Citation: 6B_238/2013 E. 3

Gemäss den unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz bezogen die Beschuldigten in den Neunzigerjahren Zigaretten auf dem internationalen Graumarkt, liessen sie in Zollfreilager der montenegrinischen Adriahäfen liefern und stellten sie italienischen Schmugglern zum Transport mit Booten über die Adria nach Süditalien zur Verfügung, sobald die Schmuggler die Ware bezahlt hatten. Die Händler benötigten für die Benützung der montenegrinischen Zollfreilager eine Lizenz der montenegrinischen Behörden, für welche sie eine Abgabe entrichten mussten. Im Juli 1996 erhielt der Beschuldigte B.________ eine Exklusivlizenz für den Transit unversteuerter Zigaretten durch Montenegro. Damit kontrollierte er, gemeinsam mit dem Beschuldigten C.________, der die Lizenz beschafft hatte, ab Juli 1996 bis 2000/2001 den gesamten Transit unversteuerter Zigaretten durch Montenegro, welche in der Folge zur Hauptsache nach Süditalien geschmuggelt wurden. B.________ setzte vier Unterlizenznehmer ein. Das Handelsvolumen über diesen Zeitraum betrug insgesamt rund vier Millionen Mastercases zu 50 Stangen, d.h. rund zwei Milliarden Packungen zu 20 Zigaretten. Die Beschuldigten waren nicht nur für die Lieferung und die Abgabe der unversteuerten Zigaretten an die italienischen Schmuggler in Montenegro verantwortlich, sondern übernahmen auch die Finanzierung des Handels mittels Bargeld, mit welchem die italienischen Schwarzhändler die Zigaretten bezahlten. Die Beschuldigten gaben die Ware in Montenegro nur gegen Vorauszahlung frei. Diese traf in der Regel in Form von italienischem Bargeld in kleiner Stückelung in Lugano ein, nachdem ein italienischer Schwarzhändler sich mit einem im vorliegenden Verfahren beschuldigten Verkäufer auf ein Geschäft (Zigarettenmarke, Menge, Preis) geeinigt hatte. In den meisten Fällen wurde das Bargeld in der vom Beschuldigten A.________ geführten Wechselstube in Lugano in Buchgeld umgewandelt und den dort geführten Konten der italienischen Händler gutgeschrieben. Daraufhin überwies der Beschuldigte A.________ die fällige Kaufsumme zu Lasten dieser Konten auf Konten der hier beschuldigten Verkäufer, welche ihrerseits den Kaufpreis für die von ihnen gekauften und an die italienischen Abnehmer weiterverkauften Zigaretten mittels Banküberweisungen an ihre Lieferanten beglichen.