Citation: 1P.478/2001 06.11.2001 E. 1

1.- Nach der Rechtsprechung zu Art. 88 OG muss der Beschwerdeführer ein aktuelles praktisches Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheides bzw. an der Überprüfung der von ihm erhobenen Rügen haben, damit auf die Beschwerde eingetreten werden kann (BGE 127 III 429 E. 1b mit Hinweisen). Dieses Erfordernis soll sicherstellen, dass das Gericht konkrete und nicht bloss theoretische Fragen entscheidet. Das Interesse an der Beschwerdeführung ist aktuell und praktisch, wenn der erlittene Nachteil im Zeitpunkt der Beurteilung durch das Bundesgericht noch besteht und durch die beantragte Aufhebung des angefochtenen Hoheitsaktes beseitigt würde (BGE 116 Ia 359 E. 2a mit Hinweisen). Es fehlt, wenn der Hoheitsakt widerrufen oder sonst gegenstandslos geworden ist (BGE 109 Ia 169 E. 3b mit Hinweisen; Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Aufl. , Bern 1994, S. 258). Das aktuelle und praktische Interesse muss noch bestehen, wenn das Bundesgericht urteilt. Liegt das praktische Interesse im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung vor, fällt es aber nachträglich weg, ist die Beschwerde in Anwendung von Art. 40 OG in Verbindung mit Art. 72 BZP als erledigt abzuschreiben (BGE 118 Ia 488 E. 1a). Das aktuelle praktische Interesse an der Behandlung einer Haftbeschwerde etwa entfällt, wenn der Beschwerdeführer während der Hängigkeit des bundesgerichtlichen Verfahrens aus der Haft entlassen wird (BGE 110 Ia 140). Die Bezirksanwaltschaft hat die Kontensperre nach Einreichung der staatsrechtlichen Beschwerde aufgehoben. Damit hat die Beschwerdeführerin kein aktuelles praktisches Interesse mehr an der Behandlung der Beschwerde. Es verhält sich wie bei der Entlassung aus der Untersuchungshaft während der Hängigkeit des bundesgerichtlichen Verfahrens. Hier wie dort entfällt mit der Aufhebung der strafprozessualen Zwangsmassnahme der Nachteil, der Anlass zur Beschwerde gegeben hat. Das bestreitet die Beschwerdeführerin auch nicht. Sie ist aber, wie dargelegt, der Auffassung, es stellten sich im vorliegenden Fall grundsätzliche Fragen, zu denen sich das Bundesgericht äussern solle. Das Bundesgericht verzichtet ausnahmsweise auf das Erfordernis des aktuellen praktischen Interesses, wenn sich die aufgeworfenen Fragen jederzeit unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen können und an deren Beantwortung wegen der grundsätzlichen Bedeutung ein hinreichendes öffentliches Interesse besteht und sofern diese im Einzelfall kaum je rechtzeitig verfassungsgerichtlich geprüft werden könnten (BGE 127 III 429 E. 1b S. 432, 125 I 394 E. 4b mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein (Kälin, a.a.O., S. 261). Soweit die Beschwerdeführerin die Unverhältnismässigkeit der Kontensperre im vorliegenden Fall und die Verletzung der Begründungspflicht rügt, wirft sie keine Fragen von grundsätzlicher Bedeutung auf. Das Gegenteil könnte man höchstens annehmen in Bezug auf die Vorbringen, die vollständige Verweigerung der Akteneinsicht während des gesamten Verfahrens sei verfassungswidrig und es hätten die Verfahrensgarantien von Art. 6 Ziff. 1 EMRK beachtet werden müssen. Wie es sich damit verhält, kann jedoch offen bleiben. Jedenfalls lässt sich nicht sagen, dass das Bundesgericht diese Fragen im Einzelfall kaum je rechtzeitig prüfen könnte. Es sind ohne Weiteres Fälle denkbar, in denen sich in Bezug auf die Akteneinsicht und die Verfahrensgarantien nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK die gleichen Fragen stellen wie hier, die Kontosperre aber noch besteht. Die Voraussetzungen für die Behandlung der Beschwerde trotz Wegfalls des aktuellen praktischen Interesses sind damit nicht erfüllt.