Citation: 1C_191/2010 07.10.2010 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung des Vertrauensschutzes geltend. Er führt aus, der (angeblich) baurechtswidrige Zustand sei durch die zuständigen Behörden während Jahrzehnten geduldet worden. Zudem habe er aufgrund einer telefonischen Auskunft und eines im Auftrag des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) verfassten Schreibens vom 28. Februar 2005 davon ausgehen dürfen, dass er den Aushub bewilligungsfrei auf dem Nachbargrundstück ablagern dürfe. Aus der Begründung des angefochtenen Entscheids ergebe sich, dass sich das Bewilligungsverfahren äusserst komplex darstelle. Es könne ihm deshalb nicht zum Nachteil gereichen, wenn er sich auf die Auskünfte des AWEL verlassen habe. Schliesslich bestehe kein öffentliches Interesse am Abtransport der abgelagerten Erde, und eine Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands wäre auch nicht als verhältnismässig einzustufen. 3.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verwirkt der Anspruch der Behörden auf Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands im Interesse der Rechtssicherheit grundsätzlich nach 30 Jahren, sofern der Kanton keine kürzeren Verwirkungsfristen vorsieht. Kürzere Verwirkungsfristen können sich jedoch aus Gründen des aus Art. 9 BV abgeleiteten Vertrauensschutzes ergeben. Dies ist namentlich der Fall, wenn die Baupolizeibehörden zwar vor Ablauf der 30-jährigen Frist einschreiten, den rechtswidrigen Zustand aber über Jahre hinaus duldeten, obschon ihnen die Gesetzwidrigkeit bekannt war oder sie diese bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt hätten kennen müssen. Darauf kann sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aber nur berufen, wer selbst in gutem Glauben gehandelt hat, d.h. angenommen hat und (unter Anwendung zumutbarer Sorgfalt) annehmen durfte, die von ihm ausgeübte Nutzung sei rechtmässig bzw. stehe mit der Baubewilligung in Einklang (vgl. zum Ganzen BGE 132 II 21 E. 6 S. 35 ff.; BGE 1C_556/2009 E. 7). 3.3 Die vom Beschwerdeführer getätigten Ablagerungen im Wald sind unter verschiedenen Gesichtspunkten bewilligungspflichtig. So ist für wesentliche Geländeänderungen, auch soweit sie der Ablagerung von Materialien dienen, eine baurechtliche Bewilligung nach dem kantonalen Gesetz über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht vom 7. September 1975 (Planungs- und Baugesetz, PBG/ZH; LS 700.1) erforderlich (vgl. § 309 lit. f PBG/ZH). Gemäss Art. 30e Abs. 1 USG (SR 814.01) dürfen Abfälle nur auf Deponien abgelagert werden. Wer eine Deponie errichten oder betreiben will, braucht eine Bewilligung des Kantons. Sie wird ihm nur erteilt, wenn er nachweist, dass die Deponie nötig ist. In der Bewilligung werden die zur Ablagerung zugelassenen Abfälle umschrieben (Art. 30e Abs. 2 USG). Deponien im Wald benötigen zudem eine Ausnahmebewilligung vom Rodungsverbot (Art. 5 WaG), denn als Rodung gilt die dauernde oder vorübergehende Zweckentfremdung von Waldboden (Art. 4 WaG). Ferner ist eine raumplanerische Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG notwendig. Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers kann die von ihm angeführte Komplexität des Bewilligungsverfahrens bzw. die Notwendigkeit mehrerer Bewilligungen offensichtlich nicht dazu führen, dass er von der gänzlichen Bewilligungsfreiheit ausgehen konnte. Das Wissen, dass die Erstellung einer betonierten Zufahrt und die umfangreiche Ablagerung von Aushubmaterial im Wald nicht ohne formelles Bewilligungsverfahren ausgeführt werden dürfen, muss auch bei "Laien" vorausgesetzt werden können. Bei der geltenden Rechtslage könnte eine telefonische Auskunft keine hinreichende Vertrauensgrundlage bilden - ganz abgesehen davon, dass die vom Beschwerdeführer behauptete telefonische Zusicherung durch einen Mitarbeiter des AWEL auch nicht erstellt ist. Schliesslich kann der Beschwerdeführer auch aus dem im Auftrag des AWEL verfassten Schreiben vom 28. Februar 2005 nichts zu seinen Gunsten ableiten. Gegenstand des Schreibens bildet die Information über belastete Standorte; eine Bewilligung zur Materialablage wird darin nicht erteilt. Mangels Handelns in gutem Glauben kann sich der Beschwerdeführer somit nicht mit Erfolg auf die Grundsätze des Vertrauensschutzes berufen. Dementsprechend stellt sich die Frage der Zusprechung von Schadenersatz nicht, und der Beschwerdeführer hat als Verursacher die Kosten der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu tragen, sofern diese im öffentlichen Interesse liegt und verhältnismässig ist. 3.4 Dies ist der Fall. Die Trennung des Baugebiets vom Nichtbaugebiet (BGE 132 II 21 E. 6.4 S. 40 mit Hinweis) und die Beachtung des Grundsatzes, wonach nicht verwertbare Abfälle nur auf dafür vorgesehenen Deponien abgelagert werden dürfen (Art. 30e Abs. 1 USG; Urteil des Bundesgerichts 1C.397/2007 vom 27. Mai 2008 E. 3.4, in: URP 2008 S. 590), stellen gewichtige öffentliche Interessen dar. Gleiches gilt für das Verbot der Zweckentfremdung des Waldbodens (vgl. Art. 4 WaG). Dem Beschwerdeführer ist eine erhebliche Beeinträchtigung des Waldes durch die Erstellung einer betonierten Zufahrt und die Ablagerung einer grösseren Menge von Aushubmaterial anzulasten. Das gewichtige öffentliche Interesse am Wiederherstellungsbefehl überwiegt die rein wirtschaftlichen Interessen des Beschwerdeführers, zumal dieser nicht in gutem Glauben gehandelt hat. Das Raumplanungs- und Abfallrecht des Bundes kann nur ordnungsgemäss vollzogen werden, wenn in Fällen wie dem vorliegenden die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands angeordnet wird.