Citation: 2C_646/2023 E. 4.5.5

4.5.5. Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz nicht davon ausgehen, dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 2. Mai 2023 von der Inhaftierung seines Klienten effektiv Kenntnis hatte. Um dies nachzuweisen, reicht nach dem in der E. 4.4 hiervor zur Beweislastverteilung Erwogenen das Wiedererwägungsgesuch vom 2. Mai 2023 eindeutig nicht aus. Die Vorinstanz nimmt in der E. 4.6 des angefochtenen Urteils auf ein Schreiben des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 15. Mai 2023 Bezug, in welchem dieser dem Migrationsdienst im Namen seines Klienten beantragte, die Völkerrechtswidrigkeit von dessen Wegweisung festzustellen. In dieser Eingabe wird erwähnt, dass der Beschwerdeführer am 1. Mai 2023 von der behandelnden Station der Klinik Waldau auf die forensische Abteilung verlegt "und dort festgesetzt" worden sei. Dass dem Rechtsvertreter am 15. Mai 2023 bekannt war, dass und weshalb sein Klient am 1. Mai 2023 in Dublin-Haft versetzt worden war, vermag indes auch die Eingabe vom 15. Mai 2023 nicht zu belegen.