Citation: 8C_368/2020 E. 6.2.2

6.2.2. Im Urteil 8C_280/2010 vom 21. Mai 2010 stand folgender Sachverhalt zur Diskussion: Die versicherte Person klagte über einen beidseitigen Tinnitus, den sie auf die Schalleinwirkung durch ein Marderschutzgerät zurückführte. Die vor Ort vorgenommenen Messungen der Suva ergaben einen maximalen Schallpegel von 111 dB. Der beurteilende Arzt der Suva legte in seiner Stellungnahme dar, dass ein Knalltrauma mangels sehr starker, einmalig oder wiederholt einwirkender Schalldruckwelle mit Spitzenwerten zwischen 160 und 190 dB nicht gegeben sei. Ein Explosionstrauma fiel bereits deshalb ausser Betracht, weil es an einer Trommelfellverletzung fehlte. Ein akutes Lärmtrauma, welches die Einwirkung von exzessiv hohen Schallstärken (130 bis 160 dB) über die Dauer von mehreren Minuten voraussetze, lag ebenfalls nicht vor und ein akustischer Unfall war mangels Zwangshaltung des Kopfes und zufolge beidseitig angegebener Gehörschädigung auszuschliessen. Zudem habe die versicherte Person laut eigenen Angaben bei der Neueinstellung des Marderschutzgerätes nichts Ungewöhnliches bemerkt und dieses auch noch ein Jahr später in Betrieb gehalten. Das Bundesgericht kam gestützt auf die ärztliche Stellungnahme zum Schluss, dass die Schalleinwirkung durch das Marderschutzgerät demnach weder aus technischer noch medizinischer Sicht geeignet gewesen sei, eine Gehörschädigung herbeizuführen. Insgesamt sei festzuhalten, dass das streitbetroffene Ereignis den Unfallbegriff nicht erfülle, da es sowohl objektiv wie auch subjektiv an einem ungewöhnlichen äusseren Faktor fehle (E. 3.2.1; vgl. auch Urteil 8C_317/2010 vom 3. August 2020 E. 3.2, ebenfalls ein Marderschutzgerät betreffend).