Citation: 9C_521/2022 E. 4.3.2

4.3.2. Es steht fest und ist unbestritten, dass das Vorsorgereglement der Beschwerdegegnerin für versicherte Personen, welche das 55. Altersjahr noch nicht vollendet haben, jedoch aus gesundheitlichen Gründen ihre bisherige Aufgaben nicht mehr oder nicht mehr vollständig erfüllen können, eine auf zwei Jahre befristete Berufsinvalidenrente vorsieht (Art. 40 Abs. 3 des Vorsorgereglements). Strittig ist indessen, ob die Beschwerdeführerin darüber hinaus einen Anspruch auf eine (längerfristige) Erwerbsinvalidenleistung hat. Die Beschwerdegegnerin räumt ein, dass es durch den Bezug der Berufsinvalidenleistung nicht zu einem Austritt aus der Pensionskasse gekommen sei. Die betroffene Person sei in einer solchen Situation weiter gegen das Risiko Tod versichert, nicht aber gegen das Risiko Invalidität. Eine nähere Begründung, aus welchen Bestimmungen oder Grundsätzen sich ein solcher eingeschränkter Schutz ableiten soll, ist indessen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin nicht zu entnehmen und ist auch nicht ersichtlich: Sinn und Zweck einer solchen befristeten Rente ist es, die betroffene Person in die Lage zu versetzen, sich ohne finanzielle Einbussen auf dem Arbeitsmarkt neu orientieren zu können. Diesem Zweck der befristeten Berufsinvalidenrente würde es indessen zuwiderlaufen, wenn die betroffene Person bei einer Ausschöpfung dieser Möglichkeit eine empfindliche Lücke im weitergehenden berufsvorsorgerechtlichen Versicherungsschutz hinnehmen müsste. Somit ist jedenfalls in jenen Fällen, in denen die betroffene Person nicht in eine neue Vorsorgeeinrichtung eingetreten ist, von einem Erhalt des Versicherungsschutzes für das Risiko Invalidität durch den Anspruch auf eine befristete Berufsinvalidenrente auszugehen.