Citation: 6B_898/2015 E. 2.2

2.2. Bildeten ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, kann mit der Berufung nur geltend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung (Art. 398 Abs. 4 StPO). Dies ist hier nicht der Fall, und die Vorinstanz hatte entgegen der Rüge des Beschwerdeführers die erstinstanzliche Sachverhaltsfeststellung mit voller Kognition zu überprüfen. Der Beschwerdeführer wurde mit Strafbefehl vom 10. Juli 2014 einer Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB und damit eines Vergehens schuldig gesprochen, weshalb ihm eine Geldstrafe auferlegt wurde (vgl. Art. 10 Abs. 3 StGB). Der Strafbefehl respektive die Anklage enthält keinen Hinweis auf Art. 172ter StGB. Aus diesem Grund wirkten am erstinstanzlichen Entscheid drei Richter mit (vgl. § 34 Abs. 3 und § 35 Abs. 2 lit. a des Gesetzes des Kantons Luzern vom 10. Mai 2010 über die Organisation der Gerichte und Behörden in Zivil-, Straf- und verwaltungsgerichtlichen Verfahren [Justizgesetz, Nr. 260]). Gegenstand der Anklage und der vorinstanzlichen Verfahren war mithin zweifelsohne ein Vergehen. Dies wäre selbst der Fall gewesen, wenn das angeklagte Vergehen erstinstanzlich als Übertretung qualifiziert worden wäre. Auch in diesem Fall wäre die Berufung nach Art. 398 Abs. 2 StPO gegeben und hätte die Vorinstanz den Sachverhalt frei überprüft (LUZIUS EUGSTER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 3 zu Art. 398 StPO; HUG/SCHEIDEGGER, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 21 f. zu Art. 398 StPO). Die Rüge ist unbegründet.