Citation: 8C_198/2023 E. 5.2.2

5.2.2. Zu Recht stellte die Vorinstanz klar, dass der von der IV-Stelle im Verfahren IV 2013/90 vertretene Standpunkt mit Blick auf den diametral davon abweichenden kantonalen Gerichtsentscheid vom 13. Mai 2015 damals mit einem ordentlichen Rechtsmittel vor Bundesgericht hätte geltend gemacht werden können. Demgegenüber ist die Revision ein ausserordentliches Rechtsmittel und dient nicht einfach der Weiterführung des Verfahrens. Sie bezweckt insbesondere nicht, nachträglich Fehler und Unterlassungen der Prozessparteien zu korrigieren (vgl. Urteil 8F_9/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 1.1 mit Hinweisen). Es obliegt den Prozessparteien, rechtzeitig und prozesskonform zur Klärung des Sachverhalts entsprechend ihrer Beweispflicht beizutragen. Dass es ihnen unmöglich war, Tatsachen und Beweismittel bereits im früheren Verfahren beizubringen, ist nur mit Zurückhaltung anzunehmen. Dies gilt ganz besonders, wenn im Revisionsverfahren mit angeblich neu entdeckten Beweismitteln bereits im Hauptverfahren aufgestellte Behauptungen belegt werden sollen, die vom Gericht resp. der Verwaltung als unzutreffend erachtet wurden (vgl. ARV 2013 S. 356, 8C_334/2013 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 138 II 386 E. 5.1; SVR 2012 UV Nr. 17 S. 63, 8C_434/2011 E. 7.1; Urteil 8C_107/2022 vom 31. März 2023 E. 4.2.4). Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass es vielleicht Argumente gegeben hätte, den vorinstanzlichen Entscheid vom 13. Mai 2015 vor Bundesgericht anzufechten. Sie behauptet jedoch rein appellatorisch, dass sie "den Entscheid nicht akzeptiert" habe. Darauf ist nicht weiter einzugehen (E. 1.2 i.f.).