Citation: 2C_682/2021 E. 1.2.2

1.2.2. Anders verhält es sich für die Beschwerdeführerin 1 mit der Aufenthaltsregelung nach Auflösung der Ehe im Rahmen von Art. 50 AIG: Diese Bestimmung ist in Verbindung mit Art. 2 FZA auch dann anwendbar, wenn der EU-angehörige (Ex-) Ehegatte - wie hier - keine Niederlassungs-, sondern nur eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA besitzt und er sich weiterhin in der Schweiz aufhält. Die Anwendung von Art. 2 FZA (in Verbindung mit Art. 50 AIG) auf Fälle, bei denen sich Ehegatten aus Drittstaaten von ihrem EU-angehörigen Ehegatten bzw. ihrer Ehegattin mit Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA getrennt haben, rechtfertigt sich, weil die landesrechtlichen Ansprüche von Art. 50 AIG solche bilden, welche aus dem früheren Ehe- und Familienleben abgeleitet werden und insofern noch einen Bezug zum freizügigkeitsrechtlichen Familiennachzug haben, aufgrund dessen der Aufenthalt ursprünglich bewilligt wurde (BGE 144 II 1 E. 4.7 S. 10 f.). Soweit ersichtlich hält sich der kroatische (Ex-) Ehegatte nach wie vor in der Schweiz auf, weshalb die Beschwerdeführerin 1 sich in vertretbarer Weise auf einen potentiellen Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung in Anwendung von Art. 50 AIG (i.V.m. Art. 2 FZA) berufen kann. Dies gilt nicht für die beiden Töchter (Beschwerdeführerinnen 2 und 3), welche über 18 Jahre alt sind (vgl. Art. 43 Abs. 1 AIG), weshalb Art. 50 AIG auf sie keine Anwendung (mehr) findet.