Citation: 2C_644/2022 E. 7.3.4

7.3.4. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, eine Rückkehr in die Türkei sei ihm auch deshalb nicht zumutbar, weil er dort im Rahmen des Haftvollzugs teilweise Behandlungen ausgesetzt gewesen sei, die gegen Art. 3 EMRK und Art. 3 Anti-Folter-Konvention [SR 0.105] verstossen hätten. Im Falle einer Rückkehr sei er sehr wahrscheinlich Repressionen des türkischen Staates und einer Inhaftierung ausgesetzt. Im Winter 2019/2020 habe er ein Schreiben an die Türkische Botschaft und auch an den Präsidenten persönlich gerichtet, mit dem Ziel, seine türkische Staatsbürgerschaft abzugeben. In seinem Schreiben habe er offen Kritik geübt. Die Vorinstanz hat sich mit diesen Vorbringen eingehend beschäftigt (angefochtener Entscheid E. 6) : Sie erwog, dass der Beschwerdeführer seine Gefährdung in der Türkei immer wieder und teils mit widersprüchlicher Argumentation zu begründen versuche. In seinem ursprünglichen, nach der Einreise in die Schweiz gestellten Asylgesuch habe er geltend gemacht, zum Christentum konvertiert zu sein und deshalb mit Familienmitgliedern und Drittpersonen in Konflikt geraten zu sein. Das Staatssekretariat für Migration habe dieses Gesuch jedoch mit Asylentscheid vom 22. Oktober 2018 abgewiesen. Mit einem Wiedererwägungsgesuch vom 28. Februar 2020 habe der Beschwerdeführer dann vorgebracht, in der Türkei gefoltert worden zu sein und möglicherweise als Anhänger von Fethullah Gülen oder Anhänger der HDP oder PKK gesucht zu werden. Die in diesem Zusammenhang vorgetragenen Vorbringen habe das Staatssekretariat für Migration allerdings als unglaubwürdig beurteilt, was vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 29. (recte: 28.) September 2021 bestätigt worden sei. Vor dem Hintergrund der Fachanalyse der Asylbehörden durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass die Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko glaubhaft machen, dass der Beschwerdeführer in der Türkei einer Behandlung ausgesetzt wäre, die gegen Art. 2 oder 3 EMRK bzw. Art. 3 Anti-Folter-Konvention verstösst (vgl. Urteile 2C_967/2021 vom 23. Januar 2023 E. 7.4; 2C_182/2020 vom 13. Juli 2021 E. 3.3.1). Weder die punktuelle Kritik des Beschwerdeführers am Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts noch das Schreiben des Beschwerdeführers an die Türkische Botschaft, welches den Asylbehörden offenbar bereits vorlag, vermag dies infragezustellen. Damit erübrigt es sich, die Akten des Staatssekretariates für Migration im Asylverfahren beizuziehen.