Citation: 5A_997/2021 E. 3.3

3.3. Die Beschwerdeführerinwirft dem Obergericht vor, die Gültigkeit des Dienstbarkeitsvertrages zu Unrecht zu bejahen. Sie macht geltend, dass die Pflicht, einen fünf Meter breiten und vierzig Meter langen Weg zu erstellen (s. Sachverhalt Bst. A.b), nicht mehr als Nebensache qualifiziert werden könne, werde dadurch doch ganz wesentlich in die Gestaltung des Grundstücks und damit auch wesentlich in das Eigentumsrecht eingegriffen. Ein solcher Eingriff gehe deutlich weiter, als es mit der blossen Verpflichtung zum Unterhalt einer bereits bestehenden Anlage der Fall ist. Indem es die Pflicht zur Errichtung einer Anlage mit derjenigen zum Unterhalt einer bestehenden Anlage oder Vorrichtung gleichsetze, wende das Obergericht Art. 730 ZGB falsch an. Die Beschwerdeführerin beteuert, nie bestritten zu haben, dass sie im Rahmen eines von ihr ausgeführten Bauprojekts den Vorplatz befestigt und errichtet habe, so dass auch der Beschwerdegegner die zur Ausübung seines Wegrechts beanspruchte Fläche befahren konnte. Für die Frage der rechtsgültigen Errichtung der Wegdienstbarkeit stelle sich aber eben gerade nicht die Frage, ob der Weg erstellt wurde oder nicht, sondern, ob die bei Begründung der Wegrechtsdienstbarkeit dem Eigentümer der Parzelle Nr. xxx auferlegte Verpflichtung, eine befestigte Strassenfläche zu errichten, im Rahmen eines Dienstbarkeitsvertrags zulässig sei. Weiter wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz vor, sich gar nicht mit der Situation auf dem Grundstück Nr. xxx zum Zeitpunkt der Errichtung der Grunddienstbarkeit befasst zu haben. Die Situation zum damaligen Zeitpunkt sei für die Beantwortung der Frage, ob dem Eigentümer des belasteten Grundstücks eine untergeordnete nebensächliche Verpflichtung auferlegte wurde, aber von zentraler Bedeutung. Im Zeitpunkt der Errichtung der Dienstbarkeit habe ganz offensichtlich keine befestigte Fläche bestanden, ansonst im Dienstbarkeitsvertrag keine solche Verpflichtung vereinbart worden wäre. Dass die damalige Situation keine Bautätigkeit des Eigentümers des belasteten Grundstücks erfordert habe, sei vom Beschwerdegegner auch nicht rechtzeitig in das Verfahren eingebracht und bewiesen worden.