Citation: 5P.76/2002 14.11.2002 E. 4

Schliesslich wirft die Beschwerdeführerin dem Kassationsgericht vor, es habe ihr das rechtliche Gehör verweigert, indem es sich mit der Begründetheit ihres auf Art. 114 ZGB gestützten Antrages in keiner Weise auseinandergesetzt, sondern den Kostenpunkt lediglich nach dem Endergebnis des Verfahrens unter dem Gesichtspunkt von Art. 111 f. ZGB entschieden habe. Das Kassationsgericht hat darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des zweitinstanzlichen Verfahrens Antrag auf Scheidung gemäss Art. 114 ZGB gestellt habe. In Übereinstimmung mit dem Obergericht ist es aber davon ausgegangen, dass trotz dieses Antrages die Scheidung in Anwendung von Art. 116 in Verbindung mit Art. 111/112 ZGB auf gemeinsames Begehren der Parteien auszusprechen sei. Es hat also den Antrag der Klägerin nicht einfach übergangen, sondern die Gründe dargelegt, weshalb diesem Antrag nicht gefolgt, sondern die Ehe auf gemeinsames Begehren der Gatten geschieden und dementsprechend die Kostenverteilung vorgenommen wurde. Unter diesen Umständen wurde der Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin gewahrt.