Citation: 6B_452/2023 E. 3.7.1

3.7.1. Diese vorinstanzlichen Erwägungen zur Beteiligung des Beschwerdeführers am Tötungsdelikt vom 30. Juni 2016 erscheinen widersprüchlich. Zunächst fällt auf, dass die Vorinstanz in tatsächlicher Hinsicht mit Verweis auf das erstinstanzliche Urteil offenlässt, wer im Zusammenhang mit dem "Erpresserschreiben" welche Ideen einbrachte (oben E. 2.3.2). Dennoch wirft sie dem Beschwerdeführer bei der rechtlichen Würdigung unter Hinweis auf die Einvernahme von A.________ vom 28. März 2017 (kant. Akten, HD/11/15) vor, er habe nicht nur die Idee seiner Freipressung, sondern explizit auch die Androhung und Ausführung von Tötungshandlungen eingebracht (angefochtenes Urteil E. 1.2.3 S. 43). Gleichzeitig stellt die Vorinstanz jedoch auch darauf ab, dass A.________ anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 27. April 2017 angab, er könne nicht mehr genau sagen, wessen Idee es gewesen sei, Menschen umzubringen (vgl. kant. Akten, HD/11/16 S. 18; angefochtenes Urteil S. 45). Widersprüchlich sind die vorinstanzlichen Erwägungen auch hinsichtlich der Frage, ob der Beschwerdeführer bezüglich der Tötung (psychischen) Druck auf A.________ ausübte. Die Vorinstanz erwägt dazu einerseits, A.________ habe bei der Tötung nicht autonom, sondern nach dem gemeinsamen Plan und unter dem direkten Einfluss in Form des vom Beschwerdeführer aufgebauten "psychischen Drucks" gehandelt (angefochtenes Urteil S. 43 f.). Sie geht weiter davon aus, die Lügengeschichte des Beschwerdeführers sei die Grundlage zum gemeinsam gefassten Entschluss gewesen, aus dem Gefängnis zu fliehen, woraus später die Idee mit dem "Erpresserschreiben" entstanden sei (angefochtenes Urteil E. 1.2.4 S. 44). Andererseits verneint die Vorinstanz jedoch Hinweise für eine starke Einflussnahme des Beschwerdeführers auf die Willensbildung von A.________ oder dafür, dass der Beschwerdeführer versucht hätte, A.________ zur Tötung zu motivieren, geschweige denn Druck auf diesen ausgeübt hätte (angefochtenes Urteil S. 45). Eine Anstiftung lag gemäss der Vorinstanz daher nicht vor (angefochtenes Urteil E. 1.2.4 in fine S. 45). Gleichzeitig wirft die Vorinstanz dem Beschwerdeführer jedoch vor, er sei "nicht bloss Anstifter", sondern Mittäter gewesen (angefochtenes Urteil E. 1.2.5 in fine S. 46). Schliesslich spricht die Vorinstanz den Beschwerdeführer der Mittäterschaft schuldig, weil sie von einem "eingeschworenen Duo" und einer "eigentlichen Symbiose" ausgeht, aus welcher heraus der Beschwerdeführer als Tatbeteiligter mitgewirkt habe (angefochtenes Urteil S. 46). Woraus sie diese "Symbiose" ableitet bzw. was darunter genau zu verstehen ist, erläutert die Vorinstanz nicht. Ebenso wenig begründet sie näher, weshalb aus dieser "Symbiose" auf Mittäterschaft zu schliessen ist.