Citation: 8C_597/2017 E. 3.5

3.5. Nicht stichhaltig ist schliesslich der Einwand in der Beschwerde, der Grundsatz der Rechts- und Waffengleichheit sei verletzt, indem im Zusammenhang mit materiellen Revisionen nach Art. 17 ATSG die Hürde für den Eintritt in das Abklärungsverfahren für die IV-Stelle sehr niedrig sei und hier im Rahmen der Neuanmeldung zu hohe Anforderungen an das Glaubhaftmachen für die Anhandnahme der materiellen Beurteilung des Leistungsanspruchs gestellt würden. Eine Rentenrevision nach Art. 17 ATSG wird von Amtes wegen durchgeführt, u.a. wenn Tatsachen bekannt oder Massnahmen angeordnet werden, die eine erhebliche Änderung des Grades der Invalidität als möglich erscheinen lassen (Art. 87 Abs. 1 lit. b IVV). Nach Art. 87 Abs. 2 IVV hat, wer ein Gesuch um Revision der Rente einreicht, darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Wird vom formellen Erfordernis der Einreichung eines Gesuchs abgesehen, können Art. 87 Abs. 2 IVV und Art. 87 Abs. 1 lit. b IVV spiegelbildlich zueinander gesehen werden: Tatsachen, mit welchen glaubhaft gemacht ist, dass der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat, sind gleichzeitig solche, die eine erhebliche Änderung des Grades der Invalidität als möglich erscheinen lassen. Diese Betrachtungsweise relativiert zum einen die Bedeutung eines formellen Revisionsgesuchs; zum anderen spricht nichts dagegen, die Grundsätze zum Umfang der Abklärungspflicht der IV-Stelle nach Art. 87 Abs. 2 IVV (vgl. statt vieler SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121, 8C_746/2013 E. 2) auch im Rahmen von Art. 87 Abs. 1 lit. b IVV sinngemäss anzuwenden (SVR 2017 IV Nr. 71 S. 219, 9C_675/2016 E. 2.1.2). Daraus erhellt, dass Hürden für die Abklärungspflicht der IV-Stelle bei einer Rentenrevision auf Gesuch hin oder von Amtes wegen und bei einer Neuanmeldung gleich hoch sind. Damit hat es beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden.