Citation: 6B_405/2019 E. 1.4

1.4. Die Vorinstanz setzt sich im angefochtenen Urteil mit sämtlichen massgebenden Kriterien auseinander, welche bei der Anordnung einer Massnahme geprüft werden müssen. Dass sie entscheidende Argumente ausser Acht gelassen oder falsch gewichtet hätte, ist nicht ersichtlich. Ihre Beweiswürdigung beruht auf dem Gutachten und Ergänzungsgutachten von Dr. med. C.________, welcher zur Darlegung seiner Diagnose in fachlich korrekter Weise auf die gängigen Unterscheidungen bzw. die internationalen Klassifikationssysteme (ICD und DSM) zurückgreift (BGE 140 IV 49 E. 2.4.1 S. 52 f. mit Hinweisen). Dabei berücksichtigt die Vorinstanz treffend, dass Dr. phil. D.________ in ihrem Bericht vom 31. Oktober 2018 bei der Beschreibung des Krankheitsbildes keine gängigen Manuale verwendet und keine konkrete Diagnose stellt. Insoweit lässt der Bericht von Dr. phil. D.________ keine Zweifel an der Diagnose des Gerichtsgutachters Dr. med. C.________ aufkommen. Die Vorinstanz hält sich richtigerweise an das Gutachten und das Ergänzungsgutachten von Dr. med. C.________, welche beide auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen (vgl. BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 S. 349). Der vom Beschwerdeführer eingereichte Bericht ("psychologische Einschätzung") von Dr. phil. D.________ vom 31. Oktober 2018 vermag keine Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens und Ergänzungsgutachtens von Dr. med. C.________ zu wecken. Es handelt sich um ein Privatgutachten, welchem einerseits nicht die Qualität eines Beweismittels zukommt (BGE 141 IV 369 E. 6.2 S. 373 ff. mit Hinweisen) und welches andererseits die Überzeugungskraft des Gerichtsgutachtens bzw. des Ergänzungsgutachtens weder zu erschüttern vermag, noch Zweifel an deren Schlüssigkeit weckt. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde berücksichtigt die Vorinstanz durch Einbezug der beiden Gutachten von Dr. med. C.________ die Möglichkeit einer Störung aus dem "Autismus-Spektrum". Das Gutachten setzt sich mit einer solchen Möglichkeit auseinander, soweit dies gemäss den fachlichen Klassifikationen psychiatrischer Störungen möglich war. Es geht auf das Asperger-Syndrom und die Autismus-Spektrum-Störung ein und verwirft beide Thesen mit sachlich überzeugenden Begründungen. Dass die genannten beiden Störungen definitionsgemäss erstmals in der Kindheit auftreten, ist Teil der fachlichen Einteilung nach den Diagnose-Manualen. Der Vorwurf des Beschwerdeführers, der Gutachter beschäftige sich zu Unrecht nur mit frühkindlichen Störungen ist in diesem Zusammenhang unbehelflich. Dabei geht der Beschwerdeführer entgegen den im Gutachten enthaltenen Fachinformationen (Ergänzungsgutachten S. 10) davon aus, solche Störungen könnten erst nach dem Kindesalter in Erscheinung treten. Weiter geht der Gutachter Dr. med. C.________ nebst den Differential-Diagnosen nach ICD und DSM auf die von Dr. phil. D.________ (und auch beschwerdeweise) erwähnten weiteren Umstände ein, aufgrund welcher sie die Diagnose des Gutachters in Zweifel zieht, so namentlich die fehlenden Ich-Störungen, die angeblichen Spezialinteressen des Beschwerdeführers, das Unverstanden-Sein und das Bedürfnis nach klaren Strukturen (Ergänzungsgutachten S. 7 ff. und S. 12 ff.). Der Gutachter führt aus, das Fehlen von Ich-Störungen widerspreche der IDC-10 Diagnose einer Schizophrenie nicht (Ergänzungsgutachten S. 14). Dass der Gutachter Interessen des Beschwerdeführers im Bereich Fussball und Kampfsport als gewöhnlich wertet, ist nachvollziehbar; ebenso seine Ausführungen, dass die Beschäftigung des Beschwerdeführers mit dem Internet nicht als Spezialinteresse einer Autismus-Spektrum-Störung, sondern der im Rahmen der Schizophrenie bestehenden wahnhaften Symptomatik zuzuschreiben sei (Sammeln von Beweisen), um ein angebliches Komplott aufzudecken (Ergänzungsgutachten S. 12). Dass sich schizophrene Personen nicht verstanden fühlen, wenn sie Dritten ihre Wahninhalte mitteilen, von welchen sie überzeugt sind und wiederholt detailgetreu äussern (Ergänzungsgutachten S. 12), ist ebenso plausibel und begründet keine Zweifel am Gerichtsgutachten. Dasselbe gilt für den Wunsch des Beschwerdeführers, lieber eine Haftstrafe abzusitzen, als sich der empfohlenen therapeutischen Massnahme zu unterziehen. Abgesehen davon, dass auch in Massnahmeneinrichtungen klare Strukturen vorhanden sind, spricht dieser Wunsch gemäss dem Ergänzungsgutachten primär für das fehlende Krankheitsgefühl und die fehlende Krankheitseinsicht (Ergänzungsgutachten S. 12 f.). Der Gutachter entkräftet die Argumentation von Dr. phil. D.________ nicht bloss durch eine sachliche Argumentation, welche für seine Diagnosen spricht, sondern auch durch den nachvollziehbaren Hinweis auf fachliche Defizite im Bericht von Dr. phil. D.________ (fehlende Orientierung an einem Diagnose-Manual, Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit des Beschwerdeführers im gegenwärtigen Zustand ohne zu prüfen, wie dessen Persönlichkeit vor der Erkrankung war). Schliesslich legt der Gutachter offen, dass zwischen ihm und dem Beschwerdeführer Kommunikationsschwierigkeiten bestanden. So habe dieser zunächst nicht mit dem Gutachter sprechen wollen und sich überlegt das Gespräch abzubrechen, nachdem der Gutachter auf eine seiner Fragen (ob der Beschwerdeführer die drei toten Vögel in seinem Wohnquartier ebenfalls als Beweis anschaue, dass er von einer bestimmten Person und deren Umfeld systematisch verleumdet und herabgesetzt werde) nicht im Sinne des Beschwerdeführers geantwortet habe (Gutachten S.40, S. 41 unten und S. 42 oben). Insgesamt ist die vorinstanzliche Würdigung der Gutachtens von Dr. med. C.________ gut vertretbar. Die Vorinstanz ist auf die entscheiderheblichen Argumente der Verteidigung eingegangen, welche indessen keine Zweifel an der Richtigkeit und der Überzeugungskraft des Gerichtsgutachtens bzw. des Ergänzungsgutachtens aufkommen lassen. Die Rügen erweisen sich als unbegründet.