Citation: 1C_315/2020 E. 11.4

11.4. Gemäss Art. 32d Abs. 2 USG trägt "in erster Linie" die Kosten, wer die Massnahmen durch sein Verhalten verursacht hat. In BGE 139 II 106 hat das Bundesgericht seine Praxis dahin präzisiert, dass eine Kostenpflicht für den Zustandsstörer in Höhe von 10 % und mehr nur zulässig sei, wenn ein weiterer Umstand hinzutrete; zu berücksichtigen sei insbesondere, ob der Zustandsstörer die Belastung hätte verhindern können, für den Verursacheranteil seines Rechtsvorgängers hafte oder durch die Belastung und/oder Sanierung einen (nicht unwesentlichen) wirtschaftlichen Vorteil erlange oder erlangen werde (E. 5.5 S. 118). Sofern keine dieser Umstände zutreffe, müsse der Kostenanteil des blossen Standortinhabers erheblich unter 10 % festgesetzt oder auf dessen Kostenbeteiligung ganz verzichtet werden (E. 6.1 S. 119). In der Folge schützte das Bundesgericht verschiedentlich Kostenanteile von Standortinhabern von 20 % in Fällen, in denen diese aufgrund der Sanierung einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil erlangten (vgl. z.B. Urteile 1C_427/2016 vom 19. Mai 2017 E. 3.2; 1C_18/2016 vom 6. Juni 2016, E. 7.3 und 7.4, in: URP 2016 496). Dies entspricht der vom BJD festgelegten Haftungsquote. Vorliegend geht es um einen CKW-belasteten Standort. Wie der Beschwerdegegner darlegt und das BAFU bestätigt, ist es zweifelhaft, ob dieser vollständig dekontaminiert werden kann oder Belastungen verbleiben, welche den Grundstückswert negativ beeinflussen oder jedenfalls die Wertsteigerung begrenzen. Unter diesen Umständen ist dem Verwaltungsgericht zuzustimmen, dass der Kostenanteil von D.________ als Zustandsstörer jedenfalls nicht zu tief angesetzt worden ist. Damit ist der Anteil der Beschwerdeführerin von 70 % (für die historische Untersuchung) bzw. 80 % (für die technische und Detailuntersuchung) nicht zu beanstanden.