Citation: 2C_213/2020 E. 4.3

4.3. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz nicht zu hohe Anforderungen an die Erbringung eines Beweises gestellt, sondern erachtete die Vorbringen der Beschwerdeführerin als schlichtweg nicht ausreichend. Sie hielt in Erwägung 4.6.4 am Ende fest, dass die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft gemacht habe, dass die Wiedereingliederung bei einer Rückkehr in die Türkei konkret gefährdet erscheine. Im Weiteren ist es nicht so, dass die Vorinstanz die starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung mangels schriftlicher Drohung des Vaters als nicht glaubhaft gemacht erachtete, sondern aufgrund der gesamten Umstände. So teilten die Eltern der Beschwerdeführerin ihrem Ehemann den neuen Aufenthaltsort trotz der Trennung nicht mit, was gemäss Vorinstanz als Indiz dafür zu werten ist, dass die Eltern weiter zu ihr hielten. Sie erlaubten ihr auch ein Studium, und die Beschwerdeführerin konnte in der Folge alleine in die Schweiz reisen. Schliesslich steht es der gut ausgebildeten Beschwerdeführerin frei, sich in anderen Regionen niederzulassen und sich dem Einfluss der Familie zu entziehen. Die 32-jährige Beschwerdeführerin ist erst mit 27 Jahren in die Schweiz eingereist und hat den grössten Teil ihres Lebens in Türkei verbracht. Sie ist noch jung, gut ausgebildet (abgeschlossenes Literaturstudium) und arbeitsfähig. Angesichts der überwiegend pauschalen Behauptungen der Beschwerdeführerin betreffend der problematischen Stellung geschiedener Frauen im Osten der Türkei liegen insgesamt keine hinreichenden Indizien vor, dassdie soziale Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in ihrem Herkunftsland gefährdet wäre. Die Einschätzung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden und stimmt mit der Praxis des Bundesgerichts in vergleichbaren Fälle überein (vgl. Urteile 2C_878/2018 vom 23. Januar 2020 E. 6; 2C_842/2019 vom 20. Dezember 2019 E. 4.3; 2C_241/2018 vom 20. November 2018 E. 5).