Citation: 1C_84/2023 E. 4.3.3

4.3.3. Dass mit der streitbetroffenen Genehmigung des neuen Gestaltungsplans keine Bundesaufgabe betroffen ist, ist vor Bundesgericht nicht mehr streitig. Für die konkrete Beurteilung der vorliegenden Streitsache ist vom kommunalen Bau- und Zonenreglement auszugehen. Dieses konkretisiert auf kommunaler Ebene, wie dargetan, die Anliegen des Natur- und Heimatschutzes und berücksichtigt damit die Schutzanliegen im Sinne des ISOS. Es weist das betroffene Gebiet der Mischzone A mit Gestaltungsplanpflicht zu und erlaubt damit im Rahmen der Bau- und Zonenordnung eine Überbauung. Diese Grundnutzungsordnung ist nicht auf ihre materielle Übereinstimmung mit dem vom ISOS angestrebten Schutz hin zu prüfen (vgl. BGE 135 II 209 E. 5.1 mit Hinweisen). Wie bereits erwähnt sind Nutzungspläne (und in engem Zusammenhang stehende planerische Festlegungen) grundsätzlich im Anschluss an deren Erlass anzufechten. Eine spätere akzessorische Überprüfung in einem Anwendungsfall ist nur in Ausnahmesituationen zugelassen, welche vorliegend nicht dargetan sind (vgl. E. 4.1 f. hiervor). Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, bildet somit die Frage, ob das ISOS im Rahmen der letzten Gesamtrevision des kommunalen Bau- und Zonenreglements (beschlossen und genehmigt im Jahr 2019) rechtsgenüglich berücksichtigt worden ist, nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Dies wird von den Beschwerdeführenden auch nicht bestritten. Ihre Rügen laufen allerdings im Wesentlichen dennoch auf eine akzessorische Überprüfung der Grundnutzungsordnung hinaus. Sie bemängeln, dass das BZR nicht rechtskonform sei, da ergänzende Vorschriften fehlten, die aufgrund der Berücksichtigungspflicht des ISOS jedoch zwingend erforderlich wären. Die fehlenden ergänzenden Vorschriften im BZR hätten zur Folge, dass das Gebiet ohne Berücksichtigung des Ortsbildes und des ISOS - auch nicht unter Wahrung der noch möglichen Schutzziele - überbaut werden könne. Mit der Gestaltungsplanpflicht ohne ergänzende Vorschriften werde eine höhere Baufreiheit und mit dem Bonus von 20 % bei der Überbauungsziffer eine dichtere Überbauung erreicht. Solange im Anhang 6 des BZR keine konkreten Vorschriften erlassen seien, könne der Überbauungsziffer-Bonus von 20 % nicht gewährt und der neue Gestaltungsplan nicht genehmigt werden. Nach dem Gesagten ist vorliegend mangels akzessorischer Überprüfung nicht zu beurteilen, ob die Grundnutzungsordnung (das BZR) die Schutzanliegen des ISOS hinreichend berücksichtigt. Dasselbe gilt für die Frage, ob die Vorgaben gemäss kantonalem Recht (vorliegend § 75 Abs. 1 PBG/LU "ergänzende Vorschriften") rechtskonform umgesetzt wurden (vgl. E. 4.2 hiervor). Zu prüfen bleibt aber immerhin, ob den ISOS-Schutzanliegen bei der konkreten Umsetzung des neuen Gestaltungsplans, insbesondere im Rahmen der Interessenabwägung, genügend Rechnung getragen wurde.