Citation: 8C_753/2013 E. 5.2.4

5.2.4. Das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten der medizinischen Abklärungsstelle Y.________ vom 6. Januar 2011 hält fest, der Versicherte sei unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde aus somatischer (internistischer, rheumatologischer und neurologischer Sicht) für alle bisherigen Tätigkeiten sowie für eine entsprechende Verweistätigkeit zu 100 Prozent arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aktuell eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 30 Prozent, bedingt durch die diagnostizierte generalisierte Angststörung (ICD-10:F41.1). Diese Beurteilung beruht auf einer umfassenden Begründung der eigenen Diagnosen und einer ausdrücklichen und überzeugenden Stellungnahme zu abweichenden Beurteilungen, vor allem der Gutachter des versicherungsmedizinischen Instituts X.________. Laut Gutachten der medizinischen Abklärungsstelle Y.________ zeigten insbesondere die aktuellen Röntgenbilder der HWS wie bereits die Voraufnahmen keine Pathologien, die das Ausmass der vom Versicherten geklagten Beschwerden erklären könnten. LWS und BWS seien altersentsprechend frei beweglich und unauffällig. Hingegen falle eine muskuläre Dysbalance im Nacken- und Schultergürtelbereich auf, welche jedoch therapierbar sei. Insgesamt liessen sich die geltend gemachten Beschwerden nur zu einem geringen Teil mit den erhobenen rheumatologischen Befunden erklären. Die neurologische Untersuchung ergab keinen sicheren Hinweis für eine behindernde Läsion am zentralen und peripheren Nervensystem. Ein behinderndes Kopfschmerzsyndrom konnte nicht mit der gebotenen überwiegenden Wahrscheinlichkeit attestiert werden. Biologische Läsionen, welche die unfallbedingte leichtgradige HWS-Distorsion unterhalten würden oder auf eine cerebrale Schädigung hinweisen würden, fehlten. Aus psychiatrischer Sicht waren die Kriterien einer gemäss Gutachten des versicherungsmedizinischen Instituts X.________ diagnostisch ohnehin nur knapp erfüllten posttraumatischen Belastungsstörung und eines depressiven Zustandsbildes nicht mehr erfüllt. Deutlich vorhanden sei hingegen noch ein stark vermindertes Selbstwertgefühl. Eine generalisierte Angststörung sei ausgewiesen, wobei es sich dabei gegenüber dem Gutachten des versicherungsmedizinischen Instituts X.________ (gemischte Angststörung) nicht um eine andere Diagnosestellung, sondern um eine andere Gewichtung der einzelnen Symptome handle. Die Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 30 Prozent begründen die Gutachter damit, dass der Versicherte aufgrund seines angespannten, ängstlichen Zustandsbildes während des Arbeitsprozesses immer wieder Rückzugsmöglichkeiten brauche, um sich etwas erholen zu können. Die Arbeitsfähigkeit sollte laut den Gutachtern indessen bei adäquater Behandlung und beruflicher Reintegration im Laufe eines Jahres deutlich gesteigert werden können. Angesichts der umfassenden und schlüssigen Begutachtung durch die medizinische Abklärungsstelle Y.________ besteht keine Veranlassung für das Gericht, von dessen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen. Die vom behandelnden Psychiater, med. pract. K.________, in der Stellungnahme vom 27. September 2011 gegen das Gutachten erhobene Kritik rechtfertigt nicht, das Gutachten nicht als aussagekräftig zu beurteilen. Wenn der Psychiater zu einer anderen Beurteilung kommt, heisst das nicht, dass die Beurteilung der Gutachter der medizinischen Abklärungsstelle Y.________ unzutreffend wäre. Insbesondere geht es nicht an, eine medizinische Expertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen. Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall. Von der beantragten Einholung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung davon abzusehen ist. Mit Blick auf das schlüssige Gutachten der medizinischen Abklärungsstelle Y.________ besteht auch kein Anlass, die Sache zwecks Einholung eines polydisziplinären Gutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen.