Citation: 6B_474/2010 29.07.2010 E. 2.2

2.2.1 Der Beschwerdeführer rügt eine unrichtige respektive unvollständige Sachverhaltsabklärung (Art. 97 Abs. 1 BGG), beruhend auf einer Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) sowie des Willkürverbots (Art. 9 BV). Die Staatsanwaltschaft habe im Beweisverfahren verschiedene Beweisanträge des Beschwerdeführers abgelehnt, die für die Erstellung des Sachverhalts und den weiteren Verlauf der Untersuchung von massgeblichem Interesse gewesen wären, weshalb sein Gehörsanspruch missachtet worden sei (Beschwerde, S. 9). Zudem sei einseitig und einzig auf die beiden IRM-Gutachten abgestellt und damit der Sachverhalt in willkürlicher Weise nicht vollständig ermittelt worden (Beschwerde, S. 17). 2.2.2 Die vorinstanzliche Schlussfolgerung erscheine zwar einleuchtend, sie verkenne aber, dass die durch das zweite IRM-Gutachten gewonnenen Erkenntnisse nur vermeintlich neu seien. Diese stammten zum einen - wie das erste Gutachten - wiederum vom IRM, zum anderen fehle es an dessen Unabhängigkeit zum Universitätsspital Basel. Der Gutachter Prof. Dr. B._______ sei wie der Erstgutachter Facharzt für Rechtsmedizin und nicht (wie im Urteil vom 8. April 2008 verlangt) Neurochirurge. Er verfüge denn auch über keinerlei Spezialkenntnisse in diesem komplexen Themenbereich und wisse nicht, wie ein CT-Bild zu interpretieren sei. Zudem sei er nicht neutral, da er als Nachfolger des Erstgutachters kaum eine von diesem abweichende Meinung vertrete. Weiter sei er an derselben medizinischen Fakultät angestellt, an der Prof. Dr. med. C._______, in dessen Verantwortungsbereich sich der Todesfall ereignet habe, ebenfalls tätig sei (Beschwerde, S. 12 f.). 2.2.3 Dass die bei der Gehirnobduktion zu erwartenden Gewebeveränderungen im Falle einer Luftembolie nicht gefunden worden seien, könne nicht verwundern, da danach gar nicht gesucht worden sei. Diese Aussage entbehre daher jeder Grundlage. Das Gehirn sei lediglich äusserlich auf Gasblasen, aber nicht mikroskopisch untersucht worden (Beschwerde, S. 13). Die Staatsanwaltschaft habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie die vorinstanzlichen Anweisungen gemäss Urteil vom 8. April 2008 missachtet habe, die Vorinstanz hingegen dadurch, dass sie diese Missachtung nachträglich gutgeheissen habe (Beschwerde, S. 14). 2.2.4 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er habe bereits früher die Befragung der beiden an der Blutentnahme beteiligten Pflegefachfrauen verlangt. Bei einem Todesfall liege es geradezu auf der Hand, diejenigen Personen zu befragen, welche die Verstorbene zuletzt gesehen hätten. Obwohl er selber dem Aderlass beigewohnt habe, sei er ebenfalls nie befragt worden. Es sei schlicht unbegreiflich, dass die einzigen drei Personen, die beim möglicherweise auslösenden Ereignis dabei gewesen seien, nie staatsanwaltlich einvernommen worden seien. Die Pflegefachfrauen seien lediglich von Prof. Dr. med. C._______ befragt worden. Weder sei diese Befragung aufgrund des Abhängigkeitsverhältnisses objektiv gewesen noch habe er oder sein Vertreter anwesend sein oder Fragen stellen können. Die Krankengeschichte der Verstorbenen habe die Schwierigkeiten eines Aderlasses aufgezeigt. Die Staatsanwaltschaft hätte daher der Frage nachgehen müssen, weshalb der Aderlass ohne Anwesenheit eines Spezialisten von den beiden Pflegefachfrauen durchgeführt worden sei, obwohl diese einen solchen Aderlass zum ersten Mal durchgeführt hätten (Beschwerde, S. 14 f.). Die Notwendigkeit dieser Befragungen ergebe sich auch daraus, dass der Nachweis des Todes durch eine Luftembolie kaum zu 100 % wissenschaftlich nachgewiesen werden könne. Sollte sich jedoch herausstellen, dass die Pflegefachfrauen mit der verwendeten Spritze nicht nur Blut aspiriert, sondern mit dem Spritzenkolben auch gepumpt hätten, ergebe sich mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass durch diesen Vorgang Luft in das Venensystem gelangt sei. Diesfalls sprächen mehrere Indizien für eine Luftembolie als Todesursache (Beschwerde, S. 15 f.).