Citation: 6B_863/2022 E. 2.2

2.2. Die Vorinstanz stellt fest, das psychiatrische Privatgutachten vom 2. April 2022 stütze sich primär auf eine Befragung des Beschwerdeführers vom 1. April 2022 und einem Arztbericht vom 8. Mai 2019. Das Privatgutachten diagnostiziere beim Beschwerdeführer nachträglich für April 2019 und Juli 2020 eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome gemäss ICD-10 F32.2. Im Juli 2020 habe der Beschwerdeführer seinen Briefkasten nur noch ein bis zwei Mal pro Woche geleert, ohne die Post weiter zu betrachten. Er sei schwer depressiv, suizidal und antriebslos gewesen, und zwar in einem Ausmass, das die Führung des Haushalts stark beeinträchtigt habe. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in diesem Zustand seiner Post nicht die nötige Bedeutung beigemessen habe. In dieser Unterlassung sei für ihn kein Unrecht erkennbar gewesen. Dies gelte auch für den 3. August 2020, als ihn das Strassenverkehrsamt aufforderte, den Fahrzeugausweis und die Kontrollschilder xxx abzugeben. Ebenso gelte es für den 29. August 2020, als er in einem von ihm selbst gelenkten Personenwagen zur polizeiliche Einvernahme erschien. Was die Aufforderung vom 11. Juni 2021 zur Abgabe des Fahrzeugausweises und der Kontrollschilder xxx betrifft, sei der Beschwerdeführer gemäss Privatgutachten "möglicherweise" nur teilweise fähig gewesen, das Unrecht seiner Unterlassung einzusehen. Zu diesem Zeitpunkt sei es ihm schon besser gegangen, zumal er seit dem 1. Januar 2021 wieder reduziert gearbeitet habe.