Citation: 7B_8/2021 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, dass es sich bei einem Arztzeugnis lediglich um eine Parteibehauptung handle. Folglich sei sie nicht an das Arztzeugnis vom 24. Juni 2019 gebunden. Dieses bescheinige dem Beschwerdeführer zwar eine Verhandlungsunfähigkeit zu 100%. Inwiefern dieser am 13. Juni 2019 tatsächlich verhandlungsunfähig gewesen sein soll, könne dem besagten Zeugnis jedoch nicht entnommen werden. So gingen daraus weder die Art noch das Ausmass der Erkrankung hervor. Durch das Arztzeugnis vom 24. Juni 2019 werde die Verhandlungsunfähigkeit des Beschwerdeführers daher nicht glaubhaft gemacht (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 2.4.2 S. 7). Das am 30. Dezember 2020 eingereichte Arztzeugnis vom 23. März 2020 des Kantonsspitals Aargau belege im Weiteren bloss, dass sich der Beschwerdeführer vom 14. Mai 2019 bis 14. August 2019 in ambulanter Behandlung befunden habe. Zur angeblichen Verhandlungsunfähigkeit vom 13. Juni 2019 könne diesem Arztzeugnis nichts entnommen werden. Vielmehr würden die zahlreichen in der Zeit zwischen dem 15. Mai 2019 und dem 13. Juni 2019 vom Beschwerdeführer an verschiedenen Instanzen eingereichten Eingaben dagegen sprechen (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 2.5.1 f. S. 7 f.). Die Behauptung des Beschwerdeführers, wonach er am 12. Juni 2019 unter Nebenwirkungen aufgrund eines dritten Antibiotikums gelitten haben soll, seien sodann unbelegt. Zudem sei unklar, was für Nebenwirkungen dies gewesen sein sollen, welches Ausmass diese aufwiesen und welche Auswirkungen sie konkret auf den Beschwerdeführer gehabt haben, sodass er am 13. Juni 2019 nicht an der Verhandlung habe teilnehmen können. Der Beschwerdeführer äussere sich nicht zu seinem Gesundheitszustand am 13. Juni 2019, sondern habe sich damit begnügt, zu behaupten, dass er die Einnahme des Antibiotikums am 12. Juni 2019 habe abbrechen müssen. Es sei damit unklar, ob die angeblichen Nebenwirkungen am 13. Juni 2019 überhaupt noch angedauert hätten und in welchem gesundheitlichen Zustand er sich am 13. Juli 2019 befunden habe. Aufgrund seiner zahlreichen Eingaben sei belegt, dass er trotz der angeblichen Erkrankung und wirkungslosen Antibiotika ohne Weiteres zur Prozessführung in der Lage gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe seinen angeblichen Krankheitszustand bis heute nicht glaubhaft gemacht, obschon er sich mittlerweile schon mehrfach dazu habe äussern können (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 2.5.2 S. 8). Insgesamt habe der Beschwerdeführer damit nicht glaubhaft gemacht, dass ihn an der Säumnis von der Verhandlung vom 13. Juni 2019 kein Verschulden treffe (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 2.5.2 S. 8 und Ziff. 5 S. 13).