Citation: 5A_426/2022 E. 4.2

4.2. Die Rügen laufen ins Leere. Eine formelle Rechtsverweigerung liegt vor, wenn eine Behörde es ausdrücklich ablehnt, eine Entscheidung zu treffen, obwohl sie dazu verpflichtet ist (BGE 135 I 6 E. 2.1); um eine materielle Rechtsverweigerung handelt es sich, wenn zwar ein Entscheid getroffen wurde, dieser aber ein offensichtliches Fehlurteil ist (vgl. BGE 127 III 576 E. 2d). Der hier erhobene Vorwurf des Beschwerdeführers, dass sich das Obergericht mit seiner Berufung nicht hinreichend auseinandersetze, hat nichts mit einer (formellen oder materiellen) Rechtsverweigerung zu tun und beschlägt auch keine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) oder des Gebots zu einem Handeln nach Treu und Glauben. In Frage steht allenfalls der verfassungsmässige, auch durch Art. 6 EMRK garantierte Anspruch auf rechtliches Gehör, der verlangt, dass das Gericht die Vorbringen der vom Entscheid in ihrer Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, wobei nicht erforderlich ist, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt; es genügt, wenn der Entscheid gegebenenfalls sachgerecht angefochten werden kann (BGE 137 II 266 E. 3.2; 134 I 83 E. 4.1). Um unter diesem Titel mit seiner Rüge etwas auszurichten, müsste der Beschwerdeführer allerdings konkret darlegen, inwiefern die Vorinstanz seine Berufungsvorbringen unberücksichtigt gelassen hat. Allein die erwähnten allgemeinen Formulierungen (E. 4.1) genügen dazu nicht. Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, in den kantonalen Akten entsprechende Nachforschungen anzustellen. Daran ändert auch die Erklärung nichts, mit welcher der Beschwerdeführer den Inhalt seiner Berufungsschrift zum "integrierenden Bestandteil" seiner Beschwerde an das Bundesgericht erklärt. Pauschale Verweisungen auf Rechtsschriften in anderen Verfahren sind unzulässig (Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 138 III 252 E. 3.2; 134 I 303 E. 1.3).