Citation: 4A_452/2022 E. 4.4.1

4.4.1. In einem Auslegungsstreit ist zunächst zu prüfen, ob sich die Parteien tatsächlich übereinstimmend geäussert, verstanden und in diesem Verständnis geeinigt haben (subjektive Auslegung; BGE 147 III 153 E. 5.1). Das Handelsgericht hat einen solchen tatsächlichen Konsens hinsichtlich des strittigen Auslegungsproblems nicht festgestellt, was die Beschwerdeführerin nicht beanstandet. In einem derartigen Fall beurteilt sich nach dem Vertrauensprinzip, welchen Inhalt eine Willenserklärung hat. Die Erklärung ist danach so auszulegen, wie sie von der Adressatin nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen nach Treu und Glauben verstanden werden durfte und musste (BGE 148 III 57 E. 2.2.1; 147 III 153 E. 5.1).