Citation: 8C_439/2014 E. 4.2

4.2. Die Arbeitslosenkasse vertritt demgegenüber den Standpunkt, es sei irrelevant, ob die Versicherte die Frist aus Gleichgültigkeit, Vergesslichkeit oder einem anderen Grund verpasst habe. Die Vorinstanz sei der irrigen Auffassung, dass bei Versicherten, die sich nicht gleichgültig Verhalten würden, immer eine Aufklärungspflicht gestützt auf Art. 29 Abs. 3 AVIV bestehe. Ein Grund für die Fristwiederherstellung habe die Beschwerdegegnerin nicht geltend gemacht. Über die Zustellungsfrist der Formulare "Angaben der versicherten Person" sei sie zudem mindestens zweimal anlässlich der absolvierten Erstgespräche oder vorgängig mit der Absolvierung des kantonalen interaktiven elektronischen E-Government-Programms informiert worden. Bei der Eingabe der Daten im Mai 2012 im EDV-Einzahlungssystem des Bundes sei ersichtlich geworden, dass für den vorangehenden Monat kein Eintrag vorgenommen worden sei, weshalb man darauf habe reagieren können. Die Arbeitslosenkasse habe jedoch keinen konkreten Anlass gehabt, sich nach dem Verbleib des Formulars für den Monat Juli 2012 zu erkundigen. Das Abrechnungssystem des Bundes sehe keine Alarmierung vor, wenn nach einem Eintrag innert ein bis zwei Monaten keine weiteren erfolgten. Die Kasse handle daher nur in eindeutigen, klaren Fällen systematisch. Wegen Abwesenheiten, Stellvertretungen und ungewolltem Übersehen könne es vorkommen, dass vereinzelt eine Erinnerung ausbleibe. Die dreimonatige Frist stehe jedoch unmissverständlich auf jedem Formular "Angaben der versicherten Person". Die Untätigkeit der Versicherten sei nicht entschuldbar.