Citation: 8C_106/2008 05.09.2008 E. 3

Streitig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und diesbezüglich vorab die Frage der Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung der Unfallversicherung für die Invalidenversicherung. Während die Vorinstanz gestützt auf BGE 126 V 288 - vorbehältlich triftiger Gründe für eine Abweichung - von einer grundsätzlichen Bindungswirkung der rechtskräftigen Invaliditätsbemessung der Unfallversicherung für die Invalidenversicherung ausgeht, eine solche jedoch im konkreten Fall verneint, weil die Festsetzung des Invaliditätsgrades durch die SUVA auf Vergleichsverhandlungen beruht habe, sieht der Beschwerdeführer in der Feststellung, der von der SUVA ermittelte Invaliditätsgrad sei für die Invalidenversicherung nicht verbindlich, eine Verletzung von Bundesrecht. Letzteres trifft nicht zu. Nach der neusten Rechtsprechung (BGE 133 V 549) besteht für die Invalidenversicherung keine Bindungswirkung an die Invaliditätsschätzung der Unfallversicherung im Sinne von BGE 126 V 288 und ist die IV-Stelle dementsprechend nicht zur Einsprache gegen die Verfügung und zur Beschwerde gegen den Einspracheentscheid des Unfallversicherers über den Rentenanspruch als solchen oder den Invaliditätsgrad berechtigt. Im erwähnten Bundesgerichtsurteil wurde dargelegt, dass der BGE 126 V 288 zu Grunde liegende koordinationsrechtliche Gesichtspunkt bereits dadurch an Bedeutung verloren habe, dass in BGE 131 V 362 eine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung für die Unfallversicherung verneint wurde. Da einerseits weder der Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung noch derjenigen der Unfallversicherung Priorität zukomme und andrerseits die Voraussetzungen für eine Rente in diesen Sozialversicherungszweigen trotz des grundsätzlich gleichen Invaliditätsbegriffs verschieden seien, sei auch eine Bindungswirkung im umgekehrten Sinn zu verneinen (BGE 133 V 549 E. 6.2 S. 554). Wohl schliesst das Bundesgericht in BGE 133 V 549 E. 6.4 S. 555 f. nicht aus, dass die IV-Stellen oder im Beschwerdefall die kantonalen Gerichte die Unfallversicherungsakten beiziehen und (u. a.) gestützt darauf den Invaliditätsgrad für den Bereich der Invalidenversicherung bestimmen können (vgl. Urteil 8C_206/2007 vom 27. März 2008 E. 3.3), doch ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz vorliegend den Invaliditätsgrad der SUVA nicht übernahm, zumal die Invaliditätsbemessung der Unfallversicherung - wie der Beschwerdeführer selber einräumt - auf einer Übereinkunft der Parteien bezüglich der medizinischen Abklärungen beruhte. Bei einer auf Vergleich beruhenden Festsetzung des Invaliditätsgrades durch die Unfallversicherung war rechtsprechungsgemäss bereits vor BGE 133 V 549 keine Bindungswirkung für die Invalidenversicherung gegeben, selbst wenn bekannt war, von welchen Überlegungen sich der Unfallversicherer bei der vergleichsweisen Einigung hat leiten lassen (BGE 126 V 288 E. 2b S. 292 mit Hinweis; vgl. auch Urteil I 168/06 vom 31. Juli 2007, E. 4.1).