Citation: 5A_391/2022 E. 4.2

4.2. Die Beschwerdeführerin rügt abermals eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs und dazu Willkür in der Anwendung von Art. 152 Abs. 2 ZPO. Um das Schiedsurteil als Beweismittel frei würdigen zu können, hätte die Vorinstanz zuerst prüfen müssen, ob die gegnerischen Beweismittel gemäss Art. 152 Abs. 2 ZPO überhaupt verwertbar sind. Nachdem diese Frage zu verneinen sei, hätte die Vorinstanz zum Schluss kommen müssen, dass sich das Schiedsurteil massgebend auf diese unverwertbaren Beweismittel stützt, und in der Folge entsprechend der Theorie der "fruit of the poisonous tree" auch das Schiedsurteil des LCIA vom 7. Juni 2021 nicht als Beweismittel berücksichtigen dürfen; zumindest hätte die Vorinstanz erkennen müssen, dass die Beweiskraft des Schiedsurteils deshalb massiv gemindert und die Glaubhaftigkeit der Arrestforderung weiterhin gegeben ist. Allein die Tatsache, dass die Frage der Verwertbarkeit gleichzeitig in einem ausländischen Verfahren beurteilt wird, entbinde das schweizerische Gericht nicht von einer Prüfung nach Art. 152 Abs. 2 ZPO. Andernfalls könnte die Beschwerdegegnerin nach schweizerischem Rechtsverständnis unverwertbare Beweismittel mit dem Schiedsurteil "durch die Hintertür" dennoch in das schweizerische Verfahren einbringen, was dem Sinn und Zweck von Art. 152 ZPO "und jedem Rechtsverständnis" zuwiderlaufe. Für die Beschwerdeführerin steht gestützt auf diese Argumentation fest, dass die Verwertbarkeit der Einsprachebeilagen 7-18 und 25-28 unabhängig von der Anerkennung des Schiedsurteils zu prüfen war. Dem Obergericht wirft sie vor, nicht nur auf diese Prüfung der genannten Beweismittel zu verzichten, sondern auch eine entsprechende Prüfung des Schiedsurteils zu unterlassen. Den vorinstanzlichen Vorhalt, sie habe die konkret betroffenen Erwägungen im Schiedsurteil nicht bezeichnet, lässt sie nicht gelten. Ihr Rechtsbegehren nenne die einzelnen Beilagen der Beschwerdegegnerin, auf die sich die Schiedsrichterin in ihrem Entscheid berufe; bei einer Würdigung des Schiedsentscheids sei somit eindeutig nachvollziehbar "und von der Beschwerdeführerin bezeichnet", welche Erwägungen gemäss ihrem Antrag gestützt auf Art. 152 Abs. 2 ZPO nicht hätten berücksichtigt werden dürfen.