Citation: 7B_835/2023 E. 2.3

2.3. Der Strafbefehl, welcher als Anklageschrift gilt, wird im angefochtenen Urteil wie folgt wieder gegeben : Am Montag, 8. November 2020, habe der verantwortliche Tierhalter D.________, Inhaber der B.________ AG, die beiden Moren mit den Ohrenmarken Nrn. 8866 sowie 8728 durch den Tiertransporteur A.________ von U.________, während einer Fahrt von total zehn Minuten, zum Viehhandelsbetrieb von A.________ nach V.________ bringen und aufstallen lassen. Am 10. November 2020 habe der verantwortliche Tierhalter A.________ in seinem Betrieb nebst den beiden Moren mit den Ohrenmarken Nrn. 8866 und 8728 weitere 12 Mastschweine durch den Tiertransporteur E.________ von V.________, während einer Fahrt von total zwei Stunden, zum Zentralschlachthof in W.________ zur Schlachtung bringen und dort entladen lassen. Für die Tierbetreuung beim Viehhandelsbetrieb sowie für die Mithilfe beim Auflad auf das Tiertransportfahrzeug von E.________ sei der Tierhalter A.________ mitverantwortlich gewesen. Sowohl für die Fahrt von der B.________ AG in U.________ in das Viehhandelsunternehmen von A.________ in V.________ als auch für die Fahrt vom Viehhandelsunternehmen in den Zentralschlachthof in W.________ hätten die beiden Moren mit den Ohrenmarken-Nrn. 8866 und 8728 über Rampen in die Tiertransportfahrzeuge aufgeladen, während einer wackeligen Fahrt transportiert und nach Ankunft am Zielort über eine Entladerampe wieder abgeladen werden müssen. Auf dem Begleitdokument vom 9. November 2020 habe der verantwortliche Betreuer der B.________ AG, C.________, ein "unbehandeltes Panaritium" deklariert. Ein zusätzliches tierärztliches Zeugnis eines allfälligen Bestandestierarzts der verantwortlichen Tierhalterin B.________ AG oder des verantwortlichen Tierhalters A.________ mit der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Transportfähigkeit der beiden Moren mit den Ohrenmarken-Nrn. 8866 und 8728 am 9. und 10. November 2020 habe gänzlich gefehlt. Im Zeitpunkt der Schlachtung habe die More mit der Ohrenmarken-Nr. 8866 überlange Klauen an allen vier Gliedmassen, an der linken Vordergliedmasse einen mindestens 30 Tage alten Abszess und an der linken Hintergliedmasse eine hochgradige chronische Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) und Osteonekrose (Absterben des Knochens) aufgewiesen, die mindestens 21 Tage alt gewesen seien. Das Schwein habe am 10. November 2020 eine stark hochgradige Lahmheit, verbunden mit einer leichtgradigen Muskelatrophie hinten links, gezeigt. [...] Indem D.________ und C.________ von der B.________ AG am 9. November 2020, zeitlich vor dem Transport nach V.________, keinen Tierarzt vor Ort gerufen hätten, um den Gesundheitszustand und die Transportfähigkeit der beiden zu schlachtenden Moren mit den Ohrenmarken-Nrn. 8866 und 8728 zu beurteilen und/oder ohne den beiden Tieren unverzüglich die ihrem Zustand entsprechende Pflege zukommen zu lassen und/oder ohne besondere Vorsichtsmassnahmen für den Transport (beispielsweise separates Abteil; tiefe Einstreu) zu treffen, hätten sie zusammen mit dem verantwortlichen Tiertransporteur und Viehhändler A.________ sehenden Auges in Kauf genommen, dass ihre beiden Moren bei jedem Auflade- und Abladevorgang sowie während des Transports, erstens von U.________ nach V.________ und zweitens von V.________ zur Schlachtung im Zentralschlachthof W.________, durch die bereits seit mehreren Wochen bei ihnen bestehenden Lahmheiten unter starken Schmerzen litten beziehungsweise sich die bereits bestehenden Schmerzen dadurch noch verstärkten. Schliesslich habe auch der verantwortliche Tierhalter A.________ während der Aufstallungszeit der beiden fraglichen Moren vom. 9. auf den 10. November 2020 in seinem Viehhandelsunternehmen in V.________ sowie während des Verladevorgangs vom 10. November 2020 zusammen mit dem Tiertransporteur E.________ sehenden Auges in Kauf genommen, dass die beiden Moren während der gesamten Aufstallungszeit sowie während des gesamten zweistündigen Transports mit 12 weiteren Mastschweinen in den Zentralschlachthof W.________, insbesondere während des Auflade- und Entladevorgangs, aufgrund ihrer bereits seit rund drei Wochen bestehenden Lahmheiten und Schmerzen weiter starke Schmerzen erlitten. Denn weder der verantwortliche Tierhalter A.________ noch der verantwortliche Tiertransporteur E.________ hätten am 10. November 2020 das Begleitdokument für Klauentiere dahingehend abgefüllt, dass ein unbehandeltes Panaritium bestanden hätte, noch, dass eine der beiden Moren krank oder verletzt gewesen sei. Auch hätten A.________ und E.________ es - nicht zuletzt aus Kostengründen - nicht für nötig gehalten, am 10. November 2020, zeitlich vor der Abfahrt von V.________ nach W.________, einen Bestandestierarzt vor Ort zu rufen, um den Gesundheitszustand und die Transportfähigkeit der beiden seit mehreren Wochen lahmenden Moren mit den Ohrenmarken-Nrn. 8866 und 8728 beurteilen zu lassen, unverzüglich die ihrem Zustand entsprechende Pflege zukommen zu lassen und/oder besondere Vorsichtsmassnahmen für den Transport (beispielsweise separates Abteil, tiefe Einstreu, Transport in einen näher gelegenen Schlachthof) zu treffen, so dass diese beiden Moren durch die bei ihnen bereits vor dem Transport von U.________ nach V.________ bestehenden Lahmheiten während der Fahrt von V.________ zum Zentralschlachthof in W.________ weiter Schmerzen erlitten beziehungsweise sich die bereits bestehenden Schmerzen dadurch noch verstärkt hätten.