Citation: 1C_340/2022 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin hat unbestritten innerorts die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 16 km/h überschritten. Im Bereich der Geschwindigkeitsüberschreitungen hat die Rechtsprechung im Interesse der Rechtsgleichheit präzise Regeln festgelegt, um leichte, mittelschwere und schwere Widerhandlungen voneinander abzugrenzen (Urteil 1C_520/2016 vom 16. Februar 2017 E. 4.2). Danach ist objektiv, das heisst unabhängig von den konkreten Umständen, innerorts ein leichter Fall anzunehmen, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 15 km/h überschritten wird (Urteil 1C_303/2007 vom 15. Mai 2008 E. 8.1 f.), ein mittelschwerer Fall bei einer Überschreitung um 21 bis 24 km/h (Urteile 1C_163/2022 vom 9. März 2021 E. 2.4; 1C_35/2019 vom 2. Juli 2019 E. 4.1.1) und ein schwerer Fall bei einer Überschreitung um 25 km/h und mehr (Urteil 1C_464/2020 vom 16. März 2021 E. 3.2). Diese Schematisierung entbindet die rechtsanwendenden Behörden indessen nicht, den Umständen des Einzelfalls Rechnung zu tragen. Einerseits ist zu prüfen, ob besondere Umstände die Verkehrsregelverletzung weniger gravierend erscheinen lassen, etwa wenn der Fahrer bzw. die Fahrerin aus ernsthaften Gründen annahm, sich noch nicht oder nicht mehr in einer geschwindigkeitsbegrenzten Zone zu befinden (BGE 132 II 234 E. 3.2; Urteil 1C_464/2020 vom 16. März 2021 E. 3.2 mit Hinweis). Andererseits sind die konkreten Umstände des Einzelfalls bei der Festsetzung der Dauer des Ausweisentzugs zu berücksichtigen (vgl. Art. 16 Abs. 3 SVG).