Citation: 1B_376/2009 25.01.2010 E. 6

Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, es bestehe die Möglichkeit, dass die Dauer der Haft die auszufällende Strafe übersteige. Er habe bereits fünf Monate in Untersuchungshaft verbracht. Bis zur Gerichtsverhandlung würden es ca. 20 Monate sein. Bei einer Ausdehnung der Haft bis zur Gerichtsverhandlung bestehe die Möglichkeit, dass die Dauer der Haft die schlussendlich auszufällende Strafe übersteige. 6.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in strafprozessualer Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unverhältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, wenn die Haftfrist die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion übersteigt. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Straftaten Rechnung zu tragen. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt (BGE 133 I 168 E. 4.1 S. 170; 133 I 270 E. 3.4.2 S. 281; je mit Hinweisen). 6.2 Wie bereits dargelegt ist der Haftrichter, ohne Bundesrecht zu verletzen, davon ausgegangen, dass genügend Anhaltspunkte für eine Beteiligung des Beschwerdeführers an der Entführung seiner Schwester bestehen (vgl. E. 4.3). Hinzu kommt, dass gegen den Beschwerdeführer wegen früherer Delikte, namentlich wegen Diebstahls und Raubs untersucht wird (vgl. E. 5.2), wobei diesbezüglich immerhin zu beachten ist, dass er vom 30. Januar 2009 bis am 26. März 2009 bereits einmal in Untersuchungshaft war. Der Beschwerdeführer hat gesamthaft allerdings mit einer erheblichen Freiheitsstrafe zu rechnen und zwar selbst dann, wenn seine Beteiligung an der Entführung lediglich als Beihilfe zu qualifizieren wäre. Angesichts dessen ist die seit dem 24. September 2009 andauernde Haft verhältnismässig. Ob bei einer Ausdehnung der Untersuchungshaft bis zur Gerichtsverhandlung die Gefahr besteht, dass die Dauer der Untersuchungshaft die Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion übersteigt, ist vorliegend nicht zu beurteilen. Die Untersuchungsbehörden sind aber gehalten, die Strafuntersuchung voranzutreiben und innert angemessener Frist abzuschliessen. Sollte sich die Untersuchung in die Länge ziehen, wird die Frage der Rechtmässigkeit der Fortsetzung der Untersuchungshaft neu zu prüfen sein.