Citation: 2C_114/2020 E. 4.1

4.1. Gemäss Art. 495 Abs. 1 ZGB kann der Erblasser mit einem Erben einen Erbverzichtsvertrag oder Erbauskauf abschliessen. Erbverträge, zu denen auch die Erbverzichtsverträge gehören, bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Form der öffentlichen letztwilligen Verfügung (Art. 512 Abs. 1 ZGB), womit auf die Vorschriften von Art. 499-504 ZGB verwiesen wird. Die öffentliche letztwillige Verfügung erfolgt unter Mitwirkung von zwei Zeugen vor dem Beamten, Notar oder einer anderen Urkundsperson, die nach kantonalem Recht mit diesen Geschäften betraut sind (Art. 499 ZGB). Die Zeugen haben auf der Urkunde mit ihrer Unterschrift zu bestätigen, dass der Erblasser vor ihnen diese Erklärung abgegeben und dass er sich nach ihrer Wahrnehmung dabei im Zustand der Verfügungsfähigkeit befunden habe (Art. 501 Abs. 2 ZGB). Gemäss Art. 512 Abs. 2 ZGB haben die Vertragsschliessenden im Falle eines Erbvertrags gleichzeitig dem Beamten ihren Willen zu erklären und die Urkunde vor ihm und den zwei Zeugen zu unterschreiben. Nach § 28 Abs. 2 BeurG/AG ermittelt die Urkundsperson den wahren Willen der Parteien, erteilt ihnen die für die Willensbildung nötigen Aufschlüsse, besteht auf Beseitigung von Unklarheiten und Widersprüchen und sorgt dafür, dass der Wille der Parteien in der Urkunde klar und vollständig zum Ausdruck kommt. Zudem müssen öffentliche Urkunden die Personalien der Parteien nach den Vorschriften von § 35 Abs. 1 lit. d der kantonalen Beurkundungs- und Beglaubigungsverordnung vom 4. Juli 2012 (BeurV/AG; SAR 295.211) enthalten.