Citation: 5A_823/2008 27.03.2009 E. 3.4

3.4.1 Vorab ist festzuhalten, dass aus den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht klar hervorgeht, welche Beschwerdegründe er geltend machen will. Der Beschwerdeführer zählt zwar zutreffend die von Lehre und Rechtsprechung entwickelten Kinderzuteilungskriterien auf, unterlässt es dabei aber, sich mit der kantonsgerichtlichen Begründung auseinanderzusetzen bzw. im Einzelnen aufzuzeigen, inwiefern das Kantonsgericht im Zusammenhang mit der Prüfung dieser Zuteilungskriterien Bundesrecht verletzt oder den Sachverhalt in willkürlicher Weise festgestellt haben sollte. Vielmehr begnügt er sich damit, zu jedem Zuteilungskriterium seine eigene Sichtweise der Dinge ausführlich zu schildern. Dabei wiederholt er auf weiten Strecken seine im kantonalen Verfahren gemachten Ausführungen oder verweist auf diese. Damit genügt der Beschwerdeführer den Begründungsanforderungen an eine Beschwerde vor Bundesgericht jedoch nicht (vgl. E. 2). 3.4.2 Insbesondere geht aus seinen Ausführungen nicht hervor, inwiefern das Kantonsgericht die Erziehungsfähigkeit des Vaters verneinen oder diejenige der Mutter als besser beurteilen würde, wie dies der Beschwerdeführer in allgemeiner Weise behauptet. Hält doch auch das Kantonsgericht in Übereinstimmung mit den Ausführungen des Beschwerdeführers wiederholt fest, dass beide Eltern fürsorglich und mit A.________ sehr verbunden seien. Auch vertritt das Kantonsgericht nicht die Auffassung, dass der Beschwerdeführer das Kind nicht fördern würde oder Mühe mit der Organisation des Alltags hätte. Dem Urteil ist lediglich zu entnehmen, dass die Mutter dem Kind eher Grenzen setze und die aktivere Rolle in der Organisation des Alltags übernommen habe. Das Kantonsgericht hat die Erziehungsfähigkeit beider Elternteile als gleichwertig beurteilt, jedoch die Zuteilung der elterlichen Sorge an die Beschwerdegegnerin aufgrund anderer Kriterien, insbesondere der Kontinuität der Lebensverhältnisse bei der Mutter und der besseren Bindungstoleranz, entschieden. Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, wogegen sich der Beschwerdeführer mit seinen langen Ausführungen zur Erziehungsfähigkeit überhaupt wenden möchte bzw. welche Feststellungen des Kantonsgerichts er kritisiert. Weiter ist nicht ersichtlich, weshalb im Zusammenhang mit der Beurteilung der Erziehungsfähigkeit ein kinderpsychologisches Gutachten hätte erstellt werden oder eine erneute gerichtliche Befragung hätte angeordnet werden sollen. Zudem bleibt unklar, was der Beschwerdeführer aus der geltend gemachten verschlechterten gesundheitlichen Situation von A.________, seit dieser bei seiner Mutter lebt, herleiten möchte. Ist es doch nicht weiter erstaunlich, dass ein Kind unter der Trennung seiner Eltern leidet, was sich auf seine Konzentrationsfähigkeit und gefühlsmässige Stimmung auswirken kann. Inwiefern aufgrund dieser Veränderungen auf eine fehlende Erziehungsfähigkeit der Mutter oder eine bessere Erziehungsfähigkeit des Vaters geschlossen werden könnte, ist nicht ersichtlich. Weiter gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, mit seinen allgemeinen Ausführungen und Behauptungen aufzuzeigen, weshalb die Beziehungs- und Erlebniskontinuität für eine Zuteilung an den Vater sprechen sollte. Insbesondere kann er aus dem immer wieder erwähnten Umstand, er sei in den frühen Kindsjahren von A.________ die Hauptbezugsperson gewesen, nicht herleiten, dass er dies heute immer noch sei bzw. zu seinem Sohn nach wie vor eine stärkere Bindung habe, als dieser zu seiner Mutter. Immerhin lebt A.________ unterdessen seit rund drei Jahren bei seiner Mutter. Ebenso wenig können die anlässlich der Kindsanhörung erfolgten Aussagen von A.________, "er vermisse seinen Vater", und er "hätte am liebsten, dass seine Eltern wieder zusammenwohnen" für eine Zuteilung an den Vater sprechen, wie dies der Beschwerdeführer zu glauben scheint. Zudem kann auch offen gelassen werden, ob eine Zuteilung in früheren Jahren an den Vater dem Kindeswohl entsprochen hätte. Denn hat eine Betreuungslösung vor einigen Jahren den Bedürfnissen eines Kindes und dem Kindeswohl entsprochen, muss dies nicht bedeuten, dass dieselbe Lösung auch noch heute für das Kind optimal ist. Die Frage des Kindeswohls entzieht sich einer starren Beurteilung und ist stets im Hinblick auf die aktuellen Verhältnisse zu beantworten. Auf das entscheidende Zuteilungsargument des Kantonsgerichts, wonach die Beschwerdegegnerin seit der Trennung der Parteien, mithin seit rund drei Jahren, die Hauptbezugsperson von A.________ sei und es aufgrund der reibungslos funktionierenden Betreuungssituation der Kontinuität der Verhältnisse Rechnung zu tragen gelte bzw. A.________ in seiner vertrauten Umgebung zu belassen sei, geht der Beschwerdeführer mit keinem Wort ein. 3.4.3 Das Kantonsgericht hat im Hinblick auf die Sorgerechtszuteilung alle relevanten Tatsachen eingehend berücksichtigt und sorgfältig gegeneinander abgewogen. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass vorliegend dem Bedürfnis eines Kindes nach der für eine harmonische Entfaltung in körperlicher, seelischer und geistiger Hinsicht notwendigen Stabilität der Verhältnisse stark Rechnung getragen werden muss und es daher die persönlichen Beziehungen und vertraute Umgebung von A.________ möglichst zu erhalten gilt (BGE 114 II 200 E. 3 S. 201 f. ). Denn fest steht, dass A.________ seit rund drei Jahren bei seiner Mutter lebt, welche seine Entwicklung angemessen fördert und seine Betreuung im Schulhort während ihrer beruflichen Abwesenheit zuverlässig organisiert. Zudem besucht A.________ seinen Vater regelmässig, wobei die Beschwerdegegnerin den Vater-Kind-Kontakt fördert. Nach der Rechtsprechung gilt die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten, als ein entscheiderheblicher Gesichtspunkt, gerade wenn die Erziehungsfähigkeit beider Elternteile gegeben ist (vgl. BGE 115 II 317 E. 3 S. 320). Vorliegend ist nicht ersichtlich und vom Beschwerdeführer auch nicht aufgezeigt, inwiefern die Vorinstanzen die Zuteilungskriterien ausser Betracht gelassen oder offensichtlich falsch gewichtet haben sollten. Auch ist der Zuteilungsentscheid nicht auf bedeutungslose Überlegungen abgestützt oder dabei gegen bundesgerichtliche Grundsätze verstossen worden. Vor diesem Hintergrund und angesichts der reibungslos funktionierenden Betreuungssituation besteht für das Bundesgericht kein Anlass, in den Ermessensentscheid des Kantonsgerichts einzugreifen.