Citation: 1P.174/2000 10.04.2000 E. 2

2.- a) Nach § 42 Abs. 2 der Solothurner Strafprozessordnung vom 7. Juni 1970 (StPO) ist die Anordnung von Untersuchungshaft zulässig, wenn jemand einer mit Freiheitsstrafe bedrohten Tat verdächtig ist und (u.a.) die "ernstliche Gefahr" besteht, "dass der Verdächtige, in Freiheit belassen, Spuren der Tat vernichten, Beweismittel beiseite schaffen oder verändern, Zeugen oder Mitschuldige zu falschen Aussagen verleiten oder andere Personen zu einem solchen Verhalten veranlassen würde". Liegt ausser dem allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts einer der besonderen Haftgründe vor, steht einer Inhaftierung auch unter dem Gesichtswinkel der Art. 10 Abs. 2 BV und Art. 5 Ziff. 1 lit. c EMRK grundsätzlich nichts entgegen. b) Der Beschwerdeführer bestreitet zu Unrecht den dringenden Tatverdacht. Er wird nur schon durch den Umstand, dass er im Säliwald mit einer von ihm kurz zuvor gekauften Schaufel eine Grube aushob, in welcher dann die Leiche seiner Frau gefunden wurde, stark belastet. Seine Erklärung für dieses Verhalten - er sei von D.________, welcher seine Frau in seinem Beisein getötet habe, dazu gezwungen worden - wurde bisher durch die Untersuchung nicht bestätigt. Diese Erklärung vermöchte den Beschwerdeführer jedoch erst zu entlasten, wenn sie durch weitere Indizien gestützt würde. Das ist bisher nicht der Fall. Der aufgrund dieser Belastungen durch den Beschwerdeführer in Untersuchungshaft genommene D.________ musste jedenfalls am 9. Februar 2000 wieder entlassen werden, weil sich der Verdacht gegen ihn nicht erhärten liess. Keine klaren Ergebnisse ergaben die in der Zwischenzeit durchgeführten Konfrontationseinvernahmen von O.________, K.________ und G.________, da diese teils vage, teils widersprüchlich ausgefallen sind. Immerhin "glaubt" O.________, dass der Beschwerdeführer ihm erzählt habe, seine Frau mit einem Boxenkabel erwürgt zu haben. Es ist somit nicht zu beanstanden, dass das Obergericht den dringenden Tatverdacht bejahte. c) Kollusion bedeutet, dass sich der Angeschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen oder Mitbeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst. Die Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass ein Angeschuldigter die Freiheit dazu missbraucht, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhaltes zu vereiteln oder zu gefährden. Dabei genügt nach der Rechtsprechung die theoretische Möglichkeit, dass der Angeschuldigte in Freiheit kolludieren könnte, nicht, um die Fortsetzung der Haft unter diesem Titel zu rechtfertigen, vielmehr müssen konkrete Indizien für eine solche Gefahr sprechen (BGE 123 I 31 E. 3c; 117 Ia 257 E. 4b und c). Fest steht offenbar, dass der Beschwerdeführer aus medizinischen Gründen körperlich nicht in der Lage ist, eine Leiche zu transportieren, weil er wegen einer Rückenverletzung nur ganz wenig Gewicht heben kann. Sollte er der Täter sein, muss davon ausgegangen werden, dass ihm ein oder mehrere Komplizen zumindest beim Transport der Leiche vom Tat- zum Fundort geholfen haben. Es ist daher nicht von der Hand zu weisen, dass der Beschwerdeführer die Freiheit dazu nützen könnte, sich mit dem (den) Komplizen abzusprechen und allfällige Spuren der Tat zu beseitigen, wozu er wegen seiner frühen Verhaftung am Tage des Leichenfundes noch keine Gelegenheit hatte. Beim jetzigen, noch nicht sehr weit fortgeschrittenen Stand der Untersuchung ist jedenfalls mit der Möglichkeit zu rechnen, dass noch ungesicherte Beweismittel vorhanden sind, die der Beschwerdeführer allenfalls beseitigen könnte. Dass in der Zwischenzeit O.________, K.________ und G.________ mit dem Beschwerdeführer konfrontiert worden sind, vermag daran nichts zu ändern. Das Obergericht konnte daher Kollusionsgefahr annehmen, ohne die Verfassung oder die EMRK zu verletzen.