Citation: I 760/01 05.11.2004 E. 2

2.1 Vorinstanz und Verwaltung haben das Leistungsbegehren gestützt auf das Gutachten des Spitals Y.________ vom 7. Juli 2000, wonach der Beschwerdeführerin nur noch eine sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit des Positionswechsels zumutbar sei, abgewiesen. Die Ausbildung zur Tai-Chi-Lehrerin erfülle diese Voraussetzung nicht und sei daher keine geeignete Eingliederungsmassnahme (Art. 8 Abs. 1 IVG). 2.2 Der Auffassung des BSV in seiner Stellungnahme vom 1. Mai 2001, wonach sich der Beruf einer Tai-Chi-Lehrerin bezüglich körperlicher Belastung - viel stehen, nur wenig sitzen - kaum von demjenigen der Drogistin unterscheide, kann angesichts der Bestätigung der "Ecole Z.________" vom 16. Juni 2001, welche eine stehende, gehende, sitzende und liegende Tätigkeit bescheinigt, nicht gefolgt werden. In ihrem Bericht vom 29. Januar 2001 hielt die Berufsberaterin der IV-Stelle fest, dass die Versicherte - entgegen der Einschätzung der Ärzte des Spitals Y.________ - nach 11/2-stündigem Beratungsgespräch vor Schmerzen kaum mehr habe aufstehen und gehen können. Zudem räumen die Ärzte in ihrem Gutachten vom 7. Juli 2000 ein, dass die Versicherte als Tai-Chi-Lehrerin zu 60-80 %, mithin nicht weniger als in einer anderen leidensangepassten Tätigkeit, arbeitsfähig sei, während im erlernten Beruf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die Beschwerdeführerin selber erachtet die angestrebte Tätigkeit nach eingehender Prüfung ihrer beruflichen Möglichkeiten auf Grund der vielfältigen Bewegungsabläufe und Positionswechsel behinderungsbedingt als ideal. Das Erfordernis der Geeignetheit der beruflichen Eingliederungsmassnahme zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist daher erfüllt. 2.3 Gemäss Bericht ihres Hausarztes Dr. med. H.________ vom 30. September 1999 litt die Beschwerdeführerin unter ständigen Schmerzen, konnte nur noch etwa eine bis zwei Stunden gehen oder sitzen und lediglich dreissig Minuten stehen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen in diesem Ausmass gestalten jede Berufsausübung und dementsprechend auch die Eingliederung in die Erwerbstätigkeit als äusserst schwierig. Ohne weitere Ausbildung könnte die Beschwerdeführerin keine geeignete und auf die Dauer zumutbare Erwerbstätigkeit aufnehmen. Zudem sind ihre beruflichen Möglichkeiten sowohl bezüglich Ausbildungsgang als auch im Hinblick auf die spätere Berufsausübung erheblich eingeschränkt. Die Ausbildung, welche sie inzwischen begonnen hat, scheint unter diesen Umständen für ihre Eingliederung nicht nur geeignet, sondern erforderlich zu sein. Es darf angenommen werden, dass sie die Beschwerdeführerin in die Lage versetzen wird, ihren Lebensunterhalt im Rahmen ihrer Arbeitsfähigkeit von 60-80 % wenn nicht vollständig, so doch zu einem beachtlichen Teil zu decken (vgl. ZAK 1992 S. 365 Erw. 1b mit Hinweisen). Gemäss Bericht des Spitals Y.________ vom 21. Dezember 2001 ist unter Tai-Chi-Selbsttherapie eine deutliche Besserung der Beschwerden eingetreten, was auch radiologisch bestätigt werden konnte. Entgegen dem Einwand des BSV ist schliesslich gemäss Gutachten des Spitals Y.________ vom 7. Juli 2000 auch nicht zu erwarten, dass eine - zum heutigen Zeitpunkt zwar noch nicht indizierte (Bericht des Spitals Y.________ vom 21. Dezember 2001), in Zukunft aber wohl kaum vermeidbare - Hüftprothese die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einschränken wird. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die heute noch unzumutbare Operation die Beeinträchtigungen dannzumal vermindern und damit auch die Arbeitsfähigkeit verbessern wird. Die allgemeinen Voraussetzungen für Eingliederungsmassnahmen gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG sind damit erfüllt.