Citation: 5A_681/2018 E. 3.1

3.1. Dem angefochtenen Entscheid zufolge dürfen vorsorgliche Massnahmen nur angeordnet werden, wenn sie nötig, geeignet und verhältnismässig sind. Dass das Hauptbegehren wahrscheinlich begründet ist, sei nicht erforderlich. Als vorläufige Friedensordnung sei der eheliche Unterhalt während des Scheidungsprozesses auch dann zu regeln, wenn das Hauptbegehren wahrscheinlich unbegründet ist. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin seien die materiellen Voraussetzungen des Scheidungsgrundes gemäss Art. 115 ZGB im Streit um die vorsorglichen Massnahmen deshalb nicht zu prüfen. Das Obergericht weist darauf hin, dass mit Blick auf den Paarkonflikt, der im August 2015 eskaliert war und ein Gewaltschutzverfahren ausgelöst hatte, "zumindest Zweifel" an der Zumutbarkeit der Fortführung der Ehe bestünden. Es könne aber nicht im Voraus gesagt werden, dass die in Art. 115 ZGB vorausgesetzten schwerwiegenden Gründe alleine dem Beschwerdegegner anzulasten seien, gegen den sich die Gewaltschutzmassnahmen richteten. Namentlich könnten auch schwere psychische Misshandlungen und daraus resultierende gröbere gesundheitliche Beschwerden Unzumutbarkeit begründen. Das Obergericht folgert, dass dem Beschwerdegegner kein offensichtlich rechtsmissbräuchliches Verhalten zur Last gelegt werden kann. Was die angeblich rechtsmissbräuchliche Begründung der örtlichen Zuständigkeit durch den Wohnsitzwechsel des Beschwerdegegners angehe, habe das Bundesgericht kein rechtsmissbräuchliches Vorgehen festgestellt.