Citation: 4A_343/2015 E. B

B.a. Am 11. Mai 2009 leitete der Kläger 1, der gelernter Elektroingenieur ist und im Zeitpunkt der Hirnblutung seit einem Jahr Geschäftsführer der im Energiebereich beratend tätigen B.________ GmbH (Klägerin 2, Beschwerdeführerin 2) war, gemeinsam mit Letzterer beim Kreisgericht Rorschach Klage ein und beantragte, der Beklagte sei zu verpflichten, ihm folgende Zahlungen auszurichten: a) Fr. 310'613.20 zuzüglich Schadenszins zu 5 % ab 15. April 2006; b) Fr. 166'738.40 zuzüglich Schadenszins zu 5 % ab 1. Januar 2009; c) Fr. 827'520.55 zuzüglich Schadenszins zu 5 % ab 1. Januar 2009; d) Fr. 40'919.60 zuzüglich Schadenszins zu 5 % ab 15. Dezember 2004; e) Fr. 28'220.40 zuzüglich Schadenszins zu 5 % ab 1. Januar 2007; f) Fr. 12'228.85 zuzüglich Schadenszins zu 5 % seit 1. Juli 2008; g) Fr. 129'870.40 zuzüglich Schadenszins zu 5 % 1. Januar 2009; h) Fr. 45'385.-- zuzüglich Schadenszins zu 5 % seit 15. April 2006; i) Fr. 70'958.15 zuzüglich Schadenszins zu 5 % seit 1. Januar 2009; j) Fr. 6'604.60 zuzüglich Schadenszins zu 5 % seit 15. April 2006; k) Fr. 17'328.-- zuzüglich Schadenszins zu 5 % seit 1. Januar 2009. Zudem sei der Beklagte nach Ermessen des Gerichts zu verpflichten, dem Kläger 1 eine angemessene Genugtuung, zuzüglich Zins zu 5 % seit 1. August 2003, zu bezahlen. Ausserdem sei er zur Zahlung von Fr. 50'335.80, zuzüglich Zins zu 5 % ab 15. September 2003, an die Klägerin 2 zu verpflichten. Damit verlangte der Kläger 1 Ersatz des bisherigen und künftigen Erwerbsausfalls, des bisherigen und künftigen Haushalts- und Betreuungsschadens, der bisherigen und künftigen Krankheitskosten sowie vorprozessualer Expertisekosten; die Klägerin 2 verlangte den Ersatz ihrer Lohnzahlungen an den Kläger 1 während der Karenzfrist bis zur Ausrichtung von Taggeldleistungen. Mit Entscheid vom 21. Februar 2012 wies das Kreisgericht Rorschach die Klage ab. Es stützte sich dabei unter anderem auf ein von Dr. med. J.________ und Dr. med. K.________ verfasstes FMH-Gutachten vom 16. Januar 2007. B.b. Die Kläger erhoben gegen den Entscheid des Kreisgerichts Rorschach vom 21. Februar 2012 Berufung beim Kantonsgericht St. Gallen. Dabei hielten sie weitgehend an den erstinstanzlichen Anträgen fest; einzig die Forderung des Klägers 1 auf Ersatz des künftigen Haushaltsschadens wurde infolge veränderter Wohnsituation reduziert. Das Kantonsgericht holte zur Frage der Interaktion der Medikamente Marcoumar und Cordarone unter Berücksichtigung der konkreten Dosierungen und Abgabezeiträume bei der Behandlung des Klägers 1 im Sommer 2003 sowie zu den Vorsichtsmassnahmen, die dabei nach den Regeln der ärztlichen Kunst zu treffen waren, ein Gutachten ein. Dabei wurde auf Vorschlag der Kläger und mit Zustimmung des Beklagten Prof. Dr. med. L.________ zum Experten bestellt. Dieser erstattete sein Gutachten am 4. Juli 2014; sein Ergänzungsgutachten datiert vom 9./13. Februar 2015. Mit Entscheid vom 26. Mai 2015 wies das Kantonsgericht St. Gallen die Berufung ab. Es erwog, dem Beklagten sei im Zusammenhang mit der Behandlung des Klägers 1 keine Vertragsverletzung anzulasten. Es kam gestützt auf das im Berufungsverfahren in Auftrag gegebene Gutachten zum Schluss, dass im Sommer 2003 nicht nur die Abgabe der Medikamente Marcoumar und Cordarone an den Kläger 1 indiziert, sondern auch die vom Beklagten angeordnete Anfangs-/Ladedosis des Medikaments Marcoumar richtig gewesen sei und er sich in dieser Hinsicht insbesondere sachgerecht auf die diesbezüglichen Erfahrungswerte gestützt habe. Auch im Anschluss an die Abgabe der Ladedosis habe der Beklagte den Kläger 1 pflichtgemäss behandelt; insbesondere habe er aus den Erfahrungswerten die richtigen Schlüsse gezogen, das Medikament Marcoumar korrekt dosiert und auf die INR-Werte jeweils sachgerecht reagiert. Ob eine hinreichende Eingriffsaufklärung erfolgte, liess das Kantonsgericht offen, da hinsichtlich der dem Streit zugrunde liegenden Behandlung vom Sommer 2003 jedenfalls von einer hypothetischen Einwilligung des Klägers 1 auszugehen sei.