Citation: U 182/05 09.02.2006 E. 4

Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde lassen in der Tat Zweifel darüber aufkommen, ob der rechtserhebliche Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt ist. Nach den zu Recht nicht bestritten Feststellungen des Dr. med. H.________ befand sich der Beschwerdeführer bei der notfallmässigen Einlieferung ins Spital W.________ am 10. Juni 1974 in einem (leichten) Schockzustand und er blutete stark. Eine Bluttransfusion stellt eine anerkannte und häufig angewendete Massnahme zur Schockbehandlung dar (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260. Aufl., S. 248 und 1640 f.). Dafür, dass eine solche verabreicht wurde, spricht auch der am selben Tag ausgestellte Blutgruppenausweis. Allerdings lässt sich daraus nicht zwingend auf eine tatsächliche Blutverabreichung schliessen. Es konnte sich dabei auch lediglich um eine Vorsichtsmassnahme für alle Fälle gehandelt haben. Sodann gewinnen die Schlussfolgerungen des Dr. med. H.________ durch die Aussagen des Prof. P.________ noch an Gewicht. Dieser erachtete es aufgrund der Anamnese als sehr wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer durch eine nach dem Autounfall vom 10. Juni 1974 erhaltene Bluttransfusion angesteckt worden war. Zur Begründung führte er in seinem Bericht vom 7. September 2000 an den behandelnden Arzt u.a. aus: «En effet, c'est en 1976 que l'on trouve pour la première fois des tests hépatiques perturbés (augmentation des transaminases) que l'on fait pour cela une ponction biopsie de foie; il n'y pas de diagnostic exact mais on dit au patient de ne plus boire d'alcool». Im Bericht vom 25. März 2003 bezeichnete Prof. P.________ das «scénario d'une infection en 1974» als «très probable», ohne dass es indessen möglich sei, andere Ursachen auszuschliessen. Gemäss Angaben in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist offenbar die 1976 durchgeführte Leberbiopsie im Spital U.________ noch vorhanden. Eine Untersuchung auf eine mögliche Hepatitis C-Infektion erscheint somit nicht von vornherein aussichtslos. Den von Dr. med. H.________ vorgeschlagenen Look back-Auftrag beim Referenzzentrum des Zentrallaboratoriums des Blutspendedienstes des Schweizerischen Roten Kreuzes, um den allfälligen Blutspender ausfindig zu machen und so eine Infektion mit Hepatitis C nachträglich noch zu erhärten, hatte gemäss einer internen Aktennotiz vom 16. Januar 2003 auch der zuständige Facharzt von der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA, Dr. med. G.________, vorgesehen für den Fall, dass im Juni 1974 tatsächlich eine Blutransfusion im Spital W.________ verabreicht worden war. Schliesslich hat der Unfallversicherer in der Vernehmlassung keine Einwendungen gegen die Beweistauglichkeit der Rechnung über die Behandlung und den stationären Aufenthalt im Spital W.________ vom 10. bis 22. Juni 1974 vorgebracht. Ebenfalls macht die SUVA nicht geltend, die Tatsache, dass im «Bericht über die Operation» vom 24. Juni 1974 keine Bluttransfusion erwähnt werde, spreche klar gegen die Verabreichung einer solchen. Daraus ist zu folgern, dass es zumindest damals nicht Standard war, eine Bluttransfusion im Zusammenhang mit einer Operation oder Wundversorgung wie hier im Behandlungsbericht ausdrücklich zu erwähnen.