Citation: U 256/01 14.05.2002 E. 5

5.- a) Zu prüfen bleibt, ob die SUVA für psychische Leiden als Folge des Unfalles vom 16. Oktober 1998 aufzukommen hat. b) Bei der Einteilung in leichte, mittelschwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis der Betroffenen massgebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis. Ein gewöhnlicher Sturz oder ein Ausrutschen sind als leichte Unfälle anzusehen (BGE 115 V 139 Erw. 6a). Bei Stürzen von Leitern u.ä. kommt nebst den erlittenen Verletzungen der Fallhöhe ein grosses Gewicht zu (vgl. RKUV 1998 Nr. 307 S. 449 Erw. 3a mit Hinweisen). Angesichts des vom Geschehensablauf her einfachen Ausrutschens mit nachfolgendem Hinfallen ist das Ereignis vom 16. Oktober 1998 mit der Vorinstanz und unter Berücksichtigung des angeführten und durchaus vergleichbaren Falles (BGE 115 V 144 Erw. 11) als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzuordnen. Demnach müssen für das Vorliegen des adäquaten Kausalzusammenhangs die weiteren Kriterien gehäuft oder eines in auffallender Weise erfüllt sein. c) Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder einer besonderen Eindrücklichkeit etwa bejaht bei einer Raumpflegerin, welche bei der Arbeit von zwei scharfen Wach- und Schutzhunden angefallen wurde (Urteil J. vom 16. Juli 2001, U 146/01), bei einer Frau, die unversehens vom Sohn ihres Partners zu Boden geworfen, gewürgt, mit dem Kopf mehrfach auf den Boden geschlagen sowie in den Rücken und die Nieren getreten wurde (RKUV 2001 Nr. U 440 S. 350) oder bei einer Frau, welche an einem Verkehrsunfall in einem Tunnel mit drei involvierten Autos, einer getöteten und mehreren verletzten Personen beteiligt war (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207). Hingegen wurde es verneint bei einem Rechtshänder, dessen linke Hand im Druckwerk einer Tiefdruckmaschine eingeklemmt war und dessen Verletzungen rasch abheilten (Urteil V. vom 9. Juli 2001, U 111/01) oder bei einem Bauarbeiter, dessen Kopf von einem mit 22 km/h vorbeifahrenden Tram erfasst wurde und der sich eine leichte commotio cerebri oder contusio capitis sowie eine Stauchung der Halswirbelsäule und eine Distorsion dieses Wirbelsäulenabschnitts zuzog (unveröffentlichtes Urteil Z. vom 17. März 1995, U 196/93). In den in RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449 Erw. 3a genannten Fällen mit geringer Sturzhöhe (2.5 bis 3 m und 1.2 m) wurde es ebenfalls verneint. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist dieses Kriterium demnach nicht erfüllt, ungeachtet davon, welcher der Schilderungen gefolgt wird. Des Weiteren erlitt die Versicherte keine schweren Verletzungen oder solche besonderer Art. Ebensowenig kann von einem schwierigen Heilungsverlauf oder einer ärztlichen Fehlbehandlung die Rede sein. Auch ist die ärztliche Behandlung nicht als aussergewöhnlich lang zu bezeichnen. Nachdem die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, dass die Beschwerden schon kurz nach dem Unfall psychisch überlagert waren (vgl. Bericht des Spitals B.________ vom 29. Dezember 1998), und spätestens im Sommer 1999 aus somatischen Gründen keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestand (vgl. Austrittsbericht der Klinik Z.________ vom 23. Juli 1999), sind auch Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht im erforderlichen Ausmass gegeben. Selbst wenn körperliche Dauerschmerzen zu bejahen wären, was angesichts der psychischen Überlagerung zumindest fraglich erscheint, ist weder eine Häufung noch das ausgeprägte Vorliegen eines einzelnen Kriteriums gegeben, womit es an der Adäquanz fehlt. Bei diesem Ergebnis kann die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs offen gelassen werden, da es bereits am adäquaten fehlt.