Citation: 7B_42/2022 E. 3.4.2

3.4.2. Gemäss dem Gutachter sei die Dosis von 450 mg Clozapin bei der Verlegung in die Klinik Beverin im üblichen Bereich gewesen. Kontraindikationen hätten keine bestanden. Auch die schrittweise Erhöhung der Dosis auf 800 mg des Medikaments sei nicht zu beanstanden, da es Anhaltspunkte einer unzureichenden Wirkung gegeben habe bzw. kein stabil gebesserter Befund vorhanden gewesen sei. Ebenso wenig sei bei der Verlegung ein Elektroenzephalogramm (EEG) notwendig gewesen, da dieses bei unauffälliger somatischer Vorgeschichte und fehlender Familienanamnese bloss vor Einleitung der antipsychotischen Behandlung, nicht jedoch im Verlauf, erforderlich sei. Die Befunde der Blutbildkontrollen hätten sodann keine nachteiligen Auswirkungen auf das Blutbild des Beschwerdeführers angezeigt. Namentlich hätten im August 2018 keine Hinweise auf eine Absenkung der weissen Blutkörperchen bestanden. Vielmehr deute das dortige Blutbild auf einen viralen Infekt hin. Weiter verneint der Gutachter zwingende Belege für eine Überdosis Clozapin. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Zuckungen seien zwar ein Hinweis darauf, dass die verabreichte Dosis mit Nebenwirkungen verbunden bzw. das Risiko von Krampfanfällen erhöht gewesen sei. Weiter hätte der Therapiebericht vom 12. Februar 2018, der eine dissoziative Bewegungsstörung in Form von unwillkürlichen Muskelzuckungen bzw. sechs solche Ereignisse in den letzten beiden Monaten beschreibe, Anlass für eine körperliche Untersuchung (EEG und Blutbild) geben sollen. Darin hätte geprüft werden sollen, ob es sich um sogenannte Myoklonien, d.h. um kurze ruckartige Zuckungen einzelner Muskeln, ohne oder nur mit geringem Bewegungseffekt, handle. Eine Abklärung sei schliesslich im Inselspital Bern ab dem 27. Februar 2018 erfolgt, um das Anfallereignis mit Zungenbiss vom 9. Februar 2018 abzuklären. Dabei sei es während der Hospitalisierung zu einem generalisierten Krampfanfall gekommen, der als epileptisch bewertet worden sei. Zudem seien medikamenteninduzierte Myoklonien diagnostiziert worden. Aus diesem Anlass sei das Medikament Clozapin auf 400 mg täglich reduziert und eine anfallprophylaktische Medikation mit Valproat eingeleitet worden. Auch in der Weiterführung der Medikation mit Clozapin und Valproat in der Klinik Beverin liege kein Behandlungsfehler vor. Schliesslich hätte eine frühere Untersuchung ein Krampfereignis nicht mit Sicherheit verhindern können. Das Risiko eines Krampfanfalls hätte jedoch durch die Reduktion der Dosis Clozapin und die parallele Einstellung von Valproat vermindert werden können.