Citation: 9C_532/2022 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdegegnerin wusste zeitnah um den Tod ihres Vaters und dass sie aufgrund dieses Ereignisses - zusammen mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern - Erbenstellung erlangte (vgl. Art. 560 Abs. 1 ZGB; vgl. auch das von der Versicherten am 26. Dezember 2014 als [Mit-]Erbin unterzeichnete Nachlassinventar); jedenfalls ist kein Anhaltspunkt für etwas Gegenteiliges ersichtlich. Sodann trifft zu, dass in den Leistungsverfügungen (vgl. z.B. Verfügungen vom 5. Juni und 22. Dezember 2014) jeweils die Meldepflicht für "Erbschaften" erwähnt wurde; dieser nicht näher differenzierte Begriff umfasst sowohl verteilte als auch unverteilte Erbschaften. Die Berechnungsblätter zu den Leistungsverfügungen enthalten neben dem Hinweis auf die Pflicht, die Berechnung zu überprüfen (vgl. dazu SVR 2022 EL Nr. 7 S. 21, 9C_318/2021 E. 3.2), insbesondere die Position "unverteilte Erbschaften". Sowohl bei der Anmeldung zum Leistungsbezug (April 2011) als auch bei der periodischen Überprüfung des Anspruchs (Dezember 2013) wurde die Versicherte nach der Beteiligung an einer unverteilten Erbschaft gefragt. Bei diesen Gegebenheiten hätte die Versicherte bei zumutbarer Aufmerksamkeit der SVA die (unverteilte) Erbschaft melden oder zumindest sich für eine diesbezügliche Auskunft an die Verwaltung wenden müssen. Dass sie beides unterliess, stellt eine grobe Nachlässigkeit dar. Entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts in seiner Vernehmlassung kann von einer Verletzung der Aufklärungspflicht (vgl. Art. 27 Abs. 1 ATSG) allein aufgrund der fehlenden Differenzierung des Begriffs "Erbschaften" in den Leistungsverfügungen keine Rede sein.