Citation: 4A_90/2019 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanzen prüften, ob die umstrittene, unter dem Titel "Solidarhaftung" vereinbarte Klausel als kumulative Schuldübernahme oder als Bürgschaft (Art. 492 ff. OR) zu qualifizieren sei. Das Obergericht hielt fest, das Regionalgericht habe die Klausel objektiviert ausgelegt, und bestätigte, dass in der Tat kein tatsächlich übereinstimmender Parteiwille ersichtlich sei. In der Folge nahm das Obergericht eine objektivierte Auslegung der Klausel vor und qualifizierte die Verpflichtung - anders als das Regionalgericht - als (Solidar-) Bürgschaft, die mangels Einhaltung der Formvorschriften (vgl. Art. 493 Abs. 2 OR) ungültig sei.