Citation: 5A_84/2020 E. A

A.________ ist Rechtsanwalt. In einer von ihm eingereichten Aufsichtsanzeige hielt die Verwaltungskommission des Bundesgerichts mit Entscheid 12T_3/2018 vom 22. Mai 2018 betreffend Spruchkörperbildung am Bundesverwaltungsgericht Folgendes fest (E. 2.4.2; Hervorhebung hinzugefügt) : "Gestützt auf diese gesetzlichen und reglementarischen Vorgaben hat das Bundesverwaltungsgericht die Spruchkörperbildung durch ein EDV-gestütztes Programm weitgehend automatisiert. Dieses bestimmt den Spruchkörper aufgrund der reglementarischen Kriterien grundsätzlich zufällig. Aus Gründen der Effizienz, aus Dringlichkeit, zum Ausgleich der Arbeitslast, zur Vermeidung einer einseitigen politischen Zusammensetzung der Richterbank oder wegen Ausstand kann in die automatische Verteilung eingegriffen werden. Diese Eingriffe beruhen somit auf objektiven Kriterien, welche die gesetzlichen und reglementarischen Vorgaben umsetzen und konkretisieren." A.________ interpretierte nach eigenen Angaben das "kann" in diesem Entscheid als "muss". Sollte demnach das EDV-gestützte Programm einen politisch einseitigen Spruchkörper bestimmen, müsse in die automatische Verteilung eingegriffen werden. Gestützt auf diesen Entscheid reichte A.________ als Rechtsvertreter verschiedener Parteien am 28. Juni 2018 beim Bundesverwaltungsgericht siebzehn Revisionsgesuche ein. Den Revisionsgesuchen lagen Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts im Asylrecht zugrunde, in denen im Spruchkörper in den Worten von A.________ ein "SVP-Überhang bzw. eine SVP-Exklusivität" bestand. Die Revisionsgesuche begründete er damit, dass er erst durch den Entscheid des Bundesgerichts vom 22. Mai 2018 erfahren habe, dass das Bundesverwaltungsgericht auch in die automatische Verteilung eingreife, um eine einseitige politische Zusammensetzung der Richterbank zu vermeiden. Demnach dürften keine Urteile gefällt werden, bei denen der (Dreier-) Spruchkörper aus zwei oder drei Angehörigen der gleichen Partei bestehe. Mit siebzehn Entscheiden vom 6., 9., 10., 11. und 12. Juli 2018 trat das Bundesverwaltungsgericht auf die siebzehn Revisionsgesuche nicht ein. Zusammengefasst erwog es, weder aus den gesetzlichen noch aus den reglementarischen Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts ergebe sich eine Pflicht, bei Mehrheiten einer politischen Partei im Spruchkörper korrigierend einzugreifen. Eine solche Pflicht könne auch nicht aus dem Entscheid 12T_3/2018 abgeleitet werden, was sich bereits daraus ergebe, dass von "kann" und nicht "muss" eines Eingriffs die Rede sei und das Bundesgericht sodann erwogen habe, dass der Vorwurf unstatthafter Manipulation durch das Bundesverwaltungsgericht bei der Spruchkörperbildung jeglicher Grundlage entbehre. Das Vorgehen des Rechtsvertreters - so das Bundesverwaltungsgericht weiter - ziele auf eine Blockierung des Rechtsmittelverfahrens ab, indem er fortwährend neue, unhaltbare Ausstandsgründe und Manipulationsvorwürfe kreiere. So habe er - unmittelbar nachdem der Aufsichtsanzeige beim Bundesgericht, gemäss welcher das Bundesverwaltungsgericht schwerwiegende unstatthafte Manipulationen bei der Spruchkörperbildung begangen habe, keine Folge geleistet worden sei - mittels "Interpretation" dieses Entscheids neue unstatthafte Nichtmanipulationen konstruiert, woraus er die Ausstandspflicht sämtlicher Richterinnen und Richter der Asylabteilungen ableiten wolle. Bereits vor gut zwei Jahren habe er in vergleichbarer Weise mittels unhaltbarer genereller Ausstandsbegehren den Gerichtsbetrieb zu stören bzw. die Beschwerdeverfahren zu blockieren versucht. Das Vorgehen des Rechtsvertreters sei mutwillig und rechtsmissbräuchlich. Das Bundesverwaltungsgericht auferlegte in jedem der siebzehn Revisionsentscheide A.________ die Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- persönlich. In der Folge betrieb die Schweizerische Eidgenossenschaft, handelnd durch das Bundesverwaltungsgericht, A.________ für Fr. 25'500.-- (17mal Fr. 1'500.--; Betreibung Nr. xxx des Betreibungsamtes Bern-Mittelland, Dienststelle Mittelland). A.________ erhob Rechtsvorschlag.