Citation: 1C_434/2020 E. 3.4.2

3.4.2. Im Lichte dieser Praxis des Bundesgerichts erscheint die Indizienlage zur Annahme einer nicht mehr intakten Ehe im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheids ohne vertiefte Prüfung durch eine verwaltungsunabhängige Gerichtsbehörde nicht eindeutig zu sein. Aufgrund des dokumentierten Vorfalls von häuslicher Gewalt im Mai 2013 sowie den Schilderungen der Ehefrau, deren Eltern sowie deren Bekannten liegen zwar durchaus Beweismittel vor, die eine solche Schlussfolgerung gegebenenfalls zulassen. Indes gilt es im Gegenzug zu beachten, dass die Vorinstanz im angefochtenen Summarentscheid selber festhält, dass die Aussagen der Ehefrau mit Blick auf die Geschehnisse vor dem Vorfall im Mai 2013 Widersprüche aufweisen. Sodann macht der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren verschiedene Gründe geltend, die aus seiner Sicht geeignet sind, einen Ehewillen im Einbürgerungszeitpunkt zu belegen. Er bringt namentlich vor, dass er mit seiner damaligen Ehefrau nach seiner Einbürgerung gemeinsame Ferien in seinem Heimatland verbracht habe. Zudem zeige der Rückzug des gemeinsamen Scheidungsbegehrens im Januar 2013, dass das Ehepaar im Frühjahr 2013 nach wie vor gewillt gewesen sei, die Ehe fortzuführen. Dies werde zusätzlich verdeutlicht durch die Geburt der gemeinsamen Tochter im Dezember 2013. Bei dieser Sachlage wird die Vorinstanz zu prüfen haben, wie die sich widersprechenden Indizien zu würdigen sind. Damit handelt es sich schon in tatsächlicher Hinsicht nicht um eine eindeutige Ausgangslage, bei der von vornherein klar erscheint, dass die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung durch das SEM zu schützen ist.