Citation: 1C_168/2020 E. B

Mit Verfügung vom 26. Februar 2010 erteilte die Baubehörde der damaligen Gemeinde Bertschikon dem Bauherrn die Bewilligung, auf seinem Grundstück Kat.-Nr. 1468 einen in den Boden eingelassenen, ca. 12 m langen und 5,3 m breiten nierenförmigen Swimmingpool zu errichten. Dieser sollte gemäss den Baugesuchsplänen teilweise in der Kern- und teilweise in der Landwirtschaftszone zu liegen kommen. Da die kommunale Baubehörde fälschlicherweise davon ausging, der Pool betreffe nur die Kernzone, holte sie keine für ein solches Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen erforderliche Ausnahmebewilligung der zuständigen kantonalen Behörde ein. Im Jahr 2010 liess der Bauherr gestützt auf die kommunale Baubewilligung einen Swimmingpool errichten, der insofern vom nur kommunal bewilligten Projekt abwich, als er rund zwei Meter weiter südlich und damit vollständig in der Landwirtschaftszone zu liegen kam. Am 23. März 2011 erkundigte sich der Bauherr telefonisch beim Bauvorstand der damaligen Gemeinde Bertschikon, ob der Einbau eines Teichs in die im Jahr 2010 ausgehobene Grube auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1469 zulässig sei. Der Bauvorstand teilte ihm mit, dies sei in Ordnung, sofern sich kein Nachbar dagegen wehre, keine grossen Bauten erstellt würden und das Terrain "so wie jetzt" belassen werde; sollten Nachbarn "reklamieren", müsse eine Baueingabe an den "Kanton" erfolgen. Am 9. Dezember 2011 schrieb der Bauherr der Gemeindeschreiberin der Gemeinde Bertschikon folgende E-Mail: "Aufgrund der Verschmutzung (Laub, Frösche etc.) " und zum Schutz (Haftung) für die Kinder im Dorf möchten wir unseren Pool mit einer Poolabdeckung schützen. Material ähnlich wie ein 'Treibhäuschen' Die ganze begehbare Überdachung ist nicht festmontiert, sondern die Elemente sind auf Rollen, damit man die einzelnen Element[e] aus Aluminium und Polykarbonat (Kunststofffenster/Glasersatz) wie ein Teleskop verschieben kann. Wir möchten uns absichern, denn gemäss unserem Lieferanten muss man für so eine Poolüberdachung in 99 % der Gemeinden in der Schweiz keine Baugenehmigung beantragen. Deshalb möchten wir sie trotzdem anfragen: Unsere Frage: Müssen wir ein Baugesuch für die Poolüberdachung einreichen?" Mit Mail vom 14. Dezember 2011 antwortete die Gemeindeschreiberin: "Eine mobile Überdachung des Pools ohne feste Wände braucht kein Baugesuch. In Ergänzung der Verfügung-Nr. 06 vom 26.02.2010 erteilen wir Ihnen die Bewilligung zur Erstellung einer mobilen Poolüberdachung ohne feste Wände." Mit Mail vom 16. Dezember 2011 bedankte sich der Bauherr bei der Gemeindeschreiberin für die Ergänzungsverfügung und teilte ihr mit, somit könne er die Poolüberdachung in Auftrag geben. Im April 2012 liess der Bauherr eine Überdachung des Pools mit neun befensterten Einzelelementen errichten, die zum Öffnen des Dachs von der Mitte her teleskopartig je zu den Seiten hin verschoben werden können. Die ca. 19 m lange, 8,4 m breite und maximal 2,65 m hohe Überdachung überschreitet die maximale Länge des Pools um rund 7 m und seine Breite um gut 3 m und umfasst damit auch das Umfeld des Pools mit Liegestuhlbereich und Tischen. Mit Verfügung vom 9. August 2013 liess die damalige Gemeinde Bertschikon die Bauarbeiten am Teich bzw. Biotop auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1469 mit sofortiger Wirkung einstellen, wobei sie den Bauherrn darauf hinwies, dass er für die Überdachung des Swimmingpools sowie die Aushubarbeiten für das Biotop kein Baugesuch eingereicht hatte. In der Folge stellte der Bauherr nachträglich entsprechende Baugesuche. Mit Verfügung vom 17. Juni 2015 verweigerte die Baudirektion des Kantons Zürich dem Bauherrn die nachträgliche raumplanungsrechtliche Ausnahmebewilligung für den Swimmingpool mit Überdachung und den Teich bzw. Biotop und lud die örtliche Baubehörde ein, die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu prüfen. Mit Beschluss vom 17. August 2015 verzichtete der Gemeinderat Wiesendangen aus Gründen der Verhältnismässigkeit auf die Beseitigung des Swimmingpools, verfügte jedoch den Rückbau des Biotops innert sechs Monaten. Der Rückbau der Poolüberdachung wurde bis zum rechtskräftigen Beschluss über eine allfällige Einzonung des Poolbereichs aufgeschoben. Sollte keine Einzonung beschlossen werden, sei die Überdachung innert sechs Monaten nach rechtskräftig abgeschlossener Nutzungsplanung zurückzubauen. Einen vom Bauherrn gegen diese Rückbauverfügung erhobenen Rekurs wies das Baurekursgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom 11. April 2019 ab, wobei es zum Rückbau der Poolüberdachung eine Frist von sechs Monaten ab Rechtskraft setzte. Der Bauherr focht diesen Entscheid mit Beschwerde an, welche das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 6. Februar 2020 abwies.