Citation: 1C_315/2020 E. 10.2

10.2. Den Behörden steht bei der Festsetzung der Kostenanteile ein pflichtgemäss auszuübendes Ermessen zu, wobei neben dem Mass der Verantwortung auch Billigkeitsgesichtspunkte, wie die wirtschaftliche Interessenlage und die wirtschaftliche Zumutbarkeit, einbezogen werden können (vgl. Urteil 1C_610/2019 vom 9. Dezember 2020 E. 4.2 mit Hinweisen). Insbesondere kann berücksichtigt werden, ob dem Standortinhaber aus der Belastung oder der Sanierung ein Vorteil erwachsen ist (BGE 139 II 106 E. 5.5 S. 118). Dieser Gesichtspunkt darf auch berücksichtigt werden, wenn es um die Frage geht, wer von mehreren Zustandsstörern kostenpflichtig wird. Als Mieterin der Parzelle hat die C.________ AG weder einen Vorteil aus der Belastung gezogen, noch profitiert sie von einer allfälligen Wertsteigerung des Grundstücks; diese kommt vielmehr dem Eigentümer zugute. Dagegen ist es möglich, dass sie (als Rechtsnachfolgerin der B.________ AG) das Grundstück erwirbt und - je nach den Konditionen des Kaufvertrags - von dessen Wertsteigerung nach einer Sanierung profitiert. Allerdings fällt dieser wirtschaftliche Vorteil nur einmal an. Wurde dieser D.________ angerechnet und dessen Kostenanteil entsprechend hoch angesetzt (vgl. unten E. 11), kann die Wertsteigerung nicht nochmals, in Form eines Kostenanteils der B.________ AG (bzw. der C.________ AG als deren Rechtsnachfolgerin), berücksichtigt werden. Die Summe der Haftung der Zustandsstörer würde sich deshalb nicht erhöhen, d.h. entlastet würde nicht die Beschwerdeführerin (als Verhaltensstörerin), sondern D.________. Dieser hat die Kostenverteilungsverfügung nicht angefochten, sondern seinen Kostenanteil akzeptiert.