Citation: 5C.160/2006 06.12.2006 E. 2

Bei vermögensrechtlichen Zivilrechtsstreitigkeiten ist die Berufung von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen nur zulässig, wenn der Streitwert wenigstens Fr. 8000.-- beträgt (vgl. Art. 46 OG). Als vermögensrechtlich gelten Streitigkeiten über Rechte, die zum Vermögen einer Person gehören oder mit einem vermögensrechtlichen Rechtsverhältnis eng verbunden sind (vgl. BGE 108 II 77 E. 1a S. 78). Dies trifft auch auf nachbarrechtliche Klagen zu (z.B. BGE 52 II 292 E. 1 betr. Immissionsschutz). Soweit diese nicht auf Bezahlung einer bestimmten Geldsumme gehen, setzt das Bundesgericht den Streitwert von Amtes wegen nach freiem Ermessen fest (Art. 36 Abs. 2 OG). Es richtet sich dabei in erster Linie nach der Vermögenseinbusse, die der Kläger erleidet; subsidiär kann auch auf das finanzielle Interesse des Beklagten an der Abweisung abgestellt werden (BGE 95 II 14 E. 1 S. 17). Ist der Umfang einer Dienstbarkeit streitig, so bestimmt sich die erwähnte Vermögenseinbusse des Klägers nach dem Wert der umstrittenen Ausdehnung (Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, Band I, Bern 1990, S. 284 Mitte). Der Kläger führt aus, bei einem Verkehrswert von Fr. 1,6 Mio. entspreche ein Betrag von Fr. 8'000.-- einem halben Prozent. Tatsächlich kann die (vorhandene oder eben beeinträchtigte) Aussicht den Verkehrswert einer Liegenschaft erheblich beeinflussen. Vorliegend ist jedenfalls davon auszugehen, dass der erforderliche Streitwert erreicht wird.