Citation: 2C_739/2022 E. 5.2

5.2. Zu Recht verneint hat die Vorinstanz sodann, dass diesem erheblichen öffentlichen Interesse an einer Entfernungsmassnahme überwiegende private Interessen gegenüberstehen: Die Vorinstanz erwog, dass sich der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung seiner Aufenthaltsdauer insgesamt in der Schweiz nur mangelhaft integrieren konnte und in dieser Hinsicht entsprechend bestenfalls von einem mittleren privaten Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz auszugehen sei (angefochtenes Urteil E. 6.3.2). Dagegen bringt der Beschwerdeführer vor, dass wenn die Vorinstanz seine berufliche Integration korrekt gewürdigt hätte, sie auch die privaten Interessen als noch gewichtiger hätte bezeichnen müssen. Wie die Vorinstanz festhielt, arbeitete der Beschwerdeführer nach seiner Einreise als Ladendetektiv und Sicherheitsangestellter, wobei ihm seine zweitletzte Stelle gekündigt wurde, nachdem er selbst Waren gestohlen hatte. Nach der Entlassung aus dem Haft- bzw. Strafvollzug war der Beschwerdeführer als Gastro-Verkäufer tätig, bis er diese Stelle Ende 2018 aufgrund krankheitsbedingter Absenzen verloren hatte. Im Oktober 2021 nahm er dann nach eigenen Angaben erneut eine Tätigkeit als Gastro-Verkäufer mit einem Pensum von 60 % auf. Vor diesem Hintergrund nahm die Vorinstanz im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu Recht an, dass sich der Beschwerdeführer in der Schweiz in beruflicher Hinsicht nur mangelhaft integrieren konnte (angefochtenes Urteil E. 6.3.2.5). Entsprechendes müsste auch dann gelten, wenn man die vom Beschwerdeführer vorgebrachte (Teil-) Invalidität nach der Haftentlassung mitberücksichtigt. Damit ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz aufgrund der nicht erfolgreichen Integration in einem ersten Schritt davon ausgeht, der Beschwerdeführer habe nur ein mittleres privates Interesse daran, in der Schweiz zu verbleiben. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt und auch die Vorinstanz im Detail würdigt (angefochtenes Urteil E. 6.3.3), erhöht sich sein privates Interesse am Verbleib in der Schweiz mit Blick auf die familiäre Beziehung zu seiner Tochter und Ehefrau. Denn diesen wäre eine Ausreise zusammen mit dem Beschwerdeführer nach Spanien nicht ohne Weiteres zumutbar. Die Vorinstanz verweist allerdings zu Recht darauf, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau ihr (künftiges) Eheleben aufgrund der gemeinsamen Tatbeteiligung selbst aufs Spiel gesetzt haben und sie bei Eheschluss nicht mehr mit einem gemeinsamen Eheleben in der Schweiz rechnen durften (angefochtenes Urteil E. 6.3.3.3). Das Interesse der im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils dreijährigen Tochter, mit beiden Elternteilen in der Schweiz aufzuwachsen, ist zwar gewichtig, vermag aber in der Gesamtschau das erhebliche öffentliche Interesse an einer Wegweisung nicht zu überwiegen. Im Falle einer Trennung der Mitglieder der Kernfamilie können die familiären Kontakte durch gegenseitige Besuche bzw. mittels der heute zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel aufrecht erhalten werden (vgl. Urteile 2C_832/2021 vom 13. Dezember 2022 E. 8.2.3; 2C_873/2020 vom 4. Februar 2021 E. 6.3).