Citation: 2C_513/2021 E. 4.2

4.2. Aus der vorstehenden Erwägung ergibt sich, dass den Behörden nicht vorgeworfen werden kann, eine gesetzliche Informationspflicht gegenüber dem Vater der Beschwerdeführerin verletzt zu haben. Auch die Rüge der Verletzung der Rechtsgleichheit (Art. 8 Abs. 1 BV) ist unbegründet, soweit sie überhaupt rechtsgenüglich substanziiert ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Von einer potenziell verfassungswidrigen Ungleichbehandlung könnte von vornherein nur die Rede sein, wenn sie vom selben Gemeinwesen ausginge (vgl. BGE 143 II 87 E. 6.3.1; 138 I 265 E. 5.1). Urheberin der von der Beschwerdeführerin angerufenen Kurzinformationsbroschüre für Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Ausländer scheint aber eine Bundesbehörde - nämlich das Staatssekretariat für Migration SEM - zu sein, während für die Information und Beratung des über eine Aufenthaltsbewilligung verfügenden Vaters der Beschwerdeführerin primär der Wohnsitzkanton zuständig war. Ohnehin liesse sich aber sachlich begründen, dass nur an Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Ausländer Kurzinformationsbroschüren verteilt werden, die über die Nachzugsfristen aufklären. Denn erstens stehen die Behörden mit diesen Personen typischerweise im Rahmen des Asylverfahrens bereits in laufendem Kontakt, sodass die Abgabe einer solchen Broschüre logistisch vergleichsweise einfach umgesetzt werden kann. Zweitens ist das Interesse von Flüchtlingen an Information über den Familiennachzug oft grösser als jenes der regulär einreisenden ausländischen Personen, zumal bei einer Flucht aus dem Herkunftsstaat erfahrungsgemäss oft Familienmitglieder zurückbleiben, deren Nachzug anschliessend angestrebt wird.