Citation: U 164/03 17.06.2004 E. 3

Der Unfallversicherer erachtet die Leistungseinstellung gestützt auf die von ihm eingeholten medizinischen Gutachten und die Stellungnahmen der eigenen Abteilung Arbeitsmedizin für gerechtfertigt und wird darin vom kantonalen Gericht bestätigt. Der Beschwerdeführer opponiert dieser Betrachtungsweise, wobei er sich namentlich auf die Berichte des behandelnden Arztes Dr. med. S.________ und der Frau Dr. med. M.________, Arztpraxis, beruft. 3.1 Grundsätzlich einig sind sich alle verfahrensbeteiligten Ärzte in der Feststellung, dass eine aktive Lyme-Borreliose nicht mehr besteht. Hingegen divergieren die Stellungnahmen zur Frage, ob es sich bei den noch gegebenen Beschwerden um Folgesymptome dieser 1998 diagnostizierten Erkrankung handelt. Gemäss dem auf neurologischen und neuropsychologischen Untersuchungen beruhenden Gutachten des Spitals Z.________, Neurologische Klinik, vom 19. Juni 2000 lassen sich aufgrund der Anamnese (fehlende Hinweise auf eine durchgemachte Neuroborreliose) und dem normalen neurologischen Befund die jetzigen Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, sondern höchstens noch (wenn überhaupt) möglicherweise auf eine Borreliose zurückführen. Zur Beurteilung der Beschwerden im Bewegungsapparat und der retrosternalen Schmerzen mit anschliessender Atemnot werden weitere - rheumatologische resp. internistische - Abklärungen empfohlen. Rheumatologisch wurde der Versicherte am Kantonsspital Aarau, Rheumaklinik Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation, begutachtet. Die medizinischen Sachverständigen gelangten zum Ergebnis, dass "die aktuellen Beschwerden des Versicherten höchstens als möglich wahrscheinlich in Zusammenhang mit der im Jahr 1998 diagnostizierten Borreliose gebracht werden" können (Expertise vom 19. März 2001). In einer ergänzenden Stellungnahme vom 21. Dezember 2001 bezeichneten die Gutachter eine Ursächlichkeit der damaligen Erkrankung für das bestehende Leidensbild erneut als - lediglich - möglich. Die weiter durchgeführten pneumologischen Untersuchungen ergaben keinen pathologischen Befund (Expertise des Spitals Y.________, Pneumologische Abteilung, vom 27. Februar 2001). Gleiches gilt aus kardiologischer Sicht (Bericht des Dr. med. C.________, Facharzt Kardiologie FMH, an Frau Dr. med. M.________ vom 16. August 2001). 3.2 Entscheidend für die Frage der Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung durch den Unfallversicherer ist, ob das Wegfallen jeder kausalen Bedeutung der besagten Erkrankung für die noch bestehenden Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan ist (Erw. 2.2 hievor). Das ist mit der Vorinstanz aufgrund der zitierten fachärztlichen Berichte zu bejahen. Diese beruhen auf der Kenntnis der medizinischen Vorakten und eingehenden Untersuchungen des Versicherten durch die medizinischen Sachverständigen. Die getroffenen Folgerungen werden einlässlich und überzeugend erläutert. Es findet sich jeweils namentlich auch eine differenzierte, medizinische Lehrmeinungen berücksichtigende Auseinandersetzung mit der Frage nach den Auswirkungen der 1998 diagnostizierten Lyme-Borreliose auf den aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. 3.3 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der Einwand erhoben, die Fragestellung an die Experten zur Kausalität sei unklar gewesen resp. von diesen falsch verstanden worden. Aus den gutachterlichen Stellungnahmen ergibt sich indessen bei gesamthafter Betrachtung schlüssig, dass die medizinischen Sachverständigen zumindest mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die noch bestehenden Beschwerden nicht auf die 1998 als Zeckenbissfolge diagnostizierte Erkrankung zurückzuführen sind. Fachliches Ungenügen kann den Experten nach Lage der Akten entgegen der vom Versicherten vertretenen Auffassung nicht vorgeworfen werden. Die weiteren Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde rechtfertigen ebenfalls kein anderes Ergebnis. Dies gilt in gleicher Weise für die Berichte der vom Beschwerdeführer beigezogenen Ärzte. Die Allgemeinpraktikerin Frau Dr. med. M.________ geht in ihrer Stellungnahme vom 16. September 2000 von einer zumindest möglichen Encephalopathie als Stadium III einer Neuroborreliose aus, mithin einer Diagnose, welche bei der fachärztlichen neurologischen Begutachtung überzeugend ausgeschlossen wurde. Dr. med. S.________ sodann hat sich wiederholt mit den gutachtlichen Folgerungen nicht einverstanden erklärt, ohne diese aber mit überzeugenden Argumenten zu entkräften. Es ist ferner zu berücksichtigen, dass Berichte des Hausarztes - wie auch eines die versicherte Person behandelnden Spezialarztes (Urteil R. vom 26. Juni 2003 Erw. 2.2.3, I 460/02) - mit Blick auf deren auftragsrechtliche Vertrauensstellung mit Zurückhaltung zu würdigen sind (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen).