Citation: 1C_328/2024 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz prüfte im angefochtenen Urteil anhand des Arbeitsvertrags und diverser kantonaler Rechtsquellen, ob und inwieweit seitens der Beschwerdeführerin für die Verrichtung von notwendigem Homeoffice eine Pflicht zur Entschädigung der Arbeitnehmenden besteht. Dabei führte sie zunächst aus, der öffentlich-rechtliche Arbeitsvertrag zwischen den Parteien sehe hierzu keine Regelung vor. Dieser verweise jedoch auf die Bestimmungen des Personalrechts der Hochschule Luzern. Die Ausführungsbestimmungen zum Personalrecht der Hochschule Luzern vom 18. März 2013 (nachfolgend: Ausführungsbestimmungen) würden als Arbeitsort die Standorte der Hochschule festlegen (Art. 13 Abs. 1) und bestimmen, dass Homeoffice in Absprache mit der vorgesetzten Person möglich sei (Art. 13 Abs. 2). Daraus schliesst die Vorinstanz, dass lediglich das Homeoffice im Interesse bzw. auf Wunsch der Mitarbeitenden Gegenstand von Art. 13 Abs. 2 der Ausführungsbestimmungen bilde. Die Konstellation, dass dem Arbeitnehmer kein geeigneter Arbeitsplatz in den Räumlichkeiten der Hochschule zur Verfügung gestellt werde und die Verrichtung der Arbeit im Homeoffice deshalb notwendig sei, sei von dieser Bestimmung jedoch nicht erfasst. Weiter würde das Spesenreglement der Hochschule Luzern in den relevanten Fassungen vom 24. November 2016 und 24. November 2017 vorsehen, dass Ausgaben für die Einrichtung und den Betrieb von Heimarbeitsplätzen grundsätzlich nicht übernommen und entschädigt würden (Ziff. 7.2 Abs. 2). Der Wortlaut dieser Bestimmung spreche zwar gegen eine Entschädigung für jegliche Art von Tätigkeiten in privaten Räumlichkeiten. Anhand einer systematischen Betrachtungsweise sei die Bestimmung jedoch in Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 der Ausführungsbestimmungen so auszulegen, dass darunter nur Homeoffice-Arbeit falle, welche vereinbart wurde und im Interesse des Arbeitnehmers liege. Die Konstellation, in der kein geeigneter Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden könne und die Verrichtung der Arbeit im Homeoffice notwendig sei, sei vom Spesenreglement dagegen nicht erfasst. Weiter prüfte die Vorinstanz das subsidiär anwendbare kantonale Personalrecht bzw. die Besoldungsverordnung für das Staatspersonal vom 24. September 2002 (BVO/LU; SRL 73a), welche in §§ 22 ff. den Spesenersatz regle. Auch darin sei jedoch der Auslagenersatz für die notwendige Homeoffice-Arbeit nicht geregelt. Da für die Entschädigung von notwendigem Homeoffice in den einschlägigen Reglementen keine Regelung vorhanden sei, bedürfe es der richterlichen Lückenfüllung. Im Rahmen dessen führt die Vorinstanz aus, § 22 Abs. 1 BVO/LU sehe einen grundsätzlichen Anspruch der Angestellten auf Ersatz der Spesen vor, die sie zur Erfüllung ihrer Dienstpflicht notwendigerweise tätigen müssten. Diese Bestimmung entspreche dem privatrechtlichen Art. 327a OR, der den Arbeitgeber ebenfalls verpflichte, dem Arbeitnehmer alle durch die Ausführung der Arbeit notwendig entstehenden Auslagen zu ersetzen. Werde das Homeoffice im Interesse des Arbeitgebers genutzt, obliege diesem grundsätzlich die Pflicht zum Auslagenersatz. In analoger Anwendung der privatrechtlichen Gesetzgebung und Rechtsprechung seien der Beschwerdegegnerin daher die Kosten für das privat eingerichtete, notwendige Büro bei ihr Zuhause zu entschädigen.