Citation: 6B_335/2020 E. 4.1

4.1. Zur rechtlichen Würdigung führte der Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 19. April 2018 aus, die Vorinstanz schliesse, bei den Wirksubstanzen handle es sich um anabole Steroide mit der Indikation Muskelaufbau und Leistungssteigerung, sie seien in der Liste der verbotenen Dopingmittel aufgeführt und würden auch die Definition des Arzneimittels erfüllen. Weitere Mittel aus der Liste würden in diesem Zusammenhang eingenommen. Damit hätten alle Präparate bzw. Inhaltsstoffe den Zweck einer medizinischen Einwirkung. Es handle sich um zulassungspflichtige Arzneimittel im Sinne der Legaldefinition in Art. 4 Abs.1 lit. a HMG. Diese Schlussfolgerung greife zu kurz (Beschwerde 1, Ziff. 82 f., 83-104). Zusammenfassend beruft er sich auf ein im Urteil 6B_979/2009 vom 21. Oktober 2010 E. 3.1.2 wiedergegebenes sachgerichtliches Zitat ("Wenn sich auf Grund der Zusammensetzung des Produkts keine schlüssige Zuordnung vornehmen lässt, ist [gemäss Bericht des BAG/der Swissmedic vom August 2008] die überwiegende Zweckbestimmung anhand sämtlicher verfügbarer Indizien zu ermitteln") und zieht das Fazit: Die betroffenen Produkte erfüllten nicht die Definition von Arzneimitteln, weil sie nicht zur medizinischen Einwirkung bei Kranken wie Arzneimittel, sondern zu einem anderen Zweck - dem Human Enhancement bei Gesunden - eingesetzt worden seien; der Zweck sei das massgebende Element zur Bestimmung der Rechtsnatur (Beschwerde 1, Ziff. 105). Die Aufnahme eines Stoffes in die Stoffliste sei kein hinreichendes Element für dessen Bestimmung als Arzneimittel (Beschwerde 1, Ziff. 111). Bei BORIS KREIT (s. unten E. 4.2) werde nicht erwähnt, dass solche Substanzen angesichts der gestiegenen Anforderungen im privaten oder Arbeitsbereich zunehmend auch zur allgemeinen Leistungssteigerung bei Gesunden nachgefragt und eingesetzt würden. In den Akten finde sich kein Hinweis, dass die betroffenen Produkte zu irgendwelchen medizinischen Indikationen eingesetzt worden wären (Beschwerde 1, Ziff. 117). Auch seien weder Verpackungen noch Applikationshinweise ausreichende Elemente für die Qualifikation als Arzneimittel (Beschwerde 1, Ziff. 122). Die Gesetzgebung sei der Entwicklung im Bereich des Human Enhancement bisher nicht gefolgt (Beschwerde 1, Ziff. 131).