Citation: I 212/05 17.08.2005 E. 5.2

5.2.1 Rechtsprechungsgemäss bildet die in Art. 69 Abs. 2 IVV vorgesehene Abklärung an Ort und Stelle insbesondere bei physischen Beeinträchtigungen grundsätzlich die geeignete und im Regelfall auch genügende Vorkehr zur Ermittlung der gesundheitlichen Einschränkungen im Haushalt (BGE 130 V 61, 128 V 93, je mit Hinweisen; in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erw. 2.3.2 des Urteils S. vom 30. Dezember 2002, I 90/02 [vgl. AHI 2003 S. 218 Erw. 2.3.2]; Urteile P. vom 6. April 2004, I 733/03, Erw. 5.1.2 und C. vom 18. August 2003, I 741/01, Erw. 4.1, je mit Hinweisen). Die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, ist unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse im Einzelfall festzustellen. Dabei kommt insbesondere den ärztlichen Schätzungen der Arbeitsfähigkeit kein genereller Vorrang gegenüber den Ergebnissen einer von der Invalidenversicherung durchgeführten Haushaltsabklärung zu. Des Beizugs einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (AHI 2001 S. 161 Erw. 3c). Dies gilt selbst für den Fall, dass es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Einzig wenn es zu Divergenzen zwischen den Ergebnissen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person kommt, ihre Haushaltstätigkeiten trotz des psychischen Leidens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Einschätzung in der Regel grösseres Gewicht beizumessen als der Abklärung im Haushalt (zum Ganzen: SVR 2005 IV Nr. 21 S. 84 Erw. 5.1.1 mit Hinweisen; Urteil P. vom 6. April 2004, I 733/03, Erw. 5.1.3 mit Hinweisen). 5.2.2 Mit der Beschwerdeführerin ist davon auszugehen, dass der Abklärungsbericht Haushalt vom 19. April 2002 (samt Ergänzung vom 11. Dezember 2002) eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage in obgenanntem Sinne darstellt. Die Erhebungen sind vor Ort vorgenommen und im Bericht (einschliesslich des Nachtrags) detailliert wiedergegeben worden, wobei sich die IV-Abklärungsperson mit den geklagten Beschwerden in Bezug auf die einzelnen Verrichtungen im Haushalt eingehend befasst hat. Entgegen der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts liegt, da die Beschwerdegegnerin namentlich nicht unter psychisch bedingten Beeinträchtigungen leidet, kein Ausnahmefall der geschilderten Art vor, welcher einer zusätzlichen Beurteilung durch einen Arzt oder eine Ärztin bedürfte oder bei welchem allfällige divergierende ärztliche Feststellungen zur Einschränkung im Haushaltsbereich höher zu gewichten wären. Die vorinstanzlich entschiedene Rückweisung der Sache an die Verwaltung erübrigt sich daher in diesem Punkt. Der Umstand schliesslich, dass die Quantifizierung der Beeinträchtigungen in den jeweiligen Haushaltstätigkeiten nicht im Rahmen der Abklärung an Ort und Stelle, sondern erst einige Monate später erfolgt war (vgl. die Ergänzung vom 11. Dezember 2002), ist zwar nicht ganz regelkonform, führt aber mit der Vorinstanz nicht dazu, dass den betreffenden Erhebungen bereits aus formalen Gründen jeglicher Beweiswert abzusprechen wäre. Vielmehr stand es der Beschwerdegegnerin oder deren Rechtsvertreter insbesondere anlässlich des zweiten Einspracheverfahrens (auf Verfügung vom 23. März 2004 hin), nachdem sämtliche Akten beigezogen worden waren, offen, im Rahmen der ergänzenden Einspracheeingabe konkrete Einwendungen gegen die vervollständigte Bemessung der Beeinträchtigungen im Haushalt gemäss Bericht der IV-Abklärungsperson vom 11. Dezember 2002 vorzubringen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, wie von der Beschwerdegegnerin letztinstanzlich sinngemäss erneut geltend gemacht, kann im Vorgehen der IV-Stelle nicht erblickt werden. Eine ergänzende Abklärung erübrigt sich zudem auch angesichts des Umstands, dass, sofern es bei einem erwerblichen Anteil von 50 % im Gesundheitsfall bleiben sollte (vgl. Erw. 3.2.2 hievor), der Invaliditätsgrad bezogen auf ein 50%-Pensum im erwerblichen Teilbereich, wie bereits die vorhandenen medizinischen Akten belegen, nicht erheblich ausfallen dürfte: Damit dennoch gesamthaft eine rentenrelevante Invalidität resultierte, müsste allein die sich aus den Einschränkungen im Haushalt ergebende Behinderung beträchtlich über den festgestellten 25,4 % liegen. Hierfür finden sich in den Akten - unter Berücksichtigung auch der zumutbaren Unterstützung durch den Ehemann (in BGE 130 V 396 nicht publizierte Erw. 8 des Urteils B. vom 18. Mai 2004, I 457/02, mit weiteren Hinweisen [vgl. SVR 2005 IV Nr. 6 S. 26 Erw. 8]; Urteile S. vom 16. Februar 2005, I 568/04, Erw. 4.2.2 und V. vom 13. September 2004, I 253/04, Erw. 5.2 in fine) - indessen keine Anhaltspunkte. Bedeutungslos wäre die Haushaltsabklärung sodann ohnehin, wenn die IV-Stelle nach ihren zusätzlichen Erhebungen zum Schluss gelangte, dass die Beschwerdegegnerin ohne Gesundheitsschaden zu 100 % eine Erwerbstätigkeit ausüben würde.