Citation: 9C_786/2019 E. 5.2.2

5.2.2. Die Vorinstanz erkannte, es bestehe eine medizinisch nicht zum Vornherein klare Situat ion mit zwei MEDAS-Gutachten, auf welche nicht vollumfänglich abgestellt werden könne, und der Aussage des RAD, dass eine nachträgliche Beurteilung kaum mehr möglich sei. Dadurch habe sich eine Ausgangslage ergeben, welche nicht mit einem weitgehend vorgezeichneten und damit problemlosen Abklärungsverfahren gleichgesetzt werden könne. Entgegen den Ausführungen der IV-Stelle liege somit ein komplexer Sachverhalt vor, was auch auf die Dauer der Erstellung des zweiten Gutachtens von fast einem Jahr zurückzuführen sei. Der RAD selbst habe aufgrund der komplizierten medizinischen Situation keine abschliessende Beurteilung abgeben können und daher eine Kompromisslösung vorgeschlagen. Der rechtserhebliche Sachverhalt sei unübersichtlich und seine Ermittlung erweise sich als schwierig. Rechtliche Fragen betreffend Verwertbarkeit der Gutachten sowie Umgang mit einem unklaren medizinischen Sachverhalt und mit einer Kompromisslösung stellten für einen Laien eine grosse Schwierigkeit dar, die ohne Unterstützung kaum zu bewältigen sei. Weiter sei gemäss Vorinstanz bei der Beurteilung der Gesamtsituation auch zu berücksichtigen, dass der Versicherte, welcher nach Abschluss der Werkschule eine Anlehre als Baupraktiker Bodenbeläge gemacht habe, gemäss Aktenlage sowie unter Berücksichtigung seines schulischen Hintergrundes im schriftlichen Verkehr nicht als versiert bezeichnet werden könne. Eine gehörige Interessenwahrung durch die Sozialen Dienste erachtete die Vorinstanz als nicht gegeben und verwies auf deren Schreiben vom 10. Dezember 2018, wonach sich diese nicht in der Lage sehen würden, den Versicherten angemessen zu unterstützen.