Citation: 8C_684/2007 26.02.2008 E. 4

4.1 Nach Ansicht des Dr.med. G.________ (Spezialarzt FMH für Chirurgie an der Klinik E.________) sind die bei Austritt aus der Klinik am 18. Februar 2004 anhaltenden Rückenbeschwerden auf die degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule sowie auf die Diskushernie zurückzuführen und daher nicht mehr als Unfallfolgen zu betrachten. Auch der SUVA-Kreisarzt Dr. med. A.________ (FMH für Chirurgie), geht in seinem Abschlussbericht vom 7. Juni 2004 davon aus, dass der Unfall vom 4. Juni 2001 im Bereich der Wirbelsäule nur zu einer vorübergehenden Verschlechterung eines degenerativen Vorzustandes geführt hat. Demgegenüber postuliert Dr. med. S.________ (Facharzt FMH für Neurologie), in seinem Bericht vom 19. Januar 2007 eine traumatische Genese der Diskushernie. Entgegen der Darstellung des Versicherten äusserten sich die übrigen medizinischen Fachpersonen nicht zu Unfallkausalität der Hernie. Insbesondere lässt der Ausdruck "posttraumatisch" offen, ob die Hernie durch den Unfall verursacht, oder lediglich durch ihn ausgelöst wurde. 4.2 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 E. 2a [U 138/99] mit Hinweis auf das Urteil U 159/95 vom 26. August 1996, E. 1b). 4.3 Gemäss den Angaben des Versicherten in der Unfallmeldung wollte er am 4. Juni 2001 eine Treppe hinuntersteigen. Dabei blockierte das vorgeschädigte Knie und er konnte sich nicht mehr halten. Er war allerdings in der Lage, sich am Treppengeländer aufzufangen und so ein Aufprallen auf die Treppe zu vermeiden. Dabei spürte er sofort einen starken Schmerz im unteren Teil des Rückens und im rechten Bein. Aufgrund dieses Geschehnisablaufs kann das Ereignis nicht als Unfall von besonderer Schwere qualifiziert werden. Die Annahme der Dres. med. G.________ und A.________, wonach die Diskushernie L4/5 durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber verursacht wurde, steht somit im Einklang mit der in E. 4.2 erwähnten Erfahrungstatsache. Zudem wurde bereits am 4. Juli 2001 durch das Röntgeninstitut ein degenerativer Vorzustand der Wirbelsäule in Form ausgedehnter spondylotischer Alterationen der Hinterkante L5 und S1 mit einer relevanten hochgradigen Enge des Spinalkanals auf diesem Niveau festgestellt. Die Annahme des Dr. med. S.________, es hätten keine degenerativen Veränderungen vorgelegen, ist somit aktenwidrig. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, kann zudem aus dem Umstand, dass der Versicherte vor dem Unfall keine Beschwerden verspürte, nicht auf eine traumatische Genese der Diskushernie geschlossen werden. 4.4 Ist jedoch die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 191 [U 149/99]). Auch die Annahme der Dres. med. G.________ und A.________, wonach beinahe beziehungsweise über drei Jahre nach dem Unfall der Status quo sine längst erreicht wurde, steht im Einklang mit dem derzeitigen medizinischen Wissensstand. Denn nach diesem kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtungsgebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 354/04 vom 11. April 2005, E. 2.2, mit Hinweisen). 4.5 Somit sind Vorinstanz und Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgegangen, dass im Zeitpunkt des Fallabschlusses (1. Juli 2005) nur noch das Knieleiden unfallbedingt war.