Citation: 8C_825/2018 E. 8.3

8.3. Wie bereits ausgeführt, verneint die Rechtsprechung eine versicherte Gesundheitsschädigung lediglich insoweit, als die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (vgl. E. 6.2 hiervor). Vorliegend wurde aber die Einschränkung im Rahmen einer lege artis vorgenommenen fachärztlichen Beurteilung nachvollziehbar begründet und der Aggravation hinreichend Rechnung getragen. Organisch-somatisch wurde dem Versicherten für leidensangepasste Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Aus psychiatrischer Sicht besteht - entgegen der Selbsteinschätzung des Beschwerdegegners - eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 55 %. Die differenzierende Betrachtung der Gutachter spricht darum insgesamt gegen die Annahme eines Ausschlussgrundes (vgl. Urteil 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 6.3). Anders als die Beschwerdeführerin annimmt, liegt hier auch kein Fall von Beweislosigkeit vor, waren doch die Gerichtsgutachter durchaus in der Lage, den Anteil der Aggravation bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit auszuklammern. Insoweit verfängt der Hinweis auf das Urteil 9C_659/2017 vom 20. September 2018 E. 4.4 nicht.