Citation: 9C_545/2023 E. 3.6.2

3.6.2. Die Vorinstanz anerkennt zwar das Vorliegen einer Trennungsvereinbarung, um dann aber beweiswürdigend zum Ergebnis zu gelangen, dass aus dem "gegenwärtigen Aktenstand" zahlreiche Anhaltspunkte gewonnen werden könnten, die gegen die Darstellung der Ehefrau sprächen. Die Ehefrau sei "eigene Nachweise, die eine tatsächliche Trennung von ihrem Ehemann als glaubhaft erscheinen liessen, bis heute schuldig geblieben. Die Ehefrau hat diese vorinstanzliche Beweiswürdigung im bundesgerichtlichen Verfahren nicht zu erschüttern vermocht (vorne E. 2.4.3), weswegen sie für das Bundesgericht verbindlich ist (vorne E. 1.5). Folglich kann nicht davon gesprochen werden, die Ehe sei unter dem Gesichtspunkt von § 22 Abs. 2 StG/AG tatsächlich getrennt, sodass die solidarische (Mit-) Haftung gleichsam entfallen sei. Die gesetzlichen Folgen von § 22 Abs. 1 Satz 1 StG/AG, mithin die solidarische (Mit-) Haftung der Ehefrau für die auf den Ehemann entfallenden Steueranteile, bleiben damit bestehen.