Citation: 9C_666/2022 E. 4.4

4.4. Die von den Steuerpflichtigen vorgebrachten Rügen vermögen die durch die Vorinstanz geschützte Tatsachenfeststellung und Beweiswürdigung nicht als unhaltbar abzutun und als willkürlich erscheinen zu lassen. Es genügt dafür nicht, zu behaupten, die Steuerbehörde gehe von "Mutmassungen" aus und habe eine "unzulässige Umkehr der Beweislast" vorgenommen. Zwar bringen die Steuerpflichtigen vor, es sei völlig abwegig gewesen, auch nur in Erwägung zu ziehen, dass der hinter der Käuferin stehende Konzern mit einem Jahres-Umsatz von ca. EUR 1.5 Mrd. einen Kaufpreis von Fr. 2.9 Mio. unter Zuhilfenahme des Kaufobjekts finanzieren müsste oder wollte. Dass die Veräusserer hierauf hätten kommen sollen und sie es alsdann auch noch gebilligt hätten, sei derart weit her geholt und unplausibel, dass es als ausgeschlossen zu gelten habe. Doch entlang dieser Argumentation tragen die Steuerpflichtigen dem Umstand nicht Rechnung, dass die Vorinstanz nicht nur festgestellt hat, dass von einer finanzstarken Käufergesellschaft auszugehen ist, sondern dass in diesem Zusammenhang die Vorinstanz auch klar aufgezeigt hat, wie sie die Mitwirkung der Verkäufer herleitet und dass die Tatsache eines finanzstarken Käufers alleine - im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. E. 4.2.3) - nicht zum Ausschluss einer (passiven) Mitwirkung eines Verkäufers führt. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, fällt vorliegend die übermässige Thesaurierung zur Beurteilung der (passiven) Mitwirkung besonders ins Gewicht (vgl. auch E. 4.2.3 sowie auch E. 4.3). Entgegen den Ausführungen der Steuerpflichtigen zeigt die Vorinstanz zudem auf, dass die Gesellschaft im Zeitpunkt des Verkaufs nicht nur über übermässige nicht-betriebsnotwendige Substanz verfügte, sondern eben zusätzlich auch, dass der Verkäufer wusste oder wissen musste, dass der Käufer diese zur Finanzierung des Kaufpreises entnehmen würde oder nicht zurückgeben würde. Dabei ist es auch nicht ausreichend, dass die Steuerpflichtigen weitere Gründe für den Kauf - wie etwa die geschilderte "Reorganisation bzw. Zusammenfassung der Schweizer Gesellschaften" des Käufers - aufbringen, um die vorinstanzliche Argumentation zu entkräften. In Kombination hierzu bestehen für das Wissens- und Willenselement der (passiven) Mitwirkung neben der übermässigen Thesaurierung - wie von der Vorinstanz ebenfalls aufgezeigt - weitere Anhaltspunkte. So trifft es zwar zu, dass auch aus einer Teilliquidationsklausel im Verkaufsvertrag nicht direkt eine (passive) Mitwirkung abgeleitet werden kann. Diesbezüglich zeigt die Vorinstanz allerdings auf, dass und weshalb der Verkäuferschaft vorliegend die naheliegende Möglichkeit einer solchen Sperrfristverletzung bewusst sein musste, zumal der Steuerpflichtige als zeichnungsberechtigter Geschäftsführer und Mitglied des Verwaltungsrates massgeblichen Einfluss auf die vorangegangene Thesaurierung der mitveräusserten Substanz gehabt habe. Der Betrag der nicht-betriebsnotwendigen Substanz summiere sich dabei auf eine Gesamtsumme, bei welcher unter betrieblichen Gesichtspunkten nicht mehr ernsthaft mit einer Nichtausschüttung gerechnet werden könne und die Thesaurierung offenkundig allein aus steuerlichen Gründen bis nach dem Verkauf aufrechterhalten worden sei. So zeigt sich auch, dass die Argumentation der Steuerpflichtigen fehl schlägt, wonach eine besondere Nähe zwischen den Veräusserern einerseits und der Käuferschaft anderseits im vorliegenden Fall nicht bestanden habe.