Citation: 1C_451/2017 E. 4.3.2

4.3.2. Einerseits ist festzuhalten, dass es den Beschwerdeführerinnen unbenommen bleibt, innerhalb des vorgesehenen Mindestabstands visuell nicht wahrnehmbare Antennenanlagen zu erstellen. Das schwächt die Tragweite der Regelung ab. Andererseits ist es systemimmanent, dass Nutzungszonen Vorschriften für die jeweilige Zone enthalten. Überlappende Auswirkungen, wie sie hier vorgesehen sind, widersprechen bis zu einem gewissen Grad der Idee der Zoneneinteilungen und der damit verbundenen Immissionszuordnungen. So können sich auch andere Immissionen wie Lärm auf Nachbarzonen auswirken, und dennoch gelten in den einzelnen Zonen unterschiedliche Grenzwerte. Immerhin lässt sich ein öffentliches Interesse daran, an den Zonengrenzen in einem bestimmten Grenzbereich solche überlappenden Immissionen abzuschwächen, nicht verneinen. Auch sind dem Raumplanungsrecht die Zonenbestimmungen überlagernde Schutzvorschriften nicht unbekannt. Die strittige Mindestabstandsregel darf jedoch nicht dazu führen, eine im Übrigen zonenkonforme Nutzung in einem wesentlichen Teil einer betroffenen Zone auszuschliessen. In dieser Hinsicht erscheint die angefochtene Regelung nicht unproblematisch. Die Mindestabstandsregel ist aber insofern flexibel formuliert, als der Abstand von 100 m nur als Regel statuiert wird und folglich Ausnahmen zugänglich ist. Damit erscheint eine mit dem übergeordneten Recht vereinbare Anwendung der Prioritäten 2 und 3 nicht ausgeschlossen. Angesichts der Zurückhaltung des Bundesgerichts im Verfahren der abstrakten Normenkontrolle (vgl. oben E. 1.6) ist daher auf deren Aufhebung zu verzichten.Den Beschwerdeführerinnen bleibt es unbenommen, eine rechtswidrige Bewilligungspraxis der Gemeindebehörden im konkreten Anwendungsfall gerichtlich überprüfen zu lassen.