Citation: 2C_1091/2018 E. 4.3.1

4.3.1. In Bezug auf die massgeblichen persönlichen Verhältnisse führte die Vorinstanz aus, der in Indien aufgewachsene und sozialisierte Beschwerdeführer habe sich trotz seiner langen An-wesenheit in der Schweiz nur unvollständig integriert. Zwar habe er nie Sozialhilfe bezogen und sei bis zu seiner Inhaftierung überwiegend erwerbstätig gewesen. Trotz rund 25-jährigen Aufenthalts im deutschsprachigen Raum spreche er auch heute nur wenig Deutsch. Seine Wert- und Normvorstellungen seien von einem überkommenen, mit den hiesigen Werten nicht zu vereinbarenden patriarchischen Weltbild geprägt. Seine ausserfamiliären Beziehungen beschränkten sich weitgehend auf Kontakte zur hiesigen indischen Diaspora. Umgekehrt weise er nach wie vor starke Bezüge zur indischen Heimat auf: Er orientiere sich weiterhin stark an der traditionellen indischen Kultur und habe bis zu seiner Inhaftierung regelmässig sein Heimatland und die zahlreichen dort lebenden Verwandten besucht. Noch bis zu seiner Inhaftierung habe der früher als Karikaturist tätig gewesene Beschwerdeführer Cartoons an eine Zeitung in seinem Heimatland versandt. Gemäss eigenen Angaben seien seine Chancen auf dem indischen Arbeitsmarkt intakt; zudem besitze er in Indien ein Stück Land und könne bei der Rückkehr auf die Unterstützung seiner Familie zählen. Insgesamt könne dem Beschwerdeführer die Reintegration in Indien zugemutet werden. Die Ehefrau und die beiden erwachsenen Söhne des Beschwerde-führers könnten den Kontakt zu ihm auch auf Distanz aufrechterhalten. Würde die Ehefrau dem Beschwerdeführer nicht in das gemeinsame Heimatland folgen, wären von der räumlichen Trennung überdies auch positive Effekte zu erwarten, entfiele doch damit ein entscheidender situativer Faktor für die im häuslichen Umfeld zu befürchtenden Gewalttaten.