Citation: 2C_681/2020 E. 6.2.2

6.2.2. Im Lichte der Bestimmungen von Art. 68 Abs. 1 und Art. 57 StG/SG ist für den Steuerpflichtigen klar voraussehbar, dass er Vermögenssteuer auf dem Verkehrswert seiner Grundstücke zu entrichten hat und wie sich dieser Verkehrswert bestimmt (vgl. Art. 57 Abs. 1 StG/SG: "mittlere[r] Preis, zu dem Grundstücke gleicher oder ähnlicher Grösse, Lage und Beschaffenheit in der betreffenden Gegend veräussert werden"). Mit diesen Gesetzesbestimmungen erfüllt der St. Galler Gesetzgeber die Anforderungen von Art. 127 Abs. 1 BV an die Normstufe und an die Normdichte in Bezug auf die abgaberechtliche Komponente, die einer Neubeurteilung der Schätzung innewohnt. Der Steuerpflichtige darf nicht erwarten, dass er zu einem tieferen Wert als dem Verkehrswert gemäss Art. 57 Abs. 1 StG/SG besteuert wird. Dass der Wortlaut von Art. 6 Abs. 1 lit. a GGS/SG weniger eindeutig ausfällt, schadet unter diesen Umständen nicht.