Citation: 1C_203/2023 E. 5.4.2

5.4.2. Das Verwaltungsgericht bejahte sowohl ein allgemeines als auch ein konkretes öffentliches Interesse an der Wahrung des Amtsgeheimnisses durch den Beschwerdeführer im Zivilprozess B.2014.55. Es erwog, Art. 320 StGB bezwecke namentlich das reibungslose Funktionieren der Verwaltung und Rechtspflege. Die Vertraulichkeit von kollegialen Beratungen und des unmittelbar der Beratung vorangehenden Verfahrens sei ein Kernelement für ein taugliches Funktionieren des Kollegialprinzips. Sie diene der Effizienz, der offenen Willensbildung, der freien persönlichen Meinungsäusserung und einer umfassenden Information über die einzelnen Geschäfte. Zudem werde durch die Vertraulichkeit die Konsensfindung und eine unabhängige, sachbezogene Behandlung der Geschäfte gefördert, da die Mitglieder des Kollegiums nicht gegenüber der Öffentlichkeit, dem Wahlvolk oder ihren Parteien Rechenschaft über ihre Meinungsäusserungen und ihr Stimmverhalten abgeben müssten. Ausserdem schütze das Amtsgeheimnis das Gemeinwesen - wie im konkreten Fall - davor, dass Insider vom Amtsgeheimnis profitieren könnten.