Document Number: JJT_20200109_OGH0002_0020NC00049_19G0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0020NC00049.19G.0109.000
Case Number: 2Nc49/19g
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1578528000000
Word Count: 290

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den SenatsprÃ¤sidenten Dr.Â Veith als Vorsitzenden sowie den Hofrat Dr.Â Musger, die HofrÃ¤tin Dr.Â SolÃ©, und die HofrÃ¤te Dr.Â Nowotny und Mag.Â Pertmayr als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1.Â ***** KG und 2.Â N***** N*****, beide *****, vertreten durch Mag.Â Dr.Â Erich Stefan Gerold, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei Mag.Â Dr.Â *****, vertreten durch Dr.Â Michael Lesigang, Rechtsanwalt in Wien, wegen 7.250,17Â EURÂ sA, aufgrund der Befangenheitsanzeige der HofrÃ¤tin ***** vom 18.Â DezemberÂ 2019 im Revisionsverfahren AZÂ *****, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs ***** ist als Mitglied des *****Â Senats im Verfahren Ã¼ber die Revision der klagenden Parteien zu AZÂ ***** befangen.
Text
BegrÃ¼ndung:
FÃ¼r die Behandlung des im Spruch genannten Rechtsmittels ist nach den Bestimmungen der GeschÃ¤ftsverteilung der *****Â Senat zustÃ¤ndig. Die HofrÃ¤tin ***** ist Mitglied dieses Senats.
Mit Note vom 18.Â 12.Â 2019 zeigte sie ihre Befangenheit an und begrÃ¼ndete dies damit, dass ihr der Beklagte vor Jahren aus einem privaten Umfeld heraus persÃ¶nlich bekannt geworden sei. Da sich an den UmstÃ¤nden seit der Entscheidung 2Â NcÂ 8/18a nichts geÃ¤ndert habe, liege weiterhin der Anschein der Befangenheit vor.
Rechtliche Beurteilung
Die Befangenheitsanzeige ist begrÃ¼ndet:
Ein Richter ist nach Â§Â 19 ZÂ 2 JN befangen, wenn â€“ bei objektiver Betrachtungsweise â€“ ein zureichender Grund vorliegt, seine Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen. DafÃ¼r genÃ¼gen Tatsachen, die den Anschein einer Voreingenommenheit hervorrufen kÃ¶nnen. In dieser Hinsicht kommen etwa private persÃ¶nliche Beziehungen zu einer Prozesspartei in Betracht, die Ã¼ber einen rein kollegialen Kontakt hinausgehen (2Â NcÂ 8/18a; 8Â NcÂ 42/15s mwN).
Die in der neuerlichen Befangenheitsanzeige mitgeteilte private persÃ¶nliche Bekanntschaft zum Beklagten kann objektiv den Anschein der Befangenheit begrÃ¼nden, auch wenn die privaten Kontakte zum Beklagten seltener wurden. Ein Verfahrensbeteiligter kÃ¶nnte nach wie vor den Eindruck gewinnen, die Willensbildung der HofrÃ¤tin ***** als Senatsmitglied kÃ¶nnte durch diese Bekanntschaft und damit von sachfremden Motiven beeinflusst worden sein.