Citation: 6B_516/2009 03.11.2009 E. 3

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, die Tatbestände der fahrlässigen schweren Körperverletzung (Art. 125 Abs. 2 StGB) und der Gefährdung durch fahrlässige Verletzung der Regeln der Baukunde (Art. 229 Abs. 2 StGB) durch pflichtwidriges Unterlassen erfüllt zu haben. 3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, es fehle an einer Garantenstellung. Entgegen den Ausführungen im angefochtenen Urteil fänden namentlich die Bestimmungen des Unfallversicherungsgesetzes und der Bauarbeitenverordnung ausschliesslich auf Personen Anwendung, welche durch einen Arbeitsvertrag verbunden seien. Der Beschwerdegegner aber sei nicht bei der B.________AG, sondern bei der H.________AG angestellt gewesen. Des Weiteren könne ihm keine Sorgfaltspflichtverletzung angelastet werden. Gestützt auf die im MAG vereinbarte Aufgabenteilung seien die konkreten Sicherheitsmassnahmen während der Ausschalungsarbeiten an die Subunternehmerin, das heisst an die E.________AG, delegiert worden. Als Bauleiter sei er einzig für das Grundsicherheitsdispositiv zuständig und nicht gehalten gewesen, den spezialisierten Subunternehmer zu überwachen. Für nicht mit ihm geplante ad-hoc-Arbeitsgänge könne er keine Verantwortung tragen. Zudem habe er weder voraussehen können, dass sich der Beschwerdegegner auf dem Podest aufhalte und sich hierdurch selbst gefährde, noch dass die E.________AG am Unfalltag nur zwei statt wie üblich drei Mitarbeiter einsetze. Ferner hätte das Absperren des Podests mittels Trassierband den Unfall ohnehin nicht verhindert, da solche Abschrankungen erfahrungsgemäss keine Warnfunktion entfalteten und schlicht missachtet würden. Es fehle damit jedenfalls an der Relevanz einer allfälligen Sorgfaltspflichtverletzung für den Erfolgseintritt (Beschwerde S. 16 - 36). 3.2 Die Vorinstanz erwägt, aus dem zwischen der B.________AG als Bauherrin und der E.________AG als Subunternehmerin abgeschlossenen MAG, welcher integrierender Bestandteil des Werkvertrags gebildet habe, ergebe sich, dass die beiden Unternehmen gemeinsam für die Sicherheit der beim Bau beschäftigten Personen verantwortlich gewesen seien. Den Beschwerdeführer habe die Verantwortung für die räumliche Sicherung des Vertikalbereichs der Kranarbeiten getroffen (vgl. angefochtenes Urteil S. 15 f. mit Verweis auf die erstinstanzliche Urteilsbegründung), und durch das Absperren des Podests wäre der voraussehbare Unfall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vermieden worden (vgl. angefochtenes Urteil S. 33).