Citation: 4C.280/2002 16.05.2003 E. A

Die X.________ AG (Klägerin) ist Frachtagentin der Eisenbahnen der früheren Sowjetunion und vertritt nach ihren eigenen Angaben über 30 verschiedene Eisenbahngesellschaften. Die Y.________ mbH (Beklagte) ist ein Speditionsunternehmen. Nach Angaben der Klägerin ist sie die grösste Zuckerspediteurin Europas. Am 1. März 1998 schloss die X.________-Group , vertreten durch die Klägerin als Frachtagentin, mit der Beklagten als Spediteurin einen Vertrag für den Transport von Waren in Containern durch die Eisenbahnen der früheren Sowjetunion. Im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen Internet/e-mail Frachtraten-Abfragesystems schlossen die X.________-Group , wiederum vertreten durch die Klägerin, und die Beklagte eine "Geschäftsabwicklungsvereinbarung". Zudem war das seit 1996 in Kraft stehende "harmonisierte Güterverzeichnis" (NHM) des internationalen Eisenbahnverbandes zwischen den Parteien grundsätzlich anwendbar. Danach wird der Rohrzucker, roh, unter der Tarifnummer 1701.11, der raffinierte Zucker oder Weisszucker unter der Tarifnummer 1701.99 geführt. Die russischen und weissrussischen Eisenbahnen führten in der Folge für die Beklagte ausschliesslich Frachten mit raffiniertem Zucker durch. Die Eisenbahngesellschaften stellten der Beklagten dafür Rechnung nach NHM-Tarif-Nr. 1701.99. Die Beklagte bezahlte jedoch die Frachtraten nach Tarif Nr. 1701.11 mit der Begründung, das System habe nur diesen Tarif und nicht denjenigen für raffinierten Zucker akzeptiert. Im Übrigen habe man früher auch nie zwischen zwei Sorten Zucker unterschieden und solche Unterscheidungen seien zwischen den Parteien nie besprochen und auch nie vertraglich vereinbart worden.