Citation: 1A.41/2003 12.09.2003 E. 3

3.1 Der Alpenweiler Biel unterhalb der Alpe Jungen stellt nach dem Hinweisinventar der Bauten ausserhalb der Bauzone der Gemeinde N.________ vom Juni 1995 eine "ausgesprochen typische "Maiensässsiedlung" dar. Der Siedlung komme als Ganzes eine "hervorragende Lagequalität" zu. Sämtliche Bauten seien in einer "sachlichen Blockbaukonstruktion" erstellt und wiesen einen beachtlichen Eigenwert auf. Das fragliche Wohnhaus stelle die dominante Baute des Weilers dar. Sämtliche Konstruktionselemente befänden sich im Originalzustand. Dieser und die grosszügige Bauweise überhaupt, verliehen dem Gebäude einen "hervorragenden Eigenwert". 3.2 Der Beschwerdeführer wirft dem Kantonsgericht in diesem Zusammenhang eine willkürliche Tatsachenfestellung vor. Entgegen den Feststellungen im Inventar sei das Dach nämlich keineswegs in originalgetreuem Zustand gewesen, sein Vater hätte weite Teile des Daches mit Blech abgedichtet. Der Einwand geht an der Sache vorbei, ist doch das Hinweisinventar der Bauten ausserhalb der Bauzonen der Gemeinde N.________ behörden- wie grundeigentümerverbindlich (Art. 16 BauV). Er ist zudem unbelegt (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Das Argument, ein Augenschein hätte diese Frage klären können, ist im Übrigen mutwillig, war es doch gerade der Beschwerdeführer, der mit der eigenmächtigen Sanierung des Daches verhinderte, dass sich die zuständige Baubehörde ein Bild vom Zustand vor der Sanierung machen konnte. Aus der Fotodokumentation vom 19. Oktober 1994 des Inventars ergibt sich zudem, dass keine der beiden Dachhälften in grösserem Umfang sichtbar mit Blech abgedeckt waren; einzig ein kleiner Anbau unterhalb des Kamins war mit einem Blech gedeckt, was aber den Charakter des Steinplattendaches nicht erheblich beeinträchtigt. 3.3 Nach Art. 17 Abs. 1 des Baugesetzes des Kantons Wallis vom 8. Februar 1996 (BauG) müssen sich Bauten namentlich hinsichtlich ihrer Grösse, Stellung, Form, Material und Farbe in die bauliche und landschaftliche Umgebung einordnen. Nach Art. 24 der Bauverordnung des Kantons Wallis vom 2. Oktober 1996 (BauV) sind Bauten und Anlagen nur zu bewilligen, wenn sie in ästhetischer Hinsicht befriedigen und das Orts- und Landschaftsbild nicht beeinträchtigen. Art. 57 und 61 des kommunalen Bau- und Zonenreglements vom Juli 1976 (homologiert vom Staatsrat mit Änderungen am 22. August 1984, BZR) verlangen zudem, dass jede bauliche Veränderungen in ihre landschaftliche und bauliche Umgebung so einzugliedern ist, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht. In unmittelbarer Nähe geschützter oder allgemein wertvoller Bauten ist eine einwandfreie Gestaltung erforderlich. Bestehende Bauten sind so zu unterhalten, dass ihr Aussehen das Ortsbild nicht beeinträchtigt. Dachgestaltung und Material sollen eine ruhige Gesamtwirkung erzielen und sich den ortsüblichen Formen und Farben anpassen. 3.4 Das fragliche Wohnhaus steht auf einem kleinen Felsvorsprung und ist von weit herum sichtbar. Sein Steinplattendach ist ein prägendes, nach aussen markant in Erscheinung tretendes Merkmal der Baute. Es ist daher keineswegs zu beanstanden, dass das Kantonsgericht aus Gründen des Orts- und Landschaftsschutzes die möglichst originale Bauweise erhalten will und verlangt, dass sich eine Sanierung weitgehend am ursprünglichen Zustand zu orientieren hat. Aus den bei den Akten liegenden Fotografien ergibt sich deutlich, dass sich das mit einer geleeartigen Haut sanierte Dach markant von den Steinplattendächern der umliegenden Gebäude abhebt, auch die wenn Plattenstruktur noch verschwommen erkennbar bleibt. Es liegt im Übrigen auch auf der Hand, dass die sehr grobe Struktur nicht nur des Daches selber, sondern auch der einzelnen Steinplatten wesentlich anders in Erscheinung tritt, wenn sie mit einer glatten Dachhaut überzogen sind. Das Kantonsgericht verweigerte daher auch dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör nicht, wenn es keinen Augenschein vornahm. Am verfremdeten Charakter des mit Kunststoff überzogenen Daches wird sich schliesslich nichts Grundsätzliches ändern, wenn es noch etwas nachdunkeln sollte. Das Kantonsgericht ist daher keineswegs in Willkür verfallen, indem es diese Dachsanierung bei einem inventarisierten Gebäude mit hervorragendem Eigenwert inmitten einer typischen Maiensässsiedlung mit hervorragendem Lage- und beachtlichem Eigenwert der übrigen Bauten als mit den in E. 3.1 dargelegten kantonalen und kommunalen Bestimmungen über den Orts- und Landschaftsschutz unvereinbar ablehnt. Die Rüge, das Kantonsgericht habe willkürlich angenommen, das Vorhaben sei materiell nicht bewilligungsfähig, ist offensichtlich unbegründet.