Citation: 4A_590/2015 E. 3.1

3.1. Das Bezirksgericht ging davon aus, der Beschwerdegegner habe im Betrieb des Verstorbenen eine besondere Stellung bekleidet. Einerseits habe der Beschwerdegegner umfassende Kompetenzen gehabt und alleine beziehungsweise zusammen mit dem Verstorbenen strategische Entscheide fällen können. Andererseits habe der Hof nur aufgrund der Finanzierung durch Darlehen des Beschwerdegegners überleben können. Die vom Beschwerdegegner eingebrachten Mittel seien mit Blick auf die vereinbarte Hofübernahme zur Verfügung gestellt worden. Der Kläger sei Geschäftspartner des Verstorbenen gewesen. Die Organisation auf dem Hof sei klar getrennt gewesen. Der Verstorbene habe sich um die Viehwirtschaft und die Finanzen, der Beschwerdegegner um den Rest der anfallenden Arbeiten gekümmert. Der Verstorbene sei daneben einer Erwerbstätigkeit nachgegangen und nur am Morgen bei der Betreuung der Kühe auf dem Hof anwesend gewesen. Der Beschwerdegegner sei somit fast die ganze Zeit alleine auf dem Hof gewesen, habe die Arbeiten nach seinem Gutdünken erledigt und sei frei gewesen, den Tagesablauf zu organisieren. Er habe die Arbeiten mehr oder weniger ohne Aufsicht durch den Verstorbenen erledigt. Er habe in dessen Namen Verträge abgeschlossen. Seine Entlöhnung habe derjenigen eines Betriebsleiters entsprochen. Nachdem der Verstorbene ihm am 10. Dezember 2010 eine Vollmacht erteilt hatte, sei der Beschwerdegegner bei der Ausgestaltung seiner Ferien- und Freitage ohnehin frei gewesen, so dass es ihm ohne Weiteres möglich gewesen wäre, die angehäuften Ferien- und Freitage zu beziehen. Weiter hätte er die Anzahl der nicht bezogenen Ferien- und Freitage ordnungsgemäss festhalten können. Da der Beschwerdegegner in der Ausgestaltung seiner Freizeit erhebliche Freiheit gehabt habe, sei die Beweislast umzukehren, so dass er den Beweis zu erbringen habe, wieviele Ferien und Freitage während des Arbeitsverhältnisses effektiv bezogen worden seien. Aber auch davon abgesehen habe der Beschwerdegegner seine Ansprüche nicht hinreichend substanziiert. Die Agenda, welche nach seinen Angaben dazu gedient habe, die Ferien- und Freitageansprüche abzuschätzen, habe er aus unklaren Gründen dem Gericht nicht eingereicht. Aufgrund der mangelnden Substanziierung sah sich das Bezirksgericht nicht in der Lage, den Umfang der nicht bezogenen Ferien- und Freitage gestützt auf Art. 42 Abs. 2 OR zu schätzen.