Citation: 2C_978/2021 E. B

Am 29. März 2019 ersuchte A.________ darum, ihr eine Aufenthaltsbewilligung zur erwerbslosen Wohnsitznahme bzw. eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug zu ihrer Tochter zu erteilen. Das Amt für Migration des Kantons Luzern wies das Gesuch am 28. Juli 2020 ab. Die hiergegen gerichteten kantonalen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg (Entscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements vom 5. November 2020 und Urteil des Kantonsgerichts vom 28. Oktober 2021). Die kantonalen Behörden gingen davon aus, dass A.________ keine Rentnerinnenbewilligung ausgestellt werden könne (Art. 28 AIG), da sie ausserhalb der Familie ihrer Tochter keine besonderen persönlichen Beziehungen zur Schweiz unterhalte. Sie könne sich nicht auf den Schutz ihres Familienlebens berufen (Art. 8 EMRK und 13 Abs. 1 BV), weil kein Abhängigkeitsverhältnis zu ihrer Tochter im Sinne der Rechtsprechung bestehe. Gemäss der bundesgerichtlichen Praxis sei das Nachzugsrecht für Verwandte in aufsteigender Linie von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern (Art. 42 Abs. 2 lit. b AIG) schliesslich - trotz der allenfalls daraus resultierenden Inländerdiskriminierung im Vergleich zur Regelung im FZA (SR 0.142.112.681) - so anzuwenden, wie der Gesetzgeber dies vorgesehen habe.