Citation: 8C_41/2022 E. 4.1

4.1. Nach eingehender Würdigung der ärztlichen Berichte sowie der Angaben des Beschwerdeführers zum Unfallhergang erachtete die Vorinstanz den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 29. August 2017 als nicht erstellt. Es könne nicht als ausgewiesen gelten, dass sich der Beschwerdeführer dabei eine Commotio cerebri zugezogen habe. Der Beschwerdeführer habe erst am 28. September 2017, also einen Monat nach dem Unfall, einen Arzt konsultiert und das Ereignis sei erst sieben Monate später als Unfall gemeldet worden. Im hausärztlichen Bericht vom 9. Mai 2018 sei eine Schädelkontusion, aber nicht die für die Diagnose einer Commotio cerebri vorausgesetzte Bewusstlosigkeit vermerkt worden. Auch anlässlich der Besprechung vom 10. August 2018 habe der Beschwerdeführer nicht erwähnt, dass er bewusstlos gewesen sei. Erst rund eineinhalb Jahre nach dem Unfall, nach der am 22. November 2018 erfolgten (formlosen) Ablehnung der Leistungspflicht durch die Suva, sei erstmals im Bericht des Spitals E.________ vom 25. Februar 2019 von einer kurzen Bewusstlosigkeit die Rede gewesen. Dies sei in späteren ärztlichen Stellungnahmen, zuletzt auch in dem zuhanden der Invalidenversicherung erstatteten Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle MEDAS estimed, Zug, vom 27. September 2020 unkritisch übernommen worden und habe zur Diagnose - allerdings stets lediglich im Sinne eines Verdachts - eines protrahierten postkommotionellen Syndroms geführt. Des Weiteren könne aufgrund der zeitnächsten medizinischen Akten auch nicht als erstellt gelten, dass innerhalb der massgeblichen Latenzzeit das für eine Schädelhirnverletzung typische Beschwerdebild aufgetreten sei. Zudem hätten die umfassenden bildgebenden Abklärungen gemäss den Suva-Berichten keine Hinweise auf eine strukturelle traumatische Hirnverletzung ergeben. Vielmehr fänden sich, so die Vorinstanz weiter, in den Akten Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall an Schwindel und Kopfschmerzen gelitten habe. Gestützt auf die Beurteilung von Suva-Arzt Dr. med. I.________ sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer am 29. August 2017 eine einfache Schädelkontusion erlitten habe, welche innert kurzer Zeit folgenlos abgeheilt sei. Für die Annahme einer richtunggebenden Verschlimmerung fehle es schliesslich an einem ärztlicherseits bestätigten Substrat.