Citation: 1P.107/2001 25.06.2001 E. A

A.- Am 24. Februar 1995 reichte B.________ ein Baugesuch für den Anbau einer Bibliothek und den Neubau einer Garage auf seinem in der Zone W3 gelegenen Grundstück ................. in Einsiedeln ein. Das Baugesuch war vom Projektverfasser, C.________, mitunterzeichnet. Die Länge der Baute wurde darin mit 29.75 m angegeben. Die unter Ziff. 16 gestellte Frage, ob eine kantonale oder kommunale Ausnahmebewilligung notwendig sei, wurde verneint. Am 10. März 1995 erfolgte die amtliche Publikation des Gesuches mit dem Hinweis, dass das Baugespann erstellt sei und die Gesuchsunterlagen auf dem Bauamt Einsiedeln zur Einsicht auflägen. Zudem wurden die Einsprachemöglichkeiten und die bis zum 30. März 1995 geltende Einsprachefrist angeführt. Gegen das Bauvorhaben gingen innert Frist keine Einsprachen ein. In der Folge wurde B.________ darauf aufmerksam gemacht, dass das eingereichte Bauprojekt den gesetzlichen Mindestabstand zu dem auf der gleichen Parzelle liegenden Gebäude ............. unterschreite. Er ersuchte daher am 19. Juli 1995 um eine Ausnahmebewilligung. Am 7. September 1995 bewilligte der Bezirksrat Einsiedeln das Baugesuch. Für die Unterschreitung des minimalen Gebäudeabstands erteilte er eine Ausnahmebewilligung mit dem Hinweis, die Genehmigung durch das Justizdepartement bleibe vorbehalten. Mit Verfügung vom 4. Oktober 1995 trat das Justizdepartement des Kantons Schwyz auf das Gesuch um Genehmigung einer Ausnahmebewilligung nicht ein. Es begründete dies damit, dass beim Neubau des Bibliotheksgebäudes sowie dem Anbau eines Wintergartens bei der Villa "........" von einer zonenkonformen, teilweise geschlossenen Bauweise auszugehen sei. Die Einhaltung eines Gebäudeabstandes zwischen dem Hauptgebäude bzw. dem geplanten Anbau eines Wintergartens und dem Bibliotheksneubau entfalle damit. In diesem besonderen Fall bedürfe es daher keiner Genehmigung einer entsprechenden Ausnahmebewilligung. Abschliessend wies das Justizdepartement darauf hin, dass durch den Bibliotheksneubau die maximale Gebäudelänge von 40 m gemäss Art. 62 des Baureglements der Bezirksgemeinde Einsiedeln (BauR) überschritten werde. Hierbei handle es sich jedoch um eine kommunale Bauvorschrift. Die kommunale Baubewilligungsbehörde wurde nach Zustellung dieser Verfügung des Justizdepartements nicht weiter tätig. Insbesondere unterliess sie es, ihre Baubewilligung vom 7. September 1995 wegen Überschreitung der maximalen Gebäudelänge durch eine Ausnahmebewilligung zu ergänzen.