Citation: 4C.358/2000 13.02.2001 E. 2

2.- Im Weiteren macht die Klägerin geltend, die Vorinstanz habe die Beweisvorschrift von Art. 8 ZGB verletzt. Art. 8 ZGB regelt für den gesamten Bereich des Bundesprivatrechts die Verteilung der Beweislast und damit den Begriff und die Folgen der Beweislosigkeit. Er bestimmt einerseits, welche Partei die Folgen der Beweislosigkeit trägt, schreibt aber anderseits auch vor, unter welchen Umständen das Gericht von Beweislosigkeit ausgehen darf. Dies bedeutet insbesondere, dass das kantonale Gericht keine unzutreffenden Anforderungen an das Beweismass stellen, nicht unbesehen bestrittene Parteibehauptungen als erwiesen erachten und nicht von Beweislosigkeit ausgehen darf, solange noch prozesskonform angebotene, taugliche Beweisanträge der beweisbelasteten Partei bestehen. Dagegen schreibt Art. 8 ZGB dem kantonalen Gericht nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist und wie die Beweise zu würdigen sind. Insbesondere schliesst er auch vorweggenommene Beweiswürdigung nicht aus (BGE 126 III 315 E. 4a; 122 III 219 E. 3c). Entgegen der Auffassung der Klägerin hat die Vorinstanz das bundesrechtliche Beweismass nicht verkannt, wenn sie zum Schluss gelangte, die Parteien hätten die Dauer des Rückandienungsrechts in der Betriebsübernahmevereinbarung gegenüber der früher abgeschlossenen Rahmenvereinbarung nicht verkürzen wollen. Es bestehen keine Anhaltspunkte im angefochtenen Urteil, dass das Handelsgericht diesen Schluss aus den erwähnten Indizien nicht zur vollen Überzeugung gewonnen hätte. Hat die Vorinstanz aber insofern aus den vorliegenden Beweisen bundesrechtskonform Beweislosigkeit verneint und einen Schluss über den tatsächlichen Willen der Parteien zur Dauer des Rückandienungsrechts gezogen, so ist die Beweislastverteilung gemäss Art. 8 ZGB gegenstandslos und die bundesrechtliche Beweisvorschrift ist nicht verletzt.