Citation: 1C_645/2018 E. 6.3

6.3. Vorliegend hat das Verwaltungsgericht in seinem ersten Urteil vom 20. Dezember 2016, gestützt auf die Vorgeschichte, die Projektbeschreibung im Rodungsgesuch ("Sanierung und minimaler Ausbau des Eichholzwegs") und in der Rodungsbewilligung ("Verbreiterung des Eichholzwegs" bzw. "Ausbau Eichholzweg) entschieden, dass die Rodungsbewilligung für den Ausbau des Eichholzwegs, d.h. für ein bestimmtes Werk, erteilt worden sei, und nicht generell für die Erweiterung der Landhauszone. Diese Auslegung ist aus bundesrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden: Bei der Bewilligung von Rodungen zur Schaffung von Bauland ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein strenger Massstab anzulegen (BGE 119 Ib 397 E. 6a S. 405 f.; 116 Ib 469 E. 2c S. 473; je mit Hinweisen; vgl. dazu JAISSLE, a.a.O., S. 196 ff. und 239 sowie LUKAS BÜHLMANN/SAMUEL KISSLING/WILLI ZIMMERMANN, Waldrodung für Siedlungszwecke? Raum und Umwelt 2/2013). Es ist weder dargelegt noch ersichtlich, dass die hierfür erforderlichen speziellen Voraussetzungen geprüft und die Notwendigkeit einer Einzonung des fraglichen Areals unabhängig von der Erweiterung des Eichholzwegs bejaht worden wäre. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die Rodungsbewilligung nicht ausgeschöpft worden ist, weil die Erweiterung des Eichholzwegs nicht realisiert wurde. Dies hat zur Folge, dass die Fläche von 208 m2, für die 2008 die definitive Rodung bewilligt wurde und die gemäss aktuellem Zonenplan in der Bauzone liegt, ihre Waldqualität behalten hat. Die 2008 festgelegte Waldgrenze ist somit unrichtig. Grundsätzlich liegt ihre Korrektur daher im öffentlichen Interesse.