Citation: I 858/05 06.04.2006 E. 5

Zu überprüfen bleibt die Bemessung des Invalideneinkommens. 5.1 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt allgemein das Prinzip "(Selbst-)Eingliederung vor Rente". Nach diesem aus der Schadenminderungspflicht des Versicherten fliessenden Grundsatz hat der Invalide, bevor er Leistungen verlangt, alles ihm Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen seiner Invalidität bestmöglich zu mildern. Kann der Versicherte seine erwerbliche Beeinträchtigung in zumutbarer Weise selber beheben, weil er ohne Eingliederungsmassnahmen in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen, so besteht keine Invalidität. Damit fehlt es an der unabdingbaren Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistung der Invalidenversicherung. Die Pflicht zur Selbsteingliederung greift je nach den Umständen in die verschiedensten Lebensbereiche ein, wobei jedoch vom Versicherten nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 28 Erw. 4a; ZAK 1989 S. 321 Erw. 4a; Locher, Die Schadenminderungspflicht im IVG, in: Festschrift 75 Jahre EVG, Bern 1992, S. 425 ff.; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsprinzip im staatlichen Leistungsrecht, Diss. Bern 1985, S. 132 ff. und 138 ff.). Ist einem Versicherten die berufliche Eingliederung in einer anderen als der bisher ausgeübten Tätigkeit aufgrund seiner Selbsteingliederungspflicht zumutbar, so sind für die Bemessung des Invalideneinkommens im Rahmen des Einkommensvergleichs gemäss Art. 16 ATSG die im neuen Tätigkeitsbereich - bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage - vorhandenen Verdienstmöglichkeiten massgebend. 5.2 Dem Beschwerdeführer steht auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein relativ breiter Fächer an Verweisungstätigkeiten (Kontroll-, Sortier-, Überwachungsarbeiten etc.) offen, die keine Zwangshaltung, kein häufiges Bücken, keine langdauernden repetitiven Tätigkeiten und kein Tragen sowie Heben von Gewichten über fünf Kilogramm erfordern. Es steht ausser Frage, dass er mit einem 70%igen Pensum in einer solchen leidensangepassten Tätigkeit ein rentenausschliessendes Invalideneinkommen von mindestens 60 % des massgebenden Valideneinkommens, das heisst rund Fr. 29'800.- erzielen könnte. Ausschlaggebend ist, dass er seit Jahren seiner Pflicht zur Selbsteingliederung nicht nachkommt und ausweislich der Akten seit seinem Unfall vom 1. Januar 1995 nie mehr einen Versuch unternommen hat, wieder einer geregelten Arbeit nachzugehen.