Citation: 4A_214/2022 E. 7.2

7.2. Entgegen der Behauptung der Beklagten trifft nicht zu, dass der Einzelschiedsrichter eine vertragliche Pflicht zur Preisanpassung für Lieferungen bejaht, sich dann aber - in Widerspruch zu dieser Auslegung - geweigert hätte, die entsprechende Vereinbarung anzuwenden. Der Einzelschiedsrichter hat den geltend gemachten Anspruch auf Preisanpassung durchaus geprüft, jedoch die Höhe der angeblich zwischen November 2018 und Oktober 2019 erfolgten Preisanpassungen zu Gunsten der Beklagten als nicht nachgewiesen erachtet. Entsprechend fehlte es gemäss der Entscheidbegründung an einer Anspruchsvoraussetzung, weshalb die strittige Forderung abgewiesen wurde. Darin ist keine Verletzung des Grundsatzes pacta sunt servanda zu erblicken. Indem die Beklagte vor Bundesgericht vorbringt, ihre Berechnung der Preisanpassung sei "für den Grossteil der Lieferungen" erstellt, übt sie unzulässige Kritik am angefochtenen Schiedsentscheid. Die Rüge, der Einzelschiedsrichter habe den Ordre public missachtet (Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG), ist unbegründet.