Citation: C 162/03 24.03.2004 E. 6

Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. 6.1 Zunächst ist fraglich, ob die von der Firma vernichteten Auftragsmappen überhaupt der geforderten Arbeitszeiterfassung genügt hätten. Wie es sich damit verhält, kann indessen mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen unbeantwortet bleiben. 6.2 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin und ihre verantwortlichen Organe auf Grund der Angaben im Formular "Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung" und der ihnen abgegebenen Informationsbroschüre "Kurzarbeitsentschädigung" des seco, Ausgabe 03/92, Kenntnis davon hatten (oder bei hinreichender Aufmerksamkeit hätten haben müssen), dass die für den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung erforderliche ausreichende Kontrollierbarkeit der Arbeitszeit ein betriebsinternes Zeiterfassungssystem (wie Stempelkarten, Stundenrapporte etc.) voraussetzt und die entsprechenden Unterlagen im Hinblick auf spätere Kontrollen aufzubewahren sind. Letzteres ergibt sich aus dem in Ziff. 24 der Broschüre unter dem Titel "Sind die Akten aufzubewahren?" Ausgeführten: "Gemäss Artikel 88 Absatz 1 Buchstabe d und Art. 96 AVIG müssen die Arbeitgeber den Arbeitslosenkassen und den zuständigen Behörden des Bundes und der Kantone alle erforderlichen Auskünfte erteilen und die nötigen Unterlagen vorlegen. Stichprobenweise werden die Auszahlungen am Sitz des Arbeitgebers geprüft. Aus diesen Gründen sind alle Akten, insbesondere die Abrechnung von Kurzarbeit, die betriebsinternen Arbeitszeitnachweise sowie die Lohnrechnungen während fünf Jahren nach Ablauf jeder Abrechnungsperiode aufzubewahren." Zwar wird in dieser Ziffer nicht ausdrücklich von der Möglichkeit einer der Auszahlung folgenden Arbeitgeberkontrolle gesprochen, indessen hätte der aufmerksame Leser aus dem unmissverständlichen Hinweis auf die fünfjährige Aufbewahrungspflicht aus Gründen der stichprobenweisen Prüfung der Auszahlungen ohne weiteres darauf schliessen müssen. Anders kann diese Verpflichtung nicht sinngebend verstanden werden. 6.3 Anhand dieses klaren Hinweises hätte die Firma bei Anwendung eines Mindestmasses an Aufmerksamkeit erkennen können und müssen, dass die fraglichen Belege über den Auszahlungszeitpunkt hinaus aufzubewahren sind. Keinesfalls durfte sie aus der vorbehaltlos erfolgten Auszahlung einfach vom plötzlichen Wegfall der Aufbewahrungspflicht ausgehen. Im Zweifelsfall hätte es an ihr gelegen, sich bei der Kasse darüber näher zu informieren, genau so wie es praxisgemäss der Antrag stellenden Firma obliegt, abzuklären, ob ihr Zeiterfassungssystem eine im Hinblick auf die Anspruchsberechtigung ausreichende Kontrolle gewährleistet (vgl. ARV 2002 Nr. 37 S. 255 Erw. 4b). Tut sie dies nicht, trägt sie die damit verbundenen Risiken. Zusammengefasst sind die Beschwerdegegnerin und ihre verantwortlichen Organe dem unter den gegebenen Umständen gebotenen Mindestmass an Sorgfalt nicht nachgekommen. Ihr Verhalten kann nicht als leichte Nachlässigkeit eingestuft werden, weshalb es an der Erlassvoraussetzung des guten Glaubens fehlt. Daran ändert nichts, dass die Firma nach eigenen Aussagen mit der Kasse mehrmals in Kontakt getreten war. Konkrete Anfragen bezüglich des Zeiterfassungssystems oder der Aufbewahrungspflicht werden weder behauptet, noch sind solche aus den Akten ersichtlich.