Citation: 1C_323/2015 E. 3.2

3.2. Die POLIS-Verordnung bietet selber keine formelle Grundlage für eine vorzeitige Löschung von Daten. Ein entsprechender Anspruch lässt sich hingegen aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 2 BV ableiten (BGE 138 I 256 E. 5.4 S. 262). Art. 8 Ziff. 1 EMRK räumt einen Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens, der Wohnung und der Korrespondenz ein. Dieser wird durch das (geheime) Aufbewahren von Personendaten in öffentlichen Registern beeinträchtigt (vgl. BGE 138 I 256 E. 4 S. 258; BGE 133 I 77 E. 3.2 S. 80; BGE 122 I 360 E. 5a S. 362; Urteil 1C_307/2015 vom 26. November 2015 E. 2; Khelili, a.a.O., § 55 ff., mit Hinweisen). Desgleichen wird der Bereich von Art. 13 Abs. 2 BV, welcher vor Missbrauch persönlicher Daten schützt, betroffen. Die Betroffenheit in diesen Grundrechten sagt, für sich genommen, jedoch noch nichts über die Schwere des Grundrechtseingriffs aus, die im Zusammenhang mit der allfälligen Rechtfertigung und der Interessenabwägung zu beurteilen ist (BGE 138 I 256 E. 4 S. 258).