Citation: 5A_287/2019 E. 3.1

3.1. Der Gläubiger kann die Fortsetzung der Betreibung verlangen, sofern ein rechtskräftiger Zahlungsbefehl vorliegt, die gesetzlichen Fristen eingehalten und die Betreibung nicht eingestellt wurde (Art. 88 Abs. 1 und 2 SchKG). Die Betreibung ohne neuen Zahlungsbefehl ist nur bei Vorliegen eines Pfändungsverlustscheines (Art. 149 Abs. 3 SchKG) oder eines Pfandausfallscheins (Art. 158 Abs. 2 SchKG) möglich. Das Betreibungsamt prüft von Amtes wegen, ob ein rechtskräftiger Zahlungsbefehl vorliegt (BGE 128 III 380 E. 1.2). Dies ist der Fall, sofern der Gläubiger, gegen dessen Betreibung Rechtsvorschlag erhoben wurde, einen rechtskräftigen Entscheid erwirkt hat, der den Rechtsvorschlag beseitigt (Art. 79 ff. SchKG; BGE 130 III 396 E. 1.2.3; LEBRECHT, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 8 ff. zu Art. 88; STOFFEL/CHABLOZ, Voies d'exécution, 3. Aufl. 2016, § 5 Rz. 4 ff.). Ebenso prüft das Betreibungsamt, ob der Fortsetzung der Betreibung allfällige Hindernisse entgegenstehen, die sich aus dem Zwangsvollstreckungsrecht ergeben (vgl. AMONN/WALTHER, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 9. Aufl. 2013, § 22 Rz. 1 ff., 8 ff.). Dies gilt beispielsweise für die Einstellung der Betreibung auf richterliche Anordnung (Art. 85, Art. 85a Abs. 2 und Abs. 3 SchKG; GILLIÉRON, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, Bd. II, 2000, N. 16 zu Art. 88).