Citation: 6B_1179/2021 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, bei den zu beurteilenden Vorwürfen - Schändung und sexuelle Belästigung - handle es sich um Vorsatzdelikte, in Bezug auf welche zu prüfen sei, ob sie der Beschwerdeführer gemäss Anklageschrift direkt-, eventuell eventualvorsätzlich verwirklicht habe. In der Anklageschrift seien die Umstände, aufgrund derer auf Vorsatz bzw. Eventualvorsatz zu schliessen sei, sowohl hinsichtlich der Wissens- als auch der Willensseite aufgezählt. Ergänzend bzw. konkretisierend hält die Vorinstanz fest, dass rein aufgrund der unbestrittenen, übereinstimmenden Zeitangaben sämtlicher Beteiligten und der ebenfalls unbestrittenen Tatsache, dass beide Frauen nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag die Nacht durchgemacht und eine beachtliche Menge Alkohol konsumiert hätten, offensichtlich sei, dass sie, als sie sich in den früheren Morgenstunden des 26. Mai 2018, konkret gegen 05:00 Uhr, für einige wenige Stunden schlafen gelegt hätten, in einem Zustand grosser Müdigkeit befunden hätten. Dem Beschwerdeführer müsse zudem aufgrund des in der Anklageschrift sehr detailliert und klar umschriebenen Lebenssachverhalts ohne Zweifel klar gewesen sein, was ihm genau vorgeworfen werde. Er habe sich entsprechend verteidigen können. Dass die Anklageschrift den Grad der Alkoholisierung als "stark" beschreibe, möge zwar unschön sein, schade vor diesem Hintergrund aber nicht bzw. vermöge für sich keine Verletzung des Anklagegrundsatzes zu begründen. Dies zumal es sich bei der Wortpaarung "stark alkoholisiert" letztlich um eine auslegungsbedürftige, mitunter auch von der jeweiligen körperlichen Konstitution und Gewöhnung der betroffenen Person abhängige Begrifflichkeit handle. Dem Anklagegrundsatz sei somit vorliegend Genüge getan (angefochtenes Urteil S. 12 f.; Vernehmlassung S. 1 f.).