Citation: 5A_326/2016 E. 4.2.1

4.2.1. Verzichtet der Erblasser auf eine ihm zustehende, fällige Forderung, stellt dies eine Zuwendung dar, die nach den Regeln des Erbrechts zur Ausgleichung oder allenfalls Herabsetzung zu bringen ist (BGE 136 III 305 E. 3.1 S. 307 f.; Urteil 5A_267/2016 vom 18. Januar 2017 E. 2.1). Eine solche Forderung stellt auch der Gewinnanspruch dar (vgl. auch Urteile 5A_989/2015 vom 12. Mai 2016 E. 4.2 und 5A_145/2013 vom 18. November 2013 E. 4; FRANZ A. WOLF, Aktivlegitimation, Ausgleichung und Pflichtteilsschutz beim Gewinnanspruch im bäuerlichen Erbrecht, Anmerkungen zum Urteil des Bundesgerichts 5A_989/2015 vom 12. Mai 2016, in: Jusletter 20. Februar 2017, Rz 31). Verzichtet der Erblasser beim Weiterverkauf des Grundstücks auf die Geltendmachung des ihm zustehenden Gewinnanspruchs, ist nur noch dieser Verzicht in der späteren erbrechtlichen Auseinandersetzung zu berücksichtigen. Dass der Erblasser dem Veräusserer das Grundstück ursprünglich unter dem Verkehrswert überlassen hat (gemischte Schenkung), ist ohne Belang. Wird das Grundstück oder ein Teil davon weiterverkauft, tritt an die Stelle der gemischten Schenkung der Gewinnanspruch, auf den der ursprüngliche Eigentümer verzichtet hat. Das ursprüngliche Rechtsgeschäft wird nachträglich zum voll entgeltlichen und verliert seinen Charakter als gemischte Schenkung.