Citation: 4C.419/2005 15.03.2006 E. 1

Das Kantonsgericht hat zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt, der umstrittene variable Lohnanteil betrage für das Kalenderjahr 2003 pro rata für die Monate Mai bis Oktober 2003 maximal Fr. 30'000.--. Ein Anspruch auf Auszahlung bestehe nur dann, wenn die in der Vereinbarung über die variablen Lohnanteile definierten Zielgrössen erreicht seien. 1.1 In Bezug auf die 1. Zielgrösse, Firma F.________ als kontinuierlichen Kunden aufzubauen, sei kein variabler Lohn geschuldet. Bereits vor der Anstellung des Klägers am 1. Mai 2003 hätten gute Kontakte zu Firma F.________ bestanden. Zwar seien in den Zeitraum der Anstellung des Klägers die ersten Bestellungen durch Firma F.________ gefallen. Eine qualitative Steigerung der Kundenbeziehung sei damit nicht erreicht worden, da diese Bestellungen in erster Linie ein Ergebnis der vorhergehenden Bestrebungen gewesen seien. Hinzu komme, dass Lieferschwierigkeiten, die bereits von Beginn an bestanden hätten, die Geschäftsbeziehungen zu Firma F.________ belastet hätten. Unmittelbar nach dem Abgang des Klägers sei es deshalb zu erheblichen Missfallenskundgebungen der Kundin gekommen. Vor diesem Hintergrund könne nicht von einer qualitativen Steigerung bzw. einem Aufbau der Kundenbeziehung durch den Kläger im Rahmen seiner Tätigkeit als Arbeitnehmer der Beklagten gesprochen werden. Es möge zwar zutreffen, dass der Kläger massgeblichen Einfluss darauf gehabt habe, dass Firma F.________ Produkte bei der Beklagten bestellt habe. Diese Entwicklung habe sich jedoch schon abgezeichnet, als der Kläger seine unselbständige Tätigkeit für die Beklagte aufgenommen habe. Eine weitere qualitative Steigerung habe er nicht mehr herbeigeführt. Der Kläger habe damit die Zielgrösse 1 nicht erfüllt, weshalb ihm aufgrund derselben kein variabler Lohnanteil zustehe. 1.2 Im Zusammenhang mit der 2. Zielgrösse führte das Kantonsgericht im Wesentlichen aus, dass der Kläger unabhängig vom erzielten Return of Investment (ROI) Anspruch habe auf 3 % der EBIT (earnings before interest and taxes). Bei der Berechnung der EBIT seien nicht nur die proportionalen, sondern auch die fixen Kosten wie diejenigen der Geschäftsleitung zu berücksichtigen. Unter Berücksichtigung dieser sog. Umlagekosten resultiere gemäss dem testierten Buchhaltungsauszug für die Zeit von Mai bis November 2003 ein Verlust und kein Gewinn. Damit bestehe auch kein Anspruch des Klägers auf eine Gewinnbeteiligung. 1.3 Wenn aber weder in Bezug auf die 1. Zielgrösse noch gestützt auf die 2. Zielgrösse ein Anspruch des Klägers auf einen variablen Lohnanteil bestehe, sei die Klage abzuweisen.