Citation: 1P.214/2000 05.09.2000 E. 3

3.- a) Der Beschwerdeführer rügt, der Examinator der mündlichen Teilprüfung sei seiner Pflicht zur Begründung der Prüfungsbewertung in keinem Zeitpunkt des Verfahrens in einer Weise nachgekommen, die den verfassungsrechtlichen Mindestanforderungen aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) genügt hätte. b) Wie aus den Entscheiden der Rekurskommission und des Universitätsrats hervorgeht, haben die Kandidaten an der Universität St. Gallen zur Wahrung des rechtlichen Gehörs im vorprozessualen Stadium die Möglichkeit, mit dem Examinator auf Wunsch ein Gespräch über die Prüfung und deren Bewertung zu führen (vgl. BGE 118 Ia 488 E. 4b). Vorliegend sei aus den Akten nicht klar ersichtlich, ob der Beschwerdeführer je um ein solches Gespräch nachgesucht und ob ein solches stattgefunden habe. Die diesbezüglichen Aussagen des prüfenden Dozenten und des Beschwerdeführers seien widersprüchlich. Die Frage könne indessen offen bleiben, da ein allfälliger Verfahrensfehler des Dozenten jedenfalls im Rechtsmittelverfahren ohne Nachteil für den Beschwerdeführer geheilt worden sei. So habe der Examinator im Verfahren vor der Rekurskommission eine Stellungnahme zur Prüfungsbewertung sowie ein durch den bei der Prüfung anwesenden Beisitzer erstelltes Kurzprotokoll über die Prüfung eingereicht und der Beschwerdeführer Gelegenheit erhalten, dazu Stellung zu nehmen. c) Die kantonalen Rechtsmittelinstanzen haben die vom Examinator in der Stellungnahme an die Rekurskommission abgegebene Begründung in Verbindung mit dem gleichzeitig eingereichten handschriftlichen Protokoll zu Recht und mit zutreffenden Erwägungen, auf die verwiesen werden kann, als den verfassungsrechtlichen Mindestanforderungen genügend beurteilt (vgl. BGE 125 II 369 E. 2c; 124 II 146 E. 2a; 124 V 180 E. 1a; 123 I 31 E. 2c; 121 I 54 E. 2c, je mit Hinweisen; speziell zu den Begründungsanforderungen von Entscheiden über Prüfungen: Bundesgerichtsentscheid vom 8. September 1993 i.S. G., SJ 1994 S. 161 ff., E. 1b). Dem Protokoll und der - wenn auch summarischen - Begründung des Examinators lassen sich die wesentlichen Überlegungen entnehmen, von denen sich dieser bei seinem Entscheid über die Leistungsbewertung leiten liess. Die vom Beschwerdeführer erhobenen Vorbringen, aus dem erst im Verfahren vor dem Universitätsrat eingereichten Transkript des Protokolls seien weder die Bewertungsfaktoren der mündlichen Prüfung ersichtlich, noch sei nachvollziehbar, wie diese angewendet worden seien, sind bei dieser Sachlage verfehlt. Es ist auch nicht ersichtlich, was es am Genügen der Begründung des Examinators ändern soll, dass der protokollführende Beisitzer, wie der Beschwerdeführer geltend macht, kein unabhängiger Experte gewesen sei, zumal der Beschwerdeführer keinerlei konkrete Beanstandungen gegen den Inhalt des Handprotokolls oder des Transkripts erhebt. Schliesslich geht es vorliegend bei der Frage, ob die Notenverfügung hinreichend begründet bzw. eine allfällige Gehörsverletzung geheilt wurde, nicht um eine Frage der Beweiswürdigung. Die in diesem Zusammenhang vorgebrachte Rüge, die Rekurskommission habe in willkürlicher Weise auf eine reine Parteibehauptung des Examinators abgestellt, geht an der Sache vorbei. Der Beschwerdeführer ist sodann der Ansicht, die kantonalen Rechtsmittelinstanzen hätten die Notenverfügung aufgrund der geltend gemachten vorprozessualen Begründungsmängel angesichts der formellen Natur des Anspruchs auf rechtliches Gehör aufheben müssen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist ein erstinstanzlicher Begründungsmangel im Rechtsmittelverfahren indessen heilbar, wenn sich die erste Instanz nachträglich zu den Entscheidgründen äussert und der Beschwerdeführer Gelegenheit erhält, seine Beschwerde zu ergänzen, ohne dass ihm durch die erst nachträgliche Stellungnahme ein prozessualer Nachteil entsteht (BGE 107 Ia 1 ff.; 240 E. 4, je mit Hinweisen; vgl. auch Bundesgerichtsentscheid vom 8. September 1993, a.a.O., E. 1b sowie BGE 116 Ia 94 E. 2 S. 95 f.; 114 Ia 14 E. 2c, 307 E. 4a). Weshalb diese Voraussetzungen im vorliegenden Fall entgegen den Erwägungen der kantonalen Instanzen nicht erfüllt sein sollen, legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. d) Der Universitätsrat hat damit den Anspruch auf rechtliches Gehör sowie die weiteren vom Beschwerdeführer angerufenen verfassungsmässigen Rechte nicht verletzt, indem er eine Verletzung des Anspruchs auf eine hinreichende Begründung der Notenverfügung für die mündliche Prüfung durch den Examinator verneint hat. Die Rügen erweisen sich insoweit als unbegründet, soweit darauf angesichts der Begründungsanforderungen an eine staatsrechtliche Beschwerde (E. 1d oben) eingetreten werden kann.