Citation: 4A_78/2020 E. 4.8.4

4.8.4. Der vorinstanzliche Entscheid ist aber im Ergebnis dennoch nicht zu beanstanden. Denn vorliegend, wo die Nachbesserung unbestritten zahlreiche unterschiedlich aufwendige Arbeiten umfasst und die diesbezüglichen Kosten das Dreifache des Werklohns ausmachen, besteht ein Indiz übermässiger Nachbesserungskosten. Die Vorinstanz hielt mit Verweis auf E. 9.5.3 des erstinstanzlichen Urteils sowie die dortigen Verweise auf Klageantwort und Duplik des Beschwerdegegners fest, dieser habe bereits vor der Erstinstanz wiederholt vorgetragen, ein Schadenersatzbetrag von Fr. 46'995.55 wäre absurd und total unverhältnismässig. In der zitierten Stelle der Klageantwort machte der Beschwerdegegner namentlich geltend, der Sternenhimmel leuchte immer noch, auch wenn sich einzelne Lämpchen aus der Verankerung gelöst hätten; es sei keineswegs eine derart desaströse oder unzumutbare Situation gegeben, wie die Beschwerdeführer glauben machen möchten. In den zitierten Stellen der Duplik führte er u.a. aus, es sei tatsächlich keineswegs erstellt und bewiesen, dass die defekten Lämpchen wirklich nur ausgewechselt werden könnten, wenn die gesamte Gipsdecke ersetzt werde. Weiter machte er geltend, die Forderung der Beschwerdeführer sei vergleichbar mit derjenigen eines Käufers eines Skoda, welcher das Auto während drei Jahren intensiv problemlos fahre und 150'000 km zurücklege und dann beim Auftreten einzelner Verschleiss- und Abnützungserscheinungen vom Lieferanten verlange, dass dieser ihm nun gratis einen BMW im dreifachen Wert liefern müsse. Die Beschwerdeführer durften sich vor diesem Hintergrund nicht mit unsubstanziierten Behauptungen und Allgemeinplätzen hinsichtlich ihres Nutzens begnügen, sondern hatten diesen konkret zu beschreiben. Sie hatten im vorinstanzlichen Verfahren aber einzig geltend gemacht, bei der mangelhaften Lichtinstallation handle es sich um die Hauptbeleuchtung des Gebäudes und eine mangelhafte Beleuchtung in einem Haus könne nach allgemeiner Lebenserfahrung zu somatischen und psychischen Beschwerden führen. Damit haben sie aber nicht substanziiert dargelegt, welche konkreten gesundheitlichen Beeinträchtigungen ihnen aufgrund der fehlerhaften Beleuchtung drohte. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Vorinstanz nicht festgestellt hat, die Beleuchtung funktioniere überhaupt nicht mehr. Sie hielt vielmehr fest, die erstinstanzliche Feststellung - wonach die Beschwerdeführer mit den üblichen Wartungsarbeiten wie dem Auswechseln einzelner Leuchtmittel hätten rechnen müssen; jedoch nicht damit, dass die Leuchten Dellen, Blasen und/oder Verfärbungen auswiesen, ihre Farbe abblättere und sie teilweise aus der Decke fallen würden (gemeint: sich aus der Verankerung lösen und Herunterhängen) - sei von den Beschwerdeführern nicht angefochten worden. Weiter hielten die Vorinstanzen fest, aus dem zu beseitigenden Mangel drohe kein Mangelfolgeschaden. Vor diesem Hintergrund geht auch der Einwand der Beschwerdeführer fehl, die Vorinstanz habe - in Verkennung der Beweislastverteilung - missachtet, dass dem Beschwerdegegner der Beweis der Übermässigkeit der Nachbesserungskosten nicht gelungen sei. Der Unternehmer, der die Nachbesserung des mangelhaften Werkes unter Berufung auf übermässige Kosten verweigert, hat die Sachumstände nachzuweisen, aus denen er ableiten will, dass die Nachbesserungskosten übermässig sind (vgl. Urteil 4C.265/2003 vom 24. Februar 2004 E. 3.2). Dass die geltend gemachten Nachbesserungskosten Fr. 46'695.55 betragen, war vorliegend unbestritten und der Beschwerdegegner hat auch den Nutzen der Beschwerdeführer an einer Nachbesserung in diesem Umfang in Frage gestellt. Damit hätten die Beschwerdeführer ihren Nutzen an der beantragten Nachbesserung substanziiert darlegen müssen, was sie - wie ausgeführt - nicht getan haben.