Citation: 7B_181/2022 E. 5.4.1

5.4.1. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist im Umstand, dass die Vorinstanz die Frage des Härtefalls offen lässt, um anschliessend eine Interessenabwägung vorzunehmen, keine Bundesrechtsverletzung zu erblicken. Nachdem es sich bei den in Art. 66a Abs. 2 StGB genannten Kriterien um kumulative Voraussetzungen für den Verzicht auf eine Landesverweisung handelt (vgl. E. 5.3.1), führt bereits die Verneinung eines der beiden Kriterien (Härtefall oder Interessenabwägung zugunsten des von der Landesverweisung Betroffenen) dazu, dass eine Landesverweisung auszusprechen ist. Jedenfalls hat die Vorinstanz das Prüfungsschema von Art. 66a Abs. 2 StGB nicht missachtet, sondern infolge der als unsicher taxierten Bewertung des ersten Kriteriums "Härtefall" (angefochtenes Urteil S. 25 f.) auch das zweite kumulative Kriterium für einen ausnahmsweisen Verzicht auf eine Landesverweisung, nämlich die Interessenabwägung, geprüft. Auch das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung die Frage des Härtefalls schon offen gelassen, weil die Interessenabwägung zu Lasten des Betroffenen ausfiel (vgl. z.B. Urteile 6B_1470/2022 vom 29. August 2023 E. 2.4; 6B_1405/2022 vom 5. April 2023 E. 3.2.3; 6B_1193/2021 vom 7. März 2023 E. 6.4.4; 6B_861/2019 vom 23. April 2020 E. 3.7.3). Sodann hat es erwogen, dass beide Prüfungskriterien - d.h. der von der Vorinstanz verneinte Härtefall und die Interessenabwägung zu Lasten des Betroffenen - vor Bundesgericht angefochten werden müssen, um eine Beschwerde betreffend Landesverweisung überhaupt hinreichend zu begründen (Urteile 6B_783/2021 vom 12. April 2023 E. 1.4.3 und E. 1.5; 6B_127/2022 vom 22. März 2023 E. 6). Die Rüge erweist sich als unbegründet.