Citation: 8C_155/2024 E. 6.2.2

6.2.2. Med. pract. D.________ konnte am 22. Juli 2015 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Sein psychopathologischer Befund fiel weitgehend unauffällig aus. Demgegenüber ging die seit dem 16. Januar 2014 behandelnde Psychiaterin Dr. med. C.________ in ihrem Bericht vom 8. Februar 2015 von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig depressives Syndrom mittelgradiger Schwere mit Panikattacken, einer Persönlichkeitsstörung mit paranoiden, zwanghaften und emotional instabilen Zügen bei körperlicher Misshandlung durch den Vater bis 18jährig sowie einer Essstörung mit Adipositas per magna aus. Sie beschrieb unter anderem eine rasche Erschöpfung, ein hohes Schlafbedürfnis, Misstrauen und Angst bei allen Interaktionen mit Menschen, eine sehr geringe Konzentrationsfähigkeit und Auffassungsstörungen beim Versuch, administrative Angelegenheiten zu klären, einen verminderten Antrieb sowie eine gesenkte Grundstimmung (im Affekt wechselnd zwischen verzweifeltem Weinen und aggressiver Anspannung) und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In ihrem Antrag auf Durchführung eines Belastbarkeitstrainings vom 16. Mai 2015 berichtete die Fachärztin zwar von einer leichten Besserung des Gesundheitszustandes. Bereits am 28. August 2015 teilte sie jedoch mit, das Training habe aufgrund einer gravierenden gesundheitlichen Verschlechterung abgebrochen werden müssen. Es bestehe ein mittelgradiges bis schweres depressives Syndrom mit ausgeprägtem Erschöpfungszustand und Antriebslosigkeit.