Citation: 4A_294/2020 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz erwog, für den Erwerb dieser beiden Liegenschaften seien insgesamt EUR 1.43 Mio. aufgewendet worden. Deren Verkauf habe einen Nettoerlös von bloss EUR 530'000.-- eingebracht, wodurch der F.________ AG ein Schaden von EUR 900'000.--entstanden sei. Der Beschwerdegegner 1 habe sich beim Erwerb der Liegenschaften in mehrfacher Hinsicht pflichtwidrig verhalten : So habe er einerseits - obwohl er über die notwendigen Fachkenntnisse dafür verfügt hätte - die Verkehrswerte der Liegenschaften nicht eigenständig überprüft, sondern auf die von der Bank akzeptierten Schätzungen vertraut. Indem er die Kaufverträge unterzeichnet habe, ohne zuvor die finanzielle Tragbarkeit der Käufe für die F.________ AG zu überprüfen, habe er die ihm von Art. 716a Abs. 1 Ziff. 3 OR auferlegte Finanzverantwortungspflicht verletzt. Andererseits habe er es unterlassen, sich über die Mieterträge zu informieren, obgleich diese für die F.________ AG von zentraler Bedeutung gewesen seien, da die Gesellschaft über keine liquiden Mittel verfügt habe, und er im Kaufvertrag ausdrücklich zugesichert habe, Kenntnis der Mietverträge zu haben. Allerdings sei der Kausalzusammenhang zwischen der (sic!) Pflichtwidrigkeit und dem Schaden zu verneinen. Selbst wenn sich der Beschwerdegegner 1 pflichtgemäss über den Verkehrswert der Liegenschaften erkundigt hätte, hätte er nur eine relativ geringe Differenz zwischen dem Verkehrswert und dem Erwerbspreis festgestellt, habe doch der Verkehrswert gemäss der Beschwerdeführerin EUR 1 Mio. betragen, was rund 70 % des Kaufpreises entsprochen habe. Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin den Schadenersatz ohnehin in der falschen Währung - Schweizer Franken statt Euro - eingeklagt, weshalb das Begehren auch unter diesem Gesichtspunkt abzuweisen wäre.