Citation: 2A.220/2002 22.05.2002 E. 3

3.1 Gemäss Art. 89 Abs. 1 des Glarner Gesetzes vom 4. Mai 1986 über die Verwaltungsrechtspflege (Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG) ist die Beschwerde binnen 30 Tagen seit Eröffnung des Entscheides einzureichen. Art. 89 Abs. 3 VRG hält besondere Bestimmungen über die Beschwerdefrist und die Einreichung der Beschwerde vor; solche fehlen hinsichtlich der Beschwerde an den Regierungsrat in fremdenpolizeirechtlichen Angelegenheiten. Im Beschwerdeverfahren unter anderem vor dem Regierungsrat stehen die durch Gesetz bestimmten oder durch die Behörden angesetzten Fristen still vom 15. Juli bis und mit 15. August (Art. 90 Abs. 1 lit. b VRG). Gemäss Art 32 Abs. 1 VRG beginnt eine Frist, die durch eine Mitteilung oder Veröffentlichung oder den Eintritt eines Ereignisses ausgelöst wird, am folgenden Tag zu laufen. Die Verfügung der Fremdenpolizei vom 19. Juni 2001 ist von der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen am 20. Juni 2001 entgegengenommen worden. Erster zählender Tag war somit der 21. Juni 2001. Da die Frist vom 15. Juli bis und mit 15. August 2001 stillstand, war der letzte Tag der Frist der 21. August 2001 (gemäss E. 2b, S. 11, des angefochtenen Entscheids der 22. August 2002). Gilt als massgebliches Datum für die Fristwahrung der Zeitpunkt, da schriftlich Beschwerde erhoben wird, war die Beschwerde vom 3. September 2001 verspätet. Die Beschwerdeführerin erachtet den Nichteintretensentscheid des Regierungsrats dennoch als rechtswidrig. Sie macht zum einen geltend, die Beschwerdefrist könne nach kantonalem Recht grundsätzlich auch durch eine mündliche Vorsprache bei der Behörde gewahrt werden, wenn mit genügender Klarheit zum Ausdruck gebracht werde, dass eine Verfügung angefochten werden solle; eine Beschwerdeerklärung könne so gemäss Art. 28 Abs. 3 VRG zu Protokoll gegeben werden. Weiter macht sie geltend, dass die auf der Verfügung der Fremdenpolizei angebrachte Rechtsmittelbelehrung nach ihrer Ausgestaltung ungenügend gewesen sei. Vor allem verstosse der den Nichteintretensentscheid des Regierungsrats schützende Entscheid des Verwaltungsgerichts gegen Treu und Glauben, indem sie durch das Verhalten des Vorstehers der Fremdenpolizei anlässlich ihrer Vorsprache von Mitte August, also noch während laufender Beschwerdefrist, davon abgehalten worden sei, noch rechtzeitig (spätestens am 21. August 2002) schriftlich Beschwerde zu erheben.