Citation: 1B_412/2016 E. 2.2

2.2. Läuft die vom Zwangsmassnahmengericht (ZMG) festgesetzte Dauer der Untersuchungshaft ab, so kann die Staatsanwaltschaft ein Haftverlängerungsgesuch stellen (Art. 227 Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft reicht dem ZMG das schriftliche und begründete Gesuch spätestens 4 Tage vor Ablauf der Haftdauer ein und legt ihm die wesentlichen Akten bei (Art. 227 Abs. 2 StPO). Das ZMG gibt der beschuldigten Person und ihrer Verteidigung Gelegenheit, die ihm vorliegenden Akten einzusehen und innert 3 Tagen schriftlich zum Gesuch Stellung zu nehmen (Art. 227 Abs. 3 StPO). Das ZMG kann die Staatsanwaltschaft nötigenfalls anweisen, bestimmte Untersuchungshandlungen vorzunehmen (Art. 227 Abs. 5 Satz 2 StPO). Analoge Regeln gelten grundsätzlich im StPO-Beschwerdeverfahren gegen Haftverlängerungsentscheide des ZMG (Art. 222 i.V.m. Art. 393 ff. StPO). Im Haftanordnungsverfahren (und sinngemäss auch im Haftverlängerungs- und Beschwerdeverfahren) gewährt der Haftrichter der beschuldigten Person und der Verteidigung auf Verlangen vorgängig Einsicht in die ihm vorgelegten Akten (Art. 225 Abs. 2 StPO). Er erhebt die sofort verfügbaren Beweise, die geeignet sind, den Tatverdacht oder die Haftgründe zu erhärten oder zu entkräften (Art. 225 Abs. 4 StPO). Anschliessend entscheidet er aufgrund des Antrags der Staatsanwaltschaft und der Eingaben der beschuldigten Person (Art. 225 Abs. 5 StPO).