Citation: 2C_489/2023 E. 7.1.5

7.1.5. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, existiert im Bundesrecht mit Art. 14 VVG (Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag, SR 221.229.1) eine mit Art. 32 Abs. 1 GVG/BE sinnverwandte Bestimmung. Nach Art. 14 VVG haftet das Versicherungsunternehmen nicht, wenn der Versicherungsnehmer oder der Anspruchsberechtigte das befürchtete Ereignis absichtlich herbeigeführt hat. In der Rechtsprechung wird für den Beweis der absichtlichen Herbeiführung des Versicherungsfalls nach Art. 14 VVG das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angewendet (vgl. Urteile 4A_382/2014 vom 3. März 2015 E. 5.3; 4A_316/2013 vom 21. August 2013 E. 6.2 mit Hinweisen; bei Brandstiftung: Urteil 4A_431/2010 vom 17. November 2010 E. 2.4 und 2.6). Es ist somit nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz bei der kantonalen Parallelbestimmung Art. 32 Abs. 1 GVG/BE ebenfalls von einer Beweisnot ausgeht und für die absichtliche Herbeiführung des Schadens das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anwendet.