Citation: 5A_708/2021 E. 2

Das Obergericht hat BGE 142 III 153 E. 5.3.4.2 zum Ausgangspunkt genommen, wonach eine Entschädigung gemäss Anwaltstarif bei nichtanwaltlicher Kindesvertretung nicht sachgemäss ist, sondern grundsätzlich die Entschädigungsrichtlinien zum Zug kommen, wie sie bei Beistandschaften gelten, und festgehalten, bei der Beschwerdeführerin handle es sich nicht um eine Anwältin. Für die Festsetzung der Entschädigung komme mithin nicht die kantonale Anwaltsgebührenverordnung zum Zug, umso weniger als diese ausdrücklich nur die von den Justizbehörden festzusetzenden Vergütungen für die Parteivertretung durch Anwälte regle (§ 1 AnwGebV), nicht aber die Entschädigung für nichtanwaltliche Kindesvertretung. Ebenso wenig seien die keine Gesetzeskraft aufweisenden Empfehlungen der KESB-Präsidienvereinigung des Kantons Zürich für die Entschädigung von Beiständen im Rechtsmittelverfahren relevant; daran ändere selbst dann nichts, wenn sich eine Kindesschutzbehörde darauf stütze, denn jede Instanz entscheide selbst, welche Grundlagen im eigenen Verfahren anwendbar seien. Vorliegend seien für das bezirksrätliche Verfahren vielmehr die gestützt auf Art. 404 Abs. 3 ZGB und § 21 Abs. 4 EG KESR/ZH erlassenen Ausführungsbestimmungen und damit die Verordnung über Entschädigungen und Spesenersatz bei Beistandschaften (ESBV/ZH) massgeblich. Das Obergericht hat weiter erwogen, dass ausgehend von der ESBV/ZH die nach Zeitaufwand bemessene Entschädigung für Beistände praxisgemäss zwischen Fr. 50.-- und Fr. 100.-- betrage, wobei sich der Stundenansatz für die Kindesvertretung nach branchenüblichen Ansätzen zu richten habe (§ 5 Abs. 3 ESBV/ZH). Mit dem vom Bezirksrat veranschlagten Stundenansatz von Fr. 150.-- werde der für eine Kindesvertretung notwendigen Ausbildung, dem geforderten Fachwissen und den notwendigen Fähigkeiten hinreichend Rechnung getragen, wobei es durchaus denkbar sei, dass sich bei besonderer Schwierigkeit und Komplexität eines Falles ein Ansatz bis Fr. 220.-- rechtfertige. Beschwerdeweise seien weder zum üblichen Stundenansatz einer Sozialarbeiterin mit den fachlichen Qualifiaktionen der Beschwerdeführerin noch zu den branchenüblichen Ansätzen irgendwelche Ausführungen gemacht worden. Es lägen demnach keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Stundenansatz von Fr. 150.-- der konkreten Situation nicht angemessen wäre.