Citation: 2C_27/2015 E. 2.1

2.1. Der Einkommenssteuer nach dem DBG unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte mit Ausnahme von Kapitalgewinnen aus der Veräusserung von Privatvermögen (Art. 16 Abs. 1 und 3 DBG). Steuerbar sind auch alle Einkünfte namentlich aus einem Handels- und Gewerbebetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit (vgl. Art. 18 Abs. 1 DBG). Der Begriff der selbständigen Erwerbstätigkeit nach Art. 181 Abs. 1 StG ist umfassender als der Begriff des Betriebes im Zusammenhang mit Handel, Industrie und Gewerbe und umfasst auch die freien Berufe sowie jede andere selbständige Erwerbstätigkeit (Julia von Ah, Die Besteuerung Selbständigerwerbender, 2. Aufl. 2011, S. 1; Markus Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. Aufl. 2008, N. 13 zu Art. 18 DBG). Jede irgendwie auf Erwerb gerichtete Tätigkeit einer Person bildet eine selbständige Erwerbstätigkeit. Die selbständige Erwerbstätigkeit kann haupt- oder nebenberuflich, dauernd oder vorübergehend ausgeübt werden. Ein Handelsregistereintrag oder die Buchführungspflicht ist nicht Voraussetzung; auch eine freiwillige Buchführung ist nicht erforderlich (von Ah, a.a.O., S. 1). Merkmale selbständiger Erwerbstätigkeit sind namentlich der kombinierte Einsatz von Arbeit und Kapital, das dabei in Kauf genommene eigene Risiko, die Sichtbarkeit der Tätigkeit nach aussen und die Gewinnstrebigkeit sowie das systematische bzw. planmässige Vorgehen (Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, N. 6 ff. zu Art. 18 DBG; Yves Noël, in: Commentaire romand, Impôt fédéral direct, Basel 2008, N. 2 zu Art. 18 DBG). Allerdings ist diese Umschreibung mit dem Einbezug auch "jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit" durch Art. 18 Abs. 1 DBG mehr theoretischer Natur (Nöel, a.a.O., N. 3 zu Art. 18 DBG; Reich, N. 15 zu Art. 18 DBG).