Citation: 4A_450/2021 E. A

Der damals 22-jährige B.________ (Kläger, Beschwerdegegner) hielt sich am 21. Juli 2013 zusammen mit Freunden im Strandbad A.________ auf. Dieses wird von der Gemeinde A.________ (Beklagte, Beschwerdeführerin) betrieben und bietet Badegästen gegen Entgelt Zugang zur Anlage. Um ca. 17:15 wollte er (erneut) ins Wasser und benutzte hierzu den Badesteg. Unbestrittenermassen verbot das Benutzungsreglement des Strandbads A.________ Sprünge vom Badesteg in den See nicht und es gab weder entsprechende Verbotsschilder noch eine rote Linie oder sonstige Bodenmarkierungen auf der rechten Seite des Badestegs (Richtung U.________), die Sprünge vom Badesteg in den See verboten hätten, während auf der linken Seite des Stegs (Richtung V.________) ein Geländer montiert war. Der Kläger, der mit den örtlichen Gegebenheiten des Strandbads A.________ gut vertraut war, sprang mit einigen Schritten Anlauf kopfvoran vom Stegende, rechts neben der in den See führenden Metalltreppe, in Richtung Seemitte / U.________. Er stiess mit dem Kopf am Seeboden an und zog sich dadurch eine so schwere Verletzung der Halswirbelsäule zu, dass er seither vom fünften Halswirbel abwärts gelähmt ist. Zum Unfallzeitpunkt befand sich der Badesteg rund 60 cm über der Wasseroberfläche, die Wassertiefe bei Stegende betrug rund 1.10 m. Damals war es im Strandbad zudem üblich, dass Badegäste vom Badesteg auf verschiedene Arten, namentlich auch kopfvoran, in den See sprangen. Interventionen vom Bademeister gab es bei solchen Sprüngen nicht.