Citation: 1P.550/2003 18.11.2003 E. C

Auf Berufung von X.________ stellte das Obergericht des Kantons Thurgau mit Urteil vom 21. Mai 2002 das Verfahren in verschiedenen Punkten zufolge Verjährung ein. Es sprach X.________ der mehrfachen vorsätzlichen einfachen Körperverletzung gegenüber Wehrlosen, begangen gegen Y.________, schuldig, und bestrafte ihn mit drei Monaten Gefängnis bedingt. Das Obergericht ging davon aus, dass die Verletzungen durch die von X.________ angewandte Therapie des "In-Sich-Selbst-Zurückfindens" verursacht worden seien, wobei aber nicht erwiesen sei, dass X.________ die Verletzungen bei Y.________ durch ein aktives Handeln herbeigeführt habe. Es liege aber ein unechtes Unterlassungsdelikt vor, weil X.________ vertraglich die Betreuung des bei ihm platzierten Schwerstbehinderten übernommen habe und ihm damit die Garantenpflicht zugekommen sei, dafür zu sorgen, dass dieser nicht zu Schaden komme. X.________ habe eventualvorsätzlich gehandelt, weil er in Kauf genommen habe, dass Y.________ bei der Therapie Körperverletzungen erleide.