Citation: U 260/02 02.09.2003 E. 3

3.1 Streitig ist die Ermittlung des Valideneinkommens, welches die SUVA auf Fr. 56'225.- berechnet hat, indem sie gestützt auf die Angaben des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbandes von einem Monatslohn von Fr. 4325.- ausging. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, durch regelmässige Leistung von Überstunden und eine Nebenbeschäftigung als Firmenchauffeur habe er einen Zusatzverdienst von über Fr. 13'000.- erzielen können. Es sei daher vom Einkommen bei der letzten Tätigkeit von insgesamt rund Fr. 70'000.- auszugehen. Wie die Erhebungen des Maler- und Gipserunternehmer-Verbandes zeigten, bewege sich dieser Lohn im Rahmen des Marktüblichen. Demgemäss habe ein Maler mit langjähriger Berufserfahrung im Jahre 2001 ein monatliches Einkommen von Fr. 5166.- erzielen können, was ein hypothetisches Valideneinkommen von rund Fr. 65'000.- ergeben würde. 3.2 Bei der Ermittlung des hypothetischen Einkommens ohne Invalidität ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. In der Regel wird dabei beim zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft. Dies beruht auf der empirischen Feststellung, wonach die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b). Da die Arbeitgeberfirma aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der bisherigen Form weitergeführt wurde und praktisch allen Arbeitnehmern kündigte, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer dort auch ohne gesundheitliche Schwierigkeiten nicht mehr weiter beschäftigt worden wäre. Es ist daher von dem auszugehen, was er aufgrund seiner beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände auf dem ihm offen stehenden (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt zu erwarten gehabt hätte. Dabei ist grundsätzlich das durchschnittliche Lohnniveau in einer bestimmten Branche und in der konkreten beruflichen Situation massgebend. Ein Spitzenlohn darf nur angenommen werden, wenn ganz besondere Umstände eindeutig hiefür sprechen (ZAK 1980 S. 593 mit Hinweisen). 3.3 Gemäss schriftlicher Auskunft des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbandes vom 6. Juli 2001 betrug der tarifäre Minimallohn für einen Hilfsmaler Fr. 3850.-. Je nach Leistung und Berufserfahrung könne sich dieser auf Fr. 4000.- bis Fr. 4300.- erhöhen. In der Kategorie "Berufsarbeiter" liege der Minimallohn bei Fr. 4025.-, wobei der Marktlohn in der Region Y.________ je nach Qualifikation und Berufserfahrung um Fr. 150.- bis Fr. 300.- höher liege. Zu berücksichtigen sei zudem, dass Anspruch auf einen 13. Monatslohn besteht. Es ist daher anzunehmen, dass der Beschwerdeführer, welcher über keine Berufsausbildung, jedoch über eine gewisse Berufserfahrung verfügt, bei einem neuen Arbeitgeber als Maler ein monatliches Einkommen in der Grössenordnung von Fr. 4325.- erhalten hätte. Dass er dort ebenfalls ein erhebliches Zusatzeinkommen aus Überstunden und Mehrleistungen mit Fahrten hätte erzielen können, ist nicht anzunehmen. Mit SUVA und Vorinstanz ist daher von einem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 56'225.- im Jahre 2001 auszugehen.