Citation: 5C.219/2001 21.09.2001 E. 2

2.- Zur Begründung seines Nichteintretensentscheides führt das Verwaltungsgericht im Wesentlichen aus, der Berufungskläger habe den Zurückbehaltungsentscheid vom 22. Juni 2001 nicht angefochten. Da er nach der Aktenlage auch kein Entlassungsgesuch bei der Vormundschaftskommission gestellt habe, sei es nicht Sache des Verwaltungsgerichts, erstinstanzlich über das beim Gericht eingereichte Gesuch zu befinden. Der Berufungskläger bringt hauptsächlich vor, verschiedentlich die Entlassung aus der Klinik verlangt zu haben. Am 13. Juli 2001 habe ihm die Vormundschaftskommission mitgeteilt, sie sei erst bereit, ihn zu entlassen, wenn er bestimmte Bedingungen erfülle. Damit habe die Vormundschaftskommission seine Entlassung konkludent abgewiesen. Das Verwaltungsgericht habe Art. 397d Abs. 2 ZGB verletzt, wonach bei Abweisung eines Entlassungsgesuchs der Richter angerufen werden kann. a) Gemäss Art. 397a Abs. 3 ZGB muss die von einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung betroffene Person entlassen werden, sobald ihr Zustand es erlaubt. Hat wie vorliegend eine vormundschaftliche Behörde die Unterbringung oder Zurückbehaltung angeordnet, so befindet sie auch über die Entlassung (Art. 397b Abs. 3 Satz 1 ZGB). Die betroffene Person oder eine ihr nahestehende Person kann gegen die Abweisung eines Entlassungsgesuchs innert 10 Tagen nach der Mitteilung schriftlich das Gericht anrufen (Art. 397d Abs. 2 ZGB). Dieses entscheidet in einem einfachen und raschen Verfahren (Art. 397f Abs. 1 ZGB). Aus der Berechtigung, bei Abweisung eines Entlassungsgesuchs das Gericht anzurufen (Art. 397d Abs. 2 ZGB), ergibt sich selbstredend, dass eine Person, der die Freiheit fürsorgerisch entzogen worden ist, jederzeit um ihre Entlassung ersuchen kann. Während die Anrufung des Richters schriftlich zu erfolgen hat (Art. 397d Abs. 1 ZGB), ist das Entlassungsgesuch an keine Formvorschriften gebunden. Erachtet sich eine Behörde als unzuständig, hat sie das Entlassungsgesuch in analoger Anwendung von Art. 397e Ziff. 3 ZGB an die nach Art. 397b Abs. 3 ZGB zuständige Behörde weiterzuleiten Deschenaux/Steinauer, Personnes physiques et tutelle,