Citation: 2C_23/2018 E. 3.3.3

3.3.3. Zum Bestehen besonders enger wirtschaftlicher Beziehungen erwog die Vorinstanz, der Beschwerdeführer leiste angesichts seiner Sozialhilfeabhängigkeit keine Beiträge an den Unterhalt der Töchter. Zwar trage er in gewissem Umfang Naturalleistungen zu ihrem Unterhalt bei, indem er sie an mehreren Tagen pro Woche betreue. Weil aber die Sozialhilfeabhängigkeit verschuldet sei, müsse auch die Nichtbezahlung von Unterhaltsbeiträgen als verschuldet gelten. In diesem Lichte trete der geleistete Naturalunterhalt in den Hintergrund, und das Vorliegen besonders enger wirtschaftlicher Beziehungen sei zu verneinen. Diese Wertung der Vorinstanz überzeugt bei näherem Hinsehen nicht. Die Annahme besonders enger wirtschaftlicher Beziehungen kommt nach der Rechtsprechung nicht nur bei finanziellen Unterhaltsbeiträgen, sondern auch im Falle eines substanziellen Naturalunterhalts in Betracht. Selbst symbolischen Geldbeträgen kann unter Umständen erhebliches Gewicht zukommen - insbesondere, wenn die affektiven Beziehungen eng sind und sich der ausländische Elternteil intensiv um das Kind kümmert, etwa damit der andere Elternteil einer Arbeit nachgehen kann (BGE 140 I 145 E. 4.2). Es liegt nicht in der Hand des Beschwerdeführers und kann ihm auch nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass die Mutter seiner Töchter ebenfalls sozialhilfeabhängig ist. Indem er seine Töchter mehrmals wöchentlich und teilweise auch an Wochentagen betreut, leistet er überdurchschnittliche Naturalbeiträge, die bei weitem über die Verpflichtungen hinausgehen, die sich aus dem Eheschutzurteil des Bezirksgerichts Laufen vom 19. Januar 2007 in Bezug auf seine Tochter D.A.________ ergeben. Die Vorinstanz hat zudem nicht in Frage gestellt, dass er bei verschiedenen Gelegenheiten symbolische finanzielle Beiträge an den Unterhalt seiner Töchter geleistet hat (Eröffnung und Äufnung eines Sparkontos für die ältere Tochter, kleinere Beiträge an schulische und ausserschulische Aktivitäten, Besorgung von Kleidung). Schliesslich ist der Beschwerdeführer zwar von der Sozialhilfe abhängig; nach den Feststellungen der Vorinstanz ist er jedoch strafrechtlich nie in Erscheinung getreten. In Bezug auf die Sozialhilfeabhängigkeit kann überdies nicht gesagt werden, er habe keinerlei Initiative gezeigt, eine Anstellung zu finden (vgl. zu diesem Kriterium Urteil 2C_665/2017 vom 9. Januar 2018 E. 4.2.2), was sein Verschulden zwar nicht ausschliesst, aber doch vermindert (vgl. dazu noch unten, E. 3.4.3). Insgesamt muss das Bestehen enger wirtschaftlicher Beziehungen bei dieser Sachlage trotz des durch die Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers bedingten Fehlens finanzieller Unterhaltsbeiträge ebenso bejaht werten, wie das Erfordernis eines weitgehend tadellosen Verhaltens.