Citation: 6B_1245/2021 E. 2.4.1

2.4.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie lebe bereits gut die Hälfte ihres Lebens in der Schweiz. Zudem sei sie seit fast 20 Jahren mit einem Schweizer verheiratet, wobei sie wirtschaftlich durch ihre Tätigkeit als Masseurin bestens integriert sei. Zweifellos würde ein Landesverweis nach einer derart langen Aufenthaltsdauer für die Beschwerdeführerin einen beträchtlichen Einschnitt bedeuten. Daraus alleine lässt sich jedoch noch kein für die Annahme eines Härtefalls genügend gewichtiges persönliches Interesse an ihrem Verbleib in der Schweiz ableiten. Ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führt die lange Anwesenheitsdauer von 28 Jahren automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; 144 IV 332 E. 3.3.2; Urteil 6B_1428/2020 vom 19. April 2021 E. 2.6.1; je mit Hinweisen). Eine längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration, ist in aller Regel ein starkes Indiz für das Vorliegen eines Härtefalls (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). In einem jüngeren Fall hielt das Bundesgericht zwar fest, dass den Kinder- und Jugendjahren im Heimatland keine überragende Bedeutung mehr zukommen könne, wenn eine Person den weitaus grössten Teil ihres Lebens in der Schweiz verbracht habe und hier verwurzelt sei (vgl. Urteil 6B_587/2020 vom 12. Oktober 2020 E. 2.2.2). Dennoch ist die Kinder- bzw. Jugendzeit im Heimatland bei der Prüfung eines Härtefalls stets zu berücksichtigen (vgl. Urteil 6B_1428/2020 vom 19. April 2021 E. 2.6.1). Die Beschwerdeführerin legt dabei nicht dar, inwiefern sich die Einreise im doch schon fortgeschrittenen Alter von 35 Jahren derart prägend auf ihre Persönlichkeit ausgewirkt haben soll, dass dadurch von einer gelungenen Integration in der Schweiz gesprochen werden könnte. Im Übrigen bezieht die Vorinstanz die Aufenthaltsdauer der Beschwerdeführerin in der Schweiz - wenn auch nur kurz, so doch ausdrücklich - in die Härtefallprüfung mit ein, wobei sie diese richtigerweise lediglich als ein Element unter anderen würdigt (vorinstanzliches Urteil S. 9 f. mit Verweis auf erstinstanzliches Urteil S. 18). Die vorinstanzlichen Ausführungen sind nicht zu beanstanden.