Citation: 9C_765/2019 E. 4.4.3

4.4.3. Hinsichtlich Konsistenz und Plausibilität (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) ergibt sich schliesslich aus der Expertise, die Angaben der Beschwerdeführerin korrespondierten mit der negativen Entwicklung seit der Vorbegutachtung, insbesondere wenn man die Befunde direkt vergleiche: Die Explorandin sei 2016 (zuletzt drei bis vier Monate vor der Begutachtung) noch Auto gefahren und habe damals - anders als im Zeitpunkt der Verlaufsbegutachtung - noch ca. dreissig Minuten lang lesen können. Dass sie selbstständig einkaufen geht und mit ihrer Mutter Arbeiten im Haushalt erledigt, steht der gutachterlichen Einschätzung nicht entgegen, zumal die fachärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % ein gewisses Mass an (Freizeit-) Aktivitäten zulässt (vgl. Urteil 9C_658/2018 vom 11. Januar 2019 E. 4.4.1 in fine mit Hinweis). Hinzu kommt, das die psychiatrische Gutachterin darlegte, die Angaben über die subjektive Beeinträchtigung entsprächen dem Verhalten der Versicherten bei der Alltagsbewältigung; das Vorbringen der Klagen wirke unter Berücksichtigung des depressiven Zustandes nicht appellativ oder demonstrativ. In der Gegenübertragungssituation entstehe keine Empfindung des Unechten (vgl. psychiatrisches Verlaufsgutachten, S. 13 f.). Die medizinisch-psychiatrische Schlussfolgerung, das Krankheitsbild mit einer Verschlechterung im Verlauf stelle sich konsistent dar, ist schlüssig und somit rechtlich zu respektieren.