Citation: 6P.79/2003 29.08.2003 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht habe durch die Abweisung des Gesuchs um erneute Einvernahme der Zeugin seinen von Art. 29 Abs. 2 BV garantierten Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt (Beschwerde, S. 8-10). Das Obergericht begründet den Verzicht auf erneute Befragung der Zeugin damit, dass es angesichts ihrer ungenauen und widersprüchlichen Aussagen zur Frage der gefahrenen Geschwindigkeit auf die konsistenten Aussagen der Polizeibeamten abstelle. An dieser Beweiswürdigung vermöchte eine erneute Zeugeneinvernahme nichts zu ändern. Das Einvernahmeprotokoll über die Aussagen der Zeugin sei klar, weshalb auch aus diesem Grund die Einvernahme nicht zu wiederholen sei (Beschwerde, S. 5). Der Beschwerdeführer setzt sich mit diesen Erwägungen nicht hinreichend auseinander. Er legt nicht dar, dass und inwiefern die erneute Befragung der Zeugin an der vom Obergericht vorgenommenen Beweiswürdigung etwas ändern könnte. Die Zeugin hat im Untersuchungsverfahren trotz wiederholtem Nachfragen jeweils unterschiedliche Antworten zu der vom Beschwerdeführer gefahrenen Geschwindigkeit gegeben. Unter diesen Umständen durfte das Obergericht in antizipierter Beweiswürdigung davon ausgehen, dass die Zeugin gar nicht in der Lage war, dazu verlässliche Angaben zu machen, weshalb auch eine erneute Befragung diesbezüglich nichts zur Klärung beizutragen vermöchte (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 103 Ia 490 E. 5 und neuestens BGE 128 III 434 E. 1.2 sowie 128 II 97 E. 2b/dd, je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, dass die Zeugin zu anderen Punkten wesentliche Aussagen hätte machen können. Er stellt auch nicht in Frage, dass seine Verteidigungsrechte bei der Befragung der Zeugin gewahrt wurden (dazu BGE 129 I 151 E. 3.1). Das Obergericht hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör somit nicht verletzt, indem es dessen Antrag auf erneute Einvernahme der im Untersuchungsverfahren befragten Zeugin abwies.