Citation: 6B_556/2024 E. 4.3.3

4.3.3. Diesen Erwägungen ist zu folgen. Es ist nicht ersichtlich - und wird vom Beschwerdeführer auch nicht substanziiert dargetan - inwiefern die Vorinstanz diesbezüglich das ihr zustehende Ermessen missbraucht hätte. Selbst wenn sie auf das Erscheinen der Beschwerdegegnerin 2 beharrt hätte, hätte diese die Aussage zu sämtlichen ihre Intimsphäre betreffenden Fragen - und somit zum strittigen Kernsachverhalt - verweigern können. Es kann ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass sie dies auf Anraten ihres Arztes auch getan hätte. Wie erwähnt, geniessen Opfer von Sexualstraftaten prozessuale Schutzrechte, die in der besonderen emotionalen Belastung aufgrund wiederholter Aussagen (insb. Gefahr einer Retraumatisierung) ihre Berechtigung haben. Eine Verschiebung der Berufungsverhandlung verbunden mit einem Zuwarten, bis die Beschwerdegegnerin 2 die Verhandlungsfähigkeit wiedererlangt hätte, wäre zudem vor dem Hintergrund des Beschleunigungsgebots und des ohnehin schon beträchtlichen Zeitablaufs seit dem Vorfall vom 28. Juli 2017 nicht angezeigt gewesen. Schliesslich ist zu erwähnen, dass die Vorinstanz die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 einer sorgfältigen Überprüfung in Bezug auf deren Glaubhaftigkeit unterzogen hat, was hinsichtlich der vom Beschwerdeführer ebenfalls gerügten Verletzung von Art. 6 Abs. 1 EMRK zu berücksichtigen ist. Eine Verletzung des Unmittelbarkeitsprinzips ist somit zu verneinen. Die diesbezügliche Rüge des Beschwerdeführers ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.