Citation: 6P.68/2007 05.09.2007 E. 5

5.1 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die Beweiswürdigung des Obergerichts verletze Art. 9 BV. Die Beschwerdeführerin führt im Einzelnen aus, sie habe einen namhaften Teil des bei der Bank angelegten Geldes bezogen und bewahre dieses nun zu Hause auf. Sie sei chaotisch veranlagt und habe es auch bereits früher, als sie nachweislich über Vermögen verfügt habe, zum Teil versäumt, Zahlungen auszuführen, so dass es bereits damals zu Betreibungen gekommen sei. In Bezug auf die Auffindsituation sei festzuhalten, dass die Hortung des Geldes in Kartonschachteln ohnehin eine unübliche Aufbewahrungsart darstelle - sei dies hinsichtlich eigener Vermögenswerte oder hinsichtlich von Drogengeld. Vor diesem Hintergrund den Schluss zu ziehen, sie sei nachgewiesenermassen nicht Eigentümerin des Geldes, sei willkürlich. 5.2 Das Obergericht begründet die Einziehung der Vermögenswerte damit, dass die Behauptung der Beschwerdeführerin, das Geld stelle ihr Erspartes dar, aus verschiedenen Gründen nicht glaubhaft sei: Die Beschwerdeführerin, welche 1994 pensioniert worden sei, habe per 31. Dezember 1994 über ein Vermögen von insgesamt Fr. 114'746.05 verfügt. Seit ihrer Pensionierung habe sie nur geringfügige Einnahmen erzielt und per 31. Dezember 2004 ein Vermögen von noch Fr. 2'257.25 ausgewiesen, ihr Erspartes mithin fast gänzlich verbraucht. Seit 2001 seien zudem elf Betreibungen der Beschwerdeführerin zu verzeichnen, und aus den Jahren 2003 und 2004 lägen vier Verlustscheine in der Höhe von insgesamt Fr. 56'191.05 vor. Plausible Erklärungen, weshalb sie trotz angeblichem Vermögen die Rechnungen nicht beglichen habe und wie sie in der Lage gewesen sei, ein Vermögen von Fr. 143'025.-- zu äufnen, vermöge die Beschwerdeführerin nicht zu liefern. Des Weiteren sprächen auch die Auffindsituation und die Stückelung des Geldes gegen das Vorbringen der Beschwerdeführerin, erscheine doch eine Aufbewahrung von kleinen Geldscheinen in Kartonschachteln auf dem Sofa, unter einer Decke verborgen, verdächtig. 5.3 Gestützt auf Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erschiene oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis eines Entscheides unhaltbar ist (BGE 127 I 54 E. 2b; 123 I 1 E. 4a, je mit Hinweisen). 5.4 Die Beweiswürdigung des Obergerichts hält der bundesgerichtlichen Willkürprüfung stand. Selbst wenn die Beschwerdeführerin bereits früher Betreibungen gegen sich zu verzeichnen hatte, konnte das Obergericht die Tatsache, dass Verlustscheine in der Höhe von Fr. 56'191.05 aus den Jahren 2003 und 2004 bestehen, ohne Willkür als gewichtiges Indiz werten, dass die Beschwerdeführerin nicht über ein Vermögen von weit über Fr. 100'000.-- verfügt. Ein Vergleich der geringen Einnahmen der Beschwerdeführerin mit ihren notwendigen Ausgaben deutet zudem - wie das Obergericht willkürfrei erörtert hat - darauf hin, dass ihr zum Zeitpunkt der Pensionierung vorhandenes Vermögen von Fr. 114'746.05 in der Zwischenzeit aufgezerrt sein dürfte. Nicht unhaltbar sind des Weiteren die Feststellungen im angefochtenen Urteil, die Beschwerdeführerin habe keine schlüssigen Angaben über die Herkunft der bei ihr beschlagnahmten Gelder zu machen vermocht, und die Hortung eines Geldbetrags von Fr. 143'025.-- kleiner Stückelung in Kartonschachteln auf dem Sofa, unter einer Decke versteckt, erscheine nicht nur unüblich, sondern verdächtig. Nicht willkürlich ist insoweit schliesslich die Argumentation des Obergerichts, diese Aufbewahrungsart wirke deutlich suspekter als das Verbergen des um ein Vielfaches kleineren Betrags unter der Matratze des Bettes. 5.5 Aufgrund der Gesamtheit der einzelnen Indizien - d.h. namentlich in Anbetracht der finanziellen Situation der Beschwerdeführerin und ihres nicht glaubwürdigen Aussageverhaltens sowie der kleinen Stückelung und der Auffindsituation des Geldes - verstösst die Quintessenz des Obergerichts, die eingezogenen Vermögenswerte stünden nicht im Eigentum der Beschwerdeführerin, nicht gegen Art. 9 BV. 5.6 Ferner rügt die Beschwerdeführerin sinngemäss eine willkürliche Anwendung des kantonalen Verfahrensrechts, da ihr die Rolle als "andere Beteiligte" zugeordnet und sie hierdurch im Ergebnis der ihr aus der Unschuldsvermutung und dem Grundsatz "in dubio pro reo" erwachsenden Rechte beraubt worden sei. 5.7 Das bernische Strafverfahren sieht für Personen, welche keine eigentliche Parteistellung besitzen, jedoch von einer Einziehung betroffen sind, ausdrücklich die Verfahrensrolle des "anderen Beteiligten" vor. Diesen Personen ist das rechtliche Gehör zu gewähren (Art. 42 StrV/BE), was vorliegend erfolgt ist (vgl. auch E. 4 hiervor). Als von der Einziehung Betroffene ist die Beschwerdeführerin nicht Angeschuldigte, weshalb sie sich nicht auf die Unschuldsvermutung berufen kann. Dementsprechend stellt sich auch die Frage der Verletzung der Unschuldsvermutung bzw. des Grundsatzes "in dubio pro reo" im vorliegenden Verfahren nicht. 5.8 Die staatsrechtliche Beschwerde ist demnach auch in diesem Punkt abzuweisen.