Citation: 5A_671/2018 E. 3.5.2

3.5.2. Die Schädigungsabsicht fehlt, wenn der Schuldner ernsthaft um seine Rettung kämpft und diese erfolgversprechend erscheint (BGE 137 III 268 S. 4.2.3 [S. 286] mit Hinw. auf BGE 134 III 615 E. 5.1). Die Anfechtungsklage hat nicht zum Zweck, einen - konkreten und glaubwürdigen - Versuch zur Rettung des Schuldners zu verunmöglichen oder gefährlich zu machen, da es gerade im Interesse der anderen Gläubiger liegt, wenn Dritte (oder einzelne Gläubiger) versuchen, dem Schuldner zu Hilfe zu kommen (BGE 134 III 452 E. 5.2; Bovey, a.a.O., S. 68). Unter dem Aspekt der Schädigungsabsicht (und -erkennbarkeit) ist daher relevant, ob es sich beim Darlehen um ein sog. Sanierungsdarlehen handelt oder nicht (Umbach-Spahn/Bossart, in: Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N. 8 zu Art. 288). Die Aufnahme und Rückzahlung eines Darlehens wird nach der Rechtsprechung als Einheit und anfechtungsresistentes Sanierungsdarlehen betrachtet, wenn besondere Voraussetzungen erfüllt sind (BGE 134 III 452 E. 5.3). Der Schuldner, der sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindet, muss sich (1.) um die Sanierung bemühen (BGE 134 III 452 E. 5.5), (2.) die Sanierungsbemühungen müssen erfolgversprechend erscheinen (BGE 134 III 452 E. 5.5, sowie E. 5.3; "berechtigte, die Wahrscheinlichkeit einer günstigen Prognose hinsichtlich der Vermögensentwicklung des Schuldners eindeutig rechtfertigende Hoffnung"), und (3.) das Darlehen muss zum Zweck der Sanierung und damit im Interesse der übrigen Gläubiger gewährt werden (BGE 134 III 452 E. 5.5; vgl. Hari, Action révocatoire et prêt d'assainissement font-ils bon ménage?, GesKR 2008 S. 376). Auch die Verlängerung eines früher gewährten Darlehens kann zur Sanierung beitragen und als Sanierungsdarlehen gelten, sofern der Sanierungswille (z.B. durch eine Sanierungsvereinbarung) zum Ausdruck kommt und sich das Verhalten (wie durch Sonderleistungen, eigentliches Entgegenkommen, direkte Unterstützung) von gewöhnlichen Kreditgebern unterscheidet (BGE 134 III 452 E. 6.1, 6.2; Urteil 5A_358/2008 vom 3. August 2010 E. 2.2.1).