Citation: 8C_291/2019 E. 4.1

4.1. Das kantonale Gericht stellte auf das polydisziplinäre Gutachten vom 21. Oktober 2016 (Versanddatum) der Medexperts AG in St. Gallen (nachfolgend: Medexperts-Gutachten) ab. Trotz der organischen Persönlichkeits- und Verhaltensstörung (ICD-10: F07.9) und der mittleren kognitiven Funktionseinschränkung sei die Versicherte demnach in der angestammten und in angepassten Tätigkeiten zu 70 % arbeitsfähig. Durch die zeitnah ergangenen Akten aus der Kindheit lasse sich nicht belegen, dass die Beschwerdeführerin invaliditätsbedingt keine zureichenden beruflichen Kenntnisse im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV erworben habe. Umso weniger rechtfertige sich ein solcher Schluss mit Blick auf den Erwerb des Führerscheines, das zuverlässige, pünktliche und verantwortungsvolle Verhalten bei der aktuell gleichzeitigen Ausübung von zwei unterschiedlichen Erwerbstätigkeiten sowie die selbstständige und geordnete Haushaltsführung und Gartenpflege. Mangels Frühinvalidität sei daher die genannte Bestimmung nicht anwendbar. Weiter erkannte die Vorinstanz gestützt auf die Angaben der Versicherten anlässlich der Haushaltsabklärung vom 29. November 2016, ohne Gesundheitsschaden würde sie heute zu 50 % erwerbstätig und zu 50 % im Aufgabenbereich Haushalt tätig sein. Basierend auf den Einträgen im Individuellen Konto (IK) stellte das kantonale Gericht fest, in den Jahren 1997 bis 2000 habe die Beschwerdeführerin durch Verwertung eines vollen Erwerbspensums bei zwei Arbeitgebern insgesamt ein durchschnittliches Jahreserwerbseinkommen von Fr. 46'500.- bzw. Fr. 3'875.- pro Monat erzielt. Dieser Lohn entspreche auf Grund der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) ungefähr dem für das Jahr 2000 statistisch ermittelten Hilfsarbeiterinnenlohn von Fr. 3'658.- pro Monat (LSE 2000, Tabelle TA1, Zeile "TOTAL", Anforderungsniveau 4). Diese Arbeitsstellen habe die Versicherte nicht aus gesundheitlichen Gründen verloren. Das gemäss IK-Auszug seit 2001 erzielte Einkommen von jährlich etwa Fr. 25'000.- entspreche dem freiwillig auf 50 % reduzierten Erwerbspensum. Dass diese Reduktion aus gesundheitlichen Gründen erfolgte, sei nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Basierend auf dieser Sachverhaltsfeststellung sei letztlich irrelevant, ob von einem Erwerbspensum von 50 % und einer Tätigkeit im Aufgabenbereich Haushalt von 50 % - gemäss Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung - oder gar von einem 100%-igen Erwerbspensum ausgegangen werde. Im letztgenannten Fall resultiere bei einem Prozentvergleich ein Invaliditätsgrad von 30 %. Bei einem Teilerwerbspensum von (mindestens) 50 % müsste im Aufgabenbereich Haushalt eine sehr hohe Arbeitsunfähigkeit bestehen, um gesamthaft einen anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad zu erreichen, worauf der Haushaltsabklärungsbericht jedoch nicht schliessen lasse. Im Ergebnis habe die IV-Stelle zu Recht einen Rentenanspruch verneint.