Citation: 9C_477/2022 E. 4.4

4.4. Im psychiatrischen Medas-Teilgutachten wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine "teilremittierte mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) " und eine "chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10: F45.41) " diagnostiziert. Der Experte führte insbesondere aus, dass es bei der Versicherten ca. ab dem Jahr 2008 zu einer reaktiven depressiven Entwicklung vor dem Hintergrund einer zunehmenden Schmerzsymptomatik gekommen sei, die im Jahr 2009 den Ausprägungsgrad einer Anpassungsstörung gehabt habe. Ca. ab Ende 2009 habe dann eine anhaltende mittelgradige depressive Episode bestanden. Sodann sei, entsprechend dem Verlaufsgutachten des Dr. med. B.________ vom 20. November 2012, von einer offensichtlich temporären schweren Symptomausprägung Ende des Jahres 2012 auszugehen (schwere depressive Episode mit fraglich psychotischen Symptomen). Die Symptomatik habe dann aber ohne eine psychiatrische Hospitalisation auf ein anhaltendes mittelgradiges Niveau teilremittiert. Mindestens ab Juli 2014 sei eine durchgängig mittelgradige depressive Beeinträchtigung aktenkundig nachvollziehbar geschildert. Aus diesen Ausführungen geht klar hervor, dass der Experte die "Teilremission" bezogen auf den Zustand Ende des Jahres 2012 erkannte. Mit Blick auf den hier massgeblichen Vergleichzeitpunkt (Juli 2014; vgl. vorangehende E. 4.2) lässt sich weder dem psychiatrischen Medas-Teilgutachten noch den übrigen medizinischen Unterlagen ein Anhaltspunkt für veränderte Befunde resp. einen wesentlich verbesserten Gesundheitszustand entnehmen. Dass im Medas-Gutachten eine Arbeitsfähigkeit von 50 % "seit dem Referenzzeitpunkt (Dezember 2017) " attestiert wurde (zum davor liegenden Zeitraum fehlt eine Bezifferung der Arbeitsfähigkeit), stellt lediglich eine - im Vergleich zu den Beurteilungen der behandelnden Ärzte vom 27. Mai und 2. Juli 2014 - unterschiedliche Einschätzung des seit Juli 2014 im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts dar. Die vorinstanzliche Feststellung einer gesundheitlichen Verbesserung entbehrt in Bezug auf den entscheidenden Gesichtspunkt einer veränderten Befundlage (vgl. vorangehende E. 2.1) einer aktenmässigen Grundlage; sie ist daher nicht haltbar.