Citation: U 387/99 14.12.2000 E. 4

4.- Lässt sich die Annahme von kantonalem Gericht und Unfallversicherer, dass der status quo ante hinsichtlich der vorbestandenen körperlichen Beeinträchtigungen spätestens im Zeitpunkt der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 13. April 1995 wiederhergestellt war, nicht bestätigen, kann auch der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den Unfällen vom 28. Juli und 24. August 1994 und den geklagten psychischen Beschwerden nicht ohne weiteres verneint werden. Denn ob die für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien (vgl. BGE 115 V 139 ff. Erw. 6) erfüllt sind, hängt entscheidend von Ausmass und Dauer der unfallbedingten Verschlimmerung des krankhaften Vorzustandes ab. Dabei ist zu beachten, dass für die Einstufung eines Unfalles als leicht (oder banal), mittelschwer oder schwer auch die besondere Art und Schwere der erlittenen Verletzungen von Bedeutung ist (vgl. BGE 115 V 412 Erw. 8b/bb), was wiederum durch den vorbestandenen Gesundheitszustand mitbestimmt wird, und zwar auch in psychischer Hinsicht innerhalb der (weiten) Bandbreite der Versicherten (vgl. dazu BGE 117 V 362 Erw. 5b, 115 V 135 Erw. 4b). Die Begründung der Vorinstanz für das Fehlen adäquat-kausaler psychischer Unfallfolgen beruht nun aber wesentlich auf der nicht gesicherten Annahme, dass den Unfällen vom 28. Juli und 24. August 1994 schon nach einigen Monaten keine Bedeutung mehr für den (vorbestandenen) Gesundheitsschaden zukam. In diesem Zusammenhang ist auch an die Gerichtspraxis bei Schleudertraumen der HWS zu erinnern, wonach der adäquate Kausalzusammenhang auch bei einem als leicht zu qualifizierenden Unfall zu prüfen ist, wenn dieser unmittelbare Folgen zeitigt, die sich nicht offensichtlich als unfallunabhängig erweisen (RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243). Die auf der vorwiegend psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nach dem Zusammenbruch am 7. November 1994 beruhende Bestätigung der Einstellung der Taggeldleistungen ab 31. August 1994 lässt sich nach dem Gesagten ebenfalls nicht halten.