Citation: 8C_350/2021 E. 3.2

3.2. Hinsichtlich des Kriteriums der körperlichen Dauerschmerzen hat die Vorinstanz erwogen, laut Bericht des Spitals D.________ vom 29. Januar 2018 habe der Beschwerdeführer von tageszeit- sowie belastungsunabhängigen Schmerzen berichtet. Offenbar habe sich die Situation in der Folge gebessert, würden im Bericht des Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 29. Mai 2018 nur noch zuweilen einschiessende Schmerzen ins Gelenk ohne vorgängige Belastung angegeben. Gemäss Einsprache habe der Beschwerdeführer die Schmerzen als mögliche Schmerzstörung interpretiert, die bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs gemäss BGE 115 V 133 jedoch nicht berücksichtigt werden könne. Der Beschwerdeführer bringt vor, gemäss den Auskünften des Spitals D.________ bestehe eine undulierende Schmerzsymptomatik, die für ihn eine grosse Belastung darstelle und ihn in seiner Lebensqualität stark einschränke. Das Spital D.________ stellte radiologisch eine insuffizient konsolidierte Frakturheilung der linken Tibia fest und empfahl, das Osteosynthesematerial zu entfernen. Dieser Eingriff wurde am 22. März 2018 durchgeführt. Am 29. Mai 2018 berichtete Dr. med. E.________, das Spital D.________ schlage wegen der weiterhin bestehenden Schmerzsymptomatik eine Femurumstellungsosteotomie vor. Indem der arthrotische Gelenksabschnitt verschoben werde, könne die Belastbarkeit des Beines wieder normalisiert werden. Der Beschwerdeführer konsultierte daraufhin PD Dr. med. F.________, FMH Orthopädische Chirurgie, Zentrum G.________, der gestützt auf ein am 26. Juni 2018 erstelltes MRI (Magnetic Resonance Imaging) im Bericht vom 2. Juli 2018 festhielt, mit dem radiologischen Befund seien die Beschwerden absolut erklärbar. Die vom Spital D.________ vorgeschlagene Osteotomie sei nutzlos. Letztlich könne das Problem nur durch die Implantation einer Totalprothese gelöst werden. Der Beschwerdeführer konnte sich weder für den einen (Femurumstellungsosteotomie) noch für den anderen chirurgischen Eingriff (Implantation einer Totalprothese) entscheiden. Dieser Umstand zeigt, dass der Leidensdruck in Bezug auf die geltend gemachten Dauerschmerzen im Bereich des linken Knies nicht so schwerwiegend gewesen sein konnte, ihn in seiner Lebensqualität erheblich einzuschränken. PD Dr. med. F.________ wies in diesem Zusammenhang darauf hin, der Patient werde nach Einsetzung einer Totalprothese im angestammten Beruf als Bauarbeiter nicht mehr arbeitsfähig sein, welcher Umstand besonders zu berücksichtigen sei. Gerade diese Gewichtung zeigt auf, dass sich PD Dr. med. F.________ nicht allein von objektivierbaren medizinischen Gesichtspunkten, sondern wesentlich von den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers leiten liess. Dass dem so ist, belegt ebenso der sowohl von der Vorinstanz als auch vom Beschwerdeführer zitierte Bericht über das Standortgespräch bei der Suva vom 7. März 2019, das im Beisein einer Eingliederungsspezialistin der IV-Stelle durchgeführt worden war. Dem ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben angesichts seiner fehlenden Bildung und mangels Sprachkenntnissen ausserstande gesehen habe, eine Beschäftigung ausserhalb seines angestammten Berufs als Bauarbeiter zu suchen und/oder an einer beruflichen Eingliederungsmassnahme der IV teilzunehmen. Insgesamt kann angesichts der von den Ärzten während längerer Zeit angenommenen Glaubhaftigkeit der Angaben des Beschwerdeführers allenfalls davon ausgegangen werden, er leide an Dauerschmerzen. Jedoch können diese entgegen dessen Auffassung offensichtlich nicht derart ausgeprägt gewesen sein, dass allein gestützt auf diese der adäquate Kausalzusammenhang mit einer allfälligen psychischen Fehlentwicklung zu bejahen ist.