Citation: 6B_1069/2023 E. 3.4.2

3.4.2. Demgegenüber bestehen jedoch massgebliche Interessen der Öffentlichkeit an einer Wegweisung des Beschwerdeführers. Dieser wurde zu einer hohen Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt, womit per se schon von überwiegenden öffentlichen Interessen an der Landesverweisung auszugehen ist (zur "Zwei-Jahres-Regel" vgl. supra E. 2.2.5). Nichts anderes ergibt sich bei Würdigung der konkreten Situation. Der Beschwerdeführer ist, obwohl er erst 2015 in die Schweiz einreiste, bereits sechs Mal vorbestraft. Seine erste Vorstrafe datiert vom 2. April 2018, wobei er wegen eines Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Geldstrafe von 15 Tagen zu Fr. 30.-- verurteilt wurde. Am 29. Oktober 2018 bestrafte ihn die Staatsanwaltschaft Frauenfeld sodann wegen mehrfachen Diebstahls, Erschleichen einer Leistung (geringfügiges Vermögensdelikt) sowie Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- sowie mit einer Busse von Fr. 800.--. Weitere Schuldsprüche wegen ausländerrechtlicher Delikte (Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung, rechtswidrige Einreise, rechtswidriger Aufenthalt) ergingen am 29. Januar 2019, am 7. April 2019, am 4. März 2020 (wobei dort zusätzlich ein erneuter Schuldspruch wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz erfolgte) sowie am 6. März 2020, wofür der Beschwerdeführer mit unbedingten Freiheitsstrafen von 30, 60 sowie zwei Mal je 90 Tagen bestraft wurde. Wenngleich es sich dabei um Strafen im tiefen Sanktionsbereich handelt, illustriert der Strafregisterauszug des Beschwerdeführers eine persistente Delinquenz und eine offenkundige Unfähigkeit, sich an die hiesigen Gesetze zu halten. Daran scheinen auch die jüngsten Verurteilungen zu mehreren Freiheitsstrafen nichts geändert zu haben. Entgegen dem Beschwerdeführer erschöpfen sich seine Straftaten auch nicht in Verstössen gegen Auflagen, die er für Besuche bei seiner Partnerin umging. Dass er "den ganzen Tag ohne jegliche Tätigkeit [herumgehangen sei] und kaum Geld zur Verfügung" gehabt habe, vermag besagte Delikte ebenfalls nicht zu rechtfertigen. Überdies ist im neusten Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung nunmehr eine bedenkliche Aggravationstendenz erkennbar. Die Vorinstanz hält fest, der Beschwerdeführer habe mit seinem Vorgehen eine gewisse Hinterhältigkeit und Brutalität offenbart, indem er dem Geschädigten mit einem relativ schweren Stein von hinten (oder zumindest von der Seite) mit einiger Wucht auf den Kopf geschlagen und zusätzliche Schläge mit der Flachen Hand ins Gesicht und Tritte in den Oberschenkel des Geschädigten ausgeführt habe, als dieser zu Boden gesunken sei. Dass er in Angst oder schwerer Bedrängnis gehandelt habe, habe er nicht darzulegen vermocht. Hingegen sei von Provokationen des Geschädigten sowie einer alkoholinduzierten leicht verminderten Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Es bestünden mehr als nur Restbedenken hinsichtlich des künftigen Wohlverhaltens des Beschwerdeführers, auch wenn er sich seit dem erstinstanzlichen Urteil nichts mehr habe zuschulden kommen lassen. Diese Einschätzung vermögen weder der Hinweis des Beschwerdeführers auf seinen (von der Vorinstanz berücksichtigten) Alkoholkonsum noch seine vage Anspielung auf "diverse Abläufe" vor der Tat zu relativieren. Inwiefern sich zu guter Letzt der Umstand, dass nur Eritreer (und keine Schweizer) gefährdet worden seien, zu Gunsten des Beschwerdeführers auswirken soll, erschliesst sich nicht. Vor diesem Hintergrund überwiegt das Interesse der Öffentlichkeit am Schutz vor weiteren Straftaten des Beschwerdeführers dessen Interesse an einer ungestörten Weiterführung seines Familienlebens in der Schweiz.