Citation: 5A_223/2023 E. 2.3.2

2.3.2. Angesichts der fehlenden Kognition des Betreibungsamts und der Aufsichtsbehörden im materiellrechtlichen Bereich (vgl. BGE 140 III 481 E. 2.3.1; Urteil 5A_890/2012 vom 5. März 2013 E. 5.2) sowie des Bestehens von spezifischen Rechtsbehelfen, mit denen der Betriebene seine Interessen wahren kann (Art. 8a Abs. 1 Bst. d, Art. 74 ff., Art. 85 ff. SchKG), wird ein offensichtlicher Rechtsmissbrauch im Zusammenhang mit der Anhebung der Betreibung nur zurückhaltend angenommen (Urteile 5A_250/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1; 5A_773/2014 vom 10. Juli 2015 E. 3.2 mit Hinweisen). Solange der Betreibende mit der Betreibung aber tatsächlich die Einforderung eines von ihm behaupteten Anspruchs bezweckt, ist Rechtsmissbrauch weitgehend ausgeschlossen (BGE 140 Ill 481 E. 2.3.1; Urteil 5A_838/2016 vom 13. März 2017 E. 2.1). Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Betreibungsgläubiger seine Forderung aus einer Vereinbarung ableitet, welche von den Vertragsparteien unterschiedlich interpretiert wird (Urteil 5A_317/2015 vom 13. Oktober 2015 E. 2.4). Im Beschwerdeverfahren nach Art. 17 ff. SchKG nicht zu hören ist der Betreibungsschuldner, wenn sich der Vorwurf darauf beschränkt, der umstrittene Anspruch werde rechtsmissbräuchlich erhoben (BGE 113 III 2 E. 2b; Urteile 5A_1020/2018 vom 11. Februar 2019 E. 5.2; 5A_76/2013 vom 15. März 2013 E. 3.1; 5A_595/2012 vom 24. Oktober 2012 E. 5; 5A_588/2011 vom 18. November 2011 E. 3.2).