Citation: 5A_828/2009 14.01.2010 E. 5

Das Recht wendet das Bundesgericht hingegen von Amtes wegen an und die Beschwerdeanträge sind klar, weshalb auf die Beschwerde insoweit einzutreten ist. Eine mündige oder entmündigte Person darf wegen Geisteskrankheit, Geistesschwäche, Trunksucht, anderen Suchterkrankungen oder schwerer Verwahrlosung in einer geeigneten Anstalt untergebracht oder zurückbehalten werden, wenn ihr die nötige persönliche Fürsorge nicht anders erwiesen werden kann (Art. 397a Abs. 1 ZGB). Sowohl für die Einweisung als auch die Zurückbehaltung in einer Anstalt sind die Prinzipien der Verhältnismässigkeit und der Subsidiarität zu berücksichtigen; vorausgesetzt ist mit anderen Worten, dass der Betroffene infolge der im Gesetz umschriebenen Schwächezustände persönlicher Fürsorge bedarf, die ihm nur in einer Anstalt gewährt werden kann (BGE 114 II 213 E. 5 S. 217 f.). Zu berücksichtigen ist ferner die Belastung, welche die Person für ihre Umgebung bedeutet (Art. 397a Abs. 2 ZGB). Vorliegend geht es um den Tatbestand der schweren Verwahrlosung. Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen ist der Beschwerdeführer stark sturzgefährdet. Dabei handelt es sich nicht um eine abstrakte, sondern um eine ganz konkrete Gefahr, musste doch der Beschwerdeführer wegen Stürzen innert weniger Monate mehrmals hospitalisiert werden. Insbesondere war auch die vorliegende FFE wegen eines Sturzes angeordnet worden; die ex-Frau hatte den Beschwerdeführer am 13. Oktober 2009 nackt auf dem Boden liegend angetroffen und er konnte sich weder an den Sturz erinnern noch daran, warum er ohne Kleidung am Boden lag. Der Beschwerdeführer räumte nach den Ausführungen des Verwaltungsgerichts selbst ein, dass er sich nicht mehr aus eigener Kraft aufrichten kann. Er würde in seiner Wohnung, wo er im Übrigen 34 Treppenstufen bewältigen muss, bei erneuten Stürzen unter Umständen so lange hilflos liegen bleiben, bis jede Hilfe zu spät käme, sind doch zum einen keine Nachbarn in Hörweite und lehnt der Beschwerdeführer zum anderen jede fremde Hilfe (Spitex, Mahlzeitendienst, Alarmuhr) vehement ab. Inzwischen könnte er aber nach den verbindlichen Schilderungen des Verwaltungsgerichtes selbst mit solchen Hilfestellungen nicht mehr in seiner Wohnung leben, weil er mit Ausnahme der Nahrungsaufnahme für sämtliche alltäglichen Verrichtungen, z.B. auch den Gang auf das WC, auf Dritthilfe angewiesen ist. Bei dieser tatbestandsmässigen Ausgangslage ist die persönliche Fürsorge, welcher der Beschwerdeführer bedarf, zu Hause nicht mehr gewährleistet: Abgesehen davon, dass er dort jegliche Hilfsinstrumente verweigert, würden Massnahmen wie Spitex oder Mahlzeitendienst beispielsweise beim Aufsuchen des WC oder bei einem Sturz nicht mehr ausreichen. Es hält insofern vor Bundesrecht stand, wenn das Verwaltungsgericht in rechtlicher Hinsicht von einer starken Selbstgefährdung ausgegangen ist. Liegt damit einer der in Art. 397a Abs. 1 ZGB umschriebenen Schwächezustände vor, sind die materiellen Voraussetzungen für die Verfügung einer FFE gegeben. Dass es sich beim Pflegezentrum D.________ nicht um eine geeignete Anstalt im Sinne des Gesetzes handeln würde, macht der Beschwerdeführer nicht geltend, und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern er dort nicht die Pflege erhalten sollte, die seinem Schwächezustand entspricht. Indem einerseits eine Rückkehr nach Hause aufgrund der Sachverhaltsfeststellungen gegenwärtig nicht zu verantworten ist und das Verwaltungsgericht andererseits die gerontopsychiatrische Abteilung der Psychiatrischen Klinik A.________ als überqualifiziert bezeichnet hat, sind mit der angeordneten Unterbringung auch die Prinzipien der Subsidiarität und der Verhältnismässigkeit gewahrt.