Citation: 8C_411/2017 E. 3.3.1

3.3.1. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers ist das polydisziplinäre Gutachten des ZMB vom 31. März 2015, wie die Vorinstanz im Ergebnis festgestellt hat, beweiskräftig. Unzutreffend erweist sich die Auffassung des kantonalen Gerichts, das CRPS sei definitionsgemäss auf den Bereich des rechten Daumens bzw. der rechten Handfläche zu begrenzen. Denn das Bundesgericht hat in E. 4.2.1 des Urteils 8C_384/2009 vom 5. Januar 2010 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung und die medizinische Literatur (publ. in: SVR 2010 UV Nr. 18 S. 69) erkannt, für ein CRPS sei typisch, dass eine ganze Extremität oder eine grosse Körperregion betroffen ist (damals in casu: linkes Bein nach Verletzung des Oberen Sprunggelenks). Allerdings hat das Bundesgericht in E. 4.1.1 und E. 4.2.2 dieses Urteils auch ausgeführt, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und einem CRPS nur dann mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, wenn unter anderem zwischen diesem und dem Auftreten der Symptomatik eine kurze Latenzzeit (von sechs bis acht Wochen) vorliegt. Daran fehlt es hier an sich. Erstmals erwähnte Dr. med. J.________, Leitender Arzt, Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Spital C.________, im Bericht vom 9. Juli 2010 gestützt auf die Privatsprechstunde vom 18. März 2010 einen hochgradigen Verdacht auf ein CRPS II (vgl. auch dessen Bericht vom 20. September 2010, wonach in einer ersten Phase ein durch ein CRPS II komplizierter Beschwerdeverlauf bestehe). Wie es sich damit letztlich verhält, kann indessen offen gelassen werden. Laut Expertise des ZMB konnte im Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchungen kein "sicheres resp. typisches CRPS" diagnostiziert werden. Der klinische Befund entsprach möglicherweise einem entsprechenden Endstadium nach durchgemachter Symptomatik eines CRPS II. Dabei stützten sich die Sachverständigen des ZMB anamnestisch auf das Gutachten des Dr. med. D.________ vom 2. März 2011, der in Kenntnis der geäusserten Verdachtsdiagnose einzig einen neuropathischen Schmerz am rechten Thenar, Daumen und Zeigefinger infolge der Teilschädigung des Nervus digitalis ulnaris I rechts mit Neurombildung angenommen hatte. Dass Dr. med. D.________ dennoch von unfallbedingten, schmerzhaften Ausstrahlungen in den gesamten Arm und den Nacken (ohne die amamnestisch vorbestehende Migräne) ausgegangen war, wird im Wesentlichen daran erkennbar, dass nach seiner Einschätzung eine erneute Operation der rechten Hand aufgrund des Krankheitsverlaufs und der subjektiven Schwere der Behinderung nur mit grosser Zurückhaltung in Betracht zu ziehen sei. Letztlich kann aber auch diese Frage offen bleiben, denn der von Dr. med. D.________ eingeschätzten Arbeitsfähigkeit in einer den körperlichen Einschränkungen angepassten Erwerbstätigkeit haben die Sachverständigen des ZMB auch Jahre nach dessen Begutachtung zugestimmt. Deshalb ist nicht ersichtlich, dass es in der Zwischenzeit zu einer bedeutsamen Veränderung des Gesundheitszustandes gekommen sein könnte. Folglich spricht die vorinstanzliche Feststellung, die unfallbedingten somatischen Befunde seien auf die rechte Handregion zu begrenzen, für das Ergebnis keine Rolle. Daher kann auch offen bleiben, ob das vom kantonalen Gericht zur Begründung seines Entscheids zitierte Urteil 8C_390/2011 vom 10. August 2011 einschlägig sei, wie der Beschwerdeführer geltend macht. Von den beantragten weiteren medizinischen Abklärungen ist in antezipierender Beweiswürdigung abzusehen, zumal sowohl Dr. med. D.________ als auch die Gutachter des ZMB bei übereinstimmend formuliertem Zumutbarkeitsprofil von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer leidensadaptierten Erwerbstätigkeit ausgingen.