Citation: I 238/99 23.08.2000 E. 1

1.- a) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird, wie bereits im kantonalen Verfahren, eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die IV-Stelle gerügt. Die Verwaltung sei in ihrer Verfügung nicht auf die von der Versicherten im Einspracheverfahren (recte: Vorbescheidverfahren) erhobene Einwendung eingegangen, wonach "mindestens eine befristete Rente ausgerichtet werden" sollte; eine Heilung dieses Mangels habe nie stattgefunden. Diese Rüge ist auf Grund ihrer formellen Natur vorweg zu behandeln (BGE 121 V 152 Erw. 3 mit Hinweisen). b) Im angefochtenen Entscheid werden die Bestimmungen über die Grundsätze des rechtlichen Gehör und der Heilung der Gehörsverletzung unter Hinweis auf die Rechtsprechung zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen ist, dass nach Art. 73bis Abs. 1 IVV die IV-Stelle, bevor sie über die Ablehnung eines Leistungsbegehrens oder über den Entzug oder die Herabsetzung einer bisherigen Leistung beschliesst, dem Versicherten oder seinem Vertreter Gelegenheit zu geben hat, sich mündlich oder schriftlich zur geplanten Erledigung zu äussern und die Akten seines Falles einzusehen. Dieses Vorbescheidverfahren bezweckt - nebst der Entlastung der Verwaltungsrechtspflegeorgane -, dem Versicherten den Anspruch auf rechtliches Gehör zu gewährleisten (BGE 124 V 182 Erw. 1c). Dabei darf sich die Verwaltung nicht darauf beschränken, die vom Versicherten im Vorbescheidverfahren vorgebrachten Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen dem Betroffenen gegenüber auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den (entscheidwesentlichen) Einwänden auseinanderzusetzen oder aber zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 183 Erw. 2b). Die Vorinstanz hat im Wesentlichen erwogen, die pauschale Begründung der IV-Stelle, dass die eindeutige Sach- und Rechtslage keinen anderen Entscheid ermöglichten, genüge den Anforderungen, die an die Begründungspflicht gestellt würden, nicht. Da die Beschwerdeführerin auf Grund dieses allgemeinen Verweises weder nachvollziehen könne, von welchen Überlegungen sich die Verwaltung leiten liess, noch den Entscheid auf seine Richtigkeit prüfen könne, sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. Dieser als nicht besonders schwer wiegend zu qualifizierende Mangel sei indessen im Rechtsmittelverfahren geheilt worden. Zum einen habe die Beschwerdeführerin nur diesen einzigen Einwand erhoben; zum andern habe die Verwaltung in der Beschwerdeantwort dargelegt, weshalb nicht weiter auf die im Einspracheverfahren (recte: Vorbescheidverfahren) vorgebrachte Einwendung eingegangen worden sei, indem sie (unter Hinweis auf das Feststellungsblatt vom 23. Juli 1996) festgestellt habe, dass ein Rentenanspruch nie entstanden sei. Obwohl diese ergänzende Erklärung nur kurz ausgefallen sei, könne sie - insbesondere im Kontext mit der Verfügungsbegründung - als genügend betrachtet werden. Im Übrigen sei der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 20. November 1996 nochmals Gelegenheit geboten worden, sich zur Sache zu äussern, worauf diese aber verzichtet habe. Der im angefochtenen Entscheid vertretenen Auffassung, wonach im kantonalen Verfahren eine Heilung der Gehörsverletzung stattgefunden hat, ist beizupflichten. Denn indem die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung immerhin ihre Betrachtungsweise dargelegt hat, dass ein Rentenanspruch nie entstanden sei, gab sie gleichzeitig zu erkennen, dass auch eine befristete Rente (bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses) nicht in Betracht falle. Wie sie zu diesem Ergebnis gelangte, ist, was die Entwicklung der Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall anbelangt, dem von ihr erwähnten Feststellungsblatt vom 23. Juli 1996 und, was die beiden Vergleichseinkommen betrifft, der Verfügung selbst zu entnehmen. Aus dem Umstand, dass das Feststellungsblatt, wie geltend gemacht wird, vor der Beschwerdeantwort erstellt worden ist, vermag die Versicherte nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, zumal sie im Vorbescheidverfahren die Invaliditätsbemessung pauschal beanstandet und der IV-Stelle somit gar keine Einwände, mit welcher sich diese differenziert hätte auseinandersetzen können, geliefert hat.