Citation: 6S.83/2007 17.05.2007 E. A

Im Wirtschaftsteil der Tageszeitung "Tages-Anzeiger" vom 22. April 2005 erschien unmittelbar im Vorfeld der auf den 26. April 2005 anberaumten Generalversammlung der Y.________ Holding AG (nunmehr Z.________ AG, Pfäffikon) der von A.________ verfasste Artikel "Die Rollen im Machtkampf um die Y.________ sind verteilt". X.________, der über die von ihm zusammen mit P.________ beherrschte V.________ AG, Wien, eine massgebliche Beteiligung an der Y.________ zu erwerben und damit die Kontrolle über diese Gesellschaft zu erlangen versuchte, fühlte sich durch den fraglichen Zeitungsartikel in seiner Ehre verletzt und verlangte die Verurteilung und Bestrafung der Verfasserin des Artikels wegen Beschimpfung bzw. eventualiter wegen übler Nachrede. Im Wesentlichen beanstandete er die folgende Textpassage: "Unter Börsianern kursiert der Verdacht, dass die Österreicher nur an der prall gefüllten Kasse von Y.________ interessiert sind. Kaum ein Analyst kann sich erklären, wie X.________ und P.________ ihre Investition mit einer industriellen Lösung amortisieren wollen - viel zu viel hätten sie dafür bezahlt. Der reale Wert der Aktie wird auf 120 Franken geschätzt. Am Donnerstag wurde sie an der Börse für 174 gehandelt. Nicht einmal eine Aufspaltung des Konzerns würde sich finanziell lohnen. Daher wird befürchtet, dass X.________ die Kriegskasse an den Aktionären vorbei in sein eigenes Portemonnaie schmuggeln will."