Citation: 5A_671/2018 E. 4.4.1

4.4.1. Die Vorinstanz ist zum Schluss gelangt, dass der Plan des Unternehmensverkaufs sichergestellt habe, dass tatsächlich sämtliche Schulden entsprechend ihrer Fälligkeit beglichen werden können, auch wenn aus dem Verkaufserlös vorab die stillhaltenden (Banken-) Gläubiger befriedigt werden, und die übrigen Gläubiger aus den betrieblichen Erträgen (der zu beendigenden Aufträge) zurückbezahlt werden sollen (vgl. Schenker, Unternehmensverkauf vor Nachlass- oder Konkursverfahren, in: Mergers & Acquisitions V, 2003, S. 177, 184 f.). Das Vorgehen - "ordentliche" Liquidation mit Fertigstellung der angefangenen Arbeiten - unterscheide sich in den ("sicheren und möglichen") Auswirkungen einer Nachlassstundung, bei welcher Lieferanten nicht mehr liefern würden, solange offene Rechnungen bestehen würden. Allerdings weist die Beschwerdeführerin nicht ohne Grund darauf hin, dass das formelle Liquidationsverfahren die Rechte der Gläubiger schützen soll, weshalb u.a. die Gläubiger zur Anmeldung ihrer Forderungen aufzufordern sind (Art. 742 Abs. 2 OR; vgl. STOFFEL, a.a.O.). Bis (ausreichende) Gewissheit besteht, dass alle Schulden erfüllt werden, müssen Liquidatoren die Zahlungen an einzelne Gläubiger unterlassen, was sich aus der Sorgfaltspflicht ergibt; für die Gläubiger ist die Gleichbehandlung bei der Schuldentilgung entscheidend, unabhängig davon, ob diese im formellen Liquidationsverfahren oder ausserhalb dessen erfolgt (vgl. Rebsamen, Die Gleichbehandlung der Gläubiger durch das Aktienrecht, 2004, Rz. 777, 782). Umstritten war im Verfahren vor der Vorinstanz der Finanzplan und damit die Frage, ob den Risiken der Liquidation unter Verzicht des formellen Verfahrens genügend Rechnung getragen wurde, um die Annahme der günstigen Prognose zu erlauben.