Citation: 1C_415/2023 E. 7.3.3

7.3.3. Das Bundesgericht stützt sich für die Beurteilung von Gutachten im Bereich des Umweltrechts massgeblich auf die Stellungnahmen des BAFU. Diesen kommt aufgrund der besonderen Sachkunde des Bundesamts als Umweltschutzfachinstanz des Bundes (Art. 42 Abs. 2 USG) erhebliches Gewicht zu. Dies gilt insbesondere für methodische Fragen in Bereichen, in denen das BAFU Messempfehlungen, Berechnungsprogramme oder andere Vollzugshilfen erlässt (BGE 145 II 70 E. 5.5). Vorliegend besteht keine Veranlassung, hinsichtlich der Beurteilung der Übermässigkeit der Geruchsimmissionen von der Einschätzung des BAFU abzuweichen. Wie dieses überzeugend darlegt, wurde im Geruchsgutachten vom Juni 2016 mit der Modellrechnung anhand einer geeigneten Methode in nachvollziehbarer Weise abgeklärt, ob übermässige Geruchsimmissionen zu erwarten sind. Demgegenüber vermögen die Beschwerdeführenden mit ihren Vorbringen die Glaubwürdigkeit des Geruchsgutachtens nicht ernsthaft zu erschüttern (vgl. E. 2.2 hiervor). Nicht überzeugend ist namentlich der Einwand, die Methode der Modellrechnung sei für die Beurteilung der Übermässigkeit der Immissionen im vorliegenden Fall ungeeignet gewesen. Weder zeigen sie näher auf, dass vorliegend die topographische Situation oder die Grösse der Geruchsquellen eine Modellrechnung von vornherein verunmöglichen würde, noch schliesst die BAFU Geruchsempfehlung eine Modellrechnung bei bereits erstellten Anlagen per se aus. Den Beschwerdeführenden ist zwar insofern zuzustimmen, als die vom Gutachter durchgeführten Untersuchungen laut dessen eigener Aussage nicht geeignet seien zu entscheiden, ob eine übermässige Geruchsbelastung vorliege oder nicht; dies könne wegen der kleinräumigen Situation mit verschiedenen Geruchsquellen kombiniert mit einer eher komplexen meteorologischen Situation nur mit einer Befragung [gemeint wohl: Begehung] mit ortsfremden Probanden entschieden werden (S. 45 f. des Geruchsgutachtens). Abschliessend erklärt der Gutachter jedoch auch, er halte angesichts der Abschätzung der Häufigkeiten der Windrichtungen an den Immissionspunkten bei den Wohngebäuden der Beschwerdeführenden eine Überschreitung der massgeblichen Geruchsstunden durch die Emissionen des Betriebes des Beschwerdegegners für unwahrscheinlich (S. 46 des Geruchsgutachtens). Diese auf dem sorgfältig erstellten Gutachten beruhenden Schlussfolgerungen erachtet auch das BAFU als nachvollziehbar. Übermässige Geruchsimmissionen bei den Wohnungen der Beschwerdeführenden können damit zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, erscheinen aufgrund der Umstände jedoch unwahrscheinlich. Insofern durfte die Vorinstanz ohne Willkür gestützt auf das Gutachten darauf schliessen, dass eine übermässige Geruchsbelastung unwahrscheinlich erscheine.