Citation: I 307/04 22.12.2004 E. 5

5.1 Im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches stellt sich die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) Anlass geben würde -, ergibt sich aus der Prüfung, was die versicherte Person - bei im Übrigen gleich gebliebenen Umständen - täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 104 V 150, 98 V 264 und 268 Erw. 1c). Diese Grundsätze gelten u.a. auch bei der Rentenrevision. Hier führen sie gegebenenfalls dazu, dass ein Rentenanspruch neu entstehen kann, nicht nur bei wesentlicher Veränderung des Gesundheitszustandes, der erwerblichen Auswirkungen (oder der Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) und bei Wandlung des Aufgabenbereichs (vgl. BGE 105 V 30 mit Hinweisen und BGE 113 V 275 Erw. 1a), sondern auch dadurch, dass in dem für die Methodenwahl massgeblichen hypothetischen Sachverhalt wesentliche Änderungen eingetreten sind. Die in einem bestimmten Zeitpunkt relevante Methode der Invaliditätsschätzung präjudiziert die künftige Rechtsstellung der versicherten Person somit nicht. Vielmehr können die alternativen Kriterien der Erwerbsunfähigkeit einerseits und der Unmöglichkeit der Betätigung im nicht erwerblichen Aufgabenbereich anderseits einander ablösen (BGE 117 V 199 Erw. 3b mit Hinweisen). 5.2 Die Parteien sind sich einig, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der Rentenzusprechung in dem Sinne wesentlich verändert haben, als die Beschwerdeführerin nach der Geburt ihrer Tochter im Mai 2001 nicht mehr in einem vollen Pensum erwerbstätig wäre. Während die IV-Stelle und das kantonale Gericht von einer je hälftigen Aufteilung zwischen Erwerbsarbeit und Tätigkeit im Aufgabengebiet ausgehen, legt die Beschwerdeführerin dar, im Gesundheitsfall würde sie zu 66 bis 75 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen. 5.3 Auf Nachfrage der IV-Stelle vom 29. Juli 2002, welche Veränderungen in der Erwerbstätigkeit als Folge der Geburt eines Kindes tatsächlich erfolgt sind bzw. erfolgt wären, wenn kein Gesundheitsschaden vorliegen würde, antwortete die Beschwerdeführerin, dass sie im Gesundheitsfalle noch zu einem Pensum von 50 % erwerbstätig wäre. Auch anlässlich des am 16. Dezember 2002 durchgeführten Abklärungsverfahrens im Haushalt äusserte sie sich dahingehend, dass sie die Erwerbstätigkeit aufgegeben habe, als Gesunde jedoch im Rahmen von 50 % weiterhin ausserhäuslich tätig geblieben wäre. Mithin gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass diese in einem wesentlichen Umfang darüber gelegen hätte. Zu prüfen sind die Verhältnisse im Revisionszeitpunkt im Juli 2003. Die Argumentation gründet sich auf die Annahme, dass sie ohne bleibende Unfallfolgen eine Ausbildung als Rettungssanitäterin absolviert hätte (vgl. Erwägung 4 hievor) und als solche mit Pikett-, Nacht- und Sonntagsdiensten bei einer 50%igen Präsenz zu einem weit höheren anrechenbaren Erwerbsanteil gekommen wäre. Dem kann nicht gefolgt werden. Unbesehen der Frage, welchen Beruf die Beschwerdeführerin als Gesunde im Jahre 2003 ausgeübt hätte, besteht keine Veranlassung, von ihren eigenen Angaben über den Anteil einer Erwerbstätigkeit gegenüber den Haushaltsaufgaben abzuweichen. Die je hälftige Aufteilung hat sie nicht nur eigenhändig auf dem Fragebogen der Verwaltung notiert, sondern auch gegenüber der sie besuchenden Abklärungsperson bestätigt. Die Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen nicht zu überzeugen. Zwar erscheint die dargestellte Entwicklung als möglich. Indessen liegen keinerlei Anhaltspunkte vor, die sie als überwiegend wahrscheinlich erscheinen lässt. Ein Abweichen von den wiederholten eigenen Angaben der Betroffenen führte zur reinen Spekulation. Damit hat es mit der je hälftigen Aufteilung sein Bewenden. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist abzuweisen.