Citation: 5A_333/2024 E. 3.4

3.4. Wie die Vorinstanz zudem in der Sache richtig ausführt, richten sich Verwaltungsverordnungen an die mit dem Vollzug betrauten Organe, also an die Verwaltungsbehörden, und bezwecken, Gewähr für eine einheitliche und rechtsgleiche Auslegung und Anwendung der Gesetze und Verordnungen zu bieten. In Nachachtung dieses Zwecks berücksichtigen auch die Gerichte - die für sie an sich nicht verbindlichen - Verwaltungsverordnungen bei der Rechtsauslegung. Vorausgesetzt wird allerdings, dass die betroffene Verwaltungsverordnung eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulässt. Die Gerichte weichen somit nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsverordnungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen (zum Ganzen: BGE 150 II 40 E. 6.6.2; 146 I 105 E. 4.1; je mit Hinweisen). Selbständig anfechtbar ist eine Verwaltungsverordnung nur, wenn sie mittelbar für Private belastende Aussenwirkungen zeitigt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 87). Aber auch in diesem Fall ist ihre Anfechtbarkeit ausgeschlossen, soweit ein hinreichender Rechtsschutz im Einzelfall möglich und zumutbar ist (BGE 128 I 167 E. 4.5 mit Hinweis). Dies trifft auf die vorliegende Weisung zu, da sich die Eignung zur Adoption nicht direkt aus dem anwendbaren Recht ergibt, sondern darüber nur mittels Verfügung entschieden werden kann. An einer selbständigen Anfechtung der Weisung und der Feststellung ihrer angeblichen Rechtswidrigkeit fehlt den Beschwerdeführern somit das Rechtsschutzinteresse, weshalb die Vorinstanz zu Recht nicht auf ihr Feststellungsbegehren eingegangen ist. Ihre Rügen gegen die Weisung können immerhin bei der Beurteilung ihres behaupteten Anspruchs auf Ausstellung einer Eignungsbescheinigung berücksichtigt werden (s. unten E. 5).