Citation: 6B_736/2024 E. 2.4.13

2.4.13. Gleiches gilt im Zusammenhang mit den vorinstanzlichen Ausführungen zum Verhalten der Beschwerdeführerin nach der Tat bzw. beim Auffinden des Opfers. Während die Vorinstanz dem Anruf der Beschwerdeführerin bei der Haushaltshilfe des Opfers keine massgebliche Bedeutung beimisst, begründet sie schlüssig, weshalb die Aussagen der Beschwerdeführerin zu ihrem Tagesablauf vor Betreten der Wohnung des Opfers zumindest Fragen aufwerfen würden. Ferner erläutert die Vorinstanz nachvollziehbar, dass in der Situation, in der man mit einem solch schrecklichen Anblick konfrontiert wird, wie sich am Tatort bot, zu erwarten wäre, dass die erste, instinktive Reaktion dem Schutz und der Sicherheit des eigenen Kindes gilt - namentlich, das Kind vor dem Anblick abzuschirmen, es in Sicherheit zu bringen und anschliessend Alarm zu schlagen. Dies sei umso mehr zu erwarten, als eine von dem Anblick überraschte Person nicht wissen könne, ob für das eigene Kind und sie selbst noch eine akute Gefahr bestehe resp. ob sich die Täterschaft noch in der Wohnung aufhalte. Dass die Beschwerdeführerin entgegen diesem zu erwartenden Instinkt mit ihrem Sohn die Wohnung betreten und sich durch den blutverschmierten Bereich zum Opfer begeben habe, während ihr Sohn sich dies habe ansehen müssen, sei - trotz geltend gemachtem Schockzustand - absolut unverständlich. Dieses unerklärliche Verhalten der Beschwerdeführerin deute stark darauf hin, dass sie einzig im Sinn gehabt habe, auf die Spurenlage einzuwirken, und dass sie zudem gewusst habe, dass für sie und ihren Sohn keine Gefahr mehr bestanden habe (Urteil S. 91 f.). Diese Beurteilung des erwiesenen Verhaltens der Beschwerdeführerin ist unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden, zumal sich die Beschwerdeführerin nicht näher mit der vorinstanzlichen Begründung auseinandersetzt. Gleiches gilt hinsichtlich der vorinstanzlichen Ausführungen zum weiteren Verhalten der Beschwerdeführerin (auf das Opfer legen, dessen Hemd öffnen, wiederholtes Betreten des Tatorts), woraus die Vorinstanz nachvollziehbar schliesst, es liege die Vermutung nahe, dass es ihr damit ebenfalls um die Kontamination der Spuren gegangen sei. Schliesslich legt die Vorinstanz ausführlich anhand der Aussagen der Beschwerdeführerin und ihres Sohnes dar, weshalb sie als erstellt erachtet, dass die Beschwerdeführerin nach dem Auffinden des im Blut am Boden liegenden Opfers den ebenfalls mit Blut verschmierten Baseballschläger behändigte und diesen ihrem damals neunjährigen Sohn überreichte (Urteil S. 92 ff.). Im vorinstanzlichen Schluss, dieses Verhalten sei nicht nachvollziehbar und lasse sich wiederum nur damit erklären, dass die Beschwerdeführerin bewusst auf die Spurenlage habe einwirken wollen, vermag die Beschwerdeführerin mit ihren rein appellatorischen Ausführungen keine Willkür aufzuzeigen. Dabei wird nicht verkannt, dass Menschen unter situationsbedingten Schock- und Stresssituationen unterschiedlich handeln können, womit auch einer allfälligen Ambivalenz der Indizien hinreichend Rechnung getragen wird. Insgesamt ist die vorinstanzliche Würdigung, wonach das Verhalten der Beschwerdeführerin auch in Berücksichtigung eines allfälligen Schockzustands nicht nachvollziehbar und nur damit zu erklären sei, dass sie auf die Spurenlage habe einwirken wollen, was als Indiz für deren Täterschaft zu werten sei (Urteil S. 91 ff.), nicht zu beanstanden.