Citation: 2C_324/2018 E. 4.3

4.3. Liegt der Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit vor, ist zu prüfen, ob die damit verbundene aufenthaltsbeendende Massnahme verhältnismässig erscheint. Praxisgemäss sind diesbezüglich namentlich die Schwere des Verschuldens an der Sozialhilfeabhängigkeit, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen. Zu beachten ist auch die Qualität der sozialen, kulturellen und familiären Beziehungen sowohl im Gast- wie im Heimatland. Ob und inwieweit die betroffene Person ein Verschulden an der Sozialhilfebedürftigkeit trifft, bildet praxisgemäss nicht eine Frage des Widerrufsgrundes, sondern eine solche der Verhältnismässigkeitsprüfung (Urteile 2C_395/2017 vom 7. Juni 2018 E. 3.2; 2C_775/2017 vom 28. März 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Die Verhältnismässigkeitsprüfung bzw. Interessenabwägung im Rahmen von Art. 62 lit. e bzw. Art. 96 Abs. 1 AuG deckt sich mit derjenigen gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV (Urteil 2C_1064/2017 vom 15. Juni 2018 E. 4.2.1).