Citation: 8C_520/2024 E. 4

Im Rückweisungsurteil 8C_84/2022 vom 19. Mai 2022 erwog das Bundesgericht, mit der Verneinung der im ABI-Gutachten vom 26. Oktober 2020 gestellten Diagnose einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (PTSB) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe die Vorinstanz nicht mehr eine zulässige freie Beweiswürdigung vorgenommen (vgl. Art. 61 lit. c ATSG), sondern das ABI-Gutachten bezüglich einer spezifisch medizinischen Frage korrigiert, was unter den gegebenen Umständen bundesrechtswidrig sei und sich insbesondere auch nicht mit der Befugnis des Rechtsanwenders zur rechtlichen Überprüfung der Folgenabschätzung rechtfertigen lasse (E. 6.2.1). Hinzu komme, dass im psychiatrischen ABI-Gutachten eine umfassende und hinreichende Beurteilung nach Massgabe der relevanten Indikatoren nach BGE 141 V 281 E. 4.3 f. fehle. Die summarische Indikatorenprüfung durch den psychiatrischen ABI-Gutachter bilde keine ausreichende Beurteilungsgrundlage. Die vorinstanzliche Würdigung des Gutachtens vermöge hier die bundesrechtlich geforderte hinreichende Plausibilisierung der Folgenabschätzung durch die Gutachterperson nicht zu erbringen (E. 6.2.2). Unter diesen Umständen habe die Vorinstanz aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes und des Gebots der freien und umfassenden Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) von Bundesrechts wegen in medizinischer Hinsicht weitere Abklärungen vorzunehmen. Dabei habe sie zumindest bei den ABI-Gutachtern eine präzisierende Stellungnahme einzuholen. Falls die Beweislage danach weiterhin nicht schlüssig sei, habe sie ein klärendes gerichtliches Gutachten zu veranlassen und danach über die Beschwerde neu zu entscheiden.