Citation: U 78/06 04.04.2007 E. 4

4.1 Im Bericht vom 16. Oktober 2001, mithin fünf Monate nach dem Unfall, erwähnte Dr. med. M.________, Oberarzt, Klinik für Orthopädie, Spital Y.________, erstmals ein massives muskuläres Defizit. Am 13. Februar 2002 hielt er einen Ausrutscher des Versicherten auf einer Leiter fest, der eine Verschlechterung brachte. Die Quadrizepsmuskulatur sei völlig insuffizient. Gemäss Bericht vom 20. März 2002 hatte der Versicherte eine intensive kräftigende Physiotherapie aufgenommen. Er habe noch tief im Kniegelenk lokalisierte Schmerzen, die ihn an einem maximalen Kraftaufbau hindern würden. Am 8. Mai 2002 hielt Dr. med. M.________ fest, am auffälligsten sei immer noch die leichte Atrophie, weshalb die Physiotherapie weitergeführt werden sollte. Gemäss Bericht vom 10. Juli 2002 habe der Versicherte mal bessere und mal schlechtere Intervalle. Es sei immer wieder Rücksprache mit der Therapeutin genommen worden und der Versicherte habe die Physiotherapie konsequent durchgeführt. Aktuell imponiere vor allem ein persistierendes Kraftdefizit, welches auch durch intensivste Therapie nicht verbessert werden konnte. Dementsprechend liege eine signifikante, persistierende Schmerzproblematik vor, welche die definitive Krafteinleitung verhindere. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit ging Dr. med. M.________ von einer ganztägigen Arbeit bei halbem Rendement (Anweisungen an die Mitarbeiter sitzend vom Fahrzeug aus) in der angestammten Tätigkeit als Vorarbeiter aus. 4.2 In der abschliessenden Untersuchung vom 4. Februar 2003 hielt der Kreisarzt, Dr. med. D.________, Facharzt für Chirurgie, als verbleibende Unfallfolgen eine Restinstabilität mit verlängerter vorderer Schublade sowie einen verlängerten Weg des medialen Seitenbandes am rechten Knie fest. Er betonte die Wichtigkeit einer Muskelrekonditionierung und ging von einer Arbeitsfähigkeit von 66 2/3 % aus. In der gleichentags vorgenommenen Beurteilung des Integritätsschadens kam Dr. med. D.________ auf eine Einbusse von 7.5 %. 4.3 Dr. med. M.________ sprach sich am 25. März 2003 dafür aus abzuklären, ob die persistierende Muskelschwäche im Quadrizeps durch eine Femoralisläsion oder eine andere neurologische Ursache bedingt sei. In seinem Bericht vom 10. Juni 2003 diagnostizierte er nebst der persistierenden leichten medialen und vorderen Knieinstabilität bei Status nach Knieluxation und VKB-Rekonstruktion eine schwere Quadrizepsatrophie rechts, elektromyelographisch ohne Hinweise auf Denervation. Auf Grund der weiteren Abklärungen ergebe sich eine sehr schwierige Situation, da im Prinzip nur noch eine Reoperation Hilfe bringen könne. Dieser stünden aber die Quadrizepsschwäche und die Alteration des femoropatellären Gelenkes entgegen. Der Versicherte sei zu 75 % arbeitsunfähig entsprechend einer halbtägigen leichten Arbeit. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die SUVA erscheine viel zu optimistisch. 4.4 Die BEFAS ging in ihrem Bericht vom 14. Juni 2004 davon aus, ein ganztägiger Einsatz sei nur noch bei angepassten Arbeiten möglich. Behinderungsangepasst seien Tätigkeiten wie die Mitarbeit oder eine Aufsichtsfunktion in einem produktiven Betrieb. Diese könnten ganztägig bei einer Gesamtleistung von 80 % ausgeführt werden. Auf Grund der ungeklärten kardialen und ophthalmologischen Situation könne der Versicherte keine gewerblichen Personentransporte oder Lastwagenfahrten vornehmen. Ebenfalls sollten Arbeiten an gefährdenden Maschinen unterbleiben. Auch seien Arbeiten mit Staub-, Rauch- oder Lärmexposition zu vermeiden. Bezüglich des Knies seien ganztags leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten ohne langzeitige positionsmonotone Haltungen möglich. Selten einmal seien Gewichte bis 25 kg kurz zu heben und zu tragen. Kardiopulmonal solle die Arbeit nicht schweisstreibend und schwer sein. 4.5 Dr. med. S.________, Facharzt für Chirurgie, Versicherungsmedizin, SUVA, kam am 6. September 2004 nach eingehendem Aktenstudium zum Schluss, die kreisärztliche Einschätzung der Integritätsentschädigung von 7.5 % sei zutreffend, da die Beweglichkeit frei, die Trophik normal und radiologisch nur eine leichte Arthrose gegeben sei. Die mässige Quadrizepsatrophie sei prinzipiell reversibel, weil neurologisch keine Lähmung vorliege. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit schloss er sich der Einschätzung der BEFAS an. Eine leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeit auf ebenem Boden sei ganztags zumutbar. Wegen des Knies seien keine weiteren Einschränkungen gegeben. 4.6 Am 20. Dezember 2004 diagnostizierte Dr. med. M.________, nunmehr Leitender Arzt, u.a. eine schwere Quadrizepsatrophie rechts ohne Hinweise auf Denervation. Der Versicherte habe muskuläre und kapsuläre Restbeschwerden infolge des Knietraumas. Es bestehe eine mässiggradige Restinstabilität. Bezüglich des Kniegelenks sei der Versicherte bei einer körperlich leichten Wechselbelastung mit vorwiegend sitzender Tätigkeit auf ebenem Boden voll arbeitsfähig. Das Tragen von Lasten bis 15 kg sei über kürzere Distanzen auf ebenem Boden zumutbar. In der angestammten Tätigkeit sei er zu 50 % arbeitsunfähig. 4.7 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde reicht der Versicherte den Bericht des Dr. med. M.________, zwischenzeitlich Co-Chefarzt, vom 31. Januar 2006 ein, in welchem dieser nebst den bekannten Diagnosen nunmehr eine persistierende, schwere, therapieresistente Quadrizepsatrophie rechts, ohne Hinweis auf Denervation, bei reflektorischer Schonhaltung auf Grund der Schmerzen aufführte. Die Quatrizepsatrophie wäre infolge der normalen Innervation problemlos auftrainierbar. Auf Grund der zwischenzeitlich ermittelten Beinlängendifferenz von 8 mm sowie der Patella alta (1.5 cm) lasse sich die Quadrizepsmuskulatur aber auch ohne Denervation nicht auftrainieren. Es sei schwierig zu sagen, inwiefern die Patella alta und die fehlende Kraft direkt zusammenhängen würden. Wegen der einschiessenden Schmerzen könne davon ausgegangen werden, dass der Kraftaufbau infolge einer reflektorischen Hemmung nicht möglich sei. Dies könne der Versicherte kaum willkürlich beeinflussen. Diese Situation wirke sich wie eine Parese aus. Schliesslich sprach sich Dr. med. M.________ für eine Neubeurteilung bezüglich der funktionellen Einschränkungen aus, da man dem Versicherten zu viel zumute.