Citation: 8C_305/2022 E. 4.1

4.1. Gemäss Vorinstanz entfällt eine Leistungspflicht aus Unfall, weil das abrupte Blockieren des Vorderrades und heftige Schläge auf die Arme beziehungsweise die Schultern bei Mountainbikeabfahrten auf steinigen "Singeltrails", wie von der Beschwerdeführerin als Hergang des Ereignisses geschildert, für diese Sportart als alltäglich gelten müssten und der Unfallbegriff daher nicht erfüllt sei. Bei der erlittenen Rotatorenmanschettenruptur handle es sich um eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG. Gestützt auf den voll beweiskräftigen Bericht des Vertrauensarztes Dr. med. D.________ vom 3. März 2021 spreche zunächst der Hergangsmechanismus als praxisgemäss immerhin mitzuberücksichtigendes Indiz in der Gesamtwürdigung gegen dessen Eignung, einen Sehnenriss zu verursachen. Es fänden sich in den Akten keine fachärztlichen Auseinandersetzungen mit dieser Einschätzung des Vertrauensarztes. Insbesondere liege hier seiner Ansicht nach kein direkter Schulteranprall vor und erübrige sich daher eine weitere Erörterung der in der medizinischen Fachliteratur kontrovers diskutierten Frage, ob ein solches Trauma grundsätzlich geeignet wäre, einen Sehnenriss zu verursachen. Der behandelnde Arzt Prof. Dr. med. E.________ habe in seiner Stellungnahme vom 2. November 2020 zum vertrauensärztlichen Bericht des Dr. med. C.________ keine zwingenden Argumente für eine traumatische Rotatorenmanschettenruptur aufgezeigt. Die im Einzelnen von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Argumente für die traumatische Ursache verwarf die Vorinstanz, so insbesondere, dass der in der MRI-Untersuchung (Magnetic resonance imaging) vom 29. Juli 2020 gezeigte Befund der Muskelverfettung nicht degenerativ bedingt, sondern auf die 1994 erstmals erfolgte Ruptur und operative Versorgung der Supraspinatussehne zurückzuführen sei, ferner eine sogenannte Wellenbildung, eine nach dem Ereignis aufgetretene Pseudoparalyse, über den 4. August 2020 anhaltende Schmerzen sowie intraoperative Beobachtungen. Es liessen sich insgesamt keine auch nur geringen Zweifel an der Beurteilung des Dr. med. D.________ begründen und es sei gestützt darauf von einer vorwiegend degenerativen Verursachung der Rotatorenmanschettenruptur auszugehen.