Citation: I 262/99 04.09.2000 E. 3

3.- a) Auf Grund der medizinischen Akten steht fest, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht an einem rezidivierenden Lumbovertebralsyndrom bei medialer Diskushernie L5-S1 und an rezidivierenden belastungsabhängigen Kreuzschmerzen, teilweise mit Ausstrahlung in das Gesäss, leidet. Zudem besteht ein muskuläres Defizit im Bereich der Wirbelsäule und der unteren Extremitäten (Berichte des Hausarztes Dr. med. R.________, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 3. September 1997, 30. Mai 1996 und vom 16. August 1995). Aus psychischer Sicht liegt beim Beschwerdeführer eine psychogene Schmerzfehlverarbeitung im Sinne einer somatoformen Schmerzstörung (F 45) mit deutlichem sekundärem Krankheitsgewinn vor sowie die Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (F 68; Gutachten des Dr. med. W.________, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 21. Juli 1997). b) Streitig und zu prüfen ist, in welchem Ausmass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers eingeschränkt ist. Die Parteien sind sich darüber einig, dass für eine Arbeit, welche mit einer grossen körperlichen Beanspruchung verbunden ist, wie dies ebenfalls für die vor Auftreten der gesundheitlichen Probleme ausgeübte Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter zutrifft, keine ausreichende Arbeitsfähigkeit mehr besteht. Dagegen ist der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht sowohl in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit, wie in jeder anderen Tätigkeit, die ihm vom Rückenleiden her zugemutet werden kann, voll arbeitsfähig (Gutachten des Dr. med. W.________ vom 21. Juli 1997, Punkt 5). Uneinigkeit unter den Parteien besteht dagegen bezüglich Arbeitsfähigkeit in einer dem Rücken angepassten, körperlich leichten Tätigkeit. Verwaltung und Vorinstanz gehen von einer 100-%igen Arbeitsfähigkeit aus, während der Beschwerdeführer eine 50-%ige geltend macht. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer vom 6. Juli 1993 bis 13. März 1994 zu 100 % arbeitsunfähig war. Da er als Bauhilfsarbeiter nicht mehr arbeiten konnte, bot ihm sein Arbeitgeber eine Tätigkeit im Magazin an, die er vom 14. März 1994 bis 28. März 1995 halbtags ausübte, jedoch mit reduzierter Leistung. Seit dem 29. März 1995 arbeitete er ganztags und steigerte seine Leistung auf 50 % (vgl. Fragebogen für den Arbeitgeber vom 14. Juli 1995). Auf Grund dieser Sachlage erklärte Dr. med. R.________ den Patienten im bisherigen Beruf zu 50 % arbeitsfähig (Bericht einschliesslich Ergänzungsblatt vom 16. August 1995), wobei nicht klar ist, ob er die Tätigkeit auf dem Bau oder im Magazin gemeint hat. Am 30. Mai 1996 gab Dr. med. R.________ in seinem Bericht als zumutbares Arbeitspensum im bisherigen Beruf den ganzen Tag an, aber mit einer zu 50 % reduzierten Leistung. Auf Anfrage der IV-Stelle bestätigte er seine Aussage und wies darauf hin, dass der Patient in letzter Zeit einer seinen Beschwerden angepassten Tätigkeit bereits nachgehe (Schreiben des Dr. med. R.________ an die IV-Stelle vom 12. August 1996). Im selben Schreiben informierte er die Verwaltung darüber, dass von Dr. med. Saubermann ab 8. Juli 1996 erneut 100 % Arbeitsunfähigkeit angenommen worden sei. Zudem hielt er fest, dass er mit einer zusätzlichen psychiatrischen Abklärung einverstanden wäre. Gestützt auf das in der Zwischenzeit ergangene Gutachten erklärte Dr. med. R.________ in seinem Bericht vom 3. September 1997 er könne sich ohne weiteres den Schlussfolgerungen von Dr. W.________ anschliessen, nämlich dass der Patient in einer adaptierten Tätigkeit ganztagsarbeitenkönne. ImBauhandwerkseidiesallerdingsnichtmöglich, sodasshiervoneiner50%-igenArbeitsfähigkeitausgegangenwerdenmüsse. Im Ergänzungsbericht vom 4. September 1997 gab er als zumutbares Arbeitspensum im bisherigen Beruf einen halben Tag und in einer alternativen Berufstätigkeit einen ganzen Tag an. Diese Aussagen wurden vom selben Arzt wieder dahingehend berichtigt, dass die 50-%ige Arbeitsfähigkeit gleichzeitig bedeute, dass der Patient eine adaptierte, körperlich leichte Tätigkeit ganztags ausüben könne, während die Arbeit auf dem Bau nicht mehr möglich sei (Schreiben des Dr. med. R.________ an Advokat Guido Ehrler vom 2. Dezember 1997). Auf Anfrage der Verwaltung bestätigte der Arzt die im Brief enthaltenen Erklärungen und erläuterte sie dahingehend, dass effektiv eine 50-%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, wobei eine adaptierte Tätigkeit ganztags ausgeführt werden könne (Schreiben des Dr. med. R.________ an die IV-Stelle vom 20. Januar 1998). c) Bei dieser Sachlage kann, entgegen der Auffassung von Verwaltung und Vorinstanz, nicht eindeutig gesagt werden, der Beschwerdeführer sei in einer den Rücken schonenden, körperlich leichten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Ebenso wenig kann gesagt werden, der Beschwerdeführer sei in einer solchen Tätigkeit nur zu 50 % arbeitsfähig. Angesichts dieser Unklarheiten ist eine ergänzende Abklärung unumgänglich, wobei vor allem die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer den Rücken schonenden, körperlich leichten Tätigkeit zu beurteilen sein wird. Die Sache ist zu diesem Zwecke an die Verwaltung zurückzuweisen, welche in der Folge über den Invaliditätsgrad sowie den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu befinden wird.