Citation: 6P.94/2004 14.10.2004 E. 7

Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe die Bestimmungen über den Strafantrag verletzt. Er macht zunächst geltend, die Mutter seines Sohnes und das Fürsorgeamt der Stadt Bern hätten nie abzuklären versucht, wie es um seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit stehe (vgl. Beschwerde S. 4 und 5 Ziff. 9). Dazu waren sie von Bundesrechts wegen auch nicht verpflichtet. Es genügte, dass sie so gewichtige Anhaltspunkte für die Täterschaft des Beschwerdeführers hatten, dass sie davon überzeugt sein und in guten Treuen Strafantrag stellen durften. Die vorliegend zu beurteilende Verurteilung des Beschwerdeführers zeigt, dass die Privatklägerschaft jedenfalls nicht wider Treu und Glauben Strafantrag gestellt hat. Nach den Feststellungen der Vorinstanz hat die Privatklägerschaft an der erstinstanzlichen Verhandlung vom 22. November 2001 den Strafantrag für die Zeit von Juni bis August 1994 zurückgezogen (angefochtener Entscheid S. 13). Vor der Vorinstanz hatte der Beschwerdeführer geltend gemacht, da es im vorliegenden Fall gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um eine verjährungsrechtliche Einheit gehe, könne sich der Rückzug des Strafantrages zwingend nur auf die gesamte Einheit beziehen (angefochtener Entscheid S. 20). An dieser Auffassung hält der Beschwerdeführer vor Bundesgericht fest (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 10). Sie ist jedoch unrichtig. Aus dem Gesetz ergibt sich nur, dass nach einem Rückzug ein identischer Strafantrag nicht nochmals gestellt werden kann (Art. 31 Abs. 2 StGB). Demgegenüber ist es zulässig, einen neuen Strafantrag zu stellen, der sich auf einen anderen Sachverhalt - und hier geht es in zeitlicher Hinsicht um einen anderen Sachverhalt - bezieht. Es war deshalb ohne weiteres zulässig, dass die Privatklägerschaft am 22. November 2001 einen neuen Strafantrag stellte, der sich auf die Zeit bis zu diesem Zeitpunkt bezog.