Citation: 5A_1021/2021 E. 5.3.1

5.3.1. Das Kantonsgericht erwog, aufgrund des Berichtes des Sachverständigen anlässlich der Hauptverhandlung habe die Vorinstanz zu Recht auf Verhältnismässigkeit geschlossen. Der Gutachter habe in Beantwortung der Frage 1 erklärt, es sei bis jetzt versucht worden, konservativ eine Gewichtszunahme zu erreichen, was nicht gelungen sei. Die Zwangsernährung sei die letzte Möglichkeit. Ohne Behandlung drohe ein ernsthafter gesundheitlicher Schaden. Es bestehe die Gefahr, dass die Beschwerdeführerin sterbe. Auf die Frage, ob andere Behandlungen zur Verfügung stünden, habe der Sachverständige geantwortet: 'Zurzeit nicht. Es sei denn, man will im Kauf nehmen, dass die Bf stirbt.' Ferner habe der leitende Arzt Psychosomatik ausgeführt, die Zwangsernährung sei nun zwingend erforderlich, da die körperlichen Ressourcen aufgebraucht seien. Ansonsten sehe er ganz klar einen tödlichen Verlauf. Die angeordnete Massnahme ermögliche eine Gewichtszunahme bis zu einem BMI von 13 kg/m2. Mit diesem BMI seien wieder andere Behandlungen möglich, was bedeute, dass ab einem BMI von 13 kg/m2 bei einer anderen Behandlung der mögliche tödliche Verlauf nicht mehr gegeben sei.