Citation: U 40/06 19.01.2007 E. 4

4.1 Die National würdigte im Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2004 die medizinische Aktenlage dahingehend, es hätten bereits vor dem Unfall vom 10. Januar 1996 degenerative Veränderungen der Wirbelsäule bestanden. Der Sturz habe zwar die Beschwerden ausgelöst. Indessen sei davon auszugehen, dass der Zustand, wie er vorliegen würde, wenn sich kein Unfall ereignet hätte (Status quo sine), sicher am 1. Mai 1999 erreicht gewesen sei. Nach Auffassung des kantonalen Gerichts sind diese Beweiswürdigung und die daraus gezogenen rechtlichen Schlüsse nicht zu beanstanden. Insbesondere erbrächten die im Ergebnis übereinstimmenden Berichte des Prof. Dr. med. I.________ vom 5. Juli 2001 und des Dr. med. V.________ vom 7. September 2004 sowie das Gutachten des Prof. Dr. med. G.________ vom 9. Dezember 2003 den rechtsgenüglichen Nachweis, dass überwiegend wahrscheinlich spätestens in jenem Zeitpunkt unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung für die geklagten Rückenbeschwerden verloren hatten, also dahingefallen waren (vgl. Urteil C. vom 21. Juni 2006 [U 67/06] Erw. 3.2 mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 363 [U 355/98] S. 46 Erw. 2; ferner zum Begriff des natürlichen Kausalzusammenhangs BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen). 4.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nichts vorgebracht, was die tatsächlichen Feststellungen und rechtlichen Schlussfolgerungen des kantonalen Gerichts als unzutreffend erscheinen liesse. Insbesondere geben weder das Vorbringen, vor dem Unfall habe völlige Beschwerdefreiheit bestanden, noch der Umstand, dass Prof. Dr. med. I.________ und Dr. med. V.________ die Beschwerdeführerin nicht untersucht hatten, zu einer anderen Beweiswürdigung Anlass. Dies gilt umso mehr, als die Aussagen des Prof. Dr. med. G.________ unklar sind. Laut Gutachter war der Unfall vom 10. Januar 1996 der Auslöser für die Beschwerden. Als Folge des Sturzes sei akut eine Lumboischialgie aufgetreten. In diesem Zeitpunkt habe eine radiologisch nachweisbare, klinisch nicht manifeste degenerative Wirbelsäulenerkrankung (vor-)bestanden. Es gebe keine prospektiven Untersuchungen, die mit statistischer Signifikanz aussagen könnten, ob und wann radiologisch sichtbare degenerative Veränderungen der LWS klinisch relevant würden. Momentan existiere keine evidenzbasierte Methode, mit der eine Korrelation zwischen radiologischen Befunden und dem Zeitpunkt des Auftretens klinischer Beschwerden hergestellt werden könne und eine sichere Prognose hinsichtlich der Beschwerdeentwicklung zuliesse. Ob, und wenn ja, wann bei der Beschwerdeführerin ohne den Sturz vom 10. Januar 1996 Rückenbeschwerden aufgetreten wären, lasse sich anhand der bildgebenden Diagnostik nicht sagen, sei daher rein spekulativ. Die von Prof. Dr. med. I.________ in seinem Bericht vom 5. Juli 2001 unter Hinweis auf die aktuelle Literatur erwähnte wahrscheinliche Erholung von den Beschwerden binnen zwölf Monaten gelte nur für Personen, die nicht an degenerativen Erkrankungen litten. Anderseits hält Prof. Dr. med. G.________ ausdrücklich fest, es sei nicht möglich, den Unfall vom 10. Januar 1996 für das ununterbrochene Andauern der Beschwerden «anzuschuldigen». Der Sturz selbst über Jahre hinweg habe am Beschwerdebild an Bedeutung verloren. Der prozentuale Anteil am gegenwärtigen Symptomenkomplex sei sicherlich vom Zeitpunkt des Unfalles rückläufig. Am vorinstanzlichen Ergebnis auf Grund sorgfältiger Beweiswürdigung vermag auch die - vom kantonalen Gericht nicht weiter erörterte - Diskrepanz zwischen den Proff. I.________ und G.________ bezüglich der Interpretation von Röntgenaufnahmen und MRI vom 26. August 1997 und 28. Juni 1999 nichts zu ändern. Prof. Dr. med. I.________ führte zur Frage, ob der Vorzustand auch ohne den Unfall vom 10. Januar 1996 zu Beschwerden in der genau gleichen Form und Intensität geführt hätte, wie dies im Juni/ Juli 1999 der Fall gewesen sei, u.a. Folgendes aus: «In casu findet sich in der Röntgenaufnahme vom 28.06.1999 (Röntgeninstitut Felix Platter-Spital) eine seitliche Abwinkelung der LWS im Segment L4/L5, welches auf der Voraufnahme vom 26.08.1997 (Felix Platter Spital) noch gerade war. Diese Abwinkelung ist durch einen schicksalsmässigen asymmetrischen Degenerationsprozess in der bewiesenermassen durch den Unfall unverletzten Bandscheibe bedingt, wobei gerade dieser Diskus im MRI vom 15.10.1996 noch am wenigsten signalverändert war. Diese anatomische Veränderung und Degenerationszunahme ist mit dem Wahrscheinlichkeitsgrad der 'Sicherheit' unfallunabhängig und wäre in der genau gleichen Form und Intensität im Juni/ Juli 1999 auch ohne Unfall vorhanden gewesen.» Unter Hinweis auf diese Ausführungen hielt Prof. I.________ fest, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Beschwerden der Versicherten nur noch und ausschliesslich auf unfallfremde Ursachen zurückzuführen seien. Der Interpretation der röntgenologischen und kernspintomografischen Befunde durch Prof. I.________ widersprach Prof. Dr. med. G.________, und zwar in folgendem Sinne: «Beim Vergleich der Röntgenbilder vom 26.08.1997 und dem 28.06.1999 lässt sich keine wesentliche Zunahme der Osteochondrose L5/S1 feststellen. Die von Professor I.________ beschriebene seitliche Abwinkelung der LWS im Sinne einer rechtskonvexen Skoliose kann durchaus auch auf eine einseitige Muskelkontraktion während einer Schmerzexazerbation zurückzuführen sein. Die einseitige Degeneration des Segmentes L4/5 mit konsekutiver Abwinkelung der darüber liegenden Segmente ist nicht erkennbar. Vielmehr scheint die Abwinkelung im Segment L2/3 am grössten. Auch das am 28.06. 1999 durchgeführte MRI spricht nicht von einer einseitig betonten Degeneration des Diskus L4/5. Vielmehr sieht man auf den MRI-Aufnahmen eine eher symmetrische Einengung der lateralen Recessus beidseits. An den vorliegenden Röntgenaufnahmen sowie den Befunden der Kernspintomographien findet sich keine radiologisch fassbare schlüssige Begründung für die Beschwerdezunahme. Gleichwohl ist die Verschlimmerung der Symptomatik klinisch objektivierbar. Gemäss aktueller Literatur muss einer klinischen Beschwerdeverschlechterung nicht zwingend ein radiologisch nachweisbares Korrelat gegenüberstehen» (vgl. zur unfallversicherungsrechtlichen Bedeutung der Radioskopie bei vorbestandenen Wirbelsäulenschäden RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). 4.3 Der angefochtene Entscheid ist somit rechtens.