Citation: 9C_291/2013 E. 4.1.4

4.1.4. Im EZ-Gutachten vom 3. März 2010 wurde aus neuropsychologischer Sicht ein allgemeines kognitives Leistungsniveau im unterdurchschnittlichen Bereich (Gesamt-IQ: 81) erhoben, wobei die Kriterien einer Lernbehinderung nicht erfüllt seien. Nicht niveaugerecht seien jedoch die kalkulatorischen Fähigkeiten. Diesbezüglich postulierten die Gutachter die Verdachtsdiagnose kongenitale Dyskalkulie. Ferner stellten sie keine Hinweise auf eine psychische Erkrankung fest, weshalb sie auf eine Abklärung in diesem Fachbereich verzichteten. Aus epileptologischer Sicht wurde eine prognostisch günstige, möglicherweise nicht mehr pharmakologisch behandlungsbedürftige Epilepsie angenommen. Ferner berichteten die Experten über ein in den vergangenen Jahren dysfunktionales Krankheitsmanagement durch die Beschwerdeführerin sowie deren Mutter mit einer Überbewertung der gutartigen Epilepsie. Insgesamt sei keine nennenswerte Einschränkung der Arbeits- und Wiedereingliederungsfähigkeit vorhanden. Infolge der Epilepsie seien jedoch keine Tätigkeiten zumutbar, welche das Führen von Fahrzeugen der Kategorie C, C1, D und D1 erforderten. Bei der anzunehmenden kongenitalen Dyskalkulie schieden zudem Tätigkeiten aus, bei denen der Umgang mit Zahlen im Vordergrund stehe. Mit Blick auf die Adipositas permagna (BMI 44,1) bzw. den Status nach operativ saniertem Bandscheibenvorfall sei eine - allenfalls bestimmte körperliche Tätigkeiten betreffende - Einschränkung der Arbeitsfähigkeit denkbar, insgesamt sei aber eine körperliche Aktivierung resp. eine regelmässige berufliche Tätigkeit für die Prognose dieser beiden Erkrankungen eher günstig. Weil die Beschwerdeführerin nie auf dem freien Arbeitsmarkt tätig gewesen sei, dürfte der berufliche Einstieg schwierig werden. Deshalb seien Integrationsmassnahmen sinnvoll. Ohne begleitende Massnahmen lasse sich kaum ein Arbeitgeber finden, der genug Vertrauen in die Beschwerdeführerin setze.