Citation: 8C_653/2023 E. 3.1.2

3.1.2. Weiter erkannte das kantonale Gericht, der psychiatrische Experte zeige nachvollziehbar und einlässlich auf, weshalb auf eine Aggravation zu schliessen sei. Er halte unter anderem illustrativ fest, dass der Beschwerdeführer, der sich wegen zahlreicher körperlicher Schmerzen nicht mehr als arbeitsfähig erachte, zu keinem Zeitpunkt in Mimik oder Gestik schmerzgeplagt gewirkt habe. Seine Feststellungen stünden in Übereinstimmung mit denjenigen des Dr. med. D.________, des Zentrums E.________, der im Gutachten vom 26. Januar 2016 ebenso erhebliche Diskrepanzen zwischen den Schilderungen des Beschwerdeführers und den gemachten Beobachtungen festgehalten habe. Allerdings könne nicht nachvollzogen werden, weshalb Dr. med. D.________ eine somatoforme Schmerzstörung bestätigt habe, nachdem er im Wesentlichen einen unauffälligen Befund (gute Aufmerksamkeit, andauernde Konzentration, gutes Durchhaltevermögen, ausgezeichnete Stimmungslage, keine Stimmungsschwankungen) festgehalten habe. Der psychiatrische Sachverständige der Medexperts AG habe die vom Beschwerdeführer angegebene Schmerzproblematik bei krass widerspüchlichem Verhalten überzeugend als Aggravation und diagnostisch als Entwicklung von körperlichen Symptomen aus psychischen Gründen (ICD-10: F68.0) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit interpretiert. Wenn, wie vorliegend, eindeutig eine Aggravation gegeben sei, bestehe von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente wegen einer psychischen Erkrankung, selbst wenn die klassifikatorischen Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung gegeben sein sollten (mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 2.2.2). Dass das aggravatorische Verhalten krankheitsbedingt sein könnte, werde weder von den Gutachtern noch von irgendwelchen behandelnden Ärzten psychiatrischer Fachrichtung in Betracht gezogen. Eine Persönlichkeitsstörung hätten die Sachverständigen der Medexperts AG ausgeschlossen. Insgesamt müsse eine bewusste und gesteuerte Symptomerzeugung (Aggravation) angenommen werden. Damit erübrige sich die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens (mit Hinweis auf das Urteil 9C_520/2019 vom 22. Oktober 2019 E. 6.1).