Citation: 4A_24/2021 E. 6.2.2

6.2.2. In BGE 132 III 715 entschied das Bundesgericht betreffend die haftungsbegründende Kausalität, wie allgemein beim Nachweis der Kausalität sei auch im Bereich der Prospekthaftung dieser Nachweis schwer zu erbringen. Der klagende Anleger dürfte sich oft in "Beweisnot" befinden. Aus diesem Grund reiche das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für den Nachweis des Kausalzusammenhangs aus und es könne kein strikter Beweis verlangt werden (BGE 132 III 715 E. 3.2.1). Die Beweiserleichterung in Bezug auf das Beweismass hat gemäss BGE 132 III 715 keinen Einfluss auf die Beweislastverteilung. Genau gleich wie im allgemeinen Schadenersatzrecht hat der Kläger auch bei der Prospekthaftung den Nachweis zu erbringen, dass zwischen der pflichtwidrigen Handlung und dem eingetretenen Schaden ein Kausalzusammenhang besteht, weil er sich beim Kaufentscheid auf die fehlerhaften Prospektangaben gestützt hat und mit besserem Wissen die Titel nicht oder nicht zu diesem Preis erworben hätte (BGE 132 III 715 E. 3.2.2).