Citation: 6B_841/2019 E. 2.2

2.2. Nach den Feststellungen der Vorinstanz (Urteil S. 63 ff.) wurde der Beschwerdeführer im Irak geboren und wuchs mit seiner Familie dort auf. Er reiste im Alter von 20 Jahren im Jahre 2003 in die Schweiz ein. Seit rund eineinhalb Jahren arbeitet er hier als Bodenleger. Er ist Vater von drei schulpflichtigen Kindern; ihre Mutter stammt aus dem Iran. In den letzten 14 Jahren bis hin zum erstinstanzlichen Urteil bestand kein gefestigtes familiäres Zusammenleben, in welchem beide Eltern ihren Betreuungspflichten und ihren finanziellen Pflichten gegenüber den Kindern angemessen nachgekommen wären. Ein Grossteil seiner familiären Angehörigen lebt weiterhin im Iran. Zu seinen Verwandten in der Schweiz pflegt er keinen Kontakt. Er spricht primär Kurdisch. Inzwischen lebt er mit der Mutter seiner Kinder zusammen. Die Beziehung zu seinen Kindern hat sich damit intensiviert. Sein Familienleben wird durch eine Landesverweisung tangiert. Indes sind zwei der drei Söhne mit 14 und 15 Jahren bereits älter und der Beschwerdeführer lebt erst seit 2018 wieder bei seiner Familie. Zuvor waren die Familienverhältnisse instabil. Es kann nicht von einem gefestigten Zusammenleben ausgegangen werden. Die Partnerin hatte wenig Kontakte mit ihm. Wie einer Strafanzeige des Sozialdienstes der Stadt Bern zu entnehmen ist, hatte sie sich darüber beschwert, dass er sie nicht finanziell unterstütze. Hinsichtlich des jüngsten, 2014 geborenen Sohnes, stellt die Landesverweisung eine gewisse Härte dar. Dessen familiäres Umfeld bliebe jedoch weitestgehend gleich. Seine Mutter, deren Geschwister und weitere Verwandte blieben nach wie vor in der Schweiz. Er hat sich erst in letzter Zeit ernsthaft um diesen Sohn gekümmert. Die Vorinstanz schliesst, dieser Umstand alleine vermöge weder allgemein noch vorliegend einen Härtefall zu begründen; auch eine normale familiäre und emotionale Beziehung reiche nicht aus (Urteil 6B_659/2018 vom 20. September 2018 E. 3.5). Aktuell arbeite der Beschwerdeführer als Bodenleger, nachdem er während Jahren sozialhilfeabhängig gewesen sei. Es sei fraglich, ob es sich um eine gesicherte Arbeitsstelle handle. Es habe keine nachhaltige berufliche Integration stattgefunden. Er sei voll arbeitsfähig und könne auch in seiner Heimat eine handwerkliche Arbeit aufnehmen. Er spreche mit seiner Familie primär Kurdisch. Er habe einen kleinen Freundeskreis in einem kurdisch-stämmigen Umfeld. Insgesamt sei seine soziale, kulturelle und persönliche Integration in der Schweiz gering. Die Reintegrationschancen im Irak seien intakt. Er sei dort aufgewachsen, beherrsche die Sprache und verfüge dort über ein familiäres Netzwerk. Die Resozialisierungschancen in der Schweiz seien nicht besser. Soweit sich die Verteidigung auf das Non-Refoulement-Prinzip berief, verweist die Vorinstanz auf die erstinstanzliche Einholung eines Berichts der Migrationsbehörde (mit Hinweis auf act. 565; dazu nachfolgend E. 2.3), nach welchem die Landesverweisung vollzogen werden kann. Ergänzend sei festzuhalten, dass keine Hinweise auf die behauptete Gefahr seitens der Familie B.________ vorlägen. Die Rachegefahr sei unbestimmt und in Zweifel zu ziehen (Urteil S. 67). Ein schwerer persönlicher Härtefall sei folglich zu verneinen. Der Beschwerdeführer habe die versuchte schwere Körperverletzung zum Nachteil seines damaligen Personalchefs begangen. Sein Interesse am Verbleib in der Schweiz betreffe in erster Linie sein Familienleben und den regelmässigen Kontakt zu seinen Kindern. Diese Familienverhältnisse seien aber bis vor kurzem instabil gewesen, und zwar in einem Ausmasse, dass nicht von einem gefestigten Zusammenleben ausgegangen werden könne. Er lebe erst seit 2018 bei seiner Familie. Die Interessen am Schutz der öffentlichen Sicherheit überwögen mithin seine privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz.