Citation: 1A.320/2005 23.01.2006 E. A

Der moldawische Staatsangehörige X.________ (geb. 1966) wurde am 18. Mai 2005 im Empfangszentrum für Asylsuchende in Kreuzlingen wegen Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer vom 26. März 1931 (ANAG, SR 142.20) verhaftet. Tags darauf erliess das Bundesamt für Justiz gestützt auf ein Ersuchen von Interpol Chisinau einen Auslieferungshaftbefehl, nachdem sich X.________ gegen eine vereinfachte Auslieferung ausgesprochen hatte. Am 22. Juni 2005 ersuchte die moldawische Botschaft in Genf das Bundesamt formell um die Auslieferung, gestützt auf einen Haftbefehl des Bezirksgerichts Riscani in Chisinau vom 29. April 2003. X.________ wird vorgeworfen, er habe im Februar 2003 in Moldawien vier Personen ein Visum zur Einreise nach Spanien versprochen, wofür er von diesen je 1'500.--, insgesamt 6'000.-- US-Dollar erhalten habe. Nachdem er die Personen bis Budapest begleitet hatte, sei er mitsamt dem Geld verschwunden. Auf Anraten des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ersuchte das Bundesamt die moldawische Botschaft um eine formelle Garantieerklärung betreffend die Einhaltung von Menschenrechten, die durch den Ersten Adjunkt des Generalstaatsanwalts der Republik Moldawien (Premier Adjoint du Procureur Général) mit Schreiben vom 23. September 2005 abgegeben und der Schweiz mit diplomatischer Note vom 28. September 2005 übermittelt wurde. Am 10. November 2005 bewilligte das Bundesamt die Auslieferung von X.________, unter Vorbehalt der Gutheissung seines Asylgesuchs.