Citation: 7B_13/2021 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwägt, dass die eingedrungenen Personen beim zweiten Mal auf den Bauernhof des Beschwerdeführers gelangt seien, um den Beschwerdegegner 2 aus seiner Gefangenschaft im Rübenkeller in der Tenne zu befreien. Damit hätten diese das Hausrecht des Beschwerdeführers verletzt. Es sei nicht davon auszugehen, dass diese von einer unmittelbaren Gefahr für Leib und Leben des Beschwerdegegners 2, der vom Beschwerdeführer gefangengehalten wurde, ausgegangen seien; ihr Handeln sei nicht durch Notwehrhilfe nach Art. 15 StGB gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer habe sich deshalb in einer Notwehrlage wegen eines rechtswidrigen Angriffs auf sein Hausrecht befunden, welche im Moment der Schussabgabe noch angedauert habe. Die Attacke mit der Mistgabel auf den Beschwerdeführer durch einen der Eindringlinge sei ein weiterer Angriff gewesen, nunmehr gegen Leib und Leben des Beschwerdeführers. Die Schussabgabe sei jedoch nicht als unmittelbare Reaktion auf diesen Angriff mit der Mistgabel erfolgt, weder in zeitlicher noch in räumlicher Hinsicht: Zum einen seien zwischen dem Angriff und der Schussabgabe mehrere Sekunden verstrichen, zum anderen hätten sich die Personen bei der Schussabgabe nicht mehr beim Eingang der Tenne, sondern beim mehrere Meter entfernten Hoflader befunden, wo sie Sicherheit gesucht hätten. Im Zeitpunkt der Schussabgabe habe der Angriff gegen Leib und Leben des Beschwerdeführers damit nicht mehr angedauert. Die Angreifer hätten zuvor, der Schrotflinte gewahr geworden, die Flucht ergriffen und im Zeitpunkt der Schussabgabe bereits Deckung beim Hoflader gesucht gehabt. Der Beschwerdeführer habe den Flüchtenden nachgeschossen.