Citation: 6B_162/2023 E. 1.6.5

1.6.5. Die vorinstanzlichen Erwägungen geben auch mit Bezug auf die Tochter des Beschwerdeführers keinen Anlass zu Kritik. Minderjährige Kinder teilen das ausländerrechtliche Schicksal des obhutsberechtigten Elternteils. Wird ein Kind deshalb faktisch gezwungen, die Schweiz zu verlassen, sind insbesondere auch die Schwierigkeiten zu berücksichtigen, auf die es im Zielland treffen könnte, wobei Kindern im anpassungsfähigen Alter der Umzug in das Heimatland grundsätzlich zumutbar ist (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4; Urteil 6B_855/2020 vom 25. Oktober 2021 E. 3.3.2 mit Hinweis auf die einschlägige Rechtsprechung des EGMR). Die Tochter befindet sich mit ihren gut viereinhalb Jahren durchaus im anpassungsfähigen Alter. Die Vorinstanz führt diesbezüglich schlüssig aus, in diesem Alter seien die Eltern die engsten Bezugspersonen und es falle Kindern leicht, sich in einem neuen Land zu integrieren; sie setzt sich somit durchaus mit dem Kindeswohl auseinander, weshalb sich die entsprechende Rüge des Beschwerdeführers als unbegründet erweist. Zudem ist von einer gewissen Kulturvermittlung seitens der Eltern auszugehen (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4). Fehl geht auch der Einwand des Beschwerdeführers, wonach der Tochter die ihr in der Schweiz zustehenden Chancen auf eine sichere Zukunft in einem Sozialstaat, wo ihr Ausbildungs- sowie spätere Berufsmöglichkeiten offenstünden, weggenommen würden. Einerseits vermag ein allenfalls günstigeres (wirtschaftliches) Fortkommen in der Schweiz einen Verbleib in der Schweiz nicht zu begründen (vgl. Urteile 6B_1439/2021 vom 28. November 2022 E. 3.5.2; 6B_1123/2020 vom 2. März 2021 E. 3.3.7). Andererseits wird die Landesverweisung für die Mindestdauer von fünf Jahren angeordnet; sowohl dem Beschwerdeführer als auch seinen Familienmitgliedern steht es grundsätzlich frei, nach Ablauf dieser Zeit zurück in die Schweiz zu kommen und hier sowohl beruflich als auch sozial Fuss zu fassen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers berücksichtigt die Vorinstanz die enge Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Tochter durchaus und hält unter anderem fest, er arbeite nur zu 50 %, um sie zu betreuen. Auch bejaht die Vorinstanz das Vorliegen eines intakten Familienverhältnisses. Nachdem die Vorinstanz indes nachvollziehbar davon ausgeht, die Tochter könne den Beschwerdeführer gemeinsam mit der Mutter für die Dauer der Landesverweisung in den Irak begleiten, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht begründet dargetan, was eine Anhörung der Tochter im Alter von rund viereinhalb Jahren an der vorinstanzlichen Beurteilung ändern würde. Folglich braucht auf die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers nicht weiter eingegangen werden. Der Beschwerdeführer führt aus, seine Tochter sei hier geboren, wachse hier auf, sei christlichen Glaubens und schlage hier Tag für Tag Wurzeln; entsprechend sei sie in ihrem Wohl erheblich gefährdet, würde sie den Vater in den Irak begleiten. Seine Behauptung, die Tochter sei christlichen Glaubens, findet in den vorinstanzlichen Erwägungen keine Stütze (Art. 105 Abs. 1 BGG). Gleiches gilt mit Bezug auf seine auf sich bezogene Äusserung, er lebe den christlichen Glauben. Der Beschwerdeführer erhebt in dieser Hinsicht keine Willkürrüge; überdies macht er auch - selbst bei Annahme, er und seine Tochter seien christlichen Glaubens - nicht substanziiert geltend, bei einer Rückkehr in den Irak würde deshalb eine konkrete Gefahr bestehen, die mit Bezug auf die Tochter ihrem Kindeswohl entgegenstehen würde. Der Umstand, dass die Tochter in der Schweiz geboren ist, hier aufwächst und hier Wurzeln schlägt, vermag zudem zwar die momentane Situation der Tochter und ihren bisherigen Bezug zur Schweiz aufzuzeigen; jedoch teilt sie - wie bereits ausgeführt - das ausländerrechtliche Schicksal ihrer Eltern. Ebenso wenig vermag der Beschwerdeführer den Begründungsanforderungen zu genügen, wenn er pauschal ausführt, die Vorinstanz lasse ausser Acht, dass die Familie mütterlicherseits allesamt in der Schweiz lebe. Es ist weder ersichtlich noch substanziiert begründet, inwieweit dadurch das Kindeswohl der Tochter für den Fall einer Landesverweisung ihres Vaters gefährdet würde. Hinzu kommt, dass der Kontakt zur Familie der Mutter ohne Weiteres im Rahmen von Kurzaufenthalten, Ferienbesuchen oder durch die modernen Kommunikationsmittel aufrechterhalten werden kann (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.3; Urteil 6B_255/2021 vom 3. Oktober 2022 E. 1.3.3 mit Hinweis). Die Rüge der Verletzung der KRK erweist sich ebenso als unbegründet.