Citation: 1C_540/2021 E. 3.3

3.3. Unter Hinweis auf die vorgenannte Rechtsprechung führte die Vorinstanz zusammengefasst aus, der Gewässerraum solle den Raum des Gewässers langfristig sicherstellen. Bei der konkreten Bebauungssituation sei deshalb entscheidend, ob die Raumverhältnisse für das Gewässer langfristig beengt seien oder noch Potential vorhanden sei, den Raumbedarf für das Gewässer zu sichern. Dies treffe vorliegend zu, da das Land auf dem Gemeindegebiet von Liestal entlang der Ergolz im übergangsrechtlichen Gewässerraum vorwiegend unüberbaut sei. In allen drei von den unteren Instanzen beurteilten Perimetern und damit auch in dem von den Beschwerdeführern angeführten Abschnitt vom Rüschengrabenbächli bis zum Elbisbächli lägen deutlich weniger als die Hälfte der Gebäude entlang der Ergolz im übergangsrechtlichen Gewässerraum und berührten diesen nicht. Selbst diejenigen Gebäude, die in den Gewässerraum der Ergolz ragten, tangierten diesen grossmehrheitlich nur gering. Dies liessen die Beschwerdeführer ausser Acht, wenn sie anführten, 56% der Parzellen zwischen dem Rüschengraben- und dem Elbisbächli seien im Gewässerraum überbaut. Zudem bilde das Elbisbächli keine sachgerechte Begrenzung, da die Überbauung nördlich und südlich davon gleich sei. Die unteren Instanzen hätten in erster Linie auf den Perimeter 1 abgestellt, der die gesamte betroffene Wohn- und Geschäftszone WG3 inklusive Gesamtüberbauung Fraumatt entlang der Ergolz umfasse und im Norden von der Gemeindegrenze bis im Süden zum Weidelibächli reiche. Dies sei sachgerecht, da südlich dieses Bächleins entlang der Ergolz unverbaute Parzellen lägen. Im Perimeter 3 sei das ganze Siedlungsgebiet entlang der Ergolz einbezogen worden. Bei allen geprüften Perimetern lägen weniger als die Hälfte der Bauten im übergangsrechtlichen Gewässerraum und tangierten diesen grossmehrheitlich nur gering. Im Weiteren liege das Baugrundstück in der Stadt Liestal peripher, da es an die Gemeinde Füllinsdorf grenze und weder Zentrums- noch Kernzonen betroffen seien. Gegen ein dicht überbautes Gebiet spreche auch, dass sich nördlich der Bauparzelle bis zur Parzelle Nr. 243 der Gemeinde Füllinsdorf in der Nichtbauzone ein rund 170 m langer unbebauter Grünraum erstrecke, in dem der Gewässerraum seine natürliche Funktion auch auf lange Sicht erfüllen könne. Dies habe sich anlässlich des Augenscheins gezeigt und sei bereits von den unteren Instanzen festgehalten worden. Das Gebiet um die Bauparzelle könne daher gesamthaft nicht als dicht überbaut im Sinne von Art. 41c Abs. 1 lit. a GschV bezeichnet werden.