Citation: U 6/04 31.01.2005 E. 2.3

2.3.1 Nach der zitierten Rechtsprechung (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb mit Hinweis auf BGE 123 V 99 Erw. 2a) hat die Adäquanzprüfung auch dann unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall (BGE 115 V 133) zu erfolgen, wenn die zum typischen Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma der HWS (oder einer gleichgestellten Verletzung) gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Dieser Rechtsprechung liegt der Sachverhalt zu Grunde, dass sehr bald nach dem Unfall, gleichsam an diesen anschliessend, die psychische Problematik derart überwiegt, dass die mit dem Schleudertrauma (oder einer äquivalenten Verletzung oder einem Schädelhirntrauma) einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen ("buntes" Beschwerdebild) völlig in den Hintergrund treten. Soll die Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 99 Erw. 2a in einem späteren Zeitpunkt angewendet werden, muss geprüft werden, ob im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Wenn dies zutrifft, ist die Adäquanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen (RKUV 2002 Nr. U 465 S. 439 Erw. 3b). 2.3.2 Bei der Beurteilung des Verhältnisses zwischen physischen (bzw. dem "bunten" Beschwerdebild zuzurechnenden) und psychischen Anteilen kommt den medizinischen Feststellungen naturgemäss eine erhebliche Bedeutung zu. Diesbezüglich steht angesichts der gesamten medizinischen Akten widerspruchsfrei fest, dass sehr bald nach dem Unfall die psychische Symptomatik überwog. Der Hausarzt hielt am 22. Mai 2002 die pathologische Traumaverarbeitung fest und bemerkte am 6. August 2002, die posttraumatische Belastungsstörung stehe im Vordergrund. Aufgrund des Verdachts auf eine somatoforme Störung liess denn auch die Neurologisch-Neurochirurgische Poliklinik den Beschwerdeführer psychosomatisch abklären. Am 8. August 2002 befand der Psychologe lic. phil. R.________ der Versicherte leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung, an neuropsychologischen Funktionsstörungen sowie an einer reaktiven depressiv-ängstlichen Anpassungsstörung. Damit ist mit SUVA und Vorinstanz davon auszugehen, dass physische Beschwerden (im Rahmen des "typischen" Beschwerdebildes) zwar anfänglich gegeben waren, jedoch im Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit gegenüber der bestehenden psychischen Problematik im Sinne der Unfallfehlverarbeitung ganz in den Hintergrund getreten sind. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den über den 31. Juli 2002 hinaus fortbestehenden Leiden ist daher nach der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen, wobei die natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den geklagten Beschwerden bejaht werden kann.