Citation: 1P.697/2003 05.12.2003 E. 3

Der Beschwerdeführer bestreitet den allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachtes eines Vergehens oder Verbrechens nicht. Er macht jedoch geltend, der Haftrichter habe zu Unrecht den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr bejaht. Die Annahme des Haftrichters, der Beschwerdeführer sei (im Winter 2002/2003) bereits einmal im Inland "untergetaucht" und bis zu seiner Verhaftung am 11. Mai 2003 nicht an der behördlich gemeldeten Adresse aufzufinden gewesen, sei willkürlich. Zwar sei es zutreffend, dass er sich in dieser Zeit nicht an seinem Wohnort in Kloten aufgehalten habe. Er habe sich jedoch auf Reisen befunden, "wie es für Jenische üblich" sei. Der Umstand, dass ein Angehöriger der ethnischen Volksgruppe der Jenischen sich auf Reisen befindet, könne nicht, wie es der Haftrichter getan habe, "per se mit Untertauchen gleichgesetzt werden". "Die Ortsabwesenheit von Jenischen" sei "nicht zwangsläufig gleich zu qualifizieren wie diejenige einer Person mit festem Wohnsitz". Der Vorwurf des "Untertauchens" könne dem Beschwerdeführer "schon deshalb nicht gemacht werden", weil er nach dem Vorfall vom 22. November 2002 "gar keine Kenntnisse davon" gehabt habe, "dass er von der Polizei gesucht wurde". Nach der ersten polizeilichen Befragung sei er "während mehr als drei Monaten in dieser Sache nicht mehr vorgeladen" worden. Der Geschädigte habe "lediglich eine einfache Körperverletzung erlitten". Wie schwerwiegend die Verletzungen des Geschädigten waren, habe der Beschwerdeführer nicht gewusst. Unter diesen Umständen habe er sich damals "nicht den Untersuchungsbehörden zur Verfügung halten" müssen. Der Beschwerdeführer sei Schweizer Staatsbürger und wohne seit seiner Jugend hier. Seine engsten Familienangehörigen, insbesondere seine Mutter, lebten ebenfalls in der Schweiz. Beziehungen zum Ausland bestünden nicht. Einer "allenfalls noch bestehenden minimalen und bloss abstrakten Fluchtgefahr" könne "mit der Anordnung einer Pass- und Schriftensperre angemessen" begegnet werden. Der Beschwerdeführer unterliege "bei Auslandreisen den gleichen Pass- und Visumvorschriften wie jeder andere Schweizer Bürger".