Citation: 1C_311/2022 E. 5.4

5.4. Die Beschwerdeführerin rügt nun, dass bei der rechnerischen Prognose der Strahlung im Standortdatenblatt der horizontale Abstand zwischen der Anlage und den OMEN Nrn. 2, 2a und 2b - als einer der Faktoren für die Strahlungsbelastung - falsch erhoben worden sei, weil auf den Abstand zum Antennenmast und nicht auf jenen zur einzelnen Sendeantenne abgestellt worden sei. Weil die Antennen an Auslegern in einer Distanz von 74 cm vom Mastzentrum montiert werden sollen, befänden sich der OMEN Nr. 2 respektive die nachträglich berechneten OMEN Nrn. 2a und 2b tatsächlich näher bei den Antennen mit der Senderichtung Azimut 210° als im Standortdatenblatt angegeben. Aus einem falschen Horizontalabstand ergebe sich in der Folge eine falsche Berechnung des Direktabstands von der Antenne zum OMEN, deren Wert in die Formel zur Berechnung der Feldstärke eingesetzt worden sei. Daraus folge schliesslich ein zu tiefer Wert des Feldstärkebeitrags der betreffenden Antenne und damit auch der gesamten Feldstärke der Anlage. Das Amt für Umwelt habe die höchste Belastung am OMEN Nr. 2a mit 4.99 V/m berechnet, womit der Anlagegrenzwert von 5 V/m knapp eingehalten worden sei. Setze man jedoch die Distanz zu den Antennen statt diejenige zum Mastzentrum (d.h. 74 cm kürzer), würde die elektrische Feldstärke bei OMEN Nr. 2a mit 5.07 V/m berechnet und der Anlagegrenzwert sei somit überschritten.