Document Number: JJT_20200916_OGH0002_0130OS00049_20K0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0130OS00049.20K.0916.000
Case Number: 13Os49/20k
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1600214400000
Word Count: 556

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 16.Â SeptemberÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Prof.Â Dr.Â LÃ¤ssig als Vorsitzenden sowie die HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs Mag.Â Michel, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Oberressl und die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Brenner und Dr.Â Setz-Hummel in Gegenwart der SchriftfÃ¼hrerin Mag.Â PÃ¶ttinger in der Strafsache gegen Marta S***** wegen des Vergehens des schweren gewerbsmÃ¤ÃŸigen Diebstahls nach Â§Â§Â 127, 128 AbsÂ 1 ZÂ 5, 130 AbsÂ 1 erster Fall und 15 StGB Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung der Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts fÃ¼r Strafsachen Wien als SchÃ¶ffengericht vom 16.Â JÃ¤nnerÂ 2020, GZÂ 56Â HvÂ 94/19f-20, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurÃ¼ckgewiesen.
Zur Entscheidung Ã¼ber die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.
Der Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
GrÃ¼nde:
Mit dem angefochtenen Urteil wurde Marta S***** des Vergehens des schweren gewerbsmÃ¤ÃŸigen Diebstahls nach Â§Â§Â 127, 128 AbsÂ 1 ZÂ 5, 130 AbsÂ 1 erster Fall und 15 StGB schuldig erkannt.
Danach hat sie in W***** Christopher K*****, Ursula R***** und Herbert K***** gewerbsmÃ¤ÃŸig (Â§Â 70 AbsÂ 1 ZÂ 3 erster Fall StGB) fremde bewegliche Sachen von insgesamt 5.000Â Euro Ã¼bersteigendem Wert mit auf unrechtmÃ¤ÃŸige Bereicherung gerichtetem Vorsatz
(I)Â weggenommen, indem sie vom AprilÂ 2019 bis zum 19.Â AugustÂ 2019 in einer Vielzahl von Angriffen zusammen 55.770,20Â Euro an Bargeld, fÃ¼nf â€žPhilharmonikerâ€œ-MÃ¼nzen im Wert von 815Â Euro und eine Armbanduhr im Wert von 150Â Euro aus einem MÃ¶beltresor der Genannten entnahm, sowie
(II)Â wegzunehmen versucht, und zwar am 20.Â AugustÂ 2019 und am 23.Â AugustÂ 2019 in gleicher Weise weiteres Bargeld, wobei es beim Versuch blieb, weil es ihr aufgrund einer inzwischen vorgenommenen Ã„nderung des Codes nicht mehr gelang, den Tresor zu Ã¶ffnen.
Rechtliche Beurteilung
Dagegen wendet sich die auf Â§Â 281 AbsÂ 1 ZÂ 5 StPO gestÃ¼tzte Nichtigkeitsbeschwerde der Angeklagten.
Nach den Urteilsfeststellungen erbeutete die BeschwerdefÃ¼hrerin durch die vom Schuldspruch umfassten (pauschal individualisierten gleichartigen) Taten Bargeld und andere GegenstÃ¤nde im Wert von insgesamt 56.735,20Â Euro (USÂ 3). Eine Reduktion dieser Summe wÃ¤re fÃ¼r die Subsumtionsfrage nur insoweit bedeutsam, als dadurch der Gesamtwert des Diebsgutes nicht einmal mehr â€“ wie zur Tatbestandsverwirklichung nach Â§Â 128 AbsÂ 1 ZÂ 5 StGB erforderlich â€“ 5.000Â Euro Ã¼bersteigen wÃ¼rde (vgl RIS-Justiz RS0116736 [T16]).
Indem die Beschwerde (aus ZÂ 5 zweiter und fÃ¼nfter Fall) bloÃŸ die â€žFeststellungen zur HÃ¶he des von der Angeklagten weggenommenen Bargeldsâ€œ bekÃ¤mpft, ohne den Bezug zu einer (solcherart) entscheidenden Tatsache deutlich und bestimmt (Â§Â§Â 285 AbsÂ 1 zweiter Satz, 285a ZÂ 2 StPO) herzustellen, verlÃ¤sst sie den Anfechtungsrahmen (Ratz, WK-StPO Â§Â 281 RzÂ 391).
Vielmehr wird damit â€“ wie die RÃ¼ge der Sache nach selbst einrÃ¤umt (â€žinsoweit erheblich, als sie bei der Strafbemessung BerÃ¼cksichtigung finden sowie hinsichtlich des Privatbeteiligtenzuspruchs die Grundlage bildenâ€œ) â€“ lediglich ein Berufungsvorbringen erstattet.
Auch Tag und Ort der Geburt der Angeklagten sind (zwar zur Klarstellung deren IdentitÃ¤t dienlich [Danek, WK-StPO Â§Â 270 RzÂ 13Â f], aber) weder fÃ¼r die Schuld- noch fÃ¼r die Subsumtionsfrage von Bedeutung, somit nicht entscheidend (RIS-Justiz RS0117264). Schon aus diesem Grund versagt der darauf bezogene Einwand (nominell ZÂ 5 fÃ¼nfter Fall). Im Ãœbrigen erweist sich die bekÃ¤mpfte Passage in den EntscheidungsgrÃ¼nden (USÂ 2: â€žam *****Â 1987 in P*****/Kosovoâ€œ) mit Blick auf die (Â§Â 270 AbsÂ 2 ZÂ 2 StPO entsprechenden) Angaben im â€žKopfâ€œ des Urteils (USÂ 1: â€žam *****Â 1972 in M*****/Polenâ€œ; vgl ONÂ 3 SÂ 1, 6, 13, 15, 17, ONÂ 19 SÂ 2) als offensichtlicher Schreibfehler (vgl RIS-Justiz RS0107358; Ratz, WK-StPO Â§Â 281 RzÂ 440).
Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher gemÃ¤ÃŸ Â§Â 285d AbsÂ 1 StPO bereits bei der nichtÃ¶ffentlichen Beratung sofort zurÃ¼ckzuweisen, woraus die ZustÃ¤ndigkeit des Oberlandesgerichts zur Erledigung der Berufung folgt (Â§Â 285i StPO).
Die Kostenentscheidung beruht auf Â§Â 390a AbsÂ 1 StPO.