Citation: 5A_457/2022 E. 3.6.2

3.6.2. Weitergehend ist darauf zu verweisen, dass es zwar nicht angeht, gestützt auf Art. 107 Abs. 1 Bst. c ZPO aus Gründen der Billigkeit die Gerichtskosten im Streit um Kinderbelange den beiden Elternteilen systematisch je hälftig aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen (vgl. zum Scheidungsverfahren bereits Urteil 5A_70/2013 vom 11. Juni 2013 E. 6). Dies hat die Vorinstanz aber auch nicht getan. Vielmehr hat sie nachvollziehbar begründet, weshalb sie im konkreten Fall der Meinung ist, dass eine solche Kostenregelung sachlich geboten ist. Namentlich hat sie ihren Entscheid damit begründet, dass der Beschwerdeführer - dies beschlägt den Gehalt von Art. 106 ZPO - weder im erstinstanzlichen noch im Verfahren vor der Vorinstanz vollständig obsiegt hat, indem die Vorinstanz den Wohnsitz nicht bei ihm, sondern am Wohnort der Beschwerdegegnerin festlegte. Wenn man bedenkt, dass der Wohnsitz auch darüber entscheidet, wo die Tochter später eingeschult wird, hat sich die Beschwerdegegnerin damit in einem wichtigen Punkt durchgesetzt. Im Übrigen ist mit Blick auf den Regelungsgehalt von Art. 107 Abs. 1 Bst. c ZPO unbestritten, dass der Auseinandersetzung um die Obhut und den Wohnsitz kein Streitwert eigen ist, der jenem im Unterhaltsstreit gegenüberstellt werden könnte. Zusammen genügt dies für die Feststellung, dass die Vorinstanz das ihr im Rahmen der Kostenverlegung zustehende Ermessen sachgerecht ausgeübt hat, wenn sie die Gerichtskosten den Parteien je zur Hälfte auferlegt und die Parteientschädigungen wettschlägt. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer verbittert darüber ist, mit welchem prozessualen Aufwand sich die Beschwerdegegnerin gegen die Ausdehnung der Betreuung zur Wehr gesetzt hat. Ebenso wenig hilfreich sind die Hinweise auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Parteien. Zu recht weist die Vorinstanz darauf hin, dass diese nicht derart unterschiedlich sind, dass deswegen der Kostenentscheid als unbillig erscheint.