Citation: 9C_745/2019 E. 2.1

2.1. Das kantonale Gericht hat die vom Bundesgericht mit Urteil 9C_344/2019 vom 8. August 2019 geforderte Indikatorenprüfung gemäss BGE 141 V 281 nachgeholt, wobei als medizinische Grundlage die beweiskräftige Expertise der MEDAS vom 13. Juni 2016 diente. Zu den einzelnen Indikatoren hat das Gericht folgende Feststellungen getroffen: Die Kriterien für die Diagnose einer (anhaltenden) somatoformen Schmerzstörung seien erfüllt. Das Leiden sei so verfestigt und chronifiziert, dass es als therapeutisch nicht mehr angehbar qualifiziert werden müsse. Die von den Gutachtern beschriebenen Komorbiditäten seien nicht sonderlich ausgeprägt. Die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin sei sodann unauffällig. Das Beschwerdebild sei im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung wesentlich durch die Angst der Beschwerdeführerin beeinflusst gewesen, ihr Ehemann könnte erneut an einem Hirntumor erkranken. Solche Sorgen und Ängste stellten eine normale Reaktion auf belastende Lebensumstände dar, die bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung ausgeblendet werden müsse. Obwohl sich das Leiden konsistent in allen vergleichbaren Lebensbereichen auswirke, sei in der MEDAS-Expertise für die Führung des eigenen Zweipersonenhaushaltes ohne Begründung eine deutlich höhere Arbeitsfähigkeit (80 %) attestiert worden als für ideal leidensangepasste ausserhäusliche Tätigkeiten (50 %). Die Tätigkeit im eigenen Haushalt sei nicht leidensadaptiert, da sie eine erhöhte Flexibilität erfordere. Zur Haushaltsführung gehöre nämlich auch die freie Planung und Organisation der einzelnen Verrichtungen, wobei verschiedene Entscheidungen jeweils spontan unter Berücksichtigung der konkreten Umstände getroffen werden müssten. Ein Haushalt könne nicht immer strikt nach einer festen Vorgabe geführt werden. Wenn es der Beschwerdeführerin gemäss MEDAS-Gutachten trotz ihrer Beeinträchtigungen zumutbar sei, im eigenen Haushalt zu 80 % tätig zu sein, müsse dies mindestens im gleichen Umfang auch für eine optimal leidensangepasste Tätigkeit gelten. Würde der nicht krankheitsbedingte Anteil konsequent ausgeklammert, dürfte die Arbeitsfähigkeit sogar noch höher ausfallen. Hinweise auf eine Malcompliance bestünden schliesslich nicht. Zusammenfassend lasse sich anhand der Indikatorenprüfung eine Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestätigen. Mit Blick auf die Standardindikatoren rechtfertige sich die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit (von 50 %) in leidensangepasster Tätigkeit jedoch nicht. Aufgrund des Vergleichs mit dem Haushalt sei von einem zumutbaren Pensum von mindestens 80 % in leidensadaptierter Tätigkeit auszugehen. Auch sei das Beschwerdebild nicht unwesentlich in krankheitsfremden Umständen begründet. Gestützt hierauf hat die Vorinstanz bei nicht rentenbegründendem Invaliditätsgrad einen fortdauernden Rentenanspruch verneint.