Citation: 8C_775/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz hat zunächst festgestellt, dass der Beschwerdegegner die vertragliche Kündigungsfrist von sechs Monaten, jeweils auf Ende eines Monats, nicht eingehalten habe. Zudem sei ihm im Zeitpunkt der Kündigung keine andere Stelle zugesichert gewesen. Das kantonale Gericht hat weiter erkannt, dass der Beschwerdegegner an einer Zwangsstörung mit Berührungszwang, Zählzwang und dem Bedürfnis nach mehrfachen Wiederholungshandlungen sowie an verschiedenen Kontrollhandlungen leide, was seine Leistungen insbesondere unter Stress und Druck beeinträchtige. Eine Weiterbeschäftigung am bisherigen Arbeitsplatz sei ihm nach Aussagen seines behandelnden Arztes, Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar gewesen. Die Vorinstanz hat dargelegt, dass das Betriebs- und Arbeitsklima als in hohem Masse belastet gegolten habe, weshalb der (vorzeitige) Austritt des Beschwerdegegners per 31. Mai 2022 zur Vermeidung schwerwiegender gesundheitlicher Störungen angezeigt gewesen sei. Dies gelte auch vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdegegner trotz Krankschreibung im Mai 2022 gelegentlich zur Arbeit aufgefordert worden sei (E-Mails vom 6. und 12. Mai 2022). Nach den Angaben des Beschwerdegegners in seiner Einsprache vom 19. Januar 2023 habe ihm Dr. med. C.________ ausdrücklich geraten, das Arbeitsverhältnis so rasch als möglich aufzulösen. Dies ergebe sich sinngemäss auch aus dessen Schreiben vom 18. Januar 2023 und dem Arztzeugnis vom 31. Mai 2023, so das kantonale Gericht weiter. Zudem sei der Beschwerdegegner laut vorinstanzlichen Feststellungen im Vorfeld des Abschlusses der Aufhebungsvereinbarung vom 14. Juni 2022 offenbar unter Druck gesetzt worden. Das kantonale Gericht ist zum Schluss gekommen, es habe vom Beschwerdegegner unter den gegebenen Umständen aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht nicht verlangt werden können, dass er im Mai 2022 eine Kündigung auf den 30. November 2022 hin hätte aussprechen und sich für diesen Zeitraum eine arbeitsplatzspezifische Arbeitsunfähigkeit hätte attestieren lassen müssen. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz erwogen, dass die Arbeitslosigkeit des Beschwerdegegners nicht selbstverschuldet (Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG) gewesen sei und ihn die Arbeitslosenkasse zu Unrecht für die Dauer von 41 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt habe.