Citation: 9C_329/2017 E. 5

5.1 Aus der Expertise des Dr. med. C.________ geht nicht hervor, dass die Depression die Folge einer schwierigen psychosozialen Situation ist. Ebenso zeigt der Beschwerdegegner weder Verdeutlichungstendenzen noch liegt eine Aggravation vor. Vielmehr schreibt der Gutachter, dass er keine psychosozialen Belastungsfaktoren feststelle. In seinem familiären Umfeld sei der Versicherte gut eingebettet und am Arbeitsplatz erhalte er durch seine Vorgesetzten viel Wohlwollen und Unterstützung. 5.2 Die diagnoserelevanten Befunde und Symptome, die im Komplex Gesundheitsschädigung zu prüfen sind (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.), sind nicht besonders ausgeprägt: Der Versicherte zeigt ein mit dem Gesundheitsschaden korrelierendes Beschwerdebild. Er ist affektiv deprimiert, ratlos, nachdenklich, affektarm und innerlich leicht unruhig. Der Antrieb ist mittelgradig gehemmt, die affektive Schwingungsfähigkeit klinisch gehemmt und zum depressiven Pol verschoben. 5.3 Wie die Vorinstanz darlegt, hat der Beschwerdegegner nebst einer mehrwöchigen stationären Behandlung in der Klinik C.________ (vom 17. Oktober bis 3. Dezember 2013), eine umfassende und konstante ambulante Therapie, insbesondere medikamentöser Natur, mittels verschiedener Antidepressiva, absolviert, die vom Gutachter als adäquat eingestuft wird. Insofern kann mit Blick auf den Indikator Behandlungserfolg oder -resistenz nach über drei Jahren vom Scheitern einer indizierten, lege artis und mit optimaler Kooperation des Versicherten durchgeführten Behandlung gesprochen werden, was nach der Rechtsprechung auf eine negative Prognose hindeutet (BGE a.a.O. E. 4.3.1.2 S. 299). 5.4 Zu beachten gilt es ferner, dass der Versicherte trotz der seit Juni 2013 anhaltenden Depression in einem Teilzeitpensum als Versicherungsberater auf Provisionsbasis arbeitet und damit der ihm obliegenden Selbsteingliederungspflicht nachkommt, was als weiteres Indiz für eine invalidisierende Einschränkung in Betracht zu ziehen ist (vgl. BGE a.a.O. E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Ressourcen gewinnt der Versicherte aus seinem familiären Umfeld, in welchem er sich geborgen fühlt, und der Unterstützung in seinem Beruf, wo er das Wohlwollen und Vertrauen seiner Vorgesetzten geniesst. Dies ändert indessen nichts daran, dass kausal allein massgeblich ist, wie sich die Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung konkret manifestieren (BGE a.a.O. E. 4.3.3 S. 303 oben). 5.5 In Bezug auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen, der auf die Frage abzielt, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z. B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich schlüssig ausgeprägt ist, hält Gutachter Dr. med. C.________ fest, der Versicherte sei durch die mittelgradige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in seiner beruflichen Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Durch den Antriebsmangel und seine negative Selbstwahrnehmung sei er auch in seinen Freizeitaktivitäten eingeschränkt. 5.6 Was die Inanspruchnahme therapeutischer Optionen betrifft, kann auf die für das Bundesgericht verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz (E. 1 hievor) zur psychopharmakologischen Behandlung verwiesen werden, die sich, ebenso wie die Psychotherapie, über längere Zeit erstreckt hat, während andere Behandlungsmöglichkeiten offenbar seitens der beteiligten Psychiater nicht als Erfolg versprechend in Betracht gezogen worden sind. Auch Gutachter Dr. med. C.________ hält dafür, dass die bisherige Behandlung weiterzuführen ist, allenfalls mit einer Modifikation der eingesetzten Medikamente. Es finden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdegegner die angeordneten Therapien nicht befolgt hat.