Citation: 1P.6/2007 29.01.2007 E. 4.5

4.5.1 Er macht geltend, es fehle an der Fluchtgefahr. Weitere Haftgründe seien nicht gegeben. 4.5.2 Nach der Rechtsprechung genügt für die Annahme von Fluchtgefahr die Höhe der dem Angeschuldigten drohenden Freiheitsstrafe für sich allein nicht. Fluchtgefahr darf nicht schon angenommen werden, wenn die Möglichkeit der Flucht in abstrakter Weise besteht. Vielmehr müssen konkrete Gründe dargetan werden, die eine Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Höhe der drohenden Freiheitsstrafe kann immer nur neben anderen, eine Flucht begünstigenden Tatsachen herangezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a mit Hinweisen). 4.5.3 Dem Beschwerdeführer wird der Handel mit einer grossen Menge Heroin vorgeworfen. Er anerkennt den dringenden Tatverdacht in Bezug auf eine Menge von 665 Gramm Heroin. Selbst wenn man mit dem Beschwerdeführer von einem Reinheitsgrad von lediglich 10 Prozent ausginge, wäre der Grenzwert von 12 Gramm Heroin für die Annahme eines schweren Falles nach Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG weit überschritten (vgl. BGE 119 IV 180). Für einen schweren Fall droht Art. 19 BetmG eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr an. Unter den gegebenen Umständen kommt überdies die Annahme gewerbsmässiger Tatbegehung nach Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG in Betracht, was straferhöhend berücksichtigt werden könnte (BGE 120 IV 330 E. 1 c/aa S. 333, mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer ist zudem teilweise einschlägig vorbestraft. Am 21. April 1998 verurteilte ihn das Amtsgericht Münster/D wegen gemeinschaftlichen Handeltreibens mit Kokain in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren; am 2. November 1999 das Amtsgericht Bielefeld wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe. Am 20. Januar 2004 bestrafte ihn überdies das Bezirksstatthalteramt Waldenburg wegen Fälschung von Ausweisen sowie Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz und das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer zu 40 Tagen Gefängnis. In Anbetracht dessen muss er im Falle einer neuerlichen Verurteilung mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Der Beschwerdeführer stammt aus Albanien. Dort lebt, mit Ausnahme seiner jetzigen Ehefrau, seine gesamte Familie, insbesondere seine frühere Ehefrau mit den gemeinsamen drei Kindern (Beschwerde S. 6 Ziff. 11). Vor der Verhaftung fuhr der Beschwerdeführer alle drei Monate nach Albanien. In der Schweiz ist er nicht verwurzelt. Er reiste im Jahr 2003 hier ein, nachdem er sich seit ca. 1997 in Österreich, Deutschland und Italien aufgehalten hatte, aber immer wieder nach Albanien zurückgekehrt war. Er stellte, nachdem er das bereits in Österreich und Deutschland getan hatte, auch in der Schweiz ein Asylgesuch. Eine feste Arbeitsstelle hatte er hier nie. Er wurde, wie dargelegt, vom Bezirksstatthalteramt Waldenburg unter anderem wegen Fälschung von Ausweisen verurteilt. Ausserdem steht er unter dem Verdacht, im Oktober 2003 einen falschen Ausweis, lautend auf Y.________, verwendet zu haben. Zwar ist der Beschwerdeführer seit Oktober 2004 mit einer Schweizerin verheiratet und er hat eine Aufenthaltsbewilligung B erhalten. Die Ehefrau konsumiert nach seinen eigenen Angaben jedoch Kokain und Heroin. Sie ist im vorliegenden Verfahren selber angeschuldigt. Unter diesen Umständen dürfte ihm die Ehefrau keinen starken Halt bieten. Die Heirat fand im Übrigen in Albanien statt, was zeigt, dass es die Ehefrau nicht unter allen Umständen ablehnt, sich dorthin zu begeben. Angesichts der angeführten Umstände besteht die erhebliche Gefahr, dass der Beschwerdeführer bei einer Haftentlassung untertauchen und sich nach Albanien absetzen würde. Wenn das Verfahrensgericht Fluchtgefahr bejaht hat, hat es deshalb kein Verfassungsrecht verletzt. Die Beschwerde ist auch im vorliegenden Punkt unbegründet. 4.5.4 Ob überdies Kollusions- oder Fortsetzungsgefahr anzunehmen sei, kann damit offen bleiben. Ist ein Haftgrund gegeben, genügt das für die Untersuchungshaft und muss nicht geprüft werden, ob ein weiterer hinzukomme.