Citation: 6B_57/2024 E. 2.4

2.4. Soweit sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellt, er habe keine Tatherrschaft inne gehabt, weil E.B.________ bereits ohne ihn mit der Tatausführung begonnen habe, ist dies nicht stichhaltig. Die Frage, ob ein Beteiligter an der Tatherrschaft teilhat und deshalb Mittäter ist, entscheidet sich nach der Art des Tatbeitrags. Der Beteiligte muss, damit von einer Tatherrschaft ausgegangen werden kann, in für die Tat massgebender Weise mit dem anderen Täter zusammenwirken. Eine solche Beteiligung kann sich aber auch - wie vorliegend - erst im Verlauf der Tatausführung ergeben (sog. sukzessive Mittäterschaft, vgl. E. 2.2). Wenn der Beschwerdeführer im Weiteren vorbringt, ohne seine Unterstützung wären die drei weiteren Stiche nicht weggefallen, erweist sich dies als nicht belastbare Hypothese, die bereits in Anbetracht der Vorgeschichte nicht zu überzeugen vermag. Zwar war E.B.________ in Bezug auf die Tat die treibende Kraft, doch die Mitwirkung des Beschwerdeführers war aus seiner Sicht ein wesentliches und entscheidendes Element: Unmittelbar bevor er selbst bewaffnet den Beschwerdegegner aufsuchte, versuchte er deshalb, den Beschwerdeführer telefonisch zu erreichen. Als dieser Anrufversuch fehlschlug, beauftragte er seinen Bruder G.B.________ damit, den Beschwerdeführer zum Tatort zu beordern (vgl. hierzu ausführlich E. 1.5.2 f.). Als dieser wenig später am Tatort eintraf und den Beschwerdegegner festhielt, verlieh er der Tat - im Zusammenwirken mit E.B.________ - ihr Gepräge. Er agierte im Rahmen der Tatausführung als dessen Partner und die Bedrohungslage war für den Beschwerdegegner nun, da er sich gleich mit zwei Tätern konfrontiert sah, die koordiniert und arbeitsteilig vorgingen, ungleich grösser. Zu Recht qualifiziert die Vorinstanz unter diesen konkreten Umständen die Mitwirkung des Beschwerdeführers nicht bloss als (untergeordnete) Förderungsmassnahme, sondern als massgeblichen Tatbeitrag. Folglich dringt der Beschwerdeführer auch in diesem Punkt mit seiner Kritik nicht durch. Die Vorinstanz schloss zutreffend auf Mittäterschaft. Der Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher Tötung erweist sich als bundesrechtskonform.