Citation: 9C_37/2023 E. 2.3.4

2.3.4. Art. 58 Abs. 3 DBG legt unter den drei kodifizierten Standardmethoden keine bestimmte Hierarchie fest (Urteil 2C_548/2020 / 2C_551/2020 vom 3. Mai 2021 E. 3.2.3). Die Veranlagungsbehörden verfügen bei Anwendung von Art. 58 Abs. 3 DBG über einen Beurteilungsspielraum (ebenda E. 3.2.3; Urteil 2C_495/2017 / 2C_512/2017 vom 27. Mai 2019 E. 10.1). Nach Praxis und Doktrin steht aber die Kostenaufschlagsmethode ("méthode du coût majoré", "cost-plus method") im Vordergrund. Hauptsächliche Anwendungsgebiete der Kostenaufschlagsmethode sind die Auftrags- und die Lohnfertigung unter verbundenen Unternehmen, die oft auf langfristiger vertraglicher Bindung beruhen (OECD-VPLL, Ziff. 2.45; dieser Ansicht insbesondere auch XAVIER OBERSON, Précis de droit fiscal international, 5. Aufl. 2022, Rz. 971; OLIVER BARTHOLET, Transferpreisberichtigung und ihre Sekundäraspekte im schweizerischen Steuerrecht, 1995, S. 66; SCHERRER, a.a.O., Rz. 533; HARBEKE / HUG / SCHERRER, a.a.O., Rz. 626; STOCKER / SCHMID, a.a.O, § 17 Rz. 57; OESTERHELT / MÜHLEMANN / BERTSCHINGER, Komm. DBG, a.a.O., N. 252 zu Art. 58; LOCHER / MARANTELLI / OPEL, a.a.O. S. 478; BAUMHOFF, a.a.O., Rz. 5.39). Die Eignung der Kostenaufschlagsmethode ist auch im vorliegenden Fall unbestritten. Sie darf als "most appropriate method" (OECD-VPLL, Ziff. 2.2) gelten, da die erzeugte Elektrizität einzig bzw. weitestgehend an das Aktionariat geliefert wird (vorne E. 2.3.2). Dementsprechend ist für die Beurteilung, ob eine drittpreiskonforme Fakturierung vorliege, ein hypothetischer Vergleich anzustellen, der auch auf kalkulatorischen Annahmen beruht (HARBEKE / HUG / SCHERRER, a.a.O., Rz. 564; ferner STOCKER / SCHMID, a.a.O., § 17 Rz. 45).