Citation: 6S.132/2000 24.08.2000 E. 3

3.- Den Beschwerdeführer traf als geschäftsführender Direktor der Y.________ AG die Pflicht zur Erstellung einer Jahresrechnung spätestens 6 Monate nach Abschluss des Geschäftsjahres (vgl. Art. 662 OR und Art. 326 Abs. 1 StGB). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, war die Buchführung der Y.________ AG für das Geschäftsjahr 1996 nicht ordnungsgemäss, weil sie ohne besonderen Grund nicht bis spätestens Ende Juni 1997, sondern erst rund 8 Monate später vorlag und damit zeitlich stark im Rückstand war. Auch nach Ablauf der Abschlussfrist Ende Juni 1997 blieb die durch Art. 957 OR dem Beschwerdeführer auferlegte Pflicht bestehen und verhielt sich dieser durch Unterlassen der notwendigen Schritte andauernd pflichtwidrig. Der Beschwerdeführer beauftragte erst am 4. November 1997, also rund 5 Monate nach Ablauf der Abschlussfrist, einen Treuhänder mit der Erstellung der ausstehenden Jahresrechnungen. Es stellt sich hier daher nur die Frage, ob die gesamte Zeitspanne zwischen der erheblich verspäteten Erteilung des Auftrags und dessen Erfüllung am 2. Februar 1998 dem Beschwerdeführer anzulasten ist. Das ist mit der Vorinstanz zu bejahen. Sofern sich der Bilanzierungspflichtige ausser Stande sieht, die ihm obliegende Pflicht selbst zu erfüllen, muss er die Aufgabe vorzeitig einer geeigneten Drittperson (z.B. Buchhalter oder Treuhandgesellschaft) übertragen (BGE 96 IV 76 E. 3 S. 79). Wird der Auftrag so frühzeitig erteilt, dass mit der Fertigstellung der Bilanz vor Ablauf der Abschlussfrist gerechnet werden darf, beschränken sich die Pflichten des Organs einer Kapitalgesellschaft allein auf Auswahl, Instruktion und Kontrolle des mit der Bilanzierung Betrauten (vgl. Schubarth/Albrecht, Kommentar Strafrecht, Besonderer Teil, 2. Band, Art. 166 N 14 f.). Hält der Bilanzierungspflichtige die genannte Sorgfalt ein, genügt der blosse Fristablauf nicht, um den Tatbestand zu erfüllen (vgl. Schubarth/Albrecht, a.a.O.). Nach den verbindlichen tatsächlichen Feststellungen (Art. 277bis Abs. 1 BStP) des Bezirksgerichts, auf welche die Vorinstanz abgestellt hat, verzögerte sich die Erstellung der Jahresabschlüsse durch den Treuhänder, weil ihm der Beschwerdeführer unvollständige Unterlagen überlassen hatte (Urteil Bezirksgericht, S. 5). Die vom Treuhänder zur Erfüllung des Auftrags benötigten rund 3 Monate sind somit wesentlich auf das sorgfaltswidrige Verhalten des Beschwerdeführers zurückzuführen, und es gereicht ihm deshalb die gesamte zusätzliche Verzögerung zum Vorwurf. Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht den Beginn der Verfolgungsverjährung auf den 2. Februar 1998 festgesetzt, den Tag, an welchem der Treuhänder die Jahresrechnungen ablieferte. Im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils vom 11. Januar 2000 war die Übertretung somit noch nicht absolut verjährt.