Document Number: JJT_20201109_OGH0002_0120NS00137_20Y0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0120NS00137.20Y.1109.000
Case Number: 12Ns137/20y (12Ns141/20m)
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1604880000000
Word Count: 562

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 9.Â NovemberÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Dr.Â SolÃ© als Vorsitzenden sowie durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof.Â Dr.Â Oshidari und die HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Brenner in der Strafsache gegen Josua P***** wegen Verbrechen der Erpressung nach Â§Â§Â 15, 144 AbsÂ 1 StGB und einer weiteren strafbaren Handlung, AZÂ 24Â HvÂ 6/20v des Landesgerichts fÃ¼r Strafsachen Graz, Ã¼ber den Antrag des Genannten auf Ablehnung der SenatsprÃ¤sidentin des Obersten Gerichtshofs *****, des Hofrats des Obersten Gerichtshofs *****, der HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs ***** und ***** und des Hofrats des Obersten Gerichtshofs ***** gemÃ¤ÃŸ Â§Â 62 AbsÂ 1 zweiter Satz OGH-GeoÂ 2019 den
Beschluss
gefasst:
Spruch
1.Â In Ansehung des Verfahrens AZÂ 14Â OsÂ 49/20t des Obersten Gerichtshofs wird der Antrag zurÃ¼ckgewiesen.
2.Â In Ansehung des Verfahrens AZÂ 14Â OsÂ 116/20w des Obersten Gerichtshofs wird der Antrag betreffend Hofrat des Obersten Gerichtshofs ***** und HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshof ***** zurÃ¼ckgewiesen.
3.Â SenatsprÃ¤sidentin des Obersten Gerichtshofs *****, HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs ***** und Hofrat des Obersten Gerichtshofs ***** sind von der Entscheidung Ã¼ber die Grundrechtsbeschwerde des Angeklagten gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Graz als Beschwerdegericht vom 23.Â SeptemberÂ 2020, AZÂ 8Â BsÂ 317/20h, nicht ausgeschlossen.
Text
GrÃ¼nde:
Der Oberste Gerichtshof hat zu AZÂ 14Â OsÂ 116/20w Ã¼ber die im Spruch genannte Grundrechtsbeschwerde zu entscheiden. SenatsprÃ¤sidentin des Obersten Gerichtshofs *****, HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs ***** und Hofrat des Obersten Gerichtshofs ***** sind Mitglieder des nach der GeschÃ¤ftsverteilung des Obersten Gerichtshofs hiezu berufenen 14.Â Senats (Â§Â 6 GRBG).
Die Genannten sowie Hofrat des Obersten Gerichtshofs ***** und HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs ***** haben zurÃ¼ckliegend mit Beschluss vom 29.Â SeptemberÂ 2020, GZÂ 14Â OsÂ 49/20t-12, die Nichtigkeitsbeschwerde des Josua P***** gegen das Urteil des Landesgerichts fÃ¼r Strafsachen Graz als SchÃ¶ffengericht vom 25.Â FebruarÂ 2020, GZÂ 24Â HvÂ 6/20v-49, zurÃ¼ckgewiesen und die Akten zur Entscheidung Ã¼ber die Berufungen des Genannten und der Staatsanwaltschaft dem Oberlandesgericht Graz zugeleitet.
In seiner Eingabe vom 27.Â OktoberÂ 2020 erhebt Josua P***** nun unter Bezugnahme auf die letztgenannte Entscheidung sowie seine Grundrechtsbeschwerde einen â€žAblehnungs- und Befangenheitsantragâ€œ hinsichtlich aller fÃ¼nf genannten Mitglieder des SenatsÂ 14 wegen â€žUnterstÃ¼tzung korrupter Justiz Graz und Missachtung von Verfahrensfehlernâ€œ.
Rechtliche Beurteilung
Zu 1./ und 2./:
Voraussetzung fÃ¼r die ZulÃ¤ssigkeit eines Antrags auf Ablehnung eines Richters wegen AusschlieÃŸung ist dessen konkret-aktuelle Kompetenz zur Entscheidung in einem (bereits anhÃ¤ngigen und noch nicht rechtskrÃ¤ftig beendeten) Verfahren des Ablehnungswerbers (vgl LÃ¤ssig, WK-StPO Vorbem zu Â§Â§Â 43 bis 47 RzÂ 4, Â§Â 45 RzÂ 7).
Eine solche liegt weder in Ansehung des bereits am 29.Â SeptemberÂ 2020 beendeten Verfahrens AZÂ 14Â OsÂ 49/20t des Obersten Gerichtshofs, noch in Ansehung des Verfahrens AZÂ 14Â OsÂ 116/20w des Obersten Gerichtshofs bezÃ¼glich des Hofrats des Obersten Gerichtshofs ***** und der HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs ***** vor. In diesem Umfang war der Ablehnungsantrag daher zurÃ¼ckzuweisen.
Zu 3./:
GemÃ¤ÃŸ Â§Â 43 AbsÂ 1 ZÂ 3 StPO ist ein Richter vom gesamten Verfahren ausgeschlossen, wenn andere GrÃ¼nde vorliegen, die geeignet sind, seine volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit in Zweifel zu ziehen. Die Bestimmungen Ã¼ber die AusschlieÃŸung stellen auf den Ã¤uÃŸeren Anschein ab. Entscheidend ist daher auch unter dem Aspekt des Â§Â 43 AbsÂ 1 ZÂ 3 StPO nicht die subjektive Ansicht des betroffenen Richters oder des Ablehnenden, sondern die Frage, ob die Ã¤uÃŸeren UmstÃ¤nde geeignet sind, bei einem verstÃ¤ndig wÃ¼rdigenden objektiven Beurteiler naheliegende Zweifel an der unvoreingenommenen und unparteilichen Dienstverrichtung zu wecken (vgl RIS-Justiz RS0097086 [T5]; LÃ¤ssig, WK-StPO Â§Â 43 RzÂ 10Â f mwN).
Die vom Antragsteller umfangreich vorgebrachte Kritik am Verfahren AZÂ 24Â HvÂ 6/20v des Landesgerichts fÃ¼r Strafsachen Graz sowie an der Entscheidung des 14.Â Senats des Obersten Gerichtshofs vom 29.Â SeptemberÂ 2020, GZÂ 14Â OsÂ 49/20t-12, mit der er im Wesentlichen seine Unschuld und seiner Ansicht nach vorliegende VerfahrensmÃ¤ngel behauptet, erweckt den Anschein der Befangenheit nicht (vgl RIS-Justiz RS0097054 [T1]; LÃ¤ssig, WK-StPO Â§Â 43 RzÂ 12).