Citation: 1B_117/2014 E. 2.2.2

2.2.2. Es ist naturgemäss schwierig zu beurteilen, wie ernst die mutmasslichen Drohungen des Beschwerdeführers gemeint sind und ob die konkrete Gefahr besteht, dass er sie wahr macht. Dagegen spricht zwar einerseits, dass er seit seiner Jugend grosses Interesse an Waffen zeigte und sich solche immer wieder - auch illegal - beschafft hat, ohne dass er je gewalttätig geworden wäre. Das Gutachten Habermeyer vom 15. Februar 2013 kommt ebenfalls zum Schluss, der Beschwerdeführer stelle keine erhöhte Gefahr für Leib und Leben von Dritten dar; sein Verhalten diene vorwiegend dazu, Angst auszulösen und ein Gefühl der Bedrohung hervorzurufen. Auch das Gutachten Graf/Hachtel vom 31. Oktober 2013 geht nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer in Freiheit gegenüber seiner ehemaligen Lebensgefährtin gewalttätig würde. Hingegen gehen die Gutachter von einer starken Zunahme der Ausführungsgefahr in Bezug auf einen geplanten und gezielten Einsatz von Waffen mit hohem Schadenspotenzial gegen die vom Beschwerdeführer bedrohten Dritten aus, wenn er sich zunehmend isoliert, benachteiligt, gegängelt oder als Person übergangen fühlen sollte. Der Beschwerdeführer macht zwar zu Recht geltend, die Gutachten seien reine Aktengutachten und damit von beschränkter Aussagekraft. Daraus kann er aber nichts zu seinen Gunsten ableiten, da er jede Kooperation mit den Gutachtern verweigerte und es daher selber zu vertreten hat, dass auf die Aktengutachten abgestellt werden muss. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers bestehen aber keine Hinweise dafür, dass diese aufgrund von falschen Angaben und fehlerhaften Akten erstellt wurden. Der Beschwerdeführer fühlt sich offensichtlich unverstanden, er argwöhnt, die Strafverfolgungsbehörden versuchten, ihn "absolut auszugrenzen", seine Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu verhindern und ihn durch die willkürliche Verfügung einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB - was eine Rückkehr zur "Administrativen Versorgung" unter anderer Bezeichnung bedeute - unter Umgehung rechtsstaatlicher Prinzipien gefangen zu halten. Bei dieser Gemütslage des Beschwerdeführers erscheint es nach dem nachvollziehbaren Schluss des Zweitgutachtens plausibel, dass er sich in Freiheit, wenn er sich durch den Fortgang des Strafverfahrens zunehmend unter Druck gesetzt fühlt, zu einer Gewalttat gegen eine der von ihm bedrohten Amtspersonen hinreissen lassen könnte. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass das Obergericht Ausführungsgefahr bejahte.