Citation: 2C_311/2021 E. 4.3.1

4.3.1. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts gilt, dass es ausländerrechtlich spätestens ab dem 3. Altersjahr des jüngsten Kindes der Beschwerdeführerin zumutbar ist, sich an den Kosten der Familie zu beteiligen, ungeachtet davon, ob ein traditionelles Familienmodell gelebt wird oder nicht (vgl. Urteile 2C_1064/2017 vom 15. Juni 2018 E. 5.2.1; 2C_775/2017 vom 28. März 2018 E. 4.2.2.; 2C_1228/2012 vom 20. Juni 2013 E. 5.4; betreffend alleinerziehende Mütter vgl. Urteil 2C_870/2018 vom 13. Mai 2019 E. 5.3.3). Zumindest während den ersten Jahren ihres Aufenthalts bis Ende 2008 und anschliessend nach der Geburt ihres dritten Sohnes im Jahre 2013 bis 2016 kann der Beschwerdeführerin grundsätzlich nicht vorgeworfen werden, sich nicht um Arbeit bemüht zu haben. Jedoch ist ihr Ehemann bereits seit 2007 arbeitslos, so dass sie sich im Anschluss daran Gedanken um ihre wirtschaftliche Zukunft und die ihrer Familie hätte machen müssen. Es wäre ihr auch möglich gewesen, mehr zu einer Reduktion der Sozialhilfe beizutragen, da ihr Ehemann einen Teil der Kinderbetreuung hätte übernehmen können. Abgesehen von einer Tätigkeit von Juli 2008 bis Juli 2009, die sie den Sozialbehörden zudem verschwiegen hat und dafür wegen Betrugs zu einer (bedingten) Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt wurde, geht sie jedoch erst seit Dezember 2019 einer Erwerbstätigkeit in einem bescheidenen Umfang nach. Es ist nicht zu übersehen, dass die Beschwerdeführerin erst in Zusammenhang mit der Androhung ernster ausländerrechtlicher Konsequenzen zusätzliche Anstrengungen unternahm, die zuvor ergangenen drei migrationsrechtlichen Verwarnungen (2010, 2015 und 2017) vermochten sie zuvor nicht zu vermehrten Anstrengungen zu bewegen. So hat sie es auch unterlassen, während ihres Aufenthalts Schritte zur Verbesserung ihrer Vermittelbarkeit in die Wege zu leiten. Im Dezember 2019 befanden sich ihre Deutschkenntnisse auf Sprachlevel A 1.2 und es ist nicht erstellt, dass sich diese seither gesteigert hätten. Ebensowenig hat die Beschwerdeführerin im Hinblick auf eine erfolgreiche berufliche Integration während ihres langjährigen Aufenthalts irgendwelche Aus- oder Weiterbildungen absolviert oder ein Integrationsprogramm besucht.