Citation: 9C_656/2022 E. 2.3.2

2.3.2. Dabei sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hohe Anforderungen an das Mass der Sorgfalt zu stellen. So ist grundsätzlich davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige seine eigenen finanziellen Verhältnisse kennt und er nach Erhalt der Veranlagungsverfügung diese überprüft sowie allfällige Mängel rechtzeitig rügt. Nachlässig bzw. nicht mit der nötigen Sorgfalt handelt namentlich, wer nach Ermessen veranlagt wird, weil er nicht rechtzeitig die zur Veranlagung notwendigen Angaben gemacht und Unterlagen vorgelegt hat. Dasselbe gilt, wenn Steuerpflichtige im ordentlichen Verfahren den Sachverhalt nicht vollständig dargestellt, Beweismittel nicht bezeichnet oder die Nachprüfung unterlassen haben, dass das veranlagte Einkommen nicht mit den von ihnen tatsächlich erzielten Einkünften übereinstimmt (vgl. u.a. Urteile 2C_345/2022 vom 4. Juli 2022 E. 2.2.2; 2C_1022/2020 vom 18. Mai 2021 E. 3.3; 2C_245/2019 vom 27. September 2019 E. 5.3; 2C_360/2018 vom 3. Mai 2018 E. 2.5.1; 2C_212/2016 vom 6. September 2016 E. 5.2; 2C_47/2016 vom 22. August 2016 E. 3.2 u. 3.4; 2C_941/2015 vom 9. August 2016 E. 6.2 u. 6.3; 2C_917/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 2.1; 2C_754/2015 vom 14 September 2015 E. 2.3; zu allfälligen Ausnahmen oder Einschränkungen gegenüber diesen hohen Anforderungen an das Mass der Sorgfalt: vgl. u.a. Urteile 2C_47/2016 vom 2. August 2016 E. 3.2; 2C_564/2008 vom 12. September 2008 E. 5).