Citation: 1C_490/2017 E. 9.2

9.2. Die Vorinstanzen beurteilten die wirtschaftliche Tragbarkeit von verschiedenen Sanierungsszenarien (DVER, WWF und FMG) anhand eines von der AXPO entwickelten Berechnungsmodells, das sich auf die bundesgerichtlichen Kriterien stützt ("FMG - Assainissement des cours d'eau - résultat du modèle AXPO"). Danach ist die Rentabilität der Anlage "Gougra" als "ungünstig" einzustufen. Die vom Staatsrat beschlossenen Dotationen im Val d'Anniviers führen zu einer Produktionseinbusse von 1.72 %, zuzüglich einer Beteiligung der FMG an den Kosten der Renaturierung der Alluvialzone La Lée in Höhe von Fr. 250'000.--. Der Staatsrat ging davon aus, damit sei der Rahmen der nach Art. 80 Abs. 1 GSchG möglichen Sanierung ausgeschöpft. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies und behauptet, es sei von "durchschnittlichen" Verhältnissen auszugehen, weshalb Produktionseinbussen von bis zu 5 % zulässig seien. Sie begründet dies jedoch nicht und legt nicht dar, inwiefern die Berechnung auf offensichtlich unrichtigen Annahmen über die betrieblichen Verhältnisse der FMG beruht oder die Bewertung im Ergebnis an einem offensichtlichen Mangel leide. Das BAFU führt in seiner Vernehmlassung dazu aus, es lägen keine Anhaltspunkte vor, die Anlass zu einer anderen Beurteilung gäben; die wirtschaftliche Einstufung als "ungünstig" erscheine auch deswegen plausibel, weil die FMG verschiedene Investitionsentscheide (Ersatzbauten, Umbauten, neue Projekte) in die Zukunft verschoben habe. Unter diesen Umständen durften die Vorinstanzen davon ausgehen, dass die von der Beschwerdeführerin verlangte Dotierung der Turtmänna ab Stausee, die zu einer beträchtlichen zusätzlichen Produktionseinbusse führen würde, den nach Art. 80 Abs. 1 GSchG zulässigen Sanierungsumfang sprengen würde.