Citation: 7B_263/2022 E. 2.2.2

2.2.2. Im Übrigen setzt sich die Vorinstanz ausführlich und präzis mit den Aussagen der Beteiligten und der Auskunftspersonen, den erhobenen Randdaten sowie den im Vorfeld und Nachgang der Tat versendeten Textnachrichten auseinander. Sie rekonstruiert nachvollziehbar und ohne in Willkür zu verfallen, wie sich die Tat zugetragen haben muss. Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers ist insbesondere nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz vor dem Hintergrund des konkreten Vorwurfs und Tatablaufs dem Umstand Rechnung trägt, dass der Beschwerdeführer im Strafverfahren jegliche Aussage zum Tatgeschehen verweigerte. Nach der Rechtsprechung ist es mit der Unschuldsvermutung unter gewissen Umständen vereinbar, das Aussageverhalten der beschuldigten Person in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen. Dies ist der Fall, wenn sich die beschuldigte Person weigert, zu ihrer Entlastung erforderliche Angaben zu machen, obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Beweiselemente vernünftigerweise erwartet werden darf (Urteile 6B_1385/2021 vom 29. August 2023 E. 2.4.1; 6B_1205/2022 vom 22. März 2023 E. 2.4.1; 6B_582/2021 vom 1. September 2021 E. 4.3.1; 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4, nicht publ. in: BGE 147 IV 176; je mit Hinweisen). Eine solche Konstellation liegt hier vor. Aufgrund der Aussagen von Auskunftspersonen und des Beschwerdegegners 2 sowie der Randdatenerhebung steht für die Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführer mit dem Beschwerdegegner 2 auf den Fabrikinnenhof in U.________ gefahren sei, wo der Beschwerdegegner 2 viermal angeschossen und beinahe getötet wurde. Von dort habe er sich mit Schnittwunden an den Händen gemeinsam mit zwei anderen Männern in ein nahegelegenes Wohnquartier abgesetzt, wo die drei von einer vierten Person abgeholt worden seien. Diese Umstände stellt auch der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht mehr substanziiert infrage. Wie die Vorinstanz erwägt, deuten alle äusseren Anzeichen auf eine Komplizenschaft des Beschwerdeführers hin und wäre zu erwarten gewesen, dass dieser ihn entlastende Umstände vorbringen würde. Es verstösst deshalb nicht gegen die Unschuldsvermutung, wenn die Vorinstanz aus den verfügbaren Indizienbeweisen schliesst, der Beschwerdeführer habe den Beschwerdegegner 2 an den Tatort gelotst, obwohl er das nie zugestanden und die Aussage dazu im Strafverfahren verweigert hat.