Citation: 5A.6/2006 18.07.2006 E. 5

Die Beschwerdeführer kritisieren weiter, dass die Justizkommission die Z.________ AG beigeladen und ihr eine Parteientschädigung zugesprochen hat. 5.1 Die Beiladung der Z.________ AG erfolgte gemäss Erw. 3.2 des angefochtenen Entscheids gestützt auf § 20 Abs. 1 VRG/LU. Inwiefern die Justizkommission die betreffende kantonale Prozessnorm willkürlich angewandt haben soll, ist weder von den Beschwerdeführern dargetan noch ersichtlich. 5.2 Gilt die Beigeladene nach der ausdrücklichen Gesetzesvorschrift von § 20 Abs. 1 VRG/LU von der Beiladung an als Partei, so verfügt sie ab diesem Zeitpunkt über alle Parteirechte und hat sie in Anwendung von § 201 Abs. 1 VRG/LU auch einen Anspruch auf eine Parteientschädigung für ihre Vernehmlassung von 11. November 2005. Es trifft zwar zu, dass die Z.________ AG kein explizites Rechtsbegehren stellte; indes hat sie mit ihren Ausführungen von der Sache her klarerweise auf Abweisung der Beschwerde geschlossen. Insofern schlägt auch die andernorts erhobene (S. 12, Ziff. 3) Rüge nicht durch, in willkürlicher Sachverhaltsfeststellung sei die Vorinstanz von einem Antrag auf Abweisung ausgegangen. Hat aber die Z.________ AG (jedenfalls sinngemäss) die Abweisung der Beschwerde verlangt, gilt sie angesichts des Verfahrensausgangs als obsiegende Partei. Gemäss § 201 Abs. 1 VRG/LU wird im Rechtsmittelverfahren der obsiegenden Partei zu Lasten der unterliegenden eine angemessene Parteientschädigung zugesprochen. Wenn die Justizkommission der Z.________ AG gestützt auf diese Norm eine Entschädigung zugesprochen hat, auch wenn es der Vernehmlassung an der üblichen Wendung "unter Entschädigungsfolge" fehlte, ist sie nicht in Willkür verfallen. So hält beispielsweise Art. 64 Abs. 1 VwVG explizit fest, dass der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung zugesprochen werden kann. Demgegenüber sieht etwa Art. 62 Abs. 1 GebV SchKG ausdrücklich vor, dass in betreibungsrechtlichen Summarsachen das Gericht der obsiegenden Partei auf Verlangen eine Entschädigung zusprechen kann. § 201 Abs. 1 VRG/LU ist im Unterschied zu Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 62 Abs. 1 GebV SchKG offen formuliert, macht aber die Entschädigung nach dem klaren Wortlaut nicht von einem Entschädigungsbegehren abhängig, sondern spricht allgemein davon, dass der obsiegenden Partei eine Entschädigung zugesprochen wird. Diese Formulierung gleicht derjenigen von Art. 159 Abs. 1 OG, wonach die unterliegende Partei in der Regel verpflichtet wird, der obsiegenden alle durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. In Anwendung der letztgenannten Norm setzt das Bundesgericht in seinen Verfahren die Parteikosten seit je von Amtes wegen fest und spricht eine Entschädigung auch ohne ausdrücklichen Antrag zu (vgl. BGE 111 Ia 154 E. 4 S. 157 f.; Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, Bern 1992, N. 1 zu Art. 159 OG m.w.H.). Der auf § 201 Abs. 1 VRG/LU gestützte Zuspruch einer Parteientschädigung von Amtes wegen kann vor diesem Hintergrund jedenfalls nicht willkürlich sein.