Citation: 5P.99/2006 27.06.2006 E. 3

Mit Bezug auf die Unterhaltsbeiträge und die Dauer des ihr persönlich zu entrichtenden Unterhaltsbeitrages macht die Beschwerdeführerin geltend, der Beschwerdegegner habe sein Einkommen wegen seiner Alkoholsucht vermindert, was im Rahmen der Ermittlung seiner finanziellen Leistungsfähigkeit nicht berücksichtigt werden dürfe. Des weiteren seien die Vermögensverhältnisse des Beschwerdegegners nicht abgeklärt worden. Er wohne in einer teuren Attika-Wohnung und versteure über Fr. 400'000.-- Vermögen. Die Beschwerdeführerin werde rückwirkend ab 1. Juni 2005 lediglich einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 900.-- pro Monat zugesprochen, obwohl sie unbestrittenermassen die Sprache nicht gut verstehe, keine Ausbildung genossen habe und unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktlage auf längere Zeit kein Einkommen verdienen werde. Das Obergericht wäre verpflichtet gewesen, die in der Rekursschrift erwähnten Beweismittel abzunehmen. Statt dessen verweise es auf allgemeine Rechtsprinzipien, ohne die konkrete Situation abzuklären. Die Beschwerdeführerin hat zwar im kantonalen Rekurs behauptet, dass der Beschwerdegegner sein Einkommen aufgrund seiner Alkoholsucht vermindert habe. Allerdings hat sie keine Beweise angeboten oder beantragt. Indem es angesichts dieser Umstände keine der blossen Behauptung der Beschwerdeführerin entsprechenden Feststellungen getroffen hat, ist das Obergericht nicht in Willkür verfallen. Im Weiteren hat das Obergericht auf das erstinstanzliche Verfahren verwiesen, welches den anhand der greifbaren Beweise ermittelten Wertschriften- und Liegenschaftsertrag berücksichtigt hat. Inwiefern die erste Instanz oder gar das Obergericht im Rahmen des summarischen Verfahrens, welches kein weitläufiges Beweisverfahren kennt und in dem der Sachverhalt lediglich glaubhaft zu machen ist (Bräm/Hasenböhler Zürcher Kommentar, N. 76 zu Art. 163 ZGB; vgl. auch Hohl, la réalisation du droit et les procédures rapides, Freiburg 1994, S. 155 N. 485; BGE 126 III 257 E. 4b S. 260), verpflichtet gewesen wäre, weitere Beweise abzunehmen, wird nicht rechtsgenüglich erörtert. Ebenso wenig wird substanziiert dargelegt, dass allfällige Beweisanträge frist- und formgerecht gestellt worden sind. Sodann haben beide Instanzen dafürgehalten, dass der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung ihres Alters, ihrer Gesundheit, der finanziellen Situation, der Tatsache, dass sie nur ein schulpflichtiges Kind zu betreuen hat, der Sprachkenntnisse, sodann unter Berücksichtigung der praktischen Berufserfahrung und der Arbeitsmarktlage im Gastgewerbe nach einer Trennungszeit von 15 Monaten ein beruflicher Wiedereinstieg zugemutet werden könne. Was die Beschwerdeführerin dagegen einwendet, erschöpft sich in einer gegenteiligen Ansicht und damit in appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid, auf welche im vorliegenden Verfahren nicht einzugehen ist (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 109 Ia 217 E. 2b S. 226; 125 I 492 E. 1b S. 495; 127 III 279 E. 1c S. 282). Nicht zu hören ist die Beschwerdegegnerin schliesslich, soweit sie dem Obergericht überhaupt rechtsgenüglich vorwirft, es habe (im obergerichtlichen Verfahren) offerierte Beweise nicht abgenommen. In diesem Verfahrensstadium gilt laut dem angefochtenen Entscheid das Novenverbot, welches neue Beweisanträge vor zweiter Instanz ausschliesst. Dass insoweit eine willkürliche Auslegung kantonalen Prozessrechts vorliegt, wird nicht rechtsgenüglich behauptet.