Citation: I 566/02 24.04.2003 E. 2

2.1 Das kantonale Gericht hat auf Beschwerde hin eine Verfügung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen bestätigt, mit welcher der Anspruch auf eine Invalidenrente unter Verweis auf den ungesicherten massgebenden Sachverhalt abgelehnt wurde. Verwaltungsverfügungen sind grundsätzlich nicht nach ihrem bisweilen unzutreffenden Wortlaut, sondern nach ihrem wirklichen rechtlichen Gehalt zu verstehen; vorbehalten bleibt einzig der - hier allerdings nicht zum Tragen kommende - öffentlich-rechtliche Vertrauensschutz, also der Grundsatz von Treu und Glauben (BGE 120 V 497 Erw. 1a; SVR 1998 ALV Nr. 5 S. 16 Erw. 1c). Damit muss von Amtes wegen geprüft werden, was Gegenstand der Verfügung und dementsprechend Thema der Beschwerdeverfahren bildet. 2.2 Nachdem die Verwaltung ursprünglich auf Grund der Annahme vollständiger Invalidität eine ganze Rente in Aussicht gestellt hatte, vertrat sie später die Auffassung, es bedürfe wegen einer widersprüchlichen Aktenlage weiterer ärztlicher Abklärungen, um die Frage nach dem Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitszustandes abschliessend beurteilen zu können. Da sich der Beschwerdeführer aber keiner weiteren Begutachtung mehr unterziehen wollte, verneinte die IV-Stelle den geltend gemachten Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente einstweilen unter Hinweis auf Art. 73 IVV, wonach die IV-Stelle im Falle einer schuldhaften Verweigerung einer Begutachtung nach Ansetzung einer angemessenen Frist und Darlegung der Säumnisfolgen auf Grund der Akten entscheiden kann. Der Hergang des Administrativverfahrens zeigt, dass die IV-Stelle den Rentenanspruch mit der streitigen Verfügung vom 13. Februar 2001 gestützt auf die vorhandenen Akten als materiell unbegründet ablehnte und nicht etwa einen Nichteintretensbeschluss fasste, wie die Vorinstanz meint. Damit bringt die Verwaltung zum Ausdruck, dass sie den vom Unfallversicherer mit rechtskräftiger Verfügung vom 26. Oktober 2000 auf 100 % festgelegten Invaliditätsgrad für die Belange der Invalidenversicherung gestützt auf eine abweichende Würdigung des Sachverhaltes nicht gelten lassen will. Der in der streitigen Verwaltungsverfügung enthaltene Hinweis auf Art. 73 IVV ist nur unter dieser Voraussetzung sinnvoll. Wäre nämlich die Verbindlichkeit des seitens des Unfallversicherers rechtskräftig festgelegten Invaliditätsgrades von 100 % für die Bemessung der Erwerbsunfähigkeit durch die Invalidenversicherung (BGE 126 V 288; Erw. 3.1 und 3.2 hienach) zu bejahen, bliebe für weitere Beweismassnahmen und damit für die Ahndung einer Ablehnung der Begutachtung durch den Versicherten von vornherein kein Raum.