Citation: 5A_967/2021 E. 3.2

3.2. Das Kantonsgericht erwog, das Kreisgericht habe soweit ersichtlich das begleitete Besuchsrecht einzig aufgrund des Vorfalls vom 18. Oktober 2020, an welchem Tag der Beschwerdegegner C.________ nicht in die Obhut der Beschwerdeführerin zurück brachte und es deswegen zu einem Polizeieinsatz kam, angeordnet. Das Kreisgericht halte gleichzeitig fest, dass die Besuchswochenenden und Übergaben bis zu diesem Vorfall gut verlaufen seien. Ohne das besagte Vorkommnis beschönigen zu wollen, stelle sich die Frage, ob die darauf ausgesprochene Massnahme - die Anordnung von begleiteten Besuchen - sinnvoll und verhältnismässig sei. Auch wenn der Beschwerdegegner scheinbar vor Vorinstanz keinen einsichtigen und reuigen Eindruck erweckt habe, so habe er im Rahmen der Anhörung vom 26. August 2021 immerhin ausgeführt, "er habe extra dumm getan, was blöd gewesen sei". Die Anordnung von begleiteten Besuchen setze konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls voraus. Solche seien allein aufgrund des geschilderten Vorfalls jedoch nicht ersichtlich. Die sich seit dem Vorfall vom 18. Oktober 2020 ergebenden Streitpunkte hätten ihren Ursprung überwiegend in der vom Kreisgericht ausgesprochenen Massnahme (begleitetes Besuchsrecht) und der damit einhergehenden Nichtkooperation des Beschwerdegegners. In letzter Zeit habe sich der Konflikt mehrheitlich auch auf die Ebene Beschwerdegegner - Beiständin verlagert und es sei primär um die Frage gegangen, ob es zu begleiteten Besuchen in den BBT X.________ komme. Konkrete Anhaltspunkte, dass der Beschwerdegegner das Besuchsrecht (unbegleitet) entgegen dem Wohl von C.________ ausüben würde, lägen nicht vor. Auch ergebe sich aus den Akten nicht, dass C.________ keine Kontakte zum Beschwerdegegner wünsche oder sich vor einem Treffen mit diesem allein gar fürchte. Die Beschwerdeführerin habe hierzu im Rahmen der Anhörung festgehalten, dass sie denke, dass zwei Übernachtungen beim Beschwerdegegner für C.________ o.k. wären, wenn C.________ die Sicherheit hätte, dass er wieder zur Mutter zurück könne. Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Vorbehalte C.________s beschlügen also nicht das Besuchsrecht an sich. Die vom Kreisgericht erwähnte Gefahr, dass sich ein solcher Vorfall wie jener vom Oktober 2020 wiederholen könnte, könne nicht gesehen werden. Ebenso wenig sei ersichtlich, dass C.________ aufgrund der verspäteten Übergabe Schaden erlitten hätte. Aufgrund der heutigen Ausgangslage, des Verhaltens und der Aussagen des Beschwerdegegners sei davon auszugehen, dass sich so etwas nicht wiederhole und er angehalten sei, C.________ jederzeit klar und offen mitzuteilen, dass die Übergaben rechtzeitig und absprachegemäss erfolgen würden. Überdies sei dem Beschwerdegegner noch einmal ganz klar mitzuteilen, dass sich so etwas nicht wiederholen dürfe. Auch aus dem Umstand, dass Vater und Sohn sich nun fast ein ganzes Jahr nicht mehr gesehen hätten, dürfe nicht der Schluss gezogen werden, dass es zu einer Wiederannäherung einer anfänglichen Begleitung bedürfe, hätten doch über einen langen Zeitraum regelmässige Kontakte (jedes zweite Wochenende) zwischen Vater und Sohn stattgefunden, welche gut funktioniert hätten. Auch die eingeschränkte Erziehungsfähigkeit des Beschwerdegegners stelle kein taugliches Kriterium für die Anordnung von begleiteten Besuchen dar. Es sei zwar richtig, dass eine solche im Gutachten vom 7. Mai 2019 festgestellt worden sei. Es sei aber auch festgehalten worden, dass zwischen C.________ und dem Beschwerdegegner eine freudige Beziehung bestehe und es diesem gelinge, mit C.________ ein positiv gefärbtes, kindlich verspieltes Miteinander zu gestalten. Die Anordnung von begleiteten Besuchen sei nicht empfohlen worden. Im Gegenteil sei festgehalten worden, dass der Beschwerdegegner ausreichend Kontakt mit seinem Sohn haben sollte und die aktuelle Regelung (Besuchsrecht jedes zweite Wochenende) beizubehalten sei. Ferner sei das Argument des Kreisgerichts, mit den begleiteten Besuchen werde bezweckt, dass die Eltern keinerlei Berührungspunkte hätten, nicht stichhaltig. In Fällen, in welchen die Eltern im Rahmen des Kontaktrechts keine Berührungspunkte haben sollen, reiche regelmässig die Anordnung von begleiteten Übergaben aus und es wäre unverhältnismässig, aus diesem Grund das Besuchsrecht an sich zu begleiten. Insgesamt lasse sich eine Gefährdung des Kindeswohls nicht ausmachen, womit auch eine Einschränkung des persönlichen Verkehrs nicht begründbar sei. Dem Vater sei vielmehr wieder das ursprünglich geltende Besuchs- und Ferienrecht zuzusprechen.