Citation: 8C_250/2017 E. 5.1.1

5.1.1. Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen - wie geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung oder Erfahrung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten bei Saisonnierstatut - ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen, wird diesem Umstand nach der Rechtsprechung bei der Invaliditätsbemessung nur Rechnung getragen, wenn keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem geringeren Verdienstniveau begnügt hat. Der Verzicht auf eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen rechtfertigt sich hingegen dann etwa, wenn eine versicherte Person ihre Arbeitsleistung von sich aus freiwillig nur mit einem reduzierten Pensum zu erbringen bereit ist, beispielsweise um über mehr Freizeit zu verfügen, um einer Aus- oder Weiterbildung nachzugehen, um sich vermehrt einem Hobby zu widmen oder um sonst ein nicht auf Erwerbszwecke ausgerichtetes ideelles Ziel zu verfolgen. In solchen Fällen ist eine allfällige Erwerbseinbusse nicht mit Versicherungsleistungen auszugleichen. Von einer Parallelisierung, die sich für die betroffene Person regelmässig vorteilhaft auswirkt, ist unter solchen Umständen abzusehen (vgl. BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f. mit Hinweisen).