Citation: 2C_1009/2022 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz ist in ihren Erwägungen zum Schluss gekommen, der Beschwerdegegner sei zwar nicht befugt gewesen, ein Gutachten zu den sich stellenden Rechtsfragen zur Gemeindeaufsicht einzuholen, jedoch führe dieser Verfahrensfehler nicht dazu, dass die mit dem Verfahren befassten Bezirksratsmitglieder und die Ratsschreiberin in den Ausstand treten müssten. Sie führt dazu aus, dass nur besonders schwere oder wiederholte Verfahrensfehler, die auf eine Pflichtverletzung schliessen lassen, einen Ausstandsgrund zu bilden vermöchten und dass eine solche Fehlleistung hier nicht vorliege. Weder der Gutachtensauftrag als solcher noch sein umfassender Charakter (detaillierte Fragen mit Bezug zum konkreten Fall), die zeitlichen Abläufe (Erteilung des Auftrags schon kurz nach Einleitung des Aufsichtsverfahrens) oder das vereinbarte vorläufige Kostendach von Fr. 25'000.-- würden den Schluss zulassen, dass der Beschwerdegegner sich nicht in der Lage sah, den Fall selbst zu lösen und eine selbständige rechtliche Würdigung vorzunehmen. Es bestünden keine Hinweise, dass der Beschwerdegegner die Rechtsanwendung den Sachverständigen überlassen und auf eine kritische Würdigung des Gutachtens verzichten wollte. Gegen eine solche Annahme spreche, dass er bereits vor Ablieferung des Gutachtens aufsichtsrechtliche Ersatzmassnahmen angedroht und sodann das Gutachten den Verfahrensbeteiligten zur Stellungnahme zugestellt habe. Aus der Bemerkung im Gutachtensauftrag, wonach das Gutachten "in erster Linie zur Legitimierung des aufsichtsrechtlichen Vorgehens dienen" solle, folge auch nicht, dass der Beschwerdegegner sich schon auf ein bestimmtes Vorgehen festgelegt gehabt hätte. Der Umgang mit Aktenstücken, die aus formellen Gründen unbeachtlich sind, gehöre zu den üblichen Aufgaben von Verwaltungsbehörden, weshalb erwartet werden dürfe, dass die Behördenmitglieder imstande und willens sind, solchen Aktenstücken mit der notwendigen inneren Distanz zu begegnen.