Citation: I 818/05 31.03.2006 E. 6

Dem Beschwerdeführer ist auch darin beizupflichten, dass angesichts des Kenntnisstandes vom 24. November 1998, dem Zeitpunkt des Erlasses der am 10. September 2003 in Wiedererwägung gezogenen Verfügung, nicht gesagt werden kann, es sei zweifellos unrichtig gewesen, dass die IV-Stelle dem Beschwerdeführer damals weiterhin eine ganze Invalidenrente unbefristet zugesprochen hat. Dr. med. L.________, dessen Gutachten vom 17. Juli 1998 der Verwaltung als Entscheidungsgrundlage für die Verfügung vom 24. November 1998 diente, erachtete den Beschwerdeführer im begutachteten Zustand in der zuvor ausgeübten (50-Prozent-)Tätigkeit eines werksinternen Austrägers mit Handwagen von Getränken, Gipfeli und Handtüchern als nicht arbeitsfähig. Warum er ihm aber im damaligen Zustand eine leichte bis mittelschwere, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit Einschränkungen als zumutbar erachtete, begründete er nicht. Auch äusserte er sich damals noch nicht zum Beschäftigungsgrad. Wie es sich mit den dem Beschwerdeführer im damaligen Zeitpunkt verbliebenen Betätigungsmöglichkeiten verhielt, geht aus dem Bericht vom 8. April 1999 über die Erkenntnisse aus der ab dem 18. Januar 1999 auf drei Monate angelegten, aber nach zwei Monaten abgebrochenen Abklärung der körperlichen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit beim WW hervor. Zu der von Dr. med. L.________ abgegebenen Beurteilung der Zumutbarkeit einer leichten bis mittelschweren, vorwiegend sitzenden Tätigkeit wurde dort angemerkt, der Versicherte sei in der freien Wirtschaft nicht vermittelbar und seine Restarbeitsfähigkeit sei im Rahmen eines geschützten Arbeitsplatzes lediglich Fr. 2.- pro Stunde wert. Auf Vorhalt des WW-Berichtes hin räumte Dr. med. L.________ am 21. Juni 1999 gegenüber der IV-Stelle ein, seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bei diesem Versicherten mit mehrfacher Behinderung sei wohl zu optimistisch gewesen. Er führte dies allerdings auf eine gewisse Tendenz des Beschwerdeführers zur Aggravation und auf fehlende Arbeitsmotivation zurück und blieb dabei, diesem sei eine leichte, weitgehend sitzende Tätigkeit in einem "normalen zeitlichen Umfang" zumutbar. Wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde richtig darauf hingewiesen wird, relativierte er seine ursprüngliche Stellungnahme erheblich, indem er anders noch als in seinem Gutachten nunmehr eine mittelschwere Tätigkeit nicht mehr als zumutbar erachtete.