Citation: 5A_968/2021 E. 6.4.4

6.4.4. Entgegen dem Obergericht erachtet die Beschwerdeführerin es nicht als notorisch, dass in Südafrika für inländische Zahlungen bei der empfangenden Kontoinhaberin keine Spesen anfallen. Solches könne allenfalls für die Schweiz angenommen werden. Nichts anders ergebe sich aus der Konsultation des vom Obergericht ausserdem genannten "Pricing Guide". Auch dieser lasse nicht sofort und ohne Weiteres erkennen, ob der Beschwerdeführerin der gesamte ihr geschuldete Betrag gutgeschrieben worden sei. Dazu müssten auch die Geschäftsbedingungen der Empfängerbank beigezogen werden. Eine offenkundige Tatsache liege mithin nicht vor und die beweisbelasteten Beschwerdegegnerinnen hätten die Überweisung des vollen Betrags von ZAR 50'000.-- und damit den Bedingungseintritt nicht nachgewiesen. Wie die Beschwerdeführerin richtig vorträgt, hat das Obergericht es in erster Linie als notorisch und damit nicht zu behaupten oder zu beweisen erachtet, dass dieser bei der Überweisung keine Spesen angefallen sind und ihr entsprechend der gesamte vertraglich geschuldete Betrag überwiesen wurde. In zweiter Linie leitete sie diesen Umstand indessen aus dem "Pricing Guide" der Empfängerbank ab. Hierbei handelt es sich um eine den angefochtenen Entscheid in diesem Punkt ebenfalls tragende Alternativbegründung, was die Beschwerdeführerin missachtet. Diese stellt die entsprechende Beweiswürdigung daher nicht infrage und geht auf den "Pricing Guide" allein im Zusammenhang mit ihren Ausführungen zur Notorietät ein. Unter diesen Umständen ist die Beschwerde unzureichend begründet (vgl. vorne E. 5.3 und die dortigen Hinweise).