Citation: 1A.75/2004 03.05.2004 E. 2

2.1 Im Haftbefehl des Amtsgerichts Frankenthal (Pfalz) vom 18. Februar 2003 wird dem einschlägig vorbestraften Beschwerdeführer vorgeworfen, er habe - im September 2002 drei minderjährigen Mädchen pornographische Bilder gezeigt; - am 30. November 2002 einem dieser Mädchen heimlich hochprozentigen Alkohol in ein Glas Coca-Cola geschüttet, bis dieses wegen starker Alkoholisierung ins Spital habe eingeliefert werden müssen; - Ende 2002 nachts ein Zimmer seiner Wohnung betreten, in welchem zwei minderjährige Mädchen schliefen, einem der Mädchen den Mund zugehalten, dessen Schlafanzughose und dessen Unterhose heruntergezogen und mit der Hand ihren Geschlechtsteil gerieben. 2.2 Aus dieser Sachverhaltsdarstellung ergeben sich ohne weiteres genügend Anhaltspunkte auf auslieferungsfähige Straftaten. Da die ersuchte Behörde weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen noch eine Beweiswürdigung vorzunehmen hat (E. 1.3 oben), gehen die Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Replik/Beschwerdeergänzung, mit denen er den Tatverdacht entkräften will, an der Sache vorbei. Entgegen seiner Auffassung war das Bundesamt für Justiz durchaus in der Lage, das Auslieferungsbegehren zu prüfen und ihm stattzugeben. Die Vorwürfe sind in zeitlicher Hinsicht keineswegs so ungenau, dass sie einen Alibibeweis nach Art. 53 IRSG verunmöglichten. Der Beschwerdeführer bringt auch kein Alibi vor, das geeignet wäre, die dem Auslieferungsbegehren zu Grunde liegenden Verdachtsmomente sofort zu entkräften und damit den Auslieferungsentscheid zu beeinflussen. Dies gilt auch für seinen Einwand, seinem Verteidiger sei in Deutschland die Akteneinsicht verweigert worden. Selbst wenn dies zuträfe und wenn dies unzulässig gewesen sein sollte, könnte aus einem solchen einmaligen und leicht behebbaren Verfahrensfehler nicht geschlossen werden, dass die ernste und objektive Gefahr besteht, dass er in Deutschland in einem unfairen Prozess unschuldig verurteilt wird. Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer einschlägig vorbestraft ist, beweist keineswegs, dass er nicht mit einem fairen Prozess rechnen kann.