Citation: 6B_785/2015 E. 1.3

1.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz werfe ihm vor, die Privatklägerin in verwerflicher Art und Weise missbraucht zu haben. Dass eine Schändung per se verwerflich sei, sei offensichtlich. Da der Tatbestand von Art. 191 StGB den Missbrauch als objektives Tatbestandsmerkmal beinhalte, verletze die Vorinstanz mit dieser Begründung das Doppelverwertungsverbot. Zudem habe sie erneut nicht dargelegt, inwiefern er die Privatklägerin in besonders verwerflicher Art und Weise missbraucht habe. Damit sei auch die Begründungspflicht verletzt. Die Einwände des Beschwerdeführers sind unbegründet. Die Vorinstanz war sich des Doppelverwertungsverbots bewusst (vgl. vorinstanzliches Urteil, S. 8). Die Verwerflichkeit des Missbrauchs präzisiert sie, indem sie ausführt, der Beschwerdeführer habe die Privatklägerin in psychischer und physischer Hinsicht stark belastet und sich ihr gegenüber hinterhältig und egoistisch verhalten. Konkret habe er den Geschlechtsverkehr ohne Kondom vollzogen und ihre medizinische Nachbehandlung durch die Verweigerung des zweiten HIV-Tests erschwert, wobei er ihre Ängste mit der Mitteilung eines "positiven" Ergebnisses verachtet habe. In der Fo lge habe die Privatklägerin prophylaktisch starke Medikamente einnehmen müssen. Weiter habe er deren Verwirrtheit am nächsten Morgen ausgenutzt, um ihr eine angebliche Beziehungsnähe vorzuspiegeln. Zudem habe er zunächst vorgegeben, sich nicht an den Geschlechtsverkehr erinnern zu können, da sie wohl beide unter dem Einfluss von KO-Tropfen gestanden seien. Der Beschwerdeführer habe eine "gute Gelegenheit" ausgenützt, wobei er glaubte, die Privatklägerin würde den Übergriff aufgrund ihres schlechten Zustandes nicht entdecken. Es verstösst nicht gegen das Doppelverwertungsverbot, bestimmte Umstände, welche Tatbestandsmerkmale oder gesetzliche Qualifikationsgründe darstellen, bei der Strafzumessung straferhöhend zu berücksichtigen; denn das Ausmass solcher Umstände kann mehr oder weniger gross sein (Urteil 6B_596/2012 vom 25. April 2013 E. 5.4 mit Hinweis). Die Vorinstanz hat damit entgegen der Rüge des Beschwerdeführers nicht gegen das Doppelverwertungsverbot verstossen. Im angefochtenen Urteil werden im Rahmen der Strafzumessung nicht einfach die Umstände aufgeführt, welche die Tatbestandsmässigkeit der Schändung begründen. Die Vorinstanz lässt sich vielmehr weitgehend über das Ausmass dieser Merkmale aus, wozu sie im Rahmen der Verschuldensbewertung auch verpflichtet ist. Somit ist weder eine Verletzung des Doppelverwertungsverbots noch der Begründungspflicht ersichtlich. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer fehlende Reue und Einsicht attestiert und in diesem Zusammenhang erneut darauf verweist, dass er sich nicht wie von ihm behauptet, wie ein "Gentleman" verhielt, sondern versuchte, die Tat zu verheimlichen. Die Vorinstanz bewertet diesen Umstand schlussendlich neutral, weshalb sich dies nicht zu Ungunsten des Beschwerdeführers auswirkt und er insofern nicht beschwert ist.