Citation: 5G_1/2015 E. 2

Der Umstand, dass der obsiegenden Partei ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt worden ist, befreit die unterliegende Partei nicht von der Leistung einer Prozessentschädigung (BGE 117 Ia 295 E. 3 S. 296). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verlangt der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, dass der Anwalt einer unentgeltlich verbeiständeten Partei vom Staat entschädigt wird, wenn bei Obsiegen die kostenpflichtige Gegenpartei nicht mit Erfolg belangt werden kann. Entsprechend darf ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht schon deshalb abgewiesen werden, weil eine Parteientschädigung zulasten des Prozessgegners zugesprochen wird (BGE 122 I 322 E. 2 u. 3). In diesem Fall wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege in der Regel für gegenstandslos erklärt, wenn die öffentliche Hand zur Leistung einer Parteientschädigung verpflichtet worden ist (BGE 133 I 234 E. 3). Dies ändert indes nichts am Anspruch des Anwalts auf angemessene Entschädigung aus der Gerichtskasse, soweit der Aufwand für die unentgeltliche Vertretung infolge Verrechnung mit einer Forderung des zur Leistung einer Parteientschädigung verpflichteten Gemeinwesens gegenüber der unentgeltlich verbeiständeten Partei nicht gedeckt werden kann (Urteil 1F_17/2009 vom 4. November 2009 E. 2). Wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Hauptverfahren als gegenstandslos erachtet, ist es nachträglich zu behandeln (vgl. Urteile 1G_5/2011 vom 11. April 2012 E. 1, 1F_32/2011 vom 18 November 2011) und ist die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes allenfalls nachträglich festzusetzen (Urteil 1F_17/2009 vom 4. November 2009 E. 1). Im vorliegenden Fall hat der Kanton Zug die Entschädigungsforderung des damaligen Beschwerdeführers mit einer eigenen gegenüber dem Beschwerdeführer bestehenden Forderung verrechnet, sodass sich die Parteientschädigung als uneinbringlich erweist. Im Folgenden gilt es somit zu prüfen, ob dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nachträglich entsprochen, ein amtlicher Rechtsbeistand bestellt und aus der Bundesgerichtskasse entschädigt werden kann (vgl. dazu: Urteil 1P.411/1998 vom 7. August 1998 E. 2).