Citation: 1P.350/2000 18.07.2000 E. 3

3.- Der Beschwerdeführer macht geltend, eine freiheitsentziehende Massnahme stehe in Frage, weil er eine solche beantragt habe. Das Obergericht führt nicht aus, dass eine solche Massnahme überhaupt nicht in Frage komme, sondern hält sie für "fraglich" bzw. "zweifelhaft". Angesichts der Vorgeschichte des Beschwerdeführers, seiner Drogensucht und der verschiedenen Therapien, die er schon absolviert hat, erscheint sein Antrag auf Anordnung einer freiheitsentziehenden Massnahme auch eindeutig nicht als blosser Vorwand, um amtlich verbeiständet zu werden. § 50 Abs. 4 StPO/TG verlangt nicht, dass eine Massnahme zu erwarten sei, sondern bloss, dass sie in Frage komme. Andererseits zielt der Antrag des Beschwerdeführers nicht eindeutig auf eine freiheitsentziehende Massnahme ab, zumal in der Beschwerde ausgeführt wird, der Beschwerdeführer habe eine feste Anstellung, gehe einem geregelten Leben nach, und ein Strafvollzug würde all dies verunmöglichen. Eine Massnahme nach Art. 44 StGB könnte auch eine ambulante sein. Ob es angesichts all dessen willkürlich ist, wie das Obergericht anzunehmen, beim Beschwerdeführer komme eine freiheitsentziehende Massnahme überhaupt nicht in Frage, kann offen bleiben, da der angefochtene Entscheid jedenfalls gegen den verfassungsrechtlichen Minimalanspruch auf unentgeltliche Verbeiständung verstösst.