Citation: I 350/06 23.01.2007 E. 3.2

Zu prüfen ist, ob der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt worden ist. 3.2.1 Die Versicherte suchte am 30. April 2003 Dr. med. B.________ auf, weil sie eine Neubeurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit durch die Invalidenversicherung anstrebte. Dr. med. B.________ diagnostizierte im Arztbericht vom 22. Mai 2003 ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit tieflumbaler/lumbosacraler Überlastung bei Fehlform/Fehlhaltung, degenerativen und funktionellen Veränderungen mit falscher Lendenwirbelsäulen (LWS)-Beckenstereotype und ausgeprägter Beckenkippung, durchgehender Muskeldysbalance im LWS-Becken-Oberschenkel-Bereich (nebst Status nach Diskushernie im September 1987). Er führte aus, es bestünden offenbar noch weitere gesundheitliche Probleme, inklusive ein vom Hausarzt Dr. med. D.________ dokumentierter psychophysischer Erschöpfungszustand mit emotionaler Stresssituation. Da es sich offenbar nicht nur um ein rheumatologisches, sondern auch um ein "hausärztliches und um weitere gesundheitliche Probleme" handle, empfehle er eine interdisziplinäre Abklärung und Beurteilung durch die MEDAS. Eine solche werde auch von der Versicherten selbst gewünscht. Weiter erklärte Dr. med. B.________, die Beschwerdegegnerin fühle sich als Pflegeassistentin nicht mehr arbeitsfähig. Ausgehend von den wenigen ihm vorliegenden Daten erachte er den Pflegeberuf als nicht geeignet. Soweit aufgrund einer einzigen Konsultation beurteilbar, sei das Heben und Tragen schwerer Lasten ebenso zu vermeiden wie längeres Arbeiten in ergonomisch ungünstiger Stellung oder mit ungünstigen Bewegungen für das Achsenorgan; wünschbar wäre eine Wechselbelastung (Sitzen, Gehen, Stehen). 3.2.2 Dr. med. D.________ führte in seinem Bericht vom 17. Juni 2003 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisch-rezidivierendes lumbovertebrales Syndrom bei Status nach Diskushernienoperation, eine Pseudolisthesis L4, eine Tendenz zu Hypermobilität L3/L4 sowie Schmerzen bei Halux valgus beidseits an. Der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert; im Übrigen könne auf die Abklärungsergebnisse der BEFAS und den Bericht des Dr. med. B.________ verwiesen werden. Die Versicherte gebe weiterhin belastungsabhängige Schmerzen an und fühle sich im angestammten Beruf als Pflegehilfe subjektiv nicht mehr arbeitsfähig. Ob die bisherige Tätigkeit noch zumutbar sei, solle durch die MEDAS abgeklärt werden; leichte körperliche Tätigkeiten seien möglich. Es bestehe ein Missverhältnis zwischen der Beurteilung durch die BEFAS, den subjektiven Einschätzungen der Versicherten und der zu erwartenden Beurteilung durch Dr. med. B.________. 3.2.3 Die behandelnde Psychologin M.________ und Frau Dr. med. H.________ gaben am 6. August 2003 an, die Versicherte leide seit etwa acht Monaten unter einer rezidivierenden depressiven Störung, im Untersuchungszeitpunkt leichte Episode (F33.0), sowie seit zirka 17 Jahren an Rückenschmerzen. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen sei bisher nicht attestiert worden. Der Zustand sei besserungsfähig. Die Beschwerdegegnerin sei wach und allseits orientiert. Sie berichte über leichte Konzentrationsstörungen, die im Gespräch nicht manifest geworden seien. Das Gedächtnis sei intakt; im formalen Denken bestehe zeitweilig ein Grübeln. Phobien, Zwänge, Wahnideen, Sinnestäuschungen und Ich-Störungen fehlten. Gefühlsmässig sei sie zeitweise deprimiert, ängstlich und leicht antriebsarm, Suizidalität bestehe nicht. Schlaf- und Appetitstörungen fehlten. Vor allem bei Überlastung bestünden Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Hüfte. In einer körperlich nicht anstrengenden Tätigkeit sei ein 80 %iges Tagespensum zumutbar. Dabei solle das Arbeitsteam nicht zu gross sein. Hektik sei zu vermeiden, eher selbstständiges Arbeiten wäre wünschenswert. Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes werde weniger als Folge der Therapie sondern dann eintreten, wenn die Versicherte eine Arbeitsstelle finde, bei der sie sich (körperlich) nicht überfordere, sich wohl und finanziell einigermassen sicher fühle. 3.2.4 Mit Verlaufsbericht vom 25. März 2004 führte Dr. med. D.________ aus, der gesundheitliche Verlauf sei stationär. Er habe die Versicherte "interkurrent" gesehen wegen Schmerzen im rechten Mittelfuss (am 12. September 2003) nach Distorsion mit einem alten Gelenksganglion lateral, wegen eines grippalen Infektes (im Dezember 2003) sowie wegen einer Exazerbation des Zervikalsyndroms (im Januar 2004). Alle Beschwerden hätten sich unter symptomatischer Therapie gebessert. Das Grundproblem der belastungsabhängigen Rückenschmerzen sei geblieben. 3.2.5 In einem weiteren Verlaufsbericht vom 24. Mai 2005 gab Dr. med. D.________ an, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Rückenschmerzen, Schmerzen im rechten Sprunggelenk und belastungsabhängige Beschwerden im rechten Mittelfuss seien stärker geworden. Das Ausmass könne er nicht quantifizieren, die Versicherte gebe aber an, sie habe zunehmend Schmerzen im rechten Sprunggelenk. Fachärztliche Abklärungen hätten keine Indikation für eine chirurgische Intervention ergeben; eine Magnetresonanzuntersuchung habe kein Ganglion gezeigt. Massive arthrotische Veränderungen bei chronischer Instabilität und belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Fuss fehlten. Seine Ausführungen belegte Dr. med. D.________ mit Berichten der Klinik für Orthopädie am Spital X.________ vom 26. Oktober und 11. November 2004. Aus diesen geht hervor, dass lediglich geringe Veränderungen des rechten Sprunggelenkes bestehen, die keiner operativen Intervention bedürfen. Empfohlen wurde eine Injektion von Carbostesin und Kenacort. 3.2.6 Der Stellung nehmende RAD-Arzt führte am 27. Juli 2005 aus, die klinischen Befunde im rechten oberen Sprunggelenk seien insgesamt diskret; die vorgeschlagene Behandlung (lokale Injektion) sei offenbar nicht durchgeführt worden. Neue Diagnosen fänden sich ansonsten nicht, weshalb eine gesundheitliche Verschlechterung zu verneinen sei.