Citation: 5A_61/2022 E. 2

Beim ersten Versand hat der Beschwerdeführer das mit Gerichtsurkunde verschickte Urteil des Obergerichts auf der Post nicht abgeholt. Das Obergericht hat ihm das Urteil danach erneut zugestellt, in einer Ergänzung auf der ersten Seite aber festgehalten, dass der Entscheid als am 9. Dezember 2021 zugestellt gelte und die erneute Zustellung lediglich zur Kenntnisnahme erfolge. Gemäss dem Track & Trace-Auszug der Schweizerischen Post ist die Sendung dem Beschwerdeführer beim ersten Versand am 1. Dezember 2021 zur Abholung gemeldet worden. Aus den Akten ergibt sich, dass die Post die Abholfrist bis zum 9. Dezember 2021 angesetzt hat. Der Beschwerdeführer musste mit der Zustellung des Urteils rechnen, weshalb das Urteil als am siebten Tag nach dem (ersten) erfolglosen Zustellversuch als zugestellt gilt (Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO). Basierend auf dem Track & Trace-Auszug gilt somit der 8. Dezember 2021 als Zustelldatum und nicht - wie vom Obergericht angegeben - der 9. Dezember 2021. Dass es sich beim 8. Dezember 2021 um einen kantonalen Feiertag handelte, ist in diesem Zusammenhang unerheblich, denn die Zustellfiktion von Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO ist kein Fristablauf, sondern ein fristauslösendes Ereignis (Urteil 5A_976/2021 vom 2. Dezember 2021 E. 3). Ob sich der Beschwerdeführer auf die falsche Angabe des Datums der Zustellfiktion durch das Obergericht berufen könnte, kann offenbleiben. So oder anders ist die am 26. Januar 2022 der Post übergebene Beschwerde an das Bundesgericht verspätet, denn die Beschwerdefrist ist bei beiden Ausgangsdaten am Montag, 24. Januar 2022 abgelaufen (Art. 100 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 Abs. 1 lit. c i.V.m. - je nach Ausgangsdatum - Art. 45 Abs. 1 BGG).