Citation: I 170/04 22.06.2004 E. 4

Im Rahmen der Austauschbefugnis besteht vorliegend auch Anspruch auf ein Hilfsmittel wie ein Kopftuch, das relativ geringe Anschaffungs- und Unterhaltskosten verursacht. Ansonsten würden, wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, falsche Anreize für den Umgang mit Versicherungsgeldern gesetzt. Für die Vorinstanz erscheint es gerade wegen der geringen Kosten als mit der Schadenminderungspflicht vereinbar, diese den Versicherten zu überbinden, umso mehr, als es sich bei Kopfbedeckungen auch und vor allem um Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs handle. Zudem sei den Versicherten immer dann eine Kostenbeteiligung aufzuerlegen, wenn ein Hilfsmittel Gegenstände ersetze, die auch ohne Invalidität angeschafft würden. Die in diesem Zusammenhang unter Hinweis auf die Lehre (Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in: Murer/Stauffer [Hrsg.], Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Zürich 1997, S. 16, 70 und 163) erwogenen Gründe für eine Verweigerung des Leistungsanspruches überzeugen im vorliegenden Zusammenhang nicht. Die Beschwerdeführerin hat nach ihrer unbestritten gebliebenen Darstellung früher keine Kopftücher verwendet und sie wegen der Alopezie an Stelle der Perücke angeschafft. Zudem steht die vorinstanzliche Argumentation im Widerspruch zum Wortlaut von Art. 2 Abs. 5 HVI. Da sich die Versicherte mit den Kopftüchern mit einem kostengünstigeren Hilfsmittel begnügte, das dem gleichen Zweck dient wie die Perücke, ist ihr dieses gemäss Art. 2 Abs. 5 HVI abzugeben, auch wenn es nicht auf der Liste des HVI Anhangs aufgeführt ist. Bei Anschaffungskosten von insgesamt Fr. 286.-- für zwei Seidentücher und einen Seidenschlauch ist auch die in Art. 2 Abs. 4 HVI genannte Anspruchsvoraussetzung einer einfachen und zweckmässigen Ausführung des Hilfsmittels erfüllt.