Citation: 8C_78/2019 E. 5

Das kantonale Gericht erwog weiter, die Beschwerdestelle SPG sei zu Unrecht nicht auf das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung eingetreten. Aus prozessökonomischen Gründen könne ausnahmsweise von einer Rückweisung abgesehen werden. In der Folge prüfte es selber, ob MLaw B.________ im Verfahren vor der Beschwerdestelle SPG als unentgeltliche Rechtsvertreterin einzusetzen und zu entschädigen gewesen wäre. Es gelangte dabei zum Schluss, dass als unentgeltliche Rechtsvertretung ausschliesslich patentierte Anwältinnen und Anwälte bestellt werden könnten, die im Anwaltsregister eingetragen seien und somit die Voraussetzungen von Art. 8 BGFA erfüllen würden. Da MLaw B.________ nicht Anwältin und nicht im Anwaltsregister verzeichnet sei, habe sie im vorinstanzlichen Verfahren nicht als unentgeltliche Rechtsvertreterin eingesetzt werden können. Zur Begründung führte das kantonale Gericht aus, § 34 Abs. 3 VRPG/AG verweise auf die Bestimmungen des Zivilprozessrechts. Die unentgeltliche Rechtsverbeiständung nach Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO sei sowohl in den Monopolbereichen als auch in Verfahren mit grundsätzlich freier Vertretungswahl nur Anwältinnen und Anwälten im Sinne des BGFA vorbehalten. Dies entspreche der kantonalen Praxis in der Verwaltungsrechtspflege. Das kantonale Gericht wies weiter darauf hin, dass nur die registrierten Anwälte an die durch das BGFA vorgegebenen Berufsregeln gebunden seien, diesbezüglich einer staatlichen Aufsicht unterstünden und daher erhöhte Gewähr für unabhängiges und korrektes Verhalten gegenüber Mandanten und Behörden böten. Durch diese Beschränkung solle zusätzlich gewährleistet werden, dass die eingesetzten Personen über die nötigen Rechtskenntnisse und eine Haftpflichtversicherung für allfällige Schadenfälle verfügten. Die genannte Praxis sei gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts auch mit der verfassungsmässigen Minimalgarantie nach Art. 29 Abs. 3 BV vereinbar (BGE 125 I 161 E. 3b S. 164 mit Hinweis).