Citation: I 814/04 11.07.2005 E. 7

7.1 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass der Versicherte jedenfalls bei gegebenem Invaliditätsgrad wegen Nichterreichens der anspruchsspezifischen Erheblichkeitsschwelle (Erwerbseinbusse von etwa 20 %) praxisgemäss keinen Anspruch auf Umschulung zu Lasten der Invalidenversicherung hat (BGE 124 V 108). 7.2 In seinem Leistungsgesuch vom 20. März 2000 beantragte der Beschwerdeführer ausdrücklich auch die berufliche Eingliederungsmassnahme der Arbeitsvermittlung nach Art. 8 Abs. 3 lit. b in Verbindung mit Art. 18 Abs. 1 IVG. Nach dem Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen (BGE 122 V 36 Erw. 2b, 116 V 26 Erw. 3c je mit weiteren Hinweisen) war entgegen dem angefochtenen Entscheid nicht nur die Verwaltung, sondern auch das kantonale Gericht zur materiellen Prüfung des beschwerdeführerischen Eventualbegehrens auf Gewährung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen verpflichtet. Dispositiv-Ziffer 2 des kantonalen Gerichtsentscheids ist folglich aufzuheben. 7.3 Da die Arbeitsvermittlung keine besonders kostspielige Eingliederungsmassnahme darstellt, genügt zur Begründung des Anspruchs bereits ein relativ geringes Mass an gesundheitlich bedingten Schwierigkeiten bei der Suche einer neuen Arbeitsstelle (AHI 2000 S. 69). Ist die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit eingeschränkt, als dem Versicherten leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind, bedarf es zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung zusätzlich einer spezifischen Einschränkung gesundheitlicher Art (AHI 2003 S. 268). Zwar ist dem in seiner angestammten Tätigkeit als landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter arbeitsunfähigen Beschwerdeführer eine körperlich leichte, vorwiegend sitzend auszuführende Tätigkeit (z.B. einfache Montage- und Konfektionierungsarbeiten, Hilfstätigkeiten in einem Produktionsunternehmen der Verpackungsherstellung etc.) ohne Einschränkungen zumutbar (Erw. 5 hievor). Zudem sind bei der Anspruchsberechtigung betreffend Arbeitsvermittlung im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG invaliditätsfremde Faktoren - wie die beim Versicherten feststellbaren mangelhaften Kenntnisse der Landessprache sowie die fast vollständig fehlende Schul- und Berufsbildung, welche die Stellensuche erschweren - nicht zu berücksichtigen (AHI 2003 S. 270 Erw. 2c). Doch steht fest, dass der Beschwerdeführer zumindest aus teilweise gesundheitsbedingten Gründen dem Arbeitsmarkt während einigen Jahren fern blieb und die Gutachter in Bezug auf die Wiedereingliederung in eine angepasste Tätigkeit anfänglich vorübergehend eine reduzierte Leistungsfähigkeit wegen eines erhöhten Pausenbedarfs als ausgewiesen ansahen. Erfordert die Wiedereingliederung (während einer befristeten Anpassungszeit) die Toleranz gegenüber invaliditätsbedingt notwendigen Ruhepausen (AHI 2003 S. 270 Erw. 2c), ist darin eine spezifische Einschränkung gesundheitlicher Art zu erblicken, welche hier trotz voller Zumutbarkeit einer leichten sitzenden Tätigkeit einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung begründet. Die Sache geht daher insoweit unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids und der Verwaltungsverfügung an die IV-Stelle zurück, damit sie dem Versicherten die berufliche Eingliederungsmassnahme der Arbeitsvermittlung gewähre.