Citation: 4C.393/2005 09.11.2006 E. A

Die A.________ GmbH (Klägerin) ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung deutschen Rechts mit Sitz in O.________, Deutschland. Sie bezweckt den Handel mit Stahl jeglicher Art sowie die Herstellung, Verarbeitung und den Ein- und Verkauf von Produkten der Schwarz- und Buntmetallindustrie. Die Bank XW.________ (Beklagte) ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich, die eine Handels- und Investmentbank sowie die Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger betreibt. Gemäss Fusionsvertrag vom (...) wurde sie mit Aktiven und Passiven von der Bank X.________, Zürich, übernommen. Im November 2000 schloss die Klägerin (Verkäuferin) mit der B.________ SA (Käuferin) einen Kaufvertrag über kaltgewälzte Stahlspulen ab. Die Bezahlung des Kaufpreises sollte mittels eines unwiderruflichen Dokumentenakkreditivs erfolgen. Demgemäss eröffnete die Bank Y.________ im Auftrag der vorgesehenen Endabnehmerin der Ware, C.________, ein Dokumentenakkreditiv über USD 475'037.80 zugunsten der B.________ SA. Die Beklagte übertrug dieses Dokumentenakkreditiv am 17. November 2000 im Auftrag der B.________ SA auf die Klägerin als Begünstigte und bestätigte es gleichzeitig. Am 23. November 2000 legte die Bank Z.________ der Beklagten die Dokumente vor. Die Beklagte verweigerte deren Aufnahme wegen fehlender Übereinstimmung mit den Akkreditivbedingungen. Sie erhob mit Telefax vom 28. November 2000 gegenüber der Bank Z.________ vier Dokumentenrügen und orientierte sie, dass sie die beanstandeten Dokumente an ihrem Schalter zu deren Verfügung halte. Die Bank Z.________ bestritt die Dokumentenrügen. In der Folge kam es zu keiner Einigung. Mit Schreiben vom 22. März 2001 sandte die Beklagte der Bank Z.________ die Dokumente ein erstes Mal und - nach Retournierung derselben - mit Schreiben vom 19. Oktober 2001 ein zweites Mal zu.