Citation: 4D_56/2015 E. A

A.________ (Beklagte, Beschwerdeführerin) ist Alleineigentümerin des mit einem Mehrfamilienhaus mit Ladenlokal bebauten Grundstücks U.________, Kataster-Nr. xxx, in V.________. Am 15./25. April 2010 unterzeichneten sie und C.________ einen diese Liegenschaft betreffenden "Vermittlungs- und Verkaufsauftrag ". Darin wurde C.________ "im Sinne von Art. 412 ff OR" der Auftrag zum Verkauf der Liegenschaft bzw. zum Nachweis eines Käufers zu einem maximalen "Ziel-Verkaufspreis" von Fr. 920'000.-- und einem minimalen "Ziel-Verkaufspreis [...] nach Absprache" erteilt. Es wurde eine Vermittlungsprovision von 3 % des erzielten Verkaufspreises vereinbart, die auch dann geschuldet sein sollte, wenn der Makler " während der Vertragsdauer einen Interessenten nachweist, der Auftraggeber aber den Verkauf nicht mehr tätigen will ". Weiter wurde verabredet, der Vertrag gelte ab 1. Mai 2010 für sechs Monate und werde stillschweigend jeweils für eine gleiche Zeitdauer erneuert, sofern er nicht von einer Vertragspartei unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von einem Monat gekündigt werde. Am 24. September 2010 wandte sich die Beklagte mit einem Brief folgenden Inhalts an C.________: "In Folge Ihrer bzw. meiner Abwesenheit bis 4. Oktober 2010 hatten wir leider keine Gelegenheit mehr, uns über das weitere Vorgehen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Liegenschaft U.________, in V.________, zu unterhalten. Wir möchten gerne einige Punkte des Vertrages neu definieren und kündigen deshalb den bestehenden Vertrag fristgerecht per Ende Oktober 2010. Wollen Sie bitte ab Dienstag, 5. Oktober 2010, mit meiner Mutter, Frau D.________, Kontakt aufnehmen, um mit ihr die weiteren Einzelheiten zu besprechen? [...]" Das Ergebnis eines daraufhin mit D.________ geführten Gesprächs bestätigte C.________ mit Brief an die Beklagte vom 20. Oktober 2010 wie folgt: "[...] Es freut mich, dass Sie sich entschlossen haben, den bestehenden Vertrag um weitere sechs Monate zu verlängern und zwar bis zum 30. April 2011. Der Inhalt bleibt unverändert. Der Verkaufspreis wird neu auf CHF 820'000.00 angesetzt. Minimaler Verkaufspreis nach Absprache. [...]" Dem Wunsch von C.________ um Rücksendung eines gegengezeichneten Exemplars dieses Briefs "zum Zeichen Ihres Einverständnisses " kam die Beklagte Mitte November 2010 nach. Nach einem in den Einzelheiten umstrittenen telefonischen Kontakt im September 2011 schrieb D.________ C.________ am 8. Januar 2012in Bezug auf ein Angebot der Eheleute E.E.________ und F.E.________ folgendes E-mail: "Betreffend dem Angebot des Ehepaars E.________, in W.________. Fr. 750'000.-- sind die absolut unterste Verhandlungsbasis. Ich bitte um Kenntnisnahme und grüsse Sie freundlich i.A. D.________" Mit E-mail vom 25. Januar 2012 teilte D.________ C.________ - unter Bezugnahme auf ein Telefongespräch vom 19. Januar 2012 "im Auftrag meiner Tochter A.________ mit, dass wir die Liegenschaft nicht für Fr. 750'000.-- verkaufen wollen ". Mit Brief vom gleichen Tag kündigte die Beklagte das Vertragsverhältnis per Ende Februar 2012. E.E.________ hielt sein Kaufangebot für Fr. 750'000.-- aufrecht und erhöhte es im Juni 2012 auf Fr. 770'000.--. Die Beklagte beharrte aber auf einem Kaufpreis von Fr. 790'000.--, worauf der Kaufvertrag letztlich nicht zustande kam. Am 22. Juni 2012 zedierte C.________ alle Forderungen gegenüber der Beklagten aus dem Vermittlungs- und Verkaufsvertrag vom 15./25. April 2010 an die B.________ GmbH (Klägerin, Beschwerdegegnerin).