Citation: 6S.719/1999 22.03.2000 E. 4

4.- a) Der Beschwerdeführer hat das Buch "Auschwitz - Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holocausts" vor dem Inkrafttreten von Art. 261bis StGB am 1. Januar 1995 verfasst. Die Vorinstanz hat ihn gleichwohl auch wegen der in diesem Buch enthaltenen Äusserungen in Anwendung von Art. 261bis Abs. 2 und Abs. 4 2. Halbsatz StGB verurteilt, da das fragliche Buch auch nach dem 1. Januar 1995 mit seinem Einverständnis vertrieben worden ist. Der Beschwerdeführer macht geltend, damit habe die Vorinstanz Bundesrecht verletzt. Seine Verurteilung gründe letztlich doch auf der Annahme einer Garantenpflicht, für die es im Gesetz aber keine Grundlage gebe. Der Einwand ist unbegründet. b) aa) Das Verfassen eines tatbestandsmässige Äusserungen im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 und/oder Abs. 4 2. Halbsatz StGB enthaltenden Buches und dessen Verbreitung sind lediglich verschiedene Stufen der Ausführung der Tat, welche im Verbreiten einer auf Herabsetzung oder Verleumdung gerichteten Ideologie (Abs. 2) bzw. in der öffentlichen Leugnung des Holocausts etc. (Abs. 4 2. Halbsatz) besteht (vgl. auch BGE 125 IV 206 E. 3c). Indem der Beschwerdeführer auch nach dem Inkrafttreten von Art. 261bis StGB mit der Verbreitung des von ihm vor dem Inkrafttreten dieser Strafbestimmung verfassten Buches einverstanden war, hat er mit Wissen und Willen an der Tatausführung mitgewirkt. bb) Im Übrigen hat der Beschwerdeführer unstreitig auch nach dem Inkrafttreten von Art. 261bis StGB Bücher und Zeitschriftenbeiträge verfasst, die vergleichbare tatbestandsmässige Äusserungen enthalten, und diese Bücher teilweise selbst an Dritte versandt. Unter diesen Umständen erscheint sein Einwand trölerisch.