Citation: 6B_576/2021 E. 2.3.3

2.3.3. Anhand des Strafbefehls vom 25. Juli 2019 ist nicht ersichtlich, welche konkreten Sachverhalte zur Anklage gebracht worden sind. Konkret ist unklar geblieben, ob (auch) der von E.________ geschilderte Sachverhalt zur Anklage erhoben worden ist. Die Vorinstanz erwägt, E.________ habe sich in zeitlicher Hinsicht "sogar genauer fest[gelegt]" als die Staatsanwaltschaft und stützt ihren Schuldspruch auch in Bezug auf den Ort und die Art der Tatausführung vollumfänglich auf dessen detaillierte Angaben zum Tathergang, welche indes wie erwähnt keinen Eingang in den Strafbefehl vom 25. Juli 2019 gefunden haben. Damit übersieht die Vorinstanz, dass die Angaben gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO und damit die Angaben gemäss Art. 353 Abs. 1 lit. c StPO möglichst präzise und konzis zu bezeichnen sind und dass diese Umschreibung im die Anklage bildenden Strafbefehl zu erfolgen hat. Die Sachverhaltsdarstellung im Strafbefehl hat mit dem mutmasslichen Beweisergebnis zu korrespondieren und ist die vorgeworfene Verhaltensweise nicht generell zu umschreiben, sondern soweit wie möglich zu spezifizieren. Nur wenn genaue Untersuchungsergebnisse fehlen, weil sich gewisse Umstände nicht rekonstruierien lassen, müssen bzw. dürfen diese approximativ umschrieben werden (BGE 140 IV 188 E. 1.4; Urteil 6B_716/2014 vom 17. Oktober 2014 E. 2.33; HEIMGARTNER/NIGGLI, in: Schweizerische Strafprozessordnung, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, N. 19 f. zu Art. 325 StPO) Der von E.________ beschriebene Vorfall liess sich nachweislich sowohl in zeitlicher als auch in sachverhaltlicher Hinsicht rekonstruieren, womit insbesondere dessen Angaben zur Tatzeit (ca. Oktober 2015), zum Tatort (Reithalle) und zur Art der Tatausführung (insgesamt 6 Schläge, während derer sich das Pferd in Bewegung befand und "an die Wand gestellt" worden war) Eingang in den Strafbefehl hätten finden müssen. Es genügt nicht, dass sich der fragliche Sachverhalt aus den Akten ergibt, da sich nur anhand der diesen Vorfall konkretisierenden und in den Strafbefehl Eingang gefundenen Angaben prüfen lässt, ob im Fall der Rechtskraft desselben der fragliche Sachverhalt abgeurteilt worden ist. Dies manifestiert sich umso deutlicher, wenn - wie vorliegend - im Strafbefehl einzig nicht näher individualisierte bzw. individualisierbare Sachverhalte umschrieben werden, das Untersuchungsergebnis indes auch ein konkretisierbares Ereignis umfasst.