Citation: 5P.435/2005 15.03.2006 E. 2

2.1 Im Rahmen der Festlegung der Unterhaltsbeiträge, die jede Partei für das unter die elterliche Sorge der andern gestellte Kind zu erbringen haben wird, erklärt das Obergericht, dass der 34-jährigen Beschwerdegegnerin, die die bereits zehn Jahre alte A.________ zu betreuen habe, ein Arbeitspensum von 50 % zugemutet werden könne. Im Gegensatz zum Beschwerdeführer, der bei der Betreuung von B.________ durch seine Eltern unterstützt werde, habe sie keine Verwandten oder Freunde, die ihr bei der Betreuung von A.________ massgeblich helfen könnten, so dass eine Ausdehnung ihrer Erwerbstätigkeit ausser Betracht falle. 2.2 Der Beschwerdeführer hält die Sachverhaltsfeststellung insofern für willkürlich, als das Obergericht in klarem Widerspruch zum Beweisergebnis angenommen habe, die Beschwerdegegnerin verfüge über keine Verwandten oder Freunde, die ihr bei der Betreuung der Tochter helfen könnten. Die Appellationsinstanz habe nicht zur Kenntnis genommen, dass im Verwandten- und Bekanntenkreis der Beschwerdegegnerin durchaus Betreuungsmöglichkeiten vorhanden wären. So habe die Beschwerdegegnerin selbst erklärt, sie hätten mit dem Hauswart ein gutes Verhältnis, er könnte A.________ auch hüten, und auch ihre Eltern würden ihr helfen. Ferner habe das Obergericht die heute in jeder grösseren Gemeinde sich bietende Möglichkeit einer entgeltlichen Tagesbetreuung nicht einmal in Betracht gezogen. 2.3 In der Befragung durch das Obergericht hat die Beschwerdegegnerin ausgeführt, sie hätten mit dem Hauswart ein gutes Verhältnis, dieser könnte die Tochter auch "mal" hüten. Abgesehen davon, dass es sich beim Hauswart offensichtlich weder um einen Verwandten noch um einen Freund handelt, lässt sich der Erklärung der Beschwerdegegnerin nicht entnehmen, dass jener A.________ regelmässig betreuen würde. Wenn die Beschwerdegegnerin anlässlich der gleichen Befragung sodann zu Protokoll gab, auch ihre Eltern würden ihr helfen, so bezog sich diese Aussage ausschliesslich auf eine finanzielle Unterstützung. Das allgemeine Vorbringen des Beschwerdeführers, in jeder grösseren Gemeinde bestehe die Möglichkeit einer entgeltlichen Tagesbetreuung, ist in keiner Weise substantiiert, so dass darauf nicht einzugehen ist. Dass die obergerichtliche Feststellung, die Beschwerdegegnerin habe keine Möglichkeit, Dritte zur Betreuung von A.________ beizuziehen, auf einer willkürlichen Würdigung der tatsächlichen Gegebenheiten beruhe, ist mithin nicht dargetan.