Citation: 4A_473/2021 E. 3.3.3

3.3.3. Im Sinne einer ergänzenden Begründung hielt die Vorinstanz fest, selbst wenn vorderhand von keinem normativen Konsens hinsichtlich eines g-Werts von 51% auszugehen wäre, wäre dieser gestützt auf die beiderseits unterzeichnete Auftragsbestätigung vom 20. Juli 2016 massgebend. Es sei unbestritten, dass die Beschwerdeführerin die D.________ GmbH mit der Planung, der Ausschreibung der werkvertraglichen Leistungen und der Bauleitung beauftragt habe. In der Folge prüfte die Vorinstanz, ob das Visum des Bauzeichners auf der definitiven Auftragsbestätigung vom 20. Juli 2016 der Beschwerdeführerin zugerechnet werden kann. Sie erwog, da die Parteien die Anwendung der SIA-Norm 118 vereinbart hätten, bestimme sich der Umfang der Vertretungsmacht der D.________ GmbH nach Art. 33 Abs. 2 SIA-Norm 118. Diese Norm halte ausdrücklich fest, dass alle Willenserklärungen der Bauleitung das Werk betreffend für den Bauherrn rechtsverbindlich seien, insbesondere auch Bestellungen. Damit sei die D.________ GmbH berechtigt gewesen, für die Beschwerdeführerin mit der Beschwerdegegnerin einen Werkvertrag abzuschliessen, zumal anderslautende Vereinbarungen nicht ersichtlich seien. Soweit die Beschwerdeführerin behaupte, die Vertretungsmacht der D.________ GmbH habe sich auf die Kontrolle der Unternehmer beschränkt, belege sie derart einschränkende Abreden nicht. Zudem habe die Beschwerdegegnerin von einer Bevollmächtigung der D.________ GmbH ausgehen dürfen. Dies, weil E.________ zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen einzelzeichnungsberechtigtes Organ sowohl der D.________ GmbH als auch der Beschwerdeführerin gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin habe nicht erkennen können, wann er für welche Gesellschaft gehandelt habe. Sie habe daher auf den Mitteilungswillen der Bauherrin schliessen dürfen, wonach die D.________ GmbH zur Vertretung der Beschwerdeführerin bevollmächtigt sei. Diese habe denn auch wiederholt Mitteilungen von E.________ als eigene bezeichnet und E.________ habe sich für die Beschwerdeführerin rechtswahrend eingesetzt. Die Beschwerdegegnerin habe dieses Verhalten in gutem Glauben als weiteren Hinweis auf ein Vertretungsverhältnis verstehen dürfen. Zudem habe E.________ im Namen der D.________ GmbH Aufgaben für die Beschwerdeführerin übernommen, die weit über die Kontrolle der Unternehmer hinausgegangen seien. Dadurch habe er konkludent eine umfassende, den Abschluss eines Werkvertrags einschliessende Vertretungsbefugnis der D.________ GmbH für die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 33 Abs. 3 OR kundgetan. Diese Kundgabe sei der Beschwerdeführerin aufgrund der Organeigenschaft von E.________ zuzurechnen. Was sie dagegen vorbringe, vermöge diesen Eindruck nicht zu korrigieren, zumal sie selbst zwischen der Vertretungsbefugnis von E.________ für die D.________ GmbH einerseits und für sich andererseits nicht zu unterscheiden vermöge. Erst Recht dürfe dies nicht von der Beschwerdegegnerin verlangt werden. Die Beschwerdeführerin lege auch nicht dar, dass die Beschwerdegegnerin bösgläubig oder mit mangelnder Aufmerksamkeit gehandelt hätte. Schliesslich habe der Bauzeichner im Namen der D.________ GmbH gehandelt, als er unter Verwendung von deren Signatur am 20. Juli 2016 der Beschwerdegegnerin die Auftragsbestätigung zurückgesandt habe. Diese habe den Vermerk "kontrolliert, 20. Juli 2016" sowie die Unterschrift des Bauzeichners enthalten. Die Beschwerdeführerin räume ein, dass der Bauzeichner befugt gewesen sei, die Auftragsbestätigung mit Bezug auf die Öffnungsrichtung und die Fenstermasse zu prüfen und eine verbindliche Erklärung darüber abzugeben. Dies müsse daher, entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin, zumindest konkludent auch für Erklärungen zum restlichen Vertragsinhalt gelten, zumal sich die kundgegebene Vertretungsbefugnis im kaufmännischen Verkehr grundsätzlich auf alle Rechtshandlungen erstrecke, die das betreffende Rechtsgeschäft mit sich bringen könne. Dazu gehöre der Vertragsschluss. Die Beschwerdeführerin behaupte denn auch nicht, dass sie der Beschwerdegegnerin Einschränkungen der Vertretungsbefugnis des Bauzeichners kommuniziert hätte, sodass diese solche hätte erkennen können. Die Beschwerdegegnerin habe die durch den Bauzeichner versandte Auftragsbestätigung daher als Zustimmung der Beschwerdeführerin verstehen dürfen, zumal diese um den Versand gewusst habe resp. habe wissen müssen und ihn in der Folge unwidersprochen geduldet habe. Jedenfalls hätte die Beschwerdeführerin aufgrund der Organfunktion von E.________ die Handlungen des Bauzeichners bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit kennen müssen. Unter diesen Umständen habe die gutgläubige Beschwerdegegnerin von einer Bevollmächtigung des Bauzeichners ausgehen dürfen. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin sei zudem weder aus dem Kontrollvermerk noch aus dem Begleit-E-mail erkennbar, dass sich die Kontrolle auf bestimmte Teile beschränkt hätte oder dass die Auftragsbestätigung fehlerhaft wäre. Es liege mithin eine vorbehaltlose Bestätigung vor, wofür auch die weitere Korrespondenz spreche. Im Übrigen wäre selbst dann von einer Zustimmung der Beschwerdeführerin zur Auftragsbestätigung auszugehen, wenn eine Vollmachtskundgabe an den Bauzeichner zu verneinen wäre und die Beschwerdegegnerin nicht in guten Treuen von einem Akzept hätte ausgehen dürfen. Dies infolge stillschweigender Genehmigung der Auftragsbestätigung durch die Beschwerdeführerin.