Citation: 5A_907/2019 E. 3.3.2

3.3.2. Sodann ist der Beschwerdeführer der Ansicht, die von März 2012 bis Mai 2013 getätigten, aber erfolglosen Bewerbungen belegten nicht, dass es der Beschwerdegegnerin tatsächlich nicht möglich sein solle, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, denn sie habe sich sowohl in zeitlicher als auch in thematischer Hinsicht nicht ausreichend um eine Ausweitung ihrer Erwerbstätigkeit bemüht. So habe sie lediglich Arbeitssuchbemühungen während eines Jahres ausgewiesen. Zudem habe sie sich nur auf Kaderstellen beworben, obwohl es ihr durchaus zumutbar sei, in einer anderen Funktion tätig zu werden. Soweit der Beschwerdeführer die Bewerbungsbemühungen der Beschwerdegegnerin in quantitativer Hinsicht für ungenügend hält, erweist sich der Einwand als unbegründet. Die Schlussfolgerung des Kantonsgerichts, wer sich während fünfzehn Monaten monatlich für zwischen 13 und 19 (d.h. insgesamt zwischen 195 und 285) geeignete Stellen bewerbe und keine Stelle finde, sei tatsächlich nicht in der Lage, eine - hypothetisch als zumutbar erachtete - Erwerbstätigkeit aufzunehmen, kann unter Willkürgesichtspunkten nicht beanstandet werden. Namentlich war die Beschwerdegegnerin unter den gegebenen Verhältnissen nicht verpflichtet, ihre als intensiv zu bezeichnenden Suchbemühungen über die fünfzehn Monate hinaus fortzusetzen. Hinsichtlich der Einwendung, die Bewerbungen der Beschwerdegegnerin seien in qualitativer Hinsicht ungenügend (weil sie sich nur für Kaderstellen beworben habe), widerspricht sich der Beschwerdeführer gewissermassen selbst, denn er führt selber aus, die Beschwerdegegnerin habe während der Ehe eine Erwerbstätigkeit in "leitender Funktion" ausgeübt (E. 3.3.1). Ausserdem hat das Eheschutzgericht, worauf der Beschwerdeführer selber Bezug nimmt, in seinem Entscheid vom 26. Oktober 2011 eine "beratende Tätigkeit" als zumutbar erachtet und ist nicht von einer Erwerbstätigkeit im Niedriglohnbereich ausgegangen. Schliesslich unterlässt es der Beschwerdeführer darzulegen, für welche Art von Stellen sich die Beschwerdegegnerin seines Erachtens hätte bewerben müssen. Indem das Kantonsgericht die Bewerbungen der Beschwerdegegnerin in quantitativer und qualitativer Hinsicht hat genügen lassen, verstiess es nicht gegen Bundesrecht.