Citation: I 892/05 12.09.2006 E. 2

Streitig und zu prüfen ist letztinstanzlich einzig der Beginn des dem Beschwerdeführer zu Recht unstrittig zustehenden Anspruchs auf eine halbe Invalidenrente. 2.1 Der Hausart Dr. med. W.________, Innere Medizin, diagnostizierte ein chronisch-rezidivierendes thorako-lumbo-spondylogenes Syndrom bei grösserer prolabierender Diskushernie L1/2 mit deutlicher thekaler Impression, deutlicher medianer Diskushernie L4/5 mit ventraler Eindellung des Thekalsackes, Fehlhaltung, Fehlform der Wirbelsäule, bei weitgehend sakralisiertem LWK 5, Spondylarthrose, muskulärer Insuffizienz und Verdacht auf eine funktionelle Überlagerung. Er schätzte den Versicherten ab dem 1. September 2000 zu 100 % arbeitsunfähig (Bericht vom 19. November 2000). Dr. med. A.________, bei welchem sich der Versicherte im Rahmen eines Gutachtensauftrags seiner Krankenkasse am 14. August 2001 spezialärztlich untersuchen liess, fand ein nicht objektivierbares Panvertebralsyndrom und hielt die Arbeitsfähigkeit nicht für eingeschränkt (Arztbericht vom 5. Oktober 2001). Anlässlich der Untersuchung im Assessment-Center der RehaClinik X.________ am 26. Juni 2003 wurde wegen des bestehenden chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms - in Berücksichtigung der aktenkundigen Langzeitbeobachtung (des behandelnden Arztes Dr. med. L.________, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie) und der aktuellen klinischen Präsentation - für die zuletzt ausgeübte Bürotätigkeit oder eine wechselbelastende Tätigkeit von einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (Gutachten vom 29. September 2003). 2.2 Auf Grund dieser Angaben und unter der Annahme, dass der Beschwerdeführer bis März 2002 in einem Vollzeitpensum bei seiner letzten Arbeitgeberin tätig war, gingen Verwaltung und Vorinstanz vom Rentenbeginn ab 1. März 2003 aus. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird hiegegen vorgebracht, die Absenzenliste der Q.________ GmbH, (vom 9. Dezember 2003) zeige, dass der Versicherte seit August 2000 bis Oktober 2002 vollumfänglich krank gewesen sei, sodass er ab Oktober 2000 bis Oktober 2002 gestützt auf entsprechende Zeugnisse des Hausarztes Taggeldleistungen der Krankenkasse erhalten habe, weshalb der Rentenbeginn auf den 1. Mai 2002 festzulegen sei. 2.3 Zwischen der Absenzenliste der früheren Arbeitgeberin vom 9. Dezember 2003 und ihren Angaben im "Fragebogen Arbeitgeber" vom 5. Dezember 2003 bestehen Widersprüche. Gemäss "Bestätigung" vom 9. Dezember 2005 wäre der Versicherte von September 2000 bis Oktober 2002 voll arbeitsunfähig gewesen. Im Fragebogen hingegen wird unter Ziffer 11 mit Bezug auf die Arbeitszeit nach Eintritt des Gesundheitsschadens angegeben, der Beschwerdeführer arbeite seit März 2002 drei Stunden pro Tag und fünf Tage pro Woche. Eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100 % wird im Jahr 2002 hingegen lediglich für die Zeit vom 18. Februar bis 3. März 2002 ausgewiesen. Auf Grund dieser unklaren und widersprüchlichen schriftlichen Angaben der Firma und im Lichte der in Erw. 1.4 zitierten Rechtsprechung, wonach die medizinischen Stellungnahmen Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bilden, stellen die Angaben der Firma zur Arbeitsfähigkeit keine voll beweiskräftige Entscheidungsgrundlage dar. Mit Blick auf die gesamte medizinische Aktenlage überzeugen die Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich eines früheren Rentenbeginns als März 2003 nicht. Der Hausarzt Dr. med. W.________ attestierte zwar ab 1. September 2000 eine volle Arbeitsunfähigkeit, ohne dies jedoch zu begründen. Noch am 18. August 2000 ging Dr. med. L.________ von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus. Ebenso erachtete der Gutachter Dr. med. A.________ den Versicherten rund ein Jahr später in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (Gutachten vom 20. August 2001). Auf die wenig aussagekräftige Schätzung des Dr. med. W.________ ist daher nicht abzustellen. Überdies ist bei Stellungnahmen von Hausärzten grundsätzlich der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen). Zusätzliche medizinische Abklärungen erübrigen sich vor diesem Hintergrund. Eine medizinisch begründete (zeitlich und masslich genügende) Arbeitsunfähigkeit, die das Wartejahr bereits im Mai 2001 eröffnet hätte und somit den beantragten Rentenbeginn im Mai 2002 begründen würde, ist demnach gestützt auf die vorliegenden Akten nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Damit hat es beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden.