Citation: 8C_551/2022 E. 4.2.1

4.2.1. Die Vorinstanz erkannte in ihrem Urteil vom 1. Dezember 2020, es bestünden beim Beschwerdeführer konkrete Hinweise auf eine besonders erhöhte prätraumatische psychische Vulnerabilität, wie der Beschwerdeführer zutreffend rügt. Sie wies auf die Ausführungen des psychiatrischen Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 16. April 2018 hin, wonach die Bedrohung vom 18. März 2017 für praktisch jeden Menschen eine schwerwiegende psychische Belastung dargestellt hätte. Beim Beschwerdeführer komme hinzu, dass er bereits als Kind durch die Gewalttätigkeit seiner Mutter traumatisiert worden sei, was seine Persönlichkeitsentwicklung sehr ungünstig beeinflusst habe. Die Bedrohung, und mehrere darauf beruhende psychische Belastungen (Demütigung am Arbeitsplatz, sehr belastende polizeiliche Einvernahme, da der Täter anwesend gewesen sei, milde Bestrafung des Täters, der nach wie vor in der näheren Umgebung wohne), hätten zu einer schweren Dekompensation der bis dahin gut kompensierten Persönlichkeitsstörung sowie zur Entwicklung einer schweren, komplexen, protrahiert verlaufenden posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) geführt. Es sei eine klinische Tatsache, so der Kreisarzt weiter, dass es bei Menschen mit entsprechenden vorbestehenden psychischen Belastungen selbst bei geringfügigen Ereignissen nicht selten zu schweren, manchmal gar definitiven psychischen Dekompensationen komme. Hier hätten psychische Auffälligkeiten insbesondere in Form einer erheblichen Persönlichkeitspathologie vorbestanden.