Citation: 4C.313/2004 21.01.2005 E. 4

Weiter ist umstritten, ob und inwieweit die Klägerin berechtigt war, der Beklagten die Kosten für die Anschaffung von Material - und dabei insbesondere die Kosten von Fr. 35'203.-- für 49 HPLC Säulen sowie 6 GC Säulen - zu verrechnen. 4.1 Die Vorinstanz hat ausgeführt, die Parteien hätten in Ziff. 2.2.2 Abs. 4 und Ziff. 3.1 des CRD-Vertrages eine Vergütung des tatsächlichen Materialaufwandes zuzüglich eines Zuschlags von 10 % vereinbart. Bei den umstrittenen Säulen handle es sich um Bestandteile der analytischen Infrastruktur, die für sehr viele analytische Tests verwendet werden könnten. Die Klägerin habe nicht dargetan, dass die für das vorliegende Projekt angeschafften Säulen bis zur Projektbeendigung allesamt unbrauchbar geworden seien. Nach richterlichem Ermessen könnten ungefähr die Hälfte der angeschafften Säulen nach Projektbeendigung weiterverwendet werden. Der Klägerin sei daher lediglich die Hälfte der Säulen-Beschaffungskosten von Fr. 35'203.--, also Fr. 17'601.50 zuzusprechen. 4.2 Dagegen wendet die Beklagte ein, dass die fraglichen Säulen der Labor-Grundausstattung zuzurechnen seien. Die "Säulen [seien] Bestandteil der analytischen Infrastruktur" der Klägerin. Sie seien daher als "Einrichtung und Ausrüstung", deren Kosten von der Klägerin zu tragen sei, und nicht als "Verbrauchsmaterial", dessen Kosten die Beklagte zu tragen habe, zu verstehen. 4.3 Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz sind die fraglichen Säulen im Rahmen des für die Beklagte durchgeführten Projekts angeschafft worden. Dies spricht dafür, dass es sich um Verbrauchsmaterial handelt, das gestützt auf Ziff. 2.2.2 Ziff. 4 des CRD-Vertrages grundsätzlich der Beklagten verrechnet werden kann. Im Übrigen wird die Auffassung der Vorinstanz nicht bestritten, wonach dieses Verbrauchsmaterial nach Projektbeendigung aufgrund richterlichem Ermessen zur Hälfte weiterverwendet und nur zur anderen Hälfte - d.h. im Umfang von Fr. 17'601.50 - der Beklagten verrechnet werden kann. Auch insofern erweist sich die Berufung als unbegründet.