Citation: 2A.429/2004 03.08.2004 E. 1

1.1 A. und B.________ reichten trotz Mahnung keine Steuererklärung für die Jahre 1999/2000 ein, weshalb sie von der Steuerverwaltung des Kantons Bern nach Ermessen veranlagt wurden; gleich wurde im Zusammenhang mit dem 1998 erfolgten Verkauf des Käsereibetriebs von A.________ bezüglich Zwischenveranlagung und Jahressteuer verfahren (Verfügungen vom 21. Januar 2001). Hiergegen erhoben A. und B.________ Einsprache, wobei sie die Beibringung der nötigen Unterlagen für den 31. März 2001 bzw. nach gewährter Fristverlängerung bis 30. April 2001 in Aussicht stellten. In der Folge reichten die Steuerpflichtigen indessen auch nach mehrmaliger schriftlicher Aufforderung (letztmals am 19. Dezember 2001) keine Belege ein, weshalb die Steuerverwaltung ihre Einsprache mit Entscheiden vom 2. bzw. 21. März 2002 abwies. 1.2 Am 30. August 2002 fochten A. und B.________ die Einspracheentscheide bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern an; gleichzeitig ersuchten sie um Wiederherstellung der versäumten Beschwerdefrist, weil sie beide krankheitsbedingt verhindert gewesen seien (vgl. Art. 140 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 133 Abs. 3 DBG). Dem eingereichten Arztzeugnis für A.________ war zu entnehmen, dass dieser "bedingt durch eine schwere Krankheit von Anfang Januar 2000 bis Ende Juli 2002 nicht in der Lage [gewesen sei], differenziertere geistig-intellektuelle Tätigkeiten - wie das Erstellen einer Steuererklärung - anzupacken oder durchzuführen" und dass er "zu dieser Zeit 100% arbeitsunfähig" gewesen sei. Nähere Ausführungen zur Art der Erkrankung und ihren konkreten Auswirkungen enthielt das Zeugnis - unter ausdrücklicher Berufung auf das Arztgeheimnis - nicht. Weil es zudem teilweise im Widerspruch zu einem früheren Zeugnis stand, welches der Beschwerdeführer im Einspracheverfahren vorgelegt hatte und das ihm eine Arbeitsunfähigkeit von lediglich 50 Prozent für den Zeitraum vom 3. Januar 2000 bis 19. März 2001 attestierte, betrachtete die Steuerrekurskommission das neu eingereichte Arztzeugnis als Gefälligkeitsbescheinigung. Demzufolge war die krankheitsbedingte Verhinderung und mithin der Fristwiederherstellungsgrund nicht nachgewiesen, so dass die Steuerrekurskommission auf die Rechtsmitteleingabe der Steuerpflichtigen wegen Verspätung nicht eintrat (Entscheid vom 22. Juni 2004).