Citation: 8C_300/2022 E. 6.2

6.2. Die Beschwerde richtet sich denn auch vielmehr vorab gegen die vorinstanzliche Annahme, dass die verbleibende Restarbeitsfähigkeit verwertbar sei. Das kantonale Gericht stellte zunächst in sachverhaltlicher Hinsicht gestützt auf die gutachtlichen Ausführungen zu den gesundheitlich bedingten Einschränkungen fest, dass die Beschwerdeführerin Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten auszuüben in der Lage wäre. Es handelt sich dabei um eine konkrete Beweiswürdigung und damit um eine vom Bundesgericht nur eingeschränkt überprüfbare Tatfrage (Urteil 8C_776/2008 vom 18. Juni 2009 E. 5.2). Dass das kantonale Gericht insoweit offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellungen getroffen haben sollte, wird beschwerdeweise nicht geltend gemacht und ist nicht erkennbar. Das kantonale Gericht ging des Weiteren davon aus, dass auf dem massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt solche Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten zur Verfügung stünden. Dies hat das Bundesgericht in konstanter Praxis stets bestätigt (vgl. zuletzt etwa Urteile 8C_263/2022 vom 8. September 2022 E. 5.2; 8C_55/2022 vom 19. Mai 2022 E. 4.4.1 mit Hinweisen; 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E. 8.2.2; 8C_462/2020 vom 27. August 2020 E. 5.1, je mit Hinweisen). Entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin handelt es sich dabei nicht um eine Vermutung, die aufgrund weiterer Beweismassnahmen umgestossen werden könnte (vgl. oben E. 4.2 a.E.), sondern um eine aufgrund allgemeiner Lebenserfahrung beurteilte, vom Bundesgericht frei überprüfbare Rechtsfrage (Urteile 8C_776/2008 vom 18. Juni 2009 E. 5.2; 8C_759/2018 vom 13. Juni 2019 E. 7.1 a.E.). Daran kann nichts ändern, dass diese Rechtsprechung vorab im Zusammenhang mit der Beurteilung verbleibender Betätigungsmöglichkeiten bei funktioneller Einhändigkeit zur Anwendung gelangt. Eine Bundesrechtsverletzung ist der Vorinstanz damit nicht vorzuwerfen; insbesondere liegt bei praxiskonformer Rechtsanwendung auch keine Willkür beziehungsweise Diskriminierung, Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör oder Verweigerung der Sicherung vor Invalidität (Art. 41 Abs. 2 BV) vor. Es bleibt im Übrigen zu beachten, dass praxisgemäss an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten (und Verdienstaussichten) keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1; Urteil 8C_192/2022 vom 7. Juli 2022 E. 6.1.3). Der vorinstanzliche Verweis auf die noch als zumutbar erachteten Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten genügte somit den praxisgemässen Anforderungen, ohne dass weitergehende Ausführungen zu den Betätigungsmöglichkeiten im Einzelnen erforderlich gewesen wären.