Citation: 6B_645/2023 E. 3.4.5

3.4.5. Im Rahmen der privaten Interessen stellt die Vorinstanz eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung des Beschwerdeführers mit seiner Kernfamilie fest. Sie berücksichtigt seine Rolle als Hauptbetreuungsperson der beiden gemeinsamen Töchter seit deren Geburt und misst diesem Umstand zu Recht entsprechende Bedeutung bei. Anzumerken ist, dass die zu vollziehende Freiheitsstrafe von sechs Jahren zu veränderten Lebensverhältnissen führen wird. Die Vorinstanz erachtet es für die Familie des Beschwerdeführers nicht ohne Weiteres als zumutbar, dem Beschwerdeführer im Falle seiner Landesverweisung in den Kosovo zu folgen. Weiter bezieht die Vorinstanz die gute berufliche Integration des Beschwerdeführers und, dass er nebst dem Hypothekardarlehen für das Stockwerkeigentum der Familie, soweit ersichtlich, keine Schulden sowie nie Sozialhilfe bezogen hat, mit in ihre Würdigung ein. Erforderliche besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur stellt die Vorinstanz jedoch nicht fest (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1). Die soziale Integration qualifiziert die Vorinstanz als mässig. Sie lässt einfliessen, dass der Beschwerdeführer seit Januar 2023 Mitglied im örtlichen Kegelclub ist. In sprachlicher Hinsicht bezeichnet sie zumindest den aktiven Deutsch-Wortschaft als dürftig und weist sie auf die Notwendigkeit einer Übersetzung im gesamten Strafverfahren hin. Sie lässt nicht aussen vor, dass der Beschwerdeführer kurz vor der Berufungsverhandlung einen Deutschkurs begonnen hat. Mit der Vorinstanz sind die Integrationsbemühungen nach dem Erlass des erstinstanzlichen Urteils sowie der drohenden Landesverweisung als relativierend zu betrachten. Des Weiteren befasst sich die Vorinstanz mit der Wiedereingliederung des Beschwerdeführers im Kosovo. Angesichts seines dortigen Aufenthalts während seinen prägenden Kinder- und Jugendjahren, seiner Sprachkenntnis, seinen beruflichen Erfahrungen und seines vorhandenen familiären Umfelds sowie intakten Verhältnisses schliesst die Vorinstanz nachvollziehbar auf gute Resozialisierungschancen im Kosovo.