Citation: 6P.194/2006 16.02.2007 E. 2

2.1 Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss eine staatsrechtliche Beschwerde die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Soweit der Beschwerdeführer einzig seine bereits im kantonalen Verfahren erhobenen Tatsachenbehauptungen wiederholt und der Beweiswürdigung des Kantonsgerichts lediglich seine eigene Sicht der Dinge gegenüber stellt, ohne zu erörtern, inwiefern der Entscheid (auch) im Ergebnis verfassungswidrig sein sollte, genügt die Beschwerde diesen Begründungsanforderungen nicht (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2a). Insoweit kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. 2.2 In Bezug auf den Schuldspruch wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung im Fall Pfäffikon rügt der Beschwerdeführer namentlich, das Kantonsgericht habe die Aussagen der Zeugin A.________ willkürlich gewürdigt (Art. 9 BV) und hierdurch den Grundsatz in dubio pro reo (Art. 32 Abs. 1 BV; Art. 6 Ziff. 2 EMRK) als Beweiswürdigungsregel verletzt. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass sich die Aussagen der Zeugin nur auf die Vorfälle im Kreis bezögen. Was vorher geschehen sei, lasse sich diesen Aussagen nicht entnehmen. Es sei daher willkürlich, wenn das Kantonsgericht aus den Schilderungen der Zeugin den Schluss ziehe, der Freiraum zwischen seinem Lastwagen und dem Trottoir sei zuvor genügend gewesen. Vielmehr habe er diesen Freiraum in der Anfahrt zum Kreis durch starkes Rechtsfahren bewusst auf rund 50 cm verengt, um so ein Rechtsüberholen durch andere Verkehrsteilnehmer zu verhindern. Das Kantonsgericht hat unter Bezugnahme auf die Aussagen der Zeugin A.________, wonach der Lastwagen und der Motorfahrradfahrer nebeneinander gefahren seien und der Lastwagen dem Motorfahrrad immer näher gekommen sei, gefolgert, es treffe nicht zu, dass der Beschwerdeführer dem Motorfahrradfahrer durch starkes Rechtshalten verunmöglicht habe, am Lastwagen vorbeizufahren (angefochtenes Urteil S. 9 f.). Wie gross der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen genau gewesen ist, hat das Kantonsgericht nicht ausdrücklich festgestellt. Diese Beweiswürdigung ist nicht willkürlich und verletzt auch die Unschuldsvermutung nicht, zumal die Zeugin A.________ entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers ausdrücklich zu Protokoll gegeben hat, der Lastwagen habe sich nicht erst im Kreis, sondern bereits kurz davor dem neben ihm fahrenden Motorfahrrad immer mehr angenähert (Zeugeneinvernahme vom 23. Oktober 2003, Akten Bezirksgericht Höfe act. A 12 S. 4). 2.3 Betreffend die Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung im Fall Thalwil rügt der Beschwerdeführer in verschiedener Hinsicht eine Verletzung seiner verfassungsmässigen Rechte: 2.3.1 Er bringt vor, das Kantonsgericht sei in willkürliche Beweiswürdigung (Art. 9 BV) verfallen und habe den Grundsatz in dubio pro reo (Art. 32 Abs. 1 BV; Art. 6 Ziff. 2 EMRK) verletzt. Es habe zwar ausdrücklich festgehalten, dass die Aussagen der Zeuginnen B.________ und C.________ in Bezug auf die Frage, ob der Beschwerdeführer den Jogger mit seinem Lastwagen im Vorfeld des Unfalls überholt habe, widersprüchlich seien, dann aber trotzdem zulasten des Beschwerdeführers auf die Schilderungen der Zeugin B.________ abgestellt, welche die Frage bejaht hatte. Willkürlich sei die Beweiswürdigung des Kantonsgerichts überdies, weil es das Weg-/Zeitdiagramm des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich übergangen habe, obwohl sich aus diesem ergebe, dass der Beschwerdeführer das Opfer nicht überholt haben könne. Wie es sich damit verhält, kann dahingestellt bleiben. Das Kantonsgericht hat nämlich in einer Eventualerwägung erkannt, der Beschwerdeführer habe sich auch der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, wenn zu seinen Gunsten davon ausgegangen werde, dass er das Opfer zuvor nicht überholt hatte (siehe nachfolgend E. 5.1). Da diese Auffassung gemäss den nachstehenden Erwägungen nicht gegen Bundesrecht verstösst (vgl. E. 5.3 ff. hiernach), ist diese Tatfrage rechtlich unerheblich, weshalb der Beschwerdeführer kein rechtlich geschütztes Interesse an ihrer Behandlung hat. 2.3.2 Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung seiner Ansprüche auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) und auf ein faires Verfahren (Art. 6 Ziff. 1 EMRK), da er den vom Unfallfotodienst der Verkehrsabteilung der Kantonspolizei Zürich durchgeführten Rekonstruktionsmassnahmen nicht habe beiwohnen können. Auf diese Aufnahmen rund um den Unfallort könne aber auch deshalb nicht abgestellt werden, weil der Beschwerdeführer für sein Abbiegemanöver auf die Gegenfahrbahn habe ausholen müssen und sich deshalb aus den Seitenspiegeln andere als die von der Kantonspolizei Zürich rekonstruierten Einsichtsbereiche ergäben. Aufgrund ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör haben die Prozessbeteiligten grundsätzlich das Recht, an einem Augenschein teilzunehmen. Eine Ausnahme von dieser Regel ist namentlich zulässig, wenn Gefahr in Verzug ist, insbesondere wenn der Verlust oder das Verwischen von Spuren droht (Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage 2005, § 65 N. 18, mit Hinweis auf BGE 112 Ia 5 E. 2). Die Rekonstruktionsmassnahmen der Kantonspolizei Zürich sind 80 Minuten nach dem Unfall durchgeführt worden. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs beinhaltet nicht auch die Verpflichtung, den Unfallbeteiligten - mithin noch vor Eröffnung eines Strafverfahrens - ein Teilnahmerecht an solchen spurensichernden Massnahmen einzuräumen. Zudem ist es nicht willkürlich, diese Unfallfotos in die Beweiswürdigung einzubeziehen, wäre es dem Beschwerdeführer doch durchaus möglich gewesen, von der aufgenommenen Position aus, d.h. vor dem Ausholen auf die Gegenfahrbahn, mit einem Kontrollblick in den rechten Seitenspiegel zu überprüfen, ob sich Passanten auf dem Trottoir befinden. Die Ansprüche des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör und auf ein faires Verfahren sind somit nicht verletzt worden. 2.4 Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.