Citation: 6B_28/2018 E. 3.2.1

3.2.1. Gemäss 47 Abs. 1 BGG können gesetzlich bestimmte Fristen nicht erstreckt werden. Zu diesen gesetzlich bestimmten Fristen gehören namentlich die Beschwerdefristen gemäss Art. 100 BGG. Nach dessen Abs. 1 ist die Beschwerde gegen einen Entscheid innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht einzureichen. Die Befristung der Beschwerdemöglichkeit dient nicht nur der Rechtssicherheit, sondern ist gleichzeitig Ausdruck des Legalitätsprinzips und des Rechtsgleichheitsgebots. Mit Blick auf diese Grundprinzipien des Rechtsstaats bleibt im Zusammenhang mit der Fristwahrung kein Raum für Ausnahmen oder Gefälligkeiten seitens der Rechtsmittelbehörden (Urteil 8C_723/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 2.3). Dementsprechend bleibt kein Raum für die Erstreckung der Beschwerdefrist (Urteile 6B_347/2017 vom 10. April 2018 E. 2.1; 1B_361/2017 vom 11. September 2017 E. 3). Dass die vom Gesetzgeber eindeutig bestimmten Zeiträume zur Ergreifung eines Rechtsmittels unabänderbar sind, ist dem Beschwerdeführer vom Präsidenten der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts im Übrigen bereits in den Schreiben vom 10., 15. und 17. Januar 2018 (Dossier 6B_28/2018, act. 4, 7 und 11) mitgeteilt worden. Es besteht im zu beurteilenden Fall kein Anlass, hierauf zurückzukommen. Keine Bedeutung erlangt in diesem Zusammenhang, wie viel Zeit die Vorinstanz für die Begründung ihres Urteils in Anspruch genommen hat. Der Grundsatz der Waffengleichheit als Ausprägung des Anspruchs auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK bezieht sich auf die verfahrensmässige Gleichstellung der einander gegenüberstehenden Parteien. Dass die Vorinstanz den Parteien das begründete Urteil nicht innerhalb des in Art. 84 Abs. 4 StPO vorgesehenen Zeitraums von 60 bzw. 90 Tagen zugestellt hat, ist in diesem Zusammenhang mithin irrelevant und begründet keinen Anspruch auf Erstreckung der Beschwerdefrist. Im Übrigen handelt es sich bei der Bestimmung von Art. 84 Abs. 4 StPO um eine Ordnungsvorschrift, welche das Beschleunigungsgebot konkretisiert und deren Nichteinhaltung ein Indiz für eine Verletzung des Beschleunigungsgebots darstellen kann (E. 4.1.2; Urteil 6B_777/2017 vom 8. Februar 2018 E. 5.3, mit Hinweisen).