Citation: 6B_117/2023 E. 1.5.3

1.5.3. Schliesslich wendet sich die Vorinstanz dem Vorwurf der Vergewaltigung vom 14. Juni 2017 zu. Hier berücksichtigt sie die Aussagen der Frauenärztin vom 16. Oktober 2017, wonach der Beschwerdeführer gefragt habe, ob er bei der gynäkologischen Untersuchung zuschauen könne, was die Frauenärztin irritiert habe. Sie habe den Beschwerdeführer aufgefordert, wieder Platz zu nehmen. Der Beschwerdeführer habe sie gefragt, ob die Infektion vom Fremdgehen kommen könne. Gemäss Vorinstanz bestätigen die Aussagen der Frauenärztin das aufdringliche Verhalten des Beschwerdeführers und die Äusserung der Beschwerdegegnerin 2, sie habe wegen der Infektion Schmerzen verspürt. Der Beschwerdeführer müsse gewusst haben, dass er nicht am gleichen Tag mit der Beschwerdegegnerin 2 Geschlechtsverkehr haben sollte. Die Vorinstanz gibt die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 vom 21. August 2017 und vom 3. Oktober 2017 ausführlich wieder. Sie würdigt die Angaben des Beschwerdeführers vom 29. September 2017 und vom 11. Oktober 2017. Dabei schenkt sie insbesondere seiner Aussage keinen Glauben, wonach die Beschwerdegegnerin 2 nach dem Besuch der Frauenärztin den Geschlechtsverkehr initiiert habe. Der Beschwerdeführer habe bei der Befragung vom 29. September 2017 Geschlechtsverkehr verneint. Bei der Befragung vom 11. Oktober 2017 habe er Geschlechtsverkehr bejaht, aber angegeben, die Initiative sei von der Beschwerdegegnerin 2 ausgegangen. Nach der frauenärztlichen Untersuchung vom 14. Juni 2017 dürfte der Geschlechtsverkehr für die Beschwerdegegnerin 2 schmerzhaft gewesen sein, was die Frauenärztin bestätigt habe. Dies untermauere die glaubhaften Ausführungen der Beschwerdegegnerin 2, wonach sie an diesem Tag keinen Geschlechtsverkehr gewollt habe und vom Beschwerdeführer dazu gezwungen worden sei. Die Beschwerdegegnerin 2 habe wegen der häuslichen Gewalt und früheren Vergewaltigungen keine Kraft mehr gehabt, sich dem rücksichtslosen Verhalten des Beschwerdeführers zu widersetzen, zumal dieser ihr erklärt habe, er habe ein Recht auf Geschlechtsverkehr.