Citation: 6B_1155/2017 E. 2.5

2.5. Die Gutachter diagnostizieren eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) mit überwiegend Borderline und narzisstischen Anteilen, den Verdacht auf eine Störung der Sexualpräferenz mit Tendenz zur sexuellen Belästigung bzw. Vergewaltigung (ICD-10: F65.8) sowie frühere Alkoholabhängigkeit, Mehrfachsubstanzmissbrauch und Tabakabusus. Es handelt sich um eine schwere Persönlichkeitsstörung, welche die Kriterien nach ICD-10 und DSM-IV-TR erfüllt (Gutachten S. 109, 110). Wie die Vorinstanz ausführt, fällt nach dem Gutachten ein tadelloses Vollzugsverhalten und eine grössere Ausgeglichenheit prognostisch positiv ins Gewicht. Der Beschwerdeführer verfüge über soziale Kompetenzen und soziale Bezüge ausserhalb der Strafanstalt (Lebenspartnerin) und sei arbeitsfähig. Trotzdem würden die Gutachter auf ein prognostisch eher ungünstiges Bild und eine erhöhte Rückfallgefahr schliessen. Er habe bezüglich Persönlichkeits- sowie psychosexueller und Alkoholproblematik (noch) keine realitätsadäquate Grundhaltung und (noch) keine belastbare Therapiemotivation erzielen können (Gutachten S. 114, 122). Eine forensische Psychotherapie, die Auseinandersetzung mit der Alkoholproblematik und die Abklärung einer triebhaft-sexuellen Komponente seien für eine künftige Entlassung unabdingbar. Die Vorinstanz nimmt an, das Privatgutachten halte die Rückfallgefahr für erheblich reduziert, stütze sich dabei aber grundsätzlich auf dieselbe Diagnose. Es äussere gegenüber dem Verdacht auf Störung der Sexualpräferenz gewisse Vorbehalte, scheine die Diagnose aber nicht für völlig unbegründet zu halten. Es stütze die Vollzugslockerungen hauptsächlich auf die bestehende verfahrene Situation. Die Vorinstanz prüft weiter die Aktualität des sieben Jahre alten, zur Weiterführung der Massnahme unter neuem Recht eingeholten Gutachtens und hält fest, es habe sich nichts Wesentliches verändert. Der Beschwerdeführer verbringe regelmässig die klaglos verlaufenden begleiteten Beziehungsurlaube mit seiner Bezugsperson. Allerdings finde weiterhin keine deliktorientierte Therapie statt, da er sich eine Zusammenarbeit mit dem Psychiatrisch-Psychologischen Dienst (PPD) nicht vorstellen könne (Urteil S. 9). Er habe sich inzwischen zwar bereit erklärt, sich bei einem nicht dem PPD angehörigen Psychotherapeuten in Therapie zu begeben, habe sich aber bereits gegenüber den Gutachtern in dieser Richtung geäussert und gleichzeitig festgehalten, dass er sich genügend therapiert fühle. Er habe noch immer keine Therapie absolviert. Die Persönlichkeitsstörung mit Borderline und narzisstischen Anteilen bestehe weiterhin. Die Ausgangslage habe sich nicht verändert (Urteil S. 10). Die Vollzugsbehörde gehe bezugnehmend auf das Gutachten von einem weiterhin erhöhten Rückfallrisiko bezüglich Sexualdelikten und somit von einer negativen Prognose aus. Vom Fortbestehen der Gefährlichkeit sei auszugehen, weil keine psychiatrisch begleitete Auseinandersetzung mit den Straftaten und der Alkoholproblematik stattgefunden habe (Urteil S. 10 f.). Der Privatgutachter begründe seine Empfehlung, Vollzugslockerungen zu gewähren, dagegen hauptsächlich mit der bestehenden verfahrenen Situation, der langjährigen Internierung, der dadurch entstandenen Zermürbung sowie einer Mässigung infolge Alters (Urteil S. 8). Entgegen der Beschwerde (S. 4) lässt das Privatgutachten keine Zweifel an der Schlüssigkeit des Gutachtens aufkommen. Der Privatgutachter bestätigt insbesondere die Hauptdiagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0). Die diagnostizierten psychosexuellen Persönlichkeitsprobleme lassen sich ohnehin nicht bestreiten (vgl. Gutachten S. 113). Als wesentlich erweist sich die verweigerte deliktorientierte Auseinandersetzung. Die Weigerung, an Resozialisierungsmassnahmen "aktiv mitzuwirken" (Art. 75 Abs. 4 StGB), ist als negatives Prognoseelement zu gewichten (Urteile 6B_240/2017 vom 6. Juni 2017 E. 1.5.4 ff. [betr. Art. 86 StGB], 6B_866/2017 vom 11. Oktober 2017 E. 1.4.3, 6B_1037/2014 vom 28. Januar 2015 E. 5.2).