Citation: 5A_28/2020 E. 3.3.3

3.3.3. Die Beschwerdeführerin stört sich weiterhin daran, dass die Vorinstanz zum physischen und psychischen Gesundheitszustand von C.________ kein Gutachten einholte. Sie wirft ihr vor, ihre Haltung damit zu begründen, dass der Beschwerdegegner zwischenzeitlich die empfohlenen Schritte eingeleitet habe, also zu argumentieren, dass die vom Beschwerdegegner hervorgerufene Kindeswohlgefährdung durch später erzwungene Einsicht praktisch geheilt werden könne. Weiter verletze das Kantonsgericht den Untersuchungsgrundsatz, indem es davon ausgehe, dass C.________ im Sommer 2019 in den Kindergarten eingetreten sei und sich die Frage nach dem Entwicklungsstand damit nicht mehr stelle. Tatsache sei, dass das Kind nicht eingeschult werden konnte und geraten wurde, die Betreuung in einer Kindertagesstätte ein weiteres Jahr fortzusetzen. In der Folge führt die Beschwerdeführerin den Bericht der logopädischen Abklärung des Kinderspitals Z.________ vom 6. Februar 2019 ins Feld, der bestätige, dass C.________ weiterhin wenig Kontakt zu andern Kindern ausserhalb der Krippe hat, und das manipulative Verhalten des Beschwerdegegners erneut zutage fördere. So werde sie, die Beschwerdeführerin, bewusst schlecht gemacht und würden C.________s Entwicklung und Gesundheit praktisch ausschliesslich gestützt auf Aussagen des Beschwerdegegners beurteilt. Unter diesen verworrenen Umständen sei eine Begutachtung der Gesamtsituation unter Einbezug sämtlicher Aspekte, einschliesslich der Einholung von Berichten bei allen involvierten Stellen, als einziges zuverlässiges Beweismittel unumgänglich; nur auf diese Weise könne beurteilt werden, ob der Beschwerdegegner C.________s Wohl gefährde. Als "ebenso wenig bundesrechtskonform" tadelt die Beschwerdeführerin weiter die vorinstanzliche Überlegung, wonach die Begutachtung für das Kind immer eine grosse Belastung darstelle. Nachdem sich der Streit nicht nur um die Ausgestaltung des Besuchsrechts, sondern um die Zuteilung der elterlichen Sorge drehe, stehe eine allfällige Zusatzbelastung in einem akzeptablen Verhältnis zum Zweck der Begutachtung, zumal sich mit dieser allenfalls eine Verbesserung der Situation des Kindes herbeiführen lasse. Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass der vorliegende Fall von massiven Auseinandersetzungen und einer vollständigen Verweigerungshaltung des Beschwerdegegners geprägt sei und zudem der Verdacht auf einen Missbrauch durch den Beschwerdegegner im Raum stehe, womit ein qualifizierter Abklärungsbedarf bestehe. Die Beschwerdeführerin versäumt es abermals, sich mit dem angefochtenen Entscheid gehörig auseinanderzusetzen. Anstatt sich mit dem Thema von C.________s Gesundheitszustand zu befassen, nimmt sie in erster Linie den Beschwerdegegner ins Visier. Inwiefern die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung hinsichtlich C.________s Gesundheitszustand unvollständig ist und sich allfällige Lücken nur durch die geforderte Begutachtung schliessen liessen, zeigt sie nicht auf. Die im Jahr 2018 ärztlich diagnostizierten Entwicklungsdefizite des Kindes sind hinreichend bekannt und haben Eingang in die vorinstanzliche Beurteilung gefunden. Soweit die Beschwerdeführerin wiederum andeuten will, dass der Beschwerdegegner den damals festgestellten Entwicklungsrückstand vorsätzlich verursacht habe, kann auf die vorigen Erwägungen verwiesen werden (E. 3.3.2). Der (auf ärztliche Befunde abgestützten) vorinstanzlichen Erkenntnis, dass C.________s Gesundheits- und Entwicklungszustand im Übrigen normal sei, hat sie nichts Substantielles entgegenzusetzen. Was den Verdacht des Missbrauchs durch den Vater angeht, begnügt sie sich mit einer pauschalen Behauptung. Mit den vorinstanzlichen Feststellungen, weshalb Anhaltspunkte für Gewaltanwendungen gegenüber C.________ nicht belegt seien, setzt sie sich nicht auseinander. Im Übrigen ist dem angefochtenen Entscheid nicht zu entnehmen, dass sich die Frage nach C.________s Entwicklung nur schon wegen des Eintritts in den Kindergarten erübrigt hätte. Soweit sich die Beschwerdeführerin von einer Begutachtung schliesslich eine Verbesserung der Situation erhofft, verkennt sie, dass die Einholung eines Gutachtens als Beweismittel der gerichtlichen Sachverhaltsfeststellung dient und keine Kindesschutzmassnahme darstellt. Damit ist auch ihrer Erklärung, weshalb die Begutachtung keine für das Kind unverhältnismässige Belastung darstelle, der Boden entzogen.