Citation: 9C_557/2007 20.11.2007 E. 3.2

3.2.1 Bei der Frage nach dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit wie auch bei derjenigen nach einer allfälligen späteren vollen Arbeitsfähigkeit, welche einen Unterbruch des zeitlichen Zusammenhangs (BGE 123 V 262 E. 1c S. 264 f., 120 V 112 E. 2c/aa S. 117) begründet, handelt es sich um Tatfragen (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 f.), weshalb das Bundesgericht von den entsprechenden Feststellungen des kantonalen Gerichts nur abweicht, wenn die Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 105 Abs. 2 BGG mangelhaft ist oder auf einer Rechtsverletzung gemäss Art. 95 BGG beruht. 3.2.2 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, lässt die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung nicht als offensichtlich unrichtig oder mangelhaft erscheinen. Zwar hat Frau Dr. med. D.________ im Bericht an die Invalidenversicherung vom 12. Juni 2002 nach vorangegangenen Arbeitsunfähigkeiten von 100 % vom 1. Mai 1994 bis 31. Dezember 1994, 60 % vom 1. Januar 1995 bis 31. Mai 1996 und 40 % vom 1. Juni 1996 bis 31. Dezember 1998 eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % vom 1. Januar 1999 bis 23. März 2000 und von 100 % ab 24. März 2000 bestätigt. Dabei handelt es sich jedoch um eine auf den Angaben der Beschwerdegegnerin zu den geleisteten Arbeitspensen basierende, rückwirkend festgestellte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, auf welche nicht abgestellt werden kann. Entscheidend ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf, weshalb in erster Linie von Bedeutung ist, ob sich die gesundheitliche Beeinträchtigung auf das Arbeitsverhältnis ausgewirkt hat. Es muss im Rahmen des Arbeitsverhältnisses in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts B 121/04 vom 16. August 2005, Urteil des Bundesgerichts B 153/06 vom 9. August 2007). Diesbezüglich geht aus den Akten hervor, dass die Versicherte im Jahr 1999 ohne wesentliche krankheitsbedingte Absenzen voll zu 80 % gearbeitet hat (Arbeitgeberbescheinigung vom 15. Juni 2001). Dr. med. B.________, bei dem sie bis 1998 und erneut ab Mai 1999 in Behandlung stand, bestätigte Absenzen wegen des Rückenleidens lediglich für den 8. April, 26. Juli und 20./21. Dezember 1999. Ab Herbst 1999 stand die Versicherte bei Dr. med. S.________, Spital Y.________, in Behandlung, welcher ein MRI vom 8. Dezember 1999 veranlasste und am 24. März 2000 eine Nukleotomie L4/5 durchführte. Weder Dr. med. B.________ noch Dr. med. S.________ haben für die Zeit von Januar 1999 bis März 2000 eine Arbeitsunfähigkeit angegeben und eine solche erst für die Zeit ab 24. März 2000 bescheinigt. Daraus ist zu schliessen, dass in der Zeit ab 1. Januar 1999 wohl noch gewisse Beschwerden bestanden haben, welche auch zu ärztlichen Abklärungen und Behandlungen Anlass gegeben, die Versicherte in der Ausübung der Erwerbstätigkeit in der fraglichen Zeit aber nicht erheblich beeinträchtigt haben. Daran vermag nichts zu ändern, dass die Versicherte lediglich zu einem Pensum von 80 % gearbeitet hat. Gegen eine Gleichsetzung des Arbeitspensums mit der Arbeitsfähigkeit spricht der Umstand, dass der behandelnde Arzt Dr. med. W.________ schon Ende 1996/Anfang 1997 - und damit während der Zeit, als die Beschwerdegegnerin lediglich zu 60 % erwerbstätig war - eine volle Arbeitsfähigkeit festgestellt hatte. Zudem fehlen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass ihr eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit nicht zumutbar gewesen wäre. Zu einer anderen Beurteilung geben auch die von der Beschwerdeführerin genannten Angaben des Arbeitgebers nicht Anlass. Die Feststellung im Arbeitgeberbericht vom 15. Juni 2001, wonach der Versuch, das Arbeitspensum auf 80 % zu steigern, zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes geführt habe, findet in den medizinischen Akten keine Stütze. Aufgrund der Arztberichte ist vielmehr davon auszugehen, dass sich die Rückenschmerzen erst anfangs 2000 wesentlich verstärkt haben, wie die Beschwerdegegnerin gegenüber Dr. med. H.________ angegeben hat (Psychiatrisches Gutachten vom 14. März 2002). Etwas anderes ergibt sich auch aus dem Hinweis des Arbeitgebers nicht, wonach sich die Beschwerdegegnerin wegen Schmerzen bei der sitzenden Arbeit im Büro zu Hause einen Arbeitsplatz mit Stehpult eingerichtet und in der Folge teils im Büro des Arbeitgebers und teils zu Hause gearbeitet habe. Die Anschaffung erfolgte im März 2001 und damit nach der hier zur Diskussion stehenden Zeit von Januar 1999 bis März 2000. Es muss daher bei der vorinstanzlichen Feststellung bleiben, dass der zeitliche Zusammenhang zwischen der am 1. Mai 1994 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität in der Zeit von Januar 1999 bis März 2000 unterbrochen wurde und aufgrund der ab 24. März 2000 bestehenden Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit grundsätzlich die Beschwerdeführerin leistungspflichtig ist.