Citation: 4C.363/2006 13.03.2007 E. C

Mit Urteil vom 3. Juli 2006 wies das Kantonsgericht Graubünden die Klage ab. Das Gericht folgte zunächst den Beklagten, dass die Verjährung für Pflichtverletzungen eingetreten sei, die die Beklagten als Organe der G.________ CH vor dem 3. September 1991 begangen hätten, da insbesondere die Betreibung gegen den Beklagten D.________ vom 29. September 1998 (vor der Gutheissung der Forderungsklage der Beschwerdeführerin gegen die G.________ CH am 16. Dezember 1998 und vor der Konkurseröffnung über die G.________ CH am 24. März 1999) die - absolute - Verjährungsfrist für Forderungen der Gläubigergesamtheit der konkursiten G.________ CH aus Organhaftung nicht unterbrochen habe. Das Gericht hielt sodann fest, dass die G.________ CH ihrer Tochtergesellschaft G.________ I per Ende des Geschäftsjahres 1988/89 Mittel von insgesamt Fr. 1'801'504.-- gewährt hatte und dass sie zudem weitere Darlehen an andere Konzerngesellschaften gewährte, weshalb sie im September 1991 massiv überschuldet war. Das Gericht liess offen, ob die finanzielle Unterstützung von anderen Konzerngesellschaften geschäftspolitisch motiviert war oder als pflichtwidrig zu qualifizieren wäre. Denn die Behauptung der Beschwerdeführerin, die Organe der G.________ CH hätten nach dem 3. September 1991 pflichtwidrig einen Betrag von Fr. 1,8 Millionen für die Abdeckung von Verlusten der G.________ I und für die Abschreibung des Restdarlehens eingesetzt, verwarf es mit der Begründung, die G.________ CH sei ab Mitte 1991 schon überschuldet gewesen und im Anwachsen der Überschuldung sei keine Ursache des Gläubigerschadens mehr zu sehen. Ausserdem seien die nach diesem Zeitpunkt der G.________ I zur Verfügung gestellten Mittel von anderen Konzerngesellschaften, insbesondere von der Muttergesellschaft G.________ DK zur Verfügung gestellt worden; zwar seien der G.________ CH entsprechende Darlehen gewährt und die Verluste in der Erfolgsrechnung der G.________ CH verbucht worden, aber die Muttergesellschaft G.________ DK habe darauf Rangrücktrittserklärungen abgegeben. Beim abgeschriebenen Restbetrag von Fr. 99'389.-- habe es sich sodann um ein Nonvaleur gehandelt. Die von der Beschwerdeführerin behauptete Pflicht der Organe zur Weiterführung der operativen Tätigkeit der G.________ CH ab Mitte 1992 verneinte das Gericht im Wesentlichen mit der Begründung, es sei völlig offen gewesen, ob jemand bereit gewesen wäre, die zur Sanierung notwendigen Mittel einzuschiessen, und bei der Betriebseinstellung habe es sich um einen unternehmerischen Entscheid gehandelt, der nicht als sorgfaltswidrig qualifiziert werden könne. Der Vorwurf, die Beklagten hätten die Bilanz nicht rechtzeitig deponiert bzw. Sanierungsmassnahmen unterlassen, verwarf das Kantonsgericht mit der Begründung, der in der Expertise angenommene Fortsetzungsschaden beruhe auf unzutreffenden Annahmen und aufgrund der unzureichenden Aktenlage könne nicht gesagt werden, ob das Ausbleiben zusätzlicher finanzieller Hilfe seitens der Muttergesellschaft G.________ DK auf mangelnde Pflichterfüllung der Beklagten zurückzuführen sei. Mit Bezug auf den Vorwurf, die Revisionsstelle sei nicht unabhängig gewesen und habe die Überschuldung der G.________ CH zu spät erkannt, da E.________ gleichzeitig Verwaltungsrat der G.________ CH und Verwaltungsrat der Revisionsstelle gewesen sei, verneinte das Gericht eine Pflichtverletzung von E.________ mit der Begründung, dieser sei Beklagter in seiner Eigenschaft als Mitglied des Verwaltungsrates der G.________ CH und nicht als Organ der Revisionsstelle.