Citation: 6B_902/2019 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz würdigt neben den Aussagen des Beschwerdeführers und der Beschwerdegegnerin 2 die Schilderungen verschiedener Zeugen, darunter jene der Mutter der Beschwerdegegnerin 2 und der mutmasslichen Geliebten des Beschwerdeführers. Sodann berücksichtigt sie massgeblich die von der Beschwerdegegnerin 2 heimlich erstellten Audioaufnahmen, die Internetrecherchen, die Trimipramin enthaltenden Fläschchen, den von der Beschwerdegegnerin 2 aufgefundenen Papierabfall mit dem Couvert des Anwaltsbriefes, das psychiatrische Gutachten betreffend den Beschwerdeführer sowie die medizinischen Befunde der körperlichen Untersuchung sowohl des Beschwerdeführers als auch der Beschwerdegegnerin 2. Deren Aussagen unterzieht die Vorinstanz einer eingehenden Aussageanalyse, würdigt den Inhalt, vergleicht das Aussageverhalten und die -kompetenz und prüft die Aussagen auf mögliche Fehlerquellen wie Beeinflussung durch Dritte. Schliesslich befasst sie sich eingehend mit verschiedenen Ungereimtheiten, welche die Erstinstanz veranlasst hatten, den Beschwerdeführer in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" freizusprechen (Urteil S. 20 ff.). Nach Würdigung der vorhandenen Beweismittel erachtet die Vorinstanz entgegen dem erstinstanzlichen Gericht als erstellt, dass sich der Beschwerdeführer im Vorfeld der Tat im Internet über verschiedene mögliche Tathilfsmittel mit schlaffördernder, beruhigender, muskelrelaxierender, angstlösender bis zu sedierender Wirkung erkundigt habe. Nach gescheiterter Bestellung von GBL bzw. K.O.-Tropfen habe er unter anderem gezielt nach der Wirkung und insbesondere der Dosierung von Trimipramin recherchiert, mit welchem er am Tatabend des 27. Januar 2015 mindestens das Leitungswasser im Glas der Beschwerdegegnerin 2 versetzt habe, um sie später im Schlaf ohne grosse Gegenwehr ersticken zu können. Spätestens zu diesem Zeitpunkt habe der Beschwerdeführer den Tatentschluss gefasst, seine Ehefrau an diesem Abend zu töten. Gleichentags habe er den Brief von deren Rechtsanwalt erhalten, worin er auftrags seiner Ehefrau über deren Scheidungsabsichten informiert worden sei. Den Brief habe er vernichtet oder versteckt und den Briefumschlag noch am gleichen Tag zusammen mit anderen Papierabfällen - darunter den Ausdrucken seiner Internetrecherchen zu Beruhigungsmitteln - in der Altpapiertonne seiner Schwiegermutter entsorgt. Weil der vom Beschwerdeführer zum gemeinsamen Essen für die Beschwerdegegnerin 2 bereitgestellte Tee einen strengen chemischen Geschmack gehabt habe, habe diese ihn ausgespuckt und weggeschüttet. In der Folge habe auch ihr Wasserglas einen derartigen Geschmack aufgewiesen, weshalb sie nur so getan habe, als würde sie davon trinken, den Mund aber zu gelassen habe. Als der Beschwerdeführer kurz zur Toilette gegangen sei, habe sie ihr Wasserglas im Arbeitszimmer in zwei Fläschchen mit blauen Deckeln umgeleert und diese in ihren Koffer gesteckt. Zwischen 23.00 Uhr und 24.00 Uhr habe sie sich schlafen gelegt. Obwohl sie habe wach bleiben wollen, sei sie dennoch sehr schnell eingeschlafen. Sie sei mitten in der Nacht in Rückenlage erwacht, als sie keine Luft mehr bekommen habe. Der Beschwerdeführer sei auf ihrem Rumpf gesessen mit seinen Beinen auf ihren unter der Decke liegenden Armen und habe, in der Absicht sie zu töten, das Kissen auf ihr Gesicht gepresst. Sie habe angefangen zu strampeln und sich zu wehren, habe den rechten Arm unter der Decke hervorbringen können und habe damit versucht, das Kissen wegzuziehen und den Beschwerdeführer zu schlagen bzw. ihm ins Gesicht zu fassen. Aufgrund der heftigen Gegenwehr der Beschwerdegegnerin 2 seien beide auf den Boden gefallen, wobei letztere auf dem Rücken zu liegen gekommen sei und der Beschwerdeführer erneut auf ihr gewesen sei sowie zunächst wieder das Kissen auf ihr Gesicht gedrückt habe und später versucht habe, ihr mit beiden Händen den Mund sowie die Nase zuzuhalten, um sie so zu ersticken. Durch die anhaltende Gegenwehr der Beschwerdegegnerin 2 sei der Beschwerdeführer jedoch immer wieder von ihrem Gesicht bzw. der Nasen- und Mundöffnung abgerutscht. Nachdem sie ihm mehrmals zugerufen habe, er solle aufhören, es sei alles beim Anwalt hinterlegt, habe die Intensität des Angriffs nachgelassen, sodass die Beschwerdegegnerin 2 habe aufstehen und das auf dem Nachttisch liegende geschlossene Messer behändigen können, worauf sie sich ins Badezimmer begeben habe, wo sie sich habe übergeben müssen. Der Beschwerdeführer habe weiterhin sichtlich aufgebracht auf sie eingeredet, wobei er ihr immer wieder ihr Verhalten betreffend seine Überwachung im Zusammenhang mit seiner heimlichen Liebesbeziehung mit D.________ vorgeworfen und mehrfach erklärt habe, sie mache alles kaputt. Die Beschwerdegegnerin 2 habe zur Beruhigung der Situation versucht mit ihm zu sprechen und ihm dahingehend gut zugeredet, dass man eine Lösung finden werde. Sie habe dies getan um zu verhindern, dass er sie erneut angreifen würde. Vom Angriff geschwächt und verlangsamt habe sie sich angezogen, ihre Sachen gepackt und im Büro des Beschwerdeführers das von ihr dort versteckte Aufnahmegerät behändigt, worauf sie mit dem Rollkoffer, der Tasche und dem Messer in der Hand das Haus verlassen und mit ihrem Auto zu Familie C.________ gefahren sei, welche die Polizei verständigt habe. Wenngleich die Beschwerdegegnerin 2 vom Angriff "nur" geringfügige körperliche Verletzungen davon getragen und während der Auseinandersetzung nie das Bewusstsein verloren habe, wären die Handlungen des Beschwerdeführers, ihre Atemwege mit dem Kissen sowie seinen Händen zu verschliessen, bei etwas längerer und konstanter Anwendung geeignet gewesen, ihren Erstickungstod herbeizuführen. Es sei insgesamt erstellt, dass er in besagter Nacht gezielt versucht habe, die Beschwerdegegnerin 2 wissentlich und willentlich zu töten, wobei seine Tötungsabsicht im Zusammenhang mit der gestörten Ehe und seiner Liebesbeziehung mit D.________ gestanden sei, mit der er eine gemeinsame Zukunft geplant habe (Urteil S. 82 ff.).