Citation: I 406/03 28.04.2004 E. 4.3

4.3.1 Aus den Akten geht bisher nicht hervor, inwiefern der von verschiedenen Ärzten beschriebene Befund sich konkret auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdegegners auswirkt. Bisher hat kein Arzt dargelegt, ob überhaupt und wenn ja, inwiefern, der Versicherte in zeitlicher und/oder qualitativer Hinsicht in seiner Tätigkeit als Wirt behindert ist. Aus dem Umstand alleine, dass sich das wirtschaftliche Betriebsergebnis nicht verschlechtert hat, ist entgegen den Ausführungen der IV-Stelle nicht zu schliessen, dass keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Nicht nachvollziehbar ist auch die Argumentation, der Versicherte sei im Beruf nicht auf die Mitarbeit seiner Familienangehörigen angewiesen, nachdem er selbst deklariert habe, er sei für die alltäglichen Lebensverrichtungen nicht auf die Mithilfe Dritter angewiesen, bezieht sich diese (Standard-)Frage der IV-Stelle doch offensichtlich auf den Anspruch auf Hilflosenentschädigung. Für die Beurteilung einer Anspruchsberechtigung ist vorerst durch einen Arzt festzustellen, was für eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung vorliegt. Sodann hat dieser zur der sich daraus allenfalls ergebenden Arbeitsunfähigkeit Stellung zu nehmen, worauf die Verwaltung auf Grund dieser Angaben die Erwerbsunfähigkeit ermittelt und feststellt, ob eine rentenbegründende Invalidität vorliegt. 4.3.2 Die Beschwerdeführerin hat vorliegend keine eigenen Abklärungen getroffen. Sie hat einzig dem behandelnden Arzt, prakt. med. F.________, den ärztlichen Standardfragebogen unterbreitet. Sämtliche anderen medizinischen Akten wurden von diesem eingereicht. Das hat zur Folge, dass sich die Ärzte in jenen Berichten nicht zu invalidenversicherungsrechtlich spezifischen Fragen äussern. Vielmehr geht es darin einzig um die Ursachenforschung der Beinschmerzen und das Erwägen weiterer Therapien. Die IV-Stelle hat es bisher unterlassen abzuklären, inwiefern sich der körperliche und eventuell auch der seelische Gesundheitszustand des Versicherten auf seine Arbeitsfähigkeit auswirkt. Damit hat das kantonale Gericht die Sache zu Recht an die Verwaltung zurückgewiesen, damit sie weitere Abklärungen treffe. Es wird nötig sein, dass der Explorand den polydisziplinär (neurologisch/rheumatologisch und psychiatrisch) arbeitenden Gutachtern seinen beruflichen Alltag mit all seinen Erfordernissen an Körper und Psyche schildert, worauf die Experten auf Grund der von ihnen erhobenen Befunde die jeweilige Einschränkung zu beschreiben haben werden. Alsdann wird die Beschwerdeführerin den Invaliditätsgrad des Versicherten feststellen und darüber neu verfügen. Sie wird dabei auch darüber zu befinden haben, ob es angesichts der konkreten Verhältnisse (Mitarbeit von Familienmitgliedern etc.) nicht zweckmässiger wäre, die ausserordentliche Bemessungsmethode, wie sie in BGE 128 V 29 ff. beschrieben ist, zur Anwendung zu bringen.