Citation: 9C_651/2017 E. 4.2.1

4.2.1. Bei der Anspruchsprüfung nach BGE 141 V 281 ist zunächst auf den Verlauf und Ausgang von Therapien als wichtige Schweregradindikatoren einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Die Vorinstanz erkannte dazu unter anderem, von einer Behandlungsresistenz und von der Ausschöpfung der Behandlungsmöglichkeiten könne nicht die Rede sein. Gemäss Expertise würden die Laborergebnisse auf eine teilweise medikamentöse Incompliance hindeuten. Die asim-Gutachter seien jedoch zum Schluss gekommen, bei der Versicherten liege aus psychiatrischer Sicht kein Endzustand vor und die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen verbessert werden. Rückschlüsse auf den Schweregrad einer Gesundheitsschädigung ergeben sich nicht nur aus der medizinischen Behandlung, sondern auch aus der Eingliederung im Rechtssinne. Denn so wie die zumutbare ärztliche Behandlung die versicherte Person als eine Form von Selbsteingliederung in die Pflicht nimmt, hat sich jene in beruflicher Hinsicht primär selbst einzugliedern und, soweit angezeigt, hat sie an entsprechenden Eingliederungs- und Integrationsmassnahmen teilzunehmen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 300). Laut kantonalem Gericht ist die Motivation der Versicherten, alternative Arbeitstätigkeiten auszuüben, fraglich, und invaliditätsfremde Gründe erschweren eine berufliche Integration. Es stützte sich bei diesen Feststellungen auf den Zwischenbericht der B.________, vom 9. Juni 2015. Danach sieht die Beschwerdeführerin keine reale Optionen für sich und lässt sich bis jetzt nicht motiviert auf alternative Arbeitsmöglichkeiten ein. Sie vermag mit der Rüge, die Vorinstanz hätte ihren Arbeitsversuch im Rahmen der Prüfung der Standardindikatoren zu ihren Gunsten werten müssen, keine willkürliche Sachverhaltsfeststellungen aufzuzeigen, weshalb das Bundesgericht an die vorinstanzlichen Feststellungen gebunden ist (E. 1 hiervor). Sie führt denn auch nicht aus und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern dieser Arbeitsversuch mit Blick auf die vorinstanzlichen Feststellungen und den Umstand, dass sie das ihr medizinisch durchaus zumutbare Pensum von 50 % aufgrund diverser Absenzen nicht umzusetzen vermochte, zu ihren Gunsten gewertet werden kann.