Citation: 8C_231/2010 12.07.2010 E. 3

Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit sei auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht verwertbar, sondern nur noch in einem geschützten Rahmen. 3.1 Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276). Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1 mit Hinweis). Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 287 E. 3b S. 290 f., I 198/97). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil 9C_95/2007 vom 29. August 2007 E. 4.3 mit Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (z.B. Urteil 8C_1050/2009 vom 28. April 2010 E. 3.3 mit Hinweisen). 3.2 Nach der unbestrittenen medizinischen Beurteilung von Dr. med. W.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. Juni und 9. Juli 2009 ist der Beschwerdeführerin eine 50 %-Tätigkeit zumutbar, in definiertem Rahmen mit selbständiger Übernahme einer einfachen Tätigkeit z.B. Zeitungen austragen, ohne Zeitdruck und ohne Einbindung in ein Team. Die Versicherte benötige einen wohlwollenden Vorgesetzten, der auch mit unberechenbar auftretenden Ereignissen umgehen könne. Die Vorinstanz erwog hierzu, es sei richtig, dass vorliegend gewisse Einschränkungen zu beachten seien. Der massgebende ausgeglichene Arbeitsmarkt biete jedoch aufgrund seiner Vielfalt dem Zumutbarkeitsprofil entsprechende Stellen an, weshalb die verbleibende Arbeitsfähigkeit verwertbar sei. Diese Annahme ist nicht zu beanstanden. Es gibt verschiedene einfache Hilfstätigkeiten, die den von Dr. med. W.________ vorausgesetzten medizinischen Anforderungen genügen (z.B. Kontroll-, Sortier- oder Verpackungsarbeiten, Zeitschriften austragen usw.). Dass ein soziales Entgegenkommen des Arbeitgebers medizinisch vorausgesetzt wird, spricht noch nicht gegen die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.1 hievor). Ein solches soziales Entgegenkommen ist vorliegend mit Blick auf die psychisch bedingten Limitierungen der Beschwerdeführerin nicht als unrealistisch zu bezeichnen. Neben den psychischen Beeinträchtigungen liegen zudem keine organisch bedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vor. Die Beurteilung des Invalideneinkommens und damit die Verneinung eines Rentenanspruchs ist daher nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.