Citation: 6B_163/2015 E. 1.5

1.5. Die Vorinstanz subsumiert das Handeln des Beschwerdeführers zu Recht unter den Tatbestand der Geiselnahme nach Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Vor der zweiten polizeilichen Intervention mag der Beschwerdeführer sein Kind aus väterlicher Fürsorge im Arm gehalten haben. Indem er sich anschliessend aber trotz entsprechender Aufforderung seitens der Polizei weigerte, das Kind aus den Händen zu geben, manifestierte sich seine Absicht, es als Schutzschild gegen den polizeilichen Zugriff zu missbrauchen. Damit übte er die Verfügungsmacht über sein Kind nicht mehr aus Fürsorglichkeit, sondern im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB aus. Der Beschwerdeführer bestätigt selbst, mit seinem Verhalten die Verhinderung seiner Verhaftung bezweckt zu haben (vgl. Beschwerde, S. 6). Selbst wenn zuträfe, dass dies nicht der einzige Grund war, weshalb er das Baby in seinen Armen behielt, und es dem Wunsch der Mutter entsprach, dass sich das Kind bei ihm befand, negierte dies seine (unbestrittene) Nötigungsabsicht nicht. Ebenso wenig ändert an der Tatbestandsmässigkeit seines Tuns, dass er seinem Kind weder Gewalt antat noch androhte und das Kindswohl nie konkret gefährdet war. Im Gegensatz zur qualifizierten Tatvariante verlangt Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nichts dergleichen.