Citation: 6B_912/2018 E. 2.4.2

2.4.2. Im Lichte der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen ist die Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdeführers zweifelsohne als schwer zu bewerten. Dass eine abgebrochene Glasflasche bekanntlich ein erhebliches, mit einem Messer vergleichbares Gefährdungspotential aufweist und der Einsatz im Hals- und Kopfbereich mit dem Risiko tödlicher Schnittwunden einhergeht, wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten. Entsprechend macht er denn auch nicht geltend, nicht um das Risiko des Todeseintritts des Geschädigten gewusst zu haben, als er mit der abgebrochenen Bierflasche gegen den Oberkörper sowie gegen die Kopfregion des Geschädigten schlug bzw. einstach. Eine tödliche Verletzung lag damit im allgemein und auch dem Beschwerdeführer bekannten Rahmen des Kausalverlaufs. Will er das besagte Risiko nicht in Kauf genommen haben, kann ihm nicht gefolgt werden. Nach den Feststellungen der Vorinstanz kann aufgrund des erstellten Verletzungsbildes des Geschädigten ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer ziellos vorging, um sich zu wehren. Wäre dies der Fall gewesen, so die Vorinstanz, wären auch Verletzungen an den Armen oder Händen des Geschädigten festgestellt worden. Die insgesamt sieben Verletzungen im Gesichtsbereich und am Oberkörper würden auf ein gezieltes Vorgehen des Beschwerdeführers hinweisen (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 3.2.2 S. 29). Diese Erwägungen geben zu keiner Kritik Anlass. Wenn der Beschwerdeführer Gegenteiliges behauptet und ausführt, das Verletzungsbild liesse nicht auf ein gezieltes Vorgehen schliessen, weicht er wiederum von dem für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhalt der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) ab, ohne aber Willkür darzutun. Daran vermag auch der Hinweis auf die Wechselseitigkeit der Auseinandersetzung nichts zu ändern. Weshalb deswegen ausgeschlossen werden müsste, dass der Beschwerdeführer den Geschädigten bewusst und gewollt auf der Höhe des Oberkörpers und des Kopfbereiches anging, ist jedenfalls nicht ersichtlich. Wohl hält der Beschwerdeführer zu Recht fest, dass der Ausgang der Auseinandersetzung nicht alleine von ihm abgehangen sei. Anders als er meint, wirkt sich dies aber nicht entlastend auf ihn aus. So ist darauf hinzuweisen, dass bei einem, im Rahmen eines dynamischen Geschehens, mit einer abgebrochenen Bierflasche ausgeführten Schlag gegen die obere Körperregion, der konkrete Umfang und die genaue Lage der Verletzung kaum kontrolliert werden kann, so dass es dem Ausführenden daher nicht möglich ist, das Risiko tödlicher Verletzungen zu kalkulieren. Der Beschwerdeführer konnte vorliegend daher nicht darauf vertrauen, dass er den Geschädigten nicht lebensgefährlich verletzen würde. Inwiefern der Geschädigte Abwehrchancen gehabt haben sollte, ist angesichts des hinterrücks und unvermittelt erfolgten Einsatzes der zuvor versteckt gehaltenen Glasflasche nicht ersichtlich. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach der Beschwerdeführer das Risiko des Todeseintritts in Kauf genommen und damit eventualvorsätzlich gehandelt hat, ist nicht zu beanstanden. Damit muss auch der Einwand des Beschwerdeführers, dass sich aus dem von der Vorinstanz rezitierten Bundesgerichtsurteil 6B_1428/2017 vom 24. April 2018 keine Schlüsse für den vorliegenden Fall ziehen liessen, nicht weiter geprüft werden. Die Vorinstanz hat jedenfalls für den hier interessierenden Fall aufgrund der konkreten Tatausführung und der weiteren von ihr festgestellten Umstände zu Recht auf Eventualvorsatz geschlossen. Der Schuldspruch der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung ist damit bundesrechtskonform.