Citation: 7B_229/2022 E. 2.1.1

2.1.1. Bei der Bemessung der Einsatzstrafe für das Delikt der Schändung lasse die Vorinstanz unberücksichtigt, dass es sich beim Opfer um ein 13 Jahre altes Mädchen gehandelt habe. Weiter zähle die Vorinstanz mehrheitlich verschuldenserhöhende Merkmale auf, setze dann aber die Strafe dennoch im untersten Bereich des Strafrahmens fest und rücke die Schändung in die Nähe eines Bagatellfalls. Eine Einsatzstrafe von 4 Monaten Freiheitsstrafe, die aufgrund einer zweiten gleichgelagerten Schändung um 2 Monate erhöht werde, sei nicht verschuldensangemessen, sondern willkürlich mild. Da das Erstgericht die einzelnen Elemente des Verschuldens in ähnlicher Weise wie die Vorinstanz gewürdigt habe, dann aber zu einer vielfach höheren Strafe gekommen sei, wäre die Vorinstanz gehalten gewesen, die Abweichungen vom erstinstanzlichen Urteil näher zu begründen. Das Fehlen entsprechender Ausführungen verletze Art. 50 StGB.