Citation: 4P.293/2001 12.03.2002 E. 2

2.- Der Inhalt des rechtlichen Gehörs bestimmt sich zunächst nach kantonalem Recht (vgl. BGE 126 I 15 E. 2a mit Hinweisen). Da sich die Beschwerdeführerin nicht auf kantonale Bestimmungen beruft, ist einzig zu prüfen, ob der durch die Bundesverfassung garantierte Anspruch verletzt worden ist. Der in Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete Anspruch auf rechtliches Gehör entspricht inhaltlich der altrechtlich aus Art. 4 aBV hergeleiteten Garantie. Der bundesverfassungsrechtliche Minimalanspruch gewährt dem Betroffenen ein Mitwirkungsrecht, das ihm namentlich den Anspruch gibt, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden, und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern (BGE 127 I 54 E. 2b; 126 I 7 E. 2b und 97 E. 2 S. 02 f.). Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden, wenn sie behauptet, aus Ziffer 1.4. des erstinstanzlichen Beweisbeschlusses vom 15. Mai 1995 könne nicht ersehen werden, dass sie ihre spezifisch für den Beschwerdegegner getätigten Auslagen detaillieren müsse. Der Beweissatz lautet: "Der Klägerin obliegt der Hauptbeweis für ihre folgenden Behauptungen: ... 1.4. Die Rechnungen der Klägerin vom 24. April 1992 und 30. September 1992 würden den Bemühungen der Klägerin für den Beklagten entsprechen". Daraus ergibt sich zwanglos, dass die erste Instanz die in den Klagebeilagen 12 und 14 eingereichten und in den Beilagen 13 und 15 auf einzelne Positionen detaillierten Rechnungen vom 24. April 1992 und vom 30. September 1992 nicht als hinreichend erachtete, um daraus die spezifisch für den Beschwerdegegner getätigten Bemühungen festzustellen. Der Ansicht der Beschwerdeführerin, sie habe diese Anforderung erst aufgrund des Urteils des Bundesgerichts vom 4. Januar 2000 erkennen können, kann daher nicht gefolgt werden. Das Kantonsgericht hat im erstinstanzlichen Urteil vom 11. August 1997 im Übrigen zusätzlich dargelegt, dass die Beschwerdeführerin den ihr im Rahmen dieses Beweisbeschlusses obliegenden Beweis nicht habe erbringen können. Das Obergericht hat im angefochtenen Urteil festgehalten, die Beschwerdeführerin hätte ihren Antrag auf Ergänzung des Beweisverfahrens nach dem massgebenden kantonalen Verfahrensrecht im Rahmen des ersten Rechtsmittelverfahrens vor dem obergerichtlichen Urteil vom 20. August 1999 stellen müssen. Die Beschwerdeführerin rügt nicht, das Obergericht habe damit kantonale Verfahrensnormen willkürlich ausgelegt. Sie begründet ihre Rüge, es sei ihr das rechtliche Gehör verweigert worden, ausschliesslich mit der Behauptung, sie habe vor dem Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2000 keinen Anlass gehabt, einen entsprechenden Beweisantrag zu stellen. Das trifft entgegen ihrer Behauptung nicht zu, womit ihrer Rüge von vornherein die Grundlage entzogen ist.