Citation: 4A_189/2018 E. 4.2.1

4.2.1. Werkeigentümerin und Haftungssubjekt im Sinne von Art. 58 OR ist grundsätzlich die sachenrechtliche Eigentümerin des Werkes. Im Bereich des Art. 58 OR haftet insbesondere nicht der Mieter oder Pächter für Werkschäden, wobei die Eigentümerin jedoch gegebenenfalls auf diese zurückgreifen kann (vgl. Art. 58 Abs. 2 OR; BGE 121 III 448 E. 2.a S. 449; 106 II 201 E. 2b S. 205). Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, dass das Eigentum mit dem Abschluss des Gerüstbauvertrags und der Übergabe des Werkes überging. Dementsprechend ging die Vorinstanz zutreffend davon aus, dass die Beschwerdeführerin trotz lediglich mittelbaren Besitzes ihres Werkes weiterhin nach Art. 58 OR haftete. Indem die Vorinstanz des Weitern den Bauherrn und die Bauleitung als Hilfspersonen der Beschwerdeführerin betrachtete, verkannte sie zwar, dass Art. 101 OR bereits nach seinem Wortlaut nur betreffend Schuldverhältnisse und damit nicht bezüglich der ausservertraglichen Haftung nach Art. 58 OR zur Anwendung kommen kann (vgl. auch Urteile 4A_58/2010 vom 22. April 2010 E. 3.2; 5C.36/2001 vom 29. Oktober 2002 E. 2.5; je mit Hinweisen). Weil die Beschwerdeführerin aber auch bei fehlender Anwendbarkeit von Art. 101 OR grundsätzlich für allfällige am Werk vorgenommene Änderungen oder unterlassene Unterhaltsarbeiten haftet, kann sie aus der unrichtigen Anwendung dieser Bestimmung nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es erhellt zudem nicht, weshalb die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang eine Verletzung von Art. 55 OR geltend macht. Denn die Vorinstanz hat entgegen dem, was die Beschwerdeführerin ihr unterstellt, sie nicht als Geschäftsherrin qualifiziert. Die Rügen sind unbegründet.