Citation: 6B_292/2023 E. 1.5.3

1.5.3. Die Vorinstanz hält fest, in der Zeit ab 2018 habe der Beschwerdegegner mehrere Zwangsvollstreckungsverfahren angehäuft, aus denen Verlustscheine in der Höhe von insgesamt Fr. 36'000.-- resultierten. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, es handle sich dabei hauptsächlich um Schulden gegenüber Stadtrichter-/Statthalterämtern des Kantons Zürich, dem Steueramt der Stadt und des Kantons Zürich sowie der SBB und den Verkehrsbetrieben der Stadt Zürich, mithin gegenüber Behörden und staatlichen Betrieben, was die Vorinstanz nicht berücksichtige. Jedoch vermag die Beschwerdeführerin nicht darzutun, inwieweit die Vorinstanz die Schulden des Beschwerdegegners nicht erschwerend in ihre Würdigung miteinbezogen hätte; ihre Rüge erweist sich diesbezüglich als unbegründet. Die Vorinstanz bezieht die finanzielle Situation des Beschwerdegegners durchaus für ihn nachteilig in ihre Würdigung mit ein, berücksichtigt in dieser Hinsicht aber ebenso nachvollziehbar, dass er durch Tilgung von Schulden mehrmals Betreibungen weggebracht hat. Mit der Vorinstanz spricht dies gegen eine völlig fehlende Zahlungsmoral. Zu Recht erwägt die Vorinstanz diesbezüglich auch, der Beschwerdegegner sei seit seiner jüngsten Anstellung Mitte Juli 2022 in der Lage, seine Schulden laufend abzubauen, wie sich anhand seiner umfangreichen Lohnpfändung zeige. Zur finanziellen Stellung des Beschwerdegegners führt die Vorinstanz sodann aus, er sei trotz finanzieller Probleme nie auf Sozialhilfe der öffentlichen Hand angewiesen gewesen. Wenn die Beschwerdeführerin diesbezüglich vorbringt, die Vorinstanz habe diesen Umstand zu Unrecht zugunsten des Beschwerdegegners gewürdigt, so ist ihr nicht zu folgen. Sie argumentiert, der Grund habe einzig und allein in der Unterstützung durch die Eltern gelegen, die ihm stets die kostenlose Unterbringung in ihrer Wohnung ermöglicht hätten. Dies zeugt jedoch keineswegs von mangelnder Integration; vielmehr ist dem Beschwerdegegner durchaus zugute zu halten, dass er trotz beruflicher bzw. finanzieller Probleme private Lösungen gefunden hat, um nicht von der staatlichen finanziellen Unterstützung abhängig zu werden. Im Zusammenhang mit der beruflichen Integration des Beschwerdegegners erwägt die Vorinstanz, zu seinen Gunsten müsse angenommen werden, dass seine Schwierigkeiten auf den früheren Konsum grösserer Mengen Kokain zurückzuführen seien. Inzwischen sei aufgrund der Aktenlage hingegen davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner seit der Entlassung aus der Haft im August 2021 drogenabstinent sei und er seine Kokainsucht überwunden habe. Die Beschwerdeführerin rügt, diese Ausführungen seien aktenwidrig und damit offensichtlich unrichtig, sei doch erstellt, dass er erst ab dem Jahr 2020 in unregelmässigen Abständen Kokain konsumiert habe. Die Schwierigkeiten hätten aber bereits im 2018 angefangen, was sich nicht mit dem Drogenkonsum ab 2020 erklären lasse. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin bezieht sich die Vorinstanz nicht auf einen konkreten Zeitpunkt in der Vergangenheit des Beschwerdegegners - sie spricht von einer getrübten Integration "während der letzten Jahre" - und führt auch nicht aus, der Drogenkonsum habe bereits 2018 begonnen. Der Beschwerdeführerin ist zwar insoweit zu folgen, als bei der Sachlage gewisse Zweifel an der (beruflichen und wirtschaftlichen) Zukunft des Beschwerdegegners bestehen bleiben. Inwieweit die vorinstanzlichen Erwägungen indes aktenwidrig bzw. willkürlich sein sollen und die Vorinstanz die Drogenvergangenheit des Beschwerdegegners nicht hätte in ihre Härtefallprüfung miteinbeziehen dürfen, ist weder ersichtlich noch begründet dargetan.