Citation: 1B_18/2022 E. 5.3

5.3. Es geht hier um eine komplexe und aufwändige Strafuntersuchung mit internationalen Bezügen. Die Staatsanwaltschaft konnte die Geldflüsse noch nicht genügend klären, insbesondere weil ausländische Staaten nicht im erhofften Umfang Rechtshilfe leisteten. Wie dargelegt, bestehen Indizien dafür, dass der Beschwerdeführer im Ausland noch über beträchtliche Vermögenswerte verfügt. Bei einer Freilassung bestünde die ernstliche Gefahr, dass er diese Vermögenswerte dem Zugriff der Strafbehörden endgültig entziehen würde. Dies gilt umso mehr, als bei einem Mithäftling ein vom Beschwerdeführer verfasster Brief (Kassiber) an seinen Bruder sichergestellt werden konnte, den der Beschwerdeführer nicht über die Gefängnispost versenden, sondern an der Staatsanwaltschaft vorbei aus dem Gefängnis schleusen wollte. In diesem Brief erteilte der Beschwerdeführer seinem Bruder Anweisungen unter anderem dazu, wie mit Vermögen zu verfahren sei, das die vorliegende Strafuntersuchung bzw. darin verwickelte Personen betrifft. Zudem forderte er den Bruder auf, seine Sekretärin im Hinblick auf entlastende Aussagen zu "motivieren" und ihr monatlich Geldzahlungen zukommen zu lassen. Dieser Kassiber spricht stark für Kollusionsgefahr. Aus einem Brief des Beschwerdeführers vom Januar 2019 an eine Geschädigte ergibt sich überdies, dass er sich einschüchternder Methoden bediente. Mit diesem Brief, in dem sich der Beschwerdeführer unstreitig als Freund seiner selbst ausgab, sollte die Geschädigte offensichtlich davon abgehalten werden, Nachforschungen anzustellen und rechtliche Schritte gegen ihn einzuleiten. Auch dies deutet auf Kollusionsgefahr hin. Es geht um Vermögensdelinquenz grossen Ausmasses. Entsprechend besteht an der Wahrheitsfindung und damit der kollusionsfreien Ermittlung des Sachverhalts eine erhöhtes öffentliches Interesse. Würdigt man dies gesamthaft, verletzt es ebenso wenig Bundesrecht, wenn die Vorinstanz Kollusionsgefahr annimmt.