Citation: 6B_1168/2020 E. 2.4.3

2.4.3. Dem Beschwerdeführer ist dahingehend beizupflichten, dass die Erstinstanz die Fristen nach Art. 84 Abs. 4 StPO nicht eingehalten hat (mündliche Urteilseröffnung am 29. Mai 2019; Zustellung des begründeten Urteils am 3. Oktober 2019). Bei Art. 84 Abs. 4 StPO handelt es sich indessen lediglich um Ordnungsvorschriften, welche das Beschleunigungsgebot konkretisieren. Deren Nichteinhaltung kann ein Indiz für eine Verletzung des Beschleunigungsgebots sein (Urteil 6B_42/2016 vom 26. Mai 2016 E. 5.4 mit Hinweisen). Mit der Missachtung der Fristen von Art. 84 Abs. 4 StPO geht allerdings nicht zwingend auch eine Verletzung des Beschleunigungsgebots einher (Urteile 6B_13/2020 vom 29. Januar 2020 E. 4; 6B_603/2019 vom 28. November 2019 E. 1; 6B_777/2017 vom 8. Februar 2018 E. 5). Dass vor der Schlusseinvernahme des Beschwerdeführers - jedenfalls soweit aus dem Aktenverzeichnis ersichtlich - während rund sechs Monaten keine Verfahrenshandlungen erfolgt sind, stellt noch keine krasse Zeitlücke im Sinne der erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung dar, die zwingend zu einer Strafreduktion führen müsste (vgl. E. 2.4.2 hiervor). In einer Gesamtbetrachtung erscheint die Verfahrensdauer von rund 3,5 Jahren bis zum (schriftlich begründeten) erstinstanzlichen Urteil nicht übermässig lang. Wie die Vorinstanz ferner zutreffend festhält, hat der Beschwerdeführer die lange Verfahrensdauer teilweise selbst zu verantworten, da er erst anlässlich der Schlusseinvernahme die Namen potenzieller Drittlenker nannte, was weitere Verfahrenshandlungen bedingte. Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots, die eine Strafreduktion rechtfertigen würde, liegt demnach nicht vor.