Citation: 1C_519/2020 E. A

Die Erben von A.________ sind Eigentümer des Grundstücks Nr. 5100 in Kriens, das ausserhalb der Bauzone liegt und auf dem ein Bienenhaus steht. Das Bienenhaus befindet sich innerhalb des Hochmoorumfelds des Hochmoors von nationaler Bedeutung Nr. 417 "Furenmoos bei der Krienseregg". Am 15. September 2010 schrieb das Baudepartement der Gemeinde Kriens den Grundeigentümern, es habe festgestellt, dass das Bienenhaus zu einem Wochenendhaus umgebaut worden sei. Es forderte sie auf, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. Mit Schreiben vom 15. Juli 2011 bezog es zu drei von den Grundeigentümern in Betracht gezogenen Varianten Stellung. Dabei hielt es fest, aufgrund der markanten Veränderungen geniesse die Baute keine Bestandesgarantie, weshalb ein Rückbau und eine Renaturierung (Wiederherstellung des Moorbodens) unabdingbar seien. Am 29. Juli 2013 reichten die Erben von A.________ ein nachträgliches Baugesuch ein (Betreff: "Rücknutzung von umgenutztem Bienenhaus zu Bienenhaus"). In einem beigelegten Baubeschrieb führten sie aus, der nach 1993 angebrachte Vorbau sei in Folge des Schreibens des Baudepartements vom 15. September 2010 entfernt worden. Die alten Bienenkasten seien durch neue ersetzt worden und die Südfassade mit neuem Täfer versehen. Weitere bauliche Veränderungen seien nicht vorgenommen worden. Gegen das Baugesuch erhoben Pro Natura und Pro Natura Luzern Einsprache. Der Gemeinderat Kriens (ab 1. Januar 2019: Stadtrat Kriens) erteilte am 13. April 2016 die Baubewilligung für das Bienenhaus unter Bedingungen und Auflagen. Gleichzeitig eröffnete er den Verfahrensbeteiligten den Entscheid der kantonalen Dienststelle Raum und Wirtschaft (rawi) vom 25. Februar 2016, mit dem diese die Bewilligung für die Erstellung eines Holzofens mit Kamin im Bienenhaus verweigerte. Für den Rückbau des Brennholz- und Holzwerkzeuganbaus, der Arbeits- und Abstellflächen, der Umgebungsanlagen und des Holzofens mit Kamin setzte er eine Frist von sechs Monaten. Die Einsprache wies er ab. Eine von den Erben von A.________ dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Luzern mit Urteil vom 13. März 2017 gut und wies die Sache zur abschliessenden Klärung des Sachverhalts und neuen Beurteilung an die Vorinstanzen zurück. Mit Entscheid vom 21. November 2018 erteilte der Gemeinderat die nachträgliche Baubewilligung für das Bienenhaus mit Holzofen im Sinne der Erwägungen und unter Bedingungen und Auflagen. In den Erwägungen hielt er fest, am 6. September 2018 habe ein Augenschein stattgefunden, bei dem festgestellt worden sei, dass der nördlich angebaute Brennholz- und Holzwerkzeuganbau, die östlich gelegene Arbeits- und Abstellfläche sowie der südliche Anbau mit Dachvorsprung bereits zurückgebaut worden seien. Diese Bauten und Anlagen bildeten deshalb nicht mehr Verfahrensbestandteil. Südlich des Gebäudes sei die Arbeits- und Abstellfläche mit der Grösse von ca. 4 m x 2 m noch vorhanden. Die nachträgliche Baubewilligung dafür sei zu verweigern und der rechtmässige Zustand wiederherzustellen. Gleichzeitig eröffnete er den Verfahrensbeteiligten den Entscheid der Dienststelle rawi vom 12. September 2018, mit dem festgestellt wurde, dass der Gemeinderat das im Jahr 1950 erstellte Bienenhaus nach damaligem Recht beurteilen und bewilligen könne. Für den Ofen und den Kamin sei infolge des Baujahrs (frühe 1960-er Jahre) keine raumplanungsrechtliche und keine waldrechtliche Bewilligung nötig. Dem Ersatz des Ofenrohrs werde zugestimmt, weil es sich um eine Reparatur handle. Eine von Pro Natura und Pro Natura Luzern dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Luzern mit Urteil vom 21. Juli 2020 im Kostenpunkt gut, wies sie im Übrigen jedoch ab. Es erwog, das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerinnen sei zwar verletzt worden, weil diese vom Augenschein vom 6. September 2018 ausgeschlossen worden seien und weil ihnen die Entscheide der Gemeinde und der Dienststelle rawi aus dem Jahr 2016 nicht zugestellt worden seien. Es reiche allerdings aus, dies im Kostenpunkt zu berücksichtigen. Inhaltlich seien die Bauten nach dem Recht im Zeitpunkt ihrer Errichtung zu beurteilen, da das neue Recht nicht milder sei. Das Bienenhaus sei in den 50er-Jahren und der Ofen in den frühen 60er-Jahren erstellt worden. Nach Art. 24c RPG würden sie Bestandesschutz geniessen. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Moorlandschaft, in der sich das Bienenhaus befinde, beeinträchtigt werde. Schliesslich bilde die beanstandete Photovoltaikanlage nicht Streitgegenstand, weil die Vorinstanzen dazu nicht verbindlich Stellung bezogen hätten.