Citation: 5A_464/2015 E. 2.5.2

2.5.2. Sodann beruft sich der Beschwerdeführer auf das Schreiben des Kantonsgerichts vom 1. Oktober 2014. Es könne nur so gedeutet werden, dass das Gericht die Frist für die Gesamtkaution abnehme, jedoch davon ausgehe, dass die Akontozahlung nach dem Fristablauf vom 30. September 2014, aber vor dem 31. Dezember 2014 geleistet werde. Wäre es der Meinung gewesen, die Frist zur Zahlung von Fr. 200'000.-- sei am 30. September 2014 abgelaufen, hätte es diesen Betrag nicht mehr erwähnen müssen. Es hätte dann einfach die Frist zur Leistung von Fr. 181'460.-- abnehmen können, was es aber gerade nicht so ausgedrückt habe. Diese Ansicht ist unbegründet. Der Referent am Kantonsgericht teilte dem Beschwerdeführer am 1. Oktober 2014mit, dass ihm "die Frist zur Leistung der Sicherheit für allfällige Parteientschädigungen (abgesehen von der Bezahlung des Betrages von CHF 200'000.--) sowie allfällige Fristen zur Stellungnahme zur Kostenfolge in Fällen, in denen die Klage anerkannt wurde, einstweilen abgenommen" und "die Fristen [...] gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt neu angesetzt" würden. Wie bereits das Obergericht zu Recht festgehalten hat, lässt sich dem Wortlaut des Schreibens nicht entnehmen, dass die Bezahlung von Fr. 200'000.-- noch erwartet werde und es die Frist zur Zahlung dieser Summe erstreckt habe. Vielmehr hat der Referent die Summe von Fr. 200'000.-- von der Abnahme der Fristen ausgenommen. Damit ist es bei der am 30. September 2014 abgelaufenen Frist geblieben. In der Sache hat der Referent damit die Frist zur Zahlung von Fr. 181'460.-- abgenommen. Dass er diesen Betrag nicht ausdrücklich erwähnt hat, sondern stattdessen die ausgenommenen Fr. 200'000.--, ist offensichtlich darauf zurückzuführen, dass er die Struktur des Antrags des Beschwerdeführers übernommen hat. Damit war die Frist zur Zahlung von Fr. 200'000.-- am 1. Oktober 2014 bereits abgelaufen. Nach den Feststellungen des Obergerichts wusste der Referent am 1. Oktober 2014 (Mittwoch) jedoch nicht, ob die Akontozahlung bis am 30. September 2014 bezahlt worden war, und er hätte es auch nicht wissen können. Die elektronischen Daten über die auf das Postkonto der Gerichtskasse überwiesenen Zahlungen würden von der Post nur zwei Mal pro Woche, nämlich am Montag und Donnerstag, übermittelt. Der Beschwerdeführer bestreitet dies zwar, doch erschöpfen sich seine Einwände in unzulässiger appellatorischer Kritik an der obergerichtlichen Sachverhaltsfeststellung. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hatte das Kantonsgericht am 1. Oktober 2014 oder später auch keinen Anlass, ihm eine Nachfrist für die Zahlung von Fr. 200'000.-- zu setzen, und zwar auch dann nicht, wenn man berücksichtigt, dass die Fristerstreckung vom 14. August 2014 nicht als "letztmalig" bezeichnet gewesen war. Nach den obergerichtlichen Erwägungen kannte das kantonale Prozessrecht bei der Sicherstellung von Parteientschädigungen keinen Anspruch auf Einräumung einer Nachfrist. Mit dieser Erwägung setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Dass die Frist zuvor nie als letztmalig oder unerstreckbar bezeichnet worden war, ist damit unerheblich. Auf Einwand des Beschwerdeführers hin hielt das Obergericht zudem fest, der Referent habe sich nicht widersprüchlich verhalten, wenn er am 1. Oktober 2014 verschiedene Beklagtenanwälte aufgefordert habe, zum Sistierungsbegehren Stellung zu nehmen. Der Beschwerdeführer kommt darauf vor Bundesgericht zurück. Entgegen seiner Auffassung war es jedoch nicht sinnlos, die Anwälte zur Stellungnahme einzuladen, wenn nicht sämtliche Fristen abgenommen worden waren: Einerseits hat der Beschwerdeführer nicht die Abnahme aller Fristen beantragt. Am 1. Oktober 2014 war nach dem Gesagten auch noch gar nicht bekannt, dass die Teilzahlung über Fr. 200'000.-- nicht bis 30. September 2014 erfolgt war. Andererseits wäre die Aufforderung zur Stellungnahme selbst dann nicht sinnlos gewesen, wenn der Referent gewusst hätte, dass die Frist für die Teilzahlung von Fr. 200'000.-- verpasst worden war. Die Frist für die Restzahlung von Fr. 181'460.-- war antragsgemäss einstweilen abgenommen worden und die verspätete Bezahlung der Summe von Fr. 200'000.-- hätte nicht zwingend zur Abschreibung sämtlicher Verfahren führen müssen (dazu unten E. 3), so dass selbst unter dieser Hypothese ein Interesse bestanden hätte zu erfahren, wie sich die Beklagten zur Sistierung der Kollokationsverfahren stellen.