Document ID: 32006R0166

Reference:
4.2.2006
DE
Amtsblatt der Europäischen Union
L 33/1
VERORDNUNG (EG) Nr. 166/2006 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
vom 18. Januar 2006
über die Schaffung eines Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters und zur Änderung der Richtlinien 91/689/EWG und 96/61/EG des Rates
(Text von Bedeutung für den EWR)
DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION —
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 175 Absatz 1,
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (1),
nach Anhörung des Ausschusses der Regionen,
gemäß dem Verfahren des Artikels 251 des Vertrags (2),
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1)
Im sechsten Umweltaktionsprogramm der Gemeinschaft, das durch den Beschluss Nr. 1600/2002/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom (3) eingesetzt wurde, wird gefordert, den Bürgern leicht zugängliche Informationen über den Zustand der Umwelt zur Verfügung zu stellen, den Zusammenhang mit sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Trends darzulegen und generell zu einer Förderung des Umweltbewusstseins beizutragen.
(2)
In dem von der Europäischen Gemeinschaft am 25. Juni 1998 unterzeichneten UN-ECE Übereinkommen der UN-Wirtschaftskommission für Europa über den Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten (nachstehend „Århus-Übereinkommen“ genannt) wird hervorgehoben, dass ein besserer Zugang der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen und die Verbreitung dieser Informationen zu einer Sensibilisierung für Umweltfragen, einem freien Meinungsaustausch, einer wirksameren Beteiligung der Öffentlichkeit an der Entscheidungsfindung im Umweltbereich und letztlich zu einer besseren Umwelt beiträgt.
(3)
Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister (nachstehend „PRTR“ genannt) sind ein kostengünstiges Instrument zur Verbesserung der Umweltleistung und des Zugangs der Öffentlichkeit zu Informationen über die Freisetzung von Schadstoffen und die Verbringung von Abfällen und Schadstoffen außerhalb des Standortes, die Feststellung von Trends, den Nachweis von Fortschritten bei der Verringerung der Umweltverschmutzung, die Überwachung der Einhaltung internationaler Übereinkommen, die Festlegung von Prioritäten und die Bewertung von Fortschritten durch umweltpolitische Maßnahmen und Programme der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten.
(4)
Ein integriertes und einheitliches PRTR bietet der Öffentlichkeit, der Industrie, Wissenschaftlern, Versicherungsgesellschaften, lokalen Behörden, Nichtregierungsorganisationen und anderen Entscheidungsträgern eine zuverlässige Datenbank für Vergleiche und künftige Entscheidungen in Umweltfragen.
(5)
Am 21. Mai 2003 unterzeichnete die Europäische Gemeinschaft das UN-ECE Protokoll über Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister (nachstehend „Protokoll“ genannt). Um den Abschluss des Protokolls durch die Gemeinschaft zu ermöglichen, sollte das Gemeinschaftsrecht mit den Bestimmungen des Protokolls in Einklang gebracht werden.
(6)
Durch die Entscheidung 2000/479/EG der Kommission (4) wurde ein Europäisches Schadstoffemissionsregister (nachstehend „EPER“ genannt) geschaffen. Das PRTR-Protokoll stützt sich auf die gleichen Prinzipien wie das EPER, verlangt aber eine Berichterstattung über mehr Schadstoffe, mehr Tätigkeiten, die Freisetzung in Böden, die Freisetzung aus diffusen Quellen und die Verbringung außerhalb des Standortes und geht somit über die Bestimmungen des EPER hinaus.
(7)
Die Ziele eines Europäischen PRTR können nur erreicht werden, wenn die Daten zuverlässig und vergleichbar sind. Deshalb ist eine angemessene Harmonisierung der Datenerfassung und -übertragung erforderlich, um Qualität und Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten. Im Einklang mit dem Protokoll sollte für das Europäische PRTR ein möglichst einfacher öffentlicher Zugang über das Internet ermöglicht werden. Informationen über Freisetzungen und Verbringungen sollten in aggregierter und nicht aggregierter Form leicht abrufbar sein, um innerhalb einer realistischen Zeitspanne auf ein Maximum an Informationen zugreifen zu können.
(8)
Zur Förderung des Ziels der Bereitstellung zugänglicher Informationen über den Zustand der Umwelt für den Bürger sowie einer generellen Sensibilisierung für Umweltfragen sollte das Europäische PRTR Verknüpfungen zu ähnlichen Datenbanken in den Mitgliedstaaten, in Drittländern und bei internationalen Organisationen enthalten.
(9)
Im Einklang mit dem Protokoll sollte das Europäische PRTR auch Informationen über spezifische Tätigkeiten der Abfallbeseitigung enthalten, die als Freisetzungen in den Boden mitzuteilen sind; Verwertungstätigkeiten wie die Ausbringung von Klärschlamm und Wirtschaftsdünger werden in diesem Zusammenhang nicht gemeldet.
(10)
Wenn das Europäische PRTR der Öffentlichkeit zuverlässige Informationen bieten und wissensbasierte Entscheidungen ermöglichen soll, sind für Datenerfassung und Berichterstattung realistische, aber strikte Fristen vorzusehen; dies gilt insbesondere für die Berichterstattung der Mitgliedstaaten an die Kommission.
(11)
Die Mitteilung über Freisetzungen aus Industriebetriebseinrichtungen kann im Hinblick auf Konsequenz, Vollständigkeit und Vergleichbarkeit zwar noch verbessert werden, ist in vielen Mitgliedstaaten aber ein gängiges Verfahren. Gegebenenfalls muss die Berichterstattung über Freisetzungen aus diffusen Quellen noch verbessert werden, um es den Entscheidungsträgern zu ermöglichen, diese Freisetzungen in einem größeren Zusammenhang zu sehen und sich für die wirksamste Lösung zur Verringerung der Verschmutzung entscheiden zu können.
(12)
Die von den Mitgliedstaaten übermittelten Daten sollten insbesondere im Hinblick auf Vollständigkeit, Kohärenz und Glaubwürdigkeit eine hohe Qualität aufweisen. Es ist besonders wichtig, zukünftige Maßnahmen von Betreibern und Mitgliedstaaten zu koordinieren, um die Qualität der gemeldeten Daten zu verbessern. Die Kommission wird deshalb in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten Maßnahmen für die Qualitätskontrolle ergreifen.
(13)
Im Einklang mit dem Århus-Übereinkommen sollte die Öffentlichkeit Zugang zu den Informationen des Europäischen PRTR erhalten, ohne dafür ein besonderes Interesse nachweisen zu müssen, d. h. das Europäische PRTR sollte auf elektronischem Wege direkt über das Internet zugänglich sein.
(14)
Der Zugang zu den Informationen des Europäischen PRTR sollte uneingeschränkt möglich sein, wobei Ausnahmen von dieser Regel nur möglich sein sollten, wenn dies in bestehenden Rechtsvorschriften der Gemeinschaft ausdrücklich vorgesehen ist.
(15)
Im Einklang mit dem Århus-Übereinkommen sollte bei der weiteren Entwicklung des Europäischen PRTR sichergestellt werden, dass die Öffentlichkeit einbezogen wird, indem sie frühzeitig und effektiv die Möglichkeit erhält, Bemerkungen, Informationen, Analysen und Standpunkte zum Entscheidungsfindungsprozess zu unterbreiten. Antragsteller sollten Handlungen oder Unterlassungen von Behörden in Bezug auf einen Antrag auf dem Verwaltungs- oder Rechtsweg anfechten können.
(16)
Zur Förderung des Nutzens und der Wirkung des PRTR sollten die Kommission und die Mitgliedstaaten gemeinsam Hinweise erstellen, um die Durchführung des Europäischen PRTR zu unterstützen, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und eine angemessene und rechtzeitige Unterstützung zu gewährleisten.
(17)
Die zur Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Maßnahmen sollten gemäß dem Beschluss 1999/468/EG des Rates vom 28. Juni 1999 zur Festlegung der Modalitäten für die Ausübung der der Kommission übertragenen Durchführungsbefugnisse (5) erlassen werden.
(18)
Da die Ziele der zu ergreifenden Maßnahmen, nämlich die Verbesserung des Zugangs der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen durch Einrichtung einer integrierten, einheitlichen, gemeinschaftsweiten elektronischen Datenbank, auf Ebene der Mitgliedstaaten nicht ausreichend erreicht werden können und daher wegen der erforderlichen Vergleichbarkeit der Daten aller Mitgliedstaaten und des sich daraus ergebenden hohen Harmonisierungsbedarfs besser auf Gemeinschaftsebene zu erreichen sind, kann die Gemeinschaft nach dem in Artikel 5 des Vertrags niedergelegten Subsidiaritätsprinzip tätig werden. Entsprechend dem in demselben Artikel genannten Verhältnismäßigkeitsgrundsatz geht diese Verordnung nicht über das zur Erreichung dieser Ziele erforderliche Maß hinaus.
(19)
Um die Meldepflichten zu vereinfachen und zu rationalisieren, sollten die Richtlinien 91/689/EWG des Rates vom 12. Dezember 1991 über gefährliche Abfälle (6) und 96/61/EG des Rates vom 24. September 1996 über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (7) geändert werden.
(20)
Mit dem Europäischen PRTR soll unter anderem die Öffentlichkeit über bedeutende Schadstoffemissionen informiert werden, die insbesondere durch Aktivitäten verursacht werden, die in der Richtlinie 96/61/EG erfasst sind. Dementsprechend sollte die Öffentlichkeit gemäß dieser Verordnung über Emissionen der von Anhang I der genannten Richtlinie erfassten Anlagen informiert werden.
(21)
Um eine doppelte Berichterstattung möglichst zu vermeiden, können laut dem Protokoll Systeme für Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister soweit praktikabel in bestehende Informationsquellen wie Berichtsmechanismen im Rahmen von Lizenzen oder Betriebseinrichtungsgenehmigungen integriert werden. Im Einklang mit dem Protokoll sollten die Bestimmungen dieser Verordnung das Recht eines Mitgliedstaats nicht einschränken, ein umfassenderes oder der Öffentlichkeit besser zugängliches Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister als im Rahmen des Europäischen PRTR vorzusehen, beizubehalten oder einzurichten —
HABEN FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Gegenstand
Mit dieser Verordnung wird auf Gemeinschaftsebene ein integriertes Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister (nachstehend „Europäisches PRTR“ genannt) in Form einer öffentlich zugänglichen elektronischen Datenbank geschaffen und dessen Funktionsweise geregelt, um damit das UN-ECE-Protokoll über die Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister umzusetzen, die Beteiligung der Öffentlichkeit bei umweltrelevanten Entscheidungen zu unterstützen und einen Beitrag zur Vermeidung und Verringerung der Umweltverschmutzung zu leisten.
Artikel 2
Begriffsbestimmungen
Für die Zwecke dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck:
1.
„Öffentlichkeit“ eine oder mehrere natürliche oder juristische Personen sowie — in Übereinstimmung mit den nationalen Rechtsvorschriften oder der nationalen Praxis — deren Vereinigungen, Organisationen oder Gruppen;
2.
„zuständige Behörde“ eine oder mehrere nationale Behörden oder sonstige zuständige Stellen, die von den Mitgliedstaaten benannt werden;
3.
„Anlage“ eine ortsfeste technische Einheit, in der eine oder mehrere der in Anhang I genannten Tätigkeiten sowie andere unmittelbar damit verbundene Tätigkeiten durchgeführt werden, die mit den an diesem Standort durchgeführten Tätigkeiten in einem technischen Zusammenhang stehen und Auswirkungen auf Emissionen und Umweltverschmutzung haben können;
4.
„Betriebseinrichtung“ eine oder mehrere Anlagen am gleichen Standort, die von der gleichen natürlichen oder juristischen Person betrieben werden;
5.
„Standort“ den geografischen Standort der Betriebseinrichtung;
6.
„Betreiber“ jede natürliche oder juristische Person, die die Betriebseinrichtung betreibt oder besitzt oder der — sofern in den nationalen Rechtsvorschriften vorgesehen — die ausschlaggebende wirtschaftliche Verfügungsmacht über den technischen Betrieb der Betriebseinrichtung übertragen worden ist;
7.
„Berichtsjahr“ das Kalenderjahr, für das Daten über die Freisetzung von Schadstoffen und die Verbringung außerhalb des Standortes erfasst werden müssen;
8.
„Stoff“ jedes chemische Element und seine Verbindungen mit Ausnahme radioaktiver Stoffe;
9.
„Schadstoff“ einen Stoff, der für die Umwelt oder die Gesundheit des Menschen aufgrund seiner Eigenschaften und seines Einbringens in die Umwelt schädlich sein kann, oder eine derartige Stoffgruppe;
10.
„Freisetzung“ jedes Einbringen von Schadstoffen in die Umwelt infolge menschlicher Tätigkeiten, ob absichtlich oder versehentlich, regelmäßig oder nicht regelmäßig, einschließlich Verschütten, Emittieren, Einleiten, Verpressen, Beseitigen oder Verkippen, oder das Einbringen über Kanalisationssysteme ohne endgültige Abwasserbehandlung;
11.
„Verbringung außerhalb des Standortes“ die Verlagerung von zur Verwertung oder Beseitigung bestimmten Abfällen und von in Abwasser enthaltenen Schadstoffen zur Abwasserbehandlung über die Grenzen einer Betriebseinrichtung hinaus;
12.
„diffuse Quellen“ die zahlreichen kleinen oder verteilten Quellen, aus denen Schadstoffe in Boden, Luft und Wasser freigesetzt werden können, deren kombinierte Wirkung auf diese Medien erheblich sein kann und für die es nicht praktikabel ist, einen Bericht zu jeder einzelnen Quelle einzuholen;
13.
„Abfälle“ alle Stoffe oder Gegenstände im Sinne von Artikel 1 Buchstabe a der Richtlinie 75/442/EWG des Rates vom 15. Juli 1975 über Abfälle (8);
14.
„gefährliche Abfälle“ alle Stoffe oder Gegenstände im Sinne von Artikel 1 Absatz 4 der Richtlinie 91/689/EWG;
15.
„Abwasser“ kommunales, häusliches und industrielles Abwasser im Sinne von Artikel 2 Absätze 1, 2 und 3 der Richtlinie 91/271/EWG des Rates vom 21. Mai 1991 über die Behandlung von kommunalem Abwasser (9) und sonstiges benutztes Wasser, welches — aufgrund der enthaltenen Stoffe oder Gegenstände — gemeinschaftsrechtlichen Regelungen unterliegt;
16.
„Beseitigung“ jede der in Anhang II A der Richtlinie 75/442/EWG genannten Tätigkeiten;
17.
„Verwertung“ jede der in Anhang II B der Richtlinie 75/442/EWG genannten Tätigkeiten.
Artikel 3
Inhalt des Europäischen PRTR
Das Europäische PRTR enthält Informationen über:
a)
Freisetzungen der in Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe a genannten Schadstoffe, die vom Betreiber der Betriebseinrichtungen gemeldet werden müssen, in denen die in Anhang I aufgelisteten Tätigkeiten durchgeführt werden;
b)
die Verbringung außerhalb des Standortes von in Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe b genannten Abfällen und von in Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe c genannten Schadstoffen, die von Betriebseinrichtungen gemeldet werden müssen, in denen die in Anhang I aufgelisteten Tätigkeiten durchgeführt werden;
c)
Freisetzungen von Schadstoffen aus diffusen Quellen gemäß Artikel 8 Absatz 1, sofern entsprechende Angaben verfügbar sind.
Artikel 4
Aufbau und Struktur
(1)   Die Kommission veröffentlicht das Europäische PRTR mit Daten in aggregierter und nicht aggregierter Form, so dass Freisetzungen und Verbringungen nach verschiedenen Kriterien gesucht und bestimmt werden können wie z. B. nach:
a)
Betriebseinrichtung, einschließlich gegebenenfalls der Muttergesellschaft dieser Betriebseinrichtung, und geografischen Standort, einschließlich des Flusseinzugsgebiets;
b)
Tätigkeit;
c)
Vorkommen auf Ebene der Mitgliedstaaten oder auf Gemeinschaftsebene;
d)
entweder Schadstoff oder Abfall;
e)
allen Umweltmedien (Luft, Wasser, Boden), in die der Schadstoff freigesetzt wird;
f)
Verbringungen von Abfällen außerhalb des Standorts und gegebenenfalls Bestimmungsort;
g)
Verbringungen von in Abwasser enthaltenen Schadstoffen außerhalb des Standorts;
h)
diffusen Quellen;
i)
Eigentümer oder Betreiber der Betriebseinrichtung.
(2)   Das Europäische PRTR wird so aufgebaut, dass sich der Zugang der Öffentlichkeit so einfach wie möglich gestaltet und die Informationen unter normalen Bedingungen kontinuierlich und leicht zugänglich über das Internet und andere elektronische Medien abgerufen werden können. Dabei ist auch die Möglichkeit einer künftigen Erweiterung des Systems zu berücksichtigen, und es werden sämtliche Daten der vergangenen Berichtsjahre aufgenommen, wobei mindestens die letzten zehn Berichtsjahre erfasst werden müssen.
(3)   Das Europäische PRTR wird Verknüpfungen enthalten zu:
a)
den nationalen PRTR von Mitgliedstaaten;
b)
sonstigen relevanten, öffentlich zugänglichen Datenbanken im Zusammenhang mit PRTR, einschließlich nationalen PRTR anderer Vertragsparteien des Protokolls, und sofern möglich zu Datenbanken anderer Länder;
c)
Internetseiten, soweit vorhanden, und Links, die von Betriebseinrichtungen freiwillig bereitgestellt werden.
Artikel 5
Berichterstattung durch die Betreiber
(1)   Die Betreiber von Betriebseinrichtungen, in denen eine oder mehrere der in Anhang I beschriebenen Tätigkeiten durchgeführt werden und in denen die in Anhang I festgelegten Kapazitätsschwellenwerte überschritten werden, teilen ihren zuständigen Behörden jährlich die entsprechenden Mengen mit und geben dabei an, ob die Informationen auf Messungen, Berechnungen oder Schätzungen folgender Werte beruhen auf:
a)
Freisetzungen in Luft, Wasser und Boden jedes in Anhang II aufgeführten Schadstoffs, für die der einschlägige in Anhang II festgelegte Schwellenwert überschritten wird;
b)
Verbringung außerhalb des Standortes von gefährlichen Abfällen in Mengen von über zwei Tonnen pro Jahr bzw. von nicht gefährlichen Abfällen in Mengen von über 2 000 Tonnen pro Jahr für alle Verwertungs- oder Beseitigungstätigkeiten mit Ausnahme der in Artikel 6 genannten Beseitigungsverfahren „Behandlung im Boden“ und „Verpressung“, wobei je nach Bestimmungszweck ein „R“ oder „D“ anzubringen ist und bei der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle zusätzlich auch Name und Anschrift des verwertenden bzw. beseitigenden Unternehmens und der tatsächliche Verwertungs- bzw. Beseitigungsort anzugeben sind;
c)
Verbringung außerhalb des Standortes von in Anhang II aufgeführten Schadstoffen in Abwasser, das für die Abwasserbehandlung bestimmt ist, für die der in Anhang II Spalte 1b aufgeführte Schwellenwert überschritten wird.
Die Betreiber von Betriebseinrichtungen, in denen eine oder mehrere der in Anhang I beschriebenen Tätigkeiten durchgeführt werden und in denen die in Anhang I festgelegten Kapazitätsschwellenwerte überschritten werden, teilen ihren zuständigen Behörden die Informationen zur Bezeichnung der Betriebseinrichtung entsprechend Anhang III mit, sofern die Informationen der zuständigen Behörde nicht bereits vorliegen.
Werden Daten auf der Grundlage von Messungen oder Berechnungen gemeldet, so ist die Analyse- und/oder Berechnungsmethode anzugeben.
Die in Anhang II genannten Freisetzungen, die gemäß Buchstabe a mitzuteilen sind, umfassen alle Freisetzungen aus sämtlichen in Anhang I aufgeführten Quellen am Standort der Betriebseinrichtung.
(2)   Die in Absatz 1 genannten Informationen enthalten Gesamtangaben zu Freisetzungen und Verbringungen infolge aller beabsichtigten, versehentlichen, routinemäßigen und nicht routinemäßigen Tätigkeiten.
Bei der Bereitstellung dieser Informationen führen die Betreiber sämtliche verfügbaren Daten über versehentliche Freisetzungen an.
(3)   Die Betreiber sammeln für alle Betriebseinrichtungen mit angemessener Häufigkeit die Informationen, die erforderlich sind, um im Rahmen der Meldepflichten gemäß Absatz 1 die Freisetzung und Verbringung außerhalb des Standortes der betreffenden Betriebseinrichtung zu bestimmen.
(4)   Bei der Erstellung des Berichts nutzen die Betreiber die besten verfügbaren Informationen, einschließlich etwaiger Überwachungsdaten, Emissionsfaktoren, Massenbilanzgleichungen, indirekter Überwachung oder anderer Berechnungen, technischer Einschätzungen oder anderer Verfahren im Sinne von Artikel 9 Absatz 1 in Übereinstimmung mit gegebenenfalls verfügbaren international anerkannten Verfahren.
(5)   Die Betreiber halten für die zuständigen nationalen Behörden Aufzeichnungen der Daten verfügbar, aus denen die gemeldeten Informationen für einen Zeitraum von fünf Jahren, gerechnet ab Ende des betreffenden Berichtsjahres, abgeleitet wurden. In diesen Aufzeichnungen ist auch die Methode für die Erhebung der Daten zu beschreiben.
Artikel 6
Freisetzung in den Boden
Abfall, der Gegenstand der in Anhang II A der Richtlinie 75/442/EWG aufgeführten Beseitigungsverfahren „Behandlung im Boden“ oder „Verpressung“ ist, wird nur vom Betreiber, von dessen Betriebseinrichtung der Abfall stammt, als Freisetzung in den Boden gemeldet.
Artikel 7
Berichterstattung durch die Mitgliedstaaten
(1)   Die Mitgliedstaaten legen im Hinblick auf die Anforderungen gemäß den Absätzen 2 und 3 des vorliegenden Artikels eine Frist fest, bis zu der alle Betreiber sämtliche in Artikel 5 Absätze 1 und 2 genannten Daten und die in Artikel 5 Absätze 3, 4 und 5 genannten Informationen an ihre zuständige Behörde übermitteln müssen.
(2)   Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission auf elektronischem Wege und unter Verwendung des Formats von Anhang III gemäß folgendem Zeitplan sämtliche in Artikel 5 Absätze 1 und 2 genannten Daten:
a)
für das erste Berichtsjahr innerhalb von 18 Monaten nach Ende des Berichtsjahres;
b)
für alle nachfolgenden Berichtsjahre innerhalb von 15 Monaten nach Ende des Berichtsjahres.
Erstes Berichtsjahr ist das Jahr 2007.
(3)   Die Kommission wird mit Unterstützung der Europäischen Umweltagentur die von den Mitgliedstaaten übermittelten Informationen innerhalb der folgenden Fristen in das Europäische PRTR aufnehmen:
a)
für das erste Berichtsjahr innerhalb von 21 Monaten nach Ende des Berichtsjahres;
b)
für alle nachfolgenden Berichtsjahre innerhalb von 16 Monaten nach Ende des Berichtsjahres.
Artikel 8
Freisetzungen aus diffusen Quellen
(1)   Die Kommission wird mit Unterstützung der Europäischen Umweltagentur Informationen über Freisetzungen aus diffusen Quellen in das Europäische PRTR aufnehmen, wenn solche Informationen existieren und von den Mitgliedstaaten bereits gemeldet wurden.
(2)   Die in Absatz 1 genannten Informationen werden so strukturiert, dass Angaben zur Freisetzung von Schadstoffen aus diffusen Quellen in einer angemessenen räumlichen Aufgliederung gesucht und bestimmt werden können, und umfassen eine Beschreibung der Verfahren zur Ableitung der Informationen.
(3)   Stellt die Kommission fest, dass keine Daten über die Freisetzung aus diffusen Quellen existieren, ergreift sie die erforderlichen Maßnahmen nach dem in Artikel 19 Absatz 2 genannten Verfahren, um für eine Berichterstattung über die Freisetzung relevanter Schadstoffe aus einer oder mehreren diffusen Quellen zu sorgen, und stützt sich dabei gegebenenfalls auf international anerkannte Verfahren.
Artikel 9
Qualitätssicherung und Qualitätsbewertung
(1)   Die Betreiber müssen für jede Betriebseinrichtung, die den Meldepflichten gemäß Artikel 5 unterliegt, die Qualität der übermittelten Informationen gewährleisten.
(2)   Die zuständigen Behörden prüfen die Qualität der von den in Absatz 1 genannten Betreibern übermittelten Daten insbesondere im Hinblick auf Vollständigkeit, Kohärenz und Glaubwürdigkeit.
(3)   Die Kommission koordiniert die Arbeiten für die Qualitätssicherung und Qualitätsbewertung in Absprache mit dem in Artikel 19 Absatz 1 genannten Ausschuss.
(4)   Die Kommission kann Leitlinien für die Überwachung und Berichterstattung von Emissionen gemäß dem in Artikel 19 Absatz 2 genannten Verfahren verabschieden. Diese Leitlinien müssen gegebenenfalls mit international anerkannten Verfahren übereinstimmen und mit anderen gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften vereinbar sein.
Artikel 10
Zugang zu Informationen
(1)   Die Kommission macht das Europäische PRTR mit Unterstützung der Europäischen Umweltagentur durch Veröffentlichung im Internet gemäß dem Zeitplan nach Artikel 7 Absatz 3 öffentlich und gebührenfrei zugänglich.
(2)   Sind Informationen des Europäischen PRTR für die Öffentlichkeit auf direktem elektronischen Wege nicht leicht zugänglich, so erleichtern der betreffende Mitgliedstaat und die Kommission den elektronischen Zugriff zum Europäischem PRTR in öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten.
Artikel 11
Vertraulichkeit
Werden Informationen von einem Mitgliedstaat gemäß Artikel 4 der Richtlinie 2003/4/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Januar 2003 über den Zugang der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen (10) vertraulich behandelt, so gibt der Mitgliedstaat in seinem Bericht gemäß Artikel 7 Absatz 2 dieser Verordnung für jedes Berichtsjahr und für jede Betriebseinrichtung, für die Vertraulichkeit in Anspruch genommen wird, getrennt an, welche Art von Informationen aus welchem Grund zurückgehalten werden.
Artikel 12
Beteiligung der Öffentlichkeit
(1)   Die Kommission bietet der Öffentlichkeit frühzeitig wirksame Möglichkeiten zur Beteiligung an der weiteren Entwicklung des Europäischen PRTR, einschließlich des Aufbaus von Kapazitäten und der Vorbereitung von Änderungen dieser Verordnung.
(2)   Die Öffentlichkeit erhält die Gelegenheit, innerhalb eines realistischen Zeitrahmens relevante Bemerkungen, Informationen, Analysen oder Standpunkte vorzubringen.
(3)   Die Kommission berücksichtigt diese Beiträge angemessen und informiert die Öffentlichkeit über das Ergebnis der Öffentlichkeitsbeteiligung.
Artikel 13
Zugang zu den Gerichten
Der Zugang zu den Gerichten in Sachverhalten, die den Zugang der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen betreffen, wird gemäß Artikel 6 der Richtlinie 2003/4/EG und, sofern Gemeinschaftsorgane betroffen sind, gemäß den Artikeln 6, 7 und 8 der Verordnung (EG) Nr. 1049/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2001 über den Zugang der Öffentlichkeit zu Dokumenten des Europäischen Parlaments, des Rates und der Kommission (11) gewährleistet.
Artikel 14
Leitfaden
(1)   Die Kommission erstellt in Absprache mit dem in Artikel 19 Absatz 1 genannten Ausschuss so schnell wie möglich, spätestens jedoch vier Monate vor Beginn des ersten Berichtsjahrs, einen Leitfaden für die Umsetzung des Europäischen PRTR.
(2)   Der Leitfaden für die Umsetzung des Europäischen PRTR befasst sich insbesondere mit folgenden Aspekten:
a)
Verfahren der Berichterstattung;
b)
mitzuteilende Daten;
c)
Qualitätssicherung und Qualitätsbewertung;
d)
Art zurückgehaltener Daten und Gründe für die Zurückhaltung, wenn es sich um vertrauliche Daten handelt;
e)
Verweise auf international anerkannte Verfahren zur Bestimmung und Analyse der Freisetzung von Stoffen, Verfahren für Probenahmen;
f)
Angabe der Muttergesellschaften;
g)
Kodierung von Tätigkeiten gemäß Anhang I dieser Verordnung und der Richtlinie 96/61/EG.
Artikel 15
Sensibilisierung
Die Kommission und die Mitgliedstaaten bemühen sich um eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Europäische PRTR, unterstützen den Zugang zum Europäischen PRTR und fördern Verständnis und Verwendung der darin enthaltenen Informationen.
Artikel 16
Zusätzliche Informationen, die von den Mitgliedstaaten bereitzustellen sind
(1)   Die Mitgliedstaaten informieren die Kommission in einem einzigen Bericht, der auf den Informationen der letzten drei Berichtsjahre basiert und alle drei Jahre zusammen mit den gemäß Artikel 7 mitzuteilenden Daten vorzulegen ist, über praktische Aspekte und Maßnahmen im Zusammenhang mit:
a)
den Anforderungen gemäß Artikel 5;
b)
der Qualitätssicherung und Qualitätsbewertung gemäß Artikel 9;
c)
den Zugang zu Informationen gemäß Artikel 10 Absatz 2;
d)
der Sensibilisierung gemäß Artikel 15;
e)
der Vertraulichkeit von Informationen gemäß Artikel 11;
f)
den Sanktionen gemäß Artikel 20 und der Erfahrung mit deren Anwendung.
(2)   Um die Berichterstattung der Mitgliedstaaten gemäß Absatz 1 zu erleichtern, legt die Kommission einen Vorschlag für einen Fragebogen vor, der nach dem in Artikel 19 Absatz 2 genannten Verfahren verabschiedet wird.
Artikel 17
Überprüfung durch die Kommission
(1)   Die Kommission überprüft die Informationen, die von den Mitgliedstaaten gemäß Artikel 7 vorgelegt werden, und veröffentlicht nach Konsultation mit den Mitgliedstaaten alle drei Jahre einen Bericht über die letzten drei Berichtsjahre binnen sechs Monaten nach Vorstellung dieser Informationen im Internet.
(2)   Dieser Bericht wird dem Europäischen Parlament und dem Rat zusammen mit einer Bewertung der Funktionsweise des Europäischen PRTR vorgelegt.
Artikel 18
Änderung der Anhänge
Alle Änderungen, die zur Anpassung
a)
der Anhänge II oder III dieser Verordnung an den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt
oder
b)
der Anhänge II und III dieser Verordnung aufgrund der Verabschiedung von Änderungen der Anhänge des Protokolls durch die Versammlung der Vertragsparteien des Protokolls erforderlich sind,
werden gemäß dem in Artikel 19 Absatz 2 genannten Verfahren verabschiedet.
Artikel 19
Ausschussverfahren
(1)   Die Kommission wird von einem Ausschuss (nachstehend „der Ausschuss“ genannt) unterstützt.
(2)   Wird auf diesen Absatz Bezug genommen, so gelten die Artikel 5 und 7 des Beschlusses 1999/468/EG unter Beachtung von dessen Artikel 8.
Die in Artikel 5 Absatz 6 des Beschlusses 1999/468/EG vorgesehene Frist wird auf drei Monate festgesetzt.
Artikel 20
Sanktionen
(1)   Die Mitgliedstaaten legen fest, welche Sanktionen bei Verstößen gegen Bestimmungen dieser Verordnung zu verhängen sind, und treffen die zu ihrer Durchsetzung erforderlichen Maßnahmen. Die Sanktionen müssen wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein.
(2)   Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission die entsprechenden Bestimmungen spätestens ein Jahr nach Inkrafttreten dieser Verordnung mit und melden ihr umgehend alle Änderungen dieser Bestimmungen.
Artikel 21
Änderung der Richtlinien 91/689/EWG und 96/61/EG
(1)   Artikel 8 Absatz 3 der Richtlinie 91/689/EWG wird gestrichen.
(2)   Artikel 15 Absatz 3 der Richtlinie 96/61/EG wird gestrichen.
Artikel 22
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Straßburg am 18. Januar 2006.
Im Namen des Europäischen Parlaments
Der Präsident
J. BORRELL FONTELLES
Im Namen des Rates
Der Präsident
H. WINKLER
(1)  Stellungnahme vom 6. April 2005 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).
(2)  Standpunkt des Europäischen Parlaments vom 6. Juli 2005 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht) und Beschluss des Rates vom 2. Dezember 2005.
(3)  ABl. L 242 vom 10.9.2002, S. 1.
(4)  ABl. L 192 vom 28.7.2000, S. 36.
(5)  ABl. L 184 vom 17.7.1999, S. 23.
(6)  ABl. L 377 vom 31.12.1991, S. 20. Geändert durch die Richtlinie 94/31/EG (ABl. L 168 vom 2.7.1994, S. 28).
(7)  ABl. L 257 vom 10.10.1996, S. 26. Zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1882/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 284 vom 31.10.2003, S. 1).
(8)  ABl. L 194 vom 25.7.1975, S. 39. Zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1882/2003.
(9)  ABl. L 135 vom 30.5.1991, S. 40. Zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1882/2003.
(10)  ABl. L 41 vom 14.2.2003, S. 26.
(11)  ABl. L 145 vom 31.5.2001, S. 43.
ANHANG I
Tätigkeiten
Nr.
Tätigkeit
Kapazitätsschwellenwert
1.
Energiesektor
a)
Mineralöl- und Gasraffinerien
* (1)
b)
Vergasungs- und Verflüssigungsanlagen
*
c)
Wärmekraftwerke und andere Verbrennungsanlagen
mit einer Feuerungswärmeleistung von 50 Megawatt (MW)
d)
Kokereien
*
e)
Anlagen zum Mahlen von Kohle
mit einer Kapazität von 1 t pro Stunde
f)
Anlagen zur Herstellung von Kohleprodukten und festen, rauchfreien Brennstoffen
*
2.
Herstellung und Verarbeitung von Metallen
a)
Röst- oder Sinteranlagen für Metallerz, einschließlich sulfidischer Erze
*
b)
Anlagen für die Herstellung von Roheisen oder Stahl (Primär- oder Sekundärschmelzung) einschließlich Stranggießen
mit einer Kapazität von 2,5 t pro Stunde
c)
Anlagen zur Verarbeitung von Eisenmetallen durch
i)
Warmwalzen
mit einer Kapazität von 20 t Rohstahl pro Stunde
ii)
Schmieden mit Hämmern
mit einer Schlagenergie von 50 Kilojoule pro Hammer bei einer Wärmeleistung von über 20 MW
iii)
Aufbringen von schmelzflüssigen metallischen Schutzschichten
mit einer Verarbeitungskapazität von 2 t Rohstahl pro Stunde
d)
Eisenmetallgießereien
mit einer Produktionskapazität von 20 t pro Tag
e)
Anlagen
i)
zur Gewinnung von Nichteisenrohmetallen aus Erzen, Konzentraten oder sekundären Rohstoffen durch metallurgische, chemische oder elektrolytische Verfahren
*
ii)
zum Schmelzen, einschließlich Legieren, von Nichteisenmetallen, darunter auch Wiedergewinnungsprodukte (Raffination, Gießen usw.)
mit einer Schmelzkapazität von 4 t pro Tag bei Blei und Kadmium oder 20 t pro Tag bei allen anderen Metallen
f)
Anlagen zur Oberflächenbehandlung von Metallen und Kunststoffen durch ein elektrolytisches oder chemisches Verfahren
wenn das Volumen der Wirkbäder 30 m3 beträgt
3.
Mineral verarbeitende Industrie
a)
Untertage-Bergbau und damit verbundene Tätigkeiten
*
b)
Tagebau und Steinbruch
wenn die Oberfläche des Gebietes, in dem der Abbau tatsächlich betrieben wird, 25 ha entspricht
c)
Anlagen zur Herstellung von
i)
Zementklinkern in Drehrohröfen
mit einer Produktionskapazität von 500 t pro Tag
ii)
Kalk in Drehrohröfen
mit einer Produktionskapazität von 50 t pro Tag
iii)
Zementklinkern oder Kalk in anderen Öfen
mit einer Produktionskapazität von 50 t pro Tag
d)
Anlagen zur Gewinnung von Asbest und zur Herstellung von Erzeugnissen aus Asbest
*
e)
Anlagen zur Herstellung von Glas, einschließlich Betriebseinrichtungen zur Herstellung von Glasfasern
mit einer Schmelzkapazität von 20 t pro Tag
f)
Anlagen zum Schmelzen mineralischer Stoffe, einschließlich der Herstellung von Mineralfasern
mit einer Schmelzkapazität von 20 t pro Tag
g)
Anlagen zur Herstellung von keramischen Erzeugnissen durch Brennen, und zwar insbesondere von Dachziegeln, Ziegelsteinen, feuerfesten Steinen, Fliesen, Steinzeug oder Porzellan
mit einer Produktionskapazität von 75 t pro Tag oder einer Ofenkapazität von 4 m3 und einer Besatzdichte pro Ofen von über 300 kg/m3
4.
Chemische Industrie
a)
Chemieanlagen zur industriellen Herstellung von organischen Grundchemikalien wie
i)
einfachen Kohlenwasserstoffen (linearen oder ringförmigen, gesättigten oder ungesättigten, aliphatischen oder aromatischen)
ii)
sauerstoffhaltigen Kohlenwasserstoffen wie Alkoholen, Aldehyden, Ketonen, Carbonsäuren, Estern, Acetaten, Ethern, Peroxiden, Epoxidharzen
iii)
schwefelhaltigen Kohlenwasserstoffen
iv)
stickstoffhaltigen Kohlenwasserstoffen wie Aminen, Amiden, Nitroso-, Nitro- oder Nitratverbindungen, Nitrilen, Cyanaten, Isocyanaten
v)
phosphorhaltigen Kohlenwasserstoffen
vi)
halogenhaltigen Kohlenwasserstoffen
vii)
metallorganischen Verbindungen
viii)
Basiskunststoffen (Polymeren, Chemiefasern, Fasern auf Zellstoffbasis)
ix)
synthetischen Kautschuken
x)
Farbstoffe und Pigmente
xi)
Tensiden
*
b)
Chemieanlagen zur industriellen Herstellung von anorganischen Grundchemikalien wie
i)
Gasen wie Ammoniak, Chlor oder Chlorwasserstoff, Fluor oder Fluorwasserstoff, Kohlenstoffoxiden, Schwefelverbindungen, Stickstoffoxiden, Wasserstoff, Schwefeldioxid, Phosgen
ii)
Säuren wie Chromsäure, Flusssäure, Phosphorsäure, Salpetersäure, Salzsäure, Schwefelsäure, Oleum, schwefeligen Säuren
iii)
Basen wie Ammoniumhydroxid, Kaliumhydroxid, Natriumhydroxid
iv)
Salzen wie Ammoniumchlorid, Kaliumchlorat, Kaliumkarbonat, Natriumkarbonat, Perborat, Silbernitrat
v)
Nichtmetallen, Metalloxiden oder sonstigen anorganischen Verbindungen wie Kalziumkarbid, Silicium, Siliciumkarbid
*
c)
Chemieanlagen zur industriellen Herstellung phosphor-, stickstoff- oder kaliumhaltiger Düngemittel (Einnährstoff- oder Mehrnährstoffdüngern)
*
d)
Chemieanlagen zur industriellen Herstellung von Ausgangsstoffen für Pflanzenschutzmittel und Bioziden
*
e)
Anlagen zur industriellen Herstellung von Grundarzneimitteln unter Verwendung eines chemischen oder biologischen Verfahrens
*
f)
Anlagen zur industriellen Herstellung von Explosivstoffen und Feuerwerksmaterial
*
5.
Abfall- und Abwasserbewirtschaftung
a)
Anlagen zur Verwertung oder Beseitigung gefährlicher Abfälle
mit einer Aufnahmekapazität von 10 t pro Tag
b)
Anlagen für die Verbrennung nicht gefährlicher Abfälle, die unter die Richtlinie 2000/76/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Dezember 2000 über die Verbrennung von Abfällen (2) fallen
mit einer Kapazität von 3 t pro Stunde
c)
Anlagen zur Beseitigung nicht gefährlicher Abfälle
mit einer Kapazität von 50 t pro Tag
d)
Deponien (außer Deponien für Inertabfälle und Deponien, die vor dem 16.7.2001 endgültig geschlossen wurden bzw. deren Nachsorgephase, die von den zuständigen Behörden gemäß Artikel 13 der Richtlinie 1999/31/EG des Rates vom 26. April 1999 über Abfalldeponien (3) verlangt wurde, abgelaufen ist)
mit einer Aufnahmekapazität von 10 t pro Tag oder einer Gesamtkapazität von 25 000 t
e)
Anlagen zur Beseitigung oder Verwertung von Tierkörpern und tierischen Abfällen
mit einer Verarbeitungskapazität von 10 t pro Tag
f)
Kommunale Abwasserbehandlungsanlagen
mit einer Leistung von 100 000 Einwohnergleichwerten
g)
Eigenständig betriebene Industrieabwasserbehandlungsanlagen für eine oder mehrere der in diesem Anhang beschriebenen Tätigkeiten
mit einer Kapazität von 10 000 m3 pro Tag (4)
6.
Be- und Verarbeitung von Papier und Holz
a)
Industrieanlagen für die Herstellung von Zellstoff aus Holz oder anderen Faserstoffen
*
b)
Industrieanlagen für die Herstellung von Papier und Pappe und sonstigen primären Holzprodukten (wie Spanplatten, Faserplatten und Sperrholz)
mit einer Produktionskapazität von 20 t pro Tag
c)
Industrieanlagen für den Schutz von Holz und Holzprodukten mit Chemikalien
mit einer Produktionskapazität von 50 m3 pro Tag
7.
Intensive Viehhaltung und Aquakultur
a)
Anlagen zur Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen
i)
mit 40 000 Plätzen für Geflügel
ii)
mit 2 000 Plätzen für Mastschweine (über 30 kg)
iii)
mit 750 Plätzen für Sauen
b)
Intensive Aquakultur
mit einer Produktionskapazität von 1 000 t Fisch oder Muscheln pro Jahr
8.
Tierische und pflanzliche Produkte aus dem Lebensmittel- und Getränkesektor
a)
Anlagen zum Schlachten
mit einer Schlachtkapazität (Tierkörper) von 50 t pro Tag
b)
Behandlung und Verarbeitung für die Herstellung von Nahrungsmittel- und Getränkeprodukten aus:
i)
tierischen Rohstoffen (außer Milch)
mit einer Produktionskapazität von 75 t Fertigerzeugnissen pro Tag
ii)
pflanzlichen Rohstoffen
mit einer Produktionskapazität von 300 t Fertigerzeugnissen pro Tag (Vierteljahresdurchschnittswert)
c)
Behandlung und Verarbeitung von Milch
mit einer Aufnahmekapazität von 200 t Milch pro Tag (Jahresdurchschnittswert)
9.
Sonstige Industriezweige
a)
Anlagen zur Vorbehandlung (zum Beispiel Waschen, Bleichen, Merzerisieren) oder zum Färben von Fasern oder Textilien
mit einer Verarbeitungskapazität von 10 t pro Tag
b)
Anlagen zum Gerben von Häuten oder Fellen
mit einer Verarbeitungskapazität von 12 t Fertigerzeugnissen pro Tag
c)
Anlagen zur Oberflächenbehandlung von Stoffen, Gegenständen oder Erzeugnissen unter Verwendung organischer Lösungsmittel, insbesondere zum Appretieren, Bedrucken, Beschichten, Entfetten, Imprägnieren, Kleben, Lackieren, Reinigen oder Tränken
mit einer Verbrauchskapazität von 150 kg Lösungsmitteln pro Stunde oder 200 t pro Jahr
d)
Anlagen zur Herstellung von Kohlenstoff (Hartbrandkohle) oder Elektrographit durch Brennen oder Graphitieren
*
e)
Anlagen für den Bau und zum Lackieren von Schiffen oder zum Entfernen von Lackierungen von Schiffen
mit einer Kapazität für 100 m lange Schiffe
(1)  Ein Sternchen (*) bedeutet, dass kein Kapazitätsschwellenwert gilt (d. h. alle Betriebseinrichtungen sind berichtspflichtig).
(2)  ABl. L 332 vom 28.12.2000, S. 91.
(3)  ABl. L 182 vom 16.7.1999, S. 1. Geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1882/2003.
(4)  Der Kapazitätswert wird spätestens 2010 unter Berücksichtigung der Ergebnisse des ersten Berichtigungszeitraumes geprüft werden.
ANHANG II
Schadstoffe (1)
Nr.
CAS-Nummer
Schadstoff (2)
Schwellenwerte für die Freisetzung
(Spalte 1)
in die Luft
(Spalte 1a)
kg/Jahr
in Gewässer
(Spalte 1b)
kg/Jahr
in den Boden
(Spalte 1c)
kg/Jahr
1
74-82-8
Methan (CH4)
100 000
— (3)
—
2
630-08-0
Kohlenmonoxid (CO)
500 000
—
—
3
124-38-9
Kohlendioxid (CO2)
100 Mio.
—
—
4
Teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKWs) (4)
100
—
—
5
10024-97-2
Distickoxid (N2O)
10 000
—
—
6
7664-41-7
Ammoniak (NH3)
10 000
—
—
7
flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC)
100 000
—
—
8
Stickoxide (NOx/NO2)
100 000
—
—
9
Perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFKWs) (5)
100
—
—
10
2551-62-4
Schwefelhexafluorid (SF6)
50
—
—
11
Schwefeloxide (SOx/SO2)
150 000
—
—
12
Gesamtstickstoff
—
50 000
50 000
13
Gesamtphosphor
—
5 000
5 000
14
Teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (HFCKW) (6)
1
—
—
15
Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) (7)
1
—
—
16
Halone (8)
1
—
—
17
Arsen und Verbindungen (als As) (9)
20
5
5
18
Cadmium und Verbindungen (als Cd) (9)
10
5
5
19
Chrom und Verbindungen (als Cr) (9)
100
50
50
20
Kupfer und Verbindungen (als Cu) (9)
100
50
50
21
Quecksilber und Verbindungen (als Hg) (9)
10
1
1
22
Nickel und Verbindungen (als Ni) (9)
50
20
20
23
Blei und Verbindungen (als Pb) (9)
200
20
20
24
Zink und Verbindungen (als Zn) (9)
200
100
100
25
15972-60-8
Alachlor
—
1
1
26
309-00-2
Aldrin
1
1
1
27
1912-24-9
Atrazin
—
1
1
28
57-74-9
Chlordan
1
1
1
29
143-50-0
Chlordecon
1
1
1
30
470-90-6
Chlorfenvinphos
—
1
1
31
85535-84-8
Chloralkane, C10-C13
—
1
1
32
2921-88-2
Chlorpyrifos
—
1
1
33
50-29-3
DDT
1
1
1
34
107-06-2
1,2-Dichlorethan (EDC)
1 000
10
10
35
75-09-2
Dichlormethan (DCM)
1 000
10
10
36
60-57-1
Dieldrin
1
1
1
37
330-54-1
Diuron
—
1
1
38
115-29-7
Endosulfan
—
1
1
39
72-20-8
Endrin
1
1
1
40
Halogenierte organische Verbindungen (als AOX) (10)
—
1 000
1 000
41
76-44-8
Heptachlor
1
1
1
42
118-74-1
Hexachlorbenzol (HCB)
10
1
1
43
87-68-3
Hexachlorbutadien (HCBD)
—
1
1
44
608-73-1
1,2,3,4,5, 6-Hexachlorcyclohexan (HCH)
10
1
1
45
58-89-9
Lindan
1
1
1
46
2385-85-5
Mirex
1
1
1
47
PCDD + PCDF (Dioxine + Furane) (als Teq) (11)
0,0001
0,0001
0,0001
48
608-93-5
Pentachlorbenzol
1
1
1
49
87-86-5
Pentachlorphenol (PCP)
10
1
1
50
1336-36-3
Polychlorierte Biphenyle (PCBs)
0,1
0,1
0,1
51
122-34-9
Simazin
—
1
1
52
127-18-4
Tetrachlorethen (PER)
2 000
10
—
53
56-23-5
Tetrachlormethan (TCM)
100
1
—
54
12002-48-1
Trichlorbenzole (TCB) (alle Isomere)
10
1
—
55
71-55-6
1,1,1-Trichlorethan
100
—
—
56
79-34-5
1,1,2,2-Tetrachlorethan
50
—
—
57
79-01-6
Trichlorethylen
2 000
10
—
58
67-66-3
Trichlormethan
500
10
—
59
8001-35-2
Toxaphen
1
1
1
60
75-01-4
Vinylchlorid
1 000
10
10
61
120-12-7
Anthracen
50
1
1
62
71-43-2
Benzol
1 000
200
(als BTEX) (12)
200
(als BTEX) (12)
63
Bromierte Diphenylether (PBDE) (13)
—
1
1
64
Nonylphenol und Nonylphenolethoxylate (NP/NPEs)
—
1
1
65
100-41-4
Ethylbenzol
—
200
(als BTEX) (12)
200
(als BTEX) (12)
66
75-21-8
Ethylenoxid
1 000
10
10
67
34123-59-6
Isoproturon
—
1
1
68
91-20-3
Naphthalin
100
10
10
69
Zinnorganische Verbindungen (als Gesamt-Sn)
—
50
50
70
117-81-7
Di-(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP)
10
1
1
71
108-95-2
Phenole (als Gesamt-C) (14)
—
20
20
72
polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) (15)
50
5
5
73
108-88-3
Toluol
—
200
(als BTEX) (12)
200
(als BTEX) (12)
74
Tributylzinn und Verbindungen (16)
—
1
1
75
Triphenylzinn und Verbindungen (17)
—
1
1
76
Gesamter organischer Kohlenstoff (TOC) (als Gesamt-C oder CSB/3)
—
50 000
—
77
1582-09-8
Trifluralin
—
1
1
78
1330-20-7
Xylole (18)
—
200
(als BTEX) (12)
200
(als BTEX) (12)
79
Chloride (als Gesamt-Cl)
—
2 Mio.
2 Mio.
80
Chlor und anorganische Verbindungen (als HCl)
10 000
—
—
81
1332-21-4
Asbest
1
1
1
82
Cyanide (als Gesamt-CN)
—
50
50
83
Fluoride (als Gesamt-F)
—
2 000
2 000
84
Fluor und anorganische Verbindungen (als HF)
5 000
—
—
85
74-90-8
Cyanwasserstoff (HCN)
200
—
—
86
Feinstaub (PM10)
50 000
—
—
87
1806-26-4
Octylphenole und Octylphenolethoxylate
—
1
—
88
206-44-0
Fluoranthen
—
1
—
89
465-73-6
Isodrin
—
1
—
90
36355-1-8
Hexabrombiphenyl
0,1
0,1
0,1
91
191-24-2
Benzo(g,h,i)perylen
1
(1)  Freisetzungen von Schadstoffen, die unter mehrere Schadstoffkategorien fallen, werden für jede dieser Kategorien gemeldet.
(2)  Sofern nicht anders festgelegt, wird jeder in Anhang II aufgeführte Schadstoff als Gesamtmenge gemeldet oder, falls der Schadstoff aus einer Stoffgruppe besteht, als Gesamtmenge dieser Gruppe.
(3)  Ein Strich (—) bedeutet, dass der fragliche Parameter und das betreffende Medium keine Berichtspflicht zur Folge haben.
(4)  Gesamtmenge der Teilfluorierten Kohlenwasserstoffe: Summe von HFKW 23, HFKW 32, HFKW 41, HFKW 4310mee, HFKW 125, HFKW 134, HFKW 134a, HFKW 152a, HFKW 143, HFKW 143a, HFKW 227ea, HFKW 236fa, HFKW 245ca und HFKW 365mfc.
(5)  Gesamtmenge der Perfluorierten Kohlenwasserstoffe: Summe von CF4, C2F6, C3F8, C4F10, c-C4F8, C5F12 und C6F14.
(6)  Gesamtmenge der Stoffe, die in der Gruppe VIII des Anhangs I der Verordnung (EG) Nr. 2037/2000 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. Juni 2000 über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen (ABl. L 244 vom 29.9.2000, S. 1) aufgelistet sind, einschließlich ihrer Isomere. Geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1804/2003 (ABl. L 265 vom 16.10.2003, S. 1).
(7)  Gesamtmenge der Stoffe, die in den Gruppen I und II des Anhangs I der Verordnung (EG) Nr. 2037/2000 aufgelistet sind, einschließlich ihrer Isomere.
(8)  Gesamtmenge der Stoffe, die in den Gruppen III und VI des Anhangs I der Verordnung (EG) Nr. 2037/2000 aufgelistet sind, einschließlich ihrer Isomere.
(9)  Sämtliche Metalle werden als Gesamtmenge des Elements in allen chemischen Formen, die in der Freisetzung enthalten sind, gemeldet.
(10)  Halogenierte organische Verbindungen, die von Aktivkohle adsorbiert werden können, ausgedrückt als Chlorid.
(11)  Ausgedrückt als I-TEQ.
(12)  Einzelne Schadstoffe sind mitzuteilen, wenn der Schwellenwert für BTEX (d. h. der Summenparameter von Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol) überschritten wird.
(13)  Gesamtmenge der folgenden bromierten Diphenylether: Penta-BDE, Octa-BDE und Deca-BDE.
(14)  Gesamtmenge der Phenole und der substituierten einfachen Phenole, ausgedrückt als Gesamtkohlenstoff.
(15)  Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind für die Berichterstattung über Freisetzungen in die Luft als Benzo(a)pyren (50-32-8), Benzo(b)fluoranthen (205-99-2), Benzo(k)fluoranthen (207-08-9), Indeno(1,2,3-cd)pyren (193-39-5) zu messen (hergeleitet aus der Verordnung (EG) Nr. 850/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 über persistente organische Schadstoffe (ABl. L 229 vom 29.6.2004, S. 5)).
(16)  Gesamtmenge der Tributylzinn-Verbindungen, ausgedrückt als Tributylzinn-Menge.
(17)  Gesamtmenge der Triphenylzinn-Verbindungen, ausgedrückt als Triphenylzinn-Menge.
(18)  Gesamtmenge der Xylene (Ortho-Xylene, Meta-Xylene, Para-Xylene).
ANHANG III
Format für die Berichterstattung der Mitgliedstaaten an die Kommission über Daten zu Freisetzungen und Verbringungen
Referenzjahr
Bezeichnung der Betriebseinrichtung
Name der Muttergesellschaft
Name der Betriebseinrichtung
Kennnummer der Betriebseinrichtung
Straße
Stadt/Gemeinde
Postleitzahl
Land
Koordinaten des Standortes
Flusseinzugsgebiet (1)
NACE-Code (4-stellig)
Wirtschaftliche Haupttätigkeit
Produktionsvolumen (fakultativ)
Zahl der Anlagen (fakultativ)
Zahl der jährlichen Betriebsstunden (fakultativ)
Beschäftigtenzahl (fakultativ)
Textfeld für Informationen oder Internetadressen, die von der Betriebseinrichtung oder der Muttergesellschaft gemeldet werden (fakultativ)
Sämtliche Anhang-I-Tätigkeiten der Betriebseinrichtung (gemäß dem Kodierungssystem von Anhang I und dem IVU-Code, sofern verfügbar)
Tätigkeit 1 (Haupttätigkeit gemäß Anhang I)
Tätigkeit 2
Tätigkeit N
Daten zu Freisetzungen in die Luft für jeden Schadstoff in Mengen, die den Schwellenwert (gemäß Anhang II) überschreiten
Freisetzungen in die Luft
Schadstoff 1
Schadstoff 2
Schadstoff N
M: gemessen; verwendete Analysemethode
C: berechnet; verwendete Berechnungsmethode
E: Schätzung
T insgesamt
in kg/Jahr
A: versehentlich
in kg/Jahr
Daten zu Freisetzungen in Wasser für jeden Schadstoff in Mengen, die den Schwellenwert (gemäß Anhang II) überschreiten
Freisetzungen in Gewässer
Schadstoff 1
Schadstoff 2
Schadstoff N
M: gemessen; verwendete Analysemethode
C: berechnet; verwendete Berechnungsmethode
E: Schätzung
T: insgesamt
in kg/Jahr
A: versehentlich
in kg/Jahr
Daten zu Freisetzungen in den Boden für jeden Schadstoff in Mengen, die den Schwellenwert (gemäß Anhang II) überschreiten
Freisetzungen in den Boden
Schadstoff 1
Schadstoff 2
Schadstoff N
M: gemessen; verwendete Analysemethode
C: berechnet; verwendete Berechnungsmethode
E: Schätzung
T: insgesamt
in kg/Jahr
A: versehentlich
in kg/Jahr
Verbringung von für die Abwasserbehandlung bestimmten Schadstoffen außerhalb des Standortes in Mengen, die den Schwellenwert (gemäß Anhang II) überschreiten
Schadstoff 1
Schadstoff 2
Schadstoff N
M: gemessen; verwendete Analysemethode
C: berechnet; verwendete Berechnungsmethode
E: Schätzung
in kg/Jahr
Verbringung gefährlicher Abfälle außerhalb des Standortes in Mengen, die den Schwellenwert (gemäß Artikel 5) überschreiten
Innerhalb des Landes:
zur Verwertung (R)
M: gemessen; verwendete Analysemethode
C: berechnet; verwendete Berechnungsmethode
E: Schätzung
in t/Jahr
Innerhalb des Landes:
zur Beseitigung (D)
M: gemessen; verwendete Analysemethode
C: berechnet; verwendete Berechnungsmethode
E: Schätzung
in t/Jahr
In andere Länder:
zur Verwertung (R)
Name des verwertenden Unternehmens
Anschrift des verwertenden Unternehmens
Anschrift des Verwertungsstandorts, der die Lieferung erhält
M: gemessen; verwendete Analysemethode
C: berechnet; verwendete Berechnungsmethode
E: Schätzung
in t/Jahr
In andere Länder:
zur Beseitigung (D)
Name des beseitigenden Unternehmens
Anschrift des beseitigenden Unternehmens
Anschrift des Beseitigungsstandorts, der die Lieferung erhält
M: gemessen; verwendete Analysemethode
C: berechnet; verwendete Berechnungsmethode
E: Schätzung
in t/Jahr
Verbringung ungefährlicher Abfälle außerhalb des Standortes in Mengen, die den Schwellenwert (gemäß Artikel 5) überschreiten
zur Verwertung (R)
M: gemessen; verwendete Analysemethode
C: berechnet; verwendete Berechnungsmethode
E: Schätzung
in t/Jahr
zur Beseitigung (D)
M: gemessen; verwendete Analysemethode
C: berechnet; verwendete Berechnungsmethode
E: Schätzung
in t/Jahr
Für Anträge der Öffentlichkeit zuständige Behörde:
Name
Straße
Stadt/Gemeinde
Tel.-Nr.
Fax-Nr.
E-Mail-Adresse
(1)  Gemäß Artikel 3 Absatz 1 der Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik (ABl. L 327 vom 22.12.2000, S. 1). Geändert durch die Entscheidung Nr. 2455/2001/EG (ABl. L 331 vom 15.12.2001, S. 1).

Summary:
Europäisches Schadstofffreisetzungs- und verbringungsregister (E-PRTR)
Europäisches Schadstofffreisetzungs- und verbringungsregister (E-PRTR)
 
ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:
Verordnung (EG) Nr. 166/2006 über die Schaffung eines Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters
WAS IST DER ZWECK DIESER VERORDNUNG?
Mit dieser Verordnung wird ein Europäisches Schadstofffreisetzungs- und verbringungsregister (E-PRTR) eingerichtet. Dies ist eine öffentlich zugängliche elektronische Datenbank mit wichtigen Umweltdaten von Industrieanlagen in Europa. Im Jahr 2019 wurde die Verordnung (EG) Nr. 166/2006 durch die Verordnung (EU) 2019/1010 geändert, um die Berichtspflichten in der EU-Umweltgesetzgebung anzupassen und zu straffen. Mit der Änderungsverordnung wurde der Europäischen Kommission unter anderem die Befugnis übertragen, Durchführungsrechtsakte zu erlassen, in denen Art, Format und Häufigkeit der gemäß der Verordnung (EG) Nr. 166/2006 zu meldenden Informationen festgelegt sind. Mit dem Durchführungsbeschluss der Kommission (EU) 2019/1741 wurden Änderungen im Zusammenhang mit dem E-PRTR gemäß der Verordnung (EU) 2019/1010 eingeführt.
WICHTIGE ECKPUNKTE
Das E-PRTR steht der Öffentlichkeit kostenlos im Internet zur Verfügung. Die darin enthaltenen Angaben können anhand verschiedener Kriterien gesucht werden (Art des Schadstoffs, geografischer Standort, betroffene Umwelt, Feststellung der Quelle usw.).
Inhalt des E-PRTRDas Register enthält Informationen über Schadstoffe, die in Boden, Luft und Wasser freigesetzt werden, sowie über die Verbringung von in Abwässern und Abfällen enthaltenen Schadstoffen außerhalb des Standortes. Das Register umfasst 91 Schadstoffe gemäß Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 166/2006, einschließlich Treibhausgasen, Schwermetallen, Pestiziden und chlorierter organischer Substanzen. Die Freisetzung muss gemeldet werden, wenn sie bestimmte Schwellenwerte überschreitet und aus einer der 65 Tätigkeiten stammen, die in Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 166/2006 aufgeführt werden. Der Großteil dieser Aktivitäten ist auch in der Richtlinie 2010/75/EU über Industrieemissionen (siehe Zusammenfassung) geregelt und umfasst insbesondere die Einrichtungen, die von folgenden Sektoren abgedeckt werden:Energieerzeugung,Herstellung und Verarbeitung von Metallen,Mineralindustrie,chemische Industrie,Abfall- und Abwassermanagement,Herstellung und Verarbeitung von Holz,intensive Tierproduktion und Aquakultur,tierische und pflanzliche Erzeugnisse aus dem Lebensmittel- und Getränkebereich undandere Aktivitäten, z. B. Herstellung von Textilien, Ledergerbung. Sofern verfügbar, enthält das Register auch Informationen zu Freisetzungen aus diffusen Luft- und diffusen Wasserquellen.Wie funktioniert das E-PRTRDie Änderungsverordnung (EU) 2019/1010 verlangt, dassdie Betreiber jeder Industrieanlage ihren zuständigen nationalen Behörden jedes Jahr Informationen über ihre Schadstofffreisetzungen und -verbringungen zusenden. Diese Informationen umfassen Schadstoffe in Luft, Wasser und Boden sowie die Verbringungen in Abwässern und Abfällen enthaltener Schadstoffe außerhalb des Standorts.EU-Länder diese Informationen auf nationaler Ebene sammeln und überprüfen;die nationalen Behörden diese Informationen innerhalb von elf Monaten nach Ende des Berichtsjahres per elektronischer Übermittlung an die Kommission übermitteln;die Kommission, mit Unterstützung der Europäischen Umweltagentur die von den EU-Ländern, Island, Liechtenstein, Norwegen, Serbien und der Schweiz gemeldeten Informationen innerhalb eines Monats in das E-PRTR aufnimmt. Durchführungsbeschluss (EU) 2019/1741 legt das elektronische Format fest, das von den EU-Ländern für diesen Berichterstattungsprozess entwickelt werden soll, sowie die von den EU-Ländern zu liefernden Informationen; sofern im Anhang des Beschlusses nichts anderes angegeben ist, sollten die Informationen zunächst für das Berichtsjahr 2019 vorgelegt werden; Informationen in den Abschnitten 1 bis 4 des Anhangs müssen spätestens bis zum 30. September des folgenden Berichtsjahres bei der Kommission eingehen; die Informationen in den Abschnitten 5 bis 10 des Anhangs müssen spätestens bis zum 30. September des folgenden Berichtsjahres bei der Kommission eingehen; soll bis zum 31. Dezember 2024 überprüft werden, um zu beurteilen, ob es machbar ist, das Ziel einer früheren öffentlichen Verfügbarkeit von E-PRTR-Daten zu erreichen. Diese Änderungen verkürzen die Aufnahme der von den EU-Ländern gemeldeten Informationen in das europäische PRTR von 16 auf zwölf Monate, wodurch die Öffentlichkeit einen schnelleren Zugang zu diesen Informationen erhält.Einbeziehung der Öffentlichkeit
Die Verordnung ist ein wesentliches Instrument zur Erfüllung der Verpflichtungen des Übereinkommens von Aarhus, denn es sieht die Möglichkeit der Einbeziehung der Öffentlichkeit in die ökologische Entscheidungsfindung vor.
WANN TRITT DIE VERORDNUNG IN KRAFT?
Die Verordnung ist seit dem 24. Februar 2006 in Kraft.
HINTERGRUND
Das E-PRTR wurde nach der Annahme des von der EU im Mai 2003 unterzeichneten Kiew-Protokolls über die Freisetzung und Verbringung von Schadstoffen der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa 2003 erstellt. Der Beschluss 2006/61/EG dient dem Abschluss des Protokolls im Namen der Europäischen Gemeinschaft (nun EU).Weiterführende Informationen:Europäisches Schadstofffreisetzungs- und verbringungsregister (E-PRTR) (Europäische Kommission), Protokoll über Register zur Erfassung der Freisetzung und Verbringung von Schadstoffen (PRTR) (UNECE).
HAUPTDOKUMENT
Verordnung (EG) Nr. 166/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Januar 2006 über die Schaffung eines Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters und zur Änderung der Richtlinien 91/689/EWG und 96/61/EG des Rates (ABl. L 33 vom 4.2.2006, S. 1-17)
Die im Nachhinein vorgenommenen Änderungen der Verordnung (EG) Nr. 166/2006 wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.
VERBUNDENE DOKUMENTE
Durchführungsbeschluss (EU) 2019/1741 der Kommission vom 23. September 2019 zur Festlegung, in welcher Form und mit welcher Häufigkeit die Mitgliedstaaten Daten für die Berichterstattung gemäß der Verordnung (EG) Nr. 166/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Schaffung eines Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters und zur Änderung der Richtlinien 91/689/EWG und 96/61/EG des Rates zu übermitteln haben (ABl. L 267 vom 21.10.2019, S. 3-8)
Verordnung (EU) 2019/1010 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juni 2019 zur Angleichung der Berichterstattungspflichten im Bereich der Rechtsvorschriften mit Bezug zur Umwelt und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 166/2006 und (EU) Nr. 995/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 2002/49/EG, 2004/35/EG, 2007/2/EG, 2009/147/EG und 2010/63/EU des Europäischen Parlaments und des Rates, der Verordnungen (EG) Nr. 338/97 und (EG) Nr. 2173/2005 des Rates und der Richtlinie 86/278/EWG des Rates (ABl. L 170 vom 25.6.2019, S. 115-127)
Protokoll zu Registern über die Freisetzung und Verbringung von Schadstoffen (ABl. L 32 vom 4.2.2006, S. 56-79)
Beschluss 2006/61/EG des Rates vom 2. Dezember 2005 zum Abschluss des UN-ECE-Protokolls über Register zur Erfassung der Freisetzung und Verbringung von Schadstoffen im Namen der Europäischen Gemeinschaft (ABl. L 32 vom 4.2.2006, S. 54-55)
Letzte Aktualisierung: 08.05.2020