Citation: 2C_96/2024 E. 7.2.1

7.2.1. Der zeitliche Aufwand für die jeweiligen Kurse der beiden Universitäten weicht nicht nur geringfügig, sondern stark voneinander ab - verglichen mit Minsk beträgt er in Zürich ein Vielfaches (vgl. E. 5.1). In diesem Zusammenhang ist nicht ersichtlich, wieso das vorinstanzliche Abstellen auf das international anerkannte ECTS-Kreditpunktesystem einen "Zirkelschluss" (vgl. Beschwerde Ziff. 6.9) darstellen soll. Mit der Vorinstanz kann ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass das 6 ECTS-Kreditpunkte umfassende Modul der Universität Zürich einem mittleren studentischen Arbeitsaufwand von 180 Stunden entspricht (vgl. § 21 Abs. 1 RVO PhF). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, diese Angabe entspreche nicht den effektiven zeitlichen Aufwendungen der Studierenden, ist dem entgegenzuhalten, dass dies auch auf die entsprechenden Zeitangaben der Universität Minsk zutreffen dürfte, womit die jeweiligen Stundenangaben ohne Weiteres miteinander verglichen werden können. Es liegt in der Natur der Sache, dass manche Studierende mehr und andere weniger Zeit benötigen, um einem Kurs zu folgen, wenngleich dies hinsichtlich des Präsenzunterrichts - bei welchem zwischen den beiden Universitäten ebenfalls grosse Differenzen bestehen (vgl. E. 5.1) - weniger ins Gewicht fallen dürfte, als beim Selbststudium. Die Vorinstanz hat aber selbst aus dieser erheblichen Differenz nicht automatisch auf "wesentliche Unterschiede" geschlossen, sondern auch die Kursinhalte und -ziele in ihre Beurteilung einbezogen. Obschon es sich bei Latein um eine alte, heute nicht mehr gesprochene Sprache handelt, sind unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte - etwa Grammatik, Wortschatz, Kultur oder Übersetzung - möglich. Auf solche Unterschiede deuten die jeweiligen Kursbeschreibungen, auf welche sich die Vorinstanz gestützt hat, hin: Während die Universität Minsk primär auf eine theoretisch-linguistische Stoffvermittlung abzielt, verfolgt die Universität Zürich einen praktischeren Ansatz, welcher besonderes Augenmerk auf die Aneignung von Übersetzungskompetenzen legt. Soweit ersichtlich richten sich beide Kurse an Anfänger. Entsprechend ist davon auszugehen, dass die zu investierende Zeit auch Rückschlüsse auf das angestrebte Abschlussniveau bzw. die den Studierenden vermittelten Kompetenzen zulässt, zumal diese Faktoren korrelieren. So visiert das zeitintensivere Modul der Universität Zürich denn auch das Erreichen des Sprachniveaus A2/B1 an, während dies beim Fach der Universität Minsk nicht der Fall zu sein scheint. Der Kurs der Universität Zürich vermittelt demnach breitere, und angesichts des zeitlichen Aufwands und der gesteckten Ziele wohl auch vertieftere, Kompetenzen als derjenige der Universität Minsk. Damit bestehen hinsichtlich zweier Aspekte ( workload und learning outcome) sachliche und diskriminierungsfrei festgestellte Unterschiede, welche - zumindest zusammen betrachtet - als wesentlich zu qualifizieren sind.