Citation: 6B_1193/2021 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz hält fest, es sei unbestritten und erstellt, dass es am 19. Oktober 2019 zwischen dem Beschwerdeführer und der Privatklägerin zunächst zu einem verbalen Streit gekommen sei. Weiter habe der Beschwerdeführer gestanden, die Privatklägerin anschliessend an den Haaren gepackt, nach hinten gezogen und auf das Sofa geworfen zu haben. Er gebe auch zu, ein Brotmesser verwendet, dieses der Privatklägerin an den Hals gehalten und ihr damit an beiden Unterarmen Schnittwunden zugefügt zu haben. Dass es danach zum Geschlechtsverkehr zwischen ihm und der Privatklägerin gekommen sei, bestreite er nicht (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 2.3 S. 4 f.). Die Verletzungen, welche der Beschwerdeführer der Privatklägerin zugefügt habe, seien dokumentiert. Diese habe die Schnittverletzungen als sehr schmerzhaft beschrieben und ausgesagt, dass die Verletzung am linken Unterarm stark geblutet habe. Sie habe mehrfach "nein" zum Geschlechtsverkehr gesagt, sich aber körperlich nicht gewehrt. Dass die Privatklägerin unter dem Eindruck der massiven Gewalt freiwillig mit dem Beschwerdeführer den Geschlechtsverkehr vollzogen habe, wie dieser geltend mache, liege ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise und sei als blosse Schutzbehauptung zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer habe sich zu Beginn des Geschehens unbestrittenermassen sowohl körperlicher Gewalt als auch einer Drohung durch das Halten des Brotmessers an den Hals der Privatklägerin bedient. Er habe diese dadurch in eine ausweglose Lage gebracht und sie in dieser Situation zu sexuellen Handlungen genötigt. Aus dem Umstand, dass während des eigentlichen Geschlechtsverkehrs keine weiteren expliziten Gewalthandlungen oder Drohungen erfolgt sind, könne er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Vielmehr habe er mittels seiner initialen Gewaltanwendung, der Drohung sowie seiner körperlichen Überlegenheit einen erheblichen psychischen Druck auf die Privatklägerin erzeugt. Durch sein Handeln habe er auch in Bezug auf den danach erfolgten Geschlechtsakt eine Zwangslage bewirkt, welche die von der Rechtsprechung geforderte Intensität ohne Weiteres erreiche (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 2.3 S. 5). Die Privatklägerin habe ihm gegenüber ausreichend deutlich gemacht, dass sie keine sexuellen Handlungen wolle. Selbst der Beschwerdeführer stelle nicht in Abrede, dass sie mehrmals "nein" gesagt habe. Eine weitergehende Gegenwehr sei der Privatklägerin nach dem Vorgefallenen und unter der vom Beschwerdeführer geschaffenen Drohkulisse nicht zumutbar gewesen. Dass sie nach anfänglicher verbaler Abwehr auf einen aktiven Widerstand verzichtet habe sei unerheblich. Es gebe denn auch keinerlei konkrete Hinweise auf Umstände, aus denen der Beschwerdeführer hätte schliessen können, dass sie nach der ihr kurz zuvor zugefügten Körperverletzung und entgegen ihrer verbalen Äusserung dennoch mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden gewesen wäre (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 2.3 S. 5 f.). Der Beschwerdeführer sei hinsichtlich des Vorfalls vom 19. Oktober 2019 der Vergewaltigung schuldig zu sprechen (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 2.3 S. 6).