Citation: 6P.40/2005 01.09.2005 E. 2

Mit der Nichtigkeitsbeschwerde wendet sich der Beschwerdeführer zunächst gegen seine Verurteilung wegen Gehilfenschaft zu versuchtem Mord. Sein Einsteigen und Mitfahren im Auto während der zwei Stunden dauernden Suche nach "E.________" begründe keine psychische Unterstützung im Sinne von Art. 25 StGB. Denn es läge weder eine Handlung noch eine verbale Äusserung vor, welche als Hilfeleistung gewertet werden könne. Indem die Vorinstanz seine blosse Anwesenheit bzw. sein Dabeisein als psychische Beihilfe genügen lasse, verstosse sie gegen Bundesrecht. 2.1 Gemäss Art. 25 StGB ist als Gehilfe strafbar, wer zu einem Ver-brechen oder Vergehen vorsätzlich Hilfe leistet. Nach der Rechtsprechung gilt als Hilfeleistung jeder kausale Beitrag, der die Tat fördert, so dass sich diese ohne Mitwirkung des Gehilfen anders abgespielt hätte. Nicht erforderlich ist, dass es ohne die Hilfeleistung nicht zur Tat gekommen wäre. Die Förderung der Tat genügt. Andererseits muss die Hilfeleistung tatsächlich zur Tat beigetragen, also einen kausalen Beitrag dargestellt haben. Der Gehilfe muss die Erfolgschancen der tatbestandserfüllenden Handlung erhöhen (BGE 129 IV 124 E. 3.2; 120 IV 265 E. 2c/aa). Gehilfe ist demnach, wer vorsätzlich in unter-geordneter Stellung die vorsätzliche Haupttat eines andern fördert (BGE 117 IV 186 E. 3, mit Hinweisen). Die Tatförderung kann durch physische oder psychische Unterstützung erfolgen. Psychische Hilfe leistet, wer den Täter in irgendeiner Form zur Tat ermutigt, seine Tatentschlossenheit stützt oder bestärkt, dadurch etwa, dass er Hilfe zusagt, letzte Zweifel und Hemmungen des Täters beseitigt oder ihn davon abhält, den gefassten Entschluss wieder aufzugeben (BGE 79 IV 147; 70 IV 12 E. 3). Hingegen ist die blosse innere Billigung der Straftat, welche diese nicht kausal fördert, keine psychische Gehilfenschaft (vgl. 113 IV 84 E. 4; Günther Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, AT I, Die Straftat, 3. Aufl., Bern 2005, § 13 N 119; Marc Forster, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Basel 2003, Art. 25 N 25 und 28). Subjektiv ist erforderlich, dass der Gehilfe weiss oder damit rechnet, eine bestimmt geartete Straftat zu unterstützen, und dass er dies will oder in Kauf nimmt, wobei zum Vorsatz auch die Voraussicht des Geschehensablaufs gehört; dabei genügt es, dass er die wesentlichen Merkmale des vom Täter zu verwirklichenden strafbaren Tuns erkennt, während er Einzelheiten der Tat nicht zu kennen braucht. Ein ganz unbestimmter, allgemein gehaltener Vorsatz dahingehend, dass das eigene Verhalten einem Dritten überhaupt Hilfe zur Deliktsbegehung lei-ste, kann nicht ausreichen (BGE 117 IV 186 E. 3; 113 IV 109 mit Hinweisen). 2.2 Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hat ein gemeinsamer Entschluss der Beteiligten bestanden, "E.________" zu suchen und umzubringen. X.________ habe insofern bereits beim Einsteigen in das Fahrzeug die Absichten und Motive von A.________ gekannt und gewusst, worum es ging. In der Folge seien sie nicht ziellos in der Gegend umhergefahren, sondern hätten während ungefähr zweier Stunden gezielt nach dem Opfer gesucht. Wie der Beschwerdeführer zutreffend ausführt, reicht die blosse Anwesenheit am Tatort in Kenntnis der Straftat selbst bei deren Billigung nicht aus, um die Annahme von Gehilfenschaft im Sinne aktiven Tuns zu begründen. Die Hilfeleistung kann jedoch in der Billigung der Tat bestehen, wenn sie gegenüber dem Täter - wenn auch stillschweigend - zum Ausdruck gebracht und dieser dadurch in seinem Tatentschluss oder in seiner Bereitschaft, ihn weiter zu verfolgen, bestärkt wird. Vor dem Hintergrund des gemeinsam gefassten Tatentschlusses, "E.________" zu suchen und umzubringen, erweist sich die Anwesenheit des Beschwerdeführers bei der anschliessenden intensiven Suche nach dem Opfer als zweckgerichtet und für die andern Beteiligten ohne weiteres als solche erkennbar. Durch sein Dabeisein hat er als Mitglied der Gruppe seine Zustimmung zur geplanten Tat gegen aussen manifestiert und insofern motivierend bzw. bestärkend auf die übrigen Beteiligten in ihrer Bereitschaft zur Tatausführung eingewirkt. Sein Verhalten hat, wie die Vorinstanz zu Recht festhält, zum gruppendynamischen Vorgehen im Auto beigetragen. Unter diesen Umständen hat der Beschwerdeführer die Tat durch sein Dabeisein, welches entgegen seiner Ansicht über die zufällige und unbeteiligte Anwesenheit eines blossen Mitläufers hinausgeht, kausal gefördert. Sein Einwand, die beiden Haupttäter hätten sich anlässlich ihrer Befragung namentlich an der Hauptverhandlung vor Kreisgericht nicht einmal an seine Anwesenheit erinnern können, ist nicht geeignet, seinen Tatbeitrag in einem andern Licht erscheinen zu lassen, zumal diese Befragung rund zwei Jahre nach der Tat stattfand. Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen Gehilfenschaft zu versuchtem Mord verletzt mithin kein Bundesrecht.