Citation: 6P.110/2003 30.10.2003 E. 1

Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Willkürverbotes (Art. 9 BV) im Zusammenhang mit der Feststellung des Obergerichts, es sei nicht rechtsgenüglich bewiesen, dass die gestohlenen Geldwerte auf den beschlagnahmten Konten oder in Form eines Sachwertes in der Liegenschaft in B.________ liegen. Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt ferner nur vor, wenn nicht bloss die Begründung eines Entscheids, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 129 III 417 E. 2; 123 I 1 E. 4a, mit Hinweisen). 1.1 Die Beschwerdeführerin geht nicht eigentlich auf die Begründung des Obergerichts ein und setzt sich nicht mit ihr auseinander, um aufzuzeigen, warum sie willkürlich sei. Sie legt vielmehr dar, welche Schlüsse nach ihrem Dafürhalten aus den Akten und der finanziellen Situation des Beschwerdegegners hätten gezogen werden müssen. Eine solche appellatorische Kritik ist im Rahmen einer staatsrechtlichen Beschwerde unzulässig. 1.2 Die Beschwerdeführerin hebt insbesondere die Aussage des Beschwerdegegners vor dem Kreisgericht hervor, dass er mit dem Deliktsbetrag von Fr. 200'000.-- einen Teil des Hausbaus in B.________ finanziert habe. Diese Aussage hat das Obergericht ausdrücklich berücksichtigt. Das Obergericht hat aber zusätzlich in Betracht gezogen, dass der Beschwerdegegner anlässlich der Voruntersuchung erklärt hatte, ein grosser Teil der deliktischen Beträge sei für den Lebensunterhalt sowie das Bezahlen von Rechnungen verwendet worden. Weiter hat es den Umstand berücksichtigt, dass die Diebstähle zu einem Zeitpunkt anfingen, an welchem der Hausbau in B.________ schon beendet war. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, Letzteres treffe nicht zu. Im Übrigen lässt nichts darauf schliessen, dass der Beschwerdegegner das Geld nicht auch zumindest teilweise für den Lebensunterhalt und zum Bezahlen von Rechnungen, wenn auch allenfalls von solchen für Hypothekar-Zinsen, gebraucht hat. Unter diesen Umständen ist die Annahme des Obergerichts vertretbar, das gestohlene Geld sei nicht beziehungsweise nicht in einem feststellbaren Umfang in die Liegenschaft investiert worden. 1.3 Nach der Auffassung des Obergerichts kann aus den Kontoauszügen und den Aussagen des Beschwerdegegners nicht geschlossen werden, welcher Teil des gestohlenen Geldes auf seine Konten geflossen sei. Zudem sei es plausibel, dass er dieses Geld für den Lebensunterhalt benutzt habe. Hierbei ist unbestritten, dass dem Beschwerdegegner im massgebenden Zeitraum auch aus andern Quellen Geld zufloss, namentlich aus der Erhöhung der Grundpfandschulden auf einem Grundstück in C.________ sowie als Arbeitseinkommen, Invalidenrente und Arbeitslosenentschädigung. Die Beschwerdeführerin bringt vor, diese Einnahmen hätten nicht genügt, um den Hausbau in B.________ zu finanzieren und die festgestellten Einzahlungen auf die Konten zu tätigen. Das mag zutreffen. Das Obergericht selber stellt nicht in Abrede, dass gestohlenes Geld auf die Konten geflossen sein und sich auch noch dort befinden könnte. Es hält aber fest, es sei nicht in der Lage, dies im Einzelnen nachzuweisen. Die generellen Ausführungen der Beschwerdeführerin sind nicht geeignet, hierüber mehr Klarheit zu bringen und die Auffassung des Obergerichtes als unhaltbar erscheinen zu lassen. 1.4 Das Obergericht hat somit die einzelnen, teilweise widersprüchlichen Aussagen des Beschwerdegegners sowie die sich in den Akten befindlichen Bankbelege gewürdigt und festgehalten, es könne daraus nicht mit genügender Sicherheit schliessen, ob und in welchem Umfang gestohlenes Geld in die Liegenschaft B.________ investiert worden sei beziehungsweise sich auf den beschlagnahmten Konten befinde. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass diese Schlussfolgerung des Obergerichts vertretbar und somit nicht willkürlich ist. Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher abzuweisen.