Citation: 2C_868/2020 E. 3.3.1

3.3.1. Sie machen geltend, eine "neue Tatsache" im Sinne von Art. 151 DBG sei nicht gegeben, da im Zeitpunkt der ordentlichen Veranlagung 2014 sämtliche Informationen zum Kapitalbezug im Jahr 2015 bereits vorgelegen hätten. Das kantonale Steueramt habe die Informationen zum Kapitalbezug auch zur Kenntnis genommen, da dieser - am 6. Oktober 2015 und somit vor der ordentlichen Einschätzung vom 22. Juni 2017 für die Steuerperiode 2014 - schon veranlagt worden sei. Die Darstellung des chronologischen Ablaufs durch die Beschwerdeführer trifft zwar zu, nicht aber der von ihnen gezogene Schluss. Wie schon ausgeführt: Nach der Sonderveranlagung entsprach der Abzug von Fr. 440'000.-- objektiv einer Falschdeklaration. Aber für den diese Erklärung (und den darin geltend gemachten Abzug) prüfenden Steuerkommissär war die Falschdeklaration nicht derart offensichtlich, dass er sie bereits im ordentlichen Verfahren hätte korrigieren müssen. Deshalb lag eine "neue Tatsache" vor und erweist sich die Nachbesteuerung als gerechtfertigt.