Citation: 1C_56/2023 E. 5.4.3

5.4.3. Den Beschwerdeführenden ist zuzustimmen, dass auf den sich in den Akten befindenden Fotografien des abgebrannten Wohnhauses, mit denen sich die Vorinstanz offenbar nicht auseinandergesetzt hat, weder ein Autoabstellplatz noch ein Garagenvorplatz ersichtlich ist. Dies spricht für ihr Argument, wonach ein diesbezüglicher Vorbestand zu verneinen ist. Das Bundesgericht greift nach dem Gesagten indes nur dann in die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ein, wenn sich der Mangel auf den Verfahrensausgang auswirkt (E. 2.2). Die Vorinstanz ging wie gesehen in einer Eventualbegründung davon aus, es liege ein Härtefall im Sinne von Art. 118 Abs. 1 lit. b BauG vor, weshalb auch betreffend Vorplatztiefe eine Ausnahmebewilligung erteilt werden könne. Dagegen bringen die Beschwerdeführenden vor, es werde nicht ansatzweise aufgezeigt, weshalb die Einhaltung der Vorschriften betreffend Strassenabstand und Vorplatztiefe die Bauherrschaft in unzumutbarer Weise benachteiligen würde. Es wäre dafür nur eine leichte Verschiebung des Bauvorhabens nach Norden erforderlich. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Bauherrschaft im Rahmen der Ausübung des Wiederaufbaurechts nach Art. 94 Abs. 3 BauG an den "früheren Umfang" gebunden ist, wozu nach dem angefochtenen Entscheid auch die Lage der zerstörten Baute zählt. Mit anderen Worten ist die Beschwerdegegnerin vorliegend nicht frei in der Planung des Ersatzbaus und kann das Gebäude nicht nach Belieben um einige Meter verschieben, wie die Beschwerdeführenden geltend machen. Die Gestaltung eines Garagenvorplatzes unter Einhaltung einer Tiefe von 5 m bei gleichzeitiger Erfüllung der Anforderungen an das Wiederaufbaurecht ist damit nicht möglich. Darin liegt die von der Vorinstanz festgehaltene Härte begründet. Überwiegende Interessen, die hier einem Dispens von den Vorschriften betreffend Strassenabstand und Vorplatztiefe entgegenstehen, sind nicht ersichtlich. Insbesondere ist nicht erkennbar, inwiefern der projektierte Vorplatz die Eigentumsrechte der Beschwerdeführenden 1 beeinträchtigen könnte (Art. 26 BV), wie in der Beschwerde beiläufig geltend gemacht wird. Damit liegt jedenfalls keine willkürliche Anwendung von Art. 118 Abs. 1 lit. b BauG vor, weshalb offenbleiben kann, ob die Unterschreitung der Vorplatztiefe auch gestützt auf Art. 94 BauG bewilligt werden kann und die Vorinstanz den Sachverhalt diesbezüglich korrekt festgestellt hat.