Citation: 6B_715/2009 08.01.2010 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer beanstandet, die Vorinstanz habe entgegen seinem Antrag nicht gutachterlich abklären lassen, ob er vermindert schuldfähig sei. Damit habe sie Art. 19 Abs. 2 und Art. 20 StGB verletzt. Am 10. Oktober 1990 habe er einen Unfall erlitten. Ein ärztlicher Bericht vom 30. September 1992 zuhanden der Versicherung halte nebst einer Konzentrations- und Gedächtnisstörung fest: "Zusätzlich (er)geben sich Hinweise auf eine frontale Hirnleistungsschwäche mit gestörter Suppressionsfähigkeit, gestörter Selbstkontrolle, eingeschränkter Selbstkritik sowie auch eine Wesensveränderung mit gestörter Affektmodulation, verminderter Libido (S. 2)". Ein ärztliches Gutachten vom 14. Juli 1993 führt dazu aus: "... mässige frontale und limbische Funktionsstörung mit einer erhöhten Ablenkbarkeit, verminderten Suppressionsfähigkeit von Störstimuli, gestörter Affektregulation mit verminderter Selbstkontrolle und Neigung zu Affektausbrüchen, sowie im Wechsel, mit einer verminderten psychischen Frustrationskapazität mit depressiven Reaktionen und einer verminderten Libido (S. 16)". Namentlich die verminderte Selbstkontrolle und die verminderte psychische Frustrationskapazität seien Elemente, die bei der Deliktsbegehung und bei der Frage, einsichtsgemäss handeln zu können, eine zentrale Rolle spielten. In dieses Bild passe auch, dass der Beschwerdeführer die Versicherungssumme, wofür er viele Jahre lang habe kämpfen müssen, verspekuliert habe. 2.2 Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, bestehen im Fall des Beschwerdeführers keine ernsthaften Zweifel an dessen Schuldfähigkeit. Eine verminderte Selbstkontrolle sowie Frustrationskapazität könnten sich allenfalls bei Affektdelikten auf die Schuldfähigkeit auswirken. Der Beschwerdeführer beging jedoch einen klassischen Anlagebetrug: Er spiegelte mit einer Aktiengesellschaft eine seriöse Tätigkeit im Treuhandbereich und in der Vermögensverwaltung vor, verwendete einen gefälschten Doktortitel und gab sich als ehemaliger Arzt aus. Mit fiktiven Zahlen und einer eindrücklichen Grafik täuschte er vor, seit Jahren erfolgreich Finanzanlagen zu tätigen. Der Prospekt seiner AG strotzte von falschen und kaum überprüfbaren Angaben. Anlegern wurden professionell wirkende Verträge unterbreitet. Den Anlagevermittlern gaukelte er vor, mit der Bank A.________ seriöse Anlagegeschäfte zu tätigen. Mit gefälschten Kontoauszügen und Renditeberechnungen verstand er es, die Anleger noch für eine gewisse Zeit bei der Stange zu halten (angefochtener Entscheid S. 19 ff. Ziff. 5). Dieses raffiniert aufeinander abgestimmte Sammelsurium von täuschenden Angaben und Machenschaften (a.a.O., S. 21) zeigt, dass der Beschwerdeführer ganz gezielt und über längere Zeit den Anlagebetrug verwirklichte und nicht etwa im Affekt handelte. Weder die Tat als solche noch die Art und Weise der Ausführung lassen auf eine herabgesetzte Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit des Beschwerdeführers schliessen. Im Übrigen liefert auch die Wesensveränderung (Bericht vom 30. September 1992, S. 2) keinen derartigen Hinweis, wurde der Beschwerdeführer doch bereits vor seinem Unfall 1976 und 1980 wegen wiederholten Betrugs verurteilt (Urteil des Amtsgerichts S. 20 Abs. 2). Die verspekulierte Versicherungssumme lässt lediglich schliessen, dass der Beschwerdeführer an "leicht verdientem Geld" interessiert war.