Citation: 6S.412/2004 16.12.2005 E. 3

3.1 Der Tatbestand der Vereitelung einer Blutprobe im Sinne von Art. 91 Abs. 3 aSVG setzt subjektiv Vorsatz voraus, wobei Eventualdolus genügt. Dieser muss alle objektiven Tatbestandsmerkmale erfassen. Der Fahrzeuglenker muss mithin erkennen und zumindest in Kauf nehmen, dass die Anordnung einer Blutprobe nach den Umständen sehr wahrscheinlich ist und dass durch sein Verhalten die zuverlässige Ermittlung der Blutalkoholkonzentration im massgebenden Zeitpunkt mittels Analyse der Blutprobe verunmöglicht wird. 3.2 Die Vorinstanz hält, wie bereits in ihrem Urteil vom 19. Dezember 2003, fest, der Beschwerdeführer habe zumindest in Kauf genommen, dass das von ihm nach der Kollision am Unfallort konsumierte Getränk Alkohol enthielt (angefochtenes Urteil S. 12 f., 15). Diese Feststellung ist tatsächlicher Natur und daher für den Kassationshof im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde verbindlich (Art. 277bis BStP). Die in der Nichtigkeitsbeschwerde dagegen erhobenen Einwände sind unzulässig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Auf die Beschwerde ist daher insoweit nicht einzutreten. 3.3 Dem Beschwerdeführer waren die Umstände des Unfalls bekannt, welche gemäss den vorstehenden Erwägungen (E. 2.4.2) die hohe Wahrscheinlichkeit der Anordnung einer Massnahme zur Ermittlung der Blutalkoholkonzentration begründeten. Er musste im Sinne von Art. 91 Abs. 3 aSVG mit einer Blutprobe rechnen. Es ist zudem offensichtlich und war damit auch dem Beschwerdeführer klar, dass ein Nachtrunk mit ungewissem Alkoholgehalt die zuverlässige Ermittlung der Blutalkoholkonzentration im Zeitpunkt des Unfalls mittels Blutprobenanalyse verunmöglicht. Das ohnehin ungewöhnliche Verhalten des Beschwerdeführers, welcher an der Unfallstelle ein ihm unbekanntes alkoholisches Getränk konsumierte und danach die Flasche wegwarf, kann vernünftigerweise nur damit erklärt werden, dass er den Zweck der von ihm als sehr wahrscheinlich erkannten Massnahme vereiteln wollte, nachdem er vor Antritt der Fahrt Alkohol konsumiert hatte. 3.4 Der Beschwerdeführer bestreitet den Vereitelungsvorsatz sinngemäss im Wesentlichen mit dem Argument, dass er im Zeitpunkt des Unfalls auf Grund des vor Antritt der Fahrt konsumierten Alkohols (0,58 l Bier) eine weit unter dem (altrechtlichen) "Grenzwert" von 0,8 Gewichtspromillen liegende Blutalkoholkonzentration aufgewiesen habe, was ihm auch klar gewesen sei. Er habe daher offensichtlich keinen Grund gehabt, etwas zu vertuschen. Der Beschwerdeführer vermengt mit diesem Argument Vorsatz und Motiv. Die Anordnung einer Massnahme zur Ermittlung der Blutalkoholkonzentration hängt nicht entscheidend von der Menge der vor Antritt der Fahrt konsumierten alkoholischen Getränke ab, die ohnehin meist allein dem Fahrzeuglenker selbst einigermassen bekannt ist.