Citation: 1C_178/2022 E. 5.3

5.3. Zum besseren Verständnis ist an dieser Stelle etwas näher auf den Sachverhalt einzugehen. Wie die Vorinstanzen bereits dargelegt haben, ist gemäss Quartierplan das Baugrundstück verkehrsmässig über die neuen Quartierstrassen Breitiweg und Chrattengass, welche im Norden in die Pfäffikerstrasse (Kantonsstrasse) einmünden, zu erschliessen. Die beiden neuen Quartierstrassen waren als Stichstrassen geplant. Vorgesehen war, dass der aus der Chrattengass in Richtung Südosten abzweigende Breitiweg auf einer Strecke von rund 40 m als 6,5 m breite Zufahrtsstrasse und anschliessend auf rund 70 m bis zur Lendisbüelstrasse als 2 m breiter Fussweg zu erstellen ist. Beim Übergang von der Strasse zum Fussweg sollte ein Kehrplatz erstellt werden, welcher gemäss Quartierplan je ein Stück Land der vier umliegenden Grundstücke in Anspruch nimmt. Bei einer dieser Parzellen handelt es sich um das Baugrundstück, welches nördlich an den Kehrplatz und nordöstlich an den Fussweg grenzt. Im technischen Bericht wurde zur verkehrsmässigen Erschliessung durch den Quartierplan unter Ziffer 2.2 "Quartierstrassen" festgehalten, beide Quartierstrassen seien an ihrem jeweiligen Ausbauende mit einem den einschlägigen KEZO-Richtlinien entsprechenden Kehrplatz zu versehen. Das hierfür erforderliche Land werde nicht separat ausgeschieden. Der jeweilige Eigentümer habe dieses zur Verfügung zu stellen und die für die Sicherung erforderliche Dienstbarkeit gemäss Ziffer 7.2b einzuräumen. Die Kosten der Kehrplätze gingen zulasten der Strassenbaukosten. Mit Ausnahme der Wendemöglichkeit am Breitiweg sind inzwischen die im Quartierplan vorgesehenen Quartierstrassen einschliesslich des Fusswegs erstellt. Weitgehend unüberbaut ist im Quartierplangebiet neben dem Baugrundstück nur noch das diesem gegenüberliegende Grundstück Kat.-Nr. 7157. Die ausstehende Wendemöglichkeit soll nun als Teil des Bauvorhabens realisiert werden. Wo entsprechende Pläne bestehen würden, seien sie, so die Vorinstanz, gemäss § 236 Abs. 2 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG/ZH; LS 700.1) für Art, Lage, Ausgestaltung und Leistungsvermögen der Erschliessungs- und Versorgungsanlagen sowie Ausstattungen und Ausrüstungen verbindlich, selbst wenn beabsichtigt sei, vorerst nur einzelne Grundstücke entsprechend zu nutzen. Unter Umständen sei eine etappenweise Erstellung zulässig. Die genannte Bestimmung beziehe sich insbesondere auch auf Quartierpläne. Der Quartierplan ermögliche im erfassten Gebiet eine der planungs- und baurechtlichen Ordnung entsprechende Nutzung und enthalte die dafür notwendigen Anordnungen (§ 123 Abs. 1 PBG/ZH). Im Quartierplan würden die Erschliessungen laut § 128 Abs. 2 PBG/ZH so festgelegt, dass sie bei vollständiger Nutzung der erfassten Grundstücke genügen würden. Die in § 236 Abs. 2 PBG/ZH statuierte Verbindlichkeit der entsprechenden Pläne hinsichtlich Route, Art und Ausgestaltung setze bei der Umsetzung der Erschliessung Grenzen. Das dem rechtskräftig festgesetzten und genehmigten privaten Quartierplan zugrunde liegende Erschliessungskonzept sei nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung für den einzelnen Grundeigentümer und das Gemeinwesen verbindlich. Davon könne bei der Erstellung von Bauten im Allgemeinen nicht abgewichen werden. Insbesondere stehe es nicht im Belieben einzelner Grundeigentümer, das quartierplanmässige Erschliessungskonzept unbeachtet zu lassen und andere Anlagen mit der nämlichen Zweckbestimmung zu errichten. Für Änderungen des durch den Quartierplan festgesetzten Erschliessungskonzepts sei, soweit keine einvernehmliche Lösung zustande komme, ein Revisionsverfahren gemäss § 160b PBG/ZH erforderlich. Eine Vereinbarung, die nur von einem Teil der Quartierplangenossen unterzeichnet sei, vermöge dabei ein Revisionsverfahren nicht zu ersetzen.