Citation: 1C_213/2017 E. 6.2

6.2. Während sich der Wortlaut von § 5 Abs. 1 KRWG eng an die Formulierung von § 4 Abs. 2 und 3 des Kantonsratswahlgesetzes vom 28. November 1906 (aKRWG) in der Fassung vom 10. Februar 1999 (in Kraft vom 1. Januar 2003 bis zum 30. Juni 2015) anlehnt, forderte § 4 aKRWG in der bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Fassung noch explizit "die eigenhändigen Unterschriften von wenigstens zehn Stimmberechtigten der betreffenden Gemeinde". Auch unter der Geltung des im Wortlaut ebenfalls nicht eindeutigen § 4 aKRWG in der vom 1. Januar 2003 bis zum 30. Juni 2015 geltenden Fassung gingen die kantonalen Behörden allerdings davon aus, die Wahlvorschläge müssten wie unter der Geltung der früheren Bestimmung zwingend von einer bestimmten Anzahl Stimmberechtigter aus der jeweiligen Gemeinde unterzeichnet werden. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid überzeugend dargelegt, dass sich den Materialien zur Revision des aKRWG vom 10. Februar 1999 sowie zum geltenden KRWG keine Hinweise entnehmen lassen, wonach der Gesetzgeber in dieser Hinsicht jemals etwas ändern wollte. Der Umstand, dass sich der Gesetzgeber für die Formulierung von § 5 Abs. 1 KRWG eng an den Wortlaut der zuvor geltenden Bestimmung anlehnte, spricht dafür, dass er nichts an der von den kantonalen Behörden so verstandenen Regelung ändern wollte, wonach ein Wahlvorschlag von einer bestimmten Anzahl Stimmberechtigter aus der jeweiligen Gemeinde unterzeichnet werden muss. Dass das Wahlsystem mit der Inkraftsetzung des KRWG in anderer Hinsicht stark reformiert und namentlich ein wahlkreisübergreifend geltendes Proporzwahlverfahren eingeführt wurde, ändert daran nichts.