Citation: I 291/00 15.12.2000 E. 2

2.- a) Die Vorinstanz gelangte gestützt auf das Gutachten des Medizinischen Zentrums Z.________ zum Schluss, die IV-Stelle habe einen Rentenanspruch zu Recht abgelehnt, da der Versicherten eine körperlich leichte Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, sie habe Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung; insbesondere sei zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht auf das Gutachten des Medizinischen Zentrums Z.________ abzustellen. b) Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ergibt sich aus den Akten Folgendes: Im Bericht des Spitals Y.________ vom 11. November 1997 werden eine chronische Schmerzstörung mit medianer Diskusprotrusion L4/5 ohne Neurobeeinträchtigung sowie Spondylarthrose L4/5 und L5/S1, Osteochondrose C5/6 mit kleiner linksparamedianer Diskushernie ohne Neurokompression, ein affektiv-vegetativer Modus (gemäss Mainzer Schmerzwerkstatt) sowie eine Rückzugs-Konservierungsreaktion diagnostiziert. Die Rückenschmerzen seien während der Hospitalisation konstant geblieben, kaum beeinflusst weder durch aktivierende noch durch entspannende Massnahmen. In den Einzelgesprächen und im Abteilungsalltag sei eine regressiv fordernde Haltung im Vordergrund gestanden mit wenig Fähigkeit zur Introspektion und zur Übernahme von selbstverantwortlichen schmerzmindernden Massnahmen. Angesichts der Gesamtsituation, die eine volle Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht zulasse, werde die Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeit auf 50 % geschätzt; eine höhere Arbeitsleistung sei der Versicherten derzeit nicht zumutbar. Im Gutachten des Medizinischen Zentrums Z.________ vom 9. Juli 1998, das auf einem orthopädischen (Dr. med. H.________) und einem psychiatrischen Konsilium (Dr. med. T.________) beruht, werden ein panvertebrales Schmerzsyndrom bei Skoliose der Wirbelsäule und Status nach Morbus Scheuermann, leichte degenerative Veränderungen, vegetative Systonie, Hyperventilation sowie eine chronische Schmerzstörung diagnostiziert. Es wird festgehalten, aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als "Putzfrau". Aus medizinisch-rheumatologischer Sicht wäre eine körperlich nicht stark belastende Tätigkeit wie leichte Reinigungsarbeiten möglich. Es seien ausschliesslich invaliditätsfremde Gründe für die Arbeitsniederlegung, für das Festhalten am Beschwerdekatalog und für die Nichtwiederaufnahme einer gleichwie gearteten beruflichen Tätigkeit verantwortlich. Dazu gehörten neben dem Wunsch nach Zuwendung und Entlastung das Alter der Versicherten, die mangelnde schulische und berufliche Ausbildung sowie die mangelhaften Sprachkenntnisse. Die Versicherte habe sich in ihrer Krankheitsrolle völlig eingelebt, der Krankheitsgewinn sei so gross, dass sie nicht mehr davon abweichen werde. c) Die Vorinstanz hat aus diesen medizinischen Unterlagen geschlossen, es bestehe keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und folgt damit der Stellungnahme des Medizinischen Zentrums Z.________. Indes kann nicht unbesehen auf dieses Gutachten abgestellt werden, bestehen doch Indizien, die gegen seine Zuverlässigkeit sprechen, was die Annahme voller Beweiskraft ausschliesst (vgl. BGE 125 V 353 f.). Zunächst sind die Grundlagen, auf denen die ärztlichen Feststellungen des Gutachtens beruhen, unvollständig. In den IV-Akten fehlen diverse Vorakten, welche deshalb auch keinen Eingang in die Beurteilung durch das Medizinische Zentrum Z.________ gefunden haben. So wurden neben dem Bericht des Spitals Y.________ keine weiteren medizinischen Unterlagen herangezogen, obwohl der erwähnte Bericht entsprechende Hinweise auf weitere frühere Behandlungen und Abklärungen enthält (unter anderem Konsultationen in der Neurologischen Ambulanz des Paraplegiker-Zentrums vom 10. März 1997 und der Klinik A.________ vom 28. April 1997, Hospitalisation im Spital B.________ vom 8. bis 17. Juli 1997). Ebenso fehlt ein Bericht des Hausarztes Dr. med. R.________. Zwar ist bei der Würdigung von Arztberichten unter Umständen ein Augenmerk darauf zu richten, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen). Trotzdem ist nicht ausser Acht zu lassen, dass gerade bei einer längerdauernden Behandlung, wie sie vorliegend offenbar durchgeführt wurde, die Berichte des Hausarztes für eine umfassende Beurteilung nicht ohne Bedeutung sind. Unter diesen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse des Gutachtens auf der medizinischen Gesamtsituation basieren, was jedoch eine Voraussetzung für dessen volle Beweiskraft bildet (Erw. 1c hievor). Zudem nimmt das Gutachten abgesehen von der Bemerkung, man habe von einem Panvertebralsyndrom gesprochen, um das diagnostische Defizit zuzudecken, keinen Bezug auf den Bericht des Spitals Y.________, das eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % schätzt, und setzt sich mit dessen Argumentation in keiner Weise auseinander, weshalb die Schlussfolgerungen im Gutachten nicht als widerspruchsfrei und schlüssig bezeichnet werden können. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die abweichende Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit durch das Spital Y.________ auf Beobachtungen während eines fünfwöchigen stationären Aufenthaltes beruht und zudem unter Einbezug weiterer medizinischer Berichte erfolgt ist. d) Nach dem Gesagten lässt die Aktenlage eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und damit des Invaliditätsgrades nicht zu. Eine neue Gesamtbeurteilung der medizinischen Situation unter Einbezug aller relevanten medizinischen Unterlagen im Rahmen einer interdisziplinären Begutachtung erweist sich deshalb als unumgänglich.