Citation: 6B_292/2015 E. 1.4.1

1.4.1. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung schlechterdings unhaltbar sein sollten. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, lässt sich aus dem Nachtatverhalten der Beschwerdegegnerin 2 nichts ableiten hinsichtlich der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Dass sie nach dem Vorfall, der sich in der Nacht von Freitag auf Samstag ereignete, ohne Hilfe anzufordern weiterschlief, noch bis am Sonntag am Festival verweilte und erst am Montag bei der Polizei Anzeige erstattete, lässt ihre Angaben nicht zwangsläufig unglaubhaft erscheinen. Gleiches gilt für den Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 2 am Tag nach dem Übergriff mit dem Beschwerdeführer und dem Sohn ihres Partners das Westerndorf auf dem Festivalgelände besuchte. Es ist unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz erwägt, dass es bei Opfern von Sexualdelikten kein typisches Nachtatverhalten gebe. Sie legt nachvollziehbar dar, dass die Beschwerdegegnerin 2 sich am Folgetag noch nicht sicher gewesen sei, wie sie reagieren und ob sie den Beschwerdeführer anzeigen wolle. Beim Ausflug ins Westerndorf sei keine Gefahr mehr von ihm ausgegangen, da noch weitere Personen dabei gewesen seien. Die Beschwerdegegnerin 2 habe dem Jungen zudem versprochen gehabt, am Samstag das Westerndorf zu besuchen, und Wort halten wollen. Wie der Beschwerdeführer zutreffend vorbringt, sind die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 nicht frei von Widersprüchen. So hat sie unterschiedliche Angaben dazu gemacht, ob sie in der fraglichen Nacht einen Slip trug oder nicht. Sodann hat sie zunächst angegeben, in einem Schlafsack geschlafen zu haben, später im Verfahren sprach sie von einer Wolldecke. Die Vorinstanz misst diesen Abweichungen indes keine entscheidende Bedeutung bei. Sie weist darauf hin, dass zwischen dem Vorfall respektive den Angaben gegenüber der Polizei und der staatsanwaltlichen Einvernahme beinahe ein Jahr verging, weshalb die abweichenden Aussagen erklärbar und verständlich seien. Diese Beweiswürdigung ist nicht offensichtlich unhaltbar. Zudem wies die Beschwerdegegnerin 2 vor der Staatsanwaltschaft darauf hin, sie sei sich nicht mehr sicher, ob sie einen Slip getragen habe oder nicht. Nicht zu beanstanden ist die vorinstanzliche Erwägung, wonach das Zubettgehen für die Beschwerdegegnerin 2 etwas Alltägliches sei, weshalb es für sie nicht von Bedeutung gewesen sei, ob sie sich in einen Schlafsack oder eine Wolldecke gewickelt habe. Daran vermag der Einwand des Beschwerdeführers nichts zu ändern, bei einer Übernachtung in der Führerkabine eines Lastwagens während eines Festivals könne nicht von einem alltäglichen Vorgang gesprochen werden. So steht nicht fest, ob die Beschwerdegegnerin 2 allenfalls bereits bei früherer Gelegenheit in einem Lastwagen nächtigte. Zudem ist das Zubettgehen auch mit Blick auf die Umstände nicht derart aussergewöhnlich, als dass eine lückenlose Erinnerung auch an Details zu erwarten wäre. Die unterschiedlichen Angaben der Beschwerdegegnerin 2 hinsichtlich der Lichtverhältnisse in der Führerkabine des Lastwagens lassen den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt ebenfalls nicht unhaltbar erscheinen. Die Vorinstanz lässt zwar offen, ob das Licht in der Kabine von draussen oder den Lampen im Innern des Fahrzeugs stammte. Wie sie zutreffend ausführt, hat die Beschwerdegegnerin 2 den Beschwerdeführer aufgrund der gegebenen Lichtverhältnisse gemäss ihren konstanten Aussagen jedenfalls eindeutig identifizieren können und nie einen Zweifel an der Identität des Eindringlins, den sie zusätzlich anhand der Stimme respektive des Dialekts erkannte, geäussert. Sie hat auch eingestanden, sich bezüglich der Lichtquelle nicht mehr sicher zu sein. Dass die Vorinstanz in den Angaben der Beschwerdegegnerin 2 unter diesen Voraussetzungen keinen relevanten Widerspruch erkennen kann, ist nicht willkürlich. Vielmehr ist mit ihr davon auszugehen, dass für die Beschwerdegegnerin 2 im Moment des Aufwachens und des Schreckens über den sexuellen Übergriff die Frage der Lichtquelle nicht von Relevanz war. Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen, dass die Beschwerdegegnerin 2 nie ausgesagt hat, sie habe den Eindringling aufgrund seiner Frisur identifizieren können. Anhand dieses Merkmals konnte sie gemäss ihren Angaben vielmehr lediglich feststellen, dass es sich dabei nicht um ihren Partner handelte, wie sie zunächst vermutete. Die entsprechende Formulierung der Vorinstanz mag unzutreffend sein, lässt den von ihr festgestellten Sachverhalt aber nicht offensichtlich unrichtig erscheinen. Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers setzt sich die Vorinstanz auch ausführlich mit seinen eigenen Aussagen auseinander. Der Beschwerdeführer streitet den Anklagesachverhalt ab und gibt an, zur Tatzeit geschlafen zu haben. Die Vorinstanz erwägt deshalb zutreffend, dass er keine Angaben zum Kerngeschehen gemacht hat. Dass sie Widersprüche in seinen Aussagen zum Rahmengeschehen aufzeigt und diese anders würdigt, als jene der Beschwerdegegnerin 2, ist unter diesen Umständen jedenfalls nicht willkürlich. Indem sie auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 abstellt, erhellt zugleich, dass sie die Angaben des Beschwerdeführers, wonach er die ganze Nacht in seinem Auto schlief, für nicht glaubhaft hält. Soweit der Beschwerdeführer die Erwägung des erstinstanzlichen Gerichts kritisiert, wonach einige seiner Angaben zum Rahmengeschehen "auf eine gewisse Unglaubwürdigkeit hindeuten können", ist darauf nicht einzugehen. Die Vorinstanz würdigt die in diesem Zusammenhang massgebenden Aussagen ebenfalls und legt dar, weshalb sie diese für unglaubhaft hält (Urteil, S. 8). Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Inwiefern die Platzverhältnisse in der Führerkabine derart eng gewesen sein sollen, dass sich der Sachverhalt nicht wie in der Anklage umschrieben zugetragen haben könne, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Dies ist insbesondere auch gestützt auf die anlässlich eines Augenscheins erstellten Fotos nicht erkennbar. Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer aus dem Verhalten des Partners der Beschwerdegegnerin 2. Dessen Reaktion auf die Schilderung der Geschehnisse deutet nicht darauf hin, dass er Zweifel an den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 hegte. Abgesehen davon, dass ohnehin nicht relevant ist, ob dieser der Schilderung der Ereignisse Glauben schenkte, zeigt seine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs vom darauf folgenden Montag gerade das Gegenteil.