Citation: 8C_101/2008 06.08.2008 E. 4

4.1 Es steht fest und ist unbestritten, dass sich der Beschwerdeführer beim Überfall vom 11. August 2005 mindestens eine Schädelkontusion mit zwei Riss-Quetsch-Wunden, eine Kontusion der linken Schulter und eine Kontusion des rechten Rippenbogens zugezogen hat. Die sichtbaren Verletzungen verheilten rasch. Ebenfalls liegt zu Recht ausser Streit, dass der Versicherte in der Folge des Unfalles eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelte. 4.2 Wie der Beschwerdeführer zutreffend ausführt, darf vorliegend nicht ausser Acht gelassen werden, dass er im Zeitpunkt des Unfalles nicht vollständig gesund war. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass der Versicherte im August 2005 weiterhin an einem teils somatischen, teils neuropsychologischen Beschwerdekomplex litt, welchen er auf das Unfallereignis vom 7. Dezember 2002 zurückführte. Das Urteil des Bundesgerichts U 372/06 vom 12. Januar 2007, mit welchem die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis im Jahre 2002 und den über den 28. Oktober 2004 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden verneint wurde, darf nicht dahingehend interpretiert werden, dass der Versicherte nach diesem Datum beschwerdefrei gewesen wäre. Der Gehalt dieses Urteils erschöpft sich vielmehr darin, dass die weiterhin geklagten Beschwerden juristisch nicht mehr dem Ereignis im Jahre 2002 zugerechnet werden können. 4.3 Wie Dr. med. H.________ in seinem Bericht vom 3. November 2005 nachvollziehbar darlegt, führte der Überfall vom 11. August 2005 zu einer Verstärkung dieses Beschwerdekomplexes. Es ist somit davon auszugehen, dass durch diesen Überfall ein krankhafter Vorzustand - eben dieser Beschwerdekomplex - verschlimmert wurde. Für diese Verschlimmerung ist die Unfallversicherung grundsätzlich so lange leistungspflichtig, bis entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. 4.4 Zur Linderung seiner vorbestehenden Beschwerden besuchte der Versicherte im Frühjahr und Sommer 2005 eine Entspannungstherapie mit Autogenem Training und Hypnose. Gemäss der Angabe seiner Therapeutin war der Verlauf der Therapie sehr positiv, so dass in der Therapiesitzung vom 21. Juli 2005 die Möglichkeit erörtert wurde, bald wieder ein volles Pensum leisten zu können. Dem Schreiben seiner Arbeitgeberin vom 14. September 2007 ist zu entnehmen, dass eine vollständige Wiederaufnahme seines ursprünglichen Vollzeitpensums auf circa Ende September 2005 vorgesehen war. Dies wurde indessen durch das Ereignis vom 11. August 2005 einstweilen verunmöglicht. Aus den Arztberichten des Dr. med. H.________ vom 3. März 2006, vom 12. Oktober 2006 und vom 5. März 2007 geht hervor, dass der Versicherte ab dem 16. Januar 2006 wieder zu 50 % und ab dem 12. Februar 2007 wieder zu 100 % arbeitsfähig war. Daraus folgt, dass der status quo ante am 16. Januar 2006 noch nicht erreicht war und dass von der Behandlung weiterhin eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes erwartet werden konnte. 4.5 War der Versicherte ab dem 12. Februar 2007 wieder zu 100 % arbeitsfähig, so ist daraus zu schliessen, dass es ihm zu diesem Zeitpunkt überwiegend wahrscheinlich gesundheitlich besser ging als unmittelbar vor dem Überfall vom 10. August 2005. Demgegenüber bestätigte Dr. med. H.________ am 12. Oktober 2006 noch eine bloss 50%ige Arbeitsfähigkeit. Der Gesundheitszustand erreichte somit zu einem unbekannten Zeitpunkt zwischen dem 12. Oktober 2006 und dem 12. Februar 2007 den status quo ante. Da einerseits durch weitere verhältnismässige Abklärungen keine genauere Eingrenzung des Zeitpunktes, an dem dieser Gesundheitszustand erreicht wurde, zu erwarten ist und andererseits die Beweislast für diese leistungsaufhebende Tatsache bei der Unfallversicherung liegt (vgl. E. 2.2 hievor), und weil der Beschwerdeführer ohne den Überfall vom 10./11. August 2005 voraussichtlich Ende September 2005, infolge dieses Ereignisses aber erst am 12. Februar 2007 wieder voll erwerbsfähig wurde, sind die Leistungen auf den 11. Februar 2007 zu terminieren. 4.6 Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen; der Beschwerdeführer hat Anspruch auf Heilbehandlung und Taggelder zu Lasten der Unfallversicherung bis zum 11. Februar 2007.