Citation: 9C_739/2023 E. 4.3

4.3. Die IV-Stelle folgte dem RAD und verzichtete auf die Anordnung einer zusätzlichen medizinischen Untersuchung. Sie erliess eine rentenablehnende Verfügung mit der Begründung, gemäss dem Gutachten vom 2. Oktober 2020 sei die Versicherte in einer angepassten Tätigkeit seit Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 2009 20-30 % arbeitsunfähig, weshalb seit diesem Zeitpunkt und damit auch seit der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 3. Juli 2013 keine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse ausgewiesen sei. Damit übereinstimmend erkannte die Vorinstanz, es sei nicht erstellt, dass sich der Gesundheitszustand seit dem massgebenden Vergleichszeitpunkt wesentlich verändert hätte. Dass in der Expertise vom 2. Oktober 2020 sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit eine erheblichere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werde als in derjenigen vom 31. Dezember 2012, ändere daran nichts, denn es handle sich nur um eine andere Beurteilung eines im Wesentlich unverändert gebliebenen Gesundheitszustands. Ebenso wenig enthielten die Akten Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach dem Begutachtungszeitpunkt. Auch die RAD-Ärzte hätten eine solche Entwicklung in ihren Stellungnahmen vom 29. Dezember 2021 und vom 9. Juni 2022 nachvollziehbar als nicht ausgewiesen betrachtet. Eine Verlaufsbegutachtung erweise sich damit in antizipierter Beweiswürdigung als nicht notwendig. Damit bleibe es beim bisherigen Rechtszustand; es bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente.