Citation: U 98/02 17.11.2003 E. 2

In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt mit Bezug auf die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten Rückenbeschwerden und der dadurch bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowie dem Sturz vom 24. Februar 1996 unrichtig und unvollständig festgestellt. 2.1 Das kantonale Gericht hat die medizinischen Akten umfassend geprüft und erwogen, dass bis zum Aufenthalt in der Klinik G.________ im Herbst 1997, mithin rund 19 Monate nach dem Unfallereignis, keine Rückenbeschwerden aktenkundig seien. Die Klinikärzte hätten die geltend gemachten Beschwerden auf eine vorbestehende Spondylolisthesis zurückgeführt. Anzeichen dafür, dass durch den Unfall eine richtunggebende Verschlimmerung eingetreten sei, bestünden nicht. Im Bericht des Spital E.________vom 1. März 1996, welcher sich auf eine eingehende Untersuchung stütze, würden keine Rückenbeschwerden erwähnt. In den in der Zeit vom 18. März 1996 bis 25. September 1997 erstellten Berichten des Handchirurgen Dr. med. F.________ sei ausschliesslich von Beschwerden an den oberen Extremitäten die Rede. Der Beschwerdeführer selber habe in der Anmeldung zum Leistungsbezug der Invalidenversicherung vom 9. April 1997 nur die Behinderung am Handgelenk angeführt; Rückenbeschwerden habe er nicht erwähnt. Kreisarzt Dr. med. H.________ habe die Rückenschmerzen als Folgen einer Spondylolisthesis L5/S1 mit leichter segmentaler Instabilität bezeichnet, welche mit dem Unfall nichts zu tun habe. Auch Dr. med. I.________ vom SUVA-Ärzteteam Unfallmedizin habe nach Prüfung der Vorakten und Röntgenbilder die Unfallkausalität verneint. Wenn Dr. med. J.________ in seiner Stellungnahme vom 31. Oktober 2000 eine traumatisierte Spondylolyse erwähne, stehe dies im Widerspruch zur Stellungnahme aus dem Jahre 1998, aus der deutlich hervorgehe, dass die Aussage, wonach im Anschluss an den Unfall Rückenbeschwerden aufgetreten seien, lediglich auf einer ihm gegenüber vom Versicherten gemachten Schilderung beruhe. Die Vorinstanz kam daher zum Schluss, dass die im Zeitpunkt des Einspracheentscheids bestehenden Rückenbeschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stünden. 2.2 Die Ärzte der Klinik G.________, welche im Austrittsbericht vom 2. Dezember 1997 aktenkundig als erste Rückenbeschwerden des Versicherten erwähnten, gaben an, gemäss den Ausführungen des Patienten hätten bereits vor dem Unfall leichte lumbale Schmerzen bei der Arbeit bestanden. Diese hätten seit dem Sturz vom Februar 1996 zugenommen. Bei der radiologischen Untersuchung sei eine Spondylolisthesis mit leichter ventrodorsaler Instabilität und beginnenden degenerativen Veränderungen des Segments L5/S1 festgestellt worden, welche jedoch nicht eine Folge des versicherten Unfalles sei. Gemäss Dr. med. I.________ handelt es sich aufgrund der bildgebenden Befunde um Folgen einer typischen Entwicklungsstörung (isthmische Spondylolyse), welche mit praktischer Sicherheit als Vorzustand (Abrundung und Ausziehung am Vorderrand von S1, begleitende Bogenschluss-Anomalie) zu betrachten sei. Für einen traumatischen Schaden gebe es keine Anhaltspunkte. Eine frische Wirbelfraktur mit akutem Gleitvorgang hätte zu sofortigen massiven Schmerzen führen müssen, während eine Rückenprellung nicht geeignet sei, den Vorzustand richtunggebend zu verschlimmern (vgl. Beurteilung vom 29. April 1999). Im Bericht vom 8. Februar 2001 führte Dr. med. I.________ aus, eine echte Verschlimmerung des Vorzustandes am 24. Februar 1996 sei nach Lage der Akten weder erwiesen noch wahrscheinlich, sondern höchstens möglich. Viel wahrscheinlicher sei ein schicksalhafter Verlauf eines krankhaften Befundes. Den einleuchtenden Schlussfolgerungen des SUVA-Arztes, welche auf eingehenden Auseinandersetzungen mit den Vorakten beruhen und sich auf Röntgenaufnahmen stützen, kann ohne weiteres gefolgt werden. Dass es sich dabei um versicherungsinterne Berichte handelt, vermag deren Beweiswert nicht zu mindern, zumal keine Umstände ersichtlich sind, welche die Unparteilichkeit der Beurteilungen als begründet erscheinen lassen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nach der Rechtsprechung (BGE 125 V 353 Erw. 3b/ee, 122 V 161 Erw. 1c) nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Wenn der behandelnde Neurochirurge, Dr. med. J.________, in seinem Bericht vom 18. März 2002 dafür hält, es sei nicht ungewöhnlich, wenn die Beschwerden einer traumatisierten Spondylolyse erst in einem späteren Zeitpunkt und unter Umständen sogar erst Monate nach dem Unfall auftreten würden, vermag dies nicht zu überzeugen, nachdem der Beschwerdeführer erst rund 19 Monate nach dem Unfall erstmals über Rückenbeschwerden klagte. Im Bericht vom 31. Oktober 2000 gab Dr. med. J.________ an, er betreue den Versicherten seit 1998. Über eine allenfalls vorbestandene Rückenproblematik konnte er somit keine auf eigenen Feststellungen beruhende Aussage machen. Wie die SUVA in ihrer Vernehmlassung zu Recht festhält, ist sodann nicht nachvollziehbar, wie nach Spezialmanipulationen in der physikalischen Therapie im späteren Verlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit die Diagnose einer traumatisierten Spondylolyse gestellt werden kann. Eine gesundheitliche Schädigung gilt zudem nicht schon dann als durch den Unfall verursacht, weil sie nach diesem aufgetreten ist (vgl. BGE 119 V 342 Erw. 2b/bb), wie Dr. med. J.________ mit dem Hinweis, nach erfolgtem Unfall müsse man eine Traumatisierung annehmen, offenbar geltend machen will. Nach Dr. med. J.________ ist eine Spondylolyse für die Beschwerden verantwortlich, wenn der Versicherte durch Infiltration im Spondylolysengebiet beschwerdefrei wird. Über die Unfallkausalität der Spondylolyse wäre damit indessen noch nichts ausgesagt. Soweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht wird, der Unfallversicherer habe die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen, kann dem nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer legt denn auch nicht dar, mit welchen Untersuchungen, die nicht nachgeholt werden können, die Unfallkausalität hätte bewiesen werden können. Da der medizinische Sachverhalt mit Bezug auf die Rückenbeschwerden umfassend abgeklärt worden ist und von ergänzenden Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist von der beantragten Einholung eines Gutachtens abzusehen. Da aufgrund der medizinischen Unterlagen davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht (mehr) unter auf den Unfall vom 24. Februar 1996 zurückzuführenden Rückenbeschwerden leidet, hat er diesbezüglich keinen Anspruch auf Leistungen der SUVA. Daran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass die Invalidenversicherung, welche sich nicht um die Kausalität der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu kümmern hat, unter Miteinbezug der Rückenproblematik eine ganze Invalidenrente zugesprochen hat.