Citation: 2C_55/2023 E. 4.4.2

4.4.2. Die Vorinstanz stützte ihren Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweismittel auf diverse gewichtige Indizien, so namentlich den Zeit-ablauf und die Umstände des Eheschlusses vor dem Hintergrund der ausländerrechtlichen Wegweisung des Beschwerdeführers im Jahr 2017, das lange Getrenntleben der Eheleute ohne plausible Erklärung bei gleichzeitigem Fehlen einer auf ein effektives Beziehungsleben ausgerichteten übrigen Lebensgestaltung, verschiedene Widersprüche in den Befragungen der Eheleute, und schliesslich auch die Äusserungen der ersten Ehegattin in Bezug auf die damalige Ehegemeinschaft und die Umstände derselben (vgl. im Detail unten E. 5). Gestützt auf diese Indizien durfte die Vorinstanz darauf schliessen, dass die Befragung weiterer Personen aus dem Umfeld des Beschwerdeführers - deren Aussagen hier gleichwertig wie schriftliche Aussagen von Drittpersonen sind (vgl. Urteile 2C_732/2022 vom 2. März 2023 E. 5.7; 2C_518/2016 vom 7. September 2017 E. 3.3) - nichts an ihrer Überzeugung ändern würde. Insbesondere ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf weitere Beweisabnahmen verzichtete, obwohl sich der Beschwerdeführer gestützt auf die (erneute) gemeinsame Wohnsitznahme auf eine nachträglich eingetretene echte Lebensgemeinschaft (sog. amor superveniens) berief, zumal dieser - trotz Mitwirkungspflicht - im Verfahren vor der Vorinstanz abgesehen von einer Wohnsitzbestätigung keinerlei Sachbeweise eingereicht und auch sonst keine substanziierten Angaben gemacht hatte, welche hätten erkennen lassen, dass (nunmehr) eine tatsächlich gelebte eheliche Beziehung bestand. Dass die Vorinstanz "willkürlich gar keine Gesamtbetrachtung sämtlicher Fakten" vorgenommen habe, bleibt eine Behauptung, und vermag die zahlreichen von der Vorinstanz in ihrem Entscheid gewürdigten, für eine Scheinehe sprechenden, Indizien nicht in Zweifel zu ziehen.