Citation: U 95/05 14.06.2005 E. 2

Die Vorinstanz hat in umfassender Wiedergabe und einlässlicher Würdigung der umfangreichen medizinischen Unterlagen sorgfältig begründet, weshalb von den neben dem Tinnitus - für welchen die adäquate Kausalität bejaht wurde - vorliegenden Beschwerden (Hörschädigung, Kopfschmerzen, Schwindel) einzig eine leichte Hörschädigung objektivierbar ist und die darüber hinaus beklagten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch die psychische Störung verursacht wurden, weshalb die Frage des adäquaten Kausalzusammenhangs nach der Praxis für psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 138) zu beurteilen ist, die für die Bejahung der Adäquanz erforderlichen Kriterien bei diesem mittelschweren Unfallereignis indes nicht erfüllt sind. Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, vermag nicht zu einem anderen Ergebnis zu führen: 2.1 Soweit er mit Verweis auf das Urteil D. vom 27. März 2003, U 71/02 zunächst vorbringt, weil die psychische Fehlbearbeitung eines durch Unfall verursachten Tinnitus zu dessen Charakteristik gehöre, sei die persistierende, vollständige Arbeitsunfähigkeit unfalladäquat, ist festzuhalten, dass einerseits die psychische Fehlverarbeitung nur bei einem sehr schweren Tinnitus, der beim Beschwerdeführer nicht vorliegt, zu dessen Charakteristik gehört und andererseits auch dann die natürliche mit der adäquaten Kausalität nicht gleichgesetzt werden kann. Vielmehr ist - wie gerade im zitierten Urteil erwogen wurde - die Adäquanz der psychischen Fehlverarbeitung gleichwohl zu prüfen, weil von der organischen Schädigung des Tinnitus die mangelhafte psychische Verarbeitung der Gesundheitsstörung zu unterscheiden ist, (RKUV 2004 Nr. U 505 S. 246), allerdings nicht gemäss Praxis für die psychischen Unfallfolgen, sondern nach der normalen Adäquanzformel, d.h. nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung (BGE 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, je mit Hinweisen). Auch der Verweis auf die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgelegte Beurteilung des Dr. med. O.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie, vom 13. April 2005, wonach der Versicherte primär an organisch bedingten Kopfschmerzen leide und vor dem Unfall keinerlei Cephalgien gehabt habe, weshalb die Beschwerden klar post-traumatisch seien, vermag die vorinstanzliche Beweiswürdigung nicht in Frage zu stellen, läuft diese Argumentation doch auf eine unzulässige Begründung "post hoc ergo propter hoc" hinaus. Insofern ist auch die nachträgliche Bestätigung des Dr. med. S.________ vom 15. Februar 2005, wonach er den Versicherten vor den beiden Unfallereignissen nicht wegen Kopfschmerzen habe behandeln müssen, unergiebig. Es kann deshalb offen bleiben, inwieweit diese Bestätigung mit Blick auf den zeitlich massgebenden Sachverhalt im Zeitpunkt des Einspracheentscheides (BGE 127 V 467 Erw. 1), ebenso wie die Beurteilung des Dr. med. O.________, überhaupt berücksichtigt werden kann. 2.2 Sodann hat die Vorinstanz ausführlich erörtert, weshalb auf Grund des Geschehensablaufs beim Ereignis vom 20. Juli 1999 von einem Unfall im mittleren Bereich auszugehen ist und die für die Beurteilung der Adäquanz massgebenden Kriterien, insbesondere auch das Kriterium der langdauernden Arbeitsfähigkeit, insgesamt nicht erfüllt sind. Dies gilt selbst dann, wenn man das Vorliegen von Dauerbeschwerden - angesichts der überwiegend wahrscheinlich psychisch bedingten Kopfschmerzen - bejahen würde. Der Einwand, es lägen ein schwieriger, fortdauernder Heilungsverlauf, eine ungewöhnlich lange, andauernde ärztliche Behandlung sowie körperliche Dauerschmerzen vor, wird nicht näher dargelegt. 2.3 Demnach hat die Vorinstanz mit der SUVA bei der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit zu Recht nur die körperlichen Einschränkungen berücksichtigt und ist gestützt auf die Berichte des Dr. med. A.________ vom 29. Mai 2002 und 12. Juni 2003 von einer vollen Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer Verweisungstätigkeit (Arbeit nicht in lärmiger Umgebung) ausgegangen, was im Einkommensvergleich keinen anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad (6 %) ergibt. 2.4 Zum Einwand des Versicherten, das von der Vorinstanz angenommene Valideneinkommen von Fr. 55'287.40 entspreche nicht dem ohne Eintritt der Invalidität erzielbaren Einkommen, ist festzuhalten, dass es sich beim von Beschwerdeführer mit Verweis auf die Lohnabrechnungen massgebend erachteten Lohn von Fr. 5'457.15 um denjenigen für die Dauer vom 31. Mai bis 4. Juli 1999 handelt und dieser deshalb keinen Monatslohn darstellt. 2.5 Hinsichtlich der Höhe der Integritätsentschädigung sind die Vorbringen des Beschwerdeführers ebenfalls nicht stichhaltig. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, rechtfertigt die unfallbedingte leichte Hörstörung zusammen mit dem mittelschweren Tinnitus keine höhere Integritätsentschädigung; insbesondere liegt weder ein unfallbedingter binauraler Hörschaden vor, noch ist der Hörverlust im linken Ohr im behaupteten Umfang unfallbedingt. Entsprechend erübrigen sich auch weitere Abklärungen.