Citation: 6B_1462/2021 E. 1.4.1

1.4.1. Einerseits wird aus dem angefochtenen Entscheid nicht klar, von welchem festgestellten Sachverhalt die Vorinstanz ausgeht. Vielmehr beschränkt sich die Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt wie gesehen auf die Frage, wie gross beim Abschluss des Überholmanövers der Abstand zum entgegenkommenden Fahrzeug und zum überholten Lastwagen war (E. 2.3.2). Was mit Bezug auf die übrigen von der ersten Instanz festgestellten Umstände (E. 2.3.1) gilt, sagt das Urteil nicht ausdrücklich und ergibt sich auch nicht zweifelsfrei aus den rechtlichen Erwägungen. Dies gilt etwa insofern, als die erste Instanz vom Überfahren einer Doppellinie ausgeht, was der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren (unter anderem) als Verletzung des Anklagegrundsatzes gerügt hatte. Die Vorinstanz verweist nicht auf die Begründung im erstinstanzlichen Urteil und dem Berufungsentscheid ist - abgesehen von der Frage der Übersichtlichkeit der Streckenführung - auch sonst nicht zu entnehmen, ob respektive wie weit sie sich den tatsächlichen Feststellungen der ersten Instanz anschliesst, diese für nicht erstellt hält oder ihnen von vornherein keine Rechtserheblichkeit zumisst. Somit bleibt letztlich unklar, von welchem Sachverhalt die Vorinstanz im Einzelnen ausgeht, womit der angefochtene Entscheid bereits die Anforderungen von Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG verfehlt. Damit geht einher, dass die Vorinstanz mit keinem Wort auf die vom Beschwerdeführer in seiner Berufungsbegründung an den Sachverhaltsfeststellungen der ersten Instanz geübte Kritik eingeht, was seinen Gehörsanspruch verletzt.