Citation: 1C_551/2009 15.04.2010 E. 2

Die Beschwerdeführer rügen vorerst eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie machen geltend, die zugrunde liegende Verfügung sei hinsichtlich der Dachaufbauten und des Dacheinschnitts nicht hinreichend begründet. Weder die Baurekurskommission noch das Kantonsgericht hätten dargelegt, warum die Kombination zweier erlaubter Massnahmen unzulässig sei und warum sich die Bauherrschaft nicht auf Ziff. 7.1 des Zonenreglements Siedlung der Gemeinde Muttenz (aZRS) vom 1. März 1997 berufen könne. 2.1 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) folgt unter anderem die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Die Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen). 2.2 Die Baurekurskommission hat in ihrem Entscheid erwogen, dass aus dem nachträglich eingereichten, nicht bewilligten Plan "Querschnitt a-a", welcher am 4. Mai 2006 beim Bauinspektorat eingereicht worden sei, klar ersichtlich sei, dass die Höhe der Dachaufbauten und des Dacheinschnitts ab Geländer 1.60 Meter betrage. Dies habe sich am Augenschein bestätigt. Gemäss Zonenvorschriften werde die Höhe von Dachaufbauten und -einschnitten ab Dachfläche gemessen. Somit sei die Höhe gemäss Ziff. 7.3 bzw. Ziff. 7.4 i.V.m 7.3 aZSR offensichtlich nicht eingehalten. Insofern liegt eine im Lichte des Anspruchs auf rechtliches Gehör hinreichende Begründung vor, auf die das Kantonsgericht ohne Verfassungsverletzung verweisen durfte. Das gilt auch für den Einwand der Beschwerdeführer, weder das Bauinspektorat noch die Baurekurskommission hätten die Kombination zweier erlaubter baulicher Massnahmen abgeklärt. Indem sowohl das Bauinspektorat als auch die Baurekurskommission die vorliegenden Dachaufbauten als nicht mit den kommunalen Bauvorschriften vereinbar qualifiziert haben, haben sie so auch zum Ausdruck gebracht, dass die von den Beschwerdeführern gewählte Kombination unzulässig sei. Schliesslich war das Bauinspektorat nicht gehalten, in ihren Motiven ausführlich zu begründen, weshalb die von den Beschwerdeführern geltend gemachte 10%-Regelung von Ziff. 7.1 aZRS nicht angewendet werden könne, nachdem gar nicht zur Diskussion stand, ob die fraglichen Dachaufbauten ein Flach- oder Pultdach aufweisen dürfen. Es zeigt sich somit, dass sich das Bauinspektorat und die Baurekurskommission mit den relevanten Rechtsfragen auseinandergesetzt haben und aus ihren Entscheiden hervorgeht, aus welchen Gründen und gestützt auf welche gesetzlichen Grundlagen die Baute als nicht bewilligungsfähig bzw. materiell baurechtswidrig erachtet werde. Das Kantonsgericht durfte darauf verweisen. Bei dieser Sachlage erweist sich die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs als unbegründet. Die Beschwerdeführer verkennen, dass sie gestützt auf Art. 29 Abs. 2 BV zwar einen Anspruch auf eine Begründung haben, nicht aber auf eine ihnen materiell zusagende Begründung.