Citation: U 102/06 09.10.2006 E. 4

4. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde belegt die Beschwerdeführerin durch Einlage des Berichtes "Beurteilung Pflanzentrog" der A.________ AG vom 27. Januar 2006 erstmals die Art, Anordnung und Konstruktion des Pflanzentrogs mit Fotos und genauen Angaben. Gestützt darauf ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin weder die einzelnen Umstände des von ihr geschilderten Unfallgeschehens glaubhaft zu machen vermag, noch dass die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden ist: Der fotografisch abgebildete und vermessene Pflanzentrog aus Faserzement fasst bei 45 cm Breite, 140 cm Länge und 44 cm Höhe sowie einer Wandstärke von 1,5 cm ein Volumen von 244,5 Litern. Ein Liter Kübelpflanzenerde ohne Torf einer Schweizer Recycling-Erde, welche nach Angaben des Herstellers (abrufbar unter www.ricoter.ch) besonders gut geeignet zum Füllen von grossvolumigen Pflanzkübeln ist, weist ein Schüttgewicht von 620 Gramm pro Liter auf, was bei 244,5 eingeschütteten Litern Erde ein Gewicht von 151,6 kg ergibt. Ein Faserzementkübel der genannten Grösse ist nach Herstellerangaben (abrufbar unter www.eternit.ch) 57 kg schwer. Insgesamt ist der mit schon gesetztem Inhalt abgebildete Original-Pflanzentrog somit über 200 kg schwer, und nicht "mindestens 50 kg" wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde angegeben, oder "maximal 50-80 kg", wie von der Vorinstanz geschätzt. Auf Grund der Abbildungen ist des Weiteren ersichtlich, dass der 45 cm breite Trog zu zwei Dritteln (auf einer Tiefe von 31 cm) auf zwei Trägern aufliegt und zu einem Drittel (14 cm) darüber hinaus ragt. Entgegen der vorinstanzlichen Annahme stand er somit nicht auf nur zwei Beinen. Auch war er nicht bloss an die Balkonmauer angelehnt, sondern auf den beiden mit der Balkonmauer verschraubten und deshalb nicht zu bewegenden Trägern ganz nach hinten an die Wand geschoben. Um den Kübel ins Rutschen und dann ins Kippen zu bringen, hätte die Beschwerdeführerin darum zunächst - und zwar alleine, denn nach der ergänzten Unfallmeldung befand sich der Lebenspartner nicht mit auf dem Balkon - ein Gewicht von mindestens 200 kg um wenigstens 9,5 cm (= 45 cm Breite : 2 - 14 cm Überhang) nach vorne ziehen müssen, nur um den Schwerpunkt des Gefässes an das Ende der Träger zu bewegen. Ein solcher Kraftakt ist der Beschwerdeführerin, welche nach eigenen Angaben über keine entsprechende Konstitution verfügt und dies im letztinstanzlich eingelegten Bericht auch fotografisch dokumentieren lässt, nicht zuzutrauen, und zwar umso weniger, als sie den Trog durch das Ziehen an einem in der Erde verwurzelten Bäumchen bewegt haben will. Ein Kippen des Kübels aus der ursprünglichen Position war bei den dokumentierten Gegebenheiten aus physikalisch-mechanischen Gründen gar nicht möglich. Selbst wenn es der Beschwerdeführerin jedoch gelungen sein sollte, unter Einsatz ihres ganzen Gewichts und durch Verstemmen der Beine am Boden den 200 kg schweren Trog ruckartig nach vorne zu ziehen, so war es ausgeschlossen, dass sie das ins Rutschen geratene und nach unten wegkippende Objekt durch eine der Zugrichtung genau entgegengesetzte massive Kraftwirkung abgestoppt und stabilisiert haben konnte. Der Pflanzentrog wäre diesfalls unabwendbar nach unten auf den Boden gekippt. So verhält es sich aber nach den ausdrücklichen Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ("Sie reagierte darauf mit einem Dagegenstemmen mit beiden Beiden und konnte so ein Umkippen verhindern") nicht. Da ein Unfallgeschehen am 6. Juli 2003 nicht glaubhaft gemacht werden kann, ist ein Leistungsanspruch zu verneinen. Der vorinstanzliche Entscheid ist damit im Ergebnis zu schützen.