Citation: 7B_108/2024 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt was folgt: Am 27. April 2021 hätten sich die Eltern von D.________ (geboren 2006) bei der Jugendanwaltschaft Winterthur mit dem Verdacht gemeldet, dass ihre minderjährige Tochter der Prostitution nachgehe. Zwischen dem 10. und dem 17. Mai 2021 seien D.________, ihre Geschwister und ihr Vater befragt worden. Nachdem eine erste Befragung von D.________ am 11. Mai 2021 abgebrochen worden sei, habe D.________ sich mit einem Schreiben vom 12. Mai 2021 an die Kantonspolizei Zürich gewandt. Darin habe sie zusammengefasst geschildert, "er" (ihr Auftraggeber) habe sie vor längerer Zeit via Snapchat über den Account "C.________" oder ähnlich kontaktiert und angefragt, ob sie Geld benötige. In der Folge habe sie dem ihr unterbreiteten Angebot zugestimmt, sich mit Freiern zu treffen. Weiter habe sie unter anderem ein Treffen mit einem Freier vom 16. oder 17. April 2021, welcher sie auf der App "My Sugar Daddy" gesehen habe, beschrieben. Im Rahmen der Einvernahme vom 17. Mai 2021 habe sie ausgeführt, ihr Auftraggeber habe verschiedene Mädchen, welche er anbiete. Betreffend das Treffen vom 16. oder 17. April 2021 habe sie angegeben, dass der Freier sie geschlagen und "solche Sachen" gemacht habe, weshalb sie "mega geweint" habe. Er habe sie oft gewürgt. Bei der nachfolgenden Sichtung des Mobiltelefons von D.________ - so die Vorinstanz - seien die Funktionäre der Kantonspolizei Zürich auf ein Video gestossen, welches D.________ während des Geschlechtsverkehrs zeige. Weiter sei auf den Videoaufnahmen ersichtlich, wie die männliche, filmende Person die auf dem Rücken liegende D.________ während des Geschlechtsverkehrs drei Mal mit der Hand am Hals fixiere. Durch die Kantonspolizei Zürich sei in der Folge am 19. Mai 2021 bei Snap Inc. via Bundesamt für Polizei (fedpol) ein "Preservation Request" für den Snapchat-Account "C.________" eingereicht worden. Dieser bewirke, dass noch vorhandene Daten für die nächsten 90 Tage gesichert würden. Zusätzlich sei ein sogenannter "Emergency Disclosure Request" direkt per E-Mail an Snap Inc. gerichtet worden, da nicht habe ausgeschlossen werden können, dass eine weitere unbekannte Anzahl minderjähriger und/oder weiblicher Opfer regelmässig für den mutmasslichen Täter arbeiteten. Es sei um Auskunft der hinterlegten Benutzerdaten und verwendeten IP-Adressen ersucht worden. Nachdem Snap Inc. um zusätzliche Informationen gebeten habe, habe der zuständige polizeiliche Sachbearbeiter in einer zweiten E-Mail gleichentags geantwortet. Den Ausführungen in der ersten E-Mailanfrage an Snap Inc., wonach der mutmassliche Menschenhändler für erwachsene Freier sexuelle Dienstleistungen Minderjähriger anbiete, welche auch ungewollte, gefährliche und lebensbedrohliche Praktiken wie Würgen oder physische Gewalt beinhalte, könnten keine unwahren Ausführungen entnommen werden. Auch in der von Snap Inc. geforderten genaueren Beschreibung des Videoinhalts, wie sie in der zweiten E-Mail der Kantonspolizei Zürich enthalten sei, könne keine Täuschung gesehen werden. Insgesamt fehle es an einer offensichtlichen Unverwertbarkeit der von Snap Inc. gewonnenen Daten und der nachfolgend erlangten Beweise.