Citation: 9C_666/2018 E. 5.2.2

5.2.2. Was die Kategorie "funktioneller Schweregrad"/Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen) anbelangt (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302 f.), äusserte sich Dr. med. B.________ sowohl zu den komplexen Ich-Funktionen als auch zu allfälligen diesbezüglichen Einschränkungen. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz kann folglich nicht gesagt werden, es fehle an Abklärungen über die positiven Ressourcen in der Persönlichkeit im nun geforderten Ausmass. Die "komplexen Ich-Funktionen" bezeichnen in der Persönlichkeit angelegte Fähigkeiten, welche Rückschlüsse auf das Leistungsvermögen zulassen (u.a. Selbst- und Fremdwahrnehmung, Realitätsprüfung und Urteilsbildung, Affektsteuerung und Impulskontrolle sowie Intentionalität [Fähigkeit, sich auf einen Gegenstand zu beziehen] und Antrieb [BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302]). Indem der Gutachter keine Einschränkung in den verschiedenen Funktionen feststellte, verneinte er jegliche Faktoren, die sich negativ auf die Ressourcen der Versicherten ausgewirkt hätten. Insbesondere waren weder Störungen des Antriebs und der Psychomotorik noch der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses festzustellen. Zudem kam Dr. med. B.________ zum Schluss, dass die Selbsteinschätzung der Versicherten, sie verfüge nur über ein tiefes Ressourcenpotential, nicht mit psychischen Beeinträchtigungen erklärt werden konnte.