Citation: 6S.96/2003 04.08.2003 E. A

Die Z.________ AG war eine im Handelsregister eingetragene Aktiengesellschaft mit Sitz in Bern. Ihr Aktienkapital betrug Fr. 100'000.--, eingeteilt in 100 Namenaktien im Nominalwert von je Fr. 1'000.--. Die beiden Aktienzertifikate vom 20. Februar 1991 lauteten auf X.________. Mitte der Neunzigerjahre - der Aktienabtretungsvertrag datiert vom 27. Januar 1994, ist aber offensichtlich rückdatiert worden - erwarb M. R.________ sämtliche Aktien der Gesellschaft von X.________. Dieser blieb bis zum 10. Oktober 1998 einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat und Geschäftsführer der Z.________ AG. Am 10. Februar 1994 kaufte die Z.________ AG zwei Liegenschaften in den Gemeinden B.________ und D.________ im Kanton Bern. Diese bildeten den wirtschaftlichen Hauptwert der Gesellschaft. Das Wohnhaus in B.________ war mit neun Schuldbriefen belastet. Drei Schuldbriefe über je Fr. 100'000.-- im 7. bis 9. Rang wurden der Z.________ AG beim Liegenschaftserwerb unbeschwert herausgegeben, da die darin verbrieften Forderungen vollständig bezahlt waren. Die Firma S.________ AG, deren Geschäftsführer X.________ war, verwaltete die beiden Liegenschaften der Z.________ AG bis zum 31. Oktober 1998. Am 25. September 1995 vereinbarten J. R.________, Sohn der Alleinaktionärin der Z.________ AG, und X.________, dass die drei Schuldbriefe der Z.________ AG als Absicherung eines von X.________ an J. R.________ gewährten Darlehens dienen sollten. In der schriftlichen Vereinbarung wurde festgehalten, dass J. R.________ das Darlehen vor dem 31. Dezember 1997 zurückzuzahlen habe, andernfalls eine Verwertung der drei Schuldbriefe ab 1. Januar 1998 in Frage komme. Die Schuldbriefe befanden sich aufgrund X.________'s Funktion als Verwaltungsrat bzw. Treuhänder der Z.________ AG bereits in seinem Besitz; eine Urkundenübertragung fand deshalb nicht statt. Am 15. Januar 1996 übergab X.________ der C.________ SA in Genf (nachfolgend "C.________ SA") die drei Schuldbriefe zur Sicherstellung eines an ihn gewährten Darlehens in der Höhe von Fr. 200'000.--. Am 31. Juli 1998 liess er sie an die C.________ SA zedieren. Am 3. August 1998 wurde die C.________ SA als Grundpfandgläubigerin im Grundbuch eingetragen. Die Z.________ AG reichte am 5. Februar 1999 Strafanzeige gegen X.________ wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsführung ein. X.________ machte im Zuge der Strafuntersuchung im Wesentlichen geltend, der wirtschaftliche Eigentümer der Z.________ AG sei J. R.________. Dieser habe sich in der Vereinbarung vom 25. September 1995 dazu bereit erklärt, ihm die drei Schuldbriefe zur Darlehensabsicherung zu übergeben. Gestützt darauf habe er - X.________ - angenommen, über die drei Schuldbriefe verfügen zu können. Zu einer rechtsgültigen Verpfändung der Schuldbriefe sei es erst im Jahre 1998 gekommen. Er habe sich somit rechtmässig verhalten. In subjektiver Hinsicht habe er ohne Vorsatz gehandelt; er habe sich weder bereichern noch jemandem schaden wollen.