Citation: 5C.205/2000 21.06.2001 E. 4

4.- a) Damit ergibt sich, dass die Beklagten 1 und 5 ein rechtlich geschütztes Interesse geltend machen können, von der Klägerin zu erfahren, ob und zu wessen Gunsten der Erblasser Zuwendungen vor mehr bzw. innerhalb der letzten fünf Jahre vor seinem Tode vorgenommen hat, denen die Klägerin zugestimmt hat (Art. 208 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Sie wird gegebenenfalls über die näheren Modalitäten solcher Zuwendungen zu informieren haben, um den Beklagten 1 und 5 zu ermöglichen, unter Berücksichtigung der dergestalt gewonnenen Erkenntnisse ihre Erb- bzw. Pflichtteile rechnerisch neu zu bestimmen. b) Mit Abweisung des Auskunftsbegehrens hat die Vorinstanz Bundesrecht verletzt, weshalb die Berufung der Beklagten 1 und 5 gutzuheissen ist, soweit darauf einzutreten ist, und die Ziff. 1, 3, 4 und 6 des angefochtenen Urteils aufzuheben sind. Da das Bundesgericht beim gegenwärtigen Verfahrensstand nicht in der Lage ist, in der Sache selbst zu entscheiden, ist die Streitsache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 64 Abs. 1 OG; BGE 127 III 68 E. 3 S. 73). Bei diesem Verfahrensausgang erweist sich der Antrag der Beklagten 1 und 5, für das bundesgerichtliche Verfahren das Verhandlungsprotokoll der Vorinstanz beizuziehen, als gegenstandslos. Die Klägerin, die sich dem Auskunftsbegehren widersetzt hat, unterliegt; demgemäss ist ihr die Gerichtsgebühr aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Sie hat ausserdem die obsiegenden Beklagten 1 und 5 für das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entschädigen (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG). Die Beklagten 2, 3, 4 und 6 haben keine Berufungsantwort eingereicht; mangels Widerstandes gegen das Auskunftsbegehren sind sie nicht als unterliegend zu betrachten und werden deshalb nicht kostenpflichtig (Art. 40 OG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 BZP; vgl. Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, vol. V, Bern 1992, N. 8 zu Art. 156 OG). Es ist ihnen keine Parteientschädigung zuzusprechen, weil sie keine Berufungsantwort eingereicht haben und ihnen somit auch keine Kosten entstanden sind (Art. 159 Abs. 2 OG; Poudret/Sandoz-Monod, a.a.O., N. 2 zu Art. 159 OG).