Citation: 6S.230/2006 30.08.2006 E. 1

Erweist sich die ambulante Behandlung als unzweckmässig oder für andere gefährlich, erfordert jedoch der Geisteszustand des Täters eine ärztliche Behandlung oder besondere Pflege, so wird vom Richter Einweisung in eine Heil- oder Pflegeanstalt angeordnet. Ist Behandlung in einer solchen Anstalt unnötig, so entscheidet der Richter, ob und wieweit aufgeschobene Strafen noch vollstreckt werden sollen (Art. 43 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). Diese Bestimmung betreffend Massnahmen an geistig Abnormen gilt auch für die Behandlung von Trunk- und Rauschgiftsüchtigen, obschon Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 in fine StGB nur Art. 43 Ziff. 2 StGB und nicht auch Art. 44 Ziff. 3 StGB für entsprechend anwendbar erklärt (BGE 125 IV 225 E. 2a; siehe auch BGE 117 IV 398 E. 2 mit Hinweisen). 1.1 Die Vorinstanz legt dar, aus welchen Gründen sie die ambulante Behandlung, die sich im Wesentlichen auf die Abgabe von Methadon an den Beschwerdeführer beschränkte, als erfolglos und damit gescheitert erachtet und weshalb sie daher, nachdem die Anordnung einer stationären Massnahme unstreitig ausser Betracht fällt, den Vollzug der Gefängnisstrafen angeordnet hat.