Citation: 4A_277/2023 E. 5.5.2

5.5.2. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, es sei bereits am 4. Oktober 2018 ein Vertrag über einen weiteren Kauf/Verkauf von 25 Aktien der G1.________ Holding AG abgeschlossen worden, geht über das Vorliegen einer einseitigen Kaufverpflichtung der Beschwerdegegnerin hinaus, steht dieser aber - entgegen der Vorinstanz - nicht entgegen. Der Abschluss eines Kaufvertrags setzt hier notwendigerweise eine Kaufverpflichtung der Beschwerdegegnerin voraus. Entsprechend ist der vorinstanzliche Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (Urteil 4A_441/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 2.6.1 mit Hinweisen), dass die Auslegung nach dem Vertrauensprinzip nicht zu einem normativen Konsens führen könne, der so von keiner Partei gewollt sei, vorliegend nicht einschlägig. Die Beschwerdeführerin hat den Abschluss eines weiteren Aktienkaufvertrags am 4. Oktober 2018 behauptet und leitet daraus ihren Anspruch ab. Die Vorinstanz hat den Nachweis eines solchen weiteren Aktienkaufvertrags zu diesem Zeitpunkt nicht als erbracht erachtet. Es verletzt Bundesrecht, wenn die Vorinstanz in der Folge ableitet, sie sei von der Prüfung dispensiert, ob zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund des von ihr festgestellten Verhaltens der Parteien ein normativer Konsens betreffend den Kauf/Verkauf eines weiteren Aktienpakets der G1.________ Holding AG zustandegekommen ist.