Citation: 4A_48/2019 E. 5.5.1

5.5.1. Der Beschwerdeführer selbst führt aus, dem Gutachter sei die Frage gestellt worden, auf welchen Prozentsatz der honorarberechtigten Bausumme anfangs März 1994 der praxisübliche Unternehmer-Honorarzuschlag für das zu beurteilende Projekt insgesamt zu veranschlagen sei unter Berücksichtigung des geänderten Projektablaufs (erhöhtes Kostenrisiko der Aktiengesellschaft infolge Pauschalpreis, erhöhtes Risiko infolge der übernommenen Gewährleistung für Planungsfehler). Gefragt war nach der üblichen Vergütung, nicht danach, ob diese Vergütung den übernommenen Risiken hinreichend Rechnung trägt. Letzterem kann für die vom Gutachter zu beantwortende Frage zwar Indiziencharakter zukommen, es ist aber für die gestellte Frage letztlich nicht der entscheidende Punkt. Aus der Tatsache, dass die Schadenersatzansprüche, wenn sich ein Haftungsfall realisiert, weit höher ausfallen können, als das Entgelt für die Übernahme des Haftungsrisikos, kann nicht geschlossen werden, das Geld für die Übernahme des Haftungsrisikos sei zu gering ausgefallen. Denn dafür ist namentlich auch die Eintretenswahrscheinlichkeit ein massgebendes Element, das der Gutachter insofern berücksichtigt hat, als er eine Erhöhung des vereinbarten Prozentsatzes namentlich deswegen nicht für gerechtfertigt erachtete, weil es sich nicht um eine sehr komplexe und anspruchsvolle Planung gehandelt habe. Die allgemeinen Ausführungen zu den Schadenersatzansprüchen, die aus Planungsfehlern entstehen können, sind ungenügend.