Citation: 6B_93/2022 E. 1.4.4

1.4.4. Bei den vorinstanzlich als schwerste Tat qualifizierten sexuellen Handlungen zum Nachteil von A war dieses Mädchen gut 14 Jahre alt und hatte vorher keine sexuellen Erfahrungen. Der Beschwerdegegner war bei den zwei persönlichen Treffen mehr als 20 Jahre alt gewesen (Urteil 39 f.). Er hatte mithin zur Tatzeit das 18. und das 20. Altersjahr vollendet und fiel unter den Geltungsbereich des Erwachsenenstrafrechts (Art. 9 Abs. 2 StGB; Art. 3 JStG), während für A das Schutzalter von 16 Jahren galt. Jugendschutz und Selbstbestimmung sind Ausformungen desselben Persönlichkeitsrechts auf sexuelle Integrität. Art. 187 StGB setzt eine absolute Altersgrenze, weshalb allfälliges Einwilligen eines Kindes in sexuelle Handlungen unerheblich ist (BGE 120 IV 6 E. 2c/aa).