Citation: 1C_421/2023 E. 4.3.4

4.3.4. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, lässt sich entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden mit Blick auf die besondere materielle Übergangsordnung von § 69 Abs. 1 und 2 PBV/LU i.V.m. § 224 Abs. 1 PBG/LU zur gemeindeweisen Einführung bestimmter kantonaler Normen (vgl. vorne E. 4.2) auch aus § 146 VRG/LU, wonach grundsätzlich die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des Beschwerdeentscheids massgebend sind, die sofortige Anwendung der öffentlich aufgelegten, noch nicht in Kraft gesetzten städtischen Bau- und Zonenordnung nicht ableiten, zumal § 146 VRG/LU ausdrücklich die Natur der Streitsache vorbehält. Wie die Vorinstanz sodann richtig erwog, ändert auch der von den Beschwerdeführenden erwähnte Entscheid LGVE 2015 IV Nr. 8 E. 2.1 nichts daran, dass das vorliegend umstrittene Baugesuch nach den geltenden Planungsbestimmungen beurteilt werden konnte, ohne dass kantonales Recht willkürlich angewandt worden wäre. Zwar wurden im genannten Entscheid revidierte Bau- und Nutzungsbestimmungen, die im Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung noch nicht in Kraft standen, für anwendbar erklärt. Der genannte Entscheid betraf jedoch eine andere Konstellation, in welcher praktisch gleichzeitig mit der Zustellung der Baubewilligung der Entwurf der Revision der kommunalen Bau- und Zonenordnung aufgelegt wurde. Abweichend vom vorliegenden Fall befand sich das dannzumal streitbetroffene Baugrundstück sodann in einem Gebiet mittlerer Gefährdung und es wurden im Rahmen der Revision der Nutzungsplanung diesbezüglich neue Normen erlassen. Schliesslich war der bauwilligen fachkundigen Person in jenem Fall bewusst, dass die öffentliche Auflage unmittelbar bevorstand. Auch lässt sich das vorliegend angefochtene Urteil nicht als (unzulässige) Praxisänderung betrachten, zumal im vorerwähnten Entscheid auf die intertemporalrechtliche Thematik und die entsprechende Praxis des Kantonsgerichts hingewiesen wurde.