Citation: 5C.7/2001 20.07.2001 E. 5

5.- Das Obergericht hat ein erhebliches Selbstverschulden der Verunfallten bejaht (E. 2 hiervor), das wegen der in casu erhöhten Betriebsgefahr den Kausalzusammenhang nicht zu unterbrechen vermag (E. 4 hiervor). Weiter hat es ein Verschulden der Beklagten aus mehreren Gründen verneint (E. 3a und 3b hiervor). In der Folge stellt es ohne weitere Begründung fest, die Haftungsquote der Beklagten betrage einen Drittel. Der Kläger erblickt darin aus mehreren Gründen eine Verletzung von Bundesrecht. a) Die Rüge des Klägers, die Haftungsreduktion sei mangelhaft begründet, bleibt erfolglos: Das Bezirksgericht war von einer hälftigen Haftungsquote der Beklagten ausgegangen mit der Begründung, dem erheblichen Selbstverschulden der verstorbenen Mutter des Klägers stehe ein nicht stark zu gewichtendes Verschulden der Beklagten gegenüber. Diese habe es unterlassen, die Sträucher und Gräser entlang des Bahndammes zu schneiden, was die Sicht verschlechtert habe. Zwar begründet das Obergericht nicht, weshalb es den Schadenersatzanspruch des Klägers von 50 % auf 36,67 % gesenkt hat. Jedoch geht aus dem Umstand, dass das Obergericht der Beklagten im Unterschied zum Bezirksgericht kein Verschulden zugerechnet hat, hinreichend klar hervor, dass es die Haftungsquote der Beklagten aus diesem Grund um 13,33 % des gesamten Anspruchs gesenkt hat. Bezüglich der für die Bemessung der Haftungsquote erforderlichen Tatsachenfeststellungen genügt das angefochtene Urteil der Vorschrift von Art. 51 Abs. 1 lit. c OG (BGE 110 II 132 E. 3d S. 135; 90 II 207 E. 2 S. 209 f.), und der Kläger hätte mit staatsrechtlicher Beschwerde rügen müssen, der angefochtene Entscheid sei so knapp begründet, dass er ihn nicht sachgerecht habe anfechten können (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 84 Abs. 2 OG; BGE 125 II 369 E. 2c S. 372; 124 II 146 E. 2a S. 149 f.; 121 I 54 E. 2c S. 57). Im Übrigen darf nicht vergessen werden, dass das Obergericht einen Versorgerschaden in der Gesamthöhe von Fr. 35'022.-- errechnet hat, also weniger als Fr. 40'336. 30. Diese Summe hat das Bezirksgericht dem Kläger als Hälfte des Versorgerschadens zugesprochen. Unterschritten hat sie das Obergericht nur nicht wegen des Verbots der reformatio in peius. Schliesslich zeigt die nachstehende Erwägung, dass die vorinstanzlich festgelegte Haftungsquote gezielt hat angefochten werden können. b) Der Kläger verweist auf das dem Bundesgericht zustehende Ermessen und macht geltend, die Haftung der Beklagten hätte vielleicht um 10 % reduziert werden dürfen. Diese Reduktion sollte beim Schadenersatz und der Genugtuung gleichermassen vorgenommen werden. Bezüglich der Genugtuung fehlt der Rüge von vornherein der Boden (E. 3c hiervor). Nach Art. 5 EHG darf der Schadenersatzanspruch unter Würdigung aller Umstände ermässigt werden, wenn den Getöteten oder Verletzten ein Teil der Schuld trifft. Diese Spezialbestimmung erlaubt, das Selbstverschulden des Geschädigten zu berücksichtigen und entspricht insoweit dem abstrakt gefassten Art. 44 Abs. 1 OR (Oftinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht,