Citation: 6S.368/2002 06.10.2003 E. 4

Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe sie zu Unrecht des Mordes schuldig gesprochen, obwohl die besonderen Merkmale eines Mordes im Sinne von Art. 112 StGB nicht erfüllt seien (vgl. Beschwerde S. 8 - 10). Mord im Sinne von Art. 112 StGB zeichnet sich durch eine besondere Skrupellosigkeit bzw. durch eine aussergewöhnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Für die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschliessender Aufzählung beispielhaft auf äussere (Ausführung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). Das Gesetz erfasst den skrupellosen, gemütskalten und krass und primitiv egoistischen Täter, der ohne soziale Regungen ist und sich daher zur Verfolgung seiner eigenen Interessen rücksichtslos über das Leben anderer Menschen hinwegsetzt (BGE 127 IV 10 E. 1a mit Hinweisen). Auch in diesem Punkt ist von dem Sachverhalt auszugehen, den die Vorinstanz festgestellt hat. Soweit die Beschwerdeführerin davon abweicht, ist darauf nicht einzutreten. Nach den Feststellungen im angefochtenen Entscheid handelte die Beschwerdeführerin, um den Reichtum ihres Mannes durch Erbschaft und Versicherungsleistungen an sich zu bringen, obwohl er sie wirtschaftlich versorgt und überdies ihre Eltern finanziell unterstützt hatte und obwohl er für eigene Kinder sorgen musste, die finanziell und emotional auf ihn angewiesen waren (angefochtener Entscheid S. 333). Das Verhalten der Beschwerdeführerin war folglich von krassem Egoismus und völliger Gefühlskälte geprägt. Dazu kommt, dass die Beschwerdeführerin die Arg- und Wehrlosigkeit ihres Ehemannes und dessen Vertrauen ausnützte und ihn zu einem Spaziergang an einem einsamen Ort überredete, so dass er buchstäblich hingerichtet werden konnte (angefochtener Entscheid S. 334). Die Art der Tatausführung war also besonders heimtückisch. Bei der vorliegenden Sachlage hat die Vorinstanz dadurch, dass sie die Tat als Mord einstufte, kein Bundesrecht verletzt.