Citation: I 108/05 07.06.2005 E. 3

3.1 Unter den Verfahrensbeteiligten umstritten ist vorab die Statusfrage. Während Vorinstanz und Verwaltung davon ausgehen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zu 60 % erwerbstätig und zu 40 % für den Haushalt besorgt wäre, macht die Versicherte geltend, diesfalls vollzeitig, mindestens aber im Umfang von 80 % einer erwerblichen Beschäftigung nachzugehen. 3.2 Die Beschwerdeführerin leidet seit ihrer Geburt an einer psychomotorischen Störung nach asphyktischem Geburtsschaden. Nachdem sie die Primarschule sowie ein Haushaltjahr absolviert hatte, war sie - ohne weiteren Schulbesuch oder Berufsausbildung - von September 1981 bis Juli 1984 als Fabrikarbeiterin in der Firma Z.________ AG sowie von August 1984 bis September 1989 als Schwesternhilfe im Spital und Pflegezentrum W.________ tätig. Nach einem einjährigen Einsatz im Restaurant V.________ begann sie im November 1990 eine Anlehre in der Druckerei/Buchbinderei X.________ AG, wobei sie das anfängliche Vollpensum ab Anfang 1995 auf eigenen Wunsch auf 80 % reduzierte. Aus gesundheitlichen Gründen gab sie diese Stelle Ende Februar 1999 auf und betätigte sich im Anschluss von März bis Juli 2000 im Umfang von 40 bis 50 % als Kleinkindbetreuerin und Haushalthilfe in einem Privathaushalt. Seit Beendigung dieser Beschäftigung geht sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Die Versicherte ist kinderlos und wohnt seit Jahren mit ihrem Partner in einem Zweipersonenhaushalt. 3.2.1 Nach Lage der medizinischen Akten kann mit der Vorinstanz als erwiesen angesehen werden, dass die Beschwerdeführerin zwar seit jeher zu einem gewissen Grade gesundheitlich handikapiert war, erst im Verlaufe des Jahres 1998 jedoch erheblichere, sich auch auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Beschwerden aufgetreten sind. Wiewohl als Anlass für die - offenbar ärztlicherseits empfohlene - Aufgabe der Tätigkeit als Schwesternhilfe Stressgründe bzw. hypertone Blutdruckwerte genannt werden, scheint dieses Krankheitsbild das erwerbliche Leistungsvermögen nach Aussage der beteiligten Ärzte nicht in grundsätzlicher Weise zu tangieren bzw. tangiert zu haben (vgl. u.a. Bericht des Dr. med. K.________ vom 13. August 2002, MEDAS-Gutachten vom 25. Februar 2004). Die Reduktion des 100%igen Arbeitspensums bei der Druckerei/Buchbinderei auf 80 % im Jahre 1995 war sodann nach eigenen Angaben erfolgt, um den Haushalt optimal führen zu können. Die Aufgabe dieser Tätigkeit im Jahre 1999 wie auch diejenige der Kinderbetreuung/Haushalthilfe auf Ende Juli 2000 geschah unstreitig auf Grund gesundheitlicher Probleme. Diese Gegebenheiten legen den Schluss nahe, dass die Beschwerdeführerin bis 1995 grossmehrheitlich vollzeitig erwerbstätig gewesen ist und sie ihre berufliche Beschäftigung zu diesem Zeitpunkt primär zwecks Optimierung der Haushaltsarbeit, welche sie - gegen freie Kost und Logis - ohne Mithilfe ihres Partners verrichtet, um 20 % reduziert hat. Allein vor diesem Hintergrund erschiene wohl ausgewiesen, dass die Versicherte im vorliegend massgeblichen Beurteilungszeitraum (vgl. Erw. 1.1 hievor) ohne Gesundheitsschaden weiterhin zu 80 % im Erwerbs- sowie zu 20 % im Haushaltsbereich tätig gewesen wäre. Demgegenüber gab die Beschwerdeführerin indessen anlässlich der im April 2004 vorgenommenen Haushaltsabklärung wie auch im Rahmen des am 7. Mai 2004 hinsichtlich Arbeitsvermittlung geführten Gesprächs an - worauf das kantonale Gericht und die IV-Stelle in der Folge zur Beurteilung der Statusfrage denn auch abstellten -, im Gesundheitsfall während drei Tagen wöchentlich zu arbeiten, da auf diese Weise einerseits ihre finanzielle Unabhängigkeit gesichert gewesen, ihr aber noch genügend Zeit für die haushaltlichen Verrichtungen verblieben wäre (Bericht Haushalt vom 13. April 2004, Verlaufsbericht der Arbeitsvermittlung vom 10. Mai 2004). 3.2.2 Entgegen der vorinstanzlichen Betrachtungsweise kann mit Bezug auf die Statusfrage nicht ohne weiteres auf die anlässlich der Abklärung der Verhältnisse im Haushalt bzw. des Gesprächs betreffend Arbeitsvermittlung erhobenen Angaben abgestellt werden. Obgleich derartige im Verlauf des Ablärungsverfahrens gemachte Aussagen praxisgemäss stärker zu gewichten sind als spätere, anders lautende Erklärungen, welche von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (AHI 2000 S. 197 Erw. 2d; Erw. 3 des in RKUV 2001 Nr. U 437 S. 342 ff. auszugsweise publizierten Urteils C. vom 18. Juli 2001, U 430/00; vgl. auch BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen), gilt es dennoch grundsätzlich zu beachten, dass der Bedeutungsgehalt der Frage nach der hypothetischen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall innerhalb des ganzen IV-Rentengefüges für Laien nicht einfach zu erkennen ist. Dies muss umso mehr gelten für eine Person, welche - wie die Beschwerdeführerin - von früher Jugend an stets etwas überfordert war, keine Berufsausbildung absolvieren konnte und dem Lebensrhythmus ihrer Umwelt, insbesondere auch in beruflicher Hinsicht, später nur mit Mühe folgen konnte. Es dürfte der Versicherten demnach, da nie wirklich selber erlebt, schwer fallen, sich ein Leben ohne jegliche Behinderung vorzustellen. Massgebend für die Frage, in welchem Ausmass sie als Gesunde erwerbstätig wäre, sind somit im vorliegenden Fall nicht vorab die gegenüber der Abklärungsperson Haushalt bzw. Arbeitsvermittlung gemachten Aussagen, welche - mit Blick auf die persönliche Situation der Beschwerdeführerin - unreflektierte Momentaufnahmen darstellen, sondern die zuvor beschriebenen konkreten Lebensumstände während der letzten Jahre (vgl. zum Ganzen auch Urteil P. vom 30. November 2004, I 399/04, Erw. 3.2). Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkungen zu 80 % erwerbstätig und zu 20 % im Haushalt beschäftigt wäre.