Citation: 4A_116/2023 E. 5.3.2

5.3.2. Die Beschwerdeführerin setzt sich nicht mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander. So zeigt sie nicht hinreichend auf, inwiefern sie bereits in ihrer erstinstanzlichen Stellungnahme zum Beweisergebnis den Einwand der Unverwertbarkeit der Zeugenaussagen aufgrund vorgängiger Kontakte bzw. eines Abhängigkeitsverhältnisses geltend gemacht hat oder den Berufungsanforderungen nach Art. 311 Abs. 1 ZPO nachgekommen ist. Der alleinige Umstand, dass sie das freundschaftliche Verhältnis der Zeugin D.________ zum Beschwerdegegner bereits im erstinstanzlichen Verfahren geltend machte, genügt hierzu jedenfalls nicht. Im Übrigen wurde dieser Umstand von der Vorinstanz berücksichtigt und zu Recht nicht als Geltendmachung der Unverwetbarkeit der Zeugenaussagen aufgrund vorgängiger Kontakte oder eines Abhängigkeitsverhältnisses ausgelegt. Soweit sie beanstandet, es sei ihr nicht möglich gewesen, sich bereits im Rahmen ihrer Stellungnahme zu der Unverwertbarkeit zu äussern, da eine Kritik an der Beweiswürdigung der Erstinstanz erst erfolgen könne, wenn das erstinstanzliche Urteil ergangen sei, dringt sie ebenfalls nicht durch. So zeigt sie nicht auf, inwiefern diese Unverwertbarkeitsgründe erst mit dem Endurteil der Erstinstanz sichtbar wurden. Vielmehr ist anzunehmen, dass diese angeblichen Unverwertbarkeitsgründe bereits vor und spätestens nach den Zeugeneinvernahmen für sie erkennbar waren, weshalb sie diese ohne Weiteres in ihrem Schlussvortrag zum Beweisergebnis hätte geltend machen können.