Citation: 9C_261/2008 19.11.2008 E. 5

5.1 Es trifft entgegen den Erwägungen im angefochtenen Entscheid nicht zu, dass in den Akten Hinweise auf eine medizinische Indikation für den Bedarf an Massschuhen fehlen. Die Ärzte am Spital X.________ verordneten vielmehr am 17. November 2006 explizit ein Paar orthopädische Massschuhe (E. 4 hievor). Ob indessen ein ausnahmsweiser Anspruch auf ein neues Paar Massschuhe vor Ablauf der Zweijahresfrist besteht, ist damit noch nicht geklärt. 5.2 Nach der - vom Eidgenösisschen Versicherungsgericht für gesetzeskonform befundenen - Bestimmung von Art. 4.51 HVA (Urteil H 307/98 vom 11. Februar 2000, E. 2d) kommt ein "Ersatz" von Massschuhen vor Ablauf der ordentlichen zweijährigen Gebrauchsdauer nur auf ärztliche Begründung hin in Frage (E. 2.2 hievor). Soweit die Verwaltung im KSAH den Anspruch auf Massschuhe vor Ablauf dieser Frist davon abhängig macht, dass ein orthopädischer Spezialarzt diesen glaubhaft begründet, richtet sich diese Konkretisierung grundsätzlich nur an die Durchführungsstellen und ist für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Indes berücksichtigt das Gericht die Kreisschreiben insbesondere dann und weicht nicht ohne triftigen Grund hievon ab, wenn sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen und eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben enthalten. Dadurch trägt es dem Bestreben der Verwaltung Rechnung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten. Auf dem Weg von Verwaltungsweisungen dürfen aber keine über Gesetz und Verordnung hinausgehenden Einschränkungen eines materiellen Rechtsanspruchs eingeführt werden (BGE 132 V 121 E. 4.4 S. 125 mit Hinweisen). Ob das im KSAH enthaltene Erfordernis, wonach ein früherer Ersatz der Schuhe nur von orthopädischen Spezialärzten begründet werden kann (und somit andere - etwa hygienische - Gründe zumindest für sich allein wohl keinen Anspruch zu begründen vermöchten), für das Gericht bindend ist, kann offen gelassen werden, da - wie nachfolgend gezeigt wird - die Beschwerde im Eventualstandpunkt aus anderen Gründen fundiert ist.