Publication: Magyar Közlöny
Issue: MK-2003-111 (Year: 2003, Number: 111)
Era: 1990-2004
Section: Melléklet a 25/2003. (IX. 26.) OM rendelethez
Paragraph Index: 434

2. ’Volkskundliche Kenntnisse’ oder ’Kenntnisse über die Sprache der Minderheit’ Wählbare Bereiche: Im letzten Jahr der Prüfungsvorbereitungen lernt der Kandidat ein Gebiet (Siedlungsgeographie der Nationalität, soziologische Merkmale der Identität der Minderheit, Mundart, bauliche Umgebung, Musik-, Gesang- und Tanzkultur usw.) tiefgehend kennen, erarbeitet ein Projekt in diesem Bereich und stellt dieses in der mündlichen Prüfung vor. Die Sprache der Prüfung ist in beiden Stufen die Sprache der Minderheit. Vorbereitungszeit: 30 Minuten Prüfungszeit: In der Mittelstufe 15, in der Oberstufe 20 Minuten Während der Vorbereitungszeit können dem Kandidaten gedruckte Materialien (Deutscher Kalender, Neue Zeitung, Sonntagsblatt, Suevia Pannonica, grundlegende Quellen), CD-s, Ton-und Bildquellen, Computer mit Internetanschluss zur Verfügung stehen. Inhalt In der mündlichen Prüfung stellt der Kandidat in 5 Minuten (in der Oberstufe in 10 Minuten) seinen Projektentwurf dar. Danach stehen ihm je 5 Minuten zur Verfügung, um selbstständig seine aus den Pflichtbereichen (Historische oder minderheitenpolitische Kenntnisse bzw. volkskundliche Kenntnisse oder Kenntnisse über die Sprache der Minderheit) gezogenen Thesen zu erörtern. In beiden Pflichtbereichen müssen pro Themenbereich 10 Thesen gegeben werden. Aus den so entstandenen 20 Thesen jeden Pflichtbereichs zieht der Kandidat eine These pro Bereich. Jeder These müssen zwei verschiedene Quellen mit gleichem Inhalt zugeordnet werden. Die einzelnen Thesen sollen möglichst den gleichen Schwierigkeitsgrad haben und den gleichen Zeitumfang zur Lösung benötigen. Bewertung In der mündlichen Prüfung erhält der Kandidat maximal 50 Punkte. Für den Projektentwurf erhält er 30, für die Thesen je 10 Punkte. Die Leistungsbewertung erfolgt nach den üblichen Bewertungskriterien Projektentwurf: insgesamt 30 Punkte − Inhalt: 5 Punkte − Logische, übersichtliche Gruppierung der verwendeten Kenntnisse: 5 Punkte − Anschaulichkeit: 5 Punkte − Bezug des Projekts zu wirklichen Erscheinungen: 5 Punkte − Individuelle Sichtweise der Darstellung: 10 Punkte Pflichtbereiche (historische oder minderheitenpolitische Kenntnisse bzw. volkskundliche Kenntnisse oder Kenntnisse über Sprache der Minderheit) Insgesamt 20 Punkte (pro These je 10 Punkte) − Auswahl der Hilfsmittel 2 Punkte − Logische und klare Gruppierung der gewonnenen Informationen 2 Punkte − Anschaulichkeit und sprachliche Formulierung des Vortrags 2 Punkte − Einbezug eigener Erfahrungen, Formulierung eigener Meinung 4 Punkte 2003/111/II. szám DEUTSCH ALS NATIONALITÄTENSPRACHE DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ABITURANFORDERUNGEN IN MITTELSCHULEN MIT DEUTSCH ALS NATIONALITÄTENSPRACHE EINFÜHRUNG Ziel der Prüfung Ziel der Abiturprüfung Deutsch als Nationalitätensprache und -literatur: − Zum einen sollen die kommunikativen Sprachkenntnisse und die Kompetenz gemessen werden, d.h. es gilt festzustellen, ob der Prüfling in der Lage ist, in simulierten Kommunikationssituationen seine Kommunikationsabsichten mithilfe der vier Grundfertigkeiten (Leseverstehen, Hörverstehen, Sprechfertigkeit und Schreibfertigkeit) zu verwirklichen, − Zum anderen ist zu beachten, inwiefern es dem Prüfling gelungen ist, sich die spezifischen Bildungs- und Erziehungsinhalte des Nationalitätenunterrichts anzueignen. Innerhalb der Prüfungsanforderungen kommen auf beiden Prüfungsstufen dem Fertigkeiten und Handlungen im Leseverstehen sowie bei der schriftlichen und mündlichen Textproduktion eine determinierende Funktion zu. Aus der Spezifik der Ausbildung ergibt sich, dass all die Erziehungs- und Bildungsinhalte sowie Kenntnisse, die für das Nationalitätenausbildungsprogramm charakteristisch sind, bei der Abiturprüfung beachtet werden. Wichtig ist, dass die Abiturienten in der Lage sind, sich selbstständig zu informieren, die Minderheiten betreffende aktuelle in- und ausländische Ereignisse zu beurteilen sowie emotionale, soziale und intellektuelle Erlebnisse zu erfassen und auszudrücken. Im Verlaufe der Abiturprüfung in Deutsch als Nationalitätensprache werden die Literaturkenntnisse akzentuiert sowie all das, was die Kulturtraditionen ungarländischen Minderheit als auch die Kultur des Mutterlandes kennzeichnet. Demzufolge stehen diese Themenkreise im Prüfungskatalog als zu überprüfende Kenntnisbereiche. Ziel der Abiturprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling I. die Geschichte der ungarländischen Nationalität, deren Kultur und sprachlichen Spezifika sowie die die Minderheiten betreffenden aktuellen Fragen kennt, II. fähig ist, seine Gedanken in Gattung, Struktur und Stil, den Prüfungsaufgaben entsprechend, vorzutragen III. selbstständig auf Schlussfolgerungen aus belletristischen und alltagssprachlichen Texten verschiedener Gattungen und Literaturepochen reagieren kann. Die Prüfungsstufen Ziel der Mittelstufenprüfung ist zu ermessen, wie der Prüfling alltagssprachliche, einfach formulierte Lese- und Hörtexte versteht und schafft. Die Anforderungen der Mittelstufe sind für die Oberstufe unerlässlich. Die Oberstufe misst bezüglich Quantität und Qualität ein anderes Sprachwissen. Ziel der Oberstufenprüfung ist zu ermessen, wie der Prüfling abstraktere, komplexere und umfangreichere Texte versteht und schafft, als auch festzustellen, ob er die Hochschulreife besitzt. Die Prüfung besteht auf beiden Stufen aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil, ihr Grundgerüst bildet die Überprüfung der vier Grundfertigkeiten und die zusammengezogene Punktzahl widerspiegelt die kommunikative Fremdsprachenkompetenz des Prüflings. Zur Anwendung der kommunikativen Fertigkeiten muss der Prüfling über einen entsprechenden Wortschatz verfügen und die Sprachstruktur kennen. 2003/111/II. szám Die Aufgaben zum Lese- und Hörverstehen messen auf indirekte Art und Weise das Verstehen sprachlicher Einheiten, die Aufgaben zum Sprechen und Schreiben sind dagegen direkte Messverfahren. Die grammatischen und lexikalischen Kompetenzen werden gezielt mithilfe eines eigens dafür konzipierten Prüfungsteiles gemessen. Die Prüfung ist einsprachig, d.h. besondere Fertigkeiten werden nicht geprüft. Die Anforderungen berücksichtigen die des Nationalen Grundlehrplanes (NAT), die „Anforderungen des Rahmenlehrplanes für die Mittelschulen mit Minderheitenunterricht”, die „Allgemeinen Abituranforderungen für Deutsch als Nationalitätensprache und -literatur”, die Allgemeinen und detaillierten Abituranforderungen für Deutsch als Fremdsprache“, die “Allgemeinen und detaillierten Abituranforderungen für das Fach ungarische Sprache und Literatur” sowie die Empfehlungen des Europarates hinsichtlich des Fremdsprachenunterrichts anhand der Dokumente „Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen” und „Kontaktschwelle Deutsch als Fremdsprache”. Die Leistungsstufen bei der Bewertung des Abiturs im Fach Deutsch als Nationalitätensprache richten sich auch nach der Skala des Europarates, laut dieser Einteilung entspricht die Mittelstufe der Kategorie A2–B1, die Oberstufe jedoch der Kategorie B2. Europarat Abiturprüfung C2 Meisterstufe C1 Fortgeschrittenenstufe B2 Mittelstufe Oberstufe B1 Übergangsstufe A2 Grundstufe Mittelstufe A1 Minimalstufe Allgemeine Beschreibung der Prüfungsstufen A2, B1 und B2 seitens des Europarates: B2 Er versteht den Hauptgedankengang abwechslungsreicher, konkreter und abstrakter Texte und kann auch längeren, zusammengesetzteren Argumentationen folgen. Er kann in der Zielsprache fließend und auf natürliche Weise Interaktionen führen. Er kann klare und detaillierte Texte zu verschiedenen Themen schaffen. Er kann seine Meinung begründen und sich aus verschiedenen Möglichkeiten ergebende Vor- und Nachteile detailliert ausführen. B1 Er ist im Stande, die wichtigsten Informationen in einfachen Alltagstexten zu verstehen, die mit häufigen Lebensituationen (z.B. Schule, Freizeit, Arbeit). Er ist fähig, sich in der Zielsprache mit Ausländern über alltägliche Situationen zu unterhalten. Er kann einfache, zusammenhängende Texte zu ihm bekannten oder ihn interessierende Themen schaffen. Er kann über Ereignisse, seine Erlebnisse, Gefühle und Bestrebungen berichten. Er kann kurze Erklärungen zu Ereignissen und Erscheinungen geben sowie verschiedene Standpunkte und Pläne begründen. A2 Er versteht Sätze und kurze Texte, die mit seinem unmittelbaren Umfeld zusammenhängen. Er kann über alltägliche und eingeübte Situationen kommunizieren, für die er einfache und unmittelbare Informationen braucht. Er kann mithilfe einfacher Sprachmittel über sich, seine Familie und seine nähere Umgebung sprechen. 2003/111/II. szám I. DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ABITURANFORDERUNGEN A) FERTIGKEITEN UND TEXTARTEN

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