Citation: U 331/06 04.04.2007 E. 5

Zu prüfen bleibt die Kausalität der Beschwerden mit dem zweiten Auffahrunfall vom 4. November 1997. 5.1 Die Beschwerdeführerin klagt über Konzentrationsschwäche, erhöhte Ermüdbarkeit, Nacken- bzw. Hinterhauptschmerzen sowie teilweise migräneartige Kopfschmerzen. Dr. med. H.________ geht davon aus, dass diese Leiden in keinen natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 4. November 1997 mehr gebracht werden könnten. Zur Begründung führt er an, dass sich bei diesem Ereignis aus unfallanalytischer Sicht um einen Bagatellunfall gehandelt habe. Die bereits anlässlich des Rehabilitationsaufenthalts in X.________ testpsychologisch festgestellte minimale Hirnleistungsschwäche - gemäss Bericht der Frau Dr. phil. W.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, vom 20. Oktober 2000 eine leicht reduzierte Konzentrationsfähigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit und eine damit in Zusammenhang stehende reduzierte Sprachaufnahme und -verarbeitung - habe klinisch neurologisch nicht nachgewiesen werden können. Die Halswirbelsäule sei funktionell nicht eingeschränkt, auch sei keine Verspannung feststellbar. Traumatische Folgen nach dem zweiten Unfallgeschehen seien daher lediglich für die Dauer vom 4. November 1997 bis zum 4. November 1998 natürlich kausal zu erklären, im Übrigen seien sie persönlichkeitsbedingt. 5.2 Bei medizinischer Diagnose eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule oder einer äquivalenten Verletzung sowie eines Schädel-Hirntraumas und Vorliegen des für diese Verletzungen typischen Beschwerdebildes mit einer Häufung von Beschwerden wie diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rascher Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. ist ein natürlicher Kausalzusammenhang mit dem Unfall in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4 S. 360 f., 369 E. 3 S. 376 ff.). Der natürlich-kausale Zusammenhang der geklagten Beschwerden mit dem Unfall kann nicht allein aufgrund des aus unfallanalytischer Sicht bagatellären Charakters des Ereignisses nach einem bestimmten Zeitpunkt als dahingefallen gelten. Indessen sind sich die begutachtenden Ärzte einig, dass weder neurologische Defizite noch Probleme von Seiten des Bewegungsapparates vorliegen, welche die geklagten Leiden zu erklären vermöchten. Was die Kopfschmerzen betrifft, ist aktenkundig, dass die Versicherte schon seit dem Kindesalter unter solchen Beschwerden gelitten hat. Es stellt sich somit die Frage, ob allenfalls der krankhafte Vorzustand wieder erreicht worden ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b S. 328 f.). Gestützt auf die zur Verfügung stehenden medizinischen Akten kann jedenfalls nicht gesagt werden, dass es sich bei den heute geklagten Gesundheitsstörungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.5b S. 360; 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.) um natürliche Folgen des Unfalles vom 4. November 1997 handelt. Eine Rückweisung der Sache zur Einholung eines weiteren Gutachtens erübrigt sich aber, wie auch die Vorinstanz richtig erwogen hat, denn selbst wenn aufgrund zusätzlicher Abklärungen der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen wäre, fehlt es - wie die nachstehenden Erwägungen zeigen - an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs.