Citation: 6B_972/2017 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführer wenden sich gegen den Schuldspruch wegen mehrfachen Bestechens im Sinne von Art. 322ter StGB. Sie machen geltend, der Mitangeklagte Y.________ sei kein Beamter im Sinne von Art. 110 Abs 3 StGB gewesen. Er sei als Mitarbeiter und eingesetzte Fachkraft der A.________ GmbH beim BAFU als verwaltungsexterner Co-Leiter des IT-Projekts DaZu im Mandatsverhältnis tätig gewesen. Als solcher sei er den Entscheidungsträgern in der Verwaltung unterstellt gewesen. Er habe weder öffentliche Aufgaben wahrgenommen noch seien die ihm übertragenen Funktionen amtlicher Natur gewesen. Die A.________ GmbH sei ausschliesslich für die Betreuung des informatiktechnischen Bereichs des Projekts beauftragt worden. Die Koordination von IT-Dienstleistungen und Projekten sei keine spezifisch hoheitliche Tätigkeit. Diese stellten lediglich untergeordnete, rein technische Dienstleistungen dar. Soweit der Mitangeklagte Y.________ den Entscheidungsgremien gegenüber Empfehlungen abgegeben habe, sei er in der Funktion als blosser interner Berater Zuträger für deren Entscheidungen gewesen (Beschwerde 1 S. 3 ff.; Beschwerde 2 S. 3 ff.). Eventualiter bringen die Beschwerdeführer vor, sie hätten von der Stellung des Mitangeklagten Y.________ als funktionaler Beamter jedenfalls keine Kenntnis gehabt. Y.________ sei für die A.________ GmbH der einzige Ansprechpartner des BAFU gewesen. Es habe daher nahe gelegen, dass die Anfragen für Offerten jeweils von ihm an die A.________ GmbH gerichtet worden seien. Aus anderen Mandaten in der Bundesverwaltung seien ihnen die HERMES-Richtlinien bekannt gewesen. Dabei handle es sich um die auf Bundesebene verbindliche Projektführungsmethode zur Führung und Abwicklung von Projekten im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik. Nach der im Tatzeitpunkt massgeblichen Fassung der Richtlinien von 2003 sei dem Projektleiter keine selbstständige Entscheidungsgewalt zugekommen; dieser habe lediglich die Verantwortung für die operative Leitung im Auftrag des Auftraggebers gehabt. Die Kompetenzen und die Verantwortung für die zentralen Fragen der Beschaffung hätten mithin nicht beim Mitangeklagten Y.________ gelegen. Die diese Fragen betreffenden Entscheide seien vom Projektauftraggeber und dem Projektausschuss gefällt worden. Nach diesen Organisationsvorgaben sei es dem Mitangeklagten Y.________ nicht erlaubt gewesen, in eigener Kompetenz zu handeln. Sie (sc. die Beschwerdeführer) hätten erwarten dürfen, dass sich das BAFU an ihre eigenen Verwaltungsanweisungen halten werde. Sie hätten in guten Treuen davon ausgehen dürfen, dass der Mitangeklagte Y.________ keine selbstständige Entscheidungskompetenz gehabt und lediglich Projektaufgaben erfüllt habe. Vor dem Hintergrund der vertraglichen Vereinbarungen mit dem BAFU und der ihnen bekannten Richtlinien seien sie davon überzeugt gewesen, dass das Beschaffungswesen nicht zum Aufgabenbereich des Mitangeklagten Y.________ gehört habe. Dessen angebliche funktionale Beamtenstellung sei für sie nicht erkennbar gewesen. Zudem hätten sie gewusst, dass Y.________ als umtriebiger Unternehmer nicht nur für das BAFU und die A.________ GmbH tätig gewesen sei, sondern auch als alleiniger Gesellschafter die Geschäfte der E.________ Consulting geführt, für die F.________ AG gearbeitet sowie mit Metallen gehandelt und Goldgeschäfte betrieben habe. Darüber hinaus hätten sie auch keine Kenntnis von seinen Machenschaften gehabt und seien sie in guten Treuen davon ausgegangen, dass die Kontrollmechanismen des Bundesamtes funktionierten (Beschwerde 1 S. 11 ff.; Beschwerde 2 S. 11 ff.). Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, die bezahlten Provisionen seien aufgrund eines mündlichen Vertriebspartnervertrages geschuldet gewesen und nicht an den Mitangeklagten Y.________ persönlich, sondern an seine Firmen E.________ Consulting und F.________ AG ausbezahlt worden. Die Vorinstanz übersehe, dass den Zahlungen eine reale Gegenleistung gegenüber gestanden habe. Diese seien einerseits finanzielle Abgeltung bzw. Austrittsbonus für die Arbeit gewesen, welche Y.________ während seiner Anstellung bei der A.________ GmbH beim Aufbau und der Kundenakquisition erbracht habe. Andererseits hätten sie eine Entschädigung für die frühere Akquisition und spätere Weiterbetreuung der Kunden als account manager dargestellt. Solche Provisionen seien in der Branche üblich. Sie hätten in keinem Zusammenhang mit der Tätigkeit des Mitangeklagten Y.________ beim BAFU gestanden. Insofern habe es sich nicht um ungebührliche Vorteile für eine pflichtwidrige Amtshandlung gehandelt. Dies ergebe sich auch daraus, dass die Zahlungen in den Geschäftsbüchern deklariert und den Steuerbehörden offengelegt worden seien. Es fehle mithin an einem Äquivalenzzusammenhang. Zudem habe das BAFU keinen finanziellen Nachteil erlitten. Die A.________ GmbH habe die Provisionen nicht auf den Stundenansatz der eingesetzten Fachkraft geschlagen, sondern aus eigenen Mitteln bezahlt. Insgesamt habe es sich bei den bezahlten Provisionen somit nicht um Bestechungsgelder gehandelt (Beschwerde1 S. 21 ff.; Beschwerde 2 S. 20 ff.). Schliesslich wenden sich die Beschwerdeführer gegen die Annahme vorsätzlichen Handelns (Beschwerde 1 S. 31 f.; Beschwerde 2 S. 29 f.).