Citation: I 238/05 02.11.2005 E. 4.2

4.2.1 Am 18. September 2000 notierte der SUVA-Mitarbeiter R.________, bei Erhebungen im Betrieb habe Herr U.________, Speditionsleiter der Firma X.________, angegeben, auch nach Wiederaufnahme der Arbeit habe die Versicherte normal gearbeitet. Bei der Arbeitszuteilung habe nicht Rücksicht genommen werden müssen. Sie sei voll leistungsfähig gewesen, obwohl sie nach dem Unfall hin und wieder über Kopf-, Hals-, Nasen- und Rückenweh geklagt habe. 4.2.2 Im Schreiben an die IV-Stelle vom 22. Juli 2002 gab Herr D.________ vom Personaldienst der Firma X.________ (Erw. 4.1.1 hievor) an, während der Präsenzzeit habe die Beschwerdeführerin die Leistung zu 100 % erbringen können, was von ihrem Abteilungsleiter bestätigt worden sei. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2002 führte Herr D.________ gegenüber der IV-Stelle aus, in der Zeit der Anwesenheit ab Dezember 1997 sei die Versicherte in der angestammten Tätigkeit eingesetzt worden. Diese Angaben seien vom Ressortleiter/Abteilungsleiter/Schichtführer Spedition (Herren U.________, C.________, L.________) so bestätigt worden. 4.2.3 Mit zwei Schreiben vom 31. Januar 2003 stellte der Rechtsvertreter der Versicherten den Herren L.________ und C.________ von der Firma X.________ folgende zwei Fragen: 1. Ich interpretiere Ihre Antworten in den IV-Akten und mir gegenüber so, dass die Versicherte zwar nach dem Unfall wieder an ihrem Arbeitsplatz in der Spedition erschienen sei und auch in ihrer bisherigen Tätigkeit gearbeitet habe, dass sie aber nach dem Unfall gesundheitlich einen deutlich eingeschränkten Eindruck gemacht und zusätzliche Hilfe gebraucht habe. Ist diese Interpretation richtig? 2. War die Versicherte nach dem Unfall je wieder an 30 aufeinanderfolgenden Tagen ohne Unterbruch ohne jede gesundheitliche Einschränkung arbeitsfähig? (Achtung! Die Frage ist nicht, ob sie an 30 Tagen gearbeitet habe, sondern ob sie an den Tagen, an denen sie gearbeitet habe, auch tatsächlich voll, d.h. wie vor dem Unfall, arbeitsfähig gewesen sei). Am 6. Februar 2003 bejahte Herr C.________ die erste und verneinte die zweite Frage. Gleiches tat Herr L.________ am 10. Februar 2003. Herr C.________ legte zudem eine Aufstellung über die Daten der Arbeitseinsätze und die Absenzen der Versicherten ab 15. Dezember 1997 auf und führte an, sie habe meistens nur an einer Position gearbeitet, wo leichte Arbeit gewesen sei (Bundzettel auflegen, Beilagen von Hand anlegen etc.). Diese Auskünfte legte der Rechtsvertreter mit der Einsprache gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 28. Januar 2003 auf. Diese hiess die Einsprache mit Entscheid vom 30. Juni 2003 teilweise gut und ordnete weitere Abklärungen betreffend den Rentenbeginn an. Am 8. Juli 2003 ersuchte sie die Personalabteilung der Firma X.________ (Herr D.________), zu den von der Firma gemachten unterschiedlichen Angaben Stellung zu nehmen, das Pflichtenheft der Versicherten darzulegen und anzugeben, welche dieser Pflichten nicht mehr oder nur ungenügend wahrgenommen worden seien. Zudem sei eine allenfalls verminderte unfallbedingte Leistungseinbusse in Prozent zu schätzen und zu begründen. 4.2.4 In der Folge führte Herr U.________, Bereichsleiter der Spedition der Firma X.________ und Vorgesetzter der Herren L.________ und C.________, im Bericht vom 14. Juli 2003 aus, der grösste Teil der Unfallgeschichte der Beschwerdeführerin habe sich vor seiner Zeit als Bereichsleiter abgespielt, weshalb er sich nur auf Aussagen der Abteilungsleiter stützen könne. In der Spedition gebe es neben eher anspruchsvolleren Arbeiten auch solche, für die keine besonderen Fähigkeiten erforderlich seien und die von jeglicher Person mit gesundem Menschenverstand ausgeführt werden könnten. Bei der Festlegung der Schichtpläne werde der Faktor Fähigkeit mitberücksichtigt. Während der Unfallabsenz der Beschwerdeführerin habe es keine Änderungen gegeben; sie habe nach dem Unfall zu den gleichen Zeiten wie vorher gearbeitet. Vor dem Unfall sei sie von ihren Fähigkeiten her gesehen eher etwas über dem Durchschnitt der Speditionsmitarbeiterinnen einzustufen gewesen. Sie sei öfters in der Gruppe der anspruchsvolleren Arbeiten eingesetzt worden. Nach der langen unfallbedingten Pause sei sie eher für die weniger anspruchsvollen Arbeiten eingeteilt worden. Grundsätzlich könne aber laut Aussage der beteiligten Abteilungsleiter gesagt werden, dass sie die ihr anvertrauten Aufgaben während ihren Einsätzen zwar nicht mehr mit demselben Elan wie vor dem Unfall, aber auch nicht schlechter als verschiedene ihrer Arbeitskolleginnen ausgeführt habe. Die Einschätzung einer prozentualen Einbusse sei daher nicht möglich. Der Grund für die Zuweisung weniger anspruchsvoller Arbeiten müsse nicht in jedem Fall bei der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterin zu suchen sein. Es sei auch ohne weiteres möglich, dass sich während dem längeren Ausfall der Versicherten Kolleginnen für die eher etwas anspruchsvolleren Arbeiten hätten profilieren können und deshalb aus reiner Gewohnheit des Abteilungsleiters vorgezogen worden seien. Dies hingegen könnte wiederum der Auslöser dafür gewesen sein, welcher der Versicherten aufs Gemüt geschlagen und sie davon abgehalten habe, ihre Aufgaben mit dem gleichen Elan wahrzunehmen. Diese Ausführungen möglicher Gründe für den weniger motivierten Einsatz nach dem Unfall seien reine Spekulationen seinerseits, die er sich aus den Gesprächen mit den beteiligten Personen zusammen gereimt habe. Ähnliche Spekulationen oder gar Vorurteile, aber auch Mitgefühl und Mitleid könnten dabei mitgespielt haben, dass derart unterschiedliche Aussagen gemacht worden seien.