Citation: 5P.521/2006 24.04.2007 E. 2

Zur Sache erklärt das Obergericht, es handle sich bei der Frage, ob die zweijährige Trennungszeit gemäss Art. 114 ZGB abgelaufen sei, um eine solche materiellrechtlicher Natur: Falls die Frist abgelaufen sei, sei die Klage zu schützen, wenn nicht, sei sie abzuweisen. Dies habe zur Folge, dass entgegen dem Vorgehen der ersten Instanz die Frage nach dem Fristenlauf und damit der Begründetheit des Scheidungsanspruchs nicht zu einem Vorentscheid über das Eintreten auf die Klage gemacht werden könne, weshalb auf den Rekurs grundsätzlich nicht eingetreten werden könne. Alsdann hat die kantonale Rekursinstanz sich gleichwohl zur strittigen Frage geäussert. Sie weist auf die Feststellung des Eheschutzrichters hin, wonach die Parteien per 14. Juli 2004 getrennt lebten, und hält dafür, dass von einer Trennung an diesem Tag um 00.00 Uhr auszugehen sei, zumal der Eheschutzrichter keine konkrete Zeit angegeben und keine der Parteien im Scheidungsverfahren den Nachweis der exakten Trennungszeit erbracht habe. Demzufolge erweise sich die von der Beschwerdegegnerin am 14. Juli 2006 um 08.00 Uhr eingeleitete Klage nicht als verfrüht und die Ehe sei unter Vorbehalt eines von den Parteien in der Zwischenzeit allenfalls unternommenen Versuchs der Wiederaufnahme des Zusammenlebens zu scheiden.