Citation: U 154/04 16.01.2006 E. 3

3.1 Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen; vgl. 130 III 324 f. Erw. 3.2 und 3.3). 3.2 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die SUVA und durch UVG-Privatversicherer eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb; RKUV 1993 Nr. U 167 S. 96 Erw. 5a mit weiteren Hinweisen). Auch Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 353 f. Erw. 5b/ee). 3.3 Der Versicherte beklagte sich etwa ein Jahr nach dem Unfall über Schulterbeschwerden (Bericht des Dr. med. S.________ vom 16. April 1998). Die Ärzte der Klinik Y.________ stellten am 6. April 1998 unter anderem eine "hintere Schulterinstabilität rechts" fest (Bericht vom 9. April 1998). SUVA-Kreisarzt Dr. med. A.________ überwies den Versicherten am 7. Mai 1998 zur diesbezüglichen weiteren Abklärung an die Rehaklinik D.________ mit dem Hinweis, dass "die leichte Schulterinstabilität wahrscheinlich vorbestehend und durch den Muskelschwund manifest geworden" sei. Gemäss Bericht der Rehaklinik vom 10. Juni 1998 war die Ursache für die palmare Instabilität des distalen Radioulnargelenkes rechts unklar, "zumal ein Zusammenhang mit dem Unfall vehement negiert wird und die Beschwerden angeblich erst im Anschluss an den operativen Eingriff vom 30. September 1997 auftraten". Klinisch-anatomisch stehe die Instabilität im Zusammenhang mit einer Läsion des TFCC, allenfalls auch mit einer erst jetzt manifest gewordenen muskulären Dekompensation. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. Juni 1998 stellte Dr. med. A.________ fest, es sei wahrscheinlich, dass die Instabilität schon vorbestanden habe und durch den Unfall lediglich dekompensiert worden sei. Nach weiteren medizinischen Abklärungen teilte die SUVA dem Versicherten am 19. November 1998 mit, dass die Schulterbeschwerden rechts nicht mit der mindestens erforderlichen Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 23. Januar 1997 zurückzuführen seien. Es lägen damit weder Folgen eines versicherten Unfalles noch eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 UVV vor. Das Beschwerdebild der rechten Schulter sei nach medizinischer Beurteilung auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen. Zum gleichen Schluss gelangte Prof. Dr. med. B.________ in seinem Gutachten vom 24. Juni 2002. Es handle sich um eine vorbestehende, im Rahmen einer degenerativen Abnützung zu verstehende, durch den Unfall nicht verschlimmerte symmetrische multidirektionale Schulterinstabilität sowie ein Impingement Grad I. 3.4 Die Vorinstanz ist gestützt darauf zum richtigen Ergebnis gelangt, dass die Schulterbeschwerden nicht als unfallkausal zu qualifizieren und damit nicht in die Ermittlung des Invaliditätsgrades einzubeziehen sind. Es liegen keine konkreten Indizien vor, welche gegen die Zuverlässigkeit der gewürdigten ärztlichen Stellungnahmen - darunter eines unabhängigen Experten - sprechen würden. Damit kann auf die übereinstimmenden Einschätzungen des Prof. Dr. med. B.________ und des SUVA-Kreisarztes in dessen Bericht vom 12. Oktober 1998 abgestellt werden, wonach die Arbeitsfähigkeit des Versicherten unfallbedingt in einer dem Leiden angepassten Verweisungstätigkeit zu 25 % eingeschränkt ist.