Citation: 2C_837/2019 E. 5.3

5.3. Die bloss theoretische oder abstrakte Möglichkeit gegensätzlicher Interessenlagen reicht mit Blick auf Art. 12 lit. c BGFA nicht aus, um auf eine unzulässige Vertretung zu schliessen; verlangt wird vielmehr ein sich aus den gesamten Umständen ergebendes konkretes Risikoeines Interessenkonflikts. Sobald aufgrund der Umstände von einem solchen Risiko auszugehen ist, muss der betroffene Rechtsanwalt das Mandat sobald wie möglich (vgl. Art. 404 Abs. 2 OR) niederlegen (vgl. Urteil 1B_293/2016 vom 30. September 2016 E. 2.1, mit weiteren Hinweisen). Die Annahme einer Berufspflichtverletzung setzt in diesem Sinne nicht voraus, dass sich das aus dem Interessengegensatz ergebende Risiko bereits realisiert, und der Rechtsanwalt sein Mandat schlecht oder zum Nachteil des Klienten ausgeführt hat (BGE 135 II 145 E. 9.1 S. 154 f.; Urteile 1B_59/2018 vom 31. Mai 2018 E. 2.4; 2C_814/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1; je mit Hinweisen).