Citation: 6P.147/2005 13.02.2006 E. 2

Der Beschwerdeführer beanstandet die Strafzumessung der Vorinstanz. 2.1 Diese habe sich zu wenig zum Mass der Pflichtwidrigkeit geäussert und damit die Schwere des Verschuldens nicht nachvollziehbar begründet. Wenn man nicht genau wisse, weshalb der Beschwerdeführer auf die andere Fahrbahnhälfte geraten sei, könne man nicht einfach davon ausgehen, dass der zugrunde liegende Fehler ein schwerer sei. Mit dieser Rüge widerspricht der Beschwerdeführer teilweise dem verbindlich festgestellten Sachverhalt, was unzulässig ist (Art. 273 Abs. 1 lit. b und Art. 277bis Abs. 1 BStP). Die Vorinstanz hält nämlich fest, er habe ohne zwingenden Grund die Kurve geschnitten. Damit ist aber auch klar, dass der Beschwerdeführer nicht bloss wegen einer Unaufmerksamkeit von Sekundenbruchteilen auf die Gegenfahrbahn "geraten" ist. Der Beschwerdeführer hat die langgezogene Linkskurve mit übersetzter Geschwindigkeit geschnitten und dabei auf den entgegenkommenden Verkehr zu wenig geachtet (sonst hätte er den Lichtstrahl des Motorrads bemerken und reagieren müssen). Wie die Vorinstanz zutreffend erwägt, hat er damit gleichzeitig drei Verkehrsregeln (Höchstgeschwindigkeit, Rechtsfahrgebot, Beherrschen des Fahrzeugs) verletzt, die der Sicherheit und Unfallverhütung dienen. Bei einer derart rücksichtslosen Fahrweise bedurfte es keiner längeren Begründung mehr, um das Verschulden des Beschwerdeführers als schwer einzustufen. Insbesondere musste die Vorinstanz keine psychologischen Deutungen vornehmen, ob der Beschwerdeführer nun aus Geltungsdrang, Selbstüberschätzung, "Coolness" oder aus anderen respektlosen Motiven derart gefährlich unterwegs war. Die Vorinstanz hat das Ausmass der Pflichtwidrigkeit des Beschwerdeführers ausreichend und nachvollziehbar begründet. 2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz sei bei ihrer Beurteilung, er sei nicht wirklich einsichtig und reuig, vom Bericht des Verkehrspsychologen abgewichen, ohne dies zu begründen. Der Vorwurf ist nicht stichhaltig. Denn die Vorinstanz zeigt detailliert auf, wie der Beschwerdeführer noch anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung seine früheren Selbstunfälle und zu schnelles Fahren generell bagatellisierte. Damit kam sie auch hier ihrer Begründungspflicht nach. 2.3 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz halte im Zusammenhang mit dem Vorleben lediglich das strafrechtlich relevante Verhalten fest. Sie befasse sich aber nicht mit den einzelnen Vorfällen. Alle Fehler bewegten sich administrativrechtlich im Bereich der fakultativen Entzugsgründe. Die Vorinstanz hätte aber berücksichtigen müssen, dass er sich - abgesehen von den Verfehlungen im Strassenverkehr - unauffällig und straflos verhalten habe. Die Vorinstanz hält dem Beschwerdeführer zugut, dass er in einigermassen gefestigten Verhältnissen lebt, seit mehreren Jahren beim gleichen Arbeitgeber tätig ist, eine feste Beziehung hat, und sie verweist im Übrigen auf die erstinstanzlichen Ausführungen. Danach hat er mit seiner Ex-Freundin ein Kind, für welches er monatlich Fr. 800.-- an den Lebensunterhalt zahlt. Die Vorinstanz billigt ihm deshalb insgesamt eine leicht erhöhte Strafempfindlichkeit zu. Als weiteren Umstand in den persönlichen Verhältnissen macht der Beschwerdeführer geltend, dass er zusammen mit seiner Lebenspartnerin auch für deren Kind sorgt. Dies allein vermag jedoch die Strafempfindlichkeit, wie sie die Vorinstanz beurteilt hat, nicht wesentlich zu ändern. Inwiefern sein Herkommen, das Verhältnis zu den Eltern sowie seine Erziehung und Ausbildung sich im Rahmen der persönlichen Umstände zu Gunsten des Beschwerdeführers auf die Strafzumessung auswirken sollten, legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Zudem gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Vorinstanz die fünf ADMAS-Einträge nicht als fakultative Massnahmen beurteilt haben könnte. 2.4 Damit ging die Vorinstanz von den wesentlichen Beurteilungsmerkmalen aus und hat diese auch richtig gewichtet. Mit einer Gefängnisstrafe von 10 Monaten blieb sie durchaus im Rahmen ihres Ermessens. Eine Verletzung von Bundesrecht ist zu verneinen.