Citation: 1C_655/2023 E. 2.5.1

2.5.1. Angesichts der dargelegten Praxis des Bundesgerichts gilt die Rüge der sachlichen Unzuständigkeit einer Behörde als verspätet, wenn sie von einer anwaltlich vertretenen Partei nicht umgehend vorgebracht wird (vgl. auch Urteil 6B_85/2021 vom 26. November 2021 E. 3.5 u.a. betreffend die formelle Rüge, das kantonale Organisationsreglement beruhe auf einer ungenügenden Kompetenzdelegation). Es darf nicht zugewartet werden, bis die für die betroffene Person nachteilige Verfügung erlassen wird, um diese danach im Rechtsmittelverfahren anzufechten. Soweit die Beschwerdeführenden davon ausgehen, sie hätten die Rüge der Unzuständigkeit erst gegen den Nichteintretensentscheid des Regierungsrats erheben müssen, da sich die angeblich unrechtmässige Praxis zur Erhebung von Kostenvorschüssen erst dann negativ ausgewirkt habe, gehen sie von vornherein fehl. Sie verkennen, dass dieser verfahrensrechtliche Einwand eben gerade nicht erst bei ungünstigem Verfahrensausgang erhoben werden darf, sondern nach Treu und Glauben und dem daraus abgeleiteten Verbot widersprüchlichen Verhaltens (Art. 5 Abs. 3 BV) umgehend geltend zu machen ist. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden wird dadurch auch die im öffentlichen Recht grundsätzlich geltende Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht ihres Gehalts entleert. Ebenso wenig verfängt ihr Argument, wonach die Aufforderung zur Leistung eines Kostenvorschusses als prozessleitende Verfügung nur bei einem nicht wieder gutzumachenden Nachteil anfechtbar sei und das kantonale Recht eine Art. 92 BGG entsprechende Bestimmung nicht kenne.