Citation: 9C_224/2024 E. 4.3

4.3. Es ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin die Rückforderung mit Verfügung vom 21. April 2023, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 11. Juli 2023, nicht erlassen, sondern lediglich als uneinbringlich abgeschrieben hat. Der Argumentation des Kantonsgerichts, die Abschreibung einer Forderung sei einem Erlass gleichzustellen und führe zu einem definitiven Untergang der Forderung, kann nicht gefolgt werden. Der Erlass ist eine (besondere) Form der Tilgung der Rückerstattungsschuld (BGE 116 V 290 E. 5b). Er ist endgültig, auch wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der betroffenen Person nachträglich ändern (JOHANNA DORMANN, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 70 zu Art. 25 ATSG). Mit der Abschreibung wegen Uneinbringlichkeit geht die Rückerstattungsschuld hingegen nicht unter. Vielmehr kann sie rechtsprechungsgemäss - vorbehaltlich der Verwirkung - zu einem späteren Zeitpunkt erneut geltend gemacht werden, sollte der Schuldner zu neuem Vermögen kommen (BGE 113 V 280 E. 4b; Urteil 8C_2/2024 vom 20. Juni 2024 E. 5.2 mit Hinweisen; vgl. auch Rz. 10191 Wegleitung über die Renten des Bundesamts für Sozialversicherungen vom 1. Januar 2014 [RWL], Stand 2023; i.V.m. Rz 7017 Wegleitung zur Erwerbsersatzordnung des Bundesamts für Sozialversicherungen vom 1. Juli 2005 [WEO], Stand 2023; Art. 79 bis AHVV; Art. 85 Abs. 3 IVV). Die Vorinstanz hat damit den Sachverhalt unrichtig festgestellt, indem sie die Forderung als getilgt erachtete.