Citation: 5A_85/2019 E. 3.4.2

3.4.2. Im Weiteren bezeichnet der Gesetzgeber die Übergangsbestimmung, wonach für die Privilegienordnung jenes Recht anwendbar ist, welches im Zeitpunkt der Konkurseröffnung, Pfändung oder Bewilligung der Nachlassstundung gegolten hat, als "unbestrittenen Grundsatz" (Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates, Bericht 23. Juni 2003, Parlamentarische Initiative 00.459, Arbeitnehmerforderungen im Konkursfall, BBl 2003 6374 Ziff. 2.2.2, sowie Bericht vom 26. Juni 2009, Parlamentarische Initiative 02.440, Begrenzung des Konkursprivilegs für Arbeitnehmerforderungen, BBl 2009 7985 Ziff. 3.3). Darauf wird in den (bereits erwähnten) Änderungen der Privilegienordnung abgestellt (E. 3.2.2). Die ursprüngliche Übergangsregel betreffend Änderungen in der Privilegienordnung wurde damit ersetzt (GILLIÉRON, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, Bd. IV, 2003, N. 9 zu Vorbem. zu Art. 351-352 SchKG und Schlussbestimmungen). In der Lehre wird schliesslich für das aufgehobene Mehrwertsteuerprivileg übergangsrechtlich die analoge Anwendung von Art. 2 Abs. 3 SchlB SchKG (einschliesslich BGE 125 III 154), d.h. das Abstellen auf den Zeitpunkt der Pfändung, Konkurseröffnung oder Bewilligung der Nachlassstundung, mehrheitlich befürwortet (GASSER, a.a.O., S. 9, 14; VOCK/GANZONI, in: Schulthess Kommentar SchKG, 2017, N. 7 zu ÜBest. der Änderung vom 21. Juni 2013; LEVANTE, in: Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N. 9 zu ÜBest. der Änderung vom 21. Juni 2013; a.M. SCHMID, Bis wann wird die Mehrwertsteuer in der Insolvenz noch bevorzugt?, Jusletter, 23. Juni 2014, Rz. 15).