Citation: 6B_1377/2022 E. 2.3.2

2.3.2. Nach dem Vorfall habe B.________ folgende digitale Botschaft an den Beschwerdeführer versandt: "Hey, du weisch eigentlich scho, dass das gester scheisse vor dir isch gsi das du mir die ganz zit so viu alkohol hesch geh & ner hesch mit mir öppis agfange, obwou das i nid im zuestand bi gsi, consent auso ja oder ne z sege da i so viu alkohol ha gha & i ha dir o scho vorher gseit das i ke one night stand wot ha. Under the influence can a person not give consent. Das heisst das du mi eigentich gar nit hättisch söue alänge. Hoffe eifach das du öppis hesch glehrt & das nüm machsch mit froue wo alkohol hei trunke. lsch echt scheisse gsi das du mi hesch überau touched & gmacht was du hesch wöue." Der Beschwerdeführer habe darauf mit "Hey sorry i ha echt denkt das de oh hesch wöue fuuk tut mer leeid" geantwortet. In der digitalen Botschaft werfe B.________ dem Beschwerdeführer nicht ausdrücklich vor, sie gegen ihren ausdrücklich bekundeten Willen missbraucht zu haben. Ihr Vorhalt in der digitalen Botschaft entspreche folglich nicht dem angeklagten Fehlverhalten, zumal dabei von "Nein" sagen und diversen abwehrenden Gesten wie dem Handwegschlagen und Wegstossen die Rede sei. Zu beachten sei, dass für B.________ aufgrund ihrer Rolle als "focus leaderin" an einer amerikanischen Universität, in welcher sie darauf vorbereitet worden sei, mit "freshmen" über sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung zu diskutieren, der Vorwurf von sexuellen Handlungen mit einer Person, die aufgrund des Alkoholkonsums keinen "consent" mehr erteilen könne, eine erhebliche Vorhaltung sei. Die Botschaft behandle nicht den angeklagten Tatbestand, d.h. mit Hilfe von Nötigung erzwungene, sexuelle Handlungen, u.a. eine Penetration, schliesse diesen aufgrund der Ergänzung "und gmacht was du hesch wöue" aber auch nicht aus. B.________ sei erheblich betrunken gewesen und habe nach den sexuellen Handlungen neben dem Beschwerdeführer geschlafen. Sie habe nach ihren Darstellungen das Ausmass und die Konsequenzen des Vorfalls am Folgetag nicht richtig einzuschätzen vermocht und sich gewünscht, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Demnach sei es verständlich, wenn sie sich in der digitalen Botschaft vom Folgetag mit Anschuldigungen, für die sie sich schäme und die sie vergessen wolle, zurückgehalten und einen Vorwurf erhoben habe, der nach ihrer Rechtsauffassung bereits heftig sei.