Citation: 6B_356/2022 E. 2.4.3

2.4.3. Im Gegensatz zur ersten Instanz setzt sich die Vorinstanz nicht separat und eigens mit der Verwertbarkeit des Gutachtens von Dr. med. E.________ vom 13. März 2019 auseinander. In ihren Sachverhaltserwägungen würdigt die Vorinstanz in E. 2.6 die Aussagen der Beschwerdegegner 2-4 mit Bezug auf die Selbst- und Fremdgefährdung des Beschwerdeführers. Sie führt aus, im Lichte der übereinstimmenden, nachvollziehbaren und glaubhaften Ausführungen der Beschuldigten habe eine Selbst- und Fremdgefährdung beim Beschwerdeführer bestanden, wovon die Beschuldigten zu Recht hätten ausgehen dürfen. Dieser Schluss beruhe auf diversen eigen- und fremdanamnetischen, schlüssigen und nachvollziehbaren Feststellungen. Hinweise auf voreilig gezogene oder auf unsachliche Kriterien fussende Schlüsse lägen nicht vor. Die Vorinstanz erwähnt das Gutachten erstmals insoweit, als sie erwägt, auch das Aktengutachten von Dr. med. E.________ vermöge an der vorerwähnten Beurteilung keine erheblichen Zweifel zu wecken. Dieses bejahe die Frage einer Selbstgefährdung, beantworte die Frage der Fremdgefährdung jedoch nicht explizit. Die Vorinstanz führt aus, selbst wenn das Schweigen als qualifiziertes zu interpretieren sei, würde das Gutachten in diesem Punkt aber nicht überzeugen. So gehe es davon aus, dass als fremdgefährdendes Moment (bloss) der Angriff auf einen Aufseher genannt worden sei. Dies treffe nicht zu. Die durch die Beschuldigten vorgenommene Einschätzung des Beschwerdeführers als fremdgefährlich basiere auf zahlreichen weiteren Faktoren. Das Gutachten gehe damit von unzutreffenden Annahmen aus, entsprechend mängelhaft seien die daraus gezogenen Schlussfolgerungen. Jedenfalls tauge es in diesem Punkt nicht, um die aus der Würdigung der übrigen Beweismittel gewonnenen Erkenntnisse in Zweifel zu ziehen (angefochtenes Urteil S. 18 f.). Im Übrigen findet das Gutachten von Dr. med. E.________ vom 13. März 2019 keinen Eingang in die vorinstanzlichen Ausführungen zum Sachverhalt.