Citation: 4A_707/2016 E. 1.2

1.2. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin bilden Streitgegenstand des Prozesses die Fragen, ob die vom Verunfallten geltend gemachte Forderung bereits verjährt ist und ob der Unfall vom 28. September 1993 für die vom Verunfallten geltend gemachten Beschwerden nach 2002 kausal ist. Als Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung wirft die Beschwerdeführerin die Frage auf, ob die im Leitentscheid BGE 141 V 281 definierten diagnostischen Voraussetzungen beziehungsweise Beweisanforderungen an die medizinische Feststellung des Krankheitswerts bei psychosomatischen Leiden ins Haftpflichtrecht zu übertragen seien. Sie ist unter Hinweis auf ULRICH MEYER, Tatfrage - Rechtsfrage, Anwaltsrevue 2016 S. 211 ff. 216, der Auffassung, es handle sich dabei um die " Einhaltung des Konzepts der natürlichen Kausalität ", was eine Rechtsfrage darstelle. Unter Bezugnahme auf denselben Autor (MEYER, a.a.O., S. 216) macht sie geltend, in Bezug auf Schmerzstörungen zähle die Feststellung, ob eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vorliege zu den Tatfragen. Als Rechtsfrage gelte aber die Frage, ob eine festgestellte psychische Komorbidität hinreichend erheblich sei und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügender Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine Schmerzstörung und damit auf eine invalidisierende Gesundheitsstörung zu gestatten. Die Beschwerdeführerin legt sodann ausführlich dar, weshalb eine Übertragung der Rechtsprechung von BGE 141 V 281 auf das Haftpflichtrecht zu befürworten sei und weshalb die Frage auch in vielen anderen Fällen relevant werden könnte. Sie macht namentlich geltend, Tatfragen betreffend die natürliche Kausalität seien im Sozialversicherungs- und Haftpflichtrecht gleich zu beurteilen. Mit diesen Vorbringen greift die Beschwerdeführerin zu kurz: