Citation: 6A.18/2005 05.07.2005 E. 3.3

3.3.1 Die Vorinstanz setzte sich im Weiteren mit der Tatsache auseinander, dass der Beschwerdeführer nach wie vor die Begehung der Delikte, für die er verurteilt wurde, bestreitet. Sie führte aus, eine Straftäterbehandlung könne das Rückfallrisiko deutlich reduzieren. Täter müssten in der Lage sein, zeitlebens ein Niveau der Wachsamkeit beizubehalten, um Rückfälle zu vermindern. Andererseits mache eine mangelnde Auseinandersetzung mit dem Delikt einen Rückfall grundsätzlich mehr als wahrscheinlich. Schuldeinsicht und Sühnebereitschaft stellten zwar günstige Vorbedingungen für eine spätere kriminalitätsfreie Lebensführung dar, seien aber keine notwendigen Voraussetzungen dafür. Allerdings müsse Schuldeinsicht im nicht moralisch verstandenen Sinne als Erkennen und Verstehen sozialer Verantwortung für eigenes Handeln gefördert und entwickelt werden, worauf mit der deliktsorientierten Therapie hingearbeitet werde. Wenn der Justizvollzug des Kantons Zürich davon ausgehe, dass beim Beschwerdeführer die Bereitschaft, das deliktische Handeln im beschriebenen Sinne therapeutisch aufzuarbeiten, notwendige Voraussetzung für ein künftiges Leben ohne Straftaten sei, sei dies nicht zu beanstanden. Es könne ihm somit auch in diesem Punkt keine günstige Legalprognose gestellt werden (angefochtener Entscheid S. 14/15). 3.3.2 Der Beschwerdeführer leitet aus BGE 124 IV 193 E. 5b/ee ab, dass aus fortdauerndem Leugnen der früheren Tat nicht auf eine schlechte Prognose zu schliessen sei und dass eine Pflicht, sich zur begangenen Tat zu bekennen, auch nach der Verurteilung nicht bestehe. Schuldeinsicht sei keine notwendige Voraussetzung für ein künftiges Leben ohne Straftaten. Die Vorinstanz nehme nun aber an, dass mit der deliktsorientierten Therapie auf die Förderung und Entwicklung von Schuldeinsicht hingearbeitet werde, was notwendige Voraussetzung für ein künftiges Leben ohne Straftaten sei, und sie setze sich nicht mit BGE 124 IV 193 E. 5b/ee auseinander. Auch unter diesem Aspekt rechtfertige seine Weigerung, sich einer Therapie zu unterziehen, die Annahme eines guten Grundes für eine negative Legalprognose nicht (Beschwerdeschrift Ziff. 8 S. 6). 3.3.3 Zutreffend ist, dass aus fortdauerndem Leugnen der früheren Tat nicht in jedem Fall auf eine schlechte Prognose geschlossen werden kann (BGE 124 IV 193 E. 5b/ee). Dies wird auch von der Vorinstanz anerkannt (angefochtener Entscheid S. 15 Mitte). Der Beschwerdeführer kann jedoch aus dieser Rechtsprechung nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zum einen ergibt sich daraus nicht, dass Uneinsichtigkeit und Leugnen der Tat nicht gegen eine günstige Legalprognose sprechen können. Es geht daraus einzig hervor, dass Schuldeinsicht nicht notwendige Voraussetzung für ein künftiges Leben ohne Straftat sein muss. Zum andern bestreitet der Beschwerdeführer seine Täterschaft in zwei ähnlichen Fällen schwerer Sexualdelinquenz, in denen er (auch wegen anderer Delikte) zu 3 Jahren und 4 ½ Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Diese Wiederholung lässt das Bestreiten in einem negativen Licht erscheinen und steht einer günstigen Prognose entgegen. Wenn die Vorinstanz bei dieser Sachlage davon ausging, dass der Beschwerdeführer sein deliktisches Handeln therapeutisch aufarbeiten müsse und dass dies im konkreten Fall notwendige Voraussetzung für ein künftiges Leben ohne Straftaten sei, hat sie nicht Bundesrecht verletzt (vgl. neuestens auch Frieder Dünkel, Reformen des Sexualstrafrechts und Entwicklungen der Sexualdelinquenz in Deutschland, in: Sexualstraftaten, Forensische Begutachtung, Diagnostik und Therapie, herausgegeben von Detlef Schläfke, Frank Hässler, Jörg Fegert, Stuttgart 2005, S. 20 ff.). Selbst wenn man von der Optik des Beschwerdeführers ausginge, so müssten ihm jedenfalls die verschiedenen heiklen Begegnungen mit betäubungsmittelabhängigen Prostituierten Anlass genug sein, diese konfliktträchtigen Situationen therapeutisch zu verarbeiten. Zudem war vorgesehen, das Alkoholproblem des zweimal wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand verurteilten Beschwerdeführers aufzuarbeiten (angefochtener Entscheid S. 5 und dortige Hinweise).