Citation: 1P.419/2000 16.01.2001 E. 2

2.-a) Von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, ist die staatsrechtliche Beschwerde nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide zulässig (Art. 86 Abs. 1 OG). Rechtliche Noven sind grundsätzlich ausgeschlossen, d.h., die dem Bundesgericht unterbreiteten Rügen müssen schon im kantonalen Verfahren (zumindest sinngemäss) geltend gemacht worden sein. Der Grundsatz von Treu und Glauben verlangt jedenfalls, dass Verfahrensrügen rechtzeitig gegenüber den prozessleitenden kantonalen Behörden erhoben werden (BGE 119 Ia 88 E. 1a S. 90 f.; 118 Ia 462 E. 5b S. 470, je mit Hinweisen). Insbesondere ist es Sache des Angeschuldigten bzw. seines Rechtsvertreters, Anträge auf Übersetzung von wichtig erscheinenden Teilen der Strafprozedur rechtzeitig geltend zu machen (BGE 118 Ia 462 E. 2b S. 465 mit Hinweisen). b) Der Beschwerdeführer rügt vor Bundesgericht, die Hauptverhandlung vor dem Tribunal pénal de la Gruyère sei in französischer Sprache erfolgt. Da er des Französischen nicht mächtig sei, habe er nicht verstanden, was "der Richter", "die Anwältin meiner Kontrahenten" sowie der Pflichtverteidiger anlässlich der Gerichtsverhandlung sprachen. Ein solches Verfahren verstosse gegen den in Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK verankerten Anspruch des Angeklagten, in einer ihm verständlichen Sprache in allen Einzelheiten über Art und Grund der gegen ihn erhobenen Beschuldigung unterrichtet zu werden. Da er "kein Wort verstanden" habe, habe er sich entgegen der Vorschrift von Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK auch nicht selbst verteidigen können. Es sei ihm lediglich gestattet worden, an ihn gerichtete Fragen "mit ja oder nein" zu beantworten. c) Es ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer diese Vorbringen rechtzeitig im kantonalen Verfahren erhoben und insofern den Instanzenzug erschöpft hat. Wie sich aus den Akten des Berufungsverfahrens ergibt, liess der Beschwerdeführer am 22. Dezember 1999 durch seinen Rechtsvertreter eine Berufung gegen das Strafurteil des Tribunal pénal de la Gruyère vom 5. Oktober 1999 einreichen. Weder ausdrücklich noch sinngemäss wurden darin prozessuale Beanstandungen zum Ablauf der Hauptverhandlung erhoben. Folglich setzt sich der angefochtene Entscheid mit solchen (gar nicht geltend gemachten) Vorbringen auch nicht auseinander. Ebenso wenig lässt sich den Akten des erstinstanzlichen Strafverfahrens entnehmen, dass der Beschwerdeführer oder sein damaliger Verteidiger anlässlich der Hauptverhandlung einen Antrag auf Übersetzung von Akten oder Verhandlungsabschnitten gestellt hätten, der vom Gericht abgewiesen worden wäre. d) Bei dieser Sachlage widerspricht es dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV), wenn der Beschwerdeführer erst nachträglich, im Verfahren vor Bundesgericht, vorbringt, anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Tribunal pénal de la Gruyère seien die genannten Verteidigungsrechte missachtet worden. Auf die Beschwerde kann insofern nicht eingetreten werden.