Citation: 5A_993/2014 E. 2.2

2.2. Stellt das Konkursamt fest, dass aus dem Erlös der inventarisierten Vermögenswerte die Kosten des ordentlichen Verfahrens voraussichtlich nicht gedeckt werden können oder die Verhältnisse einfach sind, so beantragt es dem Konkursgericht das summarische Verfahren. Teilt das Gericht diese Ansicht, so wird der Konkurs im summarischen Verfahren durchgeführt, sofern nicht ein Gläubiger vor der Verteilung des Erlöses das ordentliche Verfahren verlangt und für die voraussichtlich ungedeckten Kosten hinreichende Sicherheit leistet (Art. 231 Abs. 1 und 2 SchKG). Jeder Gläubiger kann jederzeit unter Leistung der erforderlichen Sicherheit das ordentliche Verfahren verlangen. Zuständig zur Änderung des Konkursverfahrens ist einzig das Konkursamt. Sie wird ohne richterliche Mitwirkung vorgenommen, es sei denn, das als ordentliches Verfahren begonnene sei in ein summarisches Verfahren umzuwandeln (vgl. STOCKER, Entscheidungsgrundlagen für die Wahl des Verfahrens im Konkurs, 1985, S. 169). Nur in einem solchen Fall hat das Konkursamt an den Richter zu gelangen ( VOUILLOZ, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 10 zu Art. 231).