Citation: 2C_216/2019 E. 7.2

7.2. Nicht gefolgt werden kann dem Einwand der Beschwerdegegnerin, das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung von Art. 127 Abs. 3 BV greife vorliegend von vornherein nicht, weil es nicht um eine Gesamtgewinnbesteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gehe und keine periodische Steuer zur Diskussion stehe. Denn dieses Verbot ist grundsätzlich auch bei nicht periodischen Steuern und namentlich auch bei der Grundstückgewinnsteuer anwendbar (vgl. BGE 145 II 206 E. 3.3.1 S. 215; 140 I 114 E. 3 S. 121 ff.; 139 II 373 E. 4 S. 381 ff.; MÄUSLI-ALLENSPACH, a.a.O., § 3 N. 8 f. und 35). Mit ihren Vorbringen, wonach es vorliegend an einem interkantonalen Sachverhalt fehle (vgl. dazu vorne E. 5.2.2), scheint die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen geltend machen zu wollen, es stehe keine Doppelbesteuerung zur Diskussion, weil es nicht um Steueransprüche verschiedener Kantone betreffend das gleiche Steuerobjekt gehe. Vorliegend zu prüfen ist aber nicht etwa ein allfälliger Verstoss gegen das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung im engeren Sinn, welcher die Identität des Steuerobjektes voraussetzen würde (vgl. dazu MÄUSLI-ALLENSPACH, a.a.O., § 3 N. 16 ff., insbesondere N. 27 f.). Stattdessen stellt sich allein die Frage, ob ohne Anwendung der bundesgerichtlichen Zuteilungs- und Ausscheidungsregeln ein Ausscheidungsverlust resultieren würde und dieser mit Blick auf das aus dem Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung im weiteren Sinne abgeleitete Schlechterstellungsverbot (und das Leistungsfähigkeitsprinzip) zu vermeiden ist.