Citation: 2A.287/2000 17.11.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer wurde vom Obergericht des Kantons Aargau zu einer Zuchthausstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Damit ist der Ausweisungsgrund gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG gegeben. Zu prüfen bleibt, ob die Ausweisung als verhältnismässig erscheint. b) Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe. Das Obergericht ging in seinem Urteil von ca. 100 g reinem Heroin aus, womit die vom Beschwerdeführer übernommene Drogenmenge um ein Vielfaches über derjenigen lag, die zur Annahme eines schweren Falles führt. Der Beschwerdeführer hatte sich überdies einer Bande angeschlossen, die in grossem Stil Drogenhandel betrieb. Dabei kam dem Beschwerdeführer die Aufgabe zu, Abnehmer für die Drogen zu suchen, wobei er nach Feststellung des Obergerichts mit besonderer Hartnäckigkeit und Intensität vorging. Hinzu kam, dass der Beschwerdeführer zweimal versuchte, eine Million falsche US Dollars zu erwerben, welche er mit Gewinn absetzen wollte. Auch diesbezüglich stellte das Obergericht die Beharrlichkeit des Beschwerdeführers in der Verfolgung seiner kriminellen Ziele fest. Es beurteilte das Verschulden des Beschwerdeführers als schwer und seine kriminelle Energie insgesamt als gross. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann die Strafe von zweieinhalb Jahren Zuchthaus unter diesen Umständen nicht als relativ hart bezeichnet werden. c) Der Beschwerdeführer wendet ein, seine Straftaten würden mittlerweile sechs und mehr Jahre zurückliegen, weshalb sie kein aktuelles Fernhalteinteresse mehr begründen könnten. Er habe sich nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft im Jahre 1994 bis zum Strafantritt im Januar 2000 bewährt. Seine Taten seien als Folge jugendlichen Leichtsinns zu betrachten. Eine Wiederholung sei wegen der inzwischen eingetretenen Reife und Bewährung nicht anzunehmen. Der Beschwerdeführer war indessen zur Zeit der Tatbegehung 21 Jahre alt und somit ohne weiteres in der Lage, sich Rechenschaft über seine Handlungen zu geben. Er hatte im Tatzeitpunkt eine Anstellung, bei der er ein monatliches Nettoeinkommen von ca. Fr. 3'300.-- erzielte, das nach der nicht zu beanstandenden Feststellung des Obergerichts ausreichte, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, zumal er noch bei seinen Eltern wohnte. Seine gesicherte materielle Existenz vermochte ihn somit nicht davon abzuhalten, aus rein finanziellen Interessen erheblich zu delinquieren. Wohl hat der Beschwerdeführer, nachdem er nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft ein Jahr arbeitslos gewesen war, seit Mai 1995 gearbeitet und von seiner Arbeitgeberin im Dezember 1998 ein gutes Zwischenzeugnis erhalten. Das mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Schreiben einer Garage ist neu (vgl. E. 1c) und im Übrigen zu wenig konkret, als dass daraus auf eine verbindliche Arbeitszusage geschlossen werden könnte. Die berufliche Zukunft des Beschwerdeführers erscheint daher als ungewiss. Da er seinerzeit trotz stabiler und finanziell gesicherter Verhältnisse straffällig wurde, besteht bezüglich der Rückfallsgefahr ein Restrisiko, das eine Arbeitszusage allein ohnehin nicht zu beheben vermöchte. Ein erhebliches öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers ist somit nach wie vor zu bejahen. d) Der Beschwerdeführer ist 1989 im Alter von fast 16 Jahren in die Schweiz gekommen. Er befindet sich seit bald elf Jahren, somit relativ lange, hier. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer nur gerade vier Jahre nach seiner Einreise zu delinquieren begann und das Strafverfahren über fünf Jahre dauerte. Die Eltern des Beschwerdeführers leben ebenfalls hier, während sein Bruder gemäss den Feststellungen des Obergerichts aus der Schweiz - offenbar ins ehemalige Jugoslawien - flüchtete, um dem Vollzug einer fünfjährigen Zuchthausstrafe zu entgehen. Der volljährige Beschwerdeführer, der nicht in einem Abhängigkeitsverhältnis zu seinen Eltern steht, hat mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens im ehemaligen Jugoslawien verbracht, spricht die Sprache seines Heimatlandes und ist mit den dortigen Verhältnissen vertraut, zumal er gemäss dem angefochtenen Entscheid seine Ferien jeweils im Heimatland verbracht hat. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass er sich dort nach mit einem Neuanfang verbundenen Schwierigkeiten wieder wird zurechtfinden können. e) Aus dem angerufenen Urteil des Bundesgerichts vom 16. Dezember 1996 i.S. B. (auszugsweise veröffentlicht in: Plädoyer 1997/4 S. 65 ff.), mit dem die Beschwerde einer wegen Drogendelikten zu 30 Monaten Gefängnis verurteilten Ausländerin gegen die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung gutgeheissen wurde, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. In jenem Fall war die Beschwerdeführerin mit einem Schweizer Bürger verheiratet, für den eine Übersiedlung in das Heimatland seiner Ehefrau mit grossen Schwierigkeiten sozialer, kultureller sowie wirtschaftlicher Natur verbunden gewesen wäre und ihn ausserordentlich hart getroffen hätte. Eine Abweisung der Beschwerde hätte zur Trennung der Ehegatten geführt, die dank ihres Eheschlusses innere Sicherheit und Halt gefunden hatten. Die vorliegenden Verhältnisse unterscheiden sich von jenem, vom Bundesgericht ausdrücklich als Grenzfall bezeichneten Sachverhalt wesentlich dadurch, dass der Beschwerdeführer ledig ist. Abgesehen davon, dass das Vorbringen, der Beschwerdeführer habe eine Freundin, mit der er gemäss dem Bericht der Anstalten X.________ vom 14. Juni 2000 regen Kontakt pflege, neu und daher unzulässig ist (vgl. E. 1c ), vermöchte dieser Umstand nicht eine gleiche Beurteilung wie im angerufenen Bundesgerichtsurteil zu rechtfertigen.