Citation: 5C.288/2005 15.03.2006 E. 5

Die betragsmässige Festlegung der Unterhaltsbeiträge für die Kinder bezeichnet der Beklagte in verschiedenen Punkten als bundesrechtswidrig. 5.1 Hinsichtlich der vom Obergericht bis März 2011 (d.h. bis zu A.________'s 16. Geburtstag) festgesetzten ersten Phase beanstandet der Beklagte wiederum, dass auf Seiten der Klägerin von einem Arbeitspensum von nur 50 %, statt wie bei ihm von einem solchen von 80 % ausgegangen worden ist. Soweit in diesem Vorbringen eine Wiederholung der Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung zu erblicken ist, ist auf das oben (E. 3.2) Dargelegte zu verweisen. In Anbetracht der gegebenen Betreuungssituation hat das Obergericht sodann kein Bundesrecht verletzt, wenn es dafür gehalten hat, der Klägerin sei in der erwähnten ersten Zeitspanne eine 50 % übersteigende Erwerbstätigkeit nicht zuzumuten. 5.2 In Bezug auf die vom Obergericht festgelegte zweite Phase, die sich über die Zeit von April 2011 bis März 2013 (Volljährigkeit von A.________ bzw. 16. Geburtstag von B.________) erstreckt, rügt der Beklagte, dass die Vorinstanz bei der Bestimmung der Leistungsfähigkeit der Parteien nicht nur den Überschuss aus Einkommen und Existenzminimum des jeweiligen Haushaltes berücksichtigt, sondern noch den Wert der in Form von Pflege und Erziehung (in natura) erbrachten Leistungen für die beiden Kinder hinzugezählt habe. Naturgemäss könnten diese Leistungen indessen nur einmal erbracht werden, und zwar zugunsten des in der eigenen Obhut befindlichen Kindes, und es sei widersinnig, sie zusätzlich zur finanziellen Leistungsfähigkeit hinzuzurechnen und auf der Basis dieser erhöhten Leistungsfähigkeit den Unterhaltsbeitrag für das in der Obhut des anderen Elternteils stehende Kind festzulegen. Die vorinstanzliche Annahme, in der zweiten Phase werde die Leistungsfähigkeit bei beiden Parteien gleich gross sein, sei unter den dargelegten Umständen falsch, da sie auf der bundesrechtswidrigen Berücksichtigung der Pflege- und Erziehungsleistungen beruhe. Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge für A.________ und B.________ hat sich das Obergericht vom Kreisschreiben seiner Kammer für Vormundschaftswesen vom 10. Juni 1983 betreffend Empfehlungen für die Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder leiten lassen. Der darin (für verschiedene Altersstufen und je nach Anzahl zusammenlebender Kinder) empfohlene Unterhaltsbedarf setzt sich zusammen aus dem Barbedarf (für Ernährung, Bekleidung usw.) und einem für die (vom Inhaber der elterlichen Sorge geleistete) Pflege und Erziehung festgelegten Betrag. Durch die betragsmässige Wertung der vom obhuts- bzw. sorgeberechtigten Elternteil in Form von Pflege und Erziehung an den Unterhalt des Kindes beigetragenen Naturalleistungen soll verhindert werden, dass diese unberücksichtigt bleiben und der betreffende Elternteil gegenüber dem andern doppelt belastet wird (dazu Mario Guglielmoni/Francesco Trezzini, Die Bemessung des Unterhaltsbeitrages für unmündige Kinder in der Scheidung, in: AJP 1993, S. 11; Annette Spycher, Unterhaltsleistungen bei Scheidung: Grundlagen und Bemessungsmethoden, Diss. Bern 1996, S. 210). Der Beklagte bringt nichts vor, was diese Betrachtungsweise als bundesrechtswidrig erscheinen liesse.