Citation: 2C_396/2023 E. 8.4.3

8.4.3. Eine "Schuldenwirtschaft" kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts einen Widerrufsgrund darstellen, wenn ein erschwerendes Merkmal hinzukommt. Das Nichterfüllen von Zahlungspflichten muss selbstverschuldet und qualifiziert vorwerfbar sein; erforderlich ist ein erheblicher Ordnungsverstoss, der allerdings auch in einer qualifizierten Leichtfertigkeit liegen kann. Entscheidend ist insbesondere, wie hoch die Schulden sind sowie ob und inwiefern sich der pflichtvergessene Schuldner bemüht hat, seine Verbindlichkeiten abzubauen und mit den Gläubigern nach einer Lösung zu suchen (vgl. zum Ganzen Urteil 2C_378/2022 vom 2. Mai 2023 E. 3.2 mit Hinweis). Wurde bereits eine ausländerrechtliche Verwarnung ausgesprochen, ist ein Widerruf zulässig, wenn in vorwerfbarer Weise weitere Schulden angehäuft wurden (Urteil 2C_896/2020 vom 11. März 2021 E. 5.2.2 mit Hinweisen). Auf die Vorwerfbarkeit kommt es sodann auch in Zusammenhang mit der Nichteinhaltung von mit einer Aufenthaltsverlängerung verbundenen Bedingungen an (vgl. Urteil 2C_1030/2020 vom 8. Dezember 2021 E. 5.3.4). Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Voraussetzung eines Bewilligungswiderrufs nach Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG erfüllt ist. Die qualifizierte Vorwerfbarkeit seiner Verschuldung ergibt sich nicht bloss daraus, dass den Beschwerdeführer die zahlreichen behördlichen Aufforderungen und Ermahnungen, seine Schuldensituation zu bereinigen, nicht dazu bewegen konnten, keine neuen Schulden zu generieren; vielmehr hat der Beschwerdeführer gerade auch dadurch, dass er nicht einmal bereit war, sich zwecks Schuldensanierung beraten zu lassen, ein von offensichtlicher Gleichgültigkeit getragenes Verhalten an den Tag gelegt, welches stark zu seinen Lasten ins Gewicht fällt. Unter zusätzlicher Berücksichtigung seiner zwar nicht gravierenden, aber häufigen und regelmässigen Straffälligkeit ist das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers aufgrund des Vorliegens des gesetzlichen Widerrufsgrunds gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG ausgewiesen. Ebenfalls als erfüllt zu betrachten ist der Widerrufstatbestand gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. d AuG, soweit er vorliegend nicht bereits in demjenigen gemäss lit. c aufgeht.