Citation: 4P.299/2005 31.01.2006 E. 6

Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin eine willkürliche Beweiswürdigung. Das Kantonsgericht habe zwar die als Auskunftspersonen befragten Mitarbeiter der Beschwerdeführerin, die ausgesagt hätten, dass alle Bauleistungen im Auftrag und mit Zustimmung des Bauherrn erfolgt seien, richtig zitiert, aber nicht gewürdigt. Es habe ihnen lediglich die Aussage des Bauleiters, der ausgesagt habe, dass die Ausführung dem ursprünglichen Bauprojekt entsprochen habe, gegenübergestellt. Diese Aussage sei aber falsch. Die Rüge ist unbegründet und gibt im Übrigen die Aussagen verkürzt und ungenau wieder. Gemäss dem angefochtenen Urteil sagten zwei Auskunftspersonen aus, es habe bei den Baumeisterarbeiten Abweichungen vom ursprünglich Vereinbarten gegeben und es seien vor Ort Aufträge vom Bauherrn oder der Bauleitung erteilt worden. Zudem hätten sie der Bauleitung wiederholt die Regierapporte vorgelegt, seien jedoch auf später oder auf eine Berücksichtigung der Arbeit im Ausmass vertröstet worden (Urteil S. 11 E. 14). Weder unterliess das Kantonsgericht eine Würdigung dieser Aussagen noch würdigte es die Aussagen des Bauleiters in willkürlicher Weise. Das Kantonsgericht stellte vielmehr die Aussagen der Auskunftspersonen und diejenigen des Bauleiters einander gegenüber und schloss, wie schon das Bezirksgericht, dass sie widersprüchlich seien. In Beachtung der jeweiligen Interessenlage der Auskunftspersonen könnten insgesamt gewisse Zweifel aufkommen, ob nicht tatsächlich ein Mehraufwand von der Beschwerdeführerin geleistet worden sei, ein sicherer Beweis liege indessen nicht vor. Die Aussagen vermöchten auf keinen Fall Bestand und Höhe einer allfälligen Forderung zu beweisen. Das Kantonsgericht nahm damit durchaus eine Würdigung der Aussagen vor. Es berücksichtigte einerseits namentlich die Interessenlage der Auskunftspersonen, die Mitarbeiter der Beschwerdeführerin waren, anderseits aber auch, dass der Bauleiter auf Fragen nach Mehraufwand tendenziell zurückhaltend und ausweichend geantwortet habe. Der Vorwurf, es habe auf eine offensichtlich falsche Aussage des Bauleiters abgestellt, gebricht schon daran, dass dieser - entgegen der verkürzten Wiedergabe durch die Beschwerdeführerin - nicht aussagte, die Ausführung habe dem ursprünglichen Bauprojekt entsprochen, sondern - wie dem angefochtenen Urteil zu entnehmen ist (E. 14) - die Ausführung habe "grundsätzlich" dem ursprünglichen Bauprojekt entsprochen, wobei er eine rollende Planung bestritt. Die Regierapporte seien ihm zu spät vorgelegt worden, er habe zu diesem Zeitpunkt ihre Richtigkeit nicht mehr nachvollziehen können. Es ist nicht ersichtlich und nicht schlüssig aufgezeigt, inwiefern das Kantonsgericht in Willkür verfallen sein soll, wenn es aufgrund der Gegenüberstellung der Aussagen des Bauleiters und der Aussagen der Auskunftspersonen schloss, letztere lieferten keinen sicheren Beweis für Bestand und Höhe einer allfälligen Forderung. Fehl geht schliesslich der Vorwurf der Beschwerdeführerin, das Kantonsgericht hätte die Aussagen des Bauleiters und auch der anderen "Zeugen" (welcher?) im Hinblick auf die Frage würdigen müssen, ob die effektiv durchgeführten Bauleistungen mit Zustimmung des Bauherrn stattgefunden hätten, was sie aber nicht vorgenommen und daher willkürlich gehandelt habe. Zum einen ist es Sache der beweispflichtigen Partei anzugeben, zu welchen Tatsachen ein von ihr angerufener Zeuge zu befragen sei. Zum andern scheint vorliegend die Frage, ob der Bauherr Mehraufwand in Auftrag gegeben bzw. genehmigt habe, gerade Gegenstand der Befragungen des Zeugen und der Auskunftspersonen gewesen zu sein. Indessen liegt kein Zugeständnis des Bauleiters vor, dass Mehrleistungen mit Zustimmung des Bauherrn erfolgt seien. Folglich konnte das Kantonsgericht auch keine entsprechende Würdigung vornehmen.