Citation: 6B_92/2021 E. 2.4.1

2.4.1. Die Vorinstanz legt anhand des forensisch-psychiatrischen Gutachtens vom 29. September 2017, des Therapieverlaufsberichts des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes der Universität Bern vom 8. November 2019, des Therapieberichts der Psychiatrischen Dienste der Solothurner Spitäler vom 8. September 2020 und der Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung nachvollziehbar dar, dass eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung nicht den notwendigen therapeutischen Nutzen erbringe, um der mittleren bis hohen Rückfallgefahr des Beschwerdeführers zu begegnen. Dieser macht weder Willkür in den vorinstanzlichen Ausführungen geltend noch zeigt er auf, dass diese schlechterdings unhaltbar sind. Die Vorinstanz verkennt nicht, dass der Sachverständige im Gutachten die Anordnung einer ambulanten Behandlung aus forensisch-psychiatrischer Sicht als sinnvoll bzw. zweckmässig und eine stationäre therapeutische Behandlung nicht für zwingend erforderlich erachtet (kantonale Akten, act. 859). Jedoch zeigt sie zutreffend auf, dass ein Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe zugunsten der ambulanten Behandlung ausser Frage steht, was auch der Beschwerdeführer nicht kritisiert. Demnach geht die Vorinstanz bei ihrer Beurteilung des zu erwartenden therapeutischen Nutzens der ambulanten Behandlung zu Recht davon aus, dass diese (weiterhin) vollzugsbegleitend durchgeführt werden müsste. Es ist nicht zu beanstanden, wenn sie dabei einbezieht, dass der Sachverständige darauf hinweist, das erforderliche überwiegend psychotherapeutisch ausgerichtete Setting sei im Strafvollzug nur erschwert zu organisieren (kantonale Akten, act. 856) bzw. dieses könne nicht in genügender Weise etabliert werden (kantonale Akten, act. 860). Die vorinstanzliche Interpretation dieser gutachterlichen Angabe, wonach eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung nicht genüge, ist frei von Willkür. Gleiches gilt für ihre Beurteilung des bisherigen Therapieverlaufs bzw. der entsprechenden Berichte. Die Vorinstanz legt schlüssig dar, dass darin festgehalten werde, eine stationäre therapeutische Massnahme könne sich beim Beschwerdeführer als zweckmässiger erweisen, als eine vergleichsweise niederschwellige ambulante Behandlung (Therapieverlaufsbericht vom 8. November 2019, kantonale Akten, act. 2287) bzw. dieser stehe noch in der Anfangsphase der Therapie, er sei motiviert und zuverlässig, doch klappe der innere Zugang zu ihm derzeit noch nicht (Therapiebericht vom 8. September 2020, kantonale Akten, act. 2318; Urteil S. 42 f.). Mit ihrer Einschätzung, das bisherige Setting habe zwar gewisse kleine Fortschritte gebracht, von den erforderlichen Ergebnissen sei der Beschwerdeführer jedoch noch weit entfernt (Urteil S. 42), lässt die Vorinstanz entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers nicht unberücksichtigt, dass therapeutische Fortschritte stark vom Individualfall abhängen. Unter Willkürgesichtspunkten ist dieses Fazit nach eineinhalb Jahren Therapie jedenfalls nicht zu kritisieren. Die Vorinstanz lässt sich auch nicht zu Unrecht von Vollzugsproblemen oder Sicherheitsbedenken beeinflussen, sondern stellt fest, dass eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung nicht den gewünschten therapeutischen Nutzen wird herbeiführen können, um die Legalprognose zu verbessern. Damit verfällt sie weder in Willkür noch verletzt sie Bundesrecht. Daran vermag auch das Vorbringen nichts zu ändern, dass die verfahrensleitende Staatsanwaltschaft im Herbst 2017 das Gesuch des Beschwerdeführers um vorzeitigen Massnahmenantritt abgelehnt hat. Mit der Vorinstanz ist der Unmut des Beschwerdeführers nachvollziehbar, jedoch ändert dies nichts daran, dass im Sachurteil nur diejenige Massnahme angeordnet werden kann, die geeignet ist, einen hinreichenden Therapieerfolg zu erzielen und die Legalprognose zu verbessern.