Citation: 1E.25/1999 27.04.2000 E. 1.-

Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die Schätzungskommission habe zu Unrecht die Zulässigkeit der nachträglichen Forderung geprüft. Diese Rüge ist begründet. Nachträgliche Forderungen verwirken, wenn sie nicht binnen sechs Monaten seit Kennt- nisnahme des forderungsbegründenden Tatbestands geltend ge- macht werden (Art. 41 Abs. 2 lit. b EntG). Die vorfrageweise Beurteilung der Verwirkung obliegt dabei dem Präsidenten der Schätzungskommission: Gemäss Art. 19 Abs. 1 der Verord- nung des Schweizerischen Bundesgerichts für die eidgenössi- schen Schätzungskommissionen vom 24. April 1972 (SR. 711.1; VSchK) entscheidet er über die Zulässigkeit nachträglicher Forderungseingaben (vgl. BGE 110 Ib 368 E. 3a S. 379, mit Hinweisen) und er leitet das Einigungsverfahren spätestens bei Bewilligung der nachträglichen Forderungseingabe ein (Art. 20 Abs. 2 VSchK). Hier hat der stellvertretende Präsident der Schät- zungskommission am 25. September 1995 sowohl dem Wortlaut als auch dem Inhalt nach die Zulassung der nachträglichen Forderungsanmeldung verfügt (Ziffer 1 des Dispositivs). Diese Verfügung ist zwar summarisch, aber nicht ungenügend begründet, und sie ist mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen. Sie ist als selbständiger Zwischenentscheid zur Verwirkungsfrage zu betrachten, der mangels Anfechtung gemäss Art. 19 Abs. 2 VSchK dreissig Tage nach seiner Zustellung in Rechtskraft erwachsen ist. Zudem ist kein Nichtigkeitsgrund ersichtlich. Die Schätzungskommission hätte mithin die Zulässigkeit der Anmeldung der nachträg- lichen Forderung nicht überprüfen dürfen. Das führt im vorliegenden Fall jedoch nicht zur Aufhebung des angefoch- tenen Entscheids. Denn die Forderung der Beschwerdeführerin ist ohnehin materiell unbegründet.