Citation: 5A_723/2023 E. 5.3.2

5.3.2. Wie sich aus den wiedergegebenen Erwägungen der Vorinstanz ergibt (oben E. 5.2), stellte die Vorinstanz fest, dass sich die Tochter über mehrere Jahre abwechselnd beim einen oder andern Elternteil grösstenteils aufgehalten hat, ohne aber gewillt zu sein, auf unbestimmte Zeit grösstenteils nur noch beim Vater zu wohnen. Selbst wenn die (unsubstantiierte) Behauptung des Beschwerdeführers, wonach die Tochter wieder ausschliesslich bei ihm wohne, zuträfe, zeigt er entgegen den ihn diesbezüglich treffenden Begründungspflichten nicht auf, inwiefern dies vorliegend entscheidrelevant sein sollte (oben E. 2.2). Denn ausschlaggebend war für die Vorinstanz nicht die aktuelle Wohnsituation, sondern die Tatsache, dass die Tochter sich gerade nicht festlegen will, bei nur einem Elternteil auf unbestimmte Zeit grösstenteils zu wohnen und überdies über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet beide Elternteile massgeblich an der Betreuung der Tochter beteiligt waren. Diese Feststellung bestreitet der Beschwerdeführer nicht bzw. erhebt er hierzu keine Sachverhaltsrügen, weshalb seine Ausführungen bereits deshalb ins Leere zielen. Ausdrücklich berechtigte die Vorinstanz die Tochter, phasenweise grösstenteils beim einen wie beim andern Elternteil zu leben und verzichtete daher auch auf die Festlegung von Betreuungsanteilen. Für den Ausgang des Berufungsverfahren nicht (allein) entscheidend war demnach und entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers die Stellungnahme der Kindesvertreterin im Berufungsverfahren, in der ausgeführt wird, dass die Tochter seit März 2023 wieder grösstenteils bei der Mutter wohne. Deswegen musste die Vorinstanz auch nicht mittels einer Kindesanhörung ermitteln, ob diese Ausführungen zutreffend sind. Dies umso mehr, als es keine Anhaltspunkte gab, an deren Richtigkeit zu zweifeln, nachdem die Tochter im erstinstanzlichen Verfahren gemäss Feststellung im angefochtenen Entscheid bestätigt hatte, die Kindesvertreterin gebe ihre Ansicht zutreffend wieder. Im Übrigen kam die Vorinstanz zu einem positiven Beweisergebnis und durfte daher auf die Erhebung weiterer Beweise in antizipierter Beweiswürdigung verzichten (BGE 130 III 734 E. 2.2.3; Urteil 5A_975/2022 vom 30. August 2023 E. 2.5). Eine Verletzung der Untersuchungsmaxime gemäss Art. 296 Abs. 1 ZPO liegt deshalb im Verzicht auf eine erneute Anhörung der Tochter nicht vor.