Document Number: JJT_20200130_OGH0002_0020OB00004_20G0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0020OB00004.20G.0130.000
Case Number: 2Ob4/20g
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1580342400000
Word Count: 301

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den SenatsprÃ¤sidenten Dr.
Veith als Vorsitzenden und den Hofrat Dr.Â Musger, die HofrÃ¤tin Dr.Â SolÃ© sowie die HofrÃ¤te Dr.Â Nowotny und Mag.Â Pertmayr als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei G***** E*****, vertreten durch Dr.Â Gerhard Hiebler und Dr.Â Gerd Grebenjak, RechtsanwÃ¤lte in Leoben, gegen die beklagten Parteien 1.Â G***** G*****, 2.Â B***** R*****, und 3.Â U***** Versicherungen AG, *****, alle vertreten durch Mag.Â Martin Divitschek und andere RechtsanwÃ¤lte in Deutschlandsberg, wegen 110.990,66Â EURÂ sA und Rente (Streitwert 109.080Â EUR), Ã¼ber die auÃŸerordentliche Revision der beklagten Parteien gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Graz als Berufungsgericht vom 7.Â NovemberÂ 2019, GZÂ 2Â RÂ 107/19a-64, in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die auÃŸerordentliche Revision wird gemÃ¤ÃŸ Â§Â 508a AbsÂ 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des Â§Â 502 AbsÂ 1 ZPO zurÃ¼ckgewiesen.
BegrÃ¼ndung:
Rechtliche Beurteilung
1.Â Im Fall der unfallbedingt verbliebenen teilweisen ErwerbsunfÃ¤higkeit des GeschÃ¤digten trifft die Beweislast fÃ¼r eine Verletzung der dem GeschÃ¤digten obliegenden Schadensminderungspflicht den SchÃ¤diger. Dazu hat der SchÃ¤diger den Nachweis zu erbringen, dass der GeschÃ¤digte eine ihm nachgewiesene und nach den UmstÃ¤nden zumutbare konkrete ErwerbsmÃ¶glichkeit oder eine zu einer solchen voraussichtlich fÃ¼hrende Umschulung ohne zureichende GrÃ¼nde ausgeschlagen hat (stRsp; zuletzt 2Â ObÂ 164/17g SZÂ 2018/25; RS0022883; RS0027143; Danzl in KBB5 Â§Â 1325 RzÂ 23). Ganz allgemein gehaltene Vorbringen und Beweisanbote Ã¼ber eine Verletzung der Schadensminderungspflicht genÃ¼gen ebenso wenig (RS0031357 [T4]) wie der (bloÃŸe) Nachweis der abstrakten MÃ¶glichkeit, durch eine anderweitige BeschÃ¤ftigung den Verdienstausfall zu verringern oder wettzumachen (RS0027143; RS0031357 [T8]). Diese Behauptungs- und Beweislastverteilung steht im Einklang mit den allgemeinen GrundsÃ¤tzen der Rechtsprechung (2Â ObÂ 164/17g; RS0027129). Stichhaltige GrÃ¼nde, um von dieser gefestigten Rechtsprechung abzugehen, zeigen die Revisionswerber nicht auf.
2.Â Die Auffassung des Berufungsgerichts, die beklagten Parteien hÃ¤tten nicht behauptet, dass der teilweise erwerbsunfÃ¤hige KlÃ¤ger eine ihm nachgewiesene konkrete ErwerbsmÃ¶glichkeit ohne zureichende GrÃ¼nde ausgeschlagen habe, sodass diesbezÃ¼gliche FeststellungsmÃ¤ngel nicht vorlÃ¤gen und eine Verletzung der Schadensminderungspflicht durch den KlÃ¤ger zu verneinen sei, entspricht der dargelegten stÃ¤ndigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs.