Citation: 8C_344/2014 E. 3.2.2

3.2.2. Der psychiatrische Gutachter, PD Dr. med. G.________, diagnostizierte gemäss Expertise vom 4. März 2013 bei der Versicherten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig nahezu vollständig remittiert mit aktuell funktionell verbleibender Stressintoleranz (ICD-10:F33.4) und eine spezifische Phobie (Claustrophobie; ICD-10:F40.2). Damit bestätigte er im Wesentlichen die Beurteilung der behandelnden Psychiaterin. Die früher gestellte Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gemäss ICD-10:F45.4 konnte der Gutachter vor dem Hintergrund der aktuellen Untersuchungsergebnisse nicht bestätigen. Diese Diagnose setzt gemäss den ICD-Kriterien einen mindestens sechs Monate kontinuierlichen, an den meisten Tagen anhaltenden, schweren und belastenden Schmerz in einem Körperteil voraus, der nicht adäquat durch den Nachweis eines physiologischen Prozesses oder einer körperlichen Störung erklärt werden kann, und der anhaltend der Hauptfokus für die Aufmerksamkeit der Patienten ist (Dilling/ Mombour/Schmidt/Schulte-Markwort [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 5. Aufl. 2011, S. 136 f.). Dazu hält der Gutachter fest, die Versicherte gebe an, sich an die Schmerzen adaptiert zu haben. Sie negiere eine Schmerzverstärkung unter emotionaler oder psychosozialer Belastung. Zu einer solchen komme es eher durch körperliche Überforderung oder Stress. Daher könne die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Störung aktuell nicht aufrechterhalten werden. Das Krankheitsgeschehen ist laut PD Dr. med. G.________ (insbesondere in den Anfangsjahren der Erkrankung) stark eingebettet in familiäre und psychosoziale Belastungen wie finanzielle Probleme, Belastung der Kindererziehung und problematische partnerschaftliche Beziehungen. Zum Verlauf der psychischen Störung verwies der Gutachter, mangels anderweitiger aussagekräftiger medizinischer Unterlagen, auf die Beurteilung der behandelnden Psychiaterin. Demnach habe sich das psychische und somatische Leiden seit dem Rehabilitationsaufenthalt in Zurzach im Jahre 2002 verbessert. Eine von 2008 bis 2010 bestandene rezidivierende depressive Episode habe sich im Verlauf des Jahres 2011 allmählich gebessert. Ab September sei die Versicherte wieder in der Lage gewesen, einer leichten Tätigkeit (Versandmitarbeiterin) nachzugehen. Während der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (Buffetmitarbeiterin) sei es unter Mehrbelastung jedoch zur Dekompensation gekommen. Zur Arbeitsfähigkeit hält der Facharzt fest, Tätigkeiten unter Zeitdruck, im Akkord oder unter psychischem Stress seien der Versicherten nicht zumutbar. Ebensowenig könne sie Tätigkeiten ausführen, die in engen Räumen oder bei starken Menschenansammlungen durchgeführt werden müssten.