Citation: 6B_663/2019 E. 3.2

3.2. In materieller Hinsicht macht der Beschwerdeführer geltend, die Verurteilung wegen versuchter einfacher Körperverletzung verletze den Grundsatz der freien Beweiswürdigung und die Unschuldsvermutung. Der Nachweis, dass er, wie die Vorinstanz meine, "die tätliche Auseinandersetzung mit dem Faustschlag initiiert" haben solle (angefochtenes Urteil S. 19 f. E. 6.4), sei nicht geführt. Es sei sein Kontrahent gewesen, der ihn aufgesucht habe. Wenn ein aggressiver Täter ins Haus eines Bürgers eindringen wolle, habe dieser ein Notwehrrecht. Der Strafkläger sei denn ja auch selbst wegen einfacher Körperverletzung rechtskräftig verurteilt worden. Die Vorinstanz habe ihm das Recht zur Notwehr bundesrechtswidrig abgesprochen. Hinzu komme, dass das Obergericht auf einen Zeugen abstelle, der nichts gesehen habe, weil er erst nachträglich hinzugekommen sei. Gemäss dessen Aussagen habe er nur noch das Gerangel am Boden mitbekommen. Insgesamt hätte die Vorinstanz rechtserhebliche Zweifel an einer Täterschaft des Beschwerdeführers haben müssen. Zudem sei nicht erstellt, woher die Verletzung des Strafklägers rühre. Arztbericht und Fotodokumentation stimmten nicht überein. Ein Faustschlag führe nicht zu einer kleinen Schürfwunde, wie sie der Arzt festgestellt habe. Die Vorinstanz hat eine Notwehrsituation zu Recht verneint, nachdem sie festgestellt hat, dass die tätliche Auseinandersetzung vom Beschwerdeführer begonnen wurde (vgl. angefochtenes Urteil S. 17 E. 4.4.2). Es erschliesst sich wiederum nicht, weshalb diese tatsächliche Feststellung auf falscher Beweiswürdigung beruhen sollte. Die Aussage des angesprochenen Zeugen war nicht ausschlaggebend (vgl. angefochtenes Urteil S. 9 ff. E. 4.2 und 4.3). Die vorinstanzlich dem Faustschlag zugeschriebene Wunde des Strafklägers (S. 8 f. E. 3 und S. 18 E. 6.2.1) ist ihrer Natur nach nicht von vornherein unvereinbar mit einem Faustschlag.