Citation: H 11/00 20.03.2001 E. 4

4.- a) Die Vorinstanz bejaht eine Schadenersatzpflicht im Wesentlichen mit der Begründung, die angespannte finanzielle Situation sei dem Beschwerdeführer klar gewesen. Wenn die Firma trotzdem andere Gläubiger vorgezogen und Löhne ausbezahlt habe, so handelten die AG bzw. die verantwortlichen Organe nicht nur widerrechtlich, sondern auch vorsätzlich. Der Beschwerdeführer berufe sich zu Unrecht darauf, dass er die finanziellen Missstände erst nachträglich erkannt habe. Denn bereits Anfang Februar 1997 seien ihm die finanziellen Probleme bekannt gewesen, ohne dass er deswegen aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden wäre. Auch wenn er nur fiduziarisch im Verwaltungsrat Einsitz genommen hätte, könnte ihn dies nicht von seinen Pflichten, insbesondere von jener der Oberaufsicht über die Geschäftsführung im Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, entbinden. Er weise zwar darauf hin, den Fiduzianten auf die Missstände hingewiesen zu haben, ohne indessen geltend zu machen, die Erfüllung der Beitragspflichten auch angemahnt zu haben. Vielmehr sei er mit der weiteren Auszahlung von (Netto-)Löhnen einverstanden gewesen. Dem Beschwerdeführer sei daher eine für den Schaden kausale, widerrechtliche und absichtliche Pflichtverletzung vorzuwerfen. Eine Verletzung der Beitragspflicht sei auch nicht gerechtfertigt gewesen, um das Überleben der Firma zu sichern; denn es hätten keine ernsthaften und objektiven Aussichten auf eine erfolgreiche Überwindung des Liquiditätsengpasses bestanden. Die kurze Zeit des Verwaltungsratsmandates vermöge den Beschwerdeführer nicht zu entlasten, sei doch bereits bei der Gründung klar gewesen, dass die G.________ AG nur mit ausreichendem neuen Kapital überleben könne. In dieser Situation hätte er pflichtgemäss handeln können und müssen, indem er die Beitragszahlung angeordnet oder zumindest deren Bezahlung gegenüber dem Fiduzianten durchzusetzen versucht hätte. Trotz der kurzen Bestandesdauer habe die Firma nie eine Beitragszahlung geleistet, was eine absichtliche Verletzung der Sorgfaltspflicht darstelle. Schliesslich hätte er den Konkurs bereits früher, insbesondere vor seinem Austritt aus dem Verwaltungsrat, anmelden müssen. Diese Pflichtverletzung sei eine massgebende Ursache des nach dem 31. März 1997 entstandenen Teils des Schadens. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird dagegen vorgebracht, der Beschwerdeführer habe sich bei der Gründung der Firma bereit erklärt, bis zum Finden eines Käufers/Investors fiduziarisch für B.________ die Funktion des Verwaltungsrates und Geschäftsführers der neu zu gründenden Firma zu übernehmen. Er sei für die Sicherstellung der Produktionsbereitschaft und der Lieferfähigkeit, den Einkauf und Verkauf sowie das Personalwesen zuständig gewesen. Alle anderen Aufgaben, namentlich das Finanzwesen, seien dagegen vom Fiduzianten erledigt worden. In dieser Stellung sei er praktisch ausser Stande gewesen, auf die konkrete Erfüllung der finanziellen Verbindlichkeiten der G.________ AG Einfluss zu nehmen. Sofern eine Haftung trotzdem bejaht werden sollte, sei zu beachten, dass der Beschwerdeführer schriftlich per 31. März 1997 aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten sei. b) Grundsätzlich ist den Erwägungen der Vorinstanz beizupflichten, dies mit folgenden Präzisierungen: Dem Beschwerdeführer war die problematische Vorgeschichte der konkursiten G.________ AG bekannt. Gemäss seinen Darlegungen in der vorinstanzlichen Klageantwort vom 24. März 1999 (S. 7 unten) war ihm insbesondere bewusst, dass die G.________ AG nur gegründet wurde, um diese besser einem investitionsbereiten Interessenten verkaufen und so deren Überleben sicherstellen zu können. Sodann hatte er in der G.________ AG formelle Organstellung. Unter diesen Umständen können die Haftungsvoraussetzungen nach Art. 52 AHVG grundsätzlich nicht in Frage gestellt werden. Die Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde dringen nicht durch. Der Hinweis, der Beschwerdeführer habe das Verwaltungsratsmandat nur treuhänderisch übernommen, vermag ihn nicht zu entlasten. Denn der Schuldvorwurf, welcher einen fiduziarischen Verwaltungsrat oder einen Strohmann trifft (BGE 112 V 3), rührt gerade aus dem Umstand, sich auf eine Verwaltungsratsstellung in Verhältnissen eingelassen zu haben, die ihm die richtige gesetzlich vorgeschriebene Erfüllung dieses Amtes, d.h. die ihm nach Art. 716a OR obliegenden unübertragbaren Aufgaben, verunmöglichen. Es wird denn auch nichts vorgebracht, aus dem hervorginge, dass der Beschwerdeführer bis zu seiner Demission aus dem Verwaltungsrat bei B.________ die Bezahlung der laufend geschuldeten und fälligen Sozialversicherungsbeiträge verlangt hätte. Rechtfertigungs- und Exkulpationsgründe (BGE 108 V 186 Erw. 1b) scheiden in den hier gegebenen Verhältnissen ohne weiteres aus.