Citation: 9C_56/2023 E. B

B.a. Die Steuerpflichtige gelangte gegen den Einspracheentscheid am 31. Januar 2020 an das Bundesverwaltungsgericht. Dieses eröffnete das Verfahren A-648/2020. B.b. Während das bundesverwaltungsgerichtliche Verfahren noch im Gange war, eröffnete das Kantonsgericht des Kantons Zug mit Entscheid vom 17. März 2020, 09.15 Uhr, auf Begehren der Stiftung C.________ den Konkurs über die Steuerpflichtige. Am 23. März 2020 ersuchte die Steuerpflichtige das Kantonsgericht um Wiederherstellung des Termins (Art. 148 ZPO [SR 272]). Das Kantonsgericht wies das Gesuch am 30. April 2020 ab. Die dagegen von der Steuerpflichtigen beim Obergericht des Kantons Zug erhobene Beschwerde (Art. 319 ff. ZPO) blieb erfolglos (Urteil BZ 2020 43 vom 24. Juni 2020), worauf die Steuerpflichtige am 5. September 2020 das Bundesgericht anrief. Mit Instruktionsverfügung im Verfahren 5A_716/2020 vom 30. September 2020 erkannte das Bundesgericht der Beschwerde insofern die aufschiebende Wirkung zu, als der "Konkurs eröffnet bleibt, jedoch während des bundesgerichtlichen Verfahrens Vollstreckungsmassnahmen zu unterbleiben haben, mit anderen Worten das Konkursverfahren nicht weiter gefördert werden darf, bereits getroffene Sicherungsmassnahmen aber aufrechterhalten bleiben". In der Sache selbst war im bundesgerichtlichen Verfahren zu prüfen, ob die Zustellung der Konkursverhandlungsanzeige an die Steuerpflichtige rechtsgültig erfolgt sei und, bejahendenfalls, ob ein Wiederherstellungsgrund vorliege. Die erste Frage bejahte das Bundesgericht, wogegen es die zweite verneinte, weshalb die Beschwerde abgewiesen wurde, soweit darauf einzutreten war ( Urteil 5A_716/2020 vom 7. Mai 2021). In der Folge stellte das Kantonsgericht des Kantons Zug mit Entscheid vom 18. August 2021 das Konkursverfahren mangels Aktiven ein (Art. 230 SchKG [SR 281.1]). B.c. Im weiterhin rechtshängigen Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht reichte die Steuerpflichtige, jeweils handelnd durch ihren Geschäftsführer, am 6. April 2020 eine Replik und am 16. Juni 2020 eine Triplik ein, ohne darin auf die Eröffnung des Konkurses gemäss Konkursdekret vom 17. März 2020 hinzuweisen. B.d. Am 3. August 2022 erliess das Bundesverwaltungsgericht im Verfahren A-648/2020 eine Zwischenverfügung. Das Bundesverwaltungsgericht führte im Wesentlichen aus, bei Vorbereitung des Urteilsentwurfs auf die Konkurseröffnung aufmerksam geworden sei. Da es erst in diesem Stadium vom Konkursdekret Kenntnis erlangt habe, sei die Einstellung des verwaltungsrechtlichen Verfahrens unterblieben (Art. 207 Abs. 2 SchKG). Mit Blick auf die Einstellung des Konkurses sei davon auszugehen, dass die Aktiven nicht ausreichten, um zumindest die Kosten des summarischen Verfahrens zu decken. Das Interesse an der Weiterführung des verwaltungsrechtlichen Verfahrens sei daher "zumindest nicht augenfällig". Hinzu komme, dass dem Geschäftsführer seit der Konkurseröffnung am 17. März 2020 jedenfalls "keine offensichtliche Prozessführungsbefugnis (einschliesslich der Kompetenz zur Entgegennahme verfahrensleitender Verfügungen) " mehr zukomme. Seine Zuständigkeit beschränke sich seit der Konkurseinstellung mangels Aktiven "auf die Liquidation der Restaktiven". Vor diesem Hintergrund werde die Steuerpflichtige aufgefordert, bis zum 30. August 2022 bekanntzugeben, ob sie die Beschwerde zurückziehe. Stillschweigen gelte als Rückzug der Beschwerde (Ziff. 1 des Dispositivs). Sollte die Steuerpflichtige an der Beschwerde festhalten, so werde sie weiter aufgefordert, ebenfalls bis zum 30. August 2022 nachzuweisen, dass der Geschäftsführer für seine Verfahrenshandlungen, die er vor Bundesverwaltungsgericht im Zeitraum zwischen dem 17. März 2020 (Konkurseröffnung) und dem 18. August 2021 (Konkurseinstellung mangels Aktiven) entfaltet hatte, durch die Konkursverwaltung bevollmächtigt gewesen sei (Ziff. 2 des Dispositivs). B.e. Mit Eingabe vom 11. Oktober 2022 erhob die Steuerpflichtige beim Bundesgericht Beschwerde gegen die Zwischenverfügung vom 3. August 2022. Sie stellte eine Reihe von Anträgen, die darauf hinausliefen, dass das vorinstanzliche Verfahren A-648/2020 in Aufhebung der Zwischenverfügung vom 3. August 2022 fortzuführen sei. Das Bundesgericht trat auf die Beschwerde mit Urteil 2C_455/2022 vom 22. November 2022nicht ein, dies aufgrund versäumter Beschwerdefrist. B.f. Der Geschäftsführer unterbreitete dem Bundesverwaltungsgericht den Antrag, das Verfahren A-648/2020 sei weiterzuführen. Mit Entscheid vom 6. Dezember 2022 schrieb das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde als gegenstandslos ab, soweit sie darauf eintrat. Das Bundesverwaltungsgericht erwog im Wesentlichen, dass im Zeitpunkt von Replik und Triplik (6. April 2020 bzw. 16. Juni 2020) keine aufschiebende Wirkung bestanden habe. Das Bundesgericht habe eine solche erst am 30. September 2020 angeordnet. Sodann wäre zur Führung des vorliegenden Passivprozesses einzig die Konkursverwaltung berechtigt gewesen (Art. 240 SchKG), was handelsrechtlich zur Bildung von Rückstellungen hätte führen müssen. Entgegen den Behauptungen der Steuerpflichtigen habe das Konkursamt in seinem Schreiben vom 7. Oktober 2022 an den Geschäftsführer festgehalten, dass die Konkursverwaltung vom bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahren keine Kenntnis gehabt habe. Ebenso wenig hätten ihr die von der Steuerpflichtigen "bei den Gerichten eingereichten Eingaben" vorgelegen. Eine nachträgliche Genehmigung des Verhaltens der Steuerpflichtigen sei daher "nicht möglich." Der Geschäftsführer habe "den Umstand der Konkurseröffnung bewusst verschwiegen". Zusammenfassend zeige sich, dass er in vollmachtloser Stellvertretung gehandelt habe. Mangels nachträglicher Genehmigung blieben Replik und Triplik für die Steuerpflichtige ohne Verbindlichkeit (Art. 38 Abs. 1 OR; E. 2.4 und 2.5). Daraufhin prüfte das Bundesverwaltungsgericht die Legitimation der Steuerpflichtigen zur Führung des Verfahrens, insbesondere unter dem Aspekt des schutzwürdigen Interesses an der Änderung oder Aufhebung der angefochtenen Verfügung (Art. 48 Abs. 1 lit. c VwVG). Es erwog, dass das Beschwerdeverfahren für die Steuerpflichtige keinerlei praktischen Nutzen (mehr) habe. Der Zweck der Steuerpflichtigen erschöpfe sich einzig noch in der Liquidation. Selbst bei vollständigem Obsiegen vermöchte das bundesverwaltungsgerichtliche Verfahren - abgesehen von der Erstattung des Kostenvorschusses - zu keinem Zufluss von Aktiven zu führen, sondern lediglich zur Nichterhöhung der Verbindlichkeiten. Die angebliche Geltendmachung von Ansprüchen gegenüber ehemaligen Hilfspersonen (Treuhandgesellschaften) sei nicht nachgewiesen und hätte ohnehin erfordert, dass der Konkurs nicht mangels Aktiven eingestellt worden wäre. Kein Gläubiger, auch nicht der Geschäftsführer, habe sich bereit erklärt, die Kosten für ein summarisches Konkursverfahren vorzuschiessen. Schliesslich sei zu beachten, dass dem Geschäftsführer keine Parteistellung zukomme, weswegen "seine eigenen Interessen für das Rechtsschutzinteresse der Gesellschaft nicht von Belang sind" (E. 3.3). Durch den Wegfall des Rechtsschutzinteresses werde das Verfahren gegenstandslos (E. 5.2).