Citation: U 371/04 02.03.2005 E. 1

1.1 In materiell- und beweisrechtlicher Hinsicht hat das kantonale Gericht die Haftungsgrundsätze im Zusammenhang mit Berufskrankheiten zutreffend dargelegt. Danach ist der Unfallversicherer leistungspflichtig, wenn die (behandlungsbedürftige oder zu Arbeitsunfähigkeit führende) Krankheit entweder eine arbeitsbedingte Erkrankung im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG (in der bis 31. Dezember 2002 in Kraft gestandenen Fassung [zur Frage des Übergangsrechts vgl. Erw. 1.2 hiernach]) in Verbindung mit Art. 14 UVV und Ziff. 2 des Anhangs 1 zur UVV darstellt (vgl. auch BGE 119 V 200 f. Erw. 2a mit Hinweis) oder ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit (Art. 9 Abs. 2 UVG; BGE 126 V 186 Erw. 2b, 119 V 201 Erw. 2b, je mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 408 S. 407) verursacht worden ist. Die ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe verursachte Krankheit nach Art. 9 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 14 UVV und Ziff. 1 des Anhangs 1 zur UVV fällt unbestrittenermassen ausser Betracht. 1.2 Zu ergänzen ist, dass in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 446 f. Erw. 1.2.1, 129 V 4 Erw. 1.2, 169 Erw. 1 und 356 Erw. 1, je mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall wurde ein beeinträchtigtes Hörvermögen des Beschwerdeführers ärztlicherseits erstmals durch Dr. med. L.________ am 18. Juli 1995 festgestellt, ohne dass dieser jedoch eine berufliche Veränderung des damals als Arbeiter bei der Firma S.________ tätigen Versicherten oder das Tragen von Gehörschutz als notwendig erachtete. Per Oktober 2000 erklärte der ärztliche Dienst ihn - gestützt auf die Auswertungen der durch Dr. med. B.________ am 30. Mai und 20. September 2000 durchgeführten audiometrischen Messungen - auf Grund seiner Höreinbusse als rangierdienstuntauglich, woraufhin eine Versetzung in den Hausdienst erfolgte. Weil sich der als Anspruchsgrundlage angerufene Sachverhalt folglich vor dem 1. Januar 2003 verwirklicht hat, finden die auf diesen Zeitpunkt in Kraft getretenen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und der dazugehörigen Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV), einschliesslich der damit verbundenen Änderungen des UVG, - wie die Vorinstanz mit der Zitierung der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen UVG- und UVV-Normen implizit richtig erkannt hat - keine Anwendung. Daran vermag der Umstand, dass die SUVA erst mit Meldung vom 16. April 2003 über das angeblich berufsbedingte Krankheitsbild orientiert wurde und sie ihre Leistungsablehnung am 8. August 2003 verfügt sowie mit Einspracheentscheid vom 11. Februar 2004 abschliessend bestätigt hat, nichts zu ändern. Anzumerken bleibt, dass diese intertemporalrechtlichen Überlegungen für den Verfahrensausgang insofern von untergeordneter Bedeutung sind, als es sich bei den in Art. 3-13 ATSG enthaltenen Legaldefinitionen, so namentlich bei dem in Art. 3 Abs. 1 ATSG umschriebenen Krankheitsbegriff, auf welchen Art. 9 Abs. 1 Satz 1 UVG in der ab 1. Januar 2003 geltenden Fassung verweist, sowie bei der in Art. 6 ATSG normierten Arbeitsunfähigkeit, auf die u.a. Art. 9 Abs. 3 Satz 2 UVG (in der seit 1. Januar 2003 gültigen Fassung) Bezug nimmt, in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden, vor In-Kraft-Treten des ATSG geltenden Begriffen handelt, weshalb sich inhaltlich keine Änderung ergibt (BGE 130 V 343; zum Krankheitsbegriff: vgl. insbesondere BBl 1991 II 248 sowie Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000, Zürich 2003, S. 46 Rz 1 zu Art. 3; zum seit 1. Januar 2004 im Zuge der 4. IV-Revision in Art. 3 Abs. 1 ATSG verankerten dreiteiligen Krankheitsbegriff: Urteil H. vom 8. Februar 2005, I 495/04, Erw. 2.2 mit Hinweis auf BBl 2001 III 3224 f., 3263 f., 3281 und 3299).