Citation: 6P.59/2003 08.09.2003 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, im Rahmen der sog. Wiedereröffnung des Beweisverfahrens an der Berufungsverhandlung vom 20. Februar 2003 sei er lediglich über Nichtigkeiten befragt worden, beispielsweise über die Anzahl und den Lohn seiner Mitarbeiter. Im Vertrauen darauf, dass die Berufungsinstanz vom erstinstanzlich festgestellten Sachverhalt nur insoweit abweichen könne, als sie diesbezüglich neue Beweise erhebe, habe er seinerseits auf weitere Beweisanträge verzichtet. Dem angefochtenen Urteil liege indessen eine neue, vom erstinstanzlichen Entscheid abweichende Würdigung des Sachverhalts zu Grunde, ohne dass ein rechtsgenügliches Beweisverfahren durchgeführt worden wäre. Das Kantonsgericht werde im Falle der Gutheissung der vorliegenden staatsrechtlichen Beschwerde ein ordentliches Beweisverfahren durchzuführen haben (staatsrechtliche Beschwerde S. 8). Der Beschwerdeführer legt nicht dar, welche verfassungsmässigen Rechte das Kantonsgericht durch das geschilderte Vorgehen inwiefern verletzt habe. Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist daher in diesem Punkt nicht einzutreten. 3.2 Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auf Folgendes hinzuweisen: Die Tatfrage, ob der Beschwerdeführer eine Verwendung des von ihm angebauten und verkauften Hanfs als Betäubungsmittel in Kauf genommen habe, muss bei Fehlen eines diesbezüglichen Geständnisses auf Grund von äusseren Umständen entschieden werden. Der Polizeirichter des Seebezirks hat die Frage gestützt auf verschiedene Umstände verneint und daher den Beschwerdeführer freigesprochen. Der Beschwerdeführer habe gemäss seinen Aussagen sowohl mit A.________ als auch mit B.________ die Problematik der Betäubungsmittelgewinnung thematisiert und sei zur Auffassung gelangt, dass es für diese beiden Personen kein Ziel darstelle, den Hanf als Betäubungsmittel zu verkaufen. Er habe sich die Betriebe der beiden Abnehmer angeschaut und gesehen, welche Hanfprodukte dort angeboten werden. Zudem habe er nicht zwischen weiblichen und männlichen Hanfpflanzen selektioniert. Er habe gewusst, dass daher seine Ware nicht besonders hochwertig gewesen sei, da sie viele Samen enthalten habe (Urteil des Polizeirichters vom 21. Dezember 2001, S. 4). Das Kantonsgericht ist demgegenüber, den Argumenten der Beschwerde führenden Staatsanwaltschaft folgend, zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführer eine Verwendung des Hanfs als Betäubungsmittel in Kauf genommen habe. Er habe auf Grund der Abnahmeverträge und seiner Besichtigungen in den Betrieben von A.________ und B.________ gewusst, dass diese neben Hanfprodukten wie Kleidern, Salben, Shampoos auch sog. "Asthmakissen" sowie insbesondere Hanftee anboten, der, wie auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt sei, auch als Betäubungsmittel konsumiert werden könne. Er habe zudem gewusst, dass gegen A.________ und B.________ Strafverfahren unter anderem wegen Betäubungsmitteldelikten hängig gewesen seien. Auch der Kaufpreis von maximal Fr. 600.-- / kg Hanf beziehungsweise der Gesamterlös von Fr. 36'000.-- für den auf 10 Aren angebauten und geernteten Hanf hätte ihn stutzig machen sollen (angefochtenes Urteil S. 5 f.). Das Kantonsgericht hat mithin die sich aus den Akten ergebenden Umstände anders gewichtet und gewürdigt als der Polizeirichter und ist daher abweichend von diesem zum Schluss gelangt, der Beschwerdeführer habe eine Verwendung des Hanfs als Betäubungsmittel in Kauf genommen. Es ist nicht ersichtlich, weshalb das Kantonsgericht unter den gegebenen Umständen diese abweichende Feststellung von Verfassungs wegen nur nach vorgängiger Erhebung weiterer Beweise hätte treffen dürfen.