Citation: 2C_837/2022 E. 5.3.4

5.3.4. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten die fehlenden Betreuungsmöglichkeiten im Heimatland nicht nachweisen können. Insbesondere hat sie nicht hinreichend dargetan, dass sich die Betreuungssituation ihrer Tochter aufgrund der gesundheitlichen Probleme der Grossmutter in einem Mass verändert hätte, die einen nachträglichen Familiennachzug zur Wahrung des Kindeswohls rechtfertigen würde (vgl. E. 4.2 oben). Folglich ist gestützt auf die für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz nicht belegt, dass eine altersgerechte Betreuung der Tochter der Beschwerdeführerin nicht (mehr) gewährleistet wäre. Ins Gewicht fällt weiter der Umstand, dass der Nachzug mit Integrationsschwierigkeiten verbunden wäre: C.________ war zum Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids (bald) 15 Jahre alt. Sie hat ihr gesamtes bisheriges Leben in der Dominikanischen Republik verbracht und steht am Ende ihrer (obligatorischen) Schulzeit. Wie die Beschwerdeführerin selbst vorbringt, ist sie des Deutschen nicht mächtig und mit den hiesigen Verhältnissen nicht vertraut. Der Umzug in die Schweiz dürfte für sie eine tiefgreifende Entwurzelung bedeuten, würde sie doch aus ihrem bisherigen sozialen Umfeld gerissen. Es ist daher fraglich, ob die Tochter der Beschwerdeführerin sich in der Schweiz erfolgreich über die obligatorische Schulzeit hinaus weiterbilden sowie sich hier problemlos integrieren könnte. Sodann ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin das Gesuch um Familiennachzug erst sechs Jahre nach ihrem Wegzug in die Schweiz gestellt hat. Insbesondere auch angesichts des Umstandes, dass der Vater von C.________ in der Dominikanischen Republik lebt und eine Beziehung zur Tochter hat, auch wenn er sie gemäss Behauptung der Beschwerdeführerin nicht bei sich wohnen lassen will, ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Tochter bewusst bei ihrer Mutter bzw. der Grossmutter in der Dominikanischen Republik zurückgelassen und damit akzeptiert hat, die entsprechenden familiären Beziehungen künftig nur eingeschränkt leben zu können. Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin ist es deshalb verfassungs- und konventionsrechtlich haltbar, wenn die Vorinstanz erwog, dass der Beschwerdeführerin und ihrer Tochter weiterhin ein getrenntes Leben zugemutet werden könne und dies dem Kindeswohl nicht zuwiderlaufe.