Citation: 5A_423/2014 E. 3.1

3.1. Mit Bezug auf die Widerrechtlichkeit der fürsorgerischen Freiheitsentziehung verweist die Vorinstanz einmal auf die Stellungnahme der Psychiatrischen Klinik D.________ vom 15. Mai 2012. Danach konnte bei der Beschwerdeführerin im Vergleich zur Begutachtung vom 29. Februar 2012 trotz ausreichend hoch dosierter, hochpotenter, medikamentöser Neurolepsie keine Distanzierung von ihrem Wahnleben erreicht werden. Diskrete Verbesserungen haben sich bezüglich Kontaktfähigkeit ergeben. Bei unsicherer Compliance der Medikation muss bei der Entlassung in unbetreute Wohnverhältnisse weiterhin von einem Abbruch der Medikamenteneinnahme ausgegangen werden. In der Folge ist eine erneute akute Exazerbation der schizophrenen Psychose und eine erneute Vernachlässigung der Selbstfürsorge bis hin zur Selbstgefährdung wahrscheinlich. Der aktuelle Zustand ist laut dem Bericht als stabiles Residuum zu betrachten und eine weitere Verbesserung des Gesundheitszustandes erscheint aufgrund des Verlaufs der letzten Wochen als unwahrscheinlich. Die Beschwerdeführerin kann laut dem Bericht in ein engmaschig betreutes Wohnfeld entlassen werden, sobald ein Platz in einer geeigneten Institution organisiert ist. Nach dem angefochtenen Entscheid stellte im Weiteren die Fachkommission Psychiatrie in ihrem Bericht vom 25. Juni 2012 den Antrag, die fürsorgerische Freiheitsentziehung nach wie vor aufrecht zu erhalten. Laut diesem Bericht war die Beschwerdeführerin damals nicht in der Lage, ausserhalb der Klinik für sich selbst zu sorgen, zumal ihr die Wohnung gekündigt und geräumt worden war. Nach Ansicht der Ärzte bestand die Selbstgefährdung der Beschwerdeführerin vor allem darin, dass keine andere geeignete Unterbringungsmöglichkeit vorhanden sei. Aus dem Urteil ergibt sich überdies, dass der Einzelrichter des Bezirksgerichts Frauenfeld im Rahmen der gerichtlichen Überprüfung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung am 19. Juli 2012 aufgrund telefonischer Nachfrage erfahren hat, dass die Beschwerdeführerin über eine Wohnmöglichkeit mit entsprechenden Möbeln verfügen kann. Zudem besteht erst ab diesem Zeitpunkt die glaubwürdige Versicherung der Beschwerdeführerin, sich ausserhalb der Einrichtung weiterhin ärztlich betreuen zu lassen. Die Vorinstanz gelangte aufgrund der Würdigung der tatsächlichen Gegebenheiten zum Schluss, die Voraussetzungen für eine Entlassung aus der fürsorgerischen Freiheitsentziehung seien erst ab Mitte Juli 2012 erfüllt gewesen. Der Zeitpunkt, ab welchem der Beschwerdeführerin eine Wohnung zur Verfügung gestanden habe, lasse sich nicht genau bestimmen. Die Beschwerdeführerin behaupte nicht und weise schon gar nicht nach, dass dies wesentlich vor dem 19. Juli 2012 der Fall gewesen sei, weshalb es an der Widerrechtlichkeit der fürsorgerischen Freiheitsentziehung (aArt. 397a Abs. 1 ZGB) fehle und die Klage gemäss aArt. 429a ZGB schon aus diesem Grund abzuweisen sei.