Citation: 4P.237/2006 16.01.2007 E. 4

4.1 Was die Aufklärung betreffend der Risiken der Subclavia- im Vergleich zur Jugularis-Punktion anbelangt, erwog das Verwaltungsgericht, gestützt auf das gerichtliche Gutachten, das auf einer umfangreichen Literaturstudie beruhe, ergäben sich für das Risiko einer Venentrombose keine Unterschiede zwischen den beiden Punktionsarten. Fehlpunktionen der Arterien könnten bei beiden Punktionsarten vorkommen. Das entsprechende Risiko sei aber bei der Jugularis-Punktion deutlich höher als bei der Subclavia-Punktion. Weiter berücksichtigte das Verwaltungsgericht, dass der Arzt, der sub clavia habe punktieren wollen, die fragliche Methode bereits mehr als 100 mal angewandt habe, sodass es sich dabei um einen ausgesprochenen Routineeingriff gehandelt habe. Dass der Beschwerdeführer in Kenntnis dieser Fakten eine Subclavia-Punktion abgelehnt und stattdessen auf der Durchführung einer Jugularis-Punktion bestanden hätte, erschien dem Verwaltungsgericht vor diesem Hintergrund als höchst unwahrscheinlich. Es ging daher von der hypothetischen Einwilligung des Beschwerdeführers bei umfassender Risikoaufklärung aus, wobei es offen liess, ob tatsächlich eine hinreichende Risikoaufklärung stattgefunden hat.