Citation: 2C_539/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Diese Überlegungen überzeugen jedenfalls, soweit es wie hier um eine Neukonzessionierung und eine damit einhergehende erhebliche Kapazitätserweiterung der infrage stehenden Anlage geht. Weder der Wortlaut - auch die Erneuerung und Kapazitätserweiterung erfordern einen (zumindest) teilweisen (Neu-) Bau einer Kraftwerksanlage und beschränken sich nicht auf blosse Reparatur- und Sanierungsarbeiten - noch die Materialien sprechen gegen eine solche Auslegung von Art. 50 WRG. Auch den Erwägungen der Vorinstanz zur Gesetzessystematik kann ohne Weiteres gefolgt werden, legen sie doch eine Beschränkung der Anwendbarkeit von Art. 50 WRG auf Konstellationen nahe, wo Erneuerung und Kapazitätserweiterung im Rahmen einer Neukonzessionierung erfolgen. Als wichtigster Gesichtspunkt erweist sich aber die Überlegung, wonach sich der Wille des Gesetzgebers bei der Revision des WRG im Jahr 1997 darauf richtete, Anreize für den Ausbau der Nutzung der Wasserkraft zu schaffen (BBl 1995 IV 103 und 1010 ff.; vgl. im Übrigen bereits zur ursprünglichen Fassung des WRG BGE 49 I 160 E. 3, wonach Ziel von Art. 50 WRG ist: "durch die dem Unternehmer zu gewährenden Erleichterungen sollen der Ausbau und die Ausnützung der Wasserkräfte im allgemeinen Interesse der schweizerischen Volkswirtschaft gefördert werden"). Dieses Anliegen ist heute im Interesse einer ressourcenschonenden Energieproduktion aktueller denn je und es rechtfertigt sich daher im Sinne einer teleologischen sowie einer geltungszeitlichen Auslegung jedenfalls hier, wo es im Rahmen einer Neukonzessionierung um die Erneuerung und den Kapazitätsausbau eines Kraftwerks geht, Art. 50 WRG betreffend die Nichterhebung (Abs. 1) bzw. Reduktion des Wasserzinses (Abs. 2) ebenso wie beim Neubau eines Wasserkraftwerks zur Anwendung zu bringen.