Citation: 9C_80/2020 E. 3.3

3.3. Die Vorinstanz bekundete Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung aufgrund der sich in den Akten befindenden Arztberichte und den Ergebnissen der gescheiterten beruflichen Integration. Sie räumte die in diagnostischer Hinsicht bestehenden Diskrepanzen zwischen dem Gutachten und den Berichten der behandelnden Ärzte aber nicht aus. Vielmehr ging das kantonale Gericht - ohne Erklärung und in Abweichung von der medizinischen Expertise - von einer (leichten) Depression aus. Wider der Einstufung durch die Gutachter nahm die Vorinstanz auch an, es lägen durch kognitive Defizite Einschränkungen in einer angepassten Tätigkeit vor. Dies begründete sie nicht weiter und zog zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit das bisher von der Versicherten gezeigte Leistungsvermögen heran. Auf einer derart unklaren Grundlage in medizinischer Hinsicht sind eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und des Rentenanspruchs nicht möglich, müssen doch im Speziellen psychiatrische Diagnosen fachärztlich lege artis erhoben werden und haben dessen funktionelle Auswirkungen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen zu sein (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308). Nachdem das kantonale Gericht dem ZIMB-Gutachten den Beweiswert absprach, hätte es weitere Abklärungen im Sinne eines Obergutachtens in die Wege leiten müssen. Indem die Vorinstanz dies nicht getan hat, verletzte sie den Untersuchungsgrundsatz.