Citation: 6B_188/2022 E. 2

Die Vorinstanz erwägt, es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass am 11. Februar 2020 sichergestellte Beweise, namentlich die vier unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen, im Nachhinein ausgetauscht oder aber verwechselt worden wären. Damit und anhand der Aussagen des Beschwerdeführers sei erstellt, dass er am 11. Februar 2020 während der Zugfahrt von Basel nach Zürich insbesondere folgende Gegenstände in einem Rucksack mit sich geführt habe, die er im Zeitraum ab ca. Mitte Januar 2020 bis am 11. Februar 2020 hergestellt bzw. gekauft gehabt habe oder die sich bereits in seinem Besitz befunden gehabt hätten: Vier unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (nachfolgend USBV), zwei Dolche, einen Nothammer/Glasbrecher, ein Küchenmesser/Rüstmesser, einen Feldstecher, ein Kunststoffseil, sieben Kunststoffkabelbinder, eine Stirnlampe, ein Notizbuch, diverse handschriftliche Notizen (undatiertes Testament, Schreiben vom 11. Februar 2020, Notizzettel mit diversen Telefonnummern), eine Quittung (Schwarzfahren) vom 4. Februar 2020 Basel SBB - V.________ und eine Quittung (Schwarzfahren) vom 11. Februar 2020 Basel SBB - Zürich HB). Erstellt sei sodann, dass er am 11. Februar 2020 im Zug von Basel nach Zürich gefahren sei. Eine am 10. Februar 2020 um 18.10 Uhr verschickte SMS sei ein gewichtiges Indiz dafür, dass er beabsichtigt habe, am Folgetag zu seinen Kindern zu fahren. Schliesslich liessen auch der per 11. Februar 2020 im mitgeführten Notizbuch verfasste Eintrag und insbesondere das an die U.________ (nachfolgend U.________) in V.________ adressierte und als "Testament" bezeichnete Schreiben darauf schliessen, dass er am 11. Februar 2020 nach V.________ zu seinen Kindern bzw. seiner geschiedenen Frau habe reisen wollen. Aufgrund der Trennungs-/Scheidungssituation habe der Beschwerdeführer seit Jahren kaum mehr direkten Kontakt zu seinen Kindern. Wegen des von ihm gehegten Verdachts, diese würden an der Schule "B.________" misshandelt, habe er mehrfach und an verschiedenen Stellen Gefährdungsmeldungen deponiert. Dass er sich nach wie vor Sorgen um das Wohlergehen seiner Kinder mache, ergebe sich aus seinen während des laufenden Strafverfahrens gemachten Eingaben. Damit sei von einem dauerhaften und starken Leidensdruck des Beschwerdeführers auszugehen, verbunden mit dessen emotionalen und gedanklichen Fixierung darauf, seine Kinder besuchen und beschützen zu müssen. Dies und insbesondere auch die aussagekräftigen Textstellen deuteten darauf, dass er nebst den schriftlichen Dokumenten und den vier USBV auch die beiden Dolche, den Nothammer/Glasbrecher, das Küchenmesser, den Feldstecher, das Kunststoffseil und die sieben Kunststoffkabelbinder nach V.________ habe mitnehmen wollen. Die mitgeführten Gegenstände eigneten sich allesamt, um im Zusammenhang mit einer Freiheitsberaubung und Entführung notwendige Handlungen vorzunehmen. Zusammenfassend sei erstellt, dass der Beschwerdeführer planmässig technische und organisatorische Vorkehren getroffen habe, um seine beiden Töchter und eventuell seine Ex-Frau der Freiheit zu berauben, oder aber diese alternativ zu entführen (angefochtenes Urteil S. 18-30).