Citation: 9C_28/2022 E. 4.2.3

4.2.3. Diesbezüglich fällt auf, dass Prof. Dr. med. D.________ "erste Anzeichen/Symptome" für den Hirntumor im Frühjahr 2014 sah (Gutachten S. 14). Seine Einschätzung begründete er nachträglich damit, dass die Beschwerdeführerin im Februar 2014 mit einem 50%igen Arbeitspensum im Service begonnen hätte und sich die präoperativen Beschwerden im Folgenden zunehmend geäussert hätten (ergänzende Stellungnahme S. 4). Auf die bereits per Oktober 2013 erfolgte Pensumsreduktion inklusive Funktionswechsel ging er dagegen nicht ein. Ebenso fehlt eine Auseinandersetzung mit den in der Krankengeschichte von Dr. med. G.________ festgehaltenen, schon ab Mai 2013 geklagten Symptomen, die auf den Tumor zurückzuführen sein könnten und bis im November 2013 zugenommen hatten (E. 4.2.2 hiervor). Die gutachterliche Einschätzung ist daher hinsichtlich der Frage, ob der Bruch im Erwerbsleben vom Oktober 2013 aus gesundheitlichen Gründen erfolgt ist, nicht beweistauglich. Entgegen der Vorinstanz setzte sich Dr. med. F.________ in seiner Expertise vom 31. Juli 2017 dagegen insbesondere vertieft mit der Krankengeschichte auseinander (Expertise S. 11 f.). Er nahm eingehend Stellung zum Tumor, zu dessen Merkmalen und den Folgeerscheinungen und begründete, worin er die ab Mitte 2013 bestehenden Anzeichen für auf den Tumor zurückzuführende Symptome sah (so erklärte er etwa das in der Krankengeschichte im Juni 2013 festgehaltene morgendliche Erbrechen und die Nausea mit intermittierenden Hirndruckzeichen, Expertise S. 11). In einer Gesamtschau schloss er darauf, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass die Symptome spätestens bei der hausärztlichen Konsultation im Mai 2013 durch den Tumor mindestens teilweise verursacht worden seien. Per dato attestierte er auch eine mindestens teilweise Arbeitsunfähigkeit (vgl. Expertise S. 13 f.). Die Einschätzung von Dr. med. F.________ wird im Wesentlichen auch von den Fachärzten am Spital H.________, Klinik für Neurochirurgie, geteilt. Diese ordnen "viele" der schon 2013 geklagten Symptome (Übelkeit, Kopfschmerzen, Sehschwierigkeiten und Gefühlsstörungen) im Zusammenhang mit dem Hirntumor ein und gehen von einer bereits im ersten Quartal 2013 darin begründeten mindestens teilweisen Leistungseinschränkung aus (Stellungnahme vom 13. Juni 2019 S. 1). Soweit die Vorinstanz darauf verweist, dass der Hausarzt 2012 andere Diagnosen als diejenige des Hirntumors gestellt hatte und auch Dr. med. F.________ damals einen Zusammenhang der Beschwerden zum Hirntumor nicht eindeutig hergestellt hatte (vorinstanzliche E. 4.4 S. 16), kann daraus nichts für das vorliegend relevante Jahr 2013 abgeleitet werden. Mit den Einschätzungen von Dr. med. F.________ und der Fachärzte des Spitals H.________, Klinik für Neurochirurgie, liegen medizinische Grundlagen bei den Akten, die beweiskräftig einen Zusammenhang zwischen den ab Mai 2013 geklagten Beschwerden und dem im Sommer 2014 entdeckten Hirntumor bestätigen und daraus auf eine mindestens teilweise Arbeits- respektive Leistungsunfähigkeit ab dem ersten Quartal respektive ab Mai 2013 schliessen.