Citation: 6S.390/2006 08.11.2006 E. 2

2.1 Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und in welchem Umfang das eingereichte Rechtsmittel zulässig ist (BGE 129 IV 216 E. 1, mit Hinweis). 2.2 Im kantonalen Verfahren hat der Beschwerdeführer seine Zurechnungsfähigkeit nicht angezweifelt. In der Nichtigkeitsbeschwerde wird zum ersten Mal eine Begutachtung beantragt. Das hindert das Bundesgericht indessen nicht, auf die Beschwerde einzutreten, soweit sich die Rüge auf Tatsachen stützen kann, die im kantonalen Verfahren festgestellt wurden. Denn der Kassationshof wendet Bundesrecht von Amtes wegen an (BGE 102 IV 74 E. 1a). Das Vorbringen neuer Tatsachen hingegen ist im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde unzulässig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Soweit der Beschwerdeführer daher erstmals behauptet, er leide an Schizophrenie, ist er nicht zu hören. 2.3 Das Obergericht wirft in seiner Stellungnahme unter Verweis auf BGE 127 I 54 E. 2 d die Frage auf, ob die Rüge nicht Treu und Glauben widerspreche und damit unzulässig sei. Es erscheine sehr fraglich, wenn derselbe Beschuldigte sich einer Begutachtung zuerst widersetze und später eine solche verlange. Im erwähnten Entscheid prüfte das Bundesgericht auf staatsrechtliche Beschwerde hin, ob das Abstellen auf ein Aktengutachten ohne persönliche Untersuchung zulässig ist, und hat dies unter den gegebenen Umständen bejaht (BGE, a.a.O., E. 2 e-g). Im vorliegenden Verfahren ist demgegenüber zu beurteilen, ob es Art. 13 StGB verletzt, wenn die urteilenden Behörden auf die Erstattung eines psychiatrischen Gutachtens gänzlich verzichten. Allein der Umstand, dass der Beschwerdeführer sich der Untersuchung widersetzt hatte, lässt die Rüge nicht schon als unzulässig erscheinen. Auf die Beschwerde ist somit im dargelegten Umfang einzutreten.