Citation: 2C_306/2021 E. 2.3.3

2.3.3. Zusätzlich zu Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG hat das Kantonsgericht den Tatbestand der Sozialhilfeabhängigkeit gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG als erfüllt erachtet. Bis Mai 2020 wurden der Beschwerdeführerin Sozialhilfebeiträge in der Höhe von insgesamt ca. Fr. 155'000.-- ausgerichtet; seit Juni 2016 wird sie laufend mit einem monatlichen Betrag von Fr. 2'158.-- unterstützt. Die so bezogene Sozialhilfe ist in ihrer Höhe und auch in zeitlicher Hinsicht als erheblich einzustufen. Zudem bemühte sich die Beschwerdeführerin trotz der von Seiten der IV (teilweise als vollständig) attestierten Arbeitsfähigkeit in der Vergangenheit nicht um eine Arbeitsstelle. Die Vorinstanz hat dementsprechend angenommen, dass es der Betroffenen auch in Zukunft nicht gelingen wird, sich von der Sozialhilfe zu lösen. Eine Prognose hinsichtlich der Sozialhilfeabhängigkeit muss deshalb negativ ausfallen, und der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG ebenfalls als erfüllt gelten. Die genannte Abhängigkeit verleiht den öffentlichen Interessen an der Wegweisung der Beschwerdeführerin in doppelter Hinsicht zusätzliches Gewicht: Zum Einen kommen die ausgerichteten staatlichen Unterstützungsleistungen zu der jahrelang angehäuften Schuldenlast hinzu; das gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin sogar dann noch weitere Schulden einging, als sie für von der Sozialhilfe gedeckte Kosten weitere Kredite aufnahm, um deren Rückzahlung sie sich in keiner Weise bemühte. Zum Anderen zeigt die Sozialhilfeabhängigkeit - wie die wiederholte Straffälligkeit - nicht nur beträchtliche Defizite bei der wirtschaftlichen bzw. sozialen Integration, sondern auch eine entsprechende Gleichgültigkeit gegenüber den in der Schweiz gültigen gesellschaftlichen und rechtlichen Verhaltensregeln.