Citation: U 610/06 04.07.2007 E. 4

4.1 Das kantonale Gericht stellte nach umfassender Prüfung und sorgfältiger, beweisrechtlich einwandfreier Würdigung der medizinischen Akten zutreffend fest, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. März 2005) - hinsichtlich der geltend gemachten Beschwerden mit hauptsächlich Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen - keine objektivierbaren, somatischen Unfallfolgen das Beschwerdebild prägen, welche weitere Heilbehandlungen bedurft oder zu fortgesetzter unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Zu Recht haben Vorinstanz und SUVA somit das Vorliegen einer organisch nachweisbaren Schädigung, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch die Unfallereignisse vom 20. März 2001 und 17. August 2002 verursacht worden wäre, verneint, wobei die Vorinstanz offen gelassen hat, ob die Versicherte beim ersten Unfall eine HWS-Distorsion erlitten hatte. 4.2 Insoweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen ausgeführt wird, insbesondere gestützt auf die Ausführungen des Dr. med. V.________, Leitender Arzt am Zentrum für funktionelle Kernspintomographie, seien klar fassbare Verletzungen an der oberen Halswirbelsäule ausgewiesen (Bericht vom 11. Oktober 2005), kann dem nicht gefolgt werden. Bereits im Bericht des Dr. med. S.________, Facharzt FMH für physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, vom 12. April 2004 finden sich Hinweise auf eine Diskrepanz zwischen den erhobenen Befunden (keine neurologischen oder vegetativen Defizite, keine ossären Läsionen bei verkrampfter Schulter-/Nackenmuskulatur, mit Kopfschmerzen okzipital) und den beklagten Beschwerden. Neurologische Ausfälle wurden beim diagnostizierten HWS-Syndrom ebenso wenig anlässlich ihres ersten Rehabilitationsaufenthaltes in der Klinik B.________ vom 19. September bis 24. Oktober 2001 festsgestellt, wobei die diagnostizierte Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) die somatischen Beschwerden überlagert sowie Untersuchung und Beurteilung erschwert hat (Austrittsbericht vom 25. Oktober 2001). Dies bestätigte die Neurologische Klinik und Poliklinik am Spital U.________, welche gemäss Bericht vom 11. Februar 2002 keine fokal-neurologischen Ausfälle erheben konnte und als Hauptdiagnose ein schweres depressives Zustandsbild festhielt, welches das Ausmass der Schmerzsymptomatik und der multiplen Begleitbeschwerden bestimme. Sogar der Hausarzt Dr. med. G.________ wies am 7. Mai 2001 auf die fehlende Objektivierbarkeit pathologischer Befunde hin. Anlässlich der stationären Abklärung in der medizinischen Klinik am Spital K.________ gut anderthalb Jahre nach den beiden Unfällen, wurde eine funktionelle Anpassungsstörung mit anhaltender depressiver Störung diagnostiziert und eine stationäre Therapie in einer Psychosomatikstation angeregt (Bericht vom 21. März 2003). Demgegenüber war ein ausgeprägtes somatisches Korrelat nicht mehr diagnostizierbar (Kreisärztliche Untersuchung des SUVA-Kreisarzt-Stellvertreters Dr. med. L.________, FMH Chirurgie, vom 23. September 2003). Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung, können die erst rund drei Jahre nach dem zweiten Unfall durchgeführten funktionellen Magnetresonanztomografien (MRT) der HWS kein Indiz für eine organisch nachweisbare Schädigung liefern, wie der SUVA-Mediziner Dr. med. B.________, Facharzt FMH für Chirurgie, in seinen ärztlichen Beurteilungen vom 6. März und 7. Juli 2006 einleuchtend und nachvollziehbar darlegte. Die von Dr. med. V.________ durchgeführten funktionellen HWS-MRT, soweit im vorliegenden Zusammenhang wissenschaftlich überhaupt anerkannt (vgl. die ärztliche Beurteilung des Dr. med. B.________ vom 6. März 2006), sind demnach nicht geeignet, die über den 31. März 2005 hinaus bestehende Unfallkausalität allenfalls erhobener Befunde schlüssig nachzuweisen. Überdies erstattete Dr. med. V.________ nicht unter Einbezug aller medizinischer Akten Bericht, weshalb nicht auf seine Beurteilung abzustellen ist. 4.3 Sind somit keine unfallbedingten organischen Folgen am Bewegungsapparat struktureller Natur vorhanden, sondern handelt es sich einzig um Beschwerden im Kopf-, Nacken- und Rückenbereich, liegen die typischen Beschwerden bei HWS-Verletzungen vor, weshalb sie grundsätzlich unter dem Gesichtspunkt einer organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Gesundheitschädigung zu beurteilen wären (BGE 117 V 359). Im relevanten Zeitpunkt der Leistungseinstellung sind jedoch erhebliche psychische Leiden ausgewiesen, die nach einhelliger Einschätzung der Ärzte massgebend an der Entstehung des vielfältigen Beschwerdebildes beteiligt sind (Psychosomatisches Konsilium der Klinik B.________ vom 27. September 2001 [Diagnose: Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion]; Bericht der Fachstelle P.________ vom 28. Februar 2002 [Diagnose: Reaktive depressive Störung, leichte posttraumatische Belastungsstörung]) und das, mangels objektivierbarer somatischer Befunde, aus rein körperlicher Sicht an sich V.________ Leistungsvermögen zu 100 % einschränken. Im Lichte der gesamten medizinischen Aktenlage hat das kantonale Gericht zutreffend erkannt, worauf verwiesen wird, dass die Adäquanz aufgrund dieser schon wenige Monate nach dem ersten Unfall ganz im Vordergrund stehenden Problematik (vgl. auch E. 4.2 hievor), nach der mit BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu beurteilen ist. Der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin, durch die nachgewiesenen, anhaltenden organisch-somatischen Beschwerden sei eine rechtliche Beurteilung der Adäquanz nach den in BGE 115 V 133 aufgestellten Kriterien hinfällig, ist somit nicht stichhaltig.