Citation: 4C.105/2005 17.06.2005 E. 5

5.1 Gestützt auf die tatsächlich festgestellte Übereinkunft der Parteien, wonach eine angemessene Abschreibung vorzunehmen sei, und die von beiden Parteien postulierte Anwendung der degressiven Methode, hat die Vorinstanz die mutmassliche Lebensdauer der abzugeltenden Gegenstände nach mietrechtlichen Kriterien ermittelt und die ihrer Ansicht nach angemessene Abschreibung degressiv im Rahmen ihres Ermessens festgesetzt. Wie dargelegt, hat sie im Übrigen keine Einigung der Parteien auf eine bestimmte Art der Berechnung der angemessenen Abschreibung festgestellt. 5.2 Die Klägerin wirft der Vorinstanz vor, die Grundprinzipien der Methode der degressiven Abschreibung missachtet zu haben. Sie macht unter Hinweis auf Böckli, Schweizer Aktienrecht, 3. Aufl., Zürich 2004, § 8 N. 470 S. 887 und Höhn/Waldburger, Steuerrecht, 8. Aufl., Bern 1999, Bd. II § 37 N. 76 S. 310 (vgl. auch Höhn/Waldburger, Steuerrecht, 9. Aufl., Bern 2002, Bd. II § 46 N. 76 f. S. 339) geltend, es sei allgemein anerkannt und zudem mathematisch jederzeit nachprüfbar, dass ein degressiver Abschreibungssatz mindestens doppelt so gross sein müsse wie der lineare Satz für die gleiche Zeitspanne, um im Resultat eine vergleichbare Wertkorrektur zu erzielen. Der vom Appellationsgericht angewendete Satz von 10 % sei auf eine Abschreibungsdauer von 20 Jahren ausgelegt. 5.3 Die Klägerin verkennt, dass die Vorinstanz die Abschreibung gerade nicht nach allgemeinen Grundsätzen der Rechnungslegung vornahm, da sie die von der Klägerin behauptete Einigung über eine Festsetzung des Übernahmepreises nach Buchwerten nicht für erstellt erachtete, sondern die Vereinbarung über die Liquidation der Gesellschaft analog Art. 2 Abs. 2 OR ergänzt hat. Unter diesem Gesichtspunkt ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz von der Abschreibung nach der degressiven Methode mit einer Verdoppelung des Abschreibungssatzes, wie dies im Normalfall für steuerliche Abschreibungen zulässig ist (Böckli, a.a.O., § 8 Rz. 469 f.), abwich, mietrechtliche Komponenten mitberücksichtigte und auf die Verdoppelung des Ansatzes verzichtete. Damit hat sie den höheren Nutzwert (subjektiven Wert) der von der Beklagten bezahlten Anlagen berücksichtigt, und der Tatsache Rechnung getragen, dass die Lebensdauer der Einrichtungsgegenstände 10 Jahre überschreiten kann. Es gelingt der Klägerin nicht darzulegen, dass die durch die Vorinstanz vorgenommene Ergänzung der vertraglichen Vereinbarung im Ergebnis der nach den tatsächlichen Feststellungen von beiden Parteien gewollten angemessenen Abschreibung widerspricht. Die Vorinstanz hat bei der Ergänzung der Vereinbarung von ihrem Ermessen pflichtgemässen Gebrauch gemacht. Eine Bundesrechtsverletzung ist nicht ersichtlich.