Citation: 5A_435/2019 E. 4.1.3

4.1.3. Die Vorinstanz hat nicht auf den Medianwert sondern auf das erste Quartil gemäss Lohnrechner "Salarium" abgestellt und diesen Wert erst noch nach unten korrigiert, weil der Beschwerdegegner seit längerer Zeit arbeitslos sei, auch früher nie einen Lohn gemäss dem Medianwert verdient habe und seine Muttersprache nicht Deutsch sei. Zudem habe er bereits ein fortgeschrittenes Alter. Das Obergericht hat folglich auf Besonderheiten des konkreten Falls abgestellt. Mit Ausnahme des Alters handelt es sich bei allen diesen Elementen um Kriterien, für die keine Regressanalysen beim verwendeten Lohnrechner erfolgt sind, wie ein Vergleich des von der Beschwerdeführerin selber aufgeführten «Profils» des Rechners zeigt. In Bezug auf die vom Obergericht getroffenen Tatsachenfeststellungen erfolgen keine Willkürrügen. Was sodann die Auswahl der Kriterien anbelangt, wird keine falsche Ermessensausübung dargelegt. Dass die genannten besonderen Umstände des konkreten Falls auf ein niedrigeres mutmassliches künftiges Einkommen schliessen lassen, ist im Übrigen entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin einsichtig: Löhne richten sich in aller Regel auch nach den individuellen Fähigkeiten einer Person. Wer in der Vergangenheit immer einen Lohn am unteren statisch nachgewiesenen Rand verdient hat, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft nicht plötzlich den Mittelwert erreichen. Dass innerhalb der statistischen Bandbreite der Verdienst einer Person mit schlechten Deutschkenntnissen eher am unteren als am oberen Rand anzusiedeln ist, entspricht allgemeiner Lebenserfahrung. Ebenfalls wird sich eine längere Arbeitslosigkeit auf die Lohnverhandlungen für eine künftige Stelle eher negativ auswirken im Vergleich zu einem Arbeitnehmer im gleichen Alter mit einer ungebrochenen Berufskarriere. Der Lohnrechner berücksichtigt zwar das Alter. Er unterscheidet aber nicht danach, ob jemand in einem bestimmten Alter neu eine Stelle antritt oder innerhalb eines Betriebes seit Jahren eine ungebrochene Karriere absolviert hat. Entgegen der Ausführungen der Beschwerdeführerin berücksichtigt der Lohnrechner auch die Sprachkenntnisse nur sehr indirekt, denn die Nationalität eines Arbeitnehmers besagt nichts bezüglich seiner Muttersprache bzw. konkreten Sprachkenntnisse. Soweit auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin überhaupt eingetreten werden kann, vermögen sie keine Bundesrechtswidrigkeit bezüglich der Festsetzung des Einkommens des Beschwerdegegners zu begründen.