Citation: 1C_442/2017 E. 2.3

2.3. Das Bundesgericht ging in seinem strafrechtlichen Urteil 6B_290/2015 vom 23. November 2015 betreffend die vorliegend strittige Abstandsunterschreitung davon aus, der Beschwerdeführer hätte aufgrund des Abstands von 0,54 Sekunden respektive 12 m mit grösster Wahrscheinlichkeit bei einem starken Bremsmanöver des Lastwagens eine Auffahrkollision nicht vermeiden können, da er nicht behaupte, permanent mit dem Fuss vor der Bremse und nicht auf dem Gas gewesen zu sein, was aufgrund der Geschwindigkeitsaufzeichnungen ausgeschlossen gewesen sei. Werde von einer Bremsreaktionszeit von einer Sekunde ausgegangen, hätte auch der kürzere Bremsweg seines Personenwagens den zu geringen Abstand von nur 12 m aufgrund des verzögerten Bremsens und der gefahrenen Mindestgeschwindigkeit von 80 km/h nicht ausgleichen können. Der Beschwerdeführer habe daher auf ein mögliches Bremsverhalten des vorausfahrenden Lastwagens infolge zu geringen Abstands nicht (rechtzeitig) reagieren können (E. 2.3.1). Der vom Beschwerdeführer eingehaltene Abstand von lediglich 12 m zum vorausfahrenden Lastwagen bei 80 km/h sei derart gering gewesen, dass er unabhängig davon, wie gross im konkreten Einzelfall das Risiko eines Auffahrunfalls war, eine erhöhte abstrakte Unfallgefahr begründet habe. Dass diese die Insassen des Lastwagens betraf, sei nicht erforderlich; es genüge eine erhöhte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer (E. 2.3.2.). Da der Beschwerdeführer die Unfallträchtigkeit des unzureichenden Sicherheitsabstands bzw. die Gefährlichkeit seiner Fahrweise gekannt habe, habe er grobfahrlässig gehandelt (E. 2.3.3.).