Citation: 2C_204/2018 E. 5.2

5.2. Ausgang und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die ausländerrechtliche Interessenabwägung bildet die vom Strafgericht verhängte Sanktion (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Das Strafgericht wertete das Verschulden des Beschwerdeführers insgesamt als mittelschwer. Es besteht kein Anlass, diese Beurteilung ausländerrechtlich zu relativieren. Bei der Festsetzung des Strafmasses werden sämtliche mildernden Umstände bereits mitberücksichtigt, womit im ausländerrechtlichen Verfahren kein Raum bleibt, hierauf zurückzukommen und das rechtskräftige Strafurteil infrage zu stellen (Urteil vom 19. Februar 2016 E. 6.2.2 mit Hinweisen). Bei den versuchten schweren Körperverletzungen brachte der Beschwerdeführer mit der körperlichen Integrität seiner Opfer ein besonders schutzwürdiges Rechtsgut in Gefahr. Er beging zwei Gewaltdelikte, bei denen das Bundesgericht regelmässig ein wesentliches Interesse sieht, dass der Täter das Land verlässt. In zwei Fällen schlug der Beschwerdeführer seine Opfer mit der Faust wiederholt kräftig ins Gesicht, wobei sowohl die Anzahl der Schläge als auch die Zielrichtung von einem "brutalen" Vorgehen zeugten. Die schwere Körperverletzung als strafbare Handlung gegen Leib und Leben gehört zu jenen "Gewaltdelikten", welche gemäss Art. 121 Abs. 3 lit. a BV (Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB) - bei einer Begehung nach dem 1. Oktober 2016 und unter Vorbehalt der Anwendung der Härtefallklausel (Art. 66a Abs. 2 StGB) - zum Verlust des Aufenthaltsrechts führen. Die entsprechenden Bestimmungen sind auf den vorliegenden Fall zwar nicht bzw. nicht unmittelbar anwendbar (BGE 139 I 16 E. 4.3.2 S. 26), doch ist den darin enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertungen bei der Auslegung des Gesetzes insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht führt (BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34).