Citation: 9C_505/2019 E. 6

Soweit die Verwaltung den Aussagengehalt der psychiatrischen Berichte anders wertet als die Vorinstanz, übt sie appellatorische Kritik an deren Beweiswürdigung, die nicht zu hören ist (vgl. etwa BGE 144 I 28 E. 3.2 S. 32). Die Feststellung des kantonalen Gerichts, wonach sich eine Auswirkung des Drogenkonsums auf die Arbeitsfähigkeit aus den Akten nicht ergebe, ist nicht offensichtlich unrichtig und bindet deshalb das Bundesgericht (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Es diagnostizierten denn auch übereinstimmend weder die begutachtenden noch die behandelnden Psychiater ein Abhängigkeitssyndrom. Im Übrigen weist die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die mit BGE 145 V 215 geänderte bundesgerichtliche Rechtsprechung hin, nach der allfällige Auswirkungen einer Abhängigkeit von psychotropen Substanzen ohnehin nicht mehr zum vornherein als invalidenversicherungsrechtlich irrelevant auszuklammern wären (a.a.O., E. 5 f. S. 221 ff.). Sodann zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, inwiefern sich die gutachterliche Einschätzung nicht nachvollziehen liesse, es habe - vorübergehend -eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung sowie des ADHS vorgelegen (vgl. E. 4.1 hiervor). Solches ist auch nicht ersichtlich, zumal der psychiatrische Experte der medexperts darlegt, dass die von ihm im Gutachtenszeitpunkt festgestellte psychische Instabilität aus einem Zusammenspiel zwischen den genannten (vorbestehenden) psychischen Leiden und dem im Oktober 2013 erlittenen Unfall bzw. dessen Folgen resultierte (unbestrittene qualitative Einschränkungen des Belastungsprofils aus somatischen Gründen, vgl. oben E. 4.1). Den Akten lässt sich denn auch nicht entnehmen, dass der Versicherte bis zum Unfallereignis problemlos und ohne Unterbrüche voll in den Arbeitsprozess integriert gewesen wäre. Vielmehr ist aktenkundig, dass er - abgesehen von einer einzigen Festanstellung von ca. 5 Jahren Dauer und dem letzten Arbeitsverhältnis mit Beginn am 1. Juli 2013 - seit seiner Einreise in die Schweiz (im Jahr 2003) verschiedene relativ kurze Temporäreinsätze von wenigen Monaten leistete. Die medexperts-Gutachter schlossen denn auch nicht aus, dass sich die psychischen Störungen bereits vor Juni 2015 auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hätten, sondern konnten sich diesbezüglich aufgrund der Aktenlage nicht festlegen. Der Sachverhalt kann dahingehend ergänzt werden (vgl. vorne E. 1). Die Vorinstanz trug der Beweislosigkeit hinsichtlich der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit vor Juni 2015 insoweit Rechnung, als sie einen Rentenanspruch aufgrund der psychischen Einschränkungen nicht nahtlos ab Wiedererlangen der vollen Arbeitsfähigkeit in somatisch angepasster Tätigkeit, sondern erst ab September 2015 bejahte. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich auf psychosoziale Faktoren verweist, die von den Gutachtern nicht ausgeklammert worden wären, substanziiert sie diesen Vorwurf nicht näher, weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen (Art. 42 Abs. 2 BGG). Zusammengefasst hat es nach dem Gesagten beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden.