Citation: 2C_434/2019 E. 4.1.2

4.1.2. Vorzugslasten (["charges de préférence"] oder auch Beiträge) sind Kausalabgaben und werden einem beschränkten Kreis von Personen auferlegt, denen aus einer öffentlichen Einrichtung ein wirtschaftlicher Sondervorteil erwächst (BGE 132 II 371 E. 2.3; Urteil 2C_798/2017 vom 16. Februar 2018 E. 2.2.3). Es genügt die blosse Möglichkeit, den betreffenden Vorteil (die Strasse, die Versorgungs- und/oder Entsorgungsanlage usw.) zu nutzen. Ob es tatsächlich zur Nutzung kommt, ist daher nicht entscheidend, wobei der wirtschaftliche Vorteil aber konkretisiert sein muss und nicht bloss theoretischer/abstrakter Natur sein darf (sog. Individualäquivalenz; vgl. BGE 131 I 313 E. 3.3; 2C_798/2017 vom 16. Februar 2018 E. 2.2.3, 2C_519/2016 vom 4. September 2017 E. 3.5.4). Darin liegt der hauptsächliche Unterschied zu den Kostenanlastungssteuern (BGE 132 II 371 E. 2.3; 131 I 313 E. 3.3), wo schon eine bloss abstrakte Nutzennähe bzw. abstrakte Kostennähe ausreicht, um die objektive Steuerpflicht zu begründen (BGE 143 II 283 E. 2.3.2). Grundeigentümerbeiträge fallen unter die öffentlich-rechtlichen Beiträge bzw. Vorzugslasten und sind folglich Kausalabgaben (BGE 132 II 371 E. 2.3; 131 I 313 E. 3.3; 118 Ib 54 E. 2b; Urteil 2C_798/2017 vom 16. Februar 2018 E. 2.2.2 mit Hinweisen). Nach dem Schrifttum gelten namentlich Grundeigentümerbeiträge für die Erstellung von öffentlichen Strassen, Lawinenverbauungen, Wasserbauten, Trottoirs, Abwasseranlagen sowie Parkplätzen als Vorzugslasten (vgl. ADRIAN HUNGERBÜHLER, Grundsätze des Kausalabgabenrechts, in: ZBl 104/2003, S. 511; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, N. 2861 f.).