Citation: 9C_350/2016 E. 9.2.2

9.2.2. Im angefochtenen Entscheid wurde hierzu erwogen, der Anspruch auf Zusprechung einer Parteientschädigung setze grundsätzlich ein zumindest teilweises Obsiegen voraus. In Ausnahmefällen könne jedoch von diesem Grundsatz abgewichen und die Parteikosten auch nach dem Verursacherprinzip verteilt werden. Danach seien Parteikosten unabhängig vom Verfahrensausgang von demjenigen zu tragen, der sie verursacht habe. Das Verfahren betreffend Teilung der Austrittsleistungen sei von der Besonderheit geprägt, dass dessen Eröffnung nach Überweisung durch das Scheidungsgericht von Amtes wegen erfolge. Im Verfahren vor dem kantonalen Berufsvorsorgegericht seien die geschiedenen Ehegatten und die betroffenen Vorsorge- bzw. Freizügigkeitseinrichtungen beteiligt, wobei keine der Parteien einer klägerischen bzw. beklagten Seite zugeordnet werden könne. Eine Verlegung der Parteikosten nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens trage dieser prozessualen Situation nicht genügend Rechnung. Es sei daher sachgerecht, die Parteikosten in derartigen Konstellationen nach dem Verursacherprinzip zu verteilen. Dies habe auch für den vorliegend zu beurteilenden Prozess zu gelten. Es könne keinem der Verfahrensbeteiligten ein überwiegendes Verschulden an der infolge Nichteinigung der geschiedenen Ehegatten bezüglich der Höhe der Austrittsleistungen notwendig gewordenen Überweisung der Angelegenheit an das Kantonsgericht angelastet werden.