Citation: 6B_366/2014 E. 1.3.2

1.3.2. Bei heftigen Faustschlägen gegen den Kopf bzw. das Gesicht eines 87 Jahre alten Opfers in körperlich reduziertem Zustand können ohne Weiteres auch schwere Körperverletzungen eintreten. Das bedarf keiner weiteren Ausführungen. Welche Schädigungen ein auf diese Weise malträtiertes betagtes Opfer letztlich erleidet, hängt alleine vom Zufall ab. Das Risiko ist nicht kalkulierbar. Dass das Opfer im konkreten Fall "lediglich" Verletzungen davon trug, welche objektiv nicht über eine einfache Körperverletzung hinausgehen, ist in Anbetracht des Vorgehens des Beschwerdeführers nicht massgebend und entlastet ihn daher nicht. Wer wie der Beschwerdeführer unvermittelt und mehrfach mit der Faust gezielt und heftig gegen den Kopf bzw. das Gesicht eines betagten und damit gebrechlichen Menschen schlägt, rechnet mit der Möglichkeit, dass lebensgefährliche Verletzungen, bleibende gesundheitliche Nachteile oder andere schwere gesundheitliche Schädigungen eintreten können, und nimmt diese für den Fall ihres Eintritts in Kauf. Das legen die Risikodimension der Tathandlungen als auch die Anschaulichkeit der Gefahrenlage ohne Weiteres nahe. Der Nachweis des Eventualvorsatzes kann damit als erbracht gelten. Dass der Beschwerdeführer im Tatzeitpunkt eine gutachterlich attestierte florid-wahnhafte Psychose auf der Basis einer chronischen Schizophrenie aufwies, die seine Schuldunfähigkeit zur Folge hatte, führt zu keinem andern Ergebnis. Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass er aus diesem Grund nicht in der Lage war, die objektive Gefährlichkeit seines Tuns zu erkennen. Im Gegenteil sprechen sein Tatvorgehen, insbesondere das bewusste Suchen der Kopfpartie als Ziel der Schläge, dafür, dass er trotz florid-wahnhafter Psychose nicht an der Erkenntnis gehindert war, die allfällig verheerenden Folgen seiner Gewalthandlungen zu erfassen und einen entsprechenden Vorsatz zu bilden. Im Übrigen ist die Frage, ob der Beschwerdeführer mit Wissen und Willen handelte, von der Frage der Schuldfähigkeit zu trennen. Diese bezieht sich nicht auf die Tatbestandsmässigkeit des Verhaltens, sondern auf dessen Vorwerfbarkeit und ist bei der Beurteilung des Verschuldens zu prüfen.