Citation: 1E_1/2015 E. 1.7

1.7. Ist die Verfolgung und Beurteilung von Widerhandlungen einer Verwaltungsbehörde des Bundes übertragen, so findet das VStrR Anwendung (Art. 1 VStrR). Das BAZL stellt sich auf den Standpunkt, es lägen Verdachtsgründe für Widerhandlungen im Sinne von Art. 14 und Art. 15 VStrR vor. Materiell streitig ist, ob das BAZL oder die bernischen Strafbehörden für die Verfolgung und Beurteilung sachlich zuständig sind. Art. 20-21 VStrR enthalten Bestimmungen betreffend die sachliche Zuständigkeit für die Untersuchung und Beurteilung von Verwaltungsstrafsachen. Art. 25 Abs. 1 VStrR lautet wie folgt: "Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts entscheidet über die ihr nach diesem Gesetz zugewiesenen Beschwerden und Anstände". Gemäss der einhelligen Lehre und Praxis begründet diese Bestimmung eine gesetzliche Kompetenz zur Beurteilung von Zuständigkeitskonflikten zwischen Bundesverwaltungsbehörden und kantonalen Strafbehörden in Verwaltungsstrafsachen (vgl. THOMAS FINGERHUTH/VIKTOR LIEBER, in: Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 28 N. 5; Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich 2013, Rz. 434; Waldmann, a.a.O., Art. 120 BGG N. 14; s.a. Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, a.a.O., S. 4365; BGE 136 IV 139 E. 2.4 S. 143 f.; Urteil 1B_66/2010 vom 30. März 2010 E. 3.2; Heinz Aemisegger/Marc Forster, in: Basler Kommentar BGG, 2. Aufl. 2011, Art. 79 N. 73). Damit ermächtigt das VStrR die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichtes zur Beurteilung solcher Anstände, weshalb die Klage an das Bundesgericht sich als unzulässig erweist (Art. 120 Abs. 2 BGG).