Citation: 4A_148/2021 E. 4.3

4.3. Zur Beurteilung der Frage, ob bei der Beschwerdegegnerin subjektive Täuschungsabsicht vorlag, hat die Vorinstanz eine eingehende Würdigung der Vorbringen und Beweise vorgenommen (vgl. Erwägung 3). Die Vorinstanz bezog sowohl Tatsachen zu Gunsten wie auch zu Ungunsten der Beschwerdegegnerin in ihre Erwägungen mit ein und schloss mit einer differenzierten Begründung, dass keine subjektive Täuschungsabsicht nachgewiesen werden könne. Obwohl Aussagen und tatsächliches Verhalten der Beschwerdegegnerin teilweise von einander abwichen und ihr Verhalten objektiv als täuschend bezeichnet werden könne, sei nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass sie bewusst habe täuschen wollen. Vielmehr habe sich die Beschwerdegegnerin selber als arbeitsunfähig eingeschätzt. Die Beschwerdeführerin vermöchte diese Beweiswürdigung vor Bundesgericht nur umzustossen, wenn sie diese als willkürlich ausweisen würde (vgl. Erwägung 4.2). Dies tut sie aber nicht. Stattdessen wiederholt sie bloss ihre Standpunkte (Antritt einer Arbeitsstelle trotz Depression; Mitteilung der Arbeitgeberin, die Beschwerdegegnerin werde "das Maximum ausreizen"; zwei Auslandreisen trotz schlechtem Gesundheitszustand; nur marginale Besserungstendenz; Rückzug der IV-Anmeldung und Wiederanmeldung im Zuge der von der Beschwerdeführerin eingereichten Widerklage), die ihrer Meinung nach für die Täuschungsabsicht sprächen und zu Unrecht von der Vorinstanz nicht berücksichtigt worden seien. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ging die Vorinstanz jedoch sehr wohl auf die Problematik der IV-Anmeldung ein und kam zum Schluss, dass die Beschwerdegegnerin in der fraglichen Periode keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, "zumindest kann solches von der [Beschwerdeführerin] nicht nachgewiesen werden". Ebenso gab die Vorinstanz die Mitteilung der ehemaligen Arbeitgeberin, die Auslandreisen und die marginalen Besserungstendenzen im angefochtenen Entscheid wieder und berücksichtigte damit diese Elemente in ihrem Entscheid. Im Übrigen begnügt sich die Beschwerdeführerin diesbezüglich einzig damit, die genannten Elemente aufzuzählen und pauschal zu behaupten, dass die Vorinstanz "die Beweiswürdigung ganz offenkundig falsch zu Ungunsten der Beschwerdeführerin vorgenommen" habe, ohne aber hinreichend darzulegen, inwiefern gestützt auf die genannten Indizien auf eine subjektive Täuschungsabsicht der Beschwerdegegnerin geschlossen werden müsste. Damit wird keine Willkür dargetan. Ebenso wenig verfängt die Argumentation der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe gewisse Punkte (fehlende Erwerbstätigkeit im Alter von 58 Jahren; Therapien schlössen Arbeitsfähigkeit aus; Aussagen von Frau Dr. med. F.________; Abweichung der subjektiven Selbsteinschätzung von der objektiven Arbeitsfähigkeit) offenkundig falsch zu Gunsten der Beschwerdegegnerin gewürdigt. Damit beschränkt sich die Beschwerdeführerin darauf, dem Beweisergebnis der Vorinstanz ihre eigene Sicht der Dinge gegenüberzustellen. Willkür liegt aber nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen wäre, sondern bloss, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist. Inwiefern dies vorliegend der Fall wäre, legt die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich dar, auch wenn zutreffen mag, dass einzelne Elemente für die Sicht der Beschwerdeführerin sprechen. Demnach verneinte die Vorinstanz willkürfrei, dass sich aus dem Verhalten der Versicherten eine Täuschungsabsicht nachweisen lässt, womit die Voraussetzungen für eine Leistungsverweigerung im Sinne von Art. 40 VVG und damit einer Rückforderung nicht gegeben sind.