Citation: 5P.453/1999 04.02.2000 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer will dem Konkursamt Untätigkeit in der Suche nach Vermögenswerten der X.________ AG vorgeworfen und der kantonalen Aufsichtsbehörde beantragt haben, selbst über sein Gesuch anhand der von Amtes wegen beizuziehenden Straf- und Verfahrensakten zu entscheiden. Er glaubt ferner, er hätte vor der bundesgerichtlichen Schuldbetreibungs- und Konkurskammer gerügt, die kantonale Aufsichtsbehörde habe den Untersuchungsgrundsatz offenkundig dadurch verletzt, dass sie die Akten, insbesondere jene des Strafverfahrens nicht von Amtes wegen beigezogen habe. Er nimmt weiter an, die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer habe diesbezüglich anders entschieden, weshalb er nochmals, nun in der staatsrechtlichen Beschwerde rüge, dass die kantonale Aufsichtsbehörde offensichtlich wesentliche Erkenntnisse ausser Acht gelassen habe. Willkürliche Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung sei der kantonalen Aufsichtsbehörde vorzuhalten, weil sie die Fakten entweder übersehen oder zur Kenntnis genommen, aber nicht erwähnt habe. Anders entscheiden hiesse, den kantonalen Behörden zu erlauben, über von ihm beschaffte und beantragte Beweismittel und Fakten hinwegzusehen, obschon diese entscheidrelevant seien. Die Vorgehensweise ist unzulässig. Denn der betreibungsrechtlichen Beschwerde bis zuletzt vor Bundesgericht unterliegen die Streitpunkte, unter welchen Voraussetzungen das Konkursamt sich weigern kann, für behauptete Rechtsansprüche einen Nachkonkurs gemäss Art. 269 SchKG zu eröffnen (z.B. BGE 117 III 70 Nr. 21), und welchen Umfang der Untersuchungsgrundsatz gemäss Art. 20a Abs. 2 Ziffer 2 SchKG hat (z.B. BGE 123 III 328 Nr. 50). Solche Fragen können dem Bundesgericht auf dem Weg der staatsrechtlichen Beschwerde nicht unterbreitet werden, zumal diese gegenüber der betreibungsrechtlichen Beschwerde subsidiär ist (Art. 84 Abs. 2 OG) und der Vorwurf qualifiziert falscher immer auch jenen falscher Rechtsanwendung umfasst; fällt mit anderen Worten die Rüge willkürlich unterbliebener Sachverhaltsfeststellung, wie der Beschwerdeführer letztlich selber einräumt, mit der Rüge willkürlicher Anwendung bundesrechtlicher Beweis- oder Verfahrensvorschriften (z.B. Art. 20a SchKG) zusammen, kann darauf im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde nicht eingetreten werden (vgl. dazu Amonn/Gasser, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 6.A. Bern 1997, § 6 N. 99 f., S. 53; Pfleghard, Schuldbetreibungs- und Konkursbeschwerde, in: Prozessieren vor Bundesgericht, 2.A. Basel 1998, N. 5.55 auf S. 181). Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts hat festgehalten: "Die kantonale Aufsichtsbehörde hat, nachdem die Berichte des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (mit Datum des 11. Juni 1999) eingeholt worden waren, jedenfalls zu Recht eine weitergehende Nachforschungspflicht des Betreibungsamtes verneint" (E. 1b S. 4). Der eigenwilligen Interpretation des Beschwerdeführers ist damit der Boden entzogen: Durfte die kantonale Aufsichtsbehörde annehmen, das Konkursamt habe die Sache ausreichend abgeklärt, so brauchte sie dazu selber auch keine weiteren Untersuchungen von Amtes wegen anzustellen; damit ist offenkundig und - soweit gerügt - nicht mehr eigens zu erwähnen gewesen, dass die kantonale Aufsichtsbehörde die ihr obliegende Untersuchungspflicht nicht verletzt haben konnte. Eine andere Frage - und allein im vorliegenden Verfahren zu prüfen - ist, ob das auf beschränkte Sachverhaltsabklärung gestützte Beweisergebnis dem Willkürverbot standhält. Für den Untersuchungsgrundsatz gilt insoweit dasselbe wie für Art. 8 ZGB (z.B. BGE 114 II 200 E. 2b S. 201), der dem Sachrichter nicht verbietet, von beantragten Beweiserhebungen deshalb abzusehen, weil er sie von vornherein nicht für geeignet hält, die behaupteten Tatsachen zu beweisen, oder weil er seine Überzeugung bereits aus anderen Beweisen gewonnen hat und davon ausgeht, dass weitere Abklärungen am massgeblichen Beweisergebnis nichts mehr zu ändern vermöchten (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223 mit Hinweisen); ob der Sachrichter jene Überzeugung haben durfte, ist nachstehend auf die geltend gemachte Willkür in der Beweiswürdigung hin zu prüfen (ausführlich: BGE 114 II 289 E. 2a S. 291).