Citation: 1C_502/2023 E. 6.2

6.2. Vorliegend ist unstreitig, dass das Bauprojekt den Vorgaben betreffend Firstrichtung nicht entspricht. Die Vorinstanz hält hierzu im Wesentlichen fest, Ziffer 18 des Gesamtkonzepts konkretisiere die Einpassungsvorgaben insbesondere von § 3 der Spezialbauvorschriften im Sinne von Leitlinien und solle insofern zu einer einheitlichen Handhabung der Ästhetikvorschriften beitragen. Mit Blick auf die Ausnahmebewilligung nach § 67 Abs. 1 BauG/AG führt sie aus, vorliegend weiche der Gemeinderat nicht von der kommunalen Nutzungsplanung bzw. von verbindlichen Rechtssätzen ab, sondern lediglich von sich selber auferlegten Auslegungsregeln für einen letztlich geringen Teil des Baugebiets. Die Voraussetzungen für ein derartiges Abweichen seien entsprechend weniger hoch anzusetzen als bei der Ausnahmebewilligung gemäss § 67 Abs. 1 BauG/AG. Da die Parzellenform eine Firstrichtung West-Ost nahelege und auch so die massgebenden ästhetischen Vorschriften eingehalten werden könnten, erscheine die Abweichung gerechtfertigt. Dies gelte umso mehr, als ein öffentliches Interesse an der Überbauung der Parzelle Nr. 1579 bestehe (aktuell werde sie als Baulücke wahrgenommen) und nicht ersichtlich sei, inwiefern private Interessen entgegenstehen würden. Hinzu komme, dass vorliegend dem Ermessensspielraum des Gemeinderats sowie der Gemeindeautonomie eine erhebliche Bedeutung beizumessen sei.