Citation: 6B_1261/2022 E. 3.4.2

3.4.2. Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, Drohungen, die versuchte Befreiung einer gefangenen Person und die versuchte Nötigung seien nicht derart gravierende Delikte, dass sie eine stationäre Massnahme rechtfertigen würden. Bei den vom Beschwerdeführer ausgesprochenen Drohungen handelt es sich um Vergehen, die als Anlasstaten im Sinne von Art. 59 StGB grundsätzlich in Betracht kommen. Hinsichtlich der Schwere der Tat berücksichtige die Vorinstanz die konkrete Ausgestaltung der Taten zu Recht und wies darauf hin, dass die Drohungen des Beschwerdeführers, mitunter konkrete Todesdrohungen, welche er auch gegenüber enger Familienmitglieder der bedrohten Personen wiederholt und sehr plastisch ausgesprochen hat, gravierend seien. Stehen bei der Legalprognose Drohungen im Fokus, ist das Risiko der Überschreitung der Handlungsschwelle ebenfalls von Bedeutung. Die Vorinstanz hat entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers anhand konkreter Anhaltspunkte, insbesondere der immer wieder gegen Leib und Leben ausgesprochenen Drohung, der fehlenden Impulskontrolle sowie der fehlenden Krankheitseinsicht des Beschwerdeführers, nachvollziehbar dargelegt, weswegen auch von einer zumindest nicht unbedeutenden Wahrscheinlichkeit für eine Überschreitung der Handlungsschwelle und damit auch von einem gewissen Risiko für schwere Delikte gegen Leib und Leben auszugehen ist. Für die Legalprognose weiter massgebend ist, dass der Beschwerdeführer wegen mehrfacher Drohung und mehrfacher Beschimpfung am 2. Februar 2018 vom Bezirksgericht Dielsdorf und wegen Sachbeschädigung, mehrfacher Beschimpfung, mehrfacher Drohung und versuchter Nötigung am 20. August 2020 mit Strafbefehl von der Staatsanwaltschaft Sihl schuldig gesprochen wurde. Der Beschwerdeführer ist demnach innert kürzester Zeit mehrfach rückfällig geworden. Es ist demnach nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz von einer hohen Wahrscheinlichkeit für Drohungen und Nötigungen und zumindest von einer gewissen Wahrscheinlichkeit für schwere Gewalttaten ausging. Vor diesem Hintergrund hält die ausgesprochene Massnahme der Prüfung der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne stand. Sofern der Beschwerdeführer seine fehlende Behandlungsbereitschaft gegen die Anordnung einer stationären Massnahme vorbringt, ist auf die vorinstanzlichen Erwägungen hinsichtlich der zu erwartenden Motivationssteigerung im Rahmen der Therapie zu verweisen. Ferner ist zu berücksichtigen, dass die von der Vorinstanz am 28. Januar 2019 angeordnete ambulante Massnahme gescheitert ist. Die Vorinstanz erachtete die Anordnung einer stationäre Massnahme zu Recht als einzig geeignete Massnahme.