Citation: 4A_452/2022 E. 6.4.5

6.4.5. Schliesslich stehen die Mängel Nr. 30, 77, 128, 134, 200, 241, 299 und 334 im Streit. Hier geht es um Mängel, welche in der (zweiten) Mängelliste vom 21. Januar 2019 enthalten waren (Sachverhalt Bst. A.b). Das Handelsgericht erwog, dass hinsichtlich der Mängelliste vom 21. Januar 2019 keine Frist zur Beseitigung der darin aufgeführten Mängel angesetzt worden sei und die Mängelrechte aus diesem Grund entfielen. Die Beschwerdeführerin moniert eine Verletzung von Art. 8 ZGB. Sie beklagt, die Beschwerdegegnerin habe im kantonalen Verfahren gar nicht vorgebracht, dass für die Mängelliste vom 21. Januar 2019 eine Fristansetzung unterblieben sei. Dieses Argument wird von der Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf Rz. 116 f. der Replik widerlegt. Die Beschwerdeführerin rügt nun zwar vor Bundesgericht, dass sich eine Fristansetzung in Bezug auf die Mängelliste vom 21. Januar 2019 mit Blick auf Art. 108 Ziff. 1 OR ("Fristansetzung von vornherein unnütz") ohnehin erübrigt hätte. Doch ist - wie die Beschwerdegegnerin zu Recht einwendet - nicht ersichtlich, dass diese Fragestellung in diesem Zusammenhang bereits Thema vor Vorinstanz gewesen wäre. Darauf ist nicht weiter einzugehen (vgl. BGE 143 III 290 E. 1.1).