Citation: 8C_652/2023 E. 4.1

4.1. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht einwendet, begründete Dr. med. E.________ nicht hinreichend, weshalb die verschriebene Gleitsichtbrille keine Residuen der unfallkausalen Okulomotoriusparese am rechten Auge behandeln soll. Wohl räumte die behandelnde Augenärztin Prof. Dr. med. F.________ basierend auf dem am 16. Mai 2022 ausgestellten Brillenrezept (Korrektur rechts: +2,0/-0,25/0; links: -0.25/0/0; Nahaddition beidseits +1,75) ein, es sei richtig, dass die darin ausgewiesene "Brechkraft Änderung" nicht in Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2. Mai 2021 gesehen werden könne (vgl. vorinstanzliche Erwägung 3.4). Darüber hinaus hielt sie jedoch fest, dennoch müsste die Beschwerdeführerin eigentlich bei praktisch planen Werten links (-0,25) und einer geringfügigen Weitsichtigkeit rechts ohne die Okulomotoriusparese mit einer leichten Lesebrille zurechtkommen ("Monovision"). Durch die Augenmuskelparese sehe sie aber immer dann doppelt, wenn die Augen abweichen würden. Mit einer entsprechenden optischen Hilfestellung sei die Sehschärfe hingegen gut genug und die Augenlähmung ausreichend kompensiert ("zurückgebildet"), sodass ein binokulares Fusionsblickfeld gelinge. Das setze eine beidseitige Korrektur voraus, bestehend aus einer Fern- mit zusätzlicher Nähekorrektur rechts und einem minimalen Ausgleich für die Ferne mit Anpassung der Nahsicht links. Ausserdem beeinträchtige die Okulomotoriusparese die Akkomodation rechts höchstwahrscheinlich dermassen, dass die (angeborene) Hyperopie nicht mehr über die altersbedingte Presbyopie (degenerativer Verlust der Nahanpassungsfähigkeit) hinaus ausgeglichen werden könne (vgl. Kostenübernahmegesuch vom 28. Juni 2022).