Citation: I 465/00 18.04.2002 E. 4

4.- a) Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen). b) Dr. med. M.________ führt in seinem Konsilium vom 8. April 1999 aus, der psychische Gesundheitszustand habe sich entscheidend verändert, sodass nunmehr von einer invalidisierenden depressiven Entwicklung gesprochen werden könne. Ab wann diese eine über 40%ige Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehe, sei schwierig festzulegen. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer bis vor einem Jahr noch Stellen gesucht habe, sich seither jedoch psychisch schlechter fühle, sowie der - anhand von Fotos feststellbare - veränderte Gesichtsausdruck liessen darauf schliessen, dass der Verlust der 60%igen Restarbeitsfähigkeit etwa zwölf Monate zurückliege. Heute sei der Versicherte ausgebrannt, vorgealtert und vermöge als Bewerber auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr zu überzeugen. Der psychische Zustand habe sich chronifiziert und werde sich voraussichtlich auch unter anderen psychosozialen Umständen nicht mehr ändern. Auf Grund der Aktenlage ist es nicht möglich, rückwirkend den Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit genau zu ermitteln. Der Psychiater diagnostizierte eine depressive Entwicklung, welche definitionsgemäss nicht plötzlich eintritt. Bei der Untersuchung vom 31. März 1999 hatte diese ausgewiesenermassen einen chronifizierten Zustand erreicht. Den vollständigen Verlust der Arbeitsfähigkeit bereits rund zwölf Monate früher begründet Dr. med. M.________ - mangels früherer eigener Untersuchungen und ärztlicher Stellungnahmen aus dem Vorjahr - teils mit invaliditätsfremden Gründen und teils gestützt auf subjektive Angaben des Versicherten. Ob die psychische Situation krankheitsbedingt tatsächlich bereits ab April 1998 eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens zwei Dritteln bewirkt hatte, kann rückwirkend nicht verlässlich eruiert werden. Bei dieser Beweislage lässt es sich nicht beanstanden, wenn die Vorinstanz den Beginn des Anspruchs auf eine ganze Rente nach Massgabe des Zeitpunktes der psychiatrischen Beurteilung von anfangs April 1999 und unter Beachtung der dreimonatigen Wartefrist von Art. 88a Abs. 2 IVV auf den 1. Juli 1999 festgelegt hat.