Citation: 7B_995/2024 E. 6.3.3

6.3.3. Aufgrund des Gesagten verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie die Aktualität des Ergänzungsgutachtens bestätigt und feststellt, dass das formale Absolvieren der Schematherapie bei fehlender inhaltlicher Einlassung nichts am gutachterlichen Befund zu ändern vermag. Zwar spricht eine Uneinsichtigkeit eines Straftäters nach der Rechtsprechung nicht ohne Weiteres gegen Vollzugslockerungen, jedoch ist eine fehlende Tataufarbeitung prognoserelevant. Das Gesetz verpflichtet den Gefangenen, bei den Sozialisierungsbemühungen und den Entlassungsvorbereitungen aktiv mitzuwirken (Art. 75 Abs. 4 StGB). Therapiearbeit im Strafvollzug ist mithin keine Privatangelegenheit, sondern eine Pflicht des Gefangenen der Allgemeinheit gegenüber. Die Konfrontation und Auseinandersetzung des Täters mit der Tat stellen im Hinblick auf den Veränderungsprozess in Richtung eines deliktfreien Lebens ein wesentliches Element dar. Die Vorinstanz durfte die fehlende intrinsische Bereitschaft des Beschwerdeführers zur therapeutischen Aufarbeitung seiner Tat und seiner deliktrelevanten Problembereiche als negatives Prognoseelement berücksichtigen (vgl. zum Ganzen: Urteile 7B_280/2023 vom 15. August 2023 E. 2.4.2; 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6; je mit Hinweisen).