Citation: 5C.264/1999 13.01.2000 E. 1

1.- Das Kantonsgericht geht davon aus, das eheliche Verhältnis zwischen den Parteien sei tief und unheilbar zerrüttet, und hält ausserdem dafür, den Kläger treffe daran kein Verschulden, das den Scheidungsanspruch ausschliessen würde. Im Einzelnen erklärt es, das von der Beklagten als diskriminierend empfundene eheliche Muster gehe im Wesentlichen auf die Tradition und den grossen Alters- und Erfahrungsunterschied der Parteien bei der Heirat zurück. Dass die Parteien das jahrelang gelebte Lebensmuster nicht mehr zu ändern vermocht hätten, sei nicht allein dem Kläger anzulasten, habe doch auch die Beklagte mit ihrer bedingungslosen Anpassung ihren Anteil daran zu vertreten. Die Vorinstanz weist des Weitern darauf hin, dass der Kläger die Beklagte im entscheidenden Moment ihrer depressiven Erkrankung nicht allein gelassen, sondern nach Möglichkeit zu begreifen versucht habe, was mit ihr geschehe. Sein Unvermögen, die schwere seelische Erkrankung richtig zu deuten und die Krise zu beheben, könne ihm nicht zum Verschulden gereichen. Es bestünden ferner keine Anhaltspunkte dafür, dass der Kläger die Erkrankung der Beklagten auf eine reine Geldangelegenheit reduziert hätte. Das Gleiche gelte für den bestrittenen Vorwurf, der Kläger habe gegenüber der Beklagten Gewalt ausgeübt. Das Kantonsgericht wirft dem Kläger schliesslich zwar vor, er habe der Beklagten hinsichtlich der finanziellen Unterstützung ihrer Mutter ungenügend geholfen und sich auch ihr persönlich gegenüber in finanziellen Angelegenheiten altmodisch und kleinlich benommen, was demütigend gewesen sei. Nach Auffassung der Vorinstanz ginge es jedoch zu weit, dem Kläger deswegen ein Verschulden anzulasten, das einer Gutheissung der Scheidungsklage entgegenstünde.