Citation: 1B_327/2010 01.11.2010 E. 4

Die Beschwerdeführerin bestreitet die Verhältnismässigkeit des vorzeitigen stationären Massnahmenvollzugs. 4.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in strafprozessualer Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unverhältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, wenn die Haftfrist die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion übersteigt. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Straftaten Rechnung zu tragen. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt (BGE 133 I 168 E. 4.1 S. 170, 270 E. 3.4.2 S. 281, je mit Hinweisen). 4.2 Bereits der Haftrichter hat unter Hinweis auf das Ergänzungsgutachten vom 22. Juni 2010 dargelegt, dass die Delinquenz der Beschwerdeführerin in engem Zusammenhang mit ihrer klinischen Symptomatik steht und dass nur die stationäre Massnahme geeignet ist, das Risiko einer erneuten Delinquenz zu mindern. Der mit der stationären Behandlung verbundene Freiheitsentzug beträgt in der Regel höchstens fünf Jahre (Art. 59 Abs. 4 StGB). Auch gemäss dem (nicht rechtskräftigen) kreisgerichtlichen Urteil ist von einer Massnahmenbedürftigkeit auszugehen, welche im Rahmen einer stationären Behandlung zu therapieren ist. Die Anklagekammer führt zutreffend aus, dass unter den gegebenen Voraussetzungen von einer langen Dauer einer erforderlichen stationären Behandlung auszugehen ist. Die umstrittene Verlängerung des vorzeitigen stationären Massnahmenvollzugs erweist sich unter den gegebenen Umständen als verhältnismässig. Zudem sind keine milderen Ersatzmassnahmen ersichtlich. Die Verlängerung des streitigen vorzeitigen Massnahmenvollzugs erscheint notwendig, um der Gefahr von weiteren mit der psychischen Störung der Beschwerdeführerin im Zusammenhang stehenden Taten zu begegnen. Den dieser Argumentation widersprechenden Ausführungen der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden.