Citation: 2C_462/2023 E. 4.2.2

4.2.2. Die Beschwerdeführerin und C._______ haben am 30. August 2018 geheiratet. Die Ehe wurde am 31. August 2021 geschieden. Gleichzeitig blieben die Beschwerdeführenden bis zum 28. Februar 2022 im Haus von C._______ wohnhaft. Damit hatte die Ehe formell insgesamt drei Jahre und einen Tag Bestand, und dauerte die Wohngemeinschaft insgesamt drei Jahre und sechs Monate. Allerdings unterzeichneten die Beschwerdeführerin und C._______ bereits am 31. Mai 2021 gemeinsam ein Scheidungsbegehren; zum damaligen Zeitpunkt hatte die Ehe erst zwei Jahre und neun Monate Bestand. Mit diesem Scheidungsbegehren brachten die Ex-Ehegatten gemeinsam und übereinstimmend - und gegen aussen erkennbar - das Dahinfallen des Ehewillens zum Ausdruck. Entgegen den Beschwerdevorbringen ist nicht ersichtlich, dass die Ehe aus anderen Gründen geschieden worden wäre, auch wenn C._______ in der Befragung Bedenken über die Ehe als Rechtsinstitut äusserte. Diesbezüglich fällt zunächst auf, dass ihn seine Bedenken auch nicht daran hinderten, die Ehe im August 2018 zu schliessen, wobei der Ehewille zum damaligen Zeitpunkt seine Bedenken am Institut der Ehe offenkundig überwog. Sodann spricht auch das in der Scheidungskonvention verankerte zeitlich befristete Wohnrecht gegen diese Lesart, zumal die Beschwerdeführenden einige Monate nach der Scheidung, am 1. März 2022, auch aus dem Haus von C._______ ausgezogen sind. Damit liegen deutliche Indizien dafür vor, dass der Ehewille des Paares zum Zeitpunkt des gemeinsamen Scheidungsbegehrens erloschen war. Für die für die Fristberechnung von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG entscheidende Zeitperiode - zwischen dem gemeinsamen Scheidungsbegehren und der tatsächlichen Scheidung Ende August 2021 - liegen denn auch keinerlei Hinweise für eine gegenteilige Annahme vor.