Citation: 8C_83/2009 15.05.2009 E. 4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Einkommens, welches die versicherte Person ohne Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (hier: 1. August 2006) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen). 4.1.2 Der Beschwerdeführer hat seine ursprüngliche Tätigkeit als Maurer bereits infolge eines im Jahr 1970 erlittenen komplizierten Unterschenkelbruchs aufgegeben. Seine Anstellung als Schichtarbeiter/Schichtführer für die C.________ AG ausgeübt vom 17. Dezember 1973 bis 30. Juni 1976 und vom 11. Mai 1977 bis 31. Dezember 1997, kündigte er, weil er mit seiner zweiten Ehefrau in deren Heimatland auswanderte. Nach seiner 1998 erfolgten Rückkehr in die Schweiz fand er erst im Jahr 2000 wieder eine Arbeit, zunächst als Geschäftsführer in einem "Cabaret" und ab 1. August 2001 als Serviceangestellter/Geschäftsführer für die E.________ AG, bzw. für den angegliederten Nachtclub. Das letzte Arbeitsverhältnis ist im Nachgang zum Unfall vom 17. August 2001 mit Schreiben vom 23. Juli 2002 "in gegenseitigem Einverständnis" aufgelöst worden. Es deutet nichts darauf hin, dass der Versicherte diese Beschäftigung auch aufgegeben hätte, wenn der Unfall nicht passiert wäre oder keine unfallbedingten Gesundheitseinschränkungen aufgetreten wären. Der Beschwerdeführer (welcher seitdem offenbar in reduziertem Mass wieder im Nachtclub eingesetzt worden ist) opponiert dieser Vermutung nicht. Er ist allerdings der Ansicht, dass mit Blick auf seine jahrzehntelang ausgeübte Schichtarbeit in einem Chemiebetrieb als Valideneinkommen der Lohn berücksichtigt werden müsse, welcher gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 in der chemischen Industrie erzielt wird. Dabei übersieht er jedoch, dass das Valideneinkommen im Bereich der Unfallversicherung nicht das Einkommen betrifft, welches ohne jeglichen Gesundheitsschaden - also vorliegend namentlich ohne die Folgen des Unterschenkelbruches im Jahr 1970 und ohne die bereits vor dem Unfall aufgetretenen Rückenbeschwerden, deretwegen er sich im Jahr 1999 zum Bezug von Leistungen bei der Invalidenversicherung angemeldet hatte - hätte erzielt werden können. Massgebend ist vielmehr der Lohn, welcher nach überwiegender Wahrscheinlichkeit ohne den unfallbedingten Gesundheitsschaden erwirtschaftet worden wäre. Demnach lässt sich nicht beanstanden, dass AXA und kantonales Gericht als Valideneinkommen den Jahreslohn in der Tätigkeit als Mitarbeiter der E.________ AG (Fr. 54'600.- im Jahr 2001) angenommen haben. Unklar bleibt allerdings, auf welcher Basis sie diesen Verdienst (Fr. 57'688.70 im Jahr 2006) der seitherigen Lohnentwicklung angepasst haben, nachdem die bisherige Arbeitgeberin selbst für das Jahr 2005 noch einen mutmasslich unveränderten Lohn von Fr. 54'600.- angegeben hat. Wird die Lohnentwicklung im Gastgewerbe berücksichtigt (in den Jahren 2002 [1,9 %], 2003 [1,5 %], 2004 [1,0 %], 2005 [1,2 %] und 2006 [1,0 %]; Die Volkswirtschaft 4/2009 Tabelle B10.2 S. 91) resultiert für das Jahr 2006 ein Valideneinkommen von Fr. 58'298.35.