Citation: 2C_752/2020 E. 6.1

6.1. Nach Art. 14 EMRK ist der Genuss der in der Europäischen Menschenrechtskonvention anerkannten Rechte und Freiheiten ohne Diskriminierung insbesondere wegen des Geschlechts zu gewährleisten. Aus dem klaren Wortlaut der Bestimmung und ständiger Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) ergibt sich aber, dass Art. 14 EMRK nicht ein allgemeines Diskriminierungsverbot statuiert, sondern nur in Bezug auf die in der Konvention anerkannten Rechte zum Tragen kommt. Ist nicht der Schutzbereich eines konkreten Konventionsrechts betroffen, ist die blosse Diskriminierungsrüge unzulässig ("caractère accessoire"; vgl. BGE 140 V 385 E. 5.2; 139 I 257 E. 5.3.1; 118 Ia 341 E. 3a).