Citation: U 223/98 21.02.2001 E. 3

3.- Nach Massgabe dieser Grundsätze gilt es im vorliegenden Verfahren zu prüfen, ob die vorhandenen medizinischen Unterlagen für eine zuverlässige Beurteilung der Leistungspflicht der Unfallversicherung im Zusammenhang mit den die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdegegners beeinträchtigenden gesundheitlichen Schwierigkeiten genügen. a) Die Entwicklung des Gesundheitszustandes nach dem Motorradunfall vom 10. September 1993 ist durch die zahlreichen Berichte der Ärzte und Institutionen, die sich mit den vom Beschwerdegegner geklagten Leiden befasst haben, soweit ersichtlich, lückenlos dokumentiert. Die SUVA geht in ihrem Einspracheentscheid vom 11. April 1997 wie schon in der Verfügung vom 3. Juni 1996 davon aus, dass die unfallbedingten Verletzungen spätestens im Juli 1994 vollständig ausgeheilt waren und der sich in diesem Zeitpunkt präsentierende körperliche Gesundheitszustand dementsprechend lediglich die Situation widerspiegelt, die auch ohne den erlittenen Unfall vorliegen würde. Diesen Standpunkt stützt sie auf die Feststellungen des Dr. med. B.________, welcher unfallbedingte organische Befunde, welche für das vielschichtige Beschwerdebild verantwortlich sein könnten, in seinem Aktengutachten vom 6. März 1996 verneint. Dr. med. F.________ will die beim Versicherten festgestellten Symptome demgegenüber in seiner Expertise vom 25. Juni resp. 1. September 1997 auf eine anlässlich des Unfalles vom 10. September 1993 erlittene Hirnschädigung zurückführen. Dabei beruft er sich auf verschiedene von ihm bei weiteren Institutionen, insbesondere der Abteilung für Neuropsychologische Rehabilitation der Neurologischen Klinik des Spitals X.________, beschaffte Informationen sowie auf die Ergebnisse apparativer und bildgebender Untersuchungsmethoden, darunter namentlich eine am 14. Juni 1996 durchgeführte Abklärung mittels der Single Photon Emission Computed Tomography (Spect). b) Entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts ist angesichts dieser umfassenden Dokumentation kein zusätzlicher Abklärungsbedarf auszumachen. Die unterschiedlichen Ansichten des Dr. med. B.________ einerseits und des Dr. med. F.________ andererseits lassen sich beide auf Erkenntnisse verschiedener fachspezifischer Abklärungen stützen, weshalb der SUVA insoweit beizupflichten ist, als es einzig noch um die Würdigung der bereits vorhandenen medizinischen Unterlagen geht, die Entscheidungsgrundlagen selbst hingegen - auch hinsichtlich organischer Befunde - keiner Ergänzung mehr bedürfen. Soweit im Rahmen der Beweiswürdigung die Sachkenntnis des Gerichts übersteigende Probleme auftreten sollten, bliebe immer noch die Möglichkeit, diese mittels gezielter Fragestellung anlässlich einer gerichtlich anzuordnenden Oberbegutachtung zu klären. Sachverhaltliche Ermittlungen durch die SUVA selbst, deren Standpunkt im aktuellen Verfahrensstadium ohnehin bereits weitgehend gefestigt sein dürfte, erscheinen demgegenüber ungeeignet, zumal, wie Dr. med. B.________ in seiner Stellungnahme vom 14. Januar 1997 aufzeigt, nicht ersichtlich ist, inwiefern weitere Abklärungen überhaupt noch entscheidwesentliche neue Erkenntnisse bringen könnten. Zu Recht wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde denn auch bemängelt, dass es das kantonale Gericht unterlassen hat, näher darzulegen, in welche Richtung die seiner Ansicht nach noch erforderlichen zusätzlichen Untersuchungen zielen sollten. c) Im Hinblick auf die vom Beschwerdegegner geltend gemachten Spect-Befunde bleibt darauf hinzuweisen, dass sich diese bisher auch wissenschaftlich nicht anerkannte Untersuchungsmethode nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts gemäss Urteil Z. vom 2. Juni 2000 (U 160/98) nicht eignet, um im Rahmen der Prüfung der natürlichen Kausalität von Unfallfolgen den Beweis für das Vorliegen hirnorganischer Schädigungen zu erbringen (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 = SVR 2001 UV Nr. 1 S. 1).