Citation: 1C_244/2020 E. 4.3

4.3. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz wurden die Teilbeurteilungspegel für die An- und Wegfahrten mit dem Berechnungsmodell StL-86+ ermittelt. Nach der Vorinstanz sind die entsprechenden Lärmimmissionen damit nicht unterschätzt worden. Die Beschwerdeführerinnen rügen, dieses Berechnungsmodell entspreche nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik, und verlangen eine Neuermittlung mithilfe des aktuellen Modells SonROAD. Die Vorinstanz habe sich davon leiten lassen, dass die Lärmpegel bei konstanter Fahrweise mit 30 km/h nach SonROAD tiefer als nach StL-86+ seien. Dies sei jedoch nicht von Belang. Die An- und Wegfahrten würden sich durch Abbrems- und Beschleunigungsvorgänge auszeichnen. Zudem sei von Bedeutung, dass bei hartem Boden (Asphalt) wie im vorliegenden Fall nach SonROAD tendenziell mit höheren Emissionen als nach StL-86+ zu rechnen sei (unter Berufung auf KURT HEUTSCHI, SonRoad - Berechnungsmodell für Strassenlärm, BUWAL [heute: BAFU; Hrsg.], 2004, S.7). Es trifft zu, dass das Berechnungsmodell StL-86+ in vielerlei Hinsicht veraltet ist und nicht mehr allgemein für die Ermittlung des Lärms bei Fahrgeschwindigkeiten im Strassenverkehr unter 50 km/h empfohlen wird (vgl. Urteil 1C_589/2014 vom 3. Februar 2016 E. 5, in: URP 2016 S. 319). Dennoch wurde die Verwendung von StL-86+ später in einem Einzelfall nicht beanstandet, weil die damit ermittelten Werte aus Sicht des Lärmschutzes als vorsichtiger eingeschätzt wurden (vgl. Urteil 1C_366/2017 vom 21. November 2018 E. 4.3). Das BAFU bestätigt vorliegend, dass die Lärmberechnung mit StL-86+ den Lärmpegel bei tiefen Geschwindigkeiten bis 30 km/h in der Tendenz überschätzt und als konservativ einzustufen ist. Die vorinstanzliche Lärmbeurteilung erweist sich in diesem Punkt nicht als bundesrechtswidrig.