Citation: 6B_1145/2022 E. 5.4.3

5.4.3. Unter Hinweis auf die vom Beschwerdegegner eingereichte Kostennote vom 24. März 2022 erwägt die Vorinstanz, dass der für das Berufungsverfahren geltend gemachte Vertretungsaufwand von insgesamt Fr. 8'148.05 nicht zu beanstanden sei. Daraus ergibt sich entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz den geltend gemachten Aufwand als angemessen erachtet und dementsprechend geprüft hat. Alsdann erwägt die Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag auf Abweisung der Berufung teilweise und mit ihrer Anschlussberufung vollständig unterliege und dasselbe für die Staatsanwaltschaft gelte. Dementsprechend auferlegt sie sowohl der Beschwerdeführerin als auch dem Staat jeweils 5/12 (entsprechend rund 41.5 %) der Kosten des Berufungsverfahrens, was nicht zu beanstanden ist (vgl. oben E. 5.4.1). Davon ausgehend, dass der Kostenentscheid die Entschädigungsfrage präjudiziere, verpflichtet sie die Beschwerdeführerin und den Staat zur hälftigen Übernahme des dem Beschwerdegegner im Umfang von 2/3 zu entschädigenden Aufwandes, entsprechend jeweils einem Drittel und damit rund 33 % des als angemessen erachteten Aufwandes im Betrag von insgesamt Fr. 8'148.05 (angefochtenes Urteil S. 18). Damit begründet die Vorinstanz ihren Kosten- und Entschädigungsentscheid, respektive legt sie dar, weshalb sie vorliegend sowohl der Beschwerdeführerin als auch dem Staat Verfahrenskosten und Entschädigungszahlungen auferlegt und ermöglicht der Beschwerdeführerin damit (nachweislich) eine sachgerechte Anfechtung. Dasselbe gilt offensichtlich auch in Bezug auf die Frage der angewandten Gesetzesbestimmung - konkret Art. 432 StPO - zumal die Beschwerdeführerin sich explizit auf diese beruft (Beschwerde S. 13). Schliesslich legt die Beschwerdeführerin nicht dar und ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz Bundesrecht verletzt oder aber ihr weites Ermessen überschreitet, wenn sie die Beschwerdeführerin zur Übernahme von rund 33 % des dem Beschwerdegegner entstandenen (und als angemessen erachteten; dazu nachfolgend E. 5.4.4) Aufwandes von insgesamt Fr. 8'148.05 verpflichtet.