Citation: 5A_671/2018 E. 3.1.1

3.1.1. Mit einem Stillhalteabkommen verpflichten sich kreditgebende Banken hinsichtlich eines Kreditengagements auf den status quo. Auf die Kündigung von Krediten wird verzichtet, eingeräumte Kreditlinien werden (beschränkt) offengehalten, fällige Forderungen gestundet. Darüber hinaus sind Sanierungsbeiträge möglich. Im Gegenzug gibt der Kreditnehmer Zusicherungen ab und hat Verpflichtungen einzuhalten. Häufig verlangen die Banken den Verkauf bestimmter Aktiven, wobei die Verkaufserlöse zur Rückführung der vom Stillhalteabkommen erfassten Kredite verwendet werden müssen (Wolf, Stillhalteabkommen kreditgebender Banken, 2012, Rz. 241, 277). Mit Stillhalteabkommen versuchen Banken ihre Kreditpositionen zu verbessern; gleichzeitig stellen Stillhalteabkommen der am häufigsten angewendete Sanierungsbeitrag dar (Boemle/Stolz, Unternehmensfinanzierung, Bd. 2, 14. Aufl. 2014, S. 260).