Citation: 2C_565/2023 E. 4.4

4.4. In Bezug auf die Rückfallgefahr ist dem Beschwerdeführer insofern Recht zu geben, als die per Strafbefehl ausgesprochene Busse von Fr. 100.-- aus dem Jahr 2020 (wegen der Vornahme einer Verrichtung, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwerte, vgl. vorne B.b) noch keine nennenswerte Rückfallgefahr begründet. Zudem ist anzuerkennen, dass sich der Beschwerdeführer seit August 2016 abgesehen von der erwähnten Busse soweit ersichtlich nichts hat zu Schulden kommen lassen und die dem Opfer seiner Straftat von 2016 geschuldete Genugtuung bezahlt zu haben scheint. Gleichzeitig ist allerdings auch dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sich der Beschwerdeführer seit der Tat in Haft respektive in einem hängigen Strafverfahren befand sowie hiernach unter dem Druck der strafrechtlichen Probezeit respektive des ausländerrechtlichen Widerrufsverfahrens stand, was die Aussagekraft seines Wohlverhaltens praxisgemäss zumindest schmälert (Urteile 2C_159/2023 vom 6. Februar 2024 E. 5.3; 2C_568/2021 vom 17. August 2022 E. 5.2.5; 2C_609/2020 vom 1. Februar 2021 E. 5.6 f.). Zudem fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer auch in der Vergangenheit nach Jahren relativer Unauffälligkeit wieder schwer delinquierte; so beging er das verfahrensauslösende Delikt nachdem er bereits 2006 zu einer 12-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt und in der Folge ausländerrechtlich verwarnt worden war. Schliesslich handelt es sich sowohl bei der sexuellen Nötigung als auch den Körperverletzungen um Delikte, die gegen besonders hochwertige Rechtsgüter - namentlich die körperliche und sexuelle Integrität - gerichtet sind, wobei gerade bei Taten, welche die sexuelle Selbstbestimmung des Opfers empfindlich beeinträchtigen, ausländerrechtlich höchstens ein minimales Rückfallrisiko in Kauf genommen werden kann (Urteil 2C_367/2021 vom 30. September 2021 E. 4.3.2; 2C_1024/2020 vom 19. Mai 2021 E. 5.3.1); die sexuelle Nötigung ist zudem eine Anlasstat, die nach dem mittlerweile in Kraft getretenen Art. 66a StGB (und unter Vorbehalt der Härtefallklausel von Art. 66a Abs. 2 StGB) eine obligatorische Landesverweisung nach sich ziehen würde (Art. 66a Abs. 1 lit. h AIG). Zwar sind die entsprechenden Bestimmungen nicht auf Taten anwendbar, die - wie vorliegend die sexuelle Nötigung - vor dem 1. Oktober 2016 begangen wurden; doch ist der damit durch den Verfassungs- und Gesetzgeber zum Ausdruck gebrachten besonderen Verwerflichkeit der bereits in Art. 121 Abs. 3 lit. a BV aufgeführten Taten in der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK insofern Rechnung zu tragen, als es dadurch zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht (insbesondere der EMRK) kommt (BGE 139 I 16 E. 5; Urteil 2C_367/2021 vom 30. September 2021 E. 4.1.2). Entgegen den Beschwerdevorbringen ist angesichts dieser Gesamtumstände auch nicht entscheidend, dass das Obergericht Zürich einen Teil der Strafe aufgeschoben hat (vgl. hierzu beispielsweise die Urteile 2C_367/2021 vom 30. September 2021 E. 4.3.4; 2C_348/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 7.2.3; 2C_488/2019 vom 4. Februar 2020 E. 5.5).