Citation: 5A_319/2021 E. 4.2

4.2. Das Obergericht bejaht ein Ausübungsinteresse der Beschwerdegegner im Zusammenhang mit dem künftigen Bau einer Erdwärmesondenanlage im Untergrund des Grundstücks Nr. zzz. Es stellt als unbestritten fest, dass die auf der klägerischen Liegenschaft bestehende Heizanlage ersetzt werden muss und die Beschwerdegegner grundsätzlich die Erstellung einer Erdsondenheizung beabsichtigen; bestritten sei einzig eine konkrete Absicht. Unter Berücksichtigung des unbestrittenen Alters und der Art der bisherigen Heizungsanlage in der Liegenschaft der Beschwerdegegner, des seit einigen Jahren sehr weit verbreiteten Ersatzes solcher Anlagen durch Wärmepumpenheizungen, insbesondere mit Wärmebezug aus Erdsonden, sowie des Umstands, dass die Beschwerdegegner im Jahr 2016 mit der D.________ AG bezüglich Erdwärmesonde Kontakt aufgenommen und eine Besichtigung durchgeführt haben, erscheine eine Nutzung des Untergrunds der klägerischen Liegenschaft durch Erdsondenbohrungen im Sinne der Rechtsprechung als nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge in absehbarer Zukunft durchaus wahrscheinlich. Die erstinstanzliche Feststellung, wonach sich das Grundstück Nr. zzz in einem Gebiet befindet, in welchem eine Erdwärmesonde und -nutzung möglich ist, sei nicht beanstandet worden. Entgegen der vom Beschwerdeführer erstmals in der Berufung vorgebrachten Behauptung gebe es auch keine Gründe zur Annahme, dass für eine entsprechende Heizanlage der Beschwerdegegner notwendige Erdsondenbohrungen näher als 3 Meter an der Parzellengrenze zum beklagtischen Grundstück gar nicht zulässig oder möglich sind und deshalb in diesem Bereich kein Interesse der Beschwerdegegner an Bohrungen im Bereich der Erdanker besteht. Das Obergericht verweist ausserdem auf ein Schreiben der D.________ AG vom 22. Dezember 2018, dem zufolge die im klägerischen Grundstück befindlichen Erdanker die Erdsondenbohrung massiv beeinträchtigen würden, auf die Berufungsantwort, gemäss der die Beschwerdegegner nicht im Besitz eines "Bohrrasters" sind, und auf Pläne in der Klagebeilage 14, aus denen hervorgehe, dass gerade im Bereich des Garagenvorplatzes und der Garage auf dem Grundstück Nr. zzz mehrere Reihen von drei und vier im vertikalen Abstand von jeweils rund 1.5 Metern übereinander eingebrachten und horizontal leicht gegeneinander versetzten Erdankern verzeichnet sind, die zwischen 4.5 und 2.1 Meter in das klägerische Grundstück ragen. Dem angefochtenen Entscheid zufolge wird damit die Wahrscheinlichkeit erhöht, bei Bohrarbeiten auf diese Anker zu treffen. Im Bereich, in welchem das Erdreich des klägerischen Grundstücks durch die in Betracht zu ziehenden Erdsondenbohrungen in Anspruch genommen wird, sei ein schutzwürdiges Eigentumsausübungsinteresse der Beschwerdegegner bzw. eine Störung dieses Interesses durch die in ihr Grundstück eingebrachten Erdanker somit zu bejahen.