Citation: 6B_267/2023 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz stellt fest, der Beschwerdeführer habe eine Auseinandersetzung mit B.________ und C.________ gesucht und sich dafür eine Pistole beschafft. Eine Notwehrsituation habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Der Beschwerdeführer habe B.________ an beiden Beinen Schusswunden zugefügt. Dabei handle es sich um Durchschüsse an beiden Unterschenkeln. Im linken Unterschenkel sei ein Knochenbruch mit traumatischer Läsion des Nervus peroneus superficialis erfolgt und am rechten Unterschenkel eine Weichteilverletzung mit faszikulär partiellem Schaden des Nervus suralis. Hingegen seien keine grösseren Blutgefässe versehrt worden, weshalb keine unmittelbare Lebensgefahr bestanden habe. Im rechtsmedizinischen Gutachten vom 29. August 2019 werde jedoch angemerkt, dass bei einer anderen Einschussstelle oder einer anderen Gewebedurchdringung auch lebensgefährliche Verletzungen möglich gewesen wären, wobei die Schussbahn insbesondere bei einem dynamischen Geschehen nur bedingt kontrolliert werden könne. Zudem habe die Gefahr einer Wundinfektion bestanden. Was den Krankheitsverlauf bis zur erstinstanzlichen Verhandlung betrifft, verweist die Vorinstanz auf die erstinstanzliche Zusammenfassung. Die Vorinstanz ergänzt, der Knochenbruch habe eine Operation und einen 10-tägigen Krankenhausaufenthalt erfordert. Danach habe B.________ an Beschwerden beim Gehen und Gefühlsstörungen gelitten. Seine posttraumatische Belastungsstörung habe zu einer psychologischen Betreuung geführt. Gemäss ambulantem Verlaufsbericht vom 20. Juli 2020 seien die Sensibilitätsstörungen geblieben, während die Muskelkraft zugenommen habe. B.________ sei als Kranführer zu 100 % arbeitsunfähig gewesen, bis er am 8. Juni 2021 erschossen worden sei. Die Vorinstanz hält fest, der Beschwerdeführer habe selbst anerkannt, dass er mit direktem Vorsatz geschossen habe. Sie verneint eine rechtfertigende oder entschuldbare Notwehr, weil der Beschwerdeführer die Begegnung herbeigeführt habe und das bedrohliche Verhalten ausschliesslich von ihm ausgegangen sei. Abgesehen davon, dass keine Notwehrlage bestanden habe, habe der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt einen Verteidigungswillen gezeigt.