Citation: 5A_936/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hat erwogen, auf das Verfahren vor der ersten Instanz sei noch die zürcherische Zivilprozessordnung (ZPO/ZH) anwendbar gewesen; das Berufungsverfahren richte sich demgegenüber nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO). Die Rüge des Beschwerdeführers, die erste Instanz habe bezüglich der in seiner Errungenschaft berücksichtigten Liegenschaften mit einem Wert von Fr. 12'000'000.-- auf einen nicht hinreichend substanziierten Sachverhalt abgestellt, sei unbegründet. Die vom Beschwerdeführer zu Beginn der Duplik erklärte Bestreitung genüge den Anforderungen an den erforderlichen Grad der Substanziierung einer Bestreitung nicht. Die Beschwerdegegnerin habe der Errungenschaft des Beschwerdeführers ein Immobilienportefeuille mit der Begründung zugewiesen, dieser sei als wirtschaftlicher Eigentümer von mehreren konkret bezeichneten Liegenschaften zu betrachten, die von ihm erworben oder erstellt, aber auf den Namen der Eltern im Grundbuch eingetragen worden seien. Der Beschwerdeführer hätte sich im Einzelnen erkennbar zu diesem Vorhalt äussern müssen und sich nicht auf eine Globalbestreitung beschränken dürfen, auch wenn diese dahingehend gelautet habe, die Ausführungen der Beschwerdegegnerin würden "im Einzelnen" bestritten, soweit sie im Folgenden nicht ausdrücklich anerkannt würden. Nach der auf das erstinstanzliche Verfahren anwendbaren ZPO/ZH trete der Aktenschluss grundsätzlich mit der Erstattung der Duplik ein, sofern kein Anlass für weitere Vorträge bestehe. Es beständen allerdings die in § 115 ZPO/ZH genannten Ausnahmen. Darunter würden unter anderem Tatsachen fallen, von denen die Partei glaubhaft mache, dass sie trotz angemessener Tätigkeit nicht rechtzeitig angerufen werden konnten, weiter auch Tatsachen, deren Richtigkeit sich aus den Prozessakten ergebe bzw. die durch neu eingereichte Urkunden sofort bewiesen werden können, oder Behauptungen und Bestreitungen nach gerichtlichen Anordnungen gemäss § 55 ZPO/ZH. Der Aktenschluss sei vorliegend mit der vom Beschwerdeführer an der Hauptverhandlung vom 21. März 2014 gehaltenen Duplik eingetreten. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2016 habe die erste Instanz den Beschwerdeführer aufgefordert, diverse Auskünfte zu erteilen und Urkunden einzureichen. Zudem habe sie ihm in dieser Verfügung Frist angesetzt, um sich schriftlich zu diversen Liegenschaften bzw. Grundstücken substanziiert zu äussern und verschiedene Auskünfte zu erteilen. Sie habe den Beschwerdeführer zwar "in Anwendung von § 55 ZPO/ZH" aufgefordert, sich zu den genannten Liegenschaften substanziiert zu äussern. Richtig besehen habe die erste Instanz indessen gar keinen Anwendungsfall der richterlichen Fragepflicht gemäss § 55 ZPO/ZH ausgemacht. Seien die Voraussetzungen von § 55 ZPO/ZH nicht erfüllt gewesen und sei die Novenschranke im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Verfügung vom 27. Oktober 2016 bereits gefallen gewesen, so erwiesen sich allfällige in den Eingaben des Beschwerdeführers vom 28. Februar und 19. März 2017 enthaltene Bestreitungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Berechtigung an verschiedenen Liegenschaften unter diesem Aspekt als verspätet und unbeachtlich. Ob die gerichtliche Anordnung in der Verfügung vom 27. Oktober 2016, die unter Hinweis auf § 55 ZPO/ZH ergangen, aber eigentlich auf Art. 170 ZGB gestützt worden sei, von den Anträgen und Vorbringen der Beschwerdegegnerin gedeckt gewesen sei, könne offen gelassen werden. Denn jedenfalls sei diese Aufforderung nicht darauf angelegt gewesen, dem Beschwerdeführer die grundsätzliche Bestreitung einer schlüssigen und im Hauptverfahren unbestritten gebliebenen Behauptung zu ermöglichen. Sie habe vielmehr bezweckt, die Beschwerdegegnerin in die Lage zu versetzen, die substanziierte (und nicht bloss geschätzte) Bezifferung ihrer güterrechtlichen Ansprüche vorzunehmen. Mit den mit der Eingabe des Beschwerdeführers vom 28. Februar 2017 eingereichten Unterlagen und dem Verweis auf Grundbuchauszüge lasse sich die Richtigkeit der Bestreitung, dass er am massgebenden Stichtag wirtschaftlicher Eigentümer dieser Liegenschaften gewesen sei, entgegen § 115 Ziff. 2 ZPO/ZH nicht sofort nachweisen. Der Beschwerdeführer mache auch nicht geltend, die von der Beschwerdegegnerin behauptete wirtschaftliche Berechtigung an den Liegenschaften würde einen Umstand betreffen, den er - wie dies in § 115 Ziff. 3 ZPO/ZH vorausgesetzt werde - trotz angemessener Tätigkeit seinerseits nicht rechtzeitig hätte bestreiten können. Aus den erwähnten Ausnahmebestimmungen von § 115 ZPO/ZH lasse sich daher für die Rüge des Beschwerdeführers, er habe in den Eingaben vom 28. Februar und 19. März 2017 die Sachdarstellung der Beschwerdegegnerin bestritten, nichts gewinnen. Die Vorinstanz hielt weiter fest, die in der Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 9. November 2020 erfolgte Bestreitung der wirtschaftlichen Berechtigung an den fraglichen Liegenschaften sei verspätet gewesen. Daran würden auch die mit dieser Stellungnahme eingereichten Steuererklärungen seiner Mutter nichts ändern. Die Vorinstanz kam zum Ergebnis, die erste Instanz habe bereits aus den erwähnten Gründen zu Recht gestützt auf die unbestritten gebliebenen Behauptungen der Beschwerdegegnerin in der Errungenschaft des Beschwerdeführers Liegenschaften im Wert von Fr. 12'000'000.-- aufgeführt. Sie legte weiter im Einzelnen dar, dass der Berufung auch dann kein Erfolg beschieden wäre, wenn die in den Eingaben vom 28. Februar und 19. März 2017 enthaltenen Ausführungen als zulässige Ergänzungen des Sachvortrags des Beschwerdeführers betrachtet würden.