Citation: U 366/05 10.04.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer macht zunächst gestützt auf das Gutachten der Frau Dr. phil. O.________ und des Dipl.-Psych. S.________, Neuropsychologisches Ambulatorium, vom 11. Februar 2005 geltend, seit dem Unfall unter neuropsychologischen Defiziten zu leiden, die zu einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % bis 40 % und einer - bis anhin nicht berücksichtigten - Integritätseinbusse von 35 % führten. 2.1 Die Vorinstanz hat dazu unter Hinweis auf BGE 119 V 340 ff. Erw. 2b/aa und bb zutreffend ausgeführt, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen der von den Gutachtern festgestellten leichten bis mittelschweren kognitiven Funktionsstörung und dem erlittenen Unfall nicht überwiegend wahrscheinlich ist, zumal die Gutachter diese spezifische Frage nicht erörtert haben und in den echtzeitlichen Arztberichten keine entsprechende Verletzung erwähnt wird. Zudem fällt auf, dass der Beschwerdeführer bis zum Einspracheverfahren nie über Kopfschmerzen oder andere für solche Verletzungen typische Beschwerden geklagt hat. Selbst wenn jedoch die natürliche Kausalität zu bejahen wäre, würde es an der Adäquanz fehlen. 2.2 Der Versicherte hielt sein Auto am 10. März 2002 nachts auf einer unbeleuchteten Ausserortsstrecke an und überquerte die Fahrbahn zu Fuss. Dabei wurde er von einem entgegenkommenden Fahrzeug angefahren. Dieses Ereignis ist als schwererer Unfall im mittleren Bereich zu qualifizieren (vgl. in BGE 129 V 323 nicht publizierte Erw. 3.3.2 des Urteils F. vom 25. Februar 2003 [U 161/01] und dort zitierte Urteile). Die adäquate Kausalität der geklagten Beschwerden zum Unfall kann daher nur dann bejaht werden, wenn ein einzelnes der in diesen Fällen erforderlichen einschlägigen Beurteilungskriterien in besonders ausgeprägter Form vorliegt oder diese in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 382 ff. Erw. 4b und c). Dramatische Begleitumstände lagen nicht vor, ebenso wenig eine besondere Eindrücklichkeit. Den erlittenen Verletzungen kann eine gewisse Schwere nicht abgesprochen werden. Es handelt sich dabei insbesondere um eine instabile Beckenringfraktur und eine Olecranontrümmerfraktur rechts, welche eine Hospitalisation von fast drei Monaten mit anschliessender Rehabilitation sowie insgesamt vier Operationen erforderlich machten; des Weiteren traten eine Blasenruptur und im späteren Verlauf eine traumatisch bedingte errektile Dysfunktionsstörung auf. Erst ein Jahr nach dem Unfall attestierte SUVA-Kreisarzt Dr. med. W.________ dem Versicherten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, wobei diese zufolge Verlust der vormaligen Stelle als Lagerist nie realisiert wurde. Die ärztliche Abschlussuntersuchung durch Dr. med. Weber fand am 13. Juni 2003, also rund fünfzehn Monate nach dem Unfall statt. Zu jenem Zeitpunkt verblieb eine Sensibilitätsstörung am rechten Fuss, eine leichte Belastungsintoleranz des rechten Beins bei diskreter peronäalbetonter Ischiadicusparese sowie ein leichtes Streck- und mässiges Beugedefizit im rechten Ellbogen. Insgesamt kann damit von erheblichen Verletzungen gesprochen werden, die auch eine entsprechende Heilungsdauer in Anspruch nahmen. Besonders schwerwiegend und erst nach ungewöhnlich langer Zeit verheilt waren sie indessen nicht; ebenso wenig war der Heilungsverlauf besonders schwierig oder traten erhebliche Komplikationen auf. Die in Betracht zu ziehenden Beurteilungskriterien sind damit weder in besonders auffälliger noch in gehäufter Weise erfüllt, weshalb die adäquate Kausalität zu verneinen ist. Damit besteht kein Anspruch auf eine höhere Invalidenrente oder Integritätsentschädigung wegen unfallbedingten neuropsychologischen Defiziten.