Citation: 4A_454/2019 E. 3.2

3.2. Es kann dahingestellt bleiben, ob die Beschwerdeführerin mit ihrer Kritik zu den Erwägungen im angefochtenen Urteil hinsichtlich einer tatsächlichen Willensübereinstimmung mangels gehöriger Sachverhaltsrüge (vgl. dazu vorstehend E. 1.3) ohnehin nicht zu hören wäre, sofern die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz auch im Ergebnis nicht zu beanstanden sind: Die Vorinstanz verneinte, dass eine umfassende Nutzung als Verkaufsfläche ausdrücklich vereinbart war, was die Beschwerdeführerin nicht beanstandet, jedenfalls nicht hinreichend konkret. Da in der zum Vertragsbestandteil erklärten Gesamtbaubewilligung vom 9. Februar 2006 auf die Vereinbarkeit der Nutzung mit Art. 51 des Baureglements 1994 der Gemeinde V.________ bzw. auf eine als notwendig erachtete "Betriebsbewilligung" hingewiesen wurde, ging die Vorinstanz sodann davon aus, eine bestimmte Nutzungsmöglichkeit sei auch nicht konkludent zugesichert worden, sondern habe im Gegenteil unter dem Vorbehalt der Bewilligung gestanden. Die Beschwerdeführerin wendet hiergegen ein, die Vorinstanz verkenne, dass es an der Beschwerdegegnerin gelegen habe, die Bewilligung einzuholen. Die Beschwerdegegnerin mag verantwortlich dafür gewesen sein, die Nutzungsbewilligung zu beantragen. Indessen kann die Beschwerdeführerin entgegen der Prämisse, welche ihrem Einwand zugrunde liegt, nichts aus der Pflicht zur Einholung der Bewilligung bezüglich der Tragung des Risikos der Bewilligungsverweigerung ableiten. Die Beschwerdeführerin beruft sich sodann auch vor Bundesgericht auf die "Nutzungsvereinbarung Tragstruktur", welche indessen gemäss insoweit unbestritten gebliebener Feststellung der Vorinstanz lediglich von einer Subunternehmerin erstellt und von der Beschwerdeführerin nicht unterzeichnet wurde. Darüber hinaus erhellt nicht, inwiefern der in diesem Dokument verwendete Begriff "Verkaufsfläche" eine Zusicherung einer entsprechenden Nutzung bedeuten soll, wurde er doch im Hinblick auf die flächenbedingten Tragbarkeitsvoraussetzungen verwendet und damit in einem technischen Zusammenhang. In den weiteren im Recht liegenden Vertragsbeilagen und Plänen, welche die Vorinstanz akribisch untersuchte, konnte sie ebenfalls keinen Parteiwillen gemäss dem Verständnis der Beschwerdeführerin erkennen. Die Beschwerdeführerin kritisiert die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Urteil nur insofern, als sie der Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz ihre eigene tatsächliche Sicht gegenüberstellt. Abgesehen davon, dass sie hiermit die qualifizierten Voraussetzungen an eine Sachverhaltsrüge (E. 1.3) verkennt, ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz in Willkür verfallen wäre, wenn sie keine implizite Zusicherung für die Nutzung als Verkaufsfläche ableitete aus der Bruttorenditeberechnung, der Mietzinsgarantie, dem Erstvermietungsauftrag, dem Baubeschrieb vom 10. Mai 2006, dem Grobbaubeschrieb vom 12. Mai 2006, einer weiteren Beilage sowie einerseits den bereits realisierten gemeinsamen Projekten und andererseits dem nachträglichen Parteiverhalten. Vielmehr überzeugt die Annahme der Vorinstanz, in der Bruttorenditeberechnung gehe es nicht um die Ermittlung des Werkpreises. Zwar bildeten die Beträge für den Landerwerb und die Werkvertragssumme fixe Parameter; die für Mieterträge und die Bruttorendite deklarierten Zahlen konnten hingegen nicht mehr als Annahmen und Erwartungen zum Ausdruck bringen. Denn die Mietverträge mit den Erstmietern waren zu diesem Zeitpunkt gar nicht abgeschlossen. Auch aus der Mietzinsgarantie und dem Erstvermietungsauftrag kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Weil die Beschwerdegegnerin den Mietzins der Erstvermietung explizit garantierte und die Verantwortung für die Erstvermietung ebenfalls aufgrund einer eindeutigen schriftlichen Übereinkunft übernahm, liegt vielmehr nahe, dass weitere Zusicherungen ebenfalls ausdrücklich vereinbart und schriftlich festgehalten worden wären. Was die Beschwerdeführerin sodann zu den Überlegungen der Vorinstanz zu den weiteren Vertragsdokumenten sowie zum nachträglichen Parteiwillen vorbringt, ist ebenfalls einzig appellatorische Kritik und vermag jedenfalls keine Willkür am Beweisergebnis des angefochtenen Urteils zu begründen, womit es sein Bewenden hat.