Citation: 1P.410/1999 04.04.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer beruft sich für seine Rügen der Verletzung des rechtlichen Gehörs und der willkürlichen Beweiswürdigung auf Art. 4 der alten Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (aBV). Im Bereich der formellrechtlichen Rügen der Verletzung des rechtlichen Gehörs und der willkürlichen Beweiswürdigung hat die neue Bundesverfassung an der früheren Rechtslage nichts geändert (vgl. zum rechtlichen Gehör: Art. 29 Abs. 2 BV; zum Verbot willkürlicher Beweiswürdigung im Strafverfahren: Art. 32 Abs. 1 i.V.m. Art. 9 BV). b) Der in Art. 4 aBV gewährleistete Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst das Recht auf Abnahme von rechtzeitig und formgültig angebotenen Beweisen, soweit diese geeignet sind, zur Klärung einer erheblichen Tatsache beizutragen (BGE 120 Ib 379 E. 3b S. 383 mit Hinweisen; 118 Ia 17 E. 1c; 115 Ia 8 E. 2b; 111 Ia 101 E. 2b). Auf ein beantragtes Beweismittel kann demnach verzichtet werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von Vornherein gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine Klärung herbeizuführen vermag, oder wenn das Gericht den Sachverhalt gestützt auf seine eigene Sachkenntnis zu würdigen imstande ist (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162; 104 V 209 E. a mit Hinweisen). Gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK und Art. 4 aBV hat der Angeklagte das Recht, Fragen an die Belastungszeugen zu stellen und die Ladung und Vernehmung von Entlastungszeugen unter denselben Bedingungen wie die der Belastungszeugen zu erwirken (s. BGE 118 Ia 457 E. 2b; 116 Ia 289 E. 3). Nach der Praxis der Rechtsprechungsorgane der EMRK und des Bundesgerichts besteht kein unbedingter Anspruch des Angeklagten auf Befragung von Entlastungszeugen (BGE 124 I 274 E. 5b S. 285). Auf deren Ladung und Vernehmung kann der Strafrichter vielmehr verzichten, wenn er, ohne in Willkür zu verfallen, zur Auffassung gelangen durfte, die Vernehmung weiterer Zeugen werde an der Würdigung der bereits abgenommenen Beweise voraussichtlich nichts mehr ändern (vgl. BGE 124 I 208 E. 4a; 115 Ia 97 E. 5b S. 101; 112 Ia 198 E. 2b S. 202; vgl. Frowein/Peukert, EMRK-Kommentar, Kehl 1985, N. 138 zu Art. 6 EMRK). c) Das Kantonsgericht hat entgegen den Beweisanträgen des Beschwerdeführers darauf verzichtet, D.________ zu befragen und bei der Zentralbank R.________ in Wien Auskünfte einzuholen. Es hat dazu ausgeführt, es sei unbestritten, dass die Z.________ GmbH US$ 22'800 auf das bei der Zentralbank R.________ eingerichtete Konto des Beschwerdeführers bzw. der S.________ Consults Ltd. überwiesen habe. Als einziges und verfügungsberechtigtes Organ dieser Kontoinhaberin wäre es dem Beschwerdeführer selber möglich gewesen, die ihn angeblich entlastenden Kontenbewegungen offen zu legen. Was die beantragte Befragung von D.________ betreffe, so habe dieser bereits übereinstimmend mit dem Beschwerdeführer ausgesagt, zu welchem Zweck das übergebene Geld bestimmt gewesen sei. Dass D.________ die hier interessierenden Angaben zum Verbleib des Geldes machen könne, sei hingegen nicht zu erwarten; diesbezüglich wären ohnehin Belege erforderlich, um den Beschwerdeführer vom Deliktsvorwurf zu entlasten. Das Kantonsgericht hat die Ablehnung der Beweisergänzungsanträge sorgfältig und überzeugend begründet. Die vom Beschwerdeführer dagegen erhobenen Einwände erweisen sich demgegenüber nicht als stichhaltig. Zu berücksichtigen ist zudem, dass der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht nicht näher dargelegt hat, welche Sachverhaltsklärungen er sich von den beantragten Beweiserhebungen verspricht. Das vor Bundesgericht vorgebrachte Argument, dass die Zentralbank R.________ ihm keine Auskünfte über seine Kontenbewegungen erteile, erscheint nicht glaubwürdig und wurde vom Beschwerdeführer, soweit ersichtlich, nicht nachgewiesen. Folglich wurde sein Recht, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden, nicht verletzt.