Citation: 8C_213/2021 E. 3.2

3.2. Die IV-Stelle wendet dagegen ein, der Beschwerdegegner sei lediglich über einen kurzen Zeitraum, nämlich über die Dauer von vier Tagen innerhalb von drei Wochen (vom 30. Oktober bis 22. November 2012) beobachtet worden. Wie die Vorinstanz festgestellt habe, fänden sich in den Bereichen Neurologie, Neuropsychologie sowie Psychiatrie Hinweise auf Aggravation und generell sei ein aussergewöhnlicher Krankheitsverlauf festgestellt worden, was einen hinreichenden Anfangsverdacht begründe. Die Vorinstanz habe ein Verwertungsinteresse mangels eines zu erwartenden wesentlichen Erkenntnisgewinns verneint, was jedoch vor einer Observation zu beantworten sei. Mit der hier interessierenden Frage, ob sich tatsächlich konkrete relevante Erkenntnisse (im Sinne einer Betrachtung ex post) aus der Observation ergäben, habe sich die Vorinstanz namentlich in Verletzung der Begründungspflicht, nicht befasst. Sie habe bundesrechtsverletzend die Frage der Eignung des Beweismaterials unzulässigerweise auf die den Anfangsverdacht begründenden Aspekte eingeschränkt, indem sie festgehalten habe, der Beschwerdegegner sei nicht mit inkonsistenten Angaben hinsichtlich seines alltäglichen Funktionsniveaus, sondern mit einem nicht validen Test- und Aussageverhalten aufgefallen. Dies definiere das Beweisthema nicht bundesrechtskonform. Massstab für die Beweiseignung sei die Überprüfbarkeit des geltend gemachten Gesundheitsschadens mittels einer Observation. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz müssten sich die neurologischen, neuropsychologischen und psychiatrischen Befunde, wie sie im Gutachten des Universitätsspitals C.________ vom 30. Dezember 2013 umschrieben und in der Stellungnahme von Dr. med. D.________, Regionaler Ärztlicher Dienstes (RAD) der IV-Stelle, vom 10. März 2020 wiedergegeben worden seien, auch im Alltag manifestieren, wie beispielsweise das langsame Gangbild, die schwere kognitive Minderleistung oder die deutliche depressive Symptomatik. Angesichts der bei den Symptomvalidierungsverfahren festgestellten Aggravationshinweisen sei eine Observation ein geeignetes und notwendiges Abklärungsinstrument, weshalb die vorinstanzliche Wertung unhaltbar sei.