Citation: 5A_835/2012 E. 5.3

5.3. Nach dem Gesagten steht im Sinne eines Zwischenergebnisses fest, dass dem Beschwerdeführer nicht vorgeworfen werden kann, er habe im erstinstanzlichen Verfahren unzureichende Sachbehauptungen aufgestellt. Das gilt insbesondere auch für den Vorwurf des Obergerichtes, der Beschwerdeführer habe eine Pflicht des Beschwerdegegners, Erkundigungen beim Vater über seine finanzielle Situation einzuholen, gar nie behauptet (E. 4.3). Erstens stellt das hypothetische Kennen-Müssen jener Umstände, die den Begünstigten zu weiteren Abklärungen anhält, eine Rechtsfrage dar (E. 4.1), die der Richter von Amtes wegen prüfen muss (Art. 106 Abs. 1 BGG; Art. 57 ZPO). Zweitens ergibt sich aus einer zusammenhängenden Lektüre der klägerischen Rechtsschriften klar, dass der Beschwerdeführer sich von allem Anfang an nicht nur auf ein positives Wissen des Beschwerdegegners berufen hat, sondern auch auf ein Wissen-Müssen: So ruft er beispielsweise dessen höhere Ausbildung an, um seine Überzeugung zum Ausdruck zu bringen, dass der Beschwerdegegner durchaus Anlass hatte, die Situation zu hinterfragen, und auch über die entsprechenden Kenntnisse und Mittel verfügte, die Situation richtig einzuschätzen. Die Argumente, mit denen das Obergericht die Bedeutsamkeit der soeben erwähnten Umstände in Abrede stellt, muten im Übrigen geradezu spitzfindig an. So lässt sich namentlich aus dem blossen Umstand, dass der Beschwerdegegner eine akademische Ausbildung als Wirtschaftsinformatiker und nicht als Ökonom genossen habe, nicht ernsthaft der Schluss ziehen, dass ihm der auffallend tiefe Preis für die Grundstücke nicht so sehr hätte auffallen müssen, wie wenn er ein Ökonom gewesen wäre. Vielmehr fragt sich, ob es angesichts des vereinbarten Kaufpreises von Fr. 10'000.-- für eine Fläche von insgesamt rund 12'000 m2 auf eine akademische Ausbildung überhaupt ankommen konnte. Und auch ob jemandem eine überschlagsmässige Kenntnis der örtlichen Verhältnisse und damit der Bodenpreise zu unterstellen ist, kann nicht allein davon abhängen, ob diese Person im betreffenden Ort Immobilienhandel betrieben hat.