Citation: 8C_933/2009 28.04.2010 E. 4.3

4.3.1 Ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (zur diesbezüglich ausschliesslichen Relevanz bei der Prüfung der Unfallschwere: Urteile U 2/07 vom 19. November 2007 E. 5.3.1, in: SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, und [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 503/05 vom 17. August 2006 E. 2.2, 3.1 und 3.2, in: SZS 2008 S. 183), namentlich in Berücksichtigung des objektiv erfassbaren Unfallhergangs, ist der Vorfall vom 2. August 2005 innerhalb der Kategorisierung, wie sie gemäss BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff. zu erfolgen hat, mit der Vorinstanz als mittelschweres Ereignis im mittleren Bereich zu qualifizieren. Der von der Beschwerdeführerin gesteuerte Lieferwagen geriet auf der Autobahn bei einer Geschwindigkeit von 100 - 120 km/h bei starkem Regen ausser Kontrolle und kam, nachdem er auf die Mittel- und Seitenleitplanke geprallt war, seitlich liegend auf dem rechten Pannenstreifen zum Stillstand; es entstand ein Totalschaden. Die Versicherte konnte das Fahrzeug selbstständig verlassen (Rapport der Kantonspolizei N.________ vom 29. August 2009). Autounfälle, die mit vergleichbarer oder jedenfalls nicht mit geringerer Krafteinwirkung verbunden sind, werden rechtsprechungsgemäss regelmässig dem mittleren Bereich zugeordnet (vgl. die diesbezügliche Zusammenstellung im Urteil 8C_915/2008 vom 11. September 2009 E. 5.1). So sind etwa Unfälle, bei welchen das fragliche Fahrzeug bei einem Überholmanöver mit ca. 100 km/h abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleudern geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich überschlug und auf der Fahrerseite zu liegen kam (Urteil 8C_169/2007 vom 5. Februar 2008 E. 4.2), einen Lastwagen beim Überholen touchierte und sich überschlug (Urteil 8C_743/2007 vom 14. Januar 2008 E. 3), von der Strasse abkam und sich überschlug (Urteil U 213/06 vom 29. Oktober 2007 E. 7.2), auf der Autobahn in einer Kurve ins Schleudern geriet, sich überschlug und auf dem Dach liegen blieb (Urteil U 258/06 vom 15. März 2007 E. 5.2) oder sich bei einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h auf einer Autobahn über eine Mittelleitplanke hinweg überschlug, wobei die versicherte Person hin-ausgeschleudert wurde, und - mit Totalschaden - auf der Gegenfahrbahn auf dem Dach abgebremst wurde (Urteil U 492/06 vom 16. Mai 2007 E. 4.2), als mittelschwere Ereignisse im mittleren Bereich eingestuft worden. Es erhellt ohne Weiteres, dass der im vorliegenden Verfahren zu beurteilende Vorfall den vorgenannten Unfällen hinsichtlich Unfallschwere in etwa vergleichbar, sicher aber nicht als schwerer zu qualifizieren ist. Die Adäquanz des Kausalzusammenhanges wäre somit nur für den Fall zu bejahen, dass eines der in BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 angeführten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegen würde oder mehrere der Kriterien gehäuft gegeben wären. 4.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich vor, die Kriterien der besonderen Eindrücklichkeit, der fortgesetzten spezifischen ärztlichen Behandlung, der erheblichen Beschwerden und der die Unfallfolgen erheblich verschlimmernden ärztlichen Fehlbehandlung seien erfüllt. Aus der Benennung dieser Kriterien ist ersichtlich, dass die Versicherte davon ausgeht, für die Adäquanzprüfung gelange die mit BGE 134 V 109 modifizierte sog. Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung. Wie vorstehend dargestellt (E. 4.2), trifft diese Annahme indessen nicht zu, vielmehr kommt die bei psychischen Unfallfolgen heranzuziehende Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 zum Zuge. Zwei der von der Beschwerdeführerin angeführten Kriterien sind demzufolge anders zu formulieren, weil die teilweise Modifikation der adäquanzrelevanten Kriterien nur die Schleudertrauma-Praxis beschlägt, während für die Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen weiterhin die in BGE 115 V 133 (E. 6c/aa S. 140) festgelegten Kriterien massgeblich bleiben (vgl. BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116). Neben den unveränderten Kriterien der besonderen Eindrücklichkeit und der ärztlichen Fehlbehandlung erachtet die Versicherte also auch die ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung (anstelle der fortgesetzten spezifischen Behandlung) und körperliche Dauerbeschwerden (anstelle der erheblichen Beschwerden) als ausgewiesen. Zu Recht und in Übereinstimmung mit Vorinstanz und Beschwerdegegnerin behauptet sie demgegenüber nicht, die Kriterien "Schwere oder besondere Art der Verletzung", "schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen" oder "Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit" seien erfüllt.