Citation: 6B_690/2017 E. 1.3

1.3. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe die Tatsachen, aufgrund derer sie hinsichtlich des zweiten Falls Vorsatz angenommen habe, rechtsfehlerhaft festgestellt (Art. 105 Abs. 2 BGG). Die Vorinstanz habe ein entscheidwesentliches Beweismittel unberücksichtigt gelassen und gehe davon aus, sie, die Beschwerdeführerin, habe vor erster Instanz ausgesagt, die Verfügung vom 12. Januar 2016 mit jener aus dem Jahr 2015 verglichen und festgestellt zu haben, dass der Inhalt gleich gewesen sei. Diese Annahme sei aktenwidrig. Denn die auf Tonband dokumentierte Aussage weiche entscheidend von der schriftlich protokollierten Aussage ab. Erstere zeige, dass sie von einem Vergleich des - identisch anmutenden - Schrift bildes gesprochen habe, aufgrund dessen sie, ohne den Text inhaltlich verstanden zu haben, davon ausgegangen sei, es gehe immer noch um das gleiche Problem wie im Vorjahr, das sie bloss noch mit der Versicherung bereinigen müsse. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, die unterlassene Abgabe sei erst ab dem 26. Januar 2016 - nach Ablauf der in der Verfügung vom 12. Januar 2016 gesetzten Frist - zum Tragen gekommen. Die objektive Widerhandlung habe am 1. Februar 2016 geendet. Denn zu diesem Zeitpunkt habe die Versicherung dem Strassenverkehrsamt mitgeteilt, dass ein neuer Versicherungsnachweis hinterlegt worden sei; die Einziehung der Kontrollschilder und Fahrzeugausweise habe sich damit erledigt. Erst am 4. Februar 2016 habe im Einspracheverfahren gegen den Strafbefehl vom November 2015 eine staatsanwaltliche Einvernahme stattgefunden, anlässlich derer sie mit einem einschlägigen Vorwurf konfrontiert worden sei. Während des "inkriminierten Zeitraums" habe ihr also noch kein Bewusstsein über die Pflicht zur Abgabe und die strafrechtlichen Folgen im Unterlassungsfall unterstellt werden dürfen.