Citation: 4A_517/2023 E. 3.3.3

3.3.3. Gemäss Vorinstanz hätte bei dieser Ausgangslage offen bleiben können, ob die Beschwerdeführerin die Schadensposition L.________ AG hinreichend substanziiert hatte. Im Sinne einer Eventualbegründung hielt die Vorinstanz aber fest, dass die diesbezügliche Kritik des Beschwerdegegners berechtigt sei. Die Beschwerdeführerin habe den Leistungsbeschrieb der Rechnung der L.________ AG vom 16. September 2020 integral in ihre Replik übernommen. Der Leistungsbeschrieb sei weitgehend so abgefasst, dass die einzelnen Positionen abgeglichen werden können mit dem Aufgabenbereich des Beschwerdegegners, wie ihn die Beschwerdeführerin in der Klage behauptet habe. Zudem habe der Beschwerdegegner eigenes Wissen, das ihm die Beurteilung erleichtert habe. So habe er denn auch in der Klageantwort anhand der Rechnung der L.________ AG vom 16. September 2020 die Positionen bestritten, die seiner Ansicht nach nicht seine Arbeit betroffen hätten. Das ändere jedoch nichts daran, dass die Beschreibungen der erbrachten Leistungen in den einzelnen Rechnungspositionen die Tätigkeiten lediglich in allgemeiner Weise sachlich eingrenzen und deshalb die Beurteilung nicht zulassen, ob die nicht spezifizierten konkret geleisteten Arbeiten vom Beschwerdegegner auch tatsächlich bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist hätten erledigt werden müssen. Dies ist gemäss Vorinstanz insofern relevant, als eine Vermögenseinbusse nur dann als rechtlich relevanter Schaden zu qualifizieren ist, wenn sie ohne das schädigende Ereignis nicht eingetreten wäre. Die Vorinstanz ergänzte, mangels Spezifikation der konkret geleisteten Arbeit sei die Prüfung der Notwendigkeit des Beizugs externer Mitarbeiter und des in Rechnung gestellten Aufwands unmöglich. Der Beschwerdegegner habe bereits in der Klageantwort die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Arbeiten bestritten mit dem Hinweis, dass er zum behaupteten Aufwand nichts sagen könne, weil die auf der Rechnung aufgeführten Arbeiten zu wenig detailliert seien. Gemäss Vorinstanz wäre die Beschwerdeführerin daher gehalten gewesen, den Aufwand der L.________ AG in Ergänzung zum Leistungsverzeichnis so zu konkretisieren, dass die ausgeführten Arbeiten konkret fassbar geworden wären. Lediglich beim Aufwand für die Beendigung des Jahresabschlusses 2019 sei eine weitere Substanziierung unnötig gewesen, da der Beschwerdegegner über deren Bearbeitungsstand im Zeitpunkt seines Ausscheidens selbst im Einzelnen informiert war und daraus die notwendigen Rückschlüsse auch ohne zusätzliche Informationen der Beschwerdeführerin ziehen konnte. Dass die dafür angefallenen Kosten die von der Beschwerdeführerin eingesparten Lohnkosten des Beschwerdegegners im unbestrittenen Betrag von Fr. 37'500.-- überstiegen, ergebe sich aus dem Leistungsverzeichnis der L.________ AG jedoch nicht, weshalb auch unter dem Gesichtspunkt der Substanziierung ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Ersatz der Kosten für den Beizug der L.________ AG durch den Beschwerdegegner im Ergebnis nicht bestehen würde.