Citation: 8C_633/2020 E. 4

Die Vorinstanz erwog, die unfallbedingten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien von den krankheitsbedingten abgrenzbar. Gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 16. Juli 2018 seien nur die Beschwerden am oberen Sprunggelenk (OSG) auf den Unfall vom 2. Oktober 2013 zurückzuführen. Der orthopädische Teilgutachter habe für mittelschwere und schwere Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert, in einer leichten körperlichen Tätigkeit habe er den Beschwerdeführer als zu 70 % arbeitsfähig erachtet und dies mit einem vermehrten Pausenbedarf begründet. Der neurologische Experte habe die festgestellten Einschränkungen vollständig der Multiplen Sklerose zugeordnet. Auch der neuropsychologische Sachverständige habe die mittelschwere bis schwere kognitive Störung im Rahmen der Multiplen Sklerose als erklärbar gesehen und festgehalten, in seinem Fachbereich liege kein durch den Unfall bedingter Gesundheitsschaden vor. Eine Wechselwirkung oder gegenseitige Verstärkung werde von den MEDAS-Experten nicht postuliert. Der vom neuropsycholgischen Teilgutachter angeführte mögliche Einfluss der Schmerzen auf das kognitive Leistungsvermögen reiche nach der Rechtsprechung nicht aus. An diesem Ergebnis vermöge auch die Stellungnahme des Dr. med. C.________, Facharzt für Neurologie, vom 24. August 2016, die den Experten bekannt gewesen sei, nichts zu ändern. Ebenfalls nichts zu seinen Gunsten könne der Beschwerdeführer aus dem Bericht des Kreisarztes Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie, Suva, vom 7. Februar 2017 ableiten, da dieser letztlich auch alleine die OSG-Beschwerden auf den Unfall zurückführe. Der Einwand, die Multiple Sklerose sei stabil und die Einschränkungen bestünden wie von Dr. med. C.________ in seinem Bericht vom 16. Juni 2010 beschrieben, sei aktenwidrig, da sich die unfallfremde Gesundheitssituation seit der Zusprache der Rente der Invalidenversicherung nachweislich verschlechtert habe. Soweit die MEDAS-Experten von einer stabilen Symptomatik sprächen, handle es sich um einen Vergleich des Zustandes im Dezember 2017 mit jenem im Februar 2017, als die MS-bedingte Verschlechterung bereits eingetreten sei. Soweit der Beschwerdeführer geltend mache, auf das orthopädische Teilgutachten könne mangels Berücksichtigung der Ellenbogenbeschwerden nicht abgestellt werden, sei mit der Suva festzustellen, dass sich diese im Zeitpunkt der Prüfung der Rentenfrage noch nicht bemerkbar gemacht hätten. Sie seien im Rahmen einer Revision zu berücksichtigen, was die Suva ausdrücklich bestätige. Dem Bericht des Hausarztes, Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 10. September 2019, der nach dem Einspracheentscheid datiere, sei nicht zu entnehmen, wann die Hüftbeschwerden entstanden seien. Da nur der Sachverhalt bis Erlass des Einspracheentscheids beurteilt werden könne, seien auch diese im Rahmen einer Revision zu berücksichtigen. In erwerblicher Hinsicht ging die Vorinstanz beim Valideneinkommen von jenem aus, das die Treuhandfirma des Unternehmens der Ehefrau des Beschwerdeführers als mutmassliches Einkommen ohne Unfall für 2013 bis 2016 angegeben hatte (Fr. 2000.-/Monat). In der Folge verneinte das kantonale Gericht hinsichtlich des vor dem Unfall erzielten Lohnes von Fr. 2000.-/Monat gestützt auf den Gesamtarbeitsvertrag für die Reinigungsbranche Deutschschweiz ein unterdurchschnittliches Valideneinkommen. Zum Invalideneinkommen hielt die Vorinstanz fest, es sei nicht zu beanstanden, dass die Suva diesbezüglich auf die Tabelle der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016, Kompetenzniveau 1, Total Männer, abgestellt habe. Die dem Beschwerdeführer noch zumutbaren Arbeiten würden auch in produktionsnahen Betrieben angeboten, weshalb es sich nicht rechtfertige, bloss auf die durchschnittlichen Einkommen im Dienstleistungssektor abzustellen. Der von der Suva gewährte leidensbedingte Abzug von 15 % sei nicht zu beanstanden und das Invalideneinkommen von Fr. 28'391.45 korrekt. Die Suva habe die Vergleichseinkommen zutreffend bemessen und einen negativen Invaliditätsgrad von -18 % ermittelt, so dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Abschliessend bestätigte die Vorinstanz die von der Suva zugesprochene Integritätsentschädigung und verwies darauf, dass über eine Integritätsentschädigung infolge der über die OSG-Beschwerden hinausgehenden Unfallfolgen später entschieden werde. Die neuropsychologischen Beeinträchtigungen habe die Suva zu Recht nicht mit einer Integritätsentschädigung entgolten, da diese unfallfremd seien.