Citation: U 310/04 21.04.2005 E. 7

7.1 Was die Beschwerdeführerin gegen die Anwendung der massgeblichen Kriterien gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa auf den vorliegenden Fall und deren Gesamtwürdigung durch das kantonale Gericht vorbringt, ist unbegründet. Der Unfall ist klarerweise dem mittleren Bereich zuzuordnen, ohne dass ein Grenzfall zu den schweren Unfällen anzunehmen wäre. Keines der unfallbezogenen Kriterien ist in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Auch sind die nach der Rechtsprechung entscheidenden Kriterien weder in gehäufter noch in auffallender Weise gegeben. Im Gegensatz zur vorinstanzlichen Einschätzung kann nicht einmal das Kriterium der Dauer und des Grades der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit als erfüllt betrachtet werden, weist doch die Versicherte in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (S. 16) gestützt auf den Bericht der Dr. med. B.________ vom 8. Mai 1998 zu Recht selber darauf hin, dass bei ihr bereits vier Wochen nach dem Unfall ein depressiver Zustand festgestellt worden sei. Dem Unfallereignis vom 4. April 1998 kommt somit für die Entstehung der spätestens ab Dezember 1998 vorwiegend psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit keine rechtlich massgebende Bedeutung zu. 7.2 Soweit sich die Beschwerdeführerin auf das Urteil S. vom 13. Mai 2004, U 346/03 (AJP 2005 S. 338), beruft, wonach angeblich bei einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% während 22 Monaten die Adäquanzkriterien der Dauerbeschwerden und der hinsichtlich Grad/ Dauer erheblichen Arbeitsunfähigkeit als besonders ausgeprägt erfüllt gelten würden und die Adäquanz der geklagten Beschwerden im vorliegenden Fall somit zu bejahen sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Der dem zuletzt genannten Urteil zu Grunde liegende Sachverhalt ist schon deshalb nicht mit dem hier zu beurteilenden Fall zu vergleichen, weil dort die Adäquanz des Kausalzusammenhanges nach BGE 117 V 366 Erw. 6a zu prüfen war. Zum einen waren chronische Cervicocephalgien, Cervicobrachialgien und Lumbalgien diagnostiziert worden und zum anderen waren die geklagten Beschwerden nicht einer psychischen Störung zuzuordnen, sondern im Rahmen eines chronischen Schmerzsyndroms zu interpretieren, weshalb im besagten Urteil S. die zum typischen Beschwerdebild einer HWS-Distorsion gehörenden Beeinträchtigungen im Vergleich zur psychischen Problematik - anders als im hier zu beurteilenden Fall - nicht ganz in den Hintergrund traten. Was die Beschwerdeführerin im Übrigen gegen die Verneinung der Adäquanz vorbringt, ist nicht stichhaltig. 7.3 Nach dem Gesagten haben Verwaltung und Vorinstanz die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den über den 30. Juni 2001 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden zu Recht verneint, weshalb die von der Winterthur verfügte und vorinstanzlich bestätigte Leistungseinstellung nicht zu beanstanden ist.