Citation: 2C_1031/2020 E. 2.3.7

2.3.7. Die Vorinstanz hat die weiteren Sachumstände dahingehend gewürdigt, dass die Steuerpflichtige planmässig und systematisch auf die Rentabilisierung der beiden Grundstücke hingewirkt habe. Dies ist unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht zu beanstanden: Auch wenn die Planung ursprünglich auf das dauerhafte Nutzbarmachen des zweiten Grundstücks hingedeutet haben sollte, ging die Entwicklung in eine andere Richtung. Innerhalb verhältnismässig kurzer Zeit, nachdem die Baubewilligung vorlag, veräusserte die Steuerpflichtige das baureife zweite Grundstück an eine von ihr unabhängige Drittperson. Im Fall des ersten Grundstücks hatte sie dies getan, als der Bau vollendet war. Dass bei Veräusserung des ersten Grundstücks ein - verhältnismässig geringer - Verlust eintrat, kann der Steuerpflichtigen nicht zum Vorwurf gemacht werden. Die Belegenheitsgemeinde räumt selbst ein, dass es sich um einen "Notverkauf" mitten in der Finanzkrise gehandelt habe. So oder anders gilt, dass auch gewerbsmässige Grundstückhändler unter Umständen nicht zuwarten können, bis die Wirtschaftslage eine gewinnbringende Veräusserung zulässt. Nach der Logik der Belegenheitsgemeinde hätte ein längeres Zuwarten im Übrigen zum Ausdruck gebracht, dass kein Umlaufvermögen vorliege, weshalb aus diesem Grund kein gewerbsmässiger Grundstückhandel gegeben sein könne. Ein starres Festhalten an der Zwölf-Monate-Regel trägt namentlich dem Immobilienmarkt, auf welchem sich Objekte nicht zwangsläufig innerhalb eines Jahres verkaufen lassen, nur ungenügend Rechnung.