Citation: C 232/02 03.04.2003 E. 3

Fest steht, dass der in Art. 336c OR vorgesehene Unterbruch der Kündigungsfrist im Krankheitsfall und die dadurch bewirkte Verlängerung des Arbeitsverhältnisses nicht zum Tragen kamen, weil die Versicherte selbst das Arbeitsverhältnis auf den 25. September 2001 aufgelöst hatte und deshalb die Arbeitslosigkeit bereits am 30. September 2001 statt am 31. Oktober 2001 eintrat. 3.1 Das kantonale Gericht erwog, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Kündigung am 31. August 2001 nicht wissen konnte und auch nicht damit rechnen musste, innerhalb der Kündigungsfrist zu erkranken; in ihrer Kündigung könne daher kein Verzicht auf die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gesehen werden. Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis am 22. August 2001 auf den 30. September 2001, somit unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist von einem Monat (Art. 335c Abs. 1 OR). Die Versicherte löste ihrerseits das Arbeitsverhältnis mit Schreiben vom 31. August 2001 bereits auf den 25. September 2001 auf und verzichtete damit auf den Lohnanspruch für die fünf Tage vom 26. bis zum 30. September 2001. Einzig diese Zeitspanne ist im Hinblick auf die Einstellung in der Anspruchsberechtigung relevant. 3.2 Zweck der Einstellung als versicherungsrechtlicher Sanktion (ARV 1990 Nr. 20 S. 132) ist die angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal verursacht hat (Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, N 2 und 51 zu Art. 30). Dabei bemisst sich die Dauer der Einstellung nach Massgabe des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG; BGE 113 V 154, ARV 1987 Nr. 11 S. 107). Für die Beurteilung, inwiefern der Arbeitslosenversicherung ein Schaden entsteht, wenn die versicherte Person ihre Stelle ohne Zusicherung einer neuen kündigt, kommt es darauf an, welche versicherungsrechtlichen Folgen ein pflichtgemässes Verhalten gezeitigt hätte (BGE 122 V 40 Erw. 4c/bb). Da nichts darauf hindeutet, dass die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist unzumutbar gewesen wäre, hat die Beschwerdeführerin ihre Arbeitslosigkeit in diesem Umfang zwar selbst verschuldet. Hinsichtlich der Einstellung in der Anspruchsberechtigung relevant ist dies jedoch nur, wenn ihr Verhalten für den der Arbeitslosenversicherung entstandenen Schaden als kausal angesehen werden kann. Vorliegend hätte das Arbeitsverhältnis infolge Kündigung der Arbeitgeberin (ohne Erkrankung der Versicherten) am 30. September 2001 geendet; einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung erhob die Beschwerdeführerin ab dem 12. Oktober 2001. Demnach fehlt es am erforderlichen Zusammenhang zwischen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsvertrages und dem der Arbeitslosenversicherung entstandenen Schaden; aufgrund des arbeitgeberseitig auf den 30. September 2001 gekündigten Arbeitsvertrages hätte am 12. Oktober 2001 ohnehin ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung geltend gemacht werden können. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ist deshalb zu Unrecht erfolgt.