Citation: 8C_53/2019 E. 5.1

5.1. Das Versicherungsgericht hat sodann überzeugend dargelegt, weshalb es die Adäquanz nicht nach der sogenannten "Schleudertrauma-Praxis" (BGE 134 V 109), sondern nach der Rechtsprechung zu den psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen (BGE 115 V 133) beurteilte. Im Spital D.________ wurde aufgrund des erlittenen Kopfanpralls mit konsekutiver Bewusstlosigkeit von ca. 10 Minuten eine Commotio cerebri diagnostiziert, die die neurologische Überwachung über Nacht und die nachfolgende Empfehlung, audiovisuelle Reize zu meiden, notwendig machten. Den initialen medizinischen Akten lässt sich jedoch nicht entnehmen, dass der Versicherte eine Verletzung erlitt, die die Anwendung der Schleuertrauma-Praxis rechtfertigen könnte; eine Commotio cerebri genügt hierzu praxisgemäss grundsätzlich nicht (vgl. Urteil 8C_44/2017 vom 19. April 2017 mit weiterem Hinweis). Am 19. Oktober 2011 gab der Versicherte überdies im Rahmen einer ambulanten orthopädischen Sprechstunde im Kantonsspital K.________ an, subjektiv seitens der Commotio cerebri keine Probleme mehr zu haben (Berichte des Kantonsspitals K.________ vom 19. Oktober und 25. November 2011 sowie 6. Februar 2012). Die Halswirbelsäule (HWS) wurde bildgebend abgeklärt wegen der bis zu dieser ausstrahlenden rechtsseitigen Schulterschmerzen und der Plexusläsion links. Eine HWS-Kontusion führte ferner Frau Dr. med. L.________, Oberärztin an der Orthopädische Klinik des Kantonsspitals K.________, zwar diagnostisch auf, als Differentialdiagnose erwähnte sie aber auch eine rechtsseitige Schulterkontusion. Es sind in diesen Berichten des Kantonsspitals K.________ und in den übrigen zeitlich unfallnahen Unterlagen jedoch keine Beschwerden dokumentiert, die auf eine erlittene HWS-Distorsion oder eine andere Verletzung schliessen liessen, die die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigen könnten, wie das kantonale Gericht einlässlich aufzeigte. Hinweise auf Vergesslichkeit und Schwindel finden sich erstmals in Aktennotizen der Suva vom 20. Februar und 7. März 2012. Soweit die orthopädischen Experten eine HWS-Distorsion aufführten, gingen sie von einer Restitutio ad integrum aus.