Citation: 1C_434/2018 E. 4.4

4.4. Damit die Eingaben des Beschwerdegegners allenfalls als Beschwerdeschrift in Betracht kommen könnten, müssten sie über einen Antrag sowie über eine Begründung verfügen (vgl. § 43 Abs. 2 VRPG/AG). An Laieneingaben sind sodann generell keine allzu hohen Anforderungen zu stellen (Urteil 2C_1038/2018 vom 7. Dezember 2018 E. 1.2; BGE 118 Ib 134 E. 2 S. 135 f.; je mit Hinweisen). Der klare Wille zur Anfechtung muss bei Rechtsmitteln aber schriftlich bekundet werden (BGE 117 Ia 126 E. 5b S. 130 f.). Die aktenkundigen Schreiben des im verwaltungsgerichtlichen Verfahren noch nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdegegners enthalten keine Anträge im eigentlichen Sinne. Seinen Ausführungen kann zwar entnommen werden, dass er der Auffassung ist, der Beschwerdeführer habe keinen Rechtsanspruch auf Einsicht in die Bauakten bzw. sein Verhalten verdiene keinen Rechtsschutz (vgl. Stellungnahme des Beschwerdegegners vom 8. März 2018, S. 1 bzw. vom 22. März 2018, S. 6). Hingegen fehlt es an einem klar als solchen erkennbaren Antrag. Auch unter Berücksichtigung des Umstandes, wonach es sich beim Beschwerdegegner um einen juristischen Laien handelt, lässt sich sodann seinen Eingaben nicht unmissverständlich entnehmen, er wolle Beschwerdeführer sein. Es reicht hierfür nicht aus, wenn er darlegt, weshalb er der Auffassung ist, es bestünde kein Grund, Einsicht zu gewähren. Inwieweit allenfalls ein Beschwerdewille aus seiner E-Mail vom 8. November 2017 gelesen werden könnte, wo er ausführt, er werde, da er "selber nur Opfer und nicht Partei" sei, bei der Gemeinde darauf hinwirken, dass sie "weiterhin die legitimen Schutzinteressen eines ihrer Mitbewohner" wahrnehme und er sich "im Rechtsstaat gerne für sich und seine Rechte einsetzen" möchte, kann vorliegend offenbleiben. Eine gewöhnliche E-Mail kann zum einen keine rechtsgenügliche, fristwahrende Beschwerde darstellen (vgl. § 43 Abs. 1 i.V.m. § 7 VRPG/AG), zum anderen ist die E-Mail vor dem Entscheid des DVI verfasst worden, weshalb sie ohnehin keine Beschwerde gegen diesen Entscheid darstellen kann. Im Übrigen wurde dem Beschwerdegegner gemäss Aktennotiz vom 9. November 2017 angeboten, ihn zum Verfahren vor dem DVI beizuladen, worauf der Beschwerdegegner aber verzichtet haben soll. Dieser Verzicht, auch wenn er grundsätzlich, wie dies von der Vorinstanz zu Recht ausgeführt wurde, unerheblich ist, da der Beschwerdegegner von Amtes wegen hätte beigeladen werden können bzw. vorliegend sogar müssen (vgl. § 12 Abs. 1 VRPG/AG), lässt aber darauf schliessen, der Beschwerdegegner habe zu jenem Zeitpunkt keine aktive Parteistellung einnehmen wollen. Inwiefern dieser Verzicht allenfalls aufgrund der Falschauskunft des DVI erfolgte (vgl. E. 5.3 hiernach), gemäss welcher der Gemeinderat seinen Entscheid anfechten könne, lässt sich nicht sagen, zumal sich der Beschwerdegegner in seiner Beschwerdeantwort nicht zu seinem allfälligen Beschwerdewillen vor der Vorinstanz vernehmen liess. Da es den Schreiben folglich an einem genügend konkret formulierten Antrag im Sinne von § 43 Abs. 2 VRPG/AG fehlt, um als Beschwerde angesehen zu werden, ist nicht nachvollziehbar, woraus die Vorinstanz die formgerechte Beschwerde abgeleitet hat, was sie im Übrigen in Verletzung ihrer Begründungspflicht auch nicht aufgezeigt hat.