Citation: 8C_97/2007 17.03.2008 E. 3

Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der SUVA für die Schulterbeschwerden links und dabei namentlich der natürliche Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom Juli 1998. 3.1 In sorgfältiger und einlässlicher Würdigung der medizinischen Aktenlage hat das kantonale Gericht insbesondere gestützt auf das von der SUVA eingeholte Gutachten der Dres. med. P.________ und H.________ vom 20. Mai 2005 sowie auf den Ergänzungsbericht des Dr. med. P.________ vom 30. November 2006 überzeugend dargelegt, dass die Schulterbeschwerden mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als unfallkausal zu betrachten sind und die SUVA daher leistungspflichtig ist. Auf die entsprechenden Erwägungen kann verwiesen werden. 3.2 Soweit die SUVA in der Beschwerde - wie erstmals im vorinstanzlichen Verfahren - das Unfallereignis überhaupt in Frage stellt, vermag diese Haltung mit dem kantonalen Gericht nicht als überzeugend qualifiziert werden, ging doch die Unfallversicherung bis und mit Einspracheentscheid selber von der Richtigkeit der Angaben des Versicherten aus. Allein aus dem Umstand, dass der Beschwerdegegner nicht unmittelbar oder kurze Zeit nach dem Unfallereignis vom Juli 1998, sondern erst am 19. November 1999 wegen akuter Schmerzen einen Arzt aufgesucht hatte, kann nicht auf das Fehlen eines entsprechenden Ereignisses geschlossen werden. Wie die Vorinstanz ausführt, nehmen die verschiedenen medizinischen Berichte und Gutachten, auch Berichte der Kreis- und Fachärzte der SUVA, auf den Vorfall vom Juli 1998 bzw. auf das Schultertrauma vom Juli 1998 und auf die Kausalität mit den Schulterbeschwerden Bezug. Zudem wurde das Ereignis in der Unfallmeldung der Arbeitgeberin vom 26. November 1999 und anlässlich der Besprechung vom 15. Februar 2000 plausibel geschildert, wobei der Betriebsinhaber die Angaben des Versicherten bestätigt und erwähnt hat, letzterer habe ihn nach dem Vorfall informiert und er habe ihm geraten, nicht den Arzt aufzusuchen. 3.3 Was die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom Juli 1998 anbelangt, wurde dieser - wie im vorinstanzlichen Entscheid zutreffend dargelegt - sowohl durch Dr. med. A.________ in den Berichten vom 20. September und 12. November 2001, in der Beurteilung der von ihm beigezogenen "spine unit" am Spital Z.________ vom 7. Januar 2002 sowie anlässlich einer Untersuchung an der Klinik T.________ (Bericht vom 11. Februar 2002) bejaht, wohingegen ihn die Fachärzte Dr. med. C.________ in den neurologischen Beurteilungen vom 19. September 2001 und 24. März 2003 sowie Dr. med. M.________ in der ärztlichen Beurteilung vom 26. März 2003 verneinten. Im anlässlich des Einspracheverfahrens von der SUVA eingeholten Gutachten vom 20. Mai 2005 hielt der Neurologe Dr. med. H.________ fest, das Schmerzsyndrom der linken Schulter sei nicht neurologischer Natur. Der Orthopäde Dr. med. P.________ diagnostizierte eine mässiggradige frozen shoulder, Status nach arthroskopischer subacromialer Dekompression mit Bursektomie, Acromioplastik und AC-Resektion, arthroskopischer Bizepstenotomie und offener Bizepstenodese links vom 8. August 2002 (bei Status nach AC-Gelenksarthralgie bei AC-Gelenksarthrose und Status nach SLAP-I-Läsion links) sowie Status nach Schulterkontusion links Juli 1998 (Orthopädisches Teilgutachten vom 3. Februar 2005). In seiner Beurteilung hielt der Spezialist fest, die Schulterpathologie entspreche am ehesten einer postoperativen adhäsiven Capsulitis, welche primär keinen Zusammenhang mit dem initialen Trauma haben könne. Aufgrund des Unfallmechanismus könnte allenfalls eine Traumatisierung einer bereits vorbestehenden, asymptomatischen AC-Gelenksarthrose stattgefunden haben. Auf die Frage, welche der gestellten Diagnosen mindestens mit Wahrscheinlichkeit ganz oder teilweise durch das Ereignis vom Juli 1998 verursacht worden seien, erwähnte Dr. med. P.________ die Schulterschmerzen. Eine Aktivierung einer vorbestehenden, asymptomatischen AC-Gelenksarthrose - so der Gutachter - könne zumindest teilweise mit dem Unfall vom Juli 1998 kausal in Zusammenhang gebracht werden. Die SUVA interpretierte diese Aussage als blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs und verneinte im Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2005 ihre Leistungspflicht. Das kantonale Gericht holte einen Ergänzungsbericht des Dr. med. P.________ vom 30. November 2006 ein. Darin legte der Gutachter dar, dass er die Beurteilung des postoperativen Zustandes und die Kausalität der primären Beschwerden zum Unfallereignis auseinanderhielt. Zudem stellte er klar, dass sich seine Meinung bezüglich der klinischen Beurteilung sowie der Diskussion über die zugrunde liegenden strukturellen Veränderungen mit derjenigen des Facharztes Dr. med. M.________ decke, dass er jedoch den Kausalzusammenhang anders beurteile, indem er es für überwiegend wahrscheinlich halte, dass das Ereignis vom Juli 1998 die Schulterproblematik richtunggebend verschlimmert habe. Ohne Traumatisierung der linken Schulter - so der Spezialist - wäre der Versicherte heute in seiner damals durchgeführten Tätigkeit voll arbeitsfähig. 3.4 In Anbetracht der medizinischen Aktenlage ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom Juli 1998 für überwiegend wahrscheinlich hielt. Das Gutachten der Dres. med. P.________ und H.________ vom 20. Mai 2005 mit Ergänzungsbericht des Dr. med. P.________ vom 30. November 2006 beruht auf einer Untersuchung des Versicherten, ist umfassend und schlüssig und entspricht den Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Bezüglich Beurteilung des Kausalzusammenhangs stimmt es mit den andern sich zu dieser Frage äussernden Berichten - mit Ausnahme der Beurteilungen der Fachärzte der SUVA - überein. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin besteht - wie Dr. med. P.________ plausibel dargelegt hat - kein Widerspruch zwischen dem Gutachten und dem Ergänzungsbericht. Insbesondere konnte bereits die Aussage im Gutachten, "eine Aktivierung einer vorbestehenden asymptomatischen AC-Gelenksarthrose könne zumindest teilweise mit dem Unfall vom Juli 1998 kausal in Zusammenhang gebracht werden", in dem Sinne verstanden werden, dass der Gutachter den Unfall zumindest für eine Teilursache hielt. Dies ergibt sich einerseits aus der Beantwortung der zuvor gestellten Frage nach mindestens mit Wahrscheinlichkeit durch das Unfallereignis verursachten Diagnosen und andrerseits durch die Präzisierung im Ergänzungsbericht. 3.5 An diesem Ergebnis vermag der von der SUVA letztinstanzlich eingereichte Aktenbericht des Facharztes Dr. med. M.________ vom 6. März 2007 nichts zu ändern. Somit kann offen bleiben, ob ein letztinstanzlich neu aufgelegter medizinischer Bericht im Rahmen der Kognition nach Art. 97 Abs. 2 BGG als unzulässiges Novum im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG zu gelten hätte (vgl. auch Urteil 8C_260/2007 vom 31. Oktober 2007, E. 2).