Citation: 2C_522/2024 E. 5.5

5.5. Soweit der Beschwerdeführer gegen das Vorliegen eines Interessenkonflikts zusammengefasst geltend macht, der frühere Klient sei damit einverstanden gewesen, dass Rechtsanwalt B.________ die Kenntnisse über die finanziellen Verhältnisse an die (durch ihn selbst beherrschte) E.________ AG weitergegeben habe, da diese ansonsten kein Darlehen von Fr. 4 Mio. gewährt hätte, geht die Rüge fehl. Das Einverständnis des Klienten vermag grundsätzlich einen Interessenkonflikt nicht auszuschliessen (vgl. Urteile 2C_814/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.3.2 betreffend Prozessfinanzierung; 1B_7/2009 vom 16. März 2009 E. 5.7; 1A.223/2002 vom 18. März 2003 E. 5.2; vgl. auch ausführlich CHAPPUIS/GURTNER, La profession d'avocat, 2021, N. 569 ff.). Es obliegt vielmehr dem Anwalt, von Vornherein die Entstehung eines konkreten Interessenkonflikts zu vermeiden. Die Gewährung des Darlehens lag zwar im Übrigen durchaus im Interesse des Klienten. Vorliegend ist jedoch nicht die Darlehensgewährung, sondern die spätere Rückforderung zu beurteilen. Der Interessenkonflikt aktualisierte sich spätestens, als bei der Frage der Rückzahlung Differenzen entstanden und sich das aufgrund der früheren Mandatsbeziehung bestehende Informationsgefälle zu Ungunsten des früheren Klienten auswirken konnte.