Citation: 1C_371/2019 E. 5

Ist ein Objekt schutzwürdig, bedeutet das noch nicht zwingend, dass Schutzmassnahmen anzuordnen sind. Vielmehr ist im Licht der festgestellten Schutzanliegen eine Abwägung zwischen den Schutzinteressen und den entgegenstehenden öffentlichen oder privaten Interessen vorzunehmen, was sich bereits aus dem verfassungsmässigen Verhältnismässigkeitsgrundsatz ergibt (Urteile 1C_128/2019 vom 25. August 2020 E. 8, zur Publikation vorgesehen; 1C_26/2016 vom 16. November 2016 E. 6.1; 1C_168/2012 vom 2. November 2012 E. 6.4; je mit Hinweisen; FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht, Band 1, 6. Aufl. 2019, S. 297 f.). Entgegenstehende öffentliche oder private Interessen der Beschwerdeführer werden nicht geltend gemacht. Sodann zeigt die Anhebung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens durch die Beschwerdeführer, dass diese die Unterschutzstellung der beiden Ahornbäume auf ihrem Grundstück befürworten. Ihrer Beschwerde ist zu entnehmen, dass die Rechte der Beschwerdegegner (deren kaum wahrnehmbare Seesicht), entsprechend den baurekursgerichtlichen Erwägungen, höchstens minimal beeinträchtigt seien. Die Beschwerdegegner ihrerseits bringen im Rahmen ihrer Vernehmlassung an das Bundesgericht vor, das Grundstück der Beschwerdeführer sei mit einer grundbuchlich gesicherten privatrechtlichen Bau- und Pflanzungsbeschränkung zu Gunsten ihres Grundstücks belastet. Danach dürften Bauten und Pflanzen auf dem beschwerdeführerischen Grundstück die Höhenkote von 559.50 m.ü.M. nicht übersteigen. Diese Höhenkote liege bei ungefähr 5.5 m über dem Strassenniveau. Die beiden kolchischen Ahornbäume verletzten diese Dienstbarkeit in massiver Weise. Mit einer Unterschutzstellung der Bäume würde die gültige Dienstbarkeit auf öffentlich-rechtlichem Weg ausgehebelt und in ihre Eigentumsrechte (Art. 26 BV) eingegriffen sowie der mit der Dienstbarkeit verfolgte Zweck des Aussichtsschutzes beeinträchtigt. Selbst wenn dieser Auffassung der Beschwerdegegner gefolgt würde, wäre das daraus resultierende private Interesse der Beschwerdegegner vorliegend nicht als derart gross zu veranschlagen, dass sich der Erhalt der zwei schutzwürdigen Ahornbäume als unverhältnismässig erweisen würde. Im Übrigen ist der Interessenabwägung des Baurekursgerichts zu entnehmen, dass sich der tatsächliche Blick auf den See auf einen kleinen Fleck Richtung Südwesten beschränke und zumindest vom grössten Teil des beschwerdegegnerischen Grundstücks aus westlich an den zwei Bäumen vorbeigesehen werden könne.