Citation: I 712/05 12.06.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente. Da erstmals ab Oktober 2000 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wird, ist der mögliche Rentenbeginn und damit der zur Ermittlung des Invaliditätsgrades massgebende Zeitpunkt auf Oktober 2001 festzusetzen (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG; BGE 129 V 222). Während im erstinstanzlichen Verfahren vor allem noch umstritten war, ob hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit auf die Erkenntnisse im Medas-Gutachten vom 11. Dezember 2003 abzustellen sei, weil laut Beschwerdeführerin insbesondere das psychiatrische Teilgutachten nicht den daran gestellten Anforderungen genüge, lässt sie letztinstanzlich die Ermittlung des Invaliditätsgrades auf der Grundlage der von den Experten geschätzten Arbeitsfähigkeit rügen. 2.1 Gemäss genanntem Gutachten ist die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht ohne Einschränkung arbeitsfähig. Die vom psychiatrischen Teilgutachter, Dr. med. B.________, diagnostizierte generalisierte Angststörung mit Tendenzen zur somatoformen Störung tangiert die Arbeitsfähigkeit insofern, als die aus medizinischer Sicht zumutbare, als ideal bezeichnete Tätigkeit einer selbständigen Geschenkboutique-Betreiberin nur im Rahmen von 7 bis 8 Stunden ausgeübt werden kann, wobei die zu erbringende Leistungsfähigkeit auf 80% eingeschätzt wird. Verwaltung und Vorinstanz haben ihrer Bemessung der Erwerbsunfähigkeit im Sinne eines Prozentvergleichs (BGE 104 V 136 Erw. 2b) diese Beurteilung zu Grunde gelegt und einen Invaliditätsgrad von 29% ermittelt (7,5 Stunden x 0,8 = 6 Stunden, was 71 % eines Arbeitstages von 8,4 Stunden entspricht). 2.2 Die Beschwerdeführerin ist seit März 1996 Inhaberin und Geschäftsführerin der Firma A.________. Sie ist in rechtlicher Hinsicht zwar Angestellte, tatsächlich aber selbstständig, weshalb sie die Art ihrer Tätigkeit im Rahmen der anfallenden Arbeiten wählen und auch in zeitlicher Hinsicht frei disponieren kann. Laut eigenen Angaben arbeitet sie zu 50% in ihrem Betrieb und verdiene dabei Fr. 15'000.- im Jahr. Sie erledige jeweils vormittags die administrativen Arbeiten, während seit Beginn der krankheitsbedingten Beeinträchtigung nachmittags eine Angestellte die täglich 20-50 Kunden bediene. Die nachmittägliche Verkaufsarbeit wird als hektisch beschrieben, womit sie nicht der von den Gutachtern als ideal bezeichneten stressfreien Tätigkeit ohne Leistungs-, Produktions- und Erfolgsdruck entsprechen würde. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird weiter argumentiert, um ein Einkommen von 71% ihres Valideneinkommens von Fr. 48'000.-, also Fr. 34'080.- zu erzielen, müsste sie das Pensum der angestellten Verkäuferin reduzieren und selbst an 3 bis 4 Nachmittagen im Verkauf tätig sein. Dies würde aber der Zumutbarkeitsbeurteilung der Medas-Gutachter widersprechen. Grundsätzlich lasse sich ihre Restarbeitsfähigkeit, wie sie im Gutachten vom 11. Dezember 2003 beschrieben worden sei, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht verwerten, da es einen stressfreien Arbeitsplatz, ohne Produktions-, Leistungs- und Erfolgsdruck nicht gäbe. Zudem sei ihr die Aufgabe ihrer eigenen Geschäftstätigkeit nicht zumutbar. Der Invaliditätsgrad sei daher auf der Grundlage einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im eigenen Betrieb festzusetzen.