Citation: 2C_337/2020 E. 4.2.1

4.2.1. Das Verwaltungsgericht erwog zunächst, dass hinsichtlich des Zeitpunkts des Erlöschens des gegenseitigen Ehewillens widersprüchliche Aussagen der Ex-Eheleute bestünden. So hätten der Beschwerdeführer und seine Ex-Ehefrau mit je einem Schreiben vom 13. bzw. 20. März 2020 dem Migrationsamt auf dessen Anfrage hin übereinstimmend mitgeteilt, dass ihr Ehewille "ca. am 1. Januar 2016" erloschen und ihnen "ca. am 1. Juni 2016" klar geworden sei, dass ihre Differenzen nicht mehr zu überwinden seien. Später hätten die Ex-Gatten gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen jedoch gegenüber der Einwohnerkontrolle, dem Migrationsamt und der Polizei wiederholt und weitgehend übereinstimmend bekannt gegeben, sich (erst) im Oktober bzw. November 2016 räumlich getrennt zu haben. Anlässlich einer polizeilichen Befragung vom 2. November 2018 habe die Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers sodann wiederum ausgesagt, dass sie bereits im Mai 2016 die Scheidung gewollt habe. Schliesslich stellte das Verwaltungsgericht fest, dass in der Scheidungskonvention vom 29. Mai 2019 der 10. Februar 2017 als Datum der Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft angegeben worden sei (vgl. E. 3.2.1 des angefochtenen Urteils). Widersprüchliche Aussagen bestünden - so die Vorinstanz weiter - auch in Bezug auf die Frage, ob die Ex-Ehegatten sich um eine Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft bemüht hätten. So habe der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers namentlich in einer Eingabe vom 25. August 2017 angegeben, nach dem Auszug der Ehefrau sei es noch zu Rettungsversuchen gekommen und die Ex-Eheleute hätten weiterhin viel Zeit in der früheren gemeinsamen Wohnung verbracht. Im Widerspruch dazu habe der Beschwerdeführer anlässlich seiner polizeilichen Befragung vom 30. November 2018 jedoch ausgesagt, seit dem Auszug seiner ehemaligen Ehefrau keine Zeit mehr mit ihr verbracht bzw. vielleicht einmal zusammen einen Kaffee getrunken zu haben (vgl. E. 3.2.1 des angefochtenen Urteils).