Citation: 8C_749/2019 E. 4.2

4.2. Liegt bezüglich der Invalidenrente ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vor, so durfte und musste die Vorinstanz den Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei und ohne Bindung an frühere Entscheide neu prüfen (vgl. E. 3.5). Damit war sie auch zur Beurteilung gehalten, ob die aktuell geklagten Beschwerden noch natürlich (und adäquat) kausal auf den im November 1983 im Zivildienst erlittenen Treppensturz zurückzuführen sind. Das kantonale Gericht verneinte einen solchen natürlichen Kausalzusammenhang, da die Militärversicherung mit dem Gutachten des Dr. med. B.________ vom 11. Januar 2017 den vollen Beweis dafür erbracht habe, dass der Status quo sine bereits in den 1980er Jahren erreicht worden sei, womit bereits seit damals kein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Treppensturz und dem persisitierenden Rückenleiden mehr bestanden hat. Was der Beschwerdeführer gegen diese Beweiswürdigung vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Wie der Versicherte unter Hinweis auf eine ältere Rechtsprechung (EVGE 1958 S. 166 ff.) zwar zutreffend ausführt, darf (jedenfalls) in der Militärversicherung der Status quo sine nicht aufgrund von Spekulationen bezüglich eines gesünderen oder weniger gesünderen Lebenswandels des Versicherten bejaht werden. Das Gutachten des Dr. med. B.________ ergeht sich indessen nicht in solchen Spekulationen, sondern stützt sich im entscheidenden Punkt auf die höchstrichterlich anerkannte Erfahrungstatsache, dass eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen Vorzustandes an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten ist (Urteil 8C_571/2015 vom 14. Oktober 2015 E. 2.2.3 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteile 8C_42/2017 vom 16. Februar 2017 E. 4.3 und 8C_408/2019 vom 26. August 2019 E. 3.3). Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz gestützt auf dieses Gutachten einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Treppensturz und den aktuell geklagten Beschwerden infolge Erreichens des Status quo sine bereits in den 1980er Jahren verneint und damit eine weitere Haftung der Militärversicherung nach Art. 5 MVG abgelehnt hat.