Citation: C 362/98 18.02.2000 E. 4

4.- Im vorliegenden Fall steht fest, dass der Be- schwerdeführer nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses Ende Juni 1996 und auch nach Eröffnung des Konkurses über die X________ AG am 26. März 1997 rechtzeitig alles unternahm, um seine die Monate Januar bis Juni 1996 betreffenden und von der Firma grundsätzlich nicht bestrittenen Ansprüche dieser gegenüber durchzusetzen. Nachdem er auch seine Lohn- forderung nach Art. 74 AVIV glaubhaft gemacht hatte, woran der Umstand nichts ändert, dass der Arbeitgeber verrech- nungsweise Gegenforderungen geltend machte, wäre die Ar- beitslosenkasse zur Ausrichtung von Insolvenzentschädigung verpflichtet gewesen. Sie durfte und darf mit der Auszah- lung der Leistungen nicht zuwarten, bis über die Gegenfor- derungen der Firma rechtskräftig entschieden worden war bzw. ist (ARV 1990 Nr. 8 S. 53 f. Erw. 2; vgl. auch Stauf- fer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 125; zur Subrogation der Kasse in die Rechtsstellung des Versicherten vgl. Art. 54 AVIG und Nuss- baumer, a.a.O., Rz 528). Einer Sistierung des Verfahrens "bis ein Entscheid im arbeitsrechtlichen Verfah- ren gefällt worden ist", wie in der Verwaltungsgerichts- beschwerde beantragt, bedarf es nicht. Nach dem Gesagten haben Arbeitslosenkasse und kanto- nales Gericht den Anspruch auf Insolvenzentschädigung zu Unrecht mit der Begründung verneint, im Zeitpunkt der Auf- lösung des Arbeitsverhältnisses sei der damalige Arbeit- geber noch zahlungsfähig gewesen.