Citation: 6B_104/2015 E. 2.3

2.3. Nach der Beschwerde sieht die Vorinstanz den Anklagevorwurf aktenwidrig als genügend erstellt und nimmt willkürlich an, dass jederzeit mit Gegenverkehr zu rechnen ist. Denn es sei erstellt, dass kein Gegenverkehr herrschte. Die Anklage spreche davon, dass er "nicht Gewissheit haben konnte ...". Das sei auslegungsbedürftig. Dies bestätige sich darin, dass das Bezirksgericht und die Vorinstanz "jeweils die Tages- und Uhrzeit und auch den Gegenverkehr in den Anklagesachverhalt hineininterpretieren und damit den Anklagesachverhalt unzulässigerweise ergänzen bzw. erweitern". Dass die Vorinstanz bei der Angabe "um 11.25 Uhr" von "Mittagszeit" spricht, erscheint hier weder entscheiderheblich noch willkürlich. Sie nimmt willkürfrei an, beim Überholen müsse mit Gegenverkehr gerechnet werden. "Wer vor einer unübersichtlichen Kurve vorfahren will, muss berücksichtigen, dass bis zum Abschluss seines Unternehmens aus der Biegung heraus ein Fahrzeug auftauchen und sich ihm nähern könnte" (BGE 109 IV 134 E. 2). Es bestand eine die Fahrbahnmitte kennzeichnende Leitlinie (Art. 73 Abs. 3 SSV). Das erlaubte kein vorbehaltloses Überholen, sondern nur ein Überholen ohne Behinderung des Gegenverkehrs (Urteil S. 18). Der Beschwerdeführer konnte aus der "Strassensignalisation" nicht ableiten, über genügend Sichtweite zu verfügen. Die behaupteten Verletzungen des Anklagegrundsatzes sind insgesamt unbegründet.