Citation: 1C_103/2016 E. 4.4

4.4. Das AfU hat zu den Einwänden des BAFU am 9. August 2016 Stellung genommen: die Beschwerdegegnerin hat einen Zusatzbericht der Geotest AG betreffend "Nachweis der Anforderungen an die Stabilität nach TVA - Gewährleistung der Entwässerungen nach Abschluss des Deponieaufbaus" vom 18. August 2016 eingereicht (nachfolgend: Zusatzbericht Geotest). Sowohl das AfU als auch der Zusatzbericht Geotest halten fest, dass die vormalige Deponie Aahus III gemäss den Projektunterlagen über keine Basisdrainage verfüge, sondern über die Sohlfläche entwässert werde, so dass kein Risiko der Verformung bestehe. Die an der Oberfläche der Deponie Aahus III bestehende Drainageleitung für Meteorwasser werde an gleicher Stelle durch die vorgesehene Basisentwässerung der Deponie Aahus IV ersetzt (Geröllstränge). Diese werde trotz allfälliger Setzungen ein Mindestgefälle von 2 % aufweisen, weil die Leitung entlang des jetzigen Geländes ein mittleres Gefälle von 3.4 % bis 8.8 % habe (6 m Gefälle auf 125 m Länge) und die maximalen Setzungen rund 0.5 m betrügen. Zudem seien noch umlaufende Drainageleitungen geplant, die das Oberflächenwasser zum Brüschhaldenbach abführten. Diese Leitungen lägen am Rand der Überschüttung oder ausserhalb davon, weshalb hier nur untergeordnete Setzungen zu erwarten seien. Die Stabilität der Deponie sei somit gewährleistet. Das AfU hält tiefere Bohrungen nicht für notwendig, weil diese infolge der künstlichen Schüttung nur sehr lokale Aufschlüsse über die heterogene Deponie geben könnten. Die Geotest AG habe deshalb bei der Stabilitätsberechnung mit vorsichtigen Werten gerechnet. Wichtig erscheine eine intensive Begleitung und Überwachung der Schüttarbeiten (geodätische Messpunkte); eventuell könnten im Sinne einer zusätzlichen Überwachung in ein bis zwei kritischeren Schnitten Inklinometer gesetzt werden. Die Geotest weist in ihrem Zusatzbericht auf zwei im Jahr 2014 durchgeführte Rammsondierungen bis zur Endtiefe der Auffüllung hin, welche die Annahmen zur Tragfähigkeit der Deponie Aahus III bestätigt hätten; tendenziell lägen die Tragfähigkeiten über den (vorsichtigen) Erwartungswerten im Bericht Geotest 2012. Die vorgesehenen Auflagen seien "alltagsuntauglich". Dem widerspricht die Beschwerdegegnerin, unter anderem mit Hinweis auf Erfahrungen in anderen Deponien des Kantons, die auf bestehende Deponien aufgeschüttet wurden. Die Beschwerdeführerin hält den Zusatzbericht Geotest für ein unzulässiges Novum und macht geltend, es bestünden auf der abgeschlossenen Deponie Aahus III in einer Tiefe von 0.5 bis 1.2 m umfangreiche Oberflächendrainagen, die durch die gewaltigen Deponiemengen der geplanten Erweiterung zusammengedrückt würden.