Citation: 6B_691/2008 20.01.2009 E. 2

2.1 Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, auf dem Vordach, von welchem der Beschwerdeführer gestürzt ist, sei keine Absturzsicherung notwendig gewesen. Die vom Beschwerdeführer an jener Stelle zu verrichtenden Arbeiten hätten nur kurze Zeit gedauert. Es habe sich bei den von ihm auszuführenden Arbeiten somit um solche von geringem Umfang im Sinne von Art. 30 Abs. 1 der Verordnung über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten in der Fassung vom 29. März 2000 (Bauarbeitenverordnung, aBauAV; AS 2000, 1403) gehandelt. Bei solchen Arbeiten müsse eine für kurze Zeit auf einem Dach arbeitende Person nur durch bestimmte Vorkehren gesichert werden, wenn eine der in Art. 30 Abs. 1 lit. a - c aBauAV aufgeführten Voraussetzungen erfüllt sei. Ein derartiger Fall liege hier nicht vor. Das Vordach weise keinerlei Neigung auf und stehe horizontal zur Fassade. Ausserdem betrage die Absturzhöhe weniger als 5 Meter. Zudem habe auch keine Gleitgefahr im Sinne von Art. 30 Abs. 2 aBauAV bestanden. Eine solche sei nur anzunehmen, wenn aufgrund der Beschaffenheit der Oberfläche des Daches, seiner Neigung oder der speziellen Bauweise die Gefahr des Abrutschens bestehe. Eine wetterbedingte Gleitgefahr werde von der Bestimmung nicht erfasst. Die Nichtanbringung einer Sicherungsvorkehr stelle daher keine Sorgfaltspflichtverletzung im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB dar, weshalb der Vorwurf der Fahrlässigkeit entfalle (angefochtenes Urteil S. 6 ff.; erstinstanzliches Urteil, Strafakten S. 191 ff.). 2.2 Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, der Beschwerdegegner hätte als Verantwortlicher für die Sicherheit auf der Baustelle beim fraglichen Vordach eine Absturzsicherung anbringen müssen. Bei Dacharbeiten von geringem Umfang gemäss Art. 30 Abs. 1 aBauAV dürfe bei Dachneigungen bis 25 Grad und Absturzhöhen von weniger als 5 Metern nicht überhaupt auf Sicherungen verzichtet werden, sondern es käme die allgemeine Regel von Art. 26 aBauAV zur Anwendung. Die Absturzhöhe habe 3.60 Meter betragen und habe daher deutlich über der Maximalhöhe von 2 Metern gemäss Art. 14 und 30 Abs. 2 aBauAV bzw. 3 Metern gemäss Art. 26 aBauAV gelegen. Zudem hätte er die allgemeinen Sicherheitsmassnahmen gemäss den damals geltenden Richtlinien für Rückbau- und Abbrucharbeiten beachten müssen. Damit habe er gegen die Vorschriften zur Verhütung von Berufsunfällen verstossen und sich der fahrlässigen schweren Körperverletzung schuldig gemacht (Beschwerde S. 9).