Citation: 9C_461/2020 E. 5.2

5.2. Die Agrisano hat nach dem soeben Dargelegten (E. 5.1) im Dezember 2017 sichere Kenntnis von der objektiven Anzeigepflichtverletzung des Beschwerdeführers erhalten. Soweit sie geltend macht, weitere Abklärungen seien notwendig gewesen um Klarheit darüber zu erlangen, ob dieser sich der Wahrheitswidrigkeit seiner Angaben im Anmeldeformular bewusst gewesen sei oder hätte bewusst sein müssen (vgl. zu den subjektiven und objektiven Kriterien der Anzeigepflichtverletzung etwa URS CH. NEF/CLEMENS VON ZEDTWITZ, in: Basler Kommentar, Versicherungsvertragsgesetz, Nachführungsband, 2012, ad N. 26 zu Art. 4 VVG), vermag sie daraus bereits deshalb nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, weil sie diesbezüglich soweit ersichtlich zu keinem Zeitpunkt weitere Abklärungen tätigte. Stattdessen beschränkte sie sich darauf, die behandelnden Ärzte und die Psychologin einzig zur objektiven Anzeigepflichtverletzung sowie zu den Gründen einer im Jahr 2010 attestierten Arbeitsunfähigkeit zu befragen, obwohl erstere bereits ausgewiesen war (vgl. oben E. 5.1) und letztere - angesichts des dort (E. 5.1) Gesagten - nicht (mehr) für die Beurteilung des Vorliegens einer Anzeigepflichtverletzung, sondern erst für diejenige ihrer rückwirkenden Leistungsbefreiung - als Folge einer Vertragsauflösung wegen Anzeigepflichtverletzung (Art. 6 Abs. 3 VVG), nicht als Voraussetzung für den Beginn des Fristenlaufs zur Geltendmachung derselben (vgl. BGE 138 III 416 E. 6 S. 420 ff.) - allenfalls von Bedeutung ist.