Citation: 4C.209/2004 26.10.2004 E. 1

1.1 Art. 8 ZGB regelt einerseits die Beweislastverteilung und gibt anderseits der beweispflichtigen Partei einen Anspruch darauf, zum Beweis zugelassen zu werden, sofern ihr Beweisantrag rechtserhebliche Tatsachen betrifft und nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Prozessrechts entspricht. Mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären und wie das Ergebnis davon zu würdigen ist, schreibt diese Bestimmung dem Gericht dagegen nicht vor. Wo das Gericht in Würdigung der Beweise zur Überzeugung gelangt, ein Sachverhalt sei bewiesen oder widerlegt, ist die Frage der Beweislastverteilung gegenstandslos. Die Rüge willkürlicher Beweiswürdigung ist nicht im Berufungsverfahren, sondern im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde vorzubringen (BGE 129 III 18 E. 2.6; 128 III 271 E. 2b/aa S. 277, je mit Hinweisen). 1.2 Der Beklagte rügt eine Verletzung von Art. 8 ZGB durch die Vorinstanz. Er macht geltend, die Vorinstanz habe sich bei der Schadensberechnung auf den KV Original mit Eigenleistungen über Fr. 398'500.-- gestützt. Unter diesen Umständen sei zwingend vorausgesetzt, dass Eigenleistungen erbracht und bewiesen worden seien. Diesen Nachweis habe die Klägerin indessen nicht erbracht. Der Beklagte übersieht, dass die Vorinstanz die Aussage der Klägerin, sie habe sämtliche Arbeiten erledigt, die sie nach Absprache mit dem Beklagten als Eigenleistungen habe erbringen müssen (E. 6 e/dd S. 30), aufgrund der Akten für glaubwürdig, die Erbringung der vertraglich vorgesehenen Eigenleistungen für bewiesen hielt. Insoweit liegt Beweiswürdigung vor, weshalb die Frage der Beweislastverteilung gegenstandslos ist. Da der Beklagte seine Ausführungen zur Verkennung des bundesrechtlichen Begriffs des Vertrauensschadens wesentlich auf die Behauptung abstützt, dass die Klägerin wegen nicht erbrachter Eigenleistungen selbst zur Entstehung des Schadens beigetragen hat, ist darauf nicht einzutreten, setzt er sich damit doch in Widerspruch zu den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil (Art. 63 Abs. 2 OG). 1.3 Nach Auffassung des Beklagten hat die Vorinstanz auch mit Bezug auf den "Nachweis der Vertragsverletzung" gegen bundesrechtliche Vorschriften über die Beweislastverteilung verstossen. Die Vorinstanz hat in tatsächlicher Hinsicht geprüft, welche der zahlreichen bei den Akten liegenden Kostenvoranschläge, Kostenprognosen und revidierten Kostenprognosen der Klägerin wann vorgelegt wurden. Sie hielt fest, der undatierte Kostenvoranschlag mit Eigenleistungen (KV Original) mit einer Gesamtsumme von Fr. 398'500.-- sei der Klägerin am 2. November 2001 unterbreitet worden und sie habe den darin figurierenden Betrag als Kostenbasis ausdrücklich anerkannt. Hingegen sei der "Kostenvoranschlag 1. Entwurf" mit einer Gesamtsumme von Fr. 552'050.-- der Klägerin nie zur Kenntnis gebracht worden. Der KV-Mutation (act. 16 B) mit Gesamtkosten von Fr. 516'000.-- und die Kostenprognosen (act. 16C) seien überhaupt erst nach Abschluss der Bauarbeiten erstellt worden. Wie die Vorinstanz die Beweislast hinsichtlich der Frage verteilt hat, ob die Klägerin die betreffenden Dokumente am 11. Mai 1992, also Monate vor Abschluss der Bauarbeiten, eingesehen hat, ist daher für den Verfahrensausgang bedeutungslos, weshalb auf die darauf bezogene Rüge nicht einzutreten ist, soweit sie sich nicht ohnehin in unzulässiger Weise gegen die Beweiswürdigung der Vorinstanz richtet.