Citation: 6B_98/2024 E. 1.2.3

1.2.3. Schliesslich erwägt die Vorinstanz, die Aussagen des Beschwerdeführers seien auch nicht mit den medizinischen Berichten in Einklang zu bringen. Diese würden bestätigen, dass es sich bei den beim Beschwerdegegner festgestellten Verletzungen um Schnittverletzungen handle, die von scharfkantigen Gegenständen stammten, beispielsweise von der Klinge eines Messers oder eines messerähnlichen Gegenstandes. Schlüssel seien weder scharfkantig noch klingenähnlich, weshalb dies zweifelsfrei ausgeschlossen werden könne - zumal darauf auch keine Blutspuren hätten festgestellt werden können. In diesem Zusammenhang führt die Vorinstanz aus, die Anklage spreche generell von einem Messer oder einem messerähnlichen Gegenstand und auch der Beschwerdegegner habe den Gegenstand, mit dem er verletzt worden sei, nicht genau beschreiben können. Hingegen habe er genau angeben können, dass der Beschwerdeführer einen Gegenstand in der Faust gehalten habe, aus der eine Klinge herausgeschaut habe. Die genaue Länge der freien Klinge lasse sich den Akten nicht entnehmen. Ebenso wenig stehe fest, wie tief der Beschwerdeführer mit der Klinge in den Unterbauch eingedrungen sei. Wohl halte das Gutachten fest, die Wunde sei tiefer als lang (1 cm) und auf dem Wundgrund sei das Unterhautfettgewebe sichtbar gewesen. Daraus liessen sich jedoch keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die Tiefe der Verletzung ziehen. Bei der Verletzung am Hals habe das Gutachten im Gegensatz zur Länge der Wunde (0.5 cm) gar keine Angaben zur Tiefe machen und deshalb auch nicht feststellen können, ob es sich dabei um eine Schnitt- oder Stichverletzung gehandelt habe. Zugunsten des Beschwerdeführers müsse deshalb von einer weniger als 0.5 cm tiefen Schnittverletzung ausgegangen werden. Bei den Verletzungen an der Hand handle es sich klarerweise um oberflächliche Schnittverletzungen. Daraus schliesst die Vorinstanz, wenngleich sich nicht mehr erstellen lasse, was für ein Messer im Spiel gewesen sei, stehe fest, dass der Beschwerdeführer gegen den Beschwerdegegner zumindest einen scharfkantigen, messerähnlichen Gegenstand zum Einsatz gebracht und diesem damit die bekannten Verletzungen zugefügt habe. Damit erachtet es die Vorinstanz als erstellt, dass der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner in kurzer Abfolge zwei Stich-/Schnittverletzungen, zunächst am Hals, dann am Unterbauch, beigebracht habe, wobei er mit dem Messer bzw. dem messerähnlichen Gegenstand ausgeholt und dieses/diesen schwungvoll gegen den Beschwerdegegner zum Einsatz gebracht habe. Der Anklagesachverhalt sei erstellt, es sei gestützt darauf eine rechtliche Würdigung vorzunehmen.