Citation: 8C_59/2024 E. 5.3

5.3. Es ist in der Tat nicht nachvollziehbar, weshalb der orthopädische Gutachter nach Kenntnisnahme der Ergebnisse der klinisch neurologischen und elektrophysiologischen Abklärung vom 24. August 2021 zu seiner ursprünglichen Einschätzung einer lediglich 50%igen Arbeitsfähigkeit auch in einer rückenadaptierten Tätigkeit zurückkehrte. Zuvor hatte er am 11. März 2021 noch festgehalten, aus orthopädischer Sicht bestehe im Vergleich zum Vorgutachten keine erhöhte Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten, d.h. es bestehe nach wie vor eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Ob dies auch neurologischerseits der Fall sei, müsse eine entsprechende Abklärung beantworten. Die der Folge getätigte Abklärung ergab keine neurologische Pathologie. Dennoch ging Dr. med. B.________ von einer bloss 50%igen Arbeitsfähigkeit aus, ohne dies schlüssig zu begründen. Es mag zwar sein, dass es zu einer Verstärkung ("Verschlimmbesserung") der Schmerzen nach mehreren Eingriffen auf demselben Niveau gekommen sein könnte. Das ändert aber nichts daran, dass der Gutachter bereits vor der neurologischen Abklärung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit gemäss Vorgutachten bestätigt hatte. Aus dem Umstand, dass eine polydisziplinäre Abklärung im Jahr 2009 ebenfalls eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten ergab, kann der Beschwerdeführer sodann nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal die IV-Stelle der gutachterlichen Einschätzung schon damals nicht gefolgt war. Wenn die Vorinstanz in den gutachterlichen Ausführungen einen Widerspruch erkannte und infolgedessen nicht auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des BEGAZ vom 7. Januar 2021 und 18. Januar 2022 in Bezug auf rückenadaptierte Tätigkeiten abstellte, so erscheint dies nicht bundesrechtswidrig.