Citation: 8C_704/2022 E. 5

Die Beschwerde richtet sich vorab dagegen, dass die Vorinstanz auf eine weitergehende Abklärung der seit dem ersten Unfall vom 18. September 2017 anhaltenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verzichtete und insbesondere auch eine Haftung aus Art. 6 Abs. 3 UVG mangels adäquaten Kausalzusammenhangs verneinte. Indem die Vorinstanz den für die Leistungspflicht vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhang nach der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) prüfte, verletzte sie Bundesrecht. Es gelangt bei der Beurteilung einer allfälligen Haftung nach Art. 6 Abs. 3 UVG vielmehr die allgemeine Adäquanzformel zur Anwendung und es ist danach ausschlaggebend, ob eine fehlgeschlagene medizinische Massnahme nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet sei, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen (oben E. 3.2). Erweist sich die vorinstanzliche Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesgericht als fehlerhaft und fällt eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs in Betracht, sind praxisgemäss weitere Abklärungen zu den sich in tatsächlicher Hinsicht stellenden Fragen bezüglich der Natur der Beschwerden (Diagnostik, invalidisierender Charakter) sowie ihres natürlichen Kausalzusammenhangs anzuordnen, bevor in diesem Stadium bereits abschliessend über die adäquate Kausalität zu befinden wäre (BGE 148 V 138 E. 5). Die Frage, ob der Beschwerdeführerin allenfalls eine Schädigung im Rahmen des operativen Eingriffs vom 23. Oktober 2017 mit Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes zugefügt wurde, wurde bis anhin nicht rechtsgenüglich geklärt, ebensowenig die Frage, ob, bejahendenfalls, die danach anhaltenden Beschwerden in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit der medizinischen Komplikation stehen. Auch wenn die Beschwerden nicht durch eine Schädigung bei jener Operation verursacht sein sollten, bedarf es weiterer Abklärungen hinsichtlich deren Ätiologie. Zwar erfolgten eingehende Untersuchungen in Spezialkliniken (Klinik C.________, Spital F.________). Indessen bestand für die behandelnden Ärzte diesbezüglich kein Klärungsbedarf, sondern dienten die diagnostischen Einschätzungen vorab der Evaluation der therapeutischen Möglichkeiten. Für die - allenfalls auch über den 30. November 2020 hinausgehende - Leistungspflicht des Unfallversicherers ist indessen eine Klärung der Natur der Einschränkungen unabdingbar. Angesichts des komplexen Verlaufs verzichtete die Beschwerdegegnerin namentlich zu Unrecht darauf, das Dossier zur weitergehenden Prüfung ihrem Vertrauensarzt vorzulegen. Die Sache ist zur umfassenden, auch für die sich stellenden rechtlichen Fragen unerlässlichen Abklärung und zu erneuter Verfügung über ihre Leistungspflicht an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.