Citation: 5P.401/2002 09.12.2002 E. 3

Das Obergericht hält zunächst fest, Voraussetzung sowohl für die Aufhebung der Suspensivwirkung einer Beschwerde gegen den Beschluss der Vormundschaftsbehörde vom 15. Juli 2002 betreffend Regelung des Besuchsrechts als auch für die Anordnung einer Begleitung sei eine Gefährdung des Kindeswohls. Die Beschwerdeführerin habe in beiden Punkten nicht glaubhaft machen können, dass das Kindeswohl durch den persönlichen Verkehr zwischen dem Beschwerdegegner und dem Kind gefährdet sei. Auch aus den Akten würden sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Beschluss vom 15. Juli 2002 das Kindeswohl gefährde und dass einer Beschwerde gegen diesen Entscheid die aufschiebende Wirkung gewährt und eine Begleitung der Besuche angeordnet werden müsse. Das tiefe Zerwürfnis zwischen den Kindeseltern habe die Beschwerdeführerin veranlasst, gegen das von der Vormundschaftsbehörde angeordnete Besuchsrecht anzugehen. Ein tiefer Streit zwischen den Kindeseltern könne nicht die Suspendierung, bzw. Einschränkung des Besuchsrechts, sondern die Anordnung einer Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB zur Regelung der Übergabemodalitäten und der Ausübung des Besuchsrechts erforderlich machen. Darüber sei hier aber nicht zu entscheiden. Das Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung müsse als offensichtlich unbegründet abgewiesen werden. 3.1 Die Beschwerdeführerin ruft zwar Art. 8 BV an, macht in der Sache aber eine Verletzung von Art. 9 BV geltend. Willkür liegt nach ständiger Rechtsprechung vor, wenn ein Entscheid mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 126 III 438 E. 3 S. 440; 127 I 54 E. 2b S. 56). In der staatsrechtlichen Beschwerde ist unter Auseinandersetzung mit den Entscheidmotiven des angefochtenen Urteils aufzuzeigen, inwiefern dieses gegen die Verfassung verstösst. Appellatorische Kritik ist unzulässig (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 125 I 71 E. 1c S. 76; 125 I 492 E. 1b S. 495). 3.2 Die Beschwerdeführerin schildert über viele Seiten ihrer Eingabe hinweg Vorfälle aus der Zeit, in der sie mit dem Beschwerdegegner zusammenlebte. Mit diesen will sie sowohl das ausgesprochen angespannte Verhältnis der Parteien als auch eine Gefährdung des Kindeswohls belegen. Auf diese Rügen ist nicht einzutreten: Zum einen beruhen sie nicht auf den im angefochtenen Entscheid festgestellten Tatsachen (dazu E. 2). Zum andern stellt das Obergericht fest, dass die Parteien seit Ende März 2001 getrennt leben, weshalb allein mit Ereignissen aus der Zeit des Konkubinats der Parteien für den Zeitpunkt des angefochtenen Urteils (27. September 2002) Willkür nicht begründet werden kann (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Die Beschwerdeführerin bestätigt mit ihren Rügen bloss die festgestellte Tatsache, dass die Parteien sehr zerstritten sind.