Citation: 8C_351/2020 E. 2.2.1

2.2.1. Laut Art. 22 Abs. 1 Satz 2 AVIG erhält der Versicherte einen Zuschlag zum Taggeld der Arbeitslosenversicherung, der den auf den Tag umgerechneten gesetzlichen Kinder- und Ausbildungszulagen entspricht, auf die er Anspruch hätte, wenn er noch in einem Arbeitsverhältnis stünde. Dieser Zuschlag wird nur ausbezahlt, soweit (lit. a) die Kinderzulagen dem Versicherten während der Arbeitslosigkeit nicht ausgerichtet werden und (lit. b) für dasselbe Kind kein Anspruch einer erwerbstätigen Person besteht. Der somit lediglich subsidiär auszurichtende Zuschlag gemäss Art. 22 AVIG ist ein vom Taggeldanspruch abhängiges Nebenrecht, sodass der Anspruch auf Zuschlag nur solange besteht, als auch der Anspruch auf ein Taggeld gegeben ist (vgl. die seit Januar 2013 gültige Weisung des Staatssekretariats für Wirtschaft [SECO] AVIG-Praxis ALE, Rz. C81 f.; THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz. 351). Er richtet sich nach dem Familienzulagengesetz des Kantons, in dem die versicherte Person wohnt (Art. 34 Abs. 1 AVIV). Gemäss Art. 34 Abs. 2 AVIV gibt das SECO im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) den Durchführungsorganen jährlich die Ansätze und die wichtigsten Anspruchsvoraussetzungen bekannt.