Citation: U 384/00 12.10.2001 E. 3

3.- a) In formellrechtlicher Hinsicht wirft die SUVA dem kantonalen Gericht vor, sowohl den versicherten Verdienst als auch das Valideneinkommen nach eigenen Abklärungen erhöht zu haben, ohne ihr vorher das rechtliche Gehör gewährt zu haben. b) Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 126 I 16 Erw. 2a/aa, 124 V 181 Erw. 1a, 375 Erw. 3b, je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines - allfälligen - Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 126 I 72, 126 V 132 Erw. 2b, je mit Hinweisen). c) Zufolge widersprüchlicher Aktenangaben über das mutmassliche Einkommen der Jahre 1996 bis 1998 in der vom Versicherten vor Eintritt der Arbeitslosigkeit langjährig ausgeübten Funktion als Hilfskoch im Kantonsspital X.________ entschloss sich das kantonale Gericht, eigene Abklärungen vorzunehmen. Es wandte sich an das Personalamt des Kantons A.________, welches am 15. Juni 2000 telefonisch mitteilte, bei gleichbleibender Qualifizierung wären im Jahr 1996 Fr. 51'931.75 und 1997 sowie 1998 je Fr. 52'293.80 erzielt worden. Nachdem das Personalamt diese Aussagen am 19. Juni 2000 unterschriftlich und mit Stempel bestätigt hatte, ermittelte die Vorinstanz auf dieser Basis sowohl den versicherten Verdienst als auch das Valideneinkommen. Es steht auf Grund der Akten fest, dass das kantonale Gericht den Parteien nach Einholung der Auskunft keine Möglichkeit eingeräumt hat, zu den Angaben des Personalamtes Stellung zu nehmen. Dies wird in seiner letztinstanzlich eingereichten Vernehmlassung ohne weiteres zugegeben und als Versehen bezeichnet. Allerdings wiegt dieser Mangel nicht derart schwer, dass eine Heilung im vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren nicht mehr möglich wäre. Nachdem Versicherungsleistungen streitig sind und dem Eidgenössischen Versicherungsgericht deshalb sowohl in tatbeständlicher als auch in rechtlicher Hinsicht uneingeschränkte Überprüfungsbefugnis zusteht (vgl. Erw. 2 hiervor), kann die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz als geheilt gelten, zumal sich die SUVA in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde einlässlich zur Auskunft des Personalamtes vom 15. Juni 2000 geäussert hat.