Citation: I 566/04 08.02.2005 E. 5

5.1 Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen des festgestellten verminderten Arbeitsvermögens sind für den Einkommensvergleich rechtsprechungsgemäss die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns eines möglichen Rentenanspruchs massgebend; Validen- und Invalideneinkommen sind dabei auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Erlass der Verfügung bzw. - seit Einführung der Einsprachemöglichkeit auch im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 52 ATSG) - des Einspracheentscheides zu berücksichtigen (BGE 129 V 222). Die Beschwerdeführerin ist ausweislich der ärztlichen Unterlagen (Berichte der Frau Dr. med. B.________ vom 30. September 2001, des Dr. med. A.________ vom 23. November 2001 sowie des Dr. med. R.________ vom 15. November 2002) seit Mitte Februar 2001 in erheblichem Ausmass in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Der Rentenanspruch könnte daher nach Massgabe des Art. 29 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2002 in Kraft gestandenen Fassung) frühestens im Februar 2002 entstanden sein, weshalb grundsätzlich die damaligen Einkommensverhältnisse relevant sind. 5.2 Bis Ende Februar 2002 war die Beschwerdeführerin im Pflegeheim X.________ angestellt und bezog bis zu diesem Zeitpunkt ihren bisherigen Lohn oder Lohnersatz. Auch wenn die Wartezeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG gegebenenfalls unabhängig von den lohnmässigen Auswirkungen des Gesundheitsschadens zu laufen beginnen kann (BGE 105 V 156 Erw. 2a), ist jedenfalls bis Ende Februar 2002 keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse anzunehmen. Dem Einkommensvergleich zu Grunde zu legen ist folglich die erwerbliche Situation, wie sie sich ab März 2002 darstellt. Da keine Hinweise für eine erhebliche Veränderung der Vergleichseinkommen bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 12. Juni 2003 ersichtlich sind, erübrigt sich die Vornahme eines weiteren Einkommensvergleichs. 5.2.1 Die Ermittlung des hypothetischen Einkommens ohne Invalidität (Valideneinkommen) hat unbestrittenermassen auf der Basis des Verdienstes zu erfolgen, welcher der Versicherten zuletzt als Pflegerin ausbezahlt worden ist. Gemäss Arbeitgeberbericht vom 25. September 2001 belief sich dieser ab 1. Juli 2001 auf Fr. 43'355.- jährlich, woraus angepasst an die Nominallohnentwicklung von 2,1 % (Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2002, S. 33, Tabelle T1.2.93, Nominallohnindex, Frauen, 1997-2002, Abschnitt M,N,O [Unterrichtswesen; Gesundheits- und Sozialwesen; sonstige öffentliche Dienstleistungen; persönliche Dienstleistungen]; vgl. BGE 129 V 408 ff.) für das Jahr 2002 ein massgeblicher Betrag von Fr. 44'265.- resultiert. 5.2.2 Bei der Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Die Beschwerdeführerin arbeitet seit ca. Mitte 2002 während mittlerweile 32 bis 36 (Bericht des RAV vom 20. November 2002) bzw. rund 35 Wochenstunden (Schreiben der Versicherten vom 26. April 2003) als Betreuerin von Betagten und Kindern für die Spitex sowie den Verein Q.________. In dieser Tätigkeit hat sie aus medizinischer Sicht - wie im vorinstanzlichen Entscheid insbesondere mit Blick auf die Berichte des Dr. med. R.________ vom 15. November 2002 sowie 13. Mai 2004 zutreffend erwogen wurde - unter Berücksichtigung gewisser Einschränkungen (vgl. den Bericht des RAV vom 20. November 2002) als optimal eingegliedert zu gelten, zumal das Arbeitspensum in Anbetracht einer im Gesundheits- und Sozialwesen betriebsüblichen durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden im Jahre 2002 (Die Volkswirtschaft , 12/2004, S. 94, Tabelle B9.2, Abschnitt N) mit 77 bis knapp 87 % in etwa dem vor Eintritt des Gesundheitsschadens - und ohne Beeinträchtigung weiterhin (vgl. Erw. 3 hievor) - ausgeübten zeitlichen Einsatz gleichkommt. Die Versicherte schöpft mithin, auch vor dem Hintergrund ihres beruflichen Werdeganges (Primarschule, Lehre als Verkäuferin, nachfolgend Tätigkeiten als Dekorateurin, Floristin und Pflegerin) sowie ihres arbeitsmarktlich gesehen bereits fortgeschrittenen Alters, das verbliebene Leistungsvermögen in ihren neuen Teilzeitanstellungsverhältnissen zumutbarerweise voll aus. Sie verdient dabei Fr. 15.- bis Fr. 19.- (Verein Q.________) sowie Fr. 22.- (Spitex) stündlich (Bericht des RAV vom 20. November 2002; [Verlaufs-]Protokoll der IV-Stelle vom 14. März 2003). Ausgehend von einem im Gesundheitsfall zu 80 % ausgeübten Pensum, welches einer wöchentlichen Arbeitszeit von 33,28 Stunden (41,6 Stunden : 10 x 8) entspricht, vermöchte die Versicherte bei einem mit dem kantonalen Gericht auf Fr. 17.- festgesetzten Stundenansatz ein Einkommen von Fr. 27'156.- jährlich (Fr. 17.- x 33,28 x 48) zu realisieren. Mit diesem sowohl im Vergleich zu den angegebenen konkreten Ansätzen wie auch angesichts des von Frauen im Gesundheits- und Sozialwesen 2002 durchschnittlich erzielten Jahreseinkommens bei einem 80 %-Pensum von Fr. 42'961.- (Bundesamt für Statistik, Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 2002, S. 43, Tabelle TA1, Wirtschaftszweig Gesundheits- und Sozialwesen, Anforderungsniveau 4 [Fr. 4303.- : 40 Arbeitsstunden x 41,6 Arbeitsstunden x 12 Monate x 0,8]) eher niedrig gewählten Stundenlohn wird dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin auch in der aktuellen Betreuungstätigkeit zufolge ihrer körperlichen Beeinträchtigungen bis zu einem gewissen Grade reduziert ist, vollumfänglich Rechnung getragen. Der letztinstanzlich unter Hinweis auf die Lohnausweise 2003 der Spitex sowie des Vereins Q.________ vorgebrachte Einwand der Beschwerdeführerin, nicht einmal das im Jahre 2003 tatsächlich erzielte (Brutto-)Einkommen erreiche mit gesamthaft Fr. 23'199.- den angenommenen Verdienst, vermag an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Der Umstand, dass die Einkommenserzielung (2003) das als zumutbar bezeichnete Einkommen von Fr. 27'156.50 um rund 4000 Franken unterschreitet, lässt sich nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen erklären. Aus der Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 44'265.-) und Invalideneinkommen (Fr. 27'156.-) ergibt sich eine Erwerbseinbusse von 38,65 %. 5.3 Die Gesamtinvalidität beträgt angesichts einer unbestrittenen leidensbedingten Einschränkung im Haushalt von 25 % (vgl. Erw. 3 hievor) - gewichtet - rentenausschliessende 36 % (0,8 x 38,65 % + 0,2 x 25 %; zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121).