Citation: 2C_306/2019 E. 3.3.4

3.3.4. Auch der Wortlaut von Art. 22c URG ("in Verbindung mit ihrer Sendung") sowie eine teleologische und eine systematische Auslegung der Bestimmung wiesen auf eine vom Gesetzgeber angestrebte zeitliche Begrenzung des privilegierten Zugänglichmachens hin. Eine zeitliche Limitierung von Art. 22c URG sei aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der Musiknutzung im Internet unabdingbar. Die verschiedenen Literaturstellen äusserten sich zwar dazu, dass eine zeitverschobene Zugänglichmachung erlaubt sei, aber nicht über deren Dauer. Die Schutzklausel sei eine eigentliche "Fehlkonstruktion". Der Faktor Zeit sei ein einfaches, objektives und messbares Kriterium. Es sei der Beschwerdegegnerin möglich und zumutbar, die Rechte bei den Rechteinhabern einzuholen und die Sendungen mit vertretbarem Aufwand legal als Podcast zur Verfügung zu stellen. Die Beschwerdegegnerin könne um eine Lizenz ersuchen, wenn sie die betroffenen Sendungen unbefristet dem Publikum zur Verfügung halten wolle.