Citation: 6B_321/2023 E. 4.4.6

4.4.6. Wenn der Beschwerdeführer weiter das Vorliegen eines "gewichtigen Falles" behauptet, das Fehlen einer Doppelbegutachtung zur "effektiven Überprüfung von Expertisen" allgemein kritisiert und darin eine weitere Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK erblickt (Beschwerde S. 18), kann ihm nicht gefolgt werden. Zum einen ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass seitens des Beschwerdeführers vor dem Berufungsverfahren zu keinem Zeitpunkt eine Doppelbegutachtung beantragt worden sei (angefochtenes Urteil S. 8). Zum anderen sieht das Gesetz keinen Anspruch der beschuldigten Person auf Doppelbegutachtung bei der Anordnung von stationären therapeutischen Massnahmen nach Art. 59 StGB vor (vgl. angefochtenes Urteil S. 8; Ivana Babic, Das psychiatrische Gutachten im Strafverfahren, Diss. 2019, S. 367). Einzig bei der Anordnung der lebenslänglichen Verwahrung (Art. 64 Abs. 1bis StGB) bestimmt das Gesetz, dass sich das Gericht zwingend auf Gutachten von zwei erfahrenen und voneinander unabhängigen Sachverständigen stützen muss (Art. 56 Abs. 4bis StGB).