Citation: 1B_218/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz begründet das Vorliegen der Fluchtgefahr dahingehend, dass der Beschwerdeführer die Schweiz im Frühling 2020 verlassen habe, im Wissen um das laufende Strafverfahren, ohne die Behörden über seine Ausreise zu informieren und mit dem Ziel, sich in Namibia niederzulassen. Dadurch habe er gezeigt, dass ihn ein laufendes Strafverfahren nicht davon abhalte, das Land zu verlassen. Allein angesichts dieser präzisen und von langer Hand geplanten Ausreise und Niederlassung in Namibia (die mittels eines vom Beschwerdeführer eingestandenen Covid 19-Kreditbetrugs finanziert worden sei) spreche eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Annahme, der Beschwerdeführer werde sich durch eine erneute Ausreise aus der Schweiz der Verantwortung entziehen. Als zusätzliche Indizien für die Fluchtgefahr seien die Schwere der drohenden Sanktionen sowie die wirtschaftlichen Lebensumstände des Beschwerdeführers (der über hohe Schulden und kein regelmässiges Erwerbseinkommen in der Schweiz verfüge) zu werten. Zudem seien die familiären Bindungen des Beschwerdeführers zur Schweiz nicht derart intensiv, dass sie ihn von einer Flucht abhalten würden: Einerseits habe er sich in Namibia von seiner damaligen Ehefrau getrennt (und sei in der Zwischenzeit die Scheidung erfolgt) und habe er versucht, die gepachtete Farm (anstatt zusammen mit seiner damaligen Ehefrau) zusammen mit der Mutter seiner in Namibia geborenen Kinder zu betreiben, und andererseits hätten ihn die geltend gemachten familiären Bindungen zu seinen Eltern und seinem Bruder nicht davon abgehalten, die Schweiz mit dem Ziel zu verlassen, in Namibia eine neue wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Es sei daher eine ausgeprägte Fluchtgefahr zu bejahen.