Citation: 4C.74/2003 02.10.2003 E. 1

Die kantonalen Instanzen gingen davon aus, dass das streitbetroffene Arbeitsverhältnis bis zum 31. Dezember 1998 nach dem Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes (L-GAV) 92 und ab diesem Datum nach dem L-GAV 98 zu beurteilen sei. Diese Verträge sähen namentlich für nicht bezogene Ferien- und Feiertage eine Entschädigungspflicht des Arbeitgebers vor. Nach Art. 82 Abs. 2 L-GAV 92 sei der Arbeitgeber zudem verpflichtet gewesen, in bestimmter Weise über die Arbeitszeiten und die gewährten Ferien- und Feiertage Buch zu führen. Dieser Verpflichtung sei er nicht nachgekommen. Für diesen Fall auferlege Art. 82 Abs. 5 L-GAV 92 dem Arbeitgeber die Beweislast, dass vom Arbeitnehmer geforderte Überstunden-, Ruhetage-, Ferien- und/oder Feiertagsguthaben nicht geschuldet seien. Demgegenüber enthalte der L-GAV 98 keine entsprechende Regel mehr, weshalb für die Zeit ab 1. Januar 1999 die allgemeine Beweislastregel von Art. 8 ZGB gelte. Die Vorinstanz hielt auf dieser Grundlage den Anspruch der Klägerin auf Entschädigung für Ruhe-, Ferien- und Feiertage vollumfänglich für ausgewiesen. Ferner sprach sie ihr die geforderte Entschädigung für während des Inkraftstehens des alten L-GAV geltend gemachte Überstunden zu, hielt jedoch die Forderung für während der Geltungsdauer des neuen L-GAV beanspruchte Überstunden für nicht ausgewiesen.