Citation: 5A_632/2014 E. 2.3

2.3. Die Auffassung der Beschwerdegegnerin ist - jedenfalls im Ergebnis - zutreffend. Wo das Bundesgericht das Recht - wie bezüglich der Verletzung verfassungsmässiger Rechte - nicht von Amtes wegen, sondern nur auf erhobene Rüge hin anwendetet (Art. 106 Abs. 2 BGG), verbietet es der Grundsatz von Treu und Glauben, der Vorinstanz bekannte rechtserhebliche Einwände vorzuenthalten und diese erst nach dem Ergehen eines ungünstigen Entscheids im anschliessenden Rechtsmittelverfahren zu erheben. Dieser Grundsatz ergibt sich auch aus dem Erfordernis der Letztinstanzlichkeit des angefochtenen Entscheides (Prinzip der relativen Subsidiarität) und fusst auf dem Gedanken, dass der Instanzenzug nicht nur prozessual durchlaufen, sondern auch materiell erschöpft sein muss (BGE 133 III 638 E. 2 S. 640). Der Beschwerdeführer hatte vor Kreisgericht geltend gemacht, dass die Festsetzung des massgeblichen Einkommens auf der Basis der Abschlüsse 2009 bis 2012 und damit unter Ausserachtlassung des besten (2008) und des schlechtesten Jahres (2013) ein gangbarer Weg wäre und insbesondere die betrieblichen Erfolgsrechnungen eingereicht. Das Kreisgericht ist in diesem Sinne vorgegangen und hat für die Jahre 2009 bis 2012 ein durchschnittliches Nettoeinkommen von rund Fr. 6'104.-- (inkl. Kinderzulagen von Fr. 600.--) ermittelt. Vor Kantonsgericht hat der Beschwerdeführer nicht gerügt, dass es sich bei der Position "Gesamteinkommen" in den betrieblichen Erfolgsrechnungen, entgegen der Interpretation des Kreisgerichts, nicht um eine Nettoposition sondern um eine Bruttoposition handle. Das Kantonsgericht ist alsdann von der gleichen Basis wie das Kreisgericht ausgegangen - es hat lediglich noch eine Reduktion aufgrund eines im Gesamteinkommen 2009 enthaltenen Nebeneinkommens der Beschwerdegegnerin vorgenommen. Mithin hat der Beschwerdeführer in diesem Punkt den Instanzenzug nicht ausgeschöpft. Die Unterlassung der Rüge lässt sich auch nicht durch die im Berufungsverfahren vertretene neue Argumentation entschuldigen, wäre es dem Beschwerdeführer doch ohne weiteres möglich gewesen, die Berücksichtigung der gesetzlichen Abzüge in einem Eventualstandpunkt geltend zu machen. Auf die erstmals vor Bundesgericht gegen die erstinstanzliche Beweiswürdigung gerichtete Rüge ist daher nicht einzutreten.