Citation: U 464/05 07.06.2006 E. 3

3.1 Aus den Akten ersichtlich und unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer am 28. Juni 2003 auf der Autobahn aus dem von L.________ gelenkten PW gefallen ist, wobei gemäss Unfallfotos vom 28. Juni 2003 und Spurenbericht vom 10. Juli 2003 der Polizei des Kantons Sotothurn die Beifahrertüre geschlossen war. Wie das kantonale Gericht dargelegt hat, ist es praktisch unmöglich, bei geschlossener Türe aus dem geöffneten Fenster zu fallen, wenn man nicht auf dem Fensterrahmen gesessen hat. Auf die überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz wird verwiesen. Blosses "aus-dem-Fenster-Baumeln-Lassen" des Armes könnte zwar beim Touchieren der Leitplanke zur Amputation des Armes führen, nicht jedoch zum Sturz aus dem Auto. Mit SUVA und Vorinstanz ist daher die Schilderung des Unfallhergangs durch den Fahrzeuglenker L.________ als glaubhaft und überwiegend wahrscheinlich zu qualifizieren. 3.2 Die Edition der Strafakten des Gerichtskreises III Aarberg-Büren-Erlach zeigt, dass L.________ mit Urteil vom 22. Dezember 2005 von der Anschuldigung der fahrlässigen schweren Körperverletzung, angeblich begangen am 28. Juni 2003 am Beschwerdeführer, freigesprochen worden ist. Da nur ein Urteilsdispositiv ohne Begründung vorliegt, ist nicht ersichtlich, ob der Freispruch lediglich in Anwendung des Grundsatzes "im Zweifel für den Angeklagten" ergangen ist. Das Strafurteil gibt jedoch keinerlei Anlass, an der oben dargelegten Sachverhaltsdarstellung zu zweifeln. 3.3 Das mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellte Verhalten des Beschwerdeführers ist als Wagnis im Sinne von Art. 39 UVG und Art. 50 UVV zu qualifizieren. Die von der SUVA verfügte Kürzung der Geldleistungen um 50 % entspricht dem gesetzlich vorgesehenen Minimum und ist zu Recht erfolgt.