Citation: 6B_182/2021 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz erwägt zu der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Notwehrlage, dass dieser beim Güterschuppen den Beschwerdegegner 2, drei weitere Personen, einen Kampfhund und alkoholische Getränke herumstehen gesehen und den Geruch von Bier wahrgenommen habe. Der Beschwerdeführer habe gewusst, dass der Beschwerdegegner 2 oft ein Messer auf sich trage. Ausserdem sei er von seinem Sohn mit einer Textnachricht gewarnt worden, beim Güterschuppen sei ein "rise kaste". Trotz der drohenden Gefahr sei er aus dem Auto ausgestiegen und auf den Beschwerdegegner 2 zugegangen, worauf es zur ersten tätlichen Auseinandersetzung gekommen sei, in deren Zuge auch der Beschwerdeführer mindestens einen Schlag ins Gesicht erhalten habe (angefochtener Entscheid E. III.8.3 S. 29). Die Vorinstanz hält weiter fest, dass sich E.________, der seinen Hund immer an der Leine geführt habe, nicht an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligt habe. Auch hätten weder D.________ noch C.________ den Beschwerdeführer angegriffen oder Anstalten dazu gemacht. D.________ habe sich nach einem kurzen "Anpuffen" wegen seiner Verletzung am Handgelenk, an dem er eine Schiene getragen habe, zurückgehalten. C.________, der beim ersten Gerangel derart zur Seite gestossen worden sei, habe sich setzen und wieder sammeln müssen und den Beschwerdeführer erst wieder bemerkt, als dieser mit dem Baseballschläger hinter dem Beschwerdegegner 2 gestanden sei (angefochtener Entscheid E. III.7.2.1 ff. S. 25 ff., E. III.8.5.1 ff. S. 34 ff.). Der Beschwerdeführer habe sich sodann nach dem ersten Gerangel mindestens vier bis fünf Meter vom Beschwerdegegner 2 entfernen müssen, um aus seinem Auto den Baseballschläger zu holen. Aufgrund dieser räumlichen Distanz schliesst die Vorinstanz aus, dass der Beschwerdeführer vom Beschwerdegegner 2 angegriffen worden sei bzw. ihm ein Angriff gedroht habe, als er den Baseballschläger behändigte (angefochtener Entscheid E. III.8.5.5 S. 36). Gleiches ergebe sich auch aus einer Gesamtschau der konkreten Umstände. So hätten der Beschwerdegegner 2 und seine Kollegen übereinstimmend und glaubhaft angegeben, sie seien davon ausgegangen, der Beschwerdeführer würde jetzt wegfahren. Die Vorinstanz betont, dass sich der Beschwerdegegner 2 abgewandt habe, als der Beschwerdeführer zu seinem Auto zurückgekehrt sei. Dies habe er wohl in der festen Überzeugung getan, dass der Beschwerdeführer von ihm ablassen und wegfahren würde, ansonsten er - welcher mit dem Beschwerdeführer bereits früher einmal eine Auseinandersetzung gehabt habe - ihm sicherlich niemals den Rücken zugekehrt hätte. Ausserdem hätten sich die Kollegen des Beschwerdegegners 2 veranlasst gesehen, diesen vor dem Beschwerdeführer zu warnen, als letzterer mit dem Baseballschläger dahergekommen sei. Sie seien gar derart überrascht gewesen, dass sie nur so dagestanden seien (angefochtener Entscheid E. III.8.5.6 S. 37). Einen bedrohlichen Ruf des Beschwerdegegners 2 habe der Beschwerdeführer nicht gehört, als er zum Auto zurückging, um den Baseballschläger zu holen. Die Vorinstanz kommt angesichts dieser Umstände zum Schluss, dass sich der Beschwerdeführer nach der ersten tätlichen Auseinandersetzung einfach ins Auto hätte setzen und wegfahren müssen. Der Einsatz des Baseballschlägers sei keinesfalls verhältnismässig gewesen. Die Behauptung des Beschwerdeführers, es sei Gefahr in Verzug gewesen und er habe nur nach U.________ gewollt, um seiner Tochter zu helfen und zu sehen, wie es ihr gehe, seien Schutzbehauptungen. Obwohl der Beschwerdeführer die Situation beim Güterschuppen gesehen und gewusst habe, dass sich seine Tochter im Auto seines Sohnes in Sicherheit befinde, sei er ausgestiegen und habe die verbale Konfrontation mit dem Beschwerdegegner 2 gesucht, statt sich direkt von seiner Tochter unterrichten zu lassen, was denn konkret am Bahnhof U.________ vorgefallen sei. Laut der Vorinstanz habe der Beschwerdeführer daher nicht in Notwehr den Baseballschläger behändigt und damit den Beschwerdegegner 2 niedergeschlagen (angefochtener Entscheid E. III.8.5.8 ff. S. 38 ff.).