Citation: 1P.136/2001 18.07.2001 E. 2

2.- Der Beschwerdeführer wirft dem Obergericht vor, die Rüge der fehlerhaften Anwendung von § 40 Abs. 2 StPO/ZG durch den Einzelrichter lediglich unter dem Blickwinkel der Ermessensüberschreitung beurteilt zu haben. Diese Beschränkung der Prüfungsbefugnis sei im kantonalen Verfahrensrecht nicht vorgesehen, weshalb es willkürlich sei, wenn das Obergericht die Auslegung besagter Norm nicht frei prüfe. Nach § 80 Ziff. 11 StPO/ZG ist gegen Urteile des Einzelrichters, mit denen wegen Übertretung eine Busse von höchstens Fr. 500.-- ausgesprochen wurde, die Beschwerde an die Justizkommission des Obergerichts wegen Verletzung klaren materiellen Rechts, wegen offensichtlich unrichtiger Akten- und Beweiswürdigung sowie wegen Verletzung "bestimm-ter" Prozessvorschriften zulässig. Diese Bestimmung wurde durch eine Änderung vom 17. Dezember 1998 in die zugerische Strafprozessordnung eingefügt und steht seit 27. Februar 1999 in Kraft. Das Obergericht führt im angefochtenen Entscheid aus, mit dem neu eingeführten Rechtsmittel könnten analog zur Nichtigkeitsbeschwerde nur besonders schwerwiegende Mängel des vorinstanzlichen Verfahrens geltend gemacht werden. Es handle sich dabei um ein ausserordentliches Rechtsmittel, dessen Begründetheit mit beschränkter Kognition geprüft werde. Inhaltlich lehne es sich stark an § 208 Ziff. 12 der zugerischen Zivilprozessordnung an, welcher die Beschwerde gegen Urteile der Friedensrichter in Zivilrechts-streitigkeiten regle. Der Beschwerdeführer erhebt gegen diese Auslegung keine stichhaltigen Einwände. Wenn er vorbringt, die von ihm angerufene Verfahrensnorm enthalte eine klare und eindeutige Regelung, so vermag dies die vom Obergericht dargelegten Gründe für die Beschränkung der Kognition bei der Überprüfung von wenig einschneidenden einzelrichterlichen Strafurteilen nicht grundlegend in Frage zu stellen.