Citation: 9C_51/2023 E. 3.3.1

3.3.1. Ein behördlicher Akt ist nichtig, wenn der ihm anhaftende Mangel besonders schwer wiegt und offenkundig ist. Die Rechtssicherheit darf durch die Annahme von Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet werden (BGE 147 IV 93 E. 1.4.4; 145 III 436 E. 4). Geht es um Verfahrenshandlungen, spricht das Interesse an einem reibungslosen Fortgang des Verfahrens zusätzlich gegen die Nichtigkeitsfolge. Unter anderem aus diesem Grund lehnt es das Bundesgericht ab, eine nicht unterzeichnete sozialversicherungsrechtliche Verfügung als nichtig einzustufen (Urteile 8C_665/2022 vom 15. Dezember 2022 E. 3.3; 8C_434/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 2.2; 9C_597/2014 vom 10. Dezember 2014 E. 4.3). Ausgehend vom Grundsatz der Gültigkeit von Verfahrenshandlungen können nur krass fehlerhafte Rechtsakte als geradezu nichtig qualifiziert werden (Urteil 8C_665/2022 vom 15. Dezember 2022 E. 3.4).