Citation: K 129/99 25.05.2000 E. 1

le Gericht, dass für die hier entscheidende Frage nach der Dauer der den Ausstand rechtfertigenden starken Identifika- tion mit den Interessen des Verbandes und damit der hier am Recht stehenden Krankenversicherer nicht der Beschluss vom 14. Oktober 1999 massgebend ist, sondern spätestens der Zeitpunkt, in welchem das Ablehnungsbegehren gegen M.________ nach seiner Ernennung zum beisitzenden Schieds- richter durch das leitende Mitglied des Schiedsgerichts gestellt wurde, was im November 1997 geschah. bb) Die Frage, ob M.________ weniger als eineinhalb Jahre nach seiner Pensionierung Ende Juni 1996 noch als be- fangen zu gelten hat, lässt sich (wesensgemäss) nicht leicht beantworten. Einerseits ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass zum ehemaligen Arbeitgeber kein "Pflicht- oder Abhängigkeitsverhältnis" mehr besteht und er insoweit kein unmittelbares Interesse am Obsiegen der dem Verband angehörenden klagenden Krankenversicherer hat. Anderseits steht fest, dass er mehr als 20 Jahre Geschäftsführer des VZKV gewesen und nach den verbindlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid mitverantwortlich war für die für die Einleitung von Pauschalbeanstandungsverfahren mass- gebenden Richtlinien. Bei dieser Sachlage muss in Bezug auf die Frage der Voreingenommenheit von M.________ ausschlag- gebend sein, dass das Jahr 1995, für welches Kassenleistun- gen wegen Überarztung zurückgefordert werden, noch in die Zeit fällt, in welcher er alleiniger Geschäftsführer des Verbandes war. Aufgrund dieser Tatsache ist die Gefahr der einseitigen Wahrnehmung der Interessen des Verbandes in dem vor Vorinstanz hängigen Prozess und damit seine Ausstands- pflicht zu bejahen.