Citation: 1C_531/2023 E. 3.2

3.2. Im genannten Bericht führte eine Beraterin des C.________ zusammengefasst aus, der Betrieb der D.________ GmbH, der in Buchrain erfolgreich Äpfel produziere, könne sich mit dem Safrananbau in Wengen weiterentwickeln. Für die langfristige strategische Planung könne dieser Betriebszweig von Bedeutung sein. Der Anbau von Safran erfordere zur Erreichung einer guten Qualität die Anwesenheit wie auch einen hohen Einsatz an Arbeitsstunden des Bewirtschaftenden. Aus Sicht der landwirtschaftlichen Beratung ergebe es (daher) Sinn, den Wohnraum im Gebäude Nr. 1237 auf der Parzelle Lauterbrunnen Gbbl. Nr. 1159 zu bewilligen. Aus diesen unbestimmten Angaben zum Safrananbau ergibt sich nicht, dass dieser im Sinne der bundesrechtlichen Rechtsprechung eine ständige Anwesenheit von Personen über längere Zeitperioden hin erfordert. Dies ist gemäss der zutreffenden Meinung der Vorinstanz auch dann nicht ersichtlich, wenn mit den Beschwerdeführenden angenommen wird, zur Ernte müssten die Blüten der Safran-Krokusse während wenigen Tagen jeweils frühmorgens von Hand gepflückt und daraus gleichentags die Safranfäden entfernt und getrocknet werden. Demnach könnte Wohnraum in der Landwirtschaftszone nur erforderlich sei, wenn die nächste Wohnzone weit entfernt und schwer erreichbar wäre. Dies ist zu verneinen, da die Beschwerdeführenden nicht darlegen, inwiefern die vorinstanzliche Feststellung, die Safranfelder könnten von den Wohnzonen in Wengen zu Fuss in 20 Minuten auch bei Dunkelheit ohne besonderen Gefahren erreicht werden, offensichtlich unzutreffend bzw. willkürlich sein soll (vgl. E. 1.3). Daran vermag nichts zu ändern, dass Wengen mit Privatfahrzeugen nicht erreicht werden kann, weil die Anbaufelder nach den Angaben der Beschwerdeführenden vom Bahnhof von Wengen zu Fuss in etwa 30 Minuten erreicht werden können. Dieser Weg ist für die Dauer der Ernte von wenigen Tagen auch dann objektiv zumutbar, wenn mit dem Pflücken der Safran-Krokusse frühmorgens begonnen werden muss. Dass der Weg zu den in Wengen gelegenen Anbaufeldern für in Buchrain wohnende Personen weit ist, hat keinen objektiven Zusammenhang mit der Safranproduktion, weil lange Anfahrtswege bis Wengen, z.B. mit einer Übertragung oder Verpachtung der Anbaufelder an in der Umgebung wohnende Personen, vermieden werden können (vgl. Urteil 1A.220/1999 vom 11. April 2000 E. 3d/aa). Da der Obstbau- und Rothirschzuchtbetrieb des Beschwerdeführers in Buchrain (LU) zum Safrananbau in Wengen eine grosse Distanz (Fahrstrecke von über 80 km) und keinen relevanten produktions- oder verarbeitungsmässigen Zusammenhang aufweist, kann der geltend gemachte, zeitlich beschränkte Wohnbedarf in der streitbetroffenen Alphütte - anders als beim vom Bundesgericht im Urteil 1C_647/2012 vom 3. September 2014 beurteilten Rebbaubetrieb - nicht damit gerechtfertigt werden, dass erst das ganzjährige Wohnen auf dem Betrieb die Verrichtung aller damit verbundenen Arbeiten in der Form eines Familienbetriebs ermöglicht. Unter diesen Umständen ging die Vorinstanz bundesrechtskonform davon aus, der in der streitbetroffenen Alphütte erstellte Wohnraum sei für den Safrananbau objektiv nicht erforderlich und daher in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform.