Citation: 5A_409/2020 E. 4.2.2

4.2.2. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, ihre Verpflichtungen ergäben sich aus den Gesuchsbeilagen 5 und 7. Das Fehlen eines schriftlichen Vertrags sei angesichts der Formfreiheit der Verträge (Art. 11 Abs. 1 OR) irrelevant. Das Obergericht sei zu Unrecht zum Schluss gekommen, sie habe die Erfüllung ihrer Gegenleistung nicht glaubhaft gemacht. Was zunächst den Inhalt der Verpflichtungen der Beschwerdeführerin angeht, so ergibt sich aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin und den von ihr zitierten Ausschnitten aus den beiden Schreiben nicht eindeutig, zu welchen Leistungen sie verpflichtet war. So hat der Beschwerdegegner im Schreiben vom 31. Mai 2019 zwar bestätigt, Auftritte über die Beschwerdeführerin gebucht zu haben ("acts we booked through you") und dass es an den Künstlern liege zu entscheiden, ob sie noch auftreten wollten ("it will be up to your clients to decide if they still want to participate in the festival"). Es ist jedoch nicht willkürlich, wenn das Obergericht daraus nicht entnommen hat, wozu die Beschwerdeführerin im Rahmen des Buchungsprozesses genau verpflichtet war und ob sie alle ihre Leistungspflichten erfüllt hat. Eine eigentliche Auseinandersetzung mit der obergerichtlichen Erwägung, dass der Inhalt ihrer Leistungspflichten unklar ist, fehlt. Insbesondere geht die Beschwerdeführerin nicht auf die verschiedenen, vom Obergericht erwähnten Möglichkeiten des Inhalts ihrer Leistungspflichten ein, und sie legt nicht dar, inwiefern aus den genannten Schreiben eindeutig hervorgehen soll, welche der vom Obergericht genannten Varianten (oder allenfalls eine andere) zutrifft. Sodann geht die Berufung auf die Formfreiheit an der Sache vorbei: Im Rechtsöffnungsverfahren wird einerseits nicht materiell über ein Rechtsverhältnis entschieden, andererseits ist im Rechtsöffnungsverfahren Beweis grundsätzlich durch Urkunden zu erbringen (Art. 254 Abs. 1 ZPO), so dass diejenige Partei, die keine Urkunden vorlegen kann, aus prozessualen Gründen Nachteile erleiden kann. Des Weiteren legt die Beschwerdeführerin nicht in genügender Weise dar, inwiefern die Rechnung vom 20. Mai 2019 - entgegen den obergerichtlichen Erwägungen - keine Verwirrung stiften soll. Dazu genügt es nicht zu behaupten, die Rechnung belege, dass die Parteien in (von ihr nicht näher definierten) Geschäftsbeziehungen standen und dass der Beschwerdegegner Schuldner der Beschwerdeführerin sei. Dass die Parteien in irgendwelchen Geschäftsbeziehungen standen, liegt auf der Hand. Die Beschwerdeführerin müsste demgegenüber darlegen, weshalb sich aus der Rechnung ihre Leistungspflichten und deren Erfüllung im konkret in Frage stehenden Vertrag eindeutig ergeben sollen. Schliesslich übergeht die Beschwerdeführerin, dass keiner der von ihr angeblich vermittelten Künstler im Programmheft erschien oder aufgetreten ist. Eine Auseinandersetzung mit diesem Punkt fehlt. Die Beschwerdeführerin äussert schliesslich ihr Unverständnis darüber, dass das Obergericht nicht angenommen hat, der geltend gemachte Betrag sei unabhängig von einer Gegenleistung geschuldet, nachdem es eine entsprechende Schlussfolgerung zunächst in Betracht gezogen hat. Das Obergericht hat jedoch die Einrede nur unter dem Aspekt der Willkür untersucht. Es hat ausdrücklich festgehalten, der Umstand, dass beweiswürdigend ein anderes Ergebnis auch in Betracht käme, ändere nichts daran, dass die Beweiswürdigung des Regionalgerichts nicht offensichtlich unhaltbar, d.h. nicht willkürlich sei. Damit hat es den Willkürbegriff zutreffend umschrieben. Dass das Obergericht dabei das Beweismass verkannt hätte, wie die Beschwerdeführerin am Rande geltend macht, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht im Einzelnen ausgeführt.