Citation: 6B_342/2021 E. 1.3.1

1.3.1. Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz habe das ihr zustehende Ermessen in der Interessenabwägung nicht pflichtgemäss ausgeübt und mit der Anordnung der Landesverweisung eine unverhältnismässige Massnahme getroffen. Zwar habe die Vorinstanz alle massgebenden Kriterien, welche unter dem Aspekt des öffentlichen sowie des privaten Interesses eine Rolle spielten, berücksichtigt und gegeneinander abgewogen. Oberflächlich betrachtet scheine die Anordnung der nicht obligatorischen Landesverweisung unausweichlich. Näher betrachtet zeige sich jedoch, dass die Vorinstanz rein äusserlich die Symptome einer missglückten Lebenshaltung beim Beschwerdeführer aneinanderreihe. Dabei frage sie nie nach dem "Warum". Die vorinstanzliche Interessenabwägung beanstandet der Beschwerdeführer nur punktuell. Er rügt, die Vorinstanz habe seinen Gesundheitszustand im Rahmen seiner privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz nicht genügend gewürdigt. Dazu bringt er vor, er sei in seiner Heimat als Soldat während des Krieges direkt in das Kampfgeschehen involviert gewesen, habe schwere Verletzungen davongetragen und den Tod von Kameraden hautnah miterlebt. Diese Erlebnisse hätten bei ihm zu einer posttraumatischen Belastungsstörung geführt. Vor der Vorinstanz sei sowohl unbemerkt geblieben, dass der Gutachter im Jahre 2011 diese posttraumatische Belastungsstörung als chronifiziert bezeichnet habe, als auch, dass zusätzlich die Eventualdiagnose einer andauernden Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung gestellt worden sei. Vor dem Hintergrund dieser Zusatzdiagnose treffe ihn nur ein sehr geringes Verschulden an seiner von der Vorinstanz festgestellten fehlenden Integration. Weiter führt der Beschwerdeführer aus, da er über keine Anknüpfungspunkte mehr in seinem Heimatland verfüge, habe die Vorinstanz die Möglichkeit der Wiedereingliederung falsch gewertet.