Citation: 8C_447/2023 E. 5.2

5.2. Bei der dem angefochtenen Urteil zu Grunde liegenden Aktenlage wird die Frage nach der Auswirkung des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, namentlich in retrospektiver Hinsicht, - wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht - nicht schlüssig beantwortet. Bereits die beiden RAD-Ärzte, auf deren Beurteilungen sich das kantonale Gericht stützte, äusserten sich widersprüchlich. So attestierte Dr. med. C.________ der Beschwerdeführerin in seinem Untersuchungsbericht vom 12. Dezember 2017 in der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit seit 17. Januar 2016, in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit seit 17. August 2017. In der ergänzenden Stellungnahme vom 27. März 2018 führte er dann aus, das im früheren Bericht festgelegte Belastungsprofil sei nicht zu ändern. Die Beschwerdeführerin solle in der Umschulung langsam an die Arbeitsfähigkeit herangeführt werden. Der Beginn der beruflichen Massnahme mit einem Pensum von 50 % für sechs Monate sei sicher zu befürworten. Erschwerend wirke sich die Unverträglichkeit auf Medikamente aus, so dass eine analgetische Therapie nicht zuverlässig möglich sei. Eine höhergradige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (bis zu 100 %) sei sicher erreichbar. Demgegenüber attestierte der RAD-Arzt Dr. med. I.________ in seiner Aktenbeurteilung vom 3. Oktober 2020 in angepasster Tätigkeit wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 17. Januar 2016 bis 16. August 2017 und eine 0%ige Arbeitsunfähigkeit ab 17. August 2017 bis auf weiteres, was die Vorinstanz als lebensfremd bezeichnete. Wie diese zutreffend darlegte, widerspricht die Einschätzung des Dr. med. I.________ neben der Stellungnahme des Dr. med. C.________ vom 27. März 2018 namentlich auch den Berichten des Spitals F.________ vom 2. Oktober 2017 und 23. Januar 2018. So hatten die Ärzte des Schmerzzentrums des Spitals F.________ im Bericht vom 2. Oktober 2017 festgehalten, eine wechselbelastende Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne Gewichtsbelastung und ohne bimanuelle Tätigkeit in einem anfänglichen Pensum von 20 bis 50 % sei für die Zukunft vorstellbar, und offen gelassen, ob im weiteren Verlauf eine Vollzeittätigkeit ausgeübt werden könne. Im Bericht des Spitals F.________ vom 23. Januar 2018 war sodann ein Arbeitsbeginn mit reduziertem Pensum, Pausen und schrittweiser Steigerung des Pensums empfohlen worden. Mit den abweichenden Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit durch Dr. med. C.________ und durch die Ärzte des Spitals F.________ setzte sich Dr. med. I.________ in der jüngsten Beurteilung des RAD vom 3. Oktober 2020 nicht ansatzweise auseinander.