Citation: 1A.49/2001 16.07.2001 E. 4

4.-In der Beschwerde wird sodann vorgebracht, am 6. Juni 1997 sei "das Strafgesetzbuch von Polen total revidiert" worden. Gestützt auf Art. 28 Abs. 2 lit. c IRSG müsse im Ersuchen präzise "bezeichnet" werden, "aufgrund welcher Bestimmung (altrechtlich oder neurechtlich)" der untersuchte Sachverhalt strafbar erscheine. a) Rechtshilfeersuchen um Vornahme von Untersuchungshandlungen und Übermittlung von Schriftstücken haben die strafbare Handlung zu bezeichnen (Art. 14 Ziff. 2 EUeR). Auch Art. 28 Abs. 2 lit. c IRSG verlangt eine "rechtliche Bezeichnung der Tat". b) Im Gesuch vom 30. Juni 2000 legt die ersuchende Behörde ausführlich dar, welche Normen des polnischen Strafgesetzbuches (von 1969) auf den untersuchten Sachverhalt Anwendung finden (insbesondere Art. 265, 271, 273, Urkundenfälschungsdelikte, sowie Art. 203, Aneignungsdelikte im Sinne des Diebstahls). Damit wird dem hier massgeblichen Art. 14 Ziff. 2 EUeR Genüge getan. Weder das EUeR noch das IRSG schreiben vor, dass darüber hinaus im Ersuchen dargelegt werden müsste, welche Strafnormen in intertemporalrechtlicher Hinsicht zur Anwendung gelangen. Die Prüfung, wie sich die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Revision des polnischen Strafrechts vom 6. Juni 1997 auswirken könnte (Anwendung der "lex mitior" usw.), bleibt - im Falle einer Anklageerhebung - dem Strafrichter des ersuchenden Staates vorbehalten. Die untersuchten Urkundenfälschungs- und Vermögensdelikte sind auch nach schweizerischem Recht strafbar (insbesondere Urkundenfälschung, Art. 251 StGB, unrechtmässige Aneignung/Diebstahl, Art. 137/139 StGB, evtl. ungetreue Geschäftsbesorgung, Art. 158 StGB, Veruntreuung, Art. 138 f. StGB). Sie erfüllen die Voraussetzungen von Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR (bzw. der diesbezüglichen Erklärung der Schweiz). In diesem Zusammenhang ist - entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers - auch keine unvollständige Sachverhaltsfeststellung ersichtlich.