Citation: 1P.457/2001 22.01.2002 E. 1

1.1 Der angefochtene Entscheid ist letztinstanzlich (§ 409 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Zürich [im Folgenden: StPO]). Er stellt einen Zwischenentscheid dar, der einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann (vgl. BGE 126 I 207 E. 2a mit Hinweisen; Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Auflage, Bern 1994, S. 343). Die staatsrechtliche Beschwerde ist insoweit zulässig (Art. 87 Abs. 2 OG). 1.2 Die Beschwerdeführerin hat ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Sie ist damit nach Art. 88 OG zur Beschwerde befugt. 1.3 Die beschwerdeführende Partei muss ein aktuelles praktisches Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheides bzw. an der Behandlung der von ihr erhobenen Rüge haben, damit auf die staatsrechtliche Beschwerde eingetreten werden kann (BGE 127 III 42 E. 2b mit Hinweisen). Die Bezirksanwaltschaft Hinwil hat das Strafverfahren, in welchem die Beschwerdeführerin durch Rechtsanwältin Reetz gewillkürt vertreten war, am 21. Juni 2001 - also nach dem angefochtenen Beschluss - durch Strafbefehl abgeschlossen. Die Bezirksanwaltschaft hat darin Y.________ der mehrfachen Drohung, der mehrfachen Körperverletzung, der Nötigung und der mehrfachen Tätlichkeiten schuldig gesprochen und zu drei Monaten Gefängnis (bedingt) und Fr. 500.-- Busse verurteilt. Im Strafbefehl wurde vorgemerkt, dass die Beschwerdeführerin keine Zivilansprüche geltend gemacht habe; eine Parteientschädigung wurde nicht zugesprochen. Die Beschwerdeführerin, weiterhin gewillkürt vertreten durch Rechtsanwältin Reetz, erhob gegen diesen Entscheid Einsprache beim Präsidium des Bezirksgerichts Hinwil mit Bezug auf den Zivilpunkt (namentlich Genugtuung) und die Regelung der Entschädigungsfolgen. Vor Einzelrichter schlossen die Beschwerdeführerin und Y.________ am 20. September 2001 eine Vereinbarung, die zur Hauptsache die Verpflichtung von Y.________ zur Zahlung einer Genugtuung von Fr. 3'000.-- und einer Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- an die Beschwerdeführerin enthält; überdies verzichtet diese auf zusätzliche Schritte "betreffend weitere früher erhobene Vorwürfe" gegenüber Y.________. Gestützt auf diesen Vergleich wurde das Einspracheverfahren am 20. September 2001 abgeschrieben. Diese Verfügung ist rechtskräftig. Aufgrund der Verpflichtung von Y.________ zur Zahlung einer Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin erhob sich die Frage, ob dadurch das aktuelle praktische Interesse an der staatsrechtlichen Beschwerde dahingefallen sei (vgl. BGE 100 Ia 180 E. 1 e contrario). Die Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 19. November 2001 lässt es jedoch als glaubhaft erscheinen, dass die Parteientschädigung uneinbringlich ist. Bereits im Strafbefehl vom 21. Juni 2001 wird darauf hingewiesen, dass Y.________ Schulden in sechsstelliger Höhe hat. Demzufolge ist nach wie vor von einem aktuellen praktischen Interesse der Beschwerdeführerin am Entscheid über die vorliegende Beschwerde auszugehen. Die Frage einer Ausnahme vom Erfordernis des aktuellen praktischen Interesses muss nicht geprüft werden. Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist einzutreten.