Citation: 5A_75/2009 25.03.2009 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführerinnen machen zusammengefasst geltend, die Vorinstanz habe willkürlich die Erhöhung des Grundhonorars nach § 2 Abs. 2 ATVG ausser Acht gelassen. Was sich die Beschwerdegegnerin zum Nachteil der Beschwerdeführerin 1 geleistet habe, sei einzig mit der ungezügelten Gier nach weiteren Millionen für das A.________-Projekt zu erklären. Das grobe Unrecht habe sich dadurch potenziert, dass sich die Rekursinstanz in einem 38-seitigen Entscheid bemüht habe, das ungesetzliche Vorgehen der Beschwerdegegnerin zu rechtfertigen. Selbst das elf Monate dauernde Verfahren mit fast 300 Seiten an Rechtsschriften habe die skandalöse Entmündigung noch nicht aufgehoben. Die Entschädigung von Fr. 12'000.-- für die Beschwerdeführerin 1 bzw. von Fr. 10'000.-- für die Beschwerdeführerin 2 stehe in einem völligen Missverhältnis zum effektiven Aufwand. Wenn die Vorinstanz davon ausgehe, dass sich die Rechtsfragen einfach hätten abgrenzen lassen und kein komplizierter Sachverhalt zu beurteilen gewesen sei, so sei dies zwar rein theoretisch richtig. Die Beschwerdeführerinnen hätten sich aber mit den einzelnen Argumenten des 38-seitigen Entscheids der Rekursinstanz auseinandersetzen müssen. Zudem gelte es das Interesse der Beschwerdeführerin 1 zu berücksichtigen, zumal ihre ganze Persönlichkeit auf dem Spiel gestanden habe. 4.2 Das Verwaltungsgericht ist davon ausgegangen, dass weder der Aufwand noch das Interesse der Parteien in einem erheblichen Missverhältnis zur Grundgebühr inklusive Zuschläge stehe, und hat deshalb eine Erhöhung der Grundgebühr gestützt auf § 2 Abs. 2 ATVG verneint. Zur Begründung hat es ausgeführt, der von den Rechtsvertretern der Beschwerdeführerinnen in Rechnung gestellte und produzierte Aufwand, insbesondere derjenige des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin 2 in der Höhe von Fr. 81'253.05 allein für das Beschwerdeverfahren, sprenge jedes vertretbare Mass. In diesem Zusammenhang falle auf, dass gemäss Detail der Kostennote gleich zwei Anwälte und eine Mitarbeiterin offensichtlich parallel an der Beschwerdeeingabe der Beschwerdeführerin 2 gearbeitet hätten. Auch interne Besprechungen seien von allen drei Beteiligten kumulativ in Rechnung gestellt worden. An der Beweisverhandlung vom 13. August 2008 sei die Beschwerdeführerin 2 gleich durch zwei Anwälte vertreten gewesen, wobei der Zeitaufwand für beide in die Kostennote aufgenommen worden sei. Dieser Aufwand lasse sich unter dem Gesichtspunkt der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung in keiner Art und Weise rechtfertigen. Im Fall der Beschwerdeführerin 2 rechtfertige somit nichts, vom gesetzlichen Rahmen gemäss § 2 Abs. 1 ATVG abzuweichen. Das treffe auch für die Beschwerdeführerin 1 zu, habe doch kein komplizierter Sachverhalt vorgelegen. Auch die sich stellenden formellen und materiellen Rechtsfragen wie etwa die Problematik der Eröffnung der Entmündigungsverfügung mit Bezug auf die Beschwerdeführerin 1 und die Frage, ob die Entmündigungsvoraussetzungen vorliegen, liessen sich klar abgrenzen und definieren. Vergleiche man die vorliegende Sache mit einem Steuerfall mit kompliziertem Zahlenmaterial oder mit einem umfangreichen baurechtlichen Verfahren mit Expertisen und technischen Unterlagen, so könne nicht von einem Verfahren gesprochen werden, welches die Überschreitung des Rahmentarifs rechtfertige. Einzig das relativ hohe persönliche Interesse der Beschwerdeführerin 1 im Prozess gegen die Beschwerdegegnerin rechtfertige es, den Grundbetrag im Bereich der Maximalansätze (gemäss § 2 Abs. 1 ATVG) anzusetzen. Die Vorinstanz hat damit die Frage, ob der Grundbetrag gemäss § 2 Abs. 1 ATVG aufgrund von § 2 Abs. 2 ATVG zu erhöhen sei, in einer Weise verneint, die im Lichte von Art. 9 BV nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerdeführerinnen setzen sich mit den Ausführungen der Vorinstanz kaum auseinander und bringen auch sonst nichts vor, was den angefochtenen Entscheid in dieser Hinsicht als willkürlich erscheinen liesse. Insbesondere waren die angeblichen Motive, welche die Beschwerdegegnerin zur Entmündigung der Beschwerdeführerin 1 veranlasst haben sollen, nicht relevant. Im vorliegenden Fall war im Rahmen des Beschwerdeverfahrens einzig zu beurteilen, wann die Entmündigungsverfügung der Beschwerdeführerin 1 korrekt zugestellt worden war und ob die Rekursfrist eingehalten war. In materieller Hinsicht waren die Entmündigungsvoraussetzungen und dabei insbesondere die Frage strittig, ob die Beschwerdeführerin 1 an einem die Entmündigung rechtfertigenden Schwächezustand litt. Insgesamt lag demnach weder ein komplizierter Sachverhalt vor, noch waren schwierige Rechtsfragen zu beantworten. Dass in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf den 38-seitigen Rekursentscheid einzugehen war, vermag ein Missverhältnis zwischen der Entschädigung gemäss § 2 Abs. 1 ATVG und dem entstandenen Aufwand nicht zu begründen. Dem hohen persönlichen Interesse der Beschwerdeführerin 1 hat die Vorinstanz dadurch Rechnung getragen, dass sie den Maximalansatz gemäss § 2 Abs. 1 ATVG (Fr. 6'000.--) berücksichtigte. Soweit in diesem Punkt auf die Beschwerde eingetreten werden kann, erweist sie sich als unbegründet.