Citation: 9C_708/2018 E. 5.1

5.1. Mit Bezug auf die Prüfung im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens hielt die Vorinstanz fest, dass der Indikator "Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde" nicht in übermässiger Weise gegeben sei. Die Kategorie "funktioneller Schweregrad" überschneidet sich teilweise mit den Ausführungen zur Diagnosestellung. Dies bedeutet, dass auch bei schweren psychischen Leiden nicht automatisch auf eine ausgeprägte funktionelle Einschränkung zu schliessen ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3 S. 426). Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Vorinstanz nicht die von ihr beantragte Parteibefragung durchgeführt habe. Sie zeigt aber nicht auf, welche Erkenntnisse aus dieser Parteibefragung hätten gewonnen werden können, die über das von ihr bereits in ihren Rechtsschriften und anlässlich der öffentlichen Verhandlung vor dem kantonalen Gericht Vorgetragene hinausgehen. Bei den vom MEDAS-Gutachter Dr. med. H.________ festgestellten Befunden fällt auf, dass er angibt, seit 2011 sei es zu keiner Verschlechterung der Beschwerden gekommen. Hingegen erklärte er, die Diagnose, die damals noch nicht zu stellen war, seit spätestens 2012 als erfüllt anzunehmen sei. Am 21. Juni 2011 hatten die asim-Gutachter Dr. med. I.________ und PD (jetzt Prof.) Dr. med. J.________ festgehalten, es könne keine Diagnose gemäss ICD mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Der undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) hatten sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Eine für die Arbeitsfähigkeit nicht relevante Diagnose, die sich gemäss Auffassung des Gutachters Dr. med. H.________ lediglich aufgrund des Zeitablaufs zu einer solchen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit entwickelt, kann nicht als besonders ausgeprägt erachtet werden. Vielmehr stellt sich sogar die Frage, ob der Gutachter Dr. med. H.________ lediglich eine andere Qualifikation einer gesundheitlichen Beeinträchtigung vornahm, die bereits vor Erlass der Verfügung vom 30. Oktober 2012 bestanden hatte. Hinzuweisen ist auch darauf, dass es invalidenversicherungsrechtlich nicht auf die Diagnose, sondern einzig und allein darauf ankommt, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat. Massgebend sind in erster Linie der lege artis erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen (Urteil 9C_273/2018 vom 28. Juni 2018 E. 4.2). Die Beschwerdeführerin vermag auch nichts gegen die Feststellung der Vorinstanz einzuwenden, dass sie verschiedene Aktivitäten entwickelt. Sie legt insbesondere nicht dar, welche (zusätzlichen) Aktivitäten sie früher ausübte, bevor sie gesundheitlich beeinträchtigt war. So ergibt sich gemäss dem Ratingbogen "Mini-ICF-APP" (zum Mini-ICF-Rating vgl. SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.3, 8C_340/2015) keine Einschränkung bei der Konversation und Kontaktfähigkeit zu Dritten, bei der Gruppenfähigkeit sowie der Mobilität und Verkehrsfähigkeit. Ebenso zutreffend hält die Vorinstanz fest, dass die Versicherte seit mehreren Jahren nicht mehr in fachärztlicher Behandlung steht. Dies stimmt mit den Angaben des Experten Dr. med. H.________ überein, der anführte, dass sich nach der asim-Begutachtung keine Berichte psychiatrischen Inhalts mehr fänden. Die Beschwerdeführerin räumt selbst ein, dass sie nicht etwa eine durch einen Psychiater, sondern die durch eine Psychologin durchgeführte Behandlung im Jahr 2014 abgebrochen habe. Die Gesprächssitzungen bei einer christlichen Seelsorgerin können aber nicht als Wahrnehmung einer therapeutischen Option qualifiziert werden.