Citation: 6B_784/2022 E. 1.2.1

1.2.1. Die Vorinstanz stellt fest, die Beschwerdeführerin habe die Entführung des Sohns von langer Hand geplant. Sie habe sich bei einem Anwalt erkundigt. Dieser habe als Entführungsort Dubai vorgeschlagen und ein Flugticket beschafft, während die Beschwerdeführerin eine Aufenthaltsbewilligung organisiert habe. Für das Leben in Dubai habe sie Geld aus dem Verkauf eines Hauses mitgenommen. Sie habe während vier Jahren unentdeckt in Dubai gelebt und den Kindsvater im Ungewissen gelassen, ob sein Sohn überhaupt noch lebe. Die Vorinstanz erblickt eine hohe kriminelle Energie, zumal die Entführung in ein Land ohne Rückführungsabkommen erfolgte. Während der 4-jährigen Entführung habe sich der Sohn dermassen vom Kindsvater distanziert, dass er nun den Kontakt verweigere. An der Berufungsverhandlung habe die Beschwerdeführerin dem Kindsvater krankes Verhalten sowie Alkoholismus vorgeworfen und ihn als perversen Narzissten bezeichnet. Die Beschwerdeführerin behaupte immer noch, dass sie den Sohn vor dem Kindsvater habe schützen müssen. Sie zeige keine Reue und habe aus egoistischen Motiven gehandelt. Sie habe bezweckt, dass der Sohn ohne Kindsvater aufwächst und dass sie die einzige Bezugsperson sei. Diese Faktoren wertet die Vorinstanz stark verschuldenserhöhend. Dagegen berücksichtigt die Vorinstanz leicht verschuldensmindernd, dass die Beschwerdeführerin mit dem Sohn in die Schweiz zurückgekehrt sei und dass sie sich im Strafverfahren geständig und kooperativ gezeigt habe. Insgesamt macht die Vorinstanz ein schweres Verschulden aus und legt die Einsatzstrafe für die qualifizierte Entführung auf 30 Monate fest.