Citation: 2C_575/2018 E. 5.2.3

5.2.3. Aufgrund seiner langen Anwesenheit in der Schweiz sei zwar von einem grossen privaten Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz auszugehen. Die Beziehung zu seinem Familienmitgliedern, wobei er erst seit seiner Entlassung aus dem Strafvollzug wieder mit seiner ersten Ehefrau zusammenlebe, könne aber mittels Besuchen und modernen Kommunikationsmitteln gepflegt werden. Die wirtschaftliche Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz sei mangelhaft gewesen, denn der mittlerweile im Rentenalter stehende und eine AHV-Rente beziehende Beschwerdeführer habe die Betäubungsmitteldelikte im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit in einem Reisecarunternehmen begangen und sei ausserdem hoch verschuldet. Aufgrund seines Rentenalters erübrigten sich zudem Überlegungen zur Eingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt. Unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Integration bestehe kein Anlass, dem Beschwerdeführer ein erhöhtes privates Interesse zuzubilligen. Aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer erst im Alter von 29 Jahren von Deutschland in die Schweiz gezogen sei, mit den Gepflogenheiten in Deutschland vertraut sei und keine sprachliche Problematik bestehe, sei seine Rückkehr nach Deutschland ohne Weiteres zumutbar. Das äusserst grosse, öffentliche Interesse an einer Wegweisung des Beschwerdeführers überwiege vorliegend dessen entgegenstehendes, privates, grosses Interesse am Verbleib in der Schweiz, weshalb der Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht zu beanstanden bzw. verhältnismässig sei.