Citation: 1C_160/2020 E. 3.2

3.2. Der Warnungsentzug ist eine der Strafe zwar ähnliche, von dieser aber unabhängige Verwaltungsmassnahme mit präventivem Charakter. Trotz dieser besonderen Natur handelt es sich gemäss der Rechtsprechung um einen Entscheid über die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK (BGE 133 II 331 E. 4.2 S. 336 mit Hinweisen). Daraus folgt, dass auf das Administrativverfahren die in Art. 32 Abs. 1 BV und 6 Ziff. 2 EMRK verankerte Unschuldsvermutung anwendbar ist (vgl. BGE 140 II 334 E. 6 S. 339; Urteile 1C_413/2009 vom 22. Januar 2010 E. 3.2.1; 1C_634/2017 vom 10. April 2018 E. 5.5). Als Beweiswürdigungsregel besagt die aus der Unschuldsvermutung abgeleitete Maxime "in dubio pro reo", dass sich das Strafgericht nicht von der Existenz eines für die beschuldigte Person ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Inwiefern das Sachgericht die Maxime "in dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel verletzt hat, prüft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willkür (vgl. BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 S. 348 f.; 127 I 38 E. 2a S. 40 f.). Art. 10 Abs. 3 StPO sieht vor, dass das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage ausgeht, wenn unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat bestehen. Dem vom Beschwerdeführer angerufenen Art. 10 Abs. 3 StPO kommt im vorliegenden Zusammenhang keine über die vorgenannten Grundsätze hinausgehende Bedeutung zu.