Citation: 1C_183/2017 E. 4.1

4.1. Das kWBG sieht eine Stufenfolge von Sachplan - Wasserbauplan - Ausführungsprojekt vor. Demnach beschafft der Kanton im Einvernehmen mit den Gemeinden die Grundlagen und erstellt den kantonalen Sachplan für die Gewässer (Art. 11 kWBG). Dieser zeigt in den Grundzügen auf, wie die angestrebten Ziele zu erreichen sind und gibt an, wie sie untereinander und mit den Zielen der Raumplanung zu koordinieren sind (Art. 12 Abs. 1 kWBG); insbesondere bezeichnet er die Gewässer- und Uferabschnitte, für die aktive Hochwasserschutz- oder Revitalisierungsmassnahmen ergriffen werden müssen (Abs. 2 lit. c kWBG). Der Kanton erstellt zudem eine kantonale Revitalisierungsplanung (Art. 12b kWBG). Vor der Ausarbeitung eines Ausführungsprojekts müssen das Departement, die Gemeinden oder die Gemeindeverbände einen Wasserbau- oder Revitalisierungsplan für die in ihrer Zuständigkeit liegenden betroffenen Gewässer ausarbeiten (Art. 14 Abs. 1 kWBG). Dieser legt für einen begrenzten Abschnitt die besonderen Wasserbaumassnahmen fest und regelt die Nutzungsweise des Bodens im Projektperimeter (Abs. 2). Er dient als Grundlage für die Ausführungsprojekte und beinhaltet im Wesentlichen einen bereichsübergreifenden technischen Bericht über die Gewässer und deren Bewirtschaftung im Einzugsgebiet, ein Plandossier, das namentlich Aufschluss über den Gewässerraum gibt und Variantenstudien enthält, sowie einen Umweltbericht oder eine Umweltnotiz zu den berücksichtigten Varianten (vgl. im Einzelnen Art. 14 Abs. 2 kWBG und Art. 22 kWBV). Der Ausbau oder die Revitalisierung kantonaler oder kommunaler Gewässer ist rechtsverbindlich in den Ausführungsprojekten festzulegen (Art. 25 Abs. 1 kWBG); Art. 26 ff. kWBG regeln deren Inhalt und das Verfahren. Art. 64 kWBG enthält die Übergangsbestimmungen. Danach werden Ausführungsprojekte, die vor Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2008 öffentlich aufgelegt wurden, nach dem bisherigen Recht genehmigt und ausgeführt (Abs. 1). Die Ausarbeitung und die Genehmigung des Sachplans der Gewässer können etappenweise erfolgen. Das vorläufige Fehlen des Sachplans vermag die Genehmigung der Wasserbaupläne respektive der Ausführungsprojekte nicht zu verhindern (Abs. 4).