Citation: 6P.131/2004 10.01.2005 E. 2

Der Beschwerdeführer rügt mit seinem staatsrechtlichen Rechtsmittel ebenfalls eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". Nach seiner Auffassung ist die Feststellung willkürlich, dass ihm das fehlende Einverständnis des Opfers zum Geschlechtsverkehr bewusst gewesen sei. Ausserdem ergebe sich aus dem angefochtenen Entscheid, dass das Obergericht an seiner Schuld erhebliche Zweifel hätte haben müssen und ihn daher nicht hätte verurteilen dürfen. Den Vorwurf der willkürlichen Beweiswürdigung stützt der Beschwerdeführer vor allem auf seine eigenen Aussagen. Er habe in sämtlichen Einvernahmen erklärt, der Geschlechtsverkehr habe sich am 4. August 2000 gleich wie dutzendfach zuvor abgespielt. Das Opfer sei nach seinen Versprechungen, zu ihm zurückzukehren, schliesslich mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden gewesen; Gewalt habe er deshalb keine anwenden müssen. Aus dem angefochtenen Entscheid geht hervor, dass das Obergericht diese Aussagen des Beschwerdeführers nicht übersieht. Allerdings erachtet es in Übereinstimmung mit dem Entscheid des Bundesgerichts vom 18. Mai 2004 die Aussagen im Er-mittlungs- und Untersuchungsverfahren als nicht verwertbar. Hinge-gen zieht es die entsprechenden Äusserungen vor Bezirks- und Ober-gericht in seine Überlegungen mit ein. Es kann demnach keine Rede davon sein, dass im angefochtenen Entscheid die Aussagen des Be-schwerdeführers in willkürlicher Weise unberücksichtigt blieben. Das Obergericht gelangt auf Grund einer sehr eingehenden Prüfung des Tathergangs zur Überzeugung, dass dem Beschwerdeführer das fehlende Einverständnis des Opfers zum Geschlechtsverkehr bewusst sein musste. Es schenkt dabei nicht einfach der Darstellung des Op-fers mehr Glauben als jener des Beschwerdeführers, wie dieser gel-tend macht. Vielmehr stützt sich die obergerichtliche Folgerung insbe-sondere auch auf die äusseren Tatumstände. So legt das Gericht na-mentlich Gewicht darauf, dass das Opfer sein weinendes Kind nicht neben sich auf dem Bett belassen hätte, wenn es mit dem Ge-schlechtsverkehr einverstanden gewesen wäre. Es hätte sich zudem nicht zu einem Geschlechtsverkehr in der - auch vom Beschwerde-führer - nicht bestrittenen kurzen Dauer benutzen lassen. Das Ober-gericht hält zwar auch fest, dass das Opfer von einer Strafanzeige wohl abgesehen hätte, wenn sich der Beschwerdeführer in Lenzburg tatsächlich abgemeldet und dadurch die Bereitschaft bekundet hätte, zu ihm zurückzukehren. Aus diesem Umstand allein muss jedoch nicht zwingend geschlossen werden, dass das Opfer sein Einverständnis zum Geschlechtsverkehr gegeben habe. Die gegenteilige Würdigung des Obergerichts ist jedenfalls nicht willkürlich. Der angefochtene Entscheid erörtert auch Gesichtspunkte, die für eine Zustimmung des Opfers zum Geschlechtsverkehr sprechen könnten. Den sich daraus ergebenden Zweifeln misst das Obergericht aber letztlich keine entscheidende Bedeutung zu. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was diese Gesamtwürdigung erschüttern könnte. Von einer Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" kann daher nicht gesprochen werden. Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher voll-umfänglich abzuweisen.