Citation: 6B_336/2017 E. 1.7

1.7. Das Gutachten der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin des Universitätsspitals Zürich vom 29. März 2016 verweist einleitend auf die den Experten zur Verfügung gestellten Arztberichte. Es enthält die Anamnese und stellt (unter anderem) die Diagnosen eines Status nach wiederholten Schlaganfällen sowie einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome nach lang andauernder hoher Stressbelastung und multiplen somatischen Problemen. Betreffend affektive Störung mit schwerer depressiver Verstimmung und suizidalem Gedankengut hält es zusammengefasst Folgendes fest. Der behandelnde Psychiater Dr. med. D.________ umschreibe im Bericht vom 29. November 2015 eine seit mehreren Jahren anhaltende chronisch-depressive Verstimmung. Im Rahmen der anhaltenden Stresssymptomatik, des sozialen Abstiegs und der neu hinzugekommenen somatischen Erkrankungen sei es zu einer Verschlechterung mit zunehmenden Äusserungen von Suizidgedanken gekommen. Eine krisenhafte Verschlechterung habe sich zudem seit 18. September 2015, nach der bundesgerichtlichen Urteilsverkündung, eingestellt. In Übereinstimmung mit dem psychiatrischen Bericht von Dr. med. D.________ sei von einer anhaltenden Suizidalität sehr ernst zu nehmenden Ausmasses auszugehen. Insbesondere beim Hinzutreten weiterer Belastungsfaktoren (etwa bei einem Eintritt in den Strafvollzug oder einer markanten akuten Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustands) sei von einem erhöhten Suizidrisiko auszugehen. In der Strafanstalt Gmünden bestehe die Möglichkeit einer direkten Betreuung durch den Psychiater der Anstalt und bei akuter Suizidalität einer Verlegung in die nahe gelegene Psychiatrische Klinik Herisau, welche mit der Strafanstalt in enger Zusammenarbeit stehe. Zudem verfüge die Strafanstalt über eine abgesonderte Überwachungszelle für Insassen mit erhöhter Suizidalität. Das Gutachten empfiehlt eine Beurteilung der Suizidalität durch einen Psychiater unmittelbar bei Eintritt, eine wiederholte und engmaschige Betreuung bei Beginn der Hafterstehung und im späteren Verlauf, allenfalls vor Haftbeginn eine zusätzliche Beurteilung durch den Forensischen Psychiatrischen Dienst, eine Besichtigung der Anstalt durch den Beschwerdeführer sowie eine Neubeurteilung nach drei Monaten Haftverlauf (vorinstanzliche Akten act. 7/2/6). In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 28. Juni 2016 halten die Gutachter an dieser Beurteilung fest. Zwar könnten sie zur psychiatrischen Situation des Beschwerdeführers nur bedingt Stellung nehmen. Jedoch könnte durch eine interdisziplinäre Begutachtung der Gesundheitszustand (wenn überhaupt) nur minimal exakter beschrieben werden. Der für die Hafterstehungsfähigkeit entscheidende Faktor der "Umgebungs-Personen-Interaktion" im Strafvollzug werde auch ein erneutes Gutachten wohl nicht besser vorhersagen können (vorinstanzliche Akten act. 7/2/8).