Citation: H 228/98 25.07.2000 E. 6

6.- Streitig ist ferner, ob der Beschwerdeführer 1 insoweit verantwortliches Organ der R.________ AG war, als ihm ein pflichtwidriges schuldhaftes Verhalten hinsichtlich des der Ausgleichskasse entstandenen Beitragsschadens vorzuwerfen ist. a) Wie bereits in Erw. 5a hievor in Bezug auf die Beschwerdeführer 2 ausgeführt, obliegt es einem Verwaltungsratsmitglied, die Geschäftsführung zu überwachen und sich nötigenfalls auch über die Einhaltung der Verbindlichkeiten gegenüber der Ausgleichskasse zu vergewissern. Dies galt für den Beschwerdeführer 1 in noch verstärkterem Ausmass, da ihm innerhalb des Verwaltungsrats der Buchhaltungsbereich und das Beitragswesen übertragen waren. In dieser Funktion musste er mit den Liquiditätsfragen der R.________ AG und damit auch mit deren ab 1991 verstärkt auftretenden finanziellen Problemen sowie der daraus folgenden Gefährdung der Beiträge vertraut sein. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer 1 erst anlässlich der ausserordentlichen Generalversammlung vom 6. Mai 1994 - nachdem bereits mehrere Jahre keine regelmässige Bezahlung der Beiträge mehr erfolgt war - und damit nur wenige Monate vor Konkurseröffnung auf die Pflicht zur Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge hinwies, kann nicht als ernsthafter Versuch gewertet werden, das Erforderliche zur Beseitigung der Beitragsausstände vorzukehren. Vielmehr hätte er schon früher die notwendigen Massnahmen ergreifen oder aber die Konsequenzen ziehen müssen. Mithin nahm auch der Beschwerdeführer 1 die - gerade in seiner Position absehbare - Gefährdung der Beitragsentrichtung bewusst in Kauf. b) Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, kann sich der Beschwerdeführer 1 nicht mit dem Argument entlasten, das Verwaltungsratsmandat nur treuhänderisch innegehabt und bloss auf Weisungen des Verwaltungsratspräsidenten gehandelt zu haben. Da im Bereich von Art. 52 AHVG ein objektivierter Verschuldensmassstab gilt, sind subjektive Entschuldbarkeit oder die Gründe für die Annahme des Verwaltungsratsmandats unbeachtlich (vgl. Thomas Nussbaumer, Die Haftung des Verwaltungsrats nach Art. 52 AHVG, a.a.O., S. 1077). Ein Verwaltungsratsmitglied tritt mit der Mandatsübernahme in die Verantwortung sowohl für die laufenden als auch für die verfallenen Sozialversicherungsabgaben ein, um deren Bezahlung es besorgt zu sein hat. Das Argument des Beschwerdeführers 1, "auf Grund seiner beschränkten Kompetenzen kein "Organ" im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung" gewesen zu sein, geht mithin fehl. Gleiches gilt sodann für den Einwand, er habe davon ausgehen dürfen, dass die Ausgleichskasse der R.________ AG eine Beitragsstundung gewährt habe, hätte er sich diesbezüglich doch frühzeitig informieren lassen und nötigenfalls ergänzende Auskünfte bei der Ausgleichskasse einholen müssen. Ebenso wenig vermag ihn der Umstand zu entlasten, angeblich keine Kenntnis der zwischen Juli und August 1994 stattgefundenen Übertragungen von "werthaltigen" Aktiven der R.________ AG auf andere Gesellschaften gehabt zu haben, da er sich letztmals am 4. Juli 1994 mit den Angelegenheiten der R.________ AG befasst und auf die damals unter anderem von C.________ versprochene Zuführung von finanziellen Mitteln vertraut habe. Der Beschwerdeführer 1 wäre vielmehr verpflichtet gewesen, sich fortlaufend über die Einhaltung der entsprechenden Zusicherungen und damit das Bestehen konkreter Sanierungsmassnahmen zu vergewissern. Indem er zuwartete und sich nicht rückversicherte, durfte er nicht mit einer baldigen Tilgung der Beitragsschuld rechnen.