Citation: 6B_452/2023 E. 1.6.2

1.6.2. Hingegen hat die Vorinstanz die belastenden Aussagen von A.________ vom 28. März 2017 (vgl. kant. Akten, HD/11/15) klar zuungunsten des Beschwerdeführers verwertet, dies obschon sie diese Einvernahme mangels einer notwendigen Verteidigung des Beschwerdeführers für unverwertbar erklärte. So zitiert die Vorinstanz wiederholt explizit belastende Aussagen von A.________ vom 28. März 2017 unter Hinweis auf die Urk. 11/15. Dies gilt insbesondere für die Aussagen von A.________ vom 28. März 2017, er und der Beschwerdeführer hätten vereinbart, einen "Erpresserbrief" zu schreiben, der Beschwerdeführer habe ihm vorgegeben, was er (A.________) im "Erpresserbrief" etwa schreiben könne, und er (A.________) habe dies stichwortartig auf einem Blatt Papier festgehalten (angefochtenes Urteil S. 25), worauf die Vorinstanz denn auch abstellt (vgl. angefochtenes Urteil S. 26). Weiter berücksichtigt die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer nicht nur die Idee seiner "Freipressung" mittels Druck von aussen durch A.________, sondern explizit auch die Androhung und Ausführung von Tötungshandlungen einbrachte, wozu sie erneut auf die Einvernahme von A.________ vom 28. März 2017 verweist (vgl. angefochtenes Urteil S. 43). Dass die von der Vorinstanz für unverwertbar erklärten Aussagen von A.________ aus der Zeit zwischen dem 19. Januar und dem 28. März 2017 in die vorinstanzliche Beweiswürdigung miteinflossen, ergibt sich auch daraus, dass die Vorinstanz selbst lediglich eine sehr rudimentäre Beweiswürdigung vornimmt und im Übrigen vollumänglich auf die ihres Erachtens "sorgfältigen und in jeder Hinsicht zutreffenden" Ausführungen des Bezirksgerichts bzw. deren sich als "vollständig, stringent und in jeder Hinsicht überzeugend" erweisende Beweiswürdigung verweist (vgl. angefochtenes Urteil E. 2.2.2 f. S. 23 f.). Der Verweis betrifft insbesondere auch die bezirksgerichtliche Würdigung der Aussagen von A.________ zum Zustandekommen des "Erpresserbriefs" (angefochtenes Urteil E. 2.3.1 S. 24 f.; siehe auch angefochtenes Urteil S. 27). Damit fanden die angeblich unverwertbaren Aussagen von A.________ aus der Zeit zwischen dem 19. Januar und dem 28. März 2017 auch Eingang in das vorinstanzliche Urteil, da das Bezirksgericht, soweit ersichtlich, von der Verwertbarkeit dieser Aussagen ausging und es diese entsprechend auch würdigte und berücksichtigte. Die Vorinstanz stellt folglich auf Aussagen ab, die sie selbst gestützt auf Art. 131 Abs. 3 StPO für unverwertbar erklärt. Zu prüfen ist bezüglich der Einvernahmen von A.________ aus der Zeit vom 19. Januar bis am 28. März 2017 daher nicht bloss die vom Beschwerdeführer gerügte Verletzung von Art. 147 Abs. 4 StPO, sondern auch, ob die Vorinstanz zu Recht von einem Verwertungsverbot im Sinne von Art. 131 Abs. 3 StPO ausgeht.