Citation: 6B_326/2015 E. 1.3.1

1.3.1. Die Beschwerdeführerin macht beispielsweise geltend, A.________ habe die Abwicklung des Drogenhandels in den Einvernahmen vom 20. Juli 2012 und 14. September 2012 unterschiedlich geschildert. Einerseits habe er behauptet, er habe zwei- oder dreimal bei ihr auf dem 5. Stock (gestohlenen) Wein gegen Kokain getauscht. Andererseits habe ihn eine andere Frau bar bezahlt, worauf er in den 5. Stock gegangen sei und von ihr (der Beschwerdeführerin) das Kokain erhalten habe. Die Schilderungen seien deshalb "diffus und verwischt". Diese bereits vor Vorinstanz vorgebrachte Argumentation ist von vornherein ungeeignet, eine Verletzung der Unschuldsvermutung darzutun. Zudem sind die Sachdarstellungen von A.________ anlässlich der verschiedenen Einvernahmen mit Blick auf die fraglichen Protokolle durchaus präzise (vgl. kantonale Akten Nebendossier 2 act. 3/1, 3/3, 3/4 und 3/6). Es ist deshalb ohne Weiteres vertretbar, sie als klar und widerspruchsfrei einzuschätzen. Entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin sind sie nicht deshalb unglaubhaft, weil die Aussagen unterschiedlich ausfielen. Vielmehr zeigt dies auf, dass der Handel wie angeklagt unterschiedlich abgewickelt wurde und A.________ den Wein in wenigen Fällen direkt bei der Beschwerdeführerin gegen Kokain tauschte. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, nach der Darstellung des Käufers sei das Kokain in zehn Prozent der Fälle in den Hof geworfen worden. A.________ habe nur vermutet, dass sie (die Beschwerdeführerin) die Betäubungsmittel aus dem Fenster geworfen habe, er habe dies aber nicht konkret gesehen. Deshalb könne ihr dies nicht zur Last gelegt werden. Auch mit diesen Ausführungen wiederholt die Beschwerdeführerin ihren Standpunkt im kantonalen Verfahren. Er vermag das vorinstanzliche Beweisergebnis, wonach die Beschwerdeführerin A.________ rund 200 Gramm Kokaingemisch für ca. Fr. 19'200.-- verkaufte, nicht zu erschüttern. Zudem geht die Argumentation an der Sache vorbei. Bei der fraglichen Menge von zehn Prozent handelt es sich nach den Schilderungen des Käufers um jene Drogenmenge, welche er auf Veranlassung der Hauptabnehmerin des Weines erhielt. Es handelt sich mithin nicht um jenes Kokain, welches A.________ von der Beschwerdeführerin im 5. Stock ausgehändigt bekam und mit dem zu rund 80 % in bar ausbezahlten Verwertungserlös in der Höhe von ca. Fr. 19'000.-- kaufte (vgl. kantonale Akten Nebendossier 2 act. 3/3 S. 2 f. und act. 3/4 S. 25 f.).