Citation: 6B_575/2018 E. 2.4

2.4. Dazu stellt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe ausgesagt, es habe ziemlich "getätscht", der Knabe sei ihm voll in die Fahrerseite reingesprungen, ins Auto geprallt und zurückgespickt, er sei "extrem" hineingeprallt. Für die Vorinstanz steht ausser Frage, dass der Knabe im Sinne von Art. 92 Abs. 2 SVG verletzt worden ist. Nach Angaben seiner Mutter habe er am rechten Fuss eine starke Quetschung/Prellung mit möglicherweise Haarissen an den Wurzelknochen erlitten. Die Schmerzen seien so stark gewesen, dass er geweint und immer lauter geschrien habe, sodass sie sich veranlasst gefühlt habe, sofort mit ihm ins Spital zu fahren. Auch der Beschwerdeführer habe ausgesagt, dass sich der Knabe über Schmerzen beklagt und geweint habe und die Mutter ihm gesagt habe, sie müsse mit ihm ins Spital. Zwar befinde sich in den Akten kein ärztlicher Befund, aber es lägen keine Hinweise dafür vor, dass die Mutter ihre Angaben bloss erfunden hätte. Die Situation habe sich für den Beschwerdeführer jedenfalls nicht dergestalt dargestellt, dass er von einer praktisch bedeutungslosen Verletzung, der kaum Beachtung geschenkt werden müsse, habe ausgehen können. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass sich das angebliche Verletzungsbild mit dem Unfallhergang in Übereinstimmung bringen lasse (Beschwerde S. 6). Die Mutter sah sich indes aufgrund des Verhaltens des Knaben veranlasst, mit ihm sofort ins Spital zu fahren. Das lässt sich nicht mit einer "offenbar eher überdurchschnittlich fürsorglichen und kindbezogenen Mutter" oder damit relativieren, dass es durchaus plausibel sei, dass er als knapp zehnjähriger Knabe allein aufgrund des erlittenen Schreckens zu weinen begonnen habe (Beschwerde S. 5). Es ist vielmehr von einem heftigen Aufprall auszugehen, sodass sich eine ärztliche Abklärung aufgedrängt hatte. In einer solchen Situation kann ein Fahrzeuglenker kaum ernsthaft annehmen, nichts habe auch nur auf geringste Verletzungen hingedeutet, selbst wenn der Jugendliche erklärte, "dass bei mir alles OK ist" (Urteil 6B_928/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.1.6). Nach allgemeinen Grundsätzen gilt in der Regel der Beweis als erbracht, wenn die Behörde bzw. der Richter nach objektiven Massstäben von der Verwirklichung einer Tatsache überzeugt ist, insbesondere wenn der strikte Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich ist (BGE 144 II 332 E. 4.1.2 S. 337). Allerdings trägt gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO im Strafrecht nicht der Beschuldigte die Beweislast im Sinne von Art. 8 ZGB (anders verhält es sich in der in BGE 144 II 332 E. 4.1.3 S. 337 f. beurteilten verwaltungsrechtlichen Sache; indes ist auch im Verwaltungsrecht freie Beweiswürdigung nicht mit freiem Ermessen zu verwechseln: Urteil 2C_169/2018 vom 17. August 2018 E. 3.3.6). Das Strafgericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO; im Übrigen vgl. Urteil 6B_489/2018 vom 31. Oktober 2018 E. 4.4 mit Hinweisen). Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie angesichts des hiervor dargestellten massgebenden Sachverhalts (Art. 105 Abs. 1 BGG) gestützt auf die Rechtsprechung (oben E. 2.2.2) das Tatbestandsmerkmal der Verletzung als erfüllt beurteilt.