Citation: 4A_35/2021 E. 1.5.3

1.5.3. Nicht einzutreten ist auf den mehrfach geäusserten Vorwurf, die Vorinstanz stütze sich bei ihrer Beweiswürdigung auf von den Parteien nicht behauptete Tatsachen. Der Einwand verkennt die Tragweite der freien Beweiswürdigung, die es dem Gericht erlaubt, ein Beweismittel unter allen Gesichtspunkten zu würdigen. Die Parteien haben die rechtsrelevanten Tatsachen zu behaupten, nicht die Beweiswürdigung vorwegzunehmen. Von ihnen wird nicht verlangt, dass sie sämtliche Aspekte und Eigenheiten eines Beweismittels, die beim Entscheid über dessen Überzeugungskraft gewürdigt werden, einzeln behaupten (Urteil des Bundesgerichts 4A_195/2014 und 4A_197 /2014 vom 27. November 2014 E. 7.3.3 nicht publ. in: BGE 140 III 602). Zur Rüge einer Verletzung der Verhandlungsmaxime genügt es daher nicht aufzuzeigen, dass eine vom Gericht im Rahmen der Würdigung eines Beweismittels berücksichtigte Einzeltatsache (beispielsweise die Annahme, die Ziff. 4.2 TUV trage klar die Handschrift der Klägerin) nicht explizit behauptet wurde (vgl. zit. Urteil 4A_195/2014 E. 7.3.4).