Citation: 4C.36/2001 02.07.2001 E. 3

3.- Der Beklagte machte vor Obergericht geltend, er sei anlässlich des Vertragsabschlusses am 5. November 1992 über die damalige finanzielle Lage der von ihm zu übernehmenden Gesellschaften getäuscht worden, weshalb er den Vertrag wegen eines Willensmangels habe anfechten können. Mit der Berufung rügt der Beklagte, das Obergericht habe Art. 8 ZGB verletzt, indem es bezüglich der behaupteten ursprünglichen Überschuldung keine Beweise abgenommen habe. a) Nach der Rechtsprechung ist Art. 8 ZGB insbesondere dann verletzt, wenn der Richter taugliche und formgültig beantragte Beweise zu rechtserheblichen Tatsachen nicht abnimmt, obwohl er die entsprechenden Sachvorbringen weder als bewiesen noch als widerlegt erachtet (BGE 114 II 289 E. 2a). b) Da das Obergericht davon ausging, es sei bewiesen, dass der Beklagte im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses die tatsächliche finanzielle Lage der zu übernehmenden Gesellschaften kannte, konnte er sich darüber nicht irren. Das Obergericht hat daher Art. 8 ZGB nicht verletzt, indem es keine weiteren Beweise zur damaligen finanziellen Lage dieser Gesellschaften abnahm. c) Da kein Irrtum vorlag, ist rechtlich unerheblich, ob - wenn ursprünglich ein solcher Willensmangel vorgelegen hätte - dieser für den Vertragsabschluss nicht kausal gewesen oder der Vertrag nachträglich durch den Beklagten genehmigt worden wäre, wie dies das Obergericht annahm. Auf die Kritik des Beklagten an diesen Annahmen ist daher mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten.