Citation: 1B_598/2020 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz stellte fest, dass das Verfahren, in welchem über ein Gesuch um Entlassung aus der Sicherheitshaft nach dem erstinstanzlichen Urteil (aber noch vor dem Berufungsverfahren) zu befinden ist, in der Strafprozessordnung nicht ausdrücklich geregelt sei. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gelange Art. 229 StPO zur Anwendung, wonach sich das Verfahren bei vorbestehender (hier: Sicherheits-) Haft nach Art. 227 StPO richte. Gemäss dieser Bestimmung, welche dem Wortlaut nach auf Haftverlängerungen zugeschnitten sei, werde im Regelfall ein schriftliches Verfahren durchgeführt (Art. 227 Abs. 6 StPO). Die Vorinstanz verneinte, dass vorliegend Anlass bestehe, ausnahmsweise eine mündliche Verhandlung durchzuführen. Es sei nicht einzusehen, weshalb es dem Beschwerdeführer nicht genügen sollte, seinen Standpunkt schriftlich darzulegen.