Citation: 4A_574/2013 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin den Beweis für den Bestand einer Gewinnbeteiligungsabrede nicht erbringen konnte. Sie hat damit das Bestehen eines tatsächlichen Konsenses verneint. Aus dem angefochtenen Entscheid geht nicht hervor, dass die Vorinstanz auch das Zustandekommen eines normativen Konsenses geprüft hätte. Ein solcher liegt aber auch nicht vor, kann doch eine Partei aus einer ihr zugestellten Vertragsofferte, die sie in der Folge ausdrücklich ablehnt, keineswegs den ihr genehmen Teil (hier die Gewinnbeteiligungsabrede) herausgreifen und sich auf den Standpunkt stellen, sie hätte nach Treu und Glauben davon ausgehen dürfen, die Gegenpartei sei wenigstens damit einverstanden. Eine solche Argumentation verfängt nicht. Abgesehen davon hätte die Beschwerdeführerin vorliegend aufgrund der Zusendung einer schriftlichen Vertragsofferte nach Treu und Glauben ohnehin davon ausgehen müssen, dass die Beschwerdegegnerin die Anwendung einer schriftlichen Form vorbehalten hat. Damit wird nach Art. 16 Abs. 1 OR vermutet, dass die Parteien vor Erfüllung der Form nicht verpflichtet sein wollen. Ein mündlicher, normativer Konsens ist somit ausgeschlossen.