Citation: 5A_368/2022 E. 3.2

3.2. Die Beschwerdeführerin beantragte ihre Eintragung in das Handelsregister unstrittig vor Ablauf der Übergangsfrist. Nachdem das kantonale Handelsregisteramt die Eintragung vorgenommen hatte, verweigerte das EHRA hierfür die Genehmigung. Die Vorinstanz schützte dieses Vorgehen mit der Begründung, zwar sei die kirchliche Zweckverfolgung durch die Beschwerdeführerin nicht umstritten. Indessen erfülle die Beschwerdeführerin das Wesensmerkmal der organischen Verbindung mit einer Religionsgemeinschaft nicht, was die Voraussetzung der Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörde betreffe. Aufgrund der Personalunion zweier Mitglieder des Stiftungsrats und der Aufsichtsbehörde wäre die vorgesehene Aufsichtsbehörde nicht unabhängig, sondern würde sich teilweise selber beaufsichtigen, woran die vorgesehene Ausstandsregelung nichts zu ändern vermöge. Im vorliegenden Fall bestünden zudem einige Hinweise für die Annahme, dass nach dem Stifterwillen und dem Verständnis des aktuellen Stiftungsrates der Verein "Freie Evangelische Gemeinde U.________" im Zentrum des Stiftungszwecks stehe. Die beiden Stiftungsratsmitglieder, welche auch Vereinsvorstandsmitglieder seien, hätten zugleich die Rolle des Pastors im einen Fall bzw. der Hauptleitung und Leitung Finanzen des Vereins im anderen Fall inne. Der Verein wie auch die diesen vertretenden Vorstandsmitglieder seien darum unmittelbar Destinatäre der Beschwerdeführerin, sodass der Verein auch aus diesem Grund nicht als Aufsichtsbehörde amten könne. Sodann wäre die Beschwerde, selbst wenn sie begründet wäre, aufgrund des offensichtlichen Widerspruchs zwischen Art. 14 der Stiftungsurkunde vom 18. Januar 2011, wonach keine Aufsichtsbehörde vorgesehen sei, und der Bestätigung des Vorstands des Vereins "Freie Evangelische Gemeinde U.________" vom 26. November 2020, die Aufsicht über die Beschwerdeführerin zu übernehmen, an das EHRA zur Verbesserung durch das Handelsregisteramt zurückzuweisen. Die Argumentation der Beschwerdeführerin, dazu sei keine Verbesserung der Stiftungsurkunde erforderlich, da mit Art. 14 der Stiftungsurkunde nur eine staatliche Aufsicht gemeint sei, sei unzutreffend.