Citation: 1B_154/2009 23.06.2009 E. 2

2.1 Nach zürcherischem Strafprozessrecht darf vorzeitiger Strafvollzug nur fortgesetzt werden, wenn der Angeschuldigte eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und ausserdem konkrete Anhaltspunkte für einen besonderen Haftgrund vorliegen (§ 58 Abs. 1 i.V.m. § 71a der Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919 [StPO/ZH]; vgl. BGE 135 I 71 E. 2 S. 72; 133 I 270 E. 2 S. 275). Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass in ihrem Fall dringender Tatverdacht und Fluchtgefahr gegeben sind. 2.2 Indessen hält die Beschwerdeführerin eine Aufrechterhaltung des strafprozessualen Freiheitsentzugs für unverhältnismässig. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt. Im Weiteren kann eine Haft die zulässige Dauer auch dann überschreiten, wenn das Strafverfahren nicht genügend vorangetrieben wird. Die Frage, ob eine Haftdauer als übermässig bezeichnet werden muss, ist aufgrund der konkreten Verhältnisse des einzelnen Falls zu beurteilen. Für die Beurteilung der Verhältnismässigkeit der Haft spielt es jedoch grundsätzlich keine Rolle, dass für die in Aussicht stehende Freiheitsstrafe gegebenenfalls der bedingte oder teilbedingte Vollzug gewährt werden kann (BGE 133 I 270 E. 3.4.2 S. 281 f. mit Hinweisen). 2.3 Nach den Darlegungen der Beschwerdeführerin sei zu erwarten, dass das Obergericht als Berufungsinstanz eine deutlich mildere Strafe ausfällen werde; deshalb bestehe ein erhebliches Risiko von Überhaft. Es erweist sich aber nicht als verfassungswidrig, dass der angefochtene Entscheid im Hinblick auf die zu erwartende Strafe auf das erstinstanzliche Strafurteil abstellt. Wenn die Beschwerdeführerin annimmt, das Obergericht werde die Strafe wesentlich verkürzen oder gar den bedingten Strafvollzug gewähren, ist dies reine Spekulation. Dies gilt auch im Hinblick auf die geltend gemachten persönlichen Umstände der Beschwerdeführerin. Insoweit muss auf ihre Argumente nicht im Einzelnen eingegangen werden. Vorläufig kann noch nicht die Rede davon sein, dass der erstandene Freiheitsentzug in grosse Nähe der Strafe gerückt ist, die der Beschwerdeführerin droht. 2.4 Die Beschwerdeführerin beklagt sich weiter darüber, dass das erstinstanzliche Urteil noch nicht in begründeter Form vorliegt. Von einer ins Gewicht fallenden Verfahrensverzögerung ist jedoch bis anhin nicht auszugehen. 2.5 Insgesamt ist die Beschwerde, was die Verhältnismässigkeit der strafprozessualen Haft angeht, abzuweisen.