Citation: 1C_57/2023 E. 3.4.2

3.4.2. Weiter machen die Beschwerdeführer geltend, das Villengebiet Suvretta sei ein eigener Teil von St. Moritz. Die Nachfrage müsse gesondert für diesen Ortsteil abgeklärt werden und dürfe sich nicht auf das gesamte Gemeindegebiet beziehen. Art. 75b Abs. 1 BV gibt als Bezugsgrösse für die Anteilsbildung von Zweitwohnungen das Gebiet der Gemeinde vor (Urteil 1C_73/2018 vom 7. Januar 2019 E. 2.3; OLIVIER STREIF, in: St. Galler Kommentar Bundesverfassung, 4. Aufl. 2023, N. 31 zu Art. 75b BV; JONAS ALIG/ALAIN GRIFFEL, in: Basler Kommentar Bundesverfassung, 1. Aufl. 2015, N. 12 zu Art. 75b BV). Wenn es um die Ermittlung des Erstwohnungsbedarfs geht, muss das Gebiet indes nicht notwendigerweise auf die gesamte Gemeinde ausgedehnt werden (vgl. Urteile 1C_402/2021 vom 6. März 2023 E. 3.4.3; 1C_73/2018 vom 7. Januar 2019 E. 2.3). Geht es um die Ermittlung der Nachfrage eines bestimmten Guts nach den Kriterien des Marktes, kann auch ein kleinerer Sektor zugrunde gelegt werden (Urteile 1C_598/2019 vom 19. Juni 2020 E. 3.3; 1C_211/2018 vom 4. April 2019 E. 2.4; 1C_77/2018 vom 7. Januar 2019 E. 2.3). Wie erwähnt (vgl. vorne E. 3.3.2), legt die Vorinstanz nachvollziehbar dar, weshalb die Ermittlung der Nachfrage nicht bloss auf den Ortsteil St. Moritz-Suvretta zu beschränken ist, sondern das gesamte Gemeindegebiet von St. Moritz umfassen soll. Aus welchen Gründen die vorinstanzliche Schlussfolgerung unzulässig sein soll, zeigen die Beschwerdeführer mit der nicht näher substanziierten Behauptung, die Ermittlungen dürften sich ausschliesslich auf den Ortsteil Suvretta beziehen, nicht auf. Auch setzen sie sich nicht mit den Erwägungen der Vorinstanz und der Rechtsprechung auseinander. Nicht nachvollziehbar ist letztlich, was die Beschwerdeführer aus dem Argument ableiten wollen, die Bauherrin beabsichtige nicht, ihren Wohnsitz nach St. Moritz zu verlegen.