Citation: 6B_57/2021 E. 2.4.3

2.4.3. Die Vorinstanz befasst sich sodann mit einem E-Mail-Verkehr vom 31. August 2011. Darin teilte der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner mit, dass er sich Sorgen mache, wie dieser die Pläne mit seiner eigenen Firma in die Tat umsetzen wolle. Er (der Beschwerdegegner) habe ihm gesagt, es könne sein, dass er durchaus die Hälfte seines in die Firma einzubringenden Geldes verlieren könne. Dies wäre eine Katastrophe für ihn (den Beschwerdeführer). Bei diesem Kapital handle es sich um seine letzte eiserne Reserve, die in ihrem Volumen unangetastet bleiben müsse. Womöglich sei er über kurz oder lang auf die Fr. 160'000.-- bitter notwendig angewiesen. Er stelle ihm (dem Beschwerdegegner) die Summe gern wie vereinbart als Darlehen zur Verfügung und sei auch bereit, wenn die Firma anfangs schlecht laufen sollte, die ersten drei Jahre auf eine Verzinsung des Kapitals mittels Gewinne und Dividenden etc. zu verzichten, aber das Grundkapital sollte unter keinen Umständen angetastet werden. Ein derartiges Risiko könne er in seiner Lebenssituation beim besten Willen nicht eingehen. Der Beschwerdegegner antwortete gleichentags, dass alles im grünen Bereich sei. Er habe schon bemerkt, dass der Beschwerdeführer ihm das Geld höchstens als Darlehen zum Aufbau der Firma überlassen könne. Als Teilhaber wäre er Eigenkapitalgeber und da sei das Risiko eines Verlusts eindeutig zu hoch. Er werde seine Mittel (diejenigen des Beschwerdeführers) anständig verzinsen und ihm, falls er Gewinn schreibe, auch quasi eine Sonderdividende vergüten. Die Vorinstanz hält dazu fest, zwar habe der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner darauf hingewiesen, dass das Darlehenskapital nicht angetastet werden dürfe, da es sich dabei um seine letzte eiserne Reserve handle. Diesem nachgeschobenen und für Darlehensverhältnisse aussergewöhnlichen Begehren habe es indessen an der rechtlichen Grundlage gefehlt, nachdem bei der Gewährung der beiden Darlehen nichts derartiges vereinbart worden sei. Ebenso wenig beinhalte die Antwort des Beschwerdegegners, ihm sei bewusst, dass es sich um Darlehen und nicht um eine Beteiligung am Eigenkapital handle, eine Zusicherung, das Kapital könne nicht verloren gehen. Bei einer stets möglichen Firmenpleite würden regelmässig nicht nur die Teilhaber, sondern auch die Gläubiger ihr Geld verlieren. Der Beschwerdeführer rügt, obigem Schriftenwechsel lasse sich entnehmen, der Beschwerdegegner sei nicht berechtigt gewesen, den gesamten Darlehensbetrag zum Aufbau seiner Firma einzusetzen. Er verweist dazu auf das Urteil 6B_455/2015 vom 26. Oktober 2015 E. 4.3.3 (Beschwerde gegen die Nichtanhandnahme des vorliegenden Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft). Das Bundesgericht führte darin aus, der Staatsanwaltschaft könne nicht gefolgt werden, soweit sie aus dem E-Mail-Verkehr vom 31. August 2011 ableite, die Darlehen hätten vom Beschwerdegegner vollumfänglich zur Gründung seiner Investmentfirma verwendet werden dürfen. Aus der Formulierung des Beschwerdeführers, wonach der Beschwerdegegner ihm gesagt habe, es könne sein, dass er durchaus die Hälfte seines in die Firma einzubringenden Geldes verlieren könnte, gehe dies nicht eindeutig hervor. Es ergebe sich daraus nicht zwingend, dass der Beschwerdeführer vor der Darlehensgewährung auf das Verlustrisiko aufmerksam gemacht worden sei. Der Verweis des Beschwerdeführers ist unbehelflich. Zum einen geht die Vorinstanz soweit ersichtlich nicht davon aus, dass der Beschwerdegegner die gesamte Darlehenssumme zum Aufbau seiner Unternehmung verbraucht habe. Vielmehr stellt sie fest, es lasse sich nicht ausschliessen, dass dieser tatsächlich geschäftliche Aktivitäten entfaltet habe (vgl. dazu unten E. 3.4.5). Das Bundesgericht hatte im vom Beschwerdeführer angeführten Entscheid zudem keine verbindliche Feststellung des Sachverhalts vorzunehmen, sondern vielmehr zu prüfen, ob die vorgeworfenen Straftatbestände im Zeitpunkt der Einstellung eindeutig nicht erfüllt waren (vgl. Urteil 6B_455/2015 vom 26. Oktober 2015 E. 4.1 und E. 4.3.1). Es stellte denn auch nur - aber immerhin - fest, besagtes Mail lasse nicht den zwingenden Schluss zu, dass der Beschwerdegegner das Darlehen einzig zur Gründung seiner Firma habe verwenden dürfen. Ebensowenig zwingt sich gestützt darauf jedoch die gegenteilige Annahme auf. Entsprechend ist keine Willkür ersichtlich. Ob der Mailverkehr sodann Hinweise darauf enthält, dass der Beschwerdegegner damals schon die Hälfte der Darlehenssumme verloren hatte, scheint nicht von entscheidendem Belang. So oder so handelt es sich dabei um eine subjektive Deutung des Beschwerdeführers, welche die Auslegung der Vorinstanz nicht als willkürlich ausweist. Gleichermassen spekulativ ist es, wenn der Beschwerdeführer im Wortlaut den Versuch einer plötzlichen Relativierung des ursprünglichen Darlehenszwecks durch den Beschwerdegegner erkennen will oder mutmasst, dieser hätte es angesichts des Mails des Beschwerdeführers ansprechen müssen, wenn mit der "Gründung" des Unternehmens deren Aufbau bezweckt worden wäre. Die theoretische Möglichkeit einer anderen als der vorinstanzlichen Interpretation macht deren Tatsachenfeststellung noch nicht unhaltbar.