Citation: 1P.290/2002 20.12.2002 E. 6

6.1 In Bezug auf die Inkonvenienzentschädigung von Fr. 13'500.-- für drei verlorene Parkplätze macht die Beschwerdeführerin geltend, es seien ihr nicht drei, sondern vier verloren gegangen; dass diese nicht den Kriterien entsprochen hätten, welche die Gemeinde bei der Bewilligung von Neubauten anwende, spiele keine Rolle, da sie voll nutzbar gewesen seien. Die Vorinstanz habe pro Parkplatz Fr. 4'500.-- entschädigt, was den ungefähren Erstellungskosten und einer verbreiteten Ersatzabgabe an Gemeinwesen" entspreche. Ob dies zutreffe, sei nicht überprüfbar, aber nicht entscheidend. Ausschlaggebend seien nicht die ungefähren Erstellungskosten, sondern die entgangene Nutzung: sie habe der Vorinstanz detailliert nachgewiesen, dass ihr ein Minderwert von Fr. 38'400.-- entstehe. Das Verwaltungsgericht habe dazu ausgeführt, die fraglichen Flächen hätten bis anhin als Gratisparkplätze für die Mitarbeiter der Beschwerdeführerin gedient. Sie habe nicht geltend gemacht, dass sie arbeitsvertraglich verpflichtet sei, ihren Mitarbeitern Gratisparkplätze zur Verfügung zu stellen; durch deren Verlust erleide sie daher bloss eine gewisse Attraktivitätseinbusse als Arbeitgeberin. Wenn man darin überhaupt einen Schaden sehen wolle, sei dieser mit dem zugesprochenen Betrag grosszügig abgegolten. Diese Argumentation sei grotesk, danach könnte einem Liegenschaftsbesitzer, der kein Auto besitze, ein Parkplatz jederzeit entschädigungslos enteignet werden. Das Verwaltungsgericht habe auch hier die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge völlig verkannt; es habe daher gegen das Willkürverbot verstossen und eine Gehörsverweigerung begangen, indem es die Beweisvorschriften von Art. 37, 38 und 55 VGG willkürlich angewandt habe. 6.2 Die Argumentation des Verwaltungsgerichts, der Beschwerdeführerin sei an sich gar kein Schaden entstanden, weil sie die verlorengegangenen Parkplätze bis anhin ihren Arbeitern gratis zur Verfügung gestellt habe, ohne dazu arbeitsvertraglich verpflichtet gewesen zu sein, rügt die Beschwerdeführerin zu Recht als offensichtlich unhaltbar. Ob das angefochtene Urteil in diesem Punkt indessen auch im Ergebnis unhaltbar ist, ist weniger klar, zumal als die Gemeinde in der Vernehmlassung geltend macht, die Beschwerdeführerin habe gar keine Parkplätze verloren, weil die Parkfläche zwar verringert, deren Zugänglichkeit durch den Wegfall des Zaunes jedoch verbessert worden sei. Dies braucht indessen nicht abschliessend geprüft zu werden. Dem angefochtenen Entscheid kann auch in diesem Punkt keine genügende Begründung dafür entnommen werden, dass die von der Enteignungskommission dafür zugesprochene Entschädigung als eine volle betrachtet werden kann. Das Verwaltungsgericht hat auch damit seine Begründungspflicht verletzt.