Citation: I 311/05 30.03.2006 E. 3

Die Sache ist deshalb an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie die notwendigen Abklärungen vornehme und hernach über den Umschulungsanspruch erneut verfüge. Bei der Prüfung der Frage, ob die vom Versicherten auf eigene Kosten begonnene Umschulung zum technischen Kaufmann oder allenfalls eine Umschulung auf einen anderen Beruf das Kriterium der annähernden Gleichwertigkeit erfüllt, wird sie dem Umstand Rechnung zu tragen haben, dass der erlernte Beruf auch nach einer allfälligen Aufgabe Bestandteil der Ausbildung bleibt, über welche die versicherte Person sich ausweisen kann. Er ist daher als qualitatives Merkmal zumindest in den prognostischen Vergleich mit der beruflichen Situation nach durchgeführter Eingliederungsmassnahme miteinzubeziehen (Urteil G. vom 13. Mai 2005, I 144/05, Erw. 2.2.1). Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit ist in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versicherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Dabei geht es jedoch nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen - gleichsam im Sinne einer Momentaufnahme - ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose unter Berücksichtigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mitzuberücksichtigen (BGE 124 V 111 Erw. 3b mit Hinweisen). Vorliegend fehlen in den Akten aussagekräftige Erhebungen über die Lohnentwicklung sowohl bei einem gelernten Velo- und Motorfahrradmechaniker mit Zusatzerfahrung in anderen erwerblichen Bereichen als auch im Beruf des technischen Kaufmannes. Bezüglich ersterer Beschäftigung kann jedenfalls nicht allein auf die vom kantonalen Gericht eingeholten mündlichen Aussagen des ehemaligen Lehrmeisters des Versicherten abgestellt werden. Auch diesbezüglich besteht Abklärungsbedarf.