Citation: 6B_726/2021 E. 3.3.2

3.3.2. Die Strafuntersuchung erging wegen Verdachts der sexuellen Nötigung, des Exhibitionismus und der einfachen Körperverletzung. Der Tatbestand der sexuelle Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB bezweckt den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung und schützt Opfer vor der Nötigung, eine sexuelle Handlung zu erdulden oder vorzunehmen. Das Gesetz umschreibt die Nötigungsmittel nicht abschliessend und erwähnt namentlich Bedrohung, Gewalt, psychischen Druck und das Herbeiführen der Widerstandsunfähigkeit, wobei letzterer Variante kaum eigenständige Bedeutung zukommt (Urteil 6B_643/2021 vom 21. September 2021 E. 3.3.2 ff.). Im vorinstanzlichen Beschluss finden sich keine Hinweise dazu, welche Sachverhaltselemente im Hinblick auf den Nötigungstatbestand klar erstellt sein sollen bzw. sich nicht klar erstellen liessen. Allerdings sind nach der aktuellen Gesetzgebung - mit Ausnahme der sexuellen Handlungen mit Kindern - allein gegen den Willen einer Person vorgenommene sexuelle Handlungen nicht strafbar, sofern diese nicht mit Nötigung oder dem Ausnützen einer Notlage verknüpft sind oder das Opfer urteils- oder widerstandsunfähig ist (ULRICH WEDER, in: StGB/ JStG, Kommentar, 21. Aufl. 2022, N. 2c zu Art. 189 StGB; zur Rechtsprechung betr. Art. 189 f. StGB eingehend das zur Publikation bestimmte Urteil 6B_894/2021 vom 28. März 2022 E. 3.3 ff.). Zur einfachen Körperverletzung fehlt im Beschluss jede Begründung. Es ist von Berührungen an Brust und Genitalien die Rede. Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 StGB erfordert ein bewusstes Zurschaustellen der Sexualorgane aus sexuellen Beweggründen (Urteil 6B_1037/2016 vom 19. April 2017 E. 1.1). Gänzlich fehlt es an einer Begründung, warum sich der Beschwerdegegner völlig entblösst mit (erigiertem) Penis vor die Beschwerdeführerin hingestellt hat.