Citation: 6B_336/2017 E. 1.8

1.8. Die Vorinstanz übernimmt in Bezug auf die Hafterstehungsfähigkeit die Einschätzung der Gutachter vom 29. März 2016 und 28. Juni 2016. Die Kritik des Beschwerdeführers fusst im Wesentlichen auf der Argumentation, er sei nicht von einem Psychiater, sondern einzig von Internisten gutachterlich beurteilt und der Sachverhalt deshalb unvollständig festgestellt worden. Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt werden. Was er vorbringt, vermag die gutachterlichen Schlussfolgerungen nicht in Frage zu stellen geschweige denn zu erschüttern (vgl. zur Würdigung von Gutachten BGE 142 IV 49 E. 2.1.3 S. 53; 141 IV 305 E. 6.6.1 S. 315; 133 II 384 E. 4.2.3 S. 391; 132 II 257 E. 4.4.1 S. 269; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer verweist auf seinen Standpunkt vor Vorinstanz, wonach der ihn betreuende Psychiater Dr. med. D.________ im Attest vom 29. November 2015 bei weiteren Belastungsfaktoren von einem sehr hohen Suizidrisiko ausgehe. Dieses (zutreffende) Vorbringen vermag keine Mängel an den Gutachten aufzuzeigen. Die Beurteilung von Dr. med. D.________ und das erhöhte Suizidrisiko werden in den Expertisen und von der Vorinstanz nicht hinterfragt, ebenso wenig die zusätzlichen Ausführungen von Dr. med. D.________ in dessen Bericht vom 6. Mai 2016. Der Beschwerdeführer gibt zudem zu bedenken, er sei am Tag der bundesgerichtlichen Urteilseröffnung notfallmässig in die Klinik eingewiesen worden. Dr. med. D.________ habe auf eine direkte Korrelation zwischen der depressiven Störung und den multiplen schweren somatischen Erkrankungen hingewiesen. Diesen Zusammenhang hätten die Gutachter nicht erkannt. Diese Kritik ist eigentlicher Angelpunkt der Verteidigung und in verschiedener Hinsicht unrichtig. Die Einweisung in die Klinik am 15. September 2015 wird von den Gutachtern nicht verkannt. Hält der Psychiater fest, die schwere depressive Episode sei "begleitet von multiplen schweren somatischen Erkrankungen, die sich parallel dazu entwickelt haben und die sich nach heutigem Stand des Wissens auch in erheblichem Mass gegenseitig bedingen und beeinflussen können", so bleibt der Therapeut mit gutem Grund vage und stellt er die behauptete direkte Korrelation nicht etwa fest. Meint der Beschwerdeführer, die Internisten hätten im Gegensatz zu den Psychiatern den eigentlichen Grund der Schlaganfälle übersehen, verkennt er den Inhalt der Expertisen. Danach weist der Beschwerdeführer markante zerebrovaskuläre Risikofaktoren auf (Vorhofflimmern, schwere therapieresistente arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2, Hypercholesterinämie, Status nach Nikotinabusus), welche seit zwei Jahren zu wiederholten zerebrovaskulären Ereignissen führten. Nach dem ersten Schlaganfall im Jahre 2014 kam es zu keiner Restitutio ad Integrum (keine vollständige Ausheilung) und ab Juni 2015 zu transienten ischämischen Attacken (umgangssprachlich "Streifung"). Ursächlich für die wiederholten zerebrovaskulären Ereignisse sind in erster Linie das anhaltende Vorhofflimmern und die vielen, teilweise hochgradigen Stenosen der supraaortalen Gefässe (vorinstanzliche Akten act. 7/2/6 S. 4), und nicht etwa eine depressive Störung. Im Übrigen bleibt unklar, was der Beschwerdeführer aus seiner unzutreffenden Argumentation ableiten will. Dass bei weiteren Belastungsfaktoren voneinem sehr hohen Suizidrisiko auszugehen ist, stellen die Gutachter wie ausgeführt nicht in Frage. Die im gleichen Zusammenhang erhobene Rüge der Gehörsverletzung ist unbegründet (vgl. betreffend die Anforderungen an die Entscheidmotivation BGE 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; 139 IV 179 E. 2.2 S. 183; je mit Hinweisen). Zur Frage einer interdisziplinären Begutachtung nehmen die Experten schliesslich klar Stellung. Sie unterstreichen, dass ausführliche Untersuchungen sowie Beurteilungen von Spezialisten in den relevanten Fachdisziplinen vorliegen und die Diagnosen nicht in Frage gestellt werden. Durch eine interdisziplinäre Begutachtung könnte der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, wenn überhaupt, nur minimal exakter beschrieben werden. Entscheidend ist nach der Überzeugung der Gutachter der Faktor der "Umgebungs-Personen-Interaktion" im Strafvollzug, den auch ein neues Gutachten wohl nicht besser vorhersagen kann. Dr. med. C.________, an dessen Qualifikation Dr. med. E.________ in einem Schreiben vom 6. Mai 2016 (zuhanden der Verteidigung) ohne Grund zweifle, sei als Oberarzt für die fachliche Supervision des gefängnisärztlichen Dienstes im zürcherischen Bezirksgefängnis und Polizeigefängnis mitverantwortlich. Er sei qualifiziert befähigt, den genannten Faktor - soweit dies überhaupt möglich sei - zu beurteilen. Die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage einer interdisziplinären Begutachtung wird mithin von den Experten aufgegriffen, diskutiert und klar beantwortet. Ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der Gutachten vermag der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen.