Citation: U 56/06 24.08.2007 E. A

R.________, geboren 1974, ist portugiesische Staatsangehörige, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Ab 1. Mai 2000 war sie als Reinigungsmitarbeiterin teilzeitlich für die Firma I.________ AG tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA oder Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufsunfällen versichert. Vom 10. Juli bis 25. August 2000 war sie krankheitsbedingt voll arbeitsunfähig. Am 7. Oktober 2000 sass sie am Steuer ihres BMW 525 TD Touring, als beim Warten auf eine sich öffnende Parklücke auf dem Mitarbeiter-Parkplatz vor dem Spital C.________ kurz vor Arbeitsantritt ein nachfolgender Personenwagen in die linke hintere Ecke ihres gemäss Unfallmeldung UVG vom 18. Oktober 2000 still stehenden Fahrzeugs fuhr. Laut technischer Unfallanalyse der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik vom 26. März 2004 betrug die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) am Auto der Versicherten maximal rund 4,5 km/h. 40 Minuten später verspürte sie Kopf- und Nackenschmerzen verbunden mit Übelkeit. Der am 9. Oktober 2000 aufgesuchte Hausarzt Dr. med. B.________ fand eine eingeschränkte Beweglichkeit des Nackens mit starker Verspannung der Nacken- und Schultergürtelmuskulatur rechtsbetont bei Druckdolenz rechts von C2 bis C4 und diagnostizierte ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule (HWS). Am 29. Oktober 2000 sass die Versicherte in M.________ auf dem Beifahrersitz ihres BMW. Ihr Ehemann fuhr den Wagen rückwärts aus einem Parkfeld heraus. Ein anderer Autolenker wollte mit seinem Opel Omega im ersten Gang vorwärts fahrend ebenfalls gerade den Parkplatz verlassen. Es kam zu einer seitlichen Streifkollision, indem die linke hintere Ecke des BMW entlang der linken Fahrzeugseite des Opel Omega schrammte. Dabei verletzte sich R.________ gemäss Polizeirapport leicht (Nackenschmerzen). Die technische Unfallanalyse der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik vom 24. März 2004 ergab eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) am Auto der Versicherten "von unter 3 km/h (mit Sicherheit unter 5 km/h)". Dr. med. B.________ bestätigte am 29. Juli 2002, dass der zweite Unfall eine vorübergehende Verschlimmerung der bereits bestehenden Unfallfolgen ausgelöst habe und der Status quo ante am 18. Dezember 2000 wieder erreicht worden sei. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass der zweite Unfall keine richtunggebende Verschlimmerung bewirkt habe. Die SUVA übernahm die Heilbehandlung und erbrachte ein Taggeld. Nachdem der Kreisarzt-Stellvertreter Dr. med. A.________ die Versicherte am 13. Mai und 4. November 2002 untersucht und diese im Oktober 2002 ihr zweites Kind geboren hatte, folgte nach Beendigung des Mutterschaftsurlaubes Mitte Januar 2003 am 18. Februar 2003 die kreisärztliche Abschlussuntersuchung. Dr. med. A.________ schätzte die unfallbedingte Beeinträchtigung der gesundheitlichen Unversehrtheit auf 10% und hielt eine ganztägige Arbeit in einer angepassten Tätigkeit für zumutbar. Die angestammte Arbeit als Raumpflegerin bezeichnete er als "definitiv nicht mehr zumutbar". Gestützt darauf hielt die SUVA mit Schreiben vom 9. Juli 2003 fest, sie werde die Taggeldleistungen am 31. Juli 2003 einstellen. Bei Zumutbarkeit einer ganztägigen leidensangepassten Tätigkeit gehe die SUVA von einer vollen Vermittlungsfähigkeit aus, weshalb sich R.________ beim Arbeitsamt des Kantons Graubünden zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung anmelden sollte. Gleichzeitig veranlasste die SUVA weitere Abklärungen. Dr. med. B.________ teilte ihr gemäss Schreiben vom 12. August 2003 mit, er habe die Versicherte mitunter auch in psychischer Hinsicht betreut. Wenn es phasenweise zu depressiven Momenten gekommen sei, habe er ihr Deroxat verschrieben. Eine fachärztlich psychiatrische Behandlung sei bisher nicht notwendig gewesen. Mit dem plötzlichen unfallbedingten Tod des Vaters von R.________ habe sich ihre psychische Problematik vor kurzem verschärft. Am 31. März 2004 erklärte sich die SUVA bereit, die Psychotherapie bei lic. phil. H.________ einstweilen zu übernehmen. Mit Blick auf den vom Hausarzt wegen anhaltender Beschwerden am 5. April 2004 veranlassten stationären Aufenthalt in der Klinik X.________ lehnte die SUVA eine Kostengutsprache ab und berief sich gegenüber der zuständigen obligatorischen Krankenpflegeversicherung auf deren Vorleistungspflicht. Am 9. August 2004 verlangte die SUVA beim behandelnden Psychotherapeuten einen ausführlichen Bericht ein, den dieser am 6. September 2004 erstattete. Mit Verfügung vom 5. Oktober 2004, bestätigt durch Einspracheentscheid vom 17. Februar 2005, stellte die SUVA per 31. Juli 2003 rückwirkend sämtliche Versicherungsleistungen ein und hielt fest, dass die zwischenzeitlich ergangenen psychotherapeutischen Aufwendungen im Sinne von Abklärungskosten entgegenkommend übernommen würden.