Citation: 1P.621/2006 12.03.2007 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Diskriminierungsverbots (Art. 8 Abs. 2 BV). Er betätige sich homosexuell in einer Lebensform der Ausübung von gleichgeschlechtlichen Kontakten mit jüngeren Männern. Bei heterosexuellen und mit gleichaltrigen Partnerinnen oder Partnern verkehrenden Männern werde niemand auf die Idee kommen, einen Besitz verbotener Pornografie zu konstruieren, wenn diese ausführten, sie hätten pornografisches Material auf ihrem Computer gespeichert. Indem die Behörden ohne rechtsgenüglichen Anlass von der Homosexualität einen Verdacht der Verletzung der sexuellen Integrität von Kindern konstruierten, seien sie in eine verfassungswidrige Diskriminierung verfallen. 5.2 Gemäss Art. 8 Abs. 2 BV darf niemand, namentlich nicht wegen der Lebensform, diskriminiert werden. Mit dem Begriff der Lebensform sollen gemäss der Darstellung in der Lehre vor allem Menschen mit homosexueller Orientierung geschützt werden (René Rhinow, Grundzüge des Schweizerischen Verfassungsrechts, Basel 2003, Rz. 1726 f.; Markus Schefer, Grundrechte in der Schweiz, Ergänzungsband, Bern 2005, S. 256). Das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer wird nicht wegen seiner Homosexualität, sondern wegen einer sexuellen Beziehung mit einem 16-jährigen Jugendlichen geführt, dessen sexuelle Selbstbestimmung beeinträchtigt sein könnte. In diesem Zusammenhang steht der Pornografieverdacht. Es ist offensichtlich, dass strafbare Handlungen durch das Diskriminierungsverbot von Art. 8 Abs. 2 BV nicht geschützt werden. Daher kann es offen bleiben, ob der verfassungsrechtliche Begriff der Lebensform sexuelle Kontakte mit deutlich jüngeren Partnern einschliesst. Da Beschlagnahme und Entsiegelung wegen eines begründeten strafrechtlichen Verdachts und nicht wegen der Lebensform des Beschwerdeführers bewilligt wurden, ist sein Vorbringen unbegründet.