Citation: 2C_632/2022 E. 3.2.4

3.2.4. Die streitbetroffenen Lieferungen und Leistungen sind damit am Bilanzstichtag als erbracht und die Gegenleistungen als geschuldet zu betrachten. Dies steht einer Verbuchung als "Angefangene Arbeiten" und zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, je unter Abzug des Warendrittels (Sachverhalt, lit. A), entgegen. Hätte die Steuerpflichtige die Rechnungen bereits erstellt gehabt, wäre ausser Frage, dass der volle Rechnungsbetrag zu verbuchen gewesen wäre. Der Umstand, dass einzig noch die Rechnungsstellung aussteht, kann an der Höhe der Bewertung für sich alleine nichts ändern. Massgebend ist, dass der Anspruch auf die Gegenleistung entstanden ist. Die Gegenleistung erstreckt sich auf die jeweiligen Einzelkosten, die damit zusammenhängenden Gemeinkosten und den Gewinnzuschlag. Dieser Betrag ist am Bilanzstichtag als antizipatives Aktivum einzubuchen (vorne E. 2.3.4). Die Ausnahmeregel von Art. 958b Abs. 2 OR 2011 (auch dazu vorne E. 2.3.4) greift nicht. Nach den verbindlichen Feststellungen erbrachte die Steuerpflichtige alleine im Dezember 2019 Umsätze von Fr. 732'541.-- (Sachverhalt, lit. B), womit der Grenzbetrag von Fr.100'000.-- überschritten ist.