Citation: 1B_462/2022 E. 2.2

2.2. Das rechtliche geschützte Interesse der Staatsanwaltschaft an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids ist vorliegend zumindest nicht offensichtlich. In grundsätzlicher Hinsicht ist fraglich, ob der Staatsanwaltschaft die Legitimation zur Anfechtung eines Entscheids, mit welchem eine Staatsanwältin oder ein Staatsanwalt in den Ausstand versetzt wird, nicht in genereller Weise abgesprochen werden muss (vgl. BGE 107 Ia 266), jedenfalls solange gleichzeitig weder allfällige Disziplinarmassnahmen gegen die fehlbare Staatsanwältin resp. den fehlbaren Staatsanwalt (vgl. BGE 107 Ia 266) noch konkrete Beweisverwertungsverbote (vgl. Urteil 6B_215/2022 vom 25. August 2022 E. 1.4.3) zur Diskussion stehen. Diese Frage hat das Bundesgericht zwar früher schon aufgeworfen, sich aber damit bisher noch nicht vertieft auseinandergesetzt (vgl. Urteile 1B_526/2020 vom 4. Februar 2021 E. 1; 1B_22/2014 vom 24. Januar 2014 E. 1; wo die Frage jeweils offen gelassen wurde; siehe dagegen BGE 107 Ia 266, dem allerdings noch das alte Recht zugrunde lag). Da, wie nachfolgend dargelegt wird, auf die Beschwerde ohnehin nicht eingetreten werden kann, braucht diese Frage auch vorliegend nicht entschieden zu werden.