Document Number: JJT_20200512_OGH0002_0150OS00029_20H0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0150OS00029.20H.0512.000
Case Number: 15Os29/20h
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1589241600000
Word Count: 314

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 12.Â MaiÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof.Â Dr.Â Kirchbacher als Vorsitzenden, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Mag.Â Lendl sowie die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Michel-Kwapinski, Mag.Â FÃ¼rnkranz und Dr.Â Mann in der Strafsache gegen A***** K***** wegen des Verbrechens der Vergewaltigung nach Â§Â 201 AbsÂ 1 StGB und weiterer strafbarer Handlungen, AZÂ 41Â HvÂ 18/18i des Landesgerichts Feldkirch, Ã¼ber den Antrag des Verurteilten auf Erneuerung des Strafverfahrens nach Â§Â 363a AbsÂ 1 StPO nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur gemÃ¤ÃŸ Â§Â 62 AbsÂ 1 zweiter Satz OGH-GeoÂ 2019 den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Der Antrag wird zurÃ¼ckgewiesen.
Text
GrÃ¼nde:
Mit Urteil des Landesgerichts Feldkirch als SchÃ¶ffengericht vom 8.Â JuliÂ 2019, GZÂ 41Â HvÂ 18/18i-55, wurde A***** K***** des Verbrechens der Vergewaltigung nach Â§Â 201 AbsÂ 1 StGB (1), mehrerer Verbrechen der fortgesetzten GewaltausÃ¼bung nach Â§Â 107b AbsÂ 1, AbsÂ 3 ZÂ 1 erster Fall und AbsÂ 4 vierter Fall StGB idF vor BGBlÂ IÂ 2019/105 (2/b und 2/c), mehrerer Vergehen der KÃ¶rperverletzung nach Â§Â 83 AbsÂ 1 StGB (3) und der fortgesetzten GewaltausÃ¼bung nach Â§Â 107b AbsÂ 1 StGB (2/a) sowie der Vergehen der NÃ¶tigung nach Â§Â 105 AbsÂ 1 StGB (4) und der gefÃ¤hrlichen Drohung nach Â§Â 107 AbsÂ 1 StGB (5) schuldig erkannt.
Rechtliche Beurteilung
Die dagegen erhobene Nichtigkeitsbeschwerde des Genannten wies der Oberste Gerichtshof mit Beschluss vom 29.Â JÃ¤nnerÂ 2020, AZÂ 13Â OsÂ 103/19z, zurÃ¼ck und leitete die Akten zur Entscheidung Ã¼ber die Berufung dem Oberlandesgericht Innsbruck zu.
Mit am 10.Â MÃ¤rzÂ 2020 beim Obersten Gerichtshof eingebrachtem Antrag begehrt der Verurteilte die â€žErneuerung des Strafverfahrens vor dem Obersten Gerichtshofâ€œ gemÃ¤ÃŸ Â§Â 363a AbsÂ 1 StPO (zum erweiterten Anwendungsbereich vgl RIS-Justiz RS0122228). Der Oberste Gerichtshof habe vor der Entscheidung Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde zu AZÂ 13Â OsÂ 103/19z das Croquis der Generalprokuratur nicht jenem Verteidiger zugestellt, der am 20.Â DezemberÂ 2019 diesem Gericht seine BevollmÃ¤chtigung bekanntgegeben habe, worin der Erneuerungswerber eine Verletzung des ArtÂ 6 MRK erblickt.
Da Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs ohne vorherige Anrufung des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte nicht Gegenstand eines Erneuerungsantrags sein kÃ¶nnen (RIS-Justiz RS0130261, RS0122737 [T23, T39]; Reindl-Krauskopf, WK-StPO Â§Â 363a RzÂ 36), war der Antrag von vornherein unzulÃ¤ssig.
Der Erneuerungsantrag war daher gemÃ¤ÃŸ Â§Â 363b AbsÂ 2 ZÂ 3 StPO zurÃ¼ckzuweisen.