Citation: 4A_35/2021 E. 6.21.4

6.21.4. Die Vorinstanz hielt fest, der Stundenansatz von GBP 9 habe der G.________ Ltd. gegenüber gegolten. Die weiteren Rechnungen führten dann die C.c.c.c.________________ AG UK Ltd. als Auftraggeberin auf. Unterschiedliche Auftraggeber könnten aber durchaus unterschiedliche Preise bezahlen. 6.21.4.1. Die Beschwerdeführerin rügt, mit diesem Hinweis lasse sich die Angemessenheit der verrechneten Stundenansätze nicht begründen, er belege vielmehr, dass die Beschwerdegegnerin einen günstigeren Stundenansatz hätte durchsetzen können. Dabei handelt es sich erneut um eine blosse Behauptung. Dass ein Unternehmen in einem gewissen Zusammenhang einen Stundenansatz akzeptiert hat, bedeutet keineswegs zwingend, dass dieser auch für andere Aufträge durchgesetzt werden könnte. 6.21.4.2. Die Beschwerdeführerin macht allerdings geltend, die XY117________ Ltd. habe im Februar 2014 der Beschwerdegegnerin tiefere Stundenansätze offeriert, und sie kopiert einen Ausschnitt dieser Offerte in ihre Rechtsschrift (act. E.1/III.B 476). In diesem Ausschnitt werden Leistungen auf einer täglichen Basis zu GBP 14 und auf einer wöchentlichen Basis zu GBP 13 pro Stunde angeboten und um Kontaktaufnahme zur Besprechung reduzierter Preise gebeten, falls die Leistungen auf einer Langzeit-Basis benötigt würden. Wie sich aus den von der Vorinstanz angeführten Rechnungen ergebe, sei die XY117________ Ltd. während Jahren auf der Baustelle in London tätig gewesen. Die Beschwerdegegnerin habe es demnach offenbar unterlassen, tiefere Ansätze auszuhandeln. Zwar hat die Klägerin in der Berufung (Rz. 383 am Ende) unter Hinweis auf BB-B 476 geltend gemacht, im Februar 2004 seien tiefere Stundenansätze offeriert worden. In Rz. 385 der Berufung führte sie aber aus, vorab sei die nicht substanziierte Forderung nicht nachvollziehbar. Als Nachweis lege die Beschwerdegegnerin ein als "Offerte" bezeichnetes Schreiben der XY117________ Ltd. vom Februar 2004 ins Recht (BB-B 476). Diesem Schreiben sei einzig zu entnehmen, dass der Stundenansatz GBP 13 oder GBP 14 betrage. Vor diesem Hintergrund fehlt es in Bezug auf die Rüge, die Tradition Cleaning Ltd. habe tiefere Ansätze offeriert, falls ein längeres Vertragsverhältnis vorliegen sollte, aufgrund der widersprüchlichen Vorbringen in der Berufung an einer rechtsgenüglichen materiellen Ausschöpfung des Instanzenzuges. Darauf ist nicht einzutreten. 6.21.4.3. Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin habe nie dargelegt, welche der verrechneten Leistungen den Grundauftrag betroffen hätten und welche auf Zusatzarbeiten entfielen. Der Anteil der Rechnungen, der unter den Grundauftrag falle, sei unsubstanziiert und nicht identifizierbar. Die ganze Forderung sei daher abzuweisen. Die Beschwerdeführerin verkennt einmal mehr, dass sie, soweit sie etwas aus der Circa-Preis-Vereinbarung für sich ableiten will, für deren Tragweite beweispflichtig ist. Die Beschwerdegegnerin ist dagegen für den Aufwand beweispflichtig, der ihr für eine bestimmte Arbeit entstand. Liessen ihre Ausführungen nicht erkennen, für welche der versprochenen Leistungen der in Rechnung gestellte Aufwand angefallen ist, hätte die Klägerin eine weitere Substanziierung verlangen müssen (vgl. E. 6.21.4.5 hiernach). Ihre Rüge geht an der Sache vorbei. 6.21.4.4. In Bezug auf den Einwand, ein täglicher Aufwand von 29 bis 45 Arbeitsstunden im Jahr 2014 für Reinigungsarbeiten sei nicht angemessen, kann offenbleiben, ob die Vorinstanz bei ihrer von der Schätzung der Klägerin abweichenden Berechnung des täglichen Aufwands in allen Punkten korrekt vorgegangen ist. Entscheidend ist, dass sie, gestützt auf die Zeugenaussagen und die vorhandenen Unterlagen, zur Überzeugung gelangte, die XY117________ Ltd. habe nicht nur die Reinigung übernommen, sondern sei auch für weitere Arbeiten hinzugezogen worden, habe oft sechs, acht oder gar zehn Personen auf der Baustelle gehabt und mehrfach an Samstagen, teilweise auch an Sonntagen gearbeitet. Mit Blick auf eine Zeugenaussage erachtete die Vorinstanz die in Rechnung gestellten, der Klägerin bekannten Leistungen für nachvollziehbar, was sie auch durch die Präsenzlisten (soweit vorhanden) bestätigt sah sowie durch die Aussage des Zeugen, er habe kontrolliert, ob diejenigen, die gemäss Präsenzliste im Gebäude gewesen seien, auch gearbeitet hätten. Der Vorwurf, die Vorinstanz habe nicht geprüft, weshalb die behauptete Anzahl von bis zu zehn Mitarbeiter täglich, auch an Samstagen und Sonntagen, notwendig und angemessen gewesen sei, trifft nicht zu. Sie kam zum Schluss, es habe insgesamt sehr viele Arbeiten gegeben, die getan werden mussten. Gerade weil der Platz sehr begrenzt gewesen sei, sei die speditive Entsorgung von Abfall, Bauschutt und Ähnlichem wichtig gewesen. Wenn sie aufgrund der dargestellten Gesamtbetrachtung die in Rechnung gestellten Beträge in ihrer Gesamtheit für ausgewiesen erachtete, ist das nicht offensichtlich unhaltbar, auch wenn gewisse Leistungen weniger gut dokumentiert sind als andere. Es entspricht der Natur von Arbeiten, die übernommen werden, wie sie gerade anfallen und zugewiesen werden, dass sie zum Teil nicht ausführlich dokumentiert sind. Der Vorwurf, die Beweiswürdigung der Vorinstanz beruhe nicht auf behaupteten und belegten Fakten, sondern auf Hypothesen und Spekulationen, ist unbegründet. 6.21.4.5. Dass die Klägerin in der Berufung rügte, die Forderung der Beschwerdegegnerin sei nicht substanziiert und nicht nachvollziehbar und die verrechneten Leistungen nicht angemessen, und die Beschwerdeführerin darauf vor Bundesgericht verweist, hilft nicht, denn eine mangelnde Substanziierung hätte die Klägerin, soweit ihr die notwendigen Informationen für eine Bestreitung fehlten, bereits im erstinstanzlichen Verfahren beanstanden müssen. Dies müsste die Beschwerdeführerin zur hinreichenden Begründung ihrer Beschwerde vor Bundesgericht aufzeigen.