Citation: 5A_1072/2020 E. 3.2

3.2. Der Streit dreht sich um die Treueprämie von Fr. 3'000.--, die der Beschwerdegegner im Jahr 2019 ausbezahlt erhielt. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass bei der Festsetzung von Kinderunterhaltsbeiträgen die Offizialmaxime und der Untersuchungsgrundsatz gelten. Dass der Beschwerdegegner den vom Bezirksgericht errechneten Betrag von Fr. 9'273.75 anerkannt habe, sei deshalb irrelevant. Den Erwägungen der Erstinstanz folgend wäre davon auszugehen, dass die besagte Treueprämie zum Einkommen hinzuzurechnen sei. Tatsächlich aber hätten das Bezirksgericht und im Anschluss daran die Vorinstanz die Treueprämie vom Einkommen abgezogen. Es sei offensichtlich unhaltbar, ihr, der Beschwerdeführerin, die nur im Jahr 2019 ausbezahlten Überstunden voll anzurechnen, auf Seiten des Beschwerdegegners aber nicht alles Einkommen zu berücksichtigen. Hinzu komme, dass das Kantonsgericht zwar feststelle, dass die ungewisse Erfolgsbeteiligung von ihr, der Beschwerdeführerin, nicht als Teil des üblichen Einkommens berücksichtigt werden könne, sie anderseits aber verpflichte, dem Beschwerdegegner die Hälfte davon weiterzuleiten. Eine solch ungleiche Behandlung sei offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich. Gestützt auf diese Argumentation fordert die Beschwerdeführerin, die Treueprämie des Beschwerdegegners entweder im durchschnittlichen Einkommen zu berücksichtigen oder den Beschwerdegegner zu verpflichten, ihr die Hälfte davon weiterzuleiten.