Citation: 5A_208/2024 E. 9.1.2

9.1.2. Der Beschwerdeführer bestreitet die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach keine Anhaltspunkte vorhanden seien, dass die Beschwerdegegnerin den Kontakt des Sohnes zu seinem Vater nicht zulassen und fördern würde. Die Vorinstanz habe das negative Verhalten der Beschwerdegegnerin, das sie [bei der Prüfung der Frage, ob die Voraussetzungen zur Anordnung einer alternierenden Obhut gegeben sind] selbst beschrieben habe (Abmeldung des Sohnes im August 2021 von X.________ nach U.________ ohne Einwilligung des Beschwerdeführers und Kündigung des Krippenplatzes in V.________; 2019 Anmeldung des Sohnes in der Krippe, wobei der Beschwerdeführer erst einige Monate später davon erfahren habe, Weigerung der Beschwerdegegnerin, den Standort der Kita bekannt zu geben), nicht bei der Gesamtbeurteilung berücksichtigt, womit sie in Willkür verfalle und Art. 9 BV verletze. Diese Vorkommnisse hätten ein massives Gewicht bei der Beurteilung der fehlenden Bindungstoleranz; die Beschwerdegegnerin habe das Betreuungs- und Sorgerecht des Beschwerdeführers mit diesen Handlungen krass beschnitten. Zudem sei es krass willkürlich, wenn die Vorinstanz anführe, dass der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin durch den Wegzug eine grössere Distanz geschaffen habe, in den Hintergrund rücke und nicht mehr weiter darauf einzugehen sei, da eine alternierende Obhut ohnehin ausscheide. Durch den eigenmächtigen Wegzug ohne Einwilligung des Beschwerdeführers habe die Beschwerdegegnerin in extremis bewiesen, dass sie sich um gerichtliche Vereinbarungen und gesetzliche Bestimmungen foutiere; sie habe Fakten schaffen wollen. Diesen Umstand bei der Bindungstoleranz nicht zulasten der Beschwerdegegnerin zu werten, sei krass willkürlich und führe zu einem unhaltbaren Entscheid. Die Beschwerdegegnerin habe mit ihrem Verhalten offenbart, dass es ihr egal sei, ob der Sohn seinen Vater im bisherigen Umfang sehen könne oder nicht. Krass sachverhaltswidrig und damit willkürlich sei die Einschätzung der Vorinstanz, wonach der bisherige Verlauf des Verfahrens zeige, dass die Beschwerdegegnerin, trotz schwerwiegender Konfliktsituationen und schwerwiegender Vorwürfe seitens des Beschwerdeführers, den Sohn zu seinem Vater habe gehen lassen und die Besuche nicht vereitelt habe, weshalb sich eine fehlende Bindungstoleranz nicht bestätigen lasse. Die Vorinstanz stütze sich ausschliesslich auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin und lasse krass sachverhaltswidrig und damit willkürlich ausser Acht, wie sich diese seit dem Beginn des Verfahrens im August 2018 unbestrittenermassen und aktenkundig verhalten habe bzw. wie oft sie gerichtlich festgelegte Betreuungsvereinbarungen nicht eingehalten und das Sorge- und Betreuungsrecht des Beschwerdeführers vereitelt habe. Aufgrund zahlreicher Ausführungen der Beschwerdegegnerin im kantonalen Verfahren müsse ausserdem die klare Tendenz festgestellt werden, ihre eigenen Einschätzungen und Fähigkeiten als Mutter in den Mittelpunkt zu stellen und das Betreuungs- und Sorgerecht des Vaters kleinzureden. Die Vorinstanz berücksichtige nicht, dass die Beschwerdegegnerin den Sohn immer wieder ohne das Wissen des Beschwerdeführers zu Ärzten und Psychologen bringe, um zu erreichen, dass sie etwas gegen diesen in der Hand habe. Selbst die Beiständin habe mitgeteilt, die Mutter würde alles unternehmen, um den Vater schlecht dastehen zu lassen. Dieses Verhalten nicht zu berücksichtigen sei unhaltbar und willkürlich.