Citation: 8C_199/2019 E. 6.2

6.2. Die Kritik der Beschwerdeführerin an der Abklärung des Sachverhalts zielt denn auch nicht auf die vorinstanzliche Beweiswürdigung ab. Ebenso wenig wendet sie sich im Grundsatz gegen die Anwendbarkeit von Art. 100 Abs. 2 UVV. Hingegen macht sie geltend, dass die strittige Ausgleichspflicht im Innenverhältnis unter den beteiligten Unfallversicherern aufgrund des Kausalitätsprinzips nicht weiter gehen könne als sie im Aussenverhältnis - im hypothetischen Fall ohne erneutes Unfallereignis - gegangen wäre. Denn durch die Ausgleichspflicht solle einzig vermieden werden, dass der neue Versicherer für Schadenfälle aufkommen müsse, für die er keine Prämien erhalten habe. Gleiches gelte mit Blick auf den Folgeunfall aber auch für den Vorversicherer. Gegen den Ausgleich spreche schon, dass der Leistungsumfang der ÖKK für die Folgen des jüngsten Unfalls zeitlich und betraglich nicht anders ausgefallen wäre, wenn die (angeblich durch den ersten Unfall verursachte) Vulnerabilität der Versicherten krankheitsbedingt gewesen wäre oder sie (die beschwerdeführende AXA) ihre Leistungen aus dem ersten Unfall im Mai 2001 bereits eingestellt gehabt hätte. Demnach hätte die Vorinstanz prüfen müssen, wann in diesem Zusammenhang der hypothetische Endzustand für die Folgen des ersten Ereignisses erreicht gewesen wäre. Auch wenn sich der natürliche Kausalzusammenhang bei einem "einmal diagnostizierten Beschwerdebild" nicht einfach verneinen und die hypothetische Leistungsdauer wesensgemäss schwieriger ermitteln lasse, wäre es in diesem Zusammenhang möglich gewesen, eine sachgemässere gutachterliche Schätzung zu erhalten als diejenige gemäss MEDAS-Gutachten. Sodann habe die Vorinstanz die Prüfung versäumt, wann ein Endzustand in Bezug auf das erste Ereignis zu erwarten gewesen wäre, wenn es die Folgeunfälle nicht gegeben hätte. Es widerspreche schliesslich jeder Lebenserfahrung und werde mit keinem Wort begründet, dass und warum der (hypothetische) Endzustand zur Zeit des dritten Unfalls noch nicht hätte erreicht gewesen sein sollen. Denn dass diesfalls noch eine namhafte Besserung der Folgen möglich gewesen wäre, erscheine mit Blick auf die Rechtsprechung geradezu abwegig, insbesondere angesichts des ausgewiesenen Verlaufs bis zum zweiten Unfall.