Citation: 9C_793/2023 E. A

Die Eheleute A.A.________ und A.B.________ waren Alleinaktionäre der B.________ AG. Mit Kaufvertrag vom 22. Oktober 2009 erwarb die Gesellschaft von einer Drittperson eine Stockwerkeigentumseinheit zum Kaufpreis von Fr. 2'500'000.-. Die Gesellschaft finanzierte diesen Kauf durch ein Darlehen der Alleinaktionäre in derselben Höhe; per 1. Januar 2010 aktivierte sie in ihrer Buchhaltung die Liegenschaft mit einem Wert von Fr. 2'500'000.- und schrieb als Gegenbuchung diesen Betrag dem Passivkonto "Darlehen A.________" gut. Diese Buchungen erfolgten ungeachtet der Tatsache, dass die Eheleute A.________ der Verkäuferschaft zunächst aufgrund von Mängelrügen lediglich den Betrag von Fr. 2'000'000.- überwiesen hatten. Nachdem das Kantonsgericht St. Gallen die B.________ AG mit Entscheid vom 18. Februar 2014 verpflichtet hatte, der Verkäuferschaft die Restschuld von Fr. 500'000.- zuzüglich Parteikosten und Zinsen zu bezahlen, beglichen die Eheleute A.________ am 12. März 2014 den ausstehenden Betrag von Fr. 642'639.20. Gleichentags schrieb die Gesellschaft dem Darlehenskonto der Eheleute denselben Betrag gut. Am 27. Juli 2015 deklarierten die Eheleute A.________ in der Steuererklärung 2014 ein steuerbares Einkommen von Fr. 21'060.- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 287'986.-. Demgegenüber veranlagte das Steueramt des Kantons St. Gallen die Eheleute mit Verfügungen vom 29. Dezember 2021 und Einspracheentscheide vom 19. Mai 2022 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2014 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 521'000.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 317'000.- sowie für die direkte Bundessteuer mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 318'800.-. Die Diskrepanz zwischen Deklaration und Veranlagung erklärt sich unter anderem daraus, dass das Steueramt den Eheleuten eine geldwerte Leistung der B.________ AG in der Höhe von Fr. 500'000.- als Einkommen aufrechnete.