Citation: 8C_458/2019 E. 6.4

6.4. Nach dem Gesagten hätte zur gebotenen Aufmerksamkeit auch gehört, dass sich die Beschwerdegegnerin ein grobes Bild über ihre Einkommensverhältnisse macht und sie den der Rentenverfügung beigelegten IK-Auszug - zumindest auf offenkundige Fehler - prüft. Dass sie dazu aus gesundheitlichen oder anderen persönlichen Gründen nicht in die Lage versetzt gewesen wäre, ist nicht erstellt. Allenfalls hätte sie auch jemanden zur Hilfe beiziehen können. Eine einfache Überprüfung des IK-Auszugs hätte eine augenfällige Diskrepanz zur tatsächlichen wirtschaftlichen Situation der Beschwerdegegnerin und damit zur Fehlerhaftigkeit der Verfügung offengelegt. So war im Jahr 2011 total ein Einkommen von Fr. 105'779.- verbucht worden, wohingegen die Beschwerdegegnerin in den Jahren 2008 bis 2013 nie mehr als Fr. 30'000.- verdiente. Ein Einkommen von Fr. 74'800.- im Jahr 2011 betraf eine Arbeitgeberin, für die die Beschwerdegegnerin im betreffenden Jahr offenbar gar nicht tätig war. Lediglich im Jahr 2010 (Januar und Februar) erzielte sie bei ihr ein Einkommen von insgesamt Fr. 2'980.-. Der fälschlicherweise aufgeführte Betrag von Fr. 74'800.- hätte ihr somit - auch im Rahmen einer Plausibilitätskontrolle (vgl. E. 6.3 hiervor) - ins Auge stechen müssen. Selbst ohne nähere Kenntnisse über die Modalitäten einer Rentenberechnung hätten bei der Beschwerdegegnerin erhebliche Zweifel am angegebenen massgeblichen Jahreseinkommen und letztlich an der Rechtmässigkeit des ausgerichteten Rentenbetrages aufkeimen müssen.