Citation: 6B_963/2020 E. 1.2.1

1.2.1. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführerin könne nicht darin gefolgt werden, dass ihr keine schlechte Prognose zu stellen sei. Dieser Standpunkt stehe in unverträglichem Widerspruch zu ihrem eigenen Antrag auf Anordnung einer ambulanten Massnahme, die eine eigentliche Schlechtprognose voraussetze. Eine teilbedingte Strafe falle bei ausgewiesener Massnahmebedürftigkeit wie vorliegend ausser Betracht. Die Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 10 Monaten sei deshalb für vollziehbar zu erklären. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei auch anzuordnen, weil der Beschwerdeführerin nach den gutachterlichen Feststellungen ein hohes Rückfallrisiko attestiert werden müsse. So stelle die Sachverständige Dr. med. H.________ in ihrem Gutachten vom 28. August 2015 zusammenfassend fest, die Beschwerdeführerin habe über einen langen Tatzeitraum delinquiert. Es handle sich um ein vergleichsweise eingeschliffenes Verhalten. Ihr Problembewusstsein für dieses Verhalten sei unzureichend, es bestünden erhebliche kognitive Verzerrungen wie Bagatellisierung und Externalisierung der Verantwortung. Hinzu komme, dass sich die Beschwerdeführerin nur wenig bereit gezeigt habe, sich mit dem deliktischen Verhalten resp. den dysfunktionalen Mustern ihrer Persönlichkeitsstörung vertieft auseinander zu setzen. Zwar habe die Beschwerdeführerin sehr gute interpersonelle Fähigkeiten und könne mit ihrem Charme andere Menschen für sich einnehmen. Die Angaben der Geschädigten und des Sohns zeigten aber auf, dass sie häufig versuche, ihr Gegenüber zu manipulieren und zu instrumentalisieren. Eine Folge scheine zu sein, dass sie inzwischen nur noch wenig soziale Unterstützung durch Freunde oder Bekannte habe. Die soziale Situation sei insgesamt prekär, denn die Beschwerdeführerin sei arbeitslos, werde vom Sozialdienst unterstützt und es scheine unsicher, wie lange sie ihre Wohnung, die angesichts der jetzigen Lebenssituation deutlich zu teuer sei, noch halten könne. In der Gesamtschau der relevanten Risikofaktoren sei das Rückfallrisiko für Betrugs- und Diebstahlsdelikte hoch. Anlässlich der zweitinstanzlichen Verhandlung habe die Sachverständige Dr. med. H.________ erklärt, sie halte an ihrem Gutachten vom 28. August 2015 fest. Damit sei aus der überzeugenden Einschätzung der Sachverständigen vorliegend von einem hohen Rückfallrisiko bei der Beschwerdeführerin auszugehen. Es müsse ihr deshalb eine Schlechtprognose gestellt werden. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe seien folglich zu vollziehen (angefochtenes Urteil, E. III. C. 2. S. 119 f.).