Citation: 5C.96/2000 29.05.2000 E. 5

5. Auflage, Bern 1999, Rz 19.02 ff.; derselbe, Berner Kommentar, N 53 ff. zu Art. 273 ZGB; Schwenzer, Basler Kommentar, N 6 zu Art. 273 ZGB; Meier/Stettler, Les effets de la filiation, Droit civil VI/2, Freiburg 1998, S. 110, Rz 238). In Anbetracht dieser Ziele leuchtet ohne weiteres ein, dass Bezirks- und Obergericht dem Kläger ein Besuchsrecht nicht generell abgesprochen haben: Dem Kläger ist mit Ausnahme der Vernachlässigung der Unterhaltspflichten kein Verhalten zur Last gelegt worden, das das physische oder psychische Wohl seines Sohnes gefährden würde. Auch seine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe steht nicht mit Handlungen im Zusammenhang, die Bedenken für den Umgang mit dem Kind erwecken müssten. Seine Krankheit und Krisensituation legen zwar nahe, das Besuchsrecht für eine gewisse Zeit auszusetzen. Es ist jedoch nicht ersichtlich, weshalb dieses gleich definitiv entzogen werden müsste. Nach den Feststellungen des Obergerichts muss eine Besserung nicht als ausgeschlossen erscheinen und ist der Kläger an einem Kontakt mit dem Sohn grundsätzlich interessiert. Die Beklagte weist freilich zu Recht darauf hin, dass C.________ in zweieinhalb Jahren kaum soweit sein wird, dass er die problematische Persönlichkeit des Klägers aus Distanz wird beurteilen können und über eine entsprechende Kritikfähigkeit verfügen wird. Da es aber ohnehin nur um ein ziemlich eingeschränktes Besuchsrecht (von einem Tag im Monat) geht und dieses nach der (im Folgenden noch zu überprüfenden) Auffassung der Vorinstanz zudem unter Mitwirkung eines Erziehungsbeistandes auszuüben sein wird, sind an die persönliche Distanzierungs- und Kritikfähigkeit des Kindes nicht allzu hohe Anforderungen zu stellen. Aus dieser Sicht ist ein gänzlicher Ausschluss der Kontaktnahme jedenfalls nicht geboten.