Citation: 6B_486/2024 E. 2.5.3

2.5.3. Ausgehend von diesen Feststellungen folgert die Vorinstanz mit Bezug auf das neue Baugesetz nachvollziehbar, dass die dort vorgesehene siebenjährige Verjährungsfrist frühestens am 12. Juni 2016 zu laufen begonnen haben konnte, an welchem Tag in Gang befindliche illegale Bautätigkeiten erstmals festgestellt worden waren und das inkriminierte Handeln folglich erstmals aufgehört haben konnte im Sinne von Art. 98 lit. c StGB (vgl. angefochtenes Urteil E. 4.2.3 S. 7). Zum Fristbeginn unter altem Recht äussert sich die Vorinstanz nicht. Auch dieser hat auf den Zeitpunkt des 12. Juni 2016 zu fallen, geht mit der dann erfolgten Feststellung der illegalen Bautätigkeit doch unweigerlich die Erkennbarkeit derselben im Sinne von Art. 55 Abs. 1 aBauG/VS einher. Dass die Widerhandlung gegen das Baugesetz damals noch nicht (hinreichend) bestimm- und somit erkennbar gewesen wäre, ist auszuschliessen, nachdem die am 26. August 2016 von der Beschwerdegegnerin verlangte Anpassung des Baubewilligungsgesuchs, genauso wie die in der Folge vorzunehmende Prüfung des entsprechend angepassten Gesuchs, datierend vom 23. September 2016, konkrete Kenntnis der Regelwidrigkeit voraussetzen. Entfällt der Beginn der Verjährungsfrist auf den 12. Juni 2016, ist die Widerhandlung im Zeitpunkt des Ergehens der erstinstanzlichen Bussenverfügung am 27. März 2023 unter Anwendung der altrechtlichen absoluten Verjährungsfrist von sechs Jahren verjährt, nicht aber unter Anwendung der neurechtlichen siebenjährigen Verjährungsfrist. Weil sich das alte Baugesetz folglich als milder erweist, hat nach den geltenden Grundsätzen von Art. 389 i.V.m. Art. 2 StGB das alte Baugesetz auf die Verjährungsfrage Anwendung zu finden.