Citation: 4C.281/2000 24.11.2000 E. 5

5.- Zur Streitfrage, ob der Kläger lediglich Vermögensrechte oder die Vollmitgliedschaft an der einfachen Gesellschaft erworben hat, stellte die Vorinstanz in eingehender Würdigung aller Umstände und der vorgelegten Akten fest, es habe dem übereinstimmenden wirklichen Willen Remo Karpfs und des Klägers entsprochen, diesem die Mitgliedschaft an der "Contrag" zu übertragen, wobei sich der Beklagte damit einverstanden erklärt habe. Auch bei objektivierter Auslegung nach dem Vertrauensprinzip hätte sich kein anderer Sinn der Erklärungen ergeben. Der Beklagte kritisiert diese Auslegung der Abtretungserklärung als bundesrechtswidrig. Der Inhalt eines Vertrags bestimmt sich in erster Linie durch subjektive Auslegung, das heisst nach dem übereinstimmenden wirklichen Parteiwillen (Art. 18 Abs. 1 OR). Nur wenn eine tatsächliche Willensübereinstimmung unbewiesen bleibt, sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden werden durften und mussten. Während das Bundesgericht die objektivierte Vertragsauslegung als Rechtsfrage prüfen kann, beruht die subjektive Vertragsauslegung auf Beweiswürdigung, die vorbehältlich der Ausnahmen von Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG der bundesgerichtlichen Überprüfung im Berufungsverfahren entzogen ist. An die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz darüber, was die Parteien dachten, wussten oder wollten, ist das Bundesgericht gebunden (BGE 121 III 118 E. 4b/aa S. 123; 119 II 449 E. 3a S. 451; 118 II 365 f. E. 1; 117 II 273 E. 5a S. 278 f., je mit Hinweisen). Da die Vorinstanz wie dargelegt den wirklichen Willen der Parteien mit Bezug auf die Einräumung der Rechtsstellung des Klägers ermittelt hat, sind die in der Berufung dagegen vorgebrachten Ausführungen nicht zu hören. Das gilt auch für die weiteren Vorbringen, wonach der Beklagte nicht zur Erstellung einer Abschichtungsbilanz verpflichtet gewesen sei, denn sie beruhen auf der Annahme, der Kläger sei nicht Gesellschafter geworden.