Citation: 1B_596/2021 E. 3.3

3.3. Seit dem letzten den Beschwerdeführer betreffenden bundesgerichtlichen Entscheid Ende September 2021 sind noch keine zwei Monate vergangen. Soweit er erneut die Unverhältnismässigkeit der Haft rügt, kann daher grundsätzlich ebenfalls auf die diesbezüglichen Ausführungen im zitierten Urteil verwiesen werden (vgl. Urteil 1B_478/ 2021 vom 28. September 2021 E. 4.3.3). Der Beschwerdeführer befindet sich seit rund 31 Monaten in Haft und wurde erst- und zweitinstanzlich zu einer Freiheitsstrafe von 48 Monaten verurteilt. Dass dieses Strafmass aufgrund des hängigen Verfahrens vor dem Bundesgericht nicht in Rechtskraft erwachsen ist, ändert nichts daran, dass der ausgesprochenen Sanktion für die konkrete Straferwartung vorliegend indizielle Bedeutung zukommt. Der bisherige Freiheitsentzug wird, sofern das Urteil der strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts in den nächsten Monaten erfolgt, fraglos deutlich weniger als 48 Monate gedauert haben, weshalb die Gesamtdauer der Haft ohne Berücksichtigung von Art. 86 StGB noch nicht in grosse Nähe zur zu erwartenden Sanktion gerückt ist (vgl. BGE 145 IV 179 E. 3.4). Ihm droht noch keine Überhaft. Grundsätzlich liegt es nicht am Haftgericht, eine Prognose über die bedingte Entlassung anzustellen. Ein Ausnahmefall, bei welchem die Möglichkeit der bedingten Entlassung bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ausnahmsweise berücksichtigt werden müsste (vgl. BGE 143 IV 160 E. 4.2), liegt hier ebenfalls nach wie vor nicht vor. Daran ändert auch die Behauptung des Beschwerdeführers nichts, die bedingte Entlassung wäre "hundertprozentig gutgeheissen worden", da er sich bereits in der Übergangsabteilung zum offenen Vollzug befunden habe. Weiter behauptet er, auch der Sozialdienst der JVA habe in einem Schreiben vom 19. August 2021 die bedingte Entlassung befürwortet und als Entlassungsdatum den 12. November 2021 vermerkt. Dieses Schreiben hat der Beschwerdeführer dem Bundesgericht indessen nicht eingereicht und es befindet sich, soweit ersichtlich, auch nicht in den Akten. Zudem ergänzt der Beschwerdeführer selbst, dass der Antrag auf bedingte Entlassung gestoppt worden sei. Damit sind keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, dass die bedingte Entlassung tatsächlich gutgeheissen würde. Wie bereits im letzten den Beschwerdeführer betreffenden Urteil erwähnt, ist bei der Beurteilung einer allfälligen vorzeitigen Entlassung insbesondere auch zu berücksichtigen, dass die Verurteilung unter anderem wegen versuchter Tötung, mithin einem schwerwiegenden Delikt, zweitinstanzlich bestätigt wurde (vgl. Urteil 1B_478/2021 vom 28. September 2021 E. 4.3.3). Schliesslich hat der Beschwerdeführer entgegen seiner Behauptung ohnehin (noch) nicht zwei Drittel seiner Strafe erstanden. Unter diesen Umständen kann, jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt, nicht gesagt werden, dass die Voraussetzungen einer bedingten Entlassung aller Wahrscheinlichkeit nach erfüllt sein werden. Die Fortdauer der Sicherheitshaft erweist sich folglich noch als verhältnismässig.