Citation: 1P.222/2006 27.09.2006 E. 3

Der Beschwerdeführer macht geltend, das Obergericht habe verschiedene Tatsachen aktenwidrig gewürdigt, womit er dem Obergericht jedenfalls sinngemäss Willkür vorwirft. Art. 9 BV gewährleistet den Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Auf dem Gebiet der Ermittlung des Sachverhalts und der Beweiswürdigung steht den kantonalen Instanzen ein weiter Ermessensspielraum zu. Willkür in der Beweiswürdigung liegt nur vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9, 49 E. 4 S. 58; 125 II 10 E. 3a S. 15). 3.1 Der Beschwerdeführer weist auf S. 24 des angefochtenen Urteils hin, wo das Obergericht ausgeführt habe, er habe die Zivilklägerin das erste Mal unmittelbar nach dem Vorfall bedroht, während diese klargestellt habe, dass die Drohung am anderen Tag ausgesprochen worden sei. Diese Rüge des Beschwerdeführers geht fehl. Das Obergericht hat bei der Würdigung der Glaubwürdigkeit der Zivilklägerin u.a. erklärt, diese habe auch bezüglich der Drohung stets gleichlautende Aussagen gemacht, wobei es auf act. 380, 382, 389 f. und GA [Prot.] S. 58 f. hinwies. Bei den ersten beiden Aktenstellen (act. 380 und 382) handelt es sich um Aussagen der Zivilklägerin bei der Kantonspolizei Aargau, in welchen sie erklärt hatte, der Beschwerdeführer habe sie unmittelbar nach dem Vorfall auf der Rückfahrt ins Jugendzentrum Rheinfelden bedroht. Bei ihrer Einvernahme auf dem Bezirksamt Rheinfelden (act. 389 f.) sprach die Zivilklägerin ausdrücklich die zweite Drohung an, indem sie erklärte, der Beschwerdeführer habe sie um 20.00 Uhr an den Bahnhof Rheinfelden bestellt. Er sei dann mit ihr zu einer Stelle etwas unterhalb des Tatortes gefahren und habe ihr dort gedroht, nichts zu sagen. Er habe dort auch das Messer dabei gehabt. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Rheinfelden sagte sie aus, der Angeklagte habe ihr erst später richtig gedroht. Er habe gesagt, er lösche ihre Familie aus, wenn sie jemandem etwas von dem Vorfall erzähle. Dies sei an einem andern Tag gewesen. Dadurch, dass das Obergericht auf die genannten Aktenstellen Bezug genommen hat, hat es klar auseinander gehalten zwischen einer ersten Drohung auf der Rückfahrt zum Jugendzentrum unmittelbar nach der Tat und einer zweiten, späteren Drohung. Eine Aktenwidrigkeit seitens des Obergerichts liegt hier nicht vor. 3.2 Ferner hält der Beschwerdeführer die Feststellung des Obergerichts, die Zivilklägerin habe ausgesagt, zum Zeitpunkt des Vorfalls keinen Freund gehabt zu haben, für aktenwidrig. Diese Feststellung des Obergerichts stützt sich auf die Aussagen der Zivilklägerin vor dem Bezirksgericht Rheinfelden (GA [Prot.] S. 57), anlässlich welcher sie ausgeführt hatte, sie sei nach den Sportferien 2000 mit A.________ zusammen gekommen. Sie hätten sich nach einer halben Woche getrennt. Später hätten sie sich noch einmal getroffen, das sei am 6. Mai 2001 gewesen. Es trifft zu, dass die Zivilklägerin, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, vor dem Bezirksamt Rheinfelden ausgesagt hat, sie sei zum Zeitpunkt des Vorfalls frisch von A.________ getrennt gewesen. A.________ habe sie damals verlassen und sie habe ihn immer noch geliebt. Hierin liegt ein gewisser Widerspruch, der aber entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht geeignet ist, die Glaubwürdigkeit der Zivilklägerin zu erschüttern. Nachdem im Zeitpunkt ihrer Einvernahme vor dem Bezirksamt Rheinfelden rund zweieinhalb Jahre seit der Tat vergangen waren, ist es verständlich, wenn sie den Zeitpunkt ihrer Trennung von A.________ nicht mehr richtig einordnen konnte, zumal sie später offenbar wieder mit diesem zusammen gekommen ist. Aktenwidrig ist hingegen die Behauptung des Beschwerdeführers, die Zivilklägerin sei vor den Augen ihres Freundes A.________ in das Fahrzeug des Beschwerdeführers eingestiegen. A.________ sagte diesbezüglich nur aus, er sei an dem Abend, an dem der Vorfall geschah, im Jugendzentrum Rheinfelden gewesen. Als die Zivilklägerin dann mit dem Beschwerdeführer weggefahren sei, sei er nach Basel in den Ausgang gegangen. 3.3 Im Weiteren beanstandet der Beschwerdeführer die Feststellung des Obergerichts, wonach der Umstand, dass die Zivilklägerin dessen Frage, ob sie die Pille nehme, verneint habe, darauf hindeute, dass sie mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden gewesen sei. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe die Zivilklägerin nicht während des Geschlechtsverkehrs sondern erst danach auf der Rückfahrt nach der Verhütung gefragt. Diese Darstellung des Beschwerdeführers widerspricht nicht nur seiner eigenen handschriftlichen Darstellung (act. 368), wonach er sie kurz davor gefragt habe, ob sie ein Kondom dabei habe, und, nachdem sie dies verneint habe, als nächstes gefragt habe, ob sie die Pille nehme. Auch vor dem Bezirksgericht Rheinfelden hat der Beschwerdeführer selbst erklärt, er habe die Zivilklägerin während des Geschlechtsverkehrs nach der Pille gefragt (GA [Prot.] S. 64). In diesem Punkt ist dem Obergericht somit ebenfalls keine Aktenwidrigkeit vorzuwerfen. Die beanstandeten Sachverhaltsfeststellungen des Obergerichts sind demzufolge weder aktenwidrig noch willkürlich. Vielmehr stehen die diesbezüglichen Rügen des Beschwerdeführers nach dem vorstehend Gesagten im Widerspruch zu den Akten.