Citation: 9C_694/2022 E. 3.1

3.1. Durch Kur- bzw. Gästetaxen finanziert werden dürfen nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung - mit Blick auf Art. 8 Abs. 1 und Art. 127 Abs. 2 BV (Allgemeinheit der Steuer) - Einrichtungen, die für Ortseinwohner allein nicht - oder zumindest nicht im selben Ausmass - geschaffen und betrieben würden (BGE 102 Ia 143 E. 2c; 101 Ia 437 E. 4b; 93 I 17 E. 5b; Urteile 2C_854/2018 vom 22. August 2019 E. 4.1; 2C_672/2017 vom 8. Oktober 2018 E. 3.4). Dazu zählen etwa der Personal- und Sachaufwand für ein mit allen modernen Hilfsmitteln ausgerüstetes, reich dokumentiertes und dem Besucher mit Gratisauskünften dienendes Verkehrsbüro, Beiträge an Sportorganisationen, Sporteinrichtungen und Sportanlässe für ein (internationales) Publikum, der Aufwand für das Kurorchester, der Unterhalt von Spazierwegen, Ruhebänken und Skipisten sowie der Bau und Unterhalt einer Reithalle, eines Hallenschwimmbades oder einer Kunsteisbahn (BGE 93 I 17 E. 5b; Urteile 2C_854/2018 vom 22. August 2019 E. 4.1; 2C_1051/2017 / 2C_1052/2017 vom 15. April 2019 E. 5.1). Ob das Kriterium der Zweckbindung erfüllt ist, entscheidet sich prinzipiell aufgrund der tatsächlichen Verwendung der Steuererträge. Anspruch auf (teilweise) Befreiung von der Abgabe (vgl. BGE 100 Ia 60 E. 3c) besteht jedoch nur, wenn mehr als nur ein geringfügiger Teil der Kurtaxengelder in gesetzwidriger Weise verwendet worden ist (vgl. BGE 125 I 449 E. 3b/aa; mit spezifischem Bezug zur Erhebung von Kurtaxen BGE 102 Ia 143 E. 2b; Urteil 2C_1051/2017 / 2C_1052/2017 vom 15. April 2019 E. 5.2).