Citation: 9C_645/2008 21.11.2008 E. 2

Das kantonale Gericht ist auf das Rechtsmittel mit Bezug auf die beantragte Neufestsetzung des Beginns der Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG auf den 10. November 2003 statt 22. Juni 2003 nicht eingetreten, da der Versicherte im Urteilszeitpunkt durch die angefochtenen Verfügungen insoweit nicht beschwert sei. Der Beschwerdeführer ficht diesen teilweisen Nichteintretensentscheid an. 2.1 Die Legitimation zur Anfechtung einer Verfügung oder eines Einspracheentscheids durch Beschwerde an das kantonale Gericht richtet sich nach Art. 59 ATSG. Gemäss dieser Bestimmung ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Urteil 8C_606/2007 vom 27. August 2008 E. 5.1). Nach der zu Art. 103 lit. a OG ergangenen - im Anwendungsbereich von Art. 89 Abs. 1 lit. b und c BGG weiterhin gültigen (BGE 134 I 204 E. 2.3 S. 206 f.) - und auch für die Auslegung von Art. 59 ATSG massgebenden Rechtsprechung gilt als schutzwürdiges Interesse im legitimationsrechtlichen Sinne jedes praktische oder rechtliche Interesse, welches eine von einer Verfügung betroffene Person an deren Änderung oder Aufhebung geltend machen kann (BGE 133 V 188 E. 4.1 und E. 4.3.1 S. 190 ff.). 2.2 Der Beschwerdeführer leitet sein schutzwürdiges Interesse in der Beschwerde daraus ab, dass die Pensionskasse die Leistungen verweigern könnte, falls diese mit der Invalidenversicherung von einer seit jeher bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 20% ausgehe. Folglich habe er ein zentrales Interesse an einer Änderung der angefochtenen Verfügung. Die Auswirkungen eines Entscheides der Invalidenversicherung auf die berufsvorsorgerechtliche Beurteilung können durchaus ein schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 59 ATSG begründen (vgl. BGE 134 V 20 E. 3.1.2 S. 21 mit Hinweisen), dies selbst dann, wenn zur Wahrung allfälliger Ansprüche im Bereich der beruflichen Vorsorge mit der im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren beantragten Abänderung eine Verschlechterung des dort Verfügten angestrebt wird, um damit insgesamt eine Verbesserung der Rechtsposition der versicherten Person herbeizuführen. Indessen ist bei der hier zu beurteilenden Sachlage eine Auswirkung der beanstandeten Aussage einer seit je gegebenen Arbeitsunfähigkeit von 20% auf die Belange der beruflichen Vorsorge nicht erkennbar: Zwar hat die Invalidenversicherung ihren Rentenentscheid damit begründet, das Wartejahr gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG habe am 22. Juni 2003 zu laufen begonnen, wobei sie von einer ab 10. November 2003 bestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit und einer solchen von 50% ab 23. November 2003 ausging und sodann eine bereits vor dem 10. November 2003 gegebene Arbeitsunfähigkeit von 20% in die Berechnung einbezog. Hingegen hat die Begründung einer Verfügung nicht Anteil an der Rechtskraft des Entscheides, sondern nur das Dispositiv. Die Bindungswirkung erstreckt sich auf die Urteilsformel und beschlägt weder die tatsächlichen Feststellungen noch die rechtlichen Erwägungen (BGE 121 III 474 E. 4a S. 478). Aus dem Dispositiv der Verfügungen vom 17. Januar 2008 ergibt sich einzig, dass der Beschwerdeführer ab 1. August 2004 Anspruch auf eine Viertelsrente und ab dem 1. September 2004 auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat. Damit ist in keiner Weise rechtsverbindlich eine seit jeher bestehende Arbeitsunfähigkeit von 20% festgehalten und ein schutzwürdiges Interesse an der Festsetzung eines späteren Zeitpunktes für den Rentenbeginn besteht nicht. Das kantonale Gericht hat die Eintretensvoraussetzungen zu Recht verneint.