Citation: 4A_602/2024 E. 2.3.2

2.3.2. Weiter macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, sie habe in ihrer Berufung im Hauptverfahren beanstandet, dass die Erstinstanz beantragte Beweismittel in antizipierter Beweiswürdigung nicht abgenommen habe. Würde die Berufung abgewiesen und in der Folge eine von ihr dagegen wegen Befangenheit von Gerichtspersonen im Berufungsverfahren erhobene Beschwerde vom Bundesgericht gutgeheissen, wäre nicht nur das zweitinstanzliche Verfahren, sondern im Fall einer Rückweisung der Sache an die Erstinstanz zur Durchführung des Beweisverfahrens auch das erstinstanzliche Verfahren zu wiederholen. Aufgrund der dadurch entstehenden zusätzlichen, durch eine Sistierung aber vermeidbaren Verfahrensdauer bestehe die Gefahr, dass rechtlich relevante Tatsachen durch die Befragung des von der Beschwerdeführerin beantragten Hauptzeugen D.________ nicht mehr bewiesen werden könnten. Infolgedessen werde ohne Sistierung des Hauptverfahrens die Existenz von Beweismitteln der Beschwerdeführerin gefährdet, was als nicht wieder gutzumachender Nachteil zu betrachten sei. Es trifft zwar zu, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein nicht wieder gutzumachender Nachteil rechtlicher Natur drohen kann, wenn durch den angefochtenen Entscheid die Abnahme eines Beweismittels, dessen Existenz gefährdet ist, verweigert oder verzögert wird (Urteil 4A_396/2023 vom 1. September 2023 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Um einen entsprechenden Nachteil im Zusammenhang mit dem drohenden Verlust eines Zeugenbeweises darzutun, muss die beschwerdeführende Partei indessen besondere Umstände substanziieren, aufgrund der im konkreten Fall zu befürchten ist, dass der angerufene Zeuge im Zeitpunkt einer späteren Einvernahme nicht mehr zur Verfügung stehen oder sich nicht mehr hinreichend an zu beweisende erhebliche Tatsachen erinnern könnte, namentlich weil er hochbetagt ist oder an einer Krankheit leidet, die sich negativ auf sein Erinnerungsvermögen auswirkt. Es reicht beispielsweise nicht aus, sich bloss pauschal auf das mit dem Zeitablauf nachlassende Erinnerungsvermögen von Zeugen zu berufen (Urteil 4A_396/2023 vom 1. September 2023 E. 2.3.3). Im vorliegenden Fall macht die Beschwerdeführerin bloss geltend, der von ihr im Mietverfahren als Hauptzeuge offerierte D.________ sei - obwohl geistig noch bei bester Gesundheit - gesundheitlich bzw. körperlich stark beeinträchtigt, weshalb nur spekuliert werden könne, inwiefern seine Zeugenaussagen im Falle einer Wiederholung des zweitinstanzlichen Berufungsverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens noch möglich und verwertbar wären. Mit diesen Vorbringen, namentlich mit der blossen Behauptung, der Zeuge sei gesundheitlich bzw. körperlich stark beeinträchtigt, genügt die Beschwerdeführerin den Anforderungen an die Substanziierung von besonderen Umständen, aufgrund der ein Verlust des Beweismittels zu befürchten ist, offensichtlich nicht. Im Übrigen könnte gegen einen die Berufung im Hauptverfahren abweisenden Entscheid beim Bundesgericht auch aus anderen Gründen als wegen Befangenheit von am Entscheid mitwirkenden Oberrichtern Beschwerde erhoben werden, und zwar auch dann, wenn der Entscheid erst nach einer Sistierung des Berufungsverfahrens und nach einem rechtskräftigen Entscheid über das Ausstandsbegehren vom 7. Oktober 2024 erginge. Auch in einem solchen Fall wäre der von der Beschwerdeführerin im Falle der Nichtsistierung befürchtete Verfahrensverlauf mit Wiederholung des erst- und des zweitinstanzlichen Verfahrens und einer stark verzögerten Einvernahme von Zeugen nicht ausgeschlossen. Es könnte gar eine zusätzliche, durch eine Sistierung des Berufungsverfahrens bewirkte Verfahrensverzögerung dazukommen. Insoweit ist auch nicht ersichtlich, dass der angefochtene Entscheid für den geltend gemachten drohenden Verlust des Beweismittels überhaupt ursächlich sein kann.