Citation: 4A_642/2023 E. 3.2

3.2. Das Verfahren auf (provisorische oder definitive) Rechtsöffnung ist nach ständiger Praxis ein reines Vollstreckungsverfahren. Geurteilt wird nicht über den materiellrechtlichen Bestand einer Forderung, sondern einzig darüber, ob die Betreibung fortgesetzt werden kann. Das Rechtsöffnungsurteil entfaltet daher einerseits keine materielle Rechtskraftwirkung für den Forderungsprozess (BGE 149 III 210 E. 4.3.3, 258 E. 6; 148 III 225 E. 4.1.1, 30 E. 2.2; 143 III 564 E. 4.1). Andererseits entfaltet ein Rechtsöffnungsentscheid in einem früheren Betreibungsverfahren nach herrschender Lehre und Rechtsprechung auch keine materielle Rechtskraftwirkung betreffend eine neue Betreibung; ein Urteil, das die Rechtsöffnung bewilligt, bindet den Rechtsöffnungsrichter in einer neuen Betreibung deshalb selbst dann nicht, wenn sich dieselben Parteien aufgrund desselben Sachverhalts gegenüberstehen (vgl. BGE 143 III 564 E. 4.1; 140 III 456 E. 2.5; 106 IV 211 E. 2; 100 III 48 E. 3; 99 Ia 423 E. 4; Urteile 5A_696/2012 vom 23. Januar 2013 E. 4.1; 7B.70/2004 vom 30. Juni 2004 E. 2.2; ABBET, in: La mainlevée de l'opposition, 2. Aufl. 2022, N. 127 zu Art. 84; STAEHELIN, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 81 zu Art. 84; STÜCHELI, Die Rechtsöffnung, 2000, S. 157; kritisch: GULDENER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl. 1979, S. 366 Anm. 29).