Citation: 9C_342/2007 28.09.2007 E. 3

3.1 Unter sämtlichen Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass der seit 1994 im Gipsergeschäft A.________ als Gipser-Vorarbeiter tätige Beschwerdeführer seinen bisherigen Beruf wegen eines Rückenleidens (chronisches Lumbo- und Zervikovertebralsyndrom bei degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule) nur mehr in hälftigem Umfange auszuüben vermag (wobei ihm der Arbeitgeber körperlich leichte Gipserarbeiten zuweist). Streitig und zu prüfen ist hingegen, ob der Versicherte mit der Halbtagstätigkeit an seinem angestammten Arbeitsplatz bestmöglich eingegliedert ist oder die ihm verbliebene Leistungsfähigkeit bei Verrichtung einer leidensangepassten Tätigkeit mit höherem Arbeitspensum erwerblich besser ausschöpfen könnte. 3.2 Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. K.________, antwortete in seinem Bericht vom 9. November 2005 auf die Frage, "welche andern, dem Leiden angepassten Tätigkeiten (...) in welchem Ausmass noch zumutbar" seien, dahingehend, dass er dies "als Mediziner schlicht nicht beantworten" könne; "eine Arbeitsplatzanalyse könnte hier weiterhelfen". Die vom behandelnden Allgemeinpraktiker damit angeregte ergänzende Abklärung (durch medizinische Fachpersonen bzw. solche der beruflichen Eingliederung) unter Einschluss einer eigentlichen Analyse der Arbeitsplatzsituationen in möglichen Verweisungstätigkeiten hat nicht stattgefunden. Vielmehr stellte der Regionale Aerztliche Dienst (RAD) in antizipierter Beurteilung ohne nähere Erläuterungen fest, "eine Begutachtung würde auf (folgendes) Zumutbarkeitsprofil hinauslaufen": "Leichte Arbeit mit wechselnden Lasten bis 15 Kilo ohne repetitives Vornüberneigen oder Überkopfarbeiten; keine länger fixierte Positionen; Stehen, Sitzen Gehen ohne zeitliche Limite gemäss Hausarzt". Einer derartigen "optimierten Verweistätigkeit" könne der Versicherte uneingeschränkt nachgehen (RAD-Berichte vom 19. Januar und 27. Juli 2006). 3.3 Entgegen der Auffassung von Verwaltung und Vorinstanz lässt sich auf der Grundlage der angeführten medizinischen Akten die funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer seinem Rückenleiden angepassten Erwerbstätigkeit nicht mit hinreichender Zuverlässigkeit beurteilen. Abgesehen davon, dass die beiden RAD-Berichte den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an beweistaugliche und beweiskräftige medizinische Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) offenkundig nicht genügen, stehen sie in unlösbarem Widerspruch zur Schlussfolgerung des IV-Berufsberaters, der den Versicherten aufgrund einer Gesamtbeurteilung (nicht etwa bloss aus invaliditätsfremden Gründen) in seiner aktuell ausgeübten 50%igen Erwerbstätigkeit als Gipser als optimal eingegliedert erachtet (Schlussbericht vom 12. Juli 2006). Es weckt Bedenken, wenn - wie hier - die IV-interne Berufsberatung den Arbeitgeber eines Versicherten darin bestärkt, dessen hälftige Weiterbeschäftigung (unter Zuweisung möglichst rückenschonender Arbeiten) aufrecht zu erhalten, während die IV-Stelle gleichzeitig in ihrer rentenablehnenden Verfügung vom Versicherten letztlich verlangt, eine anderweitige (dem Rückenleiden insgesamt besser angepasste) Ganztagsarbeit zu suchen. Ein solches Vorgehen verbietet sich jedenfalls solange, als aufgrund der Aktenlage nicht klar ist, ob (und gegebenenfalls in welchem Umfange) dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht die Aufnahme einer Verweisungstätigkeit überhaupt zumutbar ist. Die diesbezügliche unvollständige Feststellung des entscheidwesentlichen Sachverhalts durch die Vorinstanz stellt eine vom Bundesgericht von Amtes wegen zu korrigierende (Art. 106 Abs. 1 BGG) Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 lit. a BGG dar (vgl. E. 1 hievor; Seiler, in: Seiler/von Werdt/ Güngerich, Kommentar zum BGG, N 24 zu Art. 97). Die IV-Stelle wird aufgrund der nachzuholenden medizinischen Abklärungen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer seinen Rückenbeschwerden angepassten Erwerbstätigkeit und unter Berücksichtigung des aktuellen Eingliederungsstandes erneut über den Rentenanspruch verfügen.