Citation: 9C_33/2015 E. 4.3

4.3. Nicht stichhaltig ist die Argumentation des Beschwerdeführers, soweit er unter Berufung auf die Rechtsprechung zur fürsorgerischen Unterbringung (seit 1. Januar 2013: Art. 426 Abs. 1 ZGB; BGE 130 I 16) geltend macht, die ihm auferlegte Behandlung sei als schwer in die Persönlichkeitsrechte eingreifende Zwangsbehandlung unverhältnismässig und der kantonale Entscheid insoweit verfassungswidrig. Nach den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid ist der Versicherte in Nachachtung seiner Schadenminderungspflicht zwar gehalten, sich der fraglichen Behandlung zu unterziehen. Die Leistungseinstellung bei Verletzung dieser Pflicht und die damit verbundene wirtschaftliche Schlechterstellung kann indes klar nicht mit einer psychiatrischen Zwangseinweisung und einer in diesem Rahmen erfolgenden psychiatrischen Zwangsbehandlung im Sinn von Art. 426 ff. ZGB gleichgesetzt werden, die im Übrigen in einem besonderen Verfahren anzuordnen wären (Art. 428 ff. und 433 f. ZGB). Zwar ist den Grundrechten bei der Auslegung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsnormen Rechnung zu tragen (BGE 113 V 22 E. 4d S. 31 f.). Dies ändert indes - auch mit Blick auf ähnlich gelagerte Fälle (Urteile 9C_82/2013 vom 20. März 2013 und I 824/06 vom 13. März 2007) - nichts an der vorinstanzlich zu Recht bejahten Zumutbarkeit der strittigen Behandlung. Unabhängig davon, ob die Rechtsschrift die spezifischen Anforderungen an die Rüge einer Verletzung verfassungsmässiger Rechte überhaupt erfüllte (Art. 117 in Verbindung mit Art. 106 Abs. 2 und Art. 42 Abs. 2 BGG), hat das kantonale Gericht den Grundsatz der Schadenminderungspflicht (Art. 21 Abs. 4 ATSG) in keiner Weise überspannt, indem es eine allfällige Grundrechtsverletzung verneinte. Der Anspruch an die Schadenminderungspflicht ist hier mit Blick auf die strittige Rentenleistung generell hoch (vorangehende E. 3). Sodann kann den ärztlichen Ausführungen nichts entnommen werden, was auf erhebliche, aussergewöhnliche Risiken der Therapien hindeutete und auch der Versicherte bringt nicht substantiiert vor, es sei eine spezifische, überdurchschnittliche Gefährdung seiner Gesundheit zu befürchten. Von einer Gehörsverletzung kann keine Rede sein.