Citation: 5A_86/2019 E. 3.3.1

3.3.1. Der Kollokationsplan und die Privilegienordnung der Gläubiger gemäss Art. 219 SchKG sind nicht materiellrechtlicher Natur (entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerinnen, die sich dazu vergeblich auf LORANDI/SCHWANDER, a.a.O., und GILLIÉRON, a.a.O., Rz. 1806 ff. berufen) und das Urteil im Kollokationsprozess hat keine materiellrechtliche Wirkung (BGE 135 III 470 E. 1.2). Richtig ist, dass mit der Kollokation (bzw. Kollokationsklage) eine dem materiellen Recht entsprechende Teilnahme (oder die Nichtteilnahme eines Konkurrenten) am Konkursergebnis verlangt wird (AMONN/WALTHER, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 9. Aufl. 2013, § 46 Rz. 47, 62; GILLIÉRON, Poursuite, a.a.O, Rz. 1786). Die Privilegienordnung gehört - als Teilnahmeordnung am Erlös aus der Konkursmasse - zum Zwangsvollstreckungsrecht, welches im SchKG und dort übergangsrechtlich besonders geregelt wird, weil es kein reines Verfahrensrecht darstellt. Diese - allgemeine rangmässige Teilnahmeberechtigung am Verwertungsergebnis - ist nicht nur im Konkursverfahren massgebend, sondern durch Verweisung auch beim Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung (E. 3.1) sowie in der Betreibung auf Pfändung (Art. 146 Abs. 2 SchKG; GILLIÉRON, Poursuite, a.a.O., Rz. 1367 f.).