Citation: 5A_972/2020 E. 2

Das Obergericht ist von folgendem Sachverhalt ausgegangen: Anlässlich der ordentlichen Versammlung der Stockwerkeigentümer vom 30. März 2017, an welcher A.________ nicht teilgenommen hat, wurde unter dem Traktandum 9 ("Verschiedenes") auf die in absehbarer Zeit bevorstehenden Sanierungsarbeiten an den Balkonen hingewiesen. Genannt wurden Betonabplatzungen und die (mit asbesthaltigem Eternit belasteten) Seitenwände. Mit Schreiben vom 4. Januar 2018 wurde den Stockwerkeigentümern ein Projekt "Neue Balkone" präsentiert und zur Teilnahme an einer Umfrage eingeladen. Alle 24 unmittelbar betroffenen Wohnungseigentümer nahmen an der Umfrage teil, wobei eine Zweidrittelsmehrheit ihr Interesse an einer Neugestaltung der Balkone bekundete. Der Beschwerdeführer lehnte das Projekt ab. Am 16. Mai 2018 lud die Verwaltung zu einer ausserordentlichen Miteigentümerversammlung für den 30. Mai 2018 ein. Traktandiert wurde namentlich die "Sanierung bzw. Neuerstellung der Balkone gemäss Info./Umfrage Dezember 2017". Am 25. Mai 2018 erhielten die Stockwerkeigentümer ein weiteres Informationsschreiben über das Projekt mit "verbindlichen Angaben betreffend Art, Aussehen und Kosten der neuen Balkone". Darin wurde das Projekt wie folgt beschrieben: "Die bestehenden Balkone mit Seitenwänden werden entlang der Fassadenlinie abgefräst, auf LKWs verladen und entsorgt. Die Nische der Fassadenlinie bis zur Fensterfront von ca. 65 cm Tiefe bleibt bestehen. Die Tragkonstruktion der neuen Balkone wird in Stahlbau verzinkt hergestellt. Die Breite beträgt 2.00 m, die totale Breite der Balkone neu also 2.65 m. Die Länge bleibt gemäss den heutigen Betonbrüstungen gleich plus 15 cm. Die Balkonbrüstungen und Seitenwände (von 1 m Breite) bestehen aus einem Chromstahlgeländer mit Füllungen aus Sicherheitsverbundglas und Mattfolie. Die neue Tragkonstruktion wird an der Fräskante der bestehenden Bodenplatte angedübelt und auf zwei Stahlstützen an den vorderen Balkonecken auf zwei neuen Betonfundamenten abgestützt. Der Boden aus Terraza Kunststoffplatten wird auf der ganzen Fläche der neuen Balkone (auch auf der bestehenden Nische) eingebaut. Die Sonnenstoren werden demontiert und an die neue Tragkonstruktion montiert. Optional kann der Storen Stoff [sic] ersetzt werden." Bei diesem Vorgehen würden die Balkone letztlich um 2.7 m2 vergrössert. Laut dem Informationsschreiben würden folgende Kosten anfallen: Fr. 14'600.-- für die 5.5-Zimmerwohnungen des Gebäudes y, Fr. 13'700.-- für die 4.5-Zimmerwohnungen der Gebäude w, x und z und die 3.5-Zimmerwohnungen der Gebäude x und z sowie Fr. 13'000.-- für die 3.5-Zimmerwohnungen der Gebäude w und y. Davon sollten Fr. 120'000.--, aufgeteilt nach den Wertquoten der Wohnungen, aus dem Erneuerungsfonds bezogen und die Differenz als Einmalzahlungen von den jeweiligen Eigentümern übernommen werden. Als Eigentümer einer 4 ½-Zimmerwohnung im Gebäude z sollte der Beschwerdeführer Fr. 5'192.65 aus dem Erneuerungsfonds erhalten, womit die Einmalzahlung Fr. 8'507.35 betrug. An der Versammlung vom 30. Mai 2018 waren die Eigentümer von 23 Wohnungen anwesend oder vertreten; die der Stockwerkeigentümergemeinschaft B.________-Strasse u/v zugewiesenen Bastelräume und Einstellhallenplätze wurden von der Abstimmung ausgenommen. Das Projekt erhielt 17 Ja-Stimmen, während 5 Eigentümer - worunter der Beschwerdeführer - dagegen stimmten; ein Eigentümer enthielt sich der Stimme. Die zustimmenden Stockwerkeigentümer machten mehr als die Hälfte der Miteigentümer und gleichzeitig mehr als die Hälfte der Wertquoten aus.