Citation: I 874/06 08.08.2007 E. 3

Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die von der IV-Stelle angeordneten medizinischen Abklärungen notwendig und zumutbar sind. 3.1 Das Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern (VRPG) gibt dem kantonalen Verwaltungsgericht, wenn es den angefochtenen Entscheid oder die angefochtene Verfügung aufhebt, die Wahl, in der Sache zu urteilen oder die Akten zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Verweist das Dispositiv eines Rückweisungsentscheids ausdrücklich auf die Erwägungen, werden diese zu dessen Bestandteil und haben, soweit sie zum Streitgegenstand gehören, an deren formellen Rechtskraft teil. Dementsprechend sind die Motive, auf die das Dispositiv verweist, für die Behörde, an die die Sache zurückgewiesen wird, bei Nichtanfechtung verbindlich (BGE 113 V 159). Wird der neue Entscheid der unteren Instanz wiederum weitergezogen, ist auch das Gericht an die Erwägungen gebunden, mit denen es die Rückweisung begründet hat (RKUV 1999 Nr. U 331 S. 127 E. 2, U 305/97). 3.2 Im Entscheid vom 16. August 2004 umriss das berner Verwaltungsgericht die noch zu treffenden Abklärungen, nämlich: warum die beiden in relativ kurzen Zeitabständen erstatteten Gutachten der Klinik und Poliklinik für orthopädische Chirurgie des Spitals X.________ trotz gleichlautender Diagnose unterschiedliche Einschätzungen der verbliebenen Arbeitsfähigkeit des Versicherten enthalten; die widersprüchlichen Annahmen in Bezug auf die Arbeitszeit des Versicherten; inwieweit die geklagten einschiessenden Schmerzen eine Tätigkeit als Zahnarzt überhaupt noch zulassen und für den Patienten ein zumutbares Risiko darstellen, was vor allem davon abhänge, ob die eine Gefährdung mit sich bringenden Schmerzschübe erst nach einer Belastung von mehreren Stunden oder bereits früher eintreten und welche arbeitsorganisatorischen Massnahmen gegebenenfalls erforderlich sind, welche Frage in erster Linie durch einen Mitbericht einer Fachperson der Zahnärztegesellschaft zu klären sei; in welchen Verweisungstätigkeiten allenfalls ein Einkommen erzielt werden könnte. Erst wenn über diese Punkte Klarheit bestehe, könne die anzuwendende Methode für die Invaliditätsbemessung festgelegt werden. 3.3 Nach der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung lässt sich daraus keine Notwendigkeit zur Einholung eines neuen medizinischen Gutachtens entnehmen. Die Rüge läuft somit auf die Frage nach der Tragweite des vorinstanzlichen Rückweisungsentscheids und damit auf eine Rechtsfrage hinaus. Mit welchen Beweismitteln die IV-Stelle die Feststellungen zu treffen hat, bestimmt sich mangels verbindlicher Vorgaben im kantonalen Rückweisungsentscheid nach den bundesrechtlichen Normen über das Abklärungsverfahren im Bereich der Sozialversicherung (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVV), wonach der Untersuchungsgrundsatz gilt und die Leitung des Verfahrens dem Versicherungsträger obliegt (vgl. auch BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). Nachdem der Entscheid vom 16. August 2004 ergänzende medizinische Abklärungen weder vorschrieb noch ausschloss, durfte die Vorinstanz ohne Bundesrecht zu verletzen und ohne in Willkür zu verfallen davon ausgehen, dass die Beschwerdegegnerin mit Blick auf die Diskrepanzen und Ungereimtheiten in den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen der materiellen Wahrheit nachgehen und ein neues Gutachten anordnen konnte, bevor mittels eines Mitberichts der Zahnärztegesellschaft abgeklärt wird, welchen allfälligen Risiken die Patienten bei einer Weiterführung der zahnärztlichen Tätigkeit ausgesetzt sind, ob die Zahnarztpraxis allenfalls unter Beizug eines Assistenten betrieben werden kann und welches Betätigungsspektrum gegebenenfalls in welchem Umfang in Frage kommt. Soweit der Beschwerdeführer die Zumutbarkeit der erneuten Begutachtung unter Hinweis auf die fehlende Notwendigkeit in Frage stellt, erweist sich seine Kritik daher als unbegründet.