Citation: 8C_924/2015 E. 4.2

4.2. Hinsichtlich des zweiten Unfalls vom 12. Februar 2013 ist entscheidwesentlich, dass nach den insoweit unbestrittenen Ausführungen des Dr. med. D.________ die bildgebende Untersuchung vom 19. April 2013 keine Anzeichen einer durch den Unfall bedingten strukturellen Verletzung gezeigt hatte. Bei einer schwerwiegenden ursächlichen Verletzung hätten zu diesem Zeitpunkt noch Ödeme oder Hämatome sichtbar sein müssen. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die von Dr. med. C.________ erwähnte Destabilisierung im Bizepssehnenbereich durch die Verletzung der Subscapularissehne verursacht worden sei. Diese wurde anhand einer bildgebenden Untersuchung in der Klinik E.________ im April 2013 festgestellt. Nach den Ausführungen des Dr. med. C.________ sei die Destabilisierung, welche sich anlässlich der Operation vom 13. September 2013 gezeigt habe, in früheren Protokollen nicht beschrieben worden. Er schloss daraus, dass als Ursache dafür einzig der Unfall vom 12. Februar 2013 in Frage komme. SUVA-Kreisarzt Dr. med. F.________ erläuterte am 13. November 2013 hingegen eingehend, dass bereits in einer MRI-Untersuchung vom 30. März 2012, also fast ein Jahr vor dem zweiten Unfall, degenerative Veränderungen an der Supraspinatussehne, an der Subscapularissehne und an der Bizepssehne festgestellt worden seien. Er erachtete eine fortschreitende degenerative Veränderung bis zur erneuten Diagnostik mit einer weiteren Schädigung im Bereich der Subscapularissehne als ebenso wahrscheinliche Ursache dafür wie den erlittenen zweiten Unfall. Bei dessen Hergang ging er, ebenso wie auch Dr. med. D.________, von einem blossen Anprallen mit der Schulter am Seitenfenster des Lieferwagens aus, in dem sich der Beschwerdeführer befunden hatte, entsprechend den Angaben in der Bagatellunfall-Meldung vom 14. Februar 2013. Dies führe zu keinerlei Krafteinwirkung auf die Sehnen der Rotatorenmanschette, insbesondere zu keiner Längenausdehnung, die eine Ruptur verursachen könnte. Dr. med. C.________ merkte dazu an, dass der Unfallmechanismus in solchen Fällen häufig nicht eindeutig sei. Am Schluss möge zwar die allein erinnerliche Prellung am Seitenfenster stattgefunden haben, es sei aber anzunehmen, dass der Versicherte zuvor versucht habe, eine Halteposition einzunehmen, um die Schulter im Auto zu stabilisieren. Dies lässt sich jedoch nicht vereinbaren mit den Aussagen des Beschwerdeführers im Polizeiprotokoll, wonach er das andere Fahrzeug, das mit seinem Lieferwagen kollidierte, zuvor nicht gesehen habe. Dr. med. C.________ führt des Weiteren aus, dass ein solcher Haltemechanismus sehr wohl zu den beschriebenen Verletzungsmustern führen könne. Auch damit wäre jedoch nicht mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die hier fragliche Verletzung dadurch verursacht wurde.