Citation: 6P.51/2006 03.11.2006 E. 7

Das Obergericht sieht in einer Notiz vom 10. Februar 1998 (Band A1, 10143) des damaligen Schmelzmeisters F.________ ein wesentliches Indiz dafür, dass der Beschwerdeführer ihm die Weisung erteilte, beim Schmelzen Vanadium wegzulassen. Letzterer kritisiert diese Würdigung als Verstoss gegen die Unschuldsvermutung in ihrer Funktion als Beweiswürdigungsregel. Bei der Deutung der fraglichen Notiz stellt das Obergericht auf die Aussagen ihres Verfassers ab. Dieser erklärte, es handle sich um eine Schmelzanweisung, die der Beschwerdeführer mündlich erteilt habe. Demgegenüber stellt sich Letzterer auf den Standpunkt, es handle sich dabei um eine Desoxidationsempfehlung und nicht um eine Schmelzanweisung. Die Wendung "pas de V" beziehe sich auf das zuoberst auf der Notiz stehende Wort "Desoxydation". Da die Notiz lediglich wenige interpretationsbedürftige Stichworte enthält, erscheint die Auffassung des Obergerichts, es sei bei ihrer Deutung in erster Linie auf die Aussagen ihres Verfassers abzustellen, naheliegend. Der Beschwerdeführer stellt wohl sehr eingehend seine Gegenansicht dar. Er vermag jedoch nicht schlüssig aufzuzeigen, dass die Erklärung des Schmelzmeisters offensichtlich unzutreffend wäre und ein Abstellen darauf willkürlich erschiene. Insbesondere setzt er sich mit den Ausführungen, die das Obergericht zur Glaubwürdigkeit der Aussagen von F.________ anstellt, nicht näher auseinander. Die Beschwerde ist daher in diesem Punkt unbegründet, soweit auf die weitgehend appellatorischen Ausführungen im Lichte von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG überhaupt einzutreten ist. Die in diesem Zusammenhang erhobenen weiteren Vorwürfe der Verletzung des rechtlichen Gehörs und des Fairnessgebots gehen ebenfalls fehl. Das Obergericht brauchte sich nicht mit allen Einwänden des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f.) und konnte auch auf die Einholung eines Gutachtens zur Frage, ob beim Desoxidieren Vanadium wegzulassen sei, sowie auf die Edition weiterer Fabrikationsunterlagen verzichten. Es ist jedenfalls nicht willkürlich, wenn es sich von diesen Beweismitteln keinen weiteren Aufschluss versprach.