Citation: 2C_664/2020 E. 8.2

8.2. Die vorinstanzliche Interessenabwägung entspricht der Verhältnismässigkeitsprüfung, wie sie im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK vorzunehmen ist (dazu BGE 144 I 266 E. 3.7 S. 276 f.; Urteil 2C_64/2020 vom 24. Juli 2020 E. 3.2 mit Hinweisen), und ist inhaltlich nicht zu beanstanden. Ausgehend vom im angefochtenen Urteil verbindlich festgestellten Sachverhalt (vgl. E. 4) ist namentlich nicht zu bemängeln, dass die Vorinstanz davon ausgegangen ist, dass die Beschwerdeführer in relevanter Weise ihre Sozialhilfeabhängigkeit überwiegend selbst verschuldet haben. Angesichts des Umstandes, dass die erhebliche, voraussichtlich weiterhin bestehende Sozialhilfeabhängigkeit der Beschwerdeführer überwiegend von ihnen verschuldet ist, besteht ein sehr gewichtiges öffentliches Interesse an der Nichtverlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligungen und der Wegweisung der Beschwerdeführer. Ein der streitbetroffenen ausländerrechtlichen Massnahme entgegenstehendes privates Interesse besteht im Fall der Beschwerdeführer vor allem aufgrund der langen Anwesenheit in der Schweiz: Die Beschwerdeführer sind seit rund 30 Jahren in der Schweiz. Insofern ist das private Interesse als sehr gewichtig einzustufen (vgl. auch Urteil 2C_291/2019 vom 9. August 2019 E. 4.4). Zu Ungunsten der Beschwerdeführer fällt aber ins Gewicht, dass sie trotz der langen Aufenthaltsdauer nicht nur in wirtschaftlicher und beruflicher Hinsicht, sondern auch in anderen Belangen Integrationsdefizite aufweisen: Die Beschwerdeführer verfügen nach den Feststellungen der Vorinstanz in Anbetracht der Aufenthaltsdauer über weit unterdurchschnittliche Deutschkenntnisse, was (entgegen der Beschwerde) unabhängig davon, ob die entsprechenden Kenntnisse erst nach einer polizeilichen Befragung im Jahr 2017 erworben wurden, zu ihren Ungunsten zu berücksichtigen ist. Weiter haben die Beschwerdeführer selbst zu Protokoll gegeben, dass sie ihre sozialen Kontakte weitgehend auf ihre Familien beschränken würden. Schon deshalb lässt sich nicht von einer fortgeschrittenen sozialen Integration sprechen. Ob sich die ausserfamiliären, nach eigenen Angaben der Beschwerdeführer ohnehin nur beschränkten Kontakte - wie die Vorinstanz annahm - primär auf die kosovarische Diaspora beschränkte, kann unter diesen Umständen offenbleiben. Zwar leben die beiden eingebürgerten Kinder der Beschwerdeführer in der Schweiz, doch fehlt es nach den Feststellungen der Vorinstanz weitgehend an einem Kontakt der Beschwerdeführer zum rund 28-jährigen Sohn und besteht kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen der zwei Jahre älteren Tochter und den Beschwerdeführern. Die Beziehungen zu den volljährigen Kindern bilden damit - wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat - keine solchen, welche im Hinblick auf die Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung eine Berufung auf das Familienleben im Sinne von Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV zulassen würden (vgl. Urteil des EGMR 39051/03 Emonet gegen Schweiz vom 13. Dezember 2007 § 35; BGE 137 I 154 E. 3.4.2). Die Vorinstanz hat sodann bundesrechtskonform angenommen, dass eine Rückkehr der Beschwerdeführer in den Kosovo trotz der dortigen schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Lage als zumutbar gelten kann. Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdeführer nach den bindenden Tatsachenfeststellungen im angefochtenen Urteil an keinen schwerwiegenden Erkrankungen leiden und höchstens in geringem Mass in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt sind, ist davon auszugehen, dass sie allenfalls benötigte medizinische Versorgungsleistungen auch im Kosovo erhalten können und ihre Reintegration trotz ihres Alters nicht von vornherein ausgeschlossen ist. Dies hat die Vorinstanz einlässlich dargelegt. Ferner hat die Vorinstanz in diesem Kontext richtigerweise ins Feld geführt, die im Kosovo lebenden Verwandten der Beschwerdeführer, zu denen der Kontakt nicht abgebrochen ist, könnten Unterstützung bei der Reintegration leisten. Wie die Vorinstanz ausgeführt hat, fällt auch ins Gewicht, dass die Beschwerdeführer im Kosovo die Wohnung des Beschwerdeführers bewohnen können. Die Berücksichtigung der letzteren Tatsache läuft entgegen der Darstellung in der Beschwerde nicht auf einen staatlichen Grundrechtseingriff hinaus.