Citation: 6B_1255/2021 E. 1.4.2

1.4.2. Die Rügen des Beschwerdeführers verfangen nicht. Er argumentiert insofern widersprüchlich, als er einerseits vorbringt, die Vorinstanz lasse den zweiten Sturz von C.B.________ unberücksichtigt, und andererseits ausführt, die Vorinstanz halte fest, C.B.________ sei zweimal zu Boden gegangen und die Quetschungen könnten auch nur durch die beiden Stürze verursacht worden sein. Die Vorinstanz lässt den zweiten Sturz von C.B.________ nicht gänzlich ausser Acht. So erwägt sie, C.B.________ sei zweimal zu Boden gegangen und das Gutachten äussere sich nicht dazu, ob die Verletzungen durch Tritte oder nicht auch (nur) durch die beiden Stürze, einmal auf der einen und einmal auf der anderen Seite, verursacht worden sein könnten. Keine Willkür ergibt sich aus dem Umstand, dass die Vorinstanz offen lässt, ob und welche der Quetschungen vom Sturz oder vom Treten stammten. Todesursache war gemäss dem rechtsmedizinischen Gutachten ein akutes Herzversagen, das am ehesten durch eine Lungenarterienfettembolie aufgrund stumpfer Gewalteinwirkung gegen beide Hüften verursacht worden sei. Die Vorinstanz stellt fest, dass der Beschwerdeführer dem 79-jährigen C.B.________ im Rahmen einer wechselseitigen Auseinandersetzung Schläge von gewisser Heftigkeit gegen den Kopf verpasste, wodurch dieser zu Boden fiel. Erstellt ist zudem ein Tritt des Beschwerdeführers in den Hüftbereich von C.B.________, als dieser am Boden lag. Der zweite Sturz geschah zwar, als sich der Beschwerdeführer bereits entfernte, jedoch ging diesem unmittelbar die Auseinandersetzung sowie der erste Sturz voraus. Somit ist die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz und entsprechend deren Schlussfolgerung nicht schlechterdings unhaltbar, wonach der Beschwerdeführer die Quetschungen an den Hüften von C.B.________ verursacht habe. Die Auseinandersetzung und der erste Sturz von C.B.________ kann in Bezug auf den zweiten Sturz nicht weggedacht werden bzw. ist mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ursächlich dafür. Sodann war das Verhalten des Beschwerdeführers nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, die Hüftverletzungen und folglich den Tod von C.B.________ herbeizuführen oder zumindest zu begünstigen. Der 79-jährige C.B.________ war deutlich älter als der Beschwerdeführer und ihm körperlich unterlegen. Der Beschwerdeführer konnte dies im Zeitpunkt, als er die Schläge gegen den Kopf von C.B.________ sowie den Tritt in den Hüftbereich des am Boden liegenden C.B.________ ausführte, erkennen bzw. musste dies erkannt haben. Infolgedessen war es für den Beschwerdeführer auch voraussehbar, dass er mit seinem Handeln den betagten C.B.________ entsprechend verletzten konnte, zumal - wie die Vorinstanz zu Recht erwägt - ältere Menschen leichter stürzen und anfälliger für Verletzungen sind bzw. sich dabei massiver verletzen können. An dieser Beurteilung vermag nichts zu ändern, dass C.B.________ aus nahezu nichtigem Grund die Auseinandersetzung begann und sich dabei bereits aggressiv verhielt. Der Beschwerdeführer übte die Schläge gegen den Kopf sowie den Tritt in den Hüftbereich erst im Anschluss daran bzw. als C.B.________ bereits am Boden lag aus. Die dadurch entstandenen Verletzungen an den Hüften von C.B.________ sind auf das Verhalten des Beschwerdeführers zurückzuführen und ihm zuzurechnen. Hätte sich der Beschwerdeführer pflichtgemäss verhalten und insbesondere die Schläge gegen den Kopf sowie den Tritt in den Hüftbereich unterlassen, so wären die Hüftverletzungen und folglich der Tod von C.B.________ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bzw. mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit ausgeblieben. Die Vorinstanz bejaht sowohl den natürlichen als auch den adäquaten Kausalzusammenhang im Zusammenhang mit den Hüftverletzungen zu Recht. Betreffend die Kreislaufmehrbelastung, die gemäss rechtsmedizinischem Gutachten als Ursache des akuten Herzversagens nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann, erwähnt die Vorinstanz die bei C.B.________ vorbestehende Herz-Gefäss-Erkrankung. Sie gibt zwar die gutachterliche Feststellung nicht wieder, was unter dieser Herz-Gefäss-Erkrankung zu verstehen ist (ein mit 108 % relativem Herzübergewicht massiv vergrössertes Herz mit schwerer Verkalkung der Herzkranzarterien und der Jahre zuvor operativ angelegten Herzkranzarterienbypässe; aus dem bestehenden Missverhältnis zwischen dem erhöhten Sauerstoffbedarf des zu grossen Herzmuskels und seiner eingeschränkten Durchblutungskapazität resultierende chronische Unterversorgung mit Sauerstoff für das Herz sowie Ersatz der Herzmuskelzellen durch Bindegewebe [sog. Herzmuskelfibrose]). Unerwähnt bleibt überdies die gutachterliche Feststellung, ein solches Herz könne jederzeit - insbesondere in Situationen erhöhter Kreislaufbelastung - seine Funktion einstellen und den Tod aus natürlicher innerer Ursache erklären. Allerdings lässt dies die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nicht als willkürlich ausweisen. Laut r echtsmedizinischem Gutachten ist das akute Herzversagen am ehesten die Folge einer Lungenarterienfettembolie und diese ist - wie bereits ausgeführt - auf das Verhalten des Beschwerdeführers zurückzuführen. Infolgedessen kann auch offenbleiben, inwiefern im Rahmen der nicht mit letzter Sicherheit auszuschliessenden Ursache der Kreislaufmehrbelastung die vorbestehende schwere Herz-Gefäss-Erkrankung sowie der Umstand, dass C.B.________ den Streit aus nahezu nichtigem Grund anfing und er sich dabei aggressiv verhielt, bevor sich eine wechselseitige Auseinandersetzung entwickelte, ins Gewicht fallen würde, und insbesondere, ob dies den Kausalzusammenhang unterbräche. Insgesamt erweist sich weder die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz im Ergebnis als willkürlich noch ist der Schuldspruch der fahrlässigen Tötung bundesrechtswidrig.