Citation: 9C_437/2024 E. 2.2

2.2. Beim Vermögenszufluss handelt es sich um einen faktischen Vorgang. Er tritt ein, falls und sobald die steuerpflichtige Person die rechtliche Verfügungsmacht über die zugegangenen Vermögenswerte erlangt. Der Rechtserwerb kann sich als Forderungs- (obligatorisches Recht) oder Eigentumserwerb (dingliches Recht) darstellen. Auch blosse Gutschriften, die der Auszahlung der Leistung vorangehen oder als Alternative zu dieser bestehen, fallen unter die echten (und nicht bloss fiktiven) Erträge. Sie gelten als Vermögenszufluss, selbst wenn sie begrifflich von keinen Liquiditätsfolgen begleitet sind. Gutschrift und Auszahlung stellen nur unterschiedliche Modalitäten des Bezugs dar (StE 2017 A 21.16 Nr. 19, 2C_616/2016 E. 2.2.2; Urteil 2C_886/2020 vom 23. November 2020 E. 3.2.3; je mit Hinweisen). An der wirtschaftlichen Verfügungsmacht über eine Einkunft (resp. Gutschrift) fehlt es, soweit der vermeintliche Vermögenszugang mit einem Vermögensabgang korreliert, der aus einer Rückerstattungs-, einer Weiterleitungs- oder auch einer Schadenersatzpflicht folgen kann. Ist der Erwerb eines Vermögenswerts dergestalt mit einem Vermögensabgang belastet, führt er nicht zu einer Bereicherung der steuerpflichtigen Person und es wird keine Besteuerung ausgelöst (BGE 149 II 400 E. 4.2 mit Hinweisen; StE 2017 A 21.16 Nr. 19, 2C_616/2016 E. 2.2.3, 2.2.4, 2.2.7).