Citation: 1C_268/2022 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführenden bemängeln, dass im Bericht des Berner Heimatschutzes vom 18. August 2020 die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- und Landschaftsbilds nicht erwähnt sind. Bereits die Vorinstanz hielt im angefochtenen Urteil fest, einzuräumen sei, dass der Bericht des Berner Heimatschutzes eher knapp ausgefallen sei. Insbesondere fänden sich keine Ausführungen zu den hier interessierenden prägenden Elementen und Merkmalen des Strassen-, Orts- und Landschaftsbilds, die ein wesentliches Element seien bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung (Art. 511 Abs. 2 GBR/Tschugg), gerade auch im Ortsbilderhaltungsgebiet (Art. 611 GBR/Tschugg). Wenn sie weiter erwog, dies bedeute nicht, dass der Berner Heimatschutz bei seiner Würdigung entscheidende gestalterische Aspekte zu Unrecht nicht berücksichtigt habe, verstösst dies nicht gegen das Willkürverbot (Art. 9 BV; vgl. oben E. 2.1). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden fehlt es noch nicht an einer inhaltlich genügenden Stellungnahme der Fachstelle, nur weil einer der in Art. 511 Abs. 2 GBR/Tschugg nicht abschliessend aufgezählten Aspekte im Bericht nicht ausdrücklich erwähnt ist, auch wenn es sich dabei um ein - gerade auch im Ortsbilderhaltungsgebiet - wesentliches Element bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung handelt. Aus der fehlenden Nennung allein kann vorliegend noch nicht abgeleitet werden, dass dieses Kriterium bei der Beurteilung unberücksichtigt geblieben ist oder dass das Bauvorhaben der guten Gesamtwirkung entgegensteht, zumal der Berner Heimatschutz zusammenfassend festhielt: "Grundsätzlich haben wir aus gestalterischer Sicht keine Einwände gegen das Bauvorhaben." Dass und inwiefern sich das Bauvorhaben in das bestehende Ortsbild nicht gut einordnet, machen die Beschwerdeführenden sodann nicht geltend. Sie beschränken sich in ihren Ausführungen vielmehr auf das formale Fehlen des Kriteriums der prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- und Landschaftsbilds im Bericht, womit sie keine Willkür darzutun vermögen. Inwiefern die Vorinstanzen den Bericht diesbezüglich in unzulässiger Weise ergänzt haben sollen, erschliesst sich nicht und wird von den Beschwerdeführenden nicht konkret aufgezeigt. Vielmehr ist dem Bericht selber zu entnehmen, dass der neue strassenabgewandte Baukörper als einfaches, selbstständiges Volumen in Erscheinung trete, das von der Strassenseite aus nicht einsehbar und nordseitig hinter Hecken versteckt sei. Dass die Vorinstanz davon ausgegangen ist, aufgrund der fehlenden Sichtbarkeit des projektierten Anbaus dürften die Anforderungen an die Gestaltung reduziert werden, ergibt sich nicht. Stattdessen erachtete die Vorinstanz die Sichtbarkeit zulässigerweise als einen Gesichtspunkt, der im Zusammenhang mit den im Bericht nicht explizit erwähnten prägenden Elementen und Merkmalen des Strassen-, Orts- und Landschaftsbilds ins Gewicht falle.