Citation: 9C_567/2016 E. 6.1

6.1. Bezogen auf den vorliegend relevanten Erbanfall - die Mutter der Beschwerdegegnerin, an deren Nachlass diese neben ihren vier Geschwistern bzw. deren Nachkommen zu einem Fünftel partizipiert, war am 18. Dezember 2009 verstorben - stellt die Zusprechung von Ergänzungsleistungen durch die Beschwerdeführerin ab Januar 2010, welche sich nachträglich als fehlerhaft herausgestellt hat, das erstmalige unrichtige Handeln dar (vgl. Verfügung vom 23. Dezember 2009 und nachfolgende Leistungsverfügungen). Da die Beschwerdeführerin die Unrechtmässigkeit ihres Vorgehens damals auch bei gebotener und zumutbarer Aufmerksamkeit nicht erkennen konnte, ist der Beginn der einjährigen Verwirkungsfrist nach Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG - unbestrittenermassen - nicht auf diesen Zeitpunkt zu veranschlagen. Gleiches gilt auch für die im Anschluss an die per 1. Juli 2010 durchgeführte "Generelle Überprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse" erlassenen Leistungsverfügungen. Entgegen der in der vorstehend zitierten Rechtsprechung aufgestellten Vermutung, wonach eine allenfalls unrechtmässige Leistungsausrichtung spätestens im Zeitpunkt der periodischen Überprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse gemäss Art. 30 ELV als erkennbar angenommen wird (vgl. E. 4.2.1 hiervor), ist eine derartige Augenscheinlichkeit hier auszuschliessen. Einerseits fehlt es an einer entsprechenden Deklaration durch die Beschwerdegegnerin selber (vgl. die dahingehend lautende und ausdrücklich verneinte Frage Nr. 11 des Formulars ["Handelt es sich beim Vermögen um eine unverteilte Erbschaft?"]). Zum andern enthalten auch die dem Formular beiliegenden Unterlagen, insbesondere diejenigen steuerlicher Art (so u.a. die Veranlagung Staats- und Gemeindesteuern 2009 durch das Gemeindesteueramt Bussnang vom 15. Juli 2010), keine diesbezüglichen Anhaltspunkte.