Citation: 1C_713/2013 E. 2.2

2.2. In diesem 26.25 m² grossen Raum im Erdgeschoss des Gebäudes befinden sich eine Sauna, eine Dusche, eine Waschmaschine bzw. Tumbler sowie, räumlich abgetrennt, ein Lavabo und ein WC. Nach dem Eingang der Anfrage der Gemeinde, wie der Gewerberaum zurzeit genutzt werde, gründete die Beschwerdeführerin mit sechs weiteren Personen am 5. April 2011 einen Verein und teilte der Gemeinde mit, dieser sei Mieter der Sauna- und Wellnessanlage. In ihrer Stellungnahme an die BVE vom 5. April 2012 hielt die Gemeinde Lauterbrunnen fest, dass es sich bei den Vereinsmitgliedern nach ihrer Kenntnis ausschliesslich um Mitglieder der Stockwerkeigentümergemeinschaft Parzelle Nr. xxxx handle. Die Beschwerdeführerin hat das nie direkt bestritten, und das Verwaltungsgericht geht davon aus, der Verein bestehe "vornehmlich" aus Mitgliedern der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Der umstrittene Gewerberaum wird somit (jedenfalls vorwiegend) von Mitgliedern der Stockwerkeigentümergemeinschaft bzw. des Vereins als Sauna genutzt. Diese dient damit klarerweise einem zur Wohnnutzung zählenden, typisch privaten Zweck. Auch wenn die Beschwerdeführerin die Nutzung der Sauna über einen Verein organisiert, der - zumindest theoretisch - auch einzelne Dritte aufnehmen kann, so bleibt ihre Benützung einem engen, geschlossenen Kreis vorbehalten und ist damit privater Natur. Eine gewerbliche Aktivität - etwa den nach aussen in Erscheinung tretenden, gewinnstrebigen Betrieb einer Sauna für ein breites Publikum - ist nicht vorgesehen und wäre auch kaum möglich, ist doch die eigentliche Sauna nur gerade 2,3 x 2,5 m gross und bietet maximal drei liegenden bzw. fünf sitzenden Personen Platz. Das Verwaltungsgericht ist damit keineswegs in Willkür verfallen, indem es die Nutzung der Sauna durch die Beschwerdeführerin nicht als gewerblich im Sinn von Art. 40 Abs. 2 BR anerkannte. Daran würde sich im Übrigen nichts ändern, wenn man von einem weiten Gewerbebegriff ausgehen würde. Auch in Fällen, in denen in der Gemeinde ausnahmsweise Bauten für nicht gewinnstrebige Tätigkeiten wie zum Beispiel Versammlungsräume religiöser Gemeinschaften in der Gewerbezone zugelassen wurden, ging es jedenfalls immer um die Nutzung von Räumlichkeiten durch ein breiteres Publikum, die eher in eine Gewerbe- als in eine Wohnzone passt. Der Hinweis auf das Klublokal eines Skiklubs ist ebenfalls unbehelflich. Abgesehen davon, dass es nicht in der Wohn- und Gewerbezone liegt, ist das Klublokal eines Skiklubs mit über 1'600 Mitgliedern (siehe Website des Skiklubs) mit der Sauna der Beschwerdeführerin offensichtlich nicht vergleichbar.