Citation: 8C_492/2020 E. 10.1.2

10.1.2. Weiter führte die Vorinstanz am 12. Dezember 2017 aus, es sei auf die von der Behörde X.________ in der vorinstanzlichen Vernehmlassung vom 28. April 2017 neu geltend gemachten Manipulationen des Zeiterfassungssystems durch die Beschwerdeführerin einzugehen. Diesbezüglich habe die Behörde X.________ angegeben, die Auswertung ihrer Time-Tool-Einträge von Januar 2016 bis Februar 2017 habe gezeigt, dass die Beschwerdeführerin 272 Handeinträge vorgenommen habe. In 144 Fällen hätten diese Handeinträge jeweils ihren morgendlichen Arbeitsbeginn betroffen, wobei sie den Posteingang-Code verwendet habe, auch wenn der Arbeitsbeginn vor 07.00 Uhr gelegen habe. Da die Post nicht vor 07.10 Uhr morgens bei der kantonalen Poststelle abgeholt werden könne, müsse davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin in einer Vielzahl von Fällen das Zeiterfassungssystem zu ihren Gunsten manipuliert habe. Auf diesen nachgeschobenen Kündigungsgrund könne sich die Behörde X.________ - so die Vorinstanz weiter - nur berufen, wenn er ihr im Kündigungszeitpunkt am 24. Februar 2017 weder bekannt gewesen sei noch habe bekannt sein können. Die von der Behörde X.________ bemängelten Handeinträge zur Zeiterfassung beträfen die Zeit von Januar 2016 bis 15. Februar 2017 und seien somit vor der fristlosen Kündigung vom 24. Februar 2017 erfolgt. Zwar sei der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass es Aufgabe ihres Vorgesetzten gewesen wäre, ihre Arbeitszeiterfassungen zumindest im Hinblick auf das jährliche Beurteilungs- und Fördergespräch zu kontrollieren. Diesfalls hätte ihm auffallen müssen, dass sie häufig Handeinträge vorgenommen und dabei morgens regelmässig den Postgang-Code verwendet habe. Dass die Post nicht vor 07.10 Uhr morgens bei der kantonalen Poststelle abgeholt werden könne, habe ihm jedoch nicht bekannt sein müssen. Die allgemeine Sachbearbeitung und Verfahrensadministration, worunter auch der Postverkehr falle, habe zu den Aufgaben der Beschwerdeführerin gehört. Ihr Vorgesetzter habe erst aufgrund seiner Abklärungen im Nachgang an die Auswertung der Time-Tool-Einträge davon Kenntnis gehabt, dass die Post erst ab 07.10 Uhr abgeholt werden könne. Dies bestreite die Beschwerdeführerin nicht substanziiert. Für das Nachschieben von Kündigungsgründen werde sodann vorausgesetzt, dass der nachgeschobene Kündigungsgrund zu einem Vertrauensbruch hätte führen können und damit zur fristlosen Kündigung berechtigt hätte. Gemäss der Stellenbeschreibung sei die Beschwerdeführerin für die Time-Tool-Bewirtschaftung zuständig gewesen, habe also die Aufgabe gehabt, die Einträge der Mitarbeiter der Behörde X.________ zu kontrollieren und für die korrekte Abwicklung zu sorgen. Hiermit habe ihr der Vorgesetzte hinsichtlich der Zeiterfassung ein besonderes Vertrauen entgegengebracht. Ihr unkorrektes Verhalten in diesem Bereich wiege somit besonders schwer. Hinzu komme ihre Vertrauensstellung als Kanzleileiterin. Hinsichtlich der Stempeluhrmanipulationen wiege der Treuebruch der Beschwerdeführerin somit besonders schwer (vgl. Urteil 4A_395/2015 vom 2. November 2015 E. 3.6, publ. in JdT 2016 II S. 123). Diese seien bereits für sich allein ein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung, weshalb auf die im Kündigungsschreiben vom 24. Februar 2017 enthaltenen zusätzlichen Gründe nicht weiter einzugehen sei. Somit sei die fristlose Kündigung gerechtfertigt gewesen, weshalb die Beschwerde im Hauptpunkt unbegründet sei.