Citation: 2A.217/2005 19.04.2005 E. 2.2

2.2.1 Die Ausschaffungshaft soll in der Regel "höchstens drei Monate" dauern. Sie kann mit Zustimmung der richterlichen Behörde jedoch - allenfalls auch unter mehren Malen - um insgesamt maximal sechs Monate verlängert werden, wenn dem Vollzug der Weg- oder Ausweisung besondere Hindernisse entgegenstehen (Art. 13b Abs. 2 ANAG). Hierunter fallen auch Probleme bei der Papierbeschaffung. Gerade wegen solcher Schwierigkeiten hat der Gesetzgeber die Haftdauer erheblich erhöht und die Möglichkeit der Haftverlängerung geschaffen (BBl 1994 I 305 ff. S. 316; BGE 130 II 56 E. 4.1.2 u. 4.1.3). Wie es sich mit der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Einzelnen verhält, bildet Gegenstand einer Prognose. Die Haft ist, weil unverhältnismässig, nur dann aufzuheben, wenn für die Undurchführbarkeit des Vollzugs der Entfernungsmassnahme triftige Gründe sprechen oder praktisch feststeht, dass sich die Ausschaffung innert der gesetzlichen bzw. allenfalls einer dem Fall angemessenen kürzeren Frist kaum wird realisieren lassen (BGE 130 II 56 E. 4.1.3; 122 II 148 E. 3 S. 152 f.). 2.2.2 Dem ist hier nicht so: Der Beschwerdeführer ist am 4. Februar 2004 zur Abklärung seiner Identität einer Behördendelegation von Sierra Leone vorgeführt worden. Diese hat ihn nicht als Landsmann anerkannt; sie vermutete vielmehr, dass er aus Guinea stammen dürfte, wovon das Bundesamt für Flüchtlinge bereits in seinem Entscheid vom 31. Januar 2000 ausgegangen ist. Eine Sprachexpertin bestätigte diese Annahme ihrerseits am 14. März 2005. Die weiteren Abklärungen laufen zurzeit noch. Nachdem der Beschwerdeführer es abgelehnt hat, die für die Beschaffung von Ersatzpapieren für Guinea erforderliche persönliche Erklärung zu unterschreiben, wird er im Mai 2005 einer Delegation der Botschaft von Guinea in Paris vorgeführt werden können. Es ist nicht ausgeschlossen, dass seine Wegweisung im Anschluss hieran möglich sein wird. Die Behörden haben sich seit der Anhaltung des Beschwerdeführers kontinuierlich darum bemüht, dessen Identität zu erstellen und die erforderlichen Papiere erhältlich zu machen (vgl. hierzu auch das Urteil vom 15. November 2004, E. 2.6; allgemein zum Beschleunigungsgebot: BGE 124 II 49 ff.); soweit es dabei zu Verzögerungen gekommen ist, hat er sich diese wegen seines unkooperativen Verhaltens selber zuzuschreiben. Seit dem Abschluss des Asylverfahrens im Jahr 2000 hatte der Beschwerdeführer hinreichend Gelegenheit, sich Papiere zu beschaffen und das Land zu verlassen. Dass gestützt auf seine Erklärungen vorerst einzig versucht worden ist, seine Herkunft aus Sierra Leone zu erstellen, ist nicht zu beanstanden, nachdem - wie er selber unterstreicht - zwei Befragungen am 16. September 2002 bzw. 27. März 2003 noch Hinweise dafür ergeben hatten, dass er entgegen dem rechtskräftigen Asylentscheid doch aus diesem Land stammen könnte. Es war gestützt hierauf vertretbar, die Abklärungen erst im März 2005 auf Guinea auszudehnen, nachdem die zuständigen Behörden von Sierra Leone ihrerseits negativ entschieden und die ursprüngliche Vermutung, er könnte aus Guinea stammen, bestätigt hatten (vgl. das Urteil 2A.149/2002 vom 10. April 2002, E. 3). Für alles Weitere wird auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen (Art. 36a Abs. 3 OG).