Citation: 9C_354/2020 E. 3.3

3.3. An dieser Betrachtungsweise ändert nichts, dass das kantonale Gericht eine anderweitige Ermittlung des Valideneinkommens anordnet und auch in diesem Zusammenhang zur ergänzenden Abklärung an die Verwaltung zurückweist. Denn wie die beschwerdeführende IV-Stelle zutreffend einwendet, handelt es sich hier um einen Neuanmeldungsfall nach (wiederholter) rechtskräftiger Rentenablehnung. Die Frage nach dem Einkommensvergleich kann sich daher rechtsprechungsgemäss nur dann stellen, wenn das nachzuholende kardiologische Verlaufsgutachten eine seit der letzten Rentenverweigerung eingetretene gesundheitliche Verschlechterung ausweist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 585 E. 5.3 in fine). Die Höhe des Valideneinkommens braucht somit je nach Ergebnis der ausstehenden medizinischen Begutachtung gar nicht ermittelt zu werden. Angesichts dieser Gegebenheiten ist der von der IV-Stelle geäusserte Verdacht nicht von der Hand zu weisen, wonach die Vorinstanz mit der zusätzlichen Rückweisung an die Verwaltung in erster Linie beabsichtige, die dargelegte bundesgerichtliche Praxis zur Einholung von Gerichtsgutachten zu umgehen. Es sticht denn auch ins Auge, dass die Vorinstanz selber anlässlich ihrer gerichtlichen Überprüfung (und Bestätigung) der ersten rentenablehnenden Verfügung vom 4. Januar 2010 keine zusätzlichen Abklärungen zum Valideneinkommen für nötig erachtete, wie sie sie nunmehr offenbar für unabdingbar hält (vgl. vorinstanzliche Entscheide vom 17. Juli 2012 und 12. Mai 2020).