Citation: 6B_582/2021 E. 4.2.2

4.2.2. Weiter erwägt die Vorinstanz, es erscheine fraglich, ob der Beschwerdeführer, wie von ihm angegeben, aus dem Küchenfenster der Wohnung seines Sohnes, d.h. aus einer Distanz von ca. 50 Metern, bei Dunkelheit und dem angeblichen "Schneegestöber" habe erkennen können, wie die Drittperson auf der Beifahrerseite in sein angeblich unverschlossenes Fahrzeug gestiegen sei, hätte er doch exakt in diesem Moment, als diese Person eingestiegen sei, aus dem Fenster schauen müssen. Es scheine ungewöhnlich und lebensfremd, wenn der Beschwerdeführer mit seinem Sohn andauernd aus dem Fenster geschaut haben wolle. Dies - so die Vorinstanz weiter - hätte er aber tun müssen, um den Einstieg der Drittperson nicht zu verpassen, zumal er auch nicht angegeben habe, er sei von dieser Person vorab per SMS oder sonstwie kontaktiert und darüber informiert worden, dass diese sich jetzt dann beim/im Fahrzeug befinden werde. Zudem sei zu bedenken, dass selbst der Zeuge B.________, der den Unfall aus einer geringen Entfernung beobachtet habe, aufgrund der Dunkelheit nicht habe erkennen können, wer sich zum Tatzeitpunkt im Fahrzeuginnern befunden habe; umso mehr sei davon auszugehen, dass auch der Beschwerdeführer bei Dunkelheit und aus einer Distanz von 50 Metern nicht habe erkennen können, wie die Drittperson in sein Fahrzeug gestiegen sei bzw. sich bereits darin befunden habe. Schliesslich stehe auch die Aussage des Verteidigers anlässlich der Berufungsverhandlung, wonach der Beschwerdeführer sein Fahrzeug nicht abgeschlossen habe und somit die Drittperson ungehindert auf der Beifahrerseite habe einsteigen können, der allgemeinen Lebenserfahrung entgegen, zumal sich der Beschwerdeführer anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme nicht dahingehend geäussert habe. Es sei davon auszugehen, dass ein Fahrzeughalter bzw. -lenker sein geparktes Fahrzeug grundsätzlich abschliesse. Aus alldem ergebe sich, dass die Darstellung des Beschwerdeführers, wonach eine Drittperson in sein angeblich unverschlossenes Fahrzeug eingestiegen sei und er dies aus dem Küchenfenster der Wohnung seines Sohnes bei Dunkelheit und aus einer Entfernung von 50 Metern (bei von ihm angegebenem "Schneegestöber") gesehen haben wolle, auf tönernen Füssen stehe. Auch insofern ist die Würdigung nachvollziehbar und schlüssig. Die Kritik des Beschwerdeführers verfängt nicht: Er moniert, B.________ habe in seiner Einvernahme vom 16. Dezember 2017 ausgesagt, dass er die Person nicht habe erkennen können, weil sie schon im Fahrzeug gesessen habe. Dies - so der Beschwerdeführer - sei nicht eine Frage der Dunkelheit oder der Sichtverhältnisse, sondern der Tatsache, dass vom Blickwinkel des Zeugen B.________ aus nicht zu erkennen sei, wer im Fahrzeug sitze. Anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwältin vom 26. März 2019 sagte B.________ auf die Frage, ob er den Fahrer habe erkennen können, aus: "Nein, gar nicht. Nicht einmal, ob weiblich oder männlich. Es war dunkel." Auf diese Aussage kann sich denn auch die Annahme der Vorinstanz stützen, B.________ habe wegen der Dunkelheit nicht erkennen können, wer sich im Fahrzeug befunden habe. Ferner trägt der Beschwerdeführer vor, die Distanzangabe von 50 Metern sei unzutreffend. Richtigerweise betrage die Distanz von der Küche der Liegenschaft Z.________, U.________, bis zum Hauseingang V.________ Strasse, U.________, 21 Meter. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang indessen, dass der Beschwerdeführer selbst an der Einvernahme vom 23. Januar 2018 die Distanz von ca. 50 Meter auf entsprechende Frage ausdrücklich bestätigt hat. Auch die Feststellung zur Distanz ist also zumindest nicht willkürlich. Im Übrigen ist zu beachten, dass die Beifahrerseite des Geländewagens vom Standort des Beschwerdeführers abgewandt war und sie vom Beschwerdeführer bereits aus diesem Grund nur schlecht zu überblicken war. Unabhängig davon bliebe es jedoch dabei, dass der Beschwerdeführer, um die Drittperson in sein Fahrzeug einsteigen zu sehen, genau in diesem Moment aus dem Fenster zu seinem Fahrzeug hätte blicken müssen. Wenn die Vorinstanz dies für unwahrscheinlich hält, ist dies nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer belegt keine Willkür, indem er seinerseits behauptet, es entspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, dass man aus dem Fenster schaue, "wenn man still für sich ein Glas genehmigt", und weiter, er habe das unabgeschlossene Fahrzeug selbstverständlich im Blick gehabt.