Citation: 6P.53/2006 14.07.2006 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe das Opfer nicht mit Wissen und Willen und somit nicht absichtlich töten wollen. Suizidabsicht, Nachtatverhalten, persönliche Integrität und Leumund würden eine Vorsatztat ausschliessen. Die Vorinstanz stellt die rechtlichen Voraussetzungen des Vorsatzes ausführlich dar. Darauf kann verwiesen werden. Wie ausgeführt, nimmt die Vorinstanz ohne Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo an, der Beschwerdeführer habe das Opfer mit einem gezielten Schuss getötet. Damit ist direkter Vorsatz gegeben. Im Übrigen ist auf die Vorbringen nicht einzutreten. Der Kassationshof ist an die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Behörde gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Was der Täter wusste, wollte oder in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen, ist damit Tatfrage und kann im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde nicht zur Entscheidung gestellt werden (BGE 130 IV 58 E. 8.5). 4.2 Bei der Strafzumessung ist entgegen der Beschwerde von einer vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) und nicht von einem missglückten Suizidversuch mit fahrlässiger Tötung (Art. 117 StGB) auszugehen. Die Vorinstanz räumt ferner lediglich ein, dass der Beschwerdeführer "unter den gegebenen Umständen auch einen Entschluss zur Selbsttötung hätte fassen können" (angefochtenes Urteil S. 27 f.). Sie nimmt damit entgegen der Beschwerde nicht an, dass die Motive absolut glaubwürdig für die Selbstmordtheorie seien. Vielmehr hält sie fest, er habe das Opfer aus egoistischen Beweggründen getötet (angefochtenes Urteil S. 30). Ferner musste die Strafe nicht deswegen herabgesetzt werden, weil sich die persönlichen Verhältnisse durch die Tat infolge Arbeitslosigkeit und psychiatrischer Behandlung verschlechtert hätten, wie der Beschwerdeführer geltend macht. Die Vorinstanzen ordnen gestützt auf das Gutachten eine ambulante Massnahme gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB an (angefochtenes Urteil S. 30 mit Verweisung auf das Urteil des Kreisgerichts S. 65 f., act. 943 f.). Damit ist entgegen der Beschwerde nicht erwiesen, dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 66bis StGB durch die Tat betroffen ist. Die Nichtanwendung dieser Bestimmung verletzt kein Bundesrecht. Die Vorinstanz berücksichtigt die verminderte Zurechnungsfähigkeit im Sinne von Art. 11 StGB, jedoch weniger stark als das Kreisgericht, weil dieses zu Unrecht von einer im mittleren statt einer leicht bis mittleren Verminderung ausgegangen war. Das Strafmass verletzt kein Bundesrecht. Die Vorinstanzen verweisen auf die Brutalität der Tat (act. 941) und nehmen zu Recht ein schweres Verschulden an. 4.3 Wie erwähnt, ordnen die Vorinstanzen eine ambulante Massnahme gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 letzter Satz StGB an. Dies bedeutet keine Einweisung in eine Heil- oder Pflegeanstalt. Entgegen der Beschwerde wird die Massnahme nicht mit Selbstmordabsichten begründet und lässt sich aus der Tatsache, dass eine Massnahme angeordnet worden ist, auch nicht schliessen, die Vorinstanzen hätten doch die "Version des Tathergangs des Angeklagten übernommen" (Beschwerde S. 9). Vielmehr hat das Kreisgericht eine psychiatrische Unterstützung als notwendig beurteilt und darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer bereits in psychiatrischer Behandlung ist (act. 944). Eine Behandlungsbedürftigkeit ergibt sich aus dem Gutachten. Das Suizidrisiko wird vom Gutachter nicht höher als in der Norm liegend eingeschätzt. Mit der primären Zielsetzung der Verhinderung weiterer Straftaten (Art. 43 Ziff. 1 StGB) soll eine Massnahme auch im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 StGB auf den Wiedereintritt in das bürgerliche Leben vorbereiten. 4.4 Der Beschwerdeführer hatte vor der Vorinstanz beantragt, die Zivilbegehren auf den Zivilweg zu verweisen bzw. sie herabzusetzen, falls er wegen fahrlässiger Tötung verurteilt werde. Dies kam für die Vorinstanz nicht in Betracht. Sie hat indessen die zugesprochenen Beträge als angemessen bezeichnet (angefochtenes Urteil S. 31). Vor dem Kreisgericht hatten (neben der Mutter) auch die beiden Brüder des Opfers gestützt auf Art. 47 OR eine Genugtuung beantragt (act. 947). Es ist anerkannt, dass bei besonderen Verhältnissen getrennt lebenden Geschwistern eine Genugtuung zugesprochen werden kann (Roland Brehm, Berner Kommentar, 3. Auflage, Bern 2006, Art. 47 N. 154a). Diese Zusprechung einer Genugtuung an die Brüder, die das Kreisgericht begründet hat, verletzt entgegen der Beschwerde nicht Art. 2 OHG. Verschuldensmässig war von einer vorsätzlichen Tötung auszugehen. Auch insoweit ist Art. 47 OR nicht verletzt (zu den Bemessungskriterien BGE 132 II 117 E. 2.2.2). Mangels Begründung ist hierauf nicht weiter einzutreten. 4.5 Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Kosten