Citation: 6B_689/2014 E. 1.3.2

1.3.2. Die Tatsache, dass es A.________ war, welcher nach der Schiesserei die Polizei verständigte, spricht entgegen der Beschwerdeführerin nicht zwingend für seine Glaubwürdigkeit. Denn dieser stellte sich von Beginn weg auf den Standpunkt, aus Notwehr gehandelt zu haben. Aufgrund der Schussverletzungen des Beschwerdegegners 3 war zudem anzunehmen, dass sich dieser in Spitalpflege begeben und der Vorfall der Polizei bekannt werden würde, wovon auch A.________ ausging. Obwohl die Beschwerdegegner 1 und 3 verschiedentlich nicht die Wahrheit sagten und die Aussagen mitunter dem aktuellen Ermittlungsstand anpassten, sind ihre Angaben nicht gänzlich unglaubhaft. Bereits die erste Instanz wies darauf hin, dass viele der befragten Personen nicht in der Lage seien, den Sachverhalt stringent und allgemein verständlich darzulegen. Daher sei es nicht verwunderlich, wenn bei mehreren Befragungen ein und derselben Person eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Ergebnisse resultiere (erstinstanzliches Urteil, S. 36). Der anfängliche Versuch mehrerer Beteiligter, die Anwesenheit verschiedener Personen am Tatort zu verschweigen, erscheint zudem gerade in diesem Milieu nicht aussergewöhnlich. Überdies hat auch A.________ nicht von Beginn weg alle Anwesenden genannt. Ob dies darauf zurückzuführen ist, dass er eingeschüchtert war, wie die Beschwerdeführerin behauptet, kann offenbleiben. Dass er dies später im Verfahren behauptete, belegt jedenfalls noch keine willkürliche Beweiswürdigung.