Citation: 2C_533/2021 E. 6.4

6.4. Folgt man dem klaren Wortlaut von Art. 35 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 DBG, steht dem Beschwerdeführer kein hälftiger Kinderabzug zu, weil er am Ende der Steuerperiode Unterhaltszahlungen leistete, die er nach Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG abziehen konnte. Um hiervon abzuweichen, wäre ein triftiger Grund für die Annahme erforderlich, der Wortlaut ziele am "wahren Sinn" der Regelung vorbei. Anlass für eine solche Annahme können die Entstehungsgeschichte der Bestimmung, ihr Zweck oder der Zusammenhang mit anderen Vorschriften geben, so namentlich, wenn die grammatikalische Auslegung zu einem Ergebnis führt, das der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann (BGE 147 V 342 E. 5.5.4.1; 147 III 41 E. 3.3.1; 145 V 57 E. 9.1).