Citation: 1B_324/2009 03.12.2009 E. 3.3

3.3.1 Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Bundesgericht bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrunds des dringenden Tatverdachts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen, die Justizbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte (vgl. BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146). Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt dabei nur wenig Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden Tatverdachts hat der Haftrichter weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen. Vorbehalten bleibt allenfalls die Abnahme eines liquiden Alibibeweises (vgl. BGE 124 I 208 E. 3 S. 210 mit Hinweisen). 3.3.2 Die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Handlungen stützen sich in erster Linie auf die gefilmten Aussagen der Knaben E.________, F.________ und B.________ sowie die Aussage der Leiterin des betroffenen Kinderheims. Für die Abklärung des dringenden Tatverdachts ist unmassgeblich, dass der Beschwerdeführer bisher keine Ergänzungsfragen stellen konnte. Aufgrund der genannten Aussagen und der ebenfalls in den Akten befindlichen Personendossiers der Association DIL SE kann die Identität der Opfer als für das Haftprüfungsverfahrens genügend erstellt bezeichnet werden. Der Beschwerdeführer führt weiter keinerlei konkrete Hinweise an, welche auf eine falsche Übersetzung der Aussagen von E.________, F.________ und B.________ hinweisen würden. Die Staatsanwaltschaft reichte zusammen mit ihrer Vernehmlassung dem Bundesgericht einen Auszug aus dem Dolmetscherverzeichnis des Obergerichts des Kantons Zürich ein. Danach ist Malayalam die Muttersprache des mit der Übersetzung betrauten Dolmetschers. Gemäss der Aussage der Heimleiterin sind die Vorfälle anfangs Juli 2009 bekannt geworden. Eines der Opfer habe sich einem Angestellten des Kinderheims anvertraut. Dieser habe dann mit zwei weiteren Knaben gesprochen, die unabhängig voneinander von ähnlichen Vorkommnissen berichtet hätten. Die Aufnahme der Aussagen habe sie dann selbst veranlasst. In den gefilmten Aussagen berichten die drei Opfer (laut der erwähnten Übersetzung) von verschiedenen Übergriffen durch den Beschwerdeführer. E.________ sagte unter anderem, der Beschwerdeführer habe seinen Penis in den Mund genommen. Der Beschwerdeführer habe seinen eigenen Penis mit Creme eingerieben und E.________ sowie einen weiteren Knaben gezwungen, ihn zu masturbieren. Dann sei "Wasser" herausgekommen. Bei zwei anderen Gelegenheiten seien er und F.________ vom Beschwerdeführer gezwungen worden, miteinander Analsex zu praktizieren. F.________ selbst berichtete von ähnlichen Vorkommnissen. Er erwähnte zudem, der Beschwerdeführer habe ihm gesagt, er solle ihm seinen Penis in den Hintern stecken. B.________ erzählte, der Beschwerdeführer habe ihm mehrmals nach Drohung und Gewaltanwendung den Finger und den Penis in den After eingeführt. Die Heimleiterin erklärte in ihrer Einvernahme, die Aussagen der drei Kinder seien glaubhaft. Gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. b StGB ist dem schweizerischen Strafgesetzbuch unterworfen, wer sich in der Schweiz befindet, nicht ausgeliefert wird und im Ausland den Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern erfüllt hat, sofern das Opfer weniger als 14 Jahre alt war. In den Verfahrensakten befinden sich schriftliche Angaben zum Alter der Opfer in Form von "Personal Files", einer Art Personalbogen, der Association DIL SE. Diesen beigefügt sind "Transfer Certificates", welche offensichtlich der Dokumentation von Schulübertritten dienen. Die Altersangaben in diesen beiden Unterlagen unterscheiden sich zwar, doch ergibt sich in jedem Fall sowohl im Falle von E.________ wie auch von F.________ und B.________ für das Jahr 2008 ein Alter von unter 14 Jahren. Im Übrigen gab der Beschwerdeführer in seiner polizeilichen Befragung vom 11. September 2009 selber an, er sei davon ausgegangen, E.________ und F.________ seien damals zwischen 12 und 13 Jahre alt gewesen. Vor diesem Hintergrund hat der Haftrichter kein Bundesrecht verletzt, wenn er von einem dringenden Tatverdacht auf sexuelle Handlungen mit Kindern nach Art. 187 StGB und der Anwendbarkeit des Strafgesetzbuchs gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. b StGB ausging. Gemäss den vorangehenden Ausführungen bezieht sich der dringende Tatverdacht zudem auf Handlungen, welche in ihrer Schwere klar über jene hinausgehen, welche der Beschwerdeführer im Laufe des Untersuchungsverfahren eingestanden hat. Es ist deshalb nicht erforderlich, auf die Kritik des Beschwerdeführers einzugehen, wonach der angefochtene Entscheid bzw. die Angaben der Staatsanwaltschaft in Bezug auf mögliche andere Opfer (neben E.________, F.________ und B.________) nicht klar sein sollen.