Citation: 6B_1316/2023 E. 1.4.2

1.4.2. Demgegenüber bestehen nicht unerhebliche Interessen der Öffentlichkeit an einer Ausweisung des Beschwerdeführers. Auch wenn sich dessen Taten einzig gegen das Vermögen richteten, handelt es sich beim gewerbsmässigen Diebstahl um ein Delikt mit einer hohen Strafandrohung von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe und damit keinesfalls um Bagatellkriminalität. Der Beschwerdeführer beging in einem Paketzentrum seines Arbeitgebers über einen Zeitraum von 10 Monaten ganze 11 Diebstähle, stahl im Schnitt also mehr als einmal pro Monat. Beim Diebesgut handelte es sich um zum Versand aufgegebene Pakete. Der Beschwerdeführer schädigte mit seinem Tun demnach nicht bloss seinen Arbeitgeber, sondern griff gleichzeitig wahllos in die Eigentumsrechte Dritter ein. Auch wenn er über keinerlei Vorstrafen verfügt, illustriert diese fortwährende Delinquenz doch eine gewisse kriminelle Energie. Dass sich der Deliktszeitraum "lediglich" über 10 Monate erstreckte, ist dabei vorrangig dem Umstand geschuldet, dass der Beschwerdeführer überführt wurde und vermag ihn nicht entscheidend zu entlasten. Die erbeutete Summe von über Fr. 50'000.-- ist zwar nicht exorbitant, aber auch alles andere als unerheblich. Die Vorinstanz hält zudem fest, dass der Beschwerdeführer die Diebstähle während des laufenden Einbürgerungsverfahrens beging, womit er dem Erhalt des hiesigen Bürger- und damit Bleiberechts einen lediglich limitierten Stellenwert beizumessen scheint. Die Vorinstanz berücksichtigt auch zu Recht, dass der Beschwerdeführer komplett ohne Not und erkennbaren Anlass delinquierte, bezog er doch ein - wenn auch bescheidenes, so doch regelmässiges - Einkommen. Die Vorinstanz setzt das Tatverschulden im leichten mittleren Bereich fest und spricht für die Anlasstat eine Einsatzstrafe von 22 Monaten Freiheitsstrafe aus. Da aufgrund der Anwendung der "lex mitior" vorliegend auch die Ausfällung einer Geldstrafe möglich gewesen wäre, wobei das anwendbare (alte) Recht keine Mindestfreiheitsstrafe vorsah, bewegt sich die Strafhöhe, entgegen dem Beschwerdeführer, wenn auch im tieferen Bereich, so doch nicht am "unteren Rand" des Strafrahmens. Im Gegenteil kommt die oben erwähnte Einsatzstrafe nur sehr knapp unter dem Schwellenwert von 24 Monaten zu liegen (vgl. zur "Zweijahresregel" supra E. 1.1.4). Angesichts dessen illustriert die Strafhöhe ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Landesverweisung. Überzeugend und nicht zu beanstanden ist es entgegen dem Beschwerdeführer, wenn die Vorinstanz sein spätes (anlässlich der Berufungsverhandlung vorgebrachtes) Geständnis vor dem Hintergrund der drohenden Landesverweisung würdigt und dieses nicht als Beleg echter Reue deutet.