Citation: 6B_1464/2021 E. 3.3.3

3.3.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, es spreche nicht gegen ihn, dass er nicht bei seinen Eltern lebe. Er habe weiterhin beste Beziehungen zu seinen Eltern und seinen Geschwistern. Die ganze Familie sei bei der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und der Berufungsverhandlung vor Ort gewesen. Art. 8 EMRK schützt in erster Linie die Kernfamilie, das heisst die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 145 I 227 E. 5.3; 144 I 266 E. 3.3). Andere familiäre Verhältnisse fallen in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht (BGE 144 II 1 E. 6.1). Hinweise für solche Beziehungen sind das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit, speziell enge familiäre Bindungen, regelmässige Kontakte oder die Übernahme von Verantwortung für eine andere Person (BGE 144 II 1 E. 6.1; Urteil 6B_177/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.4.3 mit Hinweisen). Volljährigen Kindern kann Art. 8 EMRK ein Anwesenheitsrecht verleihen, wenn ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis besteht, namentlich infolge von Betreuungs- oder Pflegebedürfnissen bei körperlichen oder geistigen Behinderungen und schwerwiegenden Krankheiten (BGE 145 I 227 E. 3.1). Die Vorinstanz hat dargelegt, dass der erwachsene Beschwerdeführer mit seinen Eltern keine Kernfamilie mehr bildet. In diesem Zusammenhang verwies sie darauf, dass er nicht mit ihnen in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens nach Art. 8 EMRK ist somit nicht tangiert.