Citation: 2A.681/2004 10.12.2004 E. 2

Gemäss § 29 Abs. 1 lit. a des Steuergesetzes des Kantons Basel-Landschaft vom 7. Februar 1974 (StG) werden bei den unselbständig Erwerbstätigen von der steuerbaren Einkünften die Erwerbsunkosten abgezogen. Das Gesetz erwähnt insbesondere die Kosten für die Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte, die Mehrkosten der Verpflegung und für Schichtarbeit, die Kosten für Berufskleider, Schwerarbeit, besonderen Kleiderverschleiss, Berufswerkzeuge und Fachliteratur, ferner die mit der Berufsausübung zusammenhängenden Weiterbildungs- und Umschulungskosten und die statutarischen Beiträge an den Berufsverband sowie den zusätzlichen Pauschalabzug von Fr. 500.-- für weitere Berufsauslagen. In § 2ter der Verordnung vom 22. Oktober 1974 zum Steuer- und Finanzgesetz hat der Regierungsrat den Umfang dieser Erwerbsunkosten näher geregelt. Die Kinderbetreuungskosten zählen nicht dazu. Die Veranlagungsbehörde und das Kantonsgericht lehnten es ab, die Kosten der Kinderbetreuung als Gewinnungskosten (Berufskosten) im Sinne von § 29 Abs. 1 lit. a StG zu qualifizieren; diese Kosten stünden nicht im Zusammenhang mit einer bestimmten Erwerbstätigkeit, sondern bildeten nur indirekt die Voraussetzung dafür, dass die Erwerbstätigkeit ausgeübt werden kann. Das entspricht auch der Praxis des Bundesgerichts im Bereich der direkten Bundessteuer sowie der in der Doktrin mehrheitlich vertretenen Auffassung (BGE 81 I 70 E. 1 S. 72; ASA 56 371 E. 3; 39 511 E. 3; Urteil 2A.77/1991 vom 30. Oktober 1991, in: StR 48/1993 S. 181 E. 3; s. auch BGE 124 II 29 E. 3d S. 34; Peter Locher, Steuerrechtliche Qualifikation von Kinderbetreuungskosten, ASA 68 S. 380 f.; Richner/ Frei/Kaufmann, Handkommentar zum DBG, Zürich 2003, Art. 26 N 9; Philip Funk, Der Begriff der Gewinnungskosten nach Schweizerischem Einkommenssteuerrecht, Diss. St. Gallen 1989, S. 123 ff. und 250 f.; anderer Meinung Markus Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, Art. 9 StHG N 19 und 71). Wenn daher das Kantonsgericht im angefochtenen Entscheid die geltend gemachten Kinderbetreuungskosten nicht als Gewinnungskosten zum Abzug zugelassen hat, hat es das kantonale Recht richtig angewendet (vgl. auch E. 3 hiernach zu Art. 9 Abs. 1 StHG.