Citation: H 83/06 24.04.2007 E. 4

4.1 Streitig und zu prüfen sind die Beiträge auf dem Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit des Jahres 2002. In diesem Rahmen steht fest und ist unbestritten, dass das beitragspflichtige Einkommen von Fr. 23'079.- und das investierte Eigenkapital von Fr. 0.- korrekt aus der verbindlichen (Art. 23 Abs. 4 AHVV) Steuermeldung übernommen wurden sowie dass die Beitragsberechnung auf dieser Grundlage richtig ist. Der Beschwerdeführer macht jedoch geltend, die im Rahmen der selbständigen Erwerbstätigkeit während der Jahre 1998-2001 erlittenen Verluste seien von diesem Einkommen in Abzug zu bringen. 4.2 Unter der Herrschaft der bis Ende 2000 gültig gewesenen Vergangenheitsbemessung mit zweijähriger Beitrags- und Bemessungsperiode (Art. 22 Abs. 1 und 2 AHVV in der bis 31. Dezember 2000 gültig gewesenen Fassung) lehnte es das Eidgenössische Versicherungsgericht in ständiger Rechtsprechung ab, die bei der direkten Bundessteuer zugelassene (Art. 31 DBG) periodenübergreifende Verlustverrechnung auch für den Bereich des AHV-Beitragsrechts anzuerkennen. Das Gericht hielt fest, Art. 9 Abs. 2 lit. c AHVG erlaube es lediglich, den im einen Geschäftsjahr der zweijährigen Bemessungsperiode eingetretenen Verlust vom Gewinn des anderen Geschäftsjahres derselben Bemessungsperiode in Abzug zu bringen (so zuletzt SVR 2006 AHV Nr. 17 S. 65 f. E. 5, H 46/05). 4.3 Seit dem 1. Januar 2001 gilt im Beitragsrecht neu die Gegenwartsbemessung mit einjähriger Beitrags- und Bemessungsperiode (Art. 22 Abs. 2 Satz 1 AHVV in der hier massgebenden, vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung). Diese umfasst regelmässig nur noch ein Geschäftsjahr. Weil damit eine eigentliche (Jahres-)Verlustverrechnung innerhalb der Beitrags- und Bemessungsperiode ausgeschlossen ist, bleibt für die bisherige Interpretation von Art. 9 Abs. 2 lit. c AHVG kein Raum mehr. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat deshalb die grundsätzliche Zulässigkeit einer periodenübergreifenden Verlustverrechnung für die Beitragsjahre ab 2001 bejaht (BGE 133 V 105). Die Verrechenbarkeit beschränkt sich jedoch auf im Jahr 2001 oder später eingetretene und verbuchte Verluste (Urteil H 64/06 vom 11. April 2007, E. 4.3.3). 4.4 Die Geschäftsverluste, welche der Beschwerdeführer zur Verrechnung bringen will, betreffen - gemäss letztinstanzlich gestelltem Rechtsbegehren - die Jahre 1998 bis 2001. Nach dem Gesagten kann der Geschäftsverlust aus dem Jahr 2001 verrechnet werden, während dies für die Verluste der vorangegangenen Jahre nicht zutrifft. Die Ausgleichskasse wird die Beiträge des Jahres 2002 auf dieser Basis neu zu ermitteln haben. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist in diesem Sinne teilweise begründet.