Citation: 5A_996/2014 E. 3.2

3.2. Art. 193 ZGB ist eine Gläubigerschutznorm des Güterrechts, systematisch eingereiht im ersten Abschnitt über die allgemeinen Vorschriften. Mit ihr soll sichergestellt werden, dass das im Zeitpunkt der Anspruchsbegründung vorhandene Vermögen des schuldnerischen Ehegatten nicht durch güterrechtliche Operationen der Haftung entzogen wird. Die Tatbestandselemente von Art. 193 ZGB sind die vorbestehende Forderung, das hierfür haftende Vermögen des Ehegatten und die güterrechtliche Vermögensverschiebung. Für das letztgenannte Tatbestandsmerkmal knüpft die Bestimmung an die Begründung oder Änderung des Güterstandes oder die güterrechtliche Auseinandersetzung. Welche güterrechtlichen Operationen dabei in Frage kommen, ist exemplarisch zusammengestellt bei Hausheer/Aebi-Müller, Basler Kommentar, N. 11 ff. zu Art. 193 ZGB.