Citation: 1B_80/2023 E. 3.2

3.2. Diese Vorbringen sind offensichtlich unzutreffend. Die Siegelung bewirkt einerseits in rechtlicher Hinsicht ein einstweiliges Durchsuchungs- und Verwertungsverbot (DAMIAN K. GRAF, Praxishandbuch zur Siegelung, 2022, Rz. 208; ANDREAS J. KELLER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl. 2020, N. 3 zu Art. 248 StPO; vgl. auch MARTIN REIMANN, Die strafprozessuale Siegelung, 2022, Rz. 27 ff., der von einem "Verwendungsverbot" spricht). Sie ist andererseits zugleich ein physischer Vorgang, bei welchem die Strafverfolgungsbehörden die sichergestellten Unterlagen oder Datenträger in einer Art und Weise zu verpacken haben, die den Zugriff auf diese Aufzeichnungen ohne Brechen des Siegels verunmöglicht (siehe Urteil 1B_412/2021 vom 29. November 2021 E. 3.3.3). Das Stellen mehrerer Siegelungsgesuche hat jedoch weder in rechtlicher Hinsicht ein "mehrfaches Durchsuchungs- und Verwertungsverbot" noch in physischer Hinsicht das Anbringen mehrerer Siegel, die jeweils einzeln zu entfernen wären, zur Folge. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass die Frage, ob die Staatsanwaltschaft in ihrem Gesuch um Entsiegelung der sichergestellten Datenträger auf sämtliche der geltend gemachten Siegelungsgründe hinreichend eingegangen ist, nicht im Rahmen der Prüfung der Fristwahrung nach Art. 248 Abs. 2 StPO, sondern anlässlich der inhaltlichen Prüfung des Entsiegelungsgesuchs vom Zwangsmassnahmengericht zu beurteilen sein wird (vgl. Urteil 1B_424/2013 vom 22. Juli 2014 E. 2.3, nicht publ. in BGE 140 IV 108). Nichts anderes gilt hinsichtlich der Frage, wem im Entsiegelungsverfahren alles Parteistellung zu gewähren ist (vgl. Urteil 1B_487/2018 vom 6. Februar 2019 E. 2.3 f.; siehe auch DAMIAN K. GRAF, a.a.O., Rz. 270 ff.). Anzufügen bleibt, dass der Beschwerdeführer ohnehin nicht über die Legitimation verfügt, eine Verletzung der Parteirechte seiner Verteidigerin im Entsiegelungsverfahren im eigenen Namen geltend zu machen (Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG).