Citation: I 369/01 28.05.2002 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist, ob seit dem Rentenbeginn per 1. März 1998 eine die Herabsetzung der Rentenleistung per 1. August 1999 rechtfertigende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit eingetreten ist. a) Das kantonale Gericht gelangte in einlässlicher und sorgfältiger Würdigung der medizinischen Unterlagen - insbesondere der Gutachten des Dr. med. L.________ vom 20. September 1999 und des Dr. med. I.________ vom 14. Januar 2000, welche alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen erfüllen (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen) und denen somit voller Beweiswert zukommt - zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin, welche an einem chronifizierten lumbospondylogenen Schmerzsyndrom links, an einer somatoformen Schmerzstörung sowie an Diabetes mellitus Typ II leidet, aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht ab 28. Juli 1999 in einer dem Rückenleiden angepassten Tätigkeit insgesamt zu 60 % arbeitsfähig sei. Auf die Begründung dieser Schlussfolgerungen, von welchen abzuweichen namentlich im Hinblick darauf kein Anlass besteht, dass der im Rahmen des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens aufgelegte Bericht des Dr. med. A.________, Assistenzarzt, Spital Z.________, vom 24. Juni 2000 zum einen nach dem Erlass der Verfügung vom 15. Juni 2000, welcher Zeitpunkt rechtsprechungsgemäss die Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen), ergangen ist und sich zum anderen nicht zur Frage der Arbeitsfähigkeit äussert, wird verwiesen. Dem Einwand der Beschwerdeführerin, den Gutachtern hätte die Krankengeschichte des Hausarztes nicht zur Verfügung gestanden, ist entgegenzuhalten, dass sich ausweislich der Akten beide Experten im Rahmen ihrer Begutachtungen u.a. auf die ihnen überlassenen medizinischen Unterlagen stützten, worunter sich zweifellos auch die hausärztlichen Berichte des Dr. med. F.________ befanden. Dr. med. I.________ hat überdies - wie seinem Gutachten vom 14. Januar 2000 einleitend zu entnehmen ist - im Dezember 1999 mit dem Hausarzt telefonisch Kontakt aufgenommen. Da ferner zu berücksichtigen ist, dass Hausärzte mitunter auf Grund ihres auftragsrechtlichen Vertrauensverhältnisses in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen), kann angesichts der übereinstimmenden und widerspruchsfreien ärztlichen Angaben der Dres. med. L.________ und I.________ auf ergänzende Abklärungen - sowohl in medizinischer wie in erwerblich-beruflicher Hinsicht - verzichtet werden. b) Die festgestellte Arbeitsfähigkeit von 40 % in einer adaptierten Tätigkeit ist nach dem Gesagten ab 28. Juli 1999 (Datum der Untersuchung der Beschwerdeführerin bei Dr. med. L.________) gegeben. Die Rentenaufhebung wurde von der Verwaltung denn auch im gleichen Jahr vorgenommen, so dass für den Einkommensvergleich mit dem kantonalen Gericht auf die Einkommensverhältnisse des Jahres 1999 abzustellen ist (AHI 2000 S. 305 ff. Erw. 2c). aa) Für die Bestimmung des Invalideneinkommens (hypothetisches Einkommen nach Eintritt der Invalidität) ist primär die beruflich-erwerbliche Situation zu beachten, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist - wie vorliegend - kein tatsächlich erzieltes Einkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat, so kann rechtsprechungsgemäss die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen und auf die darin enthaltenen Tabellenlöhne abgestellt werden (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/aa und bb mit Hinweisen). Ausgehend vom monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) für einfache und repetitive Tätigkeiten von Arbeitnehmerinnen (Anforderungsniveau 4; privater Sektor) von Fr. 3'505.- (LSE 1998, S. 25 Tabelle TA1) ergibt sich für das Jahr 1999 unter Beachtung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,8 Wochenstunden (Die Volkswirtschaft, 2002 Heft 1, S. 92 Tabelle B 9.2) und der massgeblichen allgemeinen Nominallohnentwicklung (1999: 0,3 %; Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 93 Tabelle B 10.2]) in Anbetracht der um 40 % verminderten Arbeitsfähigkeit ein Jahreseinkommen von Fr. 26'451.-. Der vom kantonalen Gericht sodann vorgenommene leidensbedingte Abzug vom Tabellenlohn in der maximal zulässigen Höhe von 25 % (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa-cc) ist im Rahmen der Angemessenheitskontrolle zwar nicht zu beanstanden (Art. 132 lit. a OG; BGE 114 V 316 Erw. 5a mit Hinweisen), angesichts der konkreten einkommensbeeinflussenden Merkmale aber immerhin als wohlwollend zu bezeichnen, zumal sich eine Teilzeitbeschäftigung bei Frauen gemäss Statistik jedenfalls nicht lohnmindernd, sondern eher lohnerhöhend auswirkt (vgl. Tabelle 6* der LSE 1998, S. 20). Damit trug die Vorinstanz dem Umstand Rechnung, dass die Beschwerdeführerin auf leichte wechselbelastende Tätigkeiten "reduziert" ist, keine repetitive Beschäftigungen ausführen darf, bei welchen sie Gewichte über 5 kg heben muss, und auch bezüglich der Gestaltung ihres täglichen Arbeitspensums (kein 60 %-Pensum in drei Tagen) eingeschränkt ist. bb) Zur Ermittlung des Einkommens, welches die versicherte Person ohne Invalidität erzielten könnte (Valideneinkommen), hat das kantonale Gericht auf die Angaben im Arbeitgeberbericht vom 19. Februar 1999 abgestellt, wonach die Beschwerdeführerin auf Grund des während der Zeit vom Mai 1996 bis und mit März 1997 monatlich durchschnittlich erzielten Einkommens sowie des jeweiligen Stundenlohnes während ca. 200 Stunden pro Monat gearbeitet hat. Bei einem ab 1. Dezember 1997 ausbezahlten Stundenlohn von Fr. 14.20 ergibt dies für das Jahr 1998 ein Monatsgehalt von Fr. 2'840.- bzw. - unter Berücksichtigung einer Gratifikation von Fr. 400.- sowie der bis 1999 eingetretenen Nominallohnentwicklung (Nominallohnindex Frauen 1998 = 2142 Punkte, 1999 = 2156 Punkte; Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 93 Tabelle B 10.3) - einen jährlichen Verdienst von Fr. 34'705.-. Hiegegen wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht, es sei für den Fall, dass bei der Bestimmung des Invalideneinkommens auf einen das Valideneinkommen übersteigenden Tabellenwert abgestellt werde, bei der Berechnung des Valideneinkommens nicht vom zuletzt tatsächlich erzielten, sondern von demjenigen - höheren - Gehalt auszugehen, welches die versicherte Person ohne Invalidität bestenfalls hätte erreichen können. Die Beschwerdeführerin verkennt in diesem Zusammenhang, dass die Ermittlung des Valideneinkommens so konkret wie möglich zu geschehen hat, weshalb in der Regel vom letzten Lohn auszugehen ist, welchen die versicherten Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat (Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 205). Massgeblich ist, was die versicherte Person im Gesundheitsfall, aber bei sonst gleicher Situation, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erzielen vermöchte, und nicht, was sie im günstigsten Fall verdienen könnte (ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a mit Hinweisen, bestätigt u.a. im Urteil M. vom 4. April 2002, I 696/01). Der Beschwerdeführerin wurde durch ihre vormalige Arbeitgeberin indes aus invaliditätsfremden Gründen ein Gehalt ausbezahlt, welches auch unter denbranchenüblichen Ansätzen liegendes - für die Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogenen - tabellarischen Ansätzen liegt. Indem vom statistischen Lohn ein - angesichts der konkret vorliegenden einkommensrelevanten Merkmalen sehr grosszügig bemessener - leidensbedingter Abzug von 25 % vorgenommen wurde, ist desem Umstand ausreichend Rechnung getragen RKUV 1993 Nr. U 168 S. 104 Erw. 5b). Es ist demzufolge von einem massgebenden Invalideneinkommen von Fr. 19'838.- auszugehen. cc) Aus der Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 34'705.-) und Invalideneinkommen (Fr. 19'838.-) resultiert ein Invaliditätsgrad von rund 44 %. Selbst wenn im Übrigen von einem um 10 % erhöhten Valideneinkommen auszugehen wäre (Fr. 38'175. 50), ergäbe sich eine Erwerbsunfähigkeit von unter 50 %. Da die verbesserte Erwerbsfähigkeit ab dem 28. Juli 1999 nachgewiesen ist (Erw. 2b hievor), kann die anspruchsbeeinflussende Änderung vorliegend indes erst nach Ablauf von drei Monaten per 1. November 1999 berücksichtigt werden (Art. 88a Abs. 1 Satz 1 und 2 IVV). Der Beschwerdeführerin steht ab diesem Zeitpunkt somit eine Viertelsrente oder - im von der Verwaltung noch abzuklärenden Härtefall (Art. 28 Abs. 1bis IVG und Art. 28bis IVV) - eine halbe Invalidenrente zu.