Citation: 1C_275/2021 E. 2.6

2.6. Die Beschwerdeführerinnen bringen vor, die Vorinstanz bestätige, dass im Hinblick auf die Einführung der Pflicht, für Mobilfunkanlagen eine Standortevaluation durchzuführen, eine das gesamte Gemeindegebiet umfassende Planungszone nicht erforderlich und damit unverhältnismässig sei. Sie erachte indessen eine solche Planungszone als zulässig, wenn die Gemeinde die bestmögliche Standortwahl im Sinne aller Beteiligten sichern möchte. Diese Differenzierung sei jedoch unsinnig, weil die Gemeinde im Ergebnis die Pflicht zur Einführung einer Standortevaluation anstrebe. Dies werde durch die am 26. März 2021 (nach dem Erlass des vorinstanzlichen Urteils) publizierte Mitwirkungsauflage für die Teilrevision des Baugesetzes (Art. 51a Mobilfunkanlagen) bestätigt, gemäss welcher die Gemeinde in Anlehnung an die bundesgerichtliche Rechtsprechung für die Erstellung von neuen visuell wahrnehmbaren Mobilfunkanlagen und wesentlichen Änderungen an bestehenden Mobilfunkanlagen eine Standortevaluation vorsehe. In Bezug auf dieses Planungsziel sei gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine das gesamte Gemeindegebiet umfassende Planungszone unverhältnismässig. So könne von einer Gemeinde erwartet werden, sich bereits beim Erlass der Planungszone darüber Gedanken zu machen, wo Mobilfunkanlagen gemäss der künftigen Standortplanung bewilligt werden könnten und diese Gebiete vom Bereich der Planungszone auszunehmen. Dabei sei offensichtlich, dass die beste Standortsteuerung durch die Erweiterung bestehender Mobilfunkanlagen erreicht werde. In der Gemeinde Malans gebe es bis heute nur eine Mobilfunkanlage, die sich in der Gewerbezone befinde. Eine Planungszone, welche die Erweiterung einer Mobilfunkanlage in dieser Zone untersage, sei unverhältnismässig, weil sie über die Zielabsicht einer Standortregelung hinausgehe. Soweit die Vorinstanz verneine, dass die umstrittene Planungszone die Erteilung von Baubewilligungen für Mobilfunkanlagen absolut bzw. auf dem gesamten Gemeindegebiet verbiete, lasse sie ausser Acht, dass die Baubewilligungsbehörden hängige und neu eingereichte Baugesuche betreffend die Errichtung oder Erweiterung solcher Anlagen (im Gebiet der Planungszone) sistierten. Dies belege ein Sistierungsentscheid der Gemeinde Andeer vom 29. März 2021. Demnach führe die Planungszone in der Praxis auf dem gesamten Gemeindegebiet zu einem faktischen Verbot der Errichtung und der Erweiterung von Mobilfunkanlagen bzw. zu einem Moratorium für die Einführung der 5G-Technologie.