Citation: 9C_718/2020 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwog, die in Art. 1a Abs. 2 VTP (in Verbindung mit Art. 11 Abs. 1 AHVV) vorgesehene Pauschale von Fr. 33.- decke nur Kost und Logis, aber nicht die Betreuungsleistung des Heimes ab. Die Eltern seien bei Unterbringung des Kindes in einem Kinderheim gemäss der geltenden sozialhilferechtlichen Regelung lediglich verpflichtet, die Unterkunfts- und Verpflegungspauschale zu bezahlen, während die weiteren Kosten für die Betreuung durch das Gemeinwesen getragen würden. Art. 11 Abs. 3 ELG, wonach Unterstützungen der öffentlichen Sozialhilfe (lit. b) und öffentliche oder private Leistungen mit ausgesprochenem Fürsorgecharakter (lit. c) im Rahmen der Berechnung der Ergänzungsleistung nicht als Einnahmen angerechnet werden dürften, lasse nun aber eine derartige vorrangige Begleichung der über die Ergänzungsleistung nicht gedeckten Kosten durch das Gemeinwesen nicht zu. Die aus ergänzungsleistungsrechtlicher Sicht systematisch richtige Lösung könne deshalb nur darin bestehen, dass die Ergänzungsleistung die gesamten bei einer Betreuung in einem Kinderheim entstehenden Kosten decken müsse. Da die Bestimmung des Art. 1a Abs. 2 VTP mithin gegen Art. 11 Abs. 3 ELG verstosse, sei ihr die Anwendung zu versagen. Daran ändere das (ebenfalls den Kanton St. Gallen betreffende) Urteil 9C_884/2018 vom 1. Mai 2019 nichts, weil sich das Bundesgericht darin nicht mit dem entscheidenden koordinationsrechtlichen Zusammenspiel zwischen den Ergänzungsleistungen und der Sozialhilfe auseinandergesetzt und deshalb wohl übersehen habe, dass sich die "St. Galler Lösung" nicht mit dem ELG in Übereinstimmung bringen lasse. Bei der EL-Anspruchsberechnung sei folglich der gesamte vereinbarte Tagessatz von Fr. 140.- zu berücksichtigen.