Citation: 1B_488/2017 E. 4.3

4.3. Im vorliegenden Fall bestehen ausreichend konkrete Indizien für die Annahme von Fluchtgefahr. Der Beschwerdeführer räumt ein, dass er bei einer Bestätigung der erstinstanzlichen Verurteilung im Berufungsverfahren mit einer mehrjährigen unbedingten Freiheitsstrafe rechnen muss. Das Bezirksgericht hat ihn wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfachen Inzests und mehrfacher einfacher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und vier Monaten verurteilt. Die dem Beschwerdeführer drohende empfindliche Freiheitsstrafe stellt (auch bei Anrechnung der erstandenen stafprozessualen Haft von bisher knapp sechs Monaten) einen erheblichen Fluchtanreiz dar. Mit der erstinstanzlichen Verurteilung hat sich die Wahrscheinlichkeit eines längeren Strafvollzuges für ihn unterdessen erhöht. Hinzu kommen die eigenen Aussagen des Beschwerdeführers: Er bestreitet nicht, dass er vor Gericht angekündigt hat, er werde nach Abschluss des Strafverfahrens "in die Türkei zurückkehren". Aufgrund seiner "gesundheitlichen und familiären Situation" gebe es "nichts mehr", was ihn in der Schweiz halte. Damit brachte er unmissverständlich zum Ausdruck, dass er sich (trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen) offenbar gut vorstellen kann, wieder in seiner Heimat zu leben, und dass er diese Absicht jedenfalls mittelfristig, nach rechtskräftigem Abschluss des Strafverfahrens, umsetzen möchte. In diesem Zusammenhang sind keine offensichtlich unrichtigen Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz ersichtlich. Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers hat diese nicht behauptet, er habe an der Hauptverhandlung angekündigt, die Schweiz "sofort bzw. fluchtartig verlassen" zu wollen. Im Gegenteil wird in den Erwägungen des angefochtenen Entscheides mehrfach ausdrücklich erwähnt, dass er ausgesagt habe, er wolle "nach Abschluss des Falles" bzw. "nach Abschluss des Verfahrens" in die Türkei zurückkehren (angefochtener Entscheid, S. 16 E. 3.8, S. 17 E. 3.8, S. 18 E. 3.10). Der Beschwerdeführer bestreitet auch nicht, dass er türkischer Staatsangehöriger ist und seine Mutter und vier seiner Geschwister in der Türkei leben. Gemäss eigenen Aussagen sei er mit ihnen innig verbunden. Nach den unbestrittenen Feststellungen der kantonalen Gerichte habe er sie regelmässig besucht (zuletzt vom 23. April bis 24. Mai 2017). Die Wohnung, in der seine Mutter und eine seiner Schwestern leben, gehöre ihm. In der Schweiz hielten sich demgegenüber (ausser seinen Kindern und der Schwägerschaft) keine eigenen Verwandten des Beschwerdeführers auf. Die Beziehung zu seiner Ehefrau und zu seinen drei Kindern sei aufgrund der ihm vorgeworfenen Delikte massiv beeinträchtigt. Gegenüber seinen Töchtern habe ihm das Bezirksgericht mit Urteil vom 7. September 2017 ein Kontaktverbot von zwei Jahren auferlegt. Schliesslich durften die kantonalen Instanzen (als weitere Indizien für eine mögliche Fluchtneigung) auch noch willkürfrei mitberücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz nur schwach integriert erscheint, seine Deutschkenntnisse bescheiden sind, er ungünstige Aussichten auf dem Arbeitsmarkt hat und dass er im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung sein Aufenthaltsrecht verlieren könnte. Auch in diesem Zusammenhang sind keine offensichtlich unrichtigen Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz dargetan.