Citation: 6B_415/2021 E. 4.2

4.2. Die Vorinstanz erwägt, es sei erstellt, dass der Beschwerdeführer durch die versuchte Nötigung und den anschliessenden Faustschlag gegen D.________ der Auslöser des Raufhandels gewesen sei und dass er, nachdem sich zahlreiche weitere Personen an der Rauferei beteiligt hätten, auch noch weitere Faustschläge ausgeteilt habe. In subjektiver Hinsicht hält die Vorinstanz fest, dem Beschwerdeführer sei es gemäss eigenen Aussagen bereits zu Beginn der Auseinandersetzung bewusst gewesen, dass ihm drei Männer gegenübergestanden seien. Er habe mit dem Umstand, dass er D.________ einen Faustschlag versetzt, aber nicht getroffen und deshalb erneut ausgeholt habe, offensichtlich in Kauf genommen, dass sich einer von dessen Begleitern einmischen und sich an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligen würde. Wer mit mehreren jungen Männern, die als Gruppe zusammengehörten und so aufträten, zunächst einen sich aufheizenden verbalen Streit führe, resp. wie der Beschwerdeführer gar initiiere und in der Folge einen dieser Männer ins Gesicht schlage, müsse damit rechnen, dass sich die anderen einmischen und dem Angegriffenen zu Hilfe eilten. Ausserdem habe er auch damit rechnen können und müssen, dass seine ebenfalls vor Ort anwesenden Bekannten gegebenenfalls auch eingreifen würden. Im Verlaufe der sich ausweitenden Schlägerei habe sich der Beschwerdeführer dann durch mehrere Faustschläge ins Getümmel auch noch beteiligt und dabei in dieser Phase ganz offensichtlich den direkten Vorsatz auf Teilnahme am Raufhandel gehabt (Urteil S. 22 f.). Die objektive Strafbarkeitsbedingung des Erfordernisses einer Tötungs- oder Verletzungsfolge, letzteres mindestens im Sinne von Art. 123 Abs. 1 bzw. Art. 125 Abs. 1 StGB, sei vorliegend ebenfalls erfüllt. Die Verletzungen von K.________ (siehe E. 3.2) hätten einen Zahnarztbesuch und eine Beobachtungszeit während mindestens fünf Jahren erfordert. Eine derartige Verletzung gehe über eine reine Tätlichkeit hinaus und erfülle die Kriterien einer einfachen Körperverletzung. J.________ habe laut Anklage eine Platzwunde am Kinn und mehrere Hämatome am Oberkörper erlitten, was sich eindrücklich aus der Fotografie in den Akten (Torso mit zahlreichen blauen und roten Flecken) ergebe, was die Kriterien einer einfachen Körperverletzung ebenfalls erfülle. Das könne aber letztlich offen bleiben, da bei K.________ ohnehin eine einfache Körperverletzung vorliege. Somit habe der Beschwerdeführer den Tatbestand des Raufhandels objektiv und subjektiv erfüllt (Urteil S. 23).