Citation: 4A_308/2018 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdegegnerin habe in ihrer Antwort zum Schlussplädoyer eine mit handschriftlichen Anmerkungen versehene Kopie der von der Beschwerdeführerin eingereichten Liste fehlender Geräte und Materialien (sog. D.________ List) eingereicht. Sie habe unverzüglich und in ihrer Schlusseingabe gerügt, dass diese kommentierte Liste ein nicht zulässiges verspätetes Beweismittel sei und die verfahrensleitenden Verfügungen Nr. 7 und Nr. 9 verletze. Namentlich in der Verfügung Nr. 7 habe das Schiedsgericht angeordnet, dass in der Schiedsverhandlung verwendete Dokumente keine neuen Beweise oder Argumente enthalten dürften ("However, the demonstratives shall not contain new evidence or new arguments with respect to the matters which have already been pleaded by the Parties in the proceedings to date"). Der Vorsitzende des Schiedsgerichts habe zudem an der Schiedsverhandlung ausdrücklich bestätigt, dass dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zulässig sei. Er habe nämlich mit "Yes " geantwortet auf den Einwand der Beschwerdeführerin an der Verhandlung, wonach "New arguments were already prohibited coming into this hearing pursuant to the Chairman's order ". Das Schiedsgericht habe denn auch zu keinem Zeitpunkt erkennen lassen, dass es dieses Dokument bei der Entscheidfindung berücksichtigen würde. Die Beschwerdeführerin habe daher nach Treu und Glauben darauf vertrauen dürfen, dass die kommentierte Liste nicht zugelassen werde bzw. ihr andernfalls ausdrücklich Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt werde. Deshalb habe sie in ihrer Schlusseingabe auch nicht ausführlich dazu Stellung genommen; vielmehr habe sie sich darauf beschränken dürfen, ihren grundsätzlichen Einwand gegen die Zulassung dieses Dokuments zu wiederholen. In der Folge habe das Schiedsgericht aber massgeblich auf die kommentierte Liste abgestellt. Wäre der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden, hätte sie die kommentierte Liste widerlegen und damit zeigen können, dass die dort von der Beschwerdegegnerin behaupteten Geräte und Materialien nicht bzw. nicht in der benötigten Menge geliefert worden seien.