Citation: 6B_523/2023 E. 1.5.1

1.5.1. Nach der Rechtsprechung kann sich der Ausländer auf das Recht auf Privatleben nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen, sofern er besonders intensive soziale und berufliche Verbindungen zur Schweiz aufweist, die über jene einer gewöhnlichen Integration hinausgehen. Ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führt eine bestimmte Anwesenheitsdauer automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; Urteile 6B_1428/2020 vom 19. April 2021 E. 2.6.1; 6B_1424/2019 vom 15. September 2020 E. 3.4.1; je mit Hinweisen). Der besonderen Situation von in der Schweiz geborenen oder aufgewachsenen ausländischen Personen wird Rechnung getragen, indem eine längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration, in aller Regel als starkes Indiz für das Vorliegen von genügend starken privaten Interessen und damit für die Bejahung eines Härtefalls zu werten ist. Bei der allenfalls anschliessend vorzunehmenden Interessenabwägung ist der betroffenen Person mit zunehmender Anwesenheitsdauer ein gewichtigeres privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz zuzubilligen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). Der Beschwerdeführer ist in der Türkei geboren und aufgewachsen und erst im Alter von 18 Jahren in die Schweiz gekommen. Zutreffend ist deshalb die Erwägung der Vorinstanz, er habe in seiner Heimat insbesondere die prägenden Kindheits- und Jugendjahre verbracht. Aus seinem Vorbringen, er habe lediglich einen Drittel und damit nicht einen "Grossteil" seines Lebens in seiner Heimat verbracht, kann er nichts für sich ableiten. Zwar trifft zu, dass er zwei Drittel seines Lebens in der Schweiz verbracht hat, jedoch bagatellisiert die Vorinstanz seine lange Aufenthaltsdauer von rund 36 Jahren entgegen seiner Kritik nicht; vielmehr berücksichtigt sie diese zu Recht lediglich als eines der gängigen Integrationskriterien und bejaht nicht bereits gestützt darauf einen schweren persönlichen Härtefall. Dem Beschwerdeführer ist gestützt auf die obigen Ausführungen gerade nicht zu folgen, wenn er von einem Automatismus ausgeht und rügt, bei seiner langen Aufenthaltsdauer sei das Recht auf Privatleben i.S.v. Art. 8 Ziff. 1 EMRK immer betroffen.