Citation: U 383/06 20.06.2007 E. 3

3.1 Während Vorinstanz und Beschwerdegegnerin die Frage nach dem Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 18. Dezember 1998 und den geklagten Beschwerden bejahen, bestreitet der Unfallversicherer dessen Bestehen. 3.2 Mit Blick auf die Akten kann den vorinstanzlichen Erwägungen zum natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den über den 31. Juli 2002 hinaus fortdauernden, die Leistungsfähigkeit einschränkenden Beschwerden der Versicherten beigepflichtet werden. Das kantonale Gericht hat die medizinischen Unterlagen sorgfältig gewürdigt und überzeugend dargelegt, weshalb die Schlussfolgerungen des psychiatrischen Gutachtens des Dr. med. C.________ vom 29. März 2003 nicht zu überzeugen vermögen. Gestützt auf die übrige medizinische Aktenlage ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass nach dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist. 3.3 Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde dagegen vorgebracht wird, vermag nicht zu überzeugen. Aufgrund der Feststellungen des erstbehandelnden Dr. med. N.________ ist davon auszugehen, dass die heutige Beschwerdegegnerin anlässlich der Auffahrkollision eine Distorsionsverletzung der HWS erlitten hat. Diese Annahme wurde aus ärztlicher Sicht nie in Frage gestellt. Im Anschluss an den Unfall ist zumindest teilweise das typische Beschwerdebild (in casu zunächst Nacken- und Kopfschmerzen mit Ausstrahlungen in die rechte Schulter, Benommen- und Verwirrtheit sowie Schlafstörungen, im späteren Verlauf auch Depression, schnelle Ermüdbarkeit, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen) nach solchen Verletzungen aufgetreten (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b S. 360). Laut Dr. med. H.________ interagiert eine depressive Symptomatik mit dem Schmerzsyndrom und beeinflusst damit wahrscheinlich auch die neuropsychologischen Schwierigkeiten. Obwohl die durch traumatische Übergriffserfahrungen in der Kindheit und Adoleszenz geprägte Persönlichkeitsstruktur die Unfallfolgen verstärke, stelle der Unfall vom 18. Dezember 1998 eine wesentliche Teilursache des festgestellten Beschwerdebildes dar. Entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung bietet das Gutachten des Dr. med. C.________ keinen Anlass, am natürlichen Kausalzusammenhang des Beschwerdebildes zu zweifeln. Seine Betrachtungsweise basiert auf der aus der unfallanalytischen Beurteilung der Zürich abgeleiteten Annahme einer geringen Einwirkung von Beschleunigungskräften auf Kopf und Hals und der daraus gezogenen Schlussfolgerung, dass die festgestellten Symptome demnach mit grösster anzunehmender Wahrscheinlichkeit auf andere Ursachen zurückzuführen seien. Diese sieht er in der von der Versicherten andeutungsweise geschilderten komplexen und schwierigen Lebenssituation und damit in vorbestehenden psychischen Belastungsfaktoren begründet. Nach der Rechtsprechung vermag eine unfalltechnische oder biomechanische Analyse Anhaltspunkte zur - einzig mit Blick auf die Adäquanzprüfung relevanten - Schwere des Unfallereignisses zu liefern. Überlegungen zur Auffahrgeschwindigkeit und der dabei auf das Fahrzeug der versicherten Person übertragenen Energie bilden jedoch keine hinreichende Grundlage für die Beurteilung der natürlichen Kausalität. Denn selbst bei scheinbar harmlosen Auffahrunfällen kann aus medizinischer Sicht nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass eine für die Gesundheitsbeeinträchtigung ursächliche Verletzung der Halswirbelsäule vorliegt (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357, U 193/01; HAVE 2005 S. 351, U 264/04). Überdies darf der Umstand, dass der im Zusammenhang mit HWS-Verletzungen sich manifestierende Beschwerdekomplex mitunter noch andere Ursachen haben kann, nicht von vornherein zur Verneinung der natürlichen Kausalität führen, da der Unfall als eine Teilursache für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341). Damit setzt sich Dr. med. C.________ nicht auseinander. Aus den von ihm aufgezeigten alternativen Erklärungsmustern allein lässt sich nicht ableiten, dass der Unfall jede kausale Bedeutung im Hinblick auf den Gesundheitsschaden eingebüsst hat. Die in anderen medizinischen Unterlagen bejahte natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den persistierenden Beschwerden wird damit nicht überzeugend widerlegt, weshalb kein Grund besteht, seiner Auffassung zu folgen.