Citation: 1C_471/2021 E. 5.8.2

5.8.2. Dagegen muss das Stadion als neue ortsfeste Anlage grundsätzlich die Planungswerte, jedenfalls aber die Immissionsgrenzwerte einhalten (Art. 25 Abs. 1 und 2 USG). Es soll ausschliesslich dem Spielbetrieb des FC Aarau dienen und nicht der Erfüllung öffentlicher Aufgaben (z.B. dem Schulsport). Insofern ist (zumindest beim jetzigen Planungsstand) davon auszugehen, dass es sich nicht um eine öffentliche Anlage i.S.v. Art. 25 Abs. 3 USG handelt, auch wenn ein öffentliches Interesse an der Realisierung und dem Betrieb des Stadions anerkannt wird. In der Sondernutzungsplanung wird daher nachzuweisen sein, dass es durch bauliche Massnahmen am Stadion, betriebliche Beschränkungen (Art. 12 Abs. 1 lit. c USG), der Anordnung und Gestaltung der Baukörper, der Optimierung der Wohnungsgrundrisse und der Abschirmung lärmempfindlicher Räume, z.B. durch Loggien, sowie allfälliger weiterer Massnahmen gelingen kann, den Stadionlärm auf ein zumutbares, nicht erheblich störendes Mass zu reduzieren. Dies erscheint nach den Ausführungen des BAFU nicht von vornherein ausgeschlossen. Sofern erhebliche Störungen für gewisse Einheiten oder einzelne Geschosse der Wohnhochhäuser verbleiben (z.B. weil weitergehende Betriebseinschränkungen das öffentliche Interesse am Stadion in Frage stellen würden), bestünde die Möglichkeit, diese nur am Tag (z.B. als Büro) zu nutzen, mit der Folge, dass die Lärmbelastungswerte für den Abend nicht anwendbar sind (analog Art. 41 Abs. 3 LSV), oder als Betriebsraum i.S.v. Art. 2 Abs. 6 lit. b LSV, für welche 5 dB höhere Immissionsgrenzwerte gelten (Art. 42 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 2 LSV). Die Vorgaben für die Gestaltungsplanung in Anh. 2 BNO stehen dem nicht entgegen: Die Planungsziele verlangen lediglich einen verdichteten Stadtteil mit einem vielfältigen Wohnraumangebot, ohne gewerbliche Nutzungen auszuschliessen. Für die Gewerbenutzung wird ein Anteil von mindestens 20% vorgesehen, der somit überschritten werden kann; § 43 Abs. 4 lit. g BNO begrenzt lediglich die Verkaufsflächen, nicht aber andere Gewerbeflächen.