Citation: 1A.1/2000 08.05.2000 E. 3.-

Der Beschwerdeführer wirft dem Kantonsgericht eine willkürliche antizipierte Beweiswürdigung vor, indem es auf die Durchführung eines Augenscheins verzichtet habe. Dabei habe es in einer anderen Angelegenheit einen Augenschein unweit von der umstrittenen Baute durchgeführt. Aufgrund dieser Unterlassung habe das Kantonsgericht den Sachverhalt falsch festgestellt: Er, der Beschwerdeführer, habe den Stall nicht vollständig abgerissen und neu gebaut, sondern lediglich umgebaut. Ausserdem sei die neu erstellte Baute nicht grösser als die ursprüngliche. Im Ergebnis habe das Kantonsgericht daher zu Unrecht keine Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 24 Abs. 2 RPG in Verbindung mit Art. 31 BauG erteilt. Diese Rügen sind offensichtlich unbegründet: a) Gemäss Art. 24 Abs. 2 RPG kann das kantonale Recht gestatten, Bauten und Anlagen zu erneuern, teilweise zu ändern oder wieder aufzubauen, wenn dies mit den wichti- gen Anliegen der Raumplanung vereinbar ist. Dementsprechend sieht Art. 31 BauG vor, dass bestehende Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone erneuert, teilweise verändert oder wieder aufgebaut werden können, wenn sie ihre Zweckbestim- mung, ihr Volumen und ihre äussere Gestalt im Wesentlichen beibehalten und dies mit den wichtigen Anliegen der Raum- planung vereinbar ist. Das Kantonsgericht hat dem Beschwer- deführer namentlich keine Ausnahmebewilligung erteilt, weil die ursprüngliche Baute eine Grundfläche von 4 m2 und eine Höhe von 1,2 m aufgewiesen habe, während der neue Stall eine Grundfläche von 8 m2 und eine Höhe von 2,5 m aufweise. Nur schon deshalb könne von der ursprünglichen Bausubstanz höchstens ein unbedeutender Teil übriggeblieben sein. Somit bestehe keine Identität zwischen beiden Bauten, zumal das neue Gebäude nunmehr ausschliesslich der Schweinehaltung diene und der Abfall wenige Meter vom Gebäude entfernt verbrannt werde. b) Wie gross die alte Baute war und wie es sich mit dem Volumen des neuen Stalles im Vergleich zum ursprüng- lichen Stall verhält, kann offen bleiben. Denn selbst wenn anzunehmen wäre, dass die neue Baute nicht grösser wäre als die alte, streitet der Beschwerdeführer nicht ab, dass das neue Gebäude nur noch der Schweinehaltung und nicht mehr auch der Abfallverbrennung dient. Insoweit kann man von einer Zweckänderung reden, da im Vergleich zu früher der gleichen (zulässigen) Benutzung ein grösseres Volumen ge- widmet wird. Dieser Umstand stellt einen sachlichen, ver- tretbaren Grund zur Verweigerung einer Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 24 Abs. 2 RPG in Verbindung mit Art. 31 BauG dar. Das gilt ebenfalls, wenn man nur die Grundflächen beider Gebäude vergleicht und mit dem Beschwerdeführer davon ausgeht, dass der alte Stall 2,5 m lang auf 2,5 m breit ge- wesen sei. Alsdann wäre der neue Stall mit Bezug auf die Grundfläche jedenfalls nicht unwesentlich grösser als die ursprüngliche Baute, was zu einer Verneinung der Identität der beiden Gebäude führen durfte. Unter diesen Umständen spielt es keine Rolle, ob, wie der Beschwerdeführer geltend macht, die Schweine auch im Winter gehalten würden und müss- ten bzw. ob der Schweinestall standortgebunden sei. Nicht rechtserheblich ist weiter die Frage, ob die neue Baute schöner als die ursprüngliche sei. c) Da die vom Beschwerdeführer zum Sachverhalt aufgeworfenen Fragen hier keinen Einfluss auf den Pro- zessausgang haben, brauchen sie nicht näher untersucht zu werden. Das gilt ebenfalls mit Bezug auf die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs. Denn der Beschwerde- führer macht damit lediglich geltend, das Kantonsgericht hätte einen Augenschein durchführen müssen. Diese Rüge geht nicht über diejenige der unrichtigen Feststellung des Sach- verhalts hinaus und könnte nur begründet sein, soweit es um den rechtserheblichen Teil des Sachverhalts ginge. Nebst der Verletzung von Art. 24 Abs. 2 RPG in Verbindung mit Art. 31 BauG bringt der Beschwerdeführer ferner keine weiteren Ein- wände zur Begründung einer Verletzung der Eigentumsgarantie vor, sodass auch kein Verstoss gegen dieses Verfassungsrecht vorliegt. Mit Blick darauf, dass die Ausnahmebewilligung zu Recht nicht erteilt wurde und dass der Beschwerdeführer den neuen Stall ohne Baubewilligung erstellte, verstösst die Ab- bruchverfügung schliesslich nicht gegen das Verhältnis- mässigkeitsprinzip.