Citation: 8C_219/2009 25.08.2009 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt, das kantonale Gericht gehe gestützt auf das Gutachten des Dr. med. B.________ wegen einer muskulären Dysbalance von einer praktisch vollen Arbeitsunfähigkeit aus und stelle damit faktisch eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes gegenüber der Beurteilung im Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 21. August 2003 fest. Bei diesen Gegebenheiten hätte es die Voraussetzungen einer Revision gemäss Art. 17 ATSG oder das Vorliegen eines anderen Rückkommenstitels prüfen müssen. Im Fehlen entsprechender Vorgaben im angefochtenen Entscheid liegt nach Ansicht der Beschwerdeführerin eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV sowie des Gebots der Rechtssicherheit begründet. 4.2 Nach der Rechtsprechung ist dann, wenn ein medizinisches Gutachten die versicherte Person als arbeitsunfähig erklärt, aber gleichzeitig festhält, dass nach durchgeführter erfolgreicher Eingliederung wieder eine deutlich bessere Arbeitsfähigkeit erreichbar sein sollte, der Anspruch auf eine Rente für die zurückliegende Zeit so lange nicht ausgeschlossen, als die bestehende Erwerbsunfähigkeit nicht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungsmassnahmen tatsächlich behoben oder in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verringert werden konnte. Der gleiche Grundsatz hat auch hinsichtlich der Massnahmen der Selbsteingliederung zu gelten, so lange solche noch nicht durchgeführt sind und noch keine Aufforderung zur Mitwirkung im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG erfolgt ist (Urteil I 291/05 vom 31. März 2006). 4.3 Den Erwägungen des vorinstanzlichen Entscheids lässt sich nicht entnehmen, ob und allenfalls in welcher Höhe der Versicherten ab November 2007 ein Rentenanspruch zusteht. Obwohl das kantonale Gericht aufgrund der Beurteilung des Dr. med. B.________ von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen scheint, hat es die Verfügung vom 9. Oktober 2007 vollumfänglich aufgehoben, womit die ursprüngliche Rentenverfügung vom 14. März 2003 weiterhin Gültigkeit behält und somit weiterhin eine halbe Invalidenrente zur Ausrichtung gelangen würde. Es besteht somit ein Widerspruch zwischen den Erwägungen und dem Urteilsdispositiv. Dieser lässt sich nicht ohne weiteres beheben, da eine ausdrückliche Überprüfung der verfügten Einstellung des Rentenanspruchs unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG im angefochtenen Entscheid nicht zu erkennen ist. Besteht kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr, wovon die Beschwerdeführerin ausgeht, muss die Rente aufgehoben werden, ohne dass es hiefür eines Mahnverfahrens bedürfte (vgl. Urteil I 291/05 vom 31. März 2006; MARKUS KRAPF, Selbsteingliederung und Sanktion in der 5. IV-Revision, in: SZS 2008 S. 130). 4.4 Entscheide, die der Beschwerde an das Bundesgericht unterliegen, müssen nach Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG unter anderem die massgebenden Gründe tatsächlicher Art enthalten. Danach muss aus dem Entscheid klar hervorgehen, von welchem festgestellten Sachverhalt er ausgeht (HANSJÖRG SEILER, in: Seiler/von Werdt/Güngerich, Bundesgerichtsgesetz, Handkommentar, Bern 2007, N. 9 f. zu Art. 112 BGG). Dies ist namentlich angesichts der beschränkten Sachverhaltskognition des Bundesgerichts (vgl. Erwägung 2.1 hievor) erforderlich. Das Bundesgericht kann einen Entscheid, der den entsprechenden Anforderungen nicht genügt, zur Verbesserung an die kantonale Behörde zurückweisen oder aufheben (Art. 112 Abs. 3 BGG). Ist der Entscheid überprüfbar, ohne dass den Parteien dadurch ein Nachteil entsteht, steht einer materiellen Beurteilung aber nichts entgegen (BGE 135 II 145 E. 8.2 S. 153; Urteile 8C_74/2008 vom 22. August 2008 E. 5.1; 4A_267/2007 vom 24. Oktober 2007 E. 3).