Citation: 4A_127/2021 E. 5.2.1

5.2.1. Die Beschwerdeführerin anerkennt, dass sie in der Mahnung vom 6. Januar 2021 auf die Folge des Nichteintretens bei nicht fristgerecht erfolgter Zahlung hingewiesen worden sei. Allerdings genüge ein allgemeiner und genereller Hinweis gegenüber einer rechtsunkundigen Laiin nicht der Frage- und Aufklärungspflicht des Gerichts. Aus dem Berufungsschreiben gehe hervor, die Beschwerdegegnerin habe angenommen, mit der erfolgten Eintragung der Revisionsstelle sei der rechtmässige Zustand wiederhergestellt und das Urteil der Vorinstanz sei "reine Formsache". Durch die allgemeine und generelle Androhung eines "Nichteintretens" seien ihr die ultimativen Folgen nicht klar gewesen. Es wäre deshalb die Pflicht der Vorinstanz gewesen, die Beschwerdeführerin aufzuklären. Da die Vorinstanz dies nicht getan habe, habe sie ihre Frage- und Aufklärungspflicht nach Art. 56 ZPO verletzt. Die Bestimmung von Art. 56 ZPO findet nur Anwendung bei unklaren, widersprüchlichen, unbestimmten oder offensichtlich unvollständigen Parteivorbringen. Die angesprochene Mahnung des Gerichts stellt kein derartiges Vorbringen dar, das in den Anwendungsbereich von Art. 56 ZPO fiele. Überdies war der vorinstanzliche Hinweis im Mahnschreiben, wonach bei Nichtbezahlung des Kostenvorschusses auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werde - wie vorstehend ausgeführt (E. 3.3.2.1) - selbst für eine Person ohne juristische Ausbildung verständlich. Soweit die Beschwerdeführerin mit Verweis auf ihr Berufungsschreiben eine Frage- und/oder Aufklärungspflicht der Vorinstanz ableitet, ist ihr ebenfalls nicht zu folgen, da es weder unklar, widersprüchlich, unbestimmt noch offensichtlich unvollständig war, mithin Art. 56 ZPO auch diesbezüglich nicht anwendbar ist.