Citation: 4A_415/2023 E. B

B.a. Mit Klage vom 10. November 2017 machte die Klägerin beim Bezirksgericht Aarau Schadenersatzforderungen (Erwerbs-, Haushalt-, Renten-, Betreuungs- und Pflegeschaden, Ersatz von Heilungskosten und für vorprozessuale Anwaltskosten) gegen die Beklagte sowie eine Genugtuung geltend. Sie wirft der Beklagten Verletzungen der Aufklärungs- und der Sorgfaltspflicht vor. Konkret habe die anlässlich der Koloskopie erfolgte Entfernung des zufällig im Darmsigma entdeckten Polypen (sog. Polypektomie) zu einer Perforation der Darmwand geführt. Diese Darmwandperforation habe "massivste Schmerzen", einen "lebensbedrohlichen Zustand", eine "langwierige, komplikationsbehaftete Notfallbehandlung mit bleibenden grossen Narben", depressive Störungen und "verschiedenste psychosomatische Beschwerden" zur Folge gehabt. Sie (die Klägerin) habe wohl der Koloskopie, nicht aber der Entfernung des Polypen, zugestimmt. Die Polypektomie sei folglich rechtswidrig durchgeführt worden. Die Beklagte habe das Risiko einer Darmwandperforation von Beginn weg sorgfaltswidrig verkannt und die Perforation nach der Behandlung weder bemerkt noch adäquat therapiert. Die Klägerin reichte in diesem Zusammenhang ein FMH-Gutachten von Prof. Dr. med. D.________ und Dr. med. E.________ vom 1. November 2013 (nachfolgend: "FMH-Gutachten") ein. Insgesamt verlangte die Klägerin mit ihrer Klage die Bezahlung von Fr. 1'201'314.-- nebst Zins (in der Replik auf Fr. 1'149'103.-- reduziert). Die Beklagte bestritt ihre Haftpflicht und trug auf Klageabweisung an. B.b. Am 15. September 2020 erstattete Dr. med. F.________, Facharzt für Gastroenterologie, Allgemeine Innere Medizin, klinische Pharmakologie und Toxikologie, ein Sachverständigengutachten (nachfolgend: "Gerichtsgutachten"). B.c. Mit Entscheid vom 18. August 2022 wies das Bezirksgericht Aarau die Klage ab. Dagegen gelangte die Klägerin mit Berufung an das Obergericht des Kantons Aargau, welches die Berufung mit Entscheid vom 29. Juni 2023 abwies.