Citation: 6B_1085/2023 E. 3.4

3.4. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die Onlinehändler keinerlei Vorauszahlungen verlangt und keinerlei Abklärungen zum Vertragspartner oder zur Zahlungsfähigkeit gemacht haben, weswegen die Opfermitverantwortung zu bejahen sei. Vorliegend fällt die Überprüfung der Bonität (vgl. ausführlich zur Bonitätsprüfung Urteil 6B_831/2023 vom 24. April 2024 E. 4.7.2, zur Publ. vorgesehen) als angemessene Massnahme zur Vermeidung der Täuschung ausser Betracht, da die Beschwerdeführerin im Namen von B.________ bestellt hat, um nach eigenen Angaben eine angemessene Bonität zu bekunden. Eine entsprechende Prüfung hätte nicht gezeigt, dass die Beschwerdeführerin angesichts ihrer finanziellen Verhältnisse zur Erfüllung des Kaufvertrags nicht fähig gewesen wäre und somit nicht ernsthaft leistungswillig war. Hinsichtlich der Frage, ob anderweitige Abklärungen angezeigt gewesen wären, ist zu berücksichtigen, dass es sich bei den bestellten Waren um Parfüms bzw. Schmuckstücke und damit nicht um eine für Privatpersonen unübliche Bestellung handelte (vgl. BGE 142 IV 153 E. 2.2.4). Zudem hatte nach den vorinstanzlichen Feststellungen B.________ in der Vergangenheit an der Bestelladresse gewohnt, womit bezüglich der Überprüfung der Wohnadresse nicht davon auszugehen ist, dass ein Irrtum mit angemessenem Aufwand hätte vermieden werden können. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, wie die F.________ AG mit einem im Verhältnis zum Betrag von Fr. 251.80 vernünftigen Kontrollaufwand die Täuschung hätte erkennen können. Bei den Bestellungen bei der H.________ AG ist gesamthaft ein relativ hoher Betrag ausstehender Rechnungen zustande gekommen. Nach den verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz hatte die H.________ AG in den Zeitpunkten der drei Bestellungen indes keine fälligen Forderungen gegenüber B.________, womit anders als im Urteil 6B_24/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.3.2 keine Zahlungsrückstände hinsichtlich früherer Bestellungen vorlagen. Ob es sich angesichts der Höhe der offenen Forderungen noch um ein Alltagsgeschäft handelte, kann offen bleiben, da angesichts des Vorgehens der Beschwerdeführerin weder eine Bonitätsprüfung noch eine Überprüfung der Wohnadresse mit angemessenem Aufwand zur Vermeidung der Täuschung geführt hätte. Der H.________ AG ist daher nicht vorzuwerfen, dass sie mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit die Täuschung hätte vermeiden können. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Opfermitverantwortung ist zu verneinen.