Citation: 5C.260/2001 30.11.2001 E. 2

2.-Nach der kantonalen Rechtsmittelbelehrung kann der angefochtene Entscheid beim Bundesgericht mit Berufung angefochten werden. Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob auf eine Berufung eingetreten werden kann (BGE 124 III 382 E. 2a S. 385, 406 E. 1a in fine S. 410). § 2 lit. b Ziff. 1 des kantonalen Gesetzes über die Gebäudeversicherung (Gebäudeversicherungsgesetz; GebVG; SAR 673. 100) verpflichtet die Klägerin die Schäden zu ersetzen, welche an versicherten Gebäuden durch Brand entstehen. Streitig ist im vorliegenden Verfahren, ob die Klägerin gestützt auf § 48 lit. a GebVG die Leistung im Zusammenhang mit dem Schadenereignis vom 24. Dezember 1998 wegen grobfahrlässigen Verhaltens der Beklagten um 10% der festgelegten Schadenshöhe kürzen kann. Wie sich aus diesen Ausführungen und insbesondere aus dem angefochtenen Entscheid ergibt, werden sowohl die Leistungspflicht der Klägerin als auch die Kürzung der Leistungen wegen Grobfahrlässigkeit des Versicherungsnehmers ausschliesslich durch das kantonale öffentliche Recht geregelt. Mit ihrem Verweis auf Art. 14 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 2. April 1908 über den Versicherungsvertrag (SR 221. 229.1; VVG) erläutert die Vorinstanz lediglich, dass der in § 48 lit. a GebVG verwendete Begriff der Grobfahrlässigkeit jenem des Art. 14 Abs. 2 VVG entspricht; das bedeutet jedoch nicht, dass das Handelsgericht Bundesrecht angewendet hat. Bei der Klägerin handelt es sich um eine juristische Person des kantonalen öffentlichen Rechts (§ 1 GebVG). Entsprechend ist Art. 14 Abs. 2 VVG nicht bzw. bloss analog anwendbar. Wegen Verletzung kantonalen Rechts, das im vorliegenden Fall ausschliesslich zur Anwendung gelangt ist, kann die Berufung nicht ergriffen werden (Art. 43 Abs. 1 und 2 OG; Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Die Beklagte ist in ihrem Vertrauen auf die Richtigkeit der Rechtsmittelbelehrung nicht zu schützen, zumal sie im Verfahren durch einen Rechtsanwalt vertreten war, der bei genügender Aufmerksamkeit durch einen Blick ins Gesetz hätte erkennen müssen, dass die Rechtsmittelbelehrung auf falschen Grundlagen beruht und somit nicht zutreffen kann (BGE 117 Ia 297 E. 2 S. 298 f. mit Hinweisen). Auf die Berufung ist somit nicht einzutreten.