Citation: 4A_206/2023 E. 7.2.3

7.2.3. Die Beschwerdeführerin vermag nicht darzutun, dass es offensichtlich unhaltbar wäre, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, allein der Nachweis der blossen Urheberschaft der F.________ betreffend den Programmcode von D.________ vermöge für sich allein kein Interesse einer SDN im Sinne des US-amerikanischen Sanktionsrechts darzutun. Die Beschwerdeführerin tut namentlich nicht dar, dass es im Ergebnis unhaltbar ist, wenn die Vorinstanz (unter der Annahme, die Urheberschaft betreffend den Programmcode der Ransomware D.________ sei durch den Vergleich mit älteren Ransomwares erstellt) nicht davon ausgeht, jeder Einsatz von D.________ - auch derjenige durch Dritte - stelle ein Interesse der F.________ nach US-amerikanischem Sanktionsrecht dar, weil diese auf jeden Fall finanziell davon profitiere. Entgegen der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz damit auch nicht ihre Begründungspflicht verletzt oder ist vom aktenmässig erstellten Sachverhalt abgewichen. Aus dem Umstand, dass gemäss dem Bericht des Experten der Beschwerdegegnerin Ransomware an interessierte Parteien zur massenhaften Verbreitung verkauft wird ("commodity malware is typically sold to interested parties for mass distribution [...]"), musste die Vorinstanz (entgegen der Beschwerdeführerin) bereits nicht zwingend ableiten, dass die F.________ bei jedem Einsatz der Ransomware D.________ finanziell profitiert (entgeltliches Zurverfügungstellen der Ransomware D.________). Die Annahme, dass die Ransomware durch gewisse Nutzer auch unentgeltlich übernommen werden kann, schliesst das Bestehen eines Marktes für den Verkauf von Ransomware nicht ohne Weiteres aus. Damit geht das Argument der Beschwerdeführerin fehl, mit der vorinstanzlichen Annahme bestünde gar kein Markt, um Ransomware verkaufen zu können. Selbst wenn man mit der Beschwerdeführerin davon ausgehen möchte, dass die F.________ bei jedem Einsatz der Ransomware D.________ finanziell profitiert, wäre es nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz eine solche Zahlung (Honorar aus der Vermietung von D.________ an den Täter) nicht als ausreichend erachtet, um ein Interesse einer SDN (hier der F.________) im Sinne des US-amerikanischen Cyber-Sanktionsrechts anzunehmen. Auch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (vgl. hiervor E. 3) ist diesbezüglich nicht ersichtlich. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz zum Ergebnis gelangte, eine Transaktion im Zusammenhang mit einer Ransomware-Attacke (wie die Auszahlung einer Versicherungssumme) sei nur dann sanktionsrechtlich relevant, wenn mit der Transaktion ein Interesse der SDN (hier der F.________) tangiert werde; wobei die Beschwerdeführerin zu weit gehe, wenn sie geltend mache, jede Nutzung von D.________ (auch durch Dritte) führe zu einer verbotenen Transaktion, weil F.________ über D.________ an dieser Transaktion entweder direkt oder indirekt beteiligt sei.