Citation: 6B_930/2015 E. 1.4.2

1.4.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz berücksichtige bei der Würdigung seiner Aussagen nicht, dass er aufgrund seiner kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten nicht in der Lage sei, Aussagen zu tätigen, die von einem durchschnittlichen Beschuldigten zu erwarten seien. Er weist zutreffend darauf hin, dass er bei dem anlässlich der sachverständigen Begutachtung erstellten Hamburg-Wechsler Intelligenztest für Erwachsene im Verbalteil mit einem IQ-Wert von 83 etwas unter dem Durchschnitt liegt. Die Gutachter halten jedoch fest, er habe abgesehen von einem Wert mit Resultaten abgeschnitten, die innerhalb der Norm lägen. Zudem betrage sein Gesamt-IQ 94, was gemäss Tabelle einer durchschnittlichen Intelligenz entspricht (kantonale Akten, act. 993 f.). Zutreffend sind auch seine weiteren Hinweise auf Aktenstellen (vgl. Beschwerde S. 6; kantonale Akten, act. 343, 671 f.). Indessen verkennt die Vorinstanz die kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers bzw. deren Einschränkung bei der Würdigung seiner Aussagen nicht. Indem sie diese teilweise wörtlich wiedergibt und sein Aussageverhalten ausführlich aufzeigt, bringt sie zum Ausdruck, dass sie die beschränkten sprachlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers erkennt und bei der Würdigung berücksichtigt. Insbesondere verweist sie gleich zu Beginn ihrer Aussageanalyse auf den Umstand, dass er oft weitschweifige Angaben mache (Urteil S. 13). Da bei der Lektüre der Aussagen des Beschwerdeführers der Eindruck entsteht, er sei fähig gewesen, der jeweiligen Einvernahme zu folgen, die Fragen zu erfassen sowie adäquat zu antworten, und er auch nichts Gegenteiliges behauptet, ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz seine Aussagen in ihre Beweiswürdigung einbezieht sowie analysiert. Auch ist bei deren Würdigung keine Willkür ersichtlich. Es ist nicht unhaltbar, wenn die Vorinstanz berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer weder erklären konnte, wer seinen Sohn verletzt hat, noch die Frage aufzuklären versuchte (Urteil S. 20). Aus seinem Aussageverhalten ergibt sich deutlich, dass der Beschwerdeführer durchaus in der Lage wäre, andere Personen zu beschuldigen. So weist die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass er grundsätzlich dazu neige, die Schuld bei anderen zu suchen (Urteil S. 13). Auch hinsichtlich der seinem Sohn verabreichten Medikamente vermag der Beschwerdeführer keine Willkür in der vorinstanzlichen Beweiswürdigung aufzuzeigen. Er beschränkt sich grösstenteils darauf, seine bisherigen Vorbringen (Täterschaft seiner Ehefrau, eingeschränkte kognitive und sprachliche Fähigkeiten) zu wiederholen und darzulegen, wie seine Aussagen aus seiner Sicht zu würdigen seien. Jedoch geht er mit keinem Wort auf die ausführliche und nachvollziehbare Würdigung der Vorinstanz ein. Diese zeigt anhand seiner Aussagen eindrücklich auf, dass er sich bezüglich seines Konsums der Medikamente sowie der Art und Weise deren Einnahme in Widersprüche verstrickt sowie seine Angaben dem jeweiligen Verfahrensstand anpasst (Urteil S. 14 f.). Ferner legt sie dar, dass der Beschwerdeführer sich während des gesamten Verfahrens nicht habe festlegen können, ob er seinem Sohn die Medikamente verabreicht habe oder nicht (Urteil S. 26 f.). Es ist im Ergebnis nicht schlechterdings unhaltbar, wenn die Vorinstanz aus dem Aussageverhalten des Beschwerdeführers sowie den Tatsachen, dass einzig eine orale Medikamenteneinnahme des Opfers in Frage kommt und der Beschwerdeführer die Möglichkeit hatte, seinem Sohn die Medikamente zu verabreichen, schliesst, er habe dies auch getan.