Citation: 6B_280/2018 E. 3.5

3.5. Der Beschwerdeführer war der Sicherheitsverantwortliche seiner Firma (Urteil S. 23). Er hatte unbestreitbar eine Garantenstellung inne (Urteil S. 22). Er musste die nach den Umständen gebotenen Sicherheitsvorkehren anordnen und sich vergewissern, dass diese tatsächlich ausgeführt und eingehalten werden. Die Vorinstanz verweist zunächst auf die zentrale arbeitsrechtliche Norm von Art. 328 Abs. 2 OR zum Schutz der Persönlichkeit des Arbeitnehmers im Allgemeinen: "Er [der Arbeitgeber] hat zum Schutz von Leben, Gesundheit und persönlicher Integrität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen des Betriebes oder Haushaltes angemessen sind, soweit es mit Rücksicht auf das einzelne Arbeitsverhältnis und die Natur der Arbeitsleistung ihm billigerweise zugemutet werden kann." Die Vorinstanz verweist sodann u.a. auf die Verordnung vom 19. Dezember 1983 über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (Verordnung über die Unfallverhütung [VUV; SR 832.30]). Gemäss Art. 17 VUV sind Dächer, die aus betrieblichen Gründen oft betreten werden müssen, so zu gestalten, dass sie von Arbeitern sicher begangen werden können (Abs. 1); bevor andere Dächer betreten werden, sind Massnahmen zu treffen, die den Absturz von Arbeitnehmern verhindern (Abs. 2). Sie verweist weiter auf die Verordnung vom 29. Juni 2005 über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (Bauarbeitenverordnung [BauAV; SR 832.311.141]). Diese Verordnung legt legt nach ihrem Zweckartikel fest, welche Massnahmen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten getroffen werden müssen. Gemäss Art. 8 Abs. 1 BauAV müssen die Arbeitsplätze sicher und über sichere Verkehrswege zu erreichen sein. Gemäss Art. 8 Abs. 2 BauAV gehören zur Gewährleistung der Sicherheit der Arbeitsplätze und Verkehrswege insbesondere die folgenden Massnahmen gemäss lit. a-h: u.a. sind Absturzsicherungen im Sinne der Artikel 15-19 anzubringen (lit. a), bei nicht durchbruchsicheren Flächen, Bauteilen und Abdeckungen sind Abschrankungen anzubringen oder andere Massnahmen zu treffen, damit sie nicht versehentlich begangen werden; nötigenfalls sind sie mit tragfähigen Abdeckungen oder Laufstegen zu überbrücken (lit. b), beschränkt durchbruchsichere Flächen sind als solche zu kennzeichnen (lit. c). Gemäss Art. 33 BauAV ist vor Beginn der Arbeiten abzuklären, ob die Dachflächen durchbruchsicher sind; kann dieses nicht nachgewiesen werden, müssen die entsprechende Massnahmen nach Artikel 35 getroffen werden. Nach Art. 35 Abs. 1 BauAV ist das Arbeiten auf nicht durchbruchsicheren Dachflächen nur von Laufstegen aus gestattet, und soweit dies nicht nicht möglich oder unverhältnismässig ist, sind ab einer Absturzhöhe von 3 m Auffangnetze oder Fanggerüste zu montieren. Sind Arbeiten in der Nähe von nicht durchbruchsicheren Dachflächen auszuführen, so sind diese gegenüber den Arbeitsbereichen abzuschranken oder durchbruchsicher abzudecken (Art. 35 Abs. 2 BauAV).