Citation: 1C_546/2017 E. 3.1

3.1. Umstritten ist weiter, von welchem Terrainverlauf für die Bemessung der Gebäude- und Firsthöhe auszugehen ist. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil das ursprüngliche Terrain im Jahr 1911 für den Eisenbahnbau grossflächig verändert und dabei auch aufgeschüttet wurde. Das Verwaltungsgericht legt dar, nach dem vorliegend anwendbaren § 8 Abs. 1 der Verordnung des Regierungsrates des Kantons Thurgau vom 26. März 1996 zum Planungs- und Baugesetz (RB 700.1; im Folgenden: aPBV) sei in der Regel vom gewachsenen Terrain auszugehen. Es verweist auf seine Rechtsprechung, wonach das "gewachsene Terrain" mit dem "in zulässiger Weise gestalteten Terrain" gleichzusetzen sei, sofern dieses auf den Geländeverlauf in der näheren Umgebung Bezug nehme. Anders sei nur zu entscheiden, wenn mit einer "Salamitaktik" die Gebäudevorschriften umgangen oder wenn bei Neubauten mit "Maulwurfshügeln" (Minder-) Höhen geschindet werden sollten. Vorliegend sei das Gelände vor über 100 Jahren in zulässiger Weise aufgeschüttet worden und in der Folge bis heute unverändert geblieben. Am Augenschein habe festgestellt werden können, dass es einen engen Bezug zur in der Zwischenzeit erfolgten Umgebungsgestaltung (Bahnareal, Verlauf der Bahnhof- und Schulstrasse) sowie zum südlich der Bahnlinie angrenzenden Landwirtschaftsgebiet aufweise. Zur Wohnsiedlung nördlich der Bahnhof-/ Schulstrasse, die zudem in einer anderen Zone liege, weise das Baugrundstück demgegenüber keinen engeren Bezug auf. Mit dem Neubauvorhaben werde zudem auch in keiner Weise versucht, mittels "Maulwurfhügeln" Höhe zu schinden. Somit sei vom heute bestehenden Terrain auszugehen und werde die maximale Gebäude- und Firsthöhe eingehalten.