Citation: 8C_541/2019 E. 5.1

5.1. Wie von der Beschwerdeführerin zutreffend dargelegt, hat die Ausweitung der Anwendbarkeit des strukturierten Beweisverfahrens (BGE 141 V 281) auf sämtliche psychischen Erkrankungen (BGE 143 V 418) nicht generell eine Erhöhung der Erfolgsaussichten auf Rentenleistungen der Invalidenversicherung zur Folge. Denn ob eine psychische Erkrankung das funktionelle Leistungsvermögen invalidisierend einschränkt, hängt - auch nach der Praxisänderung gemäss BGE 143 V 409 und 418 weiterhin - von zusätzlichen Voraussetzungen ab. Erst wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten Anspruchsgrundlage anhand der Standardindikatoren (vgl. dazu BGE 141 V 281 E. 4.1.3 S. 297 f.) schlüssig und widerspruchsfrei nachgewiesen sind, ist die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades zulässig (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308). Das kantonale Gericht zeigt nicht auf, inwiefern "sich die neue Rechtsprechung zweifellos zu Gunsten jener Versicherten [auswirke], die wegen einer depressiven Störung Invalidenversicherungsleistungen beantragen".