Citation: 8C_486/2023 E. 3

Die Vorinstanz erwog, seit 23. April 2020 habe der Beschwerdeführer als Stiftungsratspräsident der Stiftung B.________ eine arbeitgeberähnliche Stellung inne, weshalb ein grundsätzlicher Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung auf den Zeitraum vom 2. Dezember 2019 bis 22. April 2020 begrenzt sei. Für die Bemessung des versicherten Verdienstes seien die letzten zwölf Monate vor Anspruchsbeginn heranzuziehen. Gemäss Arbeitsvertrag von März 2014 sei für die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Geschäftsleiter kein fester Monats- oder Jahreslohn vereinbart worden. Er sei für die Finanzierung des Festivals C.________ zuständig gewesen, weshalb es in seiner Verantwortung gelegen habe, einen minimalen Lohn für sich und gegebenenfalls weitere Mitarbeitende sicherzustellen. Bei einer vollzeitlichen Beschäftigung sei ein monatlicher Maximallohn für den Geschäftsleiter von Fr. 7'600.- brutto (bzw. jährlich Fr. 91'200.-) festgelegt worden. In den nachträglich anlässlich der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 21. November 2019 erstellten und allesamt auf den 21. November 2019 datierten Lohnabrechnungen sei für die Monate Dezember 2018 bis Oktober 2019 ein monatlicher Bruttolohn von Fr. 5'112.- (zzgl. Kinderzulage) und für November 2019 von Fr. 4'860.- (zzgl. Kinderzulage) angegeben worden. Gemäss Arbeitgeberbescheinigung vom 27. November 2019 habe der Beschwerdeführer im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. November 2019 gesamthaft Fr. 59'890.- verdient. Im Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) des Beschwerdeführers seien zwischen 2014 und 2019 aus der Tätigkeit bei der Stiftung B.________ folgende Jahreseinkommen ausgewiesen: Fr. 26'400.- (2014), Fr. 30'400.- (2015), Fr. 39'000.- (2016 und 2017), Fr. 18'520.- (2018) und Fr. 62'142.- (2019). Zwischen 3. Januar und 21. August 2019 habe die Stiftung B.________ ferner unregelmässig verteilt acht variierende Beträge (Fr. 800.- bis Fr. 5'000.-; gesamthaft Fr. 16'800.-) an zwei verschiedene Privatkonti des Beschwerdeführers überwiesen. Im Lohnausweis des Beschwerdeführers vom 8. Januar 2020 habe die Stiftung B.________ für den Zeitraum 1. Januar bis 30. November 2019 einen Bruttolohn von Fr. 59'890.- (netto Fr. 55'733.95) bescheinigt. Die Steuererklärung für das Jahr 2019 weise Einkünfte aus unselbstständiger Haupterwerbstätigkeit von Fr. 55'734.- netto aus. In der Buchhaltung der Stiftung B.________ sei auf dem Kontoblatt xxx "Lohnzahlungen A.________" am 23. November 2018 eine Lohn-Akontozahlung von Fr. 6'516.30 (inkl. Kinderzulage) gutgeschrieben und gleichentags überwiesen worden. Auf dem Kontoblatt xxx "Kassenkonto A.________ Verrechnung CHF" sei zwischen 1. Januar und 30. November 2019 ein Umsatz von Fr. 100'000.- realisiert worden (Belastungs- bzw. Gutschriftanzeigen). Gemäss Treuhandunternehmen sei mit diesen Auszahlungen unter anderem ein Teil der Lohnschuld verrechnet und mit den restlichen Zahlungen Spesen rückvergütet worden. Auf dem Kontoblatt xxx "Lohnzahlungen A.________" sei mit dem Betreff "Lohnzahlung 2019" eine Kreditorenbuchung über Fr. 55'616.60 erfolgt. Diese Sammelbuchung gliedere sich gemäss der E-Banking-Übersicht für "Lieferantenrechnungen xxx" in 13 Barabhebungen, Kartenzahlungen und Verrechnungen mit unterschiedlichen Beträgen. Die Geschäfte (einschliesslich der Lohnzahlungen) zwischen der Stiftung und dem Geschäftsführer seien demnach nicht klar dokumentiert und buchungsmässig eindeutig behandelt worden, so die Vorinstanz weiter. Die (Lohn-) Buchhaltung sei erst nachträglich im Frühling 2020 erstellt worden und der Beschwerdeführer habe vor Einführung des internen Kontrollsystems viele Rechnungen privat bezahlt und anschliessend das Geld von der Stiftung B.________ bezogen oder umgekehrt, weshalb eine nicht weiter kontrollierte oder regulierte Vermischung von privaten und geschäftlichen Forderungen und Vermögen stattgefunden habe. Weder die Lohnabrechnungen noch der Lohnausweis für das Jahr 2019 stimmten mit den Lohnbuchungen auf den Privatkonti des Beschwerdeführers überein, weshalb sie den behaupteten monatlichen Lohnfluss nicht zu belegen vermöchten. Gleiches gelte für den Auszug aus dem IK. Es sei insbesondere nicht nachvollziehbar, dass das IK in den Jahren 2014 bis 2018 aus seiner Tätigkeit als Geschäftsführer lediglich ein Einkommen zwischen Fr. 18'500.- und Fr. 39'000.- ausweise, dieses aber im Jahr 2019, mithin im selben Jahr, in dem das Arbeitsverhältnis aufgrund von massiven Finanzierungsschwierigkeiten des Festivals gekündigt worden sei, sprunghaft und ohne überzeugende Begründung auf über Fr. 62'000.- angestiegen sei. Für die im Jahr 2019 wiederholt erfolgen Bargeldbezüge und Kartenzahlungen durch den Beschwerdeführer von den Geschäftskonti der Stiftung B.________ bei der D.________ AG bis Fr. 2'000.- und der E.________ AG bis Fr. 10'000.- existierten weder in den Buchhaltungsunterlagen noch in den übrigen Akten entsprechende Quittungen oder Belege. Unbelegte Barbezüge und Kartenzahlungen seien daher bei der Ermittlung des versicherten Verdienstes zu Recht nicht mitberücksichtigt worden. Die Vorinstanz bestätigte damit den im massgebenden Bemessungsszeitraum vom Beschwerdegegner als erstellt erachteten tatsächlichen Lohnfluss von netto Fr. 28'022.30 und den darauf fussenden versicherten Verdienst von Fr. 2'556.- pro Monat.