Citation: U 216/01 15.10.2003 E. A

Die 1970 geborene S.________ meldete sich im März 1994 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an, wobei sie in erster Linie auf eine Opiatabhängigkeit verwies. Diese geht zurück auf die Phase der Adoleszenz, welche von massivem Alkohol- und Cannabiskonsum, Delinquenz und Heimeinweisungen sowie ab 1986/87 von regelmässigem Heroinabusus mit zeitweiligem "Leben auf der Gasse" geprägt war. Als junge Erwachsene finanzierte sie ihren Drogenkonsum teilweise mittels Prostitution. Daneben versuchte sie, sich mit (körperlich oft sehr anspruchsvollen) Gelegenheitsarbeiten (als Heizungsmonteurin, Eisenlegerin, Bauarbeiterin sowie als Serviceangestellte im Gastgewerbe) über Wasser zu halten. Zum Teil bezog sie Arbeitslosenentschädigung, wobei sie den Kontrollvorschriften oft nur ungenügend nachkam. Ende 1992 wurde sie fürsorgeabhängig. Im März 1993 bewarb sie sich um die Aufnahme in ein Methadon-Substitutionsprogramm, in welchem Zusammenhang sie u.a. auch durch die Psychiatrische Klinik X.________ betreut wurde. Von Oktober 1995 bis März 1996 unterzog sie sich im geschützten Rahmen der Genossenschaft Y.________ für integriertes Arbeiten, einem Arbeitstraining in einer Baugruppe. Nach dessen Abbruch trat sie am 25. Mai 1996 im Restaurant E.________ eine Teilzeitstelle (mit etwa 50 %igem Arbeitspensum) als Serviceangestellte an. Auf Grund dieses Arbeitsverhältnisses war sie bei der Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: National) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Mit Verfügung vom 22. Juni 1996 verneinte die IV-Stelle Basel-Stadt einen Anspruch auf berufliche Massnahmen, da "zur Zeit sozialtherapeutische Massnahmen im Vordergrund" stünden, mit denen überhaupt erst die Eingliederungsfähigkeit erreicht werden sollte. Ebenfalls am 22. Juni 1996 wurde S.________ Opfer einer versuchten vorsätzlichen Tötung durch einen Wohnungsnachbarn, der aus einer Distanz von etwa drei Metern einen gezielten Schuss aus einer Faustfeuerwaffe auf sie abgab. Das Projektil drang auf Nabelhöhe in den Bauchraum ein, durchschlug Dünn- und Dickdarm und blieb auf der Höhe des Querfortsatzes des fünften Lendenwirbelkörpers nahe der Nervenwurzel des fünften Rückenmarksegments auf der Höhe des Zentralkanals der Wirbelsäule stecken und konnte wegen des als zu hoch eingeschätzten Risikos einer Verletzung des Wirbelgelenks oder der Nervenwurzel nicht operativ entfernt werden (Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 2. April 1997). Die National kam bezüglich der Schussverletzung für die Heilbehandlung auf und richtete bis zum 31. Januar 1999 ein Taggeld aus. Mit Wirkung ab 1. Februar 1999 verneinte sie einen Rentenanspruch von S.________; hingegen sprach sie ihr eine Integritätsentschädigung von 10 % zu (Verfügung vom 18. März 1999 und Einspracheentscheid vom 22. Juli 1999). Demgegenüber sprach die bereits erwähnte IV-Stelle der Versicherten ab 1. Juni 1997 unter Zugrundelegung eines Invaliditätsgrades von 54 % eine halbe Invalidenrente zu (Verfügung vom 25. Mai 1999). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.