Citation: 5A_422/2019 E. 6.2

6.2. Einmal mehr verkennt die Beschwerdeführerin, dass im Verfahren vor Bundesgericht nur Thema sein kann, ob der angefochtene Entscheid vor Bundesrecht standhält, und dass es die Aufgabe der Beschwerde führenden Partei ist, sich im Hinblick auf diesen Streitgegenstand mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander zu setzen (E. 2). Hier legt das Obergericht ausführlich dar, unter welchen Voraussetzungen die Berufung als im Sinne von Art. 311 Abs. 1 ZPO begründet gelten kann. Es kommt zum Schluss, dass die Berufung der Beschwerdeführerin bezüglich des Streits um die angeblich entschädigungslose Geschäftsübernahme diesen gesetzlichen Begründungsanforderungen nicht genüge. Inwiefern die Vorinstanz die Vorgaben von Art. 311 Abs. 1 ZPO verkannt oder im konkreten Fall übersetzte Anforderungen an die Berufungsbegründung gestellt hätte, ist dem Schriftsatz der Beschwerdeführerin nicht zu entnehmen. Stattdessen stellt die Beschwerdeführerin dem angefochtenen Entscheid ihre eigenen Erörterungen der Sach- und Rechtslage gegenüber. So wirft sie dem Obergericht etwa vor, sich über die eigenen Erwägungen zur unzulässigen Doppelvertretung von D.________ und über Art. 718b OR hinwegzusetzen, indem es die Übertragung des gesamten Know-hows der C.________ AG "unter der gleichen rechtlichen Ausgangslage" als konform mit dem Verwaltungsratsbeschluss vom 29. Oktober 2009 beurteile. Zur vorinstanzlichen Beurteilung, dass für die Anfechtbarkeit der Geschäftsübertragung unerheblich ist, ob die Übertragung der "Binnenverkehre" zufolge Doppelvertretung nichtig war, hat die Beschwerdeführerin jedoch nichts zu sagen. Ebenso übergeht sie die Erwägung im angefochtenen Entscheid, wonach seitens der C.________ AG mit Bezug auf die Verrechnung der Mietzinse gar keine Rechtshandlungen vorliegen, die nach Art. 285 ff. SchKG angefochten werden könnten (E. 4.1.1). In der Folge verweist die Beschwerdeführerin auf Ausführungen in ihrer Berufung, wonach die C.________ AG die Geschäftsübertragung nur unter der Bedingung genehmigt habe, dass die Mietverträge auch "das damals zugrunde gelegte Worst Case Budget 2010 berücksichtigten", also sieben Jahre lang hätten bezahlt werden müssen. Mit keinem Wort nehme die Vorinstanz zur Kenntnis, dass die Mietzinse effektiv nur von Januar bis März 2010 bezahlt wurden, D.________ die C.________ AG mit unberechtigten Verrechnungen ab April 2010 in die Illiquidität führte und der Verwaltungsratsbeschluss vom 29. Oktober 2009 eine definitive unentgeltliche Übertragung der "Binnenverkehre" nicht erwähne. Dass das Obergericht "eine Schädigungsabsicht des D.________ beim Verfassen von Mietverträgen mit Verrechnungsverbot" festgestellt hätte, trifft nicht zu. Im fraglichen Zusammenhang äussert sich der angefochtene Entscheid gar nicht zu D.________s allfälligen Absichten, sondern zur Frage, ob es sich bei der als Zahlungsmodalität vereinbarten Verrechnung um eine gültige Vereinbarung handelt. Entgegen dem, was die Beschwerdeführerin glauben machen will, schweigt der angefochtene Entscheid auch nicht tot, dass das ganze geschäftliche Know-how der C.________ AG unentgeltlich auf die Beschwerdegegnerin übertragen wurde. Vielmehr macht sich das Obergericht hinsichtlich der Entgeltlichkeit der Geschäftsübertragung die (oben resümierten) Erwägungen des Amtsgerichts zu eigen, denen mit hinreichender Deutlichkeit zu entnehmen ist, weshalb die Geschäftsübertragung nicht als unentgeltlich erfolgt anzusehen ist. Auf den Schluss des Obergerichts, dass sie sich mit den erstinstanzlichen Erwägungen zur Schenkungs- und Absichtsanfechtung nicht auseinandersetze, geht die Beschwerdeführerin nicht ein. Gleich verhält es sich mit dem Vorwurf, dass ihr die kantonalen Instanzen jegliche Beweise zum effektiven Wert des übertragenen Geschäfts verweigert hätten. Mit der vorinstanzlichen Begründung, weshalb die gestellten Beweisanträge für die zu beurteilenden Fragen nicht relevant sind, befasst sich die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht nicht. Dies gilt insbesondere für die Erkenntnis, wonach es mit Blick auf die Absichtsanfechtung (Art. 288 SchKG) allein darauf ankomme, dass die Sanierungsbemühungen der C.________ AG ernsthaft gewesen seien und davon auch die Beschwerdeführerin habe ausgehen müssen, nachdem sie den Entscheid der C.________ AG selbst mitgetragen habe.