Citation: 1C_147/2021 E. 6.3.2

6.3.2. Die Vorinstanz hat zunächst geprüft, ob die Landsgemeinde 2021 vom traditionellen Landsgemeindeplatz auf einen grösseren Platz verlegt werden könnte und ob die Landsgemeinde auf diese Weise ergänzt durch eine Maskenpflicht und weitere Schutzmassnahmen durchgeführt werden könnte. Sie hat erwogen, dass an einer Landsgemeinde üblicherweise rund 4'000 Personen teilnehmen würden und dass es auch bei einer Verlegung auf einen grösseren Platz kaum möglich wäre, Menschenanhäufungen zu vermeiden. Die Dauer der Versammlung hänge massgeblich vom Verhalten der Stimm- und Wahlberechtigten ab, und lasse sich kaum steuern. Müsse bei einem Geschäft eine Auszählung durchgeführt werden, führe dies zu einer Verlängerung von mindestens einer Stunde. Menschenansammlungen wären aber auch vor und nach der eigentlichen Versammlung bzw. bei der An- und Heimreise der Stimm- und Wahlberechtigten nicht zu verhindern. Die Durchführung von Fiebermessungen oder Selbsttests würde zu Verzögerungen führen und sei bei der erwartet hohen Teilnehmerzahl nicht praktikabel. Die Vorinstanz kam zum Schluss, die Landsgemeinde lasse sich auch mit einer Maskenpflicht und weiteren Schutzmassnahmen nicht durchführen, ohne dass die Gefahr einer Ausbreitung des Corona-Virus bestehe. Die Vorinstanz hat ausserdem geprüft, ob die Landsgemeinde 2021 in den Spätsommer verschoben werden soll. Sie hat erwogen, dass eine solche Verschiebung mit gewichtigen Nachteilen verbunden wäre. Für die Mitglieder der Standeskommission und des Kantonsgerichts, welche von der Landsgemeinde gewählt würden, gelte eine einjährige Amtszeit. Diese laufe nominell am 25. April 2021 ab und habe notrechtlich verlängert werden müssen. Diese Notmassnahme wolle man zeitlich so weit wie möglich beschränken, indem man rasch einen Urnengang durchführe. Auch die Verschiebung von Sachgeschäften auf den Spätsommer sei mit Nachteilen verbunden, zumal die anstehenden Geschäfte von einer gewissen Dringlichkeit seien. Im Jahr 2020 habe man die Landsgemeinde wegen der Covid-19-Epidemie zunächst verschoben und dann doch noch absagen müssen. Weil schon im Jahr 2020 nicht alle Sachgeschäfte hätten erledigt werden können, bestehe im Jahr 2021 ein eigentlicher Rückstau. Ausserdem bestehe das Risiko, dass die Landsgemeinde auch im Spätsommer 2021 nicht durchgeführt werden könne, womit sich die angesprochenen Probleme weiter verschärfen würden. Im Zusammenhang mit dem Eventualantrag 1 der Beschwerdeführer, wonach über die nicht zwingenden, nicht alljährlichen Geschäfte nicht an der Urne, sondern an einer später stattfindenden Landsgemeinde abgestimmt werden soll, hat die Vorinstanz erwogen, sie erachte für alle anstehenden Geschäfte ein rasches Vorgehen als erforderlich. Die Vorlagen seien erarbeitet worden, um konkrete Probleme rasch zu lösen. Die Stimmberechtigten hätten einen Anspruch darauf, über aktuelle politische Geschäfte innert nützlicher Frist zu entscheiden und es sei nicht opportun, die Landsgemeinde 2022 mit einer Vielzahl von älteren Geschäften zu belasten.