Citation: 6B_988/2023 E. 1.7.2

1.7.2. Mit der beruflichen und finanziellen Situation des Beschwerdeführers setzt sich die Vorinstanz ausführlich auseinander. Sie erwägt, der Beschwerdeführer belege seine Ausbildungen nicht mit entsprechenden Abschlüssen und Zeugnissen. Seit 2016/2017 gehe er keiner geregelten Arbeit nach. Die eingereichten Bewerbungsunterlagen seien zudem nicht geeignet, ernsthafte Arbeitsbemühungen, geschweige denn eine unverschuldete Arbeitslosigkeit, zu belegen. Letzteres sei bereits deshalb abzulehnen, weil der Beschwerdeführer einerseits eine Anstellung gleich nach deren Antreten aus unbefriedigenden Gründen wieder aufgegeben sowie andererseits weil er die angeblichen Arbeitsbemühungen erst im Juli 2022 aufgenommen habe. Es scheine, als sei die Bewerbungsmotivation nur sehr punktuell aufgetreten. Dadurch entstehe auch stark der Eindruck, als wären die Arbeitsbemühungen weniger in der auf einmal gefassten Arbeitsmotivation, sondern vielmehr in der drohenden Landesverweisung begründet. Da der Beschwerdeführer zudem seine eigenen Bewerbungsunterlagen dem Gericht nicht eingereicht habe, sei es der Vorinstanz im Übrigen von vornherein nicht möglich, gestützt auf die diversen Bewerbungsabsagen eine ernsthafte Prüfung der Arbeitsbemühungen vorzunehmen. Insgesamt hat die Vorinstanz Zweifel an der Richtigkeit der Angaben des Beschwerdeführers sowie an den geltend gemachten Arbeitsbemühungen. Gestützt darauf durfte die Vorinstanz ohne Weiteres eine berufliche Integration des Beschwerdeführers verneinen und ihm dies in der Härtefallprüfung negativ anlasten. Zwar ist es - wie der Beschwerdeführer geltend macht - verständlich, dass bei einer drohenden Landesverweisung weitere Bemühungen in beruflicher Hinsicht vorgenommen werden. Dennoch kann eine jahrelange mangelnde berufliche bzw. wirtschaftliche Integration dadurch nicht herbeigeführt werden. Die Bemühungen des Beschwerdeführers nach dem Berufungsverfahren sind im vorliegenden Verfahren vor Bundesgericht als echte Noven unbeachtlich (vgl. Art. 99 BGG). Die Vorinstanz berücksichtigt zu Recht, dass der Beschwerdeführer nie auf seinem erlernten Beruf gearbeitet hat, zurzeit arbeitslos ist und die einzige Arbeitstätigkeit, die er jemals ausgeübt hat, knapp ein Jahr gedauert hat und bereits mindestens sechs Jahre zurückliegt. Inwieweit sie dabei willkürlich eine unverschuldete Arbeitslosigkeit verneinen und von einer fehlenden beruflichen Integration ausgehen soll, vermag der Beschwerdeführer weder begründet darzutun noch ist dies gestützt auf die nachvollziehbaren Erwägungen der Vorinstanz ersichtlich. Insgesamt ist nicht zu beanstanden, dass sich die berufliche und finanzielle Situation - der Betreibungsregisterauszug des Beschwerdeführers weist mittlerweile neun Einträge und zwei Verlustscheine im Umfang von gesamthaft Fr. 2'563.20 auf - bei der Härtefallprüfung gemäss Vorinstanz stark zu Ungunsten des Beschwerdeführers auswirken.