Citation: 1C_66/2022 E. 3.4.1

3.4.1. Ein solcher Ausschluss könnte bejaht werden, wenn sich die Bauparzelle aufgrund ihrer Lage nicht für eine Rückzonung eignet. Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass die Bauparzelle in nord- und süd-westlicher Richtung an eine grössere von der Wintersportzone überlagerte Freifläche angrenzt, die im KRL vom 14. Mai 2020 als potentielles Auszonungsgebiet gekennzeichnet wird. Darüber hinaus wird der südliche Teil der Bauparzelle und der nördliche Teil der südlichen Nachbarparzelle ebenfalls durch die Wintersportzone überlagert, die im Grenzbereich zwischen diesen Parzellen einen nicht überbaubaren Korridor schafft, der im Plan "Rückzonungspotentiale" Vaz/Obervaz 1/3 des Amts für Raumentwicklung Graubünden (Stand: Dezember 2015) " als potentielles Rückzonungsgebiet ausgewiesen wird. Demnach gehört die Bauparzelle nicht zum geschlossenen Siedlungsbereich. Sie ist - wie die Fotografien des vorinstanzlichen Augenscheins bestätigen - relativ gross und wird von der umliegenden Überbauung nicht so stark geprägt bzw. eingeengt, dass von einer Baulücke ausgegangen könnte (BGE 132 II 218 E. 4.2.1 mit Hinweisen; vgl. auch: Urteil 1C_540/2021 vom 9. August 2022 E. 4). Unter diesen Umständen ist die Bauparzelle als eine Baulandreserve am Siedlungsrand zu qualifizieren, die gemäss der technischen Wegleitung zur Ermittlung des Bauzonenbedarfs ARE/GR aufgrund ihrer Erschliessung zwar nicht in erster aber doch in zweiter Priorität zurückzuzonen ist. Aus planerischer Sicht kommt somit die Zuweisung der Bauparzelle zu einer Nichtbauzone durchaus in Frage bzw. erscheint jedenfalls nicht ausgeschlossen (vgl. Urteil 1C_650/2020 vom 12. Juli 2022 E. 3.6.2, zur Publ. vorgesehen).