Citation: 2C_393/2021 E. 4

Weder die Vor- noch die Rekursinstanz äussern sich näher zu den Widerrufsgründen. Sie beschränkten sich darauf, zu prüfen, ob die Verweigerung der Erteilung bzw. Verlängerung der (Kurz-) Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit Art. 5 Anhang I FZA sowie dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit vereinbar ist. Das Migrationsamt des Kantons Zürich ging in seiner Verfügung vom 18. März 2020 davon aus, dass die Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 lit. a-c AIG kumulativ erfüllt seien. Der Beschwerdeführer wurde am 4. November bzw. 2. Dezember 2013 in Grossbritannien zu einer Gefängnisstrafe von 16 Monaten und damit zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt. Die Verurteilung erfolgte wegen Vorbereitungshandlungen zu Diebstahl ("going equipped for theft"), welche in der Schweiz, sofern das Versuchsstadium nicht erreicht ist, grundsätzlich nicht strafbar sind (vgl. Art. 260bis Abs. 1 StGB). Sie kann nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Rahmen von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG somit nicht berücksichtigt werden (vgl. E. 3.1). Ein Widerruf bzw. eine Verweigerung der Erteilung bzw. Verlängerung der (Kurz-) Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ist vorliegend jedoch gestützt auf Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG möglich: Der Beschwerdeführer hat in Grossbritannien und Norwegen mehrfach gesetzliche Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet und damit im Ausland erheblich und wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen. Unter diesen Umständen kann dahingestellt bleiben, ob auch der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG (falsche Angaben) erfüllt wäre.