Citation: 6B_1198/2019 E. 4.1

4.1. Der angefochtene Entscheid verletzt Bundesrecht. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz stellt der Beschwerdeführer keinen "Revisionsantrag gemäss Art. 410-415 StPO", auch wenn er seine Eingabe vom 24. Juli 2019 ausdrücklich so bezeichnet. Der Beschwerdeführer rügt nicht, der Abschreibungsentscheid sei in Verletzung von Bundesrecht zu Stande gekommen. Dass er die ihm gesetzte 20-tägige Frist zur Einreichung der Berufungsbegründung nicht eingehalten hat und seine Berufung gemäss Art. 407 Abs. 1 lit. b StPO als zurückgezogen gilt, ist unstreitig und wird vom Beschwerdeführer auch nicht in Frage gestellt. Zudem war eine Revision der Präsidialverfügung von vornherein ausgeschlossen. Abschreibungsbeschlüsse gehören nicht zu den gemäss Art. 410 Abs. 1 StPO revisiblen Entscheiden. Ihnen kommt lediglich deklaratorische Bedeutung zu, weshalb allenfalls die Revision des erstinstanzlichen Urteils in Betracht gekommen wäre (vgl. BGE 141 IV 269 E. 2.2.2 f. mit Hinweisen). Aber auch eine solche beantragt der Beschwerdeführer nicht. Aus seinen Rechtsbegehren und deren Begründung ergibt sich, dass er gemäss Art. 94 Abs. 1 StPO um Wiederherstellung der ihm angesetzten 20-tägigen Frist zur Berufungsbegründung ersucht (vgl. zur Auslegung von Rechtsbegehren: Urteil 4A_653/2018 vom 14. November 2019 mit Hinweisen; zur unrichtigen Bezeichnung eines Rechtsmittels: Art. 385 Abs. 3 StPO, der sinngemäss auf die falsche Bezeichnung von Rechtsbehelfen angewendet werden kann). Er macht in seiner Eingabe vom 24. Juli 2019 unter Beilage eines ärztlichen Attestes geltend, dass er kranheits- und behandlungsbedingt die von der Vorinstanz verlangte Berufungsbegründung nicht fristgerecht habe einreichen können, mithin dass ihn an der unterlassenen Prozesshandlung kein Verschulden treffe (vgl. Art. 93, Art. 94 StPO). Seinem Gesuch legte er die "fehlende Berufungsbegründung" bei und holte damit die versäumte Verfahrenshandlung nach (vgl. 94 Abs. 2 StPO). Die Vorinstanz hätte demnach die Eingabe des Beschwerdeführers trotz falscher Bezeichnung als Fristwiederherstellungsgesuch entgegennehmen müssen.