Citation: 2C_394/2022 E. 4.3.3

4.3.3. Dem weiterhin erheblichen Fernhalteinteresse sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers gegenüberzustellen. Die intakte Ehe, welche er mit seiner Ehefrau führt, sowie die Tatsache, dass seine über die Schweizer Staatsbürgerschaft verfügenden Kinder hier leben, stellen unbestreitbar gewichtige private Interessen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung dar. Der seit mehreren Jahrzehnten in der Schweiz niedergelassenen Ehefrau ist vorliegend nicht zuzumuten, mit dem Beschwerdeführer im Kosovo zu leben. Ins Gewicht fällt jedoch, dass diese im Hinblick auf die Straffälligkeit des Beschwerdeführers und die am 17. Mai 1994, vor der Eheschliessung erlassene Einreisesperre nicht davon ausgehen konnte, ihre Beziehung mit ihm in der Schweiz leben zu können. Zu berücksichtigen ist ferner, dass die Beziehung zu den nunmehr volljährigen Schweizer Kindern nicht mehr in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fällt. Eine Integration in die hiesigen Verhältnisse scheint kaum absehbar, vermochte der Beschwerdeführer sich doch nie in der Schweiz beruflich und wirtschaftlich zu integrieren. Auch sonst ist nicht genügend dargetan, dass er sich in seiner Heimat auf eine Weise bewährt hätte, dass eine Integration in der Schweiz wahrscheinlich erscheinen würde. Die einzige berufliche Aktivität, die der Beschwerdeführer geltend macht, ist eine Tätigkeit bei seinem Bruder im Kosovo im Bauernbetrieb, die er aber nicht weiter belegt hat. Es wäre jedoch an ihm gewesen, gestützt auf seine Mitwirkungspflicht, allfällige Tätigkeiten und Integrationsbemühungen im Kosovo mit entsprechenden Belegen darzutun (vgl. Urteile 2C_714/2020 vom 25. November 2020 E. 4.2.4 und 2C_935/2017 vom 17. Mai 2018 E. 5.4). Gesamthaft vermag das private Interesse des Beschwerdeführers an der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung das fortbestehende öffentliche erhebliche Fernhalteinteresse deshalb (noch) nicht aufzuwiegen.