Citation: 1C_315/2017 E. 5.5

5.5. Die Beschwerdeführerin bemängelt ausserdem, dass die Vorinstanz das umstrittene Bauvorhaben bloss als Änderung im Sinne von Ziff. 57 Anhang 1 NISV eingestuft hat. Ihre Kritik ist insoweit berechtigt, als dieses Projekt eine wesentliche Änderung im Sinne von Art. 18 USG bildet, die eine Sanierungspflicht auslöst. Ziel der Sanierung ist es, möglichst die für Neuanlagen geltenden Umweltschutzbestimmungen einzuhalten. Dazu gehört die vorsorgliche Emissionsbegrenzung gemäss Art. 11 Abs. 2 USG, d.h. die Einhaltung der Anlagegrenzwerte von Anhang 1 NISV. Es verhält sich im vorliegenden Fall analog wie bei dem von der Beschwerdeführerin zitierten Urteil 1C_172/2011 vom 15. November 2011 (in: URP 2012 S. 238) betreffend Änderung bzw. Ersatz einer Hochspannungsleitung. Nach dessen E. 3.7.3 darf sich die Behörde in einem solchen Fall grundsätzlich nicht mit einem Verschlechterungsverbot begnügen. Art. 9 NISV i.V.m. Ziff. 52 Anhang 1 NISV ist daher nicht als Vorbehalt gegenüber der Sanierungspflicht gemäss Art. 18 USG bei einer wesentlichen Änderung der Anlage zu verstehen. Vielmehr ist diesfalls grundsätzlich die für Neuanlagen erlassene Ziff. 55 Anhang 1 NISV anwendbar. Danach ist die Einhaltung des Anlagegrenzwerts vorgeschrieben (Abs. 1); Erleichterungen sind aber nicht ausgeschlossen (Abs. 2). Soweit die Vorinstanz eine abweichende Rechtsauffassung vertritt, kann ihr nicht gefolgt werden. Das Gebot der Einhaltung der Anlagegrenzwerte bei der Plangenehmigung hilft der Beschwerdeführerin jedoch nicht weiter. Diese Anforderung ist bei den OMEN auf Kat.-Nrn. 1600 und 1808 erfüllt (vgl. oben E. 5.4) und sie hat es unterlassen, ihre Legitimation zur Anfechtung der Ausnahmebewilligungen bzw. der Erleichterungen bei den betroffenen Drittgrundstücken darzutun (vgl. oben E. 5.3).