Citation: 6P.177/2004 22.03.2005 E. 5

Weiter kritisiert der Beschwerdeführer eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung durch das Kantonsgericht sowie eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". 5.1 Gemäss der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Unschuldsvermutung ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt die daraus abgeleitete Maxime "in dubio pro reo", dass sich der Richter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. Nach Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Auf dem Gebiet der Beweiswürdigung steht den kantonalen Instanzen ein weiter Ermessensspielraum zu. Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen. Dabei genügt es nicht, wenn sich der angefochtene Entscheid lediglich in der Begründung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 129 I 8 E. 2.1; 127 I 38 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a, je mit Hinweisen). 5.2 Das Kantonsgericht hat den dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Sachverhalt eingehend geprüft und sich in diesem Zuge ausführlich mit den Aussagen des Beschwerdeführers, denjenigen seiner Mutter (polizeiliche Befragung vom 8. August 2002) sowie der Zeugen D.________, E.________ und F.________ auseinandergesetzt. Dabei hat es schlüssig dargelegt, dass und weshalb es seinem Entscheid nicht die Sachverhaltsvariante des Beschwerdeführers zugrunde legte. Ebenso begründete das Gericht, weshalb es die Angaben der Mutter des Beschwerdeführers nicht für glaubhaft bzw. deren Verhalten nicht für nachvollziehbar hielt, die Zeugenaussagen des Polizeibeamten D.________ und des Rettungssanitäters E.________ hingegen als überzeugend einstufte. Es gelangte zum Schluss, dass keine unüberwindbaren Zweifel daran bestünden, dass der Beschwerdeführer (und nicht seine Mutter) zur Unfallstelle gefahren sei. Im Rahmen seiner Verteidigung greift der Beschwerdeführer zahlreiche Einzelpunkte der umfangreichen Urteilsbegründung heraus, anhand denen er seinen Willkürvorwurf zu erhärten sucht. Soweit er die Erwägungen des Kantonsgerichts überhaupt korrekt wiedergibt, begründet er deren angebliche Unhaltbarkeit nicht, sondern setzt der Auffassung des Gerichts im Wesentlichen seine Sicht der Dinge entgegen. Dies reicht zur Begründung der Willkürrüge nicht aus (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist deshalb in diesem Umfang nicht einzutreten. Überdies geht der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Kritik auf das Gesamtbild, welches die Würdigung des Kantonsgerichts ergibt, nicht bzw. nur am Rande ein. Er verkennt, dass eine materielle Rechtsverweigerung nicht schon gegeben ist, wenn eine andere Lösung ebenfalls möglich oder vertretbar erscheint, sondern nur, wenn das Ergebnis schlechterdings mit vernünftigen Gründen nicht zu vertreten ist (BGE 127 I 54 E. 2b; 125 I 166 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a, je mit Hinweisen). Weil der angefochtene Entscheid im Ergebnis durchaus haltbar ist, muss die Willkürrüge abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist. Unter diesen Umständen erübrigt es sich, separat auf die einzelnen Vorbringen des Beschwerdeführers einzugehen.