Citation: 1C_28/2021 E. 3.1.3

3.1.3. § 19 ABauV/AG gilt grundsätzlich unverändert weiter, solange die Gemeinde U.________ die allgemeinen Nutzungspläne nicht an die neuen Baubegriffe und Messweisen der Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 2005 über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB; SAR 713.010) anpasst (vgl. § 64 Abs. 1 BauV/AG sowie Anhang 3 BauV/AG). Auch deckt sich die Regelung von § 28 BauV/AG, welcher bei einer entsprechenden Anpassung oder allenfalls bei nicht rechtzeitiger Anpassung (vgl. § 64 Abs. 1 BauV/AG) an die Stelle von § 19 ABauV/AG treten wird, soweit hier interessierend mit letzterer Bestimmung. Im Vergleich zum früheren Recht ist die neurechtliche Ordnung aber gleichwohl strenger: Denn gemäss § 35 Abs. 2 BNO sind Stützmauern, die höher als 1,0 m sind, um das Mehrmass ihrer Höhe, mindestens aber um 60 cmzurückzuversetzen. Letztere Mindestabstandsregelung gab es im früheren Recht nicht. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist nicht ersichtlich, inwiefern ihre Stützmauer bei Anwendung des neuen Rechts bewilligt werden könnte. Die Distanz dieser Mauer zur Grenze von 30 cm unterschreitet nämlich die neurechtlich einzuhaltende Mindestdistanz um die Hälfte. Nichts an der fehlenden Bewilligungsfähigkeit der Mauer nach neuem Recht ändern kann bei dieser Sachlage der Umstand, dass gemäss Ziff. 1.1 des Anhangs 1 zur BauV der natürlich gewachsene Geländeverlauf und nicht mehr, wie früher (vgl. dazu hinten E. 5.1), das im Zeitpunkt des Baugesuches vorhandene Terrain als massgebendes Terrain gilt.