Citation: 2C_861/2018 E. 3.5

3.5. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung soll abgesehen davon nur angeordnet werden, wenn er nach den gesamten Umständen angemessen und verhältnismässig ist (oben, E. 2.2). Der Beschwerdeführer ist im Jahr 1990 eingereist und hält sich somit seit knapp dreissig Jahren in der Schweiz auf. Gemäss den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen können bei ihm Kenntnisse der deutschen Sprache vorausgesetzt werden, ist er in einer Festanstellung tätig und war er nie von der Sozialhilfe abhängig. Das einzige Gewaltdelikt, für welches er strafrechtlich verurteilt worden ist, beging er als Minderjähriger und liegt über zwanzig Jahre zurück. Die übrigen strafrechtlichen Verurteilungen stehen unbestrittenermassen praktisch durchwegs in Zusammenhang mit seiner Drogensucht und der dadurch verursachten Beschaffungskriminalität. Diese Delikte können keineswegs verharmlost werden. Zu berücksichtigen ist jedoch auch, dass sich der Beschwerdeführer als junger Erwachsener erfolgreich einer Drogentherapie unterzogen hat, während Jahren drogen- und deliktfrei lebte und das Aufflackern seiner Kriminalität wiederum in Zusammenhang mit seiner erneuten Heroinsucht zu sehen ist. Die seit dem Jahr 2012 wieder auftretende Kriminalität hatte zwar fünf strafrechtliche Verurteilungen, jedoch keine Freiheitsstrafe zur Folge, womit der Beschwerdeführer innerhalb des Rahmens liegt, in welchem das Bundesgericht, vorbehältlich weiterer, negativ zu berücksichtigender Elemente, das Vorliegen des Widerrufsgrundes von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG regelmässig verneint hat (oben, E. 3.3). Die private Verschuldung des Beschwerdeführers ist zwar vom August 2016 von etwa Fr. 27'000.-- bis zum Juli 2017 auf Fr. 46'000.-- angestiegen. Dazu ist festzuhalten, dass sich die private Verschuldung, die zudem auf die Drogensucht zurückzuführen ist, noch nicht in der Höhe bewegt, welche nach der bundesgerichtlichen Praxis massgeblich negativ ins Gewicht fällt (oben, E. 3.3), und dem Beschwerdeführer gemäss den vorinstanzlichen Erwägungen der private Schuldenabbau in früheren Jahren durchaus gelungen ist. Angesichts dessen, dass vorliegend mildere Mittel zur Verfügung stehen, um den Beschwerdeführer zur Einhaltung von Recht und Ordnung zu bewegen, und solche Massnahmen gemäss der Aktenlage nicht zum Vornherein als wenig erfolgversprechend bezeichnet werden können, überwiegen die privaten Interessen der niederlassungsberechtigten Familienmitglieder, der Ehefrau und der zwei minderjährigen Kinder, ihr Familienleben mit dem Beschwerdeführer in der Schweiz pflegen zu können, das öffentliche Interesse an seiner Ausreise. Damit erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als unverhältnismässig. Das angefochtene Urteil ist antragsgemäss aufzuheben und dem Beschwerdeführer seine Niederlassungsbewilligung zu belassen. Im Hinblick auf sein früheres Verhalten rechtfertigt es sich als mildere Massnahme, ihn formell zu verwarnen (Art. 96 Abs. 2 AIG; Urteil 2C_116/2017 vom 3. Oktober 2017 E. 5.1) und ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass im Falle einer weiteren Delinquenz seine Situation neu überprüft und die zu jenem Zeitpunkt herrschenden Umstände berücksichtigt werden können.