Citation: 6B_985/2023 E. 1.4.1

1.4.1. Die Vorinstanz hält fest, es sei unbestritten, dass der quer zur Skipiste Nr. xxx verlaufende Graben im Unfallzeitpunkt mit drei schwarz-gelben Markierungsstangen mit einem zehn Meter langen Wimpelseil gekennzeichnet gewesen sei, wobei diese drei Markierungsstangen parallel zur Piste (die erste sei sogar etwas nach rechts in Richtung Pistenrand versetzt gewesen) angebracht gewesen seien. Der Einwand der Beschwerdeführer, wonach im Strafprozess ein Sachverhalt nicht bloss unbestritten, sondern erstellt sein müsse, ist unbehelflich. Die Vorinstanz erachtet die Kennzeichnung des Grabens mit den schwarz-gelben Markierungsstangen und dem Wimpelseil parallel zur Piste nicht allein deshalb als erstellt, weil dies nie von einer der Parteien in Abrede gestellt wurde, sondern weil die Kennzeichnung mit der Fotodokumentation der Polizei übereinstimmt. Dass diese - parallel zur Piste verlaufende - Kennzeichnung nicht angebracht gewesen wäre, machen die Beschwerdeführer denn auch in der Beschwerde nicht geltend. Vielmehr rügen sie, die Kennzeichnung sei ungenügend gewesen. Auf diesen Einwand geht die Vorinstanz in ihren Erwägungen indes umfassend ein. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz auf unbestrittene und zugleich sich aus den Akten zweifelsfrei ergebende Sachverhaltsteile abstellt und sich auf die von den Parteien strittigen Sachverhaltsteile fokussiert; dies ist mitnichten ein Indiz für eine willkürliche Beweiswürdigung. Als unbehelflich erweist sich auch die Rüge, wonach der Pistenrand nicht mit Markierungen gekennzeichnet gewesen sei, sodass auch der um Fahrspuren erweiterte Bereich als Piste gelte. Die Vorinstanz stellt gestützt auf die Fotodokumentation ohne in Willkür zu verfallen fest, dass die Pistenränder der Piste Nr. xxx mit beidseitigen Markierungsstangen versehen waren. Dabei verkennt die Vorinstanz bei ihrer Würdigung nicht, dass die rote Markierungsstange mit oranger Einfärbung (gemeint ist die mit "c" in act. 268 bezeichnete Markierungsstange) vor dem Unfall nicht vorhanden war. Sie weist in ihren Erwägungen sogar mehrfach darauf hin, dass der betreffende rote Markierungspfosten erst nach dem Unfall gesetzt wurde. Die Vorinstanz würdigt zunächst die vorhandene Fotodokumentation und hält dabei willkürfrei fest, der Pistenrand sei bereits aus den links und rechts angebrachten rot-orangen Markierungspfosten erkennbar gewesen, wobei die Erkennbarkeit des Pistenrandes auf Höhe des Unfalls zusätzlich durch schwarz-gelbe Markierungsstangen mit den entsprechenden Wimpeln noch hervorgehoben gewesen sei. Sodann hält die Vorinstanz nachvollziehbar fest, dass der Pistenrand zusätzlich auch durch den vom Pistenfahrzeug erzeugten Schneerand sowie durch Neuschnee erkennbar war. Entgegen der Rüge der Beschwerdeführer schliesst die Vorinstanz nicht willkürlich allein aus der Aussage von I.________, das Nebenweglein habe sich ausserhalb der Piste befunden. I.________, welche unmittelbar hinter der Verunfallten fuhr, beobachtete, dass die Verunfallte rechts von der Skipiste in ein Nebenweglein gefahren ist, die anderen Kinder der Skigruppe und sie, I.________, seien auf der Piste geblieben. Ohne in Willkür zu verfallen, stellt die Vorinstanz fest, für I.________ sei erkennbar gewesen, dass die Verunfallte nicht auf der Piste, sondern auf einem Nebenweglein und somit ausserhalb der markierten Piste gefahren sei. Diese Erkenntnis von I.________ deckt sich mit den Aussagen der weiteren Zeugen und Auskunftspersonen, aus denen hervorgeht, dass sie den Pistenverlauf und Pistenrand als solchen erkannt haben und dass sich der Unfallort ausserhalb der Piste befunden hat. Wenn die Vorinstanz - nebst der Fotodokumentation - auch aus diesen Aussagen schlussfolgert, das Unglück habe sich im Pistenrandbereich ereignet, so verfällt sie nicht in Willkür. Auch in der Feststellung, wonach die Gefahrenstelle sowohl von einer gewissen Distanz von der Piste aus als auch vom Nebenweglein aus erkennbar gewesen sei und somit auch von der Verunfallten habe erkannt werden müssen, ist keine Willkür auszumachen. Gleiches gilt für die Feststellung der Vorinstanz, die Verunfallte habe die markierte Piste bewusst verlassen. Sie stützt sich dabei nachvollziehbar einerseits darauf, die Pistenmarkierung und der Pistenrand seien auch für die Verunfallte erkennbar gewesen, und andererseits habe sie gemäss den Aussagen von I.________ kurz angebremst, um in das Nebenweglein einzufahren. Ob die Vorinstanz aus der Aussage von I.________, wonach die Verunfallte gemeint habe, es gebe dort ein Nebenweglein, auf ein Gespräch zwischen den beiden hätte schliessen dürfen, kann offenbleiben. Denn unabhängig davon ändert dies nichts daran, dass die Vorinstanz willkürfrei auf die Erkennbarkeit des Pistenrands und der schwarz-gelben Gefahrenmarkierung schliessen und bejahen durfte, dass die Verunfallte bewusst von der Piste in das Nebenweglein abgezweigt ist. Sodann stellt die Vorinstanz unangefochten fest, dass alle Fahrspuren des Nebenwegleins vor der mit den schwarz-gelben Markierungsstangen markierten Gefahrenstelle wieder zurück auf die Piste und einzig die Fahrspur der Verunfallten in Richtung des Grabens führen. Die Vorinstanz nimmt eine umfassende Gesamtwürdigung vor und stellt gestützt auf die Fotodokumentation sowie die Zeugenaussagen willkürfrei den folgenden Sachverhalt fest: Der Pistenrand sei mit links und rechts der Piste angebrachten Markierungsstangen gekennzeichnet gewesen; auf Höhe der Unfallstelle sei der Pistenrand zusätzlich mit schwarz-gelben Markierungsstangen mit Wimpelseil markiert gewesen. Der Pistenverlauf und der Pistenrand seien für die Verunfallte erkennbar gewesen. Ebenso sei für sie aufgrund der parallel zum Pistenrand angebrachten schwarz-gelben Gefahrenstangen mit Wimpeln (wobei die erste Stange sogar etwas nach rechts versetzt gewesen sei) sowohl aus einer gewissen Distanz von der Piste aus als auch vom Nebenweglein aus die Markierung der Gefahrenstelle nicht zu übersehen gewesen. Aufgrund der Erkennbarkeit des Pistenverlaufs einerseits und gestützt auf die glaubhaften Aussagen von I.________ andererseits sei erstellt, dass sich die Verunfallte bewusst für das Befahren des Nebenwegleins, somit für das Fahren neben der markierten Piste, entschieden hat. Die Verunfallte sei somit bewusst abseits der markierten Piste, nämlich im sog. Pistenrandbereich gefahren und sei von diesem Randbereich nicht wieder auf die Piste eingebogen, sondern im Neuschnee weiter in Richtung der Gefahrenstelle gefahren.