Citation: 8C_207/2024 E. 7.2.3

7.2.3. 7.2.3.1. Das kantonale Gericht hat - wie bereits die IV-Stelle mit Verfügung vom 21. August 2023 - eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit 2017 anerkannt. Dabei stützte es sich auf das Gutachten der med. pract. E.________ vom 5. August 2019, die eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis Mai 2018 bestätigt hat. Aufgrund der Remission der vorübergehend mittelgradigen depressiven Episode konnte die Expertin jedoch ab mindestens Juni 2018 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit feststellen, da mit Blick auf die vom behandelnden Psychiater echtzeitlich geschilderten Befunde eine seit Juni 2018 weitgehend unauffällige Befundlage bestanden hatte. 7.2.3.2. Zur Zeit der Neuanmeldung im November 2017 bestand hingegen (unbestritten) eine veränderte Befundlage im Vergleich zu den Verhältnissen zur Zeit der Verfügung vom 24. Januar 2017. Der verschlechterte Gesundheitszustand führte zu einer vorübergehend 100%igen Arbeitsunfähigkeit. Da die Arbeitsfähigkeit jedoch ab Juni 2018 wieder hergestellt war und in der Zeit vom 11. Juni bis 10. Oktober 2018 und 11. Oktober bis 9. Dezember 2018 Belastbarkeits- und Aufbautrainings durchgeführt worden waren, konnten weder ein erneuter Rentenanspruch (vgl. BGE 148 V 397 E. 6.2.4 mit Hinweisen) noch weitergehende Ansprüche auf Eingliederungsmassnahmen entstehen. 7.2.3.3. Das zwecks Neuanmeldung zur Prüfung einer erheblichen Veränderung des Sachverhalts eingeholte Gutachten der med. pract. E.________ verlor seine Beweiskraft durch die nachfolgende Expertise des Dr. med. F.________ nicht. Es kann der Beschwerdeführerin namentlich insoweit nicht gefolgt werden, als sie bemängelt, Dr. med. F.________ hätte sich bei seiner Einschätzung nicht auf den Verlauf seit dem Gutachten der med. pract. E.________ beschränken dürfen. Denn nachdem die Beschwerdeführerin am 21. November 2019 und 23. Januar 2020, im Rahmen des Vorbescheidverfahrens, eine erneute Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend gemacht hatte, wurde eine Verlaufsbegutachtung veranlasst, die auf Initiative der Beschwerdeführerin hin unter stationären Bedingungen (und darum nicht bei med. pract. E.________) zu erfolgen hatte. Im angefochtenen Entscheid wird eingehend dargelegt, aus welchen Gründen auf die Beurteilung des Dr. med. F.________, wonach sich im Vergleich zum Gutachten der med. pract. E.________ aus dem Jahr 2019 keine wesentliche Veränderung des psychischen Zustandes ergeben habe, abgestellt werden kann. Die Beschwerdeführerin vermag nicht aufzuzeigen, inwiefern die Vorinstanz bei der Würdigung dieser Expertise offensichtlich unhaltbare Schlüsse gezogen haben soll (vgl. E. 1.2 hiervor). So lässt sich insbesondere kein Widerspruch feststellen, soweit in den vorinstanzlichen Erwägungen auf die Unverwertbarkeit der neuropsychologischen Testung durch Dr. phil. H.________ (der zufolge einer deutlichen Symptomausweitung mit aktiver Aggravation keine abschliessende Diagnose stellen konnte) verwiesen und dennoch, gestützt auf die Einschätzung des Dr. med. F.________ und des Dr. phil. H.________, eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht aufgrund einer leichten neuropsychologischen Störung als nachvollziehbar erachtet wird. Denn das kantonale Gericht führt in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf, dass Dr. med. F.________ und Dr. phil. H.________ auf die Ergebnisse einer früheren neuropsychologischen Untersuchung vom Oktober 2021 mit unauffälligen Werten der Validitätsindikatoren zurückgreifen konnten, um die Auswirkungen der Störung aus neuropsychologischer Sicht gleichwohl abschätzen zu können.