Citation: 6B_1049/2017 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz hält aufgrund der Aussagen des Beschwerdegegners 2, der Beschwerdeführerin sowie der Zeugin E.________ fest, der Beschwerdegegner 2 sei in angemessener Weise an die Kreuzung herangefahren und habe vor dem Trottoir angehalten. Die Zeugin habe bestätigt, dass der Beschwerdegegner 2 sich mit mindestens drei Seitenblicken einen Überblick über die Verkehrssituation verschafft habe. Der Beschwerdegegner 2 sei sich nach eigenen Angaben der unübersichtlichen Verkehrsverhältnisse bewusst gewesen. Es sei schwer vorstellbar, dass er die in knallrot gekleidete Beschwerdeführerin übersehen hätte, wenn diese wie von ihr beschrieben neben ihrem E-Bike auf dem Trottoir gewartet hätte und dann ihr E-Bike stossend vor dem Beschwerdegegner 2 durchgegangen wäre. Die Zeugin habe freie Sicht auf den Unfallort gehabt und das Fahrzeug von vorne beobachten können. Sie hätte insofern die Beschwerdeführerin sehen müssen, wenn diese wie von ihr beschrieben vor dem Fahrzeug des Beschwerdegegners 2 durchgegangen wäre. Es sei demnach davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht neben ihrem E-Bike wartend auf dem Trottoir bereit gestanden sei, sondern dass sie in einer für den Beschwerdegegner 2 nicht vorhersehbaren und überraschenden Weise vor sein Fahrzeug gelangt sei. Eine Sorgfaltspflichtverletzung durch den Beschwerdegegner 2 sei somit nicht erstellbar, weswegen die Staatsanwaltschaft bei einer Anklage mit einem Freispruch rechnen durfte und das Strafverfahren zu Recht eingestellt habe.