Citation: 2C_885/2022 E. 6.1

6.1. Das RHG unterscheidet zwischen Niederlassungs- und Aufenthaltsgemeinde. Als Niederlassungsgemeinde definiert es die Gemeinde, in der sich eine Person in der Absicht dauernden Verbleibens aufhält, um dort den Mittelpunkt ihres Lebens zu begründen, welcher für Dritte erkennbar sein muss (Art. 3 lit. b Satz 1 RHG). Als Aufenthaltsgemeinde gilt die Gemeinde, in der sich eine Person zu einem bestimmten Zweck ohne Absicht dauernden Verbleibens mindestens während dreier aufeinander folgender Monate oder dreier Monate innerhalb eines Jahres aufhält, wobei der Aufenthalt zum Zweck des Besuchs einer Lehranstalt oder Schule und die Unterbringung einer Person in einer Erziehungs-, Versorgungs-, Heil- oder Strafanstalt eine Aufenthaltsgemeinde begründen (Art. 3 lit. c RHG). Die kantonalrechtliche Definition des Hauptwohnsitzes in § 4 Abs. 1 ErG stimmt mit der bundesrechtlichen Definition der Niederlassungsgemeinde überein. Ebenso stimmt die Definition des Nebenwohnsitzes in § 5 Abs. 1 und Abs. 2 ErG mit jener der Aufenthaltsgemeinde nach dem RHG überein. Damit sind diese Begriffsbestimmungen des ErG harmonisiertes kantonales Recht, dessen Anwendung das Bundesgericht frei prüft (vorne E. 2.1 i.f.).