Citation: 2C_348/2020 E. 5.2.1

5.2.1. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG (bis zum 31. Dezember 2019: AuG) kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfristigen Strafe verurteilt worden ist. Dies ist praxisgemäss der Fall, wenn die Strafe die Dauer von einem Jahr überschreitet; dabei spielt keine Rolle, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (BGE 139 I 16 E. 2.1 S. 18). Soweit der Beschwerdeführer sich auf die Rechtsprechung zur strafrechtlichen Landesverweisung und den dort geregelten Härtefall beruft (vgl. Art. 66a Abs. 2 StGB [SR 311.0]), verkennt er, dass vorliegend ein ausländerrechtlich verfügte Aufenthaltsbeendigung zur Diskussion steht, weshalb auf die entsprechende verwaltungsrechtliche Praxis abzustellen ist, auch wenn sich diese teilweise mit der strafrechtlichen decken mag (BGE 144 IV 332 E. 3.3.3 und 3.4.2). Der Beschwerdeführer relativiert zwar gestützt auf seinen psychischen Zustand die Schwere seiner Delinquenz, stellt jedoch nicht (mehr) ernsthaft in Abrede, dass er den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG erfüllt. Es liegt damit hinsichtlich des Eingriffs in den Schutzbereich der Garantien von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV eine gesetzliche Grundlage vor, welche dem zulässigen Zweck der Verhinderung weiterer Straftaten und dem Schutz des wirtschaftlichen Wohls des Landes dient.