Citation: 1A.57/2006 06.09.2006 E. 6

Schliesslich sind die Beschwerdeführer der Auffassung, dass die UMTS-Antennen nicht bewilligt werden dürften, weil die Messungen der UMTS-Strahlung gegenwärtig viel zu ungenau sei, um sicherzustellen, dass die einmal in Betrieb genommene Anlage die Anlagegrenzwerte im massgebenden Betriebszustand tatsächlich einzuhalten vermöge. Sie verweisen hierfür auf einen Entscheid des Staatsrats Wallis vom 5. Oktober 2005. 6.1 Das BAFU hat sich in seiner Vernehmlassung wie folgt zu dieser Rüge geäussert: Für die Messung von UMTS-Strahlung hätten BUWAL und METAS (Bundesamt für Metrologie) am 17. September 2003 den Entwurf einer Empfehlung publiziert, die heute noch gültig sei. Er basiere auf umfangreichen Vorarbeiten und Messungen der Scuola Universitaria professionale della Svizzera Italiana (SUPSI). Aufgrund von Hinweisen aus der Praxis über unterschiedliche Messergebnisse derselben UMTS-Immission durch verschiedene Messgeräte und Messfachleute habe das METAS Vergleichsmessungen durchgeführt und am 10. November 2005 den Bericht "Nichtionisierende Strahlung, Vergleichsmessungen mit UMTS Codeleistungs-Messgeräten" publiziert. Die Vergleichsmessungen hätten ergeben, dass die Streuung der Messwerte tatsächlich hoch war. Das METAS sei zum Schluss gekommen, dass das im Entwurf vom 17. September 2003 empfohlene Messverfahren grundsätzlich tauglich sei, dass aber zur Verringerung der Messunsicherheit die Messgeräte spezifisch für Messungen nach der Schwenkmethode kalibriert werden sollten. Nachdem das METAS umgehend ein derartiges Kalibrierverfahren eingerichtet hatte und alle Messlabors, die für Code-selektive UMTS-Messungen akkreditiert sind, ihre Messgeräte auf diese Weise beim METAS nachkalibrieren liessen, habe sich die Streuung der Messwerte beträchtlich verringert; sie liege heute im gleichen Bereich wie bei Messungen von GSM-Strahlung. Das BAFU folgert daraus, dass heute Messsysteme existieren, die UMTS-Strahlung zuverlässig messen können, und dass das empfohlene Messverfahren für den Nachweis der Einhaltung der Überschreitung des Anlagegrenzwerte geeignet sei. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen sei auch nicht davon auszugehen, dass der Entwurf der Messempfehlung in grundlegenden Aspekten zu überarbeiten sein werde. 6.2 Für das Bundesgericht besteht keine Veranlassung, von dieser Einschätzung der Umweltschutzfachstelle des Bundes abzuweichen.