Citation: 6P.149/2005 28.04.2006 E. 3

In der Nichtigkeitsbeschwerde macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz habe die Begriffe der natürlichen und der adäquaten Kausalität verkannt und zu Unrecht Eventualvorsatz angenommen und eine Genugtuung zugesprochen. 3.1 Nach der Äquivalenztheorie ist als Ursache jede Bedingung eines Erfolgs anzusehen, die nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der eingetretene Erfolg entfiele. Dieses Verhalten braucht nicht alleinige oder unmittelbare Ursache des Erfolgs zu sein (BGE 115 IV 199 E. 5b). Nach den vorinstanzlichen Feststellungen stürzte der Beschwerdegegner infolge des Faustschlags des Beschwerdeführers und verletzte sich dabei. Damit ist der Faustschlag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als eine Ursache der Verletzung anzusehen. Die Vorinstanz hat den Begriff der natürlichen Kausalität nicht verkannt. Es liegt auf der Hand, dass das fragliche Verhalten geeignet war, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Wer jemandem einen heftigen Faustschlag ins Gesicht versetzt, muss damit rechnen, dass das Opfer stürzen und sich dabei verletzen kann, wie das vorliegend infolge des Verdrehens des Fusses tatsächlich der Fall war. Es liegen keine ganz aussergewöhnlichen Umstände vor, mit welchen schlechthin nicht gerechnet werden musste. Adäquanz und objektive Zurechnung sind zu bejahen. 3.2 Die vorinstanzliche Annahme, der Beschwerdeführer habe eventualvorsätzlich gehandelt, verletzt kein Bundesrecht. Der Einwand des Beschwerdeführers, er habe allenfalls eine Gesichtsverletzung in Kauf genommen, nicht jedoch eine schwere Fussverletzung mit mehrmonatiger Arbeitsunfähigkeit, ist unbehelflich (und insoweit er sich damit gegen die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz richtet, auch unzulässig). Es handelt sich um eine im Rahmen der Adäquanz liegende unwesentliche Abweichung des wirklichen vom vorgestellten Kausalverlauf. Die Vorinstanz nimmt nicht an, die Beinverletzung sei das Handlungsziel gewesen. Wer aber jemandem einen heftigen Faustschlag ins Gesichts versetzt, nimmt einen Sturz in Kauf. Dabei liegt eine zusätzliche Verletzung derart nahe, dass das Verhalten nicht anders denn als Bereitschaft gedeutet werden kann, es darauf ankommen zu lassen. Beim Eventualvorsatz strebt der Täter den Erfolg nicht an, sondern weiss lediglich, dass dieser möglicherweise mit der willentlich vollzogenen Handlung verbunden ist. Dieser Erfolg kann ihm auch unerwünscht sein (BGE 130 IV 58 E. 8.2). Die in dieser Argumentation des Beschwerdeführers liegende Möglichkeit, einen Vorsatztatbestand in Kombination mit einem Fahrlässigkeitstatbestand anzunehmen, kommt nicht ernsthaft in Betracht. 3.3 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, er sei zu Unrecht zu einer Genugtuungsleistung verurteilt worden. Es fehlten die Haftungsvoraussetzungen. Das Vorbringen ist unbegründet. Der Beschwerdeführer wird wegen einer Straftat mit erheblichen Verletzungsfolgen verurteilt. Damit sind die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Genugtuung gegeben. Aufgrund des willkürfrei und für den Kassationshof verbindlich festgestellten Sachverhalts (Art. 277bis Abs. 1 BStP) lässt sich keine Notwehr und damit kein Rechtfertigungsgrund annehmen. Es ist auch nicht von einem überwiegenden groben, eine Genugtuung ausschliessenden Selbstverschulden des Beschwerdegegners auszugehen (vgl. BGE 124 II 8 E. 5c)