Citation: 1C_114/2019 E. 5.1

5.1. Sie macht zunächst geltend, dieser betrage in der Regel 2 m ab Bestockungsgrenze und es sei daher - vorbehältlich hier nicht vorliegender spezieller Verhältnisse - willkürlich, einen grösseren Waldsaum festzulegen. Sie verweist hierfür auf die in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bestätigte Praxis anderer Kantone (z.B. BGE 122 II 72 E. 2d S. 77 betr. Zürich; 122 II 274 E. 4c S. 283 betr. St. Gallen). Der Waldsaum i.S.v. Art. 1 Abs. 1 lit. a und b WaV ist jedoch bundesrechtlich nicht definiert, weshalb es den Kantonen obliegt, diesen unbestimmten Rechtsbegriff zu konkretisieren (STEFAN M. JAISSLE, Der dynamische Waldbegriff und die Raumplanung: eine Darstellung der Waldgesetzgebung unter raumplanungsrechtlichen Aspekten, Diss. Zürich 1994, S. 67). Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat dies in Art. 1 der kantonalen Waldverordnung vom 9. Dezember 1996 (kWaV; bGS 931.11) getan. Danach gehören zum Waldareal auch der lebenswichtige Kronen- und Wurzelraum der Randbäume sowie die Gehölze und die Waldbodenvegetation des Waldsaumes (Abs. 1). Verlaufen ausserhalb der Stammfüsse zum offenen Land hin Grenzen, Wegränder oder andere markante Trennungslinien, können Ausnahmen bewilligt werden (Abs. 2). Insofern kennt der Kanton Appenzell Ausserrhoden - im Gegensatz zu anderen Kantonen - keine schematische Breite des Waldsaums, sondern der zweckmässige Waldsaum ist stets aufgrund einer Einzelfallbetrachtung festzulegen, anhand der in Art. 1 Abs. 1 kWaV genannten Kriterien.