Citation: 1C_373/2024 E. 10.4

10.4. Der Gemeindevorstand Celerina hat zwar nach Eingang des Baugesuchs der Beschwerdegegnerin am 27. Juni 2022 eine Planungszone erlassen, um vor der Erteilung der Baubewilligung mögliche Massnahmen im Sinne von Art. 12 ZWG prüfen zu können, welche auch die Massnahmen der Nutzungsplanung erfassen kann (vgl. E. 6.3 hiervor). Die zu diesem Zweck vorgesehene Planungszone hob der Gemeinderat mit Beschluss vom 19. Januar 2023 jedoch wieder auf, da er namentlich unter Berücksichtigung des kantonalen Wohnbauförderungsgesetzes zum Ergebnis kam, für solche Massnahmen bestehe kein Bedarf. Dies wird dadurch bestätigt, dass der Gemeindevorstand Celerina bereits in seiner von der Beschwerdeführerin als Beilage 11 eingereichten Botschaft zum später angenommenen Wohnraumförderungsgesetz Celerina darlegte, weshalb er Erstwohnanteilsregelungen bei Ersatzneubauten und wesentlichen Umbauten (altrechtlichen Wohnungen) und die Schaffung von Zonen für die einheimische Bevölkerung ablehnte (Ziff. 2.2. lit a und S. 8 Abs. 3). Demnach kann ausgeschlossen werden, dass die weiter bestehende Planungszone zur Sicherung der Ortsplanung (Revision des Baugesetzes und der Pläne der Grundordnung) das bereits geprüfte und als nicht erforderlich erachtete Ergreifen von Massnahmen im Sinne von Art. 12 ZWG hätte ermöglichen sollen. Dass die Gemeinde Celerina im Bereich des Baugrundstücks eine mögliche Rückzonung überdimensionierter Bauzonen gemäss Art. 15 Abs. 2 RPG hätte prüfen müssen, zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf und ist auch nicht ersichtlich, zumal dieses Grundstück in einem überbautem Gebiet liegt und bereits überbaut wurde, weshalb die Zuweisung zu einer Nichtbauzone aus planerischer Sicht ausgeschlossen werden kann (vgl. BGE 148 II 417 E. 3.6.2). Da die Beschwerdeführerin bezüglich der weiter bestehenden Planungszone auch keine von der Gemeinde geplanten Änderungen des Baugesetzes nennt, mit denen das streitbetroffene Bauvorhaben in Widerspruch stehen könnte, durfte die Vorinstanz willkürfrei davon ausgehen, diese Planungszone stehe diesem Bauvorhaben nicht entgegen.