Citation: I 189/99 20.12.2000 E. 3

3.- a) Die Vorinstanz ist unter Berücksichtigung der Arztberichte Dr. R.________ vom 22. September und 7. Dezember 1994 sowie des erwähnten Gutachtens von Dr. S.________ zu Recht davon ausgegangen, dass die Versicherte (nachdem sie zuvor bis Ende 1994 vollständig arbeitsunfähig gewesen war) im ersten Halbjahr 1995 einer ihren Beschwerden angepassten Erwerbstätigkeit im Umfange von 50 % hätte nachgehen können. Wenn Dr. R.________ in seiner Stellungnahme vom 22. Juni 1995 auf die Frage der Verwaltung nach der Zumutbarkeit eines "mittlerweile" höheren Arbeitspensums (in einer "der Behinderung angepasste(n) Tätigkeit") ausführt, "die heutige Arbeitsunfähigkeit (betrage) nach wie vor 100 %" (nachdem er in den vorangehenden Berichten eine bloss hälftige Leistungseinbusse bescheinigt hatte), ist dem kantonalen Gericht insoweit beizupflichten, als auf Grund dieser Angaben des behandelnden Rheumatologen nicht von einer Verringerung der bisher attestierten 50 %igen Leistungsfähigkeit auszugehen ist. Auf der anderen Seite lässt sich die gegenteilige Annahme der Vorinstanz, wonach bis Mitte 1995 eine "revisionsrechtlich erhebliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auf 70 %" eingetreten sei, nicht auf die vorliegenden medizinischen Akten stützen. Zwar bescheinigt Dr. H.________ in ihrem Gutachten zuhanden des Rechtsvertreters der Versicherten vom 28. August 1995 (gestützt auf deren ambulante Untersuchung vom 4. Juli 1995) eine nur um 30 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bei Ausübung einer leidensangepassten Erwerbstätigkeit. In Übereinstimmung mit dem diesbezüglichen Einwand in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (welcher unter Hinweis auf das zweite Gutachten von Dr. H.________ vom 10. März 1997 bereits im vorinstanzlichen Verfahren erhoben wurde) ist jedoch festzustellen, dass sich das Gutachten vom 28. August 1995 ausschliesslich zu den Folgen des am 30. März 1994 erlittenen Autounfalls (zervikozephale und postcommotionelle Beschwerden sowie solche im rechten oberen Sprunggelenk) äussert und somit die Beeinträchtigung durch die Kreuzbeschwerden in keiner Weise einbezieht. Laut ihrem zweiten, ebenfalls zuhanden des Rechtsvertreters der Versicherten erstatteten Gutachten vom 10. März 1997 habe sie in ihrer ersten - im Hinblick auf den Prozess mit dem Haftpflichtversicherer des am Autounfall mitbeteiligten Lenkers verfassten - Expertise zur vorbestehenden Problematik von Seiten der lumbalen Diskushernie absichtlich nicht Stellung genommen, damit "keine Unklarheiten gegenüber den direkten Unfallfolgen" entstünden. In "Beurteilung des gesamten Gesundheitszustandes (vorbestehende Krankheit und posttraumatischer Zustand)" gelangte die Spezialärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation im jüngeren Gutachten zum Schluss, in einer den Beschwerden der Versicherten angepassten Erwerbstätigkeit bestehe eine bleibende Arbeitsunfähigkeit von 70 %. Die Frage nach der Schlüssigkeit des zweiten Gutachtens von Dr. H.________ braucht hier nicht abschliessend beantwortet zu werden. Offen bleiben kann somit auch die Frage, ob sich das kantonale Gericht insofern eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin und des Beschwerdeführers zu Schulden kommen liess (vgl. hiezu BGE 126 V 132 Erw. 2b in fine mit Hinweisen), als es auf die von diesen beantragte Zeugenbefragung zur Expertise vom 10. März 1997 verzichtete. Vorliegend entscheidend ist der Umstand, dass sich die Gutachterin am 28. August 1995 allein zu den Unfallfolgen und die darauf zurückzuführende Leistungsbeeinträchtigung äusserte, was sich ohne weiteres dem ersten Gutachten selber entnehmen lässt. Weil - was von keiner Seite bestritten wird - die Arbeitsfähigkeit zusätzlich durch die lumbalen Wirbelsäulenbeschwerden beeinträchtigt wird, ist über Mitte 1995 hinaus (bis zum Erlass der Rentenverfügung vom 26. Juli 1996) von einer insgesamt hälftigen funktionellen Leistungseinbusse bei Verrichtung einer behinderungsangepassten erwerblichen Tätigkeit auszugehen. b) Daran ändert nichts, dass Dr. H.________ in ihrer ersten Expertise unter dem Titel "Anamnese" ausführt, nach den Angaben der Versicherten bestünden "keine relevanten Vorerkrankungen, insbesondere auch keine behandlungswürdigen Rücken- oder Nackenbeschwerden". Wohl entspricht diese Feststellung angesichts der bereits 1988 aufgetretenen Diskushernienproblematik offensichtlich nicht den Tatsachen (was die - vorliegend nicht interessierende - Aussagekraft des Gutachtens mit Bezug auf die Unfallkausalität beeinträchtigen mag). Dennoch kann daraus - entgegen der im vorinstanzlichen Entscheid vertretenen Auffassung - nicht gefolgert werden, die Gutachterin habe (ohne sich dessen bewusst zu sein) "alle erhobenen Befunde (d.h. neben den unfallkausalen auch krankheitsbedingte) dem erlittenen Unfall zugeordnet", womit sich die "vermeintlich ... auf die UnfallfolgenbeschränkteBeurteilungin Wirklichkeit auf alle geklagten und vorhandenen Beschwerden" (also auch auf die lumbalen Rückenbeschwerden) beziehe. Abgesehen von der fachlichen Qualifikation und Erfahrung als Gutachterin, welche Dr. H.________ im angefochtenen Entscheid ausdrücklich bescheinigt werden, verbietet sich der vom kantonalen Gericht gezogene Schluss schon deshalb, weil - wie bereits dargelegt - in der ersten Expertise hinsichtlich der (unbestrittenermassen vorhandenen) Kreuzbeschwerden keinerlei Befunde erhoben wurden, welche fälschlicherweise dem Unfall vom 30. März 1994 hätten zugeordnet werden können. Schliesslich führen auch die übrigen im vorinstanzlichen Entscheid als widersprüchlich gewerteten Angaben der Versicherten zu keiner anderen Betrachtungsweise.