Citation: 8C_771/2018 E. 3.1

3.1. Das kantonale Gericht hat erkannt, dass das Gutachten der medaffairs vom 15. September 2016 grundsätzlich beweiskräftig sei. Aus internistischer und neurologischer Sicht habe kein die Arbeitsfähigkeit einschränkender Befund festgestellt werden können. Der rheumatologische Sachverständige habe festgehalten, dass er wegen des abnormen Schmerzverhaltens der Explorandin keine regelrechte Untersuchung habe vornehmen und somit die geklagten Beschwerden klinisch nicht habe überprüfen können. Nebst dem abnormen Schmerzverhalten habe er eine Symptomausweitung, eine Selbstlimitierung und ein übertriebenes Schonverhalten mit Immobilisation und konsekutiver Dekonditionierung festgestellt. Um die körperliche Belastungstoleranz beurteilen zu können, habe er daher auf die bildgebende Dokumentation abstellen müssen. Er habe gestützt darauf ein femoroazetabuläres Impingement und eine Diskushernie diagnostiziert. Allerdings habe er ausdrücklich erwähnt, dass er deren symptomatische Bedeutung und deren Auswirkung auf die Schmerzsymptomatik nicht habe beurteilen können, da das Schmerzgebaren und die Symptomausweitung im Vordergrund gestanden hätten. Dass er dennoch auf eine Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf von 50 % geschlossen habe, sei schwer nachvollziehbar. Ebensowenig erschliesse sich, weshalb die Arbeitsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf als Leiterin der Dentalassistenten (gemäss Arbeitgeberbericht sei das Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg an maximal dreieinhalb Stunden täglich notwendig gewesen, ausserdem seien Tätigkeiten sowohl im Sitzen wie im Stehen zu verrichten gewesen [die Versicherte habe neben der Materialbeschaffung 20 Angestellte geführt, Termine vergeben, administrative Aufgaben erledigt und nur während rund 10 bis 20 % als Dentalhygienikerin gearbeitet]) mehr eingeschränkt gewesen sein soll (50 %) als im Haushalt (30 %). Darüber hinaus habe der rheumatologische Gutachter eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit innert drei bis vier Monaten als möglich erachtet. Anzumerken bleibe, dass es, um der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 ATSG zu genügen, nicht ausreiche, wenn die Versicherte lediglich zum anberaumten Untersuchungstermin erschienen sei, dort aber eine regelrechte rheumatologische Exploration mit abnormem Schmerzgebaren verhindert habe. Falls aufgrund der fehlenden Möglichkeit zur Untersuchung und vor dem Hintergrund des abnormen Schmerzgebarens sowie der Symptomausweitung überhaupt auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden könne, so sei die verbleibende Arbeitsfähigkeit auch in der angestammten Tätigkeit auf mindestens 70 %, analog zur Leistungsfähigkeit im Haushalt, zu veranschlagen, zumal nicht ersichtlich sei, inwieweit sich die körperliche Tätigkeit in einer leitenden Funktion als Dentalassistentin von derjenigen im Haushalt unterscheiden solle.