Citation: 1B_319/2019 E. 2.3

2.3. Das prozessuale Grundrecht der Parteien auf rechtliches Gehör und damit auch auf Akteneinsicht als Bestandteil des rechtlichen Gehörs ergibt sich für das Strafverfahren aus Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 3 Abs. 2 lit. c und Art. 107 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 lit. a StPO. Einschränkungen des rechtlichen Gehörs sind gestützt auf Art. 108 Abs. 1 StPO zulässig, wenn der begründete Verdacht besteht, dass eine Partei ihre Rechte missbraucht (lit. a), oder wenn dies für die Sicherheit von Personen oder zur Wahrung öffentlicher oder privater Geheimhaltungsinteressen erforderlich ist (lit. b). Angesichts der berührten prozessualen Grundrechte der betroffenen Partei ist bei der Annahme eines drohenden Rechtsmissbrauches oder überwiegender privater Geheimhaltungsinteressen (im Sinne von Art. 108 Abs. 1 StPO) nach der Praxis des Bundesgerichtes Zurückhaltung geboten (vgl. BGE 139 IV 25 E. 5.5.6-5.5.11 S. 38-40; Urteil des Bundesgerichts 1B_303/2017 vom 7. Dezember 2017 E. 3.1). Einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil erleidet ein Beschuldigter aber nur dann, wenn die verfügte Einschränkung des Akteneinsichtsrechts zu einer Beschneidung seiner Verteidigungsrechte führen würde. Andernfalls kann er sich immer noch in der Hauptverhandlung darauf berufen, ihm sei im Untersuchungsverfahren das rechtliche Gehör verweigert worden, was das Strafgericht zu berücksichtigen hätte, soweit dies zuträfe. Kann der Beschuldigte in diesem Sinne seine Verteidigungsrechte trotz Einschränkung des Akteneinsichtsrechts unbeeinträchtigt wahrnehmen, liegt kein irreversibler Nachteil vor, der die Anfechtbarkeit des fraglichen Zwischenentscheids begründet.