Citation: 9C_41/2024 E. 7.5.3

7.5.3. Die Stiftung 2 erzielte derweil in gewissen Jahren erhebliche Gewinne aus der Ausübung von Call-Optionen (im Jahr 2015: rund Fr. 9 Mio.). Aufgrund der Akten ist jedoch anzunehmen (Art. 105 Abs. 2BGG), dass diese Gewinne zu einem erheblichen Teil aus Ausgleichszahlungen stammten, welche die Planteilnehmer der Stiftung 2 bezahlten, statt ihre Aktien zum Ausübungspreis verkaufen zu müssen. Der Kauf und Verkauf von steuerbaren Urkunden war also jedenfalls keine notwendige Bedingung für die Erzielung dieser Gewinne, welche die Wertentwicklung auf den Call-Optionen bis zum Ausübungszeitpunkt abbildeten. Soweit der Stiftung 2 also die Absicht unterstellt werden kann, dass sie Gewinne habe erzielen wollen, hätten diese Gewinne mit der eigentlichen Handelstätigkeit nicht in einem hinreichend engen Zusammenhang gestanden. Ohnehin bargen die Put-Optionen für die Stiftung 2 erhebliche Verlustrisiken, die sich laut den Angaben der Stiftungen in den Jahren 2010 und 2011 auch effektiv realisierten. Es liegt deshalb zumindest nicht auf der Hand, dass die Stiftung 2 die Optionsgeschäfte objektiv betrachtet auf Dauer profitabel hätte betreiben und sie somit eine Quelle dauernden Erwerbs hätten sein können. Davon scheint auch die ESTV auszugehen, wenn sie in ihrer Vernehmlassung ausführt, dass ein Dritter "die fraglichen Transaktionen für die B.________-Konzerngesellschaften unter den vorliegenden Gesamtumständen jedenfalls nicht auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko (d.h. ohne Übernahme des Risikos durch die Auftraggeber) vornehmen" würde.