Citation: 7B_822/2023 E. 2.2

2.2. Mit dem Einverständnis der Parteien kann die Verfahrensleitung das schriftliche Verfahren anordnen, wenn die Anwesenheit der beschuldigten Person nicht erforderlich ist und Urteile eines Einzelgerichts Gegenstand der Berufung sind (Art. 406 Abs. 2 lit. a und lit. b StPO). Auch wenn erstinstanzlich ein Einzelgericht über die Angelegenheit befunden hat, ist ein schriftliches Berufungsverfahren daher nur zulässig, wenn die Anwesenheit der beschuldigten Person nicht erforderlich ist (BGE 147 IV 127 E. 2.2.2 und 3.2; Urteile 6B_931/2021 vom 15. August 2022 E. 2.3.2; 6B_1419/2021 vom 18. März 2022 E. 2.3.1). Nach der Rechtsprechung ist die Anwesenheit der beschuldigten Person nur dann im Sinne von Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO erforderlich, wenn das Berufungsgericht die erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen verwerfen und die beschuldigte Person in Abänderung des angefochtenen Urteils schuldig sprechen will. Diesfalls kann es den Sachverhalt nicht lediglich auf Grundlage der Akten feststellen, sondern hat die beschuldigte Person zu einer mündlichen Berufungsverhandlung vorzuladen, so dass sich diese zu den Vorwürfen persönlich äussern und diejenigen Umstände vorbringen kann, die der Klärung des Sachverhalts und ihrer Verteidigung dienen können (BGE 147 IV 127 E. 3.1). Schützt hingegen die Berufungsinstanz das erstinstanzliche Urteil, so ist ein schriftliches Verfahren grundsätzlich zulässig, auch wenn die Würdigung des Sachverhalts umstritten ist (vgl. Urteil 6B_931/2021 vom 15. August 2022 E. 2.3.3 und 3.2 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat erstinstanzlich ein Einzelgericht geurteilt, womit die Voraussetzung von Art. 406 Abs. 2 lit. b StPO gegeben ist. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers bestand trotz des bestrittenen Sachverhaltes kein Grund, der seine Anwesenheit im Berufungsverfahren notwendig gemacht hätte. Seine bisherigen aktenkundigen Aussagen konnte die Vorinstanz ohne Weiteres würdigen. Eine sachgerechte und angemessene Beurteilung der einfach gelagerten Angelegenheit (Vorwurf des zweifachen Schikanestopps während einer Fahrt), einer mehrfachen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, erforderte keine erneute Befragung des Beschwerdeführers. Dies gilt namentlich auch für seine persönlichen Verhältnisse, betreffend welche er keine Änderungen gegenüber dem Verfahren vor erster Instanz geltend macht oder näher begründet. Die schriftliche Durchführung des Berufungsverfahrens erweist sich als bundesrechtskonform.