Citation: 8C_112/2024 E. 6.2

6.2. Das kantonale Gericht ermittelte das Valideneinkommen anhand der Tabelle T11 (Monatlicher Bruttolohn nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht, Privater und öffentlicher Sektor) der LSE 2020, wobei es sich auf den darin ausgewiesenen monatlichen Bruttolohn von Fr. 10'073.- (Universitäre Hochschule, berufliche Stellung 3 [unteres Kader], Frauen, Median) abstützte). Die Abweichung vom Einspracheentscheid der AXA bezüglich der beruflichen Stellung - diese hatte die berufliche Stellung 4 (unterstes Kader) als anwendbar erachtet - begründete es damit, dass sich die Einstufung in eine Kaderstufe gemäss Tabelle T11 aufgrund der verschiedenen Arbeitsmöglichkeiten im öffentlichen und privaten Sektor als schwierig erweise. Immerhin könne gesagt werden, dass die Beschwerdegegnerin nach Abschluss ihrer überdurchschnittlichen universitären Ausbildung mit Dissertation im Forschungsbereich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Tätigkeit mit (Führungs-) Verantwortung übernommen hätte, sei dies im Lehrbereich etwa als Assistenzprofessorin oder in der Privatwirtschaft im Forschungsbereich. Welcher Kaderstufe diese Tätigkeiten nun entsprochen hätten, lasse sich nicht zweifelsfrei bestimmen, weshalb es sich rechtfertige, zu prüfen, welchen Lohn die Beschwerdegegnerin ein Jahr vor dem Unfall mutmasslich und realistischerweise hätte erzielen können, wenn sie damals ihre Ausbildung abgeschlossen hätte. Anhaltspunkte dafür, so die Vorinstanz, ergäben sich zunächst aus den Ausführungen der Parteien zu den Lohnbandbreiten für promovierte Ökonominnen (Fr. 85'000.- bis Fr. 120'000.- gemäss AXA; Fr. 120'000.- bis Fr. 150'000.- gemäss Beschwerdegegnerin). Da eine Lehrtätigkeit als Assistenzprofessorin mit einem Anfangslohn von Fr. 120'000 bis Fr. 150'000.- oder eine Anstellung mit Bonuszahlungen im privaten Sektor in Frage gekommen wäre, hätte die Beschwerdegegnerin durchaus einen Lohn im Bereich der beruflichen Stellung 3 erzielen können. Für eine sehr gute Anstellung spreche sodann, dass die Beschwerdegegnerin gemäss dem Schreiben des Prof. Dr. G.________, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich, vom 29. September 2020 neben ihren ausgezeichneten akademischen Qualifikationen auch über hervorragende kommunikative Fähigkeiten verfüge. Die Exklusivität der Ausbildung ergebe sich auch aus dem Schreiben von I.________ von der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Zürich vom 26. Januar 2021. Im Ergebnis lägen somit erhebliche Indizien dafür vor, dass die Beschwerdegegnerin mit ihren ausgezeichneten Leistungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen Einstiegslohn gemäss beruflicher Stellung 3 hätte erzielen können. Umgerechnet auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit und angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2021 ergebe sich ein Valideneinkommen von Fr. 125'760.-. In Bezug auf die hypothetische berufliche Entwicklung der Beschwerdegegnerin hielt die Vorinstanz schliesslich fest, es lasse sich nicht mit der notwendigen Bestimmtheit sagen, welche Laufbahn die Beschwerdegegnerin im Vergleich zu ihren Kollegen, die das Doktoratsprogramm bereits abgeschlossen hätten, eingeschlagen hätte, da der mutmassliche Abschluss der Ausbildung erst drei Jahre nach dem Unfall erfolgt wäre. Damit fehlten konkrete Hinweise für die Karriereentwicklung und die Realisierung eines höheren Einkommens als Fr. 125'760.-.