Citation: 8C_744/2022 E. 4.3

4.3. Diese Angaben der medizinischen Fachpersonen stehen in krassem Widerspruch zur Einschätzung der Abklärungsperson der IV-Stelle, wonach der Beschwerdeführer seinen Tag nach seinen Wünschen und Vorstellungen einteilen könne und grundsätzlich den Überblick habe und es ihm zumutbar wäre, einen Kalender zu führen oder seine Termine im Mobiltelefon zu speichern. Diese Diskrepanz in der Beurteilung dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die Abklärungsperson allein auf die Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Erhebung vor Ort abgestellt hat. Dessen Angaben sind aber mit Blick auf die schwere Persönlichkeitsstörung mit Einschränkungen der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit zurückhaltend zu würdigen, wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt (vgl. auch Urteil I 735/05 vom 23. Juli 2007 E. 7.3.1 in fine, nicht publ. in: BGE 133 V 472, aber in: SVR 2008 IV Nr. 27 S. 83). Es muss davon ausgegangen werden, dass die Abklärungsperson die psychisch bedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers nicht hinreichend erfasste, was den Beweiswert ihres Abklärungsberichts erheblich schmälert.