Citation: 1C_567/2022 E. A

A.a. Die Thurgauer Gemeinden Rickenbach, Wilen und der südliche Teil der Stadt Wil (Kanton St. Gallen) liegen, bedingt durch die vier Gewässer Alpbach, Krebsbach, Huebbach und Meienmättelibach, in einem hochwassergefährdeten Bereich. Die vier Bäche weisen eine zu geringe Abflusskapazität auf und entsprechen damit nicht den Anforderungen des Hochwasserschutzes. Seit dem 20. Jahrhundert wurden die Gerinne der vier Bäche verbaut und diese an vielen Orten in ein Rohr unter den Boden verlegt (eingedolt). Zusammen mit der Entwicklung der Siedlungsflächen in der Region Wil und der damit einhergehenden Verdichtung der Quartiere und Infrastrukturanlagen wurde den Gewässern der natürliche Raum und die natürlichen Flächen immer weiter entzogen. Ausgelöst durch Hochwasserereignisse in der Vergangenheit wurde in den betroffenen Gemeinden eine Vielzahl von Massnahmen geprüft, die jedoch nie umgesetzt wurden. In der Folge haben die Gemeinden Rickenbach, Wilen und Sirnach, die Stadt Wil, das Bundesamt für Strassen (ASTRA) sowie die Wasserbaufachstellen der Kantone Thurgau und St. Gallen gemeinsam das überregionale Hochwasserschutzprojekt (HWS) Region Wil entwickelt. Der Projektperimeter befindet sich auf dem Territorium der vier Gemeinden aus den Kantonen Thurgau und St. Gallen und beinhaltet einen Autobahnabschnitt des ASTRA. A.b. Der Gemeinderat der Politischen Gemeinde Wilen beschloss an seiner Sitzung vom 1. Dezember 2020, dass der Anteil der Gemeinde Wilen an den Kosten des HWS Region Wil von Fr. 5'917'990.-- (Stand 13. März 2020) bzw. die jährlichen Anteile im Rahmen der Etappierung als gebundene Ausgaben budgetiert und in die mehrjährige Finanzplanung aufgenommen werde. Dieser Beschluss wurde Leonardo Venturini am 7. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht, da dieser anlässlich des Mitwirkungsverfahrens zum HWS am 1. Dezember 2020 die Qualifikation als gebundene Ausgabe bestritten hatte.