Citation: 9C_6/2025 E. 3.2

3.2. Zu wiederholen ist, dass grundsätzlich auch das Rechtsgeschäft, mit welchem eine Gesellschaft von ihren Anteilsinhabern beauftragt wird, den Verkauf einer Liegenschaft zu vermitteln, steuerlich als Maklervertrag anerkannt wird. Anders verhält es sich, wenn mit einem unbeteiligten Dritten ein gleichartiger Vertrag nicht geschlossen worden wäre, in welchem Fall nicht die zivilrechtliche Gestaltung, sondern der wirtschaftliche Sachverhalt massgebend ist, womit die Provisionszahlung steuerlich nicht anerkannt werden kann. Eine als Maklerin beauftragte Gesellschaft ist dann nicht als eine vom Veräusserer unabhängige Drittperson zu betrachten, wenn die entscheidenden, zum Verkauf führenden Tätigkeiten vom Auftraggeber selber (allenfalls zivilrechtlich betrachtet als Makler) erbracht worden sind. Der Rechtsgrund der Provision liegt diesfalls nicht im Maklervertrag, sondern im Beteiligungsverhältnis zwischen Makler und Veräusserer (vgl. auch ZWEIFEL/HUNZIKER/MARGRAF/OESTERHELT, Schweizerisches Grundstückgewinnsteuerrecht, 2021, § 10 N. 165-168; St. Galler Steuerbuch [StB] 137 Nr. 1 Ziff. 2.5; RICHNER/FREI/KAUFMANN/ROHNER, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 4. Aufl. 2021, N. 92-94a zu § 221 StG/ZH).