Citation: 2C_1003/2016 E. 5.5

5.5. Die privaten Interessen der Beschwerdeführerin, im Land verbleiben zu können, wiegen das öffentliche, dass sie dieses verlässt, nicht auf: Die Beschwerdeführerin hat in der Schweiz zwar eine Ausbildung als Köchin absolviert und war in der Folge jeweils mehr oder weniger lange auf ihrem Beruf tätig, doch besteht zwischen Februar 2005 bis zu ihrer Verhaftung im Dezember 2010 diesbezüglich eine Lücke. Ihre sozialen Kontakte beziehen sich - nach eigenen Angaben - im Wesentlichen auf ihre Eltern und Geschwister. Die Bindungen zu diesen kann sie besuchsweise und über die traditionellen und neuen Kommunikationsformen auch von ihrer Heimat aus aufrecht erhalten, nachdem keine gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnisse, sondern lediglich die üblichen Beziehung bestehen, wie sie zwischen volljährigen Kindern und ihren Eltern gewöhnlicherweise gelebt werden. Die Beschwerdeführerin ist mit Sprache und Kultur ihrer Heimat bestens vertraut; ihr Ehemann und ein Teil ihrer Familie leben nach wie vor dort. Sie ist dementsprechend auch regelmässig besuchsweise in den Kosovo zurückgekehrt. Als Köchin dürfte es ihr möglich sein, sich dort zu integrieren, nachdem dies in der Schweiz im Hinblick auf ihre Straffälligkeit nicht bzw. nur beschränkt der Fall gewesen ist. Ihre Sprachkenntnisse können ihr dabei ebenfalls von Nutzen sein. Zwar erklärt die Beschwerdeführerin heute, sich bei einer Rückkehr sprachlichen und kulturellen Probleme ausgesetzt zu sehen, doch ergibt sich aus den Akten, dass sie Albanisch als ihre "zweite Muttersprache" bezeichnet und ihren Gatten wiederholt in der gemeinsamen Heimat getroffen hat. Es verbindet sie zu dieser somit nicht nur allein mehr die Staatsangehörigkeit. Dass inzwischen offenbar die Scheidung geplant ist, kann als echtes Novum im bundesgerichtlichen Verfahren nicht berücksichtigt werden (vgl. oben E. 2.2). Mag schliesslich die wirtschaftliche Situation im Kosovo auch weniger günstig sein als in der Schweiz, lässt dies die Wegweisung der Beschwerdeführerin dennoch nicht als unzumutbar erscheinen. Ihre Eltern und Geschwister können ihr finanziell wie psychologisch von hier aus zur Seite stehen.