Citation: 1C_395/2022 E. 8.4

8.4. Wie oben ausgeführt, gilt es vorliegend in Anwendung von Art. 5 Abs. 3 FMV abzuklären, ob die in unmittelbarer Nähe des Flachmoors geplante Baute bzw. die beiden Bauvarianten das Schutzziel zusätzlich beeinträchtigen oder nicht (vgl. E. 7.2). Die Vorinstanz ist zum Schluss gekommen, eine solche zusätzliche Beeinträchtigung liege vor, da mit den geplanten Hochbauten eine Einschränkung der Weitsicht der zu schützenden Vogelarten einhergehe. Dabei bestritt sie nicht die generelle Anwendbarkeit des Verhältnismässigkeitsprinzips in den Pufferzonen bzw. in den Zonen, die an eine Moorlandschaft grenzen, sondern wendete lediglich Art. 5 Abs. 3 FMV und somit das Legalitätsprinzip an. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Wortlaut von Art. 5 Abs. 3 FMV a priori keine Interessenabwägungen beinhaltet: bewirkt das Bauvorhaben eine zusätzliche Beeinträchtigung des Schutzobjekts, kann es nicht realisiert werden. Hingegen setzt die Anwendung von Art. 5 Abs. 3 FMV eine vertiefte Auseinandersetzung zum einen mit dem in Art. 4 FMV festgelegten Schutzziel der "ungeschmälerten Erhaltung" und zum anderen mit den möglichen zusätzlichen Beeinträchtigungen dieses Schutzziels auseinander, die vom konkreten Bauvorhaben ausgehen. Dieser Anforderung genügen die Erwägungen der Vorinstanz in verschiedener Hinsicht nicht.