Citation: 2C_837/2019 E. 5.5

5.5. Mit Blick auf die Umstände des vorliegenden Falls (vgl. E. 3.1 hiervor) hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass dem Beschwerdeführer spätestens anlässlich der Einvernahmen vom 19. Juni 2012 bewusst werden musste, dass die Staatsanwaltschaft die von B.________ bzw. der E.________ AG an F.________ gewährten Darlehen in einen Zusammenhang mit den mutmasslichen Wirtschaftsdelikten brachte; damit rückte auch die Übergabe der Bargeldmillion am 1. Juni 2010 in den Fokus des Interesses der Staatsanwaltschaft. Unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer letztlich (auch) wegen dieser Bargeldübergabe strafrechtlich belangt wurde, zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt ab, dass er als Zeuge zu dem Vorgang würde aussagen müssen. Damit bestand die konkrete Gefahr eines Interessenkonflikts im oben skizzierten Sinne (vgl. E. 5.4 hiervor), zumal die strafrechtliche Relevanz der Bargeldübergabe damals nicht feststand, und der Beschwerdeführer damit nicht abschätzen konnte, ob er zu einer für seinen Mandanten (straf-) rechtserheblichen Tatsache würde aussagen müssen. Von der konkreten Gefahr eines Interessenkonflikts wäre umso mehr auszugehen, wenn der Beschwerdeführer die Übergabe der Bargeldmillion - wie von ihm behauptet (vgl. Beschwerde, S. 9, V. 3.) - nicht in seiner Eigenschaft als Anwalt (bzw. Hilfsperson eines Anwalts) miterlebt hätte; damit hätte er sich bei der sich abzeichnenden Befragung nämlich nicht auf sein Zeugnisverweigerungsrecht (Art. 171 Abs. 1 StPO) berufen können (vgl. dazu E. 5.4 hiervor). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers bestand damit spätestens am 19. Juni 2012 die konkrete Gefahr eines Interessenkonflikts. Damit hätte er sein Verteidigermandat zu diesem Zeitpunkt grundsätzlich sofort niederlegen müssen. Wie die Vorinstanz in diesem Zusammenhang zutreffend darlegt, wäre eine Niederlegung zu diesem Zeitpunkt nicht zur Unzeit erfolgt: Die Staatsanwaltschaft verfügte die Kontensperren erst nach den Einvernahmen vom 19. Juni 2012, und damit zu einem Zeitpunkt, in dem der Beschwerdeführer sein Mandat schon hätte niedergelegt haben müssen; hinzu kommt, dass er nach eigenen Angaben damals erst über rudimentäre Aktenkenntnisse verfügte. Selbst wenn also bezüglich der Ausarbeitung und Einreichung des Rechtsmittels gegen die Kontensperren Dringlichkeit bestand, ist nicht ersichtlich, dass nicht auch ein anderer Rechtsanwalt (ohne Interessenkonflikt) diese Aufgabe hätte wahrnehmen können. Die Vorinstanz ist damit zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer durch die Weiterführung des Mandats bis am 3. Juli 2012 seine Berufspflichten und insbesondere Art. 12 lit. c BGFA verletzt hat.