Citation: 1P.547/2005 10.10.2005 E. 4

Jede Person, der die Freiheit nicht von einem Gericht entzogen wird, hat gemäss Art. 31 Abs. 4 BV das Recht, "jederzeit ein Gericht anzurufen"; dieses entscheidet "so rasch wie möglich" über die Rechtmässigkeit des Freiheitsentzugs. Das Recht des ohne gerichtliches Urteil Inhaftierten, jederzeit bzw. in vernünftigen Abständen eine richterliche Haftprüfung zu verlangen, gewährleistet einen spezifischen Aspekt der in Art. 10 Abs. 2 BV garantierten persönlichen Freiheit (BGE 126 I 26 E. 2 S. 28 f.; 123 I 31 E. 4c S. 38; 117 Ia 72 E. 1d S. 79, 372 E. 3a S. 375; 116 Ia 60 E. 2 S. 63, je mit Hinweisen). Auch Art. 5 Ziff. 4 EMRK garantiert dem Untersuchungsgefangenen das Recht, ein Verfahren zu beantragen, in dem von einem Gericht "ehetunlich über die Rechtmässigkeit der Haft entschieden" und im Falle der Widerrechtlichkeit seine Entlassung angeordnet wird.