Citation: 1A.191/2000 12.02.2001 E. 3

3.- a) Das Verwaltungsgericht hat in E. 3a den Sachverhalt festgehalten, den es seinem Entscheid zugrunde gelegt hat: Danach erteilte der inzwischen verstorbene B.________, damals Prokurist bei der A.________ AG und für die Räumung der Halle zuständig, gestützt auf eine Offerte der X.________ AG vom 13. Mai 1991 der X.________ AG am 26. Juni 1991 telefonisch den Auftrag, die Spritzanlage samt Einbrennkammer abzubrechen. Die Vorbereitungsarbeiten für den Abbruch, insbesondere die Ausserbetriebsetzung sämtlicher Zuleitungen der Spritzanlage (Wasser, Strom, Luft und Öl), hätten der A.________ AG oblegen. In der Folge habe B.________ verschiedene Firmen mit der Unterbrechung der Stromzufuhr, der Wasserleitung und der Belüftung beauftragt. Ein Auftrag zur Ausserbetriebsetzung der Ölleitung sei jedoch unterblieben. Am 22. Juli 1991 hätten Y.________ und seine Mitarbeiter begonnen, die Spritzanlage abzubrechen. Dabei sei die Ölleitung ebenerdig abgetrennt und aus Sicherheitsgründen (Brandgefahr) mit einem Holzzapfen verschlossen worden; es sei kein Öl mehr geflossen. Am 31. Juli 1991 habe eine unbekannte Person den unbeschrifteten und nicht als solchen gekennzeichneten Ölpumpenschalter betätigt und die in die Ölleitung zwischengeschaltete Ölpumpe in Betrieb gesetzt. Der Holzzapfen in der abgetrennten Leitung habe dem Überdruck nicht standhalten können, so dass in der Folge rund 2'000 l Heizöl aus der Leitung ausgeflossen und über den Kabelkanal im Erdreich versickert seien. b) Die Beschwerdeführerin wirft dem Verwaltungsgericht vor, den Sachverhalt zum Teil offensichtlich unrichtig und unvollständig festgestellt zu haben und einseitig die sie belastenden Aussagen berücksichtigt zu haben, nicht jedoch solche, welche die X.________ AG belasten. Bei näherer Betrachtung betreffen die meisten Rügen jedoch die rechtliche Bewertung des festgestellten Sachverhalts und nicht die Feststellung selbst. Darüber hinaus zählt die Beschwerdeführerin gewisse Aussagen und Umstände auf, die das Verwaltungsgericht angeblich nicht oder nicht genügend berücksichtigt habe, unterlässt es aber darzulegen, welche Schlussfolgerung das Verwaltungsgericht daraus hätte ziehen sollen. aa) So hält die Beschwerdeführerin die Aussage ihres ehemaligen Prokuristen B.________, wonach das Wort Öl mit Sicherheit nicht gefallen sei (Aussage vom 18. Februar 1992 gegenüber der Kantonspolizei), für glaubwürdig, unter Hinweis darauf, dass weder in der Offerte der X.________ AG vom 13. Mai 1991 noch im Telefongespräch vom 26. Juni 1991 die Ausserbetriebsetzung der Ölzuleitung von der X.________ AG gefordert oder ihr zugesichert worden sei. Die zitierte Aussage von Herrn B.________ bezieht sich jedoch nicht auf die Gespräche mit Herrn Y.________ von der X.________ AG, sondern auf das Gespräch mit dem ehemaligen Vorarbeiter und Verantwortlichen für die Spritzanlage C.________ Ende Juni 1991. C.________ bestätigte sowohl gegenüber der Kantonspolizei als auch gegenüber dem Bezirksgericht Baden, dass er mit Herrn B.________ über den Abbruch gesprochen und ihn darauf aufmerksam gemacht habe, dass die Belüftung, die Wasser-, Strom- und die Ölzufuhr vor Beginn der Abbruchsarbeiten abzustellen seien; dabei habe er ihm auch den Verlauf der Ölleitung gezeigt. Diese Aussage ist - wie auch das Verwaltungsgericht angenommen hat - glaubwürdig. Dann aber stimmt die Aussage von Herrn B.________, über Öl sei (mit Herrn C.________) nie gesprochen worden, objektiv nicht. bb) Auch das Verwaltungsgericht hat nicht angenommen, dass Herr B.________ der X.________ AG die Unterbrechung der Ölzufuhr ausdrücklich zugesichert habe. Es folgerte vielmehr aus dem Wortlaut der Offerte der X.________ AG sowie der Auftragsbestätigung, dass die X.________ AG nur mit den eigentlichen Abbrucharbeiten beauftragt worden sei und nicht mit der Ausserbetriebsetzung der Ölanlage (d.h. der Ölzufuhr von der Tankanlage zur Spritzanlage). In der Tat bezieht sich die Offerte vom 13. Mai 1991 nur auf "Abbrucharbeiten", d.h. auf die Entfernung aller auf dem Flur befindlichen Teile. Zwar wurde in der Auftragsbestätigung der X.________ AG vom 22. Juli 1991 bemängelt, dass die Beschwerdeführerin nicht alle notwendigen Zusagen erfüllt habe, weshalb die Abkoppelung der elektrischen Anschlüsse und die Entsorgung des Heizungswassers von der X.________ AG habe übernommen werden müssen; diese Bemerkung bezieht sich aber, wie das Verwaltungsgericht zu Recht angenommen hat, nur auf die Entsorgung des sich im internen Kreislaufs der Anlage befindlichen Heizungswassers und nicht auf die Ölzufuhr. Zudem stützte sich das Verwaltungsgericht auf die Aussage des ehemaligen Vorarbeiters C.________, wonach er B.________ ausdrücklich auf den notwendigen Unterbruch der Zuleitungen für Wasser, Luft, Strom und Öl aufmerksam gemacht habe. Die A.________ AG hat denn auch die übrigen Zuleitungen (Wasser, Strom, Belüftung) ordnungsgemäss unterbrechen lassen; einzig die Unterbrechung der Ölzufuhr unterblieb. Aus diesen Umständen hat das Verwaltungsgericht in zutreffender Beweiswürdigung gefolgert, dass auch die Unterbrechung der Ölzufuhr der A.________ AG oblag und diese Aufgabe nicht vertraglich der X.________ AG übertragen worden war (die hierzu ohnehin nicht berechtigt gewesen wäre; vgl. unten, E. 5b). c) Im Folgenden ist deshalb zu prüfen, ob das Verwaltungsgericht - auf der Grundlage des von ihm zutreffend festgestellten Sachverhalts - zu Recht die alleinige Kostentragungspflicht der Beschwerdeführerin bejaht hat.