Citation: 5P.445/2002 23.12.2002 E. 3

Die Beschwerdeführerin, die Verstösse gegen die Art. 11 und 29 BV sowie gegen Art. 14 BV bzw. 8 EMRK rügt, setzt sich mit den dargelegten Ausführungen nur am Rande auseinander. Insbesondere geht sie auf die Erwägungen des Obergerichts zu Art. 13 HEntfÜ überhaupt nicht ein. 3.1 Was zum Vorwurf der krassen Verletzung des Kindeswohls ausgeführt wird, beruht samt und sonders auf der Annahme, dass eine Rückführung der Kinder zwangsläufig mit deren Trennung von der Mutter, der Hauptbezugsperson, verbunden sei. Die Beschwerdeführerin bringt - im Zusammenhang mit der Begründung des Begehrens, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuzuerkennen - vor, dass sie bei einer Rückkehr nach Australien "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verhaftet" würde, was eine Trennung von den Kindern zur Folge hätte. Abgesehen davon, dass diese Behauptung einer näheren Begründung ermangelt, wird nicht geltend gemacht, sie sei schon vor Obergericht vorgetragen worden. Auf Grund des Novenverbots (dazu BGE 119 II 6 E. 4a S. 7 mit Hinweis) kann auf sie deshalb von vornherein nicht eingetreten werden, wodurch der Rüge der Verletzung des Kindeswohls infolge Trennung von der Mutter der Boden entzogen ist. Auf die in diesem Zusammenhang erhobenen Verfassungs- und Konventionsrügen ist deshalb nicht einzugehen. Ist eine Rückführung konventionskonform, kann ihr im Übrigen ohnehin nicht entgegengehalten werden, sie liege nicht im Interesse des betroffenen Kindes und verletze das Kindeswohl und damit Art. 11 BV. Die Anordnung von Massnahmen zum Schutze des Kindes obliegt dem zuständigen (ausländischen) Sachrichter, und nicht dem Rückführungsrichter. Das Vorbringen, es liege nahe, dass die Kinder T.________ und S.________ nach einer allfälligen kurzen Platzierung in einem Heim dem Beschwerdegegner in Obhut gegeben würden, ist im Rückführungsverfahren nicht zu hören. 3.2 Aus den dargelegten Gründen stösst sodann auch die Kritik der Beschwerdeführerin ins Leere, das Obergericht hätte zur Frage der Auswirkungen einer Trennung der Kinder von ihr von Amtes wegen ein Gutachten einholen müssen. Abgesehen davon, ist an dieser Stelle auf die Mitwirkungspflicht hinzuweisen, die geboten hätte, einen entsprechenden Antrag sofort zu stellen, was getan zu haben, nicht behauptet wird. Ausserdem setzt sich die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenügend mit den Erwägungen auseinander, die das Obergericht dazu geführt haben, das telefonische Einholen einer Sachverständigenmeinung zu beanstanden, dieser die Beweiskraft abzusprechen und festzustellen, dass überhaupt kein Anlass bestanden habe, ein Gutachten in Auftrag zu geben. Insbesondere wird in diesem Zusammenhang nichts vorgebracht, was geeignet wäre, Willkür darzutun. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich zur Hauptsache darauf, ihre eigene Sicht der Dinge vorzutragen. Das gilt namentlich für das zu Art. 12 HEntfÜ Ausgeführte und für die mit der Rüge der Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV zusammenhängenden Darlegungen, wonach den Kindern ein Beistand hätte bestellt werden sollen. Im Übrigen macht die durch einen Anwalt vertretene Beschwerdeführerin selbst nicht geltend, einen entsprechenden Antrag gestellt zu haben. 3.3 Auf dem hier unbeachtlichen Vorbringen, die Kinder würden bei einer Rückkehr nach Australien von der Mutter getrennt, beruht schliesslich ebenfalls die Rüge der Verletzung von Art. 14 BV und Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens). Auch insofern stösst die Beschwerde mithin ins Leere.