Citation: 2A.196/2004 18.08.2004 E. 4

Dem öffentlichen Interesse an einer Ausweisung und Fernhaltung des Beschwerdeführers 1 sind dessen private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. 4.1 Der Beschwerdeführer 1 war noch nicht 18 Jahre alt, als er im April 1995 in die Schweiz einreiste. Er hält sich somit seit neun Jahren hier auf. Die verhältnismässig lange Aufenthaltsdauer, die eine entsprechende Integration vermuten lässt, wird jedoch dadurch relativiert, dass der Betroffene während über zwei Jahren zusammen mit Staatsangehörigen seines Heimatlands Drogenhandel betrieb und fast drei Jahre im Strafvollzug verbrachte. Seit seiner Entlassung wohnt der Beschwerdeführer 1 wieder mit seiner Ehefrau und seinem Sohn zusammen. Ferner arbeitet er erneut bei seinem früheren Arbeitgeber als Autolackierer. Im Übrigen besteht auch ein gewisses öffentliches Interesse am Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz, da er mit seinem Erwerbseinkommen für den Unterhalt seiner Familie sorgen kann, die offenbar während des Strafvollzugs auf Sozialhilfe angewiesen war. Der Beschwerdeführer 1 hat seine Kindheit und die prägenden Jugendjahre in der Dominikanischen Republik verbracht. Vor seiner Einreise in die Schweiz hat er dort als Kellner und Animateur in einem Hotel gearbeitet. Seine Mutter und Geschwister leben immer noch im Heimatland, wobei der Beschwerdeführer 1 gemäss eigenen Angaben mit seinen Geschwistern keinen und mit seiner Mutter nur sporadisch Kontakt pflegt. Er ist mit der Sprache und den kulturellen Gepflogenheiten seiner Heimat noch immer vertraut. Dass er die Straftaten zusammen mit dominikanischen Staatsangehörigen verübt hat, bekräftigt diese Annahme. Es sollte ihm daher möglich sein, sich in der Dominikanischen Republik wieder zurechtzufinden und ein soziales Umfeld aufzubauen. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer 1 in seiner Heimat eine Parzelle Land erworben, was annehmen lässt, dass er möglicherweise beabsichtigte, einst freiwillig dorthin zu übersiedeln. Die Rückkehr des Beschwerdeführers 1 in die Dominikanische Republik ist folglich zumutbar. 4.2 Der 1999 geborene Sohn befindet sich noch in einem anpassungsfähigen Alter, sodass ihm ohne weiteres zuzumuten ist, den Eltern ins Ausland zu folgen. Die italienische Ehegattin lebt seit ihrer Geburt in der Schweiz, wo sich ihre Eltern und Geschwister sowie ihr soziales Umfeld befinden. Aufgrund der kulturellen Unterschiede und der schlechten beruflichen Aussichten wäre für sie eine Übersiedlung in die Dominikanische Republik zwar nicht gerade ausgeschlossen, jedoch kaum zumutbar. Dies hat indessen nicht zwingend die Unzulässigkeit der Ausweisung zur Folge (Urteil 2A.468/2002 vom 16. Januar 2003 E. 3.3). Da die Ehefrau die italienische Staatsangehörigkeit besitzt, wäre im Übrigen auch eine Übersiedlung der Familie nach Italien denkbar, wo ähnliche Verhältnisse wie in der Schweiz herrschen. Auf diese Weise könnten die mit einer Ausreise in das Heimatland des Ehemannes verbundenen und von der Ehegattin befürchteten sozialen und kulturellen Unterschiede vermieden werden. Die Beschwerdeführer machen zudem geltend, die Ehegattin sei in der 14. Woche schwanger. Dieses Vorbringen ist neu und kann im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt werden (vgl. E. 1.2). Ohnehin könnten die Ehegatten aus dieser Schwangerschaft nichts zu ihren Gunsten ableiten, hatten sie doch im Zeitpunkt der Zeugung dieses Kindes bereits von der Ausweisung des Beschwerdeführers 1 Kenntnis und mussten daher trotz hängiger Beschwerde damit rechnen, dass der Ehemann die Schweiz eventuell zu verlassen hatte.