Citation: 5A_732/2014 E. 2

Das Kantonsgericht zitiert Art. 2 Abs. 1 bis 3 des Gesetzes über die Volksschulen des Kantons Graubünden (SchulG; BR 421.000), Art. 13 Abs. 1 und 2 SchulG sowie Art. 18 Abs. 1 SchulG bzw. 12 der Verordnung zum Schulgesetz (SchulV; BR 421.010) und hat alsdann zur Sache erwogen, den zitierten Bestimmungen aus dem Schulgesetz und seiner Verordnung sei zu entnehmen, dass es beim Besuch des obligatorischen Schulunterrichts bei Weitem nicht nur um Wissensvermittlung gehe. Vielmehr übernehme die Schule wesentliche Aufgaben im Hinblick auf die Entwicklung des Kindes zu einem verantwortungsvollen Erwachsenen, der sich im künftigen Berufsleben und in anderen wesentlichen sozialen Bereichen in der heutigen Welt zurechtfinden solle. Äusserungen in der Beschwerdeschrift, wonach sich die Behörden in die inneren Angelegenheiten der Familie einmischten oder dass der Staat nicht Eigentümer der ihm in der Schule anvertrauten Kinder sei, würden diese wichtige Aufgabe grundlegend verkennen. Es sei nicht dem Alleingutdünken der Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken und welche Erziehung sie ihnen angedeihen lassen wollen. Werde die vom Staat vorgegebene Schwelle bei der Erfüllung der Erziehungspflichten durch die Eltern überschritten, habe die Behörde zu prüfen, ob eine Gefährdung des Kindeswohls vorliege, und gegebenenfalls Massnahmen zu ergreifen. Diese Voraussetzungen seien vorliegend gegeben: Das Kind bleibe seit Februar 2014 der Schule fern. Ein privat beigezogener Psychiater habe eine Sonderschulung durch die Eltern bis Ende Sommerferien 2014 empfohlen. Gestützt darauf hätten die Eltern ihre Tochter nicht mehr in die Schule geschickt. Es liege indes nicht in der Kompetenz eines privat beigezogenen Psychiaters, ein Kind vom ordentlichen Schulbesuch zu dispensieren. Die Beschwerdeführerin werde zwar nach Angaben ihrer Mutter, deren Lebenspartner, ihrer Grossmutter und ihren eigenen Angaben zuhause unterrichtet. Doch verfüge keine dieser Personen über die dazu erforderlichen fachlichen pädagogischen Qualifikationen. Dass ein befreundeter Lehrer Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stelle und Anweisungen gebe, sei unbeachtlich. Entscheidend komme es darauf an, dass der Unterricht zuhause durch Personen erteilt werde, welche die gleichen Voraussetzungen für die Unterrichtsberechtigung zu erfüllen haben wie Lehrpersonen in der öffentlichen Volksschule. Ausserdem bedürfe der Privatunterricht einer Bewilligung des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements. Die Beschwerdeführerin 1 sei über die Gefährdung der Promotion der Beschwerdeführerin 2 informiert worden, habe aber nichts dagegen unternommen, sodass schliesslich die Nichtpromotion verfügt worden sei. Den Akten sei zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin 1 renitent und uneinsichtig verhalte und den Anweisungen der Behörden keine Folge leiste. Mit ihrem Verhalten gefährde sie das Kindeswohl der Beschwerdeführerin 2 in grober Art und Weise, indem sie diese von einem für sie wichtigen Schulbesuch fernhalte und auch nähere psychologische Abklärungen durch die zuständige Instanz verhindere. Zu Recht stelle die Vorinstanz fest, dass die Beschwerdeführerin 1 sich zu den alternativen Beschulungsoptionen nicht geäussert, Gesprächstermine nicht eingehalten und die Zusammenarbeit mit der Schule verweigert habe. Zudem hätten sich die Anstrengungen im freiwilligen Bereich als nicht ausreichend erwiesen, sodass die nötige Unterstützung von einer Fachperson zu erbringen sei. Die von der KESB am 20. Mai 2014 angeordneten Massnahmen seien daher verhältnismässig.