Citation: 1A.288/2003 06.02.2004 E. 5

Die Beschwerdeführer erheben weitere Verfahrensrügen. 5.1 Sie rügen, das Baudepartement habe entgegen ihrem Antrag keinen Augenschein durchgeführt; damit habe es - wie auch das Verwaltungsgericht, das den Rekursentscheid schützte - ihren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt. Es ist allerdings nicht ersichtlich, inwiefern ein Augenschein dienlich gewesen wäre: Der Antennenstandort und die Lage der Orte mit empfindlicher Nutzung gehen aus den Akten hervor; die Lage des Schulhauses und des Spitals Flawil geht aus Stadtplänen hervor und war, soweit ersichtlich, nicht streitig. Die erhöhte Empfindlichkeit der betroffenen Personen hätte besser durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden können; im Übrigen war diese Tatsache für den Entscheid nicht relevant, weil keine niedrigeren Grenzwerte für besonders empfindliche Personen gelten. 5.2 Die Beschwerdeführer rügen weiter, das Verwaltungsgericht hätte zu Unrecht nicht geprüft, ob Dritte von der Mobilfunkanlage belastet werden, insbesondere Kinder im Schulhaus und Kranke im nahegelegenen Spital. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Personen, die zur Beschwerde gegen eine Mobilfunkantenne legitimiert sind, nicht nur berechtigt, eine Überschreitung der Immissions- oder Anlagegrenzwerte auf ihren Grundstücken geltend zu machen, sondern können generell die Rechtswidrigkeit des Bauvorhabens rügen. Im vorliegenden Fall wären die Beschwerdeführer deshalb berechtigt gewesen, eine Überschreitung der Anlagegrenzwerte der NISV im Schulhaus, im Pausenhof der Schule oder im Spital zu rügen. Dies haben sie jedoch nicht getan. Vielmehr haben sie geltend gemacht, an diesen Orten müssten aufgrund der besonderen Empfindlichkeit der betroffenen Personen (Schüler, Kranke) niedrigere Grenzwerte als diejenigen der NISV gelten. Diese Prämisse der Beschwerdeführer trifft jedoch nicht zu (vgl. Entscheide 1A.86/2003 und 1A.92/2003, E. 3 bzw. 4). Das Verwaltungsgericht war deshalb nicht verpflichtet, diesen Rügen weiter nachzugehen. 5.3 Die Beschwerdeführer rügen weiter, es sei zu überprüfen, ob sich die Vorinstanzen im gesamten Verfahren rechtswidrig verhalten hätten, u.a. indem sie rechtserhebliche Tatsachen falsch wiedergegeben und sich krass parteiisch verhalten, das Recht falsch angewendet und falsche Tatsachen vorgetäuscht, willkürlich gehandelt und sich unfair verhalten, die Verfahrensmängel der unteren Instanzen nicht behoben und gegen das Gebot der richterlichen Unabhängigkeit verstossen hätten. Diese Rüge ist jedoch zu pauschal und unsubstanziiert, weshalb auf sie nicht weiter einzugehen ist.