Citation: 5A_304/2015 E. 3.2

3.2. Da die Erbengemeinschaft ihrem Wesen nach ein auf die Liquidation angelegtes Übergangsgebilde ist, stellt sich die Frage, ob eine Umwandlung der Erbengemeinschaft in eine - wie hier geltend gemacht wird - einfache Gesellschaft stattgefunden hat, wenn die Erben über die blosse Verwaltung und Nutzung der Erbschaft hinaus einen gemeinsamen Zweck mit gemeinsamen Kräften und Mitteln verfolgen (vgl. BGE 96 II 325 E. 6d S. 332 ff.). Vorausgesetzt ist eine vertragsmässige Bindung (Art. 530 Abs. 1 OR). Sie untersteht grundsätzlich den allgemeinen Bestimmungen des Obligationenrechts (vorab Art. 1 und Art. 18 OR) und kann deshalb insbesondere auch stillschweigend erfolgen und sich aus dem Verhalten der Beteiligten ergeben, wobei diesen nicht bewusst sein muss, dass daraus eine einfache Gesellschaft entsteht (BGE 108 II 204 E. 4 S. 208; 116 II 707 E. 2a S. 710; 124 III 363 E. II/2a S. 365). Die vertragsmässige Bindung muss auch nicht von allen Beteiligten gewollt sein. Für das konkludente Zustandekommen des Gesellschaftsvertrags genügt, dass sich mindestens eine Vertragspartei rechtlich binden wollte. Einen allseitig unbewussten und ungewollten Vertragsschluss gibt es hingegen nicht (vgl. Urteile 4C.24/2000 vom 28. März 2000 E. 3d und 4A_27/2008 vom 9. Mai 2008 E. 2.3).