Citation: 1C_615/2022 E. 4.2

4.2. Der Beschwerdeführer macht weiter eine willkürliche Auslegung der Bestimmungen zum Überbauungsplan Chlosterwies geltend. Die geplanten Mehrfamilienhäuser würden die Gebäudeabstände gemäss Art. 9 BauR i. V. m. Art. 57 aBauG/SG von 13.5 Metern nicht einhalten. Im Überbauungsplan Chlosterwies seien zwar Baubereiche vorgesehen. Diese seien aber nicht mit Markierungslinien gleichzusetzen. Im Unterschied zu Markierungslinien, die gemäss Art. 24bis Abs. 2 aBauG/SG unter Vorbehalt einer anderen Regelung im Überbauungsplan den Abstandsvorschriften vorgingen, würden die Baubereiche im Überbauungsplan Chlosterwies keine Abweichung von Grenz- und Gebäudeabständen erlauben. Dies ergebe sich auch aus dem Einsprache-Entscheid der Gemeinde Muolen vom 8. Mai 2018 in Bezug auf den Überbauungsplan Chlosterwies, in dem ausdrücklich festgehalten worden sei, dass die Abstandsvorschriften (Grenz- und Gebäudeabstand, Strassenabstand) durch die geplanten Gebäude einzuhalten seien.