Citation: 1B_618/2019 E. 2

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die angeblichen sexuellen Handlungen an dem damals 14½-jährigen Kind ihres Freundes seien unbestrittenermassen ausschliesslich auf französischem Staatsgebiet erfolgt. Etwas anderes sei ihr bisher nicht vorgeworfen worden. Im vorliegenden Fall bestehe keine Strafrechtshoheit der Schweiz für die Verfolgung einer Auslandtat. Insbesondere seien weder die gesetzlichen Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 1 lit. a oder lit. b StGB erfüllt, noch diejenigen von Art. 6-7 StGB. Die Republik Frankreich stehe auch "nicht im Verdacht, ein sicherer Zufluchtsort für Straftäter zu sein, die sexuelle Handlungen an Minderjährigen begehen". Die kantonalen Strafbehörden hätten bisher weder ein "Auslieferungsgesuch" an die französischen Behörden gestellt, noch in Frankreich "Abklärungen getätigt". Den französischen Behörden stehe es frei, eine Auslieferung zu verlangen. Art. 5-7 StGB müssten restriktiv ausgelegt werden. Der vom ZMG zitierte BGE 121 IV 145 sei nicht einschlägig. Sie sei brasilianische Staatsangehörige und habe, abgesehen von ihrem in der Schweiz lebenden Freund, keine enge Beziehung zur Schweiz. Nach Europa sei sie jeweils mit einem Touristenvisum eingereist. Daraus, dass das "mutmassliche Opfer" und die einzuvernehmenden Personen sich in der Schweiz befänden, ergebe sich noch keine Strafrechtshoheit für die untersuchte Auslandtat. Es sei nicht ersichtlich, weshalb die betreffenden Befragungen nicht durch die französischen Behörden "vor Ort oder rechtshilfeweise" erfolgen könnten. Die Voraussetzungen von Art. 7 StGB seien "offensichtlich nicht gegeben". Mangels Strafrechtshoheit und schweizerischen Gerichtsstands für Auslandtaten seien die kantonalen Strafbehörden auch nicht befugt, strafprozessuale Zwangsmassnahmen gegen die Beschuldigte zu ergreifen, weshalb sie umgehend aus der Untersuchungshaft zu entlassen sei.