Citation: C 219/99 28.04.2000 E. 2

2.- Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Be- schwerdeführerin überhaupt zu den entschädigungsberechtig- ten Erwerbszweigen gehört. a) Während die kantonale Amtsstelle bei ihrer Ein- spruchsverfügung stillschweigend vom Vorliegen eines ent- schädigungsberechtigten Erwerbszweiges ausgegangen ist, hat die kantonale Schiedskommission unter Hinweis auf Art. 65 Abs. 1 AVIV die Subsumtion unter den Tiefbau geprüft und verneint. Die Beschwerdeführerin demgegenüber macht gel- tend, sie falle unter den Zweig des Landschaftsgartenbaus. b) Nach der Rechtsprechung ist die Liste der an- spruchsberechtigten Erwerbszweige in Art. 65 Abs. 1 AVIV abschliessend (BGE 111 V 394 Erw. 3 und 4, bestätigt in BGE 115 V 157 Erw. 1b; ARV 1989 Nr. 2 S. 63 Erw. 1b; Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. Soziale Sicherheit, Rz 451). Eine allfällige Subsumtion und daraus resultieren- de Berechtigung zum Bezug von Schlechtwetterentschädigung hängt nicht von der Art der einzelnen Verrichtungen, son- dern vom Charakter des Betriebs ab, in welchem die entspre- chende Tätigkeit erfolgt. Das Abstellen allein auf die im Einzelfall vorgenommene Arbeit würde den mit der Verord- nungsbestimmung gesetzten Rahmen sprengen und zu einer vom Gesetzgeber nicht gewollten und unpraktikablen Ausweitung des Anspruchs führen (BGE 111 V 394 Erw. 3; Nussbaumer, a.a.O., Rz 455). Zu beachten ist, dass es dem Gesetzgeber darum ging, zu verhindern, dass die Arbeitslosenversiche- rung jede Art schlechtwetterbedingter Arbeitsverhinderung entschädigen muss (BGE 111 V 397 Erw. 4c) und der Bundesrat dementsprechend die Schlechtwetterentschädigung in der er- wähnten Liste von Art. 65 Abs. 1 AVIV restriktiv regeln wollte. Dabei war er gestützt auf die Delegationsnorm nach Art. 42 Abs. 2 AVIG unter Beachtung der durch das Willkür- verbot gesetzten Grenzen grundsätzlich frei, Erwerbszweige von der Liste auszuschliessen, welche an sich mit guten Gründen als listenwürdig hätten bezeichnet werden können. Zur Frage, ob die genannte gesetzliche Delegation den aus rechtsstaatlichen Gründen an eine Delegationsnorm zu stel- lenden Anforderungen zu genügen vermag, hat sich das Eid- genössische Versicherungsgericht zufolge der verfassungs- rechtlichen Beschränkung seiner Überprüfungsbefugnis (Art. 191 BV) nicht zu äussern. In Anbetracht des dem Bundesrat eingeräumten Auswahlermessens (vgl. Imboden/ Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 5. Aufl., Bd. I, Nr. 66 S. 405) sowie des Umstandes, dass es bei der Bestimmung der Erwerbszweige mit Anspruch auf Schlechtwet- terentschädigung vorwiegend um rechtspolitische Fragen ging, übt das Eidgenössische Versicherungsgericht schliess- lich auch bei der Überprüfung der Gesetz- und Verfassungs- mässigkeit von Art. 65 Abs. 1 AVIV grundsätzlich Zurückhal- tung (BGE 111 V 396 Erw. 4c). Unter Berücksichtigung des klaren Willens des Gesetzgebers ist demzufolge bei der Willkürprüfung im Einzelfall nicht nach mehr oder weniger auffälligen Unterschieden zwischen einzelnen Erwerbszweigen zu suchen, um die Nichterwähnung eines Erwerbszweiges in der Liste von Art. 65 Abs. 1 AVIV zu begründen und das vom Bundesrat bestätigte Auswahlermessen zu rechtfertigen, zu- mal es an praktikablen Abgrenzungskriterien fehlt. Vielmehr könnte Willkür nur bejaht werden, wenn Verhältnisse darge- tan werden, welche den Ausschluss eines Erwerbszweiges aus der Liste als offensichtlich ungerechtfertigte Ungleichbe- handlung erscheinen lassen. Dies dürfte indessen bei einem Instrument zur Eingrenzung von Leistungsansprüchen in der Praxis lediglich ganz ausnahmsweise zutreffen (nicht ver- öffentlichtes Urteil D. vom 19. Dezember 1997, C 225/97). c) Die Beschwerdeführerin macht bezüglich Subsumtion unter einen anspruchsberechtigten Erwerbszweig geltend, sie sei eine Unternehmung, welche nebst im Neubau, der Sanie- rung und der Instandstellungen von Tennisanlagen auch im Landschaftsgartenbau tätig sei, dies sowohl im Zusammenhang mit der Erstellung von Tennisanlagen als auch bei reinen Gartenarbeitsaufträgen - unabhängig von Tennisanlagen. Sie sei Mitglied des Schweizerischen Gärtnermeisterverbandes und unterstehe somit dem entsprechenden Gesamtarbeitsver- trag. Die Vorinstanz hat die Subsumtion unter den anspruchs- berechtigten Erwerbszweig des Tiefbaus ohne nähere Prüfung verneint. Das von ihr beigezogene Merkblatt "Beurteilung der Bespielbarkeit eines Platzes" der Fachkommission für Tennisanlagen hilft in diesem Zusammenhang nicht weiter. Ob und unter welche Kategorie der Erwerbszweige mit Anspruchs- berechtigung auf Schlechtwetterentschädigung die Beschwer- deführerin fällt, kann aufgrund der Akten nicht entschieden werden. Es fehlen insbesondere nähere Angaben zum Charakter des Betriebes. Die kantonale Amtsstelle wird hinsichtlich dieser Frage die Akten zu ergänzen und das Vorliegen eines anspruchsberechtigten Erwerbszweiges - sei es unter der Ka- tegorie Tiefbau oder Landschaftsgartenbau - hernach neu zu prüfen haben.