Citation: 4P.127/2005 06.07.2005 E. B

Am 15. Juni 2004 belangte der Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin beim Bezirksgericht Bischofszell auf Zahlung des Lohnes für die Zeit vom 12. März bis zum 18. März 2004 in der Höhe von Fr. 1'929.85 nebst 5 % Zins seit 1. April 2004 (ohne Abzüge) sowie auf Zahlung von zwei Monatslöhnen in der Höhe von Fr. 9'316.60 wegen missbräuchlicher Kündigung. Mit Urteil vom 18. Oktober 2004 hiess die Bezirksgerichtliche Kommission Bischofszell die Klage teilweise gut und verpflichtete die Beschwerdeführerin, dem Beschwerdegegner Fr. 1'998.85 nebst 5 % Zins seit 1. April 2004 sowie einen Bruttomonatslohn von Fr. 4'658.30 (einschliesslich Anteil 13. Monatslohn) zu bezahlen. Das Obergericht des Kantons Thurgau wies eine kantonale Berufung der Beschwerdeführerin ab und schützte diesen Entscheid mit Urteil vom 17. Februar 2005. Dabei korrigierte es den ersten Klagebetrag von Amtes wegen durch Herabsetzung von Fr. 1'998.85 auf Fr. 1'929.85. Es erwog im Wesentlichen, der Beschwerdegegner habe in der Zeit vor dem Vorfall vom 9. März 2004 gemäss Beweisergebnis keine Verfehlungen zu vertreten und sei auch nicht wegen solcher Verfehlungen abgemahnt worden. Das Verhalten von C.R.________ am 9. März 2004 wiege schwerer als die Reaktion des Beschwerdegegners. Wenn es für die Beschwerdeführerin zumutbar gewesen sei, C.R.________ trotzdem weiter zu beschäftigen, wäre es für sie umso mehr zumutbar gewesen, auch den Beschwerdegegner weiter zu beschäftigen. Die fristlose Entlassung sei ungerechtfertigt gewesen, der Lohn bis zum Wiederantritt einer neuen Stelle am 18. März 2004 somit geschuldet und der Abzug von Fr. 859.-- Reparaturkosten sei unbegründet, weil eine zumindest eventualvorsätzliche Sachbeschädigung nicht erstellt sei. Eine Strafzahlung in der Höhe von einem Monatslohn sei ebenfalls geschuldet, weil eine erhebliche Verletzung der Fürsorgepflicht vorliege und eine offensichtliche Ungleichbehandlung von zwei Arbeitnehmern, ferner deshalb, weil die Beschwerdeführerin den Vorfall erst nach der fristlosen Entlassung überhaupt abgeklärt habe.