Citation: 8C_615/2022 E. 7.2.2

7.2.2. Dass dem Beschwerdegegner nicht mehr sämtliche Arbeiten im anwendbaren niedrigsten Kompetenzniveau offen stehen, lässt gleichfalls nicht den Schluss zu, seine Anstellungschancen seien verglichen mit denjenigen eines gesunden Mitbewerbers nur bei Inkaufnahme einer erheblichen Lohneinbusse intakt (vgl. Urteil 9C_223/2020 vom 25. Mai 2020 E 4.3.3). Der massgebliche ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1, 110 V 273 E. 4b) bietet denn auch ein genügend breites Spektrum verschiedenartigster Stellen. Selbst wenn der Beschwerdegegner in zumutbaren Verweistätigkeiten möglicherweise schlechter bezahlt ist, das heisst der vergleichbare Tabellenlohn (Medianwert) nicht erreicht wird, hat dies entgegen der Annahme des kantonalen Gerichts nicht automatisch einen (5 % übersteigenden) Abzug zur Folge. Denn jeder Anwendung statistischer Werte ist die Abstrahierung, d.h. die Ausblendung der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles immanent (BGE 142 V 178 E. 2.5.7; Urteil 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.3 mit Hinweis).