Citation: 9C_85/2024 E. 6.2

6.2. Nach der Rechtsprechung zur Eintretensfrage bei Revisions- oder Neuanmeldungsgesuchen im Bereich der Invalidenversicherung (Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV) genügt für die Glaubhaftmachung, dass wenigstens gewisse Anhaltspunkte für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstands bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 149 V 177 E. 4.7; Urteile 8C_571/2023 vom 29. Februar 2024 E. 4.2; 8C_465/2022 vom 18. April 2023 E. 3.2 und 9C_438/2022 vom 24. November 2022 E. 2; je mit Hinweis; vgl. auch MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, Rz. 121 zu Art. 30 IVG). Der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung gebietet es, denselben Massstab anzuwenden, wenn es um die Glaubhaftmachung eines schützenswerten Interesses an der Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses im Sinne von Art. 49 Abs. 2 ATSG geht. In diesem Sinne äussert sich auch die Literatur (vgl. GENNER, a.a.O., N. 49 zu Art. 49 ATSG, KIESER, a.a.O., N. 47 zu Art. 49 ATSG). Damit genügt dem in Art. 49 Abs. 2 ATSG geforderten Beweismass, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstands wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich der behauptete Sachumstand nicht erstellen lassen.