Citation: 5A_361/2023 E. 3.3

3.3. Soweit die Beschwerdeführerin die Begründungspflicht als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör (BGE 147 V 65 E. 3.2) anrufen will, gilt Folgendes: Um den Vorgaben von Art. 29 Abs. 2 BV zu genügen, muss die Begründung so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des angefochtenen Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. Es darf sich dabei auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken und ist nicht verpflichtet, jedes einzelne Vorbringen des Beschwerdeführers ausdrücklich zu widerlegen (BGE 143 III 65 E. 5.2; 138 I 232 E. 5.1). Zu begründen ist das Ergebnis des Entscheids, das im Urteilsspruch zum Ausdruck kommt und das allein die Rechtsstellung der betroffenen Person berührt. Die Begründung ist also nicht an sich selbst, sondern am Rechtsspruch zu messen (BGE 146 II 335 E. 5.1; 145 III 324 E. 6.1). Diese Anforderungen erfüllt der angefochtene Entscheid ohne weiteres. Die Vorinstanz hat die Überlegungen genannt, von denen sie sich hat leiten lassen, um die alleinige Obhut dem Beschwerdegegner zuzuteilen (vgl. E. 4.2 sogleich). Der Beschwerdeführerin war es denn auch möglich, den vorinstanzlichen Entscheid sachgerecht anzufechten, was sie mit ihrer 62-seitigen Beschwerde getan hat. Ist sie mit der vorinstanzlichen Begründung und Beweiswürdigung nicht einverstanden, so beschlägt dies nicht das rechtliche Gehör, sondern die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung (vgl. E. 2.3).