Citation: 4A_329/2024 E. 2.3.5

2.3.5. In der Erklärung des Beklagten 2 kann zumindest dem Wortlaut nach nicht der Wille erkannt werden, sich unabhängig vom Ausgang des Verfahrens dem Urteil unterziehen zu wollen. Der Beklagte 2 erklärte sich ausschliesslich mit den Klageanträgen der Beschwerdeführerin (grundsätzlich) einverstanden, worin zwar eine mögliche (unwirksame) Klageanerkennung, aber keine Prozessabstandserklärung zu erkennen wäre. Fraglich ist daher bloss, ob allenfalls diese Erklärung nach Treu und Glauben angesichts der gesamten Umstände so ausgelegt werden könnte, dass darin eine Prozessabstandserklärung zu erkennen wäre. Es liegen allerdings keine Umstände vor, die eine Abweichung vom klaren Wortlaut dieser Erklärung rechtfertigen würden. Vielmehr ist aus dem Umstand, dass der Beklagte mit den Klageanträgen der Beschwerdeführerin grundsätzlich einverstanden ist, abzuleiten, dass er - wie die Beschwerdeführerin - ebenfalls an einer Liquidation der einfachen Gesellschaft und einer Veräusserung der im Gesamteigentum stehenden Liegenschaft interessiert wäre. Gerade diesen Zweck verfolgte die von der Beschwerdeführerin vor der Erstinstanz erwirkte Erläuterung. So sollte damit unter anderem verhindert werden, dass aufgrund des bevorstehenden Ruhestands von B.________ und der fehlenden Einigung über die Steigerungsbedingungen der Entscheid des Zivilgerichts vom 18. Juni 2019 nicht vollstreckt werden könnte. Demnach ist kaum davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner auch mit der Beanstandung dieser Erläuterung einverstanden wäre. Etwas anderes kann auch nicht dem Umstand entnommen werden, dass der Beklagte 2 sich nicht im Erläuterungsverfahren vernehmen liess, wäre er doch gerade mit der Erläuterung einverstanden gewesen. Ohnehin kann - wie die Vorinstanz zutreffend ausführt - von einer fehlenden Klageantwort nicht auf eine Prozessabstandserklärung geschlossen werden (vgl. Urteil 4A_196/2021 vom 2. September 2022 E. 3.4.2). Schliesslich scheint auch die Erstinstanz die Erklärungen der Beklagten 2 und 3 nicht als Prozessabstandserklärungen, sondern als (unwirksame) Klageanerkennungen verstanden zu haben (vgl. E. 2.3.6 hiernach). Es kann daher in der Prozesserklärung des Beklagten 2 keine Prozessabstandserklärung erkannt werden, sonde rn höchstens eine (unwirksame) Klageanerkennung.