Citation: 5A_318/2021 E. 3.2.4

3.2.4. Das Obergericht anerkennt, dass die alltägliche Unterstützung von A.________ und seine Begleitung durch die Adoleszenz der Beschwerdegegnerin 1 neben ihrer Schichtarbeit und der Haushaltsführung viel abverlangen wird und sich nicht mit den Wochenend- und Ferienbesuchen vergleichen lässt. Da sich A.________ im Verlauf der Pubertät ohnehin altersbedingt eigene Strukturen und neue Vorbilder suchen werde, sei das behauptete Unvermögen der Mutter, für ihre Kinder einen geregelten Alltag zu schaffen, allerdings zu relativieren. Seit Beginn der offenen Kontaktregelung vor vierzehn Monaten sei es während der Aufenthalte bei der Mutter zu keinen grösseren Problemen gekommen. Dies widerlege die Schlussfolgerung der Gutachterin, wonach die Mutter mit der Gegenwart ihrer Kinder überfordert und zu deren Betreuung und Erziehung nicht in der Lage sei. Der Diagnose der Universitären Psychiatrischen Dienste A.________ vom 8. Dezember 2017, wonach A.________ an einer reaktiven Bindungsstörung des Kindesalters leidet, hält die Vorinstanz entgegen, dass die Beschwerdegegnerin 1 im Rahmen der Besuchsregelung Durchhaltewillen und Verantwortungsbewusstsein gezeigt und sich ernsthaft und erfolgreich um die Beziehung zu A.________ bemüht habe. Dies spreche dafür, dass sie die Wichtigkeit eines verlässlichen und stabilen Umgangs mit A.________ erkennt, und für ihre Erziehungsfähigkeit. Im Übrigen würden die seelische Verbindung der Mutter und des Vaters zu A.________ und die Nähe der Eltern allfällig fehlende kognitive Kriterien für die Erziehungsfähigkeit wettmachen. Suchtprobleme und psychiatrische Erkrankungen seien bei den Eltern nicht aktenkundig.