Citation: 8C_496/2023 E. 4.1

4.1. Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, indem die Vorinstanz das ganze Verletzungsbild unter die HWS-Adäquanzpraxis subsumiere, würdige sie den Sachverhalt falsch und verletze Bundesrecht. Ihr Beschwerdebild sei äusserst komplex und lasse sich nicht nur als ein HWS-Schleudertrauma interpretieren. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, sie habe lediglich eine leichte Distorsion der HWS erlitten, finde in den Akten keine Stütze. Weiter masse sich die Vorinstanz medizinisches Wissen an, indem sie festhalte, dass eine Augenverletzung keine typische Folge der HWS-Distorsion sei, zumal sie verkenne, dass es sich nicht um eine strukturelle Augenverletzung handle, sondern um eine Einschränkung des Sichtfeldes. Sie leide an dreifachem Sehen und milchiger Sicht. Sie dürfe auch nicht mehr Auto fahren. Die Sehstörungen seien Folge der HWS-Distorsion und nicht des Katarakts. Am 9. Juli 2020 habe die erste neurologische Untersuchung stattgefunden, wobei ein Tinnitus diagnostiziert worden sei. Entsprechend sei eine MR-tomografische Untersuchung als indiziert erachtet worden. Die neurologischen Beschwerden seien ebenfalls klassische Folgen von Anpralltraumen des kraniozervikalen Übergangs und in der Bildgebung bleibe in aller Regel eine strukturelle Läsion aus. Die vorinstanzlichen Erwägungen dazu seien fachüberschreitend und daher willkürlich. Die Vorinstanz masse sich - ohne Einholung einer entsprechenden neutralen externen Expertenmeinung - eine medizinische Würdigung an. Sie verkenne, dass die Beschwerdeführerin komplexe Beschwerden beklage, die evidenzbasiert unfallkausal sein könnten. Ob es sich bei den Schwindelbeschwerden und bei der Gesichtsfeldeinschränkung um eine organische Verletzung handle, hätte fachärztlich abgeklärt werden müssen. Die Vorinstanz habe ohne Einholung eines Gutachtens mit einer konsensualen Gesamtwürdigung jede Disziplin einzeln gewürdigt. Dies stelle eine Verletzung des Anspruchs auf eine gesamtheitlich konsensuale Würdigung dar und verzerre das Gesamtbild zu Ungunsten der Beschwerdeführerin.