Citation: 5A_595/2023 E. 2

Weitestgehend mangelt es an Verfassungsrügen und die Ausführungen gehen zum grössten Teil auch inhaltlich an der Sache vorbei: Das Obergericht hat in seiner immerhin 10-seitigen Verfügung über die aufschiebende Wirkung mit ausführlicher Begründung festgehalten, dass der Entscheid in der Sache möglichst nicht präjudiziert werden sollte und es deshalb einzig darum gehe, ob eine Kindeswohlgefährdung die sofortige Umsetzung des erstinstanzlichen Entscheides gebiete. Der Elternkonflikt sei dem Wohl von C.________ abträglich und auch die Gutachterinnen hätten festgehalten, dass der Elternkonflikt mit hohem Bindungsstress für C.________ einhergehe und die noch im Aufbau befindliche Bindungsentwicklung zumindest anteilig gefährde. Indes drohe durch die praktizierte alternierende Obhut keine konkrete und unmittelbare Kindeswohlgefährdung, welche eine sofortige Abkehr vom bisherigen Betreuungsmodell gebieten würde. Die Ausführungen in der Beschwerde bleiben zum grössten Teil rein appellatorisch und beziehen sich im Übrigen auf die Obhutszuteilung als solche, die nicht Gegenstand der Verfügung über die aufschiebende Wirkung war. Eine allgemeine Willkürrüge in Bezug auf die Beweiswürdigung findet sich einzig auf S. 9, indem dem Obergericht vorgeworfen wird, das Gutachten nicht richtig verstanden zu haben, denn wenn die Gutachterinnen von einer inskünftigen Zunahme des Risikos schreiben würden, heisse dies, dass die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Schadenseintrittes zunehme, und nicht, dass der Schadenseintritt noch nicht unmittelbar bevorstehe. Keine andere Schlussfolgerung hat indes das Obergericht gezogen, wenn es anerkannt hat, dass der Elternkonflikt für das Kind schädlich und die Gefahr im Wachsen begriffen sei. Dass jedoch die Gutachterinnen Aussagen gemacht hätten, welche es als willkürlich erscheinen liesse, wenn der Kammerpräsident nicht bereits im Rahmen der Verfügung über die aufschiebende Wirkung eine Alleinzuteilung des Kindes verfügt und damit den der Kammer vorbehaltenen Entscheid in der Sache vorweggenommen hat, zeigt die Mutter nicht auf. Vielmehr hat das Obergericht festgehalten, dass die Gutachterinnen keine akute Kindeswohlgefährdung ausgemacht, sondern von einem Risiko bzw. der Möglichkeit einer beeinträchtigten Entwicklung gesprochen und nach Abschluss der Gespräche und Interaktionsbeobachtungen mit Schreiben vom 19. April 2023 festgehalten hätten, dass kein akuter Handlungsbedarf bestehe; damit setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander, weshalb die Willkürrüge unsubstanziiert bleibt. Eine Willkürrüge in Bezug auf die Rechtsanwendung und eine Gehörsrüge werden auf S. 11 ferner dahingehend erhoben, dass die Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor dem Hintergrund von Art. 315 Abs. 5 ZPO die Ausnahme bleiben müsse. Indes hat das Obergericht den Ausnahmecharakter nicht nur explizit erwähnt, sondern (nebst der allgemeinen ausführlichen Begründung) auch ganz spezifisch dargelegt, wieso die Ausnahme angezeigt erschien, nämlich um den Kammerentscheid nicht ohne Not zu präjudizieren und weil mehrfache Obhutswechsel dem objektiv verstandenen Kindeswohl entgegenstünden. Damit ist die Anwendung von Art. 315 Abs. 5 ZPO genügend begründet (vgl. zu den Begründungsanforderungen BGE 141 III 28 E. 3.2.4; 142 III 433 E. 4.3.2; 143 III 65 E. 5.2) und stösst nicht nur die Gehörsrüge im Sinn einer Verletzung der Begründungspflicht ins Leere, sondern bleibt auch die Willkürrüge unsubstanziiert.