Citation: 8C_987/2008 31.03.2009 E. 6.7

6.7.1 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich zu behandelnden Verletzungen) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern, was schon der allgemeine sozialversicherungsrechtliche Grundsatz der Schadenminderungspflicht gebietet. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f. mit Hinweisen). 6.7.2 Der Beschwerdeführer hat sich bemüht, sich wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern, nachdem er nach dem Unfall zu 100 % arbeitsunfähig gewesen war, wie auch Dr. med. L.________ in seinem Bericht vom 1. Juni 2004 festhielt. Dort beurteilte Dr. med. L.________ die Prognose als günstig. Das Kriterium ist daher in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als - wenn auch nicht besonders ausgeprägt - erfüllt zu betrachten. Auf die entsprechenden Erwägungen wird verwiesen. Nicht nachvollziehbar ist demgegenüber die Darstellung des Beschwerdeführers, der das Kriterium als besonders ausgeprägt betrachtet haben will. Der Beschwerdeführer ist letztlich - wenn auch seine Bemühungen um Wiederintegration in den Arbeitsprozess keineswegs herabgemindert werden sollen - beim möglichst weitgehenden Erhalt seiner Arbeitsfähigkeit der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht (vgl. MEYER-BLASER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG S. 16/Ziff. I/4 zu Artikel 4 IVG) nachgekommen. Bemühungen, die eindeutig über das im Normalfall zu erwartende Ausmass hinausgehen, sind nicht zu erkennen. 6.8 Nach Gesagtem sind die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengung als gegeben zu betrachten, jedoch nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise (E. 6.4 und 6.7). Dies reicht zur Adäquanzbejahung zwischen den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis praxisgemäss nicht aus (E. 5.2 hievor). Der von der SUVA auf den 31. August 2007 vorgenommene - vorinstanzlich bestätigte - Fallabschluss erfolgte daher zu Recht.