Citation: 4A_268/2018 E. 6.4

6.4. Zum ersten Vorwurf führte sie zunächst aus, in einem Konzern würden die Untergesellschaften in die Obergesellschaft eingeordnet ("Einordnungsprinzip"). Daraus ergebe sich zwangsläufig der einheitliche Führungsanspruch der Obergesellschaft. Die Untergesellschaft bleibe zwar eine selbständige juristische Einheit, in welcher der Verwaltungsrat der Untergesellschaft die "unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben" weiterhin wahrnehmen müsse (Art. 716a Abs. 1 OR). Der "einheitliche Führungsanspruch" der Obergesellschaft stehe aber in einem unübersehbaren Spannungsverhältnis zur "eigenständigen Selbstverwaltung" der Untergesellschaft. Dieses Konzernparadoxon werde so gelöst, dass für Konzerngesellschaften der Aufgabenkatalog gemäss Art. 716a Abs. 1 OR der Untergesellschaften im Sinn einer "teleologischen Reduktion" so zu lesen sei, dass dem Verwaltungsrat der Untergesellschaften nur Restkompetenzen zustünden (die Vorinstanz verweist auf Peter BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl. 2009, § 11 Rz. 298 ff.; siehe daneben statt vieler Christoph B. Bühler, in: Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2018, N. 155 zu Art. 716a OR; Peter/ Cavadini, in: Commentaire romand, Code des obligations II, 2. Aufl. 2017, N. 45 ff. zu Art. 716a OR; Roland von Büren, Der Konzern, SPR Bd. VIII/6, 2. Aufl. 2005, S. 62 f.). Basierend auf diesem Konzernverständnis verwarf die Vorinstanz den Vorwurf unrechtmässiger Konzernbildung bereits mangels substanziierter Begründung, weil die Beschwerdeführerin nicht differenziert dargelegt habe, ab welchem Punkt die residuellen Kompetenzen des Verwaltungsrats der Swissair nicht mehr gewährleistet gewesen seien. In einer Eventualbegründung legte sie dennoch im Einzelnen dar, dass ohnehin keine unzulässige Übertragung beziehungsweise Usurpierung von (Finanz-) Kompetenzen vorgelegen habe. Die Beschwerdeführerin hält den Erwägungen der Vorinstanz im Wesentlichen ihre eigene, schon im kantonalen Verfahren vertretene Auffassung bezüglich (unzulässiger) Konzernorganisation und -finanzstruktur sowie der Organpflichten in einem Konzern entgegen, wobei sie ihre Kritik in casu über weite Strecken auf ihre eigene, jedoch für das Bundesgericht nicht massgebende Sachverhaltsdarstellung stützt. Damit vermag sie keine Bundesrechtswidrigkeit des angefochtenen Urteils aufzuzeigen. Namentlich widerlegt sie nicht die Hauptbegründung der Vorinstanz, wonach es an hinreichend detaillierten Darlegungen betreffend unzulässiger Kompetenzattraktion mangelt, insbesondere dazu, ab welchem Punkt die minimalen Restkompetenzen der Konzernuntergesellschaft nicht mehr gewährleistet gewesen seien. Da demnach die prozessual motivierte Hauptbegründung der Vorinstanz zur Abweisung des Vorwurfs unrechtmässiger Konzernbildung standhält, erübrigt sich eine Überprüfung der Eventualbegründung.