Citation: 5P.398/2004 23.02.2005 E. 3

3.1 Der angefochtene Nichteintretensentscheid beruht nach dem Gesagten letztlich auf kantonalem Prozessrecht. Allerdings hat sich das Kantonsgericht vorab mit der von der Beschwerdeführerin aufgeworfenen Frage der materiellen Rechtskraft (der Auskunftsverfügung vom 20. Februar 2004) befasst, die sich nach Bundesrecht beurteilt (vgl. BGE 126 III 261 E. 3b S. 264; Georg Messmer/Hermann Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Zürich 1992, Ziff. 86, S. 118 f.). Da die kantonale Instanz im Sinne einer Vorfrage abgeklärt hat, ob das Feststellungsbegehren des Beschwerdegegners eine abgeurteilte Sache zum Gegenstand hat, kann ihr Entscheid auch in diesem Punkt einzig im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde - aus der Sicht des Willkürverbots - geprüft werden (vgl. BGE 119 II 397 E. 2b S. 399). 3.2 Die Bejahung eines Feststellungsinteresses des Beschwerdegegners bzw. die Ansicht, die materielle Rechtskraft der bezirksgerichtlichen Verfügung vom 20. Februar 2004 stehe dem im Urteil vom 15. Juni 2004 (Dispositiv-Ziffer 1) enthaltenen Feststellungsentscheid nicht entgegen, hält die Beschwerdeführerin für willkürlich. Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nach ständiger Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung als die beanstandete ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen materieller Rechtsverweigerung nur dann auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder sonst wie in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (dazu BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin legt nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden Form (dazu BGE 122 I 70 E. 1c S. 73 mit Hinweisen) dar, inwiefern die kantonsgerichtliche Auffassung, in der Feststellung, der Beschwerdegegner sei der ihm mit Verfügung vom 20. Februar 2004 auferlegten Auskunftspflicht nachgekommen, liege keine erneute materielle Beurteilung ihres Auskunftsbegehrens, im erwähnten Sinne qualifiziert unrichtig sein soll.