Citation: 5A_747/2020 E. 4.2.1

4.2.1. Das Obergericht pflichtet dem Beschwerdeführer darin bei, dass die Kinderbetreuung für die Beschwerdegegnerin kein entscheidendes Hindernis mehr war, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Zu Recht habe das Bezirksgericht aber erwogen, dass das Alter der Beschwerdegegnerin bei der Trennung (s. Sachverhalt Bst. A) nach der Gerichtspraxis gegen eine Verpflichtung zur Erwerbstätigkeit spreche. Dem angefochtenen Entscheid zufolge erklärte die Beschwerdegegnerin, nach der Matura bis 1988 die Ausbildung als Textildesignerin absolviert und bis Ende 1990 in diesem Beruf sowie im Jahr 1991 neun Monate als Designerin in Z.________ (Frankreich) gearbeitet zu haben. Nach der Heirat im Juli 1992 habe sie sich nur noch der Familie gewidmet und allenfalls für die Unternehmung des Beschwerdeführers kleinere Arbeiten übernommen. Eine Abklärung ihrer beruflichen Aussichten im Jahr 2001 habe ergeben, dass ihr Diplom wegen der Digitalisierung in der Branche nichts mehr wert und sie mit der alten Ausbildung nicht vermittlungsfähig sei. Das Obergericht stellt fest, dass diese Darstellung, auf die der Beschwerdeführer in der Berufung selbst verweise, die Aussichten der Beschwerdegegnerin auf ihrem ursprünglichen Beruf als "durchaus ungünstig" und den Aufwand für eine berufliche Eingliederung als "sehr bedeutend" erscheinen lasse. Irgend eine Hilfsarbeit, etwa im Verkauf, könnte die Beschwerdegegnerin womöglich finden, aber mit Sicherheit nur zu einem sehr bescheidenen Lohn. Dies wäre ihr aber nicht zuzumuten, denn ein wesentliches Kriterium sei gemäss Art. 125 Abs. 2 Ziff. 3 ZGB die Lebensstellung während der Ehe. Die Parteien hätten offenkundig einen aufwändigen Lebensstil gepflegt, die Familie habe neben dem grosszügigen Heim in V.________ (ZH) das luxuriöse Ferienanwesen in Y.________ (GR) und Ferien an anderen Orten genossen und die Hausfrau habe über zwei Motorfahrzeuge verfügt und sich mit eigenen Pferden dem Reitsport widmen können. Dass er je auf eine (teilweise) Erwerbstätigkeit gedrängt habe, mache der Beschwerdeführer mit der Berufung nicht geltend; ob er es sogar gern sah, dass die Beschwerdegegnerin sich ausschliesslich der Familie widmete und ihm im Haushalt, Haus und Garten "den Rücken freihielt", könne offenbleiben. Alles in allem sei es nicht angebracht, der Beschwerdegegnerin eine Erwerbstätigkeit zuzumuten und/oder ihr ein hypothetisches Erwerbseinkommen aus einer solchen anzurechnen, so die Schlussfolgerung des Obergerichts.