Citation: 6B_144/2021 E. 3.4.2

3.4.2. Eine Ausweitung der mit Verfügung Nr. 532-004/01 vom 26. Februar 2014 vorgenommenen Qualifizierung auf "faktisch gleiche Spiele" liesse sich nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz auch kaum mit dem Legalitätsprinzip vereinbaren. Der Einwand der Beschwerdeführerin, durch den hinzugefügten Zusatz werde ein Anbieter dafür sensibilisiert, dass auch weitere, nicht namentlich in der Verfügung genannten Spiele die Voraussetzungen eines Glücksspiels erfüllen könnten, vermag daran nichts zu ändern. Für einen Anbieter muss klar ersichtlich sein, welches Verhalten strafbar ist. Dazu muss er wissen, welche Spiele konkret als Glücksspiele gelten. Die Beurteilung, ob die von ihm angebotenen Spiele faktisch gleich sind, wie jene Spiele, welche bereits durch die ESBK mittels Feststellungsverfügung qualifiziert wurden, ist dem Anbieter gestützt auf die durch die Kommission publizierten Informationen ohne besonderen Fachkenntnisse und mit einem ihm zumutbaren Aufwand nicht möglich. Die Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach sich die Spiele der Spielplattform "Diamond Casino" kaum von jenen der Spielplattform "Magic Entertainment" unterscheiden würden, sodass deren faktische Gleichheit sowohl für den Strafrichter als auch für den Anbieter zweifelsfrei erkennbar sei, blendet aus, dass der Referenzvergleichsbericht nicht wie eine Qualifikationsverfügung öffentlich im Amtsblatt publiziert wurde und dagegen kein Rechtsmittel zur Verfügung steht. Findet ein Anbieter ein bestimmtes Spiel nicht in einer publizierten Qualifikationsverfügung der ESBK, ist dessen Einordnung als Glücksspiel für ihn nicht zweifelsfrei erkennbar (so auch Urteil 6B_1136/2021 vom 7. November 2022 E. 5.4.3). Für die Abgrenzung zwischen Glücks- und Geschicklichkeitsspielen ist eine besondere Fachkompetenz vorausgesetzt, weshalb das Bundesgericht eine vorgängige Qualifikationsverfügung durch die ESBK verlangt (vgl. BGE 138 IV 106 E. 5.3.2).