Citation: 2C_83/2023 E. 7.2

7.2. Was die Feststellung des Sachverhalts betrifft, bringt der Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz hätte die Akten des Strafverfahrens einschliesslich der Tonträger zur Hauptverhandlung beiziehen müssen, in dessen Rahmen die Äusserungen getätigt wurden. Daraus wäre hervorgegangen, welche Stimmung der Richter geschaffen habe, die schliesslich in den fraglichen Äusserungen gemündet habe. Dies wäre auch für die Frage des Verschuldens und damit der Strafzumessung relevant gewesen. Die Sachverhaltsfeststellung durch die Disziplinarbehörden richtet sich nach kantonalem Recht (Art. 34 Abs. 1 BGFA; Schupp/Sardet, in: Commentaire romand, N. 2 und N. 12 ff. zu Art. 34 BGFA; Staehelin/Oetiker, in: Kommentar Anwaltsgesetz, N. 2 zu Art. 34 BGFA). Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich keine willkürliche Anwendung geltend. Zu prüfen ist deshalb nur, ob die vorinstanzlichen Feststellungen offensichtlich unvollständig sind oder - als Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 lit. a BGG - auf einer Verletzung des rechtlichen Gehörs beruhen (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. zur Ergänzung eines offensichtlich unvollständigen Sachverhalts BGE 133 IV 293 E. 3.4.2; Urteile 2C_781/2022 vom 8. November 2022 E. 1.3.2; 2C_662/2022 vom 8. September 2022 E. 1.2; 2C_348/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 2.1). Letzteres wäre anzunehmen, wenn die Vorinstanz die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel in antizipierter Beweiswürdigung willkürlich für nicht entscheidrelevant erachtet hätte (vgl. vorne E. 5.1). Damit die Rüge Erfolg haben kann, ist deshalb vorauszusetzen, dass der Kontext der umstrittenen Äusserungen, d.h. die vom Verfahrensleiter angeblich geschaffene Stimmung, für die rechtliche Beurteilung offensichtlich relevant ist. Im Hinblick auf die Sanktionsbemessung nach Art. 17 BGFA ist der Gesamtkontext der umstrittenen Äusserungen relevant, soweit er sich auf die Schwere des Verschuldens des Beschwerdeführers auswirkt (hinten E. 7.3). Der prozessuale Kontext des Strafverfahrens, in dessen Rahmen die Äusserungen gefallen sind, und namentlich die Geschehnisse in der Hauptverhandlung sind in erster Linie relevant für die Frage, ob das vom Beschwerdeführer gestellte Ausstandsgesuch in der Sache begründet war. Davon hängt die hier zu beurteilende Frage der Berufspflichtverletzung nicht ab (vorne E. 6.2.2). Auch für das Mass des Verschuldens bei der Berufspflichtverletzung sind diese Tatsachen nicht offensichtlich relevant. Die hier zu beurteilenden Äusserungen wurden nicht an einer mündlichen Handlung getätigt, sondern in schriftlichen Eingaben. Eine allenfalls aufgeheizte Stimmung an der Hauptverhandlung konnte den Beschwerdeführer in seiner Fähigkeit zur Pflichtbefolgung beim Verfassen dieser Eingaben aufgrund der zeitlichen Distanz nicht unmittelbar und wesentlich beeinflussen. Es handelt sich somit nicht um Tatsachen, die geeignet sind, das Verschulden eines Anwalts bei der Verletzung einer Berufspflicht als offensichtlich weniger schwer erscheinen zu lassen. Die Vorinstanz durfte deshalb mangels offensichtlicher Entscheidrelevanz mit Recht von weiteren Beweiserhebungen absehen. Die Sachverhaltsrüge ist damit unbegründet.