Citation: 5A.5/2005 10.03.2005 E. 3

Was der Beschwerdeführer dagegen vorträgt, erschöpft sich über weite Strecken in allgemeinen Bestreitungen. Im Übrigen aber vermag es keine Zweifel an der tatsächlichen Vermutung zu wecken: 3.1 Vor dem Departement hat der Beschwerdeführer die Glaubwürdigkeit der Aussagen seiner früheren Ehefrau bestritten und behauptet, sie habe unmittelbar nach der erleichterten Einbürgerung eine aussereheliche Beziehung mit ihrem nachmaligen Ehemann, einem türkischen Landsmann, angefangen und habe schliesslich die Scheidung beantragt. Der Beschwerdeführer hat in diesem Zusammenhang auf den Umstand hingewiesen, dass sie als Klägerin aufgetreten sei und nach erfolgter Scheidung im Februar 2000 den türkischen Landsmann geheiratet habe. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nimmt er diese Argumentation auf und bezeichnet die Aussagen der früheren Schweizer Ehefrau nach wie vor als unglaubwürdig, während er seine Aussagen als glaubwürdig hinzustellen versucht. 3.2 Die frühere Ehefrau des Beschwerdeführers hat am 16. Oktober 2001 vor der Kantonspolizei Zürich ein Verhältnis mit einem andern Mann während bestehender Ehe bestritten und erklärt, sie sei ihrem heutigen Ehemann ein erstes Mal 1997 begegnet, wobei man sich damals lediglich begrüsst habe, zumal eine eigentliche Unterhaltung aus sprachlichen Gründen nicht möglich gewesen sei. Danach habe kein Kontakt mehr bestanden. Dieser sei erst im Januar 2000 durch einen in der Schweiz lebenden Bruder ihres heutigen Ehemannes hergestellt worden. Dieser Bruder, den sie seit 1986 kenne und dem sie einiges verdanke, habe ihr Anfang 2000 eine Woche Ferien in der Türkei geschenkt. Dort angekommen, habe sie ihr heutiger Ehemann erwartet und sich sehr um sie bemüht. Sie sei sich darüber im Klaren gewesen, dass es sich um eine eigentliche "Verkuppelung" gehandelt habe. Weil ihr der neue Partner aber auf Anhieb sympathisch gewesen sei, habe sie mitgemacht. Beide hätten sich dann rasch zur Heirat entschlossen. Zu den Umständen der Scheidung hat die frühere Ehefrau erklärt, die Ehe mit dem Beschwerdeführer sei bis zur erleichterten Einbürgerung gut verlaufen; danach hätten die Probleme begonnen. Ende 1998 habe sich der Beschwerdeführer für einen Monat in die Türkei begeben, angeblich weil sein Vater dort erkrankt sei. Ob dieser Situation sei sie selbst krank geworden und habe sich im Januar 1999 in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen müssen. Beim Austritt aus der Klinik habe sie der Beschwerdeführer abgeholt und sie zum türkischen Generalkonsulat gefahren, um dort die Scheidungsformulare zu unterzeichnen. Sie habe sich dagegen gewehrt. Doch der Ehemann habe nicht aufgegeben, und beide hätten sich sechs Wochen später dorthin begeben und gewisse Formulare unterzeichnet. Diese Dokumente seien in Türkisch abgefasst gewesen, und sie habe deren Inhalt nicht verstanden; auf ihre Fragen habe man nur geantwortet, dass alles in Ordnung sei. Sie habe sich im Zusammenhang mit der Scheidung nie in die Türkei begeben müssen. Die im Scheidungsurteil festgehaltenen Zerrüttungsursachen seien unzutreffend. 3.3 Die Schilderungen der früheren Ehefrau zur Entwicklung ihrer neuen Beziehung, die schliesslich in eine neue Ehe mündete, verwundern zwar, doch erscheinen diese angesichts der aufgezeigten Einzelheiten entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers als glaubwürdig. Der Beschwerdeführer hat seine Ausführungen zur angeblichen ehewidrigen Beziehung seiner Ehefrau während der Ehe durch keine sachgemässen Hinweise und Beobachtungen untermauern können. Daran vermag auch die im Verfahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung geltende Offizialmaxime nichts zu ändern. Es lässt sich nicht plausibel erklären, wie die frühere Ehefrau mit dem in der Türkei lebenden Mann auf Distanz eine aussereheliche Beziehung hätte unterhalten können. Unglaubwürdig sind ferner die Aussagen des Beschwerdeführers zu den Umständen der Scheidung sowie die Behauptung, seine Frau habe die Scheidung durchsetzen wollen. Insbesondere ist in diesem Zusammenhang nicht erstellt, dass sich die Schweizer Ehefrau um die Scheidungsformalitäten gekümmert hat. Und nicht bewiesen ist sodann entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers, dass sie der türkischen Sprache mächtig ist. Ihre Darstellung, die Vorgänge und Zusammenhänge auf dem Konsulat nicht verstanden zu haben, erscheint somit - entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers - als glaubwürdig. Hätte seine Ehefrau unter den gegebenen Umständen tatsächlich wegen ihrer neuen Beziehung die Scheidung beantragen wollen, wäre es für sie als Schweizer Bürgerin weit nahe liegender gewesen, beim zuständigen Schweizer Gericht Scheidungsklage zu erheben, was sie nach allgemeiner Lebenserfahrung auch ohne Weiteres getan hätte, um so mehr als sie der türkischen Sprache nicht mächtig ist, um den Inhalt der auf dem Konsulat unterzeichneten Papiere zu verstehen. Nicht zu überzeugen vermag auch das Argument, wonach aus Kostengründen von einer Klage in der Schweiz abgesehen wurde, gilt doch als allgemein bekannt, dass einer Partei bei ausgewiesener Bedürftigkeit die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wird. Im Lichte dieser Überlegungen spricht auch der Umstand, dass die frühere Ehefrau des Beschwerdeführers im Rahmen des türkischen Scheidungsverfahrens als Klägerin aufgetreten ist, nicht für die Glaubwürdigkeit der Angaben des Beschwerdeführers, zumal aufgrund der wahrheitsgemässen Sachdarstellung der Ehefrau nicht davon ausgegangen werden kann, sie habe die Zusammenhänge rund um die in der Türkei angehobene Scheidung auch effektiv verstanden. Angesichts der in sich überzeugenden Darlegungen der Ehefrau erübrigen sich Ausführungen zu den vom Beschwerdeführer beanstandeten Überlegungen des Departementes zum Inhalt des türkischen Scheidungsurteils.