Citation: I 359/99 02.03.2000 E. 3

3.- Es steht fest und ist unbestritten, dass die Be- schwerdeführerin Anspruch auf einen Elektrorollstuhl im Sinne von Ziff. 9.02 HVI-Anhang hat. Streitig und zu prüfen ist lediglich, ob ihr, wie beantragt, Kostengutsprache für das Modell Garant 63 E-PRO N - als Ersatz für den von der Invalidenversicherung zurückzunehmenden Garant 23 S-PRO - zu erteilen ist. a) Als die IV-Stelle der Versicherten im Jahre 1996 einen Beitrag an die Anschaffung des Elektrorollstuhles Garant 23 S-PRO zusprach, stützte sie sich in medizinischer Hinsicht auf ein Zeugnis des behandelnden Arztes Dr. med. L.________ vom 10. Juni 1994, wonach die an Osteogenesis imperfecta mit multiplen Skelettdeformitäten leidende Be- schwerdeführerin einen stabilen Elektrorollstuhl benötigt, welcher wegen der schweren, Schmerzen und Atembeschwerden verursachenden Skoliose verstellbar und wegen der vermehr- ten Knochenbrüchigkeit sehr gut gefedert sein sollte. Mit der Versicherten ermittelte die Firma X.________ das Modell Garant 23 S-PRO (Offerte vom 7. Februar 1996), welches die IV-Stelle durch die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittelberatung für Behinderte und Betagte (SAHB) prü- fen liess. Die SAHB befürwortete die Kostengutsprache und führte in ihrem Bericht vom 14. Juni 1996 unter Bezugnahme auf das Arztzeugnis vom 10. Juni 1994 aus, dass der ver- stellbare Sitz- und Rückenteil und die sehr gute Federung für einen der Behinderung angepassten Fahrkomfort, der anatomische Rücken für die richtige Körperhaltung und die verkürzte Sitztiefe und das Fussbrett wegen der Kleinwüch- sigkeit der Beschwerdeführerin erforderlich seien. Die Ver- sicherte habe das Modell bereits getestet und sei damit sehr zufrieden. In der Besprechung habe sie angegeben, dass der offerierte Elektrorollstuhl ihren Bedürfnissen entspre- che. Auf das im Jahre 1998 gestellte Gesuch der Versicher- ten hin liess die IV-Stelle auch die Zweckmässigkeit des Modells Garant 63 E-PRO N (Offerte der Firma X.________ vom 7. April 1998) durch die SAHB prüfen. Diese hielt in ihrem Bericht vom 7. August 1998 fest, dass der ältere Rollstuhl (Garant 63 E-PRO) ausgetauscht werden müsse, da nächstens verschiedene Reparaturen anfielen und er zu wenig an die Behinderung angepasst sei. Der von der Versicherten ge- wünschte Elektrorollstuhl der Firma X.________ (Garant 63 E-PRO N) entspreche wohl besser der Behinderung als der alte Garant 63, sei aber nicht so gut wie der Garant 23 aus dem Jahre 1996. Im Weitern sei die pannensichere Bereifung des beantragten Rollstuhls Garant 63 E-PRO N nicht sinn- voll, weil der Fahrkomfort für die Beschwerdeführerin ange- sichts ihrer Krankheit "härter" werde. b) Gestützt auf diese fachmännische Beurteilung ge- langten Vorinstanz und IV-Stelle zum Ergebnis, dass der Garant 23 S-PRO als hinlängliche Ausrüstung mit einem Elek- trorollstuhl zu betrachten sei und keine Kostengutsprache für den weniger zweckmässigen, der Behinderung nicht opti- mal angepassten Rollstuhl Garant 63 E-PRO N erteilt werden könne. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Was die Beschwerdeführerin hiegegen vorbringt, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Ihren Einwänden, die fehlende pannensichere Bereifung des Garant 23 S-PRO habe sie schon zweimal in Schwierigkeiten gebracht und seine weiche Federung mache ihr, weil sie das Gefühl für den Bodenkontakt nehme, Angst vor einem Unfall mit vorprogram- mierten Knochenbrüchen, kann nicht beigepflichtet werden. Denn wie aus dem Abklärungsbericht vom 7. August 1998 deut- lich hervorgeht, ist eine gute Federung, welche beim Garant 63 E-PRO N gerade nicht gewährleistet ist, vom medizini- schen Standpunkt her zur Verhinderung von Knochenbrüchen unerlässlich (Zeugnis des Dr. med. L.________ vom 10. Juni 1994). Aus demselben Grund ist nach der Abklärung des SAHB auch eine pannensichere Bereifung nicht sinnvoll. Unklar bleibt, was die Beschwerdeführerin aus ihrem Vorbringen, sie habe von den Vorteilen des Garant 23 S-PRO entgegen ihren Erwartungen in ihrer Wohnung in Y.________ gar nicht profitieren können, ableitet. Soweit darin der Einwand, das Modell eigne sich für diese Räumlichkeiten nicht, erblickt werden muss, ist ihr entgegenzuhalten, dass dies anlässlich der in der Wohnung durchgeführten Abklärung vom 7. August 1998 weder auffiel noch vorgebracht wurde (Bericht der SAHB vom 7. August 1998). Zudem ist die Versicherte vor mehr als einem Jahr umgezogen, wobei mit Bezug auf die neue Adresse in Z.________ derartige Anhaltspunkte weder geltend gemacht noch aus den Akten ersichtlich sind.