Citation: I 386/02 20.01.2003 E. 3

Die Ärzte des Spitals X.________ diagnostizierten in ihrem Gutachten vom 19. August 1999 einen Status nach Unterschenkeltrümmerfraktur mit zahlreichen Operationen in den Jahren 1989 bis 1993, einen Status nach Calcaneustrümmerfraktur mit operativen Behandlungen in den Jahren 1989 und 1992 sowie USG- und OSG-Arthrose und eine chronische Lumbalgie. Von Seiten des Unterschenkels könne von einem klinisch und radiologisch sehr guten Resultat ausgegangen werden. Dieser werde vom Versicherten auch nicht als Hauptbeschwerdepunkt angegeben. Auffallend sei ein Ödem des Rückfusses, welches zu einer Druckstelle führe. Die Hauptproblematik sahen die Gutachter in der OSG/USG-Arthrose und der Überbelastung im Vorfussbereich bei aktiv und passiv knapp plantigrader Fussstellung. Die Lumbalgien seien nicht auf das Unfallgeschehen zurückzuführen, sondern seien als Folge des längeren Liegens und Gehens an Krücken durch eine Überbelastung der Muskulatur aufgetreten. Für gehende und stehende Arbeit attestierten die Ärzte eine Arbeitsfähigkeit von 40 %, für sitzend zu verrichtende Tätigkeiten gingen sie dagegen von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus. Falls die Tätigkeit als Kleingerätemonteur hauptsächlich sitzend verrichtet werden könne, sei sie aus orthopädischer Sicht zu 100 % zumutbar. Da die Beschwerden durch Belastung verstärkt würden, sei Gehen und Stehen während mehrerer Stunden pro Tag nicht möglich. Dr. med. U.________ führte am 24. Januar 2000 bezugnehmend auf dieses Gutachten aus, hinsichtlich der Erhebungen an Unterschenkel, Knöchel und Fussrücken könne er sich einverstanden erklären. Hingegen sei die Situation an der Lendenwirbelsäule falsch interpretiert worden. Zwar werde richtig erkannt, dass die Rückenbeschwerden seit dem Unfall aufgetreten seien und in den letzten Jahren zugenommen hätten. Indessen fehle eine Besprechung und Beurteilung der Röntgenbilder. Langes Stehen und Gehen erzeuge Rückenschmerzen, ebenso langes Sitzen. Dies werde zwar auch von den Gutachtern festgehalten, doch sei ihre Schlussfolgerung falsch, dass eine Überbelastung der Muskulatur aufgetreten sei. Vielmehr seien die hochgradige Fehlhaltung, die Torsionsskoliose und die hochgradige Hyperlordose ebenso wie die initiale Osteochondrose auf Höhe L1/L2 und die Spondylarthrose direkte Folgen des Unfalles vom 1. März 1989. Zur Arbeitsfähigkeit führte der behandelnde Arzt aus, leichte, leidensangepasste Arbeiten ohne Heben und Tragen von schweren Lasten, die abwechslungsweise stehend und sitzend verrichtet werden könnten und bei denen die Möglichkeit zu schmerz- und belastungsbedingten Erholungspausen bestehe, könne der Versicherte ausführen. Für Arbeiten, bei denen die Behinderung berücksichtigt und mit Bezug auf welche von einer gewissen sozialen Rücksichtnahme des Arbeitgebers ausgegangen werden könne, bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Unter Berücksichtigung der Situation an der Lendenwirbelsäule (Torsionsskoliose, Wirbelsäule nicht im Lot, Hyperlordose, Osteochondrose und Spondylarthrose) und des rechten Unterschenkels (Überbelastungszeichen der multiplen Narben an Unterschenkel und Knöchel mit Ulcusbildung ventral über der Tibia und der Knöchelregion, Zirkulationsstörungen mit Ödembildung an Fussrücken, Knöchel und Unterschenkel) sowie der Schmerzen sei eine Berentung von 50 % angebracht. Am 17. März 2000 nahmen die Gutachter auf Ersuchen der IV-Stelle nach erneuter Untersuchung des Patienten zur Rückenproblematik Stellung. Dabei führten sie ergänzend aus, die bei den Akten liegenden, nach dem Unfall erstellten Röntgenaufnahmen von BWS und LWS zeigten bereits die auf den Bildern vom 15. März 2000 ersichtlichen Veränderungen. Die Entwicklung einer Haltungsstörung (Skoliose) durch langjährigen Gebrauch von Krücken sei nicht wahrscheinlich. Eine solche Entlastung könne hingegen zu Rückenbeschwerden im Sinne einer Fehlbelastung führen, insbesondere wenn die Wirbelsäule zusätzlich strukturell verändert sei. Mit Schreiben vom 9. August 2000 bestätigten die Gutachter sodann, dass sich an der attestierten Arbeitsfähigkeit als Kleingerätemonteur durch die erneute Beurteilung nichts ändere. Der Versicherte sei für eine sitzende Tätigkeit, welche regelmässig unterbrochen werden könne, sowie für kurzes Gehen und Stehen voll arbeitsfähig. Es müsse indessen damit gerechnet werden, dass das Arbeitstempo etwas vermindert sei und durch häufige Pausen unterbrochen werden müsse.