Citation: 2P.178/2000 14.02.2001 E. 3

3.- Fragen könnte sich allenfalls, ob der angefochtene Entscheid gegen den Grundsatz der derogatorischen Kraft des Bundesrechts verstösst. Der Beschwerdeführer macht zwar Ausführungen zur Unvereinbarkeit der getroffenen Rückerstattungsverfügung mit der Regelung von Art. 85bis IVV, ruft aber hiebei nicht den Vorrang des Bundesrechts als verfassungsmässiges Recht (Art. 49 BV) an. Insoweit sind die Begründungsanforderungen der staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) nicht erfüllt. Es erscheint dennoch angezeigt, zur erwähnten Frage Stellung zu nehmen. Nach Art. 85bis IVV, der seit 1. Januar 1994 in Kraft steht, können unter anderem öffentliche Fürsorgestellen, die im Hinblick auf eine Rente der Invalidenversicherung Vorschussleistungen erbracht haben, verlangen, dass die Nachzahlung dieser Rente bis zur Höhe ihrer Vorschussleistung verrechnet und an sie ausbezahlt wird (Abs. 1). Dabei gelten als Vorschussleistungen aufgrund eines Gesetzes erbrachte Leistungen, soweit aus dem Gesetz ein eindeutiges Rückforderungsrecht infolge der Rentennachzahlung abgeleitet werden kann (Abs. 2 lit. b). Der Verordnungsgeber hat mit dieser Regelung auf einen Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts reagiert, wonach eine Drittauszahlung an öffentliche Fürsorgestellen, die Vorschussleistungen erbracht haben, der schriftlichen Zustimmung bedarf, die erst rechtswirksam erteilt werden kann, wenn der Beschluss über den Rentenanspruch ergangen ist (BGE 118 V 88 E. 2b S. 92 f.). Aufgrund der neuen Bestimmung von Art. 85bis IVV kommt es nicht mehr darauf an, ob der Bezüger von Sozialhilfeleistungen der Drittauszahlung zugestimmt hat und in welchem Zeitpunkt er dies tat. Massgebend ist nur noch, ob aufgrund des kantonalen Rechts ein eindeutiges Rückforderungsrecht besteht (vgl. BGE 123 V 25 ff.). Ein solches Rückforderungsrecht hat das Verwaltungsgericht vorliegend, wie dargetan, willkürfrei bejaht. Die Fürsorgebehörde hätte somit auch die Drittauszahlung verlangen können, weshalb der Beschwerdeführer fehlgeht, wenn er annimmt, die Drittauszahlung wäre nicht in Betracht gekommen, weil er die Abtretungserklärung schon vor der Rentenverfügung unterzeichnet habe. Entsprechend stösst seine Behauptung ins Leere, die Rückerstattungsforderung vereitele im Ergebnis ein bundesrechtliches Drittauszahlungsverbot. Aufgrund der veränderten Rechtslage sowie des Umstands, dass nach dem bernischen Recht ein eindeutiges Rückforderungsrecht besteht, kann der Beschwerdeführer schliesslich auch aus dem Urteil des Bundesgerichts vom 20. Januar 1995 i.S. K. (SZS 1998, S. 449 ff.) nichts mehr zu seinen Gunsten ableiten.