Citation: 6S.132/2000 24.08.2000 E. 2

2. Aufl. Zürich 1997, Art. 71 N 3 mit ausführlichen Verweisen zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung). Stellt das verantwortliche Gesellschaftsorgan nicht innert 6 Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres eine ordnungsgemässe Bilanz auf, verhält es sich vom Fristablauf an rechtswidrig. Das Interesse der Gläubiger und weiterer Beteiligter, Kenntnis über die finanzielle Lage der Gesellschaft zu erhalten, bleibt über die genannte Frist hinaus bestehen. Entsprechend dauert die Buchführungspflicht auch nach Ablauf der Bilanzvorlegungsfrist fort. Die im pflichtwidrigen Unterlassen der gesetzlich verlangten Buchführungsarbeiten bestehende Tat ist erst beendet, wenn die Pflicht zum Handeln entfällt, etwa wenn eine ordnungsgemässe Buchführung nachgeholt wird oder wenn der Handlungspflichtige aus seiner Pflichtenstellung ausscheidet. Die Verfolgungsverjährung beginnt folglich mit dem Tag, an dem das pflichtwidrige Verhalten sein Ende nimmt (Art. 71 Abs. 4 StGB); die absolute Verjährung tritt zwei Jahre später ein (Art. 109 StGB i.V.m. Art. 72 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). Einzuräumen ist, dass die Verfolgungsverjährung damit unter Umständen erst nach sehr langer Zeit beginnt und dass man sich fragen kann, ob dies beim Übertretungstatbestand von Art. 325 StGB sinnvoll ist. Wie aus den nachfolgenden Erwägungen ersichtlich, begann im vorliegenden Fall die Verfolgungsverjährung lediglich rund 8 Monate nach Beginn der Unterlassungstat zu laufen. Unter diesen Umständen kann die Frage offen bleiben.