Citation: 8C_755/2023 E. 4.1.3

4.1.3. Das kantonale Gericht erwog, die Beschwerdeführerin mache geltend, aufgrund der fehlenden Aufklärung habe sie im Start-up-Unternehmen weitergearbeitet, davon ausgehend, sie würde ihren Lebensunterhalt mit dem bescheidenen Verdienst und den Arbeitslosentaggeldern finanzieren können. Erst nachdem ein provisorischer Jahresabschluss gezeigt habe, dass sie das Geschäftsjahr mit einem Minus von Fr. 40'000.- abschliessen werde, sei sie mit Aufhebungsvertrag vom 16./17. Dezember 2021 aus der C.________ AG ausgetreten. Zwar werde, so die Vorinstanz weiter, an den Beweis eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen der Auskunft und dem Unterlassen einer vorteilhaften Disposition nicht allzu strenge Anforderungen gestellt (mit Hinweis auf BGE 121 V 65 E. 4b). Indessen habe sich die Beschwerdeführerin bewusst für die tiefe Entlöhnung und die Partnerschaft bei der C.________ AG entschieden. Die Vermittlungsfähigkeit, die eine wesentliche Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bilde, sei hinsichtlich der Tätigkeit bei diesem Unternehmen ab 1. Juni 2021 erst mit Verfügung vom 7. Oktober 2021 bestätigt worden. Zudem sei erst aufgrund der Abrechnungen vom November und Dezember 2021 Arbeitslosenentschädigung ausbezahlt worden. Daher sei fraglich, ob die Beschwerdeführerin bereits vor Dezember 2021 aus der C.________ AG ausgeschieden wäre. Jedenfalls könne nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht davon ausgegangen werden, dass sie bei korrekter Ausübung der Beratungspflicht der Beschwerdegegnerin überwiegend wahrscheinlich zu einem früheren Zeitpunkt aus dem Unternehmen ausgetreten wäre, beziehungsweise eine andere Lösung in Betracht gezogen hätte. Sie könne sich daher mangels (kausaler) Disposition nicht auf den Vertrauensschutz berufen.