Citation: 8C_791/2007 08.08.2008 E. 3

3. In der Bescherdeschrift wird einerseits das Valideneinkommen, das die Vorinstanz in ihrem Einkommensvergleich berücksichtigte, und andererseits der der Beschwerdegegnerin bei der Bestimmung des Invalideneinkommens zugebilligte behinderungsbedingte Abzug von den vom Bundesamt für Statistik im Rahmen ihrer Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelten Lohndaten beanstandet. 3.1 Die Beschwerdegegnerin hatte nach der obligatorischen Schulzeit in einer Firma erfolgreich eine kaufmännische Lehre absolviert, gab ihre dortige Anstellung jedoch schon wenige Monate nach dem Lehrabschluss auf, um mit einer Freundin Australien zu bereisen. Behinderungsbedingt waren ihr schon in ihrem Lehrbetrieb gewisse Tätigkeiten mit Kundenkontakten wegen der auf ihren Hörschaden zurückzuführenden Kommunikationsschwierigkeiten verschlossen geblieben, sodass sie sich mit einem eingeschränkten Einsatzbereich hatte begnügen müssen, der ihr kaum Befriedigung verschaffte. Nach der Rückkehr in die Schweiz bot sich ihr schon bald die Möglichkeit, einen kleinen Betrieb zu übernehmen, welchen sie von 1992 bis Ende April 2001 auf eigene Rechnung betrieb. Damit hatte sie eine Betätigung gefunden, welche sie trotz ihrer Behinderung bewältigen konnte und welche ihr, auch wenn ihre Einkünfte weit unter den Einkommen kaufmännischer Angestellter lagen, ein zwar bescheidenes, aber doch existenzsicherndes Auskommen ermöglichte. Dieses Geschäft musste sie nicht etwa aus invaliditätsbedingten Gründen aufgeben, sondern in erster Linie wegen einer neuen Verkehrsführung, welche zur Folge hatte, dass die Kunden mangels Zufahrt zu ihrem Betrieb ausblieben. Wenn die Beschwerdeführerin die mit dem kleinen Betrieb erzielten Einkünfte als Valideneinkommen einsetzen möchte, trägt sie dem Umstand zu wenig Rechnung, dass die Beschwerdegegnerin seit frühester Kindheit an einem Gehörschaden litt, welcher sich in den letzten Jahren stark progredient entwickelte. Unter diesen Umständen aber können die Einkünfte, mit welchen sich die Versicherte über Jahre hinweg zufrieden gegeben hatte, nicht als das ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielte Valideneinkommen qualifiziert werden. Mit Recht erwog das kantonale Gericht bei dieser sachverhaltlichen Ausgangslage vielmehr, es sei nicht anzunehmen, dass sich die Versicherte auch ohne ihren Gesundheitsschaden mit dem bescheidenen Einkommen begnügt hätte, das sie mit ihrem Betrieb realisierte. Es ging daher davon aus, dass sie ohne ihre Behinderung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen einträglicheren beruflichen Werdegang in ihrem erlernten Beruf im kaufmännischen Sektor eingeschlagen hätte. Aus diesem Grund zog es zur Bestimmung des Valideneinkommens die LSE 2004 bei und erachtete es als gerechtfertigt, auf die danach an Frauen für Tätigkeiten mit Anforderungsprofil 3 bezahlten Löhne von jährlich Fr. 60'777.- abzustellen. Inwiefern dies rechtswidrig sein sollte, ist angesichts der nachvollziehbaren und überzeugenden vorinstanzlichen Argumentation nicht zu erkennen. 3.2 Der bei der Ermittlung des Invalideneinkommens von der Vorinstanz zugebilligte 10 %ige leidensbedingte Abzug vom anhand der LSE 2004 ermittelten Invalideneinkommen trägt einer zur rein medizinisch begründeten Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 80 % hinzutretenden leidensbedingten Beeinträchtigung Rechnung. Entgegen der Auffassung der Bescherdeführerin lässt sich das Vorgehen des kantonalen Gerichts auch diesbezüglich nicht beanstanden. Tatsächlich dürfte die Versicherte nicht nur wegen der ärztlicherseits bescheinigten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20 % einen tieferen Verdienst akzeptieren, sondern darüber hinaus mit einer zusätzlichen Lohnreduktion rechnen müssen. Dies, weil ein potentieller Arbeitgeber auf Grund der gravierenden Schwerhörigkeit vor allem auf kommunikativer Ebene verschiedene Erschwernisse in Kauf zu nehmen bereit sein muss, was sich auf ein allfälliges Lohnangebot ungünstig auswirken dürfte. Das - in der Beschwerdeschrift nicht bemängelte - Ausmass des vorgenommenen Abzuges beschlägt eine typische Ermessensfrage und könnte daher letztinstanzlich nur im Falle einer rechtsfehlerhaften Ermessensausübung korrigiert werden (BGE 132 V 393 E. 3.3 in fine S. 399). 3.3 Die Rückweisung der Sache an die Beschwerdeführerin zur definitiven Bestimmung des Rentenbeginns - was auch eine abschliessende Klärung allfälliger noch in Betracht fallender beruflicher Eingliederungsmassnahmen voraussetzt -, ist in der Beschwerdeschrift unbeanstandet geblieben. Ausführungen zu diesem Aspekt erübrigen sich.