Citation: 1B_315/2020 E. 3.2

3.2. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid ausgeführt, massgebliche Anhaltspunkte für die frühere Tätigkeit des Beschwerdegegners seien für die Beschwerdeführerin aufgrund des nicht mit einer Grosskanzlei vergleichbaren, überschaubaren Briefkopfs der an sie bzw. ihren Anwalt gerichteten Schreiben des Beschuldigtenvertreters bereits seit Längerem erkennbar gewesen. Spätestens, als der Beschwerdegegner im Juli 2019 das Strafverfahren übernommen habe, allerspätestens, als er dieses aus für sie angeblich rätselhaften Gründen am 5. Februar 2020 sistiert habe, hätte sie deshalb seine frühere Tätigkeit abklären können. Das Ausstandsgesuch sei daher nicht im Sinne von Art. 58 Abs. 1 StPO verzugslos gestellt worden. Ohnehin mache die Beschwerdeführerin im Sinne dieser Bestimmung aber auch keine den Ausstand begründenden, im Sinne von Art. 57 StPO mitteilungsbedürftigen Tatsachen glaubhaft, vermöge sie doch zugegebenermassen nur zu spekulieren, dass der Beschwerdegegner befangen sein könnte. Sie lege namentlich keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdegegner bereits in seiner früheren Tätigkeit für die erwähnte Kanzlei in die Angelegenheit involviert gewesen oder seither mit dem Beschuldigtenvertreter besonders eng freundschaftlich verbunden sei, so dass objektiv betrachtet ein Misstrauen gegenüber ihm überhaupt erst begründbar wäre. Sie mache mithin über die nicht ausstandsrelevante blosse Bürogemeinschaft hinaus keine den Ausstand begründenden Tatsachen geltend.