Citation: 6B_1061/2023 E. 1.5.1

1.5.1. Die Vorinstanz erwägt in rechtlicher Hinsicht, in der ersten Phase bis zum Aufstehen der Beschwerdegegnerin 2 liege keine Handlung vor, die den objektiven Tatbestand von aArt. 190 Abs. 1 StGB erfüllen würde. Hingegen stehe bezüglich der danach folgenden zweiten Phase fest, dass es für den auf dem Bett fortgesetzten Geschlechtsverkehr am Einverständnis der Beschwerdegegnerin 2 gefehlt und sie dies dem Beschwerdeführer wiederholt unmissverständlich verbal und körperlich mitgeteilt habe. Der Beschwerdeführer sei der mitten im Geschlechtsakt aus dem Bett flüchtenden Beschwerdegegnerin 2 zur Tür nachgegangen und habe sie unter Einsatz seiner überlegenen Körperkraft wieder auf das Bett gezwungen, um dort, trotz ihres mehrfach wiederholten Einwands "nei, bitte nöd", mit ihr den Geschlechtsverkehr weiterzuführen. Es sei selbst ihm aufgefallen, dass es ihr während des Geschlechtsakts nicht wohl gewesen bzw. es ihr nicht gut gegangen sei. Aufgrund der nach dem Fluchtversuch im Bett vom Beschwerdeführer eingenommenen Stellung - dieser sei auf der Beschwerdegegnerin 2 gewesen - habe sie keine zweite Chance für eine Flucht oder erfolgreiche Gegenwehr gehabt. Dass sich die Beschwerdegegnerin 2 gemäss ihren Aussagen körperlich irgendwann nicht mehr gewehrt habe, da sie unter Schock gestanden sei, könne ihr aufgrund der Umstände nicht vorgeworfen werden. Indem der Beschwerdeführer die Befriedigung seiner sexuellen Triebe trotz der mehrfach geäusserten Ablehnung durch die Beschwerdegegnerin 2 durchgesetzt habe, erfülle er in dieser zweiten Phase "klar" den objektiven Tatbestand von aArt. 190 Abs. 1 StGB (angefochtenes Urteil E. 3.5 S. 41 f.).