Citation: U 336/99 15.12.2000 E. 3

3.- a) Beim Unfall vom 1. November 1994 hat der Beschwerdeführer laut Bericht des erstbehandelnden Arztes Dr. med. S.________ vom 9. Januar 1995 ein Distorsionstrauma mit Hinterhornabriss des rechten Meniskus erlitten. Eine Kniearthrographie zeigte allerdings nur einen kleinen Einriss im medialen Hinterhorn, jedoch keinen durchgehenden Riss noch einen Meniskusabriss (Bericht Dr. med. U.________, Spezialarzt für Radiologie FMH, vom 8. November 1994). Anlässlich der Operation vom 14. Dezember 1994 wurde nebst einer medialen Meniskusläsion (horizontaler Riss im Bereich des Hinterhorns) eine Chondromalazie Grad II über beiden Tibiaplateaus festgestellt. In seiner Stellungnahme vom 20. Mai 1997 führt Dr. med. T.________ aus, der Versicherte habe ein Distorsionstrauma des Kniegelenks erlitten, welches zu Irritationen der Gelenkkapseln und Bänder habe führen können, ohne dass es zu einer irreversiblen strukturellen Läsion gekommen sei. Möglich sei auch, dass die festgestellte Chondromalazie zu Reizsynovitiden geführt habe, was eine Erklärung dafür bilde, dass der Versicherte seit Jahren immer wieder Kniegelenksbeschwerden verspüre. Der Horizontalriss am medialen Hinterhorn sei mit grösster Wahrscheinlichkeit degenerativen Ursprungs und für die Beschwerdesymptomatik nicht verantwortlich. Die Meniskektomie sei nicht unfallbedingt durchgeführt worden. Dieser Feststellung steht entgegen, dass die SUVA das Ereignis vom 1. November 1994 als unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. c UVV anerkannt und entsprechende Leistungen erbracht hat. Seitens der SUVA wird nicht geltend gemacht, dies sei zu Unrecht geschehen. Streitig und zu prüfen ist daher lediglich, ob nach dem 3. April 1995 weiterhin leistungsbegründende Unfallfolgen bestanden haben. Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 15. März 1995 stellte Dr. med. J.________ ein vollständig reizloses Knie bei guter Stabilität und einwandfreier Beweglichkeit fest. Dr. med. B.________ berichtete dem behandelnden Arzt am 20. Juni 1995, bezüglich des rechten Kniegelenks gehe es dem Patienten ordentlich; in letzter Zeit seien zunehmend Beschwerden auf der linken Seite aufgetreten, wo eine medial betonte Gonarthrose bei antero-medialer Knieinstabilität bestehe. Daraus ist zu schliessen, dass im Zeitpunkt, ab welchem die SUVA die Leistungen eingestellt hat (3. April 1995), am rechten Knie keine erheblichen Unfallfolgen mehr festzustellen waren. Anderseits geht aus den Akten hervor, dass schon vor dem Unfall Krankheitsbefunde in Form degenerativer Veränderungen und Arthrosen bestanden haben. Anlässlich der operativen Behandlung im Spital X.________ hatte der Beschwerdeführer selber angegeben, seit rund acht Jahren an Beschwerden am rechten Knie zu leiden. Nachdem Dr. med. U.________ schon vor der Operation vom 14. Dezember 1994 eine mässige Femoropatellararthrose festgestellt hatte, wurde anlässlich der partiellen Meniskektomie nebst der medialen Meniskus-Hinterhornläsion eine Chondromalazie II über beiden Tibiaplateaus gefunden. Dr. med. S.________ gelangte am 15. Februar 1995 zum Schluss, es sei wegen der vorbestandenen Arthrose mit einem bleibenden Nachteil zu rechnen. Nach den Feststellungen im Gutachten des Spitals Y.________ vom 16. März 2000 haben die arthrotischen Befunde nach dem Unfall zugenommen und es ist mit einer weiteren Progredienz zu rechnen. Im Hinblick auf die vorbestandenen Beeinträchtigungen und deren Progredienz einerseits und die Geringfügigkeit der unfallähnlichen Schädigung vom 1. November 1994 sowie der noch bestehenden Beschwerden anderseits ist mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die durch das Unfallereignis vom 1. November 1994 bewirkte Verschlimmerung im April 1995 behoben war. b) Was den Unfall vom 25. November 1994 betrifft, stellte Kreisarzt Dr. med. J.________ am 15. März 1995 mit Ausnahme einer leichten Druckdolenz der Muskulatur an der Hinterhauptsschuppe und am Dornfortsatz L4 keine pathologischen Befunde an der Wirbelsäule fest. Dr. med. T.________ führt in der Stellungnahme vom 20. Mai 1997 aus, die am Unfalltag angefertigten Röntgenbilder der LWS hätten keine ossäre Läsion, hingegen leichte spondylotische und spondylarthrotische Veränderungen bei unauffälliger Lendenlordose und einwandfreiem Alignement sowie unauffälligen Iliosakralgelenken gezeigt. Eine Verletzung der HWS habe nicht stattgefunden. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 15. März 1995 hätten keine objektiven pathologischen Rückenbefunde mehr erhoben werden können. Es sei daher davon auszugehen, dass der Versicherte am 15. März 1995, d.h. knapp vier Monate nach dem Unfall, keine Folgen der erlittenen Rückenkontusion mehr aufgewiesen habe und wieder voll arbeitsfähig gewesen sei. Der Beschwerdeführer hat im Anschluss an den Unfall vom 25. November 1994 zunächst über Schmerzen im Bereich der LWS geklagt. Dr. med. S.________ diagnostizierte am 3. Januar 1995 eine Rückenkontusion. Radiologisch konnte keine ossäre Läsion noch eine posttraumatische Lockerung der Iliosakralgelenke nachgewiesen werden (Bericht Dr. med. U.________ vom 25. November 1994). Eine neurologische Untersuchung im Spital W.________ vom 30. September 1996 ergab keine Anhaltspunkte für ein radikuläres Kompressionssyndrom. Beim Unfallereignis vom 25. November 1994 handelte es sich um einen ausgesprochen leichten Auffahrunfall, welcher praktisch keine Schäden an den beteiligten Fahrzeugen zur Folge hatte. Dass ein solcher Unfall überhaupt zu einer Prellungsverletzung der LWS führen kann, ist nach den überzeugenden Darlegungen von Dr. med. V.________, Ärzteteam Unfallmedizin der SUVA, in der Stellungnahme vom 25. Oktober 2000 als wenig wahrscheinlich zu betrachten. Dazu kommt, dass der Versicherte schon vor dem Unfall zufolge degenerativer Veränderungen der Wirbelsäule an Rückenbeschwerden gelitten und deshalb während längerer Zeit in ärztlicher Behandlung gestanden hat. Über Schmerzen an der HWS hat er nach den Akten erst anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 15. März 1995 geklagt. Gegen eine Unfallkausalität dieser Beschwerden spricht zum einen, dass es sich um einen Bagatellunfall handelte; zum andern bestehen auch an der HWS deutliche degenerative Veränderungen (Bericht Spital W.________ vom 22. Oktober 1996), welche als vorbestanden zu betrachten sind und progredient verlaufen. Soweit es unfallbedingt zu einer Verschlimmerung der vorbestanden Rückenbeschwerden gekommen ist, war diese im Mai 1995 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit behoben, weshalb die SUVA für weiter bestehende Beschwerden nicht mehr leistungspflichtig ist.