Citation: I 477/04 14.03.2005 E. 2

Im Einspracheentscheid vom 24. März 2004 hat die IV-Stelle den für den Rentenanspruch massgebenden Invaliditätsgrad auf 34% festgesetzt. Dabei ging sie aufgrund des landwirtschaftlichen Abklärungsberichtes von einem Valideneinkommen von Fr. 74'796.- aus, bestehend aus einem landwirtschaftlichen Einkommen von Fr. 59'796.- und einem Ertrag aus nebenerwerblicher Holzertätigkeit von Fr. 15'000.-. Das Invalideneinkommen ermittelte sie mit Fr. 49'443.-, wobei sie zum landwirtschaftlichen Einkommen von noch Fr. 39'410.- ein Einkommen von Fr. 10'033.- addierte, welches der Versicherte mit einer körperlich leichten Tätigkeit zu erzielen vermöchte. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, die Holzerarbeiten bildeten Bestandteil der landwirtschaftlichen Tätigkeit und gäben keinen Anlass zur Anrechnung eines hypothetischen Nebeneinkommens, weshalb dem Valideneinkommen von Fr. 74'796.- ein Invalideneinkommen von Fr. 39'410.- gegenüberzustellen sei, was zu einem Invaliditätsgrad von 47% führe. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde bestreitet die IV-Stelle nicht, dass es sich bei der Arbeit als Holzer um einen Bestandteil der landwirtschaftlichen Tätigkeit - und nicht um einen selbstständigen Nebenerwerb - handelt. Sie macht indessen geltend, dem Beschwerdegegner sei anstelle der nicht mehr möglichen Holzertätigkeit die Ausübung einer zusätzlichen nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeit zumutbar, womit er insgesamt ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermöchte. 2.1 Dem landwirtschaftlichen Abklärungsbericht ist zu entnehmen, dass der Beschwerdegegner ohne den Gesundheitsschaden bei angenommenen 3'000 jährlichen Arbeitsstunden 2'499 Stunden für die Landwirtschaft und 501 Stunden für die übrige Tätigkeit, d.h. für die Holzerarbeiten verwendet hätte. Am gesamten Erwerbseinkommen von Fr. 74'796.- ist das Einkommen aus der Holzertätigkeit laut Abklärungsbericht mit Fr. 15'000.- beteiligt. Aufgrund dieser von keiner Seite bestrittenen Angaben ist davon auszugehen, dass den Holzerarbeiten im Rahmen des gesamten landwirtschaftlichen Tätigkeitsbereichs und des damit erzielten Einkommens eine wesentliche Bedeutung zukam. Es stellt sich daher die Frage, ob der Beschwerdegegner anstelle der nicht mehr möglichen Holzerarbeiten zumutbarerweise eine geeignete andere Tätigkeit ausüben könnte. Hiefür spricht, dass ihm gemäss Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. M.________ vom 17. Juni 2003 die Ausübung einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne wesentliche Einschränkungen zumutbar wäre. Die Formulierung ("eventuell zu 100%") lässt allerdings darauf schliessen, dass eine volle Arbeitsfähigkeit nur unter optimalen Umständen erreicht würde. Zudem spricht sich der Arzt nicht dazu aus, ob dem Versicherten nebst der eigentlichen Landwirtschaftstätigkeit, für welche ihm eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert wird, eine nichtlandwirtschaftliche Beschäftigung im Umfang von rund 500 jährlichen Arbeitsstunden zumutbar wäre. Der Beschwerdegegner bestreitet dies mit der Begründung, es fehle an einer entsprechenden "Zeitreserve", weil er grundsätzlich mit einer vollen zeitlichen Präsenz arbeite, sich dabei aber schonen und immer wieder Erholungsphasen einschalten müsse; zudem sei der Betrieb (einschliesslich Alpbetrieb) von einer Grösse (20 + 23 ha), welche eine praktisch dauernde Präsenz des Betriebsinhabers erfordere. Wie es sich hinsichtlich dieser Einwendungen verhält, lässt sich aufgrund der Akten nicht zuverlässig beurteilen, kann jedoch dahingestellt bleiben. Selbst wenn von einer "Zeitreserve" von rund 500 Arbeitsstunden auszugehen wäre und die Ausübung einer zusätzlichen Erwerbstätigkeit aus medizinischer Sicht zumutbar sein sollte, bestehen erhebliche Zweifel, ob eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt möglich wäre. Zu beachten ist, dass die für die Ausübung einer ergänzenden Tätigkeit verbleibende Zeit weniger als 20% der üblichen Arbeitszeit ausmacht und zudem nicht kontinuierlich zur Verfügung steht, weil die nicht mehr zumutbaren Holzerarbeiten unregelmässig anfallen. Wird zusätzlich in Rechnung gestellt, dass der Beschwerdegegner in U.________ wohnt und die Ausübung einer nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeit wahrscheinlich mit einem längeren Arbeitsweg verbunden wäre, erscheint eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in einer zumutbaren unselbstständigen Erwerbstätigkeit praktisch als ausgeschlossen. Der Vorinstanz ist daher darin beizupflichten, dass von der Anrechnung eines entsprechenden hypothetischen Einkommens abzusehen ist.