Citation: 9C_650/2022 E. 2.1

2.1. Vorab hat die Beschwerdeführerin geltend gemacht, hier hätten die kantonalen Steuerbehörden ihr gegenüber im Steuerhinterziehungsverfahren Beweismaterial verwendet, welches dann zu ihrer Verurteilung geführt habe (vgl. unten E. 3.3). Die entsprechenden Beweise hätten jedoch nicht auf Untersuchungen der kantonalen Behörden beruht, sondern ausschliesslich auf solchen im vorangegangenen ASU-Verfahren gegenüber B.________. Im ASU-Verfahren seien aber zahlreiche Verfahrensverstösse erfolgt (u.a. durch eine nicht parteiöffentliche Korrespondenz zwischen der ASU und dem Beschwerdegegner), zudem seien der Beschwerdeführerin dort keinerlei Parteirechte zugestanden worden. Wenn sie nun auf der Grundlage des ASU-Berichts verurteilt werden solle, obschon sie überhaupt nie Partei eines Verfahrens nach Art. 190 ff. des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (SR 642.11; DBG) gewesen sei und im ASU-Verfahren keinerlei Teilhabe-, Informations- oder Mitwirkungsrechte gehabt habe, so verletze eine solche Verurteilung Art. 32 BV sowie Art. 6 EMRK und erweise sich im Ergebnis als krass willkürlich. Demzufolge müssten sämtliche im ASU-Verfahren erhobenen Beweise im Steuerhinterziehungsverfahren der kantonalen Behörden einem absoluten Verwertungsverbot unterliegen.