Citation: 1A.295/2000 22.11.2000 E. A

A.- Am 18. Juli 2000 gab die Bezirksanwaltschaft I für den Kanton Zürich dem Ersuchen der Staatsanwaltschaft Bautzen in Anwendung von Art. 74a IRSG statt, den bei B.________ am 6. Juli 1999 sichergestellten Mercedes-Benz 500 SL Cabriolet, Chassisnummer WDB 1290671 F 110402, herauszugeben, und wies die Kantonspolizei Zürich an, die Überführung des Fahrzeuges mit der Staatsanwaltschaft Bautzen abzusprechen und durchzuführen. B.________ rekurrierte gegen diesen Entscheid ans Obergericht des Kantons Zürich. Dieses erwog, aus dem Ersuchen der Staatsanwaltschaft Bautzen gehe hervor, dass sie gegen B.________ eine Strafuntersuchung wegen Unterschlagung und Betruges führe und diesem vorwerfe, am 8. Juni 1999 vom Autohaus X.________/D den oben erwähnten Personenwagen empfangen und, entgegen schriftlicher Abmachung, bis zum 12. Juni 1999 weder den Kaufpreis bezahlt noch den Wagen zurückgegeben zu haben. Beim sichergestellten Personenwagen handle es sich somit um Deliktsgut im Verfahren der Staatsanwaltschaft Bautzen gegen B.________, weshalb in diesem Verfahren über die Eigentumsverhältnisse daran zu befinden sein werde. In einem solch klaren Fall sei es gerechtfertigt, den sichergestellten Personenwagen bereits im jetzigen Zeitpunkt herauszugeben. Zwar schreibe Art. 74a Abs. 3 IRSG vor, dass eine Herausgabe in der Regel erst gestützt auf einen rechtskräftigen und vollstreckbaren Entscheid hin erfolge. Die Formulierung "in der Regel" lasse aber bewusst Ausnahmen zu und schaffe in klaren Fällen die Möglichkeit, sichergestelltes Gut bereits vorher herauszugeben. Irrelevant seien die Einwendungen von B.________, er habe den Wagen gekauft und ihn vollumfänglich bezahlt, da die ersuchten Behörden unter dem Vorbehalt von offensichtlichen Lücken und Irrtümern, wie sie von ihm zu Recht nicht geltend gemacht würden, an die Sachverhaltsdarstellung des Rechtshilfegesuches gebunden seien. Aus diesen Gründen wies das Obergericht am 5. Oktober 2000 den Rekurs ab und auferlegte B.________ die Kosten des Rekursverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung.