Citation: 8C_518/2023 E. 4.1.1

4.1.1. Hinsichtlich des unbestritten nach den Regeln für psychische Unfallfolgen zu prüfenden adäquaten Kausalzusammenhangs hielt das kantonale Gericht zunächst fest, laut Rapport der Kantonspolizei C.________ vom 19. September 2008 habe die Beschwerdeführerin mit ihrem Motorrad innerorts einen nach links abbiegenden Personenwagen überholt, worauf die Fahrzeuge seitlich heftig kollidierten. Zwar zeige die reiche Kasuistik, dass Kollisionen zwischen Autos und Motorrädern in der Regel als mittelschwere Unfälle im engeren Sinn beurteilt würden (mit Hinweis auf das Urteil 8C_627/2019 vom 10. März 2019 E. 5.3.3 mit Hinweisen). Indessen habe gemäss der Biomechanischen Beurteilung der AGU Zürich vom 3. Mai 2010 die Relativgeschwindigkeit der beiden Fahrzeuge maximal 25 km/h betragen, diese seien nur gering deformiert gewesen und das Motorrad sei erst umgekippt, nachdem es vom Personenwagen getrennt worden sei. Angesichts dieser Umstände sei die Beschwerdegegnerin zu Recht von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu leichten Ereignissen liegend ausgegangen. Damit müssten mindestens vier der sieben unfallbezogenen Adäquanzkriterien in einfacher Form oder aber eines in besonders ausgeprägter Weise gegeben sein, um den adäquaten Kausalzusammenhang zu bejahen.