Citation: 5A_427/2022 E. 5.1.2

5.1.2. Dass die Beschwerdegegnerin gegenüber den hiervor erwähnten Personengruppen anders bzw. schlechter behandelt wird, bestreitet die Beschwerdeführerin nicht. Sie weist indes darauf hin, dass die in den Statuten vorgesehene beschränkte Rückwirkung, welche sich aus dem Abstellen auf den Todeszeitpunkt der Eltern ergebe, Frauen und Männer gleichermassen betreffe. So hätten auch Söhne von verstorbenen "ausgeheirateten" Frauen keinen Aufnahmeanspruch, wenn ihre Mütter vor den massgeblichen Daten verstorben seien. Auch uneheliche Söhne von Korporationsgenossinnen könnten betroffen sein, denn habe die Mutter das Genossenrecht aufgrund eines Einkaufs nach Heirat mit einem Genossen erlangt, habe der uneheliche Sohn unter den neuen Statuten keinen Aufnahmeanspruch, wenn die Mutter vor dem massgeblichen Zeitpunkt verstorben sei. Daraus kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten, denn wie sie selber - und zu Recht - ausführt, ist vorliegend nicht die Geschlechtergleichstellung (Art. 8 Abs. 3 BV) angesprochen, sondern der allgemeine Gleichheitsgrundsatz bzw. das Diskriminierungsverbot (Art. 8 Abs. 1 und 2 BV).