Citation: 7B_8/2021 E. 5.4.9

5.4.9. Insgesamt ist es unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz der im Arztzeugnis vom 24. Juni 2019 wiedergegebenen Einschätzung der Verhandlungsunfähigkeit nicht unbesehen folgt und aufgrund der vom Beschwerdeführer gemachten Angaben und eingereichten Belegen nicht auf Glaubhaftmachung eines hinreichenden Säumnisgrundes erkennt. Dass die Vorinstanz überhöhte Anforderungen an das Beweismass gestellt hätte (vgl. Beschwerde Ziff. 3.5 S. 52 f.), ist nicht ersichtlich. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers wäre es ihm durchaus möglich gewesen, eine gesundheitsbedingte Verhinderung glaubhaft zu machen. Insbesondere stand es ihm frei, ein Arztzeugnis einzureichen, welches ihm nicht bloss - ohne jegliche Angabe von Gründen - für den Zeitraum vom 12. bis 14. Juni 2019 pauschal eine 100%-ige Verhandlungsunfähigkeit attestiert, sondern sich zu den von ihm behaupteten Nebenwirkungen äussert, mithin konkrete Angaben zu dem am Verhandlungstag angeblich bestehenden Krankheitszustand und den damit verbundenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen macht, sodass es dem Gericht auf Grundlage medizinischer Feststellungen möglich gewesen wäre, zu beurteilen, ob dem Beschwerdeführer das Erscheinen an der Verhandlung unmöglich und sein Versäumnis damit entschuldbar war. Die Rüge, Art. 6 Ziff. 1 EMRK verbiete es der Schweiz, ihm "eine so extreme und unerreichbare Beweislast aufzuerlegen, welche einem Verunmöglichen des Nachweises gleichkommt", und sein damit verbundener Hinweis auf die Rechtsprechung des EGMR (vgl. Beschwerde Ziff. 3.5 S. 52 f.) gehen damit ins Leere.