Citation: U 444/05 06.11.2006 E. 5

5.1 Insgesamt bestehen begründete Zweifel an der Schlussfolgerung von SUVA und Vorinstanz, wonach der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den bestehenden Beschwerden und dem Unfall vom 23. September 1998 mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verneinen ist. Weitere Abklärungen erübrigen sich indessen, weil es jedenfalls an der ebenfalls erforderlichen Adäquanz des Kausalzusammenhangs mangelt, wie sich aus dem Folgenden ergibt. Die vom kantonalen Gericht nicht näher geprüfte Adäquanzfrage kann in die Beurteilung einbezogen werden, nachdem sich die Parteien hiezu bereits im vorangehenden Verfahren geäussert haben. Dabei ist vorab zu prüfen, ob der Unfall zu organisch nachweisbaren Gesundheitsschädigungen geführt hat. 5.2 Dr. med. M.________ spricht von einem im Rahmen des Möglichen objektivierbaren Beschwerdebild, indem klinisch-neurologisch ein Zervikalsyndrom habe abgegrenzt werden können, welches sich insbesondere durch eine schmerzhafte Tonuserhöhung der Muskulatur manifestiere, und sich Anhaltspunkte für eine leichte vestibuläre Störung zeigten. Ein klar fassbares organisches Korrelat für die geltend gemachten Beschwerden und ein hinreichender Nachweis für die Organizität des Beschwerdebildes ist damit indes nicht erbracht (Urteil M. vom 3. August 2005, U 9/05, Erw. 4). Ein solches besteht auch für die diagnostizierte vestibuläre Störung und den Tinnitus nicht. Es fehlt schliesslich auch hinsichtlich der diagnostizierten milden traumatischen Hirnverletzung und der kognitiven Beeinträchtigungen. Die Diagnose einer milden traumatischen Hirnverletzung bedeutet nicht schon, dass objektiv nachweisbare Unfallfolgen vorliegen. Hiezu bedarf es einer feststellbaren intrakraniellen Läsion oder eines messbaren Defektzustandes (neurologischer Ausfall) als Folge einer Schädigung des zentralen Nervensystems (Urteil S. vom 10. Februar 2006, U 79/05, Erw. 3.2 mit Hinweis auf Adrian M. Siegel, a.a.O., S. 164 f.). Diese Voraussetzungen sind hier nicht gegeben. Die im Anschluss an den Unfall durchgeführten neurologischen Abklärungen, einschliesslich einer MRI-Untersuchung, ergaben unauffällige Befunde. Dass die elektroenzephalografische Untersuchung vom 14. August 2001 bei normaler Grundaktivität links fronto-temporal eine herdförmige Funktionsstörung zeigte, genügt nicht für die Annahme eines objektiv hinreichend nachweisbaren Funktionsausfalls. Zwar lassen solche Befunde in Verbindung mit weiteren Untersuchungen (z.B. neuropsychologische Tests) auf einen neurologischen Ausfall als Folge einer Schädigung des zentralen Nervensystems schliessen (Adrian M. Siegel, a.a.O., S. 165). Auch nach Meinung des Dr. med. M.________ stellt der EEG-Befund jedoch lediglich einen Hinweis für die Organizität der kognitiven Beeinträchtigungen dar. Mangels hinreichend objektivierbarer organischer Befunde hat eine spezifische Adäquanzprüfung zu erfolgen (BGE 123 V 102 f. Erw. 3b mit Hinweisen). Dabei stellt sich die Frage, ob die Adäquanz nach der für Schleudertraumen und schleudertraumaähnliche Verletzungen der HWS bzw. Schädel-Hirntraumen ohne nachweisbare Funktionsausfälle geltenden Rechtsprechung (BGE 117 V 359 ff. u. 369 ff.) oder nach den für psychische Unfallfolgen massgebenden Kriterien (BGE 115 V 133 ff.) zu erfolgen hat.