Citation: I 100/01 11.04.2002 E. 3

3.- Zu prüfen ist, wie sich die fachärztlich festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt. a) Zur Berechnung der ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielbaren Einkünfte (Valideneinkommen) hat die IV-Stelle in der Verwaltungsverfügung auf die Angaben der früheren Arbeitgeberfirma vom 11. Januar 1999 abgestellt, wonach der Versicherte im Jahre 1997 ein Jahreseinkommen von Fr. 56'565.- erzielt hatte und dieses für 1999 auf Fr. 56'905.- festgesetzt. Im vorinstanzlichen Verfahren machte der Beschwerdeführer geltend, das Valideneinkommen sei unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung gemäss Gesamtarbeitsvertrag für das Jahr 1999 auf Fr. 57'302.- zu erhöhen. Nachdem die IV-Stelle diesen Betrag in ihrer Vernehmlassung ausdrücklich anerkannt hat, bezeichnete der Versicherte diesen Punkt in seiner Replik als nicht mehr streitig. Die Vorinstanz konnte daher diesbezüglich von Weiterungen absehen. Wie der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nunmehr auf ein Valideneinkommen von Fr. 57'464. 55 kommt, ist nicht nachvollziehbar. Insbesondere ist unklar und nicht näher belegt, weshalb er bei der Firma H.________ AG Fr. 56'927. 95 verdient haben soll. Die Arbeitgeberin hat im Fragebogen ein Einkommen von Fr. 56'565.- angegeben, was bisher von keiner Seite angezweifelt wurde. Es besteht daher kein Anlass, von dem bereits dem vorinstanzlichen Verfahren zu Grund liegenden Valideneinkommen von Fr. 57'302.- abzuweichen. b) aa) Bei der Bestimmung des noch zumutbaren Einkommens in einer leidensangepassten Tätigkeit hat die IV-Stelle auf zwei DAP-Profile abgestellt und ist bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % von einem Einkommen von Fr. 20'631.- ausgegangen. In ihrer Vernehmlassung im vorinstanzlichen Verfahren zog sie für die Festsetzung des Invalideneinkommens zudem vergleichsweise die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik bei und ermittelte so ein Invalideneinkommen von rund Fr. 26'826.-, was einen Invaliditätsgrad von 53,18 % ergab. bb) Mit dem Heranziehen der Tabellenlöhne 1998 ist die IV-Stelle grundsätzlich richtig vorgegangen, da das Abstellen auf die Verdienstmöglichkeit an zwei konkreten Arbeitsplätzen in der Regel nicht repräsentativ ist. Nach der Rechtsprechung können Tabellenlöhne beigezogen werden, wenn der Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Soweit der Beschwerdeführer die Zumutbarkeit der Tätigkeiten, auf die sich die Löhne der internen Arbeitsplatzdokumentation beziehen, in Frage stellt, muss darauf somit nicht näher eingegangen werden. Dasselbe gilt bezüglich des Einwandes, die entsprechenden Arbeitsstellen seien nicht verfügbar. Massgebend ist, inwiefern sich das dem Versicherten verbliebene Leistungsvermögen auf dem für ihn in Frage kommenden ausgeglichenen - und nicht dem aktuellen - Arbeitsmarkt wirtschaftlich verwerten lässt (BGE 110 V 276 Erw. 4b). Laut Bericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y.________ vom 15. September 1999 und Stellungnahme des Dr. med. W.________ vom 18. Januar 2000 könnte der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit vor allem in der Industrie als Hilfsarbeiter in der Montage verwerten. Dagegen fällt die von der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y.________ vorgeschlagene und vom Versicherten bevorzugte Tätigkeit im Bürobereich auf Grund des Alters und wegen der fehlenden Qualifikationen nicht in Betracht. cc) Zu Recht hat die IV-Stelle der Berechnung den für männliche Arbeitnehmer bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) erzielten standardisierten monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) im privaten Sektor von Fr. 4268.- zu Grunde gelegt. Dieser Ansatz ist auf die für das Jahr 1999 durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,8 Stunden (Die Volkswirtschaft, 2/2002, S. 88, Tabelle B 9.2) - nicht 41,9 Stunden - umzurechnen und der Lohnentwicklung per 1999 von 0,3 % (Die Volkswirtschaft, 2/2002, S. 89, Tabelle B 10.2) anzupassen, was ein Invalideneinkommen von Fr. 4473.- pro Monat oder von Fr. 53'676.- pro Jahr, bei 50 %iger Arbeitsfähigkeit somit ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 26'838.- ergibt. Daraus folgt in Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 57'302.- ein Invaliditätsgrad von 53,16 %. dd) Der Beschwerdeführer macht geltend, es mache lohnmässig einen Unterschied, ob jemand eine halbe Arbeitsstelle zu 100 % ausüben könne oder ob er mit nur 50 %iger Leistungsfähigkeit ganztägig einsetzbar sei. Nach der Rechtsprechung ist dem insofern Rechnung zu tragen, als bei gesundheitlich beeinträchtigten Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert und im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen, ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist (BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb mit Hinweisen; vgl. auch BGE 126 V 77 ff. Erw. 4 und 5). Ein solcher Abzug erfolgt sowohl bei Versicherten, die vollzeitig eine ihrem Leiden angepasste Arbeit ausüben, als auch bei bloss teilzeitig einsetzbaren Versicherten (BGE 126 V 78 Erw. 5a/bb mit Hinweisen). Die Grundsätze zur Kürzung von Tabellenlöhnen (BGE 126 V 79 Erw. 5b mit Hinweisen) haben den Zweck, ausgehend von statistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch möglichen Verrichtungen im Rahmen der (Rest-)Arbeitsfähigkeit am besten entspricht. Ein Abzug soll dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person ihre gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann und ist auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen. Indem die Vorinstanz einen solchen Abzug erwogen hat, ohne sich indessen verbindlich darauf festzulegen, ist sie ihrer Begründungspflicht hinreichend nachgekommen, ohne das rechtliche Gehör verletzt zu haben. Als abzugsbegründende Tatsachen fallen hier die leidensbedingte Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 50 % bei ganztägiger Beschäftigung auch im Rahmen einer geeigneten leichteren Tätigkeit und das fortgeschrittene Alter in Betracht. Da selbst bei einem maximal zulässigen Abzug von 25 % - und damit einem Invalideneinkommen von Fr. 20'128.- - ein Invaliditätsgrad von weniger als 66 2/3 % resultiert, kann von einer genauen Festlegung des Abzuges abgesehen werden.