Citation: 7B_348/2023 E. 2.2.3

2.2.3. Die vorinstanzliche Argumentation ist nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer kann aufgrund seiner Vorstrafe als prozesserfahren bezeichnet werden. Er versteht und spricht Deutsch, wie dem aktenkundigen Einvernahmeprotokoll vom 5. März 2023 entnommen werden kann. Dass er "sprachlich nicht in der Lage ist", seine Interessen zu wahren, trifft demnach, entgegen seiner Behauptung, nicht zu. Andere konkrete Anhaltspunkte für die vom Beschwerdeführer behaupteten "begrenzten geistigen Ressourcen", aufgrund welcher davon auszugehen wäre, er sei nicht in der Lage, ohne anwaltliche Unterstützung seine Argumente hinsichtlich der ihm vorgeworfenen Delikte vorzutragen und sich sachgerecht zu verteidigen, sind nicht ersichtlich. Solche lassen sich insbesondere nicht aus dem Umstand ableiten, dass angeblich gewisse Aussagen des Beschwerdeführers "schlicht komplett unverständlich" seien. Die Antworten des Beschwerdeführers auf die Fragen der Polizei sind nicht als unverständlich, sondern vielmehr als widersprüchlich zu bezeichnen. Daraus ergibt sich aber kein Anspruch auf eine amtliche Verteidigung. Dasselbe gilt auch für den Umstand, dass der Beschwerdeführer nicht geständig ist. Nicht gefolgt werden kann sodann der Behauptung des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht verletzt, da sie nicht aufzeige, weshalb der Straffall in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht einfach sei und keine Schwierigkeiten ersichtlich seien. Die Vorinstanz setzt sich in E. 5 des angefochtenen Entscheids nachvollziehbar und ausführlich mit den vom Beschwerdeführer vorgetragenen Argumenten, weshalb ihm die amtliche Verteidigung zu bewilligen sei, auseinander und zeigt auf, weshalb sie anderer Auffassung ist. Wenn sie in E. 5.3 festhält, der Straffall sei in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht einfach und es seien keine Schwierigkeiten ersichtlich, denen der Beschwerdeführer alleine nicht gewachsen sei, verweist sie damit, zumindest implizit, auf ihre vorangehenden Erwägungen. Dies ist nicht zu beanstanden, zumal der angefochtene Entscheid als Ganzes zu lesen und zu verstehen ist. Auch wenn vorliegend zusätzlich in Betracht zu ziehen ist, dass eine Hausdurchsuchung stattgefunden hat, der Beschwerdeführer sich einer Leibesvisitation unterziehen musste und sein Mobiltelefon ausgewertet wurde, ist die Vorinstanz zu Recht von einem Bagatellfall ausgegangen. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers werden ihm denn auch keine "schwerwiegenden Deliktsvorwürfe" gemacht. Zum jetzigen Zeitpunkt droht ihm, wie von der Vorinstanz festgehalten und vom Beschwerdeführer nicht bestritten, selbst unter Berücksichtigung des Widerrufs der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 30.--, eine Strafe, die unter den in Art. 132 Abs. 3 StPO genannten Schwellenwerten liegt. Weitere besondere Umstände, die gleichwohl eine amtliche Verteidigung als angezeigt erscheinen liessen, sind nicht ersichtlich. Unbehelflich ist jedenfalls der Einwand des Beschwerdeführers, der Fall sei von grosser Bedeutung, weil ihm als Flüchtling aus Syrien die konkrete Gefahr einer Wegweisung drohe. Wie die Vorinstanz erwägt, hat das Staatssekretariat für Migration dem Beschwerdeführer lediglich eine förmliche Verwarnung erteilt und festgehalten, dass bei einer erneuten Zuwiderhandlung die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme und die Wegweisung aus der Schweiz eingehend geprüft werde. Zum jetzigen Zeitpunkt droht dem Beschwerdeführer indessen noch keine Wegweisung. Die Vorinstanz hält daher zu Recht fest, es lasse sich aus diesem Umstand keine konkrete, unmittelbare schwere Betroffenheit des Beschwerdeführers ableiten. Es ist folglich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Nichtbestellung der amtlichen Verteidigung schützte.