Citation: 1P.11/2000 31.01.2000 E. 3

3.-Im vorliegenden Fall rügt der Beschwerdeführer einerseits, dass keine Kollusionsgefahr mehr bestehe, und andererseits dass - sofern Fluchtgefahr angenommen werde - der Beschwerdeführer gegen Hinterlassung einer angemessenen, nicht prohibitiven Kaution aus der Haft zu entlassen sei. a) Es erscheint in der Tat fraglich, ob weiterhin von Kollusionsgefahr ausgegangen werden kann, nachdem das Untersuchungsverfahren wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz nach Auskunft des Statthalteramts im Wesentlichen abgeschlossen ist. Die Frage kann jedoch offen bleiben, wenn Fluchtgefahr besteht und diese die weitere Inhaftierung des Beschwerdeführers rechtfertigt. b) Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen von Fluchtgefahr nicht oder zumindest nicht in substantiierter, den Begründungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügender Weise. Er macht aber geltend, wenn nur noch Fluchtgefahr als Haftgrund bestehe, müsse er gegen eine angemessene Kaution aus der Haft entlassen werden, ohne dass den Untersuchungsbehörden in diesem Punkt noch ein Ermessensspielraum zustehe. aa) Diese Auffassung widerspricht der bundesgerichtlichen Praxis: Danach steht der Freiheitsentzug unter der Maxime der Verhältnismässigkeit; kann die Anwesenheit des Beschuldigten im Prozess durch eine Kaution oder eine andere mildere Massnahme (z.B. Schriftensperre, Meldepflicht) in genügender Weise sichergestellt werden, ist es unverhältnismässig, ihm die Freiheit zu entziehen, um dieses Ziel zu erreichen (so jetzt ausdrücklich § 78 Abs. 2 lit. a StPO/BL). Die Freilassung eines Untersuchungsgefangenen gegen Leistung von Sicherheit setzt aber voraus, dass die Fluchtgefahr durch dieses Mittel gebannt werden kann (vgl. unveröffentlichten Entscheid des Bundesgerichts i.S. E. vom 10. Juli 1998 E. 3d). Die Haftentlassung kann daher ohne Verstoss gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip abgelehnt werden, wenn keine (genügende) Kaution geleistet werden kann oder die Fluchtgefahr so akut ist, dass auch die Festsetzung einer hohen Kaution den Beschuldigten nicht von der Flucht abhalten würde (vgl. unveröffentlichte Entscheide i.S. S. vom 10. Mai 1995 E. 2 und i.S. G. vom 31. August 1993 E. 3b). bb) Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lässt sich auch aus der Rechtsprechung der Strassburger Organe nicht folgern, ein einzig wegen Fluchtgefahr Inhaftierter müsse immer gegen Kaution freigelassen werden. Dies schreibt zwar der in der Beschwerde zitierte Mark E. Villiger (Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Auflage, 1999, S. 230). Andere Autoren fügen präziser hinzu, dies gelte nur, wenn durch die Kaution erreicht werden könne, dass sich der Beschuldigte dem Prozess stelle (vgl. Jochen Abr. Frowein/Wolfgang Peukert, EMRK-Kommentar,