Citation: 5A_827/2023 E. 8.5

8.5. Vor diesem Hintergrund kann dem Kantonsgericht keine Willkür vorgeworfen werden: Zwar hat die Beschwerdegegnerin, zu deren Gunsten das Kantonsgericht bezüglich des Ehegattenunterhalts von den im Berufungsverfahren gestellten Anträgen abgewichen ist, selbst Berufung erhoben (vgl. vorne Bst. B). Bezüglich des Kindesunterhalts ist das Obergericht ihren Anträgen aber nicht gefolgt. Vielmehr hat es in Anwendung des Untersuchungs- und des Offizialgrundsatzes den von der Erstinstanz festgelegten Betreuungsunterhalt durchwegs gesenkt und auch den Barunterhalt abweichend geregelt. In dieser Situation war es der Beschwerdegegnerin nicht möglich, das Ergebnis des Berufungsverfahrens vorherzusehen und zum Ehegattenunterhalt Eventualanträge zu stellen. Angesichts dieser Umstände vermag auch keine entscheidende Rolle zu spielen, dass die Beschwerdegegnerin im Berufungsverfahren eine neue Obhutsregelung beantragt hat. In der Gesamtsumme von Ehegatten- und Betreuungsunterhalt hat das Kantonsgericht der Beschwerdegegnerin sodann zu keinem Zeitpunkt mehr als beantragt zugesprochen. Zuletzt könnte dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, falls er in der vorliegenden Konstellation eine Verletzung des Dispositionsgrundsatzes aus dem Umstand ableiten möchte, dass das Kantonsgericht der Beschwerdegegnerin einen höheren Unterhaltsbeitrag zusprach als die Erstinstanz (vgl. E. 8.3 hiervor).