Citation: 8C_336/2015 E. 4.4

4.4. Die Vorinstanz stellte fest, dass sich neurologisch gemäss den Berichten des Prof. Dr. med. E.________ und der Frau Dr. med. C.________ vom 18. März und 4. April 2013 kein zu den subjektiven linksseitigen Kreuz- und Hüftschmerzen und der bildgebend dargestellten kleinen caudal-luxierten Diskushernie L4/5 passendes Korrelat finden liess, was zu den Diagnosen eines lumbovertebralen Schmerzsyndroms bei mehretagerer Osteochondrose der LWS und einer leichten intervertebralen Gelenksarthrose sowie einer sekundären Fehlhaltung und Fehlfunktion sowie einer beidseitigen Coxarthrose führte. Eine hierauf abgestützte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit liess sich den vorliegenden fachärztlichen Berichten aber nicht entnehmen, worauf der RAD-Arzt B.________ zutreffend in seiner Stellungnahme vom 18. April 2013 hinwies. Der Hausarzt Dr. med. K.________ betonte überdies in seinem Bericht vom 6. Mai 2013 die Schwierigkeit der Beurteilung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit wegen des fluktuierenden Verlaufs der Schmerzproblematik und schlug ein stationäres Schmerzbewältigungsprogramm oder einen Arbeitsversuch an einem geschützten Arbeitsplatz vor, um entweder die Schmerzsituation zu verbessern oder die Arbeitsfähigkeit effektiv zu überprüfen. Weder die eine noch die andere Massnahme liess die IV-Stelle ausweislich der Akten durchführen. Wie in der Beschwerde zu Recht gerügt wird, hätte die Vorinstanz die Auffassung des RAD-Arztes, diese hausärztlichen Aussagen bestätigten seine eigene Einschätzung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit seit dem 1. Oktober 2012, nicht als einleuchtend und überzeugend werten dürfen. Solches lässt sich weder den Hausarztberichten noch den übrigen medizinischen Unterlagen entnehmen. Eine eigene Untersuchung nahm der RAD-Arzt überdies nicht vor. Weder die vorinstanzlich als massgebend erachteten RAD-Berichte noch einer der anderen Arztberichte ist demnach hinsichtlich der streitigen Belange umfassend, da sich in keinem der Berichte eine fundierte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit findet, wobei der Neurologe Prof. Dr. med. E.________ in seinem Bericht vom 18. März 2013 festhielt, dass eine solche nicht Gegenstand der Untersuchung gewesen sei. Obwohl seitens der Fachärzte nicht geklärt werden konnte, worauf die geltend gemachten Schmerzen zurückzuführen sind, wurde die Versicherte nie gutachterlich untersucht. Zusammenfassend basieren die den RAD-Berichten zu Grunde gelegten Arbeitsfähigkeitsschätzungen auf einer ungenügend abgeklärten medizinischen Sachlage, wenn der Hausarzt Massnahmen zur Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vorschlägt sowie fachärztlicherseits keine oder nicht umfassende Zumutbarkeitsbeurteilungen vorliegen und es der Verwaltungsarzt bei dieser Sachlage unterliess, eine eigene Untersuchung der Versicherten vorzunehmen. Damit entsprechen die RAD-Berichte nicht den praxisgemässen Anforderungen an einen Arztbericht mit massgebendem Beweiswert, was die Beschwerdeführerin bereits im kantonalen Gerichtsverfahren zu Recht einwendete. Die Stellungnahmen der in die Behandlung involvierten Ärzte sind, wie erwähnt, ebenfalls unvollständig. Bei dieser Aktenlage greift der Schluss des kantonalen Gerichts, es bestehe kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden, zu kurz. Mit Blick auf die in wesentlichen Punkten unvollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts ist die Sache an die Vorinstanz zurück zuweisen, damit sie die offenen Fragen zu Diagnosen, Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit der Versicherten mittels Einholung eines polydisziplinären Gutachtens veranlasse und gestützt darauf neu entscheide. Dabei ist gutachterlich festzustellen, inwieweit eine organische Grundlage zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führt und ob allenfalls eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbares psychosomatisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3 S. 13) eine gesundheitlichen Beeinträchtigung mit Auswirkung auf die funktionelle Leistungsfähigkeit begründet, was auch psychiatrisch abzuklären ist (unter Beachtung des kürzlich ergangenen Urteils 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015).