Citation: U 134/06 03.05.2007 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführerin brach die stationäre Behandlung in der Rehaklinik X.________ aus eigener Initiative ab (vgl. Bericht dieser Klinik vom 11. Juni 2002). Ihren Angaben gemäss besserte sich der Gesundheitszustand auch nicht mit den ambulant durchgeführten Therapien. Die BEFAS hielt im Bericht vom 12. Juni 2003 an die MEDAS fest, die Versicherte habe keine Perspektiven hinsichtlich eines beruflichen Wiedereinstiegs entwickelt. Prof. Dr. med. N.________ stellt im Gutachten vom 10. Februar sowie 21. März 2005 - insoweit in Einklang mit den MEDAS-Gutachtern - die therapeutischen Möglichkeiten im Umgang mit den Schmerzen in den Vordergrund und schlägt ein langfristig zu erarbeitendes Konzept zu Hause auszuübender therapeutischer Übungen vor, wobei seiner Meinung nach keine wesentliche Arbeitsfähigkeit mehr zu erreichen sei. Er geht demnach davon aus, dass medizinische Massnahmen nurmehr eine bessere Schmerzbewältigung ermöglichen könnten. Laut MEDAS-Gutachten war bei entsprechender Compliance der Versicherten mit einer wesentlichen Verbesserung der Unfallrestfolgen zu rechnen. Zudem bestand eine Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Serviceangestellte von 60 %, in welchem zeitlichen Umfang die Versicherte auch vor dem Unfall gearbeitet hatte. Unter diesen Umständen waren die Voraussetzungen für den Fallabschluss im Zeitpunkt des Einspracheentscheids gegeben. 4.2 Die Adäquanzprüfung hat nach der in BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f. (E. 2.1) dargelegten Rechtsprechung mit ihrer fehlenden Differenzierung zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden zu erfolgen (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99, 119 V 335, 117 V 359 und 369 E. 4b S. 382 f.), da die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen jedenfalls teilweise an dem für eine HWS-Distorsion typischen Beschwerdebild litt und keine Anhaltspunkte vorliegen, dass die später aufgetretene, die Arbeitsunfähigkeit hauptsächlich beeinträchtigende psychiatrische Symptomatik das Krankheitsgeschehen schon kurze Zeit nach dem Unfall und über den gesamten Krankheitsverlauf gesehen dominierte (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a S. 99 mit Hinweisen). 4.2.1 Die Beschwerdeführerin stand am 15. Juni 2001 mit ihrem Fahrzeug still, weil sich wegen einer Rotlichtsignalanlage ein Stau gebildet hatte. Der Aufprall des von hinten herannahenden Personenwagens erfolgte unerwartet, wobei der in gerader Haltung nach vorne gerichtete Kopf der Versicherten zwar rückwärts auf die Kopfstütze, nicht aber nach vorne auf einen festen Gegenstand aufschlug. Es gab keinen Zusammenstoss mit dem voranstehenden Automobil. In Anbetracht dieses von der Beschwerdeführerin geschilderten Unfallablaufs sowie der ärztlichen Feststellungen, dass weder ossäre noch - entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geäusserten Auffassung - ligamentäre Läsionen an der Wirbelsäule, noch neurologische Ausfallerscheinungen vorgelegen haben (vgl. Bericht des Dr. med. A.________ vom 10. Juni 2003), ist von einer leichten Distorsion der HWS auszugehen. Mit Blick auf die Kasuistik zu vergleichbaren Ereignissen (vgl. Urteil U 193/01 vom 24. Juni 2003 E. 4.2, publ. in: RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360) handelt es sich um einen gewöhnlichen Auffahrunfall, den das kantonale Gericht zutreffend als mittelschwer, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegend qualifiziert hat. Daher kann die Adäquanz nur bejaht werden, wenn eines der einschlägigen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder mehrere Kriterien in gehäufter und auffallender Weise zutreffen (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.). 4.2.2 Der Unfall war in seinem äusseren Ablauf nicht dramatisch. 4.2.3 Die Diagnose eines Schleudertraumas vermag das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Auffällige Umstände, welche das für ein Schleudertrauma typische Beschwerdebild beeinflussen können (vgl. Urteil U 380/04 vom 15. März 2002 E. 5.2.3, publ. in: RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236), beispielsweise eine beim Unfall eingenommene besondere Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen (vgl. Urteil U 193/01 vom 24. Juni 2003 E. 4.3 mit Hinweisen, publ. in: RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361), liegen nicht vor. Aggravierende Faktoren wie Frakturen, ligamentäre Läsionen oder neurologische Defizite konnten mit den durchgeführten Untersuchungen nicht festgestellt werden. 4.2.4 Bezüglich der Dauer der ärztlichen Behandlung hat die Vorinstanz richtig festgehalten, dass eine Behandlungsbedürftigkeit von zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS oder äquivalenten Verletzung mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (vgl. Urteil U 380/04 vom 15. März 2005 E. 5.2.4 in fine mit Hinweisen, publ. in RKUV 2005 Nr. U 549 S. 239). Laut MEDAS-Gutachten war die Versicherte aus rheumatologischer Sicht im Zeitpunkt der Begutachtung austherapiert. Empfohlen wurde eine Weiterführung der Psychotherapie sowie eine Basisbehandlung bei posttraumatischen Spannungskopfschmerzen, welche mittelfristig zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik führen sollte. Dass danach weiterhin eine spezifische auf die Verbesserung der Leiden gerichtete ärztliche Behandlung notwendig oder zweckmässig war, ergibt sich aus den Akten nicht. Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung liegt nicht vor. 4.2.5 Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für das Vorliegen von Dauerbeschwerden bejaht, jedoch eine besondere Ausprägung verneint. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Gemäss psychiatrischem Konsiliarius der MEDAS war der Leidensdruck trotz der intensiv geschilderten Beschwerden lediglich gering ("belle indifférence"). 4.2.6 Auch das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist zu verneinen. Die Beschwerdeführerin arbeitete vor dem Unfall vom 15. Juni 2001 im Rahmen von 60 % als Angestellte im Service. Wie das kantonale Gericht, auf dessen Erwägungen verwiesen wird, zutreffend dargelegt hat, ist aufgrund der Akten nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Versicherte das Arbeitspensum ohne den Unfall auf 80 % oder gar 100 % erhöht hätte. Gemäss MEDAS-Gutachten war ihr die Ausübung des angestammten Berufs weiterhin im Umfang von 60 % zumutbar. Bei entsprechender Compliance war zudem mit einer deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustands zu rechnen. 4.2.7 Entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung stellen die psychiatrischen Befunde, welche im Wesentlichen den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen, keine besonderen Gründe dar, die auf einen schwierigen Heilverlauf schliessen lassen. Psychische Beschwerden gehören gleichsam zum typischen Beschwerdebild nach HWS-Distorsion. Nicht ersichtlich ist weiter, worin die Beschwerdeführerin die geltend gemachten erheblichen Komplikationen erblickt. Unbestritten ist, dass keine ärztliche Fehlbehandlung vorliegt, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte. 4.3 Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass weder eines der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, noch mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben sind. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfall vom 15. Juni 2001 sowie dessen Folgen und dem ab 1. Februar 2004 bestehenden, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Gesundheitszustand ist nach dem Gesagten in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids zu verneinen.