Citation: U 111/05 20.06.2006 E. 3.1

3.1.1 Die Arbeitsfähigkeit bildete Gegenstand einer stationären Abklärung und Beurteilung in der Klinik V.________. Im Bericht dieser Klinik vom 9. Dezember 2002 wird ausgeführt, gemäss Arbeitsanamnese beinhalte die bisherige Tätigkeit als Kranführer auch das An- und Abhängen von Lasten sowie zusätzliche Hilfsarbeitertätigkeiten auf der Baustelle. Aufgrund der Schulterpathologie sei diese gemischte Tätigkeit nicht mehr möglich. Eine Kranführertätigkeit, bei welcher der Versicherte in einen Hochsitz steigen müsse, komme ebenfalls nicht in Frage. Als reiner Kranführer mit Kranbedienung durch Fernsteuerung sollte er dagegen zu 100 % arbeitsfähig sein. Eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe auch für eine leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne Arbeiten auf Schulterhöhe und über dem Kopf. Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 12. März 2003 gelangte Dr. med. J.________ zum Schluss der Versicherte vermöge jede Arbeit auszuführen, bei der kein kräftiger Einsatz des linken Armes über der Horizontalen erforderlich ist. Dabei wies er darauf hin, dass der Versicherte Rechtshänder ist und über einen gesunden rechten Arm mit voller Schulterfunktion verfügt. Im Bericht des Kantonsspitals Y.________ vom 13. Februar 2004 wird ausgeführt, zur Arbeitsfähigkeit könnten nur theoretische Aussagen gemacht werden. Im Hinblick auf die bestehenden Probleme seien Überkopftätigkeiten zurzeit nicht angezeigt, unbelastende Arbeiten unterhalb der 90°-Ebene sollten dagegen möglich sein. 3.1.2 Der Beschwerdeführer bestreitet den Beweiswert dieser ärztlichen Angaben. Zum Bericht der Klinik V.________ macht er geltend, eine leichte Tätigkeit als Kranführer ohne Hantieren mit Gewichten und ohne zusätzliche körperlich schwere Arbeit existiere auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht. Zudem verfüge er über keine eigentliche Ausbildung als Kranführer, sondern sei als ungelernter Bauarbeiter für die Kranführung lediglich angelernt worden. Diesen Umständen kommt für die Beurteilung des Rentenanspruchs indessen nicht ausschlaggebene Bedeutung zu. Entscheidend ist, dass dem Beschwerdeführer unter den ärztlich genannten Einschränkungen jedenfalls leichtere wechselbelastende Tätigkeiten voll zumutbar sind. Davon gehen nicht nur die Ärzte der Klinik V.________, sondern auch der Kreisarzt der SUVA und die Ärzte des Kantonsspitals Y.________ aus. Dass die Einschränkungen im kreisärztlichen Bericht etwas anders umschrieben werden als im Bericht der Klinik V.________, macht sie entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht unzutreffend. Daran ändert nichts, dass Dr. med. J.________ die zumutbaren Tätigkeiten nicht ausdrücklich auf wechselbelastende Arbeiten beschränkt hat. Weil nicht ein Rücken-, sondern ein Schulterleiden im Vordergrund steht, kommt diesem Kriterium nicht vorrangige Bedeutung zu. Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer auch, soweit er unter Hinweis auf den Bericht des Kantonsspitals Y.________ vom 23. Januar 2003 vorbringt, in neurologischer und rheumatologischer Sicht seien pathologische Befunde (Hill-Sachs-Defekt im dorsalen Humeruskopf, Signalerhöhung im intraartikulären Verlauf der langen Bizepssehne, Verdacht auf posttraumatische Nervus ulnaris-Läsion links, Kribbelparästhesie über der ulnaren Handkante, diskrete Zeichen einer akuten chronischen neurogenen Läsion, Myogelosen) ausgewiesen, welche in den Berichten der Klinik V.________ und des Kreisarztes unberücksichtigt geblieben und auch nicht weiter abgeklärt worden seien. Bereits im Bericht des Spitals Y.________ vom 2. Oktober 2002 wurde darauf hingewiesen, dass die objektiven Befunde (MRI) die klinische Beschwerdesymptomatik nicht zu erklären vermöchten. Im Bericht vom 23. Januar 2003 wurde nach erneuten Untersuchungen festgestellt, es bestünden keine Anhaltspunkte für eine intraartikuläre Ursache der Beschwerden und es liege am ehesten eine Myogelose (Muskelverhärtung) vor. Des Weiteren wurde ausgeführt, die Hypästhesie im Nervus ulnaris-Bereich sei deutlich regredient. Insbesondere aber waren die genannten Befunde den Ärzten der Klinik Y.________ bekannt und haben sie im Bericht vom 13. Februar 2004 zu keiner andern Beurteilung der Arbeitsfähigkeit veranlasst. Es besteht daher kein Grund zu ergänzenden Abklärungen hinsichtlich der Bedeutung dieser Befunde für die Arbeitsfähigkeit. Dies umso weniger, als der Beschwerdeführer gegenüber dem Kreisarzt am 12. März 2003 selber angegeben hatte, dass Beschwerden erst aufträten, wenn er den linken Arm über die Horizontale heben müsse, wogegen der Einsatz der linken Schulter bis auf Brusthöhe problemlos sei. Dass es sich dabei um eine unzutreffende anamnestische Feststellung handelt, ist nicht anzunehmen, zumal der Beschwerdeführer bereits am 16. Juli 2002 gegenüber dem Aussendienst-Mitarbeiter der SUVA angegeben hatte, Beschwerden träten insbesondere auf, wenn er mit der linken Schulter kreisen müsse oder die Arme über dem Kopf halte. Von einer Verletzung der im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungsmaxime zufolge nicht umfassender medizinischer Abklärung, wie beschwerdeweise vorgetragen wird, kann bei dieser Ausgangslage keine Rede sein. 3.1.3 Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer auch, soweit er vorbringt, die medizinischen Berichte, auf welche sich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützen, seien nicht aktuell. Streitig ist der Leistungsanspruch für die Zeit vom 1. Mai 2003 (Beginn des Rentenanspruchs) bis zum Erlass des Einspracheentscheids vom 17. März 2004 (BGE 121 V 366 Erw. 1b; RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 Erw. 2 [Urteil S. vom 29. Dezember 2000, U 170/00]). Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wesentlichen Arztberichte datieren vom 9. Dezember 2002 (Klinik V.________), 12. März 2003 (Dr. med. J.________) und 13. Februar 2004 (Kantonsspital Y.________). Weder aus den zuletzt genannten Berichten noch aus den weiteren Arztberichten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass sich der medizinische Sachverhalt gegenüber den Verhältnissen, wie sie bei der stationären Untersuchung und Behandlung in der Klinik V.________ Ende 2002 bestanden haben, in einer für die Beurteilung relevanten Weise geändert hätte. Etwas anderes ergibt sich auch aus der Feststellung im Bericht des Kantonsspitals Y.________ vom 13. Februar 2004 nicht, wonach klinisch sämtliche spezifischen Schulteruntersuchungstests positiv ausgefallen seien. Wesentliche neue Aspekte enthält auch der mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Bericht der Universitätsklinik A.________ vom 9. Februar 2005 nicht. Aus den anamnestischen Angaben geht vielmehr hervor, dass der Versicherte die Beschwerden als belastungsabhängig, mit nur gelegentlichen Ruheschmerzen beschrieben hat. Insgesamt besteht daher kein Anlass, von der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Bericht der Klinik V.________ vom 9. Dezember 2002 abzugehen. Danach ist dem Beschwerdeführer die Verrichtung einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ohne Arbeiten auf Schulterhöhe und über dem Kopf voll zumutbar. Als unbegründet erweist sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesslich auch insoweit, als geltend gemacht wird, eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei nicht realisierbar. Dass entsprechende Arbeitsmöglichkeiten bestehen, belegen die von der SUVA angegebenen Verweisungstätigkeiten, welche im Lichte der ärztlichen Angaben zur Arbeitsfähigkeit zumindest teilweise zumutbar sind. In Betracht fallen auch Kontroll- und Überwachungstätigkeiten in Industrie und Gewerbe, wie sie in dem mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgelegten Bericht der Organisation "verein kompass" vom 21. Februar 2005 erwähnt werden.