Citation: 8C_674/2022 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin wendet im Wesentlichen ein, Dr. med. F.________, Allgemeine Medizin FMH, habe im Bericht vom 3. Februar 2022 - mithin nach dem BEGAZ-Gutachten vom 2. März 2021 - festgehalten, im April 2021 seien akute Knieschmerzen rechts und immobilisierende Schmerzen im linken Kniegelenk aufgetreten. Laut Bericht des Dr. med. D.________ vom 24. Mai 2002 seien am rechten Kniegelenk ähnliche Veränderungen wie links gefunden worden (deutliche Retropatellararthrose und Chondropathie auch über dem medialen Gelenkkompartiment, Innenmeniskus-Hinterhornruptur). Die Dres. med. F.________ und D.________ hätten somit wichtige Aspekte genannt, die im BEGAZ-Gutachten ungewürdigt geblieben seien. Zudem hätten die BEGAZ-Gutachter eine psychiatrische Behandlung als indiziert angesehen, wobei keine Anzeichen einer Aggravation vorlägen. Es sei aber widersprüchlich, eine solche Behandlung zu verlangen, wenn bloss eine leichte depressive Episode vorliegen würde. Dr. med. G.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der IV-Stelle, sei in der Stellungnahme vom 11. Februar 2022 weiterhin von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen, wobei das ergonomische Leistungsprofil anzupassen sei. Hieran habe er am 9. Juni 2022 festgehalten. An seiner Einschätzung bestünden erhebliche Zweifel, da er sie nicht näher erläutert habe. Zudem sei er für die psychiatrischen Belange nicht fachkompetent. Weiter seien ihm die neuesten Berichte des Dr. med. D.________ nicht vorgelegt worden. Da auch konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des BEGAZ-Gutachtens sprächen, hätte die Vorinstanz zumindest ergänzende Abklärungen anordnen müssen, anstatt eigene Vorschläge betreffend die gesundheitliche Verschlechterung bzw. die Arbeitsfähigkeit zu machen. Folglich sei sie zu Unrecht im "Hauptstandpunkt" von einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit mit dem maximalen Abzug vom LSE-Tabellenlohn bzw. im "Eventualstandpunkt" von einer 70%igen Restarbeitsfähigkeit mit einem geringeren Abzug vom LSE-Tabellenlohn ausgegangen. Zudem gehe es bei den Abzügen vom LSE-Tabellenlohn um eine Korrektur des realistischen Lohnniveaus. Die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit und das trotz Gesundheitsschadens hypothetisch realisierbare Invalideneinkommen seien zwingend getrennt zu behandeln. Allenfalls wäre die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit mittels einer praktischen Arbeitsabklärung zu eruieren.