Citation: 6B_64/2008 14.04.2008 E. 1

1.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Anwendung von Art. 54 StGB setze voraus, dass kein ernsthafter Zweifel an seiner strafrechtlichen Schuld bestehe. Mit der Einstellung des Verfahrens in Anwendung dieser Bestimmung stelle die Strafverfolgungsbehörde fest, dass er eine Straftat begangen habe, welche aber nicht weiter verfolgt werde, da er sich dadurch selbst schwer beeinträchtigt habe. Er habe ein rechtlich geschütztes Interesse, sich gegen die der Verfahrenseinstellung nach Art. 54 StGB zu Grunde liegende Feststellung, er habe den Tatbestand von Art. 229 StGB in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt, zur Wehr zu setzen. Die Justizkommission sei daher auf seine Beschwerde zu Unrecht nicht eingetreten. 1.2 Der Beschwerde in Strafsachen unterliegt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers allein das Urteil der Justizkommission (Art. 80 Abs. 1 BGG). Es ist daher zu prüfen, ob diese mit ihrem Nichteintretensentscheid Bundesrecht verletzt hat. Nach dem klaren Wortlaut von Art. 54 StGB ist nicht der Strafrichter allein befugt, im Fall einer Verurteilung von einer Bestrafung Umgang zu nehmen. Vielmehr kann bereits die Untersuchungsbehörde in Anwendung dieser Bestimmung von weiterer Strafverfolgung oder einer Überweisung ans Gericht absehen, in einem Zeitpunkt also, indem die strafrechtliche Schuld des Angeschuldigten keineswegs feststeht. Wie die Justizkommission im angefochtenen Entscheid zu Recht darlegt, hat das Untersuchungsamt das Verfahren entgegen einzelner zweifelhafter Formulierungen mit der Begründung eingestellt, der Beschwerdeführer sei durch die erlittenen Verletzungen so schwer betroffen, dass eine weitere Strafverfolgung in jedem Fall unangemessen sei. Darin liegt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers offensichtlich kein Schulderkenntnis, das Untersuchungsamt hat die Frage der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Beschwerdeführers vielmehr explizit offen gelassen. Mangels entsprechender tatsächlicher Feststellungen präjudiziert der Einstellungsentscheid des Untersuchungsrichteramts weder die weiter laufenden Strafverfahren gegen A.________ und B.________ noch allfällige zivil- oder opferhilferechtliche Ansprüche des Beschwerdeführers gegen diese beiden. Die Justizkommission konnte damit dem Beschwerdeführer ohne Bundesrechtsverletzung ein rechtlich geschütztes Anfechtungsinteresse absprechen und auf die Beschwerde nicht eintreten. Die Rüge ist unbegründet.