Citation: I 634/01 15.01.2003 E. 3

3.1 In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 20./26. Juli 1999 hat Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, dargelegt, an der rheumatologischen Diagnostik, auf welche sich sein Gutachten (vom 12. Mai/26. Juni 1997) gestützt hatte, bestünden Widersprüchlichkeiten. Auch nach langer Beobachtungszeit bei der Versicherten hätten sich keinerlei psychiatrische Auffälligkeiten gezeigt. Die bei der Begutachtung noch nachweisbare depressive Stimmungslage sei ebenfalls verschwunden und eine Neubeurteilung sei als sinnvoll zu erachten. Daraus schloss die kantonale Rekurskommission, Dr. med. H.________ sehe eine Veränderung des Gesundheitszustandes dahingehend, dass die Beschwerden zwar gleichgeblieben sind, die Versicherte jedoch nun besser damit umgehen könne. Diese Verbesserung bewirke nach Einschätzung des Arztes eine Reduktion des Arbeitsunfähigkeitsgrades von 100 auf 80 %. Hingegen habe sich Dr. med. H.________ neu auf den Standpunkt gestellt, die Beschwerden und deren Einschränkungen wären nicht psychisch, sondern somatisch bedingt. Auch nach einem MEDAS-Gutachten vom 27. November 2000 wurde aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit verneint, aus somatischer allerdings eine gewisse Einschränkung eingestanden, weshalb auf eine Arbeitsunfähigkeit für leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten von 20 bis 30 % geschlossen wurde. So betrug die Arbeitsunfähigkeit, welche der Psychiater bei 80 % gesehen hatte, nach MEDAS-Gutachter aus rheuma thologischer Sicht lediglich 20 bis 30 % und aus psychiatrischer Sicht, übereinstimmend mit Dr. med. H.________, nunmer 0 %. Auf Grund dieser Gegebenheiten kam die Vorinstanz zum Schluss, aktenkundig sei lediglich eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von ca. 20 %. Während die somatische Situation nach wie vor praktisch gleichbleibend beschrieben wurde, erfolgte nun eine völlig neue Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht, welche jedoch nur in geringem Umfang auf eine Verbesserung zurückgeführt werden konnte. Diese unterschiedliche Betrachtungsweise beruhte im Wesentlichen auf der Erfahrung des Psychiaters Dr. med. H.________, die er auf Grund der langen Beobachtungszeit gewonnen hatte: für die anfänglich psychischen Ursachen zugeschriebenen Beschwerden konnte er keinerlei psychiatrische Auffälligkeiten erkennen. Zudem konnte die durch die MEDAS-Gutachter festgestellte wesentlich bessere Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin lediglich zu einem beschränkten Teil eindeutig auf eine tatsächliche Verbesserung zurückgeführt werden. Waren die Voraussetzungen für eine Rentenrevision nach Art. 41 IVG somit nicht erfüllt, mussten hingegen diejenigen für eine Wiedererwägung der rechtskräftigen Leistungsverfügung vom 19. Februar 1998 als gegeben erachtet werden. Die zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung war daher mit der substituierten Begründung zu schützen, die ursprüngliche Verfügung sei zweifellos unrichtig gewesen und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung. 3.2 Die Beschwerdeführerin rügt, nach Aktenlage würden widersprüchliche ärztliche Gutachten und Berichte, jedoch kein grober Fehler der Verwaltung vorliegen, weshalb die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung zu verneinen sei. Die Medizin könne nicht alle Symptome einer klaren Ursache zuweisen. Es sei indessen nicht zulässig, aus dieser faktischen Unmöglichkeit des Nachweises zu schliessen, dass eine versicherte Person keine ge sundheitlichen Beschwerden habe. Sei Dr. med. H.________ inzwischen zur Überzeugung gelangt, dass die Beschwerden nicht psychischen Ursprungs seien und die Vorinstanz deshalb festgestellt habe, die Verfügung vom 19. Februar 1998 erweise sich nachträglich als falsch, bedeute dies letztlich nichts anderes, als dass man ihr eine Simulation vorhalte. Werden die Beschwerden nicht mehr denselben Ursachen zugeschrieben, so sei dies nicht ein Beweis für die zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung, sondern für die beschränkte Erkenntnisfähigkeit der Wissenschaft. 3.3 Dieser Betrachtungsweise kann nicht beigepflichtet werden. Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass Dr. med. H.________ bereits im Zeitpunkt des ursprünglichen Verfügungserlasses keinerlei Hinweise finden konnte, die auf eine schwere psychiatrische Erkrankung der Beschwerdeführerin schliessen liessen. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit hatte er aus psychiatrischer Sicht infolge anhaltender somatoformer Schmerzstörungen deshalb diagnostiziert, weil aus somatisch-rheumathologischer Sicht das Leiden und dessen Auswirkungen damals nicht erklärt werden konnten. Da Dr. med. H.________ auf Grund seiner zwischenzeitlich getätigten Beobachtungen (Zwischenbericht vom 20./26. Juli 1999) jedoch zur Erkenntnis gelangt war, dass die gesundheitlichen Beschwerden entgegen seiner früheren Feststellungen nicht psychiatrischen Ursprungs waren, konnte auch im Februar 1998 keine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen bestanden haben. Diese Feststellung war damals noch nicht ohne weiteres möglich gewesen, sodass vorliegend auch nicht lediglich von einer anderen Beurteilung, welche eine Rentenrevision nicht zulassen würde, ausgegangen werden kann. Aus den erwähnten Erkenntnissen ist entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung nicht zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin je simuliert hätte. Denn Dr. med. H.________ hat im Zwischenbericht vom 20./26. Juli 1999 seine ursprünglichen Beobachtungen, wonach eine Simulation auf Grund des Krankenverlaufes, der Inkaufnahme wesentlicher Einschränkungen und der Echtheit des Leidensdruckes fast sicher ausgeschlossen werden könne, nicht widerrufen. Werden die Beschwerden nicht mehr denselben Ursachen zugeschrieben, so kann dies jedoch nicht mit der beschränkten Erkenntnisfähigkeit der Wissenschaft begründet werden. Vielmehr ist entscheidend, dass aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit seit der ursprünglichen Verfügung zu verneinen gewesen wäre, während die somatisch-rheumatologischen Beschwerden seit Verfügungserlass vom 26. März 2001 eine 70 bis 80%ige Arbeitsfähigkeit ermöglichen. Der kantonale Entscheid ist diesbezüglich somit rechtens.