Citation: C 164/02 25.02.2003 E. 3

3.1 Die Bezügerabrechnungen über den Taggeldanspruch des Beschwerdeführers vom 27. Juni 2001 sind nicht als Verfügungen bezeichnet und enthalten keine Rechtsmittelbelehrung. Wie die Vorinstanz indessen richtig festgestellt hat, kommt nach ständiger Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts einer Bezügerabrechnung trotz des Fehlens formeller Verfügungsmerkmale materiell Verfügungscharakter zu, weil sie eine behördliche Anordnung darstellt, durch welche die dem Versicherten zustehenden Arbeitslosentaggelder verbindlich festgelegt werden (BGE 111 V 252 Erw. 1b). Eine rechtssuchende Person braucht eine faktische Verfügung nicht innert der für formelle Verfügungen geltenden Rechtsmittelfrist zu beanstanden. Eine mit dem Ablauf der Beschwerdefrist bei formellen Verfügungen eintretende vergleichbare Rechtsbeständigkeit kann als erreicht gelten, wenn anzunehmen ist, ein Versicherter habe sich mit einer getroffenen Regelung abgefunden. Dies ist nach der Rechtsprechung dann der Fall, wenn er sich nicht innert einer (nach den Umständen) angemessenen Überlegungs- und Prüfungsfrist dagegen verwahrt (BGE 126 V 24 Erw. 4b, 122 V 369 Erw. 3; vgl. auch noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlichtes Urteil D. vom 2. Oktober 2002, C 205/00). 3.2 Die Vorinstanz geht davon aus, dass die Bezügerabrechnungen dem Beschwerdeführer spätestens am 2. Juli 2001 zugestellt wurden und dass die gesetzliche Rechtsmittelfrist - unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes über die Sommerferien - am 4. September 2001 abgelaufen ist. Sie argumentiert, dass er um die dreissigtägige Rechtsmittelfrist wusste oder mindestens hätte wissen müssen - weil er bereits in einem früheren Urteil darüber orientiert worden sei, dass Bezügerabrechnungen anfechtbare Verfügungen seien - und folgert, die Eingabe des Beschwerdeführers vom 11. Oktober 2001 sei zu spät erfolgt. 3.3 In dem von der Vorinstanz angesprochenen Entscheid vom 18. August 2000 hatte diese in Erwägung 1b Ausführungen über den Verfügungscharakter von Entschädigungsabrechnungen gemacht und wörtlich ausgeführt: "Im Übrigen kann der Versicherte von der Kasse jederzeit eine formelle und damit anfechtbare Verfügung verlangen. Die Eingabe des Beschwerdeführers ist somit als Beschwerde gegen die Abrechnung vom 21. Januar 1999 entgegenzunehmen." Weder dort noch in den nachfolgenden Erwägungen wird eine Beschwerdefrist von 30 Tagen genannt. Es ist demnach nicht einsichtig, warum der Beschwerdeführer vorliegend hätte wissen müssen oder können, dass die Abrechnungen innert 30 Tagen nach Erhalt zu beanstanden seien, nachdem ihm sogar mitgeteilt worden ist, dass er jederzeit eine anfechtbare Verfügung verlangen könne. 3.4 Der Beschwerdeführer hat sich mit Schreiben vom 11. Oktober 2001 gegen verschiedene Aspekte in den Abrechnungen vom 27. Juli 2001 zur Wehr gesetzt. Laut Ausführungen der Vorinstanz wäre die "ordentliche" Rechtsmittelfrist am 4. September 2001 abgelaufen. Die Eingabe erfolgte damit bloss rund fünf Wochen nach diesem Termin, was nicht als unangemessen spät bezeichnet werden kann. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse des Kantons Freiburg hätte aufgrund dieses Schreibens also entweder eine formelle Verfügung erlassen oder die Eingabe in Anwendung von Art. 8 Abs. 1 VwVG als Beschwerde an das zuständige Verwaltungsgericht weiterleiten sollen. Der Nichteintretensentscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Freiburg ist demnach aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, welche einen materiellen Entscheid zu fällen hat.