Citation: 6P.244/2006 02.03.2007 E. 3

Der Beschwerdeführer berief sich im kantonalen Verfahren auf den Revisionsgrund von Art. 248 Abs. 1 lit. b StPO/SG (angefochtenes Urteil S. 3). Nach diesem Artikel ist die Wiederaufnahme zulässig, wenn erhebliche Tatsachen oder Beweismittel glaubhaft gemacht werden, die der entscheidenden Instanz nicht bekannt waren. Das Kantonsgericht führt aus, die "Beobachtungen im April 1997" stellten zwar eine neue Tatsache dar. Denn der Sohn des Gesuchstellers sei im Strafverfahren gegen seinen Vater nie als Zeuge einvernommen worden und ein entsprechender Beweisantrag sei im zweiten Verfahren vor der Strafkammer des Kantonsgerichts, das mit Urteil vom 4. November 2003 abgeschlossen worden sei, mangels Erheblichkeit abgelehnt worden. Da der Sohn seine Beobachtungen vom April 1997 detailliert niedergeschrieben habe und diese Niederschrift dem Gericht eingereicht worden sei, brauche vor dem Entscheid über die Zulassung der Wiederaufnahme kein Beweisverfahren mehr durchgeführt zu werden. Denn es sei nicht davon auszugehen, dass der Sohn nach mehr als neun Jahren noch weitere, bisher nicht bekannt gegebene Beobachtungen schildern würde. Gleich verhalte es sich mit der "Berichtigung/Ergänzung meiner Zeugenaussage" von C.________. Im Gegensatz zum Sohn des Gesuchstellers sei dieser im Verfahren zweimal als Zeuge befragt worden. Seine "Berichtigung/Ergänzung" vom 24. April 2006 sei kein neues Beweismittel, sondern ein auf Veranlassung des Gesuchstellers zurückgehender Versuch, die Aussage aus heutiger Sicht dem Prozessergebnis "anzupassen", umzudeuten und die Vorgänge in einem für den Verurteilten günstigen Licht erscheinen zu lassen. Neue Tatsachen, die der urteilenden Instanz nicht bekannt gewesen wären, würden in der Erklärung nicht glaubhaft gemacht. Das Kantonsgericht kommt zum Ergebnis, es seien keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel glaubhaft gemacht worden, weshalb die Wiederaufnahme des Verfahrens nicht zuzulassen sei.