Citation: I 519/03 11.12.2003 E. 5

An der gefestigten Rechtsprechung (vgl. Erw. 2 hievor sowie die Urteile Z. vom 4. Juli 2002, I 462/01, und A. vom 14. August 1997, I 73/97) ist trotz den Einwänden des Beschwerdeführers festzuhalten. 5.1 In der Invalidenversicherung besteht eine Leistungspflicht bei medizinischen Massnahmen nach Art. 12 IVG unter anderem nur, wenn die Massnahmen nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind (Art. 2 Abs. 1 Satz 2 IVV). Nach der Rechtsprechung gilt eine Behandlungsart dann als bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft entsprechend, wenn sie von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis anerkannt ist. Das Schwergewicht liegt auf der Erfahrung und dem Erfolg im Bereich einer bestimmten Therapie (BGE 115 V 195 Erw. 4b und AHI 2001 S. 76 f. Erw. 1b je mit Hinweisen). Es kann keine Rede davon sein, dass Art. 12 IVG im Vergleich zur Krankenversicherung von einem weiter gefassten Begriff ausgeht und dass die Bestimmung von Art. 2 Abs. 1 Satz 2 IVV lediglich ein reines Hilfskriterium darstellt. Medizinische Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (Art. 12 und 13 IVG) sowie Analysen und Arzneimittel (Art. 4bis IVV) werden nur unter der Voraussetzung gewährt, dass sie wissenschaftlich anerkannt sind. Auch in der Invalidenversicherung gilt das fundamentale Prinzip der wissenschaftlich nachgewiesenen Wirksamkeit (vgl. dazu BGE 129 V 170 f. Erw. 3.2 mit Hinweisen), d.h. der wissenschaftlichen Anerkennung (BGE 125 V 28 Erw. 5a in fine, 123 V 60 Erw 2b/cc). 5.2 Die bisherige Praxis zur Voraussetzung der Wissenschaftlichkeit im Sinne von Art. 2 Abs. 1 IVV (vgl. Erw. 5 und 2 hievor) geht davon aus, dass in der gesamten Sozialversicherung von einem einheitlichen Wirkungsnachweis ausgegangen werden soll. Daran ist festzuhalten. Die Einschränkung, wonach eine Vorkehr nicht als medizinische Eingliederungsmassnahme nach Art. 12 IVG übernommen werden kann, wenn sie in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mangels Wissenschaftlichkeit nicht als Pflichtleistung anerkannt ist, erscheint um so gebotener, als die Invalidenversicherung die medizinischen Massnahmen als Naturalleistungen erbringt und auf Grund des dieser Leistungsart innewohnenden Eingliederungsrisikos nach Art. 11 IVG bzw. Art. 23 IVV im Falle eines Behandlungsmisserfolgs unter Umständen haftbar werden könnte (BGE 123 V 60 Erw. 2b/cc, 114 V 26 Erw. 2d; AHI 2001 S. 77 Erw. 1b). 5.3 Bei der Beurteilung der Wirksamkeit geht es um eine vom einzelnen Anwendungsfall losgelöste und retrospektive, allgemeine Bewertung der mit einer diagnostischen oder therapeutischen Massnahme erzielten Ergebnisse (BGE 123 V 66 Erw. 4a). Davon zu unterscheiden ist das im Rahmen von Art. 12 IVG zusätzlich verlangte Erfordernis der Eingliederungswirksamkeit, wonach medizinische Massnahmen unmittelbar auf die berufliche Eingliederung gerichtet und geeignet sein müssen, die Erwerbsfähigkeit dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Auch eine erfolgreich verlaufene Operation allein genügt jedoch nicht, um sie als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG zu qualifizieren, die von der Invalidenversicherung zu übernehmen ist (BGE 101 V 48 und AHI 2000 S. 299 Erw. 2b mit Hinweisen). 5.4 Nach dem Gesagten ist an der Praxis festzuhalten, wonach eine Vorkehr, welche mangels Wissenschaftlichkeit in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht als Pflichtleistung anerkannt ist, auch nicht als medizinische Eingliederungsmassnahme nach Art. 12 IVG zu übernehmen ist. Der angefochtene Entscheid ist somit nicht zu beanstanden. 5.5 Hat die IV-Stelle demnach die Übernahme der am 4. April 2002 durchgeführten Excimer-Laser-Behandlung nach dem LASIK-Verfahren als medizinische Eingliederungsmassnahme zu Recht abgelehnt, kann offen bleiben, ob der vom Beschwerdeführer geltend gemachte hyperope Astigmatismus bei einem präoperativen korrigierten Visus von 0,8 rechts und 0,5 bis 0,6 links überhaupt die hinsichtlich des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen erforderliche Voraussetzung der Invalidität oder unmittelbar drohenden Invalidität (Art. 8 Abs. 1 IVG) erfüllt (vgl. dazu Urteil D. vom 24. Juli 2003, I 29/02), ob es sich bei dieser Sehfähigkeitsbeeinträchtigung um labiles pathologisches Geschehen handelt und die am 4. April 2002 durchgeführte beidseitige Augenoperation nur der Behandlung dieses Leidens an sich dient und schliesslich, ob in Bezug auf den fraglichen Eingriff die Dauerhaftigkeit des Eingliederungserfolgs (angesichts der z.B. längerfristig nicht auszuschliessenden Probleme: vgl. dazu Urteil S. vom 25. Oktober 2001, I 120/01 [Erw. 2b]) als weitere Voraussetzung für die Übernahme von medizinischen Massnahmen nach Art. 12 IVG zu bejahen ist.