Citation: 5A_679/2016 E. 5

Zu beurteilen war sodann die Frage, ob zwischen den Parteien eine einfache Gesellschaft im Sinn von Art. 530 ff. OR oder ein synallagmatischer Vertrag besteht. Die kantonalen Instanzen sind bei der Auslegung nach dem Vertrauensgrundsatz davon ausgegangen, der Nachtrag zur Vereinbarung vom 8. April 2010 (kant. Akten Kläg. Beleg 5) sowie die Vereinbarung bezüglich der Kapitalabfindung (kant. Akten Kläg. Beleg 6) bildeten ein Ganzes und seien daher beide in die Auslegung miteinzubeziehen. Als Ergebnis ihrer Auslegung sind sie zum Schluss gelangt, das Verhältnis unter den Parteien sei als einfache Gesellschaft (Art. 530 ff. OR) zu qualifizieren. Die Beschwerdeführerin widerspricht dieser Auffassung; sie erblickt in der Vereinbarung bezüglich der Kapitalabfindung (kant. Akten Kläg. Beleg 6) einen selbstständigen Vertrag, den sie im vorliegenden Fall habe jederzeit kündigen dürfen (1).