Citation: 8C_521/2020 E. 6.2

6.2. Es ist unbestritten, dass sich die Beschwerdeführerin am 2. Juni 2016 bei ihrer Wohngemeinde zur Arbeitsvermittlung angemeldet hat. Auch wenn Arbeitsbemühungen ab dem 5. Mai 2016 dokumentiert sind, kann der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung frühestens ab dem 2. Juni 2016 entstehen. Die Beschwerdeführerin selber machte denn auch erst ab Juni 2016 einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung geltend. Für die Zeit vor der Meldung liegt keine Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 10 Abs. 1 und 2 AVIG vor. Eine verspätete Anmeldung führt damit grundsätzlich zum Anspruchsverlust für die vor der kontrollierten Arbeitslosigkeit liegenden Tage (BGE 124 V 215 E. 2. S. 218; Urteil 8C_496/2017 vom 5. Februar 2018 E. 5.3.1; THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 2309 Rz. 148 und FN 326). Soweit die Arbeitslosenkasse die Rahmenfrist für den Leistungsbezug bereits ab 1. Mai 2016 eröffnete und der Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt Arbeitslosenentschädigung ausrichtete, fehlte es dafür an einer Rechtsgrundlage, weshalb die entsprechenden Leistungsabrechnungen zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (Art. 53 Abs. 2 ATSG) sind. Da die Korrektur zudem von erheblicher Bedeutung ist, sind die Voraussetzungen der Wiedererwägung erfüllt und die unrechtmässig bezogenen Leistungen - unter Vorbehalt der Verwirkung (vgl. E. 6.3 hiernach) - zurückzuerstatten (vgl. E. 3 hiervor; vgl. auch Urteil 8C_617/2017 vom 12. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).