Citation: 4A_493/2020 E. 6.2

6.2. Was den Rückbehalt betrifft, erwog die Vorinstanz unter Hinweis auf das Schrifttum zum CISG, die Minderung müsse durch rechtsgestaltende, formfreie Erklärung ausgeübt werden. Der Käufer habe sie ausdrücklich zu erklären, die Zahlung eines verminderten Kaufpreises in Verbindung mit einer ordnungsgemässen Rüge genüge nicht. Der Käufer müsse keine besondere Frist für die Minderungserklärung berücksichtigen, die Rügefrist sei jedoch einzuhalten. Im konkreten Fall hätten die Beschwerdeführer einen Teil der Entschädigung zurückbehalten, und zwar wegen angeblichen Verspätungsschäden. Der Rückbehalt vermöge demnach keine Minderung zu rechtfertigen, da die dazu erforderliche Mangelrüge verspätet erfolgt sei. Weitere Mängel seien nicht hinreichend behauptet worden. Die Beschwerdeführer hätten ferner weder Tatsachenbehauptungen noch Beweise zur rechtzeitigen Rüge deponiert. Sie könnten aus dem Rückbehalt nichts zu ihren Gunsten ableiten.