Citation: 8C_265/2009 05.10.2009 E. 7

Gerügt wird schliesslich die Höhe der zugesprochenen Integritätsentschädigung, soweit sie das linke Knie betrifft. 7.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn er durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Gestützt auf Art. 25 Abs. 2 UVG hat der Bundesrat in Anhang 3 zur UVV Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. In Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala hat die SUVA Feinraster in tabellarischer Form erarbeitet. Soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung der Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32). 7.2 Was das Zusammenwirken von Arzt einerseits und Versicherer beziehungsweise - im Streitfall - Gericht anderseits bei der Prüfung des Anspruchs auf Integritätsentschädigung betrifft, ist die Erhebung des medizinischen Befundes der hiefür erforderlichen Sachkenntnisse wegen rechtsprechungsgemäss Aufgabe des Arztes und nicht des Richters, der die Angaben des Spezialisten dazu - nur, aber immerhin - würdigt (vgl. auch BGE 125 V 256 E. 4 S. 261 f.). Dass Verwaltung und Gericht sich an die medizinischen Angaben des Arztes zu halten haben, ändert nichts daran, dass die Beurteilung des Integritätsschadens als Grundlage des gesetzlichen Leistungsanspruches letztlich Sache der Verwaltung, im Streitfall des Gerichts, und nicht des Mediziners ist. Im Gegenzug hat sich der Rechtsanwender insofern an Grenzen zu halten, als im Bereich der Integritätsentschädigung der nicht von ihm zu erbringende Einsatz medizinischen Wissens für die Leistungsbeurteilung einen sehr hohen Stellenwert hat. Gelangt er im Rahmen der freien Beweiswürdigung zur Auffassung, es lägen keine schlüssigen medizinischen Angaben zum Vorliegen eines Integritätsschadens vor, bedingt dies regelmässig Aktenergänzungen in medizinischer Hinsicht. Dagegen ist es nicht zulässig, dass das Gericht die massgebenden Gesichtspunkte ausser Acht lässt und, anstelle der medizinischen Befunderhebung, anderen Motiven und Umständen den Vorzug gibt (Urteil U 235/98 vom 15. Oktober 1999 E. 4 a). 7.3 Zu den vom Beschwerdeführer erhobenen Vorbringen hat sich das kantonale Gericht bereits einlässlich und zutreffend geäussert. Gemäss Stellungnahme von SUVA-Kreisarzt Dr. med. W.________ sind die Funktionseinschränkungen des linken Knies durch strukturelle Veränderungen mit Atrophie am Oberschenkel und Knorpelveränderungen bedingt, wobei der Bewegungsablauf jedoch unauffällig ist. Zum Vergleich zieht Dr. med. W.________ die in SUVA-Tabelle 2 genannten Funktionsstörungen mit Beweglichkeit des Knies zwischen 0° und 90° und solche mit Patellektomie heran, welche eine Entschädigung von 10% beziehungsweise 5 bis 10% vorsehen, sowie die in Tabelle 5 angeführte Femoropatellar-Arthrose, die mit 5 bis 10% zu entschädigen ist. Entgegen den Einwänden des Beschwerdeführers hat der Kreisarzt sämtliche Einschränkungen des Knies berücksichtigt, und es bestanden keine Anhaltspunkte für eine drohende Verschlimmerung. Somit ist seine Einschätzung des Integritätsschadens mit 10% in Anlehnung an die genannten, in den Tabellen 2 und 5 ausdrücklich genannten Störungen beziehungsweise Arthrosen (welche Schädigung hier indessen nicht vorliegt) schlüssig, was vom Beschwerdeführer letztlich auch gar nicht bestritten wird. Der subjektiven Auffassung des Versicherten selber, welcher die bei ihm vorliegenden Einschränkungen eher mit einer schweren (mit 30-40% zu entschädigenden) Pangonarthrose vergleichen will, ist nach der dargelegten Rechtsprechung (oben E. 7.2) nicht zu folgen. Weitere Abklärungen erübrigen sich daher auch diesbezüglich, und der Einspracheentscheid der SUVA ist in diesem Punkt ebenfalls zu bestätigen.