Citation: I 359/03 26.01.2004 E. 2

Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad. 2.1 Auf Grund der insoweit übereinstimmenden medizinischen Unterlagen steht fest, dass der Beschwerdeführer wegen seiner gesundheitlichen Einschränkungen keine körperlich schweren Arbeiten mehr verrichten kann. Die ursprünglich ausgeübte Tätigkeit als Gerüstmonteur ist ihm daher nicht mehr zuzumuten. Hingegen ist nach den eingehenden beruflichen Abklärungen, namentlich gestützt auf den Bericht der Institution X.________ vom 13. Oktober 2000, erwiesen, dass der Versicherte in einer angepassten Tätigkeit noch eine Leistung von annähernd 50% zu erbringen vermag. Laut dem erwähnten Bericht hat der Beschwerdeführer nach einem anfänglichem Halbtagespensum seine Arbeitszeit ohne Anzeichen einer gesundheitlichen Verschlechterung auf 5½ Stunden im Tag gesteigert, was 68% eines 8-Stunden-Tages entspricht, und dabei eine Leistung von 70% erbracht, somit effektiv 48% eines Ganztagespensums (0,68 x 70%) zu leisten vermocht. Darauf ist abzustellen. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemachte volle Arbeitsunfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten findet in den Akten keine Stütze. Nachdem Anzeichen für eine psychische Beeinträchtigung fehlen, besteht kein Anlass für zusätzliche Abklärungen in dieser Richtung. 2.2 Zu prüfen bleibt der Einkommensvergleich. Dabei ist gestützt auf die von der Verwaltung eingeholten Auskünfte erstellt und im Übrigen nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer ohne seine gesundheitlichen Einschränkungen als Gerüstmonteur bei der Firma Y.________ AG im Jahr 2000 einen Verdienst von Fr. 57'150.- hätte erzielen können. Von diesem hypothetischen Valideneinkommen ist auszugehen. 2.2.1 Die IV-Stelle zog zur Ermittlung des Einkommens, welches der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zumutbarerweise noch erzielen könnte, die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 1996 bei. Sie rechnete bei dem dort für leichte, angelernte Hilfsarbeiten (Niveau 4) enthaltenen Monatslohn für Männer von Fr. 4'294.- die Teuerung der Jahre 1997 bis 1999 hinzu (0,5%, 0,7% und 0,3%; Tabelle B10.2, in Die Volkswirtschaft 2003/Heft 2. S. 91; Urteil F. vom 15. Juli 2003, I 789/03). Das Resultat von Fr. 4'358.72 rechnete sie auf einen Stundenlohn um (./. 4.33 Wochen pro Monat ./. 40 Arbeitsstunden in der Woche, auf welcher Basis die LSE beruhen), was einen Ansatz von Fr. 25.17 ergab. Hievon gewährte sie dem Beschwerdeführer wegen seiner auch in leichten Arbeiten bemerkbaren Einschränkungen den maximal zulässigen Abzug von 25% von den Tabellenlöhnen (dazu BGE 126 V 75, insbesondere 80 Erw. 5b/cc). Demnach erhielt die Verwaltung einen zumutbaren Stundenlohn von Fr. 18.88. Diesen multiplizierte sie mit 4 (Anzahl der dem Versicherten noch zumutbaren Arbeitsstunden pro Tag), 21,7 (durchschnittliche Anzahl Arbeitstage im Monat) und 12 (Anzahl Monate im Jahr; der 13. Monatslohn ist bei den Tabellenlöhnen der LSE bereits berücksichtigt). Dies ergibt Fr. 19'665.- (in der Verfügung steht Fr. 19'668.-, welcher Verschrieb am Ergebnis nichts ändert), was im Vergleich zum erwähnten hypothetischen Valideneinkommen einem Invaliditätsgrad von aufgerundet 66% entspricht. Wird zusätzlich die Nominallohnentwicklung des Jahres 2000 (Rentenbeginn Oktober 2000) berücksichtigt, steigt das hypothetische Invalideneinkommen und sinkt der Invaliditätsgrad entsprechend. 2.2.2 Die Vorinstanz ging hingegen von den Tabellen der LSE 2000 aus. Sie zog den Lohn für Männer auf Niveau 4 (Fr. 4'437.-) bei, wertete diesen entsprechend auf, weil die durchschnittliche Arbeitszeit in der Schweiz im Jahr 2000 41,8 Stunden betragen hatte, während die LSE-Zahlen auf 40 Arbeitsstunden beruhen, nahm eine Restarbeitsfähigkeit von 50% in angepassten Arbeiten an, und gelangte so zu einem Monatslohn von Fr. 2'318.35. Hievon gewährte das kantonale Gericht dem Beschwerdeführer ebenfalls die höchstzulässige Reduktion um 25% und kam auf einen Invaliditätsgrad von 63,5%. 2.2.3 Sowohl die Berechnungsweise der Verwaltung als auch diejenige der Vorinstanz unterschreiten somit den für die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente vorgeschriebenen Schwellenwert von 662/3%. Selbst wenn der Einkommensvergleich der Vorinstanz korrigiert und ihm eine Restarbeitsfähigkeit von nur 48% statt 50% (Erw. 2.1 hievor) zu Grunde gelegt würde, ergäbe sich nach Gewährung des Abzugs von 25% von den Tabellenlöhnen ein Invaliditätsgrad von lediglich 64,95%. Daher kann offen bleiben, welche Berechnungsweise den Vorzug verdient. Es besteht so oder anders kein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die Einwendungen des Beschwerdeführers vermögen daran nichts zu ändern. Dieser stützt sich auf den von der Verwaltung ermittelten, aufgerundeten Wert von 66% und bezeichnet es als überspitzt formalistisch, bei einem Invaliditätsgrad von 66% nur wegen der fehlenden 0,66% keine ganze Rente zuzusprechen. Dem kann nicht beigepflichtet werden, hat doch das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 127 V 129 jegliche Auf- und Abrundungen bei mathematisch einmal exakt ermittelten Invaliditätsgraden als unzulässig erklärt. In dem zur Publikation in BGE 130 V vorgesehenen Urteil R. vom 19. Dezember 2003, U 27/02, hat das Gericht dieses absolute Rundungsverbot in Änderung der Rechtsprechung zwar wohl gelockert, dies jedoch bloss in dem Sinne, dass exakt errechnete Zahlen mit Stellen nach dem Komma gemäss den anerkannten Regeln der Mathematik auf die nächste ganze Prozentzahl auf- oder abzurunden sind; Rundungen in höherem Ausmass hat das Gericht jedoch weiterhin abgelehnt. Damit besteht kein Raum, den von der Verwaltung ermittelten Wert von 65,59% auf 66 2/3% aufzurunden.