Citation: 5A_184/2023 E. 3.1.2

3.1.2. Gemäss den Feststellungen im angefochtenen Urteil liess das Regionalgericht die Frage offen, ob die Trennungsvereinbarung vom 14. Juli 2017 infolge Drohung seitens der Beschwerdegegnerin mit einem Willensmangel behaftet und deshalb unverbindlich ist (Art. 29 Abs. 1 OR). Massgebend sei einzig, dass der Beschwerdeführer ab dem Trennungszeitpunkt Unterhaltsbeiträge geleistet habe und diese von der Beschwerdegegnerin vorbehaltlos entgegengenommen worden seien, womit insoweit zumindest eine konkludente Verständigung unter den Parteien vorgelegen habe. Anfangs habe der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin monatlich EUR 5'000.-- bzw. EUR 5'500.-- überwiesen sowie die Abrechnungen für zwei Kreditkarten übernommen. Im April 2018 habe er die American Express Karte sperren und die Visa Karte limitieren lassen, so dass er ab Mai 2018 insgesamt Fr. 11'067.15 pro Monat (Banküberweisung Fr. 6'050.-- [EUR 5'500.--], Kreditkarte Fr. 3'000.-- und Fahrzeugkosten Fr. 2'017.15) an den Unterhalt bezahlt habe. Dass diese Zahlungen unter Drohung erfolgt seien, tue der Beschwerdeführer nicht dar; er spreche lediglich von der Angst einer weiteren Eskalation, was eine unsubstanziierte Behauptung darstelle und keine gegründete Furchterregung im Sinne von Art. 30 OR zu begründen vermöge. Da in der Vergangenheit somit eine Regelung vorgelegen habe, ob nun schriftlich oder konkludent, und diese in Form von tatsächlich erbrachten und entgegengenommenen Unterhaltszahlungen auch umgesetzt wurde, falle eine rückwirkende Unterhaltszusprechung ausser Betracht. Die Beschwerdegegnerin könne somit für die Zeit vom 15. Juli 2017 bis 8. März 2018 keine rückwirkenden Zahlungen fordern. Es wäre an ihr gelegen, das Eheschutzverfahren bereits früher einzuleiten, wenn sie mit den ab Juli 2017 geleisteten Zahlungen nicht einverstanden gewesen wäre. Vorliegend könnten Unterhaltszahlungen somit nur für die Zukunft, das heisst ab Einreichung des Begehrens (9. März 2018) zugesprochen werden. Ebenso wenig könne der Beschwerdeführer eine Verrechnung mit den in der Vergangenheit angeblich zu viel bezahlten Beträgen verlangen.