Citation: 2C_998/2020 E. 4.4

4.4. Bei der im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmenden ausländerrechtlichen Interessenabwägung kann nicht ausgeblendet werden, wie sich die betroffene ausländische Person während ihrer gesamten Anwesenheit in der Schweiz verhalten hat. Der Migrationsbehörde ist es daher nicht verwehrt, strafrechtlich relevante Daten, die sich in ihren Akten befinden, namentlich solche, die Anlass zu einer ausländerrechtlichen Verwarnung gaben, nach deren Löschung im Strafregister in die Beurteilung des Verhaltens der ausländischen Person einzubeziehen, wobei selbstverständlich weit zurückliegenden Straftaten in der Regel keine grosse Bedeutung mehr zukommen kann, insbesondere wenn es sich um relativ geringfügige Verfehlungen handelt (Urteil 2C_861/2018 vom 21. Oktober 2019 E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen). Zwar wiegen die ersten beiden Verurteilungen des Beschwerdeführers wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung sowie der Entziehung von Minderjährigen weniger schwer als die verfahrensauslösende Betäubungsmitteldelinquenz, indessen legt sein Verhalten gleichwohl nahe, dass er Mühe hat, sich an die Rechtsordnung zu halten. Insbesondere bei der Entziehung von Minderjährigen handelt es sich denn auch nicht bloss um ein Bagatelldelikt, was die Verurteilung zu neun Monaten Freiheitsstrafe und die in der Folge ausgesprochene ausländerrechtliche Verwarnung verdeutlichen. Die Vorinstanz hat, entgegen den Einwendungen des Beschwerdeführers, die vorangegangenen Straftaten bei der im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmenden ausländerrechtlichen Interessenabwägung zu Recht berücksichtigt.