Citation: I 175/00 02.07.2003 E. 1

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner Anspruch auf berufliche Massnahmen für ihre Tochter J.________ haben. Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, haben nach Art. 16 Abs. 1 IVG Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung ihren Fähigkeiten entspricht. Diese zusätzlichen Kosten werden ermittelt, indem die Kosten der Ausbildung des Invaliden den mutmasslichen Aufwendungen gegenübergestellt werden, die bei der Ausbildung eines Gesunden zur Erreichung des gleichen beruflichen Zieles notwendig wären (Art. 5 Abs. 3 Satz 1 IVV). Eine versicherte Person gilt als invalid im Sinne von Art. 16 IVG, wenn sie auf Grund der Art und Schwere (Art. 4 Abs. 2 IVG) ihres Gesundheitsschadens bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung massgeblich behindert ist. Das trifft zu, wenn ihr dort wegen der Behinderung in wesentlichem Umfang zusätzliche Kosten entstehen (BGE 126 V 461 Erw. 1 mit Hinweis). Bezugspunkt bildet hierbei nicht die Erwerbstätigkeit, sondern der beabsichtigte Ausbildungsgang mit seinen spezifischen Anforderungen (BGE 114 V 30 Erw. 1b in fine; ZAK 1989 S. 598 Erw. 2a; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht, Diss. Bern 1985, S. 162 f.). Für die Beurteilung der Invaliditätsfrage ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt oder die Ärztin und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.