Citation: 2C_241/2018 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführerin beansprucht im Weiteren ein Aufenthaltsrecht infolge starker Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung in ihr Heimatland bzw. in die Türkei (Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG). Diesbezüglich rügt sie zunächst die willkürliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Sie habe in einem Schreiben dargelegt, dass ihre Familie sie bereits bei der letzten Scheidung habe töten lassen wollen und jemanden gefunden gehabt habe, um diesen Auftrag auszuführen. Aufgrund des Putschversuchs vom Juli 2016 sei der Schutz von Frauen in der Türkei nicht prioritär und beeinträchtigt, wobei die Beschwerdeführerin diesbezüglich auf den Bericht "Türkei: Gefährdungsprofile", Bern, 19. Mai 2017, der Schweizerischen Flüchtlingshilfe und das Themenpapier von ADRIAN MUSTER/MAGALI MORES, Gewalt gegen Kurdinnen im Westen der Türkei, Bern 2013, verweist. Auch habe die Vorinstanz nicht berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr ihr gesamtes Leben von Neuem aufbauen müsse, was unter Berücksichtigung ihres psychischen Zustandes kaum vorstellbar sei. Überdies würden alleinstehende zurückkehrende Kurdinnen in der Türkei stigmatisiert und könnten wirtschaftlich ohne Familienunterstützung kaum überleben. Diesbezüglich wird auf den Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe "Türkei: Sozioökonomische Situation rückkehrender Kurdinnen ohne soziales Netzwerk", Bern, 26. November 2015, verwiesen. In Bezug auf die vorgenannten Argumente rügt die Beschwerdeführerin ausserdem wiederum eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, da diese Umstände vollständig unbeachtet geblieben seien. Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, dass in der Türkei bezüglich psychotherapeutischer und psychiatrischer Versorgung Mängel bestünden sowie eine Veränderung des derzeitigen Behandlungsnetzes fatal wäre und zu akuter Suizidalität führen würde. Sie verweist diesbezüglich auf die Berichte des medizinischen Zentrums D.________ vom 16. Februar 2016 und 22. Januar 2018. Die Würdigung der Vorinstanz, wonach dem Bericht vom 16. Februar 2016 entnommen werden könne, dass eine Behandlung in der Türkei möglich sei, sei zudem aktenwidrig. Bezüglich der angeblich mangelhaften medizinischen Versorgungslage verweist die Beschwerdeführerin auf einen Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe ("Türkei: Pflegebetreuung und psychiatrische Behandlung, Bern, 28. November 2013). Sie sei zudem nicht in der Lage, eine medizinische Behandlung in der Türkei aufzugleisen, wie die ärztlichen Berichte vom 17. Juli und 15. August 2016 aufzeigten. Die Vorinstanz habe all dies ausser Acht gelassen und sei deshalb bezüglich Sachverhaltsfeststellung in Willkür verfallen.