Citation: 5A_903/2013 E. 3

Das Kantonsgericht stellte vorliegend fest, die Eheleute hätten eine Wohnung in C.________/GR und eine in B.________ gehabt, wobei beide C.________ als ihren Wohnsitz bezeichnet hätten. Der Beschwerdegegner sei seit dem 20. Februar 2008 in C.________ gemeldet. Gemäss der Trennungsvereinbarung habe der Beschwerdegegner die Wohnung in B.________ der Beschwerdeführerin und dem Sohn überlassen. Er sei in der vormaligen Familienwohnung in C.________ geblieben. Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit in B.________ habe er zusätzlich eine Wohnung in B.________ angemietet. Er habe weder seine Schriften nach B.________ verlegt noch sei er dort steuerpflichtig. Aus dem Wohnsitzausweis vom 18. Dezember 2012 gehe hervor, dass er weiterhin in der Gemeinde C.________ gemeldet sei, die Adresse in B.________ werde als Aufenthaltsort aufgeführt. Aus Polizeirapporten der Stadtpolizei B.________ sei ersichtlich, dass er auch dort C.________ als Privatadresse angegeben habe, dies unter Hinweis auf seinen Wochenaufenthalt in B.________. Sodann seien mehrere Arztbesuche sowie ein längerfristig geplanter medizinischer Eingriff in C.________ resp. im Kantonsspital Graubünden erfolgt. Der behandelnde Arzt habe bestätigt, dass ihn der Beschwerdegegner am 13. Juli 2012, 4. und 8. Januar 2013 und am 11. März 2013 in der Sprechstunde in C.________ aufgesucht habe. Aus den vom Beschwerdegegner eingereichten Beilagen gehe hervor, dass er sich regelmässig an Wochenenden und teilweise unter der Woche in C.________ aufhalte. Die Beschwerdeführerin wohne heute mit dem Sohn in D.________/LU. Sodann erwog das Kantonsgericht, die Beschwerdeführerin habe das frühere Eheschutzverfahren im Bündnerland und nicht in B.________ anhängig gemacht. Dies bestätige, dass C.________ der Wohnsitz der Familie gewesen sei. Der Beschwerdegegner habe nach der Trennung gegenüber den Behörden deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er an seinem bisherigen Wohnsitz in C.________ festhalten wolle. Die medizinischen Termine liessen ebenfalls auf eine grössere Bindung zu C.________ schliessen. Dass sämtliche mit der Berufsausübung und dem Aufenthaltsort B.________ in Zusammenhang stehenden Angelegenheiten (Versicherungen, Schweizerische Lehrerkrankenkasse) über die Adresse in B.________ abgewickelt würden, erscheine aus Praktikabilitätsgründen nachvollziehbar. Im Ergebnis befand das Kantonsgericht, aufgrund der gesamten Lebensumstände sei davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner auch nach Bezug der Wohnung in B.________ per 1. Mai 2012 an seinem bisherigen Wohnsitz in C.________ festgehalten habe. Es sei erbracht, dass er eine stärkere Verbindung zu C.________ als zum Arbeitsort B.________ aufweise. Damit sei die Zuständigkeit des erstinstanzlichen Gerichts gegeben.