Citation: 6P.181/1999 07.03.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". a) Der Beschwerdeführer sieht die angerufene Maxime sowohl in ihrem Wesen als Beweislastregel wie auch als Beweiswürdigungsregel verletzt. Einerseits habe das Obergericht nicht einmal andeutungsweise aufgezeigt, worin der Tatbeitrag des Beschwerdeführers liege. Somit sei es ihm gar nicht möglich, seine Unschuld zu beweisen (Beschwerde, S. 17 - 20 Ziff. 14c). Anderseits bestünden auf Grund der objektiven Sachlage erhebliche Zweifel, ob den Beschwerdeführer überhaupt noch eine Schuld am Zusammenstoss treffen konnte. Da es für ihn faktisch unmöglich gewesen sei, P.Z.________ nach dem Kreuzen und vor dem Unfall nochmals zu sehen, könne er selber am Unfall nicht schuldig sein (Beschwerde, S. 16 f. Ziff. 14b; vgl. ferner S. 10 Ziff. 9). b) aa) Das Prinzip "in dubio pro reo" bedeutet als Beweislastregel, dass es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen, und nicht dieser seine Unschuld nachweisen muss. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist verletzt, wenn der Strafrichter einen Angeklagten einzig mit der Begründung verurteilt, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen. Ebenso ist die Maxime verletzt, wenn sich aus den Urteilsgründen ergibt, dass der Strafrichter von der falschen Meinung ausging, der Angeklagte habe seine Unschuld zu beweisen, und dass er ihn verurteilte, weil ihm dieser Beweis misslang. Ob der Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel verletzt ist, prüft das Bundesgericht mit freier Kognition (BGE 120 Ia 31 E. 2c und d). bb) Vorliegend hat das Obergericht seinen Schuldspruch weder auf die Erwägung gestützt, der Beschwerdeführer habe seine Schuldlosigkeit nicht bewiesen, noch ist aus dem angefochtenen Entscheid ersichtlich, dass der Sachrichter von der falschen Meinung ausgegangen ist, der Beschwerdeführer habe seine Unschuld zu beweisen, und dass er ihn verurteilte, weil ihm dieser Beweis misslang. Die entsprechende Rüge ist unbegründet und abzuweisen. c) aa) Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei muss es sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. Bei der Beurteilung von Fragen der Beweiswürdigung beschränkt sich das Bundesgericht auf eine Willkürprüfung. Es kann demnach nur eingreifen, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obschon bei objektiver Würdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (BGE 124 IV 86 E. 2a mit Hinweisen). bb) Auf die vom Beschwerdeführer erhobene Rüge kann weitgehend nicht eingetreten werden, da sie sich im Wesentlichen in rechtlichen Ausführungen erschöpft. So äussert sich der Beschwerdeführer etwa zum Grundsatz von "see and avoid", zur Adäquanz seines Verhaltens, zur Unterbrechung des Kausalzusammenhanges und zum Vertrauensprinzip. Diese Fragen sind dem Bundesgericht mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde zur Prüfung vorzulegen. Soweit sich der Beschwerdeführer mit dem Unfallhergang befasst, macht er wiederholt geltend, dass sich die beiden Segelflugzeuge nach der Kreuzung (recte: nach dem Kreuzen) zwingend aus den Augen verlieren mussten, weil sich jedes Flugzeug jeweils im sichttoten Bereich des andern befunden habe. Dem nach dem Kreuzen nach rechts drehenden P.Z.________ sei es anschliessend möglich gewesen, ihn - also den Beschwerdeführer - wieder zu sehen, nicht aber umgekehrt. Überdies habe der Verunfallte ein ganz ungewöhnliches, unerwartetes und unvorhersehbares Manöver geflogen. Diese Sachdarstellung ergibt sich nicht aus dem angefochtenen Urteil. Sie findet offensichtlich auch in den Akten keine Stütze. Das Obergericht hält bei der Würdigung der in zweiter Instanz eingereichten Expertenfragen und Antworten im Gegenteil fest, die vom Beschwerdeführer angerufenen E.________ und "H.________" würden als Grundlage ihrer Antworten ein unerwartet brüskes Manöver von P.Z.________ annehmen und damit von einem anderen Sachverhalt als dem erstellten ausgehen (Urteil OG, S. 20 Ziff. 6). Die dagegen erhobenen Einwände des Beschwerdeführers beschränken sich auf eine appellatorische Kritik an der vorinstanzlichen Auffassung. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, dass diese im Ergebnis schlechterdings mit vernünftigen Gründen nicht zu vertreten sei (BGE 124 IV 86 E. 2a mit Hinweisen; vgl. ferner unten E. 4). d) Die Rüge der Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" ist damit abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann.