Citation: 4A_38/2020 E. 4.4.1

4.4.1. Zur Begründung zeigt der Beschwerdeführer auf, dass er in der Berufung die erstinstanzlich mit Hinweis auf Art. 3 lit. d ArG erfolgte Abweisung seiner Forderung auf Überzeitentschädigung beanstandet hatte. Wie er weiter korrekt vorträgt, hat die Vorinstanz nur die Rüge zur Entschädigung für Überstunden nach dem Obligationenrecht behandelt, nicht hingegen diejenige betreffend die behauptete Überzeitarbeit nach dem Arbeitsgesetz. Während die erste Instanz eine Subsumtion des Beschwerdeführers unter den Begriff der höheren leitenden Tätigkeit im Sinne von Art. 3 lit. d ArG vornahm, erwähnte die Vorinstanz diese Norm einzig, um in ihren allgemeinen Erwägungen den Begriff des leitenden Angestellten der Rechtsprechung zum Obligationenrecht vom enger auszulegenden Begriff der höheren leitenden Tätigkeit des Arbeitsgesetzes abzugrenzen. Da die Anforderungen der Entbindung von der Pflicht zur Entschädigung von Überzeit höher sind als für den Wegfall von Überstunden, kann der Begründung der Vorinstanz auch keine implizite Abweisung allfälliger Ansprüche aus dem Arbeitsgesetz entnommen werden. Die Feststellung der Vorinstanz, wonach eine feste Arbeitszeit nicht vereinbart worden sei, kann eine allfällige Forderung aus Überzeit ebenso nicht umfassen. Denn während Überstunden von der vereinbarten Arbeitszeitregelung abhängen, indem sie die im Verhältnis zur Normalarbeitszeit geleistete Mehrarbeit darstellen, bezieht sich die Überzeit auf diejenigen Arbeitsstunden, die ab der Überschreitung der gesetzlich definierten wöchentlichen Höchstarbeitszeit im Sinne von Art. 9 ArG geleistet werden (vgl. dazu vorstehend E. 4.1). Sofern der Beschwerdeführer nicht vom Arbeitsgesetz ausgenommen ist, wäre die in Art. 12 ArG definierte Überzeit gemäss Art. 13 ArG zwingend mit einem Lohnzuschlag von 25 % zu entschädigen. Diesfalls müsste Beweis darüber abgenommen werden, ob er die behauptete Überzeit tatsächlich geleistet hat. Indem die Vorinstanz die Rechtsbegehren zu einer Entschädigung von Überstunden- und Überzeit abwies, ohne sich zur Anwendbarkeit des Arbeitsgesetzes zu äussern, verletzte sie den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör.