Citation: 5A_266/2016 E. 2.1.1

2.1.1. Das Zivilgericht des Sensebezirkes folgte dem Standpunkt der Beschwerdeführer, wonach es bei der Liquidation der Gesellschaft eine interne Regelung zwischen den Parteien gegeben und der notarielle Vertrag vom 4. Juli 1996 einzig das (steueroptimierte) Aussenverhältnis gegenüber der Steuerbehörde geregelt habe. Im Innenverhältnis hätten in Wahrheit alle Kinder gleich behandelt werden sollen und jedes Geschwister habe einen Fünftel der Aktiven und Passiven der Gesellschaft übernehmen sollen; sodann sei davon auszugehen, dass sie beim Erbgang auf die Geltendmachung einer Ungleichbehandlung bzw. von Regressansprüchen verzichtet hätten, weshalb die - von den Prozessparteien in ungleicher Stückzahl erbvorbezugsweise erhaltenen - Aktien bei der Erbteilung nicht zu berücksichtigen seien. Demgegenüber bezog das Kantonsgericht gestützt auf Art. 626 ZGB und angesichts der testamentarischen Anordnung ein Teil der Aktien in die Erbteilung ein, nämlich die 15 (Hälfte von 30) im Testament erwähnten und mit Stellungnahme der Beschwerdegegner vom 6. Juni 2008 geltend gemachten Aktien. Das erst in der Berufungsschrift vom 15. Februar 2011 gemachte Vorbringen, es sei die Hälfte aller 100 Aktien bei den Nachlassaktiven aufzunehmen, hielt es für verspätet; die Beschwerdegegner hätten trotz Kenntnis des Ausgleichungsanspruches im erstinstanzlichen Verfahren auf den Einbezug der weiteren 70 erbvorbezugsweise erhaltenen, aber im Testament nicht erwähnten Aktien verzichtet. In Bezug auf die 15 zu berücksichtigenden Aktien verwies das Kantonsgericht zur Begründung auf die Beweiskraft öffentlicher Urkunden (Art. 9 ZGB) und hielt fest, dass gemäss notarieller Urkunde "Zuteilung von Grundstücken nach Auflösung einer Aktiengesellschaft" vom 4. Juli 1996 C.________ 14, E.________ und B.________ je 20, D.________ 15 und A.________ 31 Aktien besitzen würden. Die Kinder hätten schon je 14 Aktien besessen und in der ebenfalls als öffentliche Urkunde aufgenommenen letztwilligen Verfügung vom 14. September 1999 habe der Erblasser die Anrechnung der 30 noch im Besitz der Eltern verbliebenen und dann im Jahr 1996 ebenfalls auf die Kinder verteilten Aktien geregelt, wobei davon A.________ 17 Aktien, B.________ und E.________ je 6 Aktien und D.________ 1 Aktie erhalten hätten. Untermauert werde diese Aufteilung der Aktien durch ein Schreiben der Steuerverwaltung vom 3. November 1999. Sodann verneinte das Kantonsgericht, dass die Beschwerdeführer den Beweiswert der beiden öffentlichen Urkunden durch andere Beweismittel hätten entkräften und nachweisen können, dass die notariellen Urkunden nicht den wirklichen Parteiwillen wiedergeben würden. Der Zeuge K.________ habe zwar auf eine Aufteilung von 20 % pro Aktionär hingewiesen, womit nicht alle einverstanden gewesen seien, aber er habe den Widerspruch zwischen der angeblich gleichmässigen Aufteilung im internen Verhältnis und dem Schreiben der Steuerverwaltung vom 3. November 1999 nicht erklären können und sein Mandat sei im Zeitpunkt des Abschlusses des notariellen Vertrages vom 4. Juli 1996 bereits erloschen gewesen; seine Aussage über ein angeblich abweichendes internes Verhältnis vermöge deshalb den am 4. Juli 1996 notariell verurkundeten Willen der Parteien nicht zu entkräften. Gleiches gelte für die zwei von den Beschwerdeführern ins Recht gelegten und eine gleichmässige Aufteilung der Aktien vorsehenden Vertragsentwürfe, welche weder datiert noch unterzeichnet seien; mangels Unterzeichnung sei davon auszugehen, dass sie gerade nicht dem Willen aller Nachkommen entsprochen hätten. In Bezug auf Zwischenabrechnungen, welche dem Mahnungsschreiben der F.________ AG vom 19. November 1998 beilagen, befand das Kantonsgericht, dass diese auf eine gleichmässige Teilung der Aktien hinweisen würden, sie jedoch nicht unterzeichnet seien und unklar sei, ob sie von den Parteien akzeptiert worden seien; die Zahlungsverweigerung deute eher auf das Gegenteil hin. Die Zwischenabrechnungen vermöchten deshalb den durch die notarielle Urkunde vom 4. Juli 1996 und die letztwillige Verfügung vom 14. September 1999 erbrachten Beweis für eine ungleichmässige Aufteilung der Aktien ebenfalls nicht zu entkräften. Schliesslich hielt das Kantonsgericht fest, dass erbrechtlich einzig die Aktienübernahme und nicht die Liquidation der Gesellschaft relevant sei und dass für interne Regelungen betreffend noch nicht angefallene Erbschaftsgegenstände die Mitwirkung und Zustimmung des Erblassers zwingend erforderlich gewesen wäre (Art. 636 ZGB); entgegen den Beschwerdeführern könne eine Zustimmung zum angeblichen internen Verhältnis nicht daraus abgeleitet werden, dass er Ende 1998 Mahnungen unterschrieben habe, denn wie erwähnt sei nicht erstellt, dass die beigelegten Zwischenabrechnungen dem Willen der Parteien entsprochen hätten.