Citation: 2C_10/2022 E. 3.4

3.4. Den vorinstanzlichen Erwägungen ist zuzustimmen. Sinn und Zweck der genannten Rechtsprechung zum Statuswechsel ist es, die betroffene ausländische Person von dem geschilderten Dilemma zu befreien. In einer solchen Situation befand sich der Beschwerdeführer 1 nicht. Im Weiteren trifft es zwar zu, dass die Vorlage eines unterzeichneten Arbeitsvertrages eine wesentliche Änderung der Umstände darstellt (vgl. auch E. 3.3 angefochtenes Urteil). Letzteres ist aber für die Auslösung einer neuen Nachzugsfrist eine notwendige und (für sich alleine) nicht eine hinreichende Bedingung (vgl. Urteil 2C_856/2018 vom 8. Juli 2019 E. 4.2 und 4.4.1 f.). Würde jede wesentliche Änderung der Umstände - unabhängig von einem Statuswechsel - eine neue Nachzugsfrist auslösen, würden die Nachzugsfristen ausgehöhlt, was nicht dem Willen des Gesetzgebers entspricht. Die Vorlage des unterzeichneten Arbeitsvertrages (vgl. Bst. B oben) löste deshalb keine neue Nachzugsfrist analog zu einem Statuswechsel aus; der Vorlage des Arbeitsvertrages ist jedoch unter einem anderen Rechtstitel Rechnung zu tragen (vgl. E. 5 unten). Das vorinstanzliche Urteil erweist sich demnach bezüglich der Thematik des Statuswechsels als bundesrechtskonform und die entsprechende Rüge als unberechtigt.