Citation: 8C_126/2024 E. 5.1

5.1. Hinsichtlich der geltend gemachten Ansprüche vor dem 1. Februar 2021 stellte die Vorinstanz fest, der Beistand als gesetzlicher Vertreter des Beschwerdeführers hätte bereits früher Kenntnis haben müssen über den anspruchsbegründenden Sachverhalt (körperlicher, geistiger oder psychischer Gesundheitsschaden), der eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Hilfs- oder Überwachungsbedürftigkeit bei alltäglichen Lebensverrichtungen zur Folge habe (Art. 48 Abs. 2 lit. a und b IVG). Dies stehe einer Nachzahlung für den genannten Zeitraum entgegen. Die Wiederherstellung der Frist setze das Fehlen eines Verschuldens voraus, was hier zu verneinen sei. Auch wenn die Mitteilungen der Pflegeeltern an die Beistandspersonen fast ausschliesslich die Treffen mit der leiblichen Mutter und die damit zusammenhängenden Probleme des Beschwerdeführers beinhalteten und im Zeitraum von 2013 bis 2021 keine echtzeitlichen medizinischen Berichte zum Gesundheitszustand resp. zur Hilflosigkeit des Beschwerdeführers aktenkundig gewesen seien, hätten die ernannten Beistandspersonen aufgrund der frühen Anmeldung des Beschwerdeführers bei der Invalidenversicherung bei Anwendung der von Gesetzes wegen zu beachtenden und zumutbaren Sorgfalt prüfen müssen, ob für ihn über die bereits bewilligten medizinischen Massnahmen hinaus weitere Leistungen der Invalidenversicherung zu beantragen gewesen wären. Die in den Jahren 2014 und 2019 ernannten Berufsbeistände wären von Amtes wegen gehalten gewesen, sämtliche vermögensbezogene Interessen des Beschwerdeführers zu wahren, so auch seine sozialversicherungsrechtlichen Ansprüche, was sie verschuldeterweise versäumt hätten. Diesbezügliche Abklärungen oder Befragungen der Pflegeeltern durch die Beistandspersonen hätten sich aufgedrängt, seien aber nicht aktenkundig, obwohl der Beschwerdeführer nach den glaubhaften Angaben der Pflegeeltern seit jeher ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten gezeigt habe und seit April 2015 in mehreren alltäglichen Lebensverrichtungen auf regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen sei (vgl. Abklärungsberichte vom 10. Mai 2022 und 30. Mai 2023).