Citation: 2C_139/2022 E. 3.3.3

3.3.3. 3.3.3.1. Für den vorliegend zu beurteilenden Fall ergibt sich aus dem bisher Ausgeführten, dass es für die einkommenssteuerliche Behandlung der 2019 bezogenen AHV-Kinderrente darauf ankommt, ob und gegebenenfalls inwieweit sie vom Beschwerdeführer und/oder von seiner Tochter, die am 18. Februar 2019 volljährig wurde, gestützt auf Art. 71ter Abs. 3 AHVV bezogen wurde. 3.3.3.2. Da die Vorinstanz - unter Nichtbeachtung von Art. 71ter AHVV - davon ausgegangen ist, dass die direkte Ausrichtung der AHV-Kinderrente an die volljährige Tochter des Beschwerdeführers für die Steuerbarkeit der Rente bei diesem keine Rolle spiele, hat sie insbesondere nicht untersucht, ob die Tochter einen Antrag auf Direktauszahlung der Kinderrente gestellt hat; oder, ob infolge vormundschaftlichen oder zivilrichterlichen Anordnungen der Direktzahlungsempfänger anders geregelt wurde. Insoweit hat sie damit den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig untersucht und damit Bundesrecht verletzt (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG; BGE 136 II 65 E. 1.4; 134 V 53 E. 4.3; 133 IV 293 E. 3.4; Urteile 9C_376/2021 vom 19. Januar 2022 E. 4.1.3; 2C_508/2019 vom 10. September 2019 E. 1.2.1; 2C_993/2017 vom 5. Oktober 2018 E. 1.5; Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 2001, BBl 2001 S. 4338; SEILER/VON WERDT/GÜNGERICH/OBERHOLZER, Kommentar BGG, 2. Aufl., 2015. N 10 zu Art. 105 BGG m.H.; SJ 2011 I p. 58). 3.3.3.3. Dies würde an sich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids und zur Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur weiteren Untersuchung führen, ob und gegebenenfalls ab wann die Tochter des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 71ter AHVV sich die AHV-Kinderrente hat auszahlen lassen. Von einer Rückweisung kann hier jedoch ausnahmsweise abgesehen werden, ergibt sich doch der relevante Sachverhalt ohne Weiteres aus den Akten (Art. 105 Abs. 2 BGG; siehe wiederum SEILER/VON WERDT/GÜNGERICH/OBERHOLZER, N 12 zu Art. 105 BGG m.H.) : Bei den Akten befindet sich die Rentenverfügung der SVA Graubünden vom 20. Februar 2019. Diese ist an die Tochter des Beschwerdeführers gerichtet und darin wird dieser ab dem Erreichen ihrer Volljährigkeit, d.h. für den Zeitraum ab März 2019 eine AHV-Kinderrente von monatlich Fr. 827.-- zugesprochen. Gestützt auf diese Verfügung muss somit davon ausgegangen werden, dass die Tochter des Beschwerdeführers ihren Anspruch auf direkte Rentenauszahlung ab Erreichen der Volljährigkeit geltend gemacht hat und diesem entsprochen worden ist. Dementsprechend ist die AHV-Kinderrente in steuerlicher Hinsicht dem Beschwerdeführer nur bis und mit Februar 2019 zuzurechnen, d.h. seine Renteneinkünfte sind entsprechend zu korrigieren (Einkünfte aus AHV-Kinderrente von Fr. 1'654.-- [= Fr. 827.-- x 2] anstelle von bisher Fr. 9'924.-- [= Fr. 827.-- x 12]).