Citation: 6B_544/2023 E. 1.2

1.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe das Zurückhaltungsgebot missachtet und zu Unrecht Rechtsmissbrauch angenommen. Sie habe ausser Acht gelassen, dass die Beschwerdeführerin aus schützenswerten Gründen und zugunsten ihres Ehemannes die Schuld auf sich genommen und auf eine Einsprache gegen den Strafbefehl vom 8. November 2021 verzichtet habe. Der Ehemann der Beschwerdeführerin sei amerikanischer Staatsbürger und im Juni 2018 in die Schweiz gezogen. Strafrechtliche Vorgänge oder Registereinträge hätten sich negativ auf sein Fortkommen und die persönliche Entwicklung in der Schweiz auswirken können. Es seien die Angst und Sorge um die Konsequenzen für ihren Ehemann gewesen, welche die Beschwerdeführerin dazu veranlasst hätten, gegen einen materiell falschen Strafbefehl auf eine Einsprache zu verzichten. Die Vorinstanz habe weiter ausser Acht gelassen, dass die Beschwerdeführerin als Flugbegleiterin nur gerade über einen Grundlohn von Fr. 3'400.-- verfüge, sodass die jungen Eheleute auf das Einkommen und das wirtschaftliche Fortkommen auch des Ehemannes angewiesen gewesen seien. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin auch aus Angst vor den Kosten auf die Einsprache und ein aufwändiges Strafverfahren verzichtet. Die Beschwerdeführerin sei juristischer Laie und mit dem Strafbefehl in jeder Hinsicht überlastet gewesen. Sie habe sich angesichts der damaligen Umstände grosse Sorgen gemacht und sich entschieden, die Schuld auf sich zu nehmen. Sie habe also aufgrund eines für sie allumfassenden Existenzdrucks verzichtet. Die Beschwerdeführerin wolle jedoch nicht für etwas vorbestraft sein, das sie nicht getan habe. Der falsche Strafregistereintrag erschwere nun ihr wirtschaftliches Fortkommen einschneidend.