Citation: 7B_260/2022 E. 4.3.5

4.3.5. Ebenso lag BGE 148 IV 329 (E. 5.5) ein anderer Sachverhalt als im vorliegenden Fall zugrunde. Der Beschwerdeführer zitiert dieses Urteil verkürzt, wenn er ausführt, ein "Irrtum" reiche für die Erfüllung des Tatbestandes der Schändung nach Art. 191 StGB nicht aus. Das Bundesgericht ist dort zum Schluss gelangt, das sogenannte "Stealthing", d.h. das unbemerkte Entfernen des Kondoms während des Geschlechtsaktes, falle nicht unter Art. 191 StGB. Indessen hat das dortige Opfer den Geschlechtspartner bewusst gewählt und mit diesem auch willentlich den Geschlechtsverkehr vollzogen. Hingegen hat sich das Bundesgericht dort zum Irrtum über den Geschlechtspartner nicht geäussert. Vielmehr ist der vorliegende Fall vergleichbar mit dem BGE 119 IV 230 (E. 3a), in welchem das Opfer sich über die Identität des Geschlechtspartners irrte und fälschlicherweise annahm, es handle sich um ihren im selben Zimmer schlafenden Ehemann. Das Bundesgericht hat erwogen, "die Geschädigte befand sich in einer Situation, in der sie nicht damit rechnen musste, von einem Fremden sexuell angegangen zu werden." Gleich verhält es sich vorliegend. Nichts anderes ergibt sich auch aus den vom Beschwerdeführer zitierten weiteren Urteilen des Bundesgerichts. Gestützt auf die von ihr festgestellten Sachverhaltselemente hat die Vorinstanz in Einklang mit Bundesrecht die objektive und subjektive Tatbestandsmässigkeit der Handlung bejaht. Eine Verletzung der vom Beschwerdeführer genannten Rechte liegt nicht vor.