Citation: 6B_506/2019 E. 2.4

2.4. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Vorinstanz hätte nicht auf das bundesgerichtliche Urteil 6B_1327/2017 vom 12. März 2018 abstellen dürfen, ist seine Argumentation nicht stichhaltig. Die Vorinstanz verweist lediglich bezüglich der theoretischen Ausführungen auf das genannte Urteil. Hingegen erwägt sie nicht, die beiden Fälle seien auch in tatsächlicher Hinsicht miteinander vergleichbar. Hingegen ist der vorliegende Fall in vielerlei Hinsicht mit BGE 131 IV 100 vergleichbar. Das Bundesgericht befasste sich darin mit der Frage, wann bei einem im Internet vereinbarten Treffen mit einem Kind zum Zweck der Vornahme sexueller Handlungen die Schwelle zum strafbaren Versuch überschritten wird. Dabei trat der Beschuldigte im Chat-Room einer Homosexuellen-Internetseite in Kontakt mit dem vermeintlich 14-jährigen "Sandro". Der Beschuldigte strebte anschliessend ein Treffen mit "Sandro" an und schlug diesem im Verlaufe der Chat-Unterhaltung verschiedenste sexuelle Handlungen bis hin zu Oral- und Analverkehr vor. In der Folge vereinbarte er mit "Sandro" ein Treffen beim McDonald's-Restaurant an der Centralbahnstrasse in Basel. Beim vereinbarten Treffpunkt wurde der Beschuldigte festgenommen. Bei "Sandro" handelte es sich um einen verdeckten Ermittler der Staatsanwaltschaft. Das Bundesgericht hat das Erscheinen des Chatpartners am vereinbarten Treffen als (untauglichen) Versuch der sexuellen Handlungen mit Kindern qualifiziert (kritisch bezüglich der Bejahung des engen örtlichen und zeitlichen Zusammenhangs zur Tatbestandsverwirklichung PETER ALBRECHT, Urteilsbesprechung BGE 131 IV 100, in: AJP 2005 S. 751 ff.). In einem jüngeren Entscheid führte das Bundesgericht aus, aus dem Entscheid lasse sich nicht ableiten, dass das Erscheinen des Chatpartners am vereinbarten Treffen mit dem vermeintlichen Kind in jedem Fall und ohne weiteres schon als (untauglicher) Versuch der sexuellen Handlungen mit einem Kind angesehen werden könne. Vielmehr seien insoweit, wie sich aus dem Bundesgerichtsentscheid ergebe, die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles massgebend (Urteil 6B_1293/2015 vom 28. September 2016 E. 5, nicht publ. in: BGE 143 IV 27). Wie der Täter im soeben erwähnten Fall, nahm der Beschwerdeführer vorliegend in einem Chat-Forum Kontakt zu einem Minderjährigen auf und strebte ein Treffen mit diesem an, um gemeinsam oder gegenseitig sexuelle Handlungen vorzunehmen. Er schlug während des Chatverlaufs dem minderjährigen "Lars" verschiedene sexuelle Handlungen vor. Aus dem Chat geht hervor, dass "Lars" mit der Vornahme der sexuellen Handlung einverstanden war, was er mit der Zusage zum Treffen zusätzlich bestätigte. Der Beschwerdeführer seinerseits hat die Absicht der Vornahme sexueller Handlungen auch objektiv manifestiert, indem er die Anonymität des Internets verlassen hat und zum Domizil von "Lars" gefahren ist. In BGE 131 IV 100 erwog das Bundesgericht, das Eintreffen am vereinbarten Treffpunkt habe nach der Vorstellung des Beschwerdeführers vom Ablauf der Tat die letzte Teilhandlung vor der eigentlichen Ausführung der strafbaren Handlung dargestellt. Während sich im genannten Fall BGE 131 IV 100 der Täter mit dem Opfer beim McDonald's-Restaurant, d.h. an einem öffentlichen Ort verabredet hatte, von wo aus sie sich zur Vornahme der sexuellen Handlungen noch an einen anderen Ort hätten begeben müssen, befand sich der Beschwerdeführer beim Eintreffen am Domizil von "Lars" bereits am Tatort. Die Tatnähe in örtlicher und zeitlicher Hinsicht ist damit eindeutig zu bejahen. Nicht nur der Tatplan des Beschwerdeführers stand fest (gemeinsame und gegenseitige manuelle Befriedigung), sondern auch der genaue Tatort (die Wohnung der "Familie Huber" bzw. das Kinderzimmer von "Lars") und die Tatzeit (Mittwochnachmittag nach dem Eintreffen am Tatort). Vor diesem Hintergrund ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, das Erscheinen des Beschwerdeführers am Domizil von "Lars" habe den letzten entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Tatbestandsverwirklichung dargestellt und es habe keiner weiteren Vorbereitungshandlungen bedurft. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss die Grenze zwischen Vorbereitung und Versuch generell ohne Berücksichtigung des Charakters des Täters und seines Vorlebens vorgenommen werden (vgl. BGE 131 IV 100 E. 8.2 S. 106). Aufgrund dessen ist auch die Argumentation des Beschwerdeführers nicht stichhaltig, aus dem Fehlen einschlägiger Vorstrafen könne geschlossen werden, dass er nicht auf Kinder stehe und wahrscheinlich einen Rückzieher gemacht hätte. Zusammengefasst ist die rechtliche Würdigung der Vorinstanz nicht zu beanstanden. Indem sie davon ausgeht, die Schwelle zum strafbaren Versuch sei überschritten worden, verletzt sie kein Bundesrecht.