Citation: 8C_593/2021 E. 5.2.1

5.2.1. Dem ist zunächst Folgendes entgegenzuhalten: Es mag zwar sein, dass Achillessehnenrupturen im Allgemeinen häufig bei aufgrund degenerativer Veränderungen geschwächter Sehnen auftreten. Der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers ist bei Vorliegen einer Listenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG indessen nicht bereits mit dem Nachweis von vorbestehenden degenerativen Veränderungen geleistet, zumal bei Eintritt einer der Listenverletzungen praktisch immer krankheits- und/oder degenerative (Teil-) Ursachen im Spiel sind (BGE 146 V 51 E. 8.4). Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat die Unfallversicherin gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (vgl. E. 2.3 hiervor). Dies hat das Bundesgericht auch im jüngst ergangenen Urteil 8C_13/2021 vom 6. September 2021 betont. Es betraf den Fall eines Versicherten, der sich im Rahmen eines Trainingscamps für Fussballtorhüter bei einer Übung mit Seilspringen und anschliessendem Antritt (Sprint) bei eben diesem - genau wie hier - eine Achillessehnenruptur zuzog. Das Bundesgericht erinnerte daran, dass der Unfallversicherer die Beweislast dafür trage, dass die Verletzung im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei. Aus den medizinischen Akten war dies nicht ersichtlich. Selbst unter Annahme einer vorbestehenden (asymptomatischen) chronischen Tendinopathie der Achillessehne waren die Anforderungen an den Entlastungsbeweis nicht erfüllt (vgl. E. 3.4 des zitierten Urteils). Das Bundesgericht wies die Sache zwecks Einholung eines Gutachtens und neuer Entscheidung an den Versicherungsträger zurück. Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, ist im hier zu beurteilenden im Gegensatz zum soeben erwähnten Fall gerade nicht erstellt, dass die Achillessehne des Beschwerdegegners im Zeitpunkt des Ereignisses vom 21. November 2019 bereits Texturstörungen resp. degenerative Veränderungen aufwies. Das mag zwar der Tatsache geschuldet sein, dass vorliegend auf ereignisnahe bildgebende oder histologische Untersuchungen verzichtet wurde. Dieser Umstand darf sich aber nicht zu Ungunsten des Beschwerdegegners auswirken, trägt doch die Beschwerdeführerin die Beweislast für den Nachweis einer vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführenden Listenverletzung. In diesem Sinne war sie auch verpflichtet, die für die Beurteilung des Falles erforderlichen Abklärungen rechtzeitig anzuordnen (vgl. BGE 146 V 51 E. 8.6; Urteil 8C_13/2021 vom 6. September 2021 E. 3.4; E. 2.3 hiervor).