Citation: 2C_631/2014 E. 3.2

3.2. Neben der Dauer des Aufenthalts und dem Alter bei der Einreise ist bei der Interessenabwägung aber auch der bisherige, nach dem nationalen Recht mehr oder weniger gefestigte Aufenthaltsstatus von Bedeutung (Urteile 2C_387/2014 vom 3. März 2015 E. 3.2.2; 2C_573/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 3.3; beide mit Hinweis auf das Urteil des EGMR Jeunesse gegen Niederlande vom 3. Oktober 2014 [Nr. 12738/10] § 108). Bei der Verhältnismässigkeitsprüfung der Beendigung eines gefestigten Aufenthaltsstatus zu berücksichtigende Kriterien sind namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile (BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381 f.; vgl. auch das Urteil des EGMR i.S. Trabelsi gegen Deutschland vom 13. Oktober 2011 [Nr. 41548/06], Ziff. 53 ff.). Praxisgemäss überwiegt bei Betäubungsmitteldelikten ohne Konsum das öffentliche Interesse am Widerruf einer Niederlassungsbewilligung, wenn keine besonderen persönlichen oder familiären Bindungen im Aufenthaltsstaat bestehen; ist die niederlassungsberechtigte Person ledig und kinderlos, setzt sich tendenziell das öffentliche Fernhalteinteresse durch, wenn das Strafmass drei Jahre Freiheitsstrafe erreicht oder weitere erhebliche Delikte dazu kommen. Massgeblich bleiben stets die Umstände des Einzelfalles (BGE 139 I 31 E. 2.3.3 S. 35).