Citation: U 194/06 22.02.2007 E. 3

3. Streitig ist zunächst der für die revisionsweise Neufestsetzung der Invalidenrente massgebende versicherte Verdienst. 3.1 Nach Art. 15 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Verdienst bemessen (Abs. 1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (Abs. 2). Gemäss Abs. 3 erlässt der Bundesrat Bestimmungen über den versicherten Verdienst in Sonderfällen, namentlich bei Versicherten, die nicht oder noch nicht den berufsüblichen Lohn erhalten (lit. c). In solchen Fällen wird gemäss Art. 24 Abs. 3 UVV der versicherte Verdienst von dem Zeitpunkt an, da der Versicherte die Ausbildung abgeschlossen hätte, nach dem Lohn festgesetzt, den er im Jahr vor dem Unfall als voll Leistungsfähiger erzielt hätte. Im Übrigen ist bei der Festsetzung des versicherten Verdienstes beim angestammten Arbeitsverhältnis anzuknüpfen und fallen Arbeitsverhältnisse, die erst nach dem Unfallereignis angetreten werden (oder ohne den Unfall angetreten worden wären), ausser Betracht. Denn es entspricht dem Willen des Gesetzgebers, dass Veränderungen des vom Versicherten ohne den Versicherungsfall mutmasslich erzielbaren Jahresverdienstes keinen Einfluss auf die Rente der Unfallversicherung haben sollen. Der erstmalig festgesetzte versicherte Verdienst gilt grundsätzlich für die gesamte Dauer des Rentenanspruchs; insbesondere kann eine spätere Rentenrevision nicht dazu dienen, den massgebenden Jahresverdienst anzupassen (BGE 127 V 172 mit Hinweis). 3.2 Der Beschwerdeführer bestreitet diese Rechtslage nicht, macht jedoch geltend, die ursprüngliche Festsetzung des versicherten Verdienstes sei unrichtig erfolgt, weil unberücksichtigt geblieben sei, dass bereits am Unfalltag festgestanden habe, dass er ohne den Unfall den Beruf als Lokomotivführer ergriffen hätte. Die Ausbildung zum Konstruktionsschlosser habe er nur absolviert, um eine abgeschlossene Berufslehre vorweisen zu können. Diese Angaben werden vom ehemaligen Arbeitgeber (Firma X.________) bestätigt. Sie geben indessen keinen Anlass zu einer Neufestsetzung des versicherten Verdienstes. Zum einen war der fragliche Sachverhalt anlässlich der ursprünglichen Rentenverfügung vom 4. September 1985 bekannt und es liegen diesbezüglich keine Revisionsgründe vor (Art. 53 Abs. 1 ATSG). Zum anderen ist nicht zu beanstanden, dass die SUVA es abgelehnt hat, wiedererwägungsweise auf die verfügte Festsetzung des versicherten Verdienstes zurückzukommen. Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Zweifellose Unrichtigkeit liegt vor, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass eine Unrichtigkeit vorliegt (Kieser, ATSG-Kommentar, N 20 zu Art. 53 mit Hinweis auf BGE 125 V 393). Diese Voraussetzungen sind hier nicht gegeben. Denn es entspricht der gesetzlichen Regelung, dass grundsätzlich auf den im Unfallzeitpunkt erzielten Verdienst abzustellen ist und angestrebte berufliche Weiterbildungen und ohne den Unfall mutmasslich eingetretene Lohnerhöhungen unberücksichtigt bleiben (BGE 127 V 172; vgl. zu Art. 24 Abs. 2 UVV auch RKUV 1999 Nr. U 327 S. 110 ff.). Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer auch, soweit er geltend macht, der versicherte Verdienst hätte nach Art. 24 Abs. 3 UVV festgesetzt werden müssen, weil er entgegen der vorinstanzlichen Annahme nicht im Begriff gewesen sei, eine berufliche Weiterbildung zu absolvieren, sondern sich noch in der beruflichen Erstausbildung befunden habe. Im Unfallzeitpunkt stand der Beschwerdeführer nicht in beruflicher Ausbildung oder Weiterbildung. Er hatte die Berufslehre als Konstruktionsschlosser abgeschlossen und bezog als Angestellter den Lohn eines Versicherten mit voller Leistungsfähigkeit derselben Berufsart. Konkrete Schritte zur Ausbildung als Lokomotivführer hat er seinen Angaben in der vorinstanzlichen Beschwerde zufolge erst im Herbst 1981 und damit nach dem Unfall unternommen. Die SUVA hat es unter diesen Umständen zu Recht abgelehnt, auf die ursprüngliche Festsetzung des versicherten Verdienstes zurückzukommen.