Citation: 4A_426/2022 E. B

Am 1. Oktober 2020 machte der Kläger am Handelsgericht des Kantons Zürich eine Klage gegen die B.________ Versicherungs-Gesellschaft AG und die B.________ Lebensversicherungs-Gesellschaft AG (Beklagte, Beschwerdegegnerinnen) anhängig. Er führte dazu aus, die Beklagten würden im Agenturvertrag einheitlich als "B.________" bezeichnet und auch während der Vertragsdauer sei nie eine Aufteilung der Entschädigungen der beiden Beklagten vorgenommen worden. Die Beklagten seien daher solidarisch zu verpflichten, ihm eine Kundschaftsentschädigung nach Art. 418u OR in der Höhe einer durchschnittlichen Jahresentschädigung von Fr. 580'789.-- zuzüglich Zins zu bezahlen. Die Beklagten bestritten den Bestand eines solchen Anspruchs, nicht aber die Solidarschuldnerschaft. Das Handelsgericht wies mit Urteil vom 23. August 2022 die Klage ab. Es kam zum Schluss, der Kläger habe zwar sein Kundenportfolio während seiner Tätigkeit als Generalagent massgebend ausgeweitet, die relevante jährliche Zuwachsrate erfülle jedoch die Anforderungen an die Wesentlichkeit im Sinne von Art. 418u Abs. 1 OR nicht. Entsprechend sei die Voraussetzung der wesentlichen Erweiterung des Kundenkreises nicht erfüllt und der Kläger habe bereits aus diesem Grund keinen Anspruch auf eine Kundschaftsentschädigung. Ausserdem wäre die Ausrichtung einer Kundschaftsentschädigung unbillig, insbesondere aufgrund der langjährigen hohen Entschädigung des Klägers. Die Leistungen der Beklagten an den Kläger seien angemessen gewesen und es bestehe kein Ungleichgewicht zwischen den Vertragsparteien, welches mittels einer Kundschaftsentschädigung ausgeglichen werden müsse.