Citation: 1P.42/2002 17.04.2002 E. 5

Konnte das Verwaltungsgericht - was im Folgenden zu prüfen ist - ohne Willkür annehmen, der bauliche Charakter der Kernzone Unterdorf werde nach wie vor durch herkömmliche Bauten mit rechteckigen Grundrissen, einfachen Kubaturen und traditioneller Fassadengestaltung bestimmt, und das umstrittene Bauprojekt entspreche diesem in der Kernzone konformen Baustil nicht, so erweisen sich damit gleichzeitig die weiteren Rügen - der angefochtene Entscheid verletze die Gemeindeautonomie und die Eigentumsgarantie - ohne weiteres als unbegründet, da sie in Bezug auf die gerügte Verletzung von kommunalem bzw. kantonalem Gesetzesrecht nicht über die Willkürrüge hinausgehen. 5.1 Die bei den Akten liegenden Fotodokumentationen der Augenscheine von Baurekurskommission und Verwaltungsgericht bestätigen die (unbestrittene) Feststellung des letzteren, dass die Kernzone Unterdorf in der näheren Umgebung der Bauparzelle zwar (Neu-)bauten aufweist, die Art. 11 BZP nicht oder nur bei äusserst weitherziger Auslegung entsprechen. Indessen ist ersichtlich, dass auch noch alte Bausubstanz erhalten geblieben ist (Augenscheinsprotokoll des Verwaltungsgerichts vom 25. September 2001, Fotos Nrn. 2, 9, 13, 14) und Neubauten im herkömmlichen Stil mit einfacher Kubatur, Satteldach, und (einigermassen) ruhiger Fassadengestaltung erstellt wurden (a.a.O., Fotos Nrn. 8, 10), wie dies Art. 11 BZP verlangt. Die verwaltungsgerichtliche Feststellung, die Kernzone Unterdorf bleibe trotz einiger Fehlleistungen noch durch Bauten mit zurückhaltender kubischer Gliederung und einfacher, traditioneller Fassadengestaltung geprägt, ist daher jedenfalls nicht willkürlich. 5.2 Bei der Prüfung des umstrittenen Bauvorhabens ist das Verwaltungsgericht sodann zum Schluss gekommen, dessen vielfach verwinkelter Grundriss widerspreche der Forderung nach einer einfachen, möglichst rechteckigen Baute, wie sie von der Vorinstanz an dieser das Ortsbild prägenden Stelle zu Recht verlangt worden sei. Auch dieser Schluss ist nicht offensichtlich unhaltbar. Dass der projektierte Grundriss vielfach verwinkelt ist und damit von der Forderung nach einer einfachen und zurückhaltenden Gestaltung des Baukörpers viel weiter entfernt ist als alle Bauten in der Umgebung, ist offensichtlich und wird vom Beschwerdeführer nicht substantiiert bestritten. Dass dem Bauplatz ein besonderer Situationswert zukommt, begründet die Natur- und Heimatschutzkommission des Kantons Zürich in ihrem Gutachten vom 28. Januar 1999 in nachvollziehbarer Weise damit, dass das Gebäude darauf zusammen mit dem gegenüberliegenden Gebäude Opfikonerstrasse 1 eine Schlüsselstellung im Bereich der Strassenverzweigung Opfikoner-Klotenerstrasse einnehme, welche einen Knotenpunkt der späteren Siedlungsentwicklung markiere. Es ist unter diesen Umständen müssig, darüber zu streiten, ob der Bauplatz am "Eingang" der Kernzone liegt, oder ob diese Einschätzung falsch ist, wie der Beschwerdeführer geltend macht. Die Auffassung des Verwaltungsgerichts, ein Bauprojekt an dieser relativ exponierten Lage müsse den Kernzonenvorschriften entsprechend einen einigermassen einfachen, rechteckigen Grundriss aufweisen oder dürfe von dieser Forderung jedenfalls nicht noch weiter abweichen, als es die umliegenden Bauten teilweise bereits tun, ist klarerweise vertretbar. Die Willkürrüge ist unbegründet.