Citation: 6B_228/2023 E. 1.3

1.3. Dem Beschwerdeführer ist insoweit beizupflichten, als sich in den kantonalen Akten, die das Bundesgericht beigezogen hat, kein als "Protokoll der Berufungsverhandlung" bezeichnetes Dokument finden lässt. Das Verfahrensprotokoll betreffend die Berufungsverhandlung vom 29. November 2022 ist indes dem gleichentags datierten Urteil ohne Weiteres zu entnehmen. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer am 29. November 2022 an der Berufungsverhandlung vor der Vorinstanz nach vorgängiger Belehrung befragt wurde, diese Befragung aufgezeichnet wurde und davon ein Einvernahmeprotokoll existiert. Sowohl das schriftliche Einvernahmeprotokoll als auch die Audioaufzeichnung befinden sich in den kantonalen Akten (pag. 291 und 292 ff.). Ebenso unstrittig bzw. vor Bundesgericht unangefochten ist, dass beide von der Verteidigerin des Beschwerdeführers anlässlich der Verhandlung gestellten Beweisanträge gutgeheissen wurden. Aus dem in das Urteil integrierten Protokoll zur Berufungsverhandlung geht auch hervor, dass sowohl die Staatsanwältin als auch die Verteidigerin des Beschwerdeführers Anträge gestellt und diese begründet haben. Die schriftlichen Plädoyernotizen der Staatsanwaltschaft sind in den kantonalen Akten enthalten (pag. 307 ff.); diejenigen der Verteidigerin des Beschwerdeführers in Form einer CD mit einer Audiodatei ebenfalls (pag. 325 f.). Inwieweit die Vorinstanz die Aktenführungs- und Protokollierungspflichten i.S.v. Art. 76 f. StPO verletzt haben soll, indem sie die Protokollierung der Berufungsverhandlung in ihre schriftliche Urteilsbegründung integriert hat, wird vom Beschwerdeführer weder substanziiert geltend gemacht (Art. 42 Abs. 2 BGG) noch ist dies ersichtlich. Entgegen seiner Auffassung ist gerade nicht irrelevant, dass die Angaben i.S.v. Art. 77 StPO im Urteil enthalten sind. Als überspitzt erweist sich in diesem Zusammenhang der Hinweis darauf, die Zeit des Verhandlungsbeginns sei nicht festgehalten, zumal der Beschwerdeführer mit separater Post für eine bestimmte Zeit vorgeladen wurde und sich aus den Ausführungen der Vorinstanz ergibt, dass der Vorsitzende die Parteiverhandlung um 10.05 Uhr für geschlossen erklärte, woraufhin sich das Gericht zur geheimen Urteilsberatung zurückzog. Ebenso wenig ist erkennbar, was er für sich aus dem Umstand ableiten will, das begründete Urteil sei erst über einen Monat nach der Verhandlung ergangen. Der Beschwerdeführer rügt, in den Akten sei mit Bezug auf das Plädoyer seiner Verteidigerin lediglich eine CD mit einer Audioaufzeichnung enthalten, diese könne das schriftliche Protokoll aber nicht ersetzen. Dies trifft zu (vgl. oben E. 1.2). Die fehlende Abschrift des in einer Audioaufnahme aufgezeichneten Parteivortrags und damit die fehlende Protokollierung der Begründung (in den Grundzügen) stellt zwar einen Verfahrensmangel dar (vgl. Art. 76 Abs. 4 StPO), dieser wiegt aber weniger schwer als die Nichtprotokollierung von Verfahrenshandlungen, über die sich das Gericht nur indirekt aufgrund der Akten ein Bild verschafft (polizeiliche oder staatsanwaltschaftliche Einvernahmeprotokolle etc.; vgl. Urteil 6B_84/2008 vom 27. Juni 2008 E. 1.5). Vorliegend erfolgte der mündliche Parteivortrag der Verteidigerin des Beschwerdeführers unmittelbar vor Schranken der Vorinstanz. Durch diese Unmittelbarkeit war mit Blick auf die Verfahrensrechte des Beschwerdeführers abgesichert, dass das Gericht vom Plädoyer seiner Verteidigerin Kenntnis nehmen konnte. Der Beschwerdeführer macht denn auch - unter Berücksichtigung der in den Akten liegenden Audioaufzeichnung des Parteivortrags zu Recht - nicht geltend, die Vorinstanz habe von der Begründung der Anträge durch die Verteidigerin keine Kenntnis erlangt. Die Protokollierung der Ausführungen ist lediglich im Hinblick auf das Rechtsmittelverfahren von Belang (vgl. oben E. 1.2). Unter diesen Umständen ist weder ersichtlich noch wird vom Beschwerdeführer begründet dargelegt, inwiefern die fehlende Protokollierung des mündlichen Parteivortrags anlässlich der Berufungsverhandlung eine wirksame Verteidigung tangiert hätte. Es erschliesst sich nicht, inwiefern ihm dies im Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht zum Nachteil gereichen könnte. Dabei genügt es nicht pauschal vorzubringen, das Verhandlungsprotokoll wäre für die vorliegende Beschwerde in Strafsachen relevant gewesen. Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend, die Vorinstanz hätte sich mit den im Plädoyer vorgetragenen entscheidwesentlichen Ausführungen nicht auseinandergesetzt. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.