Citation: 1C_84/2023 E. 4.3.4

4.3.4. Die Vorinstanz erwägt hierzu, aufgrund der Zunahme der Bautätigkeit - insbesondere seit der Veröffentlichung der 2. Fassung des ISOS im Oktober 2005 - sei nicht zu beanstanden, dass der Stadtrat Sursee in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege das Erhaltungsziel "a" (Erhalten der Beschaffenheit als Kulturland oder Freifläche) im Rahmen der Genehmigung des neuen Gestaltungsplans auf seine Aktualität überprüft und im Ergebnis relativiert habe. Er habe dabei das Erhaltungsziel nicht "über Bord geworfen", sondern gegen allfällige entgegenstehende Interessen, wie das Bedürfnis der Verdichtung abgewogen. Dem Anliegen der inneren Verdichtung sei durchaus ein gewisses Gewicht beizumessen, wobei dieses stark von der Bedeutung des betroffenen Schutzobjekts abhänge. In Bezug auf das Chalet "Sonnenblick", das gemäss neuem Gestaltungsplan erhalten bleiben soll, lasse die Setzung der Neubauten dem Chalet genug Raum und spanne im Zentrum einen grosszügigen Grün- und Freiraum auf, welcher von der gesamten Überbauung als Spiel- und Aufenthaltsraum genutzt werden könne. Ein Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss des Hauses A fördere den angestrebten Charakter einer lebendigen Wohngemeinschaft. Die Neubauten würden sich in einer modernen Formensprache zeigen, aber gleichwohl in ihrer Materialisierung (Holzfassaden) einen Bezug zur Umgebung aufweisen. Durch die Reduktion der maximalen Gesamthöhe um 5 m und den geplanten Flachdächern der Neubauten werde die Sonderstellung des Chalets und der angrenzenden (ebenfalls erhaltenswerten) Baugruppe "Althus" respektiert und gestärkt. Der Stadtrat Sursee habe mit Hinweis auf die Stellungnahme der kantonalen Denkmalpflege vom 14. Juli 2021 erkannt, dass die Überbauung dem Erhaltungsziel "a" widerspreche, dieses aber angesichts der seit Jahren bestehenden Bebauung, des bestehenden Gestaltungsplans und der in Kraft gesetzten Planungsinstrumente nicht mehr umgesetzt werden könne. Es handle sich heute nicht mehr um Kulturland oder eine Freifläche. Eine Einschränkung der Bebauung über die Bestimmungen des BZR hinaus wäre unverhältnismässig und würde dem öffentlichen Interesse an der inneren Verdichtung widersprechen. Mit Blick auf die Wahrung wichtiger öffentlicher Interessen, wie die haushälterische Nutzung des Bodens durch verdichtete Bauweise, sei es im vorliegend betroffenen Gebiet mit Gestaltungsplanpflicht, für welches das Erhaltungsziel "a" nicht mehr vollständig umsetzbar sei, daher gerechtfertigt, von diesem abzuweichen. Die Beschwerdeführenden hätten sodann keine gewichtigen privaten Interessen an der Beibehaltung des bestehenden Gestaltungsplans geltend gemacht. Solche seien auch nicht ersichtlich. Den Beschwerdeführenden gelinge es nicht aufzuzeigen, dass die Stadt Sursee im Rahmen der Interessenabwägung ungenügend auf das Erhaltungsziel "a" eingegangen sei.