Citation: 1P.784/2003 05.11.2004 E. A

Mit Urteil vom 20. Juni 2001 sprach das Kreisgericht VIII Bern-Laupen W.________ des Mordes an A.________ schuldig und verurteilte ihn zu fünfzehneinhalb Jahren Zuchthaus sowie zu fünfzehn Jahren Landesverweisung unbedingt. Den Verfahren gegen W.________ wegen versuchten Betrugs, Diebstahls und Urkundenfälschung gab das Kreisgericht in Anwendung des Spezialitätsgrundsatzes keine Folge. In demselben Urteil sprach das Kreisgericht P.________, K.________ und V.________ des versuchten Betrugs, gemeinsam sowie zusammen mit W.________, zum Nachteil von A.________ schuldig und verurteilte sie zu Gefängnisstrafen. Dem Urteil des Kreisgerichts lag der folgende Sachverhalt zugrunde: A.________ habe am 1. Juli 1996 um circa 10.30 Uhr mit einem Mann von gepflegter Erscheinung sein Einfamilienhaus in O.________ betreten. Er habe die Terrassentür benützt, da seine Lebenspartnerin, J.________, nach ihrer Heimkehr die Haustür geschlossen und den Schlüssel im Schloss stecken gelassen habe. Auf Geheiss von A.________ habe J.________ den Boxer-Hund über die Terrassentür ins Freie geführt. Dabei habe J.________ den unbekannten Begleiter von A.________ für einen kurzen Augenblick gesehen und ihn gegrüsst. Dieser habe den Gruss in deutscher Sprache erwidert. A.________ habe seinen Begleiter in ein Zimmer geführt und die Tür verschlossen. Kurze Zeit später, um circa 10.40 Uhr, habe J.________ gehört, wie A.________ laut geschrien habe, sie solle die Polizei rufen. Darauf habe sie einen Knall vernommen und sei über die Terrassentür aus dem Haus zur Nachbarin gerannt. A.________ sei erschossen aufgefunden worden. Das Kreisgericht nahm an, W.________, P.________, V.________ und K.________ hätten vor der Bluttat einen Betrug zum Nachteil von A.________ geplant. A.________ habe durch eine Scheinvereinbarung über ein Geldwechselgeschäft und durch weitere Vorspiegelungen dazu gebracht werden sollen, CHF 500'000.-- als Vorzeigegeld bereitzustellen. Auf welche Weise A.________ das Geld hätte abgenommen werden sollen, habe nicht festgestellt werden können und sei auch nicht entscheidend, da das Betrugsdelikt im Stadium des Versuchs geblieben sei. Offenbar habe man geplant, den Betrug am 1. Juli 1996 durchzuführen. Das Kreisgericht ging davon aus, dass W.________ der Unbekannte gewesen sei, der A.________ an diesem Tag in sein Haus begleitete, dort nach einer Auseinandersetzung erschoss und mit vermutlich CHF 400'000.-- flüchtete. Der Rest des Vorzeigegelds, rund CHF 95'000.--, habe im Haus von A.________ sichergestellt werden können.