Citation: 9C_726/2017 E. 4.2.1

4.2.1. Zunächst habe es der Psychiater der ABI versäumt, sich mit den abweichenden (echtzeitlichen) psychiatrischen Einschätzungen sowie mit dem Eingliederungsergebnis auseinanderzusetzen. Der psychiatrische Experte berücksichtigte die früheren ärztlichen Einschätzungen, konnte aber -entgegen der behandelnden Psychiaterin med. prakt. E._________ - aufgrund der berichteten Aktivitäten nur eine leichtgradige Verminderung des Antriebs feststellen (schon der psychiatrische Gutachter der PMEDA stellte eine überwindbare Antriebsminderung fest, diagnostizierte dessen ungeachtet eine mittelgradige depressive Störung und schloss gestützt darauf auf eine volle Arbeitsunfähigkeit, was der RAD zu Recht als nicht schlüssig beurteilte). Dabei führte der psychiatrische Gutachter der ABI einerseits aus, die subjektive Krankheitsüberzeugung könne dazu beitragen, dass die Versicherte sich mehr eingeschränkt fühle, als sich durch die Befunde erklären lasse. Anderseits wies er auf ein erhebliches Aggravationsverhalten hin, da die Beschwerdeführerin in der Exploration Gedächtnisstörungen geklagt habe, die sich nicht durch eine psychiatrische Störung erklären liessen. Der Abschlussbericht Integration vom 7. November 2013 lag den Gutachtern vor. Inwieweit dieser geeignet ist, der fachärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung die Schlüssigkeit abzusprechen, wird nicht näher dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. Insbesondere ist zwischen der gezeigten Motivation während der Eingliederungsmassnahmen und den präsentierten gesundheitlichen Einschränkungen zu differenzieren.