Citation: 4A_535/2019 E. 4.2.2

4.2.2. Für die Ermittlung des tatsächlichen Willens ist nicht allein der Wortlaut einer Erklärung massgebend. Vielmehr indizieren die gesamten Umstände, unter denen sie abgegeben wurde, den inneren Willen der erklärenden Parteien. Indizien sind aber auch spätere Tatsachen, namentlich das nachträgliche Verhalten der Parteien (BGE 144 III 93 E. 5.2.2 S. 98; 142 III 239 E. 5.2.1; je mit Hinweisen). Ist der tatsächliche Wille der Parteien nicht feststellbar, legt der Richter den Vertrag nach Treu und Glauben aus. Auch diese objektive Auslegung berücksichtigt nicht nur den Vertragstext, sondern ebenfalls die Umstände der Vertragsentstehung und -schliessung, jedoch nicht nachvertragliche Indizien. Die Bestimmung des objektiven Vertragswillens ist eine Rechtsfrage, die das Bundesgericht frei prüft, wobei es an Feststellungen des kantonalen Richters über die äusseren Umstände sowie das aufgrund der Beweiswürdigung ermittelte Wissen und Wollen der Beteiligten grundsätzlich gebunden ist (Art. 105 Abs. 1 BGG; BGE 144 III 93 E. 5.2.3 S. 98 f.; 142 III 239 E. 5.2.1; je mit Hinweisen). Vorliegend hat die Vorinstanz den Vertragstext ausgelegt und zur Ermittlung des mit dem Vertrag von den Parteien verfolgten Zwecks Akten und die Zeugenaussage der Ehefrau des Beschwerdegegners 1 gewürdigt. Es fand entgegen der Beschwerdeführerin also eine Beweiswürdigung statt. Gestützt darauf hat die Vorinstanz den Vertrag aber in der Tat objektiv ausgelegt. Sie schloss namentlich aus dem so ermittelten Vertragszweck, dass auch die Beschwerdeführerin den Vertrag nur so verstehen konnte, dass eine Interventionsmöglichkeit der Kinder ausgeschlossen sein sollte. Besonders deutlich wird dies, wie die Beschwerdeführerin zu Recht betont, wenn die Vorinstanz einen andern tatsächlichen Willen annimmt als das Bezirksgericht und das - angeblich tatsächlich gewollte - Interventionsverbot zeitlich einschränkt bis zur Einleitung eines Verfahrens auf Pfandverwertung; dies - in ihren eigenen Worten - durch " (subjektive) Auslegung des Vertragspassus unter Berücksichtigung des Grundsatzes von Treu und Glauben".