Citation: 2C_1030/2022 E. 5.4

5.4. Die Vorinstanz würdigte die genannten Tatsachen dahingehend, dass die Parallelbeziehung die Fortsetzung der Ehe ernsthaft in Frage gestellt habe. Der genaue Zeitpunkt der Aufgabe der ehelichen Wohngemeinschaft sei kaum feststellbar, könne aber offengelassen werden. Mit dem Vorsprechen bei der Einwohnergemeinde Bern, Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, am 10. April 2018 habe die Ehefrau die Trennung gegen aussen kommuniziert. Mit der Willensbekundung gegenüber einer Behörde habe sie beabsichtigt, dass ihre Entscheidung Konsequenzen mit sich bringe. Ihr Ziel sei es gewesen, die Ehe mit dem Beschwerdeführer so schnell wie möglich zu beenden, um ihren neuen Partner rasch heiraten und in die Schweiz nachziehen zu können. Der Behördengang zeige, dass sie in diesem Zeitpunkt den Willen aufgegeben habe, die Ehe mit dem Beschwerdeführer weiterzuführen. Der Ehewille der Ehefrau sei somit spätestens am 10. April 2018 erloschen gewesen.