Citation: 9C_601/2017 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerinnen legen selber dar, dass der Versand und die Fakturierung der Produkte nicht durch die Beschwerdeführe-rin 1, sondern durch die Beschwerdeführerin 2 erfolgt. Dies ergibt sich im Übrigen auch aus Ziff. 18 Satz 1 Teilsatz 1 AGB (Stand 1. Januar 2016). Zwar hat die Beschwerdeführerin 1 der Beschwerdeführerin 2 dafür ein Entgelt zu leisten, das bei der Provisionsberechnung berücksichtigt wird (Ziff. 18 Satz 1 Teilsätze 2 und 3 AGB). Des Weitern muss die Beschwerdeführerin 1 Zahlungsausfälle für gelieferte Waren ersetzen, wenn sie fahrlässig oder wider besseres Wissen Aufträge entgegennimmt und die Beschwerdeführerin 2 zu Lieferungen veranlasst, die nachher nicht bezahlt werden (Ziff. 18 Satz 2 AGB). Die Vorinstanz hat jedoch in E. 5.2.2 ihres Entscheids nachvollziehbar dargelegt, dass die Überprüfung der Zahlungsfähigkeit eines Kunden aus der allgemeinen Sorgfaltspflicht resultiert und daraus keine selbständige Stellung abgeleitet werden kann. Ebenso wenig kann aus der Abgeltung für Versand, Fakturierung und Inkasso auf eine selbständige Erwerbstätigkeit geschlossen werden. Die Beschwerdeführerin 2 versucht, durch die Ausgestaltung ihrer AGB eine Behandlung ihrer Vertriebspartner als Selbständigerwerbende zu erreichen. Sie beabsichtigt damit, ihre eigene Beitragspflicht zu vermeiden, ohne dass sich an der im angefochtenen Entscheid verbindlich festgestellten beträchtlichen arbeitsorganisatorischen Einbettung der Beschwerdeführerin 1 und am Abhängigkeitsverhältnis der Beschwerdeführerin 1 von der Beschwerdeführerin 2 faktisch etwas ändern würde. Die Beschwerdeführerinnen geben dies in ihrer Eingabe vom 25. April 2017 letztlich selber zu, wenn sie ausführen, die AGB seien überarbeitet und präzisiert worden, ohne dass sich an der Tätigkeit der Vertriebspartner etwas geändert hätte.