Citation: 1C_172/2022 E. 5.6

5.6. Es kann der Vorinstanz somit keine Willkür vorgeworfen werden, wenn sie festgestellt hat, dass § 11 aV PBG/ZG eine Reduktion des Gebäudeabstands zulasse und § 10 aV PBG/ZG dem nicht entgegenstehe. Es ist mithin auch nicht offensichtlich unhaltbar, wenn sie davon ausging, dass dem Gebäudeabstand keine eigenständige Bedeutung zukomme. Daran ändert der neue (hier nicht anwendbare) § 29 V PBG/ZG nichts, gemäss welchem die Grenzabstände nur noch unter Wahrung des Gebäudeabstands durch Vereinbarung eines Näher- oder Grenzbaurechts reduziert oder aufgehoben werden dürfen. Dass damit einzig eine Umsetzung bzw. Verdeutlichung des bereits geltenden rechtlichen Verständnisses und damit des bereits nach bisherigem Recht zwingenden Charakters des Gebäudeabstands bezweckt werde, kann auch nicht aus dem von den Beschwerdeführenden eingereichten Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zug von der Sitzung vom 29. Mai 2018 abgeleitet werden.