Citation: 4P.48/2005 20.09.2005 E. A

Im ersten Halbjahr 1998 erfuhr der tschechische Geschäftsmann B.________ davon, dass 337'400 Aktien (71% des Aktienkapitals im Nominalwert von CZK 337'400'000.--) der Gesellschaft C.________, deren Unternehmenszweck die Herstellung von Bier und Malz ist, durch Verkaufsauktion angeboten werden sollten. B.________ wollte diese Aktien durch D.________, eine von ihm indirekt beherrschte Gesellschaft erwerben. Dazu benötigte er finanzielle Mittel und bestimmte Kenntnisse im Gebiet der Bierbrauerei. Er besprach deshalb den Erwerb der Aktien im Mai 1998 mit dem ihm seit einigen Jahren bekannten E.________. Dieser war damals Generaldirektor und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Z.________, (Beschwerdegegnerin 2), einer alten und bekannten tschechischen Brauerei. E.________ empfahl B.________, F.________ in die Transaktion einzubeziehen, und zwar im Hinblick auf dessen Stellung und seinen Einfluss als stellvertretender Vorstandsvorsitzender in der G.________. Die G.________ war eine der grössten tschechischen, staatlich kontrollierten Banken. Im Juni 2000 wurde über diese mangels genügender Liquidität die Zwangsvollstreckung angeordnet. Schliesslich wurde sie von der Y.________ Banka, (Beschwerdegegnerin 1) übernommen, die als deren Rechtsnachfolgerin gilt. B.________ traf E.________ und F.________ im Juni 1998 und besprach mit ihnen den Erwerb der C.________-Aktien. B.________ ersuchte F.________, alles zu unternehmen, um eine Finanzierung des Akquisitionsvorhabens durch die G.________ herbeizuführen. E.________ sollte überdies seine Fachkompetenz einbringen. B.________ sollte nach aussen hin auftreten und verschiedene Kontakte sicherstellen. B.________, E.________ und F.________ hatten vor, sich am Projekt C.________ persönlich zu beteiligen und verabredeten, den zu erwartenden Gewinn zu dritteln. Am 22. Juli 1998 beantragte die D.________ bei der G.________ einen Kredit über CZK 450 Mio. mit einer Laufzeit von Juli 1998 bis November 2006 für den Erwerb der C.________-Aktien. Am 30. Juli 1998 stimmte der Vorstand der G.________ unter dem Vorsitz von F.________ der Ausstellung einer unverbindlichen Kreditzusage in der Höhe von CZK 420 Mio. an D.________ zu, wobei der Kreditvertrag standardgemäss erörtert werden sollte. Der Kaufvertrag über die C.________-Aktien wurde am 4./12. August 1998 zwischen D.________ und verschiedenen Verkäufern abgeschlossen, zu denen auch die G.________ selbst zählte und die sich unter gemeinsamem Vorgehen durch die G.________ als Beauftragte vertreten liessen. Um den Beteiligten ein diskretes Vorgehen zu ermöglichen, wurde der Tessiner Rechtsanwalt H.________ beauftragt, eine "Portage-Struktur" zu entwerfen, nach der die D.________ die C.________-Aktien für eine bereits bestehende Gesellschaft, die I.________ Ltd. mit Sitz in J.________, treuhänderisch halten sollte; der Erwerb der Aktien sollte im Namen der D.________, aber in Wirklichkeit mittels Zwischenstrukturen auf Rechnung von I.________ Ltd. erfolgen. Deren Aktionäre sollten B.________, E.________ und F.________ sein. Am 21. August 1998 unterzeichneten diese in der Tessiner Anwaltskanzlei von Rechtsanwalt H.________ einen im Rahmen der "I.________-Struktur" entworfenen Aktionärbindungsvertrag, dessen wesentlicher Gegenstand die Stellung der I.________ Ltd. und die Beziehungen zwischen ihren drei Aktionären, B.________, E.________ und F.________, bilden sollte und der die folgende Schiedsklausel enthält: "Alle Streitigkeiten, welche im Zusammenhang mit dem vorliegenden Vertrag entstehen könnten, werden unter Verzicht auf die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte ausschliesslich einem dreiköpfigen Schiedsgericht mit Sitz in Lugano (Schweiz) zur Beurteilung unterbreitet. Anwendbar ist die Luganer Schiedsgerichtsordnung der Handels-, Industrie- und Gewerbekammer des Kantons Tessin". Zum Zeitpunkt ihres Treffens in Lugano am 21. August 1998 waren sich B.________, E.________ und F.________ über den Inhalt ihrer mündlichen Vereinbarung einig. - Jeder der Herren hatte seine Rolle (Finanzielle Mittel, Fachkompetenz, Kontakte). D.________ hatte den Kaufvertrag betreffend den Kauf der C.________-Aktien unterschrieben, und der Kaufpreis war bis zum 30. September 1998 zu bezahlen. D.________ sollte die Aktien treuhänderisch für die I.________ Ltd. halten, hinter der die drei Aktionäre standen. Der Gewinn sollte gedrittelt werden. Der Vorstand der G.________ beschloss am 29. September 1998 die Gewährung eines kurzfristigen zweimonatigen Kredits zugunsten der D.________; ferner genehmigte er rückwirkend vier von der G.________ am 15. September 1998 zugunsten der anderen Verkäufer der Aktien ausgestellte Bankgarantien für die Zahlung des Kaufpreises der C.________-Aktien durch die D.________. Am 30. September 1998 wurde ein Kreditvertrag zwischen der G.________ und D.________ über CZK 421'750'000.-- für den Erwerb der C.________-Aktien abgeschlossen. Der Kredit wurde durch die Verpfändung der Aktien sowie den Abschluss eines Optionsvertrags gesichert. Am 5. Dezember 2000 trat B.________ der X.________ SA, (Beschwerdeführerin, Klägerin) alle Rechte gegen E.________, F.________, die Y.________ Banka und die Z.________ sowohl aus der mündlichen Vereinbarung als auch aus dem Aktionärbindungsvertrag ab.