Citation: 9C_685/2023 E. B

Die Steuerpflichtigen wandten sich in der Folge mit Eingabe vom 25. August 2023, die sie am 25. August 2023 in Griechenland zur Post brachten, an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Mit Urteil 100.2023.227 / 100.2023.228 vom 5. Oktober 2023 trat das Verwaltungsgericht, nach Gewährung des rechtlichen Gehörs, auf die Eingabe nicht ein. Das Verwaltungsgericht erwog, die 30-tägige Rechtsmittelfrist habe am 6. Juli 2023 zu laufen begonnen, worauf sie am Freitag, 4. August 2023 geendet habe. Weder das einschlägige kantonale Verfahrensrecht noch die Bundesgesetzgebung sehe im Bereich des harmonisierten Steuerrechts von Bund, Kantonen und Gemeinden einen Fristenstillstand ("Gerichtsferien") vor. Die anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs vorgebrachte Argumentation der Steuerpflichtigen, wonach es sich um eine sozialversicherungsrechtliche Angelegenheit handle, sodass der diesbezügliche Fristenstillstand herrsche, gehe fehl. Gründe für eine Wiedereinsetzung in den früheren Stand seien nicht ersichtlich. Die Steuerpflichtigen hätten ihren Irrtum selbst zu vertreten. Die Pflicht zur Bezeichnung eines inländischen Zustellungsdomizils fliesse primär aus dem Vorbehalt Deutschlands im Bereich der direkten postalischen Zustellung steuerrechtlicher Schriftstücke. Sodann sei nicht zu beanstanden, dass die Steuerrekurskommission die Eröffnung kurz vor den Sommerferien vorgenommen habe. Den Steuerpflichtigen wäre es möglich gewesen, schliesst das Verwaltungsgericht seine Erwägungen ab, die Steuerrekurskommission mit Blick auf die bevorstehende Landesabwesenheit um eine spätere Zustellung zu ersuchen. Dies hätten sie unterlassen.