Citation: 1C_553/2020 E. 5.5.4

5.5.4. Schliesslich erweist sich die mit den geplanten Hochwasser-schutz- und Renaturierungsmassnahmen verbundene Enteignung von Teilen des beschwerdeführerischen Grundstücks auch als zumutbar. Die Vorinstanz hat die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Erhalt der bisherigen Grundstücksfläche eingehend gewürdigt und zugleich relativiert. Sie durfte dabei insbesondere berücksichtigen, dass das fragliche Grundstück Nr. 403, GB Oberkirch, in der Grünzone gelegen ist. Gemäss Art. 16 des Bau- und Zonenreglements (BZR) der Gemeinde Oberkirch vom 9. Dezember 2010 ist die Nutzung von Grundstücken in der Grünzone als Retentions- und Überschwemmungsflächen explizit vorgesehen. Die geplante Inanspruchnahme von 21'945 m² des beschwerdeführerischen Grundstücks als Überflutungsfläche im Hochwasserfall entspricht damit den kommunalen Nutzungsvorschriften, was die Intensität der Eigentumsbeschränkung relativiert. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist in der Grünzone gemäss Art. 16 BZR zudem nur eine extensive landwirtschaftliche Nutzung erlaubt. Eine solche extensive Bewirtschaftung seines Grundstücks wird dem Beschwerdeführer durch die fraglichen Massnahmen nicht gänzlich verunmöglicht, sondern lediglich im Ereignisfall eingeschränkt. Dieser Umstand mildert den Grundrechtseingriff zusätzlich, was die Vorinstanz bei ihrer Interessenabwägung korrekterweise mitberücksichtigte. Hinzu kommt, dass das kantonale Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement im bundesgerichtlichen Verfahren erneut versicherte, der Kanton werde dem Beschwerdeführer die Schäden vergüten, die dieser im Hochwasserfall durch die temporäre Nutzung seines Grundstücks als Überflutungsfläche erleide. Ebenfalls werde der Kanton allfällige Aufräumarbeiten entschädigen. Auf diese Zusicherungen sind die Behörden zu behaften. Wenn die Vorinstanz in gesamtheitlicher Würdigung dieser Umstände darauf schloss, die gewichtigen öffentlichen Interessen des Hochwasser- und des Naturschutzes überwögen die privaten Interessen des Beschwerdeführers, hält dies aus den genannten Gründen vor Bundesrecht stand.