Citation: 5C.82/1998 29.02.2000 E. 1

1.- Ob auf eine Berufung eingetreten werden kann, prüft das Bundesgericht von Amtes wegen und in rechtlicher Hinsicht frei (BGE 124 III 406 E. 1a a.E. S. 410, 124 III 382 E. 2a, 123 III 346 E. 1). a) Wenn der Kläger meint, er brauche die Genugtuungsforderung nicht zu beziffern, weil sich der Anspruch aus Bundesrecht ergebe, so verkennt er den Sinn der bundesgerichtlichen Praxis. Zwar darf im erstinstanzlichen Verfahren kein beziffertes Leistungsbegehren verlangt werden, wenn eine sich auf Bundesrecht stützende Forderung erst nach der Durchführung eines Beweisverfahrens beziffert werden kann. Weil die entsprechende Praxis des Bundesgerichts jedoch auf dem Gedanken beruht, kantonales Prozessrecht dürfe die Durchsetzung des materiellen Privatrechts nicht vereiteln, verbietet das Bundesrecht den Kantonen nicht, eine Bezifferung des Rechtsbegehrens im zweitinstanzlichen Verfahren zu verlangen, wenn der Umfang der Forderung im erstinstanzlichen Beweisverfahren geklärt worden ist oder hätte geklärt werden können (BGE 121 III 249 E. 2b S. 251, 116 II 215 E. 4a S. 219 f.; O. Vogel, Grundriss des Zivilprozessrechts, 6. Aufl. 1999, Kap. 7 Rz. 5a und 5e S. 190 f.). Mit eidgenössischer Berufung kann jedoch keine Genugtuung bloss in gerichtlich zu bestimmender Höhe anbegehrt werden. Denn eine Genugtuungsforderung ist nach den Regeln zu beurteilen, die für vermögensrechtliche Streitigkeiten gelten, weshalb das Berufungsbegehren nach Art. 55 Abs. 1 lit. b OG beziffert werden muss (BGE 125 III 412 E. 1b; allgemein 121 III 390 E. 1 S. 392 und 119 II 333 E. 3). Selbst wenn zur Bezifferung der Genugtuungsforderung Beweis geführt werden müsste und dies im kantonalen Verfahren unterblieben wäre, könnte vor dem Bundesgericht nicht eine Genugtuung in gerichtlich zu bestimmender Höhe anbegehrt werden. Vielmehr wäre die Rückweisung der Angelegenheit zwecks Abklärung der massgebenden Sachumstände zu beantragen (Art. 64 Abs. 1 OG; BGE 125 III 412 E. 1b). Aus diesen Gründen verlangt der Kläger vor Bundesgericht erfolglos, ihm sei eine Genugtuung in gerichtlich zu bestimmender Höhe zuzusprechen; auf die Berufung ist insoweit nicht einzutreten. b) Da die Begehren auf Feststellung der Persönlichkeitsverletzung und auf Urteilspublikation nicht vermögensrechtlicher Natur sind (Art. 44 a.A. OG; BGE 106 II 92 E. 1a, 95 II 481 E. 1 S. 486, 91 II 401 E. 1), steht dem Eintreten auf die Berufung in diesen Punkten nichts entgegen. c) Auf Rügen, die sich nur gegen die Urteilsmotive richten, kann nicht eingetreten werden, da ein Berufungskläger durch diese allein nicht beschwert ist (BGE 106 II 117 E. 1 S. 118 f.). Weil das Obergericht unmissverständlich festgestellt hat, der Artikel vom 22. Mai 1994 habe die Persönlichkeit des Klägers schwer verletzt, hilft es diesem somit nichts, wenn er sich bloss im gleichen Sinn äussert, die reisserische, einseitige sowie unverhältnismässige Berichterstattung anprangert und sich auf seinen von der Vorinstanz ohnehin bejahten Feststellungsanspruch beruft. Daher ist auf die Berufung nur insoweit einzutreten, als darin Rügen erhoben werden, die auf die Abänderung des Urteilsdispositivs abzielen. Das trifft hier nur auf die nachstehend behandelten Rügen zu.