Citation: 8C_688/2021 E. 5.1

5.1. Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin hätten den Sachverhalt unvollständig festgestellt und seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie den Bericht des Vertrauensarztes der involvierten Haftpflichtversicherung, Dr. med. H.________, FMH Orthopädische Chirurgie, nicht hätten edieren lassen. Dessen Einschätzung habe folglich den Experten D.________ und E.________ nicht vorgelegen. Dieser Bericht sei aber von erheblicher Bedeutung für die Beurteilung, ob ein Unfallereignis vorliege, weil er zu Beginn des Abklärungsverfahrens und nach Rücksprache mit anderen Wirbelsäulenchirurgen unbefangen zustande gekommen sei. Ausserdem ergebe sich aus der Aktennotiz des Operateurs vom 27. September 2017, dass Dr. med. H.________ in seinem Bericht eine schuldhafte Sorgfaltspflichtsverletzung bejaht habe. Die Vorinstanz hielt hierzu fest, dass sich der Inhalt des vertrauensärztlichen Berichts zumindest teilweise aus der Aktennotiz des Operateurs vom 27. September 2017 erschliesse. Daraus lasse sich entnehmen, dass Dr. med. H.________ erklärt habe, er halte das "in situ bending" nicht für lege artis, weshalb eine Sorgfaltspflichtverletzung vorliege. Dabei habe er sich auf die angebliche Rücksprache mit anderen Wirbelsäulenchirurgen bezogen, denen zufolge solche Biegemanöver abseits des Operationsgebietes gehandhabt würden. Der Operateur habe dieser Einschätzung mit dem Hinweis widersprochen, dass es explizit ein solches "in situ bending" gebe, wenn der Stab, der abseits vom Operationsgebiet vorgebogen werde, nicht in die optimale Stellung gebogen werden könne, weil er sonst nicht in die Schraubenköpfe eingeführt werden könne. Erst wenn er dann in den Schraubenköpfen fixiert sei, könne er in situ mit den sogenannten "Schränkeisen" gebogen werden. Im Weiteren zeigte das kantonale Gerichte zutreffend auf, dass sich die Beschwerdegegnerin um die Herausgabe dieses Dokuments bemüht hatte, allerdings erfolglos, weil es die Haftpflichtversicherung als interne Stellungnahme bewertete. Offenbar sei es auch dem Beschwerdeführer nicht zugestellt worden. Zwar wirft dies, wie die Beschwerdegegnerin anmerkt, die Frage auf, ob und gegebenenfalls inwieweit ein Unfallversicherer berechtigt ist, von einem Haftpflichtversicherer die Edition von Akten zu verlangen. Wie es sich damit verhält, muss hier jedoch nicht untersucht werden. Denn der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass sich die Frage, ob ein Unfall im Sinn des UVG vorliegt, unabhängig davon beurteilt, ob der beteiligte Mediziner einen Kunstfehler begangen hat, der eine (zivil- oder öffentlich-rechtliche) Haftung begründet. Mithin stellen sich für einen Haftpflichtversicherer andere Fragen als für einen Unfallversicherer. Daher vermag allein der Umstand, dass die Stellungnahme des Dr. med. H.________ den von der Beschwerdegegnerin im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingesetzten Experten nicht vorlag, den Beweiswert ihres Gutachtens nicht zu schmälern, und die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden.