Citation: 2C_1044/2019 E. 6.2.4

6.2.4. Im vorinstanzlichen Urteil fehlen insbesondere die tatsächlichen Feststellungen zu den zur Verfügung stehenden und ergriffenen organisatorischen Kompensationsmassnahmen, um eine rechtsgenügliche Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmen. Eine solche bedingt unter anderem die Feststellung der Arbeitszeiten und der Dauer, die der Küchenchef an den verschiedenen Arbeitsorten während seiner Arbeitszeit verbringt. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch, ob zu den Nebenarbeitszeiten, wenn das Restaurant nicht geöffnet ist, der Küchenchef gewisse Arbeiten ausserhalb der Küche - im Freien oder im Bereich des Ess- und Aufenthaltsraums - erledigen muss. Der Vollständigkeit halber wird darauf hingewiesen, dass dem Ergebnis einer einzelfallspezifischen Verhältnismässigkeitsprüfung die Wegleitung des SECO im Grundsatz nicht entgegensteht, gemäss der ein Arbeitsraum ohne Tageslichtanteil toleriert wird, wenn der technischen oder sicherheitsbedingten Notwendigkeit ein höherer Stellenwert beigemessen wird als dem Anteil natürlichen Lichts, keine andere Lösung realisierbar und die Forderung nach natürlicher Beleuchtung unverhältnismässig ist (zur Verbindlichkeit von Empfehlungen und Weisungen der Verwaltungsbehörden vgl. BGE 145 V 84 E. 6.1.1 S. 87; 142 V 442 E. 5.2 S. 445 f.; 133 V 257 E. 3.2 S. 258 f.).