Citation: 8C_714/2018 E. 4.4.4

4.4.4. Schliesslich fehlt es gemäss angefochtenem Entscheid sowohl an einem konkreten Berufsbild als auch an einem konkreten Verdienstnachweis in Bezug auf die Verweistätigkeit, welche der Versicherten nach Auffassung der Beschwerdeführerin ab 1. August 2017 bei voller Arbeitsfähigkeit ohne Einschränkungen zumutbar gewesen sein soll. Weder in der Verfügung vom 27. April 2017 noch im Einspracheentscheid vom 9. August 2017 legte sich die Visana fest, von welcher konkret zumutbaren Verweistätigkeit auszugehen sei. Wie vom kantonalen Gericht zu Recht beanstandet, stellt dies eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des verfassungsmässigen Gehörsanspruchs (Art. 29 Abs. 2 BV) dar (Urteil des EVG [Eidgenössisches Versicherungsgericht; heute: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] U 301/02 vom 1. Oktober 2003 E. 2.3). Was die Beschwerdeführerin hiegegen vorbringt, ist unbegründet. 4.4.4.1. Es genügt nicht, in der Verfügung vom 27. April 2017 und im Einspracheentscheid vom 9. August 2017 auf das Zumutbarkeitsprofil des beratenden Arztes der Visana zu verweisen. Denn über die von Dr. med. E.________ am 11. April 2017 formulierten Belastungseinschränkungen hinaus ging die Invalidenversicherung bei den Eingliederungsbemühungen gestützt auf die Beurteilung der Unfallfolgen durch Dr. med. F.________ anlässlich der konsiliarischen Untersuchung vom 8. Juli 2016 im Spital G.________ zusätzlich von einer Traglimite von zehn Kilogramm sowie von einer Treppensteiglimite von einem Stockwerk aus (vgl. E. 4.2 hievor). 4.4.4.2. Die unfallbedingten Einschränkungen des Zumutbarkeitsprofils bilden zwar Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, entbinden die Verwaltung aber praxisgemäss nicht davon, konkrete Berufe oder Tätigkeiten anzugeben. Andernfalls wäre die von der Versicherten verlangte berufliche Neueingliederung für sie weder überprüf- noch sachgerecht anfechtbar. Der vorinstanzliche Entscheid und der Einspracheentscheid der Visana leiden daher an einem den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzenden Begründungsmangel (Urteil [des EVG] U 301/02 vom 1. Oktober 2003 E. 2.3). 4.4.4.3. Zu Recht wendet die Versicherte gegen die von der Beschwerdeführerin erstmals vor Bundesgericht konkretisierten Verweistätigkeiten ein, diese seien unrealistisch und nicht praktikabel. Dies würden einerseits die Änderungskündigung ihrer angestammten Arbeitgeberin und die notwendige laufende Umschulung durch die Invalidenversicherung beweisen. Andererseits seien Verkaufstätigkeiten im Wesentlichen stehend/gehend, nicht aber wechselbelastend sitzend und stehend auszuüben. Weshalb eine Verkaufstätigkeit im Lebensmittelhandel, in einer Kleiderboutique, bei Telefonie-Anbietern oder im Drogeriemarkt im Gegensatz zur angestammten Tätigkeit als Sportartikel-Verkäuferin mit Blick auf die unbestrittenen unfallbedingten Einschränkungen des Zumutbarkeitsprofils leidensangepasst sein sollten, legt die Beschwerdeführerin nicht dar und ist nicht ersichtlich. Schliesslich bleibt auch nicht nachvollziehbar, weshalb die Versicherte in einer Verweistätigkeit angesichts der zu berücksichtigenden Traglimite von zehn Kilogramm und der Einschränkungen beim Treppensteigen nicht zusätzliche Verdiensteinbussen hinzunehmen hätte.