Citation: 4A_350/2020 E. 3.1.1

3.1.1. Es ist unbestritten, dass die Abtretung von Forderungen aus dem Transition Agreement von den Konzerngesellschaften an die Beschwerdegegnerin im Agreement nicht explizit erwähnt wird. Die Vorinstanz erwog zunächst unter Verweis auf Art. 164 Abs. 1 OR, gesetzliche Einschränkungen der Abtretbarkeit von Forderungen aus dem Transition Agreement seien weder ersichtlich noch würden solche geltend gemacht. Aus Ziff. 5.2 Absatz 2 des Agreements würden sich zudem nur in Bezug auf die Beschwerdeführerinnen explizite Einschränkungen der Zedierbarkeit ergeben (Ziff. 5). Wären solche auch mit Blick auf die Beschwerdegegnerin gewollt gewesen, sei davon auszugehen, dass dies im sie betreffenden Absatz 1 von Ziff. 5.2 ebenfalls als entsprechende Einschränkung formuliert worden wäre, etwa mit den Worten "nur", "bloss" oder dergleichen, was aber nicht der Fall sei. Dies müsse umso mehr gelten, als Forderungen grundsätzlich abtretbar seien. Dabei schade es nicht, dass die C.________-Konzerngesellschaften im Transition Agreement nicht ausdrücklich als mögliche Zedentinnen erwähnt würden. Insbesondere die insoweit fehlende Erwähnung der Konzerngesellschaft in der Türkei (Cb.________) könne damit erklärt werden, dass diese ursprünglich nicht Partei des Transition Agreements gewesen sei. Den Beschwerdeführerinnen sei ferner bewusst gewesen, dass sie mit einem Grosskonzern zusammenarbeiten würden und dass dieser das Verhältnis möglichst flexibel gestalten wolle. Eine Abtretungsklausel sei in einem Konzernverhältnis denn auch nicht ungewöhnlich oder überraschend und habe gemäss den Aussagen des Zeugen D.________ - einem Angestellten einer der Beschwerdeführerinnen - in den Vertragsverhandlungen zu keinen Diskussionen geführt. Vor diesem Hintergrund sei die Aufzählung in Ziff. 5.2 Absatz 1 des Transition Agreements nicht als abschliessend, sondern lediglich als unvollständig zu verstehen. Demgegenüber würden die Einschränkungen der Abtretbarkeit durch die Beschwerdeführerinnen im Unterschied zur klägerischen Seite Sinn machen, da insoweit als Zessionarin von vornherein nur eine unbeteiligte Dritte in Frage gekommen wäre. Die Vereinbarung stehe einer Abtretung von Forderungen der Cb.________ an die Beschwerdegegnerin somit nicht entgegen. Daran ändere nichts, dass erstere die Forderungen nach der Unterzeichnung des Abtretungsvertrages noch selber gemahnt habe. Daraus könne nicht auf eine Ungültigkeit oder Unzulässigkeit der Abtretung geschlossen werden. Gemäss dem Wortlaut der Vereinbarung «should be informed» müsse schliesslich die rechtzeitige Information der Gegenseite als blosse Ordnungsvorschrift, nicht als Gültigkeitsvoraussetzung verstanden werden. Dies wiederum im Unterschied zur Formulierung gemäss Abs. 2 von Ziff. 5.2 des Transition Agreement, wo die Zustimmung der Gegenpartei - mithin der Beschwerdegegnerin zu Abtretungen durch die Beschwerdeführerinnen - als Gültigkeitserfordernis mit den Worten «shall be null and void» festgehalten worden sei.