Citation: 1A.222/2000 07.09.2000 E. 3

3.-Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, das nach deutschem Recht gefällte Strafurteil habe "auf einem Strafrahmen von 20 Jahren" basiert. Die der Verurteilung zugrunde liegenden Straftaten seien jedoch "ausschliesslich in der Schweiz begangen" worden. Da sich nach schweizerischem Recht "der entsprechende Strafrahmen auf höchstens 15 Jahre" belaufe, habe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Senkung des Strafmasses. Seine Auslieferung dürfe "nur dann erfolgen, wenn" die vom Landgericht Konstanz ausgefällte "Freiheitsstrafe proportional an den in der Schweiz geltenden Strafrahmen angepasst, das heisst, um einen Viertel gesenkt" werde. a) Darin, dass die Auslieferung des Beschwerdeführers für den Reststrafvollzug von 463 Tagen verlangt wird, liegt keinerlei Rechtshilfehindernis im Sinne des EAUe oder des IRSG. Es ist nicht Aufgabe des Rechtshilferichters, ausländische rechtskräftige Strafurteile, auf welche die ersuchende Behörde ihr Auslieferungsbegehren stützt, materiell zu überprüfen. Allfällige Einwendungen gegen das Strafurteil (wonach das Landgericht Konstanz für die Beurteilung von in der Schweiz verübten Straftaten nicht zuständig gewesen wäre bzw. schweizerisches Strafrecht hätte anwenden oder ein tieferes Strafmass hätte ausfällen müssen) wären im damaligen Strafverfahren vorzubringen gewesen. Sie können nicht erst nachträglich im Auslieferungsverfahren erhoben werden, welches die deutschen Behörden mit dem Ziel der Vollstreckung des bereits rechtskräftigen Strafurteils eingeleitet haben. Aus dem geltend gemachten Umstand, dass die Straftaten "ausschliesslich in der Schweiz begangen" worden seien, liesse sich im Übrigen auch keineswegs ableiten, dass das erkennende deutsche Strafgericht schweizerisches Strafrecht hätte anwenden müssen oder dass das ausgefällte Strafmass "proportional an den in der Schweiz geltenden Strafrahmen" hätte "angepasst" werden müssen. b) Auch die Vorbringen, ein internationaler Haftbefehl gegen den Beschwerdeführer sei "erst im Juli 1997 erlassen" worden, zwischen 1995 und Mai 1997 hätten sich die deutschen Behörden nicht um Rechtshilfe bzw. die Vollstreckung der Reststrafe bemüht, führen nicht zu einem Auslieferungshindernis. Angesichts des Vollstreckungshaftbefehls der Staatsanwaltschaft Konstanz vom 22. November 1994, des vom Beschwerdeführer erwähnten "internationalen Haftbefehls" vom Juli 1997 und des Auslieferungsersuchens vom 22. Mai 2000 konnte der Verfolgte keineswegs "davon ausgehen", dass ihm nach seiner Flucht (bzw. seiner Nichtrückkehr aus dem Hafturlaub) die noch zu vollziehende "Rest-Freiheitsstrafe quasi erlassen worden war". Ein Strafvollstreckungsverzicht, ein Gesuch um Übernahme des Strafvollzuges durch die schweizerischen Behörden oder ein Widerruf des Auslieferungsersuchens ist seitens der deutschen Behörden nicht erfolgt. Bezüglich der Einwendungen, die der Beschwerdeführer im Verfahren vor Bundesgericht nicht mehr ausdrücklich erhoben hat, kann im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen des angefochtenen Entscheides verwiesen werden.