Citation: 6P.127/2005 03.02.2006 E. 1

Das Obergericht nahm gestützt auf das rechtsmedizinische Gutachten an, dass sich das Opfer während der Strangulation (im Schwitzkasten) in unmittelbarer Lebensgefahr befunden habe. Diesbezüglich sei das Gutachten klar. Würgegriffe gegen den Hals würden unabhängig von der Stärke des Angriffs als potentiell gefährlich angesehen. Auf die Ausführungen, weshalb keine starke Strangulation eingetreten sei, sei nicht weiter einzutreten. Aufgrund des Gutachtens sei die nahe Möglichkeit des Todes zu bejahen (angefochtener Entscheid S. 8 f. lit. b). Der Beschwerdeführer bezeichnet die Argumentation des Obergerichts als willkürlich. Dabei wiederholt er lediglich seine Ausführungen in der Rekursschrift, es gebe keine genügenden Anhaltspunkte dafür, er habe seinen Bruder stark stranguliert. Mit der obergerichtlichen Begründung, dass Würgegriffe gegen den Hals unabhängig von der Stärke des Angriffs potentiell gefährlich seien, setzt er sich jedoch nicht auseinander. Dies wäre aber notwendig gewesen, um Willkür darzutun. Auf die appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil ist nicht einzutreten (BGE 130 I 258 E. 1.3). Im Übrigen unterschlägt der Beschwerdeführer im Skriptum Rechtsmedizin, worauf er sich beruft, folgenden Hinweis: "Für eine wirksame Strangulation bedarf es keiner längeren strangulierenden Einwirkung und schon gar nicht einer grösseren Kraftanwendung. Bereits bei relativ kurzfristiger resp. geringer Druck- und/oder Zugwirkung kann Bewusstlosigkeit (Handlungsunfähigkeit) auftreten, und es kann ev. sogar der Todeseintritt erfolgen. Selbst eine kleine, schmächtige Person kann ohne weiteres eine grosse und muskelstarke Person durch Strangulation (z.B. Drosseln) leicht und leise 'ausser Betrieb setzen'" (Sigrist/Germann, Skriptum Rechtsmedizin, Teil 1, S. 34 in: www.irmsg.ch/downloads/skript_remed_teil1.pdf).