Citation: 2C_489/2023 E. 7.2.2

7.2.2. Die Vorinstanz stellte zusammengefasst fest, das Bauernhaus des Beschwerdeführers sei am 28. Juli 2016 durch einen Brand gänzlich zerstört worden. Ein fachübliches Ausschlussverfahren habe ergeben, dass der Brand durch einen Menschen gelegt worden sei. Nach dem Brand habe die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung gegen den Beschwerdeführer wegen Brandstiftung an seinem Bauernhaus eröffnet. Das Strafverfahren sei am 9. April 2018 eingestellt worden (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO). Da durch die verursachte Feuersbrunst weder eine Gemeingefahr entstanden noch eine Drittperson zu Schaden gekommen sei, sei der Tatbestand der Brandstiftung nach Art. 221 Abs. 1 StGB nicht erfüllt gewesen. Es bestehe - so die Staatsanwaltschaft in der Einstellungsverfügung weiter - gestützt auf die Ermittlungen der Kantonspolizei jedoch der dringende Verdacht, dass der Beschuldigte den Brand an seinem Haus selber gelegt habe. Die Vorinstanz stellte gestützt auf die Untersuchungsakten fest, der Beschwerdeführer sei unmittelbar vor dem Brandausbruch auf seinem Hof gewesen; andere Personen seien zur fraglichen Zeit dort oder in der unmittelbaren Umgebung nicht gesehen worden. Der Beschwerdeführer habe sich in finanziellen Schwierigkeiten befunden und daher mit Blick auf allfällige Versicherungsleistungen ein Motiv gehabt. In den Strafakten gäbe es keine Hinweise auf eine Dritttäterschaft. Namentlich sei auch kein Grund ersichtlich, weshalb eine Drittperson den Brand hätte legen sollen. Zur Zeit, als sein Bauernhaus abgebrannt sei, sei gegen den Beschwerdeführer bereits ein Strafverfahren wegen Brandstiftung in etlichen weiteren Fällen hängig gewesen, die sich in den Jahren 2003 bis 2016 in der Region ereignet hätten. Am 24. August 2018 sei er rechtskräftig wegen versuchter Brandstiftung an einem Personenwagen und wegen Brandstiftung an einem Stapel Holzscheite verurteilt worden. Dort sei er anhand von DNA-Spuren am Brandort (auf einem Zündholz bzw. auf einer Anzündhilfe) überführt worden, wobei er diese Taten ebenfalls abgestritten habe. In neun weiteren Fällen sei er "in dubio pro reo" freigesprochen worden. Diese Indizien sprächen insgesamt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für den Beschwerdeführer als Verursacher des Brandes (vgl. angefochtener Entscheid, E. 4). Dieser habe zudem absichtlich gehandelt. Gemäss einem forensisch-psychiatrischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern habe eine Alkoholisierung beim alkoholgewöhnten Beschwerdeführer mit hoher Wahrscheinlichkeit keine ursächliche, sondern allenfalls eine zusätzlich tatbegünstigende Rolle gespielt. Er könne nicht nachweisen, dass er zum Zeitpunkt der Brandlegung wegen Alkoholisierung nicht urteilsfähig gewesen sei (vgl. angefochtener Entscheid, E. 5). Entsprechend habe er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit absichtlich gehandelt und verliere gestützt auf Art. 32 Abs. 1 GVG/BE jeglichen Entschädigungsanspruch.