Citation: U 429/99 26.07.2001 E. 1

1.- Aus dem Gutachten der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Spitals X.________ vom 17. Oktober 1997 ergibt sich, dass der Beschwerdeführer unter einem lumbovertebralen Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle und funktioneller, stark beinbetonter Hemiparese links, einem massiven chronischen Analgetikaabusus, Spannungskopfschmerzen und einer depressiven Verstimmung leidet. Streitig und zu prüfen ist, ob es sich bei diesen Leiden um eine Berufskrankheit oder die Folgen eines Unfalles (Zeckenbiss) handelt. a) Gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG gelten Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind, als Berufskrankheiten. Der Bundesrat hat in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt. Ziff. 1 dieses Anhanges führt abschliessend die schädigenden Stoffe (Listenstoffe) auf, die als Ursache für Berufskrankheiten in Betracht kommen. Ziff. 2 des Anhanges enthält einerseits eine abschliessende Aufzählung von Krankheiten (Listenkrankheiten) und andererseits der Arbeiten, die als Ursache für die jeweils aufgeführten Krankheiten zugelassen sind (RKUV 1988 S. 449 Erw. 1a mit Hinweisen). Weil die diagnostizierten Erkrankungen nicht zu den in Ziff. 2 des Anhanges 1 zur UVV aufgeführten Listenkrankheiten gehören, liegt im vorliegenden Fall eine Berufskrankheit vor, wenn deren ausschliessliche oder vorwiegende Verursachung durch einen Listenstoff rechtsgenüglich nachgewiesen ist. b) Nach der Rechtsprechung muss die Einwirkung eines Listenstoffes insofern qualifiziert sein, als sie eine Ursache darzustellen hat, die alle übrigen Ursachen an Intensität übertrifft. Dies trifft dann zu, wenn die Bedeutung des Listenstoffes im Ursachenspektrum einer bestimmten Krankheit vorherrscht, indem sie mehr als alle anderen Mitursachen die Krankheit herbeigeführt hat. Umgekehrt muss diese besondere ursächliche Wirkung des Listenstoffes verneint werden, wenn dieser im Vergleich zu anderen Mitursachen nur zur Hälfte oder zu einem noch geringeren Teil die Krankheit bewirkt. Beweismässig muss mit hinreichender Wahrscheinlichkeit dargetan sein, dass die Krankheit überwiegend durch den Listenstoff verursacht worden ist. Wenn der Zusammenhang von Gesundheitsschädigung und vorwiegender Einwirkung eines solchen Stoffes bloss möglich ist, so ist er eben nicht erwiesen, und es erwächst dem Unfallversicherer keine Leistungspflicht (RKUV 1988 S. 450 Erw. 1b mit Hinweisen).