Citation: 5A_435/2019 E. 4.2.3

4.2.3. Zur Berechnung des mutmasslichen künftigen Lohnes ist die Vorinstanz von den für die Monate Mai, Juni, Juli und September 2015 ausgerichteten Löhnen ausgegangen und hat diese auf eine 100%-Anstellung hochgerechnet. Dabei ist das Obergericht zu monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 6'397.70, Fr. 6'665.85, Fr. 7'007.80 und Fr. 6'832.10 gekommen. Weil dabei die Beiträge für die berufliche Vorsorge nicht berücksichtigt sind, hat die Vorinstanz das massgebliche Einkommen bei einer 100%-Anstellung ermessensweise auf monatlich Fr. 6'125.-- festgesetzt. Bei dieser Berechnung hat es das Einkommen im August ausgeklammert, weil die Beschwerdeführerin offenbar in den Ferien weilte bzw. nicht arbeitete. Die Beschwerdeführerin kritisiert dieses Vorgehen. Soweit sie geltend macht, es hätte auch der Monat August ohne Verdienst in die Betrachtung miteinbezogen werden müssen, weil sie in den berücksichtigten Monaten noch keinen Anspruch auf einen vollen Monat Ferien habe erwerben können, beschlägt dies in erster Linie die Sachverhaltsfeststellung und weniger die Methode, denn es geht nicht um ihren arbeitsrechtlichen Anspruch, sondern um die Abschätzung des durchschnittlichen Einkommens. Das Obergericht hat bei den berücksichtigten Monaten das Feriengeld ausdrücklich vom ausgerichteten Lohn abgezogen. Damit wird für die Berechnung des durchschnittlichen Stundenlohns der Monat, in dem die Ferien bezogen werden, nicht mitberücksichtigt; dies betrifft wie gesagt primär die Sachverhaltsfeststellung, wäre aber ohnehin auch korrekt. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es hätte nicht nur der Ferienlohn, sondern auch die Entschädigung für Feiertage vom Nettolohn abgezogen werden müssen, übersieht sie (soweit es überhaupt um Rechtsanwendung geht), dass das Gericht einen Betrag für fünf und nicht nur die gesetzlich geschuldeten vier Wochen Ferien angerechnet hat (zu den Prozentzahlen vgl. RÉMY WYLER/BORIS HEINZER, Droit du travail, Bern 2014, S. 400). Das Gericht hat 10,64% des Nettolohnes dafür eingesetzt. Worauf die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Feiertagsentschädigung stützt, legt sie nicht dar. Der 1. August ist der einzige Feiertag, für den auch ohne Arbeitsleistung von Gesetzes wegen Lohn bezahlt werden muss (BGE 136 I 290; THOMAS GEISER/ROLAND MÜLLER/KURT PÄRLI, Arbeitsrecht in der Schweiz, Bern 2019, Rz.485; WYLER/HEINZER, a.a.O., S. 378). Die von der Vorinstanz vorgenommene Berechnung des massgeblichen Einkommens ist somit nicht zu beanstanden, soweit es um die Methodik und nicht ohnehin um (nicht mit Willkürrügen angefochtene) Sachverhaltsfeststellungen geht.