Citation: 4A_626/2024 E. 3.2

3.2. Art. 6.12 der Versicherungspolice lautet wie folgt: "6.12 Payment of Professional Defence Costs Except to the extent that the Insurer has denied coverage, and subject to the Limit of Liability and Deductible the Insurer shall pay Professional Defence Costs as and when incurred by the Insured, in respect of any Professional Claim prior to the final resolution of such Professional Claim. Such payments must be repaid to the Insurer by the Insured, severally according to their respective interests, in the event and to the extent that such Professional Claim is ultimately determined not to be covered, or is resolved on terms or in a manner which exclude such Professional Claim from coverage under this Policy." Wie die Beschwerdegegnerin nachvollziehbar darlegt und aus dem angefochtenen Entscheid hervorgeht, schoss sie die Rechtsverteidigungskosten während der laufenden Gerichtsverfahren und damit zu einer Zeit vor, als die Frage des Selbstbehalts gerade noch nicht geklärt war. Entsprechend ist auch kein unauflöslicher Widerspruch in der Erwägung des Schiedsgerichts zu erkennen, wenn es einerseits festhielt, Art. 6.12 Abs. 1 der Police gewähre der Beschwerdeführerin einen Anspruch auf Bezahlung der Rechtsverteidigungskosten nur soweit, als der Selbstbehalt erreicht sei, und der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6.12 Abs. 2 einen Anspruch auf Rückerstattung zu viel bezahlter Kosten zugestand. Die von der Beschwerdeführerin vertretene (enge) Vertragsauslegung, nach der ein Rückerstattungsanspruch gestützt auf Abs. 2 nur für Beträge bestehen kann, bei denen nach Abs. 1 der Selbstbehalt bereits überschritten wurde, ist ebenso wenig zwingend wie ihre Argumentation, die Widerklage habe die Rückforderungen von Rechtsverteidigungskosten betroffen, die nicht gestützt auf Abs. 1 bezahlt worden seien. Eine offensichtliche Verletzung des Rechts liegt nicht vor.