Citation: 1B_5/2015 E. 4.2

4.2. Der vorliegende Fall ist insofern besonders, als gegen den Beschwerdeführer parallel in zwei Kantonen zwei unterschiedliche Strafverfahren laufen. Dabei geht es nicht um gleiche Straftatbestände, bilden doch im Kanton Solothurn Delikte im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt und im Kanton Basel-Landschaft solche im Zusammenhang mit einem Einbruchsdiebstahl Verfahrensgegenstand. Dennoch kann nicht ausser Acht gelassen werden, dass gegen den Beschwerdeführer im Kanton Solothurn am 30. Mai 2014 Untersuchungshaft angeordnet wurde, die formell bis zum 8. Dezember 2014 andauerte. Obwohl diese Untersuchungshaft im Zusammenhang mit der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen häuslichen Gewalt stand, gab es unter diesen Umständen keine Veranlassung für die basellandschaftlichen Strafverfolgungsbehörden, selbst Untersuchungs- bzw. später Sicherheitshaft zu prüfen und anzuordnen. Angesichts der bestehenden Inhaftierung wären die beiden hier zu prüfenden Haftgründe der Flucht- und Wiederholungsgefahr ohnehin offensichtlich nicht erfüllt gewesen. Obschon die solothurnische Haft nicht automatisch auch für das basellandschaftliche Strafverfahren galt, hatte sie daher doch die Wirkung, dass nicht auch noch im Kanton Basel-Landschaft über die Anordnung von Haft zu entscheiden war. Die entsprechende Auffassung des Beschwerdeführers läuft auf einen doppelten und unnötigen Aufwand hinaus, indem theoretisch die Zulässigkeit der Haft auch im eigenen Kanton zu prüfen wäre, wenn eine solche schon in einem anderen Kanton, wenn auch in anderem Zusammenhang, angeordnet ist. Es ist vielmehr zulässig und erscheint in der Regel sinnvoll, den Zeitpunkt einer allfälligen Haftentlassung im anderen Kanton abzuwarten, um erst dann die Zulässigkeit der Haft im eigenen Strafverfahren zu prüfen, wenn sich die Frage konkret stellt, weil der Beschuldigte aufgrund des strafprozessualen Entscheids im anderen Kanton die Freiheit wieder erlangen würde.