Citation: 8C_383/2022 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erkannte richtig, dass ein Anwendungsfall der oben genannten Variante I gegeben ist. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses am 28. Februar 2021 hatte der im September 1955 geborene Beschwerdeführer das AHV-Alter bereits erreicht. Per 1. Oktober 2022 wurde er ordentlich pensioniert. Wie die Vorinstanz zudem nach überzeugender Beweiswürdigung feststellte, steht mit dem erforderlichen Beweisgrad fest, dass der Beschwerdeführer seine Erwerbstätigkeit nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters nicht fortgeführt hätte. Das wird in der Beschwerde denn auch nicht bestritten. Folglich hat die Vorinstanz zu Recht die Anwendbarkeit von Art. 28 Abs. 4 UVV bejaht. Der vom Beschwerdeführer dagegen gerichtete Einwand, diese Bestimmung verstosse gegen Art. 20 Abs. 2ter UVG, ist unbehelflich, zumal die seit 1. Januar 2017 geltende Gesetzesbestimmung vorliegend nicht anwendbar ist, wie sich klarerweise aus den Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 (Abs. 2 zweiter Satz) ergibt (vgl. auch Urteil 8C_716/2021 vom 12. Oktober 2022 E. 8.4, zur Publikation vorgesehen). Ebenfalls unbegründet ist die Rüge, für die Sonderregel von Art. 28 Abs. 4 UVV bestehe neben der Komplementärrentenordnung (Art. 20 Abs. 2 UVG) kein Raum. Denn indem Art. 28 Abs. 4 UVV dazu beiträgt, die Leistungspflicht der Unfallversicherung auf die gesetzlich versicherten Risiken zu beschränken, wird die in Art. 20 Abs. 2 UVG angesprochene externe Koordination mit anderen Sozialversicherungsleistungen nicht berührt (BGE 122 V 426 E. 2d/bb).