Citation: 6B_116/2024 E. 1.3.3

1.3.3. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist kohärent. Sie zeigt ausführlich auf, dass der Beschwerdeführer in den Einvernahmen den am Tatort anwesenden Personen und insbesondere sich selbst immer wieder neue Rollen und Handlungen zuschrieb, ohne dass sich ein nachvollziehbares Kerngeschehen erkennen lässt (vgl. E. 1.3.2). Überzeugend stuft sie deshalb sein Aussageverhalten als unglaubhaft ein. Ebenso wenig ist unter Willkürgesichtspunkten zu beanstanden, dass die Vorinstanz seine Verwechslungstheorie mit den türkischen Worten "durun" und "vurun" verwirft. Wenn sich der Beschwerdeführer diesbezüglich auf die Aussagen seiner Familienmitglieder beruft, ist dies unbehelflich. Weder seine Schwiegertöchter G.B.________, H.B.________ und I.B.________ noch sein Sohn J.B.________ waren zum Zeitpunkt des Vorfalls am Tatort. Sie konnten deshalb zur strittigen Frage, ob der Beschwerdeführer D.B.________ und E.B.________ "durun" (Stopp) oder aber eine Tötungsanweisung zugerufen hat, nichts aus eigener Beobachtung beitragen. In Bezug auf D.B.________ und E.B.________ hält die Vorinstanz ferner nachvollziehbar dagegen, dass deren Aussageverhalten widersprüchlich und unglaubhaft war (insbesondere Urteil E. II. Ziff. 37 S. 54-58) und Letzterer erst im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens den Begriff "durun" aufgriff (Urteil E. II. Ziff. 25 S. 41 f.). Wenn der Beschwerdeführer im Weiteren beanstandet, die Vorinstanz habe unberücksichtigt gelassen, dass er sich gemäss den Aussagen von K.________ und L.________ mit seinen Söhnen auf Türkisch bzw. auf Kurdisch-Türkisch unterhalten habe, und darin (sinngemäss) einen Widerspruch zur Aussage des Beschwerdegegners erkennen will, der angab, der Beschwerdeführer habe die Tötungsaufforderung auf Kurdisch formuliert (vgl. Beschwerde Ziff. II.B. S. 9), geht auch dies an der Sache vorbei. Zum einen konnten auch sie zu den Vorkommnissen am Tatort keine eigenen Wahrnehmungen beisteuern. Zum anderen wichen ihre Angaben zu den sprachlichen Gepflogenheiten der Familie B.________ - entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers - nicht von den Aussagen des Beschwerdegegners ab: So gab K.________ von sich aus zu Protokoll, im Restaurant M.________ hätten sich der Beschwerdeführer und D.B.________ auf Kurdisch unterhalten, und L.________ hob hervor, dass vor allem der Vater "Kurdisch-Türkisch" spreche (vgl. kantonale Verfahrensakten, pagina 0937 f. und pagina 0953). Soweit der Beschwerdeführer aus den Schilderungen von F.________ ableiten will, D.B.________ und E.B.________ hätten vom Beschwerdegegner abgelassen und seien davon gerannt, (unmittelbar) nachdem er (Beschwerdeführer) mit dem Zeigefinger gestikuliert habe (Beschwerde Ziff. II.B. S. 8), findet auch dies keine Stütze in den Akten. Die Vorinstanz gibt die Aussagen von F.________ im angefochtenen Entscheid zutreffend wieder (Urteil E. II. Ziff. 27 S. 42 f.). Daraus erhellt, dass der von F.________ wahrgenommene Aufschrei ("Auaa") und nicht die Geste des Beschwerdeführers mit dem Zeigefinger D.B.________ und E.B.________ zum sofortigen Aufbruch veranlasste. Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz, ohne in Willkür zu verfallen, auf die Angaben des Beschwerdegegners abstellen durfte, der als Einziger eine Tötungsanweisung des Beschwerdeführers schilderte. Der Beschwerdeführer kritisiert, die Vorinstanz verkenne, dass der Beschwerdegegner in Bezug auf die angebliche Tötungsanweisung "klar widersprüchlich" ausgesagt habe. Zur Begründung verweist er auf dessen konkrete Wortwahl: Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 9. Januar 2019 habe dieser die Formulierung "bringt ihn um" verwendet. Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 1. April 2019 habe er dann die Worte "wartet nicht, tötet ihn" zu Protokoll gegeben und später schliesslich den Ausdruck "sie sollen das Grab seines Vaters ficken und ihn töten" gebraucht (Beschwerde Ziff. II.B. S. 8). Wenn der Beschwerdeführer darin einen klaren Widerspruch zu erkennen glaubt, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Ausführungen des Beschwerdegegners mögen zwar hinsichtlich der konkreten Wortwahl nicht deckungsgleich ausgefallen sein, stimmen aber in ihrem Kern überein. Alle drei Aufforderungen haben das Tötungselement gemein. Anders als dies der Beschwerdeführer behauptet, sind die Aussagen des Beschwerdegegners, soweit den Tatbeitrag des Beschwerdeführers betreffend, widerspruchsfrei und inhaltlich konstant. Mit der Vorinstanz ist auch kein Belastungseifer in seinen Aussagen auszumachen, sondern diese erweisen sich, was den Zeitpunkt des Zurufs anbelangt (vgl. E. 1.3.2), als differenziert. Es ist folglich unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Aussagen des Beschwerdegegners als glaubhaft einstuft und auf deren Grundlage die dem Beschwerdeführer vorgehaltene Tötungsanweisung als erwiesen erachtet.