Citation: 9C_759/2010 31.01.2011 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob die Aufhebung der ab 1. August 2004 laufenden ganzen Invalidenrente auf den 31. Januar 2005 rechtmässig erfolgte oder ab 1. Februar 2005 eine halbe oder eine Viertelsrente auszurichten ist. Umstritten geblieben sind wirtschaftliche Aspekte der Festsetzung des Invalideneinkommens (massgebender LSE-Tabellenlohn, Höhe des leidensbedingten Abzuges). 3.1 Gerügt wird, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt, indem sie bei der Berechnung des Invalideneinkommens von falschen Angaben und unrichtigen Annahmen ausgegangen sei, wenn sie ausgeführt habe, der Beschwerdeführer habe sich während der langjährigen Tätigkeit im Bausektor Kenntnisse aneignen können, welche es ihm erlauben würden, in einer anderen Branche eine Führungsposition einzunehmen, weshalb das Invalideneinkommen gemäss LSE-Anforderungsniveau 3 festzusetzen sei. Es sei willkürlich und entspreche nicht den Gegebenheiten, wenn die spezifische Erfahrung im Teilbereich Bau in einen generellen Führungs- und Erfahrungswert umgewälzt werde. Das Invalideneinkommen sei nach dem Tabellenlohn gemäss LSE-Anforderungsniveau 4 festzulegen. 3.2 Wie vorne in E. 1.2 vermerkt ist die getroffene Wahl der massgeblichen Stufe (hier: Anforderungsniveau 3 oder 4) beim statistischen Lohnvergleich auf der Grundlage der LSE vom Bundesgericht frei überprüfbare Rechtsfrage. In diesem Zusammenhang ist wesentlich, dass das kantonale Gericht in E. 4.4.1 seines Entscheides in somatischer Hinsicht auf das von SUVA-Kreisarzt Dr. med. K.________, Allgemeine Chirurgie FMH, ausformulierte Zumutbarkeitsprofil abstellt (Bericht zur Abschlussuntersuchung vom 1. November 2004). Danach ist der Beschwerdeführer nicht mehr fähig, schwere körperliche Arbeit zu leisten, Gewichte über 5-10 kg zu heben und auf unebenem oder abschüssigem Gelände tätig zu sein. Nicht zumutbar sind ihm lange Gehstrecken und das Erklettern von Leitern, Treppen und Gerüsten vor allem unter Belastung. Ideal ist eine Tätigkeit mit überwiegendem Sitzen, wenn er sich stündlich 5-10 Minuten bewegen kann. Der Arzt denkt hier an das Überwachen von Maschinen und Schaltpulten, die Stückkontrolle oder die Kleinmontage. Zumutbar ist auch eine leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeit auf ebenem Boden, in der Werkstatt, der Schreinerei oder der Mechanik, sofern der Beschwerdeführer sich stündlich 20-30 Minuten setzen kann oder einen Coxarthrosestuhl zur Verfügung hat. 3.3 Die Vorinstanz kam zum Schluss, es bestehe in einer adaptierten Tätigkeit spätestens seit 1. November 2004 eine 100-prozentige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Diese Einschätzung bleibt letztinstanzlich unbestritten. Streitig ist, wie stark sich die genannten Einschränkungen auf die Erwerbsfähigkeit auswirken. Der Verwaltung folgend ging die Vorinstanz davon aus, der Beschwerdeführer habe sich während der langjährigen Tätigkeit im Bausektor Kenntnisse aneignen können, die es ihm trotz fehlender Berufsausbildung erlauben, eine Führungsposition einzunehmen. Die erworbenen Führungskompetenzen und -erfahrungen seien nicht brachenspezifischer Natur; vielmehr könne der Beschwerdeführer diese einem potenziellen Arbeitgeber auch in einem anderen beruflichen Umfeld zur Verfügung stellen und dadurch in einer angepassten Verweisungstätigkeit verglichen mit Arbeitnehmern ohne einschlägige Berufserfahrung in einer Leitungsposition ein höheres Einkommen gemäss LSE-Anforderungsniveau 3 realisieren. 3.4 Der Beschwerdeführer übte die Tätigkeit eines Vorarbeiters für Fassadenisolationen bei der letzten Arbeitgeberin rund drei Monate aus, als er am 26. August 2003 verunfallte. Zuvor war er immer im Baugewerbe (als Maurer, Fassadenbauer, Gipser und Betonsanierer) tätig. Bei der Aufnahme der beruflichen Anamnese hielt der Gutachter Dr. med. S.________ am 7. Dezember 2006 fest, von 1995-2003 habe der Beschwerdeführer für eine frühere Arbeitgeberin im Bereich der Fassadenisolierung gearbeitet. Dieses Unternehmen habe dann aber leider Konkurs gemacht, was ihn sehr erschüttert habe. Er habe es dort doch immerhin zum Gruppenführer gebracht. Gegenüber der MEDAS (Gutachten vom 10. März 2009) gab der Beschwerdeführer an, er habe die letzten 13 (Berufs-)Jahre als Vorarbeiter einer Gruppe von etwa 5 Männern gearbeitet. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie bei diesen Gegebenheiten zum Schluss gelangt ist, der Beschwerdeführer könne mit seiner langjährigen Führungserfahrung in einer dem Zumutbarkeitsprofil entsprechenden Beschäftigung (vorne E. 3.2) in einer anderen Branche eine Position erreichen, die dem LSE-Anforderungsprofil 3 zuzuordnen ist.