Citation: H 228/98 25.07.2000 E. 3

3.- a) Das kantonale Gericht hat unter Hinweis auf Gesetz (Art. 52 AHVG) und Rechtsprechung (BGE 96 V 124; vgl. auch BGE 123 V 15 Erw. 5b mit Hinweisen) die Voraussetzungen zutreffend dargelegt, unter welchen die Organe einer juristischen Person den der Ausgleichskasse in Missachtung der Vorschriften über die Beitragspflicht und -zahlung (Art. 14 AHVG, Art. 34 ff. AHVV) entstandenen Schaden zu ersetzen haben. Darauf kann verwiesen werden. b) Soweit der Beschwerdeführer 1 den öffentlich-rechtlichen Charakter der Haftung nach Art. 52 AHVG in grundsätzlicher Hinsicht und damit die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Nidwalden zum Erlass des angefochtenen Entscheids anzweifelt, steht dies im Widerspruch zur ständigen Rechtsprechung (BGE 118 V 195 Erw. 2a, 108 V 186 Erw. 1b, 193 Erw. 2b, je mit Hinweisen; ZAK 1985 S. 576 Erw. 2; SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 213 Erw. 3; in jüngerer Zeit bestätigt im nicht veröffentlichten Urteil S. vom 28. Mai 1999, H 25/98) und zur Lehre (Ueli Kieser, Alters- und Hinterlassenenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], S. 66 f. Rz 99; Thomas Nussbaumer, Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG, in: AJP 9/96 S. 1073 f.; ders. , Die Ausgleichskasse als Partei im Schadenersatzprozess nach Art. 52 AHVG, in ZAK 1991 S. 383; Jean-MauriceFrésard, Laresponsabilitédel'employeur pour le non-paiement des cotisations d'assurances sociales selon l'art. 52 LAVS, in: SVZ 55/1987 S. 1). Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat wiederholt erklärt, dass die Nichterfülung der Beitrags- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers, welche eine gesetzlich vorgeschriebene öffentlich-rechtliche Aufgabe ist, eine Missachtung der in Art. 52 AHVG geregelten Verschuldenshaftung - aus öffentlichem Recht - bedeutet und die volle Schadendeckung nach sich zieht (BGE 118 V 195 Erw. 2a). Daran ist festzuhalten. c) Der Beschwerdeführer 1 bringt unter Hinweis auf BGE 121 V 240 im Weiteren vor, die Ausgleichskasse habe die Schadenersatzverfügungen vom 12. Januar 1996 nicht rechtzeitig innert der in Art. 82 Abs. 1 AHVV statuierten einjährigen Frist erlassen, da sie spätestens am 6. Oktober 1994 - im Zeitpunkt der Eingabe der Gesamtforderung von Fr. 61'482. 70 im summarischen Konkursverfahren - Kenntnis des Schadens gehabt habe. Diesem Einwand ist entgegenzuhalten, dass Schadenskenntnis im Sinne der Rechtsprechung auch im Falle der Anordnung des summarischen Konkursverfahrens in der Regel im Zeitpunkt der Auflage des Kollokationsplanes und des Inventars vorliegt (BGE 116 V 75 Erw. 3b mit Hinweisen, zuletzt bestätigt im nicht veröffentlichten Urteil I. vom 27. Juni 2000, H 12/99). Es sind vorliegend weder hinreichende Gründe ersichtlich, welche für ein Abweichen von diesem Grundsatz sprechen würden, noch konkrete Umstände gegeben, aus denen auf eine ausnahmsweise Vorverlegung des Zeitpunkts der Schadenskenntnis geschlossen werden müsste. Dies führt zum Ergebnis, dass die Ausgleichskasse die Schadenersatzverfügungen vom 12. Januar 1996 - Kollokationsplan und Inventar wurden am 20. Januar 1995 aufgelegt - innerhalb der einjährigen Verwirkungsfrist gemäss Art. 82 Abs. 1 AHVV erlassen hat.