Citation: 2C_169/2018 E. 3.3.4

3.3.4. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist der Schluss von der Verweigerung des DNA-Tests auf das Bestehen einer im Bewilligungsverfahren zu Unrecht verschwiegenen Parallelbeziehung nicht nur vertretbar, sondern liegt hier nach Lage der Dinge nahe. Die Vorinstanz hat zu Recht dargelegt, dass die von der jetzigen Ehefrau des Beschwerdeführers vorgebrachten Gründe für eine Verweigerung des DNA-Tests fadenscheinig sind. Durch die Durchführung des DNA-Tests soll nur (aber immerhin) die Vaterschaft des Beschwerdeführers ausgeschlossen werden; stellt sich heraus, dass der Beschwerdeführer nicht der biologische Vater ist, ergibt sich daraus nicht positiv, wer der biologische Kindsvater ist. Zudem wird das Ergebnis des DNA-Tests allein den Verfahrensbeteiligten eröffnet und es ist nicht zu befürchten, dass weitere Personen (insbesondere Verwandte der jetzigen Ehefrau des Beschwerdeführers) davon Kenntnis erhalten. Die Bedenken der jetzigen Ehefrau des Beschwerdeführers (es würde wieder ihre Vergangenheit aufgewühlt; es könnten sich registerrechtliche Folgen aus dem Ergebnis des DNA-Tests ergeben) sind damit von vornherein unbegründet. Es mag sein, dass die Verweigerungshaltung der Ehefrau des Beschwerdeführers nicht rational, sondern irrational-subjektiv ist (vgl. Beschwerdeschrift, S. 10). Darauf kommt es aber nicht an. Angesichts der Tragweite des DNA-Tests, insbesondere da mit dessen Hilfe nachgewiesen werden könnte, dass der Beschwerdeführer nicht biologischer Vater des nichtehelichen Kindes seiner Ehefrau ist, damit der Verdacht einer Parallelbeziehung ausgeräumt werden könnte und der Bewilligung des Familiennachzugs voraussichtlich nichts im Wege stünde, ist nicht nachvollziehbar, warum für die Ehefrau des Beschwerdeführers allfällig bei ihr bestehende psychische Barrieren gegen die Durchführung eines DNA-Tests unüberwindbar sein sollen. Hinzu kommt aber vor allem, dass es sich bei der ins Beweisverfahren einbezogenen Ehefrau nicht um eine aussenstehende, vom Verfahrensausgang nicht berührte Drittperson handelt. Als Nutzniesserin des im vorinstanzlichen Verfahren beantragten Familiennachzugsgesuches durfte von der Ehefrau zu Recht eine Mitwirkung an der erforderlichen Beweiserhebung verlangt werden. Ob der Beschwerdeführer mit der heutigen Ehefrau bereits während seiner früheren Ehe eine eheähnliche Beziehung unterhalten hat, ist für den Rechtsbestand seiner eigenen Niederlassungsbewilligung und darüber hinaus auch für ein zu einem späteren Zeitpunkt allenfalls wieder eingereichtes, auf dieser Bewilligung gründendes Familiennachzugsgesuch von entscheidender Bedeutung. Selbst wenn die Ehefrau formell nicht selber als Verfahrenspartei aufgetreten war und sie insoweit keine prozessuale Mitwirkungspflicht traf, durfte ihr Verhalten dem Beschwerdeführer als Scheitern der Beweisführung für die fehlende Vaterschaft angelastet werden. Wenn der Beschwerdeführer seine Ehefrau nicht dazu bringen kann, bei den für die Aufrechterhaltung seiner Niederlassungsbewilligung erforderlichen Beweisvorkehren mitzuwirken, muss er in Kauf nehmen, dass aufgrund der jetzigen, gegen ihn sprechenden Beweislage entschieden wird (Urteile 2C_60/2008 vom 9. Juni 2008 E. 3.3; 2A.346/2004 vom 10. Dezember 2004, E.3.3).