Citation: I 358/04 02.11.2004 E. 4

4.1 Gestützt auf die unter Berücksichtigung sämtlicher medizinischer Unterlagen erhobenen spezialärztlichen Untersuchungsbefunde - abgeklärt wurden namentlich der internistische, der neurologische, der neuropsychologische und der psychiatrische Status - waren die MEDAS-Gutachter im Rahmen ihrer multidisziplinären Konsens-Konferenz vom 18. April 2002 zum Ergebnis gelangt, dass die Versicherte an einem Zustand nach Verkehrsunfall am 20. März 1995 mit/bei milder traumatischer Hirnverletzung, möglicher Distorsion der HWS, aktuell leichter kognitiver Leistungsminderung sowie intermittierend auftretenden, zervikogen getriggerten Spannungskopfschmerzen leide. Zur Arbeitsfähigkeit befragt gaben die Ärzte an, dass die Explorandin auf Grund der neuropsychologischen Defizite zwar nicht mehr in ihrem angestammten Beruf als Hauswirtschaftslehrerin arbeiten könne, ihr jedoch eine leidensangepasste kaufmännisch-administrative Tätigkeit im Ausmass von 60 % zumutbar sei. Dieser Beurteilung wird zu Recht von keiner Seite opponiert. 4.2 Zu prüfen sind ferner die erwerblichen Auswirkungen des festgestellten Gesundheitsschadens, wobei die Verhältnisse massgebend sind, wie sie sich im Zeitpunkt der vorliegend fraglichen revisionsrechtlichen Änderung des Invaliditätsgrades, d.h. im Jahr 2003, dargestellt haben. 4.2.1 Hinsichtlich des Einkommens, das die Beschwerdegegnerin ohne gesundheitliche Einschränkung zu erzielen vermöchte (Valideneinkommen), ist zu berücksichtigen, dass seit der Geburt des ersten Kindes im Mai 1976 keine entgeltliche ausserhäusliche Tätigkeit mehr aufgenommen worden ist. Entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Auffassung erscheint ein Wiedereinstieg in die angestammte Tätigkeit als Arbeits- und Hauswirtschaftslehrerin angesichts der beinahe dreissigjährigen Berufsabstinenz als wenig wahrscheinlich, zumal es den Beruf in der von der Versicherten erlernten Form heute wohl kaum mehr gibt. Daran vermag der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin ihre ehemals erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse in den Bereichen Handarbeit und Hauswirtschaft durch die Führung eines grossen Haushalts, die dabei gewonnene praktische Übung sowie die freiwillige Weitergabe ihres Wissens an Schülerinnen und Schüler im Schulhaus ihres als Lehrer und Rektor tätigen Ehemannes beibehalten hat, ebenso wenig etwas zu ändern, wie ihr grundsätzliches Weiterbildungsinteresse (Patent in Turnen und Schwimmen). Wie nachfolgend indes aufgezeigt wird (vgl. Erw. 4.2.2 in fine und 6), kann letztlich offen bleiben, ob der vom kantonalen Gericht gewählte Ansatz gemäss der Besoldungsordnung für Volksschullehrer im Kanton St. Gallen (Gesetz über die Besoldung der Volksschullehrer vom 30. November 1971 [sGS 213.51]), unter die auch Arbeits- und Hauswirtschaftslehrerinnen fallen, oder aber der von der IV-Stelle im Rahmen ihrer Verfügung vom 27. März 2003 - gestützt auf die Empfehlungen des Berufsberaters vom 9. Dezember 2002 - herangezogene schweizerische Durchschnittslohn gelernter und ungelernter Arbeitnehmerinnen im Jahr 2003 von Fr. 69'500.- zur Anwendung gelangt. In Bezug auf die lohnmässige kantonale Anfangseinstufung, welche die Vorinstanz, in Anrechnung von 13 Dienstjahren für die frühere Berufstätigkeit und die Kindererziehung in der Familie (zwei Jahre Kindererziehung entsprechen laut Art. 13 der Verordnung über das Dienstverhältnis der Volksschul-Lehrkräfte vom 23. Februar 1999 [sGS 213.14] einem anrechenbaren Dienstjahr), unter Zugrundelegung der Besoldungsstufe C1 vorgenommen hat, bleibt anzumerken, dass, wenn überhaupt, nicht die Besoldungszahlen für 2004 (Fr. 89'327.35 [mit 13. Monatsgehalt] gemäss Anhang des Regierungsbeschlusses über die Besoldungsansätze für die Volksschul-Lehrkräfte im Jahr 2004 vom 2. Dezember 2003 [sGS 213.513]), sondern diejenigen des Jahres 2003 zu berücksichtigen wären (Fr. 82'456.- für die Besoldungsstufe C1 nach dem IX. Nachtrag zum Gesetz über die Besoldung der Volksschullehrer vom 3. April 2003 [sGS 213.51]). Als Basis für das Valideneinkommen sicherlich nicht gerechtfertigt ist demgegenüber das im Einspracheentscheid vom 23. Juni 2003 für massgeblich erachtete Jahreseinkommen von Hilfsarbeiterinnen gemäss Anhang 2 der IVG-Ausgabe des BSV im Jahre 2001 in Höhe von Fr. 46'911.-. Wie namentlich der IV-Berufsberater in seinem Bericht vom 9. Dezember 2002 überzeugend dargelegt hat, wäre die Beschwerdegegnerin im Gesundheitsfall wahrscheinlich in einem ihrem erlernten Beruf verwandten, neigungskonformen Bereich tätig bzw. hätte einen entsprechenden, ihrer Berufsqualifikation nahe kommenden Wiedereinstieg gesucht und sich zusätzlich qualifiziert. Es erscheint dagegen wenig glaubwürdig, dass die Versicherte sich - wie im Einspracheentscheid angedeutet - im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Kräfte mit einer einfachen Hilfsarbeiterinnenstelle begnügt hätte. 4.2.2 Zur Bestimmung des trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist, da die Beschwerdegegnerin keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) beizuziehen (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1 mit Hinweisen). Der Versicherten stehen verschiedene Hilfsarbeiterstellen offen (vgl. die exemplarische Aufstellung möglicher Beschäftigungen im Bericht des IV-Berufsberaters vom 9. Dezember 2002), weshalb der Zentralwert und nicht eine branchenspezifische Zahl relevant ist. Gemäss Tabelle TA1 der LSE 2002 beträgt dieser für im privaten Sektor einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) verrichtende Frauen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden Fr. 3820. - monatlich oder Fr. 45'840.- jährlich. In Nachachtung der 2002/2003 eingetretenen Nominallohnentwicklung auf Gehältern von Arbeitnehmerinnen von 1,6 % (Die Volkswirtschaft, 10/2004, S. 91, Tabelle B10.3) ergibt sich daraus - aufgerechnet auf die im Jahre 2002 durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 90, Tabelle B9.2, Total [die Angaben für 2003 sind noch nicht erhältlich]) - ein Einkommen von Fr. 48'552.81 bzw. in Anbetracht eines 50 %igen Arbeitspensums (vgl. Erw. 3.2.2 in fine hievor) von Fr. 24'276.40. Dieser Betrag ist entgegen der im angefochtenen Entscheid vertretenen Betrachtungsweise nicht um den maximal zulässigen Abzug von 25 % zu kürzen (BGE 126 V 78 ff.; AHI 2002 S. 67 ff. Erw. 4), fällt vorliegend doch einzig lohnmindernd ins Gewicht, dass die Beschwerdegegnerin gemäss ärztlicher Einschätzung auch in einer leidensangepassten kaufmännisch-administrativen Tätigkeit zufolge ihrer neuropsychologischen Defizite namentlich Stresssituationen und Parallelbeanspruchungen zu meiden hat und sich möglichst selbstständig organisieren können muss. Vor dem Hintergrund, dass sich insbesondere das Kriterium der Teilzeitbeschäftigung bei Frauen sogar eher lohnerhöhend auswirkt (vgl. LSE 2002, S. 28, Tabelle T8*), trägt ein Abzug von insgesamt 10 % den konkreten Verhältnissen vollumfänglich Rechnung. Das Invalideneinkommen beläuft sich demnach auf Fr. 21'848.76. Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resultiert, wobei für das Valideneinkommen ebenfalls von einem 50 %-Pensum auszugehen ist (vgl. Erw. 3.2.2 in fine hievor), ein Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von - ungewichtet - 47 % ([Fr. 82'456.- : 2]/Fr. 21'848.76) bzw. 37,12 % ([Fr. 69'500.- :2]/ Fr. 21'848.76).