Citation: U 174/06 14.12.2006 E. 3

3.1 Die IV-Stelle des Kantons Zürich hat dem Beschwerdeführer ab 1. Oktober 1999 eine halbe Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 56% ausgerichtet, wobei sie von der im MEDAS-Gutachten vom 2. August 2000 attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50% ab 1. Oktober 1998 ausging. Mit Wirkung ab 1. Juni 2003 sprach sie dem Versicherten eine ganze Rente auf der Basis einer Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit von 70% zu. Ausschlaggebend für die revisionsweise Neubeurteilung des Rentenanspruchs war die Feststellung im MEDAS-Gutachten vom 31. Dezember 2004, wonach der Beschwerdeführer im angestammten Beruf sowie in jeder anderen gleichwertigen Tätigkeit noch zu 30% arbeitsfähig ist, wobei die zusätzliche Arbeitsunfähigkeit nach der Manifestation der koronaren Herzkrankheit eingetreten ist. Es sind somit krankheits- und nicht unfallbedingte Faktoren, welche zu einer revisionsweisen Neubeurteilung des Rentenanspruchs in der Invalidenversicherung Anlass gaben. Aufgrund der Erhöhung der IV-Rente lässt sich daher nicht auf eine den Leistungsanspruch in der obligatorischen Unfallversicherung beeinflussende Änderung des Gesundheitszustandes schliessen. 3.2 Zur Frage nach einer Verschlimmerung des Vorzustandes enthalten die Arztberichte unterschiedliche Angaben. Dr. med. P.________, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, bestätigt im Bericht vom 13. Januar 2004 eine unveränderte Arbeitsfähigkeit im Rahmen der bisherigen halben IV-Rente und verneint eine richtunggebende Änderung bezüglich der vorbestehenden Beschwerden. Demgegenüber gelangen die MEDAS-Ärzte im Gutachten vom 31. Dezember 2004 zum Schluss, es dürfte durch den Unfall im Jahre 2002 zu einer richtungweisenden Verschlechterung der Vorbefunde am Bewegungsapparat gekommen sein. Diese Feststellung findet in den gutachtlichen Untersuchungsergebnissen indessen keine hinreichende Stütze. Im rheumatologischen Fachgutachten vom 13. Oktober 2004 wird ausgeführt, bezüglich des Bewegungsapparates bestünden gegenüber der Untersuchung im Jahr 2000 im Wesentlichen unveränderte Befunde. Wie bei der Voruntersuchung lägen zahlreiche nicht organische Zeichen vor, welche auf eine Symptomausweitung deuteten. Gegenüber der früheren rechtsseitigen Symptomatik zeigten sich vorwiegend linksseitige Symptome, welche sich mit den klinisch zu erhebenden Befunden am Bewegungsapparat nicht erklären liessen. Nach dem neurologischen Fachgutachten vom 13. Oktober 2004 besteht das vom Versicherten geklagte Beschwerdebild vorab aus chronischen lumbalen Schmerzen sowie Schmerzen im Bereich der Glutealmuskulatur und der Hüften beidseits. Dazu kommen chronische Kopfschmerzen, Schmerzen im Kiefergelenk links, episodischer Drehschwindel mit Gangunsicherheit und Fallneigung sowie Schmerzen am volaren Unterarm und eine Schwäche des Daumens links. Zum Verlauf wird festgestellt, bei der aktuellen Untersuchung fehlten klinische Hinweise für eine signifikante Progredienz des Leidens oder neue fokale neurologische Aspekte; insbesondere lägen keine Anhaltspunkte für ein lumboradikuläres Syndrom vor. Die chronischen Kopfschmerzen seien multifaktorieller Genese, wobei der Schmerzcharakter für eine Spannungskopfschmerz-Komponente spreche. Die diskrete Hemihypästhesie sei wahrscheinlich funktioneller Genese. Die Schwindelsymptomatik sei nicht als progredient zu erachten. Für eine neurologische Ätiologie der linksseitigen Kieferschmerzen fehlten Hinweise. Hinsichtlich der vom Versicherten angegebenen Schmerzen am Unterarm links hätten keine sensiblen oder motorischen Ausfälle erhoben werden können, was gegen eine neurologische Genese im Sinne einer radikulären Schmerzsymptomatik spreche. Zusammenfassend wird festgehalten, aus neurologischer Sicht ergebe sich im Vergleich zur Voruntersuchung ein im Wesentlichen unveränderter Befund. Die fachärztlichen Angaben bestätigen somit, dass in organischer Sicht keine wesentliche, für die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit und den Leistungsanspruch in der obligatorischen Unfallversicherung relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. Verschlimmert haben sich die nicht unfallbedingte arterielle Verschlusskrankheit und das ebenfalls nicht unfallbedingte koronare Herzleiden, welche sich laut Gutachten vom 7. August 2000 noch nicht auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt haben, im Gutachten vom 31. Dezember 2004 dagegen unter den Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eingereiht sind. In psychischer bzw. psychosomatischer Hinsicht wird im MEDAS-Gutachten eine Symptomausweitung erwähnt und eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) diagnostiziert. Diese bestand indessen schon anlässlich der ersten Begutachtung und es bestehen keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass sie sich im Anschluss an den neuen Unfall wesentlich verschlimmert hätte. In seinem Bericht vom 13. Januar 2004 verneinte Dr. med. P.________ eine richtunggebende Verschlimmerung des Beschwerdebildes auch hinsichtlich des somatoformen Schmerzsyndroms. Etwas anderes lässt sich dem psychiatrischen Fachgutachten der MEDAS vom 12. Oktober 2004 nicht entnehmen. Es ist daher davon auszugehen, dass auch in psychischer bzw. psychosomatischer Hinsicht keine für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.