Citation: 6P.46/2007 05.07.2007 E. 5.3

5.3.1 Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG nach der Rechtsprechung ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern (BGE 131 IV 133 E. 3.2 S. 136, mit Hinweisen). 5.3.2 Der Beschwerdeführer hielt nach dem verkehrsbedingten Bremsmanöver des Vordermannes während 6.6 Sekunden den viel zu geringen Abstand im relativ dichten Verkehr auf dem Überholstreifen der Autobahn aufrecht. Gemäss den Ausführungen des Obergerichts war er allerdings nicht verantwortlich für die Entstehung des gefährlich geringen Abstands zum vorderen Fahrzeug. Das Obergericht begründet die grobe Fahrlässigkeit jedoch damit, dass es der Beschwerdeführer unterlassen habe, unverzüglich wieder "Abstand zu nehmen". Im Strassenverkehr seien an die Fahrzeugführer hohe Anforderungen zu stellen. Entsprechend müsse es jedem Fahrzeugführer möglich und zumutbar sein, innerhalb von Sekunden auf die jeweilige Verkehrslage zu reagieren. Der Beschwerdeführer sei nach dem Bremsmanöver dem Vordermann über mindestens 213 Meter und für eine Dauer von 6.6 Sekunden im gleichen Tempo und mehr oder minder gleichem Abstand von deutlich unter 0.5 Sekunden gefolgt. Wäre er nach dem Bremsen nicht gleich wieder "aufs Gas gegangen" und mit gleich bleibender Geschwindigkeit dem Vordermann gefolgt, so wäre er bereits innert 2 oder 3 Sekunden sehr deutlich zurückgefallen und hätte auf diese Weise wieder einen ausreichenden Abstand schaffen können. Der Beschwerdeführer habe sich nicht regelkonform verhalten, weil er ganz offensichtlich nicht den Anschluss habe verlieren und habe vorwärts kommen wollen. Dass er sich der Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst gewesen sei, zeige die leicht nach links und später nach rechts versetzte Positionierung seines Fahrzeuges. In diesem Fahrverhalten liege eine egoistische Komponente, welche an Rücksichtslosigkeit grenze und jedenfalls als grobfahrlässig qualifiziert werden müsse (angefochtenes Urteil S. 15, 20 f., 22 f.). 5.3.3 Der Beschwerdeführer war zwar nicht verantwortlich für die Entstehung des zu geringen Abstandes zum Vordermann. Der Abstand wurde deshalb gering, weil der Vordermann seine Geschwindigkeit verkehrsbedingt verlangsamte. Der Beschwerdeführer verlangsamte seinerseits seine Geschwindigkeit, doch hielt er in der Folge einen deutlich zu geringen Abstand zum Vordermann ein. Er unterliess es, durch weitere Verzögerung der Geschwindigkeit möglichst rasch wieder einen grösseren Abstand herzustellen. Im Anschluss an den Streckenabschnitt von 213 Metern folgte er über eine weitere Strecke von rund zwei Kilometern dem vorausfahrendem Fahrzeug in einem deutlich zu geringen Abstand (s. angefochtenes Urteil S. 15). Er fuhr dabei zuerst teilweise nach rechts versetzt, benutzte danach beide Fahrstreifen, bis er schliesslich unter Verzicht auf ein mögliches Überholmanöver auf den rechten Fahrstreifen wechselte. Es ging ihm offenkundig darum, den Vordermann zur Beschleunigung der Fahrt oder aber zum Wechsel auf den rechten Fahrstreifen zu drängen. Indem die Vorinstanz dieses Verhalten als rücksichtslos würdigte und auch subjektiv den Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG bejahte, hat sie kein Bundesrecht verletzt. 5.4 Demgemäss ist die Nichtigkeitsbeschwerde abzuweisen.