Citation: 5P.102/2002 29.05.2002 E. 8

Im Anschluss an die Ermittlung des durchschnittlichen Unterhaltsbedarfs der Kinder und der Parteien hat das Obergericht die Überschüsse der Parteien einander gegenübergestellt und den monatlichen Unterhaltsbedarf der Kinder entsprechend auf die Parteien verteilt. Bei den Phasen II (1. Februar 2001 bis 30. September 2001) und III ergab sich für den Beschwerdeführer ein etwas grösserer Überschuss als für die Beschwerdegegnerin. Mit den Erwägungen des Obergerichts in diesem Zusammenhang setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Er macht jedoch geltend, die Beschwerdegegnerin verdiene beträchtlich mehr als er; da sie die Kinder weitgehend nicht persönlich betreue, habe sie sich im Verhältnis ihres Anteils am gesamten ehelichen Einkommen an den Kinderkosten zu beteiligen. Dem hält die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung entgegen, dass sie ihrer Betreuungsaufgabe durch die zeitweise Fremdbetreuung der Kinder nicht einfach enthoben sei. Es ist in der Tat zu beachten, dass Jugendliche vor allem auch in der freien Zeit am Abend und über das Wochenende der Betreuung bedürfen und dass die Beschwerdegegnerin durch den Einsatz einer Haushalthilfe während des Tages von ihrer Betreuungsaufgabe nur sehr beschränkt entlastet ist. Gerade bei hoher finanzieller Leistungsfähigkeit der Eltern darf der Wert der Kinderbetreuung grosszügig eingesetzt werden (Schwenzer, a.a.O. N. 60 zu Art. 285 ZGB). Das Obergericht, das die Betreuungsaufgabe der Beschwerdegegnerin nicht angeführt hat, ist mit der Verlegung der Unterhaltskosten im Verhältnis der den Parteien verbleibenden Überschüsse auf jeden Fall nicht in Willkür verfallen.