Citation: 8C_27/2019 E. 5.4

5.4. Ob der Beschwerdeführer beim Herabsteigen von der Leiter ausgerutscht oder gestürzt ist, muss nicht näher geprüft werden. Denn vorliegend ist entscheidend (und umstritten), wann die Schmerzen einsetzten. Gemäss der Unfallmeldung soll dies jedenfalls nicht sofort geschehen sein, so dass er vorerst weitergearbeitet habe (zu welchem - späteren - Zeitpunkt die Schmerzen erstmals auftraten, geht aus dieser Meldung allerdings nicht hervor). Dem Bericht von Februar 2017, wonach er unmittelbar nach dem Ereignis "höllische" Schmerzen verspürt habe, kann insofern nicht gefolgt werden, als der Beschwerdeführer diese dramatische und detailreiche Darstellung erst erstellen liess, nachdem die Versicherung ihre ablehnende Haltung mit Brief vom 8. Dezember 2016 mitgeteilt hatte. Mithin lässt sich nicht ausschliessen, dass dabei versicherungsrechtliche Überlegungen bereits eine Rolle gespielt haben. Immerhin stimmt der Bericht in den Grundzügen mit den früheren Aussagen des Beschwerdeführers gegenüber der Care Managerin überein. Namentlich erwähnte er auch dort eine Verdrehung des Knies beim Herabsteigen von der Leiter, das anschliessende Auftreten von starken Schmerzen sowie die Einnahme von Ponstan, die das Fortsetzen der Arbeitstätigkeit erst ermöglicht habe. Sodann gilt es zu beachten, dass der Beschwerdeführer hier den Geschehensablauf zum ersten Mal mit eigenen Worten einer Mitarbeiterin der Versicherung darlegte, während die Unfallmeldung von einer Sachbearbeiterin der Arbeitgeberin verfasst worden war. Auch hatte er anlässlich dieser Besprechung aufgrund des vorangegangen Verhaltens der Versicherung noch keinen Anlass, an deren Leistungsbereitschaft zu zweifeln, was seine Darstellung als unbefangen erscheinen lässt. Auch aus der Aussage des Gutachters Dr. med. C.________, wonach bei einer medialen Meniskusläsion unmittelbar nach dem Ereignis eine erhebliche lokale Schmerzsymptomatik hätte bestehen müssen, lässt sich nichts anderes ableiten. Denn der Gutachter erachtete eine sofortige Arbeitsunfähigkeit nur als wahrscheinlich, nicht aber (wie die Vorinstanz festhält) als sicher, und setzte sich im Übrigen nicht mit der geltend gemachten Einnahme von starken Schmerzmitteln auseinander. Zwar trifft es zu, dass der Beschwerdeführer erst neun Tage nach dem Vorfall seinen Hausarzt aufsuchte. Er begründet dies zum einen wiederum mit der Schmerzmedikation. Zum andern sei ihm eine Arbeit zugewiesen worden, bei der er nicht mehr auf Leitern habe steigen müssen. Auch habe er bereits damals befürchtet, seine Anstellung zu verlieren und wegen seines faktischen Analphabetismus, seiner Dyskalkulie, des Fehlens jeglicher Ausbildung und seines fortgeschrittenen Alters keine neue Anstellung mehr zu finden. Wie es sich damit verhält, muss nicht untersucht werden. Denn jedenfalls erscheint das Zuwarten von neun Tagen auch mit Blick auf das von der Vorinstanz angeführte Urteil 8C_196/2017 vom 18. Juli 2017 (wo der erste Arztbesuch über einen Monat nach dem Unfall stattfand; s. E. 4.3 des Urteils), nicht als übermässig lang. In Abweichung von der Vorinstanz ist somit die Darstellung des Beschwerdeführers gegenüber der Care Managerin der Versicherung als unbefangene Aussage der ersten Stunde massgebend.