Citation: 6B_22/2022 E. 1

Grundsätzlich sind im bundesgerichtlichen Verfahren weder neue Begehren (Art. 99 Abs. 2 BGG) noch neue tatsächliche Vorbringen zulässig (Art. 99 Abs. 1 BGG). Das mit Eingabe vom 4. Oktober 2022 eingereichte Urteil vom 26. September 2022 erging nach dem angefochtenen Entscheid. Nach Art. 99 Abs. 1 BGG ist es als echtes Novum in tatsächlicher Hinsicht unbeachtlich (vgl. BGE 139 III 120 E 3.1.2; 135 I 221 E. 5.2.4; Urteil 6B_998/2021 vom 22. Juni 2022 E. 1.8.2, zur Publikation vorgesehen). Als Angriffs- bzw. Verteidigungsmittel rechtlicher Natur kann sich eine Partei zwar vor Bundesgericht auf neue Urteile berufen. Diese müssen indessen wie Rechtsgutachten binnen der Rechtsmittelfrist eingereicht werden (vgl. BGE 138 II 217 E. 2.5; 108 II 69 E. 1; Urteile 4A_227/2022 vom 8. September 2022 E. 1.4; 4A_86/2013 vom 1. Juli 2013 E. 1.2.3, nicht publ. in: BGE 139 III 345). Da die Eingabe der Beschwerdeführerin nach Ablauf der Rechtsmittelfrist (Art. 100 BGG) erfolgte, erweist sie sich als verspätet und bleibt unbeachtet (vgl. Urteil 4A_227/2022 vom 8. September 2022 E. 1.4 mit Hinweis). Daran ändert nichts, dass im Urteil vom 26. September 2022 das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau die Nichtigkeit der Verfügung vom 24. Juni 2021, mit welcher das Amt für Verbraucherschutz des Kantons Aargau der Beschwerdeführerin die Kleinhandelsbewilligung für den Verkauf und die Abgabe von Spirituosen erteilte, festgestellt hat. Es gilt zwar eine Ausnahme der Novenregelung nach Art. 99 Abs. 1 BGG, wenn die Feststellung der Nichtigkeit verlangt wird (BGE 145 III 436 E. 3; Urteile 2C_514/2021 vom 5. August 2022 E. 2.2.1; 2C_227/2015 vom 31. Mai 2016 E. 1.3). Das Urteil des Verwaltungsgerichts ist als solches jedoch für die allfällige Nichtigkeit der Verfügung vom 24. Juni 2021 nicht massgebend. Die allfällige Nichtigkeit der Verfügung vom 24. Juni 2021, die Teil der vorinstanzlichen Akten ist, würde sich vorliegend aus der Verfügung selbst ergeben und wäre, sofern für den vorliegenden Fall von Bedeutung, unabhängig des Urteils vom 4. Oktober 2022 zu beachten (vgl. unten, E. 4.4).