Citation: 6P.209/1999 06.04.2000 E. 2

2.- a) Der Beschwerdeführer rügt, das Kantonsgericht habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör und damit Art. 4 BV (alte Fassung) verletzt (Beschwerde S. 5 Ziff. 2a). Zudem habe es die Beweise willkürlich gewürdigt und damit die Art. 4 BV und 6 Ziff. 2 EMRK verletzt (Beschwerde S. 6 Ziff. 3). Dass dem von ihm angeführten Grundsatz "in dubio pro reo" vorliegend keine selbstständige Bedeutung zukommt, ergibt sich aus der Beschwerde selber (vgl. Beschwerde S. 13 mit Hinweis auf BGE 120 Ia 31). b) Das Kantonsgericht kommt zunächst zum Schluss, der Beschwerdeführer sei mit rund 130 km/h unterwegs gewesen (angefochtener Entscheid S. 5). Insoweit wird die Beweiswürdigung nicht angefochten und auch sonst keine Rüge erhoben. Damit hatte der Beschwerdeführer nach Auffassung des Kantonsgerichts die Geschwindigkeit nicht den Umständen und insbesondere den Sichtverhältnissen angepasst. Der Lichtkegel bei Abblendlicht (welches der Beschwerdeführer wegen des von ihm unmittelbar zuvor vorgenommenen Überholmanövers eingeschaltet gehabt hatte) leuchte etwa 50 Meter aus; als Berufschauffeur habe ihm klar sein müssen, dass er bei der gefahrenen Geschwindigkeit von 130 km/h nicht mehr in der Lage gewesen sei, innerhalb der überblickbaren, d.h. ausgeleuchteten Strecke anzuhalten (vgl. angefochtener Entscheid S. 4/5). Der Beschwerdeführer hatte im kantonalen Verfahren geltend gemacht, er hätte den Unfall selbst dann nicht vermeiden können, wenn er pflichtgemäss mit einer Geschwindigkeit von 87 km/h gefahren wäre; es sei davon auszugehen, dass er den Wagen von C.________ höchstens aus einer Entfernung von 30 bis 35 Metern erkannt habe (angefochtener Entscheid S. 6). Auch die kantonalen Richter stellen fest, der dunkle Unterboden des liegenden Seat Ibiza habe keine hohe Leuchtdichte aufgewiesen und nicht stark mit der umliegenden dunklen Umgebung kontrastiert (angefochtener Entscheid S. 6). Das Kantonsgericht führt aber noch Folgendes aus (angefochtener Entscheid S. 6/7): "Auf der anderen Seite handelte es sich um einen grossen Gegenstand, welcher immerhin rund zwei Meter in die Überholspur hineinragte. Im Weiteren bestimmte die Polizei den Ort der Kollision zwischen dem Volvo von D.________ und dem Seat Ibiza unter anderem anhand aufgefundener Glasscherben (act. 34 Foto Nr. 4, Legende Pos. 4). Bei gehöriger Aufmerksamkeit hätten diese Kollisionsspuren auch dem Angeklagten auffallen und ihn zu erhöhter Vorsicht mahnen müssen. Gemäss Unfallskizze betrug die Distanz zwischen den beiden Kollisionspunkten (Volvo - Seat Ibiza bzw. Mercedes - Seat Ibiza) 83 m (act. 34). Diese Strecke hätte bei angemessener Geschwindigkeit ausgereicht, um den Mercedes abzubremsen und eine Kollision mit dem Seat Ibiza zu verhindern. ... Unter diesen Umständen ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Seat Ibiza für den Angeklagten bei der gebotenen Aufmerksamkeit auf eine Distanz von 50 m sichtbar gewesen wäre. Die von der Verteidigung beantragte Unfallrekonstruktion würde bei der gegebenen Sach- und Beweislage zu keinem anderen Ergebnis führen, so dass der Beweisantrag abzuweisen ist. " c) aa) Der Beschwerdeführer macht geltend, das Kantonsgericht habe bei der Feststellung, er hätte den Seat Ibiza bei gebotener Aufmerksamkeit auf eine Distanz von 50 Metern erkennen können, sein Argument weder geprüft noch berücksichtigt, sein Mitfahrer, F.________, habe ebenfalls nur auf eine kurze Distanz von maximal 20 bis 30 Metern den Seat Ibiza erkennen können (vgl. Beschwerde S. 6 - 8). Der Einwand geht an der Sache vorbei. F.________ hat gemäss der in der Beschwerde angeführten Aktenstelle unter anderem wörtlich ausgeführt: "Vor uns hatte es keine weiteren Fahrzeuge ... Plötzlich befand sich ein Fahrzeug quer vor uns. Es stand quer auf der Überholspur ... Als X.________ das Fahrzeug sah, leitete er sofort eine Vollbremsung ein, konnte jedoch eine Kollision mit dem ... Fahrzeug nicht mehr verhindern ... Die Distanz, als ich das Fahrzeug zum ersten Mal sah, dürfte ca. 20 - 30 m betragen haben" (KA act. 28 S. 1/2). Aus dieser Aussage folgt nur, dass der Mitfahrer des Beschwerdeführers und dieser selbst den Seat Ibiza tatsächlich erst zu spät bemerkt haben. Für die entscheidende Frage, ob der Beschwerdeführer unaufmerksam und zu schnell gefahren ist, lässt sich aus der Aussage des Mitfahrers nichts herleiten. Dasselbe gilt für den Umstand, dass auch der vom Beschwerdeführer überholte E.________ den Seat Ibiza nicht gesehen hat (vgl. Beschwerde S. 14/15). Auch daraus lässt sich für die Frage, ob der Beschwerdeführer unaufmerksam und zu schnell gefahren ist, nichts herleiten. bb) Weiter rügt der Beschwerdeführer, das Kantonsgericht habe seinem Antrag nicht stattgegeben, es sei eine Unfallrekonstruktion unter Beizug eines Sachverständigen bezüglich Sichtbarkeit des Seat Ibiza vorzunehmen bzw. gutachterlich festzustellen, auf welche Distanz es für den Beschwerdeführer möglich gewesen sei, den Seat Ibiza zu erkennen (vgl. Beschwerde S. 9 - 12). Auch dieser Antrag geht an der Sache vorbei. Das Kantonsgericht hat festgestellt, der dunkle Unterboden des liegenden Seat Ibiza habe keine hohe Leuchtdichte aufgewiesen und nicht stark mit der umliegenden dunklen Umgebung kontrastiert; das Gericht hat somit nicht verkannt, dass der Seat Ibiza schlecht sichtbar war. Da das vom Beschwerdeführer eingeschaltete Abblendlicht jedoch 50 Meter ausleuchtete, wäre es ihm bei der gebotenen Aufmerksamkeit möglich gewesen, die grossen Umrisse des unbeleuchteten Seat Ibiza zu erkennen, als dieser 50 Meter entfernt in den Lichtkegel geriet. Um dies festzustellen, bedurfte es weder eines Gutachtens noch einer Unfallrekonstruktion. cc) Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, im Gegensatz zur Annahme des Kantonsgerichts seien für ihn die Spuren der ersten Kollision teilweise nicht erkennbar und im Übrigen nicht aussergewöhnlich gewesen (vgl. Beschwerde S. 17). Diese Frage muss nicht weiter geprüft werden. Wie sich aus dem Urteil zur Nichtigkeitsbeschwerde ergibt, ist der angefochtene Entscheid bundesrechtlich nicht zu beanstanden, unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer die Kollisionsspuren gesehen hat oder nicht. d) Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich als unbegründet. Sie ist deshalb abzuweisen. II.- Nichtigkeitsbeschwerde