Citation: 2P.286/2006 27.02.2007 E. 5

5.1 Im vorliegenden Fall beträgt der Gebäudeversicherungswert Fr. 44'414'800.--. Gestützt auf Art. 1 lit. a der Gebührenverordnung ergibt sich dafür die von der Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin in Rechnung gestellte Bewilligungsgebühr von Fr. 99'933.30 (entsprechend 2 1/4 ‰). 5.2 Ob mit der Berechnung dieser Bewilligungsgebühr im konkreten Fall das Kostendeckungsprinzip eingehalten ist, hat das Verwaltungsgericht offen gelassen; dies mit der Begründung, Pauschalgebühren müssten auch vor dem Äquivalenzprinzip stand halten, was hier nicht der Fall sei. 5.3 Gestützt auf die oben (E. 4.1 ff.) dargelegte einschlägige bundesgerichtliche Rechtsprechung und die in dieser erwähnte Lehre ist das Verwaltungsgericht zum Ergebnis gelangt, dass die vorliegend pauschal ermittelte Baubewilligungsgebühr von annähernd Fr. 100'000.-- in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zu den Handlungen und dem Aufwand der Baubehörde stehe, weshalb sie angemessen zu reduzieren sei. An diesem Ergebnis vermöge die von der Stadt Chur ins Recht gelegte, doch eher laienhafte Zusammenstellung, welche die streitige Gebühr mit einem zeitlichen Aufwand von 60 Mannstagen (à 8,5 Std. zu Fr. 100.--/Std. = Fr. 51'000.--) sowie dem Aufwand der Amtsstellen (372 Stunden zu Fr. 150.--/Std. = rund Fr. 56'000.--) begründe, nichts zu ändern. Abgesehen davon, dass die einzelnen, zum Teil noch mit Bleistift ergänzten und korrigierten Positionen (Arbeitsaufwand für Einzelperson und Amtsstelle insgesamt annähernd 900 Std.) nicht näher belegt seien, sei die eingereichte Zusammenstellung insgesamt auch nicht nachvollziehbar. Jedenfalls genüge sie nicht, um damit die einverlangte Gebühr unter der Optik des Äquivalenzprinzipes betrachtet als wenigstens haltbar qualifizieren zu können. In diesem Lichte betrachtet erweise sich die einverlangte Gebühr von annähernd Fr. 100'000.-- als zu hoch. Die Vorinstanz werde daher nicht umhin kommen, die streitige Gebühr nach Massgabe der dargelegten abgaberechtlichen Grundsätze neu zu bestimmen und festzulegen. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die definitive Gebührenrechnung das Äquivalenzprinzip verletze. 5.4 Diese Ausführungen und Schlüsse des Verwaltungsgerichts können entgegen der Auffassung der Stadt Chur im Ergebnis nicht als unhaltbar und damit willkürlich bezeichnet werden. Was sie vorbringt, ist nicht geeignet, verfassungsrechtlich zu einer anderen Beurteilung zu führen. Unbegründet ist insbesondere der Einwand der Beschwerdeführerin, das Verwaltungsgericht habe ihre Berechnung des konkreten Aufwandes unhaltbar bzw. willkürlich als nicht näher belegt bzw. nicht nachvollziehbar bezeichnet. Die in den Akten liegende "Aufwandberechnung" der Stadt Chur kann offensichtlich nicht ernsthaft als verlässliche Berechnungsgrundlage für eine Gebührenerhebung nach Aufwand bezeichnet werden. Die Beschwerdegegnerin verweist in diesem Zusammenhang denn auch zu Recht auf ein Schreiben der Stadt Chur vom 9. August 2005, in welchem diese ausführt, die internen Abklärungen hätten ergeben, dass die städtischen Amtsstellen für die Behandlung und Kontrolle des Baugesuches insgesamt mindestens 372 Stunden aufwenden mussten, woraus sich (bei einem mittleren Stundenansatz von Fr. 150.--) Kosten von Fr. 55'800.-- ergäben. Der angefochtene Entscheid verletzt demnach die Autonomie der Stadt Chur nicht.