Citation: C 339/01 08.05.2002 E. 2

2.- a) Streitig ist die Vermittlungsfähigkeit ab dem 24. März 2001. Die Verwaltung verneint gestützt auf das Schriftstück vom 23. März 2001 die Bereitschaft der Versicherten, zumutbare Arbeit anzunehmen, die einen Arbeitsweg von weniger als zwei Stunden je für den Hin- und Rückweg notwendig macht (Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG). Die Beschwerdegegnerin führte demgegenüber in der kantonalen Bechwerde und anlässlich der persönlichen Befragung im vorinstanzlichen Verfahren aus, sie sei nicht in der Lage, am PC zu arbeiten. Aus diesem Grunde habe sie den Einsatz im Qualifizierungsprogramm abbrechen wollen. Das Schriftstück vom 23. März 2001 habe sie in aufgebrachter Stimmung nach einem heftigen Disput mit dem Sachbearbeiter des RAV unterzeichnet. Es enthalte nicht ihre wahre Willensäusserung. b) Das kantonale Gericht kommt in überzeugender Würdigung der Beweislage zum Schluss, aufgrund der Umstände sei nicht nachgewiesen, dass die Beschwerdegegnerin einen allfälligen künftigen Stellenantritt wegen des Arbeitsweges abgelehnt hätte, weshalb sie als vermittlungsfähig anzusehen sei. Was das Amt für Wirtschaft und Arbeit dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Der Aberkennung der Vermittlungsfähigkeit kommt nach der Rechtsprechung unter Umständen, wie sie hier vorliegen, Sanktionscharakter zu (ARV 1996/97 Nr. 8 S. 33 Erw. 4c), die sich wie jede andere verwaltungsrechtliche Sanktion am Prinzip der Verhältnismässigkeit zu orientieren hat. Der Abbruch eines Kursbesuches verbunden mit der Erklärung, der Weg vom Wohnort zum Kursort sei zu lang, kann für sich allein, ohne weitere Indizien, nicht als Ausdruck fehlender Vermittlungsbereitschaft betrachtet werden. Ziel der verwaltungsrechtlichen Sanktion ist es, die den Versicherten obliegende, in Art. 17 Abs. 1 AVIG umschriebene Schadenminderungspflicht durchzusetzen, wonach sie alles Zumutbare zu unternehmen haben, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Mittel dazu ist in erster Linie die in Art. 30 AVIG geregelte Einstellung in der Anspruchsberechtigung, deren Dauer sich nach dem Grad des Verschuldens bemisst.