Citation: 4C.119/2001 17.07.2001 E. A

A.- a) Mit Schreiben vom 25. April 1990 bewarb sich A.________ (Kläger) bei der X.________ AG in Dachsen (Beklagte) um die Stelle eines Vertreters bzw. eines "freien Agenten" ("'représentant' ou 'agent libre'"). Nachdem sie die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit besprochen hatten, unterbreitete die Beklagte dem Kläger einen Agenturvertrag, in dem als Entschädigung für vom Kläger abgeschlossene, fakturierte und bezahlte Geschäfte eine Provision von 10% bzw. 5% des Umsatzes nach Abzug von Rabatten, WUSt, Verpackung und Fracht vorgesehen war. In der Folge liess sich der Kläger über den Vertragsinhalt rechtlich beraten. Mit Schreiben vom 26. Juli 1990 machte er die Beklagte darauf aufmerksam, dass er auf Anfrage unter anderem von der Genfer Ausgleichskasse als sozialversicherungsrechtlich unselbständig Erwerbstätiger eingestuft würde, womit die Beklagte verpflichtet sei, Sozialversicherungsbeiträge vom Einkommen des Klägers abzuziehen und an die entsprechenden Versicherer zu zahlen. Dem weiteren Inhalt des Agenturvertrags ausdrücklich zustimmend sicherte er sodann seine Bereitschaft für eine einvernehmliche Lösung zu. Schliesslich unterzeichneten beide Parteien am 19. Dezember 1990 einen Agenturvertrag, der in den hier interessierenden Passagen wie folgt lautet: "7. Provision Für Geschäfte, die während der Vertragsdauer ausgeliefert, fakturiert und bezahlt werden, erhält der Agent eine Provision von 10% des Fakturaumsatzes nach Abzug von Rabatten, WUSt, Verpackung und Fracht. Mit der Bezahlung der Provision sind sämtliche Ansprüche des Agenten aus der Verkaufstätigkeit abgegolten. Die Vergütung erfolgt wie nachstehend: 7.1 Unter der Voraussetzung, dass der Agent die Sozialleistungen wie AHV, BVG und SUVA direkt mit den betreffenden Stellen abrechnet: Vergütung an: Agent Garderoben inkl. Holzteile 10% Corbal-Programm (Aschenbecher, Abfallbehält. usw.) 10% Garderobenschränke 5% Pictogramme 5% Faltwände und -Türen 5% 7.2 Unter der Voraussetzung, dass X.________ AG die Sozialleistungen wie AHV, BVG und SUVA abrechnet: (siehe Anhang B) Vergütung an: Agent Garderoben inkl. Holzteile 7,8% Corbal-Programm 7,8% Garderobenschränke 3,9% Pictogramme 3,9% Faltwände und -Türen 3,9% Änderungen in den Sozialleistungen wirken sich in obiger Tabelle aus.. " Der in Ziffer 7.2 des Vertrages erwähnte "Anhang B" lautet wie folgt: "Anhang B zum Agenturvertrag A.________ 7.2 Berechnung der Sozialabzüge Arbeitgeber AHV 5,05% ALV 0,20% Verw. Kosten 0,05% Pensionskasse 6,00% 11,30% Arbeitnehmer AHV 5,05% ALV 0,20% Pensionskasse 4,00% SUVA 1,41% 10,66% Total Abzüge auf Provision 21,96% Garderoben Corbal Schränke Pictogramme Faltwände Prov. 10,0% 10,0% 5,0% 5,0% 5,0%Abzüge 2,2% 2,2% 1,1% 1,1% 1,1% Total 7,8% 7,8% 3,9% 3,9% 3,9%" b) Der Kläger wurde schliesslich auf Anfrage der Beklagten bei den zuständigen Behörden als unselbständig Erwerbender eingestuft und arbeitete ab Unterzeichnung des Agenturvertrags vom 19. Dezember 1990 jeweils zu 50% für die Beklagte und für eine Drittfirma. c) Am 20. Juli 1995 bzw. am 11. September 1995 unterzeichneten die Parteien einen neuen Anhang B zum Agenturvertrag, der auf die neuen sozialversicherungsrechtlichen Beitragssätze Rücksicht nahm und denjenigen vom 19. Dezember 1990 ersetzen sollte. Darin wurde unter der Ziffer 7.2 der Arbeitgeberbeitrag auf 13,30% (ALV auf 1,50% und Verwaltungskosten auf 0,75%), der Arbeitnehmerbeitrag auf 12,35% (ALV auf 1,50%, SUVA auf 1,80%) erhöht, was zu einer Erhöhung der Einkommensabzüge auf insgesamt 25,65% führte. Die entsprechenden Provisionen entsprachen daher nach den Abzügen 7,4% (Garderoben), 7,4% (Corbal) und jeweils 3,7% (Schränke/Pictogramme/Faltwände). d) Am 22. September 1997 teilte der Kläger der Beklagten mit, er werde die Tätigkeit für sie auf den 30. September 1997 einstellen, worauf ihm die Beklagte am 25. September 1997 antwortete, sie sei "mit einer Aufhebung des Agenturvertrags per 30.9.97 einverstanden". e) In den Jahren 1990 bis 1997 hatte die Beklagte den Sozialversicherern und dem Versicherungsträger für die berufliche Vorsorge (AHV, ALV, BVG und SUVA) die gesamten für den Kläger geschuldeten Beträge überwiesen. Diese belastete sie dem Kläger weiter, wobei sie von dieser Belastung einzig einen "freiwilligen Beitrag" von Fr. 6'005. 30 ausnahm.