Citation: 6B_855/2022 E. 2.6

2.6. Dr. med. C.________ geht in ihrem psychiatrischen Aktengutachten vom 21. Oktober 2021 von einer paranoiden Schizophrenie aus. Diese sei chronisch, sodass der Beschwerdeführer lebenslang auf eine störungsspezifische Behandlung angewiesen sein werde (Gutachten S. 31). Im Bezug auf die Störungen durch psychotrope Substanzen (Amphetamine und Benzodiazepine, ärztlich verordnet) sei der Beschwerdeführer seit mehreren Jahren abstinent (Gutachten S. 31). Aktuell sei sein psychischer Zustand stabil und die Rückfallgefahr sei gering, sofern das aktuelle therapeutische Setting beibehalten werde (Gutachten S. 33). Grösster Risikofaktor wäre ein Abbruch der langfristig indizierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung (medikamentös, stützende Psychotherapie, Einbezug des sozialen Umfelds, geeignete Unterstützung im Alltag und Berücksichtigung der Substanzproblematik). Die Therapie sei wichtig, um Schwankungen des Zustandsbildes zeitnah zu bemerken und durch geeignete Interventionen wieder auszugleichen (Gutachten S. 34). Es sei auch in Zukunft damit zu rechnen, dass sich nebst dieser angemessenen Behandlung ein geeignetes Wohn- und Tagesstruktursetting sowie die Abstinenz von psychotropen Substanzen stabilisierend auf das Zustandsbild des Beschwerdeführers auswirken würden. Störungsbedingt würden seine Fähigkeiten zur Stressbewältigung auch in Zukunft eingeschränkt sein. Es sei aber möglich, diese Einschränkung durch externe Unterstützung (z.B. geeignetes Wohnsetting) zu kompensieren (Gutachten S. 29).