Citation: 8C_241/2023 E. 5.3.2

5.3.2. Der psychiatrische Sachverständige legte nachvollziehbar dar, dass die diagnostischen Kriterien einer leichten depressiven Episode nicht erfüllt seien. Die vom Beschwerdeführer geschilderten Existenzängste und Zukunftssorgen seien vor dem Hintergrund der geschilderten psychosozialen Belastungsfaktoren noch normalpsychologisch nachvollziehbar. Es sei jedoch von einer dysphorisch geprägten Dysthymie mit zahlreichen psychoreaktiven Zuflüssen bei anhaltenden psychobiographischen Konflikten und Belastungen auszugehen, die jedoch keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit habe. Die psychosozialen Belastungsfaktoren seien derart ausgeprägt, dass bei der vorliegenden chronischen Schmerzstörung neben den organischen Kernbefunden auch psychologische Faktoren an der Aufrechterhaltung und Ausgestaltung des Schmerzsyndroms beteiligt seien, weshalb die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu stellen sei. Das Verhalten des Beschwerdeführers bei der Exploration habe aber keine "wesentliche Schmerzgeplagtheit" erkennen lassen. Der Gutachter wies ferner auf die vorhandenen Ressourcen des Beschwerdeführers in den Bereichen Realitätsprüfung, Urteilsbildung, Kontakt- und Beziehungsfähigkeit, Impulskontrolle, Selbstwertregulation und Regressionsfähigkeit sowie Affektsteuerung hin. In Anlehnung an das Mini-ICF bestünden beim Beschwerdeführer keine nennenswerten Beeinträchtigungen. Eine für die Arbeitsfähigkeit relevante Diagnose könne daher nicht gestellt werden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers zeigte der psychiatrische Gutachter damit schlüssig auf, dass aufgrund der gering ausgeprägten diagnoserelevanten Befunde und der guten persönlichen Ressourcen aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit besteht. Der Beschwerdeführer beruft sich im Übrigen auf keinen fachärztlichen Bericht, der ihm eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund seiner psychischen Beschwerden attestieren würde. Die Vorinstanz verletzte damit kein Bundesrecht, wenn sie die psychiatrische Expertise als beweiskräftig erachtete.