Citation: 5A_657/2022 E. 2.3.3

2.3.3. Zutreffend ist, dass das Bundesgericht mit dem Urteil vom 4. Juni 2021 den zu vollstreckenden Entscheid aufgehoben hat, nachdem die definitive Rechtsöffnung erteilt wurde, weil der Beschwerde (gestützt auf Art. 103 BGG) die aufschiebende Wirkung im Umfang von Fr. 500'000.-- nicht gewährt wurde. Mit der Aufhebung des zu vollstreckenden Entscheides durch die Rechtsmittelinstanz (Bundesgericht) ist der Rechtsöffnungsentscheid nicht dahingefallen (STAEHELIN, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 8a zu Art. 80, mit Abgrenzung zur Aufhebung der Rechtsöffnung im Anerkennungsverfahren nach Art. 79 SchKG). Daher kann der Schuldner die Einstellung der Betreibung nach Art. 85 SchKG verlangen, wenn die Rechtsmittelinstanz den zu vollstreckenden Entscheid aufhebt, ohne den Nichtbestand mit materieller Rechtskraft festzustellen (STAEHELIN, a.a.O., N. 8a zu Art. 80; ABBET, in: La mainlevée de l'opposition, 2. Aufl. 2022, N. 62, 69 und 70 zu Art. 80). Vorliegend hat das Bundesgericht den zu vollstreckenden Entscheid aufgehoben, ohne über den Bestand zu entscheiden, sondern um die Sache an die kantonale Behörde zur neuen Entscheidung zurückzuweisen. Das Obergericht übergeht, dass dieser Umstand zwangsvollstreckungsrechtliche Folgen haben kann. Es hat sich indes nicht mit der Frage befasst, ob im konkreten Fall mit der von der Beschwerdeführerin erhobenen Klage nach Art. 85 SchKG die laufende Betreibung einzustellen ist.