Citation: 6P.135/2003 03.02.2004 E. 2

Der Beschwerdeführer macht Willkür geltend. Er habe den auf dem Schwarzenbachweg rennenden Knaben nicht schon aus grösserer Distanz, sondern erst etwa 40 - 50 Meter vor dem Kollisionspunkt zum ersten Mal erblickt. 2.1 Das Kantonsgericht unterteilt das Unfallgeschehen in zwei Phasen. Es nimmt an, in der ersten Phase habe der Beschwerdeführer den Knaben aus einer Distanz von 50 bis 100 Metern gesehen, als er den Schwarzenbachweg in Richtung Hauptstrasse gerannt sei. In der zweiten Phase habe er ihn erblickt, als er kurze Zeit nach dem Verschwinden hinter der Böschung wieder auftauchte und auf den Fussgängerstreifen zurannte. Erst in diesem Zeitpunkt habe er seinen Lastwagen voll abgebremst. 2.2 Die Annahme des Kantonsgerichts, der Beschwerdeführer habe den Knaben zum ersten Mal aus einer Distanz von 50 bis 100 Metern gesehen, ist nicht willkürlich. Das ergibt sich schon daraus, dass im kantonalen Verfahren nach den Ausführungen des Kantonsgerichts auch der Beschwerdeführer selbst von einer solchen Distanz ausgegangen ist. Was dieser hiegegen vorbringt, führt zu keinem anderen Ergebnis. Dass der Schluss des Kantonsgerichts nicht zu beanstanden ist, folgt im Weiteren auch aus der mikroskopischen Auswertung der Fahrtschreiber-Diagrammscheibe des unfallbeteiligten Lastwagens durch den wissenschaftlichen Dienst der Stadtpolizei Zürich, auf welche sich das Kantonsgericht stützt. Danach fuhr der Beschwerdeführer bis 195 Meter vor dem Beginn der Bremsspur mit einer Geschwindigkeit von 62 km/h, verminderte das Tempo bis 115 Meter vor jenem Punkt auf 55 km/h und hernach bis 25 Meter davor auf 52 km/h. Von dieser Stelle an wurde der Lastwagen relativ stark bis auf 29 km/h abgebremst, bevor die regulären Aufzeichnungen wegen der Vollbremsung (Blockieren der Antriebsräder) endeten. Die Länge der von den linken Hinterrädern des Lastwagens stammenden Bremsspur (von insg. 19,62 Metern) beträgt bis zum Beginn des Fussgängerstreifens 12,88 Meter. Aufgrund dieser Daten gelangt das Kantonsgericht zum Schluss, der Beschwerdeführer sei mit seinem Lastwagen bis gegen 40 Meter vor dem Fussgängerstreifen noch mit einer Geschwindigkeit von ca. 52 km/h gefahren. Das Kantonsgericht nimmt zu Recht an, die Darstellung des Beschwerdeführers in der Einvernahme durch die Untersuchungsrichterin, wonach er den Knaben erstmals aus einer Distanz von etwa 40 Metern wahrgenommen habe, sei mit diesem Ergebnis nicht vereinbar. Denn an jener Stelle hat nach der Auswertung der Diagrammscheibe die starke Abbremsung des Lastwagens eingesetzt, hat der Beschwerdeführer den Knaben in der zweiten Phase des Unfallgeschehens erblickt, wie er nach dem Verschwinden hinter der Böschung wieder auftauchte. Dass der Beschwerdeführer das Kind auf dem Schwarzenbachweg aus einer Distanz von ca. 100 Metern gar nicht hätte sehen können, trifft entgegen seiner Auffassung nicht zu. Wie sich aus der Fotodokumentation in den Akten ergibt, ist das fragliche Wegstück jedenfalls aus einer Entfernung von 92 Metern einsehbar, so dass der Beschwerdeführer den Knaben aus dieser Distanz tatsächlich wahrnehmen konnte. Im Übrigen misst das Kantonsgericht der genauen Entfernung, aus welcher der Beschwerdeführer das Kind in der ersten Phase erblickt hat, keine entscheidende Bedeutung bei. Denn es gründet den Schuldspruch der fahrlässigen schweren Körperverletzung darauf, dass er seinen Lastwagen nicht schon in jenem Zeitpunkt abgebremst hat, sondern damit zuwartete, bis er den Knaben in der zweiten Phase des Unfallgeschehens hinter der Böschung wieder auftauchen und auf die Strasse zurennen sah. Die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegründet.