Citation: 6B_62/2024 E. 2.2

2.2. Vor Vorinstanz machte der Beschwerdeführer geltend, er sei von einer am Ort der Messstelle zulässigen Geschwindigkeit von 50 km/h ausgegangen. Die Vorinstanz erachtet es in subjektiver Hinsicht als nicht nachvollziehbar, wie der Beschwerdeführer auf eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h habe vertrauen können. Ein Sachverhaltsirrtum liege demnach nicht vor. Entgegen der ersten Instanz könne jedoch auch nicht auf ein eventualvorsätzliches Handeln des Beschwerdeführers geschlossen werden. Aufgrund seiner Aussagen und seines Verhaltens sei stattdessen zu seinen Gunsten davon auszugehen, dass er bei der besagten Bushaltestelle aus Gewohnheit beschleunigt und in diesem Moment aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht darauf Rücksicht genommen habe, ob die 30er-Zone aufgehoben gewesen sei. Nicht nachweisbar sei, dass er in Kauf genommen, mithin damit gerechnet und sich abgefunden habe, die signalisierte Höchstgeschwindigkeit um 29 km/h zu überschreiten. Denkbar wäre zwar, dass er bei der fraglichen Bushaltestelle auf eine Weitergeltung von Tempo 30 km/h spekuliert und das ihm bekannte Risiko in Kauf genommen habe. Jedoch fehlten sowohl in seinem Verhalten als auch seinen Aussagen rechtsgenügende Hinweise, die auf eine solche bewusste Inkaufnahme schliessen liessen. Stattdessen müsse angenommen werden, dass er an der fraglichen Stelle aufgrund früherer Gewohnheit beschleunigt und somit in pflichtwidriger Unvorsichtigkeit fahrlässig gehandelt habe. Anzumerken sei, dass der Beschwerdeführer sich selbst bei Annahme eines Sachverhaltsirrtums der fahrlässigen Begehung im Sinne von Art. 13 Abs. 2 StGB strafbar gemacht hätte, zumal der von ihm geltend gemachte Irrtum bei pflichtgemässer Vorsicht im Strassenverkehr vermeidbar gewesen wäre. Die Vorinstanz hält weiter fest, die Annahme einer Fahrlässigkeit sei zugunsten des Beschwerdeführers nach dem Grundsatz "minus in maiorem" vom Anklagesachverhalt gedeckt.