Citation: U 40/00 08.02.2001 E. 6

6.- a) Nicht nur das Lumbovertebralsyndrom, sondern auch die kein entsprechendes organisches Korrelat aufweisenden Cervico-Cephalgien werden von der MEDAS im Rahmen einer depressiv gefärbten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gesehen. Es ist in erster Linie der exazerbierende Tinnitus und damit das Unfallereignis, welche von den Experten der MEDAS als Grund für diese psychische Störung bezeichnet wird. In der Schlussbeurteilung führen die Gutachter aus, der offenbar dekompensierte Tinnitus habe beim wahrscheinlich schon an sich sensitiven Exploranden zu erhöhter Frustrationsintoleranz und schliesslich auch zu einer dysphorisch-depressiven Symptomatik geführt, die sich auf der körperlichen Ebene in Form anhaltender somatoformer Schmerzen niederschlug. Wenn umgekehrt die Ärzte des IMB die Möglichkeit einer posttraumatischen psychischen Störung ausgeschlossen haben, so in der Annahme, der Tinnitus sei unfallfremd, was sich indessen, wie in Erw. 5b hievor dargetan, als falsch erweist. Insoweit ist auch bei der depressiv gefärbten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mindestens eine teilweise natürliche Unfallkausalität anzunehmen. b) Ob diese indessen auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen, ist eine andere Frage. Um diese zu beantworten, ist zunächst zu klären, ob der Versicherte beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat, wie erstmals im kantonalen Beschwerdeverfahren behauptet wurde.