Citation: 1P.730/2000 14.12.2000 E. 3

3.-Wie bereits dargelegt, stand dem Verteidiger des Beschwerdeführers die Zeit vom 31. Oktober 2000, 15.00 Uhr, bis zum 2. November 2000, 12.00 Uhr, zur Verfügung, um die Akten einzusehen und eine Stellungnahme auszuarbeiten. Wird der 1. November 2000 als Feiertag abgezogen, blieben ihm für diese Arbeiten 21 Stunden übrig. Das Bundesgericht erkannte im nicht veröffentlichten Urteil vom 16. Juni 1997 i.S. P. c. Haftrichter am Bezirksgericht Uster, es verletze den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht, einem Anwalt in einem keine besondere Schwierigkeiten bietenden Haftprüfverfahren eine Vernehmlassungsfrist von 21 Stunden einzuräumen (E. 3). Auch im vorliegenden Fall sind keine besonderen Schwierigkeiten erkennbar, wegen derer eine längere Vernehmlassungsfrist erforderlich gewesen wäre. Daran ändert der Umstand nichts, dass der Haftrichter im Kanton Zürich innert 48 Stunden nach dem Eingang des Fortsetzungsbegehrens entscheiden muss, hingegen das Strafprozessrecht des Kantons Solothurn keine entsprechende Vorschrift kennt. Der vorliegende Fall ist allerdings mit der Sachlage im Kanton Zürich insofern vergleichbar, als das Obergericht bis spätestens am 3. November 2000 über das Haftverlängerungsgesuch vom 30. Oktober 2000 entscheiden musste. Dass der Untersuchungsrichter unter den gegebenen Umständen verpflichtet gewesen wäre, das Haftverlängerungsgesuch früher einzureichen, kann weder aus dem kantonalen Recht noch aus Verfassungs- und Konventionsbestimmungen geschlossen werden. Im Übrigen reichte der Beschwerdeführer tatsächlich eine ausführliche Stellungnahme dem Obergericht ein. Die Rüge des Beschwerdeführers erweist sich deshalb in dieser Hinsicht als unbegründet.