Citation: 5P.288/2000 19.09.2000 E. 3

3.- Im erstinstanzlichen Entscheid der Amtsgerichtspräsidentin wird die Drittbeziehung des Ehemannes beiläufig als "bestritten" bezeichnet. Im Rekurs an das Obergericht hat die Beschwerdeführerin demgegenüber ausgeführt, dies treffe nicht zu, was den Gerichtsschreiber des Obergerichts zu einer telefonischen Rückfrage beim Amtsgericht veranlasst hat, da die Akten über die Stellungnahme des Ehegatten keinen Aufschluss gaben. Gemäss der über das Telefongespräch erstellten Aktennotiz und dem angefochtenen Entscheid des Obergerichts hat der Ehemann die Drittbeziehung anlässlich des Aussöhnungsversuchs bestritten und war darüber nach kantonalem Verfahrensrecht kein Protokoll zu führen. Mit der staatsrechtlichen Beschwerde wird geltend gemacht, es verletze den Anspruch auf rechtliches Gehör, dass die Beschwerdeführerin zu dieser Abklärung nicht habe Stellung nehmen können. Die Rüge erwiese sich als begründet, wenn es für den Entscheid des Obergerichts hierauf irgendwie angekommen wäre; aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt das Recht, an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 124 I 241 E. 2; 119 Ia 260 E. 6a, mit Hinweisen). Indessen war für den angefochtenen Entscheid ohne Belang, ob der Ehemann die Drittbeziehung in Abrede stellt oder nicht. Die Frage einer allfälligen Drittbeziehung wäre in einem Beweisverfahren zu klären. Für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege konnte es einzig darauf ankommen, ob sie, so wie sie von der Beschwerdeführerin dargestellt worden war, die Fortführung der Ehe im Sinne von Art. 115 ZGB unzumutbar machen könnte, was klar zu verneinen ist. Die Rückfrage des Gerichtsschreibers dürfte denn auch eher dem Zweck gedient haben, den Ursprung der unterschiedlichen Sachdarstellung zu erhellen und sicherzustellen, dass die dem Obergericht vorliegenden Akten vollständig sind. Entscheidwesentlich war die Frage der Bestreitung der Drittbeziehung jedenfalls nicht und konnte es auch gar nicht sein.