Citation: 1C_318/2020 E. 6.3.1

6.3.1. Steht einer Gemeindebehörde ein geschützter Handlungsspielraum zu, so ist dieser von den Gerichten zu respektieren, d.h. sie dürfen nur eingreifen, wenn die Gemeinde ihn in einer Weise ausgeübt hat, die nicht mehr vertretbar erscheint (vgl. z.B. Urteil 1C_626/2017 vom 16. August 2018 E. 2.4 und 6.5). Nicht verlangt werden kann dagegen "offensichtliche Unhaltbarkeit": Dies würde auf eine Willkürprüfung hinauslaufen und wäre mit der Rechtsweggarantie (Art. 29a BV) unvereinbar (vgl. BGE 145 I 52 E. 3.6 S. 57 f.; 137 I 235 E. 2.5.2 S. 240). Voraussetzung für die Berufung auf die Gemeindeautonomie ist, dass die Gemeinde ihren Handlungsspielraum auch tatsächlich ausgeübt und ihren Entscheid in nachvollziehbarer Weise begründet hat, denn nur so können die Rechtsmittelbehörden prüfen, ob die Gemeinde ihren Handlungsspielraum in vertretbarer Weise ausgeübt hat (vgl. BGE 104 Ia 201 E. 5g S. 212 ff.). Die Begründung hat grundsätzlich im erstinstanzlichen Entscheid (hier: Inventarentlassungsverfügung) zu geschehen und kann nach ständiger Zürcher Praxis spätestens in der Rekursvernehmlassung nachgeholt oder ergänzt werden (vgl. dazu Urteil 1C_53/2013 vom 7. Mai 2013 E. 5).