Citation: 4C.228/2000 11.10.2000 E. 2.-

Weiter bringt die Beklagte vor, die Vorinstanz habe eine Übervorteilung im Sinne von Art. 21 OR in Verletzung dieser Bestimmung verneint. Zur Beurteilung des nach dieser Norm vorausgesetzten offenbaren Missverhältnisses zwischen der Leistung und der Gegenleistung ist deren objektiver Wert zur Zeit des Vertragsschlusses zu vergleichen; bei Sachleistungen entspricht dieser Wert dem Verkehrswert (BGE 123 III 292 E. 6a S. 303 mit Verweisen). Die Beklagte behauptet zu Recht nicht, der Verkehrswert der gegenseitigen vertraglichen Leistungen der Parteien sei notorisch. Es hätte ihr daher oblegen, deren objektiven Verkehrswert mit geeigneten Belegen über den Marktpreis vergleichbarer Leistungen im kantonalen Verfahren prozesskonform zu beweisen. Die Beklagte hat dazu nach den Feststellungen im angefochtenen Urteil keine Beweise offeriert. Wenn sie ihre blosse Behauptung eines offenbaren Missverhältnisses sowie die Einreichung des vom Kläger verfassten Handbuchs und die Parteibefragung als hinreichend erachtet, verkennt sie den Gegenstand des Beweises. Die Vorinstanz hat Art. 21 OR nicht verletzt, wenn sie mangels Beweises eines objektiven Missverhältnisses der vereinbarten Leistungen das Vorliegen einer Übervorteilung verneinte, ohne die übrigen Voraussetzungen näher zu prüfen.