Citation: U 15/04 07.07.2004 E. 5

5.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet, dass die Vorinstanz das Vorliegen der adäquaten Kausalität nicht überprüft habe. Auf Grund der Ausführungen in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist zu schliessen, dass sie offenbar der Auffassung ist, es seien lediglich psychische Gründe für die bei der Beschwerdegegnerin 1 gegebenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorhanden. Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass die Deafferenzierungsproblematik (Deafferenzierung: Ausschaltung der sensiblen Impulse [Afferenzen] entweder traumatisch bedingt oder durch operative Unterbrechung der segmentären sensiblen Fasern der hinteren Spinalnervenwurzeln; so Roche, Lexikon Medizin, 5. Auflage) nicht als bloss psychisches Leiden abgetan werden kann. Dr. med. C.________ schloss sich als Neurologe der Beurteilung der Handchirurgen an, die eine Deafferenzierungsproblematik ausgehend vom Daumenendglied annahmen. Auch Prof. Dr. med. R.________ geht davon aus, dass die schier endlose Anzahl von Operationen einer iatrogenen (ärztlich verursachten) Fixierung entsprechen dürfte. Da diese Operation(en) im Zusammenhang mit dem initialen Trauma gemacht worden seien, müssten wohl diese und die daraus resultierenden Folgen als unfallkausal angeschaut werden. Irgendwelche Artefakte im Sinne von Art. 37 UVG sind nicht aktenkundig, so dass auch aus diesem Grund keine Ablehnung von Versicherungsleistungen begründet werden könnte. 5.2 Sollte die iatrogene Fixierung tatsächlich durch die zahlreichen Operationen entstanden sein, so müsste in jenem Fall auch Art. 6 Abs. 3 UVG, wonach die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die dem Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden, erbringt, berücksichtigt werden, bevor der adäquate Kausalzusammenhang verneint werden könnte. Die Bemerkungen von Prof. Dr. med. R.________ in dessen Teilgutachten genügen jedenfalls nicht, den Wegfall jeglicher somatischer gesundheitlicher Beeinträchtigungen, wofür die Beschwerdeführerin beweispflichtig wäre, zu belegen, nachdem sowohl von Dr. med. C.________ wie auch von den Handchirurgen Dr. med. W.________ und PD Dr. med. A.________ in der diagnostizierten Deafferenzierungsproblematik ein somatisches Leiden festgestellt wurde. Daher kann - zumindest auf Grund der vorhandenen Aktenlage - die Adäquanz nicht verneint werden, da nicht ausschliesslich psychische Störungen vorhanden sind (vgl. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl., S. 53). 5.3 Selbst wenn bloss noch ausschliesslich psychische Störungen bei der Beschwerdegegnerin 1 gegeben wären, so wäre die Adäquanz gerade wegen der langen Dauer der ärztlichen Behandlung von 14 Monaten allein bis Dezember 1995 und der Vielzahl während dieser Zeitperiode ausgeführter Operationen, auf die Prof. Dr. med. R.________ in seinem Teilgutachten speziell hinwies, zu bejahen. Die durch die "schier endlose Anzahl von Operationen" verursachte iatrogene Fixierung lässt ebenfalls auf eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung schliessen. Eine ärztliche Fehlbehandlung bildet ebenfalls ein wichtiges Kriterium der Adäquanzprüfung. Gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb ist im Übrigen der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien nicht in jedem Fall erforderlich. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann daher auch nicht wegen einer nicht mehr gegebenen Adäquanz gutgeheissen werden. Sie ist somit abzuweisen und der Entscheid der Vorinstanz im Ergebnis zu bestätigen.