Citation: 9C_455/2022 E. 8.3

8.3. Was die Stellungnahme vom 21. Januar 2021 anbelangt, macht der Beschwerdeführer geltend, es handle sich hierbei nicht um ein korrektes, angesichts der Komplexität lege artis vorgenommenes Gutachten. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die IV-Stelle nach Vorliegen der Observationsergebnisse nicht eine von Grund auf neue medizinische Begutachtung veranlassen muss, sondern sich mit der Einholung einer ergänzenden ärztlichen Beurteilung, wie sie hier von Prof. Dr. med. G.________ vorliegt, begnügen kann (SVR 2015 IV Nr. 20 S. 59, 9C_852/2014 E. 4.1.1; Urteil 8C_2/2018 vom 15. Februar 2018 E. 5.2). Nichts abzuleiten vermag der Beschwerdeführer sodann aus seinem Vorbringen, wonach sich die Begutachtungsstelle in ihrem an die IV-Stelle gerichteten Schreiben vom 7. September 2018 kritisch zur Auswertung des Observationsmaterials geäussert hatte. Es handelt sich dabei um eine erste Einschätzung, welche im weiteren Verlauf insofern ihre Gültigkeit verlor, als Prof. Dr. med. G.________ im Rahmen seiner Stellungnahme vom 21. Januar 2021 nachvollziehbar darlegte, weshalb er sich unter den gegebenen besonderen Umständen dennoch zu einer Beurteilung in der Lage sah. So erklärte er, dass bei den schweren Einschränkungen, wie sie der Beschwerdeführer geltend gemacht hatte (massive Störungen bei allen sozialen Interaktionen, sogar innerfamiliär, schwerwiegende, auch körperliche Störungen, insbesondere starke Schmerzen, ein grobschlächtiges Zittern und eine als invalidisierend erlebte Tagesmüdigkeit), leichter Rückschlüsse aus Videomaterial gezogen werden könnten als bei eher diskreten, auf ein inneres Leiden beschränkten Symptomen. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich sinngemäss vorbringt, die Stellungnahme vom 21. Januar 2021 sei zu undifferenziert und oberflächlich, als dass sie den Schluss auf einen verbesserten Gesundheitszustand zulassen würde, sind ihm die eindeutigen Ausführungen des Prof. Dr. med. G.________ entgegenzuhalten, wonach mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zumindest keine schwere psychische Störung vorliege (wobei darüber hinausgehend eine leicht- bis mittelgradige Störung nicht beurteilt werden könne) und die gemäss Begutachtung im Vordergrund stehenden Kernbeschwerden in der berichteten Form auszuschliessen seien. Bei dieser Sachlage ist die vorinstanzliche Feststellung, wonach im massgebenden Vergleichszeitraum eine wesentliche Änderung der gesundheitlichen Verhältnisse eingetreten ist, weder offensichtlich unrichtig noch sonstwie bundesrechtswidrig.