Citation: 4A_35/2021 E. 6.20.1

6.20.1. Die Klägerin habe in der Berufung ausgeführt, sie habe in der Widerklageantwort bestritten, dass alle ihr verrechneten Flüge auch tatsächlich für sie aufgewendet worden seien. Sie habe in der Berufung gerügt, es sei gänzlich unklar, wer in all den verrechneten Flügen transportiert worden sei. Die Abrechnung der Beschwerdegegnerin über die Transportkosten und Flüge sei äusserst undurchsichtig, unübersichtlich, unvollständig und unwahr. Sie habe ausdrücklich bestritten, dass sämtliche der Aufwendungen aus den eingereichten Beilagen im Zusammenhang mit ihrem Bauprojekt stünden und notwendig gewesen seien. Es sei daher an der Beschwerdegegnerin, substanziierte Behauptungen darüber aufzustellen, welche Unternehmer was für Flüge zu welchen Preisen auf welcher Rechtsgrundlage unternommen hätten und weshalb dies notwendig und angemessen gewesen sei. 6.20.1.1. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass die Vorinstanz sehr wohl geprüft hat, ob die umstrittenen Flugkosten mit dem Projekt in Zusammenhang standen. In Bezug auf zwei T.________-Flüge vom 16. Oktober 2002 nach W.________, hielt die Vorinstanz fest, es sei unklar, ob diese mit dem Projekt "Z.________" in Zusammenhang stünden. Sie könnten unter diesen Umständen der Beschwerdeführerin nicht in Rechnung gestellt werden. Dagegen erachtete sie das Vorbringen, die Klägerin bestreite, dass es sich bei allen auf BB-B 379 [Belege der XY115________ AG] eingereichten Flügen um solche handle, die mit dem Projekt Z.________ zu tun hatten", für zu wenig spezifiziert. Die Formulierung lasse erkennen, dass die Klägerin durchaus der Meinung sei, ein Teil der genannten Flüge hänge mit dem Bauprojekt zusammen. Welche Flüge sie konkret beanstande, führe sie aber nicht näher aus, sondern verweise beispielhaft auf gewisse Flüge. Die Vorinstanz erachtete diese Rüge als zu undifferenziert und zu wenig genau. Es ging um die Begründungsanforderungen im Berufungsverfahren, nicht um die Substanziierungsanforderungen an eine Bestreitung. War der Klägerin nicht möglich, aufgrund der Angaben der Beschwerdegegnerin deren Vorbringen substanziiert zu bestreiten, hätte sie vor der Erstinstanz zusammen mit ihrer unsubstanziierten Bestreitung eine weitere Substanziierung verlangen müssen, um ihr den Entscheid zu ermöglichen, welche Forderungen sie anerkennen wollte. Soweit sich der Vorwurf der mangelnden Substanziierung als zutreffend erweist, wäre es in der Tat Sache der Beschwerdegegnerin gewesen, die notwendigen Angaben zu liefern. Dass die Klägerin in der Berufung eine mangelnde Substanziierung beanstandet hat, hilft nichts, da das Mass der geforderten Substanziierung auch vom Verhalten der Gegenpartei abhängt. Hat die Klägerin erstinstanzlich nicht eine mangelnde Substanziierung moniert, verletzt es kein Recht, wenn die Vorinstanz in der Berufung von ihr verlangt darzulegen, welche der erstinstanzlich zugesprochenen Posten sie konkret beanstandet. Mit der Behauptungs- und Bestreitungslast hat das nichts zu tun. 6.20.1.2. Grundsätzlich richtig ist, dass auch in Bezug auf die Flugspesen zu berücksichtigen wäre, ob der Circa-Preis eingehalten wurde. Insoweit scheitert die Beschwerde an der ungenügenden Begründung.