Citation: 6B_210/2024 E. 1.2.1

1.2.1. Die Vorinstanz führt aus, eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die erste Instanz sei zu verneinen. Zum einen habe der Beschwerdeführer während des gesamten Verfahrens über eine notwendige Verteidigerin verfügt, die ihn im Nachgang an die strafgerichtliche Urteilseröffnung (wohl zwecks Beratung über das weitere Vorgehen) in Sicherheitshaft besucht habe. Der Kontakt zu einer Volontärin eines Rechtsanwalts sei ihm verweigert worden, weil keine entsprechende Besuchsbewilligung vorgelegen habe. Zum anderen sei es ihm auch in Sicherheitshaft nicht verwehrt gewesen, selbst und ohne anwaltliche Vertretung mittels Schreiben Berufung anzumelden. Damit stelle der Umstand, dass ihm durch die Sicherheitshaft seine Möglichkeiten, eine andere Rechtsvertretung zu mandatieren, eingeschränkt gewesen sein mochten, keinen hinreichenden Hinderungsgrund zur Berufungsanmeldung dar. Dies zumal bei Laien bereits eine einfache Formulierung den Anforderungen genügen würde. Weiter setzt sich die Vorinstanz mit der Frage auseinander, ob die frühere Verteidigerin verpflichtet gewesen wäre, im Zweifelsfall zum Gesuch um vorzeitigen Massnahmeantritt vom 5. Juni 2023 auch eine Rechtsmittelverzichtserklärung einzureichen. Sie hält fest, dieses Gesuch um vorzeitigen Massnahmeantritt gemäss Art. 236 StPO sei nicht an die Bedingung eines zeitgleichen Rechtsmittelverzichts geknüpft. Demnach sei es keineswegs widersprüchlich oder ungewöhnlich, ein entsprechendes Gesuch zu stellen, die Rechtsmittelfrist aber unbenutzt auslaufen zu lassen. Immerhin hätten zu dieser Zeit auch die anderen Parteien noch ein Rechtsmittel einlegen können, weshalb das Urteil auch mit einem Rechtsmittelverzicht des Beschwerdeführers nicht automatisch in Rechtskraft erwachsen wäre. Zudem sei aufgrund des Umstands, dass die aktuelle Rechtsvertreterin die vormalige Verteidigerin des Beschwerdeführers nicht vom Anwaltsgeheimnis habe entbinden lassen, nicht erstellt, dass ein wie von ihr vorgebrachter "Zweifelsfall" effektiv bestanden habe und der Beschwerdeführer seinen Willen gegenüber seiner damaligen Verteidigerin "falsch" kundgetan oder gebildet hätte. Die frühere amtliche Verteidigerin habe mit Schreiben vom 20. September 2023 denn auch mitgeteilt, sie könne aufgrund ihrer Bindung an das Anwaltsgeheimnis keine Stellungnahme abgeben. Die Vorinstanz hält fest, es bleibe unklar, wie ihr Besuch des Beschwerdeführers in Sicherheitshaft vonstattengegangen sei. Es sei nichts zugunsten des Beschwerdeführers abzugewinnen.