Citation: 8C_266/2022 E. 4.3

4.3. Auch die früheren ärztlichen Berichte enthalten keine klaren Hinweise darauf, dass die Ausbildung als Restaurationsfachfrau EFZ angesichts des bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten psychischen Gesundheitsschadens ausser Betracht fällt. Zwar äusserte die Psychiaterin Dr. med. J.________ Zweifel betreffend Tätigkeiten "unter permanentem Zeit- und Termindruck und mit hohem Publikumsverkehr". Eine Stabilität lasse sich aus dem Verlauf noch nicht ablesen, sei aber nach Klärung der Wohnsituation zu erwarten. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass es nicht erneut zu Kokain- und Cannabiskonsum komme, weil dies zu einer Destabilisierung führe. Ferner sei entscheidend, dass weiterhin eine (ambulante) psychiatrisch-psychotherapeutische Anbindung gewährleistet werden könne (Stellungnahme vom 15. Oktober 2021). Mit anderen Worten lassen bereits die medizinischen Einschätzungen, deren Beweiskraft von keiner Seite in Abrede gestellt wird (dazu: BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 251 E. 3a), nicht den Schluss zu, dass die von der Beschwerdeführerin gewünschte Ausbildung gänzlich ungeeignet wäre. Im Gegenteil attestierten sämtliche Ärzte, selbst der RAD, der Beschwerdeführerin eine gesundheitliche Stabilisierung. Die Frage, ob dieses Entwicklungs- bzw. Stabilisierungspotenzial im konkreten Fall effektiv ausreicht, um einen dauerhaften Berufsweg im Restaurationsbereich zu gewährleisten, wurde aus psychiatrischer Sicht noch nicht abschliessend beurteilt.