Citation: 9C_190/2015 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin räumt unter Hinweis auf das Urteil 8C_183/2012 vom 5. Juni 2012 ein, dass rezidivierende depressive Episoden zumeist keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbstständigten Gesundheitsschadens, der eine Arbeitstätigkeit verunmöglicht, bilden. Im vorliegenden Fall sei jedoch von einer verselbstständigten dauerhaften Störung auszugehen. Zwar habe im Begutachtungszeitpunkt in Folge Fehlens beruflicher Belastungen und aufgrund einer vertrauensvollen Beziehung nur eine leichte depressive Episode vorgelegen. Gleichwohl hätte die Vorinstanz auf einen eigenständigen und IV-rechtlich relevanten Gesundheitsschaden auf dem Boden einer rezidivierenden depressiven Störung schliessen müssen, bestehe doch eine gänzlich andere Situation als in Fällen mit lediglich depressiver Episode, im Sinne einer vorübergehenden, zeitlich begrenzten Situation. Weiter nimmt die Versicherte auf Aussagen im Gutachten Bezug, welche auf frühere depressive Episoden eingehen sowie auf weitere fachärztliche Angaben, die belegen sollen, dass beim ausserordentlich komplizierten und erheblich invalidisierenden Krankheitsbild der Versicherten kaum Möglichkeiten bestünden, das psychische Zustandsbild und folglich möglicherweise die Arbeitsfähigkeit nachhaltig günstig zu beeinflussen. Die Vorinstanz wäre schliesslich gehalten gewesen, das Vorliegen einer Invalidität nach Massgabe der Überwindbarkeitspraxis zu prüfen.