Citation: 5A_155/2023 E. 5.5

5.5. Zum seinerzeitigen Eventualstandpunkt, eine allfällige Unterhaltspflicht wäre wenn schon bis zum Zeitpunkt der Ausreise der Beschwerdegegnerin aus der Schweiz zu befristen, hat das Obergericht erwogen, bei Auflösung der Ehe bestehe nach mindestens dreijährigem Zusammenleben je nach den konkreten Umständen ein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung (sog. nachehelicher Härtefall). Vorliegend sei zwar nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdegegnerin die Schweiz werde verlassen müssen. Dies rechtfertige allerdings keinen Beizug des Migrationsdossiers, sondern vielmehr würden diesfalls veränderte Verhältnisse vorliegen, welche in einem Abänderungsverfahren geltend zu machen wären (Art. 129 ZGB). Wenn das Obergericht auf einen Beizug des Migrationsdossiers verzichtet hat, geht es auch hier um antizipierte Beweiswürdigung, die nur auf Willkür hin überprüft werden könnte. Mit der appellatorischen Behauptung, "das migrationsrechtliche Dossier [sei] selbstredend von einer grossen Bedeutung, wie sich dieses Verfahren weiterentwick[le]", kann der Beschwerdeführer nichts für sich gewinnen, zumal er nicht darlegt, was er mit dem sinngemäss verlangten Beizug des Migrationsdossiers anstrebt: Einem hängigen Dossier hätte sich zwangsläufig nicht entnehmen lassen, ob und wann eine Ausreise oder Ausschaffung stattfände, und die kantonalen Gerichte hätten mit der Festsetzung des (periodisch geschuldeten und zur Bestreitung des laufenden Bedarfes bestimmten) Unterhaltes auch nicht zuwarten können, bis über die Aufenthaltsfrage dereinst Gewissheit bestehen wird. Vielmehr könnte eine effektiv erfolgende Wohnsitzverlegung aus der Schweiz nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz einen Abänderungsgrund bilden.