Citation: 8C_695/2019 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin beruft sich in psychiatrischer Hinsicht auf den Bericht ihrer behandelnden Psychotherapeutin C.________ vom 27. Juli 2016 (Eingangsdatum), die als delegierte Therapeutin in der Psychotherapie Praxis D.________ des Dr. med. E.________, Facharzt in Psychiatrie und Psychotherapie FMH, tätig ist. Im Fragebogen der IV-Stelle für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit diagnostizierte die Psychotherapeutin C.________ u.a. eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F32.2) und attestierte der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit. Da erstere nicht über eine (fach) ärztliche Qualifikation verfügt, ist ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus versicherungsmedizinischer Sicht grundsätzlich nicht verwertbar (vgl. dazu Urteile 8C_584/2018 vom 13. November 2018 E. 4.1.1.2 mit u.a. Hinweis auf BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass Dr. med. E.________ den Bericht mitunterzeichnet und somit die medizinisch-inhaltliche Richtigkeit des Berichts bestätigt hat. Die Frage, ob dies etwas an dessen Verwertbarkeit ändert, kann indessen offen gelassen werden. Selbst wenn der Bericht für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit berücksichtigt werden könnte, würde dies am Ergebnis nichts ändern. Wie das kantonale Gericht bundesrechtskonform erwog, ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470 f.). Dies gilt grundsätzlich nicht nur für Hausärzte (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5. S. 470; 125 V 351 E. 3a/cc S. 353), sondern auch für spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen (vgl. etwa Urteil 8C_821/2018 vom 18. Juni 2019 E. 5.2) sowie behandelnde Therapiekräfte (Urteil 8C_95/2019 vom 3. Juni 2019 E. 6.3.3), wie dies bei der Psychotherapeutin C.________ zutrifft. Dass diese sich mit den Interessen der Beschwerdeführerin über das Mass hinaus identifiziert, das bei einem behandelnden Arzt oder Therapeuten zu erwarten wäre, ergibt sich namentlich aus dem von der Versicherten unterzeichneten Schreiben vom 17. April 2017. Dieses "Gesuch um neue Beurteilung einer IV-Rente", das nach dem leistungsabweisenden Vorbescheid vom 23. März 2017 auf dem Briefpapier der Psychotherapie-Praxis verfasst wurde, zeigt illustrativ auf, dass ein Rollenwechsel von der behandelnden Therapeutin zur Parteivertreterin stattgefunden hat. Indem das kantonale Gericht diese Umstände als beweiskraftmindernd wertete (vgl. dazu Urteil 8C_79/2018 vom 6. Juni 2018 E. 4.2), zog es weder offensichtlich unhaltbare Schlüsse noch übersah es erhebliche Beweise oder liess solche grundlos ausser Acht (vgl. hiervor E. 1.1). Im Übrigen stellte die Vorinstanz fest, dass die psychischen Beschwerden bereits bei der Erstanmeldung geklagt und berücksichtigt worden seien, womit lediglich eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts vorliege, welcher im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich sei. Ferner stellte das kantonale Gericht fest, dass die Versicherte keine Psychopharmaka einnehme, was auf einen geringen Leidensdruck schliessen lasse. Dass es damit den Sachverhalt offensichtlich unrichtig oder willkürlich festgestellt hätte, ist mit den im Wesentlichen appellatorisch gehaltenen Vorbringen in der Beschwerde nicht dargetan. Vor diesem Hintergrund erscheint es jedenfalls nicht als offensichtlich unrichtig, wenn die Vorinstanz eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit der Beschwerdeführerin als nicht ausgewiesen hielt. Die Vorinstanz durfte demnach auf weitere medizinische Abklärungen verzichten (zur antizipierten Beweiswürdigung; BGE 144 II 427 E. 3.1.3 S. 435 mit Hinweis). Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ist nicht auszumachen.