Citation: 6B_236/2022 E. 2.3.1

2.3.1. Soweit sich der Beschwerdeführer auf das Urteil 6B_613/2018 vom 7. Januar 2019 beruft, gilt vorab festzuhalten, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung damals - im Gegensatz zum hier zu beurteilenden Fall - den gemäss der Rechtsprechung innerorts geltenden Schwellenwert von 25 km/h nicht erreichte, worauf die erste Instanz zu Recht hingewiesen hat. Dementsprechend kann der Vorinstanz entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht vorgeworfen werden, dass sie sich nicht genügend damit auseinandersetzt, ob ein "Anwendungsfall von 6B_613/2018" vorliegt (siehe auch Urteil 6B_95/2017 vom 22. Mai 2017 E. 1.6). Der Beschwerdeführer kritisiert in grundsätzlicher Hinsicht, die Vorinstanz stelle bei der Beweiswürdigung auf Google Street View Bilder aus dem Jahr 2013 ab, statt wie von ihm beantragt die Situation am Kontrollort durch die Polizei beweismässig zu erheben. In der Tat hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer in der Berufungsverhandlung gestützt auf Art. 389 Abs. 3 StPO 14 Aufnahmen aus Google Street View vorgelegt und diese zu den Akten genommen. Im angefochtenen Entscheid widerlegt sie unter Bezugnahme darauf die Aussage des Beschwerdeführers, er habe "nicht dort beschleunigt, wo die Wohnhäuser sind". Dass dies nicht zutreffe - so die Vorinstanz -, ergebe sich bei näherer Betrachtung des Radarbildes und der erwähnten Fotos aus Google Street View. So sei auf dem Radarbild auf der linken Strassenseite eine Aussparung erkennbar, die sich unmittelbar hinter dem Fahrzeug des Beschwerdeführers befinde. Auf den Fotoaufnahmen Nr. 6 und 7 sei weiter ersichtlich, dass sich diese Aussparung auf Höhe der Wohnliegenschaften befinde. Gestützt darauf hält die Vorinstanz für erwiesen, dass der Beschwerdeführer "sein Fahrzeug an diesem Ort, sprich auf Höhe der Wohnliegenschaften, bereits beschleunigt hatte". Der Beschwerdeführer weist diese Beweiswürdigung nicht als willkürlich aus. Statt im Einzelnen aufzuzeigen, dass und inwiefern die fraglichen Aufnahmen aus Google Street View die örtlichen Gegebenheiten aus seiner Sicht unzutreffend wiedergeben, äussert er bloss die pauschale Vermutung, die Situation im Vorfeld des Kontrollortes dürfte sich "zwischen 2013 und 2019 in einer Weise verändert haben, die auf den Aufnahmen nicht mehr nachvollzogen werden kann". Damit belegt er keine Willkür, zumal er auch an der Berufungsverhandlung keinen entsprechenden Vorbehalt formuliert, sondern auf Nachfrage vielmehr selber eingeräumt hat, dann sei es "wohl so, dass ich auf der Höhe dieser Häuser beschleunigt habe". Im Übrigen ist auch nicht nachvollziehbar, dass die Vorinstanz die Aussparung am linken Fahrbahnrand verwechselt und diese fälschlicherweise "auf Höhe der Wohnliegenschaften verortet" haben soll, wie der Beschwerdeführer im selben Zusammenhang vorbringt. Es ist nicht aktenwidrig, wenn die Vorinstanz unter anderem gestützt auf die fraglichen Aufnahmen davon ausgeht, dass der Beschwerdeführer sein Fahrzeug noch auf der Höhe der Wohnliegenschaften bis zur gemessenen Geschwindigkeit beschleunigt hatte. Unter diesen Umständen durfte die Vorinstanz willkürfrei in antizipierter Beweiswürdigung darauf verzichten, die Situation durch Beweiserhebungen vor Ort weiter abzuklären.