Citation: 1C_390/2022 E. 4.5

4.5. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Rechtmässigkeit von Verwaltungsakten (mangels einer speziellen übergangsrechtlichen Regelung) grundsätzlich nach der Rechtslage im Zeitpunkt ihres Ergehens zu beurteilen. Im Baubewilligungsverfahren ist daher i.d.R. (mangels gegenteiliger Bestimmungen) der Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids der Baubehörde massgeblich. Später eingetretene Rechtsänderungen sind nur ausnahmsweise zu berücksichtigen, wenn zwingende Gründe für die sofortige Anwendung des neuen Rechts sprechen (BGE 144 II 326 E. 2.1.1; 139 II 263 E. 6; 135 II 384 E. 2.3; 125 II 591 E. 5e/aa). In den zitierten Entscheiden ging es um die zeitliche Anwendbarkeit des Bundesrechts, welches das Bundesgericht frei prüft. Liegt kantonales Übergangsrecht im Streit, so kann dessen Auslegung und Anwendung grundsätzlich nur unter dem Blickwinkel der Grundrechte, namentlich des Willkürverbots und des Vertrauensschutzes überprüft werden (vgl. Urteil 1C_23/2014 vom 24. März 2015, in: ZBl 116/2015 536, E. 5-7); hierfür gilt das Rügeprinzip gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG (vgl. zitierter Entscheid 1C_23/2014, E. 4.2).