Citation: 4A_130/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hat unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 142 III 587 E. 5.3; 131 III 70 E. 3.3) festgehalten, dass für die Anordnung einer Unterlassung die klägerischen Rechtsbegehren genügend bestimmt sein müssen, so dass die beklagte Partei sowie Vollstreckungs- oder Strafbehörden genau erkennen können, welche Handlungen untersagt sind. Rechtsbegehren hätten so bestimmt zu sein, dass die Vollstreckungsbehörden nur prüfen müssten, ob die tatsächlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ohne dabei das Verhalten rechtlich qualifizieren zu müssen. Die Beschwerdeführerin vermag weder eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) noch eine Gehörsverletzung (Art. 29 Abs. 2 BV) aufzuzeigen, indem sie vor Bundesgericht vorbringt, sie habe in der Gesuchsantwort ausgeführt, dass es sich bei den fraglichen Schneidlöschsystemen jeweils um ein modulares System mit zahlreichen Ausführungsformen handle, weshalb die Unterlassungsanordnung auf konkrete verletzende Kombinationen technischer Elemente beschränkt sein müsse, andernfalls die Anordnung weit über den als glaubhaft erkannten Anspruch hinausgehe. Die Vorinstanz ist den Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht gefolgt, sondern hat erwogen, das von der Beschwerdegegnerin beantragte Verbot gehe nicht gegen eine spezifische Ausführungsform, sondern gegen das von der Beschwerdeführerin - unter unerlaubter Verwendung vertraulicher Informationen - entwickelte konkrete Endprodukt in Form der Y.________-Produkte. Zudem hat die Vorinstanz nachvollziehbar ausgeführt, dass die Formulierung des Verbots eindeutig und klar so zu verstehen sei, dass sowohl der Y.1________ als auch der Y.2________ als System und somit als Ganzes vom beantragten Verbot betroffen seien. Aufgrund des Wortlauts von Dispositiv-Ziffer 2 verfängt der in der Beschwerde erhobene Einwand unter Willkürgesichtspunkten nicht, es sei unklar, ob die Anordnung jegliche Art von kombiniertem Schneid- und Löschstrahlrohr-System mit Abrasiv-Behälter umfasse oder nur das Schneidlöschsystem Y.1________ bzw. Y.2________. Weder mit dem blossen Hinweis auf weitere Fragen, die aufgrund des Verbots in Dispositiv-Ziffer 2 ihrer Ansicht nach unklar sind, noch mit dem nicht weiter begründeten Einwand, wonach nicht ohne Weiteres klar sei, inwiefern sich alternative Entwicklungen der Beschwerdeführerin von den verbotenen Schneidlöschsystemen abgrenzen, zeigt die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Art. 9 BV auf. Im Übrigen hat die Vorinstanz begründet, weshalb die allenfalls bei patentrechtlichen Streitigkeiten geltenden Anforderungen an Rechtsbegehren nicht unbesehen auf den zu beurteilenden Rechtsstreit anzuwenden seien. Eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV ist darin nicht zu erblicken. Inwiefern die Vorinstanz willkürlich von praxisgemässen Bestimmtheitsanforderungen abgewichen wäre, geschweige denn in Verletzung von Art. 9 BV tiefere Anforderungen an die Bestimmtheit der Anordnungen gestellt hätte, vermag die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen.