Citation: 8C_479/2021 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, im Zusammenhang mit der Ermittlung des Valideneinkommens sei sie als Frühinvalide zu qualifizieren, die wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse habe erwerben können. Das Valideneinkommen sei folglich gestützt auf Art. 26 Abs. 1 IVV anhand statistischer Werte festzusetzen. Konkret sei bis Juni 2021 von einem Jahreseinkommen von Fr. 66'800.- (Altersstufe 21-25), danach von Fr. 75'150.- (Altersstufe 26-30) auszugehen. Der Gesundheitsschaden sei nämlich lange vor dem Lehrbeginn am 1. August 2012 eingetreten, spätestens aber am 31. März 2021, am Tag des erstmaligen Klinikeintritts bzw. des fürsorgerischen Freiheitsentzugs. Die Beschwerdeführerin weise gemäss Gutachten des Dr. med. G.________ vom 12. Februar 2020 ein testmässig objektiviertes neuropsychologisches Minderleistungsprofil auf. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz sei für die Anwendung des Art. 26 Abs. 1 IVV nicht das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit während der Berufsausbildung relevant. Ausschlaggebend sei vielmehr, ob der Gesundheitsschaden die Erlangung eines erfolgreichen Ausbildungsabschlusses überhaupt oder dessen angemessene Verwertung verhindert habe. Auch bei einer ganzen Arbeitsfähigkeit während der Berufsausbildung sei eine Festsetzung des Valideneinkommens nach Art. 26 Abs. 1 IVV nicht ausgeschlossen.