Citation: 7B_792/2023 E. 3.5.4

3.5.4. Die Staatsanwaltschaft unterliess es in der Folge, ihrerseits die Zusicherung der Anonymität vorzunehmen, und sie holte entsprechend auch keine Genehmigung seitens des Zwangsmassnahmengerichts ein. Dies hätte grundsätzlich die Unverwertbarkeit der betroffenen Beweismittel zur Folge. Ob eine Heilung dieses Versäumnisses durch das zweitinstanzliche Gericht, wie vorliegend geschehen, in jedem Fall möglich ist, braucht vorliegend nicht näher geklärt zu werden. Denn selbst wenn dies nicht der Fall wäre, gälte es zu berücksichtigen, dass es sich bei den betroffenen Beweismitteln nicht etwa um Aussagen von Zeuginnen oder Auskunftspersonen handelt, sondern um übersetzte Abhörprotokolle. Hier greift die Unverwertbarkeit nach dem aus der Botschaft klar erkennbaren Willen des Gesetzgebers nicht, da diese nicht von den anonymisierten Übersetzerinnen selbst erstellt wurden (vgl. E. 3.5.2.3 oben). In dieser Konstellation schadet es somit nicht, dass die Staatsanwaltschaft den Antrag auf Genehmigung der polizeilichen Anonymitätszusicherung erst bei der Vorinstanz und damit an sich verspätet einreichte.