Citation: 1B_58/2018 E. 2.4

2.4. Die Anklagekammer erwägt Folgendes: Den hinreichenden Tatverdacht der Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung (Art. 164 Ziff. 1 StGB) habe die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren nicht bestritten. Bei den beschlagnahmten Aktien handle es sich um Originalwerte, die der Beschuldigte im Rahmen des ihm vorgeworfenen Konkursdeliktes verschoben habe. Sie seien den Konkursgläubigern unrechtmässig vorenthalten worden, indem der Beschuldigte sie im Rahmen eines simulierten Rechtsgeschäfts an eine seiner Töchter (Halbschwester der Beschwerdeführerin) übertragen habe. Die Aktien bzw. deren Liquidationsdividende seien den Gläubigern bzw. der Konkursmasse auf strafbare Weise entzogen worden und zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands voraussichtlich vom Strafrichter an die Geschädigten zu restituieren. Damit erweise sich die vom Untersuchungsamt verfügte vorläufige Restitutionsbeschlagnahme (Art. 263 Abs. 1 lit. c StPO) als zulässig. Nicht möglich sei demgegenüber (im aktuellen Verfahrenstadium) bereits ein Entscheid über die beschlagnahmten Vermögenswerte im Sinne von Art. 267 Abs. 2 StPO (vorzeitige Rückgabe vor Abschluss des Strafverfahrens). Die gesetzlichen Voraussetzungen dafür seien nicht erfüllt; vielmehr werde es Sache des erkennenden Strafgerichtes sein, über die Verwendung der beschlagnahmten Aktien zu entscheiden, zumal mehrere Personen Anspruch darauf erheben würden (Art. 267 Abs. 4-5 StPO). Einen entsprechenden Antrag habe das Untersuchungsamt in seiner Anklageschrift dem Sachgericht noch nicht unterbreitet.