Citation: 4P.100/2002 16.07.2002 E. 1

Gemäss Art. 84 Abs. 2 OG ist die staatsrechtliche Beschwerde nur zulässig, wenn die behauptete Rechtsverletzung nicht sonstwie durch Klage oder Rechtsmittel beim Bundesgericht gerügt werden kann. In berufungsfähigen Streitsachen sind aus diesem Grunde Rügen ausgeschlossen, die mit Berufung vorgebracht werden können. Nach Art. 43 OG kann mit Berufung geltend gemacht werden, der angefochtene Entscheid beruhe auf einer Verletzung des Bundesrechts mit Einschluss der durch den Bund abgeschlossenen völkerrechtlichen Verträge. Wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte ist die staatsrechtliche Beschwerde vorbehalten (Art. 43 Abs. 1 OG). Bundesrecht ist verletzt, wenn ein in einer eidgenössischen Vorschrift ausdrücklich ausgesprochener oder daraus sich ergebender Rechtssatz nicht oder nicht richtig angewendet worden ist (Art. 43 Abs. 2 OG). Der Appellationshof hat im angefochtenen Entscheid, im Gegensatz zur ersten Instanz, die Aktivlegitimation der Beschwerdegegnerin bejaht. Er hat geschlossen, es könne kein Zweifel daran bestehen, dass "C.________ im Auftrag beider Parteien gehandelt" habe. Damit hat der Appellationshof im Gegensatz zur ersten Instanz bejaht, dass das Vertragsverhältnis der Beschwerdeführerin nicht allein mit dem Vater der Beschwerdegegnerin, sondern auch mit der Beschwerdegegnerin, bestand. Zum Abschluss eines Vertrages ist die übereinstimmende gegenseitige Willensäusserung der Parteien erforderlich (Art. 1 Abs. 1 OR). Sie kann eine ausdrückliche oder stillschweigende sein (Art. 1 Abs. 2 OR). Ob sich die Parteien tatsächlich übereinstimmend geäussert, verstanden und in diesem Verständnis geeinigt haben ist dabei Tatfrage, die im Berufungsverfahren nicht geprüft werden kann (BGE 118 II 365; 123 III 129 E. 3c S. 136, je mit Hinweisen). Die Rüge, der Appellationshof habe die Beweise willkürlich gewürdigt, wenn er aus den Umständen geschlossen habe, die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin seien sich tatsächlich einig geworden, dass die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin über die sich aus dem Schenkungsvertrag vom 2. Juni 1992 ergebenden Steuerfolgen beraten solle, ist im vorliegenden Verfahren zulässig.