Citation: 1C_366/2024 E. A

Die ungarischen Behörden ersuchten mit Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) vom 15. November 2019 um die Verhaftung des ungarischen Staatsangehörigen A.________ zwecks Auslieferung zur Verbüssung einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. A.________ wurde am 9. Juni 2023 in der Schweiz verhaftet und in Auslieferungshaft versetzt. In seiner Einvernahme gab er an, er habe im ungarischen Geheimdienst gearbeitet und seine Auslieferung stehe damit in Zusammenhang. Nach einem Suizidversuch in seiner Zelle wurde er in die Luzerner Psychiatrie eingewiesen, wo eine wahnhafte Störung diagnostiziert wurde. Einige Tage später wurde er auf die überwachte somatisch-psychiatrische Station des Inselspitals Bern verlegt. Das ungarische Justizministerium ersuchte die Schweiz mit vom 18. Juni 2017 (richtig: 2023) datierten Schreiben um die Auslieferung von A.________. Am 4. Oktober 2023 gab das Bundesamt für Justiz (BJ) dem Ersuchen statt, wobei es den Entscheid des Bundesstrafgerichts über die erhobene Einrede des politischen Delikts vorbehielt. Eine von A.________ dagegen eingelegte Beschwerde hiess das Bundesstrafgericht am 4.Dezember 2023 gut. Es hob den Auslieferungsentscheid auf und wies die Sache für ergänzende Abklärungen an das BJ zurück. Das BJ holte daraufhin bei den ungarischen Behörden weitere Informationen ein und erliess am 14. Februar 2024 einen neuen Auslieferungsentscheid. Mit Entscheid vom 13. Juni 2024 wies das Bundesstrafgericht eine von A.________ dagegen erhobene Beschwerde ebenso ab wie die Einrede des politischen Delikts.