Citation: 2P.202/2003 29.10.2003 E. 2

2.1 Die Beschwerdeführerin sieht einen Verstoss gegen ihren Anspruch auf rechtliches Gehör darin, dass sie und ihre Eltern von der Schulrekurskommission (oder von einem Mitglied dieses Gremiums) nicht persönlich (mündlich) angehört worden sind. 2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör wird zunächst durch die kantonalen Verfahrensvorschriften umschrieben. Unabhängig davon greifen die unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 BV folgenden Verfahrensregeln zur Sicherung des rechtlichen Gehörs Platz. Da die Beschwerdeführerin keine Verletzung kantonaler Verfahrensvorschriften rügt, ist einzig - und zwar mit voller Kognition - zu prüfen, ob unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 BV folgende Regeln missachtet worden sind (BGE 126 I 19 E. 2a S. 21 f.; 124 I 241 E. 2 S. 242 f., je mit Hinweisen). 2.3 Das durch Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete rechtliche Gehör dient der Sachaufklärung und garantiert dem Betroffenen ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren. Er soll sich vor Erlass des Entscheides zur Sache äussern, erhebliche Beweise beibringen, Einsicht in die Akten nehmen und an der Erhebung von Beweisen mitwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis äussern können, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 124 I 241 E. 2 S. 242 f.; 119 Ia 136 E. 2c S. 138, je mit Hinweisen). Der Anspruch auf rechtliches Gehör geht im Verwaltungsverfahren allerdings nicht so weit wie im Zivil- und Strafprozess. Insbesondere ergibt sich aus Art. 29 Abs. 2 BV kein unbedingter Anspruch der Partei, im Verwaltungsverfahren persönlich (mündlich) angehört zu werden (BGE 125 I 209 E. 9b S. 219; 122 II 464 E. 4c S. 469, 114 Ib 244 E. 3p S. 246 mit Hinweisen; Michele Albertini, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Diss. Bern 2000, S. 337 ff.). Eine Pflicht für die Behörde, den Betroffenen persönlich anzuhören, kann sich aber aus einer persönlichen Sachlage ergeben, beispielsweise dann, wenn es für den Entscheid wesentlich auf die Persönlichkeit oder den Charakter des Betroffenen ankommt (BGE 122 II 464 E. 4c S. 469 f.; Albertini, a.a.O., S. 338). 2.4 Der Beschwerdeführerin bzw. ihrem gesetzlichen Vertreter wurde nach Abschluss des Schriftenwechsels vollständige Akteneinsicht gewährt und nochmals Gelegenheit geboten, sich schriftlich zu äussern. Von dieser Möglichkeit wurde denn auch Gebrauch gemacht (vgl. Eingabe vom 10. Mai 2003). Wenn die Schulrekurskommission dem Antrag auf persönliche Anhörung bzw. Befragung der Beschwerdeführerin und ihrer Eltern nicht Folge gab, weil sie davon ausging, dass die vorhandenen Eingaben und Unterlagen zu allen interessierenden Gesichtspunkten genügend Aufschluss gaben, und sie sich von einer mündlichen Anhörung keine weiteren erheblichen Erkenntnisse versprach, so ist dies nicht zu beanstanden. Die massiv ungenügenden Leistungen der Beschwerdeführerin sind klar dokumentiert und werden von ihr auch nicht bestritten. Der zu beurteilende Sachverhalt war nicht derart komplex, dass die Beschwerdeführerin oder ihre gesetzlichen Vertreter allein durch Abgabe einer mündlichen Äusserung ihren Standpunkt hinreichend deutlich hätten machen können (Albertini, a.a.O., S. 339). Auch lag kein Fall vor, wo spezifisch die Persönlichkeit der Betroffenen im Lichte der Notwendigkeit der zu treffenden Massnahme zu beurteilen war (vgl. BGE 122 II 464 E. 4c S. 469 f.). Insbesondere war der unmittelbare Eindruck, der die Beschwerdeführerin auf die zuständige Behörde vermittelte, nicht ausschlaggebend für den zu fällenden Entscheid (Urteil 2P.174/1995 vom 22. Februar 1996 E. 3d/bb). Wenn aber schon eine individuelle persönliche Anhörung der Beschwerdeführerin nicht zwingend erforderlich war, so durfte die Schulrekurskommission zu Recht davon ausgehen, dass auch den Eltern der Beschwerdeführerin nicht Gelegenheit zur mündlichen Äusserung eingeräumt werden musste. Eine Verletzung des grundrechtlichen Gehörsanspruches, weil die Beschwerdeführerin bzw. ihre gesetzlichen Vertreter von der Schulrekurskommission nicht persönlich angehört wurden, ist daher zu verneinen.