Citation: 6B_957/2019 E. 3.4

3.4. Gemäss § 57 Abs. 2 VRG/TG dürfen Rechtsschriften nicht unleserlich, ungebührlich, unverständlich, übermässig weitschweifig oder in einer anderen Sprache als der Amtssprache verfasst sein. Zwar trifft es zu, dass die an das Verwaltungsgericht gerichtete Beschwerde vom 9. Oktober 2018 mit rund 36 Seiten eine beträchtliche Länge aufweist. Es ergibt sich weiter, dass die Länge zur Hauptsache der Wiedergabe von abstrakten Rechtserwägungen und Angaben von Rechtsquellen geschuldet ist, die in der Tat keinen Bezug zum angefochtenen Entscheid betreffend Ausstand erkennen lassen. Das heisst indessen nicht, dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeeingabe an das Verwaltungsgericht nicht konkret auf den Entscheid des DJS vom 18. September 2018 bzw. auf die Frage des Ausstands eingeht. Das Gegenteil ist der Fall. So können aufgrund der klaren Strukturierung und übersichtlichen Gliederung samt Inhaltsverzeichnis die irrelevanten und weitschweifigen Ausführungen des Beschwerdeführers leicht überflogen werden und es lässt sich unschwer erkennen, wo sich der Beschwerdeführer im Einzelnen mit der Ausstandsproblematik auseinandersetzt. Dies ist insbesondere auf S. 35 f. und allenfalls auf S. 13 der Fall. Entsprechend fällt ein "Absuchen" der Beschwerde auf sachbezogene Ausführungen im Sinne eines aufwändigen Durchkämmens der Eingabe nicht an. Die in Anwendung von § 57 Abs. 2 VRG/TG erfolgte Rückweisung wegen Weitschweifigkeit mit Ansetzen einer Nachfrist zur Verbesserung der Beschwerdeeingabe war bei dieser Ausgangslage folglich nicht nötig. Das Vorgehen, die Eingabe vom 9. Oktober 2018 als formungültige Beschwerde einzustufen, sie in Anwendung von § 57 Abs. 2 VRG/TG wegen Weitschweifigkeit zur Verbesserung zurückweisen und darauf schliesslich nicht einzutreten, beruht auf einer exzessiven Formstrenge, die durch kein schutzwürdiges Interesse gerechtfertigt ist und zum reinen Selbstzweck wird (vgl. das ebenfalls den Beschwerdeführer sowie den Kanton Schaffhausen betreffende Urteil 6B_123/2018 vom 18. Juni 2018 E. 3 f.). Der Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 19. Juni 2019 verletzt damit Bundesrecht. Er ist aufzuheben und die Sache ist in diesem Punkt zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Nach dem Gesagten erübrigt es sich, auf die weiteren Rügen des Beschwerdeführers im Verfahren VG.2018.133 einzugehen.