Citation: 6B_1261/2023 E. 2.4.1

2.4.1. Die Vorinstanz verneint Willkür zu Unrecht. Die erste Instanz schloss im Wesentlichen aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer aufgrund eines Bremsmanövers des voranfahrenden Fahrzeugs abbremste und das Heck seines Jaguars ausbrach, auf einen ungenügenden Abstand zum voranfahrenden Auto. Dabei machte der Beschwerdeführer schon vor erster Instanz geltend, es bleibe offen, was genau zum Ausbrechen des Hecks geführt habe und dass dies in der Regel auch bei einem plötzlichen Bremsvorgang nicht passieren sollte, zumal das Fahrzeug nur vier Monate vor dem Unfall durch das Strassenverkehrsamt zugelassen worden sei. Mit diesen Vorbringen setzte sich die erste Instanz nicht auseinander. Sie verletzte damit das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers. Erstere traf auch keine Abklärungen zur Ursache für das Ausbrechen des Hecks. Sie erhob insbesondere keine Beweise betreffend den technischen Zustand (namentlich das Bremsverhalten) des Fahrzeugs des Beschwerdeführers. Dies, obwohl sie - soweit ersichtlich - über keine besonderen Fachkenntnisse betreffend das Unfallfahrzeug resp. dessen Bremsverhalten verfügte. Dass der Beschwerdeführer keine ausdrücklichen Beweisanträge stellte, gereicht ihm dabei nicht zum Nachteil, hat doch das erstinstanzliche Gericht in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes die belastenden wie die entlastenden Tatsachen mit gleicher Sorgfalt zu prüfen. Dieser Pflicht kam die erste Instanz in casu nicht hinreichend nach. Im erstinstanzlichen Urteil finden sich schliesslich weder Feststellungen zur Fahrgeschwindigkeit der Beteiligten, zum tatsächlichen Abstand zwischen den Fahrzeugen, noch zur Distanz, die unter den gegebenen Umständen (damit der Beschwerdeführer sein Auto hinter dem vorausfahrenden Fahrzeug rechtzeitig hätte zum Stillstand bringen können) einzuhalten gewesen wäre. Die erste Instanz unterliess diesbezüglich sowohl die Befragung der beim Unfall anwesenden Ehefrau des Beschwerdeführers als auch eine Einvernahme des vorausfahrenden Fahrzeuglenkers als Auskunftsperson (dessen Ausführungen sind lediglich dem Polizeirapport zu entnehmen, eine parteiöffentliche Befragung unterblieb). Die Feststellung der ersten Instanz, wonach es bei einem "übergrossen" Abstand zu keinem Unfall gekommen wäre, erweist sich in Bezug auf den konkret eingehaltenen sowie den gebotenen Abstand als unspezifisch. Damit schöpfte die erste Instanz die verfügbaren Beweismittel nur ungenügend aus und erstellte den massgeblichen Sachverhalt mangelhaft. Sie durfte unter diesen Umständen nicht in antizipierter Beweiswürdigung - alleine aufgrund des Ausbrechens des Hecks - pauschal auf eine unzureichende Distanz zum vorderen Fahrzeug schliessen. Die Vorinstanz verletzt Bundesrecht, wenn sie in der erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung keine Willkür erkennt. Sie hätte das erstinstanzliche Urteil aufheben und zur ergänzenden Beweisabnahme und Neubeurteilung zurückweisen müssen.