Citation: 2C_163/2014 E. 2.4

2.4. In Durchbrechung des Konzepts der Institutsaufsicht sieht Art. 18 RAG die Möglichkeit vor, natürlichen Personen, die für ein staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen tätig sind und das Gesetz verletzen, direkt einen schriftlichen Verweis zu erteilen und bei wiederholten oder groben Verstössen ein Berufsverbot auszusprechen (zur vergleichbaren Bestimmung von Art. 33 FINMAG HSU/BAHAR/FLÜHMANN, Basler Kommentar zum Börsengesetz und zum Finanzmarktaufsichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 9 zu Art. 33 FINMAG und zur Frage des Adressaten des bankenrechtlichen und versicherungsaufsichtsrechtlichen Gewährsverfahrens Zulauf, Finanzmarktenforcement der FINMA, GesKR 2009 S. 49; APPENZELLER, Basler Kommentar zum Versicherungsaufsichtsgesetz, 2013, N. 50 zu Art. 14 VAG; GRAF, Berufsverbote für Gesellschaftsorgane: das Sanktionsregime im Straf- und Finanzmarktrecht, AJP 2014 S. 1194 f.). Die Verhängung einer solchen verwaltungsrechtlichen Sanktion ( PFIFFNER, Basler Kommentar zum Revisionsaufsichtsgesetz, 2011, N. 8 ff. zu Art. 18 RAG; KOLLER/SANWALD, a.a.O., S. 316; Botschaft RAG, BBl 2004 4076 f.; zum Berufsverbot nach Art. 33 FINMAG HSU/BAHAR/FLÜHMANN, a.a.O., N. 6 und 8 zu Art. 33 FINMAG) zielt nicht nur auf die Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustandes, sondern auch auf die Sanktionierung eines pflichtwidrigen Verhaltens. Art. 18 RAG stellt somit die gesetzliche Grundlage für den mit der Sanktion allenfalls verbundenen Grundrechtseingriff dar (Art. 36 Abs. 1 BV; BGE 125 V 266 E. 6/e und E. 6/f, S. 274; LOCHER, Verwaltungsrechtliche Sanktionen - Rechtliche Ausgestaltung, Abgrenzung und Anwendbarkeit der Verfahrensgarantien, Diss. Zürich 2013, S. 37).