Citation: 5A_935/2015 E. 3.5.3

3.5.3. Weiter rügt der Beschwerdeführer, dass die deutschen Bestimmungen "für Schweizer Verhältnisse in unerträglichem Widerspruch" stehen würden, und dass er nach der Scheidung für (blosse) vertragliche Verpflichtungen belangt werde könne. Der Beschwerdeführer ist von seiner Ehefrau (unstrittig) geschieden. Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss ausführt, eine vertragliche Verpflichtung über Kindesunterhalt sei zwingend vom deutschen Scheidungsgericht zu genehmigen, andernfalls sie gegen den schweizerischen Ordre public verstosse, geht er fehl. Er übergeht, dass längst nicht alle Staaten von einem Konzept der Einheit des Scheidungsurteils, wie es die Schweiz kennt, ausgehen (vgl. SCHWANDER, Anerkennung und Vollstreckbarerklärung ausländischer Scheidungsurteile, FamPra 2009 S. 849). Indes bestehen selbständige Regeln über die Anerkennung und Vollstreckbarerklärung von Unterhaltsentscheidungen ausländischer Gerichte, weshalb nicht erkennbar ist, dass Ordre public-widrig sein soll, wenn sich ein Unterhaltsschuldner trotz Scheidung zu einem in einer öffentlichen Urkunde aufgenommenen Unterhaltsbeitrag verpflichten kann, ohne dass der Beitrag Teil eines Scheidungsurteils ist. Die rechtsvergleichenden Ausführungen genügen nicht, um darzulegen, inwiefern das Ergebnis aus der vollstreckbaren öffentlichen Urkunde den Wertvorstellungen der schweizerischen Rechtsordnung krass widersprechen soll. Die Rüge, das Obergericht habe Art. 50 LugÜ/1988 verletzt, geht insoweit fehl.