Citation: 1C_529/2014 E. 4.5

4.5. Mit der in Art. 89 Abs. 3 KRG verlangten Unterzeichnung des Baugesuchs durch die Eigentümer bringen diese zum Ausdruck, dass sie mit dem vom Bauherrn eingereichten Baugesuch einverstanden sind. Damit wird sichergestellt, dass die Baubehörde nur Baugesuche prüft, wenn der Gesuchsteller zivilrechtlich zur Verwirklichung des zu bewilligenden Bauvorhabens berechtigt ist. Dieser Zweck kommt nicht zum Tragen, wenn eine nicht bewilligte Baute errichtet wurde, weil deren Baurechtskonformität von der Baubehörde von Amtes wegen zu prüfen ist. Diese Prüfung ist daher auch dann durchzuführen, wenn ein Teil der möglichen Miteigentümer die Baute nicht (mehr) wünscht und daher einem Gesuch, diese nachträglich zu bewilligen, nicht zustimmen würde. Vorliegend stellen die Beschwerdeführer den Eventualantrag, das nachträgliche Baugesuch bezüglich der Fenster in der Brandmauer abzuweisen, womit sie zum Ausdruck bringen, dass sie dieses Gesuch ablehnen und es nicht unterzeichnen würden. Sie verhalten sich daher widersprüchlich, wenn sie geltend machen, die Baubehörde hätte von ihnen gemäss Art. 89 Abs. 3 KRG als (mögliche) Miteigentümer die Mitunterzeichnung des von ihnen abgelehnten Baugesuchs verlangen müssen. Die Rüge der willkürlichen Anwendung dieser Bestimmung ist damit unbegründet.