Citation: 8C_574/2009 09.12.2009 E. 5.2

5.2.1 Es ist zu unterscheiden zwischen einem Schädelhirntrauma und einer Distorsion der Halswirbelsäule. Die Vorinstanz hat mit überzeugender Begründung, insbesondere unter Hinweis auf die Befunde der erstbehandelnden Ärzte und des Berichts der Rega vom 17. Januar 2000, eine Schädelhirnverletzung als Folge des gleichentags erfolgten Unfalls, verneint. Was der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbringt entspricht wiederum fast unverändert seinen Argumenten vor dem kantonalen Gericht. Dieses hat sie bereits zutreffend entkräftet. Nach dem in Erwägung 2 Ausgeführten wird auf die Wiederholung nicht weiter eingegangen und stattdessen auf den angefochtenen Entscheid verwiesen. Insbesondere trifft die allgemeine Rüge, wonach die Vorinstanz den echtzeitlichen Arztberichten zu viel Gewicht beigemessen und zu wenig berücksichtigt habe, dass weitere Beschwerden neben den Primärverletzungen oft zu wenig dokumentiert werden, hier gerade nicht zu. Das kantonale Gericht hat im Gegenteil ausdrücklich darauf abgestellt, dass die am Unfalltag erhobenen Befunde gegen eine Schädelhirnverletzung sprachen. Zu erwähnen ist dabei, dass das Spital Y.________ im HWS-Fragebogen einen Kopfanprall ausdrücklich verneinte und der neurologische Status im Rega-Bericht vom 17. Januar 2000 nach der "Glasgow Coma Scale", welche einer schematischen Bewertung für Bewusstseins- und Hirnfunktionsstörungen dient, den grösstmöglichen (positiven) Wert von 15 aufwies (spontanes Augen öffnen, orientiertes verbales Antworten und adäquates Ausführen von motorischen Befehlen). Damit setzt sich der Beschwerdeführer konkret nicht auseinander. 5.2.2 Der Beschwerdeführer moniert eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs, weil die Vorinstanz einem Antrag auf Einvernahme des Zeugen T.________ nicht stattgegeben habe. Dieser könne bestätigen, dass er nach dem Unfall wirr geredet habe, nicht ansprechbar gewesen und unter Schock gestanden sei. Auf eine Einvernahme durfte das Gericht im Rahmen einer antizipierten Beweiswürdigung verzichten. Es kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass angesichts der klaren Hinweise der erstbehandelnden Ärzte auch bei einer Bestätigung der beschwerdeführerischen Angaben durch einen Zeugen ohne medizinische Ausbildung nicht auf eine Schädelhirnverletzung geschlossen worden wäre. 5.3 Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten HWS-Distorsion geht der angefochtene Entscheid davon aus, dass initial, das heisst, gemäss Bericht der Rega vom 17. Januar 2000 sowie in denjenigen des Spitals Y.________ vom 18., 24. und 26. Januar 2000, keine solche Verletzung diagnostiziert worden sei. Eine entsprechende Diagnose sei erst nachträglich im Bericht des Dr. med. O.________, Spezialarzt für Neurologie FMH, vom 12. April 2000 erhoben worden, der sich aber nur auf die späteren Angaben des Versicherten gestützt habe. 5.3.1 Das Vorliegen einer HWS-Distorsion muss durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein, damit die auf solche Verletzungen zugeschnittene Rechtsprechung zur Anwendung kommen kann. Zwar wird nicht vorausgesetzt, dass sämtliche der zum sogenannten typischen Beschwerdebild dieser Verletzung gehörenden Symptome (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderungen usw., vgl. BGE 117 V 359 E. 4b S. 360; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) innert der massgeblichen Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Ereignis aufgetreten sein müssen. Erforderlich ist aber, dass sich innert dieser Latenzzeit zumindest HWS- oder Nackenbeschwerden manifestieren (SVR 2007 UV Nr. 23 S. 75 E. 5 [U 215/05]). Daran ist auch nach der jüngsten Präzisierung dieser Praxis (BGE 134 V 109) festzuhalten (vgl. die Urteile 8C_413/2008 vom 5. Januar 2009 E. 5.2, 8C_141/2007 vom 28. Juli 2008, E. 5.3.2, 8C_583/2007 vom 10. Juni 2008, E. 2.2 und 8C_721/2007 vom 9. Juni 2008. E. 3.2). 5.3.2 Im ersten Arztzeugnis vom 24. Januar 2000 wurde neben der Diagnose der Humerus-Fraktur aufgeführt, es sei seit 1997 eine Diskushernie auf der Höhe C6/7 mit leichtem Kompressionssyndrom bekannt. Im Austrittsbericht vom 26. Januar 2000 halten die Ärzte des Spitals Y.________ fest, der Patient habe im Verlauf auch zunehmend über Parästhesien im Kleinfinger links geklagt, was sie auf eine zusätzliche HWS-Distorsion respektive eine mögliche Reaktivierung bei bekannter Diskushernien-Problematik cervikal zurückführten. Schliesslich wurde im HWS-Fragebogen das Vorliegen sämtlicher Beschwerden - ausser zusätzlicher Sensibilitätsstörungen Arm/Hand rechts - ausdrücklich verneint. Damit steht fest, dass innert der Latenzzeit keine Beschwerden aktenmässig dokumentiert sind, welche auf eine am 17. Januar 2000 erlittene HWS-Distorsion hinweisen würden. Entgegen dem Beschwerdeführer kann dies auch nicht darauf zurückgeführt werden, dass sich die erstbehandelnden Ärzte auf die Primärverletzung am rechten Oberarm konzentrierten. Wenn beispielsweise im Austrittsbericht ausdrücklich festgehalten wird, der Patient habe im Verlauf über zunehmende Sensibilitätsstörungen im Finger links geklagt, zeigt das, dass sie Beschwerdeangaben des Versicherten durchaus zur Kenntnis nahmen, in der Folge aber Nacken- und Halsbeschwerden ausdrücklich ausschlossen. Es trifft zwar zu, dass in späteren ärztlichen Aufzeichnungen (so beispielsweise im Gutachten des medizinischen Zentrums Z.________: "Status nach Snowboard-Unfall am 17.1.2000 mit wahrscheinlicher Distorsion der Halswirbelsäule" und im Bericht des Dr. med. O.________ vom 12. April 2000) eine HWS-Distorsion erwähnt werden. Wie jedoch bereits die Vorinstanz festhielt, stützt sich letzterer Arzt einzig auf die Angaben des Versicherten. Auch das Gutachten des medizinischen Zentrums Z.________ spricht sodann nur von "wahrscheinlicher" Distorsion der HWS. Es wird nicht begründet, weshalb eine solche trotz fehlender entsprechender Diagnose im erstbehandelnden Spital angenommen wird. Damit steht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass sich der Beschwerdeführer beim Unfall vom 17. Januar 2000 eine HWS-Distorsion oder eine Schädelhirnverletzung zugezogen hat.