Citation: 7B_730/2023 E. 4.8

4.8. Zusammengefasst begründet die familiäre Situation des Beschwerdeführers ein gewichtiges persönliches Interesse an einem Verzicht auf die Landesverweisung. Die öffentlichen Interessen an deren Anordnung wiegen jedoch schwerer. Dies folgt in erster Linie aus der kriminellen Vorgeschichte und der zunehmenden Schwere der begangenen Delikte. Es liegt eine schlechte Legalprognose und damit ein deutliches Sicherheitsrisiko vor (dies wiederum im Gegensatz zum Urteil des EGMR in Sachen P.J. und R.J. gegen die Schweiz, a.a.O., § 51 f.). Die über zehnjährige Aufenthaltsdauer in der Schweiz sowie die unterdurchschnittliche bis durchschnittliche Integration vermögen diese Interessenabwägung in der Gesamtbetrachtung weder in die eine noch in die andere Richtung massgebend zu beeinflussen. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers mit einer Ausnahme sämtliche Boultif- bzw. Üner-Kriterien in die vorinstanzliche Interessenabwägung einflossen und von dieser rechtsfehlerfrei gewürdigt wurden. Inwiefern das ungeprüft gebliebene und auch vom Beschwerdeführer nicht aufgegriffene Kriterium, nämlich ein allfälliges Wissen der Ehefrau um die Delinquenz, entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis gehabt hätte, ist nicht dargetan und auch nicht ersichtlich. Die Anordnung der Landesverweisung erweist sich somit als rechtens.