Citation: 5A_747/2020 E. 4.1.4

4.1.4. Was nun die konkret erhobenen Vorwürfe anbelangt, vermag der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nichts auszurichten. Gewiss untersteht der Streit um den nachehelichen Unterhalt dem Verhandlungsgrundsatz (Art. 277 Abs. 1 ZPO). Das bedeutet, dass die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben haben (Art. 55 Abs. 1 ZPO; s. dazu Urteil 5A_749/2016 vom 11. Mai 2017 E. 4). Bezogen auf die Bedarfsposition "Ferien" folgt daraus, dass die Beschwerdegegnerin die Tatsachen darzutun hat, aus denen sich (auf den Monat gerechnet) ihre Ferienausgaben ergeben. Welcher Geldbetrag unter diesem Titel in der Unterhaltsberechnung als angemessen zu berücksichtigen ist, beschlägt hingegen keine Tat- sondern eine Rechtsfrage. Dasselbe gilt für den Streit darüber, ob die Positionen "Ferienhaus" und "Ferien" von der Sache her eine Einheit bilden. Allein dass der für Ferien eingesetzte Betrag von Fr. 625.-- in der Berufung von keiner Partei kritisiert wurde, hinderte das Obergericht somit nicht daran, in rechtlicher Hinsicht zu prüfen, ob die beiden Positionen sachlich zusammengehören und es sich angesichts der Streichung der Position "Ferienhaus" aus dem gebührenden Bedarf rechtfertigt, die Position "Ferien" zu erhöhen. Soweit der Beschwerdeführer den angefochtenen Entscheid in dieser Hinsicht unter Beschuss nimmt, verstrickt er sich in Ungereimtheiten. So beteuert er, dass die Position "Ferienhaus" lediglich die Finanzierung und den Unterhalt der Liegenschaft in Y.________ (GR) betroffen habe und die Position "Ferien" für Urlaubsreisen ausserhalb des Ferienhauses gedacht sei. Er mag jedoch nicht erklären, wo im Bedarf der Beschwerdegegnerin diejenigen urlaubsbedingten Ausgaben einzuordnen sind, die auch bei Aufenthalten im eigenen Ferienhaus anfallen, etwa die Kosten für Reisen zum oder für Freizeitaktivitäten am Ferienort. Im Übrigen entspricht es der allgemeinen Lebenserfahrung, dass gerade die Kosten für die auswärtige Unterbringung in jedem Ferienbudget einen wesentlichen, wenn nicht den Hauptanteil der Ausgaben ausmachen, insbesondere wenn die Urlauber - wie die Vorinstanz dies mit Bezug auf die Parteien feststellt - einen aufwändigen Lebensstil pflegen. Dass es der ehelichen Lebenshaltung entsprach, Ferien an einem vom Wohnort verschiedenen Ort zu verbringen, stellt der Beschwerdeführer nicht in Abrede, noch widerspricht er der vorinstanzlichen Erkenntnis, wonach die Beschwerdegegnerin in dieser Hinsicht einen "durchaus gehobenen Standard" beanspruchen kann. Warum ihr trotzdem kein angemessener Ersatz für die bisher berücksichtigte Unterkunftsmöglichkeit im Ferienanwesen in Y.________ (GR) zustehen soll, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen. Auch dass das vom Obergericht festgesetzte Feriengeld von monatlich Fr. 2'300.-- den von der bisherigen Lebenshaltung vorgegebenen Rahmen sprenge, macht der Beschwerdeführer nicht geltend. Nach alledem ist seinen Argumenten, weshalb die Vorinstanz die Positionen "Ferienhaus" und "Ferien" auf unzulässige Weise miteinander in Verbindung bringt, der Boden entzogen. Dasselbe gilt für den Vorhalt, dass die Vorinstanz die Parteien vor Erlass ihres Urteils hätte anhören müssen, weil ihre Rechtsanwendung angesichts der beidseitigen Anerkennung der Position "Ferien" unerwartet und überraschend gewesen sei. Gewiss hat das Gericht, das einen Prozess gestützt auf eine Norm oder einen Rechtsgrund entscheiden will, der von keiner Partei angerufen wurde und dessen Heranziehung auch nicht vorausgesehen werden konnte, jedenfalls der dadurch beschwerten Partei Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben (BGE 124 I 49 E. 3c; 114 Ia 97 E. 2a; 93 I 130 E. 8b). Allein dass der Beschwerdeführer in Verkennung der Rechtslage irrtümlich meint, die Anerkennung der fraglichen Bedarfsposition durch die Parteien sei auch für das Gericht verbindlich, bedeutet jedoch nicht, dass er von der vorinstanzlichen Handhabung der Urlaubskosten überrascht wurde. Unbehelflich ist schliesslich die Rüge, die Erhöhung der Position "Ferien" verletze Art. 58 Abs. 1 ZPO. Diese Norm regelt den Dispositionsgrundsatz, der besagt, dass das Gericht einer Partei nicht mehr und nichts anderes zusprechen darf, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat. Diese Maxime beschlägt nicht die Erarbeitung der Tatsachen, sondern die Rechtsbegehren, in denen die Parteien zum Ausdruck bringen, welche Rechtsfolge sie anstreben und inwiefern sie das Gericht hierzu um Rechtsschutz ersuchen (Urteil 5A_749/2016 vom 11. Mai 2017 E. 4 mit Hinweisen). Hier forderte die Beschwerdegegnerin im Eventualantrag vor der Vorinstanz für die Zeit bis zum Pensionsalter des Beschwerdeführers monatliche Unterhaltsbeiträge in fünfstelliger Höhe und für die Zeit danach eine monatliche Rente von knapp Fr. 7'000.-- (s. Sachverhalt Bst. C.a). Die vorinstanzlich zugesprochenen Frauenalimente (s. Sachverhalt Bst. C.b) liegen weit unter diesen Rechtsbegehren. Von einer Verletzung des Dispositionsgrundsatzes kann nicht die Rede sein.