Citation: 1C_63/2019 E. 6.4

6.4. Es ist den Vorinstanzen einzuräumen, dass nicht jede von der Lärmberechnung bzw. der Abnahmemessung abweichende nachträgliche Lärmmessung einen Anspruch auf Tätigwerden der Behörde begründet (vgl. z.B. Urteil 1C_204/2015 vom 18. Januar 2016 E. 3.2). Bestehen jedoch ernsthafte Zweifel an der Einhaltung der Planungswerte, ist die zuständige Behörde verpflichtet, diesen nachzugehen, insbesondere weitere Messungen in Auftrag zu geben (Art. 36 LSV) und, wenn nötig, ergänzende Anordnungen zu treffen (Art. 37a LSV). Dies ist vorliegend der Fall; hierfür kann auf die überzeugende Stellungnahme des BAFU verwiesen werden. Die Lärmmessung der Kuster + Partner AG ist daher als wesentliche neue Erkenntnis zu qualifizieren, die eine Überprüfung der Situation durch die Gemeinde erfordert. Ob dies im Ergebnis zu Ergänzungen der Baubewilligung oder gar zu deren Widerruf führt, ist im vorliegenden Verfahren nicht zu prüfen. Um einen Eintretensanspruch der Beschwerdeführer zu begründen, genügt es, dass eine Änderung der Baubewilligung aufgrund der neuen Messergebnisse möglich erscheint.