Citation: 6B_85/2023 E. 1.4.3

1.4.3. Bei den Regeln zum Beherrschen des Fahrzeugs und zum genügenden Abstand handelt es sich um zentrale Bestimmungen für die Gewährung der Sicherheit im Strassenverkehr und damit um wichtige Verkehrsvorschriften. Der Beschwerdeführer missachtete durch seine Fahrweise die wichtigen Verkehrsregeln zum Beherrschen des Fahrzeugs sowie zum Abstand schwerwiegend. Der Beschwerdeführer wandte seinen Blick seiner Beifahrerin zu. Dadurch widmete er seine Aufmerksamkeit weder der Strasse noch dem Verkehr. Gemäss dem für das Bundesgericht verbindlich festgestellten Sachverhalt der Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) verfügte die Strasse weder über ein Trottoir noch einen Radweg. Zudem war sie auf Höhe U.________strasse xxx schmal und das Kreuzen entsprechend erschwert. Sodann war sie aufgrund des Blütenstaubs relativ rutschig. Hinzu kommt, dass Velofahrer sowohl in gleicher als auch in entgegengesetzter Richtung unterwegs waren. Ausserdem fuhr ein Fahrzeug vor dem nicht ortskundigen Beschwerdeführer. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände entsprach seine Aufmerksamkeit nicht jener, die erforderlich gewesen wäre. Infolgedessen war der Beschwerdeführer nicht in der Lage, angemessen auf das Fahrzeug einzuwirken sowie zweckmässig zu reagieren. Er konnte - selbst nachdem er gemäss eigenem Vorbringen umgehend eine Vollbremsung eingeleitet habe - nicht rechtzeitig hinter dem voranfahrenden Fahrzeug anhalten. Vielmehr kam es mit diesem zu einer (Streif-) Kollision und der Beschwerdeführer daraufhin von der Strasse ab. Entsprechend hielt er keinen ausreichenden Abstand zum voranfahrenden Fahrzeug ein. An dieser Beurteilung vermag nichts zu ändern, dass nicht erstellt ist, welchen Abstand der Beschwerdeführer unmittelbar vor dem Unfall konkret einhielt. Mit den vorinstanzlichen Erwägungen zur konkreten Gefahr für die Beifahrerin des Beschwerdeführers und zur zumindest erhöhten abstrakten Gefahr für die vor ihm fahrenden sowie die ihm entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer befasst sich der Beschwerdeführer nicht (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG). Dass die Vorinstanz das Verhalten des Beschwerdeführers als objektiv grobe Verletzung von Verkehrsregeln qualifiziert, ist nicht zu beanstanden. Ebenso wenig ist ihr vorzuwerfen, dass sie unbesehen von der objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein grob fahrlässiges Verhalten schliesst. Die vorliegende Konstellation unterscheidet sich denn auch von einem gewöhnlichen Auffahrunfall. Die Vorinstanz legt zutreffend dar, weshalb die konkreten Umstände die gesamte Aufmerksamkeit des Beschwerdeführers auf die Strasse sowie die anderen Verkehrsteilnehmer und eine erhöhte Reaktionsbereitschaft erfordert hätten. Dem stellt der Beschwerdeführer lediglich seine Sicht der Dinge bzw. die erstinstanzlichen Erwägungen gegenüber, was den ihm obliegenden Begründungsanforderungen nicht genügt (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG). Hinzu kommt, dass die Vorinstanz keine besonderen Umstände feststellt, die das Verhalten des Beschwerdeführers subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen. Auch damit setzt er sich nicht auseinander (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG). Der Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist bundesrechtskonform.