Citation: 8C_482/2022 E. 5.2.3

5.2.3. In Bezug auf die im Raum stehende Opioidabhängigkeit hat die Vorinstanz erkannt, dass den Akten keine Hinweise auf eine erfolgte Entzugsbehandlung zu entnehmen seien. Vielmehr gehe daraus hervor, dass ein Opioidentzug kaum möglich sei, weshalb die IV-Stelle von ihrer zunächst auferlegten Schadenminderungspflicht wieder abgesehen habe. Folglich hätte der Beschwerdeführer ohne entsprechende Behandlung nicht selbstständig einen Entzug vornehmen können, ohne dass sich dazu Anhaltspunkte in den Unterlagen wiedergefunden hätten. Soweit er angegeben habe, es liege keine Opioidabhängigkeit mehr vor, sei dies nicht glaubhaft. Er nehme gemäss Bericht des Medizinischen Zentrums D.________ vom 7. Januar 2021, wie schon im Vergleichszeitpunkt, regelmässig Targin ein. Die behandelnden Fachpersonen hätten zwar berichtet, der Beschwerdeführer konsumiere keine Drogen und betreibe keinen Medikamentenmissbrauch. Allerdings könne sich dies offensichtlich nicht auf die Opioidabhängigkeit bezogen haben, da sie dasselbe bereits im Vergleichszeitpunkt berichtet hätten. Selbst wenn die Opioidabhängigkeit nicht mehr bestehen würde, wäre deren Wegfall unter den hier gegebenen Umständen im revisionsrechtlichen Sinn nicht relevant. Denn wie das kantonale Gericht zutreffend erkannt hat, würde ein erfolgreicher Entzug eine Verbesserung der Situation bedeuten und nicht eine Verschlechterung, was im Rahmen einer Neuanmeldung nicht geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Dass die Vorinstanz diesbezüglich keine weiteren Abklärungen getroffen hat, verletzt mit Blick auf das Gesagte nicht den Untersuchungsgrundsatz. Soweit der Beschwerdeführer kritisiert, das kantonale Gericht habe die Standardindikatoren zu Unrecht nicht neu geprüft, obwohl der RAD von einer Verbesserung ausgegangen sei, kann ihm nicht beigepflichtet werden. Denn eine umfassende Neuprüfung, ohne Bindung an frühere Beurteilungen, findet erst statt, wenn ein Revisionsgrund im Sinn einer wesentlichen Änderung ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 2.3). Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz eine solche jedoch willkürfrei verneint.