Citation: 1P.634/1999 05.01.2000 E. 3

3.- Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet (Art. 36a Abs. 1 lit. b OG). a) Willkür liegt nach der Rechtsprechung nicht schon vor, wenn eine andere Lösung in Betracht zu ziehen oder sogar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht weicht vom Entscheid der kantonalen Behörde nur ab, wenn dieser offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (statt vieler BGE 125 II 10 E. 3a S. 15, mit Hinweisen). b) Das Kantonsgericht hat die Legitimation der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 8 OHG sowie auf Art. 179 Ziff. 1 StPO verneint, da sich diese nicht rechtsgültig als Zivilpartei im erstinstanzlichen Verfahren gestellt habe. Sie habe gegen die Nichteröffnung des Strafverfahrens zwar Beschwerde erhoben und über ihren Rechtsvertreter am Verfahren teilgenommen. Sie habe jedoch weder eine Vollmacht hinterlegt noch habe sie sich ausdrücklich als Zivilpartei gestellt noch Zivilansprüche geltend gemacht. Da sie anwaltlich vertreten sei, habe die erste Instanz von einer entsprechenden Aufklärung absehen dürfen. c) Die Form der in Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG vorgeschriebenen Beteiligung am Strafverfahren als Legitimationsvoraussetzung wird nicht durch das Opferhilfegesetz, sondern durch das kantonale Prozessrecht geregelt (BGE 120 Ia 101 E. 2d S. 107, mit Hinweis). Gemäss Art. 179 Ziff. 1 StPO kann bei Offizialdelikten die Zivilpartei gegen einen Freispruch oder gegen die Befreiung von einem Anklagepunkt, für den sie sich als Zivilpartei gestellt hat, Berufung einlegen. Wer sich im erstinstanzlichen Strafverfahren als Zivilpartei stellen will, muss dies gemäss Art. 48 Ziff. 1 Satz 2 StPO ausdrücklich zu Protokoll geben. d) Ob das Kantonsgericht die von der Beschwerdeführerin angeblich am 22. Dezember 1997 eingereichte Vollmacht hätte berücksichtigen sollen, kann offen bleiben. Denn das Kantonsgericht durfte ohne Willkür das Vorliegen einer ausdrücklichen Erklärung der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 48 Ziff. 1 Satz 2 StPO und somit deren Parteistellung im erstinstanzlichen Verfahren verneinen. Dass sich die Beschwerdeführerin in jenem Verfahren den Anträgen der Staatsanwaltschaft angeschlossen haben soll, ändert nichts daran. Sie räumt selber ein, dass sie keine Zivilansprüche geltend machte. Das stellt mit Blick auf den Wortlaut von Art. 48 Ziff. 1 Satz 2 StPO, worin von einer ausdrücklichen Erklärung die Rede ist, einen vertretbaren Grund dar, um die Parteistellung der Beschwerdeführerin zu verneinen. Das gilt umso mehr, als sie anwaltlich vertreten war. Entgegen ihrer Ansicht war das Kantonsgericht ferner weder an die Meinung der ersten Instanz noch an diejenige des Untersuchungsrichteramts Oberwallis gebunden. Von der allgemeinen Regel gemäss Art. 178 StPO, wonach Berufung erklären kann, wer als Partei vor erster Instanz am Verfahren teilgenommen hat, ist nichts anderes abzuleiten. e) Das Kantonsgericht hat mithin weder die Strafprozessordnung willkürlich angewendet noch gegen das formelle Rechtsverweigerungsverbot oder gegen das Gleichbehandlungsgebot verstossen. Ob die Eigentumsgarantie vom angefochtenen Entscheid überhaupt berührt ist, kann schliesslich offen bleiben. Denn die entsprechende Argumentation der Beschwerdeführerin deckt sich mit derjenigen der willkürlichen Anwendung der Strafprozessordnung, und die Kognition des Bundesgerichts wäre auf Willkür beschränkt, da es sich höchstens um einen leichten Eingriff handeln könnte.