Citation: 2C_880/2018 E. 4.5.3

4.5.3. Mit den Derivatverträgen und dem Erwerb der betroffenen Schweizer Aktien ging die in Grossbritannien ansässige Beschwerdeführerin Geschäfte ein, die so ausgestaltet waren, dass sie die streitbetroffene Dividende und gegebenenfalls weitere Dividendeneinkünfte aus der Schweiz bezog, die sie in der Folge unter Abzug der Verrechnungssteuer an ihre Gegenparteien bezahlte. Falls ihr die Verrechnungssteuer (teilweise) zurückerstattet wurde, war die Beschwerdeführerin vertraglich verpflichtet, weitere 15% der Bruttodividende bzw. 75% des zurückerstatteten Betrags an ihre Gegenparteien zu bezahlen; sie durfte also 5% der Bruttodividende bzw. 25% des zurückerstatteten Betrags einbehalten. Die Gegenparteien waren ihrerseits weder in einem Vertragsstaat des DBA CH-GB, noch in einem anderen Staat ansässig, in welchem sie dank eines DBA oder auf andere Weise Anspruch auf mindestens gleichwertige Vorteile gehabt hätten. Die objektiven Voraussetzungen einer Gewinndurchlaufregelung gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. l DBA CH-GB (i.d.F. des Protokolls 2007) sind somit offenkundig erfüllt (vgl. oben E. 2.2.2).