Citation: 6B_694/2024 E. 1.3.1

1.3.1. Aufgrund des erstellten Sachverhalts bejaht die Vorinstanz Eventualvorsatz hinsichtlich des Todes des Beschwerdegegners 2 zu Recht, wobei nicht ersichtlich ist, dass sie dabei wesentliche Umstände ausser Acht gelassen hätte. Es steht fest, dass der Beschwerdeführer im Rahmen eines dynamischen Geschehens mehrmals auf den Beschwerdegegner 2 eingestochen hat. Die Klinge war 7 cm lang und drang aufgrund der angewandten Kraft 10 cm in den Oberkörper des Beschwerdegegners 2 ein. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass es unter diesen Umständen vom Zufall abhing, ob der Beschwerdeführer lebenswichtige Strukturen wie eine Arterie treffen würde und, dass er dieses Risiko nicht kalkulieren konnte. Daran, dass er den Tod des Opfers mindestens in Kauf nahm - wobei es sich um eine nur auf Willkür zu prüfende Tatfrage handelt -, ändert nichts, dass sich der Beschwerdegegner 2 nie in unmittelbarer Lebensgefahr befand. Der Beschwerdeführer macht zu Recht nicht geltend, dass er die Stiche gezielt gesetzt hätte, um eine Lebensgefahr zu vermeiden. Deren Fehlen entlastet ihn daher nicht. Auch handelte es sich nicht um ein kurzes Messer. Eine Klinge von 7 cm, die noch dazu heftig 10 cm in den Oberkörper eines Menschen gestossen wird, kann ohne Weiteres dessen Tod herbeiführen, was jedermann bewusst sein muss. Nachdem zudem feststeht, dass das Messer im Bereich der Achselhöhle tiefer eingedrungen ist als um die blosse Klingenlänge, ist unerfindlich, inwiefern es den Beschwerdeführer mit Blick auf einen Tötungsvorsatz entlasten soll, dass der Stichkanal der zweiten Verletzung am Oberkörper, am Bauch, kürzer war als die Klingenlänge. Dies lässt jedenfalls auf keine besondere Vorsicht des Beschwerdeführers schliessen. Schon gar nicht ist die Annahme, wonach er den Tod des Beschwerdegegners 2 mindestens in Kauf nahm, vor diesem Hintergrund willkürlich. Hierbei ist auch nicht entscheidend, ob die Tiefe der ersten Verletzung zum Teil darauf zurückzuführen sein könnte, dass der Beschwerdegegner 2 auf den Beschwerdeführer zuging. Dies zeigt im Gegenteil die Dynamik des Geschehens und verdeutlicht, dass er den Stich nicht kalkulieren konnte. Auch wirkt nicht entlastend und ist unglaubhaft, wenn der Beschwerdeführer behauptet, er bringe Messerstiche nur mit Schmerzen, nicht aber mit ernsthaften Konsequenzen in Verbindung. Unerfindlich ist schliesslich, weshalb es ihn mit Bezug auf einen Tötungsvorsatz entlasten soll, dass er nach der Tat "unaufgeregt" war.