Citation: 6B_568/2020 E. 2.1

2.1. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 131 Abs. 3 StPO. Er macht geltend, seine Aussagen anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 27. März 2017 (Beginn: 14.55 Uhr) seien nicht zu seinen Lasten verwertbar, da er trotz erkennbar notwendiger Verteidigung nicht anwaltlich vertreten gewesen sei. Die Untersuchung hätte spätestens nach der polizeilichen Einvernahme von C.________ vom 27. März 2017 (Beginn: 14.16 Uhr) eröffnet werden müssen, denn dieser habe ausgesagt, dass er (der Beschwerdeführer) den Beschwerdegegner mit der Faust ins Gesicht und mit einem Radmutternschlüssel auf den Kopf geschlagen habe. Zudem habe bereits festgestanden, dass der Beschwerdegegner eine Verletzung am Kopf erlitten habe. Damit hätten schon vor seiner polizeilichen Einvernahme konkrete und erhebliche Hinweise auf eine durch ihn begangene strafbare Handlung vorgelegen. Sie seien über vage Vermutungen hinaus gegangen und keine andere Person sei als Täter in Betracht gekommen. Zumindest habe ein hinreichender Tatverdacht im Sinne von Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO bestanden. Ausserdem sei der Vorwurf einer versuchten schweren Körperverletzung aufgrund der polizeilichen Einvernahme von C.________ und den beim Beschwerdegegner festgestellten Verletzungen bekannt gewesen (Beschwerde S. 5 Ziff. 5 und S. 7 ff. Ziff. 14-20). Weiter wendet der Beschwerdeführer ein, die Aussagen des Beschwerdegegners anlässlich seiner Befragung vom 27. März 2017 dürften ebenfalls nicht zu seinen Lasten verwertet werden, zumal die Befragung nach dem Zeitpunkt stattgefunden habe, in dem die Untersuchung hätte eröffnet und ihm eine notwendige Verteidigung hätte bestellt werden müssen. Da er nicht auf die Wiederholung verzichtet habe, sei die polizeiliche Einvernahme nach Art. 131 Abs. 3 StPO nicht gültig. Ausserdem hätten er und seine Verteidigung das Recht gehabt, an dieser Befragung anwesend zu sein und dem Beschwerdegegner Fragen zu stellen. Indem die Vorinstanz die Einvernahme trotzdem als verwertbar erachte, verletze sie überdies Art. 147 Abs. 4 StPO (Beschwerde S. 9 f. Ziff. 21-23).