Citation: 5A_624/2023 E. 6.5

6.5. Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung von Art. 8 ZGB geltend. Bei der Unvorhersehbarkeit der Änderung der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdegegners zufolge Arbeitsunfähigkeit handle es sich nicht um ein Negativum. Im Vorgehen der Vorinstanz liege ausserdem eine unzulässige Umkehr der Beweislast. Zumal mit Blick auf die Vermutung, dass Vorhersehbares bei der Festlegung der Unterhaltsbeiträge berücksichtigt worden sei, habe der Nachweis, dass die (vorhersehbare) Veränderung in der Scheidungsvereinbarung nicht berücksichtigt worden sei, dem Beschwerdegegner und nicht der Beschwerdeführerin oblegen. Das Kantonsgericht konnte wie dargetan ohne Rechtsverletzung zum Ergebnis gelangen, dass die Auswirkung der Krankheit auf die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdegegners den Parteien bei Abschluss der Scheidungsvereinbarung unbestritten nicht erkennbar war (vgl. E. 6.4 hiervor). Die entsprechenden Tatsachen waren damit nicht Beweisgegenstand (Art. 150 Abs. 1 ZPO) und die Regeln zur Beweislastverteilung gelangten nicht zur Anwendung (vgl. vorne E. 5.5). Die Ausführungen der Beschwerdeführerin - sie ergehen zu dem vom Kantonsgericht in einem Eventualstandpunkt Ausgeführten - gehen daher an der Sache vorbei.