Citation: 6B_622/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz erwägt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht, dass der Beschwerdegegner in der hier interessierenden Periode stets Wohnsitz in U.________ hatte, was klar für eine Zuständigkeit des Kantons Appenzell Ausserrhoden spreche. In V.________ habe er in dieser Zeit zwar die rechtzeitige Bewilligungserneuerung versäumt, ohne sich aber dort aufzuhalten. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden sei überdies bereits mit der ausländerrechtlichen Sache des Beschwerdegegners befasst gewesen. So habe das Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden mit Urteil vom 29. August 2019 entschieden, dass der vom Beschwerdegegner beantragte Kantonswechsel nicht bewilligt werde und er den Kanton folglich bis spätestens am 30. November 2019 zu verlassen habe. Da er dies aber nicht getan habe und weiterhin in U.________ angemeldet geblieben sei, sei er von der kantonalen Behörde mit Schreiben vom 12. Februar 2020 erneut zum sofortigen Verlassen des Kantons aufgefordert und ihm für den Unterlassungsfall die Bestrafung gemäss Art. 292 StGB angedroht worden. Gemäss einer im Recht liegenden Aktennotiz habe die Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell Ausserrhoden sodann ein den Beschwerdegegner betreffendes Verfahren ans dortige Kantonsgericht überwiesen. Wenngleich sich aus den Akten nicht klar ergebe, um was für ein Verfahren es sich dabei gehandelt hat, zeige sich insgesamt doch, dass die Behörden des Kantons Appenzell Ausserrhoden in dieser Sache zuständig gewesen und auch tätig geworden seien. Dies wiederum spreche gegen die Zuständigkeit der St. Galler Strafverfolgungsbehörden.