Citation: 8C_29/2009 01.05.2009 E. 3

3.1 Strittig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der SUVA für die ihr durch die Schadenmeldung vom 31. Januar 2007 (im Sinne eines Rückfalls) mitgeteilten Thoraxbeschwerden. Das kantonale Gericht gelangte zum Ergebnis, der natürliche Kausalzusammenhang zum Unfallereignis sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, die am 31. Januar 2007 gemeldeten Rückenbeschwerden bildeten eine natürliche Folge der Unfälle vom 27. April und 21. Oktober 2005. 3.2 Nach Lage der medizinischen Akten ist davon auszugehen, dass für die Beschwerden des Versicherten kein unfallbedingtes organisches Substrat objektivierbar und fassbar ist (vgl. Schreiben des Spitals A.________ vom 6. September 2007), bei dem die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle spielt (vgl. BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103). Das ist auch nicht umstritten. 3.3 Laut Bericht des Spitals A.________, Rheumaklinik und Institut für Physiotherapie mit Polyklinik, vom 29. Januar 2007, leidet der Beschwerdeführer bezüglich der Rückenproblematik an einem thorakospondylogenen Schmerzsyndrom mit/bei segmentaler Dysfunktion Th 3-5 und Th 7-9, multiplen Triggerpunkten Trapezius, paravertebral thorakal links, pectoral links. Dr. med. D.________, Oberarzt, und Dr. med. E.________, Chefarzt, Rheumaklinik mit Institut für Physiotherapie und Poliklinik, Spital A.________, sehen die erhobenen klinischen Befunde (segmentale Dysfunktionen auf Höhe Th 3-5 und Th 7-9, multiple Triggerpunkte im musculus trapezius und der paravertebralen thorakalen Muskulatur linksseitig) mit hoher Wahrscheinlichkeit in ursächlichem Zusammenhang mit der im Oktober 2005 erlittenen linksseitigen Thoraxkontusion (Schreiben an den Rechtsvertreter vom 7. Mai 2007). Auch Dr. med. F.________, Facharzt FMH für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Schmerztherapeut, und Dr. G.________, Chiropraktor SCG/ECU, vom Schmerzzentrum Klinik H.________, gehen in einer Stellungnahme an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vom 14. September 2007, davon aus, dass die erhobenen Befunde und Diagnosen (linksseitiger Thoraxschmerz nach Thoraxkontusion vom 21. Mai 2005 [recte: 21. Oktober 2005] bei ausgedehnter myofaszialer Komponente, bei costotransversaler und sternochondraler Irritation, ohne spondylogene Komponente; Bericht vom 9. Juli 2007) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Folge der am 21. Oktober 2005 erlittenen Thoraxkontusion sind. 3.4 Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass der behandelnde Arzt Dr. med. D.________ einzig unter Hinweis auf die mehrfach erhobenen und nahezu identischen Befunde nicht überzeugend darzutun vermochte, weshalb die bestehenden Beschwerden mit Blick auf die am 31. Januar 2007 erstattete Rückfallmeldung (noch) natürlich kausal auf das Ereignis vom 21. Oktober 2005 zurückzuführen sind. In den Berichten des Schmerzzentrums Klinik H.________ findet sich sodann überhaupt keine Begründung für die bejahte natürliche Kausalität. 3.5 Demgegenüber legten die SUVA-Ärzte Dr. med. C.________ und Dr. med. B.________ in ihren ärztlichen Beurteilungen vom 20. Juli 2007 und 21. März 2007 nachvollziehbar dar, weshalb die im Rahmen eines Rückfalls geklagten Beschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich Folgen der am 27. April und 21. Oktober 2005 erlittenen einfachen Prellungen darstellen. Dr. med. C.________ führte aus, dass ohne pathologisches Substrat eine sekundäre Verschlimmerung auf körperlicher Ebene gar nicht möglich sei. Die unauffällige Skelett-Szintigraphie vom 4. Oktober 2006 schliesse persistierende Unfallfolgen am Bewegungsapparat zuverlässig aus. Diesbezüglich wies Dr. med. C.________ zu Recht auf den medizinischen Erfahrungssatz hin, wonach der organische Zustand des Rückens nach erlittenen Verletzungen wie Prellung, Verstauchung oder Zerrung in der Regel sechs Monate bzw. spätestens ein Jahr (bei degenerativen Veränderungen) nach dem Unfall wieder soweit hergestellt ist, wie er auch dann wäre, wenn sich der Unfall nicht ereignet hätte (Status quo sine). In Fällen, da die Beschwerden nach blossen Kontusionen - wie sie hier vorlagen - länger dauern, steht dahinter oftmals eine psychische Anpassungsstörung oder Fehlentwicklung (Urteile 8C_744/2008 vom 26. November 2008 E. 4, und U 207/06 vom 29. November 2006 E. 2.2, je mit Hinweisen). 3.6 Wenn das kantonale Gericht gestützt hierauf von weiteren medizinischen Abklärungen abgesehen hat, lässt sich dies nicht beanstanden, obwohl, wie beschwerdeweise beanstandet wird, die behandelnden Rheumatologen am Spital A.________ und Spezialisten des Schmerzzentrums Klinik H.________ den natürlichen Kausalzusammenhang einer unfallbedingten Thoraxkontusion und dem aktuellen thorakospondylogenen Schmerzsyndrom (Bericht des Spitals A.________ vom 1. Februar 2007) bejahen. Selbst wenn aufgrund zusätzlicher Abklärungen der natürliche Kausalzusammenhang mit dem Beschwerdeführer zu bejahen wäre, fehlt es, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs, die sich nach Massgabe der in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien beurteilt. Eine Rückweisung der Sache zur Anordnung eines Gutachtens erübrigt sich daher.