Citation: 8C_13/2024 E. 5.2

5.2. Im Umstand, dass die Vorinstanz die Verfügung der Beschwerdegegnerin mit der Begründung schützte, dass - dem Gutachten der medexperts folgend - keine Arbeitsunfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe, ist keine Verletzung des rechtlichen Gehörs erkennbar. Zwar ist den Parteien das rechtliche Gehör zu gewähren, wenn das Gericht beabsichtigt, seinen Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begründen, die im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurden, auf die sich die Parteien nicht berufen haben und mit deren Erhebung im konkreten sie nicht rechnen konnten (BGE 145 IV 99 E. 3.1). Vorliegend war es aber die Beschwerdeführerin selber, die die Beweiskraft des medexperts-Gutachtens bereits im Vorbescheidverfahren zum Thema machte (Einwände vom 7. Dezember 2018, 18. Januar und 20. Mai 2019). Die Beschwerdegegnerin ging jeweils darauf ein und holte schliesslich, wie vom RAD am 2. Juli 2019 empfohlen, ein neues psychiatrisches Gutachten ein. Gestützt auf die Ausführungen des RAD nach Durchsicht des Gutachtens des Dr. med. von C.________ erachtete die Beschwerdegegnerin eine PTBS bzw. eine Traumafolgestörung weder als bewiesen noch als widerlegt. Zur ergänzenden Stellungnahme des Dr. med. von C.________ vom 7. Oktober 2020 äusserte sich die Beschwerdeführerin am 3. November 2020. In ihrer vorinstanzlichen Beschwerde stützte sie sich ferner insoweit auf das Gutachten der medexperts, als sie einwendete, dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. D.________ sei ein stark auffälliger pathologischer Befund zu entnehmen. Inwiefern die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten davon überrascht worden sein will, dass die Vorinstanz diese beweisrechtliche Thematik der beiden Gutachten im angefochtenen Urteil ebenfalls aufgriff, ist nicht nachvollziehbar.