Citation: 7B_268/2022 E. 2.3.1

2.3.1. Zunächst ist der Vorinstanz zuzustimmen, wenn sie festhält, die ungeklärte Absenz an einer einzelnen Einvernahme vermöge noch keine schwere Pflichtverletzung mit der Folge einer insgesamt ungenügenden Verteidigung zu begründen. Daran ändert auch nichts, dass es sich bei der Befragung vom 3. Juni 2020 - die von der Vorinstanz wegen Abwesenheit der Verteidigung im Übrigen als unverwertbar erklärt wird - um eine Konfrontationseinvernahme und damit in der Regel um eine der wichtigeren Beweiserhebungen eines Strafverfahrens handelt. Weiter ist unbestritten, dass der vormalige Verteidiger an den Einvernahmen der Zeugen D.________ und E.________ vom 25. August 2020 teilnahm und es vor- und nachher zu Besprechungen mit dem Beschwerdeführer und somit auch zu Instruktionen gekommen ist. Dass der Verteidiger kein Verschiebungsgesuch stellte, um dem Beschwerdeführer die persönliche Teilnahme zu ermöglichen, vermag angesichts dessen keinen eklatanten Verstoss gegen allgemein anerkannte Verteidigerpflichten zu begründen, selbst wenn die besagten Instruktionen verhältnismässig kurz gewesen sein sollten. Schliesslich ergibt sich aus diesen beiden Versäumnissen der vormaligen Verteidigung - welche beide Beweiserhebungen zum Schuldpunkt betrafen - auch in der Summe betrachtet kein schwerwiegendes Fehlverhalten, das ein Eingreifen der Strafbehörden erfordert hätte.