Citation: 8C_605/2017 E. 6.3

6.3. Was die Verwendung des im Rahmen der widerrechtlichen Observation gewonnenen Materials anbelangt, richtet sich diese allein nach schweizerischem Recht. Das Bundesgericht hat in BGE 143 I 377 im Wesentlichen erkannt, dass die Verwertbarkeit der Observationsergebnisse (und damit auch der gestützt darauf ergangenen weiteren Beweise) grundsätzlich zulässig ist, es sei denn, bei einer Abwägung der tangierten öffentlichen und privaten Interessen würden diese überwiegen (E. 5.1.1 S. 385 f.). Mit Blick auf die gebotene Verfahrensfairness hat es sodann in derselben Erwägung (mit Hinweisen) eine weitere Präzisierung angebracht: Eine gegen Art. 8 EMRK verstossende Videoaufnahme ist verwertbar, solange Handlungen des "Beschuldigten" aufgezeichnet werden, die er aus eigenem Antrieb und ohne äussere Beeinflussung machte, und ihm keine Falle gestellt worden war. Ferner hat es erwogen, dass von einem absoluten Verwertungsverbot wohl immerhin insoweit auszugehen ist, als es um Beweismaterial geht, das im nicht öffentlich frei einsehbaren Raum zusammengetragen wurde (E. 5.1.3 S. 386; SVR 2017 IV Nr. 89 S. 277, 8C_69/2017 E. 4; SZS 2017 S. 546, 8C_735/2016 E. 5.3.6; Urteile 8C_570/2016 vom 8. November 2017 E. 1.5 und 1.6; 8C_45/2017 vom 26. Juli 2017 E. 4; vgl. zum öffentlich einsehbaren Raum: BGE 137 I 327; Urteil 8C_830/2011 vom 9. März 2012 E. 6.4). Das Bundesgericht hat des Weiteren erkannt, dass teilweise als unzulässig zu qualifizierende (weil nicht im öffentlich frei einsehbaren Raum angefertigte) Videosequenzen nicht zur Unverwertbarkeit eines Überwachungsberichts als Ganzem führt (Urteil 8C_570/2016 vom 8. November 2017 E. 2.2 und 2.3).