Citation: 1C_339/2023 E. 2.2

2.2. Die Rechtsprechung knüpft für die Umschreibung des Verursacherbegriffs an den polizeirechtlichen Störerbegriff an und unterscheidet zwischen Verhaltens- und Zustandsstörern bzw. -verursachern: Als Verhaltensstörerin gilt diejenige Person, die den Schaden oder die Gefahr selbst oder durch das unter ihrer Verantwortung erfolgende Verhalten von Drittpersonen unmittelbar (mit-) verursacht hat. Demgegenüber wird als Zustandsstörer bezeichnet, wer über die Sache, die den ordnungswidrigen Zustand verursacht, rechtliche oder tatsächliche Gewalt hat. Dazu gehört insbesondere, wer im Zeitpunkt der Sanierung Inhaber des belasteten Grundstücks ist (vgl. BGE 144 II 332 E. 3.1; 139 II 106 E. 3; 131 II 743 E. 3; Urteil 1C_18/2023 vom 15. Dezember 2023 E. 4.2). Abgrenzungskriterium ist, analog zum Störerprinzip, die sogenannte Unmittelbarkeitstheorie. Nur wer eine Verunreinigung unmittelbar verursacht hat, gilt als kostenpflichtiger Verhaltensstörer. Entferntere, lediglich mittelbare Ursachen scheiden hingegen aus. Die Abgrenzung lässt sich vielfach nicht allein anhand des äusseren Kausalverlaufs beurteilen, sondern hängt auch von einer wertenden Beurteilung des in Frage stehenden Handlungsbeitrags ab (vgl. Urteile 1C_117/2020 vom 7. Dezember 2020 E. 4.2; 1C_418/2015 vom 25. April 2016 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 142 II 232; zum Ermessensspielraum der Behörde bei der Festlegung der Kostenanteile siehe hinten E. 4.1).