Citation: 2C_30/2018 E. B

B.a. Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen wies am 10. Februar 2015 das Gesuch von B.________ um Familiennachzug ab und hielt ihn an, das Land zu verlassen; gleichzeitig stellte es fest, dass er den Ausgang eines allfälligen Rechtsmittelverfahrens im Ausland abzuwarten habe. B.________ rekurrierte gegen den negativen Nachzugsentscheid an das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen. Dieses lud das Migrationsamt am 23. Februar 2015 ein, vorläufig von Vollzugshandlungen abzusehen; am 4. März 2015 gab es dem Gesuch keine Folge, B.________ zu gestatten, den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten zu können. Der Präsident des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen wies die hiergegen gerichtete Beschwerde am 7. Mai 2015 ab. Das Bundesgericht bestätigte diesen Entscheid am 23. Dezember 2015 (Urteil 2C_532/2015). Es ging im Rechtsstreit um den prozeduralen Aufenthalt (Art. 17 AuG; SR 142.20) davon aus, dass die Pflicht von B.________, den Bewilligungsentscheid im Ausland abwarten zu müssen, weder Art. 2 (Recht auf Leben) noch Art. 3 EMRK (Verbot erniedrigender und unmenschlicher Behandlung) verletze; B.________ habe weder im Asylverfahren noch im ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahren eine konkrete Gefahr einer unmenschlichen Behandlung glaubhaft machen können; im Übrigen lege er nicht dar, dass und inwiefern er in Mali verfolgt würde, über dessen Staatsbürgerschaft er nach eigenen Angaben ebenfalls verfüge. B.________ gelangte gegen das bundesgerichtliche Urteil an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR [Nr. 43987/16]), der die Schweiz einlud, während der Dauer seines Verfahrens die Wegweisung von B.________ auszusetzen. Das Verfahren vor dem EGMR ist noch hängig. B.b. Mit Entscheid vom 7. März 2016 wies das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen den gegen die Verfügung des Migrationsamts vom 10. Februar 2015 gerichteten Rekurs ab. Im Hinblick auf die Straffälligkeit und das bisherige Verhalten sei die Verweigerung des Familiennachzugs recht- und verhältnismässig sowie mit Art. 8 EMRK vereinbar. "Gründe, welche die Wegweisung von B.________ im Sinne von Art. 83 AuG als nicht möglich, nicht zulässig und nicht zumutbar erscheinen" liessen, lägen nicht vor (vgl. Art. 83 Abs. 1 AuG). Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen bestätigte diesen Entscheid am 22. November 2017.