Citation: 8C_605/2021 E. 7.1.1

7.1.1. Wenn das kantonale Gericht bei diesen gegensätzlichen Einschätzungen geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Aktenbeurteilung des Dr. med. G.________ ausschloss, kann ihm nicht gefolgt werden. Der Bericht des Dr. med. G.________ erging zwar in Kenntnis der medizinischen Vorakten. Zudem ist unbestritten, dass auch eine reine Aktenbeurteilung grundsätzlich beweiskräftig sein kann. Vorliegend fällt aber unter anderem ins Gewicht, dass Dr. med. G.________ aus dem Notfallbericht ableitet, am Tag des Ereignisses seien keine klinisch fassbaren Unfallfolgen wie Druckschmerzen oder Hämatome erkennbar gewesen, während pract. med. H.________ die medizinische Ausgangslage mit Blick auf die am Unfalltag festgestellte Schwellung und Rötung gänzlich anders interpretiert. An der Annahme des beratenden Arztes, es sei von einem krankhaften Vorzustand in Form einer vorbestehenden Bursitis auszugehen, sind deshalb Zweifel angebracht. Selbst wenn im Übrigen mit Dr. med. G.________ von einem Vorzustand auszugehen wäre, würde dies an der grundsätzlichen Leistungspflicht der Unfallversicherung nichts ändern, da dafür bereits eine Teilursächlichkeit genügt und zu den Ursachen im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG auch Umstände gehören, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre (vgl. E. 3.3 hiervor).