Citation: 6B_768/2008 25.08.2009 E. 5

5.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe den Vollzug der Strafe zu Unrecht nicht zwecks ambulanter Behandlung aufgeschoben, würde doch der Behandlungserfolg der ambulanten Therapie durch den gleichzeitigen Strafvollzug ernstlich gefährdet (Beschwerde S. 26 f.). 5.2 Die Vorinstanz hat erwogen, angesichts der hohen Freiheitsstrafe müsste der Behandlungsbedarf des Beschwerdeführers besonders stark ausgeprägt sein, um unter dem Gesichtspunkt des Gleichbehandlungsgebots den Aufschub der Freiheitsstrafe zu rechtfertigen. Vorliegend könne jedoch keine Rede davon sein, dass die Durchführung der ambulanten Therapie während des Strafvollzugs deren Erfolgsaussichten erheblich schmälern würde. Vom Aufschub des Strafvollzugs zugunsten der Durchführung der Massnahme sei daher abzusehen (angefochtenes Urteil S. 29; Urteil des Geschworenengerichts vom 7. Oktober 2004 S. 134 f.). 5.3 Erfordert der Geisteszustand des Täters, der eine vom Gesetz mit Freiheitsstrafe bedrohte Tat begangen hat, die damit im Zusammenhang steht, ärztliche Behandlung oder besondere Pflege und ist anzunehmen, dadurch lasse sich die Gefahr weiterer mit Strafe bedrohter Taten verhindern oder vermindern, so kann das Gericht eine ambulante Behandlung anordnen, sofern der Täter für Dritte nicht gefährlich ist (vgl. Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB). Das Gericht kann den Vollzug der ausgefällten Strafe aufschieben, um der Art der angeordneten Behandlung Rechnung zu tragen (Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Strafaufschub anzuordnen, wenn die Aussicht auf erfolgreiche Behandlung durch den Vollzug der verhängten Freiheitsstrafe erheblich beeinträchtigt würde. Die Therapie geht vor, falls eine sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen bietet, welche durch den Strafvollzug klarerweise verhindert oder vermindert würden. Bei diesem Entscheid sind einerseits die Auswirkungen des Strafvollzuges, die Erfolgsaussichten der ambulanten Behandlung und die bisherigen Therapiebemühungen zu berücksichtigen, anderseits aber auch das kriminalpolitische Erfordernis, Straftaten schuldangemessen zu ahnden bzw. rechtskräftige Strafen grundsätzlich zu vollziehen. Unter dem Gesichtspunkt des Gleichheitsgebots muss der Behandlungsbedarf um so ausgeprägter sein, je länger die zugunsten der ambulanten Therapie aufzuschiebende Freiheitsstrafe ist. Die ambulante Massnahme darf im Übrigen nicht dazu missbraucht werden, den Vollzug der Strafe zu umgehen oder auf unbestimmte Zeit hinauszuschieben. Ein Aufschub muss sich aus Gründen der Heilbehandlung hinreichend rechtfertigen. Das Gericht hat diesbezüglich ein psychiatrisches Gutachten einzuholen (BGE 129 IV 161 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_869/2008 vom 21. Januar 2009 E. 2.1). 5.4 Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz sind überzeugend, stehen in Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und lassen sich auf die Einschätzung der beiden psychiatrischen Sachverständigen stützen, wonach der gleichzeitige Vollzug der Freiheitsstrafe die Durchführung und die Erfolgsaussichten einer deliktorientierten psychotherapeutischen Behandlung des Beschwerdeführers im ambulanten Setting nicht nachhaltig beeinträchtigen würde (psychiatrisches Gutachten vom 22. Juli 2002, vorinstanzliche Akten act. 22/11 S. 80 und S. 83). Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was dieses Ergebnis in Zweifel ziehen würde. Die Verweigerung des Aufschubs der Strafe zugunsten der ambulanten Massnahme ist folglich als bundesrechtskonform einzustufen.