Citation: 9C_596/2016 E. 5.3

5.3. Was den Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen; BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) betrifft, hielt die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin habe das College absolviert, verfüge über einen Bachelorabschluss in Biologie und sei von 1994 bis 1996 in Pakistan als Primarlehrerin tätig gewesen. Daher bestünden erhebliche intellektuelle Ressourcen. Ebenfalls als positiv erachtete das kantonale Gericht die gutachtlich festgestellte Leistungsorientiertheit der Beschwerdeführerin, welche diese nicht zuletzt durch das Führen eines Restaurants zusammen mit ihrem Ehemann bewiesen habe. Die Beschwerdeführerin wendet ein, entgegen den Feststellungen im angefochtenen Entscheid belasteten sie die traumatischen Erfahrungen in ihrer Adoleszenz nachhaltig, so dass sie heute wenig belastbar und rasch überfordert sei. Sie leide an einem Drang, sich selbst zu schlagen und an den Haaren zu ziehen. Sie bestrafe sich selbst, da sie ein schlechter Mensch sei. Ferner esse sie unkontrolliert alles, was ihr in die Hände falle. Zusammenfassend fielen viele Merkmale negativ ins Gewicht. Sinngemäss rügt sie damit eine unvollständige Tatsachenfeststellung durch die Vorinstanz. In der Tat hat die Vorinstanz den Sachverhalt in Bezug auf den Indikator "Persönlichkeit" - durch eine äusserst selektive Berücksichtigung lediglich derjenigen gutachtlichen Ausführungen, die in Bezug auf die Ressourcen der Beschwerdeführerin positiv zu werten sind - unvollständig und damit bundesrechtsverletzend festgestellt (vgl. dazu ULRICH MEYER, Tatfrage - Rechtsfrage, in: Grenzfälle in der Sozialversicherung, 2015, S. 101). Beispielhaft zu erwähnen sind die ungewürdigt gebliebenen Darlegungen des Sachverständigen zu den rigiden Zügen der Beschwerdeführerin mit hohen Anforderungen an das eigene Selbst, Selbsthass und Selbstbestrafung, masochistische Tendenzen mit sich selbst schlagen sowie eine Tendenz zu Selbstverletzungen. Diese Züge erachtete der Experte für die aktuelle klinische Symptomatik "klar" als mitentscheidend und für die Prognose als eher ungünstig, womit die Unvollständigkeit des Sachverhalts für das Verfahren entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 i.f. BGG).