Citation: 2C_44/2022 E. 6.3.3

6.3.3. Was schliesslich der Kontakt zu seinem Sohn betrifft, so sieht der Beschwerdeführer diesen von vornherein nur im Rahmen seines Besuchs- und Ferienrechts. Hierfür ist nicht unbedingt erforderlich, dass er sich dauerhaft im selben Land wie sein Sohn aufhält und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtswinkel des Schutzes des Anspruchs auf Familienleben genügt je nach den Umständen, dass der Kontakt im Rahmen von Kurzaufenthalten, Ferienbesuchen oder über die modernen Kommunikationsmittel vom Ausland her wahrgenommen werden kann; gegebenenfalls sind die zivilrechtlichen Modalitäten den ausländerrechtlichen Vorgaben entsprechend anzupassen (BGE 144 I 91 E. 5.1; 143 I 21 E. 5.3; 139 I 315 E. 2.2). Vor diesem Hintergrund hat die Vorinstanz der Vater-Sohn-Beziehung zu Recht kein entscheidendes Gewicht beigemessen. Dass der Beschwerdeführer seinen Sohn wegen der räumlichen Distanz allenfalls nur noch in den Ferien sehen kann und den Kontakt ansonsten über moderne Kommunikationsmittel pflegen muss, ist angesichts des strafbaren Verhaltens hinzunehmen. Was das mögliche Einreiseverbot betrifft, kann dieses für familiäre Besuche suspendiert werden (Art. 67 Abs. 5 AIG). Der pauschale Hinweis auf eine diesbezüglich restriktive Praxis des Staatssekretariats für Migration (SEM) ist unbehelflich und hier nicht abstrakt zu beurteilen; sollte das SEM tatsächlich ein Einreiseverbot verfügen und keine vorübergehende Aufhebung für Familienbesuche gewähren, kann sich der Beschwerdeführer dagegen zur Wehr setzen.