Citation: 2C_298/2014 E. 6.4.2

6.4.2. Der Beschwerdeführer verdiente mit seinen Aushilfstätigkeiten deutlich zu wenig, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten bzw. seinen Anteil zum Lebensunterhalt des Ehepaars beizutragen. Deswegen mussten er und seine Frau während dreieinhalb Jahren von der Sozialhilfe mit insgesamt Fr. 82'927.30.-- unterstützt werden. Diese Dauer ist zweifellos substanziell im Sinn der zitierten Rechtsprechung; in dieser Zeit haben der Beschwerdeführer und seine Frau monatlich rund Fr. 2'764.-- bezogen. Der Beschwerdeführer macht geltend, nicht er, sondern seine Ehefrau habe die Sozialhilfeabhängigkeit verursacht. Er habe nur während des gemeinsamen Ehelebens, als das Geld für zwei Personen habe reichen müssen, Sozialhilfe bezogen. Er könne für sich selbst sorgen, auch wenn er in Ausbildung sei. Der Beschwerdeführer verkennt, dass im Zusammenhang mit Sozialhilfeleistungen ein Ehepaar als wirtschaftliche Einheit zu betrachten ist. Dies zeigt sich darin, dass die Unterstützungsbeiträge (insbesondere Wohnkosten und Grundbedarf) für das Ehepaar gemeinsam berechnet und ausgerichtet werden. Umgekehrt schlägt das Erwerbsverhalten der Ehegatten auf den jeweils anderen Partner durch: Sind sie als Paar unterstützungsbedürftig, müssen beide Partner als sozialhilfeabhängig gelten, weil sie einander finanziellen Beistand schulden (Urteil 2C_1160/2013 vom 11. Juli 2014 E. 5.1). Der Beschwerdeführer kann daher aus der Tatsache, dass seine Frau nicht oder nur in geringem Ausmass erwerbstätig war, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Daran ändert nichts, dass er sich Ende 2012, unter dem Druck des Bewilligungswiderrufs, aus der Sozialhilfeabhängigkeit lösen konnte. Denn im August 2012 hatte er bereits während dreieinhalb Jahren Sozialhilfe bezogen und vermag zudem nicht aufzuzeigen, dass sich seine berufliche Situation bis zum angefochtenen Urteil stabilisiert hätte; die in diesem Zusammenhang eingereichten Unterlagen sind als echte Noven unbeachtlich (vgl. E. 3.3). Zudem wies der Beschwerdeführer am 20. Oktober 2009 einen offenen Verlustschein über Fr. 1'225.40 auf und musste in den Jahren 2010 bis 2012 für Forderungen von insgesamt Fr. 9'494.75 betrieben werden.