Citation: 1B_376/2009 25.01.2010 E. 4

Der Beschwerdeführer bestreitet zunächst sinngemäss den allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts. Er sei am 20. September 2009 zwar mit mehreren Familienmitgliedern nach Biel gefahren, um seine Schwester, welche sich bei ihrem Freund aufhielt, nach Hause zurück zu holen. Soweit die Schwester aber tatsächlich am Handgelenk gepackt und ins Auto gestossen worden sei, sei die Gewalt nicht von ihm, sondern von seinem Onkel ausgegangen. Weil auf der Hinfahrt nach Biel kein konkretes Vorgehen besprochen worden sei, sei fraglich ob ihm an der Entführung überhaupt eine Tatbeteiligung vorgeworfen werden könne. Falls man davon ausginge, käme am ehesten Gehilfenschaft in Frage. 4.1 Der Haftrichter hat das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts bejaht. Der Beschwerdeführer werde verdächtigt, an der Entführung seiner Schwester beteiligt gewesen zu sein. Der Haftrichter begründet den dringenden Tatverdacht insbesondere mit den Aussagen des mutmasslichen Opfers und des Beschwerdeführers selbst. Die Schwester habe den Beschwerdeführer beschuldigt, an der Entführung nicht nur passiv mitbeteiligt, sondern als Fahrer des Autos, welches für die Entführung gedient habe, aktiv beteiligt gewesen zu sein. Der Beschwerdeführer habe zudem selber ausgesagt, dass seine Schwester von seinem Onkel mit Gewalt zum Auto gezerrt worden sei. 4.2 Das Bundesgericht hat bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrunds des dringenden Tatverdachts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in Untersuchungshaft, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen, die Justizbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte (vgl. BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146). 4.3 Der Haftrichter hat nachvollziehbar begründet, weshalb ein dringender Tatverdacht besteht. Die Aussage des mutmasslichen Opfers stimmt im Wesentlichen mit der Schilderung der Ereignisse durch weitere Befragte und den Aussagen des Beschwerdeführers überein. Der Beschwerdeführer hat eingeräumt, der Fahrer des Autos gewesen zu sein, mit welchem seine Schwester nach Hause gefahren worden ist. Ausserdem hat er bestätigt, dass die Schwester von seinem Onkel am Arm gepackt und zum Auto gezerrt worden sei. Der Haftrichter hat kein Bundesrecht verletzt, wenn er aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse im Ergebnis davon ausgegangen ist, dass genügend Anhaltspunkte für die Erfüllung des Straftatbestands der Entführung und die Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat bestehen. Ob es sich bei der Form der Tatbeteiligung des Beschwerdeführers um Beihilfe oder um Mittäterschaft handelt, ist für die Begründung des dringenden Tatverdachts gemäss Art. 176 Abs. 2 StrV nicht entscheidend. Zu berücksichtigen ist diese Frage aber bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Dauer der Untersuchungshaft (vgl. E. 6).