Citation: 8C_780/2023 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin macht unter Verweis auf die oben zitierte Rechtsprechung zu Recht geltend, dass erst mit dem Scheidungsurteil eine endgültige Entflechtung der finanziellen Situation der Ehepartner stattfindet (zuletzt bestätigt im Urteil 8C_105/2024 vom 30. April 2024 E. 4.3). Ein Missbrauchsrisiko lässt sich selbst dann nicht ausschliessen, wenn von einem klaren Scheidungswillen auszugehen ist (BGE 142 V 263 E. 5.2.1 f.; Urteil 8C_574/2017 vom 4. September 2018 E. 5.2). Ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bei andauernder Ehe kann deshalb nicht einmal dann entstehen, wenn der Scheidungswille von schon lange getrennt lebenden Ehepartner als unerschütterlich feststehend erscheint. Im Urteil 8C_574/2017 vom 4. September 2018, dem ein vergleichbarer Sachverhalt zu Grunde lag wie er hier zur Beurteilung steht, hielt das Bundesgericht unter Verweis auf BGE 123 V 234 fest, bereits die hypothetische Möglichkeit einer Wiederanstellung im Unternehmen rechtfertige den Ausschluss vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (E. 5.1 des zitierten Urteils). Die Vorinstanz hatte in jenem Fall argumentiert, aufgrund der aussergewöhnlichen Umstände könne jegliches Missbrauchsrisiko ausgeschlossen werden, zumal die Beschwerdegegnerin aufgrund der gegen sie verübten häuslichen Gewalt nicht die Wiederanstellung im Unternehmen ihres Ehegatten zu erreichen versuche. Ausserdem sei aufgrund der getroffenen Massnahmen (Wegzug der Beschwerdegegnerin, Scheidungsbegehren, Entfernungsmassnahme) eine Versöhnung äusserst unwahrscheinlich. Das Bundesgericht erteilte dieser Einzelfallbeurteilung eine Absage und erinnerte unter Verweis auf BGE 142 V 263 daran, dass der Ausschluss vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung absolut zu verstehen sei (zuletzt bestätigt im Urteil 8C_105/2024 vom 30. April 2024 E. 4.2). Nichts anderes kann in der vorliegenden Konstellation gelten.