Citation: U 367/05 13.03.2006 E. 3

3.1 Die Vorinstanz erwog, es liege ein Endzustand vor, der nach ärztlicher Einschätzung das Wiedererlangen einer vollständigen Arbeitsfähigkeit erlauben sollte. Die psychogene Fehlverarbeitung wie auch die seit April 2003 geklagten Schmerzen an der rechten Schulter seien bei der Prognose nicht zu berücksichtigen. Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vorbringen, der komplizierte Heilungsverlauf (Absterben des wieder angenähten Fingergliedes, Neuromexzision am Fingerstumpf) über mehr als ein halbes Jahr und der unbefriedigende Endzustand sprächen prognostisch gegen eine Anpassung. Allenfalls sei ein neutrales Gutachten zur Schmerzhaftigkeit des Fingerstumpfes einzuholen. 3.2 Dr. med. K.________, Handchirurge am Spital Y.________, führte am 23. April 2003 aus, der Verlauf sei "eigentlich" regelrecht. Nach der am 28. März 2003 erfolgten Neuromexzision werde die Versicherte die Arbeit am 28. April 2003 wieder zu 50 % aufnehmen. Ansonsten sei er der Ansicht, dass der Zustand jetzt einfach akzeptiert werden müsse. Die Arbeitsfähigkeit solle rasch wieder auf 100 % gesteigert werden. Hausarzt Dr. med. S.________ bat die SUVA am 23. Juni 2003 um eine Arbeitsplatzanalyse, da die Versicherte anfange, psychisch zu dekompensieren. Anlässlich der Abschlusskontrolle vom 23. Juli 2003 hielt Dr. med. K.________ fest, die Versicherte werde zunehmend vorwurfsvoll und incompliant, weshalb er die Behandlung im Spital Y.________ abschliesse. Sie möchte gerichtlich versuchen, eine Rente zu erreichen. [...] Sie habe per Ende Juli 2003 die Kündigung erhalten. Im Vergleich zu anderen Patienten, die nach derselben Verletzung nach einigen Wochen wieder voll arbeiteten, sei die Situation auch psychisch überlagert. Mit Bericht vom 11. August 2003 hielt die Psychiaterin Dr. med. I.________ fest, die Versicherte leide an einer Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen. Die Prognose sollte günstig sein, es bestehe aber weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Kreisarzt Dr. med. B.________, welcher die Versicherte am 21. August 2003 untersuchte, kam zum Schluss, dass als definitiver posttraumatischer Zustand (somatisch) die Amputation des Zeigefingers mit befriedigender Stumpfdeckung, reizlosen Narbenverhältnissen und einer eingeschränkten Beweglichkeit des Zeigefinger-Metacarpo-Phalangeal-Gelenks (MP-Gelenks) bestehe. Der Zeigefinger sei funktionell nicht einsatzfähig, hingegen könnten Spitz- und Schlüsselgriff mit dem Daumen zum Mittelfinger gut durchgeführt werden. Funktionell sei der Mittelfinger zum Zeigefinger geworden. [...] Alle Arbeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, die in der Regel Frauen angeboten werden, seien - mit Ausnahme schwerer handwerklicher Tätigkeiten oder dem Arbeiten in stark gekühlten Räumen oder mit gefrorenen Gegenständen - wieder zumutbar.