Citation: 6B_510/2013 E. 3.4.2

3.4.2. Für die Annahme bandenmässiger Tatbegehung muss nach der Rechtsprechung anhand konkreter Tatumstände aufgezeigt werden, dass sich die Täter mit dem Willen zusammenschlossen, mehrere selbstständige, im Einzelnen noch unbestimmte Straftaten zu verüben. Auf diesen Willen, der zumindest konkludent manifestiert worden sein muss, kann nicht allein retrospektiv gestützt auf die Tatsache geschlossen werden, dass zwei oder mehrere Täter eine Reihe von Delikten in enger örtlicher und zeitlicher Nähe auf ähnliche Weise verübt haben (Urteil des Bundesgerichts 6P.104/2004 vom 24. März 2005 E. 4). Hinweise auf eine bandenmässige Struktur können sich aus Absprachen und gewissen Mindestansätzen einer Organisation ergeben, wie z.B. einer Rollen- oder Arbeitsteilung. Erscheint die Zusammenarbeit als derart locker, dass von Anfang nur ein loser und damit völlig unbeständiger Zusammenhalt besteht, liegt keine Bande vor (BGE 135 IV 158 E. 3.2; 124 IV 86 E. 2b, S. 89). Im vorliegenden Fall sind Indizien, welche auf eine besondere Gefährlichkeit des Beschwerdeführers und seiner Komplizin im Sinne des qualifizierten Tatbestandes des bandenmässigen Diebstahls hinweisen, nicht im erforderlichen Ausmass erkennbar. So ergibt sich aus den Aussagen des Beschwerdeführers nichts, was darauf hindeuten würde, dass er und seine Komplizin sich für eine gewisse Dauer zur Verübung mehrerer selbstständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Straftaten verbunden hätten. Der Beschwerdeführer gab in seiner ersten Einvernahme lediglich an, er sei gekommen, "um zu stehlen" (Untersuchungsakten act. 301). Daraus lässt sich nicht ableiten, dass er beabsichtigt hätte, über eine gewisse Zeit hin zusammen mit B.X.________ in einer über eine kurze Dauer hinausgehenden Verbindung unbestimmt viele Einbrüche zu begehen. Die äusseren Umstände ergeben kein anderes Bild. Namentlich liegen in dem versuchten und vollendeten Einbruchdiebstahl in die beiden Einfamilienhäuser in Basel und Muttenz noch keine ausreichenden Anzeichen für eine Bandenabrede. Es liegt offensichtlich keine eigentliche Serie gleichartiger Straftaten vor, aus welcher auf eine derartige Verabredung geschlossen werden könnte. Hinweise darauf, dass die beiden Täter nach dem erfolgreichen Einbruch in Muttenz weitere Einbruchdiebstähle hätten verüben wollen, sind nicht ersichtlich. Ort und Umstände der Verhaftung legen keinen anderen Schluss nahe. Jedenfalls waren die beiden Täter, als sie gegen 11.30 Uhr, mithin rund eine halbe Stunde nach ihrem Einbruchsversuch in Basel und eine viertel Stunde nach dem Einbruch in Muttenz, an der Tramhaltestelle Aeschenplatz in Basel verhaftet wurden, im Begriff, das Tram in Richtung Bahnhof SBB zu besteigen (vgl. Untersuchungsakten act. 227 ff.). Dass sie vom Bahnhof nicht zurück nach Frankreich, sondern entweder nach Zürich reisen oder weitere Einbruchsobjekte suchen wollten, schliesst die Vorinstanz lediglich daraus, dass B.X.________ einen Schlüssel bei sich trug, der zu einem Schliessfach im Hauptbahnhof Zürich passte und dass die Ausreise nach Frankreich vom Bahnhof SBB aus ein grösseres Risiko einer Kontrolle in sich barg. Letzteres geht freilich, wie der Beschwerdeführer zu Recht einwendet (Beschwerde S. 6), nicht über eine blosse Mutmassung hinaus. Auch der Schlüssel zum Schliessfach führt zu keinem anderen Ergebnis, zumal in diesem kein Deliktsgut gefunden wurde. Jedenfalls lässt sich aus dem Umstand, dass die beiden zum Bahnhof unterwegs waren, nicht schliessen, sie hätten die Begehung weiterer Einbruchdiebstähle beabsichtigt. Im Weiteren ist bei den beiden Tätern auch nicht ein über die Mittäterschaft hinausgehender Zusammenhalt erkennbar, der einen verstärkten Gruppendruck oder einen zusätzlichen Anreiz zur Begehung von Straftaten bewirkt hätte. Namentlich fehlt es an einem besonders intensiven Zusammenwirken, einem höheren Organisationsgrad oder einer speziellen Planung der Einbrüche. So waren der Beschwerdeführer und B.X.________ mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Die Auswahl der Einbruchsobjekte erscheint rein zufällig. Jedenfalls hat die Vorinstanz nicht festgestellt, dass die Tatorte zunächst ausgekundschaftet worden wären. Die beiden Täter haben auch weder besondere Vorkehren für einen Abtransport der Diebesbeute noch Vorbereitungen für allfällige Fluchtmöglichkeiten getroffen. Zudem erscheint ihre Vorgehensweise nicht als sonderlich professionell. So haben sie etwa die Türe beim Einbruchsobjekt in Muttenz nicht mit einem Werkzug geöffnet, sondern lediglich eingetreten. Überdies lässt sich auch keine die Effizienz der Straftat steigernde funktionale Arbeitsteilung ausmachen. Beide Täter sind in das Einfamilienhaus eingestiegen und haben je eine der dort befindlichen Wohnungen durchsucht. Etwelche Sicherungsvorkehren für den Fall, dass jemand unerwartet auftauchen sollte, haben sie nicht getroffen. Als besonders raffinierte Verfahrensweise führt die Vorinstanz lediglich an, dass die Mittäterin zunächst geklingelt hat, um sicher zu gehen, dass niemand zu Hause ist, und dass sie Socken zur Verwischung der Spuren mit sich geführt habe. Insgesamt erfüllt das Zusammenwirken der beiden Täter die Anforderungen an eine bandemässige Tatbegehung nicht. Was die Vorinstanz weiter zur Begründung der Bandenmässigkeit anführt, veranlasst zu keinem anderen Schluss. So lässt sich aus dem Umstand, dass fünf Tage nach dem Einbruchversuch erfolgreich in die Liegenschaft an der C.________-Strasse in Basel eingebrochen wurde, nichts für eine Bandenabrede zwischen dem Beschwerdeführer und B.X.________ ableiten. Die beiden Täter befanden sich in jenem Zeitpunkt in Untersuchungshaft. Dafür dass sie Teil einer grösseren Organisation gewesen wären, bestehen keine Anhaltspunkte. Es ist auch nicht ersichtlich, wie sich aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer und seine Mittäterin anstelle von Einzelbilletts eine Tageskarte "Basel + Agglomeration" des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) gelöst hatten, ein Hinweis auf den Willen, über eine gewisse Dauer fortgesetzte Diebstähle zu begehen, ergeben soll. Angesichts der Preise für eine (nicht ermässigte) Tageskarte TNW für die Zonen 10, 11, 13 und 15 von Fr. 9.-- und für ein (nicht ermässigtes) Einzelbillett von Fr. 3.40 (1 Zone) bzw. 4.20 (2 Zonen; vgl. www.bvb.ch/tickets-tarife/die-wichtigsten-tarifprodukte) liegt der Kauf einer Tageskarte für auswärtige Besucher jedenfalls nicht fern. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt (Beschwerde S. 7), lässt sich nicht ernsthaft annehmen, darin liege ein Indiz dafür, dass er und seine Komplizin sich auf eine längere, umfassende Einbruchtour eingerichtet hätten. Dasselbe gilt für die Verständigung der beiden Täter mittels Zeichensprache und den Umstand, dass sie bei der Rückkehr von Muttenz einen gewissen Abstand zueinander einhielten (vgl. Untersuchungsakten act. 227 ff.). Schliesslich lässt sich eine Bandenabrede auch nicht aus dem Umstand ableiten, dass der Beschwerdeführer einschlägig vorbestraft ist und unter verschiedenen Identitäten aufgetreten ist. Insgesamt erweckt das angefochtene Urteil den Eindruck, dass sich die kantonalen Instanzen einseitig an kriminalpolitischen Gesichtspunkten orientiert haben. Generalpräventive Überlegungen können in gewissem Umfang bei der Strafzumessung berücksichtigt werden (vgl. E. 4). Im Rahmen der rechtlichen Würdigung sind sie ohne Bedeutung. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet. Die Vorinstanz wird in ihrem neuen Urteil ausgehend vom Strafrahmen des Grundtatbestandes eine neue Strafe festsetzen müssen. Im Hinblick darauf ist aus pozessökonomischen Gründen im vorliegenden Verfahren, soweit möglich, auf die Rügen des Beschwerdeführers zur Strafzumessung einzugehen.