Citation: 5C.217/2006 19.02.2007 E. 4

Der Kläger hat im kantonalen Verfahren selbst erklärt, dass er anlässlich der Kommunion im April 2003 eine Ähnlichkeit zwischen dem Erstbeklagten und dessen Götti (T.________) bemerkt habe. Fest steht ausserdem, dass der Kläger um seine schwer gestörte Fertilität wusste. Bei diesen Gegebenheiten war es ihm zuzumuten, sich über seine Wahrnehmungen und die entsprechende Vermutung, die ja nicht auf blossen Gerüchten beruhte, Klarheit zu verschaffen. Dass er in der Zeit nach dem erwähnten Anlass die Zweitbeklagte auf die festgestellte Ähnlichkeit angesprochen und von ihr Auskunft verlangt oder andere Abklärungen getroffen hätte, macht der Kläger selbst nicht geltend. Sein Verzicht auf Erkundigung, für den er keine Gründe nennt, ist geradezu unverständlich. Er lässt sich namentlich nicht etwa mit persönlicher Rücksichtnahme rechtfertigen, zumal die Ehe mit der Zweitbeklagten bereits seit mehreren Jahren geschieden war und die beiden schon vorher getrennt gelebt hatten. Durch eine Befragung der früheren Ehefrau wäre ebenso der Sohn in keiner Weise verletzt worden. Auch wenn dem Kläger zugestanden werden mag, dass ihm angesichts der blossen Feststellung der Ähnlichkeit das Anstreben einer DNA-Analyse oder gar die Erhebung einer Anfechtungsklage nicht zuzumuten war, ist nicht zu verstehen, weshalb das Naheliegendste, die Befragung der Zweitbeklagten, unterblieb. Das monatelange Untätigsein ist unter den gegebenen Umständen unentschuldbar. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass das Obergericht die vom Kläger Ende März 2004, d.h. rund elf Monate nach der eigenen Feststellung der Ähnlichkeit zwischen T.________ und dem Erstbeklagten im April 2003, aufgegebene Klage nicht zugelassen hat.