Citation: 2C_534/2018 E. 2.1

2.1. Nach Art. 18 Abs. 1 DBG sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit steuerbar. Gestützt auf Art. 27 Abs. 1 DBG können bei selbständiger Erwerbstätigkeit die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen werden. Dazu gehören nach Art. 27 Abs. 2 lit. b DBG namentlich die eingetretenen und verbuchten Verluste auf Geschäftsvermögen. Der Abzug setzt voraus, dass die Verluste im Zusammenhang mit einer selbständigen Erwerbstätigkeit des Steuerpflichtigen angefallen sind. Verluste beim Privatvermögen sind demgegenüber steuerlich nicht abzugsfähig (Urteil 2A.68/2004 vom 4. Juni 2004 E. 1.1). Vorliegend machen die Beschwerdeführer Verluste geltend, welche im Geschäftsjahr 2012 im Zusammenhang mit einer Nebenerwerbstätigkeit des Beschwerdeführers als Ingenieur eingetreten sein sollen. Der damit streitige Abzug für angebliche Aufwendungen im Rahmen einer selbständigen Erwerbstätigkeit erfordert nach dem Gesagten insbesondere, dass der Beschwerdeführer im Geschäftsjahr 2012 tatsächlich eine solche Tätigkeit ausgeübt hat. Die Vorinstanz liess die Frage offen, ob der Beschwerdeführer im Steuerjahr 2012 einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen ist. Sie verweigerte den streitbetroffenen Abzug stattdessen mit der Begründung, die Beschwerdeführer hätten in diesem Steuerjahr nur Einkünfte in Form von Rentenleistungen, einer Erwerbsausfallentschädigung und Wertschriftenerträgen erzielt, so dass es an dem für die Abzugsfähigkeit erforderlichen Konnex zwischen dem geltend gemachten Verlust und diesen Einkünften fehle (vgl. zum Ganzen E. 4.6 des angefochtenen Urteils 810 17 238). Die Vorinstanz verkennt in diesem Punkt, dass geschäfts- oder berufsmässig begründete Kosten, wenn sie die Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit übersteigen, auch zu Lasten anderer Einkünfte geltend gemacht werden können (M ARKUS REICH UND ANDERE, in: Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar zum DBG, 3. Aufl. 2017 [nachfolgend: BSK-DBG], N. 6 zu Art. 27 DBG). Dies ist Ausfluss des im Grundsatz der Gesamtreineinkommenssteuer (vgl. Art. 16 Abs. 1 DBG sowie Urteil 2C_625/2015 / 2C_626/2015 vom 18. Februar 2016 E. 5.1) enthaltenen objektiven Nettoprinzips (REICH UND ANDERE, a.a.O., N. 6 und 44 zu Art. 27 DBG). Es würde dem Gesamtreineinkommensprinzip widersprechen, wenn Körbe zu bilden wären, innerhalb welcher eine Aufwandverrechnung stattzufinden hätte (REICH/HUNZIKER, in: BSK-DBG, N. 14 zu Art. 25 DBG). Liegt eine selbständige Erwerbstätigkeit vor, sind demzufolge auch diesbezügliche Gewinnungskostenüberschüsse abziehbar (vgl. REICH UND ANDERE, a.a.O., N. 44 zu Art. 27 DBG). Massgebend ist damit vorliegend einzig, ob für das Steuerjahr 2012 von einer selbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen werden kann.