Citation: 8C_689/2014 E. 3.4

3.4. Der vorinstanzlichen Auffassung, es liege eine eigenständige, die Arbeitsfähigkeit einschränkende, invalidisierende depressive Erkrankung vor, kann nicht gefolgt werden: Wie die Beschwerdeführerin zu Recht einwendet, lässt sich den Angaben im psychiatrischen Konsiliargutachten vom 24. September 2010 zur Krankheitsentwicklung entnehmen, dass die depressive Symptomatik nach der im Juli 2008 erfolgten Hysterektomie in Zusammenhang mit den damit anhaltenden Schmerzen (lumbale Schmerzen, häufig mit Unterleibsschmerzen kombiniert) auftrat, sodass eine ambulante psychosomatische Rehabilitation in der Klinik Teufen erfolgte. Dies deckt sich mit den Angaben der Beschwerdegegnerin zur gesundheitlichen Beeinträchtigung anlässlich ihrer Anmeldung bei der Invalidenversicherung. Zu diesem Krankheitsverlauf lässt sich den medizinischen Feststellungen im angefochtenen Entscheid nichts entnehmen. Ebenso wenig äusserte sich die Vorinstanz zu den widersprüchlichen Angaben im psychiatrischen Konsiliargutachten, indem darin S. 9 eine chronische psychiatrische Begleiterkrankung (zur Schmerzstörung) mit mehrjährigem Verlauf verneint und die Folgen der Schmerzkrankheit als überwindbar taxiert, jedoch S. 12 eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere und Dauer bejaht wurde. Sie setzte sich auch nicht mit dem Umstand auseinander, dass die Experten im Hauptgutachten im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung bei der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit insofern vom psychiatrischen Teilgutachten abwichen, als sie, im Gegensatz zu diesem, die reduzierte Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten nicht mit der depressiven Symptomatik, sondern einzig mit dem Hinweis auf die subjektiv bestehende Einschränkung durch das weichteilrheumatische Schmerzsyndrom, begründeten. Auch finden sich im MEDAS-Gutachten wie im Gutachten des Dr. med. C.________ vom 24. April 2009 deutliche Anhaltspunkte dafür, dass sich vorhandene invaliditätsfremde Elemente nicht klar vom medizinischen Leiden selbst trennen lassen, indem Dr. med. B.________ ausführte, vorrangig hätten die psychosozialen Belastungsfaktoren eine weitere Verbesserung der Arbeitsfähigkeit verhindert und auch Dr. med. C.________ angab, die Prognose des Heilverlaufs und der Arbeitsunfähigkeit sei abhängig von äusseren Faktoren wie der Krankheitsentwicklung des Ehemannes und anderen familiären Belastungen (Entwicklung der Kinder, was das kantonale Gericht ebenfalls übersah. Aus der Expertise der MEDAS und der übrigen medizinischen Unterlagen ergibt sich somit, dass von einer vom übrigen Beschwerdebild losgelösten, leichten bis mittelschweren depressiven Störung nicht gesprochen werden kann. Die gegenteiligen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz sind offensichtlich unrichtig (E. 1 hiervor). Aufgrund des ausgewiesenen Zusammenhangs zwischen den schmerzbedingten Beschwerden und der leicht- bis höchstens zeitweilig mittelgradigen Depression ist nicht von einer sozialversicherungsrechtlich relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne der Rechtsprechung auszugehen. Überdies könnte das depressive Beschwerdebild erfahrungsgemäss medikamentös erfolgreich behandelt werden (Urteil 9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2 mit Hinweis), was mit Blick auf die Hinweise im Gutachten, es müsse die Medikamentencompliance beachtet werden und bei den Laborkontrollen sei aufgefallen, dass das verordnete Antidepressivum mit sehr niedrigem Blutspiegel an der Grenze zum therapeutischen Bereich und das verordnete Analgetikum gar nicht nachweisbar gewesen sei, nicht hinreichend versucht wurde. Gestützt hierauf stellte sich die gutachterliche Frage, ob die Beschwerdegegnerin die verordneten Medikamente überhaupt, wie vom behandelnden Arzt verordnet, einnehme, und ob sie sich im Alltag doch weniger gesundheitlich eingeschränkt fühle, als dass sie die regelmässige Einnahme der verordneten Medikamente für notwendig erachte. Zusammenfassend kann die depressive Erkrankung nicht als selbstständiges, vom Schmerzgeschehen losgelöstes, invalidisierendes Leiden angesehen werden, was die Vorinstanz in Verletzung von Bundesrecht verkannte.