Citation: 6B_238/2013 E. 9.2.2

9.2.2. Die Beschuldigten waren nach der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urteil E. 3.5 S. 325 ff.) an den kriminellen Organisationen Camorra und SCU nicht im Sinne von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 1 StGB beteiligt, da sie ihre Funktion im Zigarettenhandel autonom und gemäss ihren eigenen Interessen wahrnahmen und nicht der Befehlsgewalt von kriminellen Organisationen unterstanden. Das gilt entgegen einem Einwand in der Beschwerde auch für den Beschuldigten I.________. Dieser war zwar im Unterschied zu den übrigen Beschuldigten auch als Abnehmer von Zigaretten tätig und musste als solcher eine umsatzabhängige Zwangsabgabe an die kriminellen Organisationen zahlen. Er handelte aber wie die übrigen Geschäftspartner der Beschuldigten auf eigene Rechnung, und die Zahlung der Zwangsabgabe an die kriminellen Organisationen ist nicht als Beteiligung daran, sondern als Unterstützung zu qualifizieren. Der Beschuldigte I.________ unterscheidet sich von den übrigen Beschuldigten darin, dass er die kriminellen Organisationen direkt (durch die Zahlung der Zwangsabgabe) und nicht nur indirekt (durch Lieferung von Zigaretten, auf welchen die Zwangsabgabe erhoben wurde) unterstützte. Eine Beteiligung des Beschuldigten I.________ an den kriminellen Organisationen lässt sich entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin auch nicht damit begründen, dass der Beschuldigte angeblich detaillierte Kenntnisse über die Modalitäten der Erhebung der Zwangsabgabe hatte (siehe Beschwerde S. 58 Ziff. 3.2.3). Diese Umstände sind allenfalls für den Unterstützungsvorsatz relevant.