Citation: 6B_74/2023 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung und eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo". In Bezug auf die Frage, ob er vor dem Abbiegemanöver den Richtungsblinker gesetzt habe, würdige die Vorinstanz den Sachverhalt einseitig und ohne Stütze in den Beweisen. Die Vorinstanz gehe davon aus, es sei gerichtsnotorisch, dass ältere Motorradfahrer sich stets kontrolliert und bedacht im Strassenverkehr verhalten würden. Dabei handle es sich um eine reine Mutmassung und eine subjektive Empfindung der Vorinstanz, die sich nicht nachweisen lasse. Daraus lasse sich jedenfalls nicht ableiten, dass dem Beschwerdegegner 3 im konkreten Fall kein Fehler oder keine Unachtsamkeit unterlaufen sein könnte. Im Umkehrschluss daraus abzuleiten, dass der Fehler beim Beschwerdeführer gelegen haben müsse, obschon dessen Ausführungen anerkanntermassen glaubhaft und konstant waren, sei willkürlich. Weiter habe die Vorinstanz zwar richtig erkannt, dass der Beschwerdeführer vor seinem Abbiegemanöver ordnungsgemäss abgebremst und seine Geschwindigkeit durch Ausrollen angemessen verlangsamt habe, um auf den Wendeplatz abbiegen zu können. Die Vorinstanz verkenne aber, dass damit der Beschwerdegegner 3 in dieser Situation nicht zum Überholen hätte ansetzen dürfen, sondern selbst einer erhöhten Sorgfaltspflicht unterstanden habe. Selbst wenn der Beschwerdegegner 3 den Blinker nicht gesehen habe, wie er es selbst ausgeführt hatte, hätte er den Grund für das Abbremsen nicht kennen können, sodass es auch möglich gewesen wäre, dass der Beschwerdeführer aus anderem Grund, zum Beispiel aufgrund eines die Strasse überquerenden Tieres oder gar Menschen, habe abbremsen müssen. Ausser Acht gelassen werde auch die Aussage der Mutter des Beschwerdeführers, seiner Beifahrerin im Unfallzeitpunkt, wonach der Beschwerdegegner 3 ihr gegenüber erklärt habe, den Blinker "nicht gesehen" zu haben. Es sei sodann auch willkürlich, offen zu lassen, ob der Beschwerdeführer vor dem Abbiegen einen Seitenblick über die Schulter vorgenommen habe. Es ergäben sich keine Hinweise darauf, dass er das Motorrad infolge ungenügender Aufmerksamkeit übersehen habe, bzw. dass er sich vor dem Abbiegemanöver zu wenig aufmerksam dem Verkehr zugewandt habe. Weiter habe die Vorinstanz die grossen Tempounterschiede zwischen den beiden Fahrzeugen und die daraus innert kürzester Zeit resultierenden Veränderungen in der Situation nicht berücksichtigt. Da der Beschwerdeführer sein Tempo auf ca. 10 km/h reduziert habe und der Beschwerdegegner 3 aufgrund des bevorstehenden Überholmanövers beschleunigt habe, verändere sich die Situation in zeitlicher und örtlicher Hinsicht überproportional schnell. Es sei aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeiten ohne Weiteres möglich, dass der Beschwerdegegner 3 zwischen dem Schulterblick des Beschwerdeführers und der Kollision so weit nach vorne gefahren sei, dass es letztlich zur Kollision kam, ohne dass der Beschwerdeführer das Motorrad noch hätte wahrnehmen können. Die Vorinstanz stelle sodann mangels eines einschlägigen fachmännischen Gutachtens eigene Hypothesen über den Unfallhergang auf. Es sei zu bezweifeln, dass die Vorinstanz über das notwendige Fachwissen verfüge, um die Schäden ausreichend und rechtsgenügend interpretieren zu können und aus dem Schadensbild den genauen Hergang des Unfalls ableiten zu können. Die Vorinstanz stelle damit reine Mutmassungen an, wie sich der Unfall hätte abspielen können. Es lasse sich aber aufgrund der Akten weder eruieren, an welcher Stelle der Aufprall erfolgt sei, noch werde daraus klar, wie, d.h. in welchem Winkel, auf welcher Höhe des Autos, etc. der Zusammenstoss erfolgt sei. Aus den Akten ergebe sich einzig zweifelsfrei, dass es zwischen den beiden Fahrzeugen zu einer Berührung gekommen sei, nicht aber, wie genau, wo und in welchem Winkel. Es gebe keine objektiven Beweismittel, die eine der unterschiedlichen Versionen definitiv ausschliessen würde. In diesem Fall sei von dem für den Beschwerdeführer günstigsten Sachverhalt auszugehen.