Citation: 2C_860/2017 E. 5.2.2

5.2.2. Zwar gelten Anleihensobligationen und andere vereinheitlichte und massenweise ausgegeben Schuldverschreibungen oder nicht verurkundete Rechte mit gleicher Funktion (Wertrechte) nicht als Einlagen, wenn die Gläubiger in einem dem Art. 1156 OR entsprechenden Umfang informiert wurden. Dies war hier nach dem verbindlich festgestellten Sachverhalt (Art. 105 Abs. 1 BGG) indessen nicht der Fall: Im Emissionsprospekt der B.________ AG wurden die Anleger dahin informiert, dass die Laufzeit 10 Jahre betrage und die Rückzahlung (ohne Wandelung) am 30. Juni 2015 erfolge. Während des Verfahrens wurden fortlaufend weitere Anleihen ausgegeben, zudem beabsichtigte die Emittentin, die Laufzeit der Anleihe über das fixierte Enddatum hinaus zu verlängern, womit für die Investoren unterschiedliche Laufzeiten bestanden; daneben sah der Prospekt keine Zeichnungsfristen und kein fixes Liberierungsdatum vor; auch war der Ausgabepreis je nach Investor uneinheitlich. Als Anleihensobligation gilt indessen - auch bei Berücksichtigung der Zulässigkeit von "Wandelanleihen" bzw. "Pflichtwandelanleihen" - ein in Teilbeträge aufgeteiltes Grossdarlehen gestützt auf eine einheitliche Rechtsgrundlage und zu einheitlichen Bedingungen, namentlich bezüglich Zinssatz, Ausgabepreis, Laufzeit, Zeichnungsfrist und Liberierungsdatum (vgl. STEINMANN/REUTTER, in: Honsell/Vogt/Watter [Hrsg.], BSK OR II, Basel 2008, S. 2667 ff., Vorbemerkungen zu Art. 1157-1186 OR, N. 1 ff.).