Citation: 2C_657/2021 E. 5.6.6

5.6.6. Die Beschwerdeführerin lebt seit über 12 Jahren in der Schweiz. Zu berücksichtigen gilt es indessen, dass sie ihre seit 2009 bestehende Arbeitsunfähigkeit im ersten Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung im Jahr 2013 nicht offen gelegt hat. Somit erscheint fraglich, ob damals ein Bewilligungsanspruch weiterhin bestand, schliesst die dauernde Arbeitsunfähigkeit den Arbeitnehmerinnenstatus i.S.v. Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA doch aus (Urteil des EuGH vom 6. Juni 1995 C-434/93 Bozkurt, Slg. 1995 I-1475, Randnr. 39; Benedikt Pirker, Zum Verlust der Arbeitnehmereigenschaft im Freizügigkeitsabkommen, AJP 2014 S. 1218; vgl. ferner Urteil 2C_574/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 4.2 und 6.3). Hinzu kommt, dass sich die Beschwerdeführerin gemäss Feststellungen der Vorinstanz weder in sozialer noch beruflicher Hinsicht in der Schweiz integrieren konnte. Selbst wenn dies teilweise ihrer Krankheit geschuldet sein mag, erscheint eine Rückkehr in ihr Heimatland, wo die Beschwerdeführerin die Mehrheit ihres Lebens verbracht hat, zumutbar.