Citation: 1C_79/2022 E. 7.2

7.2. Formell rechtswidrige Bauten und Anlagen, die nachträglich nicht bewilligt werden können, müssen grundsätzlich beseitigt werden (BGE 136 II 359 E. 6 mit Hinweisen). Die Befugnis der Behörden, im Falle einer rechtswidrig errichteten bzw. genutzten Baute die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands anzuordnen, ist bei Bauten innerhalb der Bauzone im Interesse der Rechtssicherheit grundsätzlich auf 30 Jahre beschränkt. Keine Verwirkung nach 30 Jahren tritt bei rechtswidrigen Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone ein (BGE 147 II 309 E. 4; Urteile 1C_572/2020 vom 30. November 2021 E. 8.1; 1C_709/2020 vom 24. August 2021 E. 4.1). Unabhängig von einer allfälligen Verwirkung kann die Anordnung zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands im Einzelfall unzulässig sein, wenn sie allgemeinen Prinzipien des Verfassungs- und Verwaltungsrechts entgegensteht. Dazu gehört namentlich der aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) abgeleitete Vertrauensschutz (Urteile 1C_572/2020 vom 30. November 2021 E. 8.1; 1C_709/2020 vom 24. August 2021 E. 4.1 mit Hinweisen). Zur Wahrung dieses Grundsatzes können behördliche Zusicherungen oder Auskünfte unter Umständen eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung des Rechtsuchenden gebieten.