Citation: 2C_699/2020 E. 5.1.1

5.1.1. Namentlich aufgrund des Verkaufs von 39.6 Gramm reinem Kokain sowie des Besitzes von 317.47 Gramm reinem Kokain, das zum Verkauf gedacht war, verurteilte das Regionalgericht Oberland den Beschwerdeführer zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 33 Monaten. Dieses Strafmass liegt weit über der Grenze von einem Jahr, welche für das Vorliegen eines Widerrufsgrunds nach Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AIG massgeblich ist (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.1 S. 32). Der Beschwerdeführer ist während rund eines Jahres (März 2015 bis Mitte März 2016) am Handel von Kokaingemischen von ca. 357 Gramm reinem Kokain beteiligt gewesen und hat die öffentliche Gesundheit als hochwertiges Rechtsgut mehrfach und in einer qualifizierten Weise schwerwiegend gefährdet. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass qualifizierte Drogendelikte gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB zu den Anlasstaten gehören, die zwingend zu einer Landesverweisung führen. Auch wenn diese Bestimmung hier nicht direkt anwendbar ist, weil die Tat vor deren Inkrafttreten begangen wurde, unterstreicht sie die Schwere der Gesetzesverletzung (BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34). Aus migrationsrechtlicher Sicht stellt eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 33 Monaten einen schwerwiegenden Verstoss gegen die Rechtsordnung dar (vgl. BGE 139 I 145 E. 3.4 S. 152 f.). Insgesamt ist beim Beschwerdeführer ausländerrechtlich von einem schweren Verschulden auszugehen.