Citation: 6B_246/2023 E. 2.1.1

2.1.1. Die Vorinstanz stützt den Tatvorwurf zunächst auf den Brandursachenbericht der Kantonspolizei Thurgau, Dienststelle Brände und Explosionen, vom 1. März 2019. Demnach sei vor allem die Küche auf der Westseite im Erdgeschoss vom Brand betroffen gewesen, während die anderen Räumlichkeiten sekundäre Brand-, Hitze- oder Wasserschäden durch die Löscharbeiten erlitten hätten. Die Küche sei vollständig ausgebrannt. Der Brand habe sich von diesem Raum aus auf das weitere Objekt ausgebreitet. Auffällig sei der örtlich begrenzte Wegbrand des hölzernen Riemenbodens in der Raummitte der Küche; diese Zone könne als Brandherdbereich bezeichnet werden. Die hölzerne Unterbodenkonstruktion weise keine örtlich tiefen Ausbrennungen auf, was auf eine punktuelle Brandentstehung im Bodenbereich hindeute. Das Spurenbild im Brandherdbereich spreche für einen flüssigen Brandbeschleuniger, was auch den gleichmässig begrenzten Wegbrand des Riemenbodens erklären würde. Dass kein Brandbeschleuniger nachweisbar gewesen sei, sei nicht erstaunlich, da sich flüssiger Brandbeschleuniger auf der glatten, dichten Oberfläche verteilen und dort restlos habe abbrennen können. Andere Brandursachen könnten zudem ausgeschlossen werden, namentlich Gas, die Heizung, eine elektrische Ursache, Blitzschlag, fahrlässiger Umgang mit Raucherutensilien oder spielende Kinder. Aus dem Spurenbereich sei auf ein Einbringen und Entzünden des Brandbeschleunigers durch die Küchen- bzw. Katzentüre zu schliessen. Das vom Beschwerdeführer in Auftrag gegebene Privatgutachten zum Brandgeschehen vermöge den Brandursachenbericht der Kantonspolizei resp. den darin geschilderten mutmasslichen Brandverlauf nicht in Zweifel zu ziehen, so die Vorinstanz. Namentlich habe der Privatgutachter die Brandausbreitung in der Küche von Westen her deshalb nicht bestätigen können, weil er nicht über alle relevanten Akten, insbesondere Fotos, verfügt habe. Entgegen seiner Vermutung könne Flüssiggas als Brandursache ausgeschlossen werden, da solches in der Schweiz - anders als in Deutschland, dem Heimatland des Privatgutachters - kaum zum Einsatz komme. Aus der dem Privatgutachter ebenfalls nicht bekannten Fotodokumentation sei zudem ersichtlich, dass der Riemenboden vor dem Gasherd viel weniger stark verbrannt gewesen sei als im rechten Teil der Küche, der im offiziellen Brandursachenbericht als Brandherd bezeichnet werde. Die vom Privatexperten ins Feld geführte Möglichkeit, den eingeschalteten Herd als Zeitzündvorrichtung zu benutzen, sei aufgrund einer automatischen Abschaltfunktion ebenfalls zu verwerfen, zumal der Herd untersucht worden und in ordnungsgemässem Zustand gewesen sei. Die Küche des zum Ereigniszeitpunkt leer stehenden Hauses sei seit zwei Wochen nicht mehr benutzt worden. Auch, dass der angelötete Gasschlauch spurlos vom Herd getrennt worden sein könnte, sei zwar denkbar, durch einen Laien aber äusserst unwahrscheinlich. Entgegen der Darstellung des Privatgutachters sei ein Einbringen des Brandbeschleunigers durch die Katzentüre mit dem Abbrand des Bodens vereinbar. Die notwendige "Weiterwirkung" (wohl Brandausdehnung) könne auch ohne Gefälle des Bodens durch schräges Hineinschütten des Brandbeschleunigers mittels eines Kanisters mit Ausgussstutzen oder Zusammendrücken einer PET-Flasche, wie im offiziellen Bericht geschildert, erzielt worden sein. Schliesslich spreche nicht gegen die Einschätzung des offiziellen Brandursachenberichts, dass kein Brandbeschleuniger festgestellt worden sei. Wenngleich ein Ausbringen des Brandbeschleunigers im Hausinnern einfacher gewesen wäre, kämen die einzig möglichen Personen, die Beschwerdegegnerin 2, deren Töchter oder eine Nachbarin, als Täterinnen nicht in Frage. Ein Motiv sei, insbesondere mit Bezug auf die Beschwerdegegnerin 2, nicht ersichtlich, habe sie doch das Haus in Stand gestellt und wenige Wochen nach dem Brand vermieten wollen. Demgegenüber habe sich der Beschwerdeführer verdächtig gemacht, weil er der Polizei seine Adresse nicht bekannt gegeben und in der Tatnacht ein Fahrzeug gemietet habe und weil er wenige Tage nach dem Brand mit seinem Besitzstand nach Italien ausgereist sei, anstatt am vereinbarten Einvernahmetermin zu erscheinen.