Citation: 7B_259/2022 E. A

Mit Anklage vom 1. November 2021 wirft die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich A.________ folgenden Sachverhalt vor: "Die Beschuldigten C.________, D.________ sowie A.________ haben je einem Menschen, der in unmittelbarer Lebensgefahr schwebt, nicht geholfen, obwohl es ihnen den Umständen nach je zugemutet werden konnte, indem sie sich je, jeder für sich, nicht um den Verletzten B.________ kümmerten, weder Nachschau nach ihm hielten noch ärztliche Hilfe im Sinne von Rettungsdiensten und/oder die Polizei avisierten, nachdem B.________ am Samstag, 1. Juni 2019, ca. 23:43 Uhr auf nicht näher bekannte Art und Weise aus dem Fenster der Wohnung von A.________ im 2. Stockwert der U.________ Strasse yyy in V.________ über 9,5 Meter in die Tiefe auf den Asphaltboden der Tiefgarageneinfahrt auf der Rückseite der Liegenschaft stürzte, was alle drei Beschuldigten zeitnah - unmittelbar nach dem Fall aus dem Fenster - wussten und gestützt auf welche Gegebenheit die Beschuldigten je mit dem Schlimmsten - mitunter auch mit dem Ableben des Geschädigten - rechneten. Trotzdem verliessen sie alle drei den Ort des Geschehens, alarmierten weder Polizei noch Sanität, und kümmerten sich auf keine Art und Weise um den nach dem Sturz aus dem Fenster mit schweren Beinverletzungen in konkreter Lebensgefahr in der Einfahrt der Sammelgarage am Boden liegen gebliebenen B.________, wo Letzterer infolge seiner Beinfrakturen hätte verbluten und zusätzlich von einem passierenden Auto hätte überrollt werden können."