Citation: 6B_155/2023 E. 1.1

1.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Anordnung der Landesverweisung. Dabei rügt er nebst einer falschen Sachverhaltsfeststellung die Verletzung von Art. 13 BV und Art. 8 EMRK. Er beanstandet die Verhältnismässigkeit der Landesverweisung. Die Vorinstanz stellt fest, der Beschwerdeführer sei kosovarischer Staatsangehöriger und am zz. zz. 1983 in V.________, Kosovo, geboren. Gestützt auf die Akten des Amtes für Migration führt die Vorinstanz aus, ein Asylgesuch des Beschwerdeführers sei am 21. Januar 2000 (rechtskräftig) abgewiesen und er ausgewiesen worden, woraufhin er in den Kosovo zurückgereist sei. Er sei vom 21. April 2005 bis 20. April 2008 des Landes verwiesen worden, weil er gegen das Ausländerrecht verstossen habe, indem er unter anderem mit einem gefälschten Pass in die Schweiz eingereist sei. Bereits im März 2005 sei er im Kanton Freiburg aufgegriffen und wegen illegalen Aufenthalts verurteilt worden. Zudem verzeichne er mehrfache Verstösse gegen das Strassenverkehrsrecht, aber auch eine Verurteilung wegen Tätlichkeit nach Art. 126 Abs. 1 StGB. Im Jahr 2018 sei seine Aufenthaltsbewilligung einer genaueren Überprüfung unterzogen worden und er sei am 12. August 2020 verwarnt worden. Am 28. Oktober 2009 habe er seine damals noch minderjährige, in der Schweiz aufgewachsene erste Ehefrau im Kosovo geheiratet, woraufhin sie ein Gesuch um Familiennachzug für ihn gestellt habe. Abgesehen von gelegentlichen Reisen in den Kosovo lebe der Beschwerdeführer seit seiner Einreise am 1. April 2010 in der Schweiz. Der Beschwerdeführer habe zwei Brüder und fünf Schwestern. Seine Geschwister lebten in Italien, Deutschland und Kosovo. Eine Schwester komme ab und zu in die Schweiz zu Besuch. Er pflege nach eigenen Angaben einen guten Kontakt zu ihnen. Sein Vater sei mittlerweile verstorben. Seine Mutter lebe im Kosovo. Nachdem die Ehe mit seiner ersten Ehefrau per 27. November 2018 rechtskräftig geschieden worden sei, habe er sich am 8. September 2020 mit D.________, die zuvor im Kosovo gelebt habe, verheiratet. Er habe zwei Kinder mit seiner ersten Ehefrau, die er gemäss eigenen Aussagen fast jeden Tag sehe und zu denen er eine sehr gute Beziehung habe. Auf der Grundlage des Amtsberichts der KESB vom 11. Oktober 2022 bemerkt die Vorinstanz ferner, dass seit dem Urteil des Kantonsgerichts vom 15. November 2019 die unbegleiteten Besuchstage wieder stattgefunden hätten. Von Dezember 2019 bis März 2020 seien die begleiteten Besuche gut verlaufen. Seit April 2020 würden die Kinder jedes zweite Wochenende von Freitag, 18 Uhr, bis Sonntag, 18 Uhr, beim Beschwerdeführer verbringen. Im Jahr 2020 hätten die Kinder im Sommer und Herbst je eine Ferienwoche mit dem Beschwerdeführer verbracht. Im Jahr 2021 hätten die Kinder knapp zwei Wochen Ferien im Sommer mit dem Beschwerdeführer verbracht. Ab Juni 2022 habe der Beschwerdeführer die Besuche an den Wochenenden abgesagt und die geplanten zwei Ferienwochen im Juli und August nicht wahrgenommen. Am 23. August 2022 sei auf Wunsch des Beschwerdeführers geplant worden, dass die Besuche alle zwei Wochen am Wochenende wieder stattfinden würden. Gemäss Angaben seiner ehemaligen Ehefrau habe der Beschwerdeführer die Besuche an den Wochenenden jeweils kurzfristig abgesagt und er habe die Kinder nur für jeweils sehr kurze Zeitfenster gesehen. Aktuell werde das Besuchsrecht nicht gemäss Urteil und dem vereinbarten Ferienplan umgesetzt. In den letzten Monaten sei es krankheits- und arbeitsbedingt zu kurzfristigen Absagen des Beschwerdeführers gekommen. Die Beziehung zwischen ihm und seiner ehemaligen Ehefrau sei nach wie vor angespannt, sie hätten aber unabhängig voneinander gesagt, die Zusammenarbeit sei von Herbst 2021 bis Frühling 2022 erfreulich verlaufen, was auch von der Schule bestätigt werde. Seit Mitte April 2022 sei es jedoch mehrmals von beiden Elternteilen zu Rückmeldungen gekommen, dass Absprachen nicht mehr umgesetzt würden. Gemäss seiner ehemaligen Ehefrau sei er - auch vor den Kindern - ihr gegenüber verbal ausfällig geworden. Sie hätten sich jedoch für die Weiterführung der Besuchswochenenden aussprechen können. Im letzten Jahr hätten die Kinder zweimal das Gespräch mit der Beiständin gesucht, da sie nicht mehr zum Beschwerdeführer wollten, weder während den Wochenenden noch für die Ferien. Sie würden sich beim Beschwerdeführer nicht wohl fühlen. An den Wochenenden sei es wiederholt zu lautstarken Konflikten mit der jetzigen Ehefrau gekommen und er habe öfters Alkohol konsumiert. In den Ferien im Kosovo würden sie vor allem durch die Familie des Beschwerdeführers und nicht durch ihn selbst betreut. Der Beschwerdeführer habe der Beiständin gegenüber diese Aussagen bestritten und sie mit den Konflikten zur Mutter begründet. Die Beiständin halte abschliessend aufgrund des Loyalitätskonflikts der Kinder und der unterschiedlichen Aussagen eine abschliessende Einschätzung für nicht möglich. Mit Entscheid vom 1. Juli 2021 habe die KESB dem Beschwerdeführer und seiner ehemaligen Ehefrau wegen Kindeswohlgefährdung durch den Loyalitätskonflikt der Kinder Weisungen erteilt. Der Beschwerdeführer sei anfänglich im Parkettgeschäft des Onkels seiner damaligen Ehefrau, später als Gipser tätig gewesen. Auffallend sei dabei der häufige Arbeitgeberwechsel. Der Beschwerdeführer arbeite seit Februar 2022 als Gipser bei der E.________ GmbH in einem Vollzeitpensum. Seine Ehefrau sei die Geschäftsführerin dieses Unternehmens. Er verdiene Fr. 6'300.-- netto. Er habe Betreibungen im Umfang von Fr. 195'333.45 und Verlustscheine im Betrag von Fr. 110'508.50; es laufe eine Lohnpfändung. Gesundheitlich gehe es dem Beschwerdeführer gut. Er nehme derzeit aufgrund seines erlittenen Herzinfarkts keine Medikamente und befinde sich deswegen nicht in ärztlicher Behandlung. Die Vorinstanz kommt damit zum Schluss, ein Härtefall sei wohl zu verneinen, könne jedoch mit Blick auf die Interessenabwägung offengelassen werden. Sie erwägt in diesem Rahmen, dass das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung das nicht unbeachtliche private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz deutlich überwiege. Die Vorinstanz stellt dabei sein Interesse am Verbleib in der Schweiz seinen gemeinsam mit der Anlasstat beurteilten, strafbaren Handlungen (Strassenverkehrsdelikte, Drohung und Beschimpfung), seine seit seiner Einreise im Jahre 2010 begangenen Gesetzesverstösse, die wegen Verstössen gegen das Ausländerrecht gegen ihn ausgesprochene, dreijährige Landesverweisung sowie seine schlechten finanziellen Verhältnissen gegenüber.