Citation: 4P.40/2002 16.04.2002 E. A

A.-Die B.________ SpA, Rom (auch "Contractor", Klägerin im UNCITRAL-Schiedsverfahren und Beschwerdegegnerin) ist eine Gesellschaft italienischen Rechts. Sie schloss am 25. Oktober 1996 mit der A.________ Ltd. , (auch "Employer", Beklagte im UNCITRAL-Schiedsverfahren und Beschwerdeführerin) einen "TL-4" genannten Vertrag. Unter "Form of Agreement" erklärten die Vertragsparteien, dass die in lit. a-k von Art. 2 aufgeführten Dokumente als Teil des Vertrages zu gelten hätten, namentlich nach lit. h die Besonderen Vertragsbedingungen ["The Special Conditions of Contract, (Part 3)", SC.] und nach lit. i die Allgemeinen Vertragsbedingungen ["The General Conditions of Contract (Part 2)", GC.]. Die erwähnten Dokumente sollen nach Art. 3 des Vertrages als sich gegenseitig ergänzend und erläuternd verstanden werden, aber im Falle von Unklarheiten oder Widersprüchen soll ihnen entsprechend der (in vorstehendem Art. 2 lit. a-i) aufgestellten Reihenfolge der Vorrang eingeräumt werden ("The aforesaid documents shall be taken as complementary and mutually explanatory of one another, but in the case of ambiguities or discrepancies shall take precedence in the order set out above"). In Artikel 67 der Allgemeinen Vertragsbedingungen (GC.) wurde Folgendes bestimmt: "GC. 67 Settlement of Disputes - Arbitration If any dispute or differences of any kind whatsoever shall arise between the Employer and the Contractor or the Engineer and the Contractor in connection with, or arising out of the Contract, or the execution of the Works, whether during the progress of the Works or after their completion and whether before or after the termination, abandonment or breach of the Contract, it shall, in the first place, be referred to and settled by the Engineer who shall, within a period of ninety days after being requested by either party to do so, give written notice of his decision to the Employer and Contractor Subject to arbitration, as hereinafter provided, such decision in respect of every matter so referred shall be final and binding upon the Employer and the Contractor and shall forthwith be given effect to by the Employer and by the Contractor, who shall proceed with the execution of the Works with all due diligence whether he or the Employer requires arbitration, as hereinafter provided, or not. If the Engineer has given written notice of his decision to the Employer and the Contractor and no claim to arbitration has been communicated to him by either the Employer or the Contractor within a period of ninety days from receipt of such notice, the said decision shall remain final and binding upon the Employer and the Contractor. If the Engineer shall fail to give notice of his decision, as aforesaid, within a period of ninety days after being requested as aforesaid, or if either the Employer or the Contractor be dissatisfied with any such decision, then and in any such case either the Employer or the Contractor may within ninety days after receiving the notice of such decision, or within ninety days after the expiration of the first-named period of ninety days, as the case may be, require that the matter or matters in dispute be referred to arbitration as hereinafter provided. All disputes or differences in respect of which the decision, if any, of the Engineer has not become final and binding as aforesaid shall be finally settled by an Arbitrator to be agreed upon between the parties, or failing agreement to be nominated on the application of either party by the President for the time being of the Jamaica Institution of Engineers and any such reference shall deemed to be a submission of arbitration within the meaning of Arbitration Law of Jamaica or any statutory re-enactment or amendment thereof for the time being in force. The said arbitrator shall have full power to open up, revise and review any decision, opinion, direction, certificate or valuation of the Engineer. Neither party shall be limited in the proceedings before such arbitrator to the evidence or arguments put before the Engineer for the purpose of obtaining his said decision. No decision given by the Engineer in accordance with the foregoing provisions shall disqualify him from being called as a witness and giving evidence before the arbitrator on any matter whatsoever relevant to the dispute or difference referred to the arbitrator as aforesaid. The reference to arbitration may proceed notwithstanding that the Works shall not then be or be alleged to be complete, provided always that the obligations of the Employer, the Engineer and the Contractor shall not be altered by reason of the arbitration being conducted during the progress of the Works.. " In der - unbestrittenen - Übersetzung der Beschwerdeführerin: "Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten jeglicher Art zwischen dem Besteller und dem Unternehmer oder dem Ingenieur und dem Unternehmer, die sich aus oder in Zusammenhang mit dem Vertrag oder der Ausführung der Arbeiten (im Verlauf der Ausführung oder nach Abschluss) ergeben, ob vor oder nach Beendigung, Hinfälligkeit oder Verletzung des Vertrags, sind in erster Linie dem Ingenieur zur Beilegung vorzulegen. Dieser teilt innerhalb von 90 Tagen, nachdem ihm der Fall von einer der Parteien vorgelegt wurde, seine Entscheidung schriftlich dem Besteller und dem Unternehmer mit. Unter Vorbehalt des weiter unten vorgesehenen Schiedsverfahrens ist die Entscheidung in einem solchen Fall endgültig und für den Besteller und den Unternehmer verbindlich und von ihnen unverzüglich umzusetzen; der Unternehmer wird die Ausführung der Arbeiten mit aller gehörigen Sorgfalt fortsetzen, unabhängig davon, ob er oder der Besteller noch ein Schiedsverfahren gemäss den nachstehenden Bestimmungen will oder nicht. Wenn der Ingenieur seine Entscheidung dem Besteller und dem Unternehmer schriftlich bekanntgegeben hat und ihm weder der Besteller noch der Unternehmer innerhalb von 90 Tagen nach Empfang der Entscheidung mitgeteilt hat, dass er ein Schiedsgericht anrufen will, bleibt die Entscheidung für den Besteller und für den Unternehmer endgültig und verbindlich. Gibt der Ingenieur innerhalb der genannten Frist von 90 Tagen keine Entscheidung bekannt oder ist entweder der Besteller oder der Unternehmer mit der Entscheidung nicht zufrieden, dann kann entweder der Besteller oder der Unternehmer innerhalb von 90 Tagen nach Erhalt der Entscheidung oder innerhalb von 90 Tagen nach Ablauf der erstgenannten Frist von 90 Tagen verlangen, dass in der Streitsache ein Schiedsgericht gemäss den nachstehenden Bestimmungen angerufen wird. Jegliche Streitigkeit oder Meinungsverschiedenheit, zu der eine etwaige Entscheidung des Ingenieurs nicht endgültig und verbindlich geworden ist, wird von einem Schiedsrichter endgültig entschieden. Dieser wird entweder einvernehmlich von den Parteien ernannt oder, wenn sie sich nicht einigen können, auf Antrag einer der beiden Parteien vom amtierenden Präsidenten der Jamaica Institution of Engineers. Eine solche Verweisung gilt als Unterwerfung unter ein Schiedsverfahren im Sinne des jamaikanischen Gesetzes über die Schiedsgerichtsbarkeit in der gerade geltenden Fassung. Der Schiedsrichter hat uneingeschränkte Befugnis, eine Entscheidung, ein Gutachten, eine Stellungnahme oder eine Beurteilung des Ingenieurs neu aufzurollen und zu revidieren. In einem solchen Schiedsverfahren ist keine der Parteien auf die Beweismittel oder Argumente beschränkt, die sie dem Ingenieur im Hinblick auf dessen Entscheidung vorgebracht hat. Eine Entscheidung des Ingenieurs gemäss den vorstehenden Bestimmungen disqualifiziert ihn nicht als Zeugen, sondern er kann vor demSchiedsrichter über jegliche Sache aussagen, die für den Streitfall relevant ist. Die Einleitung des Schiedsverfahrens kann auch dann erfolgen, wenn die Arbeit noch nicht abgeschlossen ist oder nicht als abgeschlossen gilt, sofern sich an den Verpflichtungen des Bestellers, des Ingenieurs und des Unternehmers nichts ändert, wenn das Schiedsverfahren durchgeführt wird, solange die Arbeit noch im Gange ist.. " Art. 67 der Besonderen Vertragsbestimmungen (SC.) lautet wie folgt: "SC. 67 Settlement of Disputes - Arbitration The dispute resolution mechanism to be applied pursuant to Clause GC.67 of the General Conditions of Contract shall be as follows: a. In the case of dispute between the Employer and a Contractor which is a national of the Employer's country, the dispute shall be referred to adjudication/ arbitration in accordance with the Arbitration Laws of Jamaica; b. In the case of a dispute between the Employer and a Contractor which is not a national of the Employer's country, the dispute shall be settled by arbitration in accordance with the provisions of the UNCITRAL Arbitration Rules (United Nations Commission on International Trade Law).. " In der - unbestrittenen - Übersetzung der Beschwerdeführerin: "Für das Streitbeilegungsverfahren gemäss Artikel GC.67 der Allgemeinen Vertragsbedingungen gilt folgendes: a. Im Falle eines Streites zwischen dem Besteller und einem Unternehmer, der ein Staatsangehöriger des Landes des Bestellers ist, ist der Streit in einem Schiedsverfahren gemäss den gesetzlichen Bestimmungen von Jamaika über die Schiedsgerichtsbarkeit beizulegen. b. Im Falle eines Streites zwischen dem Besteller und einem Unternehmer, der nicht Staatsangehöriger des Landes des Bestellers ist, ist der Streit durch ein Schiedsverfah- ren gemäss den Bestimmungen der Schiedsordnung der UNCITRAL (Kommission der Vereinten Nationen für Inter- nationales Handelsrecht) beizulegen.. "