Citation: 4A_83/2024 E. A

A.a. Die A.________ AG (Beschwerdeführerin) bezweckt unter anderem die Führung von Betrieben des Gastgewerbes. Am 27. März/ 30. April 2008 schloss sie mit der B.________ AG (Beschwerdegegnerin) einen Werkvertrag über die Planung, Lieferung und Montage einer hinterlüfteten Natursteinfassade Granit "Pearl White" für das Gebäude X.________ in St. Gallen zu einem Pauschalpreis von netto Fr. 3,4 Mio. Da noch vor Abnahme des Werks Verfärbungen und Rost an der Natursteinfassade aufgetreten waren, wurde die Abnahme diesbezüglich im Frühjahr 2010 zurückgestellt und verpflichtete sich die Beschwerdegegnerin zur Entfernung der Verfärbungen und eventuellen Auswechslung der beanstandeten Fassadenplatten, sollte die Reinigung nicht zu einem allseitig akzeptierten Resultat führen. Im Gegenzug bezahlte die Beschwerdeführerin die Werklohnforderung abzüglich eines Rückbehalts von Fr. 150'000.--. A.b. Mit Schreiben vom 6. September 2012 wies die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die Rollläden teilweise an den Vorsatzwandplatten hängen blieben. Es liege gegebenenfalls ein versteckter Mangel vor. Der von der Beschwerdeführerin beauftragte Gutachter kam zum Schluss, dass die Ursache für die Behinderung beim Senken und Heben der Rollläden in der nicht planmässig ausgeführten Natursteinfassade liege. Auf mehrere Schreiben der Beschwerdeführerin zur Kontaktaufnahme und Nachbesserung reagierte die Beschwerdegegnerin nicht. Am 28. August 2013 wies die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin ausserdem darauf hin, dass die Verfärbungen an der Fassade wieder deutlich zugenommen hätten und forderte sie zur erneuten Reinigung und eventuellen Auswechslung von Fassadenteilen auf. Auch darauf reagierte die Beschwerdegegnerin nicht. Im Rahmen eines von der Beschwerdeführerin angestrengten Verfahrens um vorsorgliche Beweisführung beim Handelsgerichtspräsidenten des Kantons St. Gallen wurde ein amtlicher Sachverständiger, C.________, dipl. Bauing. FH/SIA/STV, mit der Prüfung der Natursteinfassade beauftragt. Dieser kam zum Schluss, dass die Natursteinfassade über keine funktionale Imprägnierung verfüge und dass die eingetretene Verfärbung durch eine übliche und gängige Imprägnierung stark hätte vermindert oder sogar verhindert werden können. Im Weiteren stellte der Gutachter fest, bei der Ausführungsplanung und der Montage der Natursteinfassade sei bei bestimmten Fenstern der vorgegebene Mindestabstand von 60 mm zwischen der Achse der vertikalen Lamellenstorenführung und der Innenkante des Natursteinsturzes nicht eingehalten worden, was zu Einschränkungen für die Bedienung einzelner Lamellenstoren führe. Im Übrigen sei die Natursteinfassade auch in anderen Bereichen nicht entsprechend den Regeln der Baukunde erstellt worden. Gestützt auf die Befunde des Gutachters erhob die Beschwerdeführerin am 17. Juli 2015 gegenüber der Beschwerdegegnerin eine weitere Mängelrüge.