Citation: 2C_65/2023 E. 7.4.3

7.4.3. Die von der Beschwerdeführerin vorgetragene Behauptung, wonach sie ohnehin nicht beabsichtigt habe, Kommissionen auf die Zuschläge zu zahlen, vermag auch die Kausalität zwischen der Abstimmung und deren Umsetzung nicht infrage zu stellen. Insbesondere bleibt der Umstand bestehen, dass die Beschwerdeführerin den Mitgliedern des "L1.________" ihr Verhalten mitteilte und auf diese Weise zur Umsetzung der Abstimmung beitrug. Der Abstimmungserfolg zeichnete sich insofern dadurch aus, dass er auf Gegenseitigkeit beruhte, unabhängig von welchem Mitglied des "L1.________" die Absprache initiiert wurde. Es lag somit ein Marktverhalten vor, das von der gegenseitigen Abstimmung beeinflusst war (vgl. BGE 147 II 72 E. 3.4.3). Angesichts des Umstands, dass - wie im Wettbewerbsrecht generell (vgl. BGE 139 I 72 E. 8.3.2; Urteil 2C_561/2022 vom 23. April 2024 E. 10.4.3.1) - auch bei Abreden die Anforderungen an die Beweise nicht zu hoch sein dürfen (vgl. BGE 147 II 72 E. 3.4.4; 144 II 246 E. 6.4.4), ist das angeführte Beweisergebnis für den Nachweis einer tatsächlich umgesetzten Abstimmung ausreichend. Der Austausch über die Nicht-Kommissionierung von Zuschlägen zwischen den zueinander in einem horizontalen Konkurrenzverhältnis stehenden Mitgliedern des "L1.________" im Rahmen der Treffen erfüllt damit den ersten Teil des Tatbestands von Art. 8 Abs. 1 (1. Teilsatz) LVA in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 (1. Teilsatz) KG.