum Schluss gelangen müssen, dass die erste Instanz aufgrund der Doppelrelevanz der Frage auf das Gesuch hätte eintreten müssen; entsprechend hätte sie die Berufung nicht abweisen dürfen. Im Übrigen verstricke sich das Kantonsgericht in Widersprüche, wenn es für die Zwecke des Berufungsverfahrens selbst erwäge, dass es sich bei der Frage der Partei- und Prozessfähigkeit um eine doppelrelevante Tatsache handelt, und zugleich die gegenteilige Vorgehensweise des Bezirksgerichts schütze. Damit erweise sich die Abweisung der Berufung "auf dieser Grundlage" als willkürlich. Befasst sich der angefochtene Entscheid nicht mit dem Thema der Partei- und Prozessfähigkeit der Beschwerdeführerin im erstinstanzlichen Verfahren, so ist dies nach dem Gesagten darauf zurückzuführen, dass das Kantonsgericht mit einer Ersatzbegründung erklärt, weshalb der erstinstanzliche Entscheid zu bestätigen und die Berufung abzuweisen ist (E. 3.4). Entsprechend kann auch nicht gesagt werden, dass das Kantonsgericht in Verletzung von Art. 9 BV die Art und Weise schütze, wie das Bezirksgericht mit der Frage der Partei- und Prozessfähigkeit umgeht, und sich widersprüchlich verhalte, weil es die Partei- und Prozessfähigkeit bezüglich der Eintretensfrage im Berufungsverfahren unterstelle. Ebenso geht auch der (sinngemäss erhobene) Vorwurf der Beschwerdeführerin fehl, das Kantonsgericht verletze ihr rechtliches Gehör, weil sie sich gar nicht zur Frage der Partei- und Prozessfähigkeit äussere. Denn ob sich die betroffene Person unter dem Blickwinkel der behördlichen Begründungspflicht über die Tragweite eines Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann, beurteilt sich anhand des Ergebnisses des Entscheids, das im Urteilsspruch zum Ausdruck kommt und das allein die Rechtsstellung der betroffenen Person berührt (BGE 145 III 324 E. 6.1 S. 327). Der angefochtene Entscheid gibt sehr wohl - sogar mit einer zweifachen Begründung - Aufschluss darüber, weshalb der Berufung der Beschwerdeführerin kein Erfolg beschieden ist. Wie ihre fast vierzigseitige Beschwerdeschrift zeigt, war die Beschwerdeführerin auch durchaus in der Lage, den Berufungsentscheid gehörig anzufechten. Die Gehörsrüge ist daher unbegründet.