Citation: 9C_321/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Beide Beschwerdeführer sind bzw. waren im Handelsregister als Verwaltungsratsmitglieder eingetragen und erfüllen damit die Voraussetzung der formellen Organstellung. Die in Art. 717 OR aufgeführten Pflichten treffen damit auf beide zu. Der Umstand allein, dass für die Zeit vom www 2010 bis vvv 2011 D.________ die Geschäftsführung der C.________ AG inne hatte, wie in der Beschwerde angeführt, vermag insbesondere den Beschwerdeführer 2 nach dem vorstehend Ausgeführten nicht zu entlasten. Ebenso wenig rechtfertigt im Lichte des hiervor in E. 4.2.2 Dargelegten die Tatsache, dass D.________ von der Beschwerdegegnerin letztendlich nicht belangt wurde, eine andere Sichtweise. Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschwerdeführer 1 im vorliegenden Kontext sodann aus der Tatsache herleiten, dass er seine Funktion erst am zzz 2012 angetreten hat. Da ein neues Verwaltungsratsmitglied verpflichtet ist, für die Bezahlung der vor und während seiner Verwaltungsratstätigkeit angefallenen Beitragsschulden zu sorgen, haftet er grundsätzlich für die laufenden wie auch die bereits vor Aufnahme seines Mandats fälligen Sozialversicherungsabgaben (BGE 126 V 61 E. 4a; 119 V 401 E. 4c; Urteile 9C_538/2019 vom 19. Juni 2020 E. 3 und 9C_841/2010 vom 22. September 2011 E. 4.3). Ein neuer Verwaltungsrat haftet bloss dann nicht für den der Ausgleichskasse vor seinem Eintritt zugefügten Schaden, wenn dieser bereits eingetreten war, ohne dass der neue Verwaltungsrat daran noch etwas ändern konnte (BGE 119 V 401; Urteil 9C_538/2019 vom 19. Juni 2020 E. 3). Die Vorinstanz hat einlässlich aufgezeigt, weshalb von letzterem in Bezug auf den Beschwerdeführer 1 nicht ausgegangen werden kann und er auch für die bereits zuvor aufgelaufenen Beitragsschulden aus den Jahren 2011 und 2012 einzustehen hat. Darauf wird in der Beschwerde vor Bundesgericht ebenfalls nicht eingegangen. Vielmehr nehmen die Beschwerdeführer erneut auf die betreffend D.________ und E.________, Mitglied des Verwaltungsrats der C.________ AG vom uuu 2010 bis ttt 2012, ergangenen Entscheide der Beschwerdegegnerin Bezug und fordern eine - gerade nicht zwingende - Gleichbehandlung. Von einem krass rechtsmissbräuchlichen Verhalten des kantonalen Gerichts kann keine Rede sein. Auch verletzt es kein Bundesrecht, indem die Stellung des Beschwerdeführers 1 innerhalb der Gesellschaft für den Zeitraum bis 2012 nicht näher geprüft wurde. Da der Beschwerdeführer 1 in dieser Periode weder formelles noch materielles oder faktisches Organ der C.________ AG war (zum Organbegriff vgl. etwa Reichmuth, a.a.O, Rz. 199 ff.), erübrigten sich entsprechende Abklärungen.