Citation: 8C_489/2021 E. 7.5.1

7.5.1. Demgegenüber war das gesundheitliche Geschehen vor dem 25. Oktober 2018 labil, bzw. ein stabiler Gesundheitszustand liess sich weder retrospektiv durch die Experten noch echtzeitlich durch andere medizinische Fachpersonen feststellen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann der Bericht der behandelnden Dr. med. F.________ vom 21. Mai 2018 nichts daran ändern. Darin wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Anfang April 2018 angetretene, auf sechs Monate befristete 60%-Stelle im "alten" Aufgabengebiet anzusiedeln war und der Verlauf abzuwarten bleibe. Der Beschwerdegegner sei während der Wiedereingliederungsphase permanent mit dem Verlust seiner kognitiven Fähigkeiten konfrontiert gewesen, was zu einer Exazerbation der Symptomatik geführt habe. In der Zwischenzeit sei der Schwerpunkt der Therapie auf eine Stabilisation und Selbstwertstärkung gelegt worden. Aus dem Arbeitsvertrag mit der C.________ AG vom 13./22. März 2018 geht die Befristung vom 1. April bis 30. September 2018 für eine 50%ige Anstellung im Rang eines "Directors" ausdrücklich hervor. Ausserdem wurde der Vertrag unter dem Vorbehalt abgeschlossen, dass der Gesundheitszustand die Eignung für die vorgesehene Tätigkeit nicht einschränke. Die Befristung wurde in der Folge nicht aufgehoben. Die Beschwerdeführerin ging im Einspracheentscheid vom 11. März 2020 ebenfalls noch davon aus, dass es sich beim Arbeitsverhältnis mit der C.________ AG um einen "Arbeitsversuch, resp. um ein Arbeitstraining, auch zur Erhebung der Belastbarkeit und zumutbaren Arbeitsfähigkeit und nicht um die Umsetzung einer medizinisch zumutbaren Verweistätigkeit" gehandelt habe. Es liegt auf der Hand, dass diese befristete Beschäftigung für die C.________ AG in der Funktion eines Wealth Planning Life Insurance Specialist jedenfalls nicht einer sehr einfachen Arbeit im Sinne der späteren gutachtlichen Vorgaben für eine zumutbare Verweistätigkeit entsprochen hat. Selbst wenn schliesslich der Kurzbericht des Dr. med. D.________ vom 13. Juni 2018 im vorliegenden Verfahren beachtlich wäre (vgl. dazu E. 4 hiervor), liesse sich auch daraus nicht auf einen stabilen Gesundheitszustand bereits im damaligen Zeitpunkt schliessen, nur weil der Internist bei noch offener Prognose eine Zumutbarkeit sowohl für die bisherige als auch für eine nicht näher definierte, dem Leiden angepasste Tätigkeit im Rahmen von 4,5 Stunden pro Tag angibt.