Citation: 6B_479/2024 E. 2.3.2

2.3.2. Der Beschwerdeführer trug im erstinstanzlichen Verfahren vor, er sehe seine Zukunft in der Schweiz und wolle hier wieder arbeiten. Er sei schon länger nicht mehr in Tunesien gewesen und stehe in keinem engen Kontakt zu seinen dort lebenden Familienmitgliedern. Sein Interesse, in der Schweiz zu bleiben, sei gross, da er hier behandelt werde. Als er 1995 im Rahmen eines Familiennachzugs in die Schweiz gereist sei, habe er gearbeitet. Seine Erwerbstätigkeit sei erst mit dem Aufkommen seiner psychischen Erkrankung beeinträchtigt worden. Zunächst habe er im Kanton Thurgau gewohnt, später sei er nach Wetzikon gezogen, wo er mit seiner damaligen Frau gelebt habe. Seit 1998 lebe er in der Stadt Zürich. Seine psychische Krankheit mache ihn zu einem "Härtefall par excellence". Sie habe ihn an den Rand der Gesellschaft getrieben. Er könne seine Wohnung nur durch staatliche Unterstützung halten. Ausserdem habe er in der Vergangenheit von Integrationsmassnahmen auf dem Arbeitsmarkt profitieren können. In Tunesien gebe es nur eine Klinik, die auf psychische Krankheiten ausgerichtet sei. Ein weiteres Problem sei die Verfügbarkeit von Medikamenten und deren steigende Preise. Eine Landesverweisung würde ihn in eine prekäre Situation bringen, da nicht absehbar sei, wie die tunesischen Behörden mit ihm umspringen würden. Dazu erwog die Erstinstanz, der Beschwerdeführer habe in der Untersuchung noch geäussert, die Landesverweisung sei ihm egal, er habe es schön in Tunesien, sein Bruder und sein Halbbruder seien dort. Demgegenüber habe er an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärt, er wolle die Schweiz nicht verlassen, seine Delikte seien doch alle oberflächlich gewesen. Tunesien stehe am Rand eines Bürgerkriegs und zudem sei er mit der tunesischen Politik nicht einverstanden. Zu seinem Bruder habe er nur manchmal telefonischen Kontakt, zu seinen Halbgeschwistern gar keinen. Er werde nicht nach Tunesien gehen, denn er könne nicht mit den Leuten dort leben. Er sei fast 30 Jahre hier und fühle sich hier zu Hause. Er habe in Tunesien kein Haus, seine Mutter habe eines, in dem sie mit ihrem Mann lebe. Er habe in der Schweiz nicht so viel arbeiten müssen und ein bequemes, ruhiges Leben geführt.