Citation: 6B_1013/2017 E. 5.4

5.4. Die Vorinstanz erwägt, die Verhältnisse seien nicht nur problemlos gewesen. Zwar habe sich der Beschwerdeführer auf einer eher übersichtlichen Strecke befunden und es hätten mit Blick auf Witterung und Tageszeit gute Sichtverhältnisse bestanden. Dies allein schliesse jedoch gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keinesfalls aus, dass eine grobe Verkehrsregelverletzung begangen worden sei. Der Beschwerdeführer habe mit überholenden Fahrzeugen auf der Gegenfahrbahn rechnen müssen. Es habe ein mittleres Verkehrsaufkommen geherrscht. Hinzu komme, dass ein Velostreifen vorhanden sei, weshalb sich auch Fahrradfahrer auf der Strecke befinden könnten. Obwohl der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen bemerkt habe, dass er zu schnell gefahren sei, habe er mit den gemessenen Geschwindigkeiten von zwischen 106 km/h und 114 km/h sein Tempo nicht annähernd auf die erlaubten 80 km/h reduziert. Es sei auch keine merkliche Verlangsamung des Fahrzeugs erkennbar. Vielmehr sei der Beschwerdeführer mit mehr oder weniger gleichbleibendem Tempo gefahren. Eine derart hohe sowie über längere Distanz anhaltende Geschwindigkeitsüberschreitung könne nicht von einer blossen Unachtsamkeit herrühren. Ergänzend verweist die Vorinstanz auf die Ausführungen der ersten Instanz. Demnach sei die Fahrspur des Gegenverkehrs nur durch eine aufgemalte Mittellinie von der Fahrbahn des Beschwerdeführers getrennt. Das Risikopotential sei dadurch wesentlich höher. Denn diese Linie könne unter Umständen auch überfahren werden. Dass der Beschwerdeführer seine Geschwindigkeit umgehend und aus eigenem Antrieb reduziert habe, sei nicht zutreffend. Vielmehr habe er beschleunigt bis zu jener Stelle, an welcher am rechten Strassenrand parkierte Fahrzeuge und Lastwagen standen und die Strasse eine leichte Kurve in Fahrtrichtung links mache. Diese äusseren verkehrstechnischen Gegebenheiten führten naturgemäss zu einer Reduktion der Geschwindigkeit. Schliesslich sei die Strasse, wenn überhaupt, nur gering abfallend. Diesem Umstand komme aber höchstens eine vernachlässigbare Auswirkung zu. Ein besonderer Umstand, der sein Verhalten als weniger gravierend erscheinen lassen würde, sei darin nicht zu sehen.