Citation: 8C_405/2008 14.11.2008 E. 5

5.1 Mit Blick auf die geltende Rechtsprechung ist die Beurteilung der Schwere des Unfallereignisses durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden. Gleich qualifiziert wurden in jüngerer Zeit etwa Autounfälle, die im Vergleich nicht mit geringeren Krafteinwirkungen verbunden waren (vgl. Zusammenstellung in Urteil [des Bundesgerichts] 8C_609/2007 vom 22. August 2008). Zu erwähnen sind etwa Unfälle, bei welchen das Fahrzeug mit der versicherten Person bei einem Überholmanöver mit ca. 100 km/h abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleudern geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich überschlug und auf der Fahrerseite zu liegen kam (Urteil [des Bundesgerichts] 8C_169/2007 vom 5. Februar 2008 E. 4.2), auf der Autobahn in einer Kurve ins Schleudern geriet, sich überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam (Urteil [des Bundesgerichts] U 258/06 vom 15. März 2007, Sachverhalt und E. 5.2) oder sich bei einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h auf einer Autobahn über eine Mittelleitplanke hinweg überschlug - wobei die versicherte Person hinausgeschleudert wurde - und mit Totalschaden auf der Gegenfahrbahn auf dem Dach zu liegen kam (Urteil [des Bundesgerichts] U 492/06 vom 16. Mai 2007 E. 4.2). Sodann wurde bei dem im Urteil [des Eidgenössischen Versicherungsgerichts] U 161/01 vom 25. Februar 2003 (auszugsweise publiziert in BGE 129 V 323) geprüften Unfall, bei welchem sich das Auto wegen eines Reifenplatzers bei einer Geschwindigkeit von ca. 95 km/h auf der Autobahn überschlug und auf dem Dach liegen blieb, zwar von einem eher schwereren Unfall im mittleren Bereich gesprochen. Das Eidgenössische Versicherungsgericht (heute Bundesgericht) qualifizierte das Ereignis aber im Ergebnis gleich, wie dies die Vorinstanz im hier zu beurteilenden Fall getan hat, verlangte es doch für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs, dass von den bei Unfällen im mittleren Bereich relevanten Kriterien entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter Weise erfüllt sein müssten. Sämtliche Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen nicht, die von ihm geltend gemachte Unfallschwere zu rechtfertigen. Nichts anderes ergibt sich auch aus der aufgelegten Fotodokumentation der Unfallstelle und des beschädigten Fahrzeuges. Selbst wenn sich der Lastwagen, wie geltend gemacht wird, nicht in der Längsachse auf die Seite drehte und auf dem Rücken liegen blieb, sondern sich in der Querachse überschlug und damit tatsächlich andere Kräfte wirkten, kann im Vergleich zu den aufgezeigten Fällen nicht von einer höheren Krafteinwirkung gesprochen werden. Dem Unfallgeschehen kann eine gewisse Eindrücklichkeit zwar nicht abgesprochen werden. Die Führerkabine war erheblich eingedrückt, allerdings konnte sich der Beschwerdeführer allein aus dem umgekippten Lastwagen befreien und er hatte sich dabei keine schweren Verletzungen zugezogen. Einen Tag nach dem Unfallereignis durfte er das Spital bereits wieder verlassen und ab 17. Januar 1994 arbeitete er wieder voll. Nachdem unbestrittenermassen auch kein weiteres unfallbezogenes Kriterium erfüllt ist, hat das kantonale Gericht die Adäquanz zu Recht verneint. 5.2 Was die anderen Unfallereignisse betrifft, ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass keines objektiv als schwer im Sinne der Rechtsprechung zu qualifizieren ist. Da überdies kein einziges der erforderlichen Kriterien ausgewiesen ist, hat sie auch diesbezüglich die Adäquanz zu den psychischen Beschwerden zu Recht verneint. Die dagegen erhobenen Einwendungen vermögen ebenfalls nicht zu einem anderen Ergebnis zu führen. Insbesondere lässt sich entgegen dem Beschwerdeführer aus dem Urteil (des Eidgenössischen Versicherungsgerichts) U 39/04 vom 26. April 2006 nichts für den vorliegenden Fall ableiten. Darin wurde bezüglich der Adäquanzbeurteilung bei mehreren Unfällen mit HWS-Schleudertrauma entschieden, dass - in Abweichung vom Grundsatz, wonach die Adäquanz des Kausalzusammenhangs prinzipiell für jeden Unfall gesondert zu beurteilen ist - einer nachgewiesenermassen durch einen früheren Unfall verursachten erheblichen Vorschädigung der HWS im Rahmen der Beurteilung der Adäquanzkriterien Rechnung getragen werden kann. Danach ist es nicht generell ausgeschlossen, die wiederholte Betroffenheit desselben Körperteils bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen, insbesondere, wenn die Auswirkungen der verschiedenen Ereignisse auf gewisse Beschwerden und/oder auf Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht voneinander abgegrenzt werden können. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass die Psyche als gleicher Körperteil zu betrachten sei, weshalb eine Gesamtbeurteilung zu erfolgen habe. Es ist zwar nicht von der Hand zu weisen, dass das Erleiden mehrerer nicht banaler Unfälle an den Ressourcen, d.h. an der psychischen Substanz eines Menschen zehren kann. Die Frage, ob und wie dieser Umstand, d.h. eine unfallbedingte psychische Vorschädigung allenfalls zu berücksichtigen wäre, kann hier allerdings offengelassen werden. Da vorliegend die Folgen aus den zeitlich teilweise weit auseinander liegenden Unfällen jeweils wieder abgeheilt waren, bevor sich der nächste Unfall ereignete, lassen sich die Beschwerden und die dadurch bedingten Arbeitsunfähigkeiten klar voneinander abgrenzen. Die Auswirkungen der Ereignisse überlagern sich damit nicht, sodass die Adäquanzprüfung bezüglich jedem Unfall unabhängig von den anderen Ereignissen vorgenommen werden kann. 5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind von den beantragten Gutachten betreffend Unfall vom 30. November 1993 und betreffend den psychischen Gesundheitszustand des Versicherten keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet wird (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162).