Citation: 2C_736/2020 E. 5.5

5.5. Seit seiner Entlassung aus dem Strafvollzug lebt der Beschwerdeführer mit seiner Schweizer Verlobten zusammen, mit der er seit rund acht Jahren eine Beziehung führt und schon ab 2013 zusammen wohnte. Eine Entfernungsmassnahme würde seine Verlobte mit einer gewissen Härte treffen, zumal ihr eine Ausreise nach Honduras nicht ohne Weiteres zumutbar ist. Andererseits hat gerade auch die gemeinsame Beziehung den Beschwerdeführer nicht davon abgehalten, mehrfach und auch schwer zu delinquieren. Sodann ist zu berücksichtigen, dass die Beziehung bereits während der Verbüssung der Haftstrafen nur eingeschränkt gelebt werden konnte. Schliesslich ist es möglich, den Kontakt zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Verlobten durch Kurzbesuche und moderne Kommunikationsmittel aufrechtzuerhalten. Dagegen vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung die langjährige Beziehung beendeten, den gemeinsamen Kinderwunsch illusorisch werden liessen und sein Recht auf Ehefreiheit tangierten, nicht zu überzeugen: Die Ehefreiheit verschafft in keiner ihrer Formen einen Anspruch auf ein Familienleben an einem bestimmten, frei wählbaren Ort. Migrationsrechtlich gehen in diesem Zusammenhang Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV der Ehefreiheit vor (Urteile 2C_481/2018 vom 11. Juli 2019 E. 7; 2C_323/2018 vom 21. September 2018 E. 6.5.3). Der Beschwerdeführer muss sich die Folgen seines strafrechtlichen Handelns vorhalten lassen. Ein Eingriff in die Beziehung mit seiner Verlobten ist gestützt auf Art. 8 Ziff. 2 EMRK gesetzlich möglich und im vorliegenden Fall auch vertretbar.