Citation: 6B_196/2021 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz qualifiziert es als Schutzbehauptung, dass der Beschwerdeführer 1 lediglich einen Warnschuss abgegeben haben will. Seine Angaben, wohin er geschossen habe, würden divergieren und stünden nicht ohne weiteres in Einklang mit dem Fundort des Projektils. Aufgrund des Beweisergebnisses stehe fest, dass er von der südwestlichsten Ecke des Gebäudes Nr. 203 in die Häuserschlucht zwischen den Gebäuden Nr. 203 und Nr. 860 geschossen habe, wo sich der Beschwerdegegner 3 im Bereich des Boilers bzw. in einem Abstand von 20 bis 30 Metern in seinem Blickfeld befunden habe. Es habe dem Beschwerdeführer 1 nicht viel Platz zur Verfügung gestanden, um am Beschwerdegegner 3 vorbei zu schiessen. Der im Waffenumgang ungeübte Schütze habe den Kausalverlauf nur zu einem kleinen Teil kontrollieren können, zumal der Beschwerdegegner 3 bei der Schussabgabe in Bewegung gewesen und er selber zuvor gerannt sei, was einer "ruhigen Hand" abträglich sei. Dass der Beschwerdegegner 3 nicht getroffen worden sei, sei weniger dem kontrollierten Verhalten des Beschwerdeführers 1 als vielmehr dem Zufall zu verdanken. Entsprechend habe er die Verwirklichung des Erfolgs in Form eines tödlichen Treffers in Kauf genommen (angefochtenes Urteil S. 94 bis 96).