Citation: 6B_322/2022 E. 2.4.6

2.4.6. Das angefochtene Urteil verletzt auch den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, die Raserfahrt des Beschwerdegegners sei noch knapp verhältnismässig. Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar ist nachvollziehbar, dass der Beschwerdegegner seine Ehefrau möglichst schnell nach Hause bringen wollte. Unverständlich erscheint aber, dass er mit 200 km/h fuhr. Damit schuf er nicht nur ein Risiko für andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch eine zusätzliche Gefahr für seine Ehefrau. Der Zeitgewinn von höchstens einigen Minuten steht in keinem Verhältnis zur massiv übersetzten Geschwindigkeit. Nichts ändert daran der vorinstanzliche Hinweis auf die guten Strassen- und Sichtverhältnisse, zumal diese durch die Dunkelheit relativiert werden.