Citation: U 69/03 07.04.2004 E. 2

Streitig und zu prüfen ist, ob die ab Herbst 1997 aufgetretenen, behandlungsbedürftigen und die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden gesundheitlichen Beschwerden natürlich und adäquat auf die versicherten Unfallereignisse von 1990 (Badeunfall und Treppensturz) zurückgeführt werden können. Bejahendenfalls ist die Zürich als obligatorischer Unfallversicherer leistungspflichtig. 2.1 Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid die für die vorzunehmende Beurteilung massgebenden Rechtsgrundlagen zutreffend dargelegt. Es betrifft dies zunächst die Bestimmungen über den Anspruch auf Heilbehandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG), Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG), eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) und eine Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG) der obligatorischen Unfallversicherung, welche Leistungen auch bei Rückfällen und Spätfolgen zu erbringen sind (Art. 11 UVV mit dem dazu ergangenen BGE 118 V 296 Erw. 2c; siehe auch RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 Erw. 2). Die Rechtsprechung über den für einen Leistungsanspruch im Grundfall wie auch bei Rückfällen oder Spätfolgen (BGE 118 V 296 f. Erw. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 f. Erw. 2) vorausgesetzten natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) im Allgemeinen (insbes. BGE 125 V 461 Erw. 5a, 119 V 337 f. Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b; ferner BGE 129 V 181 Erw. 3.1 und 3.2, je mit Hinweisen) sowie bei Diskushernien (Urteil W. vom 23. April 2002, U 176/01; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 3a), Schleudertraumen der Halswirbelsäule (HWS) ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle (insbes. BGE 117 V 359), dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzungen der HWS (RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 Erw. 3b, SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Ew. 2) und Schädel-Hirn-Traumen (BGE 117 V 369) im Besonderen, ist ebenfalls richtig wiedergegeben. Nicht zu beanstanden sind auch die Erwägungen über den für eine Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs mindestens erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 f. Erw. 1; sodann BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 95 Erw. 2, je mit Hinweisen) und den Beweiswert von Arztberichten (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c). Darauf wird verwiesen. 2.2 Zu ergänzen bleibt, dass der Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist. Danach haben Sozialversicherungsträger und Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen). 2.3 Weiter ist anzufügen, dass mit Bezug auf Rückfälle oder Spätfolgen der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhanges beim Grundfall und bei früheren Rückfällen zu behaften ist, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Vielmehr obliegt es dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 Erw. 1c am Ende; Urteil S. vom 10. Oktober 2003, U 344/02). Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid nach den unter Erw. 2.2 dargestellten Grundsätzen zu Lasten des Versicherten aus, der aus dem unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusammenhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ableiten wollte (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. Erw. 3b; Urteile S. vom 10. Oktober 2003, U 344/02, L. vom 2. September 2003, U 77/03, und B. vom 29. August 2002, U 112/02).