Citation: 6B_1088/2022 E. 7.2

7.2. Die Vorinstanz erwägt, B.A.________ habe zwar nicht über sämtliche Einvernahmen "komplett kongruente Schilderungen" zum inkriminierten tätlichen Angriff der Beschwerdeführerin gemacht. Er habe jedoch immerhin konstant geschildert, dass die Beschwerdeführerin ihn mit einem Gegenstand (ab der zweiten Einvernahme als Fernbedienung konkretisiert) mehrfach gegen den Kopf zu schlagen versucht und dabei einmal am Kopf schmerzhaft getroffen habe. Auch ohne ärztliches Attest, das eine Kopfverletzung belegen würde, sei aufgrund der diesbezüglich ausreichend stimmigen Darstellungen von B.A.________ erstellt, dass die Beschwerdeführerin ihm Ende Januar 2018 am gemeinsamen Wohnort zumindest einmal schmerzhaft mit einer Fernbedienung auf den Kopf geschlagen habe. Dadurch habe sie ohne Weiteres den Tatbestand der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB erfüllt. Da nicht von wiederholter Tatausführung auszugehen sei, liege kein Fall von Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB und somit kein Offizialdelikt vor. Der notwendige Strafantrag sei vorhanden (angefochtenes Urteil S. 31).