Citation: 7B_8/2021 E. 9.2

9.2. Die Vorinstanz erwägt, mit Verfügung der Polizeirichterin vom 15. Februar 2019 sei dem Beschwerdeführer ein amtlicher notwendiger Verteidiger bestellt worden. Grund dafür sei zum einen gewesen, dass er sämtliche Eingaben auf Deutsch eingereicht und erklärt habe, Französisch nicht zu beherrschen. Zum anderen habe die Polizeirichterin bei ihrer Anordnung berücksichtigt, dass die Privatkläger ihrerseits von einem Anwalt vertreten gewesen seien und ausgeführt, dieser werde an der Hauptverhandlung betreffend die umstrittenen strafrechtlichen Aspekte und die Zivilforderung, welche zum jetzigen Zeitpunkt hoch erscheine, plädieren. Daher habe sie es als angebracht erachtet, dass sich der Beschwerdeführer ebenfalls mündlich dazu werde äussern können, was jedoch auf Französisch zu geschehen habe, da eine Übersetzung zu aufwendig sei. Mit Verfügung vom 6. Juni 2019 habe die Polizeirichterin das Mandat auf Gesuch des eingesetzten Verteidigers widerrufen, da kein Vertrauensverhältnis zwischen ihm und dem Beschwerdeführer habe hergestellt werden können. Der Beschwerdeführer habe sich gemäss den Erwägungen der Polizeirichterin kategorisch gegen die notwendige Verteidigung gewehrt und auch keinen Wahlverteidiger benannt. Da der amtliche notwendige Verteidiger mittlerweile die Eingaben des Beschwerdeführers übersetzt habe und nur noch die Aussagen an der Verhandlung vom 13. Juni 2019 zu übersetzen gewesen seien, habe die Polizeirichterin des Broyebezirks die Ansicht vertreten, dass der Fremdsprachigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beizug eines Dolmetschers für die Verhandlung Genüge getan werde. Sodann habe sie erwogen, dass die Anordnung der notwendigen Verteidigung auch durch die angekündigten, sehr hohen Zivilforderungen gerechtfertigt gewesen sei, welche die Privatkläger nunmehr aber reduziert hätten. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers - so die Vorinstanz - habe es demnach mehrere Gründe für die Anordnung der notwendigen Verteidigung gegeben, welche im Laufe des Verfahrens jedoch grösstenteils dahingefallen seien. Die Bestellung eines amtlichen notwendigen Verteidigers sei damit gerechtfertigt gewesen und habe sich erst später als nicht mehr notwendig erwiesen. Entsprechend habe der Beschwerdeführer die Kosten der notwendigen Verteidigung zu tragen, sobald es seine finanzielle Situation erlaube (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 7.2.3 S. 14 f.).