Citation: 6B_149/2017 E. 4.3.5

4.3.5. Bei der rechtlichen Würdigung hält die Vorinstanz fest, bezüglich der vom Beschwerdeführer eingesetzten Nötigungsmittel sei nebst der Ausübung von Gewalt - Haare reissen - insbesondere die Tatbestandsvariante des Unter-Druck-Setzens erfüllt. E.________ sei einer psychophysischen Dauerbelastung ausgesetzt gewesen. Aus den Befragungen der Kinder und den Aussagen von E.________ ergebe sich deutlich, dass sie und die Kinder in einem von Gewalt, Einschüchterung und Angst dominierten Klima gefangen gewesen seien. Zudem hätten sich E.________ zu ihrer Ehe kaum Alternativen geboten. Sie habe ja nicht einmal über ein eigenes Bankkonto verfügt und sei in jeder Hinsicht vom Beschwerdeführer abhängig gewesen. Aufgrund ihres jahrelangen Martyriums und ihres kulturellen Hintergrunds habe sie zudem gewusst, dass ihre Lage angesichts der sozialen und körperlichen Dominanz des Beschwerdeführers aussichtslos gewesen sei. Es sei verständlich und nachvollziehbar, dass sich E.________ aufgrund des gewaltgeprägten Klimas gefügt habe. Der Schlussfolgerung der ersten Instanz, wonach der Beschwerdeführer E.________ psychisch und physisch so erschöpft habe, dass sie sich den ungewollten Sexualkontakten nicht mehr widersetzt habe, könne gefolgt werden. Unter den damals herrschenden Umständen in der Familie sei E.________ denn auch kein nennenswerter Widerstand mehr zuzumuten gewesen. E.________ sei mit der Rollenverteilung in der Ehe offensichtlich nicht einverstanden gewesen. Sie habe sich dieser nur gefügt, weil ihr angesichts der tyrannischen Herrschaft des Beschwerdeführers keine andere Wahl geblieben sei, und weil sie Angst vor ihm gehabt habe. Der objektive Tatbestand von Art. 190 Abs. 1 StGB sei deshalb erfüllt (Urteil S. 49 f. E. 6.d)).