Citation: 1P.107/2001 25.06.2001 E. 3

3.- Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz in verschiedener Hinsicht willkürliche Rechtsanwendung und damit eine Verletzung von Art. 9 BV vor. a) Was das allgemeine Willkürverbot betrifft, welches bei jeder staatlichen Tätigkeit zu beachten ist, verschafft dieses nach der Rechtsprechung zu Art. 88 OG und Art. 4 aBV für sich allein dem Betroffenen noch keine geschützte Rechtsstellung. Eine Legitimation zur Willkürbeschwerde besteht erst dann, wenn der angefochtene Entscheid den Beschwerdeführer in seiner Rechtsstellung berührt und in rechtlich geschützte Interessen eingreift. Die Geltendmachung des Willkürverbots setzt eine Berechtigung in der Sache voraus; aus Art. 4 aBV folgt kein selbständiger Anspruch auf willkürfreies staatliches Handeln. Diese Rechtsprechung zu Art. 4 aBV gilt auch unter der Herrschaft von Art. 8 und 9 BV (BGE 126 I 81 E. 3-6 S. 85 ff.; Pra 2001 Nr. 72 E. 2 S. 419). b) Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin der Parzelle .... Diese Parzelle liegt gegenüber der Baurechtsparzelle ..... der Stiftung Bibliothek B.________ (Beschwerdegegnerin 2) bzw. der Stammparzelle ..... von B.________ (Beschwerdegegner 1). Sie wird durch die .........strasse von den Parzellen der Beschwerdegegner getrennt und ihr Abstand zu diesen beträgt ca. 30 m. Nach der Rechtsprechung zu Art. 88 OG sind Eigentümer benachbarter Grundstücke befugt, eine Baubewilligung wegen Willkür mit staatsrechtlicher Beschwerde anzufechten, soweit sie die Verletzung von Bauvorschriften geltend machen, die ausser den Interessen der Allgemeinheit auch oder in erster Linie dem Schutz des Nachbarn dienen. Zusätzlich müssen sie dartun, dass sie sich im Schutzbereich der Vorschriften befinden und durch die behaupteten widerrechtlichen Auswirkungen der Baute betroffen werden (BGE 118 Ia 112 E. 2a S. 116). c) Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Verwaltungsgericht habe das Bestehen einer Ausnahmebewilligung bezüglich Überschreitung der Gebäudelänge um 6.50 m als rechtsbeständig sanktioniert, obwohl eine solche nicht erteilt worden sei. Zu Unrecht sei es in seinem Entscheid nicht mehr auf die Baubewilligung vom 7. September 1995 zurückgekommen. Damit habe es § 73 PBG und Art. 58 BauR in Verbindung mit Art. 62 BauR falsch bzw. nicht angewandt und demzufolge das Willkürverbot gemäss Art. 9 BV verletzt. aa) § 73 PBG und Art. 58 BauR regeln die Voraussetzungen, unter den innerhalb der Bauzone eine Ausnahmebewilligung erteilt werden kann. Die Beschwerdeführerin ruft diese Bestimmungen im Zusammenhang mit Art. 62 BauR an, welcher die maximal zulässigen Gebäudelängen in den verschiedenen Zonen festlegt. Dieser Vorschrift kommt gleich wie beispielsweise den Bestimmungen über die Gebäudehöhe, die Gebäudeabstände und die Grenzabstände nachbarschützende Wirkung zu (BGE 118 Ia 232 E. 1b S. 235; 99 Ia 126 E. 6 S. 137; ZBl 89/1988 S. 87 E. 1b S. 88). Insoweit ist die Beschwerdeführerin befugt, die Ausnahmebewilligung mit staatsrechtlicher Beschwerde anzufechten. bb) Damit die Beschwerdelegitimation bejaht werden kann, muss sich ein Beschwerdeführer - wie erwähnt - zusätzlich im Schutzbereich der nachbarschützenden Norm befinden und er muss durch die Auswirkungen der geltend gemachten Verletzung in seinen persönlichen Interessen betroffen sein. Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, sie werde vom Schutzbereich von Art. 62 BauR erfasst. Sie macht auch nicht geltend, durch die Überschreitung der Gebäudelänge um 6.50 m werde ihr (zusätzlich) Licht und Sonne entzogen, die Aussicht geschmälert oder sie erleide dadurch anderweitige, ihre persönlichen Interessen berührende Beeinträchtigungen. Ihre Rügen betreffen allgemeine öffentliche Interessen an der willkürfreien Anwendung der Ausnahmebestimmungen. Dazu ist sie jedoch nicht beschwerdelegitimiert. d) Die Beschwerdeführerin wirft dem Verwaltungsgericht auch eine willkürliche Rechtsanwendung von Art. 90 BauR vor, wonach Bauten nur mit behördlicher Bewilligung errichtet und abgeändert werden dürfen. Mit seinem Entscheid habe das Verwaltungsgericht die begonnenen Bauarbeiten trotz fehlender rechtsgültiger Ausnahmebewilligung sanktioniert. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, sie sei dadurch in ihren sich aus Verfahrensvorschriften ergebenden Ansprüchen verletzt worden. Sie legt auch nicht dar, inwiefern sie durch die behauptete Verletzung von Art. 90 BauR in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen sein soll. Ihre Ausführungen erschöpfen sich in appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid. Damit genügt sie der bei Willkürbeschwerden gegebenen qualifizierten Rügepflicht nicht.