Citation: 5A_35/2024 E. 3.2.1

3.2.1. Erfährt ein Kind von der Identität seines (mutmasslichen) Vaters, vermag dies noch keine genügend sichere Kenntnis des Abstammungsverhältnisses zu begründen. Hierzu bedarf es zunächst einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei der identifizierten Person um den Vater handeln könnte; blosse Gerüchte oder Vermutungen reichen nicht aus. Diese Voraussetzung ist in der Regel erfüllt, wenn die eigene Mutter dem Kind eine bestimmte Person als (mutmasslichen) Vater benennt. Eine solche Information kann auch von der Kindesschutzbehörde stammen (vgl. Urteil 5A_423/2016 vom 7. März 2017). Kommen weitere Indizien hinzu, wie z.B. die Kenntnis eines vormaligen Zusammenlebens der Mutter mit der identifizierten Person oder von (Liebes) Briefen, in welchen vom Kindesverhältnis die Rede ist, erhöhen diese entsprechend die Wahrscheinlichkeit des Wahrheitsgehalts der Information über die Identität des mutmasslichen Vaters.