Citation: 5P.474/2002 14.02.2003 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Auf Grund der formellen Natur dieses Anspruchs (BGE 119 Ia 136 E. 2b S. 138; 126 I 19 E. 2d/bb S. 24) ist dieser Beschwerdegrund vorab zu behandeln. Der Beschwerdeführer macht geltend, zwischen ihm und dem Erblasser habe ein herzliches Verhältnis bestanden. Zudem habe der Erblasser keineswegs die Beschwerdegegnerin als Alleinerbin einsetzen wollen. Indem das Obergericht die von ihm angerufenen Zeugen, die diese beiden Sachvorbringen hätten bestätigen können, nicht angehört habe, sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. Zum Anspruch auf rechtliches Gehör gehört nach der Rechtsprechung auch die Pflicht des Richters, die formrichtig und rechtzeitig angebotenen Beweise abzunehmen, wenn diese rechtlich erhebliche Tatsachen betreffen und tauglich sind, die streitigen Tatsachen zu beweisen (BGE 119 Ia 136 E. 2d S. 139; 120 Ib 379 E. 3b S. 383). Gemäss Art. 84 Abs. 2 OG ist die staatsrechtliche Beschwerde indessen nur zulässig, wenn die behauptete Rechtsverletzung nicht sonstwie durch Klage oder Rechtsmittel beim Bundesgericht oder einer andern Bundesbehörde gerügt werden kann. Sie ist daher unzulässig, wenn die eidgenössische Berufung ans Bundesgericht möglich ist, insbesondere wegen Verletzung von Art. 8 ZGB (BGE 108 Ia 293 E. 4c S. 294; 114 II 289 E. 2a S. 290 f.). Enthalten in Art. 8 ZGB ist unter anderem der Anspruch auf Abnahme von Beweisen, die zum Nachweis rechtserheblicher Tatsachen frist- und formgerecht anerboten worden sind (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223). Der Beschwerdeführer übersieht vorliegend, dass das Obergericht die beantragten Zeugen nicht einvernommen hat, weil die Beweisofferte in allgemeiner Weise erfolgt sei und es überdies wenig wahrscheinlich erscheine, dass der Erblasser mit diesen drei aussenstehenden Personen über seine letztwillige Verfügung gesprochen habe. Das Obergericht hat also die Einvernahme abgelehnt, weil es die Zeugen als untaugliche Beweismittel erachtete. Ob es damit den bundesrechtlich garantierten Beweisführungsanspruch missachtet hat, kann in grundsätzlich berufungsfähigen Streitsachen wie der vorliegenden nur als Verletzung von Art. 8 ZGB gerügt werden und ist damit im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren nicht zu berücksichtigen.