Citation: 8C_527/2022 E. 5.2.2

5.2.2. Bei dieser Ausgangslage ist das kantonale Gericht zu Recht davon ausgegangen, dass aufgrund des im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 und 61 lit. c ATSG) der behauptete Unfallzeitpunkt (Mai 2018) zu berücksichtigen ist, zumal der Beschwerdeführer damals bereits bei der Suva versichert war. Obwohl die Suva Kenntnis von diesem potenziellen Ereignisdatum hatte, tätigte sie keine diesbezüglichen konkreten Abklärungen, sondern stützte ihre Schlussfolgerungen auf die Einschätzungen des Dr. med. D.________ ab. Dessen Berichte enthalten jedoch keine Aussagen zum Mai 2018 als möglicher Unfallzeitpunkt. Die Begründung des Kreisarztes bezog sich jeweils darauf, dass der am 13. August 2020 operativ versorgte strukturelle Zustand an der linken Schulter bereits am 9. Dezember 2019 bildgebend dokumentiert gewesen sei und daher nicht auf den Sturz im Mai 2020 zurückgeführt werden könne. Die Beurteilungen des Dr. med. D.________ sind somit unvollständig und mit Blick auf ein allfälliges Ereignis im Mai 2018 nicht beweiskräftig (vgl. BGE 145 V 97 E. 8.5; 142 V 58 E. 5.1; 135 V 465 E. 4.4). Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs ist in erster Linie mit den Angaben der medizinischen Fachpersonen zu führen (Urteil 8C_634/2022 vom 23. Dezember 2022 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte, die von einem Status nach Sturz im Mai 2018 berichteten, reichen jedoch für den rechtsgenüglichen Nachweis eines natürlichen Kausalzusammenhangs in der Regel nicht aus (zur Unzulässigkeit der Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc" vgl. BGE 142 V 325 E. 2.3.2.2; 119 V 335 E. 2b/bb).