Citation: 5A_889/2017 E. 3

Die Vorinstanz erwägt, dass das Bezirksgericht zur Feststellung der Intensität der Immissionen auf dem Grundstück des Beschwerdeführers am 21. September 2016 einen Augenschein durchgeführt hat. Weitere Beweismittel habe der Beschwerdeführer nicht rechtzeitig angeboten bzw. eingereicht. Beim Augenschein habe die Vorinstanz auf dem Balkon vor dem Schlafzimmer des Beschwerdeführers feststellen können, dass die Kuhglocken gut, aber nicht sehr laut zu hören seien. Sodann sei festgestellt worden, dass im Schlafzimmer bei geschlossener Balkontüre das Kuhglockengeläut nicht wahrnehmbar sei und wenn die Schlafzimmertüre offenstehe, die Kuhglocken in einer eher geringen Lautstärke hörbar seien. Diese Feststellungen würden auch für die vorliegend eingeklagte Zeit von 20.00 Uhr bis 07.00 Uhr gelten. Weiter stehe aufgrund der unbestritten gebliebenen Ausführungen der Vorinstanz fest, dass das Geläut von Glocken und Treicheln an der fraglichen Lage seit Jahrzehnten zu den örtlichen Gegebenheiten gehöre, mithin dem Ortsgebrauch entspreche. Unangefochten geblieben seien auch die weiteren Ausführungen des Bezirksgerichts, namentlich zu den örtlichen Verhältnissen (u.a. Luftliniendistanz zwischen dem Grundstück des Beschwerdeführers und den Grundstücken Nrn. yyy und zzz des Beschwerdegegners zwischen 280 und 500 Metern) und zum Umstand, dass der Beschwerdeführersein seit 1987 bewohntes Haus erst im Jahr 2012 so renovierte, dass das Schlafzimmer neu gegen die Landwirtschaftszone hin orientiert sei. Sodann sei sachverhaltsmässig nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer und/oder seine Ehefrau aufgrund des nächtlichen Geläuts gesundheitliche Schäden davon tragen würden. Das Arztzeugnis vom 8. Juni 2016 sei nicht rechtzeitig in den Prozess eingebracht worden und daher unbeachtlich. Auf der anderen Seite sei nicht ersichtlich, inwieweit das Tragen der Glocken und Treicheln sachlich nicht notwendig sein sollte. Der Beschwerdeführer begnüge sich in diesem Zusammenhang mit einem Hinweis auf BGE 101 II 248 E. 6. Der diesem Urteil zugrunde liegende Sachverhalt (es ging um eine Wiese in der Wohnzone, wo ein durchgebranntes Tier laut Bundesgericht leicht aufgefunden werden könne) lasse sich nicht mit der vorliegenden Situation vergleichen. Wie der Beschwerdegegner zutreffend erkläre und sich auch aus den aufgelegten Plänen ergebe, befinde sich im Bereich des Grundstücks Nr. zzz ein ausgedehntes Waldgebiet. Ausgehend davon, dass die noch nicht weidgewohnten Jungtiere dazu tendieren, die Umzäunung zu durchbrechen, wäre jedenfalls dort das Auffinden von Tieren ohne akustische Unterstützung aufwändig und ineffizient. Von daher könne dem Beschwerdegegner ein sachliches Interesse, den Tieren nachts Glocken resp. Treicheln umzuhängen, nicht von vornherein abgesprochen werden. Zusammenfassend könne festgehalten werden, so die Vorinstanz weiter, dass die durch die Glocken und Treicheln des weidenden Viehs verursachten Immissionen weder am Tag noch in der eingeklagten Zeit von 20.00 Uhr bis 07.00 Uhr als übermässig im Sinne von Art. 684 ZGB zu qualifizieren und somit vom Beschwerdeführer zu tolerieren seien. Entscheidend sei, dass im Schlafzimmer des Beschwerdeführers bei geschlossener Balkontüre das Kuhglockengeläut nicht und wenn die Schlafzimmertüre offen stehe bloss in einer eher geringen Lautstärke hörbar sei. Gesundheitliche Beeinträchtigungen habe der Beschwerdeführer weder für sich noch seine Ehefrau belegt. Ein sachliches Bedürfnis für das Umhängen von Glocken und Treicheln scheine durchaus gegeben. Es möge sein, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau das vorliegende Mass an Immissionen durch das Geläut von Glocken und Treicheln nachts bei offenem Fester als störend empfinden würden. Auszugehen sei jedoch vom Empfinden eines Durchschnittsmenschen und diesbezüglich seien die festgestellten Immissionen eindeutig als nicht übermässig zu qualifizieren. Die Klage sei daher abzuweisen.