Citation: 9C_9/2024 E. 4.3

4.3. Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 21. Februar 2014 einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 0 %. Gemäss dieser Verfügung besteht für eine körperlich leichte und im Sitzen zu verrichtende Tätigkeit spätestens ab 1. Januar 2014 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Nach für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlicher vorinstanzlicher Feststellung (vgl. E. 1) finden sich nach der Rentenablehnung im Februar 2014 über Monate keine medizinischen Akten, welche auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit hindeuten würden. Das kantonale Gericht erwog, erst am 21. August 2014 sei der hausärztlichen Krankheitsgeschichte zu entnehmen, dass es zu einer Exazerbation der chronischen Schmerzsymptomatik gekommen sei, wobei es offen liess, ob damit eine relevante Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit einhergehe. Wenn die Vorinstanz mit Blick auf diese Ausführungen zum Ergebnis gelangte, es fehle am engen zeitlichen Zusammenhang, ist diese Beurteilung weder willkürlich noch sonstwie bundesrechtswidrig (vgl. E. 1). Daran nichts zu ändern vermag die von der Beschwerdeführerin eingeholte Stellungnahme des Dr. med. C.________ vom 15. Mai 2023, welcher von einer relevanten Arbeitsunfähigkeit in psychischer Hinsicht ab 2013 ausgeht. Denn entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin handelt es sich hierbei wie auch bei der psychiatrischen Einschätzung des Dr. med. C.________ im BEGAZ-Gutachten vom 10. August 2020 gerade nicht um eine echtzeitliche Beurteilung, sondern um eine grundsätzlich nicht ausreichende (vgl. E. 3.3), erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. An echtzeitlichen Beurteilungen fehlt es gemäss Vorinstanz, hat sich die Beschwerdeführerin doch erst 2017 in psychiatrische Behandlung begeben. Bezeichnenderweise führte Dr. med. C.________ in seiner Stellungnahme vom 15. Mai 2023 denn auch aus, dass "der exakte Verlauf der Arbeitsunfähigkeit von 2012 bis 2017 [...] nicht abschliessend im Nachhinein aufgrund der Aktenlage zu rekonstruieren" sei.