Citation: 9C_131/2025 E. 3.2.4

3.2.4. Eine derartige Hinweispflicht meint der Steuerpflichtige nun auch in Bezug auf die Androhung einer Mahngebühr zu erkennen. Hierzu vermag er sich aber weder auf eine bundesrechtliche noch eine kantonalrechtliche Norm zu berufen, die dies gebieten würde. Gegenteils darf als allgemein bekannt gelten, dass Mahnungen zu Kostenfolgen führen können. Insbesondere zieht auch eine bundessteuerrechtliche Mahnung regelmässig eine Gebühr nach sich (ALTHAUS-HOURIET, CR-LIFD, a.a.O., N. 19 zu Art. 130 DBG). Es besteht jedenfalls kein "Überraschungsverbot", das es kraft Verfassungsrechts oder Bundesgesetzesrechts nahelegen würde, auf die drohende Gebühr hinzuweisen. Nichts anderes ergibt sich aus dem Umstand, dass das einschlägige Merkblatt angeblich auf die Mahngebühr nicht ausdrücklich hinweist. Wie zu zeigen ist, findet die Mahngebühr im Kanton Aargau eine ausdrückliche Grundlage auf Ebene Gesetz und Rechtsverordnung, weswegen es erlässlich ist, in den Verwaltungsverordnungen näher darauf einzugehen.