Citation: 8C_11/2021 E. 5.2

5.2. Dem ist entgegenzuhalten, dass der Gutachter für leidensangepasste Tätigkeiten im Längsschnitt medizinisch-theoretisch eine 70%ige Arbeitsfähigkeit attestierte (vgl. Gutachten S. 29). In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 26. August 2020 hielt Dr. med. C.________ zudem fest, die aktuell ausgeübte Tätigkeit in einem 30 %-Pensum als Juristin bei einer Naturschutzorganisation sei als leidensangepasst zu verstehen und könnte unter der Voraussetzung der weitergeführten supportiven fachärztlich-psychiatrischen Behandlung auf 70 - 80 % erhöht werden. Daraus erhellt, dass der Gutachter die Pensumssteigerung von der Weiterführung der psychiatrischen Behandlung abhängig macht. Entsprechen die aus medizinischer Sicht notwendigen "Überbrückungsmassnahmen" somit nicht Eingliederungsmassnahmen im Sinne der Art. 8 ff. IVG, sondern einer - in den Zuständigkeitsbereich der Krankenversicherung fallenden - Heilbehandlung, so durfte die Vorinstanz von der Fiktion einer zumutbaren Verwertung der - vorerst noch - rein medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit ausgehen (vgl. Urteil 9C_432/2015 vom 23. September 2015 E. 5.2.2). Mit anderen Worten erscheint es nicht offensichtlich unrichtig, wenn die Vorinstanz aufgrund der Ausführungen des Gerichtsgutachters - zumindest implizit - davon ausgegangen ist, dass es zur Aktivierung der grundsätzlich gegebenen Arbeitsfähigkeit nicht der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen bedürfe (vgl. Urteil 9C_432/2015 vom 23. September 2015 E. 5.2).