Citation: 5C.189/2000 15.12.2000 E. 1

1.- Nach Ansicht des Beklagten ist auf die Berufung der Klägerin nicht einzutreten. Zwar sei sie im kantonalen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen und damit formell beschwert; dennoch könne sie kein schutzwürdiges Rechtsschutzinteresse geltend machen. Seine Betreibung durch die Steuerverwaltung sei darauf zurückzuführen, dass die Klägerin ihren Anteil an der Steuerschuld nicht bezahlt habe; diese habe also die Hauptpfändung selbst veranlasst. Zudem seien die Forderungen der Klägerin durch die Pfändung nicht gefährdet. Ob die Klägerin den fraglichen Anteil an der Steuerschuld bezahlen muss, steht nicht fest. Ohnehin wird die Anschlusspfändung durch eine Person, welche die Hauptpfändung im behaupteten Sinn "verursacht" hat, vom Gesetz nicht ausgeschlossen. Die vom Beklagten zitierte Stelle bei Jaeger/ Walder/Kull/Kottmann (Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. Aufl. , Bd. I, Zürich 1997, S. 600 oben), wonach eine privilegierte Person, welche die Pfändung selbst veranlasst hat, sich dieser nicht anschliessen kann, bezieht sich auf den Fall, dass die privilegierte Person selbst das Betreibungsverfahren eingeleitet hat, welches zur Hauptpfändung führte. Wohl liegt der Möglichkeit der privilegierten Anschlusspfändung nach Art. 111 SchKG der Gedanke des Schutzes der privilegierten Personen vor Verlust des Haftungssubstrates infolge Drittpfändungen des Schuldners zugrunde (vgl. Ingrid Jent-Sorensen, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. II, [Hrsg. Adrian Staehelin/Thomas Bauer/Daniel Staehelin], N. 1 zu Art. 111 SchKG), doch setzt die Ausübung des Anschlussrechts nicht den konkreten Nachweis einer entsprechenden Gefährdung voraus. Auf die Berufung ist daher grundsätzlich einzutreten.