Citation: 6A.83/2001 18.09.2001 E. 1

1.- a) Der Gesuchsteller rügt die Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör, weil er sich vor Erlass der Ordnungsbusse nicht zu dieser äussern konnte. Art. 29 Abs. 2 BV berechtigt eine Partei, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Dem persönlichkeitsbezogenen Mitwirkungsrecht entspricht die Pflicht der Behörde, die Argumente und Verfahrensanträge der Partei entgegenzunehmen und zu prüfen sowie die ihr rechtzeitig und formrichtig angebotenen Beweismittel abzunehmen, es sei denn, diese beträfen eine nicht erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache Beweis zu erbringen (BGE 124 I 241 E. 2 S. 242; 126 I 15 E. 2a/aa S. 16). b) Nach der Praxis des Bundesgerichts kann das rechtliche Gehör bei Massnahmen nach Art. 31 OG vor oder nach deren Erlass gewährt werden. Wird das rechtliche Gehör erst nach Erlass der Massnahme im Rahmen einer Wiedererwägung gewährt, weiss der betroffene Anwalt, wozu er sich zu äussern hat. Vorliegend hat er sich mit seinem Schriftsatz vom 26. Juli 2001 ausführlich zum Entscheid des Kassationshofs geäussert; der Kassationshof nimmt seine Ausführungen entgegen und setzt sich mit diesen auseinander. Damit ist dem Anspruch auf rechtliches Gehör Genüge getan. c) Der Anwalt will seine Eingabe ausdrücklich nicht als Wiedererwägungsgesuch verstanden wissen, da der ursprüngliche Entscheid vom 19. Juni 2001 wegen Verweigerung des rechtlichen Gehörs keinen Bestand habe. Dies erscheint als Streit um Worte: Weil dem Anspruch auf rechtliches Gehör mit der Entgegennahme des Schriftsatzes Genüge getan ist, kann auf diesen in Übereinstimmung mit der einschlägigen bundesgerichtlichen Praxis als Wiedererwägungsgesuch zu Ziffer 3 des Dispositivs vom 19. Juni 2000 eingetreten werden. Die Eingabe ist mit voller Kognition zu prüfen. d) Ein Wiedererwägungsgesuch kann unter Mitwirkung von Richtern behandelt werden, die bereits am angefochtenen Entscheid mitgewirkt haben. Der betroffene Rechtsanwalt stellt kein Ablehnungsbegehren.