Citation: 5C.138/2006 18.07.2006 E. 5

Der Berufungskläger wendet sich weiter gegen die hälftige Teilung des Überschusses. Er macht geltend, die Parteien hätten bis zur Scheidung während sechs Jahren getrennt gelebt. Damit finde keine Anknüpfung an die eheliche Lebenshaltung mehr statt. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4) ist die Ehe für die Berufungsbeklagte als lebensprägend anzusehen, so dass für den gebührenden Unterhalt grundsätzlich von der ehelichen Lebenshaltung auszugehen ist (BGE 118 II 376 E. 20b S. 378; 121 I 97 E. 3b S. 100). Zutreffend ist zwar, dass im Sinne einer Ausnahme vom Grundsatz die Lebenshaltung des anspruchsberechtigten Ehegatten während der Trennungszeit massgebend sein kann, wenn die Ehegatten vor der Scheidung bereits über eine längere Zeit hinweg getrennt gelebt haben. Diesfalls findet eine Anknüpfung an die eheliche Lebenshaltung nicht statt (BGE 130 III 537 E. 2.2 S. 539 f. mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall liegt indes keine solche langjährige Trennungszeit vor. Zudem lässt sich aus dem angefochtenen Urteil ohnehin nicht entnehmen, dass sich die Lebenshaltung im Laufe der Trennungszeit vermindert hätte. Der Verweis des Berufungsklägers auf das erstinstanzliche Urteil ist unbehelflich, da - wie bereits erwähnt - die darin enthaltenen Feststellungen für das Bundesgericht nicht verbindlich sind (Art. 63 Abs. 2 OG). Zudem ist zu berücksichtigen, dass der hier in Frage stehende nacheheliche Unterhalt eine Vorsorgekomponente enthält (vgl. sogleich E. 6). Die Berufung ist damit in diesem Punkt abzuweisen.