Citation: 5A_245/2017 E. 4.2

4.2. Hinsichtlich der Widerklage stellte die Vorinstanz fest, dass bei einem Hanganschnitt auf der Parzelle Nr. 474 der Beschwerdegegnerin mit horizontalen Deformationen am Haus des Beschwerdeführers von wenigen Zentimetern und Setzungen von 1 bis 2 Zentimetern zu rechnen sei. Das könne zu grösseren oder zusätzlichen Rissen im Gebäude führen, stelle aber eine geringfügige Beeinträchtigung des Hauses dar. Differentielle Setzungen müsse es nach den gutachterlichen Feststellungen ohne nennenswerten Schaden mitmachen können. Soweit das Widerklagebegehren einen Antrag auf Einholung eines Obergutachtens enthalte, sei dieser im Berufungsverfahren verspätet. Im Ergebnis habe der Beschwerdeführer den Nachweis einer hohen Wahrscheinlichkeit für die Beeinträchtigung seines Grundstücks bzw. der darauf befindlichen Vorrichtungen nicht erbracht, namentlich nicht durch das Gutachten, das die Möglichkeit einer solchen Beeinträchtigung als gering sehe. Die Vorinstanz stützte ihre Feststellungen vor allem auf das erstinstanzliche Gutachten, das sie als vollständig, hinreichend begründet und schlüssig bezeichnete. Der Gutachter habe eine Ortsbegehung durchgeführt, um sich einen Eindruck über die lokalen Verhältnisse zu verschaffen, und seine Schlussfolgerungen beruhten auf eigenen Berechnungen zur Stabilität der Baugrube und zu möglichen Deformationen an der Liegenschaft des Beschwerdeführers. Entgegen dessen Behauptungen konnte die Vorinstanz keine inhaltlichen Widersprüche im Gutachten erkennen und meinte, es reiche nicht, dass er seine eigene Sichtweise gegenüberstelle, um den Beweiswert des Gutachtens in Zweifel zu ziehen. Bezeichnenderweise beantrage er kein Obergutachten. Falls er dies mit seinem Subeventualantrag im Berufungsverfahren habe tun wollen, sei der Antrag verspätet. Das gelte auch für den Subeventualantrag betreffend 'keine weiteren Setzungen'. Im Ergebnis wies die Vorinstanz die Widerklage ab, weil sie drohende übermässige Einwirkungen im Sinne von Art. 685 Abs. 1 ZGB durch den Hanganschnitt auf der Parzelle der Beschwerdegegnerin als nicht bewiesen erachtete.