Citation: U 480/05 07.06.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auch nach dem 30. September 2003 aus dem Unfall vom 23. Juli 2002 leistungspflichtig ist. 2.1 Das kantonale Gericht hat in materiell- und beweisrechtlicher Hinsicht die für die Beurteilung dieser Frage massgeblichen Grundlagen zutreffend dargelegt. Wie es richtig erwogen hat, ist nicht umstritten, dass der Beschwerdeführer beim Auffahrunfall vom 23. Juli 2002 eine HWS-Distorsion erlitten hat, sondern einerseits, ob es sich beim Beschwerdebild um eine Vielzahl von Beschwerden handelt, welche in ihrer Gesamtheit als typisches bzw. buntes Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma bezeichnet werden können - und somit die diesbezügliche Rechtsprechung zur Anwendung gelangt -, und anderseits, ob es sich bei den Beschwerden immer noch um Unfallfolgen oder vielmehr um bereits vor dem Unfall vom 23. Juli 2002 bestehende gesundheitliche Störungen handelt. Sie ist nach einlässlicher und überzeugender Würdigung der medizinischen Aktenlage in den Erwägungen 1.a-e ihres Entscheides zu Recht zum Schluss gekommen, dass auf Grund der übereinstimmenden Diagnosen bezüglich der vor dem Unfall bestehenden zervikalen Schmerzen und bei der blossen Möglichkeit eines Zusammenhanges zwischen dem Unfallereignis und der gesundheitlichen Störung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass die bestehende Arbeitsunfähigkeit auf Grund zervikaler Schmerzen nicht mehr unfallkausal ist. Eine natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den fortbestehenden gesundheitlichen Störungen kann auch nicht mittels eines typischen Beschwerdebildes eines Schleudertraumas hergeleitet werden, da es vorliegend an einer Häufung von typischen Beschwerden fehlt. 2.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt dringt nicht durch. So beruft er sich auf Art. 36 Abs. 2 UVG und setzt damit voraus, dass noch eine Gesundheitsschädigung vorliegt, für die ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang zum Unfall vom 23. Juli 2002 gegeben ist. Dabei verkennt er, dass bei ihm bereits vor dem erwähnten Ereignis und bei damals eingeschränkter Erwerbsfähigkeit Nackenbeschwerden diagnostiziert worden sind, was auch Professor S.________ in seiner Expertise vom 17. März 2004 rapportiert und in seiner letztinstanzlichen Stellungnahme vom 28. November 2005 ausdrücklich bestätigt hat. Das kantonale Gericht hat in diesem Zusammenhang entgegen dem Vorwurf des Beschwerdeführers weder seine Begründungspflicht noch das rechtliche Gehör verletzt. Es hat im Gegenteil - wie Professor S.________ in seiner Stellungnahme vom 28. November 2005 zu Recht einräumt - ausserordentlich differenziert zu den Aussagen der verschiedenen Berichte und Gutachten Stellung genommen und die Problematik der Unfallkausalität sachrichtig auf die entscheidenden Fragen reduziert. Den privatgutachterlichen Stellungnahmen von Professor S.________ lässt sich kein klarer somatischer Befund entnehmen, der ursächlich dem Unfall zugeschrieben werden müsste. Er hält dafür, dass nach dem Unfall der Befund eines immobilisierten bzw. blockierten zervikothorakalen Überganges in den Mittelpunkt einer Beurteilung gestellt werden müsse. Diese Störung konnte indessen mittels bildgebender Untersuchungsmethoden nicht objektiviert, sondern bloss von ihm "manualdiagnostisch" erfasst werden. Weil eine natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den fortbestehenden gesundheitlichen Störungen, wie bereits gesagt, auch nicht aus einem typischen pluriformen Beschwerdebild eines Schleudertraumas herleitbar ist, da es vorliegend an einer Häufung von typischen Beschwerden fehlt, ist das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung der unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem dazu notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.