Citation: 8C_725/2019 E. 7

Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung von Art. 26 Abs. 1 IVV über den Rentenanspruch beziehungsweise die Invaliditätsbemessung bei Versicherten ohne Ausbildung geltend. Nach dieser Bestimmung erfolgt eine Aufwertung des Valideneinkommens bei Versicherten, die invaliditätsbedingt keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. Dieses ist in Anlehnung an die statistischen Durchschnittslöhne gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (LSE; jeweils aktualisierter Medianwert) festzulegen, prozentual abgestuft je nach Alter. Die Beträge werden vom BSV mitgeteilt (zuletzt IV-Rundschreiben Nr. 393 vom 15. November 2019, Nr. 378 vom 31. Oktober 2018, Nr. 369 vom 19. Dezember 2017). Eine sogenannte Geburts- beziehungsweise Frühinvalidität liegt gemäss Ziffer 3035 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) des BSV auch dann vor, wenn eine versicherte Person infolge ihrer Invalidität zwar eine Berufsausbildung beginnt und allenfalls auch abschliesst, zu Beginn der Ausbildung jedoch bereits invalid ist und mit dieser Ausbildung nicht dieselben Verdienstmöglichkeiten realisieren kann wie eine nichtbehinderte Person mit derselben Ausbildung. Praxisgemäss gilt eine zweijährige Ausbildung mit Berufsattest wie die vom Beschwerdeführer absolvierte Lehre zum Pferdewart EBA als zureichende Berufskenntnis im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV (vgl. Urteil 9C_611/2014 vom 19. Februar 2015 E. 3.2 und 4.3). Darüber hinaus hat die Vorinstanz nicht offensichtlich unrichtig festgestellt, dass der Beschwerdeführer im erlernten Beruf angesichts seiner vollen Arbeitsfähigkeit über die gleichen Verdienstmöglichkeiten verfüge wie eine nicht invalide Person mit der gleichen Ausbildung. Eine Anwendung von Art. 26 Abs. 1 IVV fällt daher ausser Betracht. Daran kann nichts ändern, dass der Beschwerdeführer bei der Berufswahl, insbesondere wegen der damals bestehenden psychischen Problematik (nach Schulabbruch, Fremdplatzierung und Fortsetzung der obligatorischen Schulzeit in einer Privatschule), eingeschränkt gewesen sein mag. Eine Bundesrechtsverletzung ist nicht erkennbar.