Citation: 1C_282/2021 E. 8.6

8.6. In der Lärmprognose vom 9. März 2020 wurden für die Eggerstrasse - ohne Zubringerverkehr der Deponie - ein durchschnittlicher Tagesverkehr (DTV) von 1'057 Fahrzeugen pro Tag und ein Anteil lärmiger Fahrzeuge von 10 % (d.h. 106 Fahrzeuge) gemäss dem Standardwert von Anhang 3 Ziff. 33 Abs. 2 der Lärmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41) vorausgesetzt. Als lärmige Fahrzeuge gelten dabei Lastwagen, Sattelschlepper, Gesellschaftswagen (d.h. schwere Personenwagen zum Personentransport mit mehr als neun Sitzplätzen; vgl. Art. 11 Abs. 2 lit. d der Verordnung vom 19. Juni 1995 über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge [VTS; SR 741.41]), Motorräder und Traktoren (Anhang 3 Ziff. 32 Abs. 4 LSV). Die Anzahl von 1'057 Fahrzeugen wurde dem Verkehrsmodell des Kantons Schwyz (Stand 2017) entnommen. Aufgrund der 16 Lastwagenfahrten pro Tag, die der Deponiebetrieb auslöse, erhöhe sich der Anteil lärmiger Fahrzeuge von 10 % auf 11 %. Das Verwaltungsgericht hat sich diesen Verkehrszahlen im Entscheid vom 13. April 2021 angeschlossen. Es hat dabei erwogen, die Angaben zum DTV seien mit den Ergebnissen einer Verkehrsmessung im Jahr 2017 vereinbar. Diese war im Zusammenhang mit einer damaligen temporären Sperrung des Viadukts Willerzell durchgeführt worden. Auch sei weder ersichtlich noch würden die Beschwerdeführer substanziierte Angaben machen, inwiefern der Anteil lärmiger Fahrzeuge erheblich vom statistischen Durchschnitt von 10 % abweiche. Der Bericht über die Verkehrsmessung von 2017, auf den das Verwaltungsgericht abgestellt hat, liegt bei den Verfahrensakten. Die Beschwerdeführer bestreiten die Aussagekraft dieses Berichts, weil darin die Messstandorte nicht genau angegeben worden seien. Dieser Vorwurf ist, wie das Verwaltungsgericht festgestellt hat, unzutreffend. Diesem Bericht lässt sich auch entnehmen, dass der DTV auf der Staumauerstrasse sich in einer vergleichbaren Grössenordnung bewegt, selbst wenn er dort höher ist. Das BAFU hat sich in der Vernehmlassung ans Bundesgericht zur Beurteilung des Verkehrsaufkommens unter lärmschutzrechtlichen Gesichtspunkten geäussert. Es hat die Annahmen in der Lärmprognose auch zu den Verkehrszahlen als nachvollziehbar erachtet. Der Auffassung des fachkundigen BAFU ist zuzustimmen, zumal die Beschwerdeführer auch vor Bundesgericht keine stichhaltigen Anhaltspunkte nennen, weshalb die Angaben zum DTV und zum Anteil lärmiger Fahrzeuge offensichtlich unrichtig sein sollen. Im Hinblick auf die Prognose zu den Verkehrszahlen konnte das Verwaltungsgericht daher in zulässiger antizipierter Beweiswürdigung von weiteren Abklärungen absehen. Durch den Verzicht auf entsprechende Beweismassnahmen wurde der Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör nicht verletzt (BGE 144 II 427 E. 3.1.3 mit Hinweisen). Im Übrigen machen die Beschwerdeführer vor Bundesgericht einen erheblichen Mehrverkehr wegen zusätzlicher Umstände geltend: Der Viadukt Willerzell werde während seiner Instandsetzung in den Jahren 2022 und 2023 gesperrt. In Willerzell sei sodann nach der Verkehrsmessung von 2017 eine neue Überbauung mit 70 Haushalten hinzugekommen. Dabei begründen die Beschwerdeführer nicht, weshalb die Auswirkungen dieser neuen Tatsachen erstmalig vom Bundesgericht beurteilt werden sollen. Es handelt sich um unzulässige Noven (vgl. dazu bereits oben E. 2.2 und 7.3). Hinzu kommt insbesondere, dass gemäss den Erwiderungen der Beschwerdegegnerin die Verkehrsumleitung bei dieser Viaduktsperrung vorsehen soll, nur noch die Postauto-Verbindung und den Langsamverkehr während dieser Zeit über die Staumauerstrasse zu führen. Insgesamt lässt sich insoweit nicht ein erheblicher Mehrverkehr erwarten. Auch in dieser Hinsicht musste den Beweisanträgen, wie der Einholung eines Verkehrsgutachtens, nicht entsprochen werden.