Citation: 4A_228/2018 E. 3.4.3

3.4.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe nicht voraussehen können, dass sie eine andauernde Persönlichkeitsänderung entwickeln würde. Sie habe im Zeitpunkt des Vergleichsabschluss eine andere Persönlichkeit aufgewiesen als heute. Die Person, welche den aussergerichtlichen Vergleich damals unterzeichnete, sei nicht mehr dieselbe, die seit 2001 um ihre Rechte kämpfe. Die Vorinstanz stellte mit der Erstinstanz fest, die diagnostizierte Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung beruhe auf der bereits vor Vergleichsunterzeichnung diagnostizierten PTBS und stelle eine mögliche bzw. bekannte Folgestörung dar. Das Gutachten habe die Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung denn auch unter dem Titel "Verschlechterung des Gesundheitszustandes " eingeordnet. Auch die Beschwerden, die im Bericht von Dr. H.________ vom 12. September 2001 psychiatrisch diagnostisch als "leichtes organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma " zusammengefasst wurden, seien bereits nach dem Unfall zu Tage getreten und bereits im Herbst 1999 deutlicher geworden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin liege eine neue Situation nicht bereits dann vor, wenn sich die im Zeitpunkt des Vergleichsabschlusses bekannten bzw. diagnostizierten gesundheitlichen Probleme verschlechtern und sich daraus folgend auch Änderungen bei der Höhe des Integritätsschadens oder der Arbeitsfähigkeit ergeben würden. Denn solange das später eintretende Ereignis immer noch eine zu erwartende Folge einer bereits früher bekannten Beschwerde darstelle, liege keine neue Situation bzw. kein neuer Schaden vor, sondern lediglich ein Folgeschaden. Bereits die Erstinstanz stellte fest, eine neue Forderung könne die Beschwerdeführerin nur geltend machen, wenn eine neue Situation - das heisse nicht eine Änderung/Verschlechterung des bisherigen Zustands bzw. der bisherigen Situation vorliege. Die Diagnose der andauernden Persönlichkeitsänderung sei als Folgediagnose der PTBS zu betrachten. Die Verschlechterung liege folglich nicht in einem neuen Befund begründet. Die Beschwerdeführerin setzt sich mit den Erwägungen der Vorinstanz hinsichtlich der Persönlichkeitsänderung als Folgediagnose der PTBS kaum auseinander, sondern macht primär geltend, dass sich die Persönlichkeitsveränderung auf dem Boden der PTBS entwickelt habe, sei nicht entscheidend. Auch das Argument der Beschwerdeführerin, bei der PTBS und der andauernden Persönlichkeitsänderung handle es sich um zwei unterschiedliche Krankheitsbilder, entkräftet das Argument der Vorinstanz nicht, bei der andauernden Persönlichkeitsänderung handle es sich um eine Folgediagnose bzw. Verschlechterung der PTBS. Dass die andauernde Persönlichkeitsänderung nicht eine Folge der PTBS darstellt, macht auch die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich geltend, sondern sie beschränkt sich darauf, darzulegen die andauernde Persönlichkeitsänderung und die PTBS würden durch das Bundesgericht anders behandelt. Soweit die Beschwerdeführerin im Übrigen erneut ein unzulässiges Abweichen vom Gerichtsgutachten betreffend die Vorhersehbarkeit rügt, kann auf E. 3.3.3 hiervor verwiesen werden. Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin behaupteten geringen Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Folgestörung aus der PTBS fehlt es an der Ausschöpfung des materiellen Instanzenzugs. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, dass sie dies bereits im vorinstanzlichen Verfahren thematisiert hätte. Die von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde zitierte Fachpublikation von Prof. Maercker und Dr. Hecker stammt im Übrigen aus dem Jahre 2015 und hätte durch die Beschwerdeführerin bereits in den vorinstanzlichen Verfahren eingebracht werden können (vgl. hiervor E. 1.3). Die Beschwerdeführerin rügt weiter, dass eine neue und unvorhergesehene Situation vorliege, ergebe sich zudem aus dem Umstand, dass die Gutachter die Förster Kriterien abgehandelt und vier Förster Kriterien bejaht hätten. Damit werde bestätigt, dass eine unüberwindbare Störung vorliege. Die Abhandlung der sogenannten Förster Kriterien im Gerichtsgutachten, qualifiziert die Persönlichkeitsänderung nach Vergleichsabschluss. Daraus ergibt sich aber nicht, dass die gesundheitliche Entwicklung für die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Vergleichsabschlusses nicht als mögliche Entwicklung vorhersehbar war. Dass nach dem Abschluss der Vereinbarung eine gravierende Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin vorliegt, hat auch die Vorinstanz nicht in Abrede gestellt.