Citation: 5A_702/2023 E. 4.2

4.2. Die Rüge geht fehl. Richtig ist zwar, dass das Konkursbegehren eine Eingabe der Gegenpartei darstellt und als solche der Partei zuzustellen ist (Art. 136 lit. c ZPO). Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben und dem Verbot des Rechtsmissbrauchs ist es indes nicht zulässig, Rügen von Verfahrensfehlern nicht umgehend oder erst im Rechtsmittelverfahren vorzubringen, wenn der Mangel schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können (BGE 141 III 210 E. 5.2; 135 III 334 E. 2.2; Urteil 5A_647/2022 vom 27. März 2023 E. 3.3.2). Wie erwähnt, wurde der Beschwerdeführer vorliegend bereits mit Schreiben vom 22. Mai 2023 zur Konkursverhandlung vorgeladen. Sodann ist er unstrittig am 14. Juni 2023 sowie 26. Juni 2023 persönlich am Schalter des Bezirksgerichts erschienen, ohne dass er dabei um Aushändigung einer Kopie des Konkursbegehrens bzw. einer weiteren Eingabe des Gläubigers (mit welcher sich dieser gegen weitere Erstreckungen der Zahlungsfrist ausgesprochen hat) ersucht hätte. Wenn die Vorinstanzen das Verhalten des Beschwerdeführers, erst einen Tag vor Ablauf der letztmaligen Zahlungsfrist um Zustellung der Doppel sämtlicher Gläubigereingaben zu ersuchen und die Verletzung des rechtlichen Gehörs zu monieren, als rechtsmissbräuchlich eingestuft haben, hält dies vor Bundesrecht ohne Weiteres stand. Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer stets darüber im Bilde war, bis zu welchem Zeitpunkt er die für die Befriedigung des Gläubigers erforderlichen Mittel bereitzustellen hatte, um die Eröffnung des Konkurses abzuwenden. Vor Bundesgericht scheint der Beschwerdeführer denn auch selbst keinen Hehl daraus zu machen, dass er mit seinem derart spät gestellten Gesuch um Akteneinsicht bloss eine Verzögerung des Verfahrens bewirken wollte.