Citation: 6B_791/2019 E. 2.2

2.2. Nach Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft unter anderem dann die vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a). Eingestellt werden darf grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen (Grundsatz in dubio pro duriore). Hingegen ist (sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt) Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1 S. 243; 138 IV 186 E. 4.1 S. 190). Gegenstand des bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens ist, ob die Vorinstanz einen hinreichenden Tatverdacht verneinen durfte. Auf der Ebene des Sachverhalts greift das Bundesgericht nur ein, wenn die Vorinstanz willkürlich von einer (die Straflosigkeit bewirkenden) "klaren Beweislage" ausgeht. Dies trifft zu, wenn der Schluss, es liege ein klarer Sachverhalt vor, schlechterdings unhaltbar ist (BGE 143 IV 241 E. 2.3.2 S. 245; Urteil 6B_1308/2018 vom 11. April 2019 E. 2.1.2; zur Anwendung des Grundsatzes in dubio pro duriore als Rechtsregel vgl. BGE 143 IV 241 E. 2.3.3 S. 245).