Citation: 4A_651/2024 E. 4

Die Beschwerdeführerin erblickt in der angeordneten Verfahrenssistierung eine Verletzung des Beschleunigungsgebots nach Art. 29 Abs. 1 BV. Sie legt dar, dass das IV-Verfahren je nach Ausgang des Beschwerdeverfahrens noch mehrere Jahre dauern könnte bis zum rechtskräftigen Abschluss, namentlich, wenn die Beschwerdeinstanz auf Rückweisung zur weiteren Sachverhaltsabklärung und Einholung eines polydisziplinären Gutachtens erkennen würde. Das bedeute für die Beschwerdeführerin je nachdem ein auf Jahre hinaus ungeklärter Rechtszustand. Zudem habe keine der möglichen Entscheidvarianten im IV-Verfahren präjudizielle Wirkung für das Verfahren betreffend Krankentaggeld, zumal für den Erhalt einer IV-Rente andere Voraussetzungen gelten als für ein Krankentaggeld. Es könne daher nicht gesagt werden, dass durch das Abwarten des IV-Verfahrens auch das vorliegende Verfahren sogleich erledigt werden könnte. Vielmehr wäre dieses ohnehin fortzusetzen, so dass die Sistierung nur zu einer unnötigen Verfahrensverzögerung führe. Zudem würde die Argumentation der Vorinstanz bedeuten, dass in sämtlichen Fällen, in denen Versicherte gegen eine Krankentaggeldversicherung klagten und parallel dazu in einem IV-Verfahren seien, das Klageverfahren mit Verweis auf das hängige IV-Verfahren sistiert werden könnte. Es gehe nicht an, dass der Krankentaggeldversicherer die Leistungsansprüche nicht selber abkläre und sich bloss jeweils einem parallel geführten IV-Verfahren "anhänge". Die materiellen Anspruchsvoraussetzungen seien in jedem Versicherungszweig verschieden und daher separat abzuklären.