Citation: 8C_848/2013 E. 3.2.2

3.2.2. Auch ist der Hinweis der Vorinstanz auf das Fehlen einer Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 im Zusammenhang mit der von Dr. med. F.________ vorgenommenen näheren Umschreibung der sozialen Phobie klärungsbedürftig. Wie der Beschwerdeführer selbst einräumt, hat Dr. med. F.________ nach eingehender Prüfung und in Übereinstimmung mit Dr. med. B.________ das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 ausdrücklich verneint. Zwar ist die von Dr. med. F.________ vorgenommene nähere Umschreibung der Sozialphobie nicht direkt entkräftet. Es genügt indessen die Feststellung, dass Dr. med. F.________ letztlich nichts anderes diagnostiziert hat als bereits zuvor Dr. med. B.________, und die von ihm angefügten Gründe, welche für eine andere Einschätzung der Auswirkungen dieses psychischen Beschwerdebildes sprechen, letztlich nicht hinreichend Anlass dafür bieten, das von Dr. med. B.________ zusammen mit Dr. med. C.________ im Verfahren nach Art. 44 ATSG verfasste Gutachten hinreichend in Frage zu stellen. Denn soweit er in der Angststörung eine erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit erkennt, beruft er sich neben seinen eigenen Untersuchungen in erster Linie auf früher erfolgte Einschätzungen verschiedener Ärzte mit dem Hinweis, seither habe sich der psychische Gesundheitszustand nicht wesentlich verändert. Diese früheren Einschätzungen waren sodann Dr. med. B.________ bei der Begutachtung bekannt und von ihm in die Beurteilung mit einbezogen. Auch hielt dieser fest, keine abschliessende Einschätzung für den vor seiner Untersuchung liegenden Zeitraum abgeben zu können. Ebenso wenig kann ihm vorgeworfen werden, bei der Einschätzung der Auswirkungen der Sozialphobie nicht arte legis vorgegangen zu sein. Es mag zwar durchaus zutreffen, dass ein F.________ keine typische sozialphobische Situation darstellt und im übrigen Alltag, insbesondere in komplexen sozialen Situationen, sich solche Phobien oftmals ganz anders auswirken. Die von Dr. med. B.________ vorgenommene Einschätzung beruht indessen nicht allein auf den persönlich gewonnenen Eindrücken. Er nimmt vielmehr auch auf die Alltagsaktivitäten und dabei gezeigten Verhaltensmuster Bezug, um daraus zu schliessen, dass sich ein Rendement von 80 % in einer Tätigkeit bewerkstelligen lassen sollte, der weitgehend alleine und ohne Expositionszwang vor einer Gruppe nachgegangen werden kann. Man kann insbesondere mit Verweis auf die im Jahre 2008 vorgenommenen Arbeitsversuche in der Klinik G.________ und den von den Ärzten daraus gezogenen Schlussfolgerungen (Bericht vom 3. Juni 2008) durchaus einbringen, die Alltagsbewältigung und Freizeitgestaltung könne nicht mit einer Druck und Erwartungshaltung mitumschliessenden Berufssituation gleichgestellt werden. Jedoch kann daraus nicht der Umkehrschluss gezogen werden, sämtliche dem idealen Tätigkeitsprofil entsprechenden Arbeiten würden den Versicherten in einem Umfang überfordern, der die Arbeitsfähigkeit darüber hinaus herabsetzen würde. Dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten zumindest seit der letzten mittelschwergradigen Episode der rezidivierenden depressiven Störung Ende 2009 bis Anfang 2010 verbessert hat, ist schliesslich aktenkundig. Inwiefern diese Episode sich auf die Arbeitsunfähigkeit ausgewirkt hat, ist eine andere Frage, braucht aber für die Beurteilung des Gutachtens von Dr. med. B.________ nicht beantwortet zu werden, hat er dies darin doch - wie bereits dargetan - ausdrücklich offen gelassen und die Arbeitsfähigkeit lediglich für die Zeit ab Untersuchungsdatum vom 1. Februar 2010 festgelegt.