Citation: 1C_690/2021 E. 4.1

4.1. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid ausgeführt, es sei unbestritten, dass Engelberg einen Zweitwohnungsanteil von über 20 % habe und die Zweitwohnungsgesetzgebung somit zur Anwendung komme. Das Wohnhaus am Weg D.________ xxx (mit drei Wohnungen) habe bereits vor dem 11. März 2012 rechtmässig bestanden und enthalte somit altrechtliche Wohnungen im Sinne von Art. 10 ZWG. Solche Wohnungen dürften auch künftig ohne Nutzungsbeschränkung frei genutzt und sowohl als Erst- als auch als Zweitwohnung vermietet oder verkauft werden (Art. 11 Abs. 1 ZWG). Das Recht der beschränkungsfreien Nutzung gelte im Rahmen der vorbestandenen Hauptnutzfläche auch dann, wenn altrechtliche Wohnungen wiederaufgebaut würden (Art. 11 Abs. 2 ZWG), soweit die neue Baute die Identität der bestehenden wahre. Dafür genüge es, wenn die Ersatzbaute zwecks besserer baulicher Nutzung der Parzelle verschoben werde, die Grundrisse sich aber immerhin noch teilweise überschnitten. Der Wiederaufbau der vorbestandenen Hauptnutzfläche könne mit der Schaffung neuer Erstwohnungen kombiniert werden, da solche nach Art. 7 ZWG stets zulässig seien, unabhängig davon, ob gleichzeitig altrechtliche Wohnungen erweitert oder wiederaufgebaut würden. Unzulässig sei lediglich die Erweiterung einer altrechtlichen Wohnung unter gleichzeitiger Schaffung einer neuen, unbeschränkt nutzbaren Wohneinheit. Dies ergebe sich aus Art. 11 Abs. 4 ZWG. Solange die Vorgaben betreffend die altrechtliche Hauptnutzfläche eingehalten würden, sei der Eigentümer bzw. die Eigentümerin dabei in der neuen Raum- bzw. Wohnungseinteilung frei. Die Beschwerdegegnerin plane - so die Vorinstanz weiter -, das bestehende Wohnhaus abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen, mithin den Wiederaufbau bestehender altrechtlicher Wohnungen. Damit komme Art. 11 Abs. 3 ZWG betreffend Erweiterung der vorbestehenden Hauptnutzfläche um maximal 30 % entgegen den Ausführungen des Regierungsrats nicht zur Anwendung, da ein Wiederaufbau nicht mit einer Erweiterung altrechtlicher Wohnungen kombiniert werden könne. Die Beschwerdegegnerin könne im Rahmen des Bestandesschutzes gemäss Art. 11 ZWG lediglich die vorbestandene Hauptnutzfläche beschränkungsfrei als Zweitwohnung nutzen. Sämliche weitere Wohnfläche unterliege hingegen der Beschränkung nach Art. 6 ZWG und dürfe nur als Erstwohnung genutzt werden. Die geplante Zweitwohnung im Dachgeschoss umfasse gemäss Baueingabe eine Hauptnutzfläche von 130,82 m 2 und damit knapp weniger als die Hauptnutzfläche von 131,80 m 2 der gegenwärtigen Baute. Diese Wohnung könne somit im Rahmen der Bestandesgarantie ohne Beschränkung genutzt werden. Für die übrigen drei geplanten Wohnungen im Erdgeschoss, im ersten und im zweiten Obergeschoss gelte hingegen die Beschränkung von Art. 6 ZWG. In Ziff. 1.6 der Baubewilligung werde ausdrücklich festgehalten, dass diese drei Wohnungen lediglich als Erstwohnungen bewilligt würden und das Bauamt beauftragt werde, im Grundbuch eine entsprechende öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung anzumerken. Damit würden die Vorgaben von Art. 6 ZWG eingehalten. Eine Verletzung der Zweitwohnungsgesetzgebung liege nicht vor.