Citation: 1B_95/2009 25.05.2009 E. 3

Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in strafprozessualer Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unverhältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, wenn die Haftfrist die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion übersteigt. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Straftaten Rechnung zu tragen. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt. Nach der Rechtsprechung ist die Auslieferungshaft grundsätzlich bei der Beurteilung der Frage einzubeziehen, ob die Dauer der Untersuchungshaft den aus Art. 31 Abs. 3 BV abgeleiteten Anforderungen entspricht (BGE 133 I 168 E. 4.1 S. 171). 3.1 Dazu gibt die Kantonsgerichtsvizepräsidentin zu bedenken, dass sich eine Untersuchungshaft - selbst wenn der Beschwerdeführer im Falle eines Schuldspruchs mit einer mehrjährigen Strafe rechnen müsse und trotz der Komplexität des Falles - wohl kaum mehr über Monate oder gar Jahre hinweg rechtfertigen lassen werde. Es dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass im Falle eines Schuldspruchs und somit im Urteilszeitpunkt das Gericht Faktoren zu beachten haben werde, die letztlich zu einer weit geringeren Strafe führen könnten, abgesehen von der schliesslich noch anzurechnenden Untersuchungs- resp. Auslieferungshaft. Dennoch geht die Kantonsgerichtsvizepräsidentin davon aus, dass die Gefahr von Überhaft heute noch nicht bestehe. 3.2 Dieser Einschätzung ist mit Blick auf die zahlreichen Delikte, die dem Beschwerdeführer vorgeworfen werden, zu folgen. Zudem gilt zu beachten, dass die Dauer der schliesslich zu verhängenden Freiheitsstrafe vom Haftrichter nicht abschliessend beurteilt werden kann. Aufgrund der summarischen Prüfung durfte eine Überhaft im jetzigen Zeitpunkt verneint werden. Der Beschwerdeführer bestreitet denn die Verhältnismässigkeit der Untersuchungshaft auch nicht.