Citation: 4C.45/2007 05.04.2007 E. B

Am 27. Februar 2004 machte die Klägerin beim Vermittleramt des Kreises Chur eine Forderungsklage gegen den Beklagten anhängig. Da der Mietvertrag zwischen C.________ und dem Beklagten im März 2004 endete, stellte die Klägerin ein Gesuch um Sicherstellung eines gefährdeten Beweises, welches das Bezirksgerichtspräsidium Plessur am 25. März 2004 guthiess. Mit der Beweiserhebung wurde dipl. Arch. E.________ beauftragt. Dieser erstellte nach Besichtigung vor Ort am 21. April 2004 einen Expertenbericht. Am 9. Juni 2004 beantragte die Klägerin dem Bezirksgericht Plessur, der Beklagte sei zu verpflichten, ihr Fr. 88'314.75 zu bezahlen, abzüglich allfälliger Taggeldzahlungen der Zürich Versicherung für die Zeit vom 1. August 2002 bis 31. Dezember 2003, zuzüglich Zins zu 5 % seit 26. Februar 2004. An der Hauptverhandlung reduzierte sie die Forderung auf Fr. 39'287.--, weil die Zürich-Versicherung mittlerweile weitere Taggeldleistungen erbracht hatte. Mit Urteil vom 13. Januar 2006 verurteilte das Bezirksgericht Plessur den Beklagten, der Klägerin Fr. 31'194.-- zuzüglich Zins zu 5 % auf den Betrag von Fr. 30'129.-- seit dem 26. Februar 2004 zu bezahlen. Dagegen erklärte der Beklagte Berufung an das Kantonsgericht Graubünden und beantragte die vollumfängliche Abweisung der Klage. Mit Urteil vom 27. Juni 2006 wies das Kantonsgericht die Berufung ab. Wie das Bezirksgericht ging es unter Bezugnahme auf den Expertenbericht und die Ergänzungen von einem Werkmangel aus, indem der Zugang zum Schlaftrakt über die lediglich angelehnte Leiter, die weder mit dem Holzbalken der Galerie verankert noch mit dem Boden fest verbunden war, dem Benutzer bei bestimmungsgemässem Gebrauch keine genügende Sicherheit bot und somit offensichtlich mangelhaft war. Es bejahte in der Folge eine Haftung des Beklagten nach Art. 58 OR, verneinte aber insbesondere ein Selbstverschulden der Klägerin, das eine Haftungsreduktion zu begründen oder gar die Kausalität zu unterbrechen vermöchte.