Citation: 1C_160/2020 E. 5.2

5.2. Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass das Führen eines ungenügend aufgetankten Motorfahrzeugs unter den Tatbestand des Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs gemäss Art. 29 SVG i.V.m. Art. 57 VRV fällt (vgl. Urteil 6B_1099/2009 vom 16. Februar 2010 E. 3). Ein Personenwagen, der aus Treibstoffmangel auf der Überholspur der Autobahn zum Erliegen kommt, stellt ein Hindernis für herannahende Motorfahrzeuge dar, das nur mit einem Wechsel der Fahrspur umfahren werden kann. Vorliegend trat der Stillstand des betroffenen Personenwagens wegen Treibstoffmangels im Bereich einer Baustelle ein, dort herrschte ein Stau wegen eines Drittfahrzeugs und der Beschwerdeführer stellte ein Pannendreieck auf. Er behauptet auch, die Warnblinker aktiviert zu haben. Auf Letzteres kommt es nicht entscheidend an. Trotz der behelfsmässigen Sicherung wurde das Risiko einer Auffahrkollision mit zunehmendem Zeitablauf verstärkt, weil stets mit einer Auflösung des Staus gerechnet werden musste und die Fahrzeuge in der Folge wieder mit relativ hohen Geschwindigkeiten unterwegs gewesen wären. Der Beschwerdeführer entfernte sich zu Fuss bis ca. 1,9 km vom stillstehenden Personenwagen und liess diesen unbeaufsichtigt zurück. Bei dieser Entfernung wäre er offensichtlich nicht in der Lage gewesen, innert nützlicher Frist zum Fahrzeug zurückzukehren, wenn sich der Stau aufgelöst hätte, auch wenn er Treibstoff hätte finden können. Dann kehrte er wieder um, ohne die Polizei oder allenfalls den Pannendienst in Anspruch genommen zu haben (vgl. oben E. 3.4). Da der Beschwerdeführer eine Verständigung der Sicherheitsorgane während der entsprechend langen Zeitdauer unterliess, durfte die Vorinstanz von der Schaffung einer erhöhten abstrakten Gefahr für die Verkehrssicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer im Hinblick auf das Führen eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs und das unbeaufsichtigte Stehenlassen dieses Fahrzeugs auf der Autobahn ausgehen. Damit lag jedenfalls die Möglichkeit einer konkreten Gefahr von Auffahrkollisionen mit erheblichen Folgen für die Beteiligten nahe.