Citation: 5A_939/2022 E. 3.3

3.3. Das Auskunftsbegehren bezweckt diesfalls den materiellen Anspruch bzw. die beantragten vorsorglichen Massnahmen zu stützen (Urteil 5A_768/2012 vom 17. Mai 2013 E. 4.1). Die Auskunftspflicht besteht, soweit dies für das Beurteilen und Geltendmachen von Ansprüchen nötig ist (BGE 118 II 27 E. 3a). Einem Begehren ist soweit zu entsprechen, als ein Rechtsschutzinteresse besteht; ein solches ist glaubhaft zu machen. Grundsätzlich genügt, wenn die auskunftspflichtige Tatsache möglicherweise geeignet ist, einen materiell-rechtlichen Anspruch zu begründen (Urteil 5A_1022/2015 vom 29. April 2016 E. 7.4 mit Hinweis). Zum Wesen des Informationsanspruchs gehört, dass der Berechtigte für seine Geltendmachung nicht zu beweisen hat, wonach er sucht (vgl. Urteil 5A_994/2014 vom 11. Januar 2016 E. 5.3 betreffend die Auskunftspflicht unter Miterben). Auskunftsersuchen aus Schikane oder aus blosser Neugier sind hingegen ausgeschlossen, ebenso wie solche, die auf die eigentliche Ausforschung der Vermögensverhältnisse des Ehepartners abzielen. Damit das Auskunftsbegehren nicht zu einer verpönten "fishing expedition" wird (vgl. BGE 141 III 119 E. 7.1.3; 138 III 425 E. 6.4), muss von den Parteien - wie bei eigentlichen Beweisanträgen - verlangt werden, dass sie, wo dies nicht offensichtlich ist, darlegen, weshalb von den zur Herausgabe verlangten Urkunden mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Beweisergebnis erwartet werden kann (vgl. Urteil 4A_494/2020 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.2). Geht es der um Auskunft ersuchenden Partei darum, Irregularitäten festzustellen, hat sie solche anhand von Indizien glaubhaft zu machen (vgl. Urteil 4A_63/2022 vom 5. August 2022 E. 4.1.4). Schliesslich ist bei der Ausführung der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten (BGE 132 III 291 E. 4).