Citation: 4P.299/2005 31.01.2006 E. 3

In einer ersten Rüge wird die "willkürliche Verneinung der aus der Behauptungslast folgenden Pflichten" geltend gemacht. Das angefochtene Urteil werfe der Beschwerdeführerin vor, sie habe ihre Behauptungslast ungenügend wahrgenommen. Im Schluss des Kantonsgerichts, in Anbetracht dieses Ergebnisses erübrigten sich die von den Parteien in den Rechtsschriften geführten Auseinandersetzungen über die Anforderung an die Substanziierung, liege eine Verletzung sowohl des Anspruchs auf rechtliches Gehör als auch des Willkürverbots. Es sei zumindest krass widersprüchlich, wenn das angefochtene Urteil die Durchführung einer Expertise verweigere und gleichzeitig sage, den Beweisen (gemeint u.a. Expertise) sei der Umfang und die Ursache des Mehraufwandes nicht zu entnehmen. Soweit diese Rüge überhaupt verständlich ist, erweist sie sich als unbegründet. Die Beschwerdeführerin stösst sich an der Nichtabnahme der beantragten Expertise. Vorgelagert zur Beweisführung greift die Behauptungslast, das heisst die Parteien müssen - bis zum prozessual zulässigen Zeitpunkt - die rechtsbegründenden bzw. rechtsaufhebenden Tatsachen behaupten (Vogel/Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts, 8. Aufl., Bern 2006, Kap. 10, Rz. 54, S. 264). Nach der Verhandlungsmaxime stützt das Gericht seinen Entscheid auf Tatsachen, die von den Parteien form- und fristgerecht behauptet und - soweit beweisbedürftig - bewiesen worden sind. Zuerst müssen sie aber rechtskonform behauptet werden. Wenn das Kantonsgericht zum Schluss gelangte, die Beschwerdeführerin habe ihre Behauptungslast ungenügend wahrgenommen, so kann dies nicht mit der Begründung, eine beantragte Expertise sei nicht abgenommen worden, als willkürlich oder als Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt werden.