Citation: 5A_379/2015 E. 2

Die Vorinstanz hat die vom Familiengericht angeordnete Begleitbeistandschaft infolge Widerrufs der Zustimmung der Beschwerdeführerin aufgehoben. Dennoch hat sie bei der Beschwerdeführerin ein Schutzbedürfnis ausgemacht, hat deshalb die Vertretungsbeistandschaft nach Art. 394 ZGB bestätigt und den Beistand zusätzlich mit den im Rahmen von Art. 393 ZGB vorgesehenen Aufgaben betraut. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es treffe zu, dass die Familiensituation bis zum 11. November 2014 (Datum der Einweisung der Mutter in ein Pflegeheim) in gewissen Bereichen belastet gewesen sei, zumal sich infolge des Hirnschlages der Mutter (der Beschwerdeführerin) seit 2011 eine entsprechende Pflegebedürftigkeit ergeben habe, die von der Beschwerdeführerin organisiert worden sei. Seit die Mutter aber in das Pflegeheim eingetreten sei, habe sich eine erhebliche Entlastung ergeben. Der angefochtene Entscheid beziehe sich weitestgehend auf die Zeit, in der die Beschwerdeführerin tatsächlich belastet war und die Situation ohne fremde Hilfe habe meistern können. In den vergangenen Jahren habe sie alle administrativen Angelegenheiten tadellos erledigt; Betreibungen seien keine zu verzeichnen. Die Vorinstanz stütze sich somit auf heute nicht mehr bestehende Umstände. Art. 390 ZGB verlange einen in der Person liegenden Schwächezustand. In Anbetracht der dort genannten Voraussetzungen sei diese Hürde nicht zu tief anzusetzen. Hier gehe es um den Schutz Betagter, bei denen gleichartige Defizite wie bei Menschen mit einer geistigen Behinderung oder psychischen Störung auftreten. Erfasst würden extreme Fälle von Unerfahrenheit, Unwilligkeit, Verschwendung oder Misswirtschaft sowie schwerste Erscheinungsformen körperlicher Beeinträchtigungen oder multiple Behinderungen. Aufgrund der tatsächlichen Feststellungen seien die Voraussetzungen der Beistandschaft nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin habe jahrelang die Eltern allein gepflegt. Ausgerechnet nach dem Wegfall dieser Sorge werde über die Beschwerdeführerin eine Beistandschaft errichtet.