Citation: 6B_3/2021 E. 6.5

6.5. Es verstösst sodann nicht gegen das Fairnessgebot, wie die Beschwerdeführerin moniert, wenn die Vorinstanz sie zur Einreichung von Dokumenten aufforderte, um ihre (behauptete) Bedürftigkeit zu belegen. Nach der Rechtsprechung obliegt es der die amtliche Verteidigung beantragenden beschuldigten Person, ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend aufzuzeigen und ihre finanziellen Verpflichtungen zu belegen. An die klare und gründliche Darstellung der finanziellen Verhältnisse dürfen umso höhere Anforderungen gestellt werden, je komplexer diese sind (BGE 125 IV 161 E. 4a; 120 Ia 179 E. 3a; Urteile 1B_379/2021 vom 6. April 2022 E. 2.2; 6B_499/2015 vom 10. Juli 2015 E. 2.4; 6B_508/2014 vom 25. Februar 2015 E. 6.2, nicht publ. in: BGE 141 IV 155; je mit Hinweisen). Da die Beschwerdeführerin über zahlreiche Bankkonti verfügt, die teilweise im Ausland liegen, war die Vorinstanz gehalten, sich ein genaues Bild über deren finanziellen Verhältnisse zu machen. Gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin nahm sie deren Bedürftigkeit an und hiess ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut. Der Vorwurf, diese Abklärungen seien von vornherein überflüssig gewesen und hätten nur unnötigen Aufwand für ihren Rechtsvertreter verursacht, geht demnach fehl.