Citation: 9C_112/2023 E. 2.1.2

2.1.2. Vorab erscheint fraglich, ob die Gehörsrüge überhaupt den Anforderungen an die Begründungspflicht genügt (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG), was jedoch mit Blick auf Nachfolgendes offen gelassen werden kann. Vorliegend bestanden objektive, konkrete Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer Kenntnis vom Inhalt der Akten hatte, auf welche sich die Vorinstanz berief, so dass sich eine Akteneinsicht erübrigte. So stammen die beiden E-Mailschreiben, auf welche das kantonale Gericht abstützte, von ihm selbst. Die Abzahlungsvereinbarungen, welche die Vorinstanz entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers zu seinen Gunsten in die Würdigung mit einbezog, waren sodann an die C.________ AG adressiert (vgl. die Zahlungsvereinbarungen in den Akten zum Verfahren 9C_88/2023). Die Vorinstanz durfte daher davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer als Verwaltungsratspräsident davon Kenntnis hatte. Abgesehen davon entspricht der von der Vorinstanz zur Begründung herangezogene Inhalt der Unterlagen weitgehend den eigenen Ausführungen des Beschwerdeführers im kantonalen Beschwerdeverfahren respektive den Erwägungen im Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 11. März 2020, auf welches der Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren explizit verwiesen hatte und welches den vorinstanzlichen Akten beiliegt. So hatte der Beschwerdeführer insbesondere die Liquiditätsprobleme (aufgrund ungenügender Werbeeinnahmen), die sich Ende 2017 zugespitzt hatten, selbst angesprochen und Entsprechendes ist auch dem kantonalen Urteil zu entnehmen. Im Übrigen war der Beschwerdeführer am 13. Juli 2022 als Zeuge respektive Auskunftsperson für die im Verfahren AH.2021.11 vorgesehene Verhandlung vom 13. September 2022 vorgeladen worden (vgl. die Vorladung in den Akten zum Verfahren 9C_88/2023). Spätestens zu diesem Zeitpunkt erlangte er somit Kenntnis vom laufenden Parallelverfahren. Zwar war das Schreiben an ihn persönlich gerichtet. Inwiefern er es jedoch trotz seiner Erkrankung nicht an seinen Rechtsvertreter hätte weiterleiten (lassen) können, erhellt nicht. Auch wenn den Akten kein Hinweis auf den Aktenbeizug zu entnehmen ist, musste der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer mit Blick auf den engen Bezug der Verfahren nach Treu und Glauben damit rechnen, dass die Akten beider Verfahren im Hinblick auf die zu fällenden Urteile von der Vorinstanz konsultiert würden. Mit der Kenntnisnahme vom Parallelverfahren hätte er über seinen Rechtsvertreter Gelegenheit gehabt, um Einsicht in die Akten dieses Verfahrens zu ersuchen. Ebenfalls möglich gewesen wäre eine Vertretung des Beschwerdeführers durch seinen Rechtsvertreter anlässlich der Verhandlung im Parallelverfahren. Auf beides wurde jedoch verzichtet.