Citation: 1C_674/2019 E. 2.1

2.1. Das Verwaltungsgericht hat im angefochtenen Entscheid (E. 6 S. 7 f.) erwogen, nach § 49 Abs. 1 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes (PBG) seien die Gemeinden befugt, in der Bau- und Zonenordnung u.a. Regelungen über offene und geschlossene Bauweise zu erlassen. Der für die Stadt Zürich einschlägige Art. 7 der Bau- und Zonenordnung (BZO) regle die Geschlossene Überbauung. Nach dessen Abs. 1 sei das Zusammenbauen erlaubt. Nach Abs. 2 sei der Grenzbau mit der Zustimmung des Nachbarn erlaubt. Dessen Zustimmung sei nicht erforderlich, wenn an ein Gebäude innerhalb des bestehenden Profils angebaut werde oder die geschlossene Bauweise vorgeschrieben sei. Diese Bestimmung sei insoweit klar, als von der nachbarlichen Zustimmung nur abgesehen werden könne, wenn an ein Gebäude innerhalb des bestehenden Profils angebaut werden könne. Profil bedeute im allgemeinen Sprachgebrauch Seitenansicht oder Umriss. Somit habe das anzubauende Gebäude den Umriss der bestehenden Grenzbaute zu beachten, dürfe mithin kleiner sein als diese, aber keinesfalls grösser: der Umriss der bestehenden Grenzbaute sei sowohl in vertikaler wie horizontaler Hinsicht massgebend und vom Nachbarn zu respektieren. Zu dieser Beurteilung sei im Übrigen auch das Baurekursgericht in einem Urteil vom 2. Juli 1999 bei der Auslegung der inhaltlich im Kern übereinstimmenden Vorgängerbestimmung von Art. 7 BZO gekommen (angefochtenes Urteil E. 5.2 S. 6). Aus der Zulässigkeit von Grenzbauten ergebe sich im Übrigen entgegen der Auffassung des Baurekursgerichts nicht, dass die Gebäude- und Grenzabstände ausser Kraft gesetzt seien, die projektierte Aufstockung des Werkstattanbaus habe daher den kommunalen Grenzabstand einzuhalten (angefochtenes Urteil E. 6.3 S. 8). Nach der Auffassung des Verwaltungsgerichts gelten gemäss Art. 13 Abs. 2 lit. a BZO für das Bauvorhaben die kantonalen Abstandsvorschriften, d.h. für die rückwärtige Seite ein Grundgrenzabstand von 5 m und ein kantonaler Mindestgrenzabstand von 3,5 m zum Nachbargrundstück (§ 270 Abs. 1 BG). Das Mehrfamilienhaus und der Werkstattanbau, der aufgestockt werden soll, stellten baurechtlich eine Einheit dar, weil letzterer, anders als im ursprünglichen Zustand, nicht mehr über eine eigenständige interne Erschliessung verfüge. Damit sei die Westfassade die Hauptfassade, da u.a. der Haupteingang am Hainerweg liege. Dementsprechend gelte die gegen den Hinterhof gerichtete Ostfassade als rückwärtig und die Südfront des Werkstattanbaus als seitlich. Daraus folge, dass die rückwärtige Fassade gegenüber den östlich angrenzenden Parzellen Kat.-Nrn. RI2814 und RI2813 einen Grundgrenzabstand von 5 m einzuhalten habe; dazu komme eine Mehrhöhenzuschlag von 2,35 m, womit sich der einzuhaltende Grenzabstand auf 7,35 m vergrössere. Der Werkstattanbau halte zur Parzelle Kat-Nr. RI2814 einen Grenzabstand von 3,20 bis 3,60 m und zur Parzelle Kat-Nr. RI2813 einen solchen von 3,60 bis 5,20 m ein. Der nach Art. 13 Abs. 2 lit. a BZO geforderte Grenzabstand werde somit offensichtlich nicht eingehalten, weshalb sich die von der Baubewilligungsbehörde statuierte Nebenbestimmung, entweder entsprechend abgeänderte Pläne einzureichen oder Näherbaurechte der betroffenen Grundeigentümer beizubringen, als rechtens erweise.