Citation: C 157/00 28.03.2002 E. 9

9.- a) Der Versicherte hat Anspruch auf einen angemessenen Vorschuss für kontrollierte Tage, wenn er seine Anspruchsberechtigung glaubhaft macht (Art. 20 Abs. 4 AVIG in Verbindung mit Art. 31 AVIV). Der Vorschuss bezweckt die Verhinderung von Sozialfällen. Er beträgt höchstens 80 % des Taggeldes und wird gewährt, wenn der Taggeldantrag gestellt ist, es zumindest wahrscheinlich ist, dass die Beitragszeit erfüllt oder ein Befreiungsgrund gegeben ist, der Versicherte glaubhaft macht, dass er auf den Vorschuss angewiesen ist, dass er bereits die Kontrollvorschriften erfüllt hat und keine der allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen für das Taggeld offensichtlich fehlt (Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Rz. 324). b) Der Beschwerdeführer machte im Vorschussgesuch vom 4. Dezember 1999 geltend, dieses beziehe sich auf die Zeit ab April 1996 bis heute. Die Arbeitslosenkasse Thurgau habe seine Unfälle vom März und Oktober 1996 bei der SUVA verspätet, nämlich erst am 5. Juli 1999, angemeldet. Inzwischen habe die SUVA den in die Kompetenz der Arbeitslosenkasse Thurgau stehenden Zeitraum korrekt abgerechnet. Er habe aber keine Zahlung erhalten, weil er vom Sozialamt Büttikon und von der damals zuständigen Arbeitslosenkasse des Kantons Aargau seine Guthaben korrekt erhalten habe. Er erwarte die Taggeldzahlungen von der Arbeitslosenkasse Thurgau, da er nicht auch noch mit der SUVA streiten wolle. Die Arbeitslosenkasse müsse den Betrag bis zum versicherten Verdienst von Fr. 8100.- aufstocken. Somit ergebe sich, dass die SUVA alle Zahlungen an die Arbeitslosenversicherung leisten werde. Die Arbeitslosenkasse sei also ihm gegenüber für das Taggeld von Fr. 261. 30 zahlungspflichtig und hätte sich bereits frühzeitig mit den entsprechenden Berechnungen beschäftigen können. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde bringt der Versicherte vor, das Vorschussbegehren sei berechtigt, da die Organe der SUVA wegen Verschuldens der Arbeitslosenkasse bis heute nicht in der Lage seien, eine Beurteilung der Taggeldzahlungen zu machen. Es fehlten noch immer die Informationen der Arbeitslosenkasse über die Bezugsberechtigung in den Perioden, in denen sich die Unfälle vom März und Oktober 1996 ereignet hätten. Die Vorinstanz habe festgestellt, dass im April/Mai 1996 falsch abgerechnet worden sei und noch Zahlungen fällig seien. Da die Arbeitslosenkasse die Unfallmeldung erst nach drei Jahren erstattet habe, bestehe sicher ein Anspruch auf Differenzzahlungen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 15. Dezember 1995 bis 14. Dezember 1997 sei wegen Schlamperei der Kasse nicht verlängert worden. Eine Verlängerung sei schon wegen der IV-Entscheide und der verschiedenen Zwischenverdienste gerechtfertigt. Schon deswegen sei die Vorschussforderung von Fr. 15'000.- für diesen Zeitraum von ca. zwei Jahren sehr bescheiden und angemessen. c) Die Vorinstanz hat zu Recht dargelegt, dass der Beschwerdeführer den Vorschussanspruch sowohl grundsätzlich als auch masslich nicht glaubhaft gemacht hat, worauf verwiesen werden kann. Der Vorschussanspruch kann demnach nicht gutgeheissen werden. Für die in diesem Punkt von der Vorinstanz angeordnete Rückweisung an die Verwaltung besteht mithin kein Anlass, weshalb der angefochtene Entscheid diesbezüglich aufzuheben ist. Hierin liegt keine reformatio in peius, da die Verwaltung aufgrund der vorinstanzlichen Erwägungen den Vorschuss (mangels Glaubhaftmachung) nicht hätte zusprechen können.