Citation: 2C_864/2021 E. 5.4.2

5.4.2. Nach dem Steuerrecht des Kantons Bern erstreckt sich die unbeschränkte Steuerpflicht nicht auf ausserkantonale Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke (Art. 7 Abs. 1 StG/BE). Für die Abgrenzung der Steuerpflicht verweist das kantonale Recht auf die Grundsätze des Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung (Art. 7 Abs. 4 StG/BE), die insoweit also bereits als kantonales Recht zur Anwendung kommen (vgl. Urteil 2C_401/2020 vom 28. Juli 2021 E. 3.3.2, zur Publikation vorgesehen). Nach diesen Grundsätzen sind das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit, das in einer Geschäftsniederlassung mit ständigen Einrichtungen erzielt wird, sowie das dieser Tätigkeit dienende bewegliche Vermögen am Geschäftsort zu versteuern (Urteile 2C_873/2017 vom 15. November 2018 E. 2.2; 2C_461/2015 / 2C_462/2015 vom 12. April 2016 E. 3.2; 2C_726/2010 vom 25. Mai 2011 E. 2.2, in: StE 2011 A 24.24.41 Nr. 5). Die nicht auf den Kanton Bern entfallenden Einkünfte und Vermögenswerte bzw. steuerlich abziehbaren Aufwendungen und Schulden fallen im Kanton Bern lediglich satzbestimmend ins Gewicht (Art. 8 Abs. 1 StG/BE). Die Umsätze und die Aufwendungen, die der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit erzielt bzw. getätigt hat, sind unbestrittenermassen dem Kanton Solothurn als Geschäftsort zuzurechnen. Nach seinem eigenen Steuerrecht würde der Kanton Bern mithin also das (negative) Ergebnis aus dem Geschäftsbetrieb des Beschwerdeführers grundsätzlich selbst dann nicht bzw. nur satzbestimmend übernehmen, wenn er die berufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers als selbständige Erwerbstätigkeit anerkennen würde.