Citation: U 198/00 30.08.2001 E. 3

3.- Zu prüfen ist, ob es sich beim erlittenen Gesundheitsschaden um eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV handelt, für deren Folgen die "Zürich" gesetzliche Leistungen zu erbringen hat. a) In der Unfallmeldung UVG vom 8. Februar 1991 wird als Unfalldatum der 6. Februar 1991 genannt und unter der Rubrik "Unfallbeschreibung" eine "evtl. Überbelastung des Meniskus re. Knie" angegeben. Gemäss einer Aktennotiz vom 13. Februar 1991 erklärte die Beschwerdeführerin gegenüber der "Zürich", sie habe etwa 14 Tage strenge körperliche Arbeit (mit Treppensteigen) verrichtet, woraufhin sehr starke Schmerzen im Knie aufgetreten seien. Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie gibt in einem Schreiben vom 3. Mai 1991 an, bis Ende Januar 1991 sei die Patientin beschwerdefrei gewesen, dann habe sie relativ plötzlich als ziehend und brennend charakterisierte Schmerzen in der Kniekehle verspürt. Dem Gutachten des Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie vom 15. Oktober 1991 ist zu entnehmen, dass die Versicherte seit dem 6. Februar 1991 an verstärkt und invalidisierend aufgetretenen Kniebeschwerden rechts gelitten hat. Dr. med. U.________ führt in seinem Gutachten vom 25. August 1997 aus, die Patientin habe im Januar 1991 wiederum aushilfsweise eine gewisse Zeit vollzeitig im Service gearbeitet, wobei erneut Schwellungen und Schmerzen in erhöhtem Masse aufgetreten seien. Gemäss Bericht des Dr. med. N.________ vom 9. März 1998 war die Versicherte im Winter 1991 beruflich stark engagiert (häufiges Treppensteigen), sodass es zu einer Zunahme bzw. Exazerbation der Kniebeschwerden gekommen sei. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass die Überlastung des Kniegelenkes im Februar 1991 zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes geführt habe. Der gleiche Arzt bestätigte seine Aussage im Bericht vom 30. Juli 1998 insofern, als er die Arbeitsunfähigkeit ab 6. Februar 1991 auf eine Überlastung des rechten Knies zurückführte. Im MEDAS-Gutachten vom 26. August 1998 wird erwähnt, zu dieser Zeit (1991) habe die Versicherte im Service in Doppelschicht gearbeitet, wobei nach zwei Wochen eine massive Verschlechterung und Zunahme der Beschwerden im rechten Knie eingetreten und die Erwerbstätigkeit am 6. Juli (recte: Februar) 1991 eingestellt worden sei. Auch Dr. med. X.________ führte am 6. Dezember 1999 gutachtlich aus, die Beschwerdearmut habe angedauert und sich erst im Jahre 1991 geändert, als die Patientin intensiv als Serviceangestellte tätig gewesen sei. Nach eigenen Angaben habe sie eine Doppelschicht bewältigt, was mit einer zeitlich zweifachen Belastung des gesamten Körpers gleichzusetzen sei. In dieser Zeit seien die Schmerzen im betroffenen rechten Kniegelenk wieder vermehrt aufgetreten, ohne dass ein eigentlicher Unfall als Ursache für die Beschwerden habe eruiert werden können. b) Auf Grund der geschilderten Aktenlage, wonach es übereinstimmend infolge einer vermehrten Arbeitsbelastung anfangs 1991 zu einer kontinuierlichen Zunahme und Verschlechterung der Kniebeschwerden und schliesslich ab 6. Februar 1991 zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit gekommen ist, kann nicht von einem unmittelbaren, einmaligen und plötzlichen Geschehen im Sinne der in Erw. 2b hievor zitierten Rechtsprechung ausgegangen werden. Als - erforderliches - äusseres, einmaliges Ereignis, d.h. als ein ausserhalb des Körpers sich ereignender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger Vorfall, kämen vorliegend sog. körpereigene Traumen wie etwa das Aufstehen aus der Hocke oder eine unkontrollierte Drehbewegung bei gebeugtem Kniegelenk in Frage (Erw. 2b des Urteils S. vom 27. Juni 2001, U 158/00, mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Bühler, Die unfallähnliche Körperschädigung, SZS 1996 S. 102). Anhaltspunkte für das Bestehen eines Auslösungsfaktors dieser Art, namentlich einer unvermittelten, konkreten Bewegung, welche die Verletzung (mit-)verursacht hat, sind weder den Unterlagen zu entnehmen, noch werden sie seitens der Parteien geltend gemacht. c) Nach dem Gesagten ist der Tatbestand des Art. 9 Abs. 2 lit. c UVV nicht erfüllt, weshalb eine Prüfung, ob die nach dem 1. Dezember 1995 geklagten Beschwerden und die daraus allenfalls resultierende Behandlungsbedürftigkeit und Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Meniskusläsion vom Februar 1991 zurückzuführen sind, entfällt.