Citation: 1C_168/2020 E. 2.4

2.4. Dem Beschwerdeführer ist einzuräumen, dass es sinnvoll sein kann, sich beim Bauamt der Gemeinde zu erkundigen, ob eine geplante Änderung an einer Baute formell bewilligt werden muss. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Umfang und Art der Änderung wahrheitsgemäss und vollständig angegeben werden, um eine gesamthafte Prüfung ihrer Auswirkungen auf Raum und Umwelt zu ermöglichen (vgl. Urteil 1C_566/2019 vom 5. August 2020 E. 5.3). Diese Voraussetzung war vorliegend nicht gegeben. Der Beschwerdeführer leitete seine Anfrage mit dem Satz ein, er wolle auf Grund der Verschmutzung (Laub, Frösche etc.) und zum Schutz (Haftung) für die Kinder im Dorf seinen Pool mit einer Poolüberdachung schützen. Dieser Zielsetzung entsprechend war gemäss der zutreffenden Annahme der Vorinstanz eine niedrige Überdachung zu erwarten, die im Wesentlichen nur den Poolbereich umfasst. Daran ändert nichts, dass diese Überdachung aus Einzelelementen bestehen soll, die wie ein Teleskop verschoben werden können, weil solche Schiebüberdachungen häufig relativ niedrig sind. Aufgrund der genannten Zielsetzung und der Bauart der Überdachung war somit nicht damit zu rechnen, diese sei wesentlich grösser als der Pool und schaffe einen überdachten Raum mit Sitz- bzw. Liegeplätzen. Die Bezeichnung der Überdachung als "begehbar" führt entgegen der Meinung des Beschwerdeführers zu keinem anderen Ergebnis, weil dieses Adjektiv im Zusammenhang dahingehend zu verstehen war, dass die Überdachung selber begeh- bzw. betretbar sei. Dies wird dadurch bestätigt, das der Beschwerdeführer in seiner Anfrage ausführte, gemäss den Angaben des Lieferanten müsse für "so eine Poolüberdachung" in 99 % der Gemeinden keine Baugenehmigung beantragt werden, was bezüglich der strittigen hohen Poolüberdachung, die einen weit über den Pool hinausgehenden Aussenraum schafft, klar unzutreffend ist. Dies hätte der Beschwerdeführer bei gehöriger Sorgfalt erkennen müssen, da vorausgesetzt werden darf, dass die grundsätzliche Bewilligungspflicht für Bauvorhaben allgemein bekannt ist (Urteil 1C_272/2019 vom 28. Januar 2020 E. 5.1 mit Hinweis). Demnach hat er in seiner Anfrage den Umfang und die Art der geplanten Poolüberdachung nicht wahrheitsgemäss und vollständig angegeben, weshalb er nach Treu und Glauben nicht darauf vertrauen durfte, die in der Antwort der Gemeindeschreiberin verneinte Baubewilligungspflicht beziehe sich auf die vom ihm geplante grossräumige Poolüberdachung. Die Vorinstanz verletzte somit das Vertrauensprinzip nicht, wenn sie annahm, der Beschwerdeführer habe gestützt auf die Antwort der Gemeindeschreiberin nicht gutgläubig davon ausgehen dürfen, die realisierte Poolüberdachung bedürfe keiner Baubewilligung. Diesbezüglich ist das subjektive Verständnis der Gemeindeschreiberin unerheblich, weshalb die Vorinstanz diese nicht zu befragen brauchte.