Citation: 7B_220/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz begründet ihren die Verfahrenseinstellung schützenden Entscheid zusammengefasst damit, dass auf der Videoaufnahme (je nach Wiedergabegeschwindigkeit unterschiedlich anmutende) "mutmasslich mehrere schnelle und ausholende Bewegungen des rechten Arms des Beschwerdegegners 2 von oben nach unten" zu erkennen seien. Diese würden zumindest teilweise mit den zu hörenden dumpfen Geräuschen korrelieren. Nicht lokalisieren lasse sich anhand der Aufnahme jedoch, wohin der Beschwerdegegner 2 mit diesen Armbewegungen gezielt bzw. ob und wo er getroffen habe. Der Ansicht der Verteidigung, die geltend gemachten Schläge gegen den Kopf des Beschwerdeführers seien auf Video dokumentiert, könne daher nicht gefolgt werden. Ausserdem sei die Darstellung des Beschwerdeführers, wonach er mit Faustschlägen ins Gesicht traktiert worden sei, widersprüchlich, denn gleichzeitig habe er ausführen lassen, seinen Kopf stets zwischen seinen Armen, den Blick zu Boden gerichtet, gehabt zu haben. Auf der anderen Seite lasse sich anhand des Videos die vom Beschwerdegegner 2 von Anfang an konstant geschilderte Version des Geschehens nicht widerlegen. Dieser habe ausgeführt, er habe den Beschwerdeführer im fraglichen Moment alleine zuvorderst getragen, wobei er ihn mit der rechten Hand auf Höhe der Schultern zu Boden gedrückt habe. Dabei sei er vom Beschwerdeführer in den rechten Handrücken gebissen worden. Aufgrund des Bisses habe er ein Zwicken in der betreffenden Hand verspürt, weshalb er diese reflexartig hochgezogen habe. Um zu verhindern, dass sich der Beschwerdeführer wieder aufrichten oder mit seinen zusammengebundenen Händen ausschlagen könne, habe er mit der rechten Hand gleich wieder gegen dessen Schulter gedrückt und versucht, ihn zu fixieren, was auf der Videoaufnahme als schlagähnliche Bewegung anmute. Die Vorinstanz erwägt hierzu, auch wenn diese kurze Sequenz auf der Videoaufnahme nicht sichtbar sei, da der Türrahmen der Zelle die Sicht versperre, scheine die Aussage des Beschwerdegegners 2 plausibel, zumal die betreffende Bisswunde dokumentiert sei und nicht ersichtlich sei, woher diese sonst rühren könnte. Es dürfte daher als erstellt gelten, dass der Beschwerdegegner 2 mit der auf der Videoaufnahme erkennbaren ruck- bzw. reflexartigen Armbewegung auf eine unmittelbar davor erfolgte Aggression (Biss) seitens des Beschwerdeführers reagiert habe. Dass diese Reaktion des Beschwerdegegners 2, welcher versuchte habe, den Beschwerdeführer nach dem Biss möglichst rasch wieder auf dem Boden zu fixieren, unter den konkreten Umständen nicht adäquat und über das zur sicheren Arretierung des Beschwerdeführers Erforderliche hinausgegangen wäre, lasse sich gestützt auf die Videoaufnahme und die Aussagen der beteiligten Aufseher nicht erstellen. In Bezug auf die Verletzungen des Beschwerdeführers bestünden sodann plausible anderweitige Entstehungsmöglichkeiten, sei doch auf den Videoaufnahmen ersichtlich, dass es kurz vor dem fraglichen Vorfall im Gang zu einem unvermittelten Angriff des Beschwerdeführers auf die Aufseher gekommen sei, woraufhin diese ihn mithilfe ihrer Schutzschilder zu Boden hätten bringen müssen. Dass die vom Beschwerdeführer erlittenen Verletzungen am Kopf von den behaupteten Schlägen durch den Beschwerdegegner 2 stammen sollen, lasse sich gestützt auf die vorliegenden Akten klar nicht rechtsgenügend erstellen.