Citation: 6B_532/2020 E. C

Auf Berufung der A.________ AG bestätigte das Obergericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 26. März 2020 die erstinstanzlichen Freisprüche und verwies die Zivilklage ebenfalls auf den Zivilweg. C.a. Es führte im Rahmen seiner Erwägungen zu den Verfahrensgegenstand bildenden Vertragsverhältnissen Folgendes aus: Gemäss Vertraulichkeitserklärung vom 8. Mai 2015 hätten die A.________ AG und die D.________ AG B.________ Informationen über die genannten Firmen insbesondere bezüglich Geschäftstätigkeit und finanzieller Situation überlassen. B.________ habe sich namentlich verpflichtet, über die geschützten Informationen auch nach deren Rückgabe bzw. Vernichtung strengstes Stillschweigen zu bewahren sowie diese Informationen ausschliesslich zur Prüfung einer möglichen Übernahme zu verwenden und nicht an Dritte weiterzugeben. Im Falle einer Verletzung der vertraglichen Bestimmungen sei eine Konventionalstrafe von Fr. 25'000.-- vereinbart worden. C.b. Am 20. August 2015 hätten E.A.________ und B.________ ein weiteres Dokument mit dem Titel "Übergabe A.________ AG an B.________; Beschrieb des gemeinsamen Verständnisses; Absichtserklärung" unterzeichnet. Darin werde festgehalten, dass die A.________ AG im Besitz von E.A.________ verbleibe und ihre Immobilie an B.________ vermieten werde. Sie stelle ihre Produktion, die von B.________ per Oktober 2015 übernommen werde und wozu dieser eine neue Firma gründe, bis Ende Jahr ein. B.________ werde seine Arbeitsstelle kündigen und die Firma nach Ablauf der Kündigungsfrist ab 2016 zu 100 % leiten. E.A.________ arbeite bis zu diesem Zeitpunkt zu 100 % im Betrieb und leite diesen zusammen mit B.________. Danach arbeite er bis Mitte 2016 zu 30 % weiter. E.A.________ engagiere sich, den Umsatz zu halten und Kunden sowie Know-how an B.________ zu übergeben. B.________ übernehme das Personal ab Produktionsbeginn der neuen Firma. Die Parteien hätten überdies die Mietkosten festgelegt. C.c. Sodann hätten die A.________ AG und die von B.________ neu gegründete C.________ AG am 31. Oktober 2015 einen "Mietvertrag für die Geschäftsräumlichkeiten der Firma C.________ AG, U.________strasse xxx, V.________" abgeschlossen. Mietbeginn sei der 1. November 2015 gewesen. Die Miete habe nebst verschiedenen Flächen insbesondere die Nutzung vorhandener Infrastruktur und Daten umfasst. All dies sei jedoch im Eigentum der A.________ AG bzw. der D.________ AG verblieben. Der Mietvertrag habe eine Kündigungsmöglichkeit frühestens auf den 31. Oktober 2018 sowie eine Verlängerungsmöglichkeit von zwei Jahren vorgesehen. Der Anhang zum Mietvertrag habe folgende zusätzliche Vereinbarungen zur Betriebsübergabe enthalten: " (1) Die Firma C.________ AG mietet die Geschäftsliegenschaft U.________strasse xxx, wie oben beschrieben, mit dem Ziel, die bisherige Geschäftstätigkeit der Firmen A.________ AG und D.________ AG weiterzuführen, respektive mit der Zeit zu erweitern. (2) Sämtliches am Übergabedatum vorhandenes Inventar und alle vorhandenen Daten bleiben im Eigentum der Firma A.________ AG / D.________ AG vertreten durch E.A.________ und F.A.________. (3) E.A.________ und F.A.________ werden ihr über die vielen Jahre erworbenes grosses geschäftliches Know-how B.________ zur Verfügung stellen, respektive so viel wie möglich an B.________ übergeben. (4) Die Firma C.________ AG nutzt und kauft, sofern und solange vorhanden, die Rohprodukte, Halbfertigprodukte und Fertigprodukte von der A.________ AG / D.________ AG für ihre Geschäftszwecke. -..] (7) E.A.________ übergibt am 1. November 2015 sämtliche Konstruktions-, Produktions- und Reparatur-Arbeiten an die Firma C.________ AG. (8) Sollte die Firma C.________ AG, aus welchen Gründen auch immer, liquidiert werden oder den vorliegenden Mietvertrag nicht erfüllen oder kündigen, werden alle Verpflichtungen des Vermieters gegenüber dem Mieter nichtig. Der Vermieter / A.________ AG kann die übergebene Planung, Verkauf und Produktion von Verkaufs- und Promotionsfahrzeugen wieder übernehmen respektive weiterführen." C.d. Gestützt auf eine Vertragsauslegung kam das Obergericht zum Schluss, dass keine Geheimhaltungspflicht seitens B.________s bestehe. Im Übrigen habe dieser weder wissentlich noch willentlich gehandelt und sei vom Vorwurf des Verrats eines Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses nach Art. 162 StGB freizusprechen. Ebensowenig liege ein Verwertungsverbot für die von der A.________ AG B.________ anvertrauten Arbeitsergebnisse vor. Zudem könne letzterem auch hier kein (eventual) vorsätzliches Handeln vorgeworfen werden, weshalb hinsichtlich des Vorwurfs der Widerhandlung gegen das UWG (Art. 23 Abs. 1 und Art. 5 lit. a UWG) ebenfalls ein Freispruch zu ergehen habe.