Citation: 1C_205/2019 E. 3.2

3.2. Die 30-jährige Verwirkungsfrist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist vorliegend noch nicht abgelaufen, die 5-jährige Frist gemäss Art. 46 Abs. 3 BauG/BE hingegen schon (vgl. vorne E. 2.1). Demnach bedarf es nach dem kantonalen Recht für das Verbot der fraglichen sexgewerblichen Nutzung eines zwingenden öffentlichen Interesses. Die Vorinstanz hat ein solches bejaht. Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands erscheine zwingend, wenn für die Öffentlichkeit untragbare Verhältnisse bewirkt worden seien. Dasselbe gelte, wenn es um die Durchsetzung der Grundlagen der Nutzungsordnung gehe. Grundlegend sei dabei vor allem die Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet, aber auch etwa der Schutz der Wohnzone vor zonenwidrigen Immissionen. Nach seiner ständigen Rechtsprechung bestehe ein zwingendes öffentliches Interesse daran, Wohnzonen von Sexgewerbe freizuhalten. Dies gelte unabhängig davon, ob - wie die Beschwerdeführerin in Bezug auf den fraglichen Betrieb geltend mache - das Gewerbe diskret geführt werde und kaum materielle Immissionen verursache.