Citation: 6B_1360/2019 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz nimmt an, der einzige Verwaltungsrat der Privatklägerin, F.________, habe keinen Gewahrsam an den in den Geschäftsräumen der Privatklägerin eingelagerten Geräten gehabt. Sie stützt sich hiefür auf den Umstand, dass F.________ nach seinen Angaben keine operative Tätigkeit ausübte. Soweit Gewahrsam die tatsächliche Sachherrschaft über eine Sache nach den Regeln des sozialen Lebens beinhalte, sei die Herrschaftsmöglichkeit über iPhones etc., die sich im Lager der Privatklägerin befänden, nicht gegeben, wenn sich diese auf blosse gelegentliche Kontrollen der Lagerlisten und Excel-Tabellen etc. erstrecke. Die im Jahr 2014, rund 1 ½ Jahre nach der letzten Tathandlung und in Missachtung der jährlichen Inventurpflicht durchgeführte Nachinventur, in welcher die Manipulation der Lagerlisten für das Jahr 2013 bemerkt worden seien, sei irrelevant. Die von den Beschwerdegegnern und dem Mitbeschuldigten D.________ vertragswidrig und auf eigene Rechnung veräusserten Geräte seien ihnen in ihrer jeweiligen Funktion als stellvertretender Geschäftsführer, als Sachbearbeiter bzw. als Geschäftsführer anvertraut gewesen. Alle drei Beteiligten seien für den Verkauf der Geräte an die Grosskunden der Privatklägerin sowie für die Lagerbewirtschaftung zuständig gewesen. Die arbeitsrechtlichen Pflichten und der Zweck der Gesellschaft hätten im Weiterverkauf der eingekauften Geräte an Firmenkunden bestanden. Die weisungswidrig und in Verletzung der arbeitsrechtlichen Pflichten weiterverkauften Geräte hätten sich allesamt schon im Lager der Privatklägerin in V.________ befunden. Alle drei Beschuldigten hätten über einen Schlüssel zum Lager verfügt, ein vierter habe bei der Securitas gelegen. Demgegenber habe F.________ keinen Schlüssel gehabt. Somit hätten allein die Beschuldigten über die Geräte verfügen können. Diese hätten daher auch schon vor dem Verkauf der Geräte Gewahrsam daran gehabt. Ein Gewahrsamsbruch sei mithin gar nicht mehr möglich gewesen, so dass ein Diebstahl in der rechtlichen Würdigung ausscheide. Die Annahme, dass Mitgewahrsam der Privatklägerin bzw. von F.________ bestanden habe, erweise sich als nicht haltbar. Bei den Beschuldigten stehe vielmehr im Vordergrund, dass sie als Angestellte der Privatklägerin durch zweckwidrige Verwendung der ihnen anvertrauten Waren einen Vertrauensmissbrauch begangen hätten. Die angeklagten Handlungen seien daher als Veruntreuung im Sinne von Art. 138 StGB zu würdigen. Selbst wenn anzunehmen wäre, dass F.________ an den elektronischen Geräten Mitgewahrsam gehabt habe, würde angesichts des klar im Vordergrund stehenden Vertrauensmissbrauchs seitens der Beschuldigten eine Subsumtion unter den Tatbestand des Diebstahls ausscheiden (angefochtenes Urteil S. 26 ff.).