Citation: 4C.344/1998 24.11.2000 E. 5

5.- Sodann werfen die Beklagten dem Handelsgericht eine Verletzung von Art. 43 und 44 OR vor, indem es entgegen diesen Bestimmungen weder die Umstände und die Grösse des Verschuldens der Beklagten gewürdigt noch die Herabsetzungsgründe auf Seiten der Klägerin wegen Selbstverschuldens berücksichtigt habe. Aus dem Urteil des Handelsgerichts geht jedoch klar hervor, dass dieses die Frage einer allfälligen Reduktion des Schadenersatzes aufgrund von Art. 44 und 43 OR erwog. Es kam dabei zum Schluss, dass die Beklagten für bezügliche Anhaltspunkte behauptungs- und beweispflichtig, dieser Pflicht aber nicht bzw. grösstenteils nicht mit genügender Substanziiertheit nachgekommen seien. Der vorliegende Sachverhalt lasse eine solche Reduktion überdies nicht zu. Auch der Vorwurf der Beklagten, die Klägerin habe sich entgegen ihrem Telefax vom 3. September 1991 mit dem Abschluss des Zessionsvertrages begnügt, statt die Vorlage "akzeptabler Forderungen" zur Bevorschussung zu verlangen, geht fehl. Das Handelsgericht qualifizierte dieses Verhalten der Klägerin gegenüber den Beklagten zu Recht nicht als Selbstverschulden, da es sich bloss auf die Gestaltung des Darlehensverhältnisses bezogen habe, nicht aber auf den Grundsatzentscheid, ob überhaupt Kredit zu gewähren sei oder nicht. Die Klägerin habe schliesslich nicht den Kredit nicht überwacht, sondern auf die termingerechte Bezahlung der Schuldzinsen geachtet, was unter den gegebenen Umständen als ausreichend erscheine. Die Klägerin habe denn auch davon ausgehen dürfen, dass für sie durch die Zessionsvereinbarung eine hinreichende Sicherheit bestehe. Weitere Gründe, welche eine Reduktion der Ersatzpflicht nahelegen würden, bringen die Beklagten nicht vor und sind auch nicht ersichtlich. Die Berufung erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet.