Citation: I 367/03 06.02.2004 E. 6

6.1 In Änderung der Rechtsprechung hat das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 127 V 353 erkannt, dass es auch in Verfahren, in welchen es nicht an die vorinstanzliche Feststellung des Sachverhalts gebunden ist (Art. 132 lit. b OG), im Lichte von Art. 108 Abs. 2 OG grundsätzlich unzulässig ist, nach Ablauf der Beschwerdefrist neue Beweismittel beizubringen, es sei denn, dass ausnahmsweise ein zweiter Schriftenwechsel (Art. 110 Abs. 4 OG) angeordnet wurde. Namentlich ist es nicht zulässig, dass eine Person in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ihre Absicht kundtut, nach Ablauf der Beschwerdefrist ein künftiges Beweismittel einzureichen, oder dass sie zu diesem Zweck die Sistierung des Verfahrens beantragt. Zu berücksichtigen sind in der Regel nur solche Eingaben, die dem Gericht innert der gesetzlichen Frist (Art. 106 Abs. 1 OG) vorliegen. Anders verhält es sich lediglich dann, wenn die nach Ablauf der Beschwerdefrist oder nach Abschluss eines zweiten Schriftenwechsels unaufgefordert eingereichten Schriftstücke neue erhebliche Tatsachen oder schlüssige Beweismittel enthalten, welche eine Revision im Sinne von Art. 137 lit. b OG zu rechtfertigen vermöchten. 6.2 Diese zuletzt genannten Voraussetzungen erfüllen die mit Eingaben vom 5. Juni, 1. September und 24. Oktober 2003 ins Recht gelegten Berichte der Frau Dr. med. C.________, des Dr. med. D.________, des PD Dr. med. F.________ und der Chirurgischen Klinik der S.________ AG nicht. Noch am 3. Juli 2003 berichtete Dr. med. D.________ als Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie FMH und Spinale Chirurgie dem Hausarzt Dr. med. B.________, die Resultate einer am 17. Juni 2003, also mehr als ein Jahr nach dem Verfügungszeitpunkt durchgeführten Diskographie (Röntgenkontrastdarstellung der Bandscheibe) auf Höhe L4 und L5 sowie L5/S1 seien klar als negativ zu bewerten. Mit grosser Zurückhaltung erklärte er sich "allenfalls" bereit, einen Fixateur externe anzulegen, falls bei einer zusätzlichen Untersuchung unter Beteiligung eines Kinesiologen doch noch eine Instabilität aufgezeigt werde. Sollten nach dem Anlegen einer solchen Konstruktion die Beschwerden nachweislich zurückgehen, könne dann eine Operation diskutiert werden. Gegenwärtig sei er einer operativen Therapie gegenüber äusserst zurückhaltend eingestellt. Im Bericht von PD Dr. med. F.________, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie FMH und Spinale Chirurgie im Rückenzentrum T.________, vom 19. August 2003 an Dr. med. B.________ war nach der Durchführung der erwähnten zusätzlichen Untersuchung als Diagnose immer noch ein "chronisches lokales Schmerzsyndrom" aufgeführt. Nach dem Montieren des probatorischen (d.h. zur Klärung der Diagnose angebrachten) Fixateur externe L4 auf S1 am 30. September 2003 lautete die Diagnose zunächst ebenfalls noch auf "Chronisches lokales lumbales Schmerzsyndrom (M54.5)" (Operationsbericht des PD Dr. med. F.________ vom 30. September 2003), also nach der Terminologie der ICD-10-Klassifikation auf "Kreuzschmerz" (resp. "Lendenschmerz", "Lumbago", "Überlastung in der Kreuzbeingegend"). In der betreffenden Krankheitsgruppe M54 werden die verschiedenen Arten von Rückenschmerzen zusammengefasst, die nicht Bandscheibenschäden oder sonstigen Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens (d.h. den Krankheitsgruppen M50-M53) zuzuordnen sind. Da die Diagnose eines Bandscheibenschadens sich somit trotz zwischenzeitlich intensiver medizinischer Untersuchungen erstmals eineinhalb Jahre nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung im provisorischen Austrittsbericht der Chirurgischen Klinik der Spital S.________ AG vom 8. Oktober 2003 findet, wäre diese Diagnose, selbst wenn sie gesichert würde, auf Grund des Gesagten nicht als neue erhebliche Tatsache zu werten, die eine Revision im Sinne von Art. 137 lit. b OG zu rechtfertigen vermöchte.