Citation: 2C_408/2017 E. 4.5.2

4.5.2. Auch die Würdigung der familiären Verhältnisse führt zu keinem anderen Ergebnis. Der (inzwischen von seiner Ehefrau geschiedene) Beschwerdeführer ist Vater von drei Kindern im Alter von acht, zehn und 15 Jahren. Mit Blick auf die Angaben des Beschwerdeführers ist davon auszugehen, dass im Falle seiner Wegweisung seine hier geborenen und niederlassungsberechtigten Kinder bei der ebenfalls niederlassungsberechtigten Mutter in der Schweiz bleiben und nicht ihrem Vater ins Heimatland folgen würden. Damit wäre zwar die Betreuung der Kinder durch einen Elternteil gewährleistet, jedoch die Beziehung zwischen Vater und Kindern erheblichen Einschränkungen unterworfen. Das Bundesgericht misst dem Interesse an einer intakten Eltern-Kind-Beziehung im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit einer aufenthaltsbeendenden Massnahme eine zentrale Bedeutung zu (vgl. BGE 139 I 315 E. 2.4 S. 320; EGMR-Urteil vom 8. November 2016 El Ghatet gegen Schweiz [Nr. 56971/10] § 46 f. mit Hinweisen). Je schwerer aber die begangenen Verstösse wiegen, desto eher vermag das öffentliche Interesse an einer Ausreise des Betroffenen selbst das Interesse seiner Kinder zu überwiegen, mit ihm hier aufwachsen zu können (vgl. Urteil 2C_503/2014 vom 25. November 2014 E. 4.4.3 mit Hinweisen). Diese Gewichtung erscheint auch mit Blick darauf angezeigt, dass der Umstand, wonach ein Kind bei einem Elternteil aufwachsen kann, nicht einfach pauschal als immer positiv für das Kindeswohl qualifiziert werden kann, sondern insbesondere ein Zusammenleben von Kindern mit delinquenten und sozial nicht eingegliederten Elternteilen unter Umständen das Kindeswohl auch negativ beeinflussen kann (Urteil 2C_208/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 5.3.2 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer wurde trotz ausländerrechtlicher Verwarnung und stabiler Familienverhältnisse als Vater von drei Kindern in einem besonders sensiblen Bereich straffällig und hat erhebliche Schulden angehäuft. Er hat somit durch sein Verhalten den Fortbestand seines Familienlebens in der Schweiz selbstverschuldet und mutwillig aufs Spiel gesetzt hat. Daher hat er es hinzunehmen, wenn die familiären Beziehungen künftig nur noch unter erschwerten Bedingungen gelebt werden können (vgl. BGE 129 II 215 E. 3.4 und 4.1 S. 218). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass ein Bewilligungswiderruf die Erteilung einer neuen Aufenthaltsbewilligung für den Beschwerdeführer nicht zwingend ein für alle Mal verunmöglicht. Unter gewissen Voraussetzungen kann nach einer angemessenen Bewährungsdauer im Heimatland eine Neubeurteilung durch die zuständigen Migrationsbehörden angezeigt sein (vgl. Urteil 2C_734/2014 vom 2. Februar 2015 E. 4.2.3 mit Hinweisen).