Citation: 6B_692/2024 E. 2.3.5

2.3.5. Bezogen auf den vorliegenden Fall erwägt die Vorinstanz, dem Beschwerdeführer sei eine Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen. Sie gibt zu bedenken, dass er den Privatkläger wegen der Büsche auch dann nur ganz knapp hätte sehen können, wenn dieser mit 84 km/h entgegengekommen wäre. Daher seien weitere Kontrollblicke auf die vortrittsberechtigte Gegenfahrbahn angezeigt gewesen. Damit sei eine Sorgfaltspflichtverletzung festgestellt, weshalb sich der Beschwerdeführer nicht auf den Vertrauensgrundsatz berufen könne. Vor diesem Hintergrund lässt die Vorinstanz offen, ob der Privatkläger schon vor Beginn der Bremsspur bremste und ob zugunsten des Beschwerdeführers anzunehmen sei, der Privatkläger sei mit 100 km/h entgegengekommen.