Citation: 6B_427/2024 E. 2.4.3

2.4.3. Das Bundesgericht hat hinsichtlich der im Zusammenhang mit dem Onlinehandel wesentlichen Abgrenzung des Betrugs nach Art. 146 StGB vom betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage nach Art. 147 StGB festgehalten, dass die Vortäuschung des Zahlungswillens im Onlinehandel trotz teilweise vollautomatisierter Abwicklung der Bestellvorgänge unter den Straftatbestand des Betrugs gemäss Art. 146 StGB falle, wenn die Bestellungen von Menschen entgegengenommen würden, welche die bestellte Ware verpacken und versenden würden (vgl. BGE 150 IV 188 E. 4.9.2; Urteil 6B_1085/2023 vom 22. Mai 2024 E. 3.2.4 mit Hinweisen). Entscheidend ist, dass die schädigende Vermögensdisposition bei einer Täuschung über den Zahlungswillen nicht mit der automatisierten Annahme der Bestellung auf Rechnung, sondern erst mit der Übergabe des Kaufgegenstandes erfolgt. Sind Personen in den Versandvorgang involviert, findet die Vermögensverschiebung zu Lasten Dritter nicht durch die Datenverarbeitungsanlage statt, sondern durch Menschen, welche getäuscht werden. Unerheblich ist, dass den für den Versand zuständigen Mitarbeitern keine oder kaum Entscheidungsbefugnis zukommt (BGE 150 IV 188, E. 4.9.2).