Citation: 6B_419/2024 E. 3.3.3

3.3.3. Schliesslich ist auch keine Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips erkennbar. Die Vorinstanz berücksichtigt zurecht die einschlägigen und zumindest teilweise gravierenden Vorstrafen des Beschwerdeführers. Dass sie diesen bei der Gesamtbeurteilung der massgeblichen Faktoren ein zu starkes Gewicht beigemessen hätte, ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan. Damit einhergehend ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Vorstrafen und das aktuell zu beurteilende Delikt als einschlägig qualifiziert und unter zusätzlicher Berücksichtigung, dass sich der Beschwerdeführer auch durch den (teilweisen) Vollzug von Freiheitsstrafen nicht vor neuerlicher Delinquenz hat abhalten lassen, auf dessen Unbelehrbarkeit schliesst. Insoweit sich der Beschwerdeführer darauf beruft, dass es dem neuen Delikt an der erforderlichen Tatschwere mangle, resp. dass selbst die Vorinstanz die Ausfällung einer Geldstrafe als möglich erachte, setzt er sich nicht mit deren Schluss auseinander, wonach für den neuerlichen Verstoss (Vergehen) gegen das Betäubungsmittelgesetz zwingend [keine Hervorhebung im Originaltext] eine Freiheitsstrafe auszufällen sei (vgl. angefochtenes Urteil S. 16). Auf sein Vorbringen ist folglich nicht weiter einzugehen. Im Übrigen übersieht er, dass es grundsätzlich keine Rolle spielt, mit welcher Strafe die neue Straftat (Vergehen/Verbrechen) belegt wird. Art und Schwere der erneuten Delinquenz sind für den Entscheid über die Rückversetzung "lediglich" insoweit von Bedeutung, als das im Strafmass für die neue Tat zum Ausdruck kommende Verschulden Rückschlüsse auf die Legalbewährung des Verurteilten erlaubt. Ausschlaggebend ist wie erwähnt (oben E. 3.2), ob aufgrund der neuen Straffälligkeit mit Blick auf eine Gesamtwürdigung aller wesentlicher Umstände eine Schlechtprognose besteht - die umso negativer ausfallen kann, je schwerer die während der Probezeit begangenen Delikte wiegen -, oder ob die Bewährungsaussichten trotz der in der Probezeit verübten Straftat (en) günstig sind. Letzteres kann namentlich dann der Fall sein, wenn es sich bei der neuerlichen Delinquenz um eine "Zufallstat" handelt (vgl. BGE 134 IV 140 E. 4.5 [zu Art. 46 StGB]; Urteil 6B_765/2008 vom 7. April 2009 E. 2.3.2, nicht publ. in: BGE 135 IV 146 136; Urteil 6B_235/2010 vom 17. Mai 2010 E. 2.2; CORNELIA KOLLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019 N. 1 und 3 zu Art. 89 StGB; ROLAND M. SCHNEIDER/ROY GARRÉ, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, a.a.O., N. 3 zu Art. 46 StGB). Beim (erneuten) Verkauf von Kokain handelt es sich weder um eine Zufallstat noch lässt die für dieses Vergehen konkret ausgefällte Freiheitsstrafe von 120 Tagessätzen auf eine Tatschwere schliessen, die den vorinstanzlichen Schluss einer Schlechtprognose im Gesamtkontext der übrigen Umstände als bundesrechtswidrig erscheinen lässt. Zusammenfassend verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie anhand der von ihr aufgezeigten und gewürdigten Umstände auf eine schlechte Prognose schliesst.