Citation: 8C_729/2019 E. 5.3.3

5.3.3. 5.3.3.1. Weiter wurde zwar in BGE 126 V 75 E. 7b S. 82, wie die Allianz zudem geltend macht, ein Teilzeitabzug bei Männern verneint. Diese Rechtsprechung ist indessen überholt. Grundsätzlich ist ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen, wenn ein Versicherter seine Arbeitsfähigkeit nicht vollschichtig umsetzen kann, weil Teilzeitarbeit bei Männern statistisch gesehen vergleichsweise weniger gut entlöhnt wird als eine Vollzeittätigkeit. Allerdings muss dies stets mit Blick auf den konkreten Beschäftigungsgrad (vorliegend 50 %) und die jeweils aktuellen Werte beurteilt werden (Urteil 9C_225/2019 vom 11. September 2019 E. 4.4.2 mit Hinweisen). Gemäss der im Anhang des IV-Rundschreibens Nr. 328 des Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 22. Oktober 2014 publizierten, vom Bundesamt für Statistik erstellten Tabelle (Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 2012) zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierenden standardisierten monatlichen Bruttolöhnen verdiente ein zu einem Pensum zwischen 50 und 74 % Beschäftigter verglichen mit einem zu einem Pensum von über 90 % Angestellten im Anforderungsniveau 4 (unterstes Kader) gerundet 5 % weniger (vgl. Urteil 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2). In der für das Jahr 2014 aktualisierten Tabelle belief sich die Differenz auf gerundet 6 % (vgl. 8C_805/2016 a.a.O.). Das Bundesgericht erkannte in einem vergleichbaren Fall mit Urteil 8C_548/2010 vom 23. Dezember 2010 (E. 5.2.1 und 5.3.2, je mit Hinweisen), der Beschwerdeführer sei behinderungsbedingt nicht nur auf die Ausübung einer Teilzeittätigkeit im Umfang eines Beschäftigungsgrades von 65 % limitiert, sondern zusätzlich auch hinsichtlich des Anforderungsprofils einer zumutbaren Verweisungstätigkeit eingeschränkt, indem er bei Ausübung eines Pensums von 65 % auf eine wechselbelastende, im Tagesverlauf sitzend, stehend und gehend zu verrichtende Tätigkeit angewiesen sei. Denn eine höhere Arbeitsfähigkeit sei laut ärztlicher Beurteilung nur unter zusätzlicher Berücksichtigung der weiteren Einschränkungen hinsichtlich Wechselbelastung zumutbar (E. 5.2.2). Die gesundheitlichen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit rechtfertigten hier nach Würdigung der gesamthaften Umstände des Einzelfalles im Sinne einer gesamthaften Schätzung des Einflusses aller in Betracht fallender Merkmale (BGE 126 V 75 E. 5b/bb S. 80) mit Blick auf die bundesgerichtliche Praxis die Berücksichtigung eines angemessenen Tabellenlohnabzuges von 10 % (E. 5.3.2). 5.3.3.2. Die im vorliegenden Fall zu beurteilenden Verhältnisse sind mit denjenigen, die im Urteil 8C_548/2010 geprüft wurden, vergleichbar, wie ohne Weiteres aus den in E. 5.2 hievor zitierten und im Übrigen unbestrittenen Feststellungen des kantonalen Gerichts hervorgeht. Daher rechtfertigt es sich nach dem Gesagten, den Abzug gemäss BGE 126 V 76, abweichend von der vorinstanzlichen Auffassung, gesamthaft auf 10 % festzulegen. Gemäss E. 3.3.3.1 des Rückweisungsurteils 8C_553/2017 war bei der Bestimmung des Invalideneinkommens gestützt auf die LSE 2010 von einem standardisierten Bruttolohn von Fr. 73'915.- auszugehen. Herabgesetzt um einen Abzug von 10 % sowie um die Arbeitsunfähigkeit von 50 % gemäss Gutachten des Spitals B.________ ergibt sich ein Invalidenlohn von Fr. 33'261.75. Dem Valideneinkommen von Fr. 103'779.- gegenübergestellt resultiert ein Invaliditätsgrad von (gerundet) 68 % ab 1. Oktober 2013.