Citation: 1C_373/2024 E. B

Am 22. Juni 2022 reichte die A.________ AG (nachfolgend: Bauherrin) bei der Gemeinde Celerina das Gesuch ein, auf dem Baugrundstück den Umbau der bestehenden Mehrfamilienhäuser und die Neugestaltung der Umgebung mit dem Neubau eines Schwimmbads zu bewilligen. Die Baupläne sahen vor, dass im Rahmen des Umbaus der Häuser deren Fassaden neu gestaltet und die Anzahl der Wohnungen von bisher 22 auf neu 14 reduziert werden. Die neuen Wohnungen sollten als Zweitwohnungen genutzt werden. Am 27. Juni 2022 erliess der Gemeindevorstand Celerina namentlich unter Berufung auf das Bundesgesetz vom 20. März 2015 über Zweitwohnungen (Zweitwohnungsgesetz, ZWG; SR 702) über das gesamte Gemeindegebiet eine Planungszone mit folgender Zielsetzung: " . Erhaltung und Förderung von Wohnraum für die ortsansässige Bevölkerung auf der Grundlage von Art. 3 und 12 ZWG: Insbesondere Prüfung und Erlass von allfälligen Massnahmen im Sinne von Art. 12 ZWG zur Verhinderung unerwünschter Entwicklungen im Zuge von baulichen Massnahmen und Zweckänderungen mit Bezug auf die Nutzung altrechtlicher Wohnungen und Übergangswohnungen sowie Prüfung der Einführung von Erstwohnungsanteilen bei baulichen Massnahmen an altrechtlichen Wohnungen und Übergangswohnungen. . Schutz der laufenden allgemeinen Revision des Baugesetzes und der Pläne der Grundordnung, insbesondere in Bezug auf beabsichtigte Änderungen an den Bauzonen und anderen Nutzungszonen sowie in Bezug auf die haushälterische Bodennutzung, die Gestaltungsbereiche und Gestaltungsobjekte sowie die Gestaltung von Bauvorhaben." Am 12. Dezember 2022 beschloss die Gemeinde Celerina das Gesetz über die Förderung von Wohnraum für die einheimische Bevölkerung (Wohnbauförderungsgesetz Celerina, WBFG). Mit Beschluss vom 19. Januar 2023 hob der Gemeindevorstand Celerina die von ihm am 27. Juni 2022 erlassene Planungszone wieder auf, soweit diese im Hinblick auf Massnahmen im Sinne von Art. 12 ZWG erlassen worden war. Zur Begründung führte er in den Erwägungen dieses Beschlusses (Ziff. II) zusammengefasst aus, er habe mit der Planungszone den von der heutigen Beschwerdegegnerin (Bauherrin) vorgesehenen Umbau altrechtlicher Wohnungen in Wohnungen im Luxus-Segment für den Zweitwohnungsmarkt vorläufig verhindern wollen, um zu prüfen, ob sich allenfalls eigentumsbeschränkende Massnahmen im Sinne von Art. 12 ZWG aufdrängten (Ziff. 2). Nach Abwägungen der Vor- und Nachteile solcher Massnahmen sei er zum Schluss gelangt, dafür bestehe kein Bedarf. So dürfe die Durchsetzung von Massnahmen wie Lenkungs-, Ersatz- oder Mehrwertabgaben, Nutzungsbeschränkungen bei Handänderungen und/oder baulichen Massnahmen sehr langwierig sein, Rechtsunsicherheiten schaffen und somit zu zahlreichen Rechtsstreitigkeiten führen. Die im Rahmen des WBFG vorgesehenen Massnahmen zur Förderung des Wohnraums für die einheimische Bevölkerung stiessen auf grosse Akzeptanz und gäben der Gemeinde die nötigen Instrumente in die Hand, damit Wohnraum für die einheimische Bevölkerung geschaffen bzw. erhalten werden könne (Ziff. 3). In der Folge legte die Gemeinde Celerina das Baugesuch der Bauherrin vom 11. März 2023 bis am 30.März 2023 öffentlich auf. Dagegen erhoben die Stiftung Helvetia Nostra (nachfolgend: Helvetia Nostra) und weitere Personen Einsprachen. Mit Bau- und Einspracheentscheid vom 10. Juli 2023 wies der Gemeindevorstand Celerina diese Einsprachen ab und bewilligte das Baugesuch der Bauherrin unter Auflagen und Bedingungen. Eine dagegen von der Helvetia Nostra erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht (heute: Obergericht) des Kantons Graubünden mit Urteil vom 21. Mai 2024 ab. Obwohl es annahm, die Helvetia Nostra sei zu Rügen bezüglich der Gültigkeit des bestehenden Zonenplans nicht legitimiert (E. 2.5), prüfte es diese Rügen inhaltlich und kam zum Ergebnis, sie seien unbegründet (E. 2.6).