Citation: 7B_193/2022 E. 3.3.2

3.3.2. Zur Täterkomponente stellt die Vorinstanz fest, dass die Beschwerdeführerin keine Vorstrafen hat. Sie wertet dies korrekt neutral (vgl. dazu BGE 136 IV 1 E. 2.6.4; Urteile 6B_1230/2021 vom 10. Februar 2022 E. 5.4.4; 6B_1190/2018 vom 17. Mai 2019 E. 2.2.2). Weiter berücksichtigt die Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin den Messerstich nicht bestritt. Allerdings habe sie jegliche Verantwortung zurückgewiesen und im Kerngeschehen eine Erinnerungslücke geltend gemacht. Ein Geständnis, welches die Strafuntersuchung in nennenswerter Weise vereinfacht hätte, liegt gemäss Vorinstanz nicht vor. Sie ergänzt zutreffend, dass ein Geständnis ohnehin nicht strafmindernd zu berücksichtigen ist, wenn nur zugegeben wird, was ohnehin auf der Hand liegt (Urteile 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1; 6B_762/2011 vom 9. Februar 2012 E. 4.4). Sodann erkennt die Vorinstanz weder Einsicht noch Reue. Zwar beteuere die Beschwerdeführerin, wie leid ihr alles tue. Doch dies gehe nicht über eine blosse Tatfolgenreue hinaus, was sich neutral auswirke. Jedenfalls sei eine Strafminderung wie bei einem von Anfang an umfassend geständigen, einsichtigen und reuigen Täter ausgeschlossen.