Citation: 2C_573/2018 E. 4.3

4.3. Die Beschwerdeführerin spricht die Landessprache, ist körperlich gesund und mit den Verhältnissen im Kosovo vertraut, obwohl sie sich nach ihrer Einreise in die Schweiz gemäss eigenen Angaben nur noch im Rahmen von Besuchen von Verwandten und Ferienaufenthalten jeweils vorübergehend dort aufhielt. Es kann sich damit nur noch fragen, ob ihr eine Rückkehr in den Kosovo allenfalls deshalb nicht zugemutet werden kann, weil die Therapie der bei ihr festgestellten psychischen Störungen dort nicht adäquat behandelt werden kann. In diesem Zusammenhang macht die Beschwerdeführerin geltend, eine Wegweisung in den Kosovo würde den gesamten Therapieverlauf gefährden. Die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten psychischen Störungen (dissoziale Persönlichkeitsstörung, ergänzt durch histrionische und abhängige Persönlichkeitszüge) weisen Krankheitswert auf und sind denn auch im Strafvollzug Gegenstand entsprechender Therapien. Der Charakter dieser Störungen als reine Verhaltensstörungen steht hingegen einer Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Kosovo nicht entgegen. Der Täter bzw. die Täterin wird gemäss Art. 62 Abs. 1 StGB aus dem stationären Vollzug einer Massnahme bedingt entlassen, sobald sein bzw. ihr Zustand es rechtfertigt, dass ihm bzw. ihr Gelegenheit gegeben wird, sich in der Freiheit zu bewähren. Voraussetzung für die bedingte Entlassung ist eine günstige Prognose. Die Prognose ist günstig, wenn zu erwarten ist, dass der Betroffene keine weiteren Straftaten begehen wird, die mit der behandelten Störung in Zusammenhang stehen. Eine Heilung im medizinischen Sinn ist indes nicht erforderlich. Es genügt, dass der Betroffene gelernt hat, mit seinen Defiziten umzugehen. Entscheidend ist, dass die mit der schweren psychischen Störung zusammenhängende Rückfallgefahr durch die Behandlung ausreichend vermindert werden konnte (BGE 137 IV 201 E. 1.2 S. 202 f.; Urteile 6B_1070/2016 vom 23. Mai 2017 E. 2.2; 6B_593/2012 vom 10. Juni 2013 E. 3; 6B_714/2009 vom 19. November 2009 E. 1.2; je mit Hinweisen). Der vom Migrationsamt des Kantons Basel-Landschaft verfügte Widerruf der Niederlassungsbewilligung wurde mit der Wegweisung auf den Zeitpunkt der (bedingten) Entlassung aus dem Straf- bzw. Massnahmenvollzug verbunden, d.h. erst auf diesen Zeitpunkt werden Widerruf und Wegweisung wirksam (vgl. auch Art. 70 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201], wonach bei Ausländern, die sich im stationären Massnahmenvollzug befinden, die bisherige Bewilligung bis zu ihrer Entlassung gültig bleibt; vgl. dazu Urteil 2C_144/2018 vom 21. September 2018 E. 5). Damit ist aber ohne weiteres davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auf diesen Zeitpunkt hin in ihr Heimatland zurückkehren können wird. Soweit es auch dann noch der Behandlung ihrer psychischen Störungen bedarf, steht bei diesen als Verhaltensstörungen keine medikamentöse, sondern im Wesentlichen eine psychotherapeutische Behandlung im Vordergrund. Die Vollzugsbehörden können der Beschwerdeführerin nötigenfalls eine längere Ausreisefrist ansetzen (vgl. Art. 64d Abs. 1 AuG) und sich, falls erforderlich, darum bemühen, unter Einschaltung der behandelnden Ärzte und Psychotherapeuten des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes (FPD) der Medizinischen Fakultät der Universität Bern eine kontinuierliche Übertragung der psychosozialen Betreuung der Beschwerdeführerin in deren Heimatland sicherzustellen (vgl. Urteil 2C_779/2017 vom 26. Oktober 2018 E. 4.3).