Citation: U 251/00 23.01.2003 E. 2

2.1 Das kantonale Gericht ist nach einlässlicher Würdigung der medizinischen Akten zum Ergebnis gelangt, dass spätestens ab 1. September 1997 keine unfallbedingten, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden somatischen Beschwerden mehr vorhanden waren und ab diesem Zeitpunkt insoweit weder Taggelder geschuldet noch weitere Heilbehandlungen notwendig waren. Soweit damals noch Beschwerden bestanden hätten, könnten sie jedenfalls keinem somatischen Befund zugeordnet werden. In diesem Zusammenhang sei die Kritik an der Beurteilung des Dr. med. G.________ von der Abteilung Unfallmedizin der SUVA unbegründet. Seine Feststellungen deckten sich mit den von den anderen Fachärzten erhobenen Befunden. Wenn Dr. med. G.________ zum Schluss komme, es bestehe aus rein ORL-ärztlicher Sicht volle Arbeitsfähigkeit, setze er sich mit dieser Einschätzung keinesfalls in Widerspruch zu den anderen Arztberichten. Im Übrigen werde mit der Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach Schädel-Hirntrauma gemäss ICD-10 F07.2 im Bericht der Psychiatrischen Poliklinik des Spitals X.________ vom 12. September 1996 noch nichts über die Ursachen gesagt, insbesondere nicht, ob die geklagten Beschwerden organisch oder psychisch bedingt seien. Hingegen sei davon auszugehen, dass nach wie vor psychische Störungen bestünden. Diese hätten sich bereits fünf Monate nach dem Unfall vom 23. März 1995 manifestiert. So erwähne der Hausarzt Dr. med. O.________ im Bericht vom 30. August 1995 eine deutliche Depression. In der Folge hätten sich die geklagten Beschwerden immer mehr ausgeweitet, bis der Versicherte im Bericht der Psychiatrischen Poliklinik des Spitals X.________ vom 12. September 1996 als aufgewühlt, erschüttert, verzweifelt und ratlos beschrieben worden sei. Die psychische Problematik stehe somit klar im Vordergrund, weshalb die Frage der Adäquanz rein unter diesem Gesichtspunkt, somit nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 zu beurteilen sei. Im Lichte der massgebenden Kriterien (vgl. BGE a.a.O. Erw. 6c/aa) komme indessen dem Unfall vom 23. März 1995, welcher dem mittleren Bereich zuzuordnen sei, für die Entstehung der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit keine rechtserhebliche Bedeutung zu. Somit sei die Kausalitätsfrage in somatischer und auch psychischer Hinsicht zu verneinen und demzufolge der angefochtene Einspracheentscheid zu bestätigen, womit die SUVA den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung (Taggeld oder Invalidenrente, Heilbehandlung) ab 1. September 1997 verneint habe. Zur Frage der Integritätsentschädigung hat das kantonale Gericht erwogen, der Versicherte leide an einer einseitigen Schwerhörigkeit links, welche zwar seine Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtige, aber dennoch eine dauernde Schädigung der körperlichen Integrität darstelle. Nach Lage der medizinischen Akten stehe weder das Ausmass noch die natürliche Unfallkausalität der Schädigung fest. Die SUVA habe daher ein Gutachten zu dieser Frage einzuholen und hernach über den Anspruch auf Integritätsentschädigung neu zu verfügen. 2.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird argumentiert, entgegen kantonalem Gericht und Unfallversicherer sei der Schluss, der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den aktuellen Beschwerden und dem Unfall vom 23. März 1995 sei nicht gegeben und es liege eine volle Arbeitsfähigkeit vor, «schlicht und einfach» unrichtig. Der Versicherte leide heute noch unter einer diskreten dorsomedialen Bandscheibenprotrusion C4/5. Diagnostiziert sei auch ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirntrauma gemäss ICD-10 F07.2. Weitere namhafte Beschwerden schlössen sodann heute noch eine Arbeitsfähigkeit aus, u.a. Instabilität der Halswirbelsäule, Störung des Gleichgewichtssinnes und Schwindel, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen, Aggressionsschübe, Impotenz sowie die eingeschränkte Hörfähigkeit. Dabei handle es sich um handfeste physische Ausdrucksformen (unfallbedingter gesundheitlicher Beeinträchtigungen). Sinngemäss könne somit nicht argumentiert werden, wie dies die Vorinstanz tue, diverse Erscheinungsformen seien psychosomatisch und eher als Folge der psychischen Beschwerden in Kauf zu nehmen. Laut Hausarzt leide sodann der Versicherte an einem postkontusionellen Syndrom, welches «analog wie ein Schleuder- resp. Halswirbelsäulendistorsionstrauma schwer fassbar» sei. Somit seien nicht nur organisch nachweisbare Unfallfolgen gegeben, sondern auch psychische sowie solche im Anschluss an ein Schleudertrauma bzw. Schädel-Hirntrauma. Dabei seien die psychischen Störungen auch adäquat kausale Folge des Unfalles vom 23. März 1995. Es bestehe daher Anspruch auf die beantragten Leistungen. Bei der Festsetzung der Integritätsentschädigung im Besonderen müsse die gesamte physische und psychische Funktionsstörung berücksichtigt werden und nicht bloss die Schädigung des Gehörs.