Citation: 1C_657/2020 E. 2.5

2.5. Hinsichtlich der geplanten Alterswohnungen ist die Beschwerdeführerin der Auffassung, es sei willkürlich, diese wie Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus zu behandeln. Vielmehr fielen sie unter den Begriff der Alterssiedlung und erforderten dementsprechend nur einen Parkplatz pro 150 m² BGF (davon 50 % für Besucher). Es handle sich um kleine Räume für betagte Leute ab 75 Jahren mit einer erheblich eingeschränkten Mobilität. Der grösste Teil dieser Personen verfüge über kein Fahrzeug mehr und es werde bewusst eine Kategorie von Wohnraum geschaffen, dessen Mieter nicht auf ein Fahrzeug angewiesen seien. Dass es sich nicht um eine separate Siedlung handle, könne keine Rolle spielen. Solche reinen Alterssiedlungen würden heutzutage ohnehin nicht mehr realisiert. Das Kantonsgericht erwog, der Grossteil der Bevölkerung verstehe unter dem Begriff Siedlung eine Ansammlung von Gebäuden, die auf die Bedürfnisse älterer Leute ausgerichtet seien und in diesem Sinne zusätzlich über ein entsprechendes Dienstleistungsangebot verfügten. Wenn die Beschwerdeführerin in einem Gebäude mit insgesamt 378 Wohnungen 90 Alterswohnungen plane, handle es sich deshalb nicht um eine Alterssiedlung. Eine solche sei gerade nicht für verschiedene Altersklassen gedacht. Dass von einer Alterssiedlung im Sinne des Parkplatzreglements nur bei Wohnbauten für Bewohner ausschliesslich höheren Alters auszugehen sei, spiegle sich ferner darin wider, dass dafür weniger Abstellplätze erforderlich seien. Hingegen brauche es aufgrund der Pflege durch Angehörige und/oder Fachpersonal ein Mehr an Besucherparkplätzen, weshalb 50 % der Abstellplätze für Besucher zu reservieren seien. Die von der Beschwerdeführerin geplanten Alterswohnungen würden dagegen nicht durch altersschwache, sondern durch Personen im AHV-Alter bewohnt. Diese seien in der Regel noch in der Lage, Auto zu fahren. Würde die Anzahl Pflichtabstellplätze reduziert, so nähme man ihnen einen Teil ihrer Selbstständigkeit, was nicht Ziel der Bestimmung sein könne. Gleich wie bei den Studentenwohnungen kann auch für die Alterswohnungen nicht massgebend sein, ob die Beschwerdeführerin plant, deren Mietern einen Parkplatz anzubieten. Für die Berücksichtigung derartiger subjektiver Elemente bietet das Parkplatzreglement keine Anhaltspunkte. Ausschlaggebend muss vielmehr sein, ob die Art der Nutzung bzw. die Bedürfnisse der Bewohner der geplanten Alterswohnungen mit denen einer Alterssiedlung vergleichbar sind. Unbesehen der Frage, wie sich die Wohnformen im Alter gewandelt haben, erscheint haltbar, davon auszugehen, dass die Mieter der geplanten Alterswohnungen in der Regel noch Auto fahren können. Weshalb die Beschwerdeführerin im Gegensatz hierzu behauptet, das Angebot richte sich an betagte Leute ab 75 Jahren mit einer erheblich eingeschränkten Mobilität, begründet sie dagegen nicht weiter, weshalb insofern auf die Feststellungen der Vorinstanz abzustellen ist (vgl. Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Es ist vor diesem Hintergrund haltbar, für die Bewohner der Alterswohnungen diejenige Anzahl Pflichtparkplätze einzusetzen, die Art. 7 Abs. 1 Parkplatzreglement für Bewohner von Mehrfamilienhäusern vorsieht. Der Vorwurf der Willkür ist auch in dieser Hinsicht unbegründet.