Citation: 8C_106/2023 E. 4.3

4.3. Die Suva wendet im Wesentlichen ein, im Moment der Rentenprüfung Ende Juni 2021 sei der Endzustand erreicht gewesen, wie aus den Berichten der Dres. med. D.________ vom 7. Mai 2021 und E.________, Leitender Arzt, Wirbelsäulenzentrum, Spital F.________ vom 10. November 2021 hervorgehe. Die Aussagen des Dr. med. D.________ vom 7. Mai 2021 stünden seinen Angaben vom 1. März 2021 nicht entgegen. Denn am 1. März 2021 habe er zur Arbeitsfähigkeit (in der angestammten Tätigkeit), am 7. Mai 2021 hingegen zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Stellung genommen. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit sei sodann unter Berücksichtigung des Umstands, dass der Beschwerdegegner sich den Infiltrationen nicht habe unterziehen wollen und somit ein stabiler Zustand bestanden habe, festgelegt worden. Hiervon abgesehen wäre es fraglich, jemanden zu einer Operation zu zwingen, vor der er Angst habe und von der ohnehin zweifelhaft sei, ob sie zu einer anderen (weniger einschränkenden) Arbeitsfähigkeit führen würde. Laut bundesgerichtlichem Urteil 8C_87/2021 vom 15. Juni 2021 sei entscheidend, dass sich die versicherte Person der Therapie nicht unterziehe und es folglich nicht angehen könne, ihr weiterhin Taggelder zahlen zu müssen. Insgesamt sei es somit korrekt gewesen, von einem Endzustand auszugehen und ein entsprechendes Zumutbarkeitsprofil festzulegen, das die angedachte Behandlung nicht einbeziehe. Die Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld sei nicht als Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG erfolgt, sondern weil der Gesundheitszustand des Beschwerdegegners ohne Durchführung der empfohlenen Infiltration stabil gewesen sei. Anzufügen sei, dass diese Behandlung höchstens eine Verringerung der gesundheitlichen Beschwerden herbeigeführt hätte. Die Leistungseinstellung sei somit zu Recht einzig gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG erfolgt. Es sei mithin keine Konstellation gegeben, bei der das Mahn- und Bedenkzeitverfahren hätte durchgeführt werden können und müssen.