Citation: 9C_638/2017 E. 1.2

1.2. Die IV-Stelle bestreitet den Beweiswert des Medas-Gutachtens vom 27. November 2013, da es von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 2010 ausgehe, gleichzeitig jedoch die im ABI-Gutachten vom 24. Oktober 2011 attestierte Arbeitsfähigkeit als nachvollziehbar bezeichne. Ebenfalls sei das Gerichtsgutachten vom 2. März 2017 nicht beweiskräftig, da es in Bezug auf Diagnostik, funktionelle Einschränkungen und Verlauf mängelbehaftet sei. Insbesondere fehle bei der Thematik der Persönlichkeit, in Bezug auf welche eine komplexe psychiatrische Situation bestehen soll, eine fundierte Auseinandersetzung mit der Beurteilung der Ärzte des ABI, die das Geschehen weitestgehend unter einer Persönlichkeitsakzentuierung mit unreifen Zügen sowie invaliditätsfremden Faktoren subsumiert hätten. Weiter rügt die IV-Stelle, die Vorinstanz habe den Grundsatz der freien Beweiswürdigung verletzt, indem sie mit keinem Wort das ABI-Gutachten vom 24. Oktober 2011 erwähnt habe, welches im vorliegend relevanten Zeitraum von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgehe. Ebenso habe sie sich nicht mit der rechtlichen Würdigung der psychosomatischen Leiden befasst und zu Unrecht keine Indikatorenprüfung nach BGE 141 V 281 vorgenommen.