Citation: 2C_482/2022 E. 4.6.4

4.6.4. Die Vorinstanz erwog, das Kind des Beschwerdeführers 1 mit der Beschwerdeführerin 2 sei während dessen Aufenthalt in Kuba im Herbst 2016 gezeugt worden. Es bestünden keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführerin 2 bereits vor Herbst 2016 miteinander bekannt gewesen seien. Weshalb sich die Beschwerdeführerin 2 ab Oktober 2018 in Spanien aufgehalten habe, während das einjährige Kind in Kuba geblieben sei, gehe aus den Akten nicht hervor. Jedoch hätte der Beschwerdeführer 1 ab diesem Zeitpunkt keinen nachvollziehbaren Grund gehabt, die Beschwerdeführerin 2 zu kontaktieren und insbesondere zu besuchen, wenn es ihm lediglich um den Kontakt zu seinem Sohn gegangen wäre. Somit liege der Schluss nahe, dass die Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer 1 und der Beschwerdeführerin 2 bereits bestanden habe, als diese nach Spanien gezogen sei. Es erscheine im Übrigen nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführerin 2 erst im November/Dezember 2019 eine Beziehung aufgenommen und sich bereits im Januar 2020 - kurz bevor dem Beschwerdeführer 1 eine Niederlassungsbewilligung erteilt wurde - zur Heirat entschieden haben, ohne dass vorher eine Beziehung bestand. Dem Beschwerdeführer 1 sei denn auch anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 17. August 2020 vorgehalten worden, er führe seit mindestens drei Jahren eine Beziehung mit der Beschwerdeführerin 2, was er nicht bestritten habe. Es sei davon auszugehen, dass ein allfälliger Ehewille des Beschwerdeführers 1 im Zeitraum zwischen der Zeugung des gemeinsamen Kindes mit der Beschwerdeführerin 2 im Herbst 2016 und der Einreise der Beschwerdeführerin 2 nach Spanien im Herbst 2018 erloschen sei und er ab diesem Zeitpunkt geplant habe, eine Ehe mit der Beschwerdeführerin 1 einzugehen und sie und das gemeinsame Kind in die Schweiz nachzuziehen.