Document ID: 32019D0407

Reference:
15.3.2019
DE
Amtsblatt der Europäischen Union
L 73/1
BESCHLUSS (EU) 2019/407 DES RATES
vom 4. März 2019
über den Abschluss des Übereinkommens zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer im Namen der Europäischen Union
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION —
gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere auf Artikel 43 in Verbindung mit Artikel 218 Absatz 6 Unterabsatz 2 Buchstabe a Ziffer v,
auf Vorschlag der Europäischen Kommission,
nach Zustimmung des Europäischen Parlaments (1),
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1)
Die Union hat im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik die ausschließliche Zuständigkeit für die Annahme von Maßnahmen zur Erhaltung und Bewirtschaftung der Fischereiressourcen und für den Abschluss von Übereinkünften mit Drittländern oder internationalen Organisationen in diesem Zusammenhang.
(2)
Gemäß den Beschlüssen 98/392/EG (2) und 98/414/EG (3) des Rates ist die Union eine Vertragspartei des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1982 (im Folgenden „Seerechtsübereinkommen“) und des Übereinkommens zur Durchführung der Bestimmungen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1982 über die Erhaltung und Bewirtschaftung von gebietsübergreifenden Fischbeständen und weit wandernden Fischbeständen (im Folgenden „Übereinkommen über Fischbestände“). Sowohl das Seerechtsübereinkommen als auch das Übereinkommen über Fischbestände sehen vor, dass alle Staaten bei der Erhaltung und Bewirtschaftung der lebenden Meeresressourcen zusammenarbeiten. Mit dem Übereinkommen zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer (im Folgenden „Übereinkommen“) wird diese Verpflichtung erfüllt.
(3)
Gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates (4) hat die Union im Rahmen ihrer externen Fischereibeziehungen nach Maßgabe ihrer internationalen Verpflichtungen und Politikvorgaben und im Einklang mit den in den Artikeln 2 und 3 jener Verordnung genannten Zielen und Grundsätzen zu handeln, um die nachhaltige Nutzung, Bewirtschaftung und Erhaltung der biologischen Meeresschätze und der Meeresumwelt zu gewährleisten. Das Übereinkommen steht im Einklang mit diesen Zielen.
(4)
Am 31. März 2016 ermächtigte der Rat die Kommission, im Namen der Union Verhandlungen über ein internationales Übereinkommen zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer aufzunehmen. Diese Verhandlungen wurden am 30. November 2017 erfolgreich abgeschlossen. Im Einklang mit dem Beschluss (EU) 2018/1257 des Rates (5) wurde das Übereinkommen zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer vorbehaltlich seines späteren Abschlusses am 3. Oktober 2018 unterzeichnet.
(5)
Wird die Union Vertragspartei des Übereinkommens, so wird dies die Kohärenz ihres Erhaltungsansatzes in allen Ozeanen fördern und ihre Entschlossenheit zu einer weltweit langfristigen Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Meeresschätze bekräftigen; dies ist daher im Interesse der Union.
(6)
Das Übereinkommen sollte genehmigt werden —
HAT FOLGENDEN BESCHLUSS ERLASSEN:
Artikel 1
Das Übereinkommen zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer (im Folgenden „Übereinkommen“) wird im Namen der Union genehmigt.
Der Wortlaut des Übereinkommens ist diesem Beschluss beigefügt.
Artikel 2
Der Präsident des Rates bestellt die Person(en), die befugt ist (sind), die in Artikel 15 des Übereinkommens vorgesehene Genehmigungsurkunde zu hinterlegen.
Artikel 3
Dieser Beschluss tritt am dritten Tag nach seiner Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Geschehen zu Brüssel am 4. März 2019.
Im Namen des Rates
Der Präsident
A. ANTON
(1)  Zustimmung von 12. Februar 2019 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).
(2)  Beschluss 98/392/EG des Rates vom 23. März 1998 über den Abschluss des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1982 und des Übereinkommens vom 28. Juli 1994 zur Durchführung des Teils XI des Seerechtsübereinkommens durch die Europäische Gemeinschaft (ABl. L 179 vom 23.6.1998, S. 1).
(3)  Beschluss 98/414/EG des Rates vom 8. Juni 1998 betreffend die Ratifikation des Übereinkommens zur Durchführung der Bestimmungen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1982 über die Erhaltung und Bewirtschaftung von gebietsübergreifenden Fischbeständen und weit wandernden Fischbeständen durch die Europäische Gemeinschaft (ABl. L 189 vom 3.7.1998, S. 14).
(4)  Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 über die Gemeinsame Fischereipolitik und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1954/2003 und (EG) Nr. 1224/2009 des Rates sowie zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 2371/2002 und (EG) Nr. 639/2004 des Rates und des Beschlusses 2004/585/EG des Rates (ABl. L 354 vom 28.12.2013, S. 22).
(5)  Beschluss (EU) 2018/1257 des Rates vom 18. September 2018 über die Unterzeichnung des Übereinkommens zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer im Namen der Europäischen Union (ABl. L 238 vom 21.9.2018, S. 1).

Summary:
Übereinkommen zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer
Übereinkommen zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer
 
ZUSAMMENFASSUNG DER DOKUMENTE:
Übereinkommen zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer
Beschluss (EU) 2019/407 – Abschluss des Übereinkommens zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer im Namen der Europäischen Union
WAS IST DER ZWECK DES ÜBEREINKOMMENS UND DES BESCHLUSSES?
Ziel dieses Übereinkommens ist es, die unregulierte Fischerei in den Hochseegewässern (Gewässer außerhalb der Gerichtsbarkeit von Ländern) des zentralen Nordpolarmeeres durch vorbeugende Bestandserhaltungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen zu verhindern. Durch den Beschluss wird das Übereinkommen im Namen der Europäischen Union (EU) abgeschlossen.
WICHTIGE ECKPUNKTE
Die Arktis umfasst das Gebiet rund um den Nordpol. Sie schließt das Nordpolarmeer und Gebiete von acht arktischen Ländern ein: Kanada, Dänemark (einschließlich Grönland und der Färöer), Finnland, Island, Norwegen, Russland, Schweden und die Vereinigten Staaten. Das Übereinkommen wurde durch Kanada, China, Dänemark (für die Färöer Inseln und Grönland), die Europäische Union, Island, Japan, Südkorea, Norwegen, Russland und die Vereinigten Staaten unterzeichnet. Das Übereinkommen wird vorsorglich geschlossen – die Hochseegewässer des zentralen Nordpolarmeeres waren noch bis vor Kurzem ganzjährig von Eis bedeckt, was die Fischerei in diesen Gewässern unmöglich machte. Aufgrund der globalen Erwärmung ist die Eisbedeckung erheblich zurückgegangen, wodurch dieses Gebiet möglicherweise in Zukunft für die Fischerei geeignet sein könnte. Das Übereinkommen beruht auf den Grundsätzen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen, dem Übereinkommen zur Durchführung der Bestimmungen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen über die Erhaltung und Bewirtschaftung gebietsübergreifender Fischbestände und weit wandernder Fischbestände und dem Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Fischerei von 1995.AnwendungsbereichDas Übereinkommen umfasst Fische, Weichtiere und Krebstiere, ausgenommen Arten, die zu sesshaften Arten im Sinne des Seerechtsübereinkommens gehören. Die Vertragsparteien vereinbaren, in den Hochseegewässern des Nordpolarmeeres zunächst für einen Zeitraum von 16 Jahren nach dem Inkrafttreten des Übereinkommens keinerlei gewerbliche Fischereitätigkeiten auszuüben. Dieser Zeitraum kann automatisch für weitere Zeiträume von fünf Jahren verlängert werden, es sei denn, dass eine Vertragspartei Einspruch gegen eine Verlängerung einlegt.Gemeinsames Programm für wissenschaftliche Forschung und Überwachung
Mit dem Übereinkommen wird ein gemeinsames Programm für wissenschaftliche Forschung und Überwachung aufgestellt, um das Verständnis der Ökosysteme des Nordpolarmeeres zu verbessern und insbesondere, um festzustellen, ob Fischbestände in diesem Gebiet vorhanden sein könnten, die auf einer nachhaltigen Grundlage geerntet werden könnten.
Bestandserhaltungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen
Die Vertragsparteien gestatten Schiffen, die in ihrem Land registriert sind, die gewerbliche Fischerei nur gemäßinternational anerkannter Bestandserhaltungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen für die nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände, die von einer oder mehreren regionalen oder subregionalen Fischereiorganisationen oder durch Vereinbarungen getroffen werden, oder vorläufiger Bestandserhaltungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen, die von den Vertragsparteien festgelegt werden können.Überprüfung und weitere UmsetzungEine Überprüfung des Übereinkommens und der wissenschaftlichen Informationen, die im Rahmen des Gemeinsamen Programms gesammelt wurden, findet mindestens alle zwei Jahre statt. Innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieses Übereinkommens werden Bestandserhaltungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen für die Versuchsfischerei in diesem Gebiet festgelegt.
DATUM DES INKRAFTTRETENS
Das Übereinkommen tritt in Kraft, sobald alle zehn Unterzeichner es ratifiziert haben.
Der Beschluss trat am 18. März 2019 in Kraft.
HAUPTDOKUMENTE
Übereinkommen zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer (ABl. L 73 vom 15.3.2019, S. 3-8)
Beschluss (EU) 2019/407 des Rates vom 4. März 2019 über den Abschluss des Übereinkommens zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Nordpolarmeer im Namen der Europäischen Union (ABl. L 73 vom 15.3.2019, S. 1-2)
Letzte Aktualisierung: 14.08.2019