Citation: 9C_221/2018 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hat die Verwertbarkeit der Ergebnisse der Observation im Wesentlichen unter Hinweis auf BGE 143 I 377 bejaht. Danach beruht zwar eine von der IV-Stelle angeordnete Observation auf keiner genügenden gesetzlichen Grundlage und verletzt daher Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV. Das Beweismaterial, das im Rahmen einer solchen rechtswidrig angeordneten Massnahme im öffentlich frei einsehbaren Raum gewonnen wurde, ist jedoch gestützt auf eine Abwägung der auf dem Spiel stehenden privaten und öffentlichen Interessen verwertbar. Die Beschwerdeführerin erachtet diese Rechtsprechung als konventions- und verfassungswidrg. Sie macht im Wesentlichen geltend, eine fehlende gesetzliche Grundlage für einen Grundrechtseingriff könne nicht durch eine Interessenabwägung wettgemacht, d.h. das Observationsmaterial "nicht gestützt auf das öffentliche Interesse und die Verhältnismässigkeit als verwertbar erklärt werden" (Art. 36 Abs. 2 und 3 BV; vgl. auch Thomas Gächter/Michael E. Meier, Rechtswidrige Observationen in der IV - Verwertbarkeit der Observationserkenntnisse, in: Jusletter 14. August 2017).