Citation: I 445/03 22.12.2003 E. 2

Streitig und zu prüfen ist vorab, inwieweit die Beschwerdeführerin gesundheitsbedingt in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. 2.1 Verwaltung und Vorinstanz stellten zur Beantwortung dieser Frage auf das Gutachten der Institution X.________ vom 30. Oktober 2001 ab. Darin werden aus neurologischer, rheumatologischer und psychiatrischer Sicht als Diagnosen (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) ein Fibromyalgiesyndrom, ein Panvertebralsyndrom bei Fehlform (Hohl-Rundrücken), bei diffuser idiopathischer skelettaler Hyperostose (DISH) und bei degenerativ bedingter Ventrolisthese L4/5 sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und Adipositas per magna genannt. Nach Einschätzung der Fachärzte ist die Versicherte in Würdigung sämtlicher somatischer und psychiatrischer Befunde auch für eine leichte Tätigkeit lediglich zu 30 % arbeitsfähig, wobei bei der Beurteilung vorwiegend die Krankheiten im Rahmen des Bewegungsapparates im Vordergrund gestanden hätten. Die Feststellungen im Gutachten der Institution X.________ beruhen auf eingehenden polydisziplinären Abklärungen und sind in Kenntnis der wesentlichen medizinischen Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die von den Experten gezogenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden eingehend und, insbesondere auch mit Bezug auf die fachübergreifenden Zusammenhänge, nachvollziehbar begründet. IV-Stelle und kantonales Gericht haben daher zu Recht den Beweiswert des Gutachtens für die sich stellende Frage der Restarbeitsfähigkeit - auch in Gegenüberstellung zu den Berichten des Dr. med. V.________ vom 27. Mai und 18. Dezember 2002, welche zwar in der Diagnosestellung, nicht aber hinsichtlich der daraus resultierenden Leistungseinbusse mit den Gutachtern übereinstimmen - bejaht (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) und auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet. Auf die entsprechenden Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid kann vollumfänglich verwiesen werden. 2.2 Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen vorgebracht wird, sticht nicht. 2.2.1 Insbesondere lässt die von den Ärzten der Institution X.________ auf 70 % geschätzte Arbeitsunfähigkeit im erwerblichen Bereich noch nicht auf eine Invalidität im gleichen Umfange schliessen. Während die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit bezeichnet, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten, bedeutet die Erwerbsunfähigkeit das gesundheitlich bedingte Unvermögen des Betroffenen, durch Verwertung seiner verbleibenden Arbeitsfähigkeit auf dem für ihn in Frage kommenden Arbeitsmarkt Erwerbseinkünfte zu erzielen (Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, S. 121 Rz 3; Meyer-Blaser, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 8 mit Hinweisen; vgl. auch Art. 6 und 7 ATSG). Als Invalidität im Sinne des Art. 4 Abs. 1 IVG gilt schliesslich die durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (vgl. auch Art. 8 ATSG). Der Invaliditätsbegriff weist damit wirtschaftlichen Charakter auf (BGE 110 V 275 Erw. 4a), weshalb es nicht angeht, die medizinische Arbeitsunfähigkeit kurzerhand der aus den Gesundheitsschäden resultierenden Erwerbseinbusse gleichzusetzen. Es ist daher bei der Bemessung der Invalidität nicht auf die generell-abstrakte medizinische Einschätzung des Gesundheitsschadens, sondern auf dessen konkrete ökonomische Folgen abzustellen (RKUV 1991 Nr. U 130 S. 271 f. Erw. 3). 2.2.2 Des Weitern ist der Versicherten entgegenzuhalten, dass die Invaliditätsbemessung in ihrem Fall auf Grund der gemischten Methode (vgl. Erw. 1 hievor) zu erfolgen hat (Erw. 2.2.3 hiernach), sodass die für den Erwerbsbereich geschätzte Arbeitsunfähigkeit alleine noch nicht massgebend ist. Vielmehr ist auch den in der bisherigen Haushaltstätigkeit durch den Gesundheitsschaden aufgetretenen Beeinträchtigungen Rechnung zu tragen und anschliessend der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen festzulegen. Der von IV-Stelle und kantonalem Gericht auf rund 48 % bezifferte Invaliditätsgrad bedeutet demnach nicht, wie von der Beschwerdeführerin angenommen, dass sie zu 52 % arbeitsfähig ist, sondern stellt einen auf Grund einer Mischrechnung ermittelten Wert dar. 2.2.3 Entgegen der Auffassung der Versicherten lässt sich sodann die von der Verwaltung vorgenommene, vorinstanzlich bestätigte Aufteilung von Erwerbs- und Haushaltsbereich (54 % : 46 %) nicht beanstanden. Für die von ihr bereits seit Anfang der 80er Jahre geltend gemachte Arbeitszeitreduktion aus gesundheitlichen Gründen findet sich in den Akten keine Stütze. Wie im angefochtenen Entscheid unter Hinweis auf verschiedene Arztberichte richtig dargelegt wurde, weisen die medizinischen Unterlagen differierende Angaben zum Beginn der Beschwerden auf, nennen jedoch allesamt nicht den von der Beschwerdeführerin angegebenen Zeitpunkt. Selbst wenn die Versicherte zuvor zu 100 % erwerbstätig gewesen sein sollte, was sich anhand der Akten indes ebenfalls nicht abschliessend eruieren lässt, könnte sie daraus folglich noch nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der Umstand der Verminderung des Beschäftigungsgrades allein erlaubt ohne weitere Anhaltspunkte noch keine Rückschlüsse auf den Grund der Reduktion bzw. vermag keine Vermutung für eine gesundheitsbedingte Aufgabe der bisherigen Vollzeittätigkeit zu begründen. Daran ändert ohne entsprechende ärztliche Belege auch das Arbeitszeugnis der vormaligen Arbeitgeberin, der Firma Z.________, vom 1. März 1982 nichts, wonach die Versicherte das Unternehmen "aus gesundheitlichen Gründen auf eigenen Wunsch" verlasse habe. Letztlich ist einzig massgebend, ob und bejahendenfalls in welchem Umfang eine versicherte Person nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, bei im Übrigen unveränderten Umständen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erwerbstätig wäre, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 150 Erw. 2c mit Hinweisen). Dies lässt sich auf Grund der im Abklärungsbericht Haushalt vom 8. März 2002 festgehaltenen Äusserung der Versicherten auf die Frage, ob sie heute ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, klar beantworten. Danach wäre sie "bis zum Beginn der Berufsausbildung/höheren Schule des jüngeren Kindes (=August 2003) weiterhin im Ausmass von 50 % [recte: 54 %] erwerbstätig geblieben". Es ist nicht ersichtlich, weshalb nicht auf diese "Aussage der ersten Stunde" (vgl. dazu BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen) abgestellt werden sollte, zumal sie vor dem Hintergrund der persönlichen Lebenssituation als glaubhaft erscheint. 2.2.4 Was die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde angedeutete stete Verschlechterung des Gesundheitszustandes anbelangt, ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass es der Beschwerdeführerin, soweit die Verhältnisse nach Verfügungserlass vom 4. Dezember 2002 betreffend (vgl. dazu BGE 121 V 366 Erw. 1b), unbenommen bleibt, einen Revisionsantrag nach Massgabe von Art. 87 Abs. 3 IVV zu stellen. Gleiches gilt im Hinblick auf eine allenfalls ohne gesundheitliche Beeinträchtigung per August 2003 vorgenommene Erweiterung des bisherigen Beschäftigungsgrades, stellt eine Änderung des (zahlenmässigen) Verhältnisses der beiden nach Art. 27bis IVV massgeblichen Tätigkeitsbereiche rechtsprechungsgemäss doch einen Revisionsgrund dar (Urteil V. vom 29. April 2003, I 162/02, Erw. 3.3; nicht veröffentlichtes Urteil R. vom 17. September 1999, I 233/99, Erw. 3 mit weiteren Hinweisen).