Citation: 6B_3/2021 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz stützt die teilweise Kostenauflage auf eine Reihe von Handlungen, mit denen die Beschwerdeführerin rechtswidrig und schuldhaft bewirkt habe, dass ein Strafverfahren gegen sie eingeleitet wurde. Unter Verweis auf die Einstellungsverfügung und die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft geht die Vorinstanz zunächst davon aus, in Bezug auf den Vorwurf der Misswirtschaft könnten der Beschwerdeführerin die Kosten auferlegt werden. Die offenen Schulden zum Zeitpunkt der Liquidation der B.________ GmbH seien hinreichende Hinweise für ein kaufmännisch unverantwortliches Wirtschaften der Beschwerdeführerin gewesen. Die Tatsache, dass eine "formaljuristische Tatbe-standsvoraussetzung", nämlich die Konkurseröffnung, fehle und es daher zur Verfahrenseinstellung gekommen sei, ändere daran nichts. Es stehe ferner fest, dass die Beschwerdeführerin als für die Gesellschaft verantwortliches Organ vom Handelsregisteramt und später vom Kantonsgericht wegen Mängeln in der gesetzlichen zwingenden Organisation habe ermahnt und die betroffene Gesellschaft wegen nicht fristgerechter Mängelerhebung richterlich habe aufgelöst werden müssen. Verantwortlich für die fehlende Besetzung eines Geschäftsführers oder einer Geschäftsführerin mit Wohnsitz in der Schweiz sei allein die Beschwerdeführerin gewesen. Sie habe die Vorschrift gemäss Art. 819 OR i.V.m. Art. 814 Abs. 3 OR nicht eingehalten und sich somit ordnungswidrig im Sinne von Art. 426 Abs. 2 StPO verhalten. Weiter bejaht die Vorinstanz in Übereinstimmung mit der Einstellungsverfügung die zivilrechtliche Verantwortung der Beschwerdeführerin hinsichtlich der nicht weitergeleiteten Sozialversicherungsbeiträge. Aufgrund des Schreibens der Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons Zürich vom 26. Juli 2019 sei erwiesen, dass die Beschwerdeführerin entgegen Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 Abs. 3 AHVG sowie Art. 142 AHVV (SR 831.101) Sozialversicherungsbeiträge nur sehr unvollständig bezahlt, Zahlungen verzögert und Ratenzahlungen nicht eingehalten habe, was Beitreibungen notwendig gemacht habe. Ebenfalls habe die Stiftung H.________ bereits am 19. Dezember 2018 in einer Verfügung festgehalten, dass die B.________ GmbH es unterlassen habe, die für dreieinhalb Jahre geschuldeten Beiträge für die berufliche Vorsorge zu bezahlen. Auch habe die Beschwerdeführerin zu hohe BVG-Beiträge vom Lohn der Angestellten C.________ abgezogen. Beides sei klar widerrechtlich und schuldhaft. Die Vorinstanz erachtet es ferner für zivilrechtlich vorwerfbar, dass die Beschwerdeführerin ein Darlehen in der Höhe von Fr. 21'300.--, das ihr G.________ sel. gewährt hatte, trotz einer ordentlichen Kündigung am 29. Juni 2017 nicht zurückbezahlt habe. Schliesslich weist sie auf weitere unrechtmässige Handlungen der Beschwerdeführerin hin, die sich in der Eingabe der Privatklägerschaft vom 30. Juli 2020 fänden. Alle diese Beispiele zeigten, so die Vorinstanz, ein insgesamt rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten der Beschwerdeführerin. Dass die Staatsanwaltschaft ihr angesichts dieser Vorwürfe die Kosten nur zu einem Drittel auferlegt habe, müsse als grosszügig betrachtet werden. Die Auferlegung höherer Kosten zulasten der Beschwerdeführerin sei durchaus möglich gewesen, sofern das Strafverfahren überhaupt hätte eingestellt werden dürfen.