Citation: 6B_281/2018 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, es habe keine relevante Fremdgefährdung bestanden (angefochtenes Urteil, E. 2.8.1 S. 23). Eine Eigengefährdung von C.D.________ sei vorhanden und betreffend Ausführungsgefahr schwierig einzuschätzen gewesen (angefochtenes Urteil, E. 2.8.2.1 S. 24). Gerade für den Fall, dass die Polizei in die Wohnung komme, habe dieser jedoch mit einem Freitod durch Erstechen oder Sturz vom Balkon gedroht. Dieses Risiko sei offensichtlich gewesen (vgl. angefochtenes Urteil, E. 2.8.2.2 S. 24). Auch habe das sich letztlich verwirklichte Risiko einer ernsthaften Verletzung nach Widerstand bestanden. Der psychische Ausnahmezustand von C.D.________ sei für den Beschwerdeführer klar erkennbar und offensichtlich gewesen. Er habe nicht darauf vertrauen können, dass sich dieser bei der Stürmung der Wohnung wie eine psychisch gesunde Person verhalten würde und dessen unberechenbares Verhalten sei ihm bewusst gewesen. C.D.________ sei schon zuvor der Aufforderung eines Polizisten, das Messer in seiner Hand wegzuwerfen, nicht nachgekommen, sondern habe zur Schussabgabe aufgefordert und gleichzeitig das Messer gegen seine eigene Brust gerichtet. Der Beschwerdeführer habe aufgrund der Umstände (Hektik, enge Platzverhältnisse, unberechenbare Zielperson, welche einen erstintervenierenden Polizisten bereits provokativ aufgefordert habe, doch zu schiessen) damit rechnen müssen, dass C.D.________ einen Schusswaffeneinsatz der Sondereinheit provozieren und es zu einer ernsthaften Verletzung kommen könne. Die Anordnung des Zugriffs durch die Sondereinheit habe die Eigengefährdung markant gesteigert und sei nicht dazu geeignet gewesen, dieser sinnvoll zu begegnen (angefochtenes Urteil, E. 2.8.2.3 f. S. 25 f.). Der Zugriff der Sondereinheit sei ein unverhältnismässiges Mittel zur Wiederherstellung öffentlicher Ruhe und Ordnung gewesen. Die vom Beschwerdeführer zu leistende Güterabwägung zwischen der Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung einerseits sowie dem Schutz von Leib und Leben von C.D.________ andererseits habe eindeutig zugunsten von Letzterem ausfallen müssen (angefochtenes Urteil, E. 2.8.3 S. 27). Die Bewilligung des Zugriffs sei nicht rechtmässig gewesen. Dem Beschwerdeführer seien andere Mittel zur Verfügung gestanden. Insbesondere hätte er weiter abwarten können. Eine Beruhigung der Situation und Festnahme ohne gewaltsamen Zugriff seien sehr gut möglich gewesen. Zusätzlich hätte er einen Verhandler aufbieten können und müssen (angefochtenes Urteil, E. 2.9 S. 30). Der Beschwerdeführer habe gewusst, dass der Zugriff durch die Sondereinheit mit einem hohen Risiko für die körperliche Integrität von C.D.________ verbunden gewesen sei. Er habe in jenem Zeitpunkt auch - insbesondere aufgrund der Hinweise des Einsatzleiters der Sondereinheit - von der Möglichkeit milderer Alternativen gewusst. Er habe somit mindestens damit gerechnet, dass die Anordnung des Zugriffs rechtswidrig resp. rechtsmissbräuchlich gewesen sei. Ein Eventualvorsatz liege demzufolge vor. Ausserdem habe er gewusst, dass ein Zugriff durch die Sondereinheiteinen schweren Eingriff in die Rechte der Zielperson mit potenziell traumatisierender Wirkung darstelle. Mit der Bewilligung des Zugriffs habe sich die Absicht des Beschwerdeführers manifestiert, C.D.________ einen Nachteil zuzufügen (angefochtenes Urteil, E. 2.10 S. 30). Im Rahmen der Strafzumessung erwägt die Vorinstanz, es habe keine Absicht des Beschwerdeführers bestanden, C.D.________ zu schaden (angefochtenes Urteil, E. 7.5 S. 45).