Citation: 1P.222/2006 27.09.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer beanstandet seine Verurteilung wegen Vergewaltigung und versuchter Nötigung. Die übrigen Anklagepunkte, in denen das Obergericht das Urteil des Bezirksgerichts bestätigt hat, sind unbestritten. Das Obergericht ist der Darstellung der Zivilklägerin gefolgt, wonach der Beschwerdeführer gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr mit ihr vollzogen und sie auch zum Oralverkehr gezwungen hat. Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, das Bedürfnis nach Sexualität sei gegenseitig gewesen, das heisst, der Geschlechtsverkehr sei einvernehmlich erfolgt und Oralverkehr habe es nicht gegeben. 2.1 Die Zivilklägerin Y.________ wurde am 6. November 2002 auf der Dienststelle Rheinfelden der Kantonspolizei Aargau (Untersuchungsakten Ordner 2 [act.], S. 378 ff.) und am 16. November 2002 als Zeugin auf dem Bezirksamt Rheinfelden (act. S. 388 ff.) einvernommen. Eine weitere Befragung als Zeugin erfolgte anlässlich der Verhandlung vor Bezirksgericht am 12. Januar 2005 (GA [Prot.] S. 54 ff.). Den Antrag des Beschwerdeführers auf eine weitere Befragung der Zivilklägerin vor Obergericht lehnte dieses mit Beschluss vom 15. Dezember 2005 ab, was vorliegend nicht beanstandet wird. In allen ihren Aussagen hat die Zivilklägerin erklärt, sie sei freiwillig in das von ihr bewunderte neue Auto des Beschwerdeführers eingestiegen, in der Annahme, es handle sich dabei um eine kurze Runde. Dieser sei dann mit ihr auf einen Waldweg gefahren und habe sie dort aufgefordert auszusteigen. Als sie dies abgelehnt habe, habe er die Autotüre auf ihrer Seite geöffnet, sie am Arm gepackt und ihr befohlen auszusteigen. Sie habe es mit der Angst zu tun bekommen und sei ausgestiegen. Auf ihre Frage, was sie hier machen würden, habe er gesagt: "Weisch Y.________, wenn ich dich figgen will, dann mach ich es." Er habe sie dann bäuchlings auf die Motorhaube geworfen, habe von hinten ihren Kopf gehalten, habe mit der andern Hand ihre und seine Hose geöffnet und sei von hinten in sie eingedrungen. Anschliessend habe er sie auf den Rücken gedreht, sie auf die Knie gedrückt und den Oralverkehr vollzogen. Da sie fast habe erbrechen müssen, habe er sie aufstehen lassen, sie wieder umgedreht und sei erneut von hinten in sie eingedrungen. Vor dem Samenerguss habe er sie gefragt, was er machen solle. Ihrer Aufforderung, sein Glied herauszunehmen, sei er nachgekommen und habe seinen Samen auf den Boden gespritzt. Auf der Rückfahrt zum Jugendzentrum Rheinfelden habe er ihr gesagt, dass sie niemandem etwas erzählen dürfe; er würde sich nicht selber die Hände schmutzig machen, er habe genügend Kollegen, die sie umbringen könnten. Am nächsten Tag habe er sie angerufen und ihr gesagt, sie müsse um 20.00 Uhr beim Bahnhof sein. Aus Angst habe sie der Aufforderung Folge geleistet. Er sei wieder mit ihr zum Waldrand gefahren und habe ihr dort ein Schmetterlingsmesser gezeigt (act. 378 ff., 388 ff.). 2.2 Nachdem der Beschwerdeführer anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 8. November 2002 jeglichen sexuellen Kontakt mit Y.________ bestritten hatte (act. 362), räumte er in der Folge ein, dass es anlässlich der Ausfahrt mit dem von ihm geliehenen Auto zu Geschlechtsverkehr gekommen war. Er machte jedoch geltend, die Initiative dazu sei von ihr gekommen und sie habe eingewilligt. Auf der Rückfahrt habe sie ihm zu verstehen gegeben, dass sie nicht bloss Sex, sondern eine Beziehung zu ihm suche. Da er dies im Hinblick auf seine Freundin (seine jetzige Ehefrau) nicht gewollt habe, sei sie beleidigt und enttäuscht gewesen.