Citation: 6B_767/2019 E. 1.3

1.3. In der Anklageschrift vom 3. Juni 2016 (Akten Vorinstanz, pag. 1 ff.) führt die Staatsanwaltschaft unter anderem aus, dass Pfarrer B.________ zum Tatzeitpunkt bereits 81 Jahre alt gewesen sei. Er sei weder bevormundet noch verbeiständet gewesen. Allerdings sei er nicht mehr in der Lage gewesen, komplexe Sachverhalte ohne fremde Hilfe vollständig zu erfassen und zu durchschauen. Dies sei für Aussenstehende, die mit Pfarrer B.________ in Kontakt traten, relativ einfach zu erkennen gewesen. Zunächst habe C.A.________ den Kontakt zu Pfarrer B.________ hergestellt und diesen - als Einzeltäter - dazu bestimmt, ihm Fr. 112'000.-- in bar zu übergeben. Als der Beschwerdeführer davon Kenntnis erhalten habe, habe er sich selbst an Pfarrer B.________ gewendet, in der Absicht, von diesem ebenfalls hohe Bargeldbeträge zu erhalten. Um selbst nicht in die Geldübergaben involviert zu werden, habe sich der Beschwerdeführer mit seinem Cousin B.A.________ in Mittäterschaft zusammengeschlossen (Anklageschrift, S. 3 f.). Die Aufgabe des Beschwerdeführers habe darin bestanden, die Täuschungshandlungen zum Nachteil von Pfarrer B.________ zu koordinieren und gemeinsam mit B.A.________ zu planen. Der Beschwerdeführer sei dafür verantwortlich gewesen, das Vertrauen von Pfarrer B.________ zu erschleichen und im Rahmen von zahlreichen persönlichen Besuchen und Telefonanrufen ständigen Kontakt mit diesem zu halten. Der Beschwerdeführer habe sich entschieden, als seriöser Geschäftsmann und Garant für B.A.________ aufzutreten. Letzterem sei die Rolle zugekommen, beim Pfarrer als Bittsteller in Erscheinung zu treten und diesen mittels immer neuer Lügengebäude dazu zu bestimmen, ihm soviel Geld wie möglich zu übergeben. Als Grund für den Geldbedarf seien Pfarrer B.________ Operationen tatsächlich nicht existierender kranker Verwandter von B.A.________ vorgetäuscht worden. Später sei das Geld nötig gewesen, um ein fiktives Hotel in Montenegro zu renovieren und zu veräussern, welches B.A.________ angeblich von seinem Vater geerbt haben soll. Insgesamt habe B.A.________ von Pfarrer B.________ Fr. 458'000.-- persönlich überreicht bekommen. Weitere Fr. 20'000.-- habe er über den Kurier C.________ erhalten. Das erhaltene Geld hätten der Beschwerdeführer und B.A.________ im Anschluss an die Übergaben hälftig untereinander aufgeteilt (Anklageschrift, S. 8 ff.). Die Anklageschrift listet detailliert auf, an welchen Tagen und an welchem Ort B.A.________ oder dessen Kurier C.________ vom Geschädigten welchen Betrag erhielt (S. 10 f.). Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers trifft es daher nicht zu, dass die Anklageschrift diesbezüglich keine Angaben enthalte. Darüber hinaus wird dem Beschwerdeführer nicht vorgeworfen, an den Geldübergaben persönlich teilgenommen zu haben, weshalb die Anklageschrift sich hierzu nicht äussern musste. Die Anwesenheit allfälliger Dritter anlässlich der Geldübergaben oder eine mögliche Opfermitverantwortung sind keine Verhaltensweisen, welche dem Beschwerdeführer angelastet werden und geeignet wären, den Tatbestand des Betrugs zu begründen. Entsprechend waren auch diese Umstände nicht in der Anklageschrift aufzuführen. Schliesslich enthält die Anklageschrift eine Beschreibung der Pfarrer B.________ erzählten Lügen (S. 8 ff.) sowie der Verwendung der erlangten Gelder (S. 13). Damit sind sämtliche Umstände, die zur Beurteilung der Arglist sowie der Gewerbsmässigkeit von Bedeutung sind, hinreichend umschrieben. Der Beschwerdeführer konnte anhand der in der Anklage beschriebenen Täuschungen wissen, wessen er angeklagt war. Eine genaue Zuordnung der verschiedenen Lügen zu den einzelnen Zahlungen war deshalb nicht erforderlich. Die Rüge, der Anklagegrundsatz sei verletzt worden, ist unbegründet. Es handelt sich hierbei um eine Rechtsfrage, weshalb eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die Vorinstanz in diesem Zusammenhang im Verfahren vor dem Bundesgericht geheilt ist (BGE 144 III 394 E. 4.4 mit Hinweis).