Citation: 2C_311/2023 E. 4.1

4.1. Die vorliegende Fallkonstellation führt (wenigstens de facto) dazu, dass die Beschwerdeführenden in der Schweiz über keinerlei Aufenthaltsberechtigung mehr verfügen; das angefochtene Urteil läuft mithin auf eine Aufenthaltsbeendigung hinaus (vorne E. 1.2.3). Gleichzeitig hielten sich die Beschwerdeführenden im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils bereits seit knapp 29 Jahren (Beschwerdeführer) respektive knapp 20 Jahren (Beschwerdeführerin) in der Schweiz auf, grösstenteils mit einer gültigen Aufenthaltsbewilligung. Angesichts ihrer sehr langen Aufenthaltsdauer können sich die Beschwerdeführer in vertretbarer Weise darauf berufen, dass die Aufenthaltsbeendigung ihr Recht auf Privatleben gemäss Art. 8 EMRK verletzt (vorne E. 1.2.3; BGE 149 I 207 E. 5.3.2; 146 II 185 E. 5.2; 144 I 266 E. 3). In einem solchen Kontext verlangt Art. 13 EMRK i.V.m. Art. 8 EMRK, dass eine potentielle Verletzung der betroffenen Konventionsgarantie in der Sache - und insbesondere auch unter Verhältnismässigkeitsgesichtspunkten (Art. 8 Abs. 2 EMRK) überprüft wird (zur Tragweite von Art. 13 i.V.m. Art. 8 EMRK: Urteil 2C_504/2018 vom 14. November 2019 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des EGMR De Souza Ribeiro gegen Frankreich [GC] vom 13. Dezember 2012, §§ 77-83 insb. 83; mit Verweis auf M. und andere gegen Bulgarien vom 26. Juli 2011 §§ 122-132; Al-Nashif gegen Bulgarien vom 20. Juni 2002 § 13; vgl. zur materiellen Prüfung der Eingriffsvoraussetzungen von Art. 8 EMRK beispielsweise das Urteil 2C_213/2023 vom 8. Dezember 2023 E. 4.1 und 4.2). Auch das innerstaatliche Recht verlangt eine entsprechende Prüfung im Hinblick auf die (faktische) Beendigung des Aufenthalts der Beschwerdeführer in der Schweiz (Art. 96 AIG).