Citation: 5A_484/2022 E. A

A.a. A.________ (geb. 1975) ist ausgebildete Ärztin (Dr. med.); sie ist bzw. war in dieser Funktion tätig. Nach einem Verkehrsunfall mit Kopfverletzung litt sie unter starken körperlichen sowie psychischen Beeinträchtigungen mit längeren Rehabilitationszeiten. Ab Ende März 2022 trafen vermehrt Gefährdungsmeldungen aus dem Umfeld von A.________ bei der KESB Emmental ein, die auf eine zunehmende Verschlechterung ihres Gesundheitszustands hinwiesen. Demnach befand sich A.________ seit mehreren Wochen in einem angetriebenen Zustand mit zunehmender Schlaflosigkeit, unverhältnismässigen Ideen und Einkäufen sowie Umtriebigkeit und Reizbarkeit. In seiner Gefährdungsmeldung vom 31. Mai 2022 hielt Dr. med. D.________ fest, A.________ befinde sich seit Wochen in einem maniformen Zustandsbild, welches nicht nur, aber auch durch unkontrollierte Selbstmedikation diverser Substanzen aufrechterhalten werde. Wiederholte Versuche, sie zu einem freiwilligen Eintritt in eine psychiatrische Klinik oder zumindest zur Einnahme von Psychopharmaka zu motivieren, seien erfolglos geblieben. In den letzten Tagen scheine sich das Zustandsbild gemäss Angaben von Angehörigen eher noch zugespitzt zu haben. Am 1. Juni 2022 wies Dr. med. B.________ A.________ mittels ärztlicher fürsorgerischer Unterbringung in die Klinik E.________ ein. Zur Begründung führte er aus, es bestehe ein manisches Zustandsbild mit massiv desorganisiertem Verhalten. A.________ habe keine Krankheits- oder Behandlungseinsicht. Im Psychostatus bestehe eine gehobene Stimmung und die Betroffene sei formalgedanklich zerfahren. Sie sei verbal nicht erreichbar. Zuletzt sei es zu Selbstmedikation mit diversen Medikamenten gekommen und zur Verursachung von kleineren Bränden und Unfällen sowie in der letzten Woche zu fraglichen optischen Halluzinationen. Gegen diesen Entscheid erhob A.________ am 2. Juni 2022 Beschwerde. A.b. Am 7. Juni 2022 ordnete Dr. med. C.________ die Isolation im Intensivbehandlungszimmer sowie eine medizinische Behandlung ohne Zustimmung von A.________ (Zwangsmedikation) an. Der Begründung der medizinischen Zwangsmassnahmen ist zu entnehmen, dass A.________ im Verlauf eine zunehmende manisch-psychotische Dekompensation mit zunehmender Angetriebenheit, Unruhe, massiv desorganisiertem Verhalten und hypochondrischem Wahn gezeigt habe. Sie lebe in einem desolaten und verwahrlosten Zustand, das Patientenzimmer sei verwüstet und sie horte unter anderem verschimmeltes Essen sowie Abfall im Zimmer. A.________ habe multiple offene Stellen an beiden Füssen durch das ständige Herumlaufen und am Boden kriechen. Weiter habe sie ständig nasse Haare und nasse Kleider als antihypertensive Massnahme. Sie leide unter starken Ängsten, an einer hypertensiven Krise zu sterben. A.________ sei zwar verbal erreichbar, jedoch nicht strukturierbar. Im Gespräch wirke sie zunehmend agitiert und psychotisch. Die angebotene orale Medikation habe sie seit Tagen klar abgelehnt.