Citation: 5A_765/2022 E. 4.4

4.4. Abschliessend rechtfertigt sich noch der folgende Hinweis: Die Beschwerdeführerin hat nicht, wie sie vor Bundesgericht unter Hinweis auf ihre Ausführungen in der Klageschrift behauptet, erstinstanzlich ausgeführt, es sei nicht in ihren Pflichtteil eingegriffen worden. An der von der Beschwerdeführerin angegeben Stelle führt diese vielmehr aus, sie sei nicht auf den Pflichtteil gesetzt worden. Entsprechend hat sie auch ihren vollen Erbteil geltend gemacht. Damit verstrickt sie sich aber in Widersprüche, denn in ihrer Beschwerdeschrift stellt sie sich nun auf den Standpunkt, der Erbvertrag - bzw. der tatsächliche Wille - sei so zu verstehen, dass dieser nur die "verfügbare Quote" - also den nicht pflichtteilsbelasteten Erbteil - der überlebenden Ehegattin zuweist, und damit über ihren Pflichtteil nicht verfügt wird. Mit der nun vor Bundesgericht vertretenen Auffassung will die Beschwerdeführerin einen tatsächlichen Willen - abgeleitet aus einem angeblich klaren Wortlaut - konstruieren, den sie vor erster Instanz offensichtlich noch anders verstanden hat.