Citation: 5A_304/2024 E. 5.2.2

5.2.2. § 54 Abs. 1 ZPO/ZH besagt, dass es Sache der Parteien ist, dem Gericht das Tatsächliche des Rechtsstreits darzulegen, und dass das Gericht seinem Verfahren nur behauptete Tatsachen zugrunde legt. Gemäss Abs. 2 der besagten Norm darf das Gericht einer Partei weder mehr noch anderes zusprechen, als sie selbst verlangt, noch weniger, als der Gegner anerkannt hat. Der bereits erwähnte Grundsatz, wonach die Parteien nach ihrem letzten Vortrag oder ihrer letzten Rechtsschrift mit neuen Vorbringen ausgeschlossen sind (§ 114 ZPO/ZH; s. vorne E. 4.3), gilt gemäss § 115 Ziff. 1 ZPO/ZH nicht für Anträge, die erst im Laufe des Prozesses veranlasst werden. Nach § 133 Satz 1 ZPO/ZH wird (unter anderem) über erhebliche streitige Tatsachen Beweis erhoben. Die Anstrengungen des Beschwerdeführers, der Vorinstanz eine willkürliche Anwendung der zitierten Normen nachzuweisen, sind umsonst. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern § 54 ZPO/ZH, der dem Randtitel zufolge von der Verhandlungs- und der Dispositionsmaxime handelt, auch die Frage regelt, über welche Tatsachen Beweis abzunehmen ist. Die Rüge der willkürlichen Anwendung von § 133 ZPO/ZH scheitert am Erfordernis der materiellen Ausschöpfung des kantonalen Instanzenzuges (s. BGE 143 III 290 E. 1.1 mit Hinweisen). Die rechtsuchende Partei darf die ihr bekannten rechtserheblichen Einwände der kantonalen Rechtsmittelinstanz nicht vorenthalten, um sie erst nach dem Ergehen eines ungünstigen Entscheides im anschliessenden Rechtsmittelverfahren zu erheben. Sie muss sich vor Bundesgericht mit den Erwägungen der letzten kantonalen Instanz zu Rügen auseinandersetzen, die sie bereits vor dieser letzten kantonalen Instanz erhoben hat (BGE 146 III 203 E. 3.3.4). Dass er sich - zumindest sinngemäss - schon im kantonalen Verfahren auf eine Verletzung der Rechtsregel berufen hätte, wonach nur über streitige Tatsachen Beweis erhoben werden darf, ist den für das Bundesgericht verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen über den Prozesssachverhalt (s. vorne E. 2.2) nicht zu entnehmen und wird in der Beschwerde auch nicht geltend gemacht. Der Beschwerdeführer beteuert vielmehr, in seiner Berufung im Zusammenhang mit der Rüge der Verletzung von § 54 ZPO/ZH im Wesentlichen die prozessuale Zulässigkeit des gegnerischen Beweisantrags vom 6. April 2018 bestritten zu haben. Was den Vorwurf der willkürlichen Anwendung von § 115 Ziff. 1 ZPO/ZH betrifft, erklärt die Vorinstanz die Zulässigkeit des Antrags der Beschwerdegegnerin zur Aktualisierung des Gutachtens nicht allein mit dem Zeitablauf und den in der Eingabe vom 6. April 2018 geltend gemachten, zwischenzeitlich eingetretenen wertvermindernden Umständen, sondern auch damit, dass der in Replik und Duplik genannte Preis erheblich über dem ursprünglich gutachterlich festgestellten Wert gelegen habe (s. vorne E. 5.1). Darauf geht der Beschwerdeführer in keiner Weise ein. Weder stellt er diese Differenz als solche in Abrede, noch äussert er sich dazu, weshalb sie die Zulässigkeit des Antrags vom 6. April 2018 nicht zu begründen vermag. Um den angefochtenen Entscheid als willkürlich auszuweisen, genügt es indes nicht, nur punktuell gewisse Elemente des angefochtenen Entscheids aufzugreifen und andere Punkte unangefochten stehen zu lassen. Ins Leere läuft schliesslich auch die Rüge, die kantonalen Instanzen seien in Verletzung von Art. 214 ZGB bzw. in Missachtung des Grundsatzes der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht von einer Einigung der Parteien über die Bewertung der Liegenschaft ausgegangen. Soweit der Beschwerdeführer damit den erstinstanzlichen Entscheid angreift, übersieht er, dass Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens einzig der angefochtene Entscheid der Vorinstanz (Art. 75 Abs. 1 BGG) ist, der den Entscheid der ersten Instanz ersetzt (Devolutiveffekt; BGE 146 II 335 E. 1.1.2 mit Hinweisen). In diesem Entscheid stellt das Obergericht fest, der Beschwerdeführer mache nicht geltend, dass sich die Parteien bezüglich des Werts der bei Auflösung des Güterstandes vorhandenen Errungenschaft auf einen anderen als den in Art. 214 ZGB vorgesehenen Zeitpunkt geeinigt hätten. Gegen diese für das Bundesgericht verbindliche Feststellung über den Prozesssachverhalt (s. vorne E. 2.2) hat der Beschwerdeführer nichts einzuwenden. Er tut auch nicht dar, inwiefern die Berufungsinstanz die Erklärungen in der Replik und der Duplik aus dem Jahr 2012 (s. vorne E. 5.1) losgelöst von der Geltendmachung einer Einigung über den für die Bewertung massgeblichen Zeitpunkt in Rechtsanwendung von Amtes wegen als Prozessvereinbarung hätte deuten können und müssen (s. zur Prüfungsbefugnis der Berufungsinstanz BGE 142 III 413 E. 2.2.4; Urteil 4A_397/2016 vom 30. November 2016 E. 3.1).