Citation: 6B_339/2009 07.08.2009 E. 1

1.1 Gemäss unbestrittenem Sachverhalt wird dem Beschwerdeführer bezüglich der am 23. April 2007 eingeklagten Raubdelikte vorgeworfen, am 15. Februar 2005, um ca. 15.45 Uhr beim Bahnhof Zürich Oerlikon B.________ und dessen Kollegin C.________ mit einem Schlagring bedroht und deren Mobiltelefone herausverlangt zu haben, wobei er dasjenige von B.________ behändigte. Als dieser sein Gerät zurückverlangte, gab ihm der Beschwerdeführer lediglich die SIM-Karte zurück und zeigte ihm den an der Hand getragenen Schlagring. Er fragte ihn dabei, ob er einen Schlag gegen den Kopf wolle. B.________ getraute sich hierauf nicht mehr, Widerstand zu leisten, so dass sich der Beschwerdeführer mit dem Mobiltelefon entfernen konnte. Den zweiten unbestrittenen Sachverhalt betrifft die Tathandlung vom 23. März 2005, als sich der Beschwerdeführer nach 5.00 Uhr mit einer Softgun-Pistole (Gasdruck) ins D.________Hotel Zürich Airport begab und den Portier A.________ mit dieser Pistole bedrohte. Nach einem kurzen Handgemenge verpasste der Beschwerdeführer dem Portier mit der Pistole eine wuchtigen Schlag und traf ihn im Bereich des linken Ohres. Während der Portier benommen zu Boden ging, ergriff der Beschwerdeführer mit dem Serviceportemonnaie, welches auf der Theke lag, die Flucht. 1.2 Der Beschwerdeführer bestreitet die Subsumtion dieser Delikte unter Art. 140 Ziff. 2 StGB. Dabei hat er offenbar übersehen, dass die Vorinstanz die erstinstanzliche Qualifikation des Raubes zum Nachteil von A.________ im Sinne des Antrags des Beschwerdeführers korrigiert hat. Insoweit ist dieser nicht mehr beschwert, so dass auf sein Vorbringen nicht einzutreten ist. 1.3 Bezüglich des Raubes zum Nachteil von B.________ führt die Vorinstanz aus, dass das Bundesgericht mit Hinweis auf die bundesrätliche Botschaft Schlagringe als gefährliche Waffen charakterisiert habe. Auch der Gesetzgeber habe in Art. 4 Abs. 1 lit. d des Waffengesetzes deklariert, dass Schlagringe Geräte zur Verletzung von Menschen darstellten, weshalb sie als gefährliche Waffen anzusehen seien. Die Vorinstanz folgte dieser Argumentation und charakterisierte den verwendeten Schlagring als gefährliche Waffe im Sinne von Art. 140 Ziff. 2 StGB. 1.4 Der Beschwerdeführer argumentiert, dass ein Schlagring eine Verhärtung oder Verlängerung der Faust darstelle und damit (ähnlich dem von der Polizei verwendeten Schlagstock) erheblich weniger gefährlich sei als die übrigen Waffen. Es seien praktisch keine Fälle bekannt, in denen mit einem Schlagring jemand getötet oder jemandem ernsthafte Verletzungen zugefügt worden wären. Von einer Gefährlichkeit im Sinne von Art. 140 Ziff. 2 StGB könne daher keine Rede sein. "Auch wenn akademisierte Bücherwürmer keinen Praxisbezug zu Waffen zu haben pflegen und mithin in ihrem Büro ihnen jegliche Waffen, oder was als solches ihnen erscheint, als 'gefährlich' empfinden, so vermag diese subjektive Empfindsamkeit nichts daran zu ändern, dass Gesetz Gesetz ist und der Richter dieses bloss anzuwenden hat" (Beschwerdeschrift, S. 5). 1.5 Gemäss dem Qualifikationstatbestand in Art. 140 Ziff. 2 StGB wird der Räuber mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, wenn er zum Zweck des Raubes eine Schusswaffe oder eine andere gefährliche Waffe mit sich führt. Als Waffe gilt jeder Gegenstand, der nach seiner Bestimmung zu Angriff oder Verteidigung dient (BGE 112 IV 13 E. 2 mit Hinweisen). Ob die mitgeführte Waffe gefährlich und deshalb einer Schusswaffe gleichzustellen ist, hängt allein von objektiven Gegebenheiten, nämlich ihrem objektiv gefährlichen Charakter ab (BGE 111 IV 50 E. 3; 110 IV 82 E. b mit Hinweisen), mithin davon, ob sie bei der in Frage stehenden Verwendungsart geeignet sei, gefährliche Verletzungen zu bewirken. Gemäss der von der Vorinstanz zutreffend wiedergegebenen bundesgerichtlichen Rechtsprechung trifft dies auch auf Schlagringe zu (ausführlich BGE 113 IV 60 E. 1. a. mit Hinweisen). Ein Schlagring ist somit als gefährliche Waffe zu qualifizieren, ohne dass es bezüglich der möglichen Verletzungsart des gleich hohen Gefährdungsgrades wie bei einer Schusswaffe bedürfte. Die Botschaft des Bundesrates sprach zwar von "anderen, in ihrer Gefährlichkeit der Schusswaffe ebenbürtigen Waffen" (BBl 1980 I S. 1251), nannte aber als Beispiele solcher gefährlicher Waffen ausdrücklich auch Schlagringe. Damit brachte der Bundesrat zum Ausdruck, dass von Gesetzes wegen nicht jener gleich hohe Gefährdungsgrad wie bei einer Schusswaffe gefordert werden soll. Diese Ansicht hat das Bundesgericht in BGE 113 IV 60 E. 1. a. übernommen. Der Beschwerdeführer bringt keine Argumente hervor, die es gebieten würden, auf diese Rechtsprechung zurückzukommen. Die Beschwerde ist deshalb in diesem Punkt unbegründet.