Citation: 1C_56/2023 E. 5.2.1

5.2.1. Zur Frist für den Wiederaufbau hielt die Vorinstanz fest, ginge man davon aus, der Bau müsse innerhalb von fünf Jahren seit dem schädigenden Ereignis realisiert werden, wäre die Bauherrschaft Verzögerungen durch Einsprachen sowie den Bearbeitungszeiten der Bau- und Rechtsmittelbehörden ausgeliefert. Unter Beizug historischer Auslegungselemente und Hinweis auf die Regelung in den Kantonen St. Gallen und Zürich gelangte sie zum Schluss, Art. 94 Abs. 3 BauG sei so auszulegen, dass die Fünfjahresfrist eingehalten sei, wenn innert fünf Jahren seit dem zerstörenden Ereignis ein Baugesuch für einen Ersatzbau eingereicht und nach erfolgter Baubewilligung der Bau ohne schuldhafte Verzögerung realisiert werde. Ein erstes Baugesuch habe die Beschwerdegegnerin bereits rund zweieinhalb Jahre nach dem Brand eingereicht. Dieses und ein weiteres Verfahren seien nach wie vor sistiert und damit hängig. Auch wenn diese Baugesuche nicht unmittelbar Gegenstand dieses Verfahrens bildeten, stehe fest, dass die Beschwerdegegnerin bzw. der Grundeigentümer lange vor Ablauf der Fünfjahresfrist die Realisierung eines Ersatzbaus anstrebten, womit seit dem Brand ein ununterbrochenes Interesse am Wiederaufbau des Gebäudes bestehe. Im Übrigen sei das dem vorliegenden Verfahren vorangegangene Baugesuch vom 13. April 2018 von der Baubewilligungskommission erst nach rund acht Monaten bewilligt worden. Das nachfolgende Rekursverfahren habe rund 16 Monate gedauert. Damit habe die Beschwerdegegnerin die Fünfjahresfrist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden nicht unbenutzt und selbstverschuldet verstreichen lassen; vielmehr hätten Baubewilligungskommission und Departement durch die Verfahrensdauer von 24 Monaten das Beschleunigungsgebot verletzt. Diese Verfahrensverschleppung könne der Beschwerdegegnerin nicht entgegengehalten werden.