Citation: 6B_853/2016 E. 3.2.1

3.2.1. Die Vorinstanz legt ihren rechtlichen Erwägungen einen vom zuvor "festgestellten" abweichenden Sachverhalt zu Grunde und setzt sich damit in Widerspruch zum Beweisergebnis und den Akten. In Übereinstimmung mit der gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO "übernommenen" Beweiswürdigung des Bezirksgerichts und dem psychiatrischen Gutachten hält die Vorinstanz zusammenfassend (nochmals) fest, die Beschwerdegegnerin habe wahrgenommen, dass der Verstorbene am Boden lag, und zielgerichtet und gewollt auf ihn geschossen. Dass die Beschwerdegegnerin sich vom Verstorbenen bis zum Schluss verfolgt gefühlt und nicht auf ihn, sondern auf einen "Schatten" oder "Rauch/Nebel" geschossen habe, verwirft sie explizit. Diesem Beweisergebnis stehen jedoch u.a. die rechtlichen Erwägungen, "die Beschwerdegegnerin habe in ihrer Panik und der damit verbundenen Einschränkung nicht realisiert, dass der Verstorbene hilflos am Boden gelegen habe" und "die andauernde heftige Gemütsbewegung habe verhindert, dass sie das Ende des Angriffs logisch erkannt und aufgehört habe zu schiessen" unvereinbar entgegen. Auch dass "der anhaltende panikartige Zustand bei der Beschwerdegegnerin zu einer eingeschränkten Wahrnehmung von Sinneseindrücken geführt, sie nichts mehr gehört und nur noch schattenhafte Wahrnehmungen gehabt habe", lässt sich mit dem von der Vorinstanz unter Hinweis auf das psychiatrische und schusstechnische Gutachten zur Tatrekonstruktion festgestellten zielgerichteten und gewollten Schüssen bei intakter (Sinnes-) Wahrnehmung nicht vereinbaren. Auch die weiteren, im Rahmen der rechtlichen Erwägungen gemachten Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz stehen teilweise in Widerspruch zur Aktenlage und der von ihr übernommenen Beweiswürdigung des Bezirksgerichts. Gemäss Vorinstanz habe die Beschwerdegegnerin ausgesagt, die Waffe mitgenommen zu haben, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht habe. Die Waffe ohne Munition oder Magazin mitzunehmen, hätte keinen Sinn gemacht, da sie (die Beschwerdegegnerin) sich ansonsten im allerschlimmsten Fall nicht hätte verteidigen und den Verstorbenen abwehren können. Eine ungeladene Waffe sei nichts, sei ungefährlich. Vor dem Hintergrund dieser im angefochtenen Entscheid zitierten Aussagen der Beschwerdegegnerin ist es nicht nachvollziehbar, wie die Vorinstanz zu der Annahme gelangt, die über eine Schiessausbildung verfügende und im Tatzeitpunkt im (Personen-) Sicherheitsbereich tätige Beschwerdegegnerin, die sich bewusst auf einen Angriff des Verstorbenen eingestellt hatte, sei über die Wirkungslosigkeit der Drohung bestürzt gewesen und in Panik und Todesangst geraten. Auch dass die Aufzeichnung des Notrufs der Beschwerdegegnerin den von dieser behaupteten panikartigen Zustand belege, widerspricht der übernommenen Beweiswürdigung des Bezirksgerichts und den Ausführungen im psychiatrischen Gutachten, wonach die Aufzeichnung des Notrufs insbesondere ein wiederholtes abschätziges Betiteln des Verstorbenen sowie die Sorge um sich selbst wegen möglicher Inhaftierung wiedergebe. Eine ausgeprägte selbstkritische Betroffenheit im Tatnachgang oder gar ein gerichtetes Hilfeverhalten für den Verstorbenen sei nicht zu erkennen.