Citation: K 125/03 24.02.2005 E. 5

5.1 Dr. med. Dr. med. dent. X.________ diagnostizierte im Zahnschadenformular vom 28. August 2001 pericoronale Infekte und follikuläre Zysten mit chronischer Entzündung bei verlagerten Weisheitszähnen 18, 28 und 48. In den nachfolgenden Berichten umschrieb er den Krankheitswert als rezidivierende pericoronale Infekte, bis in die Kieferhöhle reichende Wurzeln der verlagerten Weisheitszähne 18 und 28, Denudierung der Zahnhälse und Wurzeln der benachbarten Zähne 17 und 27, follikuläre Zysten mit chronischer Entzündung bei den Weisheitszähnen 18 und 28 sowie manifeste, infizierte Parodontaltaschen zwischen dem Zahn 47 und dem verlagerten Weisheitszahn 48 mit Verbindung zur Mundhöhle. 5.2 Nach mehrmaligem Beizug des Vertrauenszahnarztes Dr. med. dent. Y.________ lehnte die KPT die Übernahme der Behandlungskosten ab mit der Begründung, die Weisheitszähne 18, 28 und 48 seien nicht verlagert, weshalb keine Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bestehe. 5.3 Die Vorinstanz würdigte die verschiedenen medizinischen Berichte und kam ebenfalls zum Schluss, dass das Vorliegen einer Verlagerung für keinen der drei betroffenen Weisheitszähne mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sei, sodass die Frage des qualifizierten Krankheitswertes offen gelassen werden könne. 5.4 Was zunächst die Verlagerung der Weisheitszähne 18, 28 und 48 anbelangt, gehen die Meinungen des behandelnden Arztes Dr. med. Dr. med. dent. X.________ einerseits und des Vertrauenszahnarztes Dr. med. dent. Y.________ andrerseits auseinander. So dokumentiert nach Auffassung des behandelnden Arztes auch das neu aufgelegte Röntgenbild vom 22. August 2001 die Lage der Weisheitszähne ausserhalb der Zahnreihe bzw. ausserhalb des Alveolarfortsatzes bzw. ausserhalb des Kausystems, wohingegen der Vertrauenszahnarzt der Beschwerdegegnerin aus der Gegenüberstellung der Röntgenbilder von 1991 und 2001 die normale Entwicklung der Weisheitszähne erkennt. Die Zähne - so Dr. med. dent. Y.________ - hätten ihre korrekte Lage eingenommen, stünden achsenrichtig an ihrem richtigen Platz, eindeutig im Alveolarfortsatz, und seien auch nicht gekippt. Die Frage der Verlagerung der betroffenen Weisheitszähne kann indessen offen bleiben, weil die Pathologie und die notwendigen Massnahmen zu deren Beseitigung oder Verringerung für das Vorliegen des erforderlichen qualifizierten Krankheitswertes nicht ausreichen. Die Behandlung bestand in der Entfernung der Zähne sowie in einer Konsultation vor und vier Konsultationen nach dem Eingriff. Selbst wenn die vom behandelnden Arzt geltend gemachte Pathologie vorhanden war, konnte sie durch die Entfernung der Weisheitszähne behoben werden, ohne dass ein Ersatz der entfernten Zähne oder andere aufwändige Massnahmen notwendig geworden wären. Auch fehlen jegliche Anhaltspunkte für irgendwelche Schwierigkeiten oder besondere Komplikationen bei der Entfernung der Weisheitszähne, sodass in Anbetracht der Rechtsprechung die Voraussetzungen für eine diesbezügliche Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht erfüllt sind.