Citation: 1C_260/2024 E. 3.1

3.1. Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese gemäss Art. 15d Abs. 1 SVG (SR 741.01) einer Fahreignungsuntersuchung unterzogen, namentlich in den in lit. a-e dieser Bestimmung genannten Fällen. Die Abklärungsindikatoren für eine Fahreignungsuntersuchung sind in den genannten Bestimmungen nicht abschliessend aufgezählt (Urteil 1C_434/2023 vom 4. Juni 2024 E. 4.1 und 4.4 mit Hinweisen, zur Publikation vorgesehen). Es bedarf nicht unbedingt eines Ereignisses im Strassenverkehr, um Anlass für eine Fahreignungsuntersuchung zu bieten. Die Anordnung einer entsprechenden Untersuchung kann sich auch bei Auffälligkeiten ausserhalb des Strassenverkehrs rechtfertigen, sobald beispielsweise Hinweise auf eine verkehrsrelevante psychische Erkrankung vorliegen. So verhält es sich etwa bei Krankheiten wie schweren Depressionen, Psychosen, Suchterkrankungen und Demenzen (vgl. REGULA GUGGENBÜHL SCHLITTLER, Praxisrelevante psychische Erkrankungen im Strassenverkehr, in: Strassenverkehr 3/2017, S. 97 ff.; GERDA STEINDL, Fahreignung bei psychischen Störungen, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2018, S. 283 ff.; DITTMANN/SEEGER, Psychische Störungen und Fahreignung, in: Arbeitsgruppe Verkehrsmedizin der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin [Hrsg.], Handbuch der verkehrsmedizinischen Begutachtung, 2005, S. 47 ff.). Eine Fahreignungsuntersuchung drängt sich umso mehr auf, wenn die betreffende Person in einem solchen Zustand ein Fahrzeug gelenkt hat sowie bei Berufschauffeuren und anderen besonderen Kategorien (vgl. PHILIPPE WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, N. 53 zu Art. 15d SVG).