Citation: 4A_226/2020 E. 5.3

5.3. Weiter wirft sie der Vorinstanz vor, zu den Fragen, ob die Beschwerdeführerin gewusst habe oder nach Treu und Glauben hätte wissen müssen, dass die Beschwerdegegnerin auch Fruchtsäfte und Smoothies abfüllen wolle, seien die Beweise unvollständig abgenommen worden. Nicht berücksichtigt worden sei, dass auch die Beschwerdegegnerin fachkundig gewesen sei; ebenso wenig das offensichtliche Missverhältnis zwischen dem Werkpreis von Fr. 0,8 Mio. und dem gemäss Gutachten objektiven Wert einer mängelfreien Anlage von zwischen Fr. 1,8 und Fr. 3,5 Mio., der auch einer Laiin hätte auffallen müsse, sowie schliesslich die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin zwischen September 2011 bis zur ersten schriftlichen Mängelrüge am 30. November 2012 kein einziges Schriftstück zugestellt habe. Sie macht geltend, wären diese Tatsachen berücksichtigt worden, folge daraus für die Auslegung des Werkvertrages und damit die Feststellung eines Werkmangels, dass die Beschwerdegegnerin mangels ausdrücklicher Zusicherung nach Treu und Glauben nicht davon hätte ausgehen dürfen, auf der Anlage liessen sich auch Fruchtsäfte und Smoothies abfüllen. Damit vermischt die Beschwerdeführerin verschiedene Aspekte. Sie geht zwar eingangs davon aus, die Vorinstanz habe die Beweise unvollständig abgenommen im Hinblick auf die Frage, was die Beschwerdeführerin gewusst habe. Es ist aber nicht ersichtlich und die Beschwerdeführerin unterlässt jede Konkretisierung, inwiefern die drei Sachverhaltselemente hinsichtlich der Beweiswürdigung zum Wissen der Beschwerdeführerin betreffend den von der Beschwerdegegnerin beabsichtigten Gebrauchszweck relevant wären. Die Beschwerdegegnerin macht zu Recht geltend, dass mit diesen allgemeinen Ausführungen nicht klar gerügt wird, worin die entscheidende Bedeutung der drei Sachverhaltselemente für die Auslegung des Vertrages besteht. Dass die Beschwerdegegnerin tatsächlich (aufgrund ihrer Fachkunde und des Preises) erkannt hätte, dass die Anlage keine Fruchtsäfte und Smoothies abfüllen kann, behauptet die Beschwerdeführerin zu Recht nicht. Allenfalls will sie geltend machen, die Beschwerdegegnerin hätte bei Zugrundelegung des zu vervollständigenden Sachverhalts selber erkennen können, dass mit der Anlage tatsächlich keine Fruchtsäfte und Smoothies abgefüllt werden können. Aber selbst wenn das zu bejahen wäre, würde das nichts daran ändern, dass bei willkürfrei bejahtem Wissen der Beschwerdeführerin um den von der Vertragspartnerin bezweckten Gebrauch die Beschwerdeführerin nach Treu und Glauben verpflichtet gewesen wäre, die Beschwerdegegnerin auf die fehlende Gebrauchstauglichkeit zum beabsichtigten Zweck hinzuweisen. Mangels genügender Rüge betreffend die Erheblichkeit der von der Vorinstanz (angeblich) nicht berücksichtigten drei Sachverhaltselemente ist somit auf die diesbezüglichen Rügen der Beschwerdeführerin nicht weiter einzugehen.