Citation: 6B_1468/2017 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz legt mit Bezugnahme auf das Urteil 6B_1076/2016 vom 12. Januar 2017 E. 3 dar, dass die Zusprechung einer Genugtuung im Sinne von Art. 431 Abs. 2 StPO in Folge einer Verfahrenseinstellung gestützt auf Art. 55a StGB bundesrechtswidrig ist. Sie verweist indes auf das Urteil 6B_182/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 1.3.3, gemäss welchem Art. 430 StPO im Zusammenhang mit dem Anspruch auf Genugtuung gemäss Art. 431 Abs. 2 StPO nicht zur Anwendung kommt. Wenn eine verurteilte Person ungeachtet eines rechtswidrigen und schuldhaften Verhaltens gemäss Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO eine angemessene Entschädigung und Genugtuung erhalte, müsse dies offensichtlich auch in Bezug auf die ungerechtfertigte Haft einer beschuldigten Person gelten, die zufolge eines Freispruchs oder einer Verfahrenseinstellung nicht verurteilt worden sei und sich lediglich eine zivilrechtliche Verfehlung vorwerfen lassen müsse. Davon ausgehend erwägt die Vorinstanz, Art. 431 Abs. 2 StPO komme zur Anwendung, wenn eine beschuldigte Person freigesprochen werde oder das Verfahren gegen sie eingestellt werde. Demgemäss sei der Anspruch des Beschwerdegegners auf eine Genugtuung für die ungerechtfertigt erlittene Haft (entgegen dem Urteil 6B_1076/2016 vom 12. Januar 2017) unter Anwendung von Art. 431 Abs. 2 und 3 StPO zu beurteilen. Die Untersuchungshaft des Beschwerdegegners sei weder rechtswidrig im Sinne von Art. 431 Abs. 1 StPO gewesen noch bestehe die Möglichkeit der Anrechnung an eine Sanktion. Dem Beschwerdegegner sei ungeachtet dessen gemäss Art. 431 Abs. 2 für die 44 Tage andauernde Haft eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 7'500.- auszurichten.