Citation: 8C_72/2014 E. 5

Im Eventualstandpunkt wird geltend gemacht, das kantonale Gericht habe Art. 6 Ziff. 1 EMRK verletzt, indem es entgegen dem gestellten Antrag keine öffentliche Verhandlung durchgeführt habe. Die Sache sei zur Durchführung einer konventionskonformen Verhandlung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das kantonale Gericht hat erwogen, die Beschwerdeführerin bezwecke mit diesem Antrag, dass mit ihr eine Parteibefragung durchgeführt werde. Dabei handle es sich um eine Beweismassnahme, welche nicht unter den Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK falle. Es sei überdies nicht ersichtlich und werde auch nicht überzeugend begründet, inwiefern von einem Parteiverhör ein zusätzlicher Erkenntnisgewinn erwartet werden könne. Diese Beurteilung beruht auf einer nicht zu beanstandenden Würdigung der Sach- und Rechtslage. Den Eingaben der Versicherten im vor- und auch im letztinstanzlichen Verfahren ist zu entnehmen, dass es ihr beim Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung ausschliesslich darum ging, ihre gesundheitliche Situation gegenüber der Vorinstanz bei einer Parteibefragung persönlich darzustellen und sich zu den Schlussfolgerungen im Gutachten H.________ persönlich befragen zu lassen. Sie erklärte auch ausdrücklich, sollte das Gericht eine Parteibefragung ablehnen, werde auf die Durchführung einer EMRK-Schlussverhandlung, welche dann noch einzig aus dem Plädoyer der anwesenden Parteien bestünde, verzichtet. Der Öffentlichkeitsgrundsatz gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK beinhaltet indessen keinen Anspruch darauf, dass bestimmte Beweismittel öffentlich und in Anwesenheit der Parteien abgenommen werden (SVR 2009 IV Nr. 22 S. 62, 9C_599/2008 E. 1.2; Urteile 9C_159/2014 vom 7. April 2014 E. 2.1; 8C_95/2013 vom 19. Juli 2013 E. 3.2). Die hier verlangte Parteibefragung zur Feststellung des Gesundheitszustandes stellt zweifellos eine solche Beweismassnahme dar. Es wird sodann nicht dargetan und ist nicht ersichtlich, inwiefern besondere Umstände eine persönliche Anhörung der Versicherten nötig gemacht hätten (vgl. FROWEIN/PEUKERT, EMRK-Kommentar, 3. Aufl. 2009, N. 163 zu Art. 6 EMRK). Im Weiteren hätte sich im Rahmen eines Plädoyers die Möglichkeit geboten, zum besagten Gutachten Stellung zu nehmen. Darauf wurde ausdrücklich verzichtet. Einen darüber hinaus gehenden Anspruch, sich an einer öffentlichen Verhandlung zum Beweisergebnis zu äussern, gewährleistet Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht (vgl. FROWEIN/PEUKERT, a.a.O., N. 163 zu Art. 6 EMRK). Die Beschwerde ist somit auch unter diesem Gesichtswinkel unbegründet.