Citation: 1B_204/2007 03.10.2007 E. 3

Zunächst bestreitet der Beschwerdeführer den dringenden Tatverdacht. Er tut dies allerdings in pauschaler Weise. Unklar ist, ob er sich dabei bloss auf den Vorwurf des Sexualdelikts oder auch auf die übrigen Tatvorwürfe bezieht. Auch setzt sich die Beschwerdeschrift in keiner Weise mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids zum Tatverdacht auseinander. An sich ist fraglich, ob der entsprechende Einwand in der Beschwerde den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG entspricht. Die Frage kann jedoch offenbleiben, weil dem Haftrichter beizupflichten ist, wenn er den dringenden Tatverdacht mit Bezug auf das hier im Vordergrund stehende Sexualdelikt bejaht hat. Im angefochtenen Entscheid wird dabei im Wesentlichen auf die haftrichterliche Verfügung vom 26. Mai 2007 betreffend Anordnung der Untersuchungshaft verwiesen; die dort angestellten Erwägungen hätten nach wie vor uneingeschränkte Gültigkeit. Die Schwester des Beschwerdeführers hat als angebliches Opfer ihre Beschuldigungen nicht nur in der polizeilichen Befragung vom 2. Mai 2007 geäussert. Sie hat diese in der Befragung vom 11. Juli 2007 bei der Staatsanwaltschaft aufrecht erhalten. Dabei machte sie wiederum geltend, der angeschuldigte Beschwerdeführer sei im Juli 2005 einmal während ihres Tiefschlafs mit dem Penis in die Vagina eingedrungen. Zwar steht jeder Angeschuldigte bis zur allfälligen rechtskräftigen Verurteilung unter dem Schutz der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV). Dies schliesst aber weder die Anordnung bzw. Fortdauer von Untersuchungshaft noch insbesondere die Annahme eines dringenden Tatverdachts aus. Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter ist bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist lediglich zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen und die kantonalen Behörden das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften (BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146). Im Lichte dieser Grundsätze ist es nicht zu beanstanden, wenn sich der angefochtene Entscheid bei der Annahme eines dringenden Tatverdachts auf die belastenden Aussagen der Schwester abstützt; aus ihren Aussagen ergeben sich ausreichende Anhaltspunkte für eine mögliche Täterschaft des Beschwerdeführers am fraglichen Delikt. Da ein dringender Tatverdacht insoweit in verfassungsmässiger Weise bejaht worden ist, muss hier auch nicht weiter erörtert werden, ob dies für die übrigen Deliktsvorwürfe ebenfalls zutrifft.