Citation: 7B_173/2023 E. 2.5.4

2.5.4. Wenn die Strafkammer des Bundesstrafgerichts zum Schluss kommt, dass eine vollständige Klärung der Diskrepanz der Aussagen von K.________ und A.A.________ für die Fällung ihres Urteils SK.2021.48 aufgrund des Vorliegens weiterer Beweise nicht notwendig sei, kann daraus nicht abgeleitet werden, die Aussagen von K.________ seien im Berufungsverfahren CA.2022.25 a priori nicht relevant. Vielmehr gehören sie - zumindest in Bezug auf die Begründung des Anfangstatverdachts bzw. die am 24. September 2015 erfolgte Verfahrenseröffnung gegen Joseph S. Blatter - nach wie vor zum Beweisthema des gegenständlichen Strafverfahrens, kann doch das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Die Situation ist auch nicht mit dem Fall zu vergleichen, in dem ein Zeuge oder eine Zeugin von einer Partei (bloss) angerufen wird, um dadurch einen allfälligen Ausstandsgrund zu provozieren (vgl. MARKUS BOOG, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 22 zu Art. 56 StPO mit weiteren Hinweisen). Wie dem Protokoll der Zeugeneinvernahme von K.________ ausserdem entnommen werden kann, machte ihn die Vorsitzende der Strafkammer im Verlauf der Befragung - auf Ergänzungsfragen des Verteidigers des Beschwerdeführers hin - mehrfach auf sein Zeugnisverweigerungsrecht aufmerksam "im Hinblick auf das andere Verfahren, in dem er als Beschuldigter involviert ist" und es um die angeblichen "Geheimtreffen" gehen soll (vgl. Akten Vorinstanz, pag. 1.1 S. 5 f.).