Citation: U 131/04 13.09.2004 E. 2

Streitig und zu prüfen ist einzig, ob die verschiedenen erhobenen, teils unterschiedlich diagnostizierten psychischen Beeinträchtigungen, an welchen der Versicherte leidet, unfallbedingt sind. 2.1 Lehre und Rechtsprechung lassen den sozialen Unfallversicherer nur für Schäden einstehen, die sowohl in einem natürlichen wie auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem schädigenden Ereignis stehen. Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen). Ob psychische Störungen mit einem Unfall oder einer Berufskrankheit in einem adäquaten Kausalzusammenhang stehen, hängt davon ab, ob der Unfall oder die Berufskrankheit unter Berücksichtigung der weiten Bandbreite von Versicherten, für welche die soziale Unfallversicherung Schutz bieten soll, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, zu solchen Störungen zu führen (BGE a.a.O. 182 Erw. 3.3). Für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Unfallfolgen gelten besondere Regeln. Grundsätzlich muss dem Unfallereignis für die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommen, was dann zutrifft, wenn dieses eine objektive Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE a.a.O. 183 Erw. 4.1 mit Hinweis auf BGE 115 V 141 Erw. 7). Die dabei vorzunehmende Katalogisierung in leichte, mittelschwere und schwere Unfälle hat nicht nach dem subjektiven Unfallerlebnis, sondern ausgehend vom objektiv erfassbaren Ereignis zu erfolgen (BGE 115 V 139 Erw. 6). Während ein gewöhnlicher Sturz oder ein Ausrutschen als leichte Unfälle anzusehen sind (BGE 115 V 139 Erw. 6a), kommt bei Stürzen von Leitern u.ä. nebst den erlittenen Verletzungen der Fallhöhe ein grosses Gewicht zu (vgl. RKUV 1998 Nr. 307 S. 449 Erw. 3a mit Hinweisen). 2.2 Ob es sich bei der psychischen Gesundheitsstörung um eine natürliche Folge des versicherten Unfalles handelt, braucht nicht näher geprüft zu werden. Denn selbst wenn aufgrund zusätzlicher Abklärungen der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen wäre, fehlt es - wie die nachstehenden Erwägungen zeigen - an der Adäquanz (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67, Erw. 3c). 2.3 Die Vorinstanz hat den Unfall als mittelschwer qualifiziert und offen gelassen, ob dieser im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzuordnen ist. Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, er habe seinen Sturz als akute Lebensbedrohung mit entsprechenden Angstgefühlen erlebt, die ihn bis heute nicht verlassen hätten. 2.4 Unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle (BGE 115 V 144 Erw. 11) ist der Sturz des Versicherten von einem Eisenbahnwagen aus rund 1,8 m Höhe auf das Schotterbankett neben dem Gleis in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als mittelschwer zu qualifizieren. Dass der Beschwerdeführer den Unfall subjektiv als lebensbedrohlich erlebt hat, spielt nach dem Gesagten (Erw. 2.1 hievor) keine Rolle. 2.5 Für das Vorliegen des adäquaten Kausalzusammenhangs müssen somit die weiteren Kriterien gehäuft oder eines in auffallender Weise erfüllt sein. Mit dem kantonalen Gericht ist festzuhalten, dass die erlittenen Verletzungen weder von besonderer Art noch derart schwer waren, dass sie sich erfahrungsgemäss eigneten, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Hinsichtlich der hier einzig massgebenden physischen Unfallfolgen (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) sind sodann nach den zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts die Kriterien einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, eines schwierigen Heilungsverlaufs und erheblichen Komplikationen sowie von Grad und Dauer der somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen. Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist in Anbetracht des fehlenden somatischen Substrates (vgl. Gutachten Dr. med. A.________ vom 10. August 2002) ebenfalls nicht erfüllt, zumal der psychische Gesundheitsschaden nicht in die Adäquanzbeurteilung einbezogen werden darf (RKUV 1999 Nr. U 341 S. 409 Erw. 3b). Dem Unfall vom 10. Mai 2001 kommt somit - ungeachtet dessen, ob er zu den mittleren Fällen im Grenzbereich zu den leichten oder dem übrigen mittleren Bereich zugeordnet wird - für die psychisch bedingte Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit keine massgebliche Bedeutung zu.