Citation: 8C_511/2022 E. 7.2.3

7.2.3. Die Vorinstanz verneinte sodann die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung somatischer Beschwerden und des schwierigen Heilungsverlaufs resp. der erheblichen Komplikationen. Sie begründete dies im Wesentlichen damit, dass die Behandlungen zu keinen erheblichen Fortschritten geführt hätten, weil das Beschwerdebild zu einem grossen Teil auf organisch nicht nachweisbaren Unfallfolgen basiere. Der Beschwerdeführer wendet dagegen zu Recht ein, dass er mehrfach stationär behandelt und insgesamt drei Mal operiert wurde. Es mag sein, dass das Beschwerdebild zu einem grossen Teil von organisch nicht nachweisbaren Unfallfolgen bestimmt ist. Unbestritten bestand aber auch ein organisches Korrelat. So erfolgte am 28. September 2007 die Refixation des ossären Infraspinatusabriss am Tuberculum majus. Am 4. April 2014 wurde eine Schulterarthroskopie mit Rekonstruktion der Supraspinatus- und Infraspinatussehne durchgeführt und am 11. Juni 2015 erfolgte eine arthroskopische Glättung des vorderen superioren Randes des Labrums, eine offene Extraktion von drei subchondral dislozierten Ankern und eine offene intermuskuläre und transossäre Naht der Supra- und Infraspinatussehne. Schliesslich wurde eine mässiggradige posttraumatische Omarthrose festgestellt. Mit Blick auf die mehrmalige stationäre Behandlung, die dreimaligen Operationen und die insgesamt lange Behandlungsdauer kann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung - wenn auch lediglich in der einfachen Form - bejaht werden. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf indessen nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben (Urteil 8C_123/2018 vom 18. September 2018 E. 5.2.2.2). Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte, genügt allein nicht (SVR 2019 UV Nr. 41 S. 155, 8C_632/2018 E. 10.3; Urteil 8C_582/2021 vom 11. Januar 2022 E. 12.4). Relevante Umstände, die dieses Kriteriums begründen könnten, vermag der Beschwerdeführer nicht substanziiert darzulegen und sind auch nicht ersichtlich.