Citation: 2C_1009/2022 E. 3.5.2

3.5.2. Die Einholung des Rechtsgutachtens durch den Beschwerdegegner ist nicht als Verfahrensfehler zu qualifizieren, der seiner Natur nach besonders schwer wiegt und auf eine gravierende Amtspflichtverletzung hinausläuft, sodass er im Sinne der Rechtsprechung die Ausstandspflicht der zuständigen Amtspersonen begründen würde (vorne E. 3.1). Aus der Erteilung des Gutachtensauftrags und den damit verbundenen Umständen (zeitlicher Ablauf, umfassender Charakter, konkreter Fallbezug, Kostendach) lässt sich nicht schliessen, dass der Beschwerdegegner sich nicht in der Lage sah oder nicht willens war, die sich im Aufsichtsverfahren stellenden Rechtsfragen selbst zu beurteilen. Es ist denkbar, dass das Gutachten lediglich zur Ergänzung von eigenen Abklärungen dienen sollte. Die vorgebrachten Hinweise lassen auch nicht den Schluss zu, dass der Beschwerdegegner nicht bereit war, in seiner Entscheidung allenfalls - nach eigener kritischer Würdigung - vom Gutachten abzuweichen. Aus der Aussage, das Gutachten solle zur Legitimierung des aufsichtsrechtlichen Vorgehens dienen, geht zudem nicht hervor, dass der Entscheid über das aufsichtsrechtliche Vorgehen im Zeitpunkt der Auftragserteilung bereits getroffen und das gewünschte Ergebnis des Gutachtens entsprechend bereits festgelegt worden wäre. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, ist von einer Behörde sodann zu erwarten, dass sie mit Aktenstücken, die nicht berücksichtigt werden dürfen, umgehen und die nötige innere Distanz dazu einnehmen kann. Dies gilt entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin auch dann, wenn die Behörde die Unverwertbarkeit der Aktenstücke durch eigene Fehler selbst verursacht hat. Im Übrigen wird nicht dargetan und ist nicht ersichtlich, aufgrund welcher Umstände das Gutachten geeignet wäre, die Entscheidfindung des Beschwerdegegners in sachwidriger Weise zum Nachteil der Beschwerdeführerin zu beeinflussen. Schliesslich ist auch das Vorbringen, der Beschwerdegegner sei von einem verfehlten Rollenverständnis ausgegangen, nicht geeignet, den Anschein der Befangenheit zu begründen. Denn wenn der Beschwerdegegner von einem falschen Rollenverständnis ausgegangen sein sollte, wäre seine Rolle mit dem Entscheid der Vorinstanz geklärt worden, und es ist davon auszugehen, dass er sich entsprechend dieser Rolle verhält. Somit liegt kein Anschein der Befangenheit vor, womit die Rüge, Art. 29 Abs. 1 BV sei verletzt worden, unbegründet ist.