Citation: 2C_218/2016 E. 3.2

3.2. Nach Auflösung der Ehe- oder der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch nach Art. 43 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG; sog. Integrationsklausel). Die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen von Art. 50 AuG setzt allerdings das definitive Scheitern der Ehe- oder Familiengemeinschaft voraus (vgl. BGE 140 II 129 E. 3.5 S. 133). Im vorliegenden Fall ist die Beschwerdeführerin weder von ihrem Ehemann geschieden noch gerichtlich getrennt. Sie macht aber geltend, dass die Familiengemeinschaft nicht mehr bestehe und sie eine solche auch nicht mehr wünsche. Angesichts der konkreten Umstände erscheinen diese Äusserungen durchaus glaubwürdig. Die Frage braucht freilich nicht abschliessend geklärt zu werden, zumal zur Begründung eines Rechtsanspruchs auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung die Voraussetzungen der Dreijahresfrist und der erfolgreichen Integration kumulativ (vgl. BGE 136 II 113 E. 3.3.3 S. 119) erfüllt sein müssen. Dies ist, wie im Folgenden aufgezeigt wird (E. 3.2.1 ff.), nicht der Fall. Auch vermag sich die Beschwerdeführerin, wie noch zu sehen ist (E. 3.3 ff.), nicht auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG zu berufen.