Citation: 9C_43/2024 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz mass dem interdisziplinären Gutachten der medexperts AG vom 7. Juli 2022 Beweiskraft zu, da es die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen erfülle. Die Expertise beruhe auf einer umfassenden konsensweise erfolgten Beurteilung, in welche die Erkenntnisse aus den durchgeführten Konsilien (Neurologie, Psychiatrie, Orthopädie und allgemeine Innere Medizin) eingeflossen seien. Die jeweiligen Teilgutachten seien in Kenntnis der Vorakten erstellt worden und die gutachterlichen Feststellungen würden auf eigenen Untersuchungen beruhen. Die gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin hätten zudem als Grundlage der Anamnese gedient. Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung hätten sich die Gutachterpersonen zu den Standardindikatoren geäussert, insbesondere seien dies der Gesundheitsschaden, der soziale Kontext, die Diagnosen, die Behandlung und Eingliederung, die Konsistenz sowie die Arbeitsfähigkeit. Die Ausführungen und Einschätzungen der medizinischen Zusammenhänge aller Teilgutachten und der interdisziplinären Gesamtbeurteilung seien einleuchtend und die daraus gezogenen Schlüsse - insbesondere hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit - nachvollziehbar begründet. Gemäss Gutachten leide die Beschwerdeführerin an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) bzw. einer somatischen Belastungsstörung (DSM-5: 300.82), einer lumboradikulären Irritation L5 rechts, L5/S1 links und S1 rechts (ICD-10: M54.4) sowie einer Schwäche des rechten Hüftgelenks und einer Inaktivitätsmuskelatrophie des rechten Oberschenkels (ICD-10: S76.3). Demnach sei die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin zu 100 % arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit, nämlich einer solchen ohne Zeitdruck, mit der Möglichkeit individueller Pausengestaltung, in ablenkungsarmer Umgebung ohne häufigen Personen- oder Kundenkontakt, in der sie nicht auf häufige Ortswechsel angewiesen sei und körperlich nicht schwer belastet werde, sowie bei welcher der verminderten psychophysischen Belastbarkeit im Rahmen eines verständnisvolleren Umfelds Rechnung getragen werde, bestehe gemäss Gutachten eine Arbeitsunfähigkeit von 40 %. Gestützt darauf erachtete die Vorinstanz die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit bezogen auf ein Vollzeitpensum zu 60 % arbeitsfähig.