Citation: 6B_1087/2020 E. 3.4.3

3.4.3. Der Beschwerdeführer meint ferner, die grosse seelische Belastung, in der er sich befunden habe, sei entgegen der Vorinstanz entschuldbar. Es sei sachlich nicht nachvollziehbar und willkürlich, eine überwiegende Verantwortung bereits daraus herzuleiten, dass es ihm zumutbar gewesen wäre, Hilfe Dritter anzustreben, um seine Lage zu verbessern. Wenn der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang behauptet, er habe getan, was er habe tun können, weicht er von der Feststellung der Vorinstanz ab, wonach er neben der von ihm aufgesuchten psychiatrischen Unterstützung darum hätte bemüht sein können, die Etablierung einer auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Betreuungssituation initiieren zu lassen und zu diesem Zweck öffentliche lnstitutionen um Unterstützung hätte ersuchen können. Die Vorinstanz beschränkte sich bei ihrer Beurteilung aber ohnehin nicht auf diesen Gesichtspunkt, sondern zitierte das Gutachten G.________, gemäss dem die problematische Krankheitsverarbeitung des Beschwerdeführers das familiäre Zusammenleben belastet habe. Der Beschwerdeführer habe seiner Ehefrau keine ausserhäusliche Tätigkeit mehr gestattet. Er sei nicht in der Lage gewesen, seine Haltung gegenüber seiner Erkrankung und deren Auswirkungen auf die Partnerschaft kritisch zu reflektieren. Es sei eine Konstellation entstanden, in welcher der Beschwerdeführer einerseits innerhalb der Familie zu bestimmten Tageszeiten Ruhe und Schonung gefordert habe, andererseits aber darum bemüht gewesen sei, nicht alleine gelassen zu werden, um Familienangehörige im Falle eines Krampfanfalles um Hilfe rufen zu lassen. Weiter führte die Vorinstanz mit Bezug auf die ehelichen Konflikte aus, es sei nicht davon auszugehen, dass das Opfer jeweils ohne Anlass handgreiflich gegenüber dem Beschwerdeführer geworden sei, sondern vielmehr, dass es sich gegen seine tätlichen Übergriffe verteidigt habe. Ferner gehe aus den Aussagen der Kinder des Beschwerdeführers hervor, dass es letzterer gewesen sei, der dem Opfer früher in der ehelichen Beziehung bereits einmal mit dem Tod gedroht habe. Die Vorinstanz verneinte die Entschuldbarkeit der seelischen Belastung also mit seinem generell inadäquaten und für die ganze Familie belastenden Umgang mit seiner Krankheit. Die Beurteilung, dass die seelische Belastung des Beschwerdeführers überwiegend selbstverschuldet war, ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden.