Citation: 6B_338/2024 E. 2.3.2

2.3.2. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht, namentlich begeht sie keine Ermessensverletzung, wenn sie gestützt auf den unbestrittenen Sachverhalt zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdegegner 1 dem Grundsatz nach "nur" zu 2/3 aus dem Ereignis vom 17. März 2018 haftet, bzw. wenn sie die Haftungsquote entsprechend festsetzt. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass es in erster Linie der Beschwerdeführer selbst war, der die Kollision mit dem Tram zu verantworten hat. Es ist nicht nachvollziehbar, wie er über einen derart langen Zeitraum bzw. eine längere Distanz gehend, ausschliesslich auf seine Ehefrau - und allenfalls den von Norden kommenden Verkehr - konzentriert sein konnte und den gegensätzlichen Verkehr offenbar völlig ignorierte. Dies gilt umso mehr, als er selber ausführt, es habe an jenem Tag viel Autoverkehr geherrscht. In diesem Zusammenhang entlastet es ihn nicht, dass im Gegensatz dazu relativ selten ein Tram an der Unfallstelle vorbei fährt. Gleichwohl ist jederzeit damit zu rechnen und lag es primär in seiner Verantwortung, sich auf die um ihn herum herrschenden Gefahren zu konzentrieren. Dass auch der Beschwerdegegner 1 zu wenig aufmerksam war, was im Übrigen unbestritten ist, ändert daran nichts. Wie die Vorinstanz zu Recht erwägt, ergibt sich dessen Pflichtverletzung überhaupt erst aus der erkennbaren Unaufmerksamkeit des Beschwerdeführers. Es ist daher schlüssig, dessen Mitverschulden an der Kollision und deren Folgen höher einzustufen als die Pflichtverletzung des Beschwerdegegners 1. Jedenfalls aber verletzt die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen klarerweise nicht, wenn sie dem Beschwerdeführer ein Mitverschulden am Unfall zur Last legt und dementsprechend die Haftungsquote des Beschwerdegegners 1 um einen Drittel kürzt. Dass der Beschwerdegegner 1 den unaufmerksamen Beschwerdeführer während eines längeren Zeitraums sah und beobachten konnte, führt ebenso wenig zu einem anderen Ergebnis wie die Tatsache, dass die Fussgänger gemäss Feststellungen der Vorinstanz die einzig erkennbare Gefahrenquelle waren. Dem Beschwerdegegner 1 ist zugute zu halten, dass - gerade angesichts der zurückgelegten Distanz - zu erwarten gewesen wäre, der Beschwerdeführer würde sich wenigstens kurz dem Verkehrsgeschehen zuwenden und die Gefahr erkennen. Er hätte sich auf den Verkehr konzentrieren müssen und zwar offensichtlich von beiden Seiten. Auch entlastet es den Beschwerdeführer nicht, dass das Tram fast geräuschlos unterwegs ist. Umso mehr hätte er vor der Überquerung der Gleise in beide Richtungen blicken müssen, zumal die Vorinstanz willkürfrei feststellt, er habe die Situation am Unfallort gekannt.