Citation: 6B_953/2013 E. 1.4

1.4. Die vorinstanzliche Feststellung, ohne ärztliche Behandlung habe eine ernstliche und dringliche Wahrscheinlichkeit des Todeseintritts bestanden, basiert auf dem Spitalbericht. Darin wird ausgeführt, ein Pneumothorax und ein Hämatothorax seien bereits nachzuweisen gewesen. Ein Spannungspneumothorax wäre als Komplikation anzunehmen gewesen. Er sei jedoch durch die Einlage einer Drainage verhindert worden. Der Tod hätte sowohl durch ein Verbluten in den Raum zwischen Lungen und Rippenfell (Hämatothorax) als auch durch das Entwickeln eines Spannungspneumothoraxes eintreten können. Ob ein solcher im vorliegenden Fall aufgetreten wäre, bleibe spekulativ. Ferner wurde wiederholt, dass ohne das sofortige Einleiten von medizinischen Massnahmen eine unmittelbare akute Todesgefahr für den Beschwerdegegner bestanden hätte (Bericht Kantonsspital A.________ vom 23. Mai 2013, vorinstanzliche Akten). Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gestützt auf die Spitalberichte schliesst, ohne die medizinischen Massnahmen hätte eine ernstliche und dringliche Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Todes bestanden. Zwar ist rein spekulativ, ob sich ein Spannungspneumothorax entwickelt hätte, jedoch bestand aufgrund des Hämatothoraxes die Gefahr, dass der Beschwerdegegner innerlich verblutet. Indem die Vorinstanz die Verletzungen als lebensgefährlich im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB qualifiziert, verletzt sie ihr Ermessen bei der Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der schweren Körperverletzung nicht (vgl. BGE 129 IV 1 E. 3.2; 115 IV 17 E. 2b; Urteil 6B_612/2013 vom 8. November 2013 E. 1.2).