Citation: 1C_299/2009 12.01.2010 E. 2.3

2.3.1 Der Bundesrat hat gestützt auf Art. 13 Abs. 1 USG für einige häufige, oft als besonders störend empfundene Schall- bzw. Lärmquellen (Strassenverkehr, Regionalflughäfen und Flugfelder, Industrie- und Gewerbebetriebe, Schiessanlagen) in den Anhängen 3 bis 8 der LSV mit den Belastungsgrenzwerten (Planungs-, Immissionsgrenz- und Alarmwerte; Art. 2 Abs. 5 LSV) objektive Beurteilungskriterien aufgestellt, die auf die durchschnittliche Reaktion normal lärmempfindlicher Personen abgestützt sind. Die LSV enthält jedoch nicht für alle Lärmarten Belastungsgrenzwerte. Fehlen solche, so sind die Lärmimmissionen gemäss Art. 40 Abs. 3 LSV im Einzelfall nach Art. 15 USG unter Berücksichtigung von Art. 19 und 23 USG zu beurteilen. Nach Art. 15 USG sind die Immissionsgrenzwerte für Lärm so festzulegen, dass nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung Immissionen unterhalb dieser Werte die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stören. Aufgrund des Verweises auf Art. 23 RPG ist sodann eine strengere Beurteilung angezeigt, wenn wie hier nicht eine bereits bestehende, sondern eine neue Anlage zur Diskussion steht. In diesem Fall sind die Planungswerte zu berücksichtigen, welche unter den Immissionsgrenzwerten liegen (Art. 23 und 25 Abs. 1 USG, Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV). Im Rahmen der vorzunehmenden Einzelfallbeurteilung sind der Charakter des Lärms, der Zeitpunkt und die Häufigkeit seines Auftretens sowie die Lärmempfindlichkeit bzw. Lärmvorbelastung zu berücksichtigen. Dabei ist nicht auf das subjektive Lärmempfinden einzelner Personen abzustellen, sondern eine objektivierte Betrachtung unter Berücksichtigung von Personen mit erhöhter Empfindlichkeit (Art. 13 Abs. 2 USG) vorzunehmen (BGE 133 II 292 E. 3.2 und 3.3 S. 296 f.; 130 II 32 E. 2.2 S. 36; je mit Hinweisen). 2.3.2 Die Einschätzung des Verwaltungsgerichts ist vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden. Es hat aufgezeigt, dass der Beurteilungspegel klar unter den als Wertungshilfe herangezogenen Belastungsgrenzwerten für Industrie- und Gewerbelärm liegt (vgl. Urteil 1A.159/2005 vom 20. Februar 2006 E. 3.2.4, in: ZBl 108/2007 S. 111). Im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat es im Ergebnis auf eine Einzelfallbeurteilung abgestellt. Dabei hat es den Charakter des Lärms, die Öffnungszeiten der Sammelstelle, die zu erwartende Glasmenge sowie die Lärmempfindlichkeit bzw. Lärmvorbelastung der betroffenen Wohnzone berücksichtigt (vgl. Urteil 1A.36/2000 vom 5. Dezember 2000 E. 5d/aa und bb, in: URP 2001 S. 147). Gemäss dem erwähnten Gutachten vom 27. Januar 2006 konnte durch Lärmschutzmassnahmen (Verwendung schallgedämmter Container und Errichtung einer Lärmschutzwand) die zu erwartende Lärmbelastung stark gesenkt werden. Es erscheint deshalb als vertretbar, dass die Vorinstanz von höchstens geringfügigen Störungen ausging, auch wenn die betroffene Wohnzone eher ruhig sein soll. Ob andere Glassammelstellen auf dem Gemeindegebiet ohne Baubewilligung aufgestellt worden sind, wie der Beschwerdeführer vorbringt, ist dagegen nicht entscheidend. 2.3.3 Die Kritik des Beschwerdeführers am Gutachten vom 27. Januar 2006 geht ins Leere. Zwar wurde es vor der letzten Projektänderung erstellt und berücksichtigt diese somit nicht. Indessen bewirken die Rückversetzung der Lärmschutzwand und die Verwendung leiserer Glascontainer gemäss vorinstanzlichem Entscheid eine Abnahme der Lärmbelastung auf der Liegenschaft des Beschwerdeführers. Dies bestätigt in seiner Vernehmlassung auch das BAFU. Ein Abstellen auf das Gutachten ist damit weiterhin zulässig, auch wenn sich nach Ansicht des Beschwerdeführers die Schallreflexionen nun verändert haben sollen. 2.4 In Bezug auf den zu erwartenden Verkehrslärm bringt der Beschwerdeführer vor, die Sammelstelle werde mangels Parkplätzen bei anderen Sammelstellen überwiegend von quartierfremden Zulieferern frequentiert. Die Vorinstanz hat sich mit dieser Frage bereits befasst. Mangels einer hinreichend substanziierten Rüge an ihrer Sachverhaltsfeststellung (E. 1.4 hiervor) ist auf das Vorbringen nicht einzutreten (Art. 42 Abs. 2 BGG). Ebensowenig wird vom Beschwerdeführer dargelegt, inwiefern seine Behauptung zu berücksichtigen sein soll, dass Zulieferer ihre Autos auf der Strasse oder auf privaten Parkplätzen abstellten. Auch darauf ist nicht einzutreten.