Citation: 2C_164/2022 E. 3.5

3.5. Der Beschwerdeführer erhielt im anschliessenden Einspracheverfahren anlässlich der Befragung vom 13. August 2020 in Kenntnis der Verfügung vom 8. Juli 2019 Gelegenheit, sich zu sämtlichen Aspekten des Verfahrens umfassend zu äussern. Im Einspracheverfahren prüft die erstinstanzliche Behörde ihre angefochtene Verfügung und entscheidet nochmals über die Sache (Art. 39 der Verordnung [des Kantons Uri] vom 23. März 1994 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPV/UR; RB 2.2345]). Dabei ist die Prüfungsbefugnis der Einspracheinstanz nicht beschränkt (Art. 41 Abs. 2 VRPV/UR). Der Beschwerdeführer hatte somit die Möglichkeit, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Vorinstanz ging davon aus, die allfällige Verletzung des Gehörsanspruchs durch die Nichtzustellung des Schreibens vom 14. Juni 2019 wiege nicht besonders schwer, zumal die verfügende Behörde durchaus Anstrengungen unternommen habe, dem Beschwerdeführer das Schreiben zuzustellen. Die Gehörsverletzung sei daher geheilt worden. Ob die Zustellung des Schreibens vom 14. Juni 2019 rechtsgenüglich erfolgte (ausführlich dazu BGE 142 III 599 E. 2.4.1) und ob eine allfällige Gehörsverletzung als nicht besonders schwerwiegend zu bezeichnen ist, kann offenbleiben. Unter den vorliegenden Umständen käme es einem formalistischen Leerlauf gleich, wenn das Verfahren - vor dem gleichen Amt, vor dem sich der Beschwerdeführer im Rahmen des Einspracheverfahrens äussern konnte - nochmals von vorne beginnen müsste. Eine allfällige Gehörsverletzung ist folglich als geheilt zu erachten, selbst wenn sie schwerwiegend sein sollte. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, das angefochtene Urteil sei aufzuheben, weil sich die zeitliche Distanz zwischen dem fraglichen Sachverhalt und der Gewährung des rechtlichen Gehörs vergrössert habe, verfängt nicht, zumal der zeitliche Abstand bei einer Rückweisung an die erste Instanz nur noch grösser würde.