Citation: 2C_1024/2019 E. 5.6

5.6. Des weiteren geht die Vorinstanz fehl, wenn sie aufgrund der vor der Migrationsbehörde im September 2018 erfolgten Aussage der Beschwerdeführerin, sie wolle sich nicht scheiden lassen, darauf schliesst, die Beschwerdeführerin sei damals von einer grundsätzlich überwindbaren Ehekrise ausgegangen. Sie blendet dabei aus, dass diese Aussage in einem Kontext erfolgte, in dem die Beschwerdeführerin die Nichtverlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung gewärtigen musste. Der von der Vorinstanz gezogene Schluss steht schliesslich auch im Widerspruch dazu, dass es infolge des nächtlichen Vorfalls im November 2017 zu keiner Wiederaufnahme der Ehegemeinschaft kam und die Scheidung im Februar 2019 das Ende der Beziehung besiegelte. Schliesslich ist auch die Aussage der Vorinstanz, unterschiedliche Auffassungen zur Rolle der Frau in der Ehe und zum Umgang mit Geld seien die hauptsächlichen Streitpunkte gewesen, bedenklich, als damit die gemäss einem patriarchalischen Weltbild legitime Bevormundung der Frau verharmlost wird, indem diese als blosser Ausdruck einer Meinungsverschiedenheit gekennzeichnet wird.