Citation: I 258/06 10.11.2006 E. 4

4.1 Mit Verfügung vom 10. November 2003 wurde dem Beschwerdegegner als Folge des am 2. Januar 2001 erlittenen Sturzes und der darauf zurückzuführenden Verletzungen an der rechten Schulter basierend auf einer Invalidität von 50 % eine halbe Rente befristet vom 1. März bis 31. Dezember 2002 zugesprochen. Für die Zeit ab 1. Januar 2003 nahm die Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten an und lehnte Rentenleistungen auf der Grundlage eines Invaliditätsgrades von nurmehr 24 % ab. Im Einspracheentscheid vom 22. August 2005 wurden neu zwar auch im linken Schulterbereich bestehende Beschwerden erwähnt, ihnen aber in Bezug auf das erwerbliche Leistungsvermögen keine einschränkende Wirkung zugebilligt. 4.2 Im Lichte der medizinischen Akten unstreitig ist, dass der Versicherte nebst seiner Unfallverletzung im rechten Schulterbereich seit ca. anfangs 2003 zunehmend auch an Beschwerden im linken Schultergelenk leidet (erstmals erwähnt im Bericht des Dr. med. M.________ vom 26. September 2003 und im Beiblatt zum Arztbericht des Dr. med. A.________ vom 22. Oktober 2003). Fraglich ist, ob daraus eine zusätzliche Verminderung der Arbeitsfähigkeit resultiert. 4.2.1 Dr. med. M.________ gab in seinem Bericht vom 26. September 2003 an, nach den Angaben des Versicherten bestehe zufolge der Beschwerdesymptomatik in beiden Schultergelenken eine um 50 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. 4.2.2 Im Beiblatt zum Arztbericht vom 22. Oktober 2003 bejahte Dr. med. A.________ die Arbeitsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigende, seit etwa einem Jahr vorhandene Schmerzen in der linken Schulter. 4.2.3 Mit Bericht vom 25. November 2003 erachtete Dr. med. M.________ den Beschwerdegegner allein von Seiten der rechten Schulter als in einer leidensangepassten Tätigkeit (keine Überkopfarbeit, kein Tragen von Lasten über zehn Kilogramm) zu 100 % einsatzfähig. 4.2.4 Am 31. Dezember 2003 attestierte Dr. med. A.________ eine - auch auf die linke Schulterproblematik zurückzuführende - Beeinträchtigung des Leistungsvermögens von gesamthaft 50 % seit 17. September 2001 mit zeitweise vollständiger Arbeitsunfähigkeit. 4.2.5 Dr. med. G.________ führte am 18. November 2004 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zwar auch die - seit einigen Jahren bestehende - linke Schulterproblematik an, verneinte jedoch im Rahmen der Ergänzungsfragen eine zusätzliche Einschränkung des Leistungsvermögens durch die linke Schulterproblematik ("Nein, keine konsekutive Überbelastung der linken Schulter bei transmuralem Riss der Supraspinatussehne"). 4.2.6 In seinem Bericht vom 25. November 2004 hielt Dr. med. W.________ dafür, dass die Arbeitsfähigkeit der linken Schulter auf Grund der kompensatorischen Tätigkeit eingeschränkt sei, da die rechte Schulter nicht zur Arbeit verwendet werden könne. Der Patient sei deshalb primär auf die linke Schulter angewiesen. Die Schmerzen links seien jedoch geringer als rechts. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit würde nicht konstant vorhanden sein, sondern nur intermittierend bei Überlastungszeichen. 4.2.7 Dr. med. L.________ stellte am 24. Mai 2005 eine schwere Periarthropathiae humerus scapularis beidseits bei Status nach Rotatorenmanschettennaht rechts sowie eine Supraspinatusläsion links fest. Er führte aus, dass ein Arbeitsversuch zu 100 % zunächst fehl geschlagen habe, da die Arbeit in der Bettenzentrale des Kantonsspitals X.________ auf Grund einer massiven Bewegungseinschränkung beider Schultern nicht möglich gewesen und diese deshalb auf ein 50 %-Pensum reduziert worden sei. Mittlerweile zeige sich eine Schmerzausdehnung auf die linke Schulter und beinahe die linke Körperhälfte bei Überlastung linksseitig bei Schonung der rechten Seite. Unter starken Bewegungseinschränkungen und Schmerzen drohe der Patient die noch vorhandene 50%ige Arbeitsfähigkeit (in der aktuellen Tätigkeit) zu verlieren. 4.2.8 Im Rahmen seines Berichtes vom 19. Juli 2005 wiederholte Dr. med. L.________, bei Überlastung rechts zeige sich mittlerweile auch eine deutliche Schmerzausdehnung auf die linke Schulter sowie auf die gesamte linke Körperhälfte. Die Arbeitsfähigkeit schätzte er weiterhin auf 50 % ohne schwere körperliche Tätigkeiten. 4.2.9 Am 25. Juli 2005 wies Dr. med. U.________ darauf hin, dass lediglich unfallbedingte Einschränkungen für den rechten Schulterbereich bestünden, während die linke Schulterproblematik keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bewirke. Eine kompensatorische Überlastung der linken Schulter sei laut Unterlagen schon länger (inkonstant, teils mehr, teils weniger) auf Grund der Einschränkung der rechten Schulter vorhanden. 4.3 Nach den geschilderten medizinischen Unterlagen ist mit dem kantonalen Gericht davon auszugehen, dass gewichtige Hinweise für eine - während des hier massgeblichen Beurteilungszeitraumes bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 22. August 2005 (BGE 130 V 446 Erw. 1.2 mit Hinweisen) eingetretene - zusätzliche Beeinträchtigung des bereits durch die Unfallfolgen verminderten Leistungsvermögens bestehen. Diese Einschränkung wäre, sofern in rechtsgenüglichem Masse ausgewiesen, auf ein unfallfremdes Beschwerdebild zurückzuführen, weshalb sich eine blosse Übernahme des von der SUVA rechtskräftig festgelegten Invaliditätsgrades von 24 % nicht rechtfertigen lässt. Da die diesbezüglichen Ausführungen der beteiligten Ärzte aber teilweise widersprüchlich anmuten und weder gesicherte Angaben zu einem allfälligen Beginn einer einzig auf die linke Schulterproblematik zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit noch zu deren Ausmass ersichtlich sind, erweist sich die Sache als in diesem Sinne abklärungsbedürftig. Der vorinstanzliche Rückweisungsentscheid ist demnach zu Recht erfolgt. Nach Vornahme der erforderlichen zusätzlichen medizinischen Abklärungen wird die Beschwerdeführerin im Übrigen zu berücksichtigen haben, dass die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung umfasst. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (altArt. 41 IVG [in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002; seit 1. Januar 2003: Art. 17 ATSG]; BGE 113 V 275 Erw. 1a mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 Erw. 1b mit Hinweisen) Art. 88a IVV festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 275 Erw. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich in dieser Konstellation durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 369 Erw. 2, 418 Erw. 2d am Ende, 113 V 275 Erw. 1a, 109 V 265 Erw. 4a, je mit Hinweisen).