Publication: Magyar Közlöny
Issue: MK-2003-111 (Year: 2003, Number: 111)
Era: 1990-2004
Section: Melléklet a 25/2003. (IX. 26.) OM rendelethez
Paragraph Index: 478

2. Wortschatz Der Schüler soll im Fach Deutsch als Minderheitensprache fähig sein, sich in Alltags- und Literaturthemen, der Prüfungsstufe entsprechend, sowohl mündlich als auch schriftlich mit einem abwechslungsreichen Wortschatz auszudrücken. Der Wortschatz des Prüflings soll in Qualität und Quantität ausreichen, in der für die gegebene Stufe erwartenden Weise und Qualität − seine Kommunikationsabsichten über alltägliche und abstrakte Themen in mündlichen und schriftlichen Mitteilungen zu verwirklichen; − mündliche und schriftliche Mitteilungen anderer zu verstehen; − Kompensationsstrategien verwenden zu können, wenn ihm die zur Redeabsicht nötigen Wörter fehlen. Die Basis der Prüfungswortschatzes dient die deutsche Standardsprache. In der Prüfung werden produktive Kenntnisse von Wörtern spezieller Dialekte, Gruppensprachen, Fachsprachen nicht erwartet. Ähnliche Wörter dürfen ausschließlich in Texten vorkommen, in denen ihre Kenntnis keine Voraussetzung zum Verstehen des gegebenen Textes ist. II. BESCHREIBUNG DER PRÜFUNG MITTELSTUFENPRÜFUNG STRUKTUR DER PRÜFUNG Die Abiturprüfung im Fach Deutsch als Minderheitensprache und -literatur besteht aus einem schriftlichen und mündlichen Teil. In der schriftlichen Prüfung stehen dem Prüfling 180 Minuten zur Verfügung. Die mündliche Prüfung dauert nach 10 Minuten Vorbereitungzeit 10–15 Minuten. Zur Lösung der schriftlichen Aufgaben darf kein Wörterbuch verwendet werden, zur mündlichen Vorbereitung dürfen literarische Textsammlungen, Bände verwendet werden. Die Blätter zum Notieren müssen mit dem Schulstempel versehen werden. Die folgende Tabelle zeigt die Prüfungsteile in der Abwicklungsreihe sowie die Dauer der einzelnen Prüfungsteile und deren etwaiges Verhältnis in der Auswertung. Prüfungsteil Dauer (Min.) Verhältnis (%) Punkte Schriftliche Prüfung Leseverstehen Sprachrichtigkeit Pause Hörverstehen Schreibfertigkeit Mündliche Prüfung Sprachfertig-keit, Inhalt 10–15 Insgesamt: Die Mittelstufenprüfung beinhaltet zwei Sprachstufen: Stufen A2–B1 der Skala vom Europarat. Im Interesse der Auswertung unterschiedlicher Fertigkeits- und Kenntnisstufen kommt in den schriftlichen Aufgabenreihen die Stufenweisigkeit zur Geltung. Die Aufgabenreihen werden so zusammengestellt, dass die Prüfung auch von den Schülern auf der Stufe A2 abgelegt werden kann. Erstellen der Prüfungsaufgaben Die Aufgaben des Leseverstehens, der Sprachrichtigkeit, des Hörverstehens und der Schreibfertigkeit werden zentral erstellt. Die Aufgaben für das Ermessen der Sprechfertigkeit werden mit Hilfe einer zentralen Anweisung vom prüfenden Lehrer zusammengestellt. 2003/111/II. szám Bewertung − Die einzelnen Prüfungsteile werden unabhängig voneinander ausgewertet. − In jedem Prüfungsteil wird nur die bewußt geprüfte Fertigkeit bewertet. − Vorbedingung einer erfolgreichen Prüfung ist, dass der Prüfling in jedem Prüfungsteil mindestens 15% der Punkte erreicht (15% sind nicht die untere Grenze der Note „ausreichend”). − Die in den einzelnen Prüfungsteilen erhaltenen Punkte werden mit Hilfe einer zentralen Anleitung in Prüfungspunkte umgewandelt. SCHRIFTLICHE PRÜFUNG LESEVERSTEHEN Das Ziel des Prüfungsteiles ist festzustellen, ob der Prüfling fähig ist, die in Alltagstexten vorkommenen authentischen Texte verschiedener Art selbstständig zu lesen, sie dem Zweck entsprechend zu verstehen. Man unterscheidet mehrere Stufen des Leseverstehens (z.B. globales, selektives und ausführliches Verstehen). In der Prüfung können mehrere Stufen des Verstehens ermessen werden. Zur Lösung der Prüfungsaufgaben muss der Prüfling auch fähig sein, die Strategien der Verstehenszwecke zu verwenden. Inhaltsstruktur Die Prüfung misst, ob der Prüfling − das Wesen des Textes versteht und − dem Gedankengang des Textes verstehen und ihm folgen kann, − die Schlüsselinformationen versteht (z.B. Personen, Zeit, Ort, Richtung, Menge), − wichtige Informationen von unwichtigen trennen kann, − Argumente für und gegen einen gegebenen Standpunkt versteht, − für ein gegebenes Auffassungsziel die notwendigen datenartigen Information suchen kann, − den Text seiner Kommunikationsfunktion entsprechend ausführlich versteht, − die verschiedenen Lesestrategien verwenden kann (z.B. die Bedeutung unbekannter Wörter schlussfolgern), − die tatsächliche Information von der Meinung unterscheiden kann. Die in der Prüfung gelesene Texte sind: − authentische Texte (manchmal gekürzt), die zum Zweck einer wahren Mitteilung entstanden sind, − ein Ganzes bilden, − sowohl inhaltlich als auch sprachlich von klarer Struktur, − bei ihrer Auswahl ist der Teil Themenkreise richtungsgebend , − thematisch den Lebenserfahrungen und dem Allgemeininteresse des Lebensalters entsprechen − zum Verstehen braucht man keine Kenntnisse, die über das allgemeine Bildungsniveau der Abiturprüfung hinausgehen, − sie können wegen ihrer Authentizität Wörter, Ausdrücke beinhalten, deren Kenntnis auf der gegebenen Prüfungsstufe nicht gefordert werden. Ihr Verstehen ist aber zur erfolgreichen Lösung der gegebenen Aufgabe keine nötige Vorbedingung. In der Prüfung können folgende Textarten vorkommen: − funktionale Texte (z.B. Speisekarte, Fahrplan, Fernsehprogramm, Kinoprogramm, Programme, Gebrauchsanweisung, Formulare, Katalog, Fahrschein), − informativ-instruktive Texte (z.B.: Aufzeichnung, Mitteilung, Aufruf, Anzeige, Plakate, Buchempfehlung), − Privatbrief, offizieller Brief, − Zeitungsartikel (z.B. Nachricht, Bericht, Reportage) − populärwissenschaftliche Texte aus allgemein bekannten Themenkreisen, − literarische Texte (z.B.: Auszüge aus Romanen und Dramen, Novellen, Gedicht, Dichtung, Märchen). Charakterisieren der Aufgaben und Aufgabenreihen In der Prüfung können folgende Aufgabentypen vorkommen: − Auswahl der Antwort − Behauptung richtig/falsch − Aneinanderreihung (Titel und Text, Frage und Antwort, Person und Aussage usw.) 2003/111/II. szám − Ordnen von Bildern, Ereignissen in der richtigen Reihenfolge auf Grund des Textes, − Finden der Stelle eines aus dem Text herausgenommenen Satzes, Abschnittes, − Teile des Textes der Reihenfolge nach ordnen, − Lösung eines Lückentextes auf Grund des Textes, − kurze Antwort auf offene Fragen, − Anfertigen von Skizzen Der Test hat laut Aufgabentypologie eine ungebundene Struktur, d.h. jeder aufgezählte Aufgabentyp kann darin vorkommen. Der Prüfling muss 3 Aufgaben lösen, die zu den Aufgaben verwendeten Texte beinhalten insgesamt etwa 600 Wörter. Die Aufgabenreihe besteht aus 30 Fragen/Items. Die einheitlich formulierten Aufgabendefinitionen werden in Deutsch geschrieben, ihr Sprachniveau ist aber niedriger als das zur Lösung nötige Sprachniveau. Zur Lösung der Aufgaben darf kein Wörterbuch verwendet werden. Bewertung Sie erfolgt auf Grund der zentralen Korrektur- und Bewertungsanweisung. Wenn mehrere Antworten akzeptierbar sind, beinhaltet die Anweisung die durch den Text möglichen Antworten bzw. die Inhaltselemente, die für die richtige Antwort unentbehrlich sind. Die Aufgaben werden ausschließlich nach inhaltlichen Gesichtspunkten bewertet, d.h. grammatische und Ortographiefehler werden nicht berücksichtigt. Die in diesem Prüfungsteil erhaltenen Punkte werden mit Hilfe einer zentralen Anweisung in Prüfungspunkte umgewandelt. SPRACHRICHTIGKEIT Ziel der Prüfungsteils ist das Ermessen, ob der Prüfling über lexikalische, grammatische, semantische und pragmatische Kenntnisse verfügt, die ihn zur selbstständigen Kommunikation befähigen. Inhaltsstruktur Die Prüfung misst, ob der Prüfling fähig ist − grundsätzliche grammatische Konstruktionen und lexikalische Elemente in Sätze einzufügen (Erkennen, Ergänzung, Schaffen), − grundsätzliche grammatische Konstruktionen und lexikalische Strukturen in einfachen Texten sprachlich genau zu gebrauchen. Im Prüfungsteil verwendete Texte oder Textteile − authentische oder in kleinem Maße adaptierte Texte, − bei der Auswahl ist der Teil Themenkreise richtungsgebend, − thematisch entsprechen sie den Lebenserfahrungen und dem allgemeinen Interesse dieses Alterskreises, − zum Verstehen braucht man keine das allgemeine Bildungsniveau des Abiturs überschreitenden Kenntnisse, − der Schwierigkeitsgrad ist niedriger als der der Leseverstehensaufgaben, − sie können wegen ihrer Authentizität Wörter, Ausdrücke beinhalten, deren Kenntnis auf der gegebenen Prüfungsstufe nicht verlangt wird. Ihr Verstehen ist aber zur erfolgreichen Lösung der gegebenen Aufgabe keine nötige Vorbedingung. Charakterisieren der Aufgaben und Aufgabenreihen In der Prüfung können folgende Aufgaben vorkommen: − Ergänzen von Lückensätzen oder Texte durch Antwortwahl (die Auswahl der einen richtigen Lösung von vier Möglichkeiten), − Identifizieren der Stelle des aus dem Text herausgenommenen Satzteiles mithilfe von Textkohersionsmitteln, − Ergänzen eines Lückentextes selbstständig oder aus den im voraus angegebenen Wörtern, − Einfügen gegebener, weitergebildeter Wörter und/oder deren konjugierter oder deklinierter Form in den Text. Der Test hat laut Aufgabentypologie eine ungebundene Struktur, d.h. jeder angegebene Aufgabentyp kann darin vorkommen. 2003/111/II. szám Die Aufgabenreihe besteht aus 3–4 Aufgaben, insgesamt aus 30 Items. Die zu den Aufgaben verwendeten Texte machen etwa 300–350 Wörter aus. Die Aufgaben basieren auf Texten. Eine Aufgabe basiert auf Sätzen, damit können aber etwa 15% der erreichbaren Punkte erlangt werden. Eine Aufgabe kann auch nach mehreren sprachlichen Erscheinungen fragen. Die einheitlichen Aufgabendefinitionen werden in deutsch geschrieben, ihr Sprachniveau ist aber niedriger als das zur Aufgabenlösung nötige. Zur Lösung der Aufgaben darf kein Wörterbuch verwendet werden. Bewertung Sie erfolgt auf Grund der zentralen Korrektur und Bewertungsanweisung, die alle möglichen richtigen Antworten beinhaltet. Die in diesem Prüfungsteil erhaltenen Punkte werden mit Hilfe einer zentralen Anweisung in Prüfungspunkte umgewandelt. HÖRVERSTEHEN Ziel des Prüfungsteils ist zu ermessen, ob der Prüfling fähig ist auf dem gegebenen Sprachgebiet das allgemein angenommene oder davon wenig abweichende Sprechen entsprechend den normalen Verstehenszielen zu verstehen. Die Prüfung misst die folgenden Stufen: globales Verstehen der Kommunikationsabsichten des Textes (globales Verstehen), nach gegebenen Gesichtspunkten Infomationen aus dem Text heraus suchen (selektives Verstehen). Die Prüfung misst das detaillierte Verstehen des Textes nicht. Zur Lösung der Prüfung muss der Prüfling auch fähig sein, die den Verstehenszielen entsprechenden Strategien gebrauchen zu können. Inhaltsstruktur Die Prüfung misst, ob der Prüfling fähig ist, − das Wesentliche des Textes zu verstehen, − den Gedankengang des Textes zu verstehen und ihm zu folgen, − die Schlüsselinformationen zu verstehen (z.B. Personen, Zeit, Ort, Richtung, Menge, Grund/Ursache), − die zum Verstehensziel nötigen Angabeninformationen zu erfassen, − die verschiedenen Strategien zu verwenden (z.B.: Folgerung auf die Bedeutung der unbekannten Wörter aus dem Kontext). Texte in der Prüfung − authentische oder in kleinem Maße adaptierte Texte, die zum Zweck normaler mündlicher Mitteilung zustande gekommen sind, − Texte, die ein Ganzes bilden, − Texte, deren Länge und Inhalt das Gedächtnis des Prüflings nicht überflüssigerweise belasten, − Texte, deren akustische Qualität einwandfrei ist, − sie werden in normalem Sprechtempo von Muttersprachlern vorgetragen, − bei ihrer Auswahl ist der Teil Themenkreise maßgebend, − thematisch entsprechen sie den Lebenserfahrungen und dem allgemeinen Bildungskriterien, − zu ihrem Verständnis sind keine Kenntnisse erforderlich, die über das Bildungsniveau der Abiturprüfung hinaus gehen, − sie können wegen ihrer Authentizität Wörter, Ausdrücke beinhalten, deren Kenntnis auf dem gegebenen Niveau nicht verlangt wird. Ihr Verstehen aber ist zur erfolgreichen Lösung der gegebenen Aufgabe keine nötige Voraussetzung. Textarten, die in der Prüfung vorkommen können: − öffentliche Ankündigungen, Mitteilungen (z.B. auf dem Bahnhof, auf dem Flughafen, im Warenhaus), − aufgenommene Telefontexte (z.B.: Anrufbeantworter, Informationsdienste: Verkehrinformation, Öffnungszeiten, Fahrplan), − Anweisungen (z.B.: auf der Straße, auf dem Flughafen, auf dem Bahnhof), − Mitteilungen durch Medien (z.B. Wetterbericht, Werbung, Programme, Kurznachricht), − Gespräche, Telefongespräche, 2003/111/II. szám − Reportage, Interviews, − Berichte, − populärwissenschaftliche Texte über allgemeine Themen, − belletristische Texte: kurze Prosaauszüge, Gedichte (vorgelesen), vertonte Gedichte. Charakteristika der Aufgaben und Aufgabenreihen In der Prüfung können die folgenden Aufgabentypen vorkommen: − Antwortauswahl − Behauptung richtig/falsch − einander zuordnen (z.B. Person und Aussage, Auswahl von Bildern zum Text), − Feststellen der Reihenfolge von Ereignissen, − Ausfüllen von Drucksachen und Formularen, − Ausfüllen von Tabellen, − Ergänzen von Lückensätzen, − offene Fragen mit kurzer Antwort. Der Test hat gemäß Aufgabentypologie eine ungebundene Struktur, d.h. jeder angegebene Aufgabentyp kann darin vorkommen. Die Aufgabenreihe besteht etwa 20–25 Items. Der Test enthält 2 Aufgaben. In der ersten Aufgabe hört sich der Prüfling einen kurzen informativen Text an (z.B. Wetterbericht, Wegbeschreibung, Programmangebot, Werbung, Information über Öffnungszeiten). Die Gesamtdauer macht etwa 2–3 Minuten aus. Die Aufgaben fragen nach den wichtigsten Informationen des Textes. In der zweiten Aufgabe hört sich der Prüfling einen anspruchsvolleren Text mit einer Dauer von 3–4 Minuten an (Interview, Meinungsausführung). Statt eines längeren Textes können auch 2–3 kürzere Texte mit ähnlichem Thema vorkommen. Der Prüfling hört sich jeden Text zweimal an. Die einheitlichen Aufgabendefinitionen werden in Deutsch geschrieben, ihr Sprachniveau ist aber niedriger als das zur Lösung der Aufgabe nötige. Die Tonaufnahme enthält die Aufgabendefinition, zweimal die Texte sowie die zum Lesen und zur Lösung der Aufgaben nötigen Pausen. Die auf der Tonaufnahme hörbaren und auf dem Aufgabenblatt lesbaren Aufgabendefinitionen stimmen wortwörtlich überein. Zur Lösung der Aufgaben darf kein Wörterbuch verwendet werden. Bewertung Sie erfolgt auf Grund der zentralen Korrektur- und Auswertungsanweisung. Wenn mehrere Antworten akzeptierbar sind, beinhaltet die Anweisung die sich aus dem Text ergebenden möglichen Antworten bzw. die Inhaltselemente, die in der richtigen Antwort unentbehrlich sind. Die Aufgaben werden ausschließlich nach inhaltlichen Gesichtspunkten bewertet, d.h. grammatische und Ortographiefehler werden nicht berücksichtigt. Die Umrechnung der in diesem Teil erreichten Punkte in Prüfungspunkte erfolgt mithilfe der zentralen Anweisung. SCHREIBFERTIGKEIT Ziel des Prüfungsteiles ist zu ermessen, auf welchem Niveau sich der Prüfling in der deutschen Sprache schriftlich ausdrücken kann bzw. wie er schriftliche Aufgaben zur Verwirklichung verschiedener Kommunikationsziele lösen kann. Inhaltsstruktur Die Prüfung misst, ob der Prüfling fähig ist − sich in den gegebenen Situationen und Rollen zu äußern bzw. die gegebenen Kommunikationsabsichten zu verwirklichen (siehe Kommunikationssituation und Absichten), − Texte verschiedener Art über Themen aus dem Teil Themenkreise zu schreiben, − kohärente Texte zu schreiben (mit Voraus- und Rückweisung, grundsätzlichen Synonymen und Konjunktionen), 2003/111/II. szám − seine Aussage logisch und den Anforderungen der gegebenen Textart entsprechend zu ordnen sowie das Schriftwerk entsprechend aufzubauen und zu gliedern, − der Textsorte, der Mitteilungsabsicht, dem Verhältnis zum Adressaten den entsprechenden Stil und Ton zu finden, − ein den Formeigenschaften der gegebenen Textart entsprechendes Schriftwerk zu schaffen, − sich so auszudrücken, dass durch eventuelle grammatische Ungenauigkeiten, Wortgebrauch das Verstehen nicht behindert wird. Der Prüfling soll Texte schaffen, − die mit wahrer Kommunikationsabsicht entstehen, − die für den Leser klar und verständlich sowie geeignet sind, das Kommunikationsziel zu erreichen, − bei denen die Textart festgelegt ist, − die thematisch den Lebenserfahrungen und dem Interesse dieses Alters entsprechen, − die zum Schreiben keine das Abitur überschreitenden Kenntnisse erfordern. In der Prüfung sind folgende Textarten zu schaffen: − Nachricht, Merkzettel, − kurze, private Mitteilung, − Tagebucheintragung, − Ansichtskarte, − Einladung, − privater oder offizieller Brief, − Analyse – nach gegebenen Gesichtspunkten – eines Werkes: Prosaauszug, Auszug aus einem Drama, lyrisches Werk − Beschreibung, Vergleich von Bildern, Bilderreihen. Aufbau der Aufgaben und der Aufgabenreihe Die Aufgaben basieren auf den Listen Kommunikationssituationen sowie Themenkreise. Beim Messen der Schreibfähigkeit werden wahre Kommunikationssituationen geschaffen, d.h. die Situation, in der das Schriftwerk entsteht, wird angegeben, die dazu passende Textsorte genannt, ebenso das Ziel, das Thema und der Adressat des Schriftwerkes sowie die Art des Verhältnisses zwischen Schreiber und Leser. All dies bestimmt Stil und Ton des Textes. In der Prüfung können folgende Aufgabetypen vorkommen: − Textproduktion auf Grund einer gegebenen Situation nach gegebenen Gesichtspunkten, − Textproduktion auf Grund verbaler Hilfsmittel (z.B. persönliche Notizen, Nachrichten, Briefe, Artikel, Aufrufe, Inserate, Werbeblätter, Prosa- und Dramenauszüge, Gedichte, Lieder usw.) und/oder Reaktion darauf, − Textproduktion auf Grund visueller Hilfsmittel (z.B. Abbildungen, Bilder, Gemälde, Statuen, Gebäude, Volkstracht, Fotos, Bilderreihen, Graphiken, Tabellen usw.). Die richtungsweisenden Gesichtspunkte geben die Unterpunkte des Themas an, die verbalen und visuellen Hilfsmittel bieten Gedanken- und/oder sprachliche Hilfe zur Ausarbeitung des Themas. Der Prüfungsteil besteht aus zwei Aufgaben. Die erste Aufgabe ist ein kürzerer, Trans- und Interaktionstext. Der Prüfling formuliert – auf verbale und/oder visuelle Hilfsmittel reagierend – eine Mitteilung von 40–50 Wörtern (z.B.: Ansichtskarte, e-Mail, Tagebucheintragung, Nachricht, Merkzettel). Die zweite Aufgabe ist die Formulierung eines längeren Textes mit Meinungsausführung. Der Prüfling reagiert schriftlich in einem Text von 250–300 Wörtern auf einen kurzen Brief, ein Inserat oder auf einen ähnlichen informativen Text, oder er analysiert einen Werkteil nach angegebenen Gesichtspunkten oder er vergleicht Bilderreihen. Im Text soll der Prüfling fünf gegebene Richtungspunkte erörtern. Diese können in beliebiger Reihenfolge ausgearbeitet werden. Die Aufgabenbestimmung, die richtungsweisenden Gesichtspunkte und die Hilfsmittel werden in der Sprache der ungarndeutschen Minderheit geschrieben, ihr Sprachniveau ist niedriger als das der rezeptiven Prüfungsteile. Zur Lösung der Aufgaben darf das deutsche Rechtschreibwörterbuch verwendet werden. Die Toleranzgrenze gegen grammatische, lexikalische und Rechtschreibfehler liegt höher als bei der Oberstufe. 2003/111/II. szám Bewertung Sie erfolgt auf Grund der zentralen Korrektur- und Bewertungsanweisung. Die Bewertung der Leistung des Prüflings wird nach 4 Kriterien (Erfüllung des kommunikativen Zieles, grammatische Strukturen, Wortschatz, Satz- und Textkohäsion) mithilfe einer achtstufigen analytischen Skala (0–7) durchgeführt. Die zwei Aufgaben werden gemeinsam bewertet. Maximale Gesamtpunktzahl: 56, die erste Aufgabe beträgt 1/3, die zweite 2/3. MÜNDLICHE PRÜFUNG SPRECHFERTIGKEIT, MINDERHEITENINHALT Der Prüfungsteil hat das Ziel festzustellen, ob der Prüfling fähig ist, seine Gedanken auf dem sprachlichen Niveau, das in den Abituranforderungen festgelegt ist, in deutscher Sprache mündlich auszudrücken und ein den wahren Kommunikationsabsichten entsprechendes Gespräch zu führen. In der Prüfung wird ermessen, in welchem Maße und in welcher Qualität der Prüfling zur mündlichen Trans- und Interaktion fähig ist, deren Teile sowohl rezeptive als auch produktive Fertigkeiten (Sprechverstehen, Sprechfähigkeit) sind. Der Prüfling soll fähig sein, sowohl ein Thema selbstständig auszuführen als auch am Gespräch interaktiv teilzunehmen. Die Thesenreihe der zweiten Aufgabe besteht aus 15 Thesen. Die Thesenreihe bearbeitet Literatur, Kultur und Sprache der ungarndeutschen Minderheit auf Grund der Abschnitte Themenkreise, grammatische Strukturen, Wortschatz. In diesem Prüfungsteil werden die Aufgaben auf Grund zentraler Anweisungen von den prüfenden Lehrern erarbeitet. Zur Lösung der Aufgabe darf kein Wörterbuch verwendet werden. Zur Vorbereitung dürfen aber literarische Textsammlungen, Bände benutzt werden. Blätter zum Notizen müssen mit dem Schulstempel versehen werden. Inhaltsstruktur Die Prüfung ermisst, ob der Prüfling fähig ist, − sich in den gegebenen Situationen und Rollen zu äußern bzw. die angegebenen Kommunikationsabsichten zu verwirklichen (siehe Teil Kommunikationssituationen und -absichten), − an Gesprächen über gegebene Themen (Literatur, Kultur, Sprache) teilzunehmen (siehe Teil Themenkreise), − seine Aussage verständlich und zusammenhängend auszudrücken, − so zu sprechen, dass seine Aussprache, Intonation und sein Sprechtempo das Verstehen nicht behindern, − einfache Kommunikationsstrategien zu verwenden, − beim Sprechen die Grundlagen der zielsprachlichen Höflichkeit und des entsprechenden Stils zu verwenden, − sich so ausdrücken, dass eventuelle grammatische und lexikalische Ungenauigkeiten das Verstehen nicht behindern. Charakteristika der Aufgaben und Aufgabenreihen Die Situationen und Rollen der Prüfungsaufgaben basieren auf den Listen Kommunikationssituationen und -absichten, Themenkreise, Kenntniskreise, grammatische Strukturen, Wortschatz. Die Aufgaben entsprechen thematisch den Lebenserfahrungen und dem Interesse des Alters, ihre Lösung verlangt keine das Abitur überschreitende Kenntnisse. Die Aufgabendefinition gibt die Situation und die Beschreibung der Rolle des Prüflings eindeutig an. Im Prüfungsgespräch spielt der Prüfling die aktive Rolle. In der Prüfung können folgende Aufgabentypen vorkommen: − Rollenspiel, − selbstständige Themenausführung auf Grund verbaler und/oder visueller Hilfsmittel. Der Prüfungsteil beginnt mit einem kurzen Einführungsgespräch. Ziel der Fragen ist, den Prüfling auf den Gebrauch der deutschen Sprache einzustimmen. Das hier Verlautete zählt nicht zur Prüfungsleistung. Die Prüfung besteht aus zwei Teilen. Die Aufgaben werden von Prüfling gezogen, die Vorbereitungszeit beträgt 10 Minuten. Die mündliche Prüfung dauert 15 Minuten. 2003/111/II. szám In der ersten Aufgabe soll der Prüfling an einer, dem Alltagsleben ähnlichen Situation teilnehmen, in der sein Partner der Prüfer ist. Die Aufgabe besteht also darin, dass der Prüfling am Gespräch interaktiv teilnimmt, entsprechende Fragen stellt bzw. auf die gestellten Fragen entsprechende Antworten gibt. In der zweiten Aufgabe soll der Prüfling auf Grund gegebener Gesichtspunkte ein literarisches oder sprachliches Thema oder ein mit der Kultur der Ungarndeutschen zusammenhängendes Thema ausführlich und zusammenhängend erörtern. Das verwendbare Hilfsmaterial kann eine Bild, ein Foto, eine Abbildung, eine Landkarte oder ein kurzer geschriebener Text sein. Die Aufgabenbestimmung und die verbalen Hilfsmittel wurden in deutscher Sprache geschrieben, ihr Sprachniveau ist niedriger als das Niveau der Prüfungsteile für rezeptive Fertigkeiten. Die visuellen Hilfsmittel repräsentieren den Kulturkreis der deutschen Minderheit. Bewertung Sie erfolgt auf Grund einer auf vier Kriterien basierenden, achtstufigen, analytischen Skala (Kommunikationsauswirkung: a) in welchem Maße kann er seine Gedanken selbstständig ausdrücken, b) wie fließend ist sein Sprachstil c) wie relevant sind seine Äußerungen vom Gesichtspunkt der Aufgabenlösung aus; Grammatik und Kohärenz; Wortschatz; Lautbildung, Akzent, Intonation). Die zwei Aufgaben werden gemeinsam bewertet. Für ein Auswertungskriterium dürfen maximal 7 Punkte gegeben werden, so ist die in der mündlichen Prüfung maximal erreichbare Punktzahl 28. OBERSTUFEPRÜFUNG DIE STRUKTUR DER PRÜFUNG Die schriftliche Prüfung dauert 240 Minuten, die mündliche 10–15 Minuten. Die folgende Tabelle zeigt die Prüfungsteile in der Abwicklungsreihe sowie die Dauer der einzelnen Prüfungsteile und deren etwaiges Verhältnis bei der Bewertung. Prüfungsteil Dauer (min.) Anteil (%) Punkte Schriftliche prüfung Leseverstehen Sprachrichtig-keit Pause Hörverstehen Schreibfähig-keit Mündliche prüfung Sprachfähig-keit Insgesamt: ----- In keinem Prüfungsteil darf das Wörterbuch benutzt werden, da der Prüfling über seine tatsächlichen Kenntnis Rechenschaft ablegen soll. Die Oberstufenprüfung beinhaltet 2 Sprachstufen: B2–C1 der Skala des Europarates. Zum Ermessen voneinander abweichender Fähigkeiten- und Wissensebenen wird das Prinzip der Stufenweisigkeit verwendet. Die Aufgabenreihen werden so zusammengestellt, dass auch die Schüler auf der Stufe B2 die Prüfung ablegen können. Bewertung − Die einzelnen Prüfungsteile werden voneinander unabhängig bewertet. − In jedem Prüfungsteil wird nur die gezielte ermessene Fertigkeit bewertet. − Vorbedingung einer erfolgreichen Prüfung ist, dass der Prüfling in allen fünf Prüfungsteilen mindestens 15% der erreichbaren Punktzahl erlangt (15% sind nicht die untere Grenze der Note „ausreichend”) − Die Bewertung jedes Prüfungsteiles erfolgt auf Grund zentral ausgearbeiteter Korrektur- und Bewertungsanweiser. − Die Bewertungsanweiser für Leseverstehen, Hörverstehen und Sprachrichtigkeit beinhalten die möglichen akzeptablen Antworten. − Die Bewertung für die Prüfungsteile Schreibfertigkeit und Sprechfertigkeit wird auf Grund zentral ausgearbeiteter analytischer Skalen durchgeführt. − die in den einzelnen Prüfungsteilen erhaltenen Punkte werden auf Grund eines zentralen Anweisers in Prüfungspunkte umgerechnet. 2003/111/II. szám SCHRIFTLICHE PRÜFUNG LESEVERSTEHEN Das Ziel des Prüfungsteiles ist festzustellen, ob der Prüfling fähig ist, die in den Alltagstexten vorkommenen authentischen Texte verschiedener Art selbstständig zu lesen und das wahre Leseziel in entsprechender Tiefgründigkeit zu verstehen. Man unterscheidet mehrere Stufen des Leseverstehens (z.B. globales, selektives und ausführliches Verstehen). In der Prüfung können mehrere Stufen des Verstehens ermessen werden. Zur Lösung der Prüfungsaufgaben muss der Prüfling auch fähig sein, die Strategien der Verstehenszwecke zu verwenden. Inhaltsstruktur ist gleich wie bei der Mittelstufenprüfung Der Unterschied zwischen den zwei Ebenen liegt in der Art der Annährung an das gegebene Thema, im Umfang der Texte, in der inhaltlichen und sprachlichen Komplexität sowie im unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Aufgaben. Charakteristika der Aufgaben und Aufgabenreihen − Antwortwahl, − Bilder, Ereignisse auf Grund vom Text der Reihenfolge nach zu ordnen, − Identifizierung einer Tatsache, Angabe, Feststellung, eines Argumentes, Gesichtspunktes usw., die im Text direkt zu finden sind, − das Verhältnis des Ganzen von Text und Titel, − Bedeutung des Textganzen, − Textstruktur, durch den Aufbau vermittelte Bedeutung, − Notizen machen, − kurze Zusammenfassung des Textes. Der Test hat gemäß Aufgabentypologie eine ungebundene Struktur, d.h. jeder aufgezählte Aufgabentyp kann darin vorkommen. Der Prüfling muss 1–3 Aufgaben lösen, die zu den Aufgaben verwendeten Texte beinhalten insgesamt etwa 1200 Wörter. Die Aufgabenreihe besteht aus 25–30 Items. Die einheitlich formulierten Aufgabendefinitionen werden in deutscher Sprache geschrieben, ihr Sprachniveau ist aber niedriger als das zur Lösung nötige Sprachniveau. Zur Lösung der Aufgaben darf kein Wörterbuch verwendet werden. Bewertung Sie erfolgt auf Grund der zentralen Korrektur- und Auswertungsanweisung. Wenn mehrere Antworten akzeptierbar sind, beinhaltet die Anleitung die sich aus dem Text ergebenden möglichen Antworten bzw. die Inhaltselemente, die in der richtigen Antwort unentbehrlich sind. Die Aufgaben werden ausschließlich nach inhaltlichen Gesichtspunkten bewertet, d.h. grammatische und Ortographiefehler werden nicht berücksichtigt. Die in diesem Prüfungsteil erhaltenen Punkte werden mit Hilfe einer zentralen Anweisung in Prüfungspunkten umgerechnet. SPRACHRICHTIGKEIT Ziel der Prüfungsteilermessung ist festzustellen, ob der Prüfling über lexikalische, grammatische, semantische und pragmatische Kenntnisse verfügt, die ihn zur selbstständigen Kommunikation befähigen. Inhaltsstruktur Durch die Prüfung wird ermessen, ob der Prüfling fähig ist − abwechlungsreiche grammatische Konstruktionen und lexikalische Elemente in einen Satz einzufügen (Erkennen, Vervollständigung, Schaffen), − grammatische und lexikalische Elemente auch in komplexen Texten sprachlich kompetent zu verwenden. Die im Prüfungsteil verwendeten Texte oder Textauszüge wie Mittelstufenprüfung. 2003/111/II. szám Der Unterschied zwischen den zwei Ebenen liegt in der Komplexität der grammatischen und lexikalischen Strukturen und im unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Aufgaben. In der Oberstufenprüfung ist der Prüfling fähig, abwechslungsreichere und komplexere grammatische und lexikalische Strukturen zu erkennen und sie genau zu verwenden. Charakteristika der Aufgaben und Aufgabenreihe Wie bei Mittelstufenprüfung. Der Test hat der Aufgabentypologie gemäß eine unabhängige Struktur, d.h. jeder aufgezählte Aufgabentyp kann darin vorkommen. Die Aufgabenreihe besteht aus 4–5 Aufgaben, etwa aus 40 Items, der Umfang der verwendeten Texte beinhaltet etwa 600 Wörter. Alle Aufgaben basieren auf Texten. Eine Aufgabe kann auch nach mehreren sprachlichen Phänomen fragen. Die einheitlich formulierten Aufgabendefinitionen werden in deutscher Sprache geschrieben, ihr sprachliches Niveau ist niedriger als das zur Aufgabenlösung nötige. Zur Aufgabenlösung darf kein Wörterbuch verwendet werden. Bewertung Sie erfolgt auf Grund der zentralen Korrektur- und Auswertungsanweisung. Die in diesem Prüfungsteil erhaltenen Punkte werden mit Hilfe einer zentralen Anweisung in Prüfungspunkte umgerechnet. HÖRVERSTEHEN Wie bei Mittelstufenprüfung. Inhaltsstruktur Die Prüfung ermisst, ob der Prüfling fähig ist, wie bei Mittelstufenprüfung − Für- und Gegenargumente eines gegebenen Standpunktes zu verstehen, − den Ton des Textes zu erkennen, auf das Verhältnis der Sprechenden zueinander zu schlussfolgern. Texte in der Prüfung wie bei Mittelstufenprüfung In der Prüfung können folgende Textarten vorkommen wie in der Mittelstufenprüfung. Der Unterschied zwischen den zwei Ebenen liegt in der Weise der Annährung an das gegebene Thema, im Umfang der Texte, in der inhaltlichen und sprachlichen Komplexität sowie im unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Aufgaben. Der Schwierigkeitsgrad kann auch durch weitere Faktoren beeinflusst werden, wie das Sprechtempo, Zahl der Sprechenden, Artikulation, Hintergrundgeräusche. Bei der Oberstufe können auch Texte vorkommen, die sich dem gegebenen Thema verallgemeinert nähern, eventuell nuancierte Mitteilungen und Gegenmeinungen beinhalten. In der Oberstufenprüfung können auch zusammengesetztere, ausgewähltere Formen der Standardsprache vorkommen. Charakteristika der Aufgaben und Aufgabenreihe Wie bei Mittelstufenprüfung. Der Test hat der Aufgabentypologie gemäß eine ungebundene Struktur, d.h. jeder aufgezählte Aufgabentyp kann darin vorkommen. Der Prüfling hört sich 2–3 Texte an, deren Gesamtdauer 8–10 Minuten ausmacht. Der Test beinhaltet 2–3 Aufgaben, etwa 25 Items. Der Prüfling kann sich jeden Text zweimal anhören. 2003/111/II. szám Die einheitlichen Aufgabendefinitionen werden in Deutsch geschrieben, ihr Sprachniveau ist aber niedriger als das zur Lösung der Aufgabe nötige. Die Tonaufnahme enthält die Aufgabendefinition, zweimal die Texte, sowie die zum Lesen und zur Lösung der Aufgaben nötigen Pausen. Die auf der Tonaufnahme hörbaren und auf dem Aufgabenblatt lesbaren Aufgabendefinitionen stimmen wortwörtlich überein. Zur Lösung der Aufgaben darf kein Wörterbuch verwendet werden. Bewertung Sie erfolgt auf Grund der zentralen Korrektur- und Auswertungsanweisung. Wenn mehrere Antworten akzeptierbar sind, beinhaltet die Anleitung die sich aus dem Text ergebeneden möglichen Antworten bzw. die Inhaltselemente, die in der richtigen Antwort unentbehrlich sind. Die Aufgaben werden ausschließlich nach inhaltlichen Gesichtspunkten bewertet, d.h. grammatische und Ortographiefehler werden nicht berücksichtigt. Die Umrechnung der in diesem Teil erreichten Punkte in Prüfungspunkte erfolgt mit Hilfe der zentralen Anweisung. SCHREIBFERTIGKEIT Ziel des Prüfungsteiles ist festzustellen, auf welcher Ebene sich der Prüfling in deutscher Sprache schriftlich ausdrücken bzw. schriftliche Aufgaben zur Verwirklichung verschiedener Kommunikationsziele lösen kann. Inhaltsstruktur Die Prüfung ermisst, ob der Prüfling fähig ist, wie bei Mittelstufenprüfung, ferner − seine Gedanken sprachlich richtig und genau auszudrücken, − seinen Standpunkt und seine Argumente konsequent, kompakt und nuanciert auszuführen. Der Prüfling muss folgende Textarten schaffen wie bei Mittelstufenprüfung, ferner − Argumentieren über sprachliche, literarische und kulturelle Fragen (die Aufgabe beinhaltet einen Textauszug), − Vergleich zweier Texte nach gegebenen Gesichtspunkten. Die Aufgabe gibt die hervorgehobenen Gesichtspunkte (thematisch, stilistische) an. Unter den Texten kann auch die jeweilige zeitgenössische Literatur vorkommen. Der Unterschied zwischen den zwei Ebenen liegt in der Weise der Annährung an die Themen, im Umfang der zu schaffenden Texte, in den Charakterzügen der sprachlichen Formulierung. Der Prüfling in der Oberstufenprüfung ist fähig, sich dem gegebenen Thema auch im Allgemeinen zu nähern und es als umfassendes Problem erörtern. Für die sprachliche Formulierung ist charakteristisch, dass der Prüfling in der Oberstufe ausführlich, mit einem gewählten Wortschatz und anspruchsvollen sprachlichen Strukturen schreibt. Aufbau der Aufgaben und der Aufgabenreihe Die Aufgaben basieren auf Kommunikationssituationen und -absichten sowie Themenkreise. Wie bei Mittelstufenprüfung. In der Prüfung können folgende Aufgabentypen vorkommen: − Der Prüfling reagiert auf gegebene verbale und/oder visuelle Hilfsmittel nach angegebenen Gesichtspunkten. Der Prüfungsteil besteht aus 2 Aufgaben. In der ersten Aufgabe reagiert der Prüfling schriftlich auf einen informativen Text, indem er einen Text mit etwa 100 Wörter schreibt. In der zweiten Aufgabe kann der Prüfling unter zwei Themen wählen. Über das ausgewählte Thema hat er einen Text mit etwa 300–350 Wörtern nach gegebenen Gesichtspunkten zu schreiben, er muss auch seine Meinung anführen. Die Aufgabenbestimmung, die richtungsgebenden Gesichtspunkte und die Hilfsmittel werden in deutscher Sprache geschrieben, ihr Sprachniveau ist niedriger als das der rezeptiven Prüfungsteile. 2003/111/II. szám Bewertung Allgemeine Kriterien: − Kriterien der inhaltlichen Darstellung: Verstehen des Themas, sprachliche und literarische Allgemeinbildung, kulturgeschichtliche Assoziationen, persönliche Stellungnahme, Weltkenntnis, Wesenhervorheben, − Kriterien der Textstrukturiertheit: Entsprechung der verlangten Gattung, Gliederung, strukturelle Proportionalität, Einhalten des Umfanges, − Kriterien der sprachlichen Qualität des Textes: sichere Kenntnis der standardsprachlichen Norm: Grammatik, Wortschatz, Rechtschreibung, korrekter Vortrag, leserliche Handschrift, ordentliches Schriftbild. Die Bewertung wird mithilfe einer zentralen Korrektur- und Bewertungsanweisung durchgeführt. Die Bewertung der zwei Aufgaben erfolgt gemeinsam. MÜNDLICHE PRÜFUNG SPRECHFERTIGKEIT, MINDERHEITENINHALT Wie bei Mittelstufenprüfung. Die Thesenreihe der zweiten Aufgabe besteht aus 20 Thesen. Die Thesenreihe bearbeitet die Literatur, Kultur und Sprache der ungarndeutschen Minderheit auf Grund des Kapitels Themenkreise, Wissenskreise, grammatische Strukturen, Wortschatz. In diesem Prüfungsteil werden die Aufgaben auf Grund zentraler Anweisungen vom prüfenden Lehrern erarbeitet. Zur Lösung der Aufgabe darf kein Wörterbuch verwendet werden. Zur Vorbereitung ist aber die Verwendung von literarischen Textsammlungen, Bänden erlaubt. Das Papier zum Notizenschreiben muss mit dem Schulstempel versehen werden. Inhaltsstruktur Wie bei Mittelstufenprüfung, ferner soll der Prüfling − seine Gedanken nuanciert ausdrücken, seinen Standpunkt, seine Argumente fließend, konsequent und kompakt ausführen, − mit einer Aussprache, einem Akzent und Tempo sprechen, damit seine Rede gut verstanden werden kann, − abwechslungsreiche Kommunikationsstrategien zu verwenden, − seine Gedanken hinsichtlich Sprachrichtigkeit genau ausdrücken, − mit einer anspruchsvollen Satzkonstruktion sprechen, damit sie einer komplizierteren Gedankenweise entsprechen. Der Unterschied zwischen den zwei Ebenen liegt in der Weise der Annährung an die Themen und im Niveau der sprachlichen Leistung, d.h. in den Charakterzügen der sprachlichen Umformung. In der Oberstufenprüfung kann der Prüfling über das gegebene Thema auch verallgemeinert sprechen und seine Meinung ausführen. Für die sprachliche Formulierung ist charakteristisch, dass sich der Prüfling ausgewählter und nuancierter ausdrückt. Charakteristika der Aufgaben und Aufgabenreihe Wie bei Mittelstufenprüfung. In der Prüfung können folgende Aufgabentypen vorkommen: − Diskussion (Meinungsunterschiede zeigen und überwinden), − Selbstständige Themenerörterung auf Grund verbaler und/oder visueller Hilfsmittel. Der Prüfungsteil beginnt mit einem kurzen Einführungssgespräch. Wie bei Mittelstufenprüfung. Die Prüfung besteht aus 2 Aufgaben. Die Aufgaben werden vom Prüfling gezogen, die Vorbereitungszeit beträgt 10 Minuten. Die Prüfung dauert 15 Minuten. In der ersten Aufgabe interpretiert der Prüfling ein oder mehrere deutschsprachige Zitate und führt seine Meinung dazu aus, dabei muss er auch auf die die Diskussion stimulierenden Bemerkungen des Prüfers reagieren. In der zweiten Aufgabe hat der Prüfling ein Thema über Literatur, Sprache oder über Kultur der ungarndeutschen Minderheit ausführlich und zusammenhängend zu erörtern, und zwar auf Grund gegebener Gesichtspunkte. Als Hilfsmit- 2003/111/II. szám tel können Bilder, Fotos, Abbildungen, Landkarten oder kurze geschriebene Texte dienen. Der Prüfer kann im Voraus bestimmte weitere Fragen stellen, die die Meinungsäußerung stimulieren. Die Aufgabendefinition und die verbalen Hilfsmittel wurden in der deutschen Minderheitensprache geschrieben, ihr sprachliches Niveau ist niedriger als das der rezeptiven Prüfungsteile. Bewertung Allgemeine Bewertungskriterien: − Inhalt: Themenentfaltung, Orientiertheit in Sprache, Literatur und Kultur, entsprechender Wortgebrauch, Problemempfindlichkeit, genauer Vortrag eines dem Thema entsprechenden Textes − Vortragsweise: dem Thema entsprechender klarer Aufbau, klare sprachliche Form, Wesenhervorheben. Die Bewertung erfolgt auf Grund einer zentral ausgearbeiteten analytischen Skala, die auch die ausführliche Beschreibung der Gesichtspunkte enthält. Die Aufgaben werden gemeinsam bewertet. DEUTSCHE MINDERHEITENSPRACHE UND -LITERATUR I. DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER PRÜFUNGSANFORDERUNGEN A) KOMPETENZEN MITTELSTUFE UND OBERSTUFE 1. Leseverstehen 1.1 Informationsverarbeitung und Beurteilung Zielgerichtete und kritische Nutzung von Informationen: Auswahl und Neugestaltung in Bezug auf das Thema und das Leseziel 1.1.1 Kenntnisse über Printmedien und elektronische Informationsquellen und deren Nutzung (z.B. ein- und zweisprachige Wörterbücher, Anthologien, Lexikon und elektronische Presse usw.) 1.1.2. Nutzung von lexikalisch-grammatischen und literarischen Kompetenzen zur Analyse, Produktion und zum Vergleich und zur Beurteilung von Texten in Printmedien und elektronische Informationsquellen 1.1.3 Entwicklung von persönlichen Stellungnahmen zu Gedanken, Wissensbeständen und Meinungen 1.2 Analyse von literarischen und nichtliterarischen Texten 1.2.1 Anhand von Analyse, Vergleich und Wertung belletristischer, journalistischer und Übungstexte Beschreiben von Gedankengängen, Ausdrucksweisen und die Kennzeichnung der Gattung, Textgestalt, grammatischen Struktur und des Stils sowie deren Funktionen 1.2.2 Die Identifizierung dessen, das Verständnis und die Präsentation dafür, dass Literatur Träger und Ausdruck für unterschiedliche Epochen und menschliche Erfahrungen/Wahrnehmungen, Denkweisen und ethische Überlegungen ist 1.2.3 Erkenntnis des aufeinander verweisenden Bedeutungsunterschieden innerhalb und zwischen Texten 1.2.4 Erfassung des kommunikativen Kontextes als Ziel von geschriebenen Mitteilungen und Veröffentlichungen Erkenntnis und Rekonstruierung von Autorauffassungen und –meinungen, Einschätzung und Wertung von des Grundgedankens und der Kohärenz der Aussagen 1.2.5 Sachliche oder individuelle Reaktion zur Lektüre anhand vorgegebener Gesichtspunkte zum Ausdruck bringen 2. Schriftliche Textproduktion Ausdruck von persönlicher Meinung; Orientiertheit und Kenntnisse in verschiedenen Themenbereichen und Gattungen beruhend auf einem umfangreichen Lektürewissen; 2.1 Anfertigung von Berichten, argumentierenden und essayartigen Texten zum angegebenen Thema 2.2 Selbstständige Textproduktion anhand von formulierungstechnischen Schritten um Erstellen eines Aufsatzes „von der Idee bis zur Ausführung”, inbegriffen Selbstkontrolle und Fehlerkorrektur 2.3 Ziel ist eine dem Gegenstand angemessene und stilgerechte Darlegung unter Anwendung der Normen der Standardsprache und sicherer Orthografiekenntnisse bei übersichtlichem, lesbarem Schriftbild 2.4 Schriftliche Erörterung von Fragen und Problemen, eigenständige Meinungs- äußerung, Formulierung von Standpunkten und Schlussfolgerungen anhand argumentativer Methoden 2.5 Anfertigung offizieller Textsorten (z.B. Brief, Lebenslauf, Bewerbung) unter Anwendung struktureller, inhaltlicher und sprachlicher Normen 3. Kommunikation/mündliche Textproduktion 3.1 Der Gesprächssituation und dem -thema entsprechend unter Einhaltung der sprachlichen Normen selbstständig ausgedrückte Äußerung 3.2 Anwendung von vielfältigen Kommunikationsstrategien unter Einhaltung der phonetischen, grammatischen bzw. grammatikalischen Regeln 4. Umgang mit Begriffen 4.1 Formell stichhaltiges Vorstellen und zutreffender Vortrag von Textanalysen, Leseerlebnissen und persönlichen Stellungnahmen 4.2 Selbstständiger Gebrauch von moralischen, ästhetischen, poetischen und stilistischen Begriffen entsprechend der Gesprächssituation B) WISSENSBEREICHE OBERSTUFE UND MITTELSTUFE Die Ober- und Mittelstufe unterscheiden sich weniger hinsichtlich ihrer inhaltlichen Aspekte, allerdings bedeutend in Bezug auf Qualitätsanspruch und Bewertung. Die Oberstufe unterscheidet sich in erster Linie dadurch von der Mittelstufe, dass sie ein andere qualifizierteres Wissen misst, anders ausgedrückt setzt sie eine höhere Sicherheit bezüglich der Aneignungen und Interpretation sprachlicher und literarischer Kenntnisse voraus.

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