Citation: 5A_174/2015 E. 5.4

5.4. Die Ersteigerung der gemeinschaftlichen Sache als Ganzes zu Alleineigentum bewirkt, dass die Nutzniessungen zulasten der Miteigentumsanteile kraft Gesetzes untergehen, falls kein Ersatzgegenstand geleistet wird, an dem sie weiterbestehen. Neben der Nutzniessung an einem allfälligen Ersatzgegenstand (Art. 750 Abs. 3 ZGB) kann der Nutzniesser Schadenersatz in der Höhe des kapitalisierten Wertes der Nutzniessung verlangen, wenn der Eigentümer den Untergang des Nutzniessungsgegenstandes verschuldet hat (so BAUMANN, a.a.O., N. 18 zu Art. 748-749 ZGB). Darauf bezieht sich der Beklagte offenbar, indem er verlangt, dass der gerichtlich festzustellende Kapitalwert der Nutzniessungsbelastung in der Abrechnung des Versteigerungserlöses zu berücksichtigen ist (Ziff. 4d der Begehren). Die Ansprüche stehen indessen den am Verfahren nicht als Parteien beteiligten Nutzniessungsberechtigten zu und sind in der Aufhebung und Teilung des Miteigentums nicht zu berücksichtigen. Vielmehr wird der Ersteigerer des Grundstücks zu gewärtigen haben, dass die Nutzniessungsberechtigten an seinem bisherigen Miteigentumsanteil die Eintragung ihres Rechts am Grundstück - oder an einem bestimmten Teil daran (Art. 745 Abs. 3 ZGB) - geltend machen, wie auch der Mitbieter, der den Steigerungserlös erhält, damit wird rechnen müssen, dass die Nutzniessungsberechtigten an seinem bisherigen Miteigentumsanteil ihm gegenüber ihre Rechte erheben.