Citation: 6B_468/2024 E. C

Das Obergericht erachtet folgenden Sachverhalt als erstellt: B.________ habe am Mittag des 8. Januars 2021 den gemeinsamen Sohn C.________ zu A.________ gebracht. Gegen Abend habe ihr dieser geschrieben, dass er zu seinem Cousin gehe und ihr deshalb C.________ bereits am selben Abend wieder zurückbringen müsse. Er habe vorgeschlagen, ihr C.________ um 22:00 Uhr zu bringen. Weil er einen Übergabeort "etwas weiter weg" gewollt habe, damit sein Cousin nichts sehe, habe man sich beim Parkplatz beim Friedhof treffen wollen. A.________ habe jedoch nicht die Absicht gehabt, den Sohn dort zu übergeben. Vielmehr sei er wütend darüber gewesen, dass B.________ ihm mitgeteilt habe, dass sie den gemeinsamen Sohn in der folgenden Woche nicht zu ihm bringen würde. A.________ habe bereits vor diesem Datum den Eindruck gehabt, dass sich seine Ex-Frau nicht an das Besuchsrecht halte, ihm die Telefonate mit seinem Sohn verunmögliche und sich generell nicht gut um diesen, insbesondere dessen Bildung, kümmere. A.________ sei über die Trennung und die Besuchsrechtsregelungen frustriert und verärgert gewesen und habe sich B.________ in behördlichen Angelegenheiten, insbesondere betreffend den gemeinsamen Sohn C.________, unterlegen gefühlt. Sodann habe er unter dem subjektiven Empfinden gelitten, dass er von den Behörden sowie seiner Ex-Frau nicht ernst genommen werde. Er habe mit Nachdruck und einer regelrechten Besessenheit versucht, wieder Kontrolle über die Gesamtsituation und vor allem B.________ zu erlangen, wobei er ihr auch wiederholt nachgestellt habe. Zudem sei er eifersüchtig gewesen und habe für den Fall, dass sie sich einem anderen Mann zuwenden sollte, bereits mehrfach Todesdrohungen gegen sie ausgesprochen. Die Ankündigung seiner Ex-Frau, wonach der gemeinsame Sohn - aus Sicht von A.________ - einmal mehr nicht planmässig zu ihm kommen könne, habe das Fass bei ihm endgültig zum Überlaufen gebracht. Er habe den Entschluss gefasst, zu drastischen Mitteln zu greifen, um Kontrolle und Macht zurückzugewinnen und sicherzustellen, dass der Sohn zukünftig gemäss dem Besuchsplan zu ihm kommen und im Übrigen in einem Kinderheim untergebracht würde. Dafür habe er an seinem Domizil den Gurt einer Laptoptasche behändigt und diesen mit einem schwarzen Stoffgurt zusammengeknotet. Zudem habe er ein Küchenmesser mit einer Klinge von ca. 20 cm genommen und 21:45 Uhr die Wohnung verlassen. Er habe sich alleine - C.________ habe in der Wohnung geschlafen - mit dem Fahrrad zum verabredeten Treffpunkt begeben. A.________ habe im Wald zwischen der Einfahrt zum Parkplatz des Friedhofs U.________ und dem Weg, der von der V.________strasse in den nördlichen W.________ führe, auf B.________ gewartet. Als diese sich - auf der V.________strasse von ihrem Domizil herkommend - auf seiner Höhe ausserhalb des Waldes auf dem Trottoir befunden habe, sei er aus dem Gebüsch hervorgetreten und habe sich ihr zu erkennen gegeben. Er habe mit dem Fuss gezappelt und seine Ex-Frau aufgefordert, nachzusehen, was er am Fuss habe, was sie aber nicht gewollt habe. Nachdem B.________ gefragt habe, wo sich der Sohn (den sie habe abholen wollen), befinde, habe A.________ ins Gebüsch gezeigt und gesagt, C.________ sei im Auto am Warten, obwohl dies nicht zugetroffen habe. Er sei hinter die abgelenkte Ex-Frau getreten, habe ihr den rechten Arm um den Hals gelegt, wobei er das eine Ende des Gurtes in dieser Hand gehalten habe, habe mit der linken Hand das andere Ende des Gurtes gefasst und begonnen, B.________ von hinten zu strangulieren und sie sodann - aus ihrer Perspektive - vorwärts in Richtung Wald, weiter in das Gebüsch, zu ziehen. Dies habe er in der Absicht getan, sie zu töten. Gleichzeitig mit dem Gurt habe er ihren Schal festgehalten, der bereits um ihren Hals gelegen sei. B.________ habe sich zur Wehr gesetzt, ihre Hände vorne unter den Schal und den Gurt bringen und sich schliesslich vom Strangwerkzeug und vom Schal befreien können, indem sie diese über den Kopf abgestreift habe. Bei dieser Auseinandersetzung sei die Kapuze an ihrer Jacke abgerissen. Sie sei geflohen, kurz hingefallen und sodann zur Strasse zurückgerannt, wo der vorbeifahrende Zeuge D.________ zwischenzeitlich sein Auto gewendet habe, zurückgekommen sei, angehalten habe, B.________ habe einsteigen lassen und sie zur Polizei gebracht habe. A.________ habe sich zurück an sein Domizil begeben, wo er sich zu seinem schlafenden Sohn gelegt habe, bis die Polizei eingetroffen sei. Die beiden Stoffgürtel sowie das Messer habe er im Wald zurückgelassen. Aufgrund der Strangulation habe B.________ am rechten und hinteren Halsbereich Rötungen erlitten. Durch ihre Gegenwehr habe sie sich zudem die Streckseite des linken Mittel- und Ringfingers aufgeschürft. Wegen des Sturzes habe sie sich ferner Schürfwunden am rechten Handgelenk sowie an beiden Kniescheiben zugezogen.