Citation: 1A.187/2005 09.12.2005 E. 4.3.4

4.3.4. Die Beschwerdeführer machen geltend, die Rechtshilfe verletze Art. 4 IRSG. Danach wird ein Ersuchen abgelehnt, wenn die Bedeutung der Tat die Durchführung des Verfahrens nicht rechtfertigt. Art. 4 IRSG erfasst, wie sich aus seiner Überschrift ergibt, Bagatellen. Es kann offen bleiben, ob Art. 4 IRSG im vorliegenden Fall, wo die Voraussetzungen der Rechtshilfe im RVAUS geregelt sind, anwendbar ist. Denn im australischen Verfahren geht es um keine Bagatelle. Für die Bejahung der beidseitigen Strafbarkeit genügte die Feststellung, dass das Verhalten der Angeschuldigten nach schweizerischem Recht von Art. 41 BEHG erfasst würde. Das bedeutet nicht, dass die australischen Behörden ausschliesslich wegen Verletzung der Meldepflicht ermittelten. Vielmehr werfen sie den Angeschuldigten überdies vor, vor der ASIC falsche Aussagen gemacht zu haben. Im Rechtshilfeersuchen wird sodann dargelegt, an der australischen Börse seien bezüglich der O.________ Ltd. verdächtige Handelsgeschäfte getätigt worden; diese hätten möglicherweise eine Reihe unterschiedlicher Straftaten umfasst; die australischen Behörden vermuteten, dass allenfalls Widerhandlungen gegen die australischen Börsenregeln und Marktmanipulationen erfolgt seien. Es handelt sich somit um einen grösseren und komplexen Fall.