Citation: 2C_363/2016 E. 3.3

3.3. Soweit die Beschwerdeführer geltend machen, dass der wichtige familiäre Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG aus der subjektiven Optik der Eltern bzw. von der "Warte der betroffenen Familie" aus zu bewerten sei, und es nicht darauf ankomme, wie sich die Situation objektiv darstelle, verkennen sie die Tragweite des vom Gesetzgeber gewählten Systems: Dieses dient mit den Nachzugsfristen, den damit verbundenen Rechtsansprüchen und der Ausnahmeregelung in Art. 47 Abs. 4 AuG (für Härtefälle) nicht nur privaten Anliegen, sondern in erster Linie auch der Steuerung der Zuwanderung und damit einem entsprechenden öffentlichen Interesse. Für die Auslegung des Begriffs der "wichtigen familiären Gründen" kann somit nicht die alleinige Sichtweise der Eltern ausschlaggebend sein; hiergegen sprechen sowohl der Wortlaut von Art. 47 Abs. 4 AuG, die Gesetzessystematik (Ausnahmeregel), die Materialien sowie die bisherige bundesgerichtliche Praxis. Die Beschwerdeführer bringen nichts vor, was Anlass geben könnte, Art. 47 Abs. 4 AuG anders zu verstehen.