Citation: 4P.288/2006 09.05.2007 E. A

Die K.________ SA (heute L.________ SA; Käuferin) hatte im März 1998 beim italienischen Unternehmen M.________ (Verkäuferin) Luxuslederwaren zu einem Preis von Fr. 726'604.-- (inkl. italienische MWST) erworben. Im Zusammenhang mit der Beförderung von in Italien eingekaufter Ware war die Käuferin bereits seit längerem Kundin der I.________ AG (Beschwerdegegnerin). Die Beschwerdegegnerin hat Sitz in Basel und verfügt über eine Zweigniederlassung in Bern. Sie war im Jahr 1998 als Spediteurin im Transportgewerbe tätig und organisierte in Zusammenarbeit mit der N.________ SpA internationale Transporte zwischen Italien und der Schweiz. Die N.________ SpA ist eine im Bereich der Vermittlung internationaler Transporte tätige Unternehmung, die einen Sammeldienst in Mailand unterhält, über den namentlich grenzüberschreitende Speditionen umgeschlagen bzw. von einem Frachtführer auf den anderen umgeladen werden. Zur möglichst raschen Durchführung des Transports der Lederwaren von O.________, Italien, zur Käuferin in P.________ kontaktierte die Verkäuferin die N.________ SpA in Mailand, die jedoch über keine Transportgelegenheit zur zeitgerechten Erledigung des Auftrags verfügte und diesen demzufolge ablehnte. Die Verkäuferin gelangte daher direkt an den Transporteur Q.________, der bereits seit längerem Partner der N.________ SpA war und von ihr offenbar gelegentlich mit Speditionen von Waren für die Käuferin betraut wurde. Q.________ wurde auch von der N.________ SpA kontaktiert und informierte diese über die bereits erfolgte Annahme des direkt durch die Verkäuferin selbst erteilten Auftrags. Am 20. März 1998 wurde die Ware nach dem Unterzeichnen des CMR-Frachtbriefs von einem Fahrer Q.________s übernommen und zum Weitertransport in dessen Lager gebracht. Der Fahrer R.________ war am 23. März 1998 bereit, sogleich einen Transport nach Mailand durchzuführen. Dieser Fahrer war Q.________ flüchtig bekannt, da jener seit einigen Monaten bei ihm regelmässig um die Erteilung von Aufträgen nachgesucht hatte. Q.________ betraute R.________ mit der Durchführung des Transports der Ware zu N.________ SpA in Mailand. Die Ware erreichte jedoch ihren Zielort nicht und es fehlt seither vom Transportgut, dem Fahrer R.________ und dem Transportfahrzeug jede Spur. Gerüchten zufolge soll die verschwundene Ladung in Deutschland veruntreut worden sein. Der Beschwerdegegnerin wurde am 25. März 1998 der Verlust der bestellten Ware mitgeteilt. Sie leitete diese Meldung umgehend an die Käuferin weiter und kümmerte sich in der Folge um die Schadenserledigung mit den Versicherern. Die A.________, B.________, C.________, D.________, E.________, F.________, H.________ und die G.________ (Beschwerdeführerinnen) sind Aktiengesellschaften nach französischem, britischem oder belgischem Recht mit Sitz in Liverpool bzw. der Region Paris. Sie richteten der Käuferin infolge des Warenverlusts über die Agentur S.________ am 30. Juni 1998 bzw. am 25. Februar 1999 eine Entschädigung aus, die dem Kaufpreis von Fr. 726'603.-- (inkl. italienischer MWST) entspricht.