Citation: 8C_130/2022 E. 4.4

4.4. Was die psychische Erkrankung betrifft, so ist zunächst festzuhalten, dass diese unstreitig in keinem Zusammenhang mit den streitbetroffenen Unfällen steht. Unbestritten ist zudem, dass die Beschwerdeführerin erst seit dem Jahr 2015 infolge der psychischen Erkrankung in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Mit anderen Worten war die Leistungsfähigkeit nicht schon vor dem Unfall aus psychischen Gründen eingeschränkt, woraus folgt, dass es sich dabei nicht um eine vorbestehende Beeinträchtigung im Sinne von Art. 28 Abs. 3 UVV handelt. Inwiefern die Vorinstanz Bundesrecht verletzt haben soll, indem sie bei der Berechnung des Invalideneinkommens allein die unfallbedingten Einschränkungen berücksichtige, ist nicht ersichtlich. So besteht rechtsprechungsgemäss für die obligatorische Unfallversicherung keine Leistungspflicht für vorbestehende oder - was hier auf die psychische Beeinträchtigung zutrifft - nach dem Unfall aufgetretene Krankheiten, auf welche der Unfall keinen Einfluss ausgeübt hat (SVR 2021 UV Nr. 31 S. 141, 8C_633/2020 E. 6.1 mit Hinweis auf RKUV 2006 Nr. U 570 S. 74, U 357/04 E. 2.4).