Citation: 1P.117/2003 14.04.2003 E. 4

Der Beschwerdeführer wirft den Kantonsgericht eine Verletzung seiner Verteidigungsrechte im Sinne von Art. 32 Abs. 2 BV vor. Sein Pflichtverteidiger habe die ihm gelieferten Beweismittel nicht ins Recht gelegt und einen ihm übermittelten Fragenkatalog ignoriert. 4.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss der amtliche wie der private Verteidiger die Interessen des Angeschuldigten in ausreichender und wirksamer Weise wahrnehmen und die Notwendigkeit von prozessualen Vorkehrungen im Interesse des Angeschuldigten sachgerecht und kritisch abwägen. Der Angeschuldigte hat Anspruch auf eine sachkundige, engagierte und effektive Wahrnehmung seiner Parteiinteressen. Wird von den Behörden untätig geduldet, dass der Verteidiger seine anwaltlichen Berufs- und Standespflichten zum Schaden der Angeschuldigten in schwerwiegender Weise vernachlässigt, kann darin eine Verletzung der in Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 EMRK gewährleisteten Verteidigungsrechte liegen (BGE 124 I 185 E. 3b S. 189 mit Hinweisen). 4.2 Beim Angeschuldigten darf der gute Wille vorausgesetzt werden, mit seinem amtlichen Verteidiger konstruktiv zusammenzuarbeiten. Der amtliche Verteidiger bestimmt die Art und Weise der Verteidigung. Er ist nicht bloss das unkritische Sprachrohr seines Mandanten (BGE 116 Ia 102 E. 4b/bb S. 105). Auch wenn der Angeschuldigte dem Verteidiger die Verteidigungsstrategie nicht vorschreiben kann, bedeutet dies nicht, dass er selbst keine Verfahrensrechte mehr ausüben dürfte, sei es auch im Widerspruch zu seinem Verteidiger (BGE 95 I 356 E. 2c S. 362; Frowein/Peukert, a.a.O., Rz. 188 zu Art. 6). 4.3 Der Beschwerdeführer äusserte sich bereits in einem Schreiben vom 29. November 1999 an die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz zur notwendigen Verteidigung. Er führte dazu aus: "Was meine Person betrifft, brauche ich keinen Anwalt. Einen Pflichtverteidiger können Sie mir zwar stellen, aber ich benötige ihn nicht. Ich habe dem Zwang der Strafprozessordnung anstandslos gefolgt und habe dreimal Verhöre über mich ergehen lassen. Zur Kooperation mit einem Pflichtverteidiger kann man mich nicht zwingen. Infolgedessen wird es keine Absprachen, Besprechungen etc. geben. Im Gerichtssaal plädiere ich für mich selbst. Plädoyers eines andern lasse ich nicht für mich gelten. Ich bitte Sie, den Betroffenen diesbezüglich zu orientieren; jegliche Kontaktaufnahme wird nicht beantwortet werden. Da ich als Angeklagter im Prozess das Schlusswort habe, werde ich spätestens zu diesem Zeitpunkt plädieren." In seiner staatsrechtlichen Beschwerde bestätigt der Beschwerdeführer, dass er nie direkten mündlichen oder schriftlichen Kontakt mit seinem Anwalt hatte. Er habe ihm einzig via seinen Hausarzt Beweismittel (Betreibungsbegehren und Bankauszüge) zukommen und ihm mitteilen lassen, dass er den Ausschluss der Öffentlichkeit beantrage. Seine Mutter habe dem Verteidiger zudem einen Fragenkatalog zugesandt. Im Umstand, dass der amtliche Verteidiger diese Informationen Dritter nicht im Sinne des Beschwerdeführers in seine Verteidigungsstrategie einfliessen liess, liegt klarerweise keine Verletzung der anwaltlichen Berufs- und Standespflichten, welche eine fachlich ausreichend qualifizierte Verteidigung in Frage stellen könnte. Die entsprechende Rüge des Beschwerdeführers erscheint aufgrund seines nicht nachvollziehbaren unkooperativen Verhaltens gegenüber seinem Verteidiger als rechtsmissbräuchlich. Im Übrigen legt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde nicht dar, dass das Kantonsgericht ihm verunmöglicht hätte, seine Verfahrensrechte selbst wahrzunehmen, wie er dies in seinem Schreiben vom 29. November 1999 an die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz angekündigt hatte. Bei dieser Sachlage kann gesamthaft betrachtet nicht gesagt werden, das Kantonsgericht habe den Anspruch des Beschwerdeführers auf seine in Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 EMRK gewährleisteten Verteidigungsrechte verletzt. Die Beschwerde erweist sich insoweit als unbegründet .