Citation: 2C_742/2021 E. 4.4

4.4. Art. 12 lit. a BGFA dient als Auffangtatbestand (Urteile 2C_233/2021 vom 8. Juli 2021 E. 3.3; 2C_1000/2020 vom 2. Juni 2021 E. 4.3.4; 2C_507/2019 vom 14. November 2019 E. 5.1.2; 2C_933/2018 vom 25. März 2019 E. 5.1; WALTER FELLMANN, Anwaltsrecht, 2. Aufl. 2017, § 2 N. 214) bzw. als Generalklausel (BGE 144 II 473 E. 4.1; 130 II 270 E. 3.2; Botschaft vom 28. April 1999 zum Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte, BBl 1999 6013, S. 6054 Ziff. 233.21). Wird ein Verhalten von einer konkreten Berufsregel (vgl. Art. 12 lit. b - j und Art. 13 BGFA) erfasst, braucht regelmässig nicht mehr geprüft zu werden, ob dem Anwalt aufgrund desselben Verhaltens auch eine Verletzung der allgemeinen Sorgfaltspflicht vorzuwerfen ist. Obschon die konkreten Berufsregeln also grundsätzlich vorrangig zu prüfen sind, bedeutet dies nicht, dass der Anwendungsbereich der Generalklausel durch die konkreten Berufsregeln begrenzt und die Anwendung der Generalklausel automatisch bundesrechtswidrig wäre, sobald dasselbe Verhalten auch gegen eine konkrete Berufsregel verstösst.