Citation: 6B_321/2021 E. 3.4.2

3.4.2. Der Beschwerdeführer rügt die Verhältnismässigkeit. Bei den ihm zur Last gelegten Delikten handle es sich um Bagatellkriminalität. Er habe sich seit Begehung der Anlasstaten "erwartungsgemäss" nicht mehr straffällig gezeigt. Die angeblichen neueren Verstösse gegen das Kontakt- und Rayonverbot seien "an Harmlosigkeit kaum zu überbieten". Diese Rüge ist nicht zu hören. Die Vorinstanz erkennt zutreffend, dass das Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber der Privatklägerin 1 sich nicht darauf beschränkt, "lediglich lästig" zu sein. Wie die Vorinstanz zu Recht erwägt, kann ein fortgesetztes Stalking zu schweren psychischen Schäden bei den Betroffenen führen. Der Privatklägerin 1 drohen konkret psychische Schädigungen, die persistieren können, was grundsätzlich die Schwere einer einfachen, und im Einzelfall auch einer schweren, Körperverletzung erreichen kann (vgl. das Modell für die Erfassung psychischer Schädigungen im Strafrecht bei PATRICK VOGLER, Der Schockschaden im Strafrecht, 2020, S. 31 ff.). Das Verhalten des Beschwerdeführers führte bei der Privatklägerin 1 in der Vergangenheit bereits zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, namentlich zu Ess- und Schlafstörungen. Angesichts der verbindlichen Feststellung der Vorinstanz hinsichtlich der neuerlichen Vorfälle, bei welchen der Beschwerdeführer mit wahnhaftem Verhalten in Erscheinung getreten ist und die zum Widerruf des Auftrags zum Ergänzungsgutachten geführt haben, steht fest, dass der Beschwerdeführer sein Stalking-ähnliches Verhalten auch nach den ihm zur Last gelegten Anlasstaten zum Nachteil der Privatklägerin 1 in beachtlichem Ausmass fortgeführt hat (siehe Sachverhalt lit. B.c oben). Zudem hat der Beschwerdeführer mehrfach weitere Personen und Institutionen in sein wahnhaftes Verhalten im Zusammenhang mit der Privatklägerin 1 einbezogen. Darüber hinaus wurde bei ihm anlässlich einer Personen- und Effektenkontrolle am 23. Oktober 2020 ein Messer sichergestellt, welches er in seinem linken Schuh mitführte. Entgegen der vorinstanzlichen Feststellung ereignete sich dies zwar nicht bei einem unmittelbaren Versuch des Beschwerdeführers, mit der Privatklägerin 1 Kontakt aufzunehmen, sondern nachdem er bei Schutz und Rettung V.________ einen angeblichen, in Wahrheit bloss eingebildeten, Personenunfall am Bahnhof W.________ gemeldet hatte, woraufhin diverse Einsatzkräfte (Berufsfeuerwehr, Schutz und Intervention U.________, Notarzt, Rettungswagen, Funktionäre, Angehörige der Kantonspolizei V.________) aufgeboten wurden. Daraufhin von der Polizei telefonisch kontaktiert, ersuchte der Beschwerdeführer diese um Hilfe und nannte seinen Standort, worauf er zwecks Abklärung durch einen Notfallpsychiater (der in der Folge eine fürsorgerische Unterbringung verfügte) auf den Polizeiposten X.________ gebracht wurde, wo die besagte Personen- und Effektenkontrolle durchgeführt wurde (kant. Akten pag. 178 S. 2). Dass das Messer nicht wie von der Vorinstanz fälschlicherweise erwogen bei einem Kontaktaufnahmeversuch mit der Privatklägerin 1 sichergestellt wurde, fällt in der Gesamtbetrachtung nicht entscheidend ins Gewicht - im Vordergrund steht, dass der Beschwerdeführer in der Öffentlichkeit ein in seinem linken Schuh verstecktes Messer mitführte. Die Vorinstanz durfte das fortgesetzte Verhalten des Beschwerdeführers, namentlich die erstellte, mehrfache Verletzung des Kontakt- und Rayonverbots gegenüber der Privatklägerin 1, bei der Anordnung der stationären Massnahme und namentlich der Legalprognose sowie der Verhältsnismässigkeitsprüfung berücksichtigen.