Citation: 4A_536/2021 E. 1.2

1.2. Die Beschwerde der Klägerin richtet sich sowohl gegen den Endentscheid des Bezirksgerichts Visp vom 7. September 2021 (Sachverhalt lit. B.c) als auch gegen den Zwischenentscheid des Kantonsgerichts Wallis vom 6. Oktober 2020 (Sachverhalt lit. B.b). Nach Art. 75 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde zulässig gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen, des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundespatentgerichts. Das Bezirksgericht Visp ist keine letzte kantonale Instanz, weshalb dessen Entscheide beim Bundesgericht grundsätzlich nicht angefochten werden können. Das Bundesgericht erlaubt jedoch ausnahmsweise, einen obergerichtlichen Rückweisungsentscheid als Vor- und Zwischenentscheid direkt im Anschluss an den erstinstanzlichen Endentscheid durch eine gegen diesen gerichtete Beschwerde beim Bundesgericht anzufechten. Dieser Weg steht dann offen, wenn nur die Erwägungen im früheren Rückweisungsentscheid der oberen kantonalen Instanz angefochten werden und ein erneutes kantonales Rechtsmittel daher von vornherein nutzlos wäre. Denn von der durch den früheren Rückweisungsentscheid belasteten Partei zu verlangen, ein kantonales Rechtsmittel zu ergreifen, das von vornherein nutzlos ist, würde eine leere, zwecklose Formalität bedeuten (BGE 145 III 42 E. 2.2.1; 143 III 290 E. 1.5). Dabei dürfen nur Punkte gerügt werden, über die das obere Gericht abschliessend - und somit für das erstinstanzliche Gericht verbindlich - entschieden hat. Wenn in einem bestimmten Punkt, der von der beschwerten Partei vor dem Bundesgericht im Anschluss an den erstinstanzlichen Entscheid gerügt wird, die obere kantonale Instanz dem erstinstanzlichen Gericht Entscheidungsspielraum überlassen hat, wird im bundesgerichtlichen Verfahren auf diese Rüge mangels Erschöpfung des kantonalen Instanzenzugs nicht eingetreten (zum Ganzen BGE 145 III 42 E. 2.2.2). Vorliegend beanstandet die Beschwerdeführerin ausschliesslich die Haftungsquote. Diese hat das Kantonsgericht Wallis auf Berufung der Beschwerdeführerin hin für das Bezirksgerichts Visp verbindlich auf 50 % festgesetzt. Gestützt darauf sprach das Bezirksgericht in der Folge der Beschwerdegegnerin eine Genugtuung zu. Die Genugtuung sowie deren Höhe stellt die Beschwerdegegnerin nicht in Frage. Folglich ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Beschwerde gegen das Urteil des Bezirksgerichts Visp vom 7. September 2021 an das Bundesgericht grundsätzlich zulässig. Die Zulässigkeit der Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Wallis vom 6. Oktober 2020 ergibt sich aus Art. 93 Abs. 3 BGG zumal sich dieser Zwischenentscheid durch die verbindliche Feststellung der Haftungsquote auf den Endentscheid des Bezirksgerichts ausgewirkt hat.