Citation: 4A_284/2019 E. 2.3.1

2.3.1. Zur angeblichen Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes ist vorab klärend festzuhalten, dass einerseits das erstinstanzliche Gericht im Verfahren betreffend Kündigungsschutz eines Mietverhältnisses den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat (Art. 243 Abs. 2 lit. c i.V.m. Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO; vgl. zu dieser sog. beschränkten/sozialen Untersuchungsmaxime BGE 141 III 569 E. 2.3 mit zahlreichen Hinweisen; Urteil 4D_87/2017 vom 20. März 2018 E. 3.3.1) und dass andererseits die Kognition der Vorinstanz als Berufungsgericht auch in tatsächlicher Hinsicht nicht eingeschränkt ist (Art. 310 ZPO). Der Beschwerdeführer beruft sich zur Begründung seiner Rüge der Verletzung des "Verhandlungsgrundsatzes" denn auch vielmehr auf die Substanziierung des Kündigungsgrundes, indem er bemängelt, der Beschwerdegegner habe gar nie detailliert, weshalb er als natürliche Person legitimiert sein soll, für "seine" juristische Personen Eigenbedarf geltend zu machen. Die Vorinstanz habe die Funktionen des Beschwerdegegners innerhalb der einzelnen Firmen aus im Recht liegenden Urkunden herausgesucht, obwohl den Ausführungen des Beschwerdegegners keine entsprechenden Tatsachenbehauptungen zu entnehmen seien. Der Beschwerdeführer verkennt hierbei, dass sich die Stellung des Beschwerdegegners als Verwaltungsratspräsident bereits aus den notorischen Auszügen des Handelsregisters des Kantons Luzern ergibt. Ausserdem übergeht er, dass vom Vermieter im Zusammenhang mit einer ordentlichen Kündigung im Sinne von Art. 266 ff. OR nicht gefordert wird, einen dringenden Eigenbedarf für sich, nahe Verwandte oder Verschwägerte im Sinne von Art. 261 Abs. 2 lit. a OR oder Art. 271a Abs. 3 lit. a OR oder 272 Abs. 2 lit. d OR zu behaupten und zu belegen (vgl. für insoweit vergleichbare Fälle die Urteile 4A_368/2017 vom 19. Februar 2018 E. 4.5). Die frist- und formgerecht ergangene ordentliche Kündigung von Wohn- oder Geschäftsräumen ist gemäss Art. 271 Abs. 1 OR einzig anfechtbar, wenn sie gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstösst. Der Beschwerdegegner präzisierte den von ihm ungenau als "Eigenbedarf" bezeichneten Kündigungsgrund in der Klagebegründung mit der Erklärung, er beabsichtige, die Büros "seiner" Unternehmen an der Liegenschaft U.________ zu zentralisieren. Da es dem Vermieter im Rahmen einer ordentlichen Kündigung eines Mietverhältnisses grundsätzlich nicht verwehrt ist, sich auf das Interesse juristischer Personen zu berufen, welche er als Verwaltungsratspräsident leitet und an welchen er beteiligt ist, führt die Argumentation des Beschwerdeführers ins Leere.