Document Number: JJT_20200624_OGH0002_0070OB00103_20B0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0070OB00103.20B.0624.000
Case Number: 7Ob103/20b
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1592956800000
Word Count: 318

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch die SenatsprÃ¤sidentin Dr.Â Kalivoda als Vorsitzende und die HofrÃ¤tinnen und HofrÃ¤te Hon.-Prof.Â Dr.Â HÃ¶llwerth, Dr.Â SolÃ©, Mag.Â Malesich und MMag.Â Matzka als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1.Â K***** H***** und 2.Â K***** W*****, beide wohnhaft *****, beide vertreten durch Dr.Â Greger & Collegen, RechtsanwÃ¤lte in Regensburg, Mag.Â Paul Kessler, LL.M., Rechtsanwalt in Wien (Einvernehmensanwalt gemÃ¤ÃŸ Â§Â 5 EIRAG), gegen die beklagte Partei S***** S.A., *****, vertreten durch SchÃ¶nherr RechtsanwÃ¤lte GmbH in Wien, wegen 72.500Â EURÂ sA, Ã¼ber die auÃŸerordentliche Revision der klagenden Parteien gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Graz als Berufungsgericht vom 24.Â FebruarÂ 2020, GZÂ 3Â RÂ 133/19g-28, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die auÃŸerordentliche Revision wird gemÃ¤ÃŸ Â§Â 508a AbsÂ 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des Â§Â 502 AbsÂ 1 ZPO zurÃ¼ckgewiesen.
Text
BegrÃ¼ndung:
Die Parteien schlossen am 1.Â 10.Â 2006 einen Lebensversicherungsvertrag. Im Versicherungsantrag wurde Ã¼ber das RÃ¼cktrittsrecht wie folgt belehrt:
â€žâ€¦ dass ich innerhalb einer Frist von 30Â Tagen nach Erhalt des Versicherungsscheines â€¦ vom Vertrag zurÃ¼cktreten kann. Zur Wahrung der Frist genÃ¼gt die rechtzeitige Absendung der RÃ¼cktrittserklÃ¤rung.â€œ
Rechtliche Beurteilung
1.Â Die KlÃ¤ger bezweifeln â€“ zutreffend â€“ nicht, dass die in der erteilten Rechtsbelehrung angegebene RÃ¼cktrittsfrist (30Â Tage) der seinerzeitigen Regelung des Â§Â 165a AbsÂ 1 VersVG (idF BGBlÂ IÂ 2004/62) entsprach und daher richtig war.
2.Â Der Oberste Gerichtshof hat bereits mehrfach mit Bezug auf die Beantwortung der VorlagefrageÂ 1 durch den EuGH (Urteil vom 19.Â DezemberÂ 2019 in den verbundenen Rechtssachen C-355/18 bis C-357/18 und C-479/19, Rust-Hackner ua) dahin Stellung genommen, dass aus der zwar fehlerhaften Belehrung, es sei fÃ¼r die AusÃ¼bung des RÃ¼cktrittsrechts nach Â§Â 165a AbsÂ 1 VersVG die Schriftform erforderlich, keine relevante Erschwernis dieses RÃ¼cktrittsrechts folgt (7Â ObÂ 3/20x, 7Â ObÂ 4/20v und 7Â ObÂ 16/20h). Die nun dennoch dagegen vorgetragenen Argumente hat der Oberste Gerichtshof bereits bei seinen Entscheidungen bedacht (vgl auch 7Â ObÂ 76/20g, 7Â ObÂ 79/20y). Von dieser Rechtsprechung abzugehen, bieten die AusfÃ¼hrungen in der Revision keinen Anlass.
3.Â Die KlÃ¤ger machen insgesamt keine erhebliche Rechtsfrage geltend. Mangels Vorliegens der Voraussetzungen des Â§Â 502 AbsÂ 1 ZPO ist daher die Revision nicht zulÃ¤ssig und zurÃ¼ckzuweisen. Einer weitergehenden BegrÃ¼ndung bedarf dieser Beschluss nicht (Â§Â 510 AbsÂ 3 ZPO).