Citation: 6B_281/2018 E. 1.4

1.4. Der Einwand des Beschwerdeführers, seine Anordnung des Einsatzes der Sondereinheit habe mit der Beseitigung der Selbstgefährdung von C.D.________ und der Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung legitime Ziele verfolgt, ist nicht stichhaltig. Amtsmissbrauch ist auch dann gegeben, wenn ein Beamter zwar legitime Ziele verfolgt, aber zur Erreichung derselben unverhältnismässige Mittel wie übermässigen Zwang anwendet (vgl. BGE 127 IV E. 1b S. 213; 104 IV 22 E. 2). Gemäss den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen, die der Beschwerdeführer ausdrücklich nicht bestreitet, war C.D.________ suizidgefährdet und der Zugriff durch die Sondereinheit nicht dazu geeignet, dieser Eigengefährdung sinnvoll zu begegnen. Sie führte vielmehrp zu einer markanten Erhöhung dieses Risikos. Mangels Eignung des Zugriffs als Mittel zur Beseitigung der Eigengefährdung ist die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die Anordnung des Beschwerdeführers nicht gerechtfertigt gewesen sei, zutreffend. Der Vorinstanz ist ebenso zuzustimmen, wenn sie die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung als Rechtfertigung für einen Personenzugriff durch eine polizeiliche Sondereinheit an sich schon in Frage stellt und unter Berücksichtigung der konkreten Risiken eines Freitodes oder einer Verletzung nach Widerstand als unverhältnismässig wertet (vgl. E. 1.2 hiervor sowie angefochtenes Urteil, E. 2.8.3 S. 26 f.). Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie die Anordnung des Einsatzes der Sondereinheit als ungeeignet (zur Beseitigung der Eigengefährdung) bzw. als unverhältnismässig (zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung) und daher den objektiven Tatbestand des Amtsmissbrauchs als erfüllt erachtet. Eine grobe und krasse Unverhältnismässigkeit resp. ein Ermessensmissbrauch, mit anderen Worten ein unerträglicher Missbrauch von Amtsgewalt, ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht erforderlich (vgl. Urteil 6B_76/2011 vom 31. Mai 2011 E. 5.1). Den Darstellungen des Beschwerdeführers zum subjektiven Tatbestand kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz legt mit dem Hinweis auf das Wissen des Beschwerdegegners über bestehende mildere Massnahmen schlüssig dar, weshalb er mindestens damit gerechnet haben musste, dass seine Anordnung nicht rechtmässig war. Auch ihre Beurteilung der Anordnung des Zugriffs durch den Beschwerdeführer als Manifestation seiner Nachteilsabsicht ist nicht zu beanstanden. Die Rechtsprechung lässt Eventualabsicht genügen (Urteil 6S.885/2000 vom 26. Februar 2002 E. 4a/bb mit Hinweis). Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Einsatz der Sondereinheit als schwerer Eingriff in die Rechte von C.D.________ keinen Nachteil für diesen hätte mit sich bringen sollen. Dabei ist ohne Belang, ob der Beschwerdeführer darauf vertraut habe, C.D.________ ohne Verletzungsfolgen festnehmen zu können. Die Nachteile des gegen diesen gerichteten Einsatzes der Sondereinheit, dem schlagkräftigsten Mittel für einen Personenzugriff, erschöpfen sich nicht in den erlittenen schweren Verletzungen. Auch die von der Vorinstanz zur Begründung genannte traumatisierende Wirkung des Eingriffs stellt ohne Weiteres einen Nachteil dar. Nichts für sich ableiten kann der Beschwerdeführer schliesslich daraus, dass die Vorinstanz die traumatisierende Wirkung als Nachteil im Sinne von Art. 312 StGB, zumindest anlässlich ihrer Wertung des Verschuldens offenbar aber nicht als einen über dieses subjektive Tatbestandselement hinausgehenden Schaden versteht. Der Schuldspruch der Vorinstanz wegen Amtsmissbrauchs hält mithin vor Bundesrecht stand.