Citation: 5C.102/2001 22.06.2001 E. 6

6.- Die Beklagte stellt in Abrede, dass bei ihr mit vormundschaftlichen Massnahmen überhaupt etwas erreichbar sei. Sie wendet ein, die vage Möglichkeit, dass eine Therapie gelingen könnte, genüge nicht für eine Entmündigung; vormundschaftliche Massnahmen seien nicht gerechtfertigt, wenn keine Verbesserung des Zustandes erreichbar sein sollte. Ihre Entmündigung sei so unangemessen wie untauglich. a) Welche vormundschaftliche Massnahme anzuordnen ist, um das besondere Schutzbedürfnis der Beklagten zu befriedigen, beurteilt sich in erster Linie nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit des Eingriffs in die persönliche Freiheit (Schnyder/Murer, N. 162 zu Art. 369 ZGB). Die konkrete Massnahme erscheint als verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, den angestrebten Schutzzweck zu erreichen, und wenn sie die Freiheit des Betroffenen weder stärker noch schwächer beschränkt als dies nach Massgabe des Schutzzwecks notwendig ist (Langenegger, N. 7 der Vorbem. zu Art. 360-456 ZGB und N. 18 zu Art. 369 ZGB; Riemer, Grundriss des Vormundschaftsrechts,