Citation: 1P.576/2001 05.11.2001 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer macht sodann eine willkürliche Beweiswürdigung durch das Kantonsgericht geltend. In diesem Zusammenhang rügt er eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". a) Gemäss Art. 32 Abs. 1 BV sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK gilt jede angeschuldigte Person bis zur rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig. Die Maxime "in dubio pro reo" ist ein Aspekt der Unschuldsvermutung (BGE 120 Ia 31 E. 2b S. 35). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich aber um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 86 E. 2a S. 88; 120 Ia 31 E. 2c S. 37). Bei der Beurteilung von Fragen der Beweiswürdigung beschränkt sich das Bundesgericht auf eine Willkürprüfung. Es kann demnach nur eingreifen, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld bestanden. Willkür liegt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts vor, wenn der angefochtene kantonale Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Eine materielle Rechtsverweigerung ist nicht schon dann gegeben, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erschiene, sondern nur dann, wenn das Ergebnis schlechterdings mit vernünftigen Gründen nicht zu vertreten ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 124 IV 86 E. 2a S. 88, je mit Hinweisen). b) Soweit der Beschwerdeführer in weiten Teilen seiner Beschwerde den Erwägungen des Kantonsgerichts lediglich seine eigene Sicht der Dinge entgegenhält, handelt es sich um appellatorische Kritik, welche im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nicht zu hören ist (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 127 I 38 E. 4 S. 43; 117 Ia 10 E. 4b S. 12, mit Hinweis). Darauf ist nicht einzutreten und wird im Folgenden auch nicht weiter eingegangen. c) Der Beschwerdeführer beanstandet, dass das Kantonsgericht den Schuldspruch wegen mehrfachem vollendetem Erpressungsversuch ausschliesslich auf die Aussagen der Zeuginnen C.________ und P.________ abgestützt und die Angaben seiner Ehefrau nur ungenügend berücksichtigt habe. Das Kantonsgericht hat die protokollierten Aussagen aller Beteiligter unter Berücksichtigung der von Lehre und Rechtsprechung entwickelten Grundsätze eingehend gewürdigt. Es hat insbesondere auf die übereinstimmenden Schilderungen der beiden Zeuginnen sowie von O.________ hingewiesen und diese als glaubhaft bezeichnet, während das Aussageverhalten des Angeschuldigten nicht für dessen Glaubwürdigkeit spreche. Sodann hat es einlässlich begründet, weshalb aus den Angaben der Ehefrau des Angeschuldigten nicht geschlossen werden könne, dass dieser keine Drohungen ausgesprochen habe. Schliesslich hat es auch die Interessenlage der Beteiligten dargestellt und darauf hingewiesen, dass Aussagen des Ehegatten eines Angeschuldigten generell mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen seien. Wenn das Kantonsgericht unter diesen Umständen zum Schluss gelangte, es sei auf die Angaben der Zeuginnen C.________ und P.________ abzustellen und die entgegenstehenden Behauptungen des Beschwerdeführers seien zu verwerfen, würdigte es die Beweise nicht offensichtlich falsch oder einseitig. Die Einwendungen des Beschwerdeführers basieren zur Hauptsache auf nicht näher belegten und nicht überprüfbaren Behauptungen. Kleineren Widersprüchen in den Aussagen der Belastungszeugen kommt im Gesamtkontext keine entscheidende Bedeutung zu. Auch die Zeitspanne zwischen den von den Zeugen geschilderten Drohungen und der Einreichung der Strafanzeigen ist nicht geeignet, an den Zeugenaussagen offensichtlich ernsthafte Zweifel aufkommen zu lassen, denn die Strafanträge wurden bereits wenige Tage nach den umstrittenen Vorfällen gestellt. d) aa) Nach Auffassung des Beschwerdeführers wurde die Unschuldsvermutung auch durch die Beweiswürdigung zum Vorwurf des Fahrens in angetrunkenem Zustand verletzt. Er bestreite zwar das Ergebnis der Blutanalyse nicht, doch habe er bereits anlässlich seiner polizeilichen Befragung zu Protokoll gegeben, dass er in angetrunkenem Zustand mit seinem Motorrad nicht gefahren sei, sondern dieses zum Polizeikommando gestossen habe. Das Kantonsgericht habe die massgeblichen Umstände und die Zeugenaussagen willkürlich gewürdigt. bb) Diese Rügen sind unbegründet. Bereits nach allgemeiner Lebenserfahrung sind durchaus Zweifel an der Darstellung des Beschwerdeführers angebracht, wonach er sein Motorrad gestossen habe. Diese Zweifel werden erhärtet durch die widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers. Das Kantonsgericht hat diese im angefochtenen Entscheid (E. 6c) ausführlich dargestellt und daraus sachlich begründete Schlüsse gezogen. Wenn es die Aussagen des Beschwerdeführers als "absolut unglaubhaft" bezeichnet und dessen Argumente folgerichtig verwirft, ist diese Würdigung jedenfalls nicht offensichtlich unhaltbar. Unter verfassungsrechtlichen Aspekten ist auch nicht zu beanstanden, dass die kantonalen Instanzen auf das bei den Akten liegende Einvernahmeprotokoll vom 24. September 1999 (act. 4/3) abgestellt haben. Jene Einvernahme wurde von einem Untersuchungsrichter durchgeführt. Ob vorgängig, wie vom Beschwerdeführer behauptet, eine polizeiliche Befragung stattgefunden hat und diese protokolliert wurde, ist unerheblich, weil der Beschwerdeführer nicht behauptet, diese sei auch abgeschlossen worden und eine allfällige Einvernahme durch die Polizei in jedem Falle durch jene des beigezogenen Pikett-Untersuchungsrichters ersetzt wurde. Dem Beschwerdeführer kann auch nicht gefolgt werden, wenn er geltend macht, die protokollierten, aber durch ihn nicht unterzeichneten Aussagen seien nicht verwertbar. Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer das Einvernahmeprotokoll nicht unterzeichnet hat. Grund hierfür war jedoch gemäss einer Aktennotiz der Umstand, dass er auf der Durchführung eines zweiten Alkoholtests bestand, was der Untersuchungsrichter aufgrund des klaren Ergebnisses des ersten Tests und der damit verbundenen Zuführung zur Blutentnahme verweigerte. Dass der Beschwerdeführer mit dem Inhalt des Protokolls nicht einverstanden gewesen wäre, wurde nicht vermerkt und vor dem Untersuchungsrichter auch bei späteren Einvernahmen (act. 4/22, 25) nicht vorgebracht. cc) Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, er habe sich bei der Kantonspolizei nackt ausziehen müssen. Diese Massnahme sei durch den Untersuchungszweck nicht geboten und daher unverhältnismässig gewesen. Was der Beschwerdeführer mit dieser Rüge bezweckt, ist nicht klar. Mit Blick auf den Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens legt der Beschwerdeführer jedenfalls nicht dar, inwiefern sich das Vorgehen der Untersuchungsbehörden auf seine Verurteilung auswirkte und seine verfassungsmässigen Rechte verletzt wurden. Überdies bestreitet er die Notwendigkeit der Massnahme mit blosser appellatorischer Kritik. Darauf ist daher nicht einzutreten.