Citation: 4A_350/2020 E. 6.3.2

6.3.2. Die Ausführungen der Beschwerdeführerinnen überzeugen nicht. Zunächst scheinen sie zu verkennen, dass sie mit Bezug auf den geltend gemachten Schaden sowie ihre Marge beweispflichtig bleiben, selbst wenn die Verkaufspreise öffentlich zugänglich waren. Wie die Beschwerdegegnerin sodann vernehmlassungsweise vorbringt, kann nicht tel quel von den Verkaufspreisen auf den Schaden geschlossen werden. Dies ist nachvollziehbar, zumal augenscheinlich auch die Beschwerdeführerinnen selbst nicht von einem derart eindeutigen Zusammenhang ausgingen. Andernfalls hätten sie kaum erwogen, die von der Vorinstanz erwähnten grossen Datenmengen zum Nachweis des Schadens einzureichen. Dass sie dies nicht getan haben und infolge dessen der behauptete Schaden unbewiesen blieb, haben sich die Beschwerdeführerinnen selber zuzuschreiben. Es kann nicht angehen, dieses offensichtliche Versäumnis unter dem Vorwand einer Gehörsverletzung durch die Vorinstanz auf die Beschwerdegegnerin abzuwälzen. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass im Bestreitungsfall oder wenn die Authentizität der eingereichten Unterlagen durch die Beschwerdegegnerin in Frage gestellt worden wäre, immer noch weitere Beweismassnahmen hätten getroffen werden können. Die Beschwerdeführerinnen legen auch nicht dar, weshalb es ihnen unmöglich oder unzumutbar gewesen sein soll, die Verkaufspreise sowie insbesondere ihre Margen und den geltend gemachten Schaden zu beziffern und zu begründen. Dies ist umso unverständlicher, als sie selber behaupten, die relevanten Verkaufspreise seien öffentlich zugänglich. An der Beweispflicht hinsichtlich des Schadens ändert auch nichts, dass die Beschwerdegegnerin offenbar in der Vergangenheit von den Beschwerdeführerinnen geltend gemachten Schadenersatz aus Liefermängeln prompt und von sich aus beglich. Die Beschwerdeführerinnen können daraus für das vorliegende Verfahren nichts für sich ableiten. Ebenso wenig verhält sich die Beschwerdegegnerin rechtsmissbräuchlich, wenn sie die Verkaufspreise - entgegen ihrer früheren Praxis - im Rahmen eines gerichtlichen Rechtsstreits plötzlich bestreitet. Sie war auch nicht gehalten, den dem Grundsatz und der Höhe nach bestrittenen Schaden wegen angeblicher Nicht- oder Schlechterfüllung substanziierter zu bestreiten, wenn es die beweisbelasteten Beschwerdeführerinnen ihrerseits unterliessen, die zum Nachweis eines Schadens zumutbaren Unterlagen selber einzureichen. Der Vorinstanz ist auch insoweit zuzustimmen, als sie erwog, die Beschwerdegegnerin sei ihrer Bestreitungslast genügend nachgekommen, indem sie die Verkaufspreise mit Nichtwissen bestritten habe. Sie habe weder mit Bezug auf die regulierten noch die unregulierten Verkaufspreise über Dokumente verfügt, zu denen die Beschwerdeführerinnen keinen Zugang gehabt hätten. Das von diesen geforderte Mass an Bestreitung würde auf eine Umkehr der Beweislast hinauslaufen. Eine Verletzung von Bundesrecht durch die Vorinstanz ist weder dargetan noch ersichtlich. Unter den gegebenen Umständen musste die Vorinstanz die weiteren Schadenersatzvoraussetzungen nicht prüfen. Darauf, insbesondere auf die von den Beschwerdeführerinnen aufgeworfene Frage, ob als Schaden der entgangene Umsatz oder der Gewinn massgebend sei, und ob die Beschwerdegegnerin dies rechtzeitig bestritt, ist nicht einzugehen. Ebenso wenig ist es mit Blick auf die Rüge einer Verletzung des rechtlichen Gehörs zu beanstanden, wenn die Vorinstanz auf die gerichtliche Edition von Akten in der Türkei verzichtet mit dem Argument, dass die Beschwerdeführerinnen nicht einmal die ihnen verfügbaren Unterlagen eingereicht hätten, anhand derer die Verkaufspreise wenigstens hätten plausibilisiert, wenn nicht sogar genau hätten belegt werden können. Wie die Vorinstanz gleichfalls zutreffend erwog, ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerinnen die behaupteten Bemühungen um die Erhältlichmachung von Unterlagen bei den türkischen Behörden oder über einen Notar nicht zu substanziieren vermögen, etwa durch einen Schriften- oder E-Mail-Verkehr. Soweit sie behaupten, sie hätten sich die Akten nicht selber besorgen können, geht dieser Einwand nach dem Gesagten an der Sache vorbei. Die Vorinstanz verzichtete ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs und willkürfrei in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Beweismassnahmen. Nachdem die Verrechnungsforderung der Beschwerdeführerinnen nicht erstellt ist, kann sie auch dem von der Gegenseite geltend gemachten Verzugszins nicht entgegen stehen.