Citation: 5A_518/2022 E. 2.3

2.3. Gemäss den Sachverhaltsfeststellungen im angefochtenen Entscheid haben die Parteien eine Vereinbarung im Sinn von Art. 78 FamG getroffen und diese wurde vom Scheidungsgericht genehmigt. Danach wurden die Kinder der Mutter "zur Fürsorge, Pflege und Erziehung anvertraut, die das elterliche Sorgerecht selbständig ausüben" werde. Das Obergericht hat dies als Anwendungsfall von Art. 78 Abs. 2 FamG gewertet und weiter festgehalten, dass dem Vater gemäss dieser Vereinbarung ein ausgedehntes Umgangsrecht zukomme, wie es Art. 78 Abs. 3 FamG entspreche. Sodann hat es erwogen, dass die Vereinbarung jedoch nicht das Aufenthaltsbestimmungsrecht umfasse, sondern dieses gemäss Art. 78 Abs. 4 FamG weiterhin den Parteien gemeinsam zustehe; dass es im Rahmen des Scheidungsverfahrens oder danach dem Vater entzogen worden wäre, werde nicht vorgebracht.