Citation: 6B_1390/2021 E. 1.4.3

1.4.3. Unbegründet ist die Rüge, die Vorinstanz stelle den Sachverhalt offensichtlich unrichtig bzw. willkürlich fest, indem sie ausführe, eine stationäre Massnahme (für junge Erwachsene) sei gutachterlich nicht indiziert. Dem Gutachten ist hierzu zu entnehmen, dass aus forensisch-psychiatrischer Sicht zur Vermeidung weiterer Straftaten eine psychiatrische Behandlung zu empfehlen sei. In der deliktsorientierten Psychotherapie sollte auch auf Impulsivität, Konfliktfähigkeit und Aggressivität fokussiert werden. Zudem empfehle es sich auch auf den Konsum psychotroper Substanzen zu achten bzw. die Abstinenz zu fördern. Idealerweise sollte in der Therapie sodann auf gewisse psychosoziale Aspekte geachtet werden. Aus Sicht des Sachverständigen wäre es wichtig, den Beschwerdeführer zu einer Ausbildung zu motivieren und dessen berufliche Integration zu fördern. Ebenso sollte auf das soziale Umfeld (eher Freunde mit prosozialem Verhalten) und die Strukturierung der Freizeit geachtet werden. Nachdem die Einsichtsfähigkeit des Beschwerdeführers bezüglich seines Verhaltens und der Störung fraglich sei, werde in einem ersten Schritt notwendig sein, an seiner Motivation zur Auseinandersetzung mit dem Delikt und der bestehenden Störung zu arbeiten. Aus Sicht des Sachverständigen sei eine ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB angezeigt. Mehrere Massnahmen seien nicht indiziert. Eine stationäre Massnahme sei nicht unbedingt nötig. Die ambulante Behandlung wäre auch bei gleichzeitigem oder vorherigem Strafvollzug möglich (Gutachten vom 20. Dezember 2018, kantonale Akten, act. 401 und 404). Gestützt auf diese gutachterlichen Ausführungen schliesst die Vorinstanz ohne in Willkür zu verfallen, dass der Sachverständige eine ambulante Behandlung als geeignet und hinreichend erachtet, um die vom Beschwerdeführer ausgehende Rückfallgefahr zu reduzieren. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers schliesst der Gutachter eine stationäre Massnahme nicht aus, sondern erachtet diese nicht für erforderlich. Daran ändert nichts, dass er nicht ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Massnahme für junge Erwachsene angesprochen wurde. Es ist davon auszugehen, dass der Sachverständige als Fachperson die verschiedenen Massnahmen kennt und eine Massnahme für junge Erwachsene empfohlen hätte, wenn er diese für angezeigt erachtet hätte. Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer mittlerweile weitere Delikte begangen hat, führt nicht dazu, dass die vorinstanzliche Beurteilung des therapeutischen Nutzens einer ambulanten Behandlung willkürlich ist. Dass und weshalb die Vorinstanz Zweifel hegte, ob eine stationäre Massnahme nach Art. 61 StGB indiziert sei, ergibt sich aus der Beschwerde nicht, weshalb darauf bzw. auf die Frage, ob die Vorinstanz aufgrund ihrer Zweifel ein Obergutachten hätte einholen müssen, nicht weiter einzugehen ist.