Citation: 1P.392/2000 06.07.2000 E. 1

1.- a) Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Praxis ist die Überprüfung der Verfassungs- bzw. Konventionsmässigkeit des vorzeitigen Strafvollzugs denselben Kriterien unterworfen wie die Überprüfung der Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft. Der Angeschuldigte ist berechtigt, jederzeit ein Begehren um Entlassung aus dem vorzeitigen Strafvollzug zu stellen (vgl. BGE 117 Ia 72 E. 1d S. 78 ff. mit Hinweisen auf Lehre und Praxis). Daher kann offen bleiben, ob und seit wann sich der Beschwerdeführer im vorzeitigen Strafvollzug befindet. b) Mit einer staatsrechtlichen Beschwerde gegen einen Haftentscheid kann, in Abweichung vom Grundsatz der kassatorischen Natur der staatsrechtlichen Beschwerde, ausser der Aufhebung des angefochtenen Entscheids, auch die sofortige Entlassung aus der Haft verlangt werden (BGE 124 I 327 E. 4b/aa S. 333 mit Hinweisen). Der Antrag des Beschwerdeführers, er sei freizulassen, ist daher zulässig. c) Der Beschwerdeführer rügt erst in seiner Replik, eine Fortdauer seiner strafprozessualen Haft verstosse auch gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip. Diese Rüge wurde nicht durch die Stellungnahme des Bezirksgerichts veranlasst. Daher kann nicht auf sie eingetreten werden. Innert Beschwerdefrist Versäumtes kann nicht im zweiten Schriftenwechsel nachgeholt werden (BGE 118 Ia 305 E. 1c S. 308 mit Hinweisen). Die Rüge wäre im Übrigen offensichtlich unberechtigt, da die Haftdauer des Beschwerdeführers gegenwärtig noch nicht einmal die Hälfte der Dauer der Freiheitsstrafe beträgt, zu der er vom Bezirksgericht verurteilt wurde. Somit kann keine Rede davon sein, dass der angefochtene Entscheid das in § 58 Abs. 3 des Zürcher Gesetzes betreffend den Strafprozess vom 4. Mai 1919 (StPO/ZH, LS 321), Art. 5 Ziff. 3 EMRK und Art. 31 Abs. 3 Satz 2 BV verankerte Verbot verletzen würde, strafprozessuale Haft zu verlängern, wenn deren Dauer in grosse Nähe der konkret zu erwartenden Freiheitsstrafe rückt.