Citation: 9C_550/2016 E. 4.2.2

4.2.2. Der psychiatrische Gutachter nahm zu sämtlichen medizinischen Akten einlässlich Stellung. Er diskutierte die erhobenen Befunde und legte anhand der beobachteten und der vom Versicherten selber angegebenen Symptome dar, inwiefern er die Beurteilung der behandelnden Ärztin als vertretbar erachtete. Die paranoiden Persönlichkeitsanteile begründete der Experte entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin ebenso wie die ängstlich-vermeidenden Anteile. Er führte aus, im Gespräch sei eine sehr wenig ausgeprägte Introspektionsfähigkeit des Beschwerdegegners auffallend. Probleme projiziere er nach aussen und die Schuld an seiner Situation gebe er der Gesellschaft oder dem Schweizer Sozialsystem. Während des gesamten Gesprächs sei auch eine Selbstbezogenheit des Versicherten spürbar, was der Gutachter als paranoide Persönlichkeitsanteile erachtete. Die ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsanteile sowie eine Selbstwertproblematik seien im Untersuchungsgespräch nicht so deutlich geworden. Aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde und des Gesprächs mit der langjährigen Therapeutin könne jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung ausgegangen werden. Insgesamt begründete der Psychiater die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % für sämtliche Tätigkeiten nicht allein mit dem Verweis auf die von ihm gestellten Diagnosen. Er erachtete den Beschwerdegegner aufgrund einer verminderten Anpassungsfähigkeit, einer verminderten Stresstoleranz sowie einer verminderten Belastbarkeit in der Arbeitsfähigkeit als eingeschränkt.