Citation: 6B_1439/2022 E. 3.3

3.3. Damit vermag der Beschwerdeführer die Vermutung der verspäteten Einreichung der Beschwerde am 2. Dezember 2022 jedoch nicht zu widerlegen; denn es obliegt den Parteien, auch die Beweismittel der Fristwahrung rechtzeitig, d.h. vor Ablauf der Rechtsmittelfrist, zu erbringen oder zumindest in den Rechtsschriften zu bezeichnen (vorstehend E. 2). In der konkreten Beschwerdeeingabe, den Beschwerdebeilagen oder auf dem an das Bundesgericht adressierten Briefumschlag der Eingabe fehlt es indessen an jeglichem Nachweis der Übergabe der Sendung an die Schweizerische Post am 1. Dezember 2022. Die vom 13. Dezember 2022 datierende Erklärung der Poststelle St-François/Lausanne wurde zudem erst nach Ablauf der Rechtsmittelfrist erstellt; schon aus diesem Grund kommt sie als Beweis für eine rechtzeitige Postaufgabe der Beschwerde nicht in Betracht. Das Postdokument ist als solches aber auch deshalb als Beweis untauglich, weil es über eine blosse Behauptung, die Sendung sei rechtzeitig aufgegeben worden, nicht hinausgeht. Auch der Umstand, dass die Beschwerde "Einschreiben R Inland" am Morgen des 2. Dezember 2022 um 08:02 Uhr von der Verarbeitungs-/Abholstelle der Post elektronisch erfasst und verarbeitet wurde, vermag schliesslich eine rechtzeitige Postaufgabe am 1. Dezember 2022 nicht zu beweisen. Das Gericht darf nicht auf blosse Wahrscheinlichkeit hin urteilen oder auf nur glaubhaft gemachte und somit nicht bewiesene Sachbehauptungen abstellen (BGE 119 V 7 E. 3c/aa). Der direkte Beweis der Postübergabe innert Frist ist damit nicht erbracht.