Citation: 1P.97/2005 13.05.2005 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer wirft dem Obergericht vor, sein rechtliches Gehör verletzt zu haben, indem es seinen Antrag auf Einvernahme des Zeugen A.________ an der obergerichtlichen Hauptverhandlung abgelehnt habe. Ohne persönlichen Eindruck des Zeugen sei es gar nicht in der Lage gewesen, dessen Glaubwürdigkeit zu beurteilen. Dazu komme, dass er an der Konfrontationseinvernahme mit A.________ nicht anwaltlich vertreten und auf sich allein gestellt gewesen sei: Dies allein müsse schon zur Aufhebung des obergerichtlichen Entscheids führen. 2.2 Der Anspruch des Angeklagten, Fragen an den Belastungszeugen zu stellen, gehört zu den Grundzügen des von Art. 6 Ziff. 1 EMRK sowie von den Art. 29 - 32 BV garantierten rechtsstaatlichen Verfahrens, weshalb ihm nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich absoluter Charakter zukommt (BGE 125 I 127 E. 6c/cc S. 135). Es genügt jedoch, dass der Beschuldigte einmal während des Verfahrens die Gelegenheit hat, dem Belastungszeugen Fragen zu stellen; die erwähnten Konventions- und Verfassungsbestimmungen verpflichten den Strafrichter nicht, diesen Anspruch unmittelbar an der gerichtlichen Hauptverhandlung zu erfüllen (BGE a.a.O. E. 6c/aa S. 134 und 6c/ee S. 136 f.). 2.3 Der Beschwerdeführer wurde von der ausserordentlichen Amtsstatthalterin am 5. September 2003 mit dem Belastungszeugen A.________ konfrontiert. Entgegen der aktenwidrigen Behauptung des Beschwerdeführers in der staatsrechtlichen Beschwerde war er bei dieser Konfrontation keineswegs auf sich allein gestellt, sondern durch Rechtspraktikant B.________ verbeiständet. Es ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan, dass er seine Rechte bei dieser Konfrontation nicht vollumfänglich wahren konnte. Der Beschwerdeführer behauptet zu Recht nicht, das für das Luzerner Appellationsverfahren ein striktes Unmittelbarkeitsprinzip gelte. Unter diesen Umständen konnte das Obergericht den Antrag auf Einvernahme von A.________ an der Appellationsverhandlung ohne Verfassungsverletzung abweisen, die Rüge ist offensichtlich unbegründet.