Citation: 1C_531/2023 E. 2.1

2.1. Gemäss Art. 16a Abs. 1 RPG sind in der Landwirtschaftszone Bauten und Anlagen zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind. Dies trifft gemäss Art. 34 Abs. 3 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1) auf Bauten für den Wohnbedarf zu, wenn der Wohnraum für den Betrieb des entsprechenden landwirtschaftlichen Gewerbes, einschliesslich des Wohnbedarfs der abtretenden Generation, unentbehrlich ist. Diese seit dem 1. September 2000 in Kraft stehende Regelung der Zonenkonformität von Wohnbauten in der Landwirtschaftszone knüpft an die dazu ergangene frühere bundesgerichtliche Rechtsprechung an, die weiterhin wegleitend ist (Urteile 1C_227/2014 vom 11. Mai 2016 E. 3.1; 1C_631/2021 vom 16. Oktober 2023 E. 5.2; je mit Hinweisen). Nach dieser Rechtsprechung beurteilt sich die Unentbehrlichkeit von Wohnraum für einen landwirtschaftlichen Betrieb nach objektiven Kriterien (BGE 125 III 175 E. 2b; Urteil 1C_439/2018 vom 13. März 2020 E. 4.2 mit Hinweisen). Dabei ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen, bei der namentlich die Art und Grösse des Betriebs, seine topografische Lage und sein wirtschaftliches Umfeld zu berücksichtigen sind (Urteil 1C_240/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2.1 mit Hinweisen). Objektiver Natur sind auch die Bedürfnisse von Familienbetrieben, bei denen die Bauernfamilie auf dem Bauernhof lebt. Kann bei solchen Betrieben die gleichzeitige Verrichtung vieler auf dem Hof anfallenden Arbeiten nur zweckmässig organisiert werden, wenn das Betriebsleiterpaar auf dem Betriebsgelände wohnt, ist für die Führung des Betriebs insgesamt eine ständige Präsenz erforderlich, auch wenn dies für einzelnen Tätigkeiten nicht zutrifft (Urteil 1C_647/2012 vom 3. September 2014 E. 6 mit Hinweisen, in: ZBl 116/2015 S. 548 f.). Setzt das Führen eines Landwirtschaftsbetriebs nicht voraus, dass Personen ständig auf dem Betrieb anwesend sind, gilt Wohnraum in der Landwirtschaftszone nur als erforderlich, wenn die nächste Wohnzone weit entfernt und schwer erreichbar ist. Dies ist nicht anzunehmen, wenn von dieser Zone der Betriebsort zu Fuss in 20-30 Minuten erreicht werden kann (BGE 121 II 67 E. 3a mit Hinweis). Gestützt auf diese Grundsätze ging das Bundesgericht davon aus, eine Schafhaltung, die nur eine geringe Präsenz erfordere, könne von einer 1,1 km entfernten und 120 m tiefer gelegenen Wohnzone aus geführt werden (Urteil 1A.220/1999 vom 11. April 2000 E. 3d). Ebenso erachtete es die Führung einer Damhirschzucht von einer 2,1 km entfernten Wohnzone aus als möglich (Urteil 1C_408/2012 vom 19. August 2013 E. 6). Dagegen bejahte es die Notwendigkeit der ständigen Anwesenheit von Personen auf einem Weinbaubetrieb mit der Begründung, dass nicht nur die Pflege der Reben und die Weinlese, sondern auch die Kelterung und der Weinverkauf, der grösstenteils ab dem Hof erfolgte, lange Anwesenheitszeiten auf dem Betriebsgelände erforderten und daher erst das Wohnen auf dem Betrieb die Verrichtung aller mit dem Weinanbau zusammenhängenden Arbeiten in der Form eines Familienbetriebs ermöglichte (Urteil 1C_647/2012 vom 3. September 2014 E. 7, in: ZBl 116/2015 S. 549 f.).