Citation: 8C_542/2008 20.11.2008 E. 5

5.1 Die Schwere des Unfalles ist auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]). Dabei werden einfache Auffahrkollisionen auf ein stehendes Fahrzeug in der Regel als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen betrachtet (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1.2 S. 237 [U 380/04]). Beim Ereignis vom 17. Oktober 2000 handelt es sich nicht um einen klassischen Auffahrunfall; vielmehr wurde der Wagen des Versicherten in einem Kreisel bei relativ niedrigen gefahrenen Geschwindigkeiten von einem Sattelschlepper abgedrängt, bis es schliesslich zu einer seitlichen Kollision kam. Gemäss der biomechanischen Beurteilung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik vom 22. April 2003 war das Fahrzeug des Beschwerdeführers einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitszunahme von rund 4 - 9 km/h unterworfen. Wie das kantonale Gericht zutreffend ausführt, ist dieses Ereignis höchstens als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren. Die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhanges wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der in E 2.2 hievor aufgezählten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser Kriterien in gehäufter Weise erfüllt wären. 5.2 Der Beschwerdeführer macht im letztinstanzlichen Verfahren zu Recht nicht mehr geltend, das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles sei erfüllt. 5.3 Das Bundesgericht hat im erwähnten Urteil BGE 134 V 109, E. 10.2.2 S. 127 f. seine Rechtsprechung bestätigt, wonach die Diagnose einer HWS-Distorsion für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung genügt. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 [U 339/06], E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 [U 380/04] E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 [U 339/06], E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 [U 193/01] E. 4.3 mit Hinweisen). Daneben gilt es zu beachten, dass eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, speziell geeignet ist, die "typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (vgl. SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 [U 39/04], E. 3.4 und Urteil 8C_785/2007 vom 11. Juni 2008, E. 4.4). Gemäss dem Bericht der Dr. med. F.________ von der Chirurgischen Abteilung des kantonalen Spitals W.________ vom Unfalltag waren auf den Röntgenbildern ausgeprägte degenerative Veränderungen der HWS ersichtlich. Allerdings war der Versicherte vor dem Unfall annähernd beschwerdefrei, nach seinen Angaben sind lediglich durch längeres Verweilen in der gleichen Position (wie etwa im Kino oder bei Seminaren) jeweils Nackenprobleme ausgelöst worden. Der Beschwerdeführer hat zwar bereits im Jahre 1992 zwei Auffahrunfälle mit HWS-Distorsionen erlitten; er konnte aber nach beiden Unfällen seine bisherige Tätigkeit nach wenigen Monaten wieder voll aufnehmen. Somit ist nicht davon auszugehen, dass die Wirbelsäule dermassen erheblich vorgeschädigt war, dass die am 17. Oktober 2000 erlittene Distorsion als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren wäre (vgl. die Urteile 8C_89/2008 vom 3. Oktober 2008, E. 8.2; 8C_355/2008 vom 9. September 2008, E. 5.2.2 und 8C_759/2007 vom 14. August 2008, E. 5.3). Das Kriterium ist somit nicht erfüllt. 5.4 Eine fortgesetzt belastende ärztliche Behandlung wird vom Versicherten zwar geltend gemacht, eine solche ist indessen in den Akten, auch unter Berücksichtigung seines dreiwöchigen stationären Aufenthaltes in der Rehaklinik B.________ im März 2002, nicht ersichtlich. Auch dieses Kriterium liegt somit nicht vor. 5.5 Für die Adäquanzfrage wesentlich können im Weiteren in der Zeit zwischen Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E.10.2.4 S. 128). Die Glaubwürdigkeit der geltend gemachten, erheblichen Beschwerden wurde von keiner medizinischen Fachperson bezweifelt; das Kriterium ist somit als erfüllt zu betrachten. 5.6 Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, wurde vom Versicherten weder geltend gemacht, noch ist eine solche aus den Akten ersichtlich. Das Kriterium ist somit nicht erfüllt. 5.7 Das Kriterium des schwierigen Heilverlaufs und der erheblichen Komplikationen hat durch den erwähnten BGE 134 V 109 keine Änderung erfahren. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (vgl. Urteil 8C_554/2007 vom 20. Juni 2008, E. 6.6 mit Hinweis). Solche Gründe sind vorliegend nicht ersichtlich, insbesondere kann aus dem Umstand, dass trotz verschiedenster Therapien keine nachhaltige Besserung des Gesundheitszustandes erreicht werden konnte, noch nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen werden. 5.8 Was schliesslich das durch BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f. präzisierte Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn dies bejaht werden könnte, es jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise gegeben ist. 5.9 Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgeprägt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten des Versicherten das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erfüllt erachten würde, die Kriterien nicht in gehäufter Weise gegeben sind, ist die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 17. Oktober 2000 und den über den 31. Dezember 2005 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden zu verneinen. Damit ist die Leistungseinstellung auf dieses Datum hin nicht zu beanstanden.