Citation: 1P.409/2003 05.11.2003 E. 1

Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, dass die Fahrlehrerin Y.________ am 23. August 2002 (17.40 Uhr) bei der Kantonspolizei Thun als Geschädigte einen Verkehrsunfall beanzeigt habe, den sie gleichentags (kurz nach 17.00 Uhr) beim Ziegeleikreisel in Steffisburg erlitten habe. Der unfallgegnerische Fahrzeuglenker sei (laut Anzeigerin) nicht vortrittsberechtigt gewesen und nach der Streifkollision weitergefahren, ohne sich um den Sachschaden zu kümmern. Es habe sich um einen über 70 Jahre alten Mann mit weissen Haaren gehandelt. Neben dem Signalement habe die Anzeigerin die Kennziffer des unfallgegnerischen Personenwagens mit Berner Immatrikulationsschildern zu Protokoll gegeben. Am 25. August 2002 sei der damals 79-jährige Beschwerdeführer als Halter des betreffenden Personenwagens polizeilich befragt worden. Gemäss seinen Angaben habe er seinen Volvo um ca. 17.00 Uhr von Steffisburg in Richtung Kreuzweg/Oberlangenegg gelenkt. Dort habe er einen Kaffee getrunken und sei anschliessend wieder Richtung Steffisburg gefahren. Hingegen habe er um ca. 17.00 Uhr weder den Ziegeleikreisel benutzt, noch einen Verkehrsunfall erlitten. Sein Fahrzeug sei auch von keiner anderen Person benutzt worden. Die Unterschrift unter das Polizeiprotokoll habe der Beschwerdeführer verweigert. Dem am 25. August 2002 vom Unfalldienst der Kantonspolizei erstellten Fotodossier sei zu entnehmen, dass "die Höhe der Beschädigung" am Fahrzeug der Anzeigerin "eindeutig mit der rechten vorderen Stossstangenecke" des blauen Volvo Kombi des Beschwerdeführers übereinstimme. Nach Erlass des Strafmandates vom 9. September 2002 habe der Beschwerdeführer erklärt, sich am 23. August 2002 zwischen 17.00 und 17.30 Uhr in Röthenbach aufgehalten zu haben. Als Alibi-Zeugen habe er das Ehepaar Z.________ genannt. Erst nach 17.30 Uhr sei er (gemäss seiner Darstellung) beim Ziegeleikreisel in Steffisburg angelangt, wo sich jedoch keine Streifkollision ereignet habe. Die Anzeigerin sei anlässlich der einzelrichterlichen Hauptverhandlung vom 4.März 2003 als Zeugin befragt worden. Sie habe ihre Aussagen bestätigt und ausgesagt, "sich das Nummernschild, die Farbe und die Marke des Wagens gemerkt und aufgeschrieben" zu haben. Es sei "ein blauer Volvo mit einer fünfstelligen Autonummer" gewesen. Zwar habe sie sich (anlässlich der Hauptverhandlung) nicht mehr an die Nummer erinnern können. Sie habe diese jedoch unmittelbar nach der Kollision zusammen mit dem Signalement des Lenkers der Polizei gemeldet. Der Unfall sei nach Aussage der Zeugin kurz nach 17.00 Uhr während ihrer letzten Lektion als Fahrlehrerin erfolgt. Die ebenfalls vor Gericht als Zeugin befragte Z.________ habe ausgesagt, sie habe am 23. August 2002 um 17.00 Uhr den Beschwerdeführer in Riedmatt gesehen. Sie hätten "noch etwas zusammen geredet über das Haus". Sie habe auf die Uhr gesehen, und "um ca. 18.00 Uhr" sei der Beschwerdeführer "wieder gegangen". An das Datum des 23. August 2002 könne sie sich erinnern, da ihr Ehemann "damals noch eine Hauptversammlung der Jäger gehabt" habe. Das Obergericht erwog weiter, der Beschwerdeführer habe eingeräumt, mit seinem Fahrzeug am fraglichen Abend im Raum Steffisburg unterwegs gewesen zu sein. Ein falsches Ablesen des Kontrollschildes durch die Geschädigte sei unwahrscheinlich. Die Aussagen der Zeugin Y.________ seien "in sich stimmig, detailliert und glaubwürdig". Auch das von ihr beschriebene Signalement des Unfallgegners und der Vergleich der Kollisionsspuren an den Fahrzeugen gemäss polizeilichem Fotodossier weise auf den Beschwerdeführer als verantwortlichen Lenker hin. Zwar habe die Zeugin Z.________ anlässlich der Hauptverhandlung vom 4. März 2003 (sowie in einem Schreiben vom 8.März 2003) die Meinung vertreten, dass der Beschwerdeführer am 23. August 2002 um 17.00 Uhr in Riedmatt eingetroffen und erst um 18.00 Uhr wieder weggefahren sei. Diese Aussage sei jedoch ein halbes Jahr nach dem fraglichen Vorfall erfolgt und stehe (in örtlicher und zeitlicher Hinsicht) im Widerspruch zu den eigenen Aussagen des Beschwerdeführers. Es sei auch auffällig, dass die Zeugin Z.________ sich (nach dieser relativ langen Zeit) noch mit Bestimmtheit an den Zeitpunkt des Eintreffens in Riedmatt habe erinnern wollen, während ihre Aussagen betreffend die übrigen Gegebenheiten "detailarm" ausgefallen seien. Ausserdem lägen Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer mit der Zeugin Z.________ (vor deren Aussage) Kontakt aufgenommen und mit ihr über den Vorfall gesprochen haben könnte.