Citation: I 544/99 08.05.2000 E. 3

3.- a) Vorinstanz und Verwaltung haben für die Ein- schätzung der Restarbeitsfähigkeit auf das Gutachten der Rheumatologischen Klinik und Poliklinik des Spitals Y.________ vom 29. Mai 1997 sowie die Ergänzung vom 23. Juni 1997 abgestellt. Danach ist der Beschwerdeführer wegen eines chronischen Intervertebralgelenks-Überlastungs- syndroms in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit zu 50 % leistungsfähig. Dies mit der zusätzlichen Einschrän- kung, nicht übermässigen Körperrotationsbewegungen ausge- setzt zu sein und sich nicht wiederholt bücken zu müssen. Der Versicherte macht unter Berufung auf die von ihm letzt- instanzlich eingereichten Berichte geltend, er leide nicht nur an Rückenbeschwerden, sondern darüber hinaus am linken Arm an neurologischen Ausfällen bzw. auch dort an einem chronischen Schmerzsyndrom. Zudem lägen Anzeichen für eine Schmerzverarbeitungsstörung vor, was ihn in der Leistungs- fähigkeit zusätzlich beeinträchtige. b) Von den vom Beschwerdeführer nachgereichten Berich- ten, welche allesamt an den Hausarzt Dr. B.________ adres- siert sind, hatten - soweit aktenmässig feststellbar - we- der Verwaltung noch Vorinstanz Kenntnis. Sodann fällt auf, dass die IV-Stelle auf das Einholen eines Berichtes des Hausarztes verzichtet hat, obwohl der Versicherte bereits in der IV-Anmeldung vom 28. Februar 1997 ausgeführt hatte, seit 1992 wegen Rückenbeschwerden sowie Schmerzen auf der linken Seite des ganzen Körpers bei Dr. B.________ in Be- handlung zu stehen. Ebenso hätte es an der Verwaltung ge- legen, spätestens nachdem die Arbeitgeberin in ihrer Stel- lungnahme vom 3. April 1997 im Zusammenhang mit der Rest- arbeitsfähigkeit von "Spätunfallfolgen" sprach, die ge- samten Akten des Unfallversicherers (vorliegend der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt [SUVA]; vgl. Verteiler der letztinstanzlich eingereichten Berichte des Dr. N.________, Oberarzt der Handchirurgischen Abteilung des Spitals Z.________, vom 21. April 1992, der Dres. M.________ und I.________, ebenfalls der Handchirurgischen Abteilung zugehörig, vom 3. Februar 1994, sowie des Dr. U.________, Spezialarzt für Handchirurgie, vom 2. Juni 1997) beizuziehen, was sie ebenfalls unterlassen hat. Hiefür wäre sie schon allein zur Vermeidung einer unter- schiedlichen Einschätzung der auf den Unfall zurückzufüh- renden Arbeitsunfähigkeit verpflichtet gewesen (BGE 119 V 470 Erw. 2b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 1998 S. 170 Erw. 2 und Erw. 4a; RKUV 1995 Nr. U 220 S. 108 Erw. 2c). Statt- dessen beschränkte sich die IV-Stelle darauf, den Ver- sicherten der Rheumatologischen Klinik und Poliklinik mit dem Hinweis, es seien keine medizinischen Vorakten vor- handen, zur Begutachtung zuzuweisen. Diese wiederum hat gemäss eigenen Ausführungen neben dem hausinternen radio- logischen Dossier vom 21. Mai 1997 und den von der IV- Stelle zur Verfügung gestellten Dokumenten keine zusätz- lichen Akten beigezogen. Weiter fokussierte sich die Ex- pertise auf die Beschwerden im Bereich des Rückens (vgl. Anamnese, insbesondere die Krankengeschichte). c) Umgekehrt zeigen die vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten Akten auf, dass er seit einem Unfall im Jahre 1990 mit anschliessender Zeigfingeramputation an der adominanten linken Hand über Schmerzen im linken Arm klagte, für welche zunächst Dr. N.________ (Bericht vom 21. April 1992) und später auch die Dres. M.________ und I.________ (am 3. Feb- ruar 1994) keine pathologische Erklärung fanden, während- dessen die Dres. L.________ und K.________ des Spitals Y.________ anlässlich einer neurologisch-neurochirurgischen Untersuchung vom 22. Januar 1996 erklärten, es bestünden seit Jahren unverändert neurologische Ausfälle im linken Arm. Gleichzeitig wiesen sie auf einen leichten Muskel- schwund der linken Armmuskulatur hin, was zumindest auf eine (dauernde) Schonhaltung und damit Schmerzen im linken Arm hindeutet. Wie die Dres. L.________ und K.________ zur Diagnose neurologischer Ausfälle kommen, erhellen die vor- liegenden Akten indessen nicht. Ebenso wenig besteht Ge- wissheit darüber, wie weit die operativ erfolgte Neurom- verlagerung durch Dr. U.________, im März 1997 sich auf die allenfalls bis dahin vorhandenen neurologischen Ausfälle ausgewirkt hat. Endlich weist Dr. U.________ im einem Schreiben vom 2. Juni 1997 auf die von ihm offenbar als schwierig eingestufte psycho-soziale Lage des Versicherten hin. Ob letztlich das geltend gemachte Leiden am linken Arm (Neurologische Ausfälle, Schmerzsyndrom) zum massgebenden Verfügungszeitpunkt (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) (noch) vorhanden war und bejahendenfalls wie sich dies auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirkte, lässt sich anhand der unvollständigen Akten nicht abschliessend beur- teilen. Gesagtes gilt auch für die geltend gemachten psy- chischen Beschwerden, welche zudem einen Krankheitswert aufweisen müssten (BGE 102 V 165; AHI 1996 S. 302 Erw. 2a, S. 305 Erw. 1a, S. 308 Erw. 2a; ZAK 1992 S. 170 Erw. 2a mit Hinweisen). d) Zusammenfassend lassen die vorhandenen Unterlagen keine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustandes des Versicherten und der daraus resultierenden Erwerbsunfähig- keit zum Verfügungszeitpunkt (16. März 1998) zu. Es bedarf einer umfassenden Klärung der (medizinischen) Krankenge- schichte. Hiefür sind insbesondere ein Bericht des Dr. B.________, gegebenenfalls auch seine medizinischen Unter- lagen, sowie die Akten der SUVA einzuholen. Erst die ge- samten medizinischen Dokumente werden zeigen, ob eine ab- schliessende Beurteilung des multiplen Beschwerdebildes und die daraus abzuleitende Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit ohne weitere medizinische Abklärungen möglich sind oder aber die Einholung einer in Kenntnis sämtlicher Arztberich- te abzugebenden Expertise erforderlich ist. Dabei wird die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen ist, darauf bedacht sein, die Einschätzung der auf den Unfall zurückzu- führenden Einschränkung der Leistungsfähigkeit mit der SUVA zu koordinieren.