Citation: I 775/05 06.03.2006 E. 4

Streitig ist, ob das als Grundlage des abweisenden Rentenentscheids dienende medizinische Dossier ein umfassendes Bild der entscheiderheblichen gesundheitlichen Verhältnisse vermittelt und ob der Verwaltungsakt auf einer zutreffenden Würdigung der ärztlichen Stellungnahmen beruht. 4.1 IV-Stelle und Vorinstanz stützen sich auf das polydisziplinäre Gutachten des Instituts A.________ vom 20. Dezember 2004. Die Experten, worunter insbesondere Dr. med. G.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, kamen darin zur Erkenntnis, es bestehe keine medizinische Diagnose, die Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe. Es könne keine eindeutige psychiatrische Diagnose gestellt werden, da die von der Explorandin geklagten Essstörungen relativ unspezifisch seien und eine depressive Erkrankung nicht vorliege. Im Gutachten wird explizit auf den Bericht des Psychiatriezentrums B.________ vom 26. Februar 2004 und den darin geäusserten Verdacht auf eine bipolare Störung, eine Dysthymie und eine Intelligenzminderung eingegangen. Die Diagnose einer bipolaren affektiven Störung könne mit Sicherheit nicht gestellt werden. Im Gutachten selbst, insbesondere aber in dem im Rahmen des Einspracheverfahrens eingeholten Zusatzbericht vom 5. April 2005, legen die Ärzte dar, dass erst eine Intelligenzminderung bei einem IQ von weniger als 70 als Krankheit im Sinne der ICD-Klassifikation qualifiziert werden kann. Demnach wird ein IQ-Bereich von 50-69 als leichte Intelligenzminderung bezeichnet, mit welcher viele Erwachsene arbeiten können, gute soziale Beziehungen unterhalten und ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten (ICD-10 F70). Im Jahre 1995 hat der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst B.________ bei der Beschwerdeführerin einen Gesamt-IQ von 80 Punkten (gemessen mit HAWIE-R) festgestellt. Es wurde vermerkt, dass bei diesem Test Resultate bis zu +/- 15 Punkte streuen können. Eine Testung im Jahre 1985 habe einen Gesamt-IQ von 77 Punkten ergeben. Es besteht keine Veranlassung anzunehmen, die intellektuellen Fähigkeiten der Beschwerdeführerin hätten sich seit jenem Zeitpunkt erheblich verschlechtert. Damit steht fest, dass diese nicht in einem Bereich liegen, der Krankheitswert erreicht. 4.2 Wie von der Vorinstanz richtig ausgeführt, gibt es keinen Grund, das Gutachten des Instituts A.________ in Zweifel zu ziehen. Auch wenn den Experten der Bericht vom 17. Februar 1995 anfänglich nicht zur Verfügung stand, konnten sie im Rahmen des Einspracheverfahrens zu den darin enthaltenen Ausführungen Stellung nehmen. Auch der von Assistenzarzt med. pract. T.________ vom Psychiatriezentrum B.________ am 26. Februar 2004 verfasste, als "erste Skizze" bezeichnete, Bericht zu Handen der IV-Stelle kann am gründlich, umfassend und nachvollziehbaren Gutachten keinen Zweifel erwecken. Ausser einer Dysthymie mit chronischer Gereiztheit (ICD-10 F34.1: "Chronische, wenigstens mehrere Jahre andauernde depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen") handelt es sich bei den Diagnosen des med. pract. T.________ um Verdachtsdiagnosen. Obwohl abschliessend angemerkt wird, dass man sich ausserstande sehe, zur Eingliederungsfähigkeit und zum Rentenanspruch der Patientin Stellung zu nehmen, wird eingangs des Berichts eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit November 2002 attestiert. Diese wird indessen nicht begründet. 4.3 Zusammenfassend steht fest, dass die IV-Stelle und das kantonale Gericht zu Recht auf das detaillierte und überzeugende Gutachten vom 20. Dezember 2004 abgestellt haben. Die Beschwerdeführerin hat kein weiteres Arztzeugnis beigebracht, welches dem von der Verwaltung eingeholten widerspräche. Diese ist ihrer Abklärungspflicht damit in genügendem Masse nachgekommen. Es bestand für sie keine begründete Veranlassung, von den klaren Schlussfolgerungen im Gutachten abzuweichen oder eine weitere Begutachtung in Auftrag zu geben. Da auf die Feststellungen und einleuchtenden Begründungen der Ärzte des Instituts A.________ abzustellen ist, besteht keine gesundheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer ihren Fähigkeiten angepassten Tätigkeit, womit ihr Anspruch auf Rentenleistungen der Invalidenversicherung zu Recht verneint wurde.