Citation: 8C_759/2017 E. 3.2.3

3.2.3. Wie es sich damit verhält, braucht nicht abschliessend geprüft zu werden. Genau so wenig ist zu beantworten, wie die Vergleichseinkommen im Detail zu parallelisieren sind, wenn der Umfang der Unterdurchschnittlichkeit auf der Basis der GAV-Löhne bestimmt würde. 3.2.3.1. Denn einerseits ist nicht einzusehen, inwiefern der Beschwerdegegner trotz der geschilderten Charakterzüge nicht in die Lage versetzt sein soll, allenfalls unter Beanspruchung der Hilfe Dritter, ein angemessenes Entgelt für die geleistete Arbeit zu erhalten, hat er doch auch in vorliegender Streitigkeit die Gewerkschaft zur Unterstützung beigezogen. Wenn er in der Vergangenheit darauf verzichtet hat, beruht dies daher auf Freiwilligkeit. Soweit sich die Charakterzüge leistungsmindernd auswirken, ist dies nicht mit dem Unfallereignis in Zusammenhang zu bringen und daher bei der Invaliditätsbemessung unbeachtlich. 3.2.3.2. Selbst wenn ungeachtet all dessen zu Gunsten des Beschwerdegegners der Umfang des Parallelisierungsbedarfs wie von ihm gefordert anhand der Differenz des Valideneinkommens zum LSE-Lohn festgelegt wird, führt dies nicht zu einem Rentenanspruch: Als Ausgangswert für die Bemessung des Invalideneinkommens muss aus Gründen der Kongruenz nämlich ebenfalls auf die LSE abgestellt werden. Somit sind die 11.84 % (E. 3.2 hiervor: 16.84 % - 5 % Erheblichkeitsschwelle [BGE 135 V 297 insbesondere E. 6.1.2 S. 303]), nicht wie vom Beschwerdegegner gefordert, vom von der Vorinstanz festgelegten Invalideneinkommen von Fr. 56'582.- abzuziehen. Denn dieser Wert wurde auf der Basis von in der Arbeitsplatz-Dokumentation der Suva (kurz: DAP) konkret ausgewiesenen, dem Unfallleiden angepassten Arbeitsstellen festgelegt. Heranzuziehen ist vielmehr der in der LSE 2014 in der Tabelle TA1 ausgewiesene Durchschnittsverdienst eines im privaten Sektor tätigen Mannes, Kompetenzniveau 1, ganze Schweiz. Um die betriebsübliche Arbeitszeit wie auch die Nominallohnentwicklung bis 2015 angepasst und unter Einschluss eines leidensbedingten Abzugs von 10 % ergibt dies, den vorinstanzlichen Erwägungen entnommen, Fr. 59'986.-. Wird dieser Betrag um 11.84 % reduziert, führt dies zu einem hypothetischen Invalidenverdienst in der Höhe von Fr. 52'883.66 (59'986.- x 0.8816). Dem Valideneinkommen von Fr. 57'460.- gegenübergestellt, beträgt die unfallbedingte Einkommenseinbusse 8 % (1 - 52'883.66/57'460). Ein Rentenanspruch wird erst bei einem Invaliditätsgrad ab 10 % ausgelöst (Art. 18 Abs. 1 UVG).