Citation: U 98/06 05.04.2007 E. 3

3.1 Sämtliche Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen hieran nichts zu ändern. Insbesondere ist die Rüge unbegründet, die SUVA und das kantonale Gericht hätten, weil sich die psychische Problematik nachträglich akzentuiert habe und der Beschwerdeführer auch weiterhin psychiatrische Behandlung in Anspruch nehmen müsse, die Unfalladäquanz anhand der bekannten Kriterien, ohne weitere Abklärungen vorzunehmen, zu Unrecht bereits zwei Monate nach dem Unfallereignis und nicht erst nach Ablauf einer gewissen Zeit geprüft. Wie es die Vorinstanz mit der SUVA interpretiert und anwendet, bezieht sich das Urteil K. vom 11. Februar 2004, U 246/03, worauf sich der Beschwerdeführer beruft, auf die Schleudertraumen der Halswirbelsäule (BGE 117 V 359) und Schädel-Hirntraumen (BGE 117 V 369), bei welchen zwischen somatischen und psychischen Gesundheitsschäden nicht differenziert wird. Wo es hingegen nicht um solche Traumen geht und die physischen und psychischen Leiden eindeutig auseinanderzuhalten sind, ist die genannte Rechtsprechung nicht anwendbar und muss die Adäquanzprüfung nach Abschluss der somatischen Behandlung vorgenommen werden können. Dem konkreten Fall liegt kein Schleudertrauma zu Grunde; der Versicherte weist Beschwerden auf, die nach der für psychische Fehlentwicklungen im Anschluss an Unfälle etablierten Praxis (BGE 115 V 133) zu beurteilen sind. Die psychischen Unfallfolgen haben auf den Zeitpunkt der Adäquanzbeurteilung demzufolge keine Auswirkung. Die SUVA durfte somit die Leistungen mit Wirkung ab 1. Juni 2004 einstellen, da es für die Bestimmung des Zeitpunktes des Abschlusses des Heilungsprozesses lediglich auf die Behandlung der somatischen Unfallfolgen und nicht der psychischen Gesundheitsbeschwerden ankommt. 3.2 Demnach kommt nicht die allgemeine Adäquanzformel (BGE 129 V 177 E. 4.2 S. 184; Urteil B. vom 14. April 2005, U 390/04), sondern die Rechtsprechung zur Anwendung, welche sich auf die psychischen Fehlentwicklungen (BGE 115 V 133) bezieht. Die Einwände, es handle sich beim erlittenen Unfall mindestens um einen Grenzfall zu einem schweren Unfall, und das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit sei wegen der dramatischen Begleitumstände des Unfalls beim Ereignis vom 6. Januar 2004 ohne weiteres gegeben, vermögen nicht zu überzeugen. Denn der Unfall kann nicht als schwer qualifiziert werden, auch wenn die Abläufe rund um die nächtliche Aggression nicht bagatellartig waren (vgl. RKUV 1996 S. 215, U 256). Zudem ist das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit nicht so ausgeprägt, dass es allein für die Bejahung der Adäquanz ausreichen würde.