Citation: 1P.651/2006 20.12.2006 E. 2

Am 10. April 2006 reichte X.________ bei der Stadtpolizei Bern Strafanzeige ein gegen Prof. Dr. med. B.________ und Fürsprecher C.________, stv. Generalsekretär der FMH Gutachterstelle, wegen Strafvereitelung. Der Anzeiger hatte aufgrund der erwähnten Operation aussergerichtlich ein FMH Gutachten einholen lassen. Das von Prof. B.________ am 18. April 2001 erstellte Gutachten wurde von X.________ heftig kritisiert. Der Untersuchungsrichter 1 des Untersuchungsrichteramtes III Bern-Mittelland und der zuständige Prokurator traten mit übereinstimmendem Beschluss vom 9./11. Mai 2006 auf die Anzeige nicht ein. Das Schweizerische Strafgesetzbuch kenne den Tatbestand der Strafvereitelung nicht. Die allenfalls nach schweizerischem Recht zur Diskussion stehenden Tatbestände der Begünstigung (Art. 305 StGB), der falschen Beweisaussage der Partei (Art. 306 StGB) oder der falschen Begutachtung (Art. 307 StGB) seien nicht erfüllt. Dagegen erhob X.________ Rekurs, den die Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern mit Beschluss vom 9. August 2006 abwies, soweit sie darauf eintrat. Sie führte zusammenfassend aus, dass dem Anzeiger hinsichtlich der Begünstigung die Rekurslegitimation fehle. Bezüglich der behaupteten falschen Beweisaussage und der falschen Begutachtung sei der Rekurs mangels Tatbestandsmässigkeit abzuweisen.