Citation: 2C_394/2017 E. 3.1

3.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, da sie mit ihrem Ehemann während insgesamt annähernd viereinhalb Jahren in der Schweiz zusammengelebt habe, sodass das Erfordernis der dreijährigen Ehegemeinschaft erfüllt sei. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach mehrere kürzere Ehen nicht zusammengerechnet werden könnten, beziehe sich auf Fälle, in denen die Ehen mit verschiedenen Partnern eingegangen worden seien. In einem Fall wie dem vorliegenden, in dem zwischen denselben Ehegatten zweimal die Ehe geschlossen worden sei, sei die Dauer der Ehegemeinschaft gleich zu berechnen, wie wenn sie sich vorübergehend getrennt hätten und nachher wieder zusammengekommen wären (wobei die Zeit des Getrenntlebens nicht an die erforderliche Dauer von drei Jahren anzurechnen sei). Ein ununterbrochenes Zusammenleben werde vom Gesetzgeber nicht gefordert, da es in jeder Ehe zu einem Getrenntleben kommen könne und dieser Umstand ein Zusammenrechnen der gemeinsam verlebten Ehezeit nicht hindere. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin widerspreche BGE 140 II 345 der Auslegung von Art. 50 AuG in BGE 140 II 289.