Citation: 8C_266/2013 E. 3.2.2

3.2.2. Anlässlich des Überfalles war die Beschwerdeführerin zwar mit einer Faustfeuerwaffe bedroht worden. Die Täter verliessen den Kiosk jedoch umgehend wieder, nachdem sie ihr Ziel, die Behändigung des Notengeldes, erreicht hatten, ohne dass es zu Handgreiflichkeiten gekommen oder ein Schuss gefallen wäre. Das ganze Geschehen spielte sich somit innerhalb einer kurzen Dauer ab, wobei weder die Versicherte noch Drittbeteiligte längeren körperlichen und/oder psychischen Strapazen ausgesetzt waren (wie etwa Fesselung, Einsperren, Misshandlungen, starke Bedrohung etc.). In Anbetracht dieser Gegebenheiten - und der hievor dargelegten Kasuistik - stellt der fragliche Vorfall kein derart aussergewöhnliches Schreckereignis dar, dass daraus, selbst unter Einbezug einer "weiten Bandbreite" von Versicherten (vgl. dazu Urteil [des Bundesgerichts] 8C_653/2007 vom 28. März 2008 E. 2.2 mit Hinweis), nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung eine länger als drei Jahre andauernde psychische Gesundheitsschädigung samt gänzlicher Arbeitsunfähigkeit resultierte. Im Übrigen war es der Beschwerdeführerin vor dem 14. November 2007 trotz angeschlagener Gesundheit möglich gewesen, eine teilzeitliche Erwerbstätigkeit auszuüben und daneben eine Ausbildung als klassische Homöopathin zu absolvieren (vgl. Gutachten des Dr. med. W.________ vom 28. Oktober 2008, S. 4). Der behandelnde Arzt Dr. med. N.________, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, hatte in seinem Bericht vom 18. März 2008 denn auch ausdrücklich vermerkt, dass es der Versicherten zwischenzeitlich gelungen sei, ihre teilweise unglückliche Kindheit aufzuarbeiten und sie nunmehr seit über zehn Jahren ein problemloses Leben führe. Von einem massiv beeinträchtigten Vorzustand, welcher gleichsam zwingend eine Fehlverarbeitung des am 14. November 2007 Erlebten bewirkte, kann vor diesem Hintergrund, entgegen der in der Beschwerde vertretenen Betrachtungsweise, nicht ausgegangen werden. Im Rahmen seiner Beurteilung vom 13. Dezember 2010 stellte med. pract. F.________ sodann fest, dass seit dem Vorfall trotz therapeutischer Bemühungen eine wiederkehrende Aktivierung der Angstsymptomatik (in Form von depressiver Verstimmung, Angstreaktionen, Panikattacken, stuporö sem Zustand bis Ohnmachtsreaktionen) bestehe, die unter Berücksichtigung des Ereignisses per se und der zu erwartenden Wirksamkeit der psychotherapeutischen Behandlung des Hausarztes ungewöhnlich anmute, sodass das Vorliegen anderweitiger Faktoren anzunehmen sei. Auch daraus wird ersichtlich, dass die Reaktion der Versicherten auf den Überfall als nicht adäquat einzustufen ist. Im angefochtenen Entscheid wurde in allen Teilen zutreffend erkannt, dass die Beschwerdegegnerin, indem sie während mehr als drei Jahren Versicherungsleistungen ausgerichtet hat, der besonderen Situation der Beschwerdeführerin in ausgeprägtem Masse Rechnung getragen hat. Mit der Vorinstanz kann der besagte Vorfall im Hinblick auf die allgemeine Erfahrung, dass ein Opfer ein solches Erlebnis, bei welchem insbesondere weder es selbst noch eine Drittperson erhebliche körperliche Schäden erlitten hat und das Schreckerlebnis nur von relativ kurzer Dauer war, in der Regel mit fortlaufender Zeit überwindet, nicht als derart aussergewöhnlich qualifiziert werden, dass die Adäquanz ausnahmsweise zu bejahen wäre.