Citation: 9C_66/2019 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die Vorinstanz habe den Sachverhalt willkürlich gewürdigt und kritisiert den Abklärungsbericht in verschiedener Hinsicht. Zunächst bringt sie vor, die Haushaltsabklärung am 13. Oktober 2016 sei vor dem ABI-Gutachten vom 8. Mai 2017 erfolgt. Folglich habe die Abklärungsfachfrau keine genügende Kenntnis von den Befunden und Auswirkungen des Gesundheitszustands gehabt. Mit diesem Einwand setzte sich bereits das kantonale Gericht auseinander und hielt dem in überzeugender Weise entgegen, bei der Abklärung sei berücksichtigt worden, dass die Beschwerdeführerin im April 2015 eine Subarachnoidalblutung und im September 2015 einen Hirninfarkt der Capsula interna erlitten habe mit der bekannten Folge einer erhöhten Ermüdbarkeit. Zutreffend wies die Vorinstanz zudem darauf hin, dass sich die Abklärerin am 13. Dezember 2017 in Kenntnis des ABI-Gutachtens nochmals zur Sache vernehmen liess. Im Rahmen dieser zweiten Stellungnahme hatte die Abklärungsfachfrau somit Kenntnis von sämtlichen Diagnosen und Befunden, wobei gemäss dem ABI-Gutachten als die Leistungsfähigkeit einschränkender Faktor nach wie vor die erhöhte Ermüdbarkeit im Vordergrund stand. Diese berücksichtigte die Abklärungsfachfrau bereits im Haushaltsabklärungsbericht vom 18. Oktober 2016, weshalb diese zwischen dem ABI-Gutachten und ihrem Bericht nachvollziehbar keine erheblichen Divergenzen erkannte (Stellungnahme vom 13. Dezember 2017). Es ist somit entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht ersichtlich, inwiefern die Einschätzung betreffend den Haushalt auf ungenügender Kenntnis der massgebenden Umstände beruhen soll. Die Beschwerdeführerin erblickt zwischen dem Abklärungsergebnis vor Ort und den fachmedizinischen Feststellungen mit einer attestierten Restarbeitsfähigkeit von 30 % einen erheblichen Widerspruch, zumal sich gemäss dem psychiatrischen ABI-Gutachter die Beeinträchtigung aufgrund der Persönlichkeitsstörung in allen Lebensbereichen auswirke. Die Gutachter seien über die festgestellte geringe Beeinträchtigung von 4.5 % denn auch erstaunt gewesen. Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, der Einschätzung der ABI-Gutachter sei mehr Gewicht einzuräumen, weshalb in der Haushaltsführung von einer Arbeitsunfähigkeit von 70 % auszugehen sei. Es mag zwar zutreffen, dass eine erhebliche Differenz zwischen der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit im erwerblichen Bereich und den festgestellten Beeinträchtigungen im Haushalt vorliegt. Die bestehende geringe Einschränkung im Haushaltsbereich leuchtet jedoch vor den Angaben der Beschwerdeführerin (auch) bei der ABI-Begutachtung ein, wonach diese die Haushalts- und Gartenarbeiten grundsätzlich alle ausführen könne, sich aber mehr Zeit lassen und gelegentlich eine Pause machen müsse. Soweit die Beschwerdeführerin gegenüber den Gutachtern ausführte, sie werde von ihrem Ehemann in vielen Bereichen entlastet, berücksichtigte die Abklärungsperson zu Recht die bereits vor Krankheitsausbruch gelebte Aufgabenverteilung und die zumutbare Mithilfe von Familienangehörigen im Rahmen der Schadenminderungspflicht. Mit Blick darauf und die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beeinträchtigungen im Haushalt kann die für den Erwerbsbereich festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 70 % offensichtlich nicht als Massstab für die Einschränkung im Haushaltsbereich herangezogen werden. Indem bei der Bemessung der Invalidität im Haushaltsbereich weitgehend auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt wurde, ist auch einem zeitlichen Mehraufwand für die Aufgabenerledigung Rechnung getragen worden, sofern dadurch ein effektiver Ausfall in Erscheinung tritt. Es ist festzustellen, dass die höhere Behinderung im Erwerbsbereich somit den Haushaltsabklärungsbericht nicht in Frage stellt. Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, der Aufwand im Haushalt von 25 Stunden sei nicht wie von der RAD-Ärztin in der Stellungnahme vom 14. November 2017 auf sieben, sondern auf fünf Wochentage zu verteilen. Massgebend ist hier in erster Linie das Ergebnis der Haushaltsabklärung. Diesem ist nicht zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in zeitlicher Hinsicht über das übliche Mass belastet ist. Entsprechendes macht die Beschwerdeführerin auch nicht geltend und ist aufgrund der Akten auch nicht ersichtlich, erledigt die Beschwerdeführerin die Haushaltsarbeiten doch grossmehrheitlich jeweils am Morgen und ihr verbleibt daneben Zeit für verschiedene Freizeitbeschäftigungen (je nach Zeit basteln am Nachmittag, einmal wöchentlicher Besuch im Turnverein, ca. zweimal wöchentlich Ausfahrten mit dem Fahrrad, abends Fernsehen und an den Wochenenden Ausflüge mit der Familie) und regelmässige Kontakte mit Kollegen sowie Bekannten (vgl. ABI-Gutachten vom 8. Mai 2017). Ihr diesbezüglicher Einwand lässt die Annahme der Vorinstanz nicht als willkürlich erscheinen. Insgesamt ist somit nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz die Einschränkung im Haushalt offensichtlich unrichtig festgestellt hat.