Citation: 6F_27/2021 E. 4

Aus den vom Gesuchsteller mit seinem Gesuch eingereichten medizinischen Unterlagen geht hervor, dass er am 20. Mai 2021 in ärztlicher Behandlung war und Borreliose-Antikörper in seinem Blut nachgewiesen wurden. Die Krankheitsfolge, mithin der von ihm beschriebene "Nebel", der ihm ein fristgerechtes Handeln verunmöglicht habe, wird darin allerdings nicht erwähnt und ist damit nicht ausgewiesen, sondern bleibt eine Behauptung. Selbst wenn eine solche Auswirkung erwiesen wäre, handelte es sich beim Versäumnis des Gesuchstellers allerdings nicht um ein unverschuldetes. Krankheit kann nach der Rechtsprechung ein unverschuldetes Hindernis nach Art. 50 Abs. 1 BGG darstellen, sofern sie derart ist, dass sie den Rechtssuchenden davon abhält, innert Frist zu handeln oder dafür einen Vertreter beizuziehen (BGE 119 II 86 E. 2a; Urteil 6B_28/2017 vom 23. Januar 2018 E. 1.3). Der Gesuchsteller hätte sich im Wissen um seine Krankheit um Vorkehrungen im Hinblick auf das Einhalten wichtiger Fristen kümmern müssen. Er hätte das fristgerechte Versenden etwa rechtzeitig einer Hilfsperson, z.B. der beigezogenen Zeugin, auftragen können. Dazu wäre er effektiv in der Lage gewesen, nachdem der ihn ereilende "Nebel" laut seiner Schilderung jeweils schubartig, unregelmässig, mithin nur zeitweise auftritt. Dass der Gesuchsteller nicht dauerhaft in seiner geistigen Leistungsfähigkeit in einem Mass beeinträchtigt war, welches ihm entsprechende Vorkehrungen verunmöglicht hätte, belegen denn auch die von ihm verfassten Gesuchs- und Beschwerdeschriften. Der Gesuchsteller kann bei dieser Sachlage nicht für sich beanspruchen, die Beschwerdefrist unverschuldet verpasst zu haben.