Citation: 8C_450/2010 04.10.2010 E. 3

3.1 Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wobei dabei einzig die vorinstanzliche Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Sachbearbeiterin mit einer 20%-igen Leistungseinschränkung (aufgrund eines chronischen thorakovertebralen Schmerzsyndroms bei degenerativen Veränderungen der Brustwirbelsäule) umstritten ist, da die Versicherte zusätzlich eine invalidisierende posttraumatische Belastungsstörung (PTBS [ICD-10: F43.1]) geltend macht. Diese Tatfrage ist letztinstanzlich lediglich im gesetzlichen Rahmen von Art. 105 BGG überprüfbar (BGE 132 V E. 3.2. S. 398; E. 1 hievor). 3.2 Die Beschwerdeführerin rügt vorab, die betreffende MEDAS sei von der Beschwerdegegnerin wirtschaftlich abhängig und daher keine unabhängige Gutachterstelle im Sinne von Art. 44 ATSG. Der Umstand einer allfälligen wirtschaftlichen Abhängigkeit allein lässt indessen rechtsprechungsgemäss nicht auf mangelnde Objektivität oder Voreingenommenheit der MEDAS-Ärzte schliessen (BGE 132 V 376 E. 6.2 S. 381 f.; 123 V 175 E. 4b S. 179; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 69, 9C_67/2007 E. 2.4; vgl. auch Urteil 9C_304/2010 vom 12. Mai 2010 E. 2.2). Indizien für die Unzuverlässigkeit des Beweismittels sind nicht gegeben und werden auch nicht geltend gemacht (vgl. BGE 122 V 157 S. 161 f. und 9C_400/2010 vom 9. September 2010 E. 4). 3.3 Die vorinstanzliche Verneinung eines psychischen Leidens mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit in Form der geltend gemachten PTBS stützte sich im Wesentlichen auf die als voll beweiskräftig eingestuften Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten vom 16. Februar 2007 und der zweiten Expertise der MEDAS vom 28. Januar 2009. Danach - wobei der behandelnde Dr. med. V.________, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, FA Psychosomatische Medizin SAPPM, FA delegierte Psychotherapie, die Versicherte zur zweitem Begutachtung begleitete und im Rahmen der Fremdanamnese mit den Ärzten der MEDAS ein rund einstündiges Gespräch führte - seien formal gesehen und gestützt auf die anamnestischen Angaben die Kriterien einer PTBS teilweise erfüllt: Sie habe Albträume, Wiedererleben des Traumas im Sinne von Nachhallerinnerungen auf bestimmte Stimuli (mit Ängsten), Schreckhaftigkeit und Schlafstörungen erwähnt. Zudem werde über eine Reihe von depressiven Symptomen, wie sie bei einer PTBS häufig als Begleitsymptomatik vorkämen, berichtet. Bei der Untersuchung hätte die Beschwerdeführerin jedoch keinen depressiven Eindruck hinterlassen und es sei keine wesentliche emotionale Abstumpfung oder Gleichgültigkeit (Affekteinengung oder Anhedonie) vorgelegen. Das zentrale Kriterium der Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das erlebte Trauma wachrufen könnten, sei nicht erfüllt. Es seien weder bei den drei körperlichen Untersuchungen noch bei der Thematisierung der geltend gemachten Traumata (Treppensturz in der Kindheit und sexuelle Nötigung/sexueller Missbrauch durch einen behandelnden Psychiater im Jahre 2006) Hinweise auf psychovegetative Reaktionen aufgetreten. Überdies sei der Umstand, dass sich die Versicherte regelmässig in die Behandlung eines Psychotherapeuten sowie weiterer männlicher Arztkollegen begäbe, und sich dort Manipulationen am Rücken unterziehe, mit einem Vermeidungsverhalten gegenüber körperlichen Berührungen (insbesondere durch Männer) nicht in Einklang zu bringen. Sodann wurde in der Expertise vom 28. Januar 2009 ausgeführt, die Umstände der anamnestisch geltend gemachten zwei traumatischen Erlebnisse würden derart im Dunkeln bleiben, dass angesichts der etlichen offenen Fragen und Ungereimtheiten bedeutende Zweifel hinsichtlich des für die Diagnose einer PTBS zwingend vorausgesetzten schwerwiegenden Traumas bestünden. Diese hätten auch durch das Einholen fremdanamnestischer Angaben nicht beseitigt werden können. Auf eine vertiefte diesbezügliche Exploration hätte aufgrund des vom behandelnden Dr. med. V.________ getätigten Vorwurfs, die Untersuchung führe zu einer Retraumatisierung und zur psychischen Destabilisierung der Versicherten, unterbleiben müssen. Eine schwerwiegende Pathologie, wie sie Dr. med. V.________ diagnostiziere, könne nicht festgestellt werden; die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung könne daher keinesfalls als überwiegend wahrscheinliche Diagnose, sondern höchstens als Verdachtsdiagnose gestellt werden.