Citation: 8C_330/2017 E. 4.3.1

4.3.1. Schon der Wortlaut von Art. 40 Abs. 1 MVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG verweist auf das zeitliche Kriterium des Invaliditätsbegriffs. Es unterscheidet die Invalidität von der Erwerbsunfähigkeit (vgl. UELI KIESER, a.a.O., N 11 zu Art. 8 ATSG). Die bleibende Erwerbsunfähigkeit setzt grundsätzlich einen stabilen Gesundheitszustand voraus (UELI KIESER, a.a.O., N 16 zu Art. 8 ATSG). Eine nur vorübergehende behandlungsbedürftige Zunahme der Arbeitsunfähigkeit fällt demgegenüber in den Anwendungsbereich von Art. 42 MVG (vgl. dazu hievor E. 3.1 i.f. sowie JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 2 zu Art. 42 MVG). Erst bei einer länger dauernden oder bleibenden Zunahme der Erwerbsunfähigkeit gelangen die Regeln über die Rentenrevision zur Anwendung (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 2 zu Art. 42 MVG). Bei Erhöhung des Invaliditätsgrades widerspräche es dem Grundsatz, wonach die Rente für die Zukunft neu festzusetzen ist, wenn die Rente stets rückwirkend auf den Eintritt der anspruchsbeeinflussenden Änderung neu festgesetzt würde (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 29 zu Art. 44 MVG). Der Nachweis der Invalidität im Rechtssinn setzt eine gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. In jedem Fall hat eine sorgfältige Plausibilitätsprüfung der geltend gemachten Funktionseinschränkungen zu erfolgen (BGE 140 V 290 E. 3.3.1 S. 296 mit Hinweis). Erst wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung aus prognostischer Sicht (vgl. Urteil 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen) keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist, welche die Erwerbsfähigkeit günstig zu beeinflussen vermag (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 5 zu Art. 40 MVG), und eine voraussichtlich bleibende oder länger dauernde Invalidität eingetreten ist, erfolgt der Übergang vom Taggeld zur Rente (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 17 zu Art. 40 MVG).