Citation: 1C_217/2023 E. 3

Das Verwaltungsgericht liess offen, ob das Strassenprojekt als Sondernutzungsplan einer kantonalen Bewilligung gemäss Art. 26 RPG bedurft hätte. Es ging davon aus, das Projekt stelle eine nachteilige Nutzung nach Art. 16 WaG und einen Eingriff in einen schutzwürdigen Lebensraum nach Art. 18 NHG dar. Insbesondere der dreiecksförmige Waldbereich am Zusammenfluss des Stöckenweid- und des Bünisbachs sei als Rückzugsgebiet und Lebensraum für Brutvögel von besonderer Bedeutung. Das Teilstück H und die daran anschliessenden Abschnitte der Teilstücke B und C führten mitten durch dieses Waldgebiet hindurch. Das verbleibende Rückzugsgebiet im Wald sei mit einer Breite von 50 m oder weniger zu schmal, insbesondere für den störungsanfälligen Baumfalken, einer national prioritären Art. Es sei daher zu erwarten, dass Brutvögel, insbesondere der Baumfalke, im fraglichen Lebensraum stark gestört und diesen deshalb aufgeben würden. Dadurch könne der Wald nicht mehr seine ökologische Bedeutung als Lebensraum insbesondere für diese Vogelart erfüllen. Die natur- und waldschutzrechtlichen Interessen wögen schwerer als das verkehrsplanerische Interesse, eine Wegverbindung im fraglichen Bereich zu realisieren. Dabei berücksichtigte das Verwaltungsgericht, dass eine nur unwesentlich längere Alternativroute auf dem Trottoir der Bünishoferstrasse bestehe. Die Wegabschnitte H, B und (teilweise) C seien daher bundesrechtswidrig. Bachaufwärts nehme der verkehrsplanerische Bedarf an einer neuen Fusswegverbindung durch das Tobel als Abkürzung zwischen Meilen und Herrliberg zu. Indessen werde vertieft abzuklären und darzulegen sein, inwiefern sich beim geplanten Weg im oberen Tobelabschnitt mit tierartspezifischen Minimalabständen für Rückzugsgebiete im Wald ein Eingriff in wertvolle Lebensräume der betroffenen Fauna ganz vermeiden oder doch auf ein hinnehmbares Mass reduzieren lasse; gegebenenfalls wären Wiederherstellungs- bzw. Ersatzmassnahmen notwendig. Da die Teilstücke des geplanten Wegs im oberen Tobelabschnitt wegen ihres inneren Zusammenhangs gemeinsam festgelegt und beurteilt werden müssten, sei eine Neuplanung des Strassenprojekts unumgänglich.