Citation: 2C_658/2023 E. 4.1.2

4.1.2. Der rechtmässige Aufenthalt der Beschwerdeführerin 1 von über zehn Jahren (seit 2012) spricht für einen Eingriff in ihr Privatleben. Allerdings ist angesichts der erheblichen und andauernden Sozialhilfeabhängigkeit (vgl. E. 3.3) zweifelhaft, ob sie dafür ausreichend integriert ist. Die Frage, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung in das Privatleben der Beschwerdeführerin 1 eingreift, kann aber offen bleiben, wenn sich erweist, dass der Eingriff nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK gerechtfertigt ist (vgl. Urteile 2C_360/2023 vom 21. Mai 2024 E. 6.2; 2C_118/2023 vom 20. Februar 2024 E. 5.1). Die Beschwerdeführerin 2 lebt seit ihrer Geburt im Jahr 2013 in der Schweiz und verfügt über eine Niederlassungsbewilligung. Auch ihr besuchsberechtigter Vater, zu welchem eine tatsächlich gelebte Beziehung besteht, ist in der Schweiz niedergelassen. Ihr ist es demnach mit Blick auf ihren Anspruch auf Schutz des Privat- und Familienlebens nicht ohne Weiteres zumutbar, mit der Beschwerdeführerin 1, deren ausländerrechtliches Schicksal sie grundsätzlich teilt (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4), in die Türkei zu ziehen. Folglich hat eine sorgfältige Abwägung der individuellen Interessen an der Erteilung bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts der Beschwerdeführerin 1 und der öffentlichen Interessen an dessen Verweigerung stattzufinden (Art. 8 Ziff. 2 EMRK; vgl. BGE 144 I 91 E. 4.2; 143 I 21 E. 5.1; 142 II 35 E. 6.1).