Citation: 6B_1424/2021 E. 3.3.2

3.3.2. Gemäss Art. 179septies StGB (in der zum Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2023 geltenden Fassung) wird auf Antrag bestraft, wer aus Bosheit oder Mutwillen eine Fernmeldeanlage zur Beunruhigung oder Belästigung missbraucht. Art. 179septies StGB schützt das Persönlichkeitsrecht der betroffenen Person vor bestimmten Beeinträchtigungen durch eine Fernmeldeanlage, (ursprünglich) namentlich durch Telefonanrufe (vgl. BGE 126 IV 216 E. 2a; Urteile 6B_727/2021 vom 22. April 2022 E. 3.3.1; 6B_75/2009 vom 2. Juni 2009 E. 3.2.1; RAMEL/ VOGELSANG, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 4. Aufl. 2019, N. 1a zu Art. 179septies StGB). Nach der Rechtsprechung müssen lästige und beunruhigende Telefonate eine gewisse minimale quantitative Intensität und/oder qualitative Schwere erreichen, damit sie als strafbare Einwirkung in die Persönlichkeitssphäre des Opfers im Sinne von Art. 179septies StGB zu qualifizieren sind. Bei leichten bis mittelschweren Persönlichkeitsverletzungen durch das Telefon ist strafbarkeitsbegrenzend eine gewisse Häufung von Einzelhandlungen zu fordern. Ab welcher Anzahl Anrufe ein strafbarer Telefonmissbrauch gegeben ist, hängt von den konkreten Umständen ab und lässt sich abstrakt nicht beantworten. Ein einziger missbräuchlicher Anruf kann allenfalls den objektiven Tatbestand des Art. 179septies StGB erfüllen, wenn er geeignet ist, beim Betroffenen eine schwere Beunruhigung auszulösen (BGE 126 IV 216 E. 2b/aa). Aus Bosheit handelt, wer die Tat begeht, um sich durch die Belästigung des Opfers Befriedigung zu verschaffen. Mutwille ist gegeben, wenn der Täter unüberlegt, leichtfertig oder rücksichtslos handelt mit dem Ziel, eine momentane Laune zu befriedigen (BGE 121 IV 131 E. 5b; zum Ganzen: Urteile 6B_727/2021 vom 22. April 2022 E. 3.3.1; 6B_75/2009 vom 2. Juni 2009 E. 3.2.2).