Citation: 6B_702/2009 08.01.2010 E. 4

Der Beschwerdeführer rügt ferner eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts und ein Verletzung von Bundesrecht in Bezug auf den Schuldspruch der mehrfachen sexuellen Handlungen zum Nachteil von C.________. 4.1 Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, er habe sich an einem nicht näher bestimmbaren Tag in der Wintersaison 2003/2004 im Restaurant R.________ am Flughafen Kloten mit einer Gruppe Jugendlicher getroffen, unter denen sich auch der Geschädigte C.________ befand, der noch nicht 16 Jahre alt war. Dabei habe er dem Geschädigten C.________ Geld und Gratis-Ferien angeboten, wenn dieser vor einer Webkamera onaniere und er sich von ihm oral befriedigen lasse. Der Geschädigte C.________ habe dies abgewiesen. Einige Wochen nach diesem Vorfall habe der Beschwerdeführer über das Natel einer Drittperson fünf bis zehn Minuten mit dem Geschädigten C.________ gesprochen, wobei er gleichzeitig onanierte und dies dem Geschädigten mitteilte. Dabei habe er die Länge seines Penis durchgegeben und dem Geschädigten gesagt, seine Stimme errege ihn (Anklageschrift F, ND 5, S. 5; angefochtenes Urteil S. 43 mit Hinweis auf das erstinstanzliche Urteil S. 38 f.). 4.2 Der Beschwerdeführer rügt Willkür. Das Angebot im Restaurant R.________ sei an die ganze Runde gerichtet gewesen, weshalb es vom Geschädigten C.________ nicht ernst genommen worden sei. Daraus ergebe sich, dass dieser sich nicht angesprochen gefühlt und das Angebot als einen Witz aufgefasst habe. In der scherzhaften Offerte liege kein strafbarer Versuch zum Verleiten eines Kindes zu einer sexuellen Handlung. Dasselbe gelte für das Telefonat mit dem Geschädigten C.________. Auch hier habe es sich bloss um einen Scherz gehandelt. Es sei insbesondere nicht erstellt, ob er beim Gespräch tatsächlich onaniert habe. Der Tatbestand des Einbeziehens eines Kindes in eine sexuelle Handlung setze voraus, dass das Kind die Handlung bewusst sinnlich wahrnehme. Die Wahrnehmung müsse eigentliches Handlungsziel sein (Beschwerde S. 12 ff.). 4.3 Die Vorinstanz nimmt an, aus den Zeugenaussagen der beteiligten Jugendlichen ergebe sich, dass der Beschwerdeführer das fragliche Angebot im Restaurant "in die Runde" gemacht habe. Der Geschädigte C.________ sei aber klar mitgemeint gewesen. Im Weiteren gebe es keine objektiven Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer dieses Angebot nicht ernst gemeint haben sollte, zumal es seinem üblichen Vorgehen entsprochen habe. Der Beschwerdeführer habe einen oder mehrere der anwesenden Jugendlichen dazu bewegen wollen, zu ihm nach Hause zu gehen, um dort die in der Anklage umschriebenen Handlungen vorzunehmen. Dabei sei davon auszugehen, dass er keine weiteren vorbereitenden Gespräche mehr für notwendig erachtet habe. Erfüllt sei auch der Tatbestand des Einbeziehens in eine sexuelle Handlung anlässlich des Telefongesprächs mit dem Geschädigten C.________. Es genüge, wenn das Opfer die sexuelle Handlung auch nur akustisch wahrnehme (angefochtenes Urteil S. 46 ff.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 41 ff.). 4.4 Gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt (Abs. 1), es zu einer solchen verleitet (Abs. 2) oder es in eine sexuelle Handlung einbezieht (Abs. 3). Als sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB gelten Verhaltensweisen, die für den Aussenstehenden nach ihrem äusseren Erscheinungsbild einen unmittelbaren sexuellen Bezug aufweisen und im Hinblick auf das geschützte Rechtsgut erheblich sind (BGE 125 IV 58 E. 3b). 4.5 Die Beschwerde ist unbegründet. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lässt sich aus dem Umstand, dass das unsittliche Angebot im Restaurant sich an die gesamte Runde richtete, nicht ableiten, es sei lediglich scherzhaft gemeint gewesen. Jedenfalls ist der Schluss der Vorinstanz nicht schlechterdings unhaltbar. Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, erschöpft sich weitgehend in einer appellatorischen Kritik, die zur Begründung von Willkür nicht genügt (zum Begriff der Willkür vgl. BGE 134 I 140 E. 5.4). Nicht zu beanstanden ist das angefochtene Urteil auch, soweit die Vorinstanz Versuch annimmt. Nach der Rechtsprechung beginnt die Ausführung der Tat im Sinne von Art. 22 Abs. 2 StGB mit der Tätigkeit, die nach dem Plan des Täters auf dem Weg zur Tatbestandsverwirklichung den letzten entscheidenden Schritt darstellt, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt, es sei denn wegen äusserer Umstände, die eine Weiterverfolgung der Absicht erschweren oder verunmöglichen (BGE 131 IV 100 E. 7.2.1 mit Hinweisen). Beim Tatbestand der sexuellen Handlungen mit einem Kind hat die Rechtsprechung Versuch bereits angenommen, wenn der Täter das ihm unbekannte Opfer angesprochen und zur Vornahme sexueller Handlungen aufgefordert hat (BGE 80 IV 173 E. 2). Will der Täter die sexuellen Handlungen auf freiwilliger Basis vornehmen und geht er davon aus, dass er das Kind am Tatort erst noch durch ein die sexuellen Handlungen vorbereitendes Gespräch oder andere eigene Handlungen zur Aufnahme des sexuellen Kontakts veranlassen kann, beginnt der Versuch erst damit (BGE 131 IV 100 E. 7.2.2). Im zu beurteilenden Fall steht angesichts der Vorgehensweise des Beschwerdeführers nicht ernsthaft in Frage, dass er weitere vorbereitende Gespräche nicht als notwendig erachtete. Kein Bundesrecht verletzt das angefochtene Urteil ferner, soweit die Vorinstanz annimmt, der Beschwerdeführer habe den Geschädigten C.________, indem er während des Telefongesprächs mit ihm onanierte, in eine sexuelle Handlung miteinbezogen. Es genügt, wenn das Kind, wie es hier der Fall war, unmittelbar akustisch wahrnehmen konnte, wie der Beschwerdeführer während des Telefongesprächs onaniert hat (STEFAN TRECHSEL/CARLO BERTOSSA, Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 2008, Art. 187 N 9). Dass die Einbeziehung in die sexuelle Handlung das eigentliche Handlungsziel war, ergibt sich schon daraus, dass der Beschwerdeführer den Geschädigten C.________ eigens anrief und ihm mitteilte, dass er gerade masturbiere (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 40). Im Übrigen kann auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden.