Citation: 4A_6/2022 E. 3.2

3.2. In der Sache macht der Beschwerdeführer gegen die Beklagte Schadenersatz aus der Verletzung auftragsrechtlicher Sorgfaltspflichten geltend. Am 5. Juli 2004 habe sich auf einer italienischen Autobahn ein Verkehrsunfall ereignet zwischen ihm und einem polnischen Kleinbus, wobei er das Fahrzeug seines Schwiegersohns gelenkt habe. Er habe eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten, worauf ihm von der IV-Stelle U.________ eine IV-Rente bei einem lnvaliditätsgrad von 100 % und von der Suva U.________ eine Integritätsentschädigung zuerkannt worden seien. Nach dem Unfall habe sich der Beschwerdeführer an die Beklagte gewandt, bei der er eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hatte. In der Folge sei ein externer Rechtsanwalt mandatiert worden. Weil am Unfallort italienisches Recht anwendbar sei, habe dieser Rechtsanwalt die Beklagte um eine Stellungnahme zur italienischen Rechtslage ersucht und mitgeteilt, er müsste das Mandat für eine Rechtsdurchsetzung in Italien abgeben. Die Beklagte habe ihm geantwortet, nach italienischem Recht schütze die Fahrzeughaftpflichtversicherung nur den Halter des betreffenden Fahrzeugs. In der Folge seien, so der Beschwerdeführer, keine Ansprüche gegen die Fahrzeughaftpflichtversicherung des Schwiegersohns geltend gemacht worden. Vielmehr sei mit der polnischen Haftpflichtversicherung ein für den Beschwerdeführer nachteiliger Vergleich über EUR 30'000.-- geschlossen worden. Hätte der Beschwerdeführer in Italien gegen die Fahrzeughaftpflichtversicherung des Schwiegersohns geklagt, so hätte das italienische Kollisionsrecht gemäss Beschwerdeführer auf das schweizerische Recht verwiesen, wonach die Fahrzeughaftpflichtversicherung des Schwiegersohns gehaftet hätte. Die Beklagte habe ihre auftragsrechtliche Sorgfaltspflicht verletzt, indem sie die Rechtslage nicht fundiert abgeklärt habe. Ihm hätte wegen seiner gesundheitlichen Einschränkungen ein Vielfaches von EUR 30'000.-- zugestanden.