Citation: 5A_374/2007 28.08.2007 E. 3

Das Obergericht hat erwogen, dass im vorliegenden Fall eine Namenseinheit des Beschwerdeführers nur entweder mit der Mutter oder mit dem Vater möglich sei. Eine analoge Anwendung von Art. 271 Abs. 3 ZGB auf die Fälle der gemeinsamen elterlichen Sorge erscheine weder aufgrund der Intention des Gesetzgebers noch aufgrund der Rechtsprechung des Bundesgerichts als zulässig. Die Anerkennung der gemeinsamen elterlichen Sorge unverheirateter Eltern als per se wichtiger Grund für eine Namensänderung führte zu einer weitgehenden Aufweichung der Regelung in Art. 270 Abs. 2 ZGB sowie des Grundsatzes der Unabänderlichkeit des einmal erworbenen Namens. Da es für den Erwerb des Namens der Mutter durch ein Kind unverheirateter Eltern gemäss Art. 270 Abs. 2 ZGB unerheblich sei, ob der Mutter die elterliche Sorge zustehe, sei aus der Sicht des Gesetzgebers nicht in erster Linie entscheidend, ob die Mutter die (alleinige) elterliche Sorge habe oder nicht, sondern ob das Kind dauernd nicht bei der Mutter, sondern allein beim Vater aufwachsen werde. Massgeblich für eine aus Art. 271 Abs. 3 ZGB abgeleitete Namensänderung sei das Bestehen einer Lebensgemeinschaft des Elternteils und des Kindes. Eine solche sei jedoch auch bei stabilen Konkubinatspaaren gegeben, welche nicht die gemeinsame elterliche Sorge hätten. Insgesamt sei eine Namensänderung ausschliesslich aufgrund gemeinsamer elterlicher Sorge und eines Konkubinates der Eltern nicht zulässig; vielmehr sei in Anwendung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Namensänderung von Kindern stabiler Konkubinatspaare erforderlich, dass zusätzlich konkrete und ernsthafte Nachteile nachgewiesen würden.