Citation: 2A.412/2000 21.11.2000 E. 2

2.- a) Zweck des Familiennachzuges gemäss Art. 17 Abs. 2 dritter Satz ANAG ist es, das familiäre Zusammenleben zu ermöglichen. Sind die Eltern getrennt oder geschieden und hält sich der eine Elternteil in der Schweiz, der andere aber im Ausland auf, kann es nicht um die Zusammenführung der Gesamtfamilie gehen. In solchen Fällen entspricht es dem Gesetzeszweck nicht, einen bedingungslosen Anspruch auf Nachzug der Kinder anzunehmen. Ein Nachzugsrecht setzt vielmehr voraus, dass das Kind zu dem in der Schweiz lebenden Elternteil die vorrangige familiäre Beziehung unterhält. Im Übrigen wird das gesetzgeberische Ziel nicht erreicht, wenn der in der Schweiz niedergelassene Ausländer jahrelang von seinem Kind getrennt lebt und dieses erst kurz vor dem Erreichen des 18. Altersjahrs in die Schweiz holt (BGE 125 II 585 E. 2a S. 586 f.). b) Die Ehe des Beschwerdeführers mit der Mutter der Kinder wurde im Juli 1993 geschieden. Nach seiner Heirat mit einer Schweizer Bürgerin im November 1994 liess der Beschwerdeführer die insgesamt sechs Kinder aus erster Ehe in der Heimat zurück, wo sie von ihrer Mutter und offenbar einer Schwester des Beschwerdeführers betreut wurden. Ein Familiennachzugsgesuch für die beiden jüngsten Söhne stellte er erst Ende 1998, obwohl er gestützt auf Art. 8 EMRK von Anfang an einen Anspruch auf Familiennachzug hätte geltend machen können. Plausible Gründe für den nachträglichen Familiennachzug bringt der Beschwerdeführer nicht vor. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, wurde das Sorgerecht für die Kinder vorwiegend aus finanziellen Gründen und nicht wegen einer Veränderung des Beziehungs- oder Betreuungsverhältnisses auf den Beschwerdeführer übertragen. Zu berücksichtigen ist auch, dass es nicht dem Sinn und Zweck des Instituts des Familiennachzugs entspricht, wenn ein Kind erst nach Absolvierung der Schulpflicht nachgezogen wird, um ihm in der Schweiz eine bessere berufliche Ausbildung zu ermöglichen und das wirtschaftliche Fortkommen zu sichern. Wohl halten sich die beiden Söhne seit Mai 1999 in der Schweiz auf, wo sie zusammen mit ihrer Mutter auf Grund der kriegerischen Ereignisse im Kosovo wie viele ihrer Landsleute aufgenommen wurden. Aus diesem Aufenthalt kann der Beschwerdeführer indessen nichts zu Gunsten des Familiennachzugs ableiten, umso weniger als die Kinder hier weiterhin von ihrer Mutter betreut wurden. Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei nicht ausgeschlossen, dass er die Mutter der Kinder wieder heiraten werde. Abgesehen davon, dass es sich dabei um eine hypothetische, bisher nicht eingetretene Tatsache handelt, ist dieses Vorbringen neu und kann vom Bundesgericht nicht berücksichtigt werden (vgl. Art. 105 Abs. 2 OG; BGE 122 II 299 E. 5d S. 310, mit Hinweisen). c) Die Frage, ob eine Rückkehr ins Heimatland zumutbar ist, wird im Zeitpunkt der Vollstreckung der allfälligen Wegweisung zu prüfen sein. d) Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid Bundesrecht nicht verletzt. Zur Begründung kann ergänzend auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG).