Citation: 1B_439/2022 E. 4.4.3

4.4.3. Kein ausstandsbegründender Verfahrensfehler stellt weiter die vom Beschwerdeführer monierte Redezeitbeschränkung dar. Es ist in erster Linie Sache der Verfahrensleitung, die ihrer Ansicht nach gebotenen zeitlichen Planungen und Dispositionen für die Berufungsverhandlung zu treffen (Art. 405 Abs. 1 i.V.m. Art. 331 Abs. 4 StPO). Dabei hat sie sowohl dem Anliegen eines zügigen Verhandlungsablaufes angemessen Rechnung zu tragen, als auch für ein für alle Parteien faires, gesetzeskonformes Verfahren zu sorgen (vgl. Art. 62 Abs. 1 StPO). Wie die Vorinstanz korrekt ausführt, hat die Privatklägerschaft somit keinen voraussetzungslosen Rechtsanspruch auf unbeschränkte Redezeit, sondern ist es der Verfahrensleitung erlaubt, diese zu beschränken, solange gewährleistet bleibt, dass die Privatklägerschaft in der angeordneten Redezeit zu allen relevanten Punkten Stellung beziehen kann (Urteil 6B_1273/2019 vom 11. März 2020 E. 3.3.3; vgl. auch Urteil 1B_164/2015 vom 5. August 2015 E. 4.2.2 f.). Der Beschwerdeführer setzt sich mit den Erwägungen der Vorinstanz nicht auseinander und zeigt namentlich nicht substanziiert auf, weshalb es ihm nicht möglich sein soll, sich innert der angeordneten Redezeit von zwei Stunden zu allen relevanten Fragen des Berufungsverfahrens zu äussern. Mit Blick auf die vorerwähnte Rechtsprechung hält es daher aufgrund der derzeit bekannten und zu berücksichtigenden Umstände vor Bundesrecht stand, wenn die Vorinstanz in der vom Beschwerdegegner angeordneten Redezeitbeschränkung keinen Ausstandsgrund erkannte.