Citation: 4A_506/2024 E. 8.1.3

8.1.3. Eine andere Frage ist aber, ob sich der Beschwerdegegner vorliegend auf die Behauptung beschränken durfte, die Klage im handelsgerichtlichen Verfahren wäre abgewiesen worden, wenn sich der Beschwerdeführer dagegen gewehrt hätte. Wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht, ist die Situation vergleichbar mit derjenigen im Haftpflichtprozess zwischen dem Auftraggeber und dessen Rechtsvertretung. In dieser Konstellation ist zu prüfen, wie das ursprüngliche Verfahren ohne anwaltliche Sorgfaltspflichtverletzung ausgegangen wäre. Der Auftraggeber führt somit eine Art Schattenprozess, in dem die eigentlichen prozessualen Vorbringen darauf abzielen, den Nachweis dafür zu erbringen, dass der ursprüngliche Prozess bei sorgfältiger Prozessführung ein für ihn günstigeres Ergebnis gebracht hätte (Urteile 4A_329/2022 vom 23. September 2022 E. 4.3.2; 4A_187/2021 vom 22. September 2021 E. 3.1.2; 4A_659/2018 vom 15. Juli 2019 E. 3.1.3 mit Hinweisen). Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen machte der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren in seiner Klageantwort betreffend die im Hauptstandpunkt des Beschwerdegegners behauptete Pflichtverletzung (Schlechterfüllung des Bauleitungsvertrags) selber geltend, das Urteil des Handelsgerichts Zürich beruhe einzig und allein auf den Behauptungen des Beschwerdegegners, weshalb dieses ihm nicht entgegengehalten werden könne. Er habe als Bauleiter die Verpflichtungen der D.________ AG aus dem Auftragsverhältnis mit der C.________ AG vertragsgemäss erfüllt. Zudem sei die Haftung für die (unsachgemässe) Vertragserfüllung von Subunternehmern explizit ausgeschlossen worden. Vor diesem Hintergrund macht der Beschwerdegegner zutreffend geltend, es sei der Beschwerdeführer selbst gewesen, der in allen seinen Rechtsschriften behauptet habe, er als von der D.________ AG eingesetzter Bauleiter habe den Vertrag mit der C.________ AG nicht verletzt, weshalb er auch keine Organpflichten verletzt haben könne. Auf diese - vom Beschwerdeführer selbst ins Verfahren eingebrachte - Tatsachen durfte die Vorinstanz bei der Prüfung der Frage, ob der handelsgerichtliche Prozess von der D.________ AG gewonnen worden wäre, wenn er im handelsgerichtlichen Verfahren interveniert hätte, ohne Verletzung der Verhandlungsmaxime abstellen. Der Umstand, dass diese Tatsachen nicht vom Beschwerdegegner selbst ins Verfahren eingebracht wurden, ändert daran nichts (vgl. BGE 149 III 105 E. 5.1 mit Hinweisen; 143 III 1 E. 4.1; Urteil 4A_90/2024 vom 30. Oktober 2024 E. 5.1.2.1). Es wäre dem Beschwerdeführer oblegen, hinreichend zu bestreiten, dass der Prozess - trotz der von ihm selbst behaupteten korrekten Erfüllung des Bauleitungsvertrags - bei einer "Intervention" im handelsgerichtlichen Verfahren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gewonnen worden wäre (Abweisung der Klage). Dazu hätte er zum Beispiel allfällige Beweisschwierigkeiten beschreiben können. Nicht ausreichen können vorliegend aber pauschale Hinweise auf allgemeine Prozessrisiken (" dass aus anwaltlicher Sicht jeder Prozess mit Risiken verbunden ist").