Citation: 9C_764/2014 E. 3.2.2

3.2.2. Der Beschwerdeführer macht letztinstanzlich (erstmals) geltend, die Simulatorentests seien von der Beschwerdegegnerin angeordnet worden. Damit stellt er neue tatsächliche Behauptungen auf, die unzulässig sind, zumal nicht erst der angefochtene Entscheid dazu Anlass gegeben hat (Art. 99 Abs. 1 BGG). Ohnehin ist aufgrund der Akten evident, dass das Institut D.________ die umgehende Durchführung der notwendigen Abklärungen und Prüfungen lediglich empfohlen, nicht aber angeordnet hat. Damit stellt sich die Frage, ob die absolvierten Simulatorentests zur Beurteilung des Anspruchs auf Leistungen (Art. 45 Abs. 1 Satz 2 ATSG) bzw. für die Zusprechung von Leistungen (Art. 78 Abs. 3 IVV) unerlässlich waren. Der Chefarzt des BAZL äusserte sich im Schreiben vom 19. Oktober 2011 sinngemäss dahingehend, dass er sich in Kenntnis der medizinischen Befunde und Diagnosen und auch nach Durchführung eines Medical Check für Class 1 ausser Stande sehe, aus fliegerärztlicher Sicht die Flugtauglichkeit des Beschwerdeführers hinreichend zu beurteilen. Hierfür erachtete der Chefarzt die Tests im Flugsimulator als entscheidend. Eine Alternative für eine zuverlässige Leistungsbeurteilung bestand offensichtlich nicht. Aus diesem Grund machte er das erfolgreiche Durchlaufen der Simulatorentests zur Bedingung für die Ausstellung des Medicals bzw. die Aufhebung der auf den Flugsimulator beschränkten Gültigkeit. Nach den verbindlichen (E. 1 hievor) Feststellungen der Vorinstanz hätte der Beschwerdeführer ohne die Wiedererlangung des Medicals nicht mehr als Pilot tätig sein können, weder beim bisherigen noch bei einem anderen Arbeitgeber (E. 5 des angefochtenen Entscheids). Folglich wäre er im Falle des Nichtbestehens der Tests in der angestammten Tätigkeit voll arbeitsunfähig geblieben, womit - angesichts des zuletzt erzielten Einkommens - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Anspruch auf IV-Leistungen bestanden hätte. Unter diesen Umständen war die Durchführung der Simulatorentests zur Beurteilung des Anspruchs auf IV-Leistungen unerlässlich im Sinne von Art. 45 Abs. 1 Satz 2 ATSG bzw. Art. 78 Abs. 3 IVV, d.h. dieselbe Massnahme wäre im Rahmen der Untersuchungspflicht ebenfalls anzuordnen gewesen ( KIESER, a.a.O., N 14 zu Art. 45 ATSG; Urteil I 306/78 vom 10. September 1979 E. 4). Dass der Beschwerdeführer nach Absolvierung der Tests seine angestammte Tätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber letztlich wieder vollumfänglich aufnehmen konnte (vgl. Sachverhalt lit. A hievor), womit in der Folge gerade keine Zusprechung von IV-Leistungen erfolgte, steht der Kostenvergütung nicht entgegen. Zwar macht Art. 78 Abs. 3 IVV - soweit hier von Interesse - die Kostenübernahme davon abhängig, ob die Abklärungsmassnahmen zur Zusprechung von Leistungen geführt haben ("soweit sie für die Zusprechung von Leistungen unerlässlich waren"), welche Voraussetzung gemäss der - vor dem Inkrafttreten des ATSG ergangenen - Rechtsprechung wörtlich anzuwenden ist (BGE 97 V 233; erwähntes Urteil I 306/78 E. 2). Doch wurde mit dem Inkrafttreten des ATSG eine neue, einheitliche Regelung betreffend Kosten der Abklärung im Verwaltungsverfahren geschaffen (Art. 45 Abs. 1 ATSG), was zur Anpassung des IVG (aArt. 51 Abs. 1 IVG) führte (BBl 1999 4523, 4783). Wohl versehentlich keine Anpassung erfuhr hingegen Satz 1 von Art. 78 Abs. 3 IVV (betr. Satz 2: AS 2002 3721, 3724), obschon das darin statuierte Erfordernis der Leistungszusprechung durch Art. 45 Abs. 1 ATSG nicht gedeckt und daher unzulässig ist (gl. M.: KIESER, a.a.O., N 14 und 29 zu Art. 45 ATSG).