Citation: 4A_294/2022 E. 3.2.4

3.2.4. Der Einzelschiedsrichter stellte fest, dass der zwischen den Parteien abgeschlossene Transfervertrag vom 27. Mai 2018 hinsichtlich der Streitbeilegung auf die Zuständigkeit der FIFA sowie die anwendbaren Verbandsregeln verweist. Wie bereits das Arbitration Centre in seinem Entscheid vom 25. April 2021 hat auch der Einzelschiedsrichter des TAS ausdrücklich auf Artikel 45 (3) der EFA-Statuten hingewiesen, der vorsieht, dass Entscheidungen der verbandsinternen Dispute Resolution Chamber der EFA zunächst beim Arbitration Centre, danach bei der Dispute Resolution Chamber der FIFA und letztlich beim TAS angefochten werden können. Der Beschwerdeführer stellt zu Recht nicht in Abrede, dass es sich dabei um eine gültige Schiedsklausel handelt, an die er gebunden ist. Er beruft sich auch nicht etwa darauf, nach dem Entscheid des Arbitration Centre hätte nochmals die Dispute Resolution Chamber der FIFA angerufen werden müssen, die sich im konkreten Fall - aufgrund des nationalen Charakters der Streitigkeit - bereits in einem früheren Zeitpunkt für unzuständig erklärt hatte. Der Einzelschiedsrichter stützte sich zudem auf Artikel 56 lit. c des EFA-Reglements, der vorsieht, dass verbandsinterne Entscheide der EFA zunächst beim Arbitration Centre und schliesslich beim TAS angefochten werden können. Er führte zum verbandsrechtlich vorgesehenen Instanzenzug zutreffend aus, dass die erwähnte Reglementsbestimmung, die nach der Anfechtung eines verbandsinternen Entscheids beim Arbitration Centre die Möglichkeit einer Anfechtung beim TAS vorsieht, nicht mit den Bestimmungen des Reglements des Arbitration Centre vereinbar ist, das in Artikel 81 die Anfechtung eines Schiedsentscheids des Arbitration Centre - mit Ausnahme der in Artikel 92 vorgesehenen Berufung innerhalb des Arbitration Centre - ausschliesst. Die in der Beschwerde vertretene Ansicht, nach der das Reglement des Arbitration Centre als lex specialis dem EFA-Reglement vorgehe, überzeugt nicht. Der Beschwerdeführer räumt ein, dass nach der im zu beurteilenden Fall anwendbaren verbandsrechtlichen Schiedsklausel gegen einen Entscheid des Arbitration Centre die Berufung ans TAS offensteht; dies steht im Widerspruch zu Artikel 81 und 92 des Reglements. Insoweit geht der Beschwerdeführer selber von einem Vorrang der verbandsrechtlichen Regeln der EFA gegenüber dem Reglement des Arbitration Centre aus. Dass dem verbandsrechtlich vorgesehenen Instanzenzug grundsätzlich zu folgen ist, entspricht auch dem die nichtstaatliche Gerichtsbarkeit beherrschenden Grundsatz der Privatautonomie. In diesem Sinne stellt im Übrigen auch Artikel 92 Abs. 1 des Reglements des Arbitration Centre klar, dass die Möglichkeit eines Weiterzugs an die (interne) Berufungsinstanz nicht etwa zwingend ist, sondern vielmehr der Parteidisposition unterliegt. Inwiefern die schiedsgerichtliche Auslegung, nach der das in Artikel 56 lit. c des EFA-Reglements aufgeführte Arbitration Centre im Lichte dieser Bestimmung als Berufungsinstanz zu verstehen ist, gegen anerkannte Auslegungsgrundsätze verstossen soll, vermag der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen. Im Gegenteil ergibt sich sowohl aus Artikel 45 (3) der EFA-Statuten ("Challenges to its decisions shall be made before the [...] Arbitration Centre [...]") als auch aus Artikel 56 lit. c des EFA-Reglements ("it is permissible to challenge the decision issued by this committee before the [...] Arbitration Centre [...]") ausdrücklich, dass es sich beim Verfahren vor dem Arbitration Centre nicht um ein Klage-, sondern um ein Anfechtungsverfahren handelt, in dem über das Rechtsmittel gegen einen Entscheid des EFA Dispute Settlement Committee entschieden wird. Die Erwägung im angefochtenen Entscheid, nach der das Arbitration Centre mit diesen Bestimmungen nicht allgemein als Schiedsgericht, sondern im Sinne einer Berufungsinstanz zuständig erklärt wird, ist demnach naheliegend. Der Beschwerdegegner weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass Artikel 81 und 92 des Reglements nicht auf die Zuständigkeit des Arbitration Centre als Berufungsinstanz, sondern auf das ordentliche Schiedsverfahren zugeschnitten sind. Insgesamt ist die schiedsgerichtliche Auslegung, nach der Artikel 56 lit. c des EFA-Reglements nur drei Instanzen vorsieht - nämlich das Dispute Settlement Committee der EFA als erste, das Arbitration Centre als zweite und das TAS als dritte Instanz -, nicht zu beanstanden. Dem Einzelschiedsrichter ist keine Verletzung anwendbarer Zuständigkeitsvorschriften vorzuwerfen, indem er den vorgesehenen Instanzenzug als ausgeschöpft ansah und seine Zuständigkeit zur Beurteilung der gegen den Entscheid des Arbitration Centre vom 25. April 2021 erhobenen Berufung bejahte. Damit erweist sich auch der Einwand des Beschwerdeführers als unbegründet, der Einzelschiedsrichter habe zu Unrecht einen Sprungrekurs zugelassen. Fehlte es dem Arbitration Centre nach seinem Entscheid vom 25. April 2021 an der Zuständigkeit zur Beurteilung einer Berufung gegen diesen Entscheid, gereichte es dem Beschwerdegegner nicht zum Nachteil, wenn er zunächst - wie sich herausstellte zu Unrecht - an eine unzuständige Instanz gelangte. Abgesehen davon, dass der weitere Einwand der abgeurteilten Sache nicht im Rahmen der Zuständigkeitsrüge zu prüfen ist, sondern unter dem Blickwinkel des Ordre Public nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG (BGE 141 III 229 E. 3.2.1; 140 III 278 E. 3.1; 136 III 345 E. 2.1), leuchtet nicht ein, inwiefern eine abgeurteilte Sache vorliegen soll, nachdem sich erwiesen hat, dass der Rechtsmittelweg an das TAS offensteht. Ebenso wenig kann von "nebeneinander bestehenden Zuständigkeiten" gesprochen werden, die der Beschwerdegegner in rechtsmissbräuchlicher Weise genutzt haben soll. Die zunächst vorgebrachte Rüge hinsichtlich der im Schiedsverfahren erhobenen Einrede der Litispendenz (dazu BGE 127 III 279 E. 2a; Urteil 4A_140/2022 vom 22. August 2022 E. 5.4) hält der Beschwerdeführer in seiner Replik nicht mehr aufrecht, nachdem das (zweite) Verfahren vor der Berufungsinstanz des Arbitration Centre inzwischen infolge Ausbleibens des Kostenvorschusses abgeschrieben worden sei.