Citation: H 195/00 09.11.2000 E. 4

4.- a) Entgegen der Auffassung der Vorinstanz besteht indessen kein Anlass, die Situation nach dem Vorliegen des Sanierungskonzeptes der Y.________ AG anders zu beurteilen. Es wird denn auch im angefochtenen Entscheid nicht dargelegt, dass das Abhängigkeitsverhältnis zur Bank Z.________ ab September 1996 nicht mehr bestanden hätte. Zwar bleiben die Organe auch im Fall eines Abhängigkeitsverhältnisses zur Hausbank verpflichtet, das ihnen noch Mögliche und Zumutbare für die Begleichung der Sozialversicherungsbeiträge zu unternehmen. Gerade dies muss vorliegend jedoch angenommen werden, hat der Beschwerdeführer doch glaubhaft dargelegt, dass Vergütungsaufträge zu Gunsten der Ausgleichskasse von der Bank Z.________ ohne sein Wissen nicht mehr ausgeführt wurden und ihm andere Massnahmen zur Begleichung der ausstehenden Beitragsschulden auf Grund der Bindung zur Bank Z.________ verwehrt waren. b) Wie der Beschwerdeführer im Weiteren zu Recht geltend macht, vermag die vorinstanzliche Argumentation, dass er auf Grund des Berichtes der Y.________ AG nicht begründete Aussicht auf eine Sanierung haben konnte, nicht zu überzeugen. Wie im angefochtenen Entscheid an sich richtig dargelegt wird, lässt sich die Nichtbezahlung der Beiträge ausnahmsweise rechtfertigen, wenn sie im Hinblick auf eine nicht zum Vornherein aussichtslose Rettung des Betriebes durch Befriedigung lebenswichtiger Forderungen in der begründeten Meinung erfolgt, die geschuldeten Beiträge später ebenfalls bezahlen zu können. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber im Zeitpunkt, in welchem die Zahlungen erfolgen sollten, nach den Umständen damit rechnen durfte, dass er die Beitragsschuld innert nützlicher Frist werde tilgen können (BGE 108 V 188, bestätigt in BGE 121 V 243). Es ist dabei nicht entscheidend, ob Sanierungsbemühungen stattfanden und ob in der fraglichen Zeit noch mit einer Sanierung des Unternehmens gerechnet werden konnte, sondern ob ernsthafte und objektive Gründe zur Annahme berechtigten, dass - bei vorübergehender Nichtbezahlung der Sozialversicherungsbeiträge - Aussicht auf eine baldige Sanierung des Unternehmens bestand und deshalb damit gerechnet werden durfte, dass die Forderungen der Ausgleichskasse innert nützlicher Frist beglichen werden könnten. Vorliegend hat die Y.________ AG ein ausführliches Sanierungskonzept erstellt und die Sanierung der Gesellschaft empfohlen, unter anderem, weil die X.________ über ein gutes Potential und eine starke Marktstellung verfüge und die Zukunft zuversichtlich beurteilt werden könne. Ob sich die Prognose der Y.________ AG im Nachhinein allenfalls als zu optimistisch erwies, kann dahingestellt bleiben. Ausschlaggebend ist, dass von den Fachexperten der Y.________ AG eine realistische Einschätzung der Lage erwartet werden konnte, was schliesslich auch darin zum Ausdruck kommt, dass die Bank Z.________ für das Sanierungskonzept die Y.________ AG empfahl. Überdies wurde von der Y.________ AG die Tilgung der ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge auch ausdrücklich thematisiert. Es kann deshalb dem Beschwerdeführer nicht vorgeworfen werden, wenn er gestützt auf einen Expertenbericht begründete Hoffnungen hegte, die Existenz der Firma könne gesichert werden und nicht davon ausgeht, die vorgeschlagenen Massnahmen seien zum Vornherein zum Scheitern verurteilt. Damit kann auf Grund der vorliegenden Umstände auch für die Zeit nach Vorliegen der Ergebnisse der Y.________ AG kein grobfahrlässiges Verhalten des Beschwerdeführers angenommen werden.