Citation: 5P.332/2002 21.11.2002 E. 3

Die Beschwerdeführerin sieht das Willkürverbot auch in Bezug auf das Ausmass des zumutbaren Nebenerwerbes des Beschwerdegegners verletzt. 3.1 Der erstinstanzlichen Richter ist diesbezüglich von den im Gutachten festgehaltenen 157 Akh (Arbeitskraftstunden) ausgegangen, hat die 310 von den Eltern auf dem Hof erbrachten Akh hinzugerechnet und befunden, auf der Basis einer 42-Stunden-Woche entsprächen 467 Akh einer freien Arbeitskapazität von 25 %. Der Appellationshof hat diesen Prozentsatz übernommen. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei willkürlich, bei der Berechnung der verbleibenden Arbeitskapazität auf eine abstrakte Berechnung eines Experten abzustellen, vielmehr sei die Aussage des Beschwerdegegners im Parteiverhör, wonach er mindestens 40 % auswärts arbeiten könne, massgeblich. 3.3 Die Beschwerdeführerin gibt die Parteiaussage verkürzt wieder. Der Beschwerdegegner hat vor dem Gerichtspräsidenten ausgesagt: "In der besten Zeit habe ich bei der ARA zu 40 % gearbeitet. Gelebt haben wir eigentlich von diesen 40 %. Wenn ein Job gut bezahlt ist, könnte ich es vielleicht mit 20 % auswärts machen und mit 80 % auf dem Landwirtschaftsbetrieb." Die Aussage bezieht sich folglich auf eine frühere Zeit, die als "beste" dargestellt wird. Demgegenüber hat der Beschwerdegegner für die Zukunft von einem Nebenverdienst in der Grössenordnung von 20 % gesprochen. Vor diesem Hintergrund kann es nicht als willkürlich bezeichnet werden, wenn die Vorinstanz auf das gerichtliche Gutachten abgestellt und dabei eine freie Arbeitskapazität von 25 % errechnet hat.