Citation: 4A_234/2021 E. 1.3.3

1.3.3. Die Beschwerdeführerin führt in diesem Zusammenhang was folgt aus: " Das angefochtene Urteil beschlägt die Frage, ob einer Mutter ein grobes Verschulden vorgeworfen werden kann, wenn sie mangels sicherer Alternative mit einem Kind eine Strasse ausserorts überqueren musste, um zur Postautostation zu gelangen und ob dieses jegliche Beachtung der Betriebsgefahr eines Motorfahrzeuges einfach ausschliesst, wenn dieses in der Folge mit dem Kind kollidiert, so dass das Kind schwer verletzt wird." Dies stelle eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG dar. Die Beschwerdeführerin geht fehl. Sie unterlässt es, hinreichend auf Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG und die zu dieser Bestimmung entwickelten Voraussetzungen Bezug zu nehmen. Weder macht sie geltend, dass betreffend die von ihr aufgeworfene Frage eine erhebliche Rechtsunsicherheit bestehe, noch tut sie dar, inwiefern sich diesbezüglich eine höchstrichterliche Klärung aufdrängte (siehe BGE 144 III 164 E. 1 S. 165; 141 III 159 E. 1.2; 139 III 209 E. 1.2 S. 210; je mit weiteren Hinweisen). In der Sache beanstandet sie eine unrichtige Anwendung des haftpflichtrechtlichen Tatbestandsmerkmals des "groben Verschuldens" (vgl. Art. 59 Abs. 1 SVG) auf den konkreten Sachverhalt, ohne ein über den zu beurteilenden Einzelfall hinausgehendes Rechtsproblem aufzuwerfen. Dass der vorliegenden Streitsache grundsätzliche Bedeutung im dargestellten Sinn zukommt, liegt auch deshalb fern, weil sich das haftpflichtrechtliche Verschulden stets an den Umständen des Einzelfalls bemisst. Wie die Beschwerdeführerin im Übrigen selbst ausführt, hat das Bundesgericht "ähnliche Fragen schon früher entschieden" beziehungsweise dazu (gemeint: zum Verschuldensbegriff im Zusammenhang mit der Haftpflicht des Motorfahrzeughalters) "eine ganze Anzahl von Urteilen gefällt". Ein angebliches vorinstanzliches Abweichen von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung begründet als solche - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung (siehe Urteil 4A_310/2018 vom 1. Oktober 2018 E. 2.3.4.1), und ebenso wenig der Umstand, dass das Regional- und das Kantonsgericht zu jeweils anderen Ergebnissen gelangten.