Citation: 6B_637/2023 E. 1.3.2

1.3.2. Die Vorinstanz kommt nachvollziehbar zum Schluss, dass der Beschwerdeführer trotz der Dämmerung und der Alkoholisierung um die Patrone im Magazin gewusst und die Manipulationen am Gewehr - das Befördern der Patrone in den Lauf sowie das Entsichern - bewusst vorgenommen haben muss. Dies gilt unbesehen der konkreten Reihenfolge besagter Handlungen, hinsichtlich welcher der Beschwerdeführer verschiedene Angaben gemacht haben mag. Gleichfalls schlüssig sind die Erwägungen der Vorinstanz zum bewussten Zielen auf die Menschenmenge und zum Betätigen des Abzugs. Die gegenteiligen Beteuerungen des Beschwerdeführers belegen keine Willkür. Entgegen seiner Auffassung beurteilt die Vorinstanz etwa sein Vorbringen, er habe während der ganzen Zeit nicht gesehen, dass sich im Magazin - nota bene zu oberst - eine Patrone befand, nachvollziehbar als Schutzbehauptung. Die vorinstanzliche Würdigung ist selbst dann nicht unhaltbar, mithin nicht willkürlich, wenn davon ausgegangen würde, dass das Einführen des Magazins für einen geübten Schützen ohne genaues Hinsehen möglich ist. Gerade ein geübter Schütze kennt die sichere Handhabung von Waffen und weiss, dass stets als erstes zu kontrollieren ist, ob diese geladen sind. Abgesehen davon ist die Patrone auch beim Durchladen des Gewehrs zu erkennen. Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, das Hervorholen der Waffe habe vor allem als Akt der Selbstberuhigung in Zeiten schwerer psychischer Belastung gedient, ist ihm entgegenzuhalten, dass er diese Selbstberuhigung leicht im Rahmen eines legalen Schiesstrainings hätte praktizieren können. Hingegen ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das gesamte hier zu beurteilende Verhalten nicht bloss unter der Prämisse reiner Selbstberuhigung beurteilt. Sie hält dem Beschwerdeführer sehr wohl zugute, dass die Tat spontan als Kurzschlusshandlung unter psychischer Belastung geschah (oben E. 1.2.2). Was er darüber hinaus aus der Tatsache ableiten will, dass er sich aufgrund des persistierenden Lärms zutiefst empört und machtlos gefühlt habe, ist unerfindlich. Nicht zu beanstanden ist ferner, wenn die Vorinstanz erwägt, das Hervorholen der Waffe und Platzieren auf dem Balkon könne nach der Vorstellung des Beschwerdeführers nicht lediglich der Einschüchterung gedient haben. Es ist unbestritten, dass er sich den Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht zu erkennen gab, sodass sie die Bedrohung nicht wahrnehmen konnten. Unter diesen Umständen erscheint es abwegig anzunehmen, sie hätten das Gewehr auf dem Balkon sehen sollen. Der Beschwerdeführer behauptet nicht, dass dies für ihn erkennbar der Fall gewesen wäre. Die Vorinstanz verletzt weder seinen Anspruch auf rechtliches Gehör noch verfällt sie in Willkür, wenn sie die Aussage seiner damaligen Freundin, der Beschwerdeführer habe schon geäussert, "mal [auf die wiederholt lärmenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen] zu schiessen", als glaubhaft beurteilt. Ohnehin misst die Vorinstanz dieser Tatsache kaum relevante Bedeutung für die konkrete Tat bei. Sie hält ferner für nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer zum Stressabbau das "Klick"-Geräusch des Abzugs hören wollte. Indes ist ihr zuzustimmen, dass hierfür das Einlegen des Magazins nicht erforderlich war. Der Beschwerdeführer irrt, wenn er vorbringt, das "Klick"-Geräusch könne nach Durchführung einer Ladebewegung auch mit eingesetztem Magazin erzeugt werden. Dies trifft zwar zu, aber gerade nur, wenn sich im Magazin eine Patrone befindet. Bei eingesetztem leerem Magazin wäre das Durchladen hingegen nicht möglich gewesen. Auch vor diesem Hintergrund muss der Beschwerdeführer gewusst haben, dass sich nach dem Durchladen der Waffe eine Patrone im Lauf befand. Das Bundesgericht prüft diese Frage nur auf Willkür hin.