Citation: 2C_853/2015 E. 5.2

5.2. Im Übrigen stellt die Freiheitsstrafe von 18 Monaten auch einen Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. b AuG dar, der die Ansprüche nach Art. 50 AuG erlöschen lässt (vgl. Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG; BGE 139 I 145 E. 2.1 S. 147). Keine Rolle spielt, ob diese bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (BGE 139 I 31 E. 2.1 S. 32). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, Freiheitsstrafen, deren Vollzug zu Gunsten einer ambulanten therapeutischen Massnahme aufgeschoben worden seien, seien nicht wie bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochene Freiheitsstrafen zu behandeln und vermöchten keinen Widerrufsgrund zu begründen, ist auf Folgendes hinzuweisen: Wie schon die Vorinstanz richtig ausgeführt hat, hat die Art des Vollzugs der Strafe keinen Einfluss auf den Bestand des Widerrufsgrunds (vgl. Urteil 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 6.3; vgl. auch Urteil 2C_516/2014 vom 24. März 2015). Eine Massnahme ist gemäss Art. 56 Abs. 1 StGB anzuordnen, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen (lit. a), ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert (lit. b) und die Voraussetzungen der Art. 59 bis 61, 63 oder 64 erfüllt sind (lit. c). Sind die Voraussetzungen sowohl für eine Strafe wie für eine Massnahme erfüllt, ordnet das Gericht beide Sanktionen an (Art. 57 Abs. 1 StGB). Der Strafvollzug kann nach Art. 63 Abs. 2 StGB zugunsten der ambulanten Behandlung aufgeschoben werden. Die gleichzeitige Anordnung einer - selbst ambulanten - therapeutischen Massnahme ändert somit nichts daran, dass eine Freiheitsstrafe ausgesprochen wurde, vielmehr wird - sofern dies richterlich angeordnet wird - einzig der Vollzug der Freiheitsstrafe zugunsten der Massnahme aufgeschoben (vgl. zum Aufschub des Strafvollzugs zugunsten einer ambulanten Massnahme BGE 129 IV 161 E. 4 ff. S. 162 ff.).