Citation: 6B_564/2022 E. 4.3

4.3. Die vorinstanzlichen Erwägungen hinsichtlich der Beurteilung des Inhalts des Schreibens von Dr. med. B.________ vom 6. September 2020 sind nicht zu beanstanden. Was die Beschwerdeführerin dagegen einwendet, verfängt nicht. Der Titel dieses Schreibens "Ärztliches Zeugnis" (Beschwerde S. 20 f.) vermag nichts daran zu ändern, dass es in Berücksichtigung der vom Arzt gewählten Formulierung (en) in materieller Hinsicht lediglich als Empfehlung und keineswegs als Nachweis i.S.v. Art. 3a Abs. 1 lit. b aCovid-19-Verordnung besondere Lage zu werten ist (zum genauen Wortlaut, vgl. E. 2.2). An der Sache vorbei geht die Bemerkung der Beschwerdeführerin, es dürfe nicht erwartet werden, dass ein ärztliches Attest einen Diagnosekatalog enthalte (Beschwerde S. 18 und S. 20 f.). Auch wenn nicht erforderlich ist, dass der konkrete (medizinische) Grund für den Dispens von der Maskentragepflicht im Nachweis ausdrücklich genannt wird, erfordert ein Nachweis i.S.v. Art. 3a Abs. 1 lit. b aCovid-19-Verordnung besondere Lage in inhaltlicher Hinsicht dennoch zumindest die Konkretisierung, dass bei der betreffenden Person tatsächlich ein medizinischer Grund i.S.v. Art. 3a Abs. 1 lit. b aCovid-19-Verordnung besondere Lage vorliegt. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass aus dem fraglichen Schreiben selber nicht hervorgeht, dass bei der Beschwerdeführerin tatsächlich medizinische Gründe vorlagen, aufgrund denen jene keine Gesichtsmaske tragen konnte. Vorliegend kann somit dahingestellt bleiben, ob auf das Email des ausstellenden Arztes vom 5. Mai 2022 sowie auf das darauf gestützte Vorbringen der Beschwerdeführerin, dieser habe festgestellt, dass sie durch das Tragen der Gesichtsmaske unter starker Atemnot sowie starkem Schwindel leide (Beschwerde S. 20 und act. 2, Beleg 4), eingetreten werden kann, weil nicht erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gab (Art. 99 Abs. 1 BGG). Zumindest im kantonalen Verfahren machte die Beschwerdeführerin nicht geltend, dass in ihrer Person liegende gesundheitliche Gründe vorgelegt hätten, aufgrund denen sie keine Gesichtsmaske hätte tragen können. Weil das Schreiben von Dr. med. B.________ vom 6. September 2020 bereits in materieller Hinsicht nicht als Nachweis i.S.v. Art. 3a Abs. 1 lit. b aCovid-19-Verordnung besondere Lage zu qualifizieren ist, erübrigt es sich, auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin dazu einzugehen (Beschwerde S. 17 ff. und Vernehmlassungsantwort S. 2), ob es in formeller Hinsicht hinlänglich war.