Citation: 8C_112/2024 E. 5.5.2

5.5.2. Was die AXA dagegen einwendet, ist begründet. Wie sich aus der vorne in E. 5.3 dargestellten Rechtsprechung ergibt, ist als berufliche "Grundausbildung" bzw. als "primäres Ausbildungsziel" der erstmögliche berufsqualifizierende Abschluss anzusehen. Die Beschwerdegegnerin hat am 7. Juli 2015 den Master in Economics and Finance erlangt. Damit hat sie ihre Grundausbildung abgeschlossen und ihre volle berufliche Leistungsfähigkeit als Ökonomin im Sinne von Art. 24 Abs. 3 UVV erreicht. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Beschwerdegegnerin nach den Feststellungen des kantonalen Gerichts letztlich eine Tätigkeit als "Ökonomin mit Forschungsbezug" anstrebte und für eine solche Laufbahn ein Doktorat - sei es ein herkömmliches oder ein solches an der GSE - von Vorteil und insbesondere in der akademischen Forschung häufig Standard bzw. Voraussetzung sein dürfte. Ob das Doktorat an der GSE insofern "spezifisch" ist, kann offenbleiben. Denn auch dies führt nicht dazu, dass es als berufliche Grundausbildung im Sinne von Art. 24 Abs. 3 UVV zu qualifizieren wäre, sondern als eine Spezialisierung bzw. eine höhere Ausbildungsstufe, welche nach der Rechtsprechung gerade keinen Anwendungsfall der genannten Ausnahmebestimmung darstellt (vorne E. 5.2). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin ist der vorliegende Fall mit den in E. 5.3 dargelegten Fällen, insbesondere mit dem Urteil U 360/01 vom 7. Juli 2003 betreffend Weiterbildung vom Elektromechaniker zum Helikoptermechaniker, durchaus vergleichbar. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich dafür plädiert, den Begriff der beruflichen Grundausbildung im Zusammenhang mit universitären Ausbildungen weiter auszulegen als im Falle von Berufslehren, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Eine solche Privilegierung von Studiengängen wäre mit dem Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV; zum Ganzen BGE 148 I 271 E. 2.2) von vornherein nicht vereinbar.