Citation: 6B_355/2021 E. 3.4

3.4. Die Erwägungen der Vorinstanz zur Wahl der Strafart vermögen teilweise nicht zu überzeugen. Dies gilt, soweit sie im Zusammenhang mit der Einfuhr und dem Besitz von 10 kg Marihuana ausführt, eine Freiheitsstrafe sei angemessen, da die aus den Einzelstrafen resultierende Gesamtstrafe für die neuen vom Beschwerdeführer während laufender Probezeit begangenen Delikte zwölf Monate übersteige. Indem die Vorinstanz die Strafart aufgrund einer Gesamtprüfung aller Delikte bestimmt, stellt sie (zumindest) in Teilen das Ergebnis der Strafzumessung an deren Anfang. Die auszusprechende Gesamtstrafe basiert jedoch auf den verschuldensangemessenen Einzelstrafen und nicht umgekehrt. Erst nachdem es sämtliche Einzelstrafen (gedanklich) festgesetzt hat, kann das Gericht beurteilen, ob und welche Einzelstrafen gleichartig sind (vgl. dazu E. 3.3 hiervor). Ferner lässt sich die Strafart nach zutreffender Auffassung des Beschwerdeführers auch kaum mit dem "Ausmass des Einzeltatverschuldens" begründen, zumal das Verschulden des Beschwerdeführers für die in der Probezeit begangenen Widerhandlungen im angefochtenen Urteil jeweils als "leicht bis mittel" "leicht" oder gar "sehr leicht" bezeichnet wird (vgl. angefochtenes Urteil S. 15 und S. 17 f.). Die Vorinstanz erwägt jedoch weiter, dass auch unter Berücksichtigung der Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihrer Auswirkung auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihrer präventiven Effizienz für sämtliche zu beurteilenden Delikte eine Freiheitsstrafe auszufällen sei. Dabei erachtet sie es als entscheidend, dass der Beschwerdeführer bereits mehrfach vorbestraft und auch schon zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, was ihn aber nicht davon abgehalten hat, während der Probezeit weiter einschlägig zu delinquieren. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie aufgrund dieser Umstände zum Schluss gelangt, dass eine blosse Geldstrafe nicht ausreiche, um im genügenden Masse präventiv auf den Beschwerdeführer einzuwirken. Sein Wohlverhalten seit März 2017 bis zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils vermag daran ebensowenig etwas zu ändern, wie die Behauptung, dass er noch nie zu einer Geldstrafe verurteilt worden sei. Jedenfalls verletzt die Vorinstanz ihr Ermessen nicht, wenn sie davon ausgeht, dass die öffentliche Sicherheit dauerhaft nur mit einer Freiheitsstrafe gewährleistet werden könne. So kommt einer Freiheitsstrafe zweifelsohne höhere Warnwirkung als einer Geldstrafe zu. Der Hinweis des Beschwerdeführers auf die Unverhältnismässigkeit einer Freiheitsstrafe geht vor diesem Hintergrund ins Leere. Eine alternative, zweckmässige Strafart steht nicht zur Verfügung. Dass nach früherem Recht eine Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen erlaubt war, führt dabei zu keinem anderen Ergebnis. Eine Verletzung von aArt. 34 StGB ist nicht erkennbar. Desgleichen gilt in Bezug auf den in der Beschwerde genannten aArt. 41 StGB. Nach dieser Bestimmung durfte das Gericht auf eine vollziehbare Freiheitsstrafe von weniger als 6 Monaten zwar nur erkennen, wenn die Voraussetzungen von einer bedingten Strafe nicht gegeben waren und zu erwarten war, dass eine Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit nicht vollzogen werden kann. Bei fehlender präventiver Effizienz der Geldstrafe - wie von der Vorinstanz in casu in zulässiger Weise angenommen wurde - konnte jedoch ungeachtet der Vollzugsprognose eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden (Urteile 6B_125/2018 vom 14. Juni 2018 E. 1.3.5; 6B_341/2017 vom 23. Januar 2018 E. 1.5; 6B_372/2017 vom 15. November 2017 E. 1.3). Die von der Vorinstanz festgelegte Strafart für die vom Beschwerdeführer begangenen Widerhandlungen erschiene insoweit auch unter altem Recht als rechtskonform. Inwiefern die vom Beschwerdeführer behauptete Gefährdung der Existenz der von ihm angestellten Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, die Beeinträchtigung seines beruflichen Fortkommens und die Auswirkungen auf sein soziales Umfeld zu einer anderen Beurteilung führen soll, ist sodann nicht ersichtlich. Wohl trifft zu, dass bei der Bemessung der schuldangemessenen Strafe im Rahmen der Würdigung der persönlichen Verhältnisse auch der Strafempfindlichkeit der betroffenen Person Rechnung zu tragen ist. Doch ist eine solche nach der Rechtsprechung nur bei aussergewöhnlichen Umständen strafmindernd zu berücksichtigen, zumal die Verbüssung einer Freiheitsstrafe für jede arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (Urteile 6B_774/2020 vom 28. Juli 2021 E. 3.3.4; 6B_1027/2019 vom 11. Mai 2020 E. 2.3.2; je mit Hinweisen). Was der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorbringt, ist im Lichte der Rechtsprechung nicht geeignet eine über das normale Mass hinausgehende Belastung darzutun. Zudem kommt diesem Aspekt im Rahmen der Wahl der Strafart gegenüber den Kriterien der Zweckmässigkeit und ihrer Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention nur untergeordnete Bedeutung zu (Urteil 6B_658/2021 vom 27. Januar 2022 E. 2.3.2). Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie für jede im vorliegenden Strafverfahren beurteilte Widerhandlung eine Freiheitsstrafe anordnet. Ebensowenig ist ihr eine Verletzung des rechtlichen Gehörs oder der Begründungspflicht vorzuwerfen. Aus den Erwägungen im angefochtenen Urteil ergibt sich, weshalb sie für alle im vorliegenden Verfahren beurteilten Delikte eine Freiheitsstrafe als angemessene Sanktion erachtet. Der Vorwurf, die Vorinstanz sei auf die beschwerdeführerischen Vorbringen betreffend der Auswirkungen einer Freiheitsstrafe auf das berufliche Fortkommen bzw. das berufliche und soziale Umfeld des Beschwerdeführers mit keinem Wort eingegangen, geht fehl. Dass die Vorinstanz den diesbezüglichen Argumenten nicht das Gewicht zumisst, welches der Beschwerdeführer gerne hätte und die öffentliche Sicherheit höher gewichtet (vgl. angefochtenes Urteil S. 16), begründet noch keine Gehörsverletzung. Dass dem Beschwerdeführer eine sachgerechte Anfechtung nicht möglich gewesen wäre, ist nicht erkennbar.