Citation: 6B_31/2022 E. 1.4.3

1.4.3. Die Vorinstanz setzt sich, teilweise mit Verweis auf die Ausführungen der ersten Instanz, ausführlich mit dem anonymen Schreiben auseinander. Sie qualifiziert das Schreiben als Anzeige i.S.v. Art. 301 StPO bzw. den Verfasser oder die Verfasserin als Anzeigeerstatter oder Anzeigeerstatterin. Dabei führt sie aus, eine Anzeige dürfe auch anonym eingereicht und auf eine Identifizierung des Anzeigeerstatters unter gewissen Voraussetzungen verzichtet werden. Der Beschwerdeführer belässt es dabei zu behaupten (Art. 42 Abs. 2 BGG), es handle sich dabei nicht um einen Anzeigeerstatter, sondern um einen Belastungszeugen. Unabhängig davon, ob es sich bei der das Schreiben verfassenden Person um einen Anzeigeerstatter bzw. eine Anzeigeerstatterin i.S.v. Art. 301 StPO handelt, wirft der Beschwerdeführer nachvollziehbar die Frage auf, ob sie hätte identifiziert und i.S.v. Art. 177 StPO hätte einvernommen werden müssen. Dies stellt eine Frage der Beweiswürdigung dar, welche das Bundesgericht bloss auf Willkür überprüft (vgl. oben E. 1.3). Die Vorinstanz führt aus, auf die Identifizierung eines Anzeigeerstatters dürfe verzichtet werden, wenn aufgrund seiner Darstellung zwar eine Strafuntersuchung ausgelöst werde, der Nachweis aber auf andere Weise erbracht werden könne und seinen Aussagen keine Beweisrelevanz zukomme. Vorliegend zeigt der Beschwerdeführer gerade nicht auf, inwieweit der Nachweis nur durch die Identität des Verfassers erbracht werden könnte und ihm dadurch Beweisrelevanz zukomme. Vielmehr führt die Vorinstanz überzeugend aus, auch anonyme Hinweise und Denunziationen würden der freien Beweiswürdigung unterliegen, ihnen komme aber insofern ein beschränkter Beweiswert zu, als dass die Motivlage und die Glaubwürdigkeit anonymer Hinweisgeber nicht überprüft werden könne. Diese Ausführungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Der Beschwerdeführer macht auch nicht begründet geltend und es ist nicht ersichtlich, inwieweit die Vorinstanz dieses Schreiben zu Unrecht willkürlich in ihre Beweiswürdigung hätte einfliessen lassen bzw. ihm darin ein zu grosses Gewicht hätte zukommen lassen.