Citation: 4A_228/2018 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hat entgegen der Erstinstanz die Saldoklausel in Ziffer 3 der Vereinbarung extensiv ausgelegt und festgehalten, diese umfasse mangels entsprechender Vorbehalte auch Ansprüche, welche die Parteien bei Abschluss der Vereinbarung nicht in Betracht gezogen hätten. Sie umfasse somit auch unvorhersehbare bzw. neue Unfallfolgen. Es hätte sich deshalb erübrigt, im erstinstanzlichen Verfahren ein Gerichtsgutachten zur Vorhersehbarkeit der Unfallfolgen bzw. der Neuheit der Beschwerden einzuholen. Im Sinne einer Eventualbegründung prüfte die Vorinstanz dennoch, ob die Berufung auch dann abzuweisen sei, wenn mit der Erstinstanz von einem restriktiveren Sinn der Saldoklausel ausgegangen werde. Sie hielt fest, die Erstinstanz habe überzeugend dargelegt, weshalb aufgrund der ihr vorliegenden Beweismittel (Vorkorrespondenz, Ausgestaltung der Vereinbarung, Aussagen der damaligen Parteivertreter, medizinische Berichte um den Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung) insgesamt davon auszugehen sei, die Beschwerdeführerin sei sich vor Unterzeichnung der Vereinbarung der Labilität ihres Gesundheitszustands bzw. der Möglichkeit einer gravierenden Verschlechterung desselben bewusst gewesen und habe die eingetretene gesundheitliche Entwicklung (Arbeitsunfähigkeit/Persönlichkeitsveränderung) beim Abschluss der Vereinbarung in Betracht gezogen. Hinsichtlich des von der Erstinstanz eingeholten Gerichtsgutachtens stellte sie fest, dieses verwende den Begriff der "Unvorhersehbarkeit " nicht im Sinne einer absoluten Unvorhersehbarkeit, sondern vielmehr im Sinne einer unerwarteten, da von den positiven Behandlungsergebnissen abweichenden Entwicklung.