Citation: 4C.410/1999 23.02.2000 E. 3

3.- Nach Auffassung der Klägerin hat der Beklagte seine anwaltliche Sorgfaltspflicht verletzt, indem er den Vergleich mit der Versicherung über die Anerkennung einer Haftungsquote verfrüht und isoliert abgeschlossen habe. Sie rügt in diesem Zusammenhang eine Verletzung von Art. 8 ZGB, weil die Vorinstanz ihren Beweisantrag auf Einholung eines Sachverständigengutachtens über die Frage der Sorgfaltspflichtverletzung zu Unrecht abgewiesen habe. Das Obergericht hat im angefochtenen Urteil nicht nur eine Sorgfaltspflichtverletzung des Beklagten verneint, sondern insbesondere auch festgehalten, es sei nicht ersichtlich, inwiefern die Gesamtentschädigung höher ausgefallen wäre, wenn eine Einigung über die Haftungsquote erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt wäre. Es sei mithin weder ein Schaden noch ein Kausalzusammenhang zwischen der angeblich schädigenden Handlung - dem verfrühten Abschluss eines Vergleichs über die Haftungsquote - und der Höhe der Entschädigung nachgewiesen. Nachdem sich die betreffende Feststellung im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren als verfassungskonform erwiesen hat, braucht die Frage einer Sorgfaltspflichtverletzung durch einen angeblich verfrühten Vergleichsschluss nicht weiter geprüft zu werden. Auf die Rüge ist deshalb nicht einzutreten.