Citation: 6B_196/2021 E. 6.2

6.2. Die Vorinstanz erwägt, das Gesetz sehe für den Tatbestand der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung nur Freiheitsstrafe als Sanktion vor. Indes seien auch für alle übrigen Tatbestände (mit Ausnahme für das begangene SVG-Delikt), welche alternativ Geld- oder Freiheitsstrafe vorsähen (Raufhandel, mehrfache Lebensgefährdung [zusätzlich zum Nachteil von G.________], einfache Körperverletzung und Nötigung), Freiheitsstrafen auszufällen, da bei einer isolierten Betrachtung das jeweilige Tatverschulden als nicht mehr leicht einzustufen sei. Hinzu komme, dass die Straftaten in einem engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung stünden. Damit scheine es gerechtfertigt, auch diese Straftaten mit einer Freiheitsstrafe zu ahnden bzw. erschienen der Unrechts- und Schuldgehalt der begangenen Straftaten und das Mass der Vorwerfbarkeit zu gross, als dass eine Geldstrafe ausgesprochen werden könnte. Aufgrund der gleichen Sanktionsart könne damit für diese Deliktsgruppe ohne weiteres eine Gesamtfreiheitsstrafe festgesetzt werden (angefochtenes Urteil S. 167 und 169 [mit Verweis auf S. 157 ff.] und S. 172). Wegen der mittäterschaftlichen Begehung der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung und der einfachen Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdegegners 3, der mehrfachen Gefährdungen des Lebens zum Nachteil der Beschwerdegegner 2 und 3 sowie der Nötigung zum Nachteil von G.________ und des Sachzusammenhanges dieser Delikte seien diese zusammen zu würdigen und die als Einzeltäter begangene Gefährdung des Lebens zum Nachteil von G.________ und der Raufhandel bei der Strafzumessung (vorerst) auszuklammern. Auszugehen sei von der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung als schwerstem Delikt. Zu würdigen sei wiederum, dass es einzig dem Zufall zu verdanken sei, dass der Beschwerdegegner 3 nicht getroffen worden sei und der Beschwerdeführer 1 eventualvorsätzlich gehandelt habe. Indes habe der Beschwerdeführer 3 in Bezug auf die Schussabgabe, die Gefährdungen des Lebens und die einfache Körperverletzung nicht eigenhändig gehandelt und damit nicht den gleichwertigen Tatbeitrag wie der Beschwerdeführer 1, der als "Taktgeber" zu gelten habe, geleistet. Insgesamt habe er mit einer geringeren kriminellen Energie gehandelt und sei hinsichtlich der in Mittäterschaft begangenen Delikte ein geringeres Verschulden festzustellen. Mit Blick auf die versuchte Begehungsweise des Tötungsdeliktes erscheine es gerechtfertigt, das gesetzliche Mindestmass von fünf Jahren Freiheitsstrafe (unter Beibehaltung) der Strafart zu unterschreiten. Eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren (oder mehr) erscheine zu hart. Für die in Mittäterschaft begangenen Delikte erscheine eine Freiheitsstrafe im Bereich von dreieinhalb Jahren als angemessen. Beim Raufhandel und der Gefährdung des Lebens zum Nachteil von G.________ wiege das Verschulden jeweils nicht mehr leicht; entsprechend sei die Einsatzstrafe insgesamt auf viereinviertel Jahre zu erhöhen (angefochtenes Urteil S. 172 bis 174). In Würdigung der Täterkomponenten und des Nachtatverhaltens kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass sich diese insgesamt leicht strafmindernd auswirkten und reduziert die Freiheitsstrafe auf vier Jahre (angefochtenes Urteil S. 174 f.).