Citation: 2P.245/2002 13.01.2003 E. 3

3.1 Betreffend die Teilnahme an der Osterfeier ist die kantonale Direktion der Justiz und des Innern auf den Rekurs nicht eingetreten und hat in einem Eventualstandpunkt zudem erklärt, eine materielle Prüfung müsste zu einer Abweisung führen. Der Beschwerdeführer hat sich in seiner Eingabe sowohl mit den Gründen des Nichteintretensentscheides als auch mit der materiellen Seite des Falles befasst (vgl. BGE 121 I 1 E. 5a/bb S. 11 mit Hinweis). 3.2 Laut der kantonalen Direktion der Justiz und des Innern fehlt es dem Beschwerdeführer an einem Rechtsschutzinteresse im Sinne des § 21 lit. a VRG/ZH. Die Osterfeier habe längst stattgefunden und der Beschwerdeführer befinde sich mittlerweile nicht mehr auf der Abteilung für Fluchtgefahr. Eine Gutheissung des Rekurses könne somit nicht zu einer Korrektur des Entscheides führen, und es sei auch nicht mit einem vergleichbaren neuen Fall zu rechnen. Letztlich hat die Direktion der Justiz und des Innern ein "aktuelles, praktisches" Rechtsschutzinteresse verneint. In der Tat war ein solches Interesse im Zeitpunkt des Entscheids der Direktion aus den von ihr angegebenen Gründen nicht (mehr) gegeben. 3.3 Auf das aktuelle Interesse verzichtet die bundesrechtliche Rechtsprechung ausnahmsweise - wie erwähnt (E. 2.1 hiervor) - dann, wenn sich die aufgeworfenen grundsätzlichen Fragen jeweils unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen könnten, ohne dass im Einzelfall rechtzeitig eine höchstrichterliche Prüfung stattfinden könnte (zu Art. 103 lit. a OG: BGE 128 II 34 E. 1b S. 36; 118 Ib 1 E. 2b S. 8, je mit Hinweisen; zu Art. 88 OG: BGE 127 I 164 E. 1a S. 166 mit Hinweisen; 114 Ia 129 E. 1b S. 131; zu Art. 48 lit. a VwVG: Entscheide der Rekurskommission EVD vom 23. Dezember 1994, VPB 59/1995 Nr. 113 S. 924 E. 1.1, und vom 30. März 1998, VPB 63/1999 Nr. 101 S. 936 E. 1.2.2; Entscheid des Bundesrates vom 28. Oktober 1998, VPB 63/1999 Nr. 14 S. 129 E. 5). Der Kanton Zürich hat mit der Gesetzesrevision vom 8. Juni 1997 in § 21 lit. a VRG/ZH den Wortlaut der im Bund bestehenden Regelung von Art. 103 lit. a OG und Art. 48 lit. a VwVG übernommen; damit wollte er den Legitimationsbegriff gleich verstanden wissen wie auf Bundesebene (vgl. Protokoll des Zürcher Kantonsrates vom 6. Januar 1997, S. 6403 ff.; Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz, 2. Aufl., 1999, N. 5 zu § 21). Dementsprechend wendet das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich § 21 lit. a VRG/ZH in Anlehnung an die Rechtsprechung des Bundesgerichts an; dabei sieht es ebenfalls die erwähnte Ausnahme vom Erfordernis des aktuellen Interesses vor (vgl. Urteil vom 18. November 1998, publ. in: Rechenschaftsbericht des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich 1998 Nr. 41 S. 85 E. 2b; Kölz/Bosshart/Röhl, a.a.O., N. 25 zu § 21). Wie der Beschwerdeführer zu Recht bemerkt, ist auch künftig nicht ausgeschlossen, dass er oder ein anderer Anstaltsinsasse, der der Abteilung für Fluchtgefahr zugewiesen ist, an einem Gottesdienst im Andachtsraum des Sozialzentrums teilnehmen möchte und daran aufgrund der Praxis der Strafanstalt gehindert wird. Laut Anstaltsleitung gelangen in die Abteilung für Fluchtgefahr drei Kategorien von Gefangenen: Erstens solche, die schon einmal geflüchtet sind, Fluchtversuche unternommen oder Fluchtvorbereitungen getroffen haben; zweitens Gefangene, gegen die disziplinarische Massnahmen ergriffen wurden; und schliesslich in die Anstalt neu eingewiesene Personen, die wegen eines die öffentliche Sicherheit gefährdenden Deliktes verurteilt wurden oder im vorzeitigen Strafantritt sind. Mit Blick auf die besonderen Gegebenheiten, insbesondere auf die in der Regel zeitlich begrenzte Aufenthaltsdauer in der Abteilung für Fluchtgefahr einerseits und die Verfahrensdauer anderseits wäre eine rechtzeitige Überprüfung der Teilnahmeverweigerung kaum je möglich. Dies würde im Ergebnis einer formellen Rechtsverweigerung gleichkommen. Die Direktion der Justiz und des Innern hätte daher nach dem Gesagten ausnahmsweise vom Erfordernis des aktuellen Interesses absehen und auf den Rekurs eintreten müssen.