Citation: 2C_80/2017 E. 3.2.1

3.2.1. Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht verhängte Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Die Beschwerdeführerin wurde wegen eines Tötungsdelikts mit zehn Jahren Freiheitsstrafe bestraft. Gemäss vorinstanzlichem Urteil lag der Verurteilung folgender Sachverhalt zugrunde: Nach Angaben der Beschwerdeführerin habe ihr früherer Ehemann sie in der Schweiz in ihrer Wohnung besucht, unter Drogen gesetzt und sexuelle Handlungen an ihr vollzogen. B.________ führte gegenüber der Kantonspolizei Zürich aus, er habe dadurch sein Gesicht verloren und deshalb angeordnet, dass die Beschwerdeführerin ins Heimatland verbracht werde. Dort soll ein Versöhnungsversuch stattgefunden haben. In diesem Rahmen habe die Beschwerdeführerin eine Pistole behändigt. Sie sei dann mit dem früheren Ehemann in dessen Auto gefahren und habe diesen gebeten, ihr in der Bäckerei etwas zu kaufen. Während dieser in der Bäckerei wartete, habe die Beschwerdeführerin sieben Schüsse auf ihn abgegeben. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, C.________ erschossen zu haben. Sie bringt jedoch vor, in Verzweiflung und Notwehr gehandelt zu haben. Mit diesem Einwand hat sich bereits die Vorinstanz auseinandergesetzt und dargelegt, dass das kosovarische Obergericht mit schlüssiger Begründung zum Ergebnis gekommen sei, es habe keine Notwehrsituation vorgelegen. Auch dem von den UNMIK-Behörden im Rahmen eines Rechtshilfegesuchs geschilderten Sachverhalt lasse sich eine solche nicht entnehmen. Zudem habe nach überzeugender Darlegung des Obergerichts keine entschuldbare heftige Gemütsbewegung vorgelegen, welche die Tat nach kosovarischem Recht als Totschlag hätte qualifizieren lassen. Angesichts des als solchen unbestrittenen Tathergangs erscheint die Annahme einer Notwehrsituation - selbst wenn die Situation für die Beschwerdeführerin mit einer grossen Belastung verbunden gewesen sein mag - tatsächlich unwahrscheinlich. Mit der Vorinstanz kann daher davon ausgegangen werden, dass sie auch in der Schweiz mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe bestraft worden wäre. Dass rechtsstaatliche Verfahrensgrundsätze oder Verteidigungsrechte nicht eingehalten worden wären, wird von ihr nicht vorgebracht. Soweit die Beschwerdeführerin weiter geltend macht, das Delikt vor 13 Jahren verübt und sich seither wohl verhalten zu haben, bleibt zu berücksichtigen, dass sie - nach acht Jahren im Strafvollzug - einerseits zunächst während 15 Monaten nach der Haftentlassung im März 2012 einer Überwachung durch einen Bewährungshelfer unterstand. Andererseits befindet sie sich seit ihrer Einreise in die Schweiz Ende März 2014 im migrationsrechtlichen Verfahren, weshalb die Dauer des Wohlverhaltens - selbst wenn ihr dieses zugute zu halten ist - zu relativieren ist. Angesichts der Schwere der Tat - gemäss dem vorliegend zwar noch nicht anwendbaren Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB würde sie eine obligatorische Landesverweisung nach sich ziehen - ist daher noch nicht von einer derart langen Zeitdauer auszugehen, die das öffentliche Interesse an der Fernhaltung der Beschwerdeführerin geringer erscheinen liesse. Insgesamt muss daher von einem grossen öffentlichen Interesse an der Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung an die Beschwerdeführerin ausgegangen werden.