Citation: 1C_28/2021 E. 7.3.1

7.3.1. Das Bundesgerichtsgesetz schreibt den Kantonen vor, dass die nach dem Gesetz vorgeschriebene gerichtliche Vorinstanz des Bundesgerichts oder eine vorgängig zuständige andere richterliche Behörde den Sachverhalt frei prüft und das Recht von Amtes wegen anwendet (Art. 110 BGG). Daraus folgt, dass der Sachverhalt im gerichtlichen Verfahren zu erstellen ist, weshalb der Vorinstanz des Bundesgerichts auch neue Tatsachen und Beweismittel unterbreitet werden können (Urteil 2C_651/2008 vom 20. April 2009 E. 4.2). Damit wird die Rechtsweggarantie von Art. 29a BV bzw. Art. 6 EMRK umgesetzt, welche eine uneingeschränkte Sachverhalts- und Rechtskontrolle durch (wenigstens) ein Gericht verlangt. Es ist vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz für die Beurteilung der Standfestigkeit der Stützmauer auf die Sachlage im Zeitpunkt des Erlasses des vorliegend angefochtenen Urteils abgestellt hat (vgl. dazu auch Urteile 1C_565/2008 vom 19. Juni 2009 E. 4.2.2; 2C_607/2008 vom 24. März 2009 E. 3.3; siehe ferner Urteil 2C_774/2020 vom 9. Oktober 2020 E. 4.3). Dies gilt entgegen der Auffassung des BVU trotz Vorliegens eines nachträglichen Baugesuches.