Citation: 4A_604/2020 E. 2

Gemäss den Feststellungen im angefochtenen Entscheid hat die Beschwerdeführerin in der Berufung ausgeführt, sie stütze ihre Ansprüche nicht erst seit der Widerklagereplik, sondern von Anfang an "überwiegend" auf den Kostenüberschreitungsschaden. Bei unrichtigen Kosteninformationen bemesse sich der Schaden an der hypothetischen Vermögenslage des Geschädigten bei richtiger Auskunft. Zu ersetzen sei der Schaden, den der Empfänger der Information erleide, weil er im Vertrauen auf die Richtigkeit der (in Wahrheit falschen) Information nachteilige Dispositionen getroffen habe. Sie habe ausschliesslich im Vertrauen auf die Richtigkeit der Kosteninformationen die Realisation des Bauwerks der Beschwerdegegnerin übertragen. Deren Vertragspflichtverletzung liege in der Nichteinhaltung der versprochenen Gesamtkosten des Bauvorhabens und der darauf gestützten Renditeberechnung und Finanzierung. Daraus ergebe sich, dass es keinen Unterschied mache, in welchem Ausmass die Kostenüberschreitung auf im Kostenvoranschlag zu tief eingesetzte Beträge, auf im Kostenvoranschlag vergessene Positionen oder auf fehlerhafter Bauaufsicht in der Umsetzung fusse. Bei all diesen Ursachen gründe die Haftung auf unsorgfältiger Vertragserfüllung durch die Beschwerdegegnerin. Im zu beurteilenden Fall müsse mit Blick auf die Entstehung des Planerauftrages der zu ersetzende Vertrauensschaden mit dem Ausmass der Kostenüberschreitung gleichgesetzt werden. Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge hätte die Beschwerdeführerin das von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagene Projekt gar nicht durchgeführt, wenn sie die richtige Kosteninformation erhalten hätte. Damit sei die Gesamtvermögensdifferenz dargelegt, denn sie entspreche der Kostenüberschreitung, da sie das für ein Kostenvolumen von Fr. 4'278'000.-- zuzüglich 10 % oder Fr. 427'800.--, also für gesamthaft Fr. 4'705'800.--, versprochene Mehrfamilienhaus zwar habe, aber mit einer Kostenüberschreitung von Fr.1'461'370.-- (Stand Einreichung Widerklagereplik). Per Datum der Berufungsschrift seien die Mehrkosten nochmals um rund Fr. 850'000.-- angestiegen.