Citation: I 637/02 09.05.2003 E. 3

3.1 Die Arztberichte stimmen darin überein, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als selbstständiger Kundenmaurer nicht mehr zumutbar ist. Zwar hat Dr. med. P.________ am 10. Juni 1999 eine volle Arbeitsfähigkeit als Maurer ab 1. Februar 1999 angegeben und haben die Ärzte der Klinik X.________ im Gutachten vom 10. Mai 2000 die Tätigkeit im früheren Beruf als zu 50 % zumutbar bezeichnet. Beide Beurteilungen erfolgten jedoch ausschliesslich aus rheumatologischer Sicht, wobei eine ergänzende psychiatrische bzw. psychosomatische Abklärung als notwendig bezeichnet wurde. Die in der Folge durchgeführte stationäre Abklärung in der Klinik B.________ ergab, dass der Beschwerdeführer auf Grund der mittlerweile erfolgten Chronifizierung und Fixierung der Symptomatik im erlernten Beruf als Maurer zu 100 % arbeitsunfähig ist. Aus dem Gutachten ist zu schliessen, dass auch eine psychotherapeutische Behandlung hieran zumindest kurzfristig nichts zu ändern vermag. Anderseits sind dem Beschwerdeführer leichte wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar. Er hat daher Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, sofern er nicht mit einer geeigneten anderen Tätigkeit ohne zusätzliche Ausbildung ein leistungsausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen vermöchte. 3.2 Ob der Beschwerdeführer eine für den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen gemäss Art. 17 IVG vorausgesetzte Erwerbseinbusse erleidet, beurteilt sich auf Grund der vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübten Erwerbstätigkeit als selbstständiger Kundenmaurer. Auf die frühere Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter, welche der Beschwerdeführer zudem nur von September 1990 bis Februar 1991 ausgeübt hat, kann ebenso wenig abgestellt werden, wie auf das Einkommen, welches er als Vorarbeiter im Maurergewerbe erzielen würde. Es besteht auch kein Anlass zur Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode (vgl. hiezu BGE 104 V 136 Erw. 2c; AHI 1998 S. 119 u. 251). Der Beschwerdeführer hat den Beruf als selbstständiger Kundenmaurer seit 1991 ausgeübt, weshalb das Einkommen nicht mehr dadurch beeinflusst war, dass sich der Betrieb noch im Aufbau befand. Zwar trifft zu, dass die Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit in die zunehmende Rezession im Baugewerbe fiel (vgl. Tabelle T 6.7 des Statistischen Jahrbuches der Schweiz, 1998 S. 214). Der Beschwerdeführer hat in den Jahren 1991 bis 1997 jedoch praktisch gleichbleibende Einkommen erzielt, was angesichts des schwankenden Konjunkturverlaufs darauf schliessen lässt, dass sein Verdienst als selbstständiger Kundenmaurer (Einmannbetrieb) nicht wesentlich von der konjunkturellen Situation abhängig war. Nach dem von der Ausgleichskasse vorgenommenen Zusammenruf der Individuellen Konten (Art. 30ter Abs. 1 AHVG) geht hervor, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 1992 bis 1997 über beitragspflichtige jährliche Erwerbseinkommen von Fr. 46'066.- (1992), Fr. 48'500.- (1993) Fr. 48'300.- (1994 und 1995) sowie Fr. 45'300.- (1996 und 1997) abgerechnet hat. Auf diese Zahlen kann gemäss Art. 25 Abs. 1 IVV abgestellt werden, da nichts dafür spricht, dass sie nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen (Urteil Z. vom 29. Januar 2003, I 305/02, Erw. 2.2.1). Nicht zu beanstanden ist, dass die Verwaltung das in den Jahren 1996 und 1997 abgerechnete Einkommen von Fr. 45'300.- als massgebend betrachtet hat (vgl. ZAK 1985 S. 464 ff.). Sie hat sodann zu Recht Sozialversicherungsbeiträge von Fr. 7'706.80 aufgerechnet (SVR 1999 IV Nr. 24 S. 71 ff.), was zu einem Einkommen von Fr. 53'006.80 führt. Weitere Aufrechnungen, wie sie der Beschwerdeführer für den steuerrechtlichen Privatanteil Auto, Spesen und Unkosten beantragt, fallen nicht in Betracht. Es besteht auch kein Anlass zur Berücksichtigung der mutmasslichen Geschäftsentwicklung. Dass sich der Betrieb ertragsmässig weiterentwickelt hätte, ist wohl möglich, steht jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, weshalb eine entsprechende Entwicklung des Valideneinkommens nicht berücksichtigt werden kann (Urteil L. vom 5.September 2000, I 170/00, Erw. 2a). Dagegen ist das Einkommen auf das Jahr 2000 umzurechnen, wobei mangels anderer Angaben auf die Nominallohnentwicklung abzustellen ist. Nach den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Tabellen zur Lohnentwicklung 2001 (S. 31, T1.93) betrug der Anstieg des Nominallohnindexes im Baugewerbe in den Jahren 1998 0,4 %, 1999 -0,5 % und 2000 1,9 %, womit sich ein Valideneinkommen von Fr. 53'959.- ergibt. 3.3 Bei der Festsetzung des massgebenden Invalideneinkommens ist auf Grund der medizinischen Akten von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichteren Tätigkeit auszugehen. Nachdem sich der behandelnde Arzt Dr. med. P.________ bereits am 10. Juni 1999 in diesem Sinn ausgesprochen hatte, gelangten auch die Ärzte der Klinik X.________ im Gutachten vom 10. Mai 2000 zum Schluss, der Versicherte sei für leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten voll arbeitsfähig. Im Gutachten der Klinik B.________ vom 31. Mai 2001 wird diese Beurteilung bestätigt mit der Feststellung, der Versicherte sei für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Angesichts dieser übereinstimmenden ärztlichen Angaben besteht kein Anlass zu weiteren Abklärungen, einschliesslich des vom Beschwerdeführer beantragten BEFAS-Aufenthaltes, zumal die psychosomatische Begutachtung in der Klinik B.________ eine funktionelle Leistungsprüfung umfasste. Zu einer andern Beurteilung vermag auch die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Stellungnahme des Dr. med. S.________ vom 26. September 2000 nicht zu führen, gelangt dieser Arzt doch ebenfalls zum Schluss, dass bei einer geeigneten, körperlich leichten Tätigkeit, wie beispielsweise Büroarbeit, eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte. Unbestritten ist, dass bei der Festsetzung des Invalideneinkommens von dem gemäss Tabelle TA1 der LSE 1998 für Männer mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor geltenden monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) von Fr. 4'268.- auszugehen ist. Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,8 Stunden (Stat. Jahrbuch der Schweiz, 2002 S. 207) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0,3 % im Jahr 1999 und 1,3 % im Jahr 2000 (Lohnentwicklung 2001, S. 31, T1.93) ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 54'379.-. Verwaltung und Vorinstanz haben hievon einen leidensbedingten Abzug von 10 % vorgenommen, während der Beschwerdeführer einen solchen von 25 % beantragt. Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25 % festzusetzen ist (BGE 126 V 79 Erw. 5b). Im vorliegenden Fall sind die Voraussetzungen für einen leidensbedingten Abzug erfüllt, weil sich der Beschwerdeführer wegen des bestehenden Gesundheitsschadens auch im Rahmen angepasster Tätigkeiten möglicherweise mit einem geringeren Lohn zu begnügen hat. Dagegen fallen die übrigen Kriterien nicht oder nur in geringem Masse in Betracht. Der Abzug von 10 % erweist sich unter diesen Umständen als angemessen. Damit ergibt sich ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 48'941.-, was im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 53'959.- zu einem Invaliditätsgrad von 9,3 % führt. Es muss daher bei der Feststellung bleiben, dass die Voraussetzungen für die Zusprechung beruflicher Eingliederungsmassnahmen in Form der beantragten Umschulung mangels einer anspruchsbegründenden Erwerbseinbusse nicht erfüllt sind. Etwas anderes ergäbe sich selbst dann nicht, wenn beim Valideneinkommen nicht von dem im Jahr 1997 abgerechneten Einkommen von Fr. 45'300.-, sondern vom Durchschnittseinkommen der Jahre 1993 bis 1997 von Fr. 47'740.- ausgegangen würde.