Citation: I 639/99 24.01.2000 E. 2

2.- a) Das kantonale Gericht hat in Würdigung der me- dizinischen Unterlagen richtig festgestellt, dass der Be- schwerdegegner zufolge vorübergehender Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit voller Arbeitsunfähigkeit von Januar bis Juni 1998 ab 1. April 1998 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Da indessen Dr. med. I.________ am 14. Dezember 1998 für die Zeit ab 1. Juli 1998 eine Ar- beitsunfähigkeit von lediglich noch 50 % attestierte, wobei diese Stellungnahme in die Beurteilung miteinbezogen werden kann, obwohl sie nach Verfügungserlass ergangen ist (BGE 99 V 102 mit Hinweisen), stellt sich die Frage, ab welchem Zeitpunkt die aus der Zunahme der Arbeitsfähigkeit resul- tierende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichti- gen ist. b) Die Vorinstanz gelangte zur Auffassung, dass die für den Rentenanspruch erhebliche Verbesserung des Gesund- heitszustandes ab 1. Juli 1998 gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV zur Herabsetzung der ganzen auf eine halbe Rente ab 1. Oktober 1998 führe. Da in zeitlicher Hinsicht die Ver- hältnisse bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (11. September 1998) massgebend seien, werde die IV-Stelle eine entsprechende neue Revisionsverfügung zu erlassen haben. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird hiegegen eingewendet, auf Grund der Angaben des Dr. med. I.________ vom 14. Dezember 1998 könne angenommen werden, dass die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ab Juli 1998 voraussicht- lich längere Zeit andauern werde. Auf Grund der konkreten Umstände sei die Verbesserung bereits ab 1. August 1998 be- ständig und stabil erschienen. c) Der Ansicht der IV-Stelle kann nicht beigepflichtet werden. In BGE 104 V 147 Erw. 2 hat das Eidgenössische Ver- sicherungsgericht den auf den 1. Januar 1977 in Kraft ge- tretenen, nach wie vor geltenden Art. 88a IVV als gesetz- mässig erachtet und festgestellt, dass die Rente auf Grund dieser neuen Verordnungsbestimmung herabgesetzt oder aufge- hoben werden muss, falls die Verbesserung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit ohne wesentlichen Unterbruch drei Monate angedauert hat. Diese Auslegung wurde in der Folge u.a. im Urteil H. vom 30. November 1993, B 38/92, auszugsweise pub- liziert in Plädoyer 1994 Nr. 4 S. 66 Erw. 2a, bestätigt. Daran ist auch im vorliegenden Fall festzuhalten: Damit sich die Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente im Rahmen einer Revision rechtfertigt, muss laut Art. 88a Abs. 1 IVV eine voraussichtlich länger dauernde Verbesse- rung der Erwerbsfähigkeit angenommen werden können. Dies trifft regelmässig erst nach mehreren Wochen oder Monaten zu. Da die IV-Stelle in der Verfügung vom 11. September 1998 die Rente auf den 31. Oktober 1998 revisionsweise auf- gehoben hatte, bildete im vorinstanzlichen Verfahren der Rentenanspruch bis zu diesem Datum Anfechtungs- und Streit- gegenstand. Weil seit 1. Juli 1998 eine andauernde Besse- rung des Gesundheitszustandes des Beschwerdegegners durch das Attest des Dr. med. I.________ vom 14. Dezember 1998 ausgewiesen war, wäre die Vorinstanz gehalten gewesen, selbst über den Zeitpunkt der revisionsweisen Herabsetzung der Invalidenrente zu entscheiden und von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu diesem Zweck abzusehen, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht eingewendet wird. Dies ist im letztinstanzlichen Verfahren zu korrigie- ren. Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist die dem Beschwerdegegner von der Rekurskommission ab 1. April 1998 zugesprochene ganze Rente mit Wirkung ab 1. Oktober 1998 auf eine halbe Invalidenrente herabzusetzen.