Citation: C 139/98 26.05.2000 E. 1

ratio legis, veränderten äusseren Verhältnissen oder gewan- delten Rechtsanschauungen entspricht (BGE 125 V 207 Erw. 2 mit Hinweisen). d) Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwer- de, denen mit Blick auf den Schutzzweck der Insolvenzent- schädigung eine gewisse Berechtigung nicht abgesprochen werden kann, erfüllen diese Voraussetzungen für eine Ände- rung der beanstandeten Rechtsprechung indes nicht. Danach können zedierte Lohnansprüche - bei Erfüllung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen - durch Ausrichtung von Insolvenz- entschädigungen von den Arbeitslosenkassen gedeckt werden, wenn die Abtretung nach Konkurseröffnung erfolgte. Eine Vorverlegung dieses Zeitpunktes (Zession der Lohnforderung vor der Konkurseröffnung) vermag demgegenüber keinen An- spruch des Dritten (Zessionars) auf Insolvenzentschädigung zu begründen. Dem steht der Wortlaut von Art. 51 Abs. 1 lit. a AVIG ("... und ihnen [d.h. den Arbeitnehmern] in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen...") entgegen, ebenso die Systematik: Der Vergleich mit Art. 219 SchKG hält nicht Stich, weil der Anspruch auf Insolvenzentschä- digung kein Nebenrecht zur arbeitsvertraglichen Lohnforde- rung darstellt, sondern eine eigenständige gesetzliche An- spruchsberechtigung gegenüber der Arbeitslosenversicherung. Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: