Citation: 2C_802/2020 E. 3.5

3.5. Vor Bundesgericht bringt die Beschwerdeführerin vor, dass ihr Exmann sie gezwungen habe, zu Hause zu bleiben und sich um den Haushalt des schwiegerelterlichen Einfamilienhauses zu kümmern, weshalb sie in finanzieller und sozialer Hinsicht von ihm abhängig gewesen sei. Ihr Exmann hätte sich dies zu Nutze gemacht. Aus diesem Grund habe er sich vor rechtlichen Konsequenzen auch nicht zu fürchten gebraucht. Der kreisrunde Haarausfall, an dem sie gelitten habe, sei nicht Folge einer Schilddrüsenunterfunktion, sondern Folge der systematischen Herabsetzungen und regelmässigen körperlichen Übergriffe, stetigen Beleidigungen und dem psychischen Druck. Die Vorinstanz anerkenne dies zwar, wolle darin aber keine Grundlage für einen Härtefall sehen. Auch stimme die Vorinstanz zu, dass sie Depressionen habe, verstehe aber die Passage "violencia familiar cruzada" im psychologischen Bericht von Peru falsch, indem sie von gegenseitiger Gewalt ausgehe. Diese Passage sage aber nichts über die Gegenseitigkeit aus. Entgegen der Darstellung des Exmanns habe er sich im Januar 2019 nicht einfach mit dem befreundeten Ehepaar aufs Bett gelegt, sondern den Wunsch geäussert, mit diesem Sex zu haben, was sie abgelehnt und als besonders erniedrigend empfunden habe. Eine weitere Machtdemonstration sei erfolgt als der Exmann sie vor dem Spital einfach ohnmächtig liegen gelassen und ihrem eigenen Schicksal überlassen habe. Insofern erreiche die eheliche Gewalt auch in psychischer Hinsicht eine derartige Intensität, dass die Beschwerdeführerin im Fall der Aufrechterhaltung der ehelichen Gemeinschaft schwer beeinträchtigt worden wäre.