Citation: 1C_572/2020 E. 12.4

12.4. Soweit das ARE/SZ von einer Rückführung in Bezug auf den Sitzplatz und das Gewächshaus aufgrund der Meldung der Beschwerdegegner bei der Gemeinde absah, stützte es sich auf den Vertrauensgrundsatz. Es liess dabei ausser Acht, dass die Beschwerdegegner auf die ihrer Meldung folgende schriftliche Mitteilung der Baukommission Lauerz, sie erachte das Gewächshaus und den Sitzplatz im Rahmen einer Baumeldung als in Ordnung, nicht vertrauen durften, weil sie bei gehöriger Sorgfalt das Erfordernis einer kantonalen Bewilligung erkennen mussten (vgl. E. 9.3 hievor). Die Terrassierung nördlich des Geländes mit Löffelsteinen wurde ohne vorherige Baubewilligung vorgenommen und wurde nachträglich nicht bewilligt. Demnach können die Beschwerdegegner bezüglich der Errichtung der strittigen Bauten und Anlagen in der Umgebung des Hauses nicht als gutgläubig gelten. Sie müssen daher in Kauf nehmen, dass dem Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands ein erhöhtes Gewicht beigemessen wird und die ihnen erwachsenen Nachteile nur in verringertem Mass berücksichtigt werden (vgl. E. 10.1 hievor). Gemäss der im Gesamtentscheid der ARE/SZ wiedergegebenen Stellungnahme des ANJF sind die Terrassierung des Geländes mit Löffelsteinen, das Gewächshaus und der Sitzplatz mit einer Schutzwand mit den Zielen des Landschaftsschutzes nach Art. 5 Abs. 1 VBLN nicht vereinbar, weil sie nicht der traditionellen und ortsüblichen Bauweise entsprechen und landschaftlich auffällig in Erscheinung treten. Die damit festgestellte und von den Beschwerdegegnern nicht in Frage gestellte Unvereinbarkeit mit den Zielen des Landschaftsschutzes begründet ein gewichtiges Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands, zumal das Dulden von nicht der Landwirtschaft dienenden Gartenanlagen in der Landwirtschaftszone zu einem schleichenden Verlust des Charakters landwirtschaftlich geprägter Landschaften führen und damit den Grundsatz der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet beeinträchtigen würde (vgl. E. 7.4 hievor). Daran vermag nichts zu ändern, dass das ARE/SZ in seinem Gesamtentscheid anführte, die Terrassierung trete "nur bedingt" in Erscheinung, da es damit nicht widerlegt, dass die verwendeten Löffelsteine nicht der traditionellen ortsüblichen Bauweise entsprechen. Dies wird dadurch bestätigt, dass das ANJF in seinem 4. Fachbericht vom 20. März 2018 verlangte, eine Erneuerung der Terrassierung müsse mit Natursteinen erfolgen. Demnach überwiegen bezüglich der streitbetroffenen Gartenanlagen, die nachträglich nicht bewilligt werden können, die öffentlichen Interessen an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands gegenüber den entgegenstehenden Interessen der Beschwerdegegner am Werterhalt, zumal die ihnen erwachsenen Nachteile aufgrund der fehlenden Gutgläubigkeit nur in verringertem Mass berücksichtigt werden können. Der Rückbau des Gewächshauses erweist sich auch dann als zumutbar, wenn seine ungenügende Eingliederung gemäss den Auflagen des ARE/SZ durch Pflanzungen verbessert würde, zumal es gemäss dem Schreiben der Baukommission Lauerz vom 24. Juni 2008 kein festes Fundament aufweisen durfte und daher von geringen Investitions- und Rückbaukosten auszugehen ist. Aus dem Gesagten folgt, dass das ARE/SZ gegen Bundesrecht verstiess, wenn es die Terrassierung mit Löffelsteinen, das Gewächshaus aus Glas und den Sitzplatz mit Windfang aus Gründen der Verhältnismässigkeit duldete und insoweit auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verzichtete. Demnach sind Ziff. 3 Satz 2 des Dispositivs des Gesamtentscheids des ARE/SZ vom 16. April 2019 und der Beschluss des Gemeinderats Lauerz vom 15. Mai 2019 aufzuheben, soweit damit auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bezüglich der genannten Bauten und Anlagen in der Umgebung des ehemaligen Gadenhauses verzichtet wurde.