Citation: 2C_683/2022 E. 4.1.2

4.1.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz sei nicht auf die Frage eingegangen, ob in Fällen, in denen die Behandlung durch den Arzt den Tod verursacht hat, eine Tatsachenvermutung dafür bestehe, dass die Verstorbene mutmasslich in eine Entbindung vom Berufsgeheimnis zugunsten der nächsten Angehörigen eingewilligt hätte. Die Vorinstanz hat erwogen, die Herausgabe der vollständigen Krankenakten an Angehörige sei insofern problematisch, als die Akten dadurch den vom Berufsgeheimnis geschützten Bereich verliessen. Es sei nicht anzunehmen, dass die mit der Beschwerdeführerin zusammenlebende Verstorbene einer Zugänglichmachung des über sie geführten ärztlichen Dossiers nicht zugestimmt hätte. Eine Datenbekanntgabe könne und dürfe indes einzig an den Rechtsvertreter selbst zur Prüfung von Haftpflichtansprüchen erfolgen; eine Berechtigung zur Weitergabe der Daten an die Beschwerdeführerin sei hiervon ausdrücklich nicht umfasst. Weiter hat die Vorinstanz erwogen, das private Interesse der Beschwerdeführerin an der Entbindung von der Geheimhaltungspflicht sei zwischenzeitlich zureichend dargetan und überwiege das Geheimhaltungsinteresse. Eine Abweisung des Entbindungsgesuches lasse sich aufgrund der zwischenzeitlichen Sachverhaltsentwicklung nicht mehr rechtfertigen. Die weitere Frage, ob der von der Beschwerdeführerin vertretene Standpunkt zutreffe, dass eine natürliche Tatsachenvermutung der mutmasslichen Einwilligung der Verstorbenen zugunsten der Angehörigen bestehe, wenn eine ärztliche Behandlung zum Tod geführt habe, könne bei diesen Gegebenheiten offen bleiben. Aus den Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid ergibt sich damit, dass und warum die Vorinstanz die Frage einer natürlichen Tatsachenvermutung der mutmasslichen Einwilligung der Verstorbenen als für den Ausgang des Verfahrens nicht relevant erachtete und deshalb offen liess. Die Rüge der Gehörsverletzung erweist sich insofern als unbegründet.