Citation: 6B_736/2024 E. 2.4.7

2.4.7. Die Vorinstanz erachtet gestützt auf die aus ihrer Sicht glaubhaften Aussagen des Zeugen C.________, der als Fachmann das von ihm kurz zuvor reparierte Fahrzeug der Beschwerdeführerin aufgrund des ihm bereits bekannten Geräuschs des defekten Klimakompressors habe erkennen können, als erstellt, dass dieser das Fahrzeug der Beschwerdeführerin in der Tatnacht gesehen hat, was sie (die Vorinstanz) als weiteres Indiz wertet, das sich in das Gesamtbild einfügt und stark auf die Täterschaft der Beschwerdeführerin hindeutet. Ihren Schluss, dass die Aussagen des Zeugen C.________ glaubhaft sind und darauf abgestellt werden kann, begründet die Vorinstanz ausführlich, wobei sie auch auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin anlässlich der Berufungsverhandlung eingeht. Diese begnügt sich demgegenüber vor Bundesgericht grösstenteils damit, ihre bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorgebrachten Einwände zu wiederholen und darzulegen, wie die Aussagen des Zeugen C.________ aus ihrer Sicht zu würdigen seien, ohne sich dabei mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinanderzusetzen (vgl. Urteil S. 48 ff.; Beschwerde S. 15 ff.; kantonale Akten, pag. 5255 f.). Soweit ihre Ausführungen den qualifizierten Begründungsanforderungen genügen und über eine unzulässige appellatorische Kritik hinausgehen, sind sie nicht geeignet, Willkür in der vorinstanzlichen Würdigung aufzuzeigen. In methodischer Hinsicht ist der Beschwerdeführerin zunächst zuzustimmen, dass die Aussagen des Zeugen C.________ und seines Kollegen keine Tatsachen sind (vgl. Beschwerde S. 16). Jedoch stellen sie Beweismittel dar, mit denen, wenn darauf abgestellt werden kann, eine Tatsache - wie beispielsweise die Sichtung des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin am Tatabend in V.________ - bewiesen werden kann, die ihrerseits ein Indiz für die Täterschaft der Beschwerdeführerin sein kann. Die Beschwerdeführerin argumentiert, gemäss den Aussagen des Zeugen C.________ sei das von ihm erkannte Geräusch am Fahrzeug der Beschwerdeführerin nur bei eingeschaltener Klimaanlage aufgetreten. Es sei realitätsfremd anzunehmen, dass sie nach der angeblichen Tatbegehung bei sehr kalten Temperaturen für die Rückfahrt die Klimaanlage angestellt habe. Da sie weder geltend macht noch belegt, mit der Klimaanlage ihres Fahrzeugs könne nicht auch geheizt werden, vermag sie mit ihrer Kritik keine Willkür in der vorinstanzlichen Würdigung aufzuzeigen, wonach kein Zweifel bestehe, dass der Zeuge C.________ das von ihm geschilderte Geräusch gehört habe (Urteil S. 54), zumal sich aus dem von ihr im kantonalen Verfahren eingereichten "Owner Manual" zum von ihr gefahrenen Fahrzeugtyp ergibt, dass das Fahrzeug über eine Zwei-Zonen-Klimaanlage verfügt, mit der unter anderem gekühlt sowie geheizt werden kann (kantonale Akten, pag. 4616). Entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin verfällt die Vorinstanz nicht in Willkür, wenn sie den Umstand, dass der Zeuge C.________ - ein Automechaniker mit jahrelanger Erfahrung - aufgrund des ihm bekannten Geräuschs des defekten Klimakompressors überhaupt auf das Fahrzeug der Beschwerdeführerin aufmerksam wurde, als dermassen originell wertet, dass eine nicht tatsachenbasierte Aussage ausgeschlossen werden könne (Urteil S. 54). Ferner legt die Vorinstanz überzeugend dar, weshalb sie eine Falschbelastung der Beschwerdeführerin durch den Zeugen C.________ ausschliesst (Urteil S. 53 f.), worauf diese nicht eingeht. Unzutreffend ist der Vorwurf, die Vorinstanz passe die Aussagen der Zeugen C.________ und H.________ in zeitlicher Hinsicht im Umfang von rund einer Stunde an die Zeitschiene der Staatsanwaltschaft an, was zeige, dass sie sich auf Annahmen stütze, die in das vorbestehende Gesamtbild mit der Täterschaft der Beschwerdeführerin gepasst hätten. Die Vorinstanz begründet anhand der Aussagen der beiden Zeugen und der Aufnahme der Überwachungskamera der Tankstelle, an der sich diese befunden hätten, als der Zeuge C.________ das Fahrzeug der Beschwerdeführerin gehört habe, dass die beiden mit ihren Fahrzeugen um 22.03 Uhr bei der Tankstelle eingetroffen seien. Sie erwägt, der Umstand, dass die ursprüngliche Zeitschätzungen der beiden Zeugen von der schliesslich festgestellten Ankunftszeit abgewichen seien, sei angesichts der erfahrungsgemäss sehr schwierigen Abschätzung von Zeitangaben nachvollziehbar und führe jedenfalls nicht dazu, dass an der geschilderten Sichtung des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin durch den Zeugen C.________ zu zweifeln wäre. Entscheidend sei, dass ihre Ankunftszeit aufgrund der Videoüberwachung objektiv habe festgestellt werden können (Urteil S. 52 f.). Die Beschwerdeführerin vermag mit ihrer Kritik nicht aufzuzeigen, dass diese Einschätzung willkürlich ist. Frei von Willkür ist auch die vorinstanzliche Feststellung, wonach der Zeuge C.________ von seinem Standort aus das wegfahrende Fahrzeug der Beschwerdeführerin, nicht aber die Lenkerschaft habe erkennen können. Eine Begründung für ihr Vorbringen, es sei nicht möglich, die Reifen und Felgen des Fahrzeugs zu sehen, ohne dass man die Insassen sehe, bleibt die Beschwerdeführerin jedenfalls schuldig. Als unbegründet erweist sich auch ihr Einwand, den Aussagen des Zeugen C.________ und seines Kollegen komme keine Beweiskraft zu. Wie die Beschwerdeführerin stellt auch die Vorinstanz eine inhaltliche Differenz in den Aussagen der beiden Zeugen betreffend die Frage fest, ob der Zeuge H.________ das Fahrzeug der Beschwerdeführerin am Tatabend auch gesehen hat bzw. ob der Zeuge C.________ ihn darauf aufmerksam gemacht hat. Jedoch begründet die Vorinstanz willkürfrei, die Unstimmigkeit führe nicht dazu, dass an der berichteten Wahrnehmung vom Zeugen C.________ zu zweifeln wäre, zumal sie darauf zurückzuführen sein dürfte, dass einer und/oder beide Zeugen - die sich unbestrittenermassen über die Wahrnehmung des Zeugen C.________ ausgetauscht hätten - im Nachhinein nicht mehr klar habe/hätten auseinanderhalten können, wann sie diesbezüglich was genau besprochen hatten. Dieser Austausch, welchen sie von sich aus offengelegt hätten, weise entgegen der Beschwerdeführerin auch nicht auf eine (böswillige) Absprache zwischen den beiden hin. Vielmehr erscheine nachvollziehbar, dass sich die beiden Kollegen über die Wahrnehmung des Zeugen C.________ ausgetauscht hätten, weil es diesen verständlicherweise beschäftigt habe, dass er möglicherweise relevante Beobachtungen in Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt gemacht hatte. Massgeblich sei für sie - so die Vorinstanz -, dass der Zeuge C.________ das Kerngeschehen seiner Beobachtung konstant und detailliert geschildert habe, nämlich, dass er zuerst aufgrund des ihm bekannten Geräusches des defekten Klimakompressors überhaupt auf das Fahrzeug aufmerksam geworden sei und er in der Folge das Fahrzeug der Beschwerdeführerin habe erkennen können, ohne zu sehen, wer oder wie viele Personen sich darin befunden habe/hätten. Daran ändere nichts, dass der Zeuge C.________ zwei Jahre später anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung seine Wahrnehmungen weniger genau und leicht abweichend dargelegt habe, zumal Erinnerungen im Laufe der Zeit naturgemäss verblassen würden. Bei der Sichtung eines bekannten Fahrzeugs handle es sich an und für sich um eine alltägliche Sache, weshalb einer solchen Sichtung im Moment keine grosse Bedeutung zugemessen und die Situation nicht akribisch beobachtet werde. Es wäre also eher erstaunlich, wenn bei mehrfachen Aussagen verschiedener Personen alle Details durchwegs gleichbleibend beschrieben würden (Urteil S. 53). Damit erklärt die Vorinstanz auch schlüssig, weshalb die Angaben des Zeugen C.________ zum Nummernschild an der erstinstanzlichen Verhandlung von seinen früheren Aussagen abweicht (vgl. Beschwerde S. 17). Insgesamt zeigt die Beschwerdeführerin mit ihren Vorbringen keine Willkür in der vorinstanzlichen Würdigung der Zeugenaussagen und der Beurteilung der relevanten Aussagen des Zeugen C.________ als glaubhaft auf. Es ist nicht zu beanstanden, wenn sie die Sichtung des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin in der Tatnacht durch den Zeugen C.________ als erstellt, mithin als bewiesene Tatsache erachtet, und diese als weiteres Indiz für die Täterschaft der Beschwerdeführerin wertet.