Citation: I 239/02 23.01.2003 E. 3.1

Verwaltung und Vorinstanz stützen sich dabei auf die Angaben des Gutachtens der Klinik Y.________ vom 10. November 2000 und die Berichte der Rheuma- und Rehabilitationsklinik X.________ vom 2. und 23. Juni 1999. Danach besteht diagnostisch ein chronisches lumbo- und zervicospondylogen betontes Panvertebralsyndrom mit funktioneller Ueberlagerung (ICD-10: M54.9 und F54), Status nach Fenestrierung, Sequesterentfernung und Enukleation am 18. März 1998, eine atypische Anorexie (ICD-10: F50.1) und chronischer Nikotinabusus. Beide Kliniken schätzen die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Beschäftigung als Direktionsassistentin als auch in einer anderen wechselbelastenden, leichten bis mittelschweren Tätigkeit, ohne die Notwendigkeit, Zwangshaltungen einnehmen zu müssen, auf 50 % ein. Die Ärzte des Rheuma- und Rehabilitationszentrums X.________ hielten fest, nach der Operation vom März 1998 habe sich das Schwächegefühl im Fuss sowie die Schmerzausstrahlung in das linke Bein temporär verbessert. Danach sei es allmählich zu einer Schmerzintensivierung im Bereich des gesamten Rückens mit Ausstrahlung in beide Oberschenkel und vom Nacken in den rechten Arm gekommen. Bei Klinikeintritt habe sich eine starke Einschränkung der aktiven und passiven Bewegungen, vor allem im Bereich der LWS mit lokal deutlichen Druckdolenzen und deutlicher neurodynamischer Mobilisationseinschränkung, gezeigt. Therapeutisch sei vor allem mit lernprozessorientierten Verfahren (progressive Muskelrelaxation, Qi-Gong, Tragertherapie und Feldenkrais-Gymnastik) gearbeitet worden, wodurch eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit der LWS erzielt werden konnte. Dr. med. K.________ (Klinik Y.________) kam zum Schluss, die subjektiv sehr hohe Schmerzbewertung bei insgesamt nur sehr geringer Schmerzmodulation sowie die mehr oder weniger geringen Behandlungserfolge sprächen für ein chronisches Schmerzsyndrom, eine Beurteilung, die durch die deutliche Diskrepanz zwischen dem subjektiv sehr hohen Schmerzerleben und den insgesamt doch sehr geringen, klinisch objektivierbaren Befunden untermauert würde. Ausschlaggebend für die Entwicklung des chronischen Schmerzsyndroms seien überwiegend psychologische und soziale Faktoren. So bleibe bei einer bestimmten Disposition des Betroffenen auch nach Abklingen der eigentlichen Körperschädigung die Angst verhaltensbestimmend, und intermittierend auftretende Schmerzerfahrungen bei körperlichen Tätigkeiten könnten die Assoziation zwischen Bewegung und Schmerz verstärken. Durch das verminderte motorische Verhalten entwickle sich eine generalisierte körperliche Dekonditionierung, die die Schmerzempfindlichkeit zusätzlich erhöhe (wenig beanspruchte oder atrophe Muskeln sind besonders sensibel). Neben dieser Angst spielten Katastrophisierungsgedanken (den Schmerzen hilflos ausgeliefert zu sein, die Schmerzen sind nicht auszuhalten) eine Rolle, welche konträr zur perfektionistischen Grundhaltung der Versicherten (keine Schwäche zeigen, aktiv sein) stünden, was zur Aufrechterhaltung der Symptomatik beitrage. Mittels Entspannungstechniken, wie progressiver Muskelrelaxation, autogenem Training, Biofeedback und Imagination sowie durch kognitive Umstrukturierung, Entwicklung allgemeiner Problemlösungsstrategien und schrittweisen Aufbau von Aktivitäten könne das chronische Schmerzsyndrom behandelt werden. Diese Behandlungsmassnahmen seien bereits durchgeführt worden, wobei Aenderungen von negativen Gedanken, der Umgang mit Katastrophisierungsgedanken und die Aufnahme positiver Aktivitäten weiterhin fehlen würden, weshalb dieser psychologische Ansatz wegen des sehr ausgeprägten organischen Krankheitsmodells der Versicherten wenig erfolgversprechend sei.