Citation: 7B_5/2021 E. 2.4.2

2.4.2. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie die Geschädigtenstellung der Beschwerdeführerinnen verneint. Die Beschwerdeführerinnen machen im Wesentlichen geltend, ihre Individualrechtsgüter seien durch das angebliche Urkundendelikt unmittelbar verletzt worden, weshalb sie im Sinne von Art. 115 StPO geschädigt und zur Beschwerde legitimiert seien. Dem liegt zusammengefasst die Anschuldigung zugrunde, die Beschuldigte, C.________, habe als mittelbare Täterin (zumindest mit Eventualvorsatz) D._________ als Tatmittlerin benutzt, um das angebliche Urkundendelikt zu begehen. Wie es sich mit dieser Hypothese verhält, insbesondere da gegen die Notarin D._________ kein Strafverfahren angestrengt wurde (etwa wegen fahrlässiger Urkundenfälschung im Amt), kann vorliegend offen bleiben (siehe E. 1.1 in fine). Entscheidend ist einzig, dass die Beschwerdeführerinnen durch dieses angebliche Urkundendelikt nicht unmittelbar geschädigt worden wären, wie die Vorinstanz zutreffend erkennt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Beschwerdeführerinnen nicht durch eine Urkunde getäuscht worden sind, die von einer amtlichen Urkundsperson ausgestellt wurde, und keine nachteilige rechtserhebliche Disposition gestützt auf eine solche falsche oder unwahre Urkunde getroffen haben. Vielmehr haben die Beschwerdeführerinnen vorliegend den Inhalt der durch die amtliche Urkundsperson D._________ erstellten Urkunden selbst (mit-) bestimmt - handelnd durch ihre im Aussenverhältnis vertretungs- und kollektiv zeichnungsberechtigten Verwaltungsratsmitglieder F.________ und G.________. Machen die Beschwerdeführerinnen nun geltend, sie seien durch das angebliche Urkundendelikt unmittelbar geschädigt worden, weil der durch F.________ und G.________ gegenüber der amtlichen Urkundsperson D._________ zum Ausdruck gebrachte Wille nicht dem tatsächlichen Willen der Gesellschaft entsprochen habe - worüber die Beschuldigte vorgeblich informiert gewesen sei, diese Tatsache aber D._________ mindestens mit Eventualvorsatz vorenthalten habe - betrifft dies in erster Linie das gesellschaftliche Innenverhältnis. Im hier massgeblichen Aussenverhältnis gegenüber der beurkundenden Notarin D._________ (und nicht gegenüber der Beschuldigten) waren es die Beschwerdeführerinnen selbst, die den Verkaufswillen der Gesellschaften zum Ausdruck brachten. Für diese handelten ihre zu diesem Zeitpunkt vertretungs- und kollektiv zeichnungsberechtigten Verwaltungsratsmitglieder F.________ und G.________. Unbeachtlich ist, dass sie dadurch - angeblich - im gesellschaftlichen Innenverhältnis ihre Vertretungsbefugnis überschritten haben sollen. Wäre es aufgrund einer Überschreitung der Vertretungsbefugnisse durch F.________ und G.________ - wie es die Beschwerdeführerinnen behaupten - zu einer Schädigung der Gesellschaften gekommen, handelte es sich dabei nicht um eine unmittelbare Schädigung infolge des angeblichen Urkundendelikts, sondern lediglich um einen mittelbar herbeigeführten Schaden. Ein solcher begründet keine Geschädigtenstellung im Sinne von Art. 115 StPO.