Citation: 6B_109/2018 E. 5.4

5.4. Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 2 StGB verlangt Vorsatz. Der Vorsatz muss sich auf den Missbrauch bzw. die Überschreitung der Ermächtigung, auf die rechtlich bindende Wirkung des eigenen Vertretungshandelns, die Verletzung der wohlverstandenen Interessen des Vertretenen und den daraus resultierenden Vermögensschaden auf Seiten des Vertretenen beziehen. Zudem wird die Absicht unrechtmässiger Bereicherung verlangt (MARCEL ALEXANDER NIGGLI, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 3. Aufl. 2013, N. 171 f. zu Art. 158 StGB). Die Vorinstanz verneint einen Schädigungsvorsatz und eine Bereicherungsabsicht des Beschwerdegegners 2. "Die Staatsanwaltschaft (sehe) sich im Subjektiven nicht in der Lage dem Beschuldigten zu widerlegen, den Rückzug der Einsprache begründet als vorteilhaft für seine Mandanten betrachtet zu haben". Damit lässt sich das Fehlen des subjektiven Tatbestands jedenfalls nicht begründen.