Citation: I 715/02 30.03.2004 E. 5

Die Vorinstanz ist auf das Rechtsbegehren, es seien dem Versicherten berufliche Massnahmen, insbesondere Arbeitsvermittlung, zuzusprechen, nicht eingetreten; es fehle diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand und mithin an einer Sachurteilsvoraussetzung. Der Beschwerdeführer erneuert den Antrag im letztinstanzlichen Verfahren. 5.1 In dieser Form unrichtig ist zunächst die vorinstanzliche Begründung, sie habe nicht auf das Begehren einzutreten, weil sich die Verwaltung vorgängig nicht verfügungsmässig zu dieser Frage geäussert hat. Denn nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts kann das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes, das heisst ausserhalb des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegenstand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 122 V 36 Erw. 2a; vgl. BGE 125 V 415 Erw. 1b). Die Voraussetzung der Tatbestandsgesamtheit ist aufgrund der gesetzlichen Konzeption des Art. 28 Abs. 2 IVG erfüllt; danach bedingen sich Erwerbsunfähigkeit und berufliche Massnahmen gegenseitig. 5.2 Eingliederungsfähigen invaliden Versicherten wird nach Möglichkeit geeignete Arbeit vermittelt (Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG). Die leistungsspezifische Invalidität ist im Rahmen dieser Bestimmung schon bei relativ geringen gesundheitlich bedingten Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Arbeitsstelle erfüllt (BGE 116 V 81 Erw. 6a mit Hinweis; AHI 2000 S. 69 Erw. 2b und S. 70 Erw. 1a). Zwischen dem Gesundheitsschaden und der Notwendigkeit der Arbeitsvermittlung muss ein Kausalzusammenhang bestehen (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG; Urteil F. vom 15. Juli 2002, I 421/01, Erw. 2c; Duc, L'assurance-invalidité, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Rz 85). 5.3 Im Gutachten der MEDAS wird einerseits festgehalten, berufliche Eingliederungsmassnahmen kämen nur in Form einer Beschäftigung in einer geschützten Werkstätte in Frage; die Wahrscheinlichkeit, dass der Versicherte je wieder ins Erwerbsleben integriert werden könne, sei klein. Anderseits muten die Sachverständigen dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht zu, eine leidensangepasste Arbeit mit einem Leistungsgrad von 50 % zu verrichten. Darin liegt indes kein Widerspruch. Weil das im IVG versicherte Risiko nur die Folgen von Gesundheitsschädigungen abdeckt, ist es unumgänglich, sozialpraktische Fallaspekte, die bei der Vermittlung einer geeigneten Arbeit ins Gewicht fallen, bei der Bemessung des Invaliditätsgrades auszuklammern. Insoweit ist das Begehren auf Arbeitsvermittlung gegenstandslos; dies gilt erst recht hinsichtlich einer Umschulung. Das Recht des Beschwerdeführers, unter oben erwähnten Voraussetzungen Arbeitsvermittlung durch die Invalidenversicherung in Anspruch zu nehmen, bleibt allerdings gewahrt. Sobald sich die Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers in leistungserheblichem Ausmass ändert, steht einem neuen Gesuch nichts im Wege.