Citation: 2D_64/2019 E. 3.2

3.2. Das Vorliegen eines offensichtlichen Fehlers darf aufgrund der Missbrauchsgefahr jedoch nicht leichtfertig angenommen werden (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-1528/2017 vom 27. September 2017 E. 4.5.1; GALLI / MOSER / LANG / STEINER, a.a.O., Rz. 729). Offensichtlich (vgl. Art. 28 Abs. 2 VRöB) sind Rechnungs- und Schreibfehler nur dann, wenn von einer bestimmten mathematischen oder sprachlichen Textpassage objektiv und zweifelsfrei feststeht, dass der Bieter nicht das erklären wollte, was er geschrieben hat, sondern mit Gewissheit, dass er irgendetwas anderes erklären wollte. Der Fehler ist nur dann offensichtlich, wenn er sich als solcher aus dem Angebot selber schon ergibt, ohne dass es eines Hinweises oder sonstiger Erläuterungen des Bieters bedürfte, wenn also der Fehler bei Lektüre der Offerte ins Auge springt (vgl. BGE 141 II 353 E. 8.2.4 S. 375 ff.; Urteil 2C_418/2014 vom 20. August 2014 E. 4.1; vgl. auch BEYELER MARTIN, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, 2012, Rz. 2152).