Citation: 6B_884/2021 E. 2.6.2

2.6.2. Was das verwendete Messgerät betrifft, stellt die Vorinstanz fest, laut Eichzertifikat Nr. yyy vom 15. Februar 2013 sei am Vortag das Lasergeschwindigkeitsmessgerät C.________, S.-Nr. zzz, Bilddokumentationssystem, Laser E.________, durch das METAS gemäss den Vorschriften der Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung geeicht und ausdrücklich bestätigt worden, dass das Messmittel die gesetzlichen Anforderungen erfülle und unter Berücksichtigung der VSKV-ASTRA eingesetzt werden dürfe. Die Eichung sei bis zum 28. Februar 2014 gültig, solange das Messmittel den rechtlichen Anforderungen entspreche und keine Sicherungsmechanismen verletzt oder messrelevante Teile repariert worden seien. Dieses Zertifikat beziehe sich auf das Gerät mit der METAS-Nr. xxx, und exakt diese Zahl finde sich sowohl im Messprotokoll betreffend den Beschwerdeführer neben der Ortsbezeichnung "X.________" als auch in der Fusszeile der Messaufnahme direkt unter dem Wort "Metas". Es sei somit ausgewiesen, dass sich das Eichzertifikat auf das verwendete Messgerät beziehe. Dass sämtliche Bestimmungen zu den Geschwindigkeitsmessgeräten eingehalten worden seien, sei damit hinreichend bestätigt. Sofern, wie in diesem Fall, keine Hinweise vorhanden seien, dass sich relevante Umstände (Änderung der gesetzlichen Anforderungen, Verletzung von Sicherungsmechanismen oder von messrelevanten Teilen) geändert hätten, dürfe von einwandfreier Funktion des Radargeräts und Korrektheit der Messung ausgegangen werden. Dies umso mehr, als die Kantonspolizei Graubünden am 17. Dezember 2013 bestätigt habe, dass nach der Eichung vom 14. Februar 2013 am fraglichen Gerät keine Reparaturen durchgeführt worden seien. Weiter führt die Vorinstanz aus, nach jeder Inbetriebnahme des Systems (z.B. nach Filmwechsel, Austausch des Speichermediums, Austausch des Messsystems, Änderung der Messparameter usw.) sei gemäss den ASTRA-Weisungen ein Messprotokoll zu erstellen. Dabei müssten verschiedene Daten überprüft und nachvollziehbar dokumentiert werden. So sei insbesondere zu bestätigen, dass ein Funktionstest erfolgreich durchgeführt worden sei. Weiter sei die Messwerterfassung anhand der Bilddokumentation zu überwachen und ein Logbuch über die Kontrollmassnahmen zu führen. Im konkreten Fall habe der für die Messung verantwortliche Polizist der Kantonspolizei Graubünden auf dem Messprotokoll mit vier Kreuzen und durch seine Unterschrift bestätigt, dass die erforderlichen Gerätetests durchgeführt worden seien. Damit bestehe die Vermutung, dass er diese vor der ersten Messung vorzunehmende Prüfung entsprechend den Voraussetzungen der Bedienungsanleitung pflichtbewusst und mit positivem Ergebnis vorgenommen habe. Was die konkrete Messung der Geschwindigkeit des Beschwerdeführers bzw. von dessen Personenwagen betrifft, erwägt die Vorinstanz schliesslich, diese sei lege artis erfolgt, wie sich aus der Videoaufzeichnung ergebe. Die Bedienerin der Laserpistole habe das Fahrzeug des Beschwerdeführers, welches fast gerade auf das Messgerät zufahre, genau im Visier. In einer ersten Phase der Messung erscheine in der Fusszeile unter dem Titel "Status" zweimal der Begriff "invalid". Dies bedeute, dass die Messung nicht anforderungsgemäss ausgeführt worden sei. Bei der dritten Messung wechsle die (vorher weisse, auf "--- km/h" stehende) Geschwindigkeitsanzeige in der Kopfzeile der Videoaufzeichnung um 14:19:59 Uhr jedoch auf grün, zeige "+ 114 km/h" an und es erscheine in der Fusszeile unter dem Titel "Status" der Begriff "valid", was gemäss Bedienungsanleitung bedeute, dass eine gültige Messung vorgenommen worden sei. Die Messung sei zudem offensichtlich und unbestrittenermassen am Fahrzeug des Beschwerdeführers erfolgt, und eine Fehlmessung durch Erfassung eines anderen Gegenstandes könne ausgeschlossen werden. Weiter seien während der Messphase keine unerlaubten Schwenkbewegungen der Radarpistole sichtbar. Dass eine Messung nur dann gültig sein sollte, wenn das Kennzeichen des Fahrzeugs erfasst worden sei, ergebe sich weder aus den ASTRA-Weisungen noch aus der Bedienungsanleitung des Messgeräts. Auch aus dem Umstand, dass vorgängig zwei Messungen als "invalid" qualifiziert worden seien, lasse sich nicht darauf schliessen, dass deshalb auch die dritte Messung ungültig wäre. Schliesslich gelte es zu berücksichtigen, dass beide an der Messung beteiligten Polizisten gemäss Bescheinigung vom 4. Mai 2007 respektive vom 25. Oktober 2011 über die nötigen Fachkenntnisse zur Bedienung des Gerätes verfügt hätten.