Citation: I 231/00 23.01.2002 E. 3

3.- a) Das kantonale Gericht hat erwogen, die IV-Stelle habe in der ursprünglichen Verfügung vom 2. April 1993 den effektiv mit Gesundheitsschaden am bisherigen Arbeitsplatz (vollzeitlich mit reduzierter Leistung) erzielten Lohn von Fr. 2925. 50 resp. Fr. 3200.- ab 1. April 1993 mit dem hypothetischen Invalideneinkommen gleichgesetzt. Die praxisgemäss hiefür erforderlichen Bedingungen seien indessen nicht erfüllt (gewesen), indem der Beschwerdeführer mit dieser Tätigkeit die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft habe. Aufgrund des Gutachtens des Dr. med. T.________ vom 17. Oktober 1996 sei da- von auszugehen, dass er aus medizinischer Sicht in einer Reihe körperlich wenig belastender Tätigkeiten, u.a. als Betriebswächter oder Portier an einer Fabrikporte, voll arbeitsfähig sei. Dabei hätte er gemäss den Lohnangaben in den entsprechenden DAP-Blättern 1998 ein durchschnittliches Einkommen von mindestens Fr. 69'179.- erzielen können. Dieser Betrag liege weit höher als der effektive Verdienst am bisherigen Arbeitsplatz von Fr. 38'400.- (12 x Fr. 3200.-). Bei einem Valideneinkommen von Fr. 79'302.- ergebe sich somit eine Erwerbseinbusse von Fr. 10'123.-, was einem Invaliditätsgrad von 13 % entspreche. Die ursprüngliche Rentenverfügung, basierend auf einer hälftigen Erwerbsunfähigkeit, sei daher zweifellos unrichtig. b) aa) Der Argumentation der Vorinstanz ist im Ergebnis beizupflichten. Vorab müssen aufgrund der Akten die tatsächlichen Grundlagen der rentenzusprechenden Verfügung vom 2. April 1993 und deren revisionsweise Bestätigung am 2. Februar 1995 als ungenügend bezeichnet werden, geben sie doch lediglich Auskunft über die Arbeitsfähigkeit im Rahmen des nach dem Unfall vom 1. Juni 1990 fortgesetzten Arbeitsverhältnisses. Insofern geht der Einwand in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde fehl, die hier streitige wiedererwägungsweise Rentenaufhebung stelle eine unzulässige "Neubeurteilung eines gleichmässig gebliebenen Sachverhalts ex-post aufgrund der heutigen Verhältnisse" dar resp. es liege "lediglich eine andere Betätigung des Ermessens" vor, was für eine Wiedererwägung nicht genüge. Auf der andern Seite ist die Einschätzung des Dr. med. T.________, wonach aus medizinischer Sicht bestimmte körperlich wenig belastende Tätigkeiten grundsätzlich ohne Einschränkung zumutbar seien, deshalb für die Frage des wiedererwägungsweisen Rückkommens auf die ursprüngliche Rentenzusprechung von Bedeutung, weil, was unbestritten ist, der Gesundheitszustand im Zeitraum zwischen anspruchsbejahender und -aufhebender Verfügung im Wesentlichen gleich geblieben ist. Der Umstand allein, dass das betreffende Gutachten vom 17. Oktober 1996 datiert, schliesst dessen beweisrechtliche Relevanz für die Zeit vor der ersten Verfügung vom 2. April 1993 nicht aus. Dass im Besonderen die IV-Stelle für die Ermittlung des Invaliditätsgrades offensichtlich ohne nähere Abklärung der tatsächlichen Verhältnisse auf die Angaben der Firma abstellte, welche die Arbeitsleistung als "unter 50 % von Fr. 5851.-" bezeichnet hatte (Fragebogen für den Arbeitgeber vom 12. Juni 1992), muss als zweifellos unrichtige Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts (Erw. 2) gewertet werden. Anlass für diesbezügliche Erhebungen bestand umso mehr, als der Betrieb damals eine Umstrukturierung erfuhr und sich die Aufgaben und Funktionen des Beschwerdeführers wesentlich änderten, indem er keine Montage-, sondern lediglich noch leichtere Service-Arbeiten ausführte und daneben in der Kundenberatung sowie Instruktion und Kontrolle der Subunternehmer-Mitarbeiter tätig war. Wird berücksichtigt, dass gemäss der nach Lage der Akten im Verfügungszeitpunkt einzigen ärztlichen Einschätzung des Dr. med. M.________ die Arbeitsfähigkeit 50 % betrug, läuft die ursprüngliche Invaliditätsbemessung letztlich darauf hinaus, von der Arbeits- auf die Erwerbsunfähigkeit zu schliessen, was grundsätzlich unzulässig ist (BGE 114 V 314 Erw. 3c; RKUV 1991 Nr. U 130 S. 270). bb) Die von der Vorinstanz bejahte Zumutbarkeit eines Stellenwechsels als Voraussetzung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades auf der Grundlage der Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE) resp. bis 1993 der Lohn- und Gehaltserhebungen des damaligen BIGA (vgl. BGE 126 V 75) oder allenfalls der SUVA-Dokumentation über die Arbeitsplätze (DAP; vgl. RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412) sodann beurteilt sich grundsätzlich nach den Verhältnissen im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung. In dieser Hinsicht steht zu Recht ausser Frage, dass altersmässig ein Stellenwechsel zumutbar war resp. gewesen wäre. Der Beschwerdeführer, mit Jahrgang 1957, war damals 36-jährig. Ebenfalls sprechen unter dem Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht (vgl. dazu BGE 113 V 28 Erw. 4a) die familiären Verhältnisse nicht gegen eine berufliche Umstellung. In diesem Zusammenhang wird insbesondere nicht geltend gemacht, an einer anderen Stelle, beispielsweise als Betriebswächter, hätte es Probleme mit der Betreuung der drei minderjährigen Kinder gegeben, weil auch die Ehefrau erwerbstätig sei. Inwiefern ein Stellenwechsel erhebliche Konsequenzen für die Persönlichkeit des Beschwerdeführers gehabt hätte, wird nicht näher begründet. Nicht ersichtlich ist sodann, inwiefern "in einer Zeit der Globalisierung und der raschen Wirtschaftsentwicklung" die Verweisungstätigkeiten (Betriebswächter, Portier in einer Fabrik) gefährdet sein sollen. Dass die Frage der Zumutbarkeit eines Stellenwechsels allenfalls anders zu beurteilen wäre, wenn hiefür die Verhältnisse im Zeitpunkt der Wiedererwägungsverfügung vom 10. Juni 1998 massgebend wären, ist im Übrigen nicht von Belang und zwar entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch nicht für die Frage der erheblichen Bedeutung der Berichtigung der ursprünglichen Rentenzusprechung (Erw. 2a; vgl. in diesem Zusammenhang auch Ulrich Meyer-Blaser, Die Abänderung formell rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen in der Sozialversicherung, in: ZBl 95 (1994) S. 337 ff., insbesondere S. 352 und 354 ff.). cc) Was schliesslich die vorinstanzliche Ermittlung des Invaliditätsgrades anbelangt, wird zwar insoweit zu Recht beanstandet, der Einkommensvergleich werde nicht bezogen auf die Verhältnisse im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 2. April 1993 vorgenommen. Ebenfalls kann für die Bestimmung des Invalideneinkommens nicht ohne weiteres auf die von der IV-Stelle in der vorinstanzlichen Vernehmlassung genannten durchschnittlichen Jahresverdienste (Fr. 65'501.- als Betriebswächter resp. Fr. 72'857.- als Portier in einer Fabrik für 1998) abgestellt werden, und zwar umso weniger, als sich die fraglichen DAP-Blätter nicht bei den Akten befinden. Es kommt dazu, dass diese Beträge deutlich über dem jährlichen Bruttolohn von Män- nern in einfachen und repetitiven Tätigkeiten im Bereich "Sichern, bewachen" gemäss LSE 98 (S. 33 TA7) von Fr. 62'825.- ([Fr. 4998.- x [41, 9/40]] x 12; vgl. BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb) liegen. Daraus ergibt sich indessen nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers. Wird der Invaliditätsgrad auf der Grundlage der erwerblichen Verhältnisse im Jahre 1994 (= erstes Jahr, für das LSE-Angaben vorliegen) ermittelt, ist von einem unbestrittenen Valideneinkommen von Fr. 70'583.- auszugehen. Für die Bestimmung des trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise (auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt) erzielbaren Verdienstes ist auf den Bruttolohn von Männern in einfachen und repetitiven Tätigkeiten im Bereich "Sichern, bewachen" gemäss LSE 94 (S. 71 T A3.3.1) abzustellen. Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden sowie eines Abzuges von 15 % für die Bewegungseinschränkung im Ellenbogen links (vgl. BGE a.a.O. S. 78 ff. Erw. 5a/aa-b/cc) ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 43'294.- ([Fr. 4052.- x 41,9/40] x 0,85 x 12). Dies bedeutet eine Erwerbseinbusse von Fr. 27'289.-, was einem nicht anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad von 38,7 % (Fr. 27'289.-/Fr. 70'583.- x 100 %) entspricht (Erw. 2b/aa). c) Der angefochtene Entscheid ist somit rechtens.