Citation: 8C_285/2024 E. 6.1.4

6.1.4. Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen zumindest geringe Zweifel an der versicherungsinternen Beurteilung des Dr. med. B.________ zu begründen. Dieser setzte sich nicht mit der Möglichkeit einer unfallbedingten Abscherung der Fila olfactoria als Ursache der vom Beschwerdeführer geklagten Riechstörung auseinander. Seine - erst im kantonalen Beschwerdeverfahren erstattete - Kurzbeurteilung ist insoweit nicht umfassend. Zudem wies der Beschwerdeführer in seiner Replik im kantonalen Beschwerdeverfahren unter Verweis auf die medizinische Literatur (vgl. JENZER/HALLER/LANDIS/STEINEGGER, Schweres Schädel-Hirn-Trauma im frühen Kindesalter: Schadenerledigung zum Nulltarif?, HAVE 1/2018, S. 7 f.) darauf hin, dass die Sensitivität der MRT-Bildgebung in Bezug auf trauma-assoziierte nichthämorrhagische diffuse axonale Verletzungen ca. 1-3 Wochen nach dem Trauma am grössten sei und dann deutlich abnehme. Vorliegend fand die betreffende Untersuchung erst mehrere Monate nach dem Unfallereignis statt. Auch insoweit bestehen Zweifel an der Einschätzung des Versicherungsmediziners, wonach bildgebend eine cerebrale Unfallfolge habe ausgeschlossen werden können. Eine fachärztliche Beurteilung durch einen HNO-Spezialisten und/oder einen Neurologen, eventuell auch eines Radiologen, wäre aufgrund der komplexen Fragestellungen angezeigt gewesen. Die Vorinstanz hat ihrerseits zwar nicht unbesehen auf die versicherungsinterne Einschätzung abgestellt und den natürlichen Kausalzusammenhang unter Hinweis auf die fehlenden bildgebenden Befunde und das höchstens leichtgradige Schädelhirntrauma verneint. Diese fachfremde Beurteilung vermag mit Blick auf die in der Beschwerde zitierten medizinischen Studien aber ebenfalls nicht zu überzeugen. Das kantonale Gericht wäre vielmehr gehalten gewesen, den Sachverhalt bezüglich der vom Beschwerdeführer seit dem Unfall geklagten Anosmie weiter abklären zu lassen. Indem es davon abgesehen hat, hat es den Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG) verletzt. Ein Fall von Beweislosigkeit liegt (noch) nicht vor.