Citation: 2A.248/2005 08.06.2005 E. 2

Gegenstand des Verfahrens ist die Frage, ob den beiden ältesten Söhnen des Beschwerdeführers eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen sei. Gemäss Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf dem Gebiete der Fremdenpolizei unzulässig gegen die Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen, auf die das Bundesrecht keinen Anspruch einräumt. Der Beschwerdeführer hat die Aufenthaltsbewilligung, nicht die Niederlassungsbewilligung. Damit aber kann er sich für den Nachzug seiner Söhne nicht auf Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG berufen. Die heutige Ehefrau des Beschwerdeführers hat demgegenüber die Niederlassungsbewilligung; die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers beruht insofern auf einem festen Rechtsanspruch (Art. 17 Abs. 2 Satz 1 ANAG) und stellt ein gefestigtes Anwesenheitsrecht dar. Der Beschwerdeführer kann sich daher gestützt auf diese Bewilligung für den Nachzug von nahen Familienangehörigen, zu denen er eine echte familiäre Beziehung pflegt, auf Art. 8 EMRK berufen (BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285 f.; 129 II 215 E. 4 S. 218; 127 II 60 E. 1d/aa S. 64 f.). Dies gilt jedoch nur in Bezug auf minderjährige Kinder. Was volljährige Kinder betrifft, können diese im Zusammenhang mit der Beziehung zu einem hier anwesenheitsberechtigten Elternteil höchstens dann Anspruch auf Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung erheben, wenn sie in einem eigentlichen Abhängigkeitsverhältnis zu diesem stehen (BGE 120 Ib 257 E. 1d und 1e S. 260 ff.; s. auch BGE 129 II 11 E. 2 S. 13 unten). Der ältere Sohn A.________, den der Beschwerdeführer nachziehen lassen will, wurde im Februar 1987 geboren und ist heute volljährig, wie übrigens, entgegen der irrtümlichen Feststellung im angefochtenen Entscheid (E. 1.3), schon zum Zeitpunkt, als das Verwaltungsgericht entschieden hat. Von einem Abhängigkeitsverhältnis zwischen Vater und Sohn, der seine Lehre abgeschlossen hat und seit Jahren mehrheitlich getrennt von seinem Vater gelebt hat, kann keine Rede sein. Da es für die Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter dem Gesichtswinkel von Art. 8 EMRK - anders als bei Bewilligungen nach Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG - nicht auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung, sondern auf den Zeitpunkt der Urteilsfällung ankommt (vgl. BGE 120 Ib 257 E. 1f S. 262), entfällt die Möglichkeit, sich vor Bundesgericht im Hinblick auf die Bewilligungserteilung an A.________ auf Art. 8 EMRK zu berufen. Insofern ist auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht einzutreten. Der Sohn B.________, geboren im März 1988, ist demgegenüber erst 17 Jahre und einige Monate alt, mithin noch nicht volljährig. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist in Bezug auf das ihn betreffende Nachzugsgesuch zulässig.