Citation: 1B_313/2019 E. 3.4

3.4. Bei der Beurteilung der Schwere der drohenden Delikte sind neben der abstrakten Strafdrohung gemäss Gesetz insbesondere auch das betroffene Rechtsgut und der Kontext, namentlich die konkret vom Beschuldigten ausgehende Gefährlichkeit bzw. das bei ihm vorhandene Gewaltpotenzial, einzubeziehen. Die erhebliche Gefährdung der Sicherheit anderer durch drohende Verbrechen oder schwere Vergehen kann sich grundsätzlich auf Rechtsgüter jeder Art beziehen. Im Vordergrund stehen Delikte gegen die körperliche und sexuelle Integrität. In diesem Kontext muss bei Straftaten gegenüber speziell schutzbedürftigen Personengruppen, namentlich Kindern, aus Gründen des Opferschutzes ein strenger Massstab gelten (BGE 143 IV 9 E. 2.6-2.7 S. 14-16 mit Hinweisen). Die Strafdrohung der schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB lautet auf Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Bei der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Straftat handelt es sich somit um ein Verbrechen im Sinne von Art. 10 Abs. 2 StGB. Gleiches gilt für den Tatbestand der Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB, welcher Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe androht. Die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Handlungen wiegen schwer. Ihm wird insbesondere angelastet, B.________, die er nur flüchtig von Begegnungen im Ausgang kennen soll, am Hals gehalten zu haben, so dass sie kurz keine Luft bekommen habe, ihr mit der Faust auf die Nase und die Augen geschlagen und - als sie auf dem Boden gelegen habe - ihr mit dem Fuss in den Bauch und in die Rippen getreten zu haben, bis sie das Bewusstsein verloren habe. Aufgewacht sei B.________ mit nassen Haaren. Die drohenden Delikte sind von erheblicher Sicherheitsrelevanz. Es geht um den Schutz von Leib und Leben und damit das höchste Rechtsgut.