Citation: 1B_486/2018 E. 9.5

9.5. Das Zwangsmassnahmengericht (ZMG) hatte noch argumentiert, mangels Beizug der Rechtshilfeakten habe es nicht prüfen können, ob bei der Auslieferung des Beschwerdeführers der Spezialitätsgrundsatz verletzt worden sei und insofern ein Prozesshindernis im Nachverfahren vor dem Strafgericht vorliege. Daher könne die Wahrscheinlichkeit einer stationären Massnahme bzw. einer nachträglichen Verwahrung nicht bejaht werden. Dieser Argumentation ist nicht zu folgen. Es wäre nicht die Aufgabe des ZMG als Haftprüfungsinstanz gewesen, allfällige internationalstrafrechtliche Prozesshindernisse des hängigen gerichtlichen Nachverfahrens zu prüfen. Ausserdem hat das ZMG selber darauf hingewiesen, dass es die auslieferungsrechtlichen Fragen gar nicht habe prüfen können, da es die Rechtshilfeakten nicht beigezogen habe. Wie bereits dargelegt (vgl. oben, E. 4), besteht im Hinblick auf die erfolgte Auslieferung des Beschwerdeführers kein Hafthindernis. Ebenso wenig erscheint es wahrscheinlich, dass das zuständige Strafgericht im Nachverfahren auf ein internationalstrafrechtliches Prozesshindernis schliessen und auf den Antrag betreffend nachträgliche Verwahrung zum Vornherein nicht eintreten würde.