Citation: 6P.31/2005 03.07.2005 E. 5.3

5.3.1 Die Corviglia-Piste ist nach den für den Kassationshof verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 277bis Abs. 1 BStP) in dem Bereich, in welchem das Fernsehpodest aufgebaut gewesen ist, sehr offen, breit und weit überblickbar. Das Hindernis befand sich in einer Ebene auf der Skipiste. Das vorgelagerte Pistengelände zeichnet sich weder durch besonders steiles Gefälle noch durch unübersichtliche Richtungsänderungen, Engpässe oder grössere Kuppen und Hügel aus, welche eine Sichteinschränkung auf den weiteren Pistenverlauf und das darunter liegende Gelände mit sich bringen würden. Die Corviglia-Piste präsentiert sich den Schneesportlern in diesem Bereich vielmehr eher flach abfallend, offen und weit. Die Sicht- und Wetterverhältnisse waren zudem zum Unfallzeitpunkt gut. Aufgrund der offenen Geländekonfiguration auf der Corviglia-Piste war das Kamerapodest von den Pistenbenützern von weitem zu erkennen. Die Vorinstanz nimmt daher zu Recht an, das Kamerapodest sei kein atypisches, fallenartiges Hindernis auf der Skipiste gewesen, welches aussergewöhnlich, versteckt, überraschend, nicht voraussehbar und somit insgesamt nicht pistenkonform gewesen sei (vgl. Stiffler, a.a.O., N 429). Von daher traf die Verantwortlichen auch nicht die Pflicht, das Podest wegzuräumen. Dies entspricht auch den Richtlinien der SKUS, nach deren Ziff. 28 die Pflicht, auf Pisten alle natürlichen oder künstlichen Hindernisse wegzuräumen, nur bei solchen Hindernissen besteht, welche die Benützer bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht bzw. nicht rechtzeitig als Gefahrenquelle zu erkennen vermögen (vgl. Stiffler, a.a.O., N 433; Ziff. 8 N 87 der SBS-Richtlinien). Dass die Verantwortlichen der Bergbahnen und die Organisatoren der Weltcup-Rennen das Kamerapodest nach dem ersten Rennen nicht abgebaut haben, stellte daher keine Sorgfaltspflichtverletzung dar. Bei dieser Sachlage ist ohne Bedeutung, dass das Podest lediglich der Übertragung der Weltcuprennen und nicht dem Pistenbetrieb ausserhalb der Rennen diente. 5.3.2 Nach der Rechtsprechung gehört zu den unvermeidbaren Gefahren des Skifahrens, mit denen jederzeit gerechnet werden muss, dass Skifahrer stürzen und danach weiter gleiten, ohne wirksam bremsen oder steuern zu können. Um Verletzungen nach solchen Stürzen zu verhindern, sind die festen Objekte, wie zum Beispiel Skiliftmaste und Bäume, soweit zumutbar, aus dem Pistenbereich zu entfernen oder durch geeignete Vorrichtungen zu sichern, wobei blosse Warnzeichen nicht genügen (BGE 121 III 358 E. 4a, S. 361; 111 IV 15 E. 2, je, mit Hinweisen; vgl. auch Ziff. 8 N 88 der SBS-Richtlinien). Eine solche Sicherung haben die für die Verkehrssicherung Verantwortlichen hier angebracht, indem sie in einem Abstand von 4 - 5 Metern vor dem Podest das B-Netz, welches über 11 Stangen verfügte, gespannt und dadurch die Gefahrenstelle entschärft haben. Zu Recht nimmt die Vorinstanz in diesem Zusammenhang auch an, die getroffene Sicherungsmassnahme sei ausreichend gewesen. Dies wird im Übrigen auch vom sicherheitstechnischen Gutachten bestätigt, welches das vor dem Kameraturm montierte B-Netz auf dem eher mässig geneigten, breiten Gelände, das den Pistenbenützern genügend Raum bot, das Hindernis sicher zu umfahren, als adäquate Sicherheitsvorkehrung ansieht. Dies gilt auch deshalb, weil an der fraglichen Stelle nicht mit einer relativ hohen Geschwindigkeit der Skifahrer gerechnet werden musste, wie im BGE 121 III 368 zugrunde liegenden Fall, bei welchem die Piste nach einem Engpass wieder anstieg, so dass die Skiläufer regelmässig versuchten, genügend schnell zu fahren, um die Gegensteigung meistern zu können. Insgesamt lässt sich der tragische Unfall nicht auf eine Sorgfaltspflichtverletzung der für die Verkehrssicherheit verantwortlichen Personen zurückführen, sondern einzig auf ein verhängnisvolle Verkettung unglücklicher Umstände. Das angefochtene Urteil verletzt somit kein Bundesrecht. Die Nichtigkeitsbeschwerde erweist sich ebenfalls als unbegründet.