Citation: U 381/04 02.02.2006 E. 4

4.1 Nach der Rechtsprechung werden einfache Auffahrunfälle in der Regel als mittelschwer, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. U 549 [U 380/04] S. 237 Erw. 5.1.2 mit Hinweisen). Ob dies - wie die Vorinstanz annimmt - auch im vorliegenden Fall zu gelten hat, kann dahingestellt bleiben. Der Unfall ist jedenfalls höchstens dem mittleren Bereich im engeren Sinn und nicht dem Grenzbereich zu den schweren Unfällen zuzuordnen (vgl. SZS 45/2001 [U 187/95] S. 431 ff., insbesondere S. 437 mit Hinweis auf SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 ff.). Damit die Adäquanz bejaht werden könnte, müsste somit ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein oder es müssten mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben sein (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb). 4.2 Der Unfall vom 10. September 1997 hat sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 [U 287/97] S. 209 Erw. 3b/cc; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 [U 248/98] S. 313) - von besonderer Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur Folge. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteile C. vom 28. April 2005, U 386/04, D. vom 4. September 2003, U 371/02, T. vom 6. Februar 2002, U 61/00, und D. vom 16. August 2001, U 21/01). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (RKUV 1998 Nr. U 297 [U 16/97] S. 245). Solche Umstände sind hier nicht gegeben. Es liegt auch keine besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor. Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Die primäre Unfallbehandlung konnte bereits am 6. November 1997 abgeschlossen werden. In der Folge wurden zwar erneut physiotherapeutische Massnahmen durchgeführt, welche indessen zu keiner wesentlichen Besserung des Gesundheitszustandes führten. Eine zusätzlich vorgesehene medizinische Kräftigungstherapie musste sistiert werden. Lokale Infiltrationen sowie eine manuelle Therapie brachten nur einen kurzfristigen Erfolg. Auch wenn später weitere medikamentöse und physikalische Therapien durchgeführt wurden, handelt es sich insgesamt nicht um eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer (Urteile N. vom 14. März 2005, U 82/04, P. vom 24. September 2003, U 361/02, und S. vom 8. April 2002, U 357/01). Die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung war zunehmend durch die psychische Problematik bedingt, was bei der Adäquanzbeurteilung unberücksichtigt zu bleiben hat. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann ebenso wenig gesprochen werden, wie von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteile Z. vom 4. Mai 2004, U 89/03, F. vom 25. Oktober 2002, U 343/02, und B. vom 7. August 2002, U 313/01). Solche Gründe sind hier nicht gegeben. Vielmehr war es die psychische Symptomatik, welche zu einem protrahierten Heilungsverlauf geführt hat. Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (vgl. RKUV 2001 Nr. U 442 [U 56/00] S. 544 ff.). Nach Auffassung des erstbehandelnden Arztes hat ab 26. September 1997 wieder volle Arbeitsfähigkeit bestanden. Soweit in der Folge wiederum eine Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, war sie zunehmend psychisch bedingt. Laut Gutachten der MEDAS ist der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Gärtner noch zu 50 % arbeitsfähig, wobei sich die Beeinträchtigung zu gleichen Teilen aus den rheumatologischen und den psychopathologischen Befunden ergibt; in einer angepassten Tätigkeit besteht dagegen keine somatisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr. Unter den gegebenen Umständen kann schliesslich auch das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen nicht als erfüllt gelten, zumal nach den Arztberichten eine Aggravationstendenz festzustellen ist. Jedenfalls ist das Kriterium nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben. Da somit weder eines der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist noch mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben sind, ist die Unfalladäquanz der geltend gemachten Beschwerden zu verneinen. Die verfügte Einstellung der Leistungen besteht folglich zu Recht. Nicht zu beanstanden ist auch der gestützt auf das MEDAS-Gutachten verfügte Zeitpunkt der Leistungseinstellung.