Citation: 5A_42/2020 E. 4.2.1

4.2.1. Der Beschwerdeführer moniert, das Kantonsgericht habe bei der Ermittlung seines Einkommens die Sozial- bzw. Vorsorgebeiträge zu Unrecht nicht abgezogen. Laut Beschwerdeführer könne vorliegend nicht einfach auf seine Steuererklärungen abgestellt werden, da er selbständig erwerbend sei. Er habe vor Kantonsgericht geltend gemacht, sein bereinigtes Nettoeinkommen sei massgebend, d.h. das Einkommen nach Abzug der AHV/IV/EO-Beiträge, Beiträge der Arbeitnehmenden an Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, Beiträge der Arbeitnehmenden für die obligatorische Unfallversicherung, Beiträge für die Krankentaggeldversicherung und Beiträge für die Erwerbsunfähigkeitsrente. Aufgrund seiner Selbständigkeit bzw. der vollumfänglichen Auszahlung seiner Vorsorgeguthaben im 2016 verfüge er über keine Pensionskassengelder und müsse seine Altersvorsorge selber ansparen. Als Selbständigerwerbender unterstehe er der AHV-Beitragspflicht und sei gehalten, nicht nur diejenigen auf der Arbeitnehmerseite, sondern auch diejenigen auf der Arbeitgeberseite zu bezahlen. Ob er dies in der Vergangenheit bezahlt habe oder nicht sei, entgegen der Auffassung des Kantonsgerichts, irrelevant. Bei einer Nichtberücksichtigung dieser Beiträge, sei es beim Einkommen oder im Bedarf, werde dem Beschwerdeführer faktisch verunmöglicht, ein Altersguthaben anzusparen. Er verfüge Ende Monat über keinen Überschuss, mit welchem er seine Vorsorge finanzieren könnte. Die Äufnung von Altersguthaben diene auch der Beschwerdegegnerin, da Selbständigerwerbende nicht gegen Arbeitslosigkeit und auch nicht obligatorisch gegen Krankheit und Unfall versichert seien. Der Beschwerdeführer dürfe als Selbständigerwerbender nicht schlechter gestellt werden als ein Arbeitnehmer, bei welchem auf das Nettoeinkommen abgestellt werde. Hinzu komme, dass selbst bei der Beschwerdegegnerin die 3. Säule im Bedarf berücksichtigt worden sei. Der Beschwerdeführer sei damit einverstanden gewesen, weil er davon ausgegangen sei, dass im Rahmen des Gleichbehandlungsgebots auch bei ihm Beiträge in der 3. Säule berücksichtigt würden. Dem Beschwerdeführer seien daher die vollen Beiträge an die 1. und 2. Säule anzurechnen resp. Fr. 35'000.-- pro Jahr vom Einkommen abzuziehen resp. Fr. 2'900.-- pro Monat im Bedarf zu berücksichtigen. Das Gleiche gelte für die jährlichen Beiträge an die 3. Säule von Fr. 35'000.--. Die Ausführungen des Kantonsgerichts, wonach die Beiträge an die 1., 2. und/oder 3. Säule nicht dem gelebten Lebensstandard entsprechen würden, weil angeblich in den letzten drei Jahren keine Beiträge geleistet worden seien, seien aktenwidrig und stimmten nicht. Der Beschwerdeführer habe mit Eingabe vom 8. Juni 2019 an das Kantonsgericht detailliert dargelegt, welche Zahlungen er zur Vorsorge geleistet habe. Aus den eingereichten Geschäftsabschlüssen der E.________ GmbH, der F.________ GmbH, der I.________ GmbH und des H.________ könne entnommen werden, dass diese nicht (mehr) gewinnbringend seien. Er erziele mit diesen Gesellschaften kein Einkommen und somit könne nichts mehr angeäufnet werden. Mithin könne das Kantonsgericht nicht geltend machen, dass weil gewisse Beiträge an die 1. Säule durch die Arbeitslosenversicherung für das Jahr 2016 und durch die beiden Gesellschaften, gemeint F.________ GmbH und der E.________ GmbH, für die Jahre 2017 und 2018 geleistet worden seien, es nicht gerechtfertigt sei, von seinem Einkommen gemäss Steuererklärung zusätzliche Abzüge hierfür vorzunehmen. Sodann habe der Beschwerdeführer in der Berufung ausgeführt, dass er aufgrund seiner Selbständigkeit bzw. vollumfänglicher Auszahlung seiner Vorsorgeguthaben im Jahr 2016 über keine Pensionskassengelder verfüge. Indem das Kantonsgericht keinerlei Beiträge an die 1., 2. und/oder 3. Säule berücksichtigt habe, verletze es Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 125 Abs. 2 ZGB, Art. 276 Abs. 2 ZGB, alle i.V.m. Art. 9 BV, das Gleichbehandlungsgebot der Parteien nach Art. 8 Abs. 1 BV i.V.m. Art. 29 Abs. 1 BV, das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV i.V.m. Art. 53 ZPO und das Recht auf freie Beweiswürdigung nach Art. 157 ZPO.