Citation: 1A.294/2004 10.03.2006 E. A

Mit Baugesuch vom 7./25. Oktober 2002 und Ergänzungen vom 10. Dezember 2002, 31. Januar 2003 und 18. März 2003 ersuchte die Swisscom Mobile AG um Bewilligung des Neubaus einer Mobilfunkanlage auf Parzelle Nr. 1370 im Gebiet Lörn (Koordinaten 748'050/ 264'006). Das Baugrundstück liegt in der Landwirtschaftszone an der oberen Kante eines Geländeeinschnitts, in welchem die tiefer gelegte Umfahrungsstrasse von Arbon verläuft. Die Swisscom beabsichtigt, mit der Antenne den nördlichen Teil der Schnellstrasse ab dem Nordportal des Rinderweidtunnels sowie die Orte Roggwil und Stachen mit Mobilfunk zu versorgen. Das Projekt sah einen 35 m hohen Antennenmast und einen Gerätecontainer (4.4 x 3.4 m) vor. Am Mast sollen sechs Antennen für das GSM 900 / GSM 1800 UMTS-Netz angebracht werden. Während der öffentlichen Auflage des Baugesuchs vom 19. November 2002 bis 8. Dezember 2002 gingen mehrere Einsprachen ein. Am 28. März 2003 entschied das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau, dass die Anlage die Anforderungen an den Immissionsschutz betreffend die nichtionisierende Strahlung erfülle. Am 1. April 2003 entschied das kantonale Amt für Raumplanung, das Bauvorhaben erfülle unter Einhaltung der Auflagen die Anforderungen von Art. 24 des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG, SR 700), weshalb die Ausnahmebewilligung erteilt werde. Wesentliche Auflagen waren die Reduktion der Masthöhe um 5 m auf 30 m und die schlankere Gestaltung des Masten als auf dem Plan vom 19. August 2002, welcher der Baueingabe beilag. Der Gemeinderat Roggwil erteilte somit am 13. Juni 2003 die Baubewilligung unter gleichzeitiger Abweisung sämtlicher Einsprachen. Die abgewiesenen Einsprecher X.________ und Y.________ führten Rekurs gegen die Entscheide des Amtes für Umwelt, des Amtes für Raumplanung und des Gemeinderats Roggwil, stets mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Bewilligung. Sie brachten im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe die von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geforderte detaillierte Prüfung der Standortgebundenheit der Antenne offensichtlich nicht vorgenommen. Unterlassen habe sie auch die Überprüfung, ob die bisherige Versorgung in den Bereichen der Umfahrungsstrasse Arbon sowie der Ortschaften Roggwil und Stachen ungenügend sei. Zu diesen Fragen beantragten sie ein Sachverständigengutachten. Die Prüfung von lediglich zwei Alternativstandorten sei zudem offensichtlich ungenügend, und deren Beurteilung sei nach den ungeprüften Vorgaben der Swisscom erfolgt. Die Auflage, die Swisscom habe den Masten auch ihren Konkurrenzunternehmen zur Verfügung zu stellen, führe im Übrigen zur Überschreitung der Anlagegrenzwerte. Dazu verlangten die Beschwerdeführer ebenfalls das Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen. Schliesslich werde die Aufhebung der angefochtenen Verfügung im Lichte der Vorsorge notwendig, weshalb sich das Gutachten auch zur Frage der minimal notwendigen Sendeleistung äussern solle. Des Weitern verunstalte die Anlage das Landschaftsbild.