Citation: 2C_1032/2016 E. 6.2

6.2. Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Kriminalgerichts Luzern vom 12. November 2014 wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, teilweise begangen als schwerer Fall, zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Zwischen Januar 2011 und Dezember 2012 hat er sich der Verarbeitung von 1'870 Gramm Kokain, des Verkaufs von über 750 Gramm Kokain an verschiedene Abnehmer und des Besitzes von 158,7 Gramm Kokain schuldig gemacht. Darüber hinaus gestand er ein, während fünf Jahren durchschnittlich ein Gramm Kokain pro Woche konsumiert und während 20 Jahren regelmässig Marihuana geraucht zu haben. Innerhalb der Drogenhierarchie stand er auf mittlerer Stufe und war direkter Ansprechpartner für Lieferanten und für das Strecken der Drogen zuständig. Zwei Personen haben Kokain in seinem Auftrag verkauft. Der Beschwerdeführer handelte ohne Notlage bzw. aus rein finanziellen Motiven. Die strafbaren Handlungen stellte er nicht aus eigenem Antrieb ein; sie nahmen erst mit der polizeilichen Intervention im Dezember 2012 ein Ende. Zudem verübte er die genannten Staftaten während noch laufender Probezeit. Zu beachten ist ferner, dass der Beschwerdeführer zuvor bereits 41 Mal verurteilt worden war. Auch wenn es sich bei den zahlreichen Verfehlungen mehrheitlich nicht um gravierende Delinquenz handelt, lässt doch die Häufung der Straftaten, deren Schwere zudem seit 2009 zugenommen hat, eine beängstigende Gleichgültigkeit gegenüber der hiesigen Rechtsordnung erkennen. Weder die strafrechtlichen Sanktionen noch drei ausländerrechtliche Verwarnungen haben den Beschwerdeführer dazu veranlassen können, sein Verhalten zu ändern. Selbst im Strafvollzug musste er wegen Drogen- und Alkoholkonsums diszipliniert werden. Bei dieser Sachlage entsteht der Gesamteindruck eines uneinsichtigen, hartnäckigen Wiederholungstäters, der die zahlreichen ihm eingeräumten Chancen nicht genutzt hat und bei welchem sämtliche in einem Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Sanktionen wirkungslos erscheinen. In Anbetracht dieser Umstände sowie der Art und Schwere der begangenen Betäubungsmitteldelikte ist von einer hinreichend schweren und auch gegenwärtigen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und einem nicht unerheblichen Rückfallrisiko auszugehen. Folglich steht Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht entgegen, soweit diese Bestimmung überhaupt anwendbar ist (vgl. E. 4).