Citation: 2C_45/2021 E. 4.2.3

4.2.3. Für die Verneinung sowohl von sexueller Gewalt als auch von ausländerrechtlich massgebender psychischer Oppression fällt vorliegend massgeblich ins Gewicht, dass es an Aussagen von Dritten fehlt, welche von sich aus etwas von den behaupteten Vorfällen mitbekommen haben oder denen sich die Beschwerdeführerin anvertraut hätte. Dies gilt umso mehr, als sich die Beschwerdeführerin nach den Feststellungen der Vorinstanz schon seit Jahren vom Verein B.________ betreuen bzw. unterstützen liess. Zwar macht die Beschwerdeführerin vor dem Bundesgericht geltend, es sei namentlich auf kulturelle sowie soziale Aspekte zurückzuführen und entspreche einer bei weiblichen Opfern von sexuellen Übergriffen verbreiteten, meist schambedingten Verhaltensweise, dass sie sich keiner ihrer Bezugspersonen anvertraut habe. Auch wenn derlei zutreffen mag, so legt die Beschwerdeführerin nicht dar, dass erst der angefochtene Entscheid dazu Anlass gegeben haben soll, sich auf diese neue Tatsache zu berufen (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG). Zudem enthebt der Umstand, dass eheliche Gewalt (namentlich sexuelle Gewalt) in den wenigsten Fällen direkt bewiesen werden kann, die Beschwerdeführerin (entgegen der Beschwerde) nicht von der weitreichenden, die ausländische Person bei der Feststellung des entsprechenden Sachverhalts treffenden Mitwirkungspflicht (vgl. Urteil 2C_765/2013 vom 2. Juni 2014 E. 4.1). Die Vorinstanz durfte deshalb im Rahmen der Beweiswürdigung und trotz des Umstandes, dass es Opfern sexueller Gewalt regelmässig schwer fallen dürfte, über das Erlebte zu sprechen, zuungunsten der Beschwerdeführerin werten, dass es abgesehen von der genannten Beobachtung der Polizistin bei der Aufnahme der Strafanzeige an aktenkundigen Wahrnehmungen Dritter, welche auf die behauptete eheliche Gewalt hindeuten, fehlt.