Citation: 1P.235/2001 06.07.2001 E. 4

4.- a) Der Beschwerdeführer wirft dem Verwaltungsgericht eine willkürliche Anwendung von Art. 37 des Meliorationsgesetzes des Kantons St. Gallen vom 31. März 1977 (MelG/SG) vor, welcher nach dem Prinzip des wertgleichen Realersatzes die Kriterien für die Neuverteilung des Eigentums nach einer Güterzusammenlegung festhält. Die neu zugeteilten Grundstücke sollen demnach in ihrer Beschaffenheit nach Möglichkeit den alten entsprechen und dem Grundeigentümer dieselbe Nutzung erlauben. Der Beschwerdeführer beanstandet die vom Verwaltungsgericht vorgenommene Gesamtbe-trachtung beim Vergleich von altem und neuem Landbestand in Beschaffenheit und Nutzung als unhaltbar. b) Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt sodann nur vor, wenn der Entscheid nicht bloss in der Begründung, sondern auch im Ergebnis unhaltbar ist (BGE 125 I 166 E. 2a; 124 I 247 E. 5; je mit Hinweisen). Das Verwaltungsgericht hat erwogen, der Beschwerdegegner 2 würde ohne den umstrittenen Grundstücksteil keine zusammenhängenden Flächen zugeteilt erhalten. Dadurch würde die Bewirtschaftung des Bodens östlich der Gemeindestrasse hinsichtlich des Ausbringens der Jauche und des Weidegangs erheblich erschwert. Umgekehrt werde die Lösung gemäss Entscheid der Meliorationskommission vom 18. Juli 1998 auch den Interessen des (heutigen) Beschwerdeführers gerecht, zumal mit der geplanten Zufahrt der steilste Teil des Geländes überwunden werde. Im daran anschliessenden flacheren Teil sei auch ein Wenden von landwirtschaftlichen Fahrzeugen möglich. Je nach witterungsbedingtem Zustand des Bodens könne der Beschwerdeführer zudem sein Land auch direkt ab Hof bewirtschaften. Diese Betrachtungsweise ist keineswegs willkürlich: Zwar wäre es möglich, dass der Beschwerdegegner 2 sein Land auch ohne den fraglichen Landteil bewirtschaftet. Diesfalls müsste er auf einem relativ kurzen Stück die Gemeindestrasse benützen, welche seine Parzellen voneinander trennt. Es ist nicht unhaltbar, wenn das Verwaltungsgericht diesen Umstand als schweren Nachteil gewichtet und davon ausgeht, dieser könne vermieden werden, ohne dass dadurch der Beschwerdeführer in der Bewirtschaftung seines Landes erheblich beeinträchtigt würde. Eine Güterzusammenlegung bringt es mit sich, dass nicht alle Beteiligten den ursprünglichen Landbestand wieder erhalten. Das Beibehalten des Grenzverlaufs entsprechend der von der Verwaltungsrekurskommission angeordneten Lösung drängt sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht zwingend auf. Daran ändert auch nichts, dass sich der Beschwerdeführer bereit erklärt hat, dem Beschwerdegegner 2 hinsichtlich des Ausbringens der Jauche mittels einem Schlauch eine unentgeltliche Dienstbarkeit einzuräumen. Das Verwaltungsgericht hat sich für die neue Grenzziehung von sachlichen Kriterien leiten lassen, indem es eine Lösung angestrebt hat, welche für beide Parteien eine möglichst günstige Grundstücksform und eine zweckmässige Einfahrt ermöglicht. Seine im Rahmen der Gesamtbetrachtung vorgenommene Interessenabwägung ist auch bei Berücksichtigung des Hanglagenbereichs vertretbar. Der Vorwurf der willkürlichen Anwendung von Art. 37 MelG/SG erweist sich daher als unbegründet.