Citation: 2C_462/2023 E. 5.2

5.2. Trotz des Wiedereinzugs der Beschwerdeführenden bei C.________ ist angesichts der konkreten Umstände nicht davon auszugehen, dass zwischen ihnen und C.________ eine von Art. 8 EMRK geschützte Beziehung besteht: Nachdem sich die Beschwerdeführerin und C.________ erst vor Kurzem haben scheiden lassen - und die Beschwerdeführerin darüber hinaus bei der Vorinstanz von einer Freundschaft sprach und das Bestehen einer Paarbeziehung verneinte - ist zwischen ihnen von vornherein nicht von einer von Art. 8 EMRK geschützten Beziehung auszugehen. In Bezug auf die Beziehung zwischen dem minderjährigen Beschwerdeführer und C.________ ist zwar nicht von der Hand zu weisen, dass Letzterer für den Beschwerdeführer Verantwortung übernimmt und sich über die Jahre eine wohl durchaus enge Beziehung entwickelt hat, was sich aus den Aussagen anlässlich der Anhörung bei der Vorinstanz, aber auch aus der dort eingereichten Fotodokumentation ergibt. Zudem hat C.________ für den Beschwerdeführer gegenüber den Migrationsbehörden finanzielle Verpflichtungen übernommen, die er bis heute aufrechterhält. Gleichzeitig scheint es aber zu weit gegriffen, ihn bereits als "Ersatzvater" zu bezeichnen, zumal der Beschwerdeführer in Brasilien auch über einen leiblichen Vater verfügt, zu dem er jedenfalls bis zu seiner Einreise in die Schweiz - mithin bis zu seinem elften Lebensjahr - ein enges Verhältnis pflegte (vgl. auch vorne E. 4.3.2), was gegen eine von Art. 8 EMRK geschützte "de facto"-Vaterbeziehung zu C.________ spricht. Angesichts der gesamten Umstände ist jedenfalls nicht von einer derart engen affektiven, seelischen und finanziellen Verbundenheit auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer hinsichtlich seiner Beziehung zu C.________ auf den Schutzbereich von Art. 8 EMRK berufen könnte.