Citation: 6P.131/2006 24.01.2007 E. 7

Die Vorinstanz hat zunächst zutreffend festgehalten, dass die vor der Verurteilung vom 4. April 2002 begangenen und mit dieser noch nicht abgeurteilten Straftaten schwerer wiegen als diejenigen nach dieser Verurteilung, womit für jene die Grundstrafe zu bestimmen ist, welche für die nach der Verurteilung begangenen Delikte angemessen zu erhöhen ist. Als Grundstrafe, zugleich Zusatzstrafe zur Verurteilung vom 4. April 2002, ermittelte die Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten, welche sie aufgrund der nach der Verurteilung begangenen Delikte auf 18 Monate erhöhte. Insoweit ist das vorinstanzliche Vorgehen methodisch nicht zu beanstanden. Methodische Bedenken weckt demgegenüber die Ermittlung der Grundstrafe. Diese wäre unter Abzug der am 4. April 2002 ausgefällten Strafe aus einer hypothetisch zu bildenden Gesamtstrafe für die schon beurteilten und die neuen Delikte zu bestimmen gewesen. Die Vorinstanz beschränkt sich indessen auf einen Vergleich der früheren Straftaten mit den neuen, und führt aus, für die nach Oktober 2000 (Einschreiten der Behörden) begangenen Taten könne dem Beschwerdeführer die zögerliche Haltung der Behörden bei der Strafverfolgung nicht mehr zugute gehalten werden. Zwar sei die Betäubungsmittelmenge kleiner als damals gewesen, doch handle es sich im Vergleich zu jenen gemäss dem ersten Verfahren keinesfalls um bloss untergeordnete Delikte. Zugute zu halten sei dem Beschwerdeführer immerhin, dass aufgrund der finanziellen Engpässe die Verlockung gross gewesen sei, die Anfrage nach Hanflieferungen anzunehmen, wobei es jedoch nicht angehe, den Behörden ein Mitverschulden zu unterstellen, weil sie den beschlagnahmten Hanf nicht vernichten liessen. Eine Strafe von 16 Monaten sei daher dem Verschulden angemessen und als Zusatzstrafe zum Urteil vom 4. April 2002 festzulegen, alsdann um zwei Monate für die danach begangenen Delikte zu erhöhen. Dieses Vorgehen erweckt den Eindruck, dass die Vorinstanz die Zusatzstrafe nicht als Teil einer hypothetischen Gesamtstrafe, sondern davon losgelöst, nur im Vergleich zu den schon abgeurteilten Delikten, bestimmt und so das für den Straftäter günstige Asperationsprinzip ausser Acht gelassen hat. Zur Gewissheit verdichtet sich dieser Eindruck dadurch, dass dem Beschwerdeführer die einschlägige Vorstrafe, nämlich das Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 4. April 2002, straferhöhend vorgehalten wird. Eine Vorstrafe liegt aber nur für die nach dieser Verurteilung begangenen Taten vor und könnte bezüglich dieser in Rechnung gestellt werden. Die Vorinstanz bezieht die straferhöhende Berücksichtigung der einschlägigen Vorstrafe aber auf die gesamte Strafzumessung (angefochtenes Urteil, Ziff. 3.4.2, S. 15 unten) und macht damit klar, dass sie gedanklich nicht eine Gesamtstrafe für die vor dem Urteil vom 4. April 2002 begangenen Delikte gebildet und hiervon die schon ausgesprochene Strafe in Abzug gebracht, sondern die beiden Strafen kumuliert hat. Damit aber hat sie die Strafe nicht nach den Grundsätzen der retrospektiven Konkurrenz bemessen, sondern ist von diesen zu Lasten des Beschwerdeführers abgewichen.