Citation: 4A_382/2014 E. 6.2.2

6.2.2. Ebenfalls nichts zu ihren Gunsten können die Beschwerdeführer mit ihrem Hinweis auf die analoge Anwendbarkeit von Art. 8 Ziff. 3 VVG herleiten, wonach der Versicherer trotz Anzeigepflichtverletzung den Vertrag nicht künden kann, wenn er die von der versicherten Person verschwiegene Tatsache gekannt hat oder hätte kennen müssen. Eine ausdrückliche gesetzliche Pflicht, Unklarheiten und Widersprüche auszuräumen, ist nur für die Phase des Vertragsabschlusses vorgesehen. Die Berufung auf eine analoge Anwendung der erwähnten Norm auf die vorliegende Konstellation geht im Übrigen bereits auf Grund des Umstands fehl, dass sich der Beschwerdeführer 2 mehrmals von sich aus in Missachtung der ihm obliegenden Mitteilungspflicht gegenüber den behandelnden Ärzten - und damit mittelbar gegenüber der Beschwerdegegnerin - wahrheitswidrig im Sinne der Vorspiegelung einer vollständig eingeschränkten Arbeitsfähigkeit geäussert hat. Eine Verpflichtung des Versicherers, allfällige Unklarheiten oder Widersprüche mittels Rückfragen beim Beschwerdeführer 2 zu klären, ist in Anbetracht dieser Sachlage nicht erkennbar. Namentlich kann eine solche auch nicht daraus abgeleitet werden, dass der Beschwerdeführer 2 gegenüber Mitarbeitenden der Beschwerdegegnerin anmerkte, er müsse sich trotz seines Gesundheitsschadens betrieblich "organisieren". Gerade aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführer 2 im Rahmen der strafrechtlichen Einvernahme vom 8. Mai 2008 ausdrücklich angeführt hatte, im fraglichen Zeitraum trotz gegenteiliger Angaben zuhanden der Hausärzte jedenfalls zeitweilig geschäftlichen Verpflichtungen nachgekommen zu sein, ergeben sich beweisrechtlich klare Anhaltspunkte - im Sinne des von der Beschwerdegegnerin zu erbringenden Wahrscheinlichkeitsbeweises (E. 5.3 hievor) - für eine zum Zwecke des Leistungsbezugs absichtlich unrichtige Mitteilung.