Citation: 2C_911/2018 E. 4.4

4.4. Im Weiteren können die Beschwerdeführer aus dem von ihnen zitierten Urteil 2C_178/2011 vom 2. November 2011 nichts zu ihren Gunsten ableiten, im Gegenteil. Gemäss diesem Urteil bzw. der darin zum Ausdruck kommenden bundesgerichtlichen Praxis wird bei ledigen, über 30-jährigen Steuerpflichtigen grundsätzlich davon ausgegangen, dass die Beziehung zum Arbeitsort enger ist als zum davon abweichenden Wohnort der Eltern, sodass der steuerrechtliche Wohnsitz am Arbeitsort liegt. Da der Beschwerdeführer 1 in der relevanten Periode beruflich noch sehr aktiv war, würde dies wenn schon für U.________ als steuerrechtlichen Wohnsitz sprechen. Selbst wenn davon ausgegangen wird, dass der Beschwerdeführer 1 beruflich primär im Ausland tätig war, amtete er immerhin als Verwaltungsratspräsident von drei Unternehmen, welche ihren Sitz in U.________ hatten. Zudem hat das Bundesgericht im Urteil 2C_87/2019 vom 17. Juli 2019 im Falle eines über 30-jährigen, ledigen Steuerpflichtigen zugunsten des Ortes, an dem oder in dessen Umgebung sich die Familienmitglieder, nämlich die Eltern, Grosseltern und Geschwister aufhielten, als Steuerdomizil entschieden, da dem Steuerpflichtigen in diesem Fall der Nachweis überwiegender und enger familiärer, privater und gesellschaftlicher Beziehungen zum Familienort gelang. Jedenfalls spricht die Anwesenheit von Familienmitgliedern eines Steuerpflichtigen an einem bestimmten Ort für und nicht gegen diesen Ort als Steuerdomizil; die Frage ist, ob ein davon abweichender Arbeitsort überwiegt. Vorliegend amteten die Söhne der Beschwerdeführer nicht nur als Verwaltungsräte der genannten drei Unternehmen, sondern gemäss Angaben des Beschwerdeführers 1 als deren CEO bzw. COO, während der Beschwerdeführer 1 das Verwaltungsratspräsidium ausübte. Das deutet auf eine äussert enge Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer 1 und seinen Söhnen hin, welche über den familiären Bereich hinausgeht. Auch in Bezug auf die Beschwerdeführerin 2 ist von einer engen Beziehung zu ihren Söhnen auszugehen, denn erstere hat nach der Trennung vom Beschwerdeführer 1 zuerst U.________, den Wohnort des einen Sohnes, und später V.________, den Wohnort des anderen Sohnes als Hauptsteuerdomizil angegeben. Wäre ihr Lebensmittelpunkt wie behauptet in X.________ gelegen und die Verbundenheit mit X.________ dermassen gross, hätte sie an X.________ als Hauptsteuerdomizil festgehalten.