Citation: 6B_315/2020 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz gibt zunächst die Angaben von K.________ (Polier der E.________ Bauunternehmung AG), von J.________ (Mitarbeiter der H.________), von I.________ (Führer des kleineren Krans; Mitarbeiter der E.________ Bauunternehmung AG), des verunfallten D.________ (Mitarbeiter der H.________), des Sachverständigen L.________ sowie des Beschwerdeführers und von C.________ (Inhaber der H.________) wieder (Urteil S. 17-30 E. 7.1 ff.). Nachdem die Vorinstanz aus dem Gutachten vom 3. Dezember 2014 zitiert, das im Strafverfahren gegen C.________ in Auftrag gegeben wurde, nimmt sie eine eingehende Würdigung vor (Urteil S. 30-35 E. 7.8-7.10). Dabei stellt sie fest, gemäss Gutachten sei das Umhängen des Betonelements vom ersten auf den zweiten Kran nicht fachgerecht geplant worden. Weil das Betonelement auf seiner Schmalseite von nur 20 cm bei einer Höhe von 231 cm eine Kippgrenze von 16.6 anstatt der zulässigen maximalen Kippgrenze von 6 aufgewiesen habe, sei es nicht standsicher gewesen. Eine sichere Lagerung wäre die flache oder eine angelehnte Lagerung mit einem A-Bock gewesen. Eine flache Lagerung wäre ohne erheblichen Zusatzaufwand möglich gewesen. Das Betonelement sei nicht standsicher abgestellt worden (Urteil S. 31 E. 7.10.1). Weiter stellt die Vorinstanz fest, C.________ sei von seinen Mitarbeitern, J.________ und D.________, sowie vom Polier der E.________ Bauunternehmung AG, K.________, auf die mangelnde Sicherung des Betonelements angesprochen worden. Auch der Führer des kleineren Krans, I.________, habe C.________ auf die notwendige Sicherung des Elements angesprochen. Der Beschwerdeführer habe diese Diskussionen aber nicht gehört. Er sei 40-50 Meter vom Ort, wo das Element abgesetzt worden sei, entfernt gewesen. Fest stehe jedoch, dass der Beschwerdeführer mit C.________ Sichtkontakt gehabt habe, dass dieser ihm die Kommandos mündlich erteilt und dass der Beschwerdeführer von seiner Position aus das Element gesehen habe, namentlich auch, wie es vom Kran abgehängt worden sowie dass eine Hebebühne heran gestellt worden sei. Zugunsten des Beschwerdeführers nimmt die Vorinstanz sodann an, dass dieser bis zum Umkippen des Elements nicht in dessen Nähe gekommen sei (Urteil S. 31 ff. E. 7.10.2), und dass er die Einzelheiten des Umhängevorgangs vorgängig nicht gekannt habe. Im Vorfeld habe er lediglich gewusst, dass er von C.________ für einen Einsatz "reserviert" worden sei; die Einzelheiten des Manövers habe er aber nicht gekannt (Urteil S. 33 E. 7.10.3). Der Beschwerdeführer verfüge als Kranführer über den Ausweis der Kategorie B gemäss Art. 8 lit. b der Verordnung über die sichere Verwendung von Kranen vom 27. September 1999 (Kranverordnung; SR 832.312.15). Zu seinen Gunsten sei anzunehmen, dass ihm im Laufe seiner Ausbildung und seiner mehr als 20-jährigen Berufserfahrung sowie den internen Schulungen über die Arbeitssicherheit die genaue Kenntnis nicht vermittelt worden sei, dass flache Betonelemente an einen A-Bock gelehnt gesichert werden könnten. Für D.________ und J.________ sei es offensichtlich gewesen, dass das Betonelemente auf seiner Schmalseite nicht standsicher abgestellt worden sei. Auch I.________ habe dieses Risiko erkannt und habe erklärt, als Kranführer fühle er sich verantwortlich. Er hätte nicht erlaubt, das Betonelement ohne Sicherung hochkant hinzustellen. K.________ habe ebenfalls zu Protokoll gegeben, wenn so etwas Hohes hingestellt werde, falle es um. Man müsse es legen oder schräg stellen oder irgendwie, dass es nicht umfalle. Schliesslich habe auch der Bauleiter P.________ ausgesagt, dass es nicht gehe, ein solches Betonelement ungesichert hochkant hinzustellen, das widerspreche sämtlichen Regeln der Baukunde. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, es sei daher unvorstellbar, dass der Beschwerdeführer angesichts der Dimensionen und der Position des Betonelements die Gefahr des Umkippens nicht erkannt habe (Urteil S. 33 ff. E. 7.10.4). Ferner geht sie davon aus, dass sich der Kranführer vom Gruppenchef, Polier oder wie vorliegend vom Verantwortlichen des Unternehmens, das sich den Kran ausleihe, die Anweisungen zum Transport der Last geben lasse, vor allem, wenn der Kranführer keine Sicht auf den Ort habe, wo die Last abgestellt werde (Urteil S. 35 E. 7.10.5).