Citation: 4C.206/2005 28.09.2005 E. B

Am 13. Oktober 2003 belangte die Klägerin die Beklagte beim Handelsgericht des Kantons St. Gallen auf Zahlung von EUR 100'569.66 zuzüglich Zins von 9 % seit 1. April 2003. Mit Klageantwort vom 11. Februar 2004 machte die Beklagte geltend, die Kündigung sei zu Unrecht erfolgt, weshalb ihr Schadenersatzansprüche für entgangenen Gewinn zustehe, welche sie mit dem anerkannten Rechnungsbetrag von EUR 96'997.96 verrechne. Im Übrigen würden die Forderungen der Klägerin bestritten, ebenso die Zinshöhe von 9 %. Das Handelsgericht qualifizierte das Vertragsverhältnis der Prozessparteien als Alleinvertriebsvertrag und kam zum Ergebnis, die eingeklagte Forderung sei - abgesehen von der Höhe des Verzugszinses - ausgewiesen, nicht dagegen die von der Beklagten zur Verrechnung gestellte Schadenersatzforderung. Zur Begründung führte das Handelsgericht insbesondere an, die Kündigung sei zulässig gewesen, weil die Beklagte den Mindestumsatz nicht erreicht habe. Demnach verpflichtete das Handelsgericht die Beklagte mit Urteil vom 19. April 2005, der Klägerin EUR 100'569.66 nebst Zins zu 5% seit dem 1. April 2003 zu bezahlen.