Citation: 6B_470/2016 E. 1.1

1.1. Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung. Die Vorinstanz nehme tatsachenwidrig an, der Beschwerdegegner habe die mit einer Leuchtjacke bekleidete, gemäss Zeugenaussagen mitten auf der Kreuzung stehende Verkehrskadettin bei seiner Anfahrt nicht sehen können. Tatsächlich habe er das ihm "Halt" bedeutende Handzeichen einzig infolge mangelnder Aufmerksamkeit übersehen. Gemäss Fotodokumentation hätten die vorhandenen Hindernisse die Sicht auf die Verkehrskadettin allenfalls minimal behindert. Zudem habe der Beschwerdegegner bereits bei der vorgelagerten Haltestelle längere Zeit ideale Sicht auf die vor ihm liegende Kreuzung gehabt. Die Vorinstanz beantworte nicht, warum die Verkehrskadettin den Beschwerdegegner gesehen habe, dasselbe ihm aber unmöglich gewesen sein soll. Sie weiche insofern vom Anklagesachverhalt ab. Sie beschränke sich unzulässig auf eine Willkürprüfung der erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen, welche sie als "erstaunlich kategorisch" bezeichne, worauf sie aber trotz offensichtlicher Mängel dennoch abstelle. Damit verletze sie den Untersuchungsgrundsatz. Ohnehin sei gestützt auf die Zeugenaussagen, die Fotodokumentation und die allgemeine Lebenserfahrung erstellt, dass der Beschwerdegegner die Verkehrskadettin bei genügender Aufmerksamkeit hätte sehen müssen. Wenn die Vorinstanz stattdessen auf den offensichtlich untauglichen, mangelhaft dokumentierten erstinstanzlichen Augenschein abstelle, verfalle sie in Willkür.