Citation: 6B_1234/2023 E. 3.8.5

3.8.5. Gemäss der aus dem Ausländerrecht stammenden "Zweijahresregel" bedarf es bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr ausserordentlicher Umstände, damit das private Interesse des Betroffenen an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an einer Ausweisung überwiegt. Dies gilt grundsätzlich sogar bei bestehender Ehe mit einer Schweizerin oder einem Schweizer und gemeinsamen Kindern (Urteile 6B_1248/2023 vom 9. April 2024 E. 3.4; 6B_890/2023 vom 29. Januar 2024 E. 2.2.7; 6B_709/2022 vom 4. Oktober 2023 E. 3.2.2; je mit Hinweisen). Wenn der Beschwerdeführer im Sinne eines Umkehrschlusses aus dieser Regel ableiten will, bei einem schweren persönlichen Härtefall in Kombination mit der vorliegend ausgefällten Freiheitsstrafe von (bloss) 12 Monaten nehme das öffentliche Interesse an einer Wegweisung gegenüber seinen privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz massiv ab, ist dies nicht stichhaltig. Eine solche allein auf dem Strafmass basierende Vermutung lässt sich mit dem Ausnahmecharakter der Härtefallklausel nach Art. 66a Abs. 2 StGB und deren restriktiven Anwendung nicht vereinbaren.