Citation: 5A_422/2019 E. 4.1.1

4.1.1. Das Obergericht stellt fest, dass die Einzelmietverträge, auf denen die von der Beschwerdeführerin geforderten Mietzinse beruhen (s. Sachverhalt Bst. A.b), teils mit dem Datum "01.03.2010" und teils mit dem Datum "01.04.2010" versehen sind. Laut den "Allgemeinen Mietbedingungen", die ebenfalls für beide Parteien von D.________ unterzeichnet worden seien und das Datum "01.03.2010" trügen, verzichte die Mieterin darauf, eine Schuld aus den Einzelmietverhältnissen mit einer Gegenforderung zu verrechnen, die ihr aus einem anderen Rechtsverhältnis gegenüber der Vermieterin zusteht, ausser die Vermieterin sei ausdrücklich damit einverstanden. Das Obergericht folgert daraus, das die C.________ AG und die Beschwerdegegnerin für alle am 1. März 2010 abgeschlossenen Verträge ein Verrechnungsverbot vereinbart hatten. Demgegenüber würden die vom 1. April 2010 datierten Mietverträge nicht auf die allgemeinen Mietbedingungen verweisen, sondern in Abweichung davon die Verrechnung als Zahlungsmodalität ausdrücklich vorsehen. Das Obergericht stellt fest, dass diese Mietverträge sowohl für die C.________ AG als auch für die Beschwerdegegnerin von D.________ unterzeichnet wurden, und pflichtet der Beschwerdeführerin darin bei, dass die fragliche Verrechnungsabrede grundsätzlich ungültig sei, weil sie auf einer unzulässigen Doppelvertretung durch D.________ beruhe. Zugleich hält der angefochtene Entscheid fest, dass die Gültigkeit des Mietverhältnisses an sich unbestritten sei. Was die Verrechnung angehe, habe der Beschluss des Verwaltungsrats der C.________ AG vom 29. Oktober 2009 D.________ nicht ermächtigt, am 1. April 2010 in diametralem Gegensatz zu den Mietbedingungen vom 1. März 2010 die Verrechnung der gegenseitigen Forderungen zu vereinbaren. Auch sonst habe eine ausdrückliche Zustimmung eines neben- oder übergeordneten Organs der C.________ AG, wie sie erforderlich gewesen wäre, nicht vorgelegen. Laut dem angefochtenem Entscheid ist das Verrechnungsverbot, wie es die allgemeinen Mietbedingungen vom 1. März 2010 vorsehen, im Ergebnis auch für die am 1. April 2010 abgeschlossenen Verträge massgebend. Entsprechend sei es der Beschwerdegegnerin verwehrt gewesen, vor der Konkurseröffnung eigene Forderungen mit den der C.________ AG geschuldeten Mietzinsen zu verrechnen. Da die C.________ AG die Verrechnungserklärungen auch nicht gültig genehmigt habe, lägen keine Rechtshandlungen vor, die gestützt auf Art. 285 ff. SchKG angefochten werden könnten. Den vorinstanzlichen Feststellungen zufolge einigten sich die Parteien anlässlich der erstinstanzlichen Instruktionsverhandlung vom 18. Januar 2016 indessen darauf, dass ein allfälliges Verrechnungsverbot durch die Eröffnung des Konkurses über die C.________ AG dahingefallen und folglich der gesamte von der Beschwerdeführerin angefochtene Betrag für nicht bezahlte Mietzinsen spätestens nach Konkurseröffnung verrechenbar gewesen ist. Die Berufung der Beschwerdeführerin könne daher nicht mit der Begründung gutgeheissen werden, es habe bezüglich der Mietzinsforderung ein Verrechnungsverbot bestanden. Nach Art. 213 Abs. 1 SchKG könne ein Gläubiger seine Forderung mit einer Forderung, die dem Schuldner ihm gegenüber zusteht, verrechnen. Zu beachten sei dabei, dass die Beschwerdegegnerin nach Art. 8 ZGB für den Bestand der von ihr zur Verrechnung gestellten Forderungen beweispflichtig ist.