Citation: 1C_172/2020 E. 6.2

6.2. Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, das Verwaltungsgericht nehme im Ergebnis eine neue materielle Prüfung vor, obwohl das nachträgliche Baugesuch in Bezug auf die Fenster rechtskräftig abgewiesen worden sei. Zur Ästhetik weist sie darauf hin, dass es gerade der Zweck der Gestaltungsrichtlinien gewesen sei, die neuen Alphütten nach einheitlichen, sich von den alten Alphütten differenzierenden Massstäben auszugestalten. Weshalb der bauliche Eingriff komplex sei, werde vom Verwaltungsgericht nicht begründet. Da gemäss den Erwägungen in der Wiederherstellungsverfügung auch der Einsatz eines Balkens zur Herbeiführung einer quadratischen Öffnung zulässig sei, handle es sich um den geringstmöglichen Eingriff in die Eigentumsgarantie. Weiter sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdegegner bereits bei der Rohbaukontrolle im Jahr 2013 auf die Abweichungen vom Erlaubten hingewiesen worden sei. Wenn er in der Folge einen möglicherweise teuren Innenausbau vorgenommen habe, der nun angepasst werden müsse, habe er sich dies deshalb selbst zuzuschreiben. Die Auswechslung der Fenster selbst sei zudem mit geringen Kosten verbunden. Zumal der Beschwerdegegner nicht gutgläubig gewesen sei, was auch das Verwaltungsgericht festgestellt habe, und da die Fenster zu den wesentlichen Merkmalen im Erscheinungsbild eines Gebäudes gehörten, sei die Wiederherstellung auch zumutbar. Das Verwaltungsgericht habe zudem hinsichtlich der Sprossen an den Fenstern nicht einmal ansatzweise eine Interessenabwägung vorgenommen.