Citation: 5A_474/2023 E. 3.2.2

3.2.2. Sodann erwog die Vorinstanz, der Amtsgerichtspräsident habe bei seinem Entscheid über die Zuteilung alle nach der Rechtsprechung dafür massgebenden Kriterien geprüft. An seiner Würdigung sei nichts auszusetzen und es könne grundsätzlich vollumfänglich auf seine Erwägungen verwiesen werden. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringe, vermöge daran nichts zu ändern. Mit seiner Berufung stelle er im Wesentlichen die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin infrage, im Rahmen der Parteibefragung vor dem Instruktionsrichter habe er diese indessen nicht mehr bestritten. Zusätzlich zu den vom Amtsgerichtspräsidenten bereits erwähnten Berichten zeichneten auch der Schlussbericht zur Familienbegleitung vom 30. Dezember 2022 und die Zeugenaussagen der Erziehungsbeiständin sowie der Besuchsbegleiterin anlässlich der Instruktionsverhandlung ein positives Bild. Das im Strafverfahren erstellte Gutachten äussere sich nicht zur Erziehungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin, sodass für die Frage der Obhut nichts zu ihren Ungunsten daraus abgeleitet werden könne. Ihre Therapie verlaufe positiv, woran auch die rechtskräftige Verurteilung wegen Tätlichkeiten (Strafbefehl vom 4. Oktober 2022) nichts ändere. Auch der Beschwerdegegner sei wegen derselben Auseinandersetzung verurteilt worden. Dass die Strafsache gegen ihn wegen seiner Einsprache bis anhin noch nicht rechtskräftig abgeschlossen sei, ändere daran ebenfalls nichts. Alles in allem bleibe es dabei, dass nicht nur der Beschwerdeführer, sondern genau gleich auch die Beschwerdegegnerin als erziehungsfähig zu qualifizieren sei. Es sei nicht anzunehmen, dass der Beizug von KESB-Akten, welche die beiden vorehelichen Kinder beträfen, an diesem Ergebnis zu ändern vermöchte.