Citation: I 874/06 08.08.2007 E. 5

5.1 Kommt die versicherte Person trotz korrekt durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren der angeordneten medizinischen Abklärung in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger auf Grund der Akten verfügen (Art. 43 Abs. 3 ATSG; Art. 73 IVV). Dies bedeutet, dass aufgrund der vorhandenen (unvollständigen) Akten - ohne das Ergebnis, welches wegen der fehlenden Mitwirkung nicht zustande kam - materiell über den Anspruch zu entscheiden ist. Sobald die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht nachkommt und sich der notwendigen Untersuchung unterzieht, wird die IV-Stelle eine neue Verfügung erlassen (BGE 130 V 64 E. 5.2.4 S. 68). 5.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe einzig erwogen, die angeordnete Massnahme sei notwendig und zumutbar gewesen, und es habe keine Befangenheit vorgelegen. Damit habe sie sein Verhalten nicht als unentschuldbar, sondern lediglich als unrichtig beurteilt. Da damit die Voraussetzungen für eine Sanktion im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG nicht erfüllt seien, hätte nicht gestützt auf die Akten entschieden werden dürfen. 5.3 In diesem Zusammenhang gilt es zu beachten, dass Verfügungen und Gerichtsentscheide - vorbehältlich der hier nicht interessierenden Problematik des öffentlich-rechtlichen Vertrauensschutzes - nicht nach ihrem bisweilen unzulänglichen Wortlaut, sondern nach ihrem wirklichen rechtlichen Bedeutungsgehalt zu verstehen sind (BGE 120 V 496 E. 1a S. 497). Das kantonale Gericht hat sich zwar zur Unentschuldbarkeit der Weigerung des Versicherten nicht ausdrücklich geäussert, doch ergibt sich diese ohne weiteres aus den Erwägungen des vorinstanzlichen Entscheids, in welchen es die gegen die Annahme der Unentschuldbarkeit des Verhaltens laut Einspracheentscheid vom 31. Januar 2006 vorgebrachten Gründe zurückgewiesen hat. Soweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingewendet wird, das Fernbleiben sei entschuldbar, weil am 27. Oktober 2005, als die IV-Stelle an der angeordneten Begutachtung festhielt, der Untersuchungstermin vom 24. Oktober 2005 bereits verstrichen gewesen sei, kann dem nicht gefolgt werden. Der Rechtsvertreter des Versicherten hat der Verwaltung am 25. Oktober 2005 mitgeteilt, sein Klient werde "zu den vorgesehenen Untersuchungen" nicht erscheinen. Der Beschwerdeführer hätte jedoch die Möglichkeit gehabt, zumindest den zweiten Untersuchungstermin von Ende Oktober wahrzunehmen und nötigenfalls um ein neues Aufgebot für den verpassten Termin vom 24. Oktober 2005 nachzusuchen. Auch der Hinweis, aufgrund der bisherigen Rechtsprechung sei die Anwesenheit eines Anwalts bei der Begutachtung nicht generell ausgeschossen gewesen, lässt nicht auf eine entschuldbare Verweigerung der Untersuchung schliessen. Die üblichen Untersuchungen einer MEDAS sind ohne konkret entgegenstehende Umstände generell als zumutbar zu erachten. Zudem wusste der Rechtsvertreter des Versicherten aufgrund des ihm in Kopie zugestellten Schreibens des ZVMB vom 20. Oktober 2005, dass seine Anwesenheit bei den medizinischen Untersuchungen nicht zugelassen würde. Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, die Abweisung des Leistungsbegehrens sei unverhältnismässig. Angesichts der widersprüchlichen Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit in den bei den Akten liegenden medizinischen Gutachten hätten Abklärungen bei einer Fachperson der Zahnärztegesellschaft ohne erneute medizinische Beurteilung keine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs zugelassen, weshalb die Abweisung des Rentenbegehrens nicht als unverhältnismässig zu betrachten ist.