Citation: 5A_612/2015 E. 2.2

2.2. Das Kantonsgericht hat erwogen, die Anzeigepflicht wegen Überschuldung gehöre nach Art. 716a Abs. 1 Ziff. 7 OR zu den unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben des Gesamtverwaltungsrates einer Akteingesellschaft, wobei innerhalb des Verwaltungsrates ein Mehrheitsbeschluss erforderlich sei, der sich zur Überschuldung und den Gang zum Richter ausspreche. B.________ habe am 21. Mai 2015 die Bilanz beim Konkursgericht deponiert und sei gemäss Handelsregisterauszug bis zum 12. Juni 2015 einziger und einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der Akteingesellschaft und somit am 21. Mai 2025 legitimiert gewesen, die Bilanz der Gesellschaft zu deponieren. Dass er das Amt als Verwaltungsrat nur treuhänderisch für C.________ innegehabt habe, vermöge daran nichts zu ändern, zumal das Treuhandverhältnis lediglich seine Vertretungsbefugnis, nicht aber seine Vertretungsmacht eingeschränkt habe. Die Gesellschaft wende ohne weitere Begründung ein, sie sei gar nicht überschuldet. Die erste Instanz habe die Konkurseröffnung vom 11. Juni 2015 auf den Jahresabschluss 2014 und einen Zwischenabschluss per 30. April 2015 abgestützt. Nach dem revidierten Zwischenabschluss per 30. April 2014 (recte wohl 30. April 2015) sei die Beschwerdeführerin mit Fr. 537'524.-- überschuldet. Weshalb der Zwischenabschluss nicht stimmen solle, habe die Beschwerdeführerin nicht dargetan. Insgesamt habe die erste Instanz zu Recht den Konkurs über die Gesellschaft eröffnet.