Citation: 6B_836/2017 E. 2.4

2.4. Die Vorinstanzen verschliessen sich dem Argument des Beschwerdeführers nicht, nach Gesichtspunkten der Verhältnismässigkeit erscheine die bedingte Entlassung - mit Blick darauf, dass die formellen Bedingungen dafür gegeben seien - je länger desto dringlicher. Strittig ist nur, unter welchen Voraussetzungen eine bedingte Entlassung umgesetzt werden kann. In diesem Zusammenhang weist der Beschwerdeführer darauf hin, nach gutachterlicher Feststellung liessen sich die früher als deliktrelevant beschriebenen Persönlichkeitszüge nicht mehr klinisch beobachten. Aktuell bestehe keine psychische Störung. Frühere diagnostische Einschätzungen seien aus heutiger Sicht zu stark auf die Situation im näheren zeitlichen Umfeld der Anlassdelikte fokussiert gewesen; dabei sei die Persönlichkeitsentwicklung im zeitlichen Verlauf zu wenig berücksichtigt worden. Diese gutachterlichen Befunde sind legalprognostisch bedeutsam. Mit Blick auf die Taten, deretwegen der Beschwerdeführer verurteilt worden ist, besteht jedoch nach wie vor ein dringendes öffentliches Interesse daran, dass der im Vollzugsrahmen erzielte Therapieerfolg erst einmal erprobt wird, indem sich der Beschwerdeführer bei Gelegenheit von Vollzugsöffnungen schrittweise an die Freiheit gewöhnt und sich dabei praktisch bewährt (vgl. Urteil 6B_1159/2013 vom 3. Dezember 2014 E. 4.6). Hinzu kommt, dass die Wiedereingliederung in die Gesellschaft nach einem langjährigen Freiheitsentzug sorgfältig geplant sein will, um eine Überforderung zu vermeiden. Unter den genannten Umständen erscheint die bedingte Entlassung nicht als erste und einzige Vorkehr zur Vorbereitung auf ein Leben in Freiheit; vielmehr ist jene ihrerseits auf dem Wege vollzugsöffnender Massnahmen vorzubereiten. Nicht zuletzt mit Blick auf das Ermessen der Vollzugsbehörde (oben E. 2.2.3) ist es daher bundesrechtskonform, wenn die Vorinstanz beim Stand der Dinge im Zeitpunkt ihres Urteils davon ausgegangen ist, die prognostische Grundlage für eine bedingte Entlassung sei solange nicht ausreichend geklärt, wie die vorbereitenden Vollzugsöffnungen nicht umgesetzt worden sind.