Citation: U 57/07 03.01.2008 E. 4

4.1 Nach dem Gesagten ist der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 3. Dezember 1995 und den ab Sommer 1999 bestehenden Beschwerden unter dem Gesichtspunkt einer organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Gesundheitsschädigung zu prüfen. Aufgrund des Unfallablaufs und der gestellten Diagnosen käme die Anwendung der Praxis zu Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen grundsätzlich in Frage. Bereits kurze Zeit nach dem Unfall traten denn auch Nackenschmerzen auf. Demgegenüber ist, wie vorstehend dargelegt und von der Vorinstanz zu Recht festgestellt, nicht dokumentiert, dass sich in der Folge die Symptome des typischen Beschwerdebildes in hinreichender Ausprägung entwickelt hätten. Neben den erwähnten Beschwerden ist aufgrund der medizinischen Unterlagen im Wesentlichen aktenkundig, dass der Versicherte an einer ausgeprägten psychischen Symptomatik, nämlich einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer Persönlichkeitsstörung leidet. Unter diesen Umständen ist die Adäquanz nach der mit BGE 115 V 133 begründeten Praxis zu psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall zu beurteilen. 4.2 Beim Unfall vom 3. Dezember 1995 handelte es sich um eine seitlich-frontale Kollision. Aufgrund des - sich namentlich auch aus der Fotodokumentation der Kantonspolizei H.________ ergebenden - augenfälligen Geschehensablaufs ist der Unfall als mittelschwer zu qualifizieren. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers liegt kein mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu schweren Unfällen vor. Die Unfälle, bei denen das Eidgenössische Versicherungsgericht - heute Bundesgericht - einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu einem schweren Unfall annahm, waren allesamt hinsichtlich des äusseren Geschehensablaufes als schwerwiegender als der zur Beurteilung stehende Unfall zu qualifizieren, während vergleichbare Unfälle als mittelschwer eingestuft wurden (vgl. die Zusammenstellung im Urteil U 492/06 vom 16. Mai 2007, E. 4.2). Mit Blick auf diese Praxis hat die Vorinstanz das Unfallereignis zu Recht nicht als schweren Unfall im mittleren Bereich eingestuft. Es müssten daher mehrere der massgebenden Adäquanzkriterien in gehäufter oder auffallender Weise oder eines davon in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit der adäquate Kausalzusammenhang bejaht werden könnte (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 140 f.). 4.3 Die Vorinstanz hat von den bei Unfällen im mittleren Bereich massgebenden objektiven, unfallbezogenen Adäquanzkriterien lediglich das Kriterium der Dauerbeschwerden (recte: körperliche Dauerschmerzen, vgl. BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140) bejaht, wobei sie allerdings darauf hinweist, dass diese vor allem Folge der psychischen Fehlentwicklung seien. Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Auffassung, der Unfall sei besonders eindrücklich gewesen und fügt dazu an, er habe nach dem Unfall häufig die Arbeitsplätze gewechselt oder sei arbeitslos gewesen; im Weitern erachtet er das Kriterium der Dauerschmerzen als erfüllt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sind dramatische Begleitumstände oder eine besondere, über die Erfahrung eines mittelschweren Unfallereignisses hinausgehende Eindrücklichkeit des Unfalls nicht ersichtlich. Die Tatsache, dass der Versicherte anscheinend in seinem Fahrzeug eingeklemmt war, lässt dieses Kriterium nicht als erfüllt erscheinen. Die erlittenen Verletzungen sind nicht als besonders schwer oder von besonderer Art zu bezeichnen, was auch daraus ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer nach einem Spitalaufenthalt von drei Tagen mit problemlosem Verlauf vor allem noch bezüglich der Claviculafraktur behandelt werden musste. Zu verneinen ist auch das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, wurde doch die Behandlung im Anschluss an den Unfall bereits am 23. April 1996 abgeschlossen. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, kann ebenso wenig gesprochen werden wie von einem schwierigen Heilungsverlauf oder erheblichen Komplikationen. Äusserst fraglich erscheint auch, ob das Kriterium der Dauerschmerzen zu bejahen ist, waren doch die nach dem Unfall geklagten Beschwerden nur für sehr begrenzte Zeit mit den somatischen Befunden zu erklären; das Andauern bzw. das Wiederaufflackern der Schmerzen ist vor allem auf die psychischen Beeinträchtigungen und die damit verbundene Somatisierungstendenz zurück zu führen. Nicht erfüllt ist schliesslich das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit: Bereits anderthalb Monate nach dem Unfall bestand wieder 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in der Folge mehrfach die Stelle wechselte und zeitweilig arbeitslos war, deutet auf Schwierigkeiten im Arbeitsverhalten hin; von einer Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit der Frage, ob die Umstände des Unfalls geeignet waren, eine psychische Fehlentwicklung zu fördern, kann aber nicht die Rede sein. Da somit keines der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien als erfüllt gelten kann, ist die Unfalladäquanz der geltend gemachten Beschwerden zu verneinen, was zur Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt.