Citation: 9C_142/2023 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin beruft sich auf den Vertrauensschutz. Als Grundlage hierfür stützt sie sich auf den Protokolleintrag vom 8. Februar 2017 (E. 3.1 hiervor), der ihrer Ansicht nach ein in revisionsrechtlicher Hinsicht relevantes Beweismittel darstellt. Diesbezüglich ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass eine Revision nicht dazu dienen kann, Versäumtes nachzuholen (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Revisionsrechtlich relevant kann eine aus dem besagten Protokolleintrag hervorgehende Tatsache vorliegend daher nur dann sein, wenn die Geltendmachung des Vertrauensschutzes mangels Kenntnis von dieser Tatsache im kantonalen Verfahren VV.2022.15/E nicht möglich war. Dies ist nachfolgend zu prüfen. Der Beschwerdeführerin mag zwar allenfalls beizupflichten sein, soweit sie vorbringt, sie habe erst im Juni 2022 mit Zustellung des in den H.________-Akten enthaltenen Protokolleintrags vom 8. Februar 2017 von der genauen Urheberschaft der (vermeintlich) falschen Auskunft seitens der IV-Stelle erfahren. Mit Blick auf das von der Vorinstanz und auch von ihr selbst angerufene E-Mailschreiben vom 10. Februar 2017 von Frau D.________ an sie wusste die Beschwerdeführerin jedoch unbestrittenermassen (Beschwerdeschrift C) Ziff. 19.3 f. S. 13 f.), dass die Auskunft von einer Vertrauensperson bei der IV stammte. Entscheidend ist sodann - worauf sich die Beschwerdeführerin auch beruft (Beschwerdeschrift C) Ziff. 20. S. 16 ff.) - der Inhalt der Auskunft. Dass die Beschwerdeführerin davon im Rahmen des Verfahrens VV.2022.15/E keine Kenntnis hatte, bringt sie nicht vor (im Gegenteil, vgl. Beschwerdeschrift C) Ziff. 19.2 ff. S. 12 ff.). Mit der Kenntnis vom Inhalt der Auskunft sowie dem Umstand, dass die Auskunft von einer Vertrauensperson der IV stammte, hätte sich die Beschwerdeführerin bereits im Rahmen des Verfahrens VV.2022.15/E auf den Vertrauensschutz berufen können und müssen. Entgegen ihrer Ansicht bedurfte es dazu nicht der Kenntnis davon, dass Frau F.________ die Urheberin der Auskunft gewesen war. Denn für die Berufung auf den Vertrauensschutz genügt es, wenn die Amtsstelle, welche die Auskunft gegeben hat, dafür zuständig war (BGE 143 V 95 E. 3.6.2). Dies war vorliegend der Fall und der Beschwerdeführerin auch bekannt. In dem durch Einsicht in den Protokolleintrag vom 8. Februar 2017 im Juni 2022 entdeckten Umstand, dass die Auskunft von Frau F.________ stammte, ist daher keine in revisionsrechtlicher Hinsicht relevante Tatsache zu erblicken, welche zur nachträglichen Geltendmachung des Vertrauensschutzes berechtigt. Die Anrufung des Vertrauensschutzes im Rahmen des Revisionsgesuchs erfolgt verspätet, weshalb sich Weiterungen (auch der Vorinstanz) - ebenso wie weitere Abklärungen - erübrigen (erübrigt hätten). Die Vorinstanz hat somit im Ergebnis kein Bundesrecht verletzt, indem sie ihren Entscheid VV.2022.15/E vom 23. Februar 2022 nicht in Revision gezogen hat. Die Beschwerde ist unbegründet. Offen bleiben kann bei diesem Ergebnis, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich bis im Juni 2022 keine Kenntnis davon hatte, dass es sich bei der Vertrauensperson der IV um Frau F.________ gehandelt hatte: Gemäss Assessmentbericht der E.________ AG vom 19. Dezember 2016 war die Beschwerdeführerin im Rahmen einer am 1. Dezember 2016 durchgeführten Besprechung von Frau D.________ "über das weitere Vorgehen" informiert worden. Dieses beinhaltete gemäss "Handlungsplanung" die Kontaktaufnahme mit Frau F.________ "zur Klärung des Vorentscheids vom 11. November 2016 und der Möglichkeit, FI Massnahmen zu beanspruchen". Frau F.________ wurde sodann auch als von Seiten der IV "beteiligte Partei" im Bericht aufgeführt (Bericht S. 4 f.). Dies spricht eher dafür, dass die Beschwerdeführerin wusste, um wen es sich bei der Vertrauensperson von Frau D.________ handelte.