Citation: 1P.264/2005 18.05.2005 E. 3

Dem Beschwerdeführer geht es nach der Beschwerdeschrift in erster Linie um das Einholen eines neuen Gutachtens zur Hafterstehungsfähigkeit. Bis dahin erachtet er eine Sistierung des Strafantritts als sinnvoll. Im angefochtenen Entscheid wurde ein solches Gutachten abgelehnt. Zunächst ist in Erinnerung zu rufen, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor dem dritten Unfall vom 6. März 2004 als hinreichend für den Strafantritt beurteilt worden war; die damalige Würdigung hat das Bundesgericht mit Urteil 1P.142/2004 vom 22. März 2004 geschützt. Vorliegend kann es also lediglich auf eine wesentliche seitherige gesundheitliche Verschlechterung ankommen. Gemäss Gutachten des IRM vom 5. Oktober 2004 leidet der Beschwerdeführer infolge der erlittenen Unfälle an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und ist daher gesundheitlich eingeschränkt. Im Rahmen des Strafvollzugs müsse mit einer subjektiven Zustandsverschlechterung im Hinblick auf diese Beschwerden gerechnet werden. Neben einer vermehrten Inanspruchnahme des medizinischen Systems im Strafvollzug könnten im Rahmen der Persönlichkeitsstörung des Beschwerdeführers parasuizidale Handlungen nicht völlig ausgeschlossen werden. Dennoch erachtet das IRM-Gutachten die beim Beschwerdeführer festgestellten Krankheitsbilder - bei Fortsetzung der beschwerdelindernden Therapien - mit dem Strafvollzug grundsätzlich für vereinbar. Allerdings liege in der auffälligen Persönlichkeits- und Verhaltensstruktur des Beschwerdeführers, die therapeutisch nur schwer beeinflussbar sei, ein limitierender Faktor, der einen enormen Betreuungsaufwand, einschliesslich möglicherweise notwendig werdender Notfallinterventionen, während des Freiheitsentzugs erwarten lasse. Gestützt auf dieses Gutachten wurde die Hafterstehungsfähigkeit angenommen und die Einweisung in die St. Gallische Strafanstalt Saxerriet angeordnet. Die kantonale Rekursinstanz hat diese Verfügung geschützt. Weiter hat sie festgestellt, durch den Arztbericht des behandelnden Neurologen vom 8. Dezember 2004 werde die Einschätzung des Gutachtens nicht grundsätzlich in Zweifel gezogen. Die Notwendigkeit eines neuerlichen Gutachtens sei in keiner Weise nachgewiesen.