Citation: 5A_24/2016 E. 3.1.2

3.1.2. Was die gewählte Berechnungsmethode angeht, erklärt das Obergericht, dass der Gesetzgeber keine bestimmte Methode zur Unterhaltsbemessung vorschreibe und es in der Regel die zweistufige Methode verwende. Die Vorinstanz widerspricht dem Einwand des Beschwerdeführers, wonach diese Methode bei guten oder sehr guten Einkommensverhältnissen zu stossenden Ergebnissen führe. Vielmehr sei auch bei Anwendung dieser Methode der ermittelte Unterhaltsbeitrag mit dem gebührenden Unterhalt zu vergleichen. Das betreibungsrechtliche Existenzminimum könne zudem je nach den konkreten Umständen um zusätzliche Positionen erweitert werden, und bei der Teilung des Überschusses sei überdies eine Sparquote und der Aufbau der Altersvorsorge zu berücksichtigen. Angesichts dessen würden die zweistufige Methode und die Methode der konkreten Bedarfsrechnung (einstufige Methode) zu praktisch identischen Ergebnissen führen, wenn die tatsächlichen finanziellen Verhältnisse vollständig nachgewiesen werden können. Nur wenn Letzteres nicht der Fall sei, wirke sich die Wahl der Methode auf die Beweislastregel und damit auf das Ergebnis aus. Bei der zweistufigen Methode habe der unterhaltspflichtige Ehegatte, der einen kleineren Überschuss behaupte, die entsprechende Sparquote zu behaupten und zu beweisen. Gelinge ihm dieser Beweis nicht, habe er die Nachteile daraus zu tragen und die behauptete Sparquote werde bei der Teilung des Überschusses nicht berücksichtigt. Bei der einstufigen Methode habe der unterhaltsberechtigte Ehegatte sein Haushaltsbudget darzutun und zu beweisen. Scheitere dieser Beweis, gehe das Gericht von einem tieferen Haushaltsbudget aus und setze es einen entsprechend tieferen Unterhaltsbeitrag fest.