Citation: 6B_43/2024 E. 4.2.1

4.2.1. Die Vorinstanz bejaht - wie bereits die erste Instanz - das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls. Dabei geht sie gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen (Art. 105 Abs. 1 BGG) mit der ersten Instanz davon aus, dass die besondere Situation eines im (vorinstanzlichen) Urteilszeitpunkt 21 Jahre alten Ausländers zur Disposition stehe, der im Alter von ungefähr eineinhalb Jahren zusammen mit seiner Mutter in die Schweiz kam, während sein Vater bereits hier lebte. In der Folge verbrachte er seine gesamte Kindergarten- und Schulzeit in der Schweiz. Er verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung C, lebt mit seinen Eltern und seinen vier Geschwistern zusammen, hat eine feste Freundin und ist kinderlos. Die Freizeit verbringt er vor allem mit zwei Kollegen und seiner Freundin. In seinem Heimatort Z.________ leben eine Tante (und ein Onkel), mit welchen er nach eigenen Angaben "eigentlich keinen Kontakt" pflegt (angefochtenes Urteil S. 22 m.H. auf die Protokolle der erst- und zweitinstanzlichen Verhandlung [S. 36 und 26 f.]) Der Beschwerdegegner spricht fliessend Schweizerdeutsch und beherrscht auch die albanische Sprache in Wort und Schrift. Nach der Absolvierung der obligatorischen Schulzeit begann er eine Lehre als Maler. Diese brach er nach wenigen Monaten ab, nachdem diese "zu streng" war und er sich mit seinem Chef nicht verstand. Später absolvierte er eine kurze Schnupperlehre als Sanitärinstallateur. Von November 2020 bis Sommer 2021 war er beim Gipserunternehmen seines Vaters angestellt. Das Arbeitsverhältnis wurde beendet, weil sich auch der Vater "zu streng" zeigte. In der Vergangenheit wurde der Beschwerdegegner regelmässig von seinen Eltern finanziell unterstützt. Sozialhilfe bezog er nie. Er hat Schulden bei seinem Vater, der Bussen für ihn bezahlt hat. Von Februar 2023 bis September 2023 arbeitete er als Elektriker bei der H.________ GmbH. Per 1. Oktober 2023 trat er erneut eine Anstellung bei dem Unternehmen seines Vaters in einem 100 %-Pensum als Gipser/Maler an und arbeitet an seiner Unpünktlichkeit. Anhand seiner anlässlich der Berufungsverhandlung gemachten Aussagen erwägt die Vorinstanz, dass er sich bereit erklärt habe, sein problematisches Trinkverhalten aufzugeben (vgl. angefochtenes Urteil S. 21-23; erstinstanzliches Urteil S. 33-35).