Citation: I 701/06 05.01.2007 E. 5

5.1 Zum Status hat die Vorinstanz erwogen, die Versicherte lebe seit Juli 2003 getrennt und sei seit August 2004 geschieden. Unterhaltszahlungen von Fr. 2200.- monatlich für sie und ihre beiden Kinder stünde schon die Miete von Fr. 1315.- gegenüber. Sie sei auf Unterstützung durch das Sozialamt angewiesen. Anlässlich der Abklärung vor Ort am 18. März 2005 habe die Versicherte angegeben, seit Beendigung der Ausbildung zur Fachberaterin für gesunde und gepflegte Haut im Sommer 2004 selbständigerwerbend zu Hause tätig zu sein. Damit könne sie ein monatliches Einkommen von Fr. 30.- bis Fr. 300.- erzielen. Als Unselbständigerwerbende sei sie auf Grund der fehlenden Berufslehre als Hilfsarbeiterin im tiefsten Lohnsektor zu klassifizieren. Die beiden Kinder seien bereits 15½ und 12 Jahre alt. Vor diesem Hintergrund wäre die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung aus finanziellen Gründen wohl gezwungen, einer vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Damit stehe nicht im Widerspruch, dass im Abklärungsbericht Haushalt vom 3. Mai 2005 festgehalten worden sei, sie müsste einer «mindestens» 50%igen Erwerbstätigkeit nachgehen. Somit sei der Rentenanspruch anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu prüfen. Die vorinstanzliche Annahme einer Vollerwerbstätigkeit im Gesundheitsfall kann weder als offensichtlich unrichtig bezeichnet werden, noch ist sie das Ergebnis der Beweiswürdigung eines unvollständig festgestellten Sachverhalts. Daran ändern die Vorbringen der IV-Stelle nichts. Es trifft zwar zu, dass im massgeblichen Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 2. September 2005 die Kinder erst 11- und 13¾-jährig gewesen waren. Ebenfalls mag eine Beaufsichtigung von Kindern in diesem Alter pädagogisch wünschenswert sein. Rechtserheblich ist indessen allein, was die Beschwerdegegnerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung effektiv täte. Ob geeignete Betreuungsstrukturen bestehen, ist höchstens ein Indiz, für sich allein aber nicht ausschlaggebend. Dies betrifft auch die Tatsache, dass die Versicherte nie auch nur annähernd voll erwerbstätig gewesen war und dass sie anlässlich der Haushaltabklärung lediglich angegeben hatte, im Gesundheitsfall mindestens zu 50 % erwerbstätig zu sein. Es ist somit im Lichte der beschränkten Kognition (Erw. 3.2) nicht zu beanstanden, wenn das kantonale Gericht den Invaliditätsgrad durch Einkommensvergleich auf der Grundlage eines 100%-Pensums ermittelt hat.