Citation: 1P.371/2002 07.10.2002 E. A

Das Kreisgericht Ilanz verurteilte X.________ am 10. Februar 2000 wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB zu sechs Monaten Gefängnis bedingt, mit einer Probezeit von vier Jahren. Ausserdem wurde ihm die Weisung erteilt, sich psychotherapeutisch betreuen zu lassen und, von einem bestehenden Betreuungsverhältnis abgesehen, nicht mehr als Kinderkrankenpfleger tätig zu sein. Es hielt für erwiesen, dass X.________ in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai bzw. am Morgen des 3. Mai 1998 den damals 11-jährigen A.________ sexuell missbrauchte. Der Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden wies die Berufung von X.________ gegen dieses Urteil am 31. Mai 2000 ab und bestätigte das erstinstanzliche Urteil, wobei er die Gültigkeit der Weisung auf die Dauer der Probezeit beschränkte. X.________ erhob gegen dieses Urteil am 16. Oktober 2000 staatsrechtliche Beschwerde ans Bundesgericht. Dieses kam zum Schluss, dass die kantonalen Behörden das X.________ nach Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 EMRK zustehende Recht, Fragen an den Belastungszeugen A.________ zu stellen, missachtet hatten. Es hiess die staatsrechtliche Beschwerde aus diesem Grund gut, soweit es darauf eintrat, und hob das Urteil des Kantonsgerichtsausschusses auf. Nach ergänzter Untersuchung wies der Kantonsgerichtsausschuss die Berufung am 20. Februar 2002 erneut ab und beschränkte die Gültigkeit der Weisung auf die Probezeit.