Citation: 2A.223/2005 26.08.2005 E. 4

4.1 Hinzu kommt ein weiterer Gesichtspunkt: Auch wenn unklar ist, ob sich der Beschwerdeführer im Verhältnis zu seiner Ehefrau auf Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV berufen kann, so besteht diese Möglichkeit immerhin im Verhältnis zu seinem Sohn. Die frühere Ehefrau des Beschwerdeführers hat einen Schweizer geheiratet und aus diesem Grund eine Aufenthaltsbewilligung in Anwendung von Art. 7 ANAG erhalten, was darauf schliessen lässt, dass die dafür zuständigen aargauischen Behörden in ihrem Fall nicht von einer Scheinehe ausgingen. Auf diese Bewilligung hat sie gemäss Art. 7 ANAG Anspruch, was ihr ein gefestigtes Anwesenheitsrecht im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK und Art. 13 BV verschafft. Verfügt die Mutter über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht, hat ihr minderjähriger ausländischer Sohn aus der früheren Ehe mit dem Beschwerdeführer, und zwar gestützt auf Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV, einen Anspruch auf Anwesenheitsbewilligung. Insoweit verfügt grundsätzlich auch der Sohn des Beschwerdeführers über eine gefestigte Anwesenheit in der Schweiz. Sollte sich freilich herausstellen, dass es sich bei der Ehe der Mutter um eine Ausländerrechtsehe handelt, hätte sie keine gefestigte Anwesenheit in der Schweiz, womit auch der Sohn keinen Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung hätte. Erweist sich im umgekehrten Sinne die Ehe der Mutter als echt, lässt sich hingegen nicht von vornherein ausschliessen, dass dem Beschwerdeführer, dem zwar nicht die elterliche Sorge, wohl aber ein Besuchsrecht zugesprochen worden ist, gestützt auf Art. 8 EMRK und Art. 13 BV ein Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung für die Pflege des Verhältnisses zu seinem Sohn zukommen könnte. Voraussetzung wäre, dass er in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung zu seinem hier anwesenheitsberechtigten Kind unterhält, diese Beziehung wegen der Distanz zum Heimatland des Ausländers praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte und sein bisheriges Verhalten in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat (vgl. BGE 120 Ib 1 E. 3c S. 5, 22 E. 4 S. 24 ff.; Urteil des Bundesgerichts 2A.563/2002 vom 23. Mai 2003, mit weiteren Hinweisen). Der allfällige Versuch, durch eine Scheinehe zu einer Aufenthaltsbewilligung zu gelangen, wäre gegebenenfalls wohl als rechtswidriges Verhalten zu würdigen, das den Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz wieder in Frage stellen könnte. 4.2 Da das Verwaltungsgericht ohnehin ergänzende Sachverhaltsfeststellungen zu treffen und über die Sache neu zu entscheiden hat, wird es auch das Verhältnis des Beschwerdeführers zu seinem Sohn abzuklären und darüber zu befinden haben, ob dem Beschwerdeführer eventuell deswegen eine Anwesenheitsbewilligung zu erteilen ist.