Citation: 6B_43/2024 E. 4.3

4.3. Im Hinblick auf das öffentliche Interesse an der Landesverweisung fällt insbesondere die verschuldensmässige Natur und Schwere der Tatbegehung und die sich darin manifestierende Gefährlichkeit des Beschwerdegegners ins Gewicht. Dabei ist primär zu berücksichtigen, dass der Versuch einer schweren Körperverletzung einen schwerwiegenden Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt und der Beschwerdegegner besonders hochwertige Rechtsgüter verletzt hat (vgl. dazu etwa Urteil 6B_856/2023 vom 8. Januar 2024 E. 3.4; 6B_429/2021 vom 3. Mai 2022 E. 3.1.2; 6B_535/2021 vom 14. Juli 2021 E. 4.3.2). Er wird alsdann (u.a. wegen dieses Delikts) zu einer teilbedingt ausgefällten Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt. Dieses Strafmass bzw. die von der Vorinstanz für die versuchte schwere Körperverletzung festgesetzte Einsatzstrafe von über 24 Monaten (vgl. angefochtenes Urteil S. 12 und 14 ff.) spricht für ein relevantes Tatverschulden. Bereits daraus folgt - auch mit Blick auf die "Zweijahresregel", wonach es bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr ausserordentlicher Umstände bedarf, damit die privaten Interessen des Betroffenen an einem Verbleib in der Schweiz die öffentlichen Interessen an einer Ausweisung überwiegen (Urteile 6B_1248/2023 vom 9. April 2024 E. 3.4; 6B_694/2023 vom 6. Dezember 2023 E. 3.3.5; je mit Hinweisen) - ein beträchtliches öffentliches Interesse an einer Wegweisung. Zum konkreten Vorgehen und Motiv des Beschwerdegegners ist gemäss den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) weiter davon auszugehen, dass er im Rahmen der am 8. August 2020 verübten versuchten schweren Körperverletzung dem bereits wehrlos am Boden liegenden Opfer drei mit grosser Wucht ausgeführte Fusstritte gegen den Kopf versetzt und dieses damit erheblich verletzt hat. Nicht zu beanstanden ist, wenn die Vorinstanz darin eine Manifestation grober Brutalität und Rücksichtslosigkeit erkennt. Ebenso wenig, wenn sie erwägt, dass sich der "brachiale Gewaltakt" einzig mit gedankenloser und dumpfer Aggressionswut erklären lasse, zumal das Verhalten des Beschwerdegegners mit einer rein verbalen Provokation seines Kontrahenten begann, auf welche er seinerseits eine tätliche Auseinandersetzung provozierte, um alsdann in der letzten Phase des Geschehens mehrfach und mit grosser Wucht gegen den Kopf des wehrlos am Boden liegenden Opfers zu treten. Anhand dieser unbestritten gebliebenen, die Tatbegehung betreffenden Tatsachen ist mit der Vorinstanz zweifelsohne davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner die Gefahr einer gravierenden Beeinträchtigung der körperlichen Integrität seines Opfers schuf (angefochtenes Urteil S. 22). Im Rahmen der Interessenabwägung relevant ist indes die Frage, welche Gefährlichkeit des Beschwerdegegners für die öffentliche Sicherheit sich in diesem enthemmten Gewaltakt manifestiert hat und ob von einer relevanten Rückfallgefahr ausgegangen werden muss.