Citation: 2C_70/2023 E. A

Die serbische Staatsangehörige A.A.________ (geb. 1981) heiratete am 3. Dezember 2012 den italienischen Staatsangehörigen B.A.________ (geb. 1989), der in der Schweiz über eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA verfügte. Am 16. Mai 2013 und am 13. November 2017 stellte B.A.________ je ein Gesuch um Familiennachzug für seine Ehefrau. Beide Gesuche wies das Migrationsamt des Kantons St. Gallen ab, weil die erforderlichen Unterlagen nicht eingereicht worden waren. Ein weiteres Gesuch um Familiennachzug hiess das Migrationsamt gut und erteilte A.A.________ am 12. Juli 2019 eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zum Verbleib bei ihrem Ehemann im gemeinsamen Haushalt in der Stadt F.________. Am 3. Juli 2019 reiste A.A.________ in die Schweiz ein. Polizeiliche Ermittlungen ergaben, dass A.A.________ bereits vor dem Erwerb der Aufenthaltsbewilligung im Restaurant C.________ in U.________ als Servicemitarbeiterin tätig war. Bei der Befragung gab sie an, sie sei seit Sommer 2018 die Freundin des Restaurantinhabers D.________, was dieser bestätigte. Das Untersuchungsamt Altstätten verurteilte A.A.________ mit Strafbefehl vom 8. Oktober 2019 wegen rechtswidrigen Aufenthalts und Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse. Per 1. April 2020 meldete sich A.A.________ neu in U.________ an, wo sie als Untermieterin von D.________ eine Wohnung in der Liegenschaft des Restaurants C.________ bezog, während ihr Ehemann bereits zuvor am 16. März 2020 in V.________ zusammen mit einer anderen Frau eine Wohnung gemietet hatte. Daraufhin leitete das Migrationsamt ein Verfahren zur Prüfung des Aufenthaltsverhältnisses ein. Die Eheleute erklärten ihre räumliche Trennung mit ihren unterschiedlichen Arbeitsorten (U.________ und V.________).