Citation: 2C_830/2019 E. 3.2

3.2. Es fragt sich, welche Besteuerungsmodalitäten bei einem Ehepaar gelten, bei welchem beide Ehegatten in der Schweiz subjektiv steuerpflichtig sind, aber nur einer der Ehegatten die subjektiven Voraussetzungen für die Aufwandbesteuerung erfüllt. Zwar verlangt der Grundsatz der Familienbesteuerung, welcher eine Besteuerung der Familie nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vgl. Art. 127 Abs. 2 BV) sicherstellen soll, grundsätzlich eine Faktorenaddition (vgl. dazu Art. 9 DBG sowie Art. 3 Abs. 3 StHG bzw. Art. 10 StG/BE). Weil die Besteuerung nach dem Aufwand nichts anderes darstellt als eine besondere Art der Ermittlung der Bemessungsgrundlage, und die Ermittlung dieser Grundlage auch bei der gewöhnlichen Familienbesteuerung für jeden Ehegatten zunächst gesondert erfolgt, ist dann, wenn der die subjektiven Voraussetzungen der Aufwandbesteuerung erfüllende Ehegatte (altrechtlich) für die Aufwandbesteuerung optiert, nur dessen eigene Bemessungsgrundlage nach dem Lebensaufwand zu bestimmen. Die Bemessungsgrundlage des anderen Ehegatten ist gegebenenfalls separat zu ermitteln (siehe zum Ganzen OLIVER ARTER, Die Aufwandbesteuerung, in: AJP 2007, S. 156 ff., S. 164). Ob abweichend von dieser Regel im Falle, dass nur einer der Ehegatten oder bloss die Kinder das Schweizer Bürgerrecht innehaben, nach dem früheren Recht beide Ehegatten bei Erfüllung aller übrigen Voraussetzungen Anspruch auf Aufwandbesteuerung hatten (in diesem Sinne Ziff. 1.1 des [früheren]) Kreisschreibens Nr. 9 der ESTV vom 3. Dezember 1993 [nachfolgend: aKS ESTV Nr. 9]; kritisch dazu ARTER, a.a.O., S. 165), muss vorliegend nicht geklärt werden.