Citation: I 544/00 16.02.2001 E. 4

4.- Die erstmals in diesem Verfahren eingereichten medizinischen Unterlagen vermögen den Beweis - im Sinne überwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 150 Erw. 2c am Ende) - der Notwendigkeit, aus gesundheitlichen Gründen den Beginn des Medizinstudiums um ein Jahr auf Herbst 2000 zu verschieben, nicht zu erbringen. In diesem Zusammenhang kommt vorweg den Berichten des Schweizer Paraplegiker-Zentrums Nottwil (SPZ) vom 18. Mai 2000 und der Medizinischen Klinik des Spitals X.________ vom 28. Juli 2000 keine Bedeutung zu. Diese beziehen sich auf eine hier nicht interessierende Zeitspanne und betreffen die Abklärung der möglichen Ursachen der Müdigkeit und des Haarausfalles, unter welchen die Beschwerdeführerin offenbar seit Winter/Frühling 2000 litt. Keine Aussagekraft kommt auch dem Bericht des Dr. med. M.________, FMH für Innere Medizin, vom 11. September 2000 zu. Die Begründung des Hausarztes, weshalb eine «Zwangspause» nach der Matura notwendig war, überzeugt nicht. Zum einen ist nicht ersichtlich, inwiefern die wegen einer Medikamentenintoxikation erfolgte Hospitalisation während des Aufenthalts in den USA Anfang 2000 den seelischen Erschöpfungszustand im Sommer 1999 belegen soll. Zum andern fehlen im Bericht des SPZ vom 8. September 1999, wo sich die Beschwerdeführerin vom 27. Juli bis 5. September 1999 aufgehalten hatte, Hinweise für eine damals über das normale Mass hinausgehende Betreuungs- oder Behandlungsbedürftigkeit. Einweisungsgrund war denn auch die «Förderung der Selbständigkeit» u.a. durch Intensivierung der Physiotherapie, «da die Patientin nach bestandener Matura alleine ein Studium an der Universität bestreiten möchte», und «intensives Training im Rennrollstuhlfahren», dies im Hinblick auf die Schweizermeisterschaften. Unter den soeben dargelegten Umständen vermögen schliesslich auch die Ausführungen des stellvertretenden Chefarztes des SPZ, Dr. med. B.________, in seinen Schreiben vom 14. und 21. September 2000 an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nichts am fehlenden Nachweis der gesundheitlich bedingten Notwendigkeit zu ändern, den Beginn des Hochschulstudiums um ein Jahr zu verschieben. Die Ausführungen dieses Arztes sind mit Blick darauf, dass sie sich auf eine über ein Jahr zurückliegende Zeitspanne beziehen, zu allgemein. In den übrigen Akten, insbesondere im Bericht des SZP vom 8. September 1999, finden sich denn auch keine Hinweise für eine namentlich psychisch schlechte, eine spezielle Betreuung und Behandlung erfordernde Verfassung während oder nach der Matura. Dabei wird durchaus nicht verkannt, dass für eine tetraplegische Person die Maturität (Vorbereitung und Prüfungen) vielfach eine bedeutend grössere Belastung darstellt und dementsprechend die Regenerationszeit verglichen mit gesunden Klassenkameraden länger ist, wie Dr. med. B.________ u.a. festhält. Anderseits hat die Beschwerdeführerin gerade mit dem Bestehen der Matura, mit ihren klaren beruflichen Vorstellungen und ihren - von Erfolg gekrönten - sportlichen Aktivitäten im Bereich Rollstuhlfahren gezeigt, dass sie über eine grosse mentale Stärke verfügt. Abgesehen davon lagen immerhin vier Monate zwischen Matura und (frühest möglichem) Beginn des Hochschulstudiums und auch bis zur Selektionsprüfung im Juli 1999 verblieb gut ein Monat. Da keine weitern Gründe ersichtlich sind oder geltend gemacht werden, welche die Verschiebung des Beginns des Medizinstudiums um ein Jahr auf Herbst 2000 als objektiv notwendig erscheinen liessen, ist im Sinne der im Übrigen zu Recht nicht beanstandeten Ausführungen der Vorinstanz der Taggeldanspruch ab 1. August 1999 zu verneinen.