Citation: B 14/06 24.08.2006 E. 4

4.1 Anlässlich des Schülerstreites vom 27. September 1996 hat der Beschwerdeführer in seiner Funktion als Klassenlehrer im Heim X.________ eine Commotio cerebri sowie eine HWS-Distorsion erlitten. Am 4. Oktober 1996 wurde er aus dem Spital Y.________ entlassen, wobei weder schwerwiegende ossäre noch neurologische Auffälligkeiten hatten festgestellt werden können. Vielmehr wurde wiederholt auf eine vorab funktionelle Beschwerdeunterhaltung hingewiesen (seelische Traumatisierung mit Hyperventilation). Der Psychiater Dr. med. H.________, bei welchem der Beschwerdeführer sich seit 14. Oktober 1996 in Behandlung befand, diagnostizierte am 15. Dezember 1996 eine schwere reaktive Depression mit Spannungskopfschmerzen und myofaszialem Schmerzsyndrom bei Status nach Commotio cerebri. Anfangs 1997 beurteilte derselbe Arzt die körperlichen Symptome (Kopfschmerzen etc.) zwar als gebessert, sprach jedoch von einer ausgeprägten depressiven Entwicklung bei Vorliegen möglicher prämorbider Persönlichkeitsfaktoren (abnorme Erlebnisreaktion mit differentialdiagnostisch neurotischer Depression). Der vom Unfallversicherer beigezogene Dr. med. S.________ stellte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 21. Juni 1997 eine Angst- und depressive Störung auf Grund einer prämorbid neurotischen Persönlichkeit sowie Aggravation fest. Er versprach sich bei Ausschöpfung sämtlicher zur Verfügung stehenden psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten eine Verbesserung in Bezug auf die bis Ende Januar 1997 auf 100 % und ab Anfang Februar 1997 auf 50 % geschätzte Arbeitsunfähigkeit, wies aber auf das anhaltende Risiko einer psychischen Erschöpfung bei voller Belastung und die strikte Weigerung des Exploranden zur Medikamenteneinnahme hin. Im Bericht zuhanden der Invalidenversicherung vom 29. November 1997 ordnete Dr. med. H.________ die immer noch vorhandenen, nach seinem Dafürhalten weiterhin jede Arbeitstätigkeit verunmöglichenden Beschwerden einer durch den Vorfall vom 27. September 1996 reaktivierten neurotischen Depression zu. Dr. med. S.________, welcher von der IV-Stelle Thurgau gutachterlich beigezogen wurde, attestierte dem Beschwerdeführer in seiner Expertise vom 6. Juni 1998 (samt Ergänzungsbericht vom 14. Juli 1998) eine neurotische Persönlichkeit mit deutlicher Begehrungshaltung und daraus resultierender 25 bis 30%iger Arbeitsunfähigkeit bezogen auf die angestammte Lehrertätigkeit. Er empfahl die Prüfung von Massnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung des seit September 1996 nicht mehr erwerbstätig gewesenen Patienten. Am 17. Juni 1998 schloss der Beschwerdeführer die psychiatrische Behandlung bei Dr. med. H.________ ab. Auf dieser Basis wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung der IV-Stelle Thurgau vom 2. März 1999 rückwirkend eine befristete halbe Invalidenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 50 % für die Dauer vom 1. September bis 31. Oktober 1997 zuerkannt. Am 18. Oktober 1999 nahm der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Lehrer wieder auf, welche er - an verschiedenen Schulen - bis zur gesundheitlich bedingten Aufgabe Ende Oktober 2002 ausübte. Im von der BVK veranlassten Gutachten vom 16. Juli 2003 diagnostizierte Dr. med. C.________ ein chronifiziertes, schwer depressives Zustandsbild ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2). Er hielt dafür, dass dieses seit Herbst 1996, ausgelöst durch den Zwischenfall im Heim X.________, bestehe. Dabei spiele hintergründig auch die schwere Jugend mit mannigfaltigen traumatischen Erfahrungen und Kriegserlebnissen sowie Verlusten durch Todesfälle eine wichtige Rolle; die dadurch hervorgerufene Vulnerabilität habe zwar über viele Jahre hinweg durch berufliche Tüchtigkeit kompensiert werden können, doch hätten sich die belastenden Faktoren nach dem Vorkommnis vom 27. September 1996 nicht genügend aufarbeiten lassen, sodass der Beschwerdeführer daran nun schwer zu leiden habe. Während des Arbeitsversuchs in der Gemeinde A.________ sei es ihm vermutlich etwas besser gegangen, doch habe das depressive Zustandsbild auch damals bestanden. Dr. med. E.________ stellte seinerseits mit Bericht vom 21. August 2003 fest, dass der Beschwerdeführer an einem zunehmenden Überlastungssyndrom, Versagungsängsten, Kontrollzwängen, welche sich im Schulbetrieb besonders fatal auswirkten, Angstattacken sowie Schlafstörungen erheblichen Ausmasses leide. 4.2 Aus der dargelegten medizinischen Aktenlage erhellt, dass der - in Bezug auf seine somatische Tragweite innert kurzer Zeit wieder ausgeheilte - Vorfall vom 27. September 1996, welchen der Beschwerdeführer selber als "Anschlag" mit "dramatische(n) Folgen" bezeichnet (Angaben zuhanden des Dr. med. S.________ vom 23. Mai 1997), in psychischer Hinsicht einen massiven Zusammenbruch und nachfolgend eine, die Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigende schwere reaktive Depression ausgelöst hat. Dies bezeugt namentlich auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer eine vom 1. September bis 31. Oktober 1997 befristete halbe Rente der Invalidenversicherung erhalten hat und erst im Oktober 1999 - und damit über drei Jahre nach dem Ereignis - wieder eine Stelle im angestammten Beruf antrat. In Anbetracht der vom Beschwerdeführer persönlich am 23. Mai 1997, im Juni 1998 (wiedergegeben im Gutachten des Dr. med. S.________ vom 6. Juni 1998, S. 2 oben) und am 1. Juli 2003 schriftlich festgehaltenen, weitgehend identischen Beschwerdeschilderungen sowie des von diesem in seinen Angaben vom 1. Juli 2003 ausdrücklich angebrachten Hinweises, wonach sich sein Zustand seit dem Unfall vom 27. September 1996 laufend verschlechtert habe, kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer durch das besagte Erlebnis ein - nach eigener Darstellung nie ganz überwundenes - Trauma erlitten hat, dessen innerseelische Auswirkungen stets, wenn auch zeitweilig in gemilderter Form, vorhanden waren. Es erscheint damit nachvollziehbar und plausibel, wenn Dr. med. C.________ im Gutachten vom 16. Juli 2003 auf ein nach Art und Pathogenese zusammenhängendes psychisches Krankheitsbild geschlossen hat. Mit der Vorinstanz ist nach dem Gesagten anzunehmen, dass der ab Oktober 2002 zu einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit und schliesslich zur Invalidität führende Gesundheitsschaden in einem engen sachlichen Zusammenhang zu der ab Ende September 1996 im Anschluss an den Vorfall im Heim X.________ aufgetretenen, bereits damals zu einer längeren Arbeitsabstinenz führenden gesundheitlichen Problematik steht. Soweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erneut implizit auf die Berichte des Dr. med. H.________ vom 29. August 2003 und der Frau Dr. med. T.________ vom 25. September 2003 Bezug genommen wird, kann auf die Erwägungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden, welches sich mit den darin enthaltenen, von den vorstehend gezogenen Schlussfolgerungen abweichenden Aussagen einlässlich auseinandersetzt und diese überzeugend widerlegt. Gleiches hat für die vorinstanzlichen Ausführungen zur Beweistauglichkeit der Expertise des Dr. med. C.________ vom 16. Juli 2003 zu gelten; es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt wäre, sodass sich weitere ärztliche Untersuchungen, namentlich die vom Beschwerdeführer beantragte Begutachtung zur Ursache der Arbeitsunfähigkeit und zum kausalen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 27. September 1996, erübrigen.