Citation: 6B_409/2015 E. 1.1

1.1. In tatsächlicher Hinsicht ist aufgrund des Gutachtens der Arbeitsgruppe Unfalltechnik Zürich (AGU Zürich) vom 11. Februar 2014 von Folgendem auszugehen. Der Personenwagen der Beschwerdeführerin erfasste das Opfer auf dem Fussgängerstreifen, als es 0,9 bis 2,0 Meter vom rechten Strassenrand entfernt war. Die Geschwindigkeit des Fahrzeugs betrug im Zeitpunkt der Kollision zwischen 40 und 55 km/h. Das Fahrzeug wurde vor der Kollision nicht gebremst. Das Opfer betrat den Fussgängerstreifen 0,8 bis 1,8 Sekunden vor der Kollision. 0,8 Sekunden vor der Kollision war der Wagen der Beschwerdeführerin bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h rund 9,1 Meter vom Kollisionspunkt entfernt. Ausgehend von diesen Daten kommt der Gutachter zum Schluss, die Kollision hätte nur dann vermieden werden können, wenn die Beschwerdeführerin im Moment, als das Opfer den Fussgängerstreifen betrat, mit einer Geschwindigkeit von höchstens 21,5 km/h gefahren wäre.