Citation: 6B_57/2023 E. 1.6.5

1.6.5. Unbegründet ist der Einwand in Bezug auf das psychiatrische Gutachten von Prof. Dr. med. D.________ vom 2. März 2020. Die Vorinstanz macht zu diesem Gutachten in ihren Erwägungen rund zweieinhalb Seiten Ausführungen. Dabei berücksichtigt sie den eindeutig favorisierten Deliktsmechanismus (Hauptvariante), wonach die "leicht korrigierbare risikorelevante Sichtweise" den Beschwerdegegner zu gefährlichen, unsachgemässen und in der Wirkung misshandelnden Verhaltensweisen disponiere und die "fokussierte Zielgerichtetheit" es zusätzlich erschwere, die Unangemessenheit und die damit verbundene Gefahr selbstkritisch zu reflektieren und innezuhalten. Der Deliktsmechanismus der Hauptvariante reduziere die Diskrepanz zwischen dem Tatvorwurf und dem subjektiven Erleben, vermöge diese aber nicht völlig aufzulösen. Im Rahmen der Würdigung wertet die Vorinstanz das Bemühen um eine nachvollziehbare Erklärung des Beschwerdegegners für die festgestellten Verletzungen nicht als taktisch motiviertes Vorbringen von Schutzbehauptungen, sondern vor dem Hintergrund des gutachterlich attestierten kognitiv-theroretisch-technischen Problemlösungsverhaltens des Beschwerdegegners als authentisch und folgerichtig. Sodann geht sie in Bezug auf seine Aussagen insgesamt, um mit der Systematik des psychologischen Gutachtens zu sprechen, nicht von bewussten Falschaussagen aus. Das Aussageverhalten des Beschwerdegegners wirke - gerade auch mit Blick auf die im Gutachten geschilderten Charakterzüge - nachvollziehbar und kohärent, zumal weder ein Motiv für die dem Beschwerdegegner vorgeworfenen Kindsmisshandlungen ersichtlich sei, noch aus seiner Vorgeschichte oder psychologischen Einschätzung auf aggressiv-gewalttätige Impulse zu schliessen wäre. Mit diesen vorinstanzlichen Erwägungen setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG).