Citation: 5C.203/2004 22.04.2005 E. 4

4.1 Kann wegen der Rechtskraftwirkung des Scheidungsurteils auf die Zuweisung des Heimwesens "H.________" zur Errungenschaft nicht mehr zurückgekommen werden, erübrigt sich eine eingehende Prüfung der beklagtischen Ausführungen zum Thema Zuweisung zum Eigengut. Ohnehin erschöpft sich die Argumentation des Beklagten in Behauptungen, welche den Sachverhalt betreffen und den Zweck verfolgen aufzuzeigen, warum rund 81 % des Verkehrswertes per Verkaufstag auf den unentgeltlichen Erwerb fallen sollen. Da das Bundesgericht an den durch die Vorinstanz festgestellten Sachverhalt gebunden ist, erweisen sich diese Vorbringen als unzulässig (Art. 43 Abs. 3 und 63 Abs. 2 OG). 4.2 Weiter beruft sich der Beklagte auf den Erfahrungssatz, dass der Ertragswert eines landwirtschaftlichen Gewerbes deutlich tiefer liege als dessen Verkehrswert. Als Erfahrungssatz könne das Bundesgericht dies frei prüfen. Dem Grundsatz nach mag diese Aussage zutreffen: Der Ertragswert liegt in aller Regel tiefer als der Verkehrswert. Soweit der Beklagte aber damit seine Überzeugung untermauern will, das Heimwesen müsse zu seinem Eigengut gezählt werden, kann - wie gesagt - darauf nicht mehr zurückgekommen werden. In quantitativer Hinsicht hingegen liessen sich einem solch vagen Erfahrungssatz ohnehin keine Rückschlüsse entnehmen: Insbesondere wäre es unmöglich zu sagen, in welchem Ausmass dem Beklagten die Differenz zwischen Ertragswert und Verkehrswert im Sinne eines erbrechtlichen Vorbezuges unentgeltlich zugekommen sei. Darauf wird noch kurz hinten (E. 5) im Zusammenhang mit der Frage einer Ersatzforderung des Eigengutes des Beklagten gegenüber der Errungenschaft zurückzukommen sein. 4.3 An diesem Ergebnis vermögen auch die beklagtischen Ausführungen zu Sinn und Zweck von Art. 212 ZGB nichts zu ändern. Auf die Berufung ist folglich in diesem Punkte nicht einzutreten.