Citation: 4A_572/2021 E. 5.2.2

5.2.2. Dem kann nicht gefolgt werden. Eine Klage auf Einsetzung eines Sonderprüfers setzt gerade voraus, dass der gesuchstellenden Beschwerdegegnerin die Sachverhalte, deren Abklärung sie verlangt, noch nicht bekannt sind, ansonsten es an einem Rechtsschutzinteresse fehlt. Ein allzu hoher Detaillierungsgrad der Ausführungen im Gesuch kann und darf daher grundsätzlich nicht erwartet werden. Umgekehrt ist einem Gesuch um Durchführung einer Sonderprüfung - zur Verhinderung querulatorischer Begehren oder solcher zur reinen Ausforschung - auch nicht ohne jede Anhaltspunkte für Pflichtverletzung und Schädigung stattzugeben. Die Lösung dieses nicht leicht zu bewältigenden Spannungsverhältnisses hat die Rechtsprechung darin gefunden, dass die gesuchstellerischen Vorbringen auf ihre Plausibilität untersucht werden (Erwägung 5.1). Die Vorinstanz berücksichtigte diese Grundsätze unter Verweis auf die einschlägige bundesgerichtliche Rechtsprechung in ihrem ausführlich begründeten Entscheid. Sie prüfte dabei die einzelnen Anhaltspunkte bezüglich der von der Beschwerdegegnerin beanstandeten fünf Themenbereiche im Detail (angefochtener Entscheid, S. 20 - 42). Für zwei Themenkreise kam die Vorinstanz zum Schluss, dass nicht genügend objektive Indizien vorliegen würden, welche die Durchführung einer Sonderprüfung rechtfertigten. Bei drei anderen Bereichen kam sie hingegen in einer ausführlichen Würdigung der Vorbringen zum Ergebnis, dass die für die Sonderprüfung verlangten Voraussetzungen glaubhaft gemacht seien. Inwiefern die Vorinstanz dabei von einem unrichtigen Beweis mass ausgegangen wäre, oder inwiefern die Beschwerdegegnerin unter den vorliegenden Umständen bezüglich der beanstandeten Punkte noch weitere, konkretere Hinweise hätte vorbringen sollen, legt die Beschwerdeführerin nicht hinreichend dar und ist auch nicht ersichtlich. Dementsprechend bliebe die Rüge, die Vorinstanz habe in Würdigung der vorhandenen beweismässigen Anhaltspunkte willkürlich geschlossen, dass die vorausgesetzte Schädigung zumindest glaubhaft gemacht worden sei. Das aber zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, zumindest nicht hinreichend.