Citation: 9C_286/2007 07.01.2008 E. 3

Nach Auffassung des kantonalen Gerichts liegt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein Gesundheitsschaden in rentenbegründendem Ausmass vor. Die Beschwerdeführerin habe schon aus diesem Grund keinen Anspruch auf eine Rente. In tatsächlicher Hinsicht hat die Vorinstanz festgestellt, aus körperlichen Beeinträchtigungen ergebe sich überwiegend wahrscheinlich keine Arbeitsunfähigkeit. Insbesondere sei die Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüsen) ohne weiteres behandelbar und die lebenslange Einnahme von entsprechenden Hormonpräparaten zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht bestehe gemäss dem PD-Gutachten vom 21. März 2005, welchem «zweifelsfrei» voller Beweiswert zukomme (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a S. 352), eine Arbeitsunfähigkeit von rund 70 % für eine angepasste Tätigkeit unter geeigneten Bedingungen. Diese Einschätzung könne indessen nicht unbesehen übernommen werden. Sie werde allein aufgrund der diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) attestiert, welcher jedoch kein invalidisierender Charakter zukomme. Vorab sei fraglich, ob eine psychische Komorbidität bestehe. Der Einfluss der ebenfalls festgestellten mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Die weiteren in diesem Zusammenhang massgeblichen Kriterien (vgl. E. 2.2) seien ebenfalls nicht erfüllt. Es komme dazu, dass die behaupteten Schmerzen nicht hätten objektiviert werden können und ihre Ursache (Hyperthyreose und Verlust der Arbeitsstelle) äusserst fragwürdig seien. Gegen die ausnahmsweise Unmöglichkeit, mit eigener Willensanstrengung die somatoforme Schmerzstörung zu überwinden und die verbliebene Arbeitsfähigkeit erwerblich zu verwerten, spreche schliesslich, dass die Leistungseinschränkung auf Aggravation und Selbstlimitierung beruhe. Auch sei die Beschwerdeführerin wiederholt ihrer Selbsteingliederungspflicht nicht nachgekommen (keine Behandlung der Hyperthyreose, mangelnde Compliance im Rahmen des Aufenthalts in der Klinik X.________ vom 2. April bis 28. Mai 2003). Schliesslich hätten sich im Abklärungs- und Behandlungsverfahren klare Hinweise auf das Vorliegen invaliditätsfremder und allenfalls auch psychosozialer und soziokultureller Faktoren ergeben. Sowohl der Verlust der Arbeitsstelle als auch die schlecht bewältigte Jugendzeit würden bei der Beurteilung der Ärzte des PD mitberücksichtigt. Durch ihren Cannabiskonsum betreibe die Versicherte eine Selbstlimitierung mit negativer Auswirkung auf die berufliche Reintegration, Therapierbarkeit und Prognose. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 70 % im PD-Gutachten vom 21. März 2005 halte gegenüber den sozialversicherungsrechtlichen Kriterien somit nicht stand. Vielmehr sei eine Arbeitsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht anzunehmen.