Citation: C 166/01 14.02.2002 E. 4

4.- a) Für Versicherte, die ohne Bewilligung der Arbeitslosenversicherung einen Kurs besuchen, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht eine Praxis entwickelt, die in BGE 122 V 265 festgehalten ist. Demnach schliesst der Besuch eines ganztägigen Kurses die Annahme einer erwerblichen Tätigkeit aus. Die Vermittlungsfähigkeit kann daher nur bejaht werden, wenn eindeutig feststeht, dass der Versicherte bereit und in der Lage ist, den Kurs jederzeit abzubrechen, um eine Stelle anzutreten. Dies ist aufgrund objektiver Kriterien zu prüfen. In subjektiver Hinsicht muss der Versicherte seine Arbeitsbemühungen qualitativ und quantitativ fortsetzen und bereit sein, den Kurs unverzüglich abzubrechen, um eine angebotene Stelle anzutreten. Dabei genügt eine entsprechende Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft nicht. Bei fehlender Aktivität und Dispositionen, die der Annahme der Vermittlungsbereitschaft entgegenstehen, kann sich der Versicherte nicht darauf berufen, er habe die Vermittlung und Suche einer Arbeit gewollt (a.a.O., S. 266 Erw. 4). b) Diese Praxis lässt sich nicht ohne weiteres auf den vorliegenden, anders gelagerten Fall anwenden. Der Versicherte hatte im April 1999 bereits die Zusage für eine neue Anstellung als Turn- und Sportlehrer an der Orientierungsstufe der Gemeinde Y.________. Im gleichen Zeitraum schloss er mit dem Schweizerischen Turnverband einen befristeten Arbeitsvertrag ab. Für die Zeit nach dessen Ablauf am 24. Juli 1999 bis zum Antritt der neuen Stelle liess er sich von der X.________ AG auf Abruf als Guide engagieren, was allerdings nur dann möglich war, wenn er bestimmte Lehrgänge vorgängig bestanden hatte. Wenn ein Versicherter seine Arbeitslosigkeit in absehbarer Zeit durch Aufnahme einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit beenden wird, sich planmässig mit einem Lehrgangsbesuch darauf vorbereitet, die verbleibende Zeit der Arbeitslosigkeit durch eine weitere Zwischenverdiensttätigkeit zu überbrücken, kann von ihm rund zwei Monate vor dem Antritt der neuen unselbstständigen Erwerbstätigkeit kein Verzicht auf den Besuch eines unbewilligten Kurses verlangt werden, der gerade zum Ziel hat, die Aufnahme einer weiteren Zwischenverdiensttätigkeit zu ermöglichen. Dies gilt selbst dann, wenn ihm eine zumutbare Stelle im bisherigen Beruf zugewiesen werden könnte (vgl. ARV 1998 Nr. 40 S. 230 Erw. 3b). c) Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer in der Zeit vom 30. April bis zum 22. Mai 1999 vermittlungsfähig ist.