Citation: I 497/01 12.11.2001 E. 2

2.- a) In tatsächlicher Hinsicht hat die Vorinstanz gestützt auf die Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle (nachfolgend MEDAS, vom 15. Februar 1999), der Rheumaklinik des Spitals X.________ (nachfolgend Rheumaklinik X.________, vom 18. Januar 2000) und des Dr. med. W.________, Chefarzt der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie (vom 20. Oktober 2000), sowie aufgrund des Berichts über die Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit der Rheumaklinik X.________ (nachfolgend Evaluationsbericht, vom 23. Februar 2000) zu Recht angenommen, dass die Beschwerdeführerin für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten bzw. auch als Hausfrau/Mutter sowie im gelernten Beruf als Coiffeuse noch zu 70 % arbeitsfähig ist. Es kann in diesen Punkten auf die eingehende Begründung im kantonalen Entscheid verwiesen werden. b) Die Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind nicht stichhaltig. aa) Die Beschwerdeführerin macht geltend, der von der MEDAS beigezogene Dr. med. J.________, Spezialarzt FMH für physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, habe im Konsilium vom 25. Januar 1999 multiple Tendomyosen festgestellt, ohne dass das Vorbild einer generalisierten Tendomyopathie (Fibromyalgie) gegeben sei. Dieses Krankheitsbild sei indessen nur schwer zu diagnostizieren, weshalb diesbezüglich eine spezialisierte Fachkraft beizuziehen sei. Weiter sei es unsachlich, wenn Dr. med. J.________ die volle Arbeitsfähigkeit als Coiffeuse damit begründe, dass die Versicherte in Y.________ die Lehre in diesem Beruf absolviert habe und 100 % arbeitsfähig gewesen sei. Hierzu ist festzuhalten, dass im MEDAS-Gutachten vom 15. Februar 1999 u.a. eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit Körperschmerzsyndrom (multiple Tendomyosen, Entwicklung in Richtung einer Fibromyalgie) diagnostiziert wurde. Es bestehe zwar eine Tendenz zur Ausweitung des Schmerzsyndroms in Richtung einer Fibromyalgie; Ursache sei diesbezüglich aber nicht ein rheumatologisches Leiden, sondern es seien psychosoziale Faktoren im Sinne eines somatisierten Unwohlseins im Spiel. Im Weiteren prüfte auch die Rheumaklinik X.________ das Vorliegen einer Fibromyalgie und berücksichtigte mithin diese Problematik (Gutachten vom 18. Januar 2000). Diesbezüglich ist der Sachverhalt somit hinreichend geklärt, weshalb von weiteren medizinischen Abklärungen abzusehen ist (BGE 124 V 94 Erw. 4b). Hieran nichts zu ändern vermag der Bericht des Dr. med. A.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, vom 28. Oktober 2000, der u.a. eine Schmerzverarbeitungsstörung mit Symptomausweitung und Übergang zur sekundären Fibromyalgie feststellte und weiter darlegte, nach seinem Empfinden sei die Beschwerdeführerin als Coiffeuse im jetzigen Zeitpunkt in ihrem Schmerzzustand - praktisch wirtschaftlich gesehen - nicht arbeitsfähig; er könne sich nicht vorstellen, welche anderen leichteren Arbeiten ihr angeboten werden könnten, wenn sie in ihrem eigenen Haushalt nur allerleichteste Arbeiten übernehmen könne. Denn dieser Bericht ist zum einen widersprüchlich, da Dr. med. A.________ gleichzeitig anführte, es stehe ihm bei dieser Patientin nicht zu, die Beurteilung der voruntersuchenden rheumatologischen Spezialärzte anzuzweifeln. Diese erachteten die Versicherte jedoch im Coiffeuse-Beruf übereinstimmend als voll arbeitsfähig und im Haushalt mindestens zu 90 % (Konsilium des Dr. med. J.________ vom 25. Januar 1999) bzw. als ganztags arbeitsfähig mit der Notwendigkeit, über den Tag verteilt vermehrte Pausen von 1 1/2 Stunden einzuschalten (Rheumaklinik X.________, Gutachten vom 18. Januar 2000 und Evaluationsbericht vom 23. Februar 2000). Zum anderen wird die Objektivität des Berichts des Dr. med. A.________ dadurch stark relativiert, dass er die Beschwerdeführerin auf Zuweisung des Hausarztes hin während 50 Minuten untersucht hatte und am Schluss seines Berichts gegenüber diesem ausführte: "So scheint mir die Invaliditätsbeurteilung und Rentenzusprechung in derartigen Fällen nicht so sehr ein medizinisches, sondern mehr ein soziales oder sozialpolitisches Problem zu sein. Ich hoffe, Ihnen in Ihrer verständlicherweise nicht leichten Situation als langjähriger Hausarzt etwas helfen zu können". bb) In psychiatrischer Hinsicht legt die Beschwerdeführerin dar, der Bericht des von der MEDAS beigezogenen Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie (vom 27. Januar 1999), sei wenig aussagekräftig, da er sich auf ein einziges Gespräch mit ihr stütze und keine Fremdanamnese enthalte. Die Befragung zur Tagesgestaltung, wie sie bei Schmerzpatienten dazugehöre, bleibe äusserst rudimentär. Auch im Gutachten des Dr. med. W.________ vom 20. Oktober 2000 sei mit Ausnahme eines kurzen Telefonats mit dem Hausarzt keine Fremdanamnese eingeholt worden. Die Feststellung in diesem Gutachten, sie bewältige normalerweise den Haushalt alleine, widerspreche den Angaben, die sie und ihre Familienangehörigen gegenüber der Rheumaklinik X.________ gemacht hätten. Damit seien aber die Grundlagen, auf die Dr. med. W.________ abgestellt habe, falsch. Diese Vorbringen sind unbehelflich. Dr. med. W.________ waren nämlich der Bericht des Dr. med. B.________ sowie die - eingehende Anamnesen enthaltenden - Gutachten der MEDAS und der Rheumaklinik X.________ bekannt. Er hatte mithin keinen Anlass, eine weitere "Fremdanamnese" durchzuführen. Weiter ist festzuhalten, dass die Versicherte gegenüber Dr. med. W.________ angab, sie bewältige den Haushalt normalerweise selbstständig; wenn es ihr nicht gut gehe, würden Schwägerin und Nachbarin bei schwereren Aufgaben wie Staubsaugen, Wäsche aufhängen usw. mithelfen. Es kann somit nicht gesagt werden, Dr. med. W.________ sei von falschen Tatsachen ausgegangen. Wenn Dr. med. B.________ die Arbeitsunfähigkeit ausser Haus und im Haushalt auf 30 % festlegte und Dr. med. W.________ fast zwei Jahre später sogar eine Verbesserung feststellte und ausführte, die somatoforme Schmerzstörung habe mittlerweile nur noch grenzwertig Krankheitswert und beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit höchstens geringgradig (zu ca. 20 %), so ist die von Verwaltung und Vorinstanz aufgrund des MEDAS-Gutachtens angenommene Arbeitsfähigkeit von 70 % nicht zu beanstanden. Auch diesbezüglich erübrigen sich weitere Abklärungen, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Hieran ändert nichts, dass der Hausarzt Dr. med. E.________, Arzt für allgemeine Medizin FMH, die Beschwerdeführerin im Haushalt zu mindestens 50 % und im Coiffeuse-Beruf wahrscheinlich noch zu einem höheren Prozentsatz arbeitsunfähig taxierte (Bericht vom 22. November 2000), zumal zu berücksichtigen ist, dass Hausärzte mitunter infolge ihres auftragsrechtlichen Vertrauensverhältnisses in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen).