Citation: 4A_323/2022 E. 6.3.2

6.3.2. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe Art. 9 BV, Art. 29 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 2 BV verletzt. Die Vorinstanz gebe zwar vor, sie habe die Begründung des Gesuchs berücksichtigt, allerdings fehle es diesbezüglich an einer konkreten Würdigung. Aus der Begründung des Gesuchs ergebe sich unmissverständlich, dass die Rechtsbegehren auf die Edition von Urkunden oder elektronischer Dateien gerichtet seien. Im Übrigen verstehe es sich von selbst, dass die geforderten Informationen entweder in physischen Urkunden bzw. in elektronischen Dateien enthalten sein müssten. Die vorinstanzlichen Feststellungen beruhten auf einer Spitzfindigkeit ohne sachliche Rechtfertigung. Die Rüge geht fehl. Wie bereits erwähnt, dient die Edition von Urkunden nicht der Klärung eines Sachverhalts, sondern zu dessen Beweis (vgl. hiervor E. 6.2.1). Die vorinstanzliche Unterscheidung zwischen Informationen einerseits und (konkreten) Urkunden andererseits ist somit vorliegend - entgegen der Beschwerdeführerin - keine blosse Spitzfindigkeit ohne sachliche Rechtfertigung. Der Vorwurf des überspitzen Formalismus (vgl. hiervor E. 2) ist unbegründet. Die Beschwerdeführerin tut auch nicht dar, dass die Vorinstanz in Willkür verfallen wäre, indem sie erwog, die Beschwerdeführerin vermöge erst Recht nicht darzutun, dass Gegenstand ihrer Rechtsbegehren bestimmte bereits vorhandene Urkunden bildeten. Sie zeigt auch nicht hinreichend auf, dass sie - entgegen der Vorinstanz - in ihrem Gesuch behauptet hätte, dass entsprechende Listen bereits bestünden (vgl. dazu auch das zit. Urteil 4A_358/2021 E. 3.1.2). Unbehelflich ist auch der Einwand, es sei erstellt, dass solche Listen existierten, weil sie im Rahmen der vorprozessualen Korrespondenz solche (unvollständige) Listen erhalten habe. Die Vorinstanz erwog diesbezüglich, die Behauptung der Beschwerdeführerin, der Vertreter der Beschwerdegegnerinnen habe ihr im Rahmen der vorprozessualen Korrespondenz Listen mit Namen und Haftungsanteilen zukommen lassen, sei aktenwidrig. Die Listen seien ihr von der Versicherungsvermittlerin zugestellt worden. Die Beschwerdeführerin vermag insgesamt nicht darzutun, dass die Vorinstanz verfassungsmässige Rechte verletzt hätte, indem sie erwog, aus der Begründung des Gesuchs ergebe sich nicht, dass die Rechtsbegehren auf die Edition von (bereits vorhandenen) Urkunden gerichtet seien. Unbegründet ist namentlich auch der Vorwurf, die Vorinstanz habe die Begründung ihres Gesuchs übergangen und damit ihren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt. Die Vorinstanz hat sich im Gegenteil durchaus mit der Begründung des Gesuchs auseinandergesetzt. Der Umstand, dass sie daraus nicht die von der Beschwerdeführerin geforderten Schlüsse gezogen hat, begründet keine Gehörsverletzung.