Citation: U 94/06 10.11.2006 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer war ab 6. Juli 1998 zu einem Lohn von Fr. 5200.- im Monat (x 13) als Dachdecker angestellt. Am 16. Dezember 1999 teilte die für Personalfragen zuständige Mitarbeiterin des Arbeitgebers dem Aussendienstmitarbeiter der SUVA mit, W.________ habe ab 1. Februar 1999 um eine Reduktion der Arbeitszeit (zwei freie Tage in der Woche) ersucht, um einer Ausbildung nachzugehen. Die Firma habe diesem Begehren entsprochen und ihm ab diesem Zeitpunkt bei einem Arbeitspensum von 60 % einen Lohn von Fr. 3120.- ausgerichtet. Lediglich bei Verhinderung wegen Unfall, Krankheit oder Militärdienst sei der volle Lohn von Fr. 5200.- ausbezahlt worden. Anlässlich einer weiteren Vorsprache der SUVA vom 13. Dezember 2001 bestätigte die Mitarbeiterin des Arbeitgebers diese Angaben und führte ergänzend aus, die Verkürzung der Arbeitszeit und die Regelung bezüglich der Auszahlung des vollen Lohnes bei Unfall, Krankheit und Militärdienst seien mündlich vereinbart worden. Im Zeitpunkt des Unfalls habe W.________ während drei Tagen in der Woche gearbeitet und einen Lohn von Fr. 3120.- bezogen. Ab dem 7. September 1999 sei er jedoch krank gewesen, weshalb (in der Unfallmeldung) ein Lohn von Fr. 5200.- angegeben worden sei. In einem Schreiben an die SUVA vom 19. Dezember 2001 hielt die Firma nochmals fest, W.________ habe seit dem 6. Juli 1998 während fünf Tagen in der Woche als Dachdecker zu einem Monatslohn von Fr. 5200.- (x 13) gearbeitet. Mit mündlicher Vereinbarung seien ihm zwecks Absolvierung einer Berufsausbildung für die Dauer von zwei bis drei Jahren zwei freie Tage in der Woche bei entsprechender Lohnreduktion zugestanden worden mit der Einschränkung, dass bei Absenzen wegen Krankheit, Unfall oder Militärdienst der volle Lohn anzugeben sei ("l'obbligo di dichiarare il salario completo in caso di assenze per malattia, infortunio e militare"). Im Zeitpunkt des Unfalls vom 25. September 1999 habe W.________ während drei Tagen in der Woche gearbeitet. 2.2 In der Begründung der erstinstanzlichen Beschwerde vom 20. Februar 2005 führte der Beschwerdeführer aus, im Unfallzeitpunkt habe er über eine Vollzeitstelle verfügt. Auf sein Gesuch hin sei die Arbeitszeit ab Februar 1999 auf 60 % reduziert worden, später auf Anfrage des Arbeitgebers zeitweise (je nach Wetterbedingungen und Auftragslage) wieder erhöht worden. Die Arbeitszeitverkürzung sei im Hinblick auf eine berufliche Neuorientierung erfolgt. Er habe sich bei der AKAD (Akademikergesellschaft für Erwachsenenfortbildung) zu einem ca. halbjährigen Vorkurs (Selbststudium) im Hinblick auf eine vierjährige Ausbildung zum Physiotherapeuten angemeldet. Sein Ziel sei eine selbstständige Tätigkeit als Physiotherapeut mit eigener Praxis gewesen. Auf persönliche Vorsprache sei das Arbeitspensum per 1. September 1999 wieder auf 100 % festgesetzt worden. Im gleichen Monat sei er wegen eines Verhebetraumas krankgeschrieben worden. In der Replik zur Beschwerdeantwort der SUVA liess der Beschwerdeführer vorbringen, zwischen den Vertragsparteien sei mündlich vereinbart worden, dass er ab 1. September 1999 wieder ein volles Arbeitspensum leiste. Zu keinem Zeitpunkt sei vereinbart worden, dass bei Krankheit, Unfall oder Militärdienst der volle Lohn geschuldet sei. Es sei auch nicht einzusehen, aus welchem Grund der Arbeitgeber ein solches Zugeständnis hätte machen sollen. Nach Abschluss der ersten Ausbildungsphase von etwa sechs Monaten habe der Beschwerdeführer aus finanziellen Gründen ab 1. September 1999 wieder eine volle Erwerbstätigkeit aufgenommen, um die nächste Phase der Ausbildung finanziell abzusichern. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird ergänzend vorgebracht, auf die Angaben des Arbeitgebers, wonach er im Unfallzeitpunkt nur in reduziertem Umfang gearbeitet habe, könne nicht abgestellt werden, weil sie zunächst lediglich in Form von Aktennotizen vorgelegen hätten und eine schriftliche Bestätigung erst rund zwei Jahre später erfolgt sei. Im Übrigen könne die Feststellung in der Aktennotiz vom 16. Dezember 1999, wonach die Auszahlung des vollen Lohns bei Krankheit, Unfall und Militärdienst erfolgt sei, weil der Arbeitnehmer unter diesen Umständen auch die Schule nicht besuchen konnte ("in quanto non può frequentare la scuola in questione") nur in dem Sinne verstanden werden, dass sich die Arbeitgeberin bereit erklärt habe, auch die Schulzeit bzw. die Ausfallzeit zu vergüten. Es sei daher auch unter diesem Aspekt davon auszugehen, dass der zuletzt bezogene Lohn Fr. 5200.- betragen habe und damit ein volles Pensum (Tätigkeit und Schulzeit) abgedeckt worden sei.