Citation: 8C_437/2023 E. 8.2

8.2. Die Vorinstanz ist der Ansicht, der Wortlaut dieser Norm sei "absolut" klar. Als Messwerte für die Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen seien die erzielbaren Erwerbseinkommen bei einer optimalen Ausschöpfung der Erwerbsmöglichkeiten bzw. des Erwerbspotentials auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt heranzuziehen. Das Valideneinkommen bestimme sich nach dem objektiv erzielbaren Einkommen, da die Erwerbsfähigkeit als versichertes Gut bekanntlich nicht durch das effektiv erzielte Erwerbseinkommen, sondern durch das Erwerbspotential definiert werde. Entgegen der Interpretation der IV-Stelle könne es darum nicht darauf ankommen, ob eine versicherte Person vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung "freiwillig" weniger Erwerbseinkommen erzielt habe, als ihrem Erwerbspotential entspreche. Im vorliegenden Fall sei folglich nicht das abgerechnete, im IK-Auszug gutgeschriebene Erwerbseinkommen, sondern jener Lohn als Valideneinkommen heranzuziehen, den ein strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch operierender Arbeitgeber der massgebenden Branche dem fiktiv gesunden Beschwerdegegner im Jahr 2020 im schweizerischen Durchschnitt ausgerichtet hätte.