Citation: 4P.213/2002 24.01.2003 E. 2

Gemäss Art. 84 Abs. 2 OG ist die staatsrechtliche Beschwerde nur zulässig, wenn die behauptete Rechtsverletzung nicht sonstwie durch Klage oder Rechtsmittel beim Bundesgericht oder einer andern Bundesbehörde gerügt werden kann. In berufungsfähigen Streitsachen geht die Berufung vor. Im vorliegenden Fall ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 49 OG in einer vermögensrechtlichen Zivilrechtsstreitigkeit mit einem Streitwert über Fr. 8'000.-- angefochten, wogegen die Berufung grundsätzlich offen steht. Gerügt wird die Verletzung der Garantie des Wohnsitzgerichtsstandes; Art. 30 Abs. 2 BV behält andere, gesetzlich vorgesehene Gerichtsstände ausdrücklich vor. Da die Widerklage vor dem Inkrafttreten des GestG eingereicht wurde, kann gemäss Art. 38 GestG die Zuständigkeit nur verneint werden, wenn die Widerklage weder nach altem noch nach neuem Recht gegeben ist. Das Obergericht des Kantons Zug hat im angefochtenen Urteil die örtliche Zuständigkeit der Gerichte des Kantons Zug gestützt auf Art. 6 Abs. 1 GestG bejaht. Gemäss Art. 38 GestG müsste bei Verneinung der Zuständigkeit aufgrund des Gerichtsstandsgesetzes geprüft werden, ob die Zuständigkeit nach bisherigem kantonalem Recht gegeben wäre. Das Obergericht des Kantons Zug hat diese Prüfung - aufgrund der vertretenen Rechtsauffassung zu Recht - unterlassen. Es fehlt insofern ein Anfechtungsobjekt für die von der Beschwerdeführerin gerügte Verletzung verfassungsmässiger Rechte. Inwiefern das Grundrecht von Art. 30 Abs. 2 BV darüber hinaus verletzt sein könnte, ist nicht ersichtlich und wird in der Beschwerde nicht dargetan. Die Beschwerdeführerin beruft sich auch auf keine anderen verfassungsmässigen Rechte, welche der angefochtene Entscheid verletzen könnte (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Die Rügen, welche die Beschwerdeführerin im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde erhebt, decken sich mit der Rüge, das Obergericht des Kantons Zug habe das Erfordernis des Sachzusammenhangs als Voraussetzung der örtlichen Zuständigkeit für die Widerklage sowohl nach Art. 30 Abs. 2 BV bzw. Art. 59 aBV als auch nach Art. 6 GestG falsch angewendet. Diese Rüge kann in der Berufung vorgebracht werden und wird von der Beschwerdeführerin mit jenem Rechtsmittel auch erhoben. Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist daher gemäss Art. 84 Abs. 2 OG nicht einzutreten.