Citation: I 838/05 04.09.2006 E. 5

5.1 Was der Beschwerdeführer gegen den Beweiswert der Gutachten des IMB vorbringt, ist unbegründet. Diese erfüllen die nach der Rechtsprechung für den Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten geltenden Anforderungen (Erw. 3.2 hievor) und vermögen in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. Entgegen den Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird die Frage nach der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen von den Gutachtern klar und widerspruchsfrei beantwortet. Dass die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf auf 50 % und in einer angepassten anderen Tätigkeit auf 100 % geschätzt wird, ist auch unter Berücksichtigung der ärztlich genannten Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit nicht widersprüchlich. Bei der für die angestammte Tätigkeit angegebenen Arbeitsfähigkeit von 50 % handelt es sich zudem um eine medizinisch-theoretische Schätzung, welcher nicht entscheidende Bedeutung zukommt, weil bei der Invaliditätsbemessung nicht auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, sondern auf die zumutbare Verwertung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auf dem gesamten in Betracht fallenden (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt abzustellen ist (Art. 28 Abs. 2 IVG, Art. 16 ATSG). Mit der gutachterlichen Feststellung, wonach dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit ohne Gehen auf unebenem Gelände und ohne Kniebeugung vollzeitlich und ohne verminderte Leistungsfähigkeit möglich ist, wird die Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen konkret umschrieben. Darauf ist abzustellen, zumal die Ärzte der Rehaklinik Z.________ im Begleitschreiben vom 3. Oktober 2003 zum Austrittsbericht vom 6. August 2003 die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten des Dr. med. W.________ ausdrücklich bestätigt haben. Im Austrittsbericht selbst wird zwar eine Arbeitsunfähigkeit von weiterhin 100 % angegeben. Dabei wird jedoch darauf hingewiesen, dass die geklagten Beschwerden und insbesondere die massive Schonung medizinisch in ihrer Lokalisation zwar nachvollziehbar, in ihrem Ausmass aber nicht erklärbar seien, ebenso wenig wie eine derart lang anhaltende Invalidisierung. Aus dem in den Akten beschriebenen "psychosomatischen Symptomenkomplex bei Invalidität", welcher als eine psychosoziale Belastungssituation und mögliche Somatisierung mit verstärkter Schmerzempfindlichkeit näher umschrieben werden könne, ergebe sich keine Arbeitsunfähigkeit. Es sei vielmehr anzunehmen, dass der Versicherte es nicht wage, sein krankes Bein zu belasten, dadurch in eine Schonhaltung gerate und sich im Laufe der Jahre an eine Fehlbelastung und Fixierung der falschen Haltung gewöhnt habe, womit wiederum neu entstehende Beschwerden, wie beispielsweise Rückenschmerzen, wahrscheinlicher würden. Bei fehlender Psychopathologie mit Krankheitswert sei unter diesen Umständen auch eine deutliche Symptomausweitung durchaus möglich. Diese Ausführungen bestätigen im Ergebnis die von Dr. med. M.________ im psychiatrischen Teilgutachten enthaltene Beurteilung, wonach keine psychische Beeinträchtigung mit Krankheitswert vorliegt, psychosoziale Probleme im Vordergrund stehen und aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit besteht. Der bereits im Einsprache- und im kantonalen Beschwerdeverfahren vorgebrachte Einwand der Befangenheit dieses Arztes ist nicht gerechtfertigt. Die beanstandete Feststellung im psychiatrischen Teilgutachten vom 4. Juni 2003 mag zwar als unnötig oder gar als stossend erscheinen, hält sich jedoch im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung und vermag objektiv den Vorwurf einer Befangenheit oder mangelnden Unabhängigkeit des Gutachters nicht zu begründen (BGE 120 V 364 f. Erw. 3a mit Hinweisen). 5.2 Zur Anordnung zusätzlicher Abklärungen besteht kein Anlass. Der medizinische Sachverhalt ist hinreichend geklärt und bedarf keiner weiteren Erhebungen. Dies gilt auch hinsichtlich der von Prof. Dr. med. I.________ als Verdacht geäusserten und von Dr. med. C.________ als eindeutig bezeichneten Diagnose eines Morbus Sudeck. Abgesehen davon, dass der von Dr. med. C.________ beauftragte Dr. med. L.________, Facharzt FMH Angiologie, eine Symptomatik fand, welche "nicht ganz zur klassischen Erscheinungsform einer Algodystrophie resp. eines M. Sudeck passt" (Bericht vom 8. März 2003), und die Diagnose von der Rehaklinik Z.________ klinisch nicht bestätigt werden konnte, ist nicht die Diagnosestellung, sondern die aus der bestehenden Gesundheitsschädigung resultierende Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ausschlaggebend (vgl. BGE 127 V 298 Erw. 4c). Dass die Dres. med. H.________ (Bericht vom 18. Juli 2001) und C.________ (Bericht vom 22. Juni 2002) eine volle Arbeitsunfähigkeit auch in anderen Tätigkeiten angenommen haben, ist insofern nicht entscheidend, als es sich um ältere Beurteilungen handelt und davon ausgegangen wird, dass der Versicherte ohne Stöcke nicht gehfähig und ihm eine Arbeit mit Krücken nicht möglich ist. Diesbezüglich besteht indessen kein Grund, von der Beurteilung in den Gutachten des IMB abzugehen, wonach sich der anhaltende Stockgebrauch objektiv nicht begründen lässt und psychische bzw. bewusstseinsnahe Faktoren hiefür ausschlaggebend sind. Dem steht nicht entgegen, dass die Ärzte der Rehaklinik Z.________ im Bericht vom 6. August 2003 ausgeführt haben, ein stockfreies Gehen sei nicht möglich. Die Feststellung erfolgte im Rahmen der Anamnese ("Aktuelle Probleme") und nicht der medizinischen Beurteilung. Aus dieser geht vielmehr hervor, dass der Stockgebrauch in Zusammenhang mit einer objektiv nicht begründeten Schonhaltung steht. Im Übrigen nimmt auch Dr. med. O.________ im Bericht vom 4. Januar 2006 an, dass die vom Versicherten eingenommene Schonhaltung und die Entlastung durch Stöcke objektiv nicht gerechtfertigt sind. Zu weiteren Abklärungen besteht schliesslich auch in beruflicher Hinsicht kein Anlass. Vom 18. Februar bis 14. März 1997 hatte eine stationäre Abklärung in der BEFAS stattgefunden mit dem Ergebnis, dass der Versicherte bei Produktions-, Montage- und Verpackungsarbeiten einsetzbar wäre, Eingliederungsbemühungen jedoch nicht zu befürworten seien, weil er zu einem beruflichen Wiedereinstieg nicht bereit sei und sich als arbeitsunfähig erachte. Dass sich diesbezüglich nachträglich etwas geändert hätte, was zu einer anderen Beurteilung zu führen vermöchte, ist nicht anzunehmen. Die medizinischen Akten lassen vielmehr darauf schliessen, dass es dem Beschwerdeführer nach wie vor objektiv zumutbar wäre, einer angepassten leichteren Erwerbstätigkeit nachzugehen, es ihm jedoch am erforderlichen Eingliederungswillen fehlt.