Citation: 6B_445/2023 E. 2.3.3

2.3.3. Der Beschwerdeführer handelte mit der Absicht zur Tötung einer weiteren Person für den Fall, dass die Behörden der von ihm geforderten Freilassung von B.________ nach der ersten Tötung nicht nachgekommen sein sollten. Das Bezirksgericht, auf dessen Ausführungen die Vorinstanz verweist, ging für den Zeitpunkt der Vorbereitungshandlungen daher von einem "bedingten Handlungswillen" aus, da der Beschwerdeführer die Tötung davon abhängig gemacht habe, dass sich B.________ noch in Haft befand (erstinstanzliches Urteil E. 2.2.4 S. 185). Daran ändert gemäss den zutreffenden Erwägungen des Bezirksgerichts nichts, dass der Beschwerdeführer die Vorbereitungshandlungen im Hinblick auf einen weiteren Mord tätigte. Bei der vom Beschwerdeführer geplanten Tötung ging es um die Umsetzung einer Drohung, sollte B.________ nicht wie gefordert aus dem Strafvollzug entlassen worden sein. Die Bedingung (Inhaftierung von B.________), von welcher der Beschwerdeführer die Tötung abhängig machte, war erfüllt. Gemäss der Anklage fiel das reguläre Strafende der von B.________ zu verbüssenden Freiheitsstrafe von acht Jahren auf den 29. Mai 2020 und die erste Prüfung der bedingten Entlassung nach Verbüssen von 2/3 der Strafe auf den 29. September 2017. Fest steht weiter, dass die Behörden der Forderung im "Erpresserschreiben" nicht nachkamen und B.________ nicht aus dem Strafvollzug entliessen. Da die Voraussetzungen von Art. 86 Abs. 1 StGB frühestens im September 2017 erfüllt waren, hing die damalige Entlassung von B.________ aus dem Strafvollzug nicht von legalen Umständen ab, sondern ausschliesslich davon, ob die Behörden der vom Beschwerdeführer unter Androhung von Tötungsdelikten formulierten Forderung nach Freilassung von B.________ nachkamen. Der bloss "bedingte Handlungswille" steht der im Rahmen von Art. 260bis Abs. 1 StGB erforderlichen Absicht unter diesen Umständen nicht entgegen.