Citation: I 835/04 22.09.2005 E. 4

4.1 Umstritten ist als Erstes die Frage der Wissenschaftlichkeit der Mini-Trampolin-Therapie. In der Expertise vom 9. September 2004 konnte sie nicht bestimmt beantwortet werden. Dies führten die Gutachter darauf zurück, dass Studien bei Kindern über die Anwendung eines einzelnen physiotherapeutischen Gerätes bei der CF-Therapie weder sinnvoll noch machbar seien. Gemäss der Expertise ist jedoch wissenschaftlich klar belegt, dass physikalische Betätigung die Expektoration von zähem Lungensekret fördert. Das Mini-Trampolin werde zunehmend von der professionellen Physiotherapie eingesetzt, da PEP-Atmung und Flutter wegen Kooperation, Koordination und Konstanz erst bei älteren Kindern erfolgreich eingesetzt werden könnten. Schliesslich befürwortet Prof. Dr. med. C.________ sowohl als Arzt wie auch als Wissenschafter die Abgabe des Mini-Trampolins an die Versicherte, da es ein modernes, nötiges und wirksames Therapiegerät sei. In Würdigung dieser Umstände lässt sich die Wissenschaftlichkeit entgegen der IV-Stelle nicht verneinen (vgl. auch Urteil W. vom 2. August 2004 Erw. 4.4, I 721/03). 4.2 Gemäss der Expertise ist die Benützung des Mini-Trampolins zu Hause eine einfache und zweckmässige Massnahme. Die Versicherte ist in der Lage, die Trampolin-Therapie unter elterlicher Aufsicht wie gefordert mindestens zweimal täglich durchzuführen. Im Weiteren steht auf Grund des Gutachtens fest, dass das regelmässige Trampolin-Springen massgeblich zur Prophylaxe sowie Besserung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen beiträgt. Die Häufigkeit von Sitzungen beim Physiotherapeuten und ärztlichen Konsultationen kann damit reduziert werden, was zu einer entsprechenden Kostensenkung führt. Die relativ geringen Anschaffungskosten von Fr. 353.40 stehen daher in einem vernünftigen Verhältnis zum Eingliederungserfolg. Somit ist erstellt, dass die häusliche Trampolin-Therapie in einem engen Zusammenhang mit den ärztlich verordneten Massnahmen steht und als notwendiger Bestandteil derselben erscheint (vgl. auch Urteil L. vom 14. Februar 2005 Erw. 2.2, I 373/04). Soweit die IV-Stelle geltend macht, der Versicherten stünden andere physische Betätigungen offen, kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Gegenüber Therapiemöglichkeiten wie Schwimmen, Laufen, Rennen und Velofahren hat das Trampolinspringen den Vorteil, dass es zu Hause und damit wetterunabhängig ausgeübt werden kann, was eine regelmässige Therapie ermöglicht. Den Gutachtern ist zudem beizupflichten, dass die Bereitschaft zu regelmässigem Treppensteigen, Seilspringen sowie Jogging- und Sprossenwandturnen bei Kindern im Alter der Versicherten erfahrungsgemäss schlecht ist. Nach dem Gesagten hat die Versicherte Anspruch auf Abgabe des Mini-Trampolins.