Citation: 6B_260/2021 E. 1.2.2

1.2.2. Die Vorinstanz fährt fort, dass selbst bei Annahme eines Härtefalls eine Landesverweisung anzuordnen wäre. Die öffentlichen Interessen würden diejenigen des Beschwerdeführers überwiegen. Trotz dessen Integrationsbemühungen sei sein Verhalten keineswegs mustergültig. Insbesondere seine wiederholte Delinquenz falle schwer ins Gewicht. So sei er bereits kurz nach seiner Einreise in die Schweiz straffällig geworden, worauf er am 25. April 2016 wegen Raufhandels zu einem bedingten Freiheitsentzug von 20 Tagen verurteilt worden sei. Der bedingte Vollzug sei am 14. Juni 2017 aufgrund einer weiteren Verurteilung wegen mehrfachen Raufhandels, einfacher Körperverletzung, Diebstahls und Hausfriedensbruchs widerrufen und eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 12 Monaten ausgesprochen worden. Am 12. September 2017 habe ein weiteres Gericht den Beschwerdeführer wegen Angriffs zu 120 Tagen Freiheitsstrafe unbedingt verurteilt. Aufgrund der sich wiederholenden und steigenden Delinquenz des Beschwerdeführers sei denn auch dessen Asyl - unter Beibehaltung der Flüchtlingseigenschaft - widerrufen worden. Jedoch hätten ihn weder dieser Widerruf noch die bisherigen strafrechtlichen Sanktionen, darunter eine unbedingte Freiheitsstrafe, von erneuten Straftaten abgehalten. Vielmehr sei der Beschwerdeführer am 6. Februar 2018 wegen mehrfacher Sachbeschädigung und am 7. Dezember 2018 wegen Drohung verurteilt worden. Dass er sich nun seit einiger Zeit wohl verhalte und sich vermehrt zu integrieren versuche, sei zwar grundsätzlich positiv zu werten, aber vor dem Hintergrund der drohenden Landesverweisung zu relativieren. Sein Wohlverhalten vermöge sein bisheriges Verhalten jedenfalls nicht aufzuwiegen und an der im vorliegenden Verfahren attestierten grundsätzlichen Schlechtprognose sowie der erheblichen Rückfallgefahr nichts zu ändern. Ferner sei hervorzuheben, dass der Beschwerdeführer mehrere Gewalttaten begangen und damit ein hohes Mass an Gewaltbereitschaft manifestiert habe. Die erhebliche Rückfallgefahr erstrecke sich angesichts der wiederholten Begehung auch auf derlei Delikte. In einer Gesamtbetrachtung sei das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung somit höher zu gewichten als die privaten Interessen des Beschwerdeführers.