Citation: 1C_325/2018 E. 5.2

5.2. Werden Verwaltungsverfahren durch Gesuch eingeleitet, übernimmt in erster Linie die Gesuchseinreichung selbst die Funktionen des rechtlichen Gehörs (vgl. BGE 111 Ia 101 E. 2b S. 103 f.; Urteil 5A_648/2017 vom 22. Januar 2018 E. 4.2.2; MICHELE ALBERTIN i, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 322 f.). Dies gilt auch für das baurechtliche Gesuchsverfahren, und zwar umso mehr, wenn über das Gesuch in einem koordinierten Verfahren unter Beteiligung mehrerer Behörden entschieden wird. Aus dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich aber in allen Verfahren, die durch individuell-konkrete Anordnungen abzuschliessen sind, das Recht, zu allen Vorbringen der Behörden oder der Gegenpartei Stellung zu nehmen, die neu und materiell geeignet sind, den Entscheid zu beeinflussen (vgl. BGE 138 I 154 E. 2.3.2 S. 156 f.; Urteil 1C_597/2014 vom 1. Juli 2015 E. 3.6.2). Art. 29 Abs. 2 BV verpflichtet die Behörden zudem, die Berechtigten über entscheidwesentliche Aktenergänzungen zu informieren und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen (vgl. Urteil 1A.60/2002 E. 2.3 mit Hinweisen). Hingegen vermittelt der verfassungsmässige Gehörsanspruch grundsätzlich keinen Anspruch auf Einsichtnahme und Stellungnahme zu Verfügungsentwürfen (vgl. BGE 131 II 13 E. 4.2 S. 21 mit Hinweisen). Ebenso wenig besteht, von gewissen Ausnahmen abgesehen, eine Verpflichtung der Behörde, die Parteien vorgängig zur rechtlichen Würdigung anzuhören (vgl. Urteil 1C_597/2014 vom 1. Juli 2015 E. 3.6.3 mit Hinweisen).