Citation: 2C_724/2017 E. 3.2

3.2. Nach Art. 12 Abs. 1 KRK sichern die Vertragsstaaten dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äussern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife. Nach Abs. 2 wird dem Kind zu diesem Zweck insbesondere Gelegenheit gegeben, in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden. Art. 12 KRK stellt einen direkt anwendbaren Rechtssatz dar, dessen Verletzung beim Bundesgericht angefochten werden kann (BGE 144 II 1 E. 6.4 S. 15 mit Hinweis). Wie sich aus dem Wortlaut von Art. 12 Abs. 2 KRK ergibt, ist allerdings eine persönliche Anhörung nicht in jedem Fall unerlässlich; wenn die Kinder durch ihre Eltern vertreten werden und beider Interessen gleichläufig sind, kann die Ansicht der Kinder auch ohne persönliche Anhörung durch ihre Eltern eingebracht werden, sofern der rechtserhebliche Sachverhalt auch ohne diese Anhörung rechtsgenüglich festgestellt werden kann (BGE 144 II 1 E. 6.4 S. 15 mit Hinweisen). Vorliegend werden die minderjährigen Kinder durch ihre Eltern vertreten, deren Interessen im hier zu beurteilenden Fall gleichläufig sind. Diese Voraussetzung für einen Verzicht auf die persönliche Anhörung ist damit erfüllt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers war die persönliche Anhörung der Kinder auch nicht erforderlich, um den rechtserheblichen Sachverhalt festzustellen. Die Vorinstanz hat nicht in Frage gestellt, dass der Beschwerdeführer darum bemüht war, eine gute persönliche Beziehung zu seinen Kindern aufrechtzuerhalten, soweit es die Untersuchungshaft und der Strafvollzug zuliessen. Ebenso wenig hat sie in Zweifel gezogen, dass die Kinder durch eine Erschwerung der Kontaktmöglichkeiten zum Vater in persönlichkeitsrelevanten essentiellen Interessen betroffen werden. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, welche neuen, entscheiderheblichen Erkenntnisse von einer persönlichen Anhörung der Kinder zu erwarten gewesen wären. Im Gegenteil geht er selbst davon aus, dass die Kinder nur bestätigt hätten, was die Vorinstanz ohnehin nicht in Frage gestellt hat, nämlich, dass eine Ausreise des Vaters sie hart treffen würde. Da dies aber nicht umstritten ist und keine weiteren Abklärungen erfordert, durfte die Vorinstanz willkürfrei in antizipierter Beweiswürdigung auf eine persönliche Anhörung der Kinder des Beschwerdeführers verzichten. Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs erweist sich als unbegründet. Dasselbe gilt für die daraus abgeleitete Rüge der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung. Ebenso wenig ist ersichtlich, inwiefern in diesem Zusammenhang eine Verletzung von Art. 16 KRK vorliegen soll.