Citation: I 240/01 27.05.2002 E. 2

2.- Streitig ist die Verfügung vom 23. November 2000, mit welcher die IV-Stelle das Rentenbegehren mangels einer leistungsbegründenden Invalidität abgelehnt hat. Fest steht, dass die Beschwerdeführerin auch ohne den Gesundheitsschaden keiner Erwerbstätigkeit nachginge und bei der Invaliditätsbemessung als Hausfrau zu qualifizieren ist, weshalb die Invaliditätsbemessung nach Art. 27 IVV zu erfolgen hat. a) Die Beschwerdeführerin wurde vom behandelnden Arzt Dr. med. F.________ in ihrer Tätigkeit als Hausfrau ab 1. Juli 1996 zu 50 % und ab 1. Dezember 1996 zu 75 % arbeitsunfähig beurteilt. Begründet wurde dies damit, die Versicherte vermöge lediglich noch leichte Tätigkeiten wie die Beaufsichtigung der Kinder und das Kochen auszuführen und für schwerere Arbeiten wie Einkaufen, Waschen und Putzen sei sie auf Hilfe angewiesen. Die Beurteilung stützt sich im Wesentlichen nur auf die Angaben der Versicherten und ist zu wenig differenziert, als dass entscheidend darauf abgestellt werden könnte. Die von der IV-Stelle angeordnete Abklärung im Haushalt ergab eine Gesamtbehinderung von 44 %. Dabei wurde von einer Gewichtung des Tätigkeitsbereichs von 5 % und einer Einschränkung von 0 % bei der Haushaltführung, von 10 % bzw. 30 % beim Einkaufen, von 40 % bzw. 30 % bei der Ernährung, von 10 % bzw. 80 % bei der Wohnungspflege, von 10 % bzw. 70 % bei der Wäsche und Kleiderpflege, von 20 % bzw. 50 % bei der Betreuung von Familienmitgliedern und von 5 % bzw. 80 % im Bereich Verschiedenes ausgegangen. Die Beschwerdeführerin beanstandet diese Beurteilung und macht geltend, es bestehe eine offensichtliche Diskrepanz zwischen der Umschreibung der Behinderung in den einzelnen Tätigkeitsbereichen und den angegebenen Prozentzahlen; zudem fehle jede Begründung für die relative Gewichtung der verschiedenen Bereiche. Bei zutreffender Bemessung resultiere ein Invaliditätsgrad von 74 %. Hiezu ist festzuhalten, dass das BSV für die Invaliditätsbemessung bei im Haushalt tätigen Versicherten Verwaltungsweisungen erlassen hat, welche die bei der Beurteilung zu berücksichtigenden Aufgabenbereiche nennen und hiefür prozentuale Anteile festlegen. Während die früheren Weisungen (Wegleitung über Invalidität und Hilflosigkeit [WIH] Rz 147. 1 ff., gültig ab 1. Januar 1985) für die einzelnen Tätigkeitsbereiche feste Ansätze vorschrieben, sehen die seit 1. Januar 2000 gültigen neuen Weisungen (Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit [KSIH] Rz 3095) Mindest- und Höchstansätze vor, innerhalb welcher die Anteile der einzelnen Bereiche festzusetzen sind. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht zu den früheren Weisungen festgestellt hat, beruhen diese auf einer sachgemässen Abwägung der aus Gesetzmässigkeit und Rechtsgleichheit sich ergebenden Erfordernisse einerseits sowie der Notwendigkeit verwaltungsmässiger Praktikabilität anderseits und sind als gesetzeskonform zu betrachten (ZAK 1986 S. 232 ff.). Dies gilt umso mehr für die neuen Weisungen, welche für die einzelnen Tätigkeitsbereiche variable Ansätze vorsehen und damit eine vermehrte Berücksichtigung der besondern Umstände des Einzelfalles zulassen. Es besteht kein Grund, die auf Fachkenntnissen der hiefür zuständigen Stellen beruhenden Richtwerte in Frage zu stellen (Urteil S. vom 4. September 2001, I 175/01). Im vorliegenden Fall entsprechen die angenommenen Anteile der einzelnen Aufgabenbereiche den bei Durchführung der Abklärung am 14. Oktober 1998 gültig gewesenen (festen) Prozentzahlen. Besonderheiten, welche ein ausnahmsweises Abgehen hievon zu begründen vermöchten, sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Kritik richtet sich allein gegen die Bemessung der Beeinträchtigung in den einzelnen Tätigkeitsbereichen. Mit den diesbezüglichen Vorbringen lässt die Beschwerdeführerin indessen unberücksichtigt, dass auch im Haushalt tätige Versicherte der Schadenminderungspflicht (BGE 115 V 53 mit Hinweisen) unterliegen und die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit durch geeignete organisatorische Massnahmen und die zumutbare Mithilfe der Familienangehörigen möglichst zu mildern haben, wobei diese Hilfe weiter geht, als die ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung (Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Zürich 1997, S. 222 f. mit Hinweisen). Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze erweist sich der Einwand, zwischen der Umschreibung der Behinderungen und der prozentualen Beurteilung der Einschränkung bestehe eine offensichtliche Diskrepanz, weitgehend als unbegründet. Was die geltend gemachten höheren Beeinträchtigungen in den einzelnen Tätigkeitsbereichen betrifft, erübrigen sich nähere Ausführungen, weil die IV-Stelle nicht auf die Invaliditätsbemessung im Abklärungsbericht Haushalt abgestellt hat, nachdem die abklärende Person ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass Zweifel bezüglich der Angaben der Versicherten und ihres Ehemannes bestünden und sich trotz eingehender Befragung nicht habe feststellen lassen, ob die Versicherte im Haushalt effektiv dermassen eingeschränkt sei, wie sie geltend mache. Damit ist gesagt, dass auch auf den Abklärungsbericht im Haushalt nicht entscheidend abgestellt werden kann, weshalb von der Abklärungsperson denn auch ergänzende medizinische Untersuchungen beantragt wurden. b) Die von der IV-Stelle in der Folge angeordnete polydisziplinäre gutachtliche Untersuchung in der MEDAS St. Gallen führte zur Diagnose eines chronischen zervikalen und weniger ausgeprägt lumbalen Schmerzsyndroms mit vegetativen Begleitbeschwerden. Die von der Versicherten als sehr intensiv geschilderte Schmerzsymptomatik und die dadurch bedingte erhebliche Einschränkung in der Leistungsfähigkeit konnte nicht objektiviert werden. Es fanden sich auch keine Hinweise auf ein psychisches Leiden. Nach Auffassung der Gutachter können der Versicherten unter Berücksichtigung der objektivierbaren Befunde keine umfangreichen schwereren Gartenarbeiten und keine anderen schweren Tätigkeiten grösseren Ausmasses (wie z.B. Fensterreinigen) zugemutet werden; eine darüber hinausgehende Arbeitsunfähigkeit ist aufgrund der objektiven Befunde zu verneinen. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das MEDAS-Gutachten erfülle die nach der Rechtsprechung für den Beweiswert medizinischer Gutachten massgebenden Anforderungen (BGE 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen) nicht, berücksichtige zu Unrecht nur die objektivierbaren Befunde und lasse die Schmerzsymptomatik unabgeklärt. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Das Gutachten beruht auf umfassenden Untersuchungen, einschliesslich eines rheumatologischen sowie eines psychiatrischen Konsiliums. Es wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) erstellt und berücksichtigt die geklagten Beschwerden. Zum bestehenden Schmerzsyndrom wird sowohl im Gutachten als auch in den Konsiliarberichten Stellung genommen. Es geht daraus hervor, dass die Schmerzen im geltend gemachten Ausmass weder aus somatischer noch aus psychischer Sicht erklärbar sind. Der rheumatologische Konsiliararzt Dr. med. H.________, MEDAS, gelangte zum Schluss, die Kriterien für ein Fibromyalgie-Syndrom seien zur Zeit nicht erfüllt, es könne lediglich von fibromyalgischen Beschwerden vorwiegend der Nackenregion gesprochen werden; dazu kämen vegetative Begleiterscheinungen. Die psychiatrische Untersuchung führte zu einem völlig unauffälligen Befund. Es fanden sich auch keine Hinweise für eine somatoforme Störung. Die Beschwerdeführerin macht grundsätzlich zu Recht geltend, die Vorinstanz gehe diesbezüglich von unzutreffenden tatsächlichen Annahmen aus, wenn sie sich im angefochtenen Entscheid auf die Rechtsprechung zur Frage des invalidisierenden Charakters somatoformer Störungen stütze (AHI 2000 S. 149 ff.). Dies vermag am Ausgang des Verfahrens indessen nichts zu ändern. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass nicht objektivierbare Schmerzen invalidenversicherungsrechtlich nur relevant sein können, wenn sie eine psychische Grundlage haben. Dies gilt auch im Falle eines Fibromyalgie-Syndroms, welches sowohl organisch als auch psychisch bedingt sein kann (MSD-Manual der Diagnostik und Therapie, 5. Aufl. , München 1993, S. 145 ff.). Nachdem unbestrittenermassen keine psychische Störung mit Krankheitswert vorliegt, ist nicht zu beanstanden, dass sich die MEDAS-Gutachter auf die objektiven Befunde beschränkt und die geltend gemachten Beschwerden unter dem Aspekt somatischer Schmerzen beurteilt haben. Es bestand unter den gegebenen Umständen auch keine Notwendigkeit zu einer spezifischen Schmerzabklärung. Aus dem Gutachten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin eingehend untersucht und die geklagten Beschwerden berücksichtigt worden sind. Schliesslich vermag das Gutachten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation zu überzeugen. Verwaltung und Vorinstanz haben daher zu Recht auf diese Beurteilung abgestellt, was zur Abweisung des Rentenbegehrens führt. Zur Anordnung weiterer Abklärungen, einschliesslich der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragten Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer beruflichen Abklärungsstelle (BEFAS) besteht kein Anlass.