Citation: 4A_324/2014 E. 6.2.1

6.2.1. Ein Verstoss gegen den verfahrensrechtlichen Ordre public liegt vor bei einer Verletzung fundamentaler und allgemein anerkannter Verfahrensgrundsätze, deren Nichtbeachtung zum Rechtsempfinden in einem unerträglichen Widerspruch steht, so dass die Entscheidung als mit der in einem Rechtsstaat geltenden Rechts- und Wertordnung schlechterdings unvereinbar erscheint (BGE 140 III 278 E. 3.1; 136 III 345 E. 2.1 S. 347 f.; 132 III 389 E. 2.2.1 S. 392; 128 III 191 E. 4a S. 194). Das Schiedsgericht verletzt den verfahrensrechtlichen Ordre public, wenn es bei seinem Entscheid die materielle Rechtskraft eines früheren Entscheids unbeachtet lässt oder wenn es in seinem Endentscheid von der Auffassung abweicht, die es in einem Vorentscheid hinsichtlich einer materiellen Vorfrage geäussert hat (BGE 140 III 278 E. 3.1; 136 III 345 E. 2.1 S. 348; je mit Hinweisen). Der Grundsatz ne bis in idem gehört grundsätzlich ebenfalls zum Ordre public im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG. Das Bundesgericht hat allerdings offengelassen, ob dieser strafrechtliche Grundsatz im Disziplinarrecht des Sports gleichermassen zu berücksichtigen ist (Urteil 4A_386/2010 vom 3. Januar 2011 E. 9.3.1). Die Frage braucht auch im vorliegenden Verfahren nicht vertieft zu werden, ging das TAS doch selbst von dessen Anwendbarkeit aus und prüfte die Vereinbarkeit der Sanktion mit diesem Prinzip eingehend. Das Bundesgericht beschränkt sich daher auf eine Überprüfung der konkreten Anwendung des erwähnten Grundsatzes durch das Schiedsgericht (vgl. Urteil 4A_386/2010, a.a.O., E. 9.3.1 a.E.).