Citation: 1P.671/2006 27.12.2006 E. 3

3.1 Das Obergericht hält folgenden, im Strafbefehl des Bezirksamtes Zofingen vom 9. Oktober 2003 aufgeführten Anklagesachverhalt für erwiesen (angefochtener Entscheid E. 1.1 S. 2 und E. 2 S. 9 ff.): "Seit ca. 1 ½ Jahren wird die Geschädigte vom Beschuldigten mit unerwünschten SMS-Meldungen und Telefonanrufen auf den Festnetz- und Natelanschluss belästigt. In der Nacht vom 08./09.06.2003 eskalierte die Sache, als der Beschuldigte die Geschädigte mit zahlreichen Anrufen und SMS-Meldungen am Arbeitsplatz überhäufte. Als die Geschädigte nach Hause fahren wollte, wurde sie in Rothrist in massiver Weise vom Beschuldigten, der mit dem Fahrzeug seines Arbeitgebers fuhr, bedrängt und behindert. Dabei beging er massive Übertretungen des Strassenverkehrsgesetzes. Zweimal überholte er die Geschädigte, bremste vor ihr voll ab und stellte sein Fahrzeug quer zur Fahrbahn. Das erste Überholmanöver führte er auf dem Rössliweg, Fahrtrichtung Helblingkreisel, aus (ca. 17 m lange Bremsspur vorhanden). Das zweite Manöver vollzog er auf der neuen Aarburgerstrasse, Fahrtrichtung Aarburg (ca. 10 m lange Bremsspur feststellbar). Zudem überholte der Beschuldigte die Geschädigte im Bereich der Autobahnauffahrt Richtung Zürich auf der rechten Seite." Das Obergericht gründet seine Überzeugung im Wesentlichen auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin, die es für glaubhaft hält, da sie im Kerngeschehen stets unverändert geblieben, in sich stimmig, lebensnah, nachvollziehbar und detailreich seien. Sie würden zudem durch die Aussage des Beschwerdeführers gestützt, wonach er die Beschwerdegegnerin in jener Nacht unbedingt habe sprechen wollen und deswegen 1 ½ Stunden auf sie gewartet habe. Es sei lebensfremd und unglaubhaft, dass er ihr unter diesen Umständen bloss nachgefahren sei und nicht alles versucht habe, um sein Ziel zu erreichen. 3.2 Was der Beschwerdeführer gegen die obergerichtliche Beweiswürdigung vorbringt, erschöpft sich im Wesentlichen in appellatorischer, in einer staatsrechtlichen Beschwerde unzulässiger Kritik. So wirft er dem Obergericht vor, es habe nicht beachtet, dass auch seine Aussage unverändert geblieben sei, um dann seine Version des Geschehens wiederzugeben und diese mit nicht nachprüfbaren Behauptungen zu belegen, etwa indem er ausführt, es sei für einen Ortskundigen offensichtlich, dass er gar nicht so schnell habe fahren können, um die Beschwerdegegnerin, die, nachdem sie ihn an der Bushaltestelle nach dem Rössli-Kreisel erblickt habe, umgekehrt und auf den Rössliweg eingebogen sei, bereits auf der Höhe der Einfahrt der Möbel Hubacher AG hätte einholen können. Einmal abgesehen davon, dass die Darstellung der Beschwerdegegnerin von den mit dem Fall befassten ortskundigen Polizeibeamten und von den mit den örtlichen Gegebenheiten wohl jedenfalls teilweise ebenfalls vertrauten kantonalen Gerichten keineswegs als abstrus und unmöglich zurückgewiesen wurde, sind derartige unsubstanziierten Einwände nicht geeignet, die obergerichtliche Beweiswürdigung als unhaltbar nachzuweisen. 3.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Bremsspuren, die ihm von der Polizei ohne eine entsprechende Analyse zugeordnet worden seien, könnten gar nicht von seinem Wagen stammen. Dieser Einwand sei nicht gehört worden, obwohl er eine von ihm selber in Auftrag gegebene Analyse eines anerkannten Experten eingereicht habe, die dies bestätige. Die erste Instanz wie auch das Obergericht hätten dazu lapidar festgehalten, dass es unterlassen worden sei, die Bremsspuren zu analysieren, weshalb eine eindeutige Zuordnung nicht mehr möglich sei. Es wäre Sache der Anklage gewesen, die Bremsspuren zu analysieren; er habe davon ausgehen dürfen, dass er entlastet wäre, wenn ihm die Bremsspuren nicht zugeordnet werden könnten. Es sei Sache des Staates, seine Schuld nachzuweisen; dieser habe daher alle möglichen Beweise zu erheben; dass dies unterlassen worden sei, könne nicht zu seinen Lasten gehen. Der Beschwerdeführer liess vom Ingenieur-Bureau Charles Bosshard ein Bremsspuren-Kurzgutachten erstellen, welches zum Schluss kam, die im Polizeirapport fotografisch festgehaltenen Bremsspuren könnten "keiner bremstechnischen Beweislage unterstellt" werden. Weder der Bezirksgerichtspräsident noch das Obergericht haben diese Bremsspuren als Beweismittel zu Lasten des Beschwerdeführers gewertet, sondern im Gegenteil - dem Gutachten entsprechend - klar festgehalten, dass beweismässig nicht erstellt sei, dass diese vom Beschwerdeführer verursacht wurden. Die Frage ist somit nur, ob sich das Obergericht auch ohne dieses Beweismittel willkürfrei von der Schuld des Beschwerdeführers überzeugt erklären durfte. Dies ist nach den obenstehenden Ausführungen (E. 3.2) der Fall. Unter diesen Umständen hat des Obergericht mit der Verurteilung des Beschwerdeführers den Grundsatz "in dubio pro reo" weder in seiner Funktion als Beweiswürdigungs- noch als Beweislastregel verletzt, die Rüge ist unbegründet.