Citation: 5A_28/2020 E. 3.3.8

3.3.8. In der Sache - dem Streit um ihre eigene Erziehungsfähigkeit - argumentiert die Beschwerdeführerin, dass der Bericht des Flüchtlingsrates Baden-Württemberg für Aussagen zu den Lebenshaltungskosten untauglich sei, zumal er auch vom Bundesgericht lediglich im Zusammenhang mit dem Ausländerrecht und zur Einschätzung der Menschenrechtslage herangezogen worden sei. Die Beschwerdeführerin hält daran fest, angesichts der grossen Variationen bei den Lebenshaltungskosten in ihrer Heimat sei es "durchwegs plausibel", dass sie mit ihrem Monatseinkommen von mehr als EUR 340.-- ihren Lebensunterhalt und denjenigen der Tochter selbst bestreiten könnte. Die Vorinstanz unterschlage überdies, dass ihr ein Kindergeld zustehe. Die Differenz von EUR 20.--, die ihr entgegengehalten werde, sei derart gering, dass das Kantonsgericht genauso gut zum Schluss hätte kommen können, dass die Lebenshaltungskosten knapp gedeckt seien. Auch in dieser Hinsicht sei der Untersuchungsgrundsatz verletzt und der Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt. Aus den Daten der Hans-Böckler-Stiftung lasse sich nicht ableiten, dass sie, die Beschwerdeführerin, mit dem fraglichen Monatseinkommen den Lebensunterhalt ihrer Tochter und von ihr selbst nicht bestreiten könnte. Bei einem Referenzwert von EUR 720.-- für die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten in Deutschland im Jahr 2019 und einem Indexwert für Mazedonien von 45.3 % würden die dortigen monatlichen Kosten rund EUR 326.16 betragen. Schliesslich beklagt sich die Beschwerdeführerin darüber, dass die prekären Verhältnisse des Beschwerdegegners quasi schöngeredet würden, während ihre eigene, relativ sichere Situation schlecht dargestellt werde. Die Vorinstanzen würden Bundesrecht verletzen, indem sie ihr die Erziehungsfähigkeit letztlich mit der Begründung aberkennen, dass sie in ihrem Herkunftsland nicht denselben Lebensstandard wie in der Schweiz bereitstellen kann. Die Einwände sind unbehelflich. Allein mit dem Hinweis darauf, dass das Bundesgericht den fraglichen Bericht aus Baden-Württemberg in einem anderen Zusammenhang konsultiert habe, ist über die Tauglichkeit der fraglichen Daten im vorliegenden Streit nichts gesagt. Ebenso wenig genügt es, einfach die Vorbringen aus dem kantonalen Verfahren zu wiederholen. Dies gilt sowohl für das Argument, die Lebenshaltungskosten in Mazedonien unterlägen starken Schwankungen, als auch für die Daten der Hans-Böckler-Stiftung. Auch die Vorstellung, dass das Kantonsgericht angesichts der geringen Differenz zwischen ihrem Einkommen und den festgestellten Lebenshaltungskosten in Mazedonien zu einem anderen Schluss hätte kommen können, hilft der Beschwerdeführerin nicht weiter. Dem angefochtenen Entscheid liegt die Überlegung zugrunde, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Monatseinkommen von EUR 340.-- jedenfalls die Lebenskosten für sich und C.________ nicht zu decken vermag. Darauf geht die Beschwerdeführerin nicht ein. Namentlich macht sie nicht geltend, C.________s Barbedarf im Falle eines Sorgerechts- und Obhutswechsels nicht aus eigenen Kräften bestreiten zu müssen. Keine Stütze im angefochtenen Entscheid findet schliesslich die Unterstellung, dass die Vorinstanz den (minimalen) Lebensstandard in Mazedonien und in der Schweiz gegeneinander aufwiege und die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdeführerin davon abhängig mache. Darauf ist nicht weiter einzugehen.