Citation: U 369/05 23.11.2006 E. 9.1

9.1.1 Gemäss dem letztinstanzlich neu aufgelegten Bericht des Dr. med. T.________ vom 18. Mai 2005 (zu Handen des Taggeldversicherers Concordia) traten bei der Versicherten im Oktober 2003 zusätzlich zu den Rückenschmerzen asthmoide Atembeschwerden mit thorakalem Druckgefühl und plötzlichem Stimmverlust auf. Eine pulmonologische Abklärung bei Dr. med. N.________ habe eine normale Lungenfunktion ergeben. Es sei eine ca. 4-wöchige inhalative Kortikoidbehandlung ohne wesentliche Veränderung der Symptomatik erfolgt. Ein Allergietest sei für Hausstaubmilben positiv gewesen (hiezu vgl. Erw. 8.3.2 hievor). Der Zustand der Versicherten habe sich progredient verschlimmert. Am 6. Juli 2004 habe sie die Arbeit niederlegen müssen und nach Rücksprache mit ihrem Arzt Dr. med. L.________, einige Wochen zur Erholung im Lungenkurort K.________ mit nur leichter Verbesserung der Symptomatik verbracht. Auf Grund der Erschöpfung habe sie in der ersten Phase vor allem Ruhe gebraucht. Am 3. August 2004 sei sie erstmals bei ihm in der Sprechstunde in der RehaClinic Y.________ und danach vom 6. bis 22. September 2004 in ambulanter Behandlung gewesen. Neben den beschriebenen Symptomen sei sie durch einen labilen Allgemeinzustand im Sinne einer Erschöpfungsdepression sowie eine orthostatische Dysregulation mit hypotonen Blutdruckwerten aufgefallen. Die erwähnten thorakalen Druckschmerzen seien durch ein EKG und Laboruntersuchungen cardial weiter abgeklärt worden. Es seien regelmässige Akupunkturbehandlungen durchgeführt worden, die bezogen auf den Allgemeinzustand zu einer Verbesserung geführt hätten. Am 11. November 2004 habe die Versicherte eine abundante nächtliche Exazerbation mit Benommenheit, Schwindel, Ohnmachtsgefühl, thorakalem Druckgefühl und ausgeprägter HWS-Schmerzsymptomatik bei Rotation mit Verschlimmerung der vegetativen Reaktionen erlitten. Neben eher hypotonen RR-Werten seien abdominale Druckschmerzen aufgefallen, die bis zum Folgetag deutlich regredient gewesen seien. Die Atembeschwerden sowie ein hartnäckiger trockener Reizhusten hätten deutlich gebessert. Über rezidivierende HWS-Beschwerden (schmerzbedingt eingeschränkte Rotation v.a. nach links) und Schmerzen der Brustwirbelsäule (BWS) klage die Versicherte immer noch bei kleinen Arbeiten am PC zu Hause. Die Atembeschwerden seien im Flachland eher wieder zunehmend. Insgesamt sei die Beschwerdeführerin in einem noch deutlich reduzierten Allgemeinzustand mit Erschöpfung und Konzentrationsmangel. Von einer Arbeitsleistung im Rahmen ihrer letzten Stellung als Personalbereichsleiterin sei aus medizinischer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt unbedingt abzuraten. Da der Versicherten mittlerweile gekündigt worden sei, sei der allgemeine Belastungsdruck eher grösser geworden, so dass eine allgemeine Konsolidierung der Kräfte nur langsam möglich sei. 9.1.2 Dr. med. A.________ diagnostizierte im letztinstanzlich neu aufgelegten Bericht vom 22. Juni 2005 (zu Handen des Vertrauensarztes des Krankenversicherers, Dr. med. D.________) ein cervicocepahles Syndrom bei Status nach Wirbelsäulentrauma (Skiunfall 1999) und Bandscheibendegeneration C4/C5 sowie C5/C6; depressive Episode. Behandlungsoptionen für das cervicocephale Syndrom seien Craniosacraltherapie und Akupunktur. Allenfalls könnte durch gezielte Gelenkinfiltration auch evaluiert werden, ob ein Facettensyndrom am endphasigen Rotationsschmerz ipsilateral beteiligt sei. Aus dem Unfall allein könne die plötzliche Verminderung der Arbeitsfähigkeit von 80 % auf 0 % nicht erklärt werden. Eine Unfallbeteiligung sei aber eher wahrscheinlich, und er glaube der Versicherten, dass sie sich während Jahren mit 80%iger Leistung überlastet habe. Sie habe weiter zu 80 % gearbeitet, um die Stelle nicht zu verlieren, als sie nach dem Chef-Wechsel überfordert gewesen sei. Für die asthmoiden Beschwerden und die zeitweilige Beeinträchtigung der Stimme resp. den Stimmverlust finde er keine Erklärung. Die Schilddrüsenhormone seien im Normbereich gewesen und palpatorisch finde sich keine Vergrösserung der Thyroidea, insbesondere keine Ausdehnung Richtung retrosternal. Gegen ein Malignom im Larynx spreche das nur zeitweilige Auftreten des Stimmverlusts und der Atmungsschwierigkeiten. Die depressive Phase und die Überforderung nach dem Vorgesetztenwechsel falle auch zeitlich zusammen mit der Menopause. So wie er die Lebensgeschichte heute erfahren habe und wenn dies mit den Akten übereinstimme, würde er die Arbeitsunfähigkeit und die Behandlungsbedürftigkeit bezüglich Nacken- und Kopfbeschwerden zu 1/3 dem Unfall und zu 2/3 krankheitsbedingten Ursachen zuordnen. Um im Bereich des linken Trapezius die Muskulatur zu lockern, könnte allenfalls Wärme versucht werden mittels Cold/Hotpack oder allenfalls Kälte während etwa 3 Minuten; beide Massnahmen sollten zu einer Hyperämie führen, die manchmal zur Muskellockerung beitrage. Als weitere Massnahme könnte allenfalls auch in Heimanwendung TENS appliziert werden; es müsste aber zuerst ausprobiert werden, ob die Beschwerdführerin dies überhaupt toleriere. 9.1.3 Die Praxis für Osteopathie gab in der Bestätigung vom 22. September 2005 an, die Beschwerdeführerin sei seit 23. September 1999 bis heute infolge von Restbeschwerden nach einer HWS-Distorsion insgesamt 29 mal osteopathisch behandelt worden sei.