Citation: 5A_142/2015 E. 2

Das Obergericht hat im Rahmen der prozessual zulässigen Vorbringen eine gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil weitgehend eigenständige Betrachtungsweise eingenommen und auf beiden Seiten den erweiterten Bedarf sowie das erzielte bzw. erzielbare Einkommen berechnet. Dem Ehemann hat das Obergericht ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 500.-- angerechnet. Es ist davon ausgegangen, dass der deutsche Rentenentscheid darauf basiere, dass er zwischen drei und sechs Stunden pro Tag arbeiten könne. Zwar sei ihm angesichts des Alters und der durchzogenen Berufskarriere kein 50%-Pensum zuzumuten, wie er es in der Arztpraxis der Ehefrau verrichtet habe. Er sei aber verpflichtet, seine Restarbeitskapazität auszuschöpfen und sich im Umfang von Fr. 500.-- um Gelegenheitsjobs, kleinere Dienstleistungsaufträge oder eine Erwerbstätigkeit in Form einer einfachen und repetitiven Arbeit zu bemühen. Sodann hat das Obergericht dem Ehemann das Renteneinkommen von EUR 632.33 im Betrag von Fr. 767.-- angerechnet. In Bezug auf die Ehefrau hat es auf die Betriebsgewinne des Jahres 2012 und anteilsmässig des Jahres 2011 abgestellt; daraus hat es ein monatliches Einkommen von gerundet Fr. 10'950.-- bis September 2014 errechnet. Zufolge Schliessung der Praxis in U.________ ist das Obergericht für die Monate Oktober und November 2014 vom hälftigen Betrag, d.h. von Fr. 5'480.-- ausgegangen. Sodann hat es zur Zeit ab Dezember 2014 (theoretischer Eintritt ins Pensionsalter) befunden, dass ihr weiterhin dieses Einkommen sowie Renteneinkommen von Fr. 500.-- (2. Säule), Fr. 319.-- (1. Säule) und EUR 1'027.61, mithin total ein Betrag von Fr. 7'530.-- als Einkommen anzurechnen sei. Als Bedarf hat es beim Ehemann bis April 2015 einen Betrag von Fr. 3'300.-- anerkannt. Für die Zeit ab Mai 2015 ist es davon ausgegangen, dass seine Wohnkosten von Fr. 1'840.-- übersetzt seien und noch Fr. 1'300.-- berücksichtigt werden könnten, was einen Gesamtbetrag von Fr. 2'760.-- ergebe. Auf Seiten der Ehefrau hat es bis März 2015 einen Bedarf von Fr. 8'580.-- und ab April 2015 angesichts der übersetzten Mietkosten von Fr. 6'100.-- für die betreffende Position noch einen Betrag von Fr. 2'500.-- und somit einen Gesamtbedarf von Fr. 4'980.-- berücksichtigt.