Citation: 2C_771/2014 E. 2.1

2.1. Gemäss Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA erhält eine Person, die die Staatsangehörigkeit einer Vertragspartei besitzt und keine Erwerbstätigkeit im Aufenthaltsstaat ausübt und dort kein Aufenthaltsrecht auf Grund anderer Bestimmungen dieses Abkommens hat, eine Aufenthaltserlaubnis mit einer Gültigkeitsdauer von mindestens fünf Jahren, sofern sie den zuständigen nationalen Behörden den Nachweis dafür erbringt, dass sie für sich selbst und ihre Familienangehörigen (lit. a) über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, so dass sie während ihres Aufenthalts keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen muss, und (lit. b) über einen Krankenversicherungsschutz verfügt, der sämtliche Risiken abdeckt. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, falls das noch immer hängige IV-Verfahren zu einem für sie günstigen Ergebnis führe, werde sie die genannten Voraussetzungen für einen erwerbslosen Aufenthalt künftig erfüllen. Der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung verbiete deshalb ihre Wegweisung vor dem rechtskräftigen Abschluss des IV-Verfahrens und erfordere es stattdessen, ihr bis zu diesem Zeitpunkt ein Anwesenheitsrecht zu gewähren und erst dannzumal über die Voraussetzungen der Aufenthaltsrechte gemäss dem Freizügigkeitsabkommen zu befinden.