Citation: 9D_1/2014 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz erwog, sowohl von einer Parteieinvernahme als auch von einer Zeugeneinvernahme des C.________ seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Es könne davon ausgegangen werden, die Beschwerdeführer und ihr Vater würden den Rücktritt der Beschwerdeführer aus dem Verwaltungsrat per Ende Dezember 2010 bestätigen, wie sie dies bereits im Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung vom 8. Juli 2011 festgehalten hätten. Für einen faktischen Austritt der Beschwerdeführer per 31. Dezember 2010 sprächen deren eigene Aussagen, die anzunehmende Aussage des Vaters, der seine Kinder aller Wahrscheinlichkeit nach nicht belasten würde, und die Ziffern 6 und 7 des Generalversammlungsprotokolls vom 8. Juli 2011. Gegen einen Austritt per Ende 2010 sprächen folgende Gründe: - die Einträge im Handelsregister, - die Bezeichnung der Beschwerdeführer als Präsidentin bzw. Mitglied des Verwaltungsrates im Generalversammlungsprotokoll vom 8. Juli 2011, - der Umstand, dass die Beschwerdeführerin als Protokollführerin die Verantwortlichkeiten im Generalversammlungsprotokoll leicht hätte anders darstellen können, als dies der Wirklichkeit entsprochen habe, - das Fehlen eines Rücktrittsschreibens per Ende 2010 (wobei nicht einmal eine entsprechende Aktennotiz vorhanden sei), - die unbekannten Umstände des Rücktritts (Zeitpunkt, Gründe, Adressat der Willenserklärung), - der fehlende Nachweis einer Entschädigung für die Verwaltungsrats- tätigkeit ab 1. Januar 2011, - der fehlende Nachweis, die Beschwerdeführer hätten aus besonderen Gründen keinen Einfluss mehr auf die Geschäftstätigkeit gehabt. Bei einer kleinen Familienaktiengesellschaft könnten - grundsätzlich - ein rückwirkender Rücktritt oder eine Monate später erfolgende schriftliche Kenntnisnahme eines angeblich früheren Rücktritts durch die Generalversammlung ohne weiteres zur Haftungsumgehung benutzt werden, wenn eine Erklärung in einem Protokoll oder eine Aktennotiz als genügende Nachweise zugelassen würden. Insgesamt bleibe die Situation zumindest verworren. Mit Sicherheit aber sei der Rücktritt per Ende 2010 nicht überwiegend wahrscheinlich dargetan. Die Folgen der Beweislosigkeit wirkten sich zu Lasten der Beschwerdeführer aus. Es sei somit von einer Organstellung bis mindestens 8. Juli 2011 mit entsprechender Haftungsfolge auszugehen.