Citation: 4A_605/2019 E. 3.2

3.2. Als kausale Pflichtverletzung warf die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er habe vor Bezirksgericht Hinwil nicht darauf hingewiesen, dass die binäre Einschätzung der Gutachter auf einem falschen Verständnis des Kausalitätsbegriffs beruhe, da für den Kausalzusammenhang nicht massgebend sei, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Beschwerdegegner ein gutes Resultat (mRS-Werte 0 bis 2) hätte erreichen können, sondern mit welcher Wahrscheinlichkeit ein besseres als das tatsächliche (mRS-Wert 5) zu erwarten gewesen wäre. Die Vorinstanz kam zum Schluss, soweit der Beschwerdeführer eine lineare Betrachtungsweise verlangt hätte, wäre das Bezirksgericht Hinwil zu einer Wahrscheinlichkeit von 72 % gelangt (Addition der Prozente der mRS-Werte 0 bis 4 der Studie Mattle [77 %] abzüglich der 5 %, die auch ohne Behandlung ein gutes Resultat erreicht hätten). Zwar hätten nach Ansicht der Vorinstanz die verstorbenen Personen bei den Prozentzahlen ausgeblendet werden müssen, nachdem feststand, dass der Beschwerdegegner überlebt hatte. Da die kantonalen Instanzen sich aber bewusst für den Einbezug dieser Werte ausgesprochen hatten, verneinte sie insoweit die Kausalität der Pflichtwidrigkeit. Bei einer Wahrscheinlichkeit von 72 % hätten die zürcherischen Gerichte den Beweis aber als erbracht angesehen (vgl. Sachverhalt B.b hiervor).