Citation: 5A_236/2023 E. 5.2

5.2. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 125 Abs. 1 ZGB. Sie macht geltend, dass sie die güterrechtliche Ausgleichszahlung aufgrund der im Urteil angesetzten Frist zur Zahlung und der laufenden Beschwerdefrist bis heute noch nicht erhalten habe und demzufolge die Eigenversorgungskapazität derzeit gar nicht gegeben sei. Zum andern argumentiert sie, ein angemessener Unterhalt beinhalte nicht nur den täglichen Verbrauchsunterhalt, sondern bei guten Verhältnissen, wie sie hier vorlägen, zudem eine angemessene Altersvorsorgekomponente. Selbst wenn die Eigenversorgungskapazität vorhanden wäre, hätte diese Altersvorsorgekomponente im Rahmen der Beurteilung von Höhe und Dauer des nachehelichen Unterhalts berücksichtigt werden müssen. Indem die Vorinstanz sich mit der Zusammensetzung des Unterhalts gar nicht auseinandersetze, verletze sie die eingangs zitierte Vorschrift. Im Übrigen erachtet es die Beschwerdeführerin als "willkürlich (wenn nicht gar schikanös) ", dass die Vorinstanz die Unterhaltspflicht nach einem zehn Jahre dauernden Scheidungsprozess angesichts eines klassisch gelebten Rollenmodells bei solch guten Verhältnissen in zweiter Instanz um sechs Monate kürze und damit den detailliert und sorgfältig ausgearbeiteten Entscheid der ersten Instanz "untergrabe".