Citation: 2C_716/2022 E. 5

Die Beschwerdeführerin wirft dem Steueramt vor, indem es jahrelang und über die zehnjährige Aufbewahrungsfrist gemäss Art. 126 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) hinaus untätig geblieben sei, habe es bei ihr das Vertrauen geweckt, dass die Unterlagen zur streitbetroffenen Steuerperiode nicht mehr benötigt würden. Es sei treuwidrig, wenn das Steueramt nun doch noch Aufrechnungen vornehme und dabei die Beweislastregel zu ihrem Nachteil anwende. Diese Rüge ist offensichtlich unbegründet. In Anbetracht dessen, dass das Steueramt der Beschwerdeführerin bereits im September 2010 einen Einschätzungs- bzw. Veranlagungsvorschlag unterbreitet hatte, mit dem die Beschwerdeführerin nicht einverstanden war, und das Steueramt in der Folge wiederholt die Verjährung unterbrach, durfte die Beschwerdeführerin offenkundig zu keinem Zeitpunkt davon ausgehen, dass die Unterlagen zur Steuerperiode 2007 für die diesbezügliche Veranlagung nicht mehr erforderlich sein würden. Daran ändert auch das Ende der zehnjährigen Aufbewahrungspflicht gemäss Art. 126 Abs. 3 DBG nichts. Dementsprechend spricht nichts dagegen, auf die Beweislastregel abzustellen und zulasten der Beschwerdeführerin zu entscheiden, wenn sich eine unbewiesen gebliebene Tatsache zu ihrem Vorteil - d.h. steuermindernd - auswirkt (vgl. zur Beweislastverteilung im Abgaberecht BGE 147 II 338 E. 3.2; 146 II 6 E. 4.2).