Citation: 8C_322/2021 E. 6.3.6

6.3.6. Mit Stellungnahme vom 1. August 2020 äusserte sich der beratende Dr. med. F.________ vorab detailliert zu verschiedenen Kriterien, welche eine schlüssige Aussage über die erlittene Verletzung erlauben würden, unter anderem zur Disposition des 65-jährigen Beschwerdeführers, zu Vorschädigungen, zum Schadensmechanismus, zum morphologischen und funktionellen Schadensbild, zur Bildgebung sowie zum Operationssitus. Bilanzierend gelangte Dr. med. F.________ zum Schluss, dass sämtliche Indizien für eine chronische, vorbestehende, degenerativ entstandene Schädigung der Rotatorenmanschette rechts Grad III b nach Patte mit chronischer Retraktion vor allem der Supraspinatussehne sprechen würden. Es liessen sich keine Zeichen einer frischen Zusatzverletzung durch das Ereignis vom 28. Juni 2019 nachweisen. Mit stark überwiegender Wahrscheinlichkeit handle es sich somit um eine Krankheitsmanifestation, welche durch eine physiologisch zu wertende Kraftanstrengung während der Zugbelastung beim Anlassen des Schiffsmotors ausgelöst worden sei. Die Symptomatik könne nur verstanden werden, indem von einer vorbestehenden erheblichen Schädigung der Rotatorenmanschette ausgegangen werde, die dem Humeruskopf eine craniale Subluxation in die Hochstandposition subacromial erlaubt habe. Der Kopf sei durch das Sehnenmanschettenloch durchgerutscht, woran er mangels eines funktionell suffizienten Sehnengewebes nicht gehindert worden sei. Diese Gelenkkrise habe schmerzbedingt in den ersten Tagen das Bild einer Pseudoparese vorgetäuscht. Durch die Schmerzmitteleinnahme sei es funktionell aber sehr rasch zu einer Besserung gekommen. Die Diagnose einer Massenruptur der Rotatorenmanschette mit Pseudoparese sei nicht zutreffend.