Citation: 6B_1054/2023 E. 2.2.2

2.2.2. Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers seien keine Anzeichen und kein Motiv der Beschwerdegegnerin 2 für eine Falschaussage oder -bezichtigung ersichtlich, etwa, dass sie ihn bloss belastet habe, um der mitbeschuldigten Beschwerdegegnerin 4 einen Gefallen zu tun. Die Beschwerdegegnerin 2 habe Jahre nach der Trennung der Eltern selbständig Anzeige erstattet, nachdem sie gemäss eigenen Angaben aufgrund der Vorfälle immer wieder Angst- und Panikattacken gehabt habe. Dass sie erst mit 14 oder 15 Jahren Hilfe gesucht habe, habe sie glaubhaft mit Morddrohungen des Beschwerdeführers erklärt. Sie habe ihn auch nicht übermässig belastet, obwohl dies für sie ein Leichtes gewesen wäre. Sie hätte ihm ohne weiteres Gewalt oder gravierendere, weitergehende sexuelle Handlungen vorwerfen können. Zwar bleibe unklar, weshalb die Beschwerdegegnerin 2 ihrer Therapeutin keine Details der sexuellen Übergriffe geschildert, sondern nur erwähnt habe, dass sie sexuell missbraucht worden sei. Es sei jedoch nachvollziehbar, dass die erlebte Gewalt und Drohungen in der Familie für sie stärker im Vordergrund gestanden hätten. Auch, dass die Aussagen insgesamt eher vage, detailarm und emotionslos ausgefallen seien, tue der Glaubhaftigkeit keinen Abbruch. Sämtliche Kinder des Beschwerdeführers seien emotional abgestumpft, kognitiv nicht normal entwickelt und hätten Mühe bekundet, von sich selbst zu erzählen. Zudem habe die Beschwerdegegnerin 2 die Erfahrung der sexuellen Übergriffe im Kleinkind- und Kindesalter von zwischen sieben und zwölf Jahren gemacht. Dies also in einem Entwicklungsstand, in welchem sie die Tragweite der Geschehnisse über den grössten Teil des Deliktszeitraums nicht habe erfassen und die Taten zeitlich kaum habe einordnen können. Ferner hätten die Ereignisse bei der ersten Einvernahme über zehn Jahre zurückgelegen, weshalb es für die Beschwerdegegnerin 2 naturgemäss schwierig gewesen sei, die Vorfälle zeitlich genauer einzuordnen und konkretere Angaben zur Häufigkeit und Regelmässigkeit sowie zu ihren damaligen Emotionen zu machen. Überdies sei die Thematik für sie nachvollziehbar schambehaftet gewesen. An der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 hinsichtlich der selbst erlebten sexuellen Übergriffe ändere schliesslich nichts, dass sie in leicht durchschaubarer Weise versucht habe, die bezüglich der Vorwürfe zum Nachteil zweier Geschwister (die Beschwerdegegner 3 und 5) mitbeschuldigte Beschwerdegegnerin 4 zu entlasten. Von diesen Vorwürfen habe die Beschwerdegegnerin 2 erst Jahre später durch Hörensagen und unter Beeinflussung ihrer Geschwister erfahren und nicht aus eigener Erinnerung geschildert. Dies im Unterschied zu den sexuellen Übergriffen.