Citation: 1C_194/2022 E. 5.4.2

5.4.2. Bei der Abgrenzung zwischen schwerer und mittelschwerer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften schloss das Bundesgericht im Fall eines Fahrzeugführers auf eine mittelschwere Widerhandlung, der bei Regen auf der Autobahn die Geschwindigkeit nicht an den Zustand der Fahrbahn (nasse Kurve) angepasst hatte und deshalb die Kontrolle verlor, wobei das Auto seitlich wegrutschte und gegen einen Baum geschleudert wurde. Massgebend für die Qualifikation als mittelschwere Widerhandlung war hier, dass der Unfall ausschliesslich auf die nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen war und weder die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wurde, noch erschwerenden Umstände vorlagen (z.B. Aquaplaning), die eine erhöhte Aufmerksamkeit des Fahrzeugführers erforderten (Urteil 1C_525/2012 vom 24. Oktober 2013 E. 2.4). Für die Abgrenzung zwischen einer schweren und einer mittelschweren Widerhandlungen bei Verkehrsunfällen, die auf eine nicht den Umständen angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen sind, kann sich danach in subjektiver Hinsicht als entscheidend erweisen, ob die Strassenverhältnisse eine besondere Aufmerksamkeit erfordern (vgl. Urteile 1C_135/2022 vom 24. August 2022 E. 2.1 und E. 2.2; 1C_525/2012 vom 24. Oktober 2013 E. 2.4).