Citation: 1A.81/2000 11.08.2000 E. 3

3.-Nach Auffassung der Beschwerdeführerin hätten die kantonalen Instanzen "verkannt, dass es vorliegend um eine rein zivilrechtliche Angelegenheit zwischen ausländischen Parteien" gehe und "das Rechtshilfeersuchen in missbräuchlicher Art und Weise" erfolgt sei, "um den Zivilstreit zugunsten der einen und zum Schaden der anderen Partei mit einem angeblich strafrechtlich relevanten Sachverhalt zu unterlegen". "Der im Rechtshilfeersuchen geschilderte Sachverhalt" werde "falsch, unvollständig und verzerrt dargestellt". a) Das Rechtshilfeersuchen muss eine kurze Darstellung des wesentlichen Sachverhaltes enthalten (Art. 28 Abs. 3 lit. a IRSG). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts werden an die Begründung eines Rechtshilfebegehrens keine strengen Anforderungen gestellt. Von den Behörden des ersuchenden Staates kann nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, der Gegenstand ihrer Strafuntersuchung bildet, lückenlos und völlig widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des Rechtshilfeverfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen andern gerade deswegen um Mithilfe, damit er die bisher im Dunkeln gebliebenen Punkte aufgrund von Unterlagen, die sich im ersuchten Staat befinden, klären kann. Es reicht daher unter dem Gesichtspunkt des hier massgebenden Art. 28 IRSG aus, wenn die Angaben im Rechtshilfeersuchen sowie in dessen allfälligen Ergänzungen und Beilagen den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob und allenfalls in welchem Umfang dem Begehren entsprochen werden muss, oder ob ein Verweigerungsgrund vorliegt. Es kann auch nicht verlangt werden, dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe bereits abschliessend mit Beweisen belegt. Die ersuchte Behörde hat weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern ist vielmehr an die Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen samt Beilagen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (vgl. BGE 125 II 250 E. 5b S. 257; 122 II 134 E. 7b S. 137, 367 E. 2c S. 371; 120 Ib 251 E. 5c S. 255; 118 Ib 111 E. 5b S. 121 f.; 117 Ib 64 E. 5c S. 88, je mit Hinweisen). b) Laut Ersuchen seien verschiedene Bankanweisungen (darunter der Zahlungsauftrag von US$ 3,23 Mio. auf das Konto der Beschwerdeführerin) aufgrund von gefälschten oder erschlichenen Unterschriften des mutmasslich geschädigten K.________ erfolgt. S.________, die Freundin von H.________, sei damals als persönliche Sekretärin K.________s tätig gewesen und habe dessen Zahlungsverkehr betreut. Die Einwände der Beschwerdeführerin beruhen im wesentlichen auf den Behauptungen, K.________ habe die Geldtransfers bewusst (aufgrund geschäftlicher Vereinbarungen mit H.________) veranlasst. Beim Betrag von US$ 3,23 Mio. habe es sich um eine Beteiligung K.________s "zur Investition in eine in Kalifornien zu gründende Gesellschaft (F.________ Inc.) im Hochtechnologiebereich" gehandelt. Nachdem es zwischen den Geschäftspartnern K.________ und H.________ unmittelbar nach der Überweisung "zum Streit" gekommen sei, sei es K.________ gestützt auf falsche Angaben gelungen, einen Polizeioffizier in Hongkong zu unrechtmässigen Ermittlungen sowie die Verantwortlichen der angewiesenen Bank zu einer ungerechtfertigten Strafanzeige bei der Bezirksanwaltschaft Zürich zu bewegen. c) Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen vermögen ihre Sachdarstellung nicht zu beweisen, wonach K.________ selbst - wissentlich - die fraglichen Überweisungen veranlasst habe. Insbesondere lässt sich die Darstellung im Ersuchen nicht ohne Weiteres widerlegen, die von K.________ offenbar unterzeichneten Bankanweisungen könnten von dessen damaliger Privatsekretärin, S.________, erschlichen worden sein. Ebenso wenig ergibt sich aus den Unterlagen schlüssig, dass die Ermittlungen der Hongkonger Polizei und die Strafanzeige der angewiesenen Bank sich lediglich auf unwahre Angaben K.________s gestützt hätten. aa) In diesem Zusammenhang ist insbesondere auf die eidesstattliche Erklärung ("Affidavit") hinzuweisen, welche P.________ (Detective Senior Inspector, Hong Kong Police, Commercial Crime Bureau) am 21. April 1998 vor dem High Court in Hongkong abgegeben hat. Danach hätten die polizeilichen Ermittlungen ergeben, dass S.________ ihrem Chef K.________, der mit der englischen Sprache nicht vertraut gewesen sei, jeweils die von ihr vorbereiteten Bankunterlagen zur Unterschrift vorgelegt habe. Ebenso habe sie in der Regel die Telefonanrufe auf die Geschäftsnummer ihres Chefs entgegengenommen, die Identität des Anrufers und den Zweck des Telefonates festgestellt und den Anruf entsprechend an K.________ weitergeleitet. S.________ sei ab Dezember 1996 Privatsekretärin von K.________ gewesen. Zwischen 19. Mai 1997 und 14. Juli 1997 seien vom Konto K.________s bei der A.________ Bank nicht autorisierte Überweisungen (von US$ 125'000.--, HK$ 675'008.--, HK$ 723'300.-- und US$ 3,23 Mio.) auf Konten erfolgt, an denen S.________s Freund H.________ Begünstigter sei. bb) Einer dieser Geldtransfers (derjenige über US$ 3,23 Mio.) sei auf folgende Weise auf das Konto der Beschwerdeführerin gelangt: Am 12. Juli 1997 habe ein unbekannter Mann bei der A.________ Bank ein Anweisungsschreiben vorgelegt. Für allfällige Nachfragen habe der Unbekannte die direkte Telefonnummer des Büros von K.________ angegeben, mit dem Hinweis, dass ein "Herr Lee" zuständig sei. Das Personal der A.________ Bank habe am 12. Juli 1997 versucht, K.________, der vom 11. bis zum 13. Juli 1997 abwesend gewesen sei, telefonisch zu erreichen. Ein Mann, der vorgegeben habe, "Herr Lee" zu sein, habe den Anruf entgegengenommen und gesagt, die schriftliche Anweisung sei zu befolgen. Nach einer weiteren Kontaktaufnahme über die Geschäftsnummer von K.________ am 14. Juli 1997 sei der Überweisungsauftrag (via Zwischenbanken in New York) ausgeführt worden. Gemäss den Aussagen von Mitarbeitern K.________s habe S.________ an beiden Tagen in ihrem Büro gearbeitet. Die Beschwerdeführerin sei am 18. Juni 1997 auf den British Virgin Islands registriert worden. Ihr Konto bei der B.________ Bank (Zürich) sei am Tag der Überweisung (14. Juli 1997) eröffnet worden. Wirtschaftlich an der Gesellschaft und am Konto berechtigt sei H.________. cc) Am 15. Juli 1997 seien vom Konto der Beschwerdeführerin US$ 299'741. 33 auf ein gemeinsames Konto von H.________ und S.________ transferiert worden. Am 20. Juli 1997 habe S.________ alle ihre persönlichen Gegenstände vom Arbeitsplatz entfernt. Sie habe sowohl die Daten ihres Bürocomputers als auch die von ihrem Arbeitgeber geführte Personalakte gelöscht. Nachdem sie auch ihre persönlichen Effekten aus der von ihr gemieteten Wohnung entfernt habe, sei sie nach Seoul (Südkorea) und nach ihren Angaben weiter nach Kanada verreist. Am 21. Juli 1997 habe H.________ Hongkong ebenfalls verlassen und sei nach San Francisco geflogen. d) An dieser Aktenlage vermag auch der Einwand der Beschwerdeführerin nichts zu ändern, in der eidesstattlichen Erklärung werde der Sachverhalt ebenfalls falsch bzw. unvollständig dargestellt. Die Vorbringen, S.________ sei nachweisbar am 21. Juli 1997 nach Vancouver (Kanada) gereist und sie habe nicht alle ihre persönlichen Effekten aus ihrer Wohnung entfernt, lassen die eidesstattliche Erklärung in den wesentlichen Kernpunkten nicht als unglaubwürdig erscheinen.