Citation: 2C_974/2014 E. 4.4.3

4.4.3. Die Vorinstanz durfte vor diesem Hintergrund zunächst nicht davon ausgehen, es ergäben sich diesbezüglich "lediglich Probleme mit der Leserlichkeit" von B.A.________s Schrift. Vielmehr wären die motorischen Umsetzungsschwierigkeiten als Behinderung zu berücksichtigen, und (auch) für die Aufnahmeprüfung ins neunte Schuljahr ein Nachteilsausgleich in der Form einer Schreibhilfe geboten gewesen (Art. 8 Abs. 2 BV; vgl. Art. 19 sowie Art. 62 BV). Erst durch diese formale Erleichterung hätte B.A.________ die Möglichkeit offen gestanden, intellektuelle Fähigkeiten für Prüfungsteile mit freier Textproduktion trotz seiner Schreibbehinderung, die in keiner Weise mit einer Intelligenzverminderung verbunden ist, unter Beweis zu stellen (vgl. Art. 2 Abs. 5 lit. b und Art. 20 Abs. 3 BehiG; vgl. Art. 24 Abs. 3 lit. a UN-Behindertenkonvention; hiervor E. 3.3 und 3.4; vgl. zur Abgrenzung von Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen zu Intelligenzstörungen ICD-Code F82 ["ICD" steht für International Classification of Diseases bzw. "Internationale Klassifikation von Krankheiten"; F82 betrifft die "Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen"; http://www.icd-code.de]). Die am 28. Februar 2014 - zehn Tage vor der Prüfung - erfolgte Mitteilung der Kantonsschule, wonach der Computer als Schreibhilfe nicht zur Verfügung gestellt werden könne, ist vor diesem Hintergrund als unzulässige Benachteiligung anzusehen (vgl. hiervor E. 3.2). Das Nichtgewähren der Nachteilserleichterung erfordert in solchen Fällen eine qualifizierte Begründung (BGE 138 I 205 E. 5.4 S. 213; 138 I 305 E. 3.3 S. 316; 136 I 297 E. 7.1 S. 305 f.; 134 I 56 E. 5.1 S. 61; 130 I 352 E. 6.1.2 S. 357).