Citation: 6B_541/2021 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, in Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung könne im vorliegenden Fall trotz eines Vier-Augen-Delikts von einer erneuten Einvernahme der Beschwerdegegnerin 2 abgesehen werden. Diese sei bereits in der Untersuchung und vor der ersten Instanz ausführlich befragt worden, wobei in ihren Aussagen keine groben Widersprüche oder ähnlich gelagerte Ungereimtheiten zu Tage getreten seien, die es als zwingend erscheinen liessen, dass sich auch das Berufungsgericht einen persönlichen Eindruck von ihr verschaffe. Ferner sei zu berücksichtigten, dass vorliegend ein minderjähriges Opfer zur Einvernahme vorgeladen werden müsste, das zuvor bereits zwei Mal in Anwesenheit des Beschwerdeführers befragt worden sei. Schliesslich sei eine weitere Einvernahme der Beschwerdegegnerin 2 von keiner Partei beantragt worden. So unterstelle der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin 2 explizit nicht, dass ihre Aussagen eine wissentlich und willentlich vorgetragene Falschaussage darstellten. Er mache vielmehr geltend, dass es zu einer Fehlwahrnehmung gekommen sei. Somit sei von einer neuerlichen Befragung der Beschwerdegegnerin 2 rund eineinhalb Jahre nach dem angeklagten Ereignis auch kein wesentlicher Mehrwert für die Sachdarstellung zu erwarten (Urteil S. 6 f.).