Citation: 1C_286/2016 E. 5.1

5.1. Die Vorinstanz ging im angefochtenen Urteil davon aus, dass gegenüber den Eigentümern der Parzellen Nrn. 632, 633 und 635 die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands nach über dreissig Jahren ohnehin nicht mehr angeordnet werden könnte, selbst wenn die Bauten oder Teile davon gesetzeswidrig wären. Dies zumal keine schwerwiegenden polizeilichen Missstände das Gegenteil gebieten würden. Die Vorinstanz hat sich insoweit auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung gestützt, wonach der Befugnis des Gemeinwesens, den Abbruch eines baugesetzwidrigen Gebäudes oder Gebäudeteils zu verlangen, mit Blick auf den Grundsatz der Rechtssicherheit eine zeitliche Grenze gesetzt sein muss, selbst wenn das kantonale Recht eine Befristung nicht ausdrücklich vorsieht. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung setzt die Verwirkungsfrist grundsätzlich auf dreissig Jahre ab der Fertigstellung des baugesetzwidrigen Zustands fest und lässt sich dabei von der Ersitzungsfrist gemäss Art. 662 ZGB leiten. Demnach kann der Eigentümer eines Gebäudes den baugesetzwidrigen Zustand ersitzen, wenn das Gemeinwesen während so langer Zeit nicht einschreitet (BGE 136 II 359 E. 8 S. 367 f.; Urteile 1C_254/2016 vom 24. August 2016 E. 7.2 sowie 1C_726/2013 vom 24. November 2014 E. 4, in: ZBl 117/2016 99; je mit Hinweisen). Nur wenn besonders wichtige öffentliche Interessen eine Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zwingend gebieten, kann diese auch noch nach dreissig Jahren verlangt werden, namentlich wenn sie zum Schutz von Polizeigütern im engeren Sinn (Sicherheit und Gesundheit von Personen) erforderlich ist (Urteil 1C_726/2013 vom 24. November 2014 E. 4, in: ZBl 117/2016 99).