Citation: 7B_636/2023 E. 3.1

3.1. Die Vorinstanz geht im angefochtenen Entscheid von folgendem Sachverhalt aus: Der Beschwerdegegner habe nach eigenen Angaben bereits seit Dezember 2022 starke Zahnschmerzen gehabt. Nach dem Beschwerdegegner sei bei einem Zahnarztbesuch vor seiner Inhaftierung festgestellt worden, dass seine Weisheitszähne gezogen werden müssten. Sein Rechtsvertreter habe dabei von einer "Empfehlung" gesprochen. Vom fraglichen Zahnarztbesuch liege kein Bericht vor. Die Staatsanwaltschaft habe in der Folge Anfang Mai 2023 einen (weiteren) Zahnarztbesuch veranlasst. Im zahnärztlichen Bericht vom 12. März 2023 habe der behandelnde Zahnarzt festgehalten, dass er den Beschwerdegegner am 3. Mai 2023 untersucht habe und es als notwendig erachte, zwei Weisheitszähne des Beschwerdegegners "baldmöglichst" entfernen zu lassen, da eine "chronische, nach distal (hinten) fortschreitende Osteolyse im Unterkieferknochen hinter den Weisheitszähnen, mit einhergehender Entzündung und den Zahndurchbruch verhindernden Oberkieferweisheitszähne, [...] anscheinend starke Schmerzen verursachen" würden. Nach Ansicht des Zahnarztes müsse als nächster Schritt ein Kostenvoranschlag für die Entfernung der Weisheitszähne erstellt werden; falls jedoch die Schmerzen stärker würden, müssten die Weisheitszähne notfallmässig schon vor den Kostenübernahmeabklärungen entfernt werden. Die Vorinstanz hält fest, dass der Zahnarzt somit nicht von einem Notfall ausgegangen sei. Eine Verschlechterung des Zustands und das Eintreten eines Notfalls habe aber "durchaus im Bereich des Möglichen" erschienen. Damit hätte sich die Extraktion der Weisheitszähne nach Ansicht der Vorinstanz als unaufschiebbar erwiesen. Nach der Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz sind jedoch seit dem zahnärztlichen Bericht, den die Staatsanwaltschaft am 15. Mai 2023 erhalten haben soll, weitere drei Monate vergangen, in denen keine zahnärztliche Behandlung erfolgte. Die Vorinstanz stellt fest, dass Staatsanwalt B.________ weder geltend gemacht habe, er habe die notwendige zahnmedizinische Behandlung in die Wege geleitet, noch, er habe diese wegen pendenter Abklärungen, etwa bezüglich Kostenübernahme, bislang nicht vornehmen lassen.