Citation: H 178/04 21.03.2006 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführer bestreiten zu Recht nicht mehr, dass der Ausgleichskasse ein Schaden in der eingeklagten Höhe entstanden ist, dessen Ersatz am 5. Juni 2002 innert Frist (Art. 82 Abs. 1 AHVV in der bis Ende 2002 gültig gewesenen Fassung) verfügt wurde. Sie machen jedoch geltend, der Sachwalter sei dafür verantwortlich, dass die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2001 einen Gesamtverlust von über Fr. 255'000.- erwirtschaftet habe. Bei sachgerechter Führung des Betriebes hätte die gemäss rechtskräftigem Entscheid des Bezirksgerichtspräsidenten vom 4. Dezember 2001 privilegierte Forderung der Ausgleichskasse ohne weiteres gedeckt werden können. Die Misswirtschaft des Sachwalters habe den Kausalzusammenhang zwischen dem Verschulden der Beschwerdeführer und dem eingetretenen Schaden unterbrochen. 4.2 Entsprechend den Erwägungen der Vorinstanz haben die Beschwerdeführer als Mitglieder des Verwaltungsrates der X.________ AG der Ausgleichskasse in Missachtung der ihnen obliegenden Sorgfalts- und Überwachungspflichten im Zeitraum von 1998 bis 6. November 2000 einen Schaden in der Höhe von Fr. 24'262.70, bestehend aus unbezahlt gebliebenen Beiträgen, verursacht. Umstände, welche dieses Verhalten, das grundsätzlich die volle Schadensdeckung nach sich zieht, als gerechtfertigt erscheinen lassen oder ihr Verschulden im Sinne von grober Fahrlässigkeit ausschliessen, liegen nicht vor. 4.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer kann nicht gesagt werden, dass es am adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem eingetretenen Schaden und dem schuldhaften Verhalten fehle. Dies würde nur dann zutreffen, wenn auch ein pflichtgemässes Verhalten den Schaden nicht hätte verhindern können. Die blosse Hypothese genügt nicht. Vielmehr muss mit Gewissheit oder doch mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein, dass ein Schaden auch bei pflichtgemässem Verhalten eingetreten wäre (AJP 2003 S. 1460; Urteil H. vom 21. Januar 2004, H 267/02; unveröffentlichtes Urteil E. vom 25. Juli 1991, H 224/90). 4.4 Im vorliegenden Fall sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, weil nicht anzunehmen ist, dass auch ein pflichtgemässes Handeln der Beschwerdeführer den Schaden nicht hätte verhindern können. Vielmehr wäre der Ausgleichskasse kein Schaden entstanden, wenn die Beschwerdeführer in der fraglichen Periode für die Bezahlung der Beiträge besorgt gewesen wären. Ebenso wenig können sich die Beschwerdeführer mit Erfolg darauf berufen, dass der gerichtlich eingesetzte Sachwalter den Betrieb während der Dauer der Nachlassstundung schlecht geführt habe mit der Folge, dass im Geschäftsjahr 2001 ein erheblicher Verlust entstanden sei, weshalb die privilegierte Forderung der Ausgleichskasse nicht mehr habe gedeckt werden können. Ungeachtet der Frage, ob dem Sachwalter Misswirtschaft vorzuwerfen sei, ist festzustellen, dass primäre Ursache des Beitragsverlustes das pflichtwidrige Verhalten der verantwortlichen Gesellschaftsorgane bildet, wogegen die Führung der Gesellschaft während der Nachlassstundung höchstens einen Einfluss auf den Umfang der Deckung der im Nachlassverfahren eingegebenen Forderungen hat.