Citation: B 15/05 29.03.2006 E. 7

7.1 Nach Art. 52 BVG (in der bis 31. Dezember 2004 gültig gewesenen, auf das vorliegende Verfahren anwendbaren Fassung; insbesondere zu den auf den 1. Januar 2005 neu eingefügten Abs. 2 und 3 der Bestimmung: vgl. Thomas Geiser, Zivilrechtliche Verantwortlichkeit des Stiftungsrates in der 2. Säule, in: SZS 2005 S. 337 ff.) sind alle mit der Verwaltung, Geschäftsführung oder Kontrolle der Vorsorgeeinrichtung betrauten Personen für den Schaden verantwortlich, den sie ihr absichtlich oder grobfahrlässig zufügen. 7.2 Die genannte Haftungsnorm, deren Anwendungsbereich sich auch auf die weitergehende Vorsorge erstreckt (Art. 49 Abs. 2 BVG; Art. 89bis Abs. 6 ZGB), kommt unabhängig von der Rechtsform der Vorsorgeeinrichtung (Art. 48 Abs. 2 BVG) zum Tragen. Sie räumt der geschädigten Vorsorgeeinrichtung einen direkten Anspruch gegenüber dem näher umschriebenen Kreis der haftpflichtigen Personen ein. Darunter fallen insbesondere die Organe der Vorsorgeeinrichtung. Die Organeigenschaft kann - wie im Rahmen der Verantwortlichkeitsvorschrift von Art. 52 AHVG (BGE 126 V 237 mit Hinweisen) - auch eine bloss faktische sein (BGE 128 V 127 f. Erw. 4a mit diversen Hinweisen auf die einschlägige Literatur). Werden beispielsweise Pensionskassenaufgaben an Dienstleistungsunternehmen in einem Ausmass übertragen, dass sie dadurch effektiv und massgebend an den Entscheidungen in einem wesentlichen Aufgabenbereich teilhaben, ist eine faktische Organstellung zu bejahen. Es kommt nicht auf den Handelsregistereintrag an (BGE 126 V 61 ff. Erw. 4 mit Hinweisen), sondern darauf, ob und in welchem Zeitraum die Organstellung effektiv bestand (vgl. Isabelle Vetter-Schreiber, Kommentar Berufliche Vorsorge, Zürich 2005, S. 169). Neben der Zugehörigkeit zum Kreis der in Art. 52 BVG erwähnten Personen setzt die vermögensrechtliche Verantwortlichkeit als weitere kumulative Erfordernisse den Eintritt eines Schadens, Widerrechtlichkeit, Verschulden und einen Kausalzusammenhang voraus (vgl. dazu Hans-Ulrich Stauffer, Berufliche Vorsorge, Zürich 2005, S. 536 ff. Rz 1419 ff. mit Hinweisen).