Citation: 2C_510/2023 E. 3.3

3.3. Laut Art. 26 BV ist die Eigentumsgarantie gewährleistet (Abs. 1). Enteignungen und Eigentumsbeschränkungen, die einer Enteignung gleichkommen, werden voll entschädigt (Abs. 2). Die Eigentumsgarantie gewährleistet das Eigentum nicht unbeschränkt, sondern nur innerhalb der Schranken, die ihm im öffentlichen Interesse durch die Rechtsordnung gezogen werden (BGE 146 I 70 E. 6.1; 145 II 140 E. 4.1). Die Vertragsfreiheit wird rechtsprechungsgemäss aus der Wirtschaftsfreiheit und nicht aus der Eigentumsgarantie abgeleitet (vgl. BGE 146 I 70 E. 6.1; 2C_659/2020 vom 23. Dezember 2021 E. 5.1 mit Hinweisen). Im Weiteren sind rechtmässige Eigentumsbeschränkungen in der Regel entschädigungslos hinzunehmen. Gemäss Art. 26 Abs. 2 BV besteht eine Entschädigungspflicht einzig für formelle Enteignungen und Eigentumsbeschränkungen, die einer Enteignung gleichkommen (materielle Enteignung). Letzteres ist gemäss ständiger Rechtsprechung dann erfüllt, wenn einem Eigentümer der bisherige oder ein voraussehbarer künftiger Gebrauch seines Grundeigentums untersagt oder besonders stark eingeschränkt wird, weil ihm eine aus dem Eigentum fliessende wesentliche Befugnis entzogen wird (erste Tatbestandsvariante der materiellen Enteignung). Geht der Eingriff weniger weit, so kann eine Eigentumsbeschränkung ausnahmsweise einer Enteignung gleichkommen, falls ein einziger oder einzelne Grundeigentümer so betroffen sind, dass ihr Opfer gegenüber der Allgemeinheit unzumutbar erscheint und es mit der Rechtsgleichheit nicht zu vereinbaren wäre, wenn hierfür keine Entschädigung geleistet würde (zweite Tatbestandsvariante der materiellen Enteignung; sog. Sonderopfer; BGE 140 I 176 mit Hinweisen; 131 II 728 E. 2; Urteil 1C_412/2018 vom 31. Juli 2019 E. 4.2).