Citation: 6B_79/2023 E. 1.3

1.3. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht mehr, dass er am 8. Januar 2018 seine Ehefrau und seine Schwägerin mit einem Messer getötet hat. Die Vorinstanz qualifiziert die Taten als mehrfachen Mord. Sie erwägt, der Beschwerdeführer habe keine Angaben zu seinen Beweggründen gemacht, sondern behauptet, die beiden Frauen hätten ihn angegriffen, worauf er sie im Affekt umgebracht habe. Ein Angriff der Frauen sei jedoch klar widerlegt. Demgegenüber stehe fest, dass ihre Lebensführung eine entscheidende Rolle gespielt habe. Nach den Aussagen des Beschwerdeführers habe seine Ehefrau Affären mit mehreren Männern gehabt und sich gemeinsam mit der Schwägerin des Beschwerdeführers prostituiert. Gemäss Vorinstanz habe der Beschwerdeführer die Frauen getötet, weil er dies missbilligt habe und sich in seiner Ehre, seinem Stolz und seinen Wertvorstellungen verletzt gefühlt habe. Es sei erstellt, dass der Beschwerdeführer bereits fünf oder sechs Monate vor der Tat sicher um die Affäre seiner Ehefrau wusste. Zudem sei er überzeugt gewesen, dass seine Ehefrau und seine Schwägerin sich prostituieren. Gemäss psychiatrischem Gutachten zeige der Beschwerdeführer eine Dominanzproblematik, ein patriarchalisches Frauenbild, eine wutgeprägte Aggressivität und eine gesteigerte Eifersucht. Die Vorinstanz fährt fort, der Beschwerdeführer habe seine Schwägerin nicht gemocht und sie als hinterhältig beschrieben. Er sei überzeugt gewesen, dass sie sich prostituiert und auch seine Ehefrau dazu verleitet habe. Daher habe er auch seine Schwägerin eliminieren wollen. Sein Vorgehen sei besonders kaltblütig. Ein konkreter Anlass für die Tat sei nicht erkennbar, da der Beschwerdeführer bereits seit längerer Zeit überzeugt gewesen sei, dass seine Ehefrau eine Affäre habe und sich wie die Schwägerin prostituiere. Dass sich die Ehefrau und die Schwägerin tatsächlich prostituiert hätten, lässt sich gemäss Vorinstanz nicht erstellen. Bei einer polizeilichen Kontrolle der Schwägerin am 6. Januar 2018 seien keine Gegenstände gefunden worden, welche eine Prostituierte typischerweise auf sich trage. Nach den Tötungen habe sich der Beschwerdeführer selbst verletzt und der Schwägerin ein Messer in die Hand gelegt, um eine Notwehrlage zu inszenieren und sich als Opfer darzustellen. Gemäss Vorinstanz stach der Beschwerdeführer mehrmals in die linke Brust der Ehefrau, zog das Messer unvollständig wieder heraus und stach erneut zu. Die tiefen Abwehrverletzungen zeigten, dass der Beschwerdeführer einen Widerstand der Ehefrau habe überwinden müssen. Es sei zu einem Kampf um Leben und Tod gekommen, was der Beschwerdeführer bestätigt habe. Was die Schwägerin betrifft, habe der Beschwerdeführer dreimal auf ihre Brust eingestochen. Zusätzlich habe er stumpfe Gewalt angewendet, entweder durch Schläge gegen ihren Kopf oder ein Anschlagen ihres Kopfes beispielsweise gegen eine Wand. Entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft ist gemäss Vorinstanz nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer die Schwägerin tötete, um sie als Zeugin der Ermordung seiner Ehefrau zu eliminieren. Zudem verwirft die Vorinstanz die Behauptung der Staatsanwaltschaft, dass der Beschwerdeführer seine Ehefrau tötete, weil sie sich scheiden lassen wollte.