Citation: 2C_28/2022 E. 5.3.1

5.3.1. Ausgangspunkt der Beurteilung, ob wichtige familiäre Gründe vorliegen, ist daher die Situation des nachzuziehenden Kinds. Im Zeitpunkt des (verspäteten) Familiennachzugsgesuchs am 20. August 2019 war der im August 2002 geborene, beschwerdeführende Sohn bereits 17 Jahre alt. Grundsätzlich liegt unter diesen Umständen mit Blick auf die altersbedingt zu erwartenden Integrationsschwierigkeiten in der Schweiz ein erhöhtes öffentliches Interesse an der Verweigerung des nachträglichen Familiennachzugs vor. Vorliegend wird dieser Grundsatz indes relativiert, da der beschwerdeführende Sohn in der Schweiz geboren wurde, die ersten neun Jahre seines Lebens hier verbrachte und in der Schweiz eine Primarschule besuchte, bevor er im Dezember 2011 mit seiner Mutter nach Sri Lanka übersiedelte. Nach der vorinstanzlichen Feststellung bescheinigt überdies das "Statement of Results" der internationalen Schule, die er nach seiner Ausreise nach Sri Lanka besuchte, im Juni 2019 im Fach Deutsch die Bestnote. Folglich lässt sich die Verweigerung des Familiennachzugs nicht lediglich mit altersbedingt zu erwartenden Integrationsschwierigkeiten begründen (vgl. E. 5.3.2.4 des angefochtenen Urteils).