Document ID: 32003G1205(04)

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EUR-Lex - 32003G1205(04) - DE
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32003G1205(04)
Entschließung des Rates vom 25. November 2003 über gemeinsame Zielsetzungen für die Partizipation und Information der Jugendlichen
Amtsblatt Nr. C 295 vom 05/12/2003 S. 0006 - 0008
Entschließung des Ratesvom 25. November 2003über gemeinsame Zielsetzungen für die Partizipation und Information der Jugendlichen(2003/C 295/04)DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION UND DIE IM RAT VEREINIGTEN VERTRETER DER REGIERUNGEN DER MITGLIEDSTAATEN -in Erwägung nachstehender Gründe:(1) In dem am 21. November 2001 vorgelegten Weißbuch der Europäischen Kommission mit dem Titel "Neuer Schwung für die Jugend Europas" wird ein neuer Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa vorgeschlagen.(2) In seinen Schlussfolgerungen vom 14. Februar 2002 hat der Rat (Bildung und Jugend) anerkannt, dass das Weißbuch einen Ausgangspunkt für die Schaffung eines Rahmens für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa darstellt.(3) Bei der Festlegung eines neuen Rahmens für die jugendpolitische Zusammenarbeit hat der Rat mit der Entschließung vom 27. Juni 2002 die offene Koordinierungsmethode angenommen; in dieser Entschließung wird der Rat insbesondere aufgefordert, unter Berücksichtigung eines Entwurfs der Kommission die gemeinsamen Ziele und erforderlichenfalls einen Zeitplan für die Fortschrittsberichte der Mitgliedstaaten für jede Priorität festzulegen. Ferner wird darin hervorgehoben, dass die Maßnahmen und Initiativen, die Jugendliche betreffen, auf einzelstaatlicher und europäischer Ebene Aspekten wie den Bedürfnissen, der Situation, den Lebensbedingungen und den Erwartungen der Jugendlichen Rechnung tragen müssen.(4) Im Anschluss an die anhand der offenen Koordinierungsmethode durchgeführte Konsultation hat die Kommission in ihrer Mitteilung KOM(2003) 184 endg. vom 11. April 2003 eine Reihe gemeinsamer Zielsetzungen für die Partizipation und Information der Jugendlichen vorgeschlagen -NEHMEN ZUR KENNTNIS, dass der Rat auf seiner Tagung vom 5. Mai 2003 bekräftigt hat, wie wichtig die Prioritäten Partizipation und Information der Jugendlichen sind;VEREINBAREN die folgenden gemeinsamen Ziele im Hinblick auf diese Prioritäten:PARTIZIPATION: Stärkung der Partizipation der Jugendlichen mittels Durchführung und Unterstützung von Aktionen, die die Rolle der Jugendlichen als aktive Bürger fördern und ihre effektive Beteiligung an der demokratischen Gesellschaft stärken:1. verstärktes staatsbürgerliches Engagement der Jugendlichen in ihrer Gemeinschaft,2. stärkere Einbeziehung der Jugendlichen in das System der repräsentativen Demokratie und3. stärkere Unterstützung der verschiedenen Formen des Erwerbs von Partizipationskompetenz;INFORMATION: Verbesserung der Information der Jugendlichen durch Verbesserung des Zugangs der Jugendlichen zu Informationen, um sie stärker am öffentlichen Leben zu beteiligen und ihre Entwicklung zu aktiven verantwortungsbewussten Bürgern zu fördern:1. Verbesserung des Zugangs der Jugendlichen zu Informationsdiensten,2. verstärkte Bereitstellung qualitativ hochwertiger Informationen und3. Förderung der Beteiligung der Jugendlichen an der Information der Jugendlichen, zum Beispiel an der Gestaltung und Verbreitung von Informationen.Eine nicht erschöpfende Auflistung der möglichen Aktionslinien für die vorgenannten gemeinsamen Ziele ist in der Anlage enthalten;DIE UMSETZUNG UND WEITERVERFOLGUNG DER GEMEINSAMEN ZIELE:ERINNERN DARAN, dass die Umsetzung Schritt für Schritt in einer flexiblen, für den Jugendbereich geeigneten Weise unter Achtung der einzelstaatlichen Zuständigkeiten und Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips erfolgen muss;FORDERN DIE MITGLIEDSTAATEN AUF,- je nach ihrer spezifischen nationalen Situation und ihren nationalen Prioritäten Maßnahmen zur Umsetzung und Weiterverfolgung dieser gemeinsamen Ziele festzulegen;- bis Ende 2005 Berichte über die einzelstaatlichen Beiträge zur Umsetzung der beiden Prioritäten Partizipation und Information vorzulegen, nachdem die Jugendlichen, Jugendorganisationen und gegebenenfalls die nationalen oder regionalen Jugendräte auf den von ihnen als geeignet erachteten Wegen konsultiert wurden;NEHMEN KENNTNIS VON DER ABSICHT DER KOMMISSION,- auf der Grundlage der Berichte über die einzelstaatlichen Beiträge zur Umsetzung der gemeinsamen Ziele einen für den Rat bestimmten Fortschrittsbericht auszuarbeiten mit dem Ziel, den Austausch von Informationen und bewährten Verfahren im Zusammenhang mit diesen beiden Prioritäten zu fördern, nachdem das Europäische Jugendforum konsultiert wurde, ohne dabei andere Konsultationsformen auszuschließen, und gegebenenfalls Änderungen der gemeinsamen Ziele für die Partizipation und Information vorzuschlagen,- das Europäische Parlament, den Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen in angemessener Weise zu unterrichten;FORDERN DIE KOMMISSION AUF, gegebenenfalls Treffen von Vertretern der für Jugendfragen zuständigen einzelstaatlichen Behörden einzuberufen, um den Informationsaustausch über erzielte Fortschritte und bewährte Praktiken zu fördern;NEHMEN KENNTNIS VON FOLGENDER VERFAHRENSWEISE:Auf der Grundlage des Fortschrittsberichts und der geänderten Entwürfe, die die Kommission vorlegt, nehmen der Rat und die im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten Anpassungen oder Änderungen der gemeinsamen Ziele vor; gegebenenfalls ergreifen sie die erforderlichen Initiativen im Rahmen der gemeinsamen Ziele, um deren Umsetzung zu erleichtern.ANLAGEMASSNAHMEN FÜR DIE VERWIRKLICHUNG DER GEMEINSAMEN ZIELE FÜR DIE PARTIZIPATION UND INFORMATION DER JUGENDLICHENUnter Berücksichtigung der Gegebenheiten und Prioritäten der einzelnen Mitgliedstaaten können die in der folgenden, nicht erschöpfenden Liste aufgeführten Aktionslinien verfolgt werden:PARTIZIPATION1. Staatsbürgerliches Engagement der Jugendlichena) Förderung der Einbindung von Jugendlichen in bestehende Beteiligungsstrukturen, zum Beispiel NRO, Vereine, Freiwilligendienst, lokale Jugendräte, und Unterstützung der Aktivitäten der NRO, die im Jugendbereich tätig sind, wobei darauf zu achten ist, dass ihre Unabhängigkeit und ihre Autonomie gewahrt bleiben;b) Unterstützung von Aktionen, Initiativen und Vorhaben, bei denen Jugendliche unmittelbar auf regionaler und lokaler Ebene beteiligt sind;c) Bekanntmachung und Aufwertung der Arbeit, die Eltern, Jugendbetreuer und andere Personen bei den Jugendlichen vor Ort leisten ("outreach work");d) bessere Identifizierung von Hindernissen, die der Beteiligung bestimmter Gruppen und benachteiligter Jugendlicher im Weg stehen, und Unterstützung von Maßnahmen und Mechanismen zur Beseitigung dieser Hindernisse, wobei insbesondere dafür zu sorgen ist, dass die Verschiedenartigkeit und die Prioritäten der Jugendlichen (kultureller und ethnischer Hintergrund, Behinderungen, sozioökonomische Faktoren, Geschlecht usw.) berücksichtigt werden.e) Prüfung von Methoden zur qualitativen Bewertung der Partizipation der Jugendlichen.2. Stärkere Einbeziehung der Jugendlichen in das System der repräsentativen Demokratiea) [...] Förderung und Entwicklung - auf allen geeigneten Ebenen - eines regelmäßigen, strukturierten Dialogs zwischen den öffentlichen und/oder staatlichen Gremien auf der einen und den Jugendlichen und ihren Vertretungsstrukturen (nationale, regionale und lokale Jugendräte, Jugendorganisationen, Europäisches Jugendforum usw.) auf der anderen Seite;b) Gewährleistung der Einbeziehung auch von nicht organisierten Jugendlichen in den Dialog und der Berücksichtigung ihrer Anliegen;c) Förderung und Ausbau dieses Dialogs, um die Jugendlichen stärker in das öffentliche Leben einzubinden;d) bessere Identifizierung und Analyse der Hindernisse, die einer Einbeziehung der Jugendlichen in das System der repräsentativen Demokratie im Wege stehen, und Unterstützung von Maßnahmen und Mechanismen, mit denen eine Beteiligung aller Jugendlichen unter Berücksichtigung ihrer Verschiedenartigkeit (kultureller oder ethnischer Hintergrund, Behinderungen, Geschlecht, sozioökonomische Faktoren usw.) gefördert wird.3. Förderung der verschiedenen Formen des Erwerbs von Partizipationskompetenza) Weiterentwicklung und Verbreitung der Formen des Erwerbs von Partizipationskompetenz innerhalb der formalen Bildungssysteme (in Verbindung mit den Zielen, die im Rahmen der im Bildungsbereich angewandten offenen Koordinierungsmethode verabschiedet wurden);b) Förderung von Maßnahmen, die im nicht-formalen und informellen Bildungsbereich zur Förderung der aktiven Beteiligung von Jugendlichen entwickelt werden;c) stärkere Interaktion zwischen formaler, nicht-formaler und informeller Bildung;d) Aufwertung der Partizipationserfahrungen im unmittelbaren Lebensumfeld der Jugendlichen, insbesondere in der Familie, in der Schule, in Jugendorganisationen, an der Universität, in anderen Bildungs- oder Ausbildungseinrichtungen und am Arbeitsplatz sowie in Sport und Freizeit;e) Anerkennung der wichtigen Rolle von Personen, die mit Jugendlichen arbeiten und sie beim Erwerb von Partizipationskompetenz unterstützen, sowie Entwicklung von Ausbildungsmaßnahmen in diesem Bereich;f) Förderung und Stärkung der Sensibilisierung für den Nutzen, den eine aktive Beteiligung der Jugendlichen für alle mit sich bringt, und Bekämpfung der Vorurteile, die gegenüber Jugendlichen bestehen und sie an einer effektiven Partizipation hindern;g) Vertiefung der Analyse der Umstände, die zum Ausschluss bestimmter Gruppen vom staatsbürgerlichen Leben führen, und Förderung von präventiven Ansätzen.INFORMATION1. Zugang der Jugendlichen zu Informationsdienstena) Förderung - auf den geeigneten Ebenen in den Mitgliedstaaten - der Einrichtung umfassender, kohärenter und koordinierter Informationsdienste, die den spezifischen Bedürfnissen der Jugendlichen Rechnung tragen und die möglichst gut auf die Jugendlichen abgestimmt und möglichst kostengünstig sind;b) Ergreifen von Maßnahmen, die darauf abzielen, dass alle Jugendlichen gleichen Zugang zu Informationen haben, wobei jede Form von Diskriminierung oder Ausschluss aus wirtschaftlichen, sozialen, geschlechtsspezifischen, kulturellen oder geografischen Gründen vermieden wird;c) Förderung der Entwicklung von nationalen, regionalen und lokalen Jugendportalen und Verbindung dieser Einrichtungen mit dem europäischen Jugendportal.2. Qualitativ hochwertige Informationena) Überwachung der Qualität der Informationsangebote für Jugendliche unter Berücksichtigung der bestehenden Instrumente (z. B. bewährte Praktiken, Europäische Charta der Jugendinformation des ERYICA-Netzes);b) Verbesserung der Aus- und Weiterbildung der im Bereich Jugendinformation tätigen Personen;c) Verbesserung der Verbindung zwischen Information und Beratung, um einen Lernprozess anzustoßen, bei dem die Jugendlichen die Fähigkeit zum Auffinden, Auswählen und Bewerten von Informationen entwickeln können, um informierte Nutzer von Informationen zu werden;d) Förderung der Verbreitung von speziell für die Jugendlichen bestimmten Informationen über alle Informationskanäle, und zwar insbesondere diejenigen, die von den Jugendlichen am häufigsten genutzt werden (Internet, Mobiltelefon, Videofilm und Kino).3. Beteiligung der Jugendlichen an der Informationa) Förderung der Einbeziehung der Jugendorganisationen und der im Bereich Jugendinformation tätigen Personen auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene in die Entwicklung und Umsetzung der Jugendinformationsstrategien;b) Förderung der Einbeziehung der Jugendlichen in die Erstellung verständlicher, benutzerfreundlicher und gezielter Informationsprodukte, um eine bessere Qualität der Informationen zu erzielen und allen Jugendlichen einen besseren Zugang zu ermöglichen;c) Förderung einer stärkeren Einbeziehung der Jugendlichen in die Verbreitung von Informations- und Beratungsangeboten (z. B. in Jugendinformationszentren, Schulen, Jugendorganisationen und in den Medien), um allen Jugendlichen beim Zugang zu Informationen zu helfen.

Summary:
Gemeinsame Zielsetzungen für die Partizipation und Information der Jugendlichen
Gemeinsame Zielsetzungen für die Partizipation und Information der Jugendlichen
In dieser Entschließung werden die gemeinsamen Zielsetzungen für eine verstärkte und bessere effektive Partizipation der europäischen Jugendlichen am demokratischen Leben und die Verbesserung des Zugangs der Jugendlichen zu Informationen festgelegt.
RECHTSAKT
Entschließung des Rates vom 25. November 2003 über gemeinsame Zielsetzungen für die Partizipation und Information der Jugendlichen [Amtsblatt C 295 vom 5.12.2003]
ZUSAMMENFASSUNG
Mit dieser Entschließung billigt der Rat die gemeinsamen Ziele der Förderung des aktiven staatsbürgerlichen Engagements der Jugendlichen, der Verbesserung des Zugangs Jugendlicher zur Information sowie der Förderung ihrer Beteiligung an der Umsetzung der diesbezüglichen Strategien.
In dem neuen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit sind Partizipation und Information der Jugendlichen als vorrangige Themen ausgemacht worden. Die vorliegende Entschließung enthält eine nicht erschöpfende Auflistung der möglichen Aktionslinien zur Verwirklichung der gemeinsamen Ziele in den beiden genannten Bereichen. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Integration benachteiligter Jugendlicher, um jeglicher Form der Diskriminierung oder der Ausgrenzung vorzubeugen (kulturelle oder ethnische Besonderheiten, Behinderungen, sozioökonomische Faktoren, Geschlecht usw.).
Die Partizipation stärken
In Sachen Partizipation Jugendlicher schlägt der Rat vor, die Durchführung und Unterstützung von Aktionen, die die Rolle der Jugendlichen als aktive Bürger fördern und ihre effektive Beteiligung an der demokratischen Gesellschaft stärken, zu fördern:
Verstärkung des staatsbürgerlichen Engagements der Jugendlichen in ihrer Gemeinschaft;
stärkere Einbeziehung Jugendlicher in das System der repräsentativen Demokratie;
stärkere Unterstützung der verschiedenen Formen des Erwerbs von Partizipationskompetenz.
Die Information fördern
In Sachen Information schlägt der Rat vor, den Zugang der Jugendlichen zu Informationsdiensten zu verbessern, um sie damit stärker am öffentlichen Leben zu beteiligen und ihre Entwicklung zu aktiven, verantwortungsbewussten Bürgern zu fördern, insbesondere durch
Verbesserung des Zugangs der Jugendlichen zu Informationsdiensten;
verstärkte Bereitstellung hochwertiger Informationen;
Förderung der Beteiligung der Jugendlichen an der Information Jugendlicher, z. B. an der Gestaltung und Verbreitung von Informationen.
Der Rat fordert die Mitgliedstaaten auf, vor dem Hintergrund dieser gemeinsamen Ziele ihre Prioritäten festzulegen und bis Ende 2005 nationale Berichte über die einzelstaatlichen Beiträge zur Umsetzung dieser Prioritäten vorzulegen. Ausgehend von diesen nationalen Beiträgen wird die Kommission einen Fortschrittsbericht erstellen und ggf. die Vertreter der für Jugendfragen zuständigen nationalen Behörden zu einem Fachtreffen einberufen, um auf diese Weise den Austausch von Informationen und vorbildlichen Praktiken zu fördern.
VERWANDTE RECHTSAKTE
Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 24. Mai 2005 zur Verwirklichung des gemeinsamen Ziels „Stärkere Einbeziehung der Jugendlichen in das System der repräsentativen Demokratie" [Amtsblatt C 141/02 vom 10.06. 2005]
Der Rat weist darauf hin, dass Jugendliche nicht unbedingt daran interessiert sind, in Institutionen der repräsentativen Demokratie mitzuwirken, und dass die Partizipation der Jugendlichen in bestimmten Mitgliedstaaten einen rückläufigen Trend aufweist. Vor diesem Hintergrund betrachtet fordert der Rat die Mitgliedstaaten auf,
den politischen Parteien bewusst zu machen, wie wichtig es ist, dass Jugendliche in den Parteigremien mitwirken, und dass sich mehr Jugendliche als bislang in die Wählerverzeichnisse eintragen lassen;
die regionalen und lokalen Behörden für die Beteiligung Jugendlicher an der repräsentativen Demokratie zu mobilisieren;
den Jugendlichen bewusst zu machen, wie wichtig die Beteiligung an Wahlen ist.
Der Rat fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf,
eine Bestandsaufnahme der aktuellen Erkenntnisse über Hindernisse vorzunehmen, die einer aktiven Beteiligung der Jugendlichen an der repräsentativen Demokratie im Wege stehen;
Informationen über bereits ergriffene Maßnahmen und Beispiele bewährter Verfahren auszutauschen;
den Dialog zwischen den Jugendlichen und den politisch Verantwortlichen zu intensivieren;
im Jahr 2006 eine Bestandsaufnahme über die Verwirklichung dieses Ziels vorzunehmen.
Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 24. Mai 2005 zur Umsetzung der gemeinsamen Ziele im Bereich der Jugendinformation [Amtsblatt C 141/03 vom 10.06. 2005]
Der Rat hat sich darauf verständigt, dass folgenden Aspekten besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist:
einer verstärkten Vernetzung der Informationseinrichtungen verschiedener Bereiche, die sich auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene an Jugendliche wenden;
der ständigen Weiterbildung der für Jugendinformation zuständigen Akteure.
Die Verfasser der Entschließung fordern die Kommission und die Mitgliedstaaten auf,
Leitprinzipien vorzuschlagen, damit die Jugendinformationseinrichtungen sich ein Qualitätsbeurteilungssystem geben können;
hochwertige Jugendinformation auf europäischer Ebene stärker ins Blickfeld zu rücken;
auf europäischer Ebene die Zusammenarbeit, die Vernetzung und den Austausch bewährter Praktiken zwischen nationalen Websites und Portalen für Jugendinformation sowie Untersuchungen über die Nutzung dieser Websites und Portale zu fördern und auszubauen.
Wenn die Mitgliedstaaten sich mit Jugendinformation befassen, sollten sie die europäischen Programme nutzen, um Folgendes zu erreichen:
bessere Kenntnis der Bedürfnisse Jugendlicher im Informationsbereich;
Verbesserung des Erfahrungsaustauschs zwischen Fachleuten für Jugendinformation auf verschiedenen Ebenen im Rahmen von Seminaren und Schulungen auf europäischer Ebene;
Schaffung einer regelmäßig aktualisierten Datenbank für die Vernetzung von Jugendinformationseinrichtungen verschiedener Bereiche.
Mitteilung der Kommission an den Rat - Folgemaßnahmen zum Weißbuch „Neuer Schwung für die Jugend Europas" - Vorschlag für gemeinsame Zielsetzungen im Bereich der Partizipation und Information der Jugendlichen gemäß der Entschließung des Rates vom 27. Juni 2002 zu dem Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa [KOM(2003) 184 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]
Bericht über die Auswertung der Antworten der Mitgliedstaaten auf die Fragebögen der Kommission zur Partizipation und Information der Jugendlichen [SEK (2003) 465 - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]
Entsprechend dem der Kommission mit der Entschließung des Rates vom 27. Juni 2002 erteilten Auftrag hat die Kommission getreu der offenen Methode der Koordinierung für den Bereich Jugend in Absprache mit den Mitgliedstaaten zwei ausführliche Fragebögen für die im Weißbuch „Jugend" ausgemachten Prioritäten, d. h. Partizipation der Jugendlichen am öffentlichen Leben und Information der Jugendlichen, verfasst. Diese Fragebögen wurden den Mitgliedstaaten und den Beitrittsländern zugestellt, um grundlegende Angaben zur Lage und zur Gesetzgebung in den einzelnen Ländern zu gewinnen und davon ausgehend die Leitlinien der gegenwärtigen nationalen Politiken zu präsentieren flankierend dazu Beispiele vorbildlicher Praktiken aufzuzeigen und schließlich die Erwartungshaltungen auf europäischer Ebene genauer fest zu machen.
In der auf 27 Mitgliedstaaten angewachsenen Europäischen Union leben 75 Millionen Jugendliche in der Altersgruppe von 15-25 Jahre; das macht je nach Land zwischen 11 % und 19 % der Bevölkerung aus. Gemessen an der Gesamtbevölkerung beträgt der Anteil der Jugendlichen an den stimmberechtigten Bürgern je nach Land zwischen 10,5 % und 17,5 %. Ihnen stehen eine Vielzahl unterschiedlicher Partizipationsstrukturen zur Verfügung, davon als gängigste:
auf nationaler Ebene: Jugendräte, Jugendparlamente und Jugendverbände;
auf kommunaler Ebene: Räte und Ausschüsse, die Jugendlichen zur Mitarbeit offen stehen;
auf schulischer Ebene: Schüler- und Studentenräte.
Um sich ein besseres Bild von den Ansichten und Bedürfnissen der Jugendlichen zu verschaffen, setzen zahlreiche Länder auf Konsultationen in Form von Umfragen, Foren, Rundtischgesprächen, Debatten usw.
Informationen, die einer Gesamtdarstellung über den Partizipationsgrad der Jugendlichen am öffentlichen Leben ermöglichen, tun allerdings Not. Die Qualität der Partizipation der Jugendlichen an den Entscheidungsprozessen lässt sich durch stärkere Berücksichtigung ihrer spezifischen Bedürfnisse und ihrer persönlichen Entwicklungen sowie durch Ausbau der Strukturen für Mitverantwortung und Mitentscheidung verstärken. Die Mitgliedstaaten und die Beitrittsländer sind sich darin einig, welche gemeinsamen Schwerpunkte in die Praxis umzusetzen sind: Verbesserung der Partizipation Jugendlicher am öffentlichen Leben in ihrer Gemeinschaft, an den Mechanismen der repräsentativen Demokratie und an ihrem Umfeld im Bildungsbereich.
Was die Informationen betrifft, so verfügen nur wenige Mitgliedstaaten über eine gezielte jugendspezifische Informationsstrategie, die im Wege nationaler Jugendinformationsnetze durchgeführt wird und eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen nationaler, regionaler und lokaler Ebene gewährleistet. In den meisten Mitgliedstaaten und Beitrittsländern gibt es weder eine wirklich systematische Jugendinformationspolitik, die kohärent und integriert und mit entsprechenden Haushaltsmitteln ausgestattet wäre noch eine globale Jugendinformationsstrategie. Um nun allen Jugendlichen auf die gleiche Weise und ohne Diskriminierung den Zugang zu Informations- und Beratungsdiensten zu ermöglichen, wird für den anstehenden Bereich vorgeschlagen, die Nutzung des Internet als wichtigstes Informationsmedium für Jugendliche zu verstärken. Die Mitgliedstaaten und die Beitrittsländer sind sich einig über die in die Praxis umzusetzenden gemeinsamen Schwerpunkt, nämlich Zugang Jugendlicher zur Information, Verbesserung der Qualität der Information und Partizipation der Jugendlichen an der Erarbeitung und der Verbreitung von Informationen.
Die Methode der offenen Koordinierung sieht vor, dass gemeinsame Ziele festgelegt und Folgemaßnahmen zur Weiterbehandlung dieser Ziele entwickelt werden. Auf europäischer Ebene erfolgt diese Weiterbehandlung durch die Kommission.
See also
Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 27. Juni 2002 zur Festlegung eines neuen Rahmens für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa [Amtsblatt C 168 vom 13.7.2002].
Weißbuch der Kommission „ Neuer Schwung für die Jugend Europas " vom 21. November 2001 [KOM(2001) 681 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].
Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Jugendminister vom 8. Februar 1999 zur Mitbestimmung von jungen Menschen [Amtsblatt C 42 vom 17.2.1999]
Letzte Änderung: 16.10.2005