Citation: 9C_323/2023 E. 3.6.2

3.6.2. Dazu ist Folgendes zu sagen: Der Steuertatbestand setzt sich aus der "Summe aller Normen [zusammen], welche eine bestimmte Steuerschuld entstehen lassen" (Beusch, a.a.O., S. 45). Eines dieser Konstitutivelemente, die allesamt einer formell-gesetzlichen Grundlage bedürfen (zuletzt dazu BGE 150 I 1 E. 4.4), besteht in der Steuerhoheit (Beusch, a.a.O., S. 36). Sind alle Elemente des generell-abstrakten Steuertatbestandes vereint, entsteht im individuell-konkreten Fall die abgaberechtliche Forderung der öffentlichen Hand ("Steuerforderung"), und zwar unmittelbar von Gesetzes wegen (Beusch, a.a.O., S. 71 und 74). Die Forderung kommt materiell in der Steuerschuld zum Ausdruck (Beusch, a.a.O., S. 72), die aus der formellen Veranlagungsverfügung hervorgeht. Da die Steuerforderung von Gesetzes wegen entsteht, beansprucht die Veranlagungsverfügung lediglich deklaratorische Bedeutung (Beusch, a.a.O., S. 75).