Citation: 4A_58/2023 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz hielt fest, der Beschwerdeführer sei am 4. Juni 2018 am rechten Knie operiert worden. Der behandelnde Arzt, Dr. med. E.________, Facharzt Orthopädie, habe ihm ab dem 4. Juni 2018 durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Die Beschwerdegegnerin habe Taggelder geleistet. Am 23. Mai 2020 habe sie mitgeteilt, die vertragliche Leistungsdauer von 720 Tagen sei erreicht, sie werde ihre Leistungen einstellen. Für die behauptete (erneute) Arbeitsunfähigkeit von 100 % für den Zeitraum vom 24. August 2020 bis zum 30. November 2020 stütze sich der Beschwerdeführer auf die Zeugnisse seines Hausarztes. Die Beschwerdegegnerin mache hingegen geltend, eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht ausgewiesen und der Taggeldanspruch sei bereits erschöpft. Der Beschwerdeführer habe - so die Vorinstanz weiter - anlässlich der Kontrollkonsultation vom 20. Mai 2020 seinem Hausarzt gegenüber angegeben, er arbeite wegen seines Knies weiterhin nicht. Mit Schreiben vom 16. Juni 2020 habe die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer per Ende August 2020 gekündigt. Der Beschwerdeführer habe erst wieder am 24. August 2020 seinen Hausarzt aufgesucht, nachdem er am 18. August 2020 aus U.________ zurückgekehrt sei. Befundmässig habe der Hausarzt lediglich festgehalten "[u]nruhig kann nicht schlafen ist völlig aus dem Häuschen". Als Diagnose habe er lapidar "Reaktive Depression" notiert. Beim Hausarzt handle es sich nicht um einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Dieser habe es denn auch unterlassen, einen objektiven psychopathologischen Befund zu erheben, woraus auf das Vorliegen einer depressiven Störung hätte geschlossen werden können. Stattdessen habe er sich mit der laienhaften Umschreibung eines Empörungszustandes ohne Hinweis auf krankheitswertige Symptome begnügt. Es fehle an einem lege artis erhobenen psychopathologischen Befund. Der Beschwerdeführer unterschlage zudem, dass die Kündigung bereits im Juni 2020 erfolgt sei und er seinen Hausarzt erst nach seinem Urlaub aufgesucht habe. Auch sei die Medikation mit Tolvon bereits am 31. August 2020 wieder abgesetzt worden. Weiter habe der Hausarzt nach der Konsultation in der Krankengeschichte notiert: "Kann auch Reisen für Ablenkung, trotz AUF [Arbeitsunfähigkeit]". Dies zeige, dass der Hausarzt selbst nicht von einer schweren psychischen Erkrankung ausgegangen sei, andernfalls die unterlassene Zuweisung an einen Facharzt als grobe Verletzung der Sorgfaltspflicht zu werten wäre. Der Beschwerdeführer habe den Beweis für die behauptete Arbeitsunfähigkeit von 100 % im strittigen Zeitraum nicht erbracht. Von weiteren Abklärungen sei in antizipierter Beweiswürdigung abzusehen. So sei namentlich nicht ersichtlich, zu welchen neuen Erkenntnissen die beantragte Zeugenbefragung des Hausarztes führen könnte, da dessen Feststellungen für die fragliche Zeitperiode in der Krankengeschichte vollständig enthalten seien. Angesichts der echtzeitlich unterlassenen psychopathologischen Befunderhebung könne die behauptete Arbeitsunfähigkeit im entscheidrelevanten Zeitraum auch mit einem Gerichtsgutachten nicht bewiesen werden. Auch auf die Parteibefragung des Beschwerdeführers sowie die Befragung von dessen Ehefrau und dessen frühere Arbeitgeberin könne schliesslich verzichtet werden, zumal objektiv erhobene Befunde durch eine Befragung nicht erhältlich zu machen seien.