Citation: 5A_472/2021 E. 1.2.2

1.2.2. Zur Begründung der Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung bringen die Beschwerdeführer vor, das Kantonsgericht stelle sich auf den Standpunkt, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die natürliche Publizität auch dem eigentlich klaren Grundbucheintrag vorgehe. Es stütze sich dabei auf BGE 137 III 145, lege ihn allerdings in einer Art und Weise aus, die der jahrzehntelangen Rechtsprechung des Bundesgerichts widerspreche. Das Kantonsgericht führe zwar richtig aus, dass die natürliche Publizität als Interpretationsmittel ergänzend zur Stufenordnung gemäss Art. 738 ZGB herangezogen werden könne, wenn sich die eingetragene Dienstbarkeit durch bauliche Massnahmen abgrenzen lasse. Es verkenne jedoch, dass vorliegend keine baulichen Massnahmen wie Mauern oder Tunnels gegeben seien, die die Dienstbarkeit in der Form aufzeigten, auf die die Gegenpartei und das Kantonsgericht Bezug nähmen. Der Platz zwischen den Häusern sei asphaltiert. Da keine eindeutigen baulichen Massnahmen getroffen worden seien, sei nicht nachvollziehbar, dass das Kantonsgericht die natürliche Publizität über den öffentlichen Glauben des Grundbuchs stelle. Es sei deshalb von grundsätzlicher Bedeutung, dass das Bundesgericht abschliessend die Frage kläre, wann im Falle einer Divergenz der vorherrschenden Gegebenheiten und dem Grundbucheintrag tatsächlich die natürliche Publizität vorgehe (S. 3 Ziff. 4-16 der Beschwerdeschrift).