Citation: 2C_18/2019 E. 2.3

2.3. Die Beschwerdeführerin nennt als einzige Anspruchsgrundlage Art. 8 EMRK, soweit dieser das Recht auf Achtung des Privatlebens gewährleistet. Um daraus einen Anspruch auf Bewilligungserteilung ableiten zu können, bedürfte es nach bisheriger Rechtsprechung besonders vertiefter, über eine normale Integration hinausgehender Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. vertiefter sozialer Beziehungen zum ausserfamiliären bzw. ausserhäuslichen Bereich; in der Regel genügen hierfür eine lange Anwesenheit und die damit verbundenen Beziehungen noch nicht; erforderlich ist eine eigentliche Verwurzelung in die hiesigen Verhältnisse (BGE 130 II 281 E. 3.2 S. 286). Das Bundesgericht hat diese Rechtsprechung kürzlich umfassend dargestellt und präzisiert (Urteil 2C_105/2017 vom 8. Mai 2018, zur Publikation bestimmt, E. 3.5 - 3.9). Eine Verletzung des Rechts auf Achtung des Privatlebens kann die behördlich angeordnete Beendigung des Aufenthalts im Land dann darstellen, wenn sich eine Person rechtmässig während zehn Jahren hier aufgehalten hat, weil nach dieser Zeitspanne regelmässig eine gute Integration vorausgesetzt werden kann. Längere Landesanwesenheit ist mithin unter Umständen geeignet, unter dem Aspekt von Art. 8 EMRK einen den Weg zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten öffnenden Bewilligungsanspruch zu begründen, weil es dann zur Beendigung des Aufenthalts besonderer Gründe bedarf, was im Rahmen einer Interessenabwägung zu prüfen ist (Urteil 2C_105/2017 E. 3.8 und 3.9). Voraussetzung für die Zulassung des Rechtsmittels ist indessen, dass sich die Frage eines Eingriffs in Art. 8 EMRK prima vista überhaupt stellen kann. Dies trifft nicht schon grundsätzlich bei einer Aufenthaltsdauer von zehn Jahren zu. Erforderlich ist vor allem, dass der Aufenthalt rechtmässig war, um überhaupt integrationsbegründend zu sein (Urteil 2C_105/2017 vom 8. Mai 2018 E. 3.9 letzter Absatz). Die Beschwerdeführerin reiste Ende 2004 in die Schweiz ein. Sie erhielt eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrem Ehemann, wobei diese Bewilligungsbedingung, wie sich im Nachhinein herausstellte, während weniger als drei Jahren eingehalten wurde. Eine letzte Bewilligungsverlängerung wurde bis Ende 2009 erwirkt, wobei die anfangs 2008 erfolge Scheidung den Behörden zunächst nicht bekannt war. Seit anfangs 2010 hält sich die Beschwerdeführerin bewilligungslos in der Schweiz auf, wobei die Bewilligungsverweigerung mit dem bundesgerichtlichen Urteil 2C_658/2011 vom 20. Januar 2012 definitiv wurde. In der Folge wurde zusätzlich zweimal darüber befunden, dass die Beschwerdeführerin keine Bewilligung beanspruchen könne und ausreisen müsse. Obschon auch diese Entscheidungen in Rechtskraft erwuchsen, traf die Beschwerdeführerin keine Anstalten, der Ausreiseaufforderung Folge zu leisten; vielmehr stellte sie kurz nach Eröffnung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Februar 2018 ein weiteres Gesuch um Bewilligungserteilung. Seit anfangs 2010 beruht die Anwesenheit der Beschwerdeführerin ausschliesslich auf - erfolglosen - Gesuchen um Neuregelung ihrer ausländerrechtlichen Situation, wobei die Anwesenheit (und das auch nur zeitweise) auf prekärer rein prozessualer Grundlage beruhte. Darauf lässt sich keine hinreichende, den Anspruch auf ausländerrechtliche Bewilligung nach Art. 8 EMRK begründende Integration, die der Beschwerdeführerin etwa in wirtschaftlicher Hinsicht schon aufgrund ihrer Sachverhaltsschilderungen in der Beschwerdeschrift fehlt, stützen.