Document Number: JJT_20201015_OGH0002_0120OS00071_20P0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0120OS00071.20P.1015.000
Case Number: 12Os71/20p
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1602720000000
Word Count: 1859

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 15.Â OktoberÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Dr.Â SolÃ© als Vorsitzenden sowie die HofrÃ¤te und die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof.Â Dr.Â Oshidari, Dr.Â Michel-Kwapinski, Dr.Â Brenner und Dr.Â Haslwanter in Gegenwart des SchriftfÃ¼hrers Mag.Â Nikolic in der Strafsache gegen Kevin B***** und andere Angeklagte wegen Verbrechen des Raubes nach Â§Â 142 AbsÂ 1 StGB Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten Markus T***** gegen das Urteil des Landesgerichts St.Â PÃ¶lten als JugendschÃ¶ffengericht vom 9.Â MÃ¤rzÂ 2020, GZÂ 9Â HvÂ 161/19p-56, sowie Ã¼ber die Beschwerde des Genannten gegen den unter einem ergangenen Beschluss auf Anordnung von BewÃ¤hrungshilfe nach Ã¶ffentlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters der Generalprokuratur, Generalanwalt Mag.Â Schneider, des Angeklagten Markus T***** und seines Verteidigers Mag.Â Sommerauer zu Recht erkannt:
Spruch
In teilweiser Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde werden
I./Â das angefochtene Urteil, das im Ãœbrigen unberÃ¼hrt bleibt,
a./Â im Schuldspruch II./B./ (insoweit ersatzlos) und
b./Â soweit es darÃ¼ber hinausgehend den Angeklagten Markus T***** betrifft sowie
II./Â der Beschluss auf Anordnung von BewÃ¤hrungshilfe hinsichtlich Markus T*****
aufgehoben und die Strafsache in diesem Umfang â€“ mit Ausnahme der Aufhebung des Schuldspruchs II./B./ â€“ an das Landesgericht St.Â PÃ¶lten mit dem Auftrag verwiesen, nach den Bestimmungen des 11.Â HauptstÃ¼cks der Strafprozessordnung vorzugehen.
Die Nichtigkeitsbeschwerde im Ãœbrigen wird verworfen.
Mit seiner Berufung und seiner Beschwerde wird der Angeklagte Markus T***** auf die Kassation verwiesen.
Text
GrÃ¼nde:
Mit dem angefochtenen Urteil wurden Kevin B*****, Mohamed B*****, Enes I***** und Ibrahim O***** jeweils des Verbrechens des Raubes nach Â§Â 142 AbsÂ 1 StGB (I./) und Markus T***** des Verbrechens der Hehlerei nach Â§Â 164 AbsÂ 1 und 4 zweiter Satz StGB (II./A./) sowie des Vergehens der â€žGeldwÃ¤sche nach Â§Â 165 AbsÂ 1, Abs 2 und 5 StGBâ€œ (II./B./) schuldig erkannt.
Danach haben
I./Â Kevin B*****, Mohamed B*****, Enes I***** und Ibrahim O***** am 10.Â JuniÂ 2019 in K********** im bewussten und gewollten Zusammenwirken als MittÃ¤ter Pascal P***** mit Gewalt gegen seine Person fremde bewegliche Sachen, nÃ¤mlich ein Mobiltelefon I-PhoneÂ X im Wert von 1.519Â Euro, eine HandyhÃ¼lle im Wert von 195Â Euro, eine Kappe der Marke Gucci im Wert von 230Â Euro und eine Uhr der Marke Tommy Hilfiger im Wert von 250Â Euro mit dem Vorsatz weggenommen, sich oder einen Dritten durch deren Zueignung unrechtmÃ¤ÃŸig zu bereichern, indem Kevin B***** Pascal P***** zum Tatort lockte, Ibrahim O***** diesen Ã¼ber eine Stiege auf den Treppelweg direkt neben der Donau im Bereich der Schiffsstation zerrte, wo ihm Kevin B*****, Mohamed B***** und Ibrahim O***** FaustschlÃ¤ge gegen Nacken, Kopf, RÃ¼cken und gegen den KÃ¶rper versetzten, wÃ¤hrend Enes I***** ihn festhielt, wodurch Pascal P***** Prellungen im Bereich des Kopfes und des RÃ¼ckens sowie AbschÃ¼rfungen am rechten Handballen, am Ellenbogen und an beiden Knien erlitt;
II./Â Markus T*****
A./Â Kevin B*****, Mohamed B*****, Enes I***** und Ibrahim O***** nach der zu I./ beschriebenen Tat gegen fremdes VermÃ¶gen dabei unterstÃ¼tzt, die Sachen zu verheimlichen, die diese TÃ¤ter durch den Raub erlangt hatten, indem er die Raubbeute auf dem Weg zwischen H***** und He***** in seinem Fahrzeug verbarg, wobei die mit Strafe bedrohte Handlung, durch die die Sachen erlangt worden waren, aus einem anderen Grund als wegen gewerbsmÃ¤ÃŸiger Begehung mit Freiheitsstrafe bedroht ist, die fÃ¼nf Jahre erreicht, und Markus T***** die UmstÃ¤nde gekannt hat, die diese Strafdrohung begrÃ¼nden;
B./Â â€žam 10.Â 06.Â 2019 in He***** VermÃ¶gensbestandteile in der HÃ¶he vonÂ EUR 100,00, die er fÃ¼r die Begehung der Hehlerei im Sinne des FaktumsÂ II./A./, also fÃ¼r eine mit mehr als einjÃ¤hriger Freiheitsstrafe bedrohte Handlung und damit fÃ¼r deren Begehung, erhalten hat, an sich gebracht, und zwar dadurch, dass ihm nach der Tat Ibrahim O***** diese EUR 100,00 Ã¼bergeben hatâ€œ.
Rechtliche Beurteilung
Gegen die SchuldsprÃ¼cheÂ II./A./ und II./B./ richtet sich die auf Â§Â 281 AbsÂ 1 ZÂ 5, 8, 9 litÂ a und 10a StPO gestÃ¼tzte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Markus T*****, der teilweise Berechtigung zukommt.
Zum Schuldspruch II./B./:
Mit Anklageschrift vom 3.Â NovemberÂ 2019 (ONÂ 31) legte die Staatsanwaltschaft St.Â PÃ¶lten Markus T***** zur Last, er habe zur AusfÃ¼hrung des unter I./ dargestellten Raubes durch Kevin B*****, Mohamed B*****, Enes I***** und Ibrahim O***** beigetragen, indem er diese â€žim Wissen um die geplante Tatâ€œ mit seinem Auto zum Tatort in K***** brachte und sich wÃ¤hrend der Tat zur anschlieÃŸenden gemeinsamen Flucht mit diesem Auto bereithielt. Nachfolgend sei er gemeinsam mit den unmittelbaren TÃ¤tern Richtung W***** gefahren, â€žwo sie die weggenommenen Sachen verkauftenâ€œ (ONÂ 31 SÂ 4Â f).
Davon ausgehend zeigt die Beschwerde â€“ worauf auch die Generalprokuratur in ihrer Stellungnahme hinweist â€“ zutreffend eine Ãœberschreitung der Anklage (ZÂ 8) auf:
GemÃ¤ÃŸ Â§Â 267 StPO ist das SchÃ¶ffengericht an die AntrÃ¤ge des AnklÃ¤gers insoweit gebunden, als es den Angeklagten nicht einer Tat schuldig erklÃ¤ren kann, auf die die Anklage weder ursprÃ¼nglich gerichtet war, noch wÃ¤hrend der Hauptverhandlung ausgedehnt wurde (Â§Â 4 AbsÂ 3 StPO).
Ob das Urteil die Anklage Ã¼berschreitet, ist an Hand des prozessualen Tatbegriffs zu beurteilen. Es ist lediglich von Interesse, ob der bekÃ¤mpfte Schuldspruch im von der AnklagebehÃ¶rde geschilderten Lebenssachverhalt als historischem Geschehen Deckung findet (RIS-Justiz RS0113142). Dabei bilden Anklagetenor und BegrÃ¼ndung der Anklageschrift, die gerade der Konkretisierung der nÃ¤heren TatumstÃ¤nde, mit anderen Worten der genaueren Abgrenzung des Prozessgegenstands dient, eine Einheit (RIS-Justiz RS0113142 [T8], RS0097672).
Abweichend vom dargestellten Vorwurf des Beitrags zum Raub hat das Erstgericht Markus T***** hingegen zu II./B./ schuldig erkannt, weil er â€žStunden nach dem RÃ¼cktransport der Angeklagten vom Tatort nach He***** und Stunden nach dem Verheimlichen der Raubbeuteâ€œ in He***** von einem der TÃ¤ter des â€“ zum Zeitpunkt der Tatbegehung noch nicht von seinem Vorsatz umfassten â€“ Raubes 100 Euro fÃ¼r die UnterstÃ¼tzung der TÃ¤ter bei der Verheimlichung der Raubbeute durch deren â€žVerbergenâ€œ in seinem Fahrzeug bei der RÃ¼ckfahrt vom Tatort nach He***** entgegennahm (USÂ 2Â f, 13, 16). Dieser Schuldspruch bezog sich damit bei wertungsmÃ¤ÃŸiger Gesamtschau der Einzelkriterien Zeit, Ort und Objekt der Tat sowie ModalitÃ¤t ihrer AusfÃ¼hrung nicht auf die selbe Tat im prozessualen Sinn (vgl dazu RIS-Justiz RS0113142, RS0098487; Lewisch, WK-StPO Â§Â 262 RzÂ 6Â ff, 22, 28, 31; zum BeurteilungsmaÃŸstab RzÂ 32Â ff; Ratz, WK-StPO Â§Â 281 RzÂ 502, 509, 523).
Der ohne Anklage gefÃ¤llte Schuldspruch war daher ersatzlos aufzuheben (Ratz, WK-StPO Â§Â 281 RzÂ 529Â f; 13Â OsÂ 99/12a mwN).
Ein Eingehen auf das weitere gegen den SchuldspruchÂ II./B./ gerichtete Vorbringen der Beschwerde erÃ¼brigt sich daher.
HinzuzufÃ¼gen bleibt, dass Tathandlungen gemÃ¤ÃŸ Â§Â 165 AbsÂ 1 StGB im Verbergen der VermÃ¶gensbestandteile oder im Verschleiern ihrer Herkunft bestehen (vgl Kirchbacher in WK2 StGB Â§Â 165 RzÂ 15/1Â ff), wÃ¤hrend Ansichbringen der VermÃ¶gensbestandteile von Â§Â 165 AbsÂ 1 StGB nicht umfasst ist. Zu einem wissentlichen Ansichbringen eines VermÃ¶gensbestandteils aus einer Vortat iSd Â§Â 165 AbsÂ 1 StGB eines anderen (Â§Â 165 AbsÂ 2 StGB) finden sich im angefochtenen Urteil hingegen keine Feststellungen.
Zum Schuldspruch II./A./:
Die Feststellungen zur subjektiven Tatseite hat das Erstgericht darauf gegrÃ¼ndet, dass der BeschwerdefÃ¼hrer, nachdem er vom Raub und der in seinem PKW befindlichen Beute Kenntnis erlangt hatte, trotz der zweimaligen MÃ¶glichkeit von der SchnellstraÃŸe abzufahren und die RÃ¤uber mit der Beute aussteigen zu lassen, diese (weiter) nach He***** chauffierte (USÂ 14 iVm 16). Diese Ableitung der subjektiven Tatseite aus den Ã¤uÃŸeren UmstÃ¤nden der Tat ist entgegen der Beschwerde (ZÂ 5 vierter Fall) unter dem Aspekt der BegrÃ¼ndungstauglichkeit nicht zu beanstanden (RIS-Justiz RS0098671).
Mit dem Vorwurf mangelnder IdentitÃ¤t von Anklage- (Raub) und UrteilsfaktumÂ II./A./ (Hehlerei) Ã¼bersieht der Nichtigkeitswerber, dass bereits die Anklage die Verbringung der unmittelbaren TÃ¤ter samt der Raubbeute vom Tatort beinhaltete (ONÂ 31 SÂ 4; vgl RIS-Justiz RS0099582 [T20]). Die behauptete AnklageÃ¼berschreitung (ZÂ 8) liegt daher nicht vor.
Dem in diesem Zusammenhang erhobenen weiteren Einwand, die Parteien seien entgegen der Vorschrift des Â§Â 262 StPO nicht Ã¼ber den geÃ¤nderten rechtlichen Gesichtspunkt gehÃ¶rt worden, ist zu entgegnen, dass der â€“ anwaltlich vertretene â€“ Angeklagte vom Vorsitzenden (zur ausreichenden Information durch das erkennende Gericht selbst vgl Lewisch, WK-StPO Â§Â 262 RzÂ 96) ausdrÃ¼cklich darauf hingewiesen wurde, dass das Verheimlichen der Raubbeute im Auto â€žHehlereiâ€œ darstelle (ONÂ 55 SÂ 74).
Weshalb die Feststellungen zu der nach Abschluss der deliktischen Sacherlangung erfolgten Mitwirkung des Angeklagten beim Beutetransport (USÂ 11Â f, 16Â f) fÃ¼r die ErfÃ¼llung des Tatbestands des Â§Â 164 AbsÂ 1 StGB nicht ausreichen sollten, leitet die RechtsrÃ¼ge (ZÂ 9 litÂ a) nicht methodengerecht aus dem Gesetz ab (RIS-Justiz RS0116565).
In diesem Umfang war die Nichtigkeitsbeschwerde daher zu verwerfen.
Zutreffend kritisiert jedoch â€“ wie auch die Generalprokuratur ausfÃ¼hrt â€“ die DiversionsrÃ¼ge (ZÂ 10a), dass die Urteilskonstatierungen die Nichtannahme der Diversion nicht zu tragen vermÃ¶gen (Ratz, WK-StPO Â§Â 281 RzÂ 659).
Ein Vorgehen nach dem 11.Â HauptstÃ¼ck der StPO setzt bei der Straftat eines â€“ wie hier â€“ jungen Erwachsenen neben einem hinreichend geklÃ¤rten Sachverhalt und dem Fehlen spezialprÃ¤ventiver Notwendigkeit der Bestrafung (Â§Â 7 AbsÂ 1 JGG iVm Â§Â 19 AbsÂ 2 JGG) unter anderem eine als nicht schwer anzusehende Schuld des (hier) Angeklagten voraus (Â§Â 7 AbsÂ 2 ZÂ 1 JGG iVm Â§Â 19 AbsÂ 2 JGG iVm Â§Â 7 AbsÂ 3 JGG).
Bei Bewertung des Grades der Schuld als schwer ist von jenem Schuldbegriff auszugehen, der nach Â§Â§Â 32Â ff StGB die Grundlage fÃ¼r die Strafbemessung bildet, wobei stets nach Lage des konkreten Falls eine ganzheitliche AbwÃ¤gung aller unrechts- und schuldrelevanten TatumstÃ¤nde vorzunehmen ist. Demnach mÃ¼ssen Handlungs-, Erfolgs- und Gesinnungsunwert insgesamt eine HÃ¶he erreichen, die im Weg einer Ã¼berprÃ¼fenden Gesamtwertung als auffallend und ungewÃ¶hnlich zu beurteilen ist. Dabei kommt auch der vom Gesetzgeber in der Strafdrohung zum Ausdruck gebrachten Vorbewertung des deliktstypischen Unrechts- und Schuldgehalts eine Indizwirkung fÃ¼r die SchuldabwÃ¤gung zu (RIS-Justiz RS0122090, RS0116021 [T8, T12, T17]; Schroll in WK2 JGG Â§Â 7 Rz 15).
Bei einem â€“ wie hier â€“ fÃ¼nf Jahre Freiheitsstrafe erreichenden Strafrahmen signalisiert bereits die Tatbestandsverwirklichung in der Regel ein hohes MaÃŸ an krimineller Energie sowie einen erheblichen sozialen StÃ¶rwert und einen gesteigerten Unrechtsgehalt. Ein bloÃŸ durchschnittliches Verschulden setzt daher besondere unrechts- oder schuldmildernde UmstÃ¤nde voraus. Bedeutung kommt aber auch der hier fehlenden Strafuntergrenze (Â§Â 5 ZÂ 4 JGG iVm Â§Â 19 AbsÂ 1 JGG) zu, weshalb die vom Gesetzgeber solcherart bedachte MÃ¶glichkeit einer besonders geringen Strafzumessungsschuld in Betracht zu ziehen ist (Schroll/Kert, WK-StPO Â§Â 198 RzÂ 28/2; Schroll in WK2 JGG Â§Â 7 Rz 15).
Schuldmindernd wirken beim BeschwerdefÃ¼hrer der zuvor ordentliche Lebenswandel (Â§Â 34 AbsÂ 1 ZÂ 2 StGB), die Tatbegehung nach Vollendung des 18., jedoch vor Vollendung des 21.Â Lebensjahres (Â§Â 34 AbsÂ 1 ZÂ 1 StGB; vgl RIS-Justiz RS0091277 [T3]) sowie der wesentliche Beitrag zur Wahrheitsfindung (Â§Â 34 AbsÂ 1 ZÂ 17 StGB).
Hinzu kommt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach den Feststellungen erst wÃ¤hrend der RÃ¼ckfahrt auf der SchnellstraÃŸe nach He***** â€“ auf HÃ¶he der Ortschaft H***** â€“ mit dem Umstand konfrontiert wurde, dass sich in seinem Fahrzeug auch Raubbeute befand und er daher, um keine UnterstÃ¼tzungshandlung zu setzen, unverzÃ¼glich reagieren, von der SchnellstraÃŸe abfahren und die Mitfahrenden zum Aussteigen bewegen hÃ¤tte mÃ¼ssen. Dass sich der zum Tatzeitpunkt 19-jÃ¤hrige Markus T***** in der konkreten Situation dennoch dazu entschied, die Fahrt fortzusetzen und die (jugendlichen) TÃ¤ter samt Raubbeute â€“ wie schon zuvor vereinbart â€“ nach He***** (zurÃ¼ck-) zu chauffieren, bringt nur einen deutlich reduzierten Gesinnungsunwert zum Ausdruck.
Schuldsteigernde UmstÃ¤nde liegen hingegen nicht vor.
Bei Gesamtbetrachtung aller nach Lage des konkreten Einzelfalls maÃŸgeblichen Kriterien (Schroll/Kert, WK-StPO Â§Â 198 RzÂ 22 mwN) liegt aufgrund des ausschlieÃŸlichen Vorliegens schuldmindernder TatumstÃ¤nde keine schwere Schuld iSd Â§Â 7Â AbsÂ 2 ZÂ 1 JGG vor.
Die ihm (als Hehlerei) angelastete Tat hat der Angeklagte dem Grunde nach als Fehlverhalten einbekannt (ONÂ 55 SÂ 74), sodass die fÃ¼r diversionelles Vorgehen erforderliche VerantwortungsÃ¼bernahme (vgl RIS-Justiz RS0116299) vorlag.
Da bei PrÃ¼fung eines diversionellen Vorgehens bei einem jungen Erwachsenen generalprÃ¤ventive ErwÃ¤gungen nicht anzustellen sind (vgl Schroll in WK2 JGG Â§Â 7 RzÂ 17), lagen hier diversionelles Vorgehen hindernde UmstÃ¤nde nicht vor.
Das angefochtene Urteil sowie der unter einem ergangene â€“ verfehlt in das Urteil aufgenommene (RIS-Justiz RS0120887 [T2, T3]) â€“ Beschluss auf Anordnung von BewÃ¤hrungshilfe waren daher wie im Tenor ersichtlich aufzuheben und die Sache in diesem Umfang mit dem Auftrag, nach den Bestimmungen des 11.Â HauptstÃ¼cks der Strafprozessordnung vorzugehen, an das Erstgericht zu verweisen (Â§Â 288 AbsÂ 2 ZÂ 2a StPO).
Auf diese Entscheidung war der Angeklagte Markus T***** mit seiner Berufung und seiner impliziten Beschwerde zu verweisen.