Citation: 1P.711/2000 23.01.2001 E. A

A.- Dr. med. A.________ befand sich im November 1999 wegen des Verdachts von Widerhandlungen gegen die sexuelle Integrität einer Patientin für einige Tage in Untersuchungshaft. Am 26. Mai 2000 wurde er erneut inhaftiert, wobei er der Anstiftung und der Vorbereitungshandlungen zu Mord verdächtigt wurde. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen erhob am 13. September 2000 Anklage gegen A.________ wegen mehrfacher Schändung sowie versuchter Anstiftung zu Mord, Freiheitsberaubung und Entführung, eventuell wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen zu Mord, Freiheitsberaubung und Entführung. Am 18. September 2000 verlängerte der Präsident der II. Strafkammer des Kantonsgerichts Schaffhausen die Untersuchungshaft bis zur Hauptverhandlung. Am 20. September 2000 räumte er A.________ die Gelegenheit zu ergänzenden Beweismittelanträgen ein. Dieser reagierte vorerst nicht darauf. Statt dessen ersuchte er am 26. September 2000 um die Bewilligung, von Prof. Dr. G.________ im Gefängnis begutachtet zu werden. Der Präsident der II. Strafkammer lehnte diesen Antrag am 29. September 2000 ab und verwies A.________ auf die Möglichkeit, Beweisanträge zu stellen. Am selben Tag beschwerte sich A.________ beim Obergericht gegen die Haftverlängerung vom 18. September 2000. Das Obergericht lehnte eine Haftentlassung ab. A.________ ersuchte den Präsidenten der II. Strafkammer am 4. Oktober 2000 erneut, ihm durch Erteilung einer Besuchsbewilligung für Prof. G.________ eine private Begutachtung zu ermöglichen. Unter Hinweis auf die Verfügung vom 29. September 2000 lehnte der Präsident der II. Strafkammer diesen Antrag am 10. Oktober 2000 ab. A.________ beschwerte sich am 11. Oktober 2000 beim Obergericht gegen die Präsidialverfügung vom 29. September 2000. Am 20. Oktober 2000 reichte A.________ dem Kantonsgericht seine ergänzenden Beweismittelanträge ein. Er ersuchte dabei u.a. um seine psychiatrische Begutachtung, verbunden mit dem Antrag, es seien Abklärungen über seine Lebensentwicklung und Persönlichkeit sowie die Fragen zu treffen, weshalb er die Geschädigte am 18. November 1999 in seine Praxis einliess, und was ihn im ersten Halbjahr 2000 Kontakt zu gewissen "Milieufiguren" suchen liess. Der Präsident der II. Strafkammer lehnte diesen Antrag am 6. November 2000 mit der Begründung ab, A.________ bestreite die ihm vorgeworfenen Taten, und das psychiatrische Gutachten trage nichts zur Klärung des umstrittenen Sachverhalts bei; es bestehe auch keine andere Veranlassung, ein Gutachten einzuholen. Am 7. November 2000 lud das Kantonsgericht A.________ zur Hauptverhandlung auf den 18. Dezember 2000 vor. Das Obergericht wies am 10. November 2000 die Beschwerde betreffend die Besuchsbewilligung für den Privatgutachter wegen Kollusionsgefahr ab, wobei es erwog, unter gewissen Auflagen komme eine Besuchsbewilligung in Frage. Denkbar sei beispielsweise, dass die Besuche zeitlich befristet und unter Aufsicht des Gefängnispsychiaters durchgeführt würden. In diesem Sinne könne das Gesuch durch den Beschwerdeführer in einer modifizierten Form neu gestellt werden.