Citation: 4A_240/2021 E. 4.6.1

4.6.1. Der Einzelschiedsrichter erwog, die Beschwerdegegnerin mache geltend, sie habe entschieden, von den "Y.________ Agreements" gemäss Art. 107 Abs. 2 OR zurückzutreten und die Rückerstattung der bezahlten Entschädigungen sowie zusätzlich "additional damages" zu verlangen. Die Beschwerdegegnerin habe - ohne Erfolg - mehrmals gemäss Art. 102 OR gemahnt, mit dem Ziel den "Y.________ Quellcode" zu erhalten. Die Beschwerdeführerin mache geltend, die Beschwerdegegnerin habe keine weiteren Schritte unternommen, nachdem A.B.________ (Spanien) sich geweigert habe, das "Y.________ Produkt" zu testen. Dies habe die Beschwerdeführerin nicht vor ihrer Verpflichtung befreit, das "Y.________ Produkt" einschliesslich des Quellcodes zu liefern. Auch habe die Beschwerdegegnerin ihr Recht nicht verwirkt, eine neue Nachfrist zu setzen. Die Beschwerdegegnerin habe denn auch weitere Schritte bezüglich des "Y.________ Quellcode" unternommen, sei doch die Verpflichtung, diesen zu liefern, ausdrücklich in die Verträge im Zusammenhang mit dem "Z.________Projekt" aufgenommen worden. Trotzdem habe die Beschwerdeführerin den entsprechenden Quellcode ohne triftigen Grund nicht geliefert. Der letzte Versuch, die Lieferung des "Y.________ Produkts" zu erhalten, sei am 27. März 2019 mit Schreiben des Anwalts der Beschwerdegegnerin erfolgt. Dieser habe die Beschwerdeführerin in Verzug gesetzt ("notice of default") und habe - im Einklang mit der "amicable settlement clause" in deren Allgemeinen Geschäftsbedingungen - innerhalb von 15 Tagen ein Meeting verlangt. Dieses Schreiben der Beschwerdegegnerin habe eindeutig eine neue Nachfrist zur Lieferung des "Y.________ Produkts" enthalten und habe ausdrücklich Bezug genommen auf ihr Recht (Art. 107-109 OR), entweder Erfüllung ("performance") oder Schadenersatz zu erhalten. Da die Beschwerdeführerin der "notice of default" der Beschwerdegegnerin nicht nachgekommen sei, so der Einzelschiedsrichter weiter, habe diese ungefähr 3 Wochen später, am 17. April 2019, eine "notice of Arbitration" eingereicht. Darin habe sie die Rückerstattung von geleisteten Vergütungen und die Zahlung von zusätzlichem Schadenersatz verlangt. Obwohl es keinen ausdrücklichen Hinweis auf den Rücktritt von den "Y.________ Agreements" gegeben habe, habe der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin die Rückerstattung der Vergütung sowie zusätzlich Schadenersatz gefordert habe, nur als Rücktritt interpretiert werden können.