Citation: U 269/03 16.08.2004 E. 4

4.1 Das kantonale Gericht hat in seinem Entscheid vom 21. November 2001 gestützt auf das von der SUVA erstellte Protokoll vom 8. Juni 2000 angenommen, M.________ habe als einziger den Vorfall vom 4. Februar 2000 beobachtet. Demgegenüber ergab sich anlässlich dessen Einvernahme als Zeuge nach der Rückweisung der Sache an die Vorinstanz am 8. September 2003, dass M.________ den fraglichen Vorfall nicht selbst beobachtet hatte und erst später an den Ort des Geschehens gerufen worden war. Damit kann er auch keine zuverlässigen Angaben über dessen Hergang machen. 4.2 Zum Ereignis vom 4. Februar 2000 liegen somit keine sich widersprechenden Aussagen vor, und es bleibt die Glaubwürdigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers zu prüfen. Der Nachweis eines Unfalls scheitert an sich nicht daran, dass sich das Ereignis unter Ausschluss von Zeugen abgespielt hat. Die Behauptungslast des Versicherten bedeutet nicht, dass sie nicht durch eine Sachverhaltsdarstellung erfüllt werden könnte, für welche als Beweismittel nur seine eigene Parteidisposition zur Verfügung steht. Der Verunfallte genügt in diesen Fällen seiner Behauptungslast, wenn er eine plausible und widerspruchsfreie Schilderung des Unfallgeschehens gibt, die als möglichst genaue erscheint und zu keinen ernstlichen Zweifeln Anlass gibt. Dabei kommt den medizinischen Befunden die Bedeutung von Indizien zu, welche entweder die Version des Versicherten stützen oder aber Zweifel an ihrer Richtigkeit zu wecken vermögen (BGE 103 V 176 Erw. a; Alfred Bühler, Der Unfallbegriff, in: Alfred Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, St. Gallen 1995, S. 260). Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom Leistungsansprecher glaubhaft zu machen (BGE 116 V 140 f. Erw. 4b mit Hinweis). 4.3 Das kantonale Gericht hat die Glaubwürdigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers als geschmälert erachtet, weil dieser bei der Befragung durch das Gericht zwar ein Ausrutschen erneut bestätigt habe, jedoch in anderen Punkten widersprüchliche oder zumindest ungenaue Angaben gemacht habe. Dieser Würdigung kann nicht gefolgt werden. In Bezug auf den Hergang des Ereignisses, nämlich dass er beim Heben eines Betonblocks ausgerutscht und gestürzt sei, hat der Beschwerdeführer von Anfang an eine klare und bestimmte Aussage gemacht und an dieser Schilderung widerspruchsfrei festgehalten. In der Ergänzung zur Unfallmeldung vom 16. Februar 2000 - seiner ersten persönlichen Stellungnahme - hat der Beschwerdeführer ein Ausgleiten und einen Sturz angegeben. An dieser Schilderung hat er in der Befragung vom 2. Juni 2000 festgehalten. Diese Sachverhaltsdarstellung wird durch die Aussage von P.________ bestätigt, dem der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Vorfall erklärt hatte, er sei ausgerutscht. Auch wenn P.________ das Ausrutschen nicht selbst gesehen hat, bestätigt diese Aussage immerhin, dass der Versicherte das Ausrutschen unmittelbar nach dem Vorfall erwähnt hat. Bei der Befragung durch das kantonale Gericht am 8. September 2003 hat der Beschwerdeführer wiederum bestätigt, ausgerutscht und gestürzt zu sein. Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang ist auf die Beweismaxime abzustellen, wonach die so genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 47 Erw. 2a, 115 V 143 Erw. 8c; RKUV 1988 Nr. U 55 S. 363 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). Hier liegen zum eigentlichen Geschehensablauf keine sich widersprechenden Angaben des Beschwerdeführers vor und sind seine diesbezüglichen Aussagen klar und bestimmt. Soweit der Beschwerdeführer in der erst dreieinhalb Jahre nach dem Ereignis erfolgten Befragung über weitere Umstände wie örtliche Verhältnisse, Arbeitsabläufe oder sein damaliges Befinden nach der Auffassung des kantonalen Gerichts ungenaue oder auf Nachfragen widersprüchliche Aussagen gemacht hat, ist zu beachten, dass das menschliche Erinnerungsvermögen vor allem mit Bezug auf Details und Einzelheiten eines Geschehens relativ rasch verblasst (Bühler, a.a.O., S. 268). Entgegen der Beurteilung des kantonalen Gerichts vermögen deshalb teilweise ungenaue oder widersprüchliche Angaben über Nebenpunkte die Glaubwürdigkeit der ersten Darstellungen des Beschwerdeführers über den Geschehensablauf, denen verstärkte Beweiskraft zukommt, nicht zu schmälern. Es bleibt zu prüfen, ob andere Indizien ernsthafte Zweifel an der Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers zu begründen vermögen.