Citation: 6B_208/2015 E. 7.4

7.4. Die Geschädigte B.________ stellte am 25. April 2011 wegen Körperverletzung Strafantrag gegen Unbekannt. Auf dem selben Formular verzichtete sie auf die Geltendmachung von Parteirechten und damit auf ihre Stellung als Privatklägerin (Untersuchungsakten, Ordner 1, act. 113). Wie der Beschwerdeführer zu Recht einwendet und die Vorinstanz anerkennt, hätte jene daher unter strafrechtlich sanktionierter Wahrheitspflicht als Zeugin befragt werden müssen (vgl. Art. 177 Abs. 1 StPO). Dennoch wurde sie von der ersten Instanz unter Hinweis auf ihre Aussagepflicht und die Straffolgen einer falschen Anschuldigung, einer Irreführung der Rechtspflege sowie einer Begünstigung (Art. 181 Abs. 1 und 2 StPO) als Auskunftsperson im Sinne von Art. 178 lit. a StPO einvernommen (Gerichtsakten Ordner 3 act. 61 ff.). Die Auskunftsperson trifft ebenso wie die beschuldigte Person und den Zeugen eine Erscheinungs- und Anwesenheitspflicht. Die als Auskunftsperson einzuvernehmende Privatklägerschaft ist wie der Zeuge zur Aussage, im Unterschied zu diesem nicht aber zur Wahrheit verpflichtet (Art. 163 Abs. 2, 180 Abs. 2 StPO; NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2012, N 751; Kerner, a.a.O., Art. 180 N 6; DONATSCH, a.a.O., Art. 180 N 25 f.). Daraus lässt sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht ableiten, dass die Aussagen einer Auskunftsperson, die aufgrund der im Zeitpunkt der Einvernahme massgebenden Sach- und Rechtslage zwingend hätte als Zeuge befragt werden müssen, unverwertbar wären (S CHMID, Handbuch, N 926; Kerner, a.a.O., Art. 178 N 14 f.; a.M. DONATSCH, a.a.O., Art. 178 N 14; zur umgekehrten Situation DONATSCH, a.a.O., Art. 178 N 16; S CHMID, Handbuch, N 927; Perrier, a.a.O., Art. 178 N 36; vgl. auch Urteil 6B_1039/2014 vom 24. März 2015 E. 2.1). Ihre Bekundungen sind, da sie nicht unter Wahrheitspflicht erfolgten, aber nicht einer Zeugenaussage gleichgestellt (vgl. auch NIKLAUS SCHMID, Zur Auskunftsperson, insbesondere nach zürcherischem Strafprozessrecht, ZStrR 112/1994, S. 110 f.; SUSANNE VOGEL, Die Auskunftsperson im Zürcher Strafprozessrecht, 1999, S. 166). Das angefochtene Urteil ist in diesem Punkt nicht zu beanstanden. Bei diesem Ergebnis müssen die weiteren Einwände des Beschwerdeführers in diesem Punkt nicht geprüft werden.