Document Number: JJT_20200728_OGH0002_010OBS00082_20M0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:010OBS00082.20M.0728.000
Case Number: 10ObS82/20m
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1595894400000
Word Count: 287

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den VizeprÃ¤sidenten Univ.-Prof.Â Dr.
Neumayr als Vorsitzenden, die HofrÃ¤tinnen Dr.Â Fichtenau und Dr.Â Grohmann sowie die fachkundigen Laienrichter Dr.Â Martin Gleitsmann und Dr.Â Christoph Wiesinger (beide aus dem Kreis der Arbeitgeber) als weitere Richter in der Sozialrechtssache der klagenden Partei A*****, vertreten durch Urbanek Lind Schmied Reisch RechtsanwÃ¤lte OG in St.Â PÃ¶lten, gegen die beklagte Partei Sozialversicherungsanstalt der SelbstÃ¤ndigen (vormals: Sozialversicherungsanstalt der Bauern), 1051Â Wien, Wiedner HauptstraÃŸeÂ 84â€“86, wegen Feststellung eines Arbeitsunfalls, Ã¼ber die auÃŸerordentliche Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 29.Â AprilÂ 2020, GZÂ 7Â RsÂ 26/20z-13, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die auÃŸerordentliche Revision wird gemÃ¤ÃŸ Â§Â 508a AbsÂ 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des Â§Â 502 AbsÂ 1 ZPO zurÃ¼ckgewiesen.
BegrÃ¼ndung:
Rechtliche Beurteilung
1.Â Â§Â 148c AbsÂ 2 ZÂ 15 BSVG stellt â€“ insoweit identisch mit Â§Â 176 AbsÂ 1 ZÂ 4 ASVG â€“ den ArbeitsunfÃ¤llen UnfÃ¤lle gleich, die sich bei Hand- und Zugdiensten (Robot) sowie sonstigen Arbeitsleistungen ereignen, wenn diese aufgrund gesetzlicher oder statutarischer Verpflichtung oder aufgrund alten Herkommens erbracht werden.
2.Â Nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zu Â§Â 176 AbsÂ 1 ZÂ 4 ASVG muss sich der Unfall im Zusammenhang mit der ErfÃ¼llung einer Ã¶ffentlich-rechtlichen Arbeitsverpflichtung ereignen. Die ErfÃ¼llung einer bloÃŸ privatrechtlichen oder ethischen Verpflichtung begrÃ¼ndet keinen Unfallversicherungsschutz (10Â ObSÂ 293/00m SSV-NFÂ 14/137; 10Â ObSÂ 6/19h SSV-NFÂ 33/10; RIS-Justiz RS0114484).
3.Â Der KlÃ¤ger war Mitglied einer Landjugend. Er nahm im AugustÂ 2018 an einem von einer anderen Landjugend veranstalteten Fest teil, um Freunde zu treffen und â€“ wie bei befreundeten Landjugenden Ã¼blich â€“ mitzuhelfen. Bei der RÃ¼ckfahrt von diesem Fest wurde er bei einem Autounfall schwer verletzt.
4.Â Die Beurteilung der Vorinstanzen, die den Unfallversicherungsschutz nach Â§Â 148c AbsÂ 2 ZÂ 15 BSVG verneint haben, hÃ¤lt sich im Rahmen der hÃ¶chstgerichtlichen Rechtsprechung.
5.Â Die Voraussetzungen fÃ¼r einen Kostenzuspruch nach Â§Â 77 AbsÂ 1 ZÂ 2 litÂ b ASGG werden in der Revision nicht aufgezeigt.