Citation: 9C_312/2022 E. 5.5.2

5.5.2. Gemäss unbestrittener Feststellung der Vorinstanz besteht dem MEDAS-Gutachten folgend bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in leidensangepasster Tätigkeit folgendes Zumutbarkeitsprofil: Keine Tätigkeit in grösseren Gruppen in "stressigem" Milieu, mit erhöhtem Erfolgsdruck und schwieriger Kommunikation ohne die Möglichkeit, flexibel schmerzbedingte Pausen einlegen zu können; Möglichkeit von häufigem Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen ohne längeres Verharren in für die Wirbelsäule ungünstigen Körperstellungen ohne Ermöglichung von zwischenzeitlichen Entspannungspausen, ergonomisch korrektes Heben und Tragen von nicht mehr als 10 kg; keine häufig mit Gewichtszunahme oder häufigen Vibrationen liierte Arbeit und schliesslich keine solche mit Kraftakten der rechten oberen (dominanten) Extremität, insbesondere nicht kranial der Schulterhorizontalen (vorinstanzliche Erwägung 5.1.5. S. 10). Die Beschwerdeführerin leidet unstrittig an qualitativen Einschränkungen, welche das Spektrum der ihr zumutbaren Tätigkeiten weiter eingrenzen. Dieser Aspekt alleine rechtfertigt jedoch noch keinen Abzug vom Tabellenlohn (vgl. E. 5.5.1 hiervor). Ein gegenteiliger Schluss würde beim Vorliegen qualitativer Einschränkungen standardmässig zu einem Abzug führen, was gemäss BGE 148 V 174 jedoch gerade nicht angezeigt ist (vgl. Urteil 9C_306/2021 vom 10. November 2022 E. 7.3.3). Selbst wenn ein Abzug unter dem Aspekt der leidensbedingten Einschränkungen gerechtfertigt wäre, würde dies - wie nachfolgend aufzuzeigen ist - nichts am Rentenanspruch ändern.