Citation: 2C_324/2018 E. 4.2

4.2. Auch soweit ein Aufenthaltsanspruch gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b bzw. Abs. 2 AuG oder ein solcher aufgrund von Art. 8 EMRK (dazu unten E. 4.5) besteht, erlischt dieser bei Vorliegen des Widerrufsgrundes von Art. 62 lit. e AuG. Dieser Widerrufsgrund ist erfüllt, wenn die ausländische Person oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Der Widerruf fällt in Betracht, wenn eine Person über einen längeren Zeitraum hinweg hohe finanzielle Fürsorgeleistungen erhalten hat und nicht mehr damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt bzw. denjenigen ihrer Familie längerfristig losgelöst hiervon wird aufkommen können. Der Widerrufsgrund ist erfüllt, wenn konkret die Gefahr einer Fürsorgeabhängigkeit besteht; blosse finanzielle Bedenken genügen nicht. Neben den bisherigen und den aktuellen Verhältnissen muss dabei als wesentliches Element auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht hin in die Beurteilung miteinbezogen werden. Ausschlaggebend ist eine Prognose zur voraussichtlichen Entwicklung der finanziellen Situation in Berücksichtigung der realisierbaren Einkommensaussichten sämtlicher Familienmitglieder (Urteile 2C_1064/2017 vom 15. Juni 2018 E. 4.1 mit Hinweisen; 2C_395/2017 vom 7. Juni 2018 E. 3.1 mit Hinweisen). In erster Linie geht es darum, eine zusätzliche und damit künftige Belastung der öffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden (Urteil 2C_395/2017 vom 7. Juni 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).