Citation: I 342/00 12.02.2001 E. 3

3.- a) Es ist zu Recht unbestritten, dass sich für den von der Vorinstanz bejahten Anspruch keine Grundlage in Art. 21 IVG und der HVI finden lässt. Kommt den Kontaktlinsen, soweit sie als Folge der fehlenden Brillentragfähigkeit notwendig sind, kein Hilfsmittelcharakter zu, stellt sich die Frage der Leistungspflicht der Invalidenversicherung unter dem Titel medizinische Massnahmen (Art. 12 f. IVG; vgl. BGE 115 V 194 Erw. 2d, 101 V 269 Erw. 1b und 2a). Dabei kann es, wie auch die Vorinstanz richtig erkannt hat, in masslicher Hinsicht nur um die Übernahme der Mehrkosten gehen, welche dem Beschwerdegegner daraus entstehen, dass er an Stelle einer aus optischer Sicht an sich genügenden Brille Kontaktlinsen tragen muss. b) aa) Kontaktlinsen lassen sich ungeachtet von Funktion und Wirkung, welche ihnen im Einzelfall zukommt, nicht unter die in Art. 2 Abs. 1 (erster Satz) IVV genannten Massnahmen («chirurgische, physiotherapeutische und psychotherapeutische Vorkehren, die eine [...] Beeinträchtigung der Körperbewegung, der Sinneswahrnehmung oder der Kontaktfähigkeit zu beheben oder zu mildern trachten») subsumieren. bb) Wird bei Versicherten, die mit einem Augenleiden behaftet sind und mit einer Brille an sich optimal versorgt sind oder wären, das Sehorgan als aus Auge und Brillengläser zusammengesetzt gedacht und rechtlich verstanden, stellt das Fehlen einer Brille einen Defekt der Sinneswahrnehmung dar. So gesehen lässt sich die Anpassung von Kontaktlinsen mit einem Eingriff zur Behebung dieser Störung vergleichen, wenn, soweit und solange der Aufbau einer Ohr(muschel)Plastik aus medizinischen Gründen ausser Betracht fällt. Unter diesen Bedingungen kann von einer Massnahme gesprochen werden, welche den Eingliederungserfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstrebt. c) Nach dem Gesagten besteht unter den Umständen des vorliegenden Falles Anspruch auf die Abgabe von Kontaktlinsen (Übernahme der Mehrkosten), soweit sie als Folge der gesundheitlich bedingten Unmöglichkeit, eine Brille zu tragen, notwendig sind.