Citation: 6B_702/2009 08.01.2010 E. 9

9.1 Zuletzt rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Bundesrecht, weil die Vorinstanz von der Gewährung des bedingten oder teilbedingten Strafvollzuges absieht. Es könne nicht a priori von einer Schlechtprognose ausgegangen werden, zumal das erste psychiatrische Gutachten eine Massnahmebedürftigkeit verneint habe. Die Vorinstanz hätte prüfen müssen, ob anstelle des Strafvollzuges oder parallel dazu nicht eine ambulante Massnahme anzuordnen gewesen wäre (Beschwerde S. 28 ff.). 9.2 Die Vorinstanz stellt dem Beschwerdeführer eine negative Prognose hinsichtlich des künftigen Wohlverhaltens. Sie nimmt an, das psychiatrische Zusatzgutachten vom 31. Oktober 2006 empfehle die Anordnung einer stationären Behandlung gemäss Art. 43 aStGB, woraus sich eine ungünstige Prognose ergebe. Selbst wenn man die Massnahmebedürftigkeit des Beschwerdeführers in Frage stellen wollte, müsse gleichwohl von einer Schlechtprognose ausgegangen werden. Dies ergebe sich daraus, dass der Beschwerdeführer trotz laufender Strafuntersuchung nach Entlassung aus der Untersuchungshaft in gleicher Weise und mit unverminderter krimineller Energie weiter delinquiert habe. Aus diesem Grund könne auch nicht davon ausgegangen werden, dass ihn ein Teilvollzug der auszusprechenden Strafe von weiterer Delinquenz abzuhalten vermöchte. Schliesslich habe er keinerlei Einsicht in die Verwerflichkeit seines Tuns gezeigt (angefochtenes Urteil S. 131 ff.). 9.3 Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Nach neuem Recht genügt nunmehr für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs das Fehlen einer ungünstigen Prognose (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). Gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Grundvoraussetzung für die teilbedingte Strafe im Sinne von Art. 43 StGB ist, dass eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Dies ergibt sich aus Sinn und Zweck von Art. 43 StGB. Wenn und soweit die Legalprognose des Täters nicht schlecht ausfällt, verlangt die Bestimmung, dass zumindest ein Teil der Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird. Umgekehrt gilt, dass bei einer Schlechtprognose auch ein bloss teilweiser Aufschub der Strafe nicht gerechtfertigt ist. Denn wo keinerlei Aussicht besteht, der Täter werde sich in irgendeiner Weise durch den - ganz oder teilweise - gewährten Strafaufschub beeinflussen lassen, muss die Strafe in voller Länge vollzogen werden (BGE 134 IV 1 E. 5.3.1). 9.4 Das angefochtene Urteil verletzt auch in diesem Punkt kein Bundesrecht. Namentlich ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine schlechte Prognose stellt. Dies ergibt sich schon daraus, dass das nach der Entlassung des Beschwerdeführers aus der Untersuchungshaft erstellte psychiatrische Zusatzgutachten vom 31. Oktober 2006 die Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 43 aStGB empfiehlt (Untersuchungsakten HD act. 6/6 S. 6). Denn die Anordnung der Massnahme bedeutet zugleich, dass die Prognose ungünstig ist, so dass eine gleichzeitig ausgefällte Strafe nicht gemäss Art. 42 (bedingt) oder 43 StGB (teilbedingt) aufgeschoben werden kann (Urteil der Strafrechtlichen Abteilung 6B_268/2008 vom 2. März 2009 E. 6). Aus dem ersten psychiatrischen Gutachten vom 16. Mai 2006 lässt sich in diesem Zusammenhang nichts zugunsten des Beschwerdeführers ableiten, zumal das Gutachten auf die Empfehlung der Anordnung einer Massnahme nach Art. 43 aStGB auch mangels Massnahmefähigkeit des Beschwerdeführers verzichtet hat (Untersuchungsakten HD act. 6/4 S. 9). Zu Recht stellt die Vorinstanz dem Beschwerdeführer aber auch aufgrund der nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft verübten Straftaten eine schlechte Prognose. Nicht zu beanstanden ist zuletzt, dass die Vorinstanz von der Aussprechung einer ambulanten Massnahme absieht. Dies ergibt sich ohne weiteres aus den beiden psychiatrischen Gutachten, welche die Massnahmebedürftigkeit verneinen (Untersuchungsakten HD act. 6/4 S. 9) bzw. die Aussichten einer Behandlung wegen der ablehnenden Haltung des Beschwerdeführers als sehr schwierig einstufen (Untersuchungsakten HD act. 6/6 S. 6).