Citation: 5P.332/2002 21.11.2002 E. 4

Die Beschwerdeführerin hält schliesslich die Höhe des hypothetischen Nebenverdienstes für willkürlich. 4.1 Die Vorinstanz hat diesbezüglich erwogen, auf Grund der zusätzlichen Ausbildung als Office-Supporter SIZ entsprächen die Verdienstmöglichkeiten nicht mehr denjenigen einer Hilfskraft (wovon der Gerichtspräsident ausgegangen war). Es dürfte aber erfahrungsgemäss schwierig sein, als Informatiker im Supportbereich eine Stelle mit einem 25%-Pensum in der Region zu finden. Einerseits werde das Stellenangebot in dieser Branche eher dürftig sein und andererseits werde von Supportern in der Regel eine Präsenzzeit von 100 % verlangt. Die Annahme der ersten Instanz, wonach der Beschwerdegegner ein hochgerechnetes Einkommen von Fr. 4'500.-- erzielen könne, dürfte deshalb weiterhin Gültigkeit haben. Dies entspreche bei einem möglichen Pensum von 25 % einem hypothetischen Einkommen von Fr. 1'125.--. 4.2 Die Beschwerdeführerin hält fest, dass sie im Appellationsverfahren die Ausbildung zum Office-Supporter nachweisen konnte, und erblickt Willkür im Umstand, dass der Appellationshof dennoch weiterhin von einem Einkommen eines Hilfsarbeiters ausging. Die Haltlosigkeit des Argumentes, es sei schwierig in der Region eine (Teilzeit-)stelle als Supporter zu finden, zeige sich bereits in der rhetorischen Frage, wieso denn der Beschwerdegegner die kostspielige Ausbildung auf sich genommen hätte, wenn er damit nicht sein Einkommen erhöhen wollte. 4.3 Auf Grund des weiten Ermessens, das dem Richter bei Eheschutzentscheiden zukommt, erweist sich sein Entscheid erst dann als willkürlich, wenn das Ermessen überschritten bzw. missbraucht ist, d.h. wenn der angefochtene Entscheid auf einer unhaltbaren Würdigung der Umstände beruht oder wenn sich das Gericht von Erwägungen hat leiten lassen, die offensichtlich keine Rolle hätten spielen dürfen (BGE 127 III 153 E. 1a S. 155). Es mag widersprüchlich erscheinen, dass der Appellationshof trotz seiner klaren Feststellung, angesichts der zusätzlichen Ausbildung entsprächen die Einkunftsmöglichkeiten des Beschwerdegegners nicht mehr denjenigen eines Hilfsarbeiters, an dem von der ersten Instanz angenommenen hypothetischen Einkommen festgehalten hat. Es ist jedoch nicht aktenkundig, dass der Beschwerdegegner bereits auf dem neuen Gebiet arbeiten würde, und das Argument, die Supportertätigkeit erfordere 100%-ige Verfügbarkeit, ist an sich nicht sachfremd. Die dagegen erhobene Kritik, gerade Supporter würden von Firmen zu tiefen Prozentzahlen angestellt, um Computerprobleme auf Abruf zu lösen, und der Beschwerdegegner könnte auch Privatpersonen beim Einrichten von Hard- und Software sowie bei der Problembehebung zur Verfügung stehen, ist weitgehend appellatorischer Natur und damit im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nicht zu hören (BGE 125 I 492 E. 1b S. 495). Vor diesem Hintergrund lässt sich nicht sagen, der angefochtene Entscheid beruhe geradezu auf einer unhaltbaren Würdigung der Umstände oder das Gericht habe sich von Erwägungen leiten lassen, die offensichtlich keine Rolle spielen dürfen. Die Annahme eines hypothetischen Einkommens aus Nebenerwerb von Fr. 4'500.-- bzw. 1'125.-- ist in diesem Sinn haltbar.