Citation: 5A_416/2008 25.08.2008 E. 5

Die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz bezeichnet die Beschwerdeführerin in verschiedenen Punkten als willkürlich: 5.1 Die Beschwerdeführerin hatte schon im kantonalen Verfahren den Verdacht geäussert, die Kinder stünden unter dem Einfluss des Beschwerdegegners und deren Aussagen gegebenüber der Berichterstatterin der Fachstelle "M.________" seien deshalb von diesem beeinflusst. Was sie in diesem Zusammenhang vorbringt, ist nicht hinreichend substantiiert, so dass darauf nicht weiter einzutreten ist. 5.2 Die Rüge, das Kantonsgericht habe Umstände, die gegen die Eignung des Beschwerdegegners als Erzieher sprächen, nicht das gebührende Gewicht beigemessen, richtet sich nicht gegen tatsächliche Feststellungen, sondern gegen deren rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die von der Beschwerdeführerin vermutete Freundschaft des Beschwerdegegners mit einer Dame im Rotlichtmilieu und die Bemerkung, dessen finanziellen Verhältnisse seien unsicher, in den Feststellungen des angefochtenen Entscheids keine Stütze finden. Auch diese Ausführungen sind deshalb unbeachtlich, zumal nicht dargetan wird, inwiefern die Voraussetzungen für eine nachträgliche Berücksichtigung erfüllt sein sollen (Art. 99 Abs. 1 BGG). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin betrifft ihr Hinweis auf die - übrigens unbestrittene - eingeschränkte Möglichkeit zur persönlichen Betreuung der Kinder durch den Beschwerdegegner ebenfalls die rechtliche Würdigung der tatsächlichen Gegebenheiten. Das Kantonsgericht gesteht zu, dass eine Zuweisung der Obhut über die Kinder an den Beschwerdegegner mit einem nicht ganz auszuräumenden Risiko der Überforderung (des Beschwerdegegners) oder der Vernachlässigung (der Kinder) verbunden sei. Es hält sodann jedoch fest, dass die Alternative dazu nicht etwa eine Fortsetzung des Zusammenlebens der Kinder mit der Mutter, sondern eine Fremdplatzierung wäre. Auch diese von der Beschwerdeführerin angesprochene Feststellung ist rechtlicher Natur. 5.3 Der Kritik der Beschwerdeführerin, der Sozialbericht der Fachstelle "M.________" sei einseitig abgefasst und geprägt von Vorurteilen gegen den Haushalt einer Raucherin und Hundehalterin, hält das Kantonsgericht entgegen, die gewichtigsten Vorwürfe der fehlenden Familiengemeinschaft, der mangelnden Anregung, der ungenügenden Unterstützung in der Schule und der unzulänglichen Körperpflege seien von den anderen Auskunftspersonen im Kern bestätigt worden. Der blosse Hinweis der Beschwerdeführerin, Amtsvormund O.________ sei weder in seinem von der ersten Instanz eingeholten Bericht noch bei seiner Einvernahme als Zeuge in der Berufungsverhandlung von einer Gefährdung des Kindeswohls bei einem (weiteren) Zusammenleben mit ihr ausgegangen, ist nicht geeignet, die vorinstanzliche Feststellung als willkürlich erscheinen zu lassen. Unbehelflich ist auch das Vorbringen, die Berichterstatterin habe nicht beide Parteien mit der gleichen Sorgfalt exploriert. Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang bemerkt, die Berichterstatterin habe sich eingehender mit der Beschwerdeführerin befassen müssen, weil negative Verhaltensweisen bei ihr aufgefallen seien. Mit dieser Feststellung setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander. 5.4 Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, im Sozialbericht seien ihre Wohnverhältnisse falsch beschrieben worden, indem zu Unrecht behauptet werde, es sei kein Tisch vorhanden, an dem die Familie gemeinsam essen könne. Sie verkennt, dass im Bericht nicht das Fehlen eines Tisches als Einrichtungsgegenstand festgehalten werden wollte, sondern das Fehlen eines Ortes des Zusammenseins, wo gemeinsam die Mahlzeiten eingenommen würden. Dass der Amtsvormund bei seinen Kontrollen jedes Mal habe feststellen können, dass die Beschwerdeführerin eine Mahlzeit zubereitet gehabt habe, steht den Erklärungen von Lehrpersonen, die Kinder seien gelegentlich ungenügend verpflegt in der Schule erschienen, nicht entgegen. Eine willkürliche Feststellung der tatsächlichen Verhältnisse durch die Vorinstanz ist somit auch in dieser Hinsicht nicht dargetan. 5.5 Die Beschwerdeführerin hat nach dem Gesagten nicht darzutun vermocht, dass die tatsächlichen Feststellungen des Kantonsgerichts bzw. die dem Verzicht auf ein Gutachten des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes zugrunde liegende vorweggenommene Beweiswürdigung willkürlich wäre. Damit stösst die Rüge der Gehörsverweigerung bzw. der Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf Beweisführung (Art. 8 ZGB) ins Leere. Wenn die Beschwerdeführerin erklärt, im Rahmen eines Gutachtens der von ihr verlangten Art wäre eine fachlich haltbare Anhörung der Kinder durchzuführen gewesen, ist zu bemerken, dass sie in diesem Zusammenhang keine hinreichend begründete Rüge vorträgt und dass die Kinder der Parteien im Übrigen durch das (erstinstanzliche) Gericht selbst angehört wurden.