Citation: 6B_491/2023 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz hält nach Schilderung des Inhalts und exemplarischer Abbildung des entsprechenden Strafantrags-Formulars des Beschwerdegegners 2 vorab fest, die Beschwerdegegner 2 und 3 seien im Zeitpunkt der Strafantragstellung noch nicht anwaltlich vertreten gewesen und vom Polizisten nicht vollständig aufgeklärt worden, weil einerseits nicht vom Raufhandel die Rede gewesen sei und andererseits im Formular mit Fettschrift festgehalten werde, die entsprechende Frage sei nur bei Offizialdelikten zu beantworten. Die Vorinstanz erwägt, der Wille der beiden Antragsteller gehe aus dem Formular klar hervor. Sie stellten den Strafantrag und brächten den Willen zum Ausdruck, dass die Person und die im Strafantrag genannte Straftat zu verfolgen seien. Sie erklärten indes auch, auf ihre Rechte als Strafkläger zu verzichten, sich jedoch als Zivilkläger zu konstituieren. Zumindest in Bezug auf die im Strafantrag genannten Antragsdelikte hätten die Strafkläger auf ihre Rechte verzichtet. Dieser Verzicht beinhalte - wie auf dem Formular ausdrücklich aufgezählt werde - auch die Einlegung von Rechtsmitteln. Die Beschwerdegegner 2 und 3 seien daher bezüglich der Freisprüche betreffend die einfache Körperverletzung, Tätlichkeit und Drohung nicht legitimiert. Auf ihre Berufung sei in diesem Punkt nicht einzutreten (Urteil S. 10). Zur Legitimation bezüglich des Vorwurfs des Raufhandels erwägt die Vorinstanz weiter, dieser Vorwurf sei den Beteiligten zum Zeitpunkt der Strafantragstellung noch gar nicht bekannt gewesen. Weder auf dem Strafantragsformular noch anlässlich der Einvernahmen der drei Beteiligten sei davon die Rede gewesen. Dies sei umso beachtlicher, weil dieses Delikt ein Offizialdelikt darstelle und somit im vorliegenden Strafverfahren einen erheblichen Stellenwert einnehme. Die Verurteilung setze ferner eine wechselseitige Handlung voraus, was ein zusätzliches Interesse bewirken könne, ein Rechtsmittel zum Freispruch des Mitstreiters ergreifen zu können. Der Straftatbestand des Raufhandels sei den Beteiligten erst von der Staatsanwaltschaft bei der Einvernahme vom 5. Dezember 2019 vorgehalten worden. Sei nun den Beteiligten im Zeitpunkt ihres Verzichts auf die Teilnahme als Strafkläger der Vorwurf des Raufhandels gar nicht bekannt gewesen, so könnten sie diesbezüglich im Rahmen des unterzeichneten Formulars auch nicht im Wissen darum und gewollt darauf verzichten (Urteil S. 10). Der Beschwerdegegner 3 habe sich zwar als Zivilkläger konstituiert, jedoch im Rahmen des Strafverfahrens keine Zivilansprüche geltend gemacht. Seine Legitimation sei fraglich, wobei die Frage offen gelassen werden könne. Der Beschwerdegegner 2 habe sich ebenfalls als Zivilkläger konstituiert und eine Genugtuungsforderung geltend gemacht. Der Tatbestand des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB schütze primär das öffentliche Interesse, Schlägereien unter mindestens drei Beteiligten zu verhindern, in zweiter Linie das Individualinteresse der Opfer von solchen Schlägereien. Der Beschwerdegegner 2 sei durch die behauptete Beteiligung am Raufhandel unmittelbar betroffen und als Geschädigter Träger des Rechtsguts, welches durch die betreffende Strafnorm mitgeschützt werde. Er sei Geschädigter im Sinne von Art. 115 StPO (Urteil S. 11). Er habe bezüglich des Raufhandels nicht auf seine Rechte als Strafkläger verzichtet und sei zur Berufung betreffend den Freispruch des Beschwerdeführers vom Vorwurf des Raufhandels legitimiert, so dass auf seine Berufung eingetreten werde (Urteil S. 12).