Citation: 6B_492/2022 E. A

Der 1966 geborene A.________ musste in zahlreichen Strafverfahren u.a. wegen Sexualdelikten verurteilt werden, obwohl bereits wiederholt therapeutische Massnahmen angeordnet worden waren; dies gemäss folgenden Urteilen: A.a. Urteil des Jugendgerichts Bern-Mittelland vom 27. November 1984 (Nötigung zu einer anderen unzüchtigen Handlung und Versuch dazu, qualifizierte Notzucht etc.), Einweisung in ein Erziehungsheim und Anordnung einer psychiatrischen Behandlung. A.b. Urteil des Strafamtsgerichts Bern vom 13. Februar 1987 (wiederholte Nötigung zu einer anderen unzüchtigen Handlung und Versuch dazu, 8 Fälle 1986; wiederholter Diebstahl und Versuch dazu unter Offenbarung besonderer Gefährlichkeit, SVG-Widerhandlungen), Anordnung ambulanter psychotherapeutischer Behandlung während und nach dem Strafvollzug; nach bedingter Entlassung Rückversetzung wegen Voyeurismus. A.c. Urteil des Strafamtsgerichts Seftigen vom 15. März 1989 (Nötigung zu einer anderen unzüchtigen Handlung und Versuch dazu; mehrfacher Diebstahl, auch unter Offenbarung besonderer Gefährlichkeit, BetmG- und SVG-Widerhandlungen), Anordnung psychiatrischer Behandlung während und nach dem Strafvollzug; nach bedingter Entlassung Rückversetzung wegen Unzucht mit Kind und Versuchs dazu. A.d. Urteil des Gerichtspräsidenten IX Bern vom 11. Juni 1992 (Unzucht mit Kind und Versuch dazu, Diebstahl, BetmG-und SVG-Widerhandlungen), Aufschub des Vollzugs und Anordnung ambulanter psychotherapeutischer Behandlung. A.e. Urteil des Strafamtsgerichts Seftigen vom 19. November 1993 (Diebstahl und qualifizierter Diebstahl, BetmG-Widerhandlungen), Anordnung ambulanter psychotherapeutischer Behandlung während und nach dem Strafvollzug und Weiterführung der Androcur-Therapie. A.f. Urteil des Gerichtspräsidenten I Burgdorf vom 4. April 1994 (Diebstahl); Rückversetzung wegen Belästigung eines Mädchens und einer Frau während Vollzugslockerungen; nach bedingter Entlassung erneute Rückversetzung insbesondere wegen zwei Vergewaltigungen. A.g. Urteil des Kriminalgerichts des Seebezirks vom 15. September 1997 (zweifache Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, mehrfacher Diebstahl, verschiedene BetmG- und SVG-Widerhandlungen), Anordnung der Verwahrung unter Aufschub der 6-jährigen Freiheitsstrafe gemäss aArt. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB; A.________ verstiess am 8. Mai 2005 während eines Freigangs gegen Auflagen und beging mit einem Messer sexuelle Nötigung und versuchte schwere Körperverletzung. A.h. Urteile des Obergerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2008 und - nach bundesgerichtlicher Rückweisung mit Urteil 6B_645/2008 vom 3. Februar 2009 - vom 16. Oktober 2009 (qualifizierte sexuelle Nötigung, versuchte schwere Körperverletzung, Irreführung der Rechtspflege), 5-jährige Freiheitsstrafe und Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme nach Art. 59 StGB. A.i. A.________ wurde durch verschiedene Gutachter psychiatrisch begutachtet, insbesondere: - ab 1977 in einer jugendpsychiatrischen Poliklinik; - Gutachten psychiatrische Universitätsklinik Bern 1986; -ergänzendes Gutachten psychiatrische Universitätsklinik Bern 1988; - Ergänzungsgutachten 1991; - Gutachten 1997, 2000, 2001, 2002, 2004, 2005; - Prognosegutachten UPK Basel 2009; - weitere Therapie-, Verlaufs- oder Vollzugsberichte. A.j. Bei der Überprüfung der am 15. September 1997 angeordneten altrechtlichen Verwahrung (oben A.g) ordnete das Strafgericht des Seebezirks am 25. Juni 2010 eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB an. Dr. med. pract. B.________ erstellte ein Gutachten vom 10. September 2013 (Gutachten 2013). Das Strafgericht des Seebezirks verlängerte am 17. Juni 2015 die Massnahme um 5 Jahre.