Citation: 5A_608/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz stellte fest, der Beschwerdeführer instrumentalisiere seinen Sohn, was zu einer erheblichen Gefährdung des Kindeswohls und der psychischen Entwicklung des Kindes führe. Beim Sohn zeigten sich konkrete Belastungsmerkmale, welche als Folge der Instrumentalisierung durch den Beschwerdeführer zu sehen seien und das Kindeswohl zusehends gefährden würden. Zum heutigen Zeitpunkt liege nicht nur eine abstrakte, sondern eine konkrete Gefährdung vor. Zwar seien Loyalitätskonflikte eines Kindes bis zu einem gewissen Grad als dem Besuchsrecht inhärente Erscheinung hinzunehmen. Die Instrumentalisierung durch den Beschwerdeführer übersteige jedoch die Intensität eines hinzunehmenden Loyalitätskonflikts. Der Beschwerdeführer beziehe seinen Sohn in den Paarkonflikt ein, indem er ihn zu Verhaltensweisen anstifte, die als Beweis für seine Vorwürfe gegen die Mutter dienen sollen. Diese Vorwürfe, die Mutter misshandle den Sohn körperlich, würden von der Kinderärztin, der Beiständin und den übrigen involvierten Fachpersonen seit längerem in Abrede gestellt. Da der Beschwerdeführer seine Haltung und insbesondere seine Instrumentalisierungsversuche im Rahmen der Ausübung des Besuchsrechts bisher nicht habe aufgeben können und sich sein Verhalten in Anwesenheit von Fachpersonen gar verstärkt habe, sei offensichtlich, dass sein Verhalten das Kindeswohl tangiere. Das begleitete Besuchsrecht stelle eine Alternative zum Entzug des Rechts auf persönlichen Verkehr dar. In der zu beurteilenden Konstellation sei davon auszugehen, dass die Einflussnahme des Beschwerdeführers auf seinen Sohn im Rahmen von begleiteten Besuchen unterbunden werden könne. Da der Beschwerdeführer eine wichtige Bezugsperson seines Sohnes und es für dessen Entwicklung wichtig sei, weiterhin regelmässigen Kontakt zu seinem Vater zu haben, sei ein begleitetes Besuchsrecht geeignet und verhältnismässig, um die psychische Entwicklung des Sohnes zu schützen.