Citation: 8C_272/2008 26.08.2008 E. 3

Verwaltung und Vorinstanz haben die zur Erfüllung des Unfallbegriffes vorausgesetzte Ungewöhnlichkeit der äusseren Einwirkung anlässlich des geltend gemachten Ereignisses vom 9. Juni 2005 und somit einen anspruchsbegründenden Unfall verneint. Demgegenüber hält die Beschwerdeführerin an ihrer Auffassung fest, wonach der Unfallbegriff erfüllt sei und die "Zürich" hinsichtlich der in der Folge des 9. Juni 2005 geklagten rechtsseitigen Schulterbeschwerden die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu erbringen habe. 3.1 Anlässlich eines Fussballtrainings mit Junioren spielte die Versicherte als Trainerin am 9. Juni 2005 mit ihrer Mannschaft zum Aufwärmen Handball. Gemäss der von der Beschwerdeführerin eigenhändig unterzeichneten Bagatellunfall-Meldung UVG vom 15. Februar 2007 wurde sie, als sie den Ball jemandem zuwerfen wollte und bereits den Arm oben hatte, "wie geschubst und machte eine unkontrollierte Bewegung und da hat's gezwickt." Am 18. März 2007 beschrieb sie das Ereignis gegenüber ihrem Rechtsvertreter wie folgt: "Als ich den Ball hatte und mich in der Wurfbewegung befand, wurde ich von einem der Jungs geschubst, verlor somit das Gleichgewicht und machte eine sehr unkontrollierte Bewegung mit dem Arm, als ich am Werfen war; dabei habe ich mich verletzt." Am 1. März 2006 (also knapp neun Monate nach dem angeblich ursächlichen Ereignis) begab sich die Versicherte zur Abklärung und Behandlung der seit Sommer 2005 zunehmenden Schmerzen bei Bewegungen im rechten Schultergelenk mit Einschlafgefühl des gesamten rechten Armes ambulant in die Klinik Y.________. Bei einer sonographisch an der rechten Schulter festgestellten Mikrokalzifikation der Subscapularissehne, einer intakten Rotatorenmanschette und einem unauffälligen AC-Gelenk ohne Erguss diagnostizierte die Rheumatologin Dr. med. S.________ unter anderem neben einem lumbovertebralen Schmerzsyndrom bei Wirbelsäulenfehlform und -Haltung, einer Skoliose und einer Hyperlordose der Lendenwirbelsäule einen Verdacht auf Psoriasisarthropathie angesichts der anamnestisch bekannten Psoriasis des Vaters und der Schwester. Als Nebendiagnosen erwähnte Dr. med. S.________ eine bekannte Osteochondrose dissecans beider Sprunggelenke, einen Status nach Meniskusoperation am rechten Kniegelenk (2003/2004) sowie einen Status nach Halswirbelsäulen-Distorsion (1998 und 2002). Weder im Bericht zur ersten Konsultation vom 1. März 2006 noch in den späteren Verlaufsberichten der Klinik Y.________ zu nachfolgenden Konsultationen und Untersuchungen finden sich Hinweise auf eine unfallbedingte Genese der geklagten Beschwerden im rechten Schultergelenk. Statt dessen begann die Beschwerdeführerin gemäss Bericht der Klinik Y.________ vom 9. März 2006 - ohne ersichtliches Ereignis - zwischenzeitlich auch über Schmerzen im linken Schultergelenk zu klagen. Nach Physiotherapie trat im Sommer 2006 eine Besserung bei allerdings verbleibenden Restbeschwerden ein. Der sodann erstmals am 18. Januar 2007 konsultierte Chirurg Dr. med. B.________ fand, dass die bei der bildgebenden Untersuchung vom 22. Januar 2007 erhobenen Befunde "zur Anamnese mit dieser Wurftraumaepisode vor zwei Jahren passen [würde]" und empfahl eine arthroskopische Labrumoperation. Zwölf Tage vor Durchführung dieser Operation unterzeichnete die Versicherte die Bagatellunfall-Meldung vom 15. Februar 2007 und ersuchte die "Zürich" gleichzeitig um Übernahme der unmittelbar bevorstehenden Operation, nachdem die bisherige Behandlung der rechtsseitigen Schulterbeschwerden zu Unrecht vom Krankenversicherer als Pflegeleistung übernommen worden sei. 3.2 Das kantonale Gericht hat mit ausführlicher und in allen Teilen zutreffender Begründung, worauf verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG), dargelegt, dass es dem geltend gemachten Ereignis vom 9. Juni 2005 nach der unmissverständlich klaren Schilderung des konkreten Geschehensablaufs an der erforderlichen Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors fehlt. Abweichend vom Sachverhalt, welcher dem Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 96/03 vom 7. Juli 2003 (E. 4.1.1) zu Grunde lag, steht hier weder ein Regelverstoss noch sonst eine sinnfällige Programmwidrigkeit im Bewegungsablauf zur Diskussion. Dass die Beschwerdeführerin beim Ballwurf von einem Mitspieler leicht touchiert ("wie geschubst" gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 15. Februar 2007) und in ihrem Gleichgewicht gestört wurde, ändert nichts daran, dass bei der körperbetonten Sportart des Handballspiels verschiedene regelkonforme Abwehrmassnahmen gegen die Ballabgabe eines Angreifers üblicherweise mit direkten Körperkontakten zu einem Abwehrspieler verbunden sind. Ein zusätzliches Indiz für die fehlende Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors bei dem von der Versicherten beschriebenen Geschehen ist darin zu erblicken, dass von einer anfangs 2007 angeblich erinnerlichen, den üblichen Bewegungsablauf störenden Programmwidrigkeit oder einer unkoordinierten Bewegung, welche am 9. Juni 2005 stattgefunden haben soll, während der intensiven Abklärung des Gesundheitsschadens in der Klinik Y.________ im ersten Halbjahr 2006 nie die Rede war. Schliesslich spricht auch das Auftreten von Schmerzen im linken Schultergelenk - ohne ersichtliches Trauma - während der Behandlung der rechtsseitigen Schulterbeschwerden in der Klinik Y.________ angesichts der dort gestellten Diagnosen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dafür, dass die kontinuierlich seit Sommer 2005 im rechten Schultergelenk entstandenen Beschwerden unfallbedingt sein sollen, die ab März 2006 auch im linken Schultergelenk aufgetretenen Schmerzen jedoch offensichtlich nicht auf einen Unfall zurückzuführen sind. 3.3 Nach dem Gesagten haben Verwaltung und Vorinstanz die Ungewöhnlichkeit der äusseren Einwirkung anlässlich des geltend gemachten Ereignisses vom 9. Juni 2005 unter den gegebenen Umständen zu Recht verneint. Die vorinstanzliche Bestätigung der von der "Zürich" verfügten Ablehnung eines Anspruchs auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hinsichtlich der als Folgen des Ereignisses vom 9. Juni 2005 angemeldeten Beschwerden im rechten Schultergelenk ist nicht zu beanstanden.