Citation: 6B_946/2013 E. 1.3

1.3. Nach Art. 179bis Abs. 1 StGB wird auf Antrag bestraft, wer ein fremdes nichtöffentliches Gespräch ohne die Einwilligung aller daran Beteiligten mit einem Abhörgerät abhört oder auf einen Tonträger aufnimmt. Art. 179quater StGB bedroht denjenigen auf Antrag mit Strafe, der eine Tatsache aus dem Geheimbereich eines andern oder eine nicht jedermann ohne Weiteres zugängliche Tatsache aus dem Privatbereich eines andern ohne dessen Einwilligung mit einem Aufnahmegerät beobachtet oder auf einen Bildträger aufnimmt. Beide Straftatbestände dienen dem Schutz der Privatsphäre. Während in der einen Konstellation die Vertraulichkeit des Wortes im Vordergrund steht, geht es bei der anderen um den Schutz der Geheim- oder Privatsphäre vor visueller Auskundschaftung. Auch wenn dies vom Gesetz nicht ausdrücklich verlangt wird, setzen die strafbaren Handlungen gegen den Geheim- oder Privatbereich einen Geheimhaltungswillen des Betroffenen voraus. Dieser ist in seinem Vertrauen auf Diskretion nur solange geschützt, als er nicht seine Einwilligung zur Aufnahme erteilt bzw. ausserhalb des speziell geschützten Bereichs mit der Aufzeichnung seines Verhaltens rechnen muss. Fehlt es aber am Geheimhaltungswillen des Betroffenen, entfällt auch die Strafbarkeit.