Citation: 6B_1216/2021 E. 3.4.4

3.4.4. Mit seinen Vorbringen zum Abhängigkeitsverhältnis nimmt der Beschwerdeführer eine eigene Beweiswürdigung vor und setzt sich dabei über die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz hinweg, ohne dass sich aus seinen Ausführungen ergäbe, dass und inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigung willkürlich und ihre Feststellungen offensichtlich unrichtig wären (E. 2.2). Auf die Beschwerde ist insoweit nicht einzutreten. Inwiefern die Vorinstanz auf der Grundlage der in der Anklageschrift genannten und von ihr diesbezüglich festgestellten Umstände das Bestehen eines Abhängigkeitsverhältnisses zu Unrecht bejaht hat, ist nicht ersichtlich. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen war der Beschwerdeführer, mit seiner Familientherapie-Ausbildung und der langjährigen Berufserfahrung, die wichtigste Bezugsperson der im Wohnheim lebenden Beschwerdegegnerin 2. Er genoss bei ihr ein besonderes Vertrauen. So gab er selber an, dass er alles über die Beschwerdegegnerin 2 gewusst habe. Sie sei ihm nachgelaufen und habe ihn in den Himmel hochgehoben. Der Beschwerdeführer nahm bei der Beschwerdegegnerin 2 gar die Stellung einer Vaterfigur ein; es bestand eine enge emotionale Bindung. Im Lichte der persönlichen Situation der Beschwerdegegnerin 2 und der konkreten Umstände war sie bei objektiver Betrachtung insbesondere auch in emotionaler Hinsicht vom Beschwerdeführer abhängig. Dieser scheint in diesem Zusammenhang zu übersehen, dass Abhängigkeiten nicht nur durch Angst oder Gehorsamsbereitschaft entstehen, sondern ebenso durch andere Bindungswirkungen, wie etwa dem Bedürfnis nach emotionaler Zuwendung und Wärme (Urteil 6B_151/2011 vom 20. Juni 2011 E. 1.2.3). Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers liegt zudem ein Machtgefälle vor, selbst wenn er nicht dafür zuständig war, über den Verbleib der Beschwerdegegnerin 2 im Wohnheim zu befinden (Beschwerde S. 12 Ziff. 8 und S. 13 Ziff. 9).