Citation: 2C_722/2022 E. 1.3

1.3. Nicht einzutreten ist nach Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG auf den Eventualantrag des Beschwerdeführers auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, da er insoweit keinen potenziellen bundes- oder völkerrechtlichen Bewilligungsanspruch in vertretbarer Weise geltend macht. Zwar beruft er sich auf Art. 8 EMRK und auf die Beziehung zu seinen in der Schweiz wohnhaften Kindern. Daraus kann er jedoch keinen Aufenthaltsanspruch ableiten, denn der Schutzbereich des Familienlebens nach Art. 8 EMRK betrifft vorab das Verhältnis zwischen Eltern und ihren minderjährigen Kindern (BGE 144 II 1 E. 6.1). Dieses ist vorliegend nicht (mehr) betroffen; die Kinder sind mittlerweile volljährig. Ein Abhängigkeitsverhältnis, das ausnahmsweise über die Volljährigkeit hinaus einen potenziellen Anspruch gestützt auf den Schutz des Familienlebens zu eröffnen vermöchte (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1; Urteile 2C_117/2022 vom 24. Juni 2022 E. 2.2 und 2C_279/2021 vom 16. November 2021 E. 4.2), kann sich zwar unabhängig vom Alter namentlich aus besonderen Betreuungs- oder Pflegebedürfnissen wie bei körperlichen oder geistigen Behinderungen und schwerwiegenden Krankheiten ergeben, wenn die betreffende Pflege- und Betreuungsleistung unabdingbar von (anwesenheitsberechtigten) Angehörigen erbracht werden muss (BGE 120 Ib 257 E. 1e; 115 Ib 1 E. 2d; Urteil 2C_121/2022 vom 24. November 2022 E. 7.2). Mit dem Vorbringen, dass eine besonders enge gefühlsmässige Bindung zu den Kindern sowie eine finanzielle Abhängigkeit von diesen bestehe, legt der Beschwerdeführer jedoch nicht in vertretbarer Weise dar, dass sein Verhältnis zu den volljährigen Kindern in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fällt. Dem Beschwerdeführer kann auch nicht gefolgt werden, soweit er einen Bewilligungsanspruch gestützt auf den in Art. 8 EMRK verankerten Anspruch auf Achtung des Privatlebens geltend macht. Die Vermutung, wonach nach einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren regelmässig davon ausgegangen werden kann, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden sind, dass es für eine Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf, greift nicht im Falle einer ausländischen Person, welche wie vorliegend für sechs Monate oder mehr ins Ausland gezogen ist und deren Niederlassungsbewilligung gemäss Art. 61 Abs. 2 AIG erloschen ist (vgl. Urteile 2C_734/2022 vom 3. Mai 2023 E. 5.3 und 2C_528/2021 vom 23. Juni 2022 E. 4.7; BGE 144 I 266 E. 3.9). Da der Beschwerdeführer keine besonders ausgeprägte Integration darlegt, kann er nichts zu seinen Gunsten aus dem in Art. 8 EMRK verankerten Anspruch auf Achtung seines Privatlebens ableiten (vgl. Urteil 2C_734/2022 vom 3. Mai 2023 E. 5.4).