Citation: 6B_583/2013 E. 3.4

3.4. Ob die Vorinstanz Art. 344 StPO verletzt, da sie den angeklagten Lebensvorgang nicht hinsichtlich des Tatbestands der Gefährdung des Lebens (Art. 129 StPO) prüft, kann vorliegend offen bleiben. Nach den verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen ist eine konkrete Lebensgefahr für den Beschwerdeführer durch den Schuss zu verneinen. Der Beschwerdegegner erlegte auf eine Distanz von 50-60 Metern den Hirsch mit einem einzigen Schuss. Um den nur rund sechs Meter entfernten und seitlich zwei Meter versetzten Beschwerdeführer zu gefährden, hätte der Beschwerdegegner seine Schussrichtung erheblich ändern müssen. Auch eine (Selbst-) Gefährdung aufgrund unvorhergesehener Bewegungen des Beschwerdeführers war nicht gegeben. Dieser gab in seiner polizeilichen Einvernahme an, den Graben seit seinem Eintreffen am Ansitz beobachtet und dabei das Gewehr im Anschlag gehalten zu haben, um ein auftauchendes Tier erlegen zu können. Somit bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass er seinen Ansitz verlassen wollte, was erforderlich gewesen wäre, um in die (Nähe der) Schusslinie zu geraten.