Citation: 1P.150/2001 15.03.2001 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer macht geltend, die Abweisung seines Haftentlassungsgesuchs verletze das Recht auf persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) und das Willkürverbot (Art. 9 BV). a) Bei staatsrechtlichen Beschwerden, die gestützt auf das verfassungsmässige Recht der persönlichen Freiheit wegen Fortdauer der Haft oder Ablehnung eines Haftentlassungsgesuchs erhoben werden, prüft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffs die Auslegung und Anwendung des entsprechenden kantonalen Rechts frei. Soweit jedoch reine Sachverhaltsfeststellungen und damit Fragen der Beweiswürdigung zu beurteilen sind, greift das Bundesgericht grundsätzlich nur ein, wenn die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Instanz willkürlich sind (BGE 123 I 31 E. 3a S. 35, 268 E. 2d S. 271, je mit Hinweisen). Der Berufung auf das Willkürverbot kommt im vorliegenden Fall neben der Rüge der Verletzung der persönlichen Freiheit keine selbständige Bedeutung zu. b) Nach § 58 der Strafprozessordnung des Kantons Zürich (StPO) ist die Anordnung oder Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft zulässig, wenn der Angeschuldigte eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt wird und ausserdem Flucht-, Kollusions- oder Fortsetzungsgefahr besteht. Der Beschwerdeführer bestreitet mit Recht nicht, dass die allgemeine Haftvoraussetzung des dringenden Tatverdachts gegeben ist. Hingegen wirft er der Haftrichterin vor, sie habe in verfassungswidriger Weise angenommen, es bestehe sowohl Fortsetzungs- als auch Fluchtgefahr. c) Zur Frage der Fortsetzungsgefahr wurde im angefochtenen Entscheid ausgeführt, der Beschwerdeführer habe im Juni 1997 vorsätzlich Hilfe geleistet, zwei minderjährigen Mädchen die Freiheit zu entziehen, indem er sie eingeschüchtert und die Drohungen des Haupttäters durch Androhung von Schlägen mit einem Ledergurt unterstrichen habe; er sei deshalb der Gehilfenschaft zu Freiheitsberaubung schuldig gesprochen worden. Sodann habe sich der Beschwerdeführer im März 1999 der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung, der Beschimpfung sowie der Gewalt und Drohung gegen Beamte schuldig gemacht, wofür er ebenfalls bestraft worden sei. Im Weiteren habe der Beschwerdeführer gemäss Anklageschrift der Bezirksanwaltschaft Meilen vom 9. August 2000 B.________ im Januar 2000 gedroht, ihn und dessen Familie zu töten sowie dessen Frau zu vergewaltigen; er habe ihn in der Folge rückwärts in den Hauseingang gestossen, so dass B.________ auf die ansteigende Treppe gefallen und dabei verletzt worden sei. Die Bezirksanwaltschaft habe diese Anklage lediglich zwecks Vereinigung mit dem pendenten Verfahren und Wiedereinreichung zurückgezogen. Die Haftrichterin hielt fest, bei schweren Einzeltaten genüge für die Annahme der Fortsetzungsgefahr eine kleinere Anzahl verübter Delikte. Im vorliegenden Fall sei zu berücksichtigen, dass die Gewaltbereitschaft des Beschwerdeführers im Lauf der letzten 3 bis 4 Jahre offensichtlich immer mehr angestiegen sei. Es bestünden somit klare Anhaltspunkte, die ernsthaft befürchten liessen, der Beschwerdeführer werde erneut gewalttätig. Der Haftgrund der Fortsetzungsgefahr sei daher zu bejahen. aa) In der staatsrechtlichen Beschwerde wird eingewendet, die Haftrichterin habe § 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO zu eng ausgelegt. Nach dieser Vorschrift müsse der Angeschuldigte bereits zahlreiche Verbrechen oder erhebliche Vergehen verübt haben, damit Wiederholungsgefahr angenommen werden könne. Der Beschwerdeführer weise zwei einschlägige Vorstrafen vom 30. September 1997 und 30. April 1999 (Verurteilung zu bedingten Gefängnisstrafen von 6 und 10 Wochen) auf, doch handle es sich nicht um gravierende Fälle. Im pendenten Strafverfahren betreffend Handlungen, die der Beschwerdeführer zum Nachteil von B.________ begangen haben solle, stehe Aussage gegen Aussage, und die Bezirksanwaltschaft habe in der Anklageschrift nur 40 Tage Gefängnis sowie die Gewährung des bedingten Strafvollzuges mit einer Probezeit und einer Verwarnung bezüglich der früheren bedingt ausgefällten Strafen beantragt. Dies bedeute, dass "alle Vorstrafen schon bereits aufgrund des ausgesprochenen Strafmasses bzw. auch des Strafantrages des untersuchenden Bezirksanwaltes (40 Tage Gefängnis) reine Bagatellen darstellen" würden und daher die Wiederholungsgefahr nicht zu begründen vermöchten. bb) Der Haftgrund der Fortsetzungsgefahr setzt nach § 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO voraus, dass aufgrund bestimmter Anhaltspunkte ernsthaft befürchtet werden muss, der Angeschuldigte werde, "nachdem er bereits zahlreiche Verbrechen oder erhebliche Vergehen verübt hat, erneut solche Straftaten begehen". Zu den verübten Taten gehören strafbare Handlungen, aufgrund welcher eine Verurteilung erfolgt ist, sowie Delikte, die Gegenstand eines noch pendenten Strafverfahrens bilden (Andreas Donatsch, in Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, 1. Lieferung, März 1996, N. 49 zu § 58 StPO; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht,