Citation: U 15/01 04.12.2001 E. 3

3.- Streitig und zu prüfen ist vorab, ob die Elvia berechtigt war, auf die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem 28. Februar 1993 ausgerichteten, nicht in einer formellen Verfügung zugesprochenen Versicherungsleistungen (Taggeld, Heilbehandlung) zurückzukommen. a) Die Vorinstanz verneinte dies mit der Begründung, die Ausrichtung von Taggeldern und die Übernahme der Heilbehandlungskosten an die Versicherte seien als de-facto-Verfügungen nach Ablauf einer (nach den Umständen) angemessenen Überlegungsfrist in Rechtskraft erwachsen. Die infolgedessen für eine Abänderung erforderlichen Voraussetzungen der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision lägen nicht vor, weil das Gutachten des Prof. Dr. med. L.________ vom 26. November 1998, auf welches die Elvia sich stützte, die Leistungserbringung weder zweifellos unrichtig erscheinen lasse noch wesentliche und erhebliche neue Tatsachen im revisionsrechtlichen Sinne beinhalte. b) aa) Was die Elvia in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen vorbringt, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Nicht gefolgt werden kann ihr namentlich insoweit, als sie geltend macht, dass sie die bis Ende Februar 1993 erbrachten Leistungen stets unter dem Vorbehalt, dass die Kausalitätsfrage eindeutig geklärt sein werde, ausgelöst habe, weshalb ihr Handeln nicht als Anerkennung der natürlichen Kausalität qualifiziert werden könne und es ihr jederzeit zustehe, diese Thematik wieder aufzugreifen. Denn ein derartiger Vorbehalt ist aus den Akten nicht ersichtlich und kann keinesfalls darin erblickt werden, dass weitere Abklärungen in medizinischer Hinsicht veranlasst worden waren. bb) Entgegen der Auffassung der Elvia vermag das Gutachten des Prof. Dr. med. L.________ vom 26. November 1998 auch keine Wiedererwägung der Leistungserbringung zu rechtfertigen. Dabei kann - wie bereits im nicht veröffentlichten Urteil N. vom 16. Mai 1997, U 183/96, und im Urteil H. vom 27. April 2001, I 4/01 - offen gelassen werden, ob der Nachweis der Voraussetzung zweifelloser Unrichtigkeit überhaupt mit einem neuen Gutachten erbracht werden kann. Denn selbst wenn diese Frage zu bejahen wäre, würde das Gutachten des Prof. Dr. med. L.________ nicht ausreichen, um gestützt darauf auf die erbrachten Leistungen zurückzukommen. Für seine Annahme, der Status quo sine sei Anfang 1988 erreicht gewesen, stützt sich Prof. Dr. med. L.________ nämlich, worauf er selber hinweist, auf die entsprechenden, in den Akten liegenden Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen, welchen er sich mangels eines Grundes, "daran retrospektiv etwas zu rütteln", anschliesst. Erkenntnisse, welche die gegenteilige Auffassung auch nur als unrichtig erscheinen liessen, enthalten seine Ausführungen hingegen nicht. cc) Wie im nicht veröffentlichten Urteil N. vom 16. Mai 1997, U 183/96, braucht auch vorliegend in Bezug auf den Rückkommenstitel der prozessualen Revision nicht entschieden zu werden, ob die einem Gutachten - vorliegend demjenigen des Prof. Dr. med. L.________ vom 26. November 1998 - zu entnehmende Feststellung zur Frage des natürlichen Kausalzusammenhanges, welche den Bereich der Sachverhaltsfeststellung beschlägt (vgl. BGE 119 V 338 oben), als neuentdeckte vorbestandene Tatsache zu qualifizieren ist oder bloss als neue Bewertung des im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung gegebenen Sachverhaltes. Während sie als letztere revisionsrechtlich von Vornherein unbeachtlich bliebe, vermöchte sie als erstere vorliegend jedenfalls zu keiner anderen rechtlichen Beurteilung zu führen, weil die Begutachtung, wie Prof. Dr. med. L.________ unter Hinweis auf den Zeitablauf sinngemäss selber festhielt, zu keinen wesentlichen neuen Erkenntnissen führte.