Citation: 6B_569/2010 22.11.2010 E. 3

3.1 Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder ein Vergehen und ist zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe. Nach der Rechtsprechung ist in die Beurteilung der Bewährungsaussichten beim Entscheid über den Widerruf des bedingten Strafvollzugs einer Freiheitsstrafe im Rahmen der Gesamtwürdigung auch miteinzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt ausgesprochen wird. Der Richter kann zum Schluss kommen, dass vom Widerruf des bedingten Vollzugs für die frühere Strafe abgesehen werden kann, wenn die neue Strafe vollzogen wird, oder umgekehrt annehmen, beim Vollzug der früheren Strafe könne eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB verneint und diese folglich bedingt ausgesprochen werden (BGE 134 IV 140 E. 4.5 mit Hinweisen). 3.2 Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, betrifft diese Rechtsprechung materiellrechtliche Fragen (angefochtenes Urteil S. 18 f.). Ob die Vorinstanz mit der Gewährung des bedingten Strafvollzugs in diesem Punkt ihr Ermessen verletzt hat, kann im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht geprüft werden. Denn die Vorinstanz hat die Frage, ob die erste Instanz den Vollzug der Geldstrafe zu Recht bedingt aufgeschoben hat, wegen des Verbots der reformatio in peius gar nicht beurteilt und von daher über den bedingten Strafvollzug der Geldstrafe keinen Entscheid gefällt. Insofern ist der kantonale Instanzenzug nicht erschöpft. Auf die Beschwerde kann insofern nicht eingetreten werden.