Citation: 4A_601/2008 26.01.2009 E. 4

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen des Zeugen F.________, der bei der G.________ Treuhand AG für die Betreuung der Boutique D.________ zuständig war. Sie kam dabei zum Schluss, aus dessen Aussagen ergebe sich nicht eindeutig, dass den Zahlungen die Absicht der Beschwerdegegnerin zugrunde gelegen habe, von ihr verursachte Verluste auszugleichen. Gestützt werde vielmehr die Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass ihre Einlagen in erster Linie erfolgt seien, um Liquiditätsschwierigkeiten des Geschäfts überbrücken zu helfen. Darauf deute auch die Verbuchung der Gelder als Kapitaleinlage hin. Mit der Bereitstellung von Kapital für einen Geschäftsbetrieb sei eine Rückzahlungspflicht verbunden, es sei denn, dieser liege eine Schenkungsabsicht zugrunde, was aber die Beschwerdeführerin nie behauptet habe. Ein gewichtiges Indiz für das Vorliegen eines Darlehens erblickte die Vorinstanz sodann im Verhalten der Parteien im Laufe der Zeit. So habe die Beschwerdegegnerin bereits am Tag ihrer Kündigung am 28. Juni 2006 in einem Schreiben an die Beschwerdeführerin geltend gemacht, diese schulde ihr insgesamt Fr. 225'000.--. Darauf habe die Beschwerdeführerin nicht reagiert und nicht in Abrede gestellt, die fragliche Summe zu schulden. In ihrem Schreiben vom 10. November 2006 habe die Beschwerdegegnerin erneut festgehalten, die Beschwerdeführerin schulde ihr unter dem Titel Darlehen Fr. 145'000.-- nebst Zins und weitere Fr. 80'000.-- nebst Zins, die sie ihrerseits von der Erbengemeinschaft C.________ aufgenommen habe. Auch im Anschluss an diesen Brief habe die Beschwerdeführerin das Vorliegen eines Darlehens nicht bestritten, auch nicht in ihrem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 29. November 2006. Am 7. Dezember 2006 habe der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erstmals geltend gemacht, die Beschwerdegegnerin habe die Einlagen mindestens im Bewusstsein einer Mitverantwortung für die Verluste getätigt. Somit habe die Beschwerdeführerin über Monate hinweg, nachdem die Beschwerdegegnerin zum ersten Mal eine Rückzahlung verlangt hatte, nie in Abrede gestellt, dass ihr ein Darlehen gewährt worden sei. Wäre tatsächlich vereinbart worden, dass die Beschwerdeführerin den Betrag nicht zurückzahlen müsse bzw. dass die Beschwerdegegnerin diesen zur Deckung von durch sie verursachte Verluste überwiesen hatte, wäre zu erwarten gewesen, dass die Beschwerdeführerin dies auch unverzüglich geltend gemacht hätte.