Citation: U 219/05 06.03.2006 E. 6.4

6.4.1 Auf Grund des Unfallhergangs gemäss Polizeirapport und der Ergebnisse der technischen Untersuchungen der A.________ ist davon auszugehen, dass es sich bei der Kollision vom 1. Juni 2000 höchstens um einen Unfall im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Fällen handelt (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360 Erw. 4 mit Hinweisen [Urteil A. vom 24. Juni 2003, U 193/01]). Ob mit Vorinstanz und Verwaltung gar ein leichter Unfall anzunehmen ist, kann offen bleiben, da selbst bei Annahme eines mittleren Unfalls an der Grenze zu den leichten Fällen der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist. 6.4.2 Bezüglich der objektiven Kriterien ist folgendes festzuhalten: Der Unfall vom 1. Juni 2000 ereignete sich weder unter besonders dramatischen Umständen noch war er besonders eindrücklich. Die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen ist zu verneinen, da ein Schleudertrauma der HWS dieses Kriterium nur bei besonderer Schwere der typischen Beschwerden erfüllt (Urteil P. vom 2. Februar 2006, U 381/04, mit Hinweisen). Das Kriterium der langen ärztlichen Behandlung der physischen Folgen ist nicht gegeben, dienten doch die stationären Aufenthalte in der Klinik Z.________ und der Klinik Y.________ sowie andere ärztliche Untersuchungen vornehmlich der Abklärung des Gesundheitszustands und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit und nicht der eigentlichen Behandlung der physischen Unfallfolgen; diese Abklärungsmassnahmen wie auch Kontrollen beim Hausarzt gelten jedoch nicht als regelmässige, zielgerichtete Behandlung (Urteil K. vom 25. Oktober 2004, U 61/03; vgl. auch Urteil P. vom 2. Februar 2006, U 381/04). Das Vorliegen von körperlichen Dauerschmerzen kann bejaht werden; allerdings liegt dieses Kriterium nicht in ausgeprägter Weise vor. Sowohl eine ärztliche Fehlbehandlung wie auch ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen sind zu verneinen, da die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien hiezu nicht genügen (Urteil S. vom 8. August 2005, U 158/05; vgl. auch Urteil P. vom 2. Februar 2006, U 381/04). Was den Grad und die Dauer der körperlich bedingten Arbeitsunfähigkeit betrifft, so ist dieses Kriterium jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben, weil dem Beschwerdeführer spätestens ab Dezember 2001, mithin anderthalb Jahre nach dem Unfall, eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang der vor dem Ereignis vom 1. Juni 2000 bestehenden Arbeitsfähigkeit zumutbar war. Da die Kriterien weder gehäuft (vgl. Urteil S. vom 8. August 2005, U 158/05 und Urteil K. vom 25. Oktober 2004, U 61/03) noch ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 1. Juni 2000 und den noch bestehenden Beschwerden zu verneinen. Daran ändert auch die nachträglich eingereichte Verfügung der IV-Stelle des Kantons Uri vom 16. September 2005 nichts, mit welcher dem Beschwerdeführer weiterhin eine volle Invalidenrente zugesprochen wurde; denn auf Grund ihrer finalen Konzeption unterscheidet die Invalidenversicherung - anders als die Unfallversicherung - nicht zwischen krankheits- und unfallbedingtem Gesundheitsschaden (AHI 1999 S. 79; Urteil P. vom 30. November 2004, U 31 und 342/03). Demnach besteht der vorinstanzliche Entscheid im Ergebnis zu Recht.