Citation: I 841/05 05.07.2006 E. 3

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. 3.1 Die Vorinstanz hat einlässlich und mit überzeugender Begründung, auf die verwiesen wird, festgestellt, dass der Versicherte umfassend medizinisch abgeklärt wurde und hinsichtlich Arbeitsunfähigkeit auf die Beurteilung des Neurochirurgen Dr. K.________ abzustellen ist. Strittig hingegen ist deren Interpretation. Im Arztbericht vom 3. Mai 2004 wird eine Leistungsfähigkeit von 75-80 % attestiert. Zusätzlich erwähnt Dr. K.________, dass 6 Stunden Arbeit pro Tag möglich seien. Die Vorinstanz schliesst hieraus, dass entsprechend der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit (41.7 Stunden) von einer Arbeitsfähigkeit von 72 % auszugehen sei. Dieser Überlegung kann nicht gefolgt werden, setzt sie doch voraus, dass sich der Arzt hätte bewusst sein müssen, dass 6 Stunden Arbeit am Tag bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden exakt einer 72%igen Arbeitsfähigkeit entsprechen. In seiner Bemerkung unter Ziff. 2.2.2. hält er jedoch fest: "Siehe oben, bei 6 Stunden Arbeit pro Tag entspricht dies etwa 75-80 % Leistungsfähigkeit". Dieser und der Formulierung unter Ziff. 2.2.1.: "6 Stunden pro Tag [sollten] möglich sein", ist zusätzlich zu entnehmen, dass der Arzt von einer Grössenordnung von ca. 6 Stunden ausging, was durch die angegebene Spannweite von 75 % bis 80 % Leistungsfähigkeit bestätigt wird. Die Annahme eines absoluten Wertes ist in diesem Kontext somit nicht gerechtfertigt, weshalb auch die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass basierend auf 6 Stunden im Tag von einer 72%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, spekulativ ist. Zudem hat Dr. K.________ auf die Zusatzfrage "Ist die von Ihnen attestierte Arbeitsunfähigkeit (rechte wohl: Arbeitsfähigkeit) realisierbar - ganztags mit reduzierter Leistung? - in Teilzeit mit voller Leistung?" die Antwort gegeben: "Je nach genauem Leistungsprofil der Arbeit sind beide Varianten denkbar". Dies bestätigt, dass der Beschwerdegegner nicht strikt auf 6 Stunden täglicher Arbeit begrenzt ist, sondern auch vollzeitlich, aber mit der angegebenen Leistungsfähigkeit von 75-80 %, arbeitsfähig ist. Es rechtfertigt sich daher, die Arbeitsfähigkeit auf 75 % festzulegen. 3.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs entscheidend, wobei Validen- und Invalideneinkommen grundsätzlich auf zeitidentischer Grundlage zu erheben sind (BGE 129 V 222 Erw. 4.1 und 4.2). Im vorliegenden Fall ist daher mit Blick auf den allfälligen Rentenbeginn am 1. Juni 2004 auf die Lohnsituation im Jahre 2004 abzustellen. Hinsichtlich des Valideneinkommens ist mit der Vorinstanz von Einkünften in der Höhe von Fr. 62'878.- auszugehen. 3.3 Das Invalideneinkommen ist anhand der Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) festzusetzen. Dabei ist praxisgemäss auf die standardisierten monatlichen Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abzustellen (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb, 124 V 323 Erw. 3b/aa). Auf Grund der neu erschienen Auflage für das Jahr 2004 sind diese Daten an Stelle der Berechnung der Vorinstanz heranzuziehen. Im Jahr 2004 belief sich der Medianlohn (Zentralwert) für Männer im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor bei einer Arbeitszeit von 40 Stunden in der Woche auf Fr. 4'588.- monatlich (LSE 2004 S. 53 TA1). Nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden (Die Volkswirtschaft 2006, Heft 6, S. 86 Tabelle B 9.2) ergibt sich ein Monatslohn von Fr. 4'771.52, entsprechend einem Jahreseinkommen von Fr. 57'258.24 bzw., umgerechnet auf 75 % (Erw. 3.1), Fr. 42'943.70. Von diesem Betrag ist nach der Rechtsprechung gegebenenfalls ein behinderungsbedingter Abzug vorzunehmen, der dem Umstand Rechnung trägt, dass der Lohn eines gesundheitlich beeinträchtigten Versicherten in der Regel unter dem Durchschnittswert liegt (BGE 126 V 78 Erw. 5a/aa). Im vorliegenden Fall wurde zu Recht ein Leidensabzug in der Höhe von 10 % vorgenommen. 3.4 Bei einer Reduktion um 10 % resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 38'649.30 und - verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 62'878.- (Erw. 3.2 hievor) - demzufolge ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 39 % (BGE 130 V 122 Erw. 3.2).