Citation: 2C_298/2020 E. 7.3

7.3. Die Beschwerdeführerin bringt auch vor, im angefochtenen Urteil sei mit Blick auf ihr Recht, im Steuerhinterziehungsverfahren zu schweigen, zu Unrecht ausgeführt worden, es wäre von ihr zu erwarten gewesen, dass sie detailliert darlegt, welche Arbeiten in welchem Zeitpunkt durchgeführt wurden, mit welchen Rechnungen und Rechnungspositionen diese Arbeiten korrespondieren sowie mit welchen Transaktionen die Rechnungen beglichen wurden. Nach dem im Strafprozessrecht allgemein anerkannten sowie in Art. 14 Ziff. 3 lit. g Uno-Pakt II (SR 0.103.2) und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerten Grundsatz "nemo tenetur se ipsum accusare" ist im Strafverfahren niemand gehalten, zu seiner Belastung beizutragen. Der Beschuldigte ist nicht zur Aussage verpflichtet. Namentlich darf er nicht mit Druckmitteln zur Aussage gezwungen werden, und darf sein Schweigen nicht als Indiz für seine Schuld gewertet werden (BGE 131 IV 36 E. 3.1; 130 I 126 E. 2.1). Wohl darf der Beschwerdeführerin vor diesem Hintergrund nicht als Indiz für eine versuchte Steuerhinterziehung angelastet werden, dass sie im Steuerstrafverfahren nicht detailliert die einzelnen Arbeiten sowie Arbeitszeitpunkte dargelegt und mit Rechnungen untermauert hat. Dementsprechend nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen ist entgegen der Auffassung der Vorinstanz auch ein entsprechendes Schweigen von B.________ anlässlich einer mündlichen Verhandlung vom 21. Juni 2019 (vgl. dazu E. 4.4.4 des angefochtenen Urteils). Indessen ist vorliegend davon auszugehen, dass schon allein aufgrund der Erkenntnisse in den Rechtsmittelverfahren betreffend die Veranlagung der Beweis, dass die C.________ AG der Beschwerdeführerin im Steuerjahr 2013 nur Leistungen im Wert von Fr. 15'000.-- zukommen liess, erbracht ist.