Document Number: JJT_20200305_OGH0002_0070NC00004_20B0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0070NC00004.20B.0305.000
Case Number: 7Nc4/20b
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1583366400000
Word Count: 395

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch die SenatsprÃ¤sidentin Dr.Â Kalivoda als Vorsitzende sowie den Hofrat Hon.-Prof.Â Dr.Â HÃ¶llwerth und die HofrÃ¤tin Mag.Â Malesich als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei R***** GmbH, *****, vertreten durch Dr.Â Gerhard Horak, Mag.Â Andreas Stolz RechtsanwÃ¤lte-Partnerschaft in Wien, gegen die beklagte Partei C***** GmbH, *****, wegen 6.649,90Â EURÂ sA, infolge Anrufung des Obersten Gerichtshofs nach Â§Â 28 JN den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Zur Verhandlung und Entscheidung der Rechtssache wird das Bezirksgericht Schwechat als Ã¶rtlich zustÃ¤ndiges Gericht bestimmt.
Text
BegrÃ¼ndung:
Die KlÃ¤gerin begehrt die Bestimmung eines Ã¶rtlich und sachlich zustÃ¤ndigen Ã¶sterreichischen Gerichts gemÃ¤ÃŸ Â§Â 28 JN. Die Beklagte, ein deutsches Transportunternehmen, habe die KlÃ¤gerin mit der BahnbefÃ¶rderung von 11Â Containern (beinhaltend diverse Maschinenteile) von S***** nach Deutschland beauftragt. Das hiefÃ¼r vereinbarte Entgelt hafte noch mit einem Betrag von 6.649,90Â EUR unberichtigt aus.
Rechtliche Beurteilung
Der Ordinationsantrag ist berechtigt.
1.Â Die Ordination hat zu unterbleiben, wenn ohnehin ein Gerichtsstand im Inland besteht, was der Oberste Gerichtshof anhand der Angaben in Ordinationsantrag zu prÃ¼fen hat (7Â NcÂ 23/19w mwN).
2.Â GemÃ¤ÃŸ Â§Â 28 AbsÂ 1 ZÂ 1 JN hat der Oberste Gerichtshof unter anderem dann ein Ã¶rtlich zustÃ¤ndiges Gericht zu bestimmen, wenn Ã–sterreich aufgrund eines vÃ¶lkerrechtlichen Vertrags zur AusÃ¼bung von Gerichtsbarkeit verpflichtet ist.
3.Â Nach ArtÂ 46 AbsÂ 1 litÂ b CIM kÃ¶nnen auf diese einheitlichen Rechtsvorschriften gegrÃ¼ndete AnsprÃ¼che vor den Gerichten eines Staats geltend gemacht werden, auf dessen Gebiet der Ort der Ãœbernahme des Guts oder der fÃ¼r die Ablieferung vorgesehene Ort liegt. Da nach dem Vorbringen der KlÃ¤gerin eine grenzÃ¼bschreitende BefÃ¶rderung vorlag und das Transportgut in Ã–sterreich Ã¼bernommen wurde, ist die inlÃ¤ndische Jurisdiktion gegeben. Nach den Klagsangaben fehlt es aber an einem zustÃ¤ndigen inlÃ¤ndischen Gericht, weshalb gemÃ¤ÃŸ Â§Â 28 AbsÂ 1 ZÂ 1 JN ein fÃ¼r die Rechtssache Ã¶rtlich zustÃ¤ndiges Gericht zu bestimmen ist (vgl RS0046376 zu ArtÂ 31 CMR vor Inkrafttreten des Â§Â 101 JN; Mayr in Rechberger/Klicka ZPO5 Â§Â 28 JN RzÂ 3; Garber in Fasching/Konecny3 I Â§Â 28 JN RzÂ 42).
4.Â Der Oberste Gerichtshof ist in der Bestimmung des Gerichts frei. Er ist nicht gehalten, die Rechtssache jenem sachlich zustÃ¤ndigen Gericht zuzuweisen, in dessen Sprengel die Fracht Ã¼bernommen oder abgeliefert wurde (vgl RS0046185 zu ArtÂ 31 CMR vor Inkrafttreten des Â§Â 101 JN). Weder der Ordinationsantrag noch die Klage enthalten Anhaltspunkte, die dafÃ¼r sprechen kÃ¶nnten, das Gericht zu bestimmen, in dessen Sprengel der Ãœbernahmeort liegt. Da aber nach Angaben der KlÃ¤gerin der maÃŸgebliche Zeuge bei ihr selbst beschÃ¤ftigt ist, erscheint es zweckmÃ¤ÃŸig, jenes Gericht zur Verhandlung und Entscheidung zu bestimmen, in dessen Sprengel sie ihren Sitz hat (vgl 2Â NcÂ 17/03b).