Citation: 2C_323/2018 E. 4.2.3

4.2.3. Der Einwand, Art. 47 AuG genüge für einen Eingriff in das Recht auf Familienleben nicht, da aus ihm nicht hinreichend klar hervorgehe, dass die Nachzugsfrist auch für den Ehepartner zu respektieren sei (Bestimmtheitsgebot), ändert hieran nichts: Das Bundesgericht hat die umstrittene Bestimmung in mehreren Entscheiden unter Berücksichtigung der eindeutigen Materialien ausgelegt; diese sind dem Rechtsunterworfenen zugänglich; die entsprechende Rechtsprechung ist öffentlich konsultierbar. Dass eine Bestimmung auslegungsbedürftig ist, bedeutet nicht, dass deren Tragweite für den einzelnen Rechtsunterworfenen nicht hinreichend voraussehbar wäre und deshalb keinen Eingriff in eine grundrechtlich geschützte Position legitimieren könnte. Hatte der Beschwerdeführer Zweifel, wäre es an ihm gewesen, sich rechtzeitig bei der Migrationsbehörde über die Tragweite von Art. 47 AuG zu erkundigen.