Citation: 9C_243/2016 E. 3.1

3.1. Die Rügen der Beschwerdeführerin vermögen keine Bundesrechtsverletzung darzutun. Anlässlich der im hier relevanten Zeitraum erfolgten Konsultationen bei Dr. med. E.________, Allgemeine Medizin FMH, standen Kopf- und Nackenschmerzattacken mit Kollapsneigung im Vordergrund, weshalb Dr. med. E.________ in seinem Bericht vom 13. Mai 2004 ausschliesslich ein chronisches Schmerzsyndrom attestiert hatte. Am 20. Februar 2006 hielt der behandelnde Arzt fest, die Versicherte leide in erster Linie an einer psychosomatischen Symptomatik mit Ohnmachtsattacken, Angstzuständen und Muskelverspannungen (nebst einem chronischen zerviko-okzipitalen Syndrom). Auch diese Diagnose zeigt klar, dass Dr. med. E.________ die Angststörung als Teil der psychosomatischen Problematik im Rahmen der Somatisierungsstörung aufgefasst hatte. Entgegen den Ausführungen der Versicherten kann zudem und vor allem den Ausführungen des Fachgutachters Dr. med. B.________ nichts anderes entnommen werden. In seiner Expertise vom 2. Dezember 2005 hielt Dr. med. B.________ fest, gemäss der "rein deskriptiven (beschreibenden, nicht kausalen) Diagnostik der ICD-10" lägen somatoforme und dissoziative Symptome vor, "psychodynamisch" stünden vor allem Angst und Konversion im Vordergrund. Daraus lässt sich indes keineswegs schliessen, es sei hauptsächlich die Angststörung für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich gewesen. Mit dem Hinweis auf die Psychodynamik nimmt Dr. med. B.________ Bezug auf ein Konzept, das insbesondere eine Einbettung psychischer Störungen in den lebensgeschichtlichen Hintergrund beinhaltet und das Krankheitserleben des Individuums mitberücksichtigt (vgl. SCHNEIDER ET AL. [Hrsg.], Begutachtung bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, 2012, S. 30 ff.). Davon abgesehen, dass für die rechtlich relevante Diagnosestellung entwicklungsgeschichtliche oder biographische Einflüsse jedenfalls nicht im Vordergrund stehen, sondern die Diagnose anhand eines der beiden wissenschaftlich anerkannten, phänomenologisch ausgerichteten Klassifikationssysteme (ICD-10 oder DSM V; BGE 141 V 281 E. 3.2 S. 289 mit Hinweis auf BGE 130 V 396) zu erfolgen hat, spricht Dr. med. B.________ ohnehin mit keinem Wort von einer eigenständigen Angststörung.