Citation: 5A_968/2021 E. 6.2

6.2. Dazu bringt die Beschwerdeführerin vorab vor, der fragliche Kontoauszug sei im erstinstanzlichen Verfahren erst mit der Klageduplik und damit verspätet eingereicht worden. Er hätte nicht berücksichtigt werden dürfen, was das Obergericht verkenne. Zu Unrecht: Gemäss Art. 221 Abs. 2 Bst. c ZPO sind mit der Klage zwar die verfügbaren Urkunden, welche als Beweismittel dienen sollen, einzureichen. Diese Verpflichtung wird indessen dadurch stark abgemildert, dass die Parteien sich im ordentlichen wie auch im vereinfachten Verfahren zweimal unbeschränkt zur Sache äussern und neue Tatsachen in den Prozess einführen können. Erst nach dem Aktenschluss haben sie nur noch unter den eingeschränkten Voraussetzungen von Art. 229 Abs. 1 ZPO das Recht, neue Tatsachen und Beweismittel vorzubringen (BGE 146 III 55 E. 2.3.1; Urteil 4A_41/2022 vom 24. Mai 2022 E. 2.2). Mit Blick auf Art. 221 ZPO sind indes noch vor Aktenschluss eingereichte Urkunden unbesehen darum im Prozess zu berücksichtigen, ob die betreffende Partei gegebenenfalls anderweitig sanktioniert werden kann (HEINZMANN, in: Petit commentaire, Code de procédure civile, 2020, N. 35 zu Art. 221 ZPO; PAHUD, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Bd. II, 2. Aufl. 2016, N. 26 zu Art. 221 ZPO; WILLISEGGER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 48 zu Art. 221 ZPO). Vorliegend ist der Aktenschluss erst nach Erstattung der Duplik eingetreten (vgl. vorne E. 4.3.2). Da die Beschwerdegegnerinnen die fragliche Urkunde unbestritten mit der Duplik eingereicht haben, war sie zu berücksichtigen.