Citation: 6S.235/2006 30.06.2006 E. 3

Die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs verletzt kein Bundesrecht. Die Vorinstanz gewichtet zutreffend die strafrechtliche Vorbelastung als äusserst negativ. Der Beschwerdeführer beging seit seiner Jugendzeit bis zu den zu beurteilenden Straftaten regelmässig und teils trotz laufender Strafverfahren sowie während eines Aufenthalts in einem Erziehungsheim strafbare Handlungen. Es kann auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil (S. 12 f.) verwiesen werden. Der Beschwerdeführer wendet sich nicht gegen diese Einschätzung, macht aber geltend, die Vorinstanz übergehe, dass ihn die Arbeit in der Behindertenwerkstatt nachhaltig beeindruckt habe. Dies trifft nach den vorinstanzlichen Feststellungen nicht zu. Vielmehr stellt die Vorinstanz fest, wenn sich jemand derart nachhaltig unbeeindruckt vom staatlichen Straf- und Massnahmensystem und von laufenden Ermittlungsmassnahmen zeige, könne nicht gesagt werden, dass ihn der Vollzug einer vierzehntägigen Gefängnisstrafe mittels gemeinnütziger Arbeit anfangs 2005 nachhaltig beeindruckt habe. Sie misst nicht diesem Umstand, sondern der Anlasstat erhebliche Bedeutung zu. Weiter beurteilt die Vorinstanz die berufliche Situation. Sie kommt zum Ergebnis, die Ausführungen zur eigenen Firma vermöchten nicht zu überzeugen. Auch bei dieser vom Beschwerdeführer als Relativierung seiner Bewährung im Beruf gerügten Einschätzung handelt es sich um für den Kassationshof verbindliche tatsächliche Feststellungen (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie daraus keine entscheidenden Erkenntnisse für das künftige Wohlverhalten zieht. Sie weist auf die mögliche Weiterführung der beruflichen Tätigkeit während des Strafvollzugs hin (Aushilfspersonal, Benutzung des eigenen PCs im Strafvollzug). Sie verkennt dabei nicht, dass der Strafvollzug auch Einfluss auf den Geschäftsgang und Erfolg der Firma haben kann. Diese Erwägungen widersprechen sich nicht. Ferner erachtet die Vorinstanz das soziale Umfeld und die heutige Lebenssituation als noch nicht längerfristig gefestigt. Das Gegenteil ergibt sich nicht aus dem Zusammenleben mit einer Freundin und dem Distanzieren vom alten Freundeskreis. Die Einbindung in die elterliche Familie vermochte ihn bisher nicht von der Delinquenz abzuhalten. Dies genügt somit nicht für eine günstige Prognose. Schliesslich verletzt es kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz im Hinblick auf das Geständnis aus der Reue keine echte Umkehr ableitet. Angesichts des Sachverhalts ist auch die Auffassung bundesrechtlich nicht zu beanstanden, dass der zweieinhalbjährige Zeitraum, in dem der Beschwerdeführer nicht straffällig geworden war, für sich nicht ausreicht, um überzeugt eine günstige Prognose für ein dauerndes Wohlverhalten abgeben zu können. Der Strafvollzug kann allerdings Nachteile wie die Gefährdung einer Beziehung oder einer unternehmerischen Aktivität mit sich bringen. Soweit nicht im Rahmen der Strafempfindlichkeit zu berücksichtigende besondere Härten entstehen, sind diese Auswirkungen als unmittelbare Folge der gesetzlichen Ordnung hinzunehmen. Zusammengefasst erweist sich das bisherige straffällige Verhalten, das der Beschwerdeführer nicht nachhaltig zu hinterfragen in der Lage ist (angefochtenes Urteil S. 16), als derart ausgeprägt, dass es von der angedeuteten persönlichen und beruflichen Neuorientierung nicht aufgewogen wird.