Citation: 1P.692/2006 03.11.2006 E. 5

Weiter ist die Verhältnismässigkeit der angefochtenen Haftverlängerung zu überprüfen. 5.1 Der Beschwerdeführer bestreitet pauschal, dass ihm eine schlechte Rückfallprognose zu stellen sei. Nach seiner Meinung ist keineswegs erstellt, dass er gewerbsmässig Cannabisdelikte begehen könnte. Diese Vorbringen sind nicht geeignet, die gegenteilige Würdigung der Indizien im angefochtenen Entscheid als willkürlich erscheinen zu lassen. Für das Verfahrensgericht war wesentlich, dass der Beschwerdeführer trotz einschlägiger Vorstrafe und des seit 2004 gegen ihn laufenden Strafverfahrens erneut Hanfstecklinge aufgezogen hat. Dabei weist der angefochtene Entscheid auf den mutmasslich hohen Wert der am 17. August 2006 sichergestellten Betäubungsmittel und auf den Umstand hin, dass der Hanfanbau nun auch beim Beschwerdeführer zu Hause stattgefunden habe. Es ist nicht zu beanstanden, wenn das Gericht aus diesen im Einzelnen unbestrittenen Indizien auf eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Verübung gewerbsmässiger Cannabisdelikte geschlossen hat. Folglich ist der Antrag des Beschwerdeführers, unverzüglich freigelassen zu werden, abzuweisen. 5.2 Anstelle der Aufrechterhaltung der Präventivhaft verlangt der Beschwerdeführer eventualiter die Anordnung von Ersatzmassnahmen. 5.2.1 Einerseits könne die Verhinderung neuer Cannabisdelikte hinreichend sichergestellt werden, wenn ihm die Auflage erteilt werde, auf jeglichen Hanfanbau zu verzichten und den Hanfladen geschlossen zu halten. Diese Massnahme könne mit der Anordnung regelmässiger amtlicher Kontrollen, so einer Meldepflicht oder periodischer amtlicher Hausbesuche, verbunden werden. In der Vernehmlassung erläutert das Verfahrensgericht, es sei im angefochtenen Entscheid auf diese Vorschläge nicht näher eingegangen, weil es sie für untauglich erachte. Ausserdem habe es sich insbesondere zur Auflage, vom Hanfanbau abzusehen, bereits im Haftbeschwerdeentscheid vom 30. August 2006 geäussert. Dort hatte es dargelegt, dass sich der Beschwerdeführer weder von der Vorstrafe noch dem seit 2004 hängigen Strafverfahren habe beeindrucken lassen; im Übrigen sei der Hanfanbau zur Gewinnung von Betäubungsmitteln ohnehin strafbar. Zwar kann die Auflage, keine Cannabisprodukte herzustellen oder zu vertreiben, nicht in jedem Fall als ungeeignete Ersatzmassnahme betrachtet werden (vgl. unveröffentlichtes Urteil 1P.733/1999 vom 13. Januar 2000, E. 2c). Mit Blick auf den konkreten Fall ist aber der Auffassung des kantonalen Gerichts beizupflichten. Sofern sich der Verdacht der Untersuchungsbehörde, die gegen ihn ermittelt, bestätigt, lässt das bisherige Verhalten des Beschwerdeführers auf grosse Uneinsichtigkeit schliessen. Es ist nicht anzunehmen, dass eine derartige Auflage den Beschwerdeführer wirksam von der befürchteten Deliktsbegehung abhalten würde. 5.2.2 Anderseits soll nach dem Beschwerdeführer auch eine ambulante Therapie als Ersatzmassnahme genügen; auf diese Weise könne er die Problematik des Eigenkonsums in den Griff bekommen. Es ist nachvollziehbar, dass eine derartige Massnahme nicht unbesehen gestützt auf die vom Beschwerdeführer geäusserte Therapiebereitschaft verfügt worden ist. Gemäss Angaben des Bezirksstatthalteramts in der Vernehmlassung sind derzeit Abklärungen im Hinblick auf mögliche Ersatzmassnahmen im Gang. Es darf somit erwartet werden, dass im Zeitraum der umstrittenen Haftverlängerung erste Abklärungsergebnisse erhältlich sind. Unter diesen Umständen hält die Verlängerung der Präventivhaft auch im zeitlichen Umfang gemäss der angefochtenen Verfügung vor der Verfassung stand.