Citation: 2C_628/2021 E. 4.4.6

4.4.6. Bei der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB handelt es sich um ein Vorsatzdelikt. Die Auffassung des Beschwerdeführers, wonach sich aus der Verurteilung wegen Misswirtschaft keine Mutwilligkeit ergebe, stösst jedenfalls in der vorliegenden Angelegenheit ins Leere. Vielmehr deckt sich der Umgang des Beschwerdeführers mit finanziellen Mitteln im beruflichen Umfeld mit seiner privaten Schuldensituation. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers liegt die Verurteilung wegen Misswirtschaft, die sich auf einen Sachverhalt aus den Jahren 2010 bis 2013 stützt, auch in zeitlicher Hinsicht nicht sehr weit zurück, sodass sie ohne Weiteres berücksichtigt werden kann. Folglich hat der Beschwerdeführer neben seinen (privaten) Verlustscheinen im Umfang von Fr. 224'506.50 als einziger Gesellschafter und Geschäftsführer der B.________ GmbH sowie als einziges Mitglied des Verwaltungsrats der C.________ AG weitere ungedeckte Schulden in der Höhe von über Fr. 100'000.-- verursacht. Insgesamt lassen die Umstände auf eine zu starke Gleichgültigkeit des Beschwerdeführers gegenüber der massiven Zunahme der beruflichen und privaten Schulden schliessen. Die Verurteilung wegen Misswirtschaft fällt ausserdem ins Gewicht, da das Amt für Migration dem Beschwerdeführer bei einer weiteren Straffälligkeit den Widerruf der Niederlassungsbewilligung androhte (vgl. Bst. A und E. 4.2.1 hiervor). Das Verhalten des Beschwerdeführers mit Blick auf den Umgang mit finanziellen Mitteln sowie seine Verschuldung ist sowohl in beruflicher als auch in privater Hinsicht qualifiziert vorwerfbar.