Citation: 8C_217/2021 E. 5.2

5.2. Die Vorinstanz hielt zu Recht fest, dass gemäss Rechtsprechung auch in jenen Fällen, in welchen der Rechtsvertreter in gutem Glauben von einer (zuvor unvertretenen) versicherten Person kurz vor Ablauf der Anfechtungsfrist mandatiert werde, die Akten "unverzüglich" einzuholen sind und die Einsprache nach deren Eingang innert Frist mit einer Begründung zu ergänzen ist (BGE 134 V 162 E. 5.2). Ein Rechtsvertreter hat nach seiner Mandatierung alles zu unternehmen, was von ihm in einer solchen Situation vernünftigerweise erwartet werden kann. Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände lief die Einräumung einer Nachfrist vorliegend auf eine unzulässige Verlängerung der gemäss Art. 40 Abs. 1 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 ATSG nicht erstreckbaren Einsprachefrist hinaus. Das kantonale Gericht verletzte somit kein Bundesrecht, indem es unter den gegebenen Umständen zum Schluss gelangte, der damalige Rechtsvertreter habe bewusst eine mangelhafte Eingabe eingereicht, um damit eine unzulässige Verlängerung der nicht erstreckbaren Einsprachefrist anzustreben, und es dieses Verhalten als rechtsmissbräuchlich im Sinne der genannten Rechtsprechung würdigte. Die Beschwerdegegnerin hätte daher dem Rechtsvertreter keine Nachfrist zur Einreichung der Begründung gewähren dürfen.