Citation: 2P.320/2003 09.07.2004 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer rügt einen Verstoss gegen Art. 9 BV. Willkürlich und aktenwidrig sei einerseits die Sachverhaltsfeststellung, aus der das Steuergericht auf das Bestehen eines Treuhandverhältnisses zwischen ihm und dem wahren Berechtigten an der Provision geschlossen habe. Unhaltbar sei andererseits die vom Steuergericht vorgenommene Rechtsanwendung, weil es bei der Nachsteuer nicht wie bei der Strafsteuer davon ausgegangen sei, der Beschwerdeführer habe von der erhaltenen Teilzahlung von Fr. 80'000.-- den Betrag von Fr. 70'000.-- an den wahren Berechtigten weitergeleitet. 2.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts verfügt der Sachrichter im Bereich der Beweiswürdigung über einen weiten Ermessensspielraum. Das Bundesgericht greift auf staatsrechtliche Beschwerde wegen willkürlicher Beweiswürdigung hin nur ein, wenn die Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, auf einem offenkundigen Versehen beruht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Willkür in der Rechtsanwendung liegt nach der Rechtsprechung nicht schon vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder sogar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht weicht vom Entscheid der kantonalen Behörde nur ab, wenn dieser offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtssatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Vorausgesetzt ist sodann, dass nicht bloss die Begründung des Entscheides, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 128 II 259 E. 5 S. 280 f., mit Hinweisen). 2.3 Die Ausführungen des Beschwerdeführers, er habe nie ein Treuhandverhältnis behauptet, sind aktenwidrig, wie das Steueramt in seiner Vernehmlassung (S. 3 Ziff. II/3-5) überzeugend darlegt. Von einer willkürlichen Sachverhaltsfeststellung in diesem Zusammenhang kann deshalb keine Rede sein. In der vorliegenden Beschwerde wird nun geltend gemacht, es habe kein Treuhand-, sondern ein Stellvertretungsverhältnis bestanden. Es kann offen bleiben, ob es sich dabei um ein unzulässiges Novum handelt (vgl. BGE 113 Ia 407 E. 1 S. 408; Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Auflage, Bern 1994, S. 369 ff.). Denn im einen wie im anderen Fall wäre die (Nach-)Besteuerung des Beschwerdeführers nur dann nicht gerechtfertigt gewesen, wenn es ihm gelungen wäre, das behauptete Verhältnis einwandfrei zu belegen (vgl. StR 2003 368 E. 5.2; ASA 68, 746 E. 3a, 65 397 E. 2b; je mit weiteren Hinweisen). Das Steuergericht hat festgehalten, dass der erforderliche Nachweis vorliegend nicht erbracht worden sei. Dafür hat es sich insbesondere auf Folgendes gestützt: Es habe kein schriftlicher Beleg aus der Zeit der angeblichen Begründung des Verhältnisses bestanden. Es soll zwar "eine Art Vertrag" abgeschlossen worden sein, aber nur "auf einem Blatt", das nicht mehr auffindbar sei. Zudem seien die Aussagen des Beschwerdeführers teilweise widersprüchlich, teilweise stimmten sie nicht mit den vorgelegten Unterlagen überein. Die durch den angeblich Berechtigten eingereichten Angaben und Unterlagen hätten die Unklarheiten und Unstimmigkeiten nicht auszuräumen vermocht (vgl. E. 4d und 4e des angefochtenen Entscheids). Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was diese Feststellungen als falsch oder gar willkürlich erscheinen lassen könnte. Ist die Vereinnahmung der interessierenden Provision für einen Dritten aber nicht nachgewiesen worden, so ist sie dem Beschwerdeführer zuzurechnen und von diesem als Einkommen zu versteuern. Eine unzulässige Umkehr der Beweislast liegt darin nicht, weil die Beweislast für steuermindernde Tatsachen (hier: Vereinnahmung zugunsten eines Dritten) bei demjenigen liegt, der das Entgelt für eine auf Erwerb ausgerichtete Tätigkeit bezieht (hier: der Beschwerdeführer). Mithin hat der Beschwerdeführer die steuerlichen Folgen zu tragen, die daraus resultieren, dass die behauptete Entgegennahme der Provision für einen Dritten ohne Beweis geblieben ist. Unter diesen Umständen ist eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung bei der Erhebung der Nachsteuer ohne weiteres zu verneinen.