Citation: 8C_728/2020 E. 4.1.1

4.1.1. Nachdem die Vorinstanz eine wesentliche Veränderung des für die Heilbehandlung nach Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG massgeblichen Gesundheitszustands verneint, eine unveränderte medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit festgestellt und überdies erkannt hatte, dass eine Anpassung und Angewöhnung an die Behinderung bereits längstens eingetreten sei, wandte sie sich der erwerblichen Seite und dabei insbesondere dem Belastungsprofil zu. Dabei erwog sie im Wesentlichen, dieses habe sich im neuen Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers mit der C.________ GmbH ab 1. Mai 2014 erheblich verändert. In der nach dem Unfall adaptierten Tätigkeit bei der B.________ GmbH habe er keine körperlichen Arbeiten verrichten müssen und habe zunächst zu 20 % sitzend bzw. zu je 40 % stehend/gehend gearbeitet (Fragebogen Arbeitgeber vom 14. November 2008). Bei der C.________ GmbH habe er von einem tieferen Anteil stehender/gehender Verrichtungen (max. 33 %) und einem entsprechend höheren Sitzanteil profitiert. Dagegen habe er zusätzlich - wenn auch selten - körperliche Arbeiten verrichten und dabei sogar schwere Lasten (über 25 kg) Heben oder Tragen müssen (Angaben der Arbeitgeberin auf dem Fragebogen der Basler vom 26. November 2018). Dieses gewandelte Belastungsprofil sei geeignet, die Beschwerdesymptomatik bzw. die funktionellen Auswirkungen des unfallversehrten linken Beins zu beeinflussen, was mit Blick auf das Eingliederungsziel (Erhalt der Erwerbsfähigkeit) eine Anpassung der in der Verfügung von 17. Juni 2013 verordneten Heilbehandlung mit sich bringe. Mit diesem erwerblichen Faktor liege bezogen auf den Anspruch nach Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG ein Revisionsgrund vor. Damit sei auch der Heilbehandlungsanspruch frei zu prüfen. Gestützt auf das beweiswertige Gutachten der Institution G._______ vom 19. September/24. Oktober 2019 sei eine dreimal wöchentlich Physiotherapie nicht mehr indiziert. Weil es sich beim empfohlenen Eigentraining in einem Fitnesscenter nicht um eine Heilbehandlung handle und die eigentlichen medizinischen Therapien - abgesehen von der schmerzdistanzierenden Medikation - nicht auf Dauer notwendig seien (medizinische Trainingstherapie für maximal sechs Monate, verhaltenstherapeutische Schmerzbehandlung für maximal ein Jahr), sei die Einstellung der Heilbehandlung - mit Ausnahme der Analgetika - grundsätzlich nicht zu beanstanden. Allerdings sei die rückwirkend ab 1. Januar 2016 erfolgte Leistungsanpassung der Heilbehandlung unzulässig gewesen. Sie habe erst per Verfügungszeitpunkt vom 8. November 2019 zu erfolgen.