Citation: 8C_182/2020 E. 4

Die Vorinstanz erwog, mit Entscheid vom 25. Oktober 2007 habe sie den natürlichen und den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 7. Dezember 1999 bejaht und festgestellt, dass die rückwirkende Leistungseinstellung per 19. September 2000 zu Unrecht erfolgt sei und auf Grund der medizinischen Aktenlage spätestens im Zeitpunkt, bis zu welchem Taggelder ausgerichtet worden seien, von einem erreichten Endzustand ausgegangen werden könne. Sie habe die Sache an die Hotela zurückgewiesen, damit diese ab diesem Zeitpunkt über den Rentenanspruch, die Integritätsentschädigung sowie weitere Leistungen nach Art. 21 UVG entscheide. Die Hotela habe in der Folge die Sache an die Lloyd's überwiesen, die - anstatt die Dauerleistungen auszurichten - sich auf den Standpunkt gestellt habe, das Gericht habe sich zur Kausalität nur im Hinblick zu den vorübergehenden Leistungen geäussert, und eine erneute Prüfung der Kausalität vorgenommen. Gestützt auf die technische Unfallanalyse und das biomechanische Gutachten habe die Lloyd's die Kausalität zwischen den HWS-Beschwerden und dem Unfall vom 7. Dezember 1999 ab dem 1. April 2005 verneint. In Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde habe das Gericht die Sache am 27. Januar 2011 erneut an die Lloyd's zur Festsetzung der geschuldeten Dauerleistungen zurückgewiesen. Dabei habe es festgehalten, dass der Entscheid vom 25. Oktober 2007 nicht anders verstanden werden könne, als dass die Feststellungen zum natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zumindest bis zum 10. April 2006 (Erlass des Einspracheentscheids der Hotela) verbindlich seien. Die Lloyd's sei daran im Rahmen der Festsetzung der Leistungen nach dem 1. April 2005 gebunden. Wenn die Lloyd's die Leistungspflicht ab 1. April 2005 hätte verneinen wollen, wäre ihr einzig der Weg über die prozessuale Revision resp. die Wiedererwägung des Entscheids vom 25. Oktober 2007 offen gestanden. Dieser Entscheid vom 27. Januar 2011 sei vom Bundesgericht am 13. Februar 2012 bestätigt worden. Die Lloyd's habe nunmehr ab 1. April 2005 eine Invalidenrente anerkannt. Soweit sie aber diese per 30. April 2006 mangels Kausalität aufgehoben habe, könne ihr nicht gefolgt werden. Gestützt auf die technische Unfallanalyse und das biomechanische Gutachten aus dem Jahr 2008 sei keine wesentliche Änderung des Sachverhalts ausgewiesen. Die Lloyd's vertrete selbst die Auffassung, dass weder in gesundheitlicher noch erwerblicher Hinsicht eine Veränderung auszumachen sei. Die Lloyd's wolle denn auch keine Revision nach Art. 17 ATSG vornehmen, sondern den Kausalzuammenhang von Anfang an verneinen. Da dieser aber bereits mit Entscheid vom 25. Oktober 2007 bejaht worden sei, bleibe kein Raum für eine erneute grundsätzliche Kausalitätsprüfung. Weiter sprach die Vorinstanz dem polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 13. Mai 2015 vollen Beweiswert zu und erachtete die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens bei Dr. med. C.________ als unzulässig, da das Gericht mangels Kenntnis der Einschätzung des Vertrauensarztes und dessen Qualifikation deren Notwendigkeit nicht beurteilen könne. Die Einwände der Lloyd's seien aber ohnehin nicht geeignet, das MEDAS-Gutachten in psychiatrischer Hinsicht in Frage zu stellen. So habe der Teilgutachter seine Diagnosen und die Kausalität hinreichend begründet. Auch habe er sich mit den damals massgeblichen Foerster-Kriterien auseinandergesetzt. Zudem sei auch das Gutachten der Klinik E.________ vom 16. Februar 2005 von einem Distorsionstrauma Quebec Task Force 2 ausgegangen und habe dem Unfall vom 19. Juni 2000 lediglich eine kurzzeitige Verschlechterung mit weitgehender Rückbildung der zusätzlichen Beschwerden zugeschrieben. Im Übrigen vermöchten auch die Ausführungen des Dr. med. C.________ das psychiatrische MEDAS-Teilgutachten nicht in Zweifel zu ziehen. Dieser habe mehrfach angemerkt, dass die Kriterien einer Neurasthenie erfüllt sein könnten und bezüglich der Schmerzstörung die Diagnose von der Interpretation und dem Verständnishorizont des Untersuchers abhängen würden. Entgegen der Ansicht des Dr. med. C.________, der den natürlichen Kausalzusammenhang zu verneinen versuche, genüge es jedoch, wenn die typischen Beschwerden innert weniger Tage nach dem Unfall diagnostiziert würden. Auch könne die natürliche Kausalität nicht gestützt auf die technische Unfallanalyse und das biomechanische Gutachten aus dem Jahr 2008 verneint werden, da diese höchstens Anhaltspunkte für die im Rahmen der Adäquanz relevante Beurteilung zur Unfallschwere liefern könnten. Schliesslich enthalte das Aktengutachten des Dr. med. C.________ keine eingehende Auseinandersetzung mit den Ausführungen des psychiatrischen MEDAS-Gutachters. Somit könne bezüglich der Kausalität und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht auf Dr. med. C.________ abgestellt werden. Gestützt auf die Aktenlage sei damit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit der Wegfall der Kausalität nachgewiesen. Demnach sei die Leistungseinstellung der Lloyd's per 30. April 2006 unrechtmässig und die Versicherte habe auch über den 30. April 2006 hinaus Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50 %. Zudem habe sie Anspruch auf einen Verzugszins von 5 %.