Citation: 1C_231/2021 E. 4.3

4.3. Fraglich ist, ob die Beschwerdeführerin über ein nach Art. 29a BV erforderliches schutzwürdiges Interesse verfügt, insbesondere ob sie die erforderliche Nähe zum angefochtenen Beschluss hat und von diesem genügend intensiv betroffen ist. Zur Anfechtung eines Akts im Rahmen einer egoistischen Verbandsbeschwerde müssten diese Voraussetzungen auf eine Mehrheit oder eine Grosszahl der einzelnen Mitglieder der beschwerdeführenden juristischen Person zutreffen. Die egoistische Verbandsbeschwerde dient nicht der Geltendmachung öffentlicher Interessen. Wie der Kanton St. Gallen zu Recht vorbringt, legt die Beschwerdeführerin jedoch nicht dar (vorne E. 1.1), dass eine Grosszahl ihrer Mitglieder ein schutzwürdiges Interesse am Beschluss betreffend den provisorischen Durchgangsplatz in Thal haben. Die geltend gemachte besondere Nähe betrifft vielmehr die von der Beschwerdeführerin vertretenen Minderheiten und das öffentliche Interesse an Beschlüssen über Durchgangsplätze. Der angefochtene Entscheid betrifft zudem nicht die Frage, ob am vorgesehenen Standort ein Durchgangsplatz eingerichtet werden soll, sondern, ob vorgängig zu einem langfristigen an jenem Standort ein provisorischer Durchgangsplatz - "sozusagen als Testbetrieb", wie es die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde formuliert - geschaffen werden soll. Dass der Beschluss über eine solche Staffelung des Vorgehens in eine schützenswerte Rechtsposition einer Grosszahl der Mitglieder der Beschwerdeführerin genügend intensiv eingreifen könnte, wird von der Beschwerdeführerin nicht dargelegt und ist auch nicht offensichtlich. Damit konnte die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich darlegen, dass sie über die notwendige Nähe zum angefochtenen Akt verfügt (vgl. E. 1.1), aufgrund welcher Art. 29a BV dessen gerichtliche Überprüfung ermöglichen würde.