Citation: U 78/05 26.08.2005 E. 4

4.1 Nach Ansicht der Vorinstanz liegen keine objektivierbaren Befunde für die von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden vor; der behaupteten Gesundheitseinschränkung komme kein Krankheitswert mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu. Diese Beurteilung beruht auf einer sorgfältigen Würdigung der im angefochtenen Entscheid einlässlich dargelegten medizinischen Akten. Sie stützt sich namentlich auf das Gutachten des Dr. med. G.________ vom 6. Januar 2004 (mit Ergänzung vom 3. März 2004). Danach bestand im Zeitpunkt der Untersuchung vom 3. Dezember 2003 in Bezug auf den Einsatz als Küchengehilfin keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und der Experte erachtete die Versicherte als voll vermittlungsfähig auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für alle "frauenüblichen" Berufe. 4.2 Die Beschwerdeführerin wurde am 3. Dezember 2001 durch Dr. med. G.________ untersucht. Dabei stellte der Experte keine objektivierbaren Befunde fest, welche die subjektiven Beschwerden erklären würden. Der Verlauf nach Schenkelhalsfraktur, welche nur unwesentlich disloziert gewesen sei und in situ habe verschraubt werden können, sei geprägt durch das übermässige Schmerzempfinden und die Überbewertung der Schmerzen durch die Versicherte. Unbestritten sei, dass eine leichte Dorsalkippung nach der Schenkelhalsfraktur zurückgeblieben und in dieser Stellung fixiert worden sei. Dies habe zwar den Offset gestört, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht das Beschwerdebild ausgelöst, da dieses nach korrekter Operation zur Behebung der Offsetfehlform gleich geblieben sei. Das Gefühl der Beschwerdeführerin, bei möglicher Vollbelastung nicht arbeitsfähig zu sein, sei klar auf die Überbewertung der Schmerzen zurückzuführen, oder aber dadurch zu erklären, dass eine Rentenbegehrlichkeit vorliege. Aus Gründen der Überbewertung der Schmerzen habe sie entgegen der Einschätzung der behandelnden Ärzte die Arbeit nicht wieder aufgenommen und sich auch nicht um eine Beschäftigung bemüht. Das chronifizierte Schmerzsyndrom mit Überbewertung der Schmerzen sei mit Sicherheit auf das Ereignis vom 14. Februar 2001 zurückzuführen. Allerdings sei weder klinisch noch radiologisch ein Korrelat für das angegebene Schmerzbild zu finden und die derzeitige leicht eingeschränkte Funktion in der rechten Hüfte sei darauf zurückzuführen, dass sich die Versicherte übermässig schone: Sie setze die Schmerzgrenze einerseits zu tief an und betrachte diese zu tief angesetzte Schmerzgrenze gleichzeitig als Leistungsgrenze. Sie wolle nicht wahrhaben, dass sie an der Verbesserung der Situation selbst mitarbeiten müsse und diese Schmerzen nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit führten. Grundsätzlich hätte nach dem Unfall und der Primärversorgung, wie von Hausarzt und Operateur bestätigt, ab 1. September 2001 wieder Arbeitsfähigkeit bestanden. Eine über diesen Zeitpunkt hinausgehende Arbeitsunfähigkeit sei durch das übermässige Schmerzempfinden der Beschwerdeführerin ausgelöst und medizinisch weder erklärt noch vertretbar. Ausgenommen bleibe natürlich die kurzzeitige Arbeitsaussetzung nach der ambulanten Metallentfernung. Nach der Offsetkorrektur wäre die Versicherte grundsätzlich auch nach sechs bis acht Wochen wieder uneingeschränkt einsetzbar gewesen, da es sich um einen komplikationsfreien Verlauf gehandelt habe. Das Gutachten des Dr. med. G.________ vom 6. Januar 2004 beruht auf eingehender Untersuchung der Versicherten und berücksichtigt die geklagten Beschwerden wie auch die medizinischen Vorakten. Die Beschreibung des Gesundheitszustands und die Stellungnahme zu dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit überzeugen ebenso wie die Beurteilung der ursächlichen Zusammenhänge. Dieser Expertise kommt voller Beweiswert zu, womit das kantonale Gericht zu Recht darauf abgestellt hat. 4.3 Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgetragen wird, rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise. Widersprüche, welche Zweifel an den Schlussfolgerungen des Dr. med. G.________ zu begründen vermöchten, enthält das Gutachten nicht. Die Beschwerdeführerin anerkennt, dass die klinischen und radiologischen Befunde ihre Leiden nicht zu erklären vermögen. Im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsüberprüfung muss allerdings verlangt werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (BGE 130 V 399 Erw. 5.3.2 mit Hinweisen). Nicht erforderlich ist die Diagnose eines ausschliesslich unfallfremden gesundheitlichen Leidens, wie sie etwa degenerative Veränderungen darstellen. Dass die Beschwerdeführerin unter Schmerzen leidet, wird ärztlicherseits nicht bezweifelt. Eine objektivierbare Erklärung für die Schmerzproblematik liess sich jedoch trotz eingehender klinischer und bildgebender Abklärungen nicht finden. Unzutreffend ist der Einwand, andere Ärzte hätten der Beschwerdeführerin durchgehend seit dem Unfall eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Für die Zeit nach der Offsetkorrektur vom 30. April 2002 und der Metallentfernung vom 8. April 2003 hat lediglich Dr. med. H.________ eine andauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit bestätigt, doch konnte auch dieser Arzt kein Korrelat für die Restbeschwerden finden. Zudem hat Dr. med. H.________ seine Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit weder näher begründet noch sich mit der abweichenden Beurteilung des Dr. med. G.________ auseinandergesetzt. Im Gegensatz dazu hat der Experte im Ergänzungsbericht vom 3. März 2004 zur Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. med. H.________ Stellung genommen und nachvollziehbar dargelegt, aus welchen Gründen die alleinige Schmerzsymptomatik keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermag. Es besteht deshalb kein Anlass, von den Angaben des Dr. med. G.________ zur Arbeitsfähigkeit abzuweichen. Unbehelflich ist sodann auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, ausser dem Gutachter habe kein anderer Arzt eine Aggravation oder eine Rentenbegehrlichkeit festgestellt. Dr. med. G.________ hat nachvollziehbar und überzeugend dargelegt, dass das Gefühl der Versicherten, bei möglicher Vollbelastung nicht arbeitsfähig zu sein, auf die Überbewertung der Schmerzen zurückzuführen oder aber durch das Vorliegen einer Rentenbegehrlichkeit zu erklären sei. Diese Beurteilung wird durch den Bericht des Dr. med. D.________ vom 29. März 2004 insofern gestützt, als dieser Arzt ein Rehabilitationsdefizit feststellt und im Übrigen eine intraartikuläre Ursache der Leiden als sehr unwahrscheinlich erachtet. Die Beschwerdeführerin hat denn auch nach der ersten Operation vom 14. Februar 2001, als sie ab 1. September 2001 von Dr. med. F.________ und Dr. med. S.________ mindestens vorübergehend als voll arbeitsfähig eingeschätzt wurde, keinen dokumentierten Arbeitsversuch unternommen. Wie das kantonale Gericht schliesslich zu Recht erwogen hat, besteht kein Anlass für eine ergänzende psychiatrische Abklärung (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b; RKUV 2003 Nr. U 473 S. 50 Erw. 3.4). Die behandelnden Ärzte haben der psychischen Problematik Beachtung geschenkt, jedoch eine psychiatrische Abklärung nicht für erforderlich erachtet. Selbst bei Bejahung der natürlichen Kausalität zwischen einer allfälligen psychischen Schädigung und des Unfallgeschehens wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts vorgebracht, was die durch die Vorinstanz verneinte Adäquanz in Frage zu stellen vermöchte.