Citation: 2A.219/2006 12.09.2006 E. 2

2.1 Die in der Rechtsprechung zu Art. 7 und 17 ANAG entwickelten Voraussetzungen für den nachträglichen Nachzug von Kindern sind unterschiedlich, je nachdem ob es sich um die Vereinigung mit den gemeinsamen Eltern oder aber mit einem getrennt lebenden Elternteil handelt. Im ersten Fall bedarf es, unter Vorbehalt des Rechtsmissbrauches, keiner besonderen Rechtfertigung dafür, dass das Nachzugsrecht erst nachträglich geltend gemacht wird; im zweiten Fall dagegen wird ein nachträglicher Familiennachzug nur bewilligt, wenn besondere familiäre Gründe bzw. eine Änderung der Betreuungssituation dies gebieten (BGE 130 II 1 E. 2.2 S. 4; 129 II 11 E. 3.1 S. 14 f.; 126 II 329 E. 2a und 3b S. 330/332). 2.2 Das Verwaltungsgericht hat vorliegend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art.17 Abs. 2 Satz 3 ANAG und Art. 8 EMRK bei getrennten Elternteilen Bezug genommen. Es stellte fest, dass der Vater seine Tochter freiwillig verlassen habe, dass zu ihr keine vorrangige familiäre Beziehung bestehe und dass keine Notwendigkeit für den Nachzug der Tochter aus ihrer gewohnten in eine völlig fremde Umgebung gegeben sei. Zwar leide die Grossmutter erwiesenermassen an starkem Bluthochdruck und an einer leichten Herzschwäche. Trotz dieser Krankheit könne indessen von einer altersgerechten Betreuung der Tochter ausgegangen werden, da das Verhältnis zu ihrer Mutter - welche im gleichen Ort wohne - intakt sei. Da die Erziehung der Tochter auch bisher von Mutter und Grossmutter gemeinsam wahrgenommen worden sei, vermöge es auch keine wesentliche Rolle zu spielen, dass die Mutter inzwischen hauptsächlich mit der Betreuung der beiden Halbgeschwister von X.________ beschäftigt sei. 2.3 Die Feststellungen und Schlussfolgerungen des Verwaltungsgerichts zur Anwendung und Auslegung von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG bzw. von Art. 8 EMRK sind nicht zu beanstanden. Für eine Änderung der bisherigen Verhältnisse bestehen keine überwiegenden familiären Interessen. Die Beschwerdeführerin hat, von Ferienaufenthalten abgesehen, nie mit ihrem Vater zusammen gelebt; sie hat ihre sozialen Wurzeln in Serbien, spricht die dortige Sprache und kann - im Wesentlichen - im Familienverband bleiben, in dem sie aufgewachsen ist. Nach dem Gesagten sind vorliegend die nach der Rechtsprechung erforderlichen Voraussetzungen für den Familiennachzug nicht erfüllt.