Citation: 6B_1308/2021 E. 2.2.1

2.2.1. Die Vorinstanz begründet ihren Nichteintretensentscheid zunächst damit, dass sich der Beschwerdeführer nicht ordnungsgemäss als Privatklägerschaft im Verfahren konstituiert habe. Er habe es unterlassen, ausdrücklich zu erklären, sich am Verfahren beteiligen und seine Parteirechte beanspruchen zu wollen. Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang, wie bereits vor Vorinstanz, geltend, er habe anlässlich seiner Einvernahme vom 12. Oktober 2016 ausgeführt, er möchte den Beschwerdegegner 2 anzeigen, weil dieser ihn festgehalten habe. Die Vorinstanz erwägt zu Recht, dass diese Erklärung praxisgemäss nicht als rechtsgültige Konstituierung zum Privatkläger betrachtet werden kann. Wie in der vorstehenden Erwägung 2.1.3 ausgeführt, genügt es, jedenfalls bei Offizialdelikten wie dem Raufhandel, nicht, Strafanzeige gegen eine Person zu erstatten. Dies würde selbst dann gelten, wenn die vorerwähnte Erklärung des Beschwerdeführers dergestalt verstanden werden müsste, dass er die Strafverfolgung und Bestrafung des Angezeigten verlangte, was sich aus der Erklärung ebenfalls nicht ausdrücklich, sondern höchstens implizit, ergibt. Eine über den Willen zur blossen Strafanzeige hinaus gehende Willenserklärung dahingehend, dass der Beschwerdeführer im Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner 2 überdies Parteirechte beanspruchen will, lässt sich seiner Aussage vom 12. Oktober 2016 nicht entnehmen. Weitere Willensäusserungen im Rahmen des Vorverfahrens, die als Konstituierung zur Privatklägerschaft verstanden werden und die die Staatsanwaltschaft zu entsprechender Nachfrage hätten veranlassen müssen, behauptet der Beschwerdeführer nicht. Dem Beschwerdeführer kann sodann nicht gefolgt werden, wenn er unter Hinweis auf Art. 118 Abs. 4 StPO rügt, nur ungenügend über seine Rechte als möglicher Geschädigter informiert worden zu sein. Entgegen seiner Auffassung muss von seiner amtlichen Verteidigung erwartet werden, dass sich diese spätestens im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens auch zur Konstituierung des Beschwerdeführers als Privatkläger geäussert hätte, wenn dies die Mandantschaft so gewollt hätte. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass angesichts des diesbezüglichen Schweigens des Beschwerdeführers im Verlauf des Vorverfahrens und offensichtlich auch während des erstinstanzlichen Verfahrens von einem Verzicht sowie davon auszugehen ist, dass ein allfälliger Mangel auf die Hinweis- und Aufklärungspflicht seitens der Staatsanwaltschaft geheilt wäre. Die Vorinstanz nimmt willkürfrei an, der Beschwerdeführer und seine Verteidigung hätten weder bei der Anklageerhebung vom 4. August 2020 noch im Rahmen der Beweisverfügung des Strafgerichtspräsidenten vom 26. August 2020, worin der Beschwerdeführer nicht als Privatkläger aufgeführt sei, auf den Mangel hingewiesen oder ausdrücklich die Konstituierung als Privatkläger verlangt. Dies selbst in den erstinstanzlichen Parteivorträgen nicht. Es kann mithin auch nicht gesagt werden, der Beschwerdeführer hätte keine Gelegenheit gehabt, sich zur Frage der Konstituierung zu äussern, so etwa weil eine Einstellung ergangen wäre, ohne dass ihn die Strafverfolgungsbehörde zuvor auf das Konstituierungsrecht aufmerksam gemacht hätte (dazu BGE 141 IV 380 E. 2.2; Urteil 6B_33/2019 vom 22. Mai 2019 E. 3). Entgegen seiner Auffassung hat sich der Beschwerdeführer ein allfälliges Versäumnis seiner Verteidigung anrechnen zu lassen. Jedenfalls kann er daraus nichts für sich ableiten und es ist der Staatsanwaltschaft resp. den Strafverfolgungsbehörden insgesamt keine Verletzung von Treu und Glauben aufgrund der Hinweispflicht nach Art. 118 Abs. 4 StPO auf eine mögliche Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers vorzuwerfen. Soweit er die Willenserklärung, sich als Privatkläger am Verfahren zu beteiligen, darin erblickt, dass er gegen den erstinstanzlichen Freispruch des Beschwerdegegners 2 Berufung erhoben hat, ist sein Bemühen zudem verspätet. Im Übrigen weist die Vorinstanz in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass trotz ihrer Rückfrage unklar blieb, was der Beschwerdeführer mit der gleichzeitigen Erhebung der Berufung und der Anschlussberufung bezweckte und inwiefern sich diese inhaltlich unterscheiden würden. So brachte die Verteidigung vor, dass sich der Beschwerdeführer damit die Möglichkeit der Anschlussberufung als akzessorisches Rechtsmittel wahren wolle, die selbständig erhobene Berufung mit der Konsequenz zurückziehen zu können, dass seine Berufung als Anschlussberufung stehen bleibe. Auch in diesem von der Vorinstanz als verfahrenstaktisch motiviert bezeichneten Manöver ist mithin kein eindeutiger Wille des Beschwerdeführers zur Konstituierung als Privatkläger im Verfahren gegen den Beschwerdegegner 2 zu erblicken. Fehl geht schliesslich die Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe, zumal angesichts der Formulierung ihres Beschlusses als "dass"-Entscheid, ihre Begründungspflicht resp. seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Wie aus der Beschwerde erhellt, konnte der Beschwerdeführer die Tragweite des Entscheids ohne Weiteres erfassen und diesen in Kenntnis der Sache ans Bundesgericht weiterziehen. Ebenso nennt die Vorinstanz nach dem Gesagten die wesentlichen Überlegungen, von denen sie sich hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt (BGE 143 III 65 E. 5.2; 141 III 28 E. 3.2.4; 139 IV 179 E. 2.2; 138 IV 81 E. 2.2; je mit Hinweisen).