Citation: U 292/05 25.05.2007 E. 2

Wie das kantonale Gericht zutreffend festgestellt hat, kann gestützt auf die zur Verfügung stehenden medizinischen Akten, insbesondere das von der SUVA eingeholte Gutachten des Psychiaters Dr. med. K.________ vom 19. Mai 2003, die Frage, ob es sich bei der funktionellen Tetraplegie um eine natürliche Folge des versicherten Unfalls handelt, nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden. Eine Rückweisung der Sache zur Anordnung eines weiteren Gutachtens erübrigt sich aber; selbst wenn aufgrund zusätzlicher Abklärungen der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen wäre, fehlt es, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs, die sich nach Massgabe der in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien beurteilt. 2.1 Mit der Vorinstanz ist der Unfall vom 26. März 2001, bei welchem der Beschwerdeführer von einer rund ein Meter hohen Rampe auf das Becken stürzte, dem mittleren Bereich, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen, zuzuordnen, was auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht mehr in Frage gestellt wird. Da die praxisgemäss zu berücksichtigenden unfallbezogenen Kriterien nicht in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind und auch kein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist, hat die Vorinstanz den adäquaten Kausalzusammenhang zu Recht verneint. 2.2 Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwendungen vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Soweit geltend gemacht wird, die Adäquanz des Kausalzusammenhangs setze lediglich voraus, dass dem Unfall mit seinen Begleitumständen im Verhältnis zur vortraumatischen Persönlichkeitsstruktur, aber auch im gesamten Zusammenhang eine gewisse Bedeutung zukommt, ist auf BGE 115 V 141 E. 7 hinzuweisen. Danach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs erforderlich, dass dem Unfallereignis für die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Des Weiteren trifft es zu, dass bei der Beurteilung der Adäquanz auf eine weite Bandbreite der Versicherten abzustellen ist. Inwieweit SUVA und Vorinstanz diesen Grundsatz verletzt haben sollten, vermag der Beschwerdeführer indessen nicht darzutun und ist nicht ersichtlich. Schliesslich wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gerügt, der angefochtene Entscheid setze sich nicht mit der medizinischen Diskussion um die funktionellen Lähmungen auseinander. Das Phänomen solcher Lähmungen als eine Form möglicher Konversionsstörungen sei heute wissenschaftlich anerkannt. Dieser Einwand betrifft, soweit im Zusammenhang mit der Adäquanzbeurteilung überhaupt relevant, das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Eine Verletzung der Begründungspflicht wird formell nicht gerügt. Dem Sinne nach hat das kantonale Gericht den letztinstanzlich erneuerten Antrag, es sei ein zusätzliches medizinisches Gutachten zur adäquaten Kausalität der gesundheitlichen Beeinträchtigung zum Unfallereignis unter dem Aspekt der funktionellen Tetraplegie als so genannter Konversionsstörung anzuordnen, abgelehnt. Es hat richtig ausgeführt, dass die Adäquanz als Rechtsfrage vom Unfallversicherer und - im Beschwerdefall - vom Sozialversicherungsgericht zu beurteilen ist. Eine Expertise zur Frage der Häufigkeit solcher Konversionsstörungen in der Form einer funktionellen Tetraplegie ist nicht zu veranlassen, weil hievon keine neuen Erkenntnisse erwartet werden können, die zu einem abweichenden Ergebnis zu führen vermöchten. In antizipierter Sichtweise verbietet sich die Annahme, dass mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen, wie sie im Alltag unzählige Male vorkommen, erfahrungsgemäss geeignet sind, zu einer funktionellen Para- oder Tetraplegie zu führen. 2.3 Vor dem Hintergrund des psychiatrischen Gutachtens des Dr. med. K.________, der die Psychogenie der abnormen Reaktion deutlich belegt, ist der vom Beschwerdeführer erlittene Unfall auch in Anbetracht der zu berücksichtigenden weiten Bandbreite der Versicherten nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, die organisch weder nachweis- noch erklärbare funktionelle Tetraplegie herbeizuführen. Der vorinstanzliche Entscheid und der Einspracheentscheid der SUVA, mit welchem diese ihre Leistungen auf den 31. Juli 2003 eingestellt hat, erweisen sich damit als rechtens.