Citation: 8C_94/2019 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, die Suva habe dem Versicherten mit Schreiben vom 24. Juli 2012 formlos mitgeteilt, dass sie aufgrund der ärztlichen Ausführungen keine Versicherungsleistungen mehr erbringe; sofern er eine Verfügung wünsche, könne er ihr dies mitteilen. Er habe gestützt auf dieses Schreiben nicht davon ausgehen dürfen, die Suva habe noch keinen abschliessenden Entscheid gefällt. Folglich sei es wie eine formell rechtskräftige Verfügung zu behandeln. Am 2. Februar 2015 habe er die Suva um Zusprache einer Rente oder einer Abfindung ersucht. Damit habe er die einjährige Interventionsfrist nicht eingehalten. Da er bei Leistungseinstellung anwaltlich vertreten gewesen sei, stehe eine Fristverlängerung nicht zur Diskussion. Da die Suva auf das Wiedererwägungsgesuch vom 2. Februar 2015 eingetreten sei, sei zu klären, ob sie die Voraussetzungen einer Wiedererwägung oder Revision des leistungseinstellenden Entscheides vom 24. Juli 2012 zu Recht verneint habe. Somatischerseits habe sich die Suva in diesem Entscheid vorwiegend auf die Berichte des Kreisarztes Dr. med. D.________ vom 26. Januar, 11. Februar, 4. März, und 30. November 2011 sowie 23. Juli 2012 und auf das interdisziplinäre Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle C.________ vom 3. November 2011 berufen. Gestützt hierauf habe die Suva zu Recht geschlossen, der Beschwerdeführer sei aus somatischer Sicht in einer Verweisungstätigkeit zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Es hätten keine strukturellen somatischen Unfallfolgen mehr vorgelegen, womit eine diesbezügliche Leistungspflicht der Suva entfallen sei. In psychischer Hinsicht sei sie zu Recht dem Gutachten der besagten Medizinischen Abklärungsstelle C.________ gefolgt, wonach sich die nach dem Unfall vorhandene Belastungsstörung des Versicherten zurück gebildet habe. Folglich hätten keine Zweifel daran bestanden, dass unfallbedingte psychische Schädigungen nicht mehr vorgelegen hätten. Daran ändere nichts, dass die Suva nach Erhalt des Wiedererwägungsgesuchs weitere Abklärungen vorgenommen und der Psychiater Dr. med. E.________, Suva Versicherungsmedizin, am 3. Juli 2017 eine somatoforme Schmerzstörung als unfallkausal erachtet habe. Denn auch diese Beurteilung lasse den Entscheid vom 24. Juli 2012 nicht als zweifellos fehlerhaft erscheinen, zumal Dr. med. E.________ eingeräumt habe, seine Einschätzung sei als andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts zu werten. Somit sei die Leistungseinstellung vom 24. Juli 2012 nicht zweifellos unrichtig gewesen und die Suva zu Recht nicht wiedererwägungsweise darauf zurückgekommen (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Die Voraussetzungen für eine Revision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG seien nicht erfüllt und würden vom Versicherten auch nicht geltend gemacht.