Citation: H 139/99 28.11.2000 E. 7

7.- a) Nach Auffassung des Beschwerdeführers fehlt es schliesslich auch an dem für die Verantwortlichkeit des Arbeitgebers im Sinne von Art. 52 AHVG vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhang (vgl. hiezu BGE 119 V 406 Erw. 4a mit Hinweisen) zwischen seinem Verhalten und dem der Beschwerdegegnerin erwachsenen Schaden. Er begründet dies damit, dass er als Verwaltungsrat auch bei pflichtgemässem Verhalten die Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge nicht hätte durchsetzen können. Bezüglich der X.________ AG habe sich nachträglich gezeigt, dass diese rund 80 % ihres Umsatzes als Verlust ausweisen musste, weshalb nie die Möglichkeit bestanden habe, die ausstehenden Beitragsschulden zu bezahlen. Die X.________ AG sei deshalb bereits zum Zeitpunkt seines Eintritts in den Verwaltungsrat finanziell so schlecht gestellt gewesen, dass Interventionen zur Bezahlung von Beitragsforderungen an dem nun entstandenen Schaden nichts mehr hätten ändern können. Zum Beweis für diese Behauptungen beantragt der Beschwerdeführer die Einholung einer Buchhaltungsexpertise sowie den Beizug der Akten des Konkursamtes des Kantons Thurgau. b) Der Beschwerdeführer weist selber darauf hin, dass er bereits Ende Februar 1996 Fr. 50'000. - in die Firma eingeschossen habe und damit Eigentümer des hälftigen Aktienkapitals geworden sei, wobei mit den neu zur Verfügung stehenden Mitteln offene Lohnforderungen beglichen wurden. Da der Kapitalbedarf der Firma damit nicht gedeckt gewesen sei, habe das Aktienkapital schon am 3. Mai 1996 erneut um Fr. 100'000. - auf Fr. 150'000. - erhöht werden müssen, welchen Betrag er alleine aufgebracht habe. Im August 1996 sei bereits eine zweite Erhöhung des Aktienkapitals auf Fr. 301'000. - notwendig geworden, die wiederum praktisch ausschliesslich von ihm finanziert worden sei. Misstrauisch sei er im September 1996 geworden, als er wiederum als Geldgeber habe einspringen müssen, damit offene Löhne bezahlt werden konnten. Unter diesen Umständen war für den Beschwerdeführer einerseits deutlich geworden, dass sich die X.________ AG in finanziellen Schwierigkeiten befand und mindestens gewichtige Liquiditätsprobleme bestanden. Anderseits wusste er offensichtlich, dass die eingeschossenen Mittel vornehmlich zur Bezahlung von ausstehenden Lohnforderungen eingesetzt wurden. Entgegen der bereits in Erw. 6b erwähnten Rechtsprechung gemäss SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 214 Erw. 5, wonach bei finanziellen Schwierigkeiten der geltend gemachten Art nur soviel Löhne ausbezahlt werden, als die darauf unmittelbar ex lege entstandenen Beitragsforderungen gedeckt sind, hat es der Beschwerdeführer offensichtlich bewusst zugelassen, dass den Lohnzahlungen gegenüber der Beitragsentrichtung Priorität eingeräumt wurde. Damit ist sein Verhalten ohne weiteres auch als adäquat kausal zu betrachten, weshalb die Vorinstanz seine Haftbarkeit unter diesem Gesichtswinkel zu Recht bejaht hat. Auf eine zusätzliche Buchhaltungsexpertise sowie den Beizug der Konkursakten kann bei dieser Sachlage verzichtet werden.