Citation: 4A_106/2020 E. 2.3.5

2.3.5. Allein die Tatsache, dass die Ausführungen in der Klageantwort nicht in einer Replik bestritten worden sind, nützt dem Beschwerdeführer mithin nichts. Er müsste vielmehr darlegen, inwiefern trotz der Ausführungen in der Klageschrift infolge der Säumnis objektiv unklar bleibt, welche Tatsachen zwischen den Parteien umstritten sind, oder inwiefern die beweismässige Klärung der umstrittenen Punkte verunmöglicht wird, weil er für den ihm offenstehenden Gegenbeweis auf substanziiertere Angaben der Beschwerdegegnerin angewiesen gewesen wäre. Derartiges zeigt er nicht rechtsgenüglich auf. Wie er selbst anerkennt, stützte die Beschwerdegegnerin ihre Behauptung einer absichtlichen Täuschung gemäss Art. 28 OR auf den Tatsachenvortrag, der Beschwerdeführer habe mindestens seit 2012 nie als Selbständiger gearbeitet und sie bei Vertragsschluss in diesem Punkt getäuscht. Damit ist klar, dass die gesamte selbständige Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers in diesem Zeitraum zwischen den Parteien umstritten ist. Über das tatsächliche Ausmass der selbständig geleisteten Arbeiten eines Versicherten kann eine Versicherung (im Gegensatz zum Versicherten selbst) aus eigener Kenntnis in aller Regel nichts darlegen. Die Beschwerdegegnerin stützte sich auf das individuelle Konto des Beschwerdeführers. Zu einer substanziierten Bestreitung und dem Gegenbeweis, dass er tatsächlich eine selbständige Tätigkeit entfaltet habe, war er nicht auf weitere Informationen der Beschwerdegegnerin angewiesen (vgl. BGE 133 III 43 E. 4.1 S. 54 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 4A_453/2017 vom 12. Juli 2018 E. 3.2). Er verweist selbst darauf, die Behauptung der Beschwerdegegnerin sei vom Beweisergebnis positiv widerlegt worden. Die strittige Tatsache konnte mithin beweismässig abgeklärt werden - eine ungenügende Behauptung oder Bestreitung ist nicht ersichtlich.