Citation: U 216/01 15.10.2003 E. 5

5.1 Die IV-Stelle hat die Invaliditätsschätzung offenbar anhand konkreter Salärangaben vorgenommen und dem Einkommensvergleich einerseits ein ohne invalidisierenden Gesundheisschaden als Serviceangestellte erreichbares sog. Valideneinkommen von Fr. 41'004.- pro Jahr und anderseits ein trotz Behinderung in einer leidensangepassten Erwerbstätigkeit ("z.B. [als im Umfange von 50 % beschäftigte] Betriebsmitarbeiterin in der industriellen Produktion oder [als] Mitarbeiterin Hauspost") zumutbarerweise noch erzielbares jährliches Invalideneinkommen von Fr. 18'850.- zu Grunde gelegt (Rentenverfügung der Invalidenversicherung vom 25. Mai 1999). Abgesehen von der in Erw. 4 hievor widerlegten grundsätzlichen Einwendung des Unfallversicherers gegen das von der IV-Stelle berücksichtigte Valideneinkommen wird dieses in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde insofern anerkannt, als die Annahme der IV-Organe, wonach ohne gesundheitliche Beeinträchtigung als Serviceangestellte ein Jahreseinkommen von Fr. 41'004.- erreichbar wäre, sinngemäss als vertretbare Ermessensausübung bezeichnet wird. Überdies liegt das von der National im streitigen Einspracheentscheid auf jährlich Fr. 18'228.- (Fr. 1519.- x 12) veranschlagte hypothetische Invalideneinkommen sogar leicht unter dem von der IV-Stelle in den Einkommensvergleich mit einbezogenen Betrag von Fr. 18'850.-. Weil sich jedoch den vorliegenden Akten nicht entnehmen lässt, woher die Angaben zu den von den IV-Organen berücksichtigten Vergleichseinkommen stammen, ist im Folgenden die Invaliditätsbemessung der IV-Stelle einer (Ermessens-)Überprüfung anhand eines Einkommensvergleichs auf der Grundlage von statistischen Tabellenlöhnen (standardisierte Monatslöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik im Zweijahresrhythmus herausgegebenen Lohnstrukturerhebung [LSE]) zu unterziehen (BGE 126 V 76 Erw. 3b mit Hinweisen). 5.2 Da für den Einkommensvergleich nach Art. 28 Abs. 2 IVG zunächst die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns eines allfälligen Rentenanspruchs (hier: 1. Juni 1997) massgebend sind (BGE 129 V 223 Erw. 4.1 und 4.2; vgl. auch 128 V 174), ist von der LSE 1996 auszugehen. Für das Valideneinkommen ist der in Tabelle TA 1 des Anhangs angeführte zutreffende Zentralwert (Median) für das Gastgewerbe in der Höhe von Fr. 2945.- (standardisierter monatlicher Bruttolohn von Frauen bei Ausübung einfacher und repetitiver Tätigkeiten [Anforderungsniveau 4]) heranzuziehen. Dieser statistische Monatslohn ist - unter Berücksichtigung des Umstandes, dass ihm eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt (LSE 1996 S. 5), welche etwas tiefer ist als die 1996 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit im Gastgewerbe von wöchentlich 42,4 Stunden (Die Volkswirtschaft, 2003 Heft 9, S. 102, Tabelle B 9.2) - auf Fr. 3122.- zu erhöhen. Ferner führt die Beachtung der Nominallohnentwicklung im Gastgewerbe bis 1997 (Steigerung von 0,3 % gegenüber dem Vorjahr; a.a.O., S. 103, Tabelle B 10.2) zu einem Monatslohn von Fr. 3131.- bzw. zu einem Jahreslohn von Fr. 37'572.-. Was das trotz den Beschwerden im linken Bein zumutbarerweise noch realisierbare Invalideneinkommen anbelangt, ist auf den ebenfalls in der Tabelle TA 1 des Anhangs zur LSE 1996 enthaltenen allgemeinen Zentralwert für sämtliche Wirtschaftszweige des privaten Sektors in der Höhe von Fr. 3455.- (monatlicher Bruttolohn von Frauen, Anforderungsniveau 4) abzustellen. Der angeführte Monatslohn ist - wieder unter Berücksichtigung, dass die ihm zu Grunde gelegte Arbeitszeit von 40 Wochenstunden geringer ist als die im Jahre 1996 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit (aller Wirtschaftszweige) von wöchentlich 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft, a.a.O, S. 102, Tabelle B. 9.2) - auf Fr. 3619.- zu erhöhen. Die Beachtung der allgemeinen Nominallohnentwicklung (1997 wurden um 0,5 % höhere Löhne als im Vorjahr ausgerichtet; a.a.O., S. 103, Tabelle B 10.2) führt zu einem Monatslohn von Fr. 3637.- bzw. zu einem Jahresverdienst von Fr. 43'644.-, wobei dieser Betrag im Hinblick auf die nur mehr 50 %ige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdegegnerin auf Fr. 21'822.- zu halbieren ist. Rechtsprechungsgemäss ist mit einer allfälligen Herabsetzung dieses Tabellenlohnes der Tatsache Rechnung zu tragen, dass persönliche und berufliche Umstände Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa-cc, 124 V 323 Erw. 3b/aa). Im vorliegend zu beurteilenden Fall ist die Beschwerdegegnerin auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit einer Mitbewerberin ohne physische Einschränkungen dadurch benachteiligt, dass sie keine Arbeiten mit längerer Gehleistung ausführen, keine Lasten über 10 bis 15 kg tragen sowie keine Tätigkeiten mit monotoner Körperhaltung verrichten kann; dies wirkt sich auf das Lohnniveau aus. Dasselbe gilt mit Bezug auf den Umstand, dass sie (ohne entsprechende Erfahrungen) in einem neuen Beruf (wieder) im ersten Dienstjahr starten muss. Ebenfalls zu berücksichtigen gilt, dass teilzeitbeschäftigte Frauen in der Regel überproportional weniger verdienen als weibliche Vollzeitangestellte (LSE 1996 S. 14 und Tabellenserie TB; BGE 124 V 323 Erw. 3b/aa). Auf Grund der genannten Gegebenheiten erscheint eine Herabsetzung um insgesamt 15 % oder 20 % als angemessen. Bei diesen Abzügen resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 18'549.- (Fr. 21'822.- x 0,85) bzw. Fr. 17'458.- (Fr. 21'822.- x 0,8) und - im Vergleich mit dem hievor angeführten Valideneinkommen von Fr. 37'572.- - ein Invaliditätsgrad von 51 % bzw. 54 %. Nach dem Gesagten erweist sich der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad von 54 % im Rahmen der Ermessensprüfung auf jeden Fall als vertretbar, weshalb für eine abweichende Invaliditätsschätzung des Unfallversicherers kein Raum bleibt. Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, schuldet die National der Beschwerdegegnerin somit ab 1. Februar 1999 eine 54 %ige Invalidenrente.