Citation: 6B_961/2016 E. 5.3.1

5.3.1. Die Würdigung der zweckwidrigen Verwendung des vom Geschädigten C.________ erlangten Darlehens im Umfang von CHF 119'358.20 als qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung verletzt kein Bundesrecht. Insbesondere ist keine Verletzung des Anklagegrundsatzes ersichtlich. Die erste Instanz hat den Beschwerdeführer zu Beginn der Hauptverhandlung darauf hingewiesen, dass sie es sich vorbehalte, den Sachverhalt auch unter dem Tatbestand der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB zu prüfen (Verhandlungsprotokoll, Akten des Strafgerichts, GD SG act.8/1 S. 2; erstinstanzliches Urteil S. 17). Gemäss Art. 344 StPO eröffnet das Gericht, wenn es den Sachverhalt rechtlich anders würdigen will, als die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift, dies den anwesenden Parteien und gibt ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme. Dieser Bestimmung hat die erste Instanz nachgelebt. Dass die erforderlichen Tatbestandselemente in der Anklageschrift nicht vollständig umschrieben sein sollen, wird vom Beschwerdeführer nicht substantiiert geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. In der Anklageschrift wird klar festgehalten, dass die von den Geschädigten B.________ und C.________ erlangten Darlehen als für den Aufbau der A.________AG bestimmt waren und dass der Beschwerdeführer als Geschäftsführer mit Einzelunterschrift über die Bankkonti und als alleiniger Verwaltungsrat der A.________AG das Geld nicht für die Gesellschaft, sondern unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet hat (Anklageschrift S. 5 f., Untersuchungsakten vor HD 1).