Citation: 1P.216/2002 05.08.2002 E. 3

Der Beschwerdeführer rügt, er sei auf Grund von gerichtlich nicht verwertbaren "Beweisen" - namentlich den polizeilichen Einvernahmen von Y.________ - verurteilt worden, während die gerichtlich verwertbaren Beweise - die während des gesamten gerichtlichen Verfahrens von Y.________ immer und immer wieder aktenkundig gemachte Beteuerung, vom Beschwerdeführer nie vergewaltigt worden zu sein - unbeachtet geblieben seien. Die Annahme des Obergerichts, er habe Y.________ durch Drohungen zum Widerruf ihrer Anschuldigungen gezwungen, sei absolut willkürlich, da er im Zeitpunkt, als sie ihre diesbezüglichen Erklärungen abgegeben habe, in Haft gewesen sei, sodass er gar keine Möglichkeit gehabt hätte, auf sie einzuwirken. Er habe an der Hauptverhandlung des Obergerichts den Antrag gestellt, ein Glaubwürdigkeitsgutachten über Y.________ einzuholen, was dieses ohne Begründung unter Verletzung des rechtlichen Gehörs abgelehnt habe. 3.1 Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid ausführlich und nachvollziehbar dargelegt, weshalb es die Anschuldigungen, die Y.________ kurz nach der Tat gegenüber der Polizei und dem Untersuchungsbeamten machte, für glaubhaft und deren späteren Widerruf für unglaubhaft hält (E. 2d - g, S. 14 ff.); darauf kann verwiesen werden. Der Beschwerdeführer setzt sich mit dieser Begründung nicht sachlich auseinander, sondern beschränkt sich im Wesentlichen auf die Behauptung, die Anschuldigung sei frei erfunden und der mehrfach wiederholte Widerruf demgegenüber glaubhaft. Weshalb das Obergericht bei der Beweiswürdigung die von Y.________ gegenüber der Polizei und dem Untersuchungsbeamten gemachten Anschuldigungen nicht hätte verwerten dürfen, begründet er nicht (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG), und das ist auch nicht ersichtlich. Unbehelflich ist sein Einwand, die Annahme des Obergerichts sei unhaltbar, Y.________ habe ihre Anschuldigungen wegen seiner Drohungen widerrufen, da er zu dieser Zeit im Gefängnis gesessen und sie von ihm daher nichts zu befürchten gehabt habe. Aufgrund seiner eigenen Aussagen steht fest, dass der Beschwerdeführer Y.________ massiv bedrohte, um sie zum Widerruf zu bewegen. Das Obergericht konnte somit ohne Willkür davon ausgehen, dass der (unwahre) Widerruf unter dem Eindruck dieser Drohung entstand, musste doch Y.________ damit rechnen, dass er sie durch Freunde oder Verwandte oder nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis auch selber wahr machen würde. Die Willkürrüge ist unbegründet und damit auch die trotz der langen allgemeinen Ausführungen zum Wesen der Unschuldsvermutung und deren Schutz durch das Bundesgericht nicht substanziierte Rüge, das Obergericht habe bei seiner Beweiswürdigung auch dagegen verstossen. 3.2 Konnte somit das Obergericht gestützt auf eine willkürfreie Würdigung der Beweise von der Schuld des Beschwerdeführers ausgehen, so brauchte es keine weiteren Beweise zu erheben und hat daher dessen rechtliches Gehör nicht verletzt, indem es den Antrag, ein Glaubwürdigkeitsgutachten über Y.________ anzuordnen, ohne weitere Begründung ablehnte. Dazu hatte es keinen Anlass, die Rüge ist unbegründet.