Citation: 2C_992/2016 E. 4.2

4.2. Auch die Würdigung der familiären Verhältnisse führt zu keinem anderen Ergebnis. Der Beschwerdeführer 1 ist mit einer niederlassungsberechtigten Landsfrau verheiratet, mit der er fünf gemeinsame Kinder im Alter zwischen 11 und 18 Jahre hat. Zu seiner Familie pflegt der Beschwerdeführer 1 - soweit es der Strafvollzug zulässt - eine intakte Beziehung. Der Ehefrau und den hier geborenen Kindern, von denen drei mittlerweile eingebürgert sind, ist es wohl kaum zuzumuten, dem Beschwerdeführer 1 ins Heimatland zu folgen, was faktisch zu einer Trennung der Familie führen würde. Insbesondere die vier noch minderjährigen Kinder des Beschwerdeführers 1, welche ein Interesse daran haben, mit ihrem Vater aufzuwachsen, würden dadurch hart getroffen. Das Bundesgericht misst dem Interesse an einer intakten Eltern-Kind-Beziehung im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit einer aufenthaltsverweigernden Massnahme eine zentrale Bedeutung zu (vgl. BGE 139 I 315 E. 2.4 S. 320; EGMR-Urteil vom 8. November 2016 El Ghatet gegen Schweiz [Nr. 56971/10] § 46 f. mit Hinweisen). Je schwerer aber die begangenen Straftaten wiegen, desto eher vermag das öffentliche Interesse an einer Ausreise des Straftäters selbst das Interesse seiner Kinder zu überwiegen, mit ihm hier aufwachsen zu können (vgl. Urteil 2C_503/2014 vom 25. November 2014 E. 4.4.3 mit Hinweisen). Diese Gewichtung erscheint auch mit Blick darauf angezeigt, dass der Umstand, wonach ein Kind bei einem Elternteil aufwachsen kann, nicht einfach pauschal als immer positiv für das Kindeswohl qualifiziert werden kann, sondern insbesondere ein Zusammenleben von Kindern mit delinquenten und sozial nicht eingegliederten Elternteilen unter Umständen das Kindeswohl auch negativ beeinflussen kann (Urteil 2C_208/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 5.3.2 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer 1 wurde trotz ausländerrechtlicher Verwarnung und stabiler Familienverhältnisse als Vater von sechs Kindern wiederholt straffällig. Er hat somit durch sein strafbares Verhalten den Fortbestand seines Familienlebens in der Schweiz selbstverschuldet und mutwillig aufs Spiel gesetzt hat. Daher hat er es hinzunehmen, wenn die familiären Beziehungen - welche aufgrund des Strafvollzugs bereits erheblichen Einschränkungen unterworfen waren bzw. noch sind - künftig nur noch unter erschwerten Bedingungen gelebt werden können, falls ihm seine Frau und seine Kinder nicht ins Heimatland folgen sollten (vgl. BGE 129 II 215 E. 3.4 und 4.1 S. 218).