Citation: I 766/03 17.06.2004 E. A

Die 1952 geborene, seit 1973 in der Schweiz lebende D.________ war ab 1980 bei der Firma A.________ AG als Hilfsarbeiterin in der internen Montage angestellt. Nach Angaben ihres Arztes Dr. med. S.________, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, im Arztbericht vom 14. Februar 2000 litt sie seit 1989 unter Rückenschmerzen. Diese wurden im Oktober 1998 stark. Von einem drei Wochen dauernden Beschäftigungsversuch zu 50 % im Januar 1999 abgesehen ging die Versicherte seitdem nicht mehr zur Arbeit. Auf Ende September 2000 wurde ihr die Stelle gekündigt. Am 4. Januar 2000 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen an. Sie beanspruchte besondere medizinische Eingliederungsmassnahmen und Rente. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen holte bei Dr. med. G.________, Oberassistenzarzt Klinik für Orthopädische Chirurgie Spital X.________, den Arztbericht vom 14. März 2000 ein. Auch zog sie den Rapport von Dr. med. H.________, Leitender Arzt Rheumatologie Klinik Y.________, vom 4. August 1999 und das Gutachten von Dr. med. K.________, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Rheumatologie, vom 17. Januar 2000 bei. Mit Vorbescheid vom 8. September 2000 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leistungsanspruchs in Aussicht, da sie voll arbeitsfähig sei. D.________ liess durch ihren Rechtsvertreter die Anordnung eines MEDAS-Gutachtens beantragen. Sie berief sich zudem auf weitere ärztliche Einschätzungen ihrer Arbeitsfähigkeit, so auf den Bericht der Rheumaklinik des Spitals Z.________ vom 8. April 1999 (gemäss welchem sie in ihrer Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei) und das Gutachten von Dr. med. B.________, Facharzt FMH für Psychiatrie, vom 27. September 2000/31. Januar 2001 (der ihr langfristig im Rahmen einer übergreifenden psychiatrischen Beurteilung unter Einschluss der relevanten somatisch-rheumatologischen Diagnosen lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 45 % attestierte). Die IV-Stelle beauftragte die MEDAS Spital Q.________ mit der Beurteilung der Versicherten. In dem von zwei MEDAS-Ärzten und drei Konsiliarärzten mitunterzeichneten MEDAS-Gutachten vom 4. Februar 2002 führte der Gutachterarzt Dr. med. R.________ als Diagnosen mit relevantem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten ein chronisches spondylogenes Syndrom der Hals- und Lendenwirbelsäule sowie Fibromyalgie an; als Diagnose mit relevantem Krankheitswert vermeldete er unter anderem eine depressive Verstimmung. Er sprach der Versicherten in der letzten ausgeübten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit ab, bezeichnete aber eine angepasste Beschäftigung, bei der frei zwischen einer sitzenden, stehenden und gehenden Position gewechselt werden könne, als möglich. Nach Durchführung einer medizinischen und beruflichen Rehabilitation könne dabei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % realisiert werden. Infolge einer gewissen Leistungseinschränkung sei auch eine Tätigkeit vorstellbar, bei der während eines 6-stündigen Arbeitstages die tatsächliche Leistung eines 4-stündigen Tagespensums erzielt werde. Dr. med. C.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, erachtete im rheumatologischen Konsiliarbericht vom 20. November 2001 der Versicherten eine leichte Arbeit zu 25-50 % zumutbar, allenfalls mit der Option, die Arbeitsfähigkeit nach einer Einführungsphase und bei angepasster Tätigkeit noch zu steigern. Im psychiatrischen Teilgutachten vom 4. Dezember 2001 schätzte die Konsiliarärztin Frau Dr. med. E.________, Oberärztin Psychiatrische Poliklinik Spital Q.________, die psychiatrisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf 50-60 %. Im Ganzen genommen empfahlen die MEDAS-Ärzte eine Wiederaufnahme der Beschäftigung bei einer Arbeitsfähigkeit von 25 % mit einer Steigerung nach spätestens 12 Wochen auf 50 % während eines Zeitpensums von 70 %. Mit neuem Vorbescheid vom 30. Mai 2002 stellte die IV-Stelle D.________ bei einem Invaliditätsgrad von 60 % eine halbe Invalidenrente in Aussicht. Sie hielt daran trotz Einwänden des Rechtsvertreters fest. Mit Verfügungen vom 23. Oktober 2002 und 20. November 2002 sprach sie der Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 1999 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 60 % eine halbe Invalidenrente zu.