Citation: 8C_485/2018 E. 5.3

5.3. Bei dieser Ausgangslage ist auf die Frage, ob die Anordnung der IV-Stelle vom 25. Juli 2016 zu Recht als im formlosen Verfahren gemäss Art. 51 Abs. 1 ATSG ergangene Mitteilung qualifiziert worden ist oder ob sie gemäss Art. 49 Abs. 1 ATSG in Form einer Verfügung hätte ergehen müssen, nicht weiter einzugehen. Sowohl für das Begehren um Erlass einer anfechtbaren Verfügung gemäss Art. 51 Abs. 2 ATSG wie auch bei der mangelhaften Eröffnung einer Verfügung im Sinne von Art. 49 Abs. 3 ATSG gilt nämlich als Richtschnur der Grundsatz von Treu und Glauben (BGE 134 V 145 E. 5.2 S. 150). Für das Begehren um Erlass einer anfechtbaren Verfügung steht - selbst in Fällen, in denen ein Entscheid zu Unrecht im formlosen Verfahren ergangen ist - rechtsprechungsgemäss eine Frist von im Regelfall einem Jahr zur Verfügung (Urteil 8C_536/2017 vom 5. März 2018 E. 3.4; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 19 und 24 zu Art. 51 ATSG; vgl. auch E. 4.2 hiervor). Aus der mangelhaften Eröffnung einer Verfügung sodann darf der betroffenen Person gemäss Art. 49 Abs. 3 letzter Satz ATSG kein Nachteil erwachsen. Nach der Rechtsprechung ist nicht jede mangelhafte Eröffnung schlechthin nichtig mit der Konsequenz, dass die Rechtsmittelfrist nicht zu laufen beginnen könnte. Aus dem Grundsatz, dass den Parteien aus mangelhafter Eröffnung keine Nachteile erwachsen dürfen, folgt vielmehr, dass dem beabsichtigten Rechtsschutz schon dann Genüge getan wird, wenn eine objektiv mangelhafte Eröffnung trotz ihres Mangels ihren Zweck erreicht. Das bedeutet nichts anderes, als dass nach den konkreten Umständen des Einzelfalls zu prüfen ist, ob die betroffene Partei durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsächlich irregeführt und dadurch benachteiligt worden ist. Richtschnur für die Beurteilung dieser Frage ist auch hier der Grundsatz von Treu und Glauben, an welchem die Berufung auf Formmängel in jedem Fall ihre Grenze findet (BGE 132 I 249 E. 6 S. 253 f.; 122 I 97 E. 3a/aa S. 99; 111 V 149 E. 4c S. 150; SVR 2011 IV Nr. 32 S. 93, 9C_791/2010 E. 2.2; Urteil 9C_418/2017 vom 30. Oktober 2017 E. 2.1 mit Hinweisen).