Citation: U 590/06 07.02.2008 E. 4

4.1 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 24. August 2002 eine Kontusion der HWS und damit eine Schleudertrauma äquivalente Verletzung erlitten hat. Wie das kantonale Gericht unter Hinweis auf die medizinischen Akten zutreffend erwogen hat, lag zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides ein typisches, buntes Beschwerdebild vor. Innerhalb der massgeblichen Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden nach dem Unfall hat sich der Versicherte indessen lediglich über Nacken- und Kopfschmerzen beklagt. Wie das Bundesgericht in seiner jüngsten Rechtsprechung präzisiert hat, ist jedoch bereits beim Auftreten solcher Beschwerden innerhalb der Latenzzeit der natürliche Kausalzusammenhang in der Regel zu bejahen, ohne dass das gesamte bunte Beschwerdebild innerhalb der kurzen Zeitspanne nach dem Unfall auftreten muss (SVR 2007 Nr. 23 S. 75 [U 215/05] E. 5 mit Hinweisen). Da aufgrund des Gutachtens des Dr. med. F.________ (FMH für Psychiatrie und Psychotherapie), vom 21. Dezember 2005 nicht von einer Dominanz psychischer Beschwerden auszugehen ist, ist die Adäquanzprüfung somit gemäss den Kriterien der Rechtsprechung nach BGE 117 V 359 vorzunehmen. Bei dieser Ausgangslage kann offenbleiben, ob der Beschwerdeführer beim Unfall eine milde traumatische Hirnverletzung erlitten hat, da selbst beim Vorliegen erheblicher neuropsychologischer Defizite, welche als Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas zu werten wären, die Adäquanzprüfung nach denselben Kriterien vorzunehmen wäre (Urteil U 75/07 vom 23. Oktober 2007, E. 4.2.2). 4.2 Vorinstanz und Verwaltung qualifizierten das Unfallereignis als höchstens mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen. Der Versicherte hat diese Qualifikation zu Recht nicht bestritten. 4.3 Bezüglich der einzelnen Adäquanzkriterien ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer jenes des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit - allerdings nicht in besonders ausgeprägtem Masse - erfüllt. Unbestrittenermassen war der Unfall nicht besonders eindrücklich und ereignete sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen. Ebenfalls ist unstreitig, dass weder das Kriterium der Schwere bzw. besonderen Art der erlittenen Verletzung noch jenes der ärztlichen Fehlbehandlung erfüllt ist. Streitig und zu prüfen ist jedoch, wie es sich mit den drei anderen Kriterien verhält. 4.3.1 Der Versicherte führt zutreffend aus, dass bei der Beurteilung der Dauer der ärztlichen Behandlung nicht alleine die Dauer der Behandlung organisch nachweisbarer Beschwerden zu berücksichtigen ist. Doch auch unter Einbezug der gesamten Behandlung erscheint diese nicht als unüblich lang: Wie Dr. med. S.________ in seinem Gutachten vom 18. November 2003 festhielt, erschöpften sich die Massnahmen schon seit längerer Zeit in einer Schmerzmedikamentation. Auch wenn das eingesetzte Medikament verschreibungspflichtig ist, stellte diese Medikamentation keine mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitsschadens gerichtete ärztliche Behandlung mehr dar (vgl. Urteil U 608/06 vom 25. Oktober 2007, E. 5.4.3). Zudem wäre selbst eine Behandlungsbedürftigkeit während zwei bis drei Jahren nach einer Kontusion der HWS noch als im üblichen Rahmen liegend zu betrachten (Urteil U 365/05 vom 11. Juli 2007, E. 5.2). 4.3.2 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kann der Heilungsverlauf nicht als besonders schwierig bezeichnet werden. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und aufgrund der geklagten Beschwerden kann nicht schon auf einen solchen geschlossen werden (Urteil U 79/05 vom 10. Februar 2006, E. 4.2). Zur Bejahung dieses Kriteriums braucht es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteil U 608/06 vom 25. Oktober 2007, E. 5.4.6). Solche Gründe sind hier nicht gegeben. 4.3.3 Das Kriterium der Dauerbeschwerden ist erfüllt, wenn die Beschwerden regelmässig wiederkehren, auch wenn sie nicht ununterbrochen vorhanden sind (vgl. Urteile U 357/01 vom 8. April 2002, E. 3c/dd und U 396/99 vom 30. April 2001, E. 3b). In den Akten ist hinlänglich dokumentiert, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall an rezidivierenden Kopfschmerzen leidet. Das Kriterium ist daher - wenn auch nicht in besonders ausgeprägter Form - als erfüllt zu betrachten. 4.4 Da somit lediglich zwei der Adäquanzkriterien gegeben sind, ist das kantonale Gericht im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass die massgeblichen Kriterien nicht in gehäufter und auffälliger Form vorliegen. Da die beiden erfüllten Kriterien auch nicht besonders ausgeprägt gegeben sind, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 24. August 2002 und den über den 30. April 2005 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden zu verneinen. Einsprache- und kantonaler Gerichtsentscheid waren im Ergebnis rechtens.