Citation: 9C_115/2023 E. 5.2.3

5.2.3. Im Rahmen der OKP besteht kein unbeschränkter Anspruch der Leistungserbringer auf Entschädigung ihrer Vollkosten. Namentlich verschafft die Wirtschaftsfreiheit keinen Anspruch der (freiberuflichen) Leistungserbringer, zu Lasten der sozialen Krankenversicherung in beliebiger Höhe Leistungen zu erbringen. Gesetz- und Verordnungsgeber haben im Bereich der OKP im Gegenteil zahlreiche Preis- und Zulassungsbeschränkungen wie Tarife, Höchstpreise und Fallpauschalen statuiert, die nicht überschritten werden dürfen (BGE 142 V 94 E. 5.1 mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat allerdings in BGE 130 I 26 E. 4.4 ausgeführt, dass die Nichtzulassung eines Arztes als Leistungserbringer im Rahmen der OKP im Sinne eines Zulassungsstopps zwar nicht rechtlich, aber doch faktisch die Führung einer eigenen privatwirtschaftlichen Arztpraxis massgeblich erschwere und dies für den Arzt einen wesentlichen Wettbewerbsnachteil darstelle, weshalb sich dieser gegenüber den zugelassenen Ärzten auf die Gleichbehandlung der Gewerbegenossen als Teilkomponente der Wirtschaftsfreiheit berufen könne. Im Spannungsfeld der dargelegten Grundsätze ist darauf hinzuweisen, dass der Schwangerschaftsultraschall nur eine von zahlreichen Leistungen eines Facharztes für Gynäkologie und Geburtshilfe darstellt. Indem die Erbringung dieser Leistung von bestimmten zusätzlichen Anforderungen abhängig gemacht wird, erleiden die von der Leistungsabrechnung über die OKP ausgeschlossenen Ärzte zwar einen Nachteil gegenüber den dafür zugelassenen Ärzten. Inwiefern sie durch die Einschränkung jedoch in der Führung einer eigenen privatwirtschaftlichen Arztpraxis massgeblich eingeschränkt sein sollen, ist nicht ersichtlich. Die vorliegende Konstellation ist nicht mit derjenigen in BGE 130 I 26 vergleichbar. Die Wirtschaftsfreiheit (deren gerügte Verletzung, soweit sie den einschlägigen Vorgaben entspricht [Art. 106 Abs. 2 BGG; E. 1.3 hiervor], ein allfällig neues Begründungselement, nicht jedoch eine neue Tatsache im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG darstellt) ist - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers - nicht tangiert. Hierzu genügt ein Wettbewerbsnachteil des Beschwerdeführers gegenüber den zugelassenen Ärzten nicht, ein solcher ist im Geltungsbereich des Listenprinzips (E. 5.1 hiervor) als systemimmanent hinzunehmen.