Citation: 1C_173/2020 E. 4.2

4.2. Das Verwaltungsgericht hielt zur Begründung seines Entscheids fest, der Augenschein habe gezeigt, dass die Gemeinde eine erhebliche Vielfalt von Abweichungen von den Gestaltungsvorschriften zugelassen habe. So habe man bspw. Strickbau über das Erdgeschoss hinaus, erheblich überdimensionierte Pfetten, doppelflügelige Balkontüren, Verwendung von Brettschichtholz, Betonsockel oder Doppelpfetten vorgefunden. Eine Wiederherstellung der Fenster im Ausmass von 100 cm x 70 cm zum Format 90 cm x 90 cm erscheine vor diesem Hintergrund bereits aus ästhetischer Sicht nicht als notwendig; angesichts des komplexen Eingriffs, welcher eine solche Anpassung nach sich ziehen würde, wäre die Wiederherstellung auch unverhältnismässig. Die von der Beschwerdeführerin vorgeschlagene Reduktion auf 70 cm x 70 cm mittels eines Rahmens würde nicht zu einer Verbesserung, sondern zu einer Verschlechterung der Ästhetik führen. Das Fensterformat von 100 cm x 70 cm sei zudem bei den älteren Alphütten bereits vorhanden, sodass es keinen Fremdkörper im Ortsbild darstelle. Dasselbe gelte für die Sprossen an den Fenstern. Ähnlich verhalte es sich mit der doppelten Eingangstüre. Diese trete aus ästhetischer Sicht noch weniger stark in Erscheinung. Der zusätzliche Keller gewähre dem Beschwerdegegner zwar einen zusätzlichen Stauraum, trotzdem sei der Komfortgewinn nicht sehr gross, weshalb von einer Verkleinerung oder Zuschüttung abgesehen werden könne. Da eine ständige Praxis der Gemeinde bestanden habe und von den Gestaltungsrichtlinien abweichende Bauweisen toleriert worden seien, könne ausnahmsweise in diesem Fall dem Beschwerdegegner die Begünstigung auch gewährt werden, weshalb eine Duldungsverfügung zu erlassen sei.