Citation: 1P.185/2002 29.05.2002 E. 3

3.1 Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistet den Anspruch auf rechtliches Gehör. Daraus ergibt sich der Anspruch der Parteien, mit rechtzeitig und formgültig angebotenen Beweisanträgen gehört zu werden, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind (BGE 120 Ib 379 E. 3b S. 383; 106 Ia 161 E. 2b S. 162; je mit Hinweisen). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt vor, wenn ein Gericht auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil es aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 119 Ib 492 E. 5b/bb S. 505f.; 115 Ia 97 E. 5b S. 101; je mit Hinweisen). 3.2 Das Verwaltungsgericht lehnte in seinem Entscheid den Antrag auf Durchführung eines Augenscheins ab, weil aus den Akten, insbesondere den Plänen und Fotos, hinreichend ersichtlich sei, wie sich die geplante Baute in die bauliche Umgebung um Kirche und Friedhof einordnen werde. In der Tat enthalten die Akten neben den Bauplänen und Katasterkopien Fotos, auf denen der Kirchrain, die Kirche und der Friedhof, die Zufahrt zum Bauvorhaben und die in der Wohnzone bereits bestehenden Häuser zu sehen sind. Das Verwaltungsgericht durfte deshalb ohne Willkür annehmen, dass von einem Augenschein keine zusätzlichen entscheidungserheblichen Erkenntnisse über die Einordnung der geplanten Baute in die nähere Umgebung (Kirche, Friedhof, bestehende Bauten in der Wohnzone) zu erwarten seien. 3.3 Die Beschwerdeführer machen allerdings geltend, ohne Vornahme eines Augenscheins hätte das schutzwürdige Ortsbild in der angrenzenden Kernzone nicht in die Beurteilung einbezogen werden können, namentlich die historischen Häuser an der Dorfstrasse. In der Tat enthalten die Akten keine Fotos von den Häusern an der Dorfstrasse. Die Einordnung der projektierten Baute in die angrenzende Kernzone war allerdings auch nicht Thema der Beschwerde an das Verwaltungsgericht. In ihrer gemeinsamen Eingabe an das Verwaltungsgericht vom 26. Oktober 2001 (S.2f.) hatten die Beschwerdeführer geltend gemacht, ein Augenschein unter Beizug der Parteien hätte konkrete Hinweise auf die topographischen Verhältnisse und die ortsübliche Bauweise sichtbar gemacht, die von der Baurekurskommission vernachlässigt worden seien. Alle in der anschliessenden Aufzählung (S.3 f.) erwähnten Elemente betreffen die Kirche mit dem Friedhof und die Wohnzone am Kirchrain. So wird geltend gemacht, es gebe im "Wohnbereich Kirchrain" keine nur annähernd so aufdringlich wirkende und nach gewerblichen Gesichtspunkten dimensionierte Garagenfront; das extrem in Erscheinung tretende Untergeschoss wirke am Kirchrain, neben der Kirche und ihrem Umschwung, störend; das Bauvorhaben stehe klar im Widerspruch zum "Strassenzug" Kirchrain; die lange Garagenfront mit den Anbauten links und rechts sprenge die Massstäblichkeit und die Ausgestaltung der 2-geschossigen Häuser am Kirchrain. Das Verwaltungsgericht hatte deshalb keine Veranlassung, einen Augenschein zwecks Feststellung der baulichen Verhältnisse in der Kernzone anzuordnen oder den Entscheid der Baurekurskommission wegen der Nichtvornahme eines Augenscheins in der Kernzone aufzuheben.