Citation: BGE 149 III 249 E. 3.3.2

Die Vorinstanz qualifizierte die Ausgestaltung des erstinstanzlichen Anerkennungsverfahrens als Einparteienverfahren und kam hinsichtlich der Auslegung von Art. 256 Abs. 2 ZPO zum Schluss, dass dem Anerkennungsentscheid kein Zweiparteienverfahren vorausgegangen sei. Unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vorne E. 3.2.1) erwog sie, dass das rechtliche Gehör im Verfahren um Anerkennung eines ausländischen Konkursdekrets dadurch gewährt werde, dass die vom Entscheid besonders betroffenen Personen innert zehn Tagen seit der Publikation Beschwerde erheben könnten. Diese nachträgliche Gewährung des rechtlichen Gehörs im Rechtsmittelverfahren sei in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit insofern nicht untypisch, als von solchen Anordnungen regelmässig Personen betroffen seien, die am erstinstanzlichen Verfahren nicht beteiligt, aber zur Erhebung eines Rechtsmittels legitimiert seien.