Citation: 8C_531/2023 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, obgleich die Sozialen Dienste wohl beschwerdelegitimiert gewesen seien, weil sie eine allfällige Rentennachzahlung mit einer Rückforderung von Sozialhilfeleistungen hätten verrechnen können, sei es nicht plausibel, dass die Eingabe vom 30. Mai 2023 respektive vom 5. Juni 2023 (Datum der Postaufgabe) zwei Beschwerden enthalten habe. Denn nichts deute darauf hin, dass der Beschwerdeführer und die Sozialen Dienste je eine eigene Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. April 2023 hätten erheben wollen. Damit verblieben nur zwei plausible Varianten: Entweder hätten die Sozialen Dienste den Beschwerdeführer lediglich beraten und unterstützt oder ihn vertreten. Hätten sie ihn lediglich beraten und unterstützen wollen, wie sie nach dem Hinweis auf eine mögliche Verspätung der Beschwerdeerhebung nachträglich geltend gemacht hätten, hätten sie nicht das offizielle Briefpapier der Sozialen Dienste, sondern vielmehr ein neutrales Papier verwendet. Das allein lasse aber ein Vertretungsverhältnis noch nicht als eindeutig plausibler als eine blosse Beratung und Unterstützung erscheinen. Entscheidend ins Gewicht falle jedoch, dass die Leiterin der Sozialen Dienste sowohl den "Einwand" gegen den Vorbescheid als auch die Beschwerde mitunterzeichnet habe. Hätte zwischen dem Beschwerdeführer und den Sozialen Diensten bloss ein Beratungs- und Unterstützungsverhältnis bestanden, wäre die Unterschrift von deren Leiterin überflüssig gewesen. Ihre Unterschrift auf der Beschwerde könne also nur zum Ausdruck bringen, dass sie die Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. April 2023 als Vertreterin des Beschwerdefürers habe erheben wollen. Dies sei aber ohne seine entsprechende Vollmacht nicht möglich gewesen, weshalb es zwingend erforderlich gewesen sei, dass auch er die Beschwerde unterzeichnet habe. Seine Unterschrift bringe also überwiegend wahrscheinlich nur zum Ausdruck, dass die Leiterin der Sozialen Dienste zu seiner Vertretung im Beschwerdeverfahren bevollmächtigt gewesen sei. Da beide bereits im "Vorbescheidverfahren" so vorgegangen seien, habe das Vertretungsverhältnis spätestens seit 8. März 2023 und damit vor Erlass der strittigen Verfügung vom 27. April 2023 bestanden. Somit müsse deren Eröffnung an die Sozialen Dienste überwiegend wahrscheinlich als eine Eröffnung an den Vertreter des Beschwerdeführers qualifiziert werden. Die Verfügungskopie sei am 2. Mai 2023 bei den Sozialen Diensten eingegangen. Folglich habe die Beschwerdefrist am 3. Mai 2023 zu laufen begonnen. Diese betrage 30 Tage (Art. 60 Abs. 1 ATSG) nach der Zustellung, hier also ab 3. Mai 2023. Der letzte Tag der Beschwerdefrist sei somit der 1. Juni 2023 gewesen. Da es sich dabei um einen gewöhnlichen Werktag (Donnerstag) gehandelt habe, habe die Beschwerdefrist am 1. Juni 2023 geendet. Sie wäre also nur gewahrt gewesen, wenn die Beschwerde spätestens an jenem Tag entweder direkt beim Versicherungsgericht abgegeben oder aber zuhanden des Versicherungsgerichts der Schweizerischen Post übergeben worden wäre. Die Postaufgabe sei aber erst am 5. Juni 2023 und damit zu spät erfolgt, weshalb auf die Beschwerde nicht eingetreten werden könne.