Citation: H 116/01 02.07.2002 E. 4

4.- a) Soweit die Beschwerdeführer behaupten, die Schadenersatzforderung sei verwirkt, ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde unbegründet. Die Schadenersatzforderung entsteht an dem Tag, an welchem der Schaden eingetreten ist (BGE 123 V 16 Erw. 5c mit Hinweisen). Der Eintritt des Schadens gilt dann als erfolgt, sobald anzunehmen ist, dass die geschuldeten Beiträge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben werden können (BGE 113 V 257 f. Erw. 3c mit Hinweisen). Die einjährige Verwirkungsfrist nach Art. 82 Abs. 1 AHVV wird erst mit Kenntnis des Schadens ausgelöst. Der fristauslösende Zeitpunkt fällt praxisgemäss in der Regel mit der Ausstellung des definitiven Pfändungsverlustscheines (BGE 113 V 258 Erw. 3c mit Hinweisen, ZAK 1988 S. 300 Erw. 3c) im Falle der Betreibung auf Pfändung oder - im Falle der Betreibung auf Konkurs - mit der Auflage des Kollokationsplanes (BGE 126 V 443; für den Fall der Einstellung des Konkurses mangels Aktiven vgl. in BGE 128 V noch nicht veröffentlichtes Urteil H. vom 22. Januar 2002 [H 122/00] Erw. 5c) zusammen. Da vorliegend ein definitiver Pfändungsverlustschein nicht ausgestellt und der Kollokationsplan mit Wirkung ab Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) vom 29. Januar 1999 zur Einsichtnahme aufgelegt wurde, hat die Kasse mit dem Erlass der Schadenersatzverfügungen vom 16. Februar 1999 die einjährige Verwirkungsfrist nach Art. 82 Abs. 1 AHVV gewahrt. Gründe, weshalb von dieser Praxis abgewichen oder ausnahmsweise auf eine Vorverlegung des massgebenden Zeitpunkts der zumutbaren Kenntnis vom Schadenseintritt geschlossen werden müsste, sind nicht ersichtlich. b) Von einem relevanten Mitverschulden der Kasse, das zu einer Herabsetzung des eingeklagten Schadenersatzanspruchs führen würde (BGE 122 V 185), kann nicht die Rede sein, da keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein grob pflichtwidriges Verhalten der Verwaltung für die Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens adäquat kausal gewesen wäre (BGE 122 V 189 Erw. 3c mit Hinweisen). Die Gesellschaft stellte die monatlichen Akontozahlungen an die Kasse erst ab Oktober 1997 vollständig ein. Bereits 1997 hatte die Kasse über mehrere rückständige monatliche Beitragsforderungen Betreibungen eingeleitet. Aus der Tatsache, dass die Verwaltung nach dem Pfändungsvollzug vom 17. Februar 1998 und der Zustellung der entsprechenden Pfändungsurkunde vom 3. April 1998 nicht bei erster Gelegenheit noch vor der Konkurseröffnung vom 18. Mai 1998 das Verwertungsbegehren gestellt hat, kann ihr - entgegen den Beschwerdeführern - umso weniger ein Mitverschulden angelastet werden, als die Kasse auf Grund des Pfändungsergebnisses von einer vollen Deckung ausgehen durfte. c) Hinsichtlich der beiden Nachzahlungsverfügungen vom 11. August 1998, welche die Kasse gestützt auf die ihr am 5. Juni 1998 mitgeteilten Ergebnisse einer Arbeitgeberkontrolle vom 27. und 30. April 1998 durch einen Revisor der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erliess, machen die Beschwerdeführer geltend, ihnen sei bis zum 18. Mai 1998 (Datum der Konkurseröffnung) "absolut nichts bekannt" gewesen von derartigen Nachzahlungsforderungen und sie hätten auch nie Gelegenheit gehabt, dazu Stellung zu nehmen, da diese Forderungen erst im Konkurs angemeldet worden seien. Beruht die eingeklagte Schadenersatzforderung auf rechtskräftigen Nachzahlungsverfügungen, die erst nach Konkurseröffnung erlassen worden sind, wird diesem Umstand praxisgemäss (AHI 1993 S. 172) dadurch Rechnung getragen, dass im Schadenersatzprozess die Möglichkeit zur masslichen Überprüfung der Forderung gewahrt bleibt. Zu Recht stellen die Beschwerdeführer nicht in Abrede, dass über Lohnbezüge von Fr. 27'568.- im zweiten Halbjahr 1993 und Fr. 17'000.- im Jahr 1994 bisher keine Sozialversicherungsbeiträge abgerechnet und entrichtet worden waren, weil es sich dabei eindeutig um massgebenden beitragspflichtigen Lohn handelt. Die Aufrechnung dieser in masslicher Hinsicht ausgewiesenen Nachzahlungsforderungen als Bestandteil der Schadenersatzforderung ist demnach nicht zu beanstanden. d) Weiter behaupten die Beschwerdeführer, ihnen sei in Bezug auf den Eintritt der Zahlungsunfähigkeit mit der Konkurseröffnung und hinsichtlich der Verletzung der Beitragspflicht durch die Arbeitgeberin keine schuldhafte Pflichtverletzung zur Last zu legen, da die Bank Z.________ als Hauptgläubigerin in Kenntnis der Liquiditätsprobleme nicht nur die Ausschöpfung der zuvor eingeräumten Kreditlimiten verweigert, sondern von der vormals erlangten und nie aktualisierten Debitorenzession nunmehr plötzlich Gebrauch gemacht und dadurch der Gesellschaft jegliche Liquidität entzogen habe, weshalb die Bilanz habe hinterlegt werden müssen. Wenn es zutrifft, wie mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde dargelegt wird, dass die Gesellschaft bei der Bank Z.________ noch über eine nicht ausgeschöpfte Kreditreserve von Fr. 70'000.- sowie das Aktivum "Recyclinganlage 'A.________'" verfügte, dessen Verkehrswert per 1. Dezember 1997 gemäss Expertise vom 12. Dezember 1997 auf 1,075 Millionen Franken geschätzt worden war (bei einem Bilanzwert per 31. Dezember 1997 von Fr. 566'174.- und einer angeblichen Belehnung mit bloss Fr. 170'000.-), so ist umso weniger verständlich, warum die Firmenverantwortlichen die Sozialversicherungsbeiträge schuldig blieben, und zwar schon in Zeitpunkten von Fälligkeitseintritten der monatlichen Pauschalen, als die Bank Z.________ die Kreditverbindung noch nicht aufgekündigt hatte. Besondere Umstände, welche die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen liessen (BGE 108 V 186 Erw. 1b; ZAK 1985 S. 576 Erw. 2), sind nicht ersichtlich, weshalb es an zureichenden Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründen fehlt. e) Der unter dem Titel von Art. 52 AHVG zu ersetzende Schaden umfasst auch die Verzugszinsen für rückständige Beiträge (Art. 41bis AHVV [in der bis Ende 2000 gültigen Fassung]) bis zur Ausstellung des Pfändungsverlustscheines (Art. 149 Abs. 4 SchKG) oder bis zur Eröffnung des Konkurses (Art. 209 SchKG [in der bis Ende 1996 gültigen Fassung]) (BGE 119 V 85 Erw. 5b mit Hinweisen); daran änderte auch die am 1. Januar 1997 in Kraft getretene Revision des SchKG nichts. Die Beschwerdeführer rügen unter Berufung auf die Forderungseingabe vom 14. August 1998 mit dazugehöriger Abrechnung zu Unrecht, die Verwaltung habe den Zinsenlauf in Bezug auf einzelne Teilforderungen bis am 24. oder 31. Juli 1998 statt nur bis zur Konkurseröffnung am 18. Mai 1998 aufgerechnet. Zwar kann dieser Eindruck auf Grund der offensichtlich falschen Datumsangabe bei den entsprechenden Teilforderungen entstehen. Eine Nachprüfung der im angefochtenen Entscheid konkret berücksichtigten Verzugszinsberechnungen ergibt jedoch keine unzulässigen Zinsenläufe über das Datum der Konkurseröffnung vom 18. Mai 1998 hinaus. Die Beschwerdeführer vermögen denn auch ihre diesbezüglichen Einwände nicht anhand von im Einzelnen ausgewiesenen Berechnungsfehlern nachvollziehbar zu substantiieren. f) Im Übrigen hat die Vorinstanz die nach Art. 52 AHVG erforderlichen materiellen Haftungsvoraussetzungen im Ergebnis mit zutreffender Begründung zu Recht bejaht, weshalb auf die entsprechenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen wird, soweit die Beschwerdeführer keine einschlägigen Einwände erheben.