Citation: 4A_325/2021 E. 4.5

4.5. Zu prüfen bleibt damit - im Rahmen der summarischen Prüfung der Erfolgsaussichten der Klage - der Widerrufsgrund der ungerechtfertigten Nichterfüllung von Auflagen (Art. 249 Ziff. 3 OR). Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei nicht zu beanstanden, wenn sie Passagen aus der Klage wiederhole, um darzulegen, dass entsprechende Vorbringen vom beurteilenden Gericht (gemeint der Erstinstanz) nicht beachtet worden seien. Entgegen ihren expliziten Ausführungen in der Klage, wonach der Beklagte ihr den Zugang zur Liegenschaft verwehrt habe, hätten die Vorinstanzen ohne Beweise angenommen, die Zugangsbeschränkung sei durch C.________ initiiert worden. Diese Annahme entbehre jeglicher Grundlage. Die Vorinstanz hielt diesbezüglich namentlich fest, die Erstinstanz habe schliesslich hinsichtlich des Vorwurfs der Nichterfüllung von Auflagen festgehalten, der Beklagte sei nicht verpflichtet gewesen, die Beschwerdeführerin im Prozess gegen C.________ zu unterstützen; er habe keine Pflichten, Auflagen oder Bedingungen ihr gegenüber verletzt. Mit diesen zutreffenden Ausführungen setze sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander. Sie rüge bloss in pauschaler Weise die Annahme sei falsch. Es sei nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Akten eines Verfahrens betreffend ein Pachtverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und C.________ berücksichtigt habe. Auch die Beschwerdeführerin selbst habe das Verfahren in ihrer Klage erwähnt. Ferner sei nicht ersichtlich, dass der erstinstanzliche Richter mit seinen Erwägungen den Bestand eines Pachtverhältnisses der Beschwerdeführerin mit C.________ suggeriere. Mit diesen vorinstanzlichen Ausführungen müsste sich die Beschwerdeführerin auseinandersetzen. Dies tut sie nicht rechtsgenügend, sondern begnügt sich über weite Strecken damit, appellatorische Kritik zu üben. Sie macht bloss geltend, entgegen ihren expliziten Ausführungen in der Klage, wonach der Beklagte ihr den Zugang zur Liegenschaft verwehrt hatte, habe die Erstinstanz einfach willkürlich angenommen, die Zugangsbeschränkung sei durch C.________ initiiert worden. Wie bereits in der Klage und später auch im Rechtsmittelverfahren geltend gemacht worden sei, sei dies eine reine Schutzbehauptung des Beklagten. Selbst wenn man mit der Beschwerdeführerin davon ausgehen möchte, dass die Zugangsbeschränkung nicht durch C.________ initiiert wurde, ist nicht ersichtlich, was sie damit betreffend die Erfolgsaussichten ihrer Klage für sich ableiten könnte. Sie verweist auf Ziff. 23 ff. der Klage. Dort machte sie insbesondere geltend, die Weigerung des Beklagten, die Auflagen des Kaufrechtsvertrags zu erfüllen, habe zwar seit ihrer Anfechtung des Kaufrechtsvertrags Ende 2017 stetig grössere Ausmasse angenommen, aber das gegenwärtige absolute Zugangs- und Nutzungsverbot bestehe erst seit dem Urteil des Bezirksgerichts Willisau vom 16. August 2019. Damit bestätigt sie aber gerade selbst, dass der Beklagte sich bereits seit der Anfechtung des Kaufrechtsvertrags geweigert habe, angebliche Auflagen aus dem Kaufrechtsvertrag zu erfüllen. Damit war ihr aber nicht erst seit dem 16. August 2019 klar, dass er den angeblichen Auflagen des Kaufrechtsvertrags (Gewährung des uneingeschränkten Zugangs) nicht nachkommen würde. Auch macht sie nicht geltend, dass sie die Erfüllung von Auflagen gemäss Art. 246 OR verlangt hätte. Damit ist mit den Vorinstanzen davon ausgehen, die einjährige Frist für den Widerruf einer Schenkung Anfangs August 2020, sei bereits abgelaufen gewesen. Selbst wenn man mit der Beschwerdeführerin davon ausgehen möchte, sie hätte erst seit dem 16. August 2019 sichere Kenntnis vom Zugangsverbot gehabt bzw. relevant sei das absolute Zugangsverbot, ist nicht ersichtlich, weshalb sie diesen Grund nicht (eventualiter) bereits im Berufungsverfahren betreffend Irrtumsanfechtung bzw. Übervorteilung hätte geltend machen können. Auch diesbezüglich gilt, dass prozessuale Schranken hinsichtlich allenfalls verpasster tatsächlicher und rechtlicher Argumente nicht mit einem zweiten Prozess umgangen werden können (vgl. zit. Urteil 4A_449/2020 E. 3). Die Beschwerdeführerin vermag schliesslich nicht darzutun, weshalb es willkürlich sein soll, wenn die Vorinstanzen im Rahmen der Einschätzung der Prozesschancen davon ausgehen, der Beklagte sei nicht verpflichtet gewesen, sie im Prozess gegen C.________ zu unterstützen.