Citation: 9C_321/2022 E. 4.2.2

4.2.2. Ebenfalls nicht erkennbar ist in diesem Zusammenhang die in der Beschwerde monierte Verletzung des Gleichbehandlungsgebots. So können die Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin von der Belangung anderer, im Rahmen der subsidiären Arbeitgeberorganhaftung zunächst auch in die Pflicht genommener Personen wieder Abstand genommen hat, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der Ausgleichskasse steht es bei einer Mehrheit von Haftpflichtigen vielmehr frei, gegen wen sie vorgehen will; es ist ihr überlassen, ob sie sich an ein, mehrere oder alle Organe wendet. Zwar kann die Ausgleichskasse den Schadenersatz nur einmal fordern, doch haftet ihr jeder Schuldner solidarisch für den gesamten Schaden (BGE 119 V 86 E. 5a mit Hinweis; 108 V 189 E. 3; Reichmuth, a.a.O., Rz. 289). Da dies dem Wesen der Solidarhaftung entspricht, ist es dem ins Recht gefassten Organ verwehrt, sich auf eine rechtsungleiche Behandlung zu berufen (BGE 109 V 86 E. 10; 108 V 189 E. 3). Aus welchen Gründen die Behörde von einer Inpflichtnahme letztlich absieht, spielt dabei keine Rolle.