Citation: 1P.196/2002 01.05.2002 E. 3

3.1 Zu Unrecht bestreitet der Beschwerdeführer den dringenden Tatverdacht. Dieser ist bereits auf Grund seiner umfangreichen Geständnisse erstellt. Er macht zwar geltend, er habe einerseits diese Geständnisse relativiert, anderseits würden sie zum Teil auf sprachlichen Missverständnissen beruhen. Diese Einwände können gegebenenfalls den Beweiswert der Geständnisse beeinträchtigen, vermögen aber von vornherein nichts daran zu ändern, dass sie klarerweise den dringenden Tatverdacht gegen den Beschwerdeführer zu begründen vermögen. Ob sie für eine Verurteilung ausreichen, ist eine andere Frage, deren Beantwortung dem Sachrichter vorbehalten ist. 3.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, es bestehe keine Fluchtgefahr, da er in der Schweiz sozial integriert sei und er hier arbeiten wolle, um seine Familie in Mazedonien finanziell zu unterstützen. Der Anklagekammer-Präsident sei willkürlich von der Annahme ausgegangen, er habe bereits zwei Vorstrafen wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz erwirkt. 3.2.1 Nach seinen Angaben in der persönlichen Befragung arbeitet der Beschwerdeführer seit 1982 regelmässig in der Schweiz. Seit 1996 verfügt er über die B-Bewilligung. Er ist seit seiner Scheidung vom 6. November 2000 alleinstehend. Die geschiedene Ehefrau und seine Kinder leben in Mazedonien, ebenso seine Freundin. Er hat Schulden in Höhe von rund 45'000 Franken. Bezugspersonen in der Schweiz hat er nach seinen Aussagen keine. 3.2.2 Der Beschwerdeführer macht zu Recht geltend, er habe keinerlei Vorstrafen wegen Betäubungsmitteldelikten erwirkt. Dem Anklagekammer-Präsidenten ist, wie er selber einräumt, in dieser Beziehung ein Versehen unterlaufen. Das ändert indessen nichts daran, dass er ohne Verfassungsverletzung Fluchtgefahr annehmen konnte. Die Bindungen des Beschwerdeführers an die Schweiz erscheinen in der Tat viel zu schwach, um ihn davon abhalten zu können, sich nach Mazedonien abzusetzen, wo er bei Verwandten oder der Freundin untertauchen und sich gewisse Chancen ausrechnen könnte, sich auf diese Weise der weiteren Strafverfolgung in der Schweiz und insbesondere der drohenden mehrjährigen Freiheitsstrafe und auch den aufgelaufenen Schulden auf Dauer zu entziehen. Der hauptsächliche Grund, der ihn an die Schweiz binden könnte, ist nach seinen eigenen Angaben die Möglichkeit, hier zu arbeiten und seine Familie in Mazedonien finanziell zu unterstützen. Dies ist ihm jedoch, wie der Anklagekammer-Präsident zutreffend festhält, mangels gültiger Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung versagt, auch wenn sich sein früheren Arbeitgeber für ihn einsetzt und ihn wieder einstellen würde. 3.3 Konnte somit der Anklagekammer-Präsident ohne Verfasssungsverletzung Fluchtgefahr bejahen, braucht nicht mehr geprüft zu werden, ob auch Kollusionsgefahr vorliegt.