Citation: 2C_1118/2015 E. 2.3.2

2.3.2. Je länger eine Kapitalgesellschaft mit dem Ersatz eines ihrer Darstellung nach betriebsnotwendigen Gegenstandes zuwartet, umso eher entstehen Zweifel daran, ob dieser Gegenstand wirklich betriebsnotwendig ist. Der im Recht der direkten Bundessteuer ausdrücklich verankerten Frist (Art. 30 Abs. 2 DBG), innert welcher eine Rückstellung zu verwenden ist, kommt demzufolge keine selbstständige Bedeutung zu; sie findet ihre Rechtfertigung darin, dass eine Kapitalgesellschaft, welche mit dem Ersatz eines Gegenstandes über eine lange Zeitperiode zuwarten kann, damit zum Ausdruck bringt, dass dieses Aktivum nicht betriebsnotwendig ist (BGE 108 Ib 325 E. 5c S. 329). Von einer Betriebsnotwendigkeit ist praxisgemäss noch auszugehen, wenn der Ersatz innert zweier Jahre erfolgt, und selbst noch, wenn eine längere Frist auf aussergewöhnliche Umstände (wie etwa durch Planung oder besondere Erschwernisse verzögerter Neubau zerstörter oder enteigneter Betriebsgebäude) zurückzuführen ist (BGE 108 Ib 325 E. 5c S. 330; LOCHER, a.a.O., N. 15 zu Art. 30 DBG).