Citation: 8C_518/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz erwog in einlässlicher Würdigung der medizinischen Akten, dass im Zusammenhang mit den unfallkausalen belastungsabhängigen Beschwerden am rechten Vorfuss der Endzustand im Zeitpunkt der interdisziplinären Begutachtung beim ZMB im August 2020 (vgl. Expertise vom 20. Oktober 2020) erreicht gewesen sei. Von weiteren operativen Vorkehren habe keine namhafte Besserung mehr erwartet werden können. Für die Beurteilung des Fallabschlusses sei nicht relevant, dass laut gutachterlicher Auffassung durch eine adäquate Einlagen-/Schuhversorgung eine rasche Schmerzminderung zu erreichen wäre, da dieses einfach und kostengünstig verfügbare Hilfsmittel keine ärztliche Behandlung darstelle. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin, so das kantonale Gericht weiter, ergebe sich aus dem Bericht der Dr. med. D.________, Orthopädische Chirurgie FMH, vom 20. Oktober 2022 gerade nicht, dass durch einen weiteren chirurgischen Eingriff eine namhafte Besserung erwartet werden könne. Die Ärztin hebe hervor, dass mit keiner Operation je Schmerzfreiheit zu erreichen sei. Nach der Rechtsprechung seien Taggeld und Heilbehandlung so lange zu gewähren, wie die prognostizierte Verbesserung noch namhaft sei. Diese beziehe sich in erster Linie auf die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit (mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Die Beschwerdeführerin sei gemäss Gutachten des ZMB in der angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau FA OP mit eingeschränktem Einsatzgebiet und einer 20%igen Rendementverminderung wegen des erhöhten Pausenbedarfs vollständig arbeitsfähig. Zwar seien erwerbliche Fragen grundsätzlich von der Verwaltung zu beurteilen. Hinsichtlich der medizinischen Berufe seien indessen die Gutachter mit den diesbezüglichen Anforderungen bestens vertraut und sie verfügten über das entsprechende vertiefte Wissen, auch Aspekte der konkreten Anwendbarkeit des Zumutbarkeitsprofils in ihrem Fachbereich zu beurteilen. Was die psychischen Beeinträchtigungen anbelange, so das kantonale Gericht schliesslich, habe das Zentrum E.________ im Austrittsbericht vom 12. Juni 2021 zwar ein hirnorganisches Psychosyndrom nach leichtem Schädel-Hirn-Trauma 2008 sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig, diagnostiziert. Die Ärzte setzten sich allerdings nicht mit den umfangreichen Akten und der daraus hervorgehenden Problematik auseinander. Vielmehr stellten sie allein auf die subjektive Überzeugung der Beschwerdeführerin ab, nicht mehr leistungsfähig zu sein. Die echtzeitlichen Unterlagen belegten keine Bewusstlosigkeit oder Amnesie, namentlich auch keine Schwellung des Gesichts, wie die Beschwerdeführerin am 12. Dezember 2008 anlässlich eines Patientenbesuchs dem Mitarbeiter der Zürich angegeben habe. Die Befunde bei der Spitalaufnahme und während der darauf folgenden Tage seien unauffällig gewesen. Im Austrittsbericht des Spitals B.________ vom 13. September 2008 werde - neben den Frakturen an der rechten Körperhälfte - einzig eine leichtgradige HWS-Distorsion bei radiologisch dargestellter Streckhaltung ohne sonstige Auffälligkeiten festgehalten. Die Kopf- und Nackenschmerzen seien auf myofaszielle Triggerpunkte und nicht auf ein Schädel-Hirn-Trauma zurückgeführt worden. Auch das Magnetic Resonance Imaging (MRI) des Schädels vom 16. Juli 2009 habe bei normalem Befund keine organische Hirnschädigung gezeigt. Die Sachverständigen der Gutachterstelle Solothurn für interdisziplinäre Begutachtungen (gutso) hätten in ihrer Expertise vom 21. Februar 2011 ein Schädel-Hirn-Trauma mit überzeugender Begründung ausgeschlossen. Insgesamt sei hervorzuheben, dass die psychischen Beschwerden keinen Aufschub des Fallabschlusses bewirkten, da sie für die Beurteilung der Adäquanz bei der hier zur Anwendung gelangenden Rechtsprechung bei einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall nicht zu berücksichtigen seien.