Citation: 6B_1032/2023 E. B

B.a. Mit Urteil vom 27. April 2021 sprach das Amtsgericht Solothurn-Lebern A.________ der schweren Körperverletzung, der mehrfachen Gefährdung des Lebens sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 45 Monaten. Zudem ordnete es eine Landesverweisung für die Dauer von 5 Jahren und deren Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) an. Gegen die Schuldsprüche wegen schwerer Körperverletzung und mehrfacher Gefährdung des Lebens erhob A.________ Berufung. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Anschlussberufung die Anordnung einer längeren Landesverweisung. B.________ forderte mittels Anschlussberufung eine höhere Genugtuung. Das Obergericht des Kantons Solothurn bestätigte mit Urteil vom 24. Mai 2023 die Schuldsprüche wegen schwerer Körperverletzung sowie mehrfacher Gefährdung des Lebens. Es verurteilte A.________ zu einer Freiheitsstrafe von 35 Monaten, verhängte eine Landesverweisung für die Dauer von 8 Jahren und ordnete deren Ausschreibung im SIS an. B.b. Mit Bezug auf die persönliche Situation von A.________ hält das Obergericht (teilweise unter Verweis auf das Urteil der ersten Instanz) Folgendes fest: A.________ sei im Jahr 1977 in W.________ (Mazedonien) geboren worden. Am 1. August 1994, mit 17 Jahren, sei er im Rahmen des Familiennachzugs mit seiner Mutter und seiner Schwester zu seinem Vater in die Schweiz gereist. Am 22. September 1994 habe er in Mazedonien seine (ebenfalls mazedonische) Ehefrau geheiratet. Der Ehe entstammten vier gemeinsame Kinder (drei Töchter, geboren in den Jahren 1994, 1998 und 1999, sowie ein Sohn, geboren im Jahr 2002). Er wohne mit seiner Ehefrau, den Kindern sowie seinen betagten Eltern zusammen. Insbesondere seine Mutter, die gelähmt sei und im Rollstuhl sitze, sei auf Pflege angewiesen. Eigenen Angaben sowie derjenigen seiner Tochter zufolge trage A.________ sie jeweils in den oberen Stock, damit sie geduscht werden könne. Die restliche - namentlich körperliche - Pflege werde von seiner Ehefrau verrichtet. A.________ habe in der Schweiz keine Lehre absolviert und sei, mit Unterbrüchen, bei verschiedenen Arbeitgebern als Bauarbeiter, Hilfsarbeiter, Gerüstbauer, Umzugshelfer, Fabrikarbeiter, "Securitas" etc. tätig gewesen. Zwischen dem 1. Oktober 2002 und dem 1. Oktober 2006 sei er von der Sozialhilfe mit Fr. 52'514.35 unterstützt worden. Des Weiteren verfüge er gemäss eigenen Angaben über Verlustscheine wegen eines Kredits, den er für die Bezahlung der Steuern und der Krankenkasse aufgenommen habe. Die letzten vier bis fünf Jahre habe er jeweils temporär gearbeitet. Dazwischen habe er Geld vom RAV erhalten. Auch von seinen vier Kindern werde er finanziell unterstützt. Der Beschwerdeführer sei am 9. Juli 2013 von der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn wegen diverser Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 40.-- sowie einer Busse von Fr. 800.-- bestraft worden. Am 15. Dezember 2016 habe ihn das Obergericht des Kantons Aargau wegen falscher Anschuldigung, Widerhandlungen gegen das SVG sowie Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes zu einer bedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu Fr. 50.-- und einer Busse in Höhe von Fr. 1'000.-- verurteilt. Den bedingten Vollzug der mit Urteil vom 9. Juli 2013 verhängten Geldstrafe habe es widerrufen. Am 27. August 2018 sei A.________ sodann von der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn wegen Führens eines Motorfahrzeuges ohne erforderlichen Führerausweis zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 60.-- (als Zusatzstrafe zum Urteil vom 15. Dezember 2016 des Obergerichts des Kantons Aargau) verurteilt worden. Am 3. November 2021 habe das Amtsgericht Solothurn-Lebern den Beschwerdeführer wegen mehrfacher harter Pornographie, Hausfriedensbruchs, mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzugs des Führerausweises, mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes sowie mehrfacher Weigerung der Namensangabe schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten, unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges bei einer Probezeit von vier Jahren, sowie einer Busse von Fr. 1'000.-- verurteilt. Weiter habe es den bedingten Strafvollzug hinsichtlich der mit Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 15. Dezember 2016 ausgesprochenen Geldstrafe widerrufen. Die Verurteilungen vom 15. Dezember 2016 und 27. August 2018 bezögen sich auf vor dem 16. Oktober 2016 begangene Tathandlungen. Die mit Urteil vom 3. November 2021 beurteilten Taten habe der Beschwerdeführer nach dem 16. Oktober 2016 und mithin während des laufenden vorliegenden Strafverfahrens begangen. In ausländerrechtlicher Hinsicht sei ihm aufgrund seiner wiederholten Straffälligkeit mit Schreiben vom 3. April 2006 das rechtliche Gehör betreffend Ausweisung resp. Androhung der Ausweisung gewährt worden. Die Migrationsbehörde habe ihm mit Verfügung vom 26. Oktober 2006 im Sinne einer letzten Chance die Ausweisung aus der Schweiz resp. die Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung angedroht.