Citation: 8C_369/2007 06.05.2008 E. 4

4.1 Für die Adäquanzbeurteilung ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzuknüpfen (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.; BGE U 394/06 vom 19. Februar 2008, E. 10.1). Die Heckauffahrkollision vom 20. November 2002 ist auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufes im mittleren Bereich einzuordnen. Von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367), müssten demnach für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367 f.). Daran hat sich mit BGE U 394/06 vom 19. Februar 2008, E. 10.1, nichts geändert. 4.2 Von den bisherigen Kriterien gemäss BGE 117 V 359 E. 6a S. 367 und 369 E. 4b S. 383 sind diejenigen der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls, der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, sowie des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen gemäss BGE U 394/06 vom 19. Februar 2008 (E. 10.2.1, 10.2.5 und 10.2.6) unverändert beibehalten worden. Beim Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung wurde bei gleichem Wortlaut der Kriteriumsbezeichnung der Sinngehalt näher umschrieben (BGE U 394/06 vom 19. Februar 2008, E. 10.2.2; Urteil 8C_42/2007 vom 14. April 2008, E. 2.4.2). Im vorliegenden Fall können die genannten vier Kriterien zuverlässig verneint werden. Die Beschwerdeführerin bringt nichts vor, was eine andere Betrachtungsweise zu rechtfertigen vermöchte. 4.3 Die restlichen drei adäquanzrelevanten Kriterien hiessen bisher: ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, Dauerbeschwerden sowie Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit. In der präzisierten (Kurz-)Form lauten sie: fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (BGE U 394/06 vom 19. Februar 2008, E. 10.3). Selbst wenn diese Kriterien bejaht würden, wären sie nicht in gehäufter oder auffallender Weise gegeben. Es müsste daher mindestens ein Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein (Urteil 8C_42/2007 vom 14. April 2008, E. 2.4.3). Dies kann bei sämtlichen Kriterien, und zwar in der bisherigen wie in der präzisierten Form, ohne Weiteres verneint werden. 4.3.1 Soweit die Vorinstanz das bisherige Kriterium der Dauerbeschwerden als gegeben, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt betrachtete, trifft die zuletzt genannte Einschränkung hier auch mit Blick auf das präzisierte Kriterium der erheblichen Beschwerden zu. Ob die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf den Lebensalltag der Versicherten bis Ende August 2003 - angesichts fehlender stationärer und insgesamt kaum belastender Behandlungsbedürftigkeit bei weitgehend uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit in der angestammten vollzeitlichen Erwerbstätigkeit - tatsächlich als erheblich zu qualifizieren waren, kann offen bleiben, da das Kriterium der erheblichen Beschwerden jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. 4.3.2 Von erheblicher Arbeitsunfähigkeit kann offensichtlich nicht gesprochen werden. Soweit die Beschwerdeführerin in Nachachtung der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht das bisherige Vollzeitpensum in ihrer angestammten Bürotätigkeit nach dem Unfall praktisch ohne Arbeitsausfälle bis Ende August 2003 zu leisten vermochte, fehlen Anhaltspunkte dafür, dass sie mit ihrem Arbeitseinsatz eine übermässige Anstrengung unternommen hätte, welche ihr nicht ohne weiteres zumutbar gewesen wäre. 4.3.3 Dass sich die Versicherte nach dem Unfall fortgesetzt einer spezifischen, sie belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss (BGE U 394/06 vom 19. Februar 2008, E. 10.2.3) per 1. September 2003 hätte unterziehen müssen, kann aktenkundig ausgeschlossen werden. Dr. med. M.________, welchen die Beschwerdeführerin noch am Unfalltag aufsuchte, verschrieb zur Behandlung Voltaren sowie Physiotherapie. Anschliessend sah er wieder einen ärztlichen Kontrolltermin vor. Nach dreimal neun physiotherapeutischen Behandlungen leitete der Hausarzt gemäss Bericht vom 9. Mai 2003 eine konsiliarische rheumatologische Untersuchung ein. Die Rheumatologin riet zu einer ergonomischen Gestaltung des Büroarbeitsplatzes, ermunterte die Versicherte dazu, möglichst viel Sport zu treiben, empfahl chiropraktische Massnahmen zur Mobilisation der Rückenwirbelsäule sowie medizinische Trainingstherapie und erläuterte eine medikamentöse Therapie insbesondere in Kombination mit der Einnahme eines Antidepressivums (Bericht vom 24. Mai 2003). Gegen die Einleitung einer antidepressiven Behandlung hatte sich die Beschwerdeführerin in der Folge gewehrt (E. 3 hievor). Angesichts der demnach primär medikamentös und insbesondere physiotherapeutisch behandelten Rückenbeschwerden kann auch unter Berücksichtigung gelegentlicher hausärztlicher Kontrolluntersuchungen und einzelner spezialärztlicher Abklärungen nicht von einer spezifischen, die versicherte Person belastenden ärztlichen Behandlung gesprochen werden (vgl. SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 8.3.3 S. 84, U 479/05, mit Hinweisen). 4.4 Die Vorinstanz hat daher eine rechtserhebliche Bedeutung des Unfalles vom 20. November 2002 für die über den 1. September 2003 hinaus geklagten Beschwerden, und damit eine Leistungspflicht der Allianz hiefür, zu Recht verneint, woran sich im Ergebnis gestützt auf den neu ergangenen BGE U 394/06 vom 19. Februar 2008 nichts ändert. Schliesslich vermag die Beschwerdeführerin auch aus den mit Eingabe vom 16. April 2008 eingereichten neueren Arztberichten nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, zumal sich diese zum Gesundheitszustand nach Erlass des in zeitlicher Hinsicht regelmässig die Grenze der gerichtlichen Beurteilung bildenden (BGE 130 V 445 E. 1.2 S. 446 mit Hinweisen) Einspracheentscheides vom 28. Juni 2005 äussern und somit hier grundsätzlich nicht zu berücksichtigen sind.