Citation: U 171/00 07.12.2001 E. 2

2.- In tatsächlicher Hinsicht steht fest, dass die Beschwerdeführerin beim Unfallereignis vom 7. August 1992 auf das rechte Knie gefallen ist, was zu persistierenden Beschwerden im rechten Knie geführt hat. Es ist zudem unbestritten, dass die nach dem Sturz aufgetretenen Beschwerden und die damit verbundene Behandlungsbedürftigkeit zumindest teilweise unfallkausal waren, so dass die Beschwerdegegnerin grundsätzlich leistungspflichtig ist. Streitig und zu prüfen ist, ob die über den 20. März 1995 hinaus fortbestehenden Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 7. August 1992 stehen. Zur Frage der natürlichen Kausalität liegen unterschiedliche ärztliche Stellungnahmen vor: a) Dr. med. K.________ verneint in seinen Aktengutachten vom 4. Oktober 1995 und 22. November 1996 sowie seinen Stellungnahmen vom 5. Juli 1997 und 2. April 1998, auf welche Vorinstanz und Verwaltung abgestellt haben, den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Kniebeschwerden und Unfallereignis. Er geht davon aus, der Stolpersturz habe prädisponiert durch die vorbestehende Desaxation der Patella zu einer symptomatischen Chondropathia patellae Anlass gegeben, welche aber anlässlich der konsiliarischen Beurteilung vom 20. Dezember 1994 im KSO kaum mehr relevante Bedeutung gehabt habe. Vielmehr seien mit Wahrscheinlichkeit die degenerativen Veränderungen durch die in Richtung Varus pathologischen Achsenverhältnisse am rechten Kniegelenk initiiert worden und es habe sich im Laufe der Zeit eine mediale Kompartimentsarthrose entwickelt, deretwegen die valgisierende Tibiakopfosteotomie durchgeführt wurde. Dem anlässlich der Arthroskopie vom 16. Januar 1995 festgestellten aufgefaserten Riss im Hinterhorn des medialen Meniskus komme die Bedeutung eines Nebenbefundes zu. Ein Zusammenhang zwischen dem Meniskusriss und dem Unfall sei zwar möglich, auf Grund der während 2 1/2 Jahren erbrachten vollen Arbeitsleistung jedoch unwahrscheinlich. Dagegen sei eine spätere Rissbildung auf degenerativer Grundlage wahrscheinlich. Dafür sprächen nebst den spezialärztlichen Längsschnittkontrollen auch das Alter und das Übergewicht der Versicherten. Die Ausfaserung per se deute auf eine degenerative Meniskusläsion hin, ebenso die Risslokalisation nahe am Hinterhorn. Hätte sich die Versicherte beim Unfall nebst einer traumatisch aktivierten Chondropathia patellae eine mediale Meniskusläsion zugezogen, hätte sie eine akute Symptomatik aufgewiesen und es wäre allenfalls eine Bürotätigkeit, aber keinesfalls mehr die körperlich anstrengende Tätigkeit einer Hausdienstangestellten im Spital möglich gewesen. Grossmehrheitlich entwickelten sich Arthrosen der belasteten Gelenke - Hüft-, Knie- und Sprunggelenk - auf rein degenerativer Grundlage, ohne Einwirkung eines Unfallereignisses. So sehe er die Entwicklung der Gonarthrose bei der Versicherten, zumal durch die unfallfremde Desaxierung der Patella nach lateral Voraussetzungen für chondropathische Veränderungen ebenso gegeben seien wie für eine Femoropatellararthrose. Die Meinung, wonach die arthrotischen Veränderungen eben auf die Meniskusläsion zurückzuführen seien, wäre im Fall einer ausgedehnten, unbehandelten Läsion, beispielsweise vom Typ eines Korbhenkels und dergleichen denkbar, sei indessen als Folge eines aufgefaserten Risses im Meniskushinterhorn kaum realistisch. Hinzu komme der Befund der Femoropatellararthrose, der nicht durch eine erlittene Meniskushinterhornläsion zu erklären sei. Schliesslich spreche die Einseitigkeit der Knorpelveränderungen keineswegs gegen eine primär degenerative Ätiologie. b) Dr. med. X.________ verneint im Wesentlichen mit Bezug auf die Feststellungen des Dr. med. K.________ zu den unfallfremden Faktoren und gestützt auf die langdauernde Arbeitsfähigkeit der Versicherten einen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 7. August 1992 und den Beschwerden. c) Demgegenüber bejaht Dr. med. D.________ die Unfallkausalität. Er geht in seinen Berichten vom 26. Mai und 18. August 1997 davon aus, die unfallbedingte Meniskusläsion habe zur Gonarthrose geführt. Offensichtlich sei die Diagnose der traumatisch aktivierten Chondropathia patellae falsch gewesen, indem später doch eine Meniskusläsion festgestellt und auch operiert worden sei. Von einer Chondropathia patellae sei heute nicht mehr viel zu sehen, sie stehe weit im Hintergrund gegenüber der Varus-Gonarthrose. Es bestehe eine ununterbrochene kausale Kette vom Unfall über die Meniskusläsion, Meniskektomie, Varus-Gonarthrose, Valgisierungsosteotomie und schliesslich Metallentfernung bis zu einer recht schweren Gonarthrose. Die Aussage, wonach sich Arthrosen der belasteten Gelenke auf rein degenerativer Grundlage entwickelten, stimme so sicher nicht, indem man heute wisse, dass gerade Meniskusläsionen und Meniskektomien sehr typischerweise zu Gonarthrosen im medialen Kompartiment führten, dies sei auch bei der Versicherten der Fall; dass diese sich relativ rasch entwickelt habe, sei nicht ganz gewöhnlich, komme aber immer wieder vor. Die Versicherte habe vor dem Unfall keine Schmerzen und keine Arthrose gehabt. Der Unfall habe ein röntgenologisch unauffälliges, intaktes Knie betroffen. Es liege ein Röntgenbild vom 23. September 1992 vor, welches normale Verhältnisse und keine Anzeichen einer Gonarthrose aufweise. Dass eine Varus-Fehlstellung des Knies und eine Desaxierung der Patella vorbestanden habe, sei nicht nachgewiesen.