Citation: 4A_470/2024 E. 4.4

4.4. In subjektiver Hinsicht erwog die Vorinstanz zum Motiv des Verschweigens, es sei überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin die Rückzahlung der von ihr während der Auslandaufenthalte zu Unrecht bezogenen Taggeldleistungen zu vermeiden beabsichtige. Es sei nicht nachvollziehbar, aus welchen anderen Gründen sie nach expliziter Nachfrage im Rahmen des Gesprächs vom 17. November 2021 einen ersten Auslandaufenthalt noch offengelegt, nach der Orientierung über die Klausel die weiteren Aufenthalte aber verschwiegen habe. Selbst wenn es der Beschwerdeführerin tatsächlich nicht möglich gewesen sei, sich anlässlich des Gesprächs im November 2021 zu erinnern, so hätte sie - sofern der Wille zur Offenlegung der Aufenthalte wirklich bestanden hätte - bis zum Schreiben der Beschwerdegegnerin am 25. Januar 2022 mehr als zwei Monate Zeit gehabt, sich zu erinnern. Es überzeuge nicht, dass sie sich erst acht Monate später zu erinnern vermochte. All diese Indizien liessen gemäss Vorinstanz den Schluss zu, dass bei der Beschwerdeführerin eine Täuschungsabsicht bestanden und sie mit Wissen und Willen die Auslandaufenthalte gegenüber der Beschwerdegegnerin verschwiegen habe, um die Rückzahlung der zu Unrecht bezogenen Taggeldleistungen zu vermeiden.