Citation: 6B_913/2019 E. 3.1

3.1. In tatsächlicher Hinsicht steht aufgrund der Feststellungen der Vorinstanz und den Bekundungen der Beschwerdegegner in Bezug auf den äusseren Sachverhalt fest, dass D.________ mittels eines komplexen Lügengebäudes den Anschein erweckt hat, er betreibe erfolgreiche Anlagegeschäfte mit hohen Renditen. In Wirklichkeit hat er die von Dritten investierten Gelder indessen nicht angelegt, sondern im Sinne eines Schneeballsystems grundsätzlich für sich selbst und für die Auszahlung der (angeblichen) Renditen und Provisionen verwendet. Im Einzelnen stellt die Vorinstanz fest, D.________ habe wahrheitswidrig vorgegeben, mit vorbörslichem Daytrading unter Einsatz einer speziellen Software zur Marktanalyse auf dem amerikanischen Aktienmarkt regelmässig so grosse Gewinne erwirtschaften zu können, dass er in sein System angelegtes Kapital ohne namhaftes Verlustrisiko mit bis zu 6% pro Monat verzinsen könne. Auch die mündlich oder schriftlich verbreiteten Angaben über seine Person, seine Geschäftsorganisation und seine Kompetenzen hätten nicht den Tatsachen entsprochen und lediglich zur Täuschung der Anlageinteressenten gedient. So sei namentlich nicht wahr gewesen, dass er 25 Jahre lang als internationaler Banker zunächst bei der K.________ AG und zuletzt bei der Bank L.________ in New York als Cheftrader für Derivate und Bankgarantiehandel tätig gewesen sei und dass er bzw. die E.________ Inc. über eine Börsenzulassung sowie einen halben Sitz an der New Yorker Börse (New York Stock Exchange) verfügt habe. Um für sein angebliches Anlagesystem Gelder zu akquirieren, habe er mit den einzelnen Kunden einen Anlagevertrag bzw. zweckgebundenen Darlehensvertrag abgeschlossen ("Loan Agreement"). Dabei habe er den Anlegern einen in englischer Sprache abgefassten und mit notarieller Unterschriftsbeglaubigung versehenen auf ihn bzw. die E.________ Inc./F.________ Inc. lautenden Schuldschein bzw. ein Zahlungsversprechen zukommen lassen (Promissory note), wonach die Anlagesumme bei Nichterfüllung des Darlehensvertrages sofort vom Anleger bzw. dem Darleiher habe zurückverlangt werden können. Nach Überweisung der Anlagesumme durch die einzelnen Anleger sei deren Eingang vorerst von D.________ und später von der Beschwerdegegnerin 1 [A.________] jeweils mittels einer sog. Kapitaleingangsbestätigung angezeigt worden. Der Handel mit den angelegten Geldern sei indes vorgetäuscht gewesen. In Wirklichkeit habe er keine Handelsaktivitäten entwickelt, mithin kein Daytrading oder andere Börsengeschäfte, sondern bloss Scheintransaktionen (sog. "paper-tradings") betrieben. Er habe die Gelder von Anlagekunden über das Geschäftskonto der E.________ Inc. bzw. später F.________ Inc. bei der Bank M.________ bzw. Bank N.________ eingenommen und die angeblichen Erträge, Darlehensrückzahlungen und Provisionen ab demselben Konto ausbezahlt (angefochtenes Urteil S. 14 ff.). In Bezug auf die Beschwerdegegnerin 1 [A.________] ist nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz in Bezug auf den äusseren Sachverhalt erstellt, dass sie erstmals im Februar/März 2005 über ein Zeitungsinserat von der Anlagemöglichkeit bei D.________ erfahren hat und sich diese anschliessend von jenem sowie von O.________, einem Mittäter D.________s, telefonisch hat erklären lassen. Im Mai 2005 habe sie selbst erstmals bei D.________ Geld angelegt und diesen im Juni desselben Jahres in Fort Myers, Florida besucht. Sie sei danach insgesamt drei weitere Male in die USA gereist, u.a. auch an die von D.________ organisierte Tagung im November 2006 in Florida. Anlässlich dieser Treffen habe D.________ seine Besucher jeweils den angeblichen Handel am Bildschirm mitverfolgen lassen und ihnen Einblick in sein Handelskonto gewährt. Die Beschwerdegegnerin 1 [A.________] habe nach ihrer ersten Reise in die USA die Administration für das angebliche Daytrading und die Betreuung der Vermittler übernommen. Ab Oktober 2005 habe sie entweder als Geschäftsinhaberin ihrer Finanzunternehmung oder über ihre anderen Gesellschaften Anleger an D.________ vermittelt. Zudem habe sie nach Vorgaben von D.________ das Informationsdokument "Daytrading" entwickelt, die Übersetzungen der gesamten Vertragsunterlagen finanziert und sich offiziell als Vertreterin der E.________ Inc. in Europa ausgegeben. Schliesslich habe sie auf eigene Kosten die Gründung der "P.________ Limited" auf den British Virgin Islands (BVI) veranlasst, auf welchen die Anlagegelder einzuzahlen gewesen seien. Ab Ende Januar 2006 sei sie das Bindeglied zwischen D.________ und den Geschäftspartnern und Anlegern gewesen. Ausserdem habe sie die Geschäftspartner mit mehreren Rundschreiben sowie mit "News"-Meldungen bedient. Schliesslich habe sie auf eigene Kosten Informationsveranstaltungen und Schulungen bzw. Mitarbeitertage organisiert. Die Vorinstanz stellt weiter fest, die Beschwerdegegnerin 1 [A.________] habe im Anlagesystem von D.________ für sich selber sowie für ihren Ehemann und ihren Sohn Gelder im Umfang von insgesamt rund USD 1.1 Mio. angelegt. Zudem habe sie für ihre Vermittlungstätigkeit Provisionen erhalten und zusätzlich an jeder Kundenakquisition durch ihre Geschäftspartner partizipiert. Soweit Anleger direkt bei ihr Gelder angelegt hätten, habe sie diese im eigenen Namen, unter Verrechnung der ihr zustehenden Provisionsguthaben, bei D.________ angelegt (angefochtenes Urteil S. 16 ff.). Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz hat auch der Beschwerdegegner 2 [B.________] am Vertriebssystem von D.________s mitgewirkt, zu dessen Administration beigetragen und namentlich den Vertriebsstandort Schweiz aufgebaut. Er habe erstmals im Jahre 2005 über die Beschwerdegegnerin 1 [A.________] von den (vermeintlichen) Anlagemöglichkeiten bei D.________ erfahren und sei mit ihr in die USA gereist, um sich direkt zu informieren. Hernach sei er weitere Male zu D.________ gereist, insbesondere an die von jenem organisierte Tagung im November 2006 in Florida, wo er Einblick ins Handelskonto erhalten habe. Gegen Ende 2005 habe er begonnen, über das Vertriebssystem der Beschwerdegegnerin 1 [A.________], mit welcher er einen freundschaftlichen und offenen Umgang pflegte, Anleger zu akquirieren, wobei er auch Untervermittler eingesetzt habe. Dabei habe er ebenfalls die (tatsachenwidrigen) Angaben und Informationen über D.________ an die potentiellen Interessenten weitergegeben. An einige Bekannte habe er Anlagen verschenkt und selber Gelder im Umfang von knapp USD 0.5 Mio. investiert. Für seine Vermittlertätigkeit habe er Provisionen erhalten und an der Kundenakquisition seiner Untervermittler partizipiert. In Bezug auf den Beschwerdegegner 3 [C.________] stellt die Vorinstanz fest, er habe die Beschwerdegegnerin 1 [A.________] Ende 2005 über den Beschwerdegegner 2 [B.________] kennengelernt. Er sei zwei Mal zu D.________ in die USA gereist, wobei er bei seinem ersten Treffen von seinem Geschäftspartner Dr. Q.________ begleitet worden sei. Auch er habe anlässlich seiner Besuche Einblick in dessen Handelskonto erhalten. Ende Januar 2006 habe er erstmals einen grösseren Betrag bei D.________ angelegt. Anschliessend seien zwei weitere Anlagen auf seinen Namen sowie eine Anlage für seine Mutter erfolgt. Insgesamt hätten sich die Investitionen des Beschwerdegegners 3 [C.________] auf über USD 0.4 Mio. belaufen. Im Juni 2006 habe er eine Kooperations- und Beteiligungsvereinbarung zwischen seiner Treuhhandfirma und einer Unternehmung der Beschwerdegegnerin 1 [A.________] abgeschlossen und mit der Vermittlung von Kunden für das Anlageprogramm von D.________ begonnen. Für seine Firma seien mehrere Untervermittler tätig gewesen, die ihrerseits Anlagen vermittelt hätten. Auch der Beschwerdegegner 3 [C.________] bzw. sein Unternehmen hätten für die Vermittlertätigkeit Provisionen erhalten und an der Kundenakquisition der Untervermittler partizipiert (angefochtenes Urteil S. 20).