Citation: 5A_28/2020 E. 3.3.1

3.3.1. Zunächst bemängelt die Beschwerdeführerin, wie das Kantonsgericht die Arztberichte würdigt. So begnüge es sich mit der Vermutung, dass Dr. med. G.________ mitgeteilt hätte, wenn sie die gestellten Fragen nicht hätte beantworten können. Allein die Tatsache, dass die Ärztin Fragen ohne Beizug des Patientendossiers beantwortet habe, dürfte "genügend Anhaltspunkt" dafür sein, dass sie jegliche Sorgfalt vermissen liess. Das Vorgehen der Vorinstanz mute willkürlich an; ausserdem sei ihr Gehörsanspruch verletzt worden, indem C.________s Patientendossier bei Dr. med. G.________ als wesentliches Beweismittel nicht ediert wurde. Mit Bezug auf die Ausführungen von Dr. med. H.________ wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz vor zu übergehen, dass sich dessen Beurteilung auf vier kurze Eindrücke beziehe. Der Gesundheits- und Entwicklungszustand eines Kindes lasse sich jedoch erst über einen längeren Zeitraum beobachten, weshalb Dr. med. H.________ hierüber keine verlässlichen Aussagen habe machen können. Die Vorinstanz verletze den Untersuchungsgrundsatz zusätzlich, indem sie das gestörte Essverhalten und die Müdigkeit banalisiere und der ausgeprägten Besorgnis des Beschwerdegegners um seine Tochter anlaste. Ausserdem verkenne sie, dass es geradezu einer Taktik des Beschwerdegegners entsprach, keine durchgehende einheitliche kinderärztliche Betreuung anzustreben. Weiter bestreitet die Beschwerdeführerin, dass ihre Einwendungen gegen die Berücksichtigung von Dr. med. I.________s Ausführungen zu pauschal gewesen seien. Sie zählt die angeblichen Fehlleistungen dieses Mediziners auf; insbesondere spricht sie ihm die Fähigkeit ab, C.________s psychische Gesundheit und Entwicklung zu beurteilen. Angesichts seines langjährigen Vertrauensverhältnisses zum Beschwerdegegner und dem Zeitpunkt, als er von diesem zur Beantwortung der Fragen aufgefordert wurde, seien die Aussagen dieses Arztes eine reine Gefälligkeit. Mit ihrer Einschätzung, dass die diagnostizierten Krankheiten (Atemwegsinfekte, Hautexanthem und Gewichtsproblematik) nicht kinderspezifisch seien, belege die Vorinstanz ihre mangelnden fachlichen Kenntnisse; dass Dr. med. I.________ C.________ trotz dieser Befunde als physisch und psychisch gesund und altersentsprechend entwickelt bezeichnen könne, lasse sich nur mit der fehlenden Fachkenntnis dieses Arztes erklären. Dessen Aussagen zu berücksichtigen, ist laut der Beschwerdeführerin umso stossender, als die Vorinstanz damit beweisen wolle, dass C.________s Wohl während ihrer Isolation durch den Beschwerdegegner nicht gefährdet gewesen sei. Das Kantonsgericht verletze mit diesem Vorgehen seine Untersuchungspflicht und stelle auch den Sachverhalt "entsprechend offensichtlich falsch dar". Mit diesen weitgehend appellatorischen Beanstandungen vermag die Beschwerdeführerin nichts auszurichten. Insbesondere kann nicht gesagt werden, dass sich das Kantonsgericht in seiner Beweiswürdigung undifferenziert an ärztlichen Aussagen orientiert, denen zufolge C.________s Allgemeinzustand gut ist und sie sich altersgerecht entwickelt. Wie ihre Hinweise auf die Aussagen der Dres. med. H.________ und J.________ belegen, ist der Vorinstanz nicht entgangen, dass C.________ im Sozialverhalten und in der Sprache Entwicklungsdefizite aufweist, die auf ungenügende (ausserfamiliäre) Kontakte zu gleichaltrigen Kindern zurückzuführen sind. Inwiefern die Vorinstanz diese ärztlichen Einschätzungen nicht richtig erfasst oder nicht hinreichend berücksichtigt hätte, zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, noch findet sich in ihren weitschweifigen Erörterungen eine Erklärung, weshalb diesbezüglich zwingend noch weitere Abklärungen erforderlich sind (vgl. auch E. 3.3.3). Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin führt das Kantonsgericht auch nicht die von Dr. med. H.________ diagnostizierten Beschwerden auf die ausgeprägte Besorgnis des Beschwerdegegners um seine Tochter zurück, sondern die Arztbesuche als solche. Die weitere Überlegung, wonach der Beschwerdegegner mit wiederholten Ärztewechseln eine einheitliche kinderärztliche Betreuung bewusst habe verhindern wollen (was die Vorinstanz pflichtwidrig übergehe), ist eine unbelegte Unterstellung; darauf ist nicht einzutreten. Dasselbe gilt für die Behauptung, Dr. med. I.________s Einschätzung sei eine Gefälligkeit. Ebenso täuscht sich die Beschwerdeführerin, wenn sie als Verletzung ihres rechtlichen Gehörs rügt, dass C.________s Patientendossier bei Dr. med. G.________ nicht ediert worden sei. Die Vorinstanz begründet, weshalb ein Beizug der Patientenakten zur Überprüfung der Aussagen dieser Ärztin nicht angezeigt sei. Der Gehörsanspruch (Art. 29 Abs. 2 BV) schreibt der Behörde nicht vor, wie sie mit Blick auf die Entscheidfindung auf ein Editionsbegehren zu reagieren hat. Dabei handelt es sich um eine Frage der Beweiswürdigung (vgl. Urteil 5A_688/2019 vom 6. November 2019 E. 5.3). Diesbezüglich macht die Beschwerdeführerin geltend, die Ärztin habe die gebotene Sorgfalt vermissen lassen. Allein mit derlei Mutmassungen ist nichts gewonnen.