Citation: 5A_617/2019 E. 4.3

4.3. In BGE 136 III 365 E. 2.2 und 142 III 78 E. 3.2 hat das Bundesgericht dem Inhaber der elterlichen Sorge gestützt auf Art. 318 Abs. 1 ZGB die Befugnis zuerkannt, die Rechte des minderjährigen Kindes in vermögensrechtlichen Angelegenheiten (insbesondere betreffend Unterhaltsbeiträge) in eigenem Namen auszuüben und vor Gericht oder in einer Betreibung selber geltend zu machen, indem der Sorgerechtsinhaber persönlich als Partei, d.h. als sog. Prozessstandschafter handelt. Wie in E. 2 dargelegt, ist die Prüfung der Prozessaussichten vorläufig und summarisch. Das Verfahren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung ist insbesondere nicht dazu bestimmt, allenfalls umstrittene, die Hauptsache betreffende Rechtsfragen vorweg und autoritativ zu entscheiden. Wer sich, wie hier die Beschwerdeführerin, für die Beantwortung einer entscheidrelevanten Rechtsfrage auf eine amtlich publizierte bundesgerichtliche Rechtsprechung stützen kann, hat das Recht prima facie auf seiner Seite. Sein Begehren kann nicht mit einer dieser Rechtsprechung ausdrücklich widersprechenden Begründung für aussichtslos erklärt werden, und zwar selbst dann nicht, wenn die Rechtsprechung in der Doktrin auf Kritik gestossen ist. Die Beschwerde erweist sich auch aus diesem Grund als begründet. Bei diesem Ergebnis braucht sich das Bundesgericht nicht mit der Frage zu befassen, ob die Beschwerde auch deshalb gutzuheissen wäre, weil die beiden Zivilkammern des Obergerichts ein und dieselbe Rechtsfrage unterschiedlich beantworten.