Citation: 4A_241/2014 E. 2.1

2.1. Nachdem das Obergericht am 10. April 2013 auf die selbstständige Berufung der Beschwerdeführer vom 30. August 2012 mangels rechtzeitiger Bezahlung des Kostenvorschusses nicht eingetreten ist, haben die Beschwerdeführer zusammen mit der am 25. Mai 2013 erstatteten Antwort auf die Berufung des Beschwerdegegners eine Anschlussberufung erhoben, in welcher sie die gleichen Anträge stellten wie in ihrer selbstständigen Berufung vom 30. August 2012. Auf diese Anschlussberufung ist die Vorinstanz nicht eingetreten. Sie hielt fest, das Gesetz gebe keine Antwort auf die Frage, ob diejenige Partei, die das erstinstanzliche Urteil mit selbstständiger Berufung angefochten habe, eine Anschlussberufung zu einer selbstständigen Berufung der Gegenpartei erheben könne. Diese Frage sei auch in der Lehre umstritten. Gestützt auf die bis am 31. Dezember 2010 geltende kantonale Praxis sowie die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum OG (Urteil 4C.276/2001 vom 26. März 2002 E. 1) erscheine es jedoch nicht zulässig, einer unzureichend begründeten selbstständigen Berufung unter dem Vorwand einer Anschlussberufung eine verbesserte Begründung nachzuschieben. Gleiches habe zu gelten, wenn auf eine selbstständige Berufung wegen Fehlens einer Prozessvoraussetzung (Nichtbezahlung des Kostenvorschusses innert angesetzter Frist) nicht eingetreten werde. Folglich könne keine Anschlussberufung auf die Berufung der Gegenpartei erhoben werden, um damit einen solchen formellen Mangel zu heilen. Denn dies würde auch auf eine nachträgliche Erstreckung der bereits verpassten Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses hinauslaufen, wobei der Gegenpartei diese Möglichkeit nicht zustehe, was auf eine Ungleichbehandlung hinauslaufe.