Document Number: JJT_20200713_OGH0002_0020NC00021_20S0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0020NC00021.20S.0713.000
Case Number: 2Nc21/20s
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1594598400000
Word Count: 278

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den SenatsprÃ¤sidenten Dr.Â Veith als Vorsitzenden sowie den Hofrat Dr.Â Musger, die HofrÃ¤tin Dr.Â SolÃ© und die HofrÃ¤te Dr.Â Nowotny und Mag.Â Pertmayr als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Dr.Â G***** G*****, als Masseverwalter im Konkurs Ã¼ber das VermÃ¶gen der Z***** GmbH, *****, gegen die beklagte Partei Mag.Â (FH)Â C***** S*****, vertreten durch Dr.Â Stefan Lahnsteiner, Rechtsanwalt in Ebensee, und der Nebenintervenientin auf Seiten der beklagten Partei J***** T*****, vertreten durch Mag.Â Thomas Laherstorfer, Rechtsanwalt in Gmunden, wegen 9.756Â EURÂ sA, aufgrund der Befangenheitsanzeige des ***** vom 24.Â JuniÂ 2020 im Revisionsverfahren AZÂ *****, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Der ***** ist als Mitglied des ***** Senats im Verfahren Ã¼ber die Revision zu AZÂ ***** befangen.
Text
BegrÃ¼ndung:
FÃ¼r die Behandlung des im Spruch genannten Rechtsmittels ist nach der GeschÃ¤ftsverteilung der ***** Senat des Obersten Gerichtshofs zustÃ¤ndig. ***** ist Mitglied dieses Senats.
Am 24.Â JuniÂ 2020 zeigte er seine Befangenheit in dieser Rechtssache an (Â§Â 22 GOG). Er sei seit Jahren mit dem KlÃ¤ger eng befreundet und arbeite auch ehrenamtlich mit ihm in einem Verein zusammen. Er fÃ¼hle sich subjektiv befangen.
Rechtliche Beurteilung
Die Befangenheitsanzeige ist begrÃ¼ndet.
Ein Richter ist nach Â§Â 19 ZÂ 2 JN befangen, wenn bei objektiver Betrachtung ein zureichender Grund vorliegt, seine Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen. Befangenheit liegt dann vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantreten kann, somit eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist (RS0046052). Bei der Selbstanzeige einer Befangenheit durch den Richter ist unter Beachtung des Interesses am Ansehen der Justiz kein strenger PrÃ¼fungsmaÃŸstab anzulegen und grundsÃ¤tzlich die Befangenheit zu bejahen (2Â NcÂ 7/20g; RS0045943 [T3]).
Diese Voraussetzungen sind hier erfÃ¼llt. Die angezeigte Nahebeziehung kÃ¶nnte zu einer Voreingenommenheit fÃ¼hren, die eine unbefangene Willensbildung verhindern kÃ¶nnte.