Citation: I 672/01 03.07.2002 E. 5

5.- a) Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 41 IVG) stellt sich die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode (siehe Erw. 3a). Ob eine versicherte Person als ganztägig, zeitweilig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer andern Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt -, ergibt sich aus der Prüfung, was die versicherte Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. Erw. 2b, 1996 S. 197 f. Erw. 1c, je mit Hinweisen). b) Die Beschwerdeführerin hatte bis 31. Dezember 1988 ganztags als Schwesternhilfe und bis zur Geburt des ersten Kindes im Jahr 1990 halbtags als Officemädchen gearbeitet. Die ab Januar 1990 ausgeübte Beschäftigung im zeitlichen Umfang von 7 Stunden pro Woche als Verteilerin von Drucksachen musste sie auf Grund der am 14. August 1993 erlittenen Fussgelenksverletzung aufgeben. Seither ist sie nicht mehr erwerbstätig gewesen. c) Im Revisionsgesuch vom 20. Oktober 1999 machten die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann unter Beilage eines detaillierten Budgets ausdrücklich auf ihre schlechte finanzielle Lage aufmerksam. Im Fragebogen der IV-Stelle vom 30. Juni 2000 erwähnte die Beschwerdeführerin die finanziellen Probleme. Schliesslich warf sie mit dem Ehemann in der Stellungnahme vom 22. April 2001 zum Vorbescheid die Frage auf, ob sie mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung gezwungen sei, an sich unzumutbare Arbeit aufzunehmen. Diese wiederholten Hinweise auf die prekäre finanzielle Lage hätte die IV-Stelle nicht übergehen dürfen, denn sinngemäss machte die Versicherte geltend, dass sie ohne Gesundheitsschaden in einem höheren Umfang erwerbstätig wäre. Auch ohne ausdrücklichen Antrag bestanden damit konkrete Anhaltspunkte, die von Amtes wegen zu überprüfen gewesen wären. Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin bis zur Geburt des ersten Kindes voll- bzw. halbtags erwerbstätig war und auch nach der Geburt des zweiten Kindes noch eine Nebenbeschäftigung als Verteilerin von Drucksachen ausübte. Nachdem die beiden Kinder inzwischen das schulpflichtige Alter erreicht hatten, hätte die IV-Stelle nähere Abklärungen zu den persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnissen treffen müssen, um gestützt hierauf zu entscheiden, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden vermutlich erwerbstätig wäre. Die Sache ist mithin auch in diesem Punkte an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen nachhole und über eine revisionsrechtlich relevante Veränderung der Anteile Erwerbstätigkeit und Haushalt entscheide.