Citation: 6B_834/2020 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebots (Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK). Er argumentiert, neben einzelnen unzumutbaren Handlungslücken zeige die Gesamtbetrachtung einen krassen Fall einer Verletzung des Beschleunigungsgebots, was zu der Einstellung des Strafverfahrens führen müsse. Das Verfahren habe mit der Strafanzeige am 18. Dezember 2008 begonnen und habe bis zum vorinstanzlichen Urteil elfeinhalb Jahre gedauert. Diese Dauer übersteige die Verjährungsfrist der ihm vorgeworfenen Delikte von drei bzw. sieben Jahren um ein Mehrfaches. Es treffe zu, dass die zu beurteilenden Widerhandlungen auf den ersten Blick als zahlreich erschienen. Allerdings sei nicht jeder Einzelfall von den Gerichten separat beurteilt worden. Vielmehr sei im ganzen Strafverfahren einzig auf das Gutachten abgestellt worden, das die einzelnen Kategorien der Behandlungen pauschal und ohne Betrachtung der Einzelfälle beurteile. Folglich könne die lange Verfahrensdauer nicht mit der grossen Anzahl von Fällen erklärt werden. Auch gehe die Vorinstanz zutreffend davon aus, dass es sich nicht um einen ausserordentlich komplexen oder schwierigen Fall handle. Ebenso wenig bestünden besonders viele Akten, die einen hohen Aufwand erklären würden. Der Tatvorwurf an sich sei auch nicht erheblich, es handle sich um Übertretungen. Dass er die ihm zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausgeschöpft habe, könne ihm nicht zur Last gelegt werden, zumal er in praktisch allen Fällen obsiegt habe. Weder das Gutachten noch das Ergänzungsgutachten seien besonders aufwändig gewesen. Er sei durch das Verfahren, das seine berufliche Tätigkeit im Kern betreffe, stark belastet worden. Er habe mit dem Druck, der Ungewissheit und der Angst leben müssen, dass seine berufliche Existenz wegbrechen könnte und er ohne Einkommen dastehe. Bereits im Frühjahr 2011, als das erstinstanzliche Urteil in der Presse erschienen sei, habe er deutlich spürbare Umsatzeinbussen erleiden müssen. Insgesamt sei seine Betroffenheit durch das Strafverfahren gravierend, während die ihm vorgeworfenen Straftaten nicht schwer wiegen würden, keine Interessen von Geschädigten zu berücksichtigen seien und kein Strafbedürfnis mehr bestehe.