Citation: U 88/05 23.05.2006 E. 3

Streitig und zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls inwieweit in der Zeit ab 1. Dezember 2003 noch leistungsbegründende unfallkausale Beeinträchtigungen bestanden haben. Dabei kann der zweite Unfall vom 13. Mai 2001 unberücksichtigt bleiben, weil er unbestrittenermassen lediglich zu einer vorübergehenden Verstärkung der Beschwerden geführt hat. 3.1 Auszugehen ist davon, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 22. Dezember 1999 eine HWS-Distorsion im Sinne eines sog. Schleudertraumas erlitten hat. Im Anschluss an den Unfall sind denn auch Beschwerden (Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depression) aufgetreten, die zum typischen Beschwerdebild nach Schleudertraumen oder schleudertraumaähnlichen Verletzungen der HWS gehören (vgl. BGE 117 V 360 Erw. 4b). Auf Grund der Akten ist anzunehmen, dass es sich nicht um ein schweres Trauma gehandelt hat. Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. H.________ bewertete den Fall mit Grad 1 bzw. 2 auf der vierstufigen Skala der Schweregrade (Quebec Task Force Classification). Die bildgebenden Untersuchungen (Röntgen, MRI, Sonografie) und die sonstigen medizinischen Abklärungen ergaben keine objektivierbaren organischen Unfallfolgen. Es liessen sich weder ossäre noch ligamentäre Läsionen feststellen. Neurologisch bestanden keine Ausfälle und normale Befunde. Die anhaltende praktisch vollständige Einschränkung der HWS-Beweglichkeit liess sich somatisch nicht erklären, ein eigentlicher Muskelhartspann konnte nicht objektiviert werden. Wiederholt fielen bei den ärztlichen Untersuchungen und Behandlungen ein abwehrendes Verhalten sowie eine Selbstlimitierung des Versicherten auf. Ob in der Zeit ab 1. Dezember 2003 überhaupt noch somatisch erklärbare Beschwerden bestanden haben, ist daher fraglich. Auf Grund der im Wesentlichen übereinstimmenden ärztlichen Angaben steht jedenfalls fest, dass für das Andauern der Symptomatik weitgehend psychische und psychosoziale Gründe ausschlaggebend waren. 3.2 Im neuropsychologischen Bericht der Rehaklinik B.________ vom 15. Juni 2000 wird die festgestellte leichte bis mittelschwere Störung insbesondere der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen als unfallkausal betrachtet. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Schmerzen und die psychische Problematik mitursächlich sind. Im Gutachten des Dr. phil. G.________ vom 28. Juni 2001 wird eine hirnorganisch bedingte neuropsychologische Funktionsstörung verneint. Des Weiteren wird eine Besserung gegenüber dem Befund anlässlich der Untersuchung in der Rehaklinik B.________ vom April 2000 festgestellt und aus neuropsychologischer Sicht sowohl eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit als auch eine Behandlungsbedürftigkeit verneint. Zu weiteren Abklärungen besteht in diesem Punkt somit kein Anlass. 3.3 Nicht durchwegs übereinstimmend sind die ärztlichen Angaben zur Bedeutung der psychischen Beeinträchtigungen. Während Dr. med. E.________ im Sinne einer vorläufigen Beurteilung auf eine leichte bis mittelgradige Depression schloss, welche die Schmerzen verstärken und die mangelnde Leistungsbereitschaft des Versicherten im Sinne einer depressiv bedingten Antriebsschwäche und herabgesetzten Initiative mitbedingen dürfte, nimmt Dr. med. K.________ ein nur leicht depressives Zustandsbild multifaktorieller Genese an, welchem kein Krankheitswert im Sinne von ICD-10 F43.21 (Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion) beizumessen sei. Die Ärzte des Sozialpsychiatrischen Dienstes D.________ gelangen demgegenüber zum Schluss, es liege eine mittelgradige Depression vor, welcher Krankheitswert zukomme. Sie nehmen indessen nicht an, dass der Beschwerdeführer auch bei Aufbietung der ihm zumutbaren Willensanstrengung nicht in der Lage gewesen wäre, den vorgesehenen Abklärungen, Behandlungen und Arbeitsversuchen Folge zu leisten. Vielmehr stellen sie fest, das Scheitern der Eingliederungsbemühungen lasse sich mit der bestehenden psychischen Störung nur teilweise erklären. Davon ging auch Dr. med. E.________ in der vorläufigen Beurteilung vom 20. März 2001 aus. Auf Grund der ärztlichen Angaben und des Verhaltens des Beschwerdeführers bei der medizinischen Behandlung und beruflichen Abklärung steht fest, dass subjektive Faktoren (mangelnde Mitwirkung und Leistungsbereitschaft, Selbstlimitierung) an der Aufrechterhaltung des Beschwerdesyndroms massgeblich beteiligt sind. 3.4 Insgesamt ist fraglich, inwieweit ab 1. Dezember 2003 überhaupt noch unfallkausale Beschwerden bestanden haben. Von weiteren Abklärungen kann indessen abgesehen werden, weil jedenfalls die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu verneinen ist, wie sich aus dem Folgenden ergibt.