Citation: 9C_55/2021 E. 4.2

4.2. Weder die Beschwerdeführerin noch die IV-Stelle machen geltend, erstere sei als Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich zu qualifizieren (vgl. dazu BGE 131 V 51 E. 5.1 f.; 142 V 290 E. 7). Weiterungen dazu erübrigen sich (E. 1.1 hiervor). Hinsichtlich des Ausmasses ihrer Einschränkung im Aufgabenbereich macht die Versicherte einerseits geltend, diesbezüglich könne auf den Abklärungsbericht vom 19. Februar 2020 nicht abgestellt werden, da über die fachlichen Qualifikationen der Abklärungsperson nichts weiter bekannt sei; diese verfüge jedenfalls über keine psychiatrische Facharztausbildung und habe demnach zu den neuropsychologischen und psychischen Einschränkungen nicht substanziiert Stellung nehmen können. Weiter sei unklar, weshalb sich die gutachterlich attestierte chronische Müdigkeit und rasche Erschöpfbarkeit in der Haushaltstätigkeit nicht spürbar - d.h. im Umfang von mehr als 10 % - auswirken sollten, seien doch auch hier etwa Bewegungsabläufe langsamer und häufigere, längere Pausen notwendig. Ebenfalls fehle ein Beschrieb der Wechselwirkungen zwischen erwerblichem Bereich und Aufgabenbereich, wozu das kantonale Gericht sich nicht geäussert habe. Die Vorinstanz habe es versäumt, ein notwendiges psychiatrisches Gerichtsgutachten zur Statusfrage und den Einschränkungen im Haushalt einzuholen. Damit dringt die Beschwerdeführerin nicht durch. Soweit sie mit Verweis auf ihre (auch) psychischen Einschränkungen den Beweiswert des Abklärungsberichts vom 19. Februar 2020 in Frage stellt, ist darauf hinzuweisen, dass die Abklärungsperson ihren Schluss auf eine Einschränkung von 10 % im Haushalt einlässlich - und in Übereinstimmung mit der Einschätzung des psychiatrischen Gutachters der medexperts - begründet hat. Der psychiatrische Experte schloss anhand der in der Begutachtung gemachten Angaben der Versicherten zu Tagesstruktur und Haushaltsführung auf eine "leicht bis mässige Beeinträchtigung der Selbstpflege und Selbstversorgung anhand der Details zur Tagesstruktur und Haushaltsführung bzw. dem Alltag der Versicherten". Indem die Vorinstanz in konkreter Beweiswürdigung gestützt darauf die von der Verwaltung mit 10 % bezifferte Einschränkung im Haushalt geschützt hat, hat sie kein Bundesrecht verletzt. Insbesondere ist nicht erforderlich, dass sich neben der Abklärungsperson auch die begutachtenden Ärzte ausführlich zu den einzelnen Positionen der Haushaltsführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit äussern (vgl. Urteil 8C_185/2020 vom 21. April 2020 E. 4.2.2 mit Hinweis). Dies gilt umso mehr, als nachvollziehbar ist, dass sich die von der Beschwerdeführerin angesprochene chronische Müdigkeit und rasche Erschöpfbarkeit im Haushaltsbereich, in dem sie ihre Zeit und die anfallenden Arbeiten frei einteilen und jederzeit Pausen einlegen kann, geringere Auswirkungen zeitigt. Dabei ist auch nicht ersichtlich, inwiefern sich im konkreten Fall aufgrund von Wechselwirkungen zwischen erwerblichem Bereich und Aufgabenbereich weitergehendere Einschränkungen ergeben sollten, liegt doch gegenteils auf der Hand, dass sich mit der gesundheitsbedingten Reduktion der erwerblichen Tätigkeit der Spielraum zur freien Einteilung der verbleibenden Haushaltsaufgaben zusätzlich erhöht. Dazu kommt, dass die Möglichkeit der gegenseitigen Beeinflussung grundsätzlich geringer erscheint, je komplementärer die Anforderungsprofile der Tätigkeitsgebiete ausgestaltet sind (hier: Haushalt eher körperlich belastend, Erwerbstätigkeit eher intellektuell; vgl. BGE 134 V 9 E. 7.3.1). Aufgrund der Gewichtung des Aufgabenbereichs mit 15 % resultiert in diesem ein Invaliditätsgrad von 1.5 %, mithin ein gesamthafter Invaliditätsgrad von 44 %. Mit der Vorinstanz hat es damit beim Anspruch auf eine Viertelsrente sein Bewenden.