Citation: 1C_133/2020 E. 4.2

4.2. Allerdings ist einzuräumen, dass es mit Blick auf die Enteignungsentschädigung von Interesse sein kann, ob die Kies- und Betonwerke der Beschwerdegegnerin auch ohne die Enteignung und die vorzeitige Besitznahme hätten eingestellt werden müssen, z.B. wegen fehlender Wasserbezugsrechte. Dieses mittelbare Interesse, im Hinblick auf die Festsetzung der Enteignungsentschädigung, genügt jedoch nicht, um ein aktuelles Rechtsschutzinteresse an der Anfechtung der Sanierungsverfügung zu bejahen. Die Enteignerinnen haben vorliegend die Möglichkeit, ihre Argumente im Schätzungsverfahren vorzubringen. Zwar entscheidet die Schätzungskommission nicht über die Teilsanierungsverfügung; dagegen muss sie die Entschädigungshöhe festsetzen (Art. 34 lit. a des kantonalen Enteignungsgesetzes vom 8. Mai 2008 [kEntG; SGS 710.1]) und muss dafür den Wert der Anlagen der Beschwerdegegnerin schätzen. In diesem Zusammenhang wird sie prüfen müssen, ob das Kies- und Betonwerk und die damit zusammenhängenden Anlagen auch ohne die Enteignung - z.B. mangels Wasserbezugsrechten - hätten verlegt werden müssen. Gegen den Entscheid der Schätzungskommission kann wiederum das Kantonsgericht angerufen werden, das mit voller Kognition entscheidet (Art. 42 kEntG). Ob der Rechtsmittelentscheid des Staatsrats trotz Wegfalls des Streitgegenstands in Rechtskraft erwächst, braucht vorliegend nicht geprüft zu werden: Die Beschwerdeführerinnen bestreiten nämlich die angeordneten Sanierungsmassnahmen nicht unter gewässerschutzrechtlichen Aspekten, sondern bringen einzig vor, dem Kies- und Betonwerk fehlten die nötigen Rechte zur Entnahme und Einleitung von Wasser aus bzw. in den Baltschiederbach. Diese Rechte wurden in der Sanierungsverfügung vom 23. November 2017 ausdrücklich ausgeklammert und einem separaten Verfahren vorbehalten. Die Beschwerdeführerinnen bestreiten zudem gewisse Sachverhaltsfeststellungen des Staatsrats (zur Notwendigkeit des Wasserbezugs für den Betrieb des Kies- und Betonwerks); in Rechtskraft erwächst jedoch einzig das Entscheiddispositiv (BGE 140 I 114 E. 2.4.2 S. 120 mit Hinweisen), d.h. die Schätzungskommission ist an die tatsächlichen Feststellungen des Staatsrats nicht gebunden.