Citation: 5A_657/2023 E. 2

Die Ehefrau war während der Ehe nicht und der Ehemann vollzeitig erwerbstätig. Sein geäufnetes Vorsorgeguthaben beträgt knapp über Fr. 200'000.--. Das Obergericht hat, unter weitgehender Verweisung auf die ausführlichen erstinstanzlichen Erwägungen, gestützt auf Art. 124b Abs. 2 ZGB von einer Teilung abgesehen. Es ist, wie bereits das Amtsgericht, davon ausgegangen, dass seit dem 1. Januar 2017 nicht mehr eine offensichtliche Unbilligkeit, sondern lediglich noch wichtige Gründe gegeben sein müssten, welche vorliegend erfüllt seien. Der Ehemann kümmere sich vollumfänglich um die unter seiner alleinigen Obhut stehenden gemeinsamen Kinder und er bestreite aus seinem Erwerbseinkommen auch vollständig den Kindesunterhalt. Soweit er sein Altersguthaben nicht teilen müsse, werde er dereinst über eine prognostizierte monatliche Rente von CHF 3'474.-- verfügen. Die Ehefrau sei nach München gezogen, wo sie beim Patent- und Markenamt bei einem freiwillig auf 60 % beschränkten Pensum ein Erwerbseinkommen von EUR 3'830.-- erziele. Sodann besitze sie in München vier Liegenschaften, wobei sie diese nur teilweise vermiete. Sie verzichte mithin auf eine Ausschöpfung ihrer Erwerbskraft wie auch ihrer Möglichkeit zur Erzielung von Mieteinnahmen, weil sie es sich angesichts ihrer finanziellen Situation offensichtlich leisten könne. Die wirtschaftliche Situation der Ehegatten nach der Scheidung präsentiere sich insgesamt sehr ungleich und es wäre unbillig, die Ehefrau an den während der Ehe erworbenen Vorsorgeguthaben des Ehemannes zu beteiligen.