Citation: 1P.657/2003 13.04.2004 E. 5

5.1 Die Beschwerdeführer machen im Zusammenhang mit dem angezeigten Tatbestand der Nötigung denn auch geltend, sie seien durch das Verhalten der Vormundschaftsbehörde in ihrem psychischen Wohlbefinden qualifiziert beeinträchtigt worden. Deshalb seien sie als Opfer im Sinne Opferhilfegesetzes zu betrachten. 5.2 Nach Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG hat das Opfer das Recht, die Einstellung des Verfahrens gerichtlich beurteilen zu lassen. Ferner ist es befugt, den betreffenden Gerichtsentscheid mit den gleichen Rechtsmitteln anzufechten wie der Angeschuldigte, sofern es sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat und soweit der Entscheid seine Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann. Eine auf materiellrechtliche Fragen erweiterte Legitimation des angeblich Geschädigten zur staatsrechtlichen Beschwerde gegen kantonale Einstellungsbeschlüsse setzt somit die Opferstellung des Geschädigten im Sinne des OHG voraus. 5.3 Ob die Opferstellung gegeben sei, prüft das Bundesgericht mit freier Kognition (BGE 128 I 218 E. 1.1 S. 220; 120 Ia 157 E. 2d S. 162). 5.4 Gemäss Art. 2 Abs. 1 OHG ist Opfer, wer durch eine Straftat in seiner körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist, unabhängig davon, ob der Täter ermittelt worden ist und ob er sich schuldhaft verhalten hat. Nach der Rechtsprechung muss die Beeinträchtigung allerdings von einem gewissen Gewicht sein. Bagatelldelikte, die nur unerhebliche Beeinträchtigungen bewirken, sind vom Anwendungsbereich des Opferhilfegesetzes grundsätzlich ausgenommen (BGE 129 IV 216 E. 1.2.1; zum Begriff der Unmittelbarkeit vgl. BGE 129 IV 95 E. 3.1 mit Hinweis). 5.5 Das Bundesgericht schliesst die Anwendung des Opferhilfegesetzes auf den Tatbestand der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB nicht zum Vornherein aus, namentlich nicht bei qualifizierteren Fällen. Es ist jeweils anhand der konkreten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen, ob die Schwere der untersuchten Straftat die Annahme einer unmittelbaren Beeinträchtigung der psychischen Integrität des Betroffenen rechtfertigt. Wie bei der Beeinträchtigung der körperlichen Integrität, führt nicht jede geringfügige Störung des psychischen Wohlbefindens zur Anwendung des Opferhilfegesetzes. Es ist anhand der konkreten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen, ob die Schwere der untersuchten Straftaten die Annahme einer unmittelbaren Beeinträchtigung der psychischen Integrität des Betroffenen rechtfertigt. Dies ist bei psychischen Folgen eines für das Opfer traumatischen ausserordentlichen Ereignisses denkbar (BGE 120 Ia 157 E. 2d/aa S. 163; vgl. Thomas Maurer, Das Opferhilfegesetz und die kantonalen Strafprozessordnungen, ZStrR 111/1993 S. 375, 381). 5.6 Die Beschwerdeführer behaupten zwar, Opfer im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG zu sein. Sie legen jedoch nicht dar, und dies ist auch nicht ersichtlich, inwiefern sie durch die behauptete Nötigung oder durch die weiteren zur Anzeige gebrachten angeblichen Delikte der Vormundschaftsbehörde in ihrer psychischen Integrität unmittelbar und mit der geforderten Erheblichkeit beeinträchtigt worden sind. Den Beschwerdeführern ist daher keine Opferstellung zuzuerkennen. Sie sind infolgedessen nicht legitimiert, in der Sache selbst staatsrechtliche Beschwerde zu erheben.