Citation: 2C_344/2023 E. 1.2

1.2. Die Beschwerdeführenden berufen sich bezüglich des Familiennachzugs auf Art. 44 AIG i.V.m. Art. 8 EMRK (Schutz des Familienlebens). Art. 44 AIG gewährt aufgrund seiner potestativen Formulierung ("Ausländischen Ehegatten [...] von Personen mit Aufenthaltsbewilligung kann eine Aufenthaltsbewilligung erteilt [...] werden") keinen Anspruch auf Familiennachzug. Allerdings kann sich der nachzuziehende Ehegatte im Falle einer engen und tatsächlich gelebten familiären Beziehung auf den Schutz des Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK mit der in der Schweiz ansässigen Person berufen, wenn Letztere über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht (in der Schweiz) verfügt, was praxisgemäss der Fall ist, wenn diese Person das Schweizer Bürgerrecht besitzt, ihr die Niederlassungsbewilligung gewährt wurde oder sie über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (BGE 146 I 185 E. 6.1 f.; 144 I 266 E. 3.3; 137 I 284 E. 1.2 f.; Urteil 2C_409/2018 vom 23. Januar 2019 E. 1.1 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 145 II 105; Urteil 2C_448/2022 vom 5. Mai 2023 E. 1.2). Angesichts des mittlerweile knapp 20-jährigen Aufenthalts der Beschwerdeführerin in der Schweiz könnte sich diese grundsätzlich in vertretbarer Weise auf ein gefestigtes Anwesenheitsrecht und in der Folge auf einen Anspruch auf Familiennachzug des Ehegatten (vorliegend der Beschwerdeführer) gestützt auf den Schutz des Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK berufen (vgl. BGE 146 I 185 E. 6.1). Vorliegend bestehen aufgrund der konkreten Umstände (ausländerrechtliche Ermahnungen 2019 und 2022 und Nichterteilung der Niederlassungsbewilligung im Jahr 2014; vgl. Bst. A.c oben) aber erhebliche Zweifel, ob die Beschwerdeführerin über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht im Sinne der Rechtsprechung verfügt (vgl. Urteile 2C_448/2022 vom 5. Mai 2023 E. 1.2; 2C_360/2016 vom 31. Januar 2017 E. 5.1) und sich damit in vertretbarer Weise auf einen potenziellen Bewilligungsanspruch berufen kann. Die Frage kann jedoch vorliegend offen gelassen werden, da die Beschwerde in der Sache ohnehin abzuweisen sein wird (vgl. insb. E. 4 unten).