Citation: 6B_1085/2023 E. 4.2.3

4.2.3. Die Vorinstanz stufte das objektive und subjektive Tatverschulden für die im Rahmen des Verkehrsunfalls vom 4. Mai 2019 verursachten fahrlässigen Körperverletzung als mittelschwer ein. Hinsichtlich des angerufenen Art. 54 StGB wies die Vorinstanz auf die erlittenen Verletzungen der Beschwerdeführerin, insbesondere die Impressionsfrakturen (Wirbelkörperbrüche, vertebrale Fraktur und ein Halswirbelsäule-Distorsionstrauma), den Verdacht auf ein leichtgradiges Schädel-Hirn-Trauma, die im Zeitpunkt der Berufungsverhandlung persistierenden Schmerzen sowie den ungewollten Urinverlust hin. Die gesundheitlichen Konsequenzen seien nicht zu verharmlosen, es seien jedoch durchaus schwerwiegendere Konsequenzen denkbar. Die Beschwerdeführerin habe am Unfalltag wieder nach Hause gehen können. Zwar sei zwei Tage nach dem Unfall nochmals ein Klinikeintritt erfolgt, jedoch habe die Beschwerdeführerin in deren Folge in gebessertem Allgemeinzustand und bei insgesamt kompensierter Schmerzsituation die Klinik nach vier Tagen wieder verlassen. Sodann sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht beeinträchtigt. Weil das objektive und subjektive Verschulden nicht mehr leicht wiege, vermöge die Schwere der Betroffenheit der Beschwerdeführerin das Strafbedürfnis nicht entfallen lassen. Das Verschulden erscheine aus Verhältnismässigkeitsgesichtspunkten zu hoch, um von einer Strafe abzusehen oder eine solche zu mindern.