Citation: 6B_1173/2015 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz hält fest, es bestünden erhebliche Vorbehalte hinsichtlich der vom Beschwerdeführer erst im Berufungsverfahren vorgebrachten Darstellung. Ob diese zutreffe, könne jedoch offenbleiben. Es bestünde selbst unter der Annahme, dass die Lebenspartnerin des Beschwerdeführers im Zeitpunkt seiner Delinquenz spielsüchtig gewesen sei und er infolge von Verlustängsten delinquiert habe, kein Anlass, ernsthaft an seiner Schuldfähigkeit zu zweifeln. Zwar sei es nicht üblich, dass jemand betrügerische Handlungen zum Nachteil seiner Arbeitgeberin begehe und ihm anvertraute Gelder veruntreue, um sich bzw. seiner Freundin einen bestimmten Lebensstil zu finanzieren. Damit liege kein alltägliches Verhalten vor. Für die Annahme verminderter Schuldfähigkeit müsse sich das Verhalten des Delinquenten jedoch auch vom Durchschnitt vergleichbarer Täter unterscheiden. In diesem Vergleich erweise sich das Verhalten des Beschwerdeführers nicht als völlig unüblich oder unerklärlich. Das von ihm geltend gemachte Motiv für seine Straftaten bilde jedenfalls keinen Anlass zu ernsthaften Zweifeln an seiner Schuldfähigkeit. Der eingereichte Bericht von Dr. med. A.________ vermöge an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Darin sei zwar festgehalten, dass während der anfangs 2012 erfolgten stationären Behandlung des Beschwerdeführers eine bipolare Störung festgestellt worden sei. Ob sich diese Diagnose im Laufe seiner psychiatrischen Behandlung bestätigt habe, bleibe indes offen. Im Übrigen seien bezüglich dieser Störung keine weiteren ärztlichen Unterlagen eingereicht worden. Im Bericht von Dr. med. A.________ werde zudem weder darauf eingegangen, inwiefern die beim Beschwerdeführer festgestellte Störung im Zusammenhang mit seinem strafbaren Verhalten stehen könne, noch werde dargelegt, ob und in welchem Ausmass sich diese auf seine Schuldfähigkeit ausgewirkt haben könnte. Die Vorinstanz stellt fest, der Beschwerdeführer habe gemäss eigenen Angaben nicht die gesamte Deliktssumme für das Glücksspiel bzw. gemäss neuerer Darstellung für seine Lebenspartnerin ausgegeben. Das Geld habe er unter anderem auch für allgemeine Lebenshaltungskosten, einschliesslich Unterhaltsbeiträge für seine Ex-Ehefrau, sowie zur Bezahlung alter Schulden verwendet. Dies spreche gegen die Annahme, dass der Beschwerdeführer hochgradig spielsüchtig sei bzw. - wie er neu geltend mache - sein Verhalten völlig auf die Zufriedenstellung seiner Lebenspartnerin ausgerichtet habe. In seinen Vorgehensweisen seien keine Anzeichen dafür ersichtlich, dass er in seiner Schuldfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre. Dies gelte unabhängig davon, ob gemäss seiner früheren Darstellung davon ausgegangen werde, dass er im Zeitpunkt der Delinquenz in beträchtlichem Umfang gespielt habe, oder auf seine aktuelle Version abgestellt werde, wonach lediglich seine Partnerin spielsüchtig gewesen sei und er sie mit der Finanzierung der Sucht habe zufriedenstellen wollen. Die Tatausführung zeichne sich durch keinerlei Auffälligkeiten aus, die auf eine verminderte Schuldfähigkeit hindeuten würden. Der Beschwerdeführer sei zielgerichtet und raffiniert vorgegangen. Bei auftretenden Schwierigkeiten sei er imstande gewesen, seine Vorgehensweise den neuen Begebenheiten anzupassen. Als die Zusammenarbeit mit der B.________ GmbH habe eingestellt werden müssen und die der Privatklägerin vorgelegten Rechnungen nicht mehr über dieses Unternehmen laufen konnten, habe der Beschwerdeführer seine betrügerischen Handlungen etwa unter Zuhilfenahme eines von ihm gegründeten fiktiven Unternehmens fortgesetzt. Bei den veruntreuten Mietzinskautionen sei er sodann in der Lage gewesen, auf Rückforderungsansprüche einzelner Mieter wiederum mit neuen Täuschungshandlungen zu reagieren. Sein Verhalten erscheine insoweit überlegt und koordiniert. Besondere Verhaltensweisen oder Auffälligkeiten in der jüngeren Biographie oder den Lebensumständen des Beschwerdeführers, die ernsthafte Zweifel an seiner Schuldfähigkeit erwecken würden, seien ebenfalls nicht ersichtlich. Daran ändere nichts, dass er kurz nach der Einleitung des Strafverfahrens aufgrund akuter Suizidalität (zweimal) in eine psychiatrische Klinik habe eingewiesen werden müssen. Aus den genannten Umständen seien somit keine Rückschlüsse auf eine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit im Tatzeitpunkt zu ziehen. Sie würden für sich alleine deshalb kein Grund für eine psychiatrische Begutachtung bilden. Nach dem Gesagten bestehe kein ernsthafter Anlass, an der Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers zu zweifeln. Von seiner psychiatrischen Begutachtung bzw. vom Einholen eines umfassenden Berichts bei Dr. med. A.________ betreffend die Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers sei deshalb abzusehen. Auch unter der Annahme, dass seine Lebenspartnerin spielsüchtig gewesen sei und er die Delinquenz aufrecht erhalten habe, um ihre Sucht zu finanzieren, bestünden keine Anhaltspunkte für eine eingeschränkte Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers (Urteil S. 9 ff. E. 3).