Citation: 1A.81/2000 11.08.2000 E. 6

6.-Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, Hongkong gewähre der Schweiz "insbesondere, was die angeordnete Kontosperre betrifft, kein Gegenrecht". a) Einem Ersuchen wird in der Regel nur entsprochen, wenn der ersuchende Staat Gegenrecht gewährt. Das BAP holt eine Zusicherung des Gegenrechts ein, wenn dies geboten erscheint (Art. 8 Abs. 1 IRSG). b) Am 10. September 1998 hat das BAP bei der chinesischen Botschaft in Bern um Zusicherung des Gegenrechts ersucht. Am 13. Juli 1999 ist beim BAP ein Schreiben vom 9. Juli 1999 des Hong Kong Department of Justice (International Law Division, Mutual Legal Assistance Unit) eingetroffen. Darin werden die Voraussetzungen für die Gewährung Internationaler Rechtshilfe nach dem Recht Hongkongs dargestellt. Es wird bestätigt, dass die Schweiz in vergleichbaren Fällen - ebenfalls unter der Voraussetzung des Gegenrechtes - Rechtshilfe von Hongkong erwarten könne. ("Unless an undertaking of reciprocity is provided which satisfies the Secretary for Justice that Switzerland would reciprocate, subject to its law, with a request of a similar nature made by Hong Kong to Switzerland".) Ebenso wird dargelegt, dass auch die Sperrung von Bankkonten als Rechtshilfemassnahme Hongkongs grundsätzlich in Frage käme. ("It is possible to freeze an account as a provisional measure in order to preserve the existing situation pending the completion of the proceedings in Switzerland".) Gemäss seiner Vernehmlassung vom 28. März 2000 erachtet das BAP das betreffende Schreiben vom 9. Juli 1999 als ausreichende Gegenrechtszusicherung. c) Dass irrtümlicherweise vergessen worden sei, die Erklärung an die kantonalen Behörden weiterzuleiten, stellt kein Rechtshilfehindernis dar. Die Beschwerdeführerin erhielt auch Gelegenheit, sich zum Schreiben vom 9. Juli 1999 zu äussern. Die Rechtshilfevoraussetzungen von Art. 8 Abs. 1 IRSG erscheinen im vorliegenden Fall erfüllt. Dabei ist namentlich mitzuberücksichtigen, dass (gemäss den Darlegungen des BAP) auch Hongkong der Schweiz bereits Rechtshilfe geleistet und zudem mit der Schweiz eine Rechtshilfevereinbarung abgeschlossen hat (vgl. auch BGE 117 Ib 64 E. 5b S. 88). Den Rechtshilfebehörden ist bei der Frage, ob eine Gegenrechtszusicherung notwendig und ausreichend sei, ein weiter Ermessensspielraum einzuräumen (vgl. BGE 110 Ib 173 E. 3a S. 176). Im Übrigen stellt das Gegenrecht nur "in der Regel" eine Rechtshilfevoraussetzung dar (Art. 8 Abs. 1 IRSG).