Citation: 7B_780/2024 E. 4.3

4.3. Die Vorinstanz erwägt, der für die Beurteilung des Gesuchs um amtliche Verteidigung zuständige Präsident des Bezirksgerichts Aarau habe sich im Rahmen seiner Verfügung vom 19. März 2024 zwingend auch zur Gebotenheit einer amtlichen Verteidigung und damit auch zu allfälligen tatsächlichen oder rechtlichen Schwierigkeit des Straffalls äussern müssen (Art. 132 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 StPO). Deshalb und weil das Gesuch um amtliche Verteidigung vom 15. März 2024 erst kurz vor der damals bereits auf den 28. März 2024 angesetzten Hauptverhandlung gestellt worden sei, für welche Befragungen des Beschwerdeführers und von B.________ (als Auskunftsperson) vorgesehen gewesen seien, seien seine Ausführungen, wonach das Verfahren kurz vor dem Abschluss stehe, die Untersuchung abgeschlossen sei und die Beweise erhoben seien, naheliegenderweise so zu verstehen, dass die Ausgangslage für die nahe Hauptverhandlung feststehe und dass diese Ausgangslage ex ante betrachtet nicht als derart komplex erscheine, dass eine amtliche Verteidigung geboten wäre. Die Ausführungen des Beschwerdegegners seien entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht so zu verstehen, dass auch das Ergebnis der Hauptverhandlung bereits feststehe, bzw. diese nur noch "pro forma" durchzuführen sei. Der Beschwerdegegner habe in diesem Sinne festgehalten, dass keine tatsächlichen Schwierigkeiten zu erkennen seien, weil es um nicht komplexe Vorfälle gehe, die der Beschwerdeführer bestritten oder anders als B.________ und C.________ geschildert habe. Zudem habe der Beschwerdegegner ausgeführt, dass keine rechtlichen Schwierigkeiten zu erkennen seien, weil es um nicht komplexe Tatbestände (Tätlichkeiten; Drohungen; Beschimpfungen; Widerhandlungen gegen das Waffengesetz) gehe und die hierzu divergierenden Aussagen vom Gericht zu würdigen seien, ohne dass sich komplizierte Rechtsfragen stellen würden. Die Vorinstanz erwägt weiter, der Beschwerdeführer habe die Ausführungen des Beschwerdegegners beanstandet, wonach die "Waffen" bereits sichergestellt und fotografisch dokumentiert seien. Zwar ist mit dem Beschwerdeführer festzuhalten, dass die Vorinstanz sich im Rahmen der rechtlichen Würdigung nicht ausdrücklich mit diesem Einwand auseinandersetzt. Sie war aber nicht gehalten, sich im angefochtenen Entscheid mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen und diese zu widerlegen (vgl. oben E. 4.2). Der Umstand, dass sich der Beschwerdegegner nicht bereits in seiner Verfügung vom 19. März 2024 zu den vom Beschwerdeführer erst mit seinem Ausstandsgesuch thematisierten Fragen "beweisrechtlicher Art" geäussert habe, lege gemäss der Vorinstanz objektiv betrachtet nicht nahe, dass sich der Beschwerdegegner diesbezüglich bereits vor der Hauptverhandlung zum Nachteil des Beschwerdeführers in einer befangenheitsbegründenden Weise festgelegt haben könnte und gedacht habe, die Hauptverhandlung nur "pro forma" durchzuführen. Damit hat die Vorinstanz - entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers - nicht nur auf die Ausführungen des Beschwerdegegners Bezug genommen, sondern begründet dargelegt, weshalb ihrer Ansicht nach das Ergebnis der Hauptverhandlung trotz der Ausführungen des Beschwerdegegners noch offen erschien. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer aufgrund der vorinstanzlichen Begründung nicht in der Lage versetzt worden sein soll, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.