Citation: 1B_198/2018 E. 2.5

2.5. Ausgehend vom willkürfrei erstellten Sachverhalt, wonach der Beschwerdegegner das fragliche Dokument ("Beantwortung Fragen Staatsanwaltschaft" vom 10. Mai 2017) zu Handen seiner Anwälte zwecks Ausarbeitung einer Verteidigungstaktik erstellte und seinem Rechtsvertreter am 15. Mai 2017 per E-Mail zukommen liess, hat die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt, indem sie geschlossen hat, die Voraussetzungen des in Art. 264 Abs. 1 lit. a und c StPO verankerten Beschlagnahmeverbots seien erfüllt. Art. 264 Abs. 1 lit. a und c StPO dienen dem Schutz des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Verteidigung und beschuldigter Person; Schutz geniesst alles, was in dieses Verhältnis eingebracht wird, in ihm entsteht oder aus ihm hervorgeht (Bommer/Goldschmid, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 30 zu Art. 264 StPO). Darunter fallen namentlich Aufzeichnungen der beschuldigten Person, die im Hinblick auf die Verteidigungsstrategie zuhanden des Verteidigers verfasst wurden; erfasst ist dabei insbesondere auch die elektronische Korrespondenz in Form von E-Mails und deren Anhängen (Stefan Heimgartner, in: Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 4 zu Art. 264 StPO; Bommer/Goldschmid, a.a.O., N. 30 f. zu Art. 264 StPO; Burckhardt/Ryser, Die erweiterten Beschlagnahmeverbote zum Schutz des Anwaltsgeheimnisses insbesondere im neuen Strafverfahren, AJP 2013 S. 161). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid schliesslich auch ihrer Begründungspflicht nachgekommen, hat sie doch dargelegt, weshalb sie die Aufzeichnungen als Anwaltskorrespondenz qualifiziert hat.