Citation: I 527/02 14.04.2003 E. 2

Die Vorinstanz hat nach einlässlicher und sorgfältiger Würdigung der medizinischen Unterlagen erwogen, dass beim Versicherten vor Beginn der Drogenabhängigkeit kein geistiger Gesundheitsschaden mit Krankheitswert vorlag, dass die Drogensucht ihrerseits auch keine somatische, jedoch eine geistige Gesundheitsstörung mit Krankheitswert verursacht habe, welche die Erwerbsfähigkeit bleibend beeinträchtige. Dem ist nichts beizufügen. Aus dem Gutachten der Psychiatrischen Dienste X.________ vom 4. März 2002 ergibt sich nämlich, dass Aussichten weder auf eine Drogenabstinenz noch auf eine berufliche Eingliederung bestehen. Die Frage nach einer vorbestehenden psychischen Erkrankung liess sich nicht mehr sicher beantworten; die Polytoxikomanie hat nach Einschätzung des Experten jedoch zu ganz erheblichen, irreversiblen psychischen Gesundheitsschäden und, auch bei hypothetischer Drogenabstinenz, vollständiger Arbeitsunfähigkeit geführt. Das kantonale Gericht hat gestützt darauf zu Recht entschieden, dass der geistige Gesundheitsschaden zufolge der bleibenden Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit Krankheitswert im Sinne einer leistungsbegründenden Abwegigkeit hat und durch die Drogensucht verursacht worden ist (BGE 102 V 167; 99 V 28 f. Erw. 2; AHI 2002 S. 29 f. Erw. 2). Auf seine zutreffenden Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen werden. Damit sind die rechtsprechungsgemässen Anforderungen für die Annahme der Invalidität im Sinne des Gesetzes bei Suchtkrankheit erfüllt. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die von der Verwaltung beantragte weitere Expertise, zumal eine Begutachtung im Zustand der Drogenabstinenz im Hinblick auf die von den Ärzten attestierte schlechte Verfassung des Versicherten und die ungünstige Prognose bezüglich eines erfolgreichen Entzuges ausser Betracht fällt.