Citation: 9C_486/2024 E. 4.2.2

4.2.2. Auch mit den wenigen rechtsgenügend begründeten Vorbringen vermag der Beschwerdeführer eine Bundesrechtswidrigkeit des vorinstanzlichen Urteils nicht darzutun, wie sich aus nachstehenden Erwägungen ergibt. 4.2.2.1. Was seine Rüge mehrfacher Gehörsverletzung im Sinne einer Verletzung der Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 61 lit. h ATSG) anbelangt, ist vorab darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz sich nicht mit allen in der (36-seitigen und damit sehr umfangreichen) Beschwerdeschrift vertretenen Standpunkten auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen musste; vielmehr durfte sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. dazu BGE 143 III 65 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Was die vom Beschwerdeführer im Einzelnen als unbehandelt kritisierten Aspekte anbelangt, verhält es sich wie folgt: Seinen Einwänden im Zusammenhang mit der Tonaufnahme - im Wesentlichen, dass diese vorzeitig, ohne Aufzeichnung der Befunderhebung, beendet worden sei - folgte die Vorinstanz nicht unter Hinweis darauf, dass sich die Tonaufnahme nach den rechtlichen Vorgaben (Art. 44 Abs. 6 ATSG; Art. 7k Abs. 1 ATSV) ausschliesslich auf Anamnese und Beschwerdeschilderung bezieht und der Beschwerdeführer im Übrigen vor Ende der Aufnahme bestätigte, dass er alle Probleme und Beschwerden habe schildern können, was eine rechtsgenügliche Begründung darstellt. Entgegen dem Beschwerdeführer musste sie nicht auf die von ihm darüber hinaus geltend gemachten "Ungereimtheiten" eingehen (dem Gutachten könne nicht entnommen werden, dass er vor dem Fernseher warte, bis er einschlafen könne, weil er sonst 1000 Gedanken habe; manchmal würde er sich nach dem Aufstehen weder waschen noch die Zähne putzen etc.), denn Dr. med. B.________ war offensichtlich nicht verpflichtet, das Gespräch wörtlich in sein Gutachten zu übernehmen, sondern hatte darin das sich aus den wesentlichen Aussagen ergebende Bild festzuhalten (wobei die Tonaufzeichnung dazu dient, dessen Nachvollziehbarkeit zu erleichtern). Ebenso wenig lässt sich beanstanden, dass die Vorinstanz nicht einlässlich begründete, inwiefern der Bericht der Klinik C.________ vom 16. Juni 2023 keine von den gutachterlichen Einschätzungen abweichenden Aspekte enthielt. Der Beschwerdeführer selber legt solche nicht substanziiert dar. Er begnügt sich damit, pauschal einen Widerspruch zwischen der Einschätzung der Klinikärzte und derjenigen des Dr. med. B.________ zu behaupten und wörtlich das vor Vorinstanz Ausgeführte zu wiederholen, was nicht ausreicht (vgl. E. 1.2). Weiter war der beschwerdeführerische Einwand, wonach das psychiatrische Gutachten schon deshalb nicht beweiskräftig sei, weil Dr. med. B.________ darin unzulässigerweise den rechtskräftigen Feststellungen in den vorinstanzlichen Urteilen vom 26. März 2014 und 19. September 2017 widersprochen habe, derart an den Haaren herbeigezogen (Dr. med. B.________ äusserte lediglich gewisse Zweifel daran, ob die Verneinung einer Depression und einer Dysthymie im zugrunde liegenden Gutachten der MEDAS Inselspital Bern vom 14. März 2011 richtig war), dass sich eine Auseinandersetzung damit erübrigte. Ebenso verhält es sich mit den unbehelflichen Rügen im Zusammenhang mit der Schlafapnoe: Das kantonale Gericht durfte sich hier auf den Hinweis beschränken, dass die unbehandelte Schlafapnoe im Gutachten insofern berücksichtigt worden sei, als Tätigkeiten mit relevanter Fremd- oder Eigengefährdung als ungünstig erachtet wurden, und dass ansonsten keine Einschränkungen mit ihr einhergingen. 4.2.2.2. Im Rahmen seiner inhaltlichen Einwände gegen das psychiatrische Teilgutachten (soweit rechtsgenügend begründet; vgl. E. 4.2.1) macht der Beschwerdeführer geltend, die Einschätzung, wonach er nicht an einer Depression, sondern lediglich an einer Dysthymie leide, sei nicht nachvollziehbar und werde einzig damit begründet, dass kein Interessen- und Antriebsverlust gegeben sei aufgrund des von ihm geäusserten Wunsches, wieder als Automechaniker zu arbeiten. Entgegen dieser Darstellung begründete der psychiatrische Gutachter Dr. med. B.________ eingehend und überzeugend, dass er die von den Ärzten der Klinik D.________ gestellte Diagnose einer depressiven Störung nicht bestätigen könne, weil in ihren Berichten vom 24. Januar 2019 und 5. Mai 2020 nicht adäquat zwischen einer schmerzbedingten Aktivitätseinschränkung und einer depressionsbedingten Einschränkung im Sinne von Motivationsverlust, mangelnder psychischer Energie etc. differenziert werde. Anders als in der Beschwerde behauptet, zeigte Dr. med. B.________ überdies in nachvollziehbarer Weise auf, dass sich die Stimmungslage bei einer depressiven Störung von Tag zu Tag nur wenig ändere und nicht auf sich ändernde äussere Faktoren reagiere, was beim Beschwerdeführer nicht der Fall sei. Ferner würde eine depressive Episode das Vorliegen von mindestens zwei der drei Hauptsymptome (gedrückte Stimmung, Antriebsminderung, Verlust von Interesse und Freude) voraussetzen. Beim Beschwerdeführer sei der Antrieb durch die Schmerzen und nicht depressionsbedingt gemindert und es habe auch kein gravierender Verlust von Freude und Interessen festgestellt werden können. 4.2.2.3. Soweit der Beschwerdeführer rügt, im angefochtenen Urteil werde nicht berücksichtigt, dass auch eine Dysthymie als rechtlich bedeutsame Komorbidität im Rahmen der Indikatorenprüfung in Betracht fallen könne, gibt er die Rechtsprechung zwar zutreffend wieder (vgl. dazu BGE 143 V 418 E. 8.1). Aus einer Berücksichtigung der Dysthymie vermöchte er aber von vornherein nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, weil eine Indikatorenprüfung zu keiner höheren als der ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit führen kann (Urteil 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.2.1). Abgesehen davon schränkt die Dysthymie ihn nur wenig ein. So führte Gutachter Dr. med. B.________ im Abschnitt "Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen" lediglich aus, dass wegen der zeitweiligen Reizbarkeit (insbesondere) keine Tätigkeiten in Frage kämen, die eine gute Konfliktfähigkeit voraussetzen würden, während er unter den Belastungen nur die sehr schwierige finanzielle Situation und den fehlenden Arbeitsplatz nannte. Damit geht auch dieser Einwand ins Leere. 4.2.2.4. Die beschwerdeführerischen Vorbringen zu den übrigen Teilgutachten kommen nicht über appellatorische Kritik hinaus. Darauf ist nicht weiter einzugehen (vgl. E. 1.2).