Citation: 1P.720/2000 28.02.2001 E. 3

3.- a) Im Folgenden ist noch die Höhe der Belastung zu überprüfen. Die Beschwerdeführerinnen sind der Auffassung, es hätten ihnen keine Verteidigungskosten für die kriminal- und obergerichtlichen Verfahren auferlegt werden dürfen, nachdem ihnen auch die Gerichtskosten dieser Verfahren nicht überbunden worden seien. b) § 278 Abs. 1 StPO sieht vor, dass die Kosten dem Privatkläger "ganz oder teilweise" auferlegt werden können. Entscheidet sich das Gericht für eine nur teilweise Kostenbelastung, steht es grundsätzlich in seinem Ermessen, wie es die Kostenteilung vornimmt. Diese muss sich nur auf vernünftige, Sinn und Zweck des Gesetzes entsprechende Gründe stützen können. c) Im vorliegenden Fall wurden den Beschwerdeführerinnen die Kosten des Untersuchungsverfahrens (nicht aber des kriminal- und obergerichtlichen Verfahrens) und zwei Drittel der gesamten Verteidigungskosten auferlegt. Auf den ersten Blick erscheint dies widersprüchlich, zumal sich die Beschwerdeführerinnen am obergerichtlichen Verfahren nicht beteiligt hatten. Die Beschwerdegegner haben jedoch zutreffend darauf hingewiesen, dass ihre Verteidigungskosten vor Obergericht etwas weniger als ein Drittel der gesamten Verteidigungskosten ausmachten (vgl. Disp.-Ziff. 3 des angefochtenen Urteils). Die Freistellung der Beschwerdeführerinnen von einem Drittel der Verteidigungskosten kann daher sachgerecht als Ausscheidung der vor Obergericht entstandenen Verteidigungskosten begründet werden, d.h. als Belastung der Beschwerdeführerinnen nur mit den im Untersuchungs- und im kriminalgerichtlichen Verfahren entstandenen Verteidigungskosten. Damit stellt sich nur noch die Frage, ob es willkürlich war, für das kriminalgerichtliche Verfahren zwischen den Gerichts- und den Verteidigungskosten zu differenzieren. Berücksichtigt man, dass die Gerichtsgebühr im kriminalgerichtlichen Verfahren Fr. 2'000.-- und die Verteidigungskosten der Angeschuldigten Fr. 4'000.-- betrugen, läuft diese Regelung auf eine Kostenteilung zwischen dem Staat und den Privatklägerinnen im Verhältnis 1:2 hinaus. Da sich die Beschwerdeführerinnen am kriminalgerichtlichen Verfahren noch beteiligten und in diesem Zeitpunkt (vor dem Appellationsentscheid im Zivilverfahren) noch ein gewichtiges privates Interesse am Strafverfahren hatten, kann diese Kostenteilung nicht als willkürlich bezeichnet werden.