Citation: 4A_57/2024 E. 4.3.3

4.3.3. Dem vorliegend strittigen Jahreszinssatz von 24 % liegt kein binnenschweizerisches Schuldrechtsverhältnis zugrunde. Vielmehr gewährte eine chinesische Gesellschaft einer anderen chinesischen Gesellschaft ein kurzfristiges Darlehen. Der Beschwerdeführer und eine weitere Person sicherten diesen Betrag in China durch ihre Bürgschaften ab. Ein Jahreszins von 24 % mag in einem binnenschweizerischen Verständnis als unzulässig hoch erscheinen. Indessen verstösst ein solcher Zinssatz alleine deswegen nicht notwendigerweise gegen fundamentale Grundsätze der Schweizer Werte- und Rechtsordnung. Der vollstreckungsrechtliche Ordre public greift mithin nicht bereits dann, wenn der Zinssatz nach binnenschweizerischer Auffassung überhöht wäre. Wie oben ausgeführt, hat das Bundesgericht einen Monatszinssatz von 2 % als zulässig erachtet. Im Lichte dieser Rechtsprechung besteht kein Anlass, bei einem Jahreszinssatz von 24 % einzuschreiten, zumal sich der Beschwerdeführer nicht zur besonderen Rechtsnatur seines Darlehensverhältnisses äussert. Insbesondere macht er nicht geltend, er habe sich für ein besonders risikoarmes Darlehen verbürgt, was zwingend einen tiefen Zinssatz gebiete. Soweit der Beschwerdeführer ausführt, in China sei bloss ein Maximalzinssatz von 4 % zulässig, hätte er diesen Einwand im Schiedsverfahren vorbringen müssen.