Citation: 5A_336/2015 E. 6.3

6.3. Wie schon die Vorinstanz zutreffend erkennt, vermengt der Beschwerdeführer Fragen des Erkenntnisverfahrens mit solchen der Zwangsvollstreckung. Bei der Festsetzung der Unterhaltspflicht musste das Obergericht nicht berücksichtigen, dass gegen den Beschwerdeführer in der fraglichen Periode Lohnpfändungen liefen. Sie durfte davon ausgehen, dass die Unterhaltsforderung des Beschwerdegegners gegenüber den Forderungen anderer Gläubiger Priorität geniessen würde. Dies ergibt sich daraus, dass sich der Umfang, in welchem das Einkommen gepfändet werden kann, nicht nur am Bedarf des Schuldners, sondern auch an jenem seiner Familie misst (Art. 93 Abs. 1 SchKG). Der Grundsatz, dass bei der Festsetzung von Unterhaltsleistungen das Existenzminimum des Unterhaltsschuldners zu wahren ist (BGE 135 III 66 E. 2-10 S. 67 ff.), ist deshalb nicht verletzt. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer erst im Mai 2012 von seiner Vaterschaft erfuhr. Nach Art. 279 Abs. 1 ZGB kann das Kind für die Zukunft und für ein Jahr vor Klageerhebung auf Unterhalt klagen. Dieses Recht hängt nicht davon ab, in welchem Zeitpunkt der beklagte Mann von seiner Vaterschaft erfährt. Nichts anderes ergibt sich aus der Rechtsprechung, wonach die Unterhaltspflicht des Registervaters nach erfolgreicher Anfechtung der Vaterschaft rückwirkend auf den Zeitpunkt ihrer Entstehung entfällt, während das rechtliche Kindesverhältnis zum anerkennenden leiblichen Vater rückwirkend auf den Zeitpunkt der Geburt entsteht (BGE 129 III 646 E. 4.1 S. 651).