Citation: 8C_698/2023 E. 4.1

4.1. Das kantonale Gericht liess offen, ob die damalige Verfügung auf einem Vergleich beruhte. Es stellte fest, dass die Allianz unstreitig keine explizite Adäquanzprüfung vorgenommen habe. In den Akten fänden sich auch keine Anhaltspunkte für eine implizite Adäquanzprüfung vor Erlass der Verfügung. Die Verfügung der Unfallversicherung vom 7. November 2007 stelle daher eine Leistungszusprechung aufgrund falscher Rechtsanwendung dar, weshalb sie als zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG zu qualifizieren sei. In der Folge prüfte die Vorinstanz den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden nach den Kriterien gemäss BGE 134 V 109 im Zeitpunkt der Renteneinstellungsverfügung vom 22. Dezember 2015. Da nur eines der Adäquanzkriterien, dasjenige der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengung, zu bejahen sei, dieses jedoch nicht besonders ausgeprägt vorliege, müsse die Adäquanz bezüglich des hier vorherrschenden psychischen Beschwerdebildes verneint werden. Die wiedererwägungsweise Aufhebung der Invalidenrente zufolge fehlender Adäquanzprüfung im Verfügungszeitpunkt halte daher vor Bundesrecht stand. Abschliessend sei zu bemerken, dass die Rechtmässigkeit der Rentenaufhebung nichts daran ändere, dass das Vorgehen der Beschwerdegegnerin fragwürdig erscheine. Nachdem ein Rentenrevisionsgrund nach Art. 17 ATSG nicht vorgelegen sei, habe sie sich nach siebenjähriger Verfahrensdauer auf den Wiedererwägungsgrund der fälschlicherweise unterlassenen Adäquanzprüfung berufen. Eine solch lange Verfahrensdauer sei für die betroffenen Versicherten unzumutbar.