Citation: 4C.58/2000 22.05.2000 E. 2

2.- Der Kläger wirft der Vorinstanz vor, Art. 8 ZGB verletzt zu haben, wenn sie seinen Antrag auf Beweisführung mittels der Baustellenberichte und der Tagesjournale, der Unterlagen über die Anstellungsdauer des gesamten Personals der Beklagten, der Lohnquittungen des Klägers für Oktober bis Dezember 1995, der Akten der Arbeitslosenversicherung und der Zeugenbefragung der anderen Arbeitnehmer der Beklagten abwies. a) Art. 8 ZGB regelt nach der Rechtsprechung einerseits die Beweislastverteilung und gibt anderseits der beweisbelasteten Partei einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, zum Beweis zugelassen zu werden, sofern ihr Beweisantrag rechtserhebliche Tatsachen betrifft und nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Rechts entspricht. Dieser Beweisführungsanspruch ist insbesondere verletzt, wenn der kantonale Richter Behauptungen einer Partei unbekümmert darum, dass sie von der Gegenpartei bestritten worden sind, als richtig hinnimmt oder über rechtserhebliche Tatsachen überhaupt nicht Beweis führen lässt (BGE 114 II 289 E. 2a S. 290 f.). Mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären und wie das Ergebnis der Abklärungen zu würdigen ist, schreibt aber Art. 8 ZGB dem Richter nicht vor. Namentlich ist es diesem nicht verboten, angebotene Beweise vorweg zu würdigen und gestützt darauf auf ihre Abnahme zu verzichten (BGE 115 II 440 E. 6b S. 450 mit Hinweis). Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung zu üben, ist den Parteien im Berufungsverfahren verwehrt, soweit keine der Ausnahmen gemäss Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG geltend gemacht wird (BGE 120 II 97 E. 2b S. 99; 119 II 84 E. 3; 116 II 92 E. 2 S. 93, 480 E. 3d S. 489, 745 E. 3 S. 749 mit Hinweisen). b) Soweit der Kläger die antizipierte Beweiswürdigung der Vorinstanz anfechten will, welche die Beweise für unbehelflich erachtete, ist daher auf die Rüge nicht einzutreten. Soweit der Kläger geltend machen will, seine Klageforderung sei nicht unter dem Blickwinkel der Leistung von Bereitschaftsdienst, sondern des Annahmeverzuges des Arbeitgebers zu beurteilen, verkennt er, dass das Bundesgericht im vorliegenden Verfahren an die rechtlichen Erwägungen des Urteils vom 6. Mai 1998 gebunden ist. Auch insoweit kann auf die Rüge nicht eingetreten werden (vgl. E. 1).