Citation: 8C_543/2015 E. 5

Die Vorinstanz gelangt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft zu machen vermochte, dass sie heute anders als im Zeitpunkt der Verfügung vom 10. August 2010 ohne gesundheitliche Einschränkungen voll erwerbstätig wäre, weshalb an ihrer Einstufung zu 55 % im Erwerb und zu 45 % im Haushalt festgehalten werde. Sie begründet dies im Wesentlichen wie folgt: Die Beschwerdeführerin sei von 1988 bis 2004 als Hilfsreinigungskraft in Teilzeit (zuletzt 55 %) erwerbstätig gewesen. Anlässlich der Haushaltabklärung im Dezember 2006 habe die Beschwerdeführerin angegeben, ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 55 % arbeitstätig zu sein. An diesem Status habe die IV-Stelle zuletzt in ihrer unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 10. August 2010 festgehalten. Obwohl die Beschwerdeführerin aufgrund der medizinischen Aktenlage seit bald neun Jahren einer Teilerwerbstätigkeit von mindestens 50 % nachgehen könnte, habe sie ihre Teilerwerbsfähigkeit in der gesamten Zeit nie ausgenützt. Dass sie heute ohne gesundheitliche Einschränkung zu 100 % erwerbstätig wäre, obwohl sie jahrelang noch nicht einmal der ihr zumutbaren Teilerwerbstätigkeit von 50 % nachgegangen sei, sei somit nicht glaubhaft. Anlässlich ihrer erneuten Anmeldung vom 29. April 2013 habe sie sich als Nichterwerbstätige (Art der Beschäftigung: Hausfrau) bezeichnet und in keiner Weise geltend gemacht, dass sie heute bei guter Gesundheit voll erwerbstätig wäre. Dies habe sie erst in ihrem Einwand vom 22. Oktober 2014 vorgebracht, jedoch ohne nähere Begründung. Gemäss dem IV-Arztbericht Berufliche Integration/Rente der psychiatrischen Dienste Thurgau vom 29. Juli 2013 stehe sie zudem durch den Umstand, dass sie einen kranken Ehemann zu Hause habe, unter Druck. Dem Abschlussbericht der Aufsuchenden Familientherapie der Psychiatrischen Dienste Thurgau vom 4. Mai 2015 sei ferner zu entnehmen, dass u.a. die gesundheitlichen Beschwerden des Ehemannes ihren Sohn sehr belasten würden. Es sei nicht glaubwürdig, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkungen trotz ihres kranken Ehemannes und ihres psychisch beeinträchtigten Sohnes vollzeitig einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Es sei daher an der Einstufung, dass sie im Gesundheitsfall zu 55 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu 45 % im Haushalt tätig wäre, festzuhalten.