Citation: 5A_1052/2020 E. 2.3

2.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, eine wörtliche Auslegung des Vergleichs lasse mit Bezug auf die Fälligkeit der Verpflichtung zwei unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten zu. Die vom Beschwerdegegner und der Vorinstanz anvisierte Auslegung mit der absoluten Frist "spätestens am 31.12.2019" stehe in offenbarem Widerspruch zum Satz, dass der erbrechtliche Pflichtteil (1/6) dem Beschwerdegegner aus dem Verkaufserlös zu bezahlen sei. Schon daraus werde klar, dass eine Zahlung bloss aus einem allfälligen Verkaufserlös getätigt werden könne. Insgesamt würden mehr Umstände darauf hinweisen, dass die Parteien mit den fraglichen Fristbestimmungen der Ziffer 7 des Vergleichs eine relative Frist von drei Jahren gemeint hätten, die der Beschwerdeführerin genügend Zeit gegeben hätte, die Liegenschaften zu verkaufen und den dem Beschwerdegegner zu bezahlenden Pflichtteil überhaupt erst zu erhalten. Demgegenüber würden weniger Anhaltspunkte für das Vorliegen einer absoluten Frist sprechen. Jedenfalls habe sich die Vorinstanz die Kognition eines Sachrichters angemasst, obwohl sie lediglich zu beurteilen gehabt hätte, ob der Zeitpunkt der Erfüllung aus dem vorgelegten Rechtsöffnungstitel unzweifelhaft hervorgeht.