Citation: 9C_12/2021 E. 5.2

5.2. Nach dem Beschwerdegegner hat die Vorinstanz im sexuellen Missbrauch zu Recht eine neue erhebliche Tatsache erblickt und ihren Entscheid vom 6. September 2017 revidiert. Dabei habe sie richtigerweise nicht auf das seiner Auffassung nach mangelhafte Gutachten des Dr. med. B.________ vom 9. Juni 2016 abgestellt, sondern auf dasjenige des Dr. med. C.________ vom 14. Juni 2019, gemäss welchem er seit 2013 gesundheitsbedingt vollständig arbeitsunfähig sei. Im Übrigen sei auf das Verbot des überspitzten Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV) hinzuweisen, wenn die Beschwerdeführerin das Gutachten vom 14. Juni 2019 unter Berufung auf die strengen formalen Voraussetzungen der Revision nicht für einschlägig halte, im zweiten Verfahren aber gerade auf dieser Grundlage zu einer Invalidität von 99 % gelangt sei.