Citation: 2C_150/2022 E. 5.4

5.4. Im Rahmen der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer zahlreiche Male straffällig geworden ist. Viele seiner Straftaten sind zwar als Bagatelldelikte einzustufen (vgl. BGE 137 I 247 E. 5.2.2; 136 I 285 E. 5.3). Einzelne Delikte wie etwa die Verurteilung vom 27. Mai 2010 wegen Veruntreuung, Urkundenfälschung, versuchter Nötigung und Widerhandlung gegen das BVG oder die wiederholten Verurteilungen wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten wiegen jedoch schwerer. Nach der Zählung der Vorinstanz sind gegen den Beschwerdeführer 25 Strafverfahren aktenkundig, in denen er zu Geldstrafen von insgesamt 300 Tagessätzen zwischen Fr. 60.-- und Fr. 90.-- sowie Bussen von total Fr. 10'240.-- und Freiheitsstrafen von insgesamt 54 Tagen verurteilt wurde. Zu dieser beträchtlichen Anzahl an Vorstrafen gesellt sich ein hoher Schuldenberg, den der Beschwerdeführer angehäuft hat. Selbst wenn die Mehrheit dieser Schulden auf den Konkurs der Einzelfirma des Beschwerdeführers zurückzuführen sein sollte, ergibt sich aus den Feststellungen der Vorinstanz, dass die Schulden des Beschwerdeführers auch in den letzten Jahren noch angewachsen sind. Wenn der Beschwerdeführer ins Feld führt, dass er keine Sozialhilfe bezogen habe, ist dies zu relativieren: Der Beschwerdeführer ist jahrelang die von ihm geschuldeten Alimente zugunsten seiner Kinder schuldig geblieben, sodass diese von der Wohngemeinde der Kinder bevorschusst werden mussten und diese den Beschwerdeführer dafür - bislang offenbar weitgehend erfolglos - betreiben musste. Zumindest indirekt hat der Beschwerdeführer also doch von sozialhilfeähnlichen Zahlungen der öffentlichen Hand profitiert. Insgesamt erscheint es als zutreffend, dass die Vorinstanz die öffentlichen Interessen an der Wegweisung des Beschwerdeführers als gross bezeichnet hat.