Citation: U 471/05 15.03.2006 E. 4.2

4.2.1 Auf Grund der schlüssigen Darlegungen im ophthalmologischen Gutachten vom 4. Dezember 2003 ist die Leistungsfähigkeit auch in den an sich in Betracht fallenden, leidensangepassten Tätigkeiten im Umfang von mindestens 25 % eingeschränkt. Davon ging auch die SUVA im Einspracheentscheid vom 29. November 2004 im Hinblick auf die spezielle zusätzliche Problematik eines sekundären Strabismus aus. Wenn der Unfallversicherer in der Vernehmlassung nunmehr den Standpunkt vertritt, es bestehe in zahlreichen Berufen volle Arbeitsfähigkeit, kann ihm nicht beigepflichtet werden. Daran ändert die «Ärztliche Beurteilung» des Dr. med. F.________ von der Abteilung Versicherungsmedizin vom 27. Januar 2004 nichts. 4.2.2 Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gibt es trotz des fehlenden räumlichen Sehvermögens sowie des Strabismus divergens rechts auch unter Berücksichtigung der eingeschränkten Leistungsfähigkeit für den Versicherten genügend zahlreiche realistische Betätigungsmöglichkeiten auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Dem ophthalmologischen Gutachten vom 4. Dezember 2003 lässt sich nichts anderes entnehmen. Insbesondere wird nicht ausschliesslich eine Beschäftigung im Gartenbau oder in der Landwirtschaft als geeignet bezeichnet. Vielmehr wird dieses Tätigkeitsfeld auf Grund der positiven Erfahrungen im Rahmen der Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten in der Klinik Valens beispielhaft genannt. In Betracht fallen indessen auch etwa Hilfstätigkeiten in einem Lager, Magazin oder Depot sowie Kontroll- und Überwachungstätigkeiten in der Industrie. Es besteht daher kein Anlass, bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE 98 nicht vom durchschnittlichen Lohn von Männern in einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsiveau 4) in allen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors von Fr. 4268.- auszugehen. 4.2.3 Nach Auffassung der SUVA ist ein Abzug vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75 nicht gerechtfertigt. Zur Begründung verweist der Unfallversicherer auf die Urteile B. vom 10. August 2005 (U 343/04) und Z. vom 25. September 2001 (U 122/01). Diesen Entscheiden kommt hier jedoch keine präjudizielle Bedeutung zu. In beiden Fällen bestand die gesundheitliche Beeinträchtigung im Wesentlichen im Verlust des Stereosehens. Sodann war die Leistungsfähigkeit bei vollzeitlicher Ausübung einer geeigneten Tätigkeit grundsätzlich nicht eingeschränkt. Vorliegend kommt indessen der ebenfalls unfallbedingte sekundäre Strabismus divergens rechts dazu. Diese zusätzliche Beeinträchtigung wirkt sich nicht bloss auf die Leistungsfähigkeit aus, sondern engt auch das Spektrum möglicher erwerblicher Betätigungen ein. Insbesondere sind - heutzutage weit verbreitete - Arbeiten am Bildschirm und auch Tätigkeiten in der Nacht weniger geeignet. Wird weiter berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer beim Erlass des Einspracheentscheides bereits 55 Jahre alt war und auch bei reduziertem Arbeitspensum mit einer Leistungseinbusse zu rechnen ist, rechtfertigt sich ausnahmsweise ein Abzug von 10 % vom Tabellenlohn. 4.3 Es ist somit für 1998 von einem Invalideneinkommen von Fr. 36'214.- (Fr. 53'650.- x 0,75 x 0,9) auszugehen. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 54'990.- resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 34 %. Der Einkommensvergleich für die Jahre 1999 (Rentenbeginn) bis 2004 (Einspracheentscheid) unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (vgl. Die Volkswirtschaft 12/2005 S. 95 Tabelle B10.2; BGE 128 V 174) ergibt denselben Invaliditätsgrad.