Citation: 5A_639/2020 E. 3.1.1

3.1.1. Im erstgenannten Urteil (teilweise publiziert in BGE 141 III 587) ging es um die Anordnung eines Rechtshilfeauftrags an ein Konkursamt. Das Bundesgericht hielt darin fest, dass das beschwerdeführende Konkursamt im konkreten Fall nicht die Interessen der Gläubiger wahrnehme, sondern sich lediglich gegen die Anordnung (Ausführung eines Rechtshilfeauftrages) einer unteren Aufsichtsbehörde wehren wolle. Dazu sei es nicht berechtigt (E. 2). Im gleichen Entscheid hat es auf das Beschwerderecht des Konkursamtes hingewiesen, soweit es um die Einvernahme des Gemeinschuldners anlässlich der Inventur gehe. In einem solchen Fall handle das Konkursamt im Interesse der Gläubigergesamtheit, sofern die Aufsichtsbehörde die Vorladung des Gemeinschuldners aufheben würde. Das Gleiche gelte, wenn sich die Behörde eines anderen Amtskreises weigere, Rechtshilfe zur Einvernahme des Schuldners zu leisten. Zwar verwendet das Bundesgericht in dieser Erwägung (E. 1.2.3) den Ausdruck "unmittelbar" nicht, hingegen spricht es davon, dass das Konkursamt selber, soweit es um das Interesse der Gläubigergesamtheit gehe, an der verlangten Massnahme "genügend interessiert" sei. In einem weiteren von der Beschwerdeführerin angeführten Urteil betonte das Bundesgericht, dass sich bei der Sicherung der beschlagnahmten Vermögenswerte die Interessen des Gemeinschuldners und des Drittansprechers nicht mit denen der Gläubiger decken. Es sei daher "ausschlaggebend", dass die Konkursverwaltung die Interessen der Gläubiger zu wahren habe (BGE 116 III 32 E. 1).