Citation: U 236/05 28.12.2005 E. 2

Streitig ist der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Während Vorinstanz und Unfallversicherung den Integritätsschaden auf 33 1/3% bemessen, verlangt die Beschwerdeführerin eine Entschädigung von mindestens 50%. 2.1 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird insbesondere argumentiert, den Feststellungen und der Bewertung der Integritätseinbusse durch das Zentrum M.________ mangle es an Folgerichtigkeit, wenn einerseits im Gutachten vom 24. April 2003 die Gebrauchsunfähigkeit des rechten Armes hinsichtlich der erwerblichen Möglichkeiten festgestellt, und andererseits im Bericht vom 20. November 2003 von einem Integritätsschaden ausgegangen werde, welcher weit unter demjenigen der völligen Gebrauchsunfähigkeit liegt, die gemäss Anhang 3 zu Art. 36 Abs. 2 UVV mit 50% zu bemessen sei. 2.1.1 Dabei übersieht die Beschwerdeführerin, dass der Ergänzungsbericht vom 20. November 2003 zwar auf dem von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen Gutachten vom 24. April 2003 beruht, indessen eine andere Fragestellung hat als diejenige nach der zumutbaren Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. Mit der Leistung gemäss Art. 24 UVG wird egalitär und abstrakt die Einbusse an Integrität durch Verlust von Funktionalität entschädigt. Wenn die praktisch vollständige Gebrauchsunfähigkeit der rechten oberen Extremität keine Erwerbstätigkeit mehr zulässt, heisst dies nicht, dass bei der Bemessung der Einbusse an Integrität von einer völligen Gebrauchsunfähigkeit des rechten Armes ausgegangen werden darf. Die praxisgemässen Voraussetzungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a), um auf die Feststellungen und Wertungen der Gutachter am Zentrum M.________ abstellen zu können, sind erfüllt. Die Ärzte haben die Sachlage differenziert, nachvollziehbar und überzeugend beurteilt und begründet. Eine vollständige Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit des rechten Armes haben sie nicht beschrieben. Massgebend ist allein der medizinische Befund. Aus dem Gutachten der orthopädischen Klinik des Spitals L.________ vom 24. Juli 2001 geht diesbezüglich unter anderem hervor, dass ein vollständiger Faustschluss an der rechten Hand möglich, die Pro- und Supination im Handgelenk frei und seitengleich sowie das Fingerspreizen und die Fingermotorik unauffällig sind. Damit kann die Dauerschädigung nicht mit dem Verlust eines Arms im Ellbogen oder oberhalb desselben (vgl. Skala der Integritätsentschädigung in Anhang 3 zu Art. 36 Abs. 2 UVV) verglichen werden, was der beantragten Integritätsentschädigung entsprochen hätte. 2.1.2 Die Gutachter des Zentrums M.________ führen aus, dass die Integritätsentschädigung zwischen völliger Gebrauchsunfähigkeit - entsprechend einer 50%igen Integritätseinbusse - und einer Periarthrosis humero-scapularis in schwerer Form - entsprechend 25 % - liege. Das bedeutet nicht, dass nur der genaue arithmetische Mittelwert von 37,5 % der Aktenlage gerecht würde. Wenn die erfahrenen Experten unter Berücksichtigung eines Anteils Schmerzsyndrom im Zervikalbereich für die somatische Seite eine über 33 1/3 % hinausgehende Einbusse klar verneinen, besteht keine Veranlassung, dies aus rechtlicher Sicht zu korrigieren. 2.1.3 Schliesslich ist auch die Rüge unbegründet, die psychische Integrität der Beschwerdeführerin sei im Sinne der Rechtsprechung (BGE 124 V 29) dauerhaft geschädigt. Den vorinstanzlichen Erwägungen ist diesbezüglich nichts beizufügen. Die die somatischen Beschwerden überlagernde psychische Beeinträchtigung hat bei der Bemessung der Integritätsentschädigung daher ausser Betracht zu bleiben. 2.2 Zusammenfassend beruht der angefochtene Entscheid auf einer gründlichen Analyse der Sach- und Rechtslage. Der Schweregrad des Integritätsschadens ist hinreichend bekannt. Die psychischen Beschwerden stellen in ihrer Interferenz zu den orthopädischen Funktionseinbussen keine dauerhafte Beeinträchtigung dar und finden daher bei der Bewertung der Integritätseinbusse keine Beachtung. An der Richtigkeit der vorinstanzlichen Erwägungen und Schlüsse ist nicht zu zweifeln. Damit besteht auch kein Anlass, nicht auf die nachvollziehbar begründete Bewertung und Bemessung durch die Fachärzte am Zentrum M.________ abzustellen. Die Kritik der Beschwerdeführerin an der medizinischen Schätzung erweist sich als unbegründet, weshalb auch im Rahmen der Angemessenheitskontrolle kein Grund besteht, von dieser Beurteilung abzuweichen.