Citation: I 327/04 07.04.2006 E. 4

4.1 Verwaltung und Vorinstanz haben bei der Beurteilung des Leistungsbegehrens wesentlich auf das rheumatologische Gutachten des Dr. med. U.________ vom 20. August 2003 abgestellt. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist dieser Arzt jedoch befangen, weil er im Auftrag der IV-Stelle gehandelt hat und für diese laut seinen eigenen Aussagen wiederholt Gutachten zu erstellen hat. Zudem äussert sie Zweifel an der fachlichen Qualifikation des Experten für die Beurteilung ihres Beschwerdebildes, zumal dieser auf die Schmerzsituation und die seelischen Probleme nicht eingegangen sei. 4.2 Den von der Verwaltung eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb). Dr. med. U.________ führt eine Praxis für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen. Selbst wenn es zutreffen sollte, dass er von der IV-Stelle wiederholt für die Erstellung von Gutachten beigezogen würde, könnte aus diesem Umstand allein nicht auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit geschlossen werden (RKUV 1999 Nr. U 332 S. 193). Wenn derselbe Arzt sodann erklärt hat, er sei von der IV-Stelle lediglich beauftragt worden, die "mechanische Seite" der Beschwerden zu beurteilen, so kann dies nur in dem Sinne verstanden werden, dass die Verwaltung ihn um ein rheumatologisches und nicht um ein psychiatrisches Gutachten ersucht hat. Dass er die Schmerzsituation aus diesem Grund gänzlich ausgeklammert hätte, trifft nicht zu. Wie bereits die Vorinstanz dargelegt hat, gibt das umfassende und eingehend begründete Gutachten keinen Anlass zur Annahme, dass gewisse Schmerzen nicht berücksichtigt oder ihnen bei den Schlussfolgerungen nicht Rechnung getragen worden wäre. Eine der versicherten Person nicht genehme ärztliche Beurteilung vermag keine Befangenheit des Gutachters zu begründen. Auch wenn an die Unparteilichkeit eines medizinischen Experten ein strenger Massstab anzulegen ist (vgl. BGE 123 V 176 Erw. 3d), ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche auf mangelnde Objektivität oder Voreingenommenheit des Dr. med. U.________ schliessen liessen. Solches kann auch nicht aus dessen angeblicher Äusserung abgeleitet werden, die in den bildgebenden Untersuchungen erkennbaren leichten Schädigungen der Achselsehnen seien altersbedingt und müssten nicht behandelt werden. Im Gutachten bezeichnet der Experte ein operatives Vorgehen der lediglich mit der suprasensitiven Kernspintomografie objektivierbaren partiellen Supraspinatussehnenläsion als verfrüht und empfiehlt je nach Verlauf Physiotherapie und den Einsatz von nicht-steroidalen Antiphlogistika. 4.3 Mit Bezug auf den Bericht des PD Dr. med. O.________ vom 13. März 2003 rügt die Beschwerdeführerin, dieser bagatellisiere in für sie unverständlicher Weise die tatsächliche Situation ihres Gesundheitszustandes. Zudem habe der Arzt erklärt, als ehemaliger Begutachter der IV-Stelle wisse er, wie ein Arztbericht abzufassen sei, damit er vom Versicherer akzeptiert werde. Als die Versicherte seit Juni 1999 behandelnder Herzspezialist war dieser prädestiniert, aus kardiologischer Sicht die Auswirkungen ihrer Herzprobleme auf die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Dass er diese zu gering eingeschätzt hätte, lässt sich vor dem Hintergrund der Diagnose eines Mitralklappenprolaps ohne Mitralinsuffizienz, paroxysmalen supraventrikulären Herzrhythmusstörungen und insignifikanten Herzgeräuschen nicht sagen. Das Misstrauen in eine sachverständige Person muss in objektiver Weise als begründet erscheinen, damit Anschein von Befangenheit und Gefahr der Voreingenommenheit angenommen werden können. Das subjektive Empfinden einer Partei genügt nicht (vgl. BGE 120 V 365 Erw. 3a). Insbesondere ist auszuschliessen, dass PD Dr. med. O.________ unter direktem Einfluss der IV-Stelle steht, zumal er offenbar nicht mehr für diese als Gutachter tätig ist. 4.4 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, die IV-Stelle habe darauf verzichtet, bei PD Dr. med. Y.________ Arzt- und Operationsberichte einzufordern. Entgegen dieser Behauptung hat die IV-Stelle sehr wohl Berichte dieses Arztes eingeholt. Es sind dies namentlich der Operationsbericht vom 24. Mai 2002, der Bericht an die Zürich Versicherungsgesellschaft vom 28. Juni 2002 und der Bericht vom 14. März 2003.