Citation: U 427/05 21.09.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob die Zürich im Zusammenhang mit den Unfällen vom 5. Oktober 2000 und 29. Januar 2001 die durch die Knietotalprothesenimplantation vom 14. Juni 2001 entstandenen Heilungskosten zu übernehmen hat. Die Beschwerdeführerin macht zudem die Ausrichtung von Taggeldern im Rahmen einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die Zeit vom 17. März 2001 bis 31. Mai 2002 und ab 1. Juni 2002 den Anspruch auf eine Rente geltend. 2.1 Die Vorinstanz stützte ihre Beurteilung hauptsächlich auf das medizinische Gutachten von Dr. med. G.________ vom 10. Februar 2004 sowie auf die fachärztlichen Beurteilungen von Dr. med. K.________, beratender Arzt der Zürich, und Dr. med. O.________, Chefarzt Chirurgie, speziell Kniechirurgie, des Spitals F.________. Dabei gelangte das kantonale Gericht zum Schluss, die Knietotalprothesenimplantation links und die damit in Zusammenhang stehenden Heilungskosten seien nicht auf das Ereignis vom 5. Oktober 2000 und nur unwahrscheinlich auf das Ereignis vom 29. Januar 2001 zurückzuführen. Vielmehr seien die Operation und alle künftigen, damit zusammenhängenden Behandlungen an beiden Knien allein auf unfallfremde, vorbestehende und degenerative Folgen zurückzuführen. Weiter befand die Vorinstanz, aufgrund der Unfälle hätte keine voraussichtlich dauernde oder längere Zeit andauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit vorgelegen, weshalb die Zürich die Taggeldleistungen zu Recht ab 16. März 2001 eingestellt habe. 2.2 Dies beanstandet die Beschwerdeführerin und führt aus, entgegen der Ansicht der Vorinstanz sei nicht zu klären, ob zwischen den Unfällen und der Notwendigkeit der Knietotalprothesenimplantation sowie den damit in Zusammenhang stehenden Heilungskosten, sondern ob zwischen den Unfällen und den Kniebeschwerden im Sinne einer Teilursache ein rechtserheblicher Kausalzusammenhang bestehe. Sie macht geltend, im Gutachten von Dr. med. G.________ sei ein natürlicher Kausalzusammenhang in diesem Sinn klar bejaht worden. Denn einerseits habe wegen des zweiten Unfalls eine Überdrehung der Gelenkkapsel mit Pseudoblockaden und Weichteilschädigungen im Knie stattgefunden, andererseits wäre der status quo sine ungefähr ein Jahr nach dem Unfall vom 29. Januar 2001 eingetreten, was nichts anderes bedeute, als dass - ohne Knietotalprothesenoperation - bis etwa Ende Januar 2002 ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem zweiten Unfall und den Knieproblemen links bestanden habe. Demgemäss sei auch im Juni 2001, als die Operation vorgenommen wurde, ein Teil der Kniebeschwerden unfallkausal gewesen. Dabei beruft sich die Beschwerdeführerin auf Art. 36 Abs. 1 UVG und hält dafür, die Unfallversicherung habe für sämtliche Pflegeleistungen und Taggelder aufzukommen, auch wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge des zweiten Unfalles sei. Insbesondere würde die Zürich die Übernahme der Behandlungskosten lediglich dann ablehnen können, wenn die Operation ausschliesslich durch unfallfremde Faktoren indiziert gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin schliesst aus der Aussage des Gutachters, wonach es für sie im Juni 2001 nur eine Antwort gegeben habe, nämlich der Operation zuzustimmen, dass diese im damaligen Zeitpunkt auch wegen der Unfallfolgen indiziert gewesen war. Denn Dr. med. G.________ habe auf die Frage, in welchem Zeitpunkt voraussichtlich die Arthroplastik ohne die Folgen der beiden Unfälle hätte vorgenommen werden müssen festgehalten, es dürfe davon ausgegangen werden, dass die Patientin bis zu ihrer Pensionierung wahrscheinlich "durchgehalten" hätte. Damit komme der Gutachter aber auch klar und deutlich zum Schluss, dass die Operation wegen der Unfälle notwendig geworden sei, weil die Arthroplastik aus diesem Grund rund sechs Jahre früher habe durchgeführt werden müssen.