Citation: I 679/02 29.04.2003 E. 3

3.1 Verwaltung und Vorinstanz gehen gestützt auf das Gutachten des ZMB davon aus, dass die Versicherte im bisherigen Beruf und andern geeigneten Tätigkeiten zu 50 % arbeitsfähig sei. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies und macht geltend, die Feststellung der Experten, wonach damit "eine halbtägige Arbeit mit vollem Rendement" gemeint sei, stehe in unauflösbarem Widerspruch zu den Feststellungen des Neuropsychologen, laut welchem sie bei einer unterdurchschnittlichen intellektuellen Leistungsfähigkeit äusserst schwache Leistungen im Bereich der Belastbarkeit, der Aufmerksamkeit sowie der verbalen und figuralen Merkfähigkeit erbringe. Unbeantwortet geblieben sei die Frage, wie sie in der Lage sein solle, an einem Arbeitsplatz bessere Leistungen zu erbringen, als es ihr unter Testbedingungen möglich gewesen sei. Immerhin habe sie bereits eine dreimonatige berufliche Abklärung durchlaufen. Obwohl ihr dabei Interesse und Motivation attestiert worden seien, habe sie die im Vergleich zur früheren Tätigkeit bescheidenen Anforderungen nicht zu erfüllen vermocht, sodass sie für eine weitere Ausbildung nicht habe empfohlen werden können. Damit lasse sich die gutachterliche Feststellung, dass sie in jeder Tätigkeit im Rahmen einer halbtägigen Arbeit ein volles Rendement zu erbringen vermöge, nicht vereinbaren. 3.2 Auf Grund der medizinischen Akten steht fest, dass die Beschwerdeführerin in rein somatischer Hinsicht gesund ist und die bestehenden Beeinträchtigungen psychischer, allenfalls auch psychosomatischer Natur sind. Massgebend für die Beurteilung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit ist, inwieweit die Beschwerdeführerin unter Aufbietung der ihr zumutbaren Willensanstrengung in der Lage wäre, Arbeit zu verrichten, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss (BGE 102 V 165, AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 Erw. 4c in fine). Diesbezüglich gelangen die Gutachter des ZMB zum Schluss, dass der Versicherten eine Willensanstrengung zur mindestens teilweisen Überwindung ihres Leidens zugemutet werden könne. Es besteht kein Anlass, von dieser unter Mitwirkung des Psychiaters Dr. med. E.________ erfolgten Beurteilung abzugehen. Daran vermögen die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts zu ändern. In der Stellungnahme des ZMB vom 16. Januar 2001 wird eingehend dargelegt, weshalb nicht entscheidend auf die neuropsychologischen Testergebnisse abgestellt werden kann, wobei der Tatsache Rechnung zu tragen ist, dass es sich im vorliegenden Fall um eine ausschliesslich psychisch bedingte Beeinträchtigung handelt. Unter diesen Umständen bilden auch die Ergebnisse der beruflichen Abklärung keine zuverlässige Beurteilungsgrundlage. Im Schlussbericht des Berufsberaters der IV-Stelle vom 8. Juni 2000 wird zur Frage, wie die Diskrepanz zwischen der Beurteilung der beruflichen Eingliederungsstätte und der MEDAS (ZMB) zu erklären sei, denn auch ausgeführt, bei der Versicherten habe schon immer eine Abweichung zwischen der Selbsteinschätzung und der ärztlichen Beurteilung bestanden. In solchen Fällen komme der Frage nach der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen der Vorrang zu, die primär medizinisch zu beurteilen sei. Im Übrigen schliesst auch die berufliche Eingliederungsstätte eine Arbeitsfähigkeit von 50 % nicht aus. Dem Bericht dieser Stelle vom 7. April 1999 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin mit einer vollen Arbeitszeit überfordert war, ein Arbeitspensum von 50 % jedoch zu bewältigen vermochte, auch wenn dies für sie die oberste Grenze bedeutete. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist sowohl aus dem Bericht der Eingliederungsstätte als auch aus demjenigen des Berufsberaters vom 23. Juni 1999 zu schliessen, dass am Scheitern der beruflichen Massnahme Motivationsprobleme mitbeteiligt waren. Wird zudem berücksichtigt, dass das psychische Leiden trotz der im Gutachten des ZMB erwähnten Schwierigkeiten noch einer Behandlung zugänglich ist, besteht kein Grund, die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Zweifel zu ziehen. Dies auch insofern nicht, als die Beschwerdeführerin nach Auffassung der Experten ein Arbeitspensum von 50 % "mit vollem Rendement" zu leisten vermöchte. Wie die berufliche Abklärung gezeigt hat, ist die Versicherte während begrenzter Zeit in der Lage, voll und mit guter Qualität zu arbeiten, worauf die Leistungsfähigkeit wegen Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten rasch abnimmt. Insgesamt besteht daher kein Anlass, von der Beurteilung im Gutachten des ZMB abzugehen. Es bedarf auch keiner weiteren Abklärungen, wie sie die Beschwerdeführerin mit dem Eventualbegehren auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz beantragt. 3.3 Die Verwaltung hat die nach Art. 28 Abs. 2 IVG für die Invaliditätsbemessung massgebenden Vergleichseinkommen anhand statistischer Löhne festgesetzt und das Einkommen, welches die Beschwerdeführerin ohne den Gesundheitsschaden zu erzielen vermöchte (Valideneinkommen), mit Fr. 50'400.- ermittelt. Auf welche konkreten statistischen Zahlen sie dabei abgestellt hat, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Den Erwerb, welchen die Versicherte trotz des Gesundheitsschadens noch zu erzielen vermöchte, setzte sie auf der gleichen Grundlage fest, wobei sie einen Abzug von 10 % wegen Minderverdienstes bei Teilzeitanstellung berücksichtigte und bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % zu einem Invalideneinkommen von Fr. 22'692.- gelangte, was zu einem Invaliditätsgrad von 55 % führte. Die Vorinstanz ist beim Valideneinkommen vom Lohn von Fr. 50'700.‑ ausgegangen, welchen die Beschwerdeführerin im Jahre 1992 am letzten Arbeitsplatz erzielt hatte, und hat einen Vergleich mit den in der Lohn- und Gehaltserhebung des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA; heute Staatssekretariat für Wirtschaft [seco]) vom Oktober 1992 enthaltenen statistischen Löhnen vorgenommen. Dabei ergab sich, dass der damals bezogene Verdienst ziemlich genau zwischen den Tabellenlöhnen für Bankangestellte der Kategorien 3 (Hilfsangestellte, wie Bürodiener) und 2 (nicht selbstständig arbeitende Angestellte mit abgeschlossener Berufslehre oder besondern Fachkenntnissen, wie Hilfsbuchhalter) lag. Das Invalideneinkommen setzte die Vorinstanz auf 50 % des Valideneinkommens fest, wobei sie die Berechtigung eines Teilzeitabzuges oder eines leidensbedingten Abzuges verneinte. 3.4 Die Beschwerdeführerin pflichtet der vorinstanzlichen Festsetzung des Valideneinkommens bei, macht jedoch geltend, es sei nicht auf das Jahreseinkommen 1992 von Fr. 50'700.-, sondern auf den bis Juni 1993 bezogenen und auf ein Jahr umgerechneten Verdienst von Fr. 52'000.- (Fr. 26'000.- x 2) abzustellen. Wie diesbezüglich zu entscheiden ist, kann ebenso offen bleiben wie die Frage nach der Anpassung des Valideneinkommens an die Nominallohnentwicklung bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses. Weil die Beschwerdeführerin nach ärztlicher Beurteilung sowohl im bisherigen Beruf als auch in allen andern in Betracht fallenden Tätigkeiten zu 50 % arbeitsfähig ist und das Valideneinkommen einem von der Versicherten normalerweise erzielbaren Lohn entspricht, erübrigt sich ausnahmsweise eine selbstständige Festsetzung des Invalideneinkommens. Dieses bemisst sich mit der Vorinstanz auf 50 % des Valideneinkommens. Dem kantonalen Gericht ist auch darin beizupflichten, dass die Voraussetzungen für einen Abzug vom Invalideneinkommen, wie er praxisgemäss bei Tabellenlohnvergleichen zulässig ist (BGE 126 V 75 ff.), nicht gegeben sind. Ein solcher wegen Teilzeitbeschäftigung entfällt, weil Frauen mit einem Teilpensum in Tätigkeiten mit den Anforderungsniveaus 3 und 4 ein leicht überproportionales Einkommen erzielen (LSE 1998 S. 20 Tab. 6; Urteil J. vom 16. Januar 2002, I 317/01). Zu einem so genannten leidensbedingten Abzug besteht deshalb kein Anlass, weil die Beschwerdeführerin nach ärztlicher Beurteilung im Rahmen der bestehenden Arbeitsfähigkeit von 50 % jede geeignete Tätigkeit voll auszuüben vermag. Der Invaliditätsgrad ist daher auf 50 % festzusetzen, was zur Bestätigung der angefochtenen Verfügung führt.