Citation: 9C_415/2009 12.08.2009 E. 3.3

3.3.1 Der Versicherte bestreitet auch letztinstanzlich nicht, in der hier massgeblichen Zeitperiode (vgl. E. 2.2 hievor) seine schwer erkrankte Ehefrau gepflegt und gleichzeitig den Haushalt geführt zu haben. Gegen die beweisrechtliche Würdigung dieses Sachverhalts durch das kantonale Gericht trägt er allerdings vor, hiebei die Hilfe Dritter in Anspruch genommen und sich jeweils an der Grenze der Belastbarkeit befunden zu haben, weshalb daraus nichts zur Leistungsfähigkeit im Beruf hergeleitet werden könne. Die Kritik geht indes fehl, weil die jahrelange Pflege und Tätigkeit im Haushalt eine konstante Belastbarkeit voraussetzt. Es wird zwar durchaus zu Überforderungen gekommen sein; eine dauerhafte Überlastung kann aus den - im Lichte der Akten - nicht offensichtlich unrichtigen Feststellungen im angefochtenen Entscheid jedoch nicht hergeleitet werden (Art. 97 Abs. 1 BGG). Zudem hat der Beschwerdeführer der Mithilfe durch Verwandte offenbar nicht eine derart hohe Bedeutung beigemessen, um sie anlässlich der Begutachtung im ABI zu erwähnen. Im Weiteren leitet das Gutachten des ABI u.a. aus der oben beschriebenen häuslichen Belastung eine Leistungsfähigkeit von 80 % in einem körperlich leichten Beruf ab, was unter dem Aspekt der Beweiswürdigung schon deshalb zu keinen Bedenken Anlass gibt, weil die Dauerpflege und die Bewältigung des Haushalts jedenfalls eine weit höhere Belastung darstellen, als ein körperlich wenig anstrengender Beruf. Die Gutachter haben sich nicht von der Annahme leiten lassen, der Beschwerdeführer pflege seine Ehefrau und erledige den Haushalt, ohne hiebei eingeschränkt zu sein, andernfalls sie auf eine volle Arbeitsfähigkeit geschlossen hätten. Zu seinen Gunsten vermag der Versicherte sodann nichts aus den vor dem Begutachtungszeitpunkt vom 4. Dezember 2007 abgegebenen Einschätzungen des Dr. med. M.________ herzuleiten. Nicht nur sind dessen Schätzungen als Folge der - im angefochtenen Entscheid mit Recht erwähnten - besonderen Vertrauensstellung mit Zurückhaltung zu würdigen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353), wegen ihrer Diskrepanz zwischen der seit Längerem bestehenden häuslichen Belastung und der von Dr. med. M.________ spätestens ab September 2004 angenommenen vollständigen Unmöglichkeit, ausser Haus einer Arbeit nachzugehen, geht ihnen die Schlüssigkeit ab, weshalb sie die Beweistauglichkeit der Expertise des ABI nicht beeinträchtigen. Unbeanstandet blieb im Übrigen, dass die Experten des ABI - im Gegensatz zu Dr. med. H.________ im Gutachten vom November 2004 - eine Somatisierungsstörung ausschlossen und statt dessen nur mehr eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung erhoben haben. Auch die darüber hinaus vorgebrachten Einwände dringen nicht durch: Entgegen den Annahmen des Beschwerdeführers spielt im angefochtenen Entscheid weder die Frage der Ausweitung der Therapie noch jene, ob der Versicherte die Medikamente einnimmt eine entscheidwesentliche Rolle, weshalb eine Auseinandersetzung damit entfällt. Schliesslich überzeugt der Einwand nicht, die behauptete Untersuchungsdauer von bloss 10 Minuten sei - entgegen angefochtenem Entscheid - korrekt, weil die Expertise massgeblich anhand der Akten erstellt worden sei. Denn die für eine Untersuchung benötigte Zeit wird nicht allein dadurch bestimmt, welchen Raum die Akten im Gutachten einnehmen. 3.3.2 Mit der Bezugnahme auf den Bericht des Dr. med. M.________ vom 9. Mai 2009 und die darin enthaltene Diagnose einer rezidivierenden depressiven Erkrankung, gegenwärtig mittelgradige Episode, welche auf einer am 8. Mai 2009 stattgefundenen Untersuchung beruht, ist der Beschwerdeführer nicht zu hören; denn der Erlass der strittigen Verfügung (15. Mai 2008) bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220 mit Hinweisen). Die seitherige Entwicklung des Gesundheitszustandes ist folglich nicht Gegenstand des gerichtlichen Beschwerdeverfahrens. 3.4 Das kantonale Gericht hat dem Gutachten des ABI vom 9. Januar 2009 bundesrechtskonform vollen Beweiswert zuerkannt und ausgehend von der Diagnose einer leichten depressiven Episode sowie einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht offensichtlich unrichtig eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer den Leiden adaptierten Tätigkeit festgestellt (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 1 BGG). Darüber hinaus hält der angefochtene Entscheid eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit einhergehend der Arbeitsfähigkeit fest, was der Beschwerdeführer nicht als offensichtlich unrichtig rügt, vielmehr lässt er es damit bewenden, die Beweistauglichkeit der Expertise zu bestreiten, womit er nicht durchdringt (E. 3.3.1 hievor). Nachdem der rechtserhebliche Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist, durfte die Vorinstanz ohne Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes auf die Anordnung weiterer Beweismassnahmen in antizipierter Beweiswürdigung verzichten (vgl. BGE 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162). Dem Antrag, es sei die Sache zur Vornahme ergänzender Abklärungen zurückzuweisen, ist daher nicht stattzugeben.