Citation: 5A_849/2019 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz zitiert aus dem Limited Partnerships Act 1907. Nach dessen Abschnitt 4 (2) erfordere eine schottische Kommanditgesellschaft die Existenz eines oder mehrerer Gesellschafter, die das Geschäft führen und für alle Verbindlichkeiten verantwortlich sind (Komplementäre), und eines oder mehrerer Kommanditäre, die im Geschäft inaktiv sind und nur in der Höhe des eingebrachten Betrages haften. Nach schottischer Rechtstheorie würden die Gesellschafter nur subsidiär haften; sie seien im Wesentlichen Garanten für die Verpflichtungen der Gesellschaft und hätten im Falle der Zahlung einer Gesellschaftsschuld Anspruch auf anteilige Befreiung durch die anderen Gesellschafter. Die Schuld müsse zunächst gegen die Gesellschaft "konstituiert" werden. Gemäss Abschnitt 8 des Mercantile Law Amendment Act Scotland 1856 brauche ein Gläubiger gegenüber dem Hauptschuldner keine Diskussionen oder Bemühungen anzustellen, bevor er den Garanten zur Zahlung der Schuld auffordert. Vielmehr sei es diesem Gläubiger überlassen, gegen den Hauptschuldner und den Garanten oder gegen einen von ihnen vorzugehen. Jedoch seien nicht alle Regeln für Garanten auch bei Gesellschaftern anwendbar, nur weil die Gesellschafter manchmal als Garanten oder Bürgen der Gesellschaft bezeichnet werden. In der Folge äussert sich die Vorinstanz zur Meinung der Beschwerdeführerin, wonach "konstituieren" bedeute, dass vorgängig ein Urteil bzw. eine gerichtliche Verfügung gegen die Gesellschaft erwirkt werden muss, die Bestand, Höhe und Fälligkeit der Forderung ausweist. Das Obergericht erklärt, dass der Entscheid des Outer House aus dem Jahr 1979, den die Beschwerdeführerin anführe, nicht unumstritten sei. Im Jahr 2018 habe dasselbe Gericht in einer Nebenbemerkung daran gezweifelt, dass eine Klage gegen die Gesellschafter erst erhoben werden kann, wenn gegen die Gesellschaft ein Dekret erwirkt wurde. Gemäss der Literatur, die die Beschwerdeführerin zitiere, sei die Erwirkung eines gerichtlichen Dekrets eine der feierlichsten Arten, eine Verpflichtung zu konstituieren. Daraus folgert die Vorinstanz, dass es noch andere Wege gibt, eine Verpflichtung zu konstituieren. Nichts anderes ergebe sich aus dem Consultation Paper der Rechtskommissionen von England und Wales und von Schottland über Partnership Law aus dem Jahr 2000. Danach geschehe die Konstituierung normalerweise durch die Erlangung eines Gerichtsentscheids gegen die Gesellschaft. Bezogen auf den konkreten Fall stellt das Obergericht fest, dass sich aus dem Darlehensvertrag vom 25. November/5. Dezember 2005 und der "Darlehensabrufung" vom 31. August 2017 die Forderung der Beschwerdegegnerin gegen die C.________ & Co ergebe. Als Komplementärin der C.________ & Co sei die Beschwerdeführerin für alle deren Verbindlichkeiten verantwortlich. Die Beschwerdeführerin habe zwar glaubhaft machen können, dass die Schuld zunächst gegenüber der Gesellschaft konstituiert werden muss. Sie habe jedoch nicht glaubhaft gemacht, dass dies bedeute, ein Urteil bzw. eine gerichtliche Verfügung gegen die Gesellschaft zu erwirken, bevor die Komplementärin ins Recht gefasst wird. Mit diesen Erwägungen schützt das Obergericht die erstinstanzliche Beurteilung, wonach es kein vorgängiges Urteil bzw. keine vorgängige gerichtliche Verfügung gegen die C.________ & Co brauche.