Citation: 6S.143/2002 11.06.2002 E. 7

7.-Der Beschwerdeführer macht im Zusammenhang mit der beurteilten Schadenersatzforderung des Opfers geltend, die Vorinstanz habe die Aussagen eines Zeugen nicht überprüft, wonach die Geschädigte nach Abbruch der Beziehung zum Beschwerdeführer wieder in die Drogen "abgerutscht" sei. Damit sei die Vorinstanz aber ausser Stande gewesen zu beurteilen, ob die von einem Arzt bezeugte Behandlungsbedürftigkeit der Geschädigten auf Fehler des Beschwerdeführers oder "Drogen und Sex" der Beschwerdegegnerin nach ihrem Auszug zurückzuführen sei. Die Vorinstanz habe somit Schadenersatz zugesprochen, ohne sich mit der Frage der Kausalität zwischen den Taten und dem Schaden überhaupt befasst zu haben. a) Der Beschwerdeführer wendet sich auch in diesem Punkt über weite Strecken gegen tatsächliche Feststellungen der Vorinstanz, insbesondere mit seiner Rüge widersprüchlicher Argumentation. Damit ist er nicht zu hören. b) Ist der Zivilanspruch zusammen mit der Strafklage beurteilt worden, so kann die Nichtigkeitsbeschwerde wegen dieses Anspruches unter anderem vom Verurteilten ergriffen werden. Berufung ist ausgeschlossen (Art. 271 Abs. 1 BStP). Erreicht der Streitwert der Zivilforderung, berechnet nach den für die zivilprozessuale Berufung geltenden Vorschriften, den erforderlichen Betrag nicht (Art. 46 OG: Fr. 8'000.--), und handelt es sich auch nicht um einen Anspruch, der im zivilprozessualen Verfahren ohne Rücksicht auf den Streitwert der Berufung unterläge (vgl. Art. 44 und 45 OG), so ist eine Nichtigkeitsbeschwerde im Zivilpunkt nur zulässig, wenn der Kassationshof auch mit dem Strafpunkt befasst ist (Art. 271 Abs. 2 BStP). Das Gesetz sieht jedoch in den Fällen des Art. 271 Abs. 2 BStP vor, dass der Kassationshof auf die Beschwerde im Zivilpunkt nur eintritt, wenn er die Beschwerde im Strafpunkt gutheisst und dessen abweichende Beurteilung auch für die Entscheidung im Zivilpunkt Bedeutung haben kann (Art. 277quater Abs. 2 BStP). Anträge betreffend Zivilforderungen sind in der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde in Strafsachen, wie in der Berufung, grundsätzlich zu beziffern (BGE 125 III 412 E. 1). Die Berufungssumme bestimmt sich nach Massgabe der Rechtsbegehren, wie sie vor der letzten kantonalen Instanz noch streitig waren (Art. 46 OG). Im hier zu beurteilenden Fall beziffert der Beschwerdeführer seine Anträge zwar nicht ausdrücklich, doch ergibt sich der Streitwert ohne weiteres aus seinen Anträgen und dem angefochtenen Urteil. Er wendet sich wie bereits vor der Vorinstanz gegen die Zusprechung von Schadenersatz an die Beschwerdegegnerin durch die Vorinstanz. Diese hat den Beschwerdeführer verpflichtet, an die Beschwerdegegnerin Fr. 9'200.-- zuzüglich Zins von 5% seit dem 1. November 1995 als Schadenersatz sowie unter dem gleichen Titel deren künftigen therapeutischen Aufwendungen im Zusammenhang mit den Straftaten zu bezahlen. Vor der letzten kantonalen Instanz erreichte der Streitwert insoweit den erforderlichen Betrag von Fr. 8'000.--. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers ist in dem Umfang einzutreten, als sich der Beschwerdeführer nicht gegen verbindliche tatsächliche Feststellungen der Vorinstanz wendet. c) Materiell sind die Einwände des Beschwerdeführers unbegründet. Dieser verkennt, dass die Vorinstanz der Geschädigten Schadenersatz wegen Schlechterfüllung des Behandlungsauftrages zugesprochen hat, weil Therapie und Ausbildung im Ergebnis für sie unbrauchbar waren. Dies betrifft Therapiestunden, welche die Beschwerdegegnerin vor dem Abbruch ihrer Beziehung zum Beschwerdeführer bei diesem bezogen und teilweise auch bezahlt hat. Wenn der Beschwerdeführer schliesslich darauf hinweist, dass die Beschwerdegegnerin ab Aufnahme des intimen Verhältnisses keine Therapiekosten mehr bezahlt habe, richtet er sich gegen die verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, was nicht zulässig ist. Die Vorinstanz hat zwar nicht festgestellt, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund der Straftaten behandlungsbedürftig ist bzw. ob und inwieweit ihre Behandlungsbedürftigkeit damit in Zusammenhang steht. Sie hat lediglich die Schadenersatzpflicht des Beschwerdeführers dem Grundsatze nach bejaht und ihn für den Fall, dass der Beschwerdegegnerin aufgrund der Straftaten Behandlungskosten erwachsen sollten, zu deren Bezahlung verpflichtet. Das ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Bei späterer Uneinigkeit über die Frage der Kausalität und die Höhe der Therapiekosten steht den Parteien der zivilprozessuale Weg offen.