Citation: 8C_291/2013 E. 3.2

3.2. Aus dem oben dargelegten Sachverhalt ergibt sich, dass Hans Rüdlinger als Vertreter der Versicherten zufolge des bereits im Verwaltungs- und Einspracheverfahren bestandenen Vertretungsverhältnisses über die Verfahrensakten verfügte und mit dem Fall bestens vertraut war. Die Argumentation der SUVA war ihm aus dem ihm zugestellten, ausführlich begründeten Einspracheentscheid bekannt. Mit diesem Wissen wäre es dem rechtskundigen Vertreter ohne Weiteres möglich und zumutbar gewesen, innert der 30tägigen Beschwerdefrist mindestens Anträge und eine summarische Beschwerdebegründung abzugeben. Mit der Beschwerde führenden SUVA ist davon auszugehen, dass Hans Rüdlinger bewusst eine unvollständige Eingabe einreichte, um in den Genuss einer Nachfrist im Sinne von Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG gelangen zu können. Dass sich der rechtskundige Vertreter der Versicherten bewusst war, dass seine Eingabe vom 14. Juni 2012 nicht den gesetzlichen Minimalanforderungen genügte, ergibt sich schon daraus, dass er um Fristansetzung zur Vervollständigung der Beschwerde mit korrekten Anträgen und entsprechenden Begründungen ersuchte. Ein solches Vorgehen ist unter den gegebenen Umständen rechtsmissbräuchlich im Sinne der genannten Rechtsprechung. Was Hans Rüdlinger dagegen vorbringt ist unbehelflich. Mit Ferienabwesenheit und anderweitigen Beschäftigungen lässt sich die beantragte Fristerstreckung nicht begründen. Der Hinweis auf den erst kürzlich erteilten Auftrag zur Beschwerdeerhebung - selbst wenn dies zutreffen sollte - sodann geht fehl, da aufgrund des bisherigen Vertretungsverhältnisses genügend Fallkenntnis zur Einreichung einer den Minimalanforderungen entsprechenden Beschwerde vorhanden gewesen wäre. Zudem wären innerhalb der Beschwerdefrist noch vier Tage zur Verfügung gestanden, was weitere Vertiefungen und Abklärungen ermöglicht hätte. Hans Rüdlinger reichte denn auch binnen weniger Tage, am 23. Juni 2012, eine den Anforderungen genügende Beschwerdeschrift ein.