Citation: 5A_846/2020 E. 3.4

3.4. Der Beschwerdeführer bestreitet sodann die Schlussfolgerung des Obergerichts, wonach der Vorwurf der Videomanipulation nicht gegen den Beschwerdeführer gerichtet sei und ihn deshalb nicht persönlich treffe. Die Begründung hält gemäss dem Beschwerdeführer einer den Kontext einbeziehenden Beurteilung nicht stand. Es möge sein, dass sich der Vorwurf, das Video manipuliert zu haben, nicht gegen den Beschwerdeführer richte. Darauf komme es aber nicht an, wenn der Kontext der Sendung xxx "pflichtgemäss" in die Beurteilung einbezogen werde, wie die Empfängerin F.________ den Manipulationsvorwurf verstanden haben musste. In der Thurgauer Öffentlichkeit und darüber hinaus sei - das dürfte gerichtsnotorisch sein - bekannt, dass der Beschwerdeführer das Beweisvideo veröffentlicht und gestützt darauf eine Strafanzeige gegen den Schafmäster D.________ eingereicht habe, was auch der Empfängerin der strittigen E-Mail, die sich für die Sache interessiert und den Beschwerdeführer über die E-Mail des Beschwerdegegners informiert habe (obwohl es vorher nie einen Kontakt zwischen ihr und dem Beschwerdeführer gegeben habe), zweifellos bekannt gewesen habe sein müssen. Der Beschwerdegegner habe in seiner E-Mail eine ohne Weiteres erkennbare Videomanipulation behauptet und damit seinen in der Sendung xxx erhobenen Vorwurf, der Beschwerdeführer habe zur blossen Stimmungsmache wissentlich oder zumindest fahrlässig "falsche/haltlose/unwahre" Tierquälereivorwürfe gegen die Familie des Mästers erhoben und eine missbräuchliche Strafanzeige gegen D.________ eingereicht, ohne sich dafür zu entschuldigen. Das Obergericht legt nachvollziehbar dar, dass sich weder aus dem Wortlaut der strittigen E-Mail noch aus den Begleitumständen eine direkte Betroffenheit des Beschwerdeführers herauslesen lässt (vgl. E. 3.1). Die in der E-Mail enthaltene Passage des Beschwerdegegners erschöpft sich in der Aussage, das Video sei manipuliert. Eine Aussage darüber, wer für die Manipulation verantwortlich sein könnte, enthält die E-Mail nicht. Auch im Interview in der Sendung xxx spricht der Beschwerdegegner das Video nicht an. Eine solche Aussage kann ferner auch nicht - wie der Beschwerdeführer geltend macht - daraus hergeleitet werden, dass F.________ (wie die Thurgauer Öffentlichkeit allgemein) von der vom Beschwerdeführer erhobenen Strafanzeige und dem durch ihn veröffentlichten Video gewusst habe und daher die Aussage über die Videomanipulation als gegen den Beschwerdeführer gerichteten Vorwurf verstanden haben musste. Nach den verbindlichen Feststellungen des Obergerichts hatte der Verein C.________ - und nicht der Beschwerdeführer - die betreffenden Handlungen unternommen (vgl. Sachverhalt Bst. A.a und A.b). Auch unabhängig davon würde es - wie das Obergericht festhält - zu weit führen, aus der Aussage abzuleiten, er habe den in der Sendung xxx gegen den Beschwerdeführer erhobenen Vorwurf verstärkt. Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht bundesrechtswidrig, dass das Obergericht zum Schluss gelangt, der Beschwerdeführer sei durch die in der E-Mail enthaltenen Aussage des Beschwerdegegners ("Wie oft haben Sie sich das Video angeschaut, und dabei sich selbst die Frage gestellt, wie es aussehen würde, wenn es nicht manipuliert wäre?") nicht direkt betroffen.