Citation: I 301/01 12.02.2003 E. 2

2.1 Die operative Behandlung des grauen Stars ist nach ständiger Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts nicht auf die Heilung labilen pathologischen Geschehens gerichtet, sondern zielt darauf ab, das sonst sicher spontan zur Ruhe gelangende und alsdann stabile oder relativ stabilisierte Leiden durch Entfernung der trüb und daher funktionsuntüchtig gewordenen Linse zu beseitigen (BGE 105 V 150 Erw. 3a; AHI 2000 S. 299 Erw. 2a mit Hinweisen). Eine Qualifizierung der Staroperation als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG kann daher grundsätzlich in Frage kommen. 2.2 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die inzwischen durchgeführte Operation bei der Beschwerdegegnerin erfolgreich verlaufen ist. Das allein genügt jedoch nicht, um sie als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG zu qualifizieren, die von der Invalidenversicherung zu übernehmen ist. Ob der Eingliederungserfolg dauerhaft und wesentlich sein wird, muss medizinisch-prognostisch beurteilt werden. Dafür ist der medizinische Sachverhalt vor der fraglichen Operation in seiner Gesamtheit massgebend (BGE 101 V 47 f. Erw. 1b, 97 f. Erw. 2b, 103 Erw. 3; AHI 2000 S. 299 Erw. 2b mit Hinweisen). 2.3 Die Versicherte begründete ihr Leistungsgesuch damit, dass sie sich beruflich weitergebildet habe und baldmöglichst wieder in den Beruf einsteigen sollte. Dies bereite ihr wegen des stark reduzierten Sehvermögens grösste Schwierigkeiten. Vor allem die Arbeit am Bildschirm strenge sie ausserordentlich an; aber gerade auf den Bildschirm sei sie in ihrem erlernten Beruf sehr stark angewiesen. Sie lebe momentan unter dem Existenzminimum, und wenn sie nicht bald wieder eine Stelle finde, sehe sie ihre Existenz stark gefährdet. 2.4 Bei Verfügungserlass war die Versicherte Hausfrau und hatte keine kleinen Kinder zu betreuen. Auf dem linken Auge, das kein spezielles Leiden aufweist, verfügt sie unbestrittenermassen über eine normale Sehfähigkeit (Bericht des Dr. med. B.________ vom 4. Dezember 2000). Unter diesen Umständen wäre sie selbst bei Verzicht auf eine Staroperation in der Lage, die Haushaltarbeiten zu verrichten. Die IV-Stelle hat demnach zu Recht erkannt, dass die Staroperation im Hinblick auf die Haushaltstätigkeit keine Massnahme nach Art. 12 Abs. 1 IVG darstellt, sondern dem allgemeinen Wohlbefinden gedient hat (ZAK 1963 S. 80 Erw. 4).