Citation: 5A_626/2022 E. 5.2.3

5.2.3. 5.2.3.1. Ferner werfen die Beschwerdeführer dem Kantonsgericht vor zu übersehen, dass die strukturelle Verbesserung von landwirtschaftlichen Gewerben (Arrondierungsprinzip) vorrangiger Zweck des Vorkaufsrechts nach Art. 42 Abs. 2 BGBB und im Erwerbsbewilligungsverfahren nach Art. 61 ff. BGBB sei. Im Einzelnen gehe es darum, bestehende landwirtschaftliche Gewerbe strukturell zu vergrössern. Die Beschwerdeführer verweisen namentlich auf die Botschaft des Bundesrates zu Art. 1 Abs. 1 Bst. b BGBB, wonach das BGBB dazu beitragen wolle, dass lebensfähige Betriebe als Ganzes erhalten bleiben, aber auch andere Betriebe sich weiterentwickeln und ihre Existenzbasis verbessern können. Das strukturpolitische Anliegen des BGBB sei heute mehr denn je aktuell, was das Kantonsgericht völlig ausser Acht lasse. Stattdessen lasse sich die Vorinstanz offensichtlich von der Tagespolitik leiten und rücke den Energieverbrauch und den Umweltschutz in den Vordergrund. Soweit das Kantonsgericht die Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung im Blick habe, würdige es mit keinem Wort, dass der Beschwerdegegner einen Grossteil des anfallenden Hofdüngers nicht selbst verwerten könne und das Schweinefutter vollumfänglich zuführen müsse. 5.2.3.2. Wie oben ausgeführt, bezweckt der Gesetzgeber mit dem Vorkaufsrecht neben ökologischen Anliegen insbesondere die Förderung einer produktiven Landwirtschaft. Voraussetzung dafür ist die Wirtschaftlichkeit und, damit zusammenhängend, möglichst kurze Transportwege zwischen dem landwirtschaftlichen Betriebszentrum und den dazugehörigen Grundstücken (s. oben E. 3.2). Es geht mithin nicht allein um eine Vergrösserung von Betrieben an sich, sondern (auch) um qualitative Aspekte der Arrondierung. Die Beschwerdeführer behaupten nicht, dass sie auf die streitgegenständlichen Grundstücke angewiesen sind, um ihre Existenzbasis zu verbessern. Ebenso wenig belegen sie, dass sie die Grundstücke wirtschaftlich bewirtschaften könnten. Der von ihnen vertretene Standpunkt würde dazu führen, dass die Länge der Wegstrecke bei der Beurteilung, ob der ortsübliche Bewirt-schaftungsbereich gewahrt ist, keine Rolle spielen dürfte. Dies wäre gerade nicht im Sinn des Gesetzgebers. Richtet das Kantonsgericht seinen Fokus nicht auf die reine Arrondierung des Gewerbebetriebs der Beschwerdeführer, so kann ihm allein deshalb nicht vorgeworfen werden, einen rechtserheblichen Umstand nicht zu berücksichtigen. Eine bundesrechtswidrige Ausübung des Ermessens liegt nicht vor. Soweit die Beschwerdeführer in diesem Kontext die vom Beschwerdegegner auf den fraglichen Grundstücken praktizierte Bewirtschaftung ins Spiel bringen und deren Nachhaltigkeit bestreiten, zielen ihre Beanstandungen an der Sache vorbei. Denn hier stellt sich einzig die Frage, ob die mit dem Vorkaufsrecht belasteten Grundstücke im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich des landwirtschaftlichen Gewerbes der Beschwerdeführer liegen. Nicht zu beurteilen ist hingegen, ob die Ziele des bäuerlichen Bodenrechts "besser" erreicht würden, wenn anstelle des Beschwerdegegners die Beschwerdeführer die Grundstücke bewirtschaften könnten.