Citation: 6B_863/2017 E. 2.5.2

2.5.2. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h war dem Beschwerdeführer bekannt. Er wusste, dass er sie mit der gefahrenen Geschwindigkeit von mind. 93 km/h massiv überschritt und dass auf die Rechtskurve ein Fussgängerstreifen folgte. Dass eine derartige Fahrweise zum Verlust der Herrschaft über das Fahrzeug führen kann, war für den Beschwerdeführer erkennbar. Der Beschwerdeführer verfügte kaum über Fahrpraxis und konnte daher auch nicht davon ausgehen, auftretende Schwierigkeiten und kritische Situationen mit Fahrgeschicklichkeit bewältigen zu können (vgl. Urteil 6B_168/2010 vom 4. Juni 2010 E. 1.4). Er wusste auch, dass an einem Samstagnachmittag vor Weihnachten im Dorfkern mit erhöhter Wahrscheinlichkeit Fussgänger und andere Verkehrsteilnehmer anzutreffen sind. Dass unter diesen Umständen die erhöhte Gefahr eines Verkehrsunfalls mit schwerstmöglichen Folgen bestand, war dem Beschwerdeführer bewusst, wie die Vorinstanz festhält. Der Einwand, dass der Fahrlehrer ihn nicht auf eine derartige Situation vorbereitet habe resp. er einen Monat nach der Fahrprüfung noch nicht sämtliche Kurse besucht habe, vermag daran nichts zu ändern. Die sichtbare Strecke war gemäss verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz völlig ungenügend, um bei Gegenverkehr rechtzeitig reagieren zu können. Es war für ihn als Junglenker erkennbar, dass er angesichts seiner kaum vorhandenen Fahrpraxis ein Einbiegen auf die rechte Spur innerhalb kurzer Zeit ohne Verlust der Herrschaft über das Fahrzeug kaum bewältigen würde. Die Wahrscheinlichkeit einer tödlichen Kollision war aufgrund der örtlichen Verhältnisse und seiner Fahrweise derart hoch, dass er sie erkannte (vgl. Urteil 6B_411/2012 vom 8. April 2013 E. 1.4). Der spekulative Einwand des Beschwerdeführers, die Fahrt wäre nachts noch unberechenbarer gewesen, vermag nichts daran zu ändern, dass sich der Zeitpunkt (Samstagnachmittag vor Weihnachten) des Überholmanövers risikoverschärfend auswirkte und dies dem Beschwerdeführer bekannt war. Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, es könne ihm nicht entgegengehalten werden, dass er die Strecke gut kannte, da es noch leichtsinniger gewesen wäre, auf einer unbekannten Strecke in solch einem Tempo zu fahren. Die Streckenkenntnis zeigt, dass sich der Beschwerdeführer der konkreten Gefahr bewusst war. Insofern ist das Vorbringen des Beschwerdeführers unbehelflich. Das Wissenselement des Vorsatzes ist zu bejahen.