Citation: 5A_1038/2020 E. 5.1.2

5.1.2. In tatsächlicher Hinsicht konstatiert die Vorinstanz, dass der Erblasser und der Beschwerdeführer durch eine lange Freundschaft verbunden gewesen seien, die über eine reine Geschäftsbeziehung hinausgegangen sei. Unbestrittenermassen hätten auch die Familien der beiden regelmässigen freundschaftlichen Kontakt gehabt. Der Erblasser habe den Beschwerdeführer in verschiedenen Trusts als Trustee eingesetzt, darunter in den am 17. April 1995 nach dem Recht der Cayman Islands errichteten YY und ZZ Trusts. Deren alleiniger Zweck habe darin bestanden, Wertpapiere zu halten, die der Erblasser von TT.________ zu einem Preis von USD 1,075 Mio. erworben hatte. Nachdem der Erblasser erkannt hatte, dass er von TT.________ betrogen worden war, wurde der Beschwerdeführer in seiner Funktion als Trustee angewiesen, TT.________ mit Unterstützung der US-amerikanischen Anwaltskanzlei T.________ zur Rechenschaft zu ziehen und die investierten Gelder wieder einzutreiben. Im Zuge dieser Bemühungen, die sich über mehr als zehn Jahre erstreckten, hätten der Erblasser und der Beschwerdeführer am 21. April 1998 eine beidseits unterzeichnete schriftliche Vereinbarung geschlossen, wonach der Beschwerdeführer Anspruch auf 20 % des in dieser Angelegenheit eingetriebenen Betrages haben sollte. Laut dieser Vereinbarung beliefen sich die Investitionen des Erblassers im damaligen Zeitpunkt auf USD 1,5 Mio. (inkl. Auslagen und Zinsen). Weiter stellt die Vorinstanz als unstreitig fest, dass zwischen September 1998 und März 2002 insgesamt sieben Zahlungen des Erblassers an den Beschwerdeführer im Betrag von rund USD 350'000.-- erfolgten. Unstreitig sei weiter, dass der Erblasser die letzte Teilzahlung von USD 35'000.-- in einem Zeitpunkt leistete, als er den Beschwerdeführer bereits in sein Testament aufgenommen hatte. Schliesslich sei auch unstreitig, dass im Fall TT effektiv USD 1,044 Mio. eingetrieben und bis ins Jahr 2007 auf das Klientengeldkonto der Anwaltskanzlei T.________ überwiesen wurden und dass sich der Beschwerdeführer in den Jahren 2006 und 2007 20 % dieses Betrags, nämlich USD 208'722.47, aus dem besagten Klientengeldkonto auszahlen liess. Die kantonalen Instanzen gehen gestützt auf die Vereinbarung vom 21. April 1998 davon aus, dass der Beschwerdeführer bereits durch Zahlungen in den Jahren 1998 bis 2002 entschädigt worden sei und sich unter Berücksichtigung der Bezüge in den Jahren 2006 und 2007 somit zu viel habe auszahlen lassen. Indem er sich im Nachgang zur Errichtung des Testaments abredewidrig bzw. ohne rechtliche Grundlage sowie ohne Kenntnis des Erblassers und Settlors bzw. des Handlungsbevollmächtigten USD 208'722.47 überweisen liess, habe der Beschwerdeführer in objektiver Hinsicht einen Umstand im Sinne von § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG gesetzt. Angesichts dieses Vertrauensbruchs steht für die Vorinstanz im Sinne von § 57 Abs. 2 Satz 2 NEG unzweifelhaft fest, dass eine Aufrechterhaltung der testamentarischen Begünstigung des Beschwerdeführers nicht dem hypothetischen Willen des Erblassers entspricht, dieser die Erbeinsetzung des Beschwerdeführers mithin widerrufen hätte, wenn er von dessen Vertrauensbruch erfahren hätte. Entsprechend weist das Kantonsgericht die Berufung ab und bestätigt den erstinstanzlichen Entscheid (s. Sachverhalt Bst. B.d).