Citation: 2C_71/2024 E. 5.3.3

5.3.3. Sodann erscheint naheliegend, dass die Unterlagen, in welche die Aufsichtsbehörde im Rahmen ihrer Tätigkeit Einsicht erhalten muss, von den Umständen und Besonderheiten des Einzelfalls abhängen und deshalb nicht von vornherein abschliessend und präzise umschrieben werden können. Wie das Bundesgericht bereits erwogen hat, setzt eine wirksame Aufsichtstätigkeit unter Umständen voraus, dass die Behörde Zugang zu den für die Erfüllung ihrer Aufgabe erforderlichen Unterlagen hat, wozu auch Patientendossiers gehören können, so namentlich, wenn es um die Feststellung einer möglichen Berufspflichtverletzung geht (vgl. BGE 147 I 354, nicht publ. E. 9.4). Auch der kantonale Gesetzgeber weist in den Materialien darauf hin, dass die den zuständigen Behörden zukommenden Aufsichtsbefugnisse bewusst in allgemeiner Weise formuliert wurden, um der Gefahr vorzubeugen, dass im Einzelfall ein Eingriff mangels gesetzlicher Grundlage nicht möglich ist bzw. erschwert wird (vgl. Botschaft GesG/AG, a.a.O., S. 79). Ebenso wird in der Botschaft ausdrücklich festgehalten, dass unter den Begriff "Unterlagen" nach dem Willen des Gesetzgebers auch Patientendossiers fallen können (vgl. Botschaft GesG/AG, a.a.O., S. 80). Den Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach der Begriff "Unterlagen" sich lediglich auf administrative und nicht-patientenbezogene Dokumentationen, wie z.B. ärztliche Weiterbildungsnachweise, Dokumente zur Praxisorganisation oder zu Hygiene- und Sicherheitsprotokollen, beziehe, kann vor diesem Hintergrund nicht gefolgt werden.