Citation: 8C_937/2014 E. 3.5

3.5. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin läge auch ohne die erhöhten Anforderungen an die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors bei medizinischen Massnahmen im Rahmen einer Krankheitsbehandlung (Vorliegen von groben und ausserordentlichen Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar von absichtlichen Schädigungen) kein Unfallgeschehen vor: Die Durchführung des Eingriffs wich gemäss der medizinischen Aktenlage nicht vom medizinisch Üblichen ab. Ein schadensursächliches Ereignis konnte nicht ermittelt werden. Die ärztlichen Handlungen als solche wiesen intra- wie perioperativ nicht den Charakter eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf, sondern blieben im Rahmen des Alltäglichen und Üblichen, wovon auch die Beschwerdeführerin ausgeht, wenn sie einen Behandlungsfehler verneint. Ein Lagerungsschaden mit einer Nervenläsion kann nie sicher ausgeschlossen werden, er stellt eine mögliche, wenn auch relativ seltene Komplikation in Zusammenhang mit einer Operation dar (in 6 bis 12 von 10'000 Narkosen; Dirk Aschemann [Hrsg.], OP-Lagerungen für Fachpersonal, Springer Medizin Verlag Heidelberg 2009, S. 100 f.). Über das Risiko einer Nervenläsion als allgemeines Anästhesierisiko wurde die Beschwerdeführerin vor dem Eingriff aufgeklärt, in welches sie einwilligte. Indem sich - unter der Annahme, es liegt ein Lagerungsschaden vor - ein medizinisch bekanntes Operationsrisiko verwirklichte, ist, auch in Berücksichtigung der Komplikationsrate (SZS 2014 S. 593, 8C_283/2014 E. 3.5) die medizinische Vorkehr nicht als ungewöhnlicher äusserer Faktor zu werten, weshalb kein Unfall vorliegt.