Citation: 1B_118/2019 E. 3.4

3.4. Bei der "Zuständigkeit" der Bundesanwaltschaft im Entsiegelungsverfahren geht es (neben der internationalstrafrechtlichen territorialen Zuständigkeit) primär um die Frage, ob sie zur Einreichung des Entsiegelungsgesuches (Art. 248 Abs. 2 StPO) kompetent war. Dies trifft nach der klaren Regelung des Gesetzes zu. Als verfahrensleitende Strafbehörde des Bundes, welche die Strafuntersuchung förmlich eröffnet hat, ist sie auch für das Entsiegelungsgesuch zuständig (Art. 12 lit. b, Art. 14 Abs. 1, Art. 16 Abs. 2, Art. 23 f., Art. 61 lit. a und Art. 308 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 2 Abs. 1 lit. b und Art. 7 StBOG; s.a. Urteil 1B_407/2018 vom 13. Dezember 2018 E. 3.1). Die Eröffnung der Strafuntersuchung ist grundsätzlich nicht anfechtbar (Art. 309 Abs. 3 Satz 3 i.V.m. Art. 300 Abs. 2 StPO). Bei Streitigkeiten über die Bundesgerichtsbarkeit (Art. 22 ff. StPO) bzw. über den Gerichtsstand (Art. 31 ff. StPO) wäre das einschlägige gesetzliche Konfliktbeilegungsverfahren einzuleiten (vgl. Art. 28 und Art. 41 StPO). Diese Fragen sind nicht im Entsiegelungsverfahren durch das kantonale Zwangsmassnahmengericht zu beurteilen. Eine offensichtlich fehlende Behördenzuständigkeit ist hier ebenfalls nicht dargetan.