Citation: 2C_863/2021 E. 5.5

5.5. Wie sich aufgrund des Wortlauts der Statuten und des Regulativs ergibt, müssen somit drei Voraussetzungen erfüllt sein, damit Leistungen aus dem Garantiefonds infolge von Schäden aus der Pflichtlagerhaltung beansprucht werden können: Erstens muss ein Schaden im Sinne eines finanziellen Verlustes (vgl. Art. 2 Bst. b und Art. 3 der Statuten), d.h. eine Vermögensdifferenz (vgl. BGE 132 III 359 E. 4; 127 III 73 E. 4a) eingetreten sein. Zweitens wird verlangt, dass es sich um ein unversicherbares Schadenereignis handelt (vgl. Art. 3 der Statuten). Drittens müssen alle zur Verfügung stehenden Ansprüche gegen Versicherungen oder Drittverantwortliche geltend gemacht worden sein (vgl. Ziff. 2.7 Abs. 1 des Regulativs). Die Forderung wird demnach fällig und die Verjährungsfrist beginnt zu laufen, sobald alle drei Voraussetzungen erfüllt sind. Die blosse Möglichkeit, dass der Schaden oder die Unversicherbarkeit des Schadens nachträglich (teilweise) wieder entfallen könnte, ändert nichts an der Erfüllung dieser Voraussetzungen und damit an der Fälligkeit der Forderung (vgl. zum Schaden bei Schadenersatzansprüchen vorne E. 3.3). Als gemäss der dritten Voraussetzung "zur Verfügung stehende Rechtsmittel" sind aufgrund des Wortlauts und nach Treu und Glauben bereits bestehende, nicht in Zukunft womöglich erst entstehende Ansprüche zu betrachten. Dass in Zukunft womöglich noch weitere Ansprüche gegen Dritte entstehen könnten, hindert die Erfüllung der dritten Voraussetzung und die Fälligkeit der Forderung daher nicht.