Citation: 6B_694/2024 E. 2.2.2

2.2.2. Mit Blick auf die erstmalige Integration in Eritrea erwägt die Vorinstanz, diese sei zwar zweifellos mit einer erheblichen Härte verbunden, da der Beschwerdeführer in seinem Heimatstaat über keine Verwandten verfüge und ihm auch sein hiesiges Umfeld dabei kaum helfen könne. Jedoch sei er noch verhältnismässig jung und in einem Nachbarland Eritreas aufgewachsen, sodass sich seine kulturelle Sozialisation nicht entscheidend von der eritreischen unterscheiden dürfte. Angesichts seiner Sprachkenntnisse seien die Eingliederungsmöglichkeiten intakt. Dass sich der Beschwerdeführer in einer stationären Massnahme befinde, stehe der Anordnung einer Landesverweisung nicht entgegen. Deren Ende könne zwar noch nicht bestimmt werden. Jedoch sei damit nicht bald zu rechnen. Es bestünden daher keine Vollzugshindernisse, die heute zu prüfen wären. Auch eine allgemeine Gefährdung von Personen, die in Eritrea lebten oder dorthin zurückkehrten, bestehe nicht. Die bereits im Rahmen der Härtefallprüfung thematisierten psychischen und physischen Leiden des Beschwerdeführers stellten ebenso keine aussergewöhnlichen persönlichen Umstände dar, die einem Vollzug der Landesverweisung entgegenstünden, sodass im Ergebnis bereits auf deren Anordnung zu verzichten wäre. Der Beschwerdeführer habe sich mit den Einschränkungen aufgrund einer halbseitigen Lähmung der rechten Körperseite infolge einer Schussverletzung am Hals arrangiert. Er sei erlernter Linkshänder und habe mehrere handwerkliche Praktika absolviert sowie eine Schreinerlehre angetreten. Im Massnahmenvollzug habe er auch feinmotorische Aufgaben schnell und in guter Qualität ausführen können. Dass er aufgrund seiner Behinderung auf eine Operation, Medikamente oder Therapien angewiesen wäre, mache er nicht geltend. Zu seinem Gesundheitszustand befragt, habe er angegeben, es gehe ihm physisch und psychisch gut. Er sei in der Physiotherapie. Eine andere Behandlung für seine Lähmung gebe es nicht. Die einzige Möglichkeit sei Sport und dies mache er regelmässig. Er nehme seit 5 Jahren Psychopharmaka, aktuell eine geringere Dosis als vor zwei bis drei Jahren, und Medikamente gegen Schlafstörungen. Eine medizinische Notlage, welche die Landesverweisung unzumutbar machen würde, liege somit nicht vor. Andere Gründe, die den Beschwerdeführer als besonders gefährdet erscheinen liessen, sodass von der Anordnung einer Landesverweisung abzusehen wäre, mache er nicht geltend. Auch sei nicht erkennbar, dass er aufgrund seiner Vergangenheit in Äthiopien (Aufwachsen, Teilnahme an einer Demonstration, die zur Schussverletzung führte, Gefängnisaufenthalt seines Vaters) in seinem Heimatstaat Eritrea einer Verfolgung ausgesetzt wäre.