Citation: 8C_483/2021 E. 5.3

5.3. Anders als die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint, steht hier sodann keine Leistungskürzung nach Art. 36 Abs. 2 UVG infolge der Vergewaltigung im Raum. Vielmehr erkannte die Vorinstanz in nicht zu beanstandender Weise, dass die Beschwerdegegnerin grundsätzlich nach Art. 100 Abs. 2 UVV für die Folgen dieses Ereignisses vom Mai 2009 leistungspflichtig ist. Unbestritten ist dabei, dass mit der Delegationsnorm von Art. 77 Abs. 3 UVG der Gesetzgeber, die "Leistungspflicht und das Zusammenwirken der Versicherungsträger bei (...) Tatbeständen, die zu einer Kumulation oder zum Verlust von Leistungsansprüchen führen könnten" regeln wollte (BGE 135 V 333 E. 4.6 mit Hinweis auf die Botschaft des Bundesrates vom 18. August 1976 zum UVG, BBl 1976 III 213).