Citation: C 228/02 12.10.2004 E. 3

3.1 Es fragt sich indessen, ob der Beschwerdeführer die Arbeitslosigkeit nicht im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG selbst verschuldet hat, indem er die bisherige Stelle bereits auf Ende Februar 2002 gekündigt hat. 3.2 Liegt, wie im vorliegenden Fall, eine verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosentaggelder im Streit, prüft die kantonale Beschwerdeinstanz frei, insbesondere ohne Bindung an die rechtliche Qualifikation des dem Versicherten in der angefochtenen Verfügung vorgeworfenen Verhaltens, ob und gegebenenfalls welcher der in Art. 30 Abs. 1 AVIG und Art. 44 AVIV normierten Einstellungstatbestände erfüllt ist. Dabei hat sie bei ihrem Entscheid die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör abgeleiteten Verfahrensrechte der Parteien zu beachten, was je nach konkreter Verfahrenslage oder materiellrechtlichen Auswirkungen gebieten kann, die Parteien noch besonders anzuhören (BGE 119 Ia 261 Erw. 6a, 119 V 211 Erw. 3b, je mit Hinweisen). Zusätzliche Schranken sind zu beachten, wenn das Gericht, sei es von sich aus aufgrund von Anhaltspunkten in den Akten, sei es wegen eines von der Verwaltung nachträglich (zum Beispiel in der Vernehmlassung) erwähnten Grundes (sog. "Nachschieben" von Einstellungsgründen), im Vergleich zur verfügten Einstellung von einem anderen Sachverhalt ausgehen will, der unter einen anderen Einstellungsgrund zu subsumieren ist oder im Rahmen des gleichen Einstellungstatbestandes einen sachverhaltlich neuen Verschuldensvorwurf begründet. Dies ist nur zulässig, wenn die Voraussetzungen für eine Ausdehnung des Verfahrens über den Anfechtungsgegenstand gegeben sind und das rechtliche Gehör gewahrt wird (vgl. BGE 122 V 27 Erw. 2c mit Hinweisen). 3.3 Diese Voraussetzungen sind hier nicht erfüllt. Zwar war dem Beschwerdeführer zwei Tage vor der Kündigung am 30. November 2001 eine neue Stelle zugesichert worden; der Stellenantritt war jedoch zeitlich nur vage umschrieben, indem von einer Anstellung "für die Badesaison 2002" die Rede war. Damit bleibt offen, ob der Versicherte damals schon gewusst hat, dass das neue Arbeitsverhältnis erst am 26. April 2002 beginnen würde. Zudem macht er geltend, am vormaligen Arbeitsplatz einer starken psychischen Belastung ausgesetzt gewesen zu sein, und beruft sich auf ein ärztliches Attest der Frau Dr. med. T.________, Internistin, vom 27. September 2001. Diese ärztliche Zeugnis ist zu dürftig zur Beurteilung der Frage, ob dem Beschwerdeführer ein längeres Verbleiben an der alten Stelle aus gesundheitlichen Gründen zumutbar gewesen wäre. Es geht daraus lediglich hervor, dass der Versicherte "aufgrund psychischer Belastung an seinem Arbeitsplatz seine Anstellung (...) kündigen" müsse. Schliesslich stellt sich die Frage, ob der Beschwerdeführer angesichts der kurzen Dauer der Arbeitslosigkeit überhaupt vermittlungsfähig war (vgl. dazu BGE 126 V 521 f. Erw. 3). Die Sache ist daher an das kantonale Gericht zurückzuweisen zur Abklärung des neuen Sachverhalts und Gewährung des rechtlichen Gehörs.