Citation: 4A_707/2016 E. 5.5

5.5. Insgesamt setzt sich die Beschwerdeführerin über weite Strecken mehr allgemein mit der von ihr angestrebten Übernahme der Rechtsprechung aus dem Sozialversicherungsrecht (BGE 141 V 281) ins Haftpflichtrecht auseinander als mit dem konkret zu beurteilenden Fall oder dem psychiatrischen Gutachten. Das hat einerseits zur Folge, dass sie nicht hinreichend auf das Gutachten eingeht. Es führt andererseits aber auch dazu, dass sie den Gesamtzusammenhang aus den Augen verliert. Will sie die diagnostizierten Beschwerden als solche in Zweifel ziehen (dann würde entgegen ihren eigenen Ausführungen nicht die Kausalität zur Debatte stehen, sondern das Bestehen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung), müsste sich eine plausible Erklärung für die von den Gutachtern konkret beobachtete schnellere Ermüdbarkeit finden lassen. Will die Beschwerdeführerin dagegen lediglich die Kausalität des Unfalls für die Beschwerden in Abrede stellen, wären diese gegeben, und es müsste eine plausible Erklärung dafür geben, wie sie auch ohne den Unfall in gleicher Weise hätten entstehen können. Denn nur wenn diese Möglichkeit ernsthaft in Betracht kommt, fehlt es am Nachweis des Kausalzusammenhangs. Mit beiden Punkten setzt sich die Beschwerde im Wesentlichen nicht auseinander, so dass der angefochtene Entscheid im Ergebnis nicht als offensichtlich unhaltbar ausgewiesen wird.