Citation: 2C_1055/2019 E.

Dagegen gelangte die Übernehmerin an das Kantonsgericht des Kantons Luzern, wobei sie hauptsächlich geltend machte, die streitbetroffenen Grundstücke seien vom Geschäftsvermögen der Erbengemeinschaft unmittelbar in ihr eigenes Geschäftsvermögen übergegangen. Entsprechend fehle es an einer Realisation. Die 4. Abteilung des Kantonsgerichts wies die Beschwerde mit Entscheid 7W 19 10 vom 12. November 2019 ab. Das Kantonsgericht erwog hauptsächlich, wenn in der Erbteilung ein landwirtschaftliches Grundstück nicht zum Anlagekosten-, sondern zu einem höheren Wert übernommen werde, so sei darin einerseits eine buchmässige, anderseits auch eine steuersystematische Realisation zu erblicken. Auf Seiten der veräussernden Erbengemeinschaft greife ein Steueraufschub. Demgegenüber sei auf Seiten der Übernehmerin, welche die Grundstücke zwar in ihr Privatvermögen erworben, diese aber dann nach einer "logischen Sekunde" ins Geschäftsvermögen überführt und dort zum Übernahmewert bzw. Verkehrswert eingebucht habe, die buchmässige Aufwertung mit der Grundstückgewinnsteuer zu erfassen. Nichts anderes ergebe sich aus der Auskunft der Belegenheitsgemeinde vom 9. September 2015 (vorne lit. A). Die Auskunft sei zwar an die Erbengemeinschaft als Veräusserin gerichtet gewesen. Als Veräusserin im Sinne von § 3 Abs. 1 Ziff. 6 GGStG/LU komme aber auch die Übernehmerin in Frage, gelte die Überführung eines Grundstücks vom Privat- ins Geschäftsvermögen doch als steuerbegründende Veräusserung. Die Gemeinde habe im dritten Satz der entscheidenden Passage, "wohl in der Annahme, dass auf Seiten der Vertragsparteien das Ausbleiben von Grundstückgewinnsteuerfolgen gewünscht sei", darauf hingewiesen, dass keine Bestätigung der Übernehmerin vorliege, wonach sie die Grundstücke zum Anlagewert aktivieren werde. Die Parteien hätten sich ohnehin durch eine Urkundsperson beraten lassen. Wenn die Auskunft vom 9. September 2015 auch deutlicher hätte formuliert sein können, dürfe dies nicht dazu führen, dass die Auslegung im Zweifel zugunsten der Übernehmerin zu erfolgen habe.