Citation: 6B_726/2021 E. 3.3.3

3.3.3. Aufgrund der vorinstanzlichen Ausführungen zum Sachverhalt lässt sich nicht überprüfen, ob die Vorinstanz zutreffend von einem klar erstellten straflosen Verhalten ausgeht. Es kann daher nicht gesagt werden, es liege ein klarer Sachverhalt vor (oben E. 2.3). Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1). Gerade bei Sexualdelikten darf nicht verkannt werden, dass die Aussagen des Opfers beweiserheblich sind ("Les déclarations de la victime constituent un élément de preuve"; Urteile 6B_1109/2021 vom 1. April 2022 E. 2.3; 6B_1498/2020 vom 29. November 2021 E. 3.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 505; 6B_238/2020 vom 14. Dezember 2020 E. 1.3). "Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen", in welchen sich als massgebliche Beweise belastende Aussagen des mutmasslichen Opfers und bestreitende Aussagen der beschuldigten Person gegenüberstehen, müssen keineswegs zwingend oder auch nur höchstwahrscheinlich gestützt auf den Grundsatz "in dubio pro reo" zu einem Freispruch führen. Die einlässliche Würdigung der Aussagen der Beteiligten wird Sache des urteilenden Gerichts sein (oben E. 2.4; BGE 137 IV 122 E. 3.3; Urteil 6B_1198/2020 vom 19. Juli 2021 E. 2.1).