Citation: 5P.274/2002 28.10.2002 E. A

Der 1886 geborene, in A.________, B.________ und C.________ heimatberechtigte Y.________ betrieb in Italien eine Möbelstofffabrik und erschuf sich dabei ein sehr grosses Vermögen. Als er am 12. November 1962 in C.________ verstarb, hinterliess er als gesetzliche Erben neben seiner Ehefrau seinen Bruder W.________, die Kinder seiner vorverstorbenen Schwester V.________, nämlich U.________, T.________, S.________ und R.________, sowie die Kinder seiner vorverstorbenen Schwester Q.________, nämlich P.________ und O.________. In den Jahren 1948 bis 1959 hatte Y.________ mehrere letztwillige Verfügungen errichtet. Diese widerrief er 1960, setzte seine Geschwister auf den Pflichtteil und traf Anordnungen bezüglich des Nachlasses an seine Frau, an die Stiftung Y.________ und an P._________. Nach dem Tode von Y.________ entstanden erbrechtliche Auseinandersetzungen, in deren Verlauf auch die Ungültigkeit der vom Erblasser gegründeten Stiftung Y.________ ein Thema bildete, in welchem Y.________ nebst einem bereits 1949 eingebrachten Betrag von 20'000 Franken nach seinem Ableben auch sein in der Stiftung N.________ befindliches Vermögen einfliessen lassen wollte. Eine Klage auf Ungültigkeit der Stiftung Y.________ wurde vom Bundesgericht letztinstanzlich mit Urteil vom 17. Mai 1973 abgewiesen. Am 25. Mai 1972 bestätigte das Bundesgericht sodann ein Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 6./7. September 1971, mit welchem eine auf die Ungültigkeit der letztwilligen Verfügungen aus den Jahren 1948 bis 1959 gerichtete Klage - weil verspätet erhoben - abgewiesen worden war. Die von Y.________ als Willensvollstreckerin bestimmte Firma M.________ legte ihr Amt 1964 nieder, worauf das Kreisamt Oberengadin die Firma L.________ und 1970 an deren Stelle die Firma K.________ als amtliche Erbschaftsverwalterin des Nachlasses von Y.________ einsetzte; diese übt das Mandat seither aus. Im Juli 1974 stellte die Bank J.________ als Generalbevollmächtigte zahlreicher gesetzlicher Erben und als Zessionarin verschiedener Erbanteile beim Kreisamt Oberengadin das Begehren, die Erbschaftsverwaltung sei mangels örtlicher Zuständigkeit des Kreisamtes Oberengadin als gegenstandslos zu erklären, eventuell sei die Firma K.________ als Erbschaftsverwalterin wegen grober Pflichtverletzung abzusetzen, subeventuell sei die Erbschaftsverwaltung wegen Fehlens der gesetzlichen Voraussetzungen aufzuheben. Das Bundesgericht wies dieses Begehren letztinstanzlich mit Urteil vom 2. September 1975 ab. Am 18. Juli 2000 reichte Rechtsanwalt Dr. Erich Diefenbacher namens der Z.________ AG in Liquidation, Zessionarin der Bank J.________, sowie zahlreicher gesetzlicher Erben beim Kreisamt Oberengadin ein Gesuch mit dem Begehren ein, es sei die seit 1970 bestehende Erbschaftsverwaltung aufzuheben, eventuell sei auf Grund des "Certificato concernente la successione del Signor Y.________" der Pretura D.________ (Italien) (Amt für Nichtstreitige Rechtssachen) vom 19. September 1974 und der Zession der Bank J.________ vom gleichen Tag an die Z.________ AG in Liquidation den Gesuchstellern der Erbenschein gemäss Art. 559 ZGB auszustellen. Das Kreisamt wies dieses Gesuch mit Verfügung vom 16. Oktober 2000 bezüglich des Haupt- wie auch des Eventualantrages ab, soweit darauf eingetreten werden konnte. Das Kantonsgerichtspräsidium Graubünden bestätigte diesen Entscheid, und das Bundesgericht trat mit Urteil vom 29. Oktober 2001 auf eine dagegen erhobene staatsrechtliche Beschwerde nicht ein.