Citation: 4A_414/2022 E. 3.2.2

3.2.2. Die Vorinstanz prüfte in Erwägung 5 des angefochtenen Entscheids, ob dem Beschwerdegegner ein Taggeldanspruch zustehe. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt, erwog sie diesbezüglich bloss, dass sich beim Beschwerdegegner "Mitte Mai 2021 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit einstellte", ohne diese Feststellung in diesem Zusammenhang mit Beweismitteln zu unterlegen. Die Vorinstanz stellte aber bereits vorher fest, dass der Beschwerdegegner ab dem 13. Mai 2021 "fortdauernd zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben" sei und verwies dafür auf die vom Beschwerdegegner eingereichten Arztzeugnisse ("vgl. die einzelnen Atteste gemäss act. 2.5 ff."). Die Rüge, dass sich aus dem angefochtenen Entscheid nicht ergebe, auf welche Unterlagen die Vorinstanz ihre Feststellung stützte, ist damit unbegründet. Aus dem Entscheid geht klar hervor, dass die Vorinstanz ab dem 13. Mai 2021 von einer fortdauernden Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdegegners ausging und sich dafür auf die vom Beschwerdegegner eingereichten ärztlichen Atteste stützte. Diese gehen von einer fortdauernden 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 13. Mai 2021 aus. Das letzte eingereichte Arztzeugnis, datiert vom 11. Oktober 2021, attestiert dem Beschwerdegegner eine volle Arbeitsunfähigkeit bis zum 30. November 2021 (dazu vorinstanzliche act. 2/5-11). Für die Zeit nach dem 30. November 2021 liegen keine ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsatteste in den Akten. Das erklärt sich durch die Tatsache, dass die Klage im Dezember 2021 bei der Vorinstanz eingereicht wurde, und indiziert daher nicht zwingend, dass der zuvor durchwegs zu 100 % arbeitsunfähig geschriebene Beschwerdegegner ab diesem Datum nicht mehr arbeitsunfähig war. Unter diesen Umständen erscheint es nicht geradezu als offensichtlich unhaltbar, wenn die Vorinstanz zum Schluss kam, dass der Beschwerdegegner ab dem 13. Mai 2021 andauernd arbeitsunfähig sei. Da die Beschwerdeführerin mit ihrer blossen Behauptung des Gegenteils die Begründungsanforderungen an eine Willkürrüge klar verfehlt (Erwägung 2.1), hat das Bundesgericht keine Handhabe, in die vorinstanzliche Beweiswürdigung einzugreifen, wenn auch die vollständige und andauernde Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdegegners durch die Vorinstanz sehr dünn begründet wurde. Immerhin sei bemerkt, dass die Beschwerdeführerin offenbar auch selbst von einer fortdauernden Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdegegners ausgeht, bringt sie doch andernorts in ihrer Beschwerdeschrift generell vor, dass der Beschwerdegegner "wegen seiner Herzerkrankung nicht in der Lage [sei], seine Arbeitsleistung zu erbringen." Die Beschwerdeführerin beanstandet vor Bundesgericht auch nicht, dass die Vorinstanz (einzig) auf die vom Beschwerdegegner eingereichten Arztzeugnisse abstellte, sodass auch dies nicht beurteilt zu werden braucht (vgl. dazu BGE 141 III 433 E. 2.6; Urteil 4A_247/2020 vom 7. Dezember 2020 E. 4 mit weiteren Hinweisen).