Citation: 6B_1235/2021 E. 3.4.2

3.4.2. Der Schuldspruch verstösst auch in subjektiver Hinsicht nicht gegen Bundesrecht. Soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich geltend macht, er habe unbewusst fahrlässig und daher nicht rücksichtslos gehandelt, weil er die Gefährdung der Fahrradfahrerin pflichtwidrig nicht in Betracht gezogen habe (Beschwerde S. 11), verkennt er, dass Grobfahrlässigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG auch bei unbewusster Fahrlässigkeit vorliegen kann (siehe E. 1.4.2). Aufgrund der Umstände und der örtlichen Verhältnisse ist in casu mit der Vorinstanz von einer bewusst gesteuerten Fahrweise auszugehen. Der Beschwerdeführer überholte die Fahrradfahrerin trotz der kurzen Distanz bis zur Ausfahrt Seftigenstrasse und obwohl er dazu ihren Weg "schneiden" und damit rechnen musste, ihr zu nahe zu kommen und auch zu nah vor ihr nach rechts abbiegen zu müssen. Angesicht der Übersichtlichkeit des Kreisels und der ihm wohl bekannten örtlichen Verhältnisse ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz vor diesem Hintergrund erwägt, der Beschwerdeführer habe die ernsthafte Gefährdung der Fahrradfahrerin erkannt und in Kauf genommen. Sie wertet sein Verhalten zu Recht als rücksichtslos, da dieser seine Bedürfnisse, insbesondere schnell zu seinem Termin zu kommen, über die Sicherheit der Fahrradfahrerin setzte. Aus ihrer Begründung erhellt zudem, dass sie ihm lediglich keinen direkten Gefährdungsvorsatz unterstellt. Dies ist für die Erfüllung des Tatbestandes aber nicht erforderlich. Die Inkaufnahme der Gefahr genügt.