Citation: 6P.188/1999 19.04.2000 E. 2

2.- a) Das Strafgericht ging davon aus, dass die strafbaren Handlungen bis in den Sommer 1991 angedauert hatten. Das Obergericht schliesst sich dieser Auffassung an (angefochtenes Urteil S. 19). b) Der Beschwerdeführer macht geltend, die Annahme, das Ende der Sexualdelikte liege im Sommer 1991, sei willkürlich und verletze den Grundsatz in dubio pro reo. Diese Annahme sei gewählt worden, um die Verjährung nicht eintreten zu lassen. Offenkundig wäre der Tatbestand von Art. 187 StGB verjährt, wenn die angeblichen Delikte vor dem März 1990 stattgefunden hätten. Es gebe in den gesamten Akten keinerlei Beweis, dass angebliche Delikte nach dem März 1990 stattgefunden hätten. Die Anklageschrift erwähne nur "ca. seit im Sommer 1991". Im Urteil des Strafgerichts (S. 58) werde ausgeführt, die Anzeigerin habe Sommer 1991 als Ende der Delikte angegeben. Das Strafgericht verweise dafür auf act. 389 ff. der kantonalen Akten. Dort habe die Anzeigerin den Zeitraum 1991 allerdings nicht selbst angegeben, sondern der Untersuchungsbeamte habe in einem "Vorhalt" diese Feststellung getätigt. Es gebe somit keinerlei Beweis für das Datum Sommer 1991. c) Der Beschwerdeführer macht neben Willkür eine Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo geltend, ohne dies näher zu begründen (Art. 90 OG). Die Sache ist daher unter dem Gesichtspunkt einer willkürlichen Beweiswürdigung zu prüfen (vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2). In der Beweiswürdigung besitzt die kantonale Instanz ein weites Ermessen (BGE 120 Ia 31 E. 4b). Willkür ist daher nicht schon gegeben, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erschiene, sondern wenn das Ergebnis schlechterdings mit vernünftigen Gründen nicht zu vertreten ist, wenn also der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 124 IV 86 E. 2a). Ein Entscheid wird nur dann aufgehoben, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 122 I 61 E. 3a; 119 Ia 136 E. 2d). Dass die Staatsanwaltschaft bei ihrer Zeitgabe das Wort "circa" wählte, hängt damit zusammen, dass das auf den Tag genaue Datum des Endes der vorgeworfenen Handlungen tatsächlich nicht festgestellt werden konnte. Bereits im Einvernahmeprotokoll vom 30. Januar 1996 vor dem Bezirksstatthalteramt Liestal führte die Geschädigte aus, diese Vergewaltigungen hätten so Ende 15. Lebensjahr aufgehört, kurz vor ihrem 16. Geburtstag, "ca. im Sommer 1991" (act. 301). Diese Aussage hielt ihr der Untersuchungsbeamte anlässlich der Konfrontations-Einvernahme vom 14. März 1996 vor (act. 387). Die Geschädigte führte am Schluss der Einvernahme aus, sie habe keine Berichtigungen oder Ergänzungen anzubringen. Das Protokoll sei richtig abgefasst und entspreche ihren Aussagen. Sie habe alles verstanden und für richtig befunden (act. 393). Bei dieser Sachlage kann von einer Willkür keine Rede sein.