Citation: C 218/03 28.01.2004 E. 3

3.1 Die Vorinstanz bejahte den Anspruch des Beschwerdegegners auf Taggelder für den Zeitraum vom 19. November bis 20. Dezember 2002 gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben, indem sie zur Auffassung gelangte, die am 1. November 2002 erstellte Bezügerabrechnung für den Monat Oktober 2002 sei einer Auskunft der zuständigen Arbeitslosenkasse gleichzusetzen. Der Versicherte habe daraus schliessen können, dass er spätestens am 24. Januar 2003 das letzte Taggeld bezogen haben werde. Anderslautende Angaben habe ihm gegenüber niemand gemacht, weshalb er sich darauf habe verlassen dürfen, mindestens bis zum Ende des Beschäftigungsprogramms Anspruch auf Taggelder zu haben. 3.2 Entgegen den Ausführungen des Versicherten in der Beschwerde an die Vorinstanz kann den Verfügungen des RAV vom 28. Juni und 3. Oktober 2002 betreffend die Teilnahme am Beschäftigungsprogramm keine Zusicherung entnommen werden, wonach er während der Dauer der vorübergehenden Beschäftigung Anspruch auf Taggelder habe. Angeführt waren lediglich die Reise- und Verpflegungskosten. Die Abrechnung der Arbeitslosenkasse vom 1. November 2002, aus welcher der Beschwerdegegner laut Vorinstanz nach Treu und Glauben einen Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung bis zum Ende des Beschäftigungsprogramms habe ableiten können, enthält nebst der eigentlichen Abrechnung für die Kontrollperiode Oktober 2002 folgende Angaben: Délai-cadre 13.11.01 - 12.11.03 Droit maximum 260 Etat des compteurs au 24.01.03 - Indemnités journalières perçues 260.0 - Jours maladie perçus 16.0 - Solde des jours sans contrôle à prendre jusqu'au 12.11.03 16.0 Ob es sich bei dieser Bezügerabrechnung um eine nachträglich angefertigte Kopie der ursprünglichen Abrechnung vom 1. November 2002 handelt, die "systembedingt und aus beweisrechtlicher Sicht unbefriedigend" den "aktuellen Zählerstand per Datum des Erstellens der Abrechnungskopie" anzeigt, wie die Arbeitlosenkasse in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter Beilage eines Mails eines Mitarbeiters des seco vom 3. September 2003 geltend macht, braucht nicht näher abgeklärt zu werden. Denn die Abrechnung (oder Abrechnungskopie) vom 1. November 2002 enthält keine Auskunft oder gar Zusicherung des Inhalts, dass der Beschwerdegegner mindestens bis 20. Dezember 2002 Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung habe. Namentlich führt die Abrechung kein Restguthaben an Taggeldern an, was im Übrigen auch für die anderen in den Akten liegenden Bezügerabrechnungen für November 2002 und diejenige für den Monat Dezember 2002 gilt, welche Anlass für die Einsprache des Versicherten bildete. Gerade auf ein solches, in Tat und Wahrheit nicht bestehendes Taggeldguthaben müssten sich jedoch unrichtige Angaben in einer Abrechnung beziehen, damit sie unter dem Gesichtswinkel von Treu und Glauben eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung des Versicherten gebieten würden, wenn die übrigen, rechtsprechungsgemäss erforderlichen Voraussetzungen erfüllt wären. Die für sich allein betrachtet unverständliche Angabe des "Zählerstandes" mit einem für die in Frage stehende Abrechnung für Oktober 2002 irrelevanten Datum vermag jedenfalls entgegen den Ausführungen der Vorinstanz keine Vertrauensgrundlage zu schaffen, auf die sich der Beschwerdegegner nach Treu und Glauben mit Erfolg zu berufen vermöchte.