Citation: 5C.91/2004 05.08.2004 E. 3

Den Antrag der Kläger auf Einholung einer Oberexpertise hat das Kantonsgericht einerseits gestützt auf Art. 226 Abs. 1 ZPO/GR abgelehnt, wonach neue Beweismittel von Parteien vor der Berufungsinstanz ausser im Falle der Revision nicht angerufen werden dürfen. Andererseits ist es davon ausgegangen, von der Einholung einer Oberexpertise seien auch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten (E. 3a S. 9 f.). Der von den Klägern angerufene Art. 8 ZGB schreibt nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist, schliesst vorweggenommene Beweiswürdigung nicht aus und ist daher nicht verletzt, wenn das Sachgericht schon auf Grund des Ergebnisses einer nur beschränkten Beweisabnahme von den Tatsachenvorbringen der einen Partei überzeugt ist und die gegenteiligen Behauptungen der anderen Partei für unbewiesen hält. Diesbezüglich ist staatsrechtliche Beschwerde wegen Willkür in der Anwendung kantonalen Rechts oder in der Beweiswürdigung oder wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu erheben (BGE 114 II 289 E. 2a S. 291). Entgegen der Annahme der Kläger (S. 4 f. Ziff. 8 der Berufungsschrift) hat das Kantonsgericht ihren bundesgesetzlichen Beweisanspruch nicht verletzt, indem es auf die Einholung einer Oberexpertise aus prozessualen Gründen und in vorweggenommener Beweiswürdigung verzichtet hat. Soweit die Kläger den entsprechenden Beweisantrag vor Bundesgericht erneuern, kann darauf nicht eingetreten werden. Ausser zur Feststellung der formellen Berufungsvoraussetzungen (z.B. Art. 36 Abs. 2 OG) und in Patentprozessen (Art. 67 OG) darf das Bundesgericht im Berufungsverfahren keine Beweismassnahmen treffen (Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, II, Bern 1990, N. 4.1 zu Art. 63 OG, S. 529). Der Beweisantrag der Kläger ist deshalb unzulässig.