Citation: 7B_734/2023 E. 3.4

3.4. Was der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Feststellung zum subjektiven Tatbestand vorbringt, ist grösstenteils appellatorisch und belegt keine Willkür. Er möchte insbesondere seine Aussage, wonach er Arzt geworden sei, um Leben zu retten, anders gewürdigt haben und wirft der Polizei suggestive Befragungstechniken vor - letzteres ein Umstand, den die Vorinstanz bereits berücksichtigt. Die Argumentation des Beschwerdeführers zielt hauptsächlich darauf ab, dass auf seine und nicht auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 hätte abgestellt werden müssen, ohne dass er dabei darzulegen vermöchte, inwiefern die anderslautende Auffassung der Vorinstanz schlechterdings unhaltbar sein sollte. Der Beschwerdeführer weist weiter darauf hin, dass er seine vermeintliche Tötungsabsicht nicht mehr weiterverfolgt habe, obwohl die Beschwerdegegnerin 2 nach wie vor im selben Raum gewesen und nicht geflüchtet sei. Dieser Umstand ist in sachverhaltsmässiger Hinsicht aber in den richtigen Kontext zu setzen: Gemäss den unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz wirkte der Beschwerdeführer erst dann nicht mehr gewaltsam auf die Beschwerdegegnerin 2 ein, nachdem sie ihn im Badezimmer eingesperrt hatte und er über das Fenster und den Hoteleingang wieder zurück ins Zimmer gekommen war. Den Würgevorgang selbst brach er nur aufgrund der vehementen Gegenwehr der Beschwerdegegnerin 2 ab. Somit ist auch dieser Aspekt unter Willkürgesichtspunkten nicht geeignet, die Bejahung von Vorsatz in Zweifel zu ziehen. Schliesslich stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, es müsse hinterfragt werden, ob er aufgrund seiner starken Alkoholisierung überhaupt in der Lage gewesen sei, einen Willen zu bilden. Auch dieser Einwand ist jedoch unbehelflich, setzt sich die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Schuldfähigkeit (E. 4 unten) doch ausführlich mit der starken Alkoholisierung des Beschwerdeführers auseinander. Wie noch zu zeigen sein wird, geht sie willkürfrei von einer (teilweise) erhaltenen Schuldfähigkeit aus. Die Frage, ob eine Person mit Wissen und Willen handelte, ist zwar von der Frage der Schuldfähigkeit zu trennen (Urteil 6B_1050/2020 vom 20. Mai 2021 E. 3.3 mit Hinweis). In tatsächlicher Hinsicht gehen die beiden Fragestellungen aber teilweise ineinander über. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die generelle Existenz von Willensfreiheit mit wissenschaftlichen (empirischen) Mitteln weder zu belegen noch zu widerlegen ist. Das Gesetz geht deshalb im Grundsatz von der Fähigkeit aus, einen der Strafrechtsordnung gemässen Willen zu bilden und diese Willensbildung im eigenen Tun und Lassen durchzuhalten. Eine Untersuchung des Geisteszustandes des Beschuldigten findet nur bei diesbezüglichen Zweifeln statt ("Regel-Ausnahme-Konzeption"; FELIX BOMMER, in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 7, 9 und 16 vor Art. 19 StGB). Hinweise darauf, dass die Willensbildungsfähigkeit des Beschwerdeführers vorliegend aufgehoben gewesen wäre, vermochte die Vorinstanz auch unter Berücksichtigung der starken Alkoholisierung nicht zu erkennen. Inwiefern sie dabei in Willkür verfallen sein sollte, tut der Beschwerdeführer nicht dar. Insgesamt erweisen sich die tatsächlichen Kritikpunkte des Beschwerdeführers betreffend den subjektiven Tatbestand als unbegründet. Es kann offengelassen werden, ob das Geschehen nicht eher unter die Variante Eventualvorsatz zu subsumieren wäre, da der Eventualvorsatz nach Art. 12 Abs. 2 StGB dem direkten Vorsatz gleichgestellt ist. Der Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher Tatbegehung verletzt somit kein Bundesrecht.