Citation: 5A_875/2017 E. 2.6

2.6. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz allerdings vor, vor dem Handeln der Kindsmutter "zu kapitulieren". Damit spricht er den sich aus den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen ergebenden Umstand an, dass es letztlich die Kindsmutter ist, die den Kontakt zwischen Vater und Tochter verunmöglicht. Indessen hat die Regelung der elterlichen Sorge allein dem Kindeswohl zu entsprechen. Weder orientiert sie sich an der "Schuldfrage" auf Elternebene noch dient sie der Sanktionierung eines Elternteils. Eine über die Ausgestaltung des Sorgerechts erfolgende Massregelung des für den Elternkonflikt verantwortlich gemachten Elternteils würde unweigerlich zu Lasten des Kindes erfolgen, was nicht angeht. Fragen kann sich in dieser Situation nur, wem die Alleinsorge zustehen soll. Das Bundesgericht hat mehrfach festgehalten, dass bei einer einseitigen Blockade die Zuteilung an den kooperativen Elternteil zu prüfen ist, insbesondere wenn dieser eine gute Bindungstoleranz aufweist und die Kooperations- oder Kommunikationsunfähigkeit des anderen Teils mit der Tendenz einhergeht, das Kind jenem Elternteil zu entfremden (vgl. zum Ganzen BGE 142 III 197 E. 3.7; Urteile 5A_65/2017 vom 24. Mai 2017 E. 2.2, in: FamPra.ch 2017 S. 1153; 5A_923/2014 vom 27. August 2015 E. 5.1, nicht publ. in: BGE 141 III 472, aber in: FamPra.ch 2015 S. 960). Die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge an den Beschwerdeführer scheitert vorliegend indessen bereits an dem formellen Umstand, dass er weder im kantonalen noch im vorliegenden Verfahren einen entsprechenden Antrag gestellt, sondern sich darauf beschränkt hat, die gemeinsame elterliche Sorge zu verlangen (Art. 99 Abs. 2 und Art. 107 Abs. 1 BGG; vgl. für das kantonale Verfahren aber BGE 143 III 361 E. 7). Aufgrund der aktenkundigen Ablehnung jeglichen Kontakts mit dem Beschwerdeführer durch die Tochter würde diese Lösung aber ohnehin kaum in Frage kommen. Ebenfalls nicht beantragt ist sodann eine Fremdplatzierung des Kindes, der angesichts der im Grundsatz unbestritten gegebenen Erziehungsfähigkeit der Mutter ausserdem das Subsidiaritätsprinzip entgegenstehen würde (vgl. BGE 142 III 197 E. 3.7).