Citation: 6B_427/2021 E. 2.3.2

2.3.2. Ebenso wenig sei durch die Anweisung um 14:15:30 Uhr eines Ausweichmanövers nach rechts ("right-hand orbit") eine ernstliche Wahrscheinlichkeit einer Kollision oder eines Absturzes entstanden. Bereits eine Sekunde vor Auslösung des akustischen Alarms im Tower habe der Beschwerdegegner reagiert. Der Gutachter habe im Rahmen der Ergänzung seiner Expertise schlüssig und überzeugend dargelegt, dass die Gefahr für den Sportcruiser, in den Randwirbel des Verkehrsflugzeugs zu geraten und dabei abzustürzen, als gesamthaft gering einzustufen sei. Da sich der Sportcruiser beim Weiterflug wieder entfernt habe, sei die von einem Randwirbel des Verkehrsflugzeugs tatsächlich ausgehende Gefahr "ganz klar gering" gewesen. Mit Blick auf die errechnete maximale Grösse der Randwirbel von horizontal 49,5 Metern und vertikal 27,8 Metern sei dies plausibel. Diese Schlussfolgerung dränge sich umso mehr auf, weil sich der Sportcruiser zur Zeit der nächsten Annäherung sogar noch vor dem Verkehrsflugzeug befunden habe, was die von dessen Randwirbeln potentiell ausgehende Gefahr zusätzlich als vernachlässigbar minim erscheinen lasse.