Citation: C 298/00 11.06.2001 E. 3

3.- a) Dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt der Arbeitslosigkeit eine Vollzeitstelle inne hatte, lässt nicht den Schluss zu, als Arbeitslose habe sie weiterhin eine Stelle mit vollem Pensum gesucht. Ebenso irrelevant sind ihre Aussagen, wonach sie sich für eine Vollzeitstelle zur Verfügung gehalten habe. Massgebend sind vielmehr ihre Arbeitsbemühungen, die sie zu belegen hat (Art. 17 Abs. 1 letzter Satz AVIG). In den Akten finden sich von Januar 1997 bis September 1998 einzig Bewerbungen um Teilzeitstellen. Der Einwand, sie habe irrtümlich "Teilzeitstelle" angekreuzt, aber in Wirklichkeit eine Vollzeitbeschäftigung gesucht, ist als blosse Schutzbehauptung zu werten, zumal die Versicherte bei mehreren Bewerbungen ausdrücklich den Vermerk "Teilzeit" angebracht hat. Überdies gab sie gegenüber der Verwaltung an, sie habe die Zwischenverdienste bei ihren Söhnen beibehalten wollen und deshalb nur Teilzeitstellen gesucht. Das Alter hinderte sie sodann in keiner Weise daran, sich nach Vollzeitstellen umzusehen. Gerade ältere Arbeitslose sind gehalten, umso intensivere Arbeitsbemühungen zu tätigen (ARV 1980 Nr. 45 S. 112 Erw. 2; Gerhards, a.a.O., N. 14 zu Art. 17). Ganztagesstellen hat es auch auf dem schwierigen Arbeitsmarkt gegeben. Massgebend ist nicht der Erfolg der Stellensuche, sondern dass überhaupt Bemühungen vorgenommen werden. Auch wenn die Verwaltung der Beschwerdeführerin keine Vollzeitstelle zugewiesen hat, entlastet sie dies nicht von der Pflicht, selber entsprechende Anstrengungen zu tätigen. Nach dem Gesagten ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bewusst nur eine Teilzeitstelle gesucht hat. b) Wohl erreichte die Versicherte am 13. Oktober 1998 das Alter von 61 1/2 Jahren, worauf sie gemäss Rz 102 des von ihr angerufenen Kreisschreibens des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA; heute Staatssekretariat für Wirtschaft [seco]) von der Pflicht zum Nachweis von Arbeitsbemühungen befreit ist. Abgesehen davon, dass derartige Verwaltungsweisungen das Gericht nicht binden (BGE 126 V 68 Erw. 4b, 125 V 379 Erw. 1c, je mit Hinweisen), würde sich angesichts der gesamten Umstände des vorliegenden Falles nichts daran ändern, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 1998, wie von der Verwaltung verfügt, lediglich bereit war, eine Teilzeitstelle anzutreten. Es ist kein Grund ersichtlich, ihr ab 13. Oktober nur deshalb einen Arbeitsausfall von 100 % statt 50 % anzurechnen, weil sie das genannte Alter erreicht hat.