Citation: 8C_291/2007 14.01.2008 E. 6.2

6.2.1 Von besonders dramatischen Begleitumständen oder von einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles kann nicht gesprochen werden. Ebenso wenig erfüllt die HWS-Distorsion das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen (vgl. auch RKUV 2005 Nr. U 549 S. 238 E. 5.2.3 mit Hinweisen [Urteil C. vom 15. März 2005, U 380/04]). Anhaltspunkte für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, liegen nicht vor. 6.2.2 Gemäss Gutachten vom 30. Juli 2003 leidet die Beschwerdeführerin bei einem Status nach HWS-Distorsionstrauma 1998 unter anderem an einem chronifizierten cervikovertebralen und cervikocephalen Schmerzsyndrom mit neuropsychologischen Defiziten, auch wenn dieses durch verschiedene zusätzliche Faktoren wie eine schwere depressive Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung erheblich mitunterhalten wird. In Würdigung der gesamten Sachlage ist das Kriterium der Dauerbeschwerden gegeben. 6.2.3 Bezüglich der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist eine Behandlungsbedürftigkeit während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS oder äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild noch als in einem üblichen Rahmen liegend zu betrachten (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 462/04 vom 13. Februar 2006, E. 2.4.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin steht seit dem Unfall in Behandlung, wobei die psychiatrische im Gutachten vom Januar 2001 noch als zu wenig intensiv erachtet worden war, weshalb die Spezialisten von der Klinik L.________ einen stationären Aufenthalt in der PUK empfahlen, welcher in der Folge auch durchgeführt worden war. Bis zum Verfügungserlass im Mai 2006 stand sie in regelmässiger ärztlicher Behandlung. Auch diesbezüglich ist bei einer weit über drei Jahre reichenden Dauer von einem erfüllten Kriterium auszugehen. 6.2.4 Schliesslich ist auch das Kriterium der langandauernden Arbeitsunfähigkeit erfüllt, nachdem die Beschwerdeführerin seit dem Unfall im Januar 1998 - mit Ausnahme einer drei bis vier Monate dauernden 50%igen Arbeitsfähigkeit vom Juli 1998 bis Oktober 1998, der vom Arbeitgeber als nicht verständlicher Arbeitsversuch gewertet wurde ("Sie sei sehr bald weinend zu ihm [dem Chef] gekommen, weil sie die Arbeit nicht erledigen könne: Sie habe von Schmerzen und Schwindel berichtet. Es sei für ihn ersichtlich gewesen, dass Frau N.________ die Arbeit aus gesundheitlichen Gründen endgültig nicht mehr bewältigen könne") - immer zu mindestens 70 % arbeitsunfähig war. Bis zur verfügten Einstellung der Versicherungsleistungen ergibt das eine über acht Jahre dauernde Arbeitsunfähigkeit in erheblichem Ausmass, weshalb dieses Kriterium mit Sicherheit erfüllt ist. 6.3 Eine Gesamtwürdigung des Unfallgeschehens und der unfallbezogenen Kriterien, welche in gehäufter Weise erfüllt sind, ergibt, dass dem Unfall vom 12. Januar 1998 für die über den 30. April 2006 hinaus anhaltenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt, weshalb die Adäquanz, entgegen der Auffassung von Vorinstanz und Beschwerdegegnerin, zu bejahen ist. Hinsichtlich der Zusprechung konkreter Versicherungsleistungen wird auf die Beschwerde nicht eingetreten, da die Beschwerdegegnerin darüber noch zu verfügen haben wird.