Citation: 2A.224/2004 26.10.2004 E. 5

5.1 Das Steuerharmonisierungsgesetz bedarf als Rahmen- oder Grundsatzgesetz in der Regel der Transformation in das kantonale Recht. Das Ausmass der kantonalen Konkretisierungsmöglichkeiten und der bundesrechtlichen Verpflichtungen ist für jede Harmonisierungsnorm bzw. jeden Steuerbereich nach den allgemeinen Auslegungsgrundsätzen zu ermitteln (vgl. Urteil 2P.170/2003 vom 13. Februar 2004, publ. in StR 59/2004 S. 346, E. 6; BGE 128 II 56 E. 3b S. 61; Markus Reich, in Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG], 2. Aufl., Basel 2002, N. 16 und 26 zu Art. 1 StHG; vgl. zu den allgemeinen Grundsätzen BGE 130 II 65 E. 4.2 S. 71, 202 E. 5.1 S. 211 f.; 128 II 56 E. 4 S. 62, 66 E. 4a S. 70; siehe auch Reich, a.a.O., N. 26-34 zu Art. 1 StHG). 5.2 Bei der teleologischen Auslegung ist zu berücksichtigen, dass das Steuerharmonisierungsgesetz sowohl auf eine horizontale Harmonisierung (zwischen den Kantonen und in den Kantonen zwischen den Gemeinden) wie auch auf eine vertikale Harmonisierung (zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden) der direkten Steuern gerichtet ist (vgl. Art. 129 Abs. 1 BV, Art. 42quinquies Abs. 1 aBV; BGE 130 II 65 E. 5.2 S. 73). Unter dem Aspekt der vertikalen Harmonisierung stellt das Bundessteuergesetz ein beachtliches Auslegungselement dar (Urteil 2P.170/2003 vom 13. Februar 2004, publ. in StR 59/2004 S. 346, E. 6; Bericht der Expertengruppe Cagianut zur Steuerharmonisierung, Zürich 1994, S. 14; a.M. mit Blick auf den kantonalen Gestaltungsspielraum: Reich, a.a.O., N. 42 zu Art. 1 StHG), allerdings ohne dass seine Vorgaben strikt verbindlich sind (vgl. BGE 128 II 56 E. 6a S. 64 f., mit Hinweisen).