Citation: I 251/06 04.04.2007 E. 3.3

3.3.1 Nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz ist eine leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F.32.01) allein grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität (Art. 4 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG) zu begründen, zumal bei einem derartigen Gesundheitsschaden in der Regel davon auszugehen ist, dass die versicherte Person die daraus resultierenden Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353, je mit Hinweisen; zur "zumutbaren Willensanstrengung" vgl. auch BGE 130 V 396 E. 6.2.3 S. 402). Entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts ist im hier zu beurteilenden Fall jedoch nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad erstellt, dass sich das psychische Leiden tatsächlich in einer bloss leichten depressiven Episode erschöpft. 3.3.2 Die Berichte des Dr. med. B.________ und der Psychiatrischen Klinik A.________ gehen - übereinstimmend und unmissverständlich - davon aus, dass beim Beschwerdeführer ein krankheitswertiges depressives Geschehen vorliegt, das die Arbeitsfähigkeit beträchtlich einschränkt. Die genannten Berichte divergieren indessen sowohl hinsichtlich des angenommenen Schweregrades der Depression als auch des konkreten Ausmasses der daraus resultierenden Leistungseinschränkung. Dabei kann im Rahmen der Beweiswürdigung weder dem MEDAS-Gutachten noch dem Bericht der Psychiatrischen Klinik A.________ eine ausschlaggebende Beweiskraft beigemessen werden, zumal beide Aktenstücke - soweit den psychischen Gesundheitszustand betreffend - der inneren Kohärenz, Überzeugungskraft und Schlüssigkeit entbehren. Im MEDAS-Gutachten steht der Diagnose einer (bloss) leichten depressiven Episode die Annahme einer erheblichen Leistungseinschränkung von 40 % gegenüber (wovon rund 20 % die körperlichen Beschwerden überlagernd), die - wie auch das kantonale Gericht feststellte - nicht nachvollziehbar und überzeugend begründet wird. Der Bericht der Psychiatrischen Klinik A.________ vom 25. April 2005 diagnostiziert dagegen eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen, die wohl mit Blick auf die mehrmonatige psychiatrische Hospitalisation des Beschwerdeführers und die Notwendigkeit längerer medikamentöser Behandlung mit Antidepressiva einleuchtet, mit den im April 2005 konkret erhobenen, mehrheitlich eher leichtgradigen Befunden (daneben aber immerhin: mittelgradige hypochondrische Tendenz, Insuffizienzgefühle, Zukunftsangst, keine "akute" Suizidalität) jedoch schwerlich vereinbar ist. Der Bericht - wie das Gutachten der MEDAS - bleibt auch hinsichtlich des Ausmasses der (allein) psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu unklar, als dass allein darauf abgestellt werden könnte. Über diese Ungereimtheiten in und zwischen den verschiedenen ärztlichen Beurteilungen kann sich die rechtliche Betrachtung nicht hinwegsetzen. Denn Tatsache bleibt, dass Dr. med. B.________, die MEDAS-Begutachter und die Fachärzte der Psychiatrischen Klinik A.________ eine beträchtliche Limitierung aus psychischen Gründen annehmen und - rechtlich letztlich entscheidend - ihre Tatsachenfeststellungen nicht den Schluss zulassen, dass dem alkoholabhängigen, mit Antidepressiva versorgten und nach einem Suizidversuch letztmals im Dezember 2003 von November 2004 bis Ende Februar 2005 psychiatrisch hospitalisiert gewesenen Beschwerdeführer im Alter von 55 Jahren (Zeitpunkt Einspracheeentscheid) bei objektiv forderbarer Willensanstrengung die Überwindung seiner psychischen Leistungsbeeinträchtigungen möglich ist, wie vorinstanzlich angenommen. Ungeklärt ist auch, in welchem Zusammenhang das psychische Leiden zur (allein nicht im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG invalidisierenden) Alkoholabhängigkeit steht; immerhin stellte der RAD am 30. September 2005 fest, es deute in diesem Fall einiges darauf hin, "dass die Depressivität Folge der Alkoholabhängigkeit ist", nachdem es unter Alkoholeinfluss zum letzten suizidalen Geschehen gekommen sei. Bei dieser Sachlage ist eine zusätzliche fachärztliche Expertise zur psychisch bedingten Restarbeitsfähigkeit angezeigt.