Citation: 4A_605/2019 E. B

Mit Teilklage vom 20. August 2015 verlangte der Kläger vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland von seinem ursprünglichen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt A.________ (Beklagter; Beschwerdeführer), Fr. 30'000.--. B.a. Vor Regionalgericht wurden den ursprünglichen Gutachtern D.________/E.________ mündlich Ergänzungsfragen gestellt und es wurde ein Obergutachten eingeholt. Am 15. Februar 2019 hiess das Regionalgericht die Klage gut. B.b. Die dagegen erhobene Berufung wies das Obergericht des Kantons Bern am 4. November 2019 ab. Das Obergericht ging im Wesentlichen davon aus, für die Haftung des Beklagten sei entscheidend, ob ihm eine Pflichtverletzung vorzuwerfen sei und ob der Prozess vor den Gerichten in Zürich ohne Pflichtverletzung für den Kläger günstiger herausgekommen wäre. Die Anordnung eines Obergutachtens erachtete es als unzulässig, da das Bezirksgericht Hinwil die Mängel des Gutachtens D.________/E.________ ohne Anordnung eines Obergutachtens selbst hätte beheben können. Der Pflichtverlet zung der verpassten Frist zur Stellung von Ergänzungsfragen mass es insoweit keine Bedeutung zu, als die vorgesehenen Fragen nichts am Prozessausgang geändert hätten. Dagegen hätte der Beklagte erkennen und darauf hinweisen müssen, dass die Gutachter D.________/E.________ ihrem Gutachten einen unzutreffenden Kausalitätsbegriff zugrunde gelegt hätten. Wäre ein entsprechender Hinweis erfolgt, wäre das Bezirksgericht Hinwil nach Auffassung des Obergerichts auf eine Wahrscheinlichkeit von 72 % gekommen, dass der Kläger bei optimaler Behandlung des Hirninfarkts mit Thrombolyse einen besseren Zustand als den mRS-Wert 5 erreicht hätte. Gestützt darauf hätten die zürcherischen Gerichte das notwendige Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erbracht angesehen. Dies wäre nach Meinung des Obergerichts vom Bundesgericht nicht beanstandet worden, das lediglich geprüft hätte, ob die Anwendung des kantonalen Rechts willkürlich ist und Art. 9 BV verletzt (vgl. zit. Urteil 4A_516/2012 E. 2 mit Hinweisen), da sich die Haftung der Spitalbetreiberin nach dem kantonalen Haftungsgesetz vom 14. September 1969 (LS 170.1, HG/ZH) beurteilte. Mangels hinreichender Beanstandung des Entscheides des Regionalgerichts in Be zug auf die Höhe des zugesprochenen Betrages erachtete das Obergericht den eingeklagten Betrag für ausgewiesen.