Citation: 1B_275/2023 E. 1

A.________ erstattete am 28. März 2023 bei der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach Strafanzeige gegen Gabriele Kerkhofen, ehemalige Präsidentin des Bezirksgerichts Brugg. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erliess am 4. April 2023 eine Nichtanhandnahmeverfügung. Dagegen erhob A.________ am 18. April 2023 Beschwerde bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau. Mit Verfügung vom 25. April 2023 forderte das Obergericht A.________ auf, innert 10 Tagen eine Sicherheit von Fr. 1'000.-- zu leisten. Mit Eingabe vom 5. Mai 2023 stellte A.________ ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau wies das Gesuch mit Verfügung vom 10. Mai 2023 ab und setzte A.________ eine letzte Nachfrist von 10 Tagen zur Leistung der Sicherheit von Fr. 1'000.--. Zur Begründung führte die Beschwerdekammer in Strafsachen zusammenfassend aus, dass der Privatklägerschaft für die Durchsetzung ihrer Zivilansprüche die unentgeltliche Rechtspflege gewährt werden könne, wenn die Zivilklage nicht aussichtslos erscheine (Art. 136 Abs. 1 StPO). A.________ könne keine Zivilansprüche gegen die Beschuldigte durchsetzen, da gemäss Verfassung des Kantons Aargau der Kanton für den Schaden hafte, den ihre Behörden und Beamten in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit Dritten widerrechtlich verursacht hätten. Auch liege keine Konstellation vor, wo unabhängig vom Bestehen von Zivilansprüchen ausnahmsweise unmittelbar gestützt auf Art. 29 Abs. 3 BV ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege bestehe.