Citation: 2P.280/1999 24.07.2000 E. A

A.- Seit 1992 verfolgt der Kanton Wallis in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt Changins und den Walliser Rebschulisten ein Programm zur Erhaltung des genetischen Erbes des Walliser Weinbaus. Dabei soll der Gefahr entgegengewirkt werden, dass die genetische Vielfalt einer Sorte verlorengeht, weil nur wenige Klone in grossem Stil vermehrt und angebaut werden. Zunächst werden nach diesem Programm alte Rebstöcke ermittelt, welche nicht aus der Klonenselektion hervorgegangen sind und unterschiedliche Charakteristika aufweisen. Diese Rebstöcke werden einer längeren Beobachtung sowie virologischen Kontrollen unterzogen. Die Vermehrung wird nach dem Verfahren der Massalselektion vorgenommen, d.h. es erfolgt im Unterschied zur Klonenselektion eine Vermischung verschiedener Typen einer Sorte auf der gleichen Parzelle. Abgesehen davon, dass mit diesem Vorgehen die genetische Vielfalt der Rebsorten bewahrt werden soll, wird angenommen, dass aus einer solchen Selektion ein Wein gekeltert werden kann, dessen Qualität organoleptisch einem Wein aus Rebstöcken von einem einzigen Klon überlegen ist. Das Programm zur Erhaltung des genetischen Erbes des Walliser Weinbaus ist auf die autochthonen und traditionellen Rebsorten wie Petite Arvine, Humagne rouge, Cornalin, Pinot gris, Amigne, Humagne blanc, Païen (Heida), Rèze, Ermitage und Pinot noir ausgerichtet.