Citation: 4A_633/2016 E. 6.4.2

6.4.2. Die Beschwerdeführerin rügt eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung hinsichtlich der Frage, ob im fraglichen Zeitraum Bruttorenditen als Kapitalisierungssatz bekannt gewesen seien. Zur vorinstanzlichen Feststellung, dass im relevanten Zeitraum keine ökonometrischen, wissenschaftlich fundierten preisbasierten Schätzungsmethoden zur Verfügung gestanden haben, verweist sie einzig auf die zitierte Aussage im Gutachten G.________, dass solche Methoden damals "in den Kinderschuhen" gesteckt hätten; also hätten sie doch bestanden und seien bekannt gewesen. Die Rüge ist unbehelflich. Was erst "in den Kinderschuhen" steckt, kann keine anerkannte und etablierte Schätzungsmethode sein. Entsprechend stellte der Gutachter auch fest, dass sie in der Praxis nicht angewendet wurde. Im Übrigen ist der Einwand auch insofern widersprüchlich, als die Beschwerdeführerin an anderer Stelle selber ausführt, "Die Schätzerbranche konnte schon vor Erscheinen der Technik der 'hedonistischen Regressionen' (um das Jahr 2000) wirkliche Verkehrswerte schätzen (ansonsten hätte es diesen Berufsstand womöglich gar nicht gegeben) ". Sie geht also selber davon aus, diese statistischen Methoden seien erst ca. ab dem Jahr 2000 verwendet worden. Unbehelflich ist auch der Hinweis auf eine Umfrage von Ernst & Young AG, wonach im Jahr 2004 die Bruttorendite die zweitwichtigste Schätzungsmethode bei institutionellen Anlegern gewesen sei, betrifft die Umfrage doch ebenfalls einen späteren Zeitraum. Im Weiteren wiederholt die Beschwerdeführerin ihren zentralen Einwand ("Hauptstandpunkt im vorliegenden Verfahren"), namentlich aus dem Gutachten F.________ ergebe sich, dass bereits im fraglichen Zeitpunkt bekannt gewesen sei, Bruttorenditen als Kapitalisierungssätze zu verwenden. Dazu hat die Vorinstanz Stellung genommen, womit sich die Beschwerdeführerin kaum auseinandersetzt. Es ist daher fraglich, ob mit den weitgehend blossen Wiederholungen überhaupt eine genügende Rüge (vgl. E. 2 und 6.1 in fine hiervor) vorliegt. Im Übrigen hat die Vorinstanz zutreffend dargelegt, dass der Gutachter den Begriff der preisbestimmten Schätzungsmethode derart weit fasst, dass damit jede Methode erfasst wird und dass allein das Kennen von Bruttorenditen und das Berücksichtigen der "augenblicklichen Marktverfassung" nicht bedeutet, dass damals eine preisbasierte, etablierte Schätzungsmethode bestanden hätte. Die Beschwerdeführerin kann daher auch nichts daraus ableiten, dass das Gutachten F.________ auf Schätzgutachten der Beschwerdegegnerin verweist, in denen die Bruttorenditen für Käufe als "angemessen" oder "marktüblich" bezeichnet worden sind. Zusammenfassend ist es jedenfalls nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz gestützt auf die beiden im vorliegenden Verfahren eingeholten Gerichtsgutachten erkannte, dass die Beschwerdegegnerin nicht unsorgfältig handelte, wenn sie die Schätzungen nicht gestützt auf preisbasierte (d.h. gestützt auf Marktpreise bzw. Bruttorenditen), wissenschaftlich fundierte Methoden vornahm, da solche Methoden im fraglichen Zeitraum nicht verfügbar waren und in der Praxis nicht angewendet wurden. Daran ändert der Hinweis der Beschwerdeführerin auf das von ihr eingeholte Gutachten I.________ vom 23. Februar 2013, das sie als "Gegengutachten " zum gerichtlichen Gutachten H.________ im erwähnten Verfahren vor Handelsgericht Zürich eingeholt hatte, nichts. Vorerst ist zu berücksichtigen, dass es sich hierbei um ein Parteigutachten handelte (zum Beweiswert von Parteigutachten vgl. allgemein: BGE 141 III 433 E. 2.6 S. 437). Die Vorinstanz bezog sich auf die dort enthaltene Aussage, dass die von der Beschwerdeführerin favorisierte Multiplikatorenmethode (Bruttorendite-Methode) "seit Jahrzehnten in der Praxis Anwendung findet " und schloss, aus dieser "ungefähren Behauptung" lasse sich nichts für den Zeitraum 1978 bis 1989 - also 35 bis 24 Jahre früher - ableiten. Die Beschwerdeführerin rügt eine Aktenwidrigkeit, denn Gutachter I.________ habe in diesem Gutachten nicht nur eine "ungefähre Behauptung" aufgestellt, sondern zudem präzis ausgeführt, "dass die professionellen Immobilienschätzer und Händler im massgeblichen Zeitraum (1983-1992) die Bruttorenditen des Marktes verwendeten, um Preise durch Kapitalisierung zu schätzen und auch um die Preisentwicklung festzuhalten". Sie verweist dazu auf ihre Ausführungen in der Berufungsreplik. An der dort angegebenen Stelle, wo die Beschwerdeführerin eineinhalb Seiten wörtlich das Gutachten I.________ wiedergab, findet sich jedoch nur die von der Vorinstanz zitierte Aussage. Die Vorinstanz war nicht gehalten - zumal angesichts des sehr umfangreichen Prozessstoffs - von sich aus im Parteigutachten zu forschen, ob sich daraus allenfalls weitere Hinweise gegen die von ihr eingeholten gerichtlichen Gutachten ergeben könnten, wenn die Beschwerdeführerin selber nicht darauf hinwies. Abgesehen vom (zutreffenden) Hinweis auf den Beweiswert von aus Drittverfahren stammenden Gerichtsgutachten äussert sich die Vorinstanz zum Gutachten H.________ im Wesentlichen nur im Zusammenhang mit der (grundsätzlichen) Eignung der Multiplikatorenmethode (Kapitalisierung mit marktmässigen Bruttorenditen), also nicht zur Praxis und Verfügbarkeit im massgeblichen Zeitraum. Auf die diesbezüglichen Rügen der Beschwerdeführerin muss daher hier mangels Erheblichkeit nicht mehr eingegangen werden.