Citation: 5C.117/2004 01.11.2004 E. 3.2

3.2.1 Das Obergericht hat in diesen Punkten auf das hydrogeologische Gutachten des Geologischen Büros G.________AG vom 22. Dezember 1994 und 5. März 1996 abgestellt, das die Frage einer möglichen Reaktivierung bzw. Sanierung der erwähnten Quelle dem Sinne nach verneint hat. Die Beklagten sprechen dieser vom Kläger in Auftrag gegebenen Expertise die Eigenschaft eines Beweismittels ab. Die in erster Linie die Verteilung der Beweislast regelnde Bestimmung von Art. 8 ZGB verleiht der belasteten Partei einen bundesrechtlichen Anspruch auf Abnahme von Beweisen, die zum Nachweis rechtserheblicher Tatsachen - nach Massgabe des kantonalen Prozessrechts frist- und formgerecht - anerboten worden sind (BGE 126 III 315 E. 4a S. 317). Das Bundesrecht bestimmt indessen nicht, wie der Sachrichter das Ergebnis der Beweiserhebungen zu würdigen habe, und verbietet ihm somit nicht, einem beantragten Beweismittel auf Grund einer vorweggenommenen Beweiswürdigung die Tauglichkeit abzusprechen. Ebenso wenig bestimmt Art. 8 ZGB, mit welchen Mitteln Beweise zu führen seien (dazu BGE 127 III 519 E. 2a S. 522; 126 III 315 E. 4a S. 317 mit Hinweisen). Der Richter kann mithin - nach Massgabe des kantonalen Rechts und in freier Beweiswürdigung - auch einem Parteigutachten Beweiskraft zuerkennen (vgl. Adrian Staehelin/Thomas Sutter, Zivilprozessrecht, S. 171, Rz. 70; Fabienne Hohl, Procédure civile, I. Band, S. 198, Rz. 1052). Was die Beklagten in diesem Zusammenhang vorbringen, ist im Berufungsverfahren daher nicht zu hören, zumal auch die Würdigung des Gutachtens als solche mit staatsrechtlicher Beschwerde hätte angefochten werden müssen. Demnach ist davon auszugehen, dass die vom Kläger früher genutzte, versiegte Quelle nicht reaktiviert bzw. saniert werden kann. 3.2.2 Die Beklagten erklären, es sei nicht von der Hand zu weisen, dass die Quelle ausschliesslich deshalb versiegt sei, weil sie vom Kläger nicht ordnungsgemäss unterhalten worden sei. Die von den Beklagten zu diesem Punkt angerufenen Autoren verneinen - im Zusammenhang mit dem Notwegrecht nach Art. 694 ZGB - einen Anspruch nur für den Fall, dass der Ansprecher die Wegenot leichtfertig verursacht hat oder hat eintreten lassen, dass er sie in Kauf genommen hat oder dass ein gegen Art. 2 ZGB verstossendes Verhalten vorliegt, indem der Ansprecher beispielsweise ein bestehendes Wegrecht deshalb aufgehoben hat, um einen kürzeren oder bequemeren "Notweg" zu erhalten (Liver, a.a.O., S. 269 f.; Rey, a.a.O., N 9 zu Art. 694 ZGB). Dass auf Seiten des Klägers ein qualifiziert schuldhaftes Verhalten im erwähnten Sinne vorliege, machen die Beklagten selbst nicht geltend. Unter diesen Umständen ist es von vornherein nicht zu beanstanden, dass keine Abklärungen darüber getroffen wurden, ob die Quelle vom Kläger ordnungsgemäss unterhalten worden sei. Im Übrigen geht das Obergericht unter Berufung auf das Gutachten des Geologischen Büros G.________AG davon aus, die Quelle sei wegen der durchgeführten Drainage versiegt. Dem Einwand der Beklagten, letztere sei durch den kantonalen Forstdienst beaufsichtigt worden, hat es entgegengehalten, das heisse noch nicht, dass die Quelle nicht trotzdem habe versiegen können. Damit hat die Vorinstanz verbindlich festgestellt (vgl. Art. 63 Abs. 2 OG), dass die Zerstörung der Quelle auf die Drainage zurückzuführen sei. Die Vorbringen der Beklagten stossen deshalb auch aus dieser Sicht ins Leere.