Citation: 7B_493/2024 E. 7.2

7.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe die 23 Monate Freiheitsentzug, zu denen er verurteilt worden sei, bereits erstanden und sei deshalb unverzüglich aus der Haft zu entlassen. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz dürfe nämlich die voraussichtliche Dauer der stationären therapeutischen Massnahme bei der Prüfung der Haftdauer gar nicht berücksichtigt werden. Dies ergebe sich aus dem Wortlaut von Art. 212 Abs. 3 StPO und entspreche dem Willen des Gesetzgebers, da dieser bei der letzten Revision der Strafprozessordnung darauf verzichtet habe, Art. 212 Abs. 3 StPO zu revidieren und den Wortlaut der Bestimmung an die Rechtsprechung des Bundesgerichts anzupassen. Hiervon abgesehen hätte die Vorinstanz - so der Beschwerdeführer - ohnehin Ersatzmassnahmen anstelle von Haft anordnen müssen. Die Vorinstanz verweigere diese zu Unrecht mit der Begründung, dass er Bewährungsauflagen missachtet habe, und verletze damit die Unschuldsvermutung.