Citation: 2C_218/2019 E. 4.1

4.1. Ausländische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung haben Anspruch auf Familiennachzug, soweit sie mit dem niedergelassenen Partner zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1 AIG) bzw. - bei fortbestehender Ehegemeinschaft - einen wichtigen Grund für das Getrenntleben geltend machen können (Art. 49 AIG). Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit November oder Dezember 2015 getrennt von seiner niedergelassenen Ehefrau lebt und die Ehegemeinschaft nicht mehr fortbesteht. Deshalb kann sich der Beschwerdeführer an sich nicht auf Art. 43 Abs. 1 AIG berufen. Trotz Auflösens bzw. definitiven Scheiterns der Ehe besteht der Bewilligungsanspruch im Sinne von Art. 43 AIG indessen fort, wenn das Zusammenleben mindestens drei Jahre gedauert und die betroffene Person sich hier erfolgreich integriert hat (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG in der bis zum 31. Dezember 2018 gültig gewesenen, vorliegend noch massgebenden Fassung ["Integrationsklausel"]; vgl. BGE 140 II 289 E. 3 S. 291 ff.; 138 II 229 E. 2 S. 230; 136 II 113 E. 3.3.3 S. 119; zum Intertemporalrecht vgl. Art. 126 Abs. 1 AIG analog), oder wichtige persönliche Gründe geltend gemacht werden, die ihren weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG; BGE 138 II 229 E. 3 S. 231 ff. ["nachehelicher Härtefall"]). Vorbehalten bleiben jene Fälle, in denen der Anspruch rechtsmissbräuchlich geltend gemacht wird, namentlich weil die ausländerrechtlichen Vorschriften umgangen werden sollen (Art. 51 Abs. 2 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG).