Citation: 1B_80/2015 E. 3.1

3.1. Mit dem Teilurteil vom 11. Dezember 2013 stellte das Bezirksgericht Affoltern in der Zusammensetzung der drei Richter, deren Ausstand der Beschwerdeführer verlangt, fest, der des Mordes angeklagte Beschwerdeführer habe die ihm vorgeworfene Tathandlung vom 7. Januar 2009 begangen. In diesem Punkt haben sich die Bezirksrichter demnach bereits festgelegt, auch wenn Anschlussfragen wie das Schuldmass und die Folgen auf Seiten des Beschwerdeführers wie insbesondere die ihm allenfalls aufzuerlegende Sanktion noch offen sind (vgl. Art. 342 StPO). Mit der Nachtragsanklage wird wiederum dem Beschwerdeführer Gefährdung des Lebens, Nötigung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Es steht mithin nicht - wie im vom Beschwerdeführer angerufenen Urteil des Bundesgerichts 1P.648/2002 vom 4. März 2003 - die Beteiligung anderer Täter an der bereits beurteilten Tathandlung in Frage, sondern es geht um die Beurteilung einer anderen Straftat des gleichen mutmasslichen Täters. Dass derselbe Richter oder das gleiche Richtergremium eine andere Tat desselben Angeklagten im gleichen oder in einem späteren Strafverfahren beurteilt, stellt nach ständiger Praxis keine massgebliche Vorbefassung und damit keinen Ausstandsgrund dar. Zu prüfen ist, ob allenfalls der Zusammenhang zwischen der bereits beurteilten Tathandlung und dem nachträglich angeklagten neuen Tatvorwurf im vorliegenden Fall zu einer ausnahmsweise anderen Beurteilung führt, weil der Ausgang des zweiten Strafverfahrens nicht mehr offen erscheint.