Citation: 4A_466/2020 E. 3.2.2

3.2.2. Die Vorinstanz erwog, die gegenüber den Gläubigern einer Gesellschaft aufgestellte Behauptung, die Gesellschaft sei konkursreif und die Unterdeckung könne einzig durch einen Schuldenerlass des Gläubigers beseitigt werden bzw. nur dadurch liesse sich die Konkurseröffnung abwenden, stelle ein täuschendes Verhalten dar, wenn diese Behauptung nicht der Wahrheit entspreche. Der Beschwerdegegner behaupte, C.________ und D.________ hätten ihm gegenüber wahrheitswidrig erklärt, die Beschwerdeführerin sei wegen verlustreicher Geschäfte in finanzielle Schwierigkeiten geraten; nur ein Schuldenerlass könne deren Konkurs noch abwenden. Ihm sei die Konkursreife der Beschwerdeführerin wahrheitswidrig vorgegaukelt worden. Zu dieser Behauptung offeriere er ein (einzuholendes) Gutachten zur finanziellen Situation der Beschwerdeführerin per 13. November 2014. Damit mache er implizit geltend, die Beschwerdeführerin sei entweder am 13. November 2014 nicht konkursreif gewesen, sowie C.________ und D.________ hätten gewusst, dass ihr kein Konkurs gedroht habe, selbst wenn er nicht in den Schuldenerlass eingewilligt hätte, oder dass selbst bei Konkursreife der Beschwerdeführerin der Schuldenerlass nicht die einzige Möglichkeit gewesen wäre, um den Konkurs abzuwenden. Die Beschwerdeführerin behaupte zwar, der Mietzinsausfall habe sie finanziell belastet und sie habe sich in finanziellen Schwierigkeiten befunden. Sie habe zudem explizit eingeräumt, dem Beschwerdegegner dargelegt zu haben, dass die Beschwerdeführerin bei Ausfall der Forderung ihres Mieters E.________ über keine Mittel mehr verfüge und das Darlehen nicht mehr zurückzahlen könne. Dass diese Äusserungen gegenüber dem Beschwerdegegner wahrheitswidrig gewesen seien, und dass C.________ und D.________ gewusst hätten, dass ihr auch ohne Reduktionsgewährung kein Konkurs gedroht habe, habe die Beschwerdeführerin indessen nicht explizit bestritten. Insbesondere habe sie auch nicht geltend gemacht, dass ihre damalige Erklärung gegenüber dem Beschwerdegegner, ihr Konkurs könne allein durch einen Schuldenerlass des Beschwerdegegners abgewendet werden, den Tatsachen entsprochen habe. Die Behauptung von C.________ und D.________, die Beschwerdeführerin stehe vor dem Konkurs, der nur durch eine Reduktion des Darlehens abgewendet werden könne, sei damit falsch und somit täuschend. Die Vorinstanz bejahte auch die übrigen Voraussetzungen einer absichtlichen Täuschung. Sie erwog, es sei erwiesen, dass C.________ und D.________ den Beschwerdegegner willentlich getäuscht und dadurch zur Unterzeichnung der "Quittung" vom 13. November 2014 veranlasst hätten, womit diese für ihn unverbindlich sei. Der Umstand, dass er die Erklärung erst kurz vor Ablauf der gesetzlich vorgesehenen Jahresfrist angefochten habe, vermöge an dieser Rechtslage nichts zu ändern.