Citation: 1P.58/2003 15.04.2003 E. 4

Nachfolgend ist zu untersuchen, ob die der Verurteilung zugrunde gelegten einzelnen Beweiselemente willkürfrei gewürdigt worden sind. Sodann wird geprüft, ob bei objektiver Betrachtung aller relevanter Beweiselemente offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Beschwerdeführers fortbestehen (nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichtes 1P.105/1997 vom 22. August 1997, E. 6). 4.1 Vorab legt das Appellationsgericht dar, dass es dem Beschwerdeführer trotz seiner Gehörseinschränkung durchaus möglich sei, an einer Unterhaltung teilzunehmen, ohne die Worte des Gegenübers von den Lippen abzulesen. Aktenkundig und vom Beschwerdeführer bestätigt sei, dass er in seiner Muttersprache telefonieren könne. Die Appellationsgerichtsverhandlung habe gezeigt, dass der Beschwerdeführer in der Lage sei, sich in seiner Muttersprache in gut verständlicher Weise verbal auszudrücken. Was den körperlich bedingten Umfang seines sprachlichen Ausdrucks anbelange, bestehe somit kein Zweifel daran, dass er zu den vorgeworfenen, am Telefon gemachten Äusserungen in der Lage gewesen sei. Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass sein Gehörlosenbetreuer zu Protokoll gegeben habe, in all den Jahren, seit er den Beschwerdeführer kenne, noch nie einen einzigen Anruf erhalten zu haben. Dennoch durfte das Appellationsgericht darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich trotz seiner physischen Beeinträchtigung in der Lage ist, zu telefonieren. Diese Würdigung der Aktenlage und des Verhaltens des Beschwerdeführers während der Verhandlung ist nicht als willkürlich zu qualifizieren. Indes lässt sich daraus nicht unbesehen der Schluss ziehen, der Beschwerdeführer aus Bosnien-Herze-gowina sei auch in der Lage, die inkriminierten Äusserungen auf Schweizerdeutsch zu machen. Das Appellationsgericht hat denn die sprachlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers auch einer eingehenderen Prüfung unterzogen (E. 4.2 hiernach). 4.2 In der Folge widerlegt das Appellationsgericht die Behauptung des Beschwerdeführers, er könne auf Deutsch kein Telefongespräch führen, da er Deutsch am Telefon nicht verstehe. Anlässlich einer früheren Einvernahme in einer anderen Sache habe der Beschwerdeführer von einem Telefongespräch mit seiner Schwiegermutter berichtet, welches offensichtlich auf Deutsch geführt worden sei, da die Schwiegermutter die serbische Sprache nicht beherrsche. Der Beschwerdeführer könne sich somit am Telefon zumindest in beschränktem Umfang in deutscher Sprache ausdrücken. Seine Behauptung, er verwende dabei ein Sprachengemisch, stehe diesem Schluss nicht entgegen. Überdies habe der Beschwerdeführer in der damaligen Einvernahme Aussagen zum Inhalt des Telefongespräches gemacht, aus welchen hervorgehe, dass er tatsächlich in der Lage gewesen sei, seine Auffassung auch am Telefon in deutscher Sprache verständlich zu machen. So habe er unter anderem präzisiert, er habe einem Mann, der den Anruf entgegengenommen habe, gesagt, die Mutter solle ihn in Ruhe lassen. Vor dem Appellationsgericht habe sich der Beschwerdeführer nicht mehr an den männlichen Gesprächspartner erinnert und betont, es sei nur die Schwiegermutter am Apparat gewesen. Seine Glaubwürdigkeit in Bezug auf die Aussagen zu diesem Anruf erscheine dadurch zusätzlich erschüttert. Das Telefonat mit der Schwiegermutter wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Folgerichtig durfte das Appellationsgericht daraus schliessen, dass es dem Beschwerdeführer grundsätzlich möglich ist, in deutscher Sprache ein - wenn auch einfaches - Telefongespräch zu führen. Diese Beweiswürdigung ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Ob die Tatsache, dass der Beschwerdeführer widersprüchliche Aussagen zum Telefonat mit der Schwiegermutter machte, zusätzlich seine Glaubwürdigkeit im Zusammenhang mit dem umstrittenen Anruf bei der Hauswartin zu erschüttern vermag, kann offen bleiben.