Citation: 5A_111/2016 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin besteht darauf, dass ihr die Eigentumswohnung im Sinne von Art. 198 Ziff. 2 ZGB unentgeltlich zugefallen und deshalb ihrem Eigengut zuzuweisen sei. Entsprechend habe sie eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von Fr. 246'974.-- zugute. Zur Begründung rekapituliert die Beschwerdeführerin zunächst ihre Ausführungen im Berufungsverfahren und die Erwägungen des Kantonsgerichts. Im Übrigen argumentiert sie im Wesentlichen, die Rechtsgeschäfte rund um die einfache Gesellschaft hätten den effektiven Tatbestand einer gemischten Schenkung "dissimuliert". Dies ergebe sich daraus, dass die Parteien im Liquidationsvertrag vom 1. September 2006 einen tiefen Übernahmewert des Anteils des Beschwerdegegners von Fr. 625'000.-- stipuliert hätten, der überdies allein durch die Übernahme des hälftigen Anteils der Grundpfandschuld "bewerkstelligt" worden sei, während die angeblich separat am 30. November 2006 bezahlten Fr. 207'500.-- "erlassen und geschenkt" worden seien. Die Beschwerdeführerin meint, die "wörtliche Vertragsauslegung" der Vorinstanz widerspreche dem Vertrauensprinzip, das unter Berücksichtigung aller massgeblichen Umstände den von den Parteien gewollten Vertragsinhalt zu ermitteln verhelfe. "Aufgrund der geltend gemachten Umstände [sei] offenkundig", worum es tatsächlich gegangen sei: Die Einbringung des Grundstücks in die einfache Gesellschaft und deren spätere Liquidation hätten dazu gedient, das Grundstück vor den Gläubigern der konkursiten F.________ bzw. vor den Haftungsklagen zu schützen, welche die Konkursmasse gegen den Beschwerdegegner als Organ der F.________ erhoben habe. Eine einfache Gesellschaft, die sich ausschliesslich auf das Innehaben von Eigentum an einem Vermögenswert beschränke und der es an einer "affectio societatis" gebreche, entspreche eben effektiv nicht den Voraussetzungen einer einfachen Gesellschaft gemäss Art. 530 Abs. 1 OR. Der Beschwerdegegner habe die Eigentumswohnung und alle ihm damit zustehenden Vermögensansprüche "aus der Schusslinie der Gläubiger bringen" wollen; dazu habe die Wohnung der Ehefrau zu Eigentum übertragen und mit der Saldoklausel sichergestellt werden müssen, dass ihm keinerlei Ansprüche zustünden. Ein "Saldosplitting" dergestalt, dass nur gesellschaftsrechtliche, nicht aber güterrechtliche Ansprüche von der Saldowirkung hätten erfasst werden sollen, widerspreche Sinn und Zweck des Vertrages und übersehe zudem, dass die Wohnung durch die Gesellschaftskonstruktion gerade ausserhalb des Güterrechts behandelt werden sollte, weshalb güterrechtliche Ansprüche zum vornherein nicht zur Diskussion gestanden hätten. Die vorinstanzliche Auslegung, wonach dem Beschwerdegegner trotz der fraglichen Saldoklausel "nichtsdestoweniger auf dem Umweg über das Güterrecht doch noch Ansprüche zustünden", verletze das Bundesrecht.