Citation: 8C_150/2024 E. 5.2

5.2. Am 10. September 2021 nahm Dr. med. C.________ erneut Stellung zur Unfallkausalität der Schulterbeschwerden. Er hielt zunächst fest, es sei - entgegen der Behauptung der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers - nicht davon auszugehen, dass letzterer das Lenkrad im Zeitpunkt mit rechts fester gehalten habe als mit links. Erstmals habe er sich im Februar 2021 zur Handstellung geäussert und angegeben, er habe die Hände ausgestreckt am Lenkrad gehabt. Aus dieser ungenauen Darstellung könne jedenfalls keine wesentlich andere Stellung der rechten Hand im Vergleich zur linken Hand abgeleitet werden. Wenig glaubhaft sei sodann die neue anamnestische Angabe der Orthopädie Ost, wonach die Schmerzen im Schultergürtelbereich sofort nach dem Ereignis aufgetreten seien. Dafür fehle in den zeitnah erstellten Akten jeglicher Hinweis. Erst rund sieben Monate nach dem Unfall seien solche Beschwerden in einer Anamnese erwähnt worden. Der Versicherte selber habe Schulterbeschwerden erstmals am 1. September 2020, also rund sechs Wochen nach dem Ereignis vom 17. Juli 2020, in einem Fragebogen zu Handen der Allianz erwähnt. Die anlässlich der Notfallkonsultation am Tag nach dem Unfall diagnostizierte HWS-Distorsion sei konservativ mit Physiotherapie behandelt worden. Weiter hielt Dr. med. C.________ fest, es sei eine gewagte Behauptung der Rechtsvertreterin, dass zu einer HWS-Distorsion auch Schulter- und Nackenbeschwerden zählten. Weiter sei der anlässlich der MR-Arthrographie festgestellte Reizzustand der Bursa subacromialis per se unspezifisch und für einen 44-jährigen, rechtsdominanten handwerklich tätigen Mann nicht ungewöhnlich. Da vorliegend eine plötzliche, passive Bewegung auf das muskulär fixierte Gelenk mit überfallartiger Zugbelastung der Sehnen der Rotatorenmanschette nicht stattgefunden habe, könne auch die niedriggradige Partialruptur der Supraspinatussehne nicht als Unfallfolge betrachtet werden. Die beim Versicherten vorhandenen strukturellen Schulterveränderungen seien höchstens möglicherweise Folge des Unfalles vom 17. Juli 2020.