Citation: 8C_106/2024 E. 3.2.5

3.2.5. In erwerblicher Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, sie sei nicht als Selbstständigerwerbende zu betrachten. Als Gesunde wäre sie vielmehr unselbstständig erwerbstätig geblieben, weshalb ein Einkommensvergleich anzustellen sei. Die Vorinstanz übersehe, dass der Gesundheitsschaden, das heisse der Hirnschlag, im Jahr 2000 eingetreten sei und nicht erst im Jahr 2013. Unbestritten erlitt die Beschwerdeführerin im Jahr 2000 einen cerebro-vaskulären Insult, aufgrund dessen bis heute ein leichtgradiges Hemisyndrom rechts nachgewiesen werden kann. Die Beschwerdeführerin meldete sich aber erst im Januar 2014 zum Leistungsbezug an. Vor Dezember 2013 war sie offenbar zu 100 % arbeitsfähig, wenn auch mit geklagten Erschöpfungssymptomen (vgl. MEDAS-Gutachten vom 18. November 2020 S. 8). Wenn die Vorinstanz bei diesen Gegebenheiten von einem Eintritt des Gesundheitsschadens im Dezember 2013 ausging, so erscheint dies nachvollziehbar. Weiter setzte sich die Vorinstanz mit den Einwänden der Beschwerdeführerin gegen die Qualifikation als Selbstständigerwerbende auseinander. Sie stellte fest, die Beschwerdeführerin habe anlässlich des Standortgesprächs vom 8. Januar 2015 gegenüber der Abklärungsperson angegeben, sie würde "bei Gesundheit" weiterhin mit ihrem Ehegatten zusammen den Restaurationsbetrieb der B.________ GmbH führen. Im Rahmen des Standortgesprächs vom 8. Oktober 2019 habe sie sodann angegeben, beabsichtigt zu haben, bei guter Gesundheit im Umfang eines Arbeitspensums von 100 % im Gastrobetrieb der B.________ GmbH zusammen mit ihrem Ehegatten erwerbstätig zu sein. Das kantonale Gericht mass diesen Aussagen der ersten Stunde ein grösseres Gewicht bei als den im Beschwerdeverfahren vorgetragenen Argumenten für eine im Gesundheitsfall ausgeübte unselbstständige Erwerbstätigkeit. Mithin erachtete es als überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall bei Eintritt des Gesundheitsschadens im Dezember 2013 weiterhin im Umfang eines vollzeitlichen Arbeitspensums mit ihrem Ehegatten zusammen die B.________ GmbH betrieben hätte. Damit verletzte es weder den Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin noch verfiel es in Willkür, zumal für die Annahme derselben nicht genügt, dass eine andere Lösung ebenfalls in Betracht fällt, selbst wenn diese als die plausiblere erscheint (vgl. E. 1.2 hiervor).