Citation: 9C_99/2019 E. 3

Das kantonale Gericht hat festgestellt, dem psychiatrischen asim-Gutachten des Dr. med. C.________ sei zu entnehmen, aus rein fachärztlicher Sicht bestehe seit dem Herzinfarkt Ende April 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Der Versicherte sei in einer Negativspirale aus Angst und Schock durch den Herzinfarkt, fehlende intellektuelle und psychische Ressourcen zur Krankheitsverarbeitung und den Verlust der sozialen und beruflichen Identität in einer Selbstwertkrise gefangen, die zusätzlich zu den biologisch wahrnehmbaren Leistungseinbussen zu einer mittelgradigen depressiven Symptomatik geführt habe. Diese habe sich seit dem Herzinfarkt bei fehlender regelmässiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung chronifiziert. Die vom behandelnden Psychiater Dr. med. D.________ bei den Konsultationen vom 23. Juni und 13. Juli 2015 sowie 12. Januar 2016 gestellten Diagnosen wichen nicht wesentlich von der Diagnosestellung des psychiatrischen asim-Gutachters ab. Die formalen Unterschiede seien dadurch entstanden, dass im Gutachtenssetting ein grösserer Zeitumfang zur Verfügung gestanden habe und mit dem Übersetzer eine vertiefte Exploration möglich gewesen sei. Aus den Berichten des Dr. med. D.________ gehe klar ein erheblicher Leidensdruck hervor, sodass retrospektiv mit Sicherheit davon ausgegangen werden könne, dass der Versicherte bereits damals eine mindestens mittelgradige depressive Störung gehabt habe.