Citation: 4C.59/2005 22.09.2005 E. 1

Fest steht nach dem angefochtenen Urteil, dass die Beklagte gegenüber der Klägerin nie als Bestellerin in Erscheinung getreten ist. Die Verhandlungen geführt und die Verträge geschlossen hat einzig D.________. Die Vorinstanz prüfte mit Bezug auf beide Klagparteien gesondert, ob diese nach Treu und Glauben berechtigt waren, die Rechtshandlungen von D.________ der Beklagten zuzurechnen, weil sie ihn als deren Stellvertreter betrachten durften und mussten. 1.1 Was die Architektin anbelangt, bejahte die Vorinstanz diese Frage und damit die Klageberechtigung gegenüber der Beklagten. Zwar sei in einer ersten Phase D.________ als Eigentümer und Bauherr aufgetreten, und er habe den Architekturvertrag in eigenem Namen ausgehandelt. Die Architektin habe D.________ denn auch im Baugesuch vom 3. April 2001 als Bauherrn aufgeführt. Mit Schreiben vom 4. April 2001 an die Architektin habe dann aber das Bauamt W.________ die Unterschrift der Grundeigentümerin auf dem Baugesuch verlangt und als solche die Beklagte genannt. Diese habe die geforderte Unterschrift geleistet und werde auf der Bauanzeige des Gemeindepräsidiums W.________ vom 22. Mai 2001 als einzige unter der Rubrik "Bauherrschaft" aufgeführt. Auch die Baubewilligung vom 18. Juni 2001 sei auf die Beklagte ausgestellt und an sie adressiert worden. Weder die Beklagte noch D.________ hätten je korrigierend eingegriffen. Die Architektin sei gestützt auf diese ihr bekannten Umstände davon ausgegangen, das Vertragsverhältnis sei auf die Beklagte übergegangen und D.________ habe als Stellvertreter der Beklagten gehandelt, wozu sie aufgrund der dargelegten Umstände nach Treu und Glauben auch berechtigt gewesen sei. 1.2 Zu einem anderen Ergebnis gelangte die Vorinstanz mit Bezug auf die Klägerin. Diese habe zu den Umständen des Abschlusses des Vertrages, auf den sie ihre Forderung stützte, dürftige Angaben gemacht. Sie habe ausgeführt, direkt mit D.________ verkehrt und diesem den Auftrag am 4. September 2001 bestätigt zu haben, was D.________ seinerseits auf der Zweitschrift am 17. September 2001 unterschriftlich bekräftigt habe. Die Lieferung sei im Oktober und November, die Rechnung mit detaillierter Zusammenstellung der geleisteten Arbeiten am 5. Dezember 2001 an die gleiche im Computer erfasste Adresse in W.________ erfolgt. Nach dem angefochtenen Urteil hat die Klägerin weder den tatsächlichen Willen noch die Kundgabe der Vollmacht zur Vertretung der Beklagten behauptet, sondern vielmehr selbst geltend gemacht, sich auf das Verhalten von D.________ verlassen zu haben, der sich ihr gegenüber als Eigentümer und Bauherr in Sachen Restaurant Y.________ aufgespielt habe. Die Klägerin habe nicht erläutert, ab welchem Zeitpunkt sie D.________ als Vertreter betrachtet habe, und sie habe keine bestimmten Umstände angeführt, aufgrund derer sich ihr Eindruck geändert hätte. Die Vorinstanz folgte daher dem erstinstanzlichen Gericht nicht, das eine Vertretungswirkung kraft Vertrauens bejahte, weil "zweifellos" die entsprechenden Unterlagen der Klägerin vorgelegen haben mussten und weil üblicherweise auch ein direkter Kontakt zwischen dem Architekten und dem einzelnen Unternehmer stattfinde, so dass die Klägerin bei den Gesprächen mit D.________ den gleichen Wissensstand wie die Architektin gehabt habe. Bei diesen Annahmen des erstinstanzlichen Gerichts handelt es sich nach Auffassung der Vorinstanz nicht um generell gültige Vorgaben, die ohne Substanziierung oder gar ohne Behauptung als gegeben anzunehmen wären. Die Klägerin sei aber ihrer Substanziierungs-, jedenfalls ihrer Beweisobliegenheit in Bezug auf die Umstände, welche sie nach Treu und Glaube zur Annahme berechtigten hätten, D.________ sei von der Beklagten bevollmächtigt gewesen, nicht nachgekommen. Sie habe somit die Voraussetzungen für eine Vertretungswirkung kraft Vertrauens nicht nachgewiesen, weshalb es an einer Grundlage für die Ansprüche gegenüber der Beklagten fehle.