Citation: 2C_204/2016 E. 3.2

3.2. Nach Art. 5 Abs. 1 lit. b FZG (SR 831.42) bildet die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit einen gesetzlichen Barauszahlungsgrund. Sind die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Barauszahlungsgrund erfüllt, werden diese Kapitalleistungen separat und zu einer vollen Jahressteuer besteuert (Art. 11 Abs. 3 StHG, vgl. auch § 45 Abs. 1 lit. a des Steuergesetzes des Kantons Aargau vom 15. Dezember 1998 [StG/AG; SAR 651.100]). Es handelt sich um eine erhebliche steuerliche Privilegierung der Kapitalleistungen gegenüber den Rentenleistungen, da Letztere vollumfänglich und progressionswirksam mit dem übrigen Einkommen zu versteuern sind. Gemäss Art. 68 Abs. 1 Satz 2 StHG in der Fassung vom 15. Dezember 2000 (AS 2001 1050; nachfolgend: StHG 2000) sind die Kapitalleistungen in dem Kanton steuerbar, in dem der Steuerpflichtige im Zeitpunkt der Fälligkeit seinen Wohnsitz hat (vgl. mit Wirkung ab dem 1. Januar 2014 den gleich lautenden Art. 4b Abs. 1 Satz 2 StHG in der Fassung vom 22. März 2013 [AS 2013 2397]; betreffend die direkte Bundessteuer vgl. Art. 105 Abs. 4 DBG [SR 642.11] in der Fassung vom 22. März 2013 [AS 2013 2397], zu Art. 216 Abs. 1 DBG in der Fassung vom 14. Dezember 1990 [AS 1991 1184] aber BGE 142 II 182 E. 2.4 S. 191 ff.). Die Vorinstanz hat das Vorliegen eines gesetzeskonformen Barauszahlungsgrunds im Sinne von Art. 5 Abs. 1 lit. b FZG mangels Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit verneint. Die Beschwerdeführer rügen eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung. Sie machen geltend, die Vorinstanz gelange vereinfacht dargestellt zum Schluss, eine effektive Erwerbsabsicht liege nur vor, wenn sie tatsächlich zu einem steuerbaren Erfolg führe. Diese vereinfachte Betrachtung aus der ex post-Perspektive verkenne, dass der Beschwerdeführer bei seinen Dispositionen im Jahr 2009 noch nicht gewusst habe, ob seine Bemühungen um eine selbständige Erwerbstätigkeit von Erfolg gekrönt sein würden.