Citation: 6B_1316/2023 E. 1.2.2

1.2.2. Selbst wenn ein solcher bejaht würde, ändere dies nichts daran, dass der Beschwerdeführer gestützt auf das öffentliche Wegweisungsinteresse aus der Schweiz zu verweisen sei. Im Rahmen der Strafzumessung hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe insgesamt elf Diebstähle im Zeitraum von knapp 10 Monaten begangen und einen Deliktsbetrag von Fr. 50'189.-- erbeutet. Das Erfolgsausmass falle in der Bandbreite denkbarer gewerbsmässiger Diebstähle nicht besonders schwer, jedoch auch nicht am untersten Rahmen aus. Die Verwerflichkeit sei nicht unerheblich, wobei der Beschwerdeführer das Vertrauen seines Arbeitgebers schamlos und systematisch ausgenutzt habe, obgleich er über ein geregeltes Einkommen verfügt habe. Die kriminelle Energie sei ebenfalls nicht unbeachtlich, sei doch davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer weiter delinquiert hätte, wäre er nicht erwischt worden. Strafmindernd sei zu berücksichtigen, dass er einzelne Sendungen wieder zurückgebracht habe. Der Beschwerdeführer habe aus egoistischem Beweggrund und mit direktem Vorsatz (was allerdings tatbestandsimminent sei) gehandelt. Insgesamt sei von leichtem Tatverschulden im mittleren Bereich auszugehen. Der Beschwerdeführer habe keine echte Reue und Einsicht gezeigt. Er habe lediglich zugestanden, was ihm ohnehin habe nachgewiesen werden können. Auch das anlässlich der Berufungsverhandlung erfolgte Geständnis sei nicht als Ausdruck echter Reue und Einsicht zu werten, sondern dürfte vielmehr im Hinblick auf die von der ersten Instanz ausgesprochene Landesverweisung aus taktischen Überlegungen erfolgt sein. Für die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung stellten die Höhe der Strafe und das darin ausgedrückte Verschulden das gewichtigste Kriterium dar, wobei Freiheitsstrafen von über einem Jahr (vorliegend seien es 20 Monate) schwer wögen. Aussergewöhnliche Gründe, aufgrund derer von einer Landesverweisung abzusehen sei, seien nicht ersichtlich. Bei der Anlasstat handle es sich um eine schwere Straftat mit einer Strafandrohung von 6 Monaten bis 10 Jahren Freiheitsstrafe (zum Tatzeitpunkt Freiheitsstrafe bis 10 Jahre oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen), wobei hinsichtlich der konkreten Tatausführung anzufügen sei, dass die Verwerflichkeit des Handelns als nicht unerheblich zu qualifizieren sei. Der Beschwerdeführer hätte zudem weitergemacht, wenn man ihm nicht auf die Schliche gekommen wäre. Hinsichtlich des Nachtatverhaltens sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bis heute keine echte Einsicht und Reue gezeigt habe. Das anlässlich der Berufungsverhandlung abgelegte Geständnis sei im Zusammenhang mit der drohenden Landesverweisung zu sehen und nicht als Ausdruck aufrichtiger Reue zu werten. Das öffentliche Interesse an der Landesverweisung sei angesichts der Schwere des Delikts offensichtlich und überwiege die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz. Insofern sei die Landesverweisung zu bestätigen, wobei eine minimale Dauer von 5 Jahren angemessen erscheine.