Citation: 4C.365/1999 11.01.2000 E. 1

1.- Der Beklagte macht geltend, das Obergericht hätte den Umfang seiner Haftung angesichts des geringen Verschuldens reduzieren müssen. a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann eine Haftungsreduktion gemäss Art. 43 Abs. 1 OR in der Regel nur jenem Schädiger gewährt werden, dem bloss leichte Fahrlässigkeit zur Last fällt (BGE 96 II 172 E. 3a; 92 II 234 E. 3b S. 240; 91 II 291 E. 4b S. 297 mit weiteren Hinweisen; Urteil vom 20. Juni 1994, in: SJ, 1995 S. 97). Massgebend ist dabei allein das Verschulden des Belangten. Ein mitwirkendes Drittverschulden stellt keinen Grund zur Haftungsreduktion dar (BGE 113 II 323 E. 2b S. 331), sofern es nicht einer Hilfsperson des Geschädigten anzulasten ist, deren Verhalten sich dieser gemäss Art. 101 Abs. 1 OR anrechnen lassen muss und für das er nach Art. 44 Abs. 1 OR einzustehen hat (BGE 119 II 127 E. 4a S. 130; 95 II 43 E. 4c S. 53f). Eine weitergehende Berücksichtigung des Drittverschuldens wäre mit dem Grundsatz der solidarischen Haftung mehrerer Schädiger (Art. 50 OR) nicht vereinbar, sofern das Drittverschulden nicht derart schwerwiegend ist, dass es den Kausalzusammenhang unterbricht (BGE 116 II 519 E. 4b S. 524). b) Das Bezirksgericht nahm in seinem Entscheid ausführlich zum Verhalten des Beklagten Stellung und kam zum Schluss, dass dieser eventualvorsätzlich gehandelt habe. Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der Täter den Schaden als möglich voraussieht, aber gleichwohl handelt, weil er den schädigenden Erfolg seines Verhaltens in Kauf nimmt. Für den Fall, dass der Schaden eintreten sollte, findet er sich damit ab (BGE 120 IV 190 E. 2b, S. 193 mit Hinweis). Der Beklagte gesteht selbst zu, seine Überwachungspflichten vernachlässigt zu haben. Er sorgte nicht dafür, dass die "stop loss order" eingehalten wurde. Das Bezirksgericht stellt in seinem Entscheid fest, der Beklagte habe gewusst, dass die Verkäufer die kaum kontrollierbaren "stop loss orders" lediglich als Verkaufsargument nutzten und so den Kläger bewusst irreführten. Er liess die Geschäfte von Personen führen, die diesbezüglich keine hinreichende Ausbildung besassen. Gerade unter diesen Umständen hätte er die Angestellten umso sorgfältiger überwachen müssen. Mit dem Obergericht ist das Verhalten des Beklagten als eventualvorsätzlich zu bezeichnen. Von geringer Fahrlässigkeit kann keine Rede sein. Damit fällt in Bezug auf das Verschulden eine Haftungsreduktion nach Art. 43 OR ausser Betracht. Ein allfälliges mitwirkendes Drittverschulden der Angestellten bleibt aus den dargelegten Gründen unbeachtlich.