Citation: 4A_550/2009 29.01.2010 E. A

Die B.________ SA (Beschwerdegegnerin) mit Sitz in X.________ ist im Stahlhandel als Einkäuferin für verschiedene Stahlverarbeiter tätig. Die A.________ GmbH (Beschwerdeführerin) mit Sitz in Y.________, Deutschland, gehört zur A.________-Gruppe. Sie ist Hauptvertriebsfirma in Europa für Stahlprodukte der A.________-Gruppe. Die Beschwerdegegnerin gab bei der Beschwerdeführerin vier Bestellungen (nachfolgend "Contracts" bzw. "Verträge") über insgesamt 25'000 Tonnen Stahlblooms auf, datierend vom 20. Februar, 12. März, 31. März und 8. April 2008 mit Lieferfrist zwischen März 2008 und Juli 2008. Produziert werden sollten die bestellten Blooms im Stahlwerk der Beschwerdeführerin in Z.________, Rumänien. Nach Aufnahme der Produktion und Lieferung von 1.360 Tonnen kam es am 15. April 2008 im Stahlwerk in Z.________ zu einer Explosion. Die Produktion musste vorübergehend gänzlich eingestellt werden. Dies bedeutete für die Beschwerdeführerin eine Force Majeure-Situation, aufgrund derer sie für eine Periode bis zunächst 30. Mai 2008 für Lieferverzögerungen nicht verantwortlich wurde. Die Periode wurde verlängert bis 29. Juni 2008. Die Force Majeure-Situation führte zu einer Ungewissheit über den Lieferzeitpunkt. Zudem kam es zwischen den Parteien zu Preisdiskussionen. In der Folge machte die Beschwerdegegnerin geltend, die Beschwerdeführerin habe ihr zu verstehen gegeben, dass sie die Verträge nicht erfüllen werde, es sei denn, die Beschwerdegegnerin erkläre sich mit einer erheblichen Preiserhöhung einverstanden. Darin erblickte die Beschwerdegegnerin eine vorweggenommene Vertragsverletzung im Sinne von Art. 72 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über Verträge über den internationalen Warenkauf, abgeschlossen in Wien am 11. April 1980 (CISG; SR 0.221.211.1). Mit Schreiben vom 12. Juni 2008 bzw. vom 24. Juni 2008 hob sie die Verträge mit der Beschwerdeführerin auf. Am 23. Juni 2008 leitete die Beschwerdegegnerin bei der C.________ Deckungskäufe ein.