Citation: 6B_900/2024 E. 4.1

4.1. Der Beschwerdeführer beanstandet sodann eine Verletzung von Art. 12 StGB. Die Vorinstanz lasse ausser Acht, dass sich bei der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung der Vorsatz nicht nur auf die einzelnen objektiven Tatbestandselemente, sondern ebenso auf den Kausalzusammenhang (zwischen den Tatmitteln und den sexuellen Handlungen) beziehen müsse. Verlangt werde, dass der Täter mit seiner (Nötigungs-) Handlung den Beischlaf bzw. die anderen sexuellen Handlungen direkt anstrebe. Wer bloss seine Überlegenheit oder andere vorbestehende Machtstrukturen ausnütze, erfülle den Tatbestand der sexuellen Nötigung oder Vergewaltigung nicht. Zwar könne eine Person, deren Leben von Einschüchterungen, Gewalterfahrungen, sozialer Isolation und andauernder Kontrolle geprägt sei, unter psychischem Druck tatbestandlicher sexueller Gewalt zum Opfer fallen. Doch müsse sie immer wieder ihren entgegenstehenden Willen deutlich zu erkennen geben, was vorliegend nicht der Fall gewesen sei. Bei D.________ habe eine unzweideutige, tatkräftige Willensbezeugung, wonach sie die sexuellen Handlungen nicht wolle, gefehlt. Hinsichtlich ihres Widerstandswillens könne dem Beschwerdeführer entgegen der Vorinstanz kein direkter Vorsatz, sondern "allerhöchstens" ein Eventualvorsatz im Sinne einer Inkaufnahme zur Last gelegt werden.