Citation: 8C_124/2008 17.10.2008 E. 9

Der Schweregrad eines Unfalls bestimmt sich nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden (BGE 115 V 133 E. 6 Ingress S. 139; SVR 2008 UV Nr. 8. S. 26 E. 5.3.1 mit Hinweisen, U 2/07; Urteil U 503/05 vom 17. August 2006, zusammengefasst wiedergegeben in SZS 2008 S. 183). Am 22. November 2002 bremste die Versicherte mit ihrem Auto vor einer Lichtsignalanlage ab, worauf der nachfolgende Personenwagen ihrem Auto ins Heck fuhr. Beim Auto der Beschwerdeführerin lag eine Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) unterhalb oder innerhalb eines Bereichs von 10 bis 15 km/h vor (vgl. biomechanische Kurzbeurteilung vom 20. März 2003). Unter diesen Umständen und aufgrund der fotomässig belegten Schäden an den beiden Unfallautos ist von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen auszugehen (vgl. auch RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1.2, U 380/04; erwähntes Urteil 8C_141/2007, E. 5.4.2, und Urteil U 408/05 vom 26. Januar 2007, E. 9.2.2). Nichts anderes ergibt sich unter Berücksichtigung des Einwandes der Versicherten, sie habe beim Unfall den Hinterkopf angeschlagen, sowie des in der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 20. März 2003 erwähnten Umstandes, dass sie gemäss ihren Angaben im Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen vom 20. Dezember 2002 als Reaktion auf den Unfall sofort reflexartig ein Päckli mit dem Kopf nach vorne und einen leicht krummen Rücken gemacht habe. Von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als wichtigste Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind, müssten demnach für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 115 V 133 E. 6c/aa und bb S. 140 f.; erwähntes Urteil 8C_141/2007, E. 5.4.2).