Citation: I 748/01 20.08.2002 E. 4

Von der Beschwerdeführerin wird zur Festlegung ihres Valideneinkommens auch noch Art. 26 IVV angerufen und geltend gemacht, gestützt auf diese Bestimmung sei ihr Valideneinkommen auf Fr. 64'000.- festzulegen. Art. 26 IVV regelt den Tatbestand der Geburts- oder Frühinvaliden, die wegen einer Behinderung keine oder keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten (Meyer-Blaser, a.a.O., S. 216). Die Beschwerdeführerin ist aber weder eine Geburts- noch eine Frühinvalide, die wegen ihrer Behinderung keine oder keine zureichende Ausbildung hätte erwerben können. Damit scheidet die Anwendung von Art. 26 Abs. 1 IVV aus. Wegen der Invalidität war es der Beschwerdeführerin auch nicht verunmöglicht, eine begonnene berufliche Ausbildung abzuschliessen. Im Zeitpunkt des Unfalles am 3. November 1990 befand sie sich in keiner beruflichen Ausbildung und sie konnte auch nicht belegen, dass eine solche konkret geplant gewesen wäre. Wenn sie geltend macht, sie sei lediglich "während einiger Monate" als Betriebsarbeiterin tätig gewesen, so entspricht dies nicht den Tatsachen, da sie bei der Firma H.________ während mehr als dreizehn Monaten zum Einsatz gelangte. Die Anwendung von Art. 26 Abs. 2 IVV scheidet daher aus. Die Beschwerdeführerin war auch nicht während der Ausbildung zu einem bestimmten Beruf durch das invalidisierende Unfallereignis betroffen worden, so dass auch die Grundnorm von Art. 28 Abs. 2 IVG, die in diesem Bereich vorgehen würde (vgl. Meyer-Blaser, a.a.O., S. 217) nicht zur Anwendung gelangt. Auch nach erfolgter Prüfung, ob ein Anwendungsfall von Art. 26 IVV vorliegen könnte, bleibt es bei dem von der IV−Stelle ermittelten Valideneinkommen.