Citation: I 618/03 29.01.2004 E. 2.2

2.2.1 Im Verlauf des im Februar 2001 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens gingen der IV-Stelle über den spanischen Versicherungsträger verschiedene ärztliche Berichte zu. Diese enthalten jedoch insbesondere hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin Aussagen, welche einander widersprechen. So gelangt Dr. med. M.________ in seinem Bericht vom 15. März 2001 zum Schluss, die Versicherte sei nicht arbeitsfähig. Der Psychiater R.________ führt in seiner gleichentags abgefassten Stellungnahme aus, die Entwicklung zeige einen annehmbaren Grad von familiärer und sozialer Anpassung, indessen verbunden mit einer bemerkenswerten - aber nicht näher bezifferten - Arbeitsunfähigkeit. Gemäss dem Bericht des Dr. med. V.________ vom 30. März 2001 besteht dagegen in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von lediglich 20-30 %. Unter diesen Umständen hat die Verwaltung nach Konsultation der IV-Stellenärzte Dr. med. I.________ und Dr. med. S.________ mit Recht zusätzliche Abklärungen getroffen. 2.2.2 Das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 17. Januar 2002 ergab die Hauptdiagnosen eines chronischen lumbo-spondylogenen Schmerzsyndroms bei Status nach Hemilaminektomie L5 links 1992, einer Dysthymia (= leichte, vorwiegend dysphorische Depressivität auf der Grundlage einer histrionisch strukturierten Persönlichkeit) und einer somatoformen Schmerzstörung. Weiter wird ausgeführt, im somatischen Bereich hätten nur relativ bescheidene Befunde objektiviert werden können; es seien keine neurologischen Ausfälle, keine Instabilität der Wirbelsäule und keine neue Diskushernie, sondern lediglich eine Diskusprotrusion gefunden worden. Rückenadaptierte Tätigkeiten seien aus somatischer Sicht vollschichtig zumutbar. Das psychiatrische Beschwerdebild führe zu einer stärkeren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Diese sei in der zuletzt ausgeübten, als mittelschwer eingestuften Tätigkeit auf 50 % zu beziffern. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erscheine als möglich. 2.2.3 Das Gutachten der MEDAS wird, wie die Vorinstanz mit zutreffender Begründung erkannt hat, den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Stellungnahme (BGE 125 V 352 Erw. 3a) gerecht. Es kann daher der gerichtlichen Beurteilung zu Grunde gelegt werden, sofern seine Zuverlässigkeit auf Grund der übrigen medizinischen Akten nicht in Frage zu stellen ist. Diesbezüglich ergeben sich aus den Berichten des Spitals X.________, Spanien, vom 26. November 2001 und 5. Juni 2002 keine hinreichenden Anhaltspunkte, wird doch die von der MEDAS abweichende Einschätzung bezüglich der Arbeitsunfähigkeit nicht näher begründet. Gleiches gilt für die Stellungnahme des Psychiaters Dr. med. R.________ vom 21. März 2002 und den Bericht von Dr. med. G.________ vom 9. Februar 2003 über Röntgenaufnahmen der Hals- und Lendenwirbelsäule, welche keine neuen Resultate ergaben. Im letztinstanzlich aufgelegten Bericht von Dr. med. A.________ vom 8. September 2003 wird in erster Linie auf die chronischen Schmerzen hingewiesen, welche der Ausübung einer Erwerbstätigkeit entgegen stünden. Die MEDAS hat diesem Beschwerdebild mit der Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung Rechnung getragen und es im Rahmen der Beurteilung der vorwiegend psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt. Unter diesen Umständen besteht kein Anlass, von den Ergebnissen des MEDAS-Gutachtens abzuweichen. Gestützt darauf ist davon auszugehen, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe sich seit dem Erlass der Verfügung vom 23. September 1994 in dem Sinne verbessert, dass ihr die Ausübung der angestammten Tätigkeit wieder in einem Ausmass von 50 % möglich ist. 2.3 Ausgehend von der Annahme, dass die Beschwerdeführerin ohne Behinderung wieder eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit als Näherin aufgenommen hätte, konnten Vorinstanz und IV-Stelle auf Grund der in dieser Tätigkeit bestehenden 50%igen Arbeitsfähigkeit zulässigerweise von der Vornahme eines Einkommensvergleichs absehen und die Invalidität im Rahmen eines so genannten Prozentvergleichs (vgl. BGE 114 V 313 Erw. 3a mit Hinweisen) auf 50 % beziffern. Da die Verfügung am 15. Mai 2002 erging, war die ganze Rente gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV per 1. Juli 2002 auf eine halbe herabzusetzen.