Citation: 4A_196/2020 E. 6.2

6.2. Die Vorinstanz erwog, die Parteien hätten vereinbart, das Bauleitungsmandat sei per Ende jedes Monats mit einer Frist von zwei Monaten kündbar. Diese Klausel verstosse gegen Art. 404 Abs. 1 OR, da sie das Recht zur Kündigung mit sofortiger Wirkung einschränke. Der Kündigungsklausel könne keine Konventionalstrafe entnommen werden. Ohnehin würde eine Strafabrede eine vorzeitige Kündigung sanktionieren, weshalb sie nichtig wäre. Weiter führte die Vorinstanz aus, ob die Kündigung rechtsmissbräuchlich erfolgt sei, könne offenbleiben, da die Beschwerdeführerin ihren Schadenersatzanspruch nicht rechtsgenüglich substanziiere. Der behauptete Schaden von Fr. 54'934.20 entspreche angeblich der Entschädigung, welche die Beschwerdeführerin während 60 Tagen nach Empfang der Kündigung hätte erwirtschaften können. Damit mache die Beschwerdeführerin das positive Vertragsinteresse geltend, welches unter Art. 404 Abs. 2 OR nicht ersatzfähig sei. Sodann erwog die Vorinstanz, die Beschwerdeführerin behaupte, sie habe wegen der hohen Auslastung durch die Beschwerdegegnerin ein anderes grosses Projekt zurückgestellt und Bauleitungsanfragen für weitere Projekte abgesagt. Diese Behauptungen seien allerdings nicht hinreichend substanziiert, weshalb der Beschwerdeführerin auch das negative Vertragsinteresse nicht zugesprochen werden könne. Die Beschwerdeführerin hätte erklären müssen, welche konkreten Projekte abgesagt oder zurückgestellt werden mussten und welche Entschä digungen aus diesen Projekten geflossen wären. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin könne nicht einzig auf den erfahrungsgemäss erzielten Umsatz abgestellt werden. Der Beschwerdeführerin misslinge der Nachweis eines ersatzfähigen Schadens.