Citation: 6B_286/2018 E. 3.6.3

3.6.3. Die Vorinstanz erwägt, der Tatbestand von Art. 56 Abs. 1 lit. c SBG sei nur erfüllt, wenn es sich beim aufgestellten Gerät um einen Glücksspielautomaten handle. Angesichts der in der Spielbankenverordnung enthaltenen Regelung, wonach Geldspielautomaten der ESBK vorzuführen sind (Art. 61 Abs. 1 VSBG), welche über deren Qualifikation als Geschicklichkeits- oder Glücksspielautomaten zu entscheiden hat (Art. 64 VSBG), wogegen die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht und danach die öffentlich-rechtliche Beschwerde an das Bundesgericht gegeben ist, kann es im Übrigen nicht die Aufgabe des Strafrichters sein, bei Fehlen einer diesbezüglichen Verfügung der ESBK selber darüber zu entscheiden, ob der Automat als Geschicklichkeits- oder als Glücksspielautomat zu qualifizieren ist. Soweit sich aus der Rechtsprechung der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts insoweit etwas anderes ergibt (siehe etwa die Urteile 6S.112/2004 vom 18. Juni 2004 und 6S.45/2005 vom 22. März 2005), kann daran schon wegen des Risikos von widersprüchlichen Entscheiden in Bezug auf die Qualifikation eines Automaten nicht festgehalten werden (BGE 138 IV 106 E. 5.3.2). Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, kann der Tatbestand von Art. 56 Abs. 1 lit. c SBG im Unterschied zum Tatbestand von Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG, den das Bundesgericht in BGE 138 IV 106 prüfte, vor Erlass einer verwaltungsrechtlichen Feststellungsverfügung über die Qualifikation des fraglichen Automaten erfüllt sein. Gleichwohl lässt sich erst nach Abschluss des verwaltungsrechtlichen Qualifikationsverfahrens beurteilen, ob der fragliche Automat die Kriterien eines Glücksspielautomaten im Sinne von Art. 3 Abs. 2 SBG erfüllt und unter Art. 56 Abs. 1 lit. c SBG subsumiert werden kann. Art. 11 Abs. 3 VStrR verhindert, dass Widerhandlungen gegen Verwaltungsgesetze verjähren, bevor über strafrechtliche bedeutsame Vorfragen rechtliche Klarheit besteht. Ob der Spielautomat "Super Competition" als Glücksspielautomat gemäss Spielbankengesetz gilt, ist eine solche Vorfrage im Sinne von Art. 11 Abs. 3 VStrR, weshalb die Verjährungsfrist ruhte.