Citation: 9C_344/2020 E. 5.2

5.2. Gemäss den verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen war der Beschwerdeführer bereits im Zeitpunkt der Auftragsvergabe an die Gutachtensstelle rechtskundig vertreten. Trotzdem hat er den Vorwurf der rechtswidrigen Gutachterwahl im Administrativverfahren nicht - auch nicht informell (vgl. dazu auch Urteil 9C_174/2020 vom 2. November 2020 E. 6.2.2, zur Publikation vorgesehen) - geltend gemacht, sondern erstmals in der Beschwerde an das kantonale Gericht vorgebracht. Wie dieses zutreffend erwogen hat, ist diese Rüge damit verspätet erhoben worden. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb die Rechtsprechung, wonach verfahrensrechtliche Einwendungen so früh wie möglich, das heisst nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen sind (vgl. E. 4.3.2 hievor), für die Geltendmachung einer rechtsfehlerhaften Gutachterwahl nicht gelten sollte (vgl. auch Urteil 8C_635/2018 vom 21. Dezember 2018 E. 5.3). Verwirkt selbst der Anspruch auf Geltendmachung eines formellen Ausstandsgrundes bei verspäteter Rüge, so muss dies umso mehr auch in Fällen wie dem vorliegenden gelten, in denen lediglich eine - wenn auch rechtsprechungsgemäss unzulässige (vgl. E. 4.2 hievor) - einvernehmliche Benennung der Experten im Raum steht. Hier wie dort kann es nicht angehen, dass eine versicherte Person mit der Rüge des Mangels zuwartet, bis sie Kenntnis von der Beurteilung der Experten erhält und damit die Rüge vermutungsweise nur dann erhebt, wenn sie mit dieser nicht einverstanden ist.