Citation: 1C_164/2023 E. A

Am 27. November 2021 stellten A.________ und B.________ bei der Opferhilfe der Kantone St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden (Opferhilfe SG/AR/AI) ein Gesuch um Kostengutsprache für juristische Hilfe. Zur Begründung führten sie im Wesentlichen aus, dass ein Polizeieinsatz vom 15. Januar 1999 bei der ganzen Familie zu einem nachhaltigen Trauma geführt habe. A.________ habe sich anlässlich des Polizeieinsatzes an der Hand und am Knie verletzt. Überdies habe er psychische Beschwerden davongetragen und daraufhin nicht mehr arbeiten können. Es sei ihm zwar ab dem 1. März 2004 eine ganze IV-Rente zugesprochen worden. Die Zusprache der IV-Rente sei jedoch nicht rückwirkend ab dem Polizeieinsatz erfolgt. Er habe somit rückwirkend vom 15. Januar 1999 bis zum 1. März 2004 die Differenz zwischen dem erhaltenen Kranken- bzw. Unfalltaggeld und der ganzen IV-Rente zu Gute. Überdies habe er Anspruch auf eine Integritätsentschädigung der Suva sowie auf eine angemessene Genugtuung. Mit einer weiteren, vom 28. Januar 2022 datierenden Eingabe schrieben A.________ und B.________, sie brauchten einen im Opferhilfe- und Sozialversicherungsrecht kundigen Rechtsanwalt, der die "Rentenleistungen/fehlende Genugtuung" aufgrund der verschiedenen Unfälle und des Polizeieinsatzes vom 15. Januar 1999 prüfe. Mit Verfügung vom 12. April 2022 wies die Opferhilfe SG/AR/AI das Gesuch um Übernahme der Kosten für juristische Hilfe ab. Sie führte aus, es erscheine nicht wahrscheinlich, dass A.________ bei der Hausdurchsuchung vom 15. Januar 1999 Opfer einer Straftat geworden sei. Betreffend die weiteren Strassenverkehrs- und Arbeitsunfälle zwischen 1996 und 2001 sei nicht ausgeführt worden, inwiefern es wahrscheinlich sei, dass diese Ereignisse opferhilferechtlich relevante Straftaten darstellten. Darüber hinaus erschienen anwaltliche Bemühungen als offensichtlich aussichtslos. Gegen die Verfügung erhoben A.________ und B.________ Rekurs. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 8. Februar 2023 ab. Gerichtskosten erhob es nicht.