Citation: 4A_495/2024 E. 4.1.3

4.1.3. Die Erstinstanz hatte zur Forderung von Fr. 40'630.60 erwogen, der Beschwerdeführer bestreite nicht, dass ihm die D.________ AG Fr. 100'000.-- zur Sicherstellung der Grundstückgewinnsteuer auf das Klientenkonto überwiesen habe. Damit anerkenne er, dass die D.________ AG daran wirtschaftlich berechtigt sei und einen Rückforderungsanspruch habe. Entsprechend habe er nach Eröffnung des Konkurses über die D.________ AG Fr. 59'369.40 an das Konkursamt zurückbezahlt. Er bestreite aber eine Pflicht zur Rückerstattung des Restbetrags von Fr. 40'630.60, weil damit die ihm entstandenen Kosten getilgt worden seien. Für diese Gegenforderung trage der Beschwerdeführer die Beweislast. Zum Beweis lege er ein Schreiben der D.________ AG vom 2. Februar 2018 auf. Darin erklärte E.________ als damaliger Verwaltungsrat kurz vor dem Konkurs der D.________ AG vom 20. Februar 2018, dem Beschwerdeführer sei der Betrag zur Verwendung für allfällige Rechtsstreitigkeiten und Anwaltshonorarforderungen anvertraut worden. In seiner Klageantwort zähle der Beschwerdeführer Bewegungen auf dem Klientenkonto auf. Diese sollten den Eingang von Fr. 100'000.-- und diverse Zahlungen zeigen. Im Übrigen habe er seine Parteibefragung angeboten. Im Rahmen dieser Befragung habe er bekräftigt, dass er im Zusammenhang mit den Mandaten der D.________ AG und ihr nahestehenden Gesellschaften diverse Zahlungen vom Klientenkonto getätigt habe. E.________ habe entsprechende Abrechnungen erhalten. Jede Gesellschaft habe eine übliche Honorarrechnung mit MWST erhalten und dem Hinweis, dass dies vom Klientenkonto "D.________" bezogen worden sei. Die D.________ AG sei auch über den Kontostand informiert worden. Es sei alles rapportiert. In diesem "Rapportauszug" nenne er wegen des Berufsgeheimnisses einfach die betroffenen Parteien nicht. Aber er stimme mit der Buchhaltung des Klientenkontos überein. Gemäss Erstinstanz sind die Aussagen des Beschwerdeführers zwar glaubhaft, doch würden sie im Allgemeinen bleiben. Dergestalt könnten sie die geltend gemachte Gegenforderung nicht beweisen. Daran ändere auch das Schreiben vom 2. Februar 2018 nichts. Selbst wenn man davon ausgehe, dass das Schreiben entgegen den Bedenken der Beschwerdegegnerin echt sei und sich tatsächlich auf die Sicherstellung von Fr. 100'000.-- beziehe, befreie es den Beschwerdeführer nicht davon, die Verwendung der Gelder substanziiert zu behaupten und mit Urkunden zu belegen. Auch das Anwaltsgeheimnis entbinde ihn nicht von seiner Substanziierungs- und Beweislast. Nachdem auf die Noveneingabe vom 11. August 2022 nicht abgestellt werden könne, lägen keine Beweise vor, die das Gericht von der Gegenforderung des Beschwerdeführers überzeugen könnten.