Citation: 8C_738/2021 E. A

Die 1965 geborene A.________, Mutter dreier erwachsener Kinder, verfügt über einen Fähigkeitsausweis als Coiffeuse. Seit 1991 ist sie in diesem Beruf selbstständig erwerbstätig. Am 31. Dezember 2017 stürzte sie auf einer Treppe und zog sich Frakturen am rechten Unterschenkel zu. Wegen der Folgen dieses Unfalles meldete sie sich am 28. Mai 2019 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle des Kantons Zürich tätigte medizinische und berufliche Abklärungen. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt im Bericht vom 22. November 2019 gestützt auf die medizinischen Akten und die körperliche Untersuchung vom 19. November 2019 fest, die Versicherte leide an einer schmerzhaften, erheblichen Bewegungs- und Belastungseinschränkung des rechten oberen und unteren Sprunggelenkes, einer muskulären Verschmächtigung des Unterschenkels sowie einem chronischen neuropathischen Schmerzsyndrom am Unterschenkel und an der rechten Fusssohle. Sie sei als selbstständig erwerbstätige Coiffeuse zu etwa zu 40 bis 50 % leistungsfähig, retrospektiv seit Mai 2019. Diese Tätigkeit müsse als optimal angepasst bezeichnet werden, da es der Versicherten möglich sei, sich sowohl die Arbeitszeit als auch die Arbeitshaltung selbst einzuteilen, indem sie zwischendurch die Arbeit im Stehen unterbrechen, sich hinsetzen und das rechte Bein hochlegen könne. Gemäss Bericht für Selbstständigerwerbende vom 31. Januar 2020 erzielte die Versicherte in den Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens ein Einkommen von durchschnittlich Fr. 31'102.20, danach bei einer anzunehmenden Arbeitsfähigkeit von 45 % von Fr. 10'764.80. Gestützt darauf sei ein Invaliditätsgrad von 63,38 % zu ermitteln. In einer ergänzenden Stellungnahme vom 8. Mai 2020 beschrieb der RAD das Belastungsprofil erneut. Die Versicherte vermöge körperlich leicht belastende Tätigkeiten auszuüben, die sie häufig sitzend verrichten und bei welchen sie den Zeitpunkt und die Dauer der jeweiligen Körperposition frei wählen könne, allerdings ohne häufiges Treppensteigen oder längeres Gehen auf unebenem Boden. Sehr wichtig zu berücksichtigen sei, dass die Versicherte die Möglichkeit haben müsse, ab und zu im Sitzen das rechte Bein für etwa 15 bis 20 Minuten hochlegen zu können. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Oktober 2020 einen Rentenanspruch mangels eines den Schwellenwert von 40 % erreichenden Invaliditätsgrades. Zur Begründung legte sie im Wesentlichen dar, der Versicherten sei zumutbar, die selbstständige Erwerbstätigkeit aufzugeben und eine dem Anforderungsprofil ebenfalls angepasste, aber deutlich besser entlöhnte Anstellung (Fr. 27'812.-) anzunehmen.