Citation: 8C_546/2007 06.08.2008 E. 5

5.1 Dr. med. E.________ ging im Bericht vom 28. Juli 2001, gestützt auf eine von ihm durchgeführte elektromyographische Untersuchung, angesichts beidseits vorhandener Achillessehnenreflexe von einem intakten nervus ischiadicus aus. Darauf beruht im Wesentlichen auch das Gutachten des PD Dr. med. K.________ vom 25. Februar 2003. Im Bericht vom 27. Januar 2004 hielt Prof. Dr. med. D.________ fest, der H-Reflex (S1-Wurzel bzw. N. ischiadicus) links fehle, was korrelierend zum klinischen Befund sei. Er beurteilte die linksseitigen Beinschmerzen als neuropathisch nach Läsion des nervus ischiadicus und durchgemachter Ischias-Läsion. Auf die Feststellungen des Dr. med. E.________ nahm er nicht Bezug, weshalb fraglich ist, ob er davon Kenntnis hatte. Dr. med. I.________ diagnostizierte am 2. März 2004 unter anderem einen Status nach Läsion des nervus ischiadicus mit neuropathischen Restbeschwerden. Auch er nimmt keinen Bezug zur Beurteilung des Dr. med. E.________. Dr. med. M.________ ging laut Bericht vom 16. September 2005 gestützt auf anamnestische Erhebungen, das Beschwerdebild sowie die klinischen Befunde ebenfalls von einer Läsion des nervus ischiadicus als Folge einer instabilen Becken-(Sacrumfraktur) und einer extraperitonealen Harnblasenruptur aus. Wenn er jedoch ausführt, offenbar sei die Nervus-ischiadicus-Läsion links in der Vergangenheit bereits in mehreren spezialärztlichen neurologischen Untersuchungen festgestellt worden, lässt dies darauf schliessen, dass auch er keine Kenntnis der Vorakten hatte. Seine Beurteilung beruht vielmehr auf der von ihm erhobenen Gefühlsstörung in der linken Gesässregion und einem fehlenden Achillessehnenreflex. Überdies äussert sich ausser PD Dr. med. K.________ keiner dieser Ärzte zur Arbeitsfähigkeit. Die nach dessen Gutachten aus dem Jahre 2003 ergangenen ärztlichen Berichte sind daher für die streitigen Belange nicht umfassend genug, um gestützt darauf eine zuverlässige Beurteilung des medizinisch relevanten Sachverhalts und insbesondere einer Verschlimmerung des somatischen Gesundheitszustandes vornehmen zu können. 5.2 Erst wenn die von Amtes wegen durchzuführenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung führen, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b S. 94; 122 V 157 E. 1d S. 162). Aufgrund des Hinweises des PD Dr. med. K.________ in der Stellungnahme vom 22. Mai 2006 auf möglicherweise elektroneurographisch nachweisbare Beeinträchtigungen neuraler Strukturen, welche für die geltend gemachte Schmerzzunahme verantwortlich wären, ergeben sich erhebliche Zweifel, ob der medizinische Sachverhalt tatsächlich umfassend abgeklärt worden ist. Es rechtfertigt sich daher, den Einsprache- und den kantonalen Gerichtsentscheid aufzuheben und die Sache an die Mobiliar zurückzuweisen, damit diese im Sinne des Vorschlages von PD Dr. med. K.________ elektroneurographisch abklären lässt, ob bisher nicht bekannte, unfallbedingte strukturelle Verletzungen das Beschwerdebild beeinflussen und die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Anschliessend wird sie - vorzugsweise unter Beizug eines mit dem Beschwerdeführer bisher nicht befassten Facharztes - über ihre Leistungspflicht neu zu verfügen haben.