Citation: U 366/00 20.05.2003 E. 2

Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat im Urteil vom 17. Oktober 1997 erwogen, mit Bezug auf den guten Glauben lasse sich aufgrund der bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen nicht beurteilen, ob der Beschwerdeführer die reduzierte Sehschärfe bewusst und in böswilliger Absicht vorgetäuscht habe, oder ob er infolge einer neurotischen Entwicklung an eine praktische Blindheit geglaubt und die Sehbehinderung deshalb überbewertet habe. Anders als der Simulant, der sich ein zutreffendes Bild der Realität mache, sei der von einer Neurose betroffene Versicherte in der Vorstellung des Invalidseins befangen, indem er entgegen dem tatsächlichen Zustand an eine invalidisierende Beeinträchtigung glaube oder eine Gesundheitsstörung überbewerte. Wenn Dr. med. E.________ im Zwischenbericht vom 25. Februar 1992 ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Rentenneurose hinweise, handle es sich dabei nicht um eine blosse Hypothese, sondern um die Feststellung eines Arztes, der den Versicherten während längerer Zeit betreut habe und der sich bewusst geworden sei, dass die objektiven Befunde mit dem subjektiven Empfinden nicht mehr übereinstimmten. Nicht auszuschliessen sei, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer Fixierung auf das störende Fremdkörpergefühl in den Augen unbewusst die Beeinträchtigung der Sehschärfe überbewertet habe. Die Ärzte der Klinik für Augenkrankheiten des Spitals G.________, welche im Gutachten vom 13. April 1993 mit Bezug auf die Sehschärfe erstmals von Simulation und Aggravation sprachen, hätten sich nicht dazu geäussert, ob und inwieweit psychische Komponenten es dem Beschwerdeführer verunmöglichten, zu erkennen, dass seine subjektiven Angaben nicht der Realität entsprachen. Klarheit darüber könne unter den gegebenen Umständen nur ein psychiatrisches Gutachten schaffen.