Citation: I 86/06 03.07.2006 E. 3

3.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 125 V 369 Erw. 2 mit Hinweis, 112 V 372 Erw. 2b und 390 Erw. 1b). Rechtsprechungsgemäss ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5, 117 V 199 Erw. 3b, 113 V 275 Erw. 1a mit Hinweisen). Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt (BGE 117 V 199 Erw. 3b mit Hinweis) oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5 mit Hinweisen). 3.2 Unbestrittenermassen hat sich die gesundheitliche Situation im massgeblichen Vergleichszeitraum insofern nicht verändert, als die Beschwerdeführerin damals wie heute in der angestammten Tätigkeit als typographische Gestalterin wie auch in jeder anderen Büroarbeit zu 50 % einsatzfähig ist, wobei zufolge vermehrt notwendiger Pausen innerhalb dieses Pensums eine Einschränkung von 20 % besteht (vgl. Berichte des Dr. med. F.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, vom 12. Mai 2000, der vormaligen Arbeitgeberin, der Firma H.________ AG, vom 21. November 2000 und des Dr. med. A.________, Facharzt für Neurologie FMH, Frauenfeld, vom 4. November 2004). Zu prüfen ist jedoch, ob die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen immer noch als Vollerwerbstätige zu qualifizieren wäre - wie der ursprünglichen Rentenverfügung vom 16. Februar 2001 zu Grunde gelegt - oder aber nurmehr einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen würde. 3.2.1 Die Beschwerdeführerin macht letztinstanzlich erneut geltend, auf die in ihrem Schreiben vom 18. Dezember 2004 und im Abklärungsbericht Haushalt vom 15. Februar 2005 enthaltene Angabe, wonach sie auch im Gesundheitsfall auf Grund der am 16. August 2001 und 29. April 2003 geborenen Kinder nur noch zu 30 % erwerbstätig wäre, könne nicht abgestellt werden, da sie die Frage, ob sie aktuell ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, missverstanden habe. Vielmehr belegten ihr beruflicher Werdegang, namentlich ihre Aus-, Fort- und Weiterbildungen sowie das bisherige Arbeitspensum, deutlich, dass die Familienplanung ohne den Ende September 1999 aufgetretenen Hirninfarkt anders verlaufen wäre und sie keine oder aber erst in einem späteren Zeitpunkt überhaupt Kinder gehabt hätte. 3.2.2 Die Vorinstanz hat hierzu einlässlich dargelegt, dass die Familienplanung in der Regel nicht nur von der beruflichen Situation der Frau abhängt, sondern sie auch beeinflusst wird von den Bedürfnissen des Partners, von der Partnerschaft selber, der finanziellen Situation des Paares etc. Die hypothetische Frage, ob jemand ohne Gesundheitsschaden keine Kinder gehabt hätte, lässt sich in Konstellationen wie der vorliegenden, in welcher keine objektiven Umstände - wie etwa das bereits fortgeschrittene Alter der Frau, die nicht vorhandene Zeugungsfähigkeit des Partners oder der Partnerin, eine bekannte Erbkrankheit, stete ausdrückliche Negierung des Kinderwunsches usw. - gegen Kinder sprechen, retrospektiv kaum beantworten. Im angefochtenen Entscheid wurde in allen Teilen zutreffend erwogen, dass sich insbesondere auch aus der beruflichen Laufbahn der Beschwerdeführerin kein anderer Schluss ergibt. Erweist es sich mithin als unmöglich, bezüglich dieser Frage eine Antwort zu ermitteln, welche zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen, fällt der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen). Da es die Versicherte ist, die sich darauf beruft, trotz gegenüber der ersten Verfügungsgrundlage (vom 16. Februar 2001) veränderter tatsachlicher Verhältnisse (Heirat im Mai 2001, Geburt der Kinder am 16. August 2001 und 29. April 2003) im Gesundheitsfall noch zu 100 % erwerbstätig zu sein, hat sie die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde findet in einem solchen Fall keine Beweislastumkehr statt. Es kann auch nicht von einer verspäteten Rentenrevision die Rede sein. Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auch ohne krankheitsbedingte Einschränkungen zwischenzeitlich Mutter zweier Kinder geworden wäre. Ob sie unter diesen Vorzeichen einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 30 %, wie von der Beschwerdegegnerin angenommen, oder aber von 50 %, so die Argumentation der Versicherten, nachginge, kann, wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, offen bleiben.