Citation: 6B_1493/2022 E. 2.2

2.2. Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt werden. Zunächst liegt darin, dass sein vormaliger Verteidiger trotz Vorstrafe eine bedingte Strafe beantragte, weder ein grobes Versäumnis noch ist ersichtlich, welcher Nachteil dem Beschwerdeführer daraus erwachsen wäre. Es bestand daher für die Vorinstanz kein Anlass, in die Verteidigungsführung einzugreifen, zumal sie das Recht ohnehin von Amtes wegen anzuwenden hatte. Dies gilt ebenso für die von der Verteidigung zwar thematisierte aber angeblich ungenügend substanziierte besondere Strafempfindlichkeit. Auch, soweit der Beschwerdeführer bemängelt, der vormalige Verteidiger habe seinen ausländerrechtlichen Status nicht genügend abgeklärt und thematisiert, kann er daraus nichts für sich ableiten. Entgegen seiner Auffassung hat der vormalige Verteidiger die ausländerrechtliche Situation augenscheinlich nicht verkannt. Der Beschwerdeführer weist selbst darauf hin, dass jener mehrfach Vollzugshindernisse gegen die Landesverweisung anführte. Wenn er rügt, der frühere Verteidiger habe wesentliche Sachverhaltsumstände zum ausländerrechtlichen Status, zur Möglichkeit, Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sowie zur Situation im Empfangsland (Sri Lanka) nicht in das Verfahren eingeführt, so ist dem Beschwerdeführer zudem entgegenzuhalten, dass dies auch sein jetziger Verteidiger nicht in nachvollziehbarer und substanziiert begründeter Weise tut. Auch in der Beschwerde ist bloss von Vollzugshindernissen die Rede, wobei weder diese noch der ausländerrechtliche Status des Beschwerdeführers präzisiert würden. Es erscheint daher fragwürdig, diese Unterlassung dem vormaligen Verteidiger als krassen Verstoss gegen seine Interessen anzulasten. Ein solcher ist nicht genügend dargetan (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG). Ferner leuchtet aufgrund seiner Ausführungen nicht ein, dass zwingend der Frage hätte nachgegangen werden müssen, weshalb die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers - offenbar in einem Entscheid des Staatssekretariats für Migration (SEM) im Jahre 2021 - trotz Vorstrafe nicht widerrufen wurde. Entscheidend erscheint mit Blick auf die Prüfung der Landesverweisung allein, dass ein vorläufiges Aufenthaltsrecht bestand. Der Beschwerdeführer erläutert diesbezüglich auch die Relevanz des Entscheids des Bundesverwaltungsgerichts vom 14. April 2020 nicht, worin sein Asylantrag abgewiesen wurde, soweit darauf eingetreten worden war. Aus seinen Ausführungen erhellt, dass es um ein Wiedererwägungsgesuch ging, wobei das Bundesverwaltungsgericht die behauptete Verfolgung des Beschwerdeführers durch den sri-lankischen Staat nicht prüfte, die beantragten Beweise nicht abnahm und sich zu Vollzugshindernissen nicht äusserte. Es ist nicht ersichtlich, was die Vorinstanz daraus mit Blick auf die Landesverweisung zugunsten des Beschwerdeführers hätte ableiten sollen. Es schadet daher nicht, dass sie den Entscheid allenfalls nicht zur Kenntnis nahm oder genauer prüfte. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz die strafrechtliche Beweislastregel verletzt haben soll, indem sie ihm mit Bezug auf die geltend gemachten Vollzugshindernisse eine Mitwirkungspflicht auferlegt. Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist schliesslich, ob die erste Instanz ihrer Untersuchungspflicht nachkam.