Citation: 8C_289/2022 E. 6.2.4

6.2.4. Schliesslich rügt die Suva, das Fristverlängerungsgesuch des Rechtsvertreters vom 14. September 2021 könne entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen auch nicht alternativ als Gesuch um Wiederherstellung der ablaufenden Rechtsmittelfrist nach Art. 41 ATSG (vgl. E. 4.1 hiervor) verstanden werden. Die Uminterpretation des Fristerstreckungsgesuchs vom 14. September 2021 durch das kantonale Gericht scheitert in der Tat bereits am Umstand, dass der Beschwerdegegner bzw. sein Vertreter nicht unverschuldeterweise davon abgehalten worden war, fristgerecht zu handeln, zumal die Einsprachefrist am 14. September 2021 noch lief, bzw. erst an diesem Tag ablief. War der Rechtsvertreter folglich gesundheitlich (wieder) in der Lage, seine Fristen zu verwalten, wäre es ihm auch möglich gewesen, die begründete Einsprache innert Frist einzureichen oder zumindest rechtzeitig vor Fristablauf eine andere Person mit dieser Aufgabe zu betrauen. Denn bevollmächtigt war die Rechtsschutzversicherung, so dass es auch anderen Mitarbeitern offen gestanden hätte, die begründete Einsprache anstelle des Rechtsvertreters fristgerecht einzureichen.