Citation: 4A_56/2024 E. A

A.a. Die B.________ GmbH (Klägerin, Beschwerdegegnerin) mit Sitz in U.________, Deutschland, bietet unter anderem verschiedene E-Sharing-Dienstleistungen an. Sie betreibt unter der Marke X.________ ein E-Scooter-Sharing-System in mehreren Grossstädten. Die A.________ AG (Beklagte, Beschwerdeführerin) mit Sitz in V.________ ist Herstellerin, Importeurin und Verkäuferin von verschiedenen E-Mobility-Produkten, u.a. von E-Scootern. A.b. Die Klägerin plante ab Juni 2019, das heisst ab der gesetzlichen Zulassung von E-Scootern zum Strassenverkehr in Deutschland, mit mehreren tausend E-Scootern auf dem deutschen Sharing-Markt präsent zu sein. Die Beklagte bot der Klägerin verschiedene E-Scooter-Modelle an und erklärte, in der Lage zu sein, rechtzeitig für den geplanten Markteintritt der Klägerin im Juni 2019 eine deutsche Strassenzulassung für den von ihr angebotenen E-Scooter zu erhalten sowie mehrere tausend E-Scooter zu liefern. Sie sandte der Klägerin am 29. Januar 2019 einen ersten Vertragsentwurf für den Kauf von 14'000 E-Scootern. Am 27. März 2019 einigten sich die Parteien auf den Kauf durch die Klägerin von 4'000 E-Scootern und 2'000 Ersatz-Akkus, wobei als Lieferdaten der ersten Charge der 14. Juni 2019 und der zweiten Charge der 27. Juni 2019 vereinbart wurden. Die Beklagte stellte der Klägerin am 2. April 2019 für 4'000 E-Scooter USD 2'229'920.-- und für 2'000 Ersatz-Akkus USD 470'000.-- in Rechnung. Als Anzahlung verlangte sie 50 % des Rechnungsbetrags. Am 8. April 2019 ging die Zahlung über USD 1'384'600.-- bei der Beklagten ein. Am 25. April 2019 stellte die Klägerin den von ihr angepassten zweiten Vertragsentwurf der Beklagten zu. Sie verlangte unter anderem, im Vertrag sei festzuhalten, dass der E-Scooter über eine deutsche Strassenzulassung sowie eine TÜV-Zertifizierung zu verfügen habe. A.c. Die Beklagte teilte der Klägerin am 3. Mai 2019 mit, der Prototyp werde in der dritten Woche des Monats Mai zugestellt. Sie habe im Hinblick auf die Einhaltung des Zeitplans ein Hybrid-Modell entwickelt. Das Modell trage die Bezeichnung X.________ Launch-Scooter. Am 24. Mai 2019 lieferte die Beklagte den Prototyp eines E-Scooters an die Klägerin. Diese monierte tags darauf die schlechte Qualität des zugestellten E-Scooters, die sie im Einzelnen detailliert darlegte. Sie schlug daher vor, die Produktion abzubrechen und das Vertragsverhältnis zu beenden. Der gelieferte E-Scooter entspreche weder dem, was sie bestellt habe, noch weise er die Qualität auf, die sie erwartet habe. Sie werde daher die Anzahlung zurückfordern. Mit E-Mail vom 29. Mai 2019 erklärte die Beklagte, mit dem zugestellten Muster habe sie nur zeigen wollen, wie der E-Scooter aussehe. Er habe daher nicht der Qualität des für den Strassengebrauch gedachten Endproduktes entsprochen. Die Klägerin gab der Beklagten Gelegenheit, bis 11. Juni 2019 drei neue E-Scooter in der vereinbarten Qualität zu liefern. Nachdem diese mitgeteilt hatte, sie könne diesen Termin nicht einhalten, erstreckte die Klägerin den Liefertermin bis zum 18. Juli 2019. Zudem hielt sie fest, dass bis am 18. Juli 2019 auch der Nachweis der deutschen Strassenzulassung für die E-Scooter vorliegen müsse. Für den Fall, dass die Beklagte auch diesen Termin nicht einhalten sollte, behielt sich die Klägerin alle Rechte vor, einschliesslich das Recht zur Beendigung des Vertrags und zur Rückforderung der Anzahlung. Die Beklagte bestätigte mit E-Mail vom 8. Juli 2019, dass die Klägerin die drei E-Scooter, welche die Anforderungen der deutschen Strassenzulassung erfüllen und die vereinbarte Qualität aufweisen, bis zum 18. Juli 2019 erhalten werde. A.d. Die Klägerin teilte der Beklagten am 28. Juli 2019 mit, die drei am 18. Juli 2019 gelieferten E-Scooter wiesen dieselben Qualitätsmängel auf wie der zuvor gelieferte E-Scooter. Nach weniger als einer Woche Probefahrt sei bei zwei der drei E-Scooter das Lenkrohr gebrochen. Sie verlangte daher die Rückerstattung der Vorauszahlung. Mit Schreiben vom 3. September 2019 wies die Beklagte sämtliche Beanstandungen der Klägerin an den drei E-Scootern zurück und forderte den restlichen Kaufpreis. Sie habe die Lieferung der bestellten E-Scooter mehrfach angeboten. Die E-Scooter seien durch den TÜV in Deutschland allen einschlägigen Testverfahren erfolgreich unterzogen worden und erfüllten alle rechtlichen und technischen Voraussetzungen für die Zulassung im Strassenverkehr in Deutschland. Am 5. November 2019 teilte sie der Klägerin sinngemäss mit, diese habe offenbar kein Interesse mehr an der bestellten Ware. Sie müsse ihr daher den durch die Nichterfüllung des Vertrags entstandenen Schaden ersetzen. Insgesamt forderte sie Schadenersatz über USD 2'074'600.--.