Citation: 6B_683/2008 02.04.2009 E. 3

3.1 Die Beschwerdeführerin gab in der Spendendeklaration vom 29. Mai 2002 die kleinen und mittleren Spenden an die Gemeinde Mörel im Gesamtbetrag von Fr. 193'611.45 nicht an. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz deklarierte die Beschwerdeführerin diese Spenden entgegen ihren Behauptungen auch nicht mündlich, etwa an der Besprechung vom 28. Oktober 2002. Diese Feststellung lässt sich entgegen der appellatorischen Kritik der Beschwerdeführerin willkürfrei auf die Aussagen von Staatsrat B.________ und des Präsidenten der Arbeitsgruppe, A.________, stützen, die übereinstimmend erklärten, von diesen Spenden habe die Beschwerdeführerin nicht gesprochen. Hätte die Beschwerdeführerin diese Spenden mündlich erwähnt, so wäre sie zu einer Ergänzung der schriftlichen Deklaration vom 29. Mai 2002 aufgefordert worden. Die Beschwerdeführerin hat somit durch Unterdrückung der Tatsache, dass die Gemeinde Mörel kleine und mittlere Spenden von Privatpersonen im Gesamtbetrag von Fr. 193'611.45 erhalten hatte, die Mitglieder der Arbeitsgruppe getäuscht und irregeführt. 3.2 Eine Täuschung kann den Tatbestand des Betrugs nur erfüllen, wenn sie arglistig ist. Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt (BGE 6B_466/2008 vom 15. Dezember 2008 E. 5.2; BGE 128 IV 18 E. 3a, je mit Hinweisen). Arglist ist nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts gegeben, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, wenn mehrere Lügen derart raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeugen, dass sich selbst eine kritische Person täuschen lässt. Als besondere Machenschaften gelten Erfindungen und Vorkehren sowie das Ausnützen von Begebenheiten, die allein oder gestützt auf Lügen oder Kniffe geeignet sind, den Betroffenen irrezuführen (BGE 6B_466/2008 vom 15. Dezember 2008 E. 5.2 mit Hinweisen). Arglist kann aber auch bei einfachen falschen Angaben gegeben sein, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist oder wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass der Getäuschte die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 6B_466/2008 vom 15. Dezember 2008 E. 5.2; BGE 128 IV 18 E. 3a, je mit Hinweisen). Der Gesichtspunkt der Überprüfbarkeit erlangt nach der neueren Rechtsprechung auch bei Lügengebäuden und betrügerischen Machenschaften Bedeutung. Auch in diesen Fällen ist der Betroffene somit zu einem Mindestmass an Aufmerksamkeit verpflichtet und scheidet Arglist aus, wenn er die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet hat (BGE 6B_466/2008 vom 15. Dezember 2008 E. 5.2; BGE 126 IV 165 E. 3a). Die Gemeinde Mörel wurde - wie alle Gemeinden - mit Schreiben der Arbeitsgruppe vom 24. November 2000 und vom 3. Dezember 2001 aufgefordert, unter anderem sämtliche Spenden zu deklarieren, die ihr direkt zugeflossen waren. Diese Angabe war für die Erstellung der Schlussabrechnung wesentlich, in der bestimmt wurde, welchen Betrag einerseits die Gemeinde dem Kanton für die von diesem vorfinanzierten Arbeiten zurückzahlen musste und welchen Beitrag andererseits die "Glückskette" dem Kanton zu Handen der Gemeinde zukommen liess und der Kanton der Gemeinde gutschrieb. Den Mitgliedern der Arbeitsgruppe, die ohnehin schon stark belastet waren, war eine Überprüfung der Vollständigkeit dieser Angaben nicht zumutbar. Sie durften und mussten darauf vertrauen, dass die Beschwerdeführerin aufforderungsgemäss alle Spenden meldete. Sie mussten nicht damit rechnen, dass die Beschwerdeführerin die Katastrophe als Gelegenheit nutzen werde, für ihre Gemeinde einen dieser nicht zustehenden finanziellen Vorteil herauszuholen, indem sie eingegangene Spenden im Gesamtbetrag von Fr. 193'611.45 verschwieg. Die Nichtdeklarierung der kleinen und mittleren Spenden war daher arglistig.