Citation: 4P.203/2005 09.12.2005 E. 6

6.1 Ob die Parteien eine oder mehrere SIA-Normen in ihrer Vereinbarung aufgenommen haben, ist eine Tatfrage (Urteil 4C.134/1994 vom 27. Juli 1994, E. 3b mit Hinweis, veröffentlicht in SJ 1995 p. 82; Urteil 4C.346/2003 vom 26. Oktober 2004, E. 4.1.2), die im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren überprüft werden kann. Dies gilt ebenso für das Wissen der Parteien im Zeitpunkt der Vereinbarung (vgl. BGE 126 III 59 E. 4b). 6.2 Die Beschwerdeführerin kritisiert die Annahme des Obergerichts, sie habe auf Grund ihrer Kenntnisse um die Branchenüblichkeit genau gewusst, auf welcher Basis die Beschwerdegegnerin die Kosten der zusätzlichen Ausschreibung abgerechnet habe. Sie macht geltend, sie sei in der Vergangenheit nicht für die Beschwerdegegnerin, sondern nur für die Bauherrin tätig gewesen. Das Obergericht führt dazu aus, die Beschwerdeführerin sei zwar nicht Vertragspartnerin im Vertragsverhältnis zwischen der Beschwerdegegnerin und der Bauherrin gewesen und habe diesen Vertrag wohl selber auch nie gesehen. Es sei aber davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin genau gewusst habe, dass die Bauherrin in ihren Verträgen mit Unternehmern die SIA-Normen für anwendbar erkläre, da sie bereits seit Jahren eine der grössten Stammkundinnen der Beschwerdeführerin sei und zwischen ihnen zweifelsohne zahlreiche Verträge bestünden. Demnach sei es gar nicht nötig gewesen, noch mehr Worte über die Honorierung, insbesondere über ein Kostendach, einen Stundenaufwand und einen Stundenansatz, zu verlieren. Die Beschwerdegegnerin wie auch die Beschwerdeführerin seien erfahrene Verhandlungspartner, so dass es ausgeschlossen sei, der Kostenübernahme zuzusagen, ohne die Abrechnungsbasis zu kennen. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sowohl sie als auch die Beschwerdegegnerin erfahren bzw. fachkundig sind. Sie beschränkt sich darauf, den Schluss des Obergerichts als vorschnell, nicht rechtsgenüglich hergeleitet bzw. aktenwidrig zu bezeichnen. Damit ist nicht dargetan, inwiefern er unhaltbar sei. Aus diesen Gründen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.