Citation: U 90/04 16.02.2005 E. 6

Zur Beantwortung der Frage, ob die Visana für eine vorübergehende oder richtunggebende Verschlimmerung des Zustandes aus dem ersten Unfall durch das zweite Ereignis bis zum Erreichen des Status quo ante oder quo sine ins Recht zu fassen wäre, müsste zuvor noch abgeklärt werden, wann diese Zustände erreicht waren oder wären. Dies könnte zu einer teilweisen Entlastung der für den ersten Unfall wieder leistenden Winterthur führen. Nachdem aber der Psychiater Dr. med. H.________ im Konsiliargutachten vom 7. Juli 2002 erwogen hat, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Beschwerden aus dem ersten Unfall auch ohne den zweiten Unfall in gleicher Weise verstärkt hätten, ist es aus medizinischer Sicht nicht Erfolg versprechend, diesen Weg weiter zu verfolgen. Aus juristischen Gründen entfällt eine Haftung der Visana für die vorübergehende Verschlimmerung des Gesundheitszustandes bis zum Erreichen des Status quo ante ohnehin, denn eine somatische Veränderung ist nicht ausgewiesen. Die Leistungspflicht für die psychische Verschlechterung würde einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem zweiten Ereignis und der Zunahme der Beschwerden voraussetzen, der hier nicht gegeben ist (vgl. oben Erw. 3).