Citation: 8C_561/2022 E. 5.3.3

5.3.3. Zu prüfen bleibt der massgebliche statistische Lohnansatz, der gestützt auf die Tabelle TA1_triage_skill_level, Privater Sektor der LSE 2018 (abrufbar unter: https://www.koordination.ch/de/online-hand buch/ atsg/ invaliditaetsgrad/tabellenloehne-lse/#c66464), zu bestimmen ist. Die Wahl des massgeblichen Wirtschaftssektors und des zu berücksichtigenden Kompetenzniveaus sind Rechtsfragen, die das Bundesgericht frei überprüft (vgl. SVR 2008 IV Nr. 4, I 732/06). Dabei ist vorab festzuhalten, dass die vorinstanzliche Berufung auf die Schadenminderungspflicht an der Sache vorbeigeht und im Kontext unverständlich ist. Diese ist allenfalls im Zusammenhang mit der Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens von Belang. Es steht aufgrund der Akten fest, dass die Beschwerdeführerin im IT-Bereich fast zwanzig Jahre lang gearbeitet und zudem eine dreijährige Ausbildung zur Wirtschaftsinformatikerin erfolgreich abgeschlossen hat. Sie hat danach, was ebenfalls unbestritten ist, während mehrerer Jahre in diesem Wirtschaftszweig eine Anstellung gesucht. Angesichts dieser Umstände rechtfertigt es sich, für die Ermittlung des Valideneinkommens die standardisierten Bruttolöhne im Sektor 3 "Dienstleistungen", Rz. 58-63 "Information und Kommunikation", der LSE 2018 heranzuziehen. Auf die über der Umschreibung des Kompetenzniveaus 1 ("Einfache Tätigkeiten körperlicher und handwerklicher Natur") liegenden Fähigkeiten weisen nicht nur der festgehaltene berufliche Werdegang hin, sondern auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Heimat ein technisches Gymnasium abgeschlossen hat und dass sie bei der K.________ GmbH als Sachbearbeiterin in der Administration angestellt gewesen ist. Daher ist anzunehmen, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin in einer anspruchsvolleren, dem Kompetenzniveau 2 ("Praktische Tätigkeiten wie Verkauf/ Pflege/ Datenverarbeitung und Administration/ Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/ Sicherheitsdienst/ Fahrdienst") entsprechenden Beschäftigung arbeiten würde. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte ist der LSE 2018, Spalte "Frauen", ein Wert von Fr. 5946.- zu entnehmen. Insgesamt ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den Grundsatz, wonach das hypothetische Valideneinkommen so konkret wie möglich zu ermitteln ist, verletzt hat. Namentlich hat sie die relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ungenügend berücksichtigt (BGE 144 I 103 E. 5.3 mit Hinweisen).