Citation: 1C_174/2021 E. 2.4

2.4. Das Bundesgericht hatte im Rückweisungsentscheid festgehalten, dass ein Sicherungsentzug einen schwerwiegenden Eingriff in den Persönlichkeitsbereich bedeutet, weshalb eine spezifische Alkoholanamnese des Betroffenen erfolgen muss (Urteil des Bundesgerichts 1C_128/2020 vom 29. September 2020 E. 2.1 und 2.9). Der Beschwerdeführer hatte bereits im Rahmen der ärztlichen Untersuchung stets erklärt, dass er nicht Auto fahre, wenn er Alkohol konsumiere. Alkoholkonsum bedeute in seinem Fall der Konsum von Bier; im Gegensatz zu Getränken mit höherem Alkoholgehalt vertrage er Bier besser und es sei am harmlosesten. Der Beschwerdeführer hatte zudem mehrfach und übereinstimmend bekundet, dass er Bier lediglich abends bzw. zum Einschlafen konsumiere. Ebenso hatte er erklärt, dass er lediglich zu Hause trinke und dass er den Konsum davon abhängig mache, wie er den nächsten Tag gestalte bzw. was er geplant habe. Diese Darstellung des Beschwerdeführers wurde nicht bestritten. Soweit im Gutachten vom 6. Februar 2018 und im Ergänzungsgutachten vom 18. Juni 2018 überhaupt eine Auseinandersetzung mit dem spezifischen Trinkverhalten und den Motivationen des Alkoholkonsums des Beschwerdeführers stattfand, fehlte es an einer Einschätzung von deren Verkehrsrelevanz. Das Gutachten konnte nicht ausreichend dartun, dass der Beschwerdeführer seine Neigung zum übermässigen Alkoholkonsum durch den eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu kontrollieren vermag, wie dies gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für die Begründung eines Sicherungsentzugs notwendig wäre (Urteil des Bundesgerichts 1C_128/2020 vom 29. September 2020 E. 2.7). Für die Beurteilung, ob eine Person ihren Alkoholkonsum ausreichend von ihrer Teilnahme am Strassenverkehr trennen kann, sind ihre Konsumgewohnheiten, ihre Vorgeschichte, ihr bisheriges Verhalten im Strassenverkehr und ihre Persönlichkeit von Bedeutung (BGE 128 II 335 E. 4b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 1C_128/2020 vom 29. September 2020 E. 2.3). Angesichts des erwiesenen, regelmässigen und übermässigen Alkoholkonsums hielt es das Bundesgericht zwar für naheliegend, dass die Fahreignung des Beschwerdeführers sehr fraglich erscheint, doch enthob dieser Umstand die Vorinstanz nicht davon, die diesbezüglichen Einwände des Beschwerdeführers eingehend zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 1C_128/2020 vom 29. September 2020 E. 2.7). Indem die Vorinstanz die diesbezüglichen, potenziell entscheidrelevanten Einwände des Beschwerdeführers nicht ernsthaft prüfte und in ihrer Entscheidfindung nicht angemessen berücksichtigte, verletzte sie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV (Urteil des Bundesgerichts 1C_128/2020 vom 29. September 2020 E. 2.9).