Citation: 5A_519/2016 E. 3.2.1

3.2.1. Zur Frage, ob eine kinderpsychologische Begutachtung notwendig sei, erwog die Vorinstanz, seit Ende Mai 2013 beinhalte das Besuchsrecht des Kindsvaters alle zwei Wochen stattfindende Besuche von drei Stunden. Sie schloss sich der Auffassung des Familiengerichts an, mit einem kinderpsychologischen Gutachten lasse sich zwar eruieren, ob die Ablehnung des Vaters in eigenen Erfahrungen des Kindes begründet oder aber durch Einflussnahme der Mutter zustande gekommen sei. Der bestehende Konflikt lasse sich damit aber kaum lösen. Die von Kind und Kindsmutter behaupteten traumatischen Erfahrungen mit der Lebenspartnerin des Kindsvaters seien nicht erstellt; eine entsprechende strafrechtliche Anzeige sei nicht an die Hand genommen worden. Bisher hätten nicht einmal durch den Beistand begleitete dreistündige Besuche stattgefunden, obwohl dem Kindsvater selber nichts vorgeworfen werde. Die Kindsmutter unterstütze die ablehnende Haltung von B.________ und sei nicht bereit, zwischen ihr und dem Vater zu vermitteln. Mit neun Jahren sei B.________ nach wie vor in einem Alter, in welchem sie den Ansichten und (auch unterschwelligen) Erwartungen des betreuenden Elternteils ausgeliefert sei. Unter diesen Umständen erscheine die Erstellung eines Gutachtens in der Hoffnung, damit liessen sich die Probleme bei der Ausübung des Besuchsrechts lösen, zwecklos und unverhältnismässig (E. 4.3 des angefochtenen Entscheids).