Citation: 1C_460/2012 E. 5.3

5.3. Alle Beteiligten sind sich einig, dass auf die Verhältnisse im Jahr 1979/1980, vor den Eingriffen im Zusammenhang mit dem Bau des Weidstalls, abzustellen ist. Damals war für die Walddefinition Art. 1 der Vollziehungsverordnung vom 1. Oktober 1965 zum Bundesgesetz betreffend die Eidgenössische Oberaufsicht über die Forstpolizei (FPolV; AS 1965 861) massgebend. Dieser umschrieb den Begriff des Waldes im ersten Absatz wie folgt: "Als Wald im Sinne des Gesetzes gilt, ungeachtet der Entstehung, Nutzungsart und Bezeichnung im Grundbuch, jede mit Waldbäumen oder -Sträuchern bestockte Fläche, die, unabhängig von der Grösse des Ertrages, Holz erzeugt oder geeignet ist, Schutz- oder Wohlfahrtswirkungen auszuüben. Inbegriffen sind auch vorübergehend unbestockte sowie ertraglose Flächen eines Waldgrundstückes." Der damalige Waldbegriff entsprach im Wesentlichem dem heutigen Recht, mit dem Unterschied, dass verbindliche Angaben zur notwendigen Grösse und zum Alter der Bestockungen auf Bundesebene fehlten; den Kantonen und der Praxis ihrer Forstbehörden wurde hierfür ein erheblicher Beurteilungsspielraum belassen. Allerdings verlangte das Bundesgericht schon damals, dass die kantonalen Mindestmassvorschriften nicht allzu schematisch angewendet werden dürften; insbesondere müsse der Zusammenhang mit anschliessenden Bestockungen berücksichtigt werden (vgl. BGE 107 Ib 50 E. 4 S. 52 f.; heute vgl. BGE 122 II 72 E. 3b S. 79 f.). Dementsprechend gehörten schon damals kleinere Blössen innerhalb eines Waldgebiets zum Wald (so ausdrücklich Art. 1 Abs. 1 S. 2 FPolV und heute Art. 2 Abs. 2 lit. b WaG).