Citation: 1B_52/2018 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz führt demgegenüber aus, das Vorliegen eines gültigen Strafantrags sei bei Strafantragsdelikten von Amtes wegen zu prüfen. Wenn eine Staatsanwaltschaft zum Schluss komme, dass kein gültig gestellter Strafantrag vorliege, sei nicht einzusehen, weshalb sie befangen sein solle, wenn sie die möglicherweise geschädigte Person auf ihr Strafantragsrecht hinweise. Dieser Hinweis lasse die Staatsanwaltschaft genauso wenig befangen erscheinen wie der gesetzlich in Art. 118 Abs. 4 StPO vorgeschriebene Hinweis auf das Recht der geschädigten Person, sich durch Abgabe einer entsprechenden Erklärung als Privatklägerin am Strafverfahren beteiligen zu können, zumal eine solche Erklärung gerade auch in Form eines Strafantrags abgegeben werden könne. Darüber hinaus ergebe sich aus Art. 3 Abs. 1 lit. c StPO, dass die Strafbehörden alle Verfahrensbeteiligten gleich und gerecht zu behandeln hätten und somit nicht einzig die beschuldigte Person auf ihre Verfahrensrechte hinzuweisen habe. Dieser Umstand sei nicht befangenheitsbegründend und es könne nicht von einer einseitigen Untersuchung zu Ungunsten des Beschwerdeführers bzw. einem Verstoss gegen Art. 6 Abs. 2 StPO die Rede sein. Die Staatsanwaltschaft habe zudem in ihrer Stellungnahme in überzeugender Weise widerlegt, dass es ihr nur darum gegangen sei, das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer in irgendeiner Weise aufrecht zu erhalten.