Citation: 7B_193/2022 E. 2.6

2.6. Die Beschwerdeführerin machte im kantonalen Verfahren geltend, der Stich in die Brust sei ein "Unfall im Gerangel" und damit zufällig gewesen. Dies qualifiziert die Vorinstanz als Schutzbehauptung. Die Beschwerdeführerin selbst habe ausgesagt, dass das zweite Messer hinter ihr auf dem Tisch gelegen habe. Gemäss Vorinstanz deckt sich dies mit den Aussagen des Geschädigten, der nur ein Messer am Hals der Beschwerdeführerin wahrgenommen habe, als er die Wendeltreppe hinuntergestiegen sei. Erst als er mit beiden Händen nach diesem Messer gegriffen habe, um es der Beschwerdeführerin zu entwenden, müsse sie mit ihrer freien Hand nach dem zweiten Messer gegriffen und damit sogleich zugestochen haben. Die Beschwerdeführerin habe erst im "Gerangel" um das erste Messer bewusst nach dem zweiten Messer gegriffen, um mit diesem auf den Geschädigten einzustechen.