Citation: 4A_588/2021 E. 4.6

4.6. Vor diesem Hintergrund kann der vorinstanzlichen Auslegung gefolgt werden, überzeugt sie doch namentlich mit Blick auf den klaren Wortlaut von Ziffer 5 Absatz 2 des Vertrags. Dass die Parteien die Zession bloss als Verpflichtungs- und nicht als Verfügungsgeschäft erklärt haben sollen, wie die Beschwerdeführerin meint, wird durch keinerlei Umstände gestützt. Da diesbezüglich demnach keine Zweifel objektiviert sind, hilft es der Beschwerdeführerin nicht, wenn sie gestützt auf die Meinung von Bucher und BGE 43 II 755 E. 2 S. 764 ausführt, im Zweifel sei von einem pactum de cede ndo auszugehen. Die Beschwerdeführerin bringt vor, Ziffer 5 Absatz 2 dürfe nicht "losgelöst vom Vollzugserfordernis" verstanden werden. Absatz 2 müsse im Kontext der ganzen Klausel und des Gesamtvertrags gelesen werden. Mit Absatz 2 könne nur gemeint gewesen sein, dass im Falle eines Vollzugs des Kaufvertrags und nach Eigentumsübergang allfällige Ansprüche auf den neuen Eigentümer übergehen sollten, falls diese nicht ohnehin "automatisch" mit der Eigentumsübertragung übergehen sollten. Diese Interpretation, welche auch Absatz 2 auf die Situation nach dem Eigentumsübergang bezieht und ihm bloss deklaratorische Bedeutung beimisst für den Fall, dass der Versicherungsanspruch nicht "automatisch" auf die Käufer übergeht, mag vertretbar sein, aber sie ist keineswegs naheliegender als diejenige der Vorinstanz, welche die beiden Absätze von Ziffer 5 des Vertrags auf die Situation nach dem Eigentumsübergang und die Zeit davor bezieht. Für diese Unterscheidung kann sich die Vorinstanz auf den Wortlaut abstützen, ist doch nur in Absatz 1 die Rede von "nach dem grundbuchlichen Vollzug", nicht aber in Absatz 2. Die Beschwerdeführerin will ihre Auffassung "im Kontext des ganzen Vertrags" bekräftigt sehen, vermag dies aber nicht überzeugend zu präzisieren. Demgegenüber hat die Vorinstanz mit ihren Hinweisen auf die (teilweise strafbewehrten) Pflichten, welche die Käuferschaft übernommen hat (Umzonung, Baubewilligung für Ersatzneubau) die auszulegende Klausel in den Gesamtzusammenhang des Vertrags gestellt und damit nachvollziehbar erklärt, dass die Zession für die Zeit vor dem Eigentumsübergang nicht sinnlos war.