Citation: 6B_536/2021 E. A

A.________ suchte die Wohnung von B.________ auf und verlangte von dieser die Herausgabe von vermeintlich gestohlenen Sachen. Nachdem B.________ diesen Vorwurf zurückgewiesen und A.________ zum Verlassen der Wohnung aufgefordert hatte, wurde sie von dieser an den Haaren gezogen und zu Boden gerissen. In der Folge sprang A.________ auf den Oberkörper der auf dem Rücken liegenden B.________, sass auf deren Brustkasten oder Bauch und drückte einen spitzen Gegenstand, der als Küchenschnitzer mit 8 cm Klingenlänge und spitzem Klingenende identifiziert werden konnte, mehrfach mit grosser Kraft gegen beide Halsseiten von B.________. Diese konnte mit der rechten Hand den oberen Teil des Gegenstandes ergreifen, wobei sie sich Verletzungen zuzog. A.________ geriet immer mehr in Rage und erhöhte den Druck, während B.________ versuchte, mit aller Kraft dagegenzuhalten, d.h. einen Gegendruck zu dem von A.________ auf den Hals beidseitig ausgeübten Druck zu erzeugen. In diesem Gerangel zog sich B.________ eine 5 mm lange und tiefe Schnittwunde an der rechten Halsseite zu, die genäht werden musste. Die Nachbarin C.________ hatte die Hilfeschreie von B.________ wahrgenommen und gelangte über die offene Balkontüre in deren Wohnung, woraufhin A.________ das Messer nicht mehr einsetzte, jedoch weiterhin Gewalt gegen B.________ ausübte. Namentlich packte A.________ B.________ an den Haaren, stiess sie durch den Flur und gegen den Schrank im Schlafzimmer, wobei B.________ insbesondere eine Rissquetschwunde am Hinterkopf erlitt, die ebenfalls genäht werden musste. B.________ legte schliesslich gegenüber A.________ ein falsches Geständnis ab. Indem sie vorgab, A.________ die Sachen gestohlen zu haben und anbot, in der Wohnung nach diesen zu suchen, gelang es ihr, eine erneute Eskalation zu vermeiden.