Citation: 7B_299/2023 E. 4.7.2

4.7.2. Ebenso wenig ist der Beschwerdeschrift darin zu folgen, dass nach Abschluss des Vorverfahrens "zwingend eine Schlusseinvernahme" hätte durchgeführt werden müssen, aus deren Fehlen sich ein Indiz für eine Befangenheit der Staatsanwältin ergebe. Die Vorinstanz erwägt dazu, die Beschwerdegegnerin habe "angesichts des fortgeschrittenen Alters und des Wohnorts des Beschuldigten" auf eine Schlusseinvernahme verzichtet. Gemäss Art. 317 StPO befrage die Staatsanwaltschaft in umfangreichen und komplizierten Verfahren die beschuldigte Person vor Abschluss der Untersuchung nochmals in einer Schlusseinvernahme und fordere sie auf, zu den Ergebnissen Stellung zu nehmen. Art. 317 StPO bilde eine Ordnungsvorschrift. Die Durchführung einer Schlusseinvernahme sei demnach nicht zwingend, und das Fehlen derselben tangiere die Gültigkeit der Anklage grundsätzlich nicht. Es bestehe zudem die Möglichkeit, dass das Strafgericht (in Anwendung von Art. 329 Abs. 2 StPO) nötigenfalls die Anklage zur Ergänzung bzw. konkret zur Durchführung einer Schlusseinvernahme an die Staatsanwaltschaft zurückweisen könnte. Von einer zum Vornherein fehlerhaften Verfahrenshandlung könne folglich keine Rede sein. Dem Obergericht ist darin zuzustimmen, dass es sachliche Gründe gab, um auf eine Schlusseinvernahme zu verzichten. Inwiefern die Beschwerdeführer als Privatkläger dadurch einseitig benachteiligt worden wären, legen sie nicht nachvollziehbar dar. Dass die Vorinstanz diesbezüglich einen Anhaltspunkt für eine Befangenheit der Beschwerdegegnerin verneinte, hält vor dem Bundesrecht stand.