Citation: 4A_34/2024 E. 7.3

7.3. Von einem Verstoss gegen den Grundsatz pacta sunt servanda kann vorliegend keine Rede sein. Das Schiedsgericht gelangte in Auslegung des NMV und der Änderungsvereinbarung 2014 sowie in Anwendung dieser interpretierten vertraglichen Regelung auf die erhobenen Parteiansprüche zu seinem Urteil. Dieser Auslegungs- und Anwendungsvorgang ist nicht vom Prinzip der Vertragstreue erfasst. Richtig besehen beschlägt die Kritik der Beschwerdeführerin auch in diesem Kontext ausschliesslich die materielle Rechtsanwendung durch das Schiedsgericht. Was sie mit ihrer Rüge bezwecken will, ist eine im Rahmen der Schiedsbeschwerde unzulässige, inhaltliche Überprüfung, ob das Schiedsgericht die einzelnen Anpassungsansprüche der Parteien korrekt beurteilt hat. Damit kann ihr kein Erfolg beschieden sein. Das Schiedsgericht hat die Anwendung der vertraglichen Vereinbarungen der Parteien nicht verweigert, vielmehr ausgelegt und zur Anwendung gebracht. Dass sie nicht bezüglich aller erhobenen Ansprüche, namentlich nicht derjenigen der Beschwerdeführerin, eine vertragliche Grundlage für deren Gutheissung erkennen konnte, bedeutet keinen Verstoss gegen das Prinzip pacta sunt servanda.