Citation: 8C_289/2022 E. 6.1

6.1. Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, das in der Eingabe an die Suva vom 14. September 2021 gestellte Gesuch um Verlängerung der Einsprachefrist lasse zumindest die Möglichkeit eines Anfechtungswillens erkennen. Für dieses Auslegungsergebnis spreche auch, dass die betreffende Sachbearbeiterin der Suva den Erhalt einer Einsprache mit Schreiben vom 15. September 2021 ausdrücklich bestätigt habe. Der Eingabe fehle es allerdings unbestrittenermassen an einem Rechtsbegehren und einer Begründung. Die Suva sei in einer für den Beschwerdegegner erkennbaren Art von einem bestehenden Einsprachewillen und einer fristgerechten Einsprache ausgegangen. Es vermöge nicht zu überzeugen, dass sie den Erhalt einer Einsprache im Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2021 wieder ausgeschlossen habe. Zwar liege zwischen der Aktenedition vom 6. August 2021 an den Rechtsvertreter und dem Ablauf der Einsprachefrist am 14. September 2021 eine geraume Zeit. Die angeführte längere krankheitsbedingte Abwesenheit des Rechtsvertreters stelle aber zumindest einen möglichen Entschuldigungsgrund dar. Damit habe der Beschwerdegegner auf das Schreiben der Suva vom 15. September 2021 und die ihm darin bis zum 26. bzw. 27. September 2021 gewährte Frist zur Einsprachebegründung vertrauen dürfen. Das Schreiben des Rechtsvertreters vom 14. September 2021 könne zudem alternativ als Gesuch um Wiederherstellung der ablaufenden Rechtsmittelfrist nach Art. 41 ATSG verstanden werden, da darin eine längere Erkrankung angegeben werde. Der Rechtsvertreter sei zusammenfassend nicht gehalten gewesen, die ihm gewährte Nachfrist anzuzweifeln, auch wenn ihm habe bekannt sein müssen, dass die gesetzliche Einsprachefrist von 30 Tagen nach Art. 40 Abs. 1 ATSG nicht erstreckt werden könne. Die Sache gehe folglich an die Suva zurück, damit sie materiell über die Ansprüche des Beschwerdegegners entscheide.