Citation: 4A_49/2016 E. 4.5.6

4.5.6. Der Schluss auf eine Scheinehe sei vor allem auch deshalb willkürlich, weil sich die Ehegatten immer an den Wochenenden getroffen hätten. Selbst wenn ursprünglich kein echter Wunsch nach Zusammenleben bestanden hätte, wäre dies durch die im Laufe der Zeit tatsächlich gelebte Ehe - insbesondere eben durch die Wochenendbesuche - geheilt worden. Die Vorinstanz fokussiere darauf, wie intensiv die Ehegatten diese Wochenenden zusammen verbracht hätten. Das sei jedoch nicht relevant. Entscheidend sei allein die Tatsache, dass sie an den Wochenenden zueinander gefunden hätten. Die häufigen Besuche des Beschwerdeführers bei C.________ würden auch durch die Aussagen einer Nachbarin sowie seiner Neffen bestätigt. Die Vorinstanz stellte fest, dass sich die Ehegatten während der Zeit der getrennten Wohnorte an den Wochenenden getroffen haben. Sie liess allerdings offen, wie häufig dies der Fall war und hielt nur fest, gemäss Angaben des Beschwerdeführers sei er etwa drei Mal im Monat bei C.________ gewesen. Die Häufigkeit dieser Wochenendbesuche war für die Vorinstanz nicht ausschlaggebend, da sie auf deren "Gehalt" abstellte. Insofern fiel die Aussage von C.________ ins Gewicht, wonach sie auch an diesen Wochenenden allein zu Hause gewesen sei, da der Beschwerdeführer seine Schwester in V.________ besucht und mit dieser seine Zeit verbracht habe. In die Ferien nach Mazedonien habe er sie nie mitgenommen und kein einziges Weihnachtsfest habe er mit ihr verbracht. Zudem stellte die Polizei anlässlich der Besichtigung der Wohnung von C.________ fest, es seien wenig bis gar keine Männerkleider und vor allem im Badezimmer keine auf die Anwesenheit einer zweiten Person hindeutenden Utensilien gefunden worden. Massgebend ist, ob sich in den Wochenendbesuchen ein Wille der Ehegatten, insbesondere des Beschwerdeführers, zur Bildung einer Lebensgemeinschaft manifestiert oder nicht (vgl. auch Urteil 2C_183/2013 vom 1. Juli 2013 E. 1.5, wonach nicht die Wohnverhältnisse allein massgeblich sind, sondern die ehelichen Verhältnisse). Grundsätzlich zu Recht stellte die Vorinstanz daher nicht auf die bloss äussere Tatsache der erfolgten Wochenendbesuche ab, sondern darauf, dass die Ehegatten an diesen Wochenenden dennoch keine oder nur wenig Zeit gemeinsam verbrachten. Wenn die Vorinstanz aus den Wochenendbesuchen aufgrund deren Ausgestaltung ohne Abklärung ihrer Häufigkeit auf einen fehlenden (und nicht etwa einen bestehenden) Willen des Beschwerdeführers zur Bildung einer Lebensgemeinschaft schloss, ist dies nicht willkürlich. Ähnlich verhält es sich mit der in der gemeinsamen Wohnung (Juli 2008 bis Anfang 2009) verbrachten Zeit, hinsichtlich der für das Bundesgericht verbindlich festgestellt ist, dass der Beschwerdeführer zwar sehr oft dort zum Abendessen war, jedoch jeweils nach dem Essen zu seinem Bruder nach W.________ fuhr. Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen, dass es für eine gelebte Ehe nicht darauf ankommen kann, ob er nun jeden Abend oder "bloss" häufig in der gemeinsamen Wohnung war. Auf einen fehlenden Willen zur Bildung einer Lebensgemeinschaft schloss die Vorinstanz aber primär deshalb, weil der Beschwerdeführer die gemeinsame Wohnung nach dem Abendessen jeweils wieder verliess und kaum bei seiner Ehefrau war. Der Beschwerdeführer erklärt seine Abwesenheit mit dem Alkoholkonsum von C.________; er habe durch die Besuche bei seinen Verwandten Streitigkeiten mit ihr aus dem Weg gehen wollen. Diese Erklärung erscheint zwar bis zu einem gewissen Grad verständlich, zeigt aber gleichzeitig, dass der Beschwerdeführer seiner Ehefrau auswich und die Zeit möglichst nicht mit ihr verbrachte, was umso mehr ins Gewicht fällt, wenn man sich vor Augen führt, dass die Ehegatten nunmehr nach fünf Jahren Ehe zum ersten Mal eine gemeinsame Wohnung hatten. Dass die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung bezüglich des fehlenden inneren Willens des Beschwerdeführers zur Bildung einer Lebensgemeinschaft willkürlich wäre, ist mit dieser Begründung der Abwesenheit jedenfalls noch nicht dargetan.