Citation: 6B_186/2024 E. 2.2

2.2. Demgegenüber kam eine Minderheit der Vorinstanz zum Schluss, die Beschwerdeführerin müsste nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" freigesprochen werden. Es spreche zwar vieles dafür, dass sie ihrem Ehemann das Küchenmesser in den Bauch gestochen habe; ein klares Gesamtbild ergebe sich aber nicht. Der Ehemann habe durchgehend beteuert, die Beschwerdeführerin habe mit der Sache nichts zu tun. Zudem passe nicht ins Bild, dass eine Nachbarin in der Tatnacht zwei Männer in einer Fremdsprache aufgeregt und hektisch diskutieren gehört habe. Der Minderheit erscheint möglich, dass der Ehemann die Beschwerdeführerin schützt. Möglich erscheint ihr aber auch, dass er eine Drittperson schützt, welche die Tat mit Handschuhen begangen haben könnte. Die Täterschaft einer Drittperson, die dem Ehemann und der Beschwerdeführerin bekannt sei, könne nicht mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden.