Citation: 1B_305/2015 E. 1

A.________ ist Privatklägerin in dem von der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich geführten Strafverfahren gegen zwei Polizeibeamte. Am 9. April 2014 ging beim Bezirksgericht Zürich die Anklage ein. Die auf den 26. November 2014 angesetzte Hauptverhandlung musste wegen Erkrankung der zuständigen Einzelrichterin auf den 23. Januar 2015 verschoben werden. Das Urteil wurde gleichentags mündlich eröffnet und begründet. Am 15. Mai 2015 erhob A.________ beim Obergericht des Kantons Zürich Rechtsverzögerungsbeschwerde, weil noch kein "erstinstanzliches begründetes Urteil" vorliege. Die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich schrieb das Verfahren mit Beschluss vom 27. Juli 2015 als gegenstandslos geworden erledigt ab. Die III. Strafkammer führte zur Begründung zusammenfassend aus, dass das ausführlich begründete Urteil Ende Mai ausgefertigt worden sei. Dadurch sei die Beschwerde gegenstandslos geworden. In einer Alternativbegründung erachtete die III. Strafkammer die Beschwerde als unbegründet. Vorliegend sei mit beinahe hundert Seiten ein sehr umfangreiches Urteil erstellt worden. Demgegenüber sei die 90-tägige Frist für die Zustellung des schriftlich begründeten Urteils nur geringfügig überschritten worden. Einer beschuldigten Person würde allein deswegen in einem Berufungsverfahren noch keine Strafmilderung zugebilligt, weshalb der Privatklägerin keine entsprechenden Entschädigungsansprüche zustünden. Die ohnehin nicht substanziierte Entschädigungsforderung sei überdies, weil erst in der Replik geltend gemacht, verspätet gestellt worden.