Citation: 9C_481/2008 17.11.2008 E. 4

Der Beschwerdeführer rügt die Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG), indem er darauf hinweist, anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 12. Dezember 2007 glaubhaft eine progrediente Verschlechterung der Sehkraft dargetan zu haben, ohne dass die Vorinstanz dies zum Anlass weitergehender Abklärungen genommen hätte. Für die Beurteilung in zeitlicher Hinsicht ist der Sachverhalt massgebend, wie er sich bis zum Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2006 entwickelt hat (BGE 129 V 1 E. 1.2 S. 4). Nach den im angefochtenen Entscheid wiedergegebenen Aussagen des Beschwerdeführers hat dieser anlässlich der Instruktionsverhandlung auf die Frage seines Rechtsvertreters, ob zwischen der MEDAS-Begutachtung im August 2005 und dem Einspracheentscheid im Dezember 2006 eine gesundheitliche Verschlechterung eingetreten sei, angegeben, er habe gemerkt, dass er immer weniger sehe. Dies betrifft an sich noch den massgebenden Beurteilungszeitraum. Indessen hat der Beschwerdeführer weder in seiner Einsprache vom 23. Mai 2006 noch später bis zum Einspracheentscheid die behauptete Verschlechterung geltend gemacht. Sowohl die Mitwirkungspflicht des Versicherten (Art. 28 Abs. 2 und Art. 31 Abs. 1 ATSG) als auch der allgemeine Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) gebieten, dass während eines hängigen Verwaltungs- oder Einspracheverfahrens eingetretene Verschlechterungen innert nützlicher Frist der Behörde mitgeteilt werden. Wenn stattdessen erst nachträglich im Rahmen der gerichtlichen Instruktionsverhandlung ein Jahr nach dem Einspracheentscheid eine solche Verschlechterung behauptet wird, so durfte die Vorinstanz ohne Verletzung der Untersuchungspflicht darauf verzichten, dem weiter nachzugehen.