Citation: 4A_200/2023 E. 3.2

3.2. Die Erstinstanz hielt fest, nur ein gerichtliches Gutachten könne Aufschluss geben, ob die Operation vom 14. Dezember 2007 nach den Regeln der Kunst durchgeführt wurde. Allerdings fehle ein entsprechender Beweisantrag der Beschwerdeführerin. Gemäss Erstinstanz waren die alternativen Behandlungsmethoden ausgeschöpft oder ausgeschlossen. Die Beschwerdeführerin sei hinreichend aufgeklärt worden über die Operation, deren Risiken und Alternativen. Im Sinne einer Eventualbegründung hielt die Erstinstanz fest, selbst bei einer mangelhaften Aufklärung läge eine hypothetische Einwilligung vor. Denn die Beschwerdeführerin habe stark gelitten unter den hartnäckigen Rückenschmerzen. Bereits die früheren Eingriffe hätten gezeigt, dass sie nicht weiter bereit gewesen sei, die Schmerzen hinzunehmen. Sie sei bereits an der Wirbelsäule operiert und über eine mögliche Nervenschädigung aufgeklärt worden. Schliesslich zeige ihr Verzicht auf eine Bluttransfusion, dass sie trotz des dadurch erhöhten Risikos zur Operation bereit gewesen sei.