Citation: 6B_880/2009 30.03.2010 E. 5

5.1 Die Vorinstanz stellt fest, dass A.________ bei der B.________ AG lediglich pro forma bis anfangs Juni 2002 als Verwaltungsrätin im Handelsregister eingetragen gewesen sei. Sie habe die ihr von der B.________ AG zur Verfügung gestellten Kreditkarten zur Bezahlung privater Aufwendungen benutzt, wobei sie - abgesehen von ihrer Funktion als sogenannte "Verwaltungsrats-Strohfrau" - dafür keine Gegenleistung erbracht habe. Der Beschwerdeführer habe seine Sorgfalts- und Treuepflichten verletzt, indem er A.________ die Kreditkarten zur Verfügung stellte. Ein verrechenbarer Anspruch auf Rückzahlung des von A.________ gewährten Darlehens von Fr. 500'000.-- sei erst mit der Gutschrift des Darlehensbetrags am 4. April 2002 auf dem Firmenkonto der B.________ AG entstanden. Sämtlichen vor diesem Zeitpunkt getätigten Kreditkartenbezügen habe keine verrechenbare Darlehensforderung gegenübergestanden. Die Bezüge hätten zumindest zu einer vorübergehenden Schädigung des Vermögens der B.________ AG geführt. A.________ habe von Januar 2002 bis zum 4. April 2002 Leistungen im Wert von rund Fr. 29'500.-- bezogen, wovon ein Honorar für die Funktion als Mitglied des Verwaltungsrats von Fr. 2'000.-- abzuziehen sei (angefochtenes Urteil E. 3.2.4 S. 12). 5.2 Der Beschwerdeführer vertritt die Ansicht, dass die Kreditkartenbezüge vor dem 4. April 2002 ebenfalls buchhalterisch mit der späteren Darlehenszahlung von A.________ verrechnet worden seien. Er sei vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung freizusprechen, da keine Schädigung des Vermögens der B.________ AG erfolgt sei. Zudem sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Zurverfügungstellung einer Kreditkarte den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung erfüllen sollte. Der Beschwerdeführer habe die Kreditkarte nicht zur Verfügung gestellt, sondern A.________ habe die Anträge für die Kreditkarten unterzeichnet (Beschwerde S. 28 ff.). 5.3 Wie von der Vorinstanz ausgeführt, entstand die Möglichkeit der Verrechnung der Kreditkartenbezüge mit dem Darlehen erst zum Zeitpunkt der Überweisung des Darlehens. Daran ändern auch allfällige Verbuchungen nichts, die gemäss Darstellung des Beschwerdeführers zeigen sollen, dass man die Beträge gegenüber A.________ habe geltend machen wollen. Es kam mindestens zu einer vorübergehenden Vermögensschädigung der B.________ AG. Auch wenn A.________ als einzelzeichnungsberechtigte Verwaltungsrätin die Kreditkarten selbst beantragte, ändert sich im Ergebnis nichts an der Strafbarkeit des Beschwerdeführers. Da ihm als Geschäftsführer eine Garantenstellung zukam, ist unmassgeblich, ob die Pflichtwidrigkeit in einer Handlung oder einer Unterlassung bestand (MARCEL ALEXANDER NIGGLI, in: Basler Kommentar, StGB, 2. Aufl. 2007, N. 108 zu Art. 158 StGB). Indem er nichts gegen die Kreditkartenbezüge durch A.________ unternahm bzw. diese nicht überwachte, verletzte er seine Sorgfaltspflichten.