Citation: 6B_788/2010 20.01.2011 E. 3.1

3.1.1 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin habe sich die Vorinstanz mit den konkreten Umständen und den relevanten Sachverhaltselementen zu wenig auseinandergesetzt und sei daher zum falschen Schluss gelangt, die Behauptungen des Beschwerdegegners beträfen nicht den strafrechtlich geschützten Bereich der Ehre. Sie berücksichtige nicht, dass sie in der Rechtsabteilung einer Bank gearbeitet habe. Dort seien neben dem kaufmännischen Personal ausschliesslich Juristen und Rechtsanwälte beschäftigt worden. Zur Beurteilung der Ehrverletzung sei nicht von der Durchschnittsauffassung irgendeines unbefangenen Hörers auszugehen. Entscheidend seien die konkreten Umstände. Jeder "Hörer" bei der Bank B.________ wisse, dass die disziplinarische Kündigung eines Mitarbeiters die letztmögliche Massnahme bei schweren Verstössen gegen die internen Regeln oder gesetzeswidriges Verhalten darstelle (Beschwerde, S. 4 ff. und S. 8). 3.1.2 Die Äusserung des Beschwerdegegners habe sich keineswegs nur auf ihre berufliche Ehre bezogen, sondern auch ihren Privatbereich betroffen. Die sofortige Entlassung werde mit einer gravierenden Verletzung gesetzlicher oder reglementarischer Vorschriften verknüpft. Die Wortwahl im konkreten Zusammenhang habe den Eindruck erweckt, sie habe mit grosser Wahrscheinlichkeit gesetzeswidrig gehandelt beziehungsweise in grober Weise gegen bankinterne Reglemente verstossen (Beschwerde, S. 6 f.). 3.1.3 Der Beschwerdegegner habe auch ein ehrverletzendes Memorandum verfasst. Dieses habe den Eindruck erweckt, sie habe Mitarbeiter gemobbt und ihre Fürsorgepflicht als Vorgesetzte missachtet, indem sie ein Klima der Angst geschaffen habe. Diese Vorwürfe seien ebenfalls nicht bloss beruflicher Natur. Die ihr vorgeworfene berufliche Unfähigkeit sei auch als - ehrverletzendes - sittliches Versagen zu werten, indem sie ihren Beruf trotz fehlender Eignung ausgeübt habe. Die Bank B.________ habe dem Beschwerdegegner im Übrigen verboten, die gerügten Behauptungen zu verbreiten oder gegenüber Dritten zu wiederholen (Beschwerde, S. 9 f.).