Citation: 5A_197/2008 02.06.2008 E. 2.3

2.3.1 Nach dem schriftlichen Bericht des Sachverständigen leidet der Beschwerdeführer an einer wahrscheinlich akut verschlechterten chronischen paranoiden Schizophrenie mit stark auffallender Störung des Denkens (stark eingeengt, umständlich, Überzeugung, verfolgt und bestohlen zu werden und beeinträchtigt zu sein), des Fühlens (wechselhaft, labil) und des Antriebs (stark gesteigert, betriebsam). In den Wochen und Tagen vor der Einweisung in die Klinik habe der Beschwerdeführer die Heizung seines Hauses abmontiert, das Telefon abgestellt, der Mutter die notwendigen Herz-Medikamente (teilweise) abgenommen, die für die Mutter aufgebotene Spitex-Hilfe verjagt und sich völlig von der Umwelt abgeschottet. Bei sofortiger Entlassung werde der Beschwerdeführer die beschützten und beschützenden Strukturen der Klinik verlieren, mangels Krankheitseinsicht das gegenwärtig verabreichte Medikament (Risperdal) absetzen, wobei es zu vermehrter Unruhe, Tag- und Nachtumkehr, evtl. zu bizarren Verhaltensweisen, gesteuert durch die alles beherrschende Wahn-Realität kommen werde. Es sei beim Beschwerdeführer mit zunehmender Isolation, wahnhaft verarbeiteten Ängsten, mit einer Verwahrlosung und mittelfristig mit einer Verarmung zu rechnen. 2.3.2 Die Verwaltungsrekurskommission hat anlässlich der mündlichen Verhandlung den Beschwerdeführer sowie den Sachverständigen angehört und hat alsdann unter Berücksichtigung der Akten, insbesondere des Gutachtens, befunden, der Beschwerdeführer weise im heutigen Zeitpunkt auffällige und starke Störungszeichen auf, welche auch für den besonnenen Laien grob befremdend wirkten und ein erhebliches Mass annähmen. Diese Störungszeichen erreichten den juristischen Schwellenwert der Uneinfühlbarkeit, weshalb davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer an einer Geisteskrankheit im Sinn von Art. 397a Abs. 1 ZGB leide. Nach den weiteren Ausführungen des angefochtenen Entscheides ist die wirtschaftliche Existenz des arbeitslosen Beschwerdeführers, der sich gegen eine IV-Rente wehrt, gefährdet, und er ist nicht in der Lage, dieses Problem selber zu lösen. Die Selbstgefährdung bestehe nicht in einer akuten Suizidalität, sondern in der Gefahr der Verwahrlosung durch wirtschaftliche Verarmung und soziale Isolation. Eine konkrete Fremdgefährdung sei nach dem Wegzug der Mutter zur Schwester des Beschwerdeführers nicht mehr ersichtlich. 2.4 Aufgrund des angefochtenen Entscheides sind keine Umstände ersichtlich, welche die Aufrechterhaltung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung zu rechtfertigen vermögen. Der Beschwerdeführer leidet zwar an einer Geisteskrankheit im Sinn von Art. 397a Abs. 1 ZGB, doch kann er aufgrund dieser Krankheit nicht als weiterhin schutzbedürftig im Sinn dieser Bestimmung angesehen werden. Insbesondere ist keine Suizidalität oder eine andere schwere Gefährdung der Gesundheit dargetan; die befürchtete Verwahrlosung wird allein mit dem Umstand begründet, dass der Beschwerdeführer über keine Einkünfte verfügt und sich gegen einen Antrag auf Gewährung einer IV-Rente wehrt. Mag auch eine gewisse Gefahr der Verarmung und eine daraus resultierende Verwahrlosung unter den gegebenen tatsächlichen Umständen nicht von der Hand zu weisen sein, lässt sich dieser Gefahr mit einer Vormundschaft begegnen, zumal der einzusetzende Vormund die notwendigen Schritte für eine vorübergehende Sozialhilfe und den Erhalt einer IV-Rente in die Wege leiten kann. Erste Schritte in dieser Richtung sind von der Wohnortsgemeinde des Beschwerdeführers bereits eingeleitet worden. Eine konkrete Fremdgefährdung ist ebensowenig (mehr) erstellt. Schliesslich vermag auch der Umstand, dass der einmal entlassene krankheitsuneinsichtige Beschwerdeführer vermutlich das Medikament absetzen wird, eine weitere Zurückbehaltung nicht zu rechtfertigen, wenn - wie hier - daraus keine konkrete, nicht durch andere geeignete Massnahmen abzuwendende Selbstgefährdung resultiert (vgl. E. 1). 2.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass sich eine weitere Zurückbehaltung des Beschwerdeführers als nicht verhältnismässig erweist, da eine mögliche Selbstgefährdung wirtschaftlicher Art durch andere, geeignetere vormundschaftliche Massnahmen angegangen werden kann und im weiteren auch keine konkrete Fremdgefährdung ausgewiesen ist. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und die ärztliche Leitung der KPK ist anzuweisen, den Beschwerdeführer unverzüglich aus der Anstalt zu entlassen.