Citation: 4A_35/2024 E. 5.5.2

5.5.2. Die Vorinstanz stellte fest, der Beschwerdeführer habe den Beweis des fehlenden Kausalzusammenhangs nicht erbracht. Der Beschwerdeführer zeigt nicht hinreichend auf, inwiefern diese Feststellung der Vorinstanz zum Prozesssachverhalt willkürlich sein soll. Zwar macht er geltend, er habe vor der Vorinstanz den fehlenden Kausalzusammenhang dargetan, indem er aufgezeigt habe, dass er trotz einer seit zwei Jahren andauernden fachärztlichen Behandlung durch Dr. E.________ weiterhin nicht voll arbeitsfähig sei. Soweit er damit aber nicht ohnehin den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt unzul ässig ergänzt (vgl. E. 3.1 hiervor), verkennt er, dass selbst aus diesem behaupteten Umstand nicht der zwingende Umkehrschluss erfolgen könnte, eine frühere fachärztliche Konsultation hätte den Schaden nicht vermindert. Vielmehr würde es sich höchstens um ein Indiz handeln, weshalb es jedenfalls nicht willkürlich wäre, wenn die Vorinstanz trotz dieses Indizes vom mangelnden Beweis der fehlenden Kausalität ausgegangen wäre. Darüber hinaus begnügt sich der Beschwerdeführer mit dem Vorwurf, die Vorinstanz habe seine behauptete Depression nicht genügend vertieft und mit genügender Fachkompetenz abgeklärt. Dabei stelle die Feststellung der Vorinstanz, wonach bei seiner Depression erfahrungsgemäss mit einem progredienten Krankheitsverlauf zu rechnen sei, gerade eine Kompetenzüberschreitung dar und sei willkürlich. Zudem sei zu berücksichtigen, dass der Schaden durch die Obliegenheitsverletzung nicht vergrössert worden sei und daher keinen Einfluss auf die geschuldeten Leistungen habe. Die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit wäre gleich verlaufen, wenn er sich nach drei Monaten in fachärztliche Behandlung begeben hätte. Damit verkennt er aber, dass es gemäss Art. 45 Abs. 1 lit. b VVG an ihm und nicht an der Vorinstanz gelegen wäre, darzutun, inwiefern eine rechtzeitige fachärztliche Konsultation den Schaden nicht verringert oder verhindert hätte. Dementsprechend war - entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers - das Gericht auch nicht verpflichtet, ein Gerichtsgutachten einzuholen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass das vorinstanzliche Verfahren von der sozialen Untersuchungsmaxime gemäss Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO geprägt war. Bei Anwendung der sozialen Untersuchungsmaxime ist das Gericht lediglich einer erhöhten Fragepflicht unterworfen, weshalb die Parteien den Sachverhalt selbst darzulegen haben. Das Gericht unterstützt sie nur mit spezifischen Fragen, damit die erforderlichen Behauptungen und die entsprechenden Beweismittel genau aufgezählt werden. Es ermittelt aber nicht aus eigenem Antrieb. Ist eine Partei sodann - wie der Beschwerdeführer - anwaltlich vertreten, kann und muss sich das Gericht ihr gegenüber wie bei Geltung der Verhandlungsmaxime zurückhalten (BGE 141 III 569 E. 2.3 mit Hinweisen; Urteil 4A_292/2021 vom 31. August 2021 E. 2.1.2). Dementsprechend hat die Vorinstanz auch nicht gegen Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO oder den Beweisführungsanspruch des Beschwerdeführers verstossen, indem sie kein Gerichtsgutachten eingeholt hat.