Citation: 6B_4/2019 E. 4.5

4.5. Hinsichtlich der E-Mail vom 7. Januar 2011 an zwei Arbeitskollegen beziehungsweise Vorgesetzte der Beschwerdegegnerin 2 sowie diese selbst gelangt die Vorinstanz zum Schluss, der Beschwerdeführer habe ausgedrückt, er betrachte die Beschwerdegegnerin 2 als eine Person, deren Verhalten auf Symptome hinweise, die auf die Erkrankung an einer emotionalen instabilen Persönlichkeitsstörung (Borderline Typ) rückschliessen liessen. In objektiver Betrachtung der Aussage sei davon auszugehen, dass er sie als eine psychisch kranke Person habe darstellen wollen. Der Beschwerdeführer bestreitet diese Interpretation seiner Aussage vor Bundesgericht nicht mehr. Bezüglich der zweiten E-Mail vom 23. Januar 2012 an die Vertreterin der Beschwerdegegnerin 2 und den damaligen Verteidiger des Beschwerdeführers führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe unter anderem geschrieben, dass die Beschwerdegegnerin 2 nicht immer moralisch einwandfrei handle - z.B. soll sie über fast ein Jahr hinweg versucht haben, neue Sexual- und/oder Lebenspartner unter wechselnden, aber immer bewusst falschen Angaben über ihre Person im Internet zu akquirieren. Weiter finde sich der Satz "egal wo gerade sich B.________ aufhält - oder mit welchem Chefarzt sie gerade eine Affäre hat". Die Vorinstanz erwägt, bei objektiver Betrachtung dieser Aussagen sei ohne Weiteres erkennbar, dass der Beschwerdeführer den Ruf der Beschwerdegegnerin 2, eine ehrbare Person zu sein, gegenüber ihrer Anwältin und seinem Verteidiger habe beschmutzen wollen, indem er in der E-Mail verschiedene Hinweise betreffend das Sexualleben der Beschwerdegegnerin 2 gemacht habe. Die vorinstanzliche Einschätzung, der Beschwerdeführer habe mit den beiden E-Mails die Persönlichkeit der Beschwerdegegnerin 2 widerrechtlich verletzt, ist nicht zu beanstanden. Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers war die Vorinstanz nicht verpflichtet, abzuklären, ob seine Behauptungen wahr sind. Mit den vorgenannten Äusserungen unterstellte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin 2 einerseits eine psychische Krankheit und andererseits Promiskuität. Er verbreitete folglich Informationen aus dem Geheimbereich der Beschwerdegegnerin 2, was unabhängig von der Frage, ob diese wahr sind, das Recht auf Achtung der Privatsphäre und damit die Persönlichkeit der Beschwerdegegnerin 2 verletzt (vgl. BGE 138 III 641 E. 4.1 S. 643 f.; 132 III 641 E. 3.2 S. 645; 129 III 529 E. 3.1 S. 531; Urteil 5A_195/2016 vom 4. Juli 2016 E. 5.1 mit Hinweisen; ANDREAS MEILI, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, Bd. I, 6. Aufl. 2018, N. 23 ff. zu Art. 28 ZGB). Wie die Vorinstanz zutreffend festhält und der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht mehr bestreitet, ist die Persönlichkeitsverletzung mangels Rechtfertigungsgrund auch widerrechtlich. Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum Schluss gelangt, die persönlichkeitsverletzenden Äusserungen des Beschwerdeführers seien natürlich und adäquat kausal für die Eröffnung des Strafverfahrens und die Verfahrenskosten.