Citation: U 211/99 04.02.2000 E. 2

2.- Zu prüfen ist, ob die SUVA den Fall zu Recht auf den 8. September 1997 mit der Begründung abgeschlossen hat, dass keine somatischen Unfallfolgen mehr vorlägen und die psychogenen Beschwerden nicht in adäquat kausalem Zusammenhang mit dem Unfall vom 14. August 1995 ständen. a) Gemäss Bestätigung der Klinik X.________ vom 20. August 1997 haben die neurologischen und neurootologischen Untersuchungen vom 5. Mai bis 6. Juni 1997 keine bleibende Schädigung nach dem Unfallereignis nachgewiesen. Laut Austrittsbericht vom 12. Juni 1997 waren neurologisch ausser lokalen Sensibilitätsstörungen rechts infraorbital keine verwertbaren Ausfälle vorhanden. Hauptdiagnose sei eine Anpassungsstörung im Sinne einer Symptomausweitung. Auch die Abteilung für Audiologie und Neurootologie am Spital Y.________ hielt im Bericht vom 17. September 1996 eine normale cochleovestibuläre Funktion beidseits fest. Die Schwindelbeschwerden seien daher nicht objektivierbar. Die Jochbeinfraktur war gemäss Bericht von SUVA-Kreisarzt Dr. med. W.________ über die Untersuchung vom 4. Juni 1996 radiologisch weitgehend konsolidiert. Gestützt auf diese medizinische Aktenlage hielt der erwähnte Arzt am 30. Juni 1997 abschliessend fest, dass auf Grund organischer Unfallfolgen keine Behandlungsbedürftigkeit mehr bestehe. b) Auf Grund dieser übereinstimmenden Unterlagen ist anzunehmen, dass am 8. September 1997, als die SUVA ihre Leistungen einstellte, keine somatischen Unfallfolgen mehr vorlagen. Die Klinik X.________ hält eine milde traumatische Hirnverletzung zwar für möglich. Im Sozialversicherungsrecht gilt jedoch grundsätzlich der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 9 Erw. 3c/aa mit Hinweis), weshalb sich nichts daran ändert, dass die SUVA auf Grund somatischer Unfallfolgen ab dem erwähnten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zu erbringen hat. c) Zu prüfen bleibt, ob die psychischen Leiden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 14. August 1995 stehen. Aus den Berichten der Klinik X.________ ist zu schliessen, dass das Ereignis einen Teilfaktor der natürlichen Kausalkette darstellt. Indessen ist der adäquate Kausalzusammenhang nicht erfüllt. Auf Grund der Akten ist der Unfall nicht als schwer im Sinne der Rechtsprechung zu qualifizieren, sondern als mittelschwer. Von den verschiedenen, praxisgemäss geforderten Kriterien für den adäquaten Kausalzusammenhang kann dasjenige des besonders eindrücklichen Unfallgeschehens bejaht werden. Die übrigen Kriterien hingegen sind zu verneinen: Es kam zu keinen schweren Verletzungen, die besonders geeignet wären, psychische Leiden hervorzurufen. Die Behandlung der somatischen Unfallfolgen verlief ohne Komplikationen und war rasch beendet. An körperlichen Dauerschmerzen leidet der Versicherte nicht. Ärztliche Fehlbehandlungen sind nicht vorgekommen. Die physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit dauerte nicht lange. Damit sind weder mehrere Kriterien zugleich noch ein einzelnes in besonders eindrücklicher Weise erfüllt, weshalb die psychischen Leiden nicht adäquat kausal zum Unfall vom 14. August 1995 sind.