Citation: 6B_202/2024 E. 2.4.3

2.4.3. Die erste Instanz, auf deren Ausführungen die Vorinstanz verweist (Urteil S. 14 f.), erwägt, die Vorwürfe bzw. Begriffe der Übernahme und Veräusserung von Kokaingemisch bezögen sich entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers nicht nur auf die physischen Handlungen an sich, sondern erfassten insbesondere auch die Übernahme und Veräusserung in wirtschaftlicher Hinsicht. Die Entgegennahme von Betäubungsmitteln vor Ort bzw. das Übergeben von Betäubungsmitteln im Rahmen eines Verkaufsgeschäfts könne durch eine andere Person zur genannten Tatzeit am genannten Tatort erfolgt sein; die an den Betäubungsmitteln "wirtschaftlich berechtigte Person", welche die physischen Handlungen vor Ort hat ausführen lassen, sei dabei gleichermassen Übernehmer bzw. Veräusserer der Betäubungsmittel. Diese Konstellationen liessen sich im Übrigen ohne Weiteres der ausführlichen Strafanzeige der Polizei entnehmen, die dem Beschwerdeführer und der Verteidigung bestens bekannt seien, und seien dem Beschwerdeführer im Beisein seiner Verteidigung in den verschiedenen Einvernahmen auch jeweils konkret vorgehalten worden. Entsprechend sei davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer fraglos klar sei, was ihm vorgehalten werde, auch wenn in der Anklage teilweise differenziertere Formulierungen hätten gewählt werden können. Damit könne sich der Beschwerdeführer auch ohne Weiteres wirksam gegen die erhobenen Vorwürfe verteidigen (erstinstanzliches Urteil S. 8). Im Rahmen der Sachverhaltsfeststellung, auf welche die Vorinstanz ebenfalls verweist (Urteil S. 23 f.), erwägt die erste Instanz bezüglich der Lieferung vom 14. Juli 2018, aus den relevanten Kommunikationen sei zu schliessen, dass sich der Beschwerdeführer in der fraglichen Zeit in Serbien aufgehalten habe, er aber wie sonst auch als wirtschaftlich berechtigter Übernehmer (und Veräusserer) hinter dem Geschäft gestanden habe (erstinstanzliches Urteil S. 61). Bezüglich der Lieferung vom 12. Januar 2019 führt sie aus, gemäss den polizeilichen Erkenntnissen habe sich der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt dieser Lieferung in Serbien befunden. Auch hier sei nach der gesamten Beweislage aber ohne Weiteres davon auszugehen, dass nicht nur D.________ Adressat der Kokainlieferung gewesen sei, sondern der Beschwerdeführer wie sonst auch daran mitbeteiligt gewesen sei bzw. als wirtschaftlich berechtigter Übernehmer anteilsmässig hinter dem Geschäft gestanden habe (erstinstanzlichen Urteil S. 63). Sowohl die erste Instanz als auch die Vorinstanz qualifizieren die von ihnen erstellten Handlungen als Erwerbshandlungen im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (Urteil S. 29; erstinstanzliches Urteil S. 89).