Citation: 8C_203/2018 E. 6.2

6.2. Der praktische Arzt G.________, Regionaler Ärztlicher Dienst der IV-Stelle (RAD), legte in der Aktenstellungnahme vom 12. Juli 2017 gestützt auf medizinische Literatur im Wesentlichen dar, ein möglicher Elastinmangel als Folge des WBS verursache keine neurologische Schwäche (Lähmung), sondern allenfalls eine strukturelle Gewebeschwäche (z.B. Gefässwandveränderungen). Die muskuläre Hypotonie als neurologisches Syndrom sei keine Bindegewebepathologie und nicht leistungsbegründend nach Ziff. 485 GgV-Anhang. Diese Hypotonie gehöre auch nicht zu den Kardinalsymptomen des WBS. Bei diesem würden in der medizinischen Literatur keine spezifischen Hüftpathologien beschrieben. Ausserdem werde die Mehrheit der muskuloskelettalen Auffälligkeiten als sekundär beurteilt, vermutlich als Folge der Bindegewebestruktur bei ELN-Gen Deletion. Die Pathophysiologie der muskuloskelettalen Leiden bleibe ungeklärt. Zudem könne ein Vorkommen bei 2 % der Patienten mit WBS wohl nicht als häufig bezeichnet werden. Es bestehe somit kein Leistungsanspruch der Versicherten auf die Behandlungskosten.