Citation: U 143/04 22.12.2004 E. 3

3.1 Die Vorinstanz gelangte gestützt auf das bei der Klinik L.________ eingeholte Gerichtsgutachten vom 3. März 2003 zum Ergebnis, dass weiterhin unfallkausale Beschwerden bestünden, welche durch den Unfallversicherer abzugelten seien. Dabei wurde namentlich auf die Gesamtbeurteilung der Experten verwiesen, wonach das Unfallereignis vom 16. Januar 1997 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer richtunggebenden Verschlechterung eines lumbovertebralen Schmerzsyndroms bei vorbestehenden und klinisch weitgehend stummen, altersentsprechenden degenerativen Veränderungen am lumbosakralen Übergang sowie einer alten, teils verkalkten mediolateralen Diskushernie der Wirbelsäulensegmente L4/5 geführt habe. Der Unfallmechanismus sei nach Auffassung der Experten durchaus geeignet gewesen, eine derartige richtunggebende Verschlechterung zu bewirken, wobei das erhebliche Übergewicht der Versicherten im Zeitpunkt des Sturzes aus biomechanischer Sicht sicherlich einen ungünstigen Faktor dargestellt habe. Die nachfolgende Entwicklung mit weitgehender Therapieresistenz sei sodann verständlich, eine psychogene Überlagerung bei eindeutigem organischen Kern der Beschwerden allerdings nicht ausgeschlossen, sondern wahrscheinlich. Dieser als psychogene Überlagerung bezeichnete Zustand sei keineswegs einer bewussten Aggravation oder gar Simulation gleichzusetzen, sondern aus dem Umstand der Chronifizierung des Schmerzes sowie gewissen Aspekten heraus erklärbar, welche durch den Umgang mit den Beschwerden der Patientin ärztlicherseits ins Gewicht fielen. Als negativ hätten sich hier auch die unterschiedlichen medizinischen Beurteilungen und die daraus resultierende Unsicherheit über die Einschätzung der Unfallfolgen ausgewirkt. Das kantonale Gericht hob insbesondere hervor, die Gutachter seien auf die vorbestehende krankhaft-degenerative Veränderung der Wirbelsäule ausführlich eingegangen und hätten überzeugend dargelegt, dass die beschriebene Degeneration im radiologisch belegbaren Verlauf seit 1988 stabil sei. Ebenso habe vor dem Unfall vom 16. Januar 1997 zu keinem Zeitpunkt eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit infolge lumbovertebraler Beeinträchtigungen vorgelegen. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, dass es sich beim Sturz vom 16. Januar 1997 um ein sehr leichtes, banales Unfallereignis gehandelt habe, welches nicht geeignet gewesen sei, die geltend gemachten Unfallfolgen über den 15. Juli 1997 hinaus zu bewirken. Sie kritisiert namentlich, dass im kantonalen Entscheid der degenerative Vorzustand nur ungenügend Beachtung gefunden habe, welcher - nach Aussage des Hausarztes Dr. med. H.________ - zur Hauptsache in einer Diskushernie sowie einer Spondylarthrose bestünde. Auch sei in diesem Zusammenhang das Resultat einer anlässlich des stationären Aufenthalts im Kantonsspital Bruderholz durchgeführten Magnetresonanz-Tomographie, die eine Skoliose sowie eine Asymmetrie im LWS-Sacrumübergang aufgezeigt hätte, nicht ausreichend berücksichtigt worden. Den Akten könne ferner entnommen werden, dass die Versicherte sich von einem im Jahre 1986 erlittenen Treppensturz nie völlig erholt habe und die diesbezüglichen Beschwerden auch bei Antritt der Stelle als Hilfsköchin an der Schule X.________ im Oktober 1994 immer noch vorhanden gewesen seien. Der Versicherer beruft sich zur Begründung der fehlenden Unfallkausalität in erster Linie auf die Gutachten und Stellungnahmen des PD Dr. med. K.________ (vom 20. Oktober 1998 und 6. Juni 2003) sowie des Dr. med. U.________ (vom 21. Juli 1999 und 29. März 2001), wohingegen die Aussagen des Dr. med. B.________ (vom 3. März und 15. Mai 1998) und des Dr. med. S.________ (vom 7. November 2000) als unbegründet abgelehnt werden. Beiden Expertisen wird die Beweiskraft mit der Argumentation abgesprochen, dass zum einen die von Dr. med. B.________ empfohlenen Diskographien L5/S1 nicht hätten durchgeführt werden können, und die Lumbalgien, welche Dr. med. S.________ als unfallkausal betrachte, bereits vor dem Sturz bestanden hätten. Zudem seien Dr. med. S.________ wie auch die Gutachter der Klinik L.________ von einem falschen Unfallhergang ausgegangen, sei doch auf Grund der Art des erlittenen Sturzes - vornüber auf Hände und Knie ("Böcklistellung") - weder die von Ersterem erwähnte "Hohlkreuzstellung" noch die in der Klinik L.________ angenommene "Hyperextension der Wirbelsäule" mit einer möglicherweise erfolgten Drehbewegung nachvollziehbar.