Citation: 8C_229/2022 E. A

A.a. B.A.________ (geb. 1974) und A.A.________ (geb. 1969) sowie ihr Sohn (geb. 2011) werden von der Gemeinde Birr materiell unterstützt. Mit rechtskräftigem Beschluss vom 3. April 2017 erteilte die Sozialkommission Birr B.A.________ und A.A.________ u.a. die Auflage, sie hätten, wenn sie arbeitsfähig seien, den Sozialen Diensten bis am 20. des laufenden Monats jeweils 10 saubere branchengerechte Arbeitsbemühungen einzureichen. Eine allfällige Arbeitsunfähigkeit wäre mittels Arztzeugnis zu belegen. Gleichzeitig wurde ihnen angedroht, dass das Nichteinhalten von Auflagen die Kürzung der Sozialhilfe um 30 % des Grundbedarfs für den Lebensunterhalt für die Dauer von 6 Monaten zur Folge habe. B.A.________ und A.A.________ hätten zwecks Überprüfung ihre Bewerbungsdossiers einzureichen. Mit rechtskräftigem Beschluss vom 31. Mai 2018 erneuerte die Sozialkommission Birr diese Auflage. Am 22. Februar 2021 unterzeichneten B.A.________ und A.A.________ das Merkblatt der Sozialkommission Birr, wonach bei der Arbeitssuche mindestens je 10 saubere, branchengerechte Arbeitssuchbemühungen, davon mindestens 8 auf ausgeschriebene Stellen, inklusive allfälliger Absagen, einzureichen seien. Die Sozialkommission Birr beschloss am 7. April 2021 Folgendes: 1. Der Grundbedarf für die Lebensführung der Unterstützungseinheit wird aufgrund der gemachten Erwägungen für 6 Monate um 30 % gekürzt. 2. B.A.________ und A.A.________ haben der Sozialkommission weiterhin bis spätestens zum 20. jeden Monats monatlich mindestens je 10 neue, saubere branchengerechte Arbeitsbemühungen, davon mindestens 8 auf ausgeschrieben Stellen einzureichen. Ebenfalls sind neu alle Eingangsbetätigungen und Absageschreiben einzureichen. 3. Weitere fehlende, unrichtige oder bereits eingereichte Arbeitssuchnachweise, Eingangsbestätigungen oder Absageschreiben haben aufgrund der unzähligen Verfehlungen von B.A.________ und A.A.________ die Kürzung des Grundbedarfs für die Lebensführung der Unterstützungseinheit um 40 % für 6 Monate zur Folge. Wiederholungen haben gar die Einstellung der materiellen Hilfe zur Folge. 4. Aufgrund der vorliegend klaren und nachgewiesenen Sachlage wird einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen. A.b. Auf Beschwerde von B.A.________ und A.A.________ hin stellte das Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst (nachfolgend Beschwerdestelle SPG) die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wieder her (Verfügung 7. Mai 2021). Am 6. August 2021 entschied die Beschwerdestelle SPG wie folgt: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. 2. Dispositiv-Ziff. 1 des Entscheids der Sozialkommission Birr vom 7. April 2021 wird wie folgt angepasst: Der Grundbedarf für die Lebensführung der Unterstützungseinheit wird aufgrund der gemachten Erwägungen für 3 Monate um 10 % gekürzt. 3. Dispositiv-Ziff. 3 des Entscheids der Sozialkommission Birr vom 7. April 2021 wird von Amtes wegen wie folgt angepasst: Weitere fehlende, unrichtige oder bereits eingereichte Arbeitssuchnachweise, Eingangsbestätigungen oder Absageschreiben können die Kürzung des Grundbedarfs für die Lebensführung oder Unterstützungseinheit unter die Existenzsicherung, Wiederholungen gar die Einstellung der materiellen Hilfe zur Folge haben. 4. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 5. An die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von Fr. 1200.-, Kanzleigebühren von Fr. 231.- und den Auslagen von Fr. 11.-, gesamthaft Fr. 1442.-, haben B.A.________ und A.A.________ den Betrag von Fr. 540.75 solidarisch zu bezahlen. Zufolge bewilligter unentgeltlicher Rechtspflege wird ihnen die Bezahlung dieses Anteils jedoch einstweilen erlassen und unter Vorbehalt einer späteren Rückforderung vorgemerkt. Im übrigen Umfang werden die Kosten auf die Staatskasse genommen. 6. Die Sozialkommission Birr wird verpflichtet, dem Vertreter von B.A.________ und A.A.________ die entstandenen Parteikosten zur Hälfte, somit im Betrag von Fr. 700.- (inkl. Auslagen und MWST), zu ersetzen. 7. Im übrigen Umfang von Fr. 700.- (inkl. Auslagen und MWST) sind die Parteikosten durch B.A.________ und A.A.________ selbst zu tragen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung ist ihr Rechtsvertreter jedoch in diesem Umfang einstweilen aus der Staatskasse zu entschädigen und der Betrag zur allfälligen späteren Rückforderung von B.A.________ und A.A.________ vorzumerken.