Citation: 4C.229/2004 09.08.2004 E. 4.3

Im von der Klägerin unterschriebenen Zeichnungsschein wird auf die Kompetenz des Verwaltungsrats verwiesen, gemäss Art. 634a Abs. 1 OR die nachträgliche Leistung von Einlagen auf nicht voll liberierten Aktien beschliessen zu können. Diese Kompetenz entfällt mit dem Konkurs der Gesellschaft, da danach gemäss Art. 740 Abs. 5 OR die Konkursverwaltung die Liquidation nach den Vorschriften des Konkursrechts besorgt. Dieses sieht in Art. 240 SchKG vor, dass die Konkursverwaltung alle zur Erhaltung und Verwertung der Masse gehörenden Geschäfte zu besorgen hat. Zu diesen Geschäften gehört auch die nachträgliche Einforderung von Einlagen auf nicht voll liberierten Aktien. 4.4 Nach dem Gesagten ist die Kompetenz des Verwaltungsrats, die nachträgliche Liberierung von Aktien zu verlangen, mit dem Konkurs der Gesellschaft gemäss Art. 740 Abs. 5 OR in Verbindung mit Art. 240 SchKG auf die Konkursverwaltung übergegangen. Die Vorinstanz hat daher bundesrechtskonform angenommen, die Konkursmasse habe an Stelle des Verwaltungsrats von der Klägerin die nachträgliche Leistung von Einlagen verlangen können. Entgegen der Annahme der Klägerin spielt insoweit Art. 687 Abs. 2 OR keine Rolle, da diese Bestimmung nicht die Kompetenz zur Einforderung der Nachzahlung nach dem Konkurs der Gesellschaft regelt, sondern die verbleibende Haftung des Zeichners nach einem rechtsgültigen Verkauf seiner teilliberierten Namenaktien bestimmt (vgl. E. 3.3 hiervor).