Citation: 6S.51/2003 01.04.2004 E. 8

Gefährdet der Täter infolge seines Geisteszustandes die öffentliche Sicherheit in schwerwiegender Weise, so wird vom Richter seine Verwahrung angeordnet, wenn diese Massnahme notwendig ist, um ihn von weiterer Gefährdung anderer abzuhalten (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Der Richter trifft seinen Entscheid aufgrund von Gutachten über den körperlichen und geistigen Zustand des Täters und über die Verwahrungs-, Behandlungs- und Pflegebedürftigkeit (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB sind gefährliche Täter, die keiner Behandlung zugänglich sind, zu verwahren. Die Verwahrung ist angesichts der Schwere des Eingriffs in die persönliche Freiheit ultima ratio und darf nicht angeordnet werden, wenn die bestehende Gefährlichkeit auf andere Weise behoben werden kann. Hält das Gericht aufgrund der Ausführungen des psychiatrischen Gutachtens ein Fortbestehen der Fremdgefährlichkeit trotz ärztlicher Behandlung in der Zukunft für möglich, darf es die Gefährlichkeit als Voraussetzung für die Anordnung einer bestimmten Massnahme bejahen (BGE 127 IV 1 E. 2a). Art. 43 StGB bezweckt nicht die Heilung als solche, sondern die Verhinderung von Straftaten und die Wiedereingliederung der Täter. Die ärztliche Behandlung ist indessen weit zu fassen. Im wohlverstandenen Interesse des Betroffenen sind auch bessernde Einwirkungen zulässig (BGE 127 IV 154 E. 3d; 124 IV 246 E. 3b; 123 IV 1 E. 4c).