Citation: 1P.421/2001 21.03.2002 E. 2

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Kassationsgericht sei in Verletzung von Art. 29 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK zu Unrecht von einer genügenden Verteidigung des Beschwerdeführers ausgegangen und habe das kassationsgerichtliche Verfahren wegen Nichtbegründung der Nichtigkeitsbeschwerde zu Unrecht als gegenstandslos abgeschrieben. 2.2 Art. 29 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK gewährleisten die unentgeltliche Bestellung eines amtlichen Verteidigers, falls der Angeschuldigte mittellos ist und dies zur Wahrung seiner Rechte notwendig ist. Der amtliche Verteidiger hat die Interessen des Angeschuldigten sodann in ausreichender und wirksamer Weise wahrzunehmen und die Notwendigkeit von prozessualen Vorkehrungen im Interesse des Angeschuldigten sachgerecht und kritisch abzuwägen. Der Angeschuldigte hat Anspruch auf eine sachkundige, engagierte und effektive Wahrnehmung seiner Parteiinteressen. Wird von den Behörden untätig geduldet, dass der amtliche Verteidiger seine anwaltlichen Berufs- und Standespflichten zum Schaden des Angeschuldigten in schwerwiegender Weise vernachlässigt, kann darin eine Verletzung der Verteidigungsrechte liegen. Pflichtverletzungen des amtlichen Verteidigers können namentlich in krassen Frist- und Terminversäumnissen oder mangelnder Sorgfalt bei der Vorbereitung von Einvernahmen und anderen Prozesshandlungen liegen. Auch bei der Prüfung, ob Verfahrens- und Beweisanträge im Interesse des Angeschuldigten zu stellen seien, hat der amtliche Verteidiger die nötige Sorgfalt anzuwenden. Die zuständigen Behörden können jedoch nicht für jeden Fehler des amtlichen Verteidigers verantwortlich gemacht werden. Sie sind nur dann verpflichtet, einzuschreiten und das Erforderliche vorzukehren, wenn offenkundig ist, dass die Verteidigung ungenügend ist oder wenn sie sonst wie in ausreichender Weise darüber informiert werden. In dieser Hinsicht obliegt es in erster Linie dem Angeschuldigten, den Behörden eine Verletzung der Verteidigungsrechte mitzuteilen (BGE 126 I 194 E. 3d S. 198 ff.; 124 I 185 E. 3b S. 189 f.; 120 Ia 48 E. 2b/bb S. 51 f. sowie E. 2c und 2d S. 52 f.; je mit zahlreichen Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur). 2.3 Hier ist unbestritten, dass die Voraussetzungen für die unentgeltliche Bestellung eines amtlichen Verteidigers im Sinne von Art. 29 Abs. 3 BV bzw. Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK erfüllt sind und dass gemäss kantonalem Recht ein Fall notwendiger Verteidigung vorliegt. Umstritten ist, ob der Beschwerdeführer im Kassationsverfahren wirksam im Sinne von Art. 32 Abs. 2 BV bzw. Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK verteidigt und ob ihm durch das Kassationsgericht das rechtliche Gehör verweigert worden sei.