Citation: 4A_496/2019 E. 3.1

3.1. Auch die Beschwerdeführerin geht davon aus, die Frage der Hemmung der Verjährung beurteile sich nach § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB. Nach dieser Bestimmung wird die Verjährung unter anderem durch die Erhebung der Klage auf Leistung oder auf Feststellung des Anspruchs gehemmt. Die Beschwerdeführerin zitiert in der Beschwerde aus einem von ihr selbst eingereichten Gutachten, wonach diese Bestimmung auch für eine Klage im Ausland gilt, soweit diese wie hier anerkennungsfähig ist. Allerdings muss die Klage im Ausland einer Klage im Inland gleichwertig sein. Diese Voraussetzung ist gemäss der Beschwerdeführerin nicht gegeben. Zwar anerkennt sie, dass eine Klageerhebung in Deutschland bei blossen Mängeln der Zuständigkeit, der Vereinbarung eines Schiedsgerichts oder der Wahl des falschen Rechtswegs die Verjährung effektiv hemmt. Sie beanstandet aber die Ansicht der Vorinstanz, die Klage vom 23. September 2008 nähere sich systematisch - auch wenn dafür der Begriff Prozessführungsbefugnis verwendet werde - eher Mängeln bei der Zuständigkeit, bei Vereinbarung eines Schiedsgerichts und bei der Wahl des falschen Rechtswegs etc., so dass eine Hemmung der Verjährung anzunehmen sei. Diese Auffassung basiert nach Ansicht der Beschwerdeführerin einerseits auf einer falschen Anwendung der aArt. 166 ff. IPRG und andererseits auf einer willkürlichen Anwendung von § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB.