Citation: 4A_268/2018 E. 4

4. Das Gericht möge die Ersatzpflicht jedes einzelnen Beklagten (im Aussenverhältnis zur Klägerin) im gleichen Verfahren festsetzen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der solidarisch haftenden Beklagten 1-14." Die Klägerin wirft den Beklagten diverse Pflichtverletzungen vor: Zum einen hält sie den Beklagten 1-3, 5-11 und 13-14 vor, insbesondere auf der Grundlage der "Finanziellen Richtlinien" eine widerrechtliche Konzernorganisation eingeführt zu haben, indem in Verletzung von Art. 716a Abs. 1 OR unübertragbare und unentziehbare Kompetenzen des Verwaltungsrates der Swissair in unzulässiger Weise auf die Ebene der SAirGroup übertragen worden seien. Im Kern macht die Klägerin geltend, die Swissair sei nicht als finanziell eigenständige juristische Person, sondern als inkorporierte Betriebsabteilung der SAirGroup geführt worden. Zum andern wirft die Klägerin den Beklagten Pflichtwidrigkeiten bei der Bewirtschaftung des Vermögens der Swissair vor. Die Beklagten 1-14 hätten mit der Einführung und dem Betrieb des Cash Pools gegen die allgemeine Sorgfaltspflicht bei der Vermögensanlage (Art. 717 Abs. 1 OR) und gegen die Kapitalschutzvorschriften (Art. 678 Abs. 2 [Verbot der verdeckten Gewinnausschüttung] und Art. 680 Abs. 2 OR [Verbot der Einlagerückgewähr]) verstossen. Überdies wirft sie den Beklagten 2, 4, 6, 9 und 10 vor, im Zusammenhang mit der Gewährung von Festgeld-Darlehen der Swissair an die SAirGroup und insbesondere durch die Erneuerung von Festgeld-Darlehen im September 2001 ebenfalls gegen die allgemeine Sorgfaltspflicht bei der Vermögensanlage (Art. 717 Abs. 1 OR) und gegen die aktienrechtlichen Kapitalschutzvorschriften (Art. 678 Abs. 2 OR und Art. 680 Abs. 2 OR) verstossen zu haben. Mit Urteil vom 16. März 2018 wies das Handelsgericht die Klage ab (Dispositiv-Ziffer 1). Es auferlegte der Klägerin die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000'000.-- (Dispositiv-Ziffern 2 und 3). Zudem verpflichtete es die Klägerin, den Beklagten je eine Parteientschädigung von Fr. 290'000.-- (Beklagte 1, 3, 5, 8, 12 und 14) beziehungsweise von Fr. 360'000.-- (Beklagte 2 und 4) beziehungsweise von Fr. 700'000.-- (Beklagter 6) beziehungsweise von Fr. 100'000.-- (Beklagter 7) beziehungsweise von Fr. 310'000.-- (Beklagte 9 und 10) beziehungsweise von Fr. 313'200.-- inkl. MWST (Beklagte 11 und 13) zu bezahlen (Dispositiv-Ziffer 4). Das Handelsgericht verwarf zunächst die Einrede der Verjährung. Es wies aber die Klage mit einer mehrfachen Begründung ab: So verneinte es bereits die Passivlegitimation der Beklagten 3, 5-7, 9-11 und 13-14 generell, diejenige des Beklagten 2, soweit dieser für Handlungen vor dem 15. März 2001 verantwortlich gemacht wird (dazu nachstehend Erwägung 5). Sodann verneinte es gegenüber allen 14 Beklagten die Haftungsvoraussetzungen der Pflichtverletzung, des Schadens und des Kausalzusammenhangs beziehungsweise erachtete diese als nicht hinreichend substanziiert dargetan (dazu nachstehend Erwägungen 6-8). Bei dieser Beurteilung ging das Handelsgericht auf das Verschulden nicht ein.