Citation: 8C_609/2021 E. 6.3

6.3. Die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach die Vorinstanz ein aktuelles Rechtsschutzinteresse willkürlich verneint habe, ist gleichermassen begründet. Das Präjudiz, auf welches das kantonale Gericht zur Untermauerung seines Nichteintretensbeschlusses verweist (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2020.00771 vom 22. Februar 2021 E. 3.2), ist schon deshalb nicht einschlägig, weil bislang keinerlei Erhebungen zu allfälligen vorprozessualen oder während des laufenden Verfahrens entstandenen Forderungen der Gemeinde Wasterkingen getätigt wurden. Zudem hielt bereits das kantonale Sozialamt fest, dass die Gemeinde Wil grundsätzlich verpflichtet wäre, der Gemeinde Wasterkingen die seit 17. Dezember 2017 für die Geschwister ausgerichteten Sozialhilfeleistungen zu ersetzen. Dieser Schluss ergibt sich aber ohne Weiteres schon aus der Tatsache, dass der Unterstützungswohnsitz Anknüpfungspunkt für die Erbringung von Sozialhilfeleistungen darstellt (vgl. E. 6.2 hiervor). Bisher hatte die Gemeinde Wasterkingen keinen dringenden Anlass, etwaige Auslagen für die Geschwister von der Beschwerdeführerin zurückzufordern, da der Entscheid über die Zuordnung des Unterstützungswohnsitzes im Sinne von § 9 lit. e SHG noch gar nicht rechtskräftig geworden ist. Allein aus dem Umstand, dass für die Zeitspanne zwischen 17. Dezember 2017 und 14. Oktober 2020 keine Sozialhilfekosten "dokumentiert" (E. 3.4 des angefochtenen Nichteintretensbeschlusses) sind, zu schliessen, die Beschwerdeführerin würde lediglich einen Entscheid über eine theoretische Rechtsfrage anstreben, ist unhaltbar und damit willkürlich. Denn wäre die Beschwerdeführerin (im vorliegenden Prozess) nicht bemüht, eine Klärung bezüglich des Unterstützungswohnsitzes zu erwirken, müsste sie sich bei einem späteren Prozess gegen eine allfällige Rückforderung erbrachter Leistungen durch die Gemeinde Wasterkingen den Einwand der res iudicata entgegenhalten lassen. Würde dem Argumentarium des kantonalen Gerichts gefolgt, hätte die Beschwerdeführerin weder jetzt noch später eine Möglichkeit, die Zuordnung des Unterstützungswohnsitzes nach § 9 lit. e SHG gerichtlich überprüfen zu lassen.