Citation: I 631/03 03.03.2004 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob sich die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens im Zeitraum zwischen dem Erlass der rentenbegründenden Verfügung (2. Juli 1992) und der angefochtenen Verfügung (12. November 2002; BGE 109 V 265 Erw. 4a) in einem rentenausschliessenden Mass geändert haben, da der Versicherte am 10. Juni 2002 zusätzlich zu seiner bereits am 1. Juni 2001 aufgenommenen unselbständigen Erwerbstätigkeit eine weitere Teilzeitstelle im Umfang von 50 % antrat. Bezüglich des Invalideneinkommens interessiert insbesondere, ob diese Stelle dem Beschwerdegegner trotz Gesundheitsschaden noch zumutbar war. 2.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich dabei auf den Standpunkt, sie sei im Rahmen des Revisionsverfahrens mit Blick auf den massgebenden Zeitraum bis Verfügungserlass (12. November 2002) richtigerweise davon ausgegangen, dass der Versicherte bestmöglichst eingegliedert gewesen sei. Auch in Beachtung der ärztlichen Einschätzung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit sei nicht eindeutig gewesen, dass sich der Versicherte mit der zusätzlich aufgenommenen Arbeit überfordert habe. Im Verfügungszeitpunkt sei er bereits fünf Monate bei der Z.________ AG angestellt gewesen und habe somit die dreimonatige Probezeit offensichtlich ohne Probleme überstanden. Auch anlässlich des mit dem IV- Berufsberater am 24. Juli 2002 geführten Gesprächs habe er mit keinem Wort erwähnt, dass diese Tätigkeit ihm gesundheitliche Probleme bereiten würde. 2.2 Bei der im Rahmen der Selbsteingliederung angenommenen (und fünf Monate lang ausgeübten) Tätigkeit kann - entgegen Vorinstanz und Beschwerdegegner - nicht von einer offensichtlichen gesundheitlichen Überforderung gesprochen werden. Zum einen geht aus dem zuhanden der IV-Stelle verfassten Schreiben der Z.________ AG (vom 15. November 2002) hervor, dass der Versicherte nicht ausschliesslich aus behinderungsbedingter Überforderung die Stelle verloren hat, indem diese festhält, er habe lediglich "unter anderem auf Grund seiner Behinderung die Leistungen nicht in der geforderten Zeit erbringen können". In seiner vorinstanzlichen Beschwerdeschrift (vom 18. November 2002) gibt der Versicherte sodann an, er habe dem Vorbescheid der IV-Stelle nicht widersprochen, "weil materiell alles richtig war" und führt lediglich finanzielle Gründe für den Antrag auf Aufhebung der rentenausschliessenden Verfügung an. Zum andern überging die IV-Stelle keine medizinische Vorgabe bezüglich der dem Versicherten noch zumutbaren Tätigkeit, zumal mit der Beschwerdeführerin anzunehmen ist, dass sich die ärztliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % im Bericht des Dr. med. C.________, Innere Medizin FMH, vom 11. August 2001 auf die bisherige selbstständige Erwerbstätigkeit bezieht. Denn Dr. med. C.________ führt darin zur Arbeitsfähigkeit bezüglich einer anderen als der bisher selbstständig ausgeübten Tätigkeit aus, dem Versicherten sei eine leichte Arbeit (Beratertätigkeit) zumutbar, wobei sich der zeitliche Rahmen je nach Arbeit ergebe. Er schlug eine beratende, kontrollierende Tätigkeit, z.B. in Zusammenhang mit dem Weinbau, vor. Der Versicherte sei aber sicher polyvalent einsetzbar, sofern die Voraussetzungen stimmen würden. Am 25. Juni 2000 gab Dr. med. C.________ zudem an, dass die Frage, wieviele Stunden der Versicherte pro Tag noch arbeiten könne, medizinisch nicht sicher beurteilt werden könne. Abhängig von der Tätigkeit und ob z.B. auch eine PC-Tastatur zu bedienen wäre, könne er mit Unterbrüchen vielleicht zwei bis drei Stunden am Tag arbeiten, reine Kopfarbeit sei jedoch uneingeschränkt möglich, eventuell brauche es eine Abklärung vor Ort. Bezüglich der beruflichen Massnahmen schlug der Arzt Kopfarbeit, ohne Einsatz der Hände vor. 2.3 Die medizinischen Unterlagen enthalten somit keine eindeutigen Angaben bezüglich Art und zeitlichem Umfang der dem Versicherten behinderungsbedingt noch zumutbaren Tätigkeit. Auch findet sich für beide Tätigkeiten kein Stellenprofil oder eine Arbeitgeberauskunft bei den Akten, welche über die einzelnen Aufgaben und ihren zeitlichen Umfang Aufschluss gäbten. Wohl liegt daher, wie hievor dargelegt, eine gesundheitliche Überforderung nicht auf der Hand, hingegen ist demgegenüber aber auch nicht rechtsgenüglich (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) auszuschliessen, dass ein 100 %-iger Arbeitseinsatz als Sekretär, auch wenn der Beschwerdegegner beide Tätigkeiten gemäss Aktenlage klaglos ausübte, eine unzumutbare gesundheitliche Überforderung darstellte, weshalb bei der Berechnung des Invalideneinkommens nicht darauf abzustellen wäre. Denn weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der dem Versicherten auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung seiner Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihm Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (vgl. Art. 31 Abs. 2 IVG; BGE 113 V 28 Erw. 4a mit Hinweisen; Urteil W. vom 4. April 2002, I 401/01). 2.4 Da den ärztlichen Schätzungen für die Beurteilung der Zumutbarkeit einer bestimmten Tätigkeit entscheidende Bedeutung zukommt (vgl. ZAK 1972 S. 301 Erw. 1a), rechtfertigt sich im Ergebnis die vorinstanzliche Rückweisung der Sache an die IV-Stelle. Die Verwaltung wird die erforderlichen Abklärungen und Ergänzungen in medizinischer und beruflicher Hinsicht vorzunehmen haben. Dabei wird sie im Rahmen der - auch bei einer Selbsteingliederung - gebotenen Zumutbarkeitsprüfung zu klären haben, ob der Versicherte im Sinne einer bestmöglich verwerteten Leistung mit der Tätigkeit beim Institut X.________ seine erwerblichen Möglichkeiten ausgeschöpft hat oder nicht und ob die Stelle bei der Z.________ AG, insbesondere aus medizinischer Sicht, zumutbar war. Hernach wird sie über den Rentenanspruch neu entscheiden.