Citation: 4A_43/2021 E. 5.2

5.2. Dagegen rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe nicht von der Auslegungsbedürftigkeit der Statuten ausgehen dürfen. Die Beschwerdeführerin habe schon in ihrer Klageantwort, act. 15 Rz. 101, ausdrücklich festgehalten, dass "anstelle von Aktien ein blosses Zertifikat, also eine Bescheinigung der Aktionärsstellung ausgestellt werden" könne. Die Beschwerdegegnerin habe dazu in der Replik, act. 35 Rz. 31, insbesondere festgehalten: "... zutreffend daher act. 15 Rz. 101". Die Vorinstanz habe verkannt, dass die Beschwerdegegnerin damit den Vortrag der Beschwerdeführerin anerkannt habe, wonach unter einem Zertifikat nach Art. 3 der Statuten eine blosse Beweisurkunde zu verstehen sei. Ein übereinstimmendes Verständnis der Parteien sei damit belegt. Die Vorinstanz sei damit weder gehalten noch berechtigt gewesen, den Begriff "Zertifikat" gemäss Art. 3 der Statuten anders auszulegen als die Parteien selbst. Indem das Handelsgericht dennoch eine Auslegung vorgenommen habe, habe es die Verhandlungsmaxime nach Art. 55 ZPO und den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt sowie eine tatsächliche Willensübereinstimmung willkürlich nicht festgestellt.