Citation: 1C_257/2022 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin ersucht um Einsicht in drei im Bundesarchiv abgelegte Dossiers, die alle die sogenannte Crypto-Affäre betreffen. Die Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) der Eidgenössischen Räte hat im November 2020 einen Bericht über den Fall Crypto AG veröffentlicht (Fall Crypto AG, Bericht der Geschäftsprüfungsdelegation der Eidgenössischen Räte vom 2. November 2020, BBl 2021 156; nachfolgend: Bericht GPDel Crypto AG). Aus diesem Bericht ergibt sich insbesondere Folgendes: Im Februar 2020 gelangten verschiedene Medienhäuser - unter anderem das SRF - in den Besitz des von ausländischen Geheimdiensten erstellten und die Crypto AG betreffenden MINERVA-Berichts. Diese veröffentlichten unter anderem, dass die mittlerweile aufgelöste Crypto AG mit Decknamen MINERVA und Sitz in Steinhausen/ZG im Besitz ausländischer Nachrichtendienste war und "schwache" Chiffriergeräte exportierte, deren Verschlüsselung sich mit einem realistischen Aufwand brechen liess. Der Strategische Nachrichtendienst der Schweiz (SND; heute: Nachrichtendienst des Bundes [NBD]) war ab Herbst 1993 im Besitz von verlässlichen Informationen über die Besitzverhältnisse und Tätigkeiten der Crypto AG. Die Bundespolizei (BuPo; im Jahr 1999 ins fedpol eingegliedert) beschäftigte sich ihrerseits mehrmals zwischen 1977 und 1997 mit der Crypto AG, insbesondere im Zusammenhang mit der Affäre Bühler in den 1990er-Jahren. Nach einer neunmonatigen Inhaftierung im Iran kehrte Hans Bühler, Verkaufsingenieur bei der Crypto AG, im Januar 1993 in die Schweiz zurück und erhob öffentlich den Vorwurf der absichtlichen Manipulierung von Chiffriergeräten der Crypto AG. In den Jahren 1993 und 1994 nahm die BuPo diesbezüglich sowie bezüglich der Besitzverhältnisse der Crypto AG Abklärungen auf. Dabei befragte sie unter anderem Hans Bühler sowie 20 weitere aktive und ehemalige Mitarbeiter der Crypto AG. Die streitgegenständlichen Dossiers betreffen die Abklärungen der Bundespolizei in den 1990er-Jahren im Zusammenhang mit der Affäre Bühler und der Crypto AG. Sie liegen dem Bundesgericht vor.