Citation: 2C_860/2020 E. 5.2.1

5.2.1. Zwar lässt sich vorliegend mangels verlässlicher Angaben über den Zeitpunkt des Kennenlernens nicht sagen, der Beschwerdeführer und seine erste Ehefrau hätten sich in auffälliger Weise nur kurz vor ihrer Heirat kennengelernt. Auch liegt (wie in der Beschwerde zutreffend geltend gemacht wird) anders als in anderen Fällen, bei welchen eine Scheinehe bejaht wurde, keine kurz nach Abweisung eines Asylgesuches (oder Abweisung eines anderen Gesuches um Erlangung eines Aufenthaltstitels) erfolgte Heirat mit einer hier anwesenheitsberechtigten Person vor und war der Beschwerdeführer vor Eingehung der Ehe mit der hier niedergelassenen Person auch nicht mit der späteren Ehefrau bereits einmal verheiratet gewesen. Zudem zeugte er während seiner ersten Ehe keine ausserehelichen Kinder. Gleichwohl durfte die Vorinstanz den vorliegenden zeitlichen Ablauf der Geschehnisse bundesrechtskonform als Indiz für eine Scheinehe werten: Denn die Zeitspanne zwischen der Erteilung der Niederlassungsbewilligung (März 2012) und der Einleitung der Scheidung (Ende September 2014) erscheint als verhältnismässig kurz, ebenso die Zeitspanne zwischen der Scheidung (1. Dezember 2014) und der Heirat mit der heutigen Ehefrau (Ende März 2016) sowie der Zeitraum zwischen der letzteren Heirat und dem ersten Familiennachzugsgesuch vom 2. Juni 2016. Zwar weist der Beschwerdeführer zutreffend darauf hin, dass in anderen Konstellationen, bei welchen Scheinehen mit einer Parallelbeziehung im Ausland bejaht wurden, eine raschere Abfolge einzelner (oder aller) Etappen vorgelegen hat (vgl. Beschwerde, S. 8 f., mit Hinweis auf BGE 137 II 10 [zweite Heirat im Monat nach Rechtskraft der Scheidung und Familiennachzugsgesuch einen Monat später]; Urteil 2C_672/2013 vom 27. November 2013 [zweite Heirat rund vier Monate nach der Scheidung; Familiennachzugsgesuch aber erst rund zweieinhalb Jahre nach der zweiten Heirat]; Urteil 2C_734/2009 vom 19. April 2010 [zweite Heirat rund sechs Monate nach der Scheidung; Familiennachzugsgesuch knapp zwei Jahre nach der zweiten Heirat]). Gleichwohl sind die erwähnten Zeitspannen im vorliegenden Fall bei einer Gesamtbetrachtung genügend kurz, um den zeitlichen Ablauf, wenn auch nicht (wie nach dem angefochtenen Urteil) als gewichtiges, so doch als nicht unbedeutendes Indiz für das Vorliegen einer Scheinehe zu qualifizieren.