Citation: 9C_826/2012 E. 1

Strittig ist, ob das kantonale Sozialversicherungsgericht zu Recht nicht auf die Beschwerde der X.________ AG in Nachlassliquidation gegen den Einspracheentscheid vom 3. November 2009 eingetreten ist. Die Vorinstanz erwog, mit der verfügungsweisen Forderungseingabe vom 17. August 2004 in Verbindung mit der Abrechnung vom 16. August 2004 habe die Ausgleichskasse festgestellt, dass die ehemalige Arbeitgeberin bzw. deren Nachlass, und nicht etwa der Bund, der die Incentive-Zahlungen geleistet hat, Arbeitgeberbeiträge auf diesen Zahlungen schuldet. Die verfügte Forderung über Fr. 697'642.75 sei rechtskräftig geworden. Auf das Wiedererwägungsgesuch (Schreiben der Y.________ AG in Nachlassliquidation vom 24. August 2006) sei die Ausgleichskasse eingetreten. Dabei habe die X.________ AG weder den Lohncharakter der Incentive-Zahlungen noch ihre Zuständigkeit zur Tragung der Arbeitgeberbeiträge in Frage gestellt; ansonsten wäre eine Aufteilung der Zahlungen auf die einzelnen Gesellschaften gar nicht nötig gewesen. Wenn die Ausgleichskasse aufgrund der Einwendungen der X.________ AG eine neue Abrechnung erstellt und reduzierte Arbeitgeberbeiträge auf Incentive-Leistungen von Fr. 414'747.68 in Rechnung gestellt und im Nachlass eingegeben habe, so habe sie lediglich die vom Bund an die Mitarbeitenden anderer Gesellschaften ausbezahlten Zahlungen ausgeklammert und die daraus folgenden Arbeitgeberbeiträge im Verhältnis zur X.________ AG wiedererwägungsweise aufgehoben. Unberührt geblieben seien die Fragen der grundsätzlichen Beitragspflicht der X.________ AG und der Qualifikation der Incentive-Leistungen an ihre (ehemaligen) Mitarbeitenden als AHV-pflichtige Löhne. In Bezug auf diese liege bereits ein rechtskräftiger Entscheid vor. Eine gerichtliche Beurteilung würde insoweit bedeuten, die Verwaltung zu verpflichten, eine rechtskräftige Verfügung unter einem anderen Titel in Wiedererwägung zu ziehen. Die Verwaltung sei aufgrund des Prinzips der Selbstbindung nicht befugt, durch voraussetzungslosen Erlass einer zweiten Verfügung über das gleiche Rechtsverhältnis den Beschwerdeweg zur gerichtlichen Beurteilung zu eröffnen. Korrekterweise hätte die Ausgleichskasse daher nicht auf die einspracheweise erhobenen Rügen betreffend die Qualifizierung der Incentive-Leistungen als massgeblichen Lohn sowie die Zahlungspflicht der X.________ AG eintreten dürfen.