Citation: 2A.564/2002 17.12.2002 E. 1

A.________ lebte in den Bemessungsjahren 1997 und 1998 mit seiner damaligen Lebenspartnerin und den beiden gemeinsamen Kindern in Wohngemeinschaft, wobei er im Wesentlichen für die Bedürfnisse des Haushaltes aufkam. Seine Lebensgefährtin war nicht erwerbstätig. Mit Verfügung vom 5. Oktober 2000 wurde A.________ von der Steuerkommission X.________ für die Staats- und Gemeindesteuern 1999/2000 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 76'100.- veranlagt. Die Steuerkommission gewährte den Kinderabzug und brachte den Einkommenssteuertarif A für ledige Steuerpflichtige zur Anwendung. Die am 1. Januar 1995 in Kraft getretene Fassung von § 17 Abs. 3 des hier noch anwendbaren Steuergesetzes vom 13. Dezember 1983 (aStG), der ledigen Steuerpflichtigen mit Kindern Anspruch auf den günstigeren Tarif B ("Ehegattentarif") einräumt, wenn sie allein mit Kindern leben, fand keine Anwendung, weil der Steuerpflichtige nicht allein mit Kindern zusammenlebe, sondern in Partnerschaft. Die gegen diese Veranlagung erhobene Einsprache, es sei Tarif B anzuwenden, wies die Steuerkommission ab. Mit Entscheid vom 11. Oktober 2001 bestätigte das Steuerrekursgericht des Kantons Aargau diese Veranlagung. Der Steuerpflichtige führte Beschwerde beim Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau. Dieses hiess die Beschwerde gut und wies die Sache an die Steuerkommission zurück mit der Auflage, die Veranlagung unter Anwendung von Tarif B vorzunehmen. Es erwog, die Revision von § 17 Abs. 3 aStG im Jahre 1994 habe die Mehrbelastung doppelt verdienender Ehepaare mit Kindern gegenüber Doppelverdiener-Konkubinatspaaren mit Kindern beseitigt. Die Änderung habe jedoch in Verhältnissen, wo nur ein Partner erwerbstätig sei, eine zum Teil massive Mehrbelastung der Konkubinatspaare mit Kindern gegenüber Ehepaaren mit Kindern zur Folge. Zudem verstosse die Beschränkung des Tarifs B auf ledige Person, die allein mit Kindern zusammenleben, gegen Art. 11 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14), der diese Einschränkung nicht vorsehe (Urteil vom 18. September 2002). Hiergegen richtet sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde des Steueramtes des Kantons Aargau mit dem Antrag, der Entscheid des Verwaltungsgerichts sei aufzuheben und die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.