Citation: 4A_49/2023 E. 3.3.1

3.3.1. Nach dem hier anwendbaren aArt. 61 Abs. 1 Satz 1 VVG (seit 1. Januar 2022: Art. 38a Abs. 1 Satz 1 VVG) ist der Anspruchsberechtigte verpflichtet, nach Eintritt des befürchteten Ereignisses tunlichst für Minderung des Schadens zu sorgen. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass die versicherte Person die Obliegenheit zur Minderung des Schadens nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht nur bei einer Schadens-, sondern auch bei einer Summenversicherung hat (BGE 142 III 671 E. 3.7.2; 128 III 34 E. 3b; Urteile 4A_495/2016 vom 5. Januar 2017 E. 2.3; 4A_529/2012 vom 31. Januar 2013 E. 2.2; 4A_304/2012 vom 14. November 2012 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 138 III 799). Richtig ist weiter, dass zur Erfüllung der Schadenminderungsobliegenheit ein Berufswechsel notwendig sein kann. Erwartet der Versicherer vom Versicherten einen solchen Berufswechsel, muss er dies dem Versicherten mitteilen und ihm eine angemessene Frist setzen, um sich anzupassen und eine Stelle zu finden (BGE 133 III 527 E. 3.2.1; Urteile 4A_495/2016 vom 5. Januar 2017 E. 2.3; 4A_529/2012 vom 31. Januar 2013 E. 2.3 f.; 4A_304/2012 vom 14. November 2012 E. 2.3 f., nicht publ. in: BGE 138 III 799). Die Vorinstanz hat auch diese Grundsätze bundesrechtskonform angewandt, wenn sie darauf hinwies, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 3. Juli 2019 eine Übergangsfrist zum Berufswechsel von knapp vier Monaten bis 31. Oktober 2019 angesetzt hat, und zudem schloss, für die Bemessung der Taggelder ab 1. November 2019 sei entsprechend auf die Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren leidensangepassten Tätigkeit abzustellen.