Citation: 8C_279/2023 E. 5.4

5.4. Schliesslich legten die Gutachter in ihrer Konsensbeurteilung dar, mit Blick auf den Verlauf müssten sie sich auf von anderen Personen erhobene Anamnesen, Befunde und daraus abgeleitete Diagnosen verlassen, was nicht unproblematisch sei. Möglich sei jedoch eine Würdigung aus heutiger Sicht (vgl. Konsensbeurteilung, S. 11). Damit wird lediglich dem Umstand Rechnung getragen, dass eine retrospektive Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit naturgemäss mit gewissen Unsicherheiten behaftet ist (vgl. Urteil 8C_879/2017 vom 5. Februar 2018 E. 3.2.2). Inwiefern dies, wie beschwerdeweise vorgebracht, für sich allein der Beweiskraft des Gutachtens abträglich sein soll, ist nicht zu ersehen. Im Gegenteil fassten die estimed-Experten die in den Teilgutachten gewonnenen Erkenntnisse transparent und nachvollziehbar zusammen. Das gilt, anders als die Beschwerdeführerin glauben machen will, genauso für die gutachterliche Aussage, es bestehe im Begutachtungszeitpunkt keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit "mehr" (vgl. Konsensbeurteilung, S. 12). Denn gemäss retrospektiver gutachterlicher Einschätzung bestand nach dem Treppensturz im Februar 2017 in der Tat für eine gewisse Zeit eine medizinisch begründete Einschränkung. So wurde seitens der behandelnden Ärzte erst per 1. Februar 2018 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten attestiert, was im Gutachten richtig wiedergegeben wird. Damit stimmt überein, dass - wie die Gutachter weiter festhielten - seit diesem Zeitpunkt (Februar 2018) "kein CRPS mehr" ausgewiesen sei. Mit anderen Worten sind diese Angaben in sich und im Gesamtkontext stimmig. In der Beschwerde werden denn auch keine konkreten Indizien aufgezeigt (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweis), und solche sind auch nicht erkennbar, welche die Beweiskraft des estimed-Gutachtens als Ganzes ernsthaft in Frage stellen könnten.