Citation: 6B_344/2007 01.07.2008 E. 4

4.1 Gemäss Art. 59 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ist die Einziehung ausgeschlossen, wenn ein Dritter die Vermögenswerte in Unkenntnis der Einziehungsgründe erworben hat und soweit er für sie eine gleichwertige Gegenleistung erbracht hat oder die Einziehung ihm gegenüber sonst eine unverhältnismässige Härte bedeuten würde. Als Dritterwerber im Sinne von Art. 59 Ziff. 1 Abs. 2 StGB gilt diejenige natürliche oder juristische Person, die einen konkreten deliktisch erlangten Vermögenswert nach der Tat erwirbt. Der Dritterweber ist somit weder Täter noch Direktbegünstigter, sondern erwirbt die Vermögenswerte von diesen im Rahmen eines Rechtsübergangs ohne Konnex zur Tathandlung (Baumann, a.a.O., Art. 59 N. 47). Der Schutz des Dritterwerbs umfasst - der zivilrechtlichen Regelung folgend - zunächst dingliche Rechtspositionen, darüber hinaus aber auch die dem Eigentumsrecht angenäherten Verfügungsrechte (z. B. über Kontoguthaben; Schmid, a.a.O., Art. 59 N. 81). Vorab geschützt ist der Erwerb von Vermögenswerten im Rahmen synallagmatischer Rechtsgeschäfte. Nach Schmid soll auch derjenige gutgläubige Leistungsempfänger geschützt sein, der den Vermögenswert zur Abgeltung einer Verpflichtung, z.B. als angemessene vertragliche Gegenleistung, als familienrechtlicher Unterhaltsbeitrag oder als öffentlichrechtliche Leistung empfängt. Dieser Auffassung zufolge, die von einer Gesetzeslücke ausgeht, wären offenbar auch Dritterwerber geschützt, welche die Vermögenswerte nicht als Entgelt für eine synallagmatische Gegenleistung (gestützt auf ein und denselben Vertrag), sondern zur Tilgung eines anderweitigen Zahlungsanspruchs entgegennimmt (vgl. Schmid, a.a.O., Art. 59 N. 89). 4.2 Aufgrund der tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz steht fest, dass die beiden vom Angeklagten veranlassten Überweisungen je eine Gutschrift von Euro 100'000.-- auf einem Konto der Treuhandgesellschaft E.________ zur Folge hatten. Die Vorinstanz bejaht einen Dritterwerb durch die E.________, ohne sich allerdings zum Erwerbsgrund näher zu äussern. Die erforderliche Gegenleistung für die Gutschriften sieht sie einerseits in der Verpflichtung der E.________, die Gelder auf Rechnung der ursprünglich durch Veruntreuung Geschädigten C.________ bzw. B.________ zu investieren, und andererseits darin, dass der Angeklagte ihnen gegenüber von seiner "Rückzahlungspflicht" befreit worden sei.