Citation: I 386/06 01.03.2007 E. 5

Als unbegründet erweisen sich auch die gegen die zeitliche Bemessung in den einzelnen Bereichen vorgebrachten Einwendungen. 5.1 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist der Mehraufwand unter Ziff. 4.1.1 des Abklärungsberichts (Hilfe beim An- und Auskleiden und bei den Hilfsmitteln) auf 40 Minuten anstelle von 30 Minuten festzusetzen. Dies wird damit begründet, dass nebst dem Mehraufwand für das An- und Auskleiden von 20 Minuten täglich zusätzlich viermal pro Tag die Schuhe und Orthesen angezogen werden müssten, wozu jeweils fünf Minuten benötigt würden. Im Förderbericht 2003/2004 des Schulheims vom 21. Juni 2004 wird unter dem Titel Selbstständigkeit festgehalten, die Versicherte kenne ihren Tagesablauf auswendig, brauche jedoch Hilfe beim Schliessen der Hosen und Jacken. Ansonsten meistere sie den Tagesablauf wie WC und Essen alleine. In der Ergotherapie werde insbesondere das in die Hose stecken des T-Shirts und das Schliessen des Knopfes mit Hilfe des "Knöpfers" geübt. Anziehen gehe bereits beinahe selbstständig, doch klappe es mit dem T-Shirt nur teilweise. Bei Socken, Schiene und Schuhe werde indessen Hilfe benötigt. Es besteht bei diesen Gegebenheiten kein Anlass, den im Abklärungsbericht mit insgesamt 30 Minuten täglich bewerteten Mehraufwand zu erhöhen. 5.2 Nicht zu überzeugen vermag auch die geltend gemachte zusätzliche Einschränkung unter Ziff. 4.1.2 (Hilfe beim Aufstehen), welche sich daraus ergeben soll, dass es der Versicherten nicht möglich ist, richtig an den Tisch zu sitzen. Zudem müsse die Mutter in der Nacht aufstehen, um nach dem Gang auf die Toilette beim Reinigen zu helfen und die Versicherte wieder ins Bett zu bringen, was mit 10 Minuten zu veranschlagen sei. Im Abklärungsbericht wurde dafür zu Recht kein zusätzlicher Aufwand berücksichtigt. Auch wurde vermerkt, dass die Versicherte nachts alleine aufs WC und wieder ins Bett gehe. Hier gilt es zu berücksichtigen, dass sie durchaus selber Aufstehen, Absitzen und Abliegen kann. Sie kann sich unbestrittenermassen auch alleine auf einen Stuhl setzen. Nur muss dieser jeweils anschliessend richtig an den Tisch geschoben werden. Dies allein rechtfertigt indessen keinen Zuschlag von 10 Minuten im Tag. Der Mehraufwand für das Verrichten der Notdurft ist unter der entsprechenden Rubrik zu berücksichtigen, zumal die Versicherte in der Nacht durchschläft und daher nicht anzunehmen ist, dass sie in der Nacht regelmässig Hilfe braucht. 5.3 Zum Essen (Ziff. 4.1.3), wo der Mehraufwand auf 15 Minuten pro Tag festgesetzt wurde, geht die Beschwerdeführerin von 26 Minuten aus mit der Begründung, für das Frühstück und das Nachtessen würden jeweils 10 Minuten anfallen, für das Mittagessen 6 Minuten. Worin der Mehraufwand gegenüber den Angaben im Abklärungsbericht besteht, wird indessen nicht detailliert angegeben. Somit ist davon auszugehen, dass das Schneiden der Speisen wegen der Probleme mit der Koordination und der fehlenden Kraft in der rechten Hand nicht möglich ist und auch die Brote von der Mutter gestrichen werden müssen. Es ist daher nicht einzusehen, inwiefern der angenommene Mehraufwand im Bereich Essen als unangemessen zu betrachten ist. 5.4 Mit Bezug auf die Körperpflege (Ziff. 4.1.4) wird der im Abklärungsbericht angegebene Mehraufwand für Waschen und Kämmen von insgesamt 20 Minuten ausdrücklich bestätigt. Es wird jedoch geltend gemacht, für das Baden werde mehr Zeit benötigt als die im Bericht festgehaltenen 10 Minuten. Die Versicherte könne nicht allein in die Badewanne ein- und aussteigen. Für ein Bad werde eine Hilfeleistung von jeweils 30 Minuten benötigt, was bei drei bis vier Bädern pro Woche einem täglichen Mehraufwand von 15 Minuten entspreche. Dies widerspricht den Angaben im Abklärungsbericht jedoch nicht grundsätzlich, indem dort ausgeführt wurde, die Versicherte steige alleine in die Badewanne, aus Sicherheitsgründen müsse die Mutter indessen immer dabei sein, um sie im Notfall festzuhalten. Anschliessend könne sie alleine in der Wanne gelassen werden. Beim Einseifen und Waschen der Haare werde aber direkte Hilfe benötigt, ebenso beim Duschen. Inwiefern 15 Minuten angemessener sein sollen als 10 Minuten, ist nicht ersichtlich, zumal nicht täglich gebadet und Haare gewaschen wird. 5.5 Was schliesslich Ziff. 4.1.5 (Hilfe beim Verrichten der Notdurft) anbelangt, macht die Beschwerdeführerin geltend, die Angaben im Abklärungsbericht seien zwar zutreffend, wonach das Wasser lösen selbstständig gehe, danach aber Hilfe beim Ordnen der Kleider benötigt werde und auch bei der Körperreinigung nachgeholfen werden müsse. Auch hier kann dem Einwand nicht gefolgt werden, es seien 23 Minuten anstelle der veranschlagten 10 Minuten pro Tag erforderlich. 5.6 Zusammenfassend erweist es sich angesichts des weiten Ermessensspielsraums, der der Verwaltung von der Natur der Sache her bei der Würdigung der Umstände des Einzelfalles für die Ermittlung des behinderungsbedingten Mehraufwandes zukommt, sofern der massgebende Sachverhalt wie hier rechtsgenüglich abgeklärt worden ist, nicht als unzutreffend, wenn der behinderungsbedingte Betreuungsmehraufwand für die Hilfe in der Grundpflege auf insgesamt 1 1/2 Stunden pro Tag festgesetzt wurde.