Citation: 6B_1318/2020 E. 1.5.1

1.5.1. Die Vorinstanz erwägt im Zusammenhang mit dem öffentlichen Fernhalteinteresse, dass es sich bei den sexuellen Handlungen des Beschwerdeführers mit einem Kind um eine schwere Straftat handle. Es treffe ihn ein mittelschweres Tatverschulden. Sein Verhalten begründe eine schwere und gegenwärtige Gefahr für die öffentliche Ordnung, auch wenn er nicht an einer Kernpädophilie, sondern an einer Störung der Sexualpräferenz leide. Nach Auffassung des Gutachters bestehe ein mittelgrosses Rückfallrisiko für gleichartige Delikte. Der Beschwerdeführer neige zu einer Bagatellisierung der Tat. Wenn er offenbar annehme, sein Verhalten sei zulässig, sofern es im Einverständnis der minderjährigen Person erfolge, sei dies mit der hiesigen Rechtsordnung unvereinbar. Das Rückfallrisiko könne im Rahmen der ambulanten Therapie zwar noch abnehmen. Angesichts der "verkrusteten" Vorstellungen des Beschwerdeführers sei aber kein schneller Therapiefortschritt zu erwarten. Vielmehr sei von einer mehrjährigen Behandlungsdauer auszugehen. Eine medikamentöse Behandlung, die das Rückfallrisiko möglicherweise beschleunigt senke, lehne der Beschwerdeführer ab. Insgesamt liege ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Landesverweisung vor. Gleichzeitig sei dem Beschwerdeführer eine Reintegration in Italien in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht ohne Weiteres zumutbar. Die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung würden damit die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz überwiegen (vgl. angefochtenes Urteil S. 55 f.).