Citation: 2C_967/2021 E. 6.2

6.2. Der Beschwerdeführer macht hingegen geltend, dass bei ihm zum heutigen Zeitpunkt - und erst recht, wenn erstmals eine bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug in Frage komme - keine Rückfallgefahr bestehe. Er bereue seine Tat und das dieser zugrunde liegende Beziehungsdrama bestehe heute nicht mehr. Die Vorinstanz führte aus, auch wenn es sich um eine spezielle Familienkonstellation handle, könne eine Rückfallgefahr nicht ausgeschlossen werden, zumal der Beschwerdeführer letztlich kaltblütig und berechnend getötet habe. Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung sei die Rückfallgefahr ebenfalls eher bejaht worden. Weiter sei der Beschwerdeführer bereits vor der Tat wegen versuchter Drohung mittels Strafbefehl verurteilt worden. Auch dieser Umstand lasse darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer nicht nur gegenüber nahestehenden Angehörigen, sondern auch gegenüber Dritten zu Gewalt und Drohung neige. Angesichts des Umstandes, dass seine verwerfliche Tat von eigenen Wert- und Moralvorstellungen (Ehrenmord) geprägt worden sei, könne nicht ausgeschlossen werden, dass durch die verletzte Familienehre weitere Taten ausgelöst werden könnten. Im Weiteren sei davon auszugehen, dass sich die Einstellung des Beschwerdeführers in dieser Hinsicht bis zur Haftentlassung nicht verändern werde. Unter den gegebenen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz ein Rückfallrisiko bejaht hat, auch wenn es noch einige Zeit dauert, bis sich der Beschwerdeführer wieder in der Freiheit zu bewähren hat. Es gibt Delikte, die allein aufgrund ihrer Schwere und durch die Art und Weise ihrer Begehung eine spätere Rückfallgefahr - auch für weniger schwere Straftaten - möglich erscheinen lassen. Mord als schwerste Straftat gegen Leib und Leben gehört zum Kreis dieser Delikte (vgl. Urteil 2C_432/2020 vom 26. August 2020 E. 4.2.3). Angesichts der Schwere der Straftat muss vorliegend selbst ein geringes Restrisiko weiterer Delinquenz nicht hingenommen werden (vgl. E. 4.3).