Citation: 8C_56/2021 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass für die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses keine Lohnforderungen bestehen, und zwar unabhängig davon, ob auf den Zeitraum vom 1. Februar bis 31. Mai 2017 oder auf denjenigen vom 1. Juli bis 31. Oktober 2018 abzustellen ist. Er bringt aber vor, dass die zeitliche Grenze gerade in der vorliegenden Konstellation zu einem stossenden Resultat führe. Begleiche der Arbeitgeber - wie hier - die letzten vier Monatslöhne vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses und lasse er ältere Lohnforderungen unbezahlt, so bestimme er faktisch alleine über den Anspruch des Arbeitnehmers auf Insolvenzentschädigung. Es sei folglich davon auszugehen, dass Art. 52 Abs. 1 AVIG eine quotenmässige und keine zeitliche Begrenzung des Anspruchs enthalte. Dies ergebe sich aus der ratio legis der Norm. Damit sei irrelevant, welche Lohnmonate die offenen Lohnforderungen betreffen würden. Entscheidend sei einzig, dass die Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis im Zeitpunkt des Konkurses noch nicht verjährt seien (Art. 128 Ziff. 3 OR).