Citation: U 80/02 30.07.2002 E. 3.2

Die Winterthur hat jedoch zu Unrecht das "Erwerbseinkommen" ohne Unfall im Sinne von Art. 18 Abs. 2 UVG dem versicherten Verdienst im Sinne von Art. 15 UVG gleichgesetzt. Als Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 18 Abs. 2 UVG gelten aber nur die mutmasslichen Jahreseinkommen, von denen Beiträge ge-mäss AHVG erhoben werden. Diese in Art. 25 Abs. 1 IVV für den Einkommens-vergleich in der Invalidenversicherung statuierte Regel ist aufgrund der Einheit-lichkeit des Invaliditätsbegriffes in den beiden Sozialversicherungszweigen (BGE 126 V 291 f. Erw. 2a mit Hinweisen) für die Unfallversicherung analog an-wendbar (nicht veröffentlichtes Urteil I. vom 15. Januar 1992, U 98/90). Gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. f AHVV gehören aber Familien- und Kinderzulagen gerade nicht zum AHV-beitragspflichtigen Erwerbseinkommen und dürfen daher bei der Er-mittlung der beiden Vergleichseinkommen im Sinne von Art. 18 Abs. 2 UVG nicht berücksichtigt werden. Was sodann die Nachtzulage betrifft, so ist zwar die Mitberücksichtigung einer solchen Lohnzulage bei der Ermittlung des Valideneinkommens weder begriff-lich noch gesetzlich ausgeschlossen. Da aber die Invaliditätsschätzung der dauernd oder für längere Zeit bestehenden Erwerbsunfähigkeit entsprechen muss (vgl. Art. 18 Abs. 2 Satz 1 UVG), bildet Voraussetzung für die Berück-sichtigung eines solchen Zusatzeinkommens, dass der Versicherte aufgrund seiner konkreten erwerblichen Situation und seines tatsächlichen Arbeitseinsat-zes vor dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auch ohne Unfall in Zukunft mit einer derartigen Lohnzulage hätte rechnen können (RKUV 1989 Nr. U 69 S. 179 f. Erw. 2c). Dafür, dass es sich mit Bezug auf die der Beschwerdeführerin im Jahre 1993 im Spital ausbezahlte Nachtzulage so verhält, liegt nichts vor. Im Zeitpunkt des Unfalles vom 6. Dezember 1993 war sie erst seit rund einem Jahr an dieser Stelle und vorher während rund 20 Jahren im Gastgewerbe tätig (vgl. Schluss-bericht des Berufsberaters der IV-Stelle vom 23. Juli 1999 in den IV-Akten), weshalb es sich bei der fraglichen Nachtzulage nicht um einen wahrscheinlich dauerhaften Lohnbestandteil handelt. Demgegenüber hat die Vorinstanz für die Ermittlung des Valideneinkommens an den von der Versicherten zuletzt erzielten und der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids (25. No-vember 1999) angepassten Arbeitsverdienst angeknüpft (gemäss Arbeitgeber-bericht vom 5. Dezember 1994 monatlich Fr. 3'528.-- zuzüglich 13. Monats-lohn). Dies ist zutreffend und beruht auf der natürlichen Vermutung, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b in fine). Das auf diese Weise ermittelte Validenein-kommen von Fr. 47'770.-- für das Jahr 1999 ist nicht zu beanstanden.