Citation: 7B_167/2024 E. 2.2.2

2.2.2. Die Beschwerdeführerin führt weiter aus, bereits in der Beschwerde an die Vorinstanz ihren aufgelösten Zustand beschrieben und darauf hingewiesen zu haben, dass es für sie schwer sein werde, die Post zu lesen. Als der Brief des Kantonsgerichts gekommen sei, habe sie in gutem Glauben angenommen, es sei wie die anderen Male vorher eine Kopie des Schreibens, in dem die Gegenpartei zur Stellungnahme aufgefordert werde. Da es ihr psychisch sehr schlecht gegangen sei - sie sei seit dem 25. Lebensjahr wegen rezidivierender Depressionen arbeitsunfähig - sei es ihr nicht gelungen, den Brief zu öffnen. Sie habe ihn beiseite gelegt und vergessen. Dies habe sie am 11. Dezember 2023 in einem Schreiben an das Kantonsgericht erläutert, darauf jedoch keine Antwort erhalten. Auch habe man ihr das Schreiben nicht nochmals zugestellt und sie stattdessen, wohl aufgrund ihrer Krankheit, erneut diskriminiert. Das Kantonsgericht hätte sie aber, bei Kenntnis ihrer Schwächen und ihrer Behinderung, im Verfahren nicht gleich behandeln dürfen wie jemand, der gesund sei. Am 17. Januar 2024 habe sie den Brief wieder gefunden und erkannt, dass die Frist verpasst sei. Als sie sich daraufhin telefonisch beim Kantonsgericht gemeldet habe, sei ihr mitgeteilt worden, dass man nichts mehr machen könne. Die Beschwerdeführerin anerkennt gemäss diesen Ausführungen, dass sie die Aufforderung zur Leistung eines Kostenvorschusses am 24. November 2023 von der Post entgegengenommen hat. Dass die Empfängerin die Sendung tatsächlich zur Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich, damit diese im rechtlichen Sinne als zugestellt gilt (vgl. BGE 142 III 599 E. 2.4.1; Urteile 7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 4.2.2; 1C_532/2018 vom 25. März 2019 E. 3.3; je mit Hinweisen). Wie die Vorinstanz richtig einwendet, begab sich die Beschwerdeführerin mit der Einreichung der Beschwerde zudem in ein Prozessrechtsverhältnis und hätte daher umso mehr darum besorgt sein müssen, die an sie adressierte behördliche Post zu lesen (vgl. BGE 146 IV 30 E. 1.1.2). Unabhängig von den geltend gemachten psychischen Beschwerden liegt es in ihrer eigenen Verantwortung, dass sie die eingeschriebene Sendung der Vorinstanz ignorierte und nicht öffnete. Die streitige Verfügung der Vorinstanz wurde demnach am 24. November 2024 zugestellt, womit die Frist zur Leistung des Kostenvorschusses am 25. November 2024 zu laufen begann (Art. 90 Abs. 1 StPO) und am 4. Dezember 2024 endete. Da die Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss bis dahin unbestrittenermassen nicht geleistet hatte, ist die Vorinstanz zu Recht nicht auf ihre Beschwerde eingetreten. Sie hat sich dabei an klare gesetzliche Vorgaben (namentlich Art. 383 StPO) gehalten und keinen, auf allgemein gehaltene Rechtsbegriffe gestützten Ermessensentscheid gefällt. Es bestand deshalb kein Raum, die Beschwerdeführerin wegen der geltend gemachten psychischen Einschränkungen dem Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 BV) entsprechend anders zu behandeln (vgl. BERNHARD WALDMANN, in: Basler Kommentar Bundesverfassung, 2015, N. 39 f. zu Art. 8 BV). Die Vorinstanz war deshalb auch nicht verpflichtet, der Beschwerdeführerin den verloren geglaubten Brief erneut zuzustellen. Die Frage, inwieweit das Verpassen der Frist verschuldet oder unverschuldet war, ist höchstens bei der Prüfung einer Wiederherstellung der Frist (Art. 94 StPO) relevant (siehe dazu das parallele Verfahren 7B_274/2024). Offenbleiben kann ferner, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführerin mit der Aufforderung zur Leistung einer Sicherheitsleistung von Amtes wegen auf die Möglichkeit der unentgeltlichen Rechtspflege hätte hinweisen müssen. Mit Blick auf den Ablauf der Geschehnisse hätte ein solcher Hinweis vorliegend nichts geändert: Die Beschwerdeführerin, die den an sie adressierten Brief der Vorinstanz nicht öffnete, hätte entsprechend auch einen solchen Hinweis nicht rechtzeitig gelesen und auch nicht fristgerecht ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt.