Citation: C 46/01 24.10.2001 E. 3

3.- a) Nach umfassender Würdigung der vorhandenen Akten gelangte die Vorinstanz mit sorgfältiger Begründung zur Auffassung, die Beschwerdeführerin habe mit ihren Angaben gegenüber der Arbeitslosenversicherung betreffend den Bezug allfälliger anderer Versicherungsleistungen sowie betreffend ihren Gesundheitszustand (Arbeitsfähigkeit) die ihr obliegende Meldepflicht im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AVIG zumindest grobfahrlässig verletzt, weshalb sie sich diesbezüglich nicht auf den guten Glauben berufen könne, so dass das Gesuch um Erlass der Rückforderung allein aus diesem Grund abgewiesen werden müsse. b) Die Beschwerdeführerin berief sich im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren auf den guten Glauben einer differenziert denkenden und vernunftgemäss handelnden Person. Letztinstanzlich behauptet sie erstmals sinngemäss, unter Berufung auf einen neu aufgelegten Bericht des Dr. med. F.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. Februar 2001, durch ihre damalige psychische Verfassung mit der ständigen hochdosierten Psychopharmakabehandlung sei sie weniger leistungsfähig, weniger kompetent, rasch überfordert und damit nicht mehr in der Lage gewesen, die Konsequenzen ihres Verhaltens realistisch abschätzen zu können. Soweit sie gegenüber der Arbeitslosenversicherung ungenaue Angaben gemacht habe, könne ihr diesbezüglich zufolge der beeinträchtigten Urteilsfähigkeit keine betrügerische Absicht unterstellt, sondern dürfe höchstens von einer leichten Fahrlässigkeit gesprochen werden. Es finden sich keine Hinweise darauf und wird auch nicht geltend gemacht, dass diese neuen - und damit unzulässigen (vgl. Erw. 1) - Sachbehauptungen nicht bereits früher hätten vorgebracht werden können, weshalb diese zusammen mit dem Bericht des Dr. F.________ vom 9. Februar 2001 unbeachtlich sind. Immerhin rechtfertigt sich die Feststellung, dass auch Dr. med. F.________ von einer bis Dezember 1997 im Wesentlichen intakten Urteilsfähigkeit ausgeht. Sodann kann sich R.________, die vor Eintritt der Arbeitslosigkeit während Jahren Alleinsekretärin in der Kanzlei von Dr. X.________ (Richter) am Obergericht des Kantons Zürich gewesen war, nicht erfolgreich darauf berufen, über die Tragweite der Fragestellungen auf den monatlich auszufüllenden Kontrollausweis-Formularen nicht im Klaren gewesen zu sein. In diesem Zusammenhang ist nicht zu rechtfertigen, dass sich die Beschwerdeführerin gegenüber der Arbeitslosenversicherung stets als voll arbeitsfähig bezeichnete, während sie gleichzeitig anlässlich der vertrauensärztlichen Untersuchung im Auftrag der Rentenanstalt am 18. April 1997 gegenüber Dr. med. B.________, Facharzt FMH für Psychiatrie, selber zum Ausdruck brachte, sie fühle sich "zu angeschlagen", als dass sie bereits in nächster Zeit ihren Arbeitswunsch in die Tat umsetzen könnte, weshalb ihr denn auch Dr. med. B.________ über einen Zeitraum von mindestens sechs weiteren Monaten hinweg eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierte. Allein aus diesem widersprüchlichen Verhalten ergibt sich mit der Vorinstanz bereits eine zumindest grobfahrlässige Verletzung der Meldepflicht (Art. 96 Abs. 2 AVIG), welche den guten Glauben im Sinne von Art. 95 Abs. 2 AVIG ausschliesst. Daher erübrigt es sich, zu prüfen, ob auch die zweite, kumulativ erforderliche Voraussetzung für den Erlass einer Rückforderung (grosse Härte) erfüllt ist.