Citation: I 522/06 19.01.2007 E. 4

4.1 Der Beschwerdeführer rügt im Weiteren eine fehlerhafte Bemessung der Invalidität. Sinngemäss macht er geltend, es sei nicht die ausserordentliche, sondern die allgemeine Bemessungsmethode anzuwenden. 4.2 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad auf Grund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 348 Erw. 3.4, 128 V 30 Erw. 1, 104 V 136 Erw. 2a und b). Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 28 Abs. 2bis IVG und Art. 27 IVV) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (ausserordentliches Bemessungsverfahren). Der grundsätzliche Unterschied dieses Verfahrens zur spezifischen Methode besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (BGE 128 V 30 Erw. 1, 104 V 136 Erw. 2; AHI 1998 S. 120 Erw. 1a und S. 252 Erw. 2b). 4.3 Die Vorinstanz führt zutreffend und in nachvollziehbarer Weise aus, weshalb im vorliegenden Fall die ausserordentliche Bemessungsmethode zur Anwendung gelangt. Der Beschwerdeführer wechselte im Laufe der Jahre häufig und in kurzen Abständen die Stelle. Er bezog über längere Zeiträume Arbeitslosenentschädigung und nahm kurz vor Eintritt der Invalidität eine selbstständige Erwerbstätigkeit auf. Unter diesen Umständen erweist sich die Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs, bei der die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt werden müssen, als schwierig, wenn nicht gar unmöglich. 4.4 Der Versicherte wirft der Vorinstanz schliesslich vor, sie habe auf ein tieferes Valideneinkommen abgestellt als die IV-Stelle. Dies führe zu einer reformatio in peius, welche ihm vorgängig nicht unterbreitet worden sei. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers wirkten sich die von der Vorinstanz vorgenommenen Korrekturen beim gewichteten Betätigungsvergleich aber nicht zu seinem Nachteil aus. Weil die Vorinstanz neben einem tieferen Valideneinkommen auch von einem tieferen Invalideneinkommen ausgegangen ist, ergab sich ein unveränderter Invaliditätsgrad von 55 %. Die Berechnung der Vorinstanz führte daher nicht zu einer Schlechterstellung des Beschwerdeführers, weshalb die Bestimmungen über die reformatio in peius nicht zur Anwendung gelangen.