Citation: 8C_168/2017 E. 5.3

5.3. Die Vorinstanz hat, wie erwähnt, berücksichtigt, dass hier beide Bereiche mit körperlich anstrengender Arbeit verbunden seien. Die beschwerdeführende IV-Stelle macht geltend, dass die Versicherte nach dem Haushaltsabklärungsbericht praktisch keine körperlich anstrengenden Haushaltsarbeiten zu verrichten habe. Dieser Einwand erweist sich als zutreffend. Dem Bericht vom 15. März 2016 ist zu entnehmen, dass die Grossreinigung der Küche (Bereich Ernährung) ausschliesslich durch eine Assistenzperson erledigt wird. Um die leichten Reinigungsarbeiten (Bereich Wohnungspflege) kümmert sich die Versicherte selber. Hingegen übernimmt die Assistenzperson das Staubsaugen, die Reinigung des Badezimmers wie auch das Putzen der Fenster (samt Abnehmen und Befestigen der Vorhänge). Damit entfallen auf die Versicherte im Haushalt lediglich noch leichte Tätigkeiten. Eine Wechselwirkung durch körperlich anstrengende Arbeit sowohl im Beruf als auch im Haushalt entfällt deshalb. Das kantonale Gericht hat des Weiteren den Einwand der Versicherten in Betracht gezogen, dass sie im Beruf aufgrund ihrer Sehbehinderung rascher ermüde. Damit wurde zusätzlich eine intellektuelle Belastung im Beruf mitberücksichtigt. Es ist jedoch nicht ersichtlich, inwiefern - komplementär dazu - auch im Haushalt eine entsprechende Belastung anfiele. Nach dem Haushaltsabklärungsbericht und der Abklärung zum zugesprochenen Assistenzbeitrag werden administrative Tätigkeiten in beiden Bereichen mit Unterstützung der Assistenzperson erledigt. Auch wenn der Versicherten zuzugestehen ist, dass ihre fehlende Sehkraft eine permanente Kompensation verlangt, hat die IV-Stelle die dafür erforderliche Konzentration mit einer Leistungsminderung um 50 Prozent im Beruf und um 24,6 Prozent im Haushalt doch hinreichend berücksichtigt. Für eine zusätzliche Beachtung von Wechselwirkungen bleibt kein Raum.