Citation: 2C_96/2024 E. 5.3

5.3. Das Bundesgericht hat im Zusammenhang mit Art. IV.1 (Anerkennung von Qualifikationen, die den Zugang zur Hochschulbildung ermöglichen) und Art. VI.1 (Anerkennung von Hochschulqualifikationen) des Lissabonner Übereinkommens festgehalten, dass das Prinzip der Akzeptanz bzw. (wechselseitigen) Anerkennung - wesentliche Unterschiede vorbehalten - von den Antragstellern direkt geltend gemacht werden kann (zu Art. IV.1: BGE 140 II 185 E. 4.2; Urteile 2C_9/2016 vom 22. August 2016 E. 2.1.2; 2C_916/2015 vom 21. April 2016 E. 2.1.1; zu Art. VI.1: Urteile 2C_399/2018 vom 26. März 2021 E. 6.3; 2C_493/2017 vom 5. Februar 2018 E. 5.2). Art. IV.1 und Art. VI.1 sind Art. V.1 des Lissabonner Übereinkommens im Wortlaut ähnlich. Allerdings fallen Studienzeiten im Gegensatz zu Hochschulqualifikationen und Qualifikationen, die den Zugang zur Hochschulbildung ermöglichen, nicht unter den Begriff der "Qualifikation" (vgl. Art. I Lissabonner Übereinkommen), womit z.B. fraglich ist, ob Abschnitt III des Abkommens (Wesentliche Grundsätze in Bezug auf die Bewertung von Qualifikationen) auch auf ihre Anerkennung Anwendung findet. Das Prinzip der Akzeptanz gilt aber - unter dem Vorbehalt wesentlicher Unterschiede - auch für die Anerkennung von Studienzeiten nach Art. V.1 des Lissabonner Übereinkommens.