Citation: I 784/02 26.06.2003 E. 3

3.1 Während das kantonale Gericht davon ausgeht, dass die Beschwerdegegnerin ohne gesundheitliche Einschränkungen vollumfänglich einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde - und für die Invaliditätsbemessung folglich die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs nach Art. 28 Abs. 2 IVG zur Anwendung gelange -, hält die IV-Stelle dafür, die Versicherte wäre im Gesundheitsfall lediglich zu 50 % erwerbstätig. 3.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) führt -, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Diese Frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c, 117 V 194 f. Erw. 3b, je mit Hinweisen). Bei verheirateten Versicherten ist die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen sind, auch unter eherechtlichen Gesichtspunkten auf Grund einer Gesamtwürdigung der persönlichen, beruflichen, sozialen und ökonomischen Umstände des konkreten Falles zu beurteilen, wobei keinem dieser Kriterien zum Vornherein vorrangige Bedeutung zukommt (BGE 117 V 197 f. Erw. 4b in fine; Urteil A. vom 4. Januar 2002, I 715/00, Erw. 1 in fine).