Citation: 6B_946/2008 31.03.2009 E. 3

Die Beschwerdeführerin rügt, ihre Verurteilung verstosse gegen Art. 8 EMRK. Diese Bestimmung gewährleiste nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs das Recht einer Person, sich für den Freitod zu entscheiden. "A maiore minus" müsse dies bedeuten, dass es dem Bürger freistehe, sich durch Drogenkonsum selber zu schädigen. Eingriffe in dieses von Art. 8 Abs. 1 EMRK geschützte Selbstbestimmungsrecht seien nur unter der Voraussetzung von Abs. 2 zulässig, welche vorliegend nicht erfüllt seien. Die EMRK ist für das Bundesgericht nach Art. 190 BV in gleicher Weise verbindlich wie ein Bundesgesetz. Insofern ist die Rüge zulässig (BGE 128 III 113 E. 3a mit Hinweisen; 128 IV 201 E. 1.2 und 1.3). Allerdings ist die Beschwerdeführerin offensichtlich nicht befugt, sie zu erheben. Da ihr nicht vorgeworfen wurde, Drogen konsumiert zu haben, kann sie sich nicht darauf berufen, diese Tätigkeit falle unter das von Art. 8 Abs. 1 EMRK geschützte Selbstbestimmungsrecht. Sie wurde vielmehr verurteilt, weil sie Drogenhanf produzieren liess und diesen verkaufte, notabene wegen (illegaler) geschäftlicher Tätigkeiten, die nicht in den Schutzbereich dieser Konventionsbestimmung fallen. Auf die Rüge ist daher mangels Beschwerdebefugnis nicht einzutreten. Sie wäre im Übrigen auch in der Sache unbegründet. Wie Art. 10 Abs. 2 BV schützt Art. 8 Abs. 1 EMRK nur die elementaren Erscheinungen der Persönlichkeitsentfaltung (BGE 130 I 369 E. 2 mit Hinweisen). Drogenkonsum ist kein wesentlicher Bestandteil des Selbstbestimmungsrechts und fällt nicht unter den Schutzbereich von Art. 8 EMRK (Bundesgerichtsentscheid 6P.25/2006 vom 27. April 2006 E. 3, in: AJP 2007 S. 116).