Citation: 1A.203/2002 28.01.2003 E. 3

3.1 Unbestrittenermassen sind die Beschwerdeführer nicht Inhaber der von den Rechtshilfemassnahmen betroffenen Konten. Durch die Zwangsmassnahmen, die Gegenstand der dem angefochtenen Entscheid zugrunde liegenden Schlussverfügung bilden, werden nicht sie selber berührt, sondern einzig die genannten, in Guernesey eingetragenen bzw. domizilierten Firmen F.________Ltd. und G.________Ltd., auf welche die Konten lauten, in Bezug auf die den um Rechtshilfe ersuchenden französischen Behörden Dokumente herausgegeben und sonst wie Auskünfte erteilt werden sollen. Die Beschwerdeführer 1 und 3 halten indes dafür, die Vorinstanz habe sie zu Unrecht als im kantonalen Verfahren nicht rekursbefugt erachtet. Sie machen geltend, als wirtschaftlich an den von den Rechtshilfemassnahmen direkt betroffenen beiden Gesellschaften Berechtigte seien sie sehr wohl beschwerdebefugt, weil diese Gesellschaften inzwischen nicht mehr existierten. Diese letztgenannte Behauptung haben sie nicht bereits im kantonalen Verfahren, sondern erstmals vor Bundesgericht erhoben. Und mit verschiedenen Dokumenten, die sie im vorliegenden Verfahren zu den Akten gegeben haben, wollen sie ihre Behauptung belegt haben (so namentlich mit einer schriftlichen Erklärung eines in Solothurn praktizierenden Rechtsanwalts sowie mit Belegen von Schweizer Banken, wonach die bei diesen geführten Konten der Gesellschaften unterdessen auf Null saldiert worden seien). Ob diese Beweismittel als neue tatsächliche Vorbringen im Lichte von Art. 105 Abs. 2 OG überhaupt zulässig sein können, was das Bundesamt in Abrede stellt, kann aus den nachfolgenden Gründen offen bleiben. 3.2 Personen, gegen die sich das ausländische Strafverfahren richtet, können Verfügungen nur anfechten, wenn eine Rechtshilfemassnahme sie persönlich und direkt betrifft und sie ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung haben (Art. 21 Abs. 3 IRSG). Auch zur Beschwerdeführung gegen eine - wie hier in Frage stehende - kantonale Schlussverfügung (im Sinne von Art. 80d und Art. 80f Abs. 1 IRSG) ist nur berechtigt, wer persönlich und direkt von den angeordneten Rechtshilfemassnahmen betroffen ist (Art. 80h lit. b IRSG; BGE 1A.10/2000 vom 18. Mai 2000 in: Pra 2000 Nr. 133 S. 790 E. 1; s. zum Ganzen auch BGE 128 II 211 E. 2.3 S. 217 f., mit weiteren Hinweisen). Ein schutzwürdiges Interesse liegt nicht schon dann vor, wenn jemand irgendeine Beziehung zum Streitobjekt zu haben behauptet. Vielmehr muss eine vom einschlägigen Bundesrecht erfasste "spezifische Beziehungsnähe" dargetan sein. Eine blosse mittelbare Betroffenheit genügt hingegen nicht (BGE 128 II 211 E. 2.3 S. 217). Bloss wirtschaftlich an einem Konto oder an einer direkt betroffenen Gesellschaft Berechtigte sind nur in Ausnahmefällen selbständig beschwerdelegitimiert. Dies kann praxisgemäss etwa der Fall sein, wenn eine juristische Person, über deren Konto Auskunft verlangt wird, aufgelöst wurde und deshalb nicht mehr handlungsfähig ist (BGE 123 II 153 E. 2c/d S. 157). Die Beweislast für die wirtschaftliche Berechtigung und die Liquidation der Gesellschaft obliegt allerdings dem Rechtsuchenden; ausserdem darf die Firmenauflösung nicht bloss vorgeschoben oder rechtsmissbräuchlich erscheinen (BGE 123 II 153 E. 2d S. 157 f.). Im Übrigen könnte auch eine ersatzweise Legitimation von Personen, die an einer liquidierten juristischen Person bloss wirtschaftlich berechtigt sind, nicht weiter gehen als die ursprüngliche Beschwerdeberechtigung der nicht mehr handlungsfähigen Gesellschaft selbst (BGE 125 II 356 E. 3b/bb S. 362 f.). Für bloss indirekt Betroffene, insbesondere Personen, die zwar in den erhobenen Kontounterlagen erwähnt werden, aber nicht direkt von Zwangsmassnahmen betroffen bzw. Inhaber der fraglichen Konten sind, ist die Beschwerdebefugnis grundsätzlich zu verneinen (BGE 1A.10/2000 vom 18. Mai 2000 in: Pra 2000 133 790 E. 1e, mit weiteren Hinweisen).