Citation: I 742/02 21.07.2003 E. 4

4.1 Die IV-Stelle lehnte sowohl die früheren Begehren um verschiedene Leistungen der Invalidenversicherung wie auch dasjenige um eine Invalidenrente vom 20. November 2000 ab mit der Begründung, die versicherungsmässigen Voraussetzungen für den Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung seien nicht erfüllt, da die Beschwerdeführerin bereits invalid in die Schweiz eingereist sei. 4.2 Die Vorinstanz weist darauf hin, dass die in Art. 6 Abs. 1 IVG statuierte Versicherungsklausel für die Gewährung von Leistungen der Invalidenversicherung voraussetze, dass die ansprechende Person im Zeitpunkt des Versicherungsfalles versichert sei. Versichert seien die natürlichen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz sowie solche, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausübten. Ausländische Staatsangehörige seien, vorbehältlich Art. 9 Abs. 3 IVG, nur anspruchsberechtigt, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz hätten und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet hätten oder sich ununterbrochen während 10 Jahren in der Schweiz aufgehalten hätten. Da die Beschwerdeführerin seit Geburt an einer erheblichen Visuseinschränkung leide und ihr Zustand stationär geblieben sei, müsse davon ausgegangen werden, dass der Versicherungsfall mit Eintritt der Sehbehinderung in der Kindheit bzw. Jugendzeit eingetreten sei. Damals habe die Betroffene jedoch Wohnsitz in der Türkei gehabt und sei in der Schweiz nicht versichert gewesen, weshalb diesbezüglich eine Leistungspflicht der schweizerischen Invalidenversicherung entfalle.