Citation: 6P.146/2004 11.10.2005 E. 5

Der Beschwerdeführer macht geltend, der Haupttäter X.________ habe den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung nicht erfüllt, soweit der Vorwurf das Jahr 1998 betreffe. X.________ sei im Zeitpunkt der letzten Auszahlung gar nicht mehr Präsident der Alpentherme gewesen. Mangels Haupttat entfalle die Grundlage einer Verurteilung wegen Gehilfenschaft. Ferner sei das Tatbestandsmerkmal des Schadens nicht erfüllt, weil weder die Alpentherme noch die HBG gegen X.________ oder den Beschwerdeführer Rückforderungen für die von X.________ angeblich rechtswidrig bezogenen Entschädigungen gestellt hätten (angefochtenes Urteil, S. 13-15). 5.1 Der Beschwerdeführer stellt zu Recht nicht in Frage, dass X.________ als Verwaltungsratspräsident der Alpentherme und (selbsternannter) Delegierter des Verwaltungsrats sowie angesichts seiner Anmassung von Geschäftsführungskompetenzen, die ihm nicht zustanden (vgl. angefochtenes Urteil, S. 123-135), bis zur Wahl eines neuen Verwaltungsratspräsidenten am 22. Mai 1998 im Sinne der Rechtsprechung eine Garantenstellung in Bezug auf das Vermögen der Gesellschaft inne hatte (vgl. BGE 120 IV 190 E. 2b mit Hinweisen). Er macht nur geltend, er habe für die Gesellschaft nach dem Ausscheiden von X.________ als Verwaltungsratspräsident diesem auf dessen Anweisung hin am 5. Juni 1998 Fr. 30'000.-- überwiesen. Zu jenem Zeitpunkt habe X.________ keine Garantenstellung mehr haben können. Dieser Einwand geht fehl. Der Beschwerdeführer übergeht, dass X.________ bereits vor seinem Ausscheiden aus dem Verwaltungsrat der Alpentherme am 15. Januar 1998 sein Honorar für 1998 teilweise in Rechnung gestellt hatte (O3-R4-201: Anzahlung Honorar 1998 Fr. 15'000.--). Diese Teilrechnung wurde zwar offenbar erst im Juni des gleichen Jahres vom Beschwerdeführer bezahlt, doch ändert dies nichts daran, dass X.________ formell und tatsächlich eine Garantenstellung inne hatte, als er die Honorarrechnung dem Beschwerdeführer zur Zahlung übergab. Ferner hat X.________ am 28. Mai 1998, also kurz nach der Wahl des neuen Verwaltungsratspräsidenten, mit dem Beschwerdeführer telefoniert, ihm seine Honorarforderung für die Zeit zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 1998 in der Höhe von Fr. 30'000.-- mitgeteilt und angeordnet, diese Zahlung müsse sofort erfolgen (O3-R4-186; angefochtenes Urteil, S. 127). Der Umstand, dass der Beschwerdeführer wie seit Jahren schon die Forderungen des Beschwerdeführers nicht überprüfte und ohne sie zu hinterfragen oder dem neuen Verwaltungsrat bzw. dessen neuen Präsidenten vorzulegen beglich, zeigt, dass X.________ damals in der Alpentherme faktisch nach wie vor eine bestimmende Stellung einnahm bzw. sich eine solche unwidersprochen anmass. Deutlich wird dies auch daraus, dass X.________ Honorare und Spesen für seine Tätigkeit als Verwaltungsratspräsident bis zum 30. Juni 1998 forderte, obschon er bereits im Mai des Jahres aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden war. Die Vorinstanz hat deshalb kein Bundesrecht verletzt, wenn sie X.________ auch für die fragliche Honorarzahlung der ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig sprach. 5.2 Soweit der Beschwerdeführer einen Schaden der Alpentherme und der HBG verneint, ist seine Beschwerde unbegründet. Der Umstand, dass ein Geschädigter keine Schadenersatzforderung erhebt, kann verschiedene Gründe haben - etwa die Zahlungsunfähigkeit des Schädigers - und schliesst die Annahme eines Vermögensschadens selbstverständlich nicht aus.