Citation: 4C.323/2004 06.07.2005 E. 2

Nach den vorinstanzlichen Feststellungen hatten sich die Klägerinnen im vorinstanzlichen Verfahren zur Begründung ihres Schadenersatzanspruchs auf den Standpunkt gestellt, die von der Beklagten tatsächlich verfolgte Anlagestrategie widerspreche zum einen (als solche) der getroffenen Vereinbarung. Zum anderen habe die Beklagte die Optionsstrategie auch nicht korrekt bzw. sorgfaltswidrig verfolgt; sie habe sich nicht an die Richtlinien für Vermögensverwaltungsaufträge der Schweizerischen Bankiervereinigung gehalten, indem sie Klumpenrisiken und potentielle Sollpositionen eingegangen sei sowie Optionsgeschäfte mit Hebelwirkung auf das Gesamtportfolio getätigt habe. 2.1 Zunächst wandte sich die Vorinstanz der Frage zu, ob der Beklagten insoweit eine Vertragsverletzung vorzuwerfen sei, als diese eine "dynamische Strategie mit Optionen" verfolgt hatte, die schon als solche der ursprünglichen Parteivereinbarung im Vermögensverwaltungsvertrag widersprach. Sie bejahte zwar eine entsprechende Abredewidrigkeit nach einer objektivierten Auslegung der Parteierklärungen, in der sie zum Schluss kam, die Parteien hätten bloss einen Vermögensverwaltungsvertrag mit dem Anlageprofil "kapitalgewinnorientiert" abgeschlossen, der die Optionsstrategie nicht zugelassen habe. Letztlich liess sie die Frage, ob in der Verfolgung einer Optionsstrategie an sich eine Vertragsverletzung liege, jedoch offen, indem sie darauf verzichtete, ein Beweisverfahren zur beklagtischerseits erhobenen Behauptung durchzuführen, dass ein vom objektivierten Auslegungsergebnis abweichender tatsächlicher Vertragswille der Parteien vorliege, der die verfolgte Optionsstrategie abdecke. Denn es sei jedenfalls anzunehmen, dass die gemessen am objektivierten Auslegungsergebnis abredewidrigen Verwaltungshandlungen von den Klägerinnen genehmigt worden seien und entsprechend eine (allfällige) Vertragsverletzung geheilt worden wäre. Es lägen Umstände vor, nach denen die Beklagte davon habe ausgehen dürfen, dass die Klägerinnen mit der Optionsstrategie (im Grundsatz) einverstanden gewesen seien. 2.2 Soweit die Klägerinnen darüber hinaus Schadenersatzfolgen aus der von ihnen geltend gemachten Missachtung von Sorgfaltspflichten bei der Verfolgung der "Optionsstrategie", d.h. aus der nicht korrekten Durchführung derselben ableiteten (Verstoss gegen die Richtlinien der Bankiervereinigung), wies die Vorinstanz die Klage sodann in Anwendung der Verhandlungsmaxime (§ 54 Abs. 1 ZPO/ZH) ab. Die Klägerinnen hätten es unterlassen, für den (Eventual-)Fall, dass sich das Vertragsverständnis der Gegenpartei als richtig herausstellen sollte oder eine Genehmigung einer Optionsstrategie angenommen würde, darzulegen, welche Sorgfaltspflichtverletzungen inwiefern zu welchem Schaden geführt hätten. So hätten sie ihre Schadensberechnung ausschliesslich auf eine Gegenüberstellung der tatsächlichen Performance ihres Portefeuilles und der durchschnittlichen Performance des beklagtischen Referenzportfolios für das Anlageprofil "kapitalgewinnorientiert" gestützt. Sie hätten es unterlassen, einen Vergleich des hypothetischen Vermögensstandes bei korrekter Durchführung der Optionsstrategie mit dem tatsächlichen Vermögensstand anzustellen, der aus der angeblich sorgfaltswidrigen Verfolgung der Optionsstrategie resultiert habe. Damit seien sie ihrer Obliegenheit, das Klagefundament darzulegen, nicht nachgekommen.