Citation: 7B_730/2023 E. 4.2

4.2. Gemäss Art. 66a Abs. 2 Satz 1 StGB kann das Gericht ausnahmsweise von einer Landesverweisung absehen, wenn diese für den Ausländer kumulativ (1.) einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Die Vorinstanz bejaht das Vorliegen eines persönlichen Härtefalls, ist aber der Ansicht, dass die öffentlichen Interessen an einer Ausweisung die persönlichen Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz bzw. an der Stabilität des Privat- und Familienlebens überwiegen. Strittig und vorliegend zu prüfen ist somit einzig, ob die vorinstanzliche Interessenabwägung mit Bundes- und Völkerrecht vereinbar ist. Dabei macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz berücksichtige die vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entwickelten "Boultif- bzw. Üner-Kriterien" nicht oder nur in ungenügender Weise.