Citation: U 130/03 23.12.2003 E. 3

Aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs und der wenig gravierenden Verletzungen ist der Sturz vom 26. September 1995 vom untersten Gerüstboden auf die Füsse und Anschlagen des rechten Arms an einem Teil des Gerüsts im Rahmen der Einteilung, wie sie für die Belange der Adäquanzbeurteilung rechtprechungsgemäss (BGE 115 V 138 Erw. 6) vorzunehmen ist, zu den leichteren Unfällen im mittleren Bereich zu zählen. Die spätere Schilderung des Unfallhergangs gegenüber Prof. B.________ vom 6. Mai 1999, laut welcher der Versicherte aus einer Höhe von 1,8 bis 2 Metern mit der rechten Körperseite auf eine Betonplatte gefallen sein soll, erscheint dem gegenüber schon angesichts des Zeitablaufs seit dem Ereignis wenig glaubwürdig, zumal der Beschwerdeführer die erstgenannte Version einen Monat nach dem Unfall schilderte und ein halbes Jahr später (am 24. April 1996) gegenüber der SUVA bestätigte (vgl. auch BGE 121 V 47 Erw. 2a und 115 V 143 Erw. 8c zu den so genannten Aussagen der ersten Stunde, welchen in der Regel höhere Beweiskraft zukommt als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers). Damit die Adäquanz des Kausalzusammenhangs bejaht werden könnte, müssten die massgebenden unfallbezogenen Kriterien gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) in gehäufter oder auffallender Weise gegeben oder eines der Kriterien müsste in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. Dies trifft hier nicht zu: Der Unfall ereignete sich weder unter dramatischen Umständen noch ist er als besonders eindrücklich zu bezeichnen. Der Versicherte erlitt keine gravierenden Verletzungen, welche erfahrungsgemäss geeignet wären, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. Wie die Vorinstanz, auf deren Erwägungen in diesem Punkt verwiesen wird, einlässlich und mit zutreffender Begründung dargelegt hat, sind auch die Kriterien des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit sowie der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung nicht gegeben. Das Beschwerdebild war schon kurze Zeit nach dem Unfall psychisch überlagert, wie sich insbesondere aus dem am 12. April 1996 beim SUVA-Kreisarzt eingegangenen Bericht des Dr. med. F.________ und dem Zwischenbericht des Dr. med. L.________ vom 5. September 1996 ergibt, der eine schwere Fixierung der eher unbedeutenden Beschwerden vermutete. Infolge der psychischen Überlagerung ist auch das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen nicht erfüllt. Was sodann das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung betrifft, hielt Administrativgutachter Prof. B.________ in der Expertise vom 10. Mai 1999 fest, der Arm des Versicherten sei nach dem Unfall möglicherweise allzu früh wieder belastet und es sei in der frühen Vernarbungsphase Kortison gespritzt worden, was die strukturelle Heilung verzögere. So könne sich eine chronische Enthesiopathie entwickeln, die danach einen chronischen Verlauf nehmen könne. Oft geselle sich eine Irritationsneuropathie des Ramus profundus des Nervus radialis hinzu. Nach Auftreten dieser Neuropathie entwickle sich der Verlauf einer Epicondylitis radialis humeri meistens besonders hartnäckig, sodass man mitunter mit nicht-operativen Massnahmen keine definitive Heilung erbringen könne. Prof. B.________ bestätigte abschliessend, dass der starke Verdacht auf das Vorliegen besagter Irritationsneuropathie bestehe. Aufgrund dieser fachärztlichen Darlegungen ist eine Fehlbehandlung ausgewiesen, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte. Indessen ist dieses Kriterium nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Aus dem zitierten Gutachten des Prof. B.________ ist namentlich zu schliessen, dass eine Heilung der teilweise iatrogenen Beschwerden mittels eines operativen Eingriffes möglich wäre, die wahrscheinliche Fehlbehandlung somit nicht zu einem irreversiblen Gesundheitsschaden geführt hat. Ob unter den gegebenen Umständen, insbesondere infolge der ärztlichen Fehlbehandlung, ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen anzunehmen sind, kann offen bleiben. Denn selbst wenn diese Frage zu bejahen wäre, würde sich nichts daran ändern, dass dem Unfallereignis in Würdigung der objektiven Kriterien für die Entstehung der psychisch bedingten Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit keine massgebende Bedeutung zukommt. SUVA und Vorinstanz haben die Adäquanz des Kausalzusammenhangs demnach zu Recht verneint.