Citation: 8C_128/2022 E. 6.2.3

6.2.3. Der Beschwerdeführer erblickt im Umstand, dass die Vorinstanz keinen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen hat, eine Bundesrechtsverletzung (zur Qualifikation als Rechtsfrage: BGE 148 V 174 E. 6.5; 146 V 16 E. 4.2). Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des erstatteten Gutachtens 49 Jahre und bei Verfügungserlass 50 Jahre alt gewesen ist (vgl. hierzu BGE 146 V 16 E. 7.1), vermag keinen leidensbedingten Abzug zu rechtfertigen. Denn insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten muss sich ein fortgeschrittenes Alter auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) praxisgemäss nicht zwingend lohnsenkend auswirken. Gerade Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 8C_393/2020 vom 21. September 2020 E. 4.2). Dass dem Beschwerdeführer nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, ist kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im hier zugrunde gelegten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteile 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2; 9C_284/2018 vom 17. Juli 2018 E. 2.2.1). Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Beschwerdeführer nur noch für leichte Tätigkeiten mit weiteren einschränkenden Faktoren (vgl. Zumutbarkeitsprofil in E. 4 oben) arbeitsfähig ist. Denn, soweit es sich bei diesen weiteren Faktoren nicht ohnehin nur um eine nähere Umschreibung der leichten Tätigkeit handelt, ist angesichts des Belastbarkeitsprofils von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen. Regelmässig wiederkehrenden krankheitsbedingten Absenzen vom Arbeitsplatz wäre bereits bei der Festlegung des zeitlich zumutbaren Umfangs der Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen (Urteil 9C_414/2017 vom 21. September 2017 E. 4.3 mit Hinweis); nicht vorhersehbare und schwer kalkulierbare Absenzen, wie sie durch Krankheitsschübe verursacht werden, können einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen (Urteil 9C_728/2009 vom 21. September 2010 E. 4.3.1, in: SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90). Dass der Beschwerdeführer an solchen leidet, macht er jedoch mit dem pauschalen Hinweis, er müsse regelmässig Arzttermine (Ellbogen, Beine, Herz, Lunge, Hämatologie, Psoriasis, Blutdruck) wahrnehmen, nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Demnach ist es mit Blick auf die bundesgerichtliche Praxis nicht bundesrechtswidrig, dass die Vorinstanz die Rechtsfrage, ob bei dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu bestimmenden Invalideneinkommen zusätzlich ein leidensbedingter Tabellenlohnabzug zu berücksichtigen sei, verneint hat.