Citation: 7B_278/2022 E. 2.5

2.5. Klarzustellen ist zunächst, dass entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen nur zwei Katalogtaten gegeben sind, die grundsätzlich zu einer obligatorischen Landesverweisung führen, nämlich der gewerbsmässige betrügerische Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage und der gewerbsmässige Betrug (Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB). Keine Katalogtat stellt dagegen der einfache Betrug dar, da er nicht im Bereich einer Sozialversicherung, der Sozialhilfe oder öffentliche-rechtlicher Abgaben begangen wurde (vgl. Art. 66a Abs. 1 lit. e und f StGB; Urteil 6B_688/2022 14. Juni 2023 E. 4.2 mit Hinweisen). Weil aber zwei Katalogtaten verbleiben und der einfache Betrug auch bei der Prüfung einer fakultativen Landesverweisung berücksichtigt werden dürfte (Art. 66a bis StGB), vermag dies im Ergebnis nichts zu ändern. Was der Beschwerdeführer sodann gegen die sorgfältige und überzeugende Interessenabwägung der Vorinstanz vorbringt, verfängt nicht: Seine weitgehend appellatorische Kritik beruht auf dem Bemühen, sein individuelles Interesse am Verbleib in der Schweiz zu überhöhen und die von ihm ausgehende Gefährdung der schweizerischen Rechtsordnung zu bagatellisieren. Dies zeigt sich exemplarisch in seinem Versuch, die ungenügende berufliche Integration als "berufliche Startschwierigkeiten" abzutun und mit angeblich fehlenden intellektuellen Fähigkeiten zu rechtfertigen. Im Bereich des Appellatorischen bleibt er auch, wenn er sein bisheriges Erwerbsleben sowie seine Persönlichkeitsentwicklung entgegen der Vorinstanz positiv und seine Integrationschancen in der Türkei negativ bewertet haben will. Bezüglich Letzterem ist er insbesondere darauf hinzuweisen, dass die Tatsache, dass in der Schweiz bessere wirtschaftliche Bedingungen herrschen, die Landesverweisung gemeinhin nicht zu hindern vermag (vgl. Urteile 6B_959/2021 vom 9. November 2022 E. 3.3.1; 6B_970/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 1.4.7; je mit Hinweisen). Im Weiteren ist der Beschwerdeführer bestrebt, die bisherige Delinquenz mit Verweis auf sein jugendliches Alter, die inzwischen vierjährige Straffreiheit (abgesehen von einer Verkehrsregelverletzung) und die rein finanzielle Schädigung Dritter kleinzureden. Mit all diesen Ausführungen vermag er die Interessenabwägung der Vorinstanz, die sich als Tatsachengericht auch einen persönlichen Eindruck vom Beschwerdeführer verschaffen und die tatsächlichen Interessenfaktoren mit freier Kognition prüfen konnte, nicht in Frage zu stellen. Insbesondere gelingt es ihm nicht, das erhebliche Gewicht des öffentlichen Fernhalteinteresses zu relativieren. Auch der Hinweis auf die Legalprognose hilft nicht weiter: Zum einen geht aus den vorinstanzlichen Ausführungen zum teilbedingten Vollzug hervor, dass die Vorinstanz erhebliche Bedenken hinsichtlich der Bewährungsaussichten des Beschwerdeführers hegt und ihm eine eigentliche Schlechtprognose stellt. Zum anderen muss die Landesverweisung nach ständiger Rechtsprechung ohnehin unabhängig davon ausgesprochen werden, ob die Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausfällt (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 168 E. 1.4.1; je mit Hinweis). Vor diesem Hintergrund kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass sich die Bewährungsaussichten nach Ansicht der Vorinstanz durch den teilweisen Vollzug der Freiheitsstrafe positiv beeinflussen lassen, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Alles in allem berücksichtigt die Vorinstanz die nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EGMR massgebenden Interessenfaktoren sowohl bei der Härtefallprüfung, die ebenfalls bereits eine Abwägung erfordert, als auch bei der eigentlichen Interessenabwägung (im engen Sinn von Art. 66a Abs. 2 StGB) hinreichend. In diesen Abwägungsentscheid des oberen kantonalen Sachgerichts ist höchstrichterlich nicht einzugreifen.