Citation: 4A_443/2017 E. 4.5.2

4.5.2. Auch ein rechtsmissbräuchliches Verhalten ist nicht ersichtlich. Selbst wenn man das Verhalten der Beschwerdegegner, obwohl keine Anerkennung vorliegt (vgl. E. 4.5.1 hiervor), als widersprüchlich ansehen wollte, begründet dies für sich allein keinen Rechtsmissbrauch. Es gibt keinen Grundsatz der Gebundenheit an das eigene Handeln. Setzt sich jemand zu seinem früheren Verhalten in Widerspruch, ist darin nur dann ein Verstoss gegen Treu und Glauben zu erblicken, wenn das frühere Verhalten ein schutzwürdiges Vertrauen begründet hat, welches durch die neuen Handlungen enttäuscht würde (BGE 140 III 481 E. 2.3.2 S. 483 mit Hinweisen). Der Vertrauende muss aufgrund des geschaffenen Vertrauens Dispositionen getroffen haben, die sich nun als nachteilig erweisen (BGE 125 III 257 E. 2a S. 259 mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind hier nicht gegeben. Soweit die Beschwerdeführerin in diesen Zusammenhang die Substanziierungsanforderungen der Klage thematisiert, waren die Dispositionen nicht nachteilig, da die Klage entgegen der Vorinstanz hinreichend substanziiert war (vgl. E. 3 hiervor). Auf die Bestreitung selbst hätte die Beschwerdeführerin in einer Replik reagieren können.