Citation: 2A.591/1998 22.03.2000 E. 1.-

a) Das Bundesgericht prüft die Zulässigkeit der bei ihm eingereichten Beschwerden von Amtes wegen und mit freier Kognition (BGE 124 II 499 E. 1a S. 501, mit Hinweisen). b) Das Bundesgericht beurteilt letztinstanzlich Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen Verfügungen, die sich auf öffentliches Recht des Bundes stützen oder stützen soll- ten (Art. 97 OG in Verbindung mit Art. 5 VwVG; BGE 123 I 275 E. 1b S. 277). Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwer- de sind auch auf unselbständiges kantonales Ausführungsrecht zum Bundesrecht gestützte Anordnungen zu überprüfen sowie auf übrigem kantonalem Recht beruhende Anordnungen, die ei- nen hinreichend engen Sachzusammenhang mit der im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu beurteilenden Frage des Bundesverwaltungsrechts aufweisen. Soweit dagegen dem ange- fochtenen Entscheid selbständiges kantonales Recht ohne den genannten Sachzusammenhang zum Bundesrecht zugrunde liegt, steht ausschliesslich die staatsrechtliche Beschwerde zur Verfügung (BGE 123 I 275 E. 1b S. 277, mit Hinweis). c) Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a und c in Verbindung mit Art. 6 lit. b der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 1995 (TSV; SR 916.401) regelt das Bundesamt für Veterinär- wesen die Ausbildung der Besamungstechniker und stellt den Fähigkeitsausweis aus. Aufgrund dieses Fähigkeitsausweises erteilt der Kanton die Bewilligung zum Besamen an die Besa- mungstechniker (Art. 51 Abs. 2 lit. a TSV). Der Kantonstier- arzt überwacht die künstliche Besamung in seuchenpolizeili- cher Hinsicht (Art. 301 Abs. 1 lit. e TSV). Gemäss Art. 2 Abs. 3 des Tierschutzgesetzes vom 9. März 1978 (TSchG; SR 455) darf niemand ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen oder es in Angst versetzen. Das Recht des Kantons Thurgau enthält keine Bestim- mungen, die sich ausdrücklich auf die Tätigkeit des Besa- mungstechnikers beziehen. Hingegen statuiert § 1 Ziff. 1 der Verordnung des Regierungsrates vom 16. Juni 1987 über Berufe des Gesundheitswesens (GGV) eine Bewilligungspflicht für die Berufsausübung, wenn es um das Vorbeugen und Behandeln von Gesundheitsstörungen an Mensch und Tier geht. Im vorliegenden Fall geht es darum, ob die unabhän- gig von einer Besamung vorgenommene "Voruntersuchung", na- mentlich die "umfassende Untersuchung der Geschlechtsorgane" zwecks Überprüfung der Besamungstauglichkeit, nach Massgabe der kantonalrechtlichen gesetzlichen Regelung bewilligungs- pflichtig ist. Damit stützt sich der angefochtene Entscheid, der feststellt, dass die neu angebotenen Dienstleistungen von der Bewilligung zum Besamen nicht erfasst werden, auf selbständiges kantonales Recht, womit die vorliegend einge- reichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde als staatsrechtliche Beschwerde entgegenzunehmen ist.