Citation: 5A_133/2019 E. 3.2.1

3.2.1. Die Einziehung gemäss Strafurteil vom 14. Dezember 2009 bewirkte ein Aussonderungsrecht zugunsten des Staates, gegen welches sich die Gläubiger bzw. die Konkursverwaltung nur mit den Rechtsmitteln des Strafprozessrechts wehren können (BGE 131 III 652 E. 3.1), was offenbar nicht geschehen ist. Die Vermögenswerte wurden mit Rechtskraft des Einziehungsurteils ( eo ipso) aus der Konkursmasse A.________ entlassen und dem (mit Konkurseröffnung am 11. Mai 2009 eingetretenen) Konkursbeschlag entzogen (E. 3.1.2). Mit dem Einziehungsurteil steht das Ausscheiden des Grundstücks aus der Konkursmasse fest (STAIBLE/VOGT, Grundbuchsperren, ZBGR 2017 S. 242). Nach zutreffender Praxis (BlSchK 1972 S. 20) ist der Staat selber, der verbindlich nach Art. 44 SchKG Vermögenswerte beschlagnahmt hat, nicht ein "Drittansprecher", dem Frist nach Art. 107 Abs. 5 SchKG angesetzt werden kann, damit er Widerspruchsklage erhebe (als Pendant der Aussonderungsklage; RUSSENBERGER, a.a.O, N. 1 zu Art. 242). Es geht zudem nicht um die Frage, welche Behörde über allfällige öffentlich-rechtliche Vorrechte zu entscheiden hat (vgl. A. STAEHELIN, a.a.O., N. 17 zu Art. 109; ferner BGE 68 III 21), weil das vorliegende Privileg (Art. 70 StGB, Einziehung) unter Art. 44 SchKG fällt. So wie der Anwendungsbereich des Widerspruchsverfahrens in der Spezialexekution durch Art. 44 SchKG eingeschränkt wird und dieses (mangels Vorliegen eines gepfändeten Objekts) entfällt (A. STAEHELIN, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 9, 16 a.E. zu Art. 106, N. 17 zu Art. 109), grenzt dieser Vorbehalt (mangels Vorliegen eines konkursbeschlagenen Objekts) den Anwendungsbereich des Aussonderungsverfahrens ein. Dieses kommt nicht zur Anwendung für Vermögenswerte, welche nicht zur Konkursmasse gemäss Art. 197 ff. SchKG gehören (BÜRGI, in: Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N. 7 zu Art. 242).