Citation: 1C_111/2022 E. 4.3

4.3. Im vorliegenden Fall durfte die Vorinstanz ohne Bundesrechtsverletzung auf das verkehrsmedizinische Gutachten vom 3. November 2020 abstellen und daraus ableiten, die Fahreignung des Beschwerdeführers sei nur mit gewissen Bedenken gegeben (vgl. dazu oben E. 3.4). Wie bereits ausgeführt, ist davon auszugehen, dass die dauerhafte Überwindung einer die Fahreignung beeinträchtigenden Alkoholsucht einer Behandlung und Kontrolle während mehrerer Jahre bedarf (vgl. oben E. 4.1). Der Vorfall, der beim Beschwerdeführer zum Sicherungsentzug führte, fand am 25. April 2016 statt. Erst für die Zeitperiode ab Herbst 2019 liess sich bei ihm eine mindestens einjährige Alkoholabstinenz durch Haaranalysen belegen (vgl. oben E. 3.2). Unter den konkreten Umständen des Einzelfalls ist es gestützt auf Art. 17 Abs. 3 SVG zulässig, die am 6. November 2020 erfolgte Wiedererteilung des Führerausweises mit der Auflage zur befristeten Fortführung des Alkoholverzichts und dessen Kontrolle durch Haaranalysen zu verknüpfen. Die umstrittene Auflage einer mindestens dreijährigen Fortsetzung der kontrollierten Alkoholabstinenz folgt einer Empfehlung des Gutachtens vom 3. November 2020. In diesem Gutachten wurde die Empfehlung zur Fortsetzung der Abstinenz genügend begründet und schlüssig dargelegt. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht konkret die Eignung dieser Massnahme, hält sie jedoch für zu weitgehend bzw. unzumutbar. Der Vorinstanz ist indessen beizupflichten, dass angesichts der Vorgeschichte im konkreten Fall eine Bemessung der Auflagendauer zur weiteren Alkoholabstinenz auf drei Jahre für eine Bewährung im Strassenverkehr erforderlich ist. In der Abwägung des öffentlichen Interesses der Verkehrssicherheit mit den Interessen des Beschwerdeführers erweist sich eine solche Auflage für den Beschwerdeführer bei objektiver Betrachtung ebenso als zumutbar. Er geht fehl, wenn er für sich eine Beschränkung bei der Fortführung der Alkoholabstinenz auf maximal ein Jahr fordert. Im Ergebnis ist die umstrittene Auflage unter den gegebenen Umständen gerechtfertigt und verhältnismässig. Gerechtfertigt ist daher auch der damit verbundene Eingriff in die persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) des Beschwerdeführers (vgl. Art. 36 BV).