Citation: 6B_416/2013 E. 2.3

2.3. Gemäss Art. 115 Abs. 1 StPO gilt diejenige Person als Geschädigte, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist. Unmittelbar verletzt und geschädigt ist, wer Träger des durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsgutes ist (BGE 138 IV 258 E. 2.2; 129 IV 95 E. 3.1, je mit Hinweisen). Eine unmittelbare Verletzung ist etwa gegeben bei der Beeinträchtigung strafrechtlich geschützter Individualrechtsgüter wie Leib und Leben, sexuelle Integrität, Vermögen und Ehre. Bei Strafnormen, die nicht primär Individualrechtsgüter schützen, gelten praxisgemäss nur diejenigen Personen als Geschädigte, die durch die darin umschriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt werden, sofern diese Beeinträchtigung unmittelbare Folge der tatbestandsmässigen Handlung ist (BGE 138 IV 258 E. 2.3; 129 IV 95 E. 3.1, S. 199, je mit Hinweisen). Im Allgemeinen genügt es, wenn das von der geschädigten Person angerufene Individualrechtsgut durch den verletzten Straftatbestand auch nur nachrangig oder als Nebenzweck geschützt wird, selbst wenn der Tatbestand in erster Linie dem Schutz von kollektiven Rechtsgütern dient ( MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2010, Art. 115 StPO N 46; MARC THOMMEN, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 81 N 48). Werden indes durch Delikte, die nur öffentliche Interessen verletzen, private Interessen bloss mittelbar beeinträchtigt, so ist der Betroffene nicht Geschädigter im Sinne des Strafprozessrechts (BGE 138 IV 258 E. 2.3; 129 IV 95 E. 3.1, je mit Hinweisen). Die Urkundendelikte schützen in erster Linie die Allgemeinheit. Daneben können auch private Geschäftsinteressen unmittelbar verletzt werden, falls die Urkundenfälschung auf die Benachteiligung einer bestimmten Person abzielt (BGE 119 Ia 342 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 6B_ 496/2012 vom 18. April 2013 E. 5.2; vgl. auch MAZZUCCHELLI/ POSTIZZI, a.a.O., Art. 115 StPO N 73; CAMILLE PERRIER, in: Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse, 2011, Art. 115 N 15; MARKUS BOOG, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, Vor Art. 251 N 6). Dies trifft im vorliegenden Fall zu. Das fragliche Gutachten bildete die Grundlage für den Entscheid über die Ausrichtung von Unfallversicherungsleistungen an die Beschwerdeführerin 1. Die A.________ Versicherung stellte denn auch im Anschluss an das Gutachten die Leistungen im Zusammenhang mit den von jener erlittenen Unfällen ein. Damit war die Beschwerdeführerin 1 in ihren Rechten durch die angezeigte Straftat unmittelbar beeinträchtigt. Auf ihre Beschwerde ist daher einzutreten.