Citation: 1C_147/2021 E. 1.3.2

1.3.2. Die vorliegend zu beurteilende Beschwerde zielte primär darauf ab, dass im Jahr 2021 eine Landsgemeinde durchgeführt wird. Dieses Ziel könnte auch mit einer Gutheissung der Beschwerde nicht mehr erreicht werden, womit es insoweit am für die Beschwerdeerhebung grundsätzlich erforderlichen aktuellen praktischen Interesse fehlt. Der Eventualantrag 1 ist so zu verstehen, dass über die nicht zwingenden, nicht alljährlichen Geschäfte nicht an der Urne, sondern an einer später stattfindenden Landsgemeinde abgestimmt werden soll. Auch für diesen Antrag fehlt es an einem aktuellen praktischen Interesse, nachdem der Urnengang über alle Geschäfte am 9. Mai 2021 bereits stattgefunden hat. Das Bundesgericht verzichtet ausnahmsweise auf das Erfordernis des aktuellen praktischen Interesses, wenn sich die aufgeworfenen Fragen unter gleichen oder ähnlichen Umständen jederzeit wieder stellen können, eine rechtzeitige Überprüfung im Einzelfall kaum je möglich wäre und die Beantwortung wegen deren grundsätzlicher Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt (BGE 142 I 135 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Die Frage, ob die Landsgemeinde im Kanton Appenzell Innerrhoden wegen einer Pandemie abgesagt werden muss, kann sich künftig unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen. Die Beantwortung dieser Frage liegt wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung im öffentlichen Interesse. Eine rechtzeitige Überprüfung durch das Bundesgericht wird im Einzelfall kaum je möglich sein, zumal die für den entsprechenden Entscheid zuständige Behörde die aktuelle epidemiologische Lage zu berücksichtigen und dementsprechend relativ kurzfristig zu entscheiden haben wird. Auf das Erfordernis eines aktuellen praktischen Interesses ist damit ausnahmsweise zu verzichten. Der Antrag der Beschwerdeführer auf Feststellung einer Verletzung von Art. 34 BV (Eventualantrag 2) ist zulässig, zumal das Bundesgericht im Rahmen von Art. 107 Abs. 2 BGG unter bestimmten Umständen eine Verletzung der politischen Rechte förmlich feststellen kann, ohne den betreffenden Urnengang aufzuheben (vgl. BGE 145 I 282 E. 2.2.3 mit Hinweisen).