Citation: 5A_558/2024 E. 6.2.2

6.2.2. Den entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz stellt die Beschwerdeführerin allerdings lediglich ihre eigene Sicht der Dinge gegenüber, ohne im Einzelnen aufzuzeigen, weshalb die Erwägungen der Vorinstanz nicht zutreffen sollten. Dies genügt zum vornherein nicht, den vorinstanzlichen Entscheid zu erschüttern. Ohnehin vermag die Beschwerdeführerin inhaltlich mit ihrer Kritik nicht durchzudringen: Soweit sie rügt, die Vorinstanz begründe nicht genau, woher sie ihre Ansicht betreffend die Defizite der Beschwerdeführerin nehme, trifft dies nicht zu: Die Vorinstanz hat in ihren Erwägungen jeweils auf die in den Akten liegenden Berichte der Beiständin und der Besuchsbegleitung verwiesen. Im Wesentlichen argumentiert die Beschwerdeführerin sodann, da unter ihrer Obhut kein grenzwertiges Verhalten des Kindes aktenkundig, solcherlei hingegen beim Beschwerdegegner dokumentiert sei, müsse gefolgert werden, dass sie der Betreuung und Erziehung ihres Sohnes - im Gegensatz zum Beschwerdegegner - Herr gewesen sei. Dabei blendet sie jedoch aus, dass die Vorinstanz ihr genau in diesem Zusammenhang vorwarf, ihren eigenen Anteil an der schwierigen Situation des Kindes zu verkennen und erwog, mit Blick auf die traumatischen Entreissungen der letzten zwei Jahre und den erheblichen Loyalitätskonflikt des Kindes sei das von diesem - unter der Obhut des Beschwerdegegners - gezeigte Verhalten nicht erstaunlich. Darauf mag die Beschwerdeführerin nicht eingehen. Im Übrigen hat die Vorinstanz festgestellt, dass das Kind dieses Verhalten in der Zwischenzeit - trotz Aufenthalt beim Beschwerdegegner - nicht mehr zeigt, was die vorinstanzliche Einschätzung bestätigt, dass dieses nicht unmittelbar mit dem Beschwerdegegner zusammenhing. Insgesamt bleibt es daher bei den vorinstanzlichen Erwägungen zur Erziehungsfähigkeit der Parteien.