Citation: 6P.82/2005 09.10.2005 E. 5

Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe ihn zu Unrecht als Mittäter zum Raub und nicht bloss als Gehilfe dazu beurteilt. Er habe keine objektiven Tatbestandsmerkmale eigenhändig erfüllt. Die Fluchtsicherung bei einem Raubüberfall stelle in der Regel keine Mittäterschaft dar. Ob der Anstoss für den Überfall von ihm gekommen sei, sei unerheblich. Das Abgeben eines Tipps könne nicht mit dem willentlichen Hervorrufen eines Tatentschlusses gleichgesetzt werden; das wäre allenfalls als Anstiftung zu qualifizieren. 5.1 Mittäter ist, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht; dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, der subjektive Wille allein genügt zur Begründung von Mittäterschaft nicht. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. Mittäterschaft setzt unter anderem einen gemeinsamen Tatentschluss voraus, wobei dieser nicht ausdrücklich bekundet werden muss; es genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. Dabei ist nicht erforderlich, dass der Mittäter bei der Entschlussfassung mitwirkt, sondern es reicht aus, dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht. Wenn die Rechtsprechung angenommen hat, Mittäterschaft könne auch darin liegen, dass einer der Teilnehmer massgeblich bei der Entschliessung oder Planung des Deliktes mitgewirkt hat, so darf daraus nicht geschlossen werden, Mittäterschaft sei ausschliesslich möglich, wenn die Tat im Voraus geplant und aufgrund eines vorher gefassten gemeinsamen Tatentschlusses ausgeführt wurde (BGE 126 IV 84 E. 2c/aa; 125 IV 134 E. 3a; 120 IV 17 E. 2d, 136 E. 2b, 265 E. 2c/aa; vgl. BGE 118 IV 227 E. 5d/aa, 397 E. 2b, je mit Hinweisen). 5.2 Gemäss den verbindlichen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz brachte der Beschwerdeführer die drei anderen Beteiligten mit dem Auto zum Tatort. Er hielt sich häufig in Rothenburg auf und kannte den Spielsalon "Jackpot" zumindest von aussen bestens. Es war ihm auch bekannt, dass es in den Kassen von Spielsalons immer Bargeld hat, da er selber in einem solchen arbeitete und gelegentlich auch privat Spiellokale aufsuchte. Als der Beschwerdeführer das Fahrzeug nach Rothenburg lenkte, wusste er, dass der Spielsalon "Jackpot" überfallen werden sollte. Die Idee dazu kam von ihm. Nachdem die vier Beteiligten in Rothenburg angelangt waren, betraten sie gemeinsam den Spielsalon. Darauf kundschaftete der Beschwerdeführer das Innere des Lokals aus. Nach einer halben Stunde verliess er dieses zusammen mit C.________. Während Letzterer draussen "Schmiere" stand, wartete der Beschwerdeführer auf die anderen im Auto und sicherte nach dem gelungenen Überfall die Flucht. Alsdann fuhr er alle Beteiligten nach Luzern, wo sie in der Wohnung von B.________ die Beute von insgesamt Fr. 2'580.-- aufteilten. Dabei entfiel auf den Beschwerdeführer ein Anteil von Fr. 500.-- (angefochtenes Urteil, S. 6 ff.). Der Tatbeitrag des Beschwerdeführers beschränkte sich demnach keineswegs auf blosse Fluchthilfe. Er wirkte massgebend mit an der Entschlussfassung und der Planung der Tat, indem er durch den Tipp den Anstoss zum Raubüberfall gab. Ferner trug er zur Verwirklichung des Tatplanes wesentlich bei, indem er das Auto zur Verfügung stellte, den Transport gewährleistete, den Spielsalon auskundschaftete und die Flucht sicherte. Schliesslich bekam er einen nicht geringen Anteil an der Beute. Unter diesen Umständen und auch wegen seiner Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten und seiner Erfahrung mit Spielsalons erscheint der Beitrag des Beschwerdeführers nach dem gemeinsamen Tatplan als derart wesentlich, dass er als Hauptbeteiligter dasteht und damit Mittäter ist. Wie die Vorinstanz im Sinne einer Eventualbegründung zu Recht festhält, wäre der Beschwerdeführer aufgrund seiner aktiven Beteiligung am gemeinsam geplanten Raubüberfall selbst dann Mittäter und nicht bloss Gehilfe, wenn er den Tipp zum Überfall in Rothenburg nicht gegeben hätte. Die Vorinstanz hat somit kein Bundesrecht verletzt, indem es den Beschwerdeführer wegen Mittäterschaft zu Raub verurteilte. Die dagegen erhobenen Einwände des Beschwerdeführers sind unbegründet. Da sich sein Tatbeitrag nach dem Dargelegten nicht in der Hilfeleistung zur Flucht erschöpfte, fällt Gehilfenschaft im Sinne von Art. 25 StGB ausser Betracht. Die Teilnahme des Beschwerdeführers am Raubüberfall geht auch nicht in der Form der Anstiftung gemäss Art. 24 StGB auf. Er beschränkte sich nicht darauf, den Tipp für den Überfall zu geben, um bei den anderen nur den Tatentschluss hervorzurufen, sondern wirkte am Tatgeschehen selber mit. Schliesslich wendet der Beschwerdeführer ein, er habe den objektiven Tatbestand nicht durch eigenes Handeln erfüllt. Soweit er damit geltend macht, Mittäter könne nur sein, wer an der eigentlichen Tatausführung selber beteiligt ist, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Mitwirkung an der eigentlichen Tatausführung bzw. die Möglichkeit, auf diese Einfluss zu nehmen, ist keine notwendige Voraussetzung für die Annahme von Mittäterschaft (BGE 126 IV 84 E. 2c/aa; 125 IV 134 E. 3a; 120 IV 17 E. 2d; vgl. BGE 108 IV 88 E. 2a).