Citation: 4C.18/2001 25.10.2001 E. 3

3.-Die Vorinstanz stellt fest, dass A.________ alle Börsenaufträge erteilt hat. A.________ war Anlageberater der Beklagten und als Stiftungsrat Organ der Klägerin. a) Als Organ der Klägerin drückte A.________ deren Willen unmittelbar aus (BGE 98 II 211 E. 8 S. 219) und handelte als Angestellter der Beklagten gleichzeitig für diese. Für die Handlungen eines Organs in Doppelvertretung zweier Vertragsparteien gelten die Regeln über das Kontrahieren eines Vertreters mit sich selbst sinngemäss (BGE 89 II 321 E. 5 S. 326). Das Kontrahieren eines Vertreters mit sich selbst ist grundsätzlich unzulässig und hat die Ungültigkeit der entsprechenden Rechtsgeschäfte zur Folge, weil es regelmässig zu Interessenkollisionen führt (vgl. BGE 106 Ib 145 E. 2b S. 148). Die derart abgeschlossenen Rechtsgeschäfte sind jedoch dann gültig, wenn die Gefahr einer Benachteiligung nach der Natur des Geschäftes ausgeschlossen ist, der Vertretene den Vertreter zum Vertragsschluss mit sich selbst besonders ermächtigt hat oder das Geschäft nachträglich genehmigt (BGE 95 II 442 E. 5 S. 452, 617 E. 2 S. 621, 93 II 461 E. 6a S. 481, Zäch, Berner Kommentar, N 80 ff zu Art. 33 OR, Watter, Basler Kommentar, N 19 zu Art. 33 OR). Die Klägerin behauptet nicht, die Doppelvertretung von A.________ habe die von ihm abgeschlossenen Rechtsgeschäfte ungültig gemacht; sie gesteht im Gegenteil zu, dass beide Parteien die von A.________ vorgenommenen Banktransaktionen anerkannt hätten. b)Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass der Klägerin die Handlungen und jedenfalls mindestens das Wissen ihres Stiftungsrates Schmitz als eigenes anzurechnen sind (Zäch, a.a.O., N 134 zu Art. 32 OR; Watter, a.a.O., N 25 zu Art. 32 OR; Gauch/Schluep/Schmid, Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, Bd. I, 7. Aufl. , N 1458ff). Die Klägerin stellt dies denn auch nicht ausdrücklich in Frage, und es ist nicht ersichtlich, was sie daran als bundesrechtswidrig beanstanden wollte. Wenn die Klägerin indes ausführt, sie habe sich um das Verhalten ihres Organs nicht zu kümmern brauchen, weil sie habe annehmen dürfen, dass A.________ die Verwaltung ihres Vermögens als Hilfsperson der Beklagten besorge, verkennt sie ihre eigene Persönlichkeit. Für die Zurechnung des Verhaltens ihres Organs als eigenes bedurfte es entgegen der Auffassung der Klägerin keines besonderen Vertrages zwischen ihr und ihrem Organ; dagegen bedurfte es eines Vertrages zwischen ihr und der Beklagten, damit diese die Verwaltung des Vermögens der Klägerin besorge. Die Sachvorbringen der Klägerin für einen solchen Vertrag hat die Vorinstanz zutreffend als unerheblich verworfen. c) Im Übrigen würde der Klägerin selbst der Nachweis eines Vermögensverwaltungsvertrags nicht helfen; denn im Rahmen eines derartigen Auftrags hat der Beauftragte konkrete Weisungen des Auftraggebers zu befolgen (Art. 397 OR). Ist Auftraggeberin eine juristische Person, so steht ihr grundsätzlich das Weisungsrecht selbst zu, das sie über ihre Organe ausübt (Fellmann, Berner Kommentar N 35 zu Art. 397 OR). Entscheidend ist daher im vorliegenden Fall, wie die Vorinstanz zutreffend festhält, dass A.________ als Organ der Klägerin für die Auftraggeberin selbst handelte. Soweit aber die Klägerin selbst der Beklagten als ihrer Beauftragten Weisungen erteilte, welche deren Hilfsperson oder Organ - in befugter Doppelvertretung - ausführte, entfällt eine Pflichtverletzung auch im Rahmen eines Verwaltungsauftrags. Dasselbe gilt schliesslich für die Zurechnung des Wissens des Organs Schmitz als Wissen der Klägerin. Da die Klägerin um die von ihrem Organ ausgeführten Transaktionen wusste und in ihrer eigenen Vermögensangelegenheit durch ihr Organ jederzeit Weisung erteilen konnte, muss sie sich unabhängig von der Art der vereinbarten Kommunikation das Wissen ihres Organs in jedem Fall als eigenes anrechnen lassen. Sie kann sich allgemein im Vertragsverhältnis mit der ebenfalls durch das klägerische Organ vertretenen Beklagten nicht auf allfällige Pflichtverletzungen berufen, welche ihr Organ selbst begangen hat. Sie hat sich das Verhalten ihres Organs im Verhältnis zur Beklagten in jedem Fall als eigenes entgegenhalten zu lassen.