Citation: 1A.5/2000 02.03.2000 E. B

B.- Gemäss der Sachdarstellung der ersuchenden Behörde handle es sich bei A.________ um einen leitenden Funktionär der türkischen "Revolutionären Volksbefreiungsfront" bzw. "Volksbefreiungspartei" (DHKP-C). a) Die DHKP-C sei aus der Spaltung der terroris- tisch-extremistischen Organisation Devrimci Sol hervorgegan- gen. Diese sei 1978 in der Türkei gegründet worden mit dem Ziel, einen Umsturz der dortigen politischen Verhältnisse herbeizuführen und eine kommunistische Gesellschaftsordnung zu errichten. Die Organisation sei "verantwortlich für zahl- reiche in der Türkei verübte Terroranschläge, die bisher mehrere hundert Menschenleben gefordert" hätten. Im Jahre 1993 habe sich die Devrimci Sol in zwei "konkurrierende und sich gewaltsam bekämpfende Flügel" aufgespaltet. Der soge- nannte "Karatas-Flügel" sei in die DHKP-C übergegangen, während sich der "Yagan-Flügel" zunächst zur "Türkischen Volksbefreiungsfront" bzw. "Volksbefreiungspartei" (THKP-C) formiert habe, welche anschliessend in Devrimci Sol Gücler ("Revolutionäre Linke Kräfte") umbenannt worden sei. b) Innerhalb des Funktionärskorps der DHKP-C habe sich "jedenfalls seit 1995 eine terroristische Vereinigung gebildet". Zumindest für den Zeitraum von März 1995 bis September 1997 sei der terroristische Charakter der DHKP-C durch Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichtes Hamburg vom 17. Februar 1999 rechtskräftig festgestellt worden. Gleichzeitig habe das Gericht den damaligen "Deutschland- verantwortlichen" der DHKP-C, L.________, u.a. "wegen Rä- delsführerschaft in dieser terroristischen Vereinigung" zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Die DHKP-C verfolge u.a. das Ziel, "sogenannte Abweichler und Verrä- ter", insbesondere des "Yagan-Flügels" der ursprünglichen Devrimci Sol, "bis hin zur Tötung" zu "bestrafen" und ge- waltsam zu bekämpfen. Zur Finanzierung des "bewaffneten Kampfes" forderten die Funktionäre der DHKP-C von in Deutschland lebenden Landsleuten sogenannte "Spenden", bei deren Eintreibung "vor Gewaltanwendung bis hin zur physi- schen Vernichtung" nicht zurückgeschreckt werde. Mit Ver- fügung vom 6. August 1998 habe das deutsche Bundesministe- rium des Innern die DHKP-C (als Ersatzorganisation der am 27. Januar 1983 bereits verbotenen ursprünglichen Devrimci Sol) für illegal erklärt. c) Zwischen dem 21. März und 27. April 1995 hätten Agenten der DHKP-C in Gelsenkirchen, Berlin, Köln, Erlen- bach/Main, Duisburg, Hamburg, Ditzingen und Backnang Brand- anschläge verübt. Eine weitere Anschlagsserie sei zwischen 15. Dezember 1995 und 8. Januar 1996 in Köln, Hamburg, Ber- lin, Bremen, Erlenbach/Main, Michelstadt, Duisburg, Kiel, Mannheim und Singen erfolgt. Am 25. April 1997 habe B.________ den Inhaber eines Grillimbisses in Hamburg, C.________, erschossen, während DHKP-C-Aktivisten dessen Lokal verwüsteten. C.________ habe sich zuvor geweigert, die DHKP-C finanziell zu unterstützen. Am 12. Juli 1997 seien die Yagan-Anhänger D.________ und F.________ in Hamburg durch Schüsse von Exponenten der DHKP-C schwer verletzt worden. Nachdem sich ein weiterer Lokalbesitzer in Castrop- Rauxel geweigert hatte, der Organisation Geld auszuzahlen, hätten ihm DHKP-C-Funktionäre am 22. April 1998 in die Beine geschossen. d) "Bereits im Jahre 1993" habe A.________ "erst- mals die Funktion eines Deutschlandverantwortlichen übernom- men und diese Stellung auch nach der Gründung der DHKP-C bis zu seiner Verhaftung am 9. Juni 1995" beibehalten. Er sei am "Todesurteil" vom Februar 1995 gegen den früheren Rechtsbe- rater der DHKP-C, G.________ (wegen Verstosses gegen Befehle der Organisation), beteiligt gewesen. G.________ sei ent- führt worden und habe kurz vor Vollstreckung des "Todesur- teils" fliehen können. Am 26. Juni 1996 sei A.________ vom Landgericht Hagen wegen Freiheitsberaubung zum Nachteil G.________s zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. e) Nach seiner Haftentlassung am 5. Mai 1997 habe A.________ "wieder eine führende Stellung innerhalb des Funktionärskörpers der terroristischen Vereinigung der DHKP-C" eingenommen. Zunächst habe er "gleichberechtigt neben L.________" die Organisation geleitet. Nach der Festnahme L.________s am 12. September 1997 habe er "allein die Position des Europa- und Deutschlandverantwortlichen" innegehabt. Darüber hinaus sei A.________ "dringend ver- dächtig, zu den beiden Fällen des versuchten Totschlags an den Yagan-Aktivisten H.________ - am 22. August 1997 in Frankfurt am Main - und E.________ - am 5. September 1997 in Hamburg - vorsätzlich Hilfe geleistet zu haben". An zwei Treffen hochrangiger Funktionäre der DHKP-C (im Mai oder Juni 1997 in Den Haag sowie am 23. August 1997 in Köln) habe A.________ "erneut" Order gegeben, "Yagan-Aktivisten zu töten". Zu diesem Zweck habe er die Bildung bewaffneter Kom- mandos angeordnet, die in Hamburg und Frankfurt/M. "Yagan- Anhänger aufspüren und liquidieren" sollten. Im November 1998 habe A.________ (über I.________) den J.________ beauf- tragt, den DHKP-C-Aktivisten K.________ zu töten, der bei einer polizeilichen Vernehmung Angaben über die Organisation gemacht habe.