Citation: 8C_860/2015 E. 4.4

4.4. Mit Blick auf das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung somatischer Beschwerden ist festzuhalten, dass dieses gemäss der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen ist. Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer gegeben sein. Manualtherapeutische Massnahmen zur Erhaltung des Zustandes, (haus-) ärztliche Verlaufskontrollen sowie medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht. Auch kommt einzig der Abklärung des Beschwerdebildes dienenden Vorkehren nicht die Qualität einer Heilmethodik in diesem Sinne zu (Urteil 8C_964/2009 vom 19. Februar 2010 E. 5.2.1 mit Hinweisen). Nach Lage der Akten wurden die, unstrittig auch degenerativ bedingten, HWS-Beschwerden zweimal operativ behandelt (Spondylodese C6/C7 im Jahre 2003 und intercorporelle Cages C4 bis C6 im Jahr 2011). Daneben erfolgten ein- bis dreimal im Jahr fachärztliche sowie hausärztliche Kontrollen. Eine medikamentöse Schmerzbekämpfung fand im Gutachtenszeitpunkt nicht mehr statt. Der geltend gemachte Tinnitus bedurfte keiner weiteren Behandlung. Das Kriterium ist demnach nicht erfüllt.