Citation: 5A_52/2019 E. 3.3.5

3.3.5. Worin die Gründe für die sehr lange Verfahrensdauer liegen, spielt für die allfällige Anpassung der Schätzung an sich keine Rolle. Damit geht die Behauptung der Beschwerdeführerin, nicht sie, sondern die kantonalen Aufsichtsbehörden seien dafür verantwortlich, an der Sache vorbei. Zudem will die Beschwerdeführerin der betreibungsamtlichen Schätzung im konkreten Fall eine besondere Bedeutung einräumen, da die Verwertung der beiden Grundstücke ein aussergewöhnliches Ereignis sei. Indes sagt die Schätzung nichts über den tatsächlich erzielbaren Erlös aus, sondern soll den Interessenten bloss einen Anhaltspunkt über das vertretbare Angebot geben. Daher soll sie nicht möglichst hoch sein, sondern nur den mutmasslichen Verkaufswert der Grundstücke bestimmen (Art. 9 Abs. 1 VZG; BGE 143 III 532 E. 2.2; 134 III 42 E. 4). Die Vorinstanz hat diesen Anforderungen Rechnung getragen, indem sie das im Gutachten vom 7. März 2014 angeführte zweite Szenario (Gestaltungsplan) zur Grundlage der Schätzung bestimmt hat. Mit dem zwingenden Hinweis auf das Datum des Gutachtens, insbesondere in der Steigerungspublikation, erhalten die Interessenten die Information, auf welchen Zeitpunkt sich der mutmassliche Verkaufswert bezieht.