Citation: 5C.81/2001 14.01.2002 E. 2

2.- Anfänglich bewohnten die Parteien das Haus Z.________ in Y.________, das in ihrem hälftigen Miteigentum stand und sie ausgebaut hatten. Am 26. Oktober 1988 verkauften sie dieses Haus und liessen sich in X.________ nieder. Dort hatten sie am 14. Dezember 1987 Bauland zu je 1/2 Miteigentum erworben und erstellten darauf ein Wohnhaus. Der Erlös für das Wohnhaus in Y.________ ist in die Liegenschaft in X._______ investiert worden. Die Vorinstanz ist für die Vornahme der güterrechtlichen Auseinandersetzung bezüglich dieses Wohnhauses vom Erlös aus der Zwangsverwertung der Liegenschaft ausgegangen, die während des Scheidungsverfahrens durchgeführt wurde. Bei einem durch das Betreibungsamt geschätzten Wert von Fr. 958'000.-- wurde in der Versteigerung ein Erlös von Fr. 1'170'000.-- erzielt. Die Vorinstanz erblickt in diesem Betrag mit Rücksicht auf Art. 211 und 214 Abs. 1 ZGB den Verkehrswert und hat davon den Errungenschaften beider Parteien die Hälfte, nämlich Fr. 585'000.-- zugerechnet. Von der beanspruchten Hypothek in der Höhe von Fr. 1'580'000.--, für die nur der Kläger persönlich haftete, hat es diesem gegenüber der Beklagten die Hälfte (Fr. 790'000.--) gutgeschrieben und diese Summe um den Betrag von Fr. 135'000.-- vermindert, den die Beklagte aus ihrem Eigengut (Fr. 35'000.--) und mittels Aufnahme eines Darlehens von Fr. 100'000.-- bei ihrer Mutter für die Finanzierung des Wohnhauses in X.________ beigesteuert hatte. Von den so errechneten Fr. 655'000.-- hat es die Hälfte des Erlöses aus der Zwangsverwertung, Fr. 585'000.-- ausmachend, abgezogen und dem Kläger die Differenz, nämlich Fr. 70'000.-- als güterrechtlichen Ersatzanspruch gegen die Beklagte zugesprochen. Die Parteien legen Berechnungen vor, nach denen der güterrechtliche Anspruch des Klägers gegen die Beklagte zwischen Fr. 16'100.-- (Standpunkt der Beklagten) und Fr. 161'838.--, beziehungsweise Fr. 137'500.-- (Forderungen des Klägers) liegt. Das Bundesgericht wendet das Recht unabhängig von den Begründungen der Parteien im Rahmen des festgestellten Sachverhalts von Amtes wegen an (Art. 63 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 f. OG). Infolgedessen dürfen alle von den Parteien und dem Obergericht vorgenommenen Qualifikationen und Berechnungen frei überprüft werden, selbst wenn sie nicht mit einschlägigen Gesetzesbestimmungen begründet werden.