Citation: 6B_1006/2017 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Beizug eines aussagepsychologischen Gutachtens sei seinerzeit damit begründet worden, dass in ihren Aussagen gewisse Widersprüche zu erkennen seien, deren Beurteilung aufgrund der besonderen Umstände des vorliegenden Falles ohne spezifische Fachkenntnisse Probleme biete. Entgegen ihrem ersten Entscheid mache die Vorinstanz nun eine Kehrtwende, stelle die Schlüssigkeit des Gutachtens in Abrede und mute sich zu, die Aussagen der Beschwerdeführerin selber zu würdigen, ohne darzulegen, dass sie sich inzwischen die erforderlichen Fachkenntnisse angeeignet hätte. Nach Art. 189 StPO wäre die Vorinstanz aber verpflichtet gewesen, eine Ergänzung des Gutachtens zu veranlassen oder ein Zweit-/Obergutachten in Auftrag zu geben. Davon abzusehen, sei nicht dadurch zu rechtfertigen, dass sie bei der Exploration kaum tatspezifische Angaben gemacht haben soll. Die Exploration sei nur ein Teil der Begutachtung. Ein wesentliches Element der Begutachtung habe auch die Beurteilung der beiden auf Video aufgezeichneten polizeilichen Befragungen gebildet. Wenn die Vorinstanz nicht auf das Gutachten habe abstellen wollen, hätte sie für eine neue Begutachtung sorgen müssen. Mit ihrem Vorgehen verstosse die Vorinstanz gegen Art. 189 StPO (Beschwerde S. 4-6 Ziff. 1).