Citation: 6B_908/2022 E. 3

Die Vorinstanz würdigt im angefochtenen Beschluss die Aussagen der Lokomotivführerin und zweier Auskunftspersonen, die übereinstimmend angegeben hätten, beobachtet zu haben, wie der Verstorbene in suizidaler Absicht vor den Zug gesprungen sei. Die Vorinstanz nimmt weiter Bezug auf den bei den Akten liegenden Fotobogen der Kantonspolizei und den als schlüssig und vollständig beurteilten Bericht zur Legalinspektion des IRM vom 20. Mai 2021, worin festgehalten werde, dass sich die Gesamtumstände des Ablebens des Verstorbenen mit einem Suizid als vereinbar erwiesen. Es seien insgesamt keine Verletzungen festgestellt worden, die nicht mit einem Überfahrenlassen durch einen Zug erklärt werden könnten. Die Vorinstanz kommt daher zum Schluss, dass die Einholung eines Obergutachtens nicht angezeigt sei. Den Akten - insbesondere auch dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Bildmaterial - liessen sich keinerlei Anhaltspunkte für die Vorbringen der Beschwerdeführerin entnehmen, wonach ihr verstorbener Sohn erschossen bzw. ermordet worden sein soll und ihm Organe entnommen worden sein sollen. Da die Todesursache (Suizid) durch die Legalinspektion zweifelsfrei habe festgestellt werden können und im Übrigen keine Hinweise auf ein Drittverschulden substanziiert geltend gemacht worden oder anderweitig ersichtlich seien, sei ein Tötungsdelikt auszuschliessen. Aufgrund des bereits hinreichend klaren Beweisergebnisses habe keine Neubegutachtung betreffend die Todesursache zu erfolgen, und es seien auch keine weiteren Untersuchungshandlungen oder eine Obduktion angezeigt (vgl. angefochtenen Beschluss S. 7 ff.).