Citation: 2C_246/2023 E. 7.3.1

7.3.1. Der Kanton Bern erklärte zwar den Beitritt zur Interkantonalen Vereinbarung (vgl. Art. 2 IVöBG/BE; vgl. auch Urteil 2C_848/2022 vom 27. März 2024 E. 4), jedoch lediglich unter den in Art. 3 IVöBG/BE genannten Vorbehalten (vgl. E. 6.3.1 des angefochtenen Urteils). Das Interkantonale Organ für das öffentliche Beschaffungswesen (InöB), dem der Beitritt zur Vereinbarung zu erklären ist (vgl. Art. 63 Abs. 1 IVöB 2019), akzeptierte die Vorbehalte nicht, weshalb der Kanton Bern nicht Mitglied der IVöB 2019 ist (vgl. E. 6.3.1 des angefochtenen Urteils; vgl. auch Claudia Schneider Heusi, Neues Vergaberecht in den Kantonen: Überblick und erste Bilanz, ZBl 10/2023 S. 515 ff., S. 522). Nach dem kantonalen Recht des Kantons Bern gilt die IVöB 2019 allerdings mit den Vorbehalten sinngemäss als kantonales Gesetzesrecht, falls der Beitritt des Kantons zur IVöB 2019 mit den Vorbehalten gemäss Art. 3 IVöBG/BE nicht wirksam erfolgen kann (vgl. Art. 4 Abs. 1 Satz 1 IVöBG/BE). Der Regierungsrat stellt dies gegebenenfalls durch Verordnung fest (vgl. Art. 4 Abs. 1 Satz 2 IVöBG/BE), was er in Art. 21a der Verordnung des Kantons Bern vom 17. November 2021 zur Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöBV/BE; BSG 731.21) gemacht hat.