Citation: 8C_737/2019 E. 5.1.1

5.1.1. Wie schon vor der Vorinstanz macht der Versicherte auch vor Bundesgericht geltend, auf das Gutachten vom 22. Januar 2018 könne schon deshalb nicht abgestellt werden, weil es - nachdem die Begutachtung bereits im Juni 2017 stattgefunden habe - erst im Januar 2018 erstellt worden sei. Damit habe die Gutachterstelle gegen die Vereinbarung zwischen dem BSV und den anerkannten MEDAS-Begutachtungsstellen verstossen, die eine Ablieferungsfrist von 110 Kalendertagen vorsehe. Ausserdem habe der Gesundheitszustand im Januar 2018 längst nicht mehr mit den Befunden im Juli 2017 übereingestimmt. Nicht eingehaltene Fristbestimmungen aus einer Vereinbarung zwischen dem BSV und den Begutachtungsstellen führen nicht schon für sich allein dazu, dass eine Expertise nicht mehr als beweiswertig zu betrachten wäre (vgl. Urteil 8C_549/2013 vom 4. Dezember 2013 E. 3.1.1). Solange sich der Gesundheitszustand zwischen Begutachtung und Ablieferung des Gutachtens nicht verändert hat, besteht allein wegen der Verzögerung kein Grund, den Beweiswert in Frage zu stellen. Der Beschwerdeführer vermag denn auch keine Gründe zu benennen, die eine gesundheitliche Verschlechterung in diesem Zeitraum untermauern könnten. Die pauschale Behauptung, der Gesundheitszustand würde sich seit mehreren Jahren stetig verschlechtern, konnte zudem von den medizinischen Fachpersonen insgesamt gerade nicht bestätigt werden. Die in der Beschwerde genannten Berichte der behandelnden Ärzte vermögen nichts anderes zu belegen, wie schon die Vorinstanz ausgeführt hat. Der rheumatologische Bericht vom 18. Juni 2018, auf den sich der Versicherte in diesem Zusammenhang beruft und im vorinstanzlichen Verfahren eingereicht haben will, befindet sich im Übrigen gar nicht bei den Akten und wird weder in seinem Beweismittelverzeichnis zur Beschwerde ans kantonale Gericht noch in jenem zur Replik genannt. Dass zwischen der Erteilung und der Erledigung eines Begutachtungsauftrags einige Zeit vergeht, ist sodann gerade bei polydisziplinären Expertisen, welche Teilgutachten verschiedener medizinischer Fachrichtungen und eine gesamthafte Würdigung erfassen, nicht unüblich. Daran ändert nichts, dass es sich im vorliegenden Fall um ein Verlaufsgutachten handelt. Der Beschwerdeführer scheint zu verkennen, dass sich die Fachpersonen auch bei einer zweiten oder dritten Begutachtung derselben Person jeweils wieder aufs Neue in die Krankengeschichte einarbeiten und die seitherige Entwicklung bis zum aktuellen Zustand gleichermassen gründlich abklären müssen. Jedenfalls kann aus der hier verstrichenen Zeit - mit der Vorinstanz - nicht gefolgert werden, auf die Expertise vom 22. Januar 2018 könne nicht abgestellt werden.