Citation: 6B_502/2024 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz verzichtet deshalb auf eine Interessenabwägung, prüft jedoch das Vorliegen von Vollzugshindernissen. Diesbezüglich hält sie fest, es lasse sich nicht schlüssig voraussagen, wie die Situation sich bis zur Haftentlassung entwickeln werde, und verweist betreffend die Lage in Syrien auf das Urteil 6B_33/2022 vom 9. Dezember 2022 (E. 3.2.8), in dem darauf abgestellt wird, dass sich das Staatssekretariat für Migration (SEM) im Austausch mit den syrischen Behörden befinde, um die Modalitäten einer zwangsweisen Rückschaffung festzulegen. Die Vorinstanz erwägt, dass mangels Flüchtlingseigenschaft das entsprechende non-refoulement Gebot nach Art. 66 Abs. 1 lit. a StGB nicht zum Tragen komme. Weiter zeige der Beschwerdeführer kein überzeugendes tatsächliches Risiko ("risque réel") auf, dass ihm persönlich im Falle einer Rückkehr nach Syrien Folter oder unmenschliche Behandlung drohe, und somit komme auch das menschenrechtliche non-refoulement Gebot nach Art. 3 EMRK (vgl. Art. 66 Abs. 1 lit. b StGB) nicht zum Tragen.