Citation: 7B_469/2023 E. 2.1

2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Voraussetzungen für die Anwendung des Verbots der "reformatio in peius" nach Art. 391 Abs. 2 StPO seien vorliegend nicht gegeben. Der Beschuldigte habe das Strafmass und die Staatsanwaltschaft die erstinstanzlich nicht angeordnete Landesverweisung mittels Berufung angefochten. Die Rechtsmittel seien damit nicht ausschliesslich zugunsten der beschuldigten Person ergriffen worden. Das Verschlechterungsverbot gelte nicht für jene Punkte, hinsichtlich derer die beschuldigte Person Berufung führe, sofern auch die Staatsanwaltschaft (in anderen Punkten) Berufung führe. Weder das Gesetz noch die Rechtsprechung würden einen grundsätzlichen Konnex zwischen den Anträgen verlangen, die eine Verschlechterung des Urteils herbeiführen sollen, und anderen Punkten, die von Amtes wegen zu diskutieren seien. Insoweit wende die Vorinstanz Art. 391 Abs. 2 StPO falsch an und nehme eine unvollständige Strafzumessung (Art. 47 und Art. 49 StGB) vor.