Citation: 4C.64/2007 07.11.2007 E. 4

4.1 Die Beklagte hat im kantonalen Verfahren vorgebracht, sie habe die Kündigung ausgesprochen, weil der Kläger gegenüber der Office Managerin geäussert habe, mit diesem "Sauhund" (gemeint war B.________) arbeite er nicht zusammen, was er im Gespräch vom 26. April 2004 gegenüber dem Geschäftführer erneut bekräftigt und darüber hinaus erklärt habe, er sehe sich nach einer neuen Stelle um. Die Beklagte rügt in der Berufung, mit der Beweisauflage für diese Behauptung sei sie mit dem Haupt- statt mit dem Gegenbeweis belastet worden, was einen Verstoss gegen Art. 8 ZGB bedeute. 4.2 Art. 8 ZGB gibt der beweispflichtigen Partei einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, für rechtserhebliche Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, wenn ihr Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Rechts entspricht (BGE 133 III 295 E. 7.1 S. 299 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gewährleistet Art. 8 ZGB ebenfalls das Recht zum Gegenbeweis, d.h. er gibt dem Gegner der beweisbelasteten Partei einen Anspruch darauf, zum Beweis von konkreten Umständen zugelassen zu werden, die beim Gericht Zweifel an der Richtigkeit der Gegenstand des Hauptbeweises bildenden Sachbehauptung wach halten und diesen dadurch vereiteln können (BGE 130 III 321 E. 3.4 S. 326; 115 II 305 je mit Hinweisen). 4.3 Zunächst erscheint fraglich, ob selbst bei gelungenem Nachweis der erwähnten Sachvorbringen die Kündigung als rechtmässig betrachtet werden müsste, wäre doch mit Blick auf den von der Beklagten selbst angeführten Kündigungsgrund des Schreibens des Klägers nach wie vor davon auszugehen, dass auch die darin erhobenen berechtigten Forderungen des Klägers massgeblich zum Entschluss der Beklagten, die Kündigung auszusprechen, beitrugen. Das genügt nach der Rechtsprechung, um diese als gegen Treu und Glauben verstossend auszuweisen (Urteil des Bundesgerichts 4C.27/1992 vom 30. Juni 1992, publ. in SJ 1993 S. 360, E. 3a mit Hinweisen). Darüber braucht jedoch nicht abschliessend geurteilt zu werden. 4.4 Wie dargelegt (E. 3 hiervor) konnte die Vorinstanz bundesrechtskonform annehmen, der Kläger habe durch die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesenen Tatsachen die Vermutung begründet, dass die Kündigung missbräuchlich im Sinne von Art. 336 Abs. 1 lit. d OR erfolgte. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz in Beachtung der Rechtsprechung des Bundsgerichts erkannt, der Arbeitgeber komme nicht umhin, die Beweise für seine Angaben zum Kündigungsgrund zu liefern (zit. Urteil des Bundesgerichts 4C.27/1992 E. 3a; ebenso 4C.262/2003 vom 4. November 2003, E. 3.2 mit Hinweisen). Dass die Beklagte die betreffenden Behauptungen nicht nachzuweisen vermochte, hat die Vorinstanz für das Bundesgericht verbindlich festgehalten. Von einer Verletzung von Art. 8 ZGB kann nicht die Rede sein.