Citation: 2C_288/2020 E. 5.5.1

5.5.1. Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin, die im November 2016 als Flüchtling anerkannt wurde, vollumfänglich von der Sozialhilfe unterstützt wird und - soweit ersichtlich - noch nie einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz nachgegangen ist. Zwar ist mit ihr davon auszugehen, dass insbesondere ihre körperliche Beeinträchtigung die Stellensuche erschwert; allerdings stehen ihre Behauptungen, wonach sie grundsätzlich keiner Erwerbstätigkeit nachgehen könne, im Widerspruch zur Aktenlage, insbesondere zum Entscheid der SVA Graubünden vom 19. Juni 2018. Darin wurde ihr, wie bereits ausgeführt, eine Arbeitsfähigkeit von 100% für bestimmte körperlich leichte Arbeiten, unter Berücksichtigung ihrer Behinderung, attestiert (vgl. E. 4.2 hiervor; vgl. auch Ziff. 2.3 des angefochtenen Urteils). Die Beschwerdeführerin legt keine Belege ins Recht, die darauf schliessen liessen, dass sie sich zumindest bemüht habe, eine ihrer Behinderung angepasste Arbeitsstelle zu finden, die ihr erlaubt hätte, für ihren Lebensunterhalt zumindest teilweise selbst aufzukommen. Trotz Abweisung ihres IV-Gesuchs legt sie nicht konkret dar, dass sie in naher Zukunft beabsichtige, intensiv eine Arbeitsstelle zu suchen. Vielmehr führt sie in ihrer Beschwerde aus, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund anderer Prioritäten keine Möglichkeit habe, sich um die Suche nach einer passenden Stelle zu bemühen. Zwar ist der Beschwerdeführerin zugute zu halten, dass sie Sprachkurse und ein Praxisassessement besucht hat. Selbst unter Berücksichtigung der statusspezifischen Umstände bei Flüchtlingen mit Asylstatus reicht dies jedoch nicht aus, um annehmen zu können, dass sie alles ihr Zumutbare unternommen habe, um auf dem Arbeitsmarkt den eigenen Unterhalt möglichst autonom bestreiten und sich zumindest in einem bestimmten Umfang von der Sozialhilfe lösen zu können (vgl. auch E. 5.4 hiervor). Wie die Vorinstanz jedoch zu Recht ausführt, ist - bei entsprechenden Bemühungen durch die Beschwerdeführerin - nicht ausgeschlossen, dass sie eines Tages die Sozialhilfeabhängigkeit zumindest zu reduzieren vermag (vgl. E. 2.4 in fine des angefochtenen Urteils), sodass dannzumal möglicherweise eine Basis für den Nachzug bestehen würde.