Citation: 6B_23/2021 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer beanstandet im Weiteren unter dem Titel der Garantie eines fairen Verfahrens eine Verletzung des Grundsatzes der Verfahrenseinheit im Sinne von Art. 29 f. StPO. Nach seiner Ansicht hätte das gegen ihn geführte Strafverfahren niemals von den Verfahren abgetrennt werden dürfen, die gegen die im gleichen Zusammenhang im Betäubungsmittelhandel tätig gewesenen Bandenmitglieder geführt worden und bereits mit rechtskräftigen Verurteilungen - mit Ausnahme von einem Fall alle im abgekürzten Verfahren⁠ - abgeschlossen seien. Sachliche Gründe, die eine gesetzeskonforme Trennung der Verfahren rechtfertigen würden, seien nicht gegeben. Gegen eine getrennte Verfahrensführung bringt er vor, dass die längere Dauer des gegen ihn geführten Verfahrens selbst nach der Vorinstanz gegen das Beschleunigungsgebot verstosse und die Verfahrenstrennung daher nicht rechtfertige. Die Durchführung eines abgekürzten Verfahrens sei sodann gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein ausreichender Grund für eine bundesrechtskonforme Verfahrenstrennung. Eine solche sei bei Teilnehmern zudem besonders problematisch, wenn der Umfang und die Art der Beteiligung wechselseitig bestritten seien und die Gefahr gegenseitiger Schuldzuweisungen bestehe. Vor diesem Hintergrund erscheine insbesondere unverständlich, weshalb das Strafverfahren gegen die Mitbeschuldigte B.________ separat geführt worden sei, denn diese und er hätten sich gegenseitig belastet und sie habe sich wohl aufgrund ihrer Belastungen in ein abgekürztes Verfahren "retten" können. Insgesamt fragwürdig und gegen den Grundsatz eines fairen Verfahrens verstossend sei das staatsanwaltschaftliche Vorgehen, ihn erst zu verhaften, wenn die getrennt gegen die Mitbeschuldigten geführten Verfahren praktisch abgeschlossen seien, diese Personen in der Folge separat meist in abgekürzten Verfahren zu verurteilen und ihre Aussagen und sonstige belastende Beweismittel in künstlich getrennten Verfahren später in seine Verfahrensakte hineinzukopieren, ohne ihm eine faire Gelegenheit zur Verteidigung gegen die belastenden Aussagen einzuräumen. Aufgrund der unzulässigen Verfahrenstrennung und seiner dadurch unterlaufenen Teilnahmerechte müssten jedenfalls sämtliche nach seiner Verhaftung erfolgten Einvernahmen der Mitbeschuldigten einem strikten Verwertungsverbot im Sinne von Art. 147 Abs. 4 StPO unterliegen.