Citation: 5C.271/2006 09.05.2007 E. 3.5

3.5.1 An mehreren Stellen verbindet die Berufungsklägerin ihre Sachverhaltsrüge mit Anträgen auf Errichtung eines (allenfalls neuen) Gutachtens. 3.5.2 Selbstverständlich konnten diese Anträge unmöglich so gemeint sein, dass das Bundesgericht selbst ein solches Gutachten in Auftrag gibt (Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, volume II, Berne 1990, N. 4.1 zu Art. 63 OG S. 529; BGE 131 III 409, nicht veröffentlichte E. 2). 3.5.3 Die Berufungsklägerin nennt keine Norm des Bundesrechtes, auf welche sich ihre Anträge jeweils stützen könnten, und behauptet auch nicht, dieselben Anträge bereits vor dem Verwaltungsgericht gestellt zu haben, und noch weniger kritisiert sie, dass dieselben unter Verletzung von bundesrechtlichen Beweisvorschriften abgelehnt worden wären (Art. 63 Abs. 2 OG; E. 2.2 hiervor). Bereits deshalb erscheinen die einschlägigen Rügen als in Missachtung von Art. 55 Abs. 1 lit. c OG unzureichend begründet und können nicht materiell geprüft werden. 3.5.4 Der Vollständigkeit halber sei immerhin Folgendes angefügt: Wollte sich die Berufungsklägerin - wenn auch unausgesprochen - auf ihren Anspruch auf rechtliches Gehör berufen, wäre die Rüge sowieso unzulässig gewesen, denn der besagte Anspruch wird bekanntlich aus der Verfassung (Art. 29 Abs. 2 BV) abgeleitet und kann daher nicht im Rahmen dieser eidgenössischen Berufung geltend gemacht werden (E. 2.1 hiervor). Wohl hätte die Berufungsklägerin in diesem Zusammenhang auf die in Kinderbelangen uneingeschränkt geltende Untersuchungsmaxime (Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, N. 8 zu Art. 145 ZGB; vgl. auch BGE 130 I 180 E. 3.2; insbesondere zur Anordnung von Kindesschutzmassnahmen vgl. BGE 131 III 409, nicht veröffentlichte E. 4.2) hinweisen können; dann aber wäre sie daran zu erinnern, dass nicht das Recht auf Beweis gemäss Art. 8 ZGB, sondern das Verbot der willkürlichen Beweiswürdigung verletzt ist, wenn die Vorinstanz einen Antrag für ein neues Gutachten in antizipierter Beweiswürdigung ablehnt (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223 f.), was an sich auch dort zulässig ist, wo die Offizial- bzw. Untersuchungsmaxime gilt (z.B. BGE 130 III 734 E. 2.2.3 S. 735; 114 II 200 E. 2b S. 201; BGE 131 III 409, nicht veröffentlichte E. 4.2; 125 III 401 nicht veröffentlichte E. 1b, mit Hinweisen). Weil das Willkürverbot aus der Verfassung (Art. 9 BV) hergeleitet wird, ist die einschlägige Rüge hier wiederum unzulässig. Wenn nun die Berufungsklägerin rügt, die Vorinstanzen hätten ein Gutachten über ihren Umgang mit dem Kinde erstellen lassen müssen, da es beim Kindeswohl doch gerade darum gehe, wie sich die Mutter im Umgang mit dem Kind verhalte, übersieht sie, dass das Verwaltungsgericht bei seinem Entscheid sich nicht begnügt hat, das Nichtvorliegen einer Grundvoraussetzung für die Überlassung des Kindes zur Betreuung anzunehmen, sondern bezüglich ihrer Eignung dazu auch die Berichte der verschiedenen Mutter-Kind-Heime eingehend gewürdigt hat. Wenn die Berufungsklägerin vor Vorinstanz tatsächlich einen Antrag auf Erstellung eines neuen Gutachtens formuliert hat, dann beruht seine (stillschweigende) Ablehnung auf vorweggenommener Beweiswürdigung. 3.5.5 Betreffend die Rüge, die Vorinstanz hätte auf alte und nicht repräsentative Berichte abgestellt, wurde bereits gesagt, dass sie als Kritik an die vorinstanzliche Beweiswürdigung unzulässig ist (E. 3.3 hiervor). Soweit sich die Berufungsklägerin darauf beruft, um die Vorinstanz zu kritisieren, kein neues Gutachten in Auftrag gegeben zu haben, scheint sie deren Ermessensausübung hinterfragen zu wollen. Die Rechtsprechung zum persönlichen Verkehr zwischen einem Elternteil und seinem Kind hat klargestellt, dass es in der Tat im pflichtgemässen Ermessen des Gerichts liegt, ob ein kinderpsychiatrisches oder kinderpsychologisches Gutachten einzuholen sei. Kann der massgebliche Sachverhalt auf andere Weise abgeklärt werden, so erweist sich der Verzicht auf die Anordnung eines Gutachtens nicht als bundesrechtswidrig. Diese Rechtsprechung darf auf alle Kinderbelangen übertragen werden, die der Untersuchungsmaxime unterstellt sind. Die Vorinstanz hat sich auf die fraglichen Berichte berufen, um das Vorliegen einer über Jahre andauernden, äusserst instabilen psychischen Verfassung der Berufungsklägerin aufzuzeigen. Zu diesem Zweck waren diese Berichte offensichtlich mehr als geeignet, weshalb der Entscheid des Verwaltungsgerichtes, keinen neuen Bericht einzuholen, das ihm zustehende Ermessen nicht sprengt und den Untersuchungsgrundsatz nicht verletzt, dies umso weniger, wenn man sich die Zurückhaltung vergegenwärtigt, mit der das Bundesgericht Ermessensentscheide kantonaler Instanzen überprüft (E. 2.3 hiervor). Man kann aber den Verzicht der Vorinstanz auf Einholung weiterer Berichte wiederum als Ergebnis vorweggenommener Beweiswürdigung ansehen, in dem Sinne, dass sie die zu den Akten liegenden Berichte als bereits so aussagekräftig gewürdigt hat, dass selbst ein neuer Bericht nichts mehr am Beweisergebnis zu ändern vermöchte. Auf die Rüge wäre alsdann wegen des in E. 3.5.4 Gesagten nicht einzutreten.