Citation: 9C_726/2017 E. 4.2.4

4.2.4. Schliesslich bringt die Versicherte vor, der psychiatrische Gutachter habe die "Standardindikatoren" nicht korrekt geprüft. Namentlich habe er die Persönlichkeit auf lediglich vier Zeilen abgehakt. Ohnehin liege kein rein psychosomatisches Leiden vor, sondern ein organisches Korrelat der komplexen körperlichen und psychischen Folgen des Infarkts. Zudem widerspreche es dem IV-Rundschreiben Nr. 334, die Aggravation einer ausgewiesenen Gesundheitsschädigung (i.c. neurologischer Status nach Hirninfarkt) als Ausschlussgrund (für deren Berücksichtigung) aufzufassen. Die Beschwerdeführerin übersieht, dass der psychiatrische Experte der ABI sich bei seiner Beurteilung an den Standardindikatoren orientierte und hierzu hinreichende Abklärungen traf (zur Durchführung des strukturierten Beweisverfahrens bei leichten und mittelschweren depressiven Störungen vgl. zur Publikation vorgesehene Urteile 8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 7 und 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.5). Auf den Umfang des Umschriebenen kommt es nicht an. Ein allfälliges "organisches Korrelat der komplexen körperlichen und psychischen Folgen des Infarkts" wurde, entgegen der Ansicht der Versicherten, gutachterlich abgeklärt (vgl. neurologische und neuropsychologische Untersuchungen in der ABI), konnte aber nicht objektiviert werden (vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.1 S. 296). Nach einleuchtender ärztlicher Beurteilung ist von einer Aggravation auszugehen (vgl. E. 4.2.3 oben) und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens sind klar überschritten, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre (vgl. Urteil 9C_154/2016 E. 4.3 mit Hinweis; oben E. 4.2.1 Abs. 2). Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit Leistungseinschränkungen auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruhen (BGE 141 V 281 E. 2.2.1 S. 287 mit Hinweisen).