Citation: 5A_852/2021 E. 2.1

2.1. Das Kantonsgericht erwog, soweit ein Anwendungsfall von Art. 689 Abs. 1 ZGB vorliege, treffe die Kläger als Eigentümer des unterhalb liegenden Grundstücks die Pflicht zur Aufnahme des Regenwassers, das vom oberhalb liegenden Grundstück der Beklagten abfliesse. Soweit Art. 689 Abs. 2 ZGB zur Anwendung gelange, hätten die Kläger nicht dargelegt, inwiefern ihnen aus dem 1993 gebauten Entwässerungssystem ein Schaden entstehe. Hingegen sei das Gebot der schonenden Rechtsausübung zu beachten, welches auf Art. 2 Abs. 2 ZGB gründe und besage, dass keinen Rechtsschutz finde, wer von mehreren in etwa gleichwertigen Möglichkeiten, die ihm zur Ausübung eines Rechts offenstünden, ohne sachlichen Grund gerade diejenige wähle, die für einen anderen besondere Nachteile mit sich bringe. Vorliegend hätten die Beklagten im Hinblick auf die Hauptentwässerung des Meteorwassers ihrer Terrasse grundsätzlich zwei Optionen: Entweder würden sie das ursprüngliche Entwässerungssystem verwenden oder das Wasser über das neue Entwässerungssystem ableiten, das auf das Grundstück der Kläger führe. Es sei kein sachlicher Grund ersichtlich, weshalb nicht das ursprüngliche Entwässerungssystem verwendet werden könne. Sodann sei erstellt, dass die Beibehaltung des jetzigen Entwässerungssystems für die Kläger besondere Nachteile bringe.