Citation: P 1/01 31.07.2001 E. 4

4.- a) Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, in Wiedererwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 126 V 23 Erw. 4b, 46 Erw. 2b, 125 V 389 Erw. 3, je mit Hinweisen). Von der Wiedererwägung ist die so genannte prozessuale Revision von Verwaltungsverfügungen zu unterscheiden. Danach ist die Verwaltung verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 126 V 24 Erw. 4b, 46 Erw. 2b, je mit Hinweisen). b) Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, der durch eine interne Aktennotiz der Steuerbehörde belegte Umstand, dass die am 3. Dezember 1997 erfolgte Löschung des Wohnrechts an der Parzelle X.________ im Rahmen der Veranlagung für die Jahre 1999 und 2000 irrtümlich nicht berücksichtigt wurde, stelle eine neue Tatsache dar, welche im Verfahren, welches zum Erlass der Verfügung vom 26. Juni 1998 führte, nicht habe geltend gemacht werden können. Sie beruft sich damit sinngemäss auf den Rückkommenstitel der prozessualen Revision. c) Über die Frage, ob die Voraussetzungen einer prozessualen Revision der Verfügung vom 26. Juni 1998 erfüllt sind, hat die Verwaltung bisher nicht in Form einer Verfügung entschieden, sodass insoweit grundsätzlich kein Anfechtungsgegenstand vorhanden ist (vgl. Erw. 1a hievor). Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts kann jedoch das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes, d.h. ausserhalb des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegenstand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 122 V 36 Erw. 2a mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt, hängt doch die Frage eines Rückkommens auf die Verfügung vom 26. Juni 1998 eng mit der Frage ihrer Anfechtung zusammen. Die Verwaltung hat eine prozessuale Revision auf Grund des neu eingereichten Dokumentes abgelehnt, indem sie in ihrer der Vorinstanz eingereichten Vernehmlassung vom 4. September 2000 ausführte, die Löschung des Wohnrechts am 3. Dezember 1997 sei im Rahmen der Berechnung, welche der Verfügung vom 26. Juni 1998 zugrunde gelegt worden sei, berücksichtigt worden. Die Vorinstanz hat diesen Einwand daher zu Recht materiell behandelt. d) Die Neuanmeldung vom 9. Februar 1998 war mit der Aufgabe des Wohnrechts begründet worden. Der Verwaltung war diese Tatsache somit bekannt, als sie die Verfügung vom 26. Juni 1998 erliess. Der Umstand, dass das Wohnrecht aufgegeben wurde, als solcher stellt deshalb keine neue Tatsache dar. e) Die Berechnung des Ergänzungsleistungsanspruchs ab 1. Januar 1998 ist nicht vom Ergebnis der Steuerveranlagung der Periode 1999/2000 abhängig. Deshalb bildet der durch die Aktennotiz vom 14. Januar 2000 dokumentierte Umstand, dass das Wohnrecht zu Unrecht in die Steuerveranlagung der Beschwerdeführerin für die Periode 1999/2000 einbezogen wurde, keine neue Tatsache, welche geeignet ist, zu einer anderen rechtlichen Beurteilung zu führen, und die Aktennotiz stellt kein entsprechendes neues Beweismittel dar. Die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision der Verfügung vom 26. Juni 1998 sind somit nicht erfüllt. Ob die Verfügung materiell korrekt war, ist im vorliegenden Verfahren nicht zu prüfen.