Citation: 9C_431/2023 E. 4.4.3

4.4.3. Aus den Beratungsprotokollen des Grossen Rats geht zwar hervor, dass ihm daran gelegen war, die kommunale Tourismusförderungstaxe in verfassungskonformer Weise auszugestalten. Hingegen wird aus den darin aufgezeichneten Wortmeldungen der Ratsmitglieder nicht klar, aus welchen Motiven Art. 29 TG/VS schliesslich in einer Weise formuliert worden ist, die kantonsfremde Vermieter von Ferienwohnungen vom Geltungsbereich der Taxe auszuschliessen scheint, obschon diese Personen zugleich - wie alle übrigen Beherberger - keiner Beherbergungstaxe mehr unterliegen, wenn sich eine Gemeinde für die Erhebung einer Tourismusförderungstaxe entscheidet. Jedenfalls solange Vermieter mit Grundeigentum im Gemeindegebiet nicht bereits mit einer Beherbergungstaxe belastet werden, bestanden und bestehen keine grundsätzlichen verfassungsrechtlichen Bedenken dagegen, sie einer Tourismusförderungstaxe zu unterwerfen, zumal diese Personen auch nach interkantonalem Steuerrecht in Bezug auf ihr Grundeigentum der Steuerhoheit des Lagekantons bzw. der Lagegemeinde unterliegen (vgl. BGE 140 II 353 E. 7.1; 132 I 220 E. 3.1; Urteil 9C_628/2022 vom 31. Januar 2023 E. 3.2, in: StE 2023 B 44.13.7 Nr. 37). Auch die vom Staatsrat beauftragten Gutachter hatten im Übrigen die verfassungsrechtliche Zulässigkeit der Belastung der gebietsfremden Vermieter mit einer Tourismusförderungstaxe nicht grundsätzlich infrage gestellt, sondern nur auf gewisse verfassungsrechtliche Anforderungen und Hindernisse hingewiesen (vgl. Gutachten von Prof. Dr. Locher und Dr. Amonn, S. 11 f. und 17 f.).