Citation: I 385/06 26.09.2006 E. 7.2.2

7.2.2.1 Als Einkommen, das die versicherte Person trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen zumutbarerweise noch zu realisieren vermag (Invalideneinkommen), ist zu berücksichtigen, was durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Marktlage erzielt werden könnte (vgl. dazu BGE 130 V 348 f. Erw. 3.4 mit Hinweisen). Der von einer invaliden versicherten Person tatsächlich erzielte Verdienst bildet, für sich alleine betrachtet, grundsätzlich kein genügendes Kriterium für die Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit und damit des Invaliditätsgrades. Das Mass der tatsächlichen Erwerbseinbusse stimmt mit dem Umfang der Invalidität vielmehr nur dann überein, wenn - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch erübrigen, wenn die versicherte Person eine Tätigkeit ausübt, bei der anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und wenn das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1, 126 V 76 Erw. 3b/aa, 117 V 18 f., je mit Hinweisen; Urteil G. vom 2. Mai 2006, I 230/05, Erw. 2.3 mit Hinweisen). 7.2.2.2 Ob der als Pfarreisekretärin erzielte Verdienst Soziallohncharakter aufweist, lässt sich nicht schlüssig beantworten. Immerhin hat es die Arbeitgeberin unterlassen, einen solchen im Formularbericht vom 22. Dezember 2003 ausdrücklich zu verneinen. Des Weitern ist zu beachten, dass Dr. med. K.________ eine Arbeitsfähigkeit von 35 % als kaufmännische Angestellte in seinem Bericht vom 22. November 2004 zwar als grundsätzlich zumutbar einschätzte, eine Steigerung des Pensums im bestehenden Anstellungsverhältnis gemäss Angaben vom 8. Dezember 2004 jedoch ausdrücklich ausschloss und auf Angstgefühle der Versicherten im Hinblick auf einen möglichen Stellenverlust hinwies. Demgegenüber erachtete der RAD in seiner Stellungnahme vom 4. Mai 2005 lediglich eine erwerbliche Beschäftigung von zehn Stunden wöchentlich als zumutbar und auch die Versicherte selber führt aus, ihren derzeitigen Beschäftigungsgrad nur unter grossen privaten Opfern (Verzicht auf Ferientage sowie Freizeit etc.) und Medikamenteneinnahme aufrecht erhalten zu können. Angesichts dieser Gegebenheiten erscheinen die zuvor genannten, für die Ermittlung des Invalideneinkommens anhand des tatsächlich erzielten Verdienstes erforderlichen Kriterien nicht als ohne weiteres erfüllt. Es sind deshalb rechtsprechungsgemäss Tabellenlöhne beizuziehen (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1 mit Hinweisen). Wie in Erw. 7.2.1.2 hievor ausgeführt, beträgt dieser für Frauen, welche über Berufs- und Fachkenntnisse verfügen (Anforderungsniveau 3), Fr. 5'660.75 bzw. - bei einem Pensum von 35 % - Fr. 1'981.25 monatlich oder Fr. 23'775.- jährlich. Die Annahme eines höheren Leistungsprofils erscheint auf Grund der gesundheitlichen Situation nicht realistisch. Dem Umstand, dass infolge der krankheitsbedingten Beeinträchtigungen zumindest fraglich ist, ob die Versicherte das ihr attestierte Leistungsvermögen von 35 % auch in diesem Tätigkeitsfeld dauerhaft und uneingeschränkt zu erbringen vermag, und sich das Kriterium der in diesem Umfang ausgeübten Teilzeitbeschäftigung ebenfalls eher lohnmindernd auswirken dürfte (vgl. LSE 2002, S. 28, Tabelle T8*), trägt alsdann ein Abzug vom statistischen Ansatz von insgesamt 10 % angemessen Rechnung (vgl. dazu BGE 126 V 78 ff. Erw. 5 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 62 ff. [Urteil D. vom 27. November 2001, I 82/01]). Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 1'783.15 bzw. Fr. 21'397.80. 7.2.3 Die Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 43'261.20) und Invalideneinkommen (Fr. 21'397.80) ergibt eine Erwerbsunfähigkeit für das Jahr 2002 von 50,54 %. Es sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass sich die Vergleichseinkommen bis zum Einspracheentscheid vom 8. Juli 2005 massgeblich verändert haben, weshalb sich die Vornahme weiterer Einkommensvergleiche erübrigt. 7.3 Die gesundheitsbedingte Behinderung im Haushalt wurde gemäss Abklärungsbericht Haushalt vom 28. Oktober 2004 unbestrittenermassen auf 30 % veranschlagt (vgl. Erw. 5.2 hievor). Unter Gewichtung der beiden Aufgabenbereiche resultiert ein Invaliditätsgrad von 42 % ([0,58 x 50,54 %] + [0,42 x 30 %]; zu den Rundungsregeln: vgl. BGE 130 V 121), welcher Anspruch auf eine Viertelsrente bzw. - bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen - bis jedenfalls 31. Dezember 2003 auf eine halbe Härtefallrente (Art. 28 Abs. 1bis IVG in Verbindung mit Art. 28bis IVV, je in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2003) gibt. Ob die Härtefallrente auch über Ende Dezember 2003 hinaus auszurichten ist, wird die Verwaltung unter Beachtung von lit. d der Schlussbestimmungen zur 4. IV-Revision zu prüfen haben (vgl. Urteil F. vom 29. Juli 2005, I 184/05).