Citation: 5A_549/2022 E. 2.3.4

2.3.4. Zu prüfen bleibt damit, ob die Vorinstanz das ausländische Recht ungenügend bzw. unvollständig festgestellt und damit Art. 16 IPRG verletzt hat. Seine Rüge begründet der Beschwerdeführer einzig mit seiner Kritik am Rechtsgutachten sowie damit, die Vorinstanzen hätten nie einen Gesetzestext zu den Akten genommen. Inwiefern das ausländische Recht jedoch unvollständig festgestellt worden wäre, lässt sich den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht entnehmen. Das bosnische Scheidungsurteil geht mit keinem Wort auf die Nebenfolgen der Scheidung ein. Sodann bestreitet der Beschwerdeführer nicht, dass nach dem massgeblichen Recht Unterhaltsansprüche auch noch bis ein Jahr nach der Scheidung geltend gemacht werden können. Die Ergänzungsbedürftigkeit hat die Vorinstanz daher zu Recht bejaht (siehe Urteile 5A_768/2021 vom 16. August 2022 E. 2.5; 5A_874/2012 vom 19. März 2013 E. 2.2). Der Beschwerdeführer beanstandet das Rechtsgutachten als mangelhaft. Es trifft zwar zu, dass dieses nicht in allen Punkten zu überzeugen vermag. Indes legt das Rechtsgutachten die Voraussetzungen, unter welchen nachehelicher Unterhalt geschuldet ist, unter Hinweis auf die jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen und Wiedergabe des Gesetzeswortlauts dar. Es berücksichtigt auch die für Bosnien und Herzegowina geltenden Besonderheiten und trennt - entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers - sehr wohl zwischen den in Bosnien vorhandenen verschiedenen Familiengesetzen, die je nach Entität Anwendung finden. Inwiefern die Vorinstanz das ausländische Recht und insbesondere die Voraussetzungen, unter welchen nach bosnischem Recht nachehelicher Unterhalt geschuldet ist, unvollständig festgestellt haben könnte, legt der Beschwerdeführer nicht ansatzweise dar und ist auch nicht ersichtlich. Seine Ausführungen zu den (angeblichen) Folgen der Beweislosigkeit zielen damit an der Sache vorbei.