Citation: 6B_279/2024 E. 3.3.4

3.3.4. Indem die Vorinstanz diese weiteren Folgeerscheinungen dem Tathandeln der Beschwerdegegner 2 und 3 zurechnet und deswegen den objektiven Tatbestand der schweren Körperverletzung bejaht, bewertet sie - aufgrund besserer Erkenntnisse infolge Zeitablaufs - die Folgen der sexuellen Missbrauchshandlungen schwerer als die Erstinstanz. Letztere hat nicht bloss in rechtlicher Hinsicht den objektiven Tatbestand der schweren Körperverletzung offen gelassen, sondern in tatsächlicher Hinsicht betreffend die erwähnten Folgeerscheinungen noch ein erheblich geringeres Ausmass angenommen. So spricht sie anstelle der akuten Suizidgefahr bzw. des sich bereits zugetragenen gefährlichen Suizidversuchs nur erst von "phasenweise" bestandenen "suizidalen Gedanken"; auch die mit dem Suizidversuch verbundene weitergehende therapeutische Fürsorge und die fortgesetzte Selbstvestümmelung konnte die Erstinstanz nicht berücksichtigen (vgl. erstinstanzliches Urteil insbesondere E. II.E.5 S. 28). Der im Vergleich zur Erstinstanz strengeren Beurteilung der Tatfolgen trägt die Vorinstanz bei der Genugtuungsbemessung jedoch keine Rechnung, wenn sie dort, wie dargelegt, lediglich auf die Erwägungen und damit mildere Einschätzung der Erstinstanz verweist. Sie übergeht dadurch den von ihr abweichend festgestellten Teil der Tatfolgen und beachtet ein für die Genugtuungsbemessung wesentliches Kriterium nur unvollständig. Wie sich ihre abweichende Beurteilung der Tatfolgen auf die Genugtuungsbemessung auswirkt, lässt sich ihrem Urteil nicht nachvollziehbar entnehmen. Da es nicht nur um eine (leicht) andere rechtliche Würdigung geht, sondern um ein in einem wesentlichen Punkt erweitertes Tatsachenfundament, und weil zudem eine erhebliche Genugtuungssumme zur Beurteilung steht, die eine sorgfältige Begründung gebietet, kann über die unvollständige Beurteilung auch nicht unter Verweis auf das dem Sachgericht zukommende Ermessen hinweggesehen werden. Das angefochtene Urteil erweist sich in Bezug auf die Genugtuungshöhe folglich als unzureichend begründet im Sinne von Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG und verstösst deswegen gegen Bundesrecht. Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, anstelle der Vorinstanz erstmals über die Genugtuungshöhe unter vollständiger Berücksichtigung der Tatfolgen zu befinden und dem vorinstanzlichen Ermessen vorzugreifen. Die Beschwerde ist insoweit begründet.