Citation: 2C_323/2018 E. 5.1

5.1. Die Beschwerdeführer fordern auch bezüglich der "Inländerdiskriminierung" (bzw. der "umgekehrten Diskriminierung"; "discrimination à rebours") eine Änderung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung: Schweizer Bürgerinnen und Bürger würden im Rahmen der Nachzugsfristen von Art. 47 AuG gegenüber Freizügigkeitsberechtigten, für welche keine Fristenregelung gelte, durch die heutige Formulierung von Art. 42 Abs. 2 AuG konventions- (Art. 8 i.V.m. Art. 14 EMRK) und verfassungswidrig (Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 BV) benachteiligt. Nach Art. 42 Abs. 2 AuG haben Familienangehörige von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, ohne dass sie die Nachzugsfristen einzuhalten hätten (Art. 47 Abs. 2 AuG), wenn die Angehörigen im Besitz eines dauerhaften Anwesenheitsrechts eines Staates sind, mit dem ein Freizügigkeitsabkommen besteht. Diese Regelung diskriminiere - so die Beschwerdeführer - Schweizer Bürger mit Nachzugsgesuchen für Personen aus Drittstaaten gegenüber solchen mit Gesuchen für Personen, welche sich auf eine Freizügigkeitsregelung berufen könnten. Diese ungerechtfertigte Inländerungleichbehandlung zwischen Schweizern und Freizügigkeitsberechtigten müsse richterlich beseitigt werden, wie dies in BGE 136 II 120 ff. in Aussicht gestellt worden sei (E. 3.4 und 3.5).