Citation: 5A_360/2013 E. 3.3

3.3. Das Vormundschaftsrecht ist grundsätzlich nicht der ZPO unterstellt (Botschaft zur ZPO vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7221 ff., S. 7257). Dies hat sich auch mit dem Inkrafttreten des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts per 1. Januar 2013 nicht geändert. Zwar sind neu einige wesentliche Verfahrensgrundsätze für den Kindes- und Erwachsenenschutz im ZGB verankert, die Kantone bleiben im Übrigen aber frei in Bezug auf das Verfahrensrecht (Botschaft zur Änderung des ZGB [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht ] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001 ff., S. 7021 f.). Regelt ein Kanton nichts, kommt subsidiär die ZPO zur Anwendung (Art. 450f ZGB). Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat von seiner Kompetenz insofern Gebrauch gemacht, als Art. 64 EG ZGB für das Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und vor Obergericht das kantonale Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG) für anwendbar erklärt hat; die Regeln über den Stillstand von Fristen wurden explizit für nicht anwendbar erklärt (Art. 66 Abs. 3 EG ZGB). Die Kostenvorschussverfügung des Obergerichts vom 26. Februar 2013 erging (ausdrücklich) gestützt auf Art. 21 VRPG. In der Verfügung vom 18. März 2013 verwies das Obergericht zudem auf Art. 25 VRPG (unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung). Für die Beschwerdeführerin hätte damit klar sein müssen, dass in der Angelegenheit das kantonale Verfahrensrecht (inkl. den entsprechenden Vorschriften über die Fristen) und nicht die ZPO zur Anwendung kommt.