Citation: 1C_195/2022 E. 6.3

6.3. Die bisherige Praxis und ihre Begründung sprechen gegen das Abstellen auf absolute Beträge, welche die Eigentümer und Eigentümerinnen von grossen und wertvollen Liegenschaften bevorzugen und diesen einen Entschädigungsanspruch schon bei relativ geringfügigen Beeinträchtigungen verschaffen würde, während alle anderen Betroffenen leer ausgingen. Dies stünde im Gegensatz zu den Erwägungen in BGE 101 Ib 405 E. 3b/aa S. 409, wo bei der billigen Würdigung aller Umstände die bescheidenen Verhältnisse der Beschwerdeführerin berücksichtigt wurden, die es dieser nicht gestatteten, aus eigenen Mitteln das Nötige vorzukehren, um die störenden Einwirkungen des Verkehrs in ihrem Haus zu dämpfen. Ob ausnahmsweise einmal, aufgrund besonderer Umstände des Einzelfalls, aus Billigkeitsgründen ein absolut hoher Schaden von deutlich unter 10 % des Verkehrswerts als schwer anerkannt werden könnte, kann offenbleiben, weil im vorliegenden Fall keine derartigen Gründe dargetan oder ersichtlich sind.