Citation: 5A_319/2021 E. 4.3

4.3. Der Beschwerdeführer wirft dem Obergericht Willkür in der Beweiswürdigung vor. Er verweist zunächst auf seine Duplik vom 25. April 2017, wo er bestritten habe, "dass die Kläger im heutigen Zeitpunkt die konkrete Absicht haben, ihre Heizung durch eine Erdwärmesondenanlage zu ersetzen". Er verwahrt sich gegen den Schluss der Vorinstanz, dass er damit nur die konkrete, nicht aber die grundsätzliche Absicht der Beschwerdegegner bestritten habe. Die Unterscheidung zwischen zwei verschiedenartigen Absichten der Beschwerdegegner finde in der fraglichen, vom Obergericht allein herangezogenen Passage der gegnerischen Replik keine Stütze, beruhe auf einer willkürlichen Beweiswürdigung und sei gleichbedeutend mit der Verweigerung der Kenntnisnahme einer prozessual konform vorgetragenen Bestreitung. "Konkrete" und "grundsätzliche" Absicht würden demzufolge zusammenfallen und er habe in seiner Duplik alles bestritten, was bezüglich der Absicht der Beschwerdegegner in der Replik behauptet wurde. Ein "zweites zentrales Begründungselement der Vorinstanz" erblickt der Beschwerdeführer in der Wahrnehmung eines seit einigen Jahren angeblich weit verbreiteten Ersatzes von Gasheizungsanlagen durch Wärmebezug aus Erdsonden. Diese Wahrnehmung finde in den Akten keinen Halt, entbehre jeglicher Grundlage, entspreche nicht der Realität und sei offensichtlich unrichtig. Dass ein weit verbreiteter Wechsel des Energieträgers bloss bei Ölheizungen bestehe, dürfe als allgemeinnotorisch gelten, zumal die Tendenz in Richtung Verbot von Ölheizungen, nicht aber von Gasheizungen allgemein bekannt sei. Der Sachverhalt sei daher dahingehend zu berichtigen, dass kein weit verbreiteter Ersatz von Gasheizungsanlagen durch Wärmebezug aus Erdsonden bestehe; dieses Begründungselement sei angesichts der ohnehin höchst schmalen Beweisgrundlagen der Beschwerdegegner "zentral für die Gesamtbeweiswürdigung". Seine Ansicht, dass von einem "weit verbreiteten" Wechsel von Gas als Energieträger auf Erdsondenwärme keine Rede sein kann und ein solcher Wechsel aufgrund der hohen Investitionskosten ökonomisch absolut keinen Sinn macht, unterlegt der Beschwerdeführer mit Zahlen des Bundesamts für Statistik betreffend die Anteile von verschiedenen Energieträgern für Heizungen. Entsprechend lasse sich der vorinstanzliche Schluss, dass die Beschwerdegegner im Untergrund ihres Grundstücks in absehbarer Zukunft Erdsondenbohrungen vornehmen werden, auch nicht auf dieses Begründungselement abstützen. Auf eine solche Wahrscheinlichkeit lasse schliesslich auch nicht das blosse Alter und die Art der bestehenden Heizungsanlage der Beschwerdegegner oder die grundsätzliche Zulässigkeit von Erdsondenbohrungen auf ihrem Grundstück schliessen. Erdsondenbohrungen seien in weiten Bereichen der Siedlungsfläche grundsätzlich möglich und es liege in der Natur von Heizungen, dass sie früher oder später ersetzt werden müssen. Schliesslich erinnert der Beschwerdeführer daran, dass der Besichtigungstermin mit der D.________ AG weniger als ein Monat vor der Erstattung der Replik stattfand. Er habe offensichtlich dem Zweck gedient, ein Beweismittel für die behauptete Erschwerung oder Verteuerung einer Erdsondenbohrung durch die Erdanker zu beschaffen. Die Vorinstanz begründe denn auch mit keinem Wort, inwiefern die simple Kontaktaufnahme und der Ortstermin der Beschwerdegegner mit der D.________ AG vom 20. Dezember 2016 die Vornahme einer Erdsondenbohrung in absehbarer Zukunft als naheliegend erscheinen lassen. Im Übrigen gebe die Vorinstanz den Inhalt des Schreibens der D.________ AG vom 22. Dezember 2016 offensichtlich unrichtig wider. Die D.________ AG erwähne mögliche erschwerende Verläufe, aber an keiner Stelle vorbehaltlos eine erhebliche Erschwerung oder die Unmöglichkeit einer Erdsondenbohrung. Entgegen der Auffassung des Obergerichts werde die Ausübung des Eigentumsrechts in der von den Beschwerdegegnern (angeblich) beabsichtigten Weise durch die überragenden Erdanker-Segmente nicht verhindert oder erschwert.