Citation: 5A_831/2018 E. 6.3

6.3. Vor dem Hintergrund der zitierten Rechtsprechung ist die Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen C.________ und dem Beschwerdegegner sowie die Errichtung einer Beistandschaft mit der Aufgabe, den Aufbau des persönlichen Verkehrs zu begleiten und eine allfällige Gefährdung des Kindes umgehend zu rapportieren, nicht zu beanstanden. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz weder die im Kindesschutz geltenden Grundsätze verkannt noch verletzt der Entscheid das Kindeswohl von C.________. Ebenso wenig hat die Vorinstanz den Willen des Kindes ignoriert. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz liegen jedoch keine Umstände vor, welche eine gänzliche Unterbindung des Kontakts des Beschwerdegegners zu seinem Sohn rechtfertigen würden. Die ablehnende Haltung des Kindes dem Beschwerdegegner gegenüber genügt nicht, um einen noch möglichen Kontaktaufbau als zum Vorneherein gescheitert und mit dem Kindeswohl nicht vereinbar zu bezeichnen. Zumal C.________ im Zeitpunkt der Anhörung acht Jahre alt und zu einer autonomen Willensbildung in dieser Frage nicht fähig war. Diese Fähigkeit dürfte auch im Alter von zehn Jahren noch nicht hinreichend ausgebildet sein. Nachdem in der Vergangenheit ein über lediglich ein bis zwei Stunden hinaus gehendes Besuchsrecht nicht umgesetzt werden konnte und dieses Besuchsrecht zusätzlich in der Regel in Begleitung der Beschwerdeführerin stattgefunden hat, basiert die ablehnende Haltung des Kindes dem Beschwerdegegner gegenüber auch nicht auf eigener Erfahrung. Sie scheint Ausfluss eines massiven Loyalitätskonflikts zu sein, für welchen die Beschwerdeführerin mit ihrer eigenen ablehnenden Haltung dem Beschwerdegegner gegenüber mitverantwortlich ist. Offensichtlich ist es so, dass C.________ ihren neuen Partner "Papa" nennt. In ihrer Beschwerde an das Bundesgericht drückt sich die Beschwerdeführerin dahingehend aus, dass der Junge also wieder in einer intakten Familie lebe. Der Stiefvater habe "in sozialer und psychischer Hinsicht die Stelle des besuchsberechtigten Elternteils eingenommen (...), da letzterer und das Kind einander gänzlich fremd sind." Sie scheint davon auszugehen, dass der Junge keinen Kontakt zum biologischen Vater mehr braucht, weil er in ihrem Partner eine Vaterfigur gefunden habe. Sie verkennt dabei, dass die Negierung des leiblichen Vaters und dessen Eliminierung aus der Lebenswirklichkeit von C.________ mittel- und langfristig negative Konsequenzen für die psychische Entwicklung des Kindes haben kann. In diesem Sinne besteht eine Gefährdung des Kindeswohls von C.________ und entspricht der schrittweise Aufbau des persönlichen Kontakts zu seinem Vater seinem Wohl, auch wenn die Annäherung zum Vater kurzfristig mit Ängsten und Verunsicherung verbunden sein dürfte. Die Kontaktaufnahme wird gemäss dem angefochtenen Entscheid psychologisch begleitet, um dies abzufedern, und es liegt auch an der Beschwerdeführerin, das Kind von seinem Loyalitätskonflikt ihr gegenüber zu befreien. Dem Jungen kann die Gewissheit gegeben werden, dass er durch den Aufbau eines Kontakts zum leiblichen Vater seine jetzige Familie mit Mutter und Stiefvater nicht verlieren wird. Der schrittweise Aufbau des persönlichen Verkehrs zwischen C.________ und dem Beschwerdegegner verletzt auch nicht den Verhältnismässigkeitsgrundsatz, sind doch die von der Beschwerdeführerin aufgezählten weiteren Formen der Kontaktnahme wie Telefon, Brief, E-Mail, Chat, SMS, MMS, Skype, social media usw. zur Begründung einer persönlichen Beziehung nicht geeignet und sind kein gleichwertiger Ersatz für eine persönliche Begegnung.