Citation: 5A_248/2021 E. 1

Das Obergericht hat auf den seit der Geburt des Kindes bestehenden chronischen Konflikt zwischen den Eltern hingewiesen sowie auf die Tatsache, dass es bislang nicht gelungen ist, die begleiteten Besuche zu installieren. Es hat erwogen, dass das Besuchsrecht am Anfang in begleiteter Form stattfinden müsse, weil der Vater das Kind in dessen Leben erst dreimal kurz gesehen habe, zuletzt am 17. März 2018, als es noch keine zwei Jahre alt gewesen sei. Überdies sei C.________ nach den Schilderungen der Mutter ein überaus sensibles Kind und die Eingewöhnung in der Kita habe viermal länger gedauert als bei anderen Kindern. Vater und Tochter würden sich nicht kennen und es bestehe kein Vertauensverhältnis zwischen ihnen. Auch das Familiengericht Lenzburg im Entscheid vom 21. November 2017 und das Familiengericht Aarau im Entscheid vom 5. Februar 2019 hätten festgehalten, dass es eines schrittweisen Kontaktaufbaus bedürfe und unverantwortlich wäre, von Anfang an unbegleitete Besuche zuzulassen. Daran habe sich nichts geändert, C.________ sei heute erst 4½-jährig; unbegleitete Besuche würden sie momentan erheblich überfordern und wären nicht mit dem Kindeswohl vereinbar. Ein schrittweiser Kontaktaufbau mit begleiteten Besuchen in einer ersten Phase sei unabdingbar. Es habe sich jedoch gezeigt, dass diese Massnahme aufgrund der fehlenden Kompromissbereitschaft des Vaters nicht habe umgesetzt werden können. Dieser habe sein Geld und seine Zeit lieber in Gerichtsverfahren als in den Kontaktaufbau investiert. Aus seinem ganzen bisherigen Verhalten sei ersichtlich, dass hierfür keine auch nur minimale Grundbereitschaft vorhanden sei. Es bleibe deshalb nichts anderes übrig, als im Sinn einer ultimo ratio das Besuchsrecht gänzlich zu entziehen. Der Vater könne beim Familiengericht eine neue Überprüfung anstossen, sobald er zu Kooperation bereit sei, welche auch persönliche Treffen mit Fachpersonen beinhalte. Angesichts der Heftigkeit und Dauer des Konflikts werde dann die Durchführung eines interventionsorientierten Gutachtens zu prüfen sein, damit eine enge und intensive Unterstützung beim Aufbau des Besuchsrechts gewährleistet werden könne.