Citation: 8C_351/2018 E. 3.2.2

3.2.2. Damit die Kosten der Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente von der Unfallversicherung übernommen werden können, ist gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG einzig gefordert, dass zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd Behandlung und Pflege notwendig ist. Gemäss Gutachten des Dr. med. C.________ vom 3. Mai 2016 ist die Arbeitsfähigkeit in einer den Unfallfolgen ideal angepassten Tätigkeit zu 50 bis 60 % eingeschränkt. Die Ressourcenmobilisationsfähigkeit sei insbesondere aufgrund der chronischen Schmerzen am linken Arm stark vermindert. Der Gutachter geht davon aus, dass zur Erhaltung der Gesundheitssituation namentlich Physiotherapie notwendig sei. Ein detailliertes Physiotherapie-Konzept sei beim involvierten Physiotherapiezentrum zu erfragen. Die langjährig betreuende Physiotherapeutin weist in ihrem Bericht vom 27. Juni 2016 darauf hin, dass die Versicherte den Berufsanforderungen nur standhalte, wenn sie weiterhin dreimal wöchentlich Physiotherapie-Sitzungen absolvieren könne. Dabei gehe es um die immer wieder aufs Neue nötige Stabilisierung der Schulter durch manuelle Behandlung und Anlegen eines Stabilitätstapes. Die Behandlungen dienten einem wiederkehrenden Reset des muskulären Gleichgewichts der Schulter. Sei die Schulter optimal zentriert, reduziere sich auch der Schmerzpegel deutlich. Der Hausarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, gibt mit Bericht vom 6. Januar 2017 ebenfalls zu erkennen, dass das aktuelle Zustandsbild unter therapeutischer Behandlung stabil sei. Physiotherapie sei notwendig, um überhaupt eine Arbeitsfähigkeit zu erlangen und diese zu erhalten. Bei Unterbrüchen trete sofort eine Verschlechterung der Gesamtsituation ein. Zu diesem Schluss kommt nach umfassendem Aktenstudium auch Dr. med. C.________ in seinem Gutachten vom 3. Mai 2016 mitsamt Ergänzung vom 20. November 2017. Damit ist offensichtlich, dass die drei Physiotherapie-Sitzungen pro Woche nicht nur dem Erhalt der Gesundheitssituation, sondern gleichermassen auch dem Erhalt der Resterwerbsfähigkeit dienen. Zur Zentrierung der instabilen Schulter ist die Beschwerdeführerin kontinuierlich auf manuelle Behandlung im Rahmen der Physiotherapie-Sitzungen angewiesen. Diese Behandlung lässt sich entgegen der pauschalen Behauptung des pract. med. E.________ nicht antrainieren und alsdann zusätzlich ins bereits von der Versicherten selbstständig ausgeführte Heimtraining aufnehmen. Der beratende Arzt trägt diesen Umständen des Einzelfalls nicht Rechnung. Er stellt auf die "Wissenschaft" ab, übersieht aber, dass sich daraus für den vorliegenden Einzelfall bei höchst instabiler Schulter nach drei operativen Eingriffen ohne weitere Verbesserungsmöglichkeit kein Erkenntnisgewinn ableiten lässt. Soweit das kantonale Gericht auf seine Aktenbeurteilung vom 4. Januar 2018 abstellt, würdigt es die Beweise folglich willkürlich, so dass darauf nicht abgestellt werden kann.