Citation: 8C_197/2007 26.09.2007 E. 4

4.1 Nach der Darstellung des Unfallherganges, wie sie der Unfallmeldung und dem ersten Arztzeugnis zu entnehmen ist, rutschte die Beschwerdeführerin auf dem nassen Boden in der Küche an ihrem Arbeitsort aus und stürzte nach hinten auf das Steissbein und die linke Hand. Dabei zog sie sich eine Steissbeinkontusion und eine Distorsion des linken Daumens mit einer Teilablösung des Nagels (dieser wurde umgebogen) und eine Kontusion des Handgelenkes zu. Die Verunfallte wurde für eine Woche arbeitsunfähig erklärt und der Arzt rechnete mit einer guten Erholung ohne Spätfolgen. Am 4. Juli 2003 stellte die Neurologin Dr. med. E.________ fest, es würden neben den Steissbeinbeschwerden auch diverse andere, nicht auf den Nenner zu bringende Beschwerden beschrieben, wobei es sich zum Teil um neurovegetative Beschwerden handle. Ein MRI der HWS habe keine cervicale Myelopathie oder eine radiculäre Kompromittierung ergeben. Sie empfahl neben der Fortsetzung der Physiotherapie zügige Spaziergänge an der frischen Luft zur vegetativen Stabilisierung. Irgendwelche Beschwerden von Seiten des Daumens und des Handgelenks werden in der Folge nicht mehr beschrieben. Hingegen entwickelten sich trotz intensiver, fortgesetzter Physiotherapie und wöchentlicher Craniosakraltherapie sowie einer medikamentösen Schmerzbehandlung ein Panvertebralsyndrom und multifaktorielle Kopfschmerzen (Klassifikation als vom Spannungstyp und cervico-cephal). Zudem wird über neurovegetative Beschwerden und eine depressive Symptomatik berichtet (Zeugnis Dr. med. E.________ vom 16. Januar 2004). Auch im Austrittsbericht der Klinik Y.________ vom 13. Juli 2004, wo sich die Beschwerdeführerin vom 31. Mai bis 28. Juni 2004 aufhielt, werden die gleichen Diagnosen gestellt, wobei die Arbeitsfähigkeit aus psychologisch-psychiatrischer Sicht als zu 50% eingeschränkt erachtet wird. Eine Arbeit wird in der Folge jedoch nicht aufgenommen, jedoch weiterhin Physiotherapie, Psychotherapie und Akupunkturbehandlungen durchgeführt. 4.2 Keiner der Ärzte und Therapeuten erwähnen die Diagnose einer somatischen Gesundheitsschädigung. Die angeführte Schmerzproblematik hat keinen körperlichen Hintergrund. Entsprechend stellt der von der Zürich mit einer Expertise beauftragte Dr. med. L.________ die Diagnosen einer somatoformen Schmerzstörung mittleren Ausmasses und einer Panikstörung. Auf Grund der medizinischen Aktenlage - unter Berücksichtigung der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt - ist von einer sehr untergeordneten Rolle der physischen Anteile bei den Beschwerden der Versicherten auszugehen. Diese standen bereits im Bericht der Dr. med. E.________ einen Monat nach dem Ereignis nicht mehr im Vordergrund. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass solche behandlungsbedürftig wären oder die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden. Damit hat die Zürich für körperliche Unfallfolgen keine Leistungen mehr zu erbringen.