Citation: 5A_222/2009 10.06.2009 E. 3.2

3.2.1 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, das Obergericht hätte im Sinne einer gerechten Behandlung nach Art. 29 Abs. 1 BV seine Position bei der Beweiswürdigung ausgewogener berücksichtigen müssen. Sein Neffe, der ihm in Steuerangelegenheiten immer behilflich gewesen sei, werde im Bericht vom 3. Februar 2009 negativ erwähnt. Es gebe jedoch keinen Grund, an der jetzigen Situation etwas zu ändern. Von vornherein nicht eingetreten werden kann auf die Rüge der Missachtung von Art. 29 Abs. 1 BV, denn sie wird in keiner Weise begründet (zu den Begründungsanforderungen: BGE 133 III 638 E. 2 S. 639 f.; 134 I 83 E. 3.2 S. 88). Im angefochtenen Entscheid wird die Vernehmlassung der Kommission für Soziales der Stadt Y.________ angeführt, wonach viele Einschränkungen im Alter durch ein gutes Umfeld kompensiert werden könnten und auch sollten, ohne dass deswegen die Freiheit des Betroffenen mittels Massnahmen des Erwachsenenschutzes beschränkt werden sollte oder müsste. Der Beschwerdeführer sei jedoch seinem Neffen weitgehend ausgeliefert, da dieser für ihn die einzige gesellschaftlich integrierte Verbindungsperson zur Aussenwelt darstelle. Diese starke Isolation des Beschwerdeführers werde durch den im gleichen Haushalt lebenden, psychisch kranken Sohn mehr verstärkt als gemildert. Der Beschwerdeführer legt in keiner Weise dar, weshalb die Auffassung des Obergerichts, der Beschwerdeführer bedürfe namentlich wegen seines gesundheitlichen Zustandes und der Sicherstellung einer angemessenen Teilhabe am Alltagsgeschehen einer neutralen Hilfsperson, Art. 392 Ziff. 1 ZGB verletzen soll. Das weitere Vorbringen, seine Angehörigen würden diskreditiert, stellt lediglich appellatorische und damit unzulässige Kritik am angefochtenen Entscheid dar (E. 1.2 hiervor), denn es wird nicht aufgezeigt, inwiefern die von der Vorinstanz festgestellte starke Abhängigkeit des Beschwerdeführers von seinem Neffen und die damit verbundene Gesundheitsgefährdung offensichtlich unhaltbar sein sollen. 3.2.2 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, er habe ausführlich zum Arztbericht Stellung genommen, doch habe der Appellationshof seine Argumentation nicht zur Kenntnis genommen, weshalb Art. 29 Abs. 2 BV verletzt worden sei. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) folgt unter anderem die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Die Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (BGE 133 III 439 E. 3.3 S. 445). Diesen Anforderungen wird der angefochtene Entscheid gerecht, indem die Festellungen des Arztes klar wiedergegeben werden (E. 3.1 hiervor). Von einer Gehörsverweigerung kann demnach keine Rede sein. Der Beschwerdeführer legt im Übrigen nicht dar, welche Tatsachen des Berichts das Obergericht mit Blick auf das Willkürverbot des Art. 9 BV nicht hätte berücksichtigen dürfen oder mit welchen Einwendungen die obergerichtliche Beweiswürdigung hätte umgestossen werden können. 3.3 In Anbetracht der von der Vorinstanz festgestellten tatsächlichen Gegebenheiten hat diese kein Bundesrecht verletzt, indem sie die Voraussetzungen für die Anordnung einer kombinierten Beistandschaft im Sinne von Art. 392 Ziff. 1 (Vertretungsbeistandschaft) und Art. 393 Ziff. 2 ZGB (Verwaltungsbeistandschaft), wie sie gerade auch bei älteren Menschen in speziellen Fällen als angemessene Vorkehr erscheint, als erfüllt betrachtet hat (vgl. BGE 134 III 385 E. 4.3 S. 390, mit Hinweisen).