Citation: 6S.343/2003 16.01.2004 E. 1

Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Verhalten habe den Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB nicht in rechtswidriger Weise erfüllt. So habe das angedrohte Erschiessen des Hundes nicht dazu geführt, dass A.________ ihre Personalien bekannt gegeben habe. Daraus gehe hervor, dass kein milderes Mittel bestanden habe, den angestrebten legitimen Zweck zu erreichen. Aus diesem Grund sei die Androhung verhältnismässig gewesen. 1.1 Der versuchten Nötigung macht sich namentlich schuldig, wer durch Androhung ernstlicher Nachteile jemanden versucht, zu einer Handlung zu nötigen (Art. 181 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 beziehungsweise Art. 22 Abs. 1 StGB). Nach ständiger Rechtsprechung bedarf die Rechtswidrigkeit bei Art. 181 StGB einer zusätzlichen, besonderen Begründung. Eine Nötigung ist dann unrechtmässig, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist oder wenn das Mittel zum angestrebten Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE 129 IV 6 E. 3.4, 262 E. 2.1, mit weiteren Hinweisen). 1.2 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer mit seiner Androhung A.________ dazu bringen wollte, ihm ihre Personalien bekannt zu geben. Die Tötung ihres Hundes stellt für eine Hundebesitzerin offensichtlich einen ernstlichen Nachteil dar. Vom Sachwert abgesehen, trifft die Besitzerin der Verlust ihres Hundes auch emotional. Daran vermag der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Umstand, dass A.________ trotz dieser Drohung seiner Aufforderung nicht nachgekommen ist, nichts ändern. Nach der Rechtsprechung wird hinsichtlich der Ernstlichkeit des Nachteils grundsätzlich vorausgesetzt, dass die Androhung geeignet ist, eine verständige Person in der Lage des Betroffenen gefügig zu machen (BGE 122 IV 322 E. 1a, mit Hinweisen). Auch ein besonnener Hundehalter kann unter Umständen durch eine solche verbale Drohung - die überdies durch das Hervorholen einer Waffe unterstrichen wird - dazu gebracht werden, seine Personalien bekannt zu geben. Dass dies bei A.________ nicht der Fall war, ändert nichts am Vorliegen dieses Tatbestandsmerkmals. Es hat lediglich zur Folge, dass die Tat aufgrund des fehlenden Erfolgs nicht vollendet ist. Die Annahme der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe den Tatbestand der versuchten Nötigung erfüllt, erweist sich somit als zutreffend. 1.3 Zu prüfen bleibt, ob die (versuchte) Nötigung unrechtmässig war. Das Androhen von Handlungen, die rechtswidrig sind, stellt in der Regel ein unerlaubtes Mittel dar (Vera Delnon/Bernhard Rüdi, Basler Kommentar StGB II, Art. 181 N. 38). Die Tötung eines fremden Hundes ist als Sachbeschädigung gemäss Art. 144 (seit 1. April 2003 in Verbindung mit Art. 110 Ziff. 4bis) StGB strafbar. Das vom Beschwerdeführer gewählte Mittel war folglich widerrechtlich. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Prüfung der vom Beschwerdeführer angeführten Verhältnismässigkeit zwischen Mittel und Zweck. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.