Citation: 4A_206/2023 E. 7.1.1

7.1.1. Die Vorinstanz erwog, einen direkten Nachweis der Beteiligung der F.________ am Cyberangriff offeriere die Beschwerdeführerin nicht. Sie stütze ihre Behauptungen vielmehr auf Indizienbeweise. Kern ihrer Argumentation sei dabei die Annahme, dass sich die Beteiligung der F.________ am Angriff gegen die Beschwerdegegnerin aus der (behaupteten) Urheberschaft der F.________ betreffend den Programmcode von D.________ und den beim Angriff beobachteten Modus Operandi ableiten lasse. Sie wolle die Urheberschaft der F.________ betreffend den Programmcode von D.________ anhand eines Vergleichs der beim Angriff verwendeten Ransomware D.________ mit den älteren Ransomwares G.________, H.________ und I.________ nachweisen, die aus ihrer Sicht alle der F.________ zuzuschreiben seien. Weder in den Rechtsschriften noch in den Gutachten würden die Programmcodes der verschiedenen Ransomwares näher dargestellt. Die Beschwerdeführerin behaupte zwar einige Übereinstimmungen zwischen den Ransomwares sowie der Modi Operandi. Es bleibe aber bei unsubstanziierten Behauptungen. Insbesondere fehle es an konkreten Ausführungen zum Cyberangriff auf die Beschwerdegegnerin. Die Behauptung einer gewissen "Verwandtschaft" zwischen den verschiedenen Programmcodes der betreffenden Ransomwares genüge nicht, um einen sanktionsrelevanten Konnex zwischen der F.________ und dem Cyberangriff gegen die Beschwerdegegnerin nachzuweisen. Nicht auszuschliessen sei, dass andere Nutzer einen Programmcode der F.________ für die Entwicklung ihrer eigenen Ransomware verwendet hätten, ohne Wissen derselben. Entsprechend vermöchte der Nachweis der blossen Urheberschaft der F.________ betreffend den Programmcode von D.________ für sich allein noch kein Interesse einer sanktionierten Person (SDN) im Sinne des US-amerikanischen Sanktionsrechts darzutun. Der Vergleich der Programmcodes basiere nämlich auf der Prämisse, dass die Ransomwares - auch nachdem sie bereits im Umlauf seien - exklusiv von derjenigen Gruppe eingesetzt und weiterentwickelt würden, die sie auch ursprünglich programmiert haben. Sie habe aber nicht aufgezeigt, dass neuere Ransomwares, deren Programmcode Ähnlichkeiten mit dem Programmcode einer früher zirkulierenden, älteren Ransomware aufweise, nur bzw. stets von derselben Gruppe entwickelt und eingesetzt würden, die die ältere Ransomware programmiert habe. Die Prämisse der Beschwerdeführerin bleibe unbewiesen.