Citation: 5A_443/2023 E. 3.3

3.3. Der Beschwerdeführer begründet den nicht wieder gutzumachenden Nachteil damit, dass das Obergericht Art. 182 Abs. 2 ZGB i. V.m. Art. 1 OR offensichtlich unrichtig anwende. Durch den Vorentscheid des Obergerichts könne das Scheidungsverfahren und die damit verbundene güterrechtliche Auseinandersetzung der Parteien vollzogen werden. Das Urteil des Obergerichts stelle endgültig fest, dass der Ehevertrag der Parteien teilweise ungültig sei und die Parteien dem Güterstand der Gütertrennung unterstünden. Mit dem Vorentscheid werde folglich präjudiziert, dass im hängigen Scheidungsverfahren die güterrechtliche Auseinandersetzung unter dem Güterstand der Gütertrennung durchgeführt werde. Die Parteien könnten den Entscheid des anwendbaren Güterstands erst mit dem Scheidungsurteil anfechten. Die Frage des anwendbaren Güterstands sei jedoch eine zentrale Voraussetzung für den weiteren Verlauf des Scheidungsverfahrens bzw. der güterrechtlichen Auseinandersetzung im Scheidungsverfahren. Bei Annahme der Gütertrennung gebe es im Gegensatz zur Errungenschaftsbeteiligung keine eigentliche güterrechtliche Auseinandersetzung, da die Auflösung - mit Ausnahme von Art. 251 ZGB betreffend Vermögenswerte im Miteigentum - keine güterrechtlichen Ansprüche entstehen lasse. Die Auflösung des Güterstands beschränke sich auf die Rücknahme der Vermögenswerte und die Regelung der Schulden. Damit das Scheidungsverfahren bzw. die güterrechtliche Auseinandersetzung fortgeführt werden könne, bedürfe es der Feststellung über den massgeblichen Güterstand. Mit dem Vorentscheid des Obergerichts sei festgelegt, dass die Parteien dem Güterstand der Gütertrennung unterstellt sind und die güterrechtliche Auseinandersetzung demzufolge nach diesem Güterstand vorzunehmen ist, was später nicht wieder gutzumachen sei. Der Nachteil, den er, der Beschwerdeführer, erleide, liesse sich mit einem ordentlichen Rechtsmittel nur mit "äusserst unverhältnismässigem" Aufwand korrigieren. Genau deshalb habe das Kantonsgericht die Frage nach dem anwendbaren Güterstand bewusst vom Hauptverfahren abgetrennt. Das Scheidungsverfahren dauere nun schon mehr als zwei Jahre. Da die Frage des anwendbaren Güterstands eine zentrale Frage im hängigen Scheidungsverfahren sei, müsse die Frage nun höchstrichterlich entschieden werden, damit das Scheidungsverfahren zu einem Ende geführt werden könne. Der Beschwerdeführer erleide durch das angefochtene Urteil einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil, wenn die Frage des anwendbaren Güterstands nicht bereits jetzt, d.h. vor der Durchführung des eigentlichen Scheidungsverfahrens, verbindlich festgelegt werde.