Citation: 6B_321/2021 E. 3.1

3.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Anordnung der stationären therapeutischen Massnahme. Er rügt eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips nach Art. 56 Abs. 2 StGB, Art. 56a Abs. 1 StGB, Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 36 Abs. 2 und 3 BV in Verbindung mit einer Verletzung des Willkürverbots nach Art. 9 BV. Die Krankheitsdiagnose und die Massnahmebedürftigkeit bestreitet der Beschwerdeführer nicht. Er sei nicht vorbestraft und einzig wegen einfacher und einfacher fahrlässiger Körperverletzung sowie wegen Tätlichkeiten schuldig gesprochen worden. Zudem habe er den Tatbestand der Nötigung im Zustand der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit erfüllt. Das Verschulden sei als leicht bis sehr leicht beurteilt worden. Seit der Eröffnung des Strafverfahrens anfangs März 2018 habe er sich "erwartungsgemäss" nicht mehr straffällig gezeigt, mit Ausnahme von "allenfalls" noch zu untersuchenden "harmlosen" Verstössen gegen das Kontakt- und Rayonverbot. Unzulässig sei, wenn die Vorinstanz die bisherige ambulante Therapie als ungenügend oder gar gescheitert beurteile. Denn bislang sei er nicht im juristischen Sinn ambulant behandelt worden, sondern habe regelmässig und zuverlässig eine freiwillige Psychotherapie bei seinem Vertrauensarzt Dr. med. H.________ besucht. Die Vorinstanz sehe die Einschätzung des amtlichen Gutachters durch die zwischenzeitlichen angeblichen Verstösse des Beschwerdeführers gegen bestehende Kontakt- und Rayonverbote bestätigt. Diese "einzelnen, wenigen Verstösse" seien jedoch in quantitativer und qualitativer Hinsicht "an Harmlosigkeit kaum zu überbieten". Hinweise auf eine Gewaltbereitschaft des Beschwerdeführers ergäben sich daraus nicht. Blosse Belästigungen seien nicht ausreichend, eine Gefährdung durch den Beschwerdeführer zu begründen. In der Interessenabwägung werde der vom Beschwerdeführer ausgehenden Gefahr und der angeblich hohen Rückfallgefahr in nicht nachvollziehbarer Weise grösseres Gewicht beigemessen als dem Eingriff in die Freiheitsrechte des Beschwerdeführers. Eine vom Beschwerdeführer ausgehende Gefahr sei nach wie vor nicht ersichtlich. Die angeblich hohe Rückfallgefahr habe sich seit der Erstellung des amtlichen Gutachtens "erwartungsgemäss nicht bewahrheitet". Für die Anordnung einer stationären Massnahme reiche eine begangene oder befürchtete "Bagatellkriminalität" nicht aus. Der Beschwerdeführer rügt überdies eine willkürliche Beweiswürdigung durch die Vorinstanz. Die Rechtsprechung betrachte neue Abklärungen dann als unabdingbar, wenn ein bestehendes (amtliches) Gutachten an Aktualität eingebüsst habe. Ein zwei Jahre altes Gutachten sei nicht mehr genügend aktuell. Die Vorinstanz bezeichne das amtliche Gutachten als eineinhalb Jahre alt, was aktenwidrig sei. Das Gutachten datiere vom 18. Februar 2019, womit dieses im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils bereits mehr als zwei Jahre alt gewesen sei. Zum Einwand der nicht mehr vorhandenen Aktualität nehme die Vorinstanz keine Stellung. Es sei unhaltbar, dass sich die Vorinstanz weiterhin ausschliesslich auf das amtliche Gutachten stütze und trotz der Empfehlungen des Privatgutachters und des behandelnden Psychiaters den Auftrag für das Ergänzungsgutachten widerrufen habe und sich für eine stationäre Massnahme ausspreche. Die Gegenempfehlung für eine ambulante Massnahme speise die Vorinstanz wegen angeblich fehlender Aktualität und teils angeblicher Widersprüchlichkeit ab. Die Vorinstanz verfalle in Willkür, wenn sie die Empfehlungen des Privatgutachters und des behandelnden Psychiaters ausser Acht lasse und den "Verfehlungen" des Beschwerdeführers in den letzten drei Jahren ein "unverhältnismässig falsches Gewicht" beimesse. Aufgrund der "klaren Ausführungen" des Privatgutachters und des behandelnden Psychiaters sei davon auszugehen, dass eine Beweisergänzung durch den amtlichen Gutachter Dr. med. D.________ mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Gunsten einer ambulanten Massnahme mit Auflagen ausgefallen wäre, weshalb der Mangel kausal für den Entscheid sei.