Citation: 6B_1051/2021 E. 2.3

2.3. Die Beschwerdeführerin richtet sich gegen die vorinstanzliche Auseinandersetzung mit den drei gutachterlich prognostizierten "Szenarien", und zwar hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt des vierten Themenbereichs der risikoanalytischen Gesamtwürdigung, nämlich des zu erwartenden Empfangsraums oder der Perspektive (HEER/ HABERMEYER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 67 zu Art. 64 StGB). Sie legt damit nicht eine willkürliche Würdigung des Gutachtens dar (Art. 97 Abs. 1 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG). Die Legalprognose muss kriteriengeleitet auf einer möglichst realistischen tatsächlichen Basis prognostisch vorgenommen werden. Nach der aktuellen wissenschaftlichen Theoriebildung erfolgt die Prognoseentscheidung hinsichtlich einer Entlassungsperspektive von Anfang an in einem prognostischen Prozess. Eine Prognose bleibt als Beurteilung erst zukünftig eintretender strafrechtsrelevanter Tatsachen bereits aus wissenschaftstheoretischen Gründen der Vorhersage menschlichen Verhaltens unzulänglich oder nach dem Wortlaut der Beschwerde "spekulativ". Delinquenz ist meist auf das Verhalten mehrerer Faktoren zurückzuführen, bei denen auch die Situation, in der sich der Täter befindet, eine grosse Rolle spielt. Welche situativen Konstellationen der Täter in der Zukunft antreffen wird, ist nur mit grossen Einschränkungen zu antizipieren. Vom Gutachter wird (nur, aber immerhin) eine wissenschaftlich begründete Entscheidungsgrundlage für die Gerichte verlangt (MÜLLER/NEDOPIL, Forensische Psychiatrie, 5. Aufl. 2017, S. 37-360; HEER/HABERMEYER, a.a.O., N. 64a zu Art. 64 StGB). Indem die Beschwerdeführerin die vorinstanzlich auf die drei gutachterlichen Szenarien gestützte Beurteilung im Sinne dieser bekannten "Grenzen von Rückfallprognosen" tatsächlich in Frage stellt, macht sie keine Willkür in der Subsumtion geltend, sondern trägt insoweit eine appellatorische Kritik vor. Strafgerichte müssen von Gesetzes wegen (in casu: Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB) auch bei nur eingeschränkt antizipierbarem und deshalb prekärem Wissen den Prognoseentscheid treffen ("tout pronostic de dangerosité est incertain", Urteile 6B_970/2013 vom 24. Juni 2014 E. 8.3; 6B_705/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 2.2). Es ist letztlich eine Rechtsfrage, unter welchen Voraussetzungen eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit anzunehmen ist (BGE 127 IV 1 E. 2a; Urteil 6B_1427/2020 vom 28. Juni 2021 E. 6.2). Als Ausgangssachverhalt für das Bundesgericht bleibt der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt massgebend (Art. 105 Abs. 1 BGG).