Citation: 6B_82/2018 E. 3.4

3.4. Unbegründet ist die Rüge, das psychiatrische Gutachten sei wegen des Fehlens einer Fremdanamnese unvollständig und damit mangelhaft. Nach der Praxis des Bundesgerichts ist eine Fremdanamnese nicht unerlässlicher Bestandteil eines Gutachtens, sondern eine Frage des medizinischen Ermessens (vgl. Urteile 6B_547/2007 vom 1. Februar 2008 E. 2.7; 6P.40/2001 vom 14. September 2001 E. 4d/bb mit Hinweisen; zum Sozialversicherungsrecht: Urteil 8C_794/2017 vom 27. März 2018 E. 4.2.1 mit Hinweisen; siehe auch: MARIANNE HEER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 3. Aufl. 2013, N. 63 zu Art. 56 StGB; Leitfaden zur Gutachtenserstellung der Fachkommission psychiatrische und psychologische Gutachten des Obergerichts des Kantons Zürich, 2014, S. 5). Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, weshalb im vorliegenden Fall die fehlende Fremdanamnese die Zuverlässigkeit des Gutachtens in Frage stellen kann, und dies ist auch nicht ersichtlich, zumal die Vorinstanz überzeugend darlegt, aus den aktenkundigen Befragungen der Familienmitglieder gehe ausreichend hervor, wie diese den Beschwerdeführer zur Tatzeit wahrgenommen hätten. Ebenso wenig war der Gutachter verpflichtet, weitere Auskünfte bei den den Beschwerdeführer behandelnden Ärzten einzuholen, da sich die relevanten Gutachten und Berichte bei den Akten befinden. So hält den auch der Sachverständige im Gutachten fest, für ergänzende Abklärungen hätte sich aufgrund der sehr ausführlichen medizinischen und psychiatrischen Dokumentation keine Notwendigkeit ergeben (kantonale Akten, act. B/67 S. 84).