Citation: 6B_1193/2021 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz zeigt auf, weshalb für die Vergewaltigung, die qualifizierte Körperverletzung und die Drohung eine Freiheitsstrafe als schuldangemessene Sanktion auszufällen ist (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 5.3 S. 13). Sie erachtet die Vergewaltigung als schwerste Straftat im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB und erwägt in diesem Zusammenhang, dass der Beschwerdeführer den Beischlaf selbst nicht mit roher Gewalt erzwungen und die Privatkläger dabei auch keine Verletzungen erlitten habe. Indem er ihr aber kurz vor dem Geschlechtsverkehr ein Brotmesser an den Hals gehalten habe, sodass diese nicht wusste, ob er sie im Falle einer aktiven Verweigerung des Geschlechtsverkehrs schwer verletzen oder sogar töten würde, gehe sein Handeln deutlich über die blosse Erfüllung des Grundtatbestands der Vergewaltigung hinaus. Unter Berücksichtigung des breiten Spektrums möglicher Vergewaltigungsszenarien sei von einer vergleichsweise schweren objektiven Tatschwere auszugehen. Dass der Beschwerdeführer aus egoistischen Motiven gehandelt habe, sei neutral zu bewerten. Da er zwar voll einsichtsfähig, aufgrund seiner Alkoholtoxikation aber minimal in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei, verringere sich das Verschulden, sodass dieses insgesamt als mittelschwer bewertet werden müsse. Insofern erscheine eine Einsatzstrafe von 3 Jahren als angemessen (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 5.4.1 S. 14 f.). In Bezug auf die qualifizierte einfache Körperverletzung geht die Vorinstanz sodann von einem mittelschweren Taterfolg aus. Sie berücksichtigt verschuldenserhöhend, dass der Beschwerdeführer bei der Tatausführung ein Messer verwendet hat. Die Privatklägerin sei dadurch einem erheblichen Verletzungsrisiko ausgesetzt worden, insbesondere da das Geschehen dynamisch und schwer kontrollierbar gewesen sei. So sei es allein dem Zufall zu verdanken, dass die Privatklägerin nicht schwerere Verletzungen davon getragen habe. Hinzu komme, dass sie vom Beschwerdeführer früh am Morgen überrascht worden sei und ihm aufgrund seiner körperlichen Überlegenheit nicht habe ausweichen können. Die Vorgehensweise des Beschwerdeführers gehe deutlich über die blosse Erfüllung des Tatbestandes hinaus. Die kriminelle Energie sei als erheblich zu bezeichnen, was sich entsprechend verschuldenserhöhend auswirke. Der Beschwerdeführer habe aus egoistischen Motiven gehandelt. Das Tatverschulden sei insgesamt als mittelschwer bis schwer zu werten. Dieses verringere sich aufgrund der maximal leichten Einschränkung der Steuerungsfähigkeit auf ein mittelschweres Verschulden, sodass für die qualifizierte einfache Körperverletzung bei isolierter Betrachtung eine Einzelstrafe von 12 Monaten auszufällen wäre (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 5.4.2.1 S. 15 f.). Hinsichtlich der Drohung sei zu beachten, dass der Beschwerdeführer der Privatklägerin mit dem Tod gedroht habe. Entsprechend stark sei ihre innere Freiheit und ihr Sicherheitsgefühl beeinträchtigt worden. Insgesamt sei von einem vergleichsweise schweren Tatverschulden auszugehen. Die maximal leichte Einschränkung der Steuerungsfähigkeit sei jedoch auch hier zu berücksichtigen, weshalb auf ein mittelschweres bis schweres Verschulden zu erkennen sei. Für die Drohung erschiene bei isolierter Betrachtung eine Einzelstrafe von 18 Monaten als angemessen (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 5.4.2.2 S. 16). In Bezug auf die Gesamtstrafenbildung erwägt die Vorinstanz schliesslich, dass die Vergewaltigung, die Körperverletzung und die Drohung in einem sehr engen Zusammenhang zueinander stehen würden, sodass der Gesamtschuldbeitrag des Beschwerdeführers geringer zu veranschlagen sei. Allerdings sei auch zu beachten, dass die durch den zusammenhängenden Geschehensablauf verbundenen Straftaten unterschiedliche Rechtsgüter betreffen würden. Angesichts dieser Umstände rechtfertige es sich die Einsatzfreiheitsstrafe von 3 Jahren aufgrund der qualifizierten einfachen Körperverletzung und der Drohung um 1 Jahr und 6 Monate zu erhöhen (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 5.4.2.3 S. 17). Da die Täterkomponenten sich insgesamt neutral auswirken würden, sei die Gesamtfreiheitsstrafe auf 4 Jahren und 6 Monaten festzusetzen (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 5.5 f. S. 17 f.).