Citation: 2C_946/2019 E. C

C.a. Im Zusammenhang mit der Folgeperiode erkannte das Bundesgericht im Urteil 2C_298/2015 / 2C_299/2015 vom 26. April 2017 E. 4.3, dass die örtliche Zuständigkeit zur Besteuerung der in der Steuerperiode 2006 ausbezahlten Kapitalleistungen beim Kanton Nidwalden liege. Im Anschluss daran veranlagte das Steueramt des Kantons Nidwalden am 8. Juni 2017 - nun wieder zur hier interessierenden Steuerperiode 2005 - eine gesonderte Jahressteuer auf Kapitalleistungen von insgesamt Fr. 385'700.--. Unter Anwendung des Vorsorgetarifs führte dies zu einer Steuer von Fr. 8'132.--. Die Steuerpflichtige erhob Einsprache, worin sie insbesondere vortrug, die Veranlagungsverjährung zur Steuerperiode 2005 sei eingetreten. Die Veranlagungsbehörde in ihrer Funktion als Einsprachebehörde ermässigte die zu besteuernde Kapitalleistung im Einspracheentscheid vom 25. August 2017 auf Fr. 380'400.--, im Übrigen wies sie die Einsprache ab. Zur Frage der Verjährung legte sie sinngemäss dar, mit der Veranlagungsverfügung des Kantons Basel-Landschaft vom 20. Mai 2010 sei die Veranlagungsverjährung unterbrochen worden. C.b. Das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden bestätigte dies - auf Beschwerde der Steuerpflichtigen hin - mit Entscheid ST 17 11 vom 18. Februar 2019, den es am 7. Oktober 2019 versandte. Das Verwaltungsgericht erwog, entgegen der Sichtweise der Steuerpflichtigen gehe aus dem Einspracheentscheid vom 25. August 2017 nachvollziehbar hervor, weshalb die Einsprache nur teilweise gutgeheissen worden sei. Eine etwaige Gehörsverletzung hätte sich ohnehin im verwaltungsgerichtlichen Verfahren heilen lassen (E. 2). Die Leistungen der Motorfahrzeughaftpflichtversicherung vom 4. Februar 2005 (Fr. 160'422.--) und vom 10. März 2005 (Fr. 220'000.--) seien steuerrechtlich in der Steuerperiode 2005 realisiert worden (E. 4). Mit Blick auf die Wohnsitzverlegung vom 28. Dezember 2005 sei der Kanton Nidwalden zur Besteuerung dieser Leistungen zuständig (E. 5). Die Revision einer rechtskräftigen Veranlagungsverfügung sei, so das Verwaltungsgericht weiter, gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ausnahmsweise auch zuungunsten der steuerpflichtigen Person möglich, dann nämlich, wenn die Veranlagungsbehörde in der ursprünglichen Verfügung einem offensichtlichen Versehen unterlegen sei und die Berufung auf die Rechtsbeständigkeit dieser Verfügung als rechtsmissbräuchlich erscheine. Eine derartige Konstellation liege hier vor: Dass der Kanton Basel-Landschaft, den der Kanton Nidwalden für zuständig gehalten habe, sich später als unzuständig erklären und das Bundesgericht die Steuerhoheit implizit dem Kanton Nidwalden zuweisen würde, habe der Kanton Nidwalden nicht wissen können. Ohne Revision käme es, erwog das Verwaltungsgericht weiter, zur doppelten Nichtbesteuerung, weshalb das Interesse an der Durchsetzung des materiellen Rechts höher zu gewichten sei als das Interesse an der Wahrung der Rechtssicherheit. Auch wenn die Veranlagungsbehörde die neue Verfügung vom 8. Juni 2017 nicht als Revision des Einspracheentscheids vom 5. März 2010 bezeichnet habe, liege doch in der Sache eine (zulässige) Revision vor. Das rechtliche Gehör sei nicht verletzt (E. 6). Anders, als die Steuerpflichtige dies annehme, sei die Veranlagungsbehörde nicht gehalten gewesen, die ESTV anzurufen. Eine Steuerhoheitsverfügung habe sich erübrigt, da zu keinem Zeitpunkt konkurrierende Veranlagungsverfügungen vorgelegen hätten. Auch die Steuerpflichtige habe im Übrigen davon abgesehen, eine Verfügung der ESTV zu verlangen. Aus Gründen der Prozessökonomie sei es angezeigt, dass es - das Verwaltungsgericht - direkt entscheide und nicht eine derartige Verfügung beantrage (E. 7). Zur angeblich eingetretenen Veranlagungsverjährung sei auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen, wonach verjährungsunterbrechende Amtshandlungen des Kantons der persönlichen Zugehörigkeit als Bestandteil der Veranlagungstätigkeit des Fälligkeitskantons zu betrachten seien. Umgekehrt müsse dies bedeuten, dass verjährungsunterbrechende Amtshandlungen des Fälligkeitskantons (hier: Basel-Landschaft) als Bestandteil der Veranlagungstätigkeit des Kantons der persönlichen Zugehörigkeit (hier: Nidwalden) gälten. Daher sei die fünfjährige Veranlagungsfrist nicht nur vom 31. Juli 2008 bis zum 5. März 2010 (Einspracheverfahren im Kanton Nidwalden), sondern auch vom 20. Mai 2010 bis zum 8. Juni 2016 (Einsprache- und Beschwerdeverfahren im Kanton Basel-Landschaft) stillgestanden. Aus diesem Grund seien weder die relative noch die absolute Verjährung eingetreten (E. 8). Auch die Bemessungsgrundlage von Fr. 380'400.-- sei nicht zu beanstanden (E. 9), weshalb die Beschwerde abzuweisen sei (E. 10).