Citation: 9C_666/2022 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz führte hierzu zusammengefasst aus, dass die Mitwirkung auch bei einer finanzstarken Käufergesellschaft erfüllt sein könne und eine Substanzausschüttung bei wirtschaftlich potenter Käuferschaft vielmehr zu erwarten sei, wenn zum Verkaufszeitpunkt nicht-betriebsnotwendige Substanz in grossem Ausmass vorhanden sei, welche auf absehbare Zeit in einem Missverhältnis zu den betrieblichen Erfordernissen der gekauften Gesellschaft stehe, was vorliegend der Fall sei: Hierzu stellte die Vorinstanz sachverhaltsmässig fest, dass das gesamte Aktienpaket am 5. Dezember 2008 für insgesamt Fr. 2'900'000.- veräussert worden sei, was deutlich über dem per 31. Dezember 2007 errechneten und im Kaufvertrag vom 5. Dezember 2008 zugrunde gelegten Eigenkapital von Fr. 2'393'569.- und weit über dem damaligen Unternehmenswert nach der Formelbewertung von Fr. 1'149'630.- zu liegen komme. Sodann seien vor dem Verkauf der Aktienpakete Abklärungen bei einer Bank in Auftrag gegeben worden, bei welcher unter anderem die Frage der indirekten Teilliquidation und die Steuerfolgen einer allfälligen Sperrfristverletzung erörtert worden seien. Im Rahmen der damaligen Abklärungen sei die nicht-betriebsnotwendige Substanz per Verkaufszeitpunkt auf Fr. 1'400'000.- geschätzt worden. Im Kaufvertrag vom 5. Dezember 2008 habe sich die Verkäuferschaft überdies ausdrücklich zusichern lassen, dass die Käuferin bis zum 31. Dezember 2013 alles zu unterlassen habe, was aus steuerlicher Sicht einer indirekten Teilliquidation gleichkommen könnte, ansonsten die Verkäuferschaft schadlos zu halten wäre. Weiter führte die Vorinstanz aus, dass die in der veräusserten Gesellschaft in grossem Umfang vorhandene nicht-betriebsnotwendige Substanz offenkundig in einem Missverhältnis zu deren betrieblichen Erfordernissen gestanden sei, weshalb eine weitere Thesaurierung wirtschaftlich keinen Sinn ergeben habe und bereits beim Verkauf mit einer Substanzausschüttung zu rechnen gewesen sei. Dem Steuerpflichtigen hätte gerade auch aufgrund der erwähnten Vertragsklausel und des grossen Umfangs der mitveräusserten nicht-betriebsnotwendigen Substanz bewusst gewesen sein müssen, dass es zu einer entsprechenden Substanzausschüttung innerhalb der Sperrfrist kommen könnte. Zusammengefasst habe sich der Steuerpflichtige deshalb der Gefahr einer sperrfristverletzenden Substanzausschüttung bewusst sein müssen (Wissenselement) und er habe eine solche - aufgrund der vereinbarten Schadloshaltung - mindestens billigend in Kauf (Willenselement) genommen, womit das subjektive Element der (passiven) Mitwirkung gegeben sei.