Citation: 2C_354/2024 E. 3.5

3.5. Ausgangspunkt und Massstab für die migrationsrechtliche Interessenabwägung ist bei straffällig gewordenen Ausländern die Schwere des Verschuldens, die sich primär in der Dauer der verfahrensauslösenden Freiheitsstrafe niederschlägt (BGE 134 II 10 E. 4.2; Urteile 2C_261/2024 vom 12. Dezember 2024 E. 4.2; 2C_478/2023 vom 3. September 2024 E. 4.2.2). Für das migrationsrechtliche Verschulden ist indes nicht nur das für die Anlasstat verhängte Strafmass relevant, sondern die Gesamtbetrachtung des deliktischen Verhaltens bis zum angefochtenen Urteil (Urteile 2C_261/2024 vom 12. Dezember 2024 E. 4.2; 2C_478/2023 vom 3. September 2024 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Dabei dürfen auch länger zurückliegende Straftaten, die allenfalls aus dem Strafregister gelöscht wurden, berücksichtigt werden (Urteil 2C_261/2024 vom 12. Dezember 2024 E. 4.2 mit Hinweisen). Je hochwertiger die von der Rückfallgefahr betroffenen Rechtsgüter sind, desto niedriger sind die Anforderungen an die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls anzusetzen (Urteil 2C_478/2023 vom 3. September 2024 E. 4.2.2; vgl. auch BGE 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 4.3.1). Bei schweren Straftaten oder wiederholter Delinquenz muss zum Schutz der Öffentlichkeit ausländerrechtlich selbst ein geringes Restrisiko weiterer Rechtsgutverletzungen nicht in Kauf genommen werden (BGE 139 I 16 E. 2.2.1; Urteile 2C_261/2024 vom 12. Dezember 2024 E. 4.2; 2C_531/2023 vom 3. Juli 2024 E. 5.2.1).