Citation: 5A_669/2024 E. 3

Das Obergericht hat festgehalten und erwogen, dass der Betroffene anlässlich der Anhörungen vor der KESB am 30. Juni 2022 und am 14. November 2023 ausdrücklich geäussert habe, er wolle seine Schwester nicht als Beiständin. Diese habe gesundheitliche Probleme, welche ihr seit zwei Jahren verunmöglichten, entsprechend den mehrmaligen Aufforderungen eine saubere und vollständige Rechnung einzureichen. Im Verlauf der Mandatsführung sei klar geworden, dass sie sich primär auf Fragen rund um die medizinische Behandlung des Betroffenen konzentriere und fälschlicherweise davon ausgehe, als Beiständin gegen dessen Willen über die medizinisch-psychiatrische Behandlung entscheiden zu können. Dieser sei behördlich angewiesen worden, sich regelmässig in der UPD behandeln zu lassen, was er gewissenhaft befolge. Gemäss den Aussagen der behandelnden Psychiaterin seien die Interventionen der Beschwerdeführerin negativ. Sie sei der Meinung, die Behandlung sei nicht gut und sie wisse es besser. Sie stelle ihre Hoffnung, der Betroffene werde mit Medikamenten einfacher im Umgang, in den Vordergrund und beharre entgegen dem ausdrücklichen Wunsch des Betroffenen sowie den deutlichen Empfehlungen der medizinischen Fachpersonen immer wieder auf Medikation und externer Unterbringung. Sie lehne die UPD ab und verweigere eine Kooperation. Sie erscheine insgesamt als Beiständin nicht geeignet. Was sodann ihr Begehren um Zweitbegutachtung des Betroffenen anbelange, so erhoffe sie sich, dass daraus die Notwendigkeit einer Zwangsbehandlung mit Medikamenten resultiere. Gemäss dem Gutachten der UPD habe jedoch auch unter Medikation kaum eine Besserung der Symptomatik erreicht werden können. Ausserdem könnte eine Zwangsbehandlung nur im Rahmen einer fürsorgerischen Unterbringung erfolgen, welche zur Zeit mangels Selbst- und Fremdgefährdung nicht zur Debatte stehe. Der Betroffene habe zur behandelnden Psychiaterin der UPD einen guten Draht und diese würde auch reagieren, wenn sie die Erforderlichkeit einer stationären Unterbringung feststellen sollte. Vor diesem Hintergrund bestehe kein Anlass, an der Arbeit der medizinischen Fachpersonen zu zweifeln und eine Zweitbegutachtung zu veranlassen.