Citation: U 73/01 04.03.2002 E. 5

5.- a) Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer auch und vor allem an psychogenen Beschwerden, hauptsächlich in Form einer chronischen, ängstlich depressiven Entwicklung mit Somatisierungstendenz leidet. Zu prüfen ist, wie weit diese psychogenen Beschwerden unfallkausal sind, also in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallgeschehen stehen. Ob es sich dabei um eine natürliche Folge des versicherten Unfalles handelt, kann gestützt auf die zur Verfügung stehenden medizinischen Akten nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) beantwortet werden. Eine Rückweisung der Sache zwecks Einholung eines Gutachtens erübrigt sich aber; selbst wenn aufgrund zusätzlicher Abklärungen der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen wäre, fehlt es - wie die nachstehenden Erwägungen zeigen - an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs, die sich im vorliegenden Fall nach Massgabe der in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien beurteilt. Im Unterschied zu den bei Unfällen mit Schleudertrauma der HWS massgebenden Kriterien (vgl. dazu BGE 117 V 366 Erw. 6a und 382 Erw. 4b; vgl. auch BGE 123 V 99 Erw. 2) wird dabei für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei psychischen Unfallfolgen zwischen physischen und psychischen Komponenten differenziert. b) Mit der Vorinstanz ist eher davon auszugehen, dass das Unfallereignis als mittelschwer zu qualifizieren ist, allerdings im Grenzbereich zu leichten Unfällen. Zur Bejahung der Adäquanz ist daher erforderlich, dass ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder mehrere unfallbezogene Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind. Dem Beschwerdeführer ist insofern beizupflichten, als bei einem vorwiegend körperlich, unter Einsatz der Hände tätigen Menschen die Verletzung einer Hand, insbesondere der dominanten Gebrauchshand, eine psychische Belastung darstellen kann. Diese genügt für sich allein aber nicht, um eine psychische Fehlreaktion auszulösen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen L. vom 22. November 2001, U 25/99). Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers sind keine weiteren einschlägigen Kriterien gegeben, insbesondere liegt weder eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung vor noch verursachte der Unfall körperliche Dauerschmerzen. Die Wundheilung nach dem Unfall verlief an sich problemlos, allerdings wurde wegen eines Carpaltunnelsyndroms 4 ½ Monate nach dem Unfall eine Operation (Spaltung des Carpaltunnels) notwendig; die anschliessende Heilung war komplikationslos. Bereits ein halbes Jahr nach dem Unfall und sehr kurz nach der Carpaltunneloperation wurde von dem wegen Herzproblemen konsultierten Herzspezialisten Dr. med. I.________ am 18. Dezember 1997 "Müdigkeit und Leistungszerfall unklarer Aetiologie" festgestellt. Kurz darauf erwähnte Dr. med. O.________ in seinem Bericht vom 12. Januar 1998 erstmals eine zunehmende depressive Verstimmung. Von da an traten die organisch bedingten somatischen Beschwerden und deren Behandlung in den Hintergrund. Die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen können nur zu einem kleinen Teil als organisch bedingt gesehen werden. Ähnliches gilt für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit; auch die beiden vom Beschwerdeführer angerufenen ärztlichen Beurteilungen der Handchirurgen Dres. med. B.________ und M.________ bestätigen zumindest eine Teilarbeits- und Teilerwerbsfähigkeit oder sogar eine volle Arbeits- und Erwerbsfähigkeit für leichte Arbeiten. Die seit dem Unfall mehr oder weniger durchgehende Arbeitsunfähigkeit ist deshalb primär auf psychische Ursachen zurückzuführen und kann bei der Adäquanzbeurteilung nicht berücksichtigt werden. Im Ergebnis ist deshalb in Übereinstimmung mit SUVA und Vorinstanz das Unfallereignis als nicht adäquat kausal für die Entstehung der psychogenen Beschwerden und der sich daraus ergebenden Einschränkung der Arbeit- und Erwerbsfähigkeit zu qualifizieren (vgl. auch erwähntes Urteil L. vom 22. November 2001, U 25/99).