Citation: 6B_606/2015 E. 3.3.2

3.3.2. Die Bestimmung von Art. 147 Abs. 1 StGB erfasst namentlich Fälle, in welchen Unberechtigte durch Verwendung an sich "richtiger" Daten in die Datenverarbeitung eingreifen. Typischer Anwendungsfall ist die Benutzung einer Codekarte an einem Geldausgabeautomaten durch den Nichtberechtigten (vgl. BGE 129 IV 315 E. 2.2.1). In der Lehre wird in Bezug auf diese Tatvariante darauf hingewiesen, dass das unbefugte Handeln grundsätzlich kein Element des Betrugstatbestands darstellt und dass hierin eine gewisse Annäherung an die Eigentumsdelikte liegt ( NIKLAUS SCHMID, Computer- sowie Check- und Kreditkartenkriminalität, 1994, § 7/StGB 147 N 61; ANDREAS DONATSCH, Strafrecht III, 10. Aufl. 2013, S. 249; Trechsel/Crameri, Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 2. Aufl., 2013, Art. 147 N 6; Hurtado Pozo, Droit pénal, Partie spéciale, 2009, N 1240 f.). Es wird daher zum Teil verlangt, die unbefugte Verwendung müsse Täuschungselemente aufweisen ( SCHMID, a.a.O.). Darüber hinaus wird im Schrifttum zu Recht vorgebracht, es sei irrelevant, auf welche Art und Weise der Täter die betreffenden Daten erlangt habe ( DONATSCH, a.a.O.. S. 250; GERHARD FIOLKA, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, Art. 147 N 11). Nicht unter den Tatbestand fällt hingegen die blosse vertragswidrige Verwendung der Karte durch den berechtigten Inhaber; diese ist gegebenenfalls unter den Tatbestand der Veruntreuung oder der ungetreuen Geschäftsbesorgung zu subsumieren (Günter Stratenwerth et. al., Schweizerisches Strafrecht, Bes. Teil I, 7. Aufl., 2010, § 16 N 7; Donatsch, a.a.O., S. 250). Insofern ergeben sich keine Differenzen zu dem vom Beschwerdeführer angeführten kantonalen Entscheid (Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 17. April 2005, in: GVP-SG S. 141 Nr. 56).