Citation: 2C_1115/2018 E. 4.1

4.1. Nach Art. 51 Abs. 1 lit. b AIG erlöschen die Ansprüche gemäss Art. 42 AIG (Familienangehörige von Schweizern), wenn Widerrufs-gründe nach Art. 63 AIG vorliegen. Ein Grund zum Widerruf ist nach dieser Bestimmung unter anderem dann anzunehmen, wenn die ausländische Person oder eine Person, für die sie zu sorgen hat, dau-erhaft und in erheblichem Ausmass auf Sozialhilfe angewiesen ist (Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG). Normzweck der Bestimmung ist in erster Linie, eine zusätzliche Belastung der öffentlichen Wohlfahrt zu ver-meiden (vgl. Urteil 2C_98/2018 vom 7. November 2018 E. 4.1). Die auf Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG gestützte Nichtverlängerung der Auf-enthaltsbewilligung fällt grundsätzlich in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (Urteile 2C_98/2018 vom 7. November 2018 E. 4.1; 2C_120/2015 vom 2. Februar 2016 E. 2.1). Vorausgesetzt ist damit, dass konkret die Gefahr einer fortgesetzten Sozialhilfeabhängigkeit besteht; blosse finanzielle Bedenken genügen nicht (vgl. Urteile 2C_120/2015 vom 2. Februar 2016 E. 2.1; 2C_1058/2013 vom 11. September 2014 E. 2.3). Für die Beurteilung der Gefahr der So-zialhilfeabhängigkeit ist von den aktuellen Verhältnissen auszugehen; die finanzielle Entwicklung ist aber auf längere Sicht prospektiv abzuschätzen (Urteil 2C_268/2011 vom 22. Juli 2011 E. 6.2.3). Ausschlaggebend ist die vorauszusehende Entwicklung der finanziellen Situation in Berücksichtigung der realisierbaren Einkommensaussichten sämt-licher Familienmitglieder (vgl. Urteile 2C_98/2018 vom 7. November 2018 E. 4.1; 2C_120/2015 vom 2. Februar 2016 E. 2.1; 2C_851/2014 vom 24. April 2015 E. 3.4 2C_1058/2013 vom 11. September 2014 E. 2.3).