Citation: 4A_211/2023 E. 5.7.3

5.7.3. Wohl können die Parteien, um Streitigkeiten zu vermeiden, von den gesetzlichen Regelungen abweichen. Das haben die Parteien hier auch getan, indem sie präzisiert haben, dass nicht nur das Wissen der Käufer massgebend ist, sondern auch dasjenige ihrer Vertreter im Verwaltungsrat. Zur Streitvermeidung trägt eine derartige Abweichung aber nur bei, wenn sich deren Umfang aus der Vereinbarung klar ergibt, wie das in Bezug auf Umstände, die dem Sohn der Käuferin tatsächlich bekannt waren, der Fall ist, nicht aber in Bezug auf Umstände, die er hätte wissen müssen, von denen in Art. 12 Abs. 5 AKV keine Rede ist. Dort, wo die Parteien in Bezug auf die Pre Due Diligence Dokumente unabhängig von der tatsächlichen Kenntnis als bekannt voraussetzen (Art. 12 Abs. 2 AKV), haben sie zudem durch die Siegelung und die Beilage 5 dafür gesorgt, dass jeder Streit darüber, welche Dokumente als bekannt gelten, ausgeschlossen wird - dies würde zunichte gemacht, wenn darüber hinaus alle Dokumente als bekannt gelten würden, die der Sohn der Käuferin hätte kennen müssen.