Citation: 2C_650/2020 E. 5.6.3

5.6.3. Wie das EJPD zu Recht ausführt, verfügt der Bundesrat bei der Bestimmung der "angemessenen Entschädigung" über einen erheblichen Ermessensspielraum. Im Rahmen dieses Ermessens kann er unter anderem dem Umstand Rechnung tragen, dass die Entschädigung - selbst im Falle von Anbieterinnen mit reduzierten Überwachungspflichten - auch Anreize für eine Rationalisierung bzw. Automatisierung der Abläufe und somit für eine Effizienzsteigerung schaffen sollte (vgl. auch EMANUEL JAGGI, Die Revision des BÜPF, in: ZStrR 133/2015 S. 276 ff., 291). Insbesondere erschiene es stossend, wenn Anbieterinnen mit reduzierten Überwachungspflichten bewusst auf Effizienzsteigerungen verzichten würden, um anschliessend höhere Entschädigungen für die Beantwortung von Auskunftsanfragen verlangen zu können. Die Entschädigung darf deshalb nicht so hoch angesetzt sein, dass kein Anreiz besteht, kostengünstig zu arbeiten (vgl. JAGGI, a.a.O., S. 291 Fn 99). So anerkennt selbst die Beschwerdegegnerin, dass der Aufwand für die Beantwortung einer einzelnen Anfrage bei einer Automatisierung sehr gering sei.