Citation: 1B_306/2013 E. 2.2

2.2. Kollusion bedeutet, dass sich der Beschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen oder Mitbeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst. Die Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass ein Beschuldigter die Freiheit dazu missbraucht, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhaltes zu vereiteln oder zu gefährden. Dabei genügt nach der Rechtsprechung die theoretische Möglichkeit, dass der Beschuldigte in Freiheit kolludieren könnte nicht, um die Fortsetzung der Haft unter diesem Titel zu rechtfertigen, vielmehr müssen konkrete Indizien für eine solche Gefahr sprechen (BGE 123 I 31 E. 3c; 117 Ia 257 E. 4b und c). Wie häufig in Fällen häuslicher Gewalt ist die Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Lebensgefährtin ambivalent, von verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen geprägt, die aber bisher nicht zur Trennung geführt haben, obwohl die Polizei bereits mehrmals wegen häuslicher Gewalt zu ihnen ausrücken musste. Die Lebensgefährtin, die aus Costa Rica stammt und 2011 mit dem Beschwerdeführer in die Schweiz gekommen ist, geht keiner Erwerbstätigkeit nach, sondern kümmert sich um die gemeinsame Tochter und den Haushalt. Sie versteht kein Deutsch, hat offenbar wenig Kontakt zu Aussenstehenden und verfügt nicht über eigenes Geld. Sie ist bzw. war - jedenfalls nach ihrer Einschätzung - vom Beschwerdeführer völlig abhängig. Für diesen, dem auch von der Polizei eine beträchtliche Aggressivität bescheinigt wird, wäre es daher verlockend und naheliegend, in Freiheit seine Lebensgefährtin unter Druck zu setzen, um sie zur (wahrheitswidrigen) Rücknahme ihrer Vorwürfe zu bewegen. Ein solches Vorhaben wäre auch aussichtsreich, nachdem die von der Lebensgefährtin erhobenen Vorwürfe bisher teilweise im Vagen geblieben sind und sie einen Teil von ihnen auch schon wieder zurückgezogen oder jedenfalls nicht bestätigt hat. Die Beweislage ist noch keineswegs gesichert und Kollusion daher möglich. Das Obergericht hat Kollusionsgefahr zu Recht bejaht.