Citation: 6B_359/2017 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass die objektiven Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt sind. Ein Notfall im Sinne von Art. 12 Abs. 2 VRV, der ein brüskes Bremsen gerechtfertigt hätte, lag nach den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen nicht vor. Der Beschwerdeführer hat auf der Überholspur der Autobahn aus hoher Geschwindigkeit bewusst bis fast zum Stillstand abgebremst, obwohl kein Hindernis auf der Fahrbahn war oder die vor ihm fahrenden Verkehrsteilnehmer hierzu Anlass gegeben hätten. Dass die Vorinstanz das Verhalten des Beschwerdeführers trotz des von ihr festgestellten bewussten abrupten Abbremsens auf der Überholspur der Autobahn nur als grob fahrlässige Verkehrsregelverletzung eingestuft hat, ist nicht nachvollziehbar und erweist sich als bundesrechtswidrig, auch wenn auf den Schuldspruch insoweit nicht zurückgekommen werden kann. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz, es sei nachvollziehbar und verständlich, dass der Beschwerdeführer als einziges Mittel, um eine hohe Gefährdung von sich und anderen Verkehrsteilnehmern durch den dicht, mit eingeschaltetem Fernlicht hinter ihm fahrenden Y.________ abzuwenden, die Verringerung der Geschwindigkeit durch (starkes) Bremsen in Betracht gezogen habe. Das Gegenteil ist der Fall. Bei einem zu dicht hinterherfahrenden Auto erhöht respektive begründet ein starkes, abruptes Bremsmanöver die Gefahr eines Auffahrunfalls, insbesondere auf der Überholspur, wo in der Regel höhere Geschwindigkeiten als auf der Normalspur gefahren werden. Dies erkennt auch die Vorinstanz, da sie das Vorliegen eines rechtfertigenden und entschuldbaren Notstands gemäss Art. 17 und 18 StGB mit der Begründung verneint, der Beschwerdeführer habe die Gefahr einer Kollision mit dem ihm zu dicht folgenden Y.________ signifikant erhöht und das Abbremsen bis zum Stillstand sei weder geeignet noch die einzige Möglichkeit gewesen, um die Gefährdung abzuwenden. Warum sie diese Umstände im Rahmen der tatbestandsmässigen Verkehrsregelverletzung anders würdigt als bei der Prüfung eines rechtfertigenden oder entschuldbaren Notstands, ist nicht nachvollziehbar. Dass man durch das Licht respektive durch Fernlicht eines hinter einem fahrenden Personenwagens beim Blick in den (Rück-) Spiegel geblendet wird, ist eine alltägliche, wenn auch unangenehme, Verkehrssituation, die fast jeder Automobilist kennt. Eine normale und verkehrsadäquate Reaktion wäre gewesen, den Winkel des Innenspiegels mit dem extra hierfür angebrachten Hebel zu verstellen (oder nicht mehr in den Rückspiegel zu schauen). Die sogenannte "Abblendfunktion" beendet das Blenden sofort, da das Licht des nachfolgenden Fahrzeugs in einem leicht veränderten Winkel gebrochen wird, ohne dass sich das Sichtfeld ändert. Ein bewusstes und abruptes Abbremsen auf der Überholspur bei dicht folgendem Verkehr ist keine nachvollziehbare oder erklärbare Reaktion auf Fernlicht "von hinten". Ob und inwieweit die Sicht des Beschwerdeführers, der selbst angibt, nicht durch das Fernlicht an sich, sondern durch (den Blick in) die Spiegel geblendet worden zu sein, obwohl er während des gesamten Bremsvorgangs aufgrund der "gleich bleibenden Blendung" gesehen haben will, dass sich der Abstand zum Fahrzeug von Y.________ nicht verringert habe, tatsächlich eingeschränkt war, erscheint mehr als fraglich, kann aber vorliegend offenbleiben.