Citation: 6B_278/2017 E. 2.6

2.6. Hinsichtlich des zweiten Prüfungsschritts der hypothetischen Kausalität, der Frage, ob es bei Einhaltung der Sicherheitsvorschriften des Beschwerdegegners nicht zum Unfall gekommen wäre, erwägt die Vorinstanz, es lasse sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschliessen, dass der Beschwerdegegner beim Herunterwerfen von Gegenständen über den Geländerholm gestürzt sei. Damit verblieben als mögliche Auslöser des Sturzes einerseits ein Ausrutschen, andererseits ein Stolpern, wobei der Beschwerdegegner in beiden Fällen unter dem Geländerholm hindurchgefallen wäre. Welche dieser Möglichkeiten sich verwirklicht habe, lasse sich mangels Augenzeugen nicht mehr erstellen; jedoch könne die Frage letztlich offen bleiben. Als massgebliche Teilursachen des Unfalls würden das Fehlen des Zwischenholms und das Fehlen des Bordbretts beim Seilzugfeld in Betracht fallen. Den Beschwerdeführern sei beides zuzurechnen. Hätten sie sich sowohl bezüglich Instruktion als auch bezüglich Kontrolle pflichtgemäss verhalten, hätte der Beschwerdegegner Zwischenholm und Bordbrett beim Seilzugfeld nicht entfernt. Da damit die massgeblichen Teilursachen des Unfalls entfallen wären, sei offenkundig, dass der Unfall bei pflichtgemässem Verhalten der Beschwerdeführer mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit hätte vermieden werden können. Demnach sei die Vermeidbarkeit zu bejahen (angefochtenes Urteil E. 3.2 S. 17 ff.). Was die Beschwerdeführer gegen diese vorinstanzliche Beweiswürdigung einwenden, ist nicht geeignet Willkür darzutun. Insbesondere schliesst die Vorinstanz die Möglichkeit, dass der Beschwerdegegner über den Geländerholm gefallen sei, mit überzeugenden Argumenten aus. So geht sie willkürfrei davon aus, dass der Schwerpunkt des 185 cm grossen Beschwerdegegners unter der Oberkante des Geländerholms liege, die gemäss Art. 16 Abs. 2 der Verordnung vom 29. Juni 2005 über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (Bauarbeitenverordnung, BauAV; SR 832.311.141) 95 cm bis 105 cm über der Standfläche liegen muss. In ihren anderslautenden Ausführungen scheinen die Beschwerdeführer von einer falschen Höhe des Geländerholms auszugehen. Ebenso nachvollziehbar ist die vorinstanzliche Erwägung, der Umstand, dass der Beschwerdegegner den Zwischenholm beim Seilzugfeld entfernt habe, deute darauf hin, dass er die nach unten zu befördernde Last unter dem Geländerholm habe hindurchgeben und gerade nicht über diesen habe heben wollen. Damit setzen sich die Beschwerdeführer nicht auseinander. Wie bereits dargelegt (E. 1.4), ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den Beschwerdeführern in der Folge sowohl das Fehlen des Zwischenholms als auch das Fehlen des Bordbretts beim Seilzugfeld als Sorgfaltspflichtverletzung zurechnet, weshalb auf die übrigen Einwände der Beschwerdeführer zur Frage der Vermeidbarkeit nicht weiter einzugehen ist (vgl. Beschwerde S. 29 f.). Da nicht abschliessend beurteilt werden muss, ob der Beschwerdegegner stolperte oder ausrutschte, verletzt die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör nicht, indem sie keine Expertise zum Unfallhergang einholt, zumal sie einen Sturz des Beschwerdegegners über den Geländerholm überzeugend und willkürfrei verneint.