Citation: 1A.198/2000 19.12.2000 E. 3

3.-Zur Beschwerdeführung gegen Schlussverfügungen (im Sinne von Art. 80d und Art. 80g Abs. 1 IRSG) ist nur berechtigt, wer persönlich und direkt von den angeordneten Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). a) Ein schutzwürdiges Interesse liegt nicht schon dann vor, wenn jemand irgendeine Beziehung zum Streitobjekt zu haben behauptet. Vielmehr muss eine vom einschlägigen Bundesrecht erfasste "spezifische Beziehungsnähe" dargetan sein. Eine blosse mittelbare Betroffenheit genügt hingegen nicht (BGE 126 II 258 E. 2d S. 259 f.; 125 II 356 E. 3b/aa S. 361 f.; 123 II 153 E. 2b S. 158, je mit Hinweisen). Als persönlich und direkt betroffen (im Sinne von Art. 80h lit. b und Art. 21 Abs. 3 IRSG) wird im Falle der Erhebung von Konteninformationen der jeweilige Kontoinhaber angesehen (Art. 9a lit. a IRSV), im Falle von Hausdurchsuchungen der jeweilige Eigentümer oder Mieter (Art. 9a lit. b IRSV). Das Analoge gilt nach der Rechtsprechung für Personen, gegen die unmittelbar Zwangsmassnahmen angeordnet wurden (BGE 123 II 153 E. 2b S. 157; 122 II 130 E. 2b S. 133). b) Wie in Erwägung 2 dargelegt, beschränkt sich der angefochtene Rechtshilfeentscheid auf die Einsicht in Ermittlungsakten des Verwaltungsstrafverfahrens, welches die OZD gegen den Beschwerdeführer als Geschäftsführer der Fa. A.________ AG geführt hat. Wie den Akten zu entnehmen ist, hat die OZD dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 10. Dezember 1999 ausdrücklich die Gelegenheit eingeräumt, bei der Zollkreisdirektion II (Untersuchungsdienst) Einsicht in das Zollermittlungsdossier zu nehmen. Im betreffenden Verwaltungsstrafverfahren waren Geschäftsunterlagen der Firmen A.________ AG, sowie B.________ AG, erhoben worden. Ausserdem enthält das Dossier amtliche Unterlagen, insbesondere Zolldeklarations- und Abfertigungsdokumente, amtliche Korrespondenz sowie Einvernahmeprotokolle von befragten Personen. Hingegen befinden sich unter den Zollermittlungsakten keine persönlichen Dokumente oder Gegenstände des Beschwerdeführers. Gegenteiliges wird von diesem auch nicht behauptet. Vielmehr macht er geltend, es befänden sich unter den von der Rechtshilfe betroffenen Akten amtliche Protokolle von Einvernahmen, an denen er teilgenommen habe. Soweit Geschäftspapiere der Firma A.________ AG erhoben worden sind, ist nicht der Beschwerdeführer, sondern die Firma davon persönlich und direkt betroffen. c) Zur Begründung seiner Legitimation bringt der Beschwerdeführer lediglich vor, in den Ermittlungsakten befänden sich "Kopien von Protokollen über Befragungen des Beschwerdeführers durch die Eidgenössische Oberzolldirektion". "Die Befragungen" seien insofern "unter Zwang erfolgt", als er "unter Androhung polizeilicher Vorführung im Falle nicht freiwilligen Erscheinens vorgeladen worden" sei. Nach der Praxis des Bundesgerichtes werden rogatorische Einvernahmen ("interrogatoires") unter Erscheinungspflicht zu den prozessualen Zwangsmassnahmen gezählt, welche grundsätzlich eine Beschwerdelegitimation des Befragten begründen. Das gilt auch für Aussagen im Rahmen von Zollermittlungsverfahren. Allerdings beschränkt sich das betreffende schutzwürdige Interesse auf Protokolle mit eigenen Aussagen des Befragten. Bezüglich weiterer Unterlagen, die weder ihm gehören, noch im Rahmen von Zwangsmassnahmen (z.B. Beschlagnahmen) gegen den Befragten selbst erhoben wurden, besteht hingegen keine Beschwerdelegitimation (BGE 126 II 258 E. 2d/bb S. 261; 122 II 130 E. 2b S. 133; 121 II 459 E. 2c S. 461 f., je mit Hinweisen). d) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer zur Anfechtung der bewilligten Rechtshilfe nur soweit legitimiert ist, als die amtlichen Protokolle seiner eigenen Aussagen betroffen sind.