Citation: 2C_422/2022 E. 6.2

6.2. Gemäss Art. 2 FZA werden die Staatsangehörigen einer Vertragspartei, die sich rechtmässig im Hoheitsgebiet einer anderen Vertragspartei aufhalten, bei der Anwendung dieses Abkommens gemäss den Anhängen I, II und III nicht aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit diskriminiert. Art. 2 FZA verbietet die Ungleichbehandlung wegen der Staatsangehörigkeit und stellt einen besonderen Gleichheitssatz dar. Eine Diskriminierung kann aber nur vorliegen, wenn vergleichbare Situationen ungleich behandelt werden oder unterschiedliche Situationen gleich behandelt werden. Art. 2 FZA verbietet sowohl die unmittelbare als auch die mittelbare Ungleichbehandlung von Personen aus Gründen der Staatsangehörigkeit (vgl. BGE 140 II 364 E. 6.1; 140 II 167 E. 4.1). Der sachliche Schutzbereich von Art. 2 FZA wird durch die Anwendung des Freizügigkeitsabkommens gemäss den Anhängen eröffnet. Zudem bedarf es eines Auslandbezugs (vgl. BGE 140 II 364 E. 6.1; 136 II 241 E. 11.2 f.).