Citation: 2A.318/2006 25.04.2007 E. A

Mit Entscheid vom 2. April 1998 disziplinierte die Aufsichtsbehörde über die Rechtsanwälte im Kanton Luzern Rechtsanwalt X.________ mit einer Busse von Fr. 500.-- und auferlegte ihm die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.--. Sie warf ihm vor, von einem Klienten, den er in einem Ehescheidungsprozess vertreten hatte, ein krass überhöhtes Honorar gefordert und diesen noch während des laufenden Scheidungsverfahrens betrieben und gepfändet zu haben; zudem habe er in einer Rechtsschrift gegenüber dem Luzerner Obergericht den Vorwurf des Prozessbetrugs und des Amtsmissbrauchs erhoben und damit die Schranken des gebotenen Anstandes überschritten. X.________ focht den Entscheid der Aufsichtsbehörde am 25. Mai 1998 mit staatsrechtlicher Beschwerde beim Bundesgericht an. Er rügte unter anderem eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, weil die Aufsichtsbehörde keine öffentliche mündliche Verhandlung durchgeführt habe und zudem kein unabhängiges Gericht im Sinne von Art. 6 EMRK sei. Mit Urteil 2P.178/1998 vom 26. Februar 1999 wies das Bundesgericht die staatsrechtliche Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. Es stellte fest, dass eine Disziplinarbusse, welche einer der standesrechtlichen Disziplinargewalt unterstehenden Person auferlegt werden könne, keine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK sei und der Streit darüber auch nicht als zivilrechtliche Streitigkeit im Sinne dieser Konventionsnorm gelten könne; die darin enthaltenen Garantien fänden damit keine Anwendung.