Citation: 5A_919/2017 E. 3

Die Vorinstanz stellte fest und erwog, dass bei der Beschwerdeführerin ein Schwächezustand vorliege, aufgrund dessen sie nicht fähig sei, ihre administrativen und finanziellen Fähigkeiten hinreichend zu besorgen. Gemäss dem Bericht des Universitätsspitals Basel vom 25. Mai 2016 leide die Beschwerdeführerin an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer unheilbaren, rasch voranschreitenden, degenerativen Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems, die ihre Mobilität und Kommunikationsfähigkeit (Sprechen und Schreiben) körperlich immer mehr einschränke und letztlich zu Lähmungen führe. In Bezug auf ihren Geisteszustand diagnostiziere der Bericht zwar nicht explizit eine Demenz, doch würden darin Schwierigkeiten bei der Anamneseerhebung wegen der sprunghaften Gedanken und des Redeflusses erwähnt. Überdies werde bei den Diagnosen eine beginnende fronto-temporale Demenz aufgeführt, deren Feststellung auf zwei Tests (Minimal Mental Status [MMS] und Uhrentest) beruhe. Damit sei eine beginnende Demenz diagnostiziert. Demgegenüber bestehe nach Meinung des Hausarztes der Beschwerdeführerin, Dr. med. D.________, allenfalls eine leichte kognitive Einschränkung. Vor seiner E-Mail vom 24. März 2017 habe der Hausarzt jedoch wenig Kontakt gehabt mit der Beschwerdeführerin; das relativiere die Aussagekraft seiner Einschätzung, die im Übrigen in keinem Widerspruch stehe zur Diagnose der beginnenden Demenz. Eine Rücksprache der KESB mit dem Hausarzt sei nicht erforderlich gewesen. In einem bei der KESB am 9. März 2016 eingegangenen Schreiben habe die Beschwerdeführerin selber ausgeführt, dass sie ihre finanziellen und administrativen Arbeiten nicht mehr selber erledigen könne. Indem die KESB beim Hausarzt nicht nachgefragt habe, habe sie ihre Pflicht zur Sachverhaltsabklärung nicht verletzt. Die Tochter der Beschwerdeführerin sei trotz des engen Verhältnisses zur Mutter nicht geeignet, deren komplexe administrative und finanzielle Angelegenheiten zu besorgen. Sie sei 23 Jahre alt, besuche die Schauspielausbildung, sei schwer erreichbar und arbeite viel. Ihre Verfügbarkeit sei sehr eingeschränkt. Aus den Akten ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin Schulden habe (Betreibungen/Verlustscheine). Zwar mache die Beschwerdeführerin geltend, diese Schulden hätten sich wegen Überforderung ihres im April 2015 verstorbenen Ehemannes angehäuft, doch seien 2016, also in der Zeit, in der die Tochter sie unterstützt habe, Verlustscheine von rund Fr. 21'000.-- und zwei Betreibungen von Krankenkassen von insgesamt rund Fr. 4'500.-- hinzu gekommen. Diese Schulden gingen kaum auf den verstorbenen Ehemann zurück. Hinzu komme, dass die Tochter die monatlichen Ergänzungsleistungen der Beschwerdeführerin von Fr. 360.-- teilweise zur Schuldentilgung verwende, was zweckwidrig sei und nicht im Interesse der Beschwerdeführerin. Gemäss der KESB würden alle Beteiligten äussern, dass die Tochter mit der Besorgung der Angelegenheiten der Beschwerdeführerin überfordert sei, vor allem bezüglich der Sozialversicherungsleistungen. Neben ihrer Tochter habe die Beschwerdeführerin keine Verwandten oder Bekannten, die sie unterstützen könnten. Auch sei die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, einer geeigneten Person eine Vollmacht für die administrativen und finanziellen Angelegenheiten zu erteilen, diese Person zu instruieren und zu überwachen. Die Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung sei daher erforderlich. Aus den erwähnten Gründen sei die Tochter auch als Beiständin der Beschwerdeführerin ungeeignet. Die Beschwerdeführerin wehre sich gegen eine Beistandschaft betreffend das Wohnen und wolle selbständig wohnen, unterstützt von der Spitex. Sie sei dazu aber nicht in der Lage. Allenfalls könne sie die Vor- und Nachteile, die Nachhaltigkeit und Durchführbarkeit einer Veränderung der Wohnsituation abschätzen, aber sie könne die damit verbundenen Abklärungen und Handlungen nicht vornehmen.