Citation: C 434/99 08.02.2001 E. 3

3.- a) Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat mit Bezug auf die bis Ende 1991 gültig gewesene Fassung des Art. 52 Abs. 1 AVIG in BGE 114 V 56 ausgeführt, dass die Insolvenzentschädigung in Fällen, bei welchen die Konkurseröffnung oder das Pfändungsbegehren nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgt, Lohnforderungen für die letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses vor der Konkurseröffnung oder vor dem Pfändungsbegehren deckt, sofern die Insolvenz des Arbeitgebers im Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses schon bestanden und sich die Konkurseröffnung bzw. die Einreichung des Pfändungsbegehrens aus Gründen verzögert hat, auf die der Versicherte keinen Einfluss nehmen konnte. In BGE 119 V 60 f. Erw. 4a wurde sodann erkannt, dass bei der Auslegung von Art. 52 AVIG, welcher einen Teilaspekt von Art. 51 AVIG bildet, Art. 51 Abs. 1 lit. a AVIG zu beachten ist, wonach Anspruch auf Insolvenzentschädigung besteht, wenn der Konkurs eröffnet wird und dem Arbeitnehmer "in diesem Zeitpunkt" Lohnforderungen zustehen. Mit dieser Bestimmung hat - so das Eidgenössische Versicherungsgericht im Folgenden - der Gesetzgeber klargestellt, dass ausschliesslich im Zeitpunkt der Konkurseröffnung bestehende Lohnforderungen Anspruch auf Insolvenzentschädigung geben. In Erw. 4b des gleichen Urteils wird abschliessend ausgeführt: Nichts anderes ergibt sich aus der (...) Neufassung von Art. 52 Abs. 1 AVIG vom 5. Oktober 1990, in Kraft seit 1. Januar 1992, wonach die Insolvenzentschädigung Lohnforderungen «für die letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses deckt». (...) Im Sinne von BGE 114 V 56 ff. sollte damit dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Konkurseröffnung (oder das Pfändungsbegehren) häufig erst nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses erfolgt und sich aus Gründen verzögern kann, auf die der Versicherte keinen Einfluss hat. Dagegen ergeben sich weder aus dem genannten Urteil noch aus den Gesetzesmaterialien Hinweise dafür, dass der Anspruch auf Insolvenzentschädigung über den Zeitpunkt der Konkurseröffnung oder der Einreichung des Pfändungsbegehrens hinaus erstreckt werden sollte. Hiezu hätte es nach dem Gesagten einer Änderung auch von Art. 51 AVIG bedurft, wonach die Insolvenzentschädigung lediglich Ansprüche aus Arbeitsvertrag vor Eröffnung des Konkurses oder Einreichung des Pfändungsbegehrens deckt. Mangels einer solchen Änderung muss es bei der Feststellung bleiben, dass Lohnforderungen für die Zeit nach Eröffnung des Konkurses oder der Einreichung des Pfändungsbegehrens keinen Anspruch auf Insolvenzentschädigung zu begründen vermögen. b) Die Beschwerdeführer vertreten demgegenüber unter Hinweis auf ein Rechtsgutachten des Prof. Dr. iur. Z.________, Hochschule Y.________, vom 13. September 1996 die Auffassung, die durch das Eidgenössische Versicherungsgericht vorgenommene Auslegung des Art. 52 Abs. 1 AVIG gegen dessen klaren Wortlaut lasse sich allein gestützt auf Art. 51 Abs. 1 lit. a AVIG nicht rechtfertigen und verstosse gegen Sinn und Zweck der Norm. Das Argument des kantonalen Gerichts, der Gesetzgeber habe revisionsweise keine Ausdehnung des Anspruchs auf Insolvenzentschädigung einführen wollen, gehe insofern fehl, als durch die beschwerdeführerische Interpretation keine Ausdehnung des Anspruchs erfolge, denn es verschiebe sich lediglich die für den Umfang massgebende Zeitspanne. Der zu entschädigende Zeitraum bleibe gleich lang. Im Übrigen sei fraglich, ob die Interpretation der Vorinstanz mit Art. 12 lit. a des Übereinkommens Nr. 173 der Internationalen Arbeitsorganisation über den Schutz der Forderungen der Arbeitnehmer bei Zahlungsunfähigkeit ihres Arbeitgebers vom 25. Juni 1992 (nachfolgend: Übereinkommen Nr. 173) im Einklang stehe.