Citation: 6B_1424/2019 E. 2.4.5

2.4.5. Bei Straftaten gegen das BetmG hat sich das Bundesgericht hinsichtlich der Ausweisung zwecks Verhinderung neuer Straftaten zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit stets streng gezeigt; diese Strenge bekräftigte der Gesetzgeber mit Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB. "Drogenhandel" führt von Verfassungs wegen in der Regel zur Landesverweisung (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV; Urteile 6B_191/2020 vom 17. Juni 2020 E. 1.4; 6B_48/2019 vom 9. August 2019 E. 2.4.1 und 6B_378/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 145 IV 364; je mit Hinweisen). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB grundsätzlich unabhängig von der konkreten Tatschwere greift (BGE 144 IV 332 E. 3.1.3 S. 339 mit Hinweis). Zudem muss sie unabhängig davon ausgesprochen werden, ob die Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausgefällt wird (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1 S. 108; 144 IV 168 E. 1.4.1 S. 171; Urteil 6B_177/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.4.1). Die Einwände der Beschwerdeführerin, sie habe das Kokain "lediglich" zur Aufbewahrung während zwei Tagen bei sich gehabt, ihr sei weder eine genaue Planung noch eine besondere Anstrengung anzulasten, sie habe innerhalb des Drogenhandels eine untergeordnete Stellung eingenommen, das objektive Tatverschulden sei als leicht zu qualifizieren und bei der inkriminierten Tat habe es sich lediglich um eine unüberlegte Spontantat gehandelt, sind in diesem Zusammenhang insofern nicht massgebend. Gemäss den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz bezieht sich die zur Landesverweisung führende Tathandlung auf eine Menge von zirka 90 Gramm reines Kokain (vgl. angefochtenes Urteil Ziff. 3.1 S. 8). Selbst wenn das Verschulden der Beschwerdeführerin gemäss Vorinstanz in Bezug auf eine qualifizierte BetmG-Widerhandlung als noch leicht einzustufen ist, ist die Grenze zum schweren Fall, welche bei 18 Gramm reinen Kokains liegt, bei weitem erreicht (BGE 145 IV 312 E. 2.1.1 S. 315 und E. 2.1.3 S. 317 f.; 138 IV 100 E. 3.2 S. 103; 109 IV 143 E. 3b S. 145). Die qualifizierte Begehungsweise stuft das Gesetz als Verbrechen ein. Der Strafrahmen von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG reicht von 1 bis 20 Jahre Freiheitsstrafe. Soweit die Vorinstanz das objektive Tatverschulden der Beschwerdeführerin als leicht wertet, betrifft dies allein die Einordnung in diesem Strafrahmen und kann nicht dazu führen, dass das Vorliegen einer Anlasstat zu verneinen wäre.