Citation: 6B_658/2021 E. 2.3.2

2.3.2. Die Vorinstanz geht im zu beurteilenden Fall in Bezug auf das Betäubungsmittel-Vergehen von einem noch leichten Verschulden aus (angefochtenes Urteil S. 25). Bei der Wahl einer Freiheitsstrafe als angemessene Sanktion erscheint nach ihrer Auffassung indes als entscheidend, dass die Beschwerdeführerin bereits im Jahre 2012 wegen (mehrfacher) qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe und im Jahre 2016 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von je 24 Monaten verurteilt worden ist, und dass sie die neuen Delikte während der laufenden Probezeiten und teilweise auch während der hängigen Strafuntersuchung begangen hat (angefochtenes Urteil S. 21). Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie aufgrund dieser Umstände zum Schluss gelangt, die in den früheren Verfahren ausgesprochenen, (teil-) bedingt aufgeschobenen Freiheitsstrafen sowie die in diesen Verfahren ausgestandene Untersuchungshaft von 78 und 17 Tagen hätten auf die Beschwerdeführerin keine genügende Warnwirkung ausgeübt, so dass nicht anzunehmen sei, eine blosse Geldstrafe werde in genügendem Masse präventiv auf jene einwirken. Der Schluss der Vorinstanz, eine Geldstrafe erweise sich unter diesen Umständen nicht als zweckmässig, ist daher nicht zu beanstanden. Daran ändert auch nichts, dass für das Betäubungsmittel-Verbrechen ohnehin eine Freiheitsstrafe auszusprechen ist. Dass die Beschwerdeführerin bislang noch nie zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt worden ist (Beschwerde S. 9), führt ebenfalls nicht zu einem anderen Ergebnis. Es ist nicht zu sehen, wie sich nunmehr eine Geldstrafe als zweckmässige Sanktion erweisen sollte, nachdem bereits zwei frühere Verurteilungen zu einer Freiheitsstrafe, wovon die eine jedenfalls teilweise auch vollzogen worden ist, die Beschwerdeführerin offensichtlich nicht davon abzuhalten vermocht haben, in ähnlicher Weise straffällig zu werden und an ihre frühere Delinquenz anzuknüpfen. Daran würden auch der unbedingte Vollzug der Geldstrafe sowie der Umstand, dass das frühere Recht Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen erlaubt hat, nichts ändern. Jedenfalls hat die Vorinstanz insofern ihr Ermessen nicht verletzt. Nicht ersichtlich ist sodann, inwiefern der Umstand, dass die Beschwerdeführerin als alleinerziehende Mutter eines neunjährigen Sohnes, der über die KESB zwar fremdplaziert sei, zu welchem sie aber trotz Einreisesperre den Kontakt aufrechterhalte, besonders strafempfindlich sei (Beschwerde S. 9), zu einer anderen Beurteilung führen soll (vgl. zur ausländerrechtlichen Situation der Söhne der Beschwerdeführerin Urteile 2C_441/2018 vom 17. September 2018 und 2D_30/2020 vom 16. November 2020). Wohl trifft zu, dass bei der Bemessung der schuldangemessenen Strafe im Rahmen der Würdigung der persönlichen Verhältnisse auch der Strafempfindlichkeit der betroffenen Person Rechnung zu tragen ist. Doch ist eine solche nach der Rechtsprechung nur bei aussergewöhnlichen Umständen strafmindernd zu berücksichtigten, zumal die Verbüssung einer Freiheitsstrafe für jede Person in einem familiären Umfeld mit einer gewissen Härte verbunden ist (Urteile 6B_774/2020 vom 28. Juli 2021 E. 3.3.4; 6B_1027/2019 vom 11. Mai 2020 E. 2.3.2; 6B_301/2019 vom 17. September 2019 E. 1.4.1; je mit Hinweisen). Was die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang vorbringt, ist im Lichte der Rechtsprechung nicht geeignet, eine aussergewöhnliche Belastung darzutun. Im Übrigen kommt diesem Aspekt im Rahmen der Wahl der Strafart gegenüber den Kriterien der Zweckmässigkeit der Strafe und ihrer Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention nur untergeordnete Bedeutung zu. Insgesamt hat die Vorinstanz die Aussprechung einer Freiheitsstrafe für das Betäubungsmittel-Vergehen nachvollziehbar begründet. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern sie sich in diesem Punkt von sachfremden oder rechtlich nicht massgeblichen Gesichtspunkten hätte leiten lassen oder wesentliche Gesichtspunkte nicht berücksichtigt hätte. Unter diesen Umständen erweist sich die Anwendung des neuen Rechts als milder. Das angefochtene Urteil verletzt daher kein Bundesrecht. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.