Citation: 6B_354/2022 E. 3.3.6

3.3.6. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers durfte die Vorinstanz auf die Angaben der Sachverständigen abstellen, wonach die Ephebophilie eine psychische Störung ist. Der Sachverständigen zufolge handelt es sich dabei um eine Störung der sexuellen Präferenz, welche einen Krankheitswert aufweist. Die Ephebophilie ist eine Sexualpräferenz für pubertäre und postpubertäre Jungen. Sie ist in der aktuellen Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) zwar nicht als eigenständige Störung aufgeführt. Dies erklärt sich gemäss Vorinstanz damit, dass aufgrund der grossen Vielzahl nicht für jede Neigung eine Kategorie geschaffen werde (vgl. zum Begriff der Ephebophilie auch Urteil 6B_1169/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 3.7). Beim Beschwerdeführer liegt zudem eine Pädophilie vor, welche im ICD-10 als psychische Störung erfasst ist. Die Ephebophilie geht gemäss Vorinstanz weiter als die Pädophilie und schliesst diese mit ein. Daher widerspricht die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Recht, wenn er der Ephebophilie jeglichen Krankheitswert abspricht. Überdies diagnostizierte die Sachverständige eine gemischte Angst- und depressive Störung (ICD-10 F41.2) sowie eine Abhängigkeit von Benzodiazepin (ICD-10 F13.2). Die Vorinstanz kommt zum überzeugenden Schluss, dass eine schwere psychische Störung vorliegt. Im Gutachten wird nur die Ausprägung dieser psychischen Störung als leicht eingeschätzt, was jedoch nicht bedeutet, dass keine schwere psychische Störung vorliegt. Zudem habe die Sachverständige an der Berufungsverhandlung die Aussagen des Beschwerdeführers und des Opfers gehört und danach korrigierend ausgeführt, die psychische Störung sei schwerer als ursprünglich im Gutachten angenommen.