Citation: I 37/02 20.01.2003 E. 5

Umstritten ist weiter der Zeitpunkt, ab welchem dem Versicherten die festgestellte 50 %ige Arbeitsfähigkeit (Erw. 4.1 hievor) zugemutet werden kann. Im Gutachten der Klinik Y.________ vom 10. Mai 2000 wird der Versicherte längerfristig als 50 % arbeitsfähig qualifiziert. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass die Arbeitsfähigkeit doch über einen längeren Zeitraum beibehalten werden kann. Dem Gutachten lässt sich aber nicht entnehmen, dass der Versicherte im Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens 100 % arbeitsunfähig gewesen sein soll resp. dass die Arbeitsfähigkeit von 50 % erst längerfristig erreicht werden könnte. Aussagen über den Beginn der 50 %igen Arbeitsfähigkeit sind jedoch im Ergänzungsbericht der Klinik Z.________ vom 5. Juli 1999 enthalten. Dort wird der Zeitraum von wenigen Monaten ab Erstellung des Gutachtens vom 7. April 1999 angegeben. Zwar werden noch mögliche Einschränkungen angeführt, die jedoch an der grundsätzlich festgestellten 50 %igen Arbeitsfähigkeit nichts ändern. Vielmehr wird auf die funktionelle Überlagerung und Chronifizierungstendenz verwiesen. Diesbezüglich liegt aber eine Wertung durch das Gutachten der Klinik Y.________ vom 10. Mai 2000 vor, das bezüglich Arbeitsfähigkeit nicht von der Beurteilung der Klinik Z.________ abweicht. Einschränkungen werden im Ergänzungsbericht der Klinik Z.________ vom 5. Juli 1999 lediglich bezüglich Steigerung der Arbeitsfähigkeit angebracht. Eine solche wird aber auch von der IV-Stelle nicht angenommen. Zu konkretisieren ist demnach der Begriff "wenige Monate" gemäss Ergänzungsbericht vom 5. Juli 1999. Dabei kann es sich nach allgemeinem Sprachgebrauch sicher nicht um einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten handeln. Von einer sechsmonatigen Übergangsfrist geht auch der Versicherte in der Eventualbegründung der Beschwerdeantwort vom 21. März 2002 aus. Wird dieser Zeitraum berücksichtigt und zum Erstellungs-datum des Gutachtens der Klinik Z.________ vom 7. April 1999 hinzugezählt, so ist davon auszugehen, dass ab Oktober 1999 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % vorliegt. Gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV ist drei Monate nach der Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, somit ab 1. Januar 2000, eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit für die Bemessung des Invaliditätsgrades anzunehmen. Nach dem Gesagten ist für die Zeit ab 1. April 1997 bis Ende 1999 von gänzli-cher Arbeitsunfähigkeit des Versicherten (auch ausserhalb seines angestam-mten Berufs) auszugehen. Insbesondere ist die Beurteilung des Dr. med. A.________, med. Dienst der IV-Stelle, vom 22. Juni 2000 nicht nachvollziehbar, weshalb bereits nach Ablauf des Wartejahres gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG, d.h. bereits ab April 1997, eine Arbeitsfähigkeit von 50 % gegeben sein könnte.