Citation: 9C_393/2017 E. 5.2

5.2. Das kantonale Gericht mass dem ABI-Gutachten vollen Beweiswert zu. Entsprechend gelangte es zum Ergebnis, die Beschwerdeführerin sei für eine körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 100 % arbeits- und leistungsfähig. Zur Frage der Verwertbarkeit des ABI-Gutachtens führte die Vorinstanz aus, die Expertise, welche vom 7. Juli 2015 datiere und damit nach dem Urteilsdatum aber vor der Medienmitteilung des Bundesgerichts zur geänderten Rechtsprechung erstellt worden sei, habe zwar den Verfahrensstandard von BGE 141 V 281 nicht beachtet, verliere aber deshalb nicht per se seinen Beweiswert. Die Beschwerdegegnerin habe sich in ihrer Verfügung vom 28. Juli 2016 eingehend mit der Änderung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in Bezug auf somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden auseinandergesetzt und das Gutachten anhand der neuen Indikatoren überprüft. Sie sei nachvollziehbar zum Schluss gekommen, das Gutachten erlaube im Kontext mit den weiteren medizinischen Berichten eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren. Dieser Einschätzung schloss sich das kantonale Gericht an.