Citation: 4A_350/2023 E. 8.2.3

8.2.3. Es stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Schadenminderungspflicht hätte auffordern können, eine Anlegerklage gemäss Art. 85 KAG z.B. gegen die Fondsleitung einzureichen, um Ersatz des durch den Einkauf zu teuren Tranchen der Zielfonds entstandenen Schadens an den Fonds 1 zu verlangen. Diese Frage muss hier nicht vertieft werden. Bei der Verletzung der Schadenminderungspflicht handelt es sich um eine den Schaden oder die Ersatzbemessung reduzierende Einrede, weshalb die entsprechenden Tatsachen vom Ersatzpflichtigen - vorliegend der Beschwerdeführerin - in den Prozess einzubringen gewesen wären (Urteile 4A_127/2011 vom 12. Juli 2011 E. 8.2; 4A_37/2011 vom 27. April 2011 E. 4.3). Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde nicht geltend, sie habe die Beschwerdegegnerin in diesem Sinne rechtzeitig zur Schadenminderung aufgerufen. Erst recht zeigt sie nicht auf, dass sie dies im vorinstanzlichen Verfahren prozesskonform geltend gemacht hätte. Damit kann auch offenbleiben, ob es der Beschwerdegegnerin überhaupt zumutbar gewesen wäre, im Rahmen der Schadenminderungspflicht eine Anlegerklage gemäss Art. 85 KAG einzureichen. Denn um den Schaden im Interesse des Haftpflichtigen zu mindern, muss der Geschädigte nur jene Massnahmen ergreifen, die ihm billigerweise zugemutet werden dürfen (zit. Urteile 4A_127/2011 E. 8.2; 4A_37/2011 E. 4.3; mit Literaturhinweisen).