Citation: 5A_293/2024 E. 3.5

3.5. Das Obergericht verzichtete auf die Anhörung des Kindes (vgl. Art. 314a ZGB) sowie der Eltern und der Beistandsperson. Die Sicht der (damaligen) Beiständin ergebe sich aus einem Schreiben vom 21. Juli 2022. Ausserdem seien sämtliche Beteiligten am 24. Februar bzw. 4. April 2023 angehört worden (vgl. vorne Bst. A.b). Weder sei ersichtlich noch dargetan, welche Erkenntnisse aus den entsprechenden Beweismassnahmen gewonnen werden sollten. Die Beschwerdeführerin erachtet auch deshalb die Verfassung (namentlich Art. 29 Abs. 2 BV) und das Gesetz (Art. 446 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB) als verletzt. Mit seinem Vorgehen hat das Obergericht eine sog. antizipierte Beweiswürdigung (vgl. BGE 143 III 297 E. 9.3.2) vorgenommen. Eine solche ist sowohl mit Blick auf den uneingeschränkten Untersuchungsgrundsatz als auch den Anspruch auf rechtliches Gehör grundsätzlich zulässig. Vor Bundesgericht kann sie nur in Frage gestellt werden, wenn in einer dem strengen Rügeprinzip nach Art. 106 Abs. 2 BGG (vgl. vorne E. 2.2) genügenden Art und Weise dargetan wird, dass die Vorinstanz mit der antizipierten Würdigung der Beweise in Willkür verfallen oder ihr eine andere Bundesrechtsverletzung zur Last zu legen ist (BGE 146 III 73 E. 5.2.2; Urteil 5A_625/2023 vom 7. August 2024 E. 4.1.3). Dies gelingt der Beschwerdeführerin nicht: Auch in diesem Zusammenhang verweist sie in eher repetitiver Weise und unspezifisch darauf, obgleich die früheren Beweismassnahmen schon länger zurücklägen, habe das Obergericht es unterlassen, die aktuellen Gegebenheiten zu klären. Auf den Vorhalt des Obergerichts, sie habe einen möglichen Erkenntnisgewinn nicht dargetan, antwortet die Beschwerdeführerin, sie habe im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, das Kind wolle dem Vater nicht begegnen. Abgesehen davon, dass dies allein die Anhörung der Tochter betrifft, äussert die Beschwerdeführerin sich damit nicht zur Überlegung des Obergerichts, dass es auf deren Willen nicht entscheidend ankomme. Auch missachtet sie, dass ein Kind im Verfahren grundsätzlich nur einmal anzuhören ist (BGE 133 III 553 E. 4; Urteil 5A_13/2024 vom 22. November 2024 E. 3.3), C.________ aber bereits im April 2023 befragt wurde (vgl. vorne Bst. A.b). Unter diesen Umständen hilft der Beschwerdeführerin auch das Vorbringen nicht weiter, sie selbst hätte bei einer Einvernahme über die Befürchtungen und Ängste der Tochter berichten können.