Citation: 4A_278/2014 E. 4.2

4.2. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz sandte D.________ am 1. März 2011 I.________, einem damaligen Direktor der Beschwerdeführerin, einen Vertragsentwurf zu, der dem Mandatsvertrag zwischen der Beschwerdeführerin und E.________ nachempfunden war und in nur wenigen Punkten davon abwich. Mit E-Mail vom 29. April 2011 habe I.________ D.________ mitgeteilt, dass er den Vertragsentwurf der Rechtsabteilung zur Genehmigung weiterleiten werde. In der Folge sei aber nie ein Vertrag unterzeichnet worden, wobei der Entwurf weder ausdrücklich abgelehnt, noch ausdrücklich angenommen worden sei. Entsprechend verneinte die Vorinstanz das Vorliegen einer ausdrücklichen Abrede. Sie nahm aber weiter an, es sei eine konkludente Einigung zwischen den Parteien zustande gekommen. Durch den Vertragsentwurf habe D.________ der Beschwerdeführerin mitgeteilt, welches Honorar er für seine Arbeit als Aktuar verlange, nämlich eine Jahrespauschale von Fr. 240'000.--, welche in vierteljährlichen Raten zu vergüten sei. Mit E-Mail vom 16. März 2011 habe I.________ D.________ darüber informiert, dass die Beschwerdeführerin zuerst die Kündigungsbestätigung betreffend dessen Ausscheiden bei E.________ benötige, dann könne sie ihrerseits das Mandat bei E.________ kündigen und darauf den Vertrag mit ihm selber abschliessen. Der Umstand, dass I.________ den Vertragsentwurf nicht zurückgewiesen, sondern zur Genehmigung an die Rechtsabteilung weiter geleitet habe, spreche dafür, dass er selber damit einverstanden gewesen sei. D.________ habe daher nach dem Vertrauensprinzip davon ausgehen dürfen, dass er seine Arbeiten als Aktuar aufgrund der Konditionen im Vertragsentwurf erbringen könne. Dass I.________ keine Einzelzeichnungsberechtigung besass, stehe dem nicht entgegen, denn in den E-Mail-Verkehr mit D.________ seien stets auch weitere Verantwortliche der Beschwerdeführerin einbezogen worden, namentlich auch zwei weitere Direktoren. D.________ sei daher auf der Basis einer Jahrespauschale von Fr. 240'000.-- zu entschädigen. Die Entschädigung sei quartalsweise pro rata temporis geschuldet. Die Jahrespauschale von Fr. 240'000.-- sei daher für die Zeitspanne zwischen dem 1. Juni 2011 und dem 19. Oktober 2011 (141 Tage) - welche ohnehin in etwa der Zeitspanne eines Quartals entspreche - pro rata temporis zu reduzieren, was einen Betrag von Fr. 92'712.30 ergebe (Fr. 240'000.-- : 365 x 141). Bei der Berechnung der eingeklagten pro-rata-Summe von Fr. 100'759.57 (inkl. MWST) gemäss "Final Invoice" vom 27. Januar 2012, habe die Beschwerdegegnerin die mit den Rechnungen vom 30. September 2011 und 31. Oktober 2011 bereits fakturierten Beträge von Fr. 13'615.20 und Fr. 1'200.-- (je exkl. MWST) abgezogen. Diese Beträge seien somit nicht eingeklagt und daher auch von dem nun errechneten pro rata Betrag von Fr. 92'712.30 zu subtrahieren. Es verbleibe somit ein geschuldeter Betrag von Fr. 77'897.10 bzw. Fr. 84'128.90 (inkl. MWST).