Citation: 6B_1264/2021 E. 1.8.1

1.8.1. Dabei erwägt sie, der Beschwerdeführer sei im Jahr 1971 in der Schweiz geboren und in U.________ aufgewachsen, wo er auch die Primar- und die Sekundarschule besucht habe. Zu Recht geht die Vorinstanz trotz seines rund zweijährigen Aufenthalt in Griechenland im Alter von rund sechs Jahren davon aus, der Beschwerdeführer habe die prägenden Kinder- und Jugendjahre grösstenteils in der Schweiz verbracht, wo er seit bald 50 Jahren lebt. Zufolge der Regelung gemäss Art. 66a Abs. 2 Satz 2 StGB, wonach der besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen ist, die in der Schweiz geboren und aufgewachsen sind, ist in diesem Fall grundsätzlich von einem bedeutenden Interesse am Verbleib in der Schweiz auszugehen. Dieses bedeutende Interesse besteht aber nicht, wenn beim Ausländer aufgrund seiner schlechten Integration ein Privatleben im Sinne von Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 EMRK nicht annehmbar ist (Urteil 6B_748/2021 vom 8. September 2021 E. 1.1.2 mit Hinweis). Unter dem Titel der Achtung des Privatlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK genügen zudem selbst eine lange Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration nicht; erforderlich sind besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (BGE 144 II 1 E. 6.1; vgl. oben E. 1.3.3). Es ist auch nicht schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz anzunehmen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). Der EGMR anerkennt vielmehr das Recht der Staaten, die Einwanderung und den Aufenthalt von Nicht-Staatsangehörigen auf ihrem Territorium zu regeln (BGE 144 I 266 E. 3.2). Berührt die Ausweisung Gewährleistungen von Art. 8 Ziff. 1 EMRK, ist der Eingriff nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu rechtfertigen. Die nationalen Instanzen haben sich von den im Urteil des EGMR Üner gegen Niederlande vom 18. Oktober 2006, Nr. 46410/99 resümierten Kriterien leiten zu lassen (vgl. Urteil des EGMR in Sachen M.M. gegen Schweiz vom 8. Dezember 2020, Nr. 59006/18, § 43; zum Ganzen: BGE 146 IV 105 E. 4.2; Urteil 6B_748/2021 vom 8. September 2021 E. 1.1.2 mit Hinweisen). Vorliegend zeigt der Beschwerdeführer nicht auf und ist auch nicht ersichtlich, dass er in der Schweiz besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur pflegt. Überdies macht er zu Recht auch nicht geltend, die Landesverweisung würde eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigen (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.3 mit Hinweisen). Die Eltern des Beschwerdeführers sind mittlerweile verstorben. Sein Bruder lebt hier, sein bisheriger Freundes- und Kollegenkreis befindet sich gemäss Angaben der Vorinstanz ebenfalls in der Schweiz, wobei sie zutreffend relativiert, dieser stamme nicht zuletzt aus dem Betäubungsmittelumfeld und sei deshalb nicht unproblematisch. Der Beschwerdeführer ist ledig und hat keine Kinder. Sein Vorbringen, wonach er in der Schweiz ausgezeichnete tiefe Beziehungen in erster Linie zu seinem Bruder und auch zu seinen Cousins und Cousinen habe, vermag den Begründungsanforderungen nicht zu genügen (Art. 42 Abs. 2 BGG).