Citation: 1B_355/2020 E. 2

Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid wie folgt: Schon in seinem rechtskräftigen Entscheid vom 10. Februar 2020 habe das Kantonsgericht festgestellt, dass es die Staatsanwaltschaft versäumt habe, eine Beschlagnahmeverfügung zu erlassen. Während des vom Beschuldigten eingeleiteten zweiten Beschwerdeverfahrens habe die Staatsanwaltschaft eine Beschlagnahmeverfügung vom 13. März 2020 eingereicht. Die Rechtsverweigerungsbeschwerde könne daher als gegenstandslos geworden abgeschrieben werden. In der Beschlagnahmesache selber sei die Beschwerde des Beschuldigten gutzuheissen. In ihrer Beschlagnahmeverfügung vom 13. März 2020 habe die Staatsanwaltschaft ihm Vergehen gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz sowie Hehlerei vorgeworfen. Der diesbezügliche Anfangstatverdacht habe sich nicht erhärtet. Zwar habe die Staatsanwaltschaft (nach eigenen Angaben) am 27. November 2019 bei der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden die Spiegelung der elektronischen Geräte (zwei Mobiltelefone und Laptop) in Auftrag gegeben und finde sich in den Akten eine Rechnung vom 29. Januar 2020 der Kantonspolizei St. Gallen zuhanden der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden für einen forensisch-technischen "Sicherstellungsbericht" vom 28. Januar 2020 (betreffend "Auswertung bzw. Sicherung Mobile- und Computer-Daten"). Der Sicherstellungsbericht vom 28. Januar 2020 liege jedoch nicht bei den Untersuchungsakten. Aus diesen ergebe sich vielmehr, dass die Staatsanwaltschaft die zuständige polizeiliche Sachbearbeiterin am 4. März 2020 angefragt habe, wann diese ihr den Bericht zustellen werde. Die Sachbearbeiterin habe geantwortet, dass sie "zur Zeit sehr beschäftigt" sei; der Bericht werde "sobald wie möglich" fertig gestellt. Anstatt spätestens am 4. März 2020 wenigstens die relevanten polizeilichen Ermittlungsergebnisse mündlich zu erfragen, habe die Staatsanwaltschaft am 13. März 2020 nachträglich den förmlichen Beschlagnahmebefehl erlassen. Für den weiteren Verlauf seien den Akten keine Untersuchungshandlungen mehr zu entnehmen. Die Staatsanwaltschaft habe das Untersuchungsverfahren nicht mit der nötigen Beförderlichkeit vorangetrieben. Mehr als ein halbes Jahr seit Eröffnung der Strafuntersuchung habe sich der Anfangsverdacht nicht verdichtet. Im Zeitpunkt des nachträglichen Erlasses des Beschlagnahmebefehls vom 13. März 2020, spätestens jedoch im Zeitpunkt des angefochtenen Beschwerdeentscheides vom 16. Juni 2020, seien die gesetzlichen Beschlagnahmevoraussetzungen nicht mehr erfüllt gewesen, weshalb die drei elektronischen Geräte unverzüglich an den Beschuldigten herauszugeben seien.