Document ID: 32008R0110

Reference:
13.2.2008
DE
Amtsblatt der Europäischen Union
L 39/16
VERORDNUNG (EG) Nr. 110/2008 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
vom 15. Januar 2008
zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz geografischer Angaben für Spirituosen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 1576/89
DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION —
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 95,
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (1),
gemäß dem Verfahren des Artikels 251 des Vertrags (2),
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1)
Die Verordnung (EWG) Nr. 1576/89 des Rates vom 29. Mai 1989 zur Festlegung der allgemeinen Regeln für die Begriffsbestimmung, Bezeichnung und Aufmachung von Spirituosen (3) und die Verordnung (EWG) Nr. 1014/90 vom 24. April 1990 mit Durchführungsbestimmungen für die Begriffsbestimmung, Bezeichnung und Aufmachung von Spirituosen (4) haben sich bei der Regelung des Spirituosensektors als erfolgreich erwiesen. Aufgrund jüngster Erfahrungen müssen die Regeln für die Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung sowie zum Schutz geografischer Angaben für bestimmte Spirituosen jedoch klarer gefasst werden, wobei traditionelle Herstellungsverfahren zu berücksichtigen sind. Deshalb sollte die Verordnung (EWG) Nr. 1576/89 aufgehoben und ersetzt werden.
(2)
Der Spirituosensektor ist für die Verbraucher, die Hersteller und den Agrarsektor in der Gemeinschaft von großer Bedeutung. Die den Spirituosensektor betreffenden Maßnahmen sollten zu einem hohen Grad an Verbraucherschutz, der Verhinderung betrügerischer Praktiken und der Verwirklichung von Markttransparenz und fairem Wettbewerb beitragen. Auf diese Weise sollten die Maßnahmen durch fortwährende Berücksichtigung der traditionellen Verfahren bei der Herstellung von Spirituosen und der stärkeren Nachfrage nach Verbraucherschutz und Information den guten Ruf schützen, den Spirituosen aus der Gemeinschaft auf dem Binnenmarkt und dem Weltmarkt genießen. Dabei sollten technische Innovationen in den Kategorien, in denen sie zur Verbesserung der Qualität beitragen, ohne die traditionelle Eigenart der betreffenden Spirituose zu beeinträchtigen, ebenfalls berücksichtigt werden.
(3)
Die Erzeugung von Spirituosen stellt eine wichtige Absatzmöglichkeit für landwirtschaftliche Erzeugnisse der Gemeinschaft dar. Diese enge Verknüpfung mit dem Agrarsektor sollte in dem Rechtsrahmen deutlich zum Ausdruck kommen.
(4)
Um eine systematischere Gestaltung der Rechtsvorschriften für Spirituosen sicherzustellen, sollte diese Verordnung klar festgelegte Kriterien für die Herstellung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz geografischer Angaben für Spirituosen enthalten.
(5)
Im Interesse der Verbraucher sollte diese Verordnung für alle in der Gemeinschaft vermarkteten Spirituosen gelten, unabhängig davon, ob sie in der Gemeinschaft oder in Drittländern hergestellt wurden. Diese Verordnung sollte auch für hochwertige Spirituosen gelten, die im Hinblick auf die Ausfuhr hergestellt werden, damit der Ruf von Spirituosen aus der Gemeinschaft auf dem Weltmarkt erhalten und verbessert wird. Die Verordnung sollte in Ausnahmefällen, die in den Rechtsvorschriften eines Einfuhrdrittlandes begründet sind, gestatten, dass nach dem Regelungsverfahren mit Kontrolle eine Abweichung von den Bestimmungen der Anhänge I und II der vorliegenden Verordnung gewährt wird. Diese Verordnung gilt ferner für die Verwendung von Ethylalkohol und/oder Destillaten landwirtschaftlichen Ursprungs bei der Herstellung von alkoholischen Getränken sowie für die Verwendung der Bezeichnungen von Spirituosen bei der Aufmachung und Etikettierung von Lebensmitteln.
(6)
Grundsätzlich sollte sich diese Verordnung weiterhin im Wesentlichen auf die Begriffsbestimmungen für Spirituosen konzentrieren, die in verschiedene Kategorien eingeteilt werden sollten. Dabei sollten auch künftig die traditionellen Verfahren zur Sicherstellung der Qualität berücksichtigt werden, diese aber dort, wo bisher Begriffsbestimmungen gefehlt haben, unzureichend waren oder wegen der technologischen Entwicklung verbessert werden können, ergänzt oder überarbeitet werden.
(7)
Um den Erwartungen der Verbraucher in Bezug auf die für Wodka verwendeten Ausgangsstoffe insbesondere in den Mitgliedstaaten, in denen Wodka traditionell hergestellt wird, Rechnung zu tragen, sollte vorgesehen werden, dass angemessen über die verwendeten Ausgangsstoffe zu informieren ist, wenn der Wodka aus anderen Ausgangsstoffen landwirtschaftlichen Ursprungs als Getreide und/oder Kartoffeln hergestellt wird.
(8)
Darüber hinaus sollte der zur Herstellung von Spirituosen und anderen alkoholischen Getränken verwendete Ethylalkohol ausschließlich landwirtschaftlichen Ursprungs sein, um den Erwartungen der Verbraucher und den traditionellen Verfahren Rechnung zu tragen. Auf diese Weise sollte auch eine Absatzmöglichkeit für landwirtschaftliche Grunderzeugnisse gewährleistet werden.
(9)
Angesichts der Bedeutung und Komplexität des Spirituosensektors empfiehlt es sich, besondere Maßnahmen für die Bezeichnung und Aufmachung von Spirituosen festzulegen, die über die horizontalen Regeln der Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. März 2000 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln sowie die Werbung hierfür (5) hinausgehen. Mit diesen besonderen Maßnahmen soll auch einem Missbrauch des Begriffs „Spirituose“ und der Namen von Spirituosen für Erzeugnisse, die den Begriffsbestimmungen der vorliegenden Verordnung nicht entsprechen, entgegengewirkt werden.
(10)
Auch wenn gewährleistet sein muss, dass sich die Reifezeit oder Alterungsdauer im Allgemeinen nur auf den jüngsten alkoholischen Bestandteil bezieht, sollte in der Verordnung eine Ausnahmeregelung vorgesehen werden, die den von den Mitgliedstaaten geregelten traditionellen Alterungsprozessen Rechnung trägt.
(11)
Im Einklang mit dem Vertrag, im Sinne einer Qualitätspolitik und zur Erhaltung der hohen Qualität und Vielfalt im Spirituosensektor sollten die Mitgliedstaaten die Möglichkeit haben, auf ihrem eigenen Hoheitsgebiet strengere Regeln als diejenigen der Verordnung zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen zu erlassen.
(12)
Die Richtlinie 88/388/EWG des Rates vom 22. Juni 1988 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Aromen zur Verwendung in Lebensmitteln und über Ausgangsstoffe für ihre Herstellung (6) gilt auch für Spirituosen. Deshalb müssen in der vorliegenden Verordnung nur solche Regeln festgelegt werden, die in der genannten Richtlinie nicht vorgesehen sind.
(13)
Ferner sind die Bestimmungen des Übereinkommens über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (nachstehend „TRIPS-Übereinkommen“), insbesondere die Artikel 22 und 23, sowie des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) zu berücksichtigen, die einen integralen Bestandteil des mit dem Beschluss 94/800/EG des Rates (7) genehmigten Übereinkommens zur Errichtung der Welthandelsorganisation darstellen, in angemessener Weise zu berücksichtigen.
(14)
Da die Verordnung (EG) Nr. 510/2006 des Rates vom 20. März 2006 zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel (8) auf Spirituosen nicht angewendet wird, sind die Regeln für den Schutz der entsprechenden geografischen Angaben in dieser Verordnung festzulegen. Die geografischen Angaben sollten in ein Verzeichnis eingetragen werden, bei dem die Spirituosen als Erzeugnis eines Staates, einer Region oder eines Orts in dem Hoheitsgebiet gekennzeichnet werden, wobei eine bestimmte Qualität, ein bestimmter Ruf oder andere Merkmale der Spirituose im Wesentlichen ihrem geografischen Ursprung zugeordnet werden können.
(15)
In dieser Verordnung sollte ein mit dem TRIPS-Übereinkommen im Einklang stehendes nicht diskriminierendes Verfahren für die Eintragung, Kontrolle der Einhaltung, Änderung und eventuelle Streichung von geografischen Angaben aus Drittländern und aus der Europäischen Union festgelegt werden, das dem besonderen Status etablierter geografischer Angaben Rechnung trägt.
(16)
Die zur Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Maßnahmen sollten gemäß dem Beschluss 1999/468/EG des Rates vom 28. Juni 1999 zur Festlegung der Modalitäten für die Ausübung der der Kommission übertragenen Durchführungsbefugnisse (9) erlassen werden.
(17)
Insbesondere sollte die Kommission die Befugnis erhalten, Abweichungen von bestimmten Teilen dieser Verordnung zu gewähren, wenn das Recht eines Einfuhrlandes es erfordert, den Höchstgehalt an süßenden Stoffen zur Geschmacksabrundung festzulegen, Ausnahmen von den Bestimmungen über die Reifezeit oder die Alterungsdauer zuzulassen, Entscheidungen über Anträge auf Eintragung, Löschung und Streichung geografischer Angaben sowie über die Änderung der technischen Unterlage zu erlassen, das Verzeichnis der technischen Begriffsbestimmungen und Anforderungen, die Festlegung der Einteilung von Spirituosen in Kategorien und das Verzeichnis der eingetragenen geografischen Angaben zu ändern sowie vom Verfahren zur Eintragung geografischer Angaben und zur Änderung der technischen Unterlage abzuweichen. Da es sich hierbei um Maßnahmen allgemeiner Tragweite handelt, die eine Änderung nicht wesentlicher Bestimmungen der vorliegenden Verordnung, unter anderem durch Streichung einiger dieser Bestimmungen oder durch Ergänzung dieser Verordnung durch Hinzufügung neuer nicht wesentlicher Bestimmungen, bewirken, sind diese Maßnahmen nach dem Regelungsverfahren mit Kontrolle des Artikels 5a des Beschlusses 1999/468/EG zu erlassen.
(18)
Der Übergang von den Regeln der Verordnung (EWG) Nr. 1576/89 auf die Regeln dieser Verordnung könnte Probleme verursachen, die in dieser Verordnung nicht behandelt werden. Die notwendigen Übergangsmaßnahmen und die Maßnahmen, die zur Lösung der speziell im Spirituosensektor auftretenden praktischen Probleme erforderlich sind, sollten gemäß dem Beschluss 1999/468/EG erlassen werden.
(19)
Zur Erleichterung des Übergangs von den Regeln der Verordnung (EWG) Nr. 1576/89 auf die vorliegende Verordnung sollte im ersten Jahr der Anwendung der vorliegenden Verordnung noch die Erzeugung von Spirituosen gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 1576/89 gestattet sein; ebenso sollte ihre Vermarktung bis zum Abverkauf der vorhandenen Bestände gestattet werden —
HABEN FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
KAPITEL I
BEGRIFFSBESTIMMUNG UND KLASSIFIZIERUNG VON SPIRITUOSEN
Artikel 1
Gegenstand und Anwendungsbereich
(1)   Mit dieser Verordnung werden Regeln für die Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz geografischer Angaben für Spirituosen festgelegt.
(2)   Diese Verordnung gilt für alle in der Gemeinschaft vermarkteten Spirituosen, unabhängig davon, ob sie in der Gemeinschaft oder in Drittländern hergestellt wurden, sowie für alle in der Gemeinschaft hergestellten Spirituosen, die für die Ausfuhr bestimmt sind. Diese Verordnung gilt ferner für die Verwendung von Ethylalkohol und/oder Destillaten landwirtschaftlichen Ursprungs bei der Herstellung von alkoholischen Getränken sowie für die Verwendung der Bezeichnungen von Spirituosen bei der Aufmachung und Etikettierung von Lebensmitteln.
(3)   In Ausnahmefällen, wenn die Rechtsvorschriften des Einfuhrdrittlandes dies erforderlich machen, kann nach dem in Artikel 25 Absatz 3 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle eine Abweichung von den Bestimmungen der Anhänge I und II gestattet werden.
Artikel 2
Definition des Begriffs Spirituose
(1)   Für die Zwecke dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck „Spirituose“ ein alkoholisches
Getränk, das
a)
für den menschlichen Verzehr bestimmt ist,
b)
besondere sensorische Eigenschaften aufweist,
c)
über einen Alkoholgehalt von mindestens 15 % vol verfügt und
d)
wie folgt gewonnen wird:
i)
entweder unmittelbar:
—
durch Destillieren — mit oder ohne Zusatz von Aromastoffen — aus natürlich vergorenen Erzeugnissen und/oder
—
durch Mazeration oder eine ähnliche Verarbeitung pflanzlicher Stoffe in Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs und/oder in Destillaten landwirtschaftlichen Ursprungs und/oder in Spirituosen im Sinne dieser Verordnung und/oder
—
durch Zusatz von Aromastoffen, Zucker oder sonstigen süßenden Erzeugnissen im Sinne des Anhangs I Nummer 3 und/oder sonstigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen und/oder Lebensmitteln zu Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs und/oder zu Destillaten landwirtschaftlichen Ursprungs und/oder zu Spirituosen im Sinne dieser Verordnung,
ii)
oder durch Mischung einer Spirituose mit einem oder mehreren der folgenden Produkte:
—
anderen Spirituosen und/oder
—
Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs oder Destillaten landwirtschaftlichen Ursprungs, und/oder
—
anderen alkoholischen Getränken, und/oder
—
Getränken.
(2)   Getränke der KN-Codes 2203, 2204, 2205, 2206 und 2207 gelten jedoch nicht als Spirituosen.
(3)   Der Mindestalkoholgehalt gemäß Absatz 1 Buchstabe c gilt unbeschadet der Begriffsbestimmung der Spirituose in Kategorie 41 des Anhangs II.
(4)   Für die Zwecke dieser Verordnung gelten die technischen Begriffsbestimmungen und Anforderungen des Anhangs I.
Artikel 3
Ursprung des Ethylalkohols
(1)   Der bei der Herstellung von Spirituosen und allen ihren Bestandteilen verwendete Ethylalkohol muss landwirtschaftlichen Ursprungs im Sinne des Anhangs I des Vertrags sein.
(2)   Der bei der Herstellung von Spirituosen verwendete Ethylalkohol muss der Begriffsbestimmung des Anhangs I Nummer 1 dieser Verordnung entsprechen.
(3)   Der bei der Verdünnung oder Auflösung von Farbstoffen, Aromastoffen oder anderen zugelassenen Zusatzstoffen verwendete Ethylalkohol muss landwirtschaftlichen Ursprungs sein.
(4)   Alkoholische Getränke dürfen weder Alkohol synthetischen Ursprungs noch anderen Alkohol nicht landwirtschaftlichen Ursprungs im Sinne des Anhangs I des Vertrags enthalten.
Artikel 4
Kategorien von Spirituosen
Spirituosen werden gemäß den in Anhang II enthaltenen Begriffsbestimmungen in Kategorien eingeteilt.
Artikel 5
Allgemeine Regeln für die Kategorien von Spirituosen
(1)   Unbeschadet der spezifischen Bestimmungen für die einzelnen Kategorien mit den Nummern 1 bis 14 in Anhang II gilt für die darin definierten Spirituosen Folgendes:
a)
sie wurden ausschließlich aus den Ausgangsstoffen, die in der einschlägigen Begriffsbestimmung für die betreffende Spirituose vorgesehen sind, durch alkoholische Gärung und Destillation hergestellt;
b)
ihnen wurde kein Alkohol im Sinne des Anhangs I Nummer 5, ob verdünnt oder unverdünnt, zugesetzt;
c)
sie enthalten keine zugesetzten Aromastoffe;
d)
sie enthalten nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe;
e)
sie werden nur gesüßt, um entsprechend Anhang I Nummer 3 den endgültigen Geschmack des Erzeugnisses abzurunden. Über die zulässigen Höchstwerte der in Anhang I Nummer 3 Buchstaben a bis f aufgeführten zur Geschmacksabrundung verwendeten Produkte wird nach dem in Artikel 25 Absatz 3 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle entschieden. Den einschlägigen Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten ist Rechnung zu tragen.
(2)   Unbeschadet der besonderen Bestimmungen für die einzelnen Kategorien mit den Nummern 15 bis 46 des Anhangs II können die darin definierten Spirituosen:
a)
aus jedem landwirtschaftlichen Ausgangsstoff gemäß Anhang I des Vertrags gewonnen werden;
b)
einen Zusatz von Alkohol im Sinne des Anhangs I Nummer 5 der vorliegenden Verordnung enthalten;
c)
natürliche oder naturidentische Aromastoffe und Aromaextrakte im Sinne des Artikels 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffern i und ii und Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG enthalten;
d)
Farbstoffe im Sinne des Anhangs I Nummer 10 der vorliegenden Verordnung enthalten;
e)
entsprechend Anhang I und unter Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten gesüßt werden, um besonderen Merkmalen des Erzeugnisses zu entsprechen.
(3)   Unbeschadet der besonderen Bestimmungen des Anhangs II können sonstige Spirituosen, die den Anforderungen der Kategorien 1 bis 46 nicht entsprechen:
a)
aus jedem landwirtschaftlichen Ausgangsstoff im Sinne des Anhangs I des Vertrags und/oder aus für den menschlichen Verzehr geeigneten Lebensmitteln gewonnen werden;
b)
einen Zusatz von Alkohol im Sinne des Anhangs I Nummer 5 der vorliegenden Verordnung enthalten;
c)
ein Aroma oder mehrere Aromen im Sinne des Artikels 1 Absatz 2 Buchstabe a der Richtlinie 88/388/EWG enthalten;
d)
Farbstoffe im Sinne des Anhangs I Nummer 10 der vorliegenden Verordnung enthalten;
e)
gemäß Anhang I Nummer 3 gesüßt werden, um besonderen Merkmalen des Erzeugnisses zu entsprechen.
Artikel 6
Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten
(1)   Die Mitgliedstaaten können im Rahmen der Qualitätspolitik für die in ihrem Hoheitsgebiet hergestellten Spirituosen und insbesondere für die in Anhang III eingetragenen geografischen Angaben oder für die Einführung neuer geografischer Angaben strengere Vorschriften als die Vorschriften des Anhangs II für die Erzeugung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung erlassen, soweit sie sich mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbaren lassen.
(2)   Die Mitgliedstaaten dürfen die Einfuhr, den Verkauf oder den Verbrauch von Spirituosen, die dieser Verordnung entsprechen, nicht untersagen oder einschränken.
KAPITEL II
BEZEICHNUNG, AUFMACHUNG UND ETIKETTIERUNG VON SPIRITUOSEN
Artikel 7
Begriffsbestimmungen
Für die Zwecke dieser Verordnung gelten die Bestimmungen der Begriffe „Bezeichnung“, „Aufmachung“ und „Etikettierung“ des Anhangs I Nummern 14, 15 und 16.
Artikel 8
Verkehrsbezeichnung
Gemäß Artikel 5 der Richtlinie 2000/13/EG unterliegt die Bezeichnung, unter der eine Spirituose verkauft wird („Verkehrsbezeichnung“), den Bestimmungen dieses Kapitels.
Artikel 9
Besondere Vorschriften für Verkehrsbezeichnungen
(1)   Spirituosen, die den Spezifikationen für die Erzeugnisse der Kategorien 1 bis 46 des Anhangs II entsprechen, führen in der Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung die darin vorgesehenen Verkehrsbezeichnungen.
(2)   Spirituosen, die der Begriffsbestimmung des Artikels 2 entsprechen, sich aber nicht in die Kategorien 1 bis 46 des Anhangs II einordnen lassen, führen in der Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung die Verkehrsbezeichnung „Spirituose“. Unbeschadet des Absatzes 5 des vorliegenden Artikels darf diese Verkehrsbezeichnung weder ersetzt noch geändert werden.
(3)   Entspricht eine Spirituose der Definition von mehr als einer Kategorie von Spirituosen in Anhang II, so kann sie unter einer oder mehreren der für diese Kategorien in Anhang II aufgeführten Bezeichnungen in Verkehr gebracht werden.
(4)   Unbeschadet des Absatzes 9 dieses Artikels und des Artikels 10 Absatz 1 dürfen die in Absatz 1 des vorliegenden Artikels genannten Bezeichnungen nicht verwendet werden, um ein anderes Getränk als die Spirituosen, für die diese Bezeichnungen in Anhang II aufgeführt und in Anhang III eingetragen werden, zu bezeichnen oder zu etikettieren.
(5)   Verkehrsbezeichnungen können durch eine in Anhang III eingetragene geografische Angabe gemäß Kapitel III ergänzt oder ersetzt werden oder nach Maßgabe einzelstaatlicher Bestimmungen durch eine andere geografische Angabe ergänzt werden, sofern dies den Verbraucher nicht in die Irre führt.
(6)   Die in Anhang III eingetragenen geografischen Angaben dürfen nur wie folgt ergänzt werden:
a)
entweder durch Begriffe, die zum 20. Februar 2008 bereits für etablierte geografische Angaben im Sinne des Artikels 20 gebräuchlich waren, oder
b)
gemäß der einschlägigen technischen Unterlage nach Artikel 17 Absatz 1.
(7)   Alkoholische Getränke, die keiner der Begriffsbestimmungen in den Kategorien 1 bis 46 des Anhangs II entsprechen, dürfen in ihrer Bezeichnung, Aufmachung oder Etikettierung keine der in dieser Verordnung festgelegten Verkehrsbezeichnungen und/oder in Anhang III eingetragenen geografischen Angaben in Verbindung mit Wörtern wie „Art“, „Typ“, „Fasson“, „Stil“, „Marke“, „Geschmack“ oder anderen ähnlichen Begriffen führen.
(8)   Die Verkehrsbezeichnungen von Spirituosen dürfen nicht durch Herstellermarken, Handelsmarken oder Fantasienamen ersetzt werden.
(9)   Die Bezeichnungen gemäß den Kategorien 1 bis 46 des Anhangs II können in die Zutatenliste für Lebensmittel aufgenommen werden, wenn die Liste der Richtlinie 2000/13/EG entspricht.
Artikel 10
Spezielle Vorschriften für die Verwendung von Verkehrsbezeichnungen und geografischen Angaben
(1)   Unbeschadet der Richtlinie 2000/13/EG ist die Verwendung eines Begriffs der Kategorien 1 bis 46 des Anhangs II oder einer in Anhang III eingetragenen geografischen Angabe in einem zusammengesetzten Begriff oder die Anspielung auf einen dieser Begriffe in der Aufmachung eines Lebensmittels verboten, sofern nicht der betreffende Alkohol ausschließlich von der Spirituose oder von den Spirituosen stammt, auf die Bezug genommen wird.
(2)   Die Verwendung eines zusammengesetzten Begriffs nach Absatz 1 ist ebenfalls verboten, wenn eine Spirituose so stark verdünnt wurde, dass der Alkoholgehalt unter dem in der Begriffsbestimmung für die betreffende Spirituose festgelegten Mindestalkoholgehalt liegt.
(3)   Abweichend von Absatz 1 berühren die Bestimmungen dieser Verordnung nicht die Verwendung der Begriffe „Amer“ oder „Bitter“ bei Erzeugnissen, die nicht unter diese Verordnung fallen.
(4)   Abweichend von Absatz 1 und zur Berücksichtigung etablierter Herstellungsverfahren können bei der Aufmachung von in der Gemeinschaft hergestellten Likören zusammengesetzte Begriffe gemäß Anhang II Kategorie 32 Buchstabe d unter den darin festgelegten Bedingungen verwendet werden.
Artikel 11
Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Mischungen
(1)   Wurde einer Spirituose der Kategorien 1 bis 14 des Anhangs II Alkohol im Sinne des Anhangs I Nummer 5, ob verdünnt oder unverdünnt, zugesetzt, so führt sie die Verkehrsbezeichnung „Spirituose“. Sie darf keine der in den Kategorien 1 bis 14 vorbehaltenen Bezeichnungen führen.
(2)   Wurde eine Spirituose der Kategorien 1 bis 46 des Anhangs II
a)
mit einer oder mehreren Spirituosen und/oder
b)
mit einem oder mehreren Destillaten landwirtschaftlichen Ursprungs
gemischt, so führt sie die Verkehrsbezeichnung „Spirituose“. Diese Verkehrsbezeichnung muss auf dem Etikett an einer sichtbaren Stelle deutlich erkennbar und lesbar angebracht sein und darf weder ersetzt noch geändert werden.
(3)   Absatz 2 gilt nicht für die Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung der dort genannten Mischungen, wenn sie den Begriffsbestimmungen der Kategorien 1 bis 46 des Anhangs II entsprechen.
(4)   Unbeschadet der Richtlinie 2000/13/EG darf die Bezeichnung, Aufmachung oder Etikettierung der Spirituosen aus Mischungen nach Absatz 2 des vorliegenden Artikels nur dann einen oder mehrere der Begriffe des Anhangs II aufweisen, wenn dieser Begriff nicht Bestandteil der Verkehrsbezeichnung ist, sondern im Verzeichnis aller alkoholischen Bestandteile der Mischung unter Voranstellung des Begriffs „Spirituosenmischung“ ausschließlich im selben Sichtfeld erscheint.
Der Begriff „Spirituosenmischung“ ist in einheitlicher Schrift und in derselben Schriftart und Farbe anzubringen wie die Verkehrsbezeichnung. Die Schrift darf höchstens halb so groß sein wie die für die Verkehrsbezeichnung verwendete Schrift.
(5)   Bei der Etikettierung und Aufmachung der Mischungen nach Absatz 2, für die die Anforderung des Absatzes 4 über die Auflistung der alkoholischen Bestandteile gilt, ist der Anteil jedes der alkoholischen Bestandteile als Prozentsatz in abnehmender Reihenfolge der verwendeten Mengen auszudrücken. Dieser Anteil muss dem prozentualen Volumenanteil reinen Alkohols am Gesamtgehalt an reinem Alkohol der Mischung entsprechen.
Artikel 12
Besondere Vorschriften für die Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen
(1)   Enthält die Bezeichnung, Aufmachung oder Etikettierung einer Spirituose eine Angabe zum Ausgangsstoff, der zur Herstellung des Ethylalkohols landwirtschaftlichen Ursprungs verwendet wurde, so ist jeder verwendete Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs in abnehmender Reihenfolge der verwendeten Mengen aufzuführen.
(2)   Die Bezeichnung, Aufmachung oder Etikettierung einer Spirituose darf nur dann durch die Angabe „Zusammenstellung“ (Blend, Blending, Blended) erweitert werden, wenn die Spirituose diesem Verfahren im Sinne des Anhangs I Nummer 7 unterzogen wurde.
(3)   Unbeschadet der Abweichungen, die nach dem in Artikel 25 Absatz 3 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle beschlossen werden, darf in der Bezeichnung, Aufmachung oder Etikettierung einer Spirituose nur dann eine Reifezeit oder Alterungsdauer angegeben werden, wenn sich diese auf den jüngsten alkoholischen Bestandteil bezieht und die Spirituose unter Steuerkontrolle oder unter einer gleichwertige Garantien bietenden Kontrolle gereift ist.
Artikel 13
Verbot von Kapseln oder Folien aus Blei
Spirituosen in Behältnissen mit Verschlüssen, die mit aus Blei hergestellten Kapseln oder Folien versehen sind, dürfen nicht zum Verkauf bereitgestellt oder in den Verkehr gebracht werden.
Artikel 14
Verwendete Sprachen bei der Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen
(1)   Die in dieser Verordnung vorgesehenen Angaben erfolgen in einer oder mehreren Amtssprachen der Europäischen Union, so dass der Endverbraucher jede dieser Angaben leicht verstehen kann, es sei denn, die Unterrichtung des Käufers wird durch andere Maßnahmen sichergestellt.
(2)   Die in Anhang II kursiv gedruckten Begriffe und die in Anhang III eingetragenen geografischen Angaben werden weder auf dem Etikett noch in der Aufmachung der Spirituose übersetzt.
(3)   Bei Spirituosen mit Ursprung in Drittländern ist die Verwendung einer Amtssprache des Drittlandes, in dem die Spirituose hergestellt wurde, zulässig, sofern die Angaben im Sinne dieser Verordnung außerdem in einer Amtssprache der Europäischen Union erfolgen, so dass der Endverbraucher jede dieser Angaben leicht verstehen kann.
(4)   Unbeschadet des Absatzes 2 können bei in der Gemeinschaft hergestellten Spirituosen, die für die Ausfuhr bestimmt sind, die Angaben im Sinne dieser Verordnung in einer anderen Sprache als einer der Amtssprachen der Europäischen Union wiederholt werden.
KAPITEL III
GEOGRAFISCHE ANGABEN
Artikel 15
Geografische Angaben
(1)   Eine geografische Angabe im Sinne dieser Verordnung ist eine Angabe, die eine Spirituose als aus dem Hoheitsgebiet eines Landes, einer Region oder eines Ortes in diesem Hoheitsgebiet stammend kennzeichnet, wobei eine bestimmte Qualität, das Ansehen oder ein sonstiges Merkmal im Wesentlichen auf diesen geografischen Ursprung zurückzuführen ist.
(2)   Die geografischen Angaben nach Absatz 1 sind in Anhang III eingetragen.
(3)   Die in Anhang III eingetragenen geografischen Angaben dürfen nicht zu Gattungsbezeichnungen werden.
Bezeichnungen, die zu Gattungsbezeichnungen geworden sind, dürfen nicht in Anhang III eingetragen werden.
Als Gattungsbezeichnung gilt ein Name, der sich zwar auf einen Ort oder eine Region bezieht, wo die betreffende Spirituose ursprünglich hergestellt oder vermarktet wurde, der jedoch der gemeinhin übliche Name für eine Spirituose in der Gemeinschaft geworden ist.
(4)   Spirituosen, die eine in Anhang III eingetragene geografische Angabe tragen, müssen allen Spezifikationen der technischen Unterlage im Sinne des Artikels 17 Absatz 1 entsprechen.
Artikel 16
Schutz geografischer Angaben
Unbeschadet des Artikels 10 werden die in Anhang III eingetragenen geografischen Angaben geschützt gegen
a)
jede direkte oder indirekte gewerbliche Verwendung einer eingetragenen geografischen Angabe für Spirituosen, die nicht unter die Eintragung fallen, sofern diese Erzeugnisse mit den unter dieser Bezeichnung eingetragenen Erzeugnissen vergleichbar sind oder durch diese Verwendung das Ansehen der geschützten Bezeichnung ausgenutzt wird;
b)
jede widerrechtliche Aneignung, Nachahmung oder Anspielung, selbst wenn der wahre Ursprung des Erzeugnisses angegeben ist oder die geschützte Bezeichnung in Übersetzung oder zusammen mit Ausdrücken wie „Art“, „Typ“, „Verfahren“, „Marke“, „Geschmack“ oder dergleichen verwendet wird;
c)
alle sonstigen falschen oder irreführenden Angaben zur Herkunft, zum Ursprung, zur Beschaffenheit oder zu wesentlichen Merkmalen in der Bezeichnung, Aufmachung oder Etikettierung des Erzeugnisses, die geeignet sind, einen falschen Eindruck über den Ursprung zu erwecken;
d)
alle sonstigen Praktiken, die geeignet sind, den Verbraucher über den tatsächlichen Ursprung des Erzeugnisses in die Irre zu führen.
Artikel 17
Eintragung geografischer Angaben
(1)   Anträge auf Eintragung einer geografischen Angabe in Anhang III müssen der Kommission in einer der Amtssprachen der Europäischen Union vorgelegt werden oder von einer Übersetzung in eine dieser Sprachen begleitet sein. Die Anträge sind ordnungsgemäß zu begründen und müssen eine technische Unterlage mit den Spezifikationen enthalten, denen die betreffende Spirituose entsprechen muss.
(2)   Bei geografischen Angaben, die ein geografisches Gebiet in der Gemeinschaft betreffen, werden die Anträge nach Absatz 1 von dem Ursprungsmitgliedstaat der Spirituose eingereicht.
(3)   Bei geografischen Angaben, die ein geografisches Gebiet in einem Drittland betreffen, werden die Anträge nach Absatz 1 der Kommission entweder direkt oder über die Behörden des betreffenden Drittlandes vorgelegt und müssen Belege dafür enthalten, dass die betreffende Bezeichnung in ihrem Ursprungsland geschützt ist.
(4)   Die technische Unterlage nach Absatz 1 umfasst mindestens die folgenden wichtigsten Spezifikationen:
a)
den Namen und die Kategorie der Spirituose einschließlich der geografischen Angabe;
b)
eine Beschreibung der Spirituose anhand der wichtigsten physikalischen, chemischen und/oder sensorischen Eigenschaften des Erzeugnisses sowie die besonderen Merkmale der Spirituose im Vergleich zu den anderen Erzeugnissen der einschlägigen Kategorie;
c)
die Abgrenzung des betreffenden geografischen Gebiets;
d)
die Beschreibung des Verfahrens zur Gewinnung der Spirituose und gegebenenfalls der verbürgten und unveränderlichen örtlichen Verfahren;
e)
Angaben, aus denen sich der Zusammenhang mit den geografischen Verhältnissen oder dem geografischen Ursprung ergibt;
f)
gegebenenfalls zu erfüllende Anforderungen aufgrund gemeinschaftlicher und/oder einzelstaatlicher und/oder regionaler Rechtsvorschriften;
g)
Name und Kontaktadresse des Antragstellers;
h)
alle Ergänzungen der geografischen Angabe und/oder alle besonderen Etikettierungsregeln gemäß der einschlägigen technischen Unterlage.
(5)   Die Kommission überprüft innerhalb von zwölf Monaten ab dem Zeitpunkt der Einreichung des Antrags nach Absatz 1, ob der Antrag dieser Verordnung genügt.
(6)   Kommt die Kommission zu dem Schluss, dass der Antrag nach Absatz 1 dieser Verordnung genügt, werden die in Absatz 4 genannten wichtigsten Spezifikationen der technischen Unterlage in der Reihe C des Amtsblatts der Europäischen Union veröffentlicht.
(7)   Innerhalb von sechs Monaten nach der Veröffentlichung der technischen Unterlage kann jede natürliche oder juristische Person, die ein berechtigtes Interesse hat, wegen Nichterfüllung der in dieser Verordnung vorgesehenen Bedingungen Einspruch gegen die beabsichtigte Eintragung der geografischen Angabe in Anhang III erheben. Der Einspruch, der ordnungsgemäß begründet sein muss, ist der Kommission in einer der Amtssprachen der Europäischen Union vorzulegen, oder es ist eine Übersetzung in eine dieser Sprachen beizufügen.
(8)   Die Kommission beschließt gemäß dem in Artikel 25 Absatz 3 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle unter Berücksichtigung etwaiger gemäß Absatz 7 des vorliegenden Artikels erhobener Einsprüche, ob die geografische Angabe in Anhang III eingetragen wird. Dieser Beschluss wird in der Reihe C des Amtsblatts der Europäischen Union veröffentlicht.
Artikel 18
Löschung einer geografischen Angabe
Sind die Spezifikationen in der technischen Unterlage nicht mehr erfüllt, so beschließt die Kommission gemäß dem in Artikel 25 Absatz 3 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle, die Eintragung zu löschen. Dieser Beschluss wird in der Reihe C des Amtsblatts der Europäischen Union veröffentlicht.
Artikel 19
Gleich lautende geografische Angaben
Eine gleich lautende geografische Angabe, die die Anforderungen dieser Verordnung erfüllt, wird unter angemessener Berücksichtigung der örtlichen und traditionellen Gebräuche und der tatsächlichen Verwechslungsgefahr eingetragen; dabei gilt insbesondere:
—
eine gleich lautende Bezeichnung, die den Verbraucher zu der irrigen Annahme veranlasst, dass die Erzeugnisse aus einem anderen Gebiet stammen, wird nicht eingetragen, auch wenn sie für das Gebiet, die Region oder den Ort, aus dem/der die betreffende Spirituose stammt, tatsächlich zutreffend ist;
—
die Verwendung einer eingetragenen gleich lautenden geografischen Angabe ist nur dann zulässig, wenn die später eingetragene gleich lautende Bezeichnung in der Praxis deutlich von der bereits eingetragenen Bezeichnung zu unterscheiden ist, wobei sichergestellt sein muss, dass die betroffenen Erzeuger angemessen behandelt und die Verbraucher nicht irregeführt werden.
Artikel 20
Etablierte geografische Angaben
(1)   Für jede am 20. Februar 2008 in Anhang III eingetragene geografische Angabe legen die Mitgliedstaaten der Kommission spätestens am 20. Februar 2015 eine technische Unterlage im Sinne des Artikels 17 Absatz 1 vor.
(2)   Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass diese technische Unterlage der Öffentlichkeit zugänglich ist.
(3)   Wird der Kommission bis zum 20. Februar 2015 keine technische Unterlage vorgelegt, so streicht die Kommission die Eintragung der geografischen Angabe in Anhang III gemäß dem in Artikel 25 Absatz 3 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle.
Artikel 21
Änderung der technischen Unterlage
Das Verfahren des Artikels 17 gilt entsprechend im Falle einer gegebenenfalls erforderlichen Änderung der technischen Unterlage im Sinne des Artikels 17Absatz 1 und des Artikels 20 Absatz 1.
Artikel 22
Kontrolle der Einhaltung der Spezifikationen in der technischen Unterlage
(1)   Bei geografischen Angaben, die ein geografisches Gebiet in der Gemeinschaft betreffen, erfolgt die Kontrolle der Einhaltung der Spezifikationen in der technischen Unterlage vor der Vermarktung
—
durch eine oder mehrere zuständige Behörde/n im Sinne des Artikels 24 Absatz 1 und/oder
—
durch eine oder mehrere Kontrollstelle/n im Sinne von Artikel 2 der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 über amtliche Kontrollen zur Überprüfung der Einhaltung des Lebensmittel- und Futtermittelrechts sowie der Bestimmungen über Tiergesundheit und Tierschutz (10), die als Produktzertifizierungsstelle tätig wird/werden.
Ungeachtet der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften werden die Kosten der Kontrolle der Einhaltung der Spezifikationen in der technischen Unterlage von den von diesen Kontrollen erfassten Marktteilnehmern getragen.
(2)   Bei geografischen Angaben, die ein geografisches Gebiet in einem Drittland betreffen, erfolgt die Kontrolle der Einhaltung der Spezifikationen in der technischen Unterlage vor der Vermarktung durch
—
eine oder mehrere vom Drittland benannte staatliche Behörde/n oder
—
eine oder mehrere Produktzertifizierungsstelle/n.
(3)   Die in den Absätzen 1 und 2 genannten Produktzertifizierungsstellen müssen die Voraussetzungen der Europäischen Norm EN 45011 oder des ISO-/IEC-Leitfadens 65 (Allgemeine Kriterien für Produktzertifizierungsstellen) erfüllen und werden ab dem 1. Mai 2010 nach diesen Normen akkreditiert.
(4)   Übernehmen die in den Absätzen 1 und 2 genannten Behörden oder Stellen die Kontrolle der Einhaltung der Spezifikationen in der technischen Unterlage, so müssen sie angemessene Garantien für Objektivität und Unparteilichkeit bieten und über qualifiziertes Personal und die erforderlichen Ressourcen zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben verfügen.
Artikel 23
Beziehung zwischen Marken und geografischen Angaben
(1)   Die Eintragung einer Marke, die eine in Anhang III eingetragene geografische Angabe enthält oder daraus besteht, wird abgelehnt oder gelöscht, wenn ihre Verwendung zu einem der in Artikel 16 beschriebenen Tatbestände führen würde.
(2)   Unter Wahrung des Gemeinschaftsrechts darf eine Marke, auf die einer der in Artikel 16 beschriebenen Tatbestände zutrifft und die vor dem Zeitpunkt des Schutzes der geografischen Angabe im Ursprungsland oder vor dem 1. Januar 1996 in gutem Glauben im Gebiet der Gemeinschaft angemeldet, eingetragen oder, sofern dies nach den einschlägigen Rechtsvorschriften vorgesehen ist, durch Verwendung erworben wurde, ungeachtet der Eintragung einer geografischen Angabe weiter verwendet werden, sofern keine Gründe für die Ungültigerklärung oder den Verfall der Marke gemäß der Ersten Richtlinie 89/104/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Marken (11) oder der Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates vom 20. September 1993 über die Gemeinschaftsmarke (12) vorliegen.
(3)   Eine geografische Angabe wird nicht eingetragen, wenn die Eintragung aufgrund des Ansehens, das eine Marke genießt, ihres Bekanntheitsgrads und der Dauer ihrer Verwendung in der Gemeinschaft geeignet ist, den Verbraucher über die tatsächliche Identität des Erzeugnisses irrezuführen.
KAPITEL IV
ALLGEMEINE, ÜBERGANGS- UND SCHLUSSBESTIMMUNGEN
Artikel 24
Kontrolle und Schutz von Spirituosen
(1)   Für die Kontrolle der Spirituosen sind die Mitgliedstaaten zuständig. Sie treffen die notwendigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Vorschriften dieser Verordnung eingehalten werden; insbesondere benennen sie nach Maßgabe der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 die Behörde(n), die für die Kontrolle der Einhaltung der Verpflichtungen gemäß der vorliegenden Verordnung zuständig ist (sind).
(2)   Die Mitgliedstaaten und die Kommission teilen sich gegenseitig die Angaben mit, die zur Anwendung dieser Verordnung erforderlich sind.
(3)   Die Kommission sorgt in Absprache mit den Mitgliedstaaten für die einheitliche Anwendung dieser Verordnung und erlässt gegebenenfalls Maßnahmen nach dem in Artikel 25 Absatz 2 genannten Regelungsverfahren.
Artikel 25
Ausschuss
(1)   Die Kommission wird von dem Ausschuss für Spirituosen unterstützt.
(2)   Wird auf diesen Absatz Bezug genommen, so gelten Artikel 5 und Artikel 7 des Beschlusses 1999/468/EG unter Beachtung von dessen Artikel 8.
Der Zeitraum nach Artikel 5 Absatz 6 des Beschlusses 1999/468/EG wird auf drei Monate festgesetzt.
(3)   Wird auf diesen Absatz Bezug genommen, so gelten Artikel 5a und Artikel 7 des Beschlusses 1999/468/EG unter Beachtung von dessen Artikel 8.
Artikel 26
Änderung der Anhänge
Die Anhänge werden nach dem in Artikel 25 Absatz 3 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle geändert.
Artikel 27
Durchführungsmaßnahmen
Die für die Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Maßnahmen werden nach dem in Artikel 25 Absatz 2 genannten Regelungsverfahren getroffen.
Artikel 28
Übergangs- und andere besondere Maßnahmen
(1)   Nach dem in Artikel 25 Absatz 3 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle werden gegebenenfalls Maßnahmen zur Änderung dieser Verordnung getroffen, um
a)
bis zum 20. Februar 2011 den Übergang von der Verordnung (EWG) Nr. 1576/89 auf die vorliegende Verordnung zu erleichtern;
b)
in ordnungsgemäß begründeten Fällen von den Artikeln 17 und 22 abzuweichen;
c)
ein Gemeinschaftszeichen für geografische Angaben für den Spirituosensektor einzuführen.
(2)   Gegebenenfalls werden nach dem in Artikel 25 Absatz 2 genannten Regelungsverfahren Maßnahmen zur Lösung bestimmter praktischer Probleme angenommen, indem beispielsweise in bestimmten Fällen die Nennung des Herstellungsorts in der Etikettierung verbindlich vorgeschrieben wird, um eine Irreführung der Verbraucher zu verhindern und um die Anwendung und Weiterentwicklung gemeinschaftlicher Referenzmethoden für die Analyse von Spirituosen sicherzustellen.
(3)   Spirituosen, die die Anforderungen dieser Verordnung nicht erfüllen, dürfen bis zum 20. Mai 2009 weiterhin gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 1576/89 hergestellt werden. Spirituosen, die die Anforderungen dieser Verordnung nicht erfüllen, die jedoch gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 1576/89 vor dem 20. Februar 2008 oder bis zum 20. Mai 2009 hergestellt wurden, dürfen bis zum Abverkauf der Bestände weiter in den Verkehr gebracht werden.
Artikel 29
Aufhebung
(1)   Die Verordnung (EWG) Nr. 1576/89 wird aufgehoben. Bezugnahmen auf die aufgehobene Verordnung gelten als Bezugnahmen auf die vorliegende Verordnung.
(2)   Die Verordnungen (EWG) Nr. 2009/92 (13), (EG) Nr. 1267/94 (14) und (EG) Nr. 2870/2000 (15) der Kommission sind weiterhin anwendbar.
Artikel 30
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am siebten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Sie gilt ab 20. Mai 2008.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Straßburg am 15. Januar 2008.
In Namen des Europäischen Parlaments
Der Präsident
H.-G. PÖTTERING
Im Namen des Rates
Der Präsident
J. LENARČIČ
(1)  ABl. C 324 vom 30.12.2006, S. 12.
(2)  Stellungnahme des Europäischen Parlaments vom 19. Juni 2007 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht) und Beschluss des Rates vom 17. Dezember 2007.
(3)  ABl. L 160 vom 12.6.1989, S. 1. Zuletzt geändert durch die Beitrittsakte von 2005.
(4)  ABl. L 105 vom 25.4.1990, S. 9. Zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 2140/98 (ABl. L 270 vom 7.10.1998, S. 9).
(5)  ABl. L 109 vom 6.5.2000, S. 29. Zuletzt geändert durch die Richtlinie 2007/168/EG der Kommission (ABl. L 310 vom 28.11.2007, S. 11).
(6)  ABl. L 184 vom 15.7.1988, S. 61. Zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1882/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 284 vom 31.10.2003, S. 1).
(7)  ABl. L 336 vom 23.12.1994, S. 1.
(8)  ABl. L 93 vom 31.3.2006, S. 12. Geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1791/2006 (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 1).
(9)  ABl. L 184 vom 17.7.1999, S. 23. Geändert durch den Beschluss 2006/512/EG (ABl. L 200 vom 22.7.2006, S. 11).
(10)  ABl. L 165 vom 30.4.2004, S. 1. Berichtigte Fassung im ABl. L 191 vom 28.5.2004, S. 1. Zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1791/2006 des Rates.
(11)  ABl. L 40 vom 11.2.1989, S. 1. Geändert durch die Entscheidung 92/10/EWG des Rates (ABl. L 6 vom 11.1.1992, S. 35).
(12)  ABl. L 11 vom 14.1.1994, S. 1. Zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1891/2006 (ABl. L 386 vom 29.12.2006, S. 14).
(13)  Verordnung (EWG) Nr. 2009/92 der Kommission vom 20. Juli 1992 zur Festlegung der gemeinschaftlichen Analysemethoden zum Nachweis des zur Bereitung von Spirituosen und aromatisierter weinhaltiger Getränke und Cocktails verwendeten landwirtschaftlichen Äthylalkohols (ABl. L 203 vom 21.7.1992, S. 10).
(14)  Verordnung (EG) Nr. 1267/94 der Kommission vom 1. Juni 1994 zur Anwendung der zwischen der Europäischen Union und Drittländern vereinbarten gegenseitigen Anerkennung bestimmter Spirituosen (ABl. L 138 vom 2.6.1994, S. 7). Geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1434/97 (ABl. L 196 vom 24.7.1997, S. 56).
(15)  Verordnung (EG) Nr. 2870/2000 der Kommission vom 19. Dezember 2000 mit gemeinschaftlichen Referenzanalysemethoden für Spirituosen (ABl. L 333 vom 29.12.2000, S. 20). Geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 2091/2002 (ABl. L 322 vom 27.11.2002, S. 11).
ANHANG I
TECHNISCHE BEGRIFFSBESTIMMUNGEN UND VORSCHRIFTEN
Die technischen Begriffsbestimmungen und Anforderungen im Sinne des Artikels 2 Absatz 4 und des Artikels 7 sind die folgenden:
1.
Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs
Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs weist folgende Merkmale auf:
a)
sensorische Eigenschaften: kein feststellbarer Fremdgeschmack;
b)
Mindestalkoholgehalt: 96,0 % vol;
c)
Höchstwerte an Nebenbestandteilen:
i)
Gesamtsäuregehalt, ausgedrückt als Essigsäure in g/hl r. A.: 1,5,
ii)
Ester, ausgedrückt als Ethylacetat in g/hl r. A.: 1,3,
iii)
Aldehyde, ausgedrückt als Acetaldehyd in g/hl r. A.: 0,5,
iv)
höhere Alkohole, ausgedrückt als Methyl-2-Propanol-1 in g/hl r. A.: 0,5,
v)
Methanol, ausgedrückt in g/hl r. A.: 30,
vi)
Abdampfrückstand in g/hl r. A.: 1,5,
vii)
flüchtige Stickstoffbasen, ausgedrückt als Stickstoff in g/hl r. A.: 0,1,
viii)
Furfural: nicht nachweisbar.
2.
Destillat landwirtschaftlichen Ursprungs
Eine alkoholische Flüssigkeit, die durch Destillation nach alkoholischer Gärung eines oder mehrerer in Anhang I des Vertrags genannter landwirtschaftlicher Erzeugnisse hergestellt wird und weder die Merkmale von Ethylalkohol noch diejenigen einer Spirituose aufweist, jedoch das Aroma und den Geschmack des (der) verwendeten Ausgangsstoffes (Ausgangsstoffe) bewahrt hat.
Wird auf den verwendeten Ausgangsstoff Bezug genommen, so muss das Destillat ausschließlich aus dem betreffenden Ausgangsstoff gewonnen werden.
3.
Süßung
Verfahren, bei dem eines oder mehrere der folgenden Erzeugnisse bei der Herstellung von Spirituosen verwendet werden:
a)
Halbweißzucker, Weißzucker, raffinierter Weißzucker, Dextrose, Fruktose, Glukosesirup, Flüssigzucker, Invertflüssigzucker oder Sirup von Invertzucker im Sinne der Richtlinie 2001/111/EG des Rates vom 20. Dezember 2001 über bestimmte Zuckerarten für die menschliche Ernährung (1);
b)
rektifiziertes Traubenmostkonzentrat, konzentrierter Traubenmost, frischer Traubenmost;
c)
karamellisierter Zucker, der ausschließlich durch kontrolliertes Erhitzen von Saccharose ohne Zusatz von Basen, Mineralsäuren oder anderen chemischen Zusatzstoffen gewonnen wird;
d)
Honig im Sinne der Richtlinie 2001/110/EG des Rates vom 20. Dezember 2001 über Honig (2);
e)
Johannisbrotsirup;
f)
andere natürliche Zuckerstoffe, die eine ähnliche Wirkung wie die vorstehend genannten Erzeugnisse haben.
4.
Mischung
Verfahren, bei dem zwei oder mehr verschiedene Getränke zur Gewinnung eines neuen Getränks miteinander vermischt werden.
5.
Zusatz von Alkohol
Verfahren, bei dem einer Spirituose Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs und/oder Destillate landwirtschaftlichen Ursprungs zugesetzt werden.
6.
Zusatz von Wasser
Bei der Herstellung von Spirituosen ist der Zusatz von Wasser zulässig, sofern die Qualität des Wassers den Richtlinien 80/777/EWG des Rates vom 15. Juli 1980 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Gewinnung von und den Handel mit natürlichen Mineralwässern (3) und 98/83/EG des Rates vom 3. November 1998 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (4) entspricht und durch diesen Zusatz die Eigenschaften des Erzeugnisses nicht verändert werden.
Hierbei kann es sich um destilliertes, entmineralisiertes, durch Permeation gereinigtes oder enthärtetes Wasser handeln.
7.
Zusammenstellung, Blend, Blending
Verfahren, bei dem zwei oder mehr Spirituosen derselben Kategorie zusammengebracht werden, die in ihrer Zusammensetzung nur geringfügige Abweichungen aufweisen, wobei diese durch eines oder mehrere der folgenden Kriterien bedingt sind:
a)
Herstellungsmethode;
b)
verwendete Destillationsgeräte;
c)
Reifungsdauer;
d)
Erzeugungsgebiet.
Das gewonnene Getränk gehört derselben Kategorie an wie die ursprünglichen Getränke vor der Zusammenstellung.
8.
Reifung oder Alterung
Verfahren, bei dem in geeigneten Behältern Vorgänge natürlich ablaufen können, durch welche die betreffende Spirituose neue sensorische Eigenschaften erhält.
9.
Aromatisierung
Verfahren, bei dem zur Herstellung einer Spirituose ein oder mehrere Aromastoffe im Sinne des Artikels 1 Absatz 2 Buchstabe a der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
10.
Färbung
Verfahren, bei dem zur Herstellung einer Spirituose ein oder mehrere Farbstoffe im Sinne der Richtlinie 94/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Juni 1994 über Farbstoffe, die in Lebensmitteln verwendet werden dürfen (5) verwendet werden.
11.
Alkoholgehalt
Das Verhältnis des in dem betreffenden Erzeugnis enthaltenen Volumens an reinem Alkohol bei einer Temperatur von 20 oC zum Gesamtvolumen dieses Erzeugnisses bei derselben Temperatur.
12.
Gehalt an flüchtigen Bestandteilen
Der Gehalt an flüchtigen Bestandteilen — außer Ethylalkohol und Methanol —, die ausschließlich auf die Destillation bzw. erneute Destillation der verwendeten Ausgangsstoffe zurückgehen, bei einer ausschließlich durch Destillation gewonnenen Spirituose.
13.
Herstellungsort
Der Ort oder die Region, wo die Phase der Herstellung des Fertigerzeugnisses stattgefunden hat, in der die Spirituose ihren Charakter und ihre wesentlichen endgültigen Eigenschaften erhalten hat.
14.
Bezeichnung
Die Begriffe, die für ein Getränk in der Etikettierung, Aufmachung und auf der Verpackung, in den Begleitpapieren beim Transport eines Getränks, in den Geschäftspapieren, insbesondere den Rechnungen und Lieferscheinen, sowie in der Werbung dafür verwendet werden.
15.
Aufmachung
Die Begriffe, die in der Etikettierung und auf der Verpackung sowie in der Werbung und bei sonstigen Verkaufsförderungsmaßnahmen, in Abbildungen oder Ähnlichem, sowie auf dem Behältnis, einschließlich der Flasche und des Verschlusses, verwendet werden.
16.
Etikettierung
Alle Bezeichnungen und anderen Hinweise, Zeichen, grafische Darstellungen oder Handelsmarken, die der Unterscheidung eines Getränks dienen und die auf dem Behältnis einschließlich seiner Siegelkappe, des Anhängers am Behältnis oder des Überzugs am Flaschenhals erscheinen.
17.
Verpackung
Die schützenden Verpackungen, wie Einschlagpapier, Hülsen aller Art, Kartons und Kisten, die beim Transport und/oder Verkauf eines oder mehrerer Behältnisse verwendet werden.
(1)  ABl. L 10 vom 12.1.2002, S. 53.
(2)  ABl. L 10 vom 12.1.2002, S. 47.
(3)  ABl. L 229 vom 30.8.1980, S. 1. Zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1882/2003.
(4)  ABl. L 330 vom 5.12.1998, S. 32. Geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1882/2003.
(5)  ABl. L 237 vom 10.9.1994, S. 13. Geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1882/2003.
ANHANG II
SPIRITUOSEN
Kategorien von Spirituosen
1.   Rum
a)
Rum ist
i)
eine Spirituose, die ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillation von aus der Herstellung von Rohrzucker stammender Melasse oder Sirup oder vom Saft des Zuckerrohrs selbst gewonnen und zu weniger als 96 % vol so destilliert wird, dass das Destillat in wahrnehmbarem Maße die besonderen sensorischen Eigenschaften von Rum aufweist, oder
ii)
eine Spirituose, die ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillation von Saft aus Zuckerrohr gewonnen wird und die aromatischen Merkmale von Rum sowie einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mindestens 225 g/hl r. A. aufweist. Diese Spirituose kann mit dem Zusatz „landwirtschaftlicher“ zu der Verkehrsbezeichnung „Rum“ in Verbindung mit den in Anhang III eingetragenen geografischen Angaben der französischen überseeischen Departements und der Autonomen Region Madeira in Verkehr gebracht werden.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Rum beträgt 37,5 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Rum darf nicht aromatisiert werden.
e)
Rum darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
f)
Die Angabe „traditionnel“ kann jede der geografischen Angaben gemäß Anhang III Kategorie 1 ergänzen, wenn der Rum nach alkoholischer Gärung von Ausgangsstoffen, die ausschließlich aus dem betreffenden Herstellungsort stammen, zu weniger als 90 % vol destilliert wird. Der Rum muss einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mindestens 225 g/hl r. A. aufweisen und darf nicht gesüßt sein. Die Verwendung der Angabe „traditionnel“ schließt die Verwendung der Begriffe „aus der Zuckerherstellung“ oder „landwirtschaftlich“, mit denen die Verkehrsbezeichnung „Rum“ und die geografischen Angaben ebenfalls ergänzt werden können, nicht aus.
Diese Bestimmung lässt die Verwendung der Angabe „traditionnel“ für alle Erzeugnisse, die nicht unter diese Bestimmung fallen, nach den für diese Erzeugnisse geltenden Kriterien unberührt.
2.   Whisky oder Whiskey
a)
Whisky oder Whiskey ist eine Spirituose, die ausschließlich wie folgt gewonnen wird:
i)
durch Destillation einer Maische aus gemälztem Getreide mit oder ohne das volle Korn anderer Getreidearten,
—
die durch die in ihr enthaltenen Malzamylasen mit oder ohne andere natürliche Enzyme verzuckert wird,
—
die mit Hefe vergoren wird,
ii)
durch eine oder mehrere Destillationen zu weniger als 94,8 % vol, so dass das Destillat das Aroma und den Geschmack der Ausgangsstoffe aufweist,
iii)
durch eine mindestens dreijährige Reifung des endgültigen Destillats in Holzfässern mit einem Fassungsvermögen von höchstens 700 Litern.
Das endgültige Destillat, dem nur Wasser und einfache Zuckerkulör (zur Färbung) zugesetzt werden dürfen, bewahrt die Farbe, das Aroma und den Geschmack, die beim Herstellungsverfahren gemäß den Ziffern i, ii und iii entstanden sind.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Whisky oder Whiskey beträgt 40 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Whisky oder Whiskey darf weder gesüßt noch aromatisiert werden oder andere Zusätze als zur Färbung verwendete einfache Zuckerkulör enthalten.
3.   Getreidespirituose
a)
Getreidespirituose ist eine Spirituose, die ausschließlich durch Destillation einer vergorenen Maische aus dem vollen Korn von Getreide gewonnen wird und die sensorischen Eigenschaften der Ausgangsstoffe aufweist.
b)
Mit Ausnahme von „Korn“ beträgt der Mindestalkoholgehalt von Getreidespirituosen 35 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Getreidespirituose darf nicht aromatisiert werden.
e)
Getreidespirituose darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
f)
Um die Verkehrsbezeichnung „Getreidebrand“ führen zu können, muss die Getreidespirituose durch Destillation zu weniger als 95 % vol aus vergorener Maische aus dem vollen Korn von Getreide gewonnen werden und die sensorischen Eigenschaften der Ausgangsstoffe aufweisen.
4.   Branntwein
a)
Branntwein ist eine Spirituose,
i)
die ausschließlich durch Destillation zu weniger als 86 % vol von Wein oder Brennwein oder durch erneute Destillation eines Weindestillats zu weniger als 86 % vol gewonnen wird,
ii)
die einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mindestens 125 g/hl r. A. aufweist,
iii)
die einen Höchstgehalt an Methanol von 200 g/hl r. A. aufweist.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Branntwein beträgt 37,5 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Branntwein darf nicht aromatisiert werden. Dies schließt traditionelle Herstellungsverfahren nicht aus.
e)
Branntwein darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
f)
Wurde Branntwein einer Reifung unterzogen, so darf er weiterhin als „Branntwein“ vermarktet werden, sofern die Reifezeit mindestens der in diesem Anhang für Spirituosen der Kategorie 5 festgelegten Reifezeit entspricht.
5.   Brandy oder Weinbrand
a)
Brandy oder Weinbrand ist eine Spirituose, die
i)
aus Branntwein mit oder ohne Zusatz von Weindestillat, das zu weniger als 94,8 % vol destilliert ist, gewonnen wird, sofern dieses Destillat höchstens 50 % des Alkoholgehalts des Fertigerzeugnisses ausmacht,
ii)
in Eichenholzbehältern mindestens ein Jahr oder — bei Eichenholzfässern mit einem Fassungsvermögen von weniger als 1 000 Litern — mindestens sechs Monate gereift ist,
iii)
einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mindestens 125 g/hl r. A. aufweist, die ausschließlich aus der Destillation bzw. erneuten Destillation der Ausgangsstoffe stammen,
iv)
einen Höchstgehalt an Methanol von 200 g/hl r. A. aufweist.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Brandy oder Weinbrand beträgt 36 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Brandy oder Weinbrand darf nicht aromatisiert werden. Dies schließt traditionelle Herstellungsverfahren nicht aus.
e)
Brandy oder Weinbrand darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
6.   Tresterbrand oder Trester
a)
Tresterbrand oder Trester ist eine Spirituose, für die folgende Bedingungen gelten:
i)
sie wird ausschließlich aus vergorenem und destilliertem Traubentrester — entweder unmittelbar durch Wasserdampf oder nach Zusatz von Wasser — gewonnen;
ii)
es dürfen höchstens 25 kg Trub je 100 kg verwendetem Trester zugesetzt werden;
iii)
die Menge des vom Trub gewonnenen Alkohols darf 35 % der Gesamtmenge des Fertigerzeugnisses nicht übersteigen;
iv)
die Destillation wird unter Beigabe des Tresters zu weniger als 86 % vol vorgenommen;
v)
eine erneute Destillation zu demselben Alkoholgehalt ist zulässig;
vi)
sie weist einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mindestens 140 g/hl r. A. und einen Methanolgehalt von höchstens 1 000 g/hl r. A. auf.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Tresterbrand oder Trester beträgt 37,5 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Tresterbrand oder Trester darf nicht aromatisiert werden. Das schließt traditionelle Herstellungsverfahren nicht aus.
e)
Trester oder Tresterbrand darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
7.   Brand aus Obsttrester
a)
Brand aus Obsttrester ist eine Spirituose, für die folgende Bedingungen gelten:
i)
sie wird ausschließlich durch Gärung und Destillation von Obsttrester, ausgenommen Traubentrester, zu weniger als 86 % vol gewonnen;
ii)
sie weist einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mindestens 200 g/hl r. A. auf;
iii)
sie weist einen Methanolgehalt von höchstens 1 500 g/hl r. A. auf;
iv)
der Blausäuregehalt bei Brand aus Steinobsttrester beträgt höchstens 7 g/hl r. A.;
v)
die erneute Destillation zu demselben Alkoholgehalt im Sinne der Ziffer i ist zulässig.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Obsttresterbrand beträgt 37,5 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Obsttresterbrand darf nicht aromatisiert werden.
e)
Obsttresterbrand darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
f)
Die Verkehrsbezeichnung lautet „-tresterbrand“ unter Voranstellung der Bezeichnung der verwendeten Frucht. Werden bei der Herstellung Trester unterschiedlicher Obstsorten verarbeitet, so wird die Verkehrsbezeichnung „Obsttresterbrand“ verwendet.
8.   Korinthenbrand oder Raisin Brandy
a)
Korinthenbrand oder Raisin Brandy ist eine Spirituose, die ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillation des Extrakts von getrockneten Beeren der Sorten „Schwarze Korinth“ oder „Muscat of Alexandria“ zu weniger als 94,5 % vol so destilliert wird, dass das Destillat das Aroma und den Geschmack der Ausgangsstoffe bewahrt.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Korinthenbrand oder Raisin Brandy beträgt 37,5 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Korinthenbrand oder Raisin Brandy darf nicht aromatisiert werden.
e)
Korinthenbrand oder Raisin Brandy darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
9.   Obstbrand
a)
Obstbrand ist eine Spirituose,
i)
die ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillation einer frischen fleischigen Frucht oder des frischen Mosts dieser Frucht — mit oder ohne Steine — oder von Beeren oder Gemüse gewonnen wird,
ii)
die zu weniger als 86 % vol so destilliert wird, dass das Destillat das Aroma und den Geschmack der destillierten Ausgangsstoffe bewahrt,
iii)
die einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mindestens 200 g/hl r. A. aufweist,
iv)
deren Blausäuregehalt bei Steinobstbrand 7 g/hl r. A. nicht überschreitet.
b)
Der Höchstgehalt an Methanol von Obstbrand ist 1 000 g/hl r. A.
Bei folgenden Obstbränden beträgt der Höchstgehalt an Methanol jedoch
i)
1 200 g/hl r. A., wenn er von folgenden Früchten gewonnen wurde:
—
Pflaumen (Prunus domestica L.),
—
Mirabellen (Prunus domestica L. subsp. syriaca (Borkh.) Janch. ex Mansf.),
—
Zwetschgen (Prunus domestica L.),
—
Äpfel (Malus domestica Borkh.),
—
Birnen (Pyrus communis L.) ausgenommen Birnen der Sorte Williams (Pyrus communis L. cv „Williams“),
—
Himbeeren (Rubus idaeus L.),
—
Brombeeren (Rubus fruticosus auct. aggr.),
—
Aprikosen/Marillen (Prunus armeniaca L.),
—
Pfirsiche (Prunus persica (L.) Batsch);
ii)
1 350 g/hl r. A., wenn er von folgenden Früchten oder Beeren gewonnen wurde:
—
Birnen der Sorte Williams (Pyrus communis L. cv „Williams“),
—
Rote Johannisbeeren (Ribes rubrum L.),
—
Schwarze Johannisbeeren (Ribes nigrum L.),
—
Vogelbeeren (Sorbus aucuparia L.),
—
Holunder (Sambucus nigra L.)
—
Quitten (Cydonia oblonga Mill.),
—
Wacholderbeeren (Juniperus communis L. und/oder Juniperus oxicedrus L.)
c)
Der Mindestalkoholgehalt von Obstbrand beträgt 37,5 % vol.
d)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
e)
Obstbrand darf nicht aromatisiert werden.
f)
Die Verkehrsbezeichnung lautet „-brand“ unter Voranstellung der Bezeichnung der verwendeten Obst-, Beeren- oder Gemüseart, also Kirschbrand (oder Kirsch), Pflaumenbrand (oder Slibowitz), Mirabellenbrand, Pfirsichbrand, Apfelbrand, Birnenbrand, Aprikosenbrand, Feigenbrand, Brand aus Zitrusfrüchten, Brand aus Weintrauben oder Brand aus sonstigen Früchten.
Er kann auch unter Voranstellung des Namens der verwendeten Frucht als „-wasser“ bezeichnet werden.
Nur bei der Herstellung aus folgenden Früchten kann der Name der Frucht an die Stelle der Bezeichnung „-brand“ unter Voranstellung des Namens der verwendeten Frucht treten:
—
Mirabellen (Prunus domestica L. subsp. syriaca (Borkh.) Janch. ex Mansf.),
—
Pflaumen (Prunus domestica L.),
—
Zwetschgen (Prunus domestica L.),
—
Erdbeerbaumfrüchte (Arbutus unedo L.),
—
Äpfel der Sorte „Golden Delicious“.
Besteht die Gefahr, dass der Endverbraucher eine dieser Verkehrsbezeichnungen nicht leicht versteht, so muss auf dem Etikett das Wort „Brand“, gegebenenfalls mit einer Erläuterung, erscheinen.
g)
Die Bezeichnung „Williams“ ist Birnenbrand vorbehalten, der ausschließlich aus Birnen der Sorte „Williams“ gewonnen wird.
h)
Werden die Maischen zweier oder mehrerer Obst-, Beeren- oder Gemüsearten zusammen destilliert, so erhält das Erzeugnis die Verkehrsbezeichnung „Obstbrand“ bzw. „Gemüsebrand“. Ergänzend können die einzelnen Obst-, Beeren- oder Gemüsearten in absteigender Reihenfolge der verwendeten Mengen angeführt werden.
10.   Brand aus Apfelwein und Brand aus Birnenwein
a)
Brand aus Apfelwein und Brand aus Birnenwein sind Spirituosen, die
i)
ausschließlich durch Destillation von Apfel- bzw. Birnenwein gewonnen werden, der zu weniger als 86 % vol so destilliert wird, dass das Destillat das Aroma und den Geschmack der verwendeten Frucht bewahrt,
ii)
einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mindestens 200 g/hl r. A. aufweisen,
iii)
einen Höchstgehalt an Methanol von 1 000 g/hl r. A. aufweisen.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Brand aus Apfelwein und Brand aus Birnenwein beträgt 37,5 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Brand aus Apfelwein und Brand aus Birnenwein dürfen nicht aromatisiert werden.
e)
Brand aus Apfelwein und Brand aus Birnenwein darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
11.   Honigbrand
a)
Honigbrand ist eine Spirituose, die
i)
ausschließlich durch Gärung und Destillation von Honigmaische gewonnen wird;
ii)
zu weniger als 86 % vol so destilliert wird, dass das Destillat die sensorischen Eigenschaften der verwendeten Ausgangsstoffe aufweist.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Honigbrand beträgt 35 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Honigbrand darf nicht aromatisiert werden.
e)
Honigbrand darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
f)
Honigbrand darf nur mit Honig gesüßt sein.
12.   Hefebrand oder Brand aus Trub
a)
Hefebrand oder Brand aus Trub ist eine Spirituose, die ausschließlich aus Destillation von Weintrub oder Fruchttrub zu weniger als 86 % vol gewonnen wird.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Hefebrand oder Brand aus Trub beträgt 38 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Hefebrand oder Brand aus Trub darf nicht aromatisiert werden.
e)
Hefebrand oder Brand aus Trub darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
f)
Die Verkehrsbezeichnung Hefebrand oder Brand aus Trub wird durch die Bezeichnung des verwendeten Ausgangsstoffs ergänzt.
13.   Bierbrand oder Eau de vie de bière
a)
Bierbrand oder Eau de vie de bière ist eine Spirituose, die ausschließlich durch direkte Destillation von frischem Bier bei Normaldruck gewonnen wird, das zu weniger als 86 % so destilliert wird, dass das Destillat die sensorischen Eigenschaften des Biers aufweist.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Bierbrand oder Eau de vie de bière beträgt 38 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Bierbrand oder Eau de vie de bière darf nicht aromatisiert werden.
e)
Bierbrand oder Eau de vie de bière darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
14.   Topinambur oder Brand aus Jerusalem-Artischocke
a)
Topinambur oder Brand aus Jerusalem-Artischocke ist eine Spirituose, die ausschließlich durch Gärung und Destillation von Topinamburknollen (Helianthus tuberosus L.) zu weniger als 86 % vol gewonnen wird.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Topinambur oder Brand aus Jerusalem-Artischocke beträgt 38 % vol.
c)
Der Zusatz von Alkohol, ob verdünnt oder unverdünnt, gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5 ist nicht zulässig.
d)
Topinambur oder Brand aus Jerusalem-Artischocke darf nicht aromatisiert werden.
e)
Topinambur oder Brand aus Jerusalem-Artischocke darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten.
15.   Wodka
a)
Wodka ist eine Spirituose aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, der durch Gärung mit Hefe gewonnen wird aus
i)
Kartoffeln und/oder Getreide oder
ii)
anderen landwirtschaftlichen Rohstoffen und
so destilliert und/oder rektifiziert wird, dass die sensorischen Eigenschaften der verwendeten Ausgangsstoffe und die bei der Gärung entstandenen Nebenerzeugnisse selektiv abgeschwächt werden.
Danach kann eine erneute Destillation und/oder eine Behandlung mit geeigneten Hilfsstoffen einschließlich der Behandlung mit Aktivkohle vorgenommen werden, um ihr die besonderen sensorischen Eigenschaften zu verleihen;
die Höchstwerte an Nebenbestandteilen für Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs entsprechen denen des Anhangs I, wobei der Methanolgehalt höchstens 10 g/hl r. A. betragen darf.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Wodka beträgt 37,5 % vol.
c)
Zur Aromatisierung dürfen nur natürliche, in dem Destillat aus den vergorenen Ausgangsstoffen vorhandene Aromastoffe verwendet werden. Außerdem können dem Erzeugnis besondere, vom vorherrschenden Geschmack abweichende sensorische Eigenschaften verliehen werden.
d)
Die Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Wodka, der nicht ausschließlich aus den in Buchstabe a Ziffer i genannten Ausgangsstoffen hergestellt wurde, ist zu kennzeichnen mit der Angabe „hergestellt aus …“, die durch die Bezeichnung(en) des/der zur Herstellung des Ethylalkohols landwirtschaftlichen Ursprungs verwendeten Ausgangsstoffs/Ausgangsstoffe ergänzt wird. Die Etikettierung erfolgt gemäß Artikel 13 Absatz 2 der Richtlinie 2000/13/EG.
16.   -brand (unter Voranstellung des Namens der verwendeten Frucht), der durch Mazeration und Destillation gewonnen wird
a)
-brand (unter Voranstellung der Bezeichnung der verwendeten Frucht), der durch Mazeration und Destillation gewonnen wird, ist eine Spirituose, die
i)
durch Mazeration von in Ziffer ii genannten Früchten oder Beeren, die teilweise vergoren oder nichtvergoren sind, wobei höchstens 20 Liter Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs oder Brand und/oder Destillat aus derselben Frucht je 100 kg vergorener Früchte oder Beeren zugesetzt werden dürfen, und anschließende Destillation zu weniger als 86 % vol gewonnen wird,
ii)
aus folgenden Früchten oder Beeren gewonnen wird:
—
Brombeeren (Rubus fruticosus auct. aggr.),
—
Erdbeeren (Fragaria spp.),
—
Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus L.),
—
Himbeeren (Rubus idaeus L.),
—
Rote Johannisbeeren (Ribes rubrum L.),
—
Schlehen (Prunus spinosa L.),
—
Vogelbeeren (Sorbus aucuparia L.),
—
Eberesche (Sorbus domestica L.),
—
Stechpalme (Ilex cassine L.),
—
Elsbeeren (Sorbus torminalis (L.) Crantz)
—
Holunder (Sambucus nigra L.),
—
Hagebutten (Rosa canina L.),
—
Schwarze Johannisbeeren (Ribes nigrum L.),
—
Bananen (Musa spp.),
—
Passionsfrüchte (Passiflora edulis Sims),
—
Cythera-Pflaumen (Spondias dulcis Sol. ex Parkinson),
—
Mombinpflaumen (Spondias mombin L.).
b)
Der Mindestalkoholgehalt von -brand (unter Voranstellung der Bezeichnung der verwendeten Frucht), der durch Mazeration und Destillation gewonnen wird, beträgt 37,5 % vol.
c)
-brand (unter Voranstellung der Bezeichnung der verwendeten Frucht), der durch Mazeration und Destillation gewonnen wird, darf nicht aromatisiert werden.
d)
Bei der Etikettierung und Aufmachung von -brand (unter Voranstellung der Bezeichnung der verwendeten Frucht), der durch Mazeration und Destillation gewonnen wird, muss der Hinweis „durch Mazeration und Destillation gewonnen“ in der Bezeichnung, auf der Aufmachung oder auf dem Etikett und in derselben Schriftart, Größe und Farbe und im selben Sichtfeld wie der Hinweis „-brand (unter Voranstellung der Bezeichnung der Frucht)“ erscheinen; er ist bei Flaschen auf dem Frontetikett anzubringen.
17.   Geist (mit der Bezeichnung der verwendeten Frucht oder des verwendeten Ausgangsstoffs)
a)
Geist (mit der Bezeichnung der verwendeten Frucht oder des verwendeten Ausgangsstoffs) ist eine Spirituose, die durch Mazeration von in Kategorie 16 Buchstabe a Ziffer ii aufgeführten unvergorenen Früchten und Beeren oder von Gemüse, Nüssen oder anderen pflanzlichen Stoffen wie Kräutern oder Rosenblättern in Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs und anschließende Destillation zu weniger als 86 % vol gewonnen wird.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Geist (mit der Bezeichnung der verwendeten Frucht oder des verwendeten Ausgangsstoffs) beträgt 37,5 % vol.
c)
Geist (mit der Bezeichnung der verwendeten Frucht oder des verwendeten Ausgangsstoffs) darf nicht aromatisiert werden.
18.   Enzian
a)
Enzian ist eine Spirituose, die aus Destillat von vergorenen Enzianwurzeln mit oder ohne Zusatz von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnen wird.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Enzian beträgt 37,5 % vol.
c)
Enzian darf nicht aromatisiert werden.
19.   Spirituose mit Wacholder
a)
Spirituosen mit Wacholder sind Spirituosen, die durch Aromatisieren von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs und/oder Getreidespirituose und/oder Getreidedestillat mit Wacholderbeeren (Juniperus communis L. und/oder Juniperus oxicedrus L.) gewonnen werden.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Spirituosen mit Wacholder beträgt 30 % vol.
c)
Zur Aromatisierung dieser Spirituose können weitere natürliche und/oder naturidentische Aromastoffe gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffern i und ii der Richtlinie 88/388/EWG und/oder Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der genannten Richtlinie und/oder Duftstoffpflanzen oder Teile davon zugesetzt werden, wobei jedoch die sensorischen Eigenschaften von Wacholderbeeren — wenn auch zuweilen in abgeschwächter Form — wahrnehmbar bleiben müssen.
d)
Spirituosen mit Wacholder dürfen die Verkehrsbezeichnungen Wacholder oder Genebra führen.
20.   Gin
a)
Gin ist eine Spirituose mit Wacholdergeschmack, die durch Aromatisieren von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, der entsprechende sensorische Eigenschaften aufweist, mit Wacholderbeeren (Juniperus communis L.) gewonnen wird.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Gin beträgt 37,5 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Gin dürfen nur natürliche und/oder naturidentische Aromastoffe gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffern i und ii der Richtlinie 88/388/EWG und/oder Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der genannten Richtlinie verwendet werden, wobei der Walcholdergeschmack vorherrschend bleiben muss.
21.   Destillierter Gin
a)
Destillierter Gin ist
i)
eine Spirituose mit Wacholdergeschmack, die ausschließlich durch erneute Destillation von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs von angemessener Qualität und mit entsprechenden sensorischen Eigenschaften und einem ursprünglichen Alkoholgehalt von mindestens 96 % vol in Destillierapparaten, die herkömmlicherweise für Gin verwendet werden, unter Zusetzen von Wacholderbeeren (Juniperus communis L.) und anderen pflanzlichen Stoffen hergestellt wird, wobei der Wacholdergeschmack vorherrschend bleiben muss, oder
ii)
eine Mischung der Erzeugnisse aus dieser Destillation mit Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs der gleichen Zusammensetzung, Reinheit und gleichem Alkoholgehalt; zur Aromatisierung von destilliertem Gin können auch natürliche und/oder naturidentische Aromastoffe und/oder Aromaextrakte gemäß Kategorie 20 Buchstabe c verwendet werden.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von destilliertem Gin beträgt 37,5 % vol.
c)
Gin, der durch den einfachen Zusatz von Essenzen oder Aromastoffen zu Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnen wird, darf nicht die Bezeichnung destillierter Gin tragen.
22.   London Gin
a)
London Gin gehört zur Spirituosenart Destillierter Gin:
i)
Er wird ausschließlich aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnen und weist einen Methanolgehalt von höchstens 5 g/hl r. A. auf; sein Aroma wird ausschließlich durch die erneute Destillation von Ethylalkohol in herkömmlichen Destilliergeräten unter Zusetzen aller verwendeten pflanzlichen Stoffe gewonnen;
ii)
der Mindestalkoholgehalt des hieraus gewonnenen Destillats beträgt 70 % vol;
iii)
jeder weitere zugesetzte Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs muss den in Anhang I Nummer 1 aufgeführten Merkmalen entsprechen, allerdings mit einem Methanolgehalt von höchstens 5 g/hl r. A.;
iv)
sein Gehalt an zugesetzten süßenden Erzeugnissen darf nicht mehr als 0,1 g Zucker je Liter des Fertigerzeugnisses betragen, und er enthält keine zugesetzten Farbstoffe;
v)
er enthält keine anderen zugesetzten Zutaten außer Wasser.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von London Gin beträgt 37,5 % vol.
c)
Die Bezeichnung London Gin kann durch den Begriff „dry“ ergänzt werden.
23.   Kümmel oder Spirituose mit Kümmel
a)
Kümmel oder Spirituose mit Kümmel ist eine Spirituose, die durch die Aromatisierung von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit Kümmel (Carum carvi L.) gewonnen wird.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Kümmel oder Spirituose mit Kümmel beträgt 30 % vol.
c)
Zur Aromatisierung können weitere natürliche oder naturidentische Aromastoffe gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffern i und ii der Richtlinie 88/388/EWG und/oder Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der genannten Richtlinie verwendet werden, wobei jedoch der Kümmelgeschmack vorherrschend bleiben muss.
24.   Akvavit oder Aquavit
a)
Akvavit oder Aquavit ist eine Spirituose mit Kümmel und/oder Dillsamen, die mit einem Kräuterdestillat oder Gewürzdestillat aromatisiert wurde.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Akvavit oder Aquavit beträgt 37,5 % vol.
c)
Zur Aromatisierung können weitere natürliche oder naturidentische Aromastoffe gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffern i und ii der Richtlinie 88/388/EWG und/oder Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der genannten Richtlinie verwendet werden, jedoch muss ein wesentlicher Teil des Aromas aus der Destillation von Kümmelsamen (Carum carvi L.) und/oder Dillsamen (Anethum graveolens L.) stammen; der Zusatz ätherischer Öle ist nicht zulässig.
d)
Der Geschmack von Bitterstoffen darf nicht vorherrschend sein; der Gehalt an Abdampfrückstand darf nicht mehr als 1,5 g je 100 ml betragen.
25.   Spirituosen mit Anis
a)
Spirituosen mit Anis sind Spirituosen, die durch Aromatisieren von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit natürlichen Extrakten von Sternanis (Illicium verum Hook f.), Anis (Pimpinella anisum L.), Fenchel (Foeniculum vulgare Mill.) oder anderen Pflanzen, die im Wesentlichen das gleiche Aroma aufweisen, nach einem oder mehreren der folgenden Verfahren gewonnen werden:
i)
Mazeration und/oder Destillation,
ii)
erneute Destillation des Alkohols unter Zusatz von Samen oder anderen Teilen der oben genannten Pflanzen,
iii)
Beigabe von natürlichen destillierten Extrakten von Anispflanzen.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Spirituosen mit Anis beträgt 15 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Spirituosen mit Anis dürfen nur natürliche Aromastoffe oder Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i und Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
d)
Es können weitere natürliche Pflanzenextrakte und würzende Samen verwendet werden, wobei jedoch der Anisgeschmack vorherrschend bleiben muss.
26.   Pastis
a)
Pastis ist eine Spirituose mit Anis, die außerdem natürliche Extrakte von Süßholz (Glycyrrhiza spp.) und damit auch so genannte „Chalkone“ als Farbstoffe sowie Glycyrrhizinsäure enthält; der Mindest- bzw. Höchstgehalt an Glycyrrhizinsäure beträgt 0,05 g je Liter bzw. 0,5 g je Liter.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Pastis beträgt 40 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Pastis dürfen nur natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i und Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
d)
Pastis enthält weniger als 100 g Zucker, ausgedrückt als Invertzucker, je Liter sowie einen Mindest- bzw. Höchstgehalt an Anethol von 1,5 g je Liter bzw. 2 g je Liter.
27.   Pastis de Marseille
a)
Pastis de Marseille ist ein Pastis mit einem Anetholgehalt von 2 g je Liter.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Pastis de Marseille beträgt 45 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Pastis de Marseille dürfen nur natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i und Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
28.   Anis
a)
Anis ist eine Spirituose mit Anis, deren charakteristischer Geschmack ausschließlich von Anis (Pimpinella anisum L.) und/oder Sternanis (Illicium verum Hook f.) und/oder Fenchel (Foeniculum vulgare Mill.) stammt.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Anis beträgt 35 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Anis dürfen nur natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i bzw. Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
29.   Destillierter Anis
a)
Destillierter Anis ist Anis, dessen Alkoholgehalt zu mindestens 20 % aus Alkohol besteht, der unter Beigabe der in Kategorie 28 Buchstabe a genannten Samen und im Falle geografischer Angaben unter Beigabe von Mastix oder anderer würzender Samen, Pflanzen oder Früchte destilliert wurde.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von destilliertem Anis beträgt 35 % vol.
c)
Bei der Herstellung von destilliertem Anis dürfen nur natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i bzw. Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
30.   Spirituosen mit bitterem Geschmack oder Bitter
a)
Spirituosen mit bitterem Geschmack oder Bitter sind Spirituosen mit vorherrschend bitterem Geschmack, die durch Aromatisieren von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit natürlichen und/oder naturidentischen Aromastoffen gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffern i und ii der Richtlinie 88/388/EWG und/oder Aromaextrakten gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der genannten Richtlinie gewonnen werden.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Spirituosen mit bitterem Geschmack oder Bitter beträgt 15 % vol.
c)
Spirituosen mit bitterem Geschmack oder Bitter können auch die Verkehrsbezeichnung „Amer“ oder „Bitter“ — allein oder in Verbindung mit einem anderen Begriff — tragen.
31.   Aromatisierter Wodka
a)
Aromatisierter Wodka ist Wodka, dem ein anderer vorherrschender Geschmack als der seiner Ausgangsstoffe verliehen wurde;
b)
der Mindestalkoholgehalt von aromatisiertem Wodka beträgt 37,5 % vol;
c)
bei der Herstellung von aromatisiertem Wodka sind folgende Verfahren zulässig: Süßen, Mischen, Aromatisieren, Reifen und Färben;
d)
aromatisierter Wodka kann als Verkehrsbezeichnung die Bezeichnung seines vorherrschenden Aromas in Verbindung mit dem Wort „Wodka“ führen.
32.   Likör
a)
Likör ist eine Spirituose,
i)
die folgenden Mindestzuckergehalt, ausgedrückt als Invertzucker, aufweist:
—
70 g je Liter bei Kirschlikör, dessen Ethylalkohol ausschließlich aus Kirschbrand besteht;
—
80 g je Liter bei Enzianlikör oder ähnlichen Likören, die mit Enzian bzw. ähnlichen Pflanzen als einzigem Aromastoff hergestellt werden;
—
100 g je Liter in allen anderen Fällen;
ii)
die durch die Aromatisierung von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs oder eines Destillats landwirtschaftlichen Ursprungs oder einer oder mehreren Spirituosen oder einer Mischung davon unter Zusatz von süßenden Erzeugnissen und Erzeugnissen landwirtschaftlichen Ursprungs oder Lebensmitteln wie Sahne, Milch oder anderen Milcherzeugnissen, Obst, Wein oder aromatisiertem Wein im Sinne der Verordnung (EWG) Nr. 1601/91 des Rates vom 10. Juni 1991 zur Festlegung der allgemeinen Regeln für die Begriffsbestimmung, Bezeichnung und Aufmachung aromatisierten Weines, aromatisierter weinhaltiger Getränke und aromatisierter weinhaltiger Cocktails (1) hergestellt wird.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Likör beträgt 15 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Likör dürfen nur natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i und Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG und naturidentische Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer ii der genannten Richtlinie verwendet werden.
Naturidentische Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer ii der genannten Richtlinie dürfen jedoch bei der Herstellung folgender Liköre nicht verwendet werden:
i)
Liköre aus folgenden Früchten:
—
Schwarze Johannisbeeren,
—
Kirschen,
—
Himbeeren,
—
Maulbeeren,
—
Heidelbeeren,
—
Zitrusfrüchte,
—
Moltebeeren,
—
amerikanische Taubeeren,
—
gewöhnliche Moosbeeren,
—
Preiselbeeren,
—
Sanddorn,
—
Ananas.
ii)
Liköre aus folgenden Pflanzen:
—
Minze,
—
Enzian,
—
Anis,
—
Gletscher-Edelraute,
—
Wundklee.
d)
Zur Aufmachung von in der Gemeinschaft hergestellten Likören können bei der Verwendung von Ethylalkohol folgende zusammengesetzte Begriffe als Hinweis auf etablierte Herstellungsverfahren verwendet werden:
—
prune-brandy,
—
orange-brandy,
—
apricot-brandy,
—
cherry-brandy,
—
solbaerrom, auch Blackcurrant Rum genannt.
Bei der Etikettierung und Aufmachung der genannten Liköre ist der zusammengesetzte Begriff in einer Zeile in einheitlicher Schrift derselben Schriftart und Farbe zu halten, wobei die Bezeichnung „Likör“ unmittelbar daneben erscheinen muss, und zwar in einer Schrift, die nicht kleiner sein darf als die des zusammengesetzten Begriffs. Stammt der Alkohol nicht von der angegebenen Spirituose, so ist der Ursprung auf dem Etikett im selben Sichtfeld wie der zusammengesetzte Begriff und der Begriff „Likör“ anzugeben, indem entweder die Art des verwendeten landwirtschaftlichen Alkohols genannt wird oder die Angabe „landwirtschaftlichem Alkohol“ jeweils nach den Worten „hergestellt aus“, „gewonnen aus“ oder „aus“ erscheint.
33.   -creme (unter Voranstellung der Bezeichnung der verwendeten Frucht oder des verwendeten Ausgangsstoffes)
a)
Spirituosen mit der Verkehrsbezeichnung „-creme“ (unter Voranstellung der Bezeichnung der verwendeten Frucht oder des verwendeten Ausgangsstoffes), mit Ausnahme von Milcherzeugnissen, sind Liköre mit einem Mindestgehalt an Zucker, ausgedrückt als Invertzucker, von 250 g je Liter.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von „-creme“ (unter Voranstellung der Bezeichnung der verwendeten Frucht oder des verwendeten Ausgangsstoffes) beträgt 15 % vol.
c)
Für diese Spirituose gelten die Regeln gemäß Kategorie 32 betreffend die Verwendung von Aromastoffen und Aromaextrakten in Likören.
d)
Die Verkehrsbezeichnung kann durch den Begriff „Likör“ ergänzt werden.
34.   Crème de cassis
a)
Crème de cassis ist ein Likör aus schwarzen Johannisbeeren mit einem Mindestgehalt an Zucker, ausgedrückt als Invertzucker, von 400 g je Liter.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Crème de cassis beträgt 15 % vol.
c)
Für Crème de cassis gelten die Regeln gemäß Kategorie 32 betreffend die Verwendung von Aromastoffen und Aromaextrakten in Likören.
d)
Die Verkehrsbezeichnung kann durch den Begriff „Likör“ ergänzt werden.
35.   Guignolet
a)
Guignolet ist ein Likör, der durch Mazeration von Kirschen in Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnen wird.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Guignolet beträgt 15 % vol.
c)
Für Guignolet gelten die Regeln gemäß Kategorie 32 betreffend die Verwendung von Aromastoffen und Aromaextrakten in Likören.
d)
Die Verkehrsbezeichnung kann durch den Begriff „Likör“ ergänzt werden.
36.   Punch au rhum
a)
Punch au rhum ist ein Likör, dessen Alkoholgehalt ausschließlich auf den zugesetzten Rum zurückgeht.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Punch au rhum beträgt 15 % vol.
c)
Für Punch au rhum gelten die Regeln gemäß Kategorie 32 betreffend die Verwendung von Aromastoffen und Aromaextrakten in Likören.
d)
Die Verkehrsbezeichnung kann durch den Begriff „Likör“ ergänzt werden.
37.   Sloe Gin
a)
Sloe Gin ist ein Likör, der durch Mazeration von Schlehen, gegebenenfalls unter Zusatz von Schlehensaft, hergestellt wird.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Sloe Gin beträgt 25 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Sloe Gin dürfen nur natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i und Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
d)
Die Verkehrsbezeichnung kann durch den Begriff „Likör“ ergänzt werden.
38.   Sambuca
a)
Sambuca ist ein mit Anis aromatisierter farbloser Likör,
i)
der Destillate von grünem Anis (Pimpinella anisum L.), Sternanis (Illicium verum L.) oder anderen Gewürzpflanzen enthält,
ii)
dessen Zuckergehalt, ausgedrückt als Invertzucker, mindestens 350 g je Liter beträgt und
iii)
der einen Gehalt an natürlichem Anethol von mindestens 1 g je Liter und höchstens 2 g je Liter aufweist.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Sambuca beträgt 38 % vol.
c)
Für Sambuca gelten die Regeln gemäß Kategorie 32 betreffend die Verwendung von Aromastoffen und Aromaextrakten in Likören.
d)
Die Verkehrsbezeichnung kann durch den Begriff „Likör“ ergänzt werden.
39.   Maraschino, Marrasquino oder Maraskino
a)
Maraschino, Marrasquino oder Maraskino ist ein farbloser Likör, dessen Aroma hauptsächlich durch die Verwendung von Destillat von Maraskakirschen oder von Destillat des durch Mazeration von Kirschen oder Teilen von Kirschen in Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnenen Mazerats zustande kommt und der einen Mindestgehalt an Zucker, ausgedrückt als Invertzucker, von 250 g je Liter aufweist.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Maraschino, Marrasquino oder Maraskino beträgt 24 % vol.
c)
Für Maraschino, Marrasquino oder Maraskino gelten die Regeln gemäß Kategorie 32 betreffend die Verwendung von Aromastoffen und Aromaextrakten in Likören.
d)
Die Verkehrsbezeichnung kann durch den Begriff „Likör“ ergänzt werden.
40.   Nocino
a)
Nocino ist ein Likör, dessen Aroma hauptsächlich durch Mazeration und/oder Destillation ganzer grüner Walnüsse (Juglans regia L.) zustande kommt und der einen Mindestgehalt an Zucker, ausgedrückt als Invertzucker, von 100 g je Liter aufweist.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Nocino beträgt 30 % vol.
c)
Für Nocino gelten die Regeln gemäß Kategorie 32 betreffend die Verwendung von Aromastoffen und Aromaextrakten in Likören.
d)
Die Verkehrsbezeichnung kann durch den Begriff „Likör“ ergänzt werden.
41.   Eierlikör oder Advocaat/Avocat/Advokat
a)
Eierlikör oder Advocaat/Avocat/Advokat ist eine Spirituose, aromatisiert oder nicht, die aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, einem Destillat und/oder Brand gewonnen wird und als Bestandteile hochwertiges Eigelb und Eiweiß sowie Zucker oder Honig enthält. Der Mindestgehalt an Zucker oder Honig, ausgedrückt als Invertzucker, beträgt 150 g je Liter. Der Mindestgehalt an reinem Eigelb beträgt 140 g je Liter des Fertigerzeugnisses.
b)
Abweichend von Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe c beträgt der Mindestalkoholgehalt von Eierlikör oder Advocaat/Avocat/Advokat 14 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Eierlikör oder Advocaat/Avocat/Advokat dürfen nur natürliche oder naturidentische Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i und ii bzw. Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
42.   Likör mit Eizusatz
a)
Likör mit Eizusatz ist eine Spirituose, aromatisiert oder nicht, die aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, einem Destillat und/oder Brand gewonnen wird und als charakteristische Bestandteile hochwertiges Eigelb und Eiweiß sowie Zucker oder Honig enthält. Der Mindestgehalt an Zucker oder Honig, ausgedrückt als Invertzucker, beträgt 150 g je Liter. Der Mindestgehalt an Eigelb beträgt 70 g je Liter des Fertigerzeugnisses.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Likör mit Eizusatz beträgt 15 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Likör mit Eizusatz dürfen nur natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i und Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
43.   Mistrà
a)
Mistrà ist eine mit Anis oder natürlichem Anethol aromatisierte farblose Spirituose,
i)
die einen Anetholgehalt von mindestens 1 g je Liter und höchstens 2 g je Liter aufweist,
ii)
der gegebenenfalls ein Kräuterdestillat zugesetzt wurde und
iii)
die keinen zugesetzten Zucker enthält.
b)
Der Alkoholgehalt von Mistrà beträgt mindestens 40 % vol und höchstens 47 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Mistrà dürfen nur natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i bzw. Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
44.   Väkevä glögi oder Spritglögg
a)
Väkevä glögi oder Spritglögg ist eine Spirituose, die durch Aromatisierung von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit natürlichem oder naturidentischem Aroma von Gewürznelken und/oder Zimt nach einem oder mehreren der folgenden Verfahren hergestellt wird: Mazeration und/oder Destillation, erneute Destillation des Alkohols unter Beigabe von Teilen der oben genannten Pflanzen oder Zusatz von natürlichem oder naturidentischem Gewürznelken- oder Zimtaroma.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Väkevä glögi oder Spritglögg beträgt 15 % vol.
c)
Andere natürliche oder naturidentische pflanzliche Aromaextrakte gemäß der Richtlinie 88/388/EWG können ebenfalls verwendet werden, wobei jedoch das Aroma der genannten Gewürze vorherrschend bleiben muss.
d)
Der Gehalt an Wein oder weinhaltigen Erzeugnissen darf 50 % des Fertigerzeugnisses nicht übersteigen.
45.   Berenburg oder Beerenburg
a)
Berenburg oder Beerenburg ist eine Spirituose,
i)
die aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs hergestellt wird,
ii)
die durch Mazeration von Früchten oder Pflanzen und/oder Teilen von Früchten oder Pflanzen gewonnen wird,
iii)
die als typisches Aroma Destillat aus der Wurzel des Enzians (Gentiana lutea L.), den Beeren des Wacholders (Juniperus communis L.) und den Blättern des Lorbeers (Laurus nobilis L.) enthält,
iv)
die von hellbrauner bis dunkelbrauner Farbe ist,
v)
die gegebenenfalls gesüßt wurde und einen Zuckergehalt, ausgedrückt als Invertzucker, von höchstens 20 g je Liter aufweist.
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Berenburg oder Beerenburg beträgt 30 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Berenburg oder Beerenburg dürfen nur natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i und Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden.
46.   Honig- oder Metnektar
a)
Honig- oder Metnektar ist eine Spirituose, die durch Aromatisierung einer Mischung von vergorener Honigmaische und Honigdestillat und/oder Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, die mindestens 30 % vergorene Honigmaische (bezogen auf das Volumen) enthält, gewonnen wird;
b)
Der Mindestalkoholgehalt von Honig- oder Metnektar beträgt 22 % vol.
c)
Bei der Herstellung von Honig- oder Metnektar dürfen nur natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i bzw. Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 88/388/EWG verwendet werden, wobei der Honiggeschmack vorherrschend sein muss.
d)
Honig- oder Metnektar darf nur mit Honig gesüßt sein.
Sonstige Spirituosen
1.
Rum-Verschnitt wird in Deutschland hergestellt und durch den Verschnitt von Rum mit Alkohol gewonnen, wobei mindestens 5 % des Alkohols im Fertigerzeugnis aus Rum stammen muss. Der Mindestalkoholgehalt von Rum-Verschnitt beträgt 37,5 % vol. Bei der Etikettierung und Aufmachung des als Rum-Verschnitt bezeichneten Erzeugnisses ist das Wort Verschnitt in der Bezeichnung, auf der Aufmachung und auf dem Etikett in derselben Schriftart, Größe und Farbe wie das Wort „Rum“ zu halten; es muss zusammen mit diesem auf derselben Zeile erscheinen und ist bei Flaschen auf dem Frontetikett anzubringen. Wird das Erzeugnis außerhalb des deutschen Marktes verkauft, so muss auf dem Etikett die Zusammensetzung des Alkohols angegeben sein.
2.
Slivovice wird in der Tschechischen Republik hergestellt und wird gewonnen, indem Pflaumendestillat vor der letzten Destillation höchstens 30 % vol Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs zugesetzt wird. Das Erzeugnis wird als Spirituose bezeichnet, wobei im selben Sichtfeld des Frontetiketts auch die Bezeichnung Slivovice verwendet werden kann. Wird dieser tschechische Slivovice in der Gemeinschaft in Verkehr gebracht, muss die alkoholische Zusammensetzung auf dem Etikett angegeben sein. Diese Bestimmung gilt unbeschadet der Verwendung der Bezeichnung Slivovice für Obstbrand gemäß Kategorie 9.
(1)  ABl. L 149 vom 14.6.1991, S. 1. Zuletzt geändert durch die Beitrittsakte von 2005.
ANHANG III
GEOGRAFISCHE ANGABEN
Produktkategorie
Geografische Angabe
Ursprungsland (genaue Angaben zum geografischen Ursprung finden sich in der technischen Unterlage)
1.
Rum
Rhum de la Martinique
Frankreich
Rhum de la Guadeloupe
Frankreich
Rhum de la Réunion
Frankreich
Rhum de la Guyane
Frankreich
Rhum de sucrerie de la Baie du Galion
Frankreich
Rhum des Antilles françaises
Frankreich
Rhum des départements français d'outre-mer
Frankreich
Ron de Málaga
Spanien
Ron de Granada
Spanien
Rum da Madeira
Portugal
2.
Whisky/Whiskey
Scotch Whisky
Vereinigtes Königreich (Schottland)
Irish Whiskey/Uisce Beatha Eireannach/Irish Whisky
 (1)
Irland
Whisky español
Spanien
Whisky breton/Whisky de Bretagne
Frankreich
Whisky alsacien/Whisky d'Alsace
Frankreich
3.
Getreidesprituose
Eau-de-vie de seigle de marque nationale luxembourgeoise
Luxemburg
Korn/Kornbrand
Deutschland, Österreich, Belgien (deutschsprachige Gemeinschaft)
Münsterländer Korn/Kornbrand
Deutschland
Sendenhorster Korn/Kornbrand
Deutschland
Bergischer Korn/Kornbrand
Deutschland
Emsländer Korn/Kornbrand
Deutschland
Haselünner Korn/Kornbrand
Deutschland
Hasetaler Korn/Kornbrand
Deutschland
Samanė
Litauen
4.
Branntwein
Eau-de-vie de Cognac
Frankreich
Eau-de-vie des Charentes
Frankreich
Eau-de-vie de Jura
Frankreich
Cognac
Frankreich
(Die Bezeichnung „Cognac“ kann um folgende Begriffe erweitert werden:
Frankreich
—
Fine
Frankreich
—
Grande Fine Champagne
Frankreich
—
Grande Champagne
Frankreich
—
Petite Fine Champagne
Frankreich
—
Petite Champagne
Frankreich
—
Fine Champagne
Frankreich
—
Borderies
Frankreich
—
Fins Bois
Frankreich
—
Bons Bois)
Frankreich
Fine Bordeaux
Frankreich
Fine de Bourgogne
Frankreich
Armagnac
Frankreich
Bas-Armagnac
Frankreich
Haut-Armagnac
Frankreich
Armagnac-Ténarèze
Frankreich
Blanche Armagnac
Frankreich
Eau-de-vie de vin de la Marne
Frankreich
Eau-de-vie de vin originaire d'Aquitaine
Frankreich
Eau-de-vie de vin de Bourgogne
Frankreich
Eau-de-vie de vin originaire du Centre-Est
Frankreich
Eau-de-vie de vin originaire de Franche-Comté
Frankreich
Eau-de-vie de vin originaire du Bugey
Frankreich
Eau-de-vie de vin de Savoie
Frankreich
Eau-de-vie de vin originaire des Coteaux de la Loire
Frankreich
Eau-de-vie de vin des Côtes-du-Rhône
Frankreich
Eau-de-vie de vin originaire de Provence
Frankreich
Eau-de-vie de Faugères/Faugères
Frankreich
Eau-de-vie de vin originaire du Languedoc
Frankreich
Aguardente de Vinho Douro
Portugal
Aguardente de Vinho Ribatejo
Portugal
Aguardente de Vinho Alentejo
Portugal
Aguardente de Vinho da Região dos Vinhos Verdes
Portugal
Aguardente de Vinho da Região dos Vinhos Verdes de Alvarinho
Portugal
Aguardente de Vinho Lourinhã
Portugal
Сунгурларска гроздова ракия/Гроздова ракия от Сунгурларе/Sungurlarska grozdova rakya/Grozdova rakya aus Sungurlare
Bulgarien
Сливенска перла (Сливенска гроздова ракия/Гроздова ракия от Сливен)/Slivenska perla (Slivenska grozdova rakya/Grozdova rakya aus Sliven)
Bulgarien
Стралджанска Мускатова ракия/Мускатова ракия от Стралджа/Straldjanska Muscatova rakya/Muscatova rakya aus Straldja
Bulgarien
Поморийска гроздова ракия/Гроздова ракия от Поморие/Pomoriyska grozdova rakya/Grozdova rakya aus Pomorie
Bulgarien
Русенска бисерна гроздова ракия/Бисерна гроздова ракия от Русе/Russenska biserna grozdova rakya/Biserna grozdova rakya aus Russe
Bulgarien
Бургаска Мускатова ракия/Мускатова ракия от Бургас/Bourgaska Muscatova rakya/Muscatova rakya aus Bourgas
Bulgarien
Добруджанска мускатова ракия/Мускатова ракия от Добруджа/Dobrudjanska muscatova rakya/Muscatova rakya aus Dobrudja
Bulgarien
Сухиндолска гроздова ракия/Гроздова ракия от Сухиндол/Suhindolska grozdova rakya/Grozdova rakya aus Suhindol
Bulgarien
Карловска гроздова ракия/Гроздова Ракия от Карлово/Karlovska grozdova rakya/Grozdova Rakya aus Karlovo
Bulgarien
Vinars Târnave
Rumänien
Vinars Vaslui
Rumänien
Vinars Murfatlar
Rumänien
Vinars Vrancea
Rumänien
Vinars Segarcea
Rumänien
5.
Brandy/Weinbrand
Brandy de Jerez
Spanien
Brandy del Penedés
Spanien
Brandy italiano
Italien
Brandy Αττικής/Brandy aus Attica
Griechenland
Brandy Πελοποννήσου/Brandy aus der Peloponnes
Griechenland
Brandy Κεντρικής Ελλάδας/Brandy aus Zentralgriechenland
Griechenland
Deutscher Weinbrand
Deutschland
Wachauer Weinbrand
Österreich
Weinbrand Dürnstein
Österreich
Pfälzer Weinbrand
Deutschland
Karpatské brandy špeciál
Slowakei
Brandy français/Brandy de France
Frankreich
6.
Tresterbrand
Marc de Champagne/Eau-de-vie de marc de Champagne
Frankreich
Marc d'Aquitaine/Eau-de-vie de marc originaire d'Aquitaine
Frankreich
Marc de Bourgogne/Eau-de-vie de marc de Bourgogne
Frankreich
Marc du Centre-Est/Eau-de-vie de marc originaire du Centre-Est
Frankreich
Marc de Franche-Comté/Eau-de-vie de marc originaire de Franche-Comté
Frankreich
Marc du Bugey/Eau-de-vie de marc originaire de Bugey
Frankreich
Marc de Savoie/Eau-de-vie de marc originaire de Savoie
Frankreich
Marc des Côteaux de la Loire/Eau-de-vie de marc originaire des Coteaux de la Loire
Frankreich
Marc des Côtes-du-Rhône/Eau-de-vie de marc des Côtes du Rhône
Frankreich
Marc de Provence/Eau-de-vie de marc originaire de Provence
Frankreich
Marc du Languedoc/Eau-de-vie de marc originaire du Languedoc
Frankreich
Marc d'Alsace Gewürztraminer
Frankreich
Marc de Lorraine
Frankreich
Marc d'Auvergne
Frankreich
Marc du Jura
Frankreich
Aguardente Bagaceira Bairrada
Portugal
Aguardente Bagaceira Alentejo
Portugal
Aguardente Bagaceira da Região dos Vinhos Verdes
Portugal
Aguardente Bagaceira da Região dos Vinhos Verdes de Alvarinho
Portugal
Orujo de Galicia
Spanien
Grappa
Italien
Grappa di Barolo
Italien
Grappa piemontese/Grappa del Piemonte
Italien
Grappa lombarda/Grappa di Lombardia
Italien
Grappa trentina/Grappa del Trentino
Italien
Grappa friulana/Grappa del Friuli
Italien
Grappa veneta/Grappa del Veneto
Italien
Südtiroler Grappa/Grappa dell'Alto Adige
Italien
Grappa siciliana/Grappa di Sicilia
Italien
Grappa di Marsala
Italien
Τσικουδιά/Tsikoudia
Griechenland
Τσικουδιά Κρήτης/Tsikoudia aus Kreta
Griechenland
Τσίπουρο/Tsipouro
Griechenland
Τσίπουρο Μακεδονίας/Tsipouro aus Mazedonien
Griechenland
Τσίπουρο Θεσσαλίας/Tsipouro aus Thessaloniki
Griechenland
Τσίπουρο Τυρνάβου/Tsipouro aus Tyrnavos
Griechenland
Eau-de-vie de marc de marque nationale luxembourgeoise
Luxemburg
Ζιβανία/Τζιβανία/Ζιβάνα/Zivania
Zypern
Törkölypálinka
Ungarn
9.
Obstbrand
Schwarzwälder Kirschwasser
Deutschland
Schwarzwälder Mirabellenwasser
Deutschland
Schwarzwälder Williamsbirne
Deutschland
Schwarzwälder Zwetschgenwasser
Deutschland
Fränkisches Zwetschgenwasser
Deutschland
Fränkisches Kirschwasser
Deutschland
Fränkischer Obstler
Deutschland
Mirabelle de Lorraine
Frankreich
Kirsch d'Alsace
Frankreich
Quetsch d'Alsace
Frankreich
Framboise d'Alsace
Frankreich
Mirabelle d'Alsace
Frankreich
Kirsch de Fougerolles
Frankreich
Williams d'Orléans
Frankreich
Südtiroler Williams/Williams dell'Alto Adige
Italien
Südtiroler Aprikot/Aprikot dell'Alto Adige
Italien
Südtiroler Marille/Marille dell'Alto Adige
Italien
Südtiroler Kirsch/Kirsch dell'Alto Adige
Italien
Südtiroler Zwetschgeler/Zwetschgeler dell'Alto Adige
Italien
Südtiroler Obstler/Obstler dell'Alto Adige
Italien
Südtiroler Gravensteiner/Gravensteiner dell'Alto Adige
Italien
Südtiroler Golden Delicious/Golden Delicious dell'Alto Adige
Italien
Williams friulano/Williams del Friuli
Italien
Sliwovitz del Veneto
Italien
Sliwovitz del Friuli-Venezia Giulia
Italien
Sliwovitz del Trentino-Alto Adige
Italien
Distillato di mele trentino/Distillato di mele del Trentino
Italien
Williams trentino/Williams del Trentino
Italien
Sliwovitz trentino/Sliwovitz del Trentino
Italien
Aprikot trentino/Aprikot del Trentino
Italien
Medronho do Algarve
Portugal
Medronho do Buçaco
Portugal
Kirsch Friulano/Kirschwasser Friulano
Italien
Kirsch Trentino/Kirschwasser Trentino
Italien
Kirsch Veneto/Kirschwasser Veneto
Italien
Aguardente de pêra da Lousã
Portugal
Eau-de-vie de pommes de marque nationale luxembourgeoise
Luxemburg
Eau-de-vie de poires de marque nationale luxembourgeoise
Luxemburg
Eau-de-vie de kirsch de marque nationale luxembourgeoise
Luxemburg
Eau-de-vie de quetsch de marque nationale luxembourgeoise
Luxemburg
Eau-de-vie de mirabelle de marque nationale luxembourgeoise
Luxemburg
Eau-de-vie de prunelles de marque nationale luxembourgeoise
Luxemburg
Wachauer Marillenbrand
Österreich
Szatmári Szilvapálinka
Ungarn
Kecskeméti Barackpálinka
Ungarn
Békési Szilvapálinka
Ungarn
Szabolcsi Almapálinka
Ungarn
Gönci Barackpálinka
Ungarn
Pálinka
Ungarn,
Österreich (nur für die in den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Wien hergestellten Spirituosen aus Marillen/Aprikosen)
Bošácka slivovica
Slowakei
Brinjevec
Slowenien
Dolenjski sadjevec
Slowenien
Троянска сливова ракия/Сливова ракия от Троян/Troyanska slivova rakya/Slivova rakya aus Troyan
Bulgarien
Силистренска кайсиева ракия/Кайсиева ракия от Силистра/Silistrenska kaysieva rakya/Kaysieva rakya aus Silistra
Bulgarien
Тервелска кайсиева ракия/Кайсиева ракия от Тервел/Tervelska kaysieva rakya/Kaysieva rakya aus Tervel
Bulgarien
Ловешка сливова ракия/Сливова ракия от Ловеч/Loveshka slivova rakya/Slivova rakya aus Lovech
Bulgarien
Pălincă
Rumänien
Ţuică Zetea de Medieşu Aurit
Rumänien
Ţuică de Valea Milcovului
Rumänien
Ţuică de Buzău
Rumänien
Ţuică de Argeş
Rumänien
Ţuică de Zalău
Rumänien
Ţuică Ardelenească de Bistriţa
Rumänien
Horincă de Maramureş
Rumänien
Horincă de Cămârzana
Rumänien
Horincă de Seini
Rumänien
Horincă de Chioar
Rumänien
Horincă de Lăpuş
Rumänien
Turţ de Oaş
Rumänien
Turţ de Maramureş
Rumänien
10.
Brand aus Apfelwein und Brand aus Birnenwein
Calvados
Frankreich
Calvados Pays d'Auge
Frankreich
Calvados Domfrontais
Frankreich
Eau-de-vie de cidre de Bretagne
Frankreich
Eau-de-vie de poiré de Bretagne
Frankreich
Eau-de-vie de cidre de Normandie
Frankreich
Eau-de-vie de poiré de Normandie
Frankreich
Eau-de-vie de cidre du Maine
Frankreich
Aguardiente de sidra de Asturias
Spanien
Eau-de-vie de poiré du Maine
Frankreich
15.
Wodka
Svensk Vodka/Swedish Vodka
Schweden
Suomalainen Vodka/Finsk Vodka/Vodka of Finland
Finnland
Polska Wódka/Polish Vodka
Polen
Laugarício vodka
Slowakei
Originali lietuviška degtinė/Original Lithuanian vodka
Litauen
Mit einem Büffelgrashalmextrakt aromatisierter Kräuterwodka aus dem nordpodlachischen Tiefland/Wódka ziołowa z Niziny Północnopodlaskiej aromatyzowana ekstraktem z trawy żubrowej
Polen
Latvijas Dzidrais
Lettland
Rīgas Degvīns
Lettland
Estonian vodka
Estland
17.
Geist
Schwarzwälder Himbeergeist
Deutschland
18.
Enzian
Bayerischer Gebirgsenzian
Deutschland
Südtiroler Enzian/Genziana dell'Alto Adige
Italien
Genziana trentina/Genziana del Trentino
Italien
19.
Spirituosen mit Wacholder
Genièvre/Jenever/Genever
Belgien, Niederlande, Frankreich (Departments Nord (59) und Pas-de-Calais (62)), Deutschland (Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen)
Genièvre de grains, Graanjenever, Graangenever
Belgien, Niederlande, Frankreich (Departments Nord (59) und Pas-de-Calais (62))
Jonge jenever, jonge genever
Belgien, Niederlande
Oude jenever, oude genever
Belgien, Niederlande
Hasseltse jenever/Hasselt
Belgien (Hasselt, Zonhoven, Diepenbeek)
Balegemse jenever
Belgien (Balegem)
O' de Flander-Oost-Vlaamse Graanjenever
Belgien (Ostflandern)
Peket-Pékêt/Peket-Pékêt de Wallonie
Belgien (Wallonische Region)
Genièvre Flandres Artois
Frankreich (Departments Nord (59) und Pas-de-Calais (62))
Ostfriesischer Korngenever
Deutschland
Steinhäger
Deutschland
Plymouth Gin
Vereinigtes Königreich
Gin de Mahón
Spanien
Vilniaus Džinas/Vilnius Gin
Litauen
Spišská borovička
Slowakei
Slovenská borovička Juniperus
Slowakei
Slovenská borovička
Slowakei
Inovecká borovička
Slowakei
Liptovská borovička
Slowakei
24.
Akvavit/Aquavit
Dansk Akvavit/Dansk Aquavit
Dänemark
Svensk Aquavit/Svensk Akvavit/Swedish Aquavit
Schweden
25.
Spirituosen mit Anis
Anís español
Spanien
Anís Paloma Monforte del Cid
Spanien
Hierbas de Mallorca
Spanien
Hierbas Ibicencas
Spanien
Évora anisada
Portugal
Cazalla
Spanien
Chinchón
Spanien
Ojén
Spanien
Rute
Spanien
Janeževec
Slowenien
29.
Destillierter Anis
Ouzo/Ούζο
Zypern, Griechenland
Ούζο Μυτιλήνης/Ouzo aus Mitilene
Griechenland
Ούζο Πλωμαρίου/Ouzo aus Plomari
Griechenland
Ούζο Καλαμάτας/Ouzo aus Kalamata
Griechenland
Ούζο Θράκης/Ouzo aus Thrakien
Griechenland
Ούζο Μακεδονίας/Ouzo aus Mazedonien
Griechenland
30.
Spirituosen mit bitterem Geschmack/Bitter
Demänovka bylinná horká
Slowakei
Rheinberger Kräuter
Deutschland
Trejos devynerios
Litauen
Slovenska travarica
Slowenien
32.
Likör
Berliner Kümmel
Deutschland
Hamburger Kümmel
Deutschland
Münchener Kümmel
Deutschland
Chiemseer Klosterlikör
Deutschland
Bayerischer Kräuterlikör
Deutschland
Irish Cream
Irland
Palo de Mallorca
Spanien
Ginjinha portuguesa
Portugal
Licor de Singeverga
Portugal
Mirto di Sardegna
Italien
Liquore di limone di Sorrento
Italien
Liquore di limone della Costa d'Amalfi
Italien
Genepì del Piemonte
Italien
Genepì della Valle d'Aosta
Italien
Benediktbeurer Klosterlikör
Deutschland
Ettaler Klosterlikör
Deutschland
Ratafia de Champagne
Frankreich
Ratafia catalana
Spanien
Anis português
Portugal
Suomalainen Marjalikööri/Suomalainen Hedelmälikööri/Finsk Bärlikör/Finsk Fruktlikör/Finnish berry liqueur/Finnish fruit liqueur
Finnland
Großglockner Alpenbitter
Österreich
Mariazeller Magenlikör
Österreich
Mariazeller Jagasaftl
Österreich
Puchheimer Bitter
Österreich
Steinfelder Magenbitter
Österreich
Wachauer Marillenlikör
Österreich
Jägertee/Jagertee/Jagatee
Österreich
Hüttentee
Deutschland
Allažu Ķimelis
Lettland
Čepkelių
Litauen
Demänovka Bylinný Likér
Slowakei
Polish Cherry
Polen
Karlovarská Hořká
Tschechische Republik
Pelinkovec
Slowenien
Blutwurz
Deutschland
Cantueso Alicantino
Spanien
Licor café de Galicia
Spanien
Licor de hierbas de Galicia
Spanien
Génépi des Alpes/Genepì degli Alpi
Frankreich/Italien
Μαστίχα Χίου/Masticha aus Chios
Griechenland
Κίτρο Νάξου/Kitro aus Naxos
Griechenland
Κουμκουάτ Κέρκυρας/Koum Kouat aus Korfu
Griechenland
Τεντούρα/Tentoura
Griechenland
Poncha da Madeira
Portugal
34.
Crème de cassis
Cassis de Bourgogne
Frankreich
Cassis de Dijon
Frankreich
Cassis de Saintonge
Frankreich
Cassis de Dauphiné
Frankreich
Cassis de Beaufort
Luxemburg
40.
Nocino
Nocino di Modena
Italien
Orehovec
Slowenien
Sonstige Spirituosen
Pommeau de Bretagne
Frankreich
Pommeau du Maine
Frankreich
Pommeau de Normandie
Frankreich
Svensk Punsch/Swedish Punch
Schweden
Pacharán navarro
Spanien
Pacharán
Spanien
Inländerrum
Österreich
Bärwurz
Deutschland
Aguardiente de hierbas de Galicia
Spanien
Aperitivo Café de Alcoy
Spanien
Herbero de la Sierra de Mariola
Spanien
Königsberger Bärenfang
Deutschland
Ostpreußischer Bärenfang
Deutschland
Ronmiel
Spanien
Ronmiel de Canarias
Spanien
Genièvre aux fruits/Vruchtenjenever/Jenever met vruchten/Fruchtgenever
Belgien, Niederlande, Frankreich (Departments Nord (59) und Pas-de-Calais (62)), Deutschland (Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen)
Domači rum
Slowenien
Irish Poteen/Irish Poitín
Irland
Trauktinė
Litauen
Trauktinė Palanga
Litauen
Trauktinė Dainava
Litauen
(1)  Die geografische Ursprungsbezeichnung Irish Whiskey/Uisce Beatha Eireannach/Irish Whisky umfasst in Irland und Nordirland hergestellten Whisky/Whiskey.

Summary:
Geografischer Ursprung von Spirituosen
Geografischer Ursprung von Spirituosen
Zum Schutz der Verbraucher und zur Entwicklung des Spirituosensektors hat die Europäische Union (EU) einen Rechtsrahmen geschaffen, der einheitliche EU-weite Bestimmungen für die Vermarktung von Spirituosen* sicherstellt.
RECHTSAKT
                  
Verordnung (EG) Nr. 110/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2008 zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz geografischer Angaben für Spirituosen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 1576/89
ZUSAMMENFASSUNG
                  
Zum Schutz der Verbraucher und zur Entwicklung des Spirituosensektors hat die Europäische Union (EU) einen Rechtsrahmen geschaffen, der einheitliche EU-weite Bestimmungen für die Vermarktung von Spirituosen* sicherstellt.
WAS IST DER ZWECK DIESER VERORDNUNG?
                     
Diese Verordnung legt Regeln zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz ihrer geografischen Angaben fest. Sie gilt für alle Spirituosen unabhängig davon, ob sie in der EU oder in Drittländern hergestellt wurden.
WICHTIGE ECKPUNKTE
Anhang II dieser Verordnung führt 46 verschiedene Kategorien von Spirituosen auf sowie die unterschiedlichen Eigenschaften, die Spirituosen aufweisen müssen, um in diese Kategorien eingeordnet werden zu können. Spirituosen, deren Eigenschaften mehreren Kategorien entsprechen, können unter einer oder mehreren der für diese Kategorien aufgeführten Verkehrsbezeichnungen verkauft werden.
Für Spirituosen gelten die allgemeinen Regeln für die Aufmachung und Etikettierung von Lebensmitteln. Allerdings sieht diese Verordnung spezifische Regeln für die Etikettierung und Aufmachung vor, beispielsweise die Etikettierung der verwendeten Ausgangsstoffe, die Angabe der Parameter des Begriffs „Zusammenstellung“ (Blend), die Angabe der Alterungsdauer, das Verbot der Verwendung von aus Blei hergestellten Kapseln als Verschluss und die Sicherstellung, dass die Etikettierung in einer oder mehreren Amtssprachen der EU erfolgt.
Die geografische Angabe kennzeichnet eine Spirituose als aus dem Hoheitsgebiet eines Landes stammend, wobei eine bestimmte Qualität, das Ansehen oder ein sonstiges Merkmal der Spirituose im Wesentlichen auf diesen geografischen Ursprung zurückzuführen ist.
Sowohl EU-Länder als auch Drittländer müssen zur Eintragung einer geografischen Angabe einen entsprechenden Antrag bei der Europäischen Kommission stellen. Der Antrag muss eine technische Unterlage enthalten, die folgende Informationen umfasst: Beschreibung der Spirituose, Abgrenzung des betreffenden geografischen Gebiets, Beschreibung des Verfahrens zur Gewinnung der Spirituose, zu erfüllende Anforderungen aufgrund europäischer, einzelstaatlicher oder regionaler Rechtsvorschriften sowie Name und Kontaktadresse des Antragstellers.
Die Kommission kann die Eintragung einer geografischen Angabe löschen, wenn die Spirituose nicht mehr die Spezifikationen der technischen Unterlage erfüllt.
SCHLÜSSELBEGRIFFE
* Spirituosen: alkoholische Getränke, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind. Laut Definition weisen Spirituosen besondere sensorische Eigenschaften auf und verfügen über einen Alkoholgehalt von mindestens 15 % vol. Sie werden durch Destillation, Mazeration, Aromatisierung, Vermischung mit anderen Spirituosen oder Zusatz von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs oder bestimmten Destillaten hergestellt.
BEZUG
Rechtsakt
Datum des Inkrafttretens
Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten
Amtsblatt der Europäischen Union
Verordnung (EG) Nr. 110/2008
20.2.2008
-
ABl. L 39 vom 13.2.2008, S. 16-54
Ändernde(r) Rechtsakt(e)
Datum des Inkrafttretens
Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten
Amtsblatt der Europäischen Union
Verordnung (EG) Nr. 1334/2008
20.1.2009
-
ABl. L 354 vom 31.12.2008, S. 34-50
Die im Nachhinein vorgenommenen Änderungen und Berichtigungen der Verordnung (EG) Nr. 110/2008 wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.
VERBUNDENE RECHTSAKTE
                  
Verordnung (EG) Nr. 936/2009 vom 7. Oktober 2009 zur Anwendung der zwischen der Europäischen Union und Drittländern vereinbarten gegenseitigen Anerkennung bestimmter Spirituosen (ABl. L 264 vom 8.10.2009, S. 5-6)
Letzte Aktualisierung: 02.10.2015