Citation: 5C.43/2003 09.05.2003 E. 4

Weiter bringt der Beklagte vor, die Klägerin habe ihm angekündigt, er dürfe seine Ferienwohnung, an welcher sie nutzniessungsberechtigt sei, nicht mehr benützen. Daher verlange er eine Ablösung der Nutzniessung. Dadurch, dass das Kantonsgericht eine diesbezügliche Klageänderung nicht zugelassen habe, sei der Anspruch auf ein einheitliches Scheidungsverfahren verletzt worden. Der bundesrechtliche Grundsatz der Einheit des Scheidungsurteils bedeutet, dass der mit der Scheidungsklage befasste Richter ausschliesslich zuständig ist zur Regelung der Nebenfolgen der Scheidung (BGE 112 II 289 E. 2 S. 291; 128 III 343 E. 2b S. 345). Insbesondere ist die Verweisung der güterrechtlichen Auseinandersetzung in ein besonderes Verfahren nur zulässig, wenn die Regelung der übrigen Scheidungsfolgen, beispielsweise der zu leistende Unterhaltsbeitrag, nicht von deren Ergebnis abhängt (BGE 113 II 97 E. 2 S. 99; Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, 1999, N. 10 f. zu Art. 120 ZGB). Dieser Grundsatz steht jedoch vorliegend nicht in Frage, zumal die (im Eigengut stehende) Nutzniessung der Klägerin nicht Teil der güterrechtlichen Auseinandersetzung ist.