Citation: 4A_51/2023 E. 5.3.2

5.3.2. Das Handelsgericht hat ferner nicht verkannt, dass Bestellungsänderungen trotz Formvorbehalts stillschweigend vereinbart werden können, indem namentlich der Besteller in Kenntnis der Situation eine zusätzliche Leistung anstandslos geschehen lässt respektive diese vorbehaltlos entgegennimmt (Urteil 4A_87/2021 vom 31. August 2021 E. 6.2; ferner Urteil 4A_465/2017 vom 2. Mai 2018 E. 2). Es hat aber mit Recht berücksichtigt, dass es mit der Annahme einer solchen stillschweigend vereinbarten Änderung nicht leicht zu nehmen ist und Zusatzleistungen nicht schon deshalb als stillschweigend festgesetzt gelten können, weil sie für die Ausführung des Werks erforderlich waren (Urteile 4D_75/2011 vom 9. Dezember 2011 E. 3.4 f.; 4C.385/2005 vom 31. Januar 2006 E. 9). Die Vorinstanz hat festgestellt, dass die Beschwerdeführerin nicht dargelegt habe, inwiefern die strittigen Bestellungsänderungen trotz Formvorbehalts gültig stillschweigend verabredet worden wären; es mangle hierzu an Behauptungen. Darauf ist abzustellen, zumal im Allgemeinen - bezüglich anderer Bestellungsänderungen - "die Einhaltung der vereinbarten Form durchaus der gelebten Vertragspraxis zwischen den Parteien" entsprochen hat. In welcher Hinsicht es sich mit Bezug auf die streitgegenständlichen, angeblich stillschweigend vereinbarten Bestellungsänderungen anders verhalten soll, zeigt die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich auf.