Citation: 9C_494/2018 E. 4.2

4.2. Der Versicherte rügt ausserdem, die psychiatrische Teilexpertise erfülle die von der Praxis im Zusammenhang mit dem Beweiswert von Gutachten entwickelten Kriterien nicht, weil die Einschätzungen nicht schlüssig begründet worden seien. Der Psychiater habe lediglich eine leichte bis mittelgradige depressive Episode ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert, obschon klare Hinweise auf eine schwere Depression vorgelegen hätten. Es ist anzumerken, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei ist. Sie eröffnet der begutachtenden psychiatrischen Fachperson deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern lege artis vorgegangen worden ist (Urteil 9C_363/2018 vom 10. Oktober 2018 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Davon ist im vorliegenden Fall auszugehen, da nichts Gegenteiliges vorgebracht wird und auch nichts ersichtlich ist, das gegen ein korrekt erfolgtes Vorgehen sprechen würde.