Citation: 6S.62/2000 24.10.2000 E. 6

6. Anschliessend nahm Y. zusammen mit zwei anderenKandidaten um 20.00 Uhr an der Live-Sendung vom 22. April1996 teil. Während seinesAuftritts verwendete er die ihm bekannten Lösungengegenüber der Präsentatorin A. Wie es X. und die beidenMittäter erwartet und beabsichtigt hatten, ging Y. aufgrundseines Wissensvorsprungs als bester Kandidat aus den Runden1-3 hervor und konnte an der Finalrunde teilnehmen. Erwartungsgemäss ging er ebenfalls aus der Finalrunde alsSieger hervor und wies schliesslich einen Gewinn von Fr. 9'700.- auf. An der "Risiko-Tafel" erzielte Y. den Faktor"+5" und erhielt so von A. schliesslich einen Gesamtbetragvon Fr. 9'705.- zugesprochen. Y. gab sich während der Sendung gegenüber A. alsnormaler, lauterer Kandidat aus und verheimlichte dabei dieTatsache, dass er sich spielreglementswidrig und unterVerstoss gegen das Prinzip des "Fairplay", auf welchem dasTV-Quiz beruht und welches auch die Grundlage desschriftlichen Spielreglementes bildet, die Lösungenverschafft hatte und beabsichtigte, die Sendung derart zuseinen Gunsten zu manipulieren, dass die beidenMitkonkurrenten faktisch chancenlos waren. Indem er vor, während und nach der Live-Sendung die Rolle des scheinbarnormalen und regelkonform handelnden Kandidaten spielte, sich die - ihm scheinbar unbekannten - Fragen von A. stellen liess, überlegte und die Fragen dann - scheinbarausschliesslich aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten bzw. seines "normalen" Wissens - beantwortete, behauptete erstillschweigend, dass er die Lösungen nicht im Vorauskannte, und täuschte dadurch die Ordnungsmässigkeit desSpieles vor. Aufgrund des Gesamtverhaltens von Y. durfte und musste A. annehmen, dass er redlich und ohne spielwidrig erlangteVorkenntnisse bzw. ohne Anwendung von Kniffen am Quizteilnahm. Durch sein konkludentes Verhalten vor, währendund nach der Sendung erweckte er bei A. den falschenEindruck, dass er - wie die anderen beiden Kandidaten -keinerlei Kenntnisse von den gestellten Fragen bzw. denLösungen hatte und auf lautere Art und Weise gewann, weiler einfach ein ausserordentlich "guter" Kandidat sei. Diesen Irrtum von A. über die Tatsache, dass er dieLösungen für die Fragen vorgängig heimlich und unterUmgehung des Sicherheitsdispositives beschafft hatte, alsounfair spielte und sich so einen positiven Spielausgang undeinen finanziellen Gewinn gesichert hatte, unterhielt undfestigte er während der Sendung fortlaufend durch einbewusst unauffälliges und geschicktes Auftreten, indem erzum Beispiel einzelne Fragen absichtlich falschbeantwortete, damit A. keinen Verdacht schöpfte.