Citation: 8C_388/2024 E. 4.4.1

4.4.1. Anders als die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint, lassen die Observationsergebnisse keine abschliessende Beurteilung zu. Ein Observationsbericht bildet für sich allein keine sichere Basis für Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person. Er kann diesbezüglich höchstens Anhaltspunkte liefern oder Anlass zu Vermutungen geben. Sichere Kenntnis des Sachverhalts kann in dieser Hinsicht erst die ärztliche Beurteilung des Observationsmaterials liefern (vgl. BGE 150 V 305 E. 7.1; 143 V 105 E. 2.4; SVR 2015 IV Nr. 20 S. 59, 9C_852/2014 E. 4.1.1; Urteil 9C_455/2022 vom 13. November 2023 E. 8.3). Die Abklärung durch den Arzt kann gestützt auf die Resultate der Überwachung erfolgen, ohne dass es nötig ist, nach Vorliegen der Observationsergebnisse in jedem Fall eine neue medizinische Begutachtung zu veranlassen. So kann es auch genügen, diese dem RAD zu unterbreiten (SVR 2015 IV Nr. 20 S. 59, 9C_852/2014 E. 4.1.1). Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall, wie sich aus den nachstehenden Ausführungen ergibt.