Citation: 8C_87/2021 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht hat erwogen, Kreisarzt Dr. med. E.________ sei in seiner Aktenbeurteilung vom 23. April 2018 in Bezug auf das rechte Handgelenk von einem seit längerer Zeit stationären Verlauf und somit vom Endzustand ausgegangen. Auf den Bericht eines versicherungsinternen Facharztes könne rechtsprechungsgemäss abgestellt werden, wenn keine auch nur geringen Zweifel an der Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen bestünden (mit Hinweis auf BGE 139 V 225 E. 3b vgl. 1 S. 10 unten). Die behandelnde Dr. med. F.________ habe laut ihren Berichten vom 2. Oktober 2018 und 4. Februar 2019 gegenüber den im Oktober 2017 von ihr klinisch erhobenen Befunden eine deutliche Verschlechterung des Zustands am rechten Handgelenk festgestellt (Zunahme und Ausweitung der Schmerzen; deutliche Einschränkung der Beweglichkeit). Sie habe eine Panarthrodese als gute Option beurteilt, damit der Versicherte schmerzfrei werden könne. Zudem habe sie intraoperativ je nach dem eine PRC (Proximal Row Carpectomie; vgl. Bericht vom 4. Februar 2019) in Betracht gezogen. Damit habe Dr. med. F.________ nicht nur symptomatische Behandlungsmöglichkeiten ins Auge gefasst, sondern aufgezeigt, dass mit weiteren medizinischen Therapien von einer Verbesserung des Gesundheitszustands und damit der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Die Auskünfte der Dr. med. F.________ beruhten, anders als diejenigen des Dr. med. E.________, auf klinisch erhobenen Befunden. Zwar treffe zu, dass Dr. med. F.________ diese radiologisch nicht habe überprüfen lassen. Der Suva sei es indessen aufgrund der Aktenlage im Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids vom 27. Mai 2019 nicht möglich gewesen, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit festzustellen, ob sich der Gesundheitszustand durch zusätzliche medizinische Behandlungen verbessern liesse. Die Suva wäre bei dieser Ausgangslage zumindest gehalten gewesen, die Berichte der Dr. med. F.________ vor Erlass des Einspracheentscheids vom 27. Mai 2019 dem Kreisarzt Dr. med. E.________ zur Stellungnahme zu unterbreiten. Daher sei die Einschätzung des Dr. med. E.________, der Beschwerdegegner vermöge körperlich leicht bis mittelschwer belastende Arbeitstätigkeiten ohne kraftvolles Zupacken der rechten Hand und ohne Einwirken von Schlägen und Vibrationen auf das rechte Handgelenk uneingeschränkt auszuüben, ohne weitere medizinische Behandlungen nicht zu erreichen. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass der Fallabschluss verfrüht erfolgt sei und der Beschwerdegegner damit auch ab dem 1. Februar 2018 Anspruch auf Heilbehandlung und Taggeld habe.