Citation: 6B_926/2024 E. 2.3.7

2.3.7. Die Vorinstanz hält fest, der Irrtum über die gefahrene Höchstgeschwindigkeit wäre mit einem Mindestmass an Sorgfalt vermeidbar gewesen. Auch lägen keine besonderen Umstände vor, welche die Geschwindigkeitsüberschreitung von 36 km/h in milderem Licht erscheinen liessen. Die anderen Verkehrsteilnehmer hätten nicht mit einem derart schnell fahrenden Personenwagen rechnen müssen, womit eine abstrakte Gefahr bestanden habe. Die Vorinstanz verweist zutreffend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach gute Witterungs-, Strassen- und Verkehrsverhältnisse keine besonderen entlastenden Umstände darstellen (Urteile 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1; 6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.1.1; 6B_1204/2016 vom 24. Mai 2017 E. 3.3.1; 6B_33/2015 vom 5. Mai 2015 E. 1.2; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer habe den Anhaltspunkten für eine übersetzte Geschwindigkeit nicht die gebotene Aufmerksamkeit geschenkt und dem Tachometer trotz Indizien für eine Fehlfunktion blind vertraut. Damit sei er pflichtwidrig unachtsam gewesen und habe die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig nicht in Betracht gezogen. Sein Verhalten erscheine als rücksichtslos im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer nicht vor, im Wissen um die übersetzte Geschwindigkeit und die damit geschaffene Gefährdung agiert zu haben. An der vorinstanzlich zu Recht bejahten Rücksichtslosigkeit ändert aber nichts, dass der Beschwerdeführer nicht bewusst fahrlässig handelte. Denn darauf kann es nicht ankommen, sonst wäre der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG bei unbewusster Fahrlässigkeit nicht anwendbar. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, hätte der Beschwerdeführer den Irrtum über die gefahrene Geschwindigkeit erkennen und vermeiden können (vgl. Urteil 6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.2.2). Mit dieser Begründung gelangt die Vorinstanz zum zutreffenden Schluss, dass auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt ist.