Citation: 4A_387/2024 E. 3.4.1

3.4.1. Die Vorinstanz erwog, im Kanton Zürich sei die Steuerveranlagung in zwei Phasen unterteilt: Das Einschätzungsverfahren werde durch den Einschätzungsentscheid abgeschlossen und das nachfolgende Steuerbezugsverfahren durch die Schlussrechnung. Im Einschätzungsentscheid setze das kantonale Steueramt den Steuertarif und die Steuerfaktoren fest. Steuerfaktoren sind der steuerbare Reingewinn und das steuerbare Kapital (vgl. § 139 Abs. 1 StG/ZH). In einem zweiten Schritt bestimme das zuständige Gemeindesteueramt auf Grundlage der Einschätzung den Steuerbetrag. Damit werde die Veranlagung beendet. Das zweistufige Veranlagungsverfahren habe im Kanton Zürich zur Folge, dass der Einschätzungsentscheid nur zusammen mit der darauf basierenden Schlussrechnung einen definitiven Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 80 SchKG bilde. Der definitive Rechtsöffnungstitel entstehe durch das Zusammenwirken beider Gemeinwesen. Der Steuerbezug mittels Schlussrechnung durch das Gemeindesteueramt sei ohne die Einschätzung durch das kantonale Steueramt nicht möglich. Allein gestützt auf den Einschätzungsvorschlag oder die Schlussrechnung könne keine Rechtsöffnung erteilt werden. Vielmehr seien dem Rechtsöffnungsgericht sowohl der Veranlagungsentscheid als auch die darauf basierende Schlussrechnung vorzulegen.