Citation: 1C_75/2022 E. 5.4.3

5.4.3. Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands ist der Beschwerdeführerin schliesslich auch zumutbar. Dem gewichtigen öffentlichen Interesse an der Erschliessung eines eingezonten Grundstücks und der Durchsetzung der baurechtlichen Normen stehen seitens der Beschwerdeführerin keine erheblichen privaten Interessen entgegen. 5.4.3.1. Gemäss Vorinstanz bestehen für die Beschwerdeführerin zwei genehmigungsfähige Varianten, den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen: Zum einen besteht die Möglichkeit, die beiden hinteren Aussenparkplätze (P2 und P3) auf das zulässige Mass zu reduzieren und den vorderen Aussenparkplatz (P1) vollständig aufzuheben. Für diesen Fall hat sich die Architekturbüro J.________ AG bereit erklärt, der Beschwerdeführerin als Ersatz für den verlorenen Parkplatz ihren Parkplatz in der Einstellhalle kostenlos abzutreten. Zum anderen besteht auch die Möglichkeit, die Sickerböschung plangemäss zurückzuversetzen, sodass auch der Aussenparkplatz P1 beibehalten werden könnte. In beiden Fällen besteht für die Beschwerdeführerin die Möglichkeit, weiterhin drei Besucherparkplätze zu behalten, welche den Anforderungen der VSS-Norm 40 291a entsprechen. 5.4.3.2. Selbst wenn die Ausführungen der Beschwerdeführerin zutreffend sein sollten, wonach der zusätzliche Parkplatz in der Einstellhalle aufgrund der Zuteilung nicht für grössere Autos tauglich und ihr eine solche Einschränkung auch nicht zumutbar sei, so kann sie dennoch ohne grösseren Aufwand die Sickerböschung in den ursprünglich genehmigten Zustand zurückversetzen und sich auf diese Weise drei Aussenparkplätze erhalten. Wenn sie das ebenfalls nicht möchte, würde gemäss den genehmigten Planunterlagen auch noch die Möglichkeit bestehen, einen weiteren Besucherparkplatz parallel zur Grundstückgrenze der Bauparzelle Nr. yyy, V.________ zu erstellen, um somit drei Aussenparkplätze zur Verfügung zu haben. Allerdings wäre der Beschwerdeführerin auch ein Verzicht auf einen Parkplatz zumutbar. Wie die Gemeinde V.________ unter Verweis auf Art. 59 Abs. 1 BauR V.________ zutreffend ausführt, ist die Erstellung von Aussen- oder Besucherparkplätzen nicht zwingend. 5.4.3.3. Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, nach einem Rückbau der Parkplätze in den gemäss Bauplänen bewilligten Zustand könnten diese nicht mehr ordnungsgemäss genutzt werden, weil die zugelassenen Autos immer breiter würden, trifft dies nicht zu. Mit einer vorgesehenen Breite von 230 cm (P2 und P3) respektive 250 cm (P1) entsprechen sie immer noch der VSS-Norm 40 291a, welche vorliegend als Orientierungshilfe beizuziehen ist (vgl. Urteil 1C_175/2016 vom 7. März 2019 E. 3.1). Zudem sind die Parkplätze P2 und P3 bei einer Verkleinerung nicht schmaler als P1 in seiner bestehenden Form. Dessen Verkleinerung hat die Beschwerdeführerin ohne Weiteres in Kauf genommen, als sie die Sickerböschung nicht den Plänen entsprechend umgesetzt hat. Es ist schon deshalb wenig glaubwürdig, wenn die Beschwerdeführerin eine Parkplatzbreite von 230 cm als unbrauchbar erachtet.