Citation: 2C_834/2022 E. 4.2.6

4.2.6. In seiner bisherigen Rechtsprechung hat das Bundesgericht eine erfolgreiche Integration beispielsweise in einem Fall verneint, in dem der Beschwerdeführer strafrechtlich in Erscheinung getreten war (Verkehrsdelikte, Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung, illegale Einreise und Aufenthalt in der Schweiz), sprachlich und sozial integriert war und einer Erwerbstätigkeit nachging, allerdings hoch verschuldet war (offene Betreibungen von mehr als Fr. 100'000.-- sowie Verlustscheine über Fr. 23'000.--) und seine Bemühungen zum Abbau der Schulden nicht erfolgreich und nachhaltig waren (Urteil 2C_145/2022 vom 6. April 2022 E. 6.4 mit Hinweisen). Eine erfolgreiche Integration wurde ebenso in einem Fall verneint, in dem die Verschuldung des Beschwerdeführers Fr. 254'777.75 betrug und keine ernsthaften und wirksamen Bemühungen zum Abbau der Schulden nachgewiesen werden konnten (Urteil 2C_1043/2021 vom 3. August 2022 E. 3.5.2 f.). In diesem Fall war der Beschwerdeführer ebenfalls strafrechtlich in Erscheinung getreten (Verkehrsdelikte) und er konnte zudem sprachlich nicht als integriert gelten (Urteil 2C_1043/2021 vom 3. August 2022 E. 3.5.5). Ferner hat das Bundesgericht die erfolgreiche Integration eines sprachlich, wirtschaftlich und sozial integrierten Ausländers beispielsweise deshalb verneint, weil er zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren wegen vorsätzlichen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln verurteilt worden ist (Urteil 2C_541/2019 vom 11. Januar 2020 E. 3.4.3 f.). Bejaht hat das Bundesgericht dagegen die erfolgreiche Integration eines Beschwerdeführers, der in sprachlicher und persönlicher Hinsicht integriert war, infolge der Trennung von seiner Ehefrau jedoch in schwere finanzielle Schwierigkeiten geraten war (Verschuldung von Fr. 90'000); da der Beschwerdeführer immer wieder erwerbstätig war, sich seine finanzielle Lage stabilisierte und der Schuldendienst bzw. die Rückzahlung finanzieller Altlasten nach Massgabe des Möglichen erfolgte, erachtete das Bundesgericht, dass er auch in wirtschaftlicher und beruflicher Hinsicht als integriert zu gelten hatte (Urteil 2C_895/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3).