Citation: 6B_1078/2009 13.12.2010 E. 3

3.1 Die Vorinstanz erachtet das Nachtatverhalten der Beschwerdegegnerin 1 (Dusche nach der Tat, Rückkehr in die Wohnung wegen vergessenen iPods) nicht als derart aussergewöhnlich, um hieraus eine Einwilligung in die Tat ableiten zu können. Die Vorinstanz verweist auf das "bekannte psychologische Phänomen", wonach Opfer von Kriminalität oder solche, die Hab und Gut verloren hätten, an vermeintlich trivialen Gegenständen hängen und diese als sehr wichtig einstufen würden. Dies sei Ausdruck des erlittenen Traumas. Die Aussagen der Zeugin B.________ beschreibt die Vorinstanz mit Bezug auf den Verlauf des Abends der inkriminierten Handlung als glaubhaft. Andere Aussagen, wie etwa, dass die Beschwerdegegnerin 1 die Polizei wegen des Diebstahls des iPod informiert habe, um sich am Beschwerdeführer für das Beenden der Beziehung zu rächen, erachtet die Vorinstanz hingegen als Schutzbehauptungen (angefochtenes Urteil, S. 10 f.). Das Aussageverhalten der Beschwerdegegnerin 1 lasse darauf schliessen, dass sie sich aufgrund der Ereignisse geschämt habe und sich des Ausmasses des Geschehenen erst langsam bewusst geworden sei. Sie habe die Schuld für die Tat bei sich selber gesucht. Dass sie nach der Tat das Geschehene zu verdrängen versucht und sich geschämt habe, sei aus medizinisch-psychologischer Sicht ebenfalls nicht unerklärlich, sondern gemäss Gutachten des Gerichtsexperten Dr. C.________, Psychiatrische Klinik Königsfelden, typisch für ein Opfer sexueller Übergriffe (angefochtenes Urteil, S. 8). Ferner sprächen die Aussagen des Vaters und ihrer besten Freundin sowie die medizinischen Gutachten für den Vorfall, wie sie ihn geschildert habe. Ihre Darstellung, nicht in die sexuellen Handlungen eingewilligt zu haben, sei schlüssig und glaubwürdig. Für die Glaubwürdigkeit spreche auch, dass nicht sie es gewesen sei, welche die Anzeige bei der Polizei eingereicht habe, sondern ihr Vater (angefochtenes Urteil, S. 13 f.). 3.2 Der Beschwerdeführer macht eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung (Art. 9 BV) sowie eine Verletzung der Unschuldsvermutung geltend (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Es existierten zu seinen Lasten lediglich zwei Beweismittel - die Aussagen der Beschwerdegegnerin 1 sowie der Umstand, dass diese ihre Chatunterhaltung vom 8. November 2006 spontan und ohne Absicht einer Strafanzeige geführt habe. Die Vorinstanz habe ihre Aussagen als glaubhaft eingestuft, obwohl sie nicht immer präzise und konstant gewesen seien und die Beschwerdegegnerin 1 weitere Personen nachweislich zu Unrecht als Tatbeteiligte bezeichnet habe. Er habe hingegen konsequent und mit immer gleichlautenden Aussagen die angeblichen Taten bestritten (Beschwerde, S. 9 f.). Zu seinen Gunsten sei ausserdem die von der Vorinstanz grundsätzlich als glaubwürdig eingestufte Zeugin B.________ zu berücksichtigen, die ihn entlaste und seine Aussagen im Wesentlichen bestätige. Weshalb die Vorinstanz einen Teil dieser Aussagen als glaubhaft, die anderen jedoch als unglaubhaft eingestuft habe, könne nicht überzeugen und stelle eine Rosinenpickerei bei der Beweiswürdigung dar (Beschwerde, S. 10 f.). Es existierten erhebliche Zweifel an seiner Schuld, weil ein Massenvergewaltigungsopfer wie die Beschwerdegegnerin 1 nach allgemeiner Erfahrung nicht am Ort des Geschehens noch eine Dusche nehme, sich danach wieder ins Wohnzimmer zu ihren Peinigern begebe und hernach regelrecht weggeschickt werden müsse, um unmittelbar danach infolge des vermissten iPods nochmals zurückzukehren (Beschwerde, S. 12 f.). Die Vorinstanz begründe nicht, welches "psychologische Phänomen" die Fixierung auf triviale Gegenstände bewirke, vielmehr sei diese Feststellung ohne Beizug eines psychiatrisch geschulten Experten eine unbewiesene Spekulation (Beschwerde, S. 12 f.). Schliesslich bestünden zahlreiche weitere Unstimmigkeiten, die Zweifel am festgestellten Sachverhalt aufkommen liessen. So habe die Beschwerdegegnerin 1 auf die Frage, ob sie in den Gruppensex eingewilligt habe, nicht klar mit "nein", sondern lediglich unbestimmt geantwortet, was ein Massenvergewaltigungsopfer niemals tun würde. Die Feststellung, wonach sie sich nach der Tat "die Pille danach" besorgt habe, sei aktenwidrig, zumal die erste Instanz auf ein Aktenstück verwiesen habe, das nicht existiere (Beschwerde, S. 13 f.). 3.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist (BGE 133 II 249 E. 1.2.2), oder wenn sie auf einer Verletzung von schweizerischem Recht im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die Rüge der offensichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhalts prüft das Bundesgericht gemäss Art. 105 Abs. 2 BGG nur insoweit, als in der Beschwerde explizit vorgebracht und substantiiert dargelegt wird, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 133 II 249 E. 1.4.3). Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt nach ständiger Rechtsprechung nur vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer unhaltbaren oder widersprüchlichen Beweiswürdigung beruht, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 136 IV 1 E. 1.7.1 mit Hinweis).