Citation: 5A_97/2014 E. 3.2

3.2. Mit Bezug auf Art. 626 Abs. 1 ZGB stellt die Beschwerdeführerin folgende Behauptungen auf: Indem der Erblasser die Beschwerdegegnerinnen mit Testament vom 8. Oktober 2003 auf den Pflichtteil gesetzt habe, seien alle Tatfragen beantwortet. In rechtlicher Hinsicht habe der Erblasser die mit dem Schenkungsvertrag vom 30. Oktober 2004 an die Ehefrau übertragenen 76 Namenaktien gar nicht von der Ausgleichungspflicht mehr ausnehmen können, weil er sonst in den Pflichtteil der Beschwerdegegnerinnen eingegriffen hätte. Das habe er aber nicht gewollt, denn das testamentarische Setzen der Töchter auf den Pflichtteil beweise gleichzeitig, dass der Erblasser den Beschwerdeführerinnen den Pflichtteil auch tatsächlich habe zukommen lassen wollen; allfällige gegenteilige Annahmen des Obergerichtes wären somit aktenwidrig. Diese - im Übrigen auch neuen und damit ohnehin unzulässigen (Art. 99 Abs. 1 BGG) - Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage und inneren Logik, kann doch ein Erblasser unbekümmert um testamentarische Anordnungen später sehr wohl durch Verfügungen, namentlich durch Schenkungen, Pflichtteile verletzen; diesfalls können sich die pflichtteilsgeschützten Erben zur Wehr setzen, was vorliegend der Fall ist. Wie das Obergericht sodann zutreffend festgehalten hat, hängt die Ausgleichungspflicht im Sinn von Art. 626 Abs. 1 ZGB vom erblasserischen Willen ab (statt vieler: FORNI/PIATTI, Basler Kommentar, N. 6 zu Art. 626 ZGB) und ein entsprechender Wille müsste mit im kantonalen Verfahren prozesskonform eingebrachten Beweismitteln nachgewiesen worden sein, was nicht der Fall ist. Nicht von Belang für die Rechtsauslegung ist schliesslich die - ohnehin falsche - Berechnung, welche Beträge den Beschwerdegegnerinnen geschuldet wären, wenn nicht eine Herabsetzung, sondern eine Ausgleichung stattfinden würde. Hinsichtlich Art. 626 Abs. 2 ZGB setzt sich die Beschwerdeführerin gar nicht erst in substanziierter Form mit den zutreffenden Erwägungen des Obergerichts auseinander, sondern beschränkt sie sich auf die Behauptung, es sei stossend, wenn sie mangels Ausgleichungs- und zufolge Herabsetzungsmöglichkeit schlechter fahre. Damit ist ebenso wenig eine Bundesrechtswidrigkeit darzutun wie mit der verqueren Behauptung, bei fehlender Ausgleichungsmöglichkeit gemäss Abs. 2 werde ein Widerspruch zu Abs. 1 begründet, weil der Erblasser diesfalls im Schenkungsvertrag die weniger privilegierte Form von Abs. 1 hätte statuieren müssen. Im Übrigen bauen die Ausführungen allesamt auf der neuen und damit unzulässigen (Art. 99 Abs. 1 BGG), im Übrigen aber auch unbewiesenen Behauptung, der Erblasser habe die Beschwerdeführerin maximal begünstigen und gleichzeitig die beiden Töchter in ihrem Pflichtteil schützen wollen.