Citation: 5D_118/2018 E. 5.2.3

5.2.3. Somit ist festzuhalten, dass die Regelung im Betreuungsgesetz des Kantons Aargau Art. 289 Abs. 2 ZGB sowie der dazu ergangenen Rechtsprechung widerspricht, soweit darin vorgesehen ist, dass das Gemeinwesen an den Unterhalt des gegen den Elternwillen fremdplatzierten Kindes erbrachte (Vorschuss-) Leistungen gegenüber den Eltern mittels Verfügung geltend machen kann, obschon das Bundesrecht den zivilrechtlichen Weg vorsieht. Da es sich bei der Legalzession gemäss Art. 289 Abs. 2 ZGB um ein Institut des Bundeszivilrechts handelt, bestimmt sich indes auch die Frage der Rechtsnatur der ex lege zedierten Ansprüche abschliessend nach Bundesrecht. Das Bundeszivilrecht lässt Bestimmungen des Betreuungsgesetzes des Kantons Aargau keinen Raum, soweit diese Frage darin anders geregelt wird. Das kantonale öffentliche Recht könnte zwar die Forderung des Gemeinwesens auf nachträgliche Rückerstattung von Sozialhilfeleistungen gegenüber der unterstützten Person selbst regeln (vgl. BGE 76 II 113 E. 1; WOLFFERS, a.a.O., S. 176 ff.), diese Konstellation ist jedoch von der Geltendmachung übergegangener Ansprüche gegenüber der unterhaltspflichtigen Person zu unterscheiden. Mithin steht der vorinstanzliche Schluss, dass das kantonale Betreuungsgesetz dem Gemeinwesen keine Grundlage geben konnte, die Beschwerdegegnerin verfügungsweise zu einem Beitrag an die Kosten für die Fremdplatzierung ihres Kindes zu verpflichten, mit dem Grundsatz des Vorrangs des Bundesrechts (Art. 49 Abs. 1 BV; BGE 142 II 369 E. 5.2) in Einklang.