Citation: 6B_1040/2023 E. 2.3

2.3. Mit Verfügung vom 25. Januar 2020 eröffnete die Staatsanwaltschaft gegen den Beschwerdeführer ein Strafverfahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung. Mit Verfügung vom 18. Januar 2021 dehnte sie dieses Strafverfahren eventualiter um den Tatbestand des versuchten Mordes aus. Die Anklageschrift vom 31. März 2021 qualifiziert den darin umschriebenen Sachverhalt als versuchten Mord, eventualiter als versuchte vorsätzliche Tötung. Die erste Instanz sprach den Beschwerdeführer gestützt auf die Anklageschrift vom 31. März 2021 wegen versuchten Mordes schuldig. Die Vorinstanz wies die Anklageschrift vom 31. März 2021 mit Beschluss vom 22. Juni 2022 an die Generalstaatsanwaltschaft zurück, um diese im Sinne von Art. 329 Abs. 2 und Art. 333 Abs. 1 StPO ergänzen zu können. Dies begründete sie damit, dass die Anklageschrift sich nicht bzw. kaum zum vorgeworfenen subjektiven Tatbestand bzw. zu den inneren Umständen äussere. Bei versuchten Delikten habe der subjektive Tatbestand entscheidende Bedeutung und bei der Qualifikation als Mord könne der Beweggrund oder der Zweck der Tat entscheidend sein. Am 26. Juli 2022 reichte die Generalstaatsanwaltschaft eine Ergänzung der Anklageschrift ein. Darin äusserte sich die Staatsanwaltschaft explizit zum subjektiven Tatbestand bzw. den inneren Umständen, indem sie jeweils konkret angab, weshalb der Beschwerdeführer ihrer Auffassung nach heimtückisch vorgegangen sei, verwerfliche Beweggründe gezeigt, ein kaltblütiges Vorgehen an den Tag gelegt sowie sich auch nach der Tat gefühlskalt gezeigt habe. Die Anklageergänzung wurde den Parteien mit Verfügung vom 27. Juli 2022 zugestellt und darin mitgeteilt, dem zweitinstanzlichen Urteil die Anklageschrift vom 31. März 2021 sowie deren Ergänzung vom 26. Juli 2022 zugrunde zu legen. Die Anträge des Beschwerdeführers, die Ergänzung der Anklage aus den Akten zu weisen sowie das Strafverfahren auf Basis der ergänzten Anklageschrift vom 26. Juli 2022 zur Neubeurteilung an die erste Instanz zurückzuweisen, wies die Vorinstanz mit Beschluss vom 24. November 2022 bzw. vom 23. März 2023 ab. Die Vorinstanz bestätigte den erstinstanzlichen Schuldspruch des versuchten Mordes basierend auf der Anklageschrift vom 31. März 2021 sowie deren Ergänzung vom 26. Juli 2022.