Citation: 2C_994/2021 E. 6.2

6.2. Nach den Feststellungen im angefochtenen Urteil hat der Haftrichter im Urteil vom 24. August 2020, in welchem er die Haftentlassung des Beschwerdeführers angeordnet hat, festgehalten, das Beschleunigungsgebot sei verletzt worden. Der Haftrichter hatte in jenem Urteil erwogen, für die Zeit ab dem 5. März 2020 bis zum Urteilszeitpunkt seien keine amtlichen Tätigkeiten in Richtung Vollzug der Wegweisung dokumentiert: Es seien rund fünfeinhalb Monate vergangen, ohne dass eine amtliche Handlung belegt wäre, was ohne Weiteres eine Verletzung des Beschleunigungsgebots darstelle (Art. 105 Abs. 2 BGG). Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass die ivorischen Behörden, das SEM und der Beschwerdeführer, nicht aber die kantonalen Behörden für die Verzögerungen verantwortlich gewesen seien (vorinstanzliches Urteil E. 5.2). Aus diesem Grund hat sie einen Genugtuungsanspruch gegen den Kanton verneint. Diesen Ausführungen kann mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht gefolgt werden. Für die Frage, ob die Aufrechterhaltung der Haft Art. 5 Ziff. 1 lit. f EMRK verletzt hat, ist nämlich unerheblich, welche schweizerische Behörde (Bund, Kanton) die Verzögerung zu verantworten hat (BGE 139 I 206 E. 2.3). Auch kann in diesem Zusammenhang entgegen der Auffassung der Vorinstanz keine Rolle spielen, dass der Beschwerdeführer nicht früher ein Haftentlassungsgesuch gestellt hat.