Citation: 6B_154/2022 E. 2.3.3

2.3.3. Im konkreten Fall resümierte das Bundesgericht, dass für die Berechnung des Fristenlaufs grundsätzlich auf das Datum des in Rechtskraft erwachsenen Anordnungsentscheids abzustellen wäre. Allerdings stelle sich das Kantonsgericht St. Gallen - die damalige Vorinstanz - auf den Standpunkt, die stationäre therapeutische Massnahme sei im Anordnungsentscheid rechtskräftig befristet worden. Treffe dies zu, könnte angesichts der Rechtskraft des Anordnungsentscheids auf die Frage des Fristbeginns bzw. die Befristung im vorliegenden Verfahren nicht mehr zurückgekommen werden (BGE 147 IV 205 E. 2.4.3). Diesbezüglich gelangte das Bundesgericht zum Schluss, dass im Anordnungsentscheid die Sicherheitshaft auf die Massnahmendauer von drei Jahren angerechnet worden und diese im Ergebnis rechtskräftig befristet war (Urteil 6B_1375/2020 vom 22. Februar 2021 E. 2.5, nicht publ. in: BGE 147 IV 205). Im Urteil folgt der vom Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren zitierte zusammenfassende Satz, wonach nicht zu beanstanden sei, wenn das Kantonsgericht, gestützt auf den rechtskräftigen Anordnungsentscheid, die Sicherheitshaft bei der Massnahmendauer berücksichtigt und davon ausgeht, die dreijährige Massnahmendauer habe am 30. Oktober 2020 geendet (Urteil 6B_1375/2020 vom 22. Februar 2021 E. 2.6, nicht publ. in: BGE 147 IV 205). Soweit der Beschwerdeführer daraus schliesst, der ihn betreffende Anordnungsentscheid vom 10. Mai 2017 sei demnach so zu verstehen, dass die fünfjährige Massnahmendauer nicht am 10. Mai 2017, sondern mit Anordnung der vollzugsrechtlichen Sicherheitshaft am 31. Juli 2016 zu laufen begonnen habe, reisst er die vorerwähnte Schlussfolgerung aus dem Zusammenhang und verkennt den Inhalt des bundesgerichtlichen Urteils. Wie die Vorinstanz verbindlich festhält, wurde die stationäre therapeutische Behandlung von psychischen Störungen im Anordnungsentscheid vom 10. Mai 2017 gerade nicht unter Anrechnung bereits erstandener Haft (rechtskräftig) richterlich befristet (Urteil S. 7). Dies macht denn der Beschwerdeführer auch nicht geltend. Damit unterscheidet sich die vorliegende Konstellation massgebend von der mit Urteil 6B_1375/2020 vom 22. Februar 2021 beurteilten Ausgangslage. Die Vorinstanz führt zutreffend aus, dass es hier beim Grundsatz bleibt, wonach für den Fristenlauf auf das Datum des in Rechtskraft erwachsenen Anordnungsentscheids abzustellen ist (vgl. BGE 147 IV 205 E. 2.4.2). Dies ist vorliegend der Beschluss des Bezirksgerichts Zürich vom 10. Mai 2017 (vgl. Art. 437 Abs. 1 lit. c StPO; BGE 145 IV 65 E. 2.7.1). Damit erweist sich der vorinstanzliche Schluss, die Fünfjahresfrist der angeordneten stationären therapeutischen Behandlung von psychischen Störungen ende nicht vor dem 9. Mai 2022, als rechtskonform.