Document ID: 31991R2568

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EUR-Lex - 31991R2568 - DE
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31991R2568
Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 der Kommission vom 11. Juli 1991 über die Merkmale von Olivenölen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung
Amtsblatt Nr. L 248 vom 05/09/1991 S. 0001 - 0083 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 3 Band 38 S. 0174  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 3 Band 38 S. 0174
VERORDNUNG (EWG) Nr.  2568/91 DER KOMMISSIONvom 11. Juli 1991über die Merkmale von Olivenölen und Oliventresterölen  sowie die Verfahren zu ihrer BestimmungDIE KOMMISSION DER  EUROPÄISCHENGEMEINSCHAFTEN -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen  Wirtschaftsgemeinschaft, gestützt auf die Verordnung Nr. 136/66/EWG des Rates vom 22. September 1966 über die Errichtung  einer gemeinsamen Marktorganisation für Fette (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr.  3577/90 (2), insbesondere auf Artikel 35a, in Erwägung nachstehender Gründe: Im Anhang der Verordnung Nr. 136/66/EWG sind die Bezeichnungen und Begriffsbestimmungen für  Olivenöle und Oliventresteröle zur Vermarktung im innerstaatlichen und innergemeinschaftlichen  Handel sowie im Handel mit Drittländern festgelegt. Unbeschadet der bereits geltenden einschlägigen Bestimmungen müssen zur Unterscheidung der  Olivenölkategorien die entsprechenden chemisch-physikalischen Merkmale sowie die organoleptischen  Merkmale nativer Olivenöle festgelegt werden, damit Reinheit und Qualität der betreffenden  Erzeugnisse gewährleistet sind. Die Merkmale der einzelnen Olivenöle müssen gemeinschaftsweit einheitlich bestimmt werden. Daher  müssen gemeinschaftliche Verfahren für die chemische Analyse und die organoleptische Prüfung  festgelegt werden. Allerdings sollten während einer Übergangszeit auch andere in den  Mitgliedstaaten übliche Analyseverfahren zulässig sein, wobei jedoch vorzusehen ist, daß bei  abweichenden Ergebnissen die nach dem gemeinschaftlichen Verfahren erzielten Ergebnisse gelten. Die Festlegung der chemisch-physikalischen Merkmale von Olivenölen und der Analyseverfahren  erfordert eine Anpassung der Zusatzvorschriften zu Kapitel 15 der Kombinierten Nomenklatur. Zur Bewertung der organoleptischen Merkmale nativer Olivenöle müssen Gruppen von ausgewählten und  geschulten sensorischen Prüfern gebildet werden; dafür ist eineausreichende Zeitspanne vorzusehen.  Da einige Mitgliedstaaten solche Prüfergruppen nicht ohne weiteres zusammenstellen können, muß  ihnen die Möglichkeit eingeräumt werden, die in anderen Mitgliedstaaten eingesetzten Prüfergruppen  zu befassen. Damit das einwandfreie Funktionieren der für die Einfuhr von Oliventresteröl geltenden  Abschöpfungsregelung gewährleistet ist, muß ein einheitliches Verfahren zur Bestimmung des  Ölgehalts dieser Erzeugnisse vorgesehen werden. Um Nachteile für den Handel auszuschließen, sollte Olivenöl, das vor Inkrafttreten dieser  Verordnung abgefuellt wurde, während einer bestimmten Zeit noch vermarktet werden dürfen. Die Verordnung (EWG) Nr. 1058/77 der Kommission (3), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG)  Nr. 1858/88 (4), ist aufzuheben. Der Verwaltungsausschuß für Fette hat nicht innerhalb der ihm von seinem Vorsitzenden gesetzten  Frist Stellung genommen -HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN: Artikel 1(1)  Native Olivenöle im Sinne der Nummer 1 Buchstaben a), b) und c)  des Anhangs der Verordnung Nr. 136/66/EWG sind Öle, deren Merkmale mit den in Anhang I Nummern 1, 2  und 3 dieser Verordnung genannten Merkmalen übereinstimmen. (2)  Natives Lampantöl im Sinne der Nummer 1 Buchstabe d) des Anhangs der Verordnung Nr. 136/66/EWG  ist Öl, dessen Merkmale mit den in Anhang I Nummer 4 dieser Verordnung genannten Merkmalen  übereinstimmen. (3)  Raffiniertes Olivenöl im Sinne der Nummer 2 des Anhangs der Verordnung Nr. 136/66/EWG ist  Olivenöl, dessen Merkmale mit den in Anhang I Nummer 5 dieser Verordnung genannten Merkmalen  übereinstimmen. (4)  Olivenöl im Sinne der Nummer 3 des Anhangs der Verordnung Nr. 136/66/EWG ist Öl, dessen  Merkmale mit den in Anhang I Nummer 6 dieser Verordnung genannten Merkmalen übereinstimmen. (5)  Rohes Oliventresteröl im Sinne der Nummer 4 des Anhangs der Verordnung Nr. 136/66/EWG ist  Olivenöl, dessen Merkmale mit den in Anhang I Nummer 7 dieser Verordnung genannten Merkmalen  übereinstimmen. (6)  Raffiniertes Oliventresteröl im Sinne der Nummer 5 des Anhangs der Verordnung Nr. 136/66/EWG  ist Olivenöl, dessen Merkmale mit den in Anhang I Nummer 8 dieser Verordnung genannten Merkmalen  übereinstimmen. (7)  Oliventresteröl im Sinne der Nummer 6 des Anhangs der Verordnung Nr. 136/66/EWG ist Olivenöl,  dessen Merkmale mit den in Anhang I Nummer 9 dieser Verordnung genannten Merkmalen übereinstimmen. Artikel 2(1)  Die Merkmale der Öle gemäß Anhang I dieser Verordnung werden nach folgenden  Analysenverfahren bestimmt: - freie Fettsäuren, berechnet in Prozent Ölsäure, nach dem Verfahren des Anhangs II; - Peroxidzahl nach dem Verfahren des Anhangs III; - aliphatische Alkohole nach dem Verfahren des Anhangs IV; - Sterinfraktion nach dem Verfahren des Anhangs V; - Erythrodiol nach dem Verfahren des Anhang VI; - gesättigte Fettsäuren in 2-Stellung der Triglyceride nach dem Verfahren des Anhangs VII; - Trilinoleingehalt nach dem Verfahren des Anhangs VIII; - spektrophotometrische Analyse nach dem Verfahren des Anhangs IX; - Fettsäurezusammensetzung nach dem Verfahren der Anhänge XA und XB; - fluechtige halogenierte Lösungsmittel nach dem Verfahren des Anhangs XI; - Bestimmung der organoleptischen Merkmale nativer Olivenöle nach dem gemäß Absatz 2 angewandten  Verfahren des Anhangs XII; - Raffinationsnachweis nach dem Verfahren des Anhangs XIII. (2)  Die organoleptischen Merkmale werden von einem Analytiker - auch unter Hinzuziehung von  Sachverständigen - nach dem im Prüfbogen gemäß Anhang XII vorgesehenen Verfahren bewertet. Stellt  der Analytiker Abweichungen zwischen den von ihm erfassten und den aufgrundder Produktbezeichnung  zu erwartenden organoleptischen Merkmalen fest, so muß er die Probe von einer Gruppevon  sensorischen Prüfern gemäß den Bestimmungen desAnhangs XII prüfen lassen. Die Kontrollanalysen werden von der Gruppe nach denselben Bestimmungen durchgeführt. Die Prüfergruppe bewertet die organoleptischen Eigenschaften im Zusammenhang mit  Interventionsmaßnahmen nach den Vorschriften des Anhangs XII. Artikel 3Unbeschadet der Einführung der Analysenverfahren gemäß Artikel 2 dürfen die  Mitgliedstaaten bis 31. Oktober 1992 andere erprobte und wissenschaftlich begründete Verfahren  verwenden, soweit der freie Verkehr mit den in Anwendung der Gemeinschaftsverfahren als  vorschriftsmässig anerkannten Erzeugnissen nicht behindert wird. Die betreffenden Mitgliedstaaten  notifizieren der Kommission diese anderen Verfahren vor ihrer Verwendung. Führt eines dieser anderen Verfahren zu einem anderen Ergebnis als das Gemeinschaftsverfahren, so  gilt das nach dem Gemeinschaftsverfahren erzielte Ergebnis. Artikel 4(1)  Zur Beurteilung der organoleptischen Merkmale bilden die Mitgliedstaaten Gruppen  von sensorischen Prüfern, die nach den Regeln des in Anhang XII beschriebenen Verfahrens geschult  wurden. (2)  Sollte ein Mitgliedstaat in seinem Hoheitsgebiet nicht ohne weiteres eine Prüfergruppe bilden  können, so kann er eine in einem anderen Mitgliedstaat tätige Prüfergruppe befassen. Artikel 5Die zusätzlichen Vorschriften 2, 3 und 4 zu Kapitel 15 der Kombinierten Nomenklatur  werden durch die des Anhangs XIV ersetzt. Artikel 6(1)  Der Ölgehalt von Trester und anderen Rückständen der Olivenölextraktion (KN-Codes  2306 90 11 und 2306 90 19) wird nach dem Verfahren des Anhangs XV bestimmt. (2)  Der Ölgehalt gemäß Absatz 1 wird in Massenprozenten, bezogen auf die Trockenmasse, berechnet. Artikel 7Für andere als im Anhang XI aufgeführte unerwünschte Stoffe gelten die entsprechenden  Gemeinschaftsvorschriften. Artikel 8(1)  Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission die Maßnahmen mit, die sie zur  Durchführung dieser Verordnung getroffen haben. (2)  Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission zu Beginn jedes Halbjahres eine  Zusammenstellung der analytischen Daten der im vorangegangenen Halbjahr durchgeführten  Bestimmungen. Diese Ergebnisse werden vom Verwaltungsausschuß für Fette nach dem Verfahren des Artikels 39 der  Verordnung Nr. 136/66/EWG geprüft. Artikel 9Die Verordnung (EWG) Nr. 1058/77 wird aufgehoben. Artikel 10(1)  Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt  der Europäischen Gemeinschaften in Kraft. Das Verfahren des Anhangs XII ist jedoch, ausser wenn es sich um Interventionsmaßnahmen handelt, ab  1. Januar 1992 anwendbar. (2)  Diese Verordnung gilt nicht für Olivenöl und Oliventresteröl, das vor dem Tag des  Inkrafttretens dieser Verordnung abgefuellt und bis zum 31. Oktober 1992 vermarktet wurde. Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in  jedem Mitgliedstaat. Brüssel, den 11. Juli 1991Für die KommissionRay MAC SHARRYMitglied der Kommission (1) ABl. Nr. 172 vom 30. 9. 1966, S. 3025/66. (2) ABl. Nr. L 353 vom 17. 12. 1990, S. 23. (3) ABl. Nr. L 128 vom 24. 5. 1977, S. 6. (4) ABl. Nr. L 166 vom 1. 7. 1988, S. 10. ANHANG I MERKMALE VON OLIVENÖLEN >PLATZ FÜR EINE TABELLE>>PLATZ FÜR EINE TABELLE>  ANHANG II BESTIMMUNG DER FREIEN FETTSÄUREN 1. ANWENDUNGSBEREICHBestimmung der freien Fettsäuren in Olivenölen. Der Gehalt an freien Fettsäuren  wird über den Gehalt an freien Säuren in konventioneller Weise berechnet. 1.1. Prinzip der MethodeDie Probe wird in einem geeigneten Lösungsmittelgemisch gelöst. Dann werden die  vorhandenen freien Säuren mit einer ethanolischen Kaliumhydroxidlösung titriert. 1.2. ReagenzienAlle Reagenzien müssen anerkannte Anaylsenqualität aufweisen; als Wasser ist  destilliertes Wasser oder Wasser gleicher Reinheit zu verwenden. 1.2.1. Diethylether/Ethanol 95%ig (V/V), Mischung 1:1. Vorsicht:  Diethylether ist leicht brennbar und kann explosive Peroxide bilden. Es muß daher unter  besonderen Vorsichtsmaßnahmen verwendet werden. Das Diethylether/Ethanol-Gemisch muß unmittelbar vor dem Gebrauch mit einer Kaliumhydroxidlösung  (1.2.2) unter Zusatz von 0,3 ml Phenolphthaleinlösung (1.2.3) pro 100 ml Lösungsmittelgemisch  neutralisiert werden. Anmerkung:  Wenn Diethylether nicht benutzt werden kann, so kann auch eine Mischung aus Ethanol und  Toluol verwandt werden. Eventüll kann auch Ethanol durch 2-Propanol ersetzt werden. 1.2.2. Kaliumhydroxid, ethanolische Lösung, 0,1 molar oder, falls erforderlich, 0,5 molar. Die genaue Konzentration der ethanolischen Kaliumhydroxidlösung muß bekannt sein und unmittelbar  vor der Verwendung überprüft werden. Die Lösung sollte mindestens 5 Tage vorher hergestellt und in  eine braune Flasche, die mit einem Gummistopfen verschlossen wird, dekantiert werden. Sie muß  farblos oder nur schwach gefärbt sein. Anmerkung:  Eine stabile farblose Kaliumhydroxidlösung kann wie folgt hergestellt werden: 1 000 ml  Ethanol mit8 g Kaliumhydroxid und 0,5 g Aluminiumspäne eine Stunde am Rückflußkühler kochen.  Sofort destillieren. Die erforderliche Menge Kaliumhydroxid in dem destillierten Ethanol lösen und  mehrere Tage stehen lassen. Die klare Lösung von dem ausgefallenen Karbonat abdekantieren. Die Lösung kann auch ohne Destillation wie folgt hergestellt werden: 1 000 ml Ethanol mit 4 ml  Aluminiumbutylat mehrere Tage stehen lassen. Die überstehende Flüssigkeit abdekantieren und die  erforderliche Menge Kaliumhydroxid darin lösen. Diese Lösung ist gebrauchsfertig. 1.2.3. Phenolphthalein, Lösung von 10 g/l in 95-96%igem Ethanol oder Alkaliblau (bei sehr stark gefärbten  Fetten), Lösung von 20 g/l in 95-96%igem Ethanol. 1.3. GeräteÜbliche Laborgeräte u. a.: 1.3.1. Analysenwaage, 1.3.2. 250-ml-Erlenmeyerkolben, 1.3.3. 10-ml-Bürette mit 0,05-ml-Graduierung. 1.4. Verfahren1.4.1. Die Bestimmung erfolgt mit der filtrierten Probe. Beträgt der Gesamtgehalt an Wasser und  Verunreinigungen weniger als 1 %, so wird die Bestimmung mit der unfiltrierten Probe durchgeführt. 1.4.2. ProbeDie Grösse der Einwaage richtet sich nach dem zu erwartenden Gehalt an freien Fettsäuren  (Angaben in der nachstehenden Tabelle). >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die Probe in den Erlenmeyerkolben (1.3.2) einwiegen. 1.4.3. Durchführung der BestimmungDie Probe (1.4.2) in 50 bis 150 ml der neutralisierten  Diethylether/Ethanol-Mischung (1.2.1) lösen. Mit der 0,1 molaren Kaliumhydroxidlösung (1.2.2)  (Anmerkung 2) unter Schütteln bis zum Umschlag des Indikators titrieren. (Die Rosafärbung des  Phenolphthaleins muß mindestens 10 Sekunden anhalten.)Anmerkungen: 1.  Die ethanolische Kaliumhydroxidlösung (1.2.2) kann durch eine wäßrige Kaliumhydroxid- oder  Natriumhydroxidlösung ersetzt werden, wenn die zugeführte Wassermenge keine Phasentrennung  bewirkt. 2.  Werden zur Titration mehr als 10 ml der 0,1 molaren Kaliumhydroxidlösung benötigt, so ist eine  0,5 molare Lösung zu verwenden. 3.  Wird die Lösung während der Titration trübe, so ist eine ausreichende Menge  Lösungsmittelmischung (1.2.1) zuzufügen, bis die Lösung wieder klar ist. 1.5. Berechnung des Gehalts an freien Fettsäuren in % ÖlsäureDer Gehalt an freien Fettsäuren in  Gewichtsprozent ist V × c ×  1 000  ×  100  =  V × c × M  V × c ×M1 000×100m=V × c × M10  × mDabei sind: V  = Verbrauch an Kaliumhydridlösung in ml, c=genaue Konzentration der Kaliumhydroxidlösung in mol/l, M=Molekulargewicht in g der Säure, die für die Berechnung zugrunde gelegt wird (= 282), m=Probeneinwaage in g. Als Ergebnis gilt das arithmetische Mittel von zwei Bestimmungen. ANHANG III BESTIMMUNG DER PEROXIDZAHL 1. ZWECKDiese Norm beschreibt ein Verfahren für die Bestimmung der Peroxidzahl von Ölen und Fetten. 2. ANWENDUNGSBEREICHDiese Norm gilt für tierische und pflanzliche Öle und Fette. 3. DEFINITIONDie Peroxidzahl ist die Gesamtmenge solcher Substanzen in der Probe, ausgedrückt in  Milliäquivalenten aktiven Sauerstoffs pro kg, die unter den beschriebenen Arbeitsbedingungen  Kaliumiodid oxidieren. 4. PRINZIPBehandlung der in Essigsäure und Chloroform gelösten Probe mit einer Kaliumiodidlösung.  Titration des freigesetzten Iods durch eine eingestellte Natriumthiosulfatlösung. 5. GERÄTEDie Geräte müssen frei von reduzierenden oder oxidierenden Substanzen sein. Anmerkung: Schliffflächen nicht einfetten. 5.1. Mikrobechergläschen, 3 ml. 5.2. 250-ml-Schliffkolben mit Stopfen, die zuvor getrocknet und mit einem reinen, trockenen Inertgas  (Stickstoff oder vorzugsweise Kohlendioxid) gefuellt wurden. 5.3. 25- oder 50-ml-Bürette, mit 0,1-ml-Graduierung. 6. REAGENZIEN6.1. Chloroform, analytisch rein, durch Einleiten von reinem, trockenem Inertgas von Sauerstoff  befreit. 6.2. Eisessig, analytisch rein, durch Einleiten von reinem, trockenem Inertgas von Sauerstoff befreit. 6.3. Kaliumiodid, gesättigte wäßrige Lösung, frisch zubereitet, frei von Iod und Iodaten. 6.4. Natriumthiosulfat, genau 0,01 oder 0,002 N wäßrige Lösung, unmittelbar vor der Verwendung  eingestellt. 6.5. Stärkelösung, wäßrige Dispersion, von 10 g/l, aus natürlicher löslicher Stärke frisch hergestellt. 7. PROBEDie Probe ist unter Lichtabschluß zu entnehmen und zu lagern und kühl in vollständig  gefuellten Glasgefässen, die mit Glas- oder Korkstopfen verschlossen sind, aufzubewahren. 8. VERFAHRENDie Bestimmung soll bei diffusem Tageslicht oder künstlichem Licht durchgeführt werden.  In ein Mikrobechergläschen (5.1) oder aber in einen Kolben (5.2) die Probemenge auf 0,001 g genau  einwiegen, unter Berücksichtigung der erwarteten Peroxidzahl gemäß nachstehender Tabelle: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Den Stopfen von dem Kolben (5.2) abnehmen und den Mikrobecher mit der  Probemenge einführen. 10 ml Chloroform (6.1) hinzufügen. Die Probe schnell unter Rühren auflösen,  15 ml Essigsäure (6.2), dann 1 ml Kaliumiodidlösung (6.3) hinzufügen. Den Stopfen rasch einsetzen,  eine Minute schütteln und genau fünf Minuten unter Lichtabschluß bei einer Temperatur von 15 bis 25  oC stehenlassen. Etwa 75 ml destilliertes Wasser zugeben. Das freigesetzte Iod mit Natriumthiosulfatlösung (6.4)  unter kräftigem Schütteln titrieren (0,002-N-Lösung für erwartete Werte unter 12 und 0,01-N-Lösung  für erwartete Werte über 12). Stärkelösung (6.5) als Indikator verwenden. Zwei Bestimmungen mit derselben Probe durchführen. Zur gleichen Zeit einen Blindversuch durchführen. Übersteigt das Ergebnis des Blindversuchs 0,05 ml  einer 0,01-N-Natriumthiosulfatlösung (6.4), so sind die unreinen Reagenzien zu ersetzen. 9. ABFASSUNG DER ERGEBNISSEDie Peroxidzahl (P.V.), ausgedrückt in Milliäquivalenten aktiven  Sauerstoffs pro kg, wird nach folgender Formel errechnet:   P.V. =  V × T × 1 000  P.V. =V × T × 1 000mDabei sind: V = die Anzahl ml der eingestellten Natriumthiosulfatlösung (6.4), die für die Bestimmung  verbraucht werden, korrigiert durch den entsprechenden Wert des Blindversuchs, T=die genaue Normalität der Natriumthiosulfatlösung (6.4),m=das Gewicht der Probe in g. Als Ergebnis gilt das arithmetische Mittel der beiden so durchgeführten Bestimmungen. ANHANG IV BESTIMMUNG DES GEHALTS AN ALIPHATISCHEN ALKOHOLEN MIT DER  KAPILLARGASCHROMATOGRAPHIE 1. ANWENDUNGSBEREICHDie Methode beschreibt ein Verfahren zur Bestimmung der Zusammensetzung und des  Gehalts an aliphatischen Alkoholen. 2. KURZBESCHREIBUNGDas Fett wird mit 1-Eicosanol als internem Standard versetzt, mit ethanolischer  Kaliumhydroxidlösung verseift und das Unverseifbare mit Ethylether extrahiert. Die Alkoholfraktion  wird dünnschichtchromatographisch über basische Kieselgelplatten vom Unverseifbaren abgetrennt. Die  aus dem Kieselgel isolierten Alkohole werden in Trimethylsilylether überführt und mit Hilfe der  Kapillar-Gaschromatographie untersucht. 3. GERÄTE UND HILFSMITTEL3.1. - Kolben, 250 ml, mit Rückflußkühler und Schliffstopfen, 3.2. - Scheidetrichter, 500 ml, 3.3. - Kolben, 250 ml, 3.4. - komplette Apparatur für die Dünnschichtchromatographie mit Glasplatten 20 × 20 cm, 3.5. - UV-Lampe, Wellenlänge 366 oder 254 nm, 3.6. - Mikroliterspritzen, 100 und 500 ìl, 3.7. - Glasfiltertiegel mit Porenfilter G 3 (Porosität 15 40 ìm), etwa 2 cm Durchmesser, 5 cm Höhe,  geeignetem Anschlußstück für die Vakuumfiltration und Schliffmuffe 12/21, 3.8. - Vakuumflasche, 50 ml, mit Schliffmuffe 12/21, für Glasfiltertiegel (3.7), 3.9. - 10-ml-Röhrchen mit konischem Boden und dichtschließendem Stopfen, 3.10. - Gaschromatograph, geeignet für die Verwendung von Kapillarsäulen mit Splitsystem, bestehend aus: 3.10.1. - thermostatisierbarem Säulenofen, einstellbar auf die gewünschte Temperatur mit einer Genauigkeit  von ± 1oC, 3.10.2. - temperaturregelbare Verdampfeinrichtung mit Verdampfer aus persilanisiertem Glas, 3.10.3. - Flammenionisations-Detektor mit Verstärker, 3.10.4. - Integrator mit Schreiber, mit Verstärker zu koppeln, 3.11. - Kapillarsäule aus Glas oder fused silica, 20 30 m Länge, 0,25 0,32 mm Innendurchmesser, Innenwand  belegt mit SE-52 oder SE-54 oder einer gleichwertigen stationären Phase, Schichtdicke 0,10 0,30  ìm, 3.12. - Mikroliterspritze für die Gaschromatographie, 10 ìl, mit gehärteter Nadel, 4. REAGENZIEN4.1. - Kaliumhydroxid, ethanolische Lösung 2 N: 130 g Kaliumhydroxid (Titer mindestens 85 %) in 200 ml  destilliertem Wasser unter Kühlen lösen und mit Ethanol auf 1 l auffuellen. Die Lösung sollte in gut  verschlossenen braunen Glasflaschen aufbewahrt werden, 4.2. - Ethylether, analysenrein, 4.3. - wasserfreies Natriumsulfat, analysenrein, 4.4. - mit Kieselgel beschichtete Glasplatten ohne Fluoreszenzindikator, Schichtdicke 0,25 mm  (gebrauchsfertig im Handel erhältlich), 4.5. - Kaliumhydroxid, ethanolische Lösung 0,2 N: 13 g Kaliumhydroxid in 20 ml destilliertem Wasser  lösen und mit Ethanol auf 1 l auffuellen, 4.6. - Benzol für die Chromatographie (siehe 5.2.2), 4.7. - Aceton für die Chromatographie (siehe 5.2.2), 4.8. - Hexan für die Chromatographie (siehe 5.2.2), 4.9. - Ethylether für die Chromatographie (siehe 5.2.2), 4.10. - Chloroform, analysenrein, 4.11. - Referenzlösung für die Dünnschichtchromatographie: 5%ige Lösung von C20 bis C28-Alkoholen in  Chloroform, 4.12. - 2', 7'-Dichlorfluorescein, 0,2%ige ethanolische Lösung, leicht alkalisch durch Zusatz einiger  Tropfen alkoholischer 2-N-Kaliumhydroxid-Lösung, 4.13. - wasserfreies Pyridin für die Chromatographie, 4.14. - Hexamethyldisilazan, 4.15. - Trimethylchlorsilan, 4.16. - Standardlösung der Trimethylsilylether der aliphatischen Alkohole von C20   C28, unmittelbar vor  Gebrauch ansetzen aus einer Mischung der reinen Alkohole, 4.17. - 1-Eicosanol, 0,1%ige Lösung (m/V) in Chloroform (interner Standard), 4.18. - Trägergase: Wasserstoff oder Helium, rein für die Gaschromatographie, 4.19. - Hilfsgase: Wasserstoff und Luft, rein, für die Gaschromatographie. 5. VERFAHREN5.1. Herstellung des Unverseifbaren5.1.1. Mit einer 500FC15>ml-Mikroliterspritze so viel von der 0,1%igen 1-Eicosanollösung in Chloroform  (4.17) in einen 250-ml-Kolben geben, daß die Menge an 1-Eicosanol (ebensogut kann 1-Eneicosanol  verwendet werden) etwa 10 % des Gehalts an aliphatischen Alkoholen des zur Analyse verwandten  aliquoten Teils der Probe entspricht. So werden z. B. für 5 g Olivenöl oder Samenöl 250 ìl der  0,1%igen 1-Eicosanollösung benötigt und für Oliventresteröl 1 500 ìl. Die Probe im Stickstoffstrom bis zur Trocknung eindampfen. In den gleichen Kolben genau 5 g der  trockenen und filtrierten Probe einwiegen. 5.1.2. Die Probe bei aufgesetztem Rückflußkühler mit 50 ml 2-N-ethanolischer Kaliumhydroxidlösung  versetzen, auf dem Wasserbad erhitzen und unter kräftigem Schütteln und schwachem Sieden verseifen  (wobei die Lösung klar wird). Die Probe weitere 20 Minuten am Sieden halten und dann durch den  Rückflußkühler mit 50 ml destilliertem Wasser versetzen; den Rückflußkühler entfernen und den  Kolben auf etwa 30 oC abkühlen. 5.1.3. Den Kolbeninhalt quantitativ in einen 500-ml-Scheidetrichter überführen, wobei mehrfach mit  insgesamt 50 ml destilliertem Wasser nachgespült wird. Die Probe mit etwa 80 ml Ethylether  versetzen, 30 Sekunden kräftig schütteln und absetzen lassen (Anmerkung 1). Die wäßrige Phase in einen anderen Scheidetrichter ablassen und dann noch zweimal nach dem gleichen  Verfahren mit 60 70 ml Ethylether extrahieren. Anmerkung 1:  Etwaige Emulsionen können mit Hilfe einer Waschflasche durch Zusatz kleiner Mengen  Ethylalkohol oder Methylalkohol zerstört werden. 5.1.4. Die Etherauszuege in einem Scheidetrichter vereinigen und mehrmals mit jeweils 50 ml destilliertem  Wasser waschen, bis das Waschwasser neutral reagiert. Das Waschwasser ablassen, die Etherphase mit wasserfreiem Natriumsulfat trocknen und über  wasserfreiem Natriumsulfat in einen zuvor gewogenen 250-ml-Kolben filtrieren. Scheidetrichter und  Filter mit kleinen Mengen Ethylether nachspülen. 5.1.5. Den Ether bis auf wenige ml abdestillieren, den Rückstand unter leichtem Vakuum oder im  Stickstoffstrom trocknen, ¹/4 Stunde im Trockenschrank bei 100 oC nachtrocknen, im Exsikkator  abkühlen lassen und wiegen. 5.2. Abtrennen der Alkoholfraktion5.2.1. Herstellung der basischen PlattenDie Kieselgelplatten (4.4) vollständig ca. 10 Sekunden lang in  eine ethanolische 0,2-N-Kaliumhydroxidlösung (4.5) eintauchen, dann unter einem Abzug 2 Stunden  trocknen lassen, anschließend noch1 Stunde bei 100 oC im Trockenschrank. Die Platten aus dem Trockenschrank nehmen und in einem Exsikkator über Calciumchlorid bis zum  Gebrauch aufbewahren. (Derart behandelte Platten müssen innerhalb von 14 Tagen gebraucht  werden.)Anmerkung 2:  Bei Verwendung von basischen Kieselgelplatten zur Abtrennung der  Alkoholfraktion erübrigt sich die Behandlung des Unverseifbaren mit Aluminiumoxid. Auf diese Weise  bleiben sämtliche sauren Verbindungen (Fettsäuren und andere) an der Startlinie. So erhält man eine  saubere Trennung der Zone der aliphatischen Alkohole und Terpenalkohole von den Sterinen. 5.2.2. Die Entwicklerkammer bis zu einer Höhe von etwa 1 cm mit einem Benzol/Aceton-Gemisch 95:5 (V/V)  beschicken. Statt dessen kann auch ein Hexan/Ethylether-Gemisch 65:35 (V/V) verwandt werden. Die  Kammer mit einem geeigneten Deckel verschließen und mindestens eine halbe Stunde stehen lassen,  damit sich ein Gleichgewicht zwischen Flüssigkeit und Dampfphase einstellt. An der Innenwand der  Kammer können Filterpapierstreifen befestigt werden, die in das Fließmittel eintauchen. Dadurch  kann die Laufzeit um ein Drittel verkürzt und eine gleichmässige Elution der Komponenten erzielt  werden. Anmerkung 3:  Um gut reproduzierbare Trennungen zu erzielen, ist das Gemisch jedesmal frisch  anzusetzen. 5.2.3. Von einer 5%igen Lösung des Unverseifbaren (5.1.5) in Chloroform mit einer 100FC15>ml-Spritze 0,3  ml als durchgehenden, gleichmässigen Strich 2 cm vom unteren Plattenrand entfernt auf die  Dünnschichtplatte (5.2.1) auftragen. In der Verlängerung der Startlinie werden am Rande 2-3 ìl der  Standardlösung der aliphatischen Alkohole (4.11) aufgetragen, um die Alkoholzone nach der  Entwicklung identifizieren zu können. 5.2.4. Die Platte in die nach 5.2.2 vorbereitete Entwicklerkammer stellen. Die Temperatur der Umgebung  sollte 15 20 oC betragen. Die Kammer mit dem Deckel verschließen und die Platte so lange  entwickeln, bis die Fließmittelfront bis 1 cm unter den oberen Plattenrand gestiegen ist. Dann die  Platte aus der Entwicklerkammer nehmen und das Lösungsmittel in einem warmen Luftstrom abdampfen  oder die Platte eine geraume Zeit unter dem Abzug liegen lassen. 5.2.5. Die Platte vorsichtig und gleichmässig mit 2', 7'-Dichlorfluoresceinlösung besprühen. Die Lage der  Zone der aliphatischen Alkohole mit Hilfe des Flecks der Standardlösung bestimmen. Die Zone der  aliphatischen Alkohole und die Zone der unmittelbar darüber liegenden Terpenalkohole werden mit  einem schwarzen Stift umrandet. Anmerkung 4:  Da unter den Bedingungen dieses Verfahrens die Terpenalkohole beträchtliche Mengen an  aliphatischen Alkoholen enthalten, müssen beide Zonen zusammen erfasst werden. 5.2.6. Das in der markierten Zone liegende Kieselgel mit einem Metallspatel abkratzen, fein mahlen und in  einen Glasfiltertiegel (3.7) überführen. Mit 10 ml warmem Chloroform versetzen, mit Hilfe des  Metallspatels gründlich vermischen und unter Vakuum filtrieren. Das Filtrat in der an den  Glasfiltertiegel angeschlossenen Vakuumflasche (3.8) auffangen. Den Rückstand im Glasfiltertiegel dreimal mit je 10 ml Ethylether waschen und das Filtrat wiederum  in der Vakuumflasche auffangen. Das Filtrat bis auf ein Volumen von etwa 4-5 ml eindampfen und den  Rest der Lösung in das zuvor gewogene 10-ml-Probenglas (3.9) überführen. Durch vorsichtiges  Erhitzen unter einem schwachen Stickstoffstrom bis zur Tocknung eindampfen. Mit einigen Tropfen  Aceton versetzen, wieder bis zur Trocknung eindampfen, etwa 10 Minuten im Trockenschrank auf 105 oC  erhitzen, anschließend im Exsikkator abkühlen lassen und wiegen. Der Rückstand in dem Probengläschen enthält die Fraktion der aliphatischen Alkohole. 5.3. Herstellung der Trimethylsilylether (TMSE)5.3.1. Dem Probengläschen mit der Fraktion der aliphatischen Alkohole je Milligramm aliphatischem Alkohol  50 ìl Silanisierungsreagenz, bestehend aus einem Gemisch aus Pyridin, Hexamethyldisilazan und  Trimethylchlorsilan im Verhältnis 9:3:1 (V/V/V) (Anmerkung 5) zusetzen. Dabei darf es nicht zur  Aufnahme von Wasser kommen (Anmerkung 6). Anmerkung 5:  Gebrauchsfertige Lösungen sind im Handel erhältlich; daneben gibt es auch andere  Silanisierungsreagenzien, wie beispielsweise N,O- bis -Trimethylsilyltrifluoracetamid + 1 %  Trimethylchlorsilan, das mit gleichen Teilen wasserfreiem Pyridin gemischt werden muß. 5.3.2. Das Probengläschen verschließen und gründlich, nicht zu stark schütteln, bis sich die aliphatischen  Alkohole gelöst haben. Die Probe mindestens 15 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen und dann  einige Minuten zentrifugieren. Die klare Lösung kann nun gaschromatographisch untersucht werden. Anmerkung 6:  Die Beobachtung einer leichten Opaleszenz ist normal und bedeutet keine Störung. Die  Bildung eines weissen Niederschlags oder der Eindruck einer Rosafärbung sind Anzeichen der  Anwesenheit von Feuchtigkeit oder der Zersetzung des Reagens. In diesem Fall soll der Test  wiederholt werden. 5.4. Gaschromatographische Analyse5.4.1. Vorarbeiten, Einfahren der Säule5.4.1.1. Die Säule in den Gaschromatographen einsetzen, wobei das Einlassteil an den mit dem Trennsystem  verbundenen Verdampfer und das Auslassteil an den Detektor angeschlossen wird. Überprüfung des  Gaschromatographen auf Dichtigkeit der Gasleitungen, Betriebsbereitschaft des Detektors, des  Trennsystems, des Schreibers usw. 5.4.1.2. Wird die Säule zum erstenmal verwendet, ist es ratsam, sie einzufahren. Einen schwachen Gasstrom  durch die Säule geben, den Gaschromatographen einschalten und allmählich auf eine Temperatur von  mindestens 20 oC über der Arbeitstemperatur (Anmerkung 7) aufheizen. Diese Temperatur ist  mindestens 2 Stunden konstant zu halten, und dann sind die Analysenbedingungen einzustellen  (Gasstrom, Split, Zuenden der Flamme, Schreiberanschluß, Ofentemperatur, Injektor, Detektor). Dann  eine Empfindlichkeit wählen, die mindestens doppelt so groß ist wie bei der Durchführung der  Analyse. Die Grundlinie muß linear verlaufen, ohne Peaks oder Drift. Eine negative Drift ist ein Indiz für einen undichten Anschluß der Säule, eine positive deutet auf  ein mangelhaftes Einfahren der Säule hin. Anmerkung 7:  Die Einfahrtemperatur muß in jedem Fall 20 oC unter der für die stationäre Phase  angegebenen Maximaltemperatur liegen. 5.4.2. Wahl der Arbeitsbedingungen5.4.2.1. Anhaltspunkte für die Arbeitsbedingungen: Säulentemperatur: anfangs isotherm 8 Minuten bei 180 oC, dann stufenweise um 5 oC pro Minute bis  auf 260 oC ansteigend, anschließend 15 Minuten bei 260 oC; Verdampfertemperatur: 280 oC; Detektortemperatur: 290 oC; Strömungsgeschwindigkeit des Trägergases: Helium 20-35 cm/s, Wasserstoff 30-50 cm/s; Splitverhältnis: ¹/50 - ¹/100; Geräteempfindlichkeit: das 4- bis 16fache der Mindestdämpfung; Detektorempfindlichkeit: 1-2 mV f. s.; Papiervorschub: 30-60 cm/Std; Einspritzvolumen: 0,5-1 ìl TMSE-Lösung. Diese Bedingungen können entsprechend den Kenndaten der Säule und des Gaschromatographen derart  geändert werden, daß die damit aufgezeichneten Chromatogramme folgende Bedingungen erfuellen: - die Retentionszeit des C26-Alkohols muß 18 ± 5 Minuten betragen; - der Peak des C22-Alkohols muß bei Olivenöl 80 ± 20 % und bei Samenölen 40 ± 20 % der gesamten  Skala erreichen. 5.4.2.2. Zur Überprüfung der vorstehenden Bedingungen werden wiederholt Proben von TMSE-AlkoholGemischen  eingespritzt und die Arbeitsbedingungen optimiert. 5.4.2.3. Die Parameter für die Peak-Integration sind so zu wählen, daß für die in Betracht kommenden Peaks  korrekte Werte erzielt werden. 5.4.3. Durchführung der Analyse5.4.3.1. Mit der 10FD15>ml-Mikroliterspritze 1 ìl Hexan entnehmen, 0,5 ìl Luft und anschließend 0,5-1 ìl  Probenlösung aufziehen, dabei den Kolben der Spritze so weit einziehen, daß die Nadel leer ist. Die  Nadel in die Membran des Injektors einführen, nach 1-2 Sekunden schnell einspritzen, dann nach etwa  5 Sekunden die Nadel langsam herausziehen. 5.4.3.2. Das Chromatogramm aufzeichnen, bis alle vorhandenen aliphatischen Alkohole eluiert sind. Die Grundlinie muß stets den vorgeschriebenen Anforderungen (5.4.1.2) genügen. 5.4.4. Identifizierung der PeaksDie einzelnen Peaks werden ahand der Retentionszeiten und durch Vergleich  mit dem unter denselben Bedingungen analysierten TSME-Gemisch der aliphatischen Alkohole  identifiziert. Abbildung 1 zeigt ein Chromatogramm der Alkoholfraktion eines nativen Ölivenöls. 5.4.5. Quantitative Bestimmung5.4.5.1. Die Peakflächen von 1-Eicosanol und der aliphatischen Alkohole von C22 bis C28 werden mit Hilfe  eines Integrators ermittelt. 5.4.5.2. Der Gehalt an den einzelnen aliphatischen Alkoholen in mg/100 g Fett wird nach folgender Formel  berechnet:   Alkohol x =  Ax . ms . 100  Alkohol x = Ax  7 ms  7 100As  7 mDarin bedeuten: Ax = Peakfläche des Alkohols x in mm², As=Peakfläche von 1-Eicosanol in mm², ms=zugesetzte Menge 1-Eicosanol in mg, m=Menge der für die Bestimmung entnommenen Probe in g. 6. ERGEBNISSEDer Gehalt an den einzelnen aliphatischen Alkoholen wird in mg/100 g Fett angegeben und  zum "Gesamtgehalt an aliphatischen Alkoholen" addiert. ANLAGE Bestimmung der linearen StrömungsgeschwindigkeitIn den auf Normalbedingungen  eingestellten Gaschromatographen werden 1 bis 3 ìl Methan (oder Propan) eingespritzt und die von  dem Gas benötigte Durchlaufzeit durch die Säule vom Zeitpunkt des Einspritzens bis zum  Peak-Austritt (tM) gemessen. Die lineare Strömungsgeschwindigkeit in cm/s ist durch die Beziehung L/tM definiert; dabei ist L  die Länge der Säule in cm und tM die gemessene Zeit in Sekunden. >ANFANG EINES SCHAUBILD><?äFN25,6><?äPD7>Abbildung 1: Chromatogramm der Alkoholfraktion eines  nativen Olivenöls<?aa2A><?Þ><?äBP><?äNP><?äTT1> 1 = Eicosanol (int. Stand.), <?äTT2><?äFA2,><?äTT3>  <?äTT4><?äTA5Y0><?äTS>1 = Eicosanol (int. Stand.), <?äFN4>2 = Dicosanol, <?äFN4>3 = Tricosanol, <?äFN4>4 = Tetracosanol, <?äTC><?äTC>5 = Pentacosanol, <?äFN4>6 = Hexacosanol, <?äFN4>7 = Heptacosanol, <?äFN4>8 = Octacosanol. <?äTE><?aa4L"ENDE EINES SCHAUBILD> ANHANG V BESTIMMUNG DER ZUSAMMENSETZUNG UND DES GEHALTS AN STERINEN MIT DER KAPILLAR  GASCHROMATOGRAPHIE 1. UMFANG UND ANWENDUNGSBEREICHDiese Methode beschreibt das Verfahren zur Bestimmung der  Sterinzusammensetzung und des Steringehalts von Fetten. 2. KURZBESCHREIBUNGDas Fett wird mit á-Cholestanol als innerem Standard versetzt und mit  ethanolischer Kaliumhydroxidlösung verseift. Die Sterinfraktion wird aus dem Unverseifbaren  dünnschicht-chromatographisch über basische Kieselgelplatten abgetrennt. Die aus dem Kieselgel isolierten Sterine werden in Trimethylsilylether überführt und mit Hilfe der  Kapillar-Gaschromatographie untersucht. 3. GERÄTE UND HILFSMITTEL3.1. Kolben, 250 ml, mit Rückflußkühler und Schliffstopfen, 3.2. Scheidetrichter, 500 ml, 3.3. Kolben, 250 ml, 3.4. komplette Apparatur für die Dünnschichtchromatographie mit Glasplatten 20 × 20 cm, 3.5. UV-Lampe, Wellenlänge 366 oder 254 nm, 3.6. Mikroliterspritzen, 100 und 500 ìl, 3.7. Glasfiltertiegel mit Porenfilter G 3 (Porosität 15-40 ìm), etwa 2 cm Durchmesser, 5 cm Höhe, mit  geeignetem Anschlußstück für die Vakuumfiltration und Schliffmuffe 12/21, 3.8. Vakuumflasche, 50 ml, mit Schliffmuffe 12/21, für Glasfiltertiegel (3.7), 3.9.10-ml-Röhrchen mit konischem Boden und dicht schließendem Stopfen, 3.10. Gaschromatograph, geeignet für die Verwendung von Kapillarsäulen, mit Splitsystem, bestehend aus: 3.10.1. einem thermostatisierbaren Säulenofen, einstellbar auf die gewünschte Temperatur mit einer  Genauigkeit von ± 1 oC, 3.10.2. einer temperaturregelbaren Verdampfereinrichtung mit Verdampfer aus persilanisiertem Glas, 3.10.3. einem Flammenionisations-Detektor mit Verstärker, 3.10.4. einem Integrator mit Schreiber, mit Verstärker zu koppeln, 3.11. einer Kapillarsäule aus Glas oder fused silica, 20-30 m Länge, 0,25-0,32 mm Innendurchmesser,  Innenwand belegt mit SE-52 oder SE-54 oder einer gleichwertigen stationären Phase, Schichtdicke  0,10-0,30 ìm, 3.12. Mikroliterspritze für die Gaschromatographie, 10 ìl, mit gehärteter Nadel. 4. REAGENZIEN4.1. Kaliumhydroxid, ethanolische Lösung 2 N: 130 g Kaliumhydroxid (Titer mindestens 85 %) in 200 ml  destilliertem Wasser unter Kühlen lösen und mit Ethanol auf 1 Liter auffuellen. Die Lösung ist in  gut verschlossenen Braunglasflaschen haltbar (Ethanol 95 % V/V), 4.2. Ethylether, analysenrein, 4.3. wasserfreies Natriumsulfat, analysenrein, 4.4. kieselgelbeschichtete Glasplatten ohne Fluoreszenzindikator, Schichtdicke 0,25 mm (gebrauchsfertig  im Handel erhältlich), 4.5. Kaliumhydroxid, ethanolische Lösung 0,2 N: 13 g Kaliumhydroxid werden in 20 ml destilliertem Wasser  gelöst und mit Ethanol auf 1 Liter aufgefuellt, 4.6. Benzol für die Chromatographie (siehe 5.2.2), 4.7. Aceton für die Chromatographie (siehe 5.2.2), 4.8. Hexan für die Chromatographie (siehe 5.2.2), 4.9. Ethylether für die Chromatographie (siehe 5.2.2), 4.10. Chloroform, analysenrein, 4.11. Referenzlösung für die Dünnschichtchromatographie: Cholesterin oder Phytosterole, 5 %ige Lösung in  Chloroform, 4.12. 2', 7'-Dichlorfluorescein, 0,2%ige ethanolische Lösung, leicht alkalisch durch Zusatz einiger  Tropfen alkoholischer 2-N-Kaliumhydroxid-Lösung, 4.13. wasserfreies Pyridin für die Chromatographie, 4.14. Hexamethyldisilazan, 4.15. Trimethylchlorsilan, 4.16. Standardlösung von Sterin-Trimethylsilylethern unmittelbar vor Gebrauch ansetzen mit reinen  Sterinen oder Sterinmischungen aus Ölen, in denen sie enthalten sind, 4.17. á-Cholestanol, 0,2%ige Lösung (m/V) in Chloroform (interner Standard), 4.18. Trägergas: Wasserstoff oder Helium, rein, für die Gaschromatographie, 4.19. Hilfsgase: Wasserstoff und Luft, rein, für die Gaschromatographie. 5. VERFAHREN5.1. Herstellung des Unverseifbaren5.1.1. Mit einer 500FD15>ml-Mikroliterspritze so viel der 0,2%igen á-Cholestanollösung in Chloroform  (4.17) in einen 250-ml-Kolben geben, daß die Menge an Cholestanol etwa 10 % des Steringehalts des  zur Analyse verwandten aliquoten Teils der Probe entspricht. So werden z. B. für 5 g Olivenöl 500  ìl der 0,2%igen á-Cholestanollösung benötigt, 1 500 ìl für Samenöle oder Oliventresteröl. Im  Stickstoffstrom bis zur Trocknung abdampfen. In den gleichen Kolben genau 5 g der trockenen und  filtrierten Probe einwiegen. Bei tierischen und pflanzlichen Fetten, die grössere Mengen an Cholesterin enthalten, kann ein Peak  mit der gleichen Retentionszeit wie Cholestanol auftreten. In diesem Fall ist die Sterinfraktion  einmal mit und einmal ohne internen Standard zu analysieren. 5.1.2. Die Probe bei aufgesetztem Rückflußkühler mit 50 ml 2-N-ethanolischer Kaliumhydroxidlösung  versetzen, auf dem Wasserbad erhitzen und unter kräftigem Schütteln und schwachem Sieden verseifen  (wobei sich die Lösung klärt). Die Probe weitere 20 Minuten am Sieden halten und dann durch den  Rückflußkühler mit 50 ml destilliertem Wasser versetzen, den Rückflußkühler entfernen und den  Kolben auf etwa 30 oC abkühlen. 5.1.3. Den Kolbeninhalt quantitativ in einen 500-ml-Scheidetrichter überführen, wobei mehrfach mit  insgesamt 50 ml destilliertem Wasser nachgespült wird. Die Probe mit etwa 80 ml Ethylether  versetzen, 30 Sekunden kräftig schütteln und absetzen lassen (vgl. Hinweis 1). Die wäßrige Phase in einen anderen Scheidetrichter ablassen und dann noch zweimal nach dem gleichen  Verfahren mit 60-70 ml Ethylether extrahieren. Hinweis 1:  Etwaige Emulsionen können mit Hilfe einer Waschflasche durch Zusatz kleiner Mengen  Ethyl- oder Methylalkohol zerstört werden. 5.1.4. Die Etherauszuege in einem Scheidetrichter vereinigen und mehrmals mit jeweils 50 ml destilliertem  Wasser waschen, bis das Waschwasser neutral reagiert. Das Waschwasser ablassen, die Etherphase mit wasserfreiem Natriumsulfat trocknen, über wasserfreiem  Natriumsulfat in einen zuvor gewogenen 250-ml-Kolben filtrieren. Scheidetrichter und Filter mit  kleinen Mengen Ethylether nachspülen. 5.1.5. Den Ether bis auf wenige ml abdestillieren, den Rückstand unter leichtem Vakuum oder im  Stickstoffstrom trocknen, ¹/4 Stunde im Trockenschrank bei 100 oC nachtrocknen, im Exsikkator  abkühlen lassen und wiegen. 5.2. Trennung der Sterinfraktion5.2.1. Herstellung der basischen PlattenDie Kieselgelplatten (4.4) vollständig ca. 10 Sekunden lang in  eine 0,2-N-ethanolische Alkalihydroxidlösung (4.5) eintauchen, dann unter einem Abzug 2 Stunden  trocknen lassen, anschließend noch 1 Stunde bei 100 oC im Trockenschrank. Die Platten aus dem Trockenschrank nehmen und in einem Exsikkator über Calciumchlorid bis zum  Gebrauch aufbewahren. (Derart behandelte Platten müssen innerhalb von 15 Tagen gebraucht  werden.)Hinweis 2:  Bei Verwendung von alkalischen Kieselgelplatten zur Trennung der  Sterinfraktion erübrigt sich die Behandlung des Unverseifbaren mit Aluminiumoxid. Auf diese Weise  bleiben sämtliche sauren Verbindungen (Fettsäuren und andere) an der Startlinie. So erhält man eine  saubere Trennung der Sterinzone von denen der aliphatischen Alkohole und Terpenalkohole. 5.2.2. Die Entwicklerkammer bis zu einer Höhe von etwa 1 cm mit einem Benzol/Aceton-Gemisch 95:5 (V/V)  beschicken. Statt dessen kann auch ein Hexan/Ethylether-Gemisch 65:35 (V/V) verwandt werden. Die  Kammer mit einem geeigneten Deckel verschließen und mindestens eine halbe Stunde stehen lassen,  damit sich ein Gleichgewicht zwischen Flüssigkeit und Dampfphase einstellt. An der Innenwand der  Kammer können Filterpapierstreifen befestigt werden, die in das Fließmittel eintauchen. Dadurch  kann die Laufzeit um ein Drittel verkürzt und eine gleichmässige Elution der Komponenten erzielt  werden. Hinweis 3:  Das Gemisch ist jedesmal frisch anzusetzen, damit die Wiederholbarkeit gewährleistet  ist. 5.2.3. Von einer 5%igen Lösung des Unverseifbaren (5.1.5) in Chloroform mit einer 100FD15>ml-Spritze 0,3  ml als durchgehenden, gleichmässigen Strich 2 cm vom unteren Plattenrand entfernt auf die  Dünnschichtplatte (5.2.1) auftragen. In der Verlängerung der Startlinie werden am Rande 2-3 ìl der  SterinStandardlösung (4.11) aufgetragen, um die Sterinzone nach der Entwicklung zu identifizieren. 5.2.4. Die Platte in die nach 5.2.2 vorbereitete Entwicklerkammer stellen. Die Temperatur der Umgebung  sollte 15-20 oC betragen. Die Kammer mit dem Deckel verschließen und die Platte so lange  entwickeln, bis die Fließmittelfront bis 1 cm unter den oberen Plattenrand gestiegen ist. Dann die  Platte aus der Entwicklerkammer nehmen und das Lösungsmittel in einem warmen Luftstrom abdampfen  oder die Platte eine geraume Zeit unter dem Abzug liegen lassen. 5.2.5. Die Platte vorsichtig und gleichmässig mit 2',7'-Dichlorfluoresceinlösung besprühen. Die Lage der  Sterinzone mit Hilfe des Flecks der Standardlösung bestimmen und mit einem schwarzen Stift den  fluoreszierenden Bereich markieren. 5.2.6. Das in der markierten Zone liegende Kieselgel mit einem Metallspatel abkratzen, fein mahlen und in  einen Glasfiltertiegel (3.7) überführen. Mit 10 ml warmem Chloroform versetzen, mit Hilfe des  Metallspatels gründlich vermischen und unter Vakuum filtrieren. Das Filtrat in der an dem  Glasfiltertiegel angeschlossenen Vakuumflasche (3.8) auffangen. Den Rückstand im Glasfiltertiegel dreimal mit je 10 ml Ethylether waschen und das Filtrat wiederum  in der Vakuumflasche auffangen. Das Filtrat bis auf ein Volumen von etwa 4-5 ml eindampfen und den  Rest der Lösung in das zuvor gewogene 10-ml-Probenglas (3.9) überführen. Durch vorsichtiges  Erhitzen unter einem schwachen Stickstoffstrom bis zur Trocknung eindampfen. Mit einigen Tropfen  Aceton versetzen, wieder bis zur Trocknung eindampfen, etwa 10 Minuten im Trockenschrank auf 105 oC  erhitzen, anschließend im Exsikkator abkühlen lassen und wiegen. Der Rückstand in dem Probengläschen besteht aus der Sterinfraktion. 5.3. Herstellung der Trimethylsilylether (TMSE)5.3.1. Dem Probengläschen mit der Sterinfraktion werden je Milligramm Sterin 50 ìl Silanisierungsreagenz,  bestehend aus einem Gemisch aus Pyridin, Hexamethyldisilazan und Trimethylchlorsilan im Verhältnis  9:3:1 (V/V/V), zugesetzt (Hinweis 4) unter Ausschluß von Feuchtigkeit (Hinweis 5). Hinweis 4:  Gebrauchsfertige Lösungen sind im Handel erhältlich; daneben gibt es auch andere  Silanisierungsreagenzien, z. B. N,O-bis-Trimethylsilyltrifluoracetamid + 1 % Trimethylchlorsilan,  das mit gleichen Teilen wasserfreiem Pyridin gemischt werden muß. 5.3.2. Das Probengläschen verschließen und gründlich (nicht zu stark) schütteln, bis sich die Sterine  gelöst haben. Die Probe mindestens 15 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen und dann einige  Minuten zentrifugieren. Die klare Lösung kann gaschromatographisch untersucht werden. Hinweis 5:  Die Beobachtung einer leichten Opaleszenz ist normal und bedeutet keine Störung. Die  Bildung eines weissen Niederschlags oder der Eindruck einer Rosafärbung sind Anzeichen der  Anwesenheit von Feuchtigkeit oder der Zersetzung des Reagens. In diesem Fall soll der Test  wiederholt werden. 5.4. Gaschromatographische Analyse5.4.1. Vorbereiten, Einfahren der Säule5.4.1.1. Die Säule in den Gaschromatographen einsetzen, wobei das Einlassteil an den mit dem Trennsystem  verbundenen Verdampfer und das Auslassteil an den Detektor angeschlossen wird. Überprüfung des Gaschromatographen (Dichtigkeit der Gasleitungen, Betriebsbereitschaft des  Detektors, des Trennsystems, des Schreibers usw.). 5.4.1.2. Wird die Säule zum erstenmal verwendet, ist es ratsam, sie einzufahren. Einen schwachen Gasstrom  durch die Säule geben, den Gaschromatographen einschalten und allmählich auf eine Temperatur von  mindestens 20 oC über der Arbeitstemperatur (Hinweis 6) aufheizen. Diese Temperatur ist mindestens  2 Stunden konstant zu halten, und dann sind die Analysenbedingungen einzustellen (Gasstrom, Split,  Zuenden der Flamme, Schreiberanschluß, Einstellen der Ofentemperatur, Injektor, Detektor). Dann eine  Empfindlichkeit wählen, die mindestens doppelt so groß ist wie bei der Durchführung der Analyse.  Die Grundlinie muß linear verlaufen, ohne Peaks oder Drift. Eine negative Drift ist ein Indiz für einen undichten Anschluß der Säule, eine positive deutet auf  ein mangelhaftes Einfahren der Säule hin. Hinweis 6:  Die Einfahrtemperatur muß in jedem Fall 20 oC unter der für die stationäre Phase  angegebenen Maximaltemperatur liegen. 5.4.2. Wahl der Arbeitsbedingungen5.4.2.1. Anhaltspunkte für die Arbeitsbedingungen: Säulentemperatur: 260 oC ± 5 oC, Verdampfertemperatur: 280 oC, Detektortemperatur: 290 oC, Strömungsgeschwindigkeit: Helium 20-35 cm/s; Wasserstoff 30-50 cm/s, Splitverhältnis: 1:50-1:100, Geräteempfindlichkeit: das 4- bis 16fache der Mindestdämpfung, Detektorempfindlichkeit: 1-2 mV f. s., Papiervorschub: 30-60 cm/Std., Einspritzvolumen: 0,5-1 ìl TMSE-Lösung. Diese Bedingungen können entsprechend den Charakteristiken der Säule und des Gaschromatographen  derart geändert werden, daß die damit aufgezeichneten Chromatogramme folgende Bedingungen  erfuellen: - die Retentionszeit von â-Sitosterin muß 20 ± 5 Minuten betragen; - der Campesterin-Peak muß bei Olivenöl (Durchschnittsgehalt 3 %) 15 ± 5 % des Skalenbereichs und  bei Sojaöl (Durchschnittsgehalt 20 %) 80 ± 10 % des Skalenbereichs betragen; - alle enthaltenen Sterine müssen getrennt werden; die anderen Peaks müssen ebenfalls völlig  aufgelöst sein, d. h. der Peakverlauf muß auf die Grundlinie zurückführen, bevor der nächste Peak  beginnt; eine unvollständige Auflösung ist nur unter der Bedingung akzeptabel, daß der  RRT-1,02-Peak mit Hilfe der Senkrechten quantitativ zu bestimmen ist. 5.4.3. Durchführung der Analyse5.4.3.1. Mit der 10FC15>ml-Mikroliterspritze 1 ìl Hexan entnehmen, 0,5 ìl Luft und anschließend 0,5-1 ìl  Probenlösung aufziehen; dabei den Kolben der Spritze so weit einziehen, daß die Nadel leer ist. Die  Nadel in die Membran des Injektors einführen, nach 1-2 Sekunden schnell einspritzen, dann nach etwa  5 Sekunden die Nadel langsam herausziehen. 5.4.3.2. Das Chromatogramm aufzeichnen, bis alle Sterin-TMS-Ether eluiert sind. Die Grundlinie muß stets den vorgeschriebenen Anforderungen (5.4.1.2) genügen. 5.4.4. Identifizierung der PeaksDie einzelnen Peaks werden anhand der Retentionszeiten und durch  Vergleich mit dem unter denselben Bedingungen analysierten TSME-Gemisch der Sterine bestimmt. Die Sterine werden in folgender Reihenfolge eluiert: Cholesterin, Brassicasterin,  24-Methylen-Cholesterin, Campesterin, Campestanol, Stigmasterin, Ä7-Campesterin, Ä5,  23-Stigmastadienol, Chlerosterin, â-Sitosterin, Sitostanol, Ä5-Avenasterin, Ä5, 24-Stigmastadienol,  Ä7-Stigmastenol, Ä7-Avenasterin. In Tabelle I sind die Retentionszeiten relativ zu â-Sitosterin für eine SE-52- und SE-54-Säule  aufgeführt. Die Abbildungen 1 und 2 zeigen die typischen Chromatogramme einiger Öle. 5.4.5. Quantitative Bestimmung5.4.5.1. Mit Hilfe des Integrators werden die Peak-Flächen von á-Cholestanol und der Sterine berechnet.  Dabei sind etwa auftretende Peaks von Substanzen, die in Tabelle I nicht aufgeführt sind, nicht zu  berücksichtigen. Der Responsefaktor von x-Cholestanol soll gleich 1,00 gesetzt werden. 5.4.5.2. Der Gehalt an den einzelnen Sterinen in mg/100 g Fett wird nach folgender Formel berechnet:   Sterin x =  Ax  7 ms  7 100  Sterin x = Ax  7 ms  7 100As  7 mDarin bedeuten: Ax = Peakfläche des Sterins x in mm², As=Peakfläche von á-Cholestanol in mm², ms=zugesetzte Menge an á-Cholestanol in mg, m=Menge der für die Bestimmung entnommenen Probe in g. 6. ERGEBNISSE6.1. Der Gehalt an den einzelnen Sterinen wird in mg/100 g Öl angegeben, ihre Summe als  "Gesamtsterine". 6.2. Der prozentuale Anteil jedes einzelnen Sterins errechnet sich aus dem Quotienten der Peakfläche des  entsprechenden Peaks und der Summe der Peakflächen aller Sterine nach der Formel  Steringehalt in  % x =  ÓA  . 100  Steringehalt in % x =AxÓA . 100Darin bedeuten: Ax  = Peakfläche des Sterins x, ÓA=Summe der Peakfläche aller Sterine. ANLAGE Bestimmung der linearen StrömungsgeschwindigkeitIn den auf Normalbedingungen  eingestellten Gaschromatographen werden 1 bis 3 ml Methan (oder Propan) eingespritzt und bis zum  Peak-Austritt (tM) gemessen. Die lineare Strömungsgeschwindigkeit in cm/s ist durch die Beziehung L/tMdefiniert; dabei ist L die  Länge der Säule in cm und tMdie gemessene Zeit in Sekunden. >PLATZ FÜR EINE TABELLE>>ANFANG EINES SCHAUBILD><?aa8H>Abbildung 1<?äFN8><?aa8K>Gaschromatogramm  der Sterinfraktion von rohem Oivenöl<?äVS1><?Þ"ENDE EINES SCHAUBILD>>ANFANG EINES SCHAUBILD> <?aa8H>Abbildung 2<?äFN8><?aa8K>Gaschromatogramm der Sterinfraktion von raffiniertem  Olivenöl<?äVS1><?Þ"ENDE EINES SCHAUBILD> ANHANG VI BESTIMMUNG DES ERYTHRODIOLS UND DES UVAOLS EINLEITUNGDas (üblicherweise als  Summe von Erythrodiol und Uvaol angegebene) Erythrodiol ist ein Bestandteil des Unverseifbaren, das  für verschiedene Fette charakteristisch ist. Seine Konzentration ist in extrahierten Olivenölen  erheblich höher als in anderen Ölen (Olivenöl aus Pressung, Traubenkernöl), in denen es auch  vorkommt. Deshalb kann es zum Nachweis für das Vorhandensein von extrahiertem Olivenöl dienen. 1. ZWECK UND ANWENDUNGSBEREICHDie Methode beschreibt ein Verfahren für die Bestimmung des  Erythrodiolgehalts in Fetten. 2. PRINZIP DER METHODEDas Fett wird mit einer ethanolischen Kaliumhydroxidlösung verseift, dann das  Unverseifbare mit Ethylether extrahiert und über eine Aluminiumoxidsäule gereinigt. Die Fraktionierung des Unverseifbaren wird durch Dünnschichtchromatographie auf Kieselgelplatten  durchgeführt, anschließend werden die Zonen der Sterinfraktion und der Erythrodiolfraktion  isoliert. Die von der Platte isolierten Sterine und das Erythrodiol werden in Trimethylsilylether  überführt, dann wird die Mischung gaschromatographisch untersucht. Das Ergebnis wird angegeben als  Prozent Erythrodiol der Gesamtmenge von Erythrodiol plus Sterine. 3. GERÄTE3.1. Die im Anhang V (Bestimmung des Steringehalts) beschriebenen Geräte. 4. REAGENZIEN4.1. Die im Anhang V (Bestimmung des Steringehalts) vorgeschriebenen Reagenzien. 4.2. Referenzlösung von 0,5 % Erythrodiol in Chloroform. 5. VERFAHREN5.1. Herstellung des UnverseifbarenEs wird gemäß 5.1.2 des in Anhang V beschriebenen Verfahrens  vorgegangen. 5.2. Abtrennung des Erythrodiols und der Sterine5.2.1. Vergleiche 5.2.1 in Anhang V. 5.2.2. Vergleiche 5.2.2 in Anhang V. 5.2.3. Eine 5%ige Lösung des Unverseifbaren in Chloroform herstellen. Mit einer 0,1-ml-Mikroliterspritze  0,3 ml dieser Lösung auf eine Dünnschichtplatte 1,5 cm vom unteren Plattenrand entfernt in einem  möglichst dünnen und gleichmässigen Strich auftragen. An einem Ende der Platte werden als  Referenzsubstanzen einige Mikroliter der Lösungen von Cholesterin und Erythrodiol aufgetragen. 5.2.4. Die Platte in die nach 5.2.2 vorbereitete Entwicklerkammer geben. Die Raumtemperatur soll etwa 20  oC betragen. Die Kammer sofort mit dem Deckel verschließen und so lange entwickeln, bis die  Lösungsmittelfront 1 cm unter dem oberen Plattenrand angekommen ist. Die Platte aus der  Entwicklerkammer nehmen und das Lösungsmittel in einem warmen Luftstrom abdampfen. 5.2.5. Die Platte gleichmässig mit der alkoholischen 2m, 7m-Dichlorfluoresceinlösung besprühen. Unter  UV-Licht den Verlauf der Sterin- und Erythrodiolzone an Hand der Referenzsubstanzen identifizieren  und etwas ausserhalb der fluoreszierenden Zonen markieren. 5.2.6. Die markierten Kieselgelzonen mit einem Metallspatel abkratzen. Das von der Platte isolierte  Material in ein 50-ml-Becherglas geben, 15 ml warmes Chloroform zugeben, gut schütteln und in einen  Glasfiltertiegel fuellen. Dreimal mit je 10 ml warmem Chloroform auswaschen und die Filtrate in  einem 100-ml-Rundkolben sammeln. Bis auf ein Volumen von 4-5 ml eindampfen, in ein vorher  gewogenes, konisches 10-ml-Zentrifugenröhrchen geben, im warmen Stickstoffstrom trocknen und  anschließend wiegen. 5.3. Herstellung der TrimethylsilyletherNach dem in Anhang V unter 5.3 beschriebenen Verfahren  vorgehen. 5.4. Gaschromatographische AnalyseNach der Beschreibung unter 5.4 des vorgenannten Verfahrens  vorgehen. Die Bedingungen der gaschromatographischen Analyse müssen so gewählt werden, daß nicht nur die  TMS-Ether der Sterine, sondern auch die TMS-Ether von Erythrodiol und Uvaol getrennt werden. Nach dem Einspritzen das Schreiberpapier ablaufen lassen, bis alle Sterine, Erythrodiol und Uvaol  eluiert sind. Identifizieren der Peaks (Erythrodiol und Uvaol haben im Vergleich zu â-Sitosterin  relative Retentionszeiten von etwa 1,45 und 1,55) und Berechnung der Flächenprozente, wie für  Sterine beschrieben. 6. ABFASSUNG DER ERGEBNISSE  % Erythrodiol =  A1 + A2 + Ó Asterine  × 100  % Erythrodiol =A1 +  A2A1 + A2 + Ó ASterine × 100Hierin bedeuten: A1 = Fläche des Erythrodiolpeaks in mm², A2= Fläche des Uvaolpeaks in mm², Ó ASterine = Summe der vorhandenen Sterinpeaks in mm². Das Ergebnis wird mit einer Dezimale nach dem Komma angegeben. ANHANG VII BESTIMMUNG VON FETTSÄUREN IN 2-STELLUNG DER TRIGLYCERIDE 1. ZWECKDiese Methode beschreibt ein Verfahren zur Bestimmung der Zusammensetzung des Teils der  Fettsäuren eines Öles oder Fettes, die in 2-Stellung (â oder innere Stellung) des Glycerins  verestert sind. 2. ANWENDUNGSBEREICHDiese Methode gilt für Öle und Fette mit einem Schmelzpunkt unter 45 oC, bedingt  durch die Besonderheiten der Wirkungsweise der Pankreaslipase. Sie ist nicht uneingeschränkt anwendbar auf Öle und Fette mit höheren Anteilen an Fettsäuren mit  zwölf oder weniger Kohlenstoffatomen (Kokos- und Palmkernöl, Butterfett), hoch ungesättigten  Fettsäuren (mit mehr als vier Doppelbindungen), die zwanzig oder mehr Kohlenstoffatome enthalten  (Fisch- und Seetieröle), oder Fettsäuren mit sauerstoffhaltigen Gruppen ausser der Säuregruppe. 3. PRINZIPWenn nötig, Neutralisierung von sauren Ölen und Fetten in einem Lösungsmittel. Reinigung  über eine Aluminiumoxidsäule. Teilhydrolyse der Triglyceride durch Pankreaslipase in einer  vorgegebenen Zeit. Abtrennung der gebildeten Monoglyceride durch Dünnschichtchromatographie und  Umesterung dieser Monoglyceride mit Methanol. Die gewonnenen Methylester werden  gaschromatographisch analysiert. 4. GERÄTE4.1. 100-ml-Rundkolben. 4.2. 25-ml-Rundkolben mit Schliff. 4.3. 1 m langes Steigrohr mit Schliffansatz für den Kolben 4.2. 4.4. 250-ml-Kolben. 4.5. 50-ml-Becherglas. 4.6. 500-ml-Scheidetrichter. 4.7. Glassäule für die Säulenchromatographie, 13 mm Innendurchmesser, 400 mm Länge, mit Hahn und  gläsernem Frittenboden. 4.8. 10-ml-Zentrifugenglas, mit Schliffstopfen. 4.9. 5-ml-Bürette, Graduierung 0,05 ml. 4.10. 1-ml-Injektionsspritze, mit dünner Kanüle. 4.11. Mikroliterspritze, zur Abgabe von Tropfen von jeweils 3-4 ìl. 4.12. Beschichtungsgerät für Dünnschichtplatten. 4.13. Glasplatten für Dünnschichtchromatographie, 20×20 cm. 4.14. Entwicklerkammer für die Dünnschichtchromatographie, mit Schliffrand, für 20×20 cm Platten. 4.15. Sprüher für die Dünnschichtchromatographie. 4.16. Trockenschrank, einstellbar auf 103 ± 2 oC. 4.17. Thermostat, regulierbar zwischen 30 und 45 oC ± 0,5 oC. 4.18. Rotationsverdampfer. 4.19. Elektrisches Schüttel- und Vibriergerät zum kräftigen Schütteln des Zentrifugenglases. 4.20. Ultraviolettlampe zur Betrachtung der Dünnschichtplatten. Und für die Kontrolle der Lipasetätigkeit: 4.21. Ein pH-Meßgerät. 4.22. Propellerrührer. 4.23. 5-ml-Bürette. 4.24. Stoppuhr. Und für die eventuelle Zubereitung der Lipase: 4.25. Laborrührgerät zum Zerkleinern und Mischen heterogener Materialien. 5. REAGENZIEN5.1. n-Hexan oder, falls nicht verfügbar, Petrolether (Kp. 30-50 oC), für die Chromatographie. 5.2. 2-Propanol oder Ethanol 95 %ig (V/V), analytisch rein. 5.3. 2-Propanol oder Ethanol, 1:1 wäßrige Lösung. 5.4. Diethylether, peroxidfrei. 5.5. Aceton. 5.6. Ameisensäure, mindestens 98 %ig (m/m). 5.7. Fließmittel: Mischung aus n-Hexan (5.1), Diethylether (5.4) und Ameisensäure (5.6) im Verhältnis  von 70:30:1 (V/V/V). 5.8. Aktiviertes Aluminiumoxid für die Chromatographie, neutral, Aktivitätsstufe Brockmann 1. 5.9. Kieselgel, mit Bindemittel für die Dünnschichtchromatographie. 5.10. Pancreaslipase mit ausreichender Aktivität (Anmerkungen 1 und 2). 5.11. Natriumhydroxid, 120 g/l wäßrige Lösung. 5.12. Salzsäure, 6 N. 5.13. Kalziumchlorid (CaCl2), 220 g/l wäßrige Lösung. 5.14. Natriumcholat (Enzymqualität), 1 g/l wäßrige Lösung. 5.15. Pufferlösung: 1 M wäßrige Lösung von tris-Hydroxymethylaminomethan durch Zusatz von Salzsäure  (5.12) auf pH 8 gebracht (durch Potentiometer überprüfen). 5.16. Phenolphthalein, Lösung von 10 g/l in 95 %igem (V/V) Ethanol. 5.17. 2m,7m-Dichlorfluorescein, Lösung von 2 g/l in 95 %igem (V/V) Ethanol, schwach alkalisch durch  Zusatz eines Tropfens 1-N-Natriumhydroxidlösung pro 100 ml. Und für die Kontrolle der Lipasetätigkeit: 5.18. Neutralisiertes Öl. 5.19. Natriumhydroxid, 0,1 N wäßrigre Lösung. 5.20. Natriumcholat (Enzymqualität), wäßrige Lösung von 200 g/l. 5.21. Gummiarabikum, wäßrige Lösung von 100 g/l. 6. VORBEREITUNG DER PROBELiegt der Gehalt an freien Fettsäuren nach einer Bestimmung gemäß Anhang II  unter 3 %, so ist direkt über Aluminiumoxid, wie unter 6.2 beschrieben, zu reinigen. Weist die  Probe einen Gehalt an freien Fettsäuren von über 3 % gemäß Anhang II auf, so ist sie in Gegenwart  eines Lösungsmittels gemäß 6.1 mit Alkali zu neutralisieren und dann über Aluminiumoxid gemäß 6.2  zu geben. 6.1. Neutralisierung durch Alkali in Gegenwart eines LösungsmittelsEtwa 10 g rohes Öl in einen  Scheidetrichter (4.6) geben und 100 ml Hexan (5.1), 50 ml 2-Propanol (5.2), einige Tropfen  Phenolphthaleinlösung (5.16) und so viel Natriumhydroxidlösung (5.11) hinzufügen, wie dem Gehalt  des Öls an freien Fettsäuren zuzueglich 0,3 % Überschuß entspricht. Eine Minute lang kräftig  schütteln, 50 ml destilliertes Wasser zugeben, erneut schütteln und absetzen lassen. Nach dem Absetzen die untere, die Seifen enthaltende Schicht sowie etwaige Zwischenschichten  (Schleim, unlösliche Stoffe) entfernen. Die Hexanlösung des neutralisierten Öls mehrmals mit25-30  ml der 2-Propanollösung (5.3) waschen, bis die Rosafärbung des Phenolphthaleins verschwindet. Den grössten Teil des Hexans unter Vakuum im Rotationsverdampfer (4.18) abdestillieren, das Öl bei  30-40 oC unter Vakuum in einem Stickstoffstrom trocknen, bis das Hexan vollständig entfernt ist. 6.2. Reinigung über AluminiumoxidEine Suspension von 15 g aktiviertem Aluminiumoxid (5.8) in 50 ml  Hexan (5.1) herstellen und unter Rühren in die Chromatographiesäule (4.7) gießen. Das Aluminiumoxid  gleichmässig absetzen lassen und warten, bis das Lösungsmittel auf 1-2 mm über dem Absorptionsmittel  abgelaufen ist. Auf die Säule vorsichtig eine Lösung von 5 g Öl in 25 ml Hexan (5.1) gießen; die  gesamte aus der Säule ablaufende Flüssigkeit in einem Rundkolben (4.1) sammeln. 7. HERSTELLUNG DER DÜNNSCHICHTPLATTENDie Glasplatten (4.13) sorgfältig mit Ethanol, Petrolether und  Aceton reinigen, um jeden Fettrest zu beseitigen. In einen Erlenmeyerkolben (4.4) 30 g Kieselgel  (5.9) geben, 60 ml destilliertes Wasser hinzufügen, verschließen und eine Minute kräftig  schüttteln. Die Suspension sofort in das Beschichtungsgerät (4.12) geben und eine 0,25 mm dicke  Schicht auf die Platten auftragen. Die Platten 15 Minuten an der Luft und eine Stunde im  Trockenschrank (4.16) bei 103 ± 2 oC trocknen. Die Platten vor Verwendung in einem Exsikkator auf  Raumtemperatur abkühlen. Fertigplatten sind im Handel erhältlich. 8. VERFAHREN8.1. Hydrolyse durch PancreaslipaseIn das Zentrifugenglas (4.8) etwa 0,1 g der vorbereiteten Probe  einwiegen; handelt es sich um ein festes Fett, muß es in 0,2 ml Hexan (5.1), evtl. unter schwachem  Erwärmen, gelöst werden. 20 mg Lipase (5.10) und 2 ml der Pufferlösung (5.15) hinzufügen. Sorgfältig und vorsichtig  schütteln und dann 0,5 ml der Natriumcholatlösung (5.14) und 0,2 ml der Kalziumchloridlösung (5.13)  hinzufügen. Das Glas mit dem Schliffstopfen verschließen, vorsichtig schütteln (Befeuchten des  Stopfens vermeiden), das Glas sofort bei 40 ± 0,5 oC in den Thermostaten (4.17) stellen und genau  eine Minute mit der Hand schütteln. Das Glas aus dem Thermostaten nehmen und mit Hilfe des Vibriergeräts (4.19) genau 2 Minuten lang  kräftig schütteln. Sofort in fließendem Wasser abkühlen; 1 ml Salzsäure (5.12) und 1 ml Diethylether (5.4) hinzufügen.  Verschließen und kräftig mit dem elektrischen Schüttelgerät schütteln. Stehen lassen und die  organische Phase mit Hilfe der Spritze (4.10), gegebenenfalls nach Zentrifugieren, abnehmen. 8.2. Abtrennung der Monoglyceride durch DünnschichtchromatographieDen Extrakt mit der Mikroliterspritze  (4.11) auf die Dünnschichtplatte auftragen, und zwar 1,5 cm vom unteren Rand entfernt, als dünnen,  einheitlichen Strich. Die Platte in die gut gesättigte Entwicklerkammer (4.14) stellen und mit dem  Fließmittel (5.7) bei etwa 20 oC bis 1 cm vom oberen Plattenrand entfernt entwickeln. Die Platte an der Luft bei der gleichen Temperatur wie in der Entwicklerkammer trocknen und mit  2m,7m-Dichlorfluoresceinlösung (5.17) besprühen. Die Zone der Monoglyceride (Rf etwa 0,035) unter  UV-Licht (4.20) markieren. 8.3. Analyse der Monoglyceride durch GaschromatographieDie nach 8.2 erhaltene Kieselgelzone mit einem  Spatel abkratzen (vermeiden, daß auch die auf der Startlinie verbleibenden Bestandteile mit erfasst  werden) und in das Methylierungskölbchen (4.2) überführen. Das gesammelte Kieselgel, so wie es vorliegt, nach dem Verfahren gemäß Anhang XB behandeln, die  Monoglyceride in Methylester überführen, dann die Ester gaschromatographisch nach dem Verfahren  gemäß Anhang XA untersuchen. 9. FORMULIERUNG DER ERGEBNISSEDie Zusammensetzung der Fettsäuren in 2-Stellung auf eine Dezimalstelle  genau angeben (Anmerkung 3). 10. ANMERKUNGENAnmerkung 1: Prüfung der LipasetätigkeitAus einem Gemisch von 165 ml  Gummiarabikumlösung (5.21), 15 g gemahlenem Eis und 20 ml neutralisiertem Öl (5.18) mit einem  geeigneten Rührgerät eine Ölemulsion herstellen. 10 ml dieser Emulsion in ein Becherglas (4.5) geben, anschließend 0,3 ml Natriumcholatlösung (5.20)  und 20 ml destilliertes Wasser hinzufügen. Das Becherglas bei 37 p0,5 oC (Anmerkung 4) in einen Thermostaten stellen; die Elektroden eines  pH-Meters (4.21) und einen Spiralrührer (4.22) einsetzen. Mit Hilfe einer Bürette (4.23) tropfenweise Natriumhydroxidlösung (5.19) hinzufügen bis zu einem  pH-Wert von 8,5. Eine ausreichende Menge der wäßrigen Lipasesuspension (siehe nachstehend) hinzufügen. Sobald das  pH-Meter 8,3 anzeigt, die Stoppuhr anstellen (4.24) und Natriumhydroxidlösung (5.19) so zutropfen  lassen, daß der pH-Wert bei 8,3 gehalten wird. Das Volumen der pro Minute verbrauchten Alkalilösung  notieren. Die Werte in ein Koordinatensystem eintragen, und zwar die Zeitablesungen als Abszisse und die  Anzahl ml Alkalilösung zur Konstanthaltung des pH-Werts als Ordinate. Dabei muß sich eine Gerade  ergeben. Die vorstehend erwähnte Lipasesuspension ist eine Suspension von eins zu Tausend in Wasser. Für  jeden Versuch soviel der Suspension verwenden, daß in 4 bis 5 Minuten etwa 1 ml Alkalilösung  verbraucht wird. Normalerweise werden etwa 1-5 mg Lipasepulver gebraucht. Die Lipaseeinheit wird  als die Menge Enzym definiert, die 10 Mikroäquivalente Säure pro Minute freisetzt. Damit ergibt  sich die Aktivität A des verwendeten Pulvers, ausgedrückt als Lipaseeinheiten in mg, anhand  folgender Formel: Anmerkung 1:   A =  V × 10  A = V × 10mDabei entspricht V der Anzahl der pro Minute  verbrauchten ml Natriumhydroxidlösung (5.19), berechnet aus der graphischen Darstellung, m ist das  Gewicht der Lipaseprobe in mg. Anmerkung 2: Herstellung der LipaseLipasen mit ausreichender Lipasetätigkeit sind im Handel  erhältlich. Sie können aber auch im Labor wie folgt hergestellt werden: 5 kg frisches  Schweinepankreas auf 0 oC abkühlen; das umhüllende feste Fett und die anhängenden Gewebe entfernen  und im Mixer zerkleinern, bis ein fluessiger Brei ensteht. Diesen Brei mit dem Rührgerät (4.25) 4-6  Stunden mit 2,5 l wasserfreiem Aceton rühren, anschließend zentrifugieren. Den Rückstand noch  dreimal mit dem gleichen Volumen Aceton, dann zweimal mit einer Mischung von Aceton und  Diethylether 1 : 1 (V/V) und zweimal mit Diethylether extrahieren. Den Rückstand im Vakuum 48  Stunden lang trocknen, bis ein stabiles Pulver entsteht, das im Kühlschrank aufbewahrt werden  sollte. Anmerkung 3: In jedem Fall ist es ratsam, die Zusammensetzung der Gesamtfettsäuren der gleichen  Probe zu bestimmen, da ein Vergleich mit den Fettsäuren in 2-Stellung bei der Interpretation der  Werte von Nutzen ist. Anmerkung 4: Die Hydrolysentemperatur wird auf 37 oC eingestellt, wenn ein fluessiges Öl verwendet  wird. Sie wird jedoch für die Untersuchungsproben auf 40 oC festgelegt, um auch die Untersuchung  von Fetten mit Schmelzpunkten bis zu 45 oC zu ermöglichen. ANHANG VIII BESTIMMUNG DES TRILINOLEINGEHALTS 1. ZWECKDie vorliegende Norm beschreibt ein Verfahren zur Trennung und quantitativen Bestimmung der  Zusammensetzung von Triglyceriden in Abhängigkeit von Molekulargewicht und Grad der  Ungesättigtheit, ausgedrückt in "äquivalenten Kohlenstoffzahlen" (siehe Anmerkung 1). 2. ANWENDUNGSBEREICHDiese Norm gilt für alle pflanzlichen Öle, die Triglyceride langkettiger  Fettsäuren enthalten. Das Verfahren eignet sich insbesondere zum Nachweis von kleinen Mengen  linolsäurereicher halbtrocknender Öle in den Ölen, die überwiegend Ölsäure als ungesättigte  Fettsäure enthalten, wie z. B. Olivenöl. 3. PRINZIPTrennung der Triglyceride durch Umkehrphasenchromatographie in Abhängigkeit von ihren  äquivalenten Kohlenstoffzahlen und Auswertung der Chromatogramme. 4. GERÄTE4.1. Flüssigchromatograph, der so ausgestattet ist, daß die Temperatur der Säule über einen Thermostaten  kontrolliert werden kann. 4.2. Einspritzsystem mit einer 10FC15>ml-Probenschleife. 4.3. Detektor: Differentialrefraktometer. Im Bereich der höchsten Empfindlichkeit sollten wenigstens 10  4 Einheiten des Brechungsindexes erreicht werden. 4.4. Säule: Säule aus rostfreiem Stahl von 250 mm Länge und 4,5 mm Durchmesser, gefuellt mit  Kieselgelpartikeln, die mit Oktadecylsilan belegt sind (Durchmesser 5 ìm). Die durchschnittliche  Kohlenstoffbelegung sollte bei etwa 22-23 % liegen (siehe Anmerkung 2). 4.5. Schreiber und/oder Integrator. 5. REAGENZIENDie Reagenzien müssen analytisch rein sein. Die Fließmittel sollten entgast sein. Sie  können mehrere Male wiederverwendet werden, ohne daß dadurch die Trennleistungen beeinflusst  werden. 5.1. Chloroform. 5.2. Aceton. 5.3. Acetonitril. 5.4. Fließmittel: Aceton/Acetonitril. Das Mischungsverhältnis ist so einzustellen, daß damit die  gewünschte Trennung erzielt wird. Man geht zunächst von einem Mischungsverhältnis von 1:1 aus. 5.5. Lösungsmittel: Aceton oder eine Mischung von Aceton/Chloroform im Verhältnis 1:1. 5.6. Triglyceride als Referenzsubstanzen. Entweder mit Hilfe der im Handel verfügbaren Triglyceride  (Tripalmitin, Triolein usw.) ein Diagramm aus den Retentionszeiten und den äquivalenten  Kohlenstoffzahlen aufzeichnen oder ein Referenzchromatogramm des Sojaöls verwenden (siehe  Anmerkungen 3 und 4 sowie Abbildungen 1 und 2). 6. VORBEREITUNG DER PROBENVon der zu analysierenden Probe wird eine 5 %ige Lösung hergestellt, indem  genau 0,5 g ± 0,001 gder Probe in einen 10-ml-Meßkolben eingewogen und mit dem Lösungsmittel (5.5)  auf 10 ml aufgefuellt werden. 7. VERFAHREN7.1. Das HPLC-Gerät in Betrieb setzen. Das Fließmittel (5.4) wird mit einer Strömungsgeschwindigkeit von  1,5 ml/min durch die Säule gepumpt, um das gesamte System zu reinigen. Es wird so lange gewartet,  bis eine stabile Grundlinie erreicht ist. Anschließend werden 10 ìl der gemäß Ziffer 6  hergestellten Probe eingespritzt. 8. BERECHNUNG UND ABFASSUNG DER ERGEBNISSEEs wird die Methode der inneren Standardisierung angewandt,  d. h. man geht davon aus, daß die Summe der Peakflächen, die den verschiedenen Triglyceriden  entsprechen, 100 % darstellen. Der relative prozentuale Anteil eines jeden Triglycerids wird  berechnet nach der Formel  % Triglycerid =  Summe der Peakflächen  × 100 % Triglycerid  =PeakflächeSumme der Peakflächen× 100Das Ergebnis ist auf eine Stelle nach dem Komma  anzugeben. Anmerkung 1: Die Reihenfolge der Elution kann durch die Berechnung der "äquivalenten  Kohlenstoffzahlen" (NCE) ermittelt werden. Diese sind wie folgt definiert: NCE = NC   2n. Dabei ist NC die Zahl der Kohlenstoffatome und n die Zahl der Doppelbindungen. Wenn no, n1 und n1n die Zahlen der Doppelbindungen sind, die von der Öl- bzw. der Linol- und  Linolensäure stammen, so kann die äquivalente Kohlenstoffzahl berechnet werden nach der FormelNCE  = NC   do no   d1 n1   d1n n1n. Die Koeffizienten do, d1 und d1n können mit Hilfe der Triglyceride, die als Referenzsubstanzen  benutzt wurden, berechnet werden. Unter den in dieser Methode beschriebenen Bedingungen gilt etwa  folgende BeziehungNCE = NC   2,60 no   2,35 n1   2,17 n1n. Anmerkung 2: Beispiele: Lichrosorb RP 18 (Merck) Art 50333, Lichrospher 100 CH-18 (Merck) Art 50377 oder ähnliches Füllmaterial. Anmerkung 3: Man kann ebenfalls mit mehreren Triglyceriden als Referenzsubstanzen und mit Hilfe der  korrigierten Retentionszeit TRm = TR   TRLösungsmittel die Selektivität in bezug auf Triolein wie  folgt berechnen:  Anmerkung 3:   a =  TRmOlein  á =TRmTRmOleinDie graphische Darstellung von log á = f (Zahl  der Doppelbindungen) ermöglicht es, die Retention von allen Triglyceriden zu bestimmen, die die  Fettsäuren enthalten, die in den als Referenzsubstanzen verwendeten Triglyceriden vorkommen (siehe  Abbildung 2). Anmerkung 4: Die Trennfähigkeit der Säule muß eine klare Trennung des Trilinolein-Peaks (LLL) auch  von den Peaks der Triglyceride ermöglichen, die eine nur wenig unterschiedliche Retentionszeit  besitzen. >ANFANG EINES SCHAUBILD>Abbildung 1<?äFN8>Chromatogramm eines Sojaöls<?äFN46,6><?äPD7>Anmerkung:  <?äSL1><?äUL1>P = Palmitinsäure; St = Stearinsäure; O = Ölsäure; L = Linolsäure; Ln =  Linolensäure. <?äIC"ENDE EINES SCHAUBILD>>ANFANG EINES SCHAUBILD><?äPD8>Abbildung 2<?äFN8>Graphische  Darstellung von log <?aa9A>aals Funktion von f (Zahl der Doppelbindungen)<?äVS1><?Þ>Anmerkung:  <?äSL1><?äUL1>La = Laurinsäure; My = Myristinsäure; P = Palmitinsäure; St = Stearinsäure; O =  Ölsäure; <?ß>L = Linolsäure; Ln = Linolensäure. <?äIC"ENDE EINES SCHAUBILD> ANHANG IX UV-SPEKTROPHOTOMETRISCHE ANALYSE EINLEITUNGDie spektrophotometrische  Untersuchung im Ultraviolettlicht kann Angaben über die Qualität eines Fettes, seine Haltbarkeit  und die infolge technologischer Verfahren eingetretenen Veränderungen erbringen. Die Absorption bei den in dem Verfahren vorgesehenen Wellenlängen ist bedingt durch das Vorkommen  konjugierter Dien- und Triensysteme. Die Absorption wird als spezifische Extinktion E1cm 1 %  angegeben (Extinktion einer 1%igen Lösung des Fettes in dem vorgeschriebenen Lösungsmittel bei  einer Schichtdicke von 1 cm). Sie wird üblicherweise als K bezeichnet (auch Extinktionsköffizient  genannt). 1. ANWENDUNGSBEREICHDas Verfahren beschreibt die Durchführung der spektrophotometrischen Untersuchung  von Fetten im Ultraviolettlicht. 2. PRINZIPDas zu untersuchende Fett wird in dem vorgeschriebenen Lösungsmittel gelöst, anschließend  wird die Extinktion der Lösung bei der vorgeschriebenen Wellenlänge im Vergleich zum reinen  Lösungsmittel bestimmt. Die spezifischen Extinktionen werden mit Hilfe der abgelesenen  spektrophotometrischen Werte errechnet. 3. GERÄTE3.1. Spektrophotometer, geeignet zum Messen der Extinktionen im UV-Licht zwischen 220 und 360 nm und mit  der Möglichkeit, einzelne nanometrische Einheiten ablesen zu können. 3.2. Rechteckige Quarzküvetten mit Deckel und einer optischen Länge von 1 cm. Die Extinktionen der mit  Wasser oder einem geeigneten Lösungsmittel gefuellten Kuevetten dürfen nicht mehr als 0,01 Einheiten  voneinander abweichen. 3.3. 25-ml-Meßkolben. 3.4. Chromatographische Säule von 450 mm Länge und 35 mm Durchmesser, ausgestattet mit einem Abflußrohr  von etwa 10 mm Durchmesser. 4. REAGENZIEN4.1. - Isooktan (2,2,4-Trimethylpentan), spektrophotometrisch rein: es muß im Vergleich zu destilliertem  Wasser eine Durchlässigkeit von mindestens 60 % bei 220 nm und mindestens 95 % bei 250 nm haben;  oder- Cyclohexan, spektrophotometrisch rein: es muß im Vergleich zu destilliertem Wasser eine  Durchlässigkeit von mindestens 40 % bei 220 nm und mindestens 95 % bei 250 nm haben; - andere geeignete Lösungsmittel, in denen Fette sich vollständig lösen lassen (Ethylalkohol für  Rizinusöl). 4.2. Basisches Aluminiumoxid zur Säulenchromatographie, das gemäß Anlage 1 vorbereitet und geprüft  wurde. 4.3. n-Hexan, zur Chromatographie. 5. VERFAHREN5.1. Die zu untersuchende Probe muß absolut homogen und frei von suspendierten Verunreinigungen sein.  Die bei Raumtemperatur fluessigen Öle werden bei einer Temperatur von etwa 30 oC über Papier  filtriert. Die festen Fette werden homogenisiert und bei einer Temperatur von höchstens 10 oC über  ihrem Schmelzpunkt filtriert. 5.2. Etwa 0,25 g der so vorbereiteten Probe in einen 25-ml-Meßkolben einwiegen, mit dem vorgeschriebenen  Lösungsmittel auffuellen und homogenisieren. Die so hergestellte Lösung muß absolut klar sein. Wenn  die Lösung trüb ist oder Verunreinigungen enthält, muß schnell über Papier filtriert werden. 5.3. Mit der so hergestellten Lösung wird eine Kuevette gefuellt und die Extinktion bei der entsprechenden  Wellenlänge zwischen 232 und 276 nm gemessen, wobei das Lösungsmittel als Referenzlösung verwendet  wird. Die abgelesenen Extinktionen müssen im Bereich von 0,1 bis 0,8 liegen; andernfalls müssen die  Messungen unter Verwendung von entsprechend stärker konzentrierten oder verdünnten Lösungen  wiederholt werden. 5.4. Wird eine Bestimmung der spezifischen Extinktion nach Behandlung mit Aluminiumoxid verlangt, so ist  wie folgt zu verfahren: 30 g basisches Aluminiumoxid werden in einer Hexansuspension in die Säule  gegeben. Nach dem Absetzen des Adsorbens wird überschüssiges Hexan bis auf 1 cm oberhalb der  Aluminiumoxidfuellung entfernt. 10 g Fett, das wie unter 5.1 beschrieben homogenisiert und filtriert wurde, wird in 100 ml Hexan  gelöst und die Lösung auf die Säule gegeben. Das Eluat wird gesammelt und das Lösungsmittel im  Vakuum bei Temperaturen unter 25 oC entfernt. Mit dem so erhaltenen Fett wird sofort weiter verfahren wie unter 5.2 beschrieben. 6. ABFASSUNG DER ERGEBNISSE6.1. Angegeben werden die bei den verschiedenen Wellenlängen bestimmten spezifischen Extinktionen  (Extinktionsköffizienten), die wie folgt zu berechnen sind:   Kl =  c  7 s  Kl =Eëc  7 sDabei bedeuten: Kë = die spezifische Extinktion (Extinktionsköffizient) bei der Wellenlänge l, Eë=die bei der Wellenlänge ë gemessene Extinktion, c=die Konzentration der Lösung in g/100 ml, s=die Länge der Kuevette in cm. Die Ergebnisse werden mit zwei Dezimalstellen angegeben. 6.2. Die spektrophotometrische Untersuchung von Olivenöl nach dem amtlichen Verfahren der  EWG-Verordnungen sieht die Bestimmung der spezifischen Extinktion in einer Isooktanlösung bei den  Wellenlängen 232 und 270 nm sowie die Bestimmung von DK gemäß folgender Formel vor:   DK = Km    Km   4  + Km + 4  DK = Km  Km   4 + Km + 42Dabei ist Km die spezifische  Extinktion bei der Wellenlänge m, bei der im Bereich von 270 nm das Maximum der Absorption liegt. ANLAGE I Vorbereitung des Aluminiumoxids und Prüfung seiner Aktivität A.1.1. Vorbereitung des AluminiumoxidsDas zuvor im Trockenschrank bei 380-400 oC 3 Stunden lang  getrocknete Aluminiumoxid in ein gut verschließbares Gefäß geben, je 100 g Aluminiumoxid 5 ml  destilliertes Wasser zugeben, das Gefäß rasch verschließen, mehrfach schütteln und vor der  Verwendung mindestens 12 Stunden stehen lassen. A.1.2. Überprüfung der Aktivität des AluminiumoxidsEine chromatographische Säule mit 30 g Aluminiumoxid  fuellen und weiter wie unter 5.4 beschrieben verfahren. Über die Säule gibt man eine Mischung  bestehend aus- 95 % nativem Olivenöl mit einer spezifischen Extinktion bei 268 nm von weniger als  0,18 und- 5 % Erdnussöl, das bei der Raffination mit Bleicherde behandelt wurde und eine  spezifische Extinktion bei 268 nm von mindestens 4 aufweist. Weist die Mischung nach dem Passieren der Säule eine spezifische Extinktion bei 268 nm von mehr als  0,11 auf, so ist das Aluminiumoxid geeignet, anderenfalls ist der Wasserzusatz zu erhöhen. ANLAGE II Eichung des Spektrophotometers A.2. Das Gerät muß regelmässig (mindestens alle 6 Monate) im Hinblick auf die Einstellung der Wellenlänge  und die Genauigkeit der Anzeige überprüft werden. A.2.1. Die Überprüfung der Einstellung der Wellenlänge kann mit Hilfe einer Quecksilberdampflampe oder  geeigneter Filter erfolgen. A.2.2. Zur Überprüfung der photölektrischen Zelle und des Photomultipliers wird wie folgt verfahren: 0,2  g reines Kaliumchromat für die Spektrophotometrie einwiegen und in einer  0,05-N-Kaliumhydroxidlösung lösen, dann in einen Meßkolben geben und auf 1 000 ml auffuellen.  Anschließend genau 25 ml der so hergestellten Lösung in einen 500-ml-Meßkolben überführen und mit  der gleichen Kaliumhydroxidlösung auffuellen. Die Extinktion der so hergestellten Lösung bei 275 nm  messen und dabei die Kaliumhydroxidlösung als Referenzlösung verwenden. Die mit einer 1-cm-Kuevette  gemessene Extinktion muß 0,2 ± 0,005 betragen. ANHANG XA GASCHROMATOGRAPHISCHE ANALYSE DER FETTSÄUREMETHYLESTER 1. ANWENDUNGSBEREICHDiese Norm enthält allgemeine Anweisungen zur Anwendung der Gaschromatographie  mit gepackten Säulen oder mit Kapillarsäulen zur Bestimmung der qualitativen und quantitativen  Zusammensetzung einer Mischung von Fettsäuremethylestern, die nach dem in Anhang XB beschriebenen  Verfahren hergestellt wurden. Das Verfahren eignet sich nicht für polymerisierte Fettsäuren. 2. REAGENZIEN2.1. TrägergasInertgas (Stickstoff, Helium, Argon, Wasserstoff usw.), vollständig getrocknet und mit  einem Sauerstoffgehalt unter 10 mg/kg. Anmerkung 1:  Der ausschließlich in Kapillarsäulen als Trägergas verwendete Wasserstoff kann die  Analysengeschwindigkeit verdoppeln, ist aber gefährlich. Sicherheitsvorrichtungen sind verfügbar. 2.2. Hilfsgase2.2.1. Wasserstoff (Reinheit über 99,9 %), frei von organischen Verunreinigungen. 2.2.2. Luft oder Sauerstoff, frei von organischen Verunreinigungen. 2.3. ReferenzstandardEine Mischung aus reinen Fettsäuremethylestern oder die Methylester eines Fetts  mit bekannter Zusammensetzung, die möglichst der Zusammensetzung des zu analysierenden Fetts  ähnlich sind. Eine Oxidation der mehrfach ungesättigten Fettsäuren muß vermieden werden. 3. GERÄTEDie vorliegenden Instruktionen gelten für die übliche Ausrüstung für die Gaschromatographie  mit gepackter Säule oder Kapillarsäule und Flammenionisationsdetektor. Jedes Gerät, das die in  4.1.2 beschriebene Leistung und Trennung erbringt, ist geeignet. 3.1. GaschromatographDer Gaschromatograph muß über folgende Bestandteile verfügen: 3.1.1. EinspritzsystemVerwendet wird ein Einspritzsystem entweder in Verbindunga)  mit gepackten Säulen  und möglichst geringem Totvolumen (es muß in diesem Fall auf Temperaturen erhitzt werden können,  die um 20-50 oC über der Säulentemperatur liegen) oderb)  mit Kapillarsäulen. In diesem Fall muß  das Einspritzsystem speziell für diese Säulen vorgesehen sein. Es kann das Split-System oder das  System der splitlosen "On Column"-Injektion sein. Anmerkung 2:  Sind Fettsäuren mit weniger als 16 Kohlenstoffatomen nicht vorhanden, so kann ein  Injektor mit beweglicher Nadel verwendet werden. 3.1.2. OfenDer Ofen sollte so ausgelegt sein, daß die Säule auf mindestens 260 oC aufgeheizt und die  Temperatur bei gepackten Säulen auf 1 oC und bei Kapillarsäulen auf 0,1 oC genau konstant gehalten  werden kann. Letztere Bedingung ist vor allem dann wichtig, wenn eine "Fused Silica"-Säule  verwendet wird. In jedem Fall, besonders aber bei Fettsäuren mit weniger als 16 Kohlenstoffatomen, wird eine  Heizung mit Temperaturprogramm empfohlen. 3.1.3. Gepackte Säule3.1.3.1. Säule aus einem Material, das unempfindlich ist gegenüber den zu analysierenden Substanzen (z. B.  Glas oder rostfreier Stahl). Grösse der Säule: a)  Länge: 1-3 m. Eine relativ kurze Säule sollte verwendet werden, wenn langkettige Fettsäuren  (über C20) vorkommen. Bei der Analyse von Säuren mit 4 oder 6 Kohlenstoffatomen wird eine 2 m lange  Säule empfohlen; b)  Innendurchmesser: 2-4 mm. Anmerkung 3:  Sind mehrfach ungesättigte Bestandteile mit mehr als drei Doppelbindungen vorhanden,  so können sie in einer Säule aus rostfreiem Stahl zersetzt werden. Anmerkung 4:  Es kann ein System mit zwei gepackten Säulen verwendet werden. 3.1.3.2. Füllung, bestehend aus folgenden Bestandteilen: a)  Trägermaterial: Mit Säure gewaschenes und silanisiertes Kieselgur oder sonstiges geeignetes  neutrales Trägermaterial mit einem engen Korngrössenbereich (Schwankungsbereich 25 ìm innerhalb der  Grenzwerte von 125 bis 200 ìm), wobei die durchschnittliche Korngrösse auf den Innendurchmesser der  Säule abgestimmt wird. b)  Stationäre Phase: Polare Flüssigkeit vom Typ Polyester (z. B. Diehtylenglykolpolysuccinat,  Butandiolpolysuccinat, Ethylenglykolpolyadipat usw.), Cyanosilicone oder sonstige Flüssigkeiten,  die die erforderliche chromatographische Trennung ermöglichen (siehe Ziffer 4). Die stationäre  Phase sollte 5-20 % (m/m) der Füllung ausmachen. Für bestimmte Trennungen kann eine nichtpolare  stationäre Phase verwendet werden. 3.1.3.3. Vorbereitung der SäuleNachdem die Säule vom Detektor getrennt worden ist, den Ofen allmählich auf  185 oC aufheizen und einen Inertgasstrom von 20-60 ml/min mindestens 16 Stunden bei 185 oC sowie  weitere 2 Stunden bei 195 oC durch die frisch hergestellte Säule leiten. 3.1.4. Kapillarsäule3.1.4.1. Kapillare aus einem Material, das nicht mit den zu analysierenden Stoffen reagiert (üblicherweise  Glas oder "Fused Silica"). Der Innendurchmesser sollte zwischen 0,2 und 0,8 mm liegen. Die  Innenflächen müssen vor dem Auftragen der stationären Phase einer geeigneten Behandlung unterzogen  werden (beispielsweise Oberflächenvorbereitung, Desaktivierung). In den meisten Fällen ist eine  Länge von 25 m ausreichend. 3.1.4.2. Die stationäre Phase ist üblicherweise vom Typ Polyglykol (Polyethylenglykol 20 000), Polyester  (Butandiolpolysuccinat) oder polarem Polysiloxan (Cyanosilicon). Vernetzte (croß linked) Säulen  sind geeignet. Anmerkung 5:  Bei Verwendung von polaren Polysiloxanen können bei der Identifizierung und Trennung  von Linolensäure und C20-Säuren Schwierigkeiten auftreten. Die Beschichtung sollte dünn, beispielsweise nur 0,1 bis 0,2 ìm, sein. 3.1.4.3. Einbau und Vorbereitung der SäuleBeim Einbau der Kapillarsäule müssen die üblichen  Vorsichtsmaßnahmen, wie Anordnung der Säule im Ofen (Träger), Auswahl und Zusammenbau der  Verbindungsstücke (Abdichtung), Ausrichten der Säulenenden in dem Einspritzsystem und im Detektor  (Verringerung von Totvolumen), getroffen werden. Die Säule wird mit dem Trägergasstrom gespült (z.  B. bei einer Säulenlänge von 25 m und einem Innendurchmesser von 0,3 mm mit 0,3 bar (30 kPa)). Zur Vorbereitung der Säule wird das Temperaturprogramm des Ofens auf 3 oC/min eingestellt und die  Säule, ausgehend von der Raumtemperatur, auf eine Temperatur von 10 oC unter der Zersetzungsgrenze  der stationären Phase erhitzt. Diese Ofentemperatur wird 1 Stunde beibehalten, bis die Grundlinie  stabilisiert ist. Dann auf 180 oC zurückschalten und unter isothermen Bedingungen weiterarbeiten. Anmerkung 6:  Entsprechend vorbehandelte Fertigsäulen können im Handel bezogen werden. 3.1.5. Der Detektor sollte auf eine höhere Temperatur als die Säulentemperatur erhitzt werden können. 3.2. SpritzeDie Spritze sollte eine maximale Kapazität von 10 ìl und eine Graduierung in 0,1 ìl haben. 3.3. SchreiberWird die von dem Schreiber aufgezeichnete Kurve zur Berechnung der Zusammensetzung der  analysierten Mischung verwendet, so wird ein mit dem verwendeten Gerät kompatibler Schreiber von  hoher Präzision benötigt. Der Schreiber sollte folgende Merkmale aufweisen: a)  Ansprechgeschwindigkeit unter 1,5 s, vorzugsweise 1 s (die Ansprechgeschwindigkeit ist die  Zeit, die der Schreiber benötigt, um nach plötzlicher Auslösung eines Signals (100 %) von 0 % auf  90 % auszuschlagen); b)  Papierbreite mindestens 20 cm; c)  Vorschubgeschwindigkeit einstellbar zwischen 0,4 und 2,5 cm/min. 3.4. Integrator oder Rechner (fakultativ)Eine schnelle und genaue Berechnung ist mit Hilfe eines  elektronischen Integrators oder Rechners möglich, der eine lineare Reaktion bei angemessener  Empfindlichkeit liefern soll. Dabei muß die Korrektur bei Abweichungen von der Grundlinie  zufriedenstellend sein. 4. VERFAHRENDie in 4.1 bis 4.3 beschriebenen Verfahren beziehen sich auf den Gebrauch eines  Flammenionisationsdetektors. Alternativ kann auch ein Gaschromatograph mit einem Katharometer-Detektor (der auf dem Prinzip der  Änderungen der Wärmeleitfähigkeit beruht) verwendet werden. In diesem Fall müssen die  Betriebsbedingungen entsprechend Ziffer 6 geändert werden. 4.1. Versuchsbedingungen4.1.1. Ermittlung der optimalen Betriebsbedingungen4.1.1.1. Gepackte SäuleBei der Ermittlung der Versuchsbedingungen müssen folgende Variablen berücksichtigt  werden: a)  Länge und Durchmesser der Säule; b)Art und Menge der stationären Phase; c)Säulentemperatur; d)Trägergasstrom; e)erforderliche Trennleistung; f)Grösse der zu untersuchenden Probe, die so ausgewählt sein muß, daß Detektor und Elektrometer  eine lineare Anzeige ergeben; g)Analysendauer. Im allgemeinen führen die in den Tabellen 1 und 2 genannten Werte zu dem gewünschten Ergebnis, d.  h. mindestens 2 000 theoretische Böden pro Meter Säulenlänge für Methylstearat und dessen Elution  innerhalb von 15 Minuten. Sofern die Geräte es erlauben, sollte das Einspritzsystem etwa 200 oC und der Detektor mindestens  genauso heiß wie die Säule sein. Im allgemeinen liegt das Verhältnis der Strömungsgeschwindigkeit des Wasserstoffs für den  Flammenionisationsdetektor und der des Trägergases zwischen 1:2 und 1:1 je nach Säulendurchmesser.  Der Sauerstoffstrom beträgt etwa das 5- bis 10-fache des Wasserstoffstroms. >PLATZ FÜR EINE TABELLE>>PLATZ FÜR EINE TABELLE>4.1.1.2. KapillarsäuleDie Eigenschaften der Kapillarsäule, nämlich Leistungsfähigkeit und Durchlässigkeit,  bedingen, daß die Trennung der Bestandteile und die Analysendauer weitgehend von der  Strömungsgeschwindigkeit des Trägergases in der Säule abhängen. Daher ist eine Optimierung der  Betriebsbedingungen durch Einwirkung auf deren Parameter (einfacher ausgedrückt: auf den  Druckverlust der Säule) notwendig, je nachdem, ob eine bessere Trennung oder eine schnellere  Analyse gewünscht wird. 4.1.2. Bestimmung der Zahl der theoretischen Böden (Leistungsfähigkeit) und der Auflösung (siehe Abbildung  1)Die Analyse wird mit einer Mischung aus etwa gleichen Teilen Methylstearat und Methyloleat  (beispielsweise Methylestern der Kakaobutter) durchgeführt. Die Säulentemperatur und der Trägergasstrom sind so zu wählen, daß das Maximum des  Methylstearat-Peaks etwa 15 Minuten nach dem Lösungsmittelpeak aufgezeichnet wird. Dabei muß eine  ausreichende Menge Methylestermischung verwendet werden, damit der Methylstearat-Peak etwa  Dreiviertel des vollen Skalenanschlags erreicht. Die Zahl der theoretischen Böden n wird nach folgender Formel berechnet:   n = 16 [  ù(I) ]²  n = 16 [dr(I)ù(I)]²Die Auflösung R wird berechnet nach der Formel:   R =  ù(I) + ù(II)  R =2Dù(I) + ù(II)Dabei sind: dr(I)= die Retention in Millimetern, vom Start des Chromatogramms bis zum Maximum des  Methylstearat-Peaks; ù(I) + ù(II)= die Breite des Methylstearat- bzw. Methyloleat-Peaks in Millimeters, gemessen  zwischen den Schnittpunkten der Wendetangenten mit der Grundlinie; D= die Entfernung zwischen den Maxima des Methylstearat- und des Methyloleat-Peaks in  Millimetern. >ANFANG EINES SCHAUBILD><?aa8H>Abbildung 1<?aa7A><?Þ>Chromatogramm zur Bestimmung der Zahl der  theoretischen Böden (Leistungsfähigkeit) und der Auflösung<?äFN29,2"ENDE EINES SCHAUBILD>Die  Betriebsbedingungen sind so zu wählen, daß sich für Methylstearat wenigstens 2 000 theoretische  Böden pro Meter Säule ergeben und eine Auflösung von wenigstens 1,25 erreicht wird. 4.2. Zu untersuchende ProbeMit Hilfe der Spritze (3.2) werden 0,1 bis 2 ìl der nach Anhang XB  hergestellten Methylester auf die Säule gespritzt. Sind die Ester nicht gelöst, so sind 100 mg/ml  in chromatographisch reinem Heptan zu lösen und davon etwa 0,1 bis 1 ìl einzuspritzen. Müssen Bestandteile bestimmt werden, die lediglich in Spuren vorkommen, so kann die Probengrösse  gesteigert werden (bis zum Zehnfachen). 4.3. AnalyseIm allgemeinen soll unter den in 4.1.1 beschriebenen Bedingungen gearbeitet werden. Es kann  jedoch mit einer niedrigeren Säulentemperatur gearbeitet werden, wenn eine Bestimmung von  Fettsäuren mit weniger als 12 Kohlenstoffatomen erforderlich ist. Bei der Bestimmung von Fettsäuren  mit mehr als 20 Kohlenstoffatomen kann die Temperatur erhöht werden. In beiden Fällen kann auch mit  Temperaturprogramm gearbeitet werden. Beispiel: Enthält die Probe Fettsäuremethylester mit weniger  als 12 Kohlenstoffatomen, so wird die Probe bei 100 oC (oder bei 50-60 oC falls Buttersäure  vorkommt) eingespritzt und die Temperatur sofort mit einer Anstiegsrate von 4-8 oC/min bis zum  Optimum erhöht. In manchen Fällen können die beiden Verfahren kombiniert werden. Nach dem programmierten Aufheizen wird die Elution bei gleichbleibender Temperatur fortgesetzt, bis  alle Bestandteile eluiert sind. Verfügt das Gerät über keine programmierbare Heizung, so ist bei  zwei festliegenden Temperaturen zwischen 100 oC und 195 oC zu arbeiten. Gegebenenfalls ist es  ratsam, die Analyse mit zwei Phasen von unterschiedlicher Polarität durchzuführen, um die  Abwesenheit von verdeckten Peaks beispielsweise bei gleichzeitigem Vorkommen von C 18:3 undC 20:0  oder C 18:3 und C 18:2 konjugiert, sicherzustellen. 4.4. Herstellung von Referenzchromatogrammen und ReferenzkurvenDie Referenz-Standardmischung (2.3) wird  unter den gleichen Arbeitsbedingungen wie die Probe analysiert und die Retentionszeiten oder die  Retention der vorkommenden Fettsäuren bestimmt. Für jeden Grad der Ungesättigtheit wird auf  halblogarithmischem Papier eine graphische Darstellung angefertigt, die den Logarithmus der  Retentionszeit oder der Retention als Funktion der Zahl der Kohlenstoffatome zeigt. Unter  isothermen Bedingungen müssten die graphischen Darstellungen der geradzahligen Säuren mit dem  gleichen Grad der Ungesättigtheit gerade Linien ergeben. Die Geraden sollten annähernd parallel  verlaufen. Es müssen Bedingungen vermieden werden, unter denen verdeckte Peaks auftreten, d. h. Bedingungen,  unter denen die Auflösung zu gering ist, um zwei Bestandteile zu trennen. 5. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE5.1. Qualitative AnalyseDie Methylester-Peaks der Probe werden aus der nach 4.4 erstellten graphischen  Darstellung identifiziert, wenn nötig durch Interpolation. 5.2. Quantitative Analyse5.2.1. Bestimmung der ZusammensetzungAbgesehen von Ausnahmefällen wird die Methode der inneren  Normalisierung angewandt, d. h. man geht davon aus, daß alle Bestandteile der Probe auf dem  Chromatogramm erscheinen, so daß die Gesamtheit der Peakflächen 100 % der Bestandteile darstellt  (vollständige Elution). Enthält das Gerät einen Integrator, so sind dessen Daten zu verwenden. Andernfalls muß die Fläche  unter jedem Peak durch Multiplikation der Peakhöhe mit der Breite auf halber Höhe bestimmt werden.  Gegebenenfalls sind auch die verschiedenen während der Aufzeichnung verwendeten Abschwächungen zu  berücksichtigen. 5.2.2. Berechnung5.2.2.1. Allgemeiner FallDer Gehalt eines Bestandteils i (ausgedrückt in Massenprozent Methylester) wird  durch Bestimmung des prozentualen Anteils der jeweiligen Peakfläche im Verhältnis zur Summe aller  Peakflächen berechnet. Dazu wird folgende Formel verwendet:   ÓA  × 100  AiÓA× 100Hierbei sind: Ai  = die Peakfläche, die dem Bestandteil i entspricht, ÓA= die Summe aller Peakflächen. Das Ergebnis ist auf eine Stelle nach dem Komma anzugeben. Anmerkung 7: In diesem allgemeinen Fall wird davon ausgegangen, daß das auf relative Flächen  bezogene Berechnungsergebnis den jeweiligen Massenprozenten entspricht. Für die Fälle, in denen  diese Annahme nicht zulässig ist, siehe 5.2.2.2. 5.2.2.2. Anwendung von KorrekturfaktorenIn bestimmten Fällen, beispielsweise in Gegenwart von Fettsäuren  mit weniger als 8 Kohlenstoffatomen oder von Fettsäuren mit sekundären Gruppen, bei Verwendung  eines Wärmeleitfähigkeits-Detektors oder wenn eine besonders hohe Genauigkeit erforderlich ist,  sollten Korrekturfaktoren angewandt werden, um die prozentualen Peakflächen in Massenprozente der  Bestandteile umzurechnen. Die Korrekturfaktoren werden mit Hilfe eines Chromatogramms bestimmt, das  durch Analyse einer Referenzmischung von Methylestern bekannter Zusammensetzung unter den gleichen  Bedingungen wie bei der Analyse der Probe erstellt wurde. Für diese Referenzmischung ergibt sich der prozentuale Massenanteil des Bestandteiles i aus der  Formel:   Óm  × 100  miÓm× 100Hierin sind: mi  = die Masse des Bestandteils in der Referenzmischung, Óm= die Gesamtheit aller Massen der verschiedenen Bestandteile der Referenzmischung. Aus dem Chromatogramm der Referenzmischung (4.4) wird der prozentuale Anteil (Fläche/Fläche) des  Bestandteils i wie folgt berechnet: AiÓA× 100Hierin sind: Ai= die Peakfläche des Bestandteiles i, ÓA= die Summe aller Peakflächen. Der Korrekturfaktor ergibt sich aus der Formel  Ki =  mi × ÓA  Ki=mi× ÓAAi× ÓmIm allgemeinen  werden die Korrekturfaktoren auf KC 1 6bezogen, so daß die relativen Faktoren nach folgender Formel  berechnet werden:   Kmi =  KC 1 6  Kmi=KiKC 1 6Der Gehalt der Probe an jedem Bestandteil i, ausgedrückt in  Massenprozent Methylester, ist:   Ó (Kmi × Ai)  × 100  Kmi× AiÓ (Kmi× Ai)× 100Die Ergebnisse sind auf eine Stelle nach dem  Komma anzugeben. 5.2.2.3. Verwendung eines inneren StandardsIn bestimmten Fällen ist es erforderlich, einen inneren Standard  zu verwenden (beispielsweise, wenn nicht alle Fettsäuren quantitativ bestimmt werden sollen, wie  beim Vorkommen von Säuren mit 4 und 6 Kohlenstoffatomen neben Säuren mit 16 oder 18  Kohlenstoffatomen, oder wenn die absolute Menge an Fettsäuren in der Probe bestimmt werden soll).  Dazu werden häufig Fettsäuren mit 5, 15 oder 17 Kohlenstoffatomen verwendet. Auch für den inneren Standard sollte der Korrekturfaktor bestimmt werden (sofern einer verwendet  wird). Der Anteil des Bestandteils i in Massenprozent, ausgedrückt als Methylester, ergibt sich dann aus  der Formel:   ms × Kmi × Ai  × 100 ms× Kmi× Aim × Kms× As× 100Hierin ist: Ai  = die Peakfläche des Bestandteils i, As= die Peakfläche des inneren Standards, Kmi= der Korrekturfaktor für den Bestandteil i (bezogen auf KC 1 6), Kms= der Korrekturfaktor für den inneren Standard (bezogen auf KC 1 6), m= die Masse der zu untersuchenden Probe in Milligramm, ms= die Masse des inneren Standards in Milligramm. Das Ergebnis ist auf eine Stelle nach dem Komma anzugeben. 6. SONDERFALL - VERWENDUNG EINES KATHAROMETER-DETEKTORS (BASIERT AUF DEM PRINZIP DER ÄNDERUNG DER  WÄRMELEITFÄHIGKEIT)Zur Bestimmung der qualitativen und quantitativen Zusammensetzung eines  Gemisches von Fettsäuremethylestern kann auch ein Gaschromatograph mit einem Detektor verwendet  werden, der auf der Grundlage von Änderungen der Wärmeleitfähigkeit (Katharometer) arbeitet. In  diesem Fall müssen die in den Ziffern 3 und 4 beschriebenen Arbeitsbedingungen gemäß der Tabelle 3  geändert werden. Für die quantitative Analyse sind die in 5.2.2.2 beschriebenen Korrekturfaktoren anzuwenden. >PLATZ FÜR EINE TABELLE>7. UNTERSUCHUNGSBERICHTIm Untersuchungsbericht müssen das zur Herstellung der Methylester angewandte  Verfahren, das gaschromatograpische Verfahren und die Ergebnisse genau angegeben werden. Darüber  hinaus sind alle Arbeitsbedingungen zu nennen, die einen Einfluß auf die Ergebnisse gehabt haben  können, auch wenn sie nicht in dieser Internationalen Norm aufgeführt wurden oder als fakultativ  gelten. Der Untersuchungsbericht muß alle zur vollständigen Identifizierung der Probe notwendigen  Informationen enthalten. ANHANG XB VORBEREITUNG DER FETTSÄUREMETHYLESTER GEMÄSS ANHANG VI ABSCHNITTE I UND II DER  VERORDNUNG (EWG) Nr. 72/77 ODER GEMÄSS DEM NACHSTEHEND BESCHRIEBENEN VERFAHREN EINLEITUNGDie Wahl  der Methode ist abhängig von der Zusammensetzung der Fettsäuren, vom Gehalt an freien Fettsäuren  des zu untersuchenden Fettes und von der auszuführenden gaschromatographischen Analyse. In Frage kommen- für Fette mit Fettsäuren unter C12 nur Verfahren in geschlossenen Ampullen oder  mit Dimethylsulfat, - für Fette mit einem Gehalt an freien Fettsäuren von über 3 % nur Verfahren mit Methanol-Salzsäure  oder Dimethylsulfat, - für gaschromatographische Bestimmungen von trans-Isomeren nur Verfahren mit Natriummethylat oder  Dimethylsulfat, - das Verfahren mit Methanol-Hexan-Schwefelsäure muß angewandt werden für die Herstellung von  Methylestern aus kleinen Fettmengen nach deren dünnschichtchromatographischer Abtrennung. Das Unverseifbare kann vernachlässigt werden, wenn es einen Gehalt von 3 % nicht überschreitet;  anderenfalls müssen die Methylester aus den Fettsäuren hergestellt werden. 1. METHODENIm folgenden werden 5 Methoden für die Herstellung der Methylester aus Fetten  beschrieben: a)  mit Natriummethylat, b)  mit Natriummethylat in einer verschlossenen Ampulle, c)  mit Methanol-Salzsäure in einer verschlossenen Ampulle, d)  mit Dimethylsulfat, e)  mit Methanol-Hexan-Schwefelsäure. Methode A2. PRINZIP DER METHODEDas zu untersuchende Fett wird unter Rückfluß mit Methanol und Natriummethylat  erhitzt. Die gewonnenen Methylester werden mit Ethylether extrahiert. 3. GERÄTE3.1. 100-ml-Kolben mit Rückflußkühler, oben mit einem Calciumchloridrohr verschlossen, mit  Schliffanschlüssen. 3.2. 50-ml-Meßzylinder. 3.3. 5-ml-Messpipette, mit 0,1-ml-Graduierung. 3.4. 250-ml-Scheidetrichter. 3.5. 200-ml-Kolben. 4. REAGENZIEN4.1. Wasserfreies Methanol. 4.2. Natriummethylat, etwa 1%ige Lösung in Methanol; Herstellung durch Auflösen von 0,34 g metallischem  Natrium in 100 ml wasserfreiem Methanol. 4.3. Ethylether. 4.4. Natriumchlorid, 10%ige Lösung. 4.5. Petrolether, Kp 40o 60 oC. 5. VERFAHREN5.1. In den 100-ml-Kolben 2 g des über Natriumsulfat getrockneten und filtrierten Fettes einwiegen; 35  ml Methanol hinzufügen, den Kühler aufsetzen und unter Rückfluß einige Minuten kochen lassen. 5.2. Das Erwärmen unterbrechen, die Kühlung abstellen und schnell 3,5 ml Natriummethylatlösung zugeben.  Die Kühlung wieder anstellen und unter Rückfluß mindestens 3 Stunden sieden lassen. Die  Methylierung ist beendet, wenn das gesamte Fett in Lösung gegangen ist und das Reaktionsgemisch bei  Raumtemperatur klar bleibt. 5.3. Abkühlen lassen und das Reaktionsgemisch in einen 250-ml-Scheidetrichter überführen, 30 40 ml  Ethylether, 100 ml Wasser und 5 6 ml 10%ige Natriumchloridlösung zugeben. Schütteln und die  Schichten absetzen lassen. Die wäßrige Phase in einen zweiten Scheidetrichter ablassen und erneut  mit 25 ml Ethylether extrahieren. Die vereinigten Etherfraktionen mit 50 ml Petrolether Kp 40 60oC  versetzen   dadurch erfolgt eine Abtrennung von Wasser, das dann entfernt wird. Die Etherphase  dreimal mit je 10 15 ml Wasser waschen, über Natriumsulfat trocknen, durch ein Filter in einen  200-ml-Kolben filtrieren. Das Lösungsmittel auf dem Wasserbad abdestillieren und den Rückstand in einem Strom von reinem  Stickstoff trocknen. Methode B2. PRINZIP DER METHODEDas zu untersuchende Fett wird mit einer methanolischen Natriummethylatlösung  in einer verschlossenen Ampulle bei 85-90 oC umgesetzt. 3. GERÄTE3.1. Dickwandige Glasampulle, ca. 5 ml Inhalt (Länge 40-45 mm, Durchmesser 14-16 mm). 3.2. 1-ml-Messpipette, mit 0,1-ml-Graduierung. 4. REAGENZIEN4.1. Natriummethylat, 1,5%ige Lösung in Methanol, hergestellt durch Auflösen von 0,50 g metallischem  Natrium in 100 ml wasserfreiem Methanol. 5. VERFAHREN5.1. In die Ampulle 2 g des über Natriumsulfat getrockneten und filtrierten Fettes einwiegen, 0,3 g (ca.  0,4 ml) Natriummethylatlösung hinzufügen und die Ampulle über der Flamme zuschmelzen. 5.2. Die Ampulle zwei Stunden in ein Wasserbad von 85-90 oC stellen und von Zeit zu Zeit schütteln. Das  Ende der Veresterung in der Ampulle zeigt sich darin, daß der Inhalt nach Absetzen des Glycerins  und des Rückstands der Reagenzien klar wird. 5.3. Auf Raumtemperatur abkühlen. Die Ampulle erst öffnen, wenn die Methylester gebraucht werden. Sie  brauchen für die Verwendung im Gaschromatographen nicht weiter behandelt zu werden. Methode C2. PRINZIP DER METHODEDas zu untersuchende Fett wird mit Methanol-Salzsäure in einer verschlossenen  Ampulle bei 100 oC umgesetzt. 3. GERÄTE3.1. Dickwandige Glasampulle, ca. 5 ml Inhalt (Länge 40-45 mm, Durchmesser 14-16 mm). 3.2. Geeichte Pipetten von 1 und 2 ml. 4. REAGENZIEN4.1. 2%ige methanolische Salzsäure. Herstellung mit gasförmiger Salzsäure und wasserfreiem Methanol  (Anmerkung 1, Methode E). 4.2. Hexan für die Gaschromatographie. 5. VERFAHREN5.1. In die Ampulle 2 g des über Natriumsulfat getrockneten und filtrierten Fettes einwiegen, 2 ml der  methanolischen Salzsäurelösung hinzufügen und die Ampulle über der Flamme zuschmelzen. 5.2. Die Ampulle 40 Minuten in ein Wasserbad von 100 oC stellen. 5.3. Unter fließendem Wasser abkühlen, öffnen, 2 ml destilliertes Wasser und 1 ml Hexan hinzufügen.  Zentrifugieren und die Hexanphase abnehmen, sie ist fertig zum Gebrauch. Methode D2. PRINZIP DER METHODEDas zu untersuchende Fett wird mit methanolischer Kaliumhydroxidlösung  verseift, dann mit Dimethylsulfat behandelt. Nach Zusatz von Salzsäure erfolgt eine Abtrennung der  Methylester. Durch anschließende Behandlung mit Aluminiumoxid erhält man sehr reine Methylester. 3. GERÄTE3.1. Reaktionsgefäß aus dickwandigem Glas, etwa 20 ml Inhalt, mit Schliffstopfen 10/19 und  Sicherheitshaken. 3.2. Rückflußkühler mit Schliff 10/19. 3.3. Glasfiltertiegel G 2, 20 mm Durchmesser. 3.4. Glasröhrchen, etwa 10 ml Inhalt, mit konischem Boden.3.5. 1- und 5-ml-Spritzen. 4. REAGENZIEN4.1. Kaliumhydroxid, 10%ige Lösung in Methanol für die Gaschromatographie. 4.2. Indikator aus Bromkresolgrün: 0,05%ige Lösung in Methanol. 4.3. Dimethylsulfat (d= 1,335 bei 15 oC). 4.4. Konzentrierte Salzsäure, d = 1,19, Verdünnung 1:1 mit Methanol für die Gaschromatographie. 4.5. Aluminiumoxid, standardisiert nach Brockmann, für die Adsorptionschromatographie. 5. VERFAHREN5.1. In das 20 ml fassende Reaktionsgefäß etwa 2 g (ungefähr 2,2 ml) des über Natriumsulfat getrockneten  und filtrierten Fettes einfuellen, 5 ml Kaliumhydroxidlösung und einige Siedesteinchen zugeben. Den  Rückflußkühler aufsetzen und auf kleiner Flamme 5 Minuten unter Schütteln erhitzen. Die Verseifung  ist vollständig, wenn die Lösung klar aussieht. Unter fließendem Wasser abkühlen und den  Rückflußkühler entfernen. 5.2. Zwei Tropfen Indikatorlösung zugeben, dann langsam mit einer Spritze 1 ml Dimethylsulfat. Das  Reaktionsgefäß fest verschließen und 2-3 Minuten schütteln, während das untere Ende in ein  siedendes Wasserbad getaucht wird. Die Reaktion ist beendet, wenn der Indikator von blau nach gelb  umschlägt. Unter fließendem Wasser abkühlen, öffnen und 5 ml methanolische Salzsäure zugeben. 5.3. Einige Sekunden schütteln, das Gefäß schräg halten und durch leichtes Klopfen das Absetzen der  Methylester in Form einer öligen Masse beschleunigen (Anmerkung A). Die Methylester mit Hilfe einer  Spritze, die bis auf den Boden des Gefässes reicht, aufnehmen, so viel Aluminiumoxid zugeben, wie  etwa ¹/4 des Volumens der Methylester entspricht, schütteln und durch ein Papierfilter filtrieren. Anmerkung A: Sofern keine sofortige Abtrennung der Methylester erfolgt, 5 ml Wasser in das Gefäß  geben und schütteln. Methode E2. PRINZIP DER METHODEDas zu untersuchende Fett wird unter Rückfluß mit einer Mischung aus Methanol,  Hexan und Schwefelsäure erhitzt. Die dabei entstehenden Methylester werden mit Petrolether  extrahiert. 3. GERÄTE3.1. Reaktionsgefäß von etwa 20 ml Inhalt, mit Steigrohr von etwa 1 m Länge und Schliffverschluß. 3.2. 5-ml-Pipette, graduiert. 3.3. 50-ml-Scheidetrichter. 3.4. 10- und 25-ml-Meßzylinder. 3.5. Versuchsgefäß, 15 ml Inhalt, mit konischem Boden. 4. REAGENZIEN4.1. Methylierungsreagenz: wasserfreies Methanol, Hexan und Schwefelsäure (d = 1,84) im Verhältnis  75:25:1 (V/V/V) gemischt. 4.2. Petrolether, Kp. 40-60 oC. 4.3. Wasserfreies Natriumsulfat. 5. VERFAHREN5.1. In das 20-ml-Reaktionsgefäß das von einer Dünnschichtplatte gewonnene Material einfuellen und 5 ml  Methylierungsreagenz zufügen. 5.2. Den Rückflußkühler anschließen und im siedenden Wasserbad 30 Minuten erhitzen (Anmerkung 2). 5.3. Die Mischung quantitativ mit Hilfe von 10 ml destilliertem Wasser und 10 ml Petrolether in einen  50-ml-Scheidetrichter überführen. Kräftig schütteln, die Phasen absetzen lassen, die wäßrige  Schicht ablaufen lassen und die Petroletherschicht zweimal mit je 20 ml destilliertem Wasser  waschen. In den Scheidetrichter eine kleine Menge wasserfreies Natriumsulfat geben, schütteln,  einige Minuten stehen lassen und abfiltrieren. Das Filtrat in das 15-ml-Gefäß mit konischem Boden  fuellen. Das Lösungsmittel im Wasserbad unter Einleiten von Stickstoff abdampfen. Anmerkung 1:  Kleinere Mengen gasförmiger Salzsäure können im Labor leicht hergestellt werden,  indem man in eine käufliche Salzsäure (ñ = 1,18) konzentrierte Schwefelsäure (ñ = 1,84) eintropfen  lässt. Das freigesetzte Gas kann leicht getrocknet werden, indem man es über konzentrierte  Schwefelsäure leitet. Salzsäure wird schnell von Methanol absorbiert, deshalb müssen beim Lösen  Vorkehrungen getroffen werden, z. B. indem man das Gas umgekehrt durch einen kleinen Trichter  leitet, dessen Rand die Oberfläche der Flüssigkeit berührt. Grössere Mengen an methanolischer  Salzsäure lassen sich auf Vorrat herstellen, da die Lösung in dunklen Glasflaschen mit Glasstöpsel  haltbar ist. Anmerkung 2:  Zur Kontrolle des Siedevorgangs sollte man einen Glasstab in das Reaktionsgefäß  stellen und die Temperatur des Wasserbades nicht über 90 oC ansteigen lassen. ANHANG XI BESTIMMUNG DES GEHALTS AN FLÜCHTIGEN HALOGENIERTEN LÖSUNGSMITTELN IN OLIVENÖL  1. PRINZIPGaschromatographische Headspace-Analyse. 2. GERÄTE2.1. Gaschromatograph mit Elektroneneinfangdetektor (ECD). 2.2. Headspace-Vorrichtung. 2.3. Gaschromatographische Glassäule von 2 m Länge und 2 mm Durchmesser. Stationäre Phase: 10 % OV 101 oder eine gleichwertige Phase, aufgezogen auf mit Säure gewaschenem  und silanisiertem Kieselgur mit einer Korngrösse von 80-100 Mesh. 2.4. Träger- und Hilfsgas: Stickstoff für die Gaschromatographie, geeignet für  Elektroneneinfangdetektoren. 2.5. Glasfläschchen 10-15 ml, versehen mit einem Verschluß aus Aluminium und Teflon, der eine Entnahme  mit Hilfe einer Spritze ermöglicht. 2.6. Klemmen für absolut dichten Verschluß. 2.7. Spritzen 0,5 bis 2 ml, zum Einspritzen von Gas. 3. REAGENZIENStandard: Flüchtige halogenierte Lösungsmittel mit einem für die Gaschromatographie  geeigneten Reinheitsgrad, Pentan mit einem für die Gaschromatographie geeigneten Reinheitsgrad. 4. ANALYSENVERFAHREN4.1. Etwa 3 g Öl in ein Glasfläschchen (das nicht wieder verwendet werden darf) genau einwiegen und das  Fläschchen mit dem Verschluß absolut dicht verschließen. Das Fläschchen bei 70 oC eine Stunde in  einen Thermostaten stellen. Mit Hilfe einer Spritze genau ein Volumen von 0,2 bis 0,5 ml aus dem  Dampfraum entnehmen und auf die Säule des Gaschromatographen spritzen. Der Gaschromatograph ist wie  folgt einzustellen: - Verdampfungstemperatur: 150 oC, - Säulentemperatur: 70 bis 80 oC, - Detektortemperatur: 200 bis 250 oC. Es können auch andere Temperaturen eingestellt werden, sofern dabei gleichwertige Ergebnisse  erziehlt werden. 4.2. Referenzlösungen: Standardlösungen mit unterschiedlichen Konzentrationen von fluechtigen  halogenierten Lösungsmitteln zwischen 0,05 und 1 mg/kg herstellen unter Verwendung von Olivenöl,  das frei von Lösungsmittelspuren ist. Falls erforderlich, werden die halogenierten Lösungsmittel  mit Pentan verdünnt. 4.3. Quantitative Auswertung. Das Verhältnis bilden zwischen den Peakflächen oder den Peakhöhen der  Probe und der Standardlösung, deren Konzentration der erwarteten Konzentration am nächsten liegt.  Liegt der relative Unterschied über 10 %, so muß die Analyse mit einer neuen Standardlösung  wiederholt werden, bis ihre Konzentration innerhalb des obengenannten relativen Unterschieds liegt.  Der Gehalt wird auf der Basis des Mittelwerts einzelner Einspritzungen ermittelt. 4.4. Abfassung der Ergebnisse. Die Ergebnisse werden in mg/kg (ppm) angegeben. Die Nachweisgrenze des  Verfahrens liegt bei 0,01 mg/kg. ANHANG XII ORGANOLEPTISCHE PRÜFUNG VON NATIVEM OLIVENÖL 1. UMFANG UND ANWENDUNGSBEREICHDiese Arbeitsvorschrift bestimmt die Kriterien zur Bewertung des  Flavours von nativem Olivenöl und beschreibt die dafür zu verwendende Methodik. 2. KURZBESCHREIBUNGDas beschriebene Verfahren gilt nur für die organoleptische Bewertung und  Einstufung von nativem Olivenöl für den direkten Genuß. Dabei wird das native Olivenöl von einer  Gruppe ausgewählter Prüfer mit Hilfe eines Prüfbogens nach einer Bewertungstabelle gemäß den von  ihm hervorgerufenen Sinneseindrücken eingestuft. 3. SENSORISCHE PRÜFUNG: GRUNDBEGRIFFESiehe Kapitel "Sensorische Prüfung: Grundbegriffe". 4. SPEZIFISCHE BEGRIFFE FÜR OLIVENÖLAlt: Bezeichnung für das typische Flavour von zu lange in  Lagerbehältern aufbewahrtem Olivenöl. Kann auch durch zu langes Aufbewahren in Verpackungsbehältern  auftreten. Apfelartig: Flavour von an Äpfel erinnerndes Olivenöl. Bitter: Bezeichnung für den typischen Geschmack von Olivenöl grüner oder grünlicher Oliven. Je nach  Intensität als mehr oder weniger angenehm empfunden. Brandig oder erhitzt: Bezeichnung für das typische Flavour von Olivenöl, das durch übermässige  und/oder zu lange Erwärmung bei der Gewinnung verursacht wird, insbesondere durch unsachgemässe  warme Behandlung bei der Herstellung der Paste. Erdig: Bezeichnung für das typische Flavour von Olivenöl, das von anhaftender Erde oder Schlamm  ungewaschener Oliven herrührt. Dieses Flavour kann in Einzelfällen von modrigen Anklängen begleitet  sein. Espartograsartig: Bezeichnung für das typische Flavour von Olivenöl aus Oliven, die mit Hilfe neuer  Espartograskörbe gepresst wurden. Dieses Aroma kann in verschiedenen Nuancen auftreten, je nachdem,  ob Körbe aus grünem oder trockenem Espartogras verwendet wurden. Fad oder schal: Flavour von Olivenöl mit schwach ausgeprägten organoleptischen Eigenschaften  infolge des Verlusts seiner Aromastoffe. Fruchtig: In Aroma und Bukett an gesunde, frische und erntereife Früchte erinnernd. Fruchtwasserartig: Bezeichnung für das typische Flavour von Olivenöl, das von mangelhaftem  Dekantieren und zu langem Kontakt mit Fruchtwasser herrührt. Grasig: Bezeichnung für das typische, an frisch gemähtes Gras erinnernde Aroma mancher Olivenöle. Gurkenartig: Durch zu langes Lagern in luftdichten Behältnissen, insbesondere in Dosen,  hervorgerufenes Flavour von Olivenöl, das von 2,6-Nonadienal herrührt. Heuartig: Bezeichnung für das typische, an mehr oder weniger trockenes Heu erinnernde Flavour  mancher Olivenöle. Lakig: Bezeichnung für das Flavour von Olivenöl aus in Salzlake aufbewahrten Oliven. Mandelartig: Dieser Begriff bezeichnet zweierlei: einmal das typische Flavour frischer Mandeln und  zum zweiten das Flavour getrockneter, gesunder Mandeln, das mit einem ranzigen Anklang verwechselt  werden kann. Im Kontakt mit Zunge und Gaumen als Abgang wahrnehmbar; erinnert an süßliche Olivenöle  mit verhaltenem Bukett. Metallisch: An Metall erinnerndes Flavour. Typisch für Olivenöl, das beim Vermahlen, Schlagen,  Pressen oder Lagern unter unsachgerechten Bedingungen zu lange mit Lebensmitteln oder  Metalloberflächen in Kontakt stand. Muffig: Bezeichnung für das typische Flavour von Olivenöl aus Oliven mit erheblichem Schimmel- und  Hefepilzbefall infolge mehrtägiger feuchter Lagerung. Nach Preßmatten: Bezeichnung für das typische Flavour von Olivenöl, das mit Hilfe von Preßmatten  gewonnen wurde, die mit vergorenen Rückständen verschmutzt waren. Adstringierend: Bezeichnung für die Adstringenz mancher Olivenöle. Ranzig: Bezeichnung für das durch Autoxidation infolge des zu langen Kontakts mit der Luft  entstehende typische Flavour von Fetten und Ölen. Dieses Flavour ist unerwünscht und irreversibel. Nach grünen Blättern (bitter): Bezeichnung für das von zu grünen Oliven oder von mitvermahlenen  Blättern und Stengeln herrührende Flavour von Olivenöl. Süß: Bezeichnung für den Wohlgeschmack von Olivenöl ohne aufdringliche Süsse und ohne hervortretende  Bitterkeit, Adstringenz und Schärfe. Schlammig: Bezeichnung für das typische Aroma von Olivenöl, das aus dekantiertem Ölschlamm aus  unterirdischen Becken oder Behältern gewonnen wurde. Schmierölartig: Bezeichnung für den Geruch von Olivenöl aus einer Ölmühle, deren Ausrüstung nicht  sachgerecht von Benzin-, Fett- oder Mineralölresten gereinigt wurde. Seifig: Bezeichnung für ein Flavour, das einen schmierseifenartigen Sinneseindruck vermittelt. Stichig ("atrojado"): Bezeichnung für das typische Aroma von Öl aus Oliven, die sich bereits in  einem fortgeschrittenen Zustand der Zersetzung durch Gärung befanden. Roh: Bezeichnung für Olivenöl, das im Mund einen dickfluessigen, pastösen Sinneseindruck  hinterlässt. Tresterartig: Bezeichnung für das typische Flavour von Oliventrestern. Nach reifen Früchten: Bezeichnung für Olivenöl aus vollreifen Früchten, allgemein mit schwachem  Bukett und süssem Aroma. Wein- oder Essigartig: Bezeichnung für das typische Flavour von an Wein oder Essig erinnerndes  Olivenöl, das vor allem durch die anormal starke Bildung von Essigsäure, Ethylacetat und Ethanol  verursacht wird. Wurmstichig: Bezeichnung für das typische Flavour von Olivenöl aus stark von Larven der  Olivenfliege (Dacus oleä) befallenen Oliven. 5. PRÜFGLAS FÜR ÖLESiehe Kapitel "Prüfglas für Öle". 6. PRÜFRAUMSiehe Kapitel "Leitlinien für die Einrichtung des Prüfraums". 7. HILFSMITTELJedem Prüfer sind in seiner Kabine die zur Erfuellung seiner Aufgabe notwendigen  Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. Diese Hilfsmittel umfassen: - Gläser (genormt) mit den Proben, die nach einem Zufallsschlüssel mit einem Ziffernpaar oder einem  Ziffern-Buchstaben-Paar gekennzeichnet sind. Die Kennzeichnung ist mit einem unverwischbaren und  geruchlosen Stift anzubringen; - Uhrgläser mit identischer Markierung zum Abdecken der Gläser; - Prüfbogen, vgl. Abbildung 2, mit Ausfuellhinweisen; - Bleistift oder Kugelschreiber; - Schälchen mit Apfelstücken; - Glas Wasser von Raumtemperatur. 8. VERFAHRENDieser Abschnitt regelt die Vorkenntnisse für die Durchführung der sensorischen Prüfung  von nativem Olivenöl; ferner dient er der Reglementierung des Verhaltens und der Arbeitsweise der  an der Prüfung teilnehmenden Prüfer, die sowohl den allgemeinen als auch den besonderen  Empfehlungen für das Verkosten von Olivenöl Rechnung zu tragen haben. 8.1. Aufgaben des Prüfungsleiters bzw. des Vorsitzenden der Gruppe (bzw. des Panels)Der Prüfungsleiter  muß ausreichend vorgebildet sein und über die nötige Sach- und Fachkunde für die zur Beurteilung  anstehenden Olivenöle verfügen. Er ist die Schlüsselfigur der Prüfergruppe und trägt die  Verantwortung für Organisation und Ablauf der Prüfungsarbeit. Er lädt die Prüfer rechtzeitig ein  und klärt sie über die Durchführung der Prüfungen auf, enthält sich aber jedweder Meinungsäusserung  über die Proben. Er ist verantwortlich für das Vorhandensein der Hilfsmittel, deren peinliche Sauberkeit, die  Vorbereitung und Verschlüsselung der Proben, deren Übergabe an die Prüfer gemäß der geeigneten  Prüfungsfolge sowie für das Einsammeln und die statistische Auswertung der Prüfdaten, damit  gewährleistet ist, daß mit möglichst geringem Aufwand möglichst zuverlässige Ergebnisse erzielt  werden. Die Arbeit des Prüfungsleiters erfordert sensorisches Feingefühl, Sorgfalt bei der  Prüfungsvorbereitung, strengste Ordnung hinsichtlich ihrer Durchführung sowie Geschick und Geduld  bei der Planung und Durchführung der Prüfungen. Aufgabe des Prüfungsleiters ist es, die Mitglieder  zu motivieren und bei ihnen Interesse, Neugier und Wettbewerbsgeist zu wecken. Er hat sich einer  Meinungsäusserung zu enthalten und muß sicherstellen, daß möglicherweise tonangebende Prüfer die  anderen nicht beeinflussen. Ihm obliegen ferner Schulung, Auswahl und Überwachung der Prüfer auf  ihre gebotene Eignung. 8.2. Prüfbedingungen8.2.1. ProbenumfangJedes Glas muß 15 ml Öl enthalten. 8.2.2. Temperatur der ProbeDie zur Prüfung anstehenden Proben sind im Glas auf einer Temperatur von 28 oC  ± 2 oC zu halten. Die gewählte Temperatur gestattet am besten die Erfassung der organoleptischen  Unterschiede bei Normaltemperatur, wenn Öle als Zutaten verwendet werden. Bei tieferen oder höheren  Temperaturen kommen entweder die Aromastoffe kaum zur Entfaltung oder aber es entfalten sich die  für erhitzte Öle typischen Aromastoffe. 8.2.3. PrüfungszeitenDie für das Verkosten von Olivenöl geeignetste Tageszeit ist der Vormittag. Geruchs-  und Geschmackssinn sind zu bestimmten Tageszeiten nachweislich besonders empfindlich. So ist die Empfindlichkeit von Geruchs- und Geschmackssinn vor den Mahlzeiten besonders groß und  geht danach zurück. Übertreibung ist aber auch hier zu vermeiden, da Hungergefühle die Prüfer ablenken, ihr  Unterscheidungsvermögen beeinträchtigen und insbesondere ihre Präferenz- und Akzeptanzschwelle  herabsetzen. 9. PRÜFERDie an der organoleptischen Prüfung von Speiseolivenöl als Prüfer teilnehmenden Personen  sind zu schulen und entsprechend ihrer Eignung zur Unterscheidung ähnlicher Proben auszuwählen,  wobei zu berücksichtigen ist, ob und inwieweit ihre Urteilsfähigkeit im Zuge der Schulung  zunimmt(vgl. entsprechenden Absatz). Zur Prüfung benötigt man 8 bis 12 Prüfer nebst einigen Reserveprüfern zur Deckung von Ausfällen. 9.1. Allgemeine Verhaltensmaßregeln für Kandidaten und PrüferDiese Empfehlungen gelten für das  Verhalten der Kandidaten und Prüfer bei ihrer Arbeit. Wer vom Prüfungsleiter zur Teilnahme an einer organoleptischen Prüfung aufgefordert wurde, muß zu  der ihm genannten Uhrzeit zur Teilnahme in der Lage sein und hat dazu folgende Vorschriften zu  beachten: 9.1.1. Er stellt mindestens 30 Minuten vor der festgesetzten Uhrzeit das Rauchen ein. 9.1.2. Parfüm, Kosmetika oder Seife, deren Geruch bei der Prüfung noch wahrnehmbar ist, darf nicht  verwendet werden. Zum Händewaschen ist unparfümierte oder schwachparfümierte Seife zu verwenden;  dabei sind die Hände so lange mit Wasser nachzuspülen und abzutrocknen, bis jedweder Geruch  beseitigt ist. 9.1.3.Der Prüfer muß bei Prüfungsantritt seit mindestens einer Stunde nüchtern sein. 9.1.4. Wer an einer Unpäßlichkeit und insbesondere einer Beeinträchtigung des Geruchs- oder  Geschmacksempfindens oder an einer die Konzentrationsfähigkeit beeinflussenden psychischen Belastung  leidet, hat dies dem Prüfungsleiter mitzuteilen, damit dieser ihn von seiner Aufgabe entbindet oder  aber die geeigneten Maßnahmen trifft, wobei auch eine mögliche Abweichung von den  Durchschnittswerten der übrigen Mitglieder der Gruppe zu berücksichtigen ist. 9.1.5. Der die vorstehenden Vorschriften erfuellende Prüfer sucht die ihm zugewiesene Kabine auf; dies hat  so leise und diskret wie möglich zu geschehen. 9.1.6. Nachdem er darin Platz genommen hat, prüft er, ob alle erforderlichen Hilfsmittel vorhanden und  ordentlich vorbereitet sind und vergewissert sich, ob die Kennzeichnung des Glases mit der  Kennzeichnung des damit abgedeckten Uhrglases übereinstimmt. 9.1.7. Er liest die Hinweise auf dem Prüfbogen sorgfältig durch und beginnt erst dann mit der Prüfung der  Proben, wenn er sich über seine Aufgabe vollends im klaren ist. Unklarheiten sind mit dem  Prüfungsleiter unter vier Augen zu klären. 9.1.8. Der Prüfer nimmt das Glas zur Hand, hält es dabei mit dem Uhrglas bedeckt schräg und schwenkt es  dabei einmal ganz um, damit die Innenseite möglichst ganz benetzt wird. Er lüftet das Uhrglas und  inhaliert das Bukett der Probe in leichten, ruhigen und langen Zuegen durch die Nase so lange, bis  er sich ein Urteil über die zur Prüfung anstehende Probe gebildet hat. Das eigentliche Riechen darf  nicht länger als 30 Sekunden dauern. Gelangt er nach dieser Zeit nicht zu einem Urteil, legt er  eine kleine Pause ein und macht einen weiteren Versuch. Nach dem Riechen prüft er das Flavour  (Gesamtsinneseindruck aus Geruchs-, Geschmacks und Tastempfindung). Dazu nippt er einen kleinen  Schluck Öl von etwa 3 ml. Sehr wichtig ist, daß alle geschmacksempfindlichen Teile des Mundes mit  dem Öl benetzt werden, vom vorderen Teil des Mundes und der Zungenspitze über die Ränder des  Zungenrückens bis zum Gaumen und zur Zungenwurzel, da die Grundgeschmacke süß, salzig, sauer und  bitter an verschiedenen Stellen der Zunge und des Gaumens unterschiedlich stark wahrgenommen  werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, daß genügend Olivenöl von der Zungenspitze bis zum Gaumen und  zur Kehle langsam verteilt wird, wobei auf die Reihenfolge des Auftretens der Bitterkeit und der  Schärfe zu achten ist. Anderenfalls kann es bei manchen Olivenölen vorkommen, daß beide  Sinneseindrücke nicht wahrgenommen werden oder die Bitterkeit von der Schärfe verdeckt wird. Durch kurzes, wiederholtes Einsaugen von Luft durch den Mund wird die Probe in der gesamten  Mundhöhle verteilt, so daß die fluechtigen Aromastoffe über den Gaumen in die Nase gelangen. Auch die Tastempfindungen sind zu erfassen; so müssen die Merkmale Fließfähigkeit, Dickfluessigkeit,  Schärfe oder Stechen erfasst und je nach den Erfordernissen der Probe quantifiziert werden. 9.1.9. Bei der organoleptischen Prüfung von nativem Olivenöl wird in jedem Prüfgang eine einzige Probe  bewertet, damit keine Kontrastwirkungen durch das sofortige Verkosten anderer auftreten. Da es bei aufeinanderfolgenden Prüfgängen zu Ermüdungserscheinungen oder zur Dämpfung der  Sinneswahrnehmung durch die vorangehenden Eindrücke kommt, sind die Ölreste des vorherigen  Prüfgangs mit einem geeigneten Mittel aus dem Mund zu entfernen. Dazu empfiehlt sich ein kleines Stück Apfel von etwa 15 g, das nach dem Kauen ausgespuckt werden  kann; anschließend ist der Mund mit Wasser von Zimmertemperatur zu spülen. Zwischen dem Ende eines  Prüfgangs und dem Beginn des nächsten müssen mindestens 15 Minuten vergehen. 9.2. Vorauswahl der KandidatenDer Prüfungsleiter führt eine Vorauswahl der Kandidaten in  Einzelgesprächen durch, um ihre Persönlichkeit und ihr Umfeld kennenzulernen. An die  physiologischen und psychologischen Voraussetzungen werden keine sehr hohen Anforderungen gestellt,  da jeder Gesunde diese Aufgabe wahrnehmen kann. Alter, Geschlecht und bestimmte Gewohnheiten  (Rauchen) usw. bleiben in der Bedeutung hinter anderen Gesichtspunkten wie Gesundheit, persönliches  Interesse und Abkömmlichkeit für diese Arbeit zurück. Der Prüfungsleiter klärt den Kandidaten im einzelnen über die von ihm wahrzunehmende Aufgabe auf  und unterrichtet ihn über den Zeitaufwand dafür. Anschließend sammelt er Anhaltspunkte zur Prüfung  des Interesses und der Motivation des Kandidaten sowie seiner tatsächlichen Abkömmlichkeit. Der  folgende Fragebogen kann dabei als Grundlage verwendet werden. FRAGEBOGENBitte beantworten Sie folgende Fragen:   q  Nein  1. Möchten Sie bei dieser Aufgabe mitarbeiten?JaqNeinq 2. Halten Sie diese Aufgabe für wichtig, um die Lebensmittelqualität in Ihrem Land sowie im  internationalen Handel zu verbessern?JaqNeinq 3. Weshalb? (¹)  .  .  .  .  4. Bedenken Sie, daß Sie im Rahmen ihrer Tätigkeit Olivenöl verkosten müssten. Wären Sie dazu  bereit?JaqNeinq 5. Würden Sie gern Ihren Geruchs- und Geschmackssinn mit dem Ihrer Kollegen messen?JaqNeinq 6. Sind Sie abkömmlich? Sind Sie soweit unabhängig, daß Sie ihre Tagesgeschäfte selbst organisieren  können?JaqNeinq 7. Sofern Sie einen Vorgesetzten haben, meinen Sie, daß er damit einverstanden wäre, daß Sie dadurch  an aufeinanderfolgenden Tagen manchmal bis zu einer halben Stunde ihrer täglichen Arbeit  fernblieben?JaqNeinq 8. Könnten Sie die für die sensorische Prüfung geopferte Zeit nacharbeiten, um ihren täglichen  Arbeitsverpflichtungen nachzukommen?JaqNeinq 9. Meinen Sie, daß diese Arbeit vergütet werden müsse?JaqNeinq10. In welcher Form?  . (¹) Begründen Sie, warum Lebensmittel und insbesondere Olivenöl einer organoleptischen Prüfung  unterzogen werden müssen. Der Prüfungsleiter nimmt anhand dieser Daten eine Vorauswahl vor, wobei er die Kandidaten  aussondert, die an dieser Arbeit wenig Interesse zeigen, wenig Zeit aufbringen können oder nicht in  der Lage sind, ihre Vorstellungen zu artikulieren. 9.3. Bestimmung der "Durchschnittsschwelle der Gruppe" für "typische Merkmale"Es werden vier Öle  ausgewählt, welche die Merkmale "stichig" ("atrojado"), "weinartig", "ranzig" und "bitter" jeweils  typgerecht und so deutlich wie möglich verkörpern. Mit aliquoten Mengen jedes Typs und einem geeigneten Substrat werden Verdünnungsreihen in  Abstufungen um den Faktor 2 angesetzt, bis bei den zwei oder drei letzten Verdünnungsstufen kein  Unterschied gegenüber dem Glas mit dem reinen Substrat mehr wahrnehmbar ist. Zwei Gläser mit dem  reinen Substrat bilden den Abschluß der Reihe. Die Reihe wird mit Verdünnungen höherer Konzentration bis auf 8 aufgestockt. Es werden so viele Muster der verschiedenen Konzentrationen angesetzt, daß jedem der Kandidaten für  jedes Merkmal vollständige Verdünnungsreihen bereitgestellt werden können. Zur Ermittlung der "Durchschnittsschwelle" der Kandidaten sind jedem von jeder Verdünnungsstufe ein  Glas mit 15 ml der Verdünnung sowie ein Glas mit 15 ml des reinen Substrats bereitzustellen. Der  Kandidat muß nach Durchführung der Prüfung angeben, ob sie identisch oder verschieden voneinander  sind. Die gleiche Prüfung wird mit Verdünnungsreihen der verbleibenden Prüfmerkmale durchgeführt. Die Zahl der richtigen Antworten aller Kandidaten für die jeweilige Verdünnungsstufe wird  aufgezeichnet und als Prozentsatz der Anzahl der durchgeführten Prüfungen angegeben. In einem Koordinatensystem werden die Prozentsätze der richtigen Antworten für die jeweilige  Verdünnungsstufe auf der Ordinate und die geprüften Verdünnungsstufen in ansteigender Reihenfolge  auf der Abszisse eingetragen. Abbildung 1 zeigt ein praktisches Beispiel für diese Darstellung. Als Wahrnehmungsschwelle gilt die  Verdünnungsstufe, für die zu 75 % richtige Beurteilungen abgegeben wurden. Sie wird ermittelt durch  Extrapolation dieses Punktes von der Kurve auf die Abszisse. Diese Schwellenkonzentration, die je nach Intensität des Merkmals für jedes geprüfte Olivenöl  unterschiedlich ausfallen kann, dürfte für die einzelnen Gruppen von Kandidaten ähnlich sein; sie  ist unabhängig von Gebräuchen, Gewohnheiten oder persönlicher Präferenz und infolgedessen ein  gemeinsamer Bezugspunkt für jede Gruppe von Durchschnittsmenschen, so daß sie zur Harmonisierung  der verschiedenen Prüfergruppen hinsichtlich der Geruchs- und Geschmacksempfindlichkeit verwendet  werden kann. Anhand der ermittelten Schwellenkonzentration der Gruppe ist wie folgt zu verfahren: Es wird eine Verdünnungsreihe mit zunehmender und abnehmender Konzentration in der Weise angesetzt,  daß die Schwellenkonzentration mit dem Platz 10 dieser Reihe zusammenfällt. Daraus ergibt sich  folgerichtig, daß die Verdünnungen 11 und 12 stärker verdünnt sind, so daß sehr schwer  festzustellen ist, daß sie Öl mit dem entsprechenden Merkmal enthalten. Ausgehend von der Konzentration C10 können die übrigen Verdünnungen nach folgender Formel angesetzt  werden: C10  7 anDarin bedeuten: a = Konstante für den Verdünnungsfaktor 1,5, n= Exponent mit einem Wert von 9 bis  2. Beispiel: Gegeben sei ein Schwellenwert für ranziges Olivenöl von 0,32. Mit C10 = 0,32 und a = 1,5 ergeben  sich folgende Verdünnungsstufen: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Durch Ansetzen von Verdünnungsreihen nach dieser Arbeitsvorschrift anhand  der nach diesem Berechnungsverfahren bestimmten Schwellenwerte für die übrigen Merkmale erhält man  für alle Laboratorien Skalen mit gleicher Reizabstufung für jedes einzelne Merkmal, selbst wenn die  Fehler der verwendeten Olivenöle unterschiedlich stark festzustellen sind. 9.4. Auswahl der Prüfer nach dem Verfahren der "Intensitätseinstufung"Zur Auswahl sind zwei- bis  dreimal so viele Kandidaten heranzuziehen, wie zur Bildung der Prüfergruppe erforderlich sind,  damit die mit der höchsten Sinnenschärfe und dem grössten Unterscheidungsvermögen ausgewählt werden  können. Die Prüfung sollte immer mit dem gleichen Erzeugnis wie das später zu Prüfende durchgeführt  werden (daher wird immer Olivenöl verwendet). >ANFANG EINES SCHAUBILD><?aa8H>Abbildung 1<?äFN30,"ENDE EINES SCHAUBILD>Bei der Auswahl des  Verfahrens ist unabhängig von seiner Leistungsfähigkeit auch seine Wirtschaftlichkeit hinsichtlich  der Ölmenge, der Anzahl der Proben und des Zeitaufwands zu berücksichtigen. Ein Auswahlverfahren  ist umso wirksamer, je besser es gelingt, das optimale Niveau der folgenden drei abhängigen  Variablen zu bestimmen: a) "Kosten" in Abhängigkeit von der Anzahl der Prüfungen, b) "Anteil" der möglicherweise geeigneten Kandidaten, die durch Zufall leider ausgesondert werden,  und c) "Anzahl" der ungeeigneten Kandidaten, die das Glück hatten, das Auswahlverfahren dennoch zu  bestehen. Für die Auswahl wird das Verfahren der "Intensitätseinstufungsprüfung" (intensity rating test)  gemäß den Normen ASTM (American Society for Testing and Materials), STP (Special Technical  Publication) Nr. 440, S. 53, verwendet, das in folgenden Punkten abgeändert wurde: 1.  Verringerung der Zahl der Proben in der Prüfreihe; 2.  Erweiterung der Reizstoffpalette durch Aufnahme weiterer Geruchs- und Geschmacksnoten für die  Auswahl, um den häufigsten wahrnehmbaren Fehlern von Olivenöl Rechnung zu tragen; 3.  Variation des Konzentrationsverhältnisses in der Prüfreihe und4.  statistische Auswertung der  Ergebnisse. Geräte und Hilfsmittel: - Flaschen oder Kolben, 1 500 ml, - dunkelfarbige Prüfgläser, - Reagenzgläser, 10 ml, 15 ml, 1 000 ml und 1 500 ml. Reagenzien: - Merck-Paraffin (Nr. 7.160, DAB 6, USP XX) oder geruch- und geschmackloses Ölsubstrat (frisch  raffiniertes Oliven- oder anderes Öl)- Olivenöle: stichig ("atrojado"), weinartig, ranzig und  bitter. 9.4.1. VerfahrenNach dem Ansetzen der Verdünnungen wird, ausgehend von 25 Kandidaten, mit dem  Auswahlverfahren begonnen. Die Auswahl wird nach dem nachstehend beschriebenen Verfahren für jede  Geschmacksnote durchgeführt. 1.  Verdünnungsreihen mit 12 verschlüsselt gekennzeichneten Gläsern (eine Reihe pro Kandidat)  werden vorbereitet. In jedes Prüfglas werden 15 ml Probe mit der nach der Formel C10  7 an jeweils  hergestellten Konzentration gegeben. 2.  Nach dem Füllen werden die Gläser mit aufliegendem Uhrglasdeckel mindestens eine Stunde vor  Beginn der Prüfungen bei einer Temperatur von 20-22 oC im Prüfungsraum stehen gelassen, um sie auf  Raumtemperatur zu bringen. 3.  Die 12 Gläser werden vom Prüfungsleiter in absteigender Reihenfolge der Konzentrationen in  einer Reihe aufgestellt. Anschließend wird jeder Kandidat aufgefordert, die Prüfung einzeln durchzuführen; dazu sind ihm  folgende Anweisungen zu erteilen: 9.4.2. Anweisungen für die KandidatenDie 12 vor dem Kandidaten aufgestellten Gläser enthalten jeweils  Verdünnungen der Reize "stichig" ("atrojado"), "weinartig", "ranzig" und "bitter". Die Gläser  unterscheiden sich hinsichtlich der Intensität des Geruchs, wobei das mit dem stärksten Geruch ganz  links steht und die Konzentrationen stufenweise nach rechts abnehmen. Das ganz rechts stehende Glas  kann so wenig von dem Geruchsstoff enthalten, daß er nicht mehr wahrnehmbar ist. Gehen Sie bitte wie folgt vor: Machen Sie sich mit den Gerüchen der einzelnen Gläser der Reihe  vertraut. Beginnen Sie dabei mit dem Geruch des rechten Glases (Nr. 12) und versuchen Sie, sich die  Intensität des Geruchs zu merken. Sinnenermüdung ist zu vermeiden. Sobald Sie sich die Reihenfolge der Verdünnungsstufen gemerkt haben, verlassen Sie den Prüfraum. Anschließend nimmt der Prüfungsleiter ein Glas aus der Reihe heraus, stellt es gleichauf mit dem  ganz rechts stehenden und schließt die Lücke durch Verschieben der übrigen Gläser. Sie betreten  darauf wieder den Prüfstand und setzen die Prüfung fort. Die Prüfung besteht aus folgender Aufgabe: Das herausgenommene Glas ist an seinen ursprünglichen Platz in der Reihe zurückzustellen. Dazu kann  beliebig oft ein Geruchsvergleich der Gläser durchgeführt werden. Zu beachten ist, daß das Glas bei  korrekter Plazierung stärker als das unmittelbar rechts daneben stehende und schwächer als das  unmittelbar links daneben stehende riechen muß. Diese Prüfung wird mit drei weiteren Gläsern  wiederholt. Zur Erleichterung der Prüfung und der Abgabe der Antworten erhalten die Kandidaten zusammen mit den  vorstehenden Anweisungen folgendes Formblatt. KANDIDATENAUSWAHLProbe Nr.:  . Merkmal:  . Das herausgenommene Glas gehört auf Platz Nr.:  . Datum:  . Name:  . 9.4.3. ErgebnisseDer Übersichtlichkeit halber notiert der Prüfungsleiter die von den einzelnen Kandidaten  gemachten Angaben wie folgt: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>9.4.4. Statistische Auswertung der AntwortenIm vorliegenden Fall sind die an ihren ursprünglichen Platz  zurückzustellenden Gläser für alle Kandidaten gleich; nach den statistischen Berechnungen für  diesen Fall muß es sich dabei um die folgenden Gläser mit den für das jeweilige Merkmal  aufgeführten Seriennummern handeln: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die der entsprechenden Position des Glases in der Reihe entsprechende  Nummer darf nicht variieren, da die statistischen Berechnungen für diesen Fall auf der  Wahrscheinlichkeit beruhen, mit der die Gläser durch Zufall an ihren rechten Platz zurückgestellt  werden. Damit die Kandidaten keine Informationen untereinander austauschen können, hat der Prüfungsleiter  folgende Regeln zu beachten: 1.  Es muß ausgeschlossen sein, daß die Kandidaten Informationen austauschen können. Für jeden  Kandidaten müssen unterschiedliche Aufschriften verwendet werden. 2.  Es muß ausgeschlossen sein, daß die Kandidaten in Erfahrung bringen können, welche Gläser  herausgenommen wurden. 3.  Jedem Kandidaten sind die Gläser mit den vorstehenden Nummern in einem anderen Prüfungsgang zu  präsentieren. Die Ergebnisse jedes Kandidaten werden wie folgt benotet: Die 12 Gläser mit den entsprechenden Verdünnungsstufen des Merkmals i seien in abnehmender  Reihenfolge ihrer Konzentration mit ei1, ei2, ... ei12 bezeichnet (i = ein beliebiges der Merkmale  stichig ("atrojado"), weinartig, ranzig und bitter). Es seien eik ein beliebiges Glas und Kí der von dem Kandidaten gewählte Platz des betreffenden  Glases in der Reihe. Die Werte für K und Kí sind demnach ganze Zahlen zwischen 1 und 12  einschließlich und bezeichnen den tatsächlichen und den vom Kandidaten gewählten Platz des  betreffenden Glases in der Reihe. T (maximal zulässige Abweichung) sei ein vorab auf einen bestimmten Betrag, in unserem Fall auf den  Betrag 3, festgesetztes Kriterium, das bei Kí-K > T den automatischen Ausschluß des Kandidaten zur  Folge hat (1). Ist dagegen Kí-K § T, so wird der Kandidat allgemein nicht ausgeschlossen, sondern kann weiter an  der Prüfung teilnehmen, da er in der Lage ist, das herausgenommene Glas an den richtigen Platz  zurückzustellen, zumindest aber an zwei unmittelbar benachbarte Plätze. In diesem Fall ist die Note, die ein Kandidat erhält, der ein bestimmtes Geschmacksmerkmal  (Konzentration) beurteilt hat (z. B. stichig ("atrojado"), gleich dem Quadrat aus der Differenz  zwischen der richtigen Stelle in der Reihenfolge der Gläser und der Stelle, an die der Kandidat das  Glas gestellt hatPSth = (Kí-K)2Da ein Kandidat anhand von vier Intensitätsstufen  (Verdünnungsstufen) jedes einzelnen Merkmals geprüft wird, bestimmt sich die Einzelbewertung für  das folgende Merkmal (z. B. "stichig" ("atrojado")) wie folgt: ZSt = PSth + PStj + PStl + PStmZum besseren Verständnis nachstehend einige Beispiele: Beispiel 1: Nehmen wir an, der Kandidat A habe die Fragen nach den vier Intensitätsstufen der Versuchsreihe des  Merkmals (i) wie folgt beantwortet: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Beispiel 2: Nehmen wir an, der Kandidat ordnet die Verdünnungsstufen eines Merkmals wie folgt zu: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Dieser Kandidat scheidet nicht aus. Er hat für dieses Auswahlmerkmal  folgende Benotung erreicht: Zi = 02 + 02 + 32 + (-1)2 = 10Die Gesamtbewertung für die Auswahl oder das Ausscheiden des  Kandidaten aufgrund seiner Antworten zu den vier Auswahlmerkmalen geschieht wie folgt: PWh + PWj + PWi  + PWm = Z Gesamt = ZSt ..... + ZB  PSth+ PStj+ PSti+ PStm= ZStPWh+ PWj+  PWi+ PWm= ZWPRh+ PRj+ PRi+ PRm= ZRPBh+ PBj+ PBi+ PBm= ZB= Z Gesamt = ZSt ..... +  ZBDarin bedeutet: St  Darin bedeutet: St= stichig ("atrojado"), W= weinartig, R= ranzig, B= bitter. Es stellt sich nun die Frage, bis zu welchem Betrag von Z davon auszugehen ist, daß der Kandidat  über Sinnenschärfe, Geruchsgedächtnis und Zuordnungsvermögen in dem Masse verfügt, wie es zur  richtigen Beantwortung im Hinblick auf die vier Merkmale erforderlich ist. Z ist definitionsgemäß  nie negativ, und ein Betrag Z = 0 bedeutet, daß der Kandidat alle 16 ihm präsentierten  Verdünnungsstufen (vier für jedes Merkmal) erkannt und richtig zugeordnet hat. Ist der Betrag von Z  von Null verschieden, so bedeutet dies, daß der Kandidat die Bereiche, zu denen die ausgewählten  Verdünnungen gehören, zwar erkannt hat, den genauen Platz jedoch nicht feststellen konnte, da er  über kein gutes Unterscheidungsvermögen hinsichtlich der Verdünnungsreihe, die ihm für ein oder  mehrere Merkmale präsentiert wurden, verfügt. Es empfiehlt sich daher, einen kritischen Wert Zc festzulegen, für den bei ausschließlich  zufälliger Platzbewertung durch den Kandidaten innerhalb der von ihm zuvor erkannten Bereiche die  Wahrscheinlichkeit eines Gesamtwerts Z <  Zc ein hinreichend kleiner Wert á ist, der vorher  festgelegt werden kann. Mit anderen Worten, die Wahrscheinlichkeit, daß mit diesem Verfahren ein  Prüfer ausgewählt wird, dessen Unterscheidungsvermögen für die bei der Auswahl herangezogenenen  Merkmale unzureichend ist, ist kleiner als á. Bei gegebenem á, das in unserem Fall auf 0,05 festgelegt wurde, ergibt sich Zc aus der  Wahrscheinlichkeitsverteilung der Variablen Z, die sich ihrerseits aus den  Wahrscheinlichkeitsverteilungen der Variablen P ergibt (Kí). Aus der statistischen Berechnung ergibt sich für Zc ein Betrag von 34. Nachdem der von jedem Kandidaten erreichte Wert Z feststeht, scheiden all jene Kandidaten aus, die  einen Wert von über 34 erreicht haben. So erhalten die Kandidaten A und B folgende Bewertungen: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die Kandidaten A und B kommen auf jeweils 34 bzw. 38 Punkte; demnach hat  der Kandidat A die Prüfung bestanden, B dagegen nicht und scheidet aus. Nachdem die Kandidaten mit  über 34 Punkten ausgeschieden sind, werden die übrigen in der Reihenfolge der von ihnen erzielten  Punkte in einer Eignungsliste aufgelistet und die zwölf besten ausgewählt. 9.5. SchulungDie Schulung verfolgt hauptsächlich folgende Ziele: a)  Die Prüfer sollen mit den zahlreichen Geruchs- und Geschmacksnoten von nativem Olivenöl  vertraut gemacht werden. b)Die Prüfer sollen mit den spezifischen sensorischen Methoden vertraut gemacht werden. c)Die Fähigkeit jedes einzelnen, die sensorischen Merkmale wahrzunehmen, zu identifizieren und  quantitativ zu bestimmen, soll geschult werden. d)Sinnenschärfe und Gedächtnis für die verschiedenen Merkmale sollen verbessert werden, damit eine  zuverlässige Beurteilung gewährleistet ist. Entsprechend den Möglichkeiten der Teilnehmer sowie der Untersuchung umfasst die Schulung gewöhnlich  eine Reihe von Prüfungsgängen, bei denen die Prüfer die Öle einzeln prüfen und anschließend die  dabei angetroffenen Schwierigkeiten gemeinsam mit dem Leiter diskutieren und die Bewertungen  erläutern, um Kriterien und Meinungsbildung zu vereinheitlichen. Der nach einer bestimmten Zahl von Prüfungsgängen erreichte Stand der Schulung wird anhand der  Zunahme des Prozentsatzes richtiger Bewertungen bei Unterscheidungsprüfungen oder anhand der  Analyse der Varianz der durchschnittlichen Einzelbewertungen der Gruppe bei Skalenprüfungen  ermittelt. Der praktische Nutzen dieser Schulung wurde eingehend erörtert; heute gilt sie als sehr effizient  und sogar als unverzichtbar zur Erzielung zuverlässiger, richtiger sensorischer Daten. 9.6. LeistungskontrolleErfahrene Prüfer nehmen gewöhnlich regelmässig an sensorischen Prüfungen teil,  die ihnen sehr viel abverlangen. Ihre Bewertungen sind in technischer und gewerblicher Hinsicht oft  von grosser Tragweite; daher müssen sie sich nach ihrer Auswahl und Schulung Leistungskontrollen  unterziehen, damit die Verläßlichkeit der Ergebnisse gewährleistet ist. Daher müssen die an Routineprüfungen teilnehmenden Prüfer regelmässig in bestimmten Abständen ihre  Leistungsfähigkeit nachweisen. 10. VERFAHREN FÜR DIE BEWERTUNG DER ORGANOLEPTISCHEN EIGENSCHAFTENVON NATIVEM OLIVENÖLNach Erfuellung  der Bedingungen und Bereitstellung der erforderlichen Mittel entsprechend den vorstehenden Normen  sowie nach Auswahl der Prüfergruppe unterzieht jeder Prüfer das ihm zur Prüfung bereitgestellte  Glas mit dem Prüfmuster einer Geruchs- und Geschmacksprüfung (1); dabei prüft er die  olfaktorischen, gustatorischen, taktilen und kinästhetischen Merkmale anhand des in Abbildung 2  abgebildeten Prüfbogens, in den er das Vorhandensein und die Intensität der Merkmale einträgt.  Alsdann bewertet er die Qualität des Öls. 10.1. Verwendung des Prüfbogens in Abbildung 2 (Flavourbeschreibung und Qualitätsbewertung)In der linken  Hälfte des Bogens sind einige der typischsten sensorischen Merkmale aufgeführt, die bei Olivenöl am  häufigsten auftreten und für sein Flavour kennzeichnend sind. Werden ausser den aufgeführten  Merkmalen weitere Merkmale wahrgenommen, so sind diese mit dem oder den treffendsten Begriff(en)  dafür in der Rubrik "Andere" zu vermerken. Die wahrgenommenen Merkmale sind entsprechend ihrer Intensität durch Ankreuzen (+) des dafür  vorgesehenen Kästchens entsprechend der nachstehenden Bewertungstabelle zu bewerten: 1= kaum wahrnehmbar, 2= schwach, 3= mittel, 4= stark, 5= extrem. Die rechte Hälfte des Bogens enthält eine Neun-Punkte-Bewertungstabelle (9 = aussergewöhnliche  Qualität, 1 = ungenügend), anhand derer der Prüfer eine einheitliche Gesamtbewertung der Ölmerkmale  vornimmt. Bei dieser Bewertung ist den guten Eigenschaften und den Fehlern, die bereits in der  linken Hälfte im einzelnen vermerkt wurden, Rechnung zu tragen. Die erste Spalte (Fehler) der Bewertungstabelle umfasst fünf Rubriken, wonach Olivenöle  hauptsächlich aufgrund des völligen Fehlens oder des mehr oder weniger ausgeprägten Auftretens von  Flavourfehlern beurteilt werden; da die Bewertungstabelle jedoch neun Punkte umfasst, sind die in  der zweiten Spalte (Merkmale) aufgeführten Nuancen und Aspekte zu berücksichtigen, die zu der  Gesamtbewertung der Qualität entscheidend beitragen. 10.2. Endgültige BewertungDer Prüfungsleiter sammelt die von den einzelnen Prüfern abgegebenen  Bewertungen ein und überprüft, ob die wahrgenommenen und die in der "Profilbeschreibung" vermerkten  Merkmale und Intensitäten mit der in der "Bewertungstabelle" erteilten Bewertung in Einklang  stehen. Bei deutlichen Abweichungen muß der Prüfungsleiter den Prüfer auffordern, seinen Bewertungsbogen zu  überprüfen. Erforderlichenfalls muß der Prüfer die Untersuchung wiederholen. Schließlich stellt der Prüfungsleiter die Bewertungen durch die Gesamtgruppe in einer Tabelle  zusammen und berechnet das arithmetische Mittel und die Art des Fehlers (des Mittelwerts). Wenn die Art des Fehlers grösser ist als der Fehler der Methode, so muß er die Untersuchung durch  die gesamte Gruppe wiederholen lassen. Nur im Fall von Revisionsanalysen müssen die Untersuchungen so oft wiederholt werden, bis drei  Bewertungen je Probe vorliegen. Die endgültige Bewertung ist der Mittelwert von drei Bewertungen,  wobei das Ergebnis auf eine Dezimalstelle angegeben wird. Wenn der Mittelwert für die Intensität von bitter und/oder pikant über 2,5 liegt, so wird dem Öl  die entsprechende Bewertung gegeben, wobei zusätzlich angegeben wird, daß es besonders bitter  und/oder pikant ist. Abfassung der Ergebnisse: Der Prüfungsleiter bestimmt auf der Basis des Mittelwerts die Kategorie,  in die die Probe entsprechend den in Anhang I vorgesehenen Grenzwerten eingeordnet wird. Der  Untersuchungsbericht gibt nur diese Kategorie an. Anmerkung:  Die Proben sind bis zu ihrer Untersuchung verschlossen im Kühlschrank aufzubewahren und  sind jedesmal wieder dort hinzubringen, bis die dritte Untersuchung abgeschlossen ist. >ANFANG EINES SCHAUBILD>Abbildung 2Natives Olivenöl<?äLM18,><?äRW.4><?äTX1Y0><?äTY19Y1> <?äLM18,><?äPD8>ProfilbeschreibungOlfaktorische, gustatorische und taktile Merkmale<?äNL><?äPD7> <?äNL><?äBP><?äNP><?äTT1><?äFA12,><?äTT2> <?äTT3> <?äTT4> <?äTT5> <?äTT6> <?äTT7> <?äTT8><?äUV16> <?äRF><?äTS><?äVC><?äTF7><?äTB>Eigenschaften<?äTC><?äST><?äTH2Y8>Wahrnehmung (²)<?äTB><?äTF5> <?äTB><?äRT2Y8><?äTF7><?äTB>0<?äTC>1<?äTC>2<?äTC>3<?äTC>4<?äTC>5<?äSE><?äTB><?äTF5><?äTB> <?äRT8><?äTF5><?äTB><?äPD8>Fruchtigkeit (reif oder grün) (¹)<?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT8><?äTF5><?äTB> Äpfel <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Andere reife Früchte <?aaQ> .<?Ö><?äTB> <?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Grün (Blätter, Gras) <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8> <?äTF5><?äTB>Bitter <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Scharf <?aaQ> .<?Ö><?äTB> <?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Süß <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Andere  zulässige Merkmale (spezifizieren)<?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB><?aaQ> .<?Ö><?äTB> <?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB><?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT8><?äTF5><?äTB> Sauer/Weinartig/Essigartig/Säuerlich (¹) <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Roh  <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Metallisch <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB> <?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Moderig <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Schlammig <?aaQ>  .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Stichig (Atrojado) <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB> <?äRT2Y8><?äTF5><?äTB>Ranzig <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTB>Andere unannehmbare  Eigenschaften<?äMP-1>(spezifizieren) <?aaQ> .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äRT2Y8><?äTF5><?äTB><?aaQ>  .<?Ö><?äTB><?äTF3><?äTB><?äTE><?äRF><?äUV17><?äRV2><?äMV16Y19><?äRV3><?äRV4><?äRV5><?äRV6><?äRV7> <?äFN8><?äPD7>(¹) Unzutreffendes bitte streichen. (²) <?äSL8><?äUL8>Wahrnehmung: 1 = kaum wahrnehmbar, 2 = schwach, 3 = mittel, 4 = stark, 5 = extrem. <?äIC><?äTX2Y0><?äTY1Y0><?äLM18,><?äPD8><?äLV1><?äWL>Bewertungstabelle<?äNL><?äPD7><?äBP><?äNP> <?äTT1> <?äTT2> <?äTT3><?äFA4,><?äTT4><?äUV16><?äRF><?äTS><?äTF7><?äTB><?äVC>Fehler<?äTC> Merkmale<?äTC>Gesamtnote: Punkte<?äTB><?äTF5><?äTB><?äRT1Y4><?äTF8><?äTB><?äPD8><?äLV1><?äWL>Keine<?äTC><?äIL4><?äIR4> Fruchtigkeit von Oli<?Ç><?ß>ven, Fruchtigkeit von <?ß>Oliven und anderen fri<?Ç><?ß>schen  Früchten<?äTC>9<?äFN4>8<?äFN4>7<?äTB><?äIC><?äTF5><?äTB><?äRT4><?äTF8><?äTB><?äIR4>Gering,  kaumwahrnehmbar<?äTC><?äIL4>Schwache Fruchtigkeit <?ß>beliebiger Art<?äTC>6<?äTB><?äIC><?äTF5> <?äTB><?äRT4><?äTF8><?äTB><?äIR4>Wahrnehmbar<?äTC><?äIL4>Fruchtigkeit unzuläng<?Ç><?ß>lich, Geruch  und Ge<?Ç><?ß>schmack anormal<?äTC>5<?äTB><?äIC><?äTF5><?äTB><?äRT4><?äTF8><?äTB><?äIR4> Erheblich, nochgerade annehmbar<?äTC><?äIL4>Deutliche Fehler, Ge<?Ç><?ß>ruch und Geschmack <?ß> unangenehm<?äTC>4<?äTB><?äIC><?äTF5><?äTB><?äRT4><?äTF8><?äTB><?äIR4>Groß und/oder schwer<?Ç><?ß> wiegend, deutlich wahr<?Ç><?ß>nehmbar<?äTC><?äIL4>Geruch und Geschmack <?ß>für den Genuß völlig  <?ß>unzumutbar<?äTC>3<?äFN4>2<?äFN4>1<?äTB><?äIC><?äTF5><?äTB><?äTE><?äRF><?äUV17><?äRV2><?äRV3> <?äBP><?äNP><?äDFQ><?äQT> .<?Ö><?äIC><?äED>Bemerkungen: <?aaQ> .<?Ö><?äFN6><?aaQ> .<?Ö><?äFN6> Name des Prüfers: <?aaQ> .<?Ö><?äFN6><?aaQ> .<?Ö><?äFN6>Codenummer der Probe: <?aaQ> .<?Ö>Datum:  <?aaQ> .<?Ö><?äIC><?äFN20,"ENDE EINES SCHAUBILD>SENSORISCHE PRÜFUNG: GRUNDBEGRIFFE 1. UMFANG UND ANWENDUNGSBEREICHDiese Norm enthält eine Zusammenstellung der bei der sensorischen  Prüfung zu verwendenden Begriffe und ihrer Definitionen. 2. BEGRIFFE2.1. Allgemeine BegriffeSensorische Prüfung (Substantiv): Sinnenprüfung der organoleptischen Eigenschaften. Wahrnehmung (Substantiv): Sinnliches Erfassen äusserer Gegenstände und Vorkommnisse. Organoleptisch (Adjektiv) (Merkmal oder Eigenschaft): Bezeichnet Eigenschaften eines Erzeugnisses, die mit Hilfe der Sinnesorgane wahrgenommen werden  können. Sachverständiger (Substantiv) (auf dem Gebiet der Prüfung der organoleptischen Eigenschaften): Auf die sensorische Prüfung eines bestimmten Erzeugnisses spezialisierter Prüfer, der über  Grundkenntnisse über dessen Herstellung und die Marktpräferenzen verfügt. Prüfer (Substantiv): Ausgewählte und geschulte Person mit Unterscheidungsvermögen und Sinnesschärfe zur sensorischen  Prüfung der organoleptischen Eigenschaften eines Lebensmittels. Prüfergruppe (Substantiv): Gruppe von eigens ausgewählten und geschulten Prüfern, die zur sensorischen Prüfung des  Erzeugnisses unter kontrollierten Bedingungen zusammentritt. Empfindung (Substantiv): Durch einen Sinnesreiz verursachtes subjektives Phänomen. Dieses Phänomen ist hinsichtlich seiner  Art, seiner Bewertung sowie seiner Intensität subjektiv unterscheidbar und objektiv über das  betreffende Sinnesorgan beschreibbar. Sinnenschärfe (Substantiv): Fähigkeit der Sinnesorgane zur qualitativen und quantitativen Wahrnehmung eines schwach  ausgeprägten Sinnesreizes oder von geringen Unterschieden zwischen Sinnesreizen. Verkostung (Substantiv): Vorgang des Wahrnehmens, Prüfens und Beurteilens organoleptischer Eigenschaften, insbesondere der  olfaktorischen, gustatorischen, taktilen und kinästhetischen Eigenschaften eines Lebensmittels. Akzeptanz (Substantiv): Positive Reaktion eines einzelnen oder einer Gruppe, die ein Erzeugnis aufgrund seiner  organoleptischen Eigenschaften auslöst. Harmonie (Substantiv): Eigenschaft eines Erzeugnisses, die eine angenehme Gesamtempfindung verursacht. Diese Empfindung  wird verursacht durch die Wahrnehmung ihrer Einzelbestandteile in Form von olfaktorischen,  gustatorischen, taktilen und kinästhetischen Reizen, da die Einzelbestandteile in jeweils  geeigneten Konzentrationsverhältnissen vorliegen. Anklang (Substantiv): Tatbestand der bereitwilligen Aufnahme eines Erzeugnisses aufgrund seiner organoleptischen  Eigenschaften durch den einzelnen oder eine Gruppe. Unterscheidung (Substantiv): Qualitative und/oder quantitative Unterscheidung zweier oder mehrerer Reize. Kompensation (Substantiv): Ergebnis des Zusammenwirkens mehrerer Sinnesreize derart, daß ein jeder davon schwächer wahrnehmbar  ist, als wenn er allein vorläge. Aussehen (Substantiv): Mit den Augen wahrgenommenes Gesamtbild der organoleptischen Eigenschaften: Grösse, Form, Farbe,  Erscheinungsbild, Trübheit, Klarheit, Fließvermögen, Schaum und Efferveszenz. Dieser Begriff ist  dem Begriff Erscheinungsbild vorzuziehen. Eigenschaft (Substantiv): Wahrnehmbares Merkmal. 2.2. Physiologische BegriffeReizstoff (Substantiv): Physikalisch oder chemisch beschreibbarer Stoff, der eine spezifische Reaktion der externen oder  internen Sinnesrezeptoren hervorruft. Geschmack (Substantiv) (Geschmackssinn): Einer der Sinne, dessen Rezeptoren sich im Mund und insbesondere auf der Zunge befinden und auf  verschiedene gelöste Verbindungen reagieren. Gustatorisch (Adjektiv): Bezeichnet die Eigenschaft eines Erzeugnisses zur Reizung des Geschmackssinns und Hervorrufung  einer oder mehrerer der vier Grundgeschmacke: süß, salzig, sauer und bitter. Rezeptor (Substantiv): Auf die Aufnahme von Reizen spezialisierter Teil eines Sinnesorgans, der in der Lage ist, Reize zu  empfangen und an die Nervenzellen weiterzuleiten. Anmerkung:  Die Rezeptoren werden nach der Art der Energie, die den entsprechenden Sinnesreiz  auslösen, unterschieden (Licht, Wärme, Schall usw.). Geruch (Substantiv): Funktion der Geruchsorgane hinsichtlich der Wahrnehmung und Unterscheidung von Molekülen, die in  der Gasphase von aussen mittelbar oder unmittelbar durch die Nase mit ihm in Berührung kommen. Intensität (Substantiv): Stärke der Energie einer Eigenschaft, die oberhalb der Schwelle mit Hilfe einer quantitativen  Werteskala bestimmt werden kann. Anpassung (Substantiv): Vorübergehende Änderung der Sinnesschärfe bei der Wahrnehmung von sensorischen Reizstoffen als  Ergebnis einer ständigen, wiederholten Einwirkung eines bestimmten oder eines diesem ähnlichen  Reizstoffs. Hemmung (Substantiv): Ausbleiben der Reaktion eines Sinnesorgans oder eines seiner Teile unter der Einwirkung eines  geeigneten Reizstoffs, dessen Intensität oberhalb der Schwelle liegt. Reaktion (Substantiv): Wirkung, mit der die Sinneszellen auf einen oder mehrere Reize eines bestimmten Sinns reagieren. Körper (Substantiv): In der Mundhöhle wahrgenommene taktile Empfindung, die ein Gefühl für die Dichte, Viskosität,  Konsistenz oder Kompaktheit eines Erzeugnisses liefert. Duftigkeit (Substantiv): Frischer, weicher und milder Geruch. Riechen (Verb) (Fähigkeit des Geruchssinns): Fähigkeit der Geruchswahrnehmung. Objektiv (Adjektiv): a)  Bezeichnung für die Vermittlung einer wirklichkeitsgetreuen und überprüfbaren Darstellung eines  Sachverhalts unter Vernachlässigung menschlicher Faktoren (z. B. Vorlieben, Gewohnheiten,  Affekte); b)  Bezeichnung für eine Technik, die es trotz der Verwendung sensorischer oder instrumentaler  Verfahren erlaubt, selbstverursachte Fehler zu vermeiden. Anmerkung:  Von der Verwendung des Begriffs instrumentell als Synonym wird abgeraten. Subjektiv (Adjektiv): Bezeichnung für die Vermittlung einer Wahrnehmung, die nicht allein durch den Reizstoff  hervorgerufen wird, sondern auch durch unser Denken und Fühlen. Kinästhetik: Gesamtheit der Empfindungen, die sich beim Pressen der Probe bei der Bewegung in der Mundhöhle oder  beim Pressen zwischen den Fingern ergeben (Beispiel: Zerdrücken von Käse zwischen den Fingern). Schwelle (Substantiv): - absolute SchwelleMindestmenge eines Reizstoffes, - die eine Empfindung hervorruft (Wahrnehmungsschwelle) oder- bei der diese Empfindung  identifiziert wird (Identifizierungsschwelle); - UnterscheidungsschwelleMindestmenge eines Reizstoffs, bei der ein merklicher Unterschied in der  Intensität der Empfindungen feststellbar ist; - OberschwelleHoechststärke eines Reizstoffs, oberhalb derer eine Zunahme der Stärke nicht mehr  wahrgenommen wird; - PräferenzschwelleMindestmenge eines Reizstoffs oder kritische supraliminare Konzentration dieses  Reizstoffs, die im Vergleich zu einem neutralen Reizstoff angenehme bzw. unangenehme Empfindungen  hervorruft, z. B. bei der Wahl zwischen einer Zuckerlösung und Wasser. Anmerkung:  Es ist zu unterscheiden zwischen absoluter Präferenzschwelle und  Unterscheidungspräferenzschwelle. Subliminar (Adjektiv): Unterhalb der absoluten Schwelle. Supraliminar (Adjektiv): Oberhalb der absoluten Schwelle. Sinnenermüdung: Besonderer Fall der Sinnengewöhnung, bei dem ein Rückgang der Sinnesschärfe zu verzeichnen ist. Kompensation (Substantiv): Ergebnis des Zusammenwirkens mehrerer Reizstoffe derart, daß jeder schwächer wahrgenommen wird, als  wenn er alleine vorkäme. Synergistisch (Adjektiv): Ergebnis des Zusammenwirkens bestimmter Stoffe in der Weise, daß die Intensität der durch ihre  Mischung hervorgerufenen organoleptischen Eigenschaften stärker ist als die Summe der einzeln  wirkenden Komponenten. Kontrastwirkung (Substantiv): Steigerung der Reaktion auf die Unterschiede zweier gleichzeitig oder nacheinander wirkender  Reizstoffe. Gegenteil von Konvergenzwirkung. Konvergenzwirkung (Substantiv): Abschwächung der Reaktion auf die Unterschiede gleichzeitig oder nacheinander wirkender Reizstoffe.  Gegenteil von Kontrastwirkung. 2.3. Begriffe für organoleptische EigenschaftenSauer (Adjektiv): a)  Bezeichnung für den vorherrschenden Geschmack verdünnter wäßriger Lösungen der meisten Säuren  (z. B. Zitronensäure, Milchsäure, Traubensäure); b)  Bezeichnung für die Eigenschaft von Stoffen, im Reinzustand oder als Gemisch diesen  Grundgeschmack hervorzurufen. Das zugehörige Substantiv lautet: Azidität. Säuerlich (Adjektiv): Bezeichnung für die Geruchs- und Geschmackswirkung von vor allem bei der Fermentierung  freiwerdenden Säuren sowie von Lebensmitteln, die diese Empfindungen hervorrufen. Einige Faktoren, die zu dieser Empfindung beitragen, stehen in Beziehung zur Fermentierung, zum  Beispiel die Milchsäure- oder Essigsäurebildung eines Lebensmittels. Bitter (Adjektiv): a)  Bezeichnung für den vorherrschenden Geschmack verdünnter wäßriger Lösungen von verschiedenen  Stoffen wie Chinin, Koffein sowie bestimmter Alkaloide; b)Bezeichnung für die Eigenschaft von Stoffen, im Reinzustand oder als Gemisch diesen  Grundgeschmack hervorzurufen. Das zugehörige Substantiv lautet: Bitterkeit. Salzig (Adjektiv): a)  Charakteristische Geschmacksempfindung, wie sie in typischer Weise von einer  Natriumchloridlösung hervorgerufen wird; b)  Bezeichnung für die Eigenschaft von Stoffen, im Reinzustand oder als Gemisch diesen  Grundgeschmack hervorzurufen. Das zugehörige Substantiv lautet: Salzigkeit. Süß (Adjektiv): a)  Bezeichnung für den vorherrschenden Geschmack wäßriger Lösungen verschiedener Stoffe, z. B. Saccharose; b)Bezeichnung für die Eigenschaft von Stoffen, im Reinzustand oder als Gemisch diesen  Grundgeschmack hervorzurufen. Das zugehörige Substantiv lautet: Süsse. Adstringierend (Adjektiv): a)  Bezeichnung für eine komplexe Empfindung, wie sie von einer verdünnten wäßrigen Lösung mancher  Stoffe, z. B. von bestimmten Tanninen (Kaki- oder Schlehentannin), hervorgerufen wird; b)Bezeichnung für die Eigenschaft von Stoffen, im Reinzustand oder als Gemisch diese Empfindung  hervorzurufen. Das zugehörige Substantiv lautet: Adstringenz. Flavour (Substantiv): Als Flavour bezeichnet man den durch das Zusammenwirken von olfaktorischen, gustatorischen,  taktilen und kinästhetischen Empfindungen hervorgerufenen Gesamtsinneseindruck, der für ein  Lebensmittel kennzeichnend ist und als mehr oder weniger angenehm oder unangenehm empfunden wird. Geschmack (Substantiv): a)  Empfindung, die durch die von bestimmten löslichen Substanzen hervorgerufene Reizung der  Geschmackspapillen hervorgerufen wird; b)Bezeichnung für die von solchen Stoffen hervorgerufene besondere Empfindung. Grundgeschmack (Substantiv): a)Beim Einatmen bestimmter fluechtiger Stoffe über das Riechorgan wahrgenommener  Gesamtsinneseindruck; b)Bezeichnung für die von solchen Stoffen hervorgerufene besondere Empfindung. Geruch (Substantiv): a)Kombination von Empfindungen, die durch das Geruchsorgan wahrgenommen werden beim Einziehen  bestimmter fluechtiger Substanzen durch die Nase; b)Eigenschaft einer spezifischen Empfindung, die von den obengenannten Substanzen herrührt. Aroma (Substantiv): a)Beim Verkosten eines Lebensmittels indirekt über das Riechorgan wahrgenommene angenehme  Empfindungen; b)in der Parfümerie sowie in der Umgangssprache wird der Begriff auch für dieselben direkt über  die Nase wahrgenommenen Empfindungen verwendet. Nachgeschmack (Substantiv): Von den zuerst wahrgenommenen Empfindungen abweichender Gesamtsinneseindruck, der sich einstellt,  nachdem der Reizstoff den Mund verlassen hat. Aromatisch (Adjektiv): a)Bezeichnung für den von manchen Stoffen im Reinzustand oder als Gemisch beim Verkosten  hervorgerufene, als Aroma bezeichnete Empfindung; b)Bezeichnung für Stoffe, die bei der Geruchsprüfung durch die Nase eine duftige, frische  Empfindung hervorrufen. Textur (Substantiv): Eigenschaften eines Erzeugnisses im festen oder rheologischen Zustand, welche die mechanischen  Rezeptoren insbesondere der Mundregion beim Verkosten anregen können. Hinweis:  Mit diesem Begriff werden ausschließlich objektiv vorhandene Eigenschaften bezeichnet,  nicht aber hervorgerufene Empfindungen, die mit allgemeinen Begriffen wie Konsistenz, Faserigkeit,  Geschmeidigkeit usw. bezeichnet werden. Kauen: Vorgang, bei dem das Lebensmittel mit allen geschmacksempfindlichen Teilen des Mundes in Berührung  gebracht wird, damit die von ihm hervorgerufenen Empfindungen im Mund wahrgenommen werden können. Hinweis:  Dieses Glossar kann ergänzt werden unter Heranziehung der Normen ISO 5492/I-V und anderer  Veröffentlichungen, wie beispielsweise die von J. L. Magnen unter dem Titel "Les Cahiers techniques  du Centre National de Coordination des Etudes et Recherches sur la Nutrition et l'Alimentation"  usw. PRÜFGLAS FÜR ÖLE 1. UMFANG UND ANWENDUNGSBEREICHDiese Vorschrift beschreibt die Eigenschaften des Glases zur  organoleptischen Prüfung von Speiseölen (Geruch, Geschmack, Flavour). Sie beschreibt ferner die Vorrichtung zum Anwärmen und Temperieren auf die für diese Prüfung  geeignete Temperatur. 2. BESCHREIBUNGIn Abbildung 1 ist ein Prüfglas mit den am besten für diesen Zweck geeigneten  Merkmalen dargestellt; diese lassen sich wie folgt zusammenfassen: a)  höchstmögliche Standfestigkeit, um ein Umstossen und Vergießen des Inhalts zu verhindern; b)Standfläche passt in die Öffnungen des Anwärmblocks hinein, was eine gleichmässige Erwärmung des  Glasbodens ermöglicht; c)eine Form, die am Boden am weitesten ist, so daß die fluechtigen Bestandteile der Öle vollständig  freigesetzt werden. Sie verengt sich im Mundbereich, so daß die gleichen Verbindungen konzentriert  werden, wodurch sichergestellt wird, daß sie durch die Nase besser wahrgenommen und identifiziert  werden können; d)dunkles Glas. Es verhindert, daß der Prüfer die Farbe des Öles erkennt, dadurch voreingenommen  wird und sich möglicherweise von einer objektiven Bestimmung ablenken lässt. 2.1. MasseDas in Abbildung 1 dargestellte Glas hat folgende Masse: - Gesamtvolumen  . 130,   ml  p  10,  ml, - Gesamthöhe  .  60,  mm p  1,  mm, - Durchmesser der Kelchöffnung  .  50,  mm p  1,  mm, - grösster Kelchdurchmesser  .  70,  mm p  1,  mm, - Durchmesser des Kelchbodens  .  35,  mm p  1,  mm, - Wandstärke  .   1,5 mm p  0,2 mm,- Stärke des Glasbodens  .   5,  mm p  1,  mm. Zu jedem Glas gehört ein Uhrglas mit einem um 10 mm grösseren Durchmesser als der der Kelchöffnung.  Dieses Glas dient als Deckel, damit nichts von dem Aroma verloren geht und kein Staub eindringen  kann. 2.2. FertigungsdatenDas Glas muß aus resistentem, dunklem, blasen- und kratzerfreiem Glas gefertigt  sein, so daß die Farbe des Inhalts nicht erkennbar ist. Der Glasrand muß gleichmässig, glatt und leicht umgebogen sein. Das Glas muß getempert sein, damit es den bei den Prüfungen auftretenden Temperaturschwankungen  standhält. 2.3. Vorschriften für den GebrauchZur Reinigung der Gläser ist geruchsfreie Seife bzw. Spülmittel zu  verwenden und anschließend ausreichend mit Wasser nachzuspülen, um jedwede Rückstände von  Reinigungsmittel zu entfernen. Schließlich werden sie mit destilliertem Wasser nachgespült, man  lässt abtropfen und trocknet sie in einem Trockenschrank. Konzentrierte Säuren oder gar Chromsäuregemische dürfen nicht verwendet werden. Die Gläser sind bis zum Gebrauch im Trockenschrank oder in einem Schrank zum Schutz gegen  Fremdgeruch aufzubewahren. Vor jeder Verwendung ist jedes Glas durch Riechen auf Fremdgeruch zu prüfen. Bei der  Versuchsvorbereitung sind die Kennzeichen eines jeden Glases sowie das enthaltene Ölmuster  sorgfältig aufzuzeichnen. Nur der Prüfungsleiter darf wissen, welches Kennzeichen welcher Ölprobe  entspricht. 3. VORRICHTUNG ZUM ANWÄRMEN DER PROBENDie organoleptische Prüfung der Proben muß bei einer bestimmten  Temperatur geschehen, die bei Speiseölen 28 p2 oC betragen muß. Damit dies gewährleistet ist, muß  sich in jeder Kabine in Reichweite des Prüfers eine Anwärmvorrichtung gemäß Abbildung 2 befinden.  Sie besteht aus einem Aluminiumblock in einem thermostatisch gesteuerten Wasserbad und  gewährleistet eine gleichmässige Temperatur. Dieser Block weist eine Reihe von paßgenauen  Vertiefungen für den Boden auf. Der Unterschied zwischen der Temperatur der Anwärmvorrichtung und  dem Öl in den Gläsern in den Vertiefungen der einzelnen Blöcke darf höchstens p2 oC betragen. >ANFANG EINES SCHAUBILD>Abbildung 1 - Prüfglas<?aa6A><?Þ><?äFN31,"ENDE EINES SCHAUBILD>>ANFANG  EINES SCHAUBILD>Abbildung 2 - Vorrichtung zum Anwärmen der Proben(Masse in mm)<?äVS1><?Þ"ENDE  EINES SCHAUBILD>LEITLINIEN FÜR DIE EINRICHTUNG EINES PRÜFRAUMS 1. EINLEITUNGDer Prüfraum soll den an der sensorischen Prüfung teilnehmenden Prüfern zweckmässige,  bequeme und genormte Arbeitsbedingungen bieten, um ihnen die Arbeit zu erleichtern und die  Wiederholbarkeit und Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. 2. UMFANG UND ANWENDUNGSBEREICHDiese Vorschriften regeln die Grundvoraussetzungen für die Einrichtung  eines Prüfraums. 3. ALLGEMEINE SPEZIFIKATION DER EINRICHTUNGDer Raum muß ungeachtet seiner Fläche (3.1) folgenden  Anforderungen genügen: Der Raum muß angenehm und gut ausgeleuchtet (3.2), aber neutral gehalten sein. Daher empfiehltsich  ein beruhigender, glatter und heller Wandanstrich zur Schaffung einer entspannten Atmosphäre (¹). Der Raum muß leicht zu reinigen und darf keinen Geräuschquellen ausgesetzt sein; daher ist er nach  Möglichkeit mit einer Schallisolierung zu versehen. Ferner darf er keinerlei Fremdgeruch ausgesetzt  sein und ist nach Möglichkeit mit einer geeigneten Lüftungsanlage auszurüsten. Sofern die  Umgebungstemperaturen es verlangen, ist der Prüfraum mit einer Klimaanlage auszustatten, die eine  konstante Temperatur von 20 bis 22 oC gewährleistet. 3.1. MasseDie Masse hängen stark von den Möglichkeiten der Laboratorien bzw. Unternehmen ab. Allgemein  muß der Raum zur Aufnahme von etwa 10 Kabinen und einem Bereich zur Vorbereitung der Proben  ausreichen. Je grösser der Raum ist, desto besser ist es natürlich, da in diesem Fall Nebenräume beispielsweise  für die Reinigung des Materials, die Herrichtung von Speisen und das Zusammentreten "offener  Prüfgruppen" eingerichtet werden können. 3.2. BeleuchtungDie allgemeine natürliche oder künstliche Beleuchtung (z. B. mit  Tageslicht-Röhrenleuchten) muß gleichmässig, regelbar und diffus sein. 3.3. Lufttemperatur und -feuchtigkeitDer Raum muß ständig angenehme Lufttemperatur und -feuchtigkeit  aufweisen. Es empfiehlt sich eine Temperatur von 20-22 oC und eine relative Luftfeuchtigkeit von 60  bis 70 %, sofern keine besonderen Bedingungen gelten. 4. BESCHREIBUNG DER KABINEN4.1. Allgemeine MerkmaleDie Kabinen sind nebeneinander angeordnet, gleich ausgestattet und durch  Trennwände so voneinander getrennt, daß die Prüfer beim Sitzen keinen Kontakt zueinander haben. Sie  können aus jedwedem geeigneten, reinigungsfreundlichen und haltbaren Material gefertigt werden (z.  B. Holz, glasierte Sperrholzplatten, Walzplatten usw.). Bei Verwendung von Anstrichen müssen diese  nach dem Trocknen völlig geruchlos sein. Die in jeder Kabine aufgestellten Stühle müssen bequem und höhenverstellbar sein. Ausserdem muß jede Kabine über eine richtungs- und helligkeitsverstellbare Einzelbeleuchtung  verfügen. Jede Kabine sollte ferner über einen Schalter mit einer ausserhalb der Kabine gelegenen Lichtquelle  verbunden sein, mit der der Prüfer dem Betreuer diskret melden kann, daß er mit der Prüfung fertig  ist, weitere Proben wünscht, ein Hilfsmittel benötigt, eine Unregelmässigkeit festgestellt hat oder  eine Information benötigt usw. (¹) Farbe und Beleuchtung können die Ergebnisse der sensorischen Prüfung beeinflussen. 4.2. MasseDie Kabinen müssen genügend Platz bieten und bequem sein. Allgemein sind folgende Masse vorzusehen: Länge: 0,75 m (ohne Spülbecken), 0,85 m (mit Spülbecken); Tiefe: 0,50 m (Tisch), 0,20 m (Trennwandaufmaß); Trennwandhöhe: mindestens 0,60 m ab Tischhöhe; Tischhöhe: 0,75 m. 4.3. AnordnungDie Tischplatte muß leicht zu reinigen sein. Ein Teil dieser Tischplatte ist für ein Spülbecken mit fließendem Wasser vorgesehen. Sofern dies  nicht möglich sein sollte, ist dieser Bereich für eine Schüssel, einen Spucknapf oder ähnliches  vorzusehen. Falls die Proben während der Prüfung auf einer konstanten Temperatur über oder unter der  Raumtemperatur gehalten werden müssen, ist eine geeignete Einrichtung dafür vorzusehen (Wasserbad,  Heizplatte usw.). In einer Höhe von etwa 1,10 Metern kann auch ein Regal angebracht werden, um verschiedene  Hilfsmittel (Gläser, kleine Geräte usw.) abstellen zu können. Sofern die Anordnung der Kabinen in dem Raum es erlaubt, sollte eine Einrichtung für die  Bereitstellung der Proben vorgesehen werden. Diese könnte als Schiebefenster (Abbildung 1),  Drehfenster mit vertikaler Achse für Standgläser (hohe Gläser) (Abbildung 2) oder mit horizontaler  Achse für Probengefässe geringer Höhe (Abbildung 3) vorgesehen werden. Es kommt lediglich darauf an,  daß die Öffnung groß genug ist, daß die Tabletts mit den Probengefässen hindurchpassen. 5. NEBENRÄUMESofern genügend Platz vorhanden ist, sind getrennte Räumlichkeiten für die Vorbereitung  der Proben (Versuchsküche für den Fall der Durchführung von Prüfungen mit Speisen o. a.), Regale  für das Abstellen der Gläser oder Hilfsmittel sowie für Besprechungen vor oder nach den Prüfungen  vorzusehen. Diese Räumlichkeiten sind sauber zu halten und dürfen keinesfalls so gelegen oder  beschaffen sein, daß die Arbeit der Prüfer im Prüfraum durch Gerüche, Geräusche oder Gespräche  beeinträchtigt werden kann. Abbildung 4 zeigt ein Beispiel eines Prüfraums mit Nebenräumen. Hinweis:  Bei den beschriebenen Verhältnissen handelt es sich um Idealbedingungen; sollte es nicht  möglich sein, eine vergleichbare Einrichtung ausschließlich für die sensorische Prüfung  bereitzustellen, könnten die Prüfungen in einem Raum durchgeführt werden, der die beschriebenen  Mindestbedingungen (Licht, Temperatur, Schall-Isolierung, Gerüche) erfuellt und in dem transportable  Kabinen aus Faltelementen so aufgestellt werden, daß zumindest die Prüfer voneinander getrennt  sind. >ANFANG EINES SCHAUBILD><?äPD8>EINRICHTUNG DER KABINEAbbildung 1<?aa5A><?Þ"ENDE EINES  SCHAUBILD>>ANFANG EINES SCHAUBILD>DREHFENSTER MIT VERTIKALER ACHSEAbbildung 2<?aa5A><?Þ"ENDE  EINES SCHAUBILD>>ANFANG EINES SCHAUBILD>DREHFENSTER MIT HORIZONTALER ACHSEAbbildung 3<?aa5A> <?Þ"ENDE EINES SCHAUBILD>>ANFANG EINES SCHAUBILD>LABOR FÜR DIE SENSORISCHE PRÜFUNGAbbildung  4 - Beispiel eines Prüfraums<?äFN24,><?äPD7>A<?äNF><?äIL1,2>= Prüferkabinen, <?äIC>B<?äNF><?äIL1,2>= Raum für die Reinigung der Hilfsmittel und Vorbereitung der Proben, <?äIC>C<?äNF><?äIL1,2>= Raum für offene Prüfungen, <?äIC>D<?äNF><?äIL1,2>= Büro, <?äIC>E<?äNF><?äIL1,2>= Wartezimmer, <?äIC>F<?äNF><?äIL1,2>= Kühlschrank, <?äIC>H<?äNF><?äIL1,2>= Trockenschrank, <?äIC>L<?äNF><?äIL1,2>= Spülmaschine, <?äIC>Pi<?äNF><?äIL1,2>= Spüle, <?äIC>AR<?äNF><?äIL1,2>= Schrank, <?äIC>MR<?äNF><?äIL1,2>= Tisch mit Rädern, <?äIC>DF<?äNF><?äIL1,2>= Formularausgabe, <?äIC>MC<?äNF><?äIL1,2>= runder Tisch, <?äIC>M<?äNF><?äIL1,2>= Tisch, <?äIC>P<?äNF><?äIL1,2>= Arbeitsplatte. <?aa4L"ENDE EINES SCHAUBILD>(1) Der Prüfungsleiter muß den Kandidaten unbedingt  veranlassen, die Prüfung mit Bedacht zu absolvieren, damit sein Geruchssinn nicht abstumpft. (1) Sofern er bei der Geruchsprobe ein extrem oder stark unangenehm vorschmeckendes Merkmal  feststellt, kann er ausnahmsweise darauf verzichten und dies auf dem Prüfbogen vermerken.  ANHANG XIII RAFFINATIONSNACHWEIS 1. NEUTRALISIEREN UND BLEICHEN DES OLIVENÖLS IM LABORATORIUM1.1. Neutralisieren des Öls1.1.1. Geräte- hohes 300-ml-Becherglas, - Laborzentrifuge mit 100-ml-Gläsern, - 250-ml-Becherglas, - 100-ml-Rundkolben, - 1-Liter-Scheidetrichter. 1.1.2. Reagenzien- 12%ige wäßrige Natriumhydroxidlösung, - 1%ige Lösung von Phenolphthalein in Äthylalkohol, - Hexan, analysenrein, - Isopropylalkohol, analysenrein. 1.1.3. Verfahrena)  Öle mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, von weniger als 30  %Man gibt 50 g rohes Öl in ein hohes 300-ml-Becherglas und erwärmt im Wasserbad auf 65 oC. Unter  langsamem Rühren gibt man - mit einem Überschuß von 5 % - so viel 12%ige Natriumhydroxidlösung  hinzu, wie dem Gehalt des Öls an freien Fettsäuren entspricht. Unter Aufrechterhaltung der  Temperatur von 65 oC wird 5 Minuten weitergerührt. Das Ganze wird in 100-ml-Zentrifugengläser überführt und die Seifenmasse durch Zentrifugieren  abgetrennt. Das dekantierte Öl wird in ein 250-ml-Becherglas gegeben und mit 50 bis 60 ml kochendem  destilliertem Wasser gewaschen. Die wäßrige Phase wird mit Hilfe eines Saughebers entfernt. Die  Waschungen werden wiederholt, bis auch Spuren von Seifenresten entfernt sind (Verschwinden der  Rosafärbung des Phenolphthaleins). Zur Entfernung der geringen Restwassermengen wird das Öl zentrifugiert. b)Öle mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, von mehr als 30 %In einen  1-Liter-Scheidetrichter gibt man 50 g rohes Öl, 200 ml Hexan, 100 ml Isopropylalkohol und - mit  einem Überschuß von 0,3 % - so viel 12%ige Natriumhydroxidlösung, wie dem Gehalt des Öls an freien  Fettsäuren entspricht. Eine Minute lang kräftig rühren. 100 ml destilliertes Wasser hinzugeben, erneut rühren und stehen  lassen. Nach der Phasentrennung wird die untere seifenhaltige Schicht abgelassen. In vielen Fällen  bildet sich zwischen den beiden Phasen (ölhaltige obere und wäßrige untere Schicht) eine  Zwischenschicht, die Schleimstoffe und unlösliche Substanzen enthält und die ebenfalls entfernt  werden muß. Anschließend wird die Hexanlösung des neutralen Öls mit Portionen von jeweils 50 bis 60 ml einer  Lösung aus Isopropylalkohol und destilliertem Wasser im Verhältnis 1:1 (Volumenteile) bis zum  Verschwinden der Rosafärbung des Phenolphthaleins gewaschen. Darauf wird das Hexan durch  Abdestillieren im Vakuum (z. B. mit Hilfe eines Rotationsverdampfers) vollständig entfernt. 1.2. Bleichen des neutralisierten Öls1.2.1. Geräte- 250-ml-Dreihalskolben mit Schliffansätzen für: a)  Thermometer mit Unterteilung in 1 oC für Messungen bis 90 oC, bmechanisches Rührwerk, 250 bis 300 Umdrehungen/min, geeignet zum Betrieb im Vakuum, c)Anschluß für die Vakuumpumpe; - Vakuumpumpe für 15 bis 30 Millibar Endvakuum, mit Manometer. 1.2.2. VerfahrenIn den Dreihalskolben werden etwa 100 g neutralisiertes Öl eingewogen. Thermometer und  Rührwerk einführen, Vakuumpumpe anschließen und auf 90 oC unter Umrühren erwärmen; die Temperatur  wird unter ständigem Rühren so lange aufrechterhalten, bis das zu untersuchende Öl vollständig vom  Wasser befreit ist (etwa 30 Minuten). Danach wird das Vakuum unterbrochen und 2 bis 3 g aktivierte Bleicherde zugegeben. Dann wird wieder ein Vakuum mit einem Druck von 15 bis 30 Millibar hergestellt, wobei über eine  Zeit von 30 Minuten die Temperatur auf 90 oC und die Drehzahl des Rührwerks bei etwa 250  Umdrehungen/min gehalten werden. Danach wird in einem thermostatisch regulierten Trockenschrank  warm filtriert (50-60 oC). ANHANG XIV ZUSÄTZLICHE ANMERKUNGEN 2, 3 UND 4 ZU KAPITEL 15 DER KOMBINIERTEN NOMENKLATUR  1.  Anmerkung 2.A:  Als Olivenöl im Sinne der Positionen 1509 und 1510 gilt nur das ausschließlich  aus der Verarbeitung von Oliven gewonnene Öl, nicht jedoch wiederverestertes Olivenöl und  Mischungen von Olivenöl mit anderen Ölen. Die Anwesenheit von wiederverestertem Olivenöl oder von anderen Ölen wird mit den in den Anhängen  V, VII, IX, X und XII angegebenen Verfahren bestimmt. Die Sterin- und Fettsäurezusammensetzungen  aller Olivenöle der Positionen 1509 und 1510 sind in den nachstehenden Tabellen aufgeführt. >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Anmerkung 2.B:  Als "native Olivenöle" gelten Öle, die aus Oliven  ausschließlich durch mechanische oder andere physikalische Verfahren unter Bedingungen,  insbesondere Temperaturbedingungen, gewonnen werden, die nicht zur Verschlechterung der Öle führen  und die keine andere Behandlung erfahren haben als Reinigen, Dekantieren, Zentrifugieren und  Filtrieren. Sie sind nachstehend in den Ziffern I und II definiert. Ausgeschlossen sind Öle, die  mit Hilfe von Lösungsmitteln gewonnen wurden (Position 1510). II.  Als "Lampantöl" im Sinne der Unterposition 1509 10 10 gilt natives Olivenöl, das unabhängig  von seinem Gehalt an freien Fettsäuren folgende Merkmale aufweist: a)  Gehalt an aliphatischen Alkoholen höchstens 400 mg/kg; b)Gehalt an Erythrodiol + Uvaol höchstens 4,5 GHT; c)Gehalt an gesättigten Fettsäuren in 2-Stellung der Triglyceride höchstens 1,3 GHT  und/oderd)eines der folgenden Merkmale: 1)  Peroxidzahl mehr als 20 meq aktiver Sauerstoff je kg; 2)  Gesamtgehalt an fluechtigen halogenierten Lösungsmitteln mehr als 0,2 mg/kg oder Gehalt an einem  bestimmten fluechtigen halogenierten Lösungsmittel mehr als 0,1 mg/kg; 3)Extinktionsköffizient K270 grösser als 0,25, nach Behandlung der Ölprobe mit aktiviertem  Aluminiumoxid 0,11 oder weniger. Öle mit einem als Ölsäure berechneten Gehalt an freien Fettsäuren  von mehr als 3,3 g je 100 g können nach Behandeln mit aktiviertem Aluminiumoxid gemäß dem Verfahren  in Anhang XV einen Extinktionsköffizienten K270 grösser als 0,11 aufweisen. In diesem Fall muß die  Ölprobe nach Neutralisieren und Bleichen im Laboratorium folgende Merkmale aufweisen: - Extinktionsköffizient K270 kleiner oder gleich 1,20; - Schwankung des Extinktionsköffizienten (DK) (1) bei 270 nm zwischen 0,01 und höchstens 0,16; 4)sensorische Merkmale mit wahrnehmbaren unannehmbaren Geschmacksfehlern, mit einem  Bewertungsergebnis von unter 3,5. II. Als "natives Olivenöl" im Sinne der Unterposition 1509 10 90 gilt Olivenöl, das folgende Merkmale  aufweist: a)Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, höchstens 3,3 g je 100 g; b)Peroxidzahl höchstens 20 meq aktiver Sauerstoff je kg; c)Gehalt an aliphatischen Alkoholen höchstens 300 mg/kg; d)Gesamtgehalt an fluechtigen halogenierten Lösungsmitteln höchstens 0,2 mg/kg, oder Gehalt an  einem bestimmten fluechtigen halogenierten Lösungsmittel höchstens 0,1 mg/kg; e)Extinktionsköffizient K270 höchstens 0,250, nach Behandlung der Ölprobe mit aktiviertem  Aluminiumoxid höchstens 0,10 (2); f)Schwankung des Extinktionsköffizienten (DK) (1) im Bereich von 270 nm höchstens 0,010; g)sensorische Merkmale mit einem Bewertungsergebnis über 3,5, auch mit wahrnehmbaren, jedoch noch  annehmbaren Geschmacksfehlern; h)Gehalt an Erythrodiol + Uvaol höchstens 4,5 GHT; i)Gehalt an gesättigten Fettsäuren in 2-Stellung der Triglyceride höchstens 1,3 GHT. Anmerkung 2.C:Als Olivenöl im Sinne der Unterposition 1509 90 00 gilt Olivenöl, das durch Behandeln von  Olivenölen der Unterpositionen 1509 10 10 und/oder 1509 10 90 gewonnen wurde, auch vermischt mit  nativen Olivenölen, das folgende Merkmale aufweist: a)  Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, höchstens 3,3 g je 100 g; b)Gehalt an aliphatischen Alkoholen höchstens 350 mg/kg; c)Extinktionsköffizient K270 grösser als 0,250, jedoch nicht grösser als 1,20 und nach Behandlung  der Ölprobe mit aktiviertem Aluminiumoxid grösser als 0,10; d)Schwankung des Extinktionsköffizienten (DK) (1) im Bereich von 270 nm zwischen mehr als 0,01  und nicht mehr als 0,16; e)Gehalt an Erythrodiol + Uvaol höchstens 4,5 GHT; f)Gehalt an gesättigten Fettsäuren in 2-Stellung der Triglyceride höchstens 1,5 GHT.Anmerkung 2.D: Als "rohe Öle" im Sinne der Unterposition 1510 00 10 gelten Öle, insbesondere Tresteröle, die  folgende Merkmale aufweisen: a)Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, mehr als 2 g je 100 g; b)Gehalt an Erythrodiol + Uvaol mehr als 12 GHT; c)Gehalt an gesättigten Fettsäuren in 2-Stellung der Triglyceride höchstens 1,8 GHT. "Anmerkung 2.E: Als Öle der Unterposition 1510 00 90 gelten Öle, die durch Behandeln von Ölen der Unterposition  1510 00 10 gewonnen wurden, auch vermischt mit nativen Olivenölen, und die nicht die Merkmale der  Öle der Ziffern I und II aufweisen, sofern sie einen Gehalt an gesättigten Fettsäuren in 2-Stellung  der Triglyceride von höchstens 2 GHT aufweisen."ÄK = Km 0,5 (Km 4 + Km + 4)Km bezeichnet den  Extinktionsköffizienten für die im Bereich von 270 nm liegende Wellenlänge, die im Maximum der  Absorptionskurve liegt, Km 4 und Km + 4 bezeichnen die Extinktionsköffizienten für eine um 4 nm niedriger bzw. höher  liegende Wellenlängeals Km. 2.  "Anmerkung 3:  Zu den Unterpositionen 1522 00 31 und 1522 00 39 gehören nicht: a)  Rückstände aus der Verarbeitung von Fettstoffen, die Öl enthalten, dessen Iodzahl nach der  Bestimmung mit dem Verfahren des Anhangs XVI weniger als 70 oder mehr als 100 beträgt: b)Rückstände aus der Verarbeitung von Fettstoffen, die Öl enthalten, dessen Iodzahl zwischen 70  und 100 liegt, bei dem jedoch die Fläche des Peaks, der dem Retentionsvolumen des Beta-Sitosterins  entspricht und der gemäß Anhang V der in der nachstehenden zusätzlichen Anmerkung 4 genannten  Verordnung bestimmt worden ist, weniger als 93 % der Gesamtfläche der Sterinpeaks ausmacht."3. "Anmerkung 4: Für die Bestimmung der Merkmale der obengenannten Erzeugnisse sind die in den Anhängen der  Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 beschriebenen Analysenverfahren anzuwenden."(1) Diese  Schwankung ist wie folgt definiert: (2) Wenn der Extinktionsköffizient K270 grösser als 0,25 ist, muß die Bestimmung nach Behandeln mit  aktiviertem Aluminiumoxid wiederholt werden. K270 darf jetzt 0,10 nicht übersteigen.  ANHANG XV 1. ÖLGEHALT DER OLIVENTRESTER1.1. Geräte- Geeigneter Extraktionsapparat mit 200- bis 250-ml-Kolben, - elektrisch beheiztes Bad (Sandbad, Wasserbad usw.) oder Heizplatte, - Analysenwaage, - Trockenschrank, eingestellt auf höchstens 80 oC, - elektrischer Trockenschrank mit Thermostat, eingestellt auf 103 oC p2 oC, der unter Einblasen von  Luft oder unter vermindertem Druck betrieben werden kann, - mechanische Mühle, leicht zu reinigen, mit der die Trester ohne Erwärmung und ohne merkliche  Verringerung ihres Gehalts an Wasser und Öl zerkleinert werden können, - Extraktionshülse und Watte oder Filterpapier, frei von mit Hexan extrahierbaren Stoffen, - Exsikkator, - Sieb, Maschendurchmesser 1 mm, - Siedesteinchen, zuvor getrocknet. 1.2. Reagenzien- technisches n-Hexan; Rückstand bei vollständiger Verdampfung unter 0,002 g/100 ml. 2. ARBEITSVORSCHRIFT2.1. Vorbereitung der ProbeDie Probe wird, wenn nötig, in der zuvor gut gereinigten mechanischen Mühle  so weit gemahlen, daß die Teilchen vollständig das Sieb passieren können. Etwa ein Zwanzigstel der Probe ist zur Reinigung der Mühle zu benutzen; dieses Mahlgut ist zu  verwerfen. Der Rest ist fein zu mahlen, das Mahlgut aufzufangen, sorgfältig zu mischen und  unverzueglich zu analysieren. 2.2. UntersuchungsprobeEtwa 10 g der Probe werden nach dem Mahlen auf 0,01 g genau für die Untersuchung  abgewogen. 2.3. Vorbereitung der ExtraktionshülseDie Probe wird in die Hülse gegeben und diese mit einem  Wattebausch verschlossen. Bei Verwendung von Filterpapier wird das Mahlgut darin eingeschlagen. 2.4. VertrocknungWenn die Trester sehr feucht sind (Gehalt an Wasser und fluechtigen Stoffen grösser als  10 %), ist vorzutrocknen, wobei die gefuellte Hülse (bzw. das Filterpapier) so lange wie nötig in  den auf höchstens 80 oC geheizten Trockenschrank gestellt wird, um den Gehalt an Wasser und  fluechtigen Stoffen auf unter 10 % zu senken. 2.5. Vorbereitung des KolbensDer Kolben, der 1 bis 2 Siedesteinchen enthält und zuvor im Trockenschrank  bei 103 oC p2 oC getrocknet und danach mindestens 1 Stunde lang im Exsikkator abgekühlt wurde, wird  auf 1 mg genau gewogen. 2.6. Erste ExtraktionDie Hülse (bzw. das Filterpapier) mit der Probe wird in den Extraktionsapparat  gestellt, die benötigte Menge Hexan in den Kolben gegeben, der Kolben an den Extraktionsapparat  angeschlossen und das Ganze auf das elektrische Heizbad gestellt. Die Heizung ist so einzustellen,  daß der Rückfluß mindestens 3 Tropfen in der Sekunde beträgt (mässiges, nicht heftiges Sieden). Nach 4stuendiger Extraktion lässt man abkühlen. Die Hülse wird aus dem Extraktionsapparat genommen  und in einen Luftstrom gestellt, um den grössten Teil des Lösungsmittels, mit dem sie durchtränkt  ist, zu entfernen. 2.7. Zweite ExtraktionDie Hülse wird in die Mikrokugelmühle entleert, und es wird so fein wie möglich  gemahlen. Das Mahlgut wird quantitativ in die Hülse zurückgegeben und diese wieder in den  Extraktionsapparat gestellt. Es wird nochmals 2 Stunden extrahiert, wobei der die erste Extraktion enthaltene Kolben verwendet  wird. Die im Extraktionskolben enthaltene Lösung muß klar sein. Wenn nicht, ist sie über Filterpapier zu  filtrieren, wobei der erste Kolben und das Filterpapier mehrmals mit Hexan gewaschen werden. Das  Filtrat und die Waschfluessigkeit werden in einem zweiten, zuvor getrockneten und auf 1 mg  abgewogenen Kolben aufgefangen. 2.8. Entfernung des Lösungsmittels und Wiegen des ExtraktsDurch Destillieren auf dem elektrischen  Heizbad wird der grösste Teil des Lösungsmittels entfernt. Die letzten Lösungsmittelspuren werden  durch 20minütiges Erhitzen des Kolbens im Trockenschrank bei 103 oC p2 oC beseitigt. Die  Beseitigung der Lösungsmittelreste wird durch zeitweiliges Einführen eines Luftstroms oder besser  eines Inertgasstroms oder durch Arbeiten unter vermindertem Druck erleichtert. Den Kolben lässt man wenigstens 1 Stunde im Exsikkator abkühlen und wiegt ihn dann auf 1 mg genau. Danach wird der Kolben erneut 10 Minuten unter den gleichen Bedingungen erhitzt, im Exsikkator  abgekühlt und gewogen. Der Unterschied zwischen den Ergebnissen der zwei Wägungen darf höchstens 10 mg betragen. Wenn  nicht, ist erneut 10 Minuten zu erhitzen, dann wieder abkühlen zu lassen und zu wiegen, bis der  Gewichtsunterschied höchstens 10 mg beträgt. Das letzte Gewicht des Kolbens wird notiert. Für jede Untersuchung werden mit der gleichen Probe zwei Bestimmungen durchgeführt. 3. ERGEBNISSE3.1. Berechnung und Formela)  Der Extrakt des Rohprodukts lässt sich in Gewichtsprozenten durch  nachstehende Formel berechnen: a)    S = m1 ×  100  S = m1 ×100m0Dabei sind: S  = Gewichtsprozente des Extrakts des  Rohprodukts, m0= Gewicht der Untersuchungsprobe in g, m1= Gewicht des Extrakts nach der Trocknung in g. Als Ergebnis ist das arithmetische Mittel aus den beiden Bestimmungen zu nehmen, falls die  Bedingungen der Wiederholbarkeit erfuellt sind. Das Ergebnis wird auf eine Dezimalstelle angegeben. b)Der Extrakt, bezogen auf den Trockenstoff, lässt sich berechnen durch die Formel: a)    S =  100   U  = Extrakt in % Fett, bezogen auf den Trockenstoff.  S ×100100   U= Extrakt  in % Fett, bezogen auf den Trockenstoff. Dabei sind: S  = Gewichtsprozente des Extrakts des Rohprodukts (vgl. a)), U= sein Gehalt an Wasser unf fluechtigen Stoffen. 3.2. WiederholbarkeitDie Differenz zwischen den Ergebnissen von zwei gleichzeitig oder schnell  nacheinander von ein und demselben Analytiker vorgenommenen Bestimmungen darf nicht mehr als 0,2 g  Hexan-Extrakt je 100 g Probe betragen. Andernfalls ist die Analyse mit zwei weiteren Untersuchungsproben zu wiederholen. Liegt die  Differenz wieder über 0,2 g, so ist als Ergebnis das arithmetische Mittel aus allen vier  Bestimmungen zu nehmen. ANHANG XVI BESTIMMUNG DER IODZAHL 1. ANWENDUNGSBEREICHDiese Internationale Norm beschreibt ein Verfahren zur Bestimmung der Iodzahl von  tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen, nachfolgend als "Fette" bezeichnet. 2. DEFINITIONIn dieser Internationalen Norm gilt folgende Definition: 2.1. Iodzahl: Iodmenge, die unter den in dieser Internationalen Norm beschriebenen Versuchsbedingungen  von der Probe aufgenommen wird. Die Iodzahl wird in Gramm Iod pro 100 g Probe angegeben. 3. PRINZIPDie zu untersuchende Probe wird in dem Lösungsmittel gelöst und mit dem Wijs-Reagens  versetzt. Nach einer bestimmten Zeit werden Kaliumiodidlösung und Wasser zugegeben und das  freigesetzte Iod mit einer Natriumthiosulfatlösung titriert. 4. REAGENZIENAlle Reagenzien müssen von anerkannter analysenreiner Qualität sein. 4.1. Kaliumiodidlösung, 100 g/l, die kein Iodat oder freies Iod enthält. 4.2. Stärkelösung5 g lösliche Stärke mit 30 ml Wasser mischen und in 1 000 ml kochendes Wasser geben; 3  Minuten kochen und abkühlen lassen. 4.3. Natriumthiosulfat, eingestellte Standardlösung c (Na2S2O3  7 5H2O) = 0,1 mol/l , höchstens 7 Tage  vor der Verwendung eingestellt. 4.4. Lösungsmittel, hergestellt durch Mischen gleicher Volumenteile Cyclohexan und Essigsäure. 4.5. Wijs-Reagens, das Iodmonochlorid in Essigsäure enthält. Es soll das im Handel erhältliche  Wijs-Reagens verwendet werden. Anmerkung:  Das Reagens enthält 9 g ICl3 + 9 g I in Essigsäure. 5. GERÄTEÜbliche Laboreinrichtung und insbesondere nachstehende Geräte: 5.1. Mikrobechergläschen, die sich für die zu untersuchende Probe und zum Einführen in die Kolben (5.2)  eignen. 5.2. 500-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen, vollständig trocken. 6. VORBEREITUNG DER ANALYSEPROBEDie homogenisierte Probe wird über Natriumsulfat getrocknet und  filtriert. 7. VERFAHREN7.1. ProbemengeDie Menge der zu untersuchenden Probe hängt von der erwarteten Iodzahl ab (Tabelle 1). Tabelle 1>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die zu untersuchende Probe wird in einem Mikrobechergläschen  (5.1) auf 0,1 mg genau eingewogen. 7.2. BestimmungDie Probe wird in einen 500-ml-Kolben (5.2) gegeben und mit 20 ml Lösungsmittel (4.5)  versetzt, um das Fett zu lösen. Genau 25 ml Wijs-Reagens (4.6) zugeben, den Kolben mit dem Stopfen  verschließen, schwenken und dunkel stellen. Für das Wijs-Reagens sollen keine Pipetten verwendet  werden, die mit dem Mund aufgezogen werden müssen. Dann wird in ähnlicher Weise eine Blindprobe vorbereitet, die das Lösemittel und das Reagens, nicht  aber die Probe enthält. Bei Proben mit Iodzahlen unter 150 muß der Kolben 1 Stunde dunkel gestellt werden; bei Iodzahlen  über 150 sowie bei polymerisierten oder stark oxidierten Erzeugnissen sind es 2 Stunden. Nach Ablauf dieser Zeit wird in jeden Kolben 20 ml Kaliumiodidlösung (4.1) und 150 ml Wasser  gegeben. Nun mit der eingestellten Natriumthiosulfat-Standardlösung (4.3) titrieren, bis die durch Iod  bedingte Gelbfärbung kaum noch sichtbar ist. Einige Tropfen Stärkelösung (4.2) zugeben und weiter  titrieren, bis die Blaufärbung unter starkem Schütteln verschwindet. Anmerkung: Eine potentiometrische Bestimmung des Endpunkts ist zulässig. 7.3. Zahl der BestimmungenEs werden zwei Bestimmungen mit der gleichen Probe durchgeführt. 8. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSEDie Iodzahl wird nach folgender Gleichung berechnet:   12,96 c (V1 V2)  12,69 c (V1 V2)mHierin bedeuten: c1 = die genaue zahlenmässige Angabe der Konzentration der verwendeten  NatriumthiosulfatStandardlösung (4.3) in mol pro Liter; V1=Volumen der für den Blindversuch verwendeten Natriumthiosulfat-Standardlösung (4.3) in  Millilitern; V2=Volumen der zur Bestimmung verwendeten Natriumthiosulfat-Standardlösung (4.3) in Millilitern; m=Masse der untersuchten Probe (7.1) in Gramm. Als Ergebnis ist das arithmetische Mittel der beiden Bestimmungen anzugeben.

Summary:
Analyse von Olivenöl
Analyse von Olivenöl
 
ZUSAMMENFASSUNG DER DOKUMENTE:
Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 über die Merkmale von Olivenölen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung
Delegierte Verordnung (EU) 2018/1096 zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 29/2012 in Bezug auf die Bestimmungen über bestimmte Angaben in der Etikettierung von Olivenöl
WAS IST DER ZWECK DIESER VERORDNUNGEN?
Die Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 der Europäischen Kommission legt die spezifischen Merkmale für jede Olivenölkategorie sowie die Analyseverfahren fest, die zur Bestimmung ihrer Übereinstimmung angewandt werden. Außerdem werden für die Mitgliedstaaten der EU Anforderungen an die Kontrolle dargelegt. Mit der Delegierten Verordnung (EU) 2018/1096 der Kommission (siehe delegierte Rechtsakte) werden bestimmte Angaben in der Etikettierung von Olivenöl in Bezug auf Säuregrad und Erntejahr überarbeitet.
WICHTIGE ECKPUNKTE
Olivenölkategorien
Es gibt acht Olivenölkategorien.Natives Olivenöl extra ist die Kategorie mit der höchsten Qualität. Es weist keine organoleptischen Mängel auf und ist fruchtig. Sein Säuregrad darf 0,8 % nicht überschreiten. Natives Olivenöl kann einige sensorische Mängel aufweisen, die jedoch sehr gering sind. Sein Säuregrad darf 2 % nicht überschreiten. Lampantöl ist ein natives Olivenöl minderer Qualität mit einem Säuregehalt von mehr als 2 %, ohne fruchtige Merkmale und mit erheblichen sensorischen Mängeln. Es wird raffiniert oder für industrielle Zwecke verwendet. Raffiniertes Olivenöl wird durch Raffination von zumeist Lampantöl und manchmal auch nativem Olivenöl gewonnen. Es ist nicht für den Einzelhandel bestimmt und weist einen Säuregrad von bis zu 0,3 % auf. Olivenöl, das aus raffiniertem Olivenöl und nativem Olivenöl besteht, entsteht durch die Vermischung von raffiniertem Olivenöl mit nativem Olivenöl extra oder nativem Olivenöl. Es weist einen Säuregrad von bis zu 1 % auf. Rohes Oliventresteröl wird aus der Restpaste gewonnen, die bei der mechanischen Extraktion des Öls anfällt. Raffiniertes Oliventresteröl wird durch Raffination von rohem Oliventresteröl gewonnen. Es kann einen Säuregrad von bis zu 0,3 % aufweisen. Oliventresteröl entsteht durch die Vermischung von raffiniertem Oliventresteröl mit nativem Olivenöl extra oder nativem Olivenöl und hat einen Säuregrad von bis zu 1 %.Analyseverfahren zur Bestimmung der Ölkategorie
Die verschiedenen Olivenölkategorien werden anhand von Qualitätsparametern bewertet, die sich auf folgende Punkte beziehen:chemisch-physikalische Merkmale wie Säuregrad, Peroxidzahl, Fettsäuregehalt und Zusammensetzung der Sterine; organoleptische (sensorische) Merkmale, wie Fruchtigkeit und das Fehlen organoleptischer Mängel.In der Verordnung werden die verschiedenen Analyseverfahren zur Bestimmung der folgenden Aspekte der Zusammensetzung beschrieben:freie Fettsäuren, ausgedrückt in Prozent Ölsäure; Peroxidzahl; Wachsgehalt; Zusammensetzung und Gehalt an Sterinen und Triterpen-Dialkoholen; Prozentsatz von 2-Glycerinmonopalmitat; Fettsäurezusammensetzung; organoleptische Merkmale von nativem Olivenöl; Stigmastadienen; Triglyceride; Wachse, Fettsäuremethylester und Fettsäureethylester.Konformität
Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass geeignete Konformitätskontrollen auf der Grundlage einer Risikoanalyse durchgeführt werden, um zu gewährleisten, dass das vermarktete Olivenöl der angegebenen Kategorie entspricht. Die Kriterien zur Beurteilung des Risikos können Folgendes umfassen:die Ölkategorie, den Erzeugungszeitraum, den Preis der Öle im Vergleich zu anderen Pflanzenölen, die Mischungs- und Verpackungsvorgänge, die Lagereinrichtungen und -bedingungen, das Ursprungsland, das Bestimmungsland, das Transportmittel oder den Umfang der Partie; den Platz der Marktteilnehmer in der Vermarktungskette, Menge bzw. Wert der von ihnen vermarkteten Erzeugnisse, die Palette der von ihnen vermarkteten Ölkategorien, die Art des Unternehmens wie Mühle, Lagerung, Raffination, Mischen, Verpacken oder Einzelhandelsverkauf; die Feststellungen bei vorangegangenen Kontrollen, einschließlich der Anzahl und der Art der aufgedeckten Mängel, der marktüblichen Qualität der vermarkteten Öle und des Niveaus der verwendeten technischen Ausrüstung; die Verlässlichkeit der Qualitätssicherungssysteme oder der Eigenkontrollsysteme der Marktteilnehmer im Zusammenhang mit der Einhaltung der Vermarktungsnormen; den Ort, an dem die Kontrolle durchgeführt wird, insbesondere, ob es sich um die Eingangszollstelle für das Gebiet der EU, die Ausgangszollstelle der EU oder den Ort handelt, an dem die Öle erzeugt, verpackt, verladen oder an den Endverbraucher verkauft werden.Die Mitgliedstaaten müssen im Voraus die Kriterien für die Bewertung des Risikos der Nichtkonformität sowie die Mindestzahl der einer Konformitätskontrolle unterzogenen Marktteilnehmer, Partien und Mengen angeben. Jährlich muss mindestens eine Konformitätskontrolle je 1 000 Tonnen in dem Mitgliedstaat vermarktetes Olivenöl durchgeführt werden.
Entspricht ein Öl nicht der Beschreibung seiner Kategorie, muss der Mitgliedstaat wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen verhängen, die sich nach der Schwere der Unregelmäßigkeit richten, und die Häufigkeit der Kontrollen erhöhen, wenn die Unregelmäßigkeiten bedeutend sind.
Organoleptische (sensorische) Merkmale
Die Mitgliedstaaten können Prüfergruppen zur Beurteilung und Kontrolle der organoleptischen Merkmale zulassen. Ergeben sich in einem Mitgliedstaat Schwierigkeiten bei der Zulassung von Prüfergruppen, kann eine Prüfergruppe eingeschaltet werden, die in einem anderen Mitgliedstaat zugelassen ist.
Kennzeichnung
Mit der Delegierten Verordnung (EU) 2018/1096 wird die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 29/2012 mit Vermarktungsvorschriften für Olivenöl in Bezug auf einige fakultative Angaben auf dem Etikett geändert:eine Angabe des für das Mindesthaltbarkeitsdatum erwarteten Säurehöchstgehalts; das Erntejahr.
WANN TRETEN DIE VERORDNUNGEN IN KRAFT?
Die Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 ist am 6. September 1991 in Kraft getreten. Die delegierte Verordnung (EU) 2018/1096 ist am 6. August 2018 in Kraft getreten.
HINTERGRUND
Siehe auch:Olivenöl in der EU (Europäische Kommission). Olivenöl – Informationsblatt (Europäische Kommission).
HAUPTDOKUMENTE
Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 der Kommission vom 11. Juli 1991 über die Merkmale von Olivenölen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung (ABl. L 248 vom 5.9.1991, S. 1-83)
Nachfolgende Änderungen der Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.
Delegierte Verordnung (EU) 2018/1096 der Kommission vom 22. Mai 2018 zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 29/2012 in Bezug auf die Bestimmungen über bestimmte Angaben in der Etikettierung von Olivenöl (ABl. L 197 vom 3.8.2018, S. 3-4)
VERBUNDENE DOKUMENTE
Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG) Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007 (ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 671-854)
Siehe konsolidierte Fassung.
Durchführungsverordnung (EU) Nr. 29/2012 der Kommission vom 13. Januar 2012 mit Vermarktungsvorschriften für Olivenöl (Kodifizierter Text) (ABl. L 12 vom 14.1.2012, S. 14-21)
Siehe konsolidierte Fassung.
Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1924/2006 und (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinie 87/250/EWG der Kommission, der Richtlinie 90/496/EWG des Rates, der Richtlinie 1999/10/EG der Kommission, der Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 2002/67/EG und 2008/5/EG der Kommission und der Verordnung (EG) Nr. 608/2004 der Kommission (ABl. L 304 vom 22.11.2011, S. 18-63)
Siehe konsolidierte Fassung.
Letzte Aktualisierung: 14.10.2021