Citation: 5A_723/2019 E. 4.2

4.2. Gemäss Art. 314a bis Abs. 1 ZGB ordnet die Kindesschutzbehörde wenn nötig die Vertretung des Kindes an und bezeichnet als Beistand eine in fürsorgerischen und rechtlichen Fragen erfahrene Person. Diese Bestimmung auferlegt der Behörde, von Amtes wegen zu prüfen, ob dem Kind eine Vertretung in Form eines Beistands zur Seite zu stellen ist. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Eltern bezüglich wichtiger Fragen des persönlichen Verkehrs unterschiedliche Anträge stellen (Art 314a bis Abs. 2 Ziff. 2 ZGB). Auch in diesen Fällen besteht aber lediglich eine Prüfungspflicht der Behörde, selbst wenn ein Elternteil die Vertretung beantragt. Die Anordnung einer Kindesvertretung ist keineswegs zwingend; sie steht vielmehr im Ermessen der Behörde (Urteil 5A_403/2018 vom 23. Oktober 2018 E. 4.1.2 mit zahlreichen Hinweisen). Das Bundesgericht prüft einen derartigen Ermessensentscheid nur mit Zurückhaltung. Es greift nur ein, wenn die kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen einen falschen Gebrauch gemacht hat, d.h. wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich im Ergebnis als offensichtlich unbillig oder als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 142 III 612 E. 4.5; 141 III 97 E. 11.2).