Citation: 7B_179/2022 E. A

Die Staatsanwaltschaft legt A.________ mit Anklageschrift vom 1. Oktober 2018 zur Last, er habe eine versuchte eventualvorsätzliche Tötung, eventualiter eine versuchte eventualvorsätzliche schwere Körperverletzung, subeventualiter eine einfache Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand zum Nachteil von B.________ begangen. Am 3. September 2017, morgens um ca. 5.30 Uhr, habe der Türsteher B.________ die verbleibenden Gäste im Raucherraum der Bar C.________ in U.________ aufgefordert, das Lokal zu verlassen, damit Feierabend gemacht werden könne. Er habe die Bitte des Gastes A.________, noch weitere fünf Minuten bleiben zu können, abgelehnt. Darauf sei der angetrunkene A.________ verbal aggressiver, frecher und provokativer geworden. In der Folge habe B.________ Pfefferspray gegen A.________ eingesetzt. Dieser habe darauf das Lokal verlassen. Auf Bitte einer Person habe B.________ A.________ um ca. 6 Uhr einen Becher Wasser gebracht. A.________ habe B.________ zunächst nicht wahrgenommen. B.________ habe darauf A.________ den Becher gereicht und ihm gesagt, er solle diesen trinken, damit es ihm besser gehe. Als A.________ B.________ bemerkt habe, habe er erneut gedroht, ihn umzubringen. Nach einem Wortwechsel von wenigen Sekunden habe A.________ ein Messer aus seiner rechten Gesässtasche genommen und B.________ mit voller Wucht aus unmittelbarer Nähe in dessen Unterbauch gerammt, obwohl D.________ noch versucht habe, die rechte Hand von A.________ zu fixieren und ihm gesagt habe, er solle "keinen Scheiss" machen. B.________ sei nach dem Messerstich zurück zur Bar gerannt. A.________ sei ihm mit dem Messer gefolgt, habe jedoch durch D.________ letztlich zurückgehalten werden können. B.________ habe gemäss Arztbericht des Spitals E.________ vom 5. September 2017 eine ca. 2 bis 2,5 cm breite und 7-10 cm tiefe Stichverletzung am linken Unterbauch erlitten und sei bis zum 15. September 2017 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen.