Citation: 6B_783/2018 E. 2.4.1

2.4.1. Die Vorinstanz erwägt, für die Verwertbarkeit der Aussagen des Beschwerdeführers sei massgebend, ob zum Zeitpunkt der jeweiligen Einvernahmen erkennbar ein Fall notwendiger Verteidigung vorlag, insbesondere, ob dem Beschwerdeführer eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr drohte. Dies sei in Anbetracht der gegen den Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe klarerweise zu verneinen. Vielmehr zeige sich in Beachtung der Anklageschrift vom 18. Mai 2016, dass die Staatsanwaltschaft die Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten begehrt habe. Angesichts des expliziten Wortlauts des Gesetzes, wonach ein Fall der notwendigen Verteidigung erst vorliege, wenn der beschuldigten Person eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr oder eine freiheitsentziehende Massnahme drohe, sei offenkundig, dass die Voraussetzungen der notwendigen Verteidigung nicht vorlagen. Ergänzend sei in Anbetracht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach drohende Widerrufe früherer Freiheitsstrafen mitzuberücksichtigen seien, darauf hinzuweisen, dass in casu kein derartiger Widerruf gedroht habe. Vielmehr sei dem Auszug aus dem Strafregister des Beschwerdeführers zu entnehmen, dass gegen ihn keine bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafen ausgesprochen worden seien. Folgerichtig habe zum Zeitpunkt der Einvernahmen des Beschwerdeführers kein Fall notwendiger Verteidigung im Sinne von Art. 130 StPO vorgelegen. Seine Aussagen seien daher verwertbar.