Citation: B 57/06 28.06.2006 E. 1

Nach Art. 139a OG ist die Revision eines bundesgerichtlichen Entscheids zulässig, wenn der EGMR eine Individualbeschwerde wegen Verletzung der EMRK und deren Protokolle gutgeheissen hat und eine Wiedergutmachung nur durch eine Revision möglich ist. Die beiden Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Allein die Tatsache, dass eine Individualbeschwerde gutgeheissen wurde, bewirkt noch nicht, dass das zugrunde liegende bundesgerichtliche Urteil nach dem innerstaatlichen Recht zu revidieren ist (nicht veröffentlichtes Urteil 2A.363/2001 vom 6. November 2001, Erw. 3a/cc, mit Hinweisen). Hat der EGMR nach Art. 41 EMRK eine Entschädigung zugesprochen, so schliesst dies eine weitere Entschädigung aus (BGE 125 III 188 Erw. 3, 123 I 335 Erw. 2c). Zudem ist auch eine Revision des bundesgerichtlichen Urteils zu einer solchen Entschädigung subsidiär und kommt nur in Frage, wenn sie über die vom EGMR zugesprochene Entschädigung hinaus zur Wiedergutmachung der Konventionsverletzung erforderlich ist (BGE 125 III 188 Erw. 2, 123 I 336 Erw. 3; Pra 2001 Nr. 92 Erw. 2b/bb [nicht veröffentlichtes Urteil 2A.232/2000 vom 2. März 2002). Dass und inwiefern dies der Fall ist, muss dem Revisionsgesuch mindestens ansatzweise entnommen werden können (nicht veröffentlichte Urteile 2A.363/2001 vom 6. November 2001, Erw. 3b/cc, und 2A.256/2001 vom 29. April 2002, Erw. 3.2).