Citation: 4C.56/1999 03.05.2000 E. 1

1.- a) Der Kläger stützt seinen Anspruch auf das mit der Beklagten abgeschlossene "Fiduciary Agreement for Formation and/or Management of a Company" vom 12. März 1993. Seine Aktivlegitimation bestimmt sich somit in erster Linie nach dieser Vereinbarung. b) Mit Bezug auf die Legitimation zur Geltendmachung von Ansprüchen aus dem Verwaltungsvertrag hat die Vorinstanz keinen - für den Inhalt eines Vertrags in erster Linie massgebenden (Art. 18 Abs. 1 OR) - übereinstimmenden wirklichen Parteiwillen festgestellt. Der Vertrag ist deshalb aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie er nach seinem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden werden durfte und musste. Dabei hat der Richter zu berücksichtigen, was sachgerecht ist, weil nicht anzunehmen ist, dass die Parteien eine unangemessene Lösung gewollt haben. Die objektivierte Vertragsauslegung prüft das Bundesgericht als Rechtsfrage frei (BGE 125 III 435 E. 2a/aa S. 436/7; 122 III 420 E. 3a S. 424, je mit Hinweisen). c) Gemäss Ziffer 13 des Verwaltungsvertrages vom 12. März 1993 ist bei mehreren Auftraggebern jeder einzeln ermächtigt, dem Treuhänder Instruktionen zu erteilen; vorbehalten bleibt eine abweichende schriftliche Vereinbarung. In Ziffer 12 des Vertrages werden der Kläger und Homayoun Esfarjani als bevollmächtigte Vertreter des Treugebers bezeichnet, und zwar "with the right 'jointly by two'". Zudem unterzeichneten der Kläger und Homayoun Esfarjani am 12. März 1993 ein an die Beklagte adressiertes Schreiben, welches auf das gleichentags abgeschlossene Fiduciary Agreement Bezug nimmt und in dem Folgendes festgehalten wird: "... we may give instructions to you as regards the management and the bank accounts jointly by two only. No instructions are valid if given by one of us". Aus dem Wortlaut des Verwaltungsvertrages und des erwähnten Schreibens wird somit klar - und soweit ist die Auslegung unbestritten -, dass der Kläger und Homayoun Esfarjani der Beklagten nur gemeinsam gültige Weisungen erteilen konnten. d) Nach Auffassung der Vorinstanz ist das Recht auf Instruktion die Grundlage für einen eigenen direkten Anspruch des einzelnen Klienten gegen die Beauftragte. Mit ihm stehe und falle die Möglichkeit des Klienten, alleine individuell auf die Vertragsgegenseite Einfluss zu nehmen. Der Kläger und Homayoun Esfarjani auf der einen sowie die Beklagte auf der anderen Seite hätten ausdrücklich und schriftlich Kollektivinstruktion vereinbart. Angesichts dieser eindeutigen Regelung bleibe kein Raum für eigene Ansprüche eines einzelnen Klienten gegen die Beklagte. e) Mit der Vereinbarung der Instruktionsbefugnis kollektiv zu zweien wird einerseits für die Beklagte klargestellt, dass sie nur bei übereinstimmenden Weisungen ihrer Klienten tätig werden darf und muss. Anderseits liegt diese Vereinbarung auch im Interesse der beiden Auftraggeber, indem damit - ähnlich wie bei der Einräumung einer Kollektivvollmacht (dazu Watter, Basler Kommentar, N. 24 zu Art. 33 OR; Zäch, Berner Kommentar, N. 64 zu Art. 33 OR) - Interessenkollisionen unter den Auftraggebern vermieden werden sollen. Die Notwendigkeit des gemeinsamen Handelns soll verhindern, dass ein einzelner Auftraggeber durch das Erteilen entsprechender Weisungen einseitig eigene, persönliche Interessen verfolgen kann. Diese Funktion der Kollektivinstruktion ist unter den Parteien denn auch nicht umstritten. Nachdem die hier in Frage stehende Vertragsgestaltung somit auch im Interesse des Klägers vereinbart wurde, wäre es sinnwidrig, ihm gerade für den Fall den Schutz zu versagen, welcher mit der Kollektivinstruktionsklausel anvisiert worden war. Wird der Beauftragte trotz Statuierung eines kollektiven Weisungsrechts aufgrund einer Weisung nur eines Auftraggebers tätig, wird dieser einer Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen gegen den Treuhänder nämlich regelmässig nicht zustimmen. Gerade für diesen Fall ist somit entscheidend, dass der (angeblich) Verletzte individuell gegen den Treuhänder vorgehen kann. Die Statuierung einer Instruktionsbefugnis kollektiv zu zweien macht somit nur dann Sinn, wenn sich der einzelne Auftraggeber bei deren (angeblicher) Nichtbeachtung auch darauf berufen kann. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung schliesst die Vereinbarung der kollektiven Weisungsbefugnis damit nicht aus, dass der Kläger Ansprüche gegen die Beklagte auch ohne Zustimmung Homayoun Esfarjanis geltend machen kann.