Citation: 8C_526/2024 E. A

A.a. Der 1964 geborene A.________ meldete sich am 26. August 1997 aufgrund einer anlässlich eines Verkehrsunfalls vom 7. Juni 1996 erlittenen Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und deren gesundheitlichen Folgen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen sprach ihm die IV-Stelle Nidwalden mit Verfügung vom 3. Juni 1998 eine ganze Invalidenrente (Invaliditätsgrad von 100 %) mit Wirkung ab dem 1. November 1997 zu. Sie bestätigte den Rentenanspruch mit Mitteilung vom 5. November 1999, nachdem sie ein polydisziplinäres Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Zentralschweiz vom 21. Oktober 1999 eingeholt hatte. Weitere revisionsweise Überprüfungen ergaben einen unveränderten Rentenanspruch. Der zuständige obligatorische Unfallversicherer (AXA Versicherungen AG) sprach A.________ mit Verfügung vom 28. Juni 2005 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 85 % zu (Einspracheentscheid vom 9. August 2005). A.b. Nachdem der Unfallversicherer A.________ in der Zeit vom 5. Januar bis 2. Februar 2016 während elf Tagen hatte observieren lassen hatte, stellte er mit Verfügung vom 22. November 2016 die laufenden Versicherungsleistungen per 30. September 2016 vorsorglich ein. Das Kantonsgericht Luzern bestätigte die vorsorgliche Leistungseinstellung mit Urteil vom 12. April 2017. A.c. Die mittlerweile zuständige IV-Stelle Luzern sistierte die Ausrichtung der Rentenleistungen mit Verfügung vom 21. Februar 2017 ebenfalls vorsorglich per sofort, was das Kantonsgericht mit Urteil vom 25. August 2017 schützte. Zudem holte sie ein polydisziplinäres Gutachten der Estimed AG vom 20. Oktober 2018 ein. Da der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) das psychiatrische Teilgutachten als nicht beweiskräftig erachtet hatte, ordnete die IV-Stelle mit Zwischenverfügung vom 29. Januar 2019 eine erneute psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, an. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Luzern mit Urteil vom 13. März 2020 ab. Am 10. Januar 2022 erstattete Dr. med. B.________ das psychiatrische Gutachten. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-Stelle am 19. Oktober 2022 die rückwirkende Einstellung der Rentenleistungen auf den 1. Februar 2015 hin aufgrund von neuen erheblichen Tatsachen. Gleichzeitig kündigte sie die Rückforderung von zu Unrecht bezogenen Leistungen mittels separater Verfügung an.