Citation: 1P.464/2006 10.11.2006 E. 3

3.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe den kantonalen Gerichten die Abnahme zusätzlicher Beweise beantragt. Indem diese den Antrag abgelehnt hätten, hätten sie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 3.2 Nach der Rechtsprechung zum Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV hat der Betroffene unter anderem das Recht, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 126 I 7 E. 2b S. 10 f., 97 E. 2 S. 102 f.; 118 Ia 17 E. 1c S. 19, je mit Hinweisen). Das Beweisverfahren kann jedoch geschlossen werden, wenn die gestellten Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, oder wenn der Richter, ohne dabei in Willkür zu verfallen, annehmen darf, die verlangten zusätzlichen Beweisvorkehren würden am Beweisergebnis voraussichtlich nichts mehr ändern ("antizipierte Beweiswürdigung"; BGE 125 I 127 E. 6c/cc S. 135; 124 I 208 E. 4a S. 211; 121 I 306 E. 1b S. 308 f.; 119 Ib 492 E. 5b/bb S. 505 f., je mit Hinweisen). 3.3 Das Obergericht legt (S. 14) dar, der Beschwerdeführer mache geltend, er wäre grundsätzlich in der Lage, die von ihm zu seiner Entlastung behaupteten Investitionen in Hedge-Programme bei Floor-Tradern zu belegen. So habe er auf seinem Lap-Top-Computer mittels eines speziellen Anlage-Software-Programms - eines so genannten Tools - sämtliche Transaktionen festgehalten. Seitens des Beschwerdeführers werde nun geltend gemacht, die Geschädigte habe nach seiner Freistellung als Finanzchef diese Datenträger mit den entsprechenden Aufzeichnungen an sich genommen und im bisherigen Strafverfahren einerseits dem Beschwerdeführer bzw. seiner Verteidigung und anderseits den Untersuchungsbehörden vorenthalten; dies mit dem Zweck, den Beschwerdeführer fälschlicherweise zu belasten. Im Sinne eines Beweisergänzungsantrags werde im Berufungsverfahren erneut verlangt, die Geschädigte sei zur Edition der fraglichen Datenträger und Daten anzuhalten und es seien verschiedene Personen als Zeugen zu Entwicklung, Installierung und Gebrauch des fraglichen Software-Tools einzuvernehmen; ferner sei der gesamte E-Mail-Verkehr des Beschwerdeführers ab den Speichern der Geschädigten zu edieren, da daraus ersichtlich sei, dass die Trader dem Beschwerdeführer regelmässig über deren Hedge-Aktivitäten berichtet hätten, was das vom Beschwerdeführer behauptete Investment belege. 3.4 Das Obergericht hat - wie schon das Bezirksgericht - die Abnahme dieser weiteren Beweise abgelehnt. Es bemerkt (S. 16 f.), wenn die Verteidigung in ihrer Eingabe zur Beweisergänzung und auch im Berufungsverfahren moniere, das Bezirksgericht unterlasse es darzutun, weshalb die anbegehrten Weiterungen die aktuelle Sachdarstellung des Beschwerdeführers nicht stützen könnten, treffe das nicht zu. Gemäss den überzeugenden Erwägungen im bezirksgerichtlichen Entscheid sei gestützt auf die früheren Ausführungen des Beschwerdeführers, die belegten Geldflüsse sowie den nachgewiesenen Kauf von F.________-Fondsanteilen zweifellos widerlegt, dass der Beschwerdeführer zur behaupteten Zeit den geltend gemachten Betrag gestützt auf das nachgereichte Promissory-Note-Papier in die behaupteten Hedge-Geschäfte bei den durch ihn genannten Floor-Tradern investiert habe. Das nachgeschobene Konstrukt des Beschwerdeführers erweise sich dadurch als Schutzbehauptung. Es liege nicht eine vorgefasste Meinung gegenüber den hypothetischen Aussagen der Floor-Trader vor; es habe vielmehr erwiesenermassen betreffend die massgeblichen Anklagesachverhalte schlicht keine Investments des Beschwerdeführers in Hedge-Funds über Floor-Trader gegeben. Daher sei die Abnahme der anbegehrten ergänzenden Beweismittel obsolet. Diese Auffassung ist nicht schlechthin unhaltbar. Wie sich auch aus den oben (E. 2.3) dargelegten Erwägungen des Obergerichtes zu Anklageziffer 2 bis 6 ergibt, stützt sich seine - teilweise mit Verweis auf den bezirksgerichtlichen Entscheid vorgenommene - antizipierte Beweiswürdigung auf sachliche Gründe. Damit ist sie nicht willkürlich.