Citation: U 312/98 17.07.2000 E. 3

3.- a) Das kantonale Gericht hat in Würdigung der zahlreichen medizinischen Unterlagen, insbesondere des Berichts des Dr. med. P.________ vom 17. November 1994 sowie des Gutachtens der MEDAS vom 3. Januar 1997, richtig dargelegt, dass weder die Voraussetzungen für eine weitere medizinische Behandlung (Art. 21 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 118 Abs. 2 lit. a UVG) über den 1. Januar 1995 hinaus gegeben sind noch sich die auf das versicherte Ereignis von 1977 zurückzuführenden somatischen Unfallfolgen in erheblicher Weise geändert haben. Was hiegegen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, vermag nicht zu einem anderen Ergebnis zu führen. Aus dem alleinigen Umstand, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des Abklärungs- und Behandlungsprozesses über mehr als zwei Jahre hinweg ein Taggeld basierend auf einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bezogen hat, kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten, da sich die Höhe des Taggeldes nicht nach dem Grad der Erwerbs-, sondern in erster Linie der Arbeitsunfähigkeit bemisst. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben konnte und ihm deshalb die Beschwerdegegnerin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit zuerkannte, bedeutet daher nicht, dass der Invaliditätsgrad ebenfalls 100 % betragen muss. Vielmehr können sich mit Blick auf die unterschiedlichen Bemessungsmethoden verschiedene Resultate ergeben. Nicht durchzudringen vermag er auch mit dem Hinweis auf die von den Ärzten der MEDAS festgestellte (somatische) Arbeitsunfähigkeit von 30 %. Abgesehen davon, dass es sich dabei bloss um eine für die Beurteilung der Erwerbsunfähigkeit nicht massgebliche medizinisch-theoretische Schätzung handelt, ist festzustellen, dass darin auch die von der MEDAS erhobenen unfallfremden degenerativen Veränderungen der LWS mitenthalten sind, für welche die Beschwerdegegnerin nicht einzustehen hat. b) Bezüglich der psychischen Störungen steht auf Grund der medizinischen Akten fest und ist im Übrigen unbestritten, dass der Arbeitsunfall zumindest eine Teilursache für die psychische Gesundheitsstörung darstellt, was für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs rechtsprechungsgemäss (BGE 119 V 338 mit Hinweis) genügt. In Anbetracht des augenfälligen Geschehensablaufes und der vom Beschwerdeführer erlittenen Verletzung ist der Unfall von 1977 mit der Vorinstanz dem mittleren Bereich im Grenzbereich zu den leichten Fällen zuzuordnen. Das Ereignis selber kann weder als besonders eindrücklich bezeichnet werden noch lagen besonders dramatische Begleitumstände vor. Bei der Diskushernie handelt es sich sodann nicht um eine schwere Verletzung, die erfahrungsgemäss geeignet wäre, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. Von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung kann nicht ernsthaft gesprochen werden, und es ist auch keine ärztliche Fehlbehandlung ausgewiesen, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte. Einzig das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist, wie die Vorinstanz richtig bemerkt, erfüllt. Der ausgewiesene Grad der somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (20 %) ist auch im Zusammenhang mit den Dauerschmerzen nicht geeignet, die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zu begründen. Eine gesamthafte Würdigung des Unfallereignisses und der damit zusammenhängenden, objektivierbaren Faktoren führt daher zum Schluss, dass dem Ereignis von 1977 für die Entstehung der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit keine massgebende Bedeutung zukommt. Da zwischen dem Unfall und anhaltenden psychischen Beschwerden und der damit verbundenen Arbeitsunfähigkeit kein adäquater Kausalzusammenhang besteht, hat die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades zu Recht nicht darauf abgestellt. c) Im Lichte des Gesagten erweist sich der vorinstanzlich bestätigte Einspracheentscheid als rechtens.