Citation: 2C_538/2021 E. 4.3

4.3. Zur Abklärung, ob migrationsrechtliche Massnahmen verhältnismässig sind (vgl. Art. 96 AIG, Art. 5 Abs. 2 BV), muss eine Abwägung zwischen dem öffentlichen Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und an der Wegweisung der Beschwerdeführenden und deren privaten Interessen an ihrem Verbleib vorgenommen werden. Ausgangspunkt zur Beurteilung der persönlichen Interessen des Ausländers oder der Ausländerin bilden namentlich der Grad der Integration und die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile. Zu beachten ist auch die Qualität der sozialen, kulturellen und familiären Beziehungen sowohl im Gast- als auch im Heimatland (vgl. Urteile 2C_709/2019 vom 17. Januar 2020 E. 4; 2C_13/2018 vom 16. November 2018 E. 3.3; 2C_775/2017 vom 28. März 2018 E. 3.2; 2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016 E. 4.4). Von wesentlicher Bedeutung sind insbesondere die von der Wegweisung betroffenen Interessen der Kinder der ausländischen Person (vgl. Art. 11 Abs. 1 BV; Urteil 2C_709/2019 vom 17. Januar 2020 E. 6.2.2). Minderjährige in einem anpassungsfähigen Alter haben grundsätzlich dem Inhaber der elterlichen Sorge oder Obhut in die gemeinsame Heimat zu folgen, wenn dieser von einer Wegweisung betroffen ist (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4). Für schulpflichtige Kinder wird ein Umzug in die Heimat zusammen mit dem sorgeberechtigten ausländischen Elternteil in der Regel als zumutbar erachtet, wenn sie durch Sprachkenntnisse, gelegentliche Ferienaufenthalte und eine entsprechende Kulturvermittlung im familiären Rahmen mit den Verhältnissen im Heimatland vertraut sind (vgl. Urteile 2C_709/2019 vom 17. Januar 2019 E. 6.2.2; 2C_1064/2017 vom 15. Juni 2018 E. 6.5; 2C_1228/2012 vom 20. Juni 2013 E. 6.1).