Citation: 2A.8/2005 30.06.2005 E. 3.3

Das Bundesgericht hat erkannt, dass sich ein Recht auf Verbleib und - unter Vorbehalt von spezifischen Nichtverlängerungs- oder Widerrufsgründen (vgl. Art. 9 und 10 ANAG) - auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ausnahmsweise aus dem Anspruch auf Achtung des Privatlebens ergeben kann (BGE 130 II 281 E. 3.2 mit Hinweisen; Urteil 2A.2/2005 vom 4. Mai 2005, E. 2.4.1). Eine lange Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration genügen hierfür indessen nicht; erforderlich sind vielmehr besonders intensive, überdurchschnittliche private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur, d.h. entsprechend vertiefte soziale Beziehungen zum ausserfamiliären und ausserhäuslichen Bereich (BGE 126 II 425 E. 4c/aa S. 432, 377 E. 2c/aa S. 385; 120 Ib 16 E. 3b S. 22). Differenziert und grosszügiger behandelte das Bundesgericht demgegenüber Situationen, in denen von einem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben auszugehen bzw. im Rahmen der Interessenabwägung zusätzlich konkreten, gefestigten partnerschaftlichen Beziehungen Rechnung zu tragen war (BGE 130 II 281 E. 3.2.2 S. 287 unter Hinweis auf BGE 122 II 433 E. 2c; 126 II 425 ff. und 126 II 335 E. 2b/cc S. 341 ff.). Es hat dabei erkannt, dass bei einer Anwesenheitsberechtigung, die über viele Jahre hinweg verlängert worden ist und zu einem Dauerstatus geführt hat, dem Betroffenen ein "faktisches" Anwesenheitsrecht zukommen kann, "das einen Familiennachzug rechtfertigen bzw. die Schweiz im Sinne eines Rechtsanspruchs dazu verpflichten könnte, dem Betroffenen ein Anwesenheitsrecht einzuräumen, welches ihm erlaubt, die für den Nachzug erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen zu erfüllen" (BGE 130 II 281 E.3.2.2 S.288; 126 II 335 E.2b/cc S.341 f.). Dies hat es in einem Fall angenommen, in dem eine Aufenthaltsbewilligung während zwanzig Jahren erneuert worden war, wobei die Ehe des Betroffenen seit zwölf Jahren bestand und das Familienleben aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit der Familie (Roma) praktisch nirgendwo anders in zumutbarer Weise gelebt werden konnte (BGE 130 II 281 E. 3.3).