Citation: 1P.770/2003 10.03.2004 E. 4

Schliesslich ist noch die Beschwerdelegimation zu prüfen (Art. 88 OG). 4.1 Mutmassliche Geschädigte (bzw. Strafanzeigeerstatter) ohne Opferstellung können mit staatsrechtlicher Beschwerde nur die Verletzung jener formellen Parteirechte geltend machen, die ihnen nach dem kantonalen Verfahrensrecht oder unmittelbar aufgrund der Bundesverfassung (oder völkerrechtlicher Bestimmungen) zustehen. Dazu gehört namentlich der in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. BGE 120 Ia 157 E. 2a/bb S. 160, 220 E. 2a S. 222, 227 E. 1 S. 229 f.). Darüber hinaus räumt Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG Opfern im Sinne des eidgenössischen Opferhilfegesetzes eine auf materiellrechtliche Fragen erweiterte Legitimation zur staatsrechtlichen Beschwerde ein. Insbesondere können Opfer im Falle von Freisprüchen und Verfahrenseinstellungen die Beweiswürdigung der kantonalen Instanzen als willkürlich anfechten (BGE 120 Ia 157 E. 2c S. 161 f.). Als Opfer ist jede Person anzusehen, welche durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt wurde (Art. 2 Abs. 1 OHG). 4.2 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, im strafprozessualen Rekursverfahren vor der Anklagekammer des bernischen Obergerichtes seien seine Parteirechte missachtet worden. Er rügt vielmehr, im kantonalen Beschwerdeverfahren betreffend Eröffnung eines anwaltlichen Disziplinarverfahrens habe die Anwaltskammer des Kantons Bern in unzulässiger personeller Besetzung entschieden und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers missachtet. Diese Rügen sind offensichtlich unzulässig. Wie bereits dargelegt, wären sie in einer frist- und formgültig erhobenen Beschwerde gegen den Entscheid der Anwaltskammer vom 17. März 2003 vorzubringen gewesen (Art. 89 und Art. 90 Abs. 1 lit. a OG). 4.3 Mangels gesetzlicher Opferstellung (Art. 2 Abs. 1 OHG) ist der Beschwerdeführer als blosser Strafanzeigeerstatter nicht befugt, die Beweiswürdigung des angefochtenen Entscheides anzufechten. Darüber hinaus enthielte die Beschwerde auch keine ausreichend substanziierten Rügen, wonach der angefochtene Entscheid willkürliche Tatsachenfeststellungen träfe (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; vgl. BGE 128 I 295 E. 7a S. 312; 127 I 38 E. 3c S. 43; 125 I 71 E. 1c S. 76, je mit Hinweisen).