Citation: 5A_984/2021 E. 3.3

3.3. Bei der Anwendung von Art. 612 Abs. 3 ZGB ist das Gericht in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen verwiesen (zit. Urteil 5C.301/2006 E. 3.2 mit Hinweis), von dem zugeschnitten auf den konkreten Einzelfall sachgemässer Gebrauch zu machen ist. Insoweit als es seine Entscheidung nach Recht und Billigkeit zu treffen hat (Art. 4 ZGB), lassen sich auch keine starren Regeln aufstellen. Bei der Überprüfung eines derartigen Ermessensentscheids schreitet das Bundesgericht nur ein, wenn die kantonale Instanz von ihrem Ermessen offensichtlich falschen Gebrauch gemacht hat. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten spielen dürfen, wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hat oder wenn sich der Ermessensentscheid im Ergebnis als offensichtlich unbillig oder ungerecht erweist (vgl. BGE 136 III 449 E. 4.4.1).