Citation: 1P.607/2005 08.11.2005 E. 1

Die Beschwerdeführerin wirft der Anklagekammer einerseits vor, den Einstellungsentscheid des Untersuchungsrichters aufgrund einer willkürlichen Beweiswürdigung geschützt zu haben. Anderseits macht sie eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs geltend, da ihr die Anklagekammer Kosten auferlegt habe, ohne sich zu ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege geäussert zu haben. 1.1 Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts ist, der durch eine angeblich strafbare Handlung Geschädigte, dem wie hier keine Opferstellung im Sinne von Art. 2 OHG zukommt, grundsätzlich nicht legitimiert, gegen die Einstellung eines Strafverfahrens staatsrechtliche Beschwerde zu erheben, weil der Strafanspruch dem Staat zusteht und der Geschädigte an der Verfolgung des Täters nur ein mittelbares oder tatsächliches, aber kein rechtliches Interesse im Sinn von Art. 88 OG hat (BGE 120 Ia 220 E. 2a; 108 Ia 97 E. 1 mit Hinweisen). Falls ihm im kantonalen Verfahren Parteistellung zukam, kann er jedoch unbekümmert um die fehlende Legitimation in der Sache selbst die Verletzung von Verfahrensrechten geltend machen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt (BGE 114 Ia 307 E. 3c mit Hinweisen). 1.2 Die Beschwerdeführerin ist damit nicht legitimiert, die Bestätigung der Verfahrenseinstellung durch die Anklagekammer in der Sache anzufechten, auf ihre Willkürrüge ist nicht einzutreten. 1.3 Als Rekurrentin war sie indessen Partei des Rekursverfahrens und ist damit ohne weiteres legitimiert zu rügen, die Anklagekammer habe ihr unter Verletzung ihres rechtlichen Gehörs die Gerichtskosten auferlegt. Aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV verankerten Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich für den Richter die Pflicht, seinen Entscheid zu begründen. Er muss wenigstens kurz die wesentlichen Überlegungen darlegen, von denen er sich dabei hat leiten lassen, sodass der Betroffene den Entscheid in voller Kenntnis der Sache anfechten kann. Dabei muss sich der Richter nicht mit allen tatsächlichen Behauptungen und rechtlichen Einwänden auseinander setzen. Er kann sich vielmehr auf die für seinen Entscheid erheblichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 122 IV 8 E. 2c; 121 I 54 E. 2c je mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Rekurs den Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege gestellt und ihre Prozessarmut belegt. Indem ihr die Anklagekammer die Rekurskosten auferlegte, ohne sich mit diesem Antrag auseinander zu setzen, hat sie das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt, die Rüge ist offensichtlich begründet. Der angefochtene Entscheid ist in diesem Punkt aufzuheben, und die Anklagekammer wird über die Kostenverlegung unter Wahrung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin neu zu befinden haben.