Citation: 2C_10/2023 E. 3.3.2

3.3.2. Art. 8 EMRK bzw. Art.13 Abs. 1 BV schützen im Zusammenhang mit der Bewilligung des Aufenthalts in erster Linie die Kernfamilie (BGE 144 II 1 E. 6.1; 137 I 113 E. 6.1; 135 I 143 E. 1.3.2 mit Hinweisen). In den Schutzbereich fallen aber auch nicht rechtlich begründete familiäre Verhältnisse, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht, welche sich namentlich durch Zusammenleben in gemeinsamem Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit oder Übernahme von Verantwortung für die andere Person charakterisiert (BGE 144 II 1 E. 6.1; 135 I 143 E. 3.1 mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat hieraus abgeleitet dass sich aus einem Konkubinat ein Bewilligungsanspruch dann ergibt, wenn die partnerschaftliche Beziehung seit Langem eheähnlich gelebt wird. Dabei ist wesentlich, ob die Partnerin und der Partner in einem gemeinsamen Haushalt leben. Zudem ist der Natur und Länge ihrer Beziehung sowie ihrem Interesse und ihrer Bindung aneinander, etwa durch Umstände wie die Übernahme wechselseitiger Verantwortung, Rechnung zu tragen (vgl. Urteile 2C_260/2022 vom 23. August 2022 E.1.4.1; 2C_880/2017 vom 3. Mai 2018 E.3.1 f.).