Citation: 4A_211/2023 E. 5.7

5.7. Was den Zweck anbelangt, verweisen die kantonalen Instanzen auf Ziffer 10 der Präambel des Kaufvertrages, in der festgehalten ist, dass die Vertragsparteien mittels dieses Kaufvertrages bezwecken, zum einen die im Aktionariat der Gesellschaft vorherrschende Pattsituation zu beenden, indem 250 Aktien der Gesellschaft von den Verkäufern an die Käuferinnen verkauft und übertragen werden, und zum anderen die damals hängigen gerichtlichen Streitigkeiten zwischen den Vertragsparteien beizulegen. Nach Ansicht der kantonalen Instanzen würde es daher keinen Sinn machen, wenn sich die Käuferinnen später - d.h. nach Abschluss des Kaufvertrages - auf (vermeintliche) Mängel berufen könnten, die ihnen aufgrund ihrer Stellung als Aktionäre oder als durch im Verwaltungsrat Vertretene bekannt waren oder zumindest hätten bekannt sein müssen.