Citation: 4A_226/2020 E. 8.2

8.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass mit der Saldoklausel nicht auch Mängel an der Anlage selber, also deren Minderwert abgedeckt gewesen sei. Sie geht davon aus, bei der Auslegung der Entschädigungsvereinbarung sei das damalige Verhalten der Beschwerdegegnerin nicht genügend berücksichtigt worden. Sie erwähnt namentlich, dass der Beschwerdegegnerin der Werkmangel bereits seit dem 15. Juni 2012 bekannt gewesen sei, dass der klare Wille der Parteien bestanden habe, einen Schlussstrich unter die Geschichte zu ziehen und die Beschwerdegegnerin die Versicherungszahlung von Fr. 350'000.-- gewollt habe, sowie dass die Entschädigungsvereinbarung von der Beschwerdegegnerin und der D.________ AG angefochtenen worden sei. Schliesslich wäre - wenn mit der Vorinstanz davon ausgegangen würde, sie habe mit der Vereinbarung auf die Einrede der verspäteten Mängelrüge hinsichtlich der bereits festgestellten Mängel verzichtet - zu beachten, dass eine geschäftserfahrene Partei einen solch bedeutsamen Verzicht nur im Rahmen eines abschliessenden Vergleichs hinnehme. Damit geht die Beschwerdeführerin nicht auf die vorinstanzliche Begründung ein, insbesondere nicht auf die von der Vorinstanz zitierte Aussage von G.________. Dieser sagte an der zitierten Stelle in der Tat aus, noch nicht entdeckte Schäden seien nicht abgegolten gewesen und auch nicht Schäden an der Maschine selber. Diese Aussage ihres eigenen damaligen Geschäftsführers muss sich die Beschwerdeführerin entgegenhalten lassen. Er bestätigte damit das auch von der Beschwerdegegnerin vertretene Vertragsverständnis und damit einen entsprechenden tatsächlich übereinstimmenden Willen. Davon, dass die Vorinstanz die Entschädigungsvereinbarung willkürlich ausgelegt hätte, kann nicht die Rede sein.