Citation: 5A_52/2023 E. 2

Das Kantonsgericht hat erwogen, gemäss Art. 22 Abs. 1 GKV/SG sei für die Bemessung der Entschädigung der Kindesvertreterin die Honorarordnung vom 22. April 1994 für Rechtsanwälte (HonO/SG; sGS 963.75) anwendbar. Vorliegend mache die Kindesvertreterin ein Honorar nach Zeitaufwand geltend. Hier sei nur Arbeitsaufwand zu entschädigen, welcher einer Rechtsanwältin entstehe, die aufgrund ihrer besonderen Fachkenntnisse und längeren Praxis ein Mandat von Anfang an zielgerecht führe und auf die notwendigen Massnahmen beschränke. Vorliegend könne nicht verifiziert werden - beide Parteien hatten denn auch die Kostennote beanstandet und moniert, die Leistungen könnten aufgrund der eingereichten Zeiterfassung zu grossen Teilen nicht nachvollzogen bzw. konkreten Tätigkeiten zugeordnet werden -, dass diese Voraussetzungen erfüllt wären; namentlich falle auf, dass die Kindesvertreterin Kleinstaufwände von jeweils fünf Minuten aufgeschrieben habe und sie nicht erkläre, warum nach ihrer abschliessenden Eingabe noch ein notwendiger Aufwand von 850 Minuten angefallen sei. Unter diesen Umständen sei es nicht möglich, die Entschädigung nach Zeitaufwand festzusetzen, was bedeute, dass sie ermessensweise als Pauschale festzusetzen sei. Diese betrage in Eheschutzverfahren bis Fr. 7'500.-- (Art. 20 Abs. 1 lit. c HonO), wobei sie gemäss Art. 20 Abs. 3 HonO in aussergewöhnlich aufwendigen Fällen um bis zu 50 % erhöht werden könne, was sich vorliegend rechtfertige, zumal im Berufungsverfahren ein Gutachten in Auftrag gegeben worden sei. Weil die Kindesvertreterin erst im Berufungsverfahren beauftragt worden sei, werde auf eine Kürzung gemäss Art. 26 Abs. 1 HonO verzichtet. Zu berücksichtigen sei weiter, dass während des Verfahrens 25 prozessleitende Verfahren stattgefunden hätten; ermessensweise werde der durchschnittliche Aufwand auf ungefähr drei Stunden geschätzt, was Zuschläge von 25 x 10 % der Grundpauschale ergebe. Zwar dürften gemäss Art. 18 Abs. 2 HonO die Zuschläge das Grundhonorar grundsätzlich nicht überschreiten, aber angesichts des aussergewöhnlichen Aufwandes sei von dieser Regel abzuweichen. Mithin würden sich eine Pauschale von Fr. 11'250.-- (150 % von Fr. 7'500.--) und Zuschläge von Fr. 18'750.-- (25 x 10 % von Fr. 7'500.--) ergeben; unter Berücksichtigung der Barauslagenpauschale von 4 % (Art. 28bis Abs. 1 HonO) und der MWSt von 7,7 % betrage die Entschädigung somit total Fr. 33'600.--.