Citation: 2C_235/2021 E. 5.4.2

5.4.2. Die zuständige Behörde hat eine Prognose zum Risiko der missbräuchlichen Verwendung der Waffe zu treffen, wobei an die von der Person ausgehenden Gefahr keine allzu hohen Anforderungen zu stellen sind. Gestützt auf konkrete Gegebenheiten muss jedoch eine sachliche begründbare, überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine Selbst- oder Drittgefährdung mittels Verwendung einer Waffe vorliegen (Urteile 2C_555/2020 vom 21. Oktober 2020 E. 3.3.1; 2C_15/2019 vom 26. Juli 2019 E. 4.5; 2C_444/2017 vom 19. Februar 2018 E. 3.2.1. mit Hinweisen). Die definitive Einziehung von (unter anderem) Waffen und Munition setzt gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. a WG voraus, dass die beschriebene Gefahr einer missbräuchlichen Verwendung fortbesteht (Urteil 2C_15/2019 vom 26. Juli 2019 E. 4.1; 2C_945/2017 vom 17. Mai 2018 E. 4.1.1). Bezüglich der Prognose der zukünftigen missbräuchlichen Verwendung (der Waffe) ist die Behörde nicht abhängig von strafrechtlichen Erkenntnissen, denn sie hat auch die öffentliche Ordnung und Sicherheit im Blick. Deshalb kann sie auch einen strengeren Massstab anlegen als in einem strafrechtlichen Kontext (Urteile 2C_444/2017 vom 19. Februar E. 3.2.1 mit Hinweisen; 2C_1163/2014 vom 18. Mai 2015 E. 3.3; 2C_93/2007 vom 3. September 2007 E. 5.2). Jedenfalls ist der Begriff der Gefahr missbräuchlicher Verwendung gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. a WG weit zu verstehen (Urteil 2C_1271/2012 vom 6. Mai 2013 E. 3.5 mit Hinweisen).