Citation: 6B_470/2019 E. 4.5

4.5. Nicht zu hören ist die Beschwerdeführerin mit ihren Ausführungen zur behaupteten Rechtswidrigkeit der Zwangsmassnahmen (fehlender Tatverdacht, Unverhältnismässigkeit der Zwangsmassnahmen usw.). Die Frage der Rechtmässigkeit der Zwangsmassnahmen kann insbesondere für den Entscheid, ob überhaupt eine Genugtuung geschuldet ist, eine Rolle spielen. Die Rechtswidrigkeit wird als Voraussetzung für die Zusprechung einer Genugtuung in Art. 434 StPO - im Gegensatz zu Art. 431 StPO - aber nicht genannt. Art. 434 StPO ist als Kausalhaftung ausgestaltet und es kann eine Genugtuung auch im Falle rechtmässiger Verfahrenshandlungen geschuldet sein (SCHÖDLER, a.a.O., S. 209 f.; vgl. auch HANSPETER KÜNG, in: Goldschmid/Maurer/Sollberger [Hrsg.], Kommentierte Textausgabe zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2008, S. 429). Dass eine Genugtuung geschuldet ist, wird von der Vorinstanz nicht in Frage gestellt. Im Kanton Bern wird nach Hausdurchsuchungen praxisgemäss eine Genugtuung ausgesprochen, wenn das Strafverfahren mit einer Einstellung endet. Die Höhe der Genugtuung richtet sich einzig nach der Schwere des Eingriffs in die persönlichen Verhältnisse der betroffenen Person und beurteilt sich unabhängig von der Frage der Rechtswidrigkeit der Zwangsmassnahme.