Citation: 1C_2/2009 19.06.2009 E. 4

4.1 Die Beschwerdeführer stellen sich auf den Standpunkt, die von der kommunalen Baubehörde vorgenommene Würdigung der Fassadenfarbe erweise sich als nicht vertretbar, weshalb der Regierungsrat zu Recht in deren Ermessen eingegriffen habe. Die Vorinstanz habe dessen Entscheid zu Unrecht aufgehoben. Sie werfen dem Verwaltungsgericht eine willkürliche und rechtsungleiche Auslegung von Art. 5 Abs. 1 der Sonderbauvorschriften vor. 4.2 Der Regierungsrat und ihm folgend die Vorinstanz kommen zum Schluss, dass nicht nur eine Fassadenfarbe im Gestaltungsplangebiet "Höfli-Schwalbenboden" zulässig sei. Der Regierungsrat erwog, dass eine farbliche Umgestaltung der Fassaden mit im Vergleich zum bestehenden Beige NCS-S 2010-Y 30 R helleren erdigen Farben grundsätzlich nicht ausgeschlossen sei. Bei der von den Beschwerdegegnern projektierten Fassadenfarbe "Marmoran 2140" handle es sich um ein leicht getöntes Weiss mit einem graubräunlichen Farbstich. Dieser eher warme Farbton könne zwar durchaus als ästhetische Ergänzung zum dominierenden Beige und Dunkelbraun der bestehenden Bauten empfunden werden. Es sei jedoch klar festzuhalten, dass Art. 5 der Sonderbauvorschriften in Bezug auf die farbliche Gestaltung der Wohnhäuser im Gestaltungsplangebiet "Höfli-Schwalbenboden" ein einheitliches Konzept verlange. Bei der Realisierung des von den Beschwerdegegnern gewünschten Farbkonzepts würden bei den zusammengebauten Häusern auf KTN 1552 und KTN 1553 zwei sich klar unterscheidende Farben direkt aufeinandertreffen. Es widerspreche jedoch den in den Sonderbauvorschriften geforderten einheitlichen Gestaltungsgrundsätzen, wenn die Fassaden innerhalb eines Gebäudekomplexes mit unterschiedlichen Farben gestaltet würden. Es sei offensichtlich, dass die Verwendung von verschiedenen Farbtönen für die in einer Gruppe angeordneten und teilweise zusammengebauten Gebäude das heute bestehende geschlossene Erscheinungsbild untergraben würde. Demgegenüber erwog das Verwaltungsgericht, die Argumentation des Regierungsrats lasse unberücksichtigt, dass für den Umbau des nördlichen Eckhauses der Häusergruppe "KTN 1548-1549-1552-1553", mithin für KTN 1548 (Hermannsweidstrasse 28) bereits die Fassadenfarbe "Marmoran 2140" bewilligt worden sei, wobei diese Baubewilligung unangefochten in Rechtskraft erwachsen sei. Hinzu komme, dass der Gemeinderat Wollerau auch noch für zwei weitere Umbauvorhaben im Gestaltungsplangebiet (KTN 1519 und KTN 1518) die Fassadenfarbe "Marmoran 2140" bewilligt habe, wobei bezüglich KTN 1519 eine nachträgliche Baueinsprache erhoben worden sei und diesbezüglich beim Regierungsrat eine vorsorgliche Verwaltungsbeschwerde hängig sei. Mithin habe der Gemeinderat konkludent zum Ausdruck gebracht, dass er bei Umbau- und Renovationsvorhaben hinsichtlich der in die Jahre gekommenen Bausubstanz im Gestaltungsplangebiet "Höfli-Schwalbenboden" insofern einen einheitlichen Gestaltungsgrundsatz beachte, als er den Grundeigentümern, welche vom bisher als Fassadenfarbe verwendeten Beige- bzw. Braunton (S 2010-Y30 R) abweichen wollten, als Alternative "Marmoran 2140" erlaube. In diesem Zusammenhang sei festzuhalten, dass die umstrittene Fassadenfarbe "Marmoran 2140" nicht als leuchtende, grelle oder auffällige Farbe zu qualifizieren sei, auch wenn sie sich von der bisherigen Fassadenfarbe S 2010-Y30 R abhebe. Ziehe man zusätzlich in Betracht, dass Ästhetikfragen stark vom jeweiligen Zeitgeist geprägt sein könnten und mithin die Beurteilung "einer bestmöglichen Berücksichtigung der ortsüblichen Bauweise und Eigenart der Umgebung" anfang der 80iger Jahre einerseits und rund 25 Jahre später anderseits nicht zwingend gleich ausfallen müsse, erweise es sich als vertretbar, dass der Gemeinderat für Umbau- und Renovationsvorhaben im betreffenden Gestaltungsplangebiet die in Frage kommende Farbpalette für Fassaden etwas geöffnet habe, weil dem Gemeinderat in solchen Fragen des Ortsbildes ein erheblicher Beurteilungsspielraum zustehe. Es erweise sich auch im Einklang mit dem Gemeinderat als vertretbar, bei zusammengebauten Wohnhäusern eines Gestaltungsplangebiets im Zusammenhang mit den Umbauvorhaben nur eines Hausteils eine andere bzw. hellere Fassadenfarbe zu bewilligen, wodurch schliesslich ein eher monotones Erscheinungsbild aufgelockert werden könne. Im Lichte dieser Ausführungen könne entgegen der Meinung des Regierungsrats nicht gesagt werden, dass die vom Gemeinderat bewilligte Fassadenfarbe "Marmoran 2140" hinsichtlich der Einordnung schwerwiegende Mängel aufweise und sich deshalb nicht vertreten lasse. 4.3 Es ist unbestritten, dass die geplante Fassadenfarbe "Marmoran 2140" heller als die bis anhin im Gestaltungsplangebiet dominierende Fassadenfarbe in einem Beige- bzw. Braunton (S 2010-Y30 R) ist. Gemäss der für das Bundesgericht verbindlichen Feststellung handelt es sich jedoch dabei um ein leicht getöntes Weiss mit einem graubräunlichen Farbstich, ein eher wärmerer Farbton. Damit fällt der geplante Farbanstrich nicht unter die vom Verfasser des Gestaltungsplans als nicht mit den Sonderbauvorschriften zu vereinbarenden leuchtenden, grellen, auffälligen Farben, die von einem hellen Weiss bis zu kalten Pastelltönen reichen. Er bezeichnet denn auch explizit hellere, erdige Farben, von Betongrau bis Hellgelb, "möglichst aber nicht dunkler als das vorhandene Hellbraun" als passend. Dass er die Farbe Weiss nicht explizit unter den von ihm als möglich erwähnten Farbkombinationen erwähnt, schliesst entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer deren Anwendung nicht aus, zumal seine Aufzählung keinen abschliessenden Charakter aufweist. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer erscheint die Einschätzung der Vorinstanz und des Gemeinderats als vertretbar, dass das von den Gestaltungsvorschriften geforderte geschlossene Erscheinungsbild nicht untergraben werde, wenn bei Umbauvorhaben zusammengebauter Wohnhäuser nur bei einem Hausteil eine andere bzw. hellere Fassadenfarbe geplant sei, weil dadurch ein eher monotones Erscheinungsbild aufgelockert werden könne. Ein auf einen Hausteil beschränkter Neuanstrich mit der mit den Gestaltungsvorschriften zu vereinbarenden Farbe "Marmoran 2140" ändert weder die gestalterische Qualität noch den Charakter des fraglichen Gebiets substanziell. Hinzu kommt, dass wie das Verwaltungsgericht zu Recht darauf hingewiesen hat, weitere Fassadenanstriche mit "Marmoran 2140" im Gestaltungsplangebiet "Höfli-Schwalbenboden" geplant bzw. schon ausgeführt sind, was zu einer "Aufhellung" des Quartiers führen kann. Wie das Verwaltungsgericht in seiner Vernehmlassung zu Recht ausführt, verlangt eine gute Qualität bezüglich Gestaltung nicht zwingend eine monochrome Ausführung aller Fassaden in einem Gestaltungsgebiet. Wenn die Gemeinde zum Schluss gelangt ist, dass sich die in Art. 5 Abs. 1 der Sonderbauvorschriften verlangte Einordnung in das Ortsbild nicht allein durch Beibehaltung der bisherigen Beigefarbe erreichen lässt, so erweist sich dies mit Blick auf die Akten und die darin enthaltenen Pläne, Fotos und das Farbmuster als eine vertretbare nachvollziehbare ästhetische Würdigung. Der angefochtene Entscheid des Verwaltungsgerichts erscheint daher unter dem Gesichtspunkt der Auslegung und Anwendung des Art. 5 der Sonderbauvorschriften nicht als verfassungswidrig. 4.4 Soweit die Beschwerdeführer geltend machen, dass es weder den Beschwerdegegnern noch der Vorinstanz zustehe, sich auf das Gleichbehandlungsgebot im Unrecht zu berufen, ist ihnen entgegenzuhalten, dass es sich hier nicht um eine Frage der Gleichbehandlung im Unrecht handelt. Vorliegend geht es darum, ob in Bezug auf Art. 5 Abs. 2 der Sonderbauvorschriften, welcher relativ unbestimmt formuliert ist, so dass zahlreiche unterschiedliche Verwaltungspraxen möglich sind, die Anwendung einer liberaleren Praxis möglich ist. Auch ein Gestaltungsplan muss für die Projektierung und Gestaltung der einzelnen Bauten einen angemessenen Spielraum enthalten (Mark Gisler, Ausgewählte Fragen zum Gestaltungsplan im Kanton Schwyz, ZBl 101/2000 S. 407). Insofern müssen die Beschwerdeführer auch in Kauf nehmen, dass sich die Farbgebung der einzelnen Häuser im Gestaltungsplangebiet "Höfli-Schwalbenboden" ändert, unter der Voraussetzung, dass der Gestaltungsstandard gewahrt wird. Soweit die Beschwerdeführer eine Verletzung des Vertrauensgrundsatzes geltend machen, ist ihnen entgegenzuhalten, dass sie damit rechnen mussten, dass die sehr unbestimmt gehaltenen Gestaltungsvorschriften in Bezug auf die Farbgebung auch anders interpretiert werden könnten. Dass ihnen die zuständige Behörde eine Zusicherung gegeben hätte, dass während der gesamten Lebensdauer der Häuser nur die ursprüngliche Fassadenfarbe verwendet werden dürfte, behaupten die Beschwerdeführer nicht und ergibt sich auch nicht aus den Akten. 4.5 Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, dass durch die Bewilligung der Farbe "Marmoran 2140" ihr Recht auf Gleichbehandlung verletzt würde, da es ihnen verwehrt bleibe, sich für eine Farbe ihres Geschmacks zu entscheiden. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführer schon bis anhin bei der Wahl der Fassadenfarbe an die für das Gebiet "Höfli-Schwalbenboden" geltenden Gestaltungsvorschriften gebunden und insofern in ihren Eigentümerbefugnissen beschränkt waren. Die Beschwerdeführer legen indessen nicht mit hinreichender Klarheit dar (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG), inwiefern die Vorinstanz ihren Anspruch auf Gewährleistung einer rechtsgleichen Bewilligungspraxis verletzt haben soll. Auf die entsprechende Rüge ist daher nicht einzutreten. 4.6 Zur Begründung der Verletzung der Eigentumsgarantie bringen die Beschwerdeführer nichts vor, was sie nicht auch zur Begründung der Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) geltend gemacht haben. Es erübrigt sich somit, auf diese Rüge näher einzugehen. 4.7 Aufgrund des Gesagten gehen die Rügen der Verletzung des Willkürverbots durch willkürliche Anwendung kantonalen Rechts sowie der Verletzung des Vertrauensschutzprinzips fehl.