Citation: 1P.217/2000 27.06.2000 E. 2

2.- Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, indem der Gemeinderat Neerach die Inanspruchnahme des Grundstücks bewilligt habe, ohne sie vorher anzuhören. a) Der Umfang des Anspruchs auf rechtliches Gehör ergibt sich in erster Linie aus dem kantonalen Verfahrensrecht, dessen Anwendung im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde auf Willkür hin überprüft wird (Art. 9 BV). Unabhängig von der willkürlichen Anwendung kantonalen Verfahrensrechts greifen die unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden Minimalgarantien, die vom Bundesgericht frei überprüft werden (BGE 126 I 19 E. 2a S. 21 f.; 124 I 49 E. 3a S. 51; 122 I 153 E. 3 S. 158, mit Hinweisen). b) Das Verfahren für die Bewilligung der Inanspruchnahme von Drittgrundstücken ist in § 230 PBG geregelt. Gemäss dieser Bestimmung hat der Ansprecher dem Betroffenen die Inanspruchnahme genau und rechtzeitig schriftlich mitzuteilen. Stimmt der Betroffene innert 30 Tagen nicht zu, entscheidet auf Begehren des Ansprechers die örtliche Baubehörde in raschem Verfahren über die Zulässigkeit des Begehrens und über die Entschädigung. Dieses Verfahren wurde vorliegend eingehalten. Die Beschwerdeführerin macht selber nicht geltend, § 230 PBG oder andere Verfahrensbestimmungen des kantonalen Rechts seien missachtet worden. c) Der unmittelbar verfassungsrechtliche Gehörsanspruch umfasst namentlich den Anspruch, sich vor Erlass einer belastenden Verfügung zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, an der Erhebung von Beweisen mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis äussern zu können (BGE 124 I 49 E. 3a S. 51 mit Hinweisen). Wesentlich ist, dass der entscheidenden Behörde der Standpunkt des Betroffenen zur Kenntnis gelangt. Die verfahrensrechtlichen Modalitäten der Äusserung sind hingegen nicht unmittelbar verfassungsrechtlich festgelegt. d) Vorliegend hatten die Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 14. Dezember 1998 mitgeteilt, dass sie das Grundstück Kat.-Nr. 1092 in Anspruch nehmen möchten. Die Beschwerdeführerin antwortete am 15. Dezember 1998 in ablehnendem Sinne auf das Begehren. Aus diesem Schreiben gingen die Gründe, welche aus der Sicht der Beschwerdeführerin gegen eine Inanspruchnahme ihres Grundstücks sprachen, mit hinreichender Klarheit hervor. Diese Korrespondenz lag dem Gemeinderat Neerach bei seinem Entscheid vom 12. Januar 1999 vor. Eine weitere Anhörung war im Lichte von Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 4 aBV nicht erforderlich. Hinzu kommt, dass die Baurekurskommission einen Augenschein durchführte, an welchem sich die Beschwerdeführerin äussern konnte. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist nicht verletzt.