Citation: 9C_439/2024 E. 4.2

4.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur "Vermittlung" im Finanzbereich gilt Folgendes: Es liegt eine "Vermittlung" im Sinne von Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 lit. a - e MWSTG vor, wenn eine Person kausal auf den Abschluss eines Vertrages im Bereich des Geld- und Kapitalverkehrs zwischen zwei Parteien hinwirkt, ohne selber Partei des vermittelten Vertrages zu sein und ohne ein Eigeninteresse am Inhalt des Vertrages zu haben. Zu unterscheiden ist die Vermittlungsleistung vom blossen Zuführen von Kunden, das sich nicht auf einen konkreten Vertrag richtet, sondern eine Vielzahl noch nicht konkretisierter potenzieller zukünftiger Verträge im Auge hat. Das Zuführen von Kunden stellt eine Dienstleistung im Bereich der Werbung oder der Informationsbeschaffung dar. Das Entgelt für diese Tätigkeit wird als "finder's fee" bezeichnet; es ist nicht von der Mehrwertsteuer ausgenommen (BGE 145 II 270 E. 4.5.4 mit umfangreichen Hinweisen besonders zur systematischen und historischen Auslegung E. 4.5.2 ff.; Urteil 2C_996/2019 vom 30. Juni 2020 E. 5.2). Die ESTV hat hierzu ihre Praxis in der - bereits erwähnten - MBl Nr. 14 zum "Finanzbereich" publiziert und laufend angepasst.