Citation: 6B_630/2018 E. 3.4

3.4. Das Bundesgericht hat sich in einem kürzlich ergangenen Urteil mit der Frage auseinandergesetzt, ob verbesserte wirtschaftliche Verhältnisse als neue Tatsachen im Sinne von Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO zu verstehen sind und dies bejaht (vgl. BGE 144 IV 198 E. 5.4.3 S. 201). Es besteht kein Anlass auf diese Rechtsprechung zurückzukommen. Da der Beschwerdeführer im Vergleich zu seinem Lehrlingslohn im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils in verbesserten finanziellen Verhältnisse lebt, durfte die Vorinstanz gestützt auf Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO die Höhe der einzelnen Tagessätze anpassen. Hätte sie dies nicht getan, wäre sie dem Prinzip, nach welchem der wirtschaftlich Starke von einer Geldstrafe nicht minder hart getroffen werden darf als der wirtschaftlich Schwache, nicht gerecht geworden (vgl. BGE 144 IV 198 E. 5.4.2 S. 201; 134 IV 82 E. 7.2.4 S. 91 mit Hinweisen). Es wäre zudem stossend, wenn Tatsachen, von denen wie vorliegend erst nach dem Urteil des erstinstanzlichen Urteils Kenntnis erlangt wurde, nicht - auch zum Nachteil der beschuldigten Person - verwendet werden könnten (BGE 144 IV 198 E. 5.4.2 S. 201; Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1311 Ziff. 2.9.1). Die Erhöhung des Tagessatzes ist damit bundesrechtskonform. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs ersichtlich. Aus dem Protokoll der Berufungsverhandlung vom 20. Februar 2018 geht hervor, dass der Beschwerdeführer darauf hingewiesen wurde, dass die Kammer sich vorbehält, den Tagessatz aufgrund der verbesserten, aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse zu erhöhen. Nach der anschliessenden Pause erfolgte das Plädoyer der Verteidigung (kantonale Akten, act. 870). Diese hätte sich im Rahmen ihres Parteivortrages ohne weiteres zu dem von der Kammer angekündeten Vorbehalt äussern können. Die Behauptung, der Verteidigung sei vorgängig versichert worden, dass sie sich zu diesem Punkt noch nach ihrem Plädoyer äussern könne, ist nicht belegt und lässt sich auch dem Protokoll der Berufungsverhandlung (kantonale Akten, act. 858 ff.) nicht entnehmen. Weiterungen dazu erübrigen sich.