Citation: 6B_140/2016 E. A

Das Bezirksgericht Muri verurteilte X.________ am 2. Oktober 2013 wegen Verletzung der Verkehrsregeln und Führens eines nicht den Vorschriften entsprechenden Fahrzeugs zu einer Busse von Fr. 300.-- und ordnete an deren Stelle 12 Stunden gemeinnützige Arbeit an. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 22. Januar 2014 schickte das Amt für Justizvollzug des Kantons Aargau zwecks Vollzugs der gemeinnützigen Arbeit einen Fragebogen an X.________. Am 5. Februar 2014 lud ihn das Amt für Justizvollzug zu einer Besprechung auf den 26. Februar 2014 vor, da der Fragebogen nicht retourniert worden sei. Gleichentags sistierte es das Strafvollzugsverfahren mit der Begründung, X.________ habe ein Begnadigungsgesuch eingereicht. Nach dessen Abweisung lud das Amt für Justizvollzug X.________ am 15. Juli 2014 erneut zu einem Gespräch auf den 6. August 2014 vor. Mit Schreiben vom 6. August 2014 bot das Amt für Justizvollzug X.________ infolge unentschuldigten Nichterscheinens zu einem Gespräch am 26. August 2014, 8:30 Uhr, auf. Zudem teilte es ihm mit, dass es «die gemeinnützige Arbeit einstellen» werde, sollte er erneut unentschuldigt fernbleiben. Danach werde das Gericht über eine andere Strafe zu entscheiden haben. Am 26. August 2014 um 10:15 Uhr erschien X.________ auf dem Amt für Justizvollzug, wobei er aufgrund der Verspätung einen neuen Termin am Nachmittag desselben Tags erhielt, welchen er wahrnahm. Mit Vollzugsbefehl vom 26. August 2014 verfügte das Amt für Justizvollzug die Vollzugsmodalitäten der gemeinnützigen Arbeit. Mit E-Mail vom 27. August 2014 verlangte X.________ beim Amt für Justizvollzug den Ausstand des Amtschefs sowie der zuständigen Sachbearbeiterin. Mit Schreiben vom 5. September 2014 verlangte er sinngemäss die Begründung des Vollzugsbefehls vom 26. August 2014. Infolge weiterer Begnadigungsgesuche wartete das Amt für Justizvollzug mit dem Vollzug zu. Am 25. Dezember 2014 beantragte X.________ beim Amt für Justizvollzug die Begnadigung sowie die Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Nachdem die Begnadigungsgesuche abgewiesen worden waren, soweit darauf eingetreten worden war, forderte das Amt für Justizvollzug X.________ mit Schreiben vom 12. Januar 2015 auf, sich bis am 2. Februar 2015 beim Einsatzbetrieb zu melden. Mit Schreiben vom 10. Februar 2015 setzte das Amt für Justizvollzug X.________ eine Nachfrist bis am 27. Februar 2015 mit der Androhung, im Unterlassungsfall die gemeinnützige Arbeit einzustellen und beim Gericht die Umwandlung der gemeinnützigen Arbeit zu beantragen. Am 23. Februar 2015 erschien X.________ unangemeldet auf dem Amt für Justizvollzug, wo ihm Akteneinsicht gewährt wurde. Mit einem am 27. Februar 2015 beim Amt für Justizvollzug eingegangenen Schreiben teilte X.________ diesem mit, dass er «behindert» sei und nicht schreiben könne. Das Amt für Justizvollzug gewährte ihm gleichentags die verlangte Fristerstreckung bis zum 12. März 2015 mit der Androhung der Einstellung der gemeinnützigen Arbeit für den Fall des Unterlassens. Mit E-Mail vom 12. März 2015 teilte X.________ der zuständigen Sachbearbeiterin des Amts für Justizvollzug mit, das behördliche Vorgehen verletze mindestens Art. 9 und 29 BV. Am 16. März 2015 ersuchte das Amt für Justizvollzug die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, bei der zuständigen richterlichen Behörde eine andere Strafe als die gemeinnützige Arbeit zu beantragen. Die Staatsanwaltschaft überwies die Akten am 18. März 2015 dem Bezirksgericht Muri und verzichtete auf einen Antrag, da ein solcher nicht erforderlich sei, wenn bereits eine alternative Strafe ausgesprochen worden sei; dies sei mit dem Urteil des Bezirksgerichts Muri vom 2. Oktober 2013 geschehen. Am 24. Juni 2015 entschied das Bezirksgericht Muri, die Busse von Fr. 300.-- gemäss Urteil des Bezirksgerichts Muri vom 2. Oktober 2013 werde vollstreckt, womit die gemeinnützige Arbeit hinfällig werde. Werde die Busse von Fr. 300.-- schuldhaft nicht bezahlt, werde die Ersatzfreiheitsstrafe gemäss Urteil des Bezirksgerichts Muri vom 2. Oktober 2013 von 3 Tagen vollzogen.