Citation: 6B_1180/2015 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz verneint eine Verletzung des Anklageprinzips. Es treffe zwar zu, dass die Anklageschrift nicht explizit umschreibe, welche Verletzungen mit lebensgefährlichen Folgen der Beschwerdeführer mit seinem im Hauptanklagepunkt umschriebenen Verhalten in Kauf genommen habe. Die Anklageschrift sei aber nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck der Umgrenzung des Prozessgegenstandes und der Information der beschuldigten Person. Dem Beschwerdeführer werde im Eventualstandpunkt eine eventualvorsätzlich begangene versuchte schwere Körperverletzung vorgeworfen. Damit bleibe der Anklagevorwurf hinsichtlich des äusseren Sachverhalts gleich, entsprechend sei auch die entsprechende Umschreibung in der Anklageschrift identisch. Da beim Versuch nicht alle objektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt seien, genüge es, wenn in der Eventualanklage der Vorwurf hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes hinreichend umschrieben sei. Dies sei hier der Fall. Es sei völlig klar, was dem Beschwerdeführer im Eventualstandpunkt sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht vorgeworfen werde. Es gehöre zum Allgemeinwissen, dass Tritte gegen den Kopf unter Umständen zu lebensgefährlichen Verletzungen führen könnten. Zur Wahrung der Verteidigungsrechte sei es nicht nötig, die einer möglichen Lebensgefahr zugrunde liegenden medizinischen Vorgänge zu nennen, zumal sich der Erfolg bei einer versuchten Tatbegehung ja gerade nicht verwirkliche (angefochtenes Urteil S. 11 f.).