Citation: 4A_353/2020 E. 2.4.4

2.4.4. Betreffend die Verweigerung der Rückforderbarkeit jenes Teils des Honorars, der nach Erhebung der Einrede der Passivlegitimation in der Duplik anfiel, weist der Beschwerdeführer darauf hin, es könne nicht angehen, dass er für den Versuch, sich aus der von der Beschwerdegegnerin verschuldeten Lage zu befreien, nur deshalb ein Honorar bezahlen müsse, weil er das Risiko ab diesem Zeitpunkt gekannt habe. Ihm sei gar keine Wahl geblieben, als den Prozess fortzuführen. Denn hätte er entgegen dem Ratschlag der Beschwerdegegnerin gehandelt und die Klage nach der Duplik zurückgezogen, hätte er sich später dem Einwand ausgesetzt, nicht die Sorgfaltspflichtverletzung bei Einleitung der Klage, sondern deren Rückzug sei Grund für die entstehenden Kosten gewesen. Die Erstinstanz habe die Beschwerdegegnerin zur Leistung von Schadenersatz im Umfang der der D.E.________ AG im Erstprozess auszurichtenden Parteientschädigung von Fr. 7'391.-- sowie der nicht kostendeckenden Parteientschädigung von Fr. 2'268.--, welche er im bundesgerichtlichen Verfahren erhalten habe, verurteilt. Es könne nicht sein, dass es sich mit dem Honorar anders verhalte als mit dem Schadenersatz. Wenn die Erstinstanz ihn verpflichten wolle, einen Teil des Honorars der Beschwerdegegnerin zu bezahlen, weil das Prozessrisiko nach der Duplik auf ihn übergegangen sei, hätte sie ihm auch für die auf diesen Teil des Prozesses entfallenden Parteientschädigungen keinen Schadenersatz zusprechen dürfen. Schliesslich habe die Beschwerdegegnerin ebenfalls nicht nachgewiesen, dass die Argumente in der Triplik und in den darauf folgenden Eingaben im Folgeprozess hätten verwertet werden können, was die Vorinstanz unbewiesen angenommen und damit erneut Art. 8 ZGB verletzt habe. Mit diesen Argumenten verkennt der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz den Grund für die Ablehnung einer Rückerstattung des auf jenen Teil des Honorars entfallenden Betrags, der nach Erhebung der Einrede der fehlenden Passivlegitimation in der Duplik anfiel, primär in der vom Beschwerdeführer genehmigten Fortführung des Verfahrens erblickte. Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, die Vorinstanz habe diese Arbeiten für im Folgeprozess verwertbar erachtet, gibt er die Begründung der Vorinstanz bloss selektiv wieder. Deren Hauptargument für die Verneinung einer Rückerstattungspflicht war die erwähnte Genehmigung durch den Beschwerdeführer. Den Ausführungen der Vorinstanz nicht zu entnehmen ist indes, dass die von der Triplik an geleisteten Arbeiten im Folgeprozess vollumfänglich hätten verwertet werden können. Vielmehr führte sie unter Verweis auf die Akten an, in der Triplik sei auch auf Einwendungen in der Duplik eingegangen worden, welche nunmehr im Zweitprozess bereits mit der ersten Eingabe hätten verwendet werden können. Er sei von der Beschwerdegegnerin über die Kosten- und Prozessrisiken aufgeklärt worden und habe in Kenntnis dieser die Fortführung des Prozesses genehmigt. Da die Vorinstanz in der (genehmigten) Arbeit der Beschwerdegegnerin ab der Triplik (und den Vorarbeiten hierfür) keine Sorgfaltspflichtverletzung erblickte, musste sie die Frage nach der Brauchbarkeit der Arbeiten für den Folgeprozess denn auch nicht prüfen, da insofern keine Herabsetzung des Honorars angezeigt war (vgl. E. 2.1 hiervor). Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass ihm nichts anderes übrig geblieben sei, als den Prozess weiterzuführen, da er sich ansonsten später dem Einwand ausgesetzt gesehen hätte, der Rückzug der Klage, und nicht die Sorgfaltspflichtverletzung, sei der Grund für die Kosten gewesen, überzeugt seine Argumentation nicht. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen stiess die Ehefrau des Beschwerdeführers die in der Triplik vertretene Position an, indem sie gegenüber der Beschwerdegegnerin darlegte, wie die D.________ die beiden Gesellschaften vermische. Die Beschwerdegegnerin stellte sich namens des Beschwerdeführers sodann auf den Standpunkt, die beiden Versicherungsgesellschaften würden solidarisch haften. Der Beschwerdeführer hiess diese Eingabe ausdrücklich gut. Dies zeigt, dass er von der Prozessstrategie überzeugt war und das Verfahren nicht bloss deshalb weiterführte, um dem erwähnten allfälligen Einwand der Beschwerdegegnerin in einem späteren Prozess zu entgehen. Soweit der Beschwerdeführer eine Inkonsistenz des vorinstanzlichen Entscheids darin auszumachen glaubt, dass ihm die Erstinstanz Schadenersatz für die von ihm der D.E.________ AG zu bezahlende Parteientschädigung im Verfahren vor dem Sozialversicherungsgericht sowie für seine nicht gedeckten Prozesskosten im bundesgerichtlichen Verfahren gegen ebenjene Partei zusprach, die Vorinstanz jedoch eine Reduktion des Honorars ablehnte, ist ihm nicht zu folgen, da beide Anspruchsgrundlagen grundsätzlich voneinander unabhängig sind: So ist durchaus denkbar, dass eine Sorgfaltspflichtverletzung des Beauftragten nicht zu einer Reduktion des Honorars führt, da das Ergebnis für ihn vollends brauchbar ist, die Pflichtverletzung jedoch trotzdem eine Schädigung bewirkte, für welche dem Auftraggeber Schadenersatz zuzusprechen ist. Ob die Erstinstanz der Beschwerdegegnerin - wie vom Beschwerdeführer vorgebracht - mangels Verneinung einer Sorgfaltspflichtverletzung für ihre Arbeiten nach der Duplik entsprechend weniger Schadenersatz hätte zusprechen müssen, hatte die Vorinstanz nicht zu prüfen, da jener Teil des erstinstanzlichen Urteils vor Obergericht nicht angefochten wurde.