Citation: 5C.180/2006 09.11.2006 E. 3

Das Bundesgericht ist an die tatsächlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz gebunden, es wäre denn, dass sie unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen sind oder auf einem - von Amtes wegen zu berichtigenden - offensichtlichen Versehen beruhen (Art. 63 Abs. 2 OG). Vorbehalten bleibt auf Grund von Art. 64 OG ausserdem die Ergänzung eines unvollständigen Sachverhalts. Anderweitige Vorbringen gegen die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Instanz sind unzulässig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Für die Kritik an der Beweiswürdigung ist die staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) gegeben (Art. 43 Abs. 1 zweiter Satz OG). 3.1 Mit ihrem Eventualantrag verlangt die Berufungsklägerin, die Sache im Sinne von Art. 64 OG zur Ergänzung und Vervollständigung der Akten an das Obergericht zurückzuweisen. Indessen legt sie nicht im Einzelnen dar, was für erhebliche Sachverhaltselemente sie vor den kantonalen Instanzen verfahrenskonform behauptet bzw. zum Beweis verstellt habe und nicht festgestellt worden sein sollen. Auf das (pauschale) Rückweisungsbegehren ist daher mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten. 3.2 Die Berufungsklägerin macht alsdann ein offensichtliches Versehen im Sinne von Art. 63 Abs. 2 OG geltend. Ein solches liegt vor, wenn die kantonale Instanz eine bestimmte Aktenstelle übersehen oder unrichtig, d.h. nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut, wahrgenommen hat (BGE 115 II 399 E. 2a S. 399 f.; 109 II 159 E. 2b S. 162, mit Hinweisen). Einen Mangel der angeführten Art erblickt die Berufungsklägerin darin, dass die Vorinstanz in klarem Widerspruch zu den Akten bagatellisierend davon ausgehe, der Berufungsbeklagte habe zur Begrüssung und zum Abschied des Sohnes Küsse ("besitos") auf den Mund gegeben. In Wirklichkeit habe es sich um eigentliche Zungenküsse gehandelt. Wie die Berufungsklägerin selbst erklärt, ergibt sich aus dem von ihr angerufenen Protokoll der obergerichtlichen Verhandlung vom 12. Mai 2006 einzig, dass darüber diskutiert wurde, ob "Schlangenküsse" und "Schlangenzungenküsse" dasselbe seien. Die weiteren angeführten Schriftstücke (Wiedererwägungsgesuch vom 29. September 2005; Protokoll der Sitzung der Vormundschaftsbehörde U.________ vom 28. Juni 2005; Rekurs vom 3. April 2006 an das Obergericht) enthalten nichts anderes als die eigenen Vorbringen der Berufungsklägerin. Von einem offensichtlichen Versehen im Sinne von Art. 63 Abs. 2 OG kann unter den dargelegten Umständen keine Rede sein. Vielmehr stellen die Ausführungen der Berufungsklägerin eine im Berufungsverfahren unzulässige Kritik an der Würdigung der tatsächlichen Gegebenheiten durch das Obergericht dar.