Citation: 6B_1194/2017 E. 1.5.2

1.5.2. Die Vorinstanz berücksichtigt die eventualvorsätzliche Begehung (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 60), die Tatmotivation und die Persönlichkeitsstruktur als verschuldensmindernd. Die Gewalt habe nicht direkt auf das Zufügen von Verletzungen gezielt, sondern sei Ausdruck der Hilflosigkeit gewesen (Urteil S. 14). Der übermüdete Beschwerdegegner sei mit der Betreuung überfordert gewesen. Er habe die Hilfe seiner Frau nicht in Anspruch nehmen wollen, weil er ihr Entlastung versprochen hatte. Es liege kein bösartiges Motiv zugrunde. Das Verhalten hänge mit seiner Persönlichkeit zusammen. Er leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden und dependenten Zügen. Die Störung habe nicht zu einer Verminderung der Schuldfähigkeit geführt, aber die Anforderungen an die Selbstkontrolle erhöht. Insgesamt relativiere die subjektive Tatschwere die objektive Schwere des Delikts deutlich. Das Tatverschulden insgesamt sei im Rahmen des Tatbestands "als gerade noch leicht zu bewerten" (Urteil S. 15). Diese irritierende Formulierung dürfte der jüngeren Rechtsprechung geschuldet sein, wonach die Verschuldensformulierung im begrifflichen Einklang mit dem im (in casu: unteren) Strafrahmen situierten Strafmass stehen sollte (vgl. Urteil 6B_1359/2016 vom 18. Mai 2017 E. 2.5.2 mit Hinweisen). Die hypothetische Einsatzstrafe von dreieinhalb Jahren hält sich in vertretbarer Weise innerhalb des Strafrahmens (BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63) von 180 Tagessätzen Geldstrafe bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe des Tatbestands in der bis Ende 2017 geltenden milderen Fassung von Art. 122 StGB.