Citation: 6S.724/1996 20.03.2000 E. 4

4.- Zur Frage eines unrechtmässigen Vorteils im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB und Art. 254 Abs. 1 StGB führt die Vorinstanz aus, das Ansinnen, das Darlehen aus der Buchhaltung "verschwinden" zu lassen, habe erklärtermassen verhindern sollen, dass die Beschwerdeführerin in die Strafuntersuchung gegen B.________ mit einbezogen werde. Insofern hätten die voraussehbaren strafrechtlichen Ermittlungen mit unzulässigen Buchhaltungsmanipulationen behindert werden sollen. Dies stelle einen unrechtmässigen Vorteil im Sinne von Art. 251 und 254 StGB dar (angefochtenes Urteil S. 31). Dem hält die Beschwerdeführerin entgegen, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass die Verhinderung einer Strafverfolgung schlechthin einen unrechtmässigen Vorteil darstelle. Die Rechtsprechung fasst den Begriff des "unrechtmässigen Vorteils" gemäss Art. 251 Ziff. 1 und 254 Abs. 1 StGB sehr weit, indem dieser jede Besserstellung erfasst (BGE 118 IV 254 E. 5). Unrechtmässig ist der mit einer falschen Urkunde angestrebte Beweisvorteil selbst wenn der Täter damit einen berechtigten Anspruch durchsetzen will (BGE 119 IV 234 E. 2c). Unrechtmässigkeit der Vorteilsverschaffung kann sich nicht nur aus dem angestrebten Ziel, sondern auch aus den eingesetzten Mitteln ergeben. Wer Urkunden fälscht, um seiner Verantwortlichkeit zu entgehen, handelt in der Absicht, sich einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen. Dies ist etwa der Fall bei einem Versicherungsagenten, der Urkunden fälscht, um sich gegen die Folgen seiner Pflichtverletzungen zu wappnen (BGE 121 IV 90 E. 2). Das Ansinnen, das Darlehen aus der Buchhaltung "verschwinden" zu lassen, sollte erklärtermassen verhindern, dass die Beschwerdeführerin in die Strafuntersuchung gegen B.________ mit einbezogen würde (angefochtenes Urteil S. 31). Sie fürchtete, dass dies ihren Arbeitsplatz gefährden könnte (angefochtenes Urteil S. 25). Dies stellt im Sinne der erwähnten Rechtsprechung einen unrechtmässigen Vorteil dar. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin in den übrigen Anklagepunkten freigesprochen wurde.