Citation: 5A_399/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz stellte zunächst fest, es sei beim Beschwerdegegner bei Einleitung des Scheidungsverfahrens von einem grundsätzlich zur Deckung von Unterhaltsverpflichtungen verzehrbaren Vermögen von Fr. 650'000.-- (resultierend aus dem Verkauf von Aktien) auszugehen. Da der Beschwerdegegner mit dem Verkauf der Aktien Privatdarlehen habe zurückzahlen müssen, sämtliche Vermögenswerte seinem Eigengut angehörten, gemäss Rechtsprechung gerade kein vorbehaltloser Anspruch auf Beibehaltung des zuletzt gemeinsam gelebten Standards bestehe und nur, weil während des Zusammenlebens viel Geld für die Aufrechterhaltung des hohen Lebensstandards verwendet worden sei, nicht das gesamte dem Beschwerdegegner zur Verfügung stehende Vermögen zur Deckung des Unterhalts beansprucht werden könne, rechtfertige es sich, nur einen Teil der Fr. 650'000.-- für die Deckung von Unterhaltsbeiträgen heranzuziehen. Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände, der Dauer des Vermögensverzehrs (21 Monate, Juni 2019 bis und mit Februar 2021) sowie mit Blick auf den familienrechtlichen Bedarf der Parteien (insgesamt Fr. 17'625.-- bis Ende März 2020, Fr. 17'685.-- bis Ende Juli 2020, Fr. 14'885.-- bis Ende Februar 2021, Fr. 15'485.-- bis Ende August 2021 bzw. Fr. 15'570.-- ab September 2021) rechtfertige es sich, dem Beschwerdegegner einen Vermögensverzehr zur Deckung von Unterhaltsbeiträgen von 25 % des ihm bei Einleitung des Scheidungsverfahrens zur Verfügung gestandenen Vermögens von Fr. 650'000.-- zuzumuten. Dies ergab neben seinem Einkommen von monatlich Fr. 10'000.-- zusätzliche verfügbare Mittel von rund Fr. 7'740.-- pro Monat (insgesamt Fr. 17'740.-- monatlich).