Citation: 6B_900/2024 E. 2.2.2

2.2.2. Mittelbarer Täter ist, wer einen anderen Menschen als sein willenloses oder wenigstens nicht vorsätzlich handelndes Werkzeug benutzt, um durch ihn die beabsichtigte strafbare Handlung ausführen zu lassen. Der mittelbare Täter wird bestraft, wie wenn er die Tat selbst ausgeführt hätte (vgl. BGE 149 IV 57 E. 3.2.1; 138 IV 70 E. 1.4; 120 IV 17 E. 2d; Urteil 6B_338/2019 vom 16. April 2019 E. 4.1). STEFAN HEIMGARTNER/MARCEL ALEXANDER NIGGLI (in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 22 zu Art. 325 StPO) postulieren, bei einer vorgehaltenen mittelbaren Täterschaft müsse aus der Anklage hervorgehen, dass der Beschuldigte die Tat durch eine weitere Person begangen habe, die in objektiver Hinsicht den Tatbestand unmittelbar erfüllt habe. Dazu bedürfe es auch Ausführungen, wie der Beschuldigte (eventual-) vorsätzlich die als sein Tatwerkzeug fungierende Person dazu veranlasst habe, das Delikt in seinem Sinne zu verüben. Dem ist beizupflichten. Damit die Anklageschrift ihre Schutzfunktion für die Verteidigungsrechte entfalten kann, muss der Beschuldigte aus dem Anklagesachverhalt ersehen können, ob ihm eine Veranlassung der Tat (Anstiftung), eine Förderung der Tat (Gehilfenschaft), ein gleichwertiges koordiniertes Zusammenwirken mit anderen Tätern (Mittäterschaft) oder aber die (von ihm erwirkte) Tatausführung durch einen ohne Vorsatz handelnden Tatmittler (mittelbare Täterschaft) angelastet wird.