Citation: 4D_19/2016 E. 5.2

5.2. Die Miete bildet im Allgemeinen einen bedeutenden Betrag des Notbedarfs, so dass bei deren Wegfall in der Regel von einer wesentlichen Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse ausgegangen werden darf (vgl. Erwägung 4.4). Die Vorinstanz führt sodann zu Recht an, dass finanzielle Verpflichtungen nur dann auf der Bedarfsseite zu veranschlagen sind, wenn sie effektiv geleistet werden (vgl. Erwägung 4.1). Ein Entzug der unentgeltlichen Rechtspflege ex nunc et pro futuro ist daher zulässig, wenn feststeht, dass ein Mieter den Mietzins (regelmässig) nicht bezahlt, und bei dessen Nichtberücksichtigung in der Bedarfsrechnung ein Überschuss resultiert, der ihm erlaubt, die mutmasslich anfallenden Kosten zu bezahlen. Ausnahmsweise kommt auch ein rückwirkender Entzug auf den Zeitpunkt des Wegfalls der Miete in der Bedarfsrechnung in Betracht, wenn - wie dies in casu implizit angenommen wurde - die Gesuch stellende Partei die Nichtbezahlung des Mietzinses mutwillig verschwiegen hat.