Citation: 1C_159/2016 E. 4.2

4.2. Das Gewässerschutzgesetz schreibt vor, dass im Bereich öffentlicher Kanalisationen das verschmutzte Abwasser in die Kanalisation eingeleitet werden muss (Art. 11 Abs. 1 GSchG). Der Bereich öffentlicher Kanalisationen umfasst namentlich Bauzonen (Art. 11 Abs. 2 GSchG). Baubewilligungen für Neu- und Umbauten dürfen im Bereich öffentlicher Kanalisationen nur erteilt werden, wenn gewährleistet ist, dass das verschmutzte Abwasser in die Kanalisation eingeleitet wird oder gemäss der Sonderregelung von Art. 12 Abs. 4 GSchG landwirtschaftlich verwertet wird (Art. 17 lit. a GSchG). Als Ausnahme lässt Art. 18 Abs. 1 GSchG zu, dass für kleinere Gebäude und Anlagen, die sich im Bereich öffentlicher Kanalisationen befinden, aber aus zwingenden Gründen noch nicht an die Kanalisation angeschlossen werden können, die Baubewilligung erteilt werden darf, wenn der Anschluss kurzfristig möglich ist und das Abwasser in der Zwischenzeit auf eine andere befriedigende Weise beseitigt wird. Bevor die Behörde die Bewilligung erteilt, hört sie die kantonale Gewässerschutzfachstelle an. Nach der Rechtsprechung und Lehre betrifft die Ausnahmeregelung in Art. 18 Abs. 1 GSchG Baubewilligungen für Neu- und Umbauten (Urteil 1A.194/1997 vom 12. Dezember 1997 E. 3, in: RDAF 1998 I S. 266 ff.; ZUFFEREY/EGGS, in: Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, Peter Hettich und andere [Hrsg.], 2016, N. 4 zu Art. 18 GSchG). Die in Art. 18 Abs. 1 GSchG genannten Voraussetzungen müssen kumulativ gegeben sein (Urteil 1C_419/2011 vom 18. Juni 2012 E. 5.3).