Citation: 5A_361/2022 E. 4.2

4.2. Trägt einer der Ehegatten aus seinem Einkommen oder Vermögen an den Unterhalt der Familie bedeutend mehr bei, als er verpflichtet war, hat er einen Anspruch auf angemessene Entschädigung nach Art. 165 Abs. 2 ZGB (BGE 138 III 348 E. 7.1.2). Der ausserordentliche Beitrag muss dem Familienunterhalt dienen, wobei der Begriff des Familienunterhalts weit zu verstehen ist. Erfasst sind alle Leistungen, die ihren Grund in der Beistandspflicht der Ehegatten haben (ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl. 2022, N. 9 zu Art. 165 ZGB). Mehrleistungen, die zu einem anderen Zweck erbracht wurden, z.B. ausschliesslich für berufliche Belange des anderen Ehegatten, sind nicht nach Art. 165 Abs. 2 ZGB entschädigungsfähig (HAUSHEER/REUSSER/GEISER, in: Berner Kommentar, 2. Aufl. 1999, N. 32 zu Art. 165 ZGB mit weiteren Hinweisen). Der Ehegatte, der die Voraussetzungen von Art. 165 Abs. 2 ZGB erfüllt, hat keinen Anspruch auf Rückerstattung der gezahlten Beträge, sondern auf eine angemessene Entschädigung. Bei der Bemessung der Entschädigung sind unter anderem zu berücksichtigen Art und Umfang der ausserordentlichen Beiträge und die wirtschaftliche Lage des Ehegatten, der den Anspruch geltend macht, des anderen Ehegatten und der Familie insgesamt zum Zeitpunkt der Geltendmachung des Anspruchs (BGE 138 III 348 E. 7.1.3; ISENRING/KESSLER, a.a.O., N. 11 zu Art. 165 ZGB).