Citation: 2A.126/2005 27.05.2005 E. 2.2

2.2.1 Nachdem der Beschwerdeführer von der Mutter der Kinder geschieden ist, geht es im vorliegenden Fall nicht um die Zusammenführung der Gesamtfamilie. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer die Kinder illegal in die Schweiz geholt hat, ist bei der nachfolgenden Beurteilung nicht zu berücksichtigen. Es geht nicht an, den Beschwerdeführer besser zu stellen als Ausländer, deren Angehörige den Ausgang des Familiennachzugsverfahrens im Ausland abwarten. 2.2.2 Seit ihrer Geburt und mindestens bis im September 2002 lebten die Kinder in der Obhut ihrer Mutter. Soweit der Beschwerdeführer behauptet, allein die verstorbene Grossmutter habe sich um die Kinder gekümmert, steht dies im Widerspruch sowohl zu seinen eigenen früheren Aussagen als auch zu den Ausführungen im Scheidungsurteil und im dort erwähnten Bericht des Sozialamtes Bijeljina vom 11. Oktober 1999. Im Scheidungsverfahren hat sich die Mutter zudem der Zuteilung des Sorgerechts an den Beschwerdeführer vorerst widersetzt mit der Begründung, er arbeite im Ausland und sei selten mit den Kindern zusammen. Selbst wenn der Beschwerdeführer regelmässig Kontakt zu den Kindern hatte, ist vorliegend von einer vorrangigen Beziehung der Kinder zu ihrer Mutter auszugehen. 2.2.3 Dass die Kinder letztlich dem Beschwerdeführer zugesprochen wurden, wird im Scheidungsurteil allein mit dessen besseren materiellen Verhältnissen begründet. Der Beschwerdeführer selbst beruft sich für sein Gesuch auf seine Scheidung, die Zusprechung des Sorgerechts und die besseren wirtschaftlichen Bedingungen. Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, lässt die Sorgerechtsregelung für sich allein jedoch keine vorrangige Beziehung entstehen. Die "Aussage" der Mutter vom 25. Juli 2002 wurde erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren eingereicht und kann daher grundsätzlich nicht berücksichtigt werden (cf. E. 1.2). Ohnehin könnte der Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten, wird doch als einziger Grund für den Nachzug der Kinder in die Schweiz wiederum die finanzielle Lage der Mutter aufgeführt. Dass die Mutter ihren Betreuungspflichten nicht nachgekommen wäre bzw. sich nicht weiter um die Kinder kümmern könnte, ist somit durch nichts belegt. Im Gegenteil sprach sich das Sozialamt Bijeljina in seinem Bericht vom 11. Oktober 1999 grundsätzlich für die Zuteilung des Sorgerechts an die Mutter aus, da "die Kinder an der Mutter hängen", während der Vater "wegen seiner Abwesenheit sehr selten" mit ihnen zusammen gewesen sei. Aus der vom Sozialamt Bijeljina am 19. November 2002 erstellten Sozialanamnese geht ebenfalls lediglich hervor, dass sich die Mutter schliesslich aus finanziellen Gründen mit der Zuteilung des Sorgerechts an den Beschwerdeführer einverstanden erklärt hat. Im Übrigen lebt das Kind E.________ in der Obhut der Mutter, was belegt, dass diese - mit wirtschaftlicher Unterstützung des Beschwerdeführers - sehr wohl in der Lage ist, auch C.________ und D.________ weiterhin zu betreuen. Die drei Kinder auseinander zu reissen, entspricht zudem nicht dem Kindeswohl. 2.2.4 Es ist begreiflich, dass die Mutter finanziell Mühe hat, allein für ihre Kinder aufzukommen. Eigenen Angaben zufolge hat der Beschwerdeführer die Mutter der Kinder in der Vergangenheit materiell unterstützt. Weshalb er seiner ehemaligen Ehefrau nicht weiter Unterhaltsbeiträge für die Kinder überweisen können sollte, ist weder dargetan noch ersichtlich. Eine finanzielle Unterstützung der beiden Kinder ist dem Beschwerdeführer von der Schweiz aus durchaus möglich und zumutbar. Eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse (insbesondere auch in finanzieller Hinsicht), die eine Übersiedlung der Kinder C.________ und D.________ in die Schweiz notwendig machen würde, liegt jedenfalls nicht vor. 2.2.5 Unter diesen Umständen durfte die Vorinstanz ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs in antizipierter Beweiswürdigung auf die Befragung der Zeugin F.________ verzichten. Inwiefern diese Zeugin relevante Angaben betreffend die vorrangige Beziehung der Kinder bzw. das Betreuungsverhältnis hätte machen können, legt der Beschwerdeführer im Übrigen auch in seiner Eingabe an das Bundesgericht nicht dar. 2.3 Nach dem Gesagten sind die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz nicht zu beanstanden. Das Verwaltungsgericht durfte daraus ohne Bundesrechtsverletzung den Schluss ziehen, der Beschwerdeführer könne sich nicht auf eine wesentliche Veränderung der Betreuungsverhältnisse berufen, die eine nachträgliche Bewilligung des Nachzugs seiner beiden Kinder rechtfertigen würde. Dem Beschwerdeführer wird es weiterhin möglich sein, den Kontakt zu seinen Kindern durch Telefonate und Besuche zu pflegen, wie dies bis zu deren illegalen Einreise geschah. Art. 8 Ziff. 1 EMRK, der den Schutz des Familienlebens garantiert (vgl. dazu BGE 127 II 60 E. 1d/aa S. 64 f. mit Hinweisen) und auf welchen sich der Beschwerdeführer ebenfalls berufen kann, ändert nichts. Dass die Kinder zu ihrem Vater die vorrangige familiäre Beziehung unterhalten und sich der Nachzug als zu deren Pflege notwendig erweist, was auch das Nachzugsrecht nach Art. 8 EMRK bzw. nach Art. 13 Abs. 1 BV voraussetzt (BGE 129 II 249 E. 2.4 S. 256 mit Hinweis), ist - wie erwähnt - nicht dargetan.