Citation: 6B_652/2022 E. 2.5.3

2.5.3. Kein hinreichender Grund für das Fernbleiben des Beschwerdeführers stellt auch sein kurz vor der Hauptverhandlung vom 17. Januar 2022 eingereichtes Verschiebungsgesuch vom 13. Januar 2022 dar, durfte er doch allein wegen dieser Eingabe nicht annehmen, er sei entschuldigt und dürfe daher der Hauptverhandlung fernbleiben, zumal der Widerruf einer Vorladung gemäss Art. 205 Abs. 3 Satz 2 StPO erst dann wirksam wird, wenn er der vorgeladenen Person mitgeteilt worden ist. Insbesondere wenn entsprechend den Vorbringen des Beschwerdeführers davon ausgegangen würde, dass ihm die Abweisung seines Verschiebungsgesuchs vom 13. Januar 2022 bis dahin nicht zugegangen, sondern vielmehr der nicht mehr mandatierten Verteidigung zugestellt worden ist, ist es gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben nicht nachvollziehbar, weshalb er sich im Vorfeld bspw. über das Telefon nicht vergewissert hat, ob die auf den Nachmittag angesetzte Hauptverhandlung stattfinden werde oder nicht. Stattdessen liess er sich bis zur Hauptverhandlung nicht mehr vernehmen. Dementsprechend kann er aus der Zustellung des Abweisungsentscheids an seine nicht mehr mandatierte Verteidigung auch nichts für sich ableiten. Demnach ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz darauf schliesst, dass das prozessuale Verhalten des Beschwerdeführers insgesamt nahelegt, er habe auf den weiteren Fortgang des Verfahrens verzichtet. Infolgedessen erübrigt es sich auch, auf die von ihm aufgeworfene Frage einzugehen, er habe durch sein Fernbleiben berechtigte Interessen wahrgenommen.