Citation: 6B_885/2023 E. 1.2.2

1.2.2. Der Vorinstanz zufolge hätte sich beim Beschwerdeführer das Wissen um die deliktische Bestimmung der Maschinenpistole bereits aufgrund der zwielichtigen und äusserst fragwürdigen Umstände aufdrängen müssen. Er sei von einer völlig unbekannten, albanisch sprechenden Person namens C.________ kontaktiert worden, die sich - ohne den Grund am Telefon zu nennen - mit ihm habe treffen wollen. Anlässlich dieses Treffens habe sich dann, wie der Beschwerdeführer bereits geahnt habe, herausgestellt, dass C.________ sowie eine weitere (französisch sprechende) Person, die während des Treffens im Auto verblieben sei, an einer Waffen interessiert gewesen seien. Die Käufer seien dem Beschwerdeführer zufolge an seiner grössten Waffe ("je grösser desto besser") interessiert gewesen. Als der Beschwerdeführer die Maschinenpistole offeriert habe, habe sich die Käuferschaft innert kurzer Zeit, und ohne sich über die Herkunft der Waffe zu informieren, für eine als besonders gefährlich geltende Maschinenpistole entschieden. Der Kaufpreis von Fr. 2'600.-- (mit dem die Käuferschaft sofort einverstanden gewesen sei), sei zudem bar bezahlt worden, wobei weder ein schriftlicher Vertrag noch eine Quittung ausgestellt worden seien. Unter diesen Umständen habe der Beschwerdeführer davon ausgehen müssen, dass es den Käufern nicht möglich gewesen sei, auf legalem Weg eine Waffe zu erwerben. Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer die geltenden Vorschriften in Bezug auf den Erwerb von Waffen sowie das Waffenverbot für bestimmte Länder im Wesentlichen gekannt, und habe damit gerade im Hinblick auf die albanisch sprechende Person zumindest annehmen müssen, dass diese nicht zum Erwerb einer Waffe berechtigt gewesen sei. Schliesslich habe der Beschwerdeführer den Käufern zusätzlich 100 Patronen zur Maschinenpistole mitgegeben. Er habe diese somit einsatzfähig verkauft, obwohl er selbst angenommen habe, dass die Waffe nicht Sammlerzwecken dienen sollte. Dies lasse ebenfalls darauf schliessen, dass er davon ausgegangen sei, dass die Käufer die Waffe nicht für legale Zwecke verwenden würden, zumal Letztere eine legale Verwendung weder erwähnt noch angedeutet hätten und eine solche bei einer Maschinenpistole nicht ersichtlich sei. Mithin habe die Annahme, dass die Käuferschaft (die eine grössere Waffe gewollt habe) die Maschinenpistole und die Munition nur ungenutzt zuhause aufbewahren würde, ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise gelegen. Wäre es dieser tatsächlich darum gegangen, bloss eine Waffe "für den Fall der Fälle" zu besitzen, so hätte sie sich nicht für die Maschinenpistole, sondern z.B. für eine viel handlichere und einfacher zu handhabende Pistole, wie sie vom Beschwerdeführer ebenfalls gezeigt worden sei, entschieden. Für die Vorinstanz besteht kein Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer beim Verkauf der Maschinenpistole mit Munition im Wissen gehandelt habe, dass diese zumindest möglicherweise zur Begehung eines Verbrechens oder Vergehens dienen sollte und er habe dies willentlich in Kauf genommen. Die von ihm verkaufte Maschinenpistole sei denn auch am 5. Juni 2018 bei einem Raubüberfall in Genf mitgeführt worden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sei es dabei irrelevant, ob die Käufer der Waffe die am Raubüberfall beteiligten Personen gewesen seien, da es sich bei der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit mit Waffen um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handle. So sei es für die Strafbarkeit unerheblich, ob es die Erwerber der Maschinenpistole gewesen seien, die sich mit Letzterer an besagtem Raub beteiligt hätten oder ob damit überhaupt bereits ein Vergehen oder Verbrechen begangen worden sei. Vielmehr genüge es, dass der Beschwerdeführer aufgrund der konkreten Umstände zum Zeitpunkt der Übergabe der Maschinenpistole zumindest habe annehmen müssen, dass diese zur Begehung eines Vergehens oder Verbrechens habe dienen sollen.