Citation: 1P.708/2006 13.04.2007 E. 5.5

5.5.1 Diese Erwägungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die Beschwerdeführer legen nicht dar, inwiefern das Verwaltungsgericht dadurch in Willkür verfallen sein soll, sondern üben über weite Teile unzulässige appellatorische Kritik am Urteil (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Sie verkennen in ihrer Argumentation insbesondere, dass bereits das ursprüngliche Projekt auf einer Ausnahmebewilligung beruht hat und dass ihnen kein grundsätzlicher Anspruch auf Erteilung einer solchen zusteht. Gemäss dem nach wie vor rechtskräftigen Überbauungsplan wäre eine Überbauung der Parzelle Nr. C3356 gar nicht zulässig. Dies wurde in Ziff. III/3.2 der Ausnahmebewilligung vom 1. Juli 2002 ausdrücklich festgehalten. Nicht durchzudringen vermögen sie in diesem Zusammenhang mit ihrer Behauptung, sie hätten auch ein fünfgeschossiges Wohnhaus mit Satteldach bauen können, welches am First eine Mehrhöhe von drei bis vier Metern gegenüber dem heute realisierten Gebäude gehabt hätte. In Ziff. III/3.3 der Ausnahmebewilligung wird in Erwägung gezogen, mit der Erteilung der grundsätzlichen Ausnahmebewilligung solle die Überbauung ermöglicht werden. Nachdem der Überbauungsplan keine Vorschriften über die Bauweise enthalte, gälten ergänzend dazu die Regelbauvorschriften für die Wohnzone 3a. In dieser Zone seien dreigeschossige Bauten mit einer maximalen Gebäudehöhe von 11 m zugelassen. Dies entspricht der Tabelle zu Art. 13 im Anhang der kommunalen Bauordnung vom 29. August 2000/15. November 2005. Auch im Rahmen der nachträglichen Korrekturgesuche wurde dieses Mass nie erhöht. Nicht relevant ist dabei, inwiefern die Grenzabstände zu den Nachbargrundstücken über dem gesetzlich vorgesehenen Minimum liegen. Ebenfalls nicht entscheidend ist schliesslich, ob den Nachbarn oder den Beschwerdeführern 1 die Abweichung von der Baubewilligung aufgefallen ist. Daraus können keinerlei Ansprüche auf eine Überschreitung der bewilligten Gebäudehöhe abgeleitet werden. Gleiches gilt für das vom Beschwerdeführer 2 im bundesgerichtlichen Verfahren erstmals eingereichte Verkaufsinserat der Stadt St. Gallen, welches keine Vertrauensgrundlage für eine beliebige Überbauung darstellt. 5.5.2 Diese Ausgangslage durfte das Verwaltungsgericht bei seiner Interessenabwägung berücksichtigen. Nicht gehalten war das Verwaltungsgericht demgegenüber, die Tatsache, dass auf den ursprünglich bewilligten Liftaufbau verzichtet wurde, zugunsten der Beschwerdeführer zu gewichten. Der Liftaufbau war von der Baubehörde als zulässig erachtet worden. Aus ihrem Verzicht auf die bewilligte Lösung können die Beschwerdeführer keine Ansprüche geltend machen, genauso wenig wie aus der positiven Berichterstattung über das realisierte Gebäude in der Fachpresse. 5.5.3 Wenn die Beschwerdeführer ihre Bösgläubigkeit mit den angeblich im Bauprojekt ausgewiesenen Reserven (ca. 10 cm pro Geschoss) bestreiten, lassen sie ausser acht, dass spätestens mit dem Entscheid, den Lift in die Gebäudehülle zu integrieren, klar sein musste, dass damit die Gesamthöhe überschritten würde. Unberechtigt ist auch die Rüge, das Verwaltungsgericht sei offensichtlich entgegen den Akten davon ausgegangen, das Gebäude sei nach Erlass der Baueinstellungsverfügung noch höher gebaut worden. Diese Feststellung hat das Verwaltungsgericht nie getroffen. Dagegen hat es zum Beweis der Bösgläubigkeit ausgeführt, der Architekt habe sich über den Baustopp kurzerhand hinweggesetzt und das Gebäude fertiggestellt. Aus der Baueinstellungsverfügung vom 10. Dezember 2004 geht hervor, dass sich das Haus im damaligen Zeitpunkt noch im Rohbau befand. Dennoch wurde in der Folge der gesamte Innenausbau vorgenommen, dies im Wissen um die Widerrechtlichkeit der Gebäudehöhe. Der Schadenminderung diente dies nicht. Selbst wenn in der Baueinstellungsverfügung nur "sämtliche Arbeiten an und im Bereich der Decke über dem 2. Obergeschoss" verboten wurden, ist die Sachverhaltsfeststellung des Verwaltungsgerichts nicht falsch. Wurde dem Architekten im Nachhinein erlaubt, das Dachrandblech anzubringen, wussten doch sowohl er als auch die Beschwerdeführer 1 spätestens seit Erlass des Baustopps, dass die festgestellte Mehrhöhe einer zusätzlichen Bewilligung bedurfte. Sie mussten sich darum bewusst sein, dass jegliche Folgearbeiten auf eigenes Risiko vorgenommen wurden. Auch ist nicht zu beanstanden, wenn das Verwaltungsgericht den Beschwerdeführern 1 das Verhalten des Beschwerdeführers 2 angerechnet hat. Entscheidend ist nicht, wie gross die Abweichung vom bewilligten Projekt ist, sondern dass die Mehrhöhe im Wissen um deren Widerrechtlichkeit in Kauf genommen wurde. Das Verwaltungsgericht hat in diesem Zusammenhang zu Recht BGE 111 Ib 213 E. 6a S. 222 zitiert. 5.5.4 Den Beschwerdeführern ist zudem darin zu widersprechen, es beständen keine privaten Interessen am Rückbau. Nachdem die Gesamthöhe bereits zentraler Streitgegenstand im Bewilligungsverfahren war und gar mittels einer Grunddienstbarkeit abgesichert wurde, lassen sich private Interessen an deren Einhaltung nicht einfach verneinen. Das Verwaltungsgericht hat diese Interessen bei seiner Beurteilung berücksichtigt, ihnen aber gegenüber dem öffentlichen Interessen geringeres Gewicht beigemessen. Und gerade in Bezug auf das öffentliche Interesse hat das Verwaltungsgericht entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführer in verfassungsmässig nicht zu beanstandender Weise dem Gleichheitsgebot Rechnung getragen. 5.6 Insgesamt verstösst das angefochtene Urteil weder gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip noch hat das Verwaltungsgericht die kantonalen Normen willkürlich angewandt. Die diesbezüglichen Rügen der Beschwerdeführer sind abzuweisen.