Citation: 8C_193/2024 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwog - insoweit noch unumstritten -, der massgebliche Vergleichszeitraum für die Frage nach einer Änderung des Invaliditätsgrads erstrecke sich von der rentenzusprechenden Verfügung vom 20. Juli 2011 bis zur vorliegend strittigen Verfügung vom 16. November 2022. Bei Erlass der ursprünglichen Verfügung habe sich insbesondere der Bericht der B.________ AG vom 20. April 2010 bei den Unterlagen befunden, in welchem als arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnose (u.a.) ein Status nach Verkehrsunfall mit schwerem geschlossenem Schädelhirntrauma (mit intracerebraler Blutung in der Capsula interna rechts, Scherblutungen frontal, intracerebraler Blutung in den Basalganglien, Nervus-facialis-Parese links, sensomotorischer Hemiparese links, Extremitätenataxie links minimal und mittelschwerer neuropsychologischer Funktionsstörung) aufgeführt worden sei. Nach diesem Bericht habe der Beschwerdegegner unter reduzierter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit, chronischen Kopfschmerzen, verminderter Impulskontrolle, Stressintoleranz, vermindertem Antrieb sowie Konzentrations- und Gedächtnisproblemen gelitten. Gemäss übereinstimmender Beurteilung des behandelnden Psychiaters Dr. med. C.________ und der RAD-Ärztin Dr. med. D.________ sei dies auf ein ausgeprägtes hirnorganisches Psychosyndrom mit sozialer und affektiver Störung zurückzuführen gewesen. Gestützt darauf sei die IV-Stelle bei der Rentenzusprache von einer Arbeitsfähigkeit im geschützten Rahmen von 50 % ausgegangen und habe, da das damit erzielbare Einkommen unter dem Grenzwert für Erwerbstätige gelegen habe, den Invaliditätsgrad auf 100 % festgelegt. In der rentenaufhebenden Verfügung vom 16. November 2022, so das kantonale Gericht im Weiteren, habe sich die IV-Stelle im Wesentlichen auf das Verlaufsgutachten der ABI vom 18. Mai 2021 gestützt. Dieses fasste es dahingehend zusammen, dass die Gutachter als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine "residuelle armbetonte Halbseitenstörung links nach intracerebraler Blutung (ICD-10: I62.9) bei Zustand nach SHT im Jahr 2008 (IDC-10: S06.9/06.2), multifaktoriellem Kopfschmerz (ICD-10: G44.8) und mit anamnestisch seltenen Migraine accompagnée-Attacken (ICD-10: G43) " gestellt hätten. Insgesamt seien die Gutachter von sehr geringen Befunden ausgegangen. Abgesehen von diesen sei der Beschwerdegegner somatisch, psychiatrisch und neuropsychologisch nicht eingeschränkt, vielmehr bestünden subjektive Limitierungen ohne Korrelat. Die sehr geringen Befunde und nicht mehr erheblichen Diagnosen bestünden dabei unverändert seit 2016. Die resultierende Einschränkung bei etwas erhöhtem Pausenbedarf sei gering und werde analog zu 2016 mit 10 % sowohl für die angestammte als auch für eine angepasste Tätigkeit angegeben. Entsprechend hätten die Gutachter eine Arbeitsfähigkeit von 90 % sowohl in angestammter als auch in einer Verweistätigkeit attestiert. Eine neuropsychologisch objektivierbare Funktionseinbusse hätten sie bei nachweislicher Antwortverzerrung und mehrfach überführender Beschwerdevalidierung nicht darstellen können.