Citation: 8C_593/2021 E. 5.2.3

5.2.3. Hinsichtlich des Ereignishergangs hielt die Vorinstanz ferner fest, in der medizinischen Literatur werde auf die Problematik hingewiesen, dass in einer Vielzahl der Fälle die tatsächlich abgelaufene schädigende Mechanik weder von der betroffenen Person noch von möglichen Zeugen wahrgenommen werden könne, sich der Geschehensablauf nicht im Detail rekonstruieren und sich die auftretende Zugbelastung nicht einmal annäherungsweise rekonstruieren lasse. Ohne dies lasse sich die Frage nach der Eignung zur Herbeiführung der Achillessehnenruptur aber gar nicht beantworten. Aufgrund der Unsicherheit, ob es sich bei der "Stop-and-Go"-Bewegung tatsächlich nur um ein - wie von Dr. med. C.________ angenommen - "harmloses Ereignis" gehandelt habe oder ob nicht doch eine Bewegung mit ungeplanter resp. unphysiologischer Belastung stattgefunden haben könnte, welche die Zugfestigkeit der Sehne überstiegen habe, sei die Ereignisschilderung für sich allein zur Erbringung des Entlastungsbeweises nicht geeignet. In diesem Sinne habe das Bundesgericht festgehalten, dass zur Beurteilung der Unfallkausalität dem Kriterium des Unfallmechanismus keine übergeordnete Bedeutung mehr beigemessen werde (SVR 2021 Nr. 34 S. 154, 8C_672/2020 E. 4.1.3; Urteil 8C_167/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 4.1). Das ergibt sich tatsächlich aus der zitierten Rechtsprechung. Der Beschwerdeführerin ist aber insofern beizupflichten, dass es letztlich darum geht, die einzelnen für oder gegen eine traumatische Genese sprechenden Aspekte aus medizinischer Sicht zu diskutieren und einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest überwiegend wahrscheinlich ist (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2; 138 V 218 E. 6; Urteil 8C_167/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 4.1). Dabei ist auch der Unfallmechanismus als einzelnes Indiz unter mehreren in die Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die allgemeinen Ausführungen des beratenden Arztes zur altersbedingten Degeneration der Achillessehne und zur Überbeanspruchung sowie seine Annahme, traumatische Achillessehnenrupturen seien sehr selten, erfolgten ohne Bezugnahme zum konkreten Fall und sind daher wenig zielführend. Zudem liegen keine konkreten medizinischen Befunde vor, die seine Theorie des vorwiegend abnützungs- oder krankheitsbedingten Risses erhärten würden, weshalb als Indiz für eine vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführende Sehnenruptur einzig der Ereignishergang verbleibt. Dabei kann aber nicht von vornherein gesagt werden, bei der fraglichen "Stop-and-Go"-Bewegung im Rahmen des Badmintonspiels handle es sich um ein Ereignis ganz untergeordneter oder harmloser Art (vgl. dazu BGE 146 V 51 E. 8.6). Zum einen ist unbestritten, dass die Achillessehne des Beschwerdegegners bei dieser Belastung gerissen ist. Zum anderen gehen sowohl die operierende Ärztin (vgl. E. 4.3 hiervor) als auch der behandelnde Physiotherapeut (vgl. E. 4.4 hiervor) von einer geradezu typischen Sportverletzung aus. Ausserdem ist mit der Vorinstanz anzunehmen, dass sich die Zugbelastung der Sehne beim Ereignis vom 21. November 2019 nicht genau rekonstruieren lässt. Aufgrund all dem ist die Ereignisschilderung für sich allein zur Erbringung des Entlastungsbeweises nicht geeignet, wie das kantonale Gericht richtig erkannte.