Citation: 1C_401/2020 E. 4.8

4.8. Auf der anderen Seite ist das Interesse am Ausbau erneuerbarer Energien zu berücksichtigen. Es handelt sich grundsätzlich um ein Interesse von nationaler Bedeutung (vgl. Art. 12 Abs. 1 des Energiegesetzes vom 30. September 2016 [EnG; SR 730.0]), dem vor dem Hintergrund des Klimawandels eine herausragende Stellung zukommt (vgl. zur Veröffentlichung bestimmtes Urteil 1C_573/2018 vom 24. November 2021 E. 13.2). Die Bedeutung einzelner Anlagen bestimmt sich jedoch anhand der vom Bundesrat festgelegten Schwellenwerte (Art. 12 Abs. 4 EnG), unter Berücksichtigung von Kriterien wie Leistung und Produktion sowie die Fähigkeit, zeitlich flexibel und marktorientiert zu produzieren (Art. 12 Abs. 5 EnG). Vorliegend ist mit einer mittleren Energieproduktion von ca. 6.8 GWh zu rechnen. Diese Produktion ist nicht geringfügig, erreicht jedoch nicht den Schwellenwert für die nationale Bedeutung von 20 GWh gem. Art. 8 Abs. 1 der Energieverordnung vom 1. November 2017 (EnV; SR 730.01). Hinzu kommt, dass nur 13 % der Produktion des Kleinwasserkraftwerks auf das Winterhalbjahr entfällt, wenn der Bedarf für Heizenergie und Strom am höchsten und die Energieproduktion von Wasserkraftwerken und Solaranlagen tief ist. Das Kleinkraftwerk trägt insofern kaum zur Verbesserung der Versorgungssicherheit bei. Auch das wirtschaftliche Interesse der Beschwerdegegnerin an der Realisierung des Wasserkraftwerks ist bescheiden: Der von ihr eingereichten Stellungnahme der EnAlpin AG lässt sich entnehmen, dass die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV; rund 15.4 Rp/KWh) nur knapp über den Gestehungskosten liegt.