Citation: 5A_838/2019 E. 4.1.4

4.1.4. Die Literatur erfasse in erster Linie baurechtsbelastete Grundstücke. Der dahinter liegende Gedanke sei aber analog auch ohne Weiteres anwendbar, wenn das Baurecht für die Bewertung weggedacht werden müsse. Denn das Ertragspotential einer mit einer älteren Baute überbauten Liegenschaft nehme unabhängig davon ab, ob es mit einem Baurecht belastet sei oder nicht. Ohnehin könne dem von der Beschwerdeführerin konstruierten, angeblichen Widerspruch zwischen Nicht-Belastung und Überbauung nicht gefolgt werden. Dass das Grundstück vorliegend überbaut sei und der Beschwerdegegner aus dem überbauten Grundstück den Baurechtszins erwirtschaften müsse, sei unbestritten. Die Ansicht der Beschwerdeführerin würde dazu führen, dass im Fall einer Aufzonung bzw. einer Erhöhung der Ausnützungsziffer der dem Baurechtszins zugrunde liegende Basislandwert auf einer Ausnützungsziffer beruhen würde, die der Beschwerdegegner seinerzeit gar nicht habe realisieren können. Bei einer Abzonung müsste sich die Beschwerdeführerin demgegenüber mit einem Basislandwert zufrieden geben, der nicht der aktuellen Nutzung durch den Beschwerdegegner entspreche. Um derart unbefriedigende Ergebnisse zu vermeiden, müsse die Anpassung des Baurechtszinses gestützt auf den Verkehrswert des Grundstücks im tatsächlich bebauten Zustand erfolgen. Somit sprechen neben der Systematik des Baurechtsvertrags der Vertragszweck und die Interessenlage der Parteien dafür, dass das Grundstück im überbauten Zustand zu schätzen sei.