Citation: 6S.128/2005 11.07.2006 E. 3

Im Rahmen der durch die Vorinstanz angeordneten Verwahrung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB rügt der Beschwerdeführer zunächst eine Verletzung von Art. 13 StGB und Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB. Er macht geltend, seine im Nachgang an die Begutachtung erfolgten Aussagen reflektierten sein Problembewusstsein, die Einsicht, pädophil zu sein, die Motivation, sich einer deliktsorientierten Psychotherapie zu unterziehen sowie seinen echten Willen, die Situation zu verändern. Trotz dieser Veränderung seiner persönlichen Verhältnisse bzw. seiner Persönlichkeitsstruktur seit Gutachtenserstellung habe die Vorinstanz in Verletzung von Bundesrecht keine neue bzw. ergänzende Begutachtung veranlasst. 3.1 Mit der Nichtigkeitsbeschwerde kann geltend gemacht werden, es hätte ein neues Gutachten eingeholt werden müssen, weil sich Geisteszustand und Persönlichkeitsstruktur des Angeschuldigten in der seit der letzten Begutachtung verstrichenen Zeit verändert hätten, die Expertise somit nicht mehr richtig, sondern überholt und damit nicht mehr aktuell sei. Denn ein Gutachten kann sich grundsätzlich nur über den Geisteszustand bzw. die Persönlichkeitsstruktur des Exploranden aussprechen, wie sie zur Zeit vor der Begutachtung vorgelegen haben. Nur insoweit ist es Beweismittel. Ob eine Expertise aufgrund der seitherigen Entwicklung noch Gültigkeit beanspruchen kann, hängt deshalb davon ab, ob inzwischen veränderte Verhältnisse eingetreten sind, d.h. ob und in welcher Weise sich der Geisteszustand oder die Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen seit der letzten Begutachtung prognoserelevant verändert haben. Feststellungen des Sachrichters über die Weiterdauer oder eine allfällige Änderung des früheren Geisteszustands des Täters sind dabei tatsächlicher Natur und daher mit der Nichtigkeitsbeschwerde nicht anfechtbar (Art. 277bis Abs. 1 und Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Mit dieser kann nur gerügt werden, die festgestellten Veränderungen hätten zwingend eine Neubegutachtung erfordert (vgl. BGE 106 IV 236 E. 2b). 3.2 Die Vorinstanz setzt sich mit der Frage, ob nach Erstellung des Gutachtens vom 20. November 2003 von veränderten persönlichen Verhältnissen auszugehen sei, einlässlich auseinander. Sie berücksichtigt dabei die seit der Begutachtung gemachten Aussagen des Beschwerdeführers, aufgrund welcher dieser eine Veränderung seiner Persönlichkeitsstruktur geltend macht, so namentlich, dass er keine Drogen mehr nehme, ihm die Folgen seines widerrechtlichen Tuns bewusst geworden seien, er eingesehen habe, dass er ein geordnetes Leben brauche und daher bereit sei, sich einer deliktsorientierten Psychotherapie zu unterziehen, um die Basis für eine rechtsgetreue Zukunft zu schaffen (angefochtenes Urteil, S. 77). Aufgrund einer Gesamtwürdigung seines Verhaltens sowohl im bisherigen Verfahren als auch anlässlich der persönlichen Befragung an der Gerichtsverhandlung gelangt sie zum Schluss, dass der Beschwerdeführer nach wie vor weder ein Problembewusstsein noch eine echte Veränderungsmotivation zeige, zumal bei ihm entgegen seiner Lippenbekenntnisse noch immer erhebliche Verdrängungstendenzen bestünden. So schiebe er nach wie vor die Initiative der sexuellen Kontakte teilweise auf eines der Opfer ab und stehe weiterhin nicht vollumfänglich zu seinen Taten, sondern blende gerade die gravierendsten Übergriffe unter Berufung auf seine - psychiatrisch als nicht haltbar bezeichnete - Erinnerungslosigkeit aus (vgl. Protokoll, S. 14, 21, 23, 27). Damit geht die Vorinstanz in tatsächlicher Hinsicht, ohne sich in unzulässiger Weise die Beantwortung ihr nicht geläufiger Fachfragen anzumassen, von der Fortdauer der im Gutachten beschriebenen Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers aus. 3.3 Gegen diese tatsächliche Feststellung wendet sich der Beschwerdeführer, wenn er das Vorliegen veränderter persönlicher Verhältnisse behauptet. Auf die Rüge, die Vorinstanz habe in Verletzung von Art. 13 StGB und Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB keine neue bzw. ergänzende Begutachtung veranlasst, ist daher nicht einzutreten.