Citation: 6B_780/2010 13.01.2011 E. 5.2

5.2.1 Die Vorinstanz erwägt, es gebe keine Zweifel, dass der angeklagte Sachverhalt zutreffe (angefochtenes Urteil S. 71). Danach sei das Opfer von April 2006 bis 31. Oktober 2007 teils in Begleitung von Freundinnen oder ihres Bruders regelmässig zur Freundin des Beschwerdeführers bzw. zum Beschwerdeführer zu Besuch gekommen, um mit den jungen Katzen zu spielen. Als der Beschwerdeführer mit dem Opfer alleine gewesen sei, habe er ihm am Computer mehrere Bilder gezeigt, auf denen nackte Frauen und Männer zu sehen gewesen seien, welche sexuelle Handlungen (z.B. Oralverkehr) vorgenommen hätten. An einem anderen Tag habe das Opfer im Schlafzimmer sein Glied mit der Hand hin- und herreiben müssen, bis er zum Samenerguss gekommen sei. Das Ejakulat sei auf den Boden gelangt. Einige Male habe das Opfer sein Glied in den Mund nehmen, daran lecken und ihn mit den Händen befriedigen müssen. Er habe dabei teils in den Mund des Opfers ejakuliert, was dieses als eklig empfunden und den Mund mit Wasser ausgewaschen habe. Mehrmals habe er auch mit der Hand und den Fingern zwischen die nackten Beine an das Geschlechtsteil des Opfers gefasst und sein Glied in den Scheidenvorhof des Opfers eingeführt. Es sei dabei rücklings auf dem Bett gelegen, der Beschwerdeführer sei über ihm gewesen. Dabei habe das Opfer Schmerzen verspürt. Aufgrund unklarer Aussagen geht die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer beim Vaginalverkehr Präservative benutzt habe (angefochtenes Urteil S. 86). Am 28. Oktober 2007 habe der Beschwerdeführer dem Opfer im Wohnzimmer beim Sofa die Hose und Unterhose heruntergezogen. Er habe das Opfer mit dem Finger im Scheidenvorhof und im Anus ausgegriffen. Dies habe je zu einer 3 - 4 mm messenden blutenden Wunde in der Scheide und im After geführt. Durch die Handlungen habe das Opfer Schmerzen erlitten. Anlässlich der Taten habe er dem Opfer gesagt, es dürfe niemandem davon berichten. Er habe das Opfer so unter Druck gesetzt, dass es sich gegen die sexuellen Handlungen nicht wehrte. Er habe ihm auch einmal ein Zehnrappenstück gegeben. Das Opfer habe sich nicht gut gefühlt und Angst vor dem Beschwerdeführer gehabt. Teilweise habe es sich bei den sexuellen Handlungen geäussert, es wolle das nicht und dabei geweint. Der Beschwerdeführer habe trotzdem nicht von ihm abgelassen. Teilweise habe er die Türe abgeschlossen und den Schlüssel stecken lassen. 5.2.2 Beim Opfer wurden am 29. Oktober 2007 im Kinderspital Zürich die in der Anklage aufgeführten Wunden in Scheide und After festgestellt. Frische oder alte Verletzungen des Jungfernhäutchens waren keine sichtbar. Die Gutachterin erklärte, eine Scheidenvorhofpenetration mit einem grossen Penis habe beim Opfer nicht zwingend zu Gewebseinrissen mit bleibender Narbenbildung führen müssen (angefochtenes Urteil S. 27 bis 31). Die Infektion des Opfers mit Feigwarzen vom Typ HPV 6 sei ein Indiz für einen sexuellen Kontakt mit dem Beschwerdeführer, da dieser ebenfalls mit demselben Virustyp infiziert sei (angefochtenes Urteil S. 32), wobei die Vorinstanz von einer Übertragung mit dem Finger ausgeht (angefochtenes Urteil S. 87). Das Opfer habe keinen Vorfall geschildert, bei welchem anlässlich der Untersuchung zwingend hätten Spermaspuren gefunden werden müssen, weshalb sich aus dem Fehlen solcher Spuren nichts schliessen lasse (angefochtenes Urteil S. 27 bis 31). Hingegen sei im Spickelbereich des Slips des Opfers eine komplexe Mischspur mit DNA-Rückständen von mindestens zwei männlichen Personen gefunden worden. Die Wahrscheinlichkeit, dass nebst dem Opfer der Beschwerdeführer Spurengeber sei, werde mehrere Milliarden mal höher eingeschätzt, als die Beteiligung durch eine unbekannte Drittperson. Der Bruder des Opfers sei als Spurengeber auszuschliessen. Das am Slip vorgefundene DNA-Profil erachtet die Vorinstanz als weiteres Indiz für den sexuellen Missbrauch durch den Beschwerdeführer und damit indirekt auch für frühere Übergriffe. Nicht glaubhaft sei, dass diese Spuren vom Anfassen eines gebrauchten Kondoms, einem Gang zur Toilette, dem Sitzen auf dem Bett oder dem Motorrad herrührten. 5.2.3 Aus den Aussagen des Beschwerdeführers, das Opfer sei für ihn wie ein eigenes Kind und es habe Angst vor ihrer Familie gehabt bzw. sei gerne zu ihm und seiner Freundin gekommen, leitet die Vorinstanz ab, es gebe keinen Hinweis, weshalb das Opfer den Beschwerdeführer falsch beschuldigen sollte (angefochtenes Urteil S. 34, 36 und 37). Sie hält seine Aussagen für widersprüchlich. In seiner Erstaussage gehe er davon aus, das Opfer leite seine Aussagen aus Pornofilmen ab (angefochtenes Urteil S. 36). In weiteren Einvernahmen äussere er neu den Verdacht, das Opfer werde vom Bruder missbraucht. Er habe den Kreis sogar noch weiter gezogen und den Vater des Opfers als mutmasslichen Täter und die Schwester des Opfers als weiteres Opfer in seine Schilderungen einbezogen. Diese Schilderungen seien wenig glaubhaft, habe er doch nicht von Anfang an die Familie des Opfers verdächtigt. Das Opfer habe keine Andeutungen gemacht, welche auf einen Missbrauch seitens ihres Vaters oder Bruders schliessen liessen. Es sei kein Motiv ersichtlich, warum das Opfer einzig und unmissverständlich den Beschwerdeführer hätte belasten sollen. Hätte die Mutter des Opfers jemanden im Familienumfeld als Täter verdächtigt, hätte sie sich kaum ins Kinderspital begeben, sondern versucht, die Spuren zu vertuschen. Insbesondere hätten die Verletzungen den Gang ins Spital nicht aufgedrängt, weshalb sie das Opfer vorerst in die Schule geschickt habe (angefochtenes Urteil S. 38 ff.). Weder aus den Aussagen der Freundin des Beschwerdeführers, der Mutter bzw. des Bruders des Opfers ergäben sich Hinweise, welche eine Falschaussage des Opfers nahelegten, da aufgrund des guten Verhältnisses zum Beschwerdeführer kein Grund für eine unnötige belastende Aussage bestehe. Zudem habe nur der Beschwerdeführer als Täter wissen können, dass das Einführen des Fingers in die Scheide des Opfers keine Spuren hinterlassen habe und das Jungfernhäutchen noch intakt sei. Seine Aussage, bei einer Penetration mit dem Finger könne es nicht mehr Jungfrau sein, sei dahingehend zu werten, dass er als Täter um die Jungfräulichkeit gewusst habe (angefochtenes Urteil S. 36). 5.2.4 Das Opfer wirke sehr kindlich und es sei ihm peinlich gewesen, über die Vorfälle zu sprechen. Es habe sämtliche angeklagten Sachverhalte in anschaulicher und glaubhafter Weise geschildert und diese in Anwesenheit des Beschwerdeführers und seines Verteidigers wiederholt. Mit dem beschränkten Ausdrucksvermögen wirke das Opfer kindlich, naiv und authentisch. Der regelmässige Besuch in der Nachbarwohnung trotz des sexuellen Missbrauchs sei damit zu erklären, dass die jungen Katzen eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf das Mädchen gehabt hätten. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer und dessen Freundin bei der Familie des Opfers als vertrauenswürdig gegolten hätten, was es in einen zusätzlichen Zwiespalt gebracht habe (angefochtenes Urteil S. 70 ff.). Die Vorinstanz lehnt eine weitere gynäkologische Untersuchung des Opfers ab, da eine solche bezüglich den Vorgängen im Tatzeitraum keine weiteren Erkenntnisse bringen könne.