Citation: 4A_2/2020 E. A

A.a. Am 4. September 2003 mandatierte B.A.________ (Klientin) Rechtsanwalt E.________ (Beklagter, Beschwerdegegner), nachdem C.A.________, ihr damaliger Ehemann - und Vater von A.A.________ (Kläger, Beschwerdeführer) und D.A.________ (Klägerin, Beschwerdeführerin) -, am 9. Juli 2003 vor dem Richteramt Dorneck-Thierstein die Scheidung anhängig gemacht hatte. In der Klage hatte der Ehemann darauf hingewiesen, dass er mittellos sei und deshalb keine Alimente bezahle. A.b. Dem Ehescheidungsverfahren war eine mehrjährige Trennungsdauer der Eheleute vorausgegangen. Gemäss undatierter Trennungsvereinbarung zog B.A.________ per 1. März 1992 aus der ehelichen Wohnung und C.A.________ verpflichtete sich zu einer monatlichen Unterhaltszahlung in der Höhe von Fr. 11'000.--. Diesen Betrag setzte das Zivilgericht Basel-Stadt am 24. Oktober 1994 auf Fr. 6'000.-- herab. Ab Februar 1994 stellte C.A.________ die Zahlung der geschuldeten Unterhaltsbeiträge ein, weshalb B.A.________, damals noch vertreten durch einen anderen Rechtsanwalt, ein Betreibungsverfahren über Fr. 62'269.10 nebst Zins und Kosten einleitete und am 13. September 1996 einen Verlustschein über die volle Summe ausgestellt erhielt. A.c. Anlässlich des Klientengesprächs zwischen B.A.________ und dem Beklagten, an dem auch die Klägerin anwesend war, kam die schlechte finanzielle Situation von B.A.________ zur Sprache. Sie informierte den Beklagten sowohl darüber, dass ihr Ehemann nach der Trennung lediglich während 17 Monaten Unterhalt bezahlt habe, als auch über das diesbezügliche Betreibungsverfahren. Weiter teilte sie mit, sie beziehe AHV, habe Prämienverbilligungen bei der Krankenkasse und werde ansonsten von ihren Kindern finanziell unterstützt. Ferner äusserte sie den Wunsch nach einer raschen Scheidung, wobei sie möglichst nichts damit zu tun haben wolle. A.d. Mit Schreiben vom 7. Oktober 2003 gelangte C.A.________ an das Scheidungsgericht und reichte diverse Beilagen ein, unter anderem den Verlustschein vom 13. September 1996 in Kopie (vgl. hiervor Sachverhalt Bst. A.b) sowie drei weitere Verlustscheine je vom 18. März 2003. Ferner lag dem Schreiben eine auf den 6. Oktober 2003 datierte Aufstellung seiner wirtschaftlichen Situation bei, in der er darlegte, dass er seit 1992 nicht mehr erwerbstätig sei und weder über Einkommen noch Vermögen verfüge. Für seine Ausgaben komme seine Lebenspartnerin auf. Ein Pensionskassenguthaben habe er nicht. Diese Eingabe liess das Gericht samt Beilagen zuhanden von B.A.________ dem Beklagten zukommen, welcher ein paar Tage später für seine Klientin ein Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Prozessführung für das bevorstehende Scheidungsverfahren einreichte. Dieses Gesuch wurde mit Verfügung vom 6. November 2003 bewilligt. A.e. Am 30. März 2004 fand die Aussöhnungsverhandlung und erste Anhörung statt, in der die Eheleute eine Scheidungskonvention abschlossen. Darin erklärten sie, dass ihres Wissens keine Pensionskassenguthaben mehr vorhanden seien und sie das Gericht mit weiteren Abklärungen beauftragen würden. Von Amtes wegen klärte das Gericht in der Folge ab, ob auf Seiten des Ehemannes noch Pensionskassenguthaben bestanden. A.f. Die gerichtlichen Nachforschungen ergaben, dass am 10. Mai 1995 zu Gunsten von C.A.________ eine Freizügigkeitsleistung von Fr. 461'005.-- an die Bank F.________ (zuhanden eines Freizügigkeitskontos) überwiesen worden war. Ferner sei ihm eine weitere Freizügigkeitsleistung von Fr. 5'654.85 am 23. September 1996 in bar ausbezahlt worden. Die Nachfolgerin der Freizügigkeitsstiftung der Bank F.________ teilte sodann mit, das auf C.A.________ lautende Freizügigkeitskonto sei am 17. August 1995 aufgelöst und das Guthaben von Fr. 467'215.75 an die Pensionskasse seines neuen Arbeitgebers, die Vorsorgeeinrichtung G.________, überwiesen worden. Diese teilte mit, C.A.________ sei am 31. Oktober 1995 aus ihrer Sammelstiftung ausgetreten und sein Altersguthaben von Fr. 476'326.40 sei ihm bar (per Check) am 7. Dezember 1995 ausbezahlt worden. Ihrem Orientierungsschreiben lag die damalige Austrittsabrechnung bei. Nicht beiliegend war die Dienstaustrittsmeldung mit Gesuch um Barauszahlung infolge Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit vom 7. November 1995, welche von beiden Eheleuten unterzeichnet war; allerdings was B.A.________ betrifft mit gefälschter Unterschrift, wie ein späteres Strafverfahren gegen C.A.________ offenlegte (vgl. hiernach Bst. A.h). A.g. Das Gericht Dorneck-Thierstein teilte diese Ergebnisse der Abklärungen mit Verfügung vom 9. Juli 2004 beiden Eheleuten unter Beilage des Schreibens der Vorsorgeeinrichtung G.________ samt Austrittsabrechnung mit. Gleichzeitig setzte es ihnen Frist zur Stellungnahme sowie Bestätigung des Scheidungswillens und der Konvention. Mit Schreiben vom 30. Juni 2004 liess der Beklagte dem Gericht die Erklärung von B.A.________ zukommen, mit welcher sie ihren Scheidungswillen und ihr Einverständnis mit der Konvention bestätigte. Der Beklagte wies explizit darauf hin, dass seine Klientin akzeptiere, dass kein Freizügigkeitsguthaben des Ehemannes mehr vorhanden sei. Am 21. Juli 2004 sprach das Gericht die Scheidung der Eheleute aus und genehmigte die Scheidungskonvention. Im Entscheid wurde festgehalten, beide Ehegatten würden aufgrund der amtlichen Abklärungen des Gerichts bezüglich des Verbleibs des Freizügigkeitsguthabens des Ehemanns feststellen, dass keine Pensionskassenguthaben mehr vorhanden seien. Der Entscheid erwuchs am 28. Juli 2004 in Rechtskraft. A.h. Am 25. November 2005 reichte das Konkursamt des Kantons Thurgau beim kantonalen Untersuchungsrichteramt Strafanzeige gegen C.A.________ wegen Verdachts auf Konkursdelikte ein. Im Zuge der Ermittlungen trat zu Tage, dass sich dieser in der Zeit von 1994 bis 2004 zahlreicher Delikte zulasten seiner Ex-Frau schuldig gemacht haben könnte. Diese wurde am 20. August 2007 polizeilich befragt und stellte gleichentags einen Strafantrag. Es zeigte sich, dass C.A.________ im Gesuch um Barauszahlung seines Freizügigkeitsguthabens die Unterschrift seiner damaligen Ehefrau gefälscht hatte, um sie um den ihr zustehenden Anteil an diesem Guthaben zu bringen. Unbestrittenermassen hat die Vorsorgeeinrichtung G.________ (wie ihre Rechtsnachfolgerin am 21. August 2007 bestätigte) das Altersguthaben ohne Überprüfung der Unterschrift von B.A.________ an C.A.________ ausbezahlt. Ebenso wenig hatte sie den geltend gemachten Barauszahlungsgrund, die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit, welcher C.A.________ mit dem Eintrag seiner Einzelfirma im Handelsregister am 29. September 1995 belegte, näher geprüft. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich zudem heraus, dass C.A.________ das Vorsorgegeld im Betrag von Fr. 476'326.40 auf ein Konto seiner Lebenspartnerin bei der Bank H.________ einbezahlt hatte, und dass dieses Geld im Zeitpunkt der Scheidung noch vorhanden gewesen war. Das fragliche Konto wurde per 22. Mai 2007 gesperrt. Der Saldo betrug in diesem Zeitpunkt knapp Fr. 456'000.--. A.i. Am 27. März 2010 verstarb B.A.________. Am 23. August 2010 betrieben die Kläger - als Rechtsnachfolger ihrer Mutter - C.A.________ aufgrund von ausstehenden Unterhaltszahlungen sowie veruntreuten Pensionskassengeldern. Am 23. Mai 2011 wurde ihnen die definitive Rechtsöffnung für die ausstehenden Unterhaltszahlungen über Fr. 742'000.-- nebst Zins erteilt. Gestützt darauf wurden am 5. Oktober 2011 im Rahmen der Fortsetzung der Betreibung Vermögenswerte von insgesamt Fr. 1'511'277.20 gepfändet (wobei später ein Teil der gepfändeten Vermögenswerte wieder aus der Pfandhaft entlassen wurden). Im Rahmen der Pfandverwertung erhielten die Kläger schliesslich volle Deckung für die ausstehenden Unterhaltszahlungen.