Citation: 1B_23/2010 18.02.2010 E. 4

In der Sache bestreitet die Beschwerdeführerin, mit der Annahme der 50'000 Franken die Auflage des Haftentlassungsentscheids missachtet zu habe. Sie habe diese Summe nicht als selbstständige Treuhänderin, sondern als Angestellte der C.________ GmbH für diese Firma entgegen genommen. Das sei ihr nicht verboten worden. Der Einwand ist offensichtlich unbegründet. Einmal war die Beschwerdeführerin Geschäftsführerin der C.________ GmbH mit Einzelunterschrift. Auch wenn sie formell bei dieser Firma angestellt war, hat sie deren Geschäfte in eigener Verantwortung allein geführt, hat somit faktisch als selbstständige Treuhänderin gearbeitet. Dies war ihr offensichtlich auch bewusst, wie sich aus dem in der Beschwerde (S. 8) wiedergegebenen Protokollauszug ihrer Aussage an der kreisgerichtlichen Hauptverhandlung vom 26. August 2009 ergibt. Danach war sie Angestellte der C.________ GmbH und hat sich dabei selber beaufsichtigt. Zum anderen war ihr nach dem klaren Wortlaut der Auflage die Verwaltung von Vermögen auch als unselbstständige Treuhänderin nicht gestattet. Vor allem aber wurde ihr in Ziff. 3.3 der Auflage vom 22. Dezember 2008 generell - also unter jedem Titel, auch unabhängig von ihrer Tätigkeit als Treuhänderin - verboten, fremde Gelder entgegenzunehmen. Dagegen hat sie mit der unbestrittenen Entgegennahme der 50'000 Franken klarerweise verstossen. Aus der Strafanzeige vom 7. Dezember 2009 ergibt sich somit, dass die Beschwerdeführerin die ihr im Haftentscheid vom 22. Dezember 2008 erteilte Auflage verletzte und erneut fremde Gelder entgegennahm. Die Schlussfolgerung des Haftgerichts, sie biete keine Gewähr, in Zukunft derartige Auflagen einzuhalten, ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden. Es hat daher keineswegs Bundesrecht verletzt, indem es die Fortsetzung der Sicherheitshaft anordnete und eine Entlassung unter Auflagen ablehnte.