Citation: 2P.26/2001 15.04.2002 E. 2

2.1 Die Festsetzung des steuerbaren Ertrags und des steuerbaren Kapitals beurteilt sich vorliegend noch nach § 45 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 (§ 269 Abs. 1 StG). Danach fallen für die Berechnung der Saldo der Gewinn- und Verlustrechnung, der Betriebs- oder Verwaltungsrechnung, unter Berücksichtigung des Saldovortrags aus dem Vorjahr, in Betracht. Der Rechnung belastete, geschäftsmässig nicht begründete Aufwendungen, wie freiwillige Zuwendungen an Dritte, offene oder verdeckte Gewinnausschüttungen, Einzahlungen auf das Gesellschafts- oder Genossenschaftskapital aus Mitteln der Gesellschaft oder Genossenschaft, Einlagen in Reserven und geschäftsmässig nicht begründete Abschreibungen werden dem steuerbaren Ertrag zugerechnet (§ 45 Abs. 1 lit. a und b aStG). 2.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Verwaltungsgericht habe bei der Rückstellung von Fr. 150'000.-- wegen der drohenden Verlustübernahme aus dem Baukonsortium "D.________" zu Unrecht Fr. 81'000.-- als nicht geschäftsmässig begründet aufgerechnet. Zutreffend sei, dass der Anteil der Beschwerdeführerin am überschuldeten Konsortium lediglich 40 Prozent betragen habe, was zu einer entsprechenden Rückstellung von Fr. 54'000.-- geführt hätte. Sie habe aber bereits im Zusammenhang mit der Rekursschrift vom 1. Juli 1998 an die Steuerrekurskommission dargelegt, dass das Baukonsortium "D.________" in seiner per 31. März 1995 abgeschlossenen Bilanz die angefangenen Arbeiten, welche die Hauptposition darstellten, mit Fr. 5'907'000.-- zu Verkaufspreisen bewertet habe, statt lediglich zu Herstellungskosten von Fr. 5'530'000.--. Damit sei in jener Bilanz bereits ein noch nicht realisierter Gewinn von Fr. 377'000.-- mitenthalten gewesen, was zusammen mit dem drohenden Verlust von Fr. 135'000.-- einen insgesamt potentiellen Verlust von Fr. 512'000.-- ausgemacht habe. Der Rückstellungsbedarf hätte deshalb handelsrechtlich bei einem 40%-igen Anteil sogar Fr. 204'800.-- ausgemacht. Das Verwaltungsgericht habe deshalb zu Unrecht festgestellt, die Behauptung, die Überschuldung der "D.________" per 31. Dezember 1994 habe nicht Fr. 135'000.--, sondern unter Einbezug der Differenz zwischen der Verbuchung der angefangenen Arbeiten und der Verbuchung zu Verkaufspreisen Fr. 512'000.-- betragen, sei ein nicht mehr zu hörendes Novum. Dies stelle eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs dar. 2.3 Tatsächlich hat die Beschwerdeführerin, wie vom Kantonalen Steueramt Zürich in seiner Vernehmlassung zu Unrecht bestritten wird, bereits in ihrer Rekurseingabe vom 1. Juli 1998 darauf hingewiesen, die Hauptposition der Bilanz seien angefangene Arbeiten mit rund Fr. 5'907'000.--, welche über die Anschaffungs- oder Herstellungskosten hinaus zu möglichen Verkaufspreisen bewertet, bereits einen fiktiven Gewinnanteil berücksichtigten, der ebenfalls im Umfang von Fr. 377'000.-- noch nicht realisiert sei (Rekursschrift S. 4). Zusammenfassend führte sie anschliessend aus, die angewandte Vorsicht bei der Bewertung und die Bilanzierung der Position "D.________" mit Fr. 150'000.-- sei also per Bilanzstichtag 31. Dezember 1994 und im Zeitpunkt der Errichtung der Jahresrechnung 1994 substantiell begründet durch die effektive Überschuldung der "D.________", die darüber hinaus noch unrealisierte Gewinne bei den angefangenen Arbeiten enthalte (Rekursschrift S. 6). Damit hat das Verwaltungsgericht aber zu Unrecht angenommen, die Beschwerdeführerin sei erstmals in seinem Verfahren von einem drohenden Verlust von Fr. 512'000.-- ausgegangen. Da es die Position "angefangene Arbeiten" nicht gewürdigt hat und die Frage von deren Bilanzierung von Bedeutung war (vgl. Art. 666 OR; Treuhandkammer, Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung, Band 1, Zürich 1998, S. 145 f.), hat es den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt (Art. 29 BV), weshalb die staatsrechtliche Beschwerde insofern gutzuheissen ist.