Citation: 9C_593/2023 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz erwog, dass die Beschwerdegegnerin gegenüber dem internistischen und dem psychiatrischen SMAB-Gutachter ihren Eingliederungswillen bekundet, sich gegenüber dem orthopädischen Gutachter aber gegenteilig geäussert habe, lasse den Schluss auf eine fehlende subjektive Eingliederungsfähigkeit nicht zu. Es stimme mit dem von der Beschwerdegegnerin selber bei der Begutachtung klar geäusserten Eingliederungswillen überein, dass ein solcher auch vom Rechtsvertreter sowie von ihrem Sohn und ihrer Tochter bestätigt worden sei. Den gegenüber zwei Gutachtern gemachten Aussagen dürfe, da es sich um die erstmalige Befragung durch Dritte gehandelt habe, grosses Gewicht beigemessen werden. Der Inhalt des nachfolgenden Arbeitsvermittlungs-Erstgesprächs vom 29. September 2021 sei zwischen den Parteien umstritten, doch sei dies hier nicht ausschlaggebend, denn solange der Eingliederungswille nicht überwiegend wahrscheinlich ausgeschlossen werden könne, sei der Verzicht auf ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren unzulässig. Der Beschwerdeführerin gelinge der Nachweis der fehlenden subjektiven Eingliederungsfähigkeit nicht. In Anbetracht der dargelegten Aktenlage genüge die Durchführung eines Arbeitsvermittlungs-Erstgespräches für den erforderlichen Beweis jedenfalls nicht, dies umso weniger, als die Beschwerdeführerin berufliche Massnahmen zumindest in Erwägung gezogen habe. Damit sei die subjektive Eingliederungsfähigkeit von der Verwaltung noch im September 2021 bejaht worden; dass sie nachträglich weggefallen wäre, sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Es überzeuge nicht, dass die Beschwerdeführerin die Versicherte in den fast acht Monaten zwischen dem Arbeitsvermittlungs-Erstgespräch (29. September 2021) und der Rentenaufhebung (15. Juli 2022) nicht mehr kontaktiert habe und dann ohne weitere Abklärungen zur subjektiven Eingliederungsfähigkeit auf dieses Erstgespräch zurückgreifen wolle. Die Erklärung der Beschwerdegegnerin im Fragebogen vom 16. Dezember 2020, wonach sie sich wegen einer durchgehenden Arbeitsunfähigkeit von 80 bis 100 % nie um Stellen beworben habe, schliesse den subjektiven Eingliederungswillen nicht aus, da die wiederkehrenden Operationen jeweils zu immerhin vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten von 100 % geführt hätten. Aus all diesen Gründen und mit Blick auf die beschwerdegegnerischen Vorbringen im Vorbescheidverfahren sei der Verzicht auf die Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens vor der Rentenaufhebung nicht rechtens.