Citation: 8C_648/2020 E. 1.2

1.2. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Militär- oder der Unfallversicherung ist das Bundesgericht, anders als in den übrigen Sozialversicherungsbereichen (Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG), nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG). Die Rückerstattung von zu Unrecht ausbezahlten Leistungen fällt ebenfalls in den Anwendungsbereich der Ausnahmeregelung (Urteile 8C_113/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 2.1 und 8C_691/2010 vom 30. Mai 2010 E. 2.2; MARKUS SCHOTT, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 32 zu Art. 97 BGG; JOHANNA DORMANN, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 45 zu Art. 105 BGG mit Hinweis auf BGG 122 V 134). Dies gilt aber nur, sofern die Beurteilung der zurückzufordernden Leistung ebenfalls unter die Ausnahmeregelung fällt. Denn die Kognition bei einer Rückerstattung kann nicht weiter gehen als jene, die bei der ihr zugrunde liegenden Leistung zur Anwendung gelangt. Vorliegend ist streitig, ob die Beschwerdeführerin von der Suva erbrachte Pflegeleistungen (Art. 10 UVG) zurückerstatten muss. Hauspflegeleistungen sind Teil der Heilbehandlung und daher Sachleistungen nach Art. 14 ATSG (SR 830.1; E. 4.1.1 des noch nicht publizierten Urteils 8C_569/2019 vom 28. August 2020; DORMANN, a.a.O., N. 42 f. zu Art. 105 BGG). Die Ausnahmeregelung des Art. 105 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 97 Abs. 2 BGG gelangt daher nicht zur Anwendung. Somit ist das Bundesgericht nach Art. 105 Abs. 1 BGG an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden. Es kann diese Sachverhaltsfeststellung nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. auch E. 4.1.1 des noch nicht publizierten Urteils 8C_569/2019 vom 28. August 2020 sowie Urteil 8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E. 1.2).