Citation: 8C_694/2020 E. 5.3.2

5.3.2. Das kantonale Gericht prüfte sodann zutreffend die Voraussetzungen der Verschlimmerungshaftung nach Art. 5 Abs. 3 MVG (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N. 39 ff. zu Art. 5 MVG). Mit nachvollziehbarer Begründung führte es dazu aus, ein Kausalzusammenhang sei praxisgemäss nur dann als adäquat zu beurteilen, wenn die Einwirkungen während des Dienstes bei einer Durchschnittsperson geeignet seien, die geltend gemachte Gesundheitsschädigung zu bewirken, die Gesundheitsschädigung nicht auf einen vordienstlichen Zustand zurückzuführen sei und die dienstlichen Einwirkungen nicht nur der auslösende Faktor gewesen seien. Im Rahmen der Adäquanzbeurteilung sei zu fragen, ob die dienstlichen Einwirkungen überhaupt generell geeignet gewesen seien, die festgestellte Gesundheitsschädigung zu bewirken. Gegebenenfalls sei die adäquate Verursachung trotz eines nicht sicher ausschliessbaren natürlichen Kausalzusammenhanges zu verneinen. Eine "Gelegenheitsursache", die ein Leiden auslöse, das früher oder später ohnehin ausgebrochen wäre, oder eine dienstliche Einwirkung, die bei einer Gesamtbetrachtung eine stark untergeordnete Rolle spiele, oder eine abnorme Entwicklung vermöchten keinen adäquaten Kausalzusammenhang zu begründen (vgl. CHRISTOF STEGER-BRUHIN, Die Haftungsgrundsätze der Militärversicherung, Diss. St. Gallen 1996, S. 98 f. mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Basierend auf diesen praxisgemässen Prinzipien, die hier mangels sachbezüglicher Einwände nicht im Einzelnen zu diskutieren sind, erkannte die Vorinstanz zutreffend, dass der Empfang der Nachricht von der Schwangerschaft der eigenen Freundin und der damit bevorstehende soziale Rollenwechsel nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet waren, bei einer Durchschnittsperson die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verschlimmerung der vordienstlichen Gesundheitsschädigung (vgl. dazu E. 5.3.1 hievor) hervorzurufen. Angesichts der Vielzahl möglicher Schadensursachen kann nicht jede einzelne, auch noch so unbedeutende Teilursache haftungsbegründend sein (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N. 28 Vorbemerkungen zu Art. 5-7 MVG). Soweit das kantonale Gericht die Teilhaftung für die dienstliche Verschlimmerung (KPTBS) der vordienstlichen Gesundheitsschädigung gemäss psychiatrischem Gutachten (E. 5.3.1) im Rahmen einer rechtlichen Würdigung mangels Adäquanz des Kausalzusammenhanges verneint hat, ist der angefochtene Entscheid nicht zu beanstanden.