Citation: 1P.100/2000 18.04.2000 E. 2

2.- a) Der Beschwerdeführer sieht sein Recht auf einen unabhängigen Richter verletzt, weil Martin Baumann und Carlo Ranzoni sowohl am Sachurteil vom 23. Februar 1999 (als Präsident bzw. Ersatzrichter) als auch am Revisionsurteil vom 17. Januar 1999 (als Richter bzw. Gerichtsschreiber) mitgewirkt hätten. In einer solchen Zusammensetzung könnte nicht "unabhängig Recht gesprochen werden", da kein Richter gerne bereit sei, ein früher gefälltes Urteil zu revidieren. b) Nach der in Art. 30 Abs. 1 BV enthaltenen Garantie des verfassungsmässigen Richters, worauf sich der Beschwerdeführer sinngemäss beruft, hat der einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Liegen bei objektiver Betrachtungsweise Gegebenheiten vor, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen, so ist die Garantie verletzt (BGE 120 Ia 184 E. 2b). c) Eine gewisse Besorgnis der Voreingenommenheit und damit Misstrauen in das Gericht kann bei den Parteien immer dann entstehen, wenn einzelne Gerichtspersonen in einem früheren Verfahrensstadium mit der konkreten Streitsache schon einmal befasst waren. Hat ein Gericht aufgrund eines Wiederaufnahmegesuches zu beurteilen, ob ein neu eingebrachtes Beweismittel geeignet ist, die tatsächlichen Grundlagen eines von ihm zuvor gefällten Urteils zu erschüttern, so stellen sich ihm dabei indessen völlig andere Fragen, als es zuvor im Sachurteil zu entscheiden hatte. Es geht daher nicht darum, wie der Beschwerdeführer meint, "sein eigenes Urteil zu revidieren"; wird im Revisionsverfahren aufgrund eines neuen Beweismittels, das der Sachrichter weder kannte noch kennen konnte, das Sachurteil aufgehoben, so stellt dies die Arbeit der Sachrichter in keiner Weise in Frage. Nach der Rechtsprechung gelten daher die am Revisionsurteil mitwirkenden Richter und Gerichtsschreiber nicht schon deswegen als befangen, weil sie bereits am Sachurteil, dessen Revision zur Diskussion stand, beteiligt waren (BGE 113 Ia 62 E. 3b; 107 Ia 15 E. 3b S. 18 f.; vgl. auch BGE 116 Ia 28 E. 2a). Weitere Gründe, die Martin Baumann und Carlo Ranzoni als befangen erscheinen lassen würden, bringt der Beschwerdeführer nicht vor. Ihre Mitwirkung am angefochtenen Urteil verletzte Art. 30 Abs. 1 BV daher nicht, die Rüge ist unbegründet.