Citation: C 77/03 23.12.2003 E. 2

Im Streit liegt der Anspruch des in X.________ wohnhaften Beschwerdeführers auf Wochenaufenthalterbeiträge im Zusammenhang mit der vom 15. August bis 6. September 2002 bei der Firma Y.________ ausgeübten temporären Tätigkeit, wobei der Versicherte vor seiner Kündigung bereits vom 18. August 1992 bis 21. Juni 2002 bei dieser Firma als Tiefbauzeichner tätig war. 2.1 Nach dem deutschen Wortlaut des Art. 71 Abs. 2 AVIG müssen "dem Versicherten im Vergleich zu seiner letzten Tätigkeit durch die auswärtige Arbeit finanzielle Einbussen entstehen". Ebenso ist in der italienischen Fassung davon die Rede, dass "all'assicurato, a cagione del lavoro esterno, risultino perdite finanziarie rispetto alla sua ultima attività". Ähnlich spricht der französische Wortlaut davon, dass "les dépenses causées à l'assuré par la prise d'un emploi à l'extérieur le désavantagent financièrement par rapport à son activité précédente" (Hervorhebungen hinzugefügt). Durch die Verwendung des Ausdrucks "durch"/"causées ... par"/"a cagione del" ist aus dem Wortlaut aller drei Sprachfassungen dieser Bestimmung ersichtlich, dass zwischen der auswärtigen Arbeit auf der einen und der finanziellen Einbusse auf der andern Seite ein ursächlicher Zusammenhang bestehen muss. Mit dem Pendlerkostenbeitrag soll nur dann ein Ausgleich geschaffen werden, wenn dadurch, dass der Arbeitsplatz ausserhalb der Wohnortsregion liegt, im Vergleich zur letzten Tätigkeit finanzielle Einbussen entstehen (vgl. BGE 111 V 286 Erw. 5b; Urteil B. vom 5. Juni 2003, C 246/02 und C 268/02). 2.2 Fest steht, dass vor und während der Arbeitslosigkeit insoweit die gleichen Verhältnisse bestanden, als der Beschwerdeführer bei derselben Firma temporär arbeitete, bei der er vorher über Jahre festangestellt war. Da er zudem den gleichen Wohnort beibehielt, war er auch vor Arbeitslosigkeit am Arbeitsort als Wochenaufenthalter gemeldet. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde macht der Versicherte geltend, obwohl der Arbeitgeber derselbe geblieben sei, habe er dennoch aufgrund veränderter Bedingungen eine finanzielle Einbusse erlitten. Vor seiner Arbeitslosigkeit habe nämlich der Arbeitgeber die Fahrkosten übernommen. Daher sei auch die durch die Verwaltung vorgenommene Ermittlung der Beiträge für Wochenaufenthalter falsch, da sie unter der Rubrik "Wegkosten vorher" ebenfalls einen Betrag eingesetzt hätte. Zudem sei bei der Berechnung nicht von pauschalen Unterkunfts- und Verpflegungskosten auszugehen. Diese Einwendungen gehen fehl. Wenn der Versicherte angibt, die finanzielle Einbusse sei in den geänderten arbeitsvertraglichen Bedingungen begründet, entspringt diese gerade nicht dem Umstand - wie es der ratio legis entsprechen würde -, dass ausserhalb der Wohnortsregion eine Tätigkeit angenommen wurde. Hier entstand ein allfälliger Minderverdienst vielmehr dadurch, dass der gleiche Arbeitgeber zu einer (freiwilligen) finanziellen Leistung, die er vorher erbrachte, offenbar nicht mehr bereit war und nicht, weil der Arbeitsplatz ausserhalb der Wohnortsregion lag, sodass es am verlangten ursächlichen Zusammenhang zwischen der ausserhalb der Wohnortsregion angenommenen temporären Tätigkeit und der finanziellen Einbusse fehlt, weshalb diese nicht mittels Gewährung von Wochenaufenthalterbeiträgen durch die Arbeitslosenversicherung zu tragen ist. Damit erübrigt sich eine Überprüfung der durch die Verwaltung vorgenommenen und vorinstanzlich bestätigten Berechnung der beantragten Wochenaufenthalterbeiträge.