Citation: 5A_110/2024 E. 3.4

3.4. Es trifft zwar zu, dass das Vorliegen einer Vollmacht und damit eines gültigen Vertretungsverhältnisses eine Sachurteilsvoraussetzung darstellt, welche jede Behörde von Amtes wegen zu prüfen hat. Wer aber die Gültigkeit und namentlich die Echtheit einer Vollmacht bestreitet, muss dies, wie das Obergericht zutreffend erwogen hat, ausreichend begründen (Art. 178 ZPO). Ausreichend begründet ist der Einwand, wenn der Prozessgegner konkrete Umstände dartut, die beim Gericht ernsthafte Zweifel an der Echtheit des Urkundeninhalts oder der Unterschrift wecken. Nur wenn dies dem Prozessgegner gelingt, hat die beweisbelastete Partei den Echtheitsbeweis anzutreten (Urteile 5A_907/2020 vom 30. März 2021 E. 2.3.1; 4A_540/2019 vom 15. Juni 2020 E. 5.1). Dass und an welcher Stelle sie Anhaltspunkte für eine Fälschung der Unterschriften aufgezeigt hätte und sich die diesbezügliche Feststellung des Obergerichts als offensichtlich unrichtig erwiese, legt die Beschwerdeführerin nicht dar. Mit der blossen Behauptung, die Vollmacht sei von "irgendjemand" unterschrieben worden, man wisse nicht, wem die Unterschrift gehöre, wie alt der Unterschreibende sei, wo er wohne, ob er lebt oder tot ist, liefert die Beschwerdeführerin keine ausreichende Begründung, die geeignet wäre, beim Gericht ernsthafte Zweifel an der Gültigkeit bzw. Echtheit der Vollmacht vom 10. Juni 2020 hervorzurufen. Die Rüge, Rechtsanwalt Ziegler habe hinsichtlich des Betreibungsbegehrens und der kantonalen Verfahren nicht über eine genügende Vollmacht verfügt, erweist sich als unbegründet.