Citation: 1P.753/2005 20.04.2006 E. 1.4

1.4.1 Weiter kritisiert der Beschwerdeführer, das Obergericht stütze seine Annahme, er habe mindestens ein Kilogramm Kokain verkauft, auf die für ihn ungünstigste Version des einzigen Belastungszeugen Y.________. Dieser habe in der Einvernahme vom 9. April 2002 auf Suggestivfrage erklärt, er habe in Dulliken circa ein Kilogramm Kokain bezogen. Dagegen habe der Zeuge anlässlich der Einvernahme vom 4. April 2002 ausgesagt, es sei schwierig anzugeben, was er in Dulliken bezogen habe. Es könnten 100 Bestellungen gewesen sein, vielleicht aber auch nur 50. An den jeweiligen Treffen habe er Portionen von 5 oder 10 Gramm Kokain bezogen. Sein Händler habe ihm gesagt, dass er pro Woche circa 100 Gramm Kokain bezogen habe. 1.4.2 Aus dem angefochtenen Urteil ergibt sich, dass es nicht Y.________, sondern der Beschwerdeführer war, der zu den gehandelten Kokainmengen widersprüchliche Angaben gemacht habe. Bei jeder Einvernahme habe der Beschwerdeführer eine höhere Menge eingestanden, ansonsten aber kaum detaillierte und wenig glaubhafte Aussagen gemacht. Demgegenüber seien die Aussagen von Y.________ detailliert und glaubhaft. Zudem sei kein Grund ersichtlich, weshalb sich Y.________ zu Unrecht mit massiven Straftaten belasten sollte. 1.4.3 Den Akten ist zu entnehmen, dass es sich bei der Aussage vom 9. April 2002 nicht um die einzige Aussage Y.________ handelt, auf welche das Obergericht seine Annahme stützt, der Beschwerdeführer habe Y.________ ein Kilogramm Kokain geliefert. Auch fehlen Anhaltspunkte, dass dem Zeugen eine Suggestivfrage gestellt wurde. Bereits an der Einvernahme vom 4. April 2002 wurde Y.________ eingehend zur Frage der Kokainmenge einvernommen. Am 9. April 2002 ging es nurmehr um eine Überprüfung der bereits gemachten Mengenangabe. Y.________ machte auch hinsichtlich Einzelmengen, Zeiträumen, Örtlichkeiten und Preise der Kokainbezüge detaillierte Aussagen. Neben der vom Beschwerdeführer zitierten Aussage gab der Zeuge an, er habe während circa zehn Wochen beim Händler "Jeff" in Dulliken Kokain bezogen; er nehme deshalb an, dass er in den zehn Wochen circa ein Kilogramm Kokain bezogen habe. Andernorts sagte Y.________ aus, in Dulliken habe er für ein Kilogramm Kokain Fr. 80'000.-- bezahlt und dieses für Fr. 100'000.-- verkauft. Vor allem aber gab er zu, insgesamt circa zwei bis zweieinhalb Kilogramm Kokain selbst verkauft zu haben, wobei er lediglich 800 Gramm in Zürich und in Dulliken ein Kilogramm oder mehr bezogen habe. Durch die Selbstbelastung erhält diese Aussage zusätzliches Gewicht. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer selbst zugab, während zwei Monaten mit Kokain gehandelt zu haben. Gestützt auf diese Aussagen durfte das Obergericht durchaus davon ausgehen, dass Y.________ beim Beschwerdeführer ein Kilogramm Kokain bezogen hatte. Dieser beweismässige Schluss ist nachvollziehbar. Der Vorwurf willkürlicher Beweiswürdigung ist auch in diesem Punkt unbegründet.