Citation: 4C.157/2000 22.08.2000 E. 3

3. Aufl. , Zürich 1974, Bd. II S. 204 ff.). Der Verrechnungsgegner muss wissen, welche Forderung mit welcher Schuld verrechnet werden soll. Will der Mieter, dem wegen Zahlungsrückstand die Kündigung angedroht wurde, die ausstehenden Mietzinse durch Verrechnung tilgen, muss er die Verrechnung innerhalb der Zahlungsfrist erklären (vgl. BGE vom 14. Juli 1999 in SJ 2000 S. 78 f.). bb) Diesen Anforderungen genügt das Schreiben der Zedentin offensichtlich nicht. Nach dem Wortlaut soll die Abtretung erst in Zukunft erfolgen. Damit wäre eine Verrechnungserklärung noch gar nicht möglich, da es an der Gegenseitigkeit der Forderungen fehlt. Das Schreiben enthält keinen Hinweis darauf, dass die Zedentin für die Beklagte handle. Der Kläger musste daher nach Treu und Glauben im erwähnten Schreiben keine Verrechnungserklärung im Namen der Beklagten erkennen. Hinzu kommt, dass die Zedentin weder erklärt, welchen Betrag sie an die Beklagte abgetreten hat noch dass sie überhaupt die Höhe der Mietzinsrückstände kennt. Aus dem Schreiben geht lediglich hervor, dass sie einen Teil ihrer Forderung an die Beklagte abtreten will, um dieser die Verrechnung zu ermöglichen. Der Kläger konnte demnach nicht erkennen, ob die ausstehenden Mietzinse vom abgetretenen Teil der Forderung überhaupt gedeckt waren. Damit ist das Schreiben als Verrechnungserklärung zu unbestimmt und genügt den Anforderungen für die Einhaltung der Zahlungsfrist jedenfalls nicht. Insoweit ist die Berufung unbegründet.