Citation: 5A_850/2020 E. 2

Das Obergericht stellte ein relevantes Einkommen des Ehemannes, der eine Unternehmesgruppe führt, von Fr. 36'400.-- pro Monat (Durchschnitt der zwischen Fr. 388'989.-- und Fr. 438'605.-- liegenden Jahreseinkommen 2015-2018) und für den betreffenden Zeitraum ein durchschnittliches Einkommen der Ehefrau von Fr. 3'400.-- fest, welches sich primär aus einem 40%-Pensum bei Swissport ergab, wobei sie zeitweise auch die Buchhaltung für den Ehemann führte und kurz im gemeinsam eröffneten Restaurant arbeitete. Es hielt weiter fest, dass sie infolge der Trennung die Tätigkeit bei Swissport auf 60% ausgedehnt habe und damit ein Einkommen von Fr. 2'708.-- erziele; für die Monate April und Mai 2020 habe jedoch das Einkommen angesichts der Kurzarbeit zufolge Covid-19 erwiesenermassen weniger betragen, was für die betreffenden Monate zu berücksichtigen sei. Dass der Verdienst jedoch auch für die weitere Zeit reduziert bleibe, sei nicht erwiesen. Weiter hat das Obergericht befunden, dass sich angesichts der überdurchschnittlichen Verhältnisse und weil dies von den Parteien nicht beanstandet worden sei, auch im Berufungsverfahren die Anwendung der einstufig-konkreten Methode rechtfertige, weshalb angesichts der nach 20 Jahren lebensprägenden Ehe die gemeinsame gepflegte Lebenshaltung zu ermitteln sei, welche den gebührenden Unterhalt der Ehefrau ergebe. Der Ehemann habe geltend gemacht, während der Ehe immer wieder Liegenschaften erworben zu haben. Indes habe sich das eheliche Vermögen trotz des gleich bleibenden oder sogar steigenden Einkommens verringert, was der Ehemann mit steuertechnischen Überlegungen (hohe Investitionen in die Liegenschaften und tiefer Steuerwert) erklärt habe. Dass die Parteien praktisch ihr ganzes Einkommen in Liegenschaften investiert und derart bescheiden gelebt hätten, wie es der Ehemann, der für das Bestehen einer Sparquote die Behauptungs- und Beweislast tragen würde, darstelle, sei aber nicht glaubhaft gemacht. Das Bezirksgericht sei von einem Bedarf der Ehefrau von bloss Fr. 6'475.-- ausgegangen (Grundbetrag Fr. 1'200.--, Miete Fr. 2'590.--, Krankenkasse Fr. 337.--, Versicherung Fr. 12.--, Pigmentbehandlung Fr. 342.--, Autokosten Fr. 500.--, Kommunikation Fr. 203.--, auswärtige Verpflegung Fr. 132.--, Fitnessabo Fr. 83.--, Französischkurs Fr. 323.--, Kleider Fr. 170.--, Reisen Fr. 83.--, Steuern Fr. 500.--). Indes habe die Ehefrau einen hohen Lebensstandard darlegen können. So habe sie unbestrittenermassen zwei- bis dreimal im Jahr ihre Familie in den USA und in Mexiko besucht, sei dabei stets Business Class geflogen und habe jeweils ca. Fr. 5'000.-- für Kleider, Taschen und Schuhe ausgegeben, sodann habe sie ihren Ehemann drei- bis viermal pro Jahr auf Geschäftsreisen nach Deutschland begleitet, wobei man in Fünfsternehotels abgestiegen sei; weiter habe das Ehepaar mehrmals pro Jahr Konzerte besucht oder sei an die Bregenzer Festspiele gefahren, bei den zwei- bis dreimal pro Monat stattfindenden Restaurantbesuchen sei jeweils für Fr. 300.-- bis 400.-- konsumiert worden und die Ehefrau besitze 400 Paar Schuhe und gehe häufig zum Coiffeur. Vor diesem Hintergrund und angesichts der Beweisschwierigkeiten des meist über Kreditkarten des Ehemannes finanzierten Lebensstandards erachtete es das Obergericht als angemessen, (im Unterschied zum Bezirksgericht) einen 2,5-fachen Grundbetrag von Fr. 3000.-- einzusetzen und (wie bereits das Bezirksgericht) verschiedene über das betreibungsrechtliche Existenzminimum hinausgehende Positionen zu berücksichtigen. Es berechnete den gebührenden Unterhalt auf Fr. 8'914.-- (Grundbetrag Fr. 3000.--, Miete Fr. 2'590.--, Krankenkasse Fr. 337.--, Versicherung Fr. 12.--, Pigmentbehandlung Fr. 74.--, Autokosten Fr. 760.--, Kommunikation Fr. 180.--, auswärtige Verpflegung Fr. 132.--, Fitnessabo Fr. 83.--, Französischkurs Fr. 323.--, Kleider Fr. 340.--, Reisen Fr. 83.--, Steuern Fr. 1'000.--). Abschliessend hat das Obergericht erwogen, dass angesichts des während der langjährigen Ehe gepflegten Teilzeiterwerbes, der aktuellen Pandemie und der weit überdurchschnittlichen Verhältnisse eine Ausdehnung der Tätigkeit auf Vollzeit momentan nicht angezeigt sei, dass sich das Thema aber im Rahmen der Scheidung neu stellen werde.