Citation: 4A_131/2024 E. 5.1

5.1. Die Erstinstanz hatte erwogen, die Parteien hätten am 31. Januar 2014 vereinbart, dass die Beschwerdeführerin die anerkannte Forderung von Fr. 348'727.79 nebst Zins seit 1. Januar 2014 mit monatlichen Zahlungen von Fr. 7'000.-- zurückzuführen habe. Falls sie mit einer Zahlung mehr als 20 Tage in Verzug sei, sei die Beschwerdegegnerin berechtigt, die gesamte Restforderung in Betreibung zu setzen. Bis und mit Februar 2016 habe die Beschwerdeführerin Zahlungen von monatlich Fr. 7'000.-- geleistet. Nach der Zahlung von Fr. 7'000.-- am 19. Februar 2016 sei die folgende Zahlung erst am 11. Mai 2016 eingegangen. Anstelle einer Betreibung habe die Beschwerdegegnerin weitere Abzahlungsmodalitäten mit der Beschwerdeführerin vereinbart und ihr weitere Zahlungsfristen gewährt. Es sei erstellt, dass die Beschwerdeführerin die Vereinbarung, wonach sie bis Ende Dezember 2018 insgesamt Fr. 23'000.-- zu leisten gehabt hätte, nicht eingehalten habe. Es sei jedoch kein Verfalltag vereinbart gewesen. Am 20. Januar 2020 sei die Beschwerdegegnerin schriftlich an die Beschwerdeführerin herangetreten und habe zutreffend festgestellt, dass diese bereits seit Längerem keine Rückzahlungen mehr geleistet habe. Gleichzeitig habe sie ihr vorgehalten, es bestünde eine Überschreitung von Fr. 171'274.76 (exkl. Zinsen, Kommissionen und Spesen seit 1. Januar 2020), zu deren Überweisung sie die Beschwerdeführerin bis spätestens 28. Januar 2020 aufgefordert habe. Schliesslich habe sie der Beschwerdeführerin im selben Schreiben in Aussicht gestellt, sie werde ihr nach Eingang der Zahlung eine Schlussabrechnung zur Bezahlung zukommen lassen. Daraus hatte die Erstinstanz geschlossen, das - in zweifacher Ausfertigung als Einschreiben und A-Post versandte - Schreiben habe nach Vertrauensprinzip nur als Kündigung des Kontokorrentkredits verstanden werden können. Anders als zuvor, als das Gespräch gesucht und per E-Mail kommuniziert worden sei, um Abzahlungsvereinbarungen zu treffen, sei der Beschwerdeführerin die Kapitalschuld aus dem Kontokorrentkredit nun unmissverständlich mitgeteilt und deren Tilgung explizit verlangt worden. Nicht zuletzt die Erwähnung einer Abschlussrechnung mache deutlich, dass die Beschwerdeführerin das Schreiben vom 20. Januar 2020 als Kündigung des Kontokorrentkredits habe verstehen müssen.