Citation: 8C_631/2019 E. 6.3.2

6.3.2. 6.3.2.1. Der Beschwerdegegner bringt weiter vor, es verstosse gegen Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3, Art. 9 BV), wenn die Suva seine Tätigkeit bei der D.________ AG zwar als angemessen und die erfolgte Eingliederung als abgeschlossen erachte, jedoch den bei dieser Tätigkeit erzielten Lohn der Rentenbemessung nicht zu Grunde lege. Die Suva schaffe vielmehr das selbstverständliche Vertrauen, dass dieses Einkommen als Grundlage dieser Bemessung dienen werde, wenn sie und die IV die beruflichen Massnahmen als erfolgreich abgeschlossen und seine Tätigkeit als angemessen bezeichnet und zu keinem Zeitpunkt weitere berufliche Massnahmen gefordert hätten. Die Suva desavouiere die Eingliederungsmassnahmen der IV, wenn der Versicherte in die Arbeitswelt habe integriert werden können, sie aber das hierbei erzielte Einkommen nicht in die Rentenberechnung einbeziehe. Zudem müsse sich ein Arbeitgeber, der sich bereit erkläre, eine gesundheitlich beeinträchtigte Person einzugliedern, darauf verlassen, dass er ihr einen Gefallen erweise. Er tue dies nur, wenn diese danach nicht faktisch zum Verlassen der zur Verfügung gestellte Arbeitsstelle gezwungen werde, um zu versuchen, ein theoretisch höheres Tabellen-Einkommen zu erzielen. 6.3.2.2. Voraussetzung für eine Berufung auf den Vertrauensschutz ist unter anderem, dass die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat (BGE 143 V 341 E. 5.2.1 S. 346). Die Berufung des Versicherten auf Vertrauensschutz gegenüber der Suva versagt schon deshalb, weil nicht diese, sondern die IV-Stelle dem Versicherten die berufliche Massnahme des Praktikums bei der D.________ AG zugesprochen hat. Dieses Handeln der IV-Stelle muss sich die Suva nicht anrechnen lassen. Hiervon abgesehen erachtete die Suva diese berufliche Massnahme der IV-Stelle nicht als erfolgreich beendet. Vielmehr teilte sie dem Versicherten am 14. Dezember 2016 lediglich mit, die beruflichen Massnahmen seien gemäss Schreiben der IV-Stelle vom 2. November 2016 erfolgreich abgeschlossen worden. Die Suva werde ihn für eine Abschluss-Untersuchung aufbieten. Anlässlich der Besprechung vom 15. März 2017 eröffnete sie dem Versicherten, leider hätten die Bemühungen der IV nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Bei der Rentenprüfung dürfe nicht der jetzige Lohn als Invalidenlohn angenommen werden; er werde hypothetisch eingeschätzt. Auch in diesem Lichte ist die Berufung des Beschwerdegegners auf Vertrauensschutz gegenüber der Suva unbehelflich.