Citation: 2C_28/2014 E. 6.6.1

6.6.1. Die Ausführungen der Vorinstanz sind nicht zutreffend. Der Beschwerdeführer weist zu Recht darauf hin, dass gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EGMR im Rahmen der Interessenabwägung die Natur und die Schwere der begangenen Delikte sowie die seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das seitherige Verhalten der betreffenden Person zu berücksichtigen sind (BGE 139 I 145 E. 2.4; vgl. auch Urteil 2C_496/2013 vom 15. November 2013 E. 3.4). Auch aus der zugrunde liegenden Rechtsprechung des EGMR geht klar hervor, dass der Zeitpunkt der Tatbegehung massgeblich ist. Das entsprechende Kriterium lautet "le laps de temps qui s'est écoulé depuis l'infraction et la conduite du requérant durant cette période" (Urteil des EGMR Trabelsi gegen Deutschland vom 13. Oktober 2011 [Nr. 41548/06] § 55). Mit "Tatbegehung" sind jene Delikte gemeint, welche die ausländerrechtliche Massnahme ausgelöst haben. Später begangene Delikte werden als Verhalten gewürdigt, welches die betroffene Person in der "seit der Tatbegehung verstrichenen Zeit" an den Tag gelegt hat. Beim Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe nach Art. 62 lit. b AuG ist für den Beginn des (allfälligen) Wohlverhaltens jener Zeitpunkt massgeblich, in dem die verfahrensauslösenden Straftaten abgeschlossen waren. Das Abstellen darauf erlaubt es auch, ein Delikt in die Interessenabwägung einzubeziehen, welches während des betreffenden Strafverfahrens begangen wurde (vgl. dazu Urteil 2C_496/2013 vom 15. November 2013 E. 3.4). Dies erscheint sachgerecht und es ist kein Grund ersichtlich, von dieser Rechtsprechung abzuweichen. Der Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Verurteilung durch das erst- oder zweitinstanzliche Strafgericht kann für die zeitliche Beurteilung des Wohlverhaltens auch deshalb nicht herangezogen werden, weil die beschuldigte Person keinen direkten Einfluss auf den Zeitpunkt der Verurteilung hat.