Citation: 2C_447/2023 E. 6.1

6.1. Der Beschwerdeführer rügt sodann, die Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung sei unverhältnismässig. Die von der Vorinstanz vorgenommene Interessenabwägung sei vor allem deshalb rechtsfehlerhaft, weil auf Delinquenz abgestellt worden sei, für die noch keine rechtskräftige Verurteilung vorliege. Zwar sei es nach der Rechtsprechung unter gewissen Voraussetzungen zulässig, dies zu tun; damit werde aber die Unschuldsvermutung unterlaufen. Abgesehen davon verfalle die Vorinstanz in Willkür, wenn sie annehme, der Vorwurf der Gefährdung des Lebens ergebe sich eindeutig aus den Akten; vor dem Hintergrund der Provokationen sowie der teils widersprüchlichen Aussagen und nachträglichen Relativierungen des mutmasslichen Opfers sei vielmehr alles andere als klar, ob effektiv von einem erheblichen Fehlverhalten ausgegangen werden kann, welches eine Wegweisung rechtfertige. Zudem seien, so der Beschwerdeführer, im Rahmen seiner tätlichen Auseinandersetzungen mit seiner Ehefrau jeweils beide Seiten handgreiflich geworden. Er habe zwar unter dem Einfluss von Alkohol bisweilen die Kontrolle über sich verloren; inzwischen sei er jedoch alkohol- und drogenabstinent und sich bewusst, dass jegliche Form von Gewalt zu verurteilen ist und in einer Beziehung keinen Platz haben darf. Was die von ihm begangenen SVG-Delikte anbelangt, macht der Beschwerdeführer geltend, diese stünden mit seiner Suchtproblematik in Zusammenhang und seien - da sie keine Personenschäden zur Folge gehabt hätten - bloss geringfügiger Natur. Hinzu komme, dass er angesichts des angeschlagenen Gesundheitszustands der Kindsmutter unter Zugrundelegung einer realistischen Betrachtungsweise der einzige Elternteil sei, in dessen Obhut die beiden Kinder dereinst werden zurückgegeben werden können.