Citation: 4A_49/2023 E. 3.3.3

3.3.3. Im Übrigen hat die Vorinstanz nicht verkannt, dass bei einer Summenversicherung die Leistung grundsätzlich unabhängig davon geschuldet ist, ob der Versicherte effektiv einen Schaden erlitten hat, und dass entsprechend der Nachweis eines durch die Arbeitsunfähigkeit bedingten Erwerbsausfalls nicht Voraussetzung für die Auszahlung der Taggelder ist (vgl. BGE 146 III 339 E. 5.2.3; Urteile 4A_106/2020 vom 8. Juli 2020 E. 3.5.1; 4A_81/2020 vom 2. April 2020 E. 3.2; 4A_521/2015 vom 7. Januar 2016 E. 2.5; so denn auch ausdrücklich die von der Vorinstanz zitierten Besonderen Versicherungsbedingungen: "Bei der Anmeldung im Schadenfall entfällt der Nachweis von Erwerbsausfall [...]."). Sie hat vielmehr im Rahmen der Schadenminderungsobliegenheit und in Anwendung der einschlägigen Versicherungsbedingungen der Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren leidensangepassten Tätigkeit - mithin nach einem Berufswechsel - Rechnung getragen und mit Rücksicht auf Ziffer 21 AVB für die Berechnung des Taggelds auf den versicherten Jahreslohn abgestellt. Dies ist konform mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (siehe im Übrigen JEAN-MAURICE FRÉSARD, in: Commentaire romand, Loi sur le contrat d'assurance, 2022, N. 52 zu Art. 38a VVG; STEPHAN FUHRER, Anmerkungen zu privatversicherungsrechtlichen Entscheidungen des Bundesgerichts, HAVE 2013, S. 144 f.; HÄBERLI/HUSMANN, Krankentaggeld, versicherungs- und arbeitsrechtliche Aspekte, 2015, Rz. 564 S. 178).