Citation: 7B_287/2022 E. 2.3.3

2.3.3. Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands für die Privatklägerschaft setzt namentlich voraus, dass dies zur Wahrung der Rechte der Privatklägerschaft notwendig ist (Art. 136 Abs. 2 lit. c StPO). Nach der Rechtsprechung stellt - was die Notwendigkeit der Verbeiständung betrifft - die Strafuntersuchung in der Regel eher bescheidene juristische Anforderungen an die Wahrung der Mitwirkungsrechte von Geschädigten. Es geht im Wesentlichen darum, allfällige Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche anzumelden sowie an Verhören von Beschuldigten und allfälligen Zeugen teilzunehmen und gegebenenfalls Ergänzungsfragen zu stellen. Durchschnittsbürgerinnen und -bürger sollten daher in der Lage sein, ihre Interessen als Geschädigte in einer Strafuntersuchung selbst wahrzunehmen (BGE 123 I 145 E. 2b/bb; Urteile 7B_84/2023 vom 27. September 2023 E. 5.2; 1B_338/2020 vom 17. August 2020 E. 2.3; 6B_122/2013 vom 11. Juli 2013 E. 4.1.2; je mit Hinweisen). Bei der Beurteilung, ob eine Verbeiständung dennoch notwendig ist, müssen die gesamten Umstände des Einzelfalls berücksichtigt werden. Dabei sind insbesondere die auf dem Spiel stehenden Interessen, die Komplexität des Falles in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht, die persönlichen Umstände der geschädigten Person, ihre Sprachkenntnisse, ihr Alter, ihre soziale Situation und ihr Gesundheitszustand zu berücksichtigen (BGE 123 I 145 E. 2b/cc; Urteile 7B_189/2023 vom 16. Oktober 2023 E. 3.2; 1B_638/2021 vom 10. März 2022 E. 3.2). Mit ihrem Hinweis auf die Länge des vorinstanzlichen Entscheids vermag die Beschwerdeführerin keine Komplexität des Verfahrens aufzuzeigen. Der angeklagte Sachverhalt ist überschaubar. Zudem stellten sich keine komplexen Rechtsfragen. Die Vorinstanz hatte letztlich einzig zu beantworten, ob eine Tätlichkeit vorliegt. Auch die Geltendmachung von Zivilforderungen erforderte kein fundiertes juristisches Fachwissen. Inwiefern die Beschwerdeführerin zur Wahrung ihrer Rechte als Privatklägerin selbst nicht in der Lage gewesen sein sollte, ist, wie die Vorinstanz mit Verweis auf die Eingaben der Beschwerdeführerin zutreffend festgestellt hat, nicht erkennbar.