Citation: C 268/04 03.03.2005 E. 4

4.1 Entgegen dem kantonalen Gericht können die vom Psychiater Dr. med. G.________ in seinem Bericht vom 16. Februar 2004 festgestellten Auffälligkeiten nicht ohne weiteres als Charaktermängel qualifiziert werden. Vielmehr enthält der Bericht Anhaltspunkte dafür, dass allenfalls von einer psychischen Krankheit auszugehen ist. So führt der Vertrauensarzt aus, die von ihm skizzierte Psychoproblematik, die noch nie einer Therapie zugeführt werden konnte, habe Krankheitswert und wäre versicherungswürdig. Er spricht in seinen Ausführungen u.a. von einer Eigensinnigkeit, "die sozusagen mit dem Kopf durch die Wand geht, sodass es ungewollt zu einer Art von Selbstschädigung kommt". Solange der Versicherte dies nicht einsehen könne, sehe er für seine Vermittlungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit prognostisch schwarz; wobei das Problem bei der Arbeit eigentlich nicht an seinen fachlichen Fähigkeiten oder an der Gesundheit im engeren Sinne liege, sondern eben an der Psychoproblematik. Eine konkrete Diagnose ist dem Bericht des Vertrauensarztes nicht zu entnehmen. 4.2 Nach dem Gesagten gilt festzustellen, dass sich aufgrund des Berichts des Vertrauensarztes nicht schlüssig beurteilen lässt, ob es sich bei der psychischen Beeinträchtigung des Beschwerdeführers tatsächlich um blosse Charaktermängel handelt, welche mit Vorinstanz und Verwaltung unter dem Gesichtspunkt der sozialen Eignung im Rahmen der allgemeinen Vorschriften von Art. 15 Abs. 1 AVIG zu beurteilen wären (vgl. ARV 1993/94 Nr. 13 S. 105 Erw. 3c mit Hinweis) oder ob davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer eine geistige Behinderung im Sinne von Art. 15 Abs. 2 AVIG aufweist, sodass die Vermittlungsfähigkeit in Anwendung dieser speziellen Bestimmung geprüft werden müsste. Diesfalls wäre zu beachten, dass bei der Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit im Gegensatz zu Abs. 1 einerseits auf das krankheitsbedingte Leistungsdefizit des Versicherten gebührend Rücksicht zu nehmen wäre und anderseits von einem breiten Fächer an Arbeitsstellen ausgegangen werden müsste, der auch Arbeitsangebote umfasst, bei denen mit einem entsprechenden sozialen Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin zu rechnen ist (vgl. Erw. 1.2.1 hievor). Auch aus den übrigen Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die eine zuverlässige abschliessende Einschätzung zuliessen. Immerhin gilt festzustellen, dass unter Berücksichtigung der genannten Voraussetzungen von einer offensichtlichen Vermittlungsunfähigkeit nicht gesprochen werden kann, zumal der Versicherte stets wieder eine neue Stelle gefunden hat, so zuletzt bei der X.________AG. Mithin ist die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie nach Einholung eines zusätzlichen psychiatrischen Gutachtens über die Vermittlungsfähigkeit im Sinne der Erwägungen neu befinde.