Citation: 7B_267/2022 E. 5.3

5.3. Die ursprünglich als Raub angeklagte Wegnahme des Mobiltelefons und des Portemonnaies der Privatklägerin würdigen die Vorinstanzen als Sachentziehung. Dass der erhebliche Nachteil in der Anklage nicht ausdrücklich umschrieben wird, trifft entsprechend zu. Worin dieser Nachteil für die Privatklägerin bestand, geht aus den in der Anklage dargestellten Gesamtumständen jedoch hinreichend deutlich hervor. Es gilt zu berücksichtigen, dass die Wegnahme eines Mobiltelefons und eines Portemonnaies in der heutigen Zeit gerichtsnotorisch geeignet ist, für die meisten Personen situationsunabhängig einen nicht unbedeutenden Nachteil zu bewirken. Im vorliegenden Fall fand sich die Privatklägerin bei ihrer Freilassung nach einer rund achtstündigen Freiheitsberaubung, die mit erzwungenen sexuellen Handlungen, Gewaltanwendungen und weiteren Demütigungen einhergegangen war, auf einem Parkplatz in Oberglatt wieder - Umstände, die in der Anklageschrift allesamt Erwähnung finden. Es ist offensichtlich, dass es in dieser Situation einen erheblichen Nachteil darstellt, wenn das Opfer nicht über sein Mobiltelefon verfügt, um sich etwa örtlich orientieren oder bei der Polizei oder einer bekannten Person Hilfe organisieren zu können. Gleiches gilt für den Verlust des Portemonnaies und damit im Ergebnis sämtlicher Zahlungsmöglichkeiten. Spezifischer Ausführungen dazu brauchte es in der Anklageschrift nicht. Gleichzeitig erweist sich der von der Privatklägerin erlittene Nachteil klar als tatbestandsmässig im Sinne von Art. 141 StGB.