Citation: 1A.165/2003 13.11.2003 E. 3

3.1 Das Verwaltungsgericht verneint eine adäquate Kausalität zwischen dem Unfall vom 5. Januar 2000 und der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers spätestens ab 1. März 2002. Es stützt sich dabei einerseits auf die Erkenntnisse der SUVA, welche ihre Versicherungsleistungen per 28. Februar 2002 eingestellt hatte mit der Begründung, aufgrund der medizinischen Akten würden keine Unfallfolgen mehr vorliegen. Als Folge davon hatte die SUVA dem Beschwerdeführer in ihrem Entscheid vom 14. September 2001 mitgeteilt, sie werde die Taggeldleistungen bis zum 30. November 2001 noch auf der Basis einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit ausrichten, bis zum 28. Februar 2002 auf einer solchen von 25 %. Als massgeblich erachtet das Verwaltungsgericht andererseits das Urteil seiner sozialversicherungsrechtlichen Abteilung, welches auf Beschwerde gegen die vorerwähnte Verfügung der SUVA am 12. Juni 2003 ergangen war. Darin war die fehlende Unfalladäquanz der noch bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestätigt worden. 3.2 Der Beschwerdeführer wendet ein, er habe gegen das Verwaltungsgerichtsurteil vom 12. Juni 2003 Beschwerde beim Eidgenössischen Versicherungsgericht eingereicht. Das Verwaltungsgericht könne nicht auf einen noch nicht in Rechtskraft erwachsenen Entscheid abstellen. Überdies führt er sinngemäss an, im Opferhilfebereich sei der haftpflichtrechtliche Schadensbegriff analog anwendbar. Deshalb sei die Adäquanz in aller Regel unbesehen der Unfallschwere gegeben. Hinzu komme, dass er in seiner Beschwerde ans Eidgenössische Versicherungsgericht stichhaltige Gründe für eine Adäquanzbejahung liefere. 3.3 Der Beschwerdeführer legt in keiner Art und Weise dar, worin die seines Erachtens gegebene Adäquanz zwischen dem Unfall und seiner Arbeitsunfähigkeit bestehen soll, sondern verweist in genereller Weise auf die Differenzierungen in der Rechtsprechung. Dazu ist folgendes festzuhalten: Bundesgericht und Eidgenössisches Versicherungsgericht gehen von derselben Umschreibung der Adäquanz aus. Danach hat ein Ereignis als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs also durch das Ereignis begünstigt wird (BGE 123 III 110 E. 3a S. 112 mit zahlreichen Hinweisen). Rechtspolitischer Zweck der Adäquanz ist sowohl im Sozialversicherungs- als auch im Haftpflichtrecht eine Begrenzung der Haftung. Sie dient als Korrektiv zum naturwissenschaftlichen Ursachenbegriff, der unter Umständen der Einschränkung bedarf, um für die rechtliche Verantwortung tragbar zu sein (BGE 107 II 269 E. 3 S. 276; 123 III 110 E. 3a S. 112). Da es sich beim adäquaten Kausalzusammenhang um eine Generalklausel handelt, hat das Gericht bei deren Konkretisierung die gesamten Umstände des Einzelfalles, aber auch den Zweck einer Norm oder eines ganzen Normenkomplexes - z.B. im Bereich der Unfallversicherung auch deren Schutzzweck - zu berücksichtigen (i.d.S. BGE 123 III 110 E. 3a S. 112f., mit zahlreichen Hinweisen). Ob im Opferhilferecht die Grundsätze des privaten Haftpflichtrechts analog anzuwenden sind, kann vorliegend offen bleiben. Auch im Opferhilferecht ist indessen nur derjenige Schaden zu ersetzen, der adäquat kausal durch eine Straftat verursacht worden ist (Urteil 1A.252/2000 des Bundesgerichtes vom 8. Dezember 2000 in ZBl 102/2001 486 E. 2b S. 488). Die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichtes, auf deren Feststellungen sich das hier angefochtene Urteil bezieht, hat sich auf zahlreiche Untersuchungen verschiedener Ärzte berufen. Aus diesen ergebe sich, dass das Augenleiden des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht unfallkausal sei. Ebenso liege, gestützt auf umfangreiche Abklärungen, ein nicht typisches Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma vor, da kein entsprechendes organisches Substrat vorhanden sei. Das Verwaltungsgericht war nicht verpflichtet, selber zusätzliche ärztliche Abklärungen zu veranlassen, nachdem bereits detaillierte Untersuchungen durchgeführt worden waren. Da als als Vorinstanz eine richterliche Behörde entschieden hat, ist das Bundesgericht an deren Schilderung des Sachverhalts gebunden, soweit dieser nicht offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt worden ist (Art. 105 Abs. 2 OG). Der Beschwerdeführer zeigt denn auch nicht auf, inwiefern die Feststellungen der Vorinstanz falsch sein sollen, sondern macht lediglich geltend, das Urteil der sozialversicherungsrechtlichen Abteilung sei noch nicht rechtskräftig. Zieht das Verwaltungsgericht aus den ärztlichen Berichten den Schluss, für die geltend gemachten Beschwerden sei der Unfall vom 5. Januar 2000 nicht adäquat kausal, ist diese Rechtsanwendung nicht zu beanstanden, zumal die Prüfung, ob die Voraussetzungen für einen Entschädigungsvorschuss erfüllt sind, lediglich summarisch erfolgt (Art. 15 OHG). 3.4 Der Hinweis auf die ab 1. August 2003 zugesprochene IV-Rente geht fehl, da diese nicht an die Voraussetzung eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und Invalidität geknüpft ist, sondern auf die Art und Schwere der dauernden körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung abstellt (Art. 4 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 821.20]).