Citation: I 609/05 01.02.2006 E. 4.3

4.3.1 Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG in Verbindung mit Art. 27 IVV (in der seit 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Fassung) insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten. Der Aufgabenbereich wurde damit gegenüber der vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2002 geltenden Fassung des Art. 27 Abs. 2 IVV explizit per 1. Januar 2003 um den nicht entlöhnten karitativen Einsatz bzw. die gemeinnützigen Tätigkeiten (vgl. dazu namentlich BGE 130 V 364 f. Erw. 3.3.2 mit Hinweisen) sowie - auf den 1. Januar 2004 - um die künstlerischen Tätigkeiten erweitert. Nicht darunter fällt dagegen - wie in Erw. 4.2.1 und 4.2.2 hievor dargelegt (vgl. auch BGE 130 V 365 Erw 3.3.2) - die reine Freizeitgestaltung im Sinne der Ausübung von Hobbys etc. 4.3.2 Hinsichtlich des Grundes, der die Beschwerdegegnerin dazu bewogen hätte, auch ohne Gesundheitsschaden lediglich teilzeitlich erwerbstätig zu sein, finden sich in den Akten nur wenige Hinweise. Auf die Frage, wie sie den Tag verbringe, antwortete die Versicherte laut Protokoll zur Instruktionsverhandlung vom 18. Mai 2005: "Ich habe immer irgendetwas zu tun. Ich habe keine speziellen Kontakte mehr und lebe allein. Der Kontakt zum Sohn, der auch in Wohlen wohnt, ist gut. Die Tochter wohnt in Basel, kommt deshalb nur ab und zu. Mit meinem Mann, der getrennt von mir lebt, und auch in Wohlen lebt, habe ich selten mehr Kontakte." Wenn sich diese Aussage auch primär auf die aktuelle Situation der Beschwerdegegnerin als Nichterwerbstätige bezieht, so lässt sie gerade auf Grund ihres sehr unbestimmten Charakters doch den Rückschluss zu, dass die Versicherte ihr Arbeitspensum nicht gezielt im Hinblick auf die Freizeitgestaltung in Form eines intensiv betriebenen Hobbys, sondern wohl primär mit der Absicht reduziert hätte, ihren - in einem erweiterten Sinne verstandenen - Haushaltstätigkeiten stressfrei und in aller Ruhe nachgehen zu können. Zwar trifft es zu, wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, dass die Bewältigung der häuslichen Verrichtungen bei allein stehenden Personen grundsätzlich einen geringeren Arbeitsaufwand erfordert. Es kann indessen nicht angehen - und lässt sich auch nicht aus BGE 131 V 51 (insbesondere 54 Erw. 5.2 in fine) ableiten -, dass die Reduktion des Beschäftigungsgrades bei einer einen Einpersonenhaushalt führenden versicherten Person ohne nähere Anhaltspunkte stets im Sinne der Gewinnung von mehr Freizeit für Hobbys etc. zu interpretieren ist. Vielmehr bedarf es auch hierfür gewisser Hinweise, wie dies beispielsweise im in BGE 131 V 51 beurteilten Sachverhalt der Fall war, in welchem die Versicherte ausdrücklich betont hatte, ihren freien Tag nicht dafür zu benützen, ihren 2 ½-Zimmer-Haushalt in Ordnung zu bringen, sondern dadurch mehr Freizeit für ihre Hobbys, namentlich sportliche Aktivitäten, zu gewinnen (BGE 131 V 54 Erw. 5.3.1; vgl. auch das Urteil S. vom 15. Juni 2005, I 87/05, Erw. 4). Davon kann vorliegend, zumal die Beschwerdegegnerin doch über eine 4-Zimmerwohnung mit Balkon verfügt, nicht ausgegangen werden. Ist somit anzunehmen, dass die Versicherte die ihr verbliebene Zeit für den Aufgabenbereich Haushalt einsetzt, ist die Invalidität - mit der IV-Stelle - nach der gemischten Methode zu ermitteln.