Citation: 8C_154/2020 E. 3.3

3.3. Die Versicherte beendete das Arbeitsverhältnis selber fristlos und gab im Antrag zur Arbeitslosenentschädigung vom 15. Dezember 2018 an, gegen die B.________ AG keine Lohnansprüche geltend gemacht zu haben und auch nicht arbeitsgerichtlich vorgehen zu wollen. Hierzu entschied sie sich - eigenen Angaben gemäss - erst im Februar 2019 und zwar primär in Bezug auf ein von der Arbeitgeberin auszustellendes Arbeitszeugnis. Damit musste die Arbeitslosenkasse in Würdigung der konkreten Umstände im Zeitpunkt der Anmeldung, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, keine begründeten Zweifel über Ansprüche aus dem Arbeitsvertrag nach Art. 29 AVIG hegen. Die Arbeitslosenkasse durfte vielmehr bei dieser Sach- und Rechtslage die Verhältnisse bei der Anmeldung als liquid und unumstritten beurteilen (NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2399 Rz. 451). Daran ändert auch ihr Schreiben vom 14. Dezember 2018 an die Arbeitslosenkasse nichts, worin sie ihre Gründe für die fristlose Entlassung darlegte. Ebenso wenig lässt sich etwas zugunsten der Beschwerdeführerin aus der von ihr angerufenen Weisung des SECO in AVIG-Praxis ALE Rz. C221 ableiten, die sich auf begründete Zweifel im Zusammenhang mit fristlosen Entlassungen, bei Nichteinhaltung von Kündigungsfristen und bei Verlängerungen der Kündigungsfristen wegen Sperrfristen bezieht. Diese ist somit für den vorliegenden Sachverhalt nicht einschlägig. Nicht stichhaltig sind weiter ihre Darlegungen im Zusammenhang mit dem zitierten Urteil 8C_305/2009 vom 23. September 2009, da es sich hier - anders als dort - nicht um einen Anwendungsfall von Art. 29 Abs. 1 OR handelt. Die Vorinstanz verletzte nach dem Gesagten kein Bundesrecht, wenn sie vorliegend die Anwendung dieser Sondernorm verneinte.