Citation: 4A_2/2020 E. B

B.a. Mit Klage vom 10. Februar 2016 beim Regionalgericht Bern-Mittelland beantragten die Kläger, der Beklagte sei zu verurteilen, ihnen Fr. 238'163.-- nebst Zins seit dem 21. Juli 2004 zu bezahlen. B.b. Mit Entscheid vom 17. November 2017 (schriftlich begründet am 13. Juni 2018) wies das Regionalgericht die Klage ab. Es erwog, die Kläger würden dem Beklagten Sorgfaltspflichtverletzungen vorwerfen, welche sich in zwei parallel laufenden Wegen ausgewirkt haben sollen. Der eine Vorwurf betreffe das Vorgehen des Beklagten im Ehescheidungsverfahren : Nach Auffassung der Kläger hätte ein sorgfältiger Anwalt nach Bekanntwerden der im Jahre 1995 erfolgten Barauszahlung eine Vereinbarung ausgehandelt, worin sich C.A.________ zur Bezahlung der Hälfte der Barauszahlung an seine Ehefrau verpflichtet hätte; wäre dies nicht erfolgreich gewesen, hätte er ihren Anspruch nach Art. 124 aZGB klageweise durchgesetzt. Der andere Vorwurf ziele darauf ab, dass ein sorgfältiger Anwalt ein sozialversicherungsrechtliches Verfahren gegen die Vorsorgeeinrichtung G.________ bzw. deren Rechtsnachfolgerin geführt hätte. Mit Blick auf das Ehescheidungsverfahren erwog das Regionalgericht, auch wenn dem Beklagten eine Sorgfaltspflichtverletzung wegen fehlender Abklärungen und ungenügender Aufklärung seiner Klientin vorgeworfen werden müsse, sei festzustellen, dass der hypothetische Prozessverlauf des Ehescheidungsverfahrens bei pflichtgemässem Verhalten durch den Beklagten kein anderer gewesen wäre. Zudem sei auch nicht erstellt, dass im Ehescheidungsverfahren Fr. 238'163.-- hätten erhältlich gemacht werden können, womit auch der Schaden nicht nachgewiesen sei. Mit Blick auf den Vorwurf, der Beklagte habe es pflichtwidrig unterlassen, seine Klientin über die Möglichkeit eines sozialversicherungsrechtlichen Verfahrens gegen die Vorsorgeeinrichtung G.________ aufzuklären, erwog das Regionalgericht, die Klientin hätte in diesem Verfahren mutmasslich obsiegt. Die Vorsorgeeinrichtung G.________ (oder ihre Rechtsnachfolgerin) wäre verpflichtet worden, ihr die Hälfte der unsorgfältig ausbezahlten Austrittsleistung - im Betrag von Fr. 238'163.20 - zu vergüten, womit auch der Schaden nach Bestand und Höhe nachgewiesen sei. Hingegen müsse die Klientin bzw. müssen die Kläger sich entgegenhalten lassen, dass es ihre Obliegenheit gewesen wäre, die Revision des Scheidungsurteils zu verlangen. Wäre gestützt auf die gutgeheissene Revision das ursprüngliche Scheidungsurteil aufgehoben und ein neues Scheidungsurteil gefällt worden, wären ihr gestützt auf Art. 124 aZGB die hier geforderten Fr. 238'163.-- zugesprochen worden, da das Geld vorhanden gewesen wäre. B.c. Eine dagegen gerichtete Berufung wies das Obergericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 13. November 2019 ab. Es erwog, hätte der Beklagte seine Klientin darüber aufgeklärt, dass der Ausgang eines sozialversicherungsrechtlichen Verfahrens zumindest unsicher gewesen sei, und ein solches Vorgehen ein sich in die Länge ziehendes Scheidungsverfahren zur Folge gehabt hätte, sei mit Blick auf den klar geäusserten Wunsch nach einem schnellen Scheidungsverfahren nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan, dass sie sich für diesen Weg entschieden hätte.