Citation: 2C_460/2017 E. 3.4.3

3.4.3. Der Schutz vor ehelicher Gewalt darf nicht durch unzumutbar hohe Anforderungen an einen möglichen Verbleib im Land unterminiert werden. Den diesbezüglichen staatlichen Schutzpflichten, welche sich aus Art. 7 und 35 Abs. 1 und 3 BV sowie Art. 3 und 8 EMRK ergeben, ist bei der Auslegung von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG Rechnung zu tragen (BGE 142 I 152 E. 6.2 S. 153 f.; BGE 138 II 229 E. 3.2.2 S. 234; Urteil 2C_1072/2014 vom 9. Juli 2015 E. 2.3 und 3.3; THOMAS HUGI YAR, Von Trennungen, Härtefällen und Delikten - Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/2013, S. 31 ff. und 85). Die vorinstanzliche Beweiswürdigung, wonach aufgrund der dargelegten Widersprüche nicht von psychischer Oppression auszugehen sei, erweist sich jedoch nach dem Gesagten nicht als offensichtlich unhaltbar. Die Einwände der Beschwerdeführerin vermögen die vorinstanzliche Wertung der Indizien und Schlussfolgerung, wonach das Vorliegen psychischer Oppression aufgrund der zahlreichen Widersprüche nicht glaubhaft gemacht wurde, nicht zu erschüttern. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung erweist sich somit in diesem Punkt als bundesrechtskonform.