Citation: 2P.38/2003 19.03.2003 E. 2

2.1 Zur staatsrechtlichen Beschwerde ist legitimiert, wer in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen ist (Art. 88 OG; vgl. BGE 121 I 267 E. 2 S.268 f.). Durch die Verweigerung eines Steuererlasses ist ein Steuerpflichtiger nur dann in rechtlich geschützten Interessen betroffen, wenn ihm das kantonale Recht einen Rechtsanspruch auf Steuererlass einräumt. Wie das Bundesgericht in Bezug auf § 123 des Steuergesetzes des Kantons Zürich vom 8. Juli 1951 (aStG) erkannt hat, räumt diese Vorschrift keinen rechtlich geschützten Anspruch auf Erlass der Steuer ein. Die Steuern "können" ganz oder teilweise erlassen werden, wenn die Leistungsfähigkeit durch besondere Verhältnisse eingeschränkt erscheint, doch sind die Voraussetzungen im Gesetz derart unbestimmt umschrieben und räumt das Gesetz der Erlassbehörde einen derart grossen Ermessensspielraum ein, dass daraus kein justiziabler Anspruch auf Steuererlass abgeleitet werden kann. Das Bundesgericht trat daher auf staatsrechtliche Beschwerden, mit denen die Verweigerung des Steuererlasses als materiell willkürlich gerügt wurden, nicht ein (vgl. BGE 122 I 373 ff.). § 183 des hier anwendbaren neuen Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, der die Voraussetzungen für den Steuererlass gleich umschreibt wie § 123 aStG, hat an dieser Rechtslage nichts geändert. Die vorliegende staatsrechtliche Beschwerde ist in der Sache unzulässig. 2.2 Die Beschwerdeführerin hat diese Rechtsprechung nicht übersehen. Sie macht indessen geltend, die Finanzdirektion habe wesentliche Ausführungen in der Rekursschrift nicht zur Kenntnis genommen. Darin liege eine Verweigerung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Wie es sich mit dieser Rüge verhält, ist im Folgenden zu prüfen.