Citation: 2C_868/2016 E. 2.3

2.3. Die Republik Kosovo hat zwar am 3. Oktober 2012 ein Auslieferungsgesuch an die Französische Republik gerichtet, welchem diese nicht entsprochen hat, indessen liegt kein solches Gesuch für die Schweiz vor. Verfahrensgegenstand bildet deshalb ein rein ausländerrechtlicher Wegweisungsentscheid und die damit verbundene Problematik einer möglichen Verletzung von Art. 3 EMRK bzw. Art. 25 Abs. 3 BV (Verbot von Folter bzw. jeder anderen Art grausamer und unmenschlicher Behandlung oder Bestrafung). Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug der Wegweisung unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen einer Weiterreise der ausländischen Person in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen; in diesem Fall hat eine vorläufige Aufnahme zu erfolgen, selbst wenn die weg- oder ausgewiesene Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe im In- oder Ausland verurteilt worden ist (Art. 83 Abs. 7 lit. a AuG) bzw. sie erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit oder Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet hat (Art. 83 Abs. 7 lit. b AuG). Art. 83 Abs. 7 AuG schliesst nach seinem klaren Wortlaut die vorläufige Aufnahme aus, wenn sich der Vollzug der Weg- oder Ausweisung als nicht möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG) oder nicht zumutbar (Art. 83 Abs. 4 AuG) erweist, nicht hingegen wenn dieser nicht zulässigerscheint, weil völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise in den Heimat- oder in den Herkunfts- bzw. in einen Drittstaat entgegenstehen.