Citation: 4C.265/2005 02.11.2005 E. 3.2

3.2. Entgegen der Ansicht der Beklagten hat die Vorinstanz ihrer Beurteilung der Angemessenheit des Entgeltes die zutreffenden Kriterien zugrunde gelegt. Sie hat insbesondere die Tragweite von Art. 349a Abs. 2 OR nicht verkannt mit der Prüfung, ob die gegebenen Rahmenbedingungen der Beklagten ermöglicht hätten, mit der vereinbarten Provisionsregelung ein höheres Entgelt zu erzielen. Sie hat dies mit der (für das Bundesgericht verbindlichen) Feststellung bejaht, dass der Beklagten die Möglichkeit zustand, im gesamten Vertragsgebiet der Generalagentur tätig zu sein und dass ihr der Nachweis nicht gelang, dass sie Mitarbeiter zu instruieren hatte. Die Vorinstanz hat die zu geringe tatsächliche Entlöhnung letztlich auf die mangelnde Leistung der Beklagten zurückgeführt, indem sie einen Zeugen mit der Aussage zitierte, dass die Leistungen der Berufungsklägerin (Beklagten) nicht dem entsprochen hätten, was man hätte erwarten dürfen, wenn jemand im dritten Berufsjahr steht. Die Vorinstanz hat unter ausdrücklicher Übernahme der Erwägungen der ersten Instanz das tatsächlich erzielte Ergebnis gestützt auf die prozesskonform in den Prozess eingeführten Umstände nicht auf die Abrede zu geringer Provisionen zurückgeführt, sondern auf den offensichtlich ungenügenden Erfolg der Beklagten in der Versicherungsbranche. Die Vorinstanz hat ihr Ermessen nicht überschritten oder missbraucht und damit Bundesrecht nicht verletzt. Namentlich hat sie insofern kein Bundesrecht verletzt, als sie den Entscheid der ersten Instanz schützte, der den von der Beklagten tatsächlich erzielten Lohn von monatlich rund Fr. 2'600.-- auf rund Fr.3'600.-- monatlich erhöhte.