Citation: 1C_254/2022 E. 3.3

3.3. Bei der Auslegung von Parteierklärungen nach dem Vertrauensprinzip ist das Bundesgericht an die Feststellungen des kantonalen Gerichts über die äusseren Umstände sowie das Wissen und Wollen der Beteiligten grundsätzlich gebunden (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 146 V 28 E. 3.2 mit Hinweisen). Das Kantonsgericht ist gestützt auf die Akten wie erwähnt zum Schluss gekommen, der Abschluss einer Vereinbarung sei nicht erstellt. Dem erwähnten Protokoll der Einspracheverhandlung vom 4. September 2017 lässt sich zur Gestaltung des Grenzübergangs zum Grundstück der Beschwerdeführenden zwar entnehmen, dass der Projektverantwortliche angab, es sei neu ein natürlicher Terrainübergang ohne Abgrabungen vorgesehen; entsprechend angepasste Umgebungspläne sind bei der Gemeinde am 28. September 2018 eingereicht worden, wie die Beschwerdeführenden zutreffend vorbringen. Weder dem Protokoll noch der am 25. September 2017 von den Parteien unterzeichneten Ergänzung zur Einspracheverhandlung kann jedoch eindeutig entnommen werden, dass die Beschwerdegegnerschaft verbindlich zugesichert oder sich anderweitig - etwa im Sinne einer Vereinbarung - rechtlich verpflichtet hätte, definitiv auf den Bau einer Stützmauer zu verzichten. Daran ändert auch der Hinweis im Baubewilligungsentscheid nichts, gemäss dem das Protokoll der Einspracheverhandlung integrierender Bestandteil der Baubewilligung bilde. Der für eine Zusicherung oder Vereinbarung erforderliche Bindungswille lässt sich aus dem Protokoll selbst eben gerade nicht - zumindest nicht eindeutig - herleiten. Somit ist der Schluss des Kantonsgerichts, wonach nicht ersichtlich sei, dass die Parteien eine rechtsverbindliche Vereinbarung bezüglich der Stützmauer abgeschlossen hätten, weder aktenwidrig noch willkürlich. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid braucht nicht eingegangen zu werden.