Citation: I 154/06 11.09.2006 E. 4

4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 125 V 369 Erw. 2 mit Hinweis, 112 V 372 Erw. 2b und 390 Erw. 1b). Rechtsprechungsgemäss ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5, 117 V 199 Erw. 3b, 113 V 275 Erw. 1a mit Hinweisen). Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt (BGE 117 V 199 Erw. 3b mit Hinweis) oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5 mit Hinweisen). 4.2 Unbestrittenermassen hat sich die gesundheitliche Situation im massgeblichen Vergleichszeitraum insofern nicht verändert, als die Beschwerdeführerin damals wie heute (d.h. bis zum rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis bildenden Einspracheentscheid vom 23. Februar 2005 [BGE 130 V 446 Erw. 1.2 mit Hinweisen]) eine Bürotätigkeit - und auch jede andere, leidensadaptierte Verrichtung - lediglich noch im Umfang von 50 % auszuüben vermag (vgl. Berichte des Dr. med. M.________ vom 2. November 1998, 9. März 2001, 23. Oktober 2002 und 23. Juli 2004, des Dr. med. W.________ vom 17. November 1998 sowie über die berufliche Eingliederung vom 24. August 1999). Der Umstand, dass die Versicherte gemäss Bericht der Dres. med. D.________ und E._______ vom 13. April 2005 seit 12. Januar 2005 in ambulanter psychiatrischer Betreuung steht, wie auch der Hinweis in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, wonach die Beschwerdeführerin als Folge eines im Januar 2006 verübten Suizidversuchs in der psychiatrischen Klinik X.________ hospitalisiert werden musste, deuten zwar auf eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes hin. Diese Veränderung wäre jedoch mangels zeitlicher Relevanz für den vorliegenden Prozess allenfalls im Rahmen eines Revisionsverfahrens bzw. einer Neuanmeldung zu berücksichtigen (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis). Ebenfalls zu keinen Beanstandungen geführt haben sodann die im kantonalen Entscheid für die Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit mittels Einkommensvergleichs herangezogenen Vergleichseinkommen (Valideneinkommen für ein 100 %-Pensum: Fr. 62'550.-; Invalideneinkommen für ein 100 %-Pensum: Fr. 52'788.-). Es besteht weder auf Grund der Akten noch der Vorbringen der Parteien Anlass zu einer näheren Prüfung dieser Bemessungsfaktoren (BGE 125 V 417 oben). Zu beurteilen ist jedoch, ob die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen immer noch als Vollerwerbstätige zu qualifizieren wäre - wie der ursprünglichen Rentenverfügung vom 21. März 2000 zugrunde gelegt - oder aber nurmehr einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen würde. 4.3 Nach ihrer zweijährigen, bis Mitte August 1998 dauernden Bürolehre war die Beschwerdeführerin zunächst arbeitslos gemeldet und von Juli bis Dezember 1999 in ein Beschäftigungsprogramm integriert, bis sie am 1. Februar 2000 eine 50 %-Anstellung als Büromitarbeiterin bei der Firma R.________ AG antrat. Zufolge des langen Arbeitsweges sowie gesundheitlicher Probleme gab sie diese Tätigkeit Ende Februar 2001 auf und begann per 1. März 2001 eine Beschäftigung als kaufmännische Sachbearbeiterin bei der Unternehmung I.________ AG. Das anfängliche Pensum von 50 % reduzierte sie während ihrer ersten Schwangerschaft ab 1. November 2001 auf 35 %, welches sie auch nach der Geburt ihrer Tochter im Mai 2002 beibehielt. Mit ihrer zweiten Tochter schwanger, kündigte sie das Arbeitsverhältnis auf Ende September 2003. Seither geht sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. 4.3.1 Einer Aktennotiz vom 12. März 2002 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin die Pensumsreduktion auf 35 % primär auf Grund ihrer Schwangerschaft - und der damit verbundenen gesundheitlichen Probleme - vorgenommen hat. Nach der Geburt wolle sie wieder im gleichen Rahmen arbeiten ("Also keine Reduktion aufgrund der Kinderbetreuung, dies sei für sie klar."). Auf die Frage, weshalb sie ihre letzte Arbeitsstelle aufgegeben habe, gab die Versicherte im "Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt" vom 4. August 2004 sowohl gesundheitliche wie persönliche/familiäre Gründe (Geburt des zweiten Kindes im Januar 2004) an. Die aktuelle Ausübung einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit verneinte sie auch für den Gesundheitsfall ausdrücklich. Im Abklärungsbericht Haushalt vom 15. November 2004 wurde demgegenüber vermerkt, die Beschwerdeführerin würde ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen weiterhin im Umfang von 35 % auswärts arbeiten. Zur Betreuungssituation befragt, gab die Versicherte an, dass beide Kinder regelmässig von einer Tagesmutter versorgt würden und auch ihr Lebenspartner viele Betreuungsaufgaben übernehme. In ihrer Stellungnahme vom 8. Februar 2005 bekräftigte die IV-Abklärungsperson, dass im Rahmen der Haushaltsabklärungen keine Verständigungsschwierigkeiten bestanden hätten. Die Frage, ob sie weiterhin im gleichen Pensum wie mit einem Kind arbeiten würde, habe die Versicherte klar bejaht. Mit im Rahmen des Einspracheverfahrens eingereichten Schreiben vom 5. Januar 2005 bestätigten die Mutter der Beschwerdeführerin, deren Lebenspartner sowie die Tagesmutter, dass die Versicherte ohne Behinderung zu 100 % erwerbstätig wäre. 4.3.2 Angesichts der Biographie der Beschwerdeführerin - teilzeitliche Erwerbstätigkeit trotz gesundheitlicher Beschwerden und einem Kind (vgl. auch Aktennotiz vom 12. März 2002) - erscheint die im Fragebogen vom 4. August 2004 festgehaltene Aussage, wonach ohne Behinderung keine ausserhäusliche Beschäftigung verrichtet würde, als wenig wahrscheinlich und deutlich von der aktuellen (Überforderungs-)Situation (gesundheitliche Problematik, Kleinkinderbetreuung etc.) geprägt. Mit Vorinstanz und Beschwerdegegnerin ist diese hypothetische Variante somit nicht als überzeugendste zu werten. Was die im Abklärungsbericht Haushalt vom 15. November 2004 wiedergegebene Feststellung einer im Gesundheitsfall zu 35 % ausgeübten Erwerbstätigkeit anbelangt, hat das kantonale Gericht zutreffend erkannt, dass namentlich in Anbetracht der ergänzenden Ausführungen der IV-Abklärungsperson vom 8. Februar 2005 eine diesbezüglich möglicherweise missverständliche Fragestellung jedenfalls nicht auszuschliessen ist, zumal die "Beibehaltung" des bisherigen, bereits als kranke Person innegehabten Arbeitspensums - auch wenn die zusätzliche Betreuung eines zweiten Kindes ins Gewicht fällt - bei voller Gesundheit nicht ohne weiteres einleuchtet. Demgegenüber bereitet es indessen auch Mühe, der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Betrachtungsweise einer im Gesundheitsfall zu 100 % ausgeübten Erwerbstätigkeit zu folgen. Obgleich die Beschwerdeführerin während des ganzen, vorliegend zu beurteilenden Zeitraums unbestrittenermassen aus gesundheitlicher Sicht in der Lage war, eine geeignete Tätigkeit im Ausmass von 50 % zu verrichten, hat sie ihr bisheriges 50 %-Pensum ab November 2001 auf 35 % reduziert und per Ende September 2003 vollständig aufgegeben. Beide Schritte waren in engem Zusammenhang mit den beiden, in die Geburten ihrer Töchter im Mai 2002 und im Januar 2004 mündenden Schwangerschaften sowie der anschliessenden Mutterschaft erfolgt. Dieser Umstand wie auch die Tatsache, dass die Versicherte gemäss eigenen - glaubhaften - Aussagen mit ihrer Mutter, der bereits im Einsatz stehenden Tagesmutter sowie dem Lebenspartner über ausreichende Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder verfügte, welche sie aber nicht für eine - ihr zumutbare - auswärtige Beschäftigung nutzte, legen den Schluss nahe, dass auch ohne Behinderung kein Vollpensum ausgeübt würde. An diesem Ergebnis nichts zu ändern vermögen insbesondere die von der Beschwerdeführerin aufgelegten "Bestätigungen" direkt involvierter Personen vom 5. Januar 2005, erscheinen diese doch, namentlich vor dem Hintergrund der genannten objektiven Faktoren, als Gefälligkeitshandlungen. Eine neuerliche Befragung der Versicherten zu diesem Punkt unter Beizug einer Dolmetscherin erübrigt sich sodann ebenfalls, da bezüglich der sich daraus ergebenden Beantwortung von vornherein keine Zweifel bestehen dürften und eine im hier interessierenden Kontext relevante Begründung dafür, weshalb die noch vorhandene Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet wird, nicht ersichtlich ist. Auf Grund der Gegebenheiten, insbesondere des im Zuge der Mutterschaft sukzessiven Abbaus des bisherigen Beschäftigungsgrades von 50 %, ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Versicherte für die Betreuung von Kindern und Haushalt einen Zeitaufwand in mindestens diesem Umfang benötigt, weshalb der hypothetische Anteil der Erwerbstätigkeit am gesamten Aufgabenbereich ohne gesundheitliche Einschränkungen auf 50 % festzulegen ist. Dabei handelt es sich, worauf bereits das kantonale Gericht hingewiesen hat, um einen Maximalwert. Dem Umstand schliesslich, dass die IV-Stelle nach der Geburt des ersten Kindes weiterhin von einer im Gesundheitsfall vollzeitig ausgeübten Erwerbstätigkeit ausgegangen ist, kommt, wie im vorinstanzlichen Entscheid einlässlich dargelegt wurde, in Bezug auf die vorliegende Streitsache keine präjudizielle Wirkung zu. Es erscheint im Gegenteil für den hier zu beurteilenden Streitfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt, dass die Beschwerdeführerin auch nach der Geburt ihres ersten Kindes ihr bisheriges Arbeitspensum vorderhand beibehalten, dieses aber nach der Niederkunft mit dem zweiten Kind um die Hälfte reduziert hätte. So hat die Versicherte denn auch tatsächlich ihr angestammtes 50 %-Pensum während der ersten Schwangerschaft bloss um 15 % vermindert und ihr Arbeitsverhältnis erst mit Blick auf die Geburt des zweiten Kindes aufgelöst, d.h. um nochmals 35 % reduziert.