Citation: 1C_105/2022 E. 7.3

7.3. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz und des SVSA ist das Rechtsüberholen des Beschwerdeführers auf der Autobahn vom 4. Juli 2020 somit nach neuem Recht nicht gleich zu beurteilen wie unter dem alten. Vielmehr ist es nach Ziff. 314.3 Anhang 1 OBV als Ordnungswidrigkeit zu qualifizieren, die im Ordnungsbussenverfahren zu ahnden wäre (vgl. Urteil 1C_626/2021 vom 3. November 2022 E. 5.7 [zur Publ. vorgesehen]). Damit ist im Administrativverfahren gegen den Beschwerdeführer das neue Recht als lex mitior anzuwenden, kommt doch bei dessen Anwendung nach Art. 16 Abs. 2 SVG ein Führerausweisentzug zur Sanktionierung des Überholmanövers nicht mehr in Betracht. Der angeordnete Führerausweisentzug von zwölf Monaten ist folglich bundesrechtswidrig. Die Rüge des Beschwerdeführers, wonach auf das strittige Überholmanöver die neu eingefügte Ziff. 314.3 Anhang 1 OBG Anwendung finde und der strittige Führerausweisentzug aufzuheben sei, erweist sich damit als begründet. Bei Verkehrsregelverletzungen, die nach dem Ordnungsbussengesetz zu beurteilen sind, sind sodann keine Administrativmassnahmen anzuordnen (vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG; Urteile 1C_183/2016 vom 22. September 2016 E. 3.1; 1C_406/2010 vom 29. November 2010 E. 2.1). Das angefochtene Urteil und damit auch der strittige Führerausweisentzug des SVSA vom 14. Dezember 2020 sind daher ersatzlos aufzuheben.