Citation: 8C_358/2016 E. 5.3

5.3. Die Argumentation der Beschwerdeführerin ist indessen nicht geeignet, die Betrachtungsweise der Vorinstanz zu entkräften. Eine äussere Einwirkung mit erheblichem Schädigungspotenzial ist als gegeben anzunehmen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wurde oder die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt (BGE 129 V 466 E. 4.2.2 S. 470; vgl. auch HANS-JAKOB MOSIMANN, Ungewöhnlichkeit des Ereignisses als Unfallmerkmal, in: Unfall ? Novembertagung 2015 zum Sozialversicherungsrecht, S. 49 ff.). Dies ist insbesondere der Fall, wenn ein besonderer Umstand dazu führt, dass ein alltägliches Geschehen unkontrollierbar wird. Anders als beispielsweise beim Aufstehen mit einem Kleinkind auf dem Arm (vgl. Urteil 8C_772/2009 vom 7. Mai 2010) handelt es sich beim Auffangen und Hochheben eines heranrennenden dreijährigen Knaben um einen Vorgang, der durchaus die Gefahr einer fehlerhaften Steuerung in sich birgt und den Körper, namentlich Arme und Oberkörper, mehr als normal beansprucht. Da mit dem Kind eine zusätzliche physikalische Kraft und damit ein in den Bewegungsablauf hineinspielendes äusseres Moment auf den Körper eingewirkt hat, ist die zu beurteilende Konstellation nicht vergleichbar mit den von der Beschwerdeführerin angeführten Fällen, denen ein besonderes Schädigungspotenzial abgesprochen wurde. Vielmehr ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass dem Vorfall mit dem Enkelkind ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial nicht aberkannt werden kann. Aufgrund des Hergangs liegt demnach das für die Annahme einer unfallähnlichen Körperschädigung verlangte sinnfällige äussere Ereignis vor.