Citation: 2C_616/2021 E. 1.3

1.3. Die ans Verwaltungsgericht erhobene Beschwerde führte zur Abweisung (einzelrichterlicher Entscheid A 21 16 vom 10. Juni 2021). Das Verwaltungsgericht erwog, Streitgegenstand sei einzig die Frage, ob die Gemeinde Chur/GR gestützt auf das Störer- bzw. Verursacherprinzip berechtigt sei, die Einsatzkosten auf A.________ zu überwälzen. Massgebend hierfür seien das örtliche Polizeigesetz vom 24. Februar 2008 (PG; RB 411), insbesondere dessen Art. 2 Abs. 2 (Aufgaben) und Art. 45 Abs. 1 (Verursacherprinzip). Nach Art. 1 des örtlichen Reglements vom 27. September 2016 über die Berechnungsansätze für die Kosten der Dienstleistungen der Stadtpolizei (RB 416) sei eine Einsatzkostenpauschale von Fr. 80.-- zu erheben. Hinzu komme die Zellenbelegung (Fr. 150.--; Art. 5), der Atemlufttest (Fr. 20.--; Art. 3) und die tatsächlichen Kosten der amtsärztlichen Beurteilung (Fr. 324.80; Art. 5). Insgesamt ergebe sich der Betrag von Fr. 574.80. Damit frage sich, ob die Versetzung in den Polizeigewahrsam rechtens gewesen sei. Gemäss Art. 11 des örtlichen Polizeigesetzes in Verbindung mit Art. 15 Abs. 1 des Polizeigesetzes [des Kantons Graubünden] vom 20. Oktober 2004 (PolG/GR; BR 613.000) könne die Stadtpolizei renitente oder sonstwie unberechenbare Personen vorübergehend in Polizeigewahrsam nehmen, sofern dies zum Schutz dieser oder einer anderen Person gegen die (akute oder latente) Gefahr von Leib, Leben oder die psychische Unversehrtheit sowie zur Verhinderung oder Beseitigung einer erheblichen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich sei. Die gesetzlichen Voraussetzungen seien mit Blick auf den Sachverhalt erfüllt. A.________ sei nachweislich stark alkoholisiert (Atemalkoholkonzentration von rund 2,84 Promille) und seine Berechenbarkeit sei massiv eingeschränkt gewesen. Die amtsärztliche Begutachtung und der vorübergehende Polizeigewahrsam seien gerechtfertigt gewesen und durch den Beschwerdeverursacher hervorgerufen worden. Die sachverhaltliche Darstellung durch die Polizeiorgane sei nicht zu bezweifeln.