Citation: 1C_511/2023 E. 4.6.2

4.6.2. Diese vorinstanzlichen Ausführungen sind nicht zu beanstanden und werden von der Beschwerdeführerin im Kern auch nicht bestritten. Ihre Rüge, die Vorinstanz habe nicht weiter geprüft, ob von der Anwendung des übergangsrechtlichen Gewässerraums ausnahmsweise aus Gründen des öffentlichen Interesses und der Verhältnismässigkeit abgesehen werden könne, geht fehl. Die Beschwerdeführerin übersieht, dass Art. 41b GSchV bundesrechtliche Minimalvorgaben aufführt (vgl. BGE 139 II 470 E. 4.3), nach denen die Kantone die Gewässerräume festzusetzen haben. Dies ist vorliegend noch nicht geschehen, weshalb die Übergangsvorschriften zur Änderung der GSchV vom 4. Mai 2011 Anwendung finden (vgl. vorne E. 4.5). Nach der Rechtsprechung soll der übergangsrechtliche Gewässerraum gewährleisten, dass im Zeitraum nach dem Inkrafttreten der Verordnung bis zur definitiven Festlegung des Gewässerraums keine unerwünschten neuen Anlagen errichtet werden. Ihm kommt insoweit die Funktion einer Planungszone zu. Die Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach Art. 41c Abs. 1 GSchV darf daher die künftige Gewässerraum- und Revitalisierungsplanung nicht erschweren bzw. ihr nicht widersprechen (BGE 140 II 437 E. 6.2). Liegt das Baugrundstück - wie hier - ausserhalb des dicht überbauten Gebiets und sind auch die Voraussetzungen von Art. 41c Abs. 1 lit. a bis -d GSchV nicht erfüllt, können die rechtsanwendenden Behörden gemäss der übergangsrechtlichen Nutzungsbeschränkung von vornherein keine Ausnahmebewilligung erteilen (vgl. Urteil 1C_444/2015 vom 14. März 2016 E. 3.6.5). Dies selbst dann, wenn zum aktuellen Zeitpunkt der tatsächlich notwendige Raum für die Gewässerfunktionen durch das Bauvorhaben, welches durch die Kantonsstrasse vom Seeanstoss getrennt wird, nicht tangiert würde (vgl. JEANNETTE KEHRLI, Bauen im Gewässerraum und Uferstreifen, URP/DEP 8/2015, S. 696). Die vorinstanzliche Schlussfolgerung erweist sich damit als bundesrechtskonform. An diesem Ergebnis ändert entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nichts, dass im Rahmen der laufenden Zonenplanrevision der Gewässerraum des Sihlsees mutmasslich auf 15 m festgelegt werden soll. Im Übrigen würde auch dann die strittige Vorplatz- und Umgebungsgestaltung noch in den Gewässerraum ragen. Eine Verletzung der Eigentumsgarantie, des Verhältnismässigkeitsprinzips, des Willkürverbots oder von Abs. 2 lit. c ÜbBst GSchV, wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, liegt somit nicht vor.