Citation: U 90/02 23.01.2004 E. 3

Einer näheren Überprüfung bedarf die Ermittlung des Invaliditätsgrades. Dabei ist das hypothetische Valideneinkommen nicht bestritten. Dieses beträgt Fr. 56'442.- (bezogen auf das Jahr 2000). Hingegen gibt das von der Vorinstanz ermittelte hypothetische Invalideneinkommen Anlass zu Kritik. 3.1 Die SUVA stellte zur Ermittlung des dem Beschwerdeführer noch zumutbaren Verdienstes auf sieben Dokumentationen von Arbeitsplätzen (DAP) ab. Die Vorinstanz erachtete diese Stellen als dem Versicherten zumutbar und ermittelte aus dem Durchschnitt der sieben Jahresverdienste ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 49'991.- für das Jahr 2000. Dies ergab im Vergleich zum erwähnten hypothetischen Valideneinkommen einen Invaliditätsgrad von 11,4%. "Im Sinne einer Plausibilitätsprüfung" führte das kantonale Gericht sodann einen Einkommensvergleich auf der Grundlage der Tabellenlöhne gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) durch. Dabei kam es auf ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 54'608.-. Hierauf erwog die Vorinstanz, es rechtfertige sich, auf den tieferen Wert (d.h. die DAP-Löhne) abzustellen, auch wenn sich dies zu Gunsten des Beschwerdeführers auswirke. Die SUVA beanstandet dieses Vorgehen, gebe es doch in der Sozialversicherung keinen Grundsatz "im Zweifel zu Gunsten des Versicherten". Ferner kritisiert sie die Rechtsprechung nach BGE 127 V 129, wonach der vorliegend von der Vorinstanz auf Grund der DAP-Tabellen errechnete Invaliditätsgrad von 11,4% nicht mehr abgerundet werden dürfe. 3.2 Zur Streitfrage, ob und gegebenenfalls unter welchen Umständen bei einem Einkommensvergleich auf die LSE- oder auf die DAP-Tabellen zurückzugreifen sei, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 129 V 472 ein Grundsatzurteil gefällt. Damit auf die DAP-Arbeitsplätze abgestellt werden kann, muss die Unfallversicherung demnach mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze vorlegen. Ferner hat sie Angaben zu machen über die Gesamtzahl der auf Grund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Dies ermöglicht eine Überprüfung des Auswahlermessens und erlaubt eine zuverlässige Beurteilung der von der SUVA verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität (BGE 129 V 480 Erw. 4.2.2). Genügt die SUVA im Einzelfall diesen Anforderungen nicht, kann bei einer Bestreitung nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden. Diesfalls hat das im Beschwerdeverfahren angerufene Gericht die Sache entweder an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 129 V 480 f. Erw. 4.2.2 in fine). 3.3 Vorliegend hat die SUVA sieben DAP-Löhne und somit die nach dem erwähnten Urteil geforderte Mindestzahl von zumutbaren Arbeitsplätzen beigezogen. Hingegen fehlen Angaben über die Gesamtzahl der beim Behinderungsprofil des Versicherten in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsstellen sowie deren Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohn. Damit sind die Anforderungen an den auf die DAP gestützten Einkommensvergleich gemäss BGE 129 V 472 nicht erfüllt, weshalb auf die Tabellenlöhne der LSE zurückgegriffen werden muss. 3.4 Diesbezüglich ist von dem von der Vorinstanz plausibilitätshalber durchgeführten Einkommensvergleich auszugehen. Demnach ergäbe sich ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 54'608.-. Indessen ist zu beachten, dass Versicherte mit gesundheitlichen Einschränkungen selbst in zumutbaren Verweisungstätigkeiten oft das Lohnniveau gesunder Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht erreichen. Nebst gesundheitlichen Problemen können sich persönliche Merkmale der versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad auf das hypothetische Invalideneinkommen auswirken. Daher ist je nach den konkreten Umständen des Einzelfalls ein Abzug von den LSE-Tabellenlöhnen von maximal 25% zu gewähren (zum Ganzen BGE 126 V 75). 3.5 Vorliegend fällt neben der ausländischen Nationalität des Versicherten namentlich dessen Alter erschwerend ins Gewicht, weshalb es sich rechtfertigt, das von der Vorinstanz auf Grund der LSE-Tabellen ermittelte hypothetische Invalideneinkommen um 10% zu reduzieren. Damit beträgt der dem Beschwerdeführer noch zumutbare Verdienst Fr. 49'147.- (Fr. 54'608.- ./. 10%). Im Vergleich zum hypothetischen Invalideneinkommen von Fr. 56'442.- beträgt der Invaliditätsgrad somit 12,92%, gerundet 13%, nachdem das Eidgenössische Versicherungsgericht in dem zur Publikation in BGE 130 V vorgesehenen Urteil R. vom 23. Dezember 2003 (U 27/02) in Änderung der Rechtsprechung von dem in BGE 127 V 129 statuierten, absoluten Rundungsverbot in dem Sinne abgewichen ist, dass rechnerisch exakt ermittelte Werte nach den Regeln der Mathematik auf die nächste ganze Prozentzahl auf- und abzurunden sind. 3.6 Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung von 13%. Er obsiegt somit teilweise, weshalb ihm eine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 159 Abs. 1 OG).