Citation: 8C_69/2016 E. 6.3

6.3. Dr. med. L.________ ging im Bericht vom 15. September 2008 zwar von einer möglichen Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent in einem angepassten Umfeld aus. Er umschrieb das Zumutbarkeitsprofil jedoch nicht näher. Kurze Zeit später attestierten die MEDAS-Gutachter gestützt auf die Untersuchungen vom März 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 70 Prozent (Einschränkung aus psychischen Gründen) in einer Bürotätigkeit mit Aufteilung zwischen Empfang/Telefon und Büroarbeiten. Die von der Versicherten bis Ende März 2009 - in einem Teilpensum von 40 Prozent - ausgeübte Tätigkeit im Altersheim entsprach laut den Gutachtern dem Profil "Büro-Empfang-Telefontätigkeit" in idealer Weise. Da sich die psychische Problematik laut den Gutachtern über Jahre schleichend entwickelt hat, ist für die Vergangenheit eher von einer höheren Arbeitsfähigkeit auszugehen. Aufgrund der Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die Versicherte Anstalten unternommen hätte, ihre erwerblichen Möglichkeiten im Rahmen des gesundheitlich Zumutbaren voll auszuschöpfen. Mangels konkreter Hinweise ist daher auch nicht anzunehmen, dass sie im Gesundheitsfall eine 100 prozentige Erwerbstätigkeit angenommen hätte.