Citation: 5A_608/2018 E. 3.4.1

3.4.1. Nach der Ansicht der Beschwerdeführerin hätte die Vorinstanz prüfen müssen, welche konkreten Interessen des Beschwerdegegners bestehen, sich ausgerechnet in U.________ aufzuhalten (mit Ausnahme der Durchfahrt via Autobahn oder Zentralbahn). Das Obergericht hätte diese Interessen konkret ausführen und den Interessen des Opfers gegenüberstellen müssen. Dass der Beschwerdegegner in X.________ wohne und in V.________ aufgewachsen sei, stelle noch keinen Grund dafür dar, dass er sich in U.________ aufhalten müsste bzw. dürfe. Sodann sei weder ein Grund, dass er in U.________ einige Leute kenne noch dass er allfällige Aufträge in U.________ habe, wobei der Beschwerdegegner Letzteres nicht einmal glaubhaft gemacht habe. Weiter dürfe gemäss Obergericht ein Ortsverbot für ein Dorf generell nur bei drohenden schwerwiegenden Gewaltverbrechen ausgesprochen werden. Ohne konkrete Abwägung der divergierenden Interessen des Opfers und des Täters verletze eine solche Rechtsanwendung das Willkürverbot. Der Beschwerdegegner habe sie in ihrer psychischen Integrität durch Stalking massiv verletzt. Sie sei sogar für eine gewisse Zeit arbeitsunfähig gewesen. Die vom Obergericht eingeschränkten Verbote genügten nicht, um sie in ihrer psychischen Integrität zu schützen. Sie könne sich nicht mehr frei und ungehindert in U.________ bewegen, weil die meisten der von ihr in der Freizeit und zum Einkaufen frequentierten Lokale ausserhalb des Rayonverbots lägen. Ihr Interesse, sich in U.________ frei bewegen zu können sei höher zu gewichten als das Interesse des Beschwerdegegners, in U.________ Bekannte zu besuchen.