Citation: 5A_917/2022 E. 3.2

3.2. Was der Beschwerdeführer gegen den angefochtenen Entscheid einwendet, ist gänzlich unbegründet. Nach der Rechtsprechung sind die Rechtssuchenden grundsätzlich nach Treu und Glauben dazu gehalten, Ausstandsgründe unverzüglich nach Kenntnisnahme geltend zu machen, ansonsten diese als verwirkt gelten (BGE 141 III 210 E. 5.2; 140 I 271 E. 8.4.3; 138 I 1 E. 2.2). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers können Ausstandsbegehren somit nicht zu jedem beliebigen Zeitpunkt während eines Verfahrens gestellt werden (CHAIX, a.a.O., S. 59 f.). Ohnehin macht der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen in keiner Weise glaubhaft, dass die betreffenden Konkursbeamten befangen sein könnten. Entscheide, die nicht wie beantragt ausfallen oder an einem inhaltlichen Mangel leiden, sind im dafür vorgesehenen Rechtsmittelverfahren zu rügen und können grundsätzlich nicht als Begründung für die Verletzung von Ausstandsvorschriften herangezogen werden (vgl. BGE 143 IV 69 E. 3.2; 116 Ia 335 E. 3a). Es kann dem Beschwerdeführer auch nicht gefolgt werden, wenn er meint, dass die Einreichung der Strafanzeige vom 28. Februar 2018 nur Ausdruck des klaren Willens gewesen sein könne, ihm mutwillig zu schaden. Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass Art. 48 Abs. 1 des Einführungsgesetzes des Kantons Bern vom 11. Juni 2009 zur Zivilprozessordnung, zur Strafprozessordnung und zur Jugendstrafprozessordnung (EG ZSJ/BE; BSG 271.1) eine Anzeigepflicht für Behörden und Angestellte statuiert. Nur weil der Leiter des Konkursamts strafbare Handlungen des Beschwerdeführers vermutet hat und diese Vermutung damals pflichtgemäss geäussert hat, erscheint er bei objektiver Betrachtung mit Blick auf die weitere Abwicklung des Konkursverfahrens noch nicht als befangen. Auch in diesem Punkt schildert der Beschwerdeführer dem Bundesgericht bloss seine eigene Sicht der Dinge und sein subjektives Empfinden. Dass das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht Bern den Beschwerdeführer von der Anschuldigung des Ungehorsams Dritter Personen im Konkursverfahren (Art. 324 Ziff. 3 StGB) und der Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) am 17. Februar 2020 freigesprochen hat, ist für die vorliegend allein interessierende Frage des Vorliegens von Befangenheitsgründen ohne Relevanz.