Citation: I 563/01 11.12.2002 E. 2

Wie auf Grund einer Gegenüberstellung der ärztlichen Aussagen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgezeigt wurde, gibt es eine Reihe von Anzeichen dafür, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert hat. Frau Dr. med. H.________, Spezialärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, diagnostizierte in ihrem zweiten, im Auftrag der IV-Stelle erstatteten Gutachten vom 13. März 2000 neu ein beginnendes generalisiertes Fibromyalgiesyndrom. Es handelt sich dabei um eine polytope, mechanisch nicht erklärbare Schmerzsymptomatik an stark druckdolenten Sehnenansätzen und Muskeln (vertebral und peripher), ohne hinreichenden somatischen Befund, begleitet von vegetativen und funktionellen Störungen, meist mit offensichtlichem psychosomatischem Hintergrund (Roche Lexikon Medizin, 4. Auflage 1999) . Der Neurologe Dr. med. R.________ bestätigte im Bericht vom 30. Juni 2000 die genannte Diagnose. Anders als die Gutachterin, die an ihrer bisherigen Schätzung einer Arbeitsfähigkeit von bis zu 75 % in einer angepassten Tätigkeit festhielt, befand jener die Beschwerdeführerin generell als vollständig arbeitsunfähig. Letzteres wurde auch in den Berichten des Hausarztes Dr. med. L.________ vom 15. September 1999 und 29. März 2000 sowie von Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 8. Januar 2001 attestiert. Die kantonale Instanz hat indes verneint, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung in einem anspruchserheblichen Ausmass verändert hat, und dazu angeführt, die neuen Einschätzungen gründeten nicht auf einer Änderung des Gesundheitszustandes, sondern hätten bloss die Bedeutung einer neuen Beurteilung, welche in revisionsrechtlicher Hinsicht jedoch ohne Belang sei. Dem ist nicht zu folgen. Denn wenn der Psychiater Dr. med. K.________ in seinem Bericht vom 8. Januar 2001 bei der Beschwerdeführerin eine "mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom sowie eine generalisierte Angststörung" diagnostizierte, und dazu die Annahme äusserte, "dass die Depression bereits im Februar 1998 manifest war und die Arbeitsunfähigkeit mitbeeinflusste", so ist der von der Vorinstanz gezogene Schluss, es sei davon auszugehen, dass sich der psychische Gesundheitszustand zwischen dem Erlass der ursprünglichen Verfügung und dem Erlass der streitigen Verfügung nicht verändert habe, bereits auf Grund des Wortlauts der zitierten Aussage nicht statthaft. Wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht eingewendet wird, hat Dr. med. K.________ die Beschwerdeführerin in dem für den Erlass der ersten Verfügung massgebenden Zeitraum nicht untersucht. Stellt man auf die damals rapportierten ärztlichen Beurteilungen ab, ergeben sich deutliche Anzeichen dafür, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert haben könnte. Im Bericht der Neurologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich vom 21. April 1997 wurde sie als "etwas depressiv wirkend" charakterisiert und den Stellungnahmen des Hausarztes Dr. med. L.________ vom 27. März 1998, von Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH für Rheumatologie, vom 21. April 1998, Dr. med. W.________, Oberarzt der Rheuma- und Rehabilitationsklinik X.________, vom 8. Mai 1998 und der Gutachterin Dr. med. H.________ vom 7. September 1998 lassen sich keine Hinweise darauf entnehmen, dass sie damals bereits an einer derart intensiven psychischen Störung litt, wie sie am 8. Januar 2001 vom Psychiater Dr. med. K.________ diagnostiziert wurde. Durch die zusätzlichen Befunde ist erstellt, dass eine revisionsrechtlich relevante Änderung eingetreten sein könnte. Ob ein anspruchserhebliches Ausmass gegeben ist, wird aber erst nach der notwendigen Klärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu beurteilen sein. Vor dem Neuentscheid über den Rentenantrag sind zudem bezüglich der zu erhebenden psychischen Befunde noch die erforderlichen Abgrenzungen zu treffen (vgl. Erw. 3).