Citation: 6S.370/2006 26.09.2006 E. 3

Im Rahmen der Strafzumessung erachtet der Beschwerdeführer schliesslich die Anwendung von Art. 66bis StGB als bundesrechtswidrig. Zwar könne Art. 66bis StGB auch bei Vorsatztaten angewandt werden, allerdings nur bei eigentlichen Verzweiflungstaten. Vorliegend gehe es nicht um eine Verzweiflungstat oder um die Konstellation einer entschuldbaren grossen seelischen Belastung. Der Beschwerdegegner habe aus keiner Notsituation heraus gehandelt, sondern seine Tochter ohne entschuldbaren Grund bewusst und gewollt heftig geschüttelt. Durch den Tod des Kindes sei ihm deshalb kein grosser seelischer Schmerz entstanden, der für ihn nicht vorhersehbar gewesen sei. Diese Einwände gehen ins Leere, da der Beschwerdegegner sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht einer Vorsatztat schuldig gemacht hat. Inwiefern aber die Vorinstanz die schwere Betroffenheit des Beschwerdegegners im Sinne von Art. 66bis StGB zu stark strafmindernd berücksichtigt hätte (BGE 121 IV 162 E. 2d; 119 IV 280 E. 1a; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 1997, Art. 66bis N. 4), legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist im Übrigen auch nicht ersichtlich.