Citation: 9C_234/2023 E. 3.2.3

3.2.3. Für unverwertbar hält der Beschwerdeführer das psychiatrische Teilgutachten auch, weil der Sachverständige nur sehr kurz, kaum 15 Minuten, persönlich anwesend gewesen sei. Darüber sei nichts Schriftliches dokumentiert. Dem Gutachten sei auch nicht zu entnehmen, wie viel Zeit die Validierung der (unter Beizug eines Übersetzers) durchgeführten Tests von der angeblich insgesamt zweistündigen Untersuchungsdauer beansprucht habe. Die Vorinstanz führt aus, zur Frage der Explorationsdauer und der Anwesenheit bei den testpsychologischen Untersuchungen habe sich der Experte auf ihre Nachfrage hin geäussert und angegeben, seiner Erinnerung nach habe die Untersuchung einschliesslich der Tests insgesamt zwei Stunden, die Exploration als solche zusammen mit dem Ausfüllen des Beck'schen Depressions-Inventars rund 75 Minuten gedauert. Nachdem der Gutachter sämtliche Untersuchungshandlungen selbst vorgenommen habe, so die Vorinstanz weiter, erweise sich der Einwand des Beschwerdeführers als unbegründet. Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung. Für den zeitlichen Aufwand gibt es keine festen Vorgaben; aus einer verhältnismässig kurzen Dauer der psychiatrischen Exploration kann nicht von vornherein auf mangelnde Sorgfalt geschlossen werden. Vorauszusetzen ist eine - je nach Fragestellung und Psychopathologie - angemessene Dauer, die es der untersuchten Person insbesondere erlaubt, ihre Situation, Beschwerden und Sicht der Dinge darzulegen (Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten, SGPP/SGVP [Hrsg.], 3. Aufl. 2016, S. 14 Ziff. 3). Wie viel zeitlicher Aufwand im Einzelfall nötig ist, richtet sich letztlich nach dem Ermessen des fachkundigen Experten (Urteil 8C_734/2016 vom 12. Juli 2017 E. 3.8). Die Befragung und die dabei erhobenen Befunde sind im psychiatrischen Teilgutachten zwar einigermassen knapp dargestellt. Dennoch ist auszuschliessen, dass die Untersuchung nur etwa eine Viertelstunde gedauert haben könnte. Die genaue Dauer kann offen bleiben (vgl. Urteil 8C_130/2023 vom 8. August 2023 E. 4.4.4). Besondere Problemstellungen, die eine Explorationsdauer von rund 75 Minuten (einschliesslich Ausfüllen des Beck'schen Depressions-Inventars) als unangemessen kurz erscheinen lassen könnten, sind nicht ersichtlich (vgl. Urteil 9C_49/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 4.4.2). Im Zusammenhang mit der Untersuchungsdauer wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor, sie sei auf seinen Antrag auf eine Parteibefragung betreffend die Durchführung der Begutachtung nicht eingegangen. Dazu bleibt festzuhalten, dass die getroffene Beweismassnahme (Rückfrage beim Gutachter im Rahmen der gerichtlichen Instruktion) den Umständen nach ausreichend ist. Der Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG) ist nicht verletzt.