Citation: 2C_140/2021 E. 3.6.1

3.6.1. In einem zweiten Schritt fragt sich, ob das kommunalrechtliche System des Netzbeitrags mit diesem Konzept vereinbar sei, indem es die Beitragspflicht tatsächlich von einem Sondervorteil abhängig macht. Nur wenn dies gegeben ist und die charakteristische Individualäquivalenz (vorne E. 3.2) besteht, liegt eine Kausalabgabe vor. Fehlt die Individualäquivalenz, müsste von einer Steuer (in der Form der Kostenanlastungssteuer mit einfacher Gruppenäquivalenz) ausgegangen werden (BGE 132 II 371 E. 2.3; 122 I 305 E. 4c; zur Äquivalenzfrage insb. Urteil 2C_1001/2020 vom 9. März 2021 E. 2.4.1; René Wiederkehr, Kausalabgaben, 2015, S. 44 f.; Martin Kocher, Die bundesgerichtliche Kontrolle von Steuernormen, 2018, N. 1343 und 1814). Nur im Bereich der Kostenanlastungssteuer genügt schon eine abstrakte Nutzennähe bzw. abstrakte Kostennähe, um die Steuerpflicht zu begründen (BGE 143 II 283 E. 2.3.2; Urteil 2C_798/2017 vom 16. Februar 2018 E. 2.2.3). Im Fall der Kausalabgabe reicht die bloss abstrakte Nutzennähe bzw. abstrakte Kostennähe nicht aus; zu verlangen ist vielmehr eine konkrete Gegenleistung (vorne E. 3.2).