Citation: 1C_274/2021 E. 4.2

4.2. Unter Bezugnahme auf die kantonalen Gesetzesmaterialien begründete die Vorinstanz die Nichtberücksichtigung der oberirdischen Teile der Tiefgarage und des Velounterstands bei der Bestimmung der zulässigen Baumasse damit, dass es den Gemeinden gemäss § 49 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a PBG, vorbehältlich abweichender kantonaler Zonenvorschriften, grundsätzlich frei stehe, ob sie die zulässige Grundstücksausnützung mittels Festschreibung von Nutzungsziffern regeln oder gänzlich davon absehen wollten. Liege es im Ermessens-spielraum der Gemeinden, ob sie in ihrer baurechtlichen Grundordnung Baumassenziffern einführen oder vollständig darauf verzichten, müsse es ihnen im Umkehrschluss ebenso erlaubt sein, nur für einzelne Gebäudekategorien Baumassenziffern vorzusehen und andere davon auszunehmen. Die Auslegung von § 13 Abs. 1 ABV führe deshalb zum Ergebnis, dass eine von der Bestimmung intendierte gesonderte Regelung der Baumassenziffer von den Gemeinden auch so gestaltet werden könne, dass für besondere Gebäude im Sinne von § 273 Abs. 1 PBG keine Baumassenziffer festgelegt werde und diese dadurch bei der Berechnung der Baumasse nicht berücksichtigt würden. Wenn die Gemeinde Horgen in der Wohnzone W 2.5 einzig eine Baumassenziffer für Hauptgebäude festgelegt habe, stelle dies somit keine Gesetzeslücke dar. Vielmehr sei dies im Lichte kantonalrechtlicher Vorgaben als bewusster Verzicht auf die Festsetzung einer Baumassenziffer für besondere Gebäude zu verstehen. Weil die oberidischen Teile der geplanten Tiefgarage sowie der Velounterstand nach vorinstanzlicher Auffassung besondere Gebäude im Sinne von § 273 Abs. 1 PBG darstellten, müssten sie somit bei der Berechnung der zulässigen Baumasse nicht berücksichtigt werden.