Citation: 2C_432/2023 E. 4.5

4.5. Die Beschwerdeführer machen zunächst geltend, der Beschwerdeführer 1 habe seine Gross- und Adoptiveltern betreuen müssen, was einem fristgerechten Nachzug im Weg gestanden habe. Die Vorinstanz hielt diesbezüglich fest, dass es den Beschwerdeführern nicht gelungen sei, überzeugend darzulegen, inwiefern die Betreuung zwingend ausschliesslich durch den Beschwerdeführer 1 habe erfolgen müssen. Ob die Vorinstanz damit der Beweislastregel nachgekommen ist, wonach die Migrationsbehörden für die Pflegealternativen als anspruchsausschliessende Tatsachen die Beweislast tragen (Urteil 2C_586/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.9.1), oder den Beschwerdeführern eine unzureichenden Mitwirkung (Art. 90 AIG) vorzuwerfen ist, kann offengelassen werden. Das Familiennachzugsgesuch wurde nämlich erst rund dreieinhalb Jahre nach dem Hinschied des letzten Elternteils gestellt. Dies lässt einen Zusammenhang zwischen der geltend gemachten Pflege von Verwandten und dem verspäteten Nachzugsgesuch unplausibel erscheinen. Die Vorinstanz hat damit zu Recht die Betreuung nicht als wichtigen Grund gemäss Art. 47 Abs. 4 AIG anerkannt.