Citation: U 279/01 30.12.2002 E. 3

3.1 Nach dem unter Erw. 2.1 hievor Gesagten hat die Vorinstanz die Rechtmässigkeit des strittigen Einspracheentscheids vom 29. Januar 1999 zutreffend auch unter Berücksichtigung des Umstands geprüft, dass zwischenzeitlich eine in Rechtskraft erwachsene Invaliditätsbemessung durch die IV-Stelle erfolgt war (unangefochten gebliebene Verfügung der IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft vom 7. Juli 1999). Entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin stehen die Regeln über den im Sozialversicherungsprozess zeitlich massgebenden Sachverhalt (vgl. BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen; BGE 116 V 248 Erw. 1a) dem nicht entgegen. Die formell rechtskräftige Verfügung der IV-Stelle vom 7. Juli 1999, mit welcher der Versicherten rückwirkend ab 1. Oktober 1995 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Invalidenrente zugesprochen worden war, bezieht sich in zeitlicher Hinsicht auf dieselben tatsächlichen Grundlagen, welche im Einspracheentscheid vom 29. Januar 1999 zu beurteilen waren. Anhaltspunkte dafür, dass die IV-Stelle in ihrer Verfügung von medizinischen Tatsachen ausging, welche sich erst nach dem 29. Januar 1999 verwirklicht haben, ergeben sich weder aus den Akten noch werden solche von den Parteien namhaft gemacht. Im Übrigen ist die Tatsache, dass die IV-Stelle im Juli 1999 rechtskräftig über den Rentenanspruch entschieden hat, praxisgemäss insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang steht und geeignet ist, die Beurteilung im Zeitpunkt des Einspracheentscheids zu beeinflussen (siehe BGE 99 V 102 mit Hinweisen). 3.2 Mit Blick auf die finale Konzeption der Invalidenversicherung, welche - im Unterschied zur Unfallversicherung - das Risiko der Invalidität unabhängig vom Vorliegen eines bestimmten Ereignisses wie Krankheit oder Unfall deckt (BGE 124 V 178 Erw. 3b in fine), bleibt zu prüfen, ob der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad von 100 % auch unfallfremde Faktoren berücksichtigt und daher für das unfallversicherungsrechtliche Verfahren insoweit keine Bindungswirkung entfaltet (BGE 119 V 473 Erw. 3c und d; vgl. auch BGE 127 V 136 Erw. 4e). Diesbezüglich ergibt sich aus den Akten entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts kein schlüssiges Bild: Gemäss den Berichten des Kreisarztes Dr. med. S.________ vom 16. Dezember 1997 und 24. September 1998 (bestätigt mit Stellungnahme vom 20. April 2000) sowie des Dr. med. H.________ vom 26. September 1997 sind - rein unfallbedingt - leichte, wechselbelastende Tätigkeiten (ohne Überkopfarbeiten oder Zwangshaltungen des Oberkörpers und der Arme sowie Schonung der rechten Hand) ganztags zumutbar. Demgegenüber gelangte die Berufsberaterin der IV-Stelle nach dem im Werkstätten- und Wohnzentrum X.________ durchgeführten Arbeitsversuch zum Schluss, wohl könne die Versicherte in körperlich wenig belastenden Tätigkeiten (höchstens) halbtags eingesetzt werden (bei einem um 70 % verminderten Arbeitstempo), doch führe die "Summe der Faktoren" dazu, dass diese Restarbeitsfähigkeit nur noch rein theoretischer Natur sei (Bericht vom 3. April 1998). Der Hausarzt Dr. med. V.________, welcher im Zwischenbericht vom 1. Februar 1999 leichteste, nicht repetitive Arbeit auf Tischhöhe stundenweise als möglich, diese Restarbeitsfähigkeit indes ebenfalls für nicht verwertbar erachtete, führte des Weitern im Bericht vom 15. Mai 2000 aus, für die Arbeitsunfähigkeit seien psychische Leiden mitverantwortlich, wobei sich über deren Ausmass mangels einer fachärztlichen Abklärung sicherlich streiten lasse. Da die Schulterproblematik bereits lange vor Eintritt der belastenden Arbeitslosigkeit eingetreten sei, könne die Auswirkung der psychischen Seite auf die Schmerzen indes "nicht so überwiegend sein". Aufgrund dieser Aussagen sowie des Umstands, dass bereits im Austrittsbericht des Dr. med. H.________ vom 26. September 1997 auf die Diskrepanz zwischen den ausgeprägten subjektiven Beschwerden der Versicherten und den diskreten, klinisch objektivierbaren Befunden hingewiesen worden war, kann eine (nicht adäquat unfallkausale) psychische Überlagerung des Beschwerdebildes nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) ausgeschlossen werden. Dies gilt umso mehr, als zwischen dem schädigenden Ereignis und dem Invaliditätseintritt eine lange Latenzzeit liegt. Die Sache ist daher an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese die psychische Leidenskomponente und deren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit mittels Einholung eines fachärztlichen Gutachtens zusätzlich abkläre, um hernach die Frage der Unfallkausalität nach der einschlägigen Rechtsprechung (BGE 115 V 133 ff.) neu zu prüfen.