Citation: 2C_648/2023 E. 5.2

5.2. Es trifft zu, dass das Kindeswohl ein wichtiges privates Interesse darstellt. Gemäss Art. 3 Abs. 1 KRK (Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes [Kinderrechtskonvention]; SR 0.107) ist es bei allen Massnahmen, welche Kinder betreffen, vorrangig zu berücksichtigen. Das Kindeswohl beinhaltet auch das grundlegende Bedürfnis des Kindes, in möglichst engem Kontakt mit beiden Elternteilen aufwachsen zu können. Dennoch ist das Kindeswohl im Rahmen der ausländerrechtlichen Interessenabwägung und Verhältnismässigkeitsprüfung von Art. 8 EMRK rechtsprechungsgemäss nicht das alleine ausschlaggebende, sondern ein wesentliches Element unter anderen (BGE 144 I 91 E. 5.2; 143 I 21 E. 5.5.1 und 5.5.4 mit Hinweisen; Urteile 2C_505/2023 vom 18. Juni 2024 E. 7.3; 2C_499/2022 vom 23. März 2023 E. 8.3). Ausserdem ist dem Kindeswohl und den privaten Interessen rechtsprechungsgemäss auch bei intakten Familienverhältnissen bei überwiegendem entgegenstehendem öffentlichem Interesse Genüge getan, wenn der von der Verweigerung des Familiennachzugs betroffene Elternteil bzw. Ehegatte den Kontakt zum Kind und zur Ehefrau mittels Besuchen und modernen Kommunikationsmitteln weiterhin pflegen kann und die Kinderbetreuung durch den in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Elternteil gewährleistet ist (vgl. Urteile 2C_499/2022 vom 23. März 2023 E. 8.3; 2C_834/2021 vom 24. Februar 2022 E. 5.7; 2C_410/2021 vom 4. November 2021 E. 4.5.2; 2C_730/2020 vom 6. Mai 2021 E. 3.6.3).