Citation: 4C.410/1999 23.02.2000 E. 5

5.- Die Klägerin wirft dem Obergericht vor, die Anforderungen an die Bestreitung einer im Verfahren behaupteten Tatsache zu wenig hoch angesetzt und damit Art. 8 ZGB verletzt zu haben. Sie habe im kantonalen Verfahren rechtsgenüglich behauptet, dass die Versicherung dem Beklagten eine Haftungsquote von 66% offeriert habe. Diese Behauptung habe der Beklagte mit keinem Wort konkret bestritten. Das Obergericht weist zu Recht darauf hin, dass der Beklagte durch seine eigene Schilderung des Sachverhalts unmissverständlich zum Ausdruck gebracht habe, er widerspreche der Behauptung der Klägerin. Tatsächlich hat er sowohl in der Klageantwort als auch in der Duplik mehrfach ausgeführt, die Versicherung sei ursprünglich von einer Haftungsquote von 50% ausgegangen und hätte auch dann keine höhere Haftungsquote als 60% angenommen, wenn der Vergleich nicht zustandegekommen wäre. Dass der Beklagte damit hinreichend klar zum Ausdruck gebracht hat, die Versicherung habe ihm nicht eine Haftungsquote von 66% angeboten, liegt auf der Hand.