Citation: U 469/06 26.07.2007 E. 5

5.1 Mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) steht fest, dass die Zerrung am linken Adduktor durch eine Schussbewegung anlässlich des individuellen Fussballtrainings vom 29. Mai 2005 hervorgerufen wurde. 5.2 In Erwägung Ziffer 5.1 des Urteils U 611/06 vom 12. März 2007 (bestätigt mit Urteil U 71/07 vom 15. Juni 2007, E. 6.2) hat das Bundesgericht erkannt: Das Fussballspiel ist ein Geschehen mit einem gesteigerten Gefährdungspotenzial, indem eine Vielzahl von nicht alltäglichen Bewegungen (wie abruptes Beschleunigen und Stoppen, seit- und rückwärts Laufen, Drehen, Strecken, Schiessen des Balls, Hochspringen beim Kopfball etc.), die den gesamten Körper mannigfach belasten, ausgeführt werden. Es stellt auch für einen geübten Fussballer nicht eine alltägliche Lebensverrichtung wie etwa das blosse Bewegen im Raum dar. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat denn auch das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung bejaht bei einem Fussballspieler, der im Kampf um den Ball ins Leere schlug und sich dabei ein Hyperextensionstrauma des rechten Kniegelenkes zuzog (RKUV 1990 Nr. U 112 S. 373, U 86/89). Gleich hat es entschieden bei einem Fussballer, der im Rahmen eines Trainings eine Zerrung der Adduktorenmuskeln erlitt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 20/00 vom 10. Dezember 2001, E. 2; vgl. auch BGE 129 V 466 E. 4.1 S. 468 f.). 5.3 Mit Vorinstanz und Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass die am 29. Mai 2005 erlittene Adduktorenzerrung links eine Listenverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. e UVV (Muskelzerrungen) darstellt, was von der "Zürich" zu Recht nicht bestritten wird. Nach dem Gesagten ist diese Adduktorenzerrung auf eine plötzliche sowie heftige körpereigene Bewegung (Ballschuss; vgl. E. 5.1 hievor) und somit auf ein objektiv feststellbares, sinnfälliges Ereignis anlässlich der Ausübung einer erhöht risikogeneigten Sportart (Urteil U 611/06 vom 12. März 2007 E. 5.1) zurückzuführen. Das gesteigerte Gefährdungspotenzial hat sich realisiert. Nach dem Gesagten ist vorliegend das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage (vgl. E. 4 hievor) erfüllt, weshalb mit der Vorinstanz auf ein unfallähnliches Ereignis zu erkennen ist. 5.4 Entgegen der "Zürich" besteht das gesteigerte Gefahrenpotenzial beim Fussballspiel und Fussballtraining - wie dargelegt (E. 5.2 hievor) - nicht im blossen Bewegen im Raum, sondern in nicht alltäglichen, den gesamten Körper mannigfaltig belastenden Bewegungen (wie abruptes Beschleunigen und Stoppen, seit- und rückwärts Laufen, Hochspringen beim Kopfball, Schiessen des Balls etc.). Soweit das Eidgenössische Versicherungsgericht mit Urteil U 20/00 vom 10. Dezember 2001 bestätigte, dass es sich beim anlässlich eines Fussballtrainings plötzlich verspürten Schmerz in der Leistengegend und der anschliessend diagnostizierten Adduktorenzerrung eines Berufsfussballspielers um eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. e UVV handelt, vermag die Beschwerdegegnerin daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Steht fest, dass sich der Versicherte die Adduktorenzerrung bei der Schussabgabe im Fussballtraining zugezogen hat (E. 5.1 hievor), bedarf es zur Bejahung der Leistungspflicht gestützt auf Art. 9 Abs. 2 lit. e UVV keiner weiteren besonderen Umstände (vgl. Urteil U 611/06 vom 12. März 2007 E. 5.2 mit Hinweis). Abweichend von der mit angefochtenem Entscheid sinngemäss vertretenen Auffassung des kantonalen Gerichts kann sich die gesteigerte Gefahrenlage praxisgemäss (Urteil U 20/00 vom 10. Dezember 2000) nicht nur in der konkreten Spielsituation oder einem Kampf mit Gegenspielern verwirklichen, sondern auch im Fussballtraining, welches dieselben nicht alltäglichen körperbelastenden Bewegungen umfasst, die später im Einsatz beim Spiel zwischen zwei gegnerischen Mannschaften abverlangt werden. Der Vorinstanz ist auch nicht zu folgen, soweit sie aus den Angaben des Versicherten, wonach bei der Schussabgabe nichts Besonderes passiert sei, schloss, es fehle am äusseren Faktor. Der Umstand, dass der Versicherte beim Ballschuss keinen eigentlichen Fehltritt beging, führt lediglich zum Ausschluss eines Unfalls im Rechtssinne (Urteil U 611/06 vom 12. März 2007 E. 5.2 mit Hinweis). 5.5 Demnach ist am angefochtenen Entscheid nicht festzuhalten. Die "Zürich" hat für die Folgen der am 29. Mai 2005 erlittenen unfallähnlichen Körperschädigung (Adduktorenzerrung links) des Versicherten die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu erbringen.