Citation: I 419/06 25.05.2007 E. 5

Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde verletzen die tatsächlichen und rechtlichen Schlussfolgerungen der Vorinstanz weder die aus dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung fliessende Pflicht zu umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (vgl. BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) noch sind sie unter dem Blickwinkel von Art. 132 OG (in der bis 31. Juli 2006 gültig gewesenen Fassung; vgl. E. 2 hievor) anderweitig zu beanstanden. 5.1 Unbegründet ist zunächst der Einwand, das Gutachten des Dr. med. J.________ sei "weder plausibel noch nachvollziehbar" und überdies mit Widersprüchen behaftet. Das erstgenannte Argument wurde vorinstanzlich mit zutreffender Begründung, worauf verwiesen wird, entkräftet. Sodann liegt in der Feststellung des Dr. med. J.________, es fehle bei der Versicherten an der Bereitschaft, sich einer psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen, und der Meinung des Arztes, eine psychiatrische Begutachtung sei nicht angezeigt, keine Inkonsistenz, welche es beweisrechtlich verbieten würde, auf die gutachterliche Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit abzustellen. Die Notwendigkeit einer konkreten psychotherapeutischen Begleitung zieht nicht ohne weiteres die Notwendigkeit einer unabhängigen psychiatrischen Begutachtung nach sich. Erstere kann sich aufdrängen, um der Versicherten - sei es durch einen Facharzt/eine Fachärztin der Psychiatrie oder eine ausgewiesene Fachperson der Psychologie - vorübergehend die geeignete Hilfe in der Schmerz- und Lebensbewältigung zu bieten und einer drohenden Verschlechterung des Gesundheitszustands vorzubeugen. Einer unabhängigen psychiatrischen Begutachtung dagegen bedarf es - zumindest aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht - nur, wenn aufgrund der gesamten Akten hinreichende Anhaltspunkte für ein krankheitswertiges, die Arbeitsfähigkeit massgeblich beeinflussendes psychisches Leiden bestünden, was mit Dr. med. J.________ zu verneinen ist. Der Umstand ferner, dass sich das Gutachten vom 28. November 2004 mit den abweichenden hausärztlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit nicht im Einzelnen auseinandersetzt, ändert an dessen Beweistauglichkeit ebenfalls nichts; diesbezüglich genügt es, dass sich die einleuchtend und nachvollziehbar begründete ärztliche Beurteilung auf eine persönliche Untersuchung der Versicherten stützt, daneben aber auch die Anamnese sowie die geklagten Beschwerden berücksichtigt und unter konkreter Bezugnahme auf die bekannte medizinische Aktenlage abgegeben wurde. 5.2 Des Weitern ist die Vorinstanz - entgegen den Einwänden der Beschwerdeführerin - zutreffend zum Schluss gelangt, dass die Stellungnahmen des Hausarztes und der Klinik Y.________ (vgl. E. 4.1 hievor) die Einschätzung im Gutachten des Dr. med. J.________ vom 18. November 2004 nicht umzustossen vermögen. Mit Bezug auf die Arbeitsunfähigkeitsatteste des Dr. med. E.________ hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass Hausärztinnen und Hausärzte aufgrund ihrer besonderen Vertrauensstellung im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Die Einschätzungen des Dr. med. E.________ sind zudem - wenn überhaupt - nur äusserst knapp begründet und aufgrund der medizinischen Aktenlage auch nicht nachvollziehbar, z.B. soweit stehende Verrichtungen als "nie" zumutbar erachtet werden (Angaben zur Arbeitsbelastbarkeit vom 7. Juli 2004). Was den an der Klinik Y.________ wirkenden Oberarzt Dr. med. W.________ betrifft, kann - entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen - aus dem Umstand allein, dass der Arzt nach der Schilderung der Versicherten als einziger die Möglichkeit und Notwendigkeit einer Operation sah und sie sich von ihm erstmals richtig verstanden fühlte, wohl nicht auf eine besondere, hausarztähnliche Vertrauensstellung geschlossen werden. Tatsache aber bleibt, dass Dr. med. W.________ in seinem ersten Bericht vom 5. April 2004 zwar auf den geplanten (und im Juli 2005 durchgeführten) operativen Eingriff hinwies, mit keinem Wort aber eine bloss 50%ige Arbeitsfähigkeit erwähnte; dies geschah erst, nachdem er von der Rechtsvertreterin der Versicherten (Frau lic. iur. B.________, Sozialdepartement der Stadt Zürich) am 19. April 2005, mithin nach der Verfügung vom 10. Februar 2005 kontaktiert worden war, was erhebliche Zweifel an der Neutralität und Objektivität seiner Aussagen begründet. In seiner sehr kurzen Stellungnahme vom 28. April 2005 gab der Arzt alsdann eine vage Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ab (50 % Arbeitsfähigkeit in wechselbelastender Tätigkeit bis zur Operation "möglich", dann Neubeurteilung), welche er in keiner Weise näher begründete. Unter diesen Umständen ist es weder unangemessen noch bundesrechtswidrig, dass die Vorinstanz die Aussagen des Dr. med. W.________ nicht als beweiskräftig erachtete und stattdessen ohne Weiterungen auf jene des Dr. med. J.________ abstellte. Es bleibt somit bei der vorinstanzlich angenommenen Restarbeitsfähigkeit von 75 % bzw. 80 % in leidensangepasster Tätigkeit, soweit den hier massgebenden Zeitraum ab 1. März 2004 bis zum Einspracheentscheid vom 12. Juli 2005 betreffend. Wie sich der Sachverhalt danach - namentlich nach der am 27. Juli erfolgten Operation durch Dr. med. W.________ - entwickelte, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (zur zeitlichen Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis: BGE 129 V 167 E. 1 S. 169). 5.3 Die vorinstanzliche Invaliditätsbemessung, welche ausgehend von einer 75%igen respektive 80%igen Restarbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit einen Invaliditätsgrad von 25 % ab 1. März bis Dezember 2004 und einen solchen von 20 % ab Dezember 2004 bis Juli 2005 (Einspracheentscheid) ergab, ist nach Lage der Akten und der konkreten Parteivorbringen nicht zu beanstanden, sodass die Rentenaufhebung per 1. März 2004 rechtens ist.