Citation: 9C_659/2007 24.07.2008 E. 2.1

2.1.1 Bezüglich der rheumatologisch bedingten Beeinträchtigung weisen die Gutachter des Medizinischen Zentrums R.________ darauf hin, seit August 1999 bestünden Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm (Mikrodiskektomie bei Diskushernie C6/7 im Dezember 1999). Die Schmerzen hätten sich postoperativ gebessert und seit Oktober 2002 wieder exazerbiert. Die Schmerzen liessen sich im Rahmen eines panvertebralen Schmerzsyndroms erklären. Die Akzentuierung (zervikal und lumbal) folge aus dem Status nach Diskushernienoperationen sowie zusätzlich radiologisch nachweisbaren fortgeschrittenen Degenerationen im Bereich der operierten Segmente sowie zervikal C4/5 und C5/6. Im Laufe der Chronifizierung habe sich eine myofasziale Schmerzkomponente sowohl im Schulter- als auch im Beckengürtelbereich entwickelt. Ausserdem bestehe eine Arthrose beider Knie. Aus rheumatologischer Sicht könne eine Tätigkeit als Operationsschwester oder Krankenschwester nicht mehr zugemutet werden. In einer rückenergonomisch günstigen Tätigkeit könne die Arbeitsfähigkeit nach wie vor 50 % betragen. Mit Schreiben vom 10. März 2004 bekräftigte der federführende Gutachter des Medizinischen Zentrums R.________, seines Erachtens habe sich die somatische Situation verschlechtert, insbesondere hätten die Nackenschmerzen (Diskushernie C6/7) seit Oktober 2002 zugenommen. Ausserdem seien Knieschmerzen hinzugetreten; es bestehe jetzt eine beginnende beidseitige mediale Gonarthrose. 2.1.2 Im Gutachten des Zentrums V.________ wird festgehalten, der dort erhobene neuro-orthopädische Befund sei (bis auf den Befund betreffend die Kniegelenke) "klinisch identisch mit den Befunden, die im Rahmen der Begutachtung im Medizinischen Zentrum R.________ erhoben wurden". Aufgrund der festgestellten körperlichen Beeinträchtigungen sei die Tätigkeit als Operationsschwester mit Einsatz bei stundenlang anhaltenden und ausschliesslich im Stehen zu absolvierenden Operationen sowie mit Heben und Tragen von schweren Besteckkästen und Ähnlichem weiterhin nicht mehr zumutbar. Hingegen erscheine eine Tätigkeit als Operationsschwester im Bereich der Oto-Rhino-Laryngologie (ORL), Augenheilkunde, Handchirurgie, Kieferchirurgie oder auch bei einer Tätigkeit als Produkt-Manager einer in diesen Gebieten als Zulieferer tätigen Firma, wo überwiegend sitzend und mit kleinen und leichten Geräten und Instrumenten gearbeitet werde, zu 8-9 Stunden pro Tag an 5 Tagen pro Woche zumutbar. Innerhalb dieses zumutbaren Arbeitszeitrahmens sei von einer Verminderung der Leistungsfähigkeit auf maximal 50 Prozent auszugehen. Innerhalb der aktiven Tätigkeitsphasen von in aller Regel 30 bis 60 Minuten sei von einem 100%igen Leistungsvermögen auszugehen. 2.2 Mit Bezug auf den psychiatrischen Befund gelangen die Gutachter zu unterschiedlichen Schlüssen. 2.2.1 Nach Einschätzung des Medizinischen Zentrums R.________ haben sich depressive Symptome "seit 1996 zunehmend einerseits aufgrund der zweiten lumbalen Operation, dann der cervikalen Operation, einer zusätzlich diagnostizierten Hypertonie sowie einem Status nach Myocarditis und einer neu diagnostizierten Gonarthrose beidseits" entwickelt (S. 18). Die leichte bis zeitweise mittelschwere Depression führe zu einer zusätzlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25 Prozent. In einer leichten, adaptierten Tätigkeit, das heisst ohne Tragen und Heben von schweren Lasten und mit Einhalten von wechselbelastenden Positionen, könne medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 25 Prozent attestiert werden. Die psychische Erkrankung verhindere, dass die somatische Restarbeitsfähigkeit von 50 Prozent voll umgesetzt werden könne (S. 19). 2.2.2 Das Zentrums V.________ geht demgegenüber davon aus, in psychischer Hinsicht liege keine eigenständige Störung im Sinne einer rezidivierenden oder dauerhaft anhaltenden depressiven Verstimmung vor, sondern eine das Schmerzsyndrom begleitende ständige Dysphorie oder Dysthymie. Die Symptome der psychischen Befindlichkeit bezögen sich ausschliesslich auf das chronische lumbale und zervikale Schmerzsyndrom. Bei vollständigem Wegfall aller Schmerzen wären auch keine psychischen Begleitsymptome mehr zu erwarten. Daher sei der Befindlichkeitsstörung - anders als gemäss Einschätzung von behandelndem Psychiater und psychatrischem Gutachter des Medizinischen Zentrums R.________ - keine zusätzliche Leistungsminderung zuzuschreiben (S. 20 f.). 2.3 Die Würdigung des medizinischen Dossiers betrifft Tatfragen (BGE 132 V 393). Diesbezüglich greift eine grundsätzliche Bindung des Bundesgerichts an den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt Platz. Die Vorinstanz hat sich auf das neuere der beiden Gutachten - dasjenige des Zentrums V.________ - gestützt, welches auf das ältere - des Medizinischen Zentrums R.________ - Bezug nimmt und insbesondere auch darlegt, dass die im Medizinischen Zentrum R.________-Gutachten festgestellten Kniebeschwerden, welche die dortige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beeinflusst haben, aktuell nicht von Belang sind. Es ist nicht offensichtlich unrichtig, wenn die Vorinstanz die in der Expertise enthaltene Einschätzung, in einer leidensangepassten Tätigkeit als Operationsschwester bestehe bei vollzeitlicher Präsenz eine Leistungsfähigkeit von 50 Prozent, übernommen hat. Bezüglich der psychischen Situation mag zutreffen, dass das kantonale Gericht nicht näher begründet hat, weshalb es auf das Gutachten des Zentrums V.________ abstellt. Im Sinne einer Eventualerwägung hat es aber ausgeführt, dass, selbst wenn vom Gutachten des Medizinischen Zentrums R.________ auszugehen wäre, keine Verschlechterung gegenüber dem Zustand, wie er der ersten Verfügung zugrunde lag, ausgewiesen sei. Auch diese Feststellung ist nicht offensichtlich unrichtig: Das Gutachten begründet die psychiatrische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit einer leichten bis zeitweilig mittelschweren Depression und hält fest, dass diese seit Mai 1996 besteht.