Citation: 9C_289/2017 E. 6.3

6.3. Ergibt sich im Rahmen der angeordneten Abklärungen (E. 4.4) eine Diagnose, bei welcher hinsichtlich der Frage, ob und in welchem Umfang die Beschwerdeführerin in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist, die Rechtsprechung zu anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden Anwendung findet, ist weiter streitig und zu prüfen, ob die medizinischen Unterlagen genügen, um die in diesem Zusammenhang anzustellende Indikatorenprüfung durchzuführen. Sowohl das Gutachten der Gutachterstelle B.________ als auch das ZMB-Gutachten wurden vor der mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 geänderten, auf alle zu diesem Zeitpunkt noch nicht erledigten Fälle anzuwendenden (SVR 2016 IV Nr. 30 S. 90, 9C_539/2015 E. 4 mit Hinweis) Rechtsprechung erstellt. Es gilt deshalb in intertemporalrechtlicher Hinsicht zu beachten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten ihren Beweiswert nicht per se verlieren. Mit Blick auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen bei der Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens ist jedoch in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309).