Citation: 6B_538/2024 E. 8.2

8.2. Das Bundesgericht befasste sich verschiedentlich mit der Qualifikation von Messerstichen in den Oberkörper, wobei in diesem Zusammenhang in der Regel die Qualifikation als (versuchte) Tötung im Vordergrund stand (vgl. Urteile 6B_465/2024 vom 8. Januar 2025 E. 2; 6B_98/2024 vom 13. Dezember 2024 E. 2.4.2; 7B_280/2022 vom 6. Dezember 2023 E. 2.1.2; 6B_645/2023 vom 27. September 2023 E. 2.4; je mit Hinweisen). Hinsichtlich der vorliegend strittigen Qualifikation der Tat als schwere oder einfache Körperverletzung hat das Bundesgericht insbesondere erwogen, dass es sich bei einem unkontrollierten, schwunghaften Messerstich mit einer Klinge von 6.8 cm in den Rücken am Übergang zur Brustkorbaussenseite des Opfers im Rahmen eines dynamischen Tatgeschehens um einen lebensgefährlichen Vorgang handle (Urteil 6B_690/2024 vom 8. Januar 2025 E. 2.4.2). Ebenso hat es hinsichtlich eines Stichs seitlich unter die Achsel mit einem Taschenmesser mit einer Klinge von 3,4 cm Länge festgehalten, dass bei einer solchen Klinge das Risiko einer tödlichen Verletzung bestehe, und die Qualifikation als versuchte Tötung lediglich deswegen verneint, da dieses Risiko nicht schlechterdings auf der Hand liege (Urteil 6B_775/2011 vom 4. Juni 2012 E. 2.5).