Citation: 5A_747/2020 E. 4.3.1

4.3.1. Das Obergericht kommt (in Anwendung der einstufigen Berechnungsmethode; vgl. E. 4.1.1 und 4.1.3) zum Schluss, dem monatlichen Bedarf der Beschwerdegegnerin für ihren gebührenden Unterhalt von Fr. 17'351.-- stehe eine Eigenversorgungskapazität von Fr. 11'500.-- gegenüber, die sich aus den Erträgen ergibt, die ihre Liegenschaften in V.________ (ZH) abwerfen. Entgegen der Forderung des Beschwerdeführers könne von der Beschwerdegegnerin jedenfalls für die Zeit bis zum Eintritt ins AHV-Alter nicht verlangt werden, die Differenz von Fr. 5'851.-- aus ihrem Vermögen zu decken. Zwar bestehe das Vermögen der Beschwerdegegnerin praktisch ausschliesslich aus Errungenschaft, stelle also sozusagen einen ehebedingten Vorteil dar. Allerdings sei die Errungenschaft von beiden Eheleuten in einvernehmlicher Aufteilung der Rollen Erwerb und Haus/Familie erwirtschaftet worden. Diese beiden Elemente seien gleichwertig, denn auch der Beschwerdeführer habe von der unbezahlten Tätigkeit der Beschwerdegegnerin in Haus und Familie profitiert, indem er sich auf seine Erwerbsarbeit habe konzentrieren können. Die Liegenschaften in V.________ (ZH) zu verkaufen, ist laut Vorinstanz zumindest vorderhand auch unwirtschaftlich; wie viel der Verkauf der Ferienanlage in Y.________ (GR) einbringen werde, sei naturgemäss offen. Nachdem der Beschwerdeführer mindestens in nächster Zeit die Substanz seines Vermögens nicht werde anzehren müssen, sei dies auch der Beschwerdegegnerin nicht zuzumuten. Für die Zeit nach dem Eintritt ins Pensionsalter reduziert das Obergericht den gebührenden Bedarf der Beschwerdegegnerin um die Position der AHV-Beiträge auf Fr. 15'799.-- pro Monat. Ihre Eigenversorgungskapazität von Fr. 11'500.-- erhöht es um die Renten der AHV (Fr. 1'600.--) und der zweiten Säule (Fr. 1'000.--) auf Fr. 14'100.--, woraus eine Versorgungslücke von (gerundet) Fr. 1'700.-- resultiere. Zur Frage, ob der Beschwerdeführer diese Lücke ganz oder teilweise füllen muss, konstatiert die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer laut eigenen Aussagen "sorgenfrei" werde leben können. Formell unbestritten sei einzig, dass er die Maximalrente der AHV von Fr. 2'370.-- beziehen werde. Dass der Beschwerdeführer nach seiner Pensionierung ein bezahltes Mandat als Verwaltungsrat bekleiden und Dividenden auf der Basis von Fr. 8'300.-- beziehen könne, liege "nach der allgemeinen Lebenserfahrung derart auf der Hand", dass eine konkrete Bestreitung nötig und ohne Weiteres auch möglich gewesen wäre. Ebenso entspreche es der allgemeinen Lebenserfahrung, dass bei höheren und hohen Salären mindestens ein Grossteil der Bezüge in der 2. Säule versichert werde, weshalb vom Beschwerdeführer nach Treu und Glauben wiederum eine entsprechende Bestreitung zu erwarten und zu verlangen gewesen wäre. Mithin sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus der Pensionskasse jedenfalls eine substanzielle Rente in Aussicht hat. Mit Bezug auf die Möglichkeiten der Beschwerdegegnerin, sich im Rentenalter selbst zu versorgen, findet die Vorinstanz, dass die Versorgungslücke auf zwanzig Jahre aufsummiert Fr. 408'000.-- ausmache und die Beschwerdegegnerin aus dem Verkauf des Ferienhauses in Y.________ (GR) gewiss eine substanzielle Summe lösen könne. Andererseits werde der Beschwerdeführer namentlich aufgrund seines sehr erheblichen Eigenguts und seiner besseren Altersvorsorge nach der Pensionierung in deutlich besseren Verhältnissen leben als die Beschwerdegegnerin. Diese unterschiedlichen Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Parteien seien genauso zu berücksichtigen wie der Grundsatz, dass in der Regel nicht nur dem einen Ehegatten ein Substanzverzehr seines Vermögens zugemutet werden soll. Im Ergebnis hält es die Vorinstanz für angezeigt, den Beschwerdeführer von seiner Pensionierung an ohne zeitliche Befristung zu einem monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'200.-- zu verpflichten. Weil er als "Patron-Arbeitnehmer" erfahrungsgemäss nicht fest an das AHV-Rentenalter gebunden sei, habe er diesen lebenslang geschuldeten Beitrag erstmals im Mai 2026 zu bezahlen.