Citation: 6B_129/2022 E. 2.3.1

2.3.1. Die Vorinstanz gewichtet die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung vorliegend höher als die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz. Zusammengefasst führt sie aus, es treffe zwar zu, dass der Beschwerdeführer im Jahr 1991 im Alter von 9 Jahren in die Schweiz gereist sei, damit bereits 30 Jahre und insbesondere auch die Jugendjahre in der Schweiz verbracht habe und einwandfrei Dialekt spreche. Dennoch sei er in der Schweiz nicht besonders stark verwurzelt, zumal er abgesehen von seinem Bruder und seiner Mutter hierzulande keine tiefergreifenden sozialen Beziehungen unterhalte und in der Vergangenheit mehrfach arbeitslos gewesen sei, weshalb er wirtschaftlich bislang nicht habe Fuss fassen können. Es sei ihm zudem durchaus möglich und zumutbar, in seinem Heimatland eine neue Existenz aufzubauen. Die persönlichen Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz seien gering (angefochtenes Urteil S. 22 ff.). Die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung stuft die Vorinstanz hingegen als erheblich ein. Sie begründet dies insbesondere mit den zahlreichen Vorstrafen des Beschwerdeführers; er weise eine weit zurückreichende kriminelle Vergangenheit auf, das Spektrum seiner verübten Taten sei breit. Er sei grösstenteils unbelehrbar, hätten doch weder die bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe, ein Tag Untersuchungshaft noch die im laufenden Verfahren drohende unbedingte Freiheitsstrafe ihn davon abgehalten, einen weiteren Betrug zu begehen. Auch die mehrmaligen Verwarnungen durch das Migrationsamt hätten keine Wirkung gezeigt. Weiter erwägt die Vorinstanz, ausgehend von der Kriminalhistorie des Beschwerdeführers sei von einer erheblichen Rückfallgefahr in diversen Deliktsfeldern auszugehen. Es bestehe eine Gleichgültigkeit gegenüber fremden Vermögensinteressen, die mit den zahlreichen Betreibungen und Verlustscheinen korreliere, welche gegenüber dem Beschwerdeführer bestünden. Aus seinem Verhalten lasse sich schliessen, dass er schlicht nicht gewillt oder daran interessiert sei, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten und in die Gesellschaft zu integrieren. Von ihm gehe eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die öffentliche Ordnung und den Rechtsfrieden aus (angefochtenes Urteil S. 21 f.).