Citation: 2C_269/2023 E. 4.1

4.1. Die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA kann nicht verlängert werden, wenn ein Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegt (Art. 2 Abs. 2 und Art. 33 Abs. 3 AIG; Art. 23 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Mai 2002 über den freien Personenverkehr [VFP; SR 142.203]; vgl. Urteil 2C_468/2019 vom 18. November 2019 E. 3.1, nicht publiziert in: BGE 146 II 49). Landesrechtlich kann eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG widerrufen werden, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Dies ist praxisgemäss der Fall, wenn die Strafe die Dauer von einem Jahr überschreitet (BGE 146 II 321 E. 3.1 mit Hinweisen). Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer mit dem Urteil vom 27. Juni 2018 zu einer überjährigen Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt wurde und damit den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG gesetzt hat. Der Beschwerdeführer stellt zu Recht auch nicht in Frage, dass die Migrationsbehörden für die strittige Entfernungsmassnahme zuständig sind. So hat der Strafrichter die (von der Staatsanwaltschaft auch nicht beantragte) Landesverweisung im verfahrensauslösenden Urteil nicht geprüft, weil der grösste Teil der Delikte vor Inkrafttreten der Bestimmungen über die obligatorische Landesverweisung per 1. Oktober 2016 begangen wurde. Das gesamte deliktische Verhalten des Beschwerdeführers wurde in diesem Rahmen also noch nicht berücksichtigt; es kommt entsprechend zu keiner (unzulässigen) Neubeurteilung eines vom Strafgericht bereits gewürdigten Sachverhalts durch die Migrationsbehörden (vgl. Urteil 2C_352/2023 vom 20. Dezember 2023 E. 5). Indessen rügt der Beschwerdeführer, die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA sei unverhältnismässig und verletze Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA sowie verfassungsmässige Rechte, insbesondere das Recht auf Achtung des Familienlebens nach Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 EMRK.