Citation: 1A.24/2003 18.02.2003 E. 4

4.1 Nach Art. 35 Abs. 1 OG und der dazu in E. 2 zitierten Rechtsprechung kann eine verpasste Rechtsmittelfrist einzig dann wiederhergestellt werden, wenn die Partei bzw. ihr Rechtsvertreter diese ohne jedes Verschulden - z.B. wegen einer plötzlich auftretenden schweren Krankheit oder eines die Wahrnehmung der Berufspflichten vorübergehend ausschliessenden Unfalls - verpasst hatten. Rechtsanwalt A.________ macht gar nicht substanziiert geltend, er sei unverschuldet von der Fristwahrung abgehalten worden. Er begründet das Fristwiederherstellungsgesuch vielmehr im Wesentlichen damit, dass die dem Nichteintretensentscheid des Bundesgerichts zu Grunde liegende Rechtsauffassung falsch sei, dass es die Bedeutung von BGE 98 V 62 verkannt habe, dass er diesen alten, französischsprachigen Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts ohnehin nicht hätte kennen müssen und dass der allgemeine Trend auf eine Verlängerung der Rechtsmittelfristen hinauslaufe. Mit dieser Kritik an der rechtlichen Würdigung des Bundesgerichtsentscheides vom 17. Dezember 2002 vermag Rechtsanwalt A.________ offensichtlich nicht zu belegen, dass er die Frist unverschuldet verpasste. 4.2 Aus BGE 98 V 62 ergibt sich klar und deutlich, dass im umstrittenen Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren das Recht des Kantons Appenzell Ausserrhoden die Feiertage bestimmt. Dieser Entscheid ist mit dem Generalregister zur amtlichen Sammlung der Bundesgerichtsentscheide unter Art. 32 Abs. 2 OG zu finden und diese Rechtsprechung wird auch im führenden OG-Kommentar Poudret/ Sandoz-Monod (zustimmend) wiedergegeben. Bei pflichtgemäss sorgfältiger Prozessführung hätte sich Rechtsanwalt A.________ somit leicht über diese Rechtsprechung ins Bild setzen können und müssen. Selbst wenn, was nicht der Fall ist, die Bundesgerichtspraxis nicht eindeutig wäre, hätte Rechtsanwalt A.________ unter den gegebenen Umständen den 1. November im Zweifel jedenfalls nicht als Feiertag betrachten dürfen, sondern zur sicheren Fristwahrung als Werktag zählen müssen. Wohl nicht ernst gemeint sein kann sein Einwand, er habe dieses Urteil nicht zu kennen brauchen, weil es sich um einen alten, französischsprachigen Entscheid des EVG handle. 4.3 Die Diskussion um die Bedeutung von BGE 98 V 62 erscheint im Übrigen als müssig. Aus den Ausführungen von Rechtsanwalt A.________ in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zur Fristwahrung (oben E. 3.1) ist zu schliessen, er habe die Frist nicht deshalb verpasst, weil er Allerheiligen irrtümlicherweise als Feiertag gezählt, sondern weil er sich verrechnet hatte; er geht dort davon aus, die Frist habe am 2. November geendet, also am 31. Tag, und weil dies ein Samstag gewesen sei, sei die am darauf folgenden Montag aufgegebene Beschwerde rechtzeitig erfolgt. Hätte er den 1. November als Feiertag gezählt, hätte er darlegen müssen, dass der 30. Tag der Frist auf diesen Feiertag gefallen sei und sie sich deshalb bis zum nächsten Werktag, hier den Montag, verlängert hätte.