Citation: 8C_562/2022 E. A

A.a. In Gutheissung einer von A.________, geboren 1962, gegen die rentenablehnende Verfügung der IV-Stelle Basel-Stadt vom 29. Mai 2018 erhobenen Beschwerde hatte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt die IV-Stelle im Rahmen einer Rückweisung angewiesen, die erwerblichen Auswirkungen einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit und eine Behandlungsauflage zu prüfen (Urteil vom 7. Januar 2019). Daraufhin teilte die IV-Stelle A.________ mit Einschreiben vom 6. Juni 2019 mit, aufgrund seiner erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigung habe er Anspruch auf eine Invalidenrente. Der entsprechende Entscheid werde mit separater Post zugestellt. Ausserdem gab sie ihm folgende Schadenminderungsauflage bekannt: "kontinuierliche mindestens wöchentliche Psychotherapie bei einem anerkannten Psychiater, Ausschöpfung der psychopharmakologischen Optionen einschliesslich 'therapeutic drug monitoring', suchtspezifische Behandlung (Alkoholkonsum) mit objektiver Kontrolle; bei ungenügendem Ansprechen halbstationäre oder zwischengeschaltet stationäre Behandlung". Im gleichen Schriftstück machte sie A.________ darauf aufmerksam, dass er gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG gesetzlich verpflichtet sei, sämtliche zumutbaren Massnahmen durchzuführen, welche die Wiedererlangung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit versprechen würden. Zudem setzte sie ihm Frist bis 26. August 2019 für die Einreichung einer schriftlichen Bestätigung des behandelnden Therapeuten und wies darauf hin, dass Anspruch auf die Invalidenrente grundsätzlich nur bestehe, wenn die erwähnte Massnahme durchgeführt werde - er müsse mit der Aufhebung seiner Invalidenrente rechnen, sollte er diese Auflage nicht einhalten oder ohne Wissen der IV-Stelle vorzeitig abbrechen; das Ergebnis werde anlässlich der nächsten Rentenrevision im Oktober 2020 überprüft. Ebenfalls am 6. Juni 2019 liess sie A.________ den Vorbescheid zukommen, mit welchem ihm eine Dreiviertelsrente ab 1. November 2013 auf der Basis eines 60%igen Invaliditätsgrades in Aussicht gestellt wurde. Dr. med. B.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bestätigte mit Schreiben vom 21. August 2019, dass sich A.________ seit 23. Juli 2019 in seiner regelmässigen fachärztlichen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung befinde. In der Folge sprach die IV-Stelle A.________ - wie angekündigt - rückwirkend ab 1. November 2013 eine Dreiviertelsrente zu (Verfügung vom 15. Oktober 2019). A.b. Im Rahmen der im Oktober 2020 eingeleiteten Rentenrevision erfuhr die IV-Stelle erst auf mehrmaliges Nachfragen hin von Dr. med. B.________ am 23. Februar 2021 schliesslich telefonisch, dass A.________ die fachärztliche Therapie bei ihm bereits vor längerer Zeit abgebrochen hatte. Ausserdem erlangte sie Kenntnis davon, dass er die ambulante Psychotherapie in der Klinik C.________ ebenfalls nach zwei Terminen (27. August und 15. September 2020) ausgesetzt hatte, obwohl seitens der Klinik C.________ eine stationäre Aufnahme zum Alkoholentzug und zur medikamentösen Einstellung geplant gewesen war (Bericht der Klinik C.________vom 15. Juni 2021). Nach Rückfrage bei Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Bericht vom 16. Juli 2021), kündigte die IV-Stelle A.________ mit Vorbescheid vom 22. Juli 2021 an, die Rentenzahlungen einzustellen, dies unter Hinweis darauf, dass ein neues Gesuch gestellt werden könne, wenn Bereitschaft bestehe, der Schadenminderungspflicht nachzukommen. Entsprechend ihrer Ankündigung stellte sie mit Verfügung vom 29. Oktober 2021 die Rentenleistungen per sofort ein und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung.