Citation: 4P.91/2002 12.07.2002 E. 4

Über ein bei Prozesseinleitung gestelltes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist sofort zu entscheiden. Es darf damit nicht zugewartet werden, bis sich die Prozessaussichten nach der Beweisaufnahme klären, ansonsten das Institut der unentgeltlichen Rechtspflege weitgehend seines Gehalts entleert würde (BGE 101 Ia 34 E. 2 S. 37). Daraus folgt, dass für die Beurteilung eines Gesuchs um unentgeltliche Verbeiständung grundsätzlich auf den Zeitpunkt und auf die Aktenlage abzustellen ist, in dem das Gesuch gestellt wird (BGE 124 I 304 E. 2c S. 307; 122 I 5 E. 4a S. 6 f.; 101 Ia 34 E. 2). Der kantonalen Instanz ist mit der Würdigung der Akten auch eine antizipierte Beweiswürdigung erlaubt, die das Bundesgericht nur auf Willkür überprüft (BGE 105 Ia 113 E. 2b S. 115). Es ist nicht Sache des über die unentgeltliche Rechtspflege befindenden Richters, dem Sachrichter vorgreifend die vorgetragenen Rechtsbegehren zu beurteilen.