Citation: I 545/00 11.05.2001 E. 2

2.- Es steht fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht voll arbeitsfähig ist. Zu prüfen ist hingegen, ob die Drogensucht die Folge eines Gesundheitsschadens mit Krankheitswert ist oder ob sich infolge des Drogenmissbrauchs ein geistiger Gesundheitsschaden entwickelt hat, der die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt. a) Das kantonale Gericht hat geprüft, ob beim Versicherten bereits vor Beginn der Drogensucht ein geistiger Gesundheitsschaden mit Krankheitswert vorlag. Es stellte dabei auf den Bericht der Klinik X.________ vom 14. September 1998 ab. Dessen Ausführungen basieren jedoch auf Daten vom April 1994; über den aktuellen Gesundheitszustand seien keine sicheren Angaben möglich. Soweit es sich darum handelt abzuklären, ob der Beschwerdeführer bereits vor dem Beginn seiner Drogensucht im Jahre 1987 an einem psychischen Gesundheitsschaden litt (der dann angeblich zum Drogenmissbrauch führte), schadet die Verwendung von zur Zeit des Verfügungserlasses fast fünfjährigen Daten nicht, sondern war vielmehr sogar angebracht. Denn diese Angaben liegen zeitlich relativ nahe am - angeblich in psychischen Gründen wurzelnden - Suchtbeginn 1987, während Gutachten aus dem Jahre 1998 oder gar aus heutiger Zeit kaum noch verlässlich darlegen können, ob die Drogensucht aus psychischen Motiven ausgelöst worden ist, hat doch die Abhängigkeit auf die Persönlichkeit des Versicherten seit vielen Jahren eingewirkt und diese beeinflusst. Die Vorinstanz hat sich deshalb zu Recht auf den Arztbericht der Klinik X.________ abgestützt. Mit dem kantonalen Gericht ist dabei davon auszugehen, dass darin keine schwerwiegenden psychiatrischen Befunde erwähnt sind; damit hat es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen einer bereits vorbestehenden psychischen Beeinträchtigung und einer angeblich daraus folgenden Drogensucht zu Recht verneint. An dieser Auffassung vermag auch das im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte Schreiben der Projektärztin Frau C.________ vom 23. Januar 1999 - die Drogensucht sei vor dem Hintergrund einer Störung der Persönlichkeitsentwicklung entstanden - nichts zu ändern. Dieses Schreiben ist nämlich - entgegen dem Bericht der Klinik X.________ - nur eine Mitteilung, die weder umfassend ist noch auf allseitigen Untersuchungen beruht (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a), sondern einzig gestützt auf Beobachtungen des Verhaltens und in Kenntnis der Lebensgeschichte des Beschwerdeführers erfolgt ist. Weiter ist der Beschwerdeführer Frau C.________ erst seit November 1998, d.h. also elf Jahre nach Beginn der Drogensucht, bekannt, sodass sie nicht hinreichend schlüssig beurteilen kann, ob der langjährige Drogenmissbrauch wirklich die Folge eines geistigen Gesundheitsschadens ist. Das Schreiben der Projektärztin vermag deshalb den eingeholten Arztbericht nicht derart zu erschüttern, dass davon abzuweichen ist (vgl. BGE 125 V 354 Erw. 3c). Gestützt auf den Bericht der Klinik X.________ und wegen des langen Zeitablaufs seit Beginn der Drogensucht ist im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung (BGE 124 V 94 Erw. 4b und 122 V 162 Erw. 1d) auf weitere Abklärungen in dieser Hinsicht zu verzichten; der Antrag des Versicherten auf Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens unter Berücksichtigung des Zusammenhanges zwischen psychischen Störungen und Drogensucht ist deshalb abzuweisen. b) Die Vorinstanz hat weiter geprüft, ob der Drogenkonsum einen psychischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert verursacht hat. Sie stellte dabei wiederum auf die vom April 1994 stammenden Daten der Klinik X.________ ab; diese Angaben waren im für die richterliche Beurteilung praxisgemäss (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 12. Januar 1999 bereits fast fünf Jahre alt. In der Zwischenzeit hat sich der Sachverhalt möglicherweise verändert und es könnte bis zum Verfügungszeitpunkt - primär aus der Drogensucht resultierend - ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert eingetreten sein. Insofern haben die Vorinstanz und die IV-Stelle den rechtserheblichen Sachverhalt nicht genügend abgeklärt; der angefochtene Entscheid und die entsprechende Verfügung sind deshalb aufzuheben und die Sache ist an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese hat eine psychiatrische Begutachtung zu veranlassen, um festzustellen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden, der die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt, vorliegt. Anschliessend hat sie über den Leistungsanspruch neu zu verfügen.