Citation: I 97/03 27.02.2004 E. 3

Zu prüfen ist schliesslich die Invaliditätsbemessung nach der hier anwendbaren Methode des Einkommensvergleichs. 3.1 Das kantonale Gericht hat zur Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens die vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 1994 herangezogen. Danach betrug der durchschnittliche Monatslohn Fr. 4127.- (Tabelle T A 1.1.1, Privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Männer). Diesen Wert hat die Vorinstanz zutreffend auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (41,9 Stunden) hochgerechnet und auf diese Weise einen Jahreslohn ermittelt, den sie - den persönlichen und beruflichen Umständen des Versicherten Rechnung tragend - um 15 % herabsetzte. Sodann hat das kantonale Gericht festgestellt, dass der bei der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers erzielbare Lohn deutlich unter den branchenüblichen Ansätzen lag. Entsprechend der Differenz zwischen dem von der Arbeitgeberin angegebenen Verdienst im Jahre 1994 (Fr. 61'451.-) und dem branchenüblichen Ansatz im Bereich der chemischen Industrie von Fr. 5354.- monatlich bzw. Fr. 64'248.- jährlich (LSE 1994, T A 1.1.1, Klasse Chemische Erzeugnisse, Anforderungsniveau 4, Männer), angepasst an die in diesem Wirtschaftszweig im Jahre 1994 üblich gewesene wöchentliche Arbeitszeit von 40,8 Stunden (Fr. 65'532.96), reduzierte die Vorinstanz daher das Invalideneinkommen um weitere 6,22 %. Das um den Grad der Arbeitsunfähigkeit (50 %) gekürzte Resultat (Fr. 20'676.10) hat sie dem Valideneinkommen gegenübergestellt und hieraus einen Invaliditätsgrad von 66,36 % ermittelt, womit der für den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente erforderliche Eckwert von 66 2/3 % nicht erreicht war. 3.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, das Valideneinkommen könne nicht gestützt auf den Fragebogen für die Arbeitgeberin vom 3. Januar 1995 festgelegt werden, wonach er im Gesundheitsfall im Jahre 1994 einen Verdienst von Fr. 61'451.- erzielt haben würde. Verglichen mit den Lohnsummen der beiden Vorjahre (1992: Fr. 54'711 und 1993: Fr. 55'973.-) hätte es sich um eine Lohnerhöhung von über 9 % gehandelt, wofür die Arbeitgeberin keine Begründung geliefert habe und sich auch sonst aus den Akten keine Anhaltspunkte ergäben. Wie es sich damit verhält, ist nicht weiter abzuklären. Werden wie im vorliegenden Fall die Vergleichseinkommen (Einkommen mit und ohne Invalidität) gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE ermittelt, erübrigt es sich, auf das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung tatsächlich erzielbare Einkommen beim ehemaligen Arbeitgeber Bezug zu nehmen. Die Vorinstanz hat das Valideneinkommen anhand des Tabellenlohnes im Wirtschaftszweig bestimmt, in welchem der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens erwerbstätig war (Fr. 65'532.96). Das erweist sich als sachgerecht und ist unbestritten. Verglichen mit dem entsprechend der leidensbedingten Einbusse (15 %) und dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (50 %) reduzierten Invalideneinkommen (Fr. 51'876.39 x 0,85 x 0,5 = Fr. 22'047.47) ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 66,36 %. Die Vorinstanz hat zwar in die Vergleichsrechnung als Valideneinkommen den von der Arbeitgeberin mitgeteilten Betrag (Fr. 61'451.-) eingesetzt, das Invalideneinkommen aber entsprechend der Differenz zwischen diesem Lohn und branchenüblichem Ansatz (6,22 %) reduziert, wodurch sich dasselbe Ergebnis einstellte. Wird wie vom Beschwerdeführer beantragt das tatsächlich erzielte Valideneinkommen tiefer angesetzt (Fr. 54'000.-), erhöht sich der beim Invalideneinkommen vorzunehmende Abzug auf 17,60 %. Auch bei dieser Vergleichsrechnung ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 66,36 %. 3.3 Der Versicherte macht weiter geltend, dem kantonalen Gericht sei bei der Invaliditätsbemessung ein Rechenfehler unterlaufen. Richtigerweise ergebe sich auf Grund der vorinstanzlichen Annahmen ein Invaliditätsgrad von 67,23 % anstelle von 66,36 %. Die Vorinstanz hat bei der Ermittlung des Invalideneinkommens in einem ersten Schritt den Tabellenlohn wegen leidensbedingter Einbussen um 15 % und das Ergebnis in einem zweiten Schritt - entsprechend der Differenz zwischen Valideneinkommen und branchenüblichem Ansatz - um weitere 6,22 % herabgesetzt. Demgegenüber werden in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde die beiden Reduktionsfaktoren addiert und der Tabellenwert um die Summe (21,22 %) vermindert, was zu einem tieferen Invalideneinkommen führt. Die Berechnungsweise des Versicherten ist methodisch unrichtig. Nach der Rechtsprechung sind die gegebenenfalls in Frage kommenden Faktoren, welche eine Reduktion des Invalideneinkommens bewirken (Grad der Arbeitsunfähigkeit; invaliditätsbedingte Einbussen; Differenz zwischen dem ohne Gesundheitsschaden tatsächlich erzielten Verdienst und dem branchenüblichen Lohn) einer nach dem andern vorzunehmen. Die Reihenfolge ist dabei nicht entscheidend. Wird zum Beispiel (BGE 126 V 81 f. Erw. 7) der Ausgangswert von Fr. 54'201.20 zunächst entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit um 50 % herabgesetzt, ist der zu gewährende Abzug von 15 % wegen leidensbedingter Einbussen von diesem Zwischenergebnis (Fr. 27'100.60) vorzunehmen und nicht wiederum vom Ausgangswert, was zu einem Betrag von Fr. 23'205.50 führt. Demgegenüber ergäbe die Berechnungsmethode des Beschwerdeführers einen Betrag von Fr. 17'920.40 (Fr. 54'201.20 minus 65 % von Fr. 54'201.20), was nach dem Gesagten nicht richtig ist. 3.4 Zusammengefasst ist die vorinstanzliche Invaliditätsbemessung nicht zu beanstanden. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die diese als rechtsfehlerhaft erscheinen liessen. Der Eckwert von 66 2/3 %, der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet, wird mit dem ermittelten Invaliditätsgrad von 66,36 % nur knapp verpasst. Die Rechtsprechung, wonach an einem auf Grund von korrekt bestimmten Faktoren mathematisch exakt berechneten Invaliditätsgrad nicht mehr gerundet werden darf (BGE 127 V 129), ist mit dem zur Publikation in BGE 130 V bestimmten Urteil R. vom 19. Dezember 2003, U 27/02, geändert worden. Neu gilt, dass ein rechnerisch exakt ermittelter Invaliditätsgrad nach den anerkannten Regeln der Mathematik auf die nächste Prozentzahl auf- oder abzurunden ist. Demnach ist bei einem Invaliditätsgrad bis x,49...% auf x % abzurunden und bei Werten ab x,50...% auf x+1 % aufzurunden (Urteil R. vom 19. Dezember 2003, Erw. 3). Im vorliegenden Fall ist gestützt auf die geänderte Rechtsprechung der Invaliditätsgrad von 66,36 % auf 66 % abzurunden. Im Ergebnis bleibt es daher beim Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.