Citation: 1P.495/2001 16.08.2001 E. 5

5.-Schliesslich rügt der Beschwerdeführer auch noch eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes in Haftsachen. Bis zum Erlass des angefochtenen Entscheides hätten lediglich zehn Einvernahmen stattgefunden, anschliessend seien bis zur Einreichung der Beschwerde keine erkennbaren Untersuchungshandlungen mehr erfolgt. a) Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in strafprozessualer Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unverhältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, wenn die Haftfrist die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion übersteigt. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Straftaten Rechnung zu tragen. Der Haftrichter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt. Im Weiteren kann eine Haft die zulässige Dauer auch dann überschreiten, wenn das Strafverfahren nicht genügend vorangetrieben wird, wobei sowohl das Verhalten der Justizbehörden als auch dasjenige des Inhaftierten in Betracht gezogen werden müssen. Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesgerichts und der Organe der Europäischen Menschenrechtskonvention ist die Frage, ob eine Haftdauer als übermässig bezeichnet werden muss, aufgrund der konkreten Verhältnisse des einzelnen Falles zu beurteilen (BGE 124 I 208 E. 6 S. 215; 123 I 268 E. 3a S. 273, je mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer macht (mit Recht) nicht geltend, die bisherige Dauer der Untersuchungshaft übersteige die im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung wegen Beteiligung an qualifizierten Drogendelikten zu erwartende Strafe. Sein Vorbringen, wonach "bis zum 29. Juni 2001 (...) lediglich zehn Einvernahmen zur Sache stattgefunden" hätten, lässt noch nicht auf eine unzulässige Verschleppung der Strafuntersuchung durch die kantonalen Behörden schliessen. Zwar bringt er überdies vor, vom 29. Juni 2001 bis zur Einreichung der Beschwerde (am 27. Juli 2001) seien "überhaupt keine erkennbaren Untersuchungshandlungen vorgenommen" worden. Wie sich jedoch aus Akten ergibt, erweist sich der untersuchte Drogenfall, der Abklärungen in mehreren Kantonen erforderte, als sehr umfangreich und komplex. Das Polizeidossier allein umfasst 17 Bundesordner Akten. Der Schlussbericht vom 17. Juli 2001 weist 108 Seiten auf. Im Rahmen der Strafuntersuchungen gegen verschiedene Angeschuldigte wegen banden- und gewerbsmässigen Drogenhandels müssen die Ermittlungen koordiniert und insbesondere die jeweiligen Aussagen und Erkenntnisse für die einzelnen Verfahren ausgewertet werden. Aufgrund der vorliegenden Akten ist im jetzigen Prozessstadium keine verfassungswidrige Verfahrensverschleppung zum Nachteil des Beschwerdeführers ersichtlich, zumal die vorliegende Strafuntersuchung mit konnexen Verfahren koordiniert werden muss (vgl. BGE 124 I 139 E. 2c S. 142). Die vom Beschwerdeführer erwähnte Erwägung des angefochtenen Entscheides (Seite 3), wonach die Untersuchungsbehörden "im Verlauf der anbegehrten Dauer der Haftverlängerung", also "bis Ende August" 2001, "nicht umhin kommen" würden, "mit dem Beschuldigten die beabsichtigten Konfrontationseinvernahmen durchzuführen", lässt ebenfalls nicht auf eine Prozessverschleppung durch die kantonalen Behörden schliessen. Vielmehr wird daraus deutlich, dass das Obergericht bei seinen Haftprüfungen nicht zuletzt auch über eine zügige Untersuchungsführung wacht. Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen Aussagen verweigert hat, kann er daraus nicht den Vorwurf ableiten, es hätten keine bzw. zu wenige Einvernahmen stattgefunden.