Citation: I 180/05 16.01.2006 E. 3

3.1 Dr. med. E.________ führte in seinem Gutachten vom 6. März 2002 zur Frage einer angepassten Tätigkeit aus, Controlling-Arbeiten "ohne Handhabungen" wären dem Versicherten möglich. Er scheine aber die erforderlichen intellektuellen Voraussetzungen nicht mitzubringen, was in einer entsprechenden Anstalt (z.B. Appisberg) überprüft werden sollte. 3.2 Der Versicherte unterzog sich bereits im Rahmen der stationären Rehabilitation in B.________ vom 28. April bis 26. Mai 1999 einer beruflichen Abklärung. Diese ergab unter Berücksichtigung der Bildung (Grundschule in Bosnien) genügende theoretische Leistungen, eine feinmotorische Veranlagung und gute Handgeschicklichkeit; die Fertigkeiten im handwerklichen Bereich waren für einen langjährigen Bauarbeiter sogar beachtenswert gut. Eine neue berufliche Tätigkeit sei in den Bereichen Metall, Elektro oder Elektronikmontage denkbar, dank guter Grundfähigkeiten würde sich der Versicherte aber auch für viele leichte industrielle Tätigkeiten eignen. Daraufhin setzte die SUVA mit Verfügung vom 16. Juni 2000 ausgehend von ihrer Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP; Nr. 478 [Hilfsarbeiter Papierproduktion], Nr. 590 [Parkwächter, Überwachung von Parkanlagen], Nr. 3317 [Hilfskraft bei der PTT], Nr. 3417 [Billettkontrolleur], Nr. 4611 [Staplerfahrer] und Nr. 5885 [ouvrier d'usine, scieur de mousse]) das zumutbare Invalideneinkommen fest. Nachdem die Ärzte der Rheuma- und Rehabilitationklinik L.________ leichtere Arbeiten, welche das linke Handgelenk nicht stark belasten, ebenfalls als zumutbar erachtet hatten (Bericht vom 4. Oktober 2000), stellte sich in der Abklärung der Eingliederungsstelle der IV heraus, dass (weitere) berufliche Massnahmen oder eine Belastbarkeitsabklärung aussichtslos sein würden da sich der Versicherte standhaft an seinen Schmerz klammere, "welcher ihn daran hindere, länger als zehn Minuten zu stehen, nur kurzes Spazieren zulasse und ihn auch im Sitzen enorm einschränke". Der Beschwerdeführer habe erklärt, in diesem Gesundheitszustand auf gar keinen Fall irgendeine Arbeit annehmen zu können; er warte auf Besserung (Bericht vom 7. Dezember 2000). Indessen zeigte sich anlässlich der Begutachtung durch die Medas, dass leichtere Tätigkeiten, die mehrheitlich mit der rechten Hand durchgeführt werden können und bei denen die linke Hand lediglich stützend und ohne Greiffunktion einzusetzen ist, dem Versicherten im Umfang von 60 % (entsprechend einer Arbeitszeit von täglich fünf Stunden [wobei auch sechs Stunden pro Tag zumutbar wären]) möglich sind (Gutachten vom 3. Juli 2002). Damit aber beschränken sich die zumutbaren Tätigkeiten keineswegs ausschliesslich auf Controlling-Funktionen. Selbst wenn der Versicherte aus intellektuellen Gründen nicht in der Lage wäre, (bestimmte) Controlling-Tätigkeiten auszuüben, ist die verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Erw. 5.1 hienach) auch anderweitig verwertbar. Dies gilt selbst dann, wenn der zum Zeitpunkt der Medas-Untersuchung noch mögliche Einsatz der linken Hand als Hilfsorgan mit angelegter Schiene bei geringem Kraftaufwand bis zum Erlass des Einspracheentscheides weiter eingeschränkt wurde (vgl. dazu Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. P.________ vom 18. Oktober 2004). Denn es deutet nichts darauf hin, dass leichtere, vorwiegend einhändig zu verrichtende Arbeiten nunmehr unmöglich geworden sind (soweit Dr. med. P.________ ausführt, die rechte Hand könne nur noch als Hilfshand eingesetzt werden, ist nach Lage der Akten nicht zweifelhaft, dass es sich dabei um einen Verschrieb handelt; insbesondere dem Schreiben des behandelnden Dr. med. O.________, Allgemein-, Unfall- und Gefässchirurgie, vom 25. Februar 2005 lassen sich keine Hinweise auf eine solch gravierende Verschlechterung bezüglich der rechten Hand entnehmen). Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung, dass nach übereinstimmender Einschätzung der beteiligten Ärzte die derzeitige Schmerzfixierung und fehlende Motivation des Versicherten eine weitere Abklärung zum Vornherein aussichtslos erscheinen lassen, hat die IV-Stelle von einer zusätzlichen Überprüfung der Einsatzmöglichkeiten zu Recht abgesehen.