Citation: 2A.656/2005 18.05.2006 E. 2

2.1 Die Mehrwertsteuer wird vom Entgelt berechnet (vgl. Art 26 Abs. 1 MWSTV). Von dieser Steuer auf dem Ausgangsumsatz darf der Steuerpflichtige jene Steuern in Abzug bringen, welche ihm von anderen Steuerpflichtigen überwälzt worden sind. Dies jedoch nur dann, wenn er die Vorsteuern mittels Belegen nachweisen kann (vgl. Art. 29 Abs. 1 lit. a MWSTV). Der Steuerpflichtige hat seine Geschäftsbücher ordnungsgemäss zu führen und so einzurichten, dass sich daraus die für die Feststellung der Steuerpflicht sowie für die Berechnung der Steuer und der abziehbaren Vorsteuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverlässig ermitteln lassen (vgl. Art. 47 Abs. 1 MWSTV). Weiter hat er seine Geschäftsbücher, Belege, Geschäftspapiere und sonstigen Aufzeichnungen während sechs Jahren ordnungsgemäss aufzubewahren (vgl. Art. 47 Abs. 2 MWSTV). 2.2 Im vorliegenden Fall haben die Steuerbehörden die Nachsteuerpflicht zu Recht angenommen. Insbesondere hat der Beschwerdeführer seine Aufbewahrungspflicht verletzt und es seiner eigenen Nachlässigkeit zuzuschreiben, dass er seine Buchhaltungsunterlagen nicht vor dem Abbruch der Tankstelle weggeräumt hat. In all diesen Punkten kann vollumfänglich auf die Begründung des angefochtenen Entscheids verwiesen werden (vgl. insb. E. 6b S. 9 f.). 2.3 Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, vermag nicht zu überzeugen: Ursächlich für die Nachforderung sind nicht die Umstände, welche es im Nachhinein unmöglich gemacht haben, bei gewissen Lieferanten Kopien der nicht (mehr) bestehenden Belege zu erhalten (Umstellung im EDV-System, Fusion oder Auflösung der Firma, usw.). Massgeblich ist, dass der Beschwerdeführer schuldhaft seine Aufbewahrungspflicht verletzt hat. Er hat sein Fehlverhalten übrigens ausdrücklich eingestanden (vgl. E. 6b/aa S. 9 des vorinstanzlichen Entscheids). Es ist auch nicht so, dass die Steuerbehörden den Beschwerdeführer ohne Menschlichkeit oder Rücksicht auf seine Lebenslage unberechtigt weiter behelligen würden. Vielmehr scheint die Eidgenössische Steuerverwaltung den besonderen Umständen hier grösstmöglich Rechnung getragen und namentlich bei der Prüfung der nachgereichten Belege ein beträchtliches Wohlwollen gezeigt zu haben (vgl. E. 6b/bb S. 10 des angefochtenen Entscheids).