Citation: 2C_364/2023 E. 6.2.3

6.2.3. Vor diesem Hintergrund fällt entscheidend ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer trotz der Aufforderungen der Migrationsbehörden erst im Jahr 2020, nach über 20 Jahren Erwerbslosigkeit mit höchstens gelegentlichen Aushilfsarbeiten und unter dem Druck des ausländerrechtlichen Widerrufverfahrens eine relevante Teilzeiterwerbstätigkeit aufnahm, wobei das Arbeitspensum im Mai 2021 lediglich 30 Stellenprozente betrug und sich eine angeblich verbindlich in Aussicht gestellte Erhöhung auf 60% ohne nachvollziehbare Erklärung nie realisierte. Mit einer neuen Arbeitgeberin vereinbarte er per 14. September 2021 ein unbefristetes Arbeitsverhältnis im Vollzeitpensum als Eisenleger, wobei er in der Folge lediglich unregelmässig im Stundenlohn arbeitete, woraus ein Pensum von lediglich rund 30 bis 50 Stellenprozenten resultierte. Im Jahr 2019 hatte er gegenüber dem Migrationsdienst denn auch angegeben, "auf keinen Fall" Vollzeit arbeiten zu wollen. Insgesamt hat der Beschwerdeführer trotz der zahlreichen Warnungen erst unter dem Druck des ausländerrechtlichen Widerrufsverfahrens und auch dann nur in Teilzeitpensen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, obwohl er wusste, dass sein weiterer Aufenthalt von seinen Bemühungen zur Bereinigung seiner finanziellen Situation abhängen würde. Bei einer Fachstelle betreffend Schuldensanierung meldete er sich erst im September 2021, nachdem das Verfahren bereits bei der Vorinstanz hängig war. Unter diesen Umständen durfte die Vorinstanz die Mutwilligkeit der Verschuldung bejahen.