Citation: 2C_220/2018 E. 3.5

3.5. Weiter ist der Beschwerdeführer der Auffassung, in seinem Fall sei zu berücksichtigen, dass die Strafverfolgungsbehörden bei der Durchführung des Strafverfahrens gegen ihn das Beschleunigungsgebot und damit Art. 6 EMRK verletzt hätten. Die verfahrensauslösenden Delikte gingen teilweise bis ins Jahr 2010 zurück und bis zur rechtskräftigen Verurteilung seien dann mehr als sechs Jahre vergangen. Dies habe in seinem Fall verheerende Auswirkungen gehabt. Es verbiete sich vor diesem Hintergrund, ihm Gleichgültigkeit und Respektlosigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung vorzuwerfen. In diesem Zusammenhang ist zunächst festzustellen, dass für das migrationsrechtliche Verfahren grundsätzlich nicht von Belang ist, ob die Strafbehörden übermässig Zeit beansprucht haben, um ihr Verfahren zu Ende zu führen. Entsprechende Rügen konnte der Beschwerdeführer im Rechtsmittelverfahren gegen das erstinstanzliche Strafurteil vortragen (vgl. Urteil 2C_426/2017 vom 27. Juli 2017 E. 3.3). Sie wären im migrationsrechtlichen Verfahren nur relevant, wenn nicht mehr von der erforderlichen Aktualität der strafrechtlichen Verurteilung gesprochen werden könnte; dies ist hier offensichtlich nicht der Fall (vgl. oben, E. 2). Hinzu kommt, dass das Obergericht des Kantons Aargau die überlange Verfahrensdauer bei der Strafzumessung ausdrücklich berücksichtigt und eine (reduzierte) Freiheitsstrafe von sechs Jahren angeordnet hat. Weil im migrationsrechtlichen Verfahren für die Gewichtung der öffentlichen Fernhalteinteressen an diese Strafzumessung des Obergerichts angeknüpft wurde, ist nicht ersichtlich, was der Beschwerdeführer aus der überlangen Verfahrensdauer zusätzlich für sich ableiten möchte. Wie die Vorinstanz vielmehr zu Recht festgehalten hat, spricht gegen den Beschwerdeführer, dass er während eines hängigen Strafverfahrens erneut delinquiert hat.