Citation: I 717/05 16.08.2006 E. 3.3

3.3.1 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustands und der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit seit November 2001 hat sich die Verwaltung auf die Einholung des knapp gehaltenen Berichts des Hausarztes Dr. med. E.________, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 7. Mai 2004 beschränkt, welcher seiner Stellungnahme einen Bericht des Spitals Z.________ vom 19. Februar 2003 über die gesundheitliche Entwicklung nach (am 18. Dezember 2002) erlittener Trimalleolar-Luxationsfraktur, Querfraktur des Malleolus medialis und Volkmann-Fraktur an der Tibia-Hinterkante rechts (mit anschliessender Schrauben und Platten-Osteosynthese) beilegte. Während aus letzterem Spitalbericht nichts Näheres über den Gesundheitszustand insgesamt und die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Pflegeassistentin sowie in anderweitigen, leidensangepasste(re)n Tätigkeiten zu erfahren ist, spricht Dr. med. E.________ ohne weitere Begründung - namentlich auch ohne sich zu den (gemäss Verlaufsprotokoll der IV-Berufsberatung) bereits vor der Verfügung vom 21. November 2001 festgestellten, damals (noch) nicht als invalidisierend eingestuften psychischen Problemen zu äussern - von einem stationären Gesundheitszustand; seit Jahren bestehe eine nicht steigerbare 50%ige Arbeitsfähigkeit als "Kassiererin"; andere, körperlich leichte Arbeiten einfacher Art seien vier bis fünf Stunden pro Tag zumutbar, wobei in diesem zeitlichen Rahmen "je nach Tätigkeit und Aufgabe" von einer verminderten Leistungsfähigkeit auszugehen sei. Ohne Angaben zur aktuellen Leistungsfähigkeit in der gelernten Tätigkeit als Pflegeassistentin zu machen, hält der Arzt berufliche Massnahmen für angezeigt. Der erwähnte Bericht des Hausarztes vermittelt damit allein kein vollständiges, nachvollziehbar und einleuchtend begründetes Bild der seit 2001 eingetretenen gesundheitlichen Entwicklung und ihren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit; diesbezüglich verschafft im Übrigen auch das im Rahmen des Einspracheverfahrens ins Recht gelegte ärztliche Zeugnis des Dr. med. E.________ vom 26. August 2004 keine Klarheit. Indem sich die Verwaltung bei der materiellen Prüfung des Leistungsgesuchs im Jahre 2004 allein auf die dargelegte, äusserst dürftige Aktenlage stützte, hat sie die ihr obliegende Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung verletzt. Dies gilt umso mehr, als die IV-Berufsberaterin am 26. Oktober 2001 im Verlaufsprotokoll ausdrücklich festgehalten hatte, bei einer allfälligen späteren Neuanmeldung müsste ihres Erachtens die Frage geklärt werden, ob im Falle der Versicherten nicht eine multidisziplinäre medizinische Begutachtung angezeigt wäre. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann auch das Vorliegen eines Revisionsgrundes nicht schon damit verneint werden, dass schon Dr. med. S.________ in seinem Arztbericht vom 21. Februar 2001 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert habe, denn die rentenablehnende Verfügung vom 21. November 2001 hat gerade nicht darauf abgestellt, sondern ein Vollpensum angenommen. 3.3.2 Hinsichtlich der konkret vorgenommenen Invaliditätsbemessung (vgl. Art. 16 ATSG; vgl. Art. 28 Abs. 2 in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung) bleibt festzuhalten, dass die Verwaltung das trotz Gesundheitsschadens erzielbare Einkommen (Invalideneinkommen) zu Unrecht ohne weiteres mit dem im Jahre 2003 tatsächlich erzielten Verdienst als Kassiererin gleichgesetzt hat (Fr. 37'104.-), welcher im Rahmen eines rund 77 %-Pensums erzielt wurde (6.3 Stunden/Tag bei durchschnittlicher Arbeitszeit im Betrieb von 8.2 Stunden/Tag). Hierüber werden die gebotenen weiteren Abklärungen Aufschluss geben müssen. Schliesslich durfte die Verwaltung das ohne Gesundheitsschaden hypothetisch erzielbare Einkommen (Valideneinkommen) der als Pflegeassistentin ausgebildeten Beschwerdegegnerin (mit potentiell noch eine langer Aktivitätsdauer) nicht ausgehend vom Verdienst einer vollzeitlich angestellten Kassiererin bei Firma X.________ festsetzen (2004: Fr. 43'628.-; Arbeitgeberbericht vom 22. April 2004), welcher unter dem Durchschnittslohn liegt, den Hilfskräfte in medizinischen, pflegerischen und sozialen Tätigkeiten erzielen (vgl. Bundesamt für Statistik (Hrsg.), Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2004, TA1/Kat. 85/Anforderungsniveau 4/Frauen; vgl. auch TA7/Kat. 33/ Anforderungsniveau 4/Frauen), aber auch geringer ist als das Einkommen, das die Versicherte im Jahre 2000 als vollzeitlich angestellte Pflegeassistentin im Altersheim Y.________ effektiv erzielt hatte (Arbeitgeberbericht vom 5. Februar 2001). Vielmehr ist das Valideneinkommen im Rahmen des allgemeinen Einkommensvergleichs nach Art. 16 ATSG nach der hypothetischen Lohnentwicklung im angestammten pflegerischen Tätigkeitsbereich festzusetzen, nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz allerdings nur dann, wenn die bloss über eine Ausbildung zur Pflegeassistentin verfügende Versicherte nicht invaliditätsbedingt daran gehindert wurde, sich zureichende berufliche Kenntnisse im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV zu erwerben. Als Erwerb von zureichenden beruflichen Kenntnissen gilt im Allgemeinen die abgeschlossene Berufsausbildung; dazu gehören nach der Rechtsprechung auch Anlehren, sofern sie auf einem besonders der Invalidität angepassten Bildungsweg ungefähr die gleichen Kenntnisse vermitteln wie eine eigentliche Lehre oder ordentliche Ausbildung und der versicherten Person praktisch die gleichen Verdienstmöglichkeiten eröffnen (Rz 3037 KSIH; Erw. 3b des in AHI 2000 S. 181 auszugsweise publizierten Urteils S. vom 22. März 2000, I 105/99; ZAK 1974 S. 548). Wie es sich damit im Falle der Beschwerdegegnerin verhält, ist aufgrund er verfügbaren Akten nicht abschliessend zu beantworten und daher im Sinne der vorinstanzlichen Erwägungen, worauf verwiesen wird, weiter abzuklären. 3.4 Nach dem Gesagten lässt sich das Vorliegen eines Revisionsgrundes medizinischer oder erwerblicher Art aufgrund der verfügbaren Akten nicht abschliessend beurteilen, womit der vorinstanzliche Rückweisungsentscheid im Ergebnis zu bestätigen ist.