Citation: 5A_415/2024 E. 1.1

1.1. Die Beschwerdeführerin reichte am 11. Dezember 2019 bei der Schlichtungsbehörde Berner Jura-Seeland ein Schlichtungsgesuch gegen die Beschwerdegegnerin und ihre Mutter ein. Streitgegenstand bildete der Nachlass des verstorbenen Vaters. Am 4. September 2020 verstarb die Mutter und hinterliess als gesetzliche Erbinnen die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin. Am 3. September 2021 reichte die Beschwerdeführerin gegen die Beschwerdegegnerin ein Schlichtungsgesuch betreffend den Nachlass der verstorbenen Mutter ein. Die Schlichtungsbehörde vereinigte die beiden Verfahren und führte sie mit der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin als einzigen Parteien fort. An der Schlichtungsverhandlung vom 25. August 2023 schlossen die Parteien eine Vereinbarung mit Widerrufsvorbehalt. Mit Verfügung vom 29. September 2023 stellte die Schlichtungsbehörde fest, dass keine der Parteien die Vereinbarung widerrufen habe, womit diese in Rechtskraft erwachse. Die Schlichtungsbehörde hielt ausserdem fest, dass die Schlichtungsverfahren bis zum Abschluss von grundbuchlichen Eintragungen sistiert blieben. Mit Eingaben vom 13. und 25. März 2024 machte die Beschwerdeführerin bei der Schlichtungsbehörde geltend, sie akzeptiere die Vereinbarung vom 25. August 2023 nicht, diese sei nichtig. Die "Falschbeurkundung" im Erbschaftsinventar sei gemäss dem Entscheid des Obergerichts vom 2. Dezember 2019 zu korrigieren und die Schlichtungsverhandlung mit dem korrigierten Erbschaftsinventar zu wiederholen. Mit Verfügung vom 2. April 2024 hob die Schlichtungsbehörde die Sistierung auf. Sie nahm die Vereinbarung vom 25. August 2023 zu Protokoll und hielt fest, diese sei vollstreckbar. Sie schrieb die Schlichtungsverfahren als erledigt vom Protokoll ab. Die Kosten der Schlichtungsverfahren auferlegte sie den Parteien vereinbarungsgemäss je zur Hälfte. Mit Entscheid vom gleichen Tag trat die Schlichtungsbehörde auf das sinngemässe Revisionsgesuch der Beschwerdeführerin gemäss den Eingaben vom 13. und 25. März 2024 nicht ein. Die Kosten auferlegte sie der Beschwerdeführerin.