Citation: I 255/05 21.09.2005 E. 2

Streitig ist der Anspruch auf eine ganze anstelle der zugesprochenen halben Invalidenrente. 2.1 Die Vorinstanz stellt auf die Einschätzungen im Gutachten der Orthopädischen Klinik des Spitals L.________ vom 9. Januar 2003 sowie im Gutachten des Dr. med. G.________, FMH Psychiatrie/Psychotherapie, vom 13. Mai 2003 und dessen Ergänzung vom 16. Juni 2003 ab, und geht von einer Arbeitsfähigkeit von 60% in einer leidensangepassten Tätigkeit aus. Weiter erachtet das kantonale Gericht die Restarbeitsfähigkeit auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt als verwertbar. Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Ansicht, auf die Auffassung des Dr. med. G.________ sei infolge Widersprüchlichkeit nicht abzustellen. Zudem leide er an einer schweren Depression mit psychotischer Dekompensation und sei wegen seiner körperlichen und psychischen Leiden vollständig arbeitsunfähig. Aber sogar wenn von einer Restarbeitsfähigkeit von 60% ausgegangen werde, sei diese nicht verwertbar, da keine entsprechenden Stellen vorlägen; ein ausgeglichener Arbeitsmarkt könne nicht unterstellt werden. 2.2 Aufgrund der beiden überzeugenden und schlüssigen Gutachten (Spital L.________ vom 9. Januar 2003 sowie Dr. med. G.________ vom 13. Mai 2003 mit Ergänzung vom 16. Juni 2003) ist von einer Arbeitsfähigkeit von 60% für leichte körperliche Tätigkeiten ohne Heben schwerer Gegenstände über fünf Kilogramm auszugehen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird pauschal eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auch aus körperlichen Gründen geltend gemacht; begründete Einwände gegen die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch das Spital L.________ werden jedoch nicht erhoben und sind auch nicht ersichtlich. Dem Gutachten des Dr. med. G.________ wirft der Versicherte dagegen konkret Widersprüchlichkeit vor, indem der Experte einerseits eine leichte depressive Verstimmung diagnostiziere, andererseits aber feststelle, der Beschwerdeführer könne keinen Zusammenhang zwischen der Psyche und den körperlichen Schmerzen herstellen oder Verständnis dafür aufbringen. Diese Argumentation überzeugt nicht: Der von Dr. med. G.________ festgehaltene Umstand, dass der Versicherte keinen Zusammenhang zwischen der Psyche und den körperlichen Schmerzen herstellen kann, mag für psychische Probleme zwar allenfalls symptomatisch sein, führt jedoch nicht ohne weiteres zu einem Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. So hält der Experte Dr. med. G.________ denn aufgrund seiner vorhergehenden Ausführungen überzeugend fest, es gebe aus psychiatrischer Sicht "keine psychopathologischen Befunde, die die Arbeitsfähigkeit ... beeinträchtigen würden", während die leichte depressive Verstimmung die Arbeitsunfähigkeit nur geringfügig erhöhe. Der letztinstanzlich eingereichte Kurzbericht des Dr. med. P.________ vom 10. März 2005 über die Mitte Januar 2005 aufgenommene Behandlung und das ebenfalls erst vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht zu den Akten gegebene Zeugnis dieses Arztes vom 11. Mai 2005 sind für das vorliegende Verfahren allein schon deshalb nicht massgebend, da sie einen Zeitpunkt nach dem - Grenze richterlicher Überprüfungsbefugnis bildenden (RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101) - Zeitraum bis zum Einspracheentscheid (August 2004) betreffen. Entgegen der Vermutung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde bestehen keinerlei Hinweise dafür, dass Symptome der von Dr. med. P.________ (ohne Begründung) angenommenen schweren Depression mit psychotischer Dekompensation (akustische Halluzinationen) schon im Jahr 2003 hätten erkennbar sein müssen; dies wird denn auch vom behandelnden Arzt nicht erwähnt. Die medizinischen Unterlagen des Dr. med. P.________ können allenfalls Grundlage einer Neuanmeldung sein. 2.3 Das kantonale Gericht hat mit ausführlicher und überzeugender Begründung dargelegt, weshalb dem Versicherten die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichen Arbeitsmarkt (vgl. dazu Urteil C. vom 16. Juli 2003, I 758/02, Erw. 3.3) möglich und zumutbar ist. Darauf kann ohne weiteres verwiesen werden. Die Kritik des Versicherten berücksichtigt nicht, dass das Gesetz (Art. 16 ATSG resp. bis Ende 2002 Art. 28 Abs. 2 IVG) explizit einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt voraussetzt. An diese Vorgabe sind die Gerichte und rechtsanwendenden Behörden gebunden (Art. 191 BV). 2.4 Zu Recht nicht bestritten sind die für die Bemessung des Invaliditätsgrades herbeizuziehenden Einkommen vor und nach Eintritt des Gesundheitsschadens. Damit ist die vom kantonalen Gericht auf maximal 59% festgesetzte Invalidität nicht zu beanstanden, wobei anzumerken ist, dass die Vorinstanz die effektive Höhe des behinderungsbedingten Abzuges (dazu BGE 126 V 78 Erw. 5) letztlich offen gelassen hat.