Citation: 6B_490/2017 E. A

Im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens vor dem Obergericht (Zivilgericht) des Kantons Aargau schrieb Rechtsanwältin X.________ in ihrer Eingabe vom 10. Dezember 2013 unter anderem Folgendes: "Dass es ein Verhältnis zwischen Frau A.________ und Dr. B.________ gab, ist nicht erfunden, sondern aufgrund aller Dokumente im blauen Ordner offensichtlich." Gegenstand des Beschwerdeverfahrens war ein Forderungsstreit zwischen X.________ und A.________, wobei es um die Höhe des von X.________ in Rechnung gestellten Anwaltshonorars ging, mit welchem A.________ nicht einverstanden war. Die Staatsanwaltschaft Baden stellte das Verfahren wegen Ehrverletzung mit Verfügung vom 30. September 2014 ein mit der Begründung, dass kein Straftatbestand erfüllt sei. Das Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, hob die Einstellungsverfügung mit Entscheid vom 27. März 2015 in Gutheissung der von A.________ eingereichten Beschwerde auf. Mit Zusatzanklageschrift vom 26. Juni 2015 warf die Staatsanwaltschaft Baden X.________ vor, sie habe sich durch die Äusserung betreffend das Bestehen eines Verhältnisses der üblen Nachrede schuldig gemacht. Zur Begründung führte die Staatsanwaltschaft aus, mit der inkriminierten Äusserung habe X.________ wissentlich und willentlich behauptet, A.________ hätte ein aussereheliches Verhältnis zu ihrem Arzt, Dr. B.________, unterhalten. Durch die inkriminierte Äusserung sei die verheiratete A.________ in ihrer Ehre verletzt worden, indem ihr wahrheitswidrig eine sexuelle oder zumindest eine die Ebene der platonischen Freundschaft übersteigende Beziehung mit Dr. B.________ unterstellt worden sei. X.________ habe dies gewollt, zumindest aber in Kauf genommen.