Citation: 5P.380/2006 17.11.2006 E. 1

1.1 Die Auseinandersetzung über die Rückführung eines Kindes nach dem Haager Übereinkommen vom 25. Oktober 1980 über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung (HEntfÜ; SR 0.211.230.02) stellt keine Zivilrechtsstreitigkeit dar. Es geht in diesem Verfahren vielmehr um eine Art administrative Rechtshilfe zwischen den Vertragsstaaten. Damit steht gegen Entscheide über Rückführungsgesuche die Berufung nicht offen, so dass sich die staatsrechtliche Beschwerde im Sinne von Art. 84 Abs. 1 lit. c OG als zulässig erweist (BGE 123 II 419 E. 1a S. 421; 120 II 222 E. 2b S. 224). 1.2 Bei der Staatsvertragsbeschwerde überprüft das Bundesgericht Konventionsverletzungen frei (BGE 130 III 489 E. 1.4 S. 492; 126 III 438 E. 3 S. 439). Hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellungen beschränkt sich die Prüfung dagegen auf Willkür, jedenfalls wenn sich die Beschwerde - wie hier - gegen den Entscheid einer gerichtlichen Instanz richtet (BGE 129 I 110 E. 1.3 S. 111 f.). 1.3 Nova sind in einer Staatsvertragsbeschwerde unzulässig (BGE 128 I 357 E. 6c, d). Soweit sich die Parteien in ihren Eingaben nicht an den vom Obergericht festgestellten Sachverhalt halten, ohne die entsprechenden Feststellungen als willkürlich zu beanstanden, ist darauf nicht einzutreten. Nicht unter dieses Novenverbot fallen indes Zugeständnisse an die Gegenpartei in den Eingaben an das Bundesgericht; auf die entsprechenden Zugeständnisse kann somit im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde ohne weiteres abgestellt werden.