Citation: 1C_332/2019 E. 4.2.3

4.2.3. Nach den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz hat die Beschwerdegegnerin das zweite Baugesuch am 31. Oktober 2017 eingereicht und ist dieses am 1. November 2017 bei der Gemeinde eingegangen. Damit wurde das Baugesuch nach Inkrafttreten des PBG/TG am 1. Januar 2013 und während der fünfjährigen Übergangsfrist gemäss § 122 Abs. 1 PBG/TG gestellt. Diese Frist endete - entgegen der Auffassung der Vorinstanz und der Beschwerdeführer - nicht per 1. Januar 2019, sondern bereits per 1. Januar 2018. Der erstinstanzliche Entscheid über das zweite, vorliegend zu beurteilende Baugesuch datiert vom 22. Januar 2018 und wurde demnach zwar nach Ablauf der gesetzlich vorgesehenen fünfjährigen, jedoch innerhalb der vom Kanton bis zum 31. Dezember 2021 verlängerten Anpassungsfrist gefällt. § 121 PBG/TG regelt das anwendbare Recht für Baugesuche, die vor dem 1. Januar 2013 eingereicht wurden. Das vorliegend zu beurteilende Baugesuch wurde jedoch erst im Herbst 2017 eingereicht, weshalb § 121 PBG/TG - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - hier nicht anwendbar ist. Stattdessen ist die Rechtmässigkeit des Bauvorhabens - mangels einer speziellen übergangsrechtlichen Regelung - nach dem Recht zu beurteilen, das im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids der Baubehörde betreffend das Baugesuch gilt (BGE 144 II 326 E. 2.1.1 S. 328; 139 II 470 E. 4.2 S. 480 f.; 139 II 263 E. 6 S. 267 f.; 139 II 243 E. 11 S. 259 ff.; Urteile 1C_488/2019 vom 24. Januar 2020 E. 3.1.2; 1C_23/2014 vom 24. März 2015 E. 7.4.2). Vorliegend ist also die am 22. Januar 2018 geltende Rechtslage und damit das während der Anpassungsfrist geltende Recht massgebend. Im Endeffekt ging die Vorinstanz also zutreffend davon aus, dass vorliegend gestützt auf § 56 Abs. 1 PBV/TG die Begriffe und Messweisen gemäss §§ 4-12a aPBV/TG zur Anwendung kommen.