Citation: 8C_318/2020 E. 3.2.2

3.2.2. Indem der Versicherte unter Verweis auf das Urteil 8C_479/2011 den Standpunkt vertritt, Gegenstand der Verfügung vom 11. September 2019 könne nur die Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit für den Zeitraum "nach" dem 11. September 2019 sein, missversteht er den Sinn der Rechtsprechung. Eine Voraussetzung des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung ist die Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 15 AVIG). Die arbeitslose Person soll jederzeit erreichbar und täglich zum Antritt einer Beschäftigung oder arbeitsmarktlichen Massnahme in der Lage sein (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz. 268 S. 2347). Die Vermittlungsfähigkeit hängt unter anderem davon ab, ob der Arbeitslose berechtigt ist, eine Arbeit anzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Ist die Arbeitsberechtigung ausländischer Staatsangehöriger vorfrageweise vor der Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit zu klären (ARV 2019 S. 87, 8C_581/2018 E. 2.2.2 mit Hinweis) und ist aufgrund einer individuell-konkreten Betrachtungsweise zu prüfen, ob der Ausländer oder die Ausländerin über eine Arbeitsbewilligung verfügt oder mit einer solchen rechnen kann (BGE 126 V 376 E. 6a S. 383 mit Hinweisen), so erfordert diese Prüfung eine Abschätzung der Erfolgsaussichten hinsichtlich der Erlangung einer Arbeitsbewilligung. Aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse bei Erlass des Einspracheentscheides vom 3. Dezember 2019 erkannte das AWA in prospektiver Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit (vgl. BGE 143 V 168 E. 2 S. 170 mit Hinweisen; ARV 2020 S. 82, 8C_435/2019 E. 3.2) zutreffend, dass der Versicherte ab dem Zeitpunkt der Heirat einer Schweizerin am 27. September 2019 einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung und damit eine Berechtigung zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit erlangte. Die Vorinstanz hat - nach bundesrechtskonformer Beweiswürdigung (vgl. E. 1.4 hievor) und basierend auf der praxisgemäss vorgenommenen prospektiven Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit - jedenfalls nicht offensichtlich unrichtig verneint, dass der Beschwerdeführer schon vor dem 27. September 2019 mit der Erteilung einer Arbeitsbewilligung rechnen konnte. Soweit er der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung seine eigene gegenüber stellt, begnügt er sich mit appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid, worauf nicht einzugehen ist (E. 1.3 hievor).