Citation: 7B_834/2023 E. 3.4

3.4. Zur Höhe des Genugtuungsanspruchs erwog die Vorinstanz Folgendes: Aufgrund der Dauer der Untersuchungshaft von über neun Monaten sei von einer Haftgewöhnung auszugehen, weshalb es sich rechtfertige, den bundesgerichtlichen Standardansatz von Fr. 200.-- herabzusetzen. Den Beschwerdeführer habe die Haft im Verhältnis zu einer durchschnittlich beschuldigten Person zudem weniger hart getroffen, da er an Gefängnisaufenthalte bereits gewöhnt gewesen sei. Wie den Akten entnommen werden könne, sei er von Februar 2001 bis Juni 2006 in Deutschland inhaftiert gewesen. Zudem habe er schon vorher in Deutschland Haftstrafen abgesessen; er sei am 12. Juni 1995 vom Amtsgericht Hannover zu 10 Monaten Jugendstrafe, am 25. April 1997 vom Amtsgericht Paderborn zu 1 Jahr 6 Monaten Jugendstrafe und am 5. Oktober 1999 vom Amtsgericht München zu 1 Jahr 4 Monaten Jugendstrafe verurteilt worden. Unter diesen Umständen sei die Haftempfindlichkeit des Beschwerdeführers als gering zu bezeichnen, was eine weitere, erhebliche Reduktion des bundesgerichtlichen Standardansatzes rechtfertige. Aus den Akten gehe sodann nicht hervor, dass dem Beschwerdeführer durch die Haft erhebliche Nachteile entstanden wären. Dass das Verfahren auf ihn persönlich negative Auswirkungen, etwa wegen Medienberichten oder dergleichen, gehabt hätte, sei ebensowenig erkennbar. Aufgrund der geringen Haftempfindlichkeit und der Haftgewöhnung während der Untersuchungshaft sei eine Genugtuung von Fr. 100.-- pro Tag Untersuchungshaft angemessen.