Citation: 4A_588/2021 E. 3.3

3.3. Das Regionalgericht hat - erstaunliche - acht Jahre gebraucht, um die Klage wegen der angeblichen Praxis der GVG, dass bei einer zweiten Handänderung der Versicherungsanspruch verwirke, wegen fehlender Aktivlegitimation abzuweisen. Die in der Klage dargelegten Voraussetzungen des geltend gemachten Verantwortlichkeitsanspruchs und die dagegen vorgetragenen Einwände und Bestreitungen des Beschwerdegegners hat das Regionalgericht bei diesem Ergebnis nicht geprüft. Die Beschwerdeführerin richtete ihre Berufung gegen diese erstinstanzliche Begründung der Klageabweisung und wies sie erfolgreich als unzutreffend aus. Daraus folgte aber nicht ohne weiteres die Gutheissung ihrer Klage, wie sie dies im Hauptberufungsbegehren dem Kantonsgericht beantragte. Vielmehr galt es, nunmehr die (bestrittenen) Anspruchsvoraussetzungen, mithin Schaden, Pflichtverletzung, Kausalzusammenhang und Verschulden zu prüfen. Dazu legte die Beschwerdeführerin in der Berufungsschrift ihren Standpunkt zwar in gedrängter Form mit Verweisen auf die vorinstanzlichen Akten dar (Rz. 90 ff.). Sie verzichtete aber auf präzise Behauptungen und die Wiederholung diesbezüglicher Beweisanträge, sondern verlangte vom Kantonsgericht im Falle, dass es reformatorisch entscheiden würde, "auf sämtliche vorinstanzlichen Vorbringen der Berufungsklägerin abzustellen, ohne dass diese in vorliegender Berufung im Detail wiederholt werden müssten" (Rz. 89). Sie unterliess es, im Berufungsverfahren replicando Stellung zu nehmen, nachdem der Berufungsbeklagte in der Berufungsantwort seine Einwände und Bestreitungen erneut vorgetragen hatte.