Citation: I 72/01 16.09.2002 E. 2

2.1 In Würdigung der medizinischen Unterlagen (Gutachten des Dr. med. H.________ vom 4. Mai 1994 und des ZMB vom 8. Dezember 1998) ist mit dem kantonalen Gericht davon auszugehen, dass aus somatischer Sicht keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu verzeichnen ist. Hingegen entwickelte sich eine psychische Problematik, welche im Gutachten des Spitals X.________ vom 18. September 1996 als leichte, anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert wurde. Der Beschwerdeführer vermittelte damals den Eindruck, die körperlichen Symptome als fassbare Erklärung für Vorgänge wie rasche Ermüdbarkeit, Langsamkeit und Konzentrationsschwierigkeiten zu benützen, die sich in seinem Kopf abspielten und für die er keine andere Begründung fand. Dies führte im Laufe der Jahre zu einer Überbewertung der Schmerzen. Die Psychiater schrieben der gestellten Diagnose jedoch keinen Krankheitswert zu und betrachteten den Versicherten als voll arbeitsfähig. Gemäss Gutachten des ZMB vom 8. Dezember 1998 und dessen Ergänzungsbericht vom 12. März 1999 stellte sich seither eine langsam zunehmende psychische Fehlentwicklung ein, welche schliesslich zu einer Chronifizierung des Leidens führte, wobei diesem nunmehr Krankheitswert beizumessen war. Da nicht ein genau datierbares Ereignis zur Verschlechterung geführt hat, konnten die Experten den Zeitpunkt der relevanten Verschlechterung nicht genau festlegen; sie schätzten jedoch, dass etwa seit Herbst 1997 ein Zustand vorlag, den der Versicherte mit seiner Willensanstrengung nicht mehr überwinden konnte. Körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten, die mit Heben und Tragen von Lasten verbunden sind, oder die in körperlicher Zwangshaltung oder in kontinuierlich gleicher Körperhaltung auszuüben sind, seien nur noch ganz beschränkt zumutbar. In der bisherigen Tätigkeit auf dem Bau oder als Schweisser und Schlosser sei kaum mehr eine Arbeitsfähigkeit gegeben. Hingegen könnte der Beschwerdeführer noch halbtags bei körperlich wenig beanspruchenden Tätigkeiten, vor allem in Wechselhaltung, eingesetzt werden. Soweit seine Kenntnisse dafür genügten, seien auch administrative Tätigkeiten zumutbar. Nicht möglich seien Verrichtungen auf Gerüsten oder an gefährlichen Maschinen, da der Versicherte zu Unfällen neige. 2.2 Soweit die Vorinstanz erwägt, ein Rentenanspruch könne erst dann entstehen, wenn eine Chronifizierung und Fixierung und damit eine Untherapierbarkeit des Leidens gegeben sei, kann ihr nicht beigepflichtet werden. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht kürzlich in Präzisierung seiner bisherigen Rechtsprechung festgehalten hat, sagt die Behandelbarkeit einer psychischen Störung, für sich allein betrachtet, nichts über deren invalidisierenden Charakter aus. Voraussetzung für die Entstehung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ist vielmehr, dass während eines Jahres (ohne wesentlichen Unterbruch) eine mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG bestanden hat und eine anspruchsbegründende Erwerbsunfähigkeit gemäss Art. 28 Abs. 1 bis Abs. 1ter IVG sowie Art. 28 Abs. 2 gegeben ist. Für das Vorliegen einer Invalidität massgebend ist, ob und inwiefern dem Versicherten trotz seines Leidens die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar ist (BGE 127 V 298 Erw. 4c). Aufgrund der medizinischen Unterlagen ist davon auszugehen, dass die den Beginn der einjährigen Wartezeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG auslösende Arbeitsunfähigkeit frühestens im Herbst 1996 - möglicherweise aber auch erst im Herbst 1997 - eingetreten ist. Es lässt sich daher nicht beanstanden, wenn Verwaltung und Vorinstanz den Rentenbeginn auf September 1997 festgelegt haben. Art. 29bis IVV kommt vorliegend nicht zum Zuge, weil die erneute Arbeitsunfähigkeit erst nach einem Zeitraum von über drei Jahren seit Aufhebung der früher ausgerichteten Rente (bis 31. Januar 1993) eintrat.