Citation: I 465/06 27.04.2007 E. 4

Im MEDAS-Gutachten vom 10. März 2004 wurde als Diagnose mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzkrankheit bei u.a panvertebralem Schmerzsyndrom ohne somatisches Korrelat, Spannungskopfschmerzen und Opiatabhängigkeit genannt. Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lastwagenchauffeuse wurde auf 0 % geschätzt, solange die Explorandin unter Opiat-Therapie stehe. Für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von über 10 kg und ohne ständig vornübergeneigte Stellung bezifferten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit auf 60 % der Norm. Der Wiedereinstieg als Coiffeuse wurde wegen der zervikalen Diskushernie als ungünstig bezeichnet. Der rheumatologische Konsiliararzt der MEDAS hielt in seinem ergänzten Teilgutachten vom 15. Juni 2004 fest, es bestehe eine chronische Schmerzkrankheit mit einem nur kleinen somatischen Kern. In Würdigung der Tatsache, dass die Krankheit sogar zur Einstellung auf eine Opiat-Therapie durch die Schmerzklinik des Paraplegikerzentrums X.________ geführt habe, betrage die Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit 60 %. Unter einer Langzeit-Opiat-Therapie in dieser Dosierung sei es nicht zu verantworten, die Versicherte berufsmässig im Strassenverkehr einzusetzen. Die Tätigkeit als angelernte Coiffeuse sei wegen der cervikalen Diskushernie und der statisch monotonen Bewegungen ungeeignet. Der psychiatrische Experte der MEDAS führte in seinem ergänzten Teilgutachten vom 29. Juni 2004 aus, es fehlten Anhaltspunkte dafür, dass die Explorandin über das Schmerzsyndrom hinaus psychisch gestört wäre. Die Beschreibung der Beschwerden und Handicaps sowie die übrige Anamnese sprächen gegen eine somatoforme Schmerzstörung mit rein psychogener Verursachung. Es gäbe insgesamt keine rein psychiatrischen Gründe, welche eine - zusätzliche - Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Coiffeuse, Lastwagenfahrerin, in einer anderen Tätigkeit oder im Haushalt zur Folge hätten. Ein ausgeprägtes Schmerzsyndrom wie im Falle der Explorandin könne auch für sich allein ohne eine zusätzliche depressive oder ängstliche Störung zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führen. Dabei seien die Begleitsymptome des Schmerzes wie Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörung, Schwindelgefühl und weitere vegetative Symptome sowie gesteigerte Erschöpfbarkeit resp. vermindertes Durchhaltevermögen ein Teil des Schmerzsyndroms und nicht eine unabhängig davon zu diagnostizierende psychische Störung. Es werde wohl unumgänglich sein, die Ärzte der Schmerzklinik des Paraplegikerzentrums X.________ nach ihrer Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit zu fragen. Hier bestehe die meiste Erfahrung mit der Versicherten. Die Ärzte der Schmerzklinik des Paraplegikerzentrums X.________ bezeichneten im Schreiben vom 4. Juli 2004 an die IV-Stelle eine Arbeitsfähigkeit von 50 % mit leichten bis mittleren Aufgaben, welche die Wirbelsäule nicht belasten und wo regelmässige Positionswechsel möglich sind, als zumutbar.