Citation: 2D_22/2021 E. 3.2.4

3.2.4. Bezüglich ihrer Integration und gesundheitlicher Situation, auf welche die Beschwerdeführerin erneut verweist, hat das Bundesgericht bereits festgehalten, dass die psychischen Probleme ihrer Erwerbstätigkeit in der Schweiz nicht im Wege gestanden hätten; aufgrund des Umstands, dass sie rund 38 Jahre und damit den weitaus grössten Teil ihres bisherigen Lebens in der Türkei verbracht habe, sei sie dort mehr verwurzelt als in der Schweiz; eine konkrete Bedrohung sei nicht nachgewiesen (Urteil 2C_878/2018 vom 23. Januar 2020 E. 6.5). Wenn sich die Beschwerdeführerin für die Bedrohungssituation auf neue Schreiben ihres früheren Vertreters vom 3. März und 20. Februar 2020 sowie eigene Erklärungen beruft, wurden die entsprechenden Parteibehauptungen in ähnlicher Form schon im rechtskräftig abgeschlossenen Widerrufsverfahren vorgebracht und in dessen Rahmen berücksichtigt. Die Beschwerdeführerin macht nicht ernsthaft geltend, dass die von ihr dargelegte Gefährdung gegenüber dem früheren Urteil neu aufgetreten sei; sie beruft sich im Wesentlichen auf zusätzliche Beweismittel, die sie wiederum weitgehend bereits im Widerrufsverfahren hätte gelten machen können und müssen (Bericht von DW vom 31. Januar 2013; Türkei-Länderinfo vom August 2019; Human-Rights-Watch-Bericht vom 4. Mai 2011; Bericht "Teleopolis" vom 10. August 2016 usw.). Das Institut der Wiedererwägung bzw. der Anspruch auf Neubeurteilung darf nicht dazu dienen, prozessuale Versäumnisse nachzuholen (vgl. vorstehende E. 2.2). Die angerufenen Beweismittel sind nicht geeignet, eine wesentliche Änderung des Sachverhalts darzutun, die ein Eintreten auf das Wiedererwägungsgesuch bzw. das neue Ersuchen um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gebieten würde.