Document Number: JJT_20201015_OGH0002_0120OS00096_20I0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0120OS00096.20I.1015.000
Case Number: 12Os96/20i
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1602720000000
Word Count: 488

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 15.Â OktoberÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Dr.Â SolÃ© als Vorsitzenden sowie durch die HofrÃ¤te und die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof.Â Dr.Â Oshidari, Dr.Â Michel-Kwapinski, Dr.Â Brenner und Dr.Â Haslwanter in Gegenwart des Mag.Â Nikolic als SchriftfÃ¼hrer in der Strafsache gegen Rafael B***** und andere Angeklagte wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels nach Â§Â 28a AbsÂ 1 fÃ¼nfter Fall und AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG und weiterer strafbarer Handlungen Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten Peter S***** und die Berufungen des Angeklagten Rafael B***** sowie der Staatsanwaltschaft betreffend die genannten Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts Innsbruck als SchÃ¶ffengericht vom 12.Â MaiÂ 2020, GZÂ 26Â HvÂ 24/20p-142, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurÃ¼ckgewiesen.
Zur Entscheidung Ã¼ber die Berufungen werden die Akten dem Oberlandesgericht Innsbruck zugeleitet.
Dem Angeklagten Peter S***** fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
GrÃ¼nde:
Mit dem angefochtenen Urteil, das auch rechtskrÃ¤ftige SchuldsprÃ¼che des Angeklagten Rafael B***** und eines weiteren Angeklagten enthÃ¤lt, wurde Peter S***** jeweils eines Vergehens des Suchtgifthandels nach Â§Â 28a AbsÂ 1 fÃ¼nfter Fall und AbsÂ 3 erster Fall SMG (A./2./), der Vorbereitung von Suchtgifthandel nach Â§Â 28 AbsÂ 1 erster und zweiter Fall, AbsÂ 2 und AbsÂ 4 zweiter Fall SMG (B./a./1./) und des unerlaubten Waffenbesitzes nach Â§Â 50 AbsÂ 1 ZÂ 3 WaffG (C./) sowie des Verbrechens der Weitergabe und des Besitzes nachgemachten oder verfÃ¤lschten Geldes nach Â§Â 233 AbsÂ 1 ZÂ 1 sechster Fall StGB (D./) schuldig erkannt.
Soweit fÃ¼r das Verfahren Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde von Bedeutung, hat er in I*****, W*****, V***** und anderen Orten
D./Â im Zeitraum von 12.Â OktoberÂ â€ž2016â€œ (gemeint 2019 [USÂ 31] bis 16.Â OktoberÂ 2019 nachgemachtes Geld, nÃ¤mlich vier falsche EURÂ 100-Banknoten [der SerieÂ B/2019; USÂ 22], mit dem Vorsatz, dass es als echt und unverfÃ¤lscht ausgegeben werde, besessen.
Rechtliche Beurteilung
Gegen SchuldspruchÂ D./ richtet sich die auf Â§Â 281 AbsÂ 1 ZÂ 10 StPO gestÃ¼tzte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten, der keine Berechtigung zukommt.
Das Wesen der SubsumtionsrÃ¼ge (Â§Â 281 AbsÂ 1 ZÂ 10 StPO) besteht darin, anhand methodischer Ableitung aus dem Gesetz (RIS-Justiz RS0116565 und RS0116569) darzulegen, dass der vom Erstgericht festgestellte Sachverhalt (RIS-Justiz RS0099810) eine von der bekÃ¤mpften Entscheidung abweichende rechtliche Beurteilung verlange, wobei die angestrebte Subsumtion ausdrÃ¼cklich zu bezeichnen ist (RIS-Justiz RS0118415 [T3]).
Diesen Erfordernissen wird die â€“ auf eine Verwirklichung (bloÃŸ) des Vergehens nach Â§Â 236 AbsÂ 1 StGB abzielende â€“ SubsumtionsrÃ¼ge nicht gerecht, weil sie nicht erklÃ¤rt, aus welchen GrÃ¼nden sich der Angeklagte durch den Empfang (zu diesem Begriff RIS-Justiz RS0095674; Hinterhofer/Rosbaud BTÂ II6 Â§Â 236 RzÂ 4; Kienapfel/Schmoller BTÂ III Â§Â 236 RzÂ 13; Leukauf/Steininger/Tipold, StGB4 Â§Â 236 RzÂ 6; Oshidari, SbgK Â§Â 236 RzÂ 19; Schroll in WK2 StGB Â§Â 236 RzÂ 9) der Falsikate im Zuge des (vom SchuldspruchÂ A./2./ umfassten) Verkaufs von 5Â Gramm Kokain an drei ubekannte Abnehmer (USÂ 23 und 31) nicht (gerichtlich [Kienapfel/Schmoller BTÂ III Â§Â 236 RzÂ 17; Oshidari, SbgK Â§Â 236 RzÂ 23; Schroll in WK2 Â§Â 236 RzÂ 10]) strafbar gemacht haben soll.
Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher â€“ in Ãœbereinstimmung mit der Stellungnahme der Generalprokuratur â€“ bereits bei der nichtÃ¶ffentlichen Beratung gemÃ¤ÃŸ Â§Â 285d AbsÂ 1 StPO sofort zurÃ¼ckzuweisen, woraus die ZustÃ¤ndigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung Ã¼ber die Berufungen folgt (Â§ 285i StPO).
Die Kostenersatzpflicht grÃ¼ndet sich auf Â§Â 390a AbsÂ 1 StPO.