Citation: 8C_544/2022 E. 4.4

4.4. Was die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin anbelangt, schätzte sie Dr. med. D.________ retrospektiv vom 14. Dezember bis 5. Januar 2016 auf 50 %, vom 6. Januar 2016 bis 9. Januar 2017 auf 0 %, vom 10. Januar 2017 bis 20. September 2017 auf 50 % und vom 21. September bis 31. Dezember 2017 wiederum auf 0 %. Ab 1. Januar 2018 erachtete sie die Beschwerdeführerin erneut im Umfang von 50 % als arbeitsfähig. Die jeweilige Arbeitsunfähigkeit stand ausnahmslos im Zusammenhang mit psychosozialen Belastungen. Dementsprechend diagnostizierte die Expertin hauptsächlich eine rezidivierende depressive Störung, wiederkehrend in psychosozialen Belastungssituationen, gegenwärtig bis auf neurasthenische Restbeschwerden remittiert (ICD-10 F33.4; F48.0). Sie wies mehrfach auf die im Vordergrund stehenden psychosozialen Belastungsfaktoren hin (Fürsorgeabhängigkeit, anhaltende Arbeitslosigkeit, enttäuschende Bewerbungsverfahren), die sie als hauptunterhaltende Faktoren für die anhaltende Arbeitsunfähigkeit wertete, wie die Vorinstanz willkürfrei festhielt. Dr. med. D.________ führte denn auch an, dass es der rechtsanwendenden Behörde obliege, die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der vorwiegend von psychosozialen Belastungsfaktoren verursachten Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen. Die Wiedererlangung einer 80 bis 100%-igen Arbeitsfähigkeit hänge von der Entwicklung der psychosozialen Faktoren (erfolgreiche Stellensuche, Ablösung) ab.