Citation: 2C_545/2020 E. 3.2

3.2. Das Bundesgericht hiess mit seinem Urteil 2C_922/2019 vom 26. Februar 2020 die bei ihm erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten im Wesentlichen mit der Begründung gut, die Vorinstanz habe in unhaltbarer Weise das Vorliegen einer relevanten, systematischen und andauernden Misshandlung der Beschwerdeführerin und damit das Vorliegen von wichtigen persönlichen Gründen für einen Aufenthalt nach Auflösung der ehelichen Gemeinschaft der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 AIG verneint (vgl. E. 5.5.3 des Urteils). Sinngemäss warf es der Vorinstanz eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 105 Abs. 2 BGG bzw. willkürliche Würdigung der Beweislage vor, und zwar namentlich in Bezug auf sexuelle Übergriffe auf die Beschwerdeführerin sowie mit Blick auf den Umstand, dass die Vorinstanz eine aktenkundige Strafanzeige des Schwiegervaters der Beschwerdeführerin nicht gewürdigt hatte (vgl. E. 1.3, 5.2 und 5.5 des Urteils). Es ist nicht ersichtlich, dass die Beweislage im Verfahren vor dem Justiz- und Sicherheitsdepartement vorliegend wesentlich anders war als im ersten Rechtsgang vor der Vorinstanz. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass dem Justiz- und Sicherheitsdepartement die gleichen Akten vorlagen wie der Vorinstanz im ersten Rechtsgang. Deshalb und mit Blick auf die genannten Erwägungen des Bundesgerichts in dessen Urteil vom 26. Februar 2020 muss als erstellt gelten, dass auch das Justiz- und Sicherheitsdepartement eine willkürliche Beweiswürdigung vorgenommen hat, indem es einen Aufenthaltsanspruch der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 AIG verneinte.