Citation: 6B_238/2013 E. 10.5.3

10.5.3. Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass mit dem Zigarettenschmuggel grosse Gewinne erzielt werden konnten. Dies sei sowohl den Beschuldigten als auch den italienischen kriminellen Organisationen bekannt gewesen. Das monetäre Motiv habe die Beschuldigten veranlasst, das Risiko der Verwirklichung des Tatbestands der Unterstützung von kriminellen Organisationen in Kauf zu nehmen (Beschwerde S. 64 f. Ziff. 3.3.2.1.3). Der Einwand ist unbegründet. Die Beschuldigten wollten mit dem nach schweizerischem Recht nicht strafbaren Verkauf von unversteuerten Zigaretten an italienische Zigarettenschmuggler hohe Einnahmen erzielen. Dieses finanzielle Motiv legt indessen nicht den Schluss nahe, sie hätten in Kauf genommen, dass auch kriminelle Organisationen vom Geschäft finanziell profitierten. Es ist nicht ersichtlich, welches Interesse die Beschuldigten daran gehabt haben könnten, dass kriminelle Organisationen auf den Zigaretten, welche von Montenegro nach Italien geschmuggelt wurden, eine Zwangsabgabe erhoben. Auch wenn sich die Beschuldigten des Risikos bewusst gewesen sein sollten, dass kriminelle Organisationen vom Geschäft finanziell profitieren könnten, ergibt sich daraus nicht, dass sie die Verwirklichung dieses Risikos in Kauf nahmen. Das Risiko, dass kriminelle Organisationen am Zigarettenschwarzhandel mitverdienen könnten, war nach dem damaligen Kenntnisstand, der sich unter anderem in der Presseberichterstattung und im Handeln der Behörden widerspiegelte, gering.