Citation: 5P.40/2003 27.05.2003 E. 2

Der Beschwerdeführer hält den Zuspruch einer Genugtuung an die Beschwerdegegnerin für willkürlich, weil deren Unbill weder bewiesen noch überhaupt dargetan sei. Die Vorinstanz hat einleitend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hingewiesen, wonach der Verletzte die Umstände darzutun hat, aus denen auf seinen seelischen Schmerz geschlossen werden kann (BGE 120 II 97 E. 2b S. 99). Sie hat anschliessend befunden, die Beschwerdegegner würden durch den Ausgang des Verfahrens eine "gewisse Genugtuung" erfahren und beim Beschwerdegegner sei eine darüber hinausgehende seelische Unbill nicht in substanziierter Form dargetan. Anders verhalte es sich mit Bezug auf die Beschwerdegegnerin; trotz gewandelter Moralvorstellungen stelle die Abbildung einer Frau mit nacktem Oberkörper grundsätzlich einen schweren Eingriff in deren Persönlichkeit dar, zumal sie dem Beschwerdeführer nie mit entblösstem Oberkörper posiert oder sonst wie Anlass für eine derartige Darstellung gegeben habe. Pikanterweise sei in den Medienberichten regelmässig ihr Porträt gezeigt worden, wobei sich der Beschwerdeführer zum Teil sogar davor habe photographieren lassen. Die Beschwerdegegnerin hatte im Parteiverhör ausgesagt, sie würde sich nie in dieser Pose, d.h. unbekleidet, zeigen, das gehe gegen ihre Erziehung und Kultur. Sie sei religiös betroffen worden, weil sie mit einem Apfel dargestellt worden sei, d.h. als Eva, die Adam im Paradies verführe; sie würde so etwas nie zulassen (p. 385 der kantonalen Akten). Das Kantonsgericht hat diese Aussagen in seinen Erwägungen nicht wiedergegeben, sondern in generell-abstrakter Weise und damit im Sinne eines allgemeinen Erfahrungssatzes befunden, die Abbildung einer Frau mit nacktem Oberkörper, ohne dass das Einverständnis der Betroffenen vorliege und ohne dass diese Anlass zu solcher Darstellung geboten hätte, stelle in jedem Fall eine schwere Verletzung dar, die seelischen Schmerz hervorrufe. Allgemeine Erfahrungssätze erfüllen die Funktion von Normen und sind folglich nicht Gegenstand der Beweisführung (vgl. BGE 120 II 97 E. 2b S. 99). Insofern stösst das die Beweisführung betreffende Vorbringen, das Kantonsgericht habe der Beschwerdegegnerin willkürlich eine Genugtuung zugesprochen, ohne dass diese ihre seelische Unbill bewiesen hätte, ins Leere. Dass es den betreffenden Erfahrungssatz gar nicht gebe oder dass er falsch und damit in Verletzung von Bundesrecht angewandt worden sei, wäre mit Berufung darzutun; die staatsrechtliche Beschwerde steht hierfür nicht offen.