Citation: 6B_199/2022 E. 4.3.6

4.3.6. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, sie habe ihr Geständnis nicht hinreichend berücksichtigt. Sie sei sprachlich und kognitiv etwas eingeschränkt und könne sich nicht gut artikulieren. Dies bedeute nicht, dass sie ihre Taten nicht bereue. Nur aus Angst habe sie die Vorwürfe anfänglich bestritten. Ein Geständnis kann bei der Beurteilung des Nachtatverhaltens zu Gunsten des Täters berücksichtigt werden, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht oder auf Reue schliessen lässt oder der Täter zur Tataufdeckung über seinen eigenen Tatanteil hinaus beiträgt (BGE 121 IV 202 E. 2d). Hat ein Geständnis die Strafverfolgung nicht erleichtert oder ist der Täter nur aufgrund einer erdrückenden Beweislage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig geworden, ist auf eine Strafminderung zu verzichten (Urteile 6B_1059/2019 vom 10. November 2020 E. 5.6; 6B_687/2016 vom 12. Juli 2017 E. 1.5.2). Je länger die Strafe ist, desto geringer darf die prozentuale Minderung ausfallen. Eine Strafreduktion wegen des Geständnisses allein sollte sich deshalb in der Regel auch bei längeren Strafen im Umfang von Monaten halten (vgl. HANS MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, S. 136 f. Rz. 363 f.). Die Vorinstanz erwägt überzeugend, dass die erstinstanzliche Reduktion der Strafe um rund einen Fünftel zu hoch war. Die Beschwerdeführerin sei nicht von Anfang an geständig gewesen. Vielmehr habe sie sich als Opfer eines Raubüberfalls dargestellt. Erst nach über einem Monat Untersuchungshaft und dem Vorhalt belastender Untersuchungsergebnisse habe sie ihre Taten schliesslich eingeräumt. Dabei habe sie anfänglich behauptet, zu den Taten gezwungen worden zu sein. Das ganze Ausmass ihrer Delinquenz habe sie nur allmählich und oft erst nach Vorlage belastender Beweise eingestanden. Die Vorinstanz berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin später gegen andere Bandenmitglieder aussagte. Allerdings habe sie sich nur in geringem Ausmass einsichtig und reuig gezeigt. Von Einsicht und Reue habe primär ihre Rechtsanwältin gesprochen. Die Beschwerdeführerin selbst habe sich dazu kaum geäussert. An der Berufungsverhandlung habe sie erst auf explizite Nachfrage erklärt, dass ihr das Ganze leidtue. Dabei scheine sie sich aber primär selbst zu bemitleiden und die drohende Strafe zu fürchten. Vor der Erstinstanz habe sie sogar zu Protokoll gegeben, sie hätte weiter delinquiert, wenn sie nicht gefasst worden wäre. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, dass die Vorinstanz bei der Würdigung des Geständnisses willkürliche Feststellungen getroffen hätte (vgl. dazu E. 2.1 hiervor) oder dass sie ihren erheblichen Ermessensspielraum missbraucht oder überschritten hätte. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind nicht zu beanstanden.