Citation: 2C_655/2016 E. 1.2

1.2. Bei Beschwerden wegen interkantonaler Kompetenzkonflikte kann auch eine allenfalls bereits rechtskräftige Veranlagung eines anderen Kantons für dieselbe Steuerperiode mitangefochten werden (vgl. Art. 100 Abs. 5 BGG), obwohl es sich dabei in der Regel nicht um ein Urteil im Sinne von Art. 86 BGG handelt (BGE 133 I 300 E. 2.4 S. 307; 133 I 308 E. 2.4 S. 313). Im vorliegenden Fall richtet sich die Beschwerde gegen ein Urteil des Kantonsgerichts Luzern. Die Beschwerdeführerin stellt zudem den Antrag, es sei die bereits rechtskräftige Veranlagungsverfügung des Kantons Zug für die Kantons- und Gemeindesteuern 2010 vom 30. Januar 2012 aufzuheben (Rechtsbegehren 2) und der im Kanton Zug steuerbare Reingewinn nach den Grundsätzen des Verbots der interkantonalen Doppelbesteuerung festzulegen (Rechtsbegehren 3). Ausserdem sei der Kanton Zug anzuweisen, die für die fragliche Steuerperiode zu viel bezogenen Steuern unter Ausrichtung eines Vergütungszinses zurückzuerstatten (Rechtsbegehren 4). Damit gilt die Veranlagungsverfügung des Kantons Zug als mitangefochten und richtet sich die vorliegende Beschwerde materiell auch gegen den Kanton Zug, welcher aus diesem Grund zur Vernehmlassung eingeladen wurde. Allerdings folgt aus dem Doppelbesteuerungsverbot nicht auch die Verpflichtung zur Leistung eines Vergütungszinses. Ein entsprechender Anspruch müsste sich aus dem massgebenden kantonalen Recht ergeben. Dass dies für den Kanton Zug zutrifft, wird in der Beschwerde nicht dargetan, weshalb auf dieses Begehren nicht eingetreten werden kann (Urteile 2C_204/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 1.2, in: StR 72/2017 S. 232, ASA 85 S. 502; 2P.65/2006 vom 31. August 2006 E. 1.2, in: RDAF 2006 II S. 518; vgl. auch Urteil 2C_411/2008 vom 28. Oktober 2008 E. 3.2; je mit Hinweisen).