Citation: I 325/03 04.08.2003 E. 4

Der Beschwerdeführer macht geltend, Dr. med. X.________ (begutachtender Psychiater des ABI), habe im vorinstanzlichen Verfahren seine Befangenheit gegenüber dem Versicherten zum Ausdruck gebracht. Er habe abschliessend die Meinung vertreten, es könne kaum im Interesse der Gesellschaft oder der Versicherten liegen, dass dessen - gewaltandrohendes oder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen neigendes - Verhalten mit einer Rente belohnt werde. Diese Meinung stimmt mit den Schlussbemerkungen des ABI-Gutachtens (S. 18) überein, wonach der Versicherte alle seine Aggressionen gegen aussen projiziert und sich infolge dessen durch seine Umwelt bedroht fühlt; diese Psychopathologie sei durch Ausrichtung einer Rente nicht zu verändern und auch das Gefährdungspotential sei dadurch nicht zu verkleinern. Dr. med. X.________ nahm damit eine andere Position als sein Facharzt-Kollege Dr. med. N.________ ein, welcher in seinem Bericht vom 10. September 1998 zu der seines Erachtens seit 1994 bestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit unter anderem ausdrücklich ausführte: "Bei Somatisierungsstörungen bei Menschen in diesem Kulturkreis ist eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch die Verweigerung der Rente nicht zu erwarten, ja sogar kontraproduktiv." Die beanstandete Äusserung des Dr. med. X.________ ist nicht als Ausdruck seiner Befangenheit gegenüber dem Versicherten, sondern vielmehr als Teil seiner sachlichen Auseinandersetzung mit den fachärztlichen Gegenargumenten des Dr. med. N.________ zu verstehen. Denn in der Tat ist die Herkunft aus einem bestimmten Kulturkreis insofern ein rechtlich unbeachtliches invaliditätsfremdes Kriterium, als sich daraus kein Anspruch auf eine Invalidenrente ableiten lässt, da solche soziokulturellen Umstände nicht zu den im Rahmen von Art. 4 Abs. 1 IVG versicherten Gesundheitsschäden zählen (BGE 127 V 299 Erw. 5a mit Hinweis). Im Übrigen erhebt der Beschwerdeführer keine Einwände gegen die Objektivität des grundlegenden ABI-Gutachtens als solchem, war er es doch selber, der die IV-Stelle ausdrücklich um eine Durchführung der Begutachtung im ABI ersucht und gegen die von der Verwaltung beabsichtigte Beauftragung der MEDAS in Z.________ sinngemäss Bedenken hinsichtlich der Unbefangenheit der MEDAS-Experten geäussert hatte. Der Versicherte vermag keine Umstände darzulegen, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit des Dr. med. X.________ in objektiver Weise als begründet erscheinen liessen (vgl. BGE 120 V 364 Erw. 3 mit Hinweisen).