Citation: 1C_332/2019 E. 4.2.2

4.2.2. Das PBG/TG trat am 1. Januar 2013 in Kraft. Gemäss § 121 PBG/TG sind hängige Baugesuche und Planungen bei Inkrafttreten des Gesetzes nach altem Recht zu beurteilen (Abs. 1), wobei sich die Hängigkeit bei Baugesuchen nach dem Zeitpunkt der Einreichung bestimmt und bei Planungen nach dem Zeitpunkt, zu dem die Gemeindebehörde die Planauflage publiziert (Abs. 2). Gemäss § 122 Abs. 1 PBG/TG passen die Gemeinden ihre Rahmennutzungspläne innert fünf Jahren und Sondernutzungspläne innert 15 Jahren an die Bestimmungen des Gesetzes und an die IVHB an. Der Kanton kann diese Fristen auf begründetes Gesuch um höchstens fünf Jahre verlängern (§ 122 Abs. 2 PBG/TG). Soweit die Gemeinden zu den Bestimmungen der IVHB innert dieser Frist keine Regelungen erlassen, gelten unter Berücksichtigung der Messweisen gemäss IVHB die vom Regierungsrat für die Nutzungsziffern und die Höhenmasse festgelegten Umrechnungswerte (§ 122 Abs. 4 PBG/TG). Die Begriffe und Messweisen gemäss den §§ 4-12a aPBV/TG bleiben bis zur Anpassung des kommunalen Rechts, längstens aber bis zum Ablauf der Frist gemäss § 122 PBG/TG anwendbar (§ 56 Abs. 1 PBV/TG). Die Gemeinden bestimmen im Baureglement das anwendbare Recht für Baugesuche, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens des revidierten kommunalen Rechts hängig sind. Die Hängigkeit bestimmt sich nach dem Zeitpunkt der Einreichung des Baugesuchs (§ 56 Abs. 2 PBV/TG). Wie die Vorinstanz ausführt, stammt das Baureglement der Gemeinde Ermatingen aus dem Jahr 2004 und wurde (noch) nicht an die Begriffe und Messweisen der IVHB angepasst. Gemäss den Mitteilungen des DBU an das Bundesgericht wurde die Anpassungsfrist ein erstes Mal auf Gesuch der Politischen Gemeinde Ermatingen vom 4. Dezember 2017 hin bis zum 31. Dezember 2019 und ein zweites Mal auf Gesuch vom 2. Dezember 2019 hin bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.