Citation: 6B_523/2023 E. 1.2

1.2. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer sei in der Türkei geboren und aufgewachsen, im Alter von 18 Jahren in die Schweiz gekommen; er sei damit seit rund 36 Jahren in der Schweiz und habe hier den überwiegenden Teil seines Lebens gelebt. Allerdings habe er auch einen Grossteil seines Lebens in der Türkei verbracht, insbesondere die prägenden Kindheits- und Jugendjahre. Sie führt aus, er sei der deutschen Sprache in den Grundzügen zwar mächtig, relativierend sei aber zu beachten, dass er bei Einvernahmen teilweise auf eine Übersetzung angewiesen gewesen sei und aufgrund der längeren Aufenthaltsdauer bessere Sprachkenntnisse zu erwarten wären. Positiv wertet die Vorinstanz die andauernde regelmässige Erwerbstätigkeit und den Umstand, dass er nie vom Sozialdienst unterstützt worden sei. Hingegen seien seine finanziellen Verhältnisse angesichts seiner Schulden in der Höhe von Fr. 150'000.-- überaus schlecht. Die Schuldenabzahlung sei zwar erfreulich, vermöge aber an der Situation in naher Zukunft nichts zu ändern. Zur gesellschaftlichen Integration des Beschwerdeführers sei nicht viel bekannt. Ausserhalb seiner Familie habe er soweit ersichtlich keine Sozialkontakte. Zu seinen Familienmitgliedern habe er ein gutes Verhältnis und pflege einen guten Kontakt zur Familie seiner Ehefrau. Zudem verbringe er viel Zeit mit den Enkelkindern. Damit spiele sich sein gesellschaftliches Leben primär in der Familiengemeinschaft ab, was gegen eine gelungene Integration spreche. Insgesamt sei der Beschwerdeführer zwar zu einem gewissen Grad beruflich integriert, jedoch sei bei ihm keine soziale oder kulturelle Integration in der Schweiz auszumachen. Zu den familiären Verhältnissen des Beschwerdeführers führt die Vorinstanz aus, seine erwachsenen Kinder sowie seine Enkelkinder würden nicht zum geschützten Familienkreis gehören, zumal kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehe. Die Ehefrau des Beschwerdeführers befinde sich erst seit rund sechs Jahren mit ihrer volljährigen Tochter in der Schweiz. Ihr sei es ohne Weiteres zumutbar und möglich, das Familienleben mit dem Beschwerdeführer auch in der Türkei zu pflegen. Mit Bezug auf die Wiedereingliederung in seinem Heimatland erwägt die Vorinstanz, er habe die ersten 18 Jahre und damit die prägenden Kindheits- und Jugendjahre in der Türkei verbracht. Dort habe er auch die Schule besucht. Er könne uneingeschränkt in die Türkei ein- und ausreisen. Zudem spreche er die Sprache seines Heimatlandes, habe dort eine Tante und dürfte mit den Gepflogenheiten der dortigen Gesellschaft nach wie vor vertraut sein. Dies gelte umso mehr, als sich sein gesellschaftliches Leben in der Schweiz ganz vorwiegend im Kreise Angehöriger des eigenen Landes abspiele. Seine aufrechterhaltene Nähe zum Heimatland zeige sich nicht zuletzt auch daran, dass er 2015 seine aus der Türkei stammende Ehefrau heiratete, welche ein Jahr später mit ihrer Tochter in die Schweiz gezogen sei. Zwar wäre die Reintegration in der Türkei nach der langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz mit Schwierigkeiten verbunden, dennoch erschienen die Resozialisierungschancen im Heimatland gut. Im Alter von 54 Jahren und bei einer an sich guten Gesundheit dürfte es dem Beschwerdeführer auch möglich sein, in der Türkei beruflich wieder Fuss zu fassen. Insgesamt verneint die Vorinstanz das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls. Sodann führt sie aus, selbst bei Annahme eines solchen würde die Interessenabwägung im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB nicht zugunsten des Beschwerdeführers ausfallen, da unter den gegebenen Umständen das öffentliche Interesse an der Landesverweisung angesichts der Schwere der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gegenüber dem privaten Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz klar überwiege.