Citation: U 122/05 30.08.2005 E. 4

4.1 Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Integritätsentschädigung. Der Beschwerdeführer begründet seinen Antrag auf eine Integritätsentschädigung von 20% damit, dass auf Grund des Unfalles vom 7. November 1980 trotz Operation eine Beeinträchtigung bei der Arbeit (Griff, Schmerz) bestanden habe. Seine Arbeit habe er jedoch immer noch ausführen können, weshalb es zu keiner Arbeitsunfähigkeit gekommen sei. Es sei ihm dafür keine Integritätsentschädigung ausbezahlt worden, weil es 1980 eine solche noch nicht gegeben habe. Auf Grund des Unfalles vom 17. Juni 2002, welcher den Mittelfinger beträfe, wirkten sich diese Einschränkungen in der Beweglichkeit und Einsetzbarkeit des linken Daumens nun erstmals massgeblich aus. 4.2 Die Integritätsentschädigung wurde als neue Leistungsart mit dem UVG vom 20. März 1981 auf den 1. Januar 1984 eingeführt. Die Übergangsbestimmung von Art. 118 Abs. 2 lit. c UVG sieht vor, dass Versicherte der SUVA für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ereignet haben und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, Anspruch auf Integritätsentschädigung haben, sofern der Anspruch erst nach Inkrafttreten dieses Gesetzes entsteht (RKUV 1988 Nr. U 50 S. 287 Erw. 2b). Ob ein Versicherter, der vor dem 1. Januar 1984 einen Unfall erlitt, für dessen Folgen gestützt auf Art. 118 Abs. 2 lit. c UVG eine Integritätsentschädigung beanspruchen kann, hängt demnach davon ab, in welchem Zeitpunkt die für diesen Anspruch massgeblichen Voraussetzungen, namentlich die Dauerhaftigkeit und Erheblichkeit der Beeinträchtigung (Art. 36 Abs. 1 UVV in Verbindung mit Art. 24 UVG), erfüllt sind. Trifft dies vor dem 1. Januar 1984 zu, so entfällt ein Anspruch auf Integritätsentschädigung. Hat dagegen evolutives Geschehen über diesen Zeitpunkt hinaus angehalten, so dass damals weder Erheblichkeit noch Dauerhaftigkeit schlüssig feststellbar waren, so ist der Anspruch erst unter der Geltung des UVG entstanden, weshalb in solchen Fällen eine Integritätsentschädigung in Frage kommt. In diesem Zusammenhang ist die Vorschrift des Art. 24 Abs. 2 UVG zu berücksichtigen, wonach die Integritätsentschädigung mit der Invalidenrente festgesetzt wird oder, falls kein Rentenanspruch entsteht, bei Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt wird. Der Integritätsschaden ist somit in der Regel bei Behandlungsabschluss hinsichtlich der Dauerhaftigkeit und der Erheblichkeit feststell- und beurteilbar, somit gegebenenfalls in diesem Zeitpunkt entstanden. 4.3 Vorliegend ist ohne weiteres davon auszugehen, dass im Zeitpunkt des Inkrafttretens des UVG der Integritätsschaden bezüglich des Daumens hinsichtlich Dauerhaftigkeit und Erheblichkeit feststell- und beurteilbar war. Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer nach Massgabe von Art. 118 Abs. 2 lit. c UVG für die mit den Funktionseinschränkungen am Daumen gegebene Integritätseinbusse keinen Entschädigungsanspruch, wobei offen bleiben kann, ob dieser andernfalls überhaupt die Erheblichkeitsschwelle erreicht hätte. Dem ist auch im Rahmen von Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV Rechnung zu tragen. Diese Verordnungsbestimmung regelt grundsätzlich nur das Zusammentreffen von Integritätsschäden, die nach dem Gesetz als solche versichert sind (BGE 113 V 57 Erw. 2; Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, 3. Aufl., Zürich, S. 166). Die vom Unfallversicherer geschuldete Integritätsentschädigung bemisst sich deshalb allein nach der Schwere der Folgen des versicherten Ereignisses, also des Unfalles vom 17. Juni 2002, bei welchem der Mittelfinger in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die durch das nichtversicherte Ereignis verursachte Beeinträchtigung am linken Daumen bleibt bei der Festsetzung der Entschädigung ausser Betracht (BGE 116 V 157 Erw. 3d). Hinsichtlich der Beeinträchtigungen am Mittelfinger entspricht die Bemessung des Integritätsschadens von 5% gestützt auf die Einschätzungen des Kreisarztes Dr. med. B.________ dem Gesetz, der Verordnung und den anwendbaren Richtlinien. Der Beschwerdeführer bringt keine triftigen Gründe vor, die eine abweichende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen liessen (Art. 132 lit. a OG).