Citation: 4A_204/2020 E. 3.3.3

3.3.3. Zur Arbeit am Feiertag wurde die Arbeitnehmerin in der Verwarnung vom 14. August 2015 nicht aufgefordert, weshalb sie nach Treu und Glauben auch keinen Grund haben konnte anzunehmen, es solle mit Blick darauf eine Kündigung ausgesprochen werden. Was sich zwischen der Verwarnung und dem Nachtrag geändert hatte, war, dass die Beschwerdeführerin entgegen der Aufforderung in der Verwarnung auch am 17. August 2017 weder zur Arbeit erschienen war, noch der Beschwerdegegnerin mitgeteilt hatte, sie könne krankheitshalber nicht zur Arbeit erscheinen. Dies deutet objektiv auf ein Verlassen der Arbeitsstelle hin, insbesondere weil die Beschwerdeführerin bereits angedeutet hatte, sie sehe keine Chance für einen Verbleib bei der Beschwerdegegnerin, und daraufhin das Arbeitsverhältnis bereits ordentlich gekündigt hatte.