Citation: 6B_265/2024 E. 2.6.2

2.6.2. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Gewichtung seiner früheren Straftaten und der Katalogtat. Er bringt im Wesentlichen vor, die Vorinstanz missbrauche ihr Ermessen und verfalle in eine unsachliche Übertreibung, indem sie blosse Bagatellfälle und weit zurückliegende, teils sogar unter das Jugendstrafrecht fallende Vorstrafen zu seinen Ungunsten veranschlage, um ihm eine "hartnäckige Delinquenz" vorzuwerfen. Zugleich lasse sie ausser Acht, dass es sich bei der versuchten schweren Körperverletzung um ein singuläres Ereignis gehandelt habe, denn er sei weder vor noch nach diesem Vorfall gegenüber seiner Ehefrau je übergriffig geworden und habe sich in der Folge wohlverhalten. Es könne ihm demzufolge nicht entgegengehalten werden, er stelle eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar, welche die Landesverweisung rechtfertige (Beschwerde Ziff. 5.2 S. 15 und Ziff. 5.10 S. 19 f.). Zur Beurteilung der Integration im weiteren Sinne ist das Sozialverhalten des Beschwerdeführers insgesamt zu berücksichtigen und damit auch eine frühere relevante Delinquenz (vgl. Urteile 6B_988/2023 vom 5. Juli 2024 E. 1.7.5; 6B_1358/2021 vom 21. Juni 2023 E. 3.4; 6B_932/2021 vom 7. September 2022 E. 1.6, je mit Hinweisen). Der Vorinstanz gereicht deshalb nicht zum Vorwurf, wenn sie im Rahmen der Gesamtwürdigung auch Vorstrafen in ihre Betrachtung miteinbezieht, die zwischenzeitlich aus dem Strafregister entfernt worden sind. Gleiches gilt hinsichtlich der Delikte, die der Beschwerdeführer vor Vollendung des 18. Altersjahres begangen hat und deshalb in den Anwendungsbereich des Bundesgesetzes vom 20. Juni 2003 über das Jugendstrafrecht (Jugendstrafgesetz, JStG; SR 311.1) fallen (vgl. BGE 149 IV 342 E. 2.5 mit Hinweis; Urteil 6B_1037/2021 vom 3. März 2022 E. 6.3.2). Die Vorinstanz listet sämtliche aktenkundigen bisherigen Verurteilungen des Beschwerdeführers auf (vgl. Urteil E. V.4c S. 41-43). Es trifft zu, dass unter den insgesamt 18 Einträgen auch mehrere Verurteilungen figurieren, die lediglich niedrige (Ordnungs-) Bussen nach sich zogen. Anders als dies die Darstellung des Beschwerdeführers nahelegt, erweisen sich die Widerhandlungen mit Bagatellcharakter indessen nicht als charakteristisch. In einer Gesamtschau zeigt sich vielmehr, dass der Beschwerdeführer bereits vor der Begehung der Katalogtat mit einer Vielzahl von Vergehen (u.a. grobe Verletzung der Verkehrsregeln, mehrfaches Fahren in fahrunfähigem Zustand, Irreführung der Rechtspflege) sowie mehreren Verbrechen (Angriff, mehrfache Misswirtschaft, Betrug) in Erscheinung getreten ist, die sich gegen verschiedene (auch hochwertige) Rechtsgüter richteten. Vor diesem Hintergrund spricht die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Recht die Bereitschaft bzw. Fähigkeit ab, sich an die hier geltende Rechtsordnung zu halten und folgert zutreffend auf eine hartnäckige Unbelehrbarkeit sowie Delinquenz. Ebenso überzeugend begründet sie die vom Beschwerdeführer ausgehende erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit, indem sie - neben der kriminellen Vielseitigkeit des Beschwerdeführers - hervorhebt, wie schwerwiegend er die körperliche Integrität seiner Ehefrau gefährdete (vgl. Urteil E. IV.3a/bb S. 26 und E. V.4c S. 43). Zu keiner anderen Einschätzung führt die Tatsache, dass der Beschwerdeführer letztmals im Jahr 2020 delinquiert hat, ist doch das von ihm seither gezeigte Wohlverhalten in Anbetracht der zu gewärtigenden empfindlichen Freiheitsstrafe und der drohenden eingriffsintensiven Landesverweisung erheblich zu relativieren (vgl. Urteile 6B_1234/2023 vom 11. Juli 2024 E. 3.8.4; 6B_518/2023 vom 6. März 2024 E. 5.4.2; 6B_47/2022 vom 5. Juni 2023 E. 2.4.2; je mit Hinweisen).