Citation: 6B_492/2018 E. 2.2

2.2. Hinsichtlich des Umfangs der Berufung stellt die Vorinstanz fest, die ursprüngliche amtliche Verteidigerin des Beschwerdeführers habe bereits in der Berufungserklärung festgehalten, dass sich die Berufung nur gegen die Strafzumessung richte und eine Reduktion der Strafe von 18 auf 12 Jahre gefordert werde. Auch in der Berufungsbegründung seien ausschliesslich Ausführungen zur Strafzumessung sowie zum Beweisantrag gemacht worden. Unter anderem sei festgehalten worden, es sei "innerhalb des Mordtatbestandes kein schweres Verschulden gegeben". Der Schuldspruch wegen Mordes sei ausdrücklich akzeptiert worden. Der neue Verteidiger habe jedoch in der Folge die Berufung in seiner Begründung auf den Schuldpunkt ausgedehnt, indem er das Rechtsbegehren gestellt habe, der Beschwerdeführer sei lediglich wegen Totschlags, eventualiter vorsätzlicher Tötung zu verurteilen und die Strafe entsprechend auf 4¾ Jahre zu reduzieren. In rechtlicher Hinsicht erwägt die Vorinstanz gestützt auf die Literatur, Art. 404 Abs. 2 StPO stelle eine Einschränkung der im Rechtsmittelverfahren geltenden Dispositionsmaxime dar, weshalb von ihm nur zurückhaltend und insbesondere nur unter den gesetzlich erwähnten Voraussetzungen der Gesetzwidrigkeit und Unbilligkeit Gebrauch zu machen sei. Mit der Bestimmung sollten eindeutig unrichtige Urteile verhindert werden, bei welchen der Mangel klar zu Tage trete. Vorliegend sei das erstinstanzliche Urteil weder gesetzeswidrig noch unbillig. Wenn der Verteidiger geltend mache, der Beschwerdeführer sei sich der Grausamkeit seines Vorgehens nicht bewusst gewesen, was zur Verneinung des Mordvorsatzes hätte führen müssen, verkenne er, dass ein solches Bestreiten nicht per se dazu führe, dass der Mordtatbestand ausscheide. Vielmehr sei die Frage des Vorsatzes bei fehlendem Geständnis aufgrund der Umstände zu entscheiden. Die erste Instanz habe aufgrund der äusseren Umstände, vorwiegend der brutalen Art und Weise der Tatausführung und dem sich sehr lange hinziehenden Sterbevorgang des Opfers, die Tat auch unter dem subjektiven Aspekt als Mord qualifiziert. Dieses Vorgehen sei nicht zu beanstanden. Es liege somit kein Fall von Art. 404 Abs. 2 StPO vor, weshalb auf die rechtliche Qualifikation als Mord nicht mehr zurückzukommen sei (Urteil S. 5 ff.).