Citation: 8C_678/2021 E. 4.1

4.1. Soweit sich die Vorinstanz bezüglich der Arbeitsfähigkeit "auf die Zeit bis zur Begutachtung im November 2017" bezog, ist dies insofern nicht korrekt, als die polydisziplinären gutachterlichen Untersuchungen nicht im November 2017, sondern zwischen 4. Dezember 2017 und 8. Januar 2018 stattfanden. Diese Feststellung der Vorinstanz bringt jedoch nichts Nachteiliges für die Beschwerdeführerin mit sich, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen. Entgegen der weiteren Rüge der Beschwerdeführerin hielt der Hausarzt Dr. med. J.________ in seinem Bericht vom 9. Juni 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 25 und nicht 75 % ab 17. November 2014 fest, ohne jedoch diese Einschätzung zu begründen. Er könne nicht beurteilen, welche Arbeiten der Beschwerdeführerin noch zumutbar seien, weshalb er hinsichtlich der Beurteilung der weiteren Arbeitsunfähigkeit auf einen Psychiater verwies, den er mit Schreiben vom 21. Mai 2015 um Behandlungsübernahme bat. Eine erste Psychotherapiesitzung fand aber - gemäss der Beschwerdeführerin - erst Anfang Februar 2016 am Institut O.________ statt. Lic. phil. K.________, behandelnde Psychotherapeutin am Institut O.________, diagnostizierte in ihren Berichten vom 15. April und 21. Juli 2016 eine nichtorganische Insomnie (ICD 10 F51.0; eine Durchschlafstörung sowie eine schlechte Schlafqualität) und eine längere depressive Reaktion (ICD 10 F43.2, leichterer depressiver Zustand als Reaktion auf eine länger anhaltende Belastungssituation). Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert. Was die neuropsychologischen Defizite betrifft, führte lic. phil. F.________ im Abschlussbericht des Instituts O.________ vom 8. Oktober 2015für den Behandlungszeitraum vom 20. Oktober 2014 bis 1. April 2015 aus, in der neuropsychologischen Verlaufsdiagnostik lägen fast alle Werte im Normbereich. Einzig bei den Exekutivfunktionen seien die Werte in einem Test zur lexikalischen Flüssigkeit im leicht defizitären Bereich. Zusammenfassend ergab sich ein unauffälliges neuropsychologisches Profil, sodass der Einwand, der Bericht vom 27. November 2014 habe sich nur auf die Fahreignung bezogen, insoweit nicht stichhaltig ist, als dieser ältere Bericht nicht die abschliessende neuropsychologische Beurteilung wiedergab. Es ist mit Blick auf diese Darlegungen des Neuropsychologen auch nicht aktenwidrig, wenn die Vorinstanz gestützt auf die Ausführungen des psychiatrischen Gutachters Dr. med. L.________ feststellte, dass die kognitiven Defizite ab März 2015 durch lic. phil. F.________ nicht mehr objektiviert werden konnten, was gemäss Dr. med. L.________ durch die neuropsychologischen Untersuchungen im Rahmen der Begutachtung durch lic. phil. M.________ bestätigt worden sei. Dass die Beschwerdeführerin nach Therapieende beim Institut O.________ weiterhin zu 75 % aus medizinischer Sicht arbeitsunfähig gewesen sein soll, wie sie unter Berufung auf den Verlaufsbericht von lic. phil K.________ vom 10. September 2015geltend macht, ergibt sich daraus nicht. Dies namentlich auch nicht durch den darin enthaltenen Verweis auf die bloss teilweise Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit als Case-Managerin. Die beklagten Schlafstörungen wurden sodann als ungünstige Schlafgewohnheiten bei mehrphasischem Schlafmuster ohne organische Ursache beurteilt. Falls die Beschwerdeführerin nicht die Empfehlungen zur Schlafhygiene einhalte, so die Gutachter, könne dies zu einem oft nicht erholsamen Schlaf führen. Eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen sie der Insomnie nicht zu (Bericht des Zentrums für Schlafmedizin vom 28. September 2015 Interdisziplinäre Gesamtbeurteilung im Gutachten vom 6. Juni 2018). Die neue Hausärztin Dr. med. N.________ begründete sodann weder in ihrem Bericht vom 17. September 2016 noch in jenem vom 28. Februar 2017 schlüssig, weshalb sie die Beschwerdeführerin als vollständig arbeitsunfähig erachtete, indem sie unter Verweis auf die ärztlichen Befunde festhielt, dass alle Leistungen eingeschränkt seien, wie die Vorinstanz zutreffend ausführte.