Citation: 8C_908/2012 E. 4.1

4.1. Die massgebliche medizinische Aktenlage stellt sich wie folgt dar: Der den Beschwerdeführer seit Mitte Juni 2007 behandelnde Psychiater Dr. med. H.________ diagnostizierte in seinem Bericht vom 16. Juni 2008 rezidivierende depressive Störungen, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11) und eine gegenwärtige depressive Episode. Er attestierte eine Arbeitsfähigkeit von 50 - 100 % in einer behinderungsangepassten Tätigkeit seit 16. Juni 2008, wobei der Patient zur Zeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht einsatzfähig sei. Es komme lediglich ein Arbeitsplatz im geschützten Rahmen in Frage. Dem psychiatrischen Gutachten des Dr. med. B.________ vom 12. März 2009 ist zu entnehmen, dass der Versicherte - mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.0), mit Somatisierungsneigung sowie an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, emotional instabilen und vermeidenden Zügen (ICD-10 F61.0) leide. In der angestammten Tätigkeit in der Gastronomie sei seit Februar 2009 aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von nurmehr 30 - 40 % gegeben, wohingegen in einer adaptierten Beschäftigung des freien Arbeitsmarkts zumutbarerweise eine solche von ca. 50 % bestehe. Die Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sei bedingt durch eine mittelgradige Einschränkung der Stress- und Frustrationstoleranz sowie einer erheblichen Verminderung der emotionalen Belastbarkeit, insbesondere der Kontakt-, Konflikt- und Anpassungsfähigkeit. Das Erreichen einer Arbeitsfähigkeit von 70 % erscheine unter konsequenter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung und geeigneten Eingliederungsmassnahmen in den nächsten neun bis zwölf Monaten möglich und zumutbar. Als adaptierte Tätigkeiten seien Verrichtungen zu nennen, die keine erhöhten Anforderungen an die sozialen Kompetenzen und an die emotionale Belastbarkeit stellen würden. Der RAD-Arzt Prof. Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte mit Stellungnahme vom 17. August 2010 aus, beim Versicherten verhindere aktuell ein chronischer, seit der frühen Adoleszenz vorhandener psychischer Gesundheitsschaden von Krankheitswert (ICD-10 F60.31, Z73.1 und Z73.4) die Ausschöpfung der funktionellen Leistungsfähigkeit für beruflich zu verwertende Tätigkeiten. Im Vordergrund des trotz kontinuierlich lege artis durchgeführter psychiatrischer ambulanter und stationärer Behandlung weitgehend therapieresistenten Krankheitsbildes würden wechselnde, mit depressiven Verstimmungen einhergehende emotionale Krisen stehen, die zu einem sich meist unvermittelt manifestierenden persönlichen Rückzugsverhalten des Beschwerdeführers aus sozialen Bezügen führen würden, verbunden mit der Unfähigkeit der Tagesstrukturierung und der vorausschauenden Vorsorge im Hinblick auf Lebensunterhalt und Zukunftsplanung. Eine in Verbindung mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung stehende dissoziale und dysfunktionale Verweigerungshaltung habe bislang alle beruflichen Eingliederungsversuche scheitern lassen. Vor dem Hintergrund des festgestellten Gesundheitsschadens sei aktuell eine beruflich zu verwertende Restarbeitsfähigkeit von 50 % in stützender und unterstützend-wertschätzender behinderungsangepasster Arbeitsplatzsituation zu postulieren, die bei Stabilisierung des jetzigen Arbeitsverhältnisses mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mittelfristig auf 80 % des Pensums zu steigern sein werde. Aus dem Abschlussbericht des BTZ vom 16. April 2010 ergibt sich zusammenfassend, dass die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit des Probanden auf Grund der Auswirkungen seiner psychischen Erkrankung deutlich eingeschränkt seien. Trotz guter Motivation und Mitarbeit werde es ihm aktuell und in nächster Zukunft nicht möglich sein, eine verwertbare Arbeitsleistung auf dem freien Arbeitsmarkt zu erbringen. Sein psychischer Zustand erweise sich als sehr instabil und könne durch geringe Störungen sowie Anforderungen aus der Arbeitswelt und dem persönlichen Umfeld leicht aus dem Gleichgewicht geraten und zu erneuter psychischer Dekompensation führen. Die momentane Leistungsfähigkeit betrage aus diesen Gründen weit unter 50 %.