Citation: 1P.694/2001 06.03.2002 E. A

Das Amtsstatthalteramt Wirtschaftsdelikte des Kantons Luzern führte aufgrund von Strafklagen Privater sowie einer Strafanzeige des Konkursamts Nidwalden von Dezember 1993 bis Juli 1997 eine umfangreiche Strafuntersuchung gegen X.________, die seine Geschäftstätigkeit als Treuhänder betraf. Das Konkursamt Nidwalden verzeigte X.________ im Juli 1993, weil er die Firma A.________ AG leichtsinnig in den Konkurs getrieben habe. Z.________ beschuldigte ihn im November 1993 verschiedener Delikte im Zusammenhang mit der Verwaltung ihres Vermögens: X.________ soll den Erlös aus dem Verkauf der Geschäftsliegenschaft von Z.________ dazu verwendet haben, sich und ihm nahestehende Personen Darlehen zu gewähren, die grösstenteils nicht mehr zurückbezahlt werden konnten, was X.________ angeblich hätte voraussehen müssen. Im Rahmen eines Auftrags betreffend Liegenschaftsverwaltung und Steuerberatung soll er Z.________ zudem durch ungetreue Geschäftsführung einen Schaden zugefügt haben. Weiter soll er seine privaten Vermögenswerte systematisch auf seine in Gütertrennung lebende Ehefrau übertragen haben, weshalb die Gläubiger letztlich keine pfändbaren Vermögenswerte mehr vorgefunden hätten. Im Januar 1994 erhob die Firma B.________ AG gegen X.________ als einen der Verantwortlichen der Firma C.________ AG und der Firma F.________ SA Strafklage, weil er ein als Sicherheit an die B.________ AG abgetretenes Aktionärsdarlehen rechtswidrig zurückbezahlt und Erlöse aus dem Verkauf von Konsignationswaren nicht abgeliefert habe. Anfangs 1996 wurde aufgrund entsprechender Strafklagen überdies gegen X.________ ermittelt wegen Veruntreuung von Mündelgeldern zum Nachteil von Y.________ sowie wegen Darlehensbetrug zu Lasten des Ehepaares S.________ und der Eheleute T.________. Der Amtsstatthalter überwies die Akten mit Verfügung vom 3. Juli 1997 an die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern. In ihrer Anklage vom 14. August 1998 beantragt die Staatsanwaltschaft dem Kriminalgericht, X.________ der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung, des mehrfachen Betrugs, der ungetreuen Geschäftsführung sowie des leichtsinnigen Konkurses für schuldig zu sprechen und mit zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis und einer Busse von Fr. 10'000.-- zu bestrafen. Das Kriminalgericht des Kantons Luzern sprach X.________ in seinem Urteil vom 9. Juli 1999 der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 2 StGB) und des Betruges (Art. 148 Abs. 1 aStGB) für schuldig und verurteilte ihn zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis sowie einer Busse von Fr. 10'000.--. Die Verfahren betreffend ungetreuer Geschäftsführung und leichtsinnigen Konkurses stellte es zufolge Eintritts der absoluten Verjährung ein, und vom Vorwurf des Betruges zum Nachteil von Z.________ im Zusammenhang mit der Gewährung eines Darlehen von Fr. 600'000.-- an die D.________ SA sprach es X.________ frei. Weiter hielt das Kriminalgericht fest, dass die Zivilforderung von Y.________ in der Höhe von Fr. 430'947.50 von X.________ anerkannt werde; für den Mehrbetrag verwies es Y.________ an den Zivilrichter. Die Kosten für das Untersuchungs- und Gerichtsverfahren von insgesamt Fr. 64'516.70 auferlegte das Kriminalgericht X.________ im Betrag von Fr. 50'200.40. Ausserdem verpflichtete es ihn, Y.________ eine Parteientschädigung von Fr. 12'287.25 zu bezahlen.