Citation: 5A_655/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdeführer nehme Anstoss daran, dass die erste Instanz seinen Bonus für das Jahr 2011 nicht berücksichtigt habe, obschon sie diesen gemäss Ehevertrag der Parteien vom 6. Juni 2011 seinem Eigengut hätte zuweisen müssen und nicht in die Vorschlagsberechnung hätte einbeziehen dürfen. Mit der Klagebegründung und seiner Eingabe vom 23. Mai 2017 habe sich der Beschwerdeführer vor erster Instanz zweimal uneingeschränkt zum Güterrecht geäussert, womit insofern der Aktenschluss eingetreten sei. Daran ändere nichts, dass die Erstinstanz den Beschwerdeführer am 13. Dezember 2019 zur Einreichung einer Replik aufgefordert habe, die er dem Gericht in der Folge habe zukommen lassen. Angesichts der Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers, die sich auf die Behauptung beschränkt habe, sein Bonus für das Jahr 2011 betrage Fr. 398'442.80, erweise sich die Bestreitung der Beschwerdegegnerin als hinlänglich substanziiert. Es hätte infolgedessen dem Beschwerdeführer oblegen, den geltend gemachten Eigengutsanspruch zu beweisen. Dieser Obliegenheit sei er vor erster Instanz nicht nachgekommen. Die in der Eingabe vom 23. Mai 2017 erwähnte Beilage existiere nicht; sonst habe er zum Beweis für seine Behauptungen zum Bonus für das Jahr 2011 lediglich noch den Ehevertrag vom 6. Juni 2011 aufgelegt, der jedoch für die Höhe der Gratifikation keinen Beweis erbringen könne. Angesichts dieser Ausgangslage könne - so die Vorinstanz - der Berufung des Beschwerdeführers in Sachen Güterrecht in mehrfacher Hinsicht kein Erfolg beschieden sein. Zunächst erwiesen sich seine Ausführungen in der Berufungsbegründung als unzulässige Noven im Sinn von Art. 317 Abs. 1 ZPO. Denn er habe sich in der Klage und der Eingabe vom 23. Mai 2017 (wie auch in der insofern wortgetreuen Replik) mit keinem Wort zu den Modalitäten oder zum Zeitpunkt der Auszahlung seines Bonus für das Jahr 2011 vernehmen lassen und erläutere nicht, weshalb es ihm bei Beachtung der gebotenen Sorgfalt nicht zumutbar und möglich gewesen sein soll, den Sachverhalt vor Aktenschluss vor erster Instanz ebenso detailliert wie in der Berufung dazutun. Nicht gefolgt werden könne dem Beschwerdeführer sodann, wenn er sich zum Nachweis seiner Sachverhaltsdarstellung in der Berufung auf Auszüge aus seinen Konten bei der Bank D.________ und bei der Bank E.________ sowie auf den Lohnausweis für das Jahr 2012 berufe. Abgesehen davon, dass er diese Dokumente erst mit der Replik und somit nach Aktenschluss eingereicht habe, wäre er gehalten gewesen, unmittelbar im Zusammenhang mit den einzelnen Tatsachenbehauptungen auf die einschlägigen Urkunden zu verweisen. Bei umfangreichen Belegen wie etwa den Kontoauszügen wäre zusätzlich die für die Beweisführung erhebliche Stelle zu bezeichnen gewesen. Beides habe der Beschwerdeführer sowohl in der Eingabe vom 23. Mai 2017 als auch in der Replik vom 24. April 2020 unterlassen. Im schriftlichen Schlussvortrag vom 22. September 2021 habe er sich dann darauf beschränkt, die güterrechtlichen Ansprüche der Beschwerdegegnerin zu bestreiten; im Übrigen habe er auf seine Rechtsschriften verwiesen, insbesondere auf die Replik. Es gehe in Verfahren unter der Verhandlungsmaxime jedoch nicht an, unkommentiert umfassende Belege einzureichen und es dem Gericht zu überlassen, die relevanten Belegstellen ausfindig zu machen. Darüber hinaus wäre der Bestand von Eigengut im Umfang von zusätzlich Fr. 377'922.90 selbst dann nicht erwiesen, wenn der Kläger die Auszahlung der Gratifikation für das Jahr 2011 im April 2012 zweifelsfrei nachgewiesen hätte. Zusätzlich hätte er den Nachweis dafür erbringen müssen, dass die betreffende Summe bis zur Auflösung des Güterstands am 1. September 2013 nicht anderweitig verbraucht worden ist. Zu diesem Zweck hätte er substanziiert behaupten und beweisen müssen, dass die Summe seiner Eigengut-Bankguthaben zu keinem Zeitpunkt während des Güterstands den vorehelichen Schwellenwert zuzüglich der Bonuszahlung unterschritten hat und dass auch der Bestand seiner Eigengut-Wertschriften (bzw. allfälliger Surrogate) im Ergebnis keiner Veränderung unterlegen ist. Diese Anforderungen würden weder die Klage noch die Eingabe vom 23. Mai 2017 oder die Replik erfüllen. Die Vorinstanz habe dem Beschwerdeführer im Gegenteil nur eine Ersatzforderung seines Eigenguts zuerkennen können, weil die Beschwerdegegnerin pauschal Eigengut des Beschwerdeführers in Höhe von Fr. 1'328'157.-- anerkannt habe.