Citation: 8C_462/2022 E. 3.1

3.1. Zum Ereignis vom 4. November 2020 erwog die Vorinstanz, die Beschwerdegegnerin sei seitlich in das von zwei Schülerinnen geschwungene Langseil hineingerannt, im Seil gesprungen und beim Versuch, seitlich wieder hinauszurennen, am Seil hängen geblieben und hingefallen. Die Beschwerdeführerin gehe gestützt auf die Angaben ihres beratenden Arztes Dr. med. B.________, Orthopädische Chirurgie, von einem Geschehen aus, das sich in drei Elemente unterteilen lasse, nämlich dem Lossprinten, dem Hängenbleiben mit dem Fuss am Seil und dem Sturz. Programmwidrig seien gemäss Beschwerdeführerin das Hängenbleiben und der Sturz. Der Achillessehnenriss sei aber aus versicherungsmedizinischer traumatologischer Sicht überwiegend wahrscheinlich durch die forcierte Belastung der Wadenmuskulatur beim Ansetzen des Sprintes entstanden. Einzig diese Belastung sei geeignet gewesen, eine derart hohe Kraft auf die Achillessehne auszuüben, dass es zu deren Zerreissen habe kommen können. Dieser Auffassung sei nicht zu folgen, so die Vorinstanz weiter, da das Ereignis als Einheit zu werten sei und nicht in drei unabhängige Teilphasen zerlegt werden könne. Der Geschehensablauf sei nicht eindeutig und zweifelsfrei feststellbar. Widersprüchliches habe die Beschwerdegegnerin jedoch nicht berichtet, auch wenn sie ihre Angaben zum Hergang nach und nach ergänzt habe. So könne es sein, dass die Achillessehne bereits nach dem Sprint und vor dem Hängenbleiben am Seil gerissen sei. Aufgrund der Angaben im Fragebogen vom 16. November 2020 sei aber auch denkbar, dass sie durch das Hängenbleiben falsch gelandet und dadurch die Sehne gerissen sei. Jedenfalls sei durch das Hängenbleiben oder durch den Sturz der Geschehensablauf programmwidrig unterbrochen worden. Selbst wenn der Ablauf nicht als Einheit angesehen werde, liegt mit der Sprungfolge im Langseil eine spezielle Situation vor, bei der bereits ein kurzes, falsches Schwingen desselben wohl ebenfalls als Programmwidrigkeit zu werten wäre, was sich allerdings im Nachhinein nicht mehr rekonstruieren lasse. Ein ungewöhnlicher äusserer Faktor sei gegeben und daher der Unfallbegriff erfüllt.