Citation: 5A_691/2008 17.12.2008 E. 3.2

3.2. Das Grundstück B.________, GbBI 5, untersteht nicht dem BGBB, die gesetzlichen Mindestanforderungen hinsichtlich der Grösse sind nicht erfüllt." Es könne offen bleiben, ob die Zustellungsvorschriften dieser Verfügung verletzt worden seien. Die Frage einer vorfrageweisen Überprüfung der Nichtigkeit dieser Verfügung habe sich nämlich für das Betreibungsamt A.________ bei Ausstellung der Verlustscheine bzw. der Pfändungsurkunde nicht gestellt, da diese Verfügung und somit allfällige Verletzungen von Verfahrensfehlern bei Erlass dieser Verfügung des Regierungsstatthalters R.________ keine direkten Auswirkungen auf die nachfolgenden Betreibungshandlungen gehabt hätten. Lediglich indirekt habe die Verfügung eine Auswirkung gehabt, indem für die Grundstücke weniger gelöst worden sei. Da keine Nichtigkeitsgründe in Bezug auf die Betreibungshandlungen des Betreibungsamts A.________ geltend gemacht würden, seien demzufolge weder die angefochtenen Verlustscheine noch die Pfändungsurkunde nichtig. Die Vorinstanz fährt fort, ob der Steigerungszuschlag (vgl. dazu auch Art. 230 Abs. 1 OR) heute überhaupt noch zufolge Nichtigkeit aufgehoben werden könnte, sei zudem eine andere Frage. Sei nämlich eine Betreibung abgeschlossen und ihr Verwertungserlös verteilt, so bestehe keine Möglichkeit mehr, sich auf die Nichtigkeit einzelner Betreibungshandlungen zu berufen (Staehelin/Bauer/Staehelin, Kommentar zum SchKG, N. 20 zu Art. 22 SchKG; Jaeger/Walder/Kull/Kottmann, Kommentar zum SchKG, N. 11 zu Art. 22 SchKG). Ausserdem hätten die Beschwerdeführer den Steigerungszuschlag offenbar bereits früher erfolglos vor Obergericht des Kantons Bem angefochten. 2.2 Dagegen wenden die Beschwerdeführer ein, die Behauptung, dass sie den Steigerungszuschlag vergeblich beim Obergericht des Kantons Bern angefochten hätten, sei willkürlich, denn das gegen den hohen Pfandausfall gerichtete Verhalten der Beschwerdegegnerin sei erst ab dem 15. Januar 2007 in Ansätzen erkennbar gewesen. Dieser in keiner Hinsicht rechtsgenüglich begründete Willkürvorwurf kann nicht gehört werden (E. 1.5 hiervor). Das Gleiche trifft auch auf den Einwand zu, die Vorinstanz behaupte unbehelflich, dass das Betreibungsamt A.________ "alles richtig gemacht habe", denn mit der auf den 1. Januar 1997 in Kraft getretenen Revision des SchKG habe die Rechtsstellung des Schuldners verbessert werden sollen. Dies trifft mit Bezug auf die Grundstücksteigerungen gerade nicht zu, denn das Bundesgericht hat auf dem Wege der Rechtsprechung den Grundsatz aufgestellt, dass der Zuschlag nach Ablauf eines Jahres seit Ersteigerung nicht mehr wegen eines Formfehlers aufgehoben werden dürfe, für den der Ersteigerer keine Verantwortung trage (BGE 98 III 57 E. 1; 73 III 23 E. 2 S. 26). Vor Ablauf dieser Frist müsse die Aufhebung des Zuschlags aber möglich bleiben. Diese Rechtsprechung ist mit der Revision von 1994 in Art. 132a Abs. 3 SchKG kodifiziert worden (PIERRE-ROBERT GILLIÉRON, Poursuite pour dettes, faillite et concordat, 4. Auflage 2005, Rz. 1350 S. 259). Und darauf hatte bereits das Obergericht des Kantons Bern in seinem Urteil vom 9. Dezember 2004 hingewiesen. Es ist damit haltlos, wenn die Beschwerdeführer wiederholt vortragen, die Ansprüche der Beschwerdegegnerin gründeten auf der nichtigen Feststellungsverfügung vom 2. August 2004. 2.3 Im angefochtenen Beschluss wird nach dem Gesagten zu Recht die Auffassung vertreten, der Steigerungszuschlag könne nach Abschluss der Betreibung nicht mehr wegen Nichtigkeit einzelner Betreibungshandlungen beanstandet werden. Auch dazu fehlen sachbezogene Einwände seitens der Beschwerdeführer. Die Vorinstanz hat auch darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführer sowohl die Vorgeschichte der Steigerung als auch den Zuschlag bereits im damaligen Zeitzusammenhang gekannt und auch angefochten hätten. Sie kannten insbesondere den (nach ihrer Meinung) unbefriedigenden Erlös. Sie hätten Gelegenheit gehabt, sich bereits damals gegen die Schätzung (der dem BGBB unterstellten Liegenschaft) und gegen den Zuschlag zur Wehr zu setzen. Das bernische Obergericht führte übrigens schon im Urteil vom 9. Dezember 2004 aus, die öffentliche Bekanntmachung der Steigerung sei nicht zu beanstanden. Dass dieses Urteil nichtig sei, machen sie selber nicht geltend. Dieser Entscheid wurde von den Beschwerdeführern beim Bundesgericht nicht angefochten und kann auch nicht mehr im vorliegenden Verfahren überprüft werden, wie den Beschwerdeführern bereits erläutert wurde (Urteil 7B.230/2005 vom 11. Januar 2006). Damit waren die Betreibungsbehörden im jetzigen Verfahren an das Steigerungsergebnis gebunden.