Citation: 5A_559/2021 E. 3.1

3.1. Gemäss Art. 28h Abs. 1 ZGB ist der Text der Gegendarstellung in knapper Form auf den Gegenstand der beanstandeten Darstellung zu beschränken. Es gilt für die Form - wie für den Anspruch auf Gegendarstellung selbst (Art. 28g Abs. 1 ZGB) - der Grundsatz "Tatsachen gegen Tatsachen" (BGE 114 II 293 E. 4c; 130 III 1 E. 2.2). Gegendarstellungstexte, die nicht unmittelbar auf Tatsachen in der Erstmitteilung Bezug nehmen, die eigene Meinung oder Werturteile zum Ausdruck bringen oder sonstwie an der Sache vorbeigehen, genügen den gesetzlichen Anforderungen an die Form gemäss Art. 28h Abs. 1 ZGB nicht (BGE 114 II 293 E. 4c; 119 II 104 E. 3d; 123 III 145 E. 4b). Bestehen Unklarheiten, welche Aussagen die Erstmitteilung beinhaltet, ist auf das Textverständnis des Durchschnittslesers abzustellen (BGE 114 II 385 E. 4b; Urteil 5A_474/2014 vom 7. November 2014 E. 3.2.1, in: sic! 2015 S. 170).