Citation: 6B_1038/2015 E. 1.3.3

1.3.3. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst (Urteil, S. 15 ff.), der Beschwerdeführer habe die Empfehlungen des geotechnischen Gutachtens nur in der Hauptgrube umgesetzt. In der Nebenbaugrube, wo sich die Unfallstelle befinde, sei er davon abgewichen. Er habe auf die empfohlene horizontale Etappierung ohne Berechnungen allein aufgrund seiner Erfahrung verzichtet, obwohl andernorts in der Baugrube vertikal und horizontal etappiert worden sei. Aufgrund des geotechnischen Gutachtens habe er mit wenig standfestem, lokal instabilem, rolligem Material rechnen müssen, weshalb er die Etappierung nicht ohne Rückversicherung beim geotechnischen Sachverständigen hätte unterlassen dürfen. Dies umso weniger, als die erste Etappe im neuen Baugrubensystem in Angriff genommen worden sei. An diesem Ergebnis ändere die vom Beschwerdeführer privat in Auftrag gegebene Gegendarstellung nichts. Der verfassenden Person habe das geotechnische Gutachten nicht zur Verfügung gestanden, das ein wesentliches Element für die Beurteilung der Ereignisse sei. Die Gegendarstellung nehme lediglich insofern auf das geotechnische Gutachten Bezug, als es im gerichtlichen Gutachten auszugsweise zitiert werde. Die Interpretation des gerichtlichen Gutachters betreffend fehlende Kohäsion stelle die Gegendarstellung als inkonsequent dar, wobei sie ausser Acht lasse, dass der gerichtliche Gutachter sich in diesem Zusammenhang auf das geotechnische Gutachten gestützt habe. Soweit die Gegendarstellung auf andere erfolgreich mit Sickerbetonauflage gesicherte Böschungen in der Baugrube hinweise, bleibe deren genaue Beschaffenheit offen. Gemäss den Aussagen des Poliers habe es vorher keine Böschungen mit einer Höhe von über vier Metern gegeben. Zwar ziehe die Gegendarstellung das Fazit, die lokalen Einflüsse seien kein Grund gewesen, das vorgesehene Bauvorhaben nicht auszuführen. Allerdings halte sie auch fest, dass bei einer eingehenderen Analyse der Gefahrensituation ein vorsichtigeres Vorgehen angezeigt gewesen wäre. Auch wenn die Gegendarstellung die vom Beschwerdeführer gewählte Bauausführung als erprobt bezeichne, widerlege sie die Zuverlässigkeit der vorhandenen geotechnischen Daten nicht. Deshalb sei nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer auf die Beobachtungsmethode hätte abstellen und von weniger vorsichtigen Baugrundwerten ausgehen, mithin Risiken über das im geotechnischen Gutachten akzeptierte Ausmass hätte in Kauf nehmen dürfen, solange die Angaben über den Baugrund als Berechnungsgrundlage nicht durch eine erneute geotechnische Risikoanalyse revidiert worden waren. Selbst wenn das gerichtliche Gutachten mit globalen Berechnungsmodellen lokale Phänomene nicht zu beschreiben bzw. nachzuweisen vermöge, ändere dies nichts daran, dass der Beschwerdeführer gerade den konkreten Empfehlungen des solche lokale Phänomene einkalkulierenden geotechnischen Gutachtens zuwidergehandelt habe. Unabhängig von der durch die Gegendarstellung angezweifelten Berechtigung und Zuverlässigkeit der Nachrechnungen im gerichtlichen Gutachten erweise sich dessen Feststellung, wonach der Beschwerdeführer die Empfehlungen des geotechnischen Gutachtens nicht umgesetzt, die Gefährlichkeit lokaler Böschungsrutsche unterschätzt und ohne verlässliche Berechnungsresultate die Vorgaben der Bauarbeitenverordnung nicht berücksichtigt habe, als überzeugend.