Citation: 8C_717/2018 E. 5

Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass eine Invalidität im Rechtssinne zum Zeitpunkt der Begutachtung noch nicht eingetreten sei. Sie macht indessen geltend, dass Verwaltung und Vorinstanz unter Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes darauf verzichtet hätten zu prüfen, ob bei Verfügungserlass zehn Monate später die vom Gutachter als möglich erachtete Chronifizierung eingetreten sei, was zu einer Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit hätte führen müssen. Das kantonale Gericht hat das Leistungsvermögen in psychischer Hinsicht praxisgemäss zulässigerweise eigenständig nach den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 beurteilt. Nach der Vorinstanz wurde die geltend gemachte Beeinträchtigung wie bereits erwähnt ausschliesslich durch den Tod des Sohnes verursacht. Sie hielt fest, dass wöchentliche Konsultationen bei der Psychologin stattfänden, aber keine pharmakologische Behandlung erfolge. Es bestünden weder körperliche noch psychische Begleiterkrankungen und auch keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung. Sie zog auch die Ressourcen in Betracht, auf die die Beschwerdeführerin zurückgreifen könne (Familien- und Freundeskreis, Fitnesstraining mehrmals pro Woche, gelegentliche Ferien, Besuch einer Selbsthilfegruppe) und dank derer sie in ihrem Alltag wieder weitgehend funktioniere. Inwiefern diese Feststellungen offensichtlich unrichtig wären, ist nicht erkennbar. Die Schlussfolgerung, dass die gegebenen psychosozialen Umstände als alleinige Ursache der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit bei deren normativer Beurteilung ausser Acht bleiben müssten, ist nicht bundesrechtswidrig. Daran ändert nichts, dass der Gutachter eine andauernde depressive Episode, initial schwer, aktuell mittel- bis schwergradig, diagnostizierte (ICD-10 F32.2). Dass sich im weiteren Verlauf eine Verselbstständigung des Gesundheitsschadens eingestellt hätte, ist nach Lage der Akten nicht erkennbar. Es wird beschwerdeweise nicht dargetan, dass zwischenzeitlich Befunde erhoben worden seien, die nicht in den gegebenen psychosozialen Umständen ihre hinreichende Erklärung fänden. Dass das kantonale Gericht eine Verschlechterung bis zur rentenablehnenden Verfügung zehn Monate nach der Begutachtung zu Unrecht unberücksichtigt gelassen oder zu Unrecht von weiteren Sachverhaltsabklärungen abgesehen hätte, ist nicht zu ersehen.