Citation: 6P.157/2003 27.02.2004 E. 8

8.1 Das Bezirksgericht Baden liess letztlich offen, auf welche Weise sich die Zerstörung des Helikopters BELL tatsächlich ereignet hatte, ob sie von Anfang an planmässig verlaufen war oder ob der geplante Flug, wie der Beschwerdeführer in seinen Einvernahmen in Deutschland behauptete, schliesslich in einen Unfall gemündet war (Urteil des Bezirksgerichts S. 38). Nach der Auffassung des Bezirksgerichts würde sich an der rechtlichen Beurteilung nichts ändern, wenn davon auszugehen wäre, dass der Beschwerdeführer, wie von ihm in Deutschland behauptet, am 2. Juli 1990 nur wenige Minuten vor dem geplanten Absturz vom plötzlichen Sich-Öffnen der Copiloten-Tür überrascht wurde, daher im Steinbruch auf dem obersten Plateau zur Landung ansetzte und dabei schliesslich zufolge eines "white-out"-Effekts, hervorgerufen durch den aufgewirbelten Bohrstaub, die Orientierung verlor und deshalb nicht wie von ihm geplant, sondern aus diesem Grunde abstürzte (Urteil des Bezirksgerichts S. 48). Denn ein solcher Geschehensablauf, der unter den konkreten Umständen für den Beschwerdeführer habe voraussehbar sein müssen, stelle eine unwesentliche Abweichung vom vorgestellten Kausalverlauf dar (Urteil des Bezirksgerichts S. 48 f.). Demgegenüber hält das Obergericht mehrfach fest, dass der Beschwerdeführer zweifelsfrei den Helikopter genau an der Stelle auf dem obersten Plateau zum Absturz bringen und zerstören wollte, an welcher er zur Landung ansetzte (angefochtenes Urteil S. 75, 80, 81, 83). Das Obergericht weicht mit dieser Feststellung ausdrücklich vom Entscheid des Bezirksgerichts ab (siehe angefochtenes Urteil S. 80, 83), welches diese Tatfrage offen gelassen hatte. 8.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Feststellung des Obergerichts sei willkürlich und verstosse gegen den Grundsatz "in dubio pro reo". Er sei in der obergerichtlichen Verhandlung überhaupt nicht zu seinen inneren Vorstellungen, zum subjektiven Tatbestand, befragt worden. Vermutlich habe das Obergericht erst bei der Redaktion der Urteilsbegründung bemerkt, dass bei dem vom Bezirksgericht als ebenfalls möglich erachteten Geschehensablauf eine Verurteilung wegen Betrugs ausser Betracht falle. Offenbar aus diesem Grunde werde im angefochtenen Entscheid in Abweichung vom Urteil des Bezirksgerichts, welches die Tatfrage infolge von Zweifeln offen gelassen habe, insgesamt nicht weniger als fünfmal behauptet, der Beschwerdeführer habe den Helikopter an der Stelle, an welcher er zur Landung angesetzt habe und abgestürzt sei, zerstören wollen. Diese Feststellung betreffend den subjektiven Tatbestand sei allein auf Grund der Akten nicht begründbar und ohne diesbezügliche Befragungen des Beschwerdeführers willkürlich (staatsrechtliche Beschwerde S. 82 ff., 86 f.). 8.3 Die Rüge ist unbegründet. Dem Obergericht war die Darstellung des Beschwerdeführers bekannt. Dieser hatte stets ausgesagt, dass er auf dem obersten Plateau habe landen wollen, um die linksseitige Tür des Helikopters zu schliessen, die sich während des Flugs geöffnet habe, und dass er beim Landeanflug infolge der Aufwirbelung von Bohrstaub verunfallt sei. Das Obergericht musste diese Darstellung auf ihre Richtigkeit überprüfen. Dazu bestand schon deshalb Anlass, weil der Beschwerdeführer in seinen polizeilichen Einvernahmen in Deutschland ausgesagt hatte, dass er den Flug vom 2. Juli 1990 mit dem Plan unternommen habe, den Helikopter BELL gegen eine Felswand zu fliegen und dadurch zum Absturz zu bringen. Zur Überprüfung der mehrfach vorgetragenen Unfall-Version waren weitere Befragungen des Beschwerdeführers betreffend dessen Willen, Vorstellungen und Beweggründe nicht notwendig. Die Unfall-Version des Beschwerdeführers musste vielmehr auf Grund von äusseren Umständen auf ihre Plausibilität und Glaubhaftigkeit überprüft werden. Das Obergericht hat diese Prüfung vorgenommen und ist auf Grund der Umstände zum Schluss gelangt, der Beschwerdeführer habe den Helikopter BELL auf dem obersten Plateau des Steinbruchs zum Absturz bringen wollen und dieses Vorhaben auch in die Tat umgesetzt (angefochtenes Urteil S. 73 ff.). Diese Feststellung ist, wie dargelegt, nicht willkürlich. Denn zum einen ist die Aussage des Beschwerdeführers, er habe gemäss seinem Plan den Helikopter dadurch zum Absturz bringen wollen, dass er mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Felswand fliege, nicht glaubhaft, und zum andern machte der Umstand, dass sich während des Fluges die linksseitige Tür geöffnet hatte, eine Zwischenlandung nicht erforderlich.