Citation: I 651/01 03.06.2002 E. 4

4.- a) Der Beschwerdeführer macht geltend, bei Benützung öffentlicher Verkehrsmittel hätte er niemals rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn um 07.30 Uhr in der LBBZ Rütti und der SHL erscheinen können. Mit der erstmöglichen Busverbindung von X.________ (Abfahrt: 06.02 Uhr) wäre er "so gegen 08.00 Uhr, verspätet nach einem Fussmarsch (...) von 25 Minuten, am jeweiligen Zielort" eingetroffen. Diese Darstellung des Beschwerdeführers kontrastiert mit seinen in einem früheren Verfahren vor der nämlichen Vorinstanz gemachten Angaben. In der Beschwerde vom 11. September 1998 gegen die Verfügung vom 13. August 1998, mit welcher die IV-Stelle die Ausbildung zum Ingenieur HTL, Fachrichtung Milchwirtschaft, zusprach und dabei u.a. die "Vergütung der Reisekosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln X.________ -Biel-Zollikofen retour" festhielt, nannte er die (einzig) in Betracht fallenden Bus- und Bahn-Verbindungen, um morgens von zu Hause mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuss zur LBBZ Rütti resp. zur SHL zu gelangen. Er führte dazu Folgendes aus: "Mit dem verfügten Weg X.________-Biel-Zollikofen (SBB) hätte ich am Morgen überhaupt nicht die Möglichkeit, pünktlich zum Schulbeginn um 07.30 Uhr vor Ort zu erscheinen. X.________-Biel-Zollikofen (SBB) - Erster Bus fährt um 06.02 Uhr, dieser ist aber für mich zu spät, also von X.________ nach dem Bahnhof Biel ein Fussmarsch von mindestens 30 Minuten. Spätester Zeitpunkt für den Weggang 05.25 Uhr. - Einzig möglicher S3-Zug Bahnhof Biel ab: 05.57 Uhr. - S3-Zug in Zollikofen (SBB) an : 06.24 Uhr. Aufgrund des Nichtvorhandenseins einer Buslinie zur Fachhochschule und/oder in der Vergangenheit zur LBBZ Rütti, ein Fussmarsch von mindestens 20 bis 25 Minuten. X.________-Biel-Bern-Unterzollikofen -Fussmarsch zur Bushaltestelle in 2 Minuten. -Erster Bus nach dem Bahnhof Biel um 06.02 Uhr, Ankunft 06.11 Uhr. -Schnellzug Bahnhof Biel ab : 06.17 Uhr Bern SBB an : 06.44 Uhr - Bern RBS ab : 06.55 Uhr- Steinibach/Unterzollikofen RBS an: 07.02 Uhr. -Fussmarsch zur Fachhochschule in 15 Minuten, bis zur LBBZ Rütti sind es 12 Minuten. Um allfälligen Spekulationen vorzubeugen, bei der Wegstrecke X.________-Biel-Zollikofen (SBB), ist das Frühaufstehen am Morgen nicht das Problem und aufgrund meiner äusserst starken Schmerzen im Halswirbelsäulenbereich, seit dem Unfall vom 25. März 1992, beim Fahrradfahren, ist es mir nicht möglich, die Strecken X.________-Bahnhof Biel und Zollikofen (SBB)-Fachhochschule mit einem jeweiligen stationierten Fahrrad zurückzulegen. (...)" Aufgrund dieser Darstellung, an deren Richtigkeit zu zweifeln kein Anlass besteht, wäre es möglich gewesen, in weniger als eineinhalb Stunden per Bus, Bahn und zu Fuss von zu Hause zu den Schulen zu gelangen und dort rechtzeitig vor Unterrichtsbeginn einzutreffen. Somit fällt eine Vergütung der Reisekosten bei Benützung eines privaten Personenwagens ausser Betracht, wie auch die Vorinstanz insoweit richtig erkannt hat. b) Unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit stellt sich nun aber die weitere, von der Vorinstanz nicht vertieft geprüfte Frage, welche Wegvariante, 'X.________-Biel -Zollikofen' oder 'X.________-Biel-Bern-Unterzollikofen' der Bemessung der Reisekostenvergütung zugrunde zu legen ist. Wird allein auf die reine Fahrzeit mit Bus und Bahn abgestellt, handelt es sich bei der Strecke, welche von Biel direkt nach Zollikofen führt, um den räumlich und zeitlich klar kürzeren Weg. Wird hingegen die zu Fuss zurückzulegende Wegstrecke mit berücksichtigt, ergibt sich zeitlich keine nennenswerte Differenz. Dies allein bildet zwar nicht einen genügenden Grund, die Reisekosten entsprechend den (Abonnements-)Kosten für die längere Bus- und Bahnstrecke X.________-Biel-Bern-Unterzollikofen zu vergüten. Zu beachten ist indessen, dass der direktere Weg einen Fussmarsch von rund 50 Minuten erfordert hätte, was insbesondere mit Blick auf die gesundheitliche Beeinträchtigung als sehr lang bezeichnet werden muss. Es kommt dazu, dass beim Erreichen der Schulen (LBBZ Rütti resp. SHL) noch rund 40 Minuten bis Unterrichtsbeginn verblieben wären. Aufgrund dieser Umstände rechtfertigt es sich, die Vergütung der Reisekosten nach der zweiten Wegvariante 'X.________-Biel-Bern-Unterzollikofen' zu bemessen. Denselben Antrag stellte übrigens der Versicherte in der erwähnten Beschwerde vom 11. September 1998. Die damalige und heutige Vorinstanz trat darauf indessen mit Entscheid vom 11. Mai 1999 mangels eines schutzwürdigen Interesses im Sinne von Art. 103 lit. a OG nicht ein. Dieses Nichteintreten steht hier nicht zur Diskussion. Indem das Eidgenössische Versicherungsgericht seinerseits auf die hiegegen erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde wegen Fehlens einer sachbezogenen Begründung (blosse Befassung mit der materiellen Seite des Streitfalles) nicht eintrat (vgl. BGE 123 V 336 f. Erw. 1b; Urteil vom 17. Dezember 1999 [I 393/99]), erwuchs jener Entscheid in formelle Rechtskraft. Dies bedeutet, dass die Vergütung der Reisekosten während des HTL-Studiums noch nicht Anfechtungsgegenstand eines Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahrens bildete, die IV-Stelle am 2. Februar 2001 somit frei darüber verfügen durfte.