Citation: 5C.101/2001 23.07.2001 E. 2

2.- Im angefochtenen Urteil wird ausgeführt, sowohl das Kantonsgericht wie auch die Parteien seien davon ausgegangen, ein Vertragsabschnitt sei ungültig. Stehe ferner nach Massgabe von Art. 20 Abs. 2 OR fest, dass die Beteiligten den Vertrag auch ohne die fehlerhafte Abrede geschlossen hätten, so sei danach zu fragen, was sie vereinbart hätten, wenn ihnen der Teilmangel schon bei Vertragsschluss bewusst gewesen wäre (Claire Huguenin Jacobs, Basler Kommentar, N. 63 zu Art. 19/20 OR; Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Schweiz. Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 7. Auflage Zürich 1998, Rz 700 ff.). Es sei folglich der sogenannte hypothetische Parteiwille zu ergründen. Vorliegend laute daher die Frage, was hätten die Eheleute A.R.________ und B.R.________ bei Abschluss des Ehevertrages am 15. März 1956 in Bezug auf die von ihnen in die Ehe eingebrachten Liegenschaften vereinbart, wenn sie damals gewusst hätten, dass die (erbrechtliche) Abrede des späteren Rückfalls dieser Liegenschaften an die je eigenen Verwandten keine Gültigkeit habe. Dieses durch Lehre und Rechtsprechung vorgezeichnete Vorgehen könne - folgert das Obergericht - im Ergebnis dazu führen, dass auch ein an sich mängelfreier Vertragsteil eine inhaltliche Modifikation erfahre, jedenfalls dann, wenn anzunehmen sei, dass die Parteien den einen Vertragsabschnitt in Kenntnis der Nichtigkeit des anderen nicht mit dem gleichen Inhalt vereinbart hätten (Gauch/Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., Rz 703 ff.; ferner auch Guhl/Koller/Schnyder/Druey, Das Schweizerische Obligationenrecht,