Citation: 9C_638/2017 E. 2.2.1

2.2.1. Im Urteil 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 erkannte das Bundesgericht, dass entgegen der Auffassung der Vorinstanz aufgrund der Akten ein im Sinne von Art. 6 und 7 ATSG invalidisierender Gesundheitsschaden und damit ein Rentenanspruch der Versicherten weder mit dem Vorliegen von Ausschlussgründen im Sinne von BGE 141 V 281 E. 2.1.1 S. 288 noch wegen fehlender Konsistenz der funktionellen Auswirkungen der massgeblichen Befunde im Sinne von BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f. verneint werden kann (E. 5). Dabei stellte es im Wesentlichen auf das Medas-Gutachten vom 27. November 2013 ab, dessen Beweiswert (vgl. dazu BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) unbestritten war. Darin wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt: Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), bestehend seit 7 Jahren; dissoziatives Geschehen (ICD-10 F44) mit Sensibilitätsstörung, Schmerzen und stuporösen Phänomenen, bestehend seit spätestens Dezember 2010; relevante kognitive Defizite (ICD-10 F7), bestehend seit der Kindheit; Status nach depressiver Episode, mittelgradigen Ausmasses im Februar 2013 (ICD-10 F32.8). Nach Einschätzung der Gutachter war trotz der inkonsistenten neuropsychologischen Testung von einem komplexen psychiatrischen Bild auszugehen, das dazu führte, dass die Versicherte spätestens seit dem Dezember 2010 in der bisherigen und auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig bzw. keinem Arbeitgeber zumutbar war (E. 2). Zu den von der Vorinstanz als wesentlich erachteten Gründen, welche gegen einen invalidisierenden Gesundheitsschaden sprachen, äusserte sich das Bundesgericht nicht abschliessend weder zum Vorliegen von Ausschlussgründen noch in Bezug auf die Indikatoren der Kategorie "Konsistenz". Zum zweiten Punkt hielt es fest, es sei davon auszugehen, dass vertiefte Abklärungen, etwa Einholung fremdanamnestischer Auskünfte, Erfragen der Aktivitäten im Alltag vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung, verwertbare Erkenntnisse liefern können (E. 4.2.1). Ebenso wenig erörterte das Bundesgericht, mangels diesbezüglicher Feststellungen im angefochtenen Entscheid, die Indikatoren der Kategorie "funktioneller Schweregrad" (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3 S. 297 f.).