Citation: 1C_620/2023 E. 5.5

5.5. Die Vorbringen der Beschwerdeführenden sind nicht geeignet, die nachvollziehbaren Ausführungen der Vorinstanz in Frage zu stellen. In der Tat ist nicht ersichtlich, wie das streitgegenständliche Grundstück sinnvollerweise erschlossen werden sollte, wenn nicht über die U.________strasse, welche auch zahlreichen anderen Wohnhäusern als Erschliessungsstrasse dient. Da die U.________strasse selbst bereits im Waldabstand liegt, kann nicht verhindert werden, dass die Zufahrt zum projektierten Gebäude zumindest teilweise im Waldabstand zu stehen kommt. Auch ein von den Beschwerdeführenden geforderter Personen- oder Autolift würde eine Zufahrt voraussetzen, die den Waldabstand nicht einhalten könnte. Eine südliche Zurückversetzung des Gebäudes, damit wenigstens dieses den Waldabstand vollumfänglich einhält, wäre aufgrund der Topografie weder zweck- noch verhältnismässig. Die von den Beschwerdeführenden vorgeschlagenen alternativen Erschliessungen sind daher mit starken Nachteilen behaftet und/oder würden hinsichtlich des Waldabstands ohnehin keinen Mehrwert bringen. Unter diesen Umständen durfte die Vorinstanz zum Schluss gelangen, die strikte Einhaltung des Waldabstands ergäbe im vorliegenden Fall eine offensichtlich unzweckmässige Lösung und eine unbillige Härte für die Bauherrschaft (vgl. § 14 aPBG/ZG). Des Weiteren ist aufgrund der projektierten Baute mit ihrer Zufahrt und dem Vorplatz im Waldabstand nicht mit einer Beeinträchtigung der Erhaltung, Pflege und Nutzung des Waldes zu rechnen (vgl. Art. 17 Abs. 1 WaG). Das BAFU hat hierzu überzeugend ausgeführt, die Waldabstandsunterschreitung der Gebäudefläche zum nordwestlichen Wald sei derart minimal (ca. 1 m, durch das Vordach), dass sie kaum Auswirkungen auf den Wald haben werde, und die Unterschreitung des Abstandes zum nordöstlichen (topographisch oberhalb des Gebäudes gelegenen) Wald sei stark von der bereits bestehenden U.________strasse geprägt. Mit weiteren relevanten Auswirkungen des Vorhabens auf den Wald sei nicht zu rechnen. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass, umgekehrt, der Wald für die Baute eine Gefahr darstellt. Wie das BAFU in Übereinstimmung mit der kantonalen Fachbehörde zutreffend festhält, wird dem Waldrand allein schon aufgrund der Nähe des Waldes zur bestehenden U.________ strasse durch die Gemeinde und den Forstdienst besondere Beachtung geschenkt. Eine Gefahr durch umfallende Bäume kann somit insgesamt als gering eingestuft werden. Hinsichtlich des vorbestehenden Fussweges entlang der Grundstücksgrenze zu GS Nr. 984 ist schliesslich nicht zu sehen, inwiefern aufgrund der Bewohner der geplanten Liegenschaft eine wesentliche Intensivierung der Nutzung dieses Fussweges, die dem Schutzgedanken des Waldes zuwiderlaufen könnte, zu erwarten wäre. Vor dem Hintergrund all dieser Umstände ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz mit Verweis auf die ausführlichen Darlegungen des Amts für Wald und Wild das Vorliegen wichtiger Gründe, welche dem öffentlichen Interesse an der grundsätzlichen Einhaltung der Waldabstände entgegenstehen, bejaht hat (vgl. Art. 17 Abs. 3 WaG). Die Vorinstanz hat somit weder die kantonalen waldrechtlichen Bestimmungen willkürlich angewandt noch Art. 17 WaG verletzt, indem sie die im Baubewilligungsentscheid erteilte Ausnahmebewilligung für die Unterschreitung des Waldabstandes bestätigt hat.