Citation: 1B_395/2021 E. 2.4

2.4. Nach den Darlegungen der Staatsanwaltschaft sei der Beschwerdegegner als Partner von zwei Firmen und wirtschaftlicher Berechtigter der von der Kontensperre mitbetroffenen Gesellschaft i.________ Inc. aufgetreten. Laut dem Zeugen P.________ habe der Beschwerdegegner sich als Vertreter der Fa. M.________ vorgestellt. Dieser sei P.________'s einziger Kontakt zu dieser Gesellschaft bzw. ihren Inhabern gewesen. Aus der "Vortat F/G", bei der es um Veruntreuuung bzw. ungetreue Geschäftsbesorgung, Betrug und Bestechung zum Nachteil der C.________ (ab Dezember 2014) in der Höhe von ca. EUR 1 Mrd. gegangen sei, habe P.________ von der Fa. M.________ einen Deliktserlös von EUR 78,8 Mio. erhalten. Von den insgesamt ca. EUR 1 Mrd. sei eine erste Tranche von EUR 512 Mio. auf verschiedene Konten überwiesen worden, ein grosser Teil auf Konten in der Schweiz. Nach Abzug von verschiedenen "Gebühren" seien die restlichen EUR 454 Mio. durch die Fa. M.________ an verschiedene Gesellschaften geflossen; die Hälfte davon (ca. EUR 227 Mio.) an Firmen unter der Kontrolle von N.________, die andere Hälfte an Gesellschaften, die vom Hauptbeschuldigten kontrolliert worden seien. Davon seien auch Gelder auf Konten des Beschwerdegegners transferiert worden. Zudem sei der Beschwerdegegner (gemäss den Zeugenaussagen P.________'s vom 7. Januar 2020) dafür verantwortlich gewesen, "die zweite Tranche von weiteren USD 600 Mio. aus der F.________-Vortat zu waschen". Die Fa. M.________ habe für den Beschwerdegegner USD 200 Mio. "gehalten". Er sei von N.________ instruiert worden, wie er diesen Betrag für "e.________" zu bewirtschaften habe. Dieses Vorgehen habe auch J.________ (am 9. Januar 2020) als Zeuge bestätigt. P.________ habe ausgesagt, dass der Beschwerdegegner anlässlich eines Treffens am 27. April 2016 erklärt habe, wie er "den Deliktserlös von b.________ waschen wolle", nämlich mit Hilfe von gefälschten Obligationen (Bonds). Der Beschwerdegegner sei eine der Schlüsselfiguren beim Aufbau des Geldwäschereisystems gewesen. Im jetzigen Verfahrensstadium sei der Zweck der provisorischen Beschlagnahmen lediglich, die allfällige Einziehung von Deliktserlös oder die Sicherung von Ersatzforderungen zu gewährleisten. Derzeit könne zu den dargelegten Verdachtsgründen noch kein lückenloses Beweisergebnis erwartet werden. Dies gelte auch deshalb, weil der Beschwerdegegner selber es bisher unterlassen habe zu belegen, was der wirtschaftliche Hintergrund der erwiesenermassen erfolgten Vermögenstransaktionen gewesen sei. Für eine Einvernahme stehe er nach wie vor nicht zur Verfügung. Nach jetzigem Verfahrensstand sei mit höchster Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die gesperrten Gelder aufgrund ihres deliktischen Ursprungs vom zuständigen Sachrichter eingezogen werden bzw. dass sie als Haftungssubstrat für eine staatliche Ersatzforderung herangezogen würden. Insgesamt sei davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner Deliktserlös von mindestens USD 200 Mio. erhalten bzw. weitertransferiert habe. Was die zwei betroffenen Konten betrifft, verwies die Staatsanwaltschaft unter anderem auf eine Excel-Tabelle, aus denen verdächtige Geldflüsse von mindestens EUR 4 Mio. ersichtlich seien. Aus der "F.________-Vortat" seien zwischen Dezember 2014 und Juni 2018 insgesamt ca. EUR 4,1 Mio. von Konten unter der Kontrolle der Inhaber der Fa. M.________ auf die gesperrten Bankverbindungen geflossen. Provisorisch beschlagnahmt sind auf den zwei betroffenen Konten momentan ca. CHF 1,25 Mio.