Citation: 2C_1155/2014 E. 3.2.6

3.2.6. Die Abgrenzung von Kapitalertrag und Kapitalgewinn ist im Regelfall anhand des Substanzverzehrskriteriums vorzunehmen (LOCHER, DBG I, N. 73 ff. zu Art. 16 DBG; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a. a. O., N. 1 ff. zu Art. 16 DBG). Unerlässliche Voraussetzung des steuerfreien Kapitalgewinns ist das Vorliegen einer Gesamt- oder Teilveräusserung von dinglichen oder obligatorischen Rechten. Diese verlassen das Eigentum der veräussernden Person und schmälern vorübergehend, bis zum Eintreffen der Gegenleistung, die Substanz (BGE 139 II 363 E. 2.2 S. 365). Im Umfang, in welchem Vermögenszugang und Vermögensabgang sich die Waage halten, bleibt ein Reinvermögenszugang aus. Der reine Aktiventausch vermag keine Einkommens- oder Grundstückgewinnsteuerfolgen auszulösen (PETER LOCHER, Abgrenzung von Kapitalgewinn und Kapitalertrag im Bundessteuerrecht, in: recht 8/1990 S. 109 ff., insb. 110). Soweit der Vermögenszugang den Vermögensabgang betragsmässig übersteigt, besteht ein Gewinn. Im Bereich des Geschäftsvermögens sind Gewinne durchwegs steuerbar (Art. 8 Abs. 1 Satz 1 StHG bzw. Art. 18 Abs. 2 DBG). Im Bereich land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke greift indes die Grundstückgewinnsteuer (vorne E. 3.2.5).