Citation: 5A_89/2024 E. 7.4.3

7.4.3. Sodann entspricht es der herrschenden Lehre in der Schweiz, dass es bei lebzeitigen Zuwendungen an inter vivos Trusts grundsätzlich zur Ausgleichung kommt, wenn die Begünstigten zu den ausgleichungspflichtigen Erben gehören (HERZOG, a.a.O., Rz. 274 S. 145 f.). Die Einzelheiten sind jedoch umstritten. WEINGART unterscheidet zwischen fixed income trusts und discretionary trusts und erwägt, bei ersteren seien unter den Voraussetzungen von Art. 626 Abs. 1 und 2 ZGB sowohl die bereits erfolgten Zuwendungen an die Begünstigten als auch das Trustvermögen - in der Höhe des jeweiligen Anspruchs der Begünstigten - zur Ausgleichung zu bringen. Bei einem discretionary trust unterlägen dagegen nur die bereits erfolgten Zuwendungen der Ausgleichung (WEINGART, a.a.O., Rz. 352 S. 180). EITEL/BRAUCHLI unterscheiden danach, ob sich die Objekte der Ausgleichung noch im Eigentum des Trustees befinden oder bereits im Eigentum des Begünstigten (EITEL/BRAUCHLI, a.a.O., Rz. 74 S. 138). DARDEL führt aus, seien zu Lebzeiten des Erblassers noch keinerlei Ausschüttungen erfolgt, führe dies dazu, dass "Zuwendungen" zur Ausgleichung zu bringen seien, die der Begünstigte (noch) gar nicht erhalten habe. Vor diesem Hintergrund könne ein Nachkomme nur dann und insoweit Ausgleichungsschuldner sein, als er bereits Ausschüttungen erhalten habe oder sein Anspruch bereits zu Lebzeiten des Erblassers unwiderruflich feststehe ( irrevocable fixed interest trust; DARDEL, Die Teilungsmasse und die Pflichtteilsberechnungsmasse bei Vermögensübertragungen an Trusts, successio 2024 S. 139).