Citation: 6B_399/2021 E. 1.6

1.6. Der angefochtene Entscheid lässt keine Verletzung von Bundesrecht erkennen. Die Vorinstanz legt zutreffend dar, dass dem Beschwerdeführer angesichts der nach wie vor bestehenden Beziehungen zu seinem Heimatland eine Ausreise nach Nigeria zumutbar ist. Dass die Wirtschaftslage im Herkunftsland schwieriger als in der Schweiz ist, vermag nach ständiger Rechtsprechung keinen persönlichen Härtefall zu begründen (vgl. Urteile 6B_1372/2021 vom 3. März 2022 E. 2.2.5; 6B_759/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 4.3.3; 6B_118/2020 vom 2. September 2020 E. 1.4). Beim Beschwerdeführer sind gemäss den willkürfreien und damit verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz auch keine besonders intensiven, über eine normale Integration hinausgehenden Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur zur Schweiz auszumachen (vgl. dazu BGE 144 II 1 E. 6.1; Urteile 6B_1368/2020 vom 30. Mai 2022 E. 4.3.1; 6B_369/2021 vom 5. Mai 2022 E. 3.2). Gleiches gilt für seine Ehefrau, die ebenfalls aus Nigeria stammt, erst im Jahr 2014 in die Schweiz einreiste und hier gemäss der Vorinstanz nicht als integriert gelten kann. Die gemeinsame Tochter spricht gemäss der Vorinstanz nebst Deutsch und Englisch auch Igbo. Ihr ist eine Ausreise nach Nigeria daher ebenfalls zumutbar. Ob sie sich mit ihren neun Jahren (im Zeitpunkt der Ausfertigung des vorinstanzlichen Entscheids) noch im anpassungsfähigen Alter im engeren Sinne befindet, in welchem ein Verlassen der Schweiz zusammen mit den Eltern unabhängig von den übrigen Umständen zumutbar ist, kann offenbleiben. Auch für schulpflichtige Kinder erachtet die Rechtsprechung einen Umzug in die Heimat zusammen mit den Eltern oder einem Elternteil als zumutbar, wenn sie durch Sprachkenntnisse, gelegentliche Ferienaufenthalte und eine entsprechende Kulturvermittlung im familiären Rahmen mit den Verhältnissen im Heimatland vertraut sind (Urteile 2C_834/2021 vom 24. Februar 2022 E. 5.2; 2C_311/2021 vom 7. Oktober 2021 E. 4.4.2; 2C_826/2020 vom 4. Juni 2021 E. 5.5.3; je mit Hinweisen). Zwar äussert sich der angefochtene Entscheid nicht explizit dazu, ob die Tochter des Beschwerdeführers nach ihrer Ausreise aus Nigeria im Jahr 2014 mit ihren Eltern nach Nigeria zurückkehrte. Hingegen geht die Vorinstanz angesichts des Umstands, dass beide Eltern aus Nigeria stammen und die Tochter des Beschwerdeführers selber in diesem Land geboren ist, willkürfrei davon aus, diese spreche die Sprache ihres Heimatlandes und sie sei mit dessen Kultur nicht gänzlich unvertraut. Gegenteiliges kann der Beschwerde des Beschwerdeführers zudem nicht entnommen werden. Insgesamt ist - auch in Berücksichtigung des trotz allem noch jungen Alters der Tochter des Beschwerdeführers - nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Zumutbarkeit der Ausreise nach Nigeria auch dieser gegenüber bejaht. Die Vorinstanz weist zudem zutreffend darauf hin, dass die Landesverweisung des Beschwerdeführers nicht zwingend mit einem Umzug der Tochter des Beschwerdeführers nach Nigeria einhergeht, da sich dessen Ehefrau auch für den Verbleib mit ihrer Tochter in der Schweiz entscheiden kann. Die Vorinstanz durfte einen persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB daher ohne Verletzung von Bundesrecht verneinen. Selbst wenn ein persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB aufgrund der möglichen Trennung des Beschwerdeführers von seiner Familie zu bejahen wäre, würde die kumulativ erforderliche Interessenabwägung zuungunsten des Beschwerdeführers ausfallen. Dieser beging als Erwachsener ein schweres Drogendelikt aus rein finanziellen Motiven, ohne selber süchtig zu sein. Der qualifizierte Drogenhandel aus rein pekuniären Motiven gilt nach der Rechtsprechung als schwere Straftat, von welcher eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Ordnung ausgeht (vgl. oben E. 1.3.4). Die Vorinstanz geht beim Beschwerdeführer zudem willkürfrei von einer grundsätzlich bestehenden Rückfallgefahr aus, zumal seine finanziellen Verhältnisse relativ schlecht (gewesen) seien und er den Betäubungsmittelhandel vorab aus finanziellen Gründen betrieben habe (angefochtenes Urteil S. 54). Alleine aus der Anwesenheit der schulpflichtigen Tochter des Beschwerdeführers in der Schweiz lässt sich unter diesen Umständen kein das öffentliche Interesse an der Landesverweisung überwiegendes privates Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz ableiten (vgl. oben E. 1.3.3).