Citation: 4A_501/2021 E. 7.5.1

7.5.1. Die Vorinstanz erwog, die Beklagte mache geltend, die Klägerin hätte sich umgehend um eine Unter- bzw. Weitervermietung der Fabrikhalle bemühen müssen. Die Klägerin habe weder solche Bemühungen geltend gemacht noch die Behauptung der Beklagten bestritten, dass solche nicht erfolgt seien. Sie wolle ihrer Schadenminderungspflicht stattdessen durch die umgehende Verhandlung über eine Ersatzmaschine eines anderen Herstellers nachgekommen sein und behaupte nur pauschal, eine anderweitige Vermietung hätte frühestens per Oktober 2016 erfolgen können. Dabei verkenne sie, dass sie die schadenmindernden Massnahmen zu belegen habe. Massgebend sei insbesondere, ob die Bestellung einer anderen Maschine tatsächlich weniger Schaden verursache als die Weitervermietung der Fabrikhalle. Wie lange eine Weitervermietung gedauert hätte, lasse sich nicht feststellen. Klar sei einzig, dass eine Kündigung des Mietvertrags erst per 25. Februar 2020 möglich gewesen wäre, mit einer Frist von sechs Monaten. Die Suche wäre folglich durch die feststehenden Konditionen erschwert worden. Bereits aus diesem Grund wäre von einer mehrmonatigen Mietersuche - gerechnet ab dem 9. September 2015 - auszugehen. Ausserdem hätte die Klägerin erst die vorgenommenen Mieterausbauten zurückbauen müssen, was unbestritten ebenfalls mehrere Monate in Anspruch genommen hätte. Hinzu komme, dass bei einer Weitervermietung zusätzliche (als Schaden anrechenbare) Kosten entstanden wären. Werde dies mitberücksichtigt, erscheine die Annahme angemessen, die Klägerin hätte die Fabrikhalle erst rund zehn Monate später, also per August 2016, anderweitig vermieten können.