Citation: 6P.94/2004 14.10.2004 E. 8

Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe mit der Verweigerung des bedingten Strafvollzugs Art. 41 StGB verletzt. Soweit er dabei das kantonale Verfahren bemängelt und Fragen im Zusammenhang mit dem Strafantrag aufwirft (vgl. Beschwerde S. 5 und 6 Ziff. 12), ist darauf nicht einzutreten. Zum einen wird das Verfahren vor den kantonalen Gerichten nicht durch das eidgenössische Recht im Sinne von Art. 269 Abs. 1 BStP geregelt, und zum anderen hat die Frage, ob ein gültiger Strafantrag vorliegt, mit der Frage, ob der bedingte Strafvollzug gewährt werden soll, nichts zu tun. Als zulässiges Vorbringen macht der Beschwerdeführer nur geltend, bei ihm handle es sich um einen Ersttäter, der noch nie aus dem gleichen oder aus einem anderen Grund habe bestraft werden müssen (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 11). Massgebend für die Frage des bedingten Strafvollzugs ist, ob Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde bereits durch eine bedingte Strafe von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten, und ob er den gerichtlich oder durch Vergleich festge-stellten Schaden, soweit es ihm zuzumuten war, ersetzt hat (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Bei der Prognose über das zukünftige Verhalten des Täters steht dem kantonalen Sachrichter ein erhebliches Ermessen zu, und das Bundesgericht hebt einen Entscheid nur auf, wenn die Vorinstanz nicht von rechtlich massgebenden Gesichts-punkten ausgegangen ist, wenn sie diese in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens unrichtig gewichtet oder wenn sie unter den zu berücksichtigenden Umständen einzelnen eine vorrangige Bedeutung beigemessen und andere vernachlässigt hat (BGE 128 IV 193 E. 3a). Die Vorinstanz hat festgestellt, der Beschwerdeführer habe während des jahrelang (seit 1991) geführten Verfahrens immer weiter delinquiert. Er habe überhaupt nichts bezahlt und auch nichts unternommen, die Unterhaltsbeiträge herabsetzen zu lassen. Dies zeuge von einer enormen Gleichgültigkeit gegenüber seiner familienrechtlichen Verantwortung für seinen Sohn. Dementsprechend seien auch keinerlei Hinweise auf Einsicht und Reue ersichtlich. Über das Vorleben sei wenig bekannt. Sein Verhalten im vorliegenden Verfahren müsse als querulatorisch und unkooperativ bezeichnet werden. Mit der ersten Instanz sei es aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers im Verfahren und dessen Ausführungen zur Sache schlechthin ausgeschlossen, ihm eine günstige Prognose für zukünftiges Wohlverhalten zu stellen. Davon dass er in Zukunft seinen familienrechtlichen Pflichten nachkommen werde, könne beim besten Willen nicht ausgegangen werden (vgl. angefochtener Entscheid S. 29 und 30; zum Verhalten des Beschwerdeführers während des Verfahrens vgl. überdies angefochtener Entscheid S. 7 - 13). Der Beschwerde ist nichts zu entnehmen, was die ungünstige Prognose der Vorinstanz als unrichtig erscheinen liesse. Insbesondere behauptet der Beschwerdeführer nicht einmal, er werde im Gegensatz zur Annahme der Vorinstanz in Zukunft versuchen, seinen Unter-haltspflichten nachzukommen. Davon, dass unter diesen Umständen einem Ersttäter der bedingte Strafvollzug nicht verweigert werden dürfte, kann nicht die Rede sein. Die Vorinstanz hielt sich mit ihrem Entscheid jedenfalls im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens.