Citation: I 412/01 07.11.2002 E. 4

4.1.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Gutachten ZMB enthalte eine unzulässige medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Das trifft nicht zu. Vielmehr haben die ZMB-Gutachter die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin individuell-konkret nach Massgabe der gegebenen medizinischen Sachlage und ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit dahingehend beantwortet, eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Geschäftsführerin sei ihr weiterhin zumutbar. Als medizinische Grundlage für diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit haben die Gutachter - mangels relevanter Befunde - weder einen rheumatologischen noch einen orthopädischen oder neurologischen Gesundheitsschaden, sondern die psychische Gesundheitsstörung (histrionische Persönlichkeitsstörung) der Beschwerdeführerin angegeben. 4.1.2 Im Rahmen ihrer Beweiseinreden weist die Beschwerdeführerin auf einzelne Testergebnisse der im ZMB durchgeführten neuropsychologischen Untersuchungen hin, welche eine Beeinträchtigung ihrer Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit ergeben haben. Der begutachtende Neurologe des ZMB hat indessen die entsprechenden neuropsychologischen Defizite als leicht eingestuft. Zudem vermögen die neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse die Genese einer Hirnfunktionsstörung nicht selbständig zu erklären, sondern sind stets nur im Rahmen einer gesamthaften medizinischen Beweisführung von Bedeutung (vgl. BGE 119 V 340 Erw. 2b/bb). Das gilt auch bei der Beurteilung einer komplexen medizinischen Situation im Hinblick auf die einem Versicherten noch zumutbare Arbeitsfähigkeit und -leistung. 4.1.3 Die Beschwerdeführerin verweist sodann auf das von ihr beim neurologischen Spezialarzt Dr. M.________, eingeholte Privatgutachten vom 27. September 2000. Dr. M.________ erachtet die angestammte Tätigkeit als Geschäftsführerin für die Beschwerdeführerin als nicht mehr zumutbar, weil dabei "eine konstante Verfügbarkeit" erforderlich sei. Auch längere Bildschirmarbeit sei ihr nicht mehr zumutbar (a.a.O., S. 14). Indessen geht der Privatgutachter ebenfalls von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit "mit frei wählbarem Arbeitsrhythmus und wechselnd sitzender Körperhaltung" aus (a.a.O., S. 13). Gerade diese sachlichen und zeitlichen Einschränkungen ihrer Arbeitsfähigkeit kann die Beschwerdeführerin aber am besten in dem von ihr und ihrem Lebenspartner geführten Betrieb verwirklichen, da sie als Geschäftsführerin die Dauer ihrer Arbeitseinsätze und die zu übernehmenden Arbeitsgattungen weitgehend selbst bestimmen kann. Der Umstand, dass sie im Sommer 1997 die angestammte, geschäftsleitende Tätigkeit mehr oder weniger aufgegeben hat, ist ohne Belang. Denn es kann keine Rede davon sein, dass der Beschwerdeführerin die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit als Geschäftsführerin im Betrieb der ed electronic design ag sozialpraktisch nicht mehr zumutbar wäre (oben Erw. 1). 4.1.4 Die Beschwerdeführerin legt schliesslich mit ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde einen Formularbericht ihres Hausarztes Dr. X.________, vom 3. Mai 2001 auf, mit dem ihr dieser eine Arbeitsunfähigkeit als Geschäftsführerin von 100 % rückwirkend ab 12. Juni 1997 attestiert hat. Da dieses Zeugnis aber keine Auseinandersetzung mit den abweichenden Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen der Gutachter des ZMB und des Privatgutachters Dr. M.________ sowie keine Begründung für die im Gegensatz dazu attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit enthält, fehlt ihm der erforderliche Beweiswert. 4.2 Zusammenfassend haben Vorinstanz und IV-Stelle demgemäss im Rahmen der Würdigung der vorhandenen medizinischen Berichte und Gutachten zu Recht auf die im Gutachten ZMB festgestellte, zumutbare Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin abgestellt. Für die Invaliditätsbemessung ist demgemäss davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die ihr verbliebene Restarbeitsfähigkeit zumutbarerweise weiterhin im Umfang eines halben Pensums in ihrer angestammten Tätigkeit als Geschäftsführerin der Firma ed electronic design ag verwerten kann.