Citation: 1P.5/2006 10.03.2006 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht als Gehörsverletzung geltend, einzig anlässlich der polizeilichen Befragung zur gegen ihn gerichteten Strafanzeige Gelegenheit gehabt zu haben, den Vorfall vom 29. November 2004 zu schildern. Die Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner sei eingestellt worden, obwohl sich der Beschwerdeführer im gegen den Beschwerdegegner geführten Verfahren nie explizit habe äussern, zu den widersprüchlichen Aussagen des Beschwerdegegners, auf welche die kantonalen Instanzen über weite Strecken abgestellt hätten, Stellung nehmen und Beweisanträge vorbringen können. 2.2 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliesst das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 124 I 241 E. 2 S. 242, mit Hinweisen). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann geheilt werden, wenn der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 124 V 180 E. 4a S. 183, mit Hinweisen). Die Heilung des Verfahrensmangels ist ausgeschlossen, wenn es sich um eine besonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt (BGE 126 I 68 E. 2 S. 72, mit Hinweisen). 2.3 Die Anklagekammer kann im Rekursverfahren die Entscheide der unteren Instanz sowohl hinsichtlich Tatbestands- als auch Rechtsfragen in vollem Umfang überprüfen (Thomas Maurer, Das bernische Strafverfahren, 2. Aufl., Bern 2003, S. 504). Der beanstandete Verfahrensmangel wiegt nicht schwer. Die Voraussetzungen für dessen Heilung sind somit grundsätzlich erfüllt. In der Rekursschrift vom 15. Juli 2005 äusserte sich der Beschwerdeführer ausführlich zum beanzeigten Vorfall und zu den Widersprüchen zwischen seinen und den Aussagen des Beschwerdegegners. Als Beweise seiner Schilderungen legte er der Rekursschrift einen Kartenausschnitt und zwei Photographien bei. Zudem beantragte er die Befragung seiner Ehefrau als Zeugin und eine förmliche Einvernahme seiner selbst als Privatkläger. Im angefochtenen Beschluss setzte sich die Anklagekammer mit dem in der Rekursschrift geschilderten Sachverhalt eingehend auseinander und begründete, weshalb es dem Kartenausschnitt und den Photographien keine beweismässige Bedeutung attestierte. Sie kam zum Schluss, dass nichts gegen die Sachverhaltsdarstellung spreche, wie sie im Nichteintretensbeschluss wiedergegeben sei, die Befragung der Ehefrau als Zeugin keinen Sinn mache und auf weitere Beweisabnahmen insgesamt verzichtet werden könne. Aus diesen Erwägungen ergibt sich ohne weiteres, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des Rekursverfahrens zum inkriminierten Sachverhalt und den Widersprüchen in seinen und den Aussagen des Beschwerdegegners äussern sowie Beweisanträge stellen konnte, die Rekursinstanz sich mit seinen Äusserungen und Beweisanträgen auseinander setzte und in antizipierter Beweiswürdigung eine weitere Beweisabnahme als unnötig erachtete. Dem Gehörsanspruch des Beschwerdeführers ist damit hinreichend Genüge getan.