Citation: 8C_152/2021 E. 4

Das kantonale Gericht erwog, angesichts der unbeständigen Erwerbslaufbahn des Beschwerdeführers vor Eintritt des Gesundheitsschadens helfe die empirische Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre, zur Ermittlung des Valideneinkommens nicht weiter. Es könne nicht auf das letzte im Individuellen Konto (IK) ausgewiesene Einkommen abgestellt werden. Folglich sei das Valideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) festzusetzen. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle erachtet es die Vorinstanz indessen als nicht gerechtfertigt, auf die Löhne der IT-Branche abzustellen. Für diesen Bereich verfüge der Beschwerdeführer zwar über Berufserfahrung vor allem im Verkauf, jedoch über keine fundierte Ausbildung. Gleichzeitig befänden sich seit einigen Jahren mehr Fachleute mit spezifischer Ausbildung für die IT-Branche auf dem Arbeitsmarkt. Der starke, kontinuierliche Einkommensrückgang als Aussendienstmitarbeiter in der IT-Branche in den Jahren 2005 bis 2011, die wiederholten längeren Phasen von Arbeitslosigkeit sowie die Rückkehr in die angestammte Baubranche im Jahr 2012 liessen es als überwiegend wahrscheinlich erscheinen, dass der Beschwerdeführer als Gesunder im Jahr 2016 in der Baubranche tätig wäre. Dabei würde er Funktionen bekleiden, bei welchen er seine Ausbildung und mehrjährige Berufserfahrung als Elektroplaner und die Weiterbildung als Technischer Kaufmann einbringen könnte. Deshalb sei das Valideneinkommen gestützt auf den standardisierten Monatslohn für Männer im Baugewerbe (LSE 2016, TA1_tirage_skill_level, Ziff. 41-43) mit dem Kompetenzniveau 3 (komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen) zu bestimmen. Das Abstellen auf das höchste Kompetenzniveau 4 sei mit Blick auf die Aus- und Weiterbildung des Beschwerdeführers (kein [Fach-]Hochschulstudium) nicht gerechtfertigt. Hochgerechnet auf ein Jahr und angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit in der Baubranche von 41,4 Stunden im Jahr 2016 resultiere ein Valideneinkommen von Fr. 91'361.50. Es bestünden keine hinreichenden Gründe zur Annahme, dass der Beschwerdeführer heute im Gesundheitsfall ein höheres Einkommen erzielen würde, zumal er in den Jahren 2011 bis 2013 inklusive Arbeitslosenentschädigung durchschnittlich (effektiv) Fr. 81'809.65 verdient habe.