Citation: 8C_824/2023 E. 7.2

7.2. Wie in E. 6 bereits dargelegt, macht die IV-Stelle geltend, die Vorinstanz habe diesbezüglich den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt. Es sei gerichtsnotorisch, dass der Gutachter mit der gewählten Formulierung unterschiedliche Wahrscheinlichkeitsgrade habe ausdrücken wollen, und 30 % als überwiegend wahrscheinlich, 40 % als nur möglich erachtet habe. Eine Durchschnittsberechnung - anstelle der Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % - wäre nur zu rechtfertigen, wenn der Gutachter "30 bis maximal 40 %" geschrieben hätte. Die Einwendungen der IV-Stelle sind nicht stichhaltig. Soweit die Vorinstanz zum Schluss gelangte, die Beschwerdegegnerin sei zu 35 % arbeitsunfähig, beschlägt dies eine Tatfrage und deren Ergebnis ist für das Bundesgericht somit grundsätzlich bindend. Um diese Bindungswirkung entfallen zu lassen, müsste der Entscheid der Vorinstanz nicht nur in der Begründung, sondern auch im Ergebnis willkürlich sein (E. 2.2 vorne). Zumindest letzteres ist vorliegend nicht der Fall, da die Einschätzung des Gutachters, wonach "aktuell maximal eine 30 (-40%) ige Verminderung der Arbeitsfähigkeit" vorliege, durchaus auch als Spannbreite im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Urteil 8C_132/2022 vom 14. Februar 2023 E. 4.3 mit Hinweisen) interpretiert werden kann. Dies zeigt sich namentlich auch daran, dass der Gutachter in Ziffer 7.2.5 auf Seite 26 f. seines Gutachtens festhielt, es könne eine Arbeitsverminderung in der "Grössenordnung von 30 bis 40 %" angenommen werden. Soweit die Vorinstanz zur Festlegung der Arbeitsunfähigkeit auf den Mittelwert, d.h. auf 35 % abstellte, ist dies daher jedenfalls im Ergebnis nicht geradezu unhaltbar.