Citation: 9C_27/2022 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Gutachter der MEDAS Bern gingen von einem fortgesetzten Drogenkonsum aus; die Störung durch multiplen Substanzgebrauch und das Abhängigkeitssyndrom schränkten die Arbeitsfähigkeit aus gutachterlicher Sicht um 20 Prozent ein. Dagegen halte die Vorinstanz nach Würdigung der Akten fest, der Substanzkonsum habe keine massgebliche Bedeutung. Der Beschwerdeführer fährt fort, er sei tatsächlich nicht drogenabhängig. Dies sei auch zum Zeitpunkt der Begutachtung in der MEDAS so gewesen. Bestehe also auf der einen Seite keine Abhängigkeit und attestierten die Gutachter auf der anderen Seite allein deswegen eine Einschränkung um 20 Prozent, so sei die Expertise per se nicht nachvollziehbar. Unter diesen Umständen wären weitere Abklärungen angezeigt gewesen. Weil die Vorinstanz keine solchen veranlasst habe, verletze sie die Untersuchungsmaxime (Art. 61 lit. c ATSG). Die Vorinstanz erwägt, eine durch eine Abhängigkeitsproblematik verursachte massgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit stehe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest. Dass die Gutachter dennoch eine Arbeitsunfähigkeit von 20 Prozent attestiert hätten, sei von untergeordneter Bedeutung (angefochtener Entscheid S. 24 E. 4.3.4). Dazu ist einmal festzuhalten, dass die Gutachter offenbar selbst an einer Substanzabhängigkeit zweifelten und sie deswegen eine Haarprobe empfahlen ("[...], um festzustellen, ob der Substanzgebrauch bei vorliegender Aggravation in dem beschriebenen und demonstrierten Umfang tatsächlich besteht"; Gutachten S. 16). Die Frage der Arbeitsunfähigkeit hängt aber vor allem davon ab, ob - wie die psychiatrische Erstgutachterin angenommen hatte - ein invalidisierendes Leiden in Gestalt einer schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, dissozialen und paranoiden Anteilen gegeben ist, oder ob - wovon die Zweitgutachter ausgingen - die (vorgebliche) Einschränkung im Wesentlichen auf einer nicht anspruchsrelevanten Aggravation beruht. Es ist nicht ersichtlich, dass eine allfällige Fehlannahme der Gutachter über den Substanzkonsum diese Frage tangieren würde. Insoweit durfte die Vorinstanz trotz der allfälligen Unstimmigkeit (Ableitung einer Teilarbeitsunfähigkeit aus einer von den Gutachtern selbst angezweifelten gesundheitlichen Beeinträchtigung) ohne Verletzung von Bundesrecht auf das Administrativgutachten der MEDAS Bern vom 9. September 2019 abstellen.