Citation: 5A_729/2014 E. 2.1

2.1. Gemäss Art. 252 Abs. 1 SchKG lädt die Konkursverwaltung nach der Auflage des Kollokationsplans die Gläubiger zur zweiten Gläubigerversammlung ein. Zur Teilnahme und zur Ausübung des Stimmrechts braucht es eine anerkannte Gläubigerstellung oder, falls ein Gläubiger mit seiner Anmeldung der Forderung im Kollokationsplan abgewiesen worden ist, ein noch nicht rechtskräftiges Kollokationsverfahren ( BÜRGI, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2014, N. 3, 17 zu Art. 252; vgl. WYSS, Kollektive Beteiligungsrechte der Gläubiger im Konkurs- und Nachlassverfahren, 2013, S. 43, 58 ff.). Einzuladen ist auch der Gläubiger einer verspäteten Eingabe, über deren Zulassung sich die Konkursverwaltung noch nicht ausgesprochen hat ( MERKT, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 4 zu Art. 252). In der Lehre wird zudem die Ansicht vertreten, dass allfällige aufgrund einer vorgezogenen Abschlagszahlung bereits vollständig befriedigte Gläubiger in der Regel nicht mehr stimmberechtigt und daher nicht zur Gläubigerversammlung einzuladen seien (Amacker/Küng, in: Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N. 4 zu Art. 252). Das Bundesgericht hat sich hierzu nicht abschliessend dazu geäussert, indes mit Blick auf die Gleichbehandlung der Gläubiger nicht zugelassen, dass das Konkursamt die Zahlung eines Gläubigers entgegennimmt, um die Konkursforderung eines anderen Gläubigers gegen dessen Willen zu begleichen und (bei hängigem Kollokationsprozess) aus dem Kollokationsplan zu streichen (Urteil 5A_769/2013 vom 13. März 2014 E. 3).