Citation: 5A_993/2020 E. 4.1

4.1. Das Bezirksgericht hat festgestellt, der Beschwerdeführer sei privater Betreuer und Pfleger (ab 1997), amtlicher Beistand (ab 2009), Generalbevollmächtigter (ab 2013) und Vorsorgebeauftragter (ab 2014) der Erblasserin, in deren Wahrnehmung aber wesentlich mehr gewesen. In ihren Briefen spreche die Erblasserin von Liebe, die sie vom Beschwerdeführer bekomme, und von Freundschaft, die zwischen ihnen bestehe. Der Beschwerdeführer habe sie von ihrem Leiden "erlöst". Aus den Worten gehe klar hervor, dass sich die Erblasserin ein Leben ohne ihn nicht mehr hätte vorstellen können, und die Wortwahl wie z.B. "Liebe" oder "Freundschaft" zeige, dass gewisse Grenzen, die zwischen einer Person und ihrem Pfleger oder Beistand zu erwarten wären, überschritten worden seien. Für die Erblasserin sei der Beschwerdeführer keineswegs nur ein Pfleger oder Beistand gewesen, sondern wesentlich mehr (E. 2.5.3d S. 45 f.). Grundlage der Beziehung zur Erblasserin für den Beschwerdeführer, so hat das Bezirksgericht dafürgehalten, sei der Stundenansatz von Fr. 50.-- zuzüglich Spesen nach Aufwand gemäss einem Betreuungs- und Pflegevertrag vom 18. Januar 2010 gewesen, den die damalige vormundschaftliche Aufsichtsbehörde nicht genehmigt habe. Der Beschwerdeführer habe auch nicht vertragsgemäss abgerechnet und im Durchschnitt (Januar 2011 bis Februar 2015) Fr. 4'793.50 pro Monat für seine Betreuungs- und Pflegedienstleistungen erhalten. Der dafür getätigte Aufwand habe einem Arbeitspensum von ca. 50 % entsprochen (E. 2.5.4a S. 46 f.). Weiter habe der Beschwerdeführer am 21. August 2014 von der Erblasserin Fr. 200'000.-- geschenkt erhalten und die Schenkung angenommen, ohne als Beistand die Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde einzuholen, die auch nachträglich nicht erteilt worden sei. Erst als die Beschwerdegegner den Beschwerdeführer mittels Klage dazu aufgefordert hätten, habe der Beschwerdeführer die Fr. 200'000.-- zurückbezahlt (E. 2.5.4c S. 50). Als Zahlungstotal hat das Bezirksgericht festgehalten, dass zwischen Januar 2011 und Februar 2015 aus dem Vermögen der Erblasserin insgesamt Fr. 443'175.-- an den Beschwerdeführer gegangen seien (E. 2.5.4e S. 51). In seiner Gesamtwürdigung hat das Bezirksgericht die Aussage des Beschwerdeführers, die Erblasserin habe ihm sehr am Herzen gelegen, nicht übersehen, der Behauptung aber die Tatsache gegenübergestellt, dass sich der Beschwerdeführer von der Erblasserin für seine Dienste als Privatpfleger grosszügig entlöhnen liess, ohne vertragsgemäss abzurechnen und ohne die als Beistand der Erblasserin erforderlichen behördlichen Genehmigungen einzuholen. Es könne deshalb, so hat das Bezirksgericht dargelegt, nicht von einer wahren Freundschaft des Beschwerdeführers gegenüber der Erblasserin gesprochen werden. Ebenfalls ins Gewicht fielen die auffälligen Parallelen zwischen den Testamenten der Erblasserin und von J.________, die vom Beschwerdeführer ebenfalls gepflegt und betreut worden sei und ihm am 22. Juni 2001 eine Wohnliegenschaft als Vermächtnis ausgerichtet habe (für Einzelheiten: E. 2.5.5 S. 51 ff.). Auch wenn das genaue Zustandekommen der Testamente nicht mehr geklärt werden könne, könnten die Parallelen nur dadurch erklärt werden, dass der Beschwerdeführer die beiden Frauen diesbezüglich beeinflusst oder zumindest beraten habe. Auch unter Berücksichtigung dieser Tatsache könne nicht von einer bedingungslosen, wahren Freundschaft zwischen dem Beschwerdeführer und der Erblasserin gesprochen werden. Der Beschwerdeführer sei seiner Aufklärungspflicht, dass es ihm lediglich um Pflegedienstleistungen gegen Geld gehe, nicht nachgekommen. Vielmehr habe er die Erblasserin in der Fehlvorstellung gelassen, seine Bemühungen beruhten auf echter Freundschaft und Zuneigung. Nicht wirklich von Belang sei somit die Tatsache, dass sich die Verwandten der Erblasserin in den letzten Jahren ihres Lebens eher spärlich um sie gekümmert hätten. Massgeblich sei vielmehr das Verhalten des Beschwerdeführers und die fehlende Aufklärung seinerseits trotz entsprechender Pflicht (E. 2.5.6 S. 55 f. des bezirksgerichtlichen Entscheids).