Citation: 4A_55/2022 E. 8.1

8.1. Die Beschwerdegegnerinnen wenden ein, entgegen der Beschwerdeführerin habe die Vorinstanz keine "absoluten Maximen" aufgestellt. Vielmehr habe sie im Einzelfall geprüft, ob die Liefereinstellung sachlich gerechtfertigt sei. Das trifft so nicht zu. Die Vorinstanz ging in der Tat vielmehr davon aus, die Entscheidung einer Unternehmung, ihren Vertrieb neu zu organisieren und dabei ein selektives System einzuführen, sei als solcher ein genügender sachlicher Grund. Dabei folgte sie der Argumentation der Beschwerdegegnerinnen, welche diese im Rahmen ihrer Ausführungen zur zweiten Rüge der Beschwerdeführerin wiederholen. So führen sie in ihrer Beschwerdeantwort aus: "Die im vorliegenden Fall vorgetragene objektive Rechtfertigung der Beschwerdegegnerinnen bezog sich dabei gerade nicht auf Effizienzvorteile, sondern auf die Reorganisation ihres Vertriebssystems [...]" und "[w]ie das Handelsgericht in sorgfältiger Abwägung korrekt feststellte, stellt die Reorganisation eines Vertriebssystems bereits für sich betrachteteine objektive Rechtfertigung für die Liefereinstellung auch an ehemalige Handelspartner dar (...) " (Herv. beigefügt). Insofern ist ihr betreffend die Rüge 3 vorgetragener Einwand, die Vorinstanz habe keine "absoluten Maximen" aufgestellt, widersprüchlich. Dies ist aber insofern nicht entscheidend, als das Bundesgericht ohnehin nur die Anwendung des UK Competition Acts (bzw. der AEUV) im konkreten Anwendungsfall prüft, wobei die bundesgerichtliche Kognition - wie erwähnt (vgl. hiervor E. 4.2) - eingeschränkt ist. Weiter machen die Beschwerdegegnerinnen geltend, vorliegend komme es ohnehin zu keinerlei negativen Auswirkungen auf den nachgelagerten Markt für Reparatur- und Wartungsarbeiten. Wenn überhaupt komme es zu positiven Auswirkungen, namentlich zur Internalisierung der doppelten Marginalisierung durch Wegfall der Grosshandelsstufe und ihrer Gewinnmarge, wie die Vorinstanz korrekt festgehalten und berücksichtigt habe. Die Vorinstanz stellte an der von den Beschwerdegegnerinnen angegeben Stelle lediglich fest, der Ausschluss der Grosshandelsstufe führe zur Internalisierung der doppelten Marginalisierung, "was mit niedrigeren Preisen einhergehen kann " (Herv. beigefügt). Damit erwähnte die Vorinstanz eine blosse Möglichkeit. Entgegen den Beschwerdegegnerinnen hat die Vorinstanz auch nicht dadurch die Auswirkungen auf den Wettbewerb im Sinn der Rüge der Beschwerdeführerin berücksichtigt, indem sie auf das Urteil CEAHR/ Kommission verwies. Die Vorinstanz hielt an der angegebenen Stelle einzig zutreffend fest, gemäss diesem Entscheid bestehe auf dem Reparaturmarkt noch Wettbewerb. Vorliegend bezieht sich die Rüge der Beschwerdeführerin aber auf den Wettbewerb auf dem Ersatzteilliefermarkt.