Citation: 5A_593/2021 E. 4.4

4.4. Auch für den Zeitraum ab Februar 2021 ist das Kantonsgericht nicht so vorgegangen, wie ihm aufgetragen worden war. Insofern ist der angefochtene Entscheid unhaltbar. Wie bereits ausgeführt (E. 3.3), führt diese Erkenntnis indes nur dann zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids, wenn er sich auch im Ergebnis als offensichtlich unhaltbar erweist. Auf der Basis der von der Beschwerdeführerin vorgetragenen, für die Zwecke des vorliegenden Verfahrens unpräjudiziell übernommenen Zahlen würde sich die Berechnung des familienrechtlichen Existenzminimums wie folgt darstellen: Bei dieser Ausgangslage verfügt der Beschwerdegegner über einen Überschuss von Fr. 1'925.-- (= Fr. 5'075.--./. Fr. 3'150.--) und die Beschwerdeführerin über einen solchen von Fr. 770.-- (= Fr. 3'400.--./. Fr. 2'630.--). Das Manko der Tochter C.________ zur Deckung des familienrechtlichen Existenzminimums beträgt Fr. 270.-- (= Fr. 970.--./. Fr. 700.--) und jenes der Tochter D.________ Fr. 1'615.-- (= Fr. 1'845.--./. Fr. 230); total Fr. 1'885.--. Ausserdem verfügt die Familie über einen Überschuss von Fr. 810.-- (= Fr. 9'405.-- [Total der Einkommen]./. Fr. 8'595.-- [Total des familienrechtlichen Existenzminimums]). Die Aufteilung "nach grossen und kleinen Köpfen" (1/3, 1/3, 1/6, 1/6) ergibt einen Überschussanteil der Eltern von je Fr. 270.-- und der Töchter von je Fr. 135.--. Damit beträgt der "gebührende Bedarf" des Beschwerdegegners Fr. 3'420.-- (= Fr. 3'150.-- + Fr. 270.--), jener der Beschwerdeführerin Fr. 2'900.-- (= Fr. 2'630.-- + Fr. 270.--), der von C.________ Fr. 1'105.-- (= Fr. 970.-- + Fr. 135.--) und jener von D.________ Fr. 1'980.-- (= Fr. 1'845.-- + Fr. 135.--). Unter Berücksichtigung der Eigenversorgungskapazität der Töchter beläuft sich der "gebührende Unterhaltsbeitrag" für C.________ auf Fr. 405.-- (= Fr. 1'105.--./. Fr. 700.--) und für D.________ auf Fr. 1'750.-- (= Fr. 1'980.--./. Fr. 230.--). Das Kantonsgericht hat den Beschwerdeführer verpflichtet, ab 1. Februar 2021 Fr. 200.-- an den Unterhalt von C.________ und Fr. 1'550.-- an jenen von D.________ zu bezahlen, total Fr 1'750.--. Im Ergebnis fehlen den Töchtern insgesamt Fr. 405.-- zur Deckung ihres "gebührenden Bedarfs". Zur Deckung des familienrechtlichen Existenzminimums der Töchter bedarf es insgesamt Fr. 135.--, d.h. Fr. 70.-- (= Fr. 270.--./. Fr. 200.--) für C.________ und Fr. 65.-- (= Fr. 1'615.--./. Fr. 1'550.--) für D.________. Diese Mittel muss die Beschwerdeführerin aufbringen. Damit weicht das Kantonsgericht vom Grundsatz, wonach der Elternteil, der seinen Unterhaltsbeitrag bereits vollständig in natura leistet, keinen Geldunterhalt zu leisten hat, ab. Vom soeben festgehaltenen Grundsatz kann und muss das Gericht jedoch ermessensweise abweichen, wenn der hauptbetreuende Elternteil leistungsfähiger ist als der andere (BGE 147 III 265 E. 8.1 mit Hinweisen). Vorliegend verbleiben dem Beschwerdegegner nach Bezahlung der gesprochenen Kindesunterhaltsbeiträge noch Fr. 175.-- (= Fr. 1'925.--./. Fr. 1'750.--) und der Beschwerdeführerin verbleiben Fr. 770.-- (= Fr. 3'400.-- [Einkommen]./. Fr. 2'630.-- [familienrechtliches Existenzminimum]), d.h. mehr als das Vierfache. Insofern kann sie als leistungsfähiger betrachtet werden, und ein Abweichen vom genannten Grundsatz erscheint im Ergebnis nicht geradezu unhaltbar. Mit der im angefochtenen Entscheid getroffenen Regelung lasten auch die Überschussanteile der Töchter auf der Beschwerdeführerin. Insgesamt beteiligt sie sich also mit Fr. 405.-- (= Fr. 70.-- + Fr. 135.-- für C.________ und Fr. 65.-- + Fr. 135.-- für D.________) am Unterhalt der Töchter. Nach Deckung ihres eigenen familienrechtlichen Existenzminimums (Fr. 2'630.--) und der Kindesunterhaltsbeiträge (Fr. 405.--) zur Deckung des "gebührenden Bedarfs" der Töchter mit ihrem Einkommen (Fr. 3'400.--) verbleiben ihr Fr. 365.-- als Überschuss. Total stehen ihr mithin Fr. 2'995.-- (= Fr. 2'630.-- + Fr. 365.--) zur Verfügung, also mehr als ihr "gebührender Bedarf" von Fr. 2'900.--, während dem Beschwerdegegner nach Leistung der Kindesunterhaltsbeiträge noch Fr. 3'325.-- (= Fr. 5'075.--./. Fr. 1'750.--) verbleiben und folglich dessen "gebührender Bedarf" von Fr. 3'420.-- ungedeckt bleibt. Daher kann der angefochtene Entscheid im Ergebnis nicht als willkürlich bezeichnet werden.