Citation: I 135/01 07.11.2001 E. 3

3.- Zunächst ist auf Grund der ärztlichen Gutachten und Berichte zu prüfen, ob eine Invalidität vorliegt. a) Zum Gesundheitszustand und zur Erwerbs- bzw. Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äusserte sich der zuhanden des Hausarztes Dr. med. M.________ verfasste ärztliche Bericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y.________ vom 13. Mai 1998, erstellt von den Dres. med. A.________ und B.________. In diesem Bericht wurde die Diagnose eines chronischen lumbospondylogenen Syndroms links mehr als rechts bei anlagebedingt engem Spinalkanal, Wirbelsäulen-Fehlform und -haltung und Status nach Morbus Scheuermann im thorako-lumbalen Übergang gestellt. Klinisch wurden eine stark eingeschränkte Beweglichkeit der LWS und ausgeprägte Druckdolenzen gluteal beidseits und im Bereich der HWS erhoben. In einem so genannten "PACT-Selbsteinschätzungstest" zeigte sich, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitskraft tiefer einschätzte, als sie seinen objektiven, ergonomisch festgestellten Möglichkeiten entsprach. Im Rahmen dieser ergonomischen Abklärungen ergab sich, dass die Verrichtung von leichten Arbeiten mit wechselnder Position während einer Stunde problemlos möglich war. Die untersuchenden Ärzte kamen zum Schluss, der Beschwerdeführer sei aus rheumatologischer Sicht für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten vollumfänglich arbeitsfähig. Für schwere Arbeiten, wie die bisherige Tätigkeit als Gärtner, wurde eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit angenommen. Die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Wiedereingliederung wurde allerdings als gering eingeschätzt. Auf entsprechende Anfrage der IV-Stelle bestätigten die beiden Ärzte die vorstehend dargestellten Diagnosen und Befunde sowie die Angaben zur Arbeitsfähigkeit auf dem Formular "Arztbericht" bzw. in einer Ergänzung zu demselben, datierend vom 17. Juli 1998. Zu letzterem Bericht ist zu erwähnen, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als "besserungsfähig" bezeichnet wurde, medizinische Massnahmen als nicht nötig, hingegen berufliche Massnahmen insofern als angezeigt erachtet wurden, als eine Arbeit mit weniger schwerer Hebetätigkeit zu finden sei. Im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. S.________ vom 18. November 1998, welches von der IV-Stelle in Auftrag gegeben worden war, wurde das Vorliegen einer psychischen Störung mit Krankheitswert und Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verneint. Der Gutachter führte die wesentlichen medizinischen Vorakten auf, hielt fest, dass der Beschwerdeführer seine Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in beide Beine "ohne jegliche Tendenz zur Aggravation oder demonstrativem Verhalten" schildere und schloss mit der Aussage, die grosse Diskrepanz zwischen der Befindlichkeit des Beschwerdeführers und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht mit der psychischen Situation erklären. Bei den Akten der IV-Stelle finden sich weiter ein Bericht von Dr. med. P.________, Klinik Z.________ vom 31. Oktober 1997 an den Hausarzt Dr. med. M.________, Allg. Medizin FMH, sowie verschiedene Schreiben und Berichte dieses Hausarztes, insbesondere dessen Arztbericht an die IV-Stelle vom 30. Juni 1998. Der Bericht der Klinik Z.________ enthält im Wesentlichen die gleiche Diagnose wie sie ein halbes Jahr später im Bericht der Dres. med. A.________ und B.________ gestellt wird. Allerdings nahm Dr. med. P.________ für eine leichte, die Wirbelsäule nicht belastende Tätigkeit nicht eine 100 %ige, sondern eine mindestens 75 %ige Arbeitsfähigkeit an. Der Hausarzt Dr. med. M.________ bestätigte die schubweise auftretenden starken Schmerzen und verwies auf die gescheiterten Therapieversuche; bezüglich der Reintegration in den Arbeitsprozess stellte er eine schlechte Prognose, entsprechend bestätigte er jeweils in den Arbeitszeugnissen eine "dauernde" Arbeitsunfähigkeit. In etwa im gleichen Zeitpunkt, in welchem die angefochtene Verfügung erlassen wurde - nämlich am 16. März 1999 - erstellte das Zentrum für Wirbelsäulenleiden, Spital C.________ offenbar auf Verlangen des Anwaltes des Beschwerdeführers einen weiteren Arztbericht. Dieser wurde wiederum von Dr. med. P.________ verfasst, welcher zwischenzeitlich von der Klinik Z.________ zum Zentrum für Wirbelsäulenleiden gewechselt hatte. Dieser Arztbericht wurde erst im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren ins Recht gelegt, er stand also der IV-Stelle bei ihrem Entscheid nicht zur Verfügung; allerdings hat der Beschwerdeführer durch seinen Vertreter im Beschwerdeverfahren weitere medizinische Abklärungen beantragt bzw. die Einreichung eines Arztberichtes von sich aus in Aussicht gestellt. Weil sich dieser Arztbericht auf die Verhältnisse im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung bezieht, ist er - wie auch die Vorinstanz zu Recht festhält - zu beachten. Dr. med. P.________ nahm in seinem zweiten Bericht lediglich noch eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für leichte Tätigkeiten an, für die Tätigkeit als Gärtner verneinte er jegliche Arbeitsfähigkeit. Vor Erlass der angefochtenen Verfügung wurde auch der Bericht von Dr. med. M.________ vom 25. Oktober 1998 zuhanden des Vertrauensarztes der Berner Versicherung verfasst, welcher ebenfalls im vorinstanzlichen Verfahren eingereicht wurde und insofern von Interesse ist, als der Hausarzt die Einschätzung, der Beschwerdeführer könne in einer leichten Arbeit zu 100 % tätig sein, "als schlicht unrealistisch" bezeichnete. Zudem wies Dr. med. M.________ darauf hin, dass sich die Schmerzen bei geringer Belastung verstärkten. Im Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht wurden - wie bereits erwähnt - drei weitere ärztliche Berichte, zwei des Hausarztes Dr. med. M.________ und einer von Dr. med. P.________, eingereicht. Soweit in diesen Berichten eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach dem 8. März 1999 festgestellt wird, sind sie für das vorliegende Verfahren nicht von Belang; nicht beachtlich ist demnach die zwischenzeitlich diagnostizierte depressive Überlagerung. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach Erlass der abweisenden Verfügung ist allenfalls im Rahmen des Erlasses einer neuen Verfügung zu prüfen. Soweit sich die nachgereichten Arztberichte allerdings zum Gesundheitszustand im Zeitpunkt des Verfügungserlasses äussern bzw. bereits bei den Akten liegende Berichte erläutern und ergänzen, sind auch diese Berichte in die Beurteilung einzubeziehen. b) Die vorgestellten ärztlichen Berichte und Gutachten sind nach den vorstehend (vgl. Erw. 2d) dargestellten Grundsätzen zu würdigen. Die Vorinstanz stellt weitgehend auf den Bericht der Dres. med. A.________ und B.________ vom 13. Mai 1998 ab. Dieser dreiseitige Bericht ist allerdings kein Gutachten. Er setzt sich mit abweichenden Meinungen, insbesondere der Auffassung des Hausarztes, nicht auseinander. Es wird darin auch nicht auf die Berichte vom 21. November 1996 und Juli 1997 (von dem sich bei den Akten nur ein unvollständiges Exemplar findet) über frühere Hospitalisationen in der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des Spitals X.________ oder den Bericht der Klinik Z.________ vom 31. Oktober 1997 eingegangen; es ist unklar, ob den beiden Ärzten diese Berichte und die sonstigen medizinischen Akten überhaupt zur Verfügung standen. Anzumerken ist dazu, dass der erste Bericht der Dres. med. A.________ und B.________ nicht im Auftrage der IV-Stelle verfasst wurde, die Zuweisung erfolgte vielmehr durch den Hausarzt. Beweismässig auf die gleiche Stufe wie der Bericht der Dres. med. A.________ und B.________ ist der Bericht der Klinik Z.________ von Dr. med. P.________ zu stellen. Auch dieser Bericht erfüllt die Anforderungen an ein Gutachten nicht, auch er ist nicht als solches konzipiert. Inhaltlich stimmen die beiden Berichte hinsichtlich der Diagnose weitgehend überein, eine Divergenz besteht aber beim angenommen Grad der Arbeitsfähigkeit. Während Dr. med. P.________ schon in Herbst 1997 eine gewisse Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auch bei leichten Tätigkeiten annimmt, bejahen die Dres. med. A.________ und B.________ im Sommer 1998 eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten. Die Divergenz kann für den Grad der Invalidität von Belang sein. Es kommt hinzu, dass Dr. med. P.________ in seinem zweiten Bericht, welcher vom 16. März 1999 datiert und also in etwa im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (8. März 1999) verfasst wurde, auch für leichte Tätigkeiten eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit postulierte. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist die veränderte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den gleichen Arzt durch eine mittlerweile eingetretene Verschlechterung erklärbar. Die Berichte des Hausarztes bestärken den Eindruck, dass eine beträchtliche Arbeitsunfähigkeit in Frage kommt. Der Hausarzt liefert auch eine Erklärung für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, indem er auf die Belastung durch die chronischen Schmerzen hinweist. Auch wenn die Berichte eines Hausarztes gemäss der Rechtsprechung (vgl. Erw. 2d) mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen sind, sind sie im vorliegenden Fall doch in die Beurteilung einzubeziehen, weil sie einen fundierten Eindruck vermitteln und zeigen, dass der Hausarzt nicht einfach eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigte, sondern sich intensiv um Abklärung und Therapie - bis anhin leider ohne Erfolg - bemühte. Im Bericht der Dres. med. A.________ und B.________ wird umgekehrt der vom Hausarzt angesprochenen Schmerzproblematik kaum Raum eingeräumt; aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführer während einer Stunde anscheinend ohne Probleme leichte Arbeiten ausführen konnte, wird einfach abgeleitet, er könne vollschichtig tätig sein; eine mögliche Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit wegen der unterschiedlichen, manchmal sehr starken Schmerzen wird gar nicht diskutiert. Weil die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im letztgenannten Bericht nicht überzeugend begründet ist, insbesondere die Auswirkungen der geklagten Beschwerden (Schmerzen) nicht untersucht wurden, und weil zudem bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ein Widerspruch zum Bericht Dr. med. P.________ besteht, ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass lediglich gestützt auf den Bericht der Dres. med. A.________ und B.________ die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 100 % für leichte Tätigkeiten nicht angängig ist. Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. S.________ ist zwar umfassend und gibt die wesentlichen medizinischen Vorakten wieder, kann aber zur Klärung der Frage nach dem Grad der Arbeitsunfähigkeit wenig beitragen, da dieser Arzt das Vorliegen einer psychischen Krankheit und dementsprechend eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit klar verneint und sich zur somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit richtigerweise nicht äussert. Festzuhalten ist immerhin, dass jede Demonstrations- oder Aggravationstendenz entschieden verneint wird und dass gemäss diesem Bericht die Diskrepanz zwischen der subjektiven Befindlichkeit des Patienten und der ihm zugeschriebenen Arbeitsunfähigkeit nicht mit der psychischen Situation des Versicherten erklärt werden kann. Angesichts dieser sich teilweise widersprechenden und auch nicht durchwegs nachvollziehbaren Arztberichte kann der Invaliditätsgrad mangels zuverlässiger Aussagen über den Umfang der verbleibenden Arbeitsfähigkeit nicht abschliessend bestimmt werden. Immerhin ist davon auszugehen, dass mindestens ein Invaliditätsgrad von 26 % vorliegt, wie dies die IV-Stelle unter Annahme einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten berechnet hat. Wie sich aus den nachstehenden Erwägungen (Erw. 4) ergibt, kann vorläufig offen gelassen werden, ob ein rentenbegründender Invaliditätsgrad vorliegt.