Citation: 5A_1021/2021 E. 5.6.1

5.6.1. Zunächst geht es der Beschwerdeführerin um die Frage der Fixierung. 5.6.1.1. Die Beschwerdeführerin führt aus, wie im vorinstanzlichen Verfahren ausgeführt und durch das Kantonsgericht festgestellt, bedürfe die Zwangsernährung vorliegend über die Dauer von mindestens 12 Wochen einer 5- oder 7-Punkt Fixierung. Das Kantonsgericht unterlasse es, die Zulässigkeit dieser Massnahme zu überprüfen. Ausserdem moniert die Beschwerdeführerin, die Zwangsernährung über die vorgesehene Dauer von mindestens 12 Wochen unter ständiger 5- oder 7-Punkt Fixierung sei eine unmenschliche Behandlung; die Massnahme sei für sich entwürdigend. Wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorgebracht, beurteile das Europäische Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT) eine Fixierung über mehrere Tage als Misshandlung. Dies müsse bei der vorliegenden Länge von 12 Wochen um so mehr gelten. Es sei daher festzustellen, dass eine dauerhafte Fixierung über 12 Wochen für sich alleine gesehen eine unmenschliche Behandlung im Sinn von Art. 3 EMRK darstelle. 5.6.1.2. Die Behauptung, das Kantonsgericht habe festgestellt, die Zwangsernährung der Beschwerdeführerin bedürfe über die Dauer von mindestens 12 Wochen einer 5- oder 7-Punkt Fixierung, trifft nicht zu. Hingegen ist der Beschwerdeführerin insofern zuzustimmen, dass eine über 12 Wochen dauernde Fixierung als unverhältnismässig zu betrachten wäre. Indes: Nach der streitgegenständlichen Anordnung soll die Beschwerdeführerin " evtl. physikalisch fixiert und/oder medikamentös gedämpft/ruhiggestellt werden ", falls sich die Beschwerdeführerin " gegen die Einlage der Sonde " wehren würde. Sodann werde das " Belassen der Sonde und die Weiterführung der Ernährung [...] bei Bedarf mit personellen, physikalischen und/oder medikamentösen Massnahmen gewährleistet. " Es kann also keine Rede davon sein, dass die Beschwerdeführerin für den Vollzug der Behandlung während "mindestens" 12 Wochen ununterbrochen fixiert werden muss. Aus der angefochtenen Anordnung ergibt sich vielmehr, dass die Ärzte von den konkreten Verhältnissen abhängige, soweit erforderliche Massnahmen in Betracht ziehen, die im schlimmsten Fall in einer - temporären - Fixierung münden können. Die Beschwerdeführerin beanstandet weder die in Aussicht genommenen "medikamentösen" noch die "personellen" Massnahmen. Weshalb eine Fixierung allein zum Zweck der "Einlage der Sonde" unverhältnismässig sein soll, legt die Beschwerdeführerin nicht dar und ist auch nicht einsichtig. Dasselbe gilt sinngemäss für eine allfällige kurzzeitige Fixierung zwecks "Belassens der Sonde" und der "Weiterführung der Ernährung". Schliesslich hängt es vom Verhalten der Beschwerdeführerin ab, welche "personellen, physikalischen und/oder medikamentösen Massnahmen" gegebenenfalls ergriffen werden müssen. Die Verhältnismässigkeit der angeordneten Massnahme kann nicht mit einem Hinweis auf ein mögliches kontraproduktives Verhalten der betroffenen Person in Zweifel gezogen werden (vgl. Urteil 2C_7/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 3.4.1).