Citation: 9C_611/2022 E. 1.3.4

1.3.4. Sollte die Bestellung eines Erbenvertreters in den Formen von Art. 602 Abs. 3 ZGB unterblieben sein, würde es - jedenfalls zivilrechtlich - beim Einstimmigkeitsprinzip bleiben. Abgaberechtlich verhält es sich freilich anders. So hat das Bundesgericht in abgaberechtlichem Zusammenhang festgehalten, dass jedem Mitglied einer Gesamthandschaft eine individuelle Parteistellung zukomme, soweit belastende oder pflichtbegründende Anordnungen in Frage stehen (Urteile 2C_259/2021 vom 30. November 2021 E. 1.3; 2C_509/2018 vom 24. Juni 2019 E. 5.2; 2F_9/2012 vom 28. Juni 2012 E. 3.2; 2C_629/2008 vom 30. März 2009 E. 1.3 2C_46/2008 vom 18. Dezember 2008 E. 1.3; 1P.134/1997 vom 23. Juni 1997 E. 3; A.30/1986 vom 8. Juli 1987 E. 1d). Es hat dies damit begründet, dass unter den mehreren Erben - beschränkt auf verwaltungsrechtliche Angelegenheiten - keine notwendige Streitgenossenschaft herrsche (Urteil 2A.566/1996 vom 28. August 1997 E. 1a; offen lassend Urteil 2C_687/2015 vom 17. November 2016 E. 1.2).