Citation: 6B_614/2023 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz erwägt, die Täuschung sei arglistig. Zwar habe es sich um einfache Lügen bzw. falsche Angaben gehandelt. Die Vorspiegelung des nicht vorhandenen Erfüllungswillens habe jedoch von den Geschädigten nicht direkt überprüft werden können. Eine weitere Überprüfung der falschen Angaben wäre zudem unverhältnismässig gewesen, zumal der Preis für die Mobiltelefone lediglich zwischen Fr. 350.-- und Fr. 500.-- betragen habe. Es entspreche dem Regelfall im Geschäftsalltag, dass derlei Kaufobjekte in dieser Preiskategorie auf Online-Plattformen per Vorauszahlungen gekauft würden. Eine Bewertung der Verkäuferschaft sei auch nicht möglich. Die weitere Überprüfung der Erfüllungsfähigkeit und -willigkeit sei nicht zumutbar und faktisch nicht möglich. Dies zeige sich nicht zuletzt daran, dass einige Interessenten die Angaben der Beschwerdeführerin hinterfragten und sich bei ihr nach dem Kaufbeleg oder dem Grund für den günstigen Preis von mutmasslicher Neuware erkundigten. Die Beschwerdeführerin habe jeweils nachvollziehbare, überzeugende und nicht weiter überprüfbare Antworten erfunden. So habe sie gegenüber einem Geschädigten gesagt, über keinen Beleg zu verfügen, weil sie das Gerät als Geschenk erhalten habe. Einem weiteren Geschädigten habe sie erklärt, Kaufbeleg und Garantie seien beim Produkt mit dabei. Gegenüber einer dritten Person habe die Beschwerdeführerin angegeben, mit dem als Geschenk erhaltenen Modell nicht vertraut zu sein und es deshalb günstig abzugeben. Die Erklärungen hätten die Geschädigten überzeugt und sie zum Kauf bewogen. Besondere Prüfpflichten und eine die Arglist ausschliessende Opfermitverantwortung seien zu verneinen. Dass auf den Plattformen vor möglichen Betrugsrisiken gewarnt werde, ändere daran nichts. Im Hinblick auf das den Auktionsplattformen zugrunde liegende System hätten die Geschädigten zudem durchaus mit einem tieferen Preis resp. mit "Schnäppchen" rechnen können. So habe denn auch ein Geschädigter das ihm von der Beschwerdeführerin angebotene Mobiltelefon später zu einem vergleichbaren Preis auf der Plattform erworben. Selbst wenn ein Teil der Geschädigten ein erhebliches Mass an Naivität an den Tag gelegt haben sollte, könnte angesichts der dargelegten Umstände nicht gesagt werden, dass sie sich geradezu leichtfertig verhalten hätten, und dass das betrügerische Verhalten der Beschwerdeführerin deshalb völlig in den Hintergrund treten würde. Der objektive Tatbestand des Betrugs, insbesondere Arglist, sei erfüllt.