Citation: 9C_855/2017 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz hat vorab auf ihre eigene Praxis verwiesen, wonach Ziff. 404 Anhang GgV gesetzes- und verfassungswidrig sei. So könne es sich bei den beiden Voraussetzungen der Diagnose und Behandlung vor der Vollendung des 9. Altersjahres höchstens um eine widerlegbare Rechtsvermutung handeln. Gestützt darauf hat sie zur Frage des rechtzeitigen Therapiebeginns erwogen, beim Versicherten sei gleichzeitig mit der Diagnosestellung im November 2013 auch die Behandlungsbedürftigkeit in Form einer Ergotherapie ausgewiesen gewesen. Auch sonst lägen keine Hinweise im Recht, dass die ADHS nicht angeboren, sondern erworben sein könnte. Aus medizinischer Sicht sei denn auch nie in Frage gestanden, dass ein angeborenes Leiden vorliege. Folglich müsse mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass der Versicherte an einer ADHS gemäss Ziff. 404 Anhang GgV leide.