Citation: 8C_734/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz mass dem polydisziplinären Gutachten der ABI vom 10. März 2021 Beweiskraft bei. Die Beurteilung der Experten sei angesichts der erhobenen Befunde und der dazugehörigen Erläuterungen einleuchtend und plausibel. In Bezug auf die Berichte der behandelnden Psychiaterin Dr. med. B.________ vom März 2019 und des behandelnden Psychiaters Dr. med. C.________ vom Oktober 2019, die neben einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10 F45.40 eine mittelgradige depressive Episode nach ICD-10 F32.1 diagnostizierten, habe der psychiatrische Gutachter, Dr. med. D.________, in seinem Teilgutachten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dargelegt, weshalb zum Zeitpunkt der Begutachtung diagnostisch nur noch von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auszugehen sei. Diese erlaube es der Beschwerdeführerin, in psychiatrischer Hinsicht eine angepasste Tätigkeit ohne allzu hohe körperliche Anstrengungen mit der Möglichkeit, gegebenenfalls einem erhöhten Pausenbedarf nachzugehen, zu 80 % der Norm auszuüben. Darauf sei abzustellen, zumal die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Arztpersonen in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen, mitzuberücksichtigen sei und die Beschwerdeführerin überdies keine substanzielle Kritik am psychiatrischen Teilgutachten vorbringe. Auch die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in somatischer Hinsicht, wonach der Beschwerdeführerin körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten zu 100 % zumutbar seien, überzeuge. Insbesondere sei nachvollziehbar dargelegt worden, weshalb es dem von med. pract. E.________ in einem Bericht vom Februar 2019 genannten, von der Klinik für Immunologie des Spitals F.________ im August 2019 aufgenommenen Erschöpfungszustand unklarer Genese an einem objektivierbaren Substrat fehle und deshalb der darauf basierenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht gefolgt werden könne. Die der Behinderung optimal angepasste Arbeitsstelle umschrieben die Gutachter in der interdisziplinären Konsensbeurteilung als körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Schichtdienst und mit regelmässigen Arbeitszeiten; die Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit gaben sie mit 80 % einer Vollzeitstelle an.