Citation: 8C_700/2008 30.01.2009 E. 4

4.1 Prof. Dr. med. A.________ diagnostiziere im vorinstanzlich angeordneten Akten-Gutachten vom 12. Januar 2006 ein HWS-Trauma am 7. Februar 1998 (recte 1999) mit symptomatischer Diskushernie C5/6 als Folge und eine vorbestehende Diskopathie C5/6. Es handle sich um eine vorbestehende Diskopathie, die durch den Unfall vom 7. Februar 1999 symptomatisch geworden sei und sich damit richtungweisend verschlechtert habe. Der Kausalzusammenhang sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bejahen. Die nach dem Unfall bis zur erfolgten Verblockung am 19. März 2002 vorhandenen Beeinträchtigungen seien überwiegend wahrscheinlich kausal auf den Unfall zurückzuführen. Die vorbestehende Diskopathie sei als Grund anzusehen, dass es beim Unfall zu einer Commotio spinalis und einem symptomatischen Bandscheibenvorfall mit anhaltenden Beschwerden habe kommen können. Ohne Unfall wäre die Wahrscheinlichkeit gering gewesen, dass die Diskopathie invalidisierende anhaltende Beschwerden gemacht hätte. In der Ergänzung vom 9. Juli 2007 zu diesem Gutachten und zum Akten-Gutachten sowie zur Stellungnahme des Dr. med. Z.________ vom 12. Juni 2006 bzw. 25. Juni 2007 (vgl. E. 4.2 hienach) führte Prof. Dr. med. A.________ aus, das erhebliche Trauma sei geeignet gewesen, eine Verletzung der Wirbelsäule zu verursachen. Die eindrückliche Diskushernie sei im Kernspintomogramm vom 2. Juni 1999 nachweislich unverändert sichtbar gewesen. Auf Grund ihrer Lage bestehe sowohl die Möglichkeit einer Tangierung des Rückenmarks als auch der linksseitigen Nervenwurzel. Eine solche Diskushernie könne sehr wohl ein zerviko-spondylogenes Schmerzsyndrom und bei bestimmten Kopfstellungen auch Parästhesien bzw. Gefühlsstörungen in beiden Armen auslösen, im linken Arm durch Tangierung der Nervenwurzel C6 und in beiden Armen durch Tangierung des Rückenmarks. Es bestehe somit eine Erklärung für die Beschwerden des Versicherten. Er habe anfangs Juni 1999 über Schulter- und Armschmerzen links geklagt (vgl. Dokumente von Prof. C.________), also Beschwerden, die eine radikuläre Symptomatik vermuten liessen und gut zur radiologisch festgestellten Diskushernie passten sowie plausibel seien. Im klinischen Alltag sehe er häufig Patienten mit asymptomatischen Diskopathien, die mit jener des Beschwerdegegners vergleichbar seien. Seine Ausbildung und Berufserfahrung hätten ihn gelehrt, dass die meisten auf dem Röntgenbild sichtbaren Diskopathien klinisch asymptomatisch blieben. Es sei selten, dass sie später mit Diskushernien symptomatisch würden. Der Unfall vom 7. Februar 1999 komme unter Berücksichtigung und bei Würdigung der Ausführungen im Gutachten des Dr. med. Z.________ vom 12. Juni 2006 angesichts der vorbestehenden Diskopathie tatsächlich als auslösender Faktor einer Diskushernie in Frage. Zumindest bis Sommer 1999 lägen beim Versicherten eindeutige Brückensymptome vor, so dass allfällige Rezidive überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen seien. Ob länger dauernde Folgen und ob heute noch Residuen des Unfalls bestünden, müsse durch eine klinische Beurteilung des Versicherten geklärt werden. Dann werde eine faire Beantwortung der Frage möglich sein, ob der Status quo sine erreicht sei, wann er erreicht worden sei oder ob klinische Spätfolgen der inzwischen operierten Diskushernie anhaltend bestünden. 4.2 Dr. med. Z.________ hielt im Akten-Gutachten vom 12. Juni 2006 fest, der Unfall vom 7. Februar 1999 komme gemäss den "Kriterien nach K.________" nicht als auslösender Faktor für die Diskushernie in Betracht: es scheine kein erhebliches Trauma vorgelegen zu haben; die für eine Diskushernie typischen Syndrome seien nicht sofort oder innerhalb weniger Tage aufgetreten; vorbestehende Beschwerden hätten nicht vorgelegen; es hätten deutliche degenerative Veränderungen im Sinne einer Osteochondrose und Uncarthrosen im Segment C5/6 vorbestanden. Auf Grund der erlittenen Verletzung sei das Trauma nicht geeignet gewesen, eine richtunggebende Verschlechterung herbeizuführen. Das lediglich "Symptomatisch-werden" der Diskushernie genüge nicht, um eine dauerhafte richtunggebende Verschlechterung zu beweisen. Bei den später erhobenen, nur schlechteren Befunden, sogar mit neurologischen Ausfällen, handle es sich nicht um Rückfälle, sondern um eine sekundäre Verschlechterung mit neuen Symptomen. Die beobachteten Symptome (ausstrahlende Schmerzen in beide Arme und Parästhesie bei Kopfrotation) seien Charakteristika eines vertebralen, jedoch nicht eines radikulären Symptoms, sondern eines zerviko-spondylogenen Syndroms (= muskulär). Erst im August 2001 seien von Dr. med. D.________ echte radikuläre (dermatomgerechte) Symptome aufgeführt worden. Die initialen Symptome seien somit nach kurzer Zeit offensichtlich wieder verschwunden. Ab August 1999 lägen nicht mehr Brückensymptome, sondern ein Status quo sine vor. In der Stellungnahme vom 25. Juni 2007 legte Dr. med. Z.________ dar, gemäss Prof. C.________ sei der von ihm bei der Operation festgestellte Riss im hinteren Längsband beim Unfall entstanden. Dies sei möglich, aber nicht sicher, weil auch bei rein degenerativen Diskushernien (ohne Unfallereignis) das hintere Längsband häufig eingerissen sei. Ferner genüge ein einzelnes Trauma nicht, um eine Diskushernie zu verursachen. Zudem könnten zervikale Diskushernien auch symptomlos vorliegen. Er räume entgegen seiner Auffassung vom 12. Juni 2006 ein, dass bei der Untersuchung durch Prof. C.________ auch Armschmerzen vorgelegen hätten, was jedoch unwesentlich sei, weil sie vier Monate nach dem Unfall stattgefunden habe. Bei der Untersuchung durch Dr. L.________, M.D., am 26. September 2000 hätten keine Schmerzen in den Armen bestanden. Ein äusserst wechselhafter Verlauf sei nicht typisch für ein traumatische Läsion, sondern für ein krankhaftes degeneratives Leiden, weshalb nicht von Brückensymptomen gesprochen werden könne. Erstmals bei der Untersuchung durch Dr. med. D.________ am 20. Juni 2001 hätten eindeutige, schulbuchmässige Symptome und für eine cervicale Diskushernie typische Befunde bestanden, was klare und richtige Indikation zur Operation vom 19. März 2002 gewesen sei. Vor der Operation hätten also andere Verhältnisse als bei der Untersuchung durch Prof. C.________ am 10. Juni 1999 bestanden. Deshalb habe dieser damals auch noch keine Operation vorgeschlagen. Auch bei Taxierung des Unfalls als auslösenden Faktor wäre die Gesundheitsstörung im üblichen Rahmen von sechs Monaten als unfallkausal zu betrachten. Danach handle es sich um einen Status quo sine. Wesentlich sei, dass (mindestens in der Schweiz) eine Unfallkausalität der Diskushernien nur gegeben sei, wenn nach dem Unfall eine sofortige und anhaltende Arbeitsunfähigkeit eintrete und innert weniger Tage oder Wochen wegen neurologischer Komplikationen operiert werden müsse. Dies treffe hier nicht zu.