Citation: 5A_852/2023 E. 4

Als offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung bemängelt die Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Erkenntnis, der zufolge die Verfügung vom 2. März 2023 implizit zum Ausdruck bringe, dass die nicht eröffneten eingelieferten Dokumente keine zu eröffnenden letztwilligen Verfügungen beinhalten würden. "Effektiv" befasse sich der Einzelrichter in der fraglichen Verfügung "mit keinem Satz" mit den übrigen zur Eröffnung eingereichten Dokumenten und den letztwilligen Verfügungen (s. Sachverhalt Bst. B.a); auch eine "implizite" Auseinandersetzung habe nicht stattgefunden. Weiter rügt die Beschwerdeführerin eine unrichtige Anwendung von Art. 29 Abs. 1 BV sowie von Art. 319 Bst. c und Art. 321 Abs. 4 ZPO. Sie wirft dem Kantonsgericht vor, die formelle Rechtsverweigerung mit dem Hinweis darauf zu verwerfen, dass der Einzelrichter die Sache mit der Verfügung vom 2. März 2023 erledigt habe. Der Einzelrichter habe den Beteiligten mit der fraglichen Verfügung nur eine Fotokopie der Kopie der eigenhändigen letztwilligen Verfügung vom 30. Oktober 1969 und des Testaments (2. Entwurf) vom 27. Januar 2005 zugestellt und damit die Sache gerade nicht (vollständig) erledigt. Die Beschwerdeführerin insistiert, dass die Verfügung vom 2. März 2022 gar nicht auf die mit der Eingabe vom 22. November 2022 zur Eröffnung eingereichten Dokumente und die drei letztwilligen Verfügungen (s. Sachverhalt Bst. B.a) eingehe. In der Folge komme das Kantonsgericht rechtsfehlerhaft zum Schluss, dass sie, die Beschwerdeführerin, anstatt des Schreibens des Einzelrichters vom 13. April 2023 bereits dessen Verfügung vom 2. März 2023 mit Rechtsverweigerungsbeschwerde hätte anfechten können. Denn erst im Schreiben vom 13. April 2023 habe der Einzelrichter explizite festgehalten, dass er die zur Eröffnung eingereichten letztwilligen Verfügungen (s. Sachverhalt Bst. B.a) nicht eröffnen werde. Sollte dieses letzte Schreiben eine Verfügung darstellen, dann wäre mit der am 24. April 2023 erhobenen Beschwerde die zehntägige Rechtsmittelfrist eingehalten gewesen. Entsprechend sei die Vorinstanz auf diese Beschwerde zu Unrecht nicht eingetreten. Schliesslich besteht die Beschwerdeführerin darauf, dass die eingelieferten Schriftstücke als eigenhändige letztwillige Verfügungen vom 27. Januar 2005, 30. Oktober 1969 und 28. Januar 2005 (vgl. Sachverhalt Bst. B.a) zu eröffnen seien. Die vorinstanzliche Beurteilung, dass es sich offensichtlich nicht um Schriftstücke mit letztwilligem Inhalt handele, verletze Art. 556 ff. ZGB. Die Beschwerdeführerin schildert, wie sich aus der Kombination der eingereichten Unterlagen ergeben soll, dass ein Original der eigenhändigen letztwilligen Verfügung vom 27. Januar 2005 "existiert oder existiert hat". Die Existenz des eigenhändigen Testaments vom 30. Oktober 1969 ergebe sich aus der am 2. März 2023 eröffneten Kopie. Die eigenhändige Verfügung vom 28. Januar 2005 sei die von B.________ verfasste, seinen Verfügungswillen dokumentierende Vereinbarung, die vom Erblasser und seinen Töchtern am 28. Januar 2005 unterzeichnet wurde und deren Existenz sich aus C.________s Zeugenaussage vom 20. August 2014 in Kombination mit den andern Urkunden ergebe. Können Existenz und Inhalt der erwähnten letztwilligen Verfügungen anhand der eingelieferten Unterlagen festgestellt werden, so sind diese Verfügungen laut der Beschwerdeführerin gültig, auch wenn ihre Mutter und ihre Schwester (s. Sachverhalt Bst. A) sie beiseite schafften bzw. vernichteten. "Folglich" seien diese eigenhändigen Testamente zu eröffnen, "und zwar in Verbindung mit den Dokumenten, welche die Existenz, den Inhalt und die eigenhändige Erstellung dieser Verfügungen von B.________ beweisen". Für die Beschwerdeführerin steht fest, dass bei verschwundenem Original die Einlieferung von Dokumenten, aus denen der Inhalt der letztwilligen Verfügung ersichtlich ist, für die Eröffnung solcher "Original-Verfügungen" genügt. Was "für sich allein oder in Kombination" eine letztwillige Verfügung sein kann, sei zu eröffnen, ansonsten Art. 510 Abs. 2 ZGB obsolet würde. Nachdem die fraglichen Dokumente geeignet seien, eine formgültige eigenhändige Erstellung einer letztwilligen Verfügung am 27. Januar 2005 zu belegen, müssten sie miteröffnet werden. Bezeichnung, Form oder Darstellung der zu eröffnenden Schriftstücke würden keine Rolle spielen, sofern der Inhalt eine Willenserklärung des Erblassers darstelle, mit der er für den Fall seines Todes Vermögensverfügungen trifft. Daher sei auch die "Vereinbarung" vom 28. Januar 2005 als letztwillige Verfügung zu qualifizieren. Zuletzt erinnert die Beschwerdeführerin an diverse Rechtsfolgen, die mit der Eröffnung einer letztwilligen Verfügung verknüpft sind, darunter die Verwirkungsfristen erbrechtlicher Klagen. Und sie beklagt sich darüber, dass sie mangels Eröffnung der erwähnten Verfügungen zu einer Feststellungsklage gezwungen sei, während andernfalls ihre Schwester eine Ungültigkeitsklage anstrengen müsste.