Citation: 5P.349/2006 07.09.2006 E. 1

Das Obergericht verweist auf den schlechten körperlichen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bei der Einweisung. Nach den Feststellungen des Obergerichts ist überdies davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin als chronische Alkoholikerin bei einer sofortigen Entlassung infolge Alkoholexzesses wiederum stürzen und sich verletzen könnte. Die wegen Trombosengefahr indizierte Blutverdünnung bedeute bei Stürzen Lebensgefahr. Dass die Blutverdünnung, mithin einer der Gefährdungsfaktoren, zur Zeit abgesetzt sei, ändere an der festgestellten erheblichen Gesundheitsgefährdung nichts. Zum Einwand der Beschwerdeführerin, es könnten nicht alle mit Blutverdünnungsmitteln behandelte Patienten hospitalisiert werden, gab das Obergericht die infolge schwerer Alkoholabhängigkeit erhöhte Sturzgefahr zu bedenken (Beschluss II S. 5). Die Beschwerdeführerin rügt im Wesentlichen, es habe keinen Sinn sie immer wieder zwangsweise zu hospitalisieren, sei sie doch als Alkoholikerin unheilbar; alle Versuche, sie zu therapieren und sozial einzugliedern, seien zum Scheitern verurteilt. In diesem Zusammenhang wirft sie dem Obergericht eine Verletzung ihres Rechts auf persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV und Art. 5 EMRK) infolge Unverhältnismässigkeit des Eingriffes vor (Beschwerde S. 10-12 bb. I.). 1.1 Die Missachtung der von der Beschwerdeführerin angerufenen Garantien bedeutet in erster Linie eine Verletzung der Bestimmungen über die fürsorgerische Freiheitsentziehung (Art. 397a ff. ZGB), die als Verletzung von Bundesrecht vor Bundesgericht mit Berufung geltend zu machen ist (BGE 115 II 129 E. 5a S. 131 in fine). Dass bei der Einweisung allenfalls kantonale Verfahrensbestimmungen willkürlich verletzt worden wären, legt die Beschwerdeführerin nicht substanziiert dar (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 119 Ia 197 E. d S. 201; 120 Ia 369 E. 3a; 123 I 1 E. 4a; 127 III 279 E. 1c S. 282, mit Hinweisen; 128 I 295 E. 7a S. 312). Ebenso wenig behauptet sie, dass ihr die Verfassungs- und Konventionsgarantien einen weitergehenden Schutz gewähren als die Bestimmungen über die fürsorgerische Freiheitsentziehung. Insoweit ist daher auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht einzutreten. 1.2 Abgesehen davon übersieht die Beschwerdeführerin, dass sie nicht zwecks Therapie ihrer Alkoholsucht eingewiesen worden ist, sondern wegen des hohen Eigengefährdungspotentials, wobei das Risiko der Eigengefährdung bei sofortiger Entlassung als sehr hoch eingestuft wird. Massgebend war entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch nicht der Umstand, dass sie sich mit ihrem exzessiven Alkoholkonsum langsam umzubringen droht, sondern die infolge der Alkoholexzesse erhöhte Sturzgefahr, die wegen der medikamentösen Behandlung unmittelbar zu lebensgefährlichen Blutungen führen könnte. Soweit die Beschwerdeführerin auf das Sturzrisiko in der Anstalt selbst hinweist, handelt es sich einerseits um appellatorische, im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde unzulässige Kritik am angefochtenen Entscheid (BGE 125 I 492 E. 1b S. 495; 130 I 258 E. 1.3 S. 262); anderseits lässt sich mit diesem Argument der erhöhten Gefährdung bei exzessivem Alkoholkonsum nicht begegnen.