Citation: 4C.399/2001 21.11.2002 E. 4

Im Berufungsverfahren ist das Bundesgericht grundsätzlich an die tatsächlichen Feststellungen des kantonalen Sachrichters gebunden. Ausnahmen von dieser Bindung kommen nur in Betracht, wenn die Vorinstanz bundesrechtliche Beweisvorschriften verletzt hat, wenn ihr ein offensichtliches Versehen unterlaufen ist (Art. 63 Abs. 2 OG) oder wenn der von ihr ermittelte Sachverhalt im Hinblick auf die Anwendung des Bundesrechts der Ergänzung bedarf (Art. 64 OG). Die Partei, die den Sachverhalt berichtigt oder ergänzt wissen will, hat darüber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG; BGE 127 III 248 E. 2c; 115 II 484 E. 2a S. 485 f., mit Hinweis). Eine Ergänzung setzt zudem voraus, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform aufgestellt, von der Vorinstanz aber zu Unrecht für unerheblich gehalten oder übersehen worden sind, was wiederum näher anzugeben ist. Ohne diese Angaben gelten Vorbringen, die über die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil hinausgehen, als neu und sind damit unzulässig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 115 II 484 E. 2a S. 485 f.). Blosse Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung ist unzulässig (BGE 126 III 10 E. 2b S. 13, 189 E. 2a; 120 II 97 E. 2b S. 99; 119 II 84 E. 3, je mit Hinweisen). Ergänzungen des Sachverhalts haben nur zu erfolgen, soweit sie entscheidwesentliche Tatsachen betreffen. Die von den Klägerinnen verlangten Ergänzungen beziehen sich zunächst auf Einzelheiten der Konkurrenztätigkeit der F.________ AG und die Stellung des Beklagten in dieser Gesellschaft. Das Obergericht hat indessen in tatsächlicher Hinsicht verneint, dass die Konkurrenztätigkeit der F.________ AG für die Einstellung der eigenen operativen Tätigkeit der Klägerin 1 ursächlich gewesen sei. Eine Ergänzung der Sachverhaltsfeststellung erübrigt sich deshalb in diesem Punkt. Im Weitern wollen die Klägerinnen den Sachverhalt mit der Feststellung ergänzt wissen, dass das pflichtwidrige Verhalten des Beklagten Ursache der Spannungen sei, die zur Einstellung der operativen Tätigkeit der Klägerin 1 geführt haben. Zwar finden sich in der Berufung, allerdings im Zusammenhang mit anderen Rügen, detaillierte Aktenhinweise zum behaupteten pflichtwidrigen Verhalten des Beklagten. Indessen fehlen konkrete Aktenhinweise auf Behauptungen und Beweisanerbieten bezüglich der Kausalität dieses Verhaltens für die Spannungen zwischen den beiden Mitgliedern des Verwaltungsrats. Damit sind auch in diesem Punkt die Voraussetzungen für eine Ergänzung des vom Obergericht festgestellten Sachverhalts nicht erfüllt.