Citation: H 319/02 17.03.2004 E. 3.3

3.3.1 Streitig ist im Weitern die Verschuldensfrage. Der Beschwerdeführer war in der massgeblichen Zeit einziger Verwaltungsrat der A.________ AG. Es kam ihm damit schon auf Grund seiner Stellung in der Gesellschaft formelle und materielle Organqualität zu, auch wenn sein effektiver Einfluss nach "Übergabe der Führungsverantwortung" im Jahre 1999 gering gewesen sein mag, wie er ausführen lässt. Er kann daher praxisgemäss als subsidiär haftendes Organ für den eingetretenen Schaden in Anspruch genommen werden (vgl. BGE 114 V 220 Erw. 3). 3.3.2 Zu prüfen bleibt lediglich, ob das Verhalten des Geschäftsführers U.________ die Beurteilung des Verschuldens des Beschwerdeführers soweit zu beeinflussen vermag, dass ihm die Verletzung der Beitragszahlungspflicht durch die Gesellschaft nicht mehr als grobfahrlässig angerechnet werden kann. Dies wäre dann der Fall, wenn der Beschwerdeführer durch den Geschäftsführer über die Ausstände gegenüber der Ausgleichskasse mit - strafrechtlich relevanten - Machenschaften systematisch getäuscht worden wäre (Urteile F. vom 25. Juli 2000, H 319/99, sowie T. und M. vom 8. Juli 2003, H 141/01). Zu einer derartigen Annahme besteht im vorliegenden Fall keine begründete Veranlassung. Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, die Vorinstanz hätte abklären müssen, ob allenfalls strafrechtlich relevante Machenschaften des Geschäftsführers oder eines Dritten vorgelegen hätten. Konkrete Hinweise auf ein strafbares Verhalten bestehen aber nicht, insbesondere ist offensichtlich kein Strafverfahren eingeleitet worden; insofern unterscheidet sich der vorliegende Fall von den vorgenannten Präjudizien. Wenn der Beschwerdeführer vorbringen lässt, es seien ihm die Lohnmeldungen für die Jahre 1999 und 2000 vorenthalten worden, ist damit wohl schwerlich ein strafbares Verhalten angesprochen. Zudem muss sich der Beschwerdeführer entgegenhalten lassen, dass er - zumindest für das Jahr 1999 - wusste oder hätte wissen müssen, dass der Ausgleichskasse eine Lohnmeldung zu erstatten war; es wäre also an ihm gelegen, sich um diese zu kümmern. Eine andere Beurteilung des Verschuldens hätte höchstens dann Platz zu greifen, wenn ihm gefälschte, das heisst andere als die bei der Ausgleichskasse eingereichten Lohnmeldungen vorgelegt worden wären. Derartiges wird aber nicht behauptet, und es bestehen auf Grund der Akten auch keine diesbezüglichen Hinweise. Selbst wenn sich der Geschäftsführer unkorrekt verhalten haben sollte, könnte dies angesichts fehlender Hinweise auf eine systematische Täuschung durch strafrechtlich relevante Machenschaften am Verschulden des Beschwerdeführers nichts ändern. 3.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass bezüglich der Höhe der Schadenersatzforderung ergänzende Abklärungen zu tätigen sind (vgl. Erw. 3.2 hievor), hingegen ist die Haftung des Beschwerdeführers im Grundsatz zu bejahen (vgl. Erw. 3.3 hievor).