Citation: 1P.281/2006 29.06.2006 E. 4

Im Folgenden ist zu prüfen, ob das Obergericht bei der Beweiswürdigung hinsichtlich des Tatkomplexes der Hehlerei in Willkür verfallen ist. 4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Obergericht habe aus der Tatsache, dass er sich nachträglich vom Verkäufer eine Quittung für den Kauf der Flachbildschirme habe ausstellen lassen, geschlossen, dass er bereits beim Erwerb der Bildschirme von deren illegalen Herkunft gewusst habe. Dies sei willkürlich: Er habe die Quittung erst kurz nach Erhalt des Strafmandates verlangt, um nachträglich seinen guten Glauben unter Beweis stellen zu können. Das Obergericht hat sich jedoch nicht nur auf die nachträglich ausgestellte Quittung, sondern auf eine Reihe weiterer Indizien gestützt, um die Bösgläubigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Erwerbs zu bejahen. Ausschlaggebend war insbesondere der Umstand, dass die Flachbildschirme, die damals noch selten und teuer waren, zum Preis von nur Fr. 100.-- angeboten wurden. Diese Beweiswürdigung kann nicht als willkürlich betrachtet werden. 4.2 Auch hinsichtlich des Natels Nokia 7650, das der Verkäufer C.________ mit einer gestohlenen VISA-Goldcard gekauft hatte, bejahte das Obergericht den bedingten Vorsatz des Beschwerdeführers unter Hinweis auf das Missverhältnis zwischen dem Kaufpreis (Fr. 500.--) und dem Ladenpreis des Natels (Fr. 999.--), zumal der Beschwerdeführer gewusst habe, dass C.________ Gerüstebauer sei und nicht "mit Geld um sich werfen" könne. Der Beschwerdeführer hält dies für willkürlich: Er habe über die finanziellen Verhältnisse des Verkäufers keine Kenntnis gehabt; die häufigen Gerätewechsel des Verkäufers hätten im Gegenteil den Anschein von guten finanziellen Verhältnissen wecken müssen. Er habe geglaubt, dass dieser die benutzten Natels zu günstigen Preisen weitergebe, zumal die Gerätepreise in Verbindung mit einem Abonnement ohnehin tief gewesen seien. Unstreitig ist jedoch, dass das Natel noch originalverpackt und mit der Originalquittung des Orange-Shop versehen war. Aus dieser Quittung ging hervor, dass das Gerät für Fr. 999.-- und nicht - etwa im Zusammenhang mit einem Abonnement - zu einem günstigeren Preis gekauft worden war. Dann aber wusste der Beschwerdeführer, dass ihm C.________ das Gerät zur Hälfte des Kaufpreises überliess, ohne es je selbst benutzt zu haben. Unter diesen Umständen ist es nicht willkürlich anzunehmen, der Beschwerdeführer habe Verdacht schöpfen müssen, dass C.________ das Gerät illegal erworben habe. 4.3 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer auch die Beweiswürdigung des Obergerichts im Zusammenhang mit dem zweiten Natel. Das Obergericht ging davon aus, es habe sich ebenfalls um ein Natel des Typs Nokia 7650 gehandelt, das am 12. Oktober 2002 im Personenwagen von D.________ gestohlen worden sei. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe das Natel schon vor dem Diebstahl, am 13. September 2002, gekauft; die Feststellung des Obergerichts, wonach die Quittung erst im Jahr 2003 ausgestellt und nachträglich umgeändert worden sei, entbehre jeglicher Grundlage. Zudem habe es sich um ein Natel des Typs Nokia 6510 gehandelt, mit einem damaligen Katalogpreis von Fr. 450.--; dies gehe aus der vom Verkäufer unterzeichneten Quittung hervor und erkläre auch, weshalb das Natel nur für Fr. 300.-- verkauft worden sei und nicht, wie das erste Natel, für Fr. 500.--. Der Beschwerdeführer räumt allerdings selbst ein, dass die Quittung beim Ausstellungsdatum eine "Auffälligkeit" aufweise. Tatsächlich weist die letzte Ziffer des Datums zwei Bögen auf und erscheint damit als "3" mit einem waagrechten Strich am Ende; dies spricht für die Annahme des Obergerichts, dass die Zahl "2003" nachträglich in "2002" abgeändert wurde. Das Obergericht stützte seine Beweiswürdigung auf die polizeiliche Aussage des Verkäufers, C.________, vom 24. Januar 2003, wonach er dem Beschwerdeführer das im Personenwagen von D.________ gestohlene Natel des Typs Nokia 7650 verkauft habe. Das Obergericht hat auch zutreffend festgehalten, dass der Beschwerdeführer wohl kaum Fr. 300.-- für ein Natel ausgegeben hätte, das laut Nachfrage des Gerichtspräsidenten Bern-Laupen vom 18. September 2003 bei Interdiscount schon seit längerer Zeit nicht mehr im Sortiment war und zuletzt für Fr. 99.-- verkauft worden sei. Der unterschiedliche Kaufpreis der zwei Natels gleicher Marke lässt sich damit erklären, dass nur beim ersten (mit der gestohlenen Visa-Karte gekauften) Natel eine Originalquittung dabei war. Insgesamt kann daher auch die Beweiswürdigung des Obergerichts hinsichtlich des zweiten Natels nicht als willkürlich erachtet werden.