Citation: 6B_1454/2020 E. A

B.________ hielt sich am 1. August 2019 mit seiner damaligen Freundin und deren Vater in der W.________anlage in Zürich auf, als es um 17.50 Uhr zwischen ihm und D.________ zu einer Auseinandersetzung kam. D.________ ging auf ihn los und griff ihn mit einem Glasgegenstand an. Beim Versuch, seinen Hals zu schützen, wurde B.________ an der Hand verletzt. Daraufhin verliess er den Ort des Geschehens und kehrte kurz darauf miteinem Klappmesser bewaffnet zurück. Mit diesem fuchtelte er aus einiger Distanz vor D.________ in der Luft herum, ohne diesen damit aber ernsthaft zu bedrohen oder anzugreifen. D.________ versuchte in der Folge erneut, auf ihn loszugehen, und musste von mehreren Personen zurückgehalten werden. B.________ entfernte sich alsdann von der W.________anlage in Richtung U.________platz. Jemand rief, man solle ihn aufhalten. Auf der V.________strasse, Höhe Liegenschaft xxx, stellte sich B.________ der ihm unbekannte A.________entgegen und hielt ihn für kurze Zeit mit den Armen im Bereich der Schultern fest. Um sich zu befreien, fügte B.________ A.________ mit dem Klappmesser mit einer "relativ stark" von unten nach oben ausgeführten Bewegung einen Stich in die linke Seite des Brustkorbs, circa 5 cm unterhalb der Achsel, zu. Durch die Stichverletzung in den vierten und fünften Zwischenrippenraum erlitt A.________ ein Weichteilemphysem sowie einen Pneumothorax mit einer Einblutung in die Lunge und das Lungenfell. Diese Verletzung erforderte einen chirurgischen Eingriff und einen mehrtägigen Spitalaufenthalt. Aus rechtsmedizinischer Sicht wurde eine unmittelbare Lebensgefahr ausgeschlossen, da eine solche durch rechtzeitige medizinische Versorgung habe abgewendet werden können.