Citation: 6B_516/2021 E. 2.3

2.3. Die Vorinstanz stellt fest, die Stadt U.________ habe mit Verfügung vom 6. April 2018 der G.________ GmbH als Veranstalterin u.a. den Anlass "C.________ (Zeitfahren und Final) " bewilligt. Die Auflagen und Bedingungen hätten vorgesehen, dass die Streckensicherung auf sämtlichen Rennstrecken Sache des Veranstalters sei, der für diesen Zweck die gemäss Streckenplan definierten Verkehrsposten mit qualifiziertem Verkehrsdienstpersonal zu besetzen habe. Dieser zeichne auch für das Aufstellen der Absperrungen entlang der Rennstrecke sowie einen sicheren und geordneten Ablauf des Anlasses verantwortlich. Für die Streckenposten habe es ein Merkblatt gegeben. Deren Aufgaben hätten namentlich darin bestanden, die Strecke freizuhalten, die Radfahrer mittels Trillerpfeife anzukündigen und Fussgänger sowie Fahrzeuge passieren zu lassen. Die Polizei habe dem Veranstalter mitgeteilt, dass die Streckenposten ausserhalb des Rennbetriebs Fussgänger passieren lassen müssen. Mit D.________ sei eine ausreichend qualifizierte Person als Streckenposten eingesetzt worden. Sie sei vom Veranstalter instruiert, überwacht und kontrolliert worden. D.________ habe B.________ auf unmissverständliche Weise kundgetan, dass er stehen bleiben müsse. Ein Streckenposten müsse eine Person, die sich nicht an Zeichen und Warnrufe halte, nicht physisch aufhalten. D.________ habe ausgesagt, sie sei an der Ecke V.________gasse/W.________gasse gesessen, als plötzlich von links ein "nicht normaler Mann" gekommen sei. Sie habe "Stopp" geschrien, doch es sei schon zu spät gewesen. Der Mann sei bereits kopfüber auf die W.________gasse gelaufen. Er habe kaum mehr auf den Beinen stehen können. In diesem Moment seien die Radfahrer gekommen. Auf ihre Schreie habe der Mann nicht reagiert, er habe einen "Tunnelblick" gehabt. Dieses Geschehen sei durch weitere Zeugen bestätigt worden. Der Unfall sei nicht auf ein unzureichendes Sicherheitskonzept zurückzuführen. Es sei unverkennbar gewesen, dass an der fraglichen Stelle ein Anlass stattfinde und die Strasse nicht passiert werden dürfe. Von einer "riesigen Lücke in der Absperrung", die Passanten geradezu eingeladen hätten, achtlos die Strasse zu betreten, könne keine Rede sein. Der Veranstalter habe darauf vertrauen dürfen, dass Personen, die aus der V.________gasse kommen, die Zeichen und Warnrufe der Streckenposten beachteten und sich so verhielten, dass andere in der ordnungsgemässen Benutzung der Strasse weder behindert noch gefährdet werden. Hätte sich B.________ der Aufforderung von D.________ nicht widersetzt, wäre es nicht zu diesem tragischen Unfall gekommen. Eine Sorgfaltspflichtverletzung einer für die Durchführung des Rennens verantwortlichen Person sei nicht zu erkennen.