Citation: 1C_597/2017 E. 2.4

2.4. Der Wortlaut von Art. 16a Abs. 2 und Abs. 3 SVG spricht sich zwar nicht darüber aus, ob die zweijährige Bewährungsfrist nach einer Administrativmassnahme schon mit der Eröffnung der Verfügung oder erst mit deren Rechtskraft beginnt. Der Wortlaut knüpft jedoch ausdrücklich an die Verfügung der Massnahme an. Insoweit ist er eindeutig und unmissverständlich. Triftige Gründe um anzunehmen, der Wortlaut ziele am wahren Sinn der Regelung vorbei, bringt der Beschwerdeführer nicht vor und sind nicht ersichtlich. Es mag zwar zutreffen, wie der Beschwerdeführer geltend macht, dass die Verfahrensdauer, welcher eine gewisse Zufälligkeit anhaftet und die auch von der allfälligen Ergreifung von Rechtsmitteln abhängen kann, die Zeit, in der ein gesetzwidriges Verhalten mit verstärkten nachteiligen Folgen verbunden ist, insgesamt verlängert. Dies widerspricht jedoch nicht dem Zweck des Strassenverkehrsgesetzes, welches zwangsläufig auf ein möglichst regelkonformes Verhalten der Verkehrsteilnehmer ausgerichtet ist (vgl. Urteil 1C_520/2013 vom 17. September 2013 E. 3.2). Vor allem steht es dem Sinn der Bewährungsregelung des Art. 16a SVG nicht entgegen. So zielt diese gerade auf eine Besserung von fehlbaren Fahrzeuglenkern und die Bekämpfung von Rückfällen ab (vgl. zum Zweck des Warnungsentzugs BGE 141 II 220 E. 3.1.2 S. 224 mit Hinweisen). Bevor eine Verwarnung ausgesprochen wird, kann allerdings noch nicht von einer Bewährung bzw.einem Rückfall gesprochen werden. Denn erst mit deren Verfügung wird die Begehung einer leichten Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz in administrativrechtlicher Hinsicht festgestellt. Der in erster Linie präventive und erzieherische Zweck der Bestimmung impliziert, dass der Lauf der Bewährungsfrist von der Verwarnungsverfügung ausgelöst wird. Aus dem Einwand, die Einlegung eines Rechtsmittels dürfe der betreffenden Person keine Nachteile verursachen, kann daher nicht abgeleitet werden, für den Beginn dieser Frist sei auf den Zeitpunkt der Widerhandlung abzustellen. Ebenso nehmen Fahrzeuglenker bei gewissen SVG-Widerhandlungen - wie beispielsweise Geschwindigkeitsüberschreitungen - am Tag der Begehung möglicherweise noch gar nicht davon Kenntnis. Um erzieherische Wirkung zu entfalten, könnte der Lauf der Bewährungsfrist in solchen Fällen frühestens am Datum einsetzen, an dem der betreffenden Person die Widerhandlung vorgehalten wird. Nach der Auffassung des Beschwerdeführers würde die Frist somit je nach Kenntnisnahme zu unterschiedlichen Zeitpunkten beginnen. Eine solche Lösung hätte eine uneinheitliche Anwendung des SVG zur Folge. Um die Rechtssicherheit und die Gleichbehandlung der mit einer Verwarnung zu ahndenden Personen zu gewährleisten, ist naheliegender, an die Massnahme anzuknüpfen (vgl. zum Ganzen Urteil 1C_89/2017 vom 22. Dezember 2017 E. 2.4.2). Der Zweck des Art. 16a SVG stützt somit dessen Wortlaut.