Citation: 9C_71/2023 E. 3.3.1

3.3.1. Die Beschwerdeführerin verkennt, worauf bereits die Vorinstanz hingewiesen hat, dass jede ins Auge gefasste berufliche Eingliederungsmassnahme, sei dies eine erstmalige berufliche Ausbildung, eine berufliche Neu- respektive Weiterausbildung oder eine Umschulung, nicht nur unter Berücksichtigung der derzeitigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, sondern im Hinblick auf die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens einzuschätzen ist. Als allgemeine Anspruchsvoraussetzung von Art. 8 Abs. 1bis Satz 2 IVG ist nebst der Notwendigkeit und Geeignetheit der fraglichen Vorkehr auch das Erfordernis der (sachlichen, zeitlichen, finanziellen und persönlichen) Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne) zu beachten. Danach hat die Massnahme unter anderem prognostisch ein bestimmtes Mass an Eingliederungswirkungsamkeit aufzuweisen und es muss gewährleistet sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist (statt vieler: BGE 142 V 523 E. 2.3 mit Hinweisen). Zur Beurteilung ist mithin von einer prognostischen Betrachtungsweise auszugehen. Zeitlich angemessen ist eine Eingliederungsvorkehr, wenn auf Grund sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Prognose gestellt werden kann, dass der verlangte sachliche Eingliederungserfolg (Eingliederungswirksamkeit) während der - von der versicherten Person noch zu erwartenden - gesamten Dauer des Erwerbslebens bestehen bleibt (BGE 143 V 190 E. 7.4 mit Hinweisen; Urteil 8C_792/2019 vom 28. Februar 2020 E. 3.2 vgl. auch Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Aufl. 2022, Rz. 26 f. und 31 f. zu Art. 8 IVG).