Citation: 2C_738/2021 E. 3.3

3.3. § 165 Abs. 1 des Gesetzes des Kantons Thurgau vom 14. September 1992 über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG/TG; RB 640.1) sieht vor, dass das Einspracheverfahren in der Regel mündlich ist. Auf Antrag der steuerpflichtigen Person oder der Veranlagungsbehörde wird es schriftlich durchgeführt. In der vorliegenden Angelegenheit fällte die Steuerverwaltung am 24. Oktober 2019 einen ersten Einspracheentscheid. Diesen Entscheid zog sie in Wiedererwägung und führte nachträglich das in § 165 Abs. 1 StG/TG vorgesehene mündliche Einspracheverfahren durch. Die mündliche Verhandlung fand am 13. Februar 2020 statt. Gleichentags erliess die Steuerverwaltung einen neuen Einspracheentscheid, der sich im Ergebnis mit dem (ersten) Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2019 deckte (vgl. Bst. B hiervor). Soweit der (kantonale) Anspruch auf eine mündliche Einspracheverhandlung überhaupt vom (bundesverfassungsrechtlichen) Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erfasst würde, bestehen vorliegend jedenfalls keine Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin ihren Standpunkt nicht wirksam zur Geltung bringen konnte. Die Vorinstanz erwägt zutreffend, die Beschwerdeführerin habe sowohl anlässlich der Einspracheverhandlung vom 13. Februar 2020 als auch nachträglich im Verfahren vor der Steuerrekurskommission hinreichend Gelegenheit gehabt, sich zu äussern und ihren Standpunkt darzutun (vgl. E. 2.2 des angefochtenen Entscheids). Insofern kann dahingestellt bleiben, ob im Lichte von Art. 29 Abs. 2 BV eine Veranlassung bestand, einen Verfahrensmangel zu heilen. Die nachträgliche Durchführung der mündlichen Verhandlung und der in diesem Zusammenhang in Wiedererwägung gezogene Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2019 stehen jedenfalls mit dem Anspruch auf rechtliches Gehör nicht im Widerspruch. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass der (zweite) Einspracheentscheid vom 13. Februar 2020 im Ergebnis gleich lautete. Dass die Nachholung der mündlichen Einspracheverhandlung eine willkürliche Anwendung des kantonalen Rechts darstellen würde, bringt die Beschwerdeführerin überdies nicht in begründeter Weise vor (vgl. E.2 hiervor; Art. 106 Abs. 2 BGG).