Citation: 6B_658/2021 E. 3.4.2

3.4.2. Die Vorinstanz bezieht in ihre Gesamtbeurteilung des Rückfallrisikos der Beschwerdeführerin die wesentlichen Prognosefaktoren mit ein und würdigt sämtliche Komponenten zutreffend. Dass sie sich dabei von rechtlich nicht massgeblichen Gesichtspunkten hätte leiten lassen, einzelnen Umständen eine vorrangige Bedeutung beigemessen oder andere vernachlässigt oder gar gänzlich ausser Acht gelassen hätte, ist nicht ersichtlich. So stützt sich die Vorinstanz zu Recht in erster Linie auf die erneute einschlägige Delinquenz der Beschwerdeführerin, wobei diese ihre erneuten Straftaten während der laufenden Probezeiten für die früheren Freiheitsstrafen und teils während der laufenden Strafuntersuchung begangen hat. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz angesichts dieser Umstände die Bewährungsaussichten der Beschwerdeführerin als stark getrübt wertet und von einer negativen Prognose ausgeht. Sie verweist dafür zutreffend auf den Umstand, dass der bedingte Vollzug, welcher jener für einen Teil der ersten Freiheitsstrafe gewährt worden war, mit Urteil vom 20. Januar 2016 nicht widerrufen worden ist und dass das erkennende Gericht auch die in diesem Urteil ausgesprochene Freiheitsstrafe bedingt aufgeschoben hat. Dennoch verübte die Beschwerdeführerin nur rund zwei Monate später, im März 2016, ein weiteres Betäubungsmitteldelikt. Im September 2017 wurde sie zudem gar während der laufenden Strafuntersuchung zur Straftat vom März 2016 erneut straffällig, obwohl sie rund ein Jahr zuvor beteuert hatte, nie mehr Drogen anfassen zu wollen. Dass die Vorinstanz angesichts der erneuten Straffälligkeit der Beschwerdeführerin nunmehr zum Schluss gelangt, diese habe die ihr in der Vergangenheit gewährten Chancen, sich zu bewähren, mehrfach nicht genutzt (angefochtenes Urteil S. 29), ist bei dieser Sachlage ohne Weiteres nachvollziehbar. Dabei ist auch zusätzlich von Bedeutung, dass die Beschwerdeführerin in den früheren Verfahren während rund drei Monaten in Untersuchungshaft gewesen ist und aufgrund des Urteils vom 6. November 2012 zehn Monate Freiheitsstrafe verbüsst hat. Daraus offenbart sich, dass der bloss teilweise Vollzug der Freiheitsstrafe auch in Verbindung mit der Erfahrung aus der ausgestandenen Untersuchungshaft nicht ausgereicht hat, um bei der Beschwerdeführerin eine nachhaltige Warnwirkung zu erzielen und sie von einem erneuten Rückfall abzuhalten. Daran ändert nichts, dass der als vollziehbar erklärte Teil der ersten Vorstrafe in der Form der Halbgefangenschaft vollstreckt worden ist, zumal sie sich jedenfalls 78 Tage in Untersuchungshaft befand. Die Vorinstanz verletzt schliesslich auch nicht ihr Ermessen, wenn sie erwägt, die Lebensumstände der Beschwerdeführerin hätten sich im Urteilszeitpunkt nicht grundlegend anders dargestellt. Dabei verweist sie mit nachvollziehbaren Gründen darauf, dass die Beschwerdeführerin auch im Tatzeitpunkt für ihre zwei in der Schweiz wohnhaften Söhne, von denen der Ältere nunmehr 20 Jahre alt ist und mittlerweile offenbar das Schweizer Bürgerrecht erlangt hat (angefochtenes Urteil S. 26; Plädoyernotizen der Verteidigung, Akten des Obergerichts, act. 97 S. 14), zu sorgen gehabt und dass sie bereits im Jahre 2016 und 2017 finanziell auf eigenen Beinen gestanden habe. Beides hat sie indes, wie die Vorinstanz zutreffend festhält, offensichtlich nicht daran gehindert, erneut einschlägig straffällig zu werden. Schliesslich berücksichtigt die Vorinstanz in Bezug auf die persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin durchaus, dass diese nunmehr aufgrund migrationsrechtlicher Verfügungen aus der Schweiz weggewiesen worden und mittlerweile in W.________ wohnhaft ist, wo sie zusammen mit ihrer Mutter lebt und in Teilzeit arbeitstätig ist (angefochtenes Urteil S. 26). Was die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang vorbringt (Beschwerde S. 12 f.), gibt keinen Anlass zu einer abweichenden Beurteilung. Insgesamt ist der Schluss der Vorinstanz, die Erwartung, dass die Beschwerdeführerin keine weiteren Straftaten begehen werde, lasse sich nicht begründen, so dass ihr eine eigentliche Schlechtprognose gestellt werden müsse und der Vollzug der bedingt aufgeschobenen und neu ausgefällten Strafen als notwendig erscheine, nicht zu beanstanden. Jedenfalls offenbart die vorinstanzliche Beurteilung der Bewährungsaussichten keine offensichtliche Überschreitung des Ermessens. Dass ein anderes Ergebnis und eine andere Gewichtung ebenfalls möglich gewesen wären, begründet für sich allein keine Bundesrechtsverletzung (vgl. Urteil 6B_744/2020 vom 26. Oktober 2020 E. 1.4.1).