Citation: 1C_99/2023 E. 4.3

4.3. Die lärmschutzrechtliche Qualifikation des Gesamtprojekts (WOV und Halbanschluss) als neue (Gesamt-) Anlage hat zur Folge, dass die von der Anlage erzeugten Lärmimmissionen grundsätzlich die Planungswerte nicht überschreiten dürfen (Art. 7 Abs. 1 LSV i.V.m. Art. 25 Abs. 1 USG). Im Gegensatz zur Plangenehmigung des UVEK und zum angefochtenen Urteil sind somit auch im Bereich des Halbanschlusses grundsätzlich die Planungswerte einzuhalten, wobei die von der Stammachse, dem Halbanschluss und gegebenenfalls von der WOV ausgehenden Verkehrslärmimmissionen gesamthaft zu beurteilen sind. Werden die Planungswerte für Verkehrslärmimmissionen nicht eingehalten, ist zu prüfen, ob Erleichterungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 bzw. Art. 10 und 11 LSV i.V.m. Art. 25 Abs. 2 und Abs. 3 USG gewährt werden können. Der blosse Hinweis auf im Rahmen der früheren Lärmsanierung der Nationalstrasse N02 gewährte Erleichterungen genügt nicht (vgl. Urteil 1C_574/2020 vom 9. März 2023). Sodann darf der Betrieb der Gesamtanlage (WOV und Halbanschluss) grundsätzlich nicht dazu führen, dass durch die Mehrbeanspruchung des bestehenden Strassennetzes die Immissionsgrenzwerte überschritten werden (Art. 9 lit. a LSV i.V.m. Art. 10 und 11 LSV).