Citation: 7B_523/2023 E. 3.2

3.2. Weiter erwägt das Obergericht, der Beschwerdeführer habe im vorinstanzlichen Verfahren insbesondere geltend gemacht, dass er auf seiner Website jeweils ausschliesslich über öffentliche Personen und nur in anonymisierter Weise berichte. Das gelte auch für jene Personen, denen er vorwerfe, gegen das Folterverbot verstossen zu haben. Konkret habe er einen involvierten Polizisten in einem Internet-Artikel anonymisiert. Einen weiteren Polizeibeamten, mit welchem der zuständige Staatsanwalt Ermittlungen geführt habe, habe er, der Privatkläger, "informiert und ihm angeboten", ihn "auf Mitteilung hin zu anonymisieren". Eine solche Mitteilung des Polizisten an ihn sei jedoch nicht erfolgt. Der Staatsanwaltschaft stehe es frei, ihm die Weitergabe oder die Veröffentlichung von Kopien der Videos zu untersagen. Die Aufnahmen enthielten seiner Ansicht nach ohnehin keine geheimzuhaltenden Informationen. Die Staatsanwaltschaft habe geltend gemacht, der Privatkläger habe in seiner vorinstanzlichen Beschwerdeschrift selber offengelegt, dass er konkret in Erwägung ziehe, die Video- und Tonaufzeichnungen zu veröffentlichen. Sowohl die unanonymisierte als auch die anonymisierte Veröffentlichung von "Aufnahmen aus einem Gefängnis mit besonders sensiblem Inhalt (Vollzug einer Leibesvisitation) " würde sowohl die Persönlichkeitsrechte aller beteiligten Personen als auch die berechtigten Sicherheitsinteressen des Gefängnisses offensichtlich verletzen. Selbst wenn der Beschwerdeführer die Video- und Tonaufzeichnungen nicht veröffentlichen wollte, rechtfertige es der besonders sensible Inhalt auch unter Einhaltung des Verhältnismässigkeitsprinzips, dem Beschwerdeführer zwecks Sicherstellung des Geheimnisschutzes grundsätzlich keine Kopien der Video- und Tonaufzeichnungen auszuhändigen.