Citation: 5P.437/2004 17.12.2004 E. 2

Im Übrigen wäre die Beschwerde ohnehin auch materiell unbegründet. Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid die Rückführung nach Deutschland und nicht an den Aufenthaltsort des Beschwerdegegners angeordnet, was den Konventionsbestimmungen entspricht (Kegel, in: Kommentar Soergel zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Band 10, 12. Aufl., Stuttgart 1996, N. 109 vor Art. 19 EG BGB; Siehr, in: Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Band 10, 3. Aufl., 1998, N. 54 Anh. II zu Art. 19 EG BGB; vgl. ferner Schmid, Neuere Entwicklungen im Bereich der internationalen Kindesentführungen, in AJP 11/2002, S. 1338). Mit der Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts vom Beschwerdegegner auf das örtliche Jugendamt und dem entsprechend abgeänderten Befehl des Amtsgerichts Kappeln, die gemeinsamen Kinder nicht dem Beschwerdegegner, sondern dem Jugendamt herauszugeben, ändert sich für den vorliegenden Rückführungsentscheid nichts. Die Rückgabe an Deutschland wird damit nicht hinfällig. Nichts Gegenteiliges kann die Beschwerdeführerin aus dem von ihr zitierten BGE 130 III 530 E. 2 S. 534 ableiten, welcher davon ausgegangen ist, dass gegebenenfalls eine materielle Änderung der Rechtslage (zu denken ist insbesondere die rechtskräftige Übertragung des alleinigen Sorgerechts vom ursprünglich sorgeberechtigten Elternteil auf den Entführer) die Rückführung des Kindes gegenstandslos werden lässt.