Citation: 1P.261/2002 20.01.2004 E. 6

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, das Kantonsgericht habe die Beweise teilweise willkürlich gewürdigt. Dies treffe namentlich auf das Geständnis des Angeklagten zu. Schliesslich wirft der Beschwerdeführer dem Kassationsgericht vor, in verfassungswidriger Weise das Ergebnis der Beweiswürdigung durch das Kantonsgericht geschützt und damit den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt zu haben. Der rechtsgenügliche Nachweis für die Täterschaft des Beschwerdeführers sei in Bezug auf das Tötungsdelikt in C.________ nicht erbracht. Soweit der Beschwerdeführer überdies pauschal den Vorwurf erhebt, die gesamte Argumentation des Kassationsgerichts laufe darauf hinaus, es sei Aufgabe des Beschwerdeführers, seine Unschuld zu beweisen, genügt die erhobene Rüge den Anforderungen an die Begründung der staatsrechtlichen Beschwerde nicht (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; vgl. E. 1 hiervor). 6.1 Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen. Dabei genügt es nicht, wenn sich der angefochtene Entscheid lediglich in der Begründung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 124 IV 86 E. 2a S. 88, je mit Hinweisen). 6.2 Als Beweiswürdigungsregel besagt der aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich der Strafrichter nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Das Bundesgericht legt sich bei der Überprüfung der Beweiswürdigung im Strafprozess Zurückhaltung auf. Es greift mit anderen Worten nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver Würdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 124 IV 86 E. 2a S. 88; 120 Ia 31 E. 2c und d S. 37 f.). 6.3 Das Kassationsgericht führt zum Geständnis des Angeklagten aus, das Kantonsgericht habe diesem zu Recht zentrale Bedeutung zugemessen, auch wenn es der Beschwerdeführer nachträglich widerrufen habe. Ebenfalls zu Recht sei das Zustandekommen des Geständnisses als beweisbildend betrachtet worden. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, dem Geständnis könne aufgrund seines Zustandekommens keine entscheidende Bedeutung beigemessen werden. Er hat dazu bereits vor dem kantonalen Untersuchungsrichter festgehalten, in Bezug auf das Tötungsdelikt in C.________ sei ihm "vieles vorgeredet" worden; "man habe viele Informationen vorgegeben, die man nachträglich abgestritten habe". 6.3.1 Der Beschwerdeführer rügt vorab, soweit sein Geständnis überhaupt verwertbar sei, sei die Beweiswürdigung schon in Bezug auf mehrere Details des Tathergangs willkürlich (vgl. dazu E. 4 hiervor und dort insb. E. 4.3.8). Das treffe beispielsweise zu auf den Umstand, dass durch einen weissen Plastiksack geschossen worden sei. Der Beschwerdeführer hat anlässlich der polizeilichen Befragung vom 5. Februar 1998 die Tat aus der Perspektive des Zuschauers geschildert. In diesem Zusammenhang hat er unter anderem erwähnt, der Täter habe sich in Richtung des Opfers umgedreht und mit einem Arm eine weisse Plastiktasche erhoben und diese auf das Opfer gerichtet. Eine dieser Einvernahme beiliegende Skizze des Beschwerdeführers enthält unter anderem eine schematische Zeichnung der von dem Plastiksack umhüllten Tatwaffe. Unterhalb der Zeichnung befindet sich der handschriftliche Kommentar des Beschwerdeführers "Täter trug diese Tasche und gab daraus Schuss aus Waffe". Schliesslich hat er am 17.Februar 1998 dieselbe Situation aus der Sicht des Täters beschrieben. Er habe vor dem Schaufenster gestanden und einen weissen Plastiksack in seiner Hand getragen. Dort drin habe sich die Pistole befunden. Er habe den rechten Arm mit der Pistole in der Hand, verdeckt durch den Plastiksack, gehoben, auf die Frau, die an ihm vorbeigegangen sei, gezielt und abgedrückt. Diese Aussagen hat der Beschwerdeführer noch am selben Tage vor dem Untersuchungsrichter bestätigt. Er hat unter anderem zu Protokoll gegeben, er habe keine Zielvorrichtung gehabt, da die Waffe ja im Sack gewesen sei. Auch nach dem Widerruf des Geständnisses hat der Beschwerdeführer daran festgehalten, dass sich in der Hand des Täters ein heller Sack aus Plastik oder Jute befunden habe. Diese Aussage hat der Beschwerdeführer ebenfalls mittels einer Skizze untermauert. Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass die einvernehmenden Beamten dem Beschwerdeführer die genannten Einzelheiten vorgegeben haben. Vielmehr hat der Zeuge T.________ nach den Akten erst am 18.Juni 1998 ausgesagt, dass der Beschwerdeführer ihm demonstriert habe, wie er selbst die Waffe in der weissen Plastikeinkaufstasche mitgetragen habe. Damit erweist sich die Beweiswürdigung insoweit nicht als willkürlich. 6.3.2 In demselben Zusammenhang macht der Beschwerdeführer auch geltend, es könne nicht festgestellt werden, ob die Polizei vor den entscheidenden Einvernahmen von der Verwendung eines Schalldämpfers Kenntnis gehabt habe oder nicht. Während dieser Einvernahmen ist die Frage aufgeworfen worden, wie die Deformation des abgefeuerten Geschosses zu erklären sei. Gemäss Protokoll hat der Beschwerdeführer von sich aus angegeben, die einem Abpraller vergleichbare Deformation lasse sich durch die Benützung eines Schalldämpfers erklären. Das Kassationsgericht hat dazu ausgeführt, es sei durchaus nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer von sich aus auf "die Möglichkeit des Abpralls aufgrund des benützten Schalldämpfers" zu sprechen gekommen sei, sei er doch angesichts seiner Fachkenntnisse (will sagen als Ingenieur) ohne weiteres dazu in der Lage gewesen. Es spreche nichts dafür, dass ihm dies von den einvernehmenden Personen vorgegeben worden sei. Schon das Kantonsgericht hatte festgehalten, dass es keinen Anhaltspunkt dafür gebe, dass die Polizei von einem Schalldämpfer gewusst habe. Der Beschwerdeführer hat bereits anlässlich der Einvernahme vom 5.Februar 1998 ausgesagt, er habe am Tatort keinen Schussknall wahrgenommen. Gleichentags hat er eine Zeichnung erstellt, worauf unter anderem die mit Beschriftung als Tatwaffe bezeichnete Pistole mit einem Schalldämpfer zu erkennen ist. Am 10.Februar 1998 hat er dann angegeben, er gehe davon aus, die Tatwaffe vor der Tat von C.________ in seinen Händen gehabt zu haben. Er habe dazu das Bild im Kopf, dass sich diese Pistole samt Schalldämpfer in seiner Jackentasche befunden habe. Drei Tage später führt er aus, er habe diese- nun tatsächlich von der Polizei ins Gespräch eingeführten- Details, d.h. die Verwendung eines Schalldämpfers und den Plastiksack, nicht in Zusammenhang mit seiner Täterposition in Erinnerung. Die genannten Tatumstände selbst hat er nicht in Frage gestellt. Dieser Aussage liegt eine Zeichnung bei; dort ist unter anderem eine Pistole mit Schalldämpfer dargestellt. Schliesslich hat er im Rahmen des Geständnisses vom 17. Februar 2003 angegeben, eine Pistole mit Schalldämpfer benutzt zu haben. Der Zeuge T.________ hat angegeben, der Beschwerdeführer habe ihm wenige Tage nach dem Tötungsdelikt in C.________ einen weissen Plastiksack gezeigt, in welchem sich eine Pistole mit aufgesetztem Schalldämpfer befunden habe. Er habe diese Waffe als die Tatwaffe von C.________ bezeichnet (Aussage vom 16. Juni 1998, S. 2). Die an die Presse gelangten Informationen haben nach den Akten demgegenüber keinen Hinweis auf einen Schalldämpfer enthalten. Damit ist nicht nachvollziehbar, wie der Zeuge T.________ anders als durch den Beschwerdeführer selbst von den genannten Tatumständen Kenntnis erhalten haben soll. Auch der Hinweis auf den weissen Plastiksack findet sich sonst in den Akten nirgends, wenn man von den Aussagen des Beschwerdeführers selbst absieht. Aus all dem ergibt sich: Einerseits ist es verfassungsrechtlich haltbar, anzunehmen, der Täter habe eine mit einem Schalldämpfer versehene und in einem Plastiksack versteckt getragene Pistole als Tatwaffe benutzt. Andererseits ist es aber auch nicht willkürlich davon auszugehen, dass die Polizei vor den entsprechenden Aussagen des Beschwerdeführers keine Kenntnis vom Umstand gehabt hat, dass die Tatwaffe mit einem Schalldämpfer versehen in einem weissen Plastiksack versteckt getragen worden ist. Da der Zeuge T.________ zudem ausgesagt hat, der Beschwerdeführer habe ihm erzählt, dass der Abpraller durch Streifen am Schalldämpfer-Ausgang entstanden sei, ist - wie bereits in E. 4.3.2 hiervor ausgeführt - auch die Annahme, der Beschwerdeführer habe die Deformation des Geschosses von sich aus, d.h. ohne entsprechende Vorgaben der einvernehmenden Polizeibeamten, so erklärt, verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. 6.3.3 Soweit der Beschwerdeführer das Geständnis selbst in Frage stellt, beziehen sich diese Ausführungen zum grossen Teil auf die Rüge, das Geständnis sei nicht verwertbar. Diese dringt jedoch, wie unter E.4 hiervor ausgeführt, nicht durch. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich überdies, dass die Vorinstanzen in verfassungsrechtlich haltbarer Weise angenommen haben, dass wesentliche Einzelheiten nicht von der Polizei vorgegeben worden sind. Damit wird der Beweiswert des Geständnisses insoweit entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers nicht relativiert. Dasselbe gilt auch für das Zustandekommen des Geständnisses. Schliesslich wird geltend gemacht, das Geständnis sei in wesentlichen Punkten, nämlich in Bezug auf die Tatwaffe, lückenhaft. Der Beschwerdeführer hebt zu Recht hervor, dass er selbst nicht bestreitet, zur fraglichen Zeit in C.________ gewesen zu sein. Ebenso wenig stellt er in Abrede, dass er in der Wohnung von S.________ - also vor der Tat - eine Waffe in der Innentasche seiner Jacke gehabt hat. Schliesslich gibt er auch zu, dass er die Tat beobachtet hat. Selbst nach dem Widerruf des Geständnisses hat er nicht bestritten, beim Tötungsdelikt in C.________ anwesend gewesen zu sein. Auch hat er nach wie vor bestätigt, dass Y.________ und er dem Opfer durch C.________ bis zum Tatort nachgefahren sind. Später hat sich der Beschwerdeführer, was er ebenfalls eingesteht, in seinem Umfeld damit gebrüstet, das in Frage stehende Tötungsdelikt verübt zu haben. Anlässlich der Einvernahme vom 13. Januar 1998 hat der Beschwerdeführer zugegeben, Y.________ zwei Waffen sowie zwei von ihm selbst gefertigte und zu den Waffen passende Schalldämpfer verkauft zu haben. Dabei habe es sich um eine Maschinenpistole Uzi und eine Pistole Kal. 22 LR gehandelt. Diese habe er beim Mitangeklagten R.________ bezogen. Am 10. Februar 1998 hat der Beschwerdeführer gegenüber dem einvernehmenden Polizeibeamten angegeben, er gehe nach seiner Erinnerung davon aus, die Tatwaffe vor der Tat von C.________ in seinen Händen gehabt zu haben. Er habe dazu das Bild im Kopf, dass sich diese Pistole samt Schalldämpfer in seiner Jackentasche befunden habe. Trotzdem nehme er an, dass diese Tatwaffe bei der Anfahrt nach C.________ nicht im Wagen gewesen sei. Sicher sei er aber, dass diese Tatwaffe genau die sei, welche er in der Schweiz zusammen mit einer MP Uzi besorgt und mit Schalldämpfern versehen habe. Es fehle ihm jede Erinnerung daran, "wie diese Waffe vermutlich an diesem Tattag in seine Hände gekommen und wohin sie danach gegangen" sei. Am 16.Februar 1998 hat der Beschwerdeführer ausgeführt, Y.________ und er seien nicht direkt zur Wohnung gefahren, in welcher er logiert habe. Vielmehr hätten sie zuvor - ebenfalls in C.________ - anderswo einen Halt gemacht. An diesem Ort habe Y.________ eine Tasche abgeholt, in der sich die UZI sowie eine Pistole mit Kaliber 22 LR befunden habe mit Schalldämpfer, welchen der Beschwerdeführer angefertigt habe. In besagter Wohnung habe er diese Waffe, d.h. die Pistole mit Schalldämpfer, von Y.________ übernommen. Er habe die Waffe in seine Jacke verstaut. Später habe er die Pistole (noch vor der Tat) S.________, die er besucht habe, gezeigt. Einen Tag später, am 17. Februar 1998, hat der Beschwerdeführer die Tat gestanden. Die Frage des Untersuchungsrichters nach der Tatwaffe hat er in diesem Zusammenhang dahingehend beantwortet, dass es sich um eine Pistole Kal. 22 long rifle gehandelt habe. Er könne sich nicht daran erinnern, was er mit der Waffe nach der Tat gemacht habe. Am 19. Februar 1998 hat er angegeben, so viel er noch wisse, sei keine Zielvorrichtung mehr vorhanden gewesen. Auch anlässlich dieser Einvernahme hat der Beschwerdeführer keinen Zweifel daran gelassen, dass er in der für Y.________ mit einem Schalldämpfer versehenen Waffe die Tatwaffe gesehen hat. Die Tatwaffe sei wahrscheinlich zurück in die Schweiz gekommen. Im Moment könne er dazu aber noch nicht mehr sagen. Auch nach dem Widerruf des Geständnisses hat der Beschwerdeführer weiterhin zugegeben, dass Y.________ ihm in der Wohnung, in welcher er in C.________ logiert hat, eine Pistole 22 LR mit Schalldämpfer in die Hand gegeben habe. Er habe die Tatwaffe "auf Mann" gehabt, jedoch ohne Munition; Waffe und Schalldämpfer seien getrennt gewesen. Nach der Tat habe sich seine Jacke im Auto befunden ohne die Waffe, was er sich jetzt in der Erinnerung nicht erklären könne. Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 26. März 1998 ist dem Beschwerdeführer eine weitere Waffe gezeigt worden. Er hat dazu angegeben, diese bei U.________ gekauft und umgebaut zu haben. Diese Pistole hat nach der Aussage des Beschwerdeführers mit der Tat in C.________ nichts zu tun, obwohl sie mit den Abänderungen - so der Beschwerdeführer - weitgehend der Tatwaffe entspricht. Auf die Frage, ob er auf diese Waffe ein Stück vom gleichen Lauf montiert habe wie bei der C.________'er Waffe, hat er angegeben, das könne sein; er könne das mit 100-prozentiger Sicherheit nicht bestätigen. Erst anlässlich der Konfrontation mit R.________ vom 5. Mai 1998 hat der Beschwerdeführer nunmehr angegeben, er könne nicht mit Sicherheit sagen, ob die 22er LR diejenige Waffe sei, mit welcher Z.________ in C.________ erschossen worden sei. Zugleich hat er die Verteidigungslinie dahingehend ergänzt, die Waffe, die er in der Jackentasche gehabt habe, sei kurz nach dem Besuch bei S.________ nicht mehr bei ihm gewesen. Er habe sie in Y.________'s Auto in der Jacke liegen gelassen. Y.________ habe nach der Waffe gefragt; er habe sie dann nie mehr gesehen. Bei der Waffe, die er nach den Aussagen von T.________ diesem vorgeführt hat, könne es sich höchstens um diejenige von U.________ handeln. Im Rahmen der Konfrontation mit S.________ vom 1. Dezember 1998 hat der Beschwerdeführer erstmals angegeben, der Lauf beider Waffen stamme aus dem selben Stück. Damit sei klar, dass die Waffe, die er in C.________ bei sich gehabt habe, nicht die Tatwaffe sei (zur Begründung dieser Behauptung vgl. E. 6.3.4 hiernach). Folgerichtig hat er dann vor Kantonsgericht zu Protokoll gegeben, das Ergebnis der Untersuchung sage ihm klar, dass die für Y.________ zusammengebaute Pistole nicht die Tatwaffe sein könne. Er habe diese "nur" von Y.________ aufgedrängt bekommen und sie getragen, um seine Ruhe zu haben. Nach dem Gesagten erweist sich das Geständnis in Bezug auf die Tatwaffe in wesentlichen Punkten nicht als lückenhaft. Der Beschwerdeführer bezeichnet die für Y.________ umgebaute und mit einem Schalldämpfer versehene Pistole Kal. 22 long rifle mehrfach ohne Zögern als Tatwaffe. Somit ist das Geständnis, was die Tatwaffe betrifft, noch über den Widerruf in Bezug auf die Täterschaft hinaus schlüssig. Entsprechend ist sich der Beschwerdeführer - aus der dem Geständnis zugrunde liegenden Schilderung in Bezug auf die Tatwaffe folgerichtig - auch nach dem Widerruf des Geständnisses zunächst nicht sicher, ob die Läufe der genannten Pistole und der Waffe von U.________ aus dem gleichen Stück stammen. Soweit dem Umstand, ob dies der Fall ist, über die Frage nach der Schlüssigkeit des Geständnisses hinaus Bedeutung zukommt, handelt es sich nicht um eine Lücke im Geständnis. Vielmehr stellt sich die Frage, ob eine Lücke in der Beweisführung gegeben ist, die allenfalls zu ernsthaften Zweifeln am Geständnis führen müsste. 6.3.4 Nach den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Konfrontation mit S.________ stammen die Läufe beider Pistolen aus demselben Stück. Damit wäre die gleiche Feldzahl für beide Waffen anzunehmen. Es ist unbestritten, dass die Kriminaltechnik der Kantonspolizei St.Gallen für die Waffe von U.________ "Züge/Felder 8/8" ermittelt hat. Die österreichischen Behörden haben im Rahmen von Vergleichsuntersuchungen für das Tatgeschoss unter anderem sechs rechts-gerichtete Zug- und Feldbereiche festgestellt (Bericht der kriminalpolizeilichen Abteilung der Bundespolizeidirektion C.________ vom 4.Februar 1992, S.4). Nach der vor Kantonsgericht vertretenen Auffassung des Beschwerdeführers kommt die für Y.________ umgebaute Pistole aufgrund dieses Berichts als Tatwaffe nicht in Frage. Das Kantonsgericht hat demgegenüber festgehalten, es sei nicht erwiesen, dass die für Y.________ mit einem Schalldämpfer versehene Waffe als Tatwaffe ausgeschlossen werden könne. In diesem Zusammenhang hat es zuerst den Bericht der Bundespolizeidirektion C.________ relativiert. Es sei zu berücksichtigen, dass die Behörde selbst eingeräumt habe, dass für die Beurteilung nur ein relativ unbeschädigter Zug- und Feldabschnitt sowie ein weiterer teilweise deformierter Zug- und Feldabschnitt zur Verfügung gestanden haben. Im Gutachten des Amts für Wehrtechnik vom 25.Mai 1992 sei ausgeführt worden, es könne "mit einer für ein Strafverfahren erforderlichen Sicherheit keine Aussage über die Verwendung aus einer bestimmten Waffe getroffen werden". Es müsse damit letztlich offen bleiben, mit welcher Waffe das Tötungsdelikt ausgeführt worden sei. Selbst der Beschwerdeführer behauptet vor Bundesgericht nicht mehr, es sei aufgrund des Berichts der Bundespolizeidirektion C.________ erwiesen, dass die für Y.________ umgebaute Waffe als Tatwaffe ausgeschlossen werden könne. Davon kann umso weniger die Rede sein, als das Gutachten vom 25. Mai 1992 über Züge und Felder der Tatwaffe keine Aussage mehr enthält. Dieses Gutachten ist eben deshalb eingeholt worden, weil sich der mit dem gegen K.________ eingeleiteten Verfahren befasste Sachrichter nicht auf den Amtsbericht der Bundespolizeidirektion C.________ vom 4. Februar 1992 hat abstützen wollen, den der Beschwerdeführer nun heranzieht, um seine These zu untermauern (vgl. dazu die Beweisverfügung vom 5. März 1992 des Landesgerichts für Strafsachen C.________). Der Gutachter hat sich denn auch sehr viel zurückhaltender und wesentlich anders geäussert als die Bundespolizeidirektion C.________. Das Kassationsgericht kommt zum Schluss, die geltend gemachte Lücke sei von der Vorinstanz mit diesen Erwägungen offen gelegt worden. Von einer wesentlichen Lücke könne entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht die Rede sein. Demgegenüber zieht der Beschwerdeführer angesichts dieser Ausgangslage den Schluss, er sei mangels objektiver Beweise in dubio pro reo freizusprechen. Richtig ist, dass auch das aus der Tatwaffe abgefeuerte Projektil inzwischen nicht mehr zur Verfügung steht. Dies führt aber, wie im Folgenden zu zeigen sein wird, entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers nicht dazu, dass das Kantonsgericht sein Urteil nur gestützt auf dessen Geständnis getroffen hat. 6.3.5 Nach der Auffassung des Beschwerdeführers lassen die Aussagen aus seinem Umfeld keine Rückschlüsse auf die Glaubwürdigkeit bzw. Schlüssigkeit des Geständnisses zu. Das Umfeld sage nichts anderes aus, als dass sich der Beschwerdeführer mit dieser Tat gebrüstet habe, was er nie bestritten habe. Namentlich habe T.________ bis zur Zeitungsberichterstattung über das Geständnis Ende März 1998 lediglich ausgesagt, der Beschwerdeführer habe ihm die Geschichte erzählt, als ob er selbst dabei gewesen sei. Sämtliche nach den Presseberichten gemachten Aussagen aus dem Umfeld seien zum Beweis von vornherein untauglich, da mit diesen Publikationen die Möglichkeit, Aussagen von unbefangenen Zeugen zu erhalten, nicht mehr gegeben gewesen sei. Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 4. Juni 1998 hat der Beschwerdeführer angegeben, in seinem Umfeld sei es üblich gewesen, mit solchen Äusserungen um sich zu werfen. Es sei aber auch möglich, dass er dringend jemanden gesucht habe, der sich mit ihm diesbezüglich auseinandersetze. Auf die Frage, ob das Umfeld geeignet gewesen sei, hat der Beschwerdeführer geantwortet, heute würde er dies verneinen. Damals sei sicher T.________ für ihn eine engere Diskussionsperson gewesen. Es gehe vielleicht auch nicht darum, ob die Leute geeignet seien, über das zu reden, sondern um den Druck, darüber zu reden. Im Rahmen der Konfrontation mit T.________ hat der Untersuchungsrichter dem Beschwerdeführer die Frage gestellt, ob er das, was er dem Zeugen geschildert habe, auch anderen Personen erzählt habe. Die Antwort des Beschwerdeführers hat gelautet: "In dieser Art nein." Entsprechend hat T.________ ausgeführt, der Beschwerdeführer habe den Eindruck eines "zerstörten Mannes" auf ihn gemacht; da er beim Erzählen "derart erschüttert" gewirkt habe, sei ihm der Gedanke gekommen, er könnte tatsächlich beim Tötungsdelikt anwesend gewesen sein. Der Beschwerdeführer habe ihm erzählt, er habe dem Opfer von hinten in den Kopf geschossen. Damit aber ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn das Kantonsgericht festgehalten hat, dass die Aussage gegenüber T.________ keine Prahlerei gewesen sei. Ausserdem ergibt sich aus den Akten, dass T.________ - im Gegensatz zu den Personen am Stammtisch, denen gegenüber der Beschwerdeführer in der von ihm geltend gemachten Weise mit dem Tötungsdelikt geprahlt hat - für diesen eine echte Bezugsperson gewesen ist. Dass die Zeugenaussage T.________'s Details enthält, die sonst nur noch der Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben hat, ist bereits ausgeführt worden (E. 6.3.2 hiervor). Da diese Tatumstände (namentlich der Plastiksack, in welchem die Waffe mit Schalldämpfer versteckt getragen worden ist) nie Gegenstand der Berichterstattung gewesen sind, vermögen die Presseberichte die entsprechenden Aussagen auch nicht zu relativieren. Dies hat denn das Kassationsgericht auch zu Recht festgehalten. Der Beschwerdeführer bringt bezeichnenderweise nichts vor, was konkret gegen die Glaubwürdigkeit der Aussage von T.________ sprechen würde. Auch anlässlich der Konfrontation hat er angegeben, er könne dem Zeugen "sinngemäss nicht widersprechen". 6.3.6 Des Weiteren bemüht sich der Beschwerdeführer, die Aussagen von S.________ und V.________ zu relativieren. S.________ hat der Beschwerdeführer unbestrittenermassen eine Pistole mit Schalldämpfer gezeigt. V.________ behauptet, Y.________ habe ihr erzählt, dass der Beschwerdeführer das Opfer erschossen habe. Das Kantonsgericht hat mit Urteil vom 23.Februar 2001 ausgeführt, die Aussagen von S.________ wie auch diejenigen von V.________ seien "kein zentrales Beweismittel für den Nachweis der Schuld" des Angeklagten. Auch eine nochmalige Befragung von V.________ würde nichts daran ändern, dass diese ihr Wissen über den Ablauf des Tötungsdelikts von einem Dritten -Y.________- habe. Entsprechend hat das Kantonsgericht den Antrag des Verteidigers auf nochmalige Befragung von V.________ abgelehnt, was dieser schon vor Kassationsgericht nicht mehr beanstandet hat. Da das Kantonsgericht mit "kein zentrales Beweismittel für den Nachweis der Schuld" -wie sich aus den anschliessenden, präzisierenden Ausführungen ergibt- gemeint hat, es fehle an der Erheblichkeit der Aussagen für die Schuldfrage, ist die Beweiswürdigung im Ergebnis auch insoweit nicht zu beanstanden. Damit braucht nicht näher auf die Vorbringen des Beschwerdeführers eingegangen zu werden, soweit damit die Aussagen der genannten Zeugin relativiert werden sollen. Dasselbe gilt für die Angaben von S.________. Beide Aussagen fallen jedenfalls nicht zugunsten des Beschwerdeführers in die Waagschale. Soweit der Beschwerdeführer anzudeuten sucht, aus dem anderweitigen Aufenthalt von Y.________ während des Besuchs bei S.________, den diese bezeugt, könne der Schluss gezogen werden, dass Y.________ während dieser Zeit einen Killer gedungen hat, um das Opfer beseitigen zu lassen, sind die kantonalen Instanzen darauf in verfassungsrechtlich haltbarer Weise nicht näher eingegangen. 6.4 Schliesslich versucht der Beschwerdeführer, das Beweiswürdigungsergebnis dahingehend anzugreifen, dass er wegen des Endlageorts des Opfers einerseits und wegen des Einschusswinkels andererseits als Täter ausscheide. Dazu ist bereits in E.5.3 ausgeführt worden, dass der Antrag auf eine entsprechende Expertise einerseits zu Recht abgewiesen bzw. andererseits in Bezug auf eine weitere Fragestellung vor den kantonalen Instanzen nicht gestellt worden ist. Im Rahmen der Beweiswürdigung erwähnt der Beschwerdeführer auch vor Bundesgericht nur die Lage des Opfers in Verbindung mit der Schussrichtung, also den Punkt, in welchem die kantonalen Instanzen den Antrag auf ein Gutachten zu Recht abgewiesen haben. Nur im Rahmen der Rüge, das rechtliche Gehör sei verletzt, bringt der Beschwerdeführer vor, es sei offen, ob ein Schlag an den Schalldämpfer eine derartige Deformation des Geschosses zu bewirken vermöge. Damit ist höchst fraglich, ob diese Rüge genügt, um mit dem vorgetragenen Argument zugleich implizit die Beweiswürdigung anzugreifen (Art.90 Abs.1 lit.b OG; vgl. E.1 hiervor). Aber auch wenn die Anforderungen an die Begründung der staatsrechtlichen Beschwerde insoweit erfüllt wären, würde dies am Ergebnis nichts ändern. Selbst wenn es aus der Sicht des Sachrichters denkbar gewesen wäre, diesen Punkt unter Beizug eines Experten zu vertiefen, ist es aus der Sicht des Verfassungsrichters haltbar, das Beweiswürdigungsergebnis in Bezug auf das Geständnis des Beschwerdeführers sowie dessen Zustandekommen namentlich in Verbindung mit der Zeugenaussage T.________ so zu deuten, dass keine nicht zu unterdrückenden Zweifel an der Schuld des Beschwerdeführers bestehen. Der Grundsatz in dubio pro reo ist nicht verletzt. Damit dringt auch diese letzte Rüge des Beschwerdeführers nicht durch.