Citation: 5A_522/2009 25.09.2009 E. 2

2.1 Im angefochtenen Entscheid wird in der Hauptsache ausgeführt (E. 2 S. 9/10), wenn B.________ und C.________ bei der Beschwerdeführerin verblieben, sei zumindest ihre schulische Entwicklung gefährdet, da die Mutter sie nicht genügend unterstützen könne. Die sozialpädagogische Familienhilfe, von welcher sie zwei Jahre lang unterstützt worden sei, betrachte sie als Einmischung. Zudem sei sie nicht fähig, in auswegslosen Situationen Hilfe zu holen. In diesem Zusammenhang sei beispielsweise darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin die fristlose Kündigung ihrer Wohnung aufgrund der Ferienabwesenheit ihrer Anwältin nicht angefochten bzw. überhaupt nicht darauf reagiert habe. Die Beschwerdeführerin selber wäre auch auf Hilfe angewiesen. Allerdings sehe sie dies nicht ein, da sie sich nicht mit ihren Problemen und denjenigen ihrer Familie auseinandersetze. Aus diesem Grund komme die Rekurskommission zum Schluss, die Kinder jetzt zu platzieren und der Beschwerdeführerin Zeit zu geben, die Wohnsituation zu klären, sich psychiatrische Hilfe zu besorgen und sich ein soziales Netz und eine Tagesstruktur aufzubauen, damit sie bei späteren Vorfällen wisse, woher sie Hilfe bekommen könne. Seit Oktober 2008 seien mildere Massnahmen geprüft worden, allerdings sei keine erfolgreich gewesen. Mittlerweile könne die Gefährdung der Kinder nicht mehr anders als mittels Obhutsentzug abgewendet werden. Die Vorinstanz fährt fort, eine Platzierung von B.________ und C.________ im Kinder- und Jugendheim G.________ in H.________ erscheine als ideale Lösung, da es sich hier um eine eher offene Institution handle, in welcher die Kinder betreut und entsprechend gefördert würden, andererseits aber auch den Kontakt zu ihrer Mutter nicht verlören, da sie jedes Wochenende sowie die Ferien bei ihr verbringen könnten. Bei einer solchen Institution werde eine spätere Rückkehr der Kinder zur Mutter eher möglich werden. 2.2 Die Beschwerdeführerin rügt u.a. die Verletzung von Art. 314 Abs. 1 ZGB wegen fehlender Anhörung der Tochter C.________. Es rechtfertigt sich, diese Rüge in Analogie zur Rechtsprechung, wonach eine Missachtung des rechtlichen Gehörs wegen dessen formellen Natur vorab zu prüfen ist, vorweg zu behandeln. 2.3 Gemäss Art. 314 Ziff. 1 ZGB ist ein Kind vor dem Erlass von Kindesschutzmassnahmen in geeigneter Weise durch die vormundschaftliche Behörde oder durch eine beauftragte Drittperson persönlich anzuhören, soweit nicht sein Alter oder andere wichtige Gründe dagegen sprechen. Diese Norm statuiert nicht nur ein Recht des Kindes auf, sondern auch eine Pflicht der Behörden zur Anhörung, und die Anhörung des Kindes ist nicht allein Ausfluss seiner Persönlichkeit, sondern sie dient auch zur Klärung des Sachverhalts. Was den Ausschlussgrund des Alters anbelangt, hat das Bundesgericht im Sinn einer Richtlinie festgehalten, dass eine Pflicht zur Anhörung (erst) ab dem vollendeten sechsten Altersjahr besteht (BGE 131 III 553 E. 1.2.3 S. 557). Je nach den konkreten Umständen könnte auch die Anhörung eines etwas jüngeren Kindes in Frage kommen, etwa wenn von mehreren Geschwistern das jüngste kurz vor dem genannten Schwellenalter steht. 2.4 In den vorinstanzlichen Erwägungen finden sich keine Ausführungen zur Anhörung von C.________. Diese wurde gar nicht erst thematisiert, denn offensichtlich gingen sowohl das Obergericht als auch die Beschwerdeführerin - sie hat vor keiner der bisherigen Instanzen auch nur sinngemäss einen entsprechenden Antrag gestellt - davon aus, C.________ sei hierfür zu jung. 2.5 Die am 8. November 2004 geborene C.________ hat das sechste Altersjahr noch nicht vollendet; sie erreicht das von der Rechtsprechung definierte Schwellenalter nicht. Zudem gibt die Beschwerdeführerin keine Gründe an, weshalb C.________ trotzdem hätte angehört werden müssen. Das Obergericht hat deshalb kein Bundesrecht verletzt, wenn es die Frage der Kindesanhörung nicht thematisierte und auf eine Anhörung von C.________ verzichtete.