Citation: 4A_605/2020 E. 6.3

6.3. Die Vorinstanz qualifizierte die Behauptungen der Beschwerdeführerin zur Bestellung der Regiearbeiten als wenig detailliert. Die Beschwerdeführerin liefere keine konkreten Daten und nenne lediglich den Bauleiter und den Projektleiter der Beschwerdegegnerin sowie ihre eigenen Mitarbeiter, die an den Vorgängen beteiligt gewesen seien. Die Behauptungen der Beschwerdeführerin erschöpften sich in der Geltendmachung einer Hinhaltetaktik bei der Unterzeichnung der Regierapporte. Insbesondere unterscheide die Beschwerdeführerin nicht zwischen dringlichen Arbeiten und solchen, bei welchen sie von der Beschwerdegegnerin künstlich unter Druck gesetzt worden sei. Diese unbestimmten Behauptungen erlaubten keine Beweisabnahme darüber, durch wen wann welche Regiearbeiten angeordnet worden seien. Selbst zur behaupteten Intervention eines Mitarbeiters der Beschwerdeführerin beim Projektleiter der Beschwerdegegnerin äussere sich die Beschwerdeführerin nur vage. So ergebe sich aus ihren Behauptungen weder der Zeitpunkt noch die Form der Intervention. Den Projektleiter rufe die Beschwerdeführerin gar nicht erst als Zeugen an. Damit komme sie ihrer Substanziierungsobliegenheit nicht nach. Ein Beweisverfahren diene nicht der Vervollständigung des unvollständigen Tatsachenvortrags einer Partei, zumal seit der streitigen Anordnung von Regiearbeiten vier Jahre vergangen seien. Sollten darüber noch weitere Aufzeichnungen bei der Beschwerdeführerin vorhanden sein, hätte sie diese bis zum Aktenschluss zum Beweis anbieten müssen. Da keine unterzeichneten Rapporte vorlägen, könne sich die Beschwerdeführerin nicht auf eine entsprechende lndizwirkung berufen. Sie habe deshalb einen vollständigen Beweis über sämtliche streitigen und entscheidungserheblichen Tatsachen zu führen. Ihren allfälligen Vergütungsanspruch für den in den Regierapporten nicht aufgeführten Materialaufwand habe die Beschwerdeführerin ausserdem entsprechend der von den Parteien getroffenen Vereinbarung verwirkt. Auf eine Substanziierung des Materialaufwands verzichte die Beschwerdeführerin vollständig.