Citation: 5A_639/2020 E. 2.1

2.1. Ob sich eine Konkursverwaltung auf die Interessen der Gesamtheit der Gläubiger berufen kann, hat das Bundesgericht bereits verschiedentlich beschäftigt. So hat es ein solches Interesse bejaht, soweit die Konkursverwaltung von der Aufsichtsbehörde im Streit mit einem Gläubiger über die provisorische Verteilungsliste zur Hinterlegung einer Dividende bei der Depositenstelle verpflichtet wurde (BGE 40 III 441 E. 1), oder die Aufsichtsbehörde einen Steigerungszuschlag (BGE 97 III 89 E. 1), eine Sicherungsmassnahme betreffend das Konkursvermögen (BGE 116 III 32 E. 1) oder einen Gläubigerbeschluss aufgehoben hat (BGE 103 III 79 E. 1; vgl. Urteil 5A_688/2012 vom 29. April 2013 E. 2.1). Hingegen hat das Bundesgericht ein Interesse der Gesamtheit der Gläubiger und damit ein Beschwerderecht der Konkursverwaltung verneint, soweit die Aufsichtsbehörde diese verpflichtete, Aktien an eine Bank herauszugeben, zumal diese ohnehin selber zur Beschwerde berechtigt gewesen wäre (BGE 108 III 77 S. 79), oder den Abschluss eines Vergleichs den Gläubigern zu unterbreiten (Urteil 7B.116/2002 vom 10. September 2002 E. 2). In dieser Weise hat das Bundesgericht auch befunden, als die Ermächtigung zur Prozessführung strittig war, und die Aufsichtsbehörde ebenfalls einen Gläubigerbeschluss als notwendig erachtete und so eine Verfügung im Streit zwischen Gläubigern getroffen hat (Urteil 5A_688/2012 vom 29. April 2013 E. 2.3).