Citation: 5A_452/2022 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz trat auf die Berufungsbegehren lautend auf Wiederherstellung der gekappten Wasser- und Elektrizitätsleitungen und Einräumung eines Durchleitungs- und Überbaurechts hierfür nicht ein. Sie begründete dies damit, die Beschwerdeführer hätten sich in ihrer Berufung mit keinem Wort zur Alternativbegründung des Kreisgerichts geäussert, welche das erstinstanzliche Urteil selbständig trage. Das Kreisgericht habe erwogen, ein Durchleitungsanspruch könne nur entstehen, wenn die folgenden Voraussetzungen kumulativ erfüllt seien: Erstens müsse das Bedürfnis für das Durchleitungsrecht in dem Sinne erbracht sein, dass dieses sogenannte Notrecht zur bestimmungsgemässen Nutzung des Grundstücks des Ansprechers erforderlich sei. Zweitens dürfe im konkreten Fall weder das Bundesrecht noch das kantonale Recht auf die Enteignung verweisen und es dürften auch keine anderweitigen öffentlich-rechtlichen Sonderregelungen für Durchleitungen bestehen. Drittens müsse feststehen, dass sich die Leitungserstellung ohne Inanspruchnahme des zu belastenden Grundstücks unverhältnismässig verteuern würde. Die Behauptung der Beschwerdeführer, für die bestimmungsgemässe Nutzung des Eselstalls sei das Vorliegen einer Wasser- und Stromzufuhr erforderlich und ihnen sei auf Dauer nicht zumutbar, die Tiere im Dunkeln mit Stirnlampe auszumisten und zu füttern, sei in Anbetracht der Ausführungen des Gutachters nicht nur nicht bewiesen, sondern vielmehr widerlegt. Damit fehle es bereits am Nachweis der ersten Anspruchsvoraussetzung, weshalb der geltend gemachte Durchleitungsanspruch bereits mangels Nachweises der Erforderlichkeit abzuweisen sei. Was die weiteren Voraussetzungen betreffe, behaupteten die Beschwerdeführer zwar, ohne Inanspruchnahme des Grundstücks der Beschwerdegegner verteuere sich die Leitungserstellung unverhältnismässig, allerdings seien die entsprechenden Behauptungen kaum ausreichend substanziiert und in jedem Fall als nicht bewiesen anzusehen, nachdem sich dies mit einem Augenschein nicht zwingend feststellen lasse und im Übrigen keine tauglichen Beweisanträge zu dieser Streitfrage gestellt worden seien.