Citation: 6B_388/2021 E. 2.2.3

2.2.3. Der Beschwerdeführer stellte einen Zustand der Widerstandsunfähigkeit der Beschwerdegegnerin 2 bereits im Berufungsverfahren in Abrede. Er bezweifelte ihre starke Alkoholisierung und machte geltend, es sei eine Überredung, nicht aber eine Ausnutzung ihrer Widerstandsunfähigkeit erfolgt. Letzteres begründete er mit Äusserungen der Beschwerdegegnerin 2 in Textnachrichten gegenüber ihrer Freundin und - wie vorliegend - damit, sie sei erst mit der Zeit zur Überzeugung gelangt, dass sie das Geschehene nicht gewollt habe (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.4.3 S. 38). Die Vorinstanz geht auf diese Einwendungen ein. Sie legt zuerst dar, weshalb sich aus den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und aus von ihr an eine Freundin versandten Textnachrichten ergebe, dass sich die von der Beschwerdegegnerin 2 erwähnte Überredung deutlich nur auf das Übernachten im Bett des Beschwerdeführers (anstelle wie von ihr geplant auf dem Sofa) und nicht auf die anschliessend im Bett unbestrittenermassen erfolgten sexuellen Handlungen beziehe (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.4.3 S. 38 f.). Alsdann begründet die Vorinstanz, warum sie als erstellt erachtet, dass die Beschwerdegegnerin 2 nicht mehr in der Lage gewesen sei, sich im Bett gegen die sexuellen Handlungen des Beschwerdeführers zu wehren, und insoweit widerstandsunfähig gewesen sei. Sie stützt sich dabei primär auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 ab. Diese habe konstant, widerspruchsfrei, sehr detailliert und lebhaft ausgesagt (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.4.2 S. 35 ff.). "Ihre Widerstandsunfähigkeit" habe sie sehr anschaulich beschrieben. Sie habe angegeben, sie habe nicht mehr richtig sprechen können, ihr Körper sei so schwer gewesen, sie habe sich nicht mehr bewegen können und sei in ihrem eigenen Körper gefangen gewesen. Sie habe ein Dröhnen, Pfeifen und Schwindel gehabt. Ihr Körper sei immer schwächer geworden, sie habe die Kontrolle verloren und habe alles wie durch Nebel wahrgenommen. Sie sei nur dagelegen, habe ihren Körper nicht mehr benutzen und den Beschwerdeführer nicht stoppen können. Sie habe zudem glaubhaft erklärt, dass sie es normalerweise sagen könne bzw. sich wehren könne, wenn ihr etwas nicht passe, und dann bleibe sie dabei. Die Vorinstanz weist darauf hin, dass diese Darstellung der Beschwerdegegnerin 2 mit ihrer am Folgetag an ihre Freundin versandten Tetxtnachricht korreliere, in welcher sie ausgeführt habe, "ich has voll nid checket" und "I ha kann plan wa abgange isch". Daraus ergebe sich deutlich - so die Vorinstanz - dass die Beschwerdegegnerin 2 nicht mehr in der Lage gewesen sei, sich gegen sexuelle Handlungen zu wehren. Dass ihre Erinnerungsfähigkeit nicht beeinträchtigt gewesen sei und sie die Geschehnisse detailliert habe wiedergeben können, stehe mit der Widerstandsunfähigkeit in keinem Widerspruch, insbesondere weil es sich vorliegend um ein gravierendes und damit einprägendes Ereignis gehandelt habe (angefochtener Entscheid E. 5.4.3 S. 39). Weiter betont die Vorinstanz, dass von einer sehr starken Alkoholisierung der Beschwerdegegnerin 2 auszugehen sei. Dies leitet sie aus den Schilderungen der Beschwerdegegnerin 2 ab, wonach sie ohne Erfahrungen mit Alkohol zu haben auf nüchternen Magen innert kurzer Zeit eine erhebliche Menge Alkohol zu sich genommen habe, sowie aus ihren Angaben betreffend die Wahrnehmungen zum Geschehen im Bett und ihren Beschreibungen der weiteren Umstände (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.4.3 S. 39 f.).