Citation: 8C_500/2022 E. 5.2.3

5.2.3. Selbst wenn das Ereignis jedoch entgegen der Vorinstanz dem eigentlich mittleren Bereich zuzuordnen wäre, könnte die Adäquanz nicht bejaht werden. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sei in ausgeprägter Weise gegeben. Das Kriterium beurteilt sich praxisgemäss objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls der versicherten Person. Jedem mindestens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, die somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil 8C_100/2011 vom 1. Juni 2011 E. 3.5.1, nicht publ. in: BGE 137 V 199, aber in: SVR 2012 UV Nr. 2 S. 3). Das Kriterium kann als erfüllt erachtet werden, wenn objektiv eine unmittelbare Lebensbedrohung bestand (Urteile 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.3; 8C_257/2008 vom 4. September 2008 E. 3.3.3). Eine solche behauptet die Beschwerdeführerin zwar, ohne indessen objektive Umstände zu schildern, die diese Annahme zu begründen vermöchten. Das Ereignis geschah am Morgen, wobei Anhaltspunkte weder für schlechte Wetterbedingungen noch für ein besonders hohes Verkehrsaufkommen bestehen, was allenfalls für eine entsprechende Gefährdung sprechen würde (vgl. die im Urteil 8C_611/2016 vom 16. Dezember 2016 E. 3.4 zitierten Präjudizien). Auch war die Beschwerdeführerin in der Lage, das Fahrzeug selbstständig zu verlassen. Ihren Einwänden kann daher nicht gefolgt werden. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen ist nicht gegeben. Auch die Diagnose eines Schleudertraumas würde für sich allein nicht genügen (Urteil 8C_525/2017 vom 30. August 2018 E. 8.5 mit Hinweisen). Gleiches gilt hinsichtlich der geltend gemachten Kontusionen an der Schulter sowie an einem Zehengelenk. Aber auch der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin auf der Unfallstelle beziehungsweise anlässlich der nachfolgenden polizeilichen Abklärungen unterkühlt und sich deswegen eine Bronchitis oder gar eine Lungenentzündung zugezogen habe, reicht jedenfalls nicht aus für die Annahme einer besonderen Ausprägung des Kriteriums. Ebenfalls lässt sich damit kein schwieriger Heilungsverlauf begründen. Soweit sich die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang darauf beruft, sie habe einen medikamentös bedingten allergischen Schock erlitten, ist nicht erkennbar, dass die entsprechende Behandlung Unfallfolgen betroffen haben sollte. Was die Kriterien der Dauer der ärztlichen Behandlung, der Dauer der Arbeitsunfähigkeit und der Dauerschmerzen betrifft, sind einzig die physischen Auswirkungen des Unfalls zu berücksichtigen. Dass indessen eine längerfristige Behandlung lediglich somatischer Beschwerden, verbunden mit entsprechenden Schmerzen und Arbeitsunfähigkeit, stattgefunden hätte, lässt sich nicht ersehen. So erfolgte insbesondere der stationäre Aufenthalt im Zentrum E.________ im Frühsommer 2019 gemäss ausdrücklichem Hinweis im Bericht vom 10. Juli 2019 zur psychosomatischen Rehabilitation. Mit ihrem Argument, die zu berücksichtigenden Kriterien liessen sich nicht zuverlässig beurteilen, dringt die Beschwerdeführerin nicht durch, zumal nicht geltend gemacht wird, weitere echtzeitliche Berichte wären unberücksichtigt geblieben.