Citation: 4A_187/2024 E. 3.2.2

3.2.2. Die Beschwerdeführer rügten die vorstehend zusammengefasste Stellungnahme des Experten vom 18. Mai 2023 als unvollständig bzw. unklar und verlangten eine Ergänzung sowie die Edition von Belegen. Sie bestritten die Darstellung, wonach ein "conflict check" durch ein spezialisiertes I.________-Team erfolgt sei und der Experte die gestellten Bedingungen erfülle. Die Vorinstanz erachtete diese Rüge als verspätet, da die Beschwerdeführer sie erstmals in der Beschwerde vorgebracht hätten. Ohnehin sei es nicht erforderlich, das Ergebnis des "conflict check" im Rahmen der Bestellung des Gutachters nachzuprüfen, was die Beschwerdeführer nicht dargelegt hätten. Die Ernennung eines Gutachters im Verfahren richte sich alleine nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung. Das Ergebnis des "conflict check" sei hierfür irrelevant. Demzufolge seien das diesbezügliche Editionsbegehren und der damit verbundene Rückweisungsantrag unbegründet. Ebenfalls erstmals im Beschwerdeverfahren und damit verspätet hätten die Beschwerdeführer bestritten, dass die Kundenbeziehung zwischen der J.________ GmbH und der deutschen I.________-Gesellschaft im Jahr 2017 beendet worden sei. Zuvor hätten sie lediglich geltend gemacht, dies sei aufgrund der Formulierung des Experten, das Mandat sei "abgeschlossen", unklar. Im Übrigen treffe dies nicht zu. Die Formulierung lasse keinen Zweifel daran, dass die Vertragsbeziehung 2017 beendet worden sei. Es bedürfe daher auch keiner Edition des Mandatsvertrags oder der Schlussrechnung. Abgesehen davon stehe aufgrund der Angaben des Experten fest, dass die I.________ AG U.________ und die deutsche I.________-Gesellschaft rechtlich und wirtschaftlich unabhängig seien. Es spiele daher für die Beurteilung des Ausstandsgesuchs keine Rolle, ob die J.________ GmbH bis vor rund sieben Jahren Beratungsdienstleistungen von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der deutschen I.________ GmbH oder von deren Rechtsanwaltsgesellschaft in Anspruch genommen habe. Die Beschwerdeführer legten Gegenteiliges nicht dar. Daher seien ihre Ergänzungs- und Rückweisungsbegehren unbegründet. Soweit die Beschwerdeführer geltend machten, aufgrund der Verbundenheit der I.________-Gesellschaften bleibe der Anschein der Befangenheit trotz deren rechtlicher Unabhängigkeit bestehen, könne ihnen nicht gefolgt werden. Aufgrund der Aussagen des Experten, worauf mangels substanziierter Bestreitung der Beschwerdeführer abzustellen sei, stehe fest, dass die J.________ GmbH nicht die wirtschaftliche Endberechtigte der G.________ AG sei. Hinzu komme, dass die Vertragsbeziehung zwischen der J.________ GmbH und der deutschen I.________-Gesellschaft, wie bereits erwähnt, seit rund sieben Jahren beendet sei und es sich bei der Letzteren und der I.________ AG U.________ gemäss der verbindlichen Auskunft des Experten um rechtlich sowie wirtschaftlich eigenständige Gesellschaften handle. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern unter diesen Umständen eine irgendwie geartete Abhängigkeit oder besondere Verbundenheit zwischen dem Experten und der Beschwerdegegnerin bestehen sollte. Angesichts dessen liege kein objektiver Anschein der Befangenheit des Experten vor. Die von den Beschwerdeführern in diesem Zusammenhang zitierten Entscheide des Bundesgerichts (BGE 139 III 433 E. 2.1.6; 140 III 221 E. 4.3.3) seien nicht einschlägig. Diese hätten ein offenes Mandat des als nebenamtlicher Richter tätigen Anwalts oder seiner Kanzlei zu einer mit der Verfahrenspartei eng verbundenen Person (Konzernschwester) betroffen. Dies treffe hier nicht zu, zumal die Vertragsbeziehung zwischen der J.________ GmbH und der deutschen I.________-Gesellschaft, wie dargestellt, seit Jahren beendet sei.