Citation: 2A.43/2007 05.04.2007 E. 4

Es ist nicht strittig, dass sich der Beschwerdeführer in einer Notlage im Sinn der zitierten Art. 1 und Art. 5 ASFG befindet. Zu prüfen ist daher einzig, ob die Vorinstanz zu Recht annehmen durfte, die Heimkehr des Beschwerdeführers liege in dessen wohlverstandenem Interesse. 4.1 Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Beschwerdeführer bereits von Beginn weg mit dem Aufbau einer Existenz in Ecuador gescheitert sei. Angesichts seines fortgeschrittenen Alters sowie der angespannten allgemeinen Arbeitsmarktlage in Ecuador habe der Beschwerdeführer kaum Chancen, sich in naher oder ferner Zukunft im Gastland wirtschaftlich zu etablieren. Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, dass ihm mit einer Heimkehr in die Schweiz nicht geholfen wäre. Die Rückkehr würde enge Familienbande zerreissen. Durch die Heirat mit seiner ecuadorianischen Frau sei er Teil ihrer Familie geworden, die aus 2 Söhnen und 4 Enkeln bestehe. Er habe einen grossen Teil seines Berufslebens im Ausland verbracht und habe daher praktisch seinen gesamten schweizerischen Freundes- und Bekanntenkreis aus den Augen verloren. In der Schweiz wäre er vollständig auf die Fürsorge angewiesen, während er in Ecuador in der Eigentumswohnung seiner Ehefrau leben könne und nur für die Lebenshaltungskosten aufkommen müsse. 4.2 Der heute rund 56-jährige Beschwerdeführer lebt seit September 2004 in Ecuador, wo er bereits in den Jahren 1981 bis 1984 als Montageleiter einer Schweizer Unternehmung tätig war und sich nach eigenen Angaben einen grossen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut hatte. Im Zeitpunkt seines Gesuchs befand er sich gerade ein Jahr dort. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, kann aufgrund des Umstands, dass der frühere Aufenthalt in Ecuador bereits über 20 Jahre zurückliegt und die erneute Wohnsitznahme erst vor relativ kurzer Zeit erfolgt ist, nicht von einer derart tiefen Verwurzelung ausgegangen werden, die eine Heimkehr im Sinn von Art. 14 Abs. 2 ASFV zum Vornherein ausschliessen würde. Dabei durfte die Vorinstanz auch berücksichtigen, dass es dem Beschwerdeführer in der Vergangenheit offenbar möglich war, seinen Freundes- und Bekanntenkreis in Ecuador auch von der Schweiz aus zu pflegen. Dass der Wunsch des Beschwerdeführers, zusammen mit seiner heutigen Ehepartnerin in deren Heimatland zu leben, durchaus verständlich sei, wurde von der Vorinstanz nicht verkannt. Im vorliegenden Fall zerreisst eine Heimkehr des Beschwerdeführers aber keine Familienbande, hat doch seine Ehegattin gestützt auf Art. 7 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG; SR 142.20) einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz. Die erwachsenen, nicht gemeinsamen Söhne der Ehefrau sowie deren Nachkommen, mit denen der Beschwerdeführer im Übrigen nicht verwandt ist, gehören - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - nicht zur "Kern-Familie" im Sinn von Art. 14 Abs. 2 ASFV. Dem Beschwerdeführer ist es von Anfang an nicht gelungen, eine eigene wirtschaftliche Existenz in Ecuador aufzubauen. Sein mit Pensionskassengeldern finanziertes Lebensmittelgeschäft erlaubte es ihm nicht, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und musste mit Verlust aufgegeben werden. Der Beschwerdeführer bringt neu vor, dass er ab und zu tageweise, mit Glück sogar wochenweise, arbeiten könne und etwa US$ 30.-- in der Woche verdiene. Abgesehen davon, dass diese Behauptung nicht belegt wird, ist sie auch nicht geeignet, die Einschätzung der Vorinstanz, wonach nicht mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation zu rechnen sei, in Frage zu stellen. Das angebliche gegenwärtige Einkommen würde nur knapp die Hälfte der beantragten monatlichen Unterstützungsleistung betragen. Der Beschwerdeführer macht auch nicht geltend, dass er in naher Zukunft mit einer festen Anstellung oder einem besseren Einkommen rechnen könnte. Im Gegenteil räumt er selber ein, dass die Wirtschaftslage in seiner Wahlheimat im Moment schwierig sei. Unter diesen Umständen kann nicht von einer (nur) temporären Hilfsbedürftigkeit gesprochen werden. Auf der andern Seite bestehen bei der gegenwärtigen Konjunkturlage in der Schweiz für den (anscheinend beruflich qualifizierten) Beschwerdeführer trotz seines Alters durchaus gewisse Chancen, eine zumutbare Arbeitsstelle zu erhalten. Schliesslich hat die Vorinstanz zu Recht besonderes Gewicht auf den Umstand gelegt, dass der Beschwerdeführer als Folge seiner prekären finanziellen Situation zurzeit nicht gegen Krankheit versichert ist, während dieser Schutz in der Schweiz wegen des Krankenversicherungsobligatoriums gewährleistet wäre (vgl. Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung; SR 832.10). Insofern ist auch unter fürsorgerischen Gesichtspunkten eine Rückkehr angezeigt. Die Heimreisekosten können gegebenenfalls vom Bund übernommen werden (Art. 11 ASFG in Verbindung mit Art. 15 ASFV).