Citation: 9C_649/2012 E. 3.2

3.2. Zu Unrecht wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor, sie habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie "unzulässigerweise bei ihrer antizipierten Beweiswürdigung auf den geringen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit abgestellt habe", und sie hätte auf eine weitere Beweiserhebung nur verzichten dürfen, wenn zweifelsfrei davon ausgegangen werden könnte, dass diese nichts zur Klärung des Sachverhalts beigetragen hätte. Denn es ist zulässig, in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Beweise zu verzichten, wenn der Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlicherstellt gilt und weitere Abklärungen an diesem Ergebnis nichts mehr ändern (vgl. Urteil 9C_541/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 5.1, in: SVR 2012 BVG Nr. 22 S. 89; 8C_888/2011 vom 7. Mai 2012 E. 4.3, in: SVR 2012 IV Nr. 48 S. 174; vgl. auch Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. 2003, S. 450 N. 35; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 1998, S. 39 N. 111 und S. 117 N. 320). Diese Voraussetzungen waren erfüllt, obwohl die Vorinstanz einräumte, eine persönliche Untersuchung würde weitere Erkenntnisse liefern und eine zuverlässigere Beurteilung ermöglichen. Denn sie ging dabei offensichtlich davon aus, dass davon kein massgeblicher Erkenntnisgewinn zu erwarten war, indem dieser lediglich den bereits mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellten Sachverhalt bestätigt und insoweit allenfalls den Beweisgrad (über das Erforderliche hinaus) erhöht hätte. Unter diesen Umständen ist der Verzicht auf weitere Abklärungen als Ergebnis pflichtgemässer antizipierter Beweiswürdigung von Bundesrechts wegen nicht zu beanstanden und der Vorwurf der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes somit unbegründet. Nicht beigepflichtet werden kann dem Beschwerdeführer auch, soweit er sich auf den Standpunkt stellt, auf den RAD-Bericht vom 11. Februar 2010 dürfe nicht abgestellt werden, weil der RAD-Arzt ohne persönliche Untersuchung und ohne Vorliegen eines psychiatrischen Gutachtens seine Einschätzung bezüglich Diagnose und Ausprägung der psychischen Störung einfach über die Beurteilung der behandelnden Fachärzte gestellt habe. Dass der RAD-Arzt nicht selber eine Untersuchung durchgeführt hat, schmälert den Beweiswert nicht schon an sich; vielmehr können Berichte des RAD, auch wenn seine Fachärzte keine persönliche Untersuchung vorgenommen haben, die Qualität von Gutachten aufweisen (Urteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1, in: SVR 2009 IV Nr. 56 S. 174). Auf die Stellungnahme des RAD kann abgestellt werden, weil sie den von der Rechtsprechung an medizinische Berichte gestellten Anforderungen (vgl. dazu BGE 135 V 254 E. 3.3 und 3.4 S. 257 ff.) genügt: Der Bericht stammt von einem Facharzt (FMH für Psychiatrie und Psychotherapie). Dieser setzte sich kritisch mit den in den Akten liegenden fachärztlichen Stellungnahmen auseinander (wobei der in der Beschwerde erhobene Vorwurf, er habe den Bericht vom 25. Januar 2010 verzerrt wiedergegeben, nicht zutrifft). Dr. med. S.________ legte in nachvollziehbarer Weise dar, weshalb die Angaben der behandelnden Ärzte in deren Bericht vom 25. Januar 2010 (volle Arbeitsunfähigkeit bei einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode [ICD-10 F33.0] und bei Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend ängstlichen und abhängigen Anteilen [ICD-10 F61.0]) nicht zu überzeugen vermögen. Rechtsprechungsgemäss können denn auch leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur therapeutisch angegangen werden (Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1 mit Hinweisen). Im Übrigen steht die Stellungnahme des Dr. med. S.________ (für welche sich dieser auf keinen [anderen] Facharzt zu berufen hatte: Urteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 5.3), wonach das geringe Selbstbewusstsein, die verzerrte Selbstwahrnehmung der Kiefer-Gaumen-Spalte und die dadurch bedingte geringe Akzeptanz des körperlichen Handicaps seit Jahren das Hauptproblem darstellen, im Einklang mit den eine Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung aufzeigenden übrigen Akten (vgl. auch Assessmentprotokoll vom 12. April 2010). Auf die weiteren, sich in appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid erschöpfenden Vorbringen ist nicht weiter einzugehen.