Citation: 1P.403/2000 13.11.2000 E. 2

2.- a) Dem Urteil des Obergerichts liegt zusammengefasst folgender Sachverhalt zugrunde: Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau (Pate und Patin von B.________) vereinbarten im Frühjahr 1996 mit C.________, der Mutter von B.________, dass B.________ im Sommer eine Woche Ferien bei ihnen verbringen könne, während die Mutter ins Ausland reise. Anschliessend sollte B.________ eine Woche bei D.________, einer Bekannten der Mutter bleiben. Am Samstag, den 13. Juli 1996 holte der Beschwerdeführer B.________ zusammen mit seiner Frau in Winterthur ab und fuhr mit ihr nach Niedergösgen an ihr Domizil. Bereits am Dienstagabend, 16. Juli 1996 brachten die A.________s B.________, vorzeitig nach Winterthur zu Frau D.________. Als Grund für die vorzeitige Abgabe von B.________ führten sie an, dass Frau A.________ zu dieser Zeit nervliche Probleme gehabt habe und deshalb mit der Betreuung von B.________ überfordert gewesen sei. B.________ habe sich bei D.________ gemäss deren Aussagen dann offenbar derart merkwürdig benommen, dass diese nach den Gründen dafür fragte. B.________ habe ihr zunächst gesagt, sie könne nicht erzählen was geschehen sei, da ihr Götti ihr sonst den Kopf abschneiden würde. Schliesslich habe sie dann doch geschildert, wie ihr Pate sie sexuell missbraucht habe, indem er ihr auf ihrem Bett einen Finger in die Scheide und in den After gesteckt habe. Nach der Rückkehr zu ihrer Mutter habe B.________ auch dieser nach und nach geschildert, was passiert sei. Die Mutter liess B.________ daraufhin von einem Kinderarzt untersuchen, der B.________ an den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst (KJPD) Winterthur überwies. Die dortige Befragung von B.________ durch eine Ärztin wurde auf Video festgehalten. Im obergerichtlichen Verfahren wurde vor der Hauptverhandlung ein Gutachten von Dr. Barth, dem Leiter des KJPD des Kantons Solothurn, über die Glaubwürdigkeit der Aussagen von B.________ eingeholt. Der Gutachter kam im schriftlich erstatteten Gutachten und in der Hauptverhandlung nach der Anhörung von Zeugen sowie des Beschwerdeführers zum Schluss, es bestünden keine Anhaltspunkte, die ihn an der Glaubwürdigkeit der Aussagen von B.________ zweifeln liessen. b) Das Obergericht stützte sich bei seiner Verurteilung hauptsächlich auf die Zeugenaussage von D.________ über das Verhalten und die Schilderungen von B.________ bei ihr zu Hause und auf die umfangreiche schriftliche Expertise von Dr. Barth, in der er nach detaillierter Analyse der direkten und indirekten Aussagen von B.________ zum Schluss gekommen war, dass B.________ nicht in der Lage gewesen wäre, ihre spezifische Aussage zu machen, wenn sie nicht auf einem realen Erlebnishintergrund basierte. Ferner stellte das Gericht auf seine Sichtung der Videoaufnahme über die Befragung von B.________ beim KJPD Winterthur und auf die Aussagen der Mutter und der Kindergärtnerin von B.________ ab. Schliesslich berücksichtigte es die schriftlichen und mündlichen Äusserungen des Beschwerdeführers, mit denen er die Tat bestritt, sowie als Entlastungsbeweise insbesondere die Aussagen seiner Frau, seiner Mutter und seiner Schwiegermutter. Hinsichtlich des Gehalts der verschiedenen Beweise und der Würdigung durch das Obergericht kann hier auf dessen ausführliche Erwägungen verwiesen werden.