Citation: 2C_561/2022 E. 12.1

12.1. Die Beschwerdeführerinnen führen aus, die angeblich missbräuchliche Content-Akquisitionsklausel in den Verträgen mit Cablecom sei den Wettbewerbsbehörden aufgrund der Untersuchung "32-0153: C.________ AG/Cablecom GmbH/L.________" bekannt gewesen. In dieser Untersuchung sei die Klausel beurteilt und für kartellrechtlich unproblematisch befunden worden. Auf Anzeige von C.________ hin habe die WEKO im April 2002 die Übertragung der digitalen Fernsehsignale von C.________ auf dem Kabelnetz von Cablecom angeordnet. Im Oktober 2006 habe C.________ ihre Anzeige zurückgezogen und die Einstellung der Untersuchung beantragt. Ausschlaggebend sei gewesen, dass C.________ mit Cablecom einen "Burgfrieden" habe schliessen können, der in einem einzigen Vergleich sämtliche damals hängigen Rechtsstreitigkeiten geregelt habe. Das Ergebnis sei der Vertrag über die Verbreitung und Vermarktung des C.________-Programmangebots durch Cablecom gewesen. Dank dieses Vertrags habe C.________ auf dem Netz von Cablecom verbleiben dürfen, während Cablecom die Parallelvermarktung und damit direkten Zugang zu den Kunden von C.________ erhalten habe. C.________ habe Cablecom zusichern müssen, das C.________-Angebot im Ursprungsumfang beizubehalten. Umgekehrt sei Cablecom gewillt gewesen, die von C.________ genutzten Inhalte während der Laufzeit des Vertrags nicht selber zu akquirieren. Weshalb die Content-Akquisitionsklausel nun aber im vorliegenden Verfahren kartellrechtswidrig sei, erschliesse sich nicht.