Citation: 6B_641/2021 E. 1.2

1.2. Vorrangig macht der Beschwerdeführer geltend, B.________ sei freiwillig mit ihm in den Wald gefahren resp. habe sich aus freien Stücken mit ihm dort aufgehalten. Die gegenteilige Annahme sei willkürlich. Die Vorinstanz unterlasse es, die verschiedenen Phasen, in denen der Geschädigten ein Entfernen möglich gewesen wäre, einzeln zu würdigen und gehe stattdessen pauschal davon aus, dass er mit seinem Verhalten ein Klima der Einschüchterung geschaffen habe. Unberücksichtigt lasse die Vorinstanz bereits, dass sich die Geschädigte trotz des knapp eine Woche vorher verlängerten Kontaktverbots freiwillig mit ihm per WhatsApp unterhalten und sich mit ihm getroffen habe. Dort wäre es ihr schon zu Beginn, als sie seine aufgebrachte Stimmung bemerkt und er ihr gar einen Fusstritt verpasst habe, unbenommen gewesen, das Treffen abzubrechen. Die Tätlichkeit sei nicht derart gravierend gewesen, dass sie ihm die Herrschaft über das Fahrzeug hätte überlassen müssen und nicht selbst wieder hätte abfahren können. Anzeichen dafür, dass sie mit der gemeinsamen Wegfahrt nicht einverstanden sei, habe sie keine artikuliert. Entgegen der Vorinstanz sei sie in ihrer Willensbildung nicht fremdbestimmt gewesen. Seine Aufforderung, sie solle ihr Mobiltelefon ausschalten, habe ebenfalls nicht zu einer Einschränkung ihrer Willensfreiheit geführt, zumal er in diesem Zeitpunkt keine Gewalt angewendet habe. Im Wald angekommen, hätte B.________ sodann jederzeit die Möglichkeit gehabt, zu Fuss oder mit dem Auto wieder wegzugehen oder zumindest zu äussern, dass sie sich nicht mit ihm unterhalten und wieder gehen wolle. Der Grund, warum sie dies nicht getan habe, seien nicht seine unschönen Verhaltensweisen, sondern ihre persönlichen Gefühle für ihn und ihre Unentschlossenheit betreffend die Beziehung gewesen. Auch die zwei körperlichen Attacken hätten nicht zur Folge gehabt, dass die Geschädigte in irgendeiner Form festgehalten worden wäre. Insbesondere habe sie sich nach der ersten Attacke im Besitz des Zündschlüssels befunden und sich auf den Fahrersitz gesetzt. Obwohl sie nicht daran gehindert worden sei, sei sie nicht abgefahren. Als er später zum Auto zurückgekehrt und ihr einen Faustschlag verpasst habe, sei dies kein Vorgehen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit, sondern eine Affekthandlung infolge Verärgerung und Kränkung über den unklaren Beziehungsstatus gewesen. Überdies habe die Geschädigte selbst nach dem Schlag die sich bietenden Möglichkeiten, ihm zu entrinnen, nicht genutzt. Insbesondere sei sie auch nach der Behandlung im Spital noch bei ihm verblieben und habe ihn betreffend der Körperverletzungen gar gedeckt. Es sei daher willkürlich, aus den Verletzungen abzuleiten, er habe sie unrechtmässig ihrer Freiheit beraubt. Nicht nachvollziehbar sei im Übrigen, weshalb die Freiheitsberaubung bis um 3.00 Uhr morgens gedauert haben solle, wenn bereits die Geschädigte angegeben habe, sich bis ca. um Mitternacht unfreiwillig in seiner Gegenwart aufgehalten zu haben. Der objektive Tatbestand von Art. 183 Ziff. 1 StGB sei nicht erfüllt. Ebenso unklar sei, woraus die Vorinstanz die Erfüllung des subjektiven Tatbestands herleite. Er habe mangels entsprechender Äusserungen der Geschädigten keine Signale wahrnehmen können, wonach sie keine Zeit mit ihm verbringen wolle. Es sei zudem nicht auf ihre subjektive Einschätzung, sondern auf seinen Willen abzustellen. Diesbezüglich lasse sein Verhalten keine Rückschlüsse auf Vorsatz zu. Er habe keinen Plan gehabt. Aus seinem spontanen, unkoordinierten und in keiner Phase zielgerichteten Vorgehen könne nicht geschlossen werden, dass er B.________ ihrer Freiheit habe berauben wollen. Willkürlich sei sodann die Annahme, die Selbstmorddrohung stelle ein taugliches Nötigungsmittel dar. Ihm sei bekannt gewesen, dass sie mittlerweile eine neue Beziehung eingegangen sei, womit er davon habe ausgehen müssen, dass eine solche Drohung auf sie keine Wirkung entfalte. Ausserdem habe er aufgrund des Verhaltens, das er an den Tag gelegt habe, gerade nicht damit rechnen können, dass sie längere Zeit mit ihm im Wald verbringen würde. Weil er sie nie zurückgehalten und sie jederzeit die Möglichkeit gehabt habe, das Treffen zu beenden, habe er gerade nicht in Kauf nehmen können, dass sie gegen ihren Willen bei ihm bleibe.