Citation: 6B_1299/2020 E. 2.4

2.4. Davon, dass das betrügerische Verhalten des Täters angesichts der Leichtfertigkeit des Opfers in den Hintergrund treten würde, kann vorliegend nicht die Rede sein. Zwar kann dem Beschwerdegegner 2 eine gewisse Gutgläubigkeit und Naivität nicht abgesprochen werden. Dies stellt denn auch die Vorinstanz nicht in Abrede. Vorliegend liegt aber eine Vielzahl von Umständen vor, welche die Arglist zu begründen vermögen. Der Beschwerdeführer versucht vergeblich, den Beschwerdegegner 2 als erfahrenenen Geschäftsmann darzustellen. Ob das Alter (58 bzw. 59 Jahre zum Tatzeitpunkt) und die erstellte Krankheit (Parkinson im Anfangsstadium) des Beschwerdegegners 2 allein ausreichen würden, um eine besondere Schutzwürdigkeit des Opfers zu begründen, ist nicht zu entscheiden. Die Vorinstanz stellt nicht ausschliesslich auf diese Umstände ab. Sie erwägt vielmehr, dass die Täuschung über die finanzielle Leistungsfähigkeit und den Rückzahlungswillen für die Arglist wesentlich sei. Zu Recht geht die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner 2 über seine finanziellen Schwierigkeiten und seinen Rückzahlungs- bzw. Erfüllungswillen getäuscht hat. Der Beschwerdeführer hat raffiniert und perfide darauf hingewirkt, dass der Beschwerdegegner 2 auf seinen Rückzahlungswillen vertraute, den dieser als innere Tatsache kaum überprüfen konnte. Er hat sehr geschickt eine emotionale Bindung und Vertrauensbeziehung zum Beschwerdegegner 2 aufgebaut. Durch seine aufeinander aufbauenden Geschichten über eine im Ausland anfallende Erbschaft hat er ein eigentliches Lügengebäude errichtet, um den Beschwerdegegner 2 zu täuschen. Er hat sich zur Unterstützung der Glaubwürdigkeit seiner Geschichten insbesondere auch verschiedener Urkunden bedient. Hervorzuheben ist insbesondere ein Testament seiner Mutter, das zumindest den glaubwürdigen Anschein erweckt, durch einen Rechtsanwalt aus Deutschland ausgestellt worden zu sein. In diesem Testament bestätigt seine Mutter, nach ihrem Tod ihr ganzes Guthaben, ca. EUR 300'000.--, dem Beschwerdeführer zu hinterlassen. Weiter hat der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner 2 eine Vollmacht ausgestellt, mit welcher er ihn bevollmächtigte, "mein Gold abzuholen bei meinem Anrufbestätigung". Seinen Rückzahlungswillen hat er zudem durch das Ausstellen von mehreren Darlehensverträgen schriftlich bekräftigt. Die Überprüfung all dieser Umstände war dem Beschwerdegegner 2 nicht zuzumuten. Der Erfolg der Täuschung ist nicht hauptsächlich auf die Leichtgläubigkeit des Opfers zurückzuführen, sondern auf das durchtriebene Vorgehen des Beschwerdeführers. Eine Gesamtwürdigung aller Umstände ergibt, dass von einer arglistigen Täuschung des Beschwerdeführers auszugehen ist. Auch die weiteren rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz zum Betrugstatbestand sind zu bestätigen. Der Schuldspruch der Vorinstanz für gewerbsmässigen Betrug verletzt kein Bundesrecht.