Citation: I 453/06 24.10.2006 E. 3

In der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 12. August 2003 beantragte der Beschwerdeführer nicht nur die Ausrichtung einer Rente, sondern auch Umschulung. Die Beschwerdegegnerin erachtete Umschulungsmassnahmen nicht als angezeigt, da der Beschwerdeführer sich nicht im Stande sehe, eine andere Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Gerade bei einem jüngeren, hier im Zeitpunkt der Gesuchstellung erst 37-jährigen Versicherten wäre jedoch nach dem Grundsatz der Schadenminderung die Frage einer Umschulungsmassnahme vor der Ausrichtung einer allfälligen Rente zu prüfen gewesen. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG sowie Art. 7 ATSG gehen Eingliederungsmassnahmen den Rentenleistungen vor. Diese werden nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder bloss in ungenügendem Masse eingegliedert werden kann. Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Leistungsgesuches wie auch im Revisionsfall hat die Verwaltung von Amtes wegen abzuklären, ob vorgängig der Gewährung oder Weiterausrichtung einer Rente Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind (BGE 108 V 212 f.). Der Beschwerdeführer ist auf Grund seiner Schadenminderungspflicht (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, Vorbemerkungen Rz 33, sowie Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in: Murer/Stauffer [Hrsg.], Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Zürich 1997, S. 70) gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG verpflichtet, sich solchen Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen. Nach Rückweisung der Sache zum Neuentscheid (vgl. unten Erw. 5) wird von der Beschwerdegegnerin auch zu berücksichtigen sein, dass für eine Umschulungsmassnahme das Erleiden einer bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbseinbusse von 20 % Voraussetzung ist, wobei es sich dabei um einen blossen Richtwert handelt (Urteil D. vom 10. November 2005, I 210/05, Erw. 3.3.1 mit Hinweisen).