Citation: U 99/99 03.05.2000 E. 4

4.- a) Das hypothetische Einkommen ohne Invalidität wurde von der SUVA gestützt auf die Angaben des Arbeitgebers vom 24. März 1997 auf Fr. 3963.50 (x 13) festgesetzt, was auf Grund der Akten nicht zu beanstanden und im vorliegenden Verfahren auch nicht in Frage gestellt wird. b) Nimmt ein Versicherter nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf, können für die Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens entweder sog. Tabellenlöhne (dazu BGE 124 V 321) oder aber die Löhne von noch in Frage kommenden Tätigkeiten in verschiedenen Betrieben der Region des Versicherten, welche in den sog. DAP-Zahlen (Dokumentation über die Arbeitsplätze) der SUVA festgehalten sind (dazu RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412), herangezogen werden (vgl. auch Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Diss. Freiburg 1995, S. 215). Vorinstanz und SUVA gingen vorliegend für das hypothetische Einkommen, welches der Beschwerdeführer trotz des Gesundheitsschadens durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage noch erzielen könnte, auf Grund der von der SUVA erhobenen DAP-Zahlen von einem durchschnittlichen Einkommen von monatlich Fr. 3000.- (x 13) aus. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers stellen die durch die SUVA vorgenommenen Arbeitsplatzerhebungen eine geeignete und hinreichende Grundlage für den Einkommensvergleich dar. Daran vermag nichts zu ändern, dass sich den DAP-Erfassungsblättern, wie der Beschwerdeführer beanstandet, nicht entnehmen lässt, ob der Chef, der Personalverantwortliche oder der gewöhnlich am entsprechenden Arbeitsplatz Tätige die Angaben gemacht hat. Seinem Einwand, es fehlten Angaben, ob er bei den vorwiegend sitzend auszuführenden Tätigkeiten zwischendurch ab und zu aufstehen und eventuell sogar etwas umhergehen könne, ist entgegenzuhalten, dass in den DAP-Erfassungsblättern bei sämtlichen Arbeitsplätzen vermerkt ist, dass die Möglichkeit besteht, Pausen einzuschalten. Ob der von der SUVA ermittelte Invalidenlohn, wie vom Beschwerdeführer beantragt, um 25 % zu reduzieren ist, weil er auf Grund seiner Behinderungen zwischendurch aufstehen und/oder etwas herumgehen müsse, was sich auf seine Leistungsfähigkeit negativ niederschlage, bleibt nachfolgend zu prüfen. aa) Rechtsprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des Invalideneinkommens gegebenenfalls der Umstand zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, welche nicht mehr voll leistungsfähig sind, das durchschnittliche Lohnniveau im fraglichen Wirtschaftszweig häufig nicht erreichen (RKUV 1998 Nr. U 320 S. 601 Erw. 2a; in BGE 114 V 310 nicht publizierte Erw. 4b). Namentlich bei Versicherten, welche körperliche Schwerarbeit verrichtet haben und nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine physisch anstrengende Tätigkeit mehr auszuüben vermögen, kann sich eine solche Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit als Erwerbseinbusse niederschlagen, wenn für den Versicherten keine anderen entsprechenden Erwerbsgelegenheiten in Frage kommen, wie sie der allgemeine ausgeglichene Arbeitsmarkt enthält (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 104; ZAK 1991 S. 321 Erw. 3b). Ob ein "leidensbedingter Abzug" gerechtfertigt ist und allenfalls in welchem Umfang, ist im Einzelfall zu prüfen (AHI 1998 S. 177 Erw. 3a), wobei ein Abzug vor allem da in Frage kommt, wo das Invalideneinkommen auf der Grundlage der so genannten Tabellenlöhne, welche für gesunde Hilfsarbeiter ermittelt werden, festgesetzt wird (RKUV 1998 Nr. U 304 S. 373; vgl. auch RKUV 1999 Nr. U 343 S. 414). Vorliegend besteht für einen leidensbedingten Abzug von dem auf Grund der DAP-Zahlen ermittelten Invalideneinkommen (Fr. 3000.- bei 13 Auszahlungen, Fr. 3250.- bei 12 Auszahlungen) schon deshalb kein Anlass, weil damit der Tabellenlohn im privaten Sektor Produktion (Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 1996, Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4: Fr. 4503.-, auf 41,9 Stunden umgerechnet: Fr. 4717.-, per 1997 um 0,5 % aufgewertet: Fr. 4740.-) um weit mehr als 25 % unterschritten wird und das von der SUVA angenommene Invalideneinkommen angesichts ganztägiger Einsatzfähigkeit als sehr wohlwollend bezeichnet werden muss. bb) Da dem Beschwerdeführer die von der SUVA als Verweisungstätigkeiten ermittelten leichten und wechselbelastenden Beschäftigungen ganztags zumutbar sind, ohne dass ein potenzieller Arbeitgeber weitere gesundheitsbedingte Einschränkungen des Leistungsvermögens zu gewärtigen hätte, rechtfertigt sich eine weitere Herabsetzung der von der Anstalt erhobenen Löhne nicht.