Citation: C 20/04 24.05.2004 E. 2

Streitig ist allein die Frage der Vermittlungsfähigkeit. 2.1 Das kantonale Gericht verneint die Vermittlungsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen und geht zudem davon aus, dass es auch an der subjektiven Vermittlungsfähigkeit fehlt. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird demgegenüber vorgebracht, dass gemäss den vorliegenden Arztberichten von einer teilweisen Arbeitsfähigkeit auszugehen und die objektive Seite der Vermittlungsfähigkeit deshalb gegeben sei; weiter führt der Versicherte aus, dass er subjektiv immer vermittlungsfähig gewesen sei, jedoch die Organe der Arbeitslosenversicherung offensichtlich damit überfordert gewesen seien, dass nur eine Vermittelbarkeit für Teilzeitstellen bestanden habe. 2.2 In Würdigung der Ergebnisse der dreimonatigen beruflichen Abklärung in der BEFAS erachtete die Berufsberaterin der IV-Stelle den Versicherten ausdrücklich weder vermittel- noch umschulbar. Zu diesem Schluss kam sie deshalb, weil der Beschwerdeführer während der Abklärung von seinen Vorgesetzten nicht führbar gewesen war, sich nicht mit den Einschätzungen der BEFAS einverstanden erklären konnte und weder Einsicht noch Realitätsbezug aufwies. Diese Einschätzung deckt sich mit Hinweisen im Verlaufsprotokoll der BEFAS, wonach es immer dann keine Probleme gab, wenn und soweit den Vorstellungen des Beschwerdeführers entsprochen worden ist. Im Weiteren fällt auf, dass der Versicherte nur zwei Bereiche (Sozialpädagogik oder EDV) für seine berufliche Entwicklung in Betracht zog, obwohl ihm die dafür notwendigen beruflichen und persönlichen Voraussetzungen fehlten; eine - vor seinem schulischen und beruflichen Hintergrund sowie der Lernfähigkeit von der Berufsberaterin als ideal angesehene - körperlich leichte handwerkliche Arbeit lehnte er dagegen ab, da er sich für solche Tätigkeiten als nicht arbeitsfähig erachtete. Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Versicherte daraus, dass er im Jahr 2001 an zwei Arbeitsplätzen tätig gewesen ist, nämlich vom 1. Juli bis zum 28. September 2001 als Hauswart in einem Wohn- und Pflegehaus und vom 3. Oktober bis 9. November 2001 als Allrounder im technischen Dienst eines Unternehmens im Liegenschaftsunterhalt. Die erste Stelle verlor er wegen "tiefgreifender Restrukturierungen", die zweite gemäss Bericht des Arbeitgebers vom 12. Dezember 2001 deshalb, weil der Gesundheitszustand "diese Arbeiten nicht zugelassen" hatte; entgegen der Auffassung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde liegt in dieser Hinsicht offensichtlich kein Missverständnis betreffend Invaliditätsgrad vor. Die beiden Stellen bestätigen letztlich die Auffassung der Berufsberaterin der IV-Stelle, dass sich der Beschwerdeführer nur für ihn ungeeignete Tätigkeiten (Sozialbereich, EDV) interessiert und sich für körperlich leichtere handwerkliche Tätigkeiten als arbeitsunfähig erachtet: Die Stelle als Hauswart in einem Pflegeheim zeigt, dass der Versicherte die Absicht, in einem sozialen Bereich tätig zu sein, umzusetzen versuchte, während die zweite Anstellung als Allrounder im Liegenschaftsunterhalt - d.h. ohne den geringsten Bezug zu einer Tätigkeit im Sozial- oder EDV-Bereich - an gesundheitlichen Problemen scheiterte. Weiter stimmt damit überein, dass der Versicherte seit Frühjahr 2003 eine Lehre im Gebiet der EDV absolviert. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer während der hier massgebenden Zeit bis Verfügungserlass (BGE 121 V 366 Erw. 1b) kaum oder gar nicht um geeignete Stellen bemüht hat (vgl. ARV 1996/97 Nr. 19 S. 101 Erw. 3b). Damit ist davon auszugehen, dass der Versicherte nicht bereit gewesen ist, ihm zumutbare Arbeiten anzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG), so dass es an der - auch bei Behinderten im Sinne des Art. 15 Abs. 3 AVIV notwendigen (ARV 2000 Nr. 4 S. 21 Erw. 3b) - subjektiven Vermittlungsbereitschaft und damit an der Vermittlungsfähigkeit fehlt. Die Frage der objektiven Vermittelbarkeit kann offen bleiben. 2.3 Wegen der fehlenden Vermittlungsbereitschaft kann zudem offen bleiben, ob - wie dies die Verwaltung unter Hinweis auf Ziff. B178 des Kreisschreibens des seco über die Arbeitslosenentschädigung geltend macht - der Bezug einer Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100% die Vermittlungsfähigkeit immer ausschliesst oder ob trotz einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit dennoch eine Vermittlungsfähigkeit im Sinn der Arbeitslosenversicherung vorliegen kann (vgl. ARV 1998 Nr. 15 S. 82 oben und ARV 1995 Nr. 12 S. 66).