Citation: 6B_1349/2023 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin gestand ein, Einnahmen aus einem Untermietverhältnis, ein einmaliges Salär der Stadt U.________ und Einkünfte aus ihrer selbstständigen Tätigkeit als Yoga-Lehrerin gegenüber dem Sozialamt nicht deklariert und die fraglichen Tätigkeiten auch nicht gemeldet zu haben. Ausgehend davon, dass die selbstständige Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Yoga-Lehrerin im Ergebnis defizitär war und dem Sozialamt - trotz Ausrichtung von Sozialhilfe - kein Vermögensschaden entstanden ist, geht die Vorinstanz nicht vom eingeklagten Deliktsbetrag von Fr. 34'052.90 aus, sondern zutreffend von einem (reduzierten) Deliktsbetrag in Höhe von Fr. 9'181.75, bestehend aus den nicht deklarierten Mieteinnahmen aus Untermiete im Umfang von Fr. 7'779.-- und dem nicht gemeldeten Salär aus unselbstständiger Tätigkeit bei der Stadt U.________ von Fr. 1'402.75.--. Dieser Deliktsbetrag von rund Fr. 9'200.-- liegt im unteren Mittelbereich; die Erheblichkeitsschwelle von Fr. 3'000.-- wird deutlich, nicht aber erheblich überschritten. Die deliktische Tätigkeit betreffend die Mietzinseinnahmen erstreckte sich vom 7. September 2018 bis 30. Dezember 2019 und beträgt 16 Monate. Die Einnahmen aus unselbstständiger Tätigkeit bei der Stadt U.________ erzielte die Beschwerdeführerin am 22. Oktober 2019 als einmaliges Salär. Die Rechtsprechung qualifizierte eine Deliktsdauer von 8 Monaten als "nicht unerheblich" (Urteil 6B_1030/2020 vom 30. November 2020 E. 1.2) und sprach bei einer Dauer von 7 Monaten gar von einer "gewissen Erheblichkeit" (vgl. BGE 149 IV 273 E. 1.6). Die hier zu beurteilende Deliktsdauer beläuft sich auf 16 Monate - das Doppelte. Von einer nur kurzen Zeitspanne kann daher offensichtlich nicht mehr die Rede sein. Unter Verschuldensgesichtspunkten fällt erschwerend ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin nicht nur eine, sondern zwei Einkommensquellen nicht deklarierte (vgl. Urteil 6B_773/2021 vom 5. Oktober 2022 E. 2.3). Zudem verhielt sie sich nicht nur rein passiv (Verschweigen eines [Lohn-]Kontos), sondern machte überdies zweimal zu ihren Gunsten aktiv unvollständige und damit unwahre Angaben (vgl. Gesuche um Bezug von Sozialhilfeleistungen vom 2. November 2018 und 20. September 2018). Nicht entscheidend zu entlasten vermögen sie die von ihr angeführten schwierigen Lebensumstände und ihre psychische Verfassung. Eine Relativierung der ihr als Bezügerin von Sozialhilfe obliegenden Meldepflicht ergibt sich daraus nicht. Dies gilt letztlich auch in Bezug auf die während 27 Monaten vom 11. Dezember 2017 bis 19. Februar 2019 ausgeübte selbstständige Tätigkeit als Yoga-Lehrerin und zwar ungeachtet des Umstands, dass diese defizitär und bereits früher ein Thema zwischen ihr und dem Sozialamt war. Die Beschwerdeführerin hätte (zumindest) die konkrete Aufnahme der Tätigkeit melden müssen; das Amt trifft insofern keine das Verschulden der Beschwerdeführern mildernde Mitverantwortung. Es kann auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG), namentlich auch insoweit, als die Vorinstanz feststellt, die Beschwerdeführerin sei sich ihrer Pflicht zur Angabe jeglichen Einkommens ebenso wie des Umstands, dass sich eine Pflichtverletzung finanziell positiv für sie auswirke, bewusst gewesen. Die Ausführungen in der Beschwerde zur Arglist und Opfermitverantwortung gehen im Zusammenhang mit Art. 148a StGB an der Sache vorbei. Dass die Vorinstanz vor diesem Hintergrund im Rahmen ihrer Gesamtbetrachtung nicht mehr von einem nur leichten Verschulden oder einer nur unerheblichen kriminellen Energie ausgeht, lässt sich nicht beanstanden. Es verletzt daher kein Bundesrecht, wenn sie einen leichten Fall verneint und den Grundtatbestand im Sinne von Art. 148a Abs. 1 StGB zur Anwendung bringt.