Citation: 1B_211/2022 E. 3.3

3.3. Wie bereits dargelegt (oben, E. 2.6-2.7), ist im Falle des Beschwerdeführers von konkreter und erheblicher Fluchtgefahr auszugehen. Die Erwägungen des Obergerichtes, im vorliegenden Fall könne der deutlichen Fluchtneigung nach einem Übertritt in eine offene Vollzugseinrichtung nicht mehr ausreichend begegnet werden, hält vor dem Bundesrecht stand. Der Beschwerdeführer legt auch nicht nachvollziehbar dar, wie das - von ihm im Hauptstandpunkt beantragte - Electronic Monitoring ausserhalb einer Vollzugseinrichtung, etwa am privaten Wohn- oder Arbeitsort (Arbeitsexternat), ihn wirksam daran hindern könnte, sich nach einer entsprechenden Haftentlassung erneut ins Ausland abzusetzen. Er räumt mit Recht ein, dass eine solche Ersatzmassnahme für strafprozessuale Haft nur "ausnahmsweise" bewilligt werden könnte. Die Voraussetzungen dafür sind hier nicht erfüllt. Bei ausgeprägter und konkreter Fluchtgefahr reicht in der Regel auch eine Kombination von Ersatzmassnahmen wie Meldepflicht und Passentzug mit einer elektronischen Überwachung (Art. 237 Abs. 3 StPO) nicht aus (BGE 145 IV 503 E. 3.2-3.3 mit Hinweisen; zit. Urteil 1B_55/2020 E. 2.3 und 2.8). Soweit er sich auf strafvollzugsrechtliche Regeln (gemäss den Richtlinien des Ostschweizer Strafvollzugskonkordates) beruft, übersieht der Beschwerdeführer, dass er sich in einem hängigen Strafverfahren befindet und dem allgemeinen Strafvollzugsregime nur insoweit unterliegt, als die strafprozessualen Haftzwecke dem nicht entgegenstehen (Art. 236 Abs. 4 StPO). Ebenso verkennt er, dass das Electronic Monitoring keine selbstständige "Ersatzmassnahme" für strafprozessuale Haft darstellt, sondern ein akzessorisches technisches Hilfsmittel, das zur Überwachung des Vollzuges einer zulässigen strafprozessualen Ersatzmassnahme eingesetzt werden könnte, etwa einer örtlichen Aus- oder Eingrenzung des Aufenthaltes (vgl. Art. 237 Abs. 2 lit. c StPO). Eine solche Ersatzmassnahme kommt hier aber derzeit nicht in Frage. Auch in diesem Zusammenhang ist keine Verletzung von Bundesrecht dargetan.