Citation: 8C_314/2023 E. 3

Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, strittig sei, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der leistungsverneinenden Verfügung der IV-Stelle vom 24. Mai 2013 rentenrelevant verschlechtert habe. Damals sei der Beschwerdeführer gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten des Ärztlichen Begutachtungsinstituts (ABI) GmbH, Basel, vom 20. März 2012 in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig gewesen. In somatischer Hinsicht liege gestützt auf das Gutachten der estimed AG vom 1./23. November 2017 bzw. 8. April 2021 und die übrigen medizinischen Akten keine Verschlechterung des Gesundheitszustands vor. Indem der orthopädische estimed-Gutachter Dr. med. B.________ dem Beschwerdeführer eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit von 20 % bzw. 40 % attestiert habe, liege eine revisionsrechtlich unbeachtliche andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts vor. Somit sei auch unerheblich, dass Dr. med. B.________ die im Gutachten vom 11. November 2017 angegebene 40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Verlaufsgutachten vom 8. April 2021 auf 20 % korrigiert habe. Mit dem ABI-Gutachten vom 20. März 2012 sei weiterhin davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht eingeschränkt sei. In psychischer Hinsicht sei auf das Gutachten der estimed AG vom 8. April 2021 abzustellen, wonach der Beschwerdeführer in der Arbeitsfähigkeit zu 20 % arbeitsunfähig sei. Zusammenfassend habe sich sein Gesundheitszustand seit der ABI-Begutachtung in psychischer Hinsicht verschlechtert, so dass er in Anbetracht der bereits bestehenden somatischen Einschränkungen in einer körperlich angepassten Tätigkeit nur noch zu 80 % arbeitsfähig sei. Soweit der Beschwerdeführer moniere, die estimed-Gutachter hätten geschlossen, er sei keinem Arbeitgeber mehr zumutbar, weshalb die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit widersprüchlich und eine Restarbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 80 % lediglich über einen einjährigen vorgängigen Aufbau im geschützten Rahmen möglich sei, sei dem entgegenzuhalten, dass es um die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit und nicht um die tatsächliche Verwertbarkeit gehe. Dass er einem Arbeitgeber aus gutachterlicher Sicht nicht mehr zugemutet werden könne, habe nichts mit dem objektiv erhobenen Gesundheitszustand, sondern mit seiner subjektiv motivierten Überzeugung zu tun, nicht mehr arbeitsfähig zu sein. Insgesamt habe der Beschwerdeführer keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der estimed-Gutachten vom 1. November 2017 und 8. August 2021 aufzuzeigen vermocht. Damit falle auch seine Argumentation in sich zusammen, der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle habe für die Beurteilung des Leistungsanspruchs auf eine nicht rechtsgenügliche medizinische Grundlage abgestellt.