Citation: 6B_784/2022 E. 1.4

1.4. Die Rügen der Beschwerdeführerin verfangen nicht. Das Bundesgericht überprüft die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz nur unter dem beschränkten Blickwinkel der Willkür. Daher hätte die Beschwerdeführerin substanziiert begründen müssen, inwiefern die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung geradezu unhaltbar sein soll. Diesen erhöhten Begründungsanforderungen genügt sie nicht. Denn sie legt nicht dar, inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigung schlechterdings unhaltbar sein sollte. Vielmehr erschöpfen sich ihre Vorbringen weitgehend in einer unzulässigen appellatorischen Kritik am vorinstanzlichen Beweisergebnis. Dies ist etwa der Fall, wenn sie vorträgt, der Kindsvater habe seit der Rückkehr keinen Kontakt mit dem Sohn aufgenommen und weder zum Geburtstag noch zu Weihnachten eine Karte oder ein Geschenk geschickt. Zudem scheint die Beschwerdeführerin zu übersehen, dass Willkür nicht schon dann vorliegt, wenn eine andere Lösung ebenfalls möglich erscheint oder gar vorzuziehen wäre. So trägt sie beispielsweise vor, sie habe persönliche und finanzielle Entbehrungen auf sich genommen, indem sie die Schweiz verlassen habe, während die Vorinstanz ihr fälschlicherweise unterstelle, den Sohn für sich allein gewollt zu haben. Eine solche egoistische Triebfeder scheine weniger naheliegend als der Schutz, den sie dem Sohn habe bieten wollen. Schliesslich begründet die Beschwerdeführerin nicht hinreichend, weshalb die Vorinstanz in eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung verfallen sein sollte, indem sie Anträge auf Befragung von Zeugen ablehnte.