Citation: 4A_496/2023 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin vermag mit ihren allgemein gehaltenen Ausführungen zu den Voraussetzungen für einen gültigen Verzicht auf Retrozessionen sowie die bundesgerichtliche Rechtsprechung keine Verletzung von Art. 400 Abs. 1 OR aufzuzeigen. Zudem verfängt ihr Einwand nicht, die Vorinstanz habe verkannt, dass die jeweiligen Klauseln der AGB Versionen 04/2013 und 01/2018 in Art. 22 bzw. 26 festhielten, dass sich die Vergütungen von Dritten in der Regel nach dem von der Bank über alle Bankkunden hinweg in einem Produkt gehaltenen Volumen berechneten. Abgesehen davon, dass die im Merkblatt "Vergütungen von Dritten" aufgeführte Höhe der Vertriebsentschädigung "in Prozent des Anlagevolumens (auf Jahresbasis) " angegeben ist und somit auf das vom Kunden angelegte Vermögen Bezug nimmt, legt die Beschwerdeführerin nicht dar, weshalb dem Zedenten die von der Bank bezüglich einzelner Produkte mit Dritten vereinbarte Bezugsgrösse der Berechnung ( "über alle Bankkunden hinweg gehaltene Volumen") konkret verunmöglicht hätte, den Umfang der zu erwartenden Retrozessionen zu erfassen und die damit verbundenen Interessenkonflikte der Bank zu erkennen (vgl. dazu BGE 138 III 755 E. 6.3; 137 III 393 E. 2.4). Auch in diesem Fall handelt es sich um einen Prozentsatz, weshalb anhand der Vorbringen in der Beschwerde nicht erkennbar ist, inwiefern der von der Bank auf dem gesamten Anlagevolumen sämtlicher Bankkunden angewendete prozentuale Anteil nicht auch zur Abschätzung der auf dem vom Zedenten individuell angelegten Volumen vereinnahmten Retrozessionen beigezogen werden könnte. Im Weiteren bringt die Beschwerdeführerin lediglich vor, eine Prozentbandbreite pro Produktkategorie genüge dem gemäss der Rechtsprechung zu Vermögensverwaltungsverträgen vorausgesetzten Erfordernis der Eckwerte der bestehenden Retrozessionsvereinbarungen mit Dritten nicht. Auf die Feststellung im angefochtenen Entscheid, wonach es dem Zedenten jederzeit zustand, vor oder nach einer Investition genauere Informationen zu den Retrozessionen zu verlangen, geht die Beschwerdeführerin in keiner Weise ein. Ihre Vorbringen zu den nach ihrer Ansicht erforderlichen Informationsblättern bezüglich bestimmter Produkte gehen damit an der Sache vorbei. Die Beschwerdeführerin vermag den von der Vorinstanz bejahten Verzicht des Zedenten auf die Herausgabe von Retrozessionen ab Geltung der AGB Version 04/2013 insgesamt nicht als bundesrechtswidrig auszuweisen. Damit braucht auf die umstrittene Frage, ob grundsätzlich auch im Execution only-Verhältnis eine Pflicht zur Herausgabe von Retrozessionen besteht, nicht weiter eingegangen zu werden (dazu bereits Urteil 4A_601/2021 vom 8. September 2022 E. 7.2).