Citation: 6B_21/2016 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz stützt sich in erster Linie auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 in der Videobefragung vom 17. August 2001. Diese Aussagen seien konzis und enthielten keinerlei Widersprüche hinsichtlich des Kerngeschehens. Die Beschwerdegegnerin 2 habe ihre Angaben immer wieder bestätigt und den Vorfall so detailreich wie möglich beschrieben. Konkret habe sie ausgeführt, sie sei nackt gewesen und habe sich unter dem Bett verstecken wollen. Der Beschwerdeführer habe sie jedoch hervorgezogen. Sie habe sein Geschlechtsteil halten und anschliessend auf die Knie gehen und sagen müssen, er solle ihr dies nicht antun. Danach habe er sie mit dem Gurt geschlagen und sein Glied in ihren After gesteckt. Nach der Vorinstanz müsse die Erfindungskompetenz der im Zeitpunkt der Befragung zwölf Jahre alten Beschwerdegegnerin 2 in Bezug auf derartige sexuelle Handlungen als gering eingeschätzt werden. Das Vorgehen des Beschwerdeführers wirke sadistisch, was sich mit einer Aussage der Beschwerdegegnerin 2 zu einem späteren Vorfall decke. Die Vorinstanz erwähnt zahlreiche weitere Faktoren, welche für die Glaubwürdigkeit der Beschwerdegegnerin 2 sprächen. So habe sie nebensächliche Handlungen und Interaktionen beschrieben und Emotionen geschildert. Der Analverkehr sei ihr sichtlich peinlich gewesen. Das Bedürfnis, nach einem sexuellen Übergriff zu duschen, sei typisch und finde sich immer wieder bei Opfern sexueller Gewalt. Gleich zu deuten sei der anschliessende Versuch, Schlaf zu finden und damit der Realität zu entfliehen. Erinnerungslücken habe die Beschwerdegegnerin 2 eingestanden. Sie habe an den Einvernahmen des Beschwerdeführers persönlich teilgenommen und sich nicht auf ihre Opferrechte berufen. Schliesslich bestätige auch das aussagepsychologische Gutachten, dass ein Erlebnisbezug vorliege. Die Vorinstanz hebt hervor, dass innerhalb der Familie X.________ eine patriarchalische Familienstruktur vorliege, welche das Verhältnis zum gut integrierten und als Respektsperson geltenden Beschwerdeführer geprägt habe. Sexuelle Belange seien im vorliegenden kulturell-religiösen Umfeld ein Tabu gewesen. Die Eltern hätten der Beschwerdegegnerin 2 keinen Glauben geschenkt. Unter diesen Umständen sei bemerkenswert, dass sich die Beschwerdegegnerin 2 zu derart belastenden Aussagen habe durchringen können. Die Schwester D.X.________ habe bestätigt, ein sexualisiertes Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin 2 wahrgenommen zu haben. Auch die Schwester E.X.________ habe über eigene, "sonderbare" Erfahrungen mit dem Beschwerdeführer berichtet. Die Aussagen der beiden Schwestern unterstützten die Glaubwürdigkeit der Beschwerdegegnerin 2 zusätzlich. Hinsichtlich der Aussagequalität erw ägt die Vorinstanz, die Aussagen hätten über die lange Verfahrensdauer an Qualität verloren. Dies sei auf eine zunehmende Traumatisierung der Beschwerdegegnerin 2 zurückzuführen. Sie habe ihre Schilderungen immer wieder abgebrochen und von ihren Albträumen erzählt. Bereits im ersten Verfahren habe sie angedeutet, Selbstmord begehen zu wollen. Dies habe sie später in die Tat umzusetzen versucht. Die Beschwerdegegnerin 2 habe keinerlei Motiv gehabt, den Beschwerdeführer fälschlicherweise eines strafbaren Verhaltens zu bezichtigen.