Citation: 1C_123/2023 E. 9.1

9.1. Gemäss Art. 34 Abs. 1 Satz 1 des kantonalen Baugesetzes vom 15. Dezember 2016 (BauG/VS; SGS 705.1) sind die Errichtung, Umgestaltung, Erweiterung, Erneuerung, Zweckänderung und der Abbruch sämtlicher künstlich geschaffenen und auf Dauer angelegten Einrichtungen, die eine Auswirkung auf die Raumplanung, den Umweltschutz oder das Baupolizeiwesen haben, baubewilligungspflichtig. Eingeleitet wird das Baubewilligungsverfahren mit der Einreichung eines Baugesuchs (Art. 39 ff. BauG/VS). Keiner Baubewilligung nach dem BauG/VS bedürfen gemäss Art. 35 BauG/VS Bauten und Anlagen, die nach der eidgenössischen Gesetzgebung der kantonalen Bauhoheit ganz oder teilweise entzogen sind (Abs. 1) und Bauten und Anlagen, deren Bewilligung Gegenstand eines besonderen kantonalrechtlichen Verfahrens bilden, wie unter anderem die öffentlichen Strassen (Abs. 2). Die Art. 26 ff. BauV/VS äussern sich zum Inhalt und zu den erforderlichen Beilagen eines Baugesuchs. Sie beziehen sich direkt auf die Art. 39 ff. BauG/VS und konkretisieren diese (vgl. Art. 1 Abs. 1 BauV/VS i.V.m. Art. 67 BauG/VS). Der Inhalt eines Ausführungsprojekts über den Neubau oder die Änderung einer öffentlichen Strasse wird durch Art. 39 Abs. 2 StrG/VS definiert (vgl. E. 8.1 hiervor). Dass die Vorinstanz auf das vorliegend umstrittene Ausführungsprojekt über die Änderung einer öffentlichen Strasse neben Art. 39 Abs. 2 StrG/VS nicht analog auch noch Art. 26 ff. BauV/VS angewandt hat, ist angesichts des ausdrücklichen Vorbehalts von Art. 35 Abs. 2 BauG/VS korrekt und jedenfalls nicht willkürlich.