Citation: 8C_23/2023 E. 7.2.2

7.2.2. 7.2.2.1. Der vom Beschwerdeführer zu Vergleichszwecken angerufene Fall beruht insofern auf einem sehr ähnlichen Sachverhalt, als die Beschwerdegegnerin und das Kinderspital auch dort einen später altershalber entlassenen Arzt durch ein grosszügiges gemeinsames Angebot für eine Doppelanstellung gewinnen konnten. Dabei trifft es zu, dass die damit befasste Vorinstanz die Anstellungsbedingungen, aber auch die Kündigungsklausel, wonach die Beendigung der Anstellung mit der UZH oder mit dem Kinderspital ein sachlich ausreichender Grund für die Kündigung des anderen Anstellungsverhältnisses sei, vor dem Hintergrund der kantonalen Gesetzgebung in einem ersten Schritt als unzulässig qualifizierte (vorerwähntes Urteil des kantonalen Gerichts vom 30. April 2020). Der Beschwerdeführer berücksichtigt bei seiner Argumentation jedoch nicht, dass die Vorinstanz die dortige Berufung des Arztes auf die Unzulässigkeit der Kündigungsklausel als rechtsmissbräuchlich erachtete, da dieser die ausserhalb des gesetzlichen Rahmens liegenden Anstellungsbedingungen als Professor nicht in Frage gestellt und insbesondere die finanziellen Vorteile, die ihm damit zugesichert worden waren, in der Vergangenheit vorbehaltlos angenommen hatte. Das Bundesgericht bestätigte auf Beschwerde hin, dass der dortige Beschwerdeführer die unzulässige Kündigungsbestimmung vor dem Hintergrund des Verbots widersprüchlichen Verhaltens gegen sich gelten lassen musste, weshalb mit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit dem Kinderspital willkürfrei das Vorliegen eines sachlichen Grundes im Sinne von § 18 Abs. 2 PG für die Entlassung als Professor altershalber gestützt auf § 24b Abs. 1 PG bejaht werden konnte (vgl. dazu Urteil 8C_444/2020 vom 23. März 2021 E. 7.2.4). 7.2.2.2. In der Zwischenzeit trat § 19 Abs. 4 PVO-UZH in Kraft, der die Auflösung des Arbeitsverhältnisses am Vertragsspital ausdrücklich als sachlich zureichenden Grund im Sinne von § 18 Abs. 2 PG qualifiziert. Anders als im vom Beschwerdeführer zitierten Fall konnte sich die Beschwerdegegnerin bei der vorliegenden Entlassung altershalber auf diese neue Norm berufen. Das vorinstanzliche Urteil vom 30. April 2020 erging unter altem Recht, was der Beschwerdeführer bei seiner Kritik am angefochtenen Urteil zu verkennen scheint. 7.2.2.3. Soweit der Beschwerdeführer die Anwendung von § 19 Abs. 4 PVO-UZH in der vorliegenden Angelegenheit als willkürlich bezeichnet und rügt, die in der Bestimmung vorgenommene Verknüpfung der beiden Anstellungsverhältnisse hätte einer formell-gesetzlichen Grundlage bedurft, kann offen bleiben, ob es ihm dabei um eine konkrete Normenkontrolle geht (zur vorfrageweisen resp. sogenannten konkreten oder inzidenten Normenkontrolle und zur Frage der Willkür in der Rechtsetzung vgl. Urteil 2C_236/2020 vom 28. August 2020 E. 1.5 und 3.3.1 mit Hinweisen; zur entsprechenden Rügepflicht vgl. E. 2.1.2 hiervor) oder ob er sich auf die Geltendmachung einer willkürlichen Anwendung kantonalen Rechts beschränkt. Denn selbst wenn der von ihm kritisierte § 19 Abs. 4 PVO-UZH im vorliegenden Fall - aus welchen Gründen auch immer - unbeachtlich bleiben müsste, würde dies nicht zu einem für ihn günstigeren Ergebnis führen. Er hatte nämlich unbestrittenermassen ein im Vergleich mit dem von ihm zitierten Fall sehr ähnliches gemeinsames Angebot der Beschwerdegegnerin und des Kinderspitals (vom 2. November 2017 inklusive nachfolgender E-Mail-Korrespondenz) angenommen. Darin wird neben den entgegenkommenden Anstellungsbedingungen auch festgehalten, dass die Beendigung des Anstellungsverhältnisses mit der Beschwerdegegnerin oder mit dem Kinderspital ein sachlich ausreichender Grund für eine Kündigung des anderen Anstellungsverhältnisses wäre (gemeinsames Angebot, S. 6 Ziff. 5; Bestätigung der Beschwerdegegnerin vom 29. November 2017; Verfügung der Anstellungsbedingungen und der Ausstattung vom 11. Dezember 2017, vgl. Urteil 8C_444/2020 vom 23. März 2021 E. 6). Da er offenbar (unter Nichtbeachtung von § 19 Abs. 4 PVO-UZH) diese Abmachung nicht gegen sich gelten lassen möchte, wäre ihm dieses Verhalten mit Blick darauf, dass er die übrigen, für ihn sehr vorteilhaften Anstellungsbedingungen zu keinem Zeitpunkt in Frage stellte, als rechtsmissbräuchlich vorzuwerfen (vgl. Urteil 8C_444/2020 vom 23. März 2021 E. 7.2.4; BGE 137 V 394 E. 7.1; 134 V 306 E. 4.3.1 mit Hinweis). Auch hier wäre deshalb, falls § 19 Abs. 4 PVO-UZH die Anwendung versagt bliebe, mit der fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit dem Kinderspital vom 30. November 2021 willkürfrei das Vorliegen eines sachlichen Grundes im Sinne von § 18 Abs. 2 PG für die Entlassung als Professor altershalber gestützt auf § 24b Abs. 1 PG zu bejahen.