Citation: 8C_53/2014 E. 3.2

3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, das kantonale Gericht habe übersehen, dass er nicht die Ausrichtung der vollen Arbeitslosentaggelder, sondern lediglich der Differenz zwischen den an ihn ausbezahlten Invalidenrenten und dem vollen Betrag der Arbeitslosentaggelder verlange. Damit würde er so gestellt, wie wenn die Kasse ihre Vorleistungspflicht nicht verletzt hätte. Denn er habe die Arbeitslosentaggelder für die Monate September 2012 bis Januar 2013 bloss deshalb nicht erhalten, weil die Beschwerdegegnerin in Verletzung ihrer Pflichten und in Verletzung von Bundesrecht ihre Leistungen eingestellt habe. Fakt sei, dass er damals Anspruch auf Vorleistungen der Arbeitslosenversicherung gehabt habe, weshalb es unerheblich sei, dass zwischenzeitlich der Rentenentscheid der IV-Stelle ergangen sei. Es müsse ex ante der Zustand hergestellt werden, welcher geherrscht hätte, wenn die Kasse ihren Pflichten nachgekommen wäre. Eine andere Handhabung würde zum unhaltbaren Ergebnis führen, dass jene Versicherten, bei welchen die Kassen ihren Pflichten nachkämen, einen finanziellen Vorteil gegenüber denjenigen Versicherten hätten, bei welchen die Kassen in Verletzung ihrer Pflichten die Leistungen einstellten, sobald sie davon Kenntnis erlangten, dass tatsächlich Leistungen der Invalidenversicherung im Raum stehen würden, auch wenn die IV-Stelle noch nicht darüber verfügt habe. Dies setze zudem falsche Anreize an die Arbeitslosenkassen, welche sich in Verletzung von Bundesrecht von ihrer Vorleistungspflicht gänzlich befreien könnten, indem sie die Leistungen formlos einstellten und mit dem Erlass einer Verfügung bzw. eines Einspracheentscheides so lange zuwarteten, bis der definitive Entscheid der Invalidenversicherung vorliege, ohne dass sie später noch die den Versicherten zustehenden Leistungen ausrichten müssten. Dies entspreche nicht der ratio legis von Art. 15 Abs. 3 AVIV, denn die Verordnungsbestimmung solle verhindern, dass (arbeitslose) Versicherte, welche sich gleichzeitig bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldeten, in finanzielle Bedrängnis geraten würden. Aber auch die Rechtsweggarantie wäre verletzt, weil die Arbeitslosenkassen vollendete Tatsachen schaffen könnten, ohne dass den Versicherten ein Rechtsmittel offen stehen würde, welches den rechtmässigen Zustand wiederherstellen könnte.