Citation: 1P.315/2003 16.06.2003 E. A

Der 15-jährige X.________ wurde am 29. April 2003 von der Polizei verhaftet. Tags darauf verfügte die Jugendanwältin gemäss § 22 Abs. 1 lit. a und b des Gesetzes über die Jugendstrafrechtspflege seine Wegnahme vorläufig für 14 Tage. Sie verdächtigt ihn, am 29. April 2003 gegen den Schulhausabwart Z.________ tätlich geworden zu sein, um ihn zur Herausgabe eines konfiszierten Balles zu bewegen. Der vom Abwart gerufenen Polizeipatrouille habe er sich trotz mehrmaliger Aufforderung nicht ausgewiesen und sich gewaltsam gegen die drohende Festnahme gewehrt, wobei er dem Polizeibeamten auch das Hemd zerrissen habe. Es bestehe hinreichender Tatverdacht sowie Kollusionsgefahr; ausserdem müsse die Massnahmebedürftigkeit abgeklärt werden. Am 12. Mai 2003 wies der Präsident i.V. des Jugendstrafgerichts des Kantons Basel-Stadt den Rekurs von X.________ gegen die Wegnahmeverfügung der Jugendanwältin vom 30. April 2003 ab. Er fand den dringenden Tatverdacht durch die Aussagen der Betroffenen und von zwei Augenzeugen erstellt. Es bestehe Kollusionsgefahr, da insbesondere der Ablauf der Auseinandersetzung mit den Polizeibeamten noch unklar sei und dazu auch die Kollegen von X.________ befragt werden müssten; da er in dieser Gruppe eine dominante Stellung habe, seien Beeinflussungsversuche zu befürchten. Ausserdem sei offensichtlich, dass die Mutter von X.________ mit seiner Erziehung und Betreuung überfordert sei; wiederholte Fremdplatzierungen seien u.a. wegen der Gewalttätigkeit des Jugendlichen abgebrochen worden. Eine vertiefte Abklärung der Massnahmebedürftigkeit sei daher zwingend indiziert. Angesichts der kritischen persönlichen Situation sei die Wegnahme verhältnismässig. Am 14. Mai 2003 verlängerte die Jugendanwältin die Wegnahme um zwei Wochen bis zum 28. Mai 2003.