Citation: 4A_220/2010 11.10.2010 E. 11

In einer Eventualbegründung erwog die Vorinstanz, dass selbst bei einem Unfallhergang nach der Version der Beschwerdeführerinnen (Herausfallen wegen der Verwechslung der WC-Türe mit der Ausstiegstüre) keine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs anzunehmen wäre. Das Selbstverschulden (irrtümliches Öffnen der Ausstiegstüre "B" [die Beschwerdeführerinnen gingen allerdings vom willentlichen Öffnen der Türe "A" aus] in schlaftrunkenem Zustand und bei einer Alkoholisierung von 1,55 Gewichtspromille) wäre nicht derart intensiv, dass damit die Betriebsgefahr der Eisenbahn als Unfallursache völlig in den Hintergrund gedrängt würde. Die Beschwerdeführerinnen rügen auch diese Begründung als willkürlich. Zudem berücksichtige die Vorinstanz die Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht, konkret das Urteil 4A_453/2008 vom 22. Dezember 2008, in dem das Bundesgericht ein den Kausalzusammenhang unterbrechendes Selbstverschulden der Verunfallten bejaht hatte. Die Vorinstanz lasse das Argument unberücksichtigt, wonach in der Gegenüberstellung der Betriebsgefahr der Bahn und dem Verschulden des Opfers erschwerend beim Verschulden von A.________ zu berücksichtigen sei, dass er als professioneller LKW-Fahrer mit den Verhältnissen im Y.________-Begleitwagen vertraut war und deshalb besondere Vorsicht hätte walten lassen müssen. Ohne das Selbstverschulden von A.________, das darin bestehe, die Türe bei fahrendem Zug in schlaftrunkenem und alkoholisiertem Zustand zu öffnen, wäre der Unfall nicht passiert. Bei dieser Variante bestehe die einzige Unfallursache darin, dass der Passagier während der Fahrt die Ausstiegstüre öffnet und dabei herausfällt oder gar aussteigt. Das Selbstverschulden unterbreche somit den Kausalzusammenhang. Beruht der angefochtene Entscheid auf mehreren selbständigen, wenn auch subsidiären Begründungen, muss der Beschwerdeführer dartun, dass jede von ihnen Recht verletzt; andernfalls kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (BGE 133 IV 119). Die Anfechtung der Eventualbegründung durch die Beschwerdeführerinnen ist somit nötig, damit das Bundesgericht auf die Beschwerden eintreten kann. Indessen erübrigt sich eine Beurteilung derselben, da bereits die vorinstanzliche Hauptbegründung, die das angefochtene Urteil selbständig stützt, der bundesgerichtlichen Überprüfung standzuhalten vermochte. Immerhin ist anzumerken, dass es äusserst fraglich erscheint, ob auch die Eventualbegründung einer bundesgerichtlichen Überprüfung standzuhalten vermocht hätte.