Citation: 8C_536/2017 E. 4.3.1

4.3.1. Erstmals vor Bundesgericht macht die SWICA neu geltend, mangels Intervention innert Jahresfrist seit formloser Taggeldeinstellung per 31. August 2010 sei diese Leistungseinstellung praxisgemäss (BGE 134 V 145) rechtswirksam, wie wenn sie zulässigerweise im Rahmen von Art. 51 Abs. 1 ATSG ergangen wäre (vgl. dazu E. 3.4 hievor). 4.3.1.1. Im Verfahren vor Bundesgericht dürfen neue Tatsachen und Beweismittel nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Neue Begehren sind unzulässig (Art. 99 Abs. 2 BGG). Zwar sind neue rechtliche Begründungen vor Bundesgericht im Rahmen des Streitgegenstands zulässig, jedoch nur soweit dazu nicht neue Tatsachen im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG festgestellt werden müssten (vgl. BGE 136 V 362 E. 4.1 S. 366 mit Hinweisen). Werden neue Tatsachen oder Beweismittel vorgebracht, ist in der Beschwerde darzutun, inwiefern erst der angefochtene Entscheid dazu Anlass gegeben hat (BGE 133 III 393 E. 3 S. 395). Der vorinstanzliche Verfahrensausgang allein bildet noch keinen hinreichenden Anlass im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG für die Zulässigkeit von unechten Noven, die bereits im kantonalen Verfahren ohne weiteres hätten vorgebracht werden können (BGE 134 V 223 E. 2.2.1 S. 226). 4.3.1.2. Die fehlende Intervention innert Jahresfrist seit der Taggeldeinstellung (negative Tatsache) scheint die SWICA aus einer internen Telefonnotiz vom 16. August 2010 abzuleiten, welche das Einverständnis des Versicherten mit der Leistungseinstellung belegen soll. Dabei handelt es sich nicht um eine aktenkundige Tatsache. Diese einseitige schriftliche Parteibehauptung vom 16. August 2010 steht zudem im Widerspruch zum Schreiben des Versicherten an die Beschwerdeführerin vom 30. Juni 2011, wonach er immer noch zu 20% arbeitsunfähig sei und Anspruch auf weitere Taggeldzahlungen bestehe. Die SWICA legt vor Bundesgericht mit keinem Wort dar, weshalb sie die Tatsache der fehlenden Intervention innert Jahresfrist nicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren hätte geltend machen können. Unter den gegebenen Umständen ist die neue rechtliche Begründung demnach unzulässig und hier folglich unbeachtlich.