Citation: 8C_427/2022 E. 5.3

5.3. Die Berichte des Kreisarztes med. pract. G.________ einerseits und des Dr. med. H.________, des Prof. Dr. med. I.________ sowie der Klinik D.________ andererseits unterscheiden sich namentlich in der Frage des Vorliegens einer organisch begründeten Ursache der allseits festgestellten starken Schmerzproblematik. Zudem divergieren sie bezüglich der attestierten Arbeitsfähigkeit, die der Kreisarzt unter gewissen Voraussetzungen als vollumfänglich gegeben erachtet, wohingegen Dr. med. H.________ die Möglichkeit einer 100%igen Arbeitstätigkeit unter Angabe von konkreten Gründen anzweifelt und die Eingliederungsfachleute der Klinik D.________ nach einer vierwöchigen beruflichen Grundabklärung den Einstieg in den Arbeitsmarkt als unrealistisch bezeichnen. Wenn das kantonale Gericht bei diesen gegensätzlichen medizinischen Beurteilungen der Unfallfolgen in somatischer Hinsicht und in Anbetracht der fundierten Einschätzung der Berufsfachleute bezüglich Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.3 hiervor) geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit sowie Schlüssigkeit der versicherungsinternen medizinischen Beurteilungen ausschloss und auf weitere Erhebungen verzichtete, verletzt dies Bundesrecht. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist für die Bejahung geringer Zweifel an einer versicherungsinternen Beurteilung, die weitere Abklärungen nötig machen, nämlich nicht erforderlich, dass mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein anderer Sachverhalt nachgewiesen ist.