Citation: I 590/06 17.10.2006 E. 3

Der Beschwerdeführer beantragt eine ganze Invalidenrente. Streitig und zu prüfen ist somit, ob die Vorinstanz zu Recht einen Invaliditätsgrad von 61 % angenommen und gestützt darauf eine halbe bzw. eine Dreiviertelsrente zugesprochen hat. 3.1 IV-Stelle und kantonales Gericht gelangten in Würdigung der gesamten Aktenlage zum zutreffenden Schluss, dass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit 50 % arbeitsfähig ist. Dabei stellten sie insbesondere auf das augenärztliche Gutachten des Berner Inselspitals, Augenklinik und Augenpoliklinik, vom 19. Oktober 2004 und das Gutachten des Psychiaters Dr. C.________ vom 8. Juli 2005 ab. Die Ärzte des Inselspitals diagnostizierten "asthenopische Beschwerden mit Fusionsschwäche bei unkorrigierter Hyperopie und unterkorrigierter Presbyopie beidseits sowie unkorrigiertem Astigmatismus rechts". Weiter hielt das Gutachten fest, dass die augenärztliche Untersuchung insgesamt "einen altersentsprechenden, regelrechten ophthalmologischen Befund mit vollständiger Sehfunktion" präsentiere und die Prognose "als sehr gut" zu bezeichnen sei. Es bestehe somit aufgrund erfolgreicher medikamentöser Therapie aus ophthalmologischer Sicht keine Einschränkung der Erwerbsfähigkeit. In psychiatrischer Hinsicht stellte Dr. C.________ fest, der Versicherte leide unter einer langdauernden mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F 32.11) nach Sehstörung und Stellenverlust; er sei eine eigenwillige und wenig integrierte Persönlichkeit (ICD-10 F 60.8); ausserdem bestehe Verdacht auf ein Aufmerksamkeitsdefizit und ein Hyperaktivitätssyndrom in der Kindheit (ICD-10 F 90). Diese Diagnose bewirke eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten, was auch mit der Einschätzung des Psychiaters Dr. A.________ übereinstimme (Bericht vom 26. November 2003). An der dargelegten Betrachtungsweise ändern die Stellungnahmen des Hausarztes Dr. E.________ vom 10. November 2003 sowie vom 20. Oktober 2005 nichts, wonach von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Denn der Allgemeinpraktiker begründet die Abweichung mit invaliditätsfremden Faktoren: So beanstandet er das augenärztliche Gutachten damit, "die vorhandene altersbedingte Reduktion der Lern- und Anpassungsfähigkeit (mit Konsequenzen beim Realisieren der Restarbeitsfähigkeit)" bleibe unberücksichtigt. 3.2 Zu Recht unbestritten blieb das für die Bemessung des Invaliditätsgrades heranzuziehende Valideneinkommen. Hingegen beanstandet der Beschwerdeführer den von der Verwaltung mit Blick auf BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa-cc vom statistischen Lohn vorgenommenen Abzug von 10 %. Da der für eine ganze Rente erforderliche Invaliditätsgrad von 662/3 bzw. 70 % selbst mit dem verlangten Abzug von 20 % nicht erreicht wird, kann diese Frage jedoch offen bleiben. 3.3 Nach dem Gesagten muss es mit der vorinstanzlich bestätigten Ablehnung einer ganzen Invalidenrente sein Bewenden haben. Wie das kantonale Gericht hinlänglich und richtig begründet hat, wären von den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragten ergänzenden medizinischen Abklärungen keine relevanten neuen Erkenntnisse (namentlich keine mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) zu erwarten, sodass auf weitere Beweismassnahmen verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d).