Citation: U 66/05 17.08.2005 E. 3

Gemäss Zeugnis des erstbehandelnden Arztes Dr. med. F.________ vom 21. Dezember 2001 klagte der Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 24. Oktober 2001 initial über Schmerzen im Fuss und Unterschenkel rechts. Am 12. November 2001 sei zusätzlich eine Fussheberparese rechts aufgetreten, was die notfallmässige Hospitalisation im Kantonsspital M.________ zur Folge gehabt habe. Diagnostiziert wurden nebstdem ein lumboradikuläres sensomotorisches Reiz- und Ausfallsyndrom L5 rechts, Diskushernie L4/5 mit Nervenwurzelkompression L5 rechts, Osteochondrose und Intervertebralarthrose. Die von der SUVA am 1. Oktober 2003 durchgeführte Befragung eines Arbeitskollegen des Beschwerdeführers ergab, dass dieser nach dem Unfall über Beinschmerzen und Beschwerden im lumbalen Bereich geklagt hat. Er sei zwar auch an den folgenden Tagen auf die Baustelle gekommen, doch habe er nicht mehr alle Arbeiten verrichten können, und das Hinken sei immer schlimmer geworden. Laut Bericht des Zentrums H.________ vom 8. Februar 2002 hat sich die Fussheberparese durch die Behandlung in der Thurgauer Klinik S.________ gebessert. Der Versicherte berichte über Schmerzen lumbal paravertebral, ein Ischiasschmerz werde jedoch nicht mehr angegeben. Dr. med. R.________, leitender Arzt Neurologie des Kantonsspitals M.________ führt im Bericht vom 21. Januar 2003 an, klinisch und elektrodiagnostisch bestünden nach wie vor Residuen nach einer Läsion in den Segmenten L5 und S1 rechts. Die Tatsache, dass die sensiblen Suralissummenpotentiale bei bestehenden Sensibilitätsstörungen seitengleich seien, spreche für eine supraganglionäre und somit radikuläre Genese und lasse einen Zustand nach Ischiadicusläsion als sehr unwahrscheinlich erscheinen. Zusätzlich bestünden Zeichen einer leichten Periarthropathie im Bereich der Schulter, welche möglicherweise mit Rotatorenmanschettenproblemen verbunden sei. Hinweise auf ein Carpaltunnelsyndrom fehlten. Von diesen neurogenen Störungen unabhängig berichte der Versicherte über Schluckstörungen, allgemeine Müdigkeit und Einschränkung der Leistungstoleranz sowie über Schlafstörungen mit Atemnot. Nach Durchführung einer Videokinematographie des Schluckaktes und Oseophaguspassagen sowie Besprechung der MRI- und Röntgenbilder im interdisziplinären Neuroradiologierapport nahm Dr. med. R.________ am 9. März 2003 erneut Stellung. Bei vorbestehender Spinalkanalstenose habe der Sturz auf die Werkzeugkiste vom 24. Oktober 2001 zu einer vorübergehenden Verschlechterung mit Auftreten einer lumboradikulären Schmerz- und Ausfallsymptomatik der Wurzel L5 rechts geführt. Von dieser Symptomatik her bestünden noch sensomotorische Residuen. Inwieweit der aktuelle Zustand als unfallbedingt zu betrachten sei, könne aus neurologischer Sicht nicht beantwortet werden. Die Müdigkeit sei wahrscheinlich Ausdruck einer somatisierten Depression. Die Schluck- und retrosternalen Missempfindungen könnten durch Motilitätsstörungen erklärt werden. Die zervikocephalen und zervikobrachialen Schmerzen seien einerseits Ausdruck einer Periarthropathia humeroscapularis, anderseits wohl auch Folge degenerativer Wirbelsäulenveränderungen. Sie bildeten zusätzliche Kristallisationspunkte für die depressive Somatisierungsstörung. Auch die Ärzte des Zentrums H.________ gehen im Bericht vom 14. Mai 2003 davon aus, dass sich ein vorbestehendes degeneratives Wirbelsäulenleiden mit einer lumbalen Spinalkanalstenose LWK 4/5 am 24. Oktober 2001 unfallbedingt verschlechtert hat. Als unfallbedingte Gesundheitsschädigung sei es zu einer Fussheberlähmung und ganz leicht auch zu einer Glutaeus medius-Lähmung gekommen. Durch die konservative Behandlung habe eine weitgehende Rückbildung der vormals schweren Lähmung erreicht werden können. Es lasse sich indessen immer noch eine Restlähmung feststellen, indem der Versicherte noch eine Restparese von Fuss- und Zehenheber aufweise. Während sie diese als unfallbedingt bezeichnen, sind die vom Versicherten angegebenen mässiggradigen Rückenbeschwerden ihrer Ansicht nach in vollem Umfang auf das degenerative Wirbelsäulenleiden zurückzuführen.