Citation: 8C_188/2015 E. 4.2.2

4.2.2. Dr. med. F.________ hat sich als beratender Arzt der Beschwerdeführerin geäussert. Als solcher ist er, was den Beweiswert seiner ärztlichen Beurteilung angeht, einem versicherungsinternen Arzt gleichzusetzen (Urteile 8C_400/2013 vom 31. Juli 2013 E. 5.1 und 8C_160/2012 vom 13. Juni 2012 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 f.; vgl. auch BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470 mit Hinweis). Dr. med. F.________ hat seine Stellungnahme ohne Untersuchung, nur gestützt auf die ihm vorliegenden Akten, abgegeben. Bei seiner auf 70 % geschätzten Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten Beschäftigung lässt er sich vorwiegend von den im Rahmen der Observation entstandenen Videoaufzeichnungen leiten, obwohl er selber angibt, dass die Aussagekraft des Videomaterials auf nicht belastende Alltagstätigkeiten beschränkt sei und auch bezüglich der "Ausdauerfähigkeiten" nicht zuverlässig darauf abgestellt werden könne. Im interdisziplinären Gutachten des Spitals D.________ vom 28. Dezember 2012 und der Dr. med. E.________ vom 1. Februar 2013 wird hingegen einlässlich erörtert, aus welchem Grund selbst in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht von einer über 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden kann. Aufgrund der Videoaufzeichnungen vermutet der neurologische Gutachter eine gewisse Schonung der linken Hand und die darin gezeigten Aktivitäten sind nach seiner Ansicht mit lokalen Schmerzen (an der linken Hand) vereinbar. In der handchirurgischen Beurteilung wird verdeutlicht, dass die Ausdauer auch in Alltagstätigkeiten massiv reduziert ist und es wird auf die ausserordentliche Fähigkeit der Versicherten hingewiesen, sich einzuteilen und nur soviel zuzumuten, dass tagelange Schmerzspitzen vermieden werden können. Die Videoaufzeichnungen zeigen die Versicherte nach der Beschreibung der Gutachter des Spitals D.________ in ihrer Stellungnahme vom 29. August 2013 zum Bericht des beratenden Arztes in "nicht belasteten Situationen". Die Beschwerdegegnerin könne ihre Leistung eben nicht steigern, da dies sonst linear mit verstärkter Schmerzauslösung gekoppelt sei. Dr. med. F.________ leitet aus dem in den Videoaufzeichnungen gezeigten Einsatz der linken Hand im Alltag für körperlich nicht belastende Tätigkeiten eine höhere Arbeitsfähigkeit ab, ohne sich jedoch mit dem Umstand auseinanderzusetzen, dass sich der Belastungsschmerz erst einige Stunden nach Belastung verstärkt einstellt. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin vermag die Einschätzung des Dr. med. F.________ deshalb an der Schlüssigkeit des interdisziplinären Gutachtens nichts zu ändern. Die Einschränkung auf eine 50%ige Leistungsfähigkeit ergibt sich nachvollziehbar aus der bei Nichtbeachtung der Belastbarkeitslimiten folgenden Schmerzexazerbation auch in körperlich leichten Tätigkeiten, was im Übrigen mit dem Ergebnis der im Rahmen der Begutachtung vorgenommenen ergotherapeutischen Abklärung übereinstimmt. Es kann keine Rede davon sein, dass sich die Experten nur oberflächlich mit den Observationsergebnissen auseinandergesetzt hätten. Vielmehr geht aus dem interdisziplinären Gutachten nachvollziehbar hervor, dass aus den beobachteten Alltagsaktivitäten nicht ohne weiteres auf die zumutbare Dauer der täglichen Belastung durch eine Erwerbstätigkeit geschlossen werden darf.