Citation: 2C_505/2023 E. 7.4.1

7.4.1. Zunächst ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Dauer der Trennung von Vater und Tochter (angefochtenes Urteil, E. 8.6) berücksichtigte. 2012 oder 2013 verliess der Beschwerdeführer die Türkei; die Mutter wurde zur Hauptbetreuungsperson der Tochter. Der Beschwerdeführer akzeptierte damit, dass die familiäre Beziehung auf Distanz und über moderne Kommunikationsmittel gelebt wird (vgl. Urteil 2C_238/2023 vom 8. Dezember 2023 E. 3.4.2). Nach der Rechtsprechung ist eine freiwillig und jahrelang gelebte Trennung als beschränktes Interesse an einem ortsgebundenen Familienleben zu werten. In solchen Konstellationen überwiegt grundsätzlich das Art. 47 Abs. 4 AIG zugrundeliegende öffentliche Interesse an der Einwanderungsbeschränkung, solange nicht objektive, nachvollziehbare Gründe etwas anderes nahelegen (BGE 146 I 185 E. 7.1.1; Urteile 2C_314/2023 vom 22. Februar 2024 E. 6.4.1; 2C_238/2023 vom 8. Dezember 2023 E. 3.2). Solche Gründe sind vorliegend nicht dargetan. Nicht massgebend ist, ob der Beschwerdeführer bereits im Zeitpunkt der Scheidung in der Türkei den Familiennachzug geplant hat. Der Wunsch nach Zusammenführung der Familie stellt für sich genommen keinen wichtigen Grund nach Art. 47 Abs. 4 AIG dar, da dieser Wunsch allen, auch den fristgerecht gestellten Begehren um Familiennachzug zugrunde liegt (BGE 146 I 185 E. 7.1.1; Urteile 2C_50/2023 vom 31. Juli 2023 E. 3.3; 2C_654/2021 vom 6. Mai 2022 E. 3.6.1). Auch kann der Beschwerdeführer praxisgemäss nichts daraus ableiten, dass er während einer ersten Phase des Aufenthalts in der Schweiz die Voraussetzungen für den Familiennachzug erst noch schaffen musste (Urteile 2C_314/2023 vom 22. Februar 2024 E. 6.4.1; 2C_380/2022 vom 8. März 2023 E. 5.2; 2C_948/2019 vom 27. April 2020 E. 3.4.1). Schliesslich steht die Argumentation des Beschwerdeführers, er habe erst nachträglich die psychische Problematik der Mutter entdeckt und deshalb den Familiennachzug veranlasst, im Widerspruch zu den verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz zum zeitlichen Ablauf (E. 5.2 f. hiervor). Es erübrigt sich, darauf einzugehen.