Citation: 4C.402/2006 27.02.2007 E. B

Rund 11 Jahre später, am 21. Juli 1999, reichte die Klägerin beim Bezirksgericht Aarau gegen die Versicherung Y.________ (Beklagte), die Haftpflichtversicherung der Unfallverursacherin, eine Schadenersatz- und Genugtuungsklage ein. Sie verlangte die Verpflichtung der Beklagten zur Bezahlung von Fr. 300'000.-- nebst Zins zu 5 % seit 6. Dezember 1988 als Teilleistung aus dem Verkehrsunfall vom 6. Dezember 1988. Mit Urteil vom 27. November 2002 wies das Bezirksgericht Aarau die Klage ab. Auf Appellation der Klägerin hin hob das Obergericht des Kantons Aargau dieses Urteil am 18. September 2003 auf und wies die Sache zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen an das Bezirksgericht zurück. Daraufhin ordnete das Bezirksgericht beim Zentrum für medizinische Begutachtung (MEDAS) ein Gutachten an. Dieses wurde am 23. Dezember 2005 erstattet. Das Gutachten hält fest, es habe sich um einen effektiv bagatellären Unfall ohne Kopfanprall oder Bewusstlosigkeit der Versicherten, mithin ohne milde traumatische Hirnschädigung gehandelt. Hirnorganische Unfallfolgen seien nicht eingetreten. Aus psychiatrischer Sicht sei es zu einer komplexen Anpassungsstörung gekommen, bei der im Verlauf der Zeit zunehmende unfallfremde Faktoren hinzugetreten seien (S. 31). Im somatischen Bereich fänden sich keine stichhaltigen Gründe, die eine unfallbedingte Verminderung der Erwerbsfähigkeit der Klägerin im Haushalt begründen könnten. Weiter bestehe ein affektives Syndrom, das die Klägerin in ihrer Erwerbsfähigkeit im Haushaltbereich einschränke. Diese Einschränkung werde auf gesamthaft zirka 30% geschätzt. Am 5. April 2006 entschied das Bezirksgericht erneut, hiess die Klage teilweise gut und verpflichtete die Beklagte, der Klägerin Schadenersatz in der Höhe von Fr. 160'531.80, eine Genugtuung von Fr. 5'333.35 und aufgelaufene Zinsen bis zum Urteilszeitpunkt von Fr. 41'742.50, total Fr. 207'607.65, sowie Zinsen zu 5 % auf Fr. 165'865.15 seit 5. April 2006 zu bezahlen. Dagegen appellierten beide Parteien an das Obergericht des Kantons Aargau. Dieses wies die Appellation der Klägerin mit Urteil vom 21. September 2006 ab, soweit es darauf eintrat. Gleichzeitig hiess es die Appellation der Beklagten teilweise gut und sprach der Klägerin Schadenersatz in der Höhe von Fr. 142'121.60 nebst verschiedenen Zinsbetreffnissen und eine Genugtuung von Fr. 10'000.-- nebst Zins zu 5 % ab 6. Dezember 1988 zu. Wie das Bezirksgericht bejahte es den natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 6. Dezember 1988 und dem Schaden der Klägerin. Anders als das Bezirksgericht, das den Schadenersatz um einen Drittel gekürzt hatte, nahm es gestützt auf Art. 44 Abs. 1 OR in Berücksichtigung der unfallfremden Schadensursachen eine Reduktion um zwei Drittel vor.