Citation: 5A_427/2015 E. 4.1

4.1. Beim Lidlohn geht es um die angemessene Entschädigung für Arbeit, welche volljährige Kinder ihren Eltern im gemeinsamen Haushalt zugewendet haben. Der Richter ist dabei auf sein Ermessen verwiesen (Art. 4 ZGB) und hat alle wesentlichen Besonderheiten des konkreten Falles zu beachten (BGE 109 II 389 E. 3 S. 391). Ein Anspruch auf Lidlohn entsteht nur, wenn die geleistete Arbeit den Wert der aus der Hausgemeinschaft bezogenen Vorteile übertrifft (BGE 85 II 382). Maximal darf jener Betrag zugesprochen werden, den der Berechtigte mit der gleichen Arbeit in fremdem Dienst hätte ersparen können (Regeste von BGE 100 II 435), d.h. maximal der Betrag, der nach üblichen Lohnansätzen den Netto-Gegenwert der geleisteten Arbeit darstellt (BGE 100 II 435 E. 2 S. 438; 109 II 389 E. 3 S. 392).