Citation: 6P.82/2000 22.01.2001 E. 5

5.- Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. b EMRK. Das Kantonsgericht habe als Folge der Mängel im erstinstanzlichen Verfahren quasi stellvertretend für die Erstinstanz faktisch eine vollumfängliche Hauptverhandlung mit eingehender Befragung des Angeschuldigten und umfassender rechtlicher Würdigung des Sachverhalts unter Anwendung des Rechts von Amtes wegen durchgeführt. Die Staatsanwaltschaft ihrerseits habe umfassende Kenntnis der Rügen der Verteidigung in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht gehabt, ohne sich vorgängig der Berufungsverhandlung dazu äussern zu müssen. Die Verteidigung sei mit den Gegenargumenten der Staatsanwaltschaft auf die Berufungsbegründung erstmals an der mündlichen Berufungsverhandlung konfrontiert worden. Dass sich diese keineswegs auf bisher bekannte Argumente der Staatsanwaltschaft beschränkt habe, bedürfe keiner besonderen Erwähnung mehr. Eine Unterbrechung der Hauptverhandlung habe - abgesehen von einer vor dem Hintergrund des Prozessstoffes völlig ungenügenden, ca. 15 Minuten dauernden Pause im Anschluss an den Parteivortrag der Staatsanwaltschaft - nicht stattgefunden. Eine verfahrensrechtliche Ungleichbehandlung von Anklage und Verteidigung sei damit offenkundig, und es sei der Verteidigung auch nicht ausreichend Zeit geblieben, sich angemessen mit den Argumenten der Anklagevertretung auseinander setzen zu können (Beschwerdeschrift S. 34 f. lit. C).