Citation: 6B_335/2020 E. 3.2.2

3.2.2. Die Vorinstanz nimmt indes an, aus der mangelnden gesetzlichen Grundlage folge nicht, dass die Observationsergebnisse automatisch strafprozessual unverwertbar wären. Es handle sich dabei nicht um verbotene Beweismittel im Sinne von Art. 140 StPO. Unter den Voraussetzungen von Art. 141 Abs. 2 StPO sei eine Interessenabwägung vorzunehmen (BGE 143 IV 387 E. 4.4 ff.). Im Rahmen von Art. 22 Abs. 2 SpoFöG gehe es um Verbrechen; geschützt würden Leib und Leben (Art. 1 SpoFöG). Die Observationen seien nicht in Privaträumlichkeiten erfolgt, so dass kein schwerer Eingriff in die Privatsphäre vorliege. Die Überwachungen seien eingegrenzt gewesen, nämlich auf 5,5 Tage vom 30. April bis 5. Mai 2013 mittags, d.h. während 5 Tagen jeweils 16 Stunden und am letzten Tag bis Mittag, bis zum Abflug am Flughafen Zürich. Es habe sich letztlich um relativ bescheidene Eingriffe gehandelt (BGE 143 IV 387 E. 4.6; 143 I 377 E. 5.1.2 ff.). Die Observation habe dem gewichtigen öffentlichen Interesse an der Verhinderung des Missbrauchs von Mitteln zu Dopingzwecken gedient, so dass die Erkenntnisse vorab zur Begründung dieses Tatverdachts verwendet werden konnten (Urteil S. 11). Selbst wenn für den Einsatz eines GPS-Senders keine genügende gesetzliche Grundlage vorhanden war, würde daraus gemäss der Vorinstanz keine Unverwertbarkeit im Sinne eines nicht verwertbaren Folgebeweises gemäss Art. 141 Abs. 4 StPO folgen. Es sei mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen, dass man bei seiner Einreise in die Schweiz bereits gewusst habe, wo er sich aufhalte, womit dem GPS-Sender keine eigenständige, sondern lediglich unterstützende Bedeutung zugekommen sei. Es liege damit kein Fall eines (ausschliesslich) auf einen unverwertbaren Primärbeweis gestützten Folgebeweises vor (Urteil 6B_976/2015 vom 27. September 2016 E. 6.4). Die Observation sei während der Nachtruhe eingestellt gewesen und hätte auch diese Phase ohne weiteres abdecken können (Art. 141 Abs. 4 StPO; Urteil S. 12).