Citation: U 235/06 12.04.2007 E. 3

Wie schon im Einsprache- und vorinstanzlichen Verfahren wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf die abweichende Auffassung des behandelnden Chirurgen Dr. med. F.________, Chirurgische Praxis X.________, verwiesen. Während dieser Arzt im Schreiben vom 18. März 2005 an den Rechtsvertreter eine maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit für manuelle Tätigkeiten attestiert hatte, bezeichnete er im Schreiben vom 8. November 2005 die kreisärztliche Beurteilung gemäss Abschlussuntersuchung vom 23. September 2004 als "schlicht falsch"; es werde von "einer Partialschädigung der Supraspinatussehne rechts gesprochen", wogegen es sich "um eine Intervalläsion" handle; die auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit lautende Stellungnahme des ärztlichen Begutachtungsinstitutes GmbH (ABI-Gutachten vom 21. Juni 2005) könne er "in dieser Form nicht nachvollziehen". Für die Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit ist nicht die allenfalls umstrittene genaue medizinische Interpretation - Partialschädigung der Supraspinatussehne oder Intervalläsion - entscheidend, sondern die Frage, ob der medizinische Sachverhalt vollständig erfasst ist, soweit er geeignet ist, die Arbeitsunfähigkeit zu beeinträchtigen. Diesbezüglich hat Dr. med. F.________ keinen einzigen Befund angegeben, der nicht auch von Kreisarzt und Administrativexperten erhoben worden wäre. Richtig ist zwar, dass sich das ABI-Gutachten röntgenologisch nur zum Status nach distaler Bizepssehnenrefixation ausspricht; doch geht dem eine ausführliche Beschreibung des Lokalstatus an der Schulter rechts und am Ellbogen rechts voraus, welche zeigt, dass die Administrativgutachter die Gesamtheit der unfallbedingten Schädigungen in ihre Beurteilung miteinbezogen haben. Daher hält deren Angabe einer ganztägigen zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 100 % für körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten ohne potentielle Eigen- oder Fremdgefährdung unter dem Gesichtswinkel der unfallbedingten Schädigungen stand. Die abweichende Auffassung des Dr. med. F.________ als behandelnder Arzt ist nicht geeignet, das Administrativgutachten in Frage zu stellen (Urteil P. vom 2. August 2006, U 58/06, E. 2.2 in fine). Aus den gleichen Überlegungen ist auch bezüglich der Integritätsentschädigung auf Weiterungen zu verzichten, kommt es doch hier ebenfalls nicht auf die tatsächliche Diagnose, sondern vielmehr darauf an, ob die unfallbedingten Befunde erfasst sind. Das trifft nach dem Gesagten zu, weshalb kein Grund ersichtlich ist, die zugesprochene 15%ige Integritätsentschädigung auf 25 % anzuheben.