Document Number: JFT_20200627_19V00094_00
ECLI: ECLI:AT:VFGH:2020:V94.2019
Case Number: V94/2019 (V94/2019-14)
Application Type: Vfgh
Court: Verfassungsgerichtshof (VfGH)
Decision Date: 1593216000000
Word Count: 5368

Leitsatz
Gesetzwidrigkeit von FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤nen betreffend die Umwidmung von GrundstÃ¼cken mit geteilter Widmung mangels exakter Abgrenzung der WidmungsflÃ¤chen; keine Sanierung durch Angabe der konkreten FlÃ¤chenmaÃŸe in den verbalen AusfÃ¼hrungen
Spruch
I.Â Der FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 008a/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.Â April 2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 4.Â September 2017, Zahl: 03-Ro-6-1/2-2017, wird, soweit er sich auf die GrundstÃ¼cke NrÂ 328/9 und 328/13, beide KGÂ 75405 Bleiberg, bezieht, als gesetzwidrig aufgehoben.
II.Â Der FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 008b/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.Â April 2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 4.Â September 2017, Zahl: 03-Ro-6-1/2-2017, wird, soweit er sich auf die GrundstÃ¼cke NrÂ 328/9 und 328/13, beide KGÂ 75405 Bleiberg, bezieht, als gesetzwidrig aufgehoben.
III.Â Der FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 007d/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.Â April 2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 4.Â September 2017, Zahl: 03-Ro-6-1/2-2017, wird, soweit er sich auf das GrundstÃ¼ck NrÂ 328/9, KGÂ 75405 Bleiberg, bezieht, als gesetzwidrig aufgehoben.
IV.Â Die KÃ¤rntner Landesregierung ist zur unverzÃ¼glichen Kundmachung dieser AussprÃ¼che im Landesgesetzblatt fÃ¼r KÃ¤rnten verpflichtet.
BegrÃ¼ndung
EntscheidungsgrÃ¼nde
I. Antrag
1. Mit dem vorliegenden, auf Art139 Abs1 Z1 B-VG gestÃ¼tzten Hauptantrag begehrt das Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten, die FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne NrÂ 008a/2016 und 008b/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.Â April 2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 4.Â September 2017, soweit sie sich auf die GrundstÃ¼cke NrÂ 328/9 und 328/13, beide KGÂ 75405 Bleiberg, beziehen, sowie den FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 007d/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.Â April 2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 4.Â September 2017, soweit er sich auf das GrundstÃ¼ck NrÂ 328/9, KGÂ 75405 Bleiberg, bezieht, als gesetzwidrig aufzuheben.
2. Mit seinem ersten Eventualantrag begehrt das Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten, die FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne NrÂ 008a/2016 und 008b/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.Â April 2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 4.Â September 2017, Zahl: 03-Ro-6-1/2-2017, soweit sie sich auf die GrundstÃ¼cke NrÂ 328/9 und 328/13, beide KG 75405 Bleiberg, beziehen, als gesetzwidrig aufzuheben.
Mit seinem zweiten Eventualantrag begehrt das Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten, die FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne NrÂ 008a/2016 und 008b/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.Â April 2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 4.Â September 2017, Zahl: 03-Ro-6-1/2-2017, soweit sie sich auf das GrundstÃ¼ck NrÂ 328/13, KGÂ 75405 Bleiberg, beziehen, als gesetzwidrig aufzuheben.
Mit seinem dritten Eventualantrag begehrt das Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten, die FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne NrÂ 008a/2016, 008b/2016 und 007d/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.Â April 2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 4.Â September 2017, Zahl: 03-Ro-6-1/2-2017, soweit sie sich auf das GrundstÃ¼ck NrÂ 328/9, KGÂ 75405 Bleiberg, beziehen, als gesetzwidrig aufzuheben.
II. Rechtslage
1. Die Â§Â§13, 17 und 23 der KÃ¤rntner Bauordnung 1996 â€“ K-BO, LGBlÂ 62/1996 idF LGBlÂ 16/2009, sowie Artikel V der dazugehÃ¶rigen Anlage lauten auszugsweise:
"Â§13
VorprÃ¼fung
[â€¦]
(2) Bei der VorprÃ¼fung hat die BehÃ¶rde festzustellen, ob dem Vorhaben
a) der FlÃ¤chenwidmungsplan,
[â€¦] entgegenstehen.
[â€¦]
Â§17
Voraussetzungen
(1) Die BehÃ¶rde hat die Baubewilligung zu erteilen, wenn dem Vorhaben nach Art, Lage, Umfang, Form und Verwendung Ã¶ffentliche Interessen, insbesondere solche der Sicherheit, der Gesundheit, der Energieersparnis, des Verkehrs, des Fremdenverkehrs sowie der Erhaltung des Landschaftsbildes oder des Schutzes des Ortsbildes nicht entgegenstehen. Die Baubewilligung darf durch die BehÃ¶rden des Â§3 nur mit schriftlichem Bescheid erteilt werden.
[â€¦]
(2) Bei Vorhaben nach Â§6 lita bis c darf die Baubewilligung darÃ¼ber hinaus nur erteilt werden, wenn kein Grund nach Â§13 Abs2 entgegensteht und eine der Art, Lage und Verwendung des Vorhabens entsprechende
a) Verbindung zu einer Ã¶ffentlichen FahrstraÃŸe,
b) Wasserversorgung und
c) Abwasserbeseitigung
sichergestellt ist.
[â€¦]
Â§23
Parteien, Einwendungen
(1) Parteien des Baubewilligungsverfahrens sind:
[â€¦]
e) die Anrainer (Abs2).
(2) Anrainer sind:
a) die EigentÃ¼mer (MiteigentÃ¼mer) der an das BaugrundstÃ¼ck angrenzenden GrundstÃ¼cke und aller weiteren im Einflussbereich des Vorhabens liegenden GrundstÃ¼cke;
[â€¦]
(3) Anrainer gemÃ¤ÃŸ Abs2 lita und b sind berechtigt, gegen die Erteilung der Baubewilligung nur begrÃ¼ndete Einwendungen dahingehend zu erheben, dass sie durch das Vorhaben in subjektiv-Ã¶ffentlichen Rechten verletzt werden, die ihnen durch die Bestimmungen dieses Gesetzes, der KÃ¤rntner Bauvorschriften, des FlÃ¤chenwidmungsplanes oder des Bebauungsplanes eingerÃ¤umt werden, welche nicht nur dem Ã¶ffentlichen Interesse, sondern auch dem Schutz der Anrainer dienen. Einwendungen der Anrainer im Sinn des ersten Satzes kÃ¶nnen â€“ vorbehaltlich des Abs3a â€“ insbesondere gestÃ¼tzt werden auf Bestimmungen Ã¼ber
a) die widmungsgemÃ¤ÃŸe Verwendung des BaugrundstÃ¼ckes;
[â€¦]
Artikel V
Mit ArtIV des Gesetzes LGBl NrÂ 80/2012 wurden folgende Ãœbergangsbestimmungen getroffen:
(1) Dieses Gesetz tritt mit 1.Â Oktober 2012 in Kraft.
(2) Verordnungen aufgrund dieses Gesetzes kÃ¶nnen ab dem auf seine Kundmachung folgenden Tag erlassen werden, sie dÃ¼rfen jedoch frÃ¼hestens mit dessen Inkrafttreten in Kraft gesetzt werden.
(3) Im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes anhÃ¤ngige Verfahren sind nach den bisher geltenden Bestimmungen weiterzufÃ¼hren, sofern in Abs4 bis 6 nicht anderes angeordnet ist.
(4) Im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes anhÃ¤ngige Baubewilligungsverfahren sind einzustellen, sofern das Vorhaben nach den Bestimmungen dieses Gesetzes nicht der Baubewilligungspflicht unterliegt.
(5) Im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes anhÃ¤ngige Strafverfahren nach Â§50 Abs1 lita K-BO 1996 sowie nach Â§50 Abs1 litc Z1 bis 3 K-BO 1996 sind einzustellen, sofern das Vorhaben nach den Bestimmungen dieses Gesetzes nicht der Baubewilligungspflicht unterliegt.
(6) Anrainer, auf die die Voraussetzungen des Â§23 Abs6 K-BO 1996, LBGl. NrÂ 62, zuletzt in der Fassung des Gesetzes LGBlÂ NrÂ 16/2009, im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes zutreffen, sind nur berechtigt, bis zum Ablauf von drei Jahren ab Rechtskraft des Bescheides dessen Zustellung zu beantragen oder Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht zu erheben.
[â€¦]"
III. Antragsvorbringen und Vorverfahren
1. Beim Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten ist eine Beschwerde gegen den Bescheid des Gemeindevorstandes der Marktgemeinde Bad Bleiberg vom 30.Â MÃ¤rz 2016, ZlÂ 030-0/2730/2016 anhÃ¤ngig, mit dem die Berufung gegen die mit Bescheid vom 8.Â Mai 2015, ZlÂ 030-0/2730/2015, erteilte Baubewilligung fÃ¼r die Errichtung eines Biomasseheizwerkes auf der Parzelle NrÂ 328/9 (nunmehr 328/13), KGÂ 75405 Bleiberg, abgewiesen wurde.
1.1. Dem Bescheid ging folgendes Verfahren voran:
1.1.1. Mit Beschluss vom 7.Â Juli 2011 Ã¤nderte der Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg auf Grund des Vorhabens der Gemeinde, ein Heizhaus fÃ¼r eine Biomasseanlage zu errichten, den in Rede stehenden FlÃ¤chenwidmungsplan, und zwar dahingehend, dass eine TeilflÃ¤che von ca. 1.102Â m2 des GrundstÃ¼ckes NrÂ 328/9 von der Widmungskategorie "GrÃ¼nland â€“ FÃ¼r die Land- und Forstwirtschaft bestimmte FlÃ¤che; Wald" auf die Widmungskategorie "GrÃ¼nland â€“ Bioheizanlage" (FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 009a/2011) geÃ¤ndert wurde sowie eine TeilflÃ¤che von ca. 51Â m2 des GrundstÃ¼ckes NrÂ 297/2 von der Widmungskategorie "GrÃ¼nland â€“ Sportanlage allgemein" auf die Widmungskategorie "GrÃ¼nlandÂ â€“ Bioheizanlage" (FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 009b/2011) (Umwidmung). Die KÃ¤rntner Landesregierung genehmigte mit Bescheid vom 31.Â August 2011 diese Umwidmungen aufsichtsbehÃ¶rdlich und machte die Genehmigung am 8.Â September 2011 in der KÃ¤rntner Landeszeitung kund.
1.1.2. Mit Bescheid vom 8.Â Mai 2015 erteilte der BÃ¼rgermeister der Marktgemeinde Bad Bleiberg â€“ nach Aufhebung des Baubewilligungsbescheides vom 25.Â April 2012 durch den Verwaltungsgerichtshof (siehe VwGH 19.3.2015, 2012/06/0145) â€“ der beteiligten Partei die Baubewilligung fÃ¼r die Errichtung eines Biomasseheizwerkes und einer Ã–lfeuerungsanlage auf dem (nunmehrigen) GrundstÃ¼ck NrÂ 328/13, KGÂ 75405 Bleiberg; dieses umfasst die im FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 009a/2011 grÃ¼n dargestellte TeilflÃ¤che des GrundstÃ¼ckes NrÂ 328/9 und die im FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 009b/2011 grÃ¼n dargestellte TeilflÃ¤che des GrundstÃ¼ckes NrÂ 297/2. Mit Bescheid vom 30.Â MÃ¤rz 2016 wies der Gemeindevorstand der Marktgemeinde Bad Bleiberg die dagegen vom BeschwerdefÃ¼hrer vor dem Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten â€“ dem EigentÃ¼mer des benachbarten GrundstÃ¼ckes â€“ erhobene Berufung ab.
1.1.3. Mit Beschluss vom 10.Â April 2017 Ã¤nderte der Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg auf Grund von Anregungen des BÃ¼rgermeisters der Marktgemeinde Bad Bleiberg (Schreiben vom 31.Â Dezember 2015) und der beteiligten Partei (Schreiben vom 10.Â Februar 2016) den FlÃ¤chenwidmungsplan, und zwar dahingehend, dass eine TeilflÃ¤che von ca. 569Â mÂ² des GrundstÃ¼ckes NrÂ 328/9, KGÂ 75405 Bleiberg, von der Widmungskategorie "GrÃ¼nland-Wald" in die Widmungskategorie "GrÃ¼nland-Bioheizanlage" (FlÃ¤chenwidmungsplan 007d/2016) geÃ¤ndert wurde, eine TeilflÃ¤che der Parzelle NrÂ 328/9, KGÂ 75405 Bleiberg, von ca. 70Â mÂ² von der Widmungskategorie "GrÃ¼nland-Sportanlage, VergnÃ¼gungs- und VeranstaltungsstÃ¤tte" in die Widmungskategorie "GrÃ¼nland-Bioheizanlage" (FlÃ¤chenwidmungsplan 008a/2016), eine TeilflÃ¤che der Parzelle NrÂ 328/13, KGÂ 75405 Bleiberg, von ca. 557Â mÂ² von der Widmungskategorie "GrÃ¼nland-Sportanlage, VergnÃ¼gungs- und VeranstaltungsstÃ¤tte" in die Widmungskategorie "GrÃ¼nland-Bioheizanlage" (FlÃ¤chenwidmungsplan 008a/2016), eine TeilflÃ¤che von ca. 130Â mÂ² des GrundstÃ¼ckes NrÂ 328/9, KGÂ 75405 Bleiberg, von der Widmungskategorie "GrÃ¼nland-Wald" in die Widmungskategorie "GrÃ¼nland-Bioheizanlage" (FlÃ¤chenwidmungsplan 008b/2016), und eine TeilflÃ¤che von ca.Â 341 mÂ² des GrundstÃ¼ckes NrÂ 328/13, KGÂ 75405 Bleiberg, von der Widmungskategorie "GrÃ¼nland-Wald" in die Widmungskategorie "GrÃ¼nland-Bioheizanlage" (FlÃ¤chenwidmungsplan 008b/2016). Die KÃ¤rntner Landesregierung genehmigte diese Umwidmungen mit Bescheid vom 4.Â September 2017 und machte die Genehmigung am 7.Â September 2017 in der KÃ¤rntner Landeszeitung kund.
1.1.4. Mit Erkenntnis vom 15.Â Februar 2018, ZKLVwG-1498/15/2016, wies das Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten die vom erwÃ¤hnten BeschwerdefÃ¼hrer gegen den Bescheid des Gemeindevorstandes vom 30.Â MÃ¤rz 2016 erhobene Beschwerde mit nÃ¤herer BegrÃ¼ndung ab.
1.1.5. In seiner dagegen erhobenen, auf Art144 B-VG gestÃ¼tzten Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof rÃ¼gte der erwÃ¤hnte BeschwerdefÃ¼hrer die Gesetzwidrigkeit des FlÃ¤chenwidmungsplanes der Marktgemeinde Bad Bleiberg vom 7.Â Juli 2011, mit dem das "GrundstÃ¼ck NrÂ 328/13" von "GrÃ¼nland-Wald" in "GrÃ¼nland-Bioheizanlage" umgewidmet wurde.
1.1.6. Mit Erkenntnis vom 1.Â MÃ¤rz 2019, V76-77/2018, hob der Verfassungsgerichtshof den FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 009a/2011 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 7.Â Juli 2011 und aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 31.Â August 2011, soweit er sich auf das GrundstÃ¼ck NrÂ 328/9, KGÂ 75405 Bleiberg, bezog, als gesetzwidrig auf. Weiters wurde mit diesem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes der FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 009b/2011 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 7.Â Juli 2011 und aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 31.Â August 2011, soweit er sich auf das GrundstÃ¼ck NrÂ 297/2, KGÂ 75405 Bleiberg, bezog, als gesetzwidrig aufgehoben.
1.1.7. Mit Erkenntnis vom 13.Â MÃ¤rz 2019, E1159/2018, hob der Verfassungsgerichtshof das Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichtes KÃ¤rnten vom 15.Â Februar 2018, ZÂ KLVwG-1498/15/2016, wegen Anwendung einer gesetzwidrigen Verordnung auf.
2. Das Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten, das nunmehr Ã¼ber die Beschwerde gegen den Bescheid des Gemeindevorstandes vom 30.Â MÃ¤rz 2016 zu entscheiden hat, bringt im vorliegenden Antrag an den Verfassungsgerichtshof vor:
"a) PrÃ¤judizialitÃ¤t
Gegenstand des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Verfahrens, in welchem aufgrund der zeitlichen Lage des Falles die KÃ¤rntner Bauordnung 1996 in der Fassung LGBlÂ NrÂ 16/2009 anzuwenden ist, ist die Beschwerde des Anrainers [â€¦], die sich gegen die Erteilung der Baubewilligung fÃ¼r die Errichtung eines Biomasseheizwerkes und einer Ã–lfeuerungsanlage auf dem GrundstÃ¼ck 328/9 (nunmehr NrÂ 328/13), KGÂ Bleiberg, richtet. Entsprechend der Bestimmungen Â§23 Abs3 lita iVm Â§17 Abs2 und Â§13 Abs2 lita KÃ¤rntner Bauordnung 1996 hat das Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten zu prÃ¼fen, ob das Vorhaben mit dem FlÃ¤chenwidmungsplan Ã¼bereinstimmt.
Bei der Behandlung dieser Beschwerde sind dem Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten Bedenken ob der GesetzmÃ¤ÃŸigkeit der FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne NrÂ 7d/2016, NrÂ 8a/2016 und NrÂ 8b/2016, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.04.2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit dem Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 04.09.2017, Zahl: 03-Ro-6-1/2-2017, welcher am 07.09.2017 in der KÃ¤rntner Landeszeitung kundgemacht wurde, entstanden.
Mit diesen FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤nen wurden jeweils TeilflÃ¤chen der GrundstÃ¼cke NrÂ 328/9 und 328/13, beide KGÂ Bleiberg, in GrÃ¼nland-Bioheizanlage umgewidmet.
Das Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten geht davon aus, dass die Beschwerde zulÃ¤ssig ist und das Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten bei der Erlassung einer neuerlichen Entscheidung die FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne NrÂ 7d/2016, NrÂ 8a/2016 und NrÂ 8b/2016 auch anzuwenden hÃ¤tte, dies deshalb, weil sich das Bauvorhaben entsprechend dem eingereichten und genehmigten Lageplan, der Bestandteil des Auswechslungsplanes vom 15.02.2012, Plannummer: 82.10.03_El_15.02.2012, ist, auf der Parzelle NrÂ 328/9, KGÂ Bleiberg, befindet. Ob sich das Vorhaben zur GÃ¤nze â€“ wovon die BaubehÃ¶rden I.Â und II.Â Instanz ausgehen â€“ auf der neu geschaffenen Parzelle NrÂ 328/13, KGÂ Bleiberg, befindet, lÃ¤sst sich den Projektsunterlagen im Besonderen dem genannten Lageplan nicht entnehmen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der im Lageplan dargestellte 'Wendeplatz Anlieferung' sowie die in grÃ¼ner Farbe dargestellte AnschÃ¼ttung im SÃ¼den und Westen des GebÃ¤udes auch auf der Parzelle NrÂ 328/9, KGÂ Bleiberg, situiert sind. Im Hinblick darauf, dass die von der BaubehÃ¶rde mit dem 'Genehmigungsvermerk' versehenen PlÃ¤ne und Baubeschreibungen einen wesentlichen Bestandteil der Baubewilligung bilden (dazu unter anderem VwGH 27.02.2006, 2004/05/0258), soll das Bauvorhaben auf den Parzellen NrÂ 328/9 und (nunmehr auch) 328/13, beide KGÂ Bleiberg, situiert werden. Genau diese GrundflÃ¤chen sind von den FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤nen NrÂ 7d/2016, NrÂ 8a/2016 und NrÂ 8b/2016 umfasst und sind diese daher fÃ¼r das Verfahren vor dem Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten prÃ¤judiziell. Die Anwendung der genannten Verordnungen ist jedenfalls denkmÃ¶glich.
b) Gegen die angefÃ¼hrten FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne liegen folgende Bedenken vor:
In seinem Erkenntnis vom 01.03.2019, Zahl: V76-77/2018-12, hat der Verfassungsgerichtshof den FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 009a/2011 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 07.07.2011 und aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 31.08.2011 soweit er sich auf das GrundstÃ¼ck NrÂ 328/9, KGÂ Bleiberg, bezog, sowie NrÂ 009b/2011 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 07.07.2011 und aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 31.08.2011, soweit er sich auf GrundstÃ¼ck NrÂ 297/2, KGÂ Bleiberg, bezog als gesetzwidrig aufgehoben.
BegrÃ¼ndet hat der Verfassungsgerichtshof seine Entscheidung wie folgt:
'Nach der stÃ¤ndigen Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes (vgl zB VfSlgÂ 11.807/1988, 13.716/1994) muss der Rechtsunterworfene die Rechtslage aus der planlichen Darstellung eindeutig und unmittelbar â€“ also ohne das Heranziehen etwaiger technischer Hilfsmittel wie zB des Grenzkatasters â€“ feststellen kÃ¶nnen; ansonsten genÃ¼gt die Regelung nicht den rechtsstaatlichen Anforderungen. Diesen Erfordernissen wird nicht Rechnung getragen, wenn die Widmung der in PrÃ¼fung gezogenen FlÃ¤chen nicht aus der zeichnerischen Darstellung ersichtlich ist (VfSlgÂ 14.759/1997). Die Kennzeichnung der Widmungskategorien muss jedenfalls mit der aus rechtsstaatlichen GrÃ¼nden erforderlichen PrÃ¤zision erfolgen (VfSlgÂ 14.968/1997). Der Verfassungsgerichtshof hat in seiner Rechtsprechung auÃŸerdem bereits zum Ausdruck gebracht, dass insbesondere dann, wenn fÃ¼r ein GrundstÃ¼ck mehrere Widmungsarten vorgesehen sind, aus der Plandarstellung ersichtlich sein muss, woran sich die Widmungsgrenzen orientieren (vgl VfSlgÂ 19.890/2014).
Die Bedenken des Verfassungsgerichtshofes, wonach jene TeilflÃ¤chen der GrundstÃ¼cke NrÂ 328/9 und NrÂ 297/2, KGÂ 75405 Bleiberg, welche nach der WidmungsÃ¤nderung die Widmung 'GrÃ¼nland-Bioheizanlage' aufweisen, auf Grund der ungenauen LinienfÃ¼hrung und fehlender AbstandsmaÃŸe (zwischen den umzuwidmenden FlÃ¤chen und kartierten Fixpunkten) nicht mit der aus rechtsstaatlichen GrÃ¼nden erforderlichen PrÃ¤zision erkennbar sind, konnten im VerordnungsprÃ¼fungsverfahren nicht zerstreut werden. Der Verfassungsgerichtshof geht vielmehr weiterhin davon aus, dass die hÃ¤ndisch (ohne Lineal) vorgenommene LinienfÃ¼hrung mit einem â€“ eine dicke StrichstÃ¤rke aufweisenden â€“ grÃ¼nen Filzstift zur Abgrenzung der umzuwidmenden FlÃ¤chen nicht den Anforderungen an eine exakte Abgrenzung der WidmungsflÃ¤chen genÃ¼gt.
Wie bereits im PrÃ¼fungsbeschluss angenommen, reichen die verbalen AusfÃ¼hrungen in den FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤nen â€“ denen zufolge die umzuwidmenden FlÃ¤chen das AusmaÃŸ von 1.102Â m2 bzw von 51Â m2 betragen â€“ nicht aus, um die mit dieser besonderen Art der LinienfÃ¼hrung verbundene Ungenauigkeit auszugleichen und die erforderliche PrÃ¤zision zu gewÃ¤hrleisten. Gleiches gilt fÃ¼r den von der Marktgemeinde Bad Bleiberg im VerordnungsprÃ¼fungsverfahren vorgelegten, (mit 15.Â JÃ¤nner 2019 datierten) ergÃ¤nzenden Lageplan: Dieser Plan enthÃ¤lt zwar weitere Angaben, um die genaue Lage der FlÃ¤chen zu bestimmen, er kann den Mangel der in PrÃ¼fung gezogenen FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne allerdings nicht nachtrÃ¤glich sanieren, muss doch schon der FlÃ¤chenwidmungsplan selbst und nicht erst ein weiteres, spÃ¤ter nachgereichtes Plandokument die Abgrenzung zwischen den Widmungskategorien mit hinreichender Deutlichkeit erkennen lassen.
Da im VerordnungsprÃ¼fungsverfahren weder von der Marktgemeinde Bad Bleiberg noch von der KÃ¤rntner Landesregierung in Zweifel gezogen wurde, dass es sich bei diesen PlÃ¤nen mit der LinienfÃ¼hrung durch einen grÃ¼nen Filzstift um die Originaldokumente handelt, bleibt der Verfassungsgerichtshof bei seiner im PrÃ¼fungsbeschluss vorlÃ¤ufig geÃ¤uÃŸerten Annahme, dass die Festlegungen dieses Planes die erforderliche PrÃ¤zision vermissen lassen.
Ebenso wenig zerstreut haben sich die im PrÃ¼fungsbeschluss ausgefÃ¼hrten Bedenken des Verfassungsgerichtshofes, wonach das Fehlen eines Vermerkes Ã¼ber die Auflage der FlÃ¤chenwidmungsplanÃ¤nderung zur allgemeinen Einsicht wÃ¤hrend vier Wochen sowie eines Vermerkes Ã¼ber den Beschluss des Gemeinderates auf der Ã„nderung des FlÃ¤chenwidmungsplanes in Bezug auf die GrundstÃ¼cke NrÂ 328/9 und NrÂ 297/2 zu dessen Gesetzwidrigkeit fÃ¼hrt. Der Verfassungsgerichtshof geht im Einklang mit seiner vorlÃ¤ufigen Ansicht im PrÃ¼fungsbeschluss und seiner bisherigen Rechtsprechung â€“ vielmehr weiterhin davon aus, dass diese formalen Anforderungen iSd Â§5 der KÃ¤rntner Planzeichenverordnung fÃ¼r den Rechtsunterworfenen eine wesentliche Funktion einnehmen und ihr Fehlen keinen unbeachtlichen FormverstoÃŸ darstellt (vgl VfGH 1.12.2017, G135/2017 ua).
Wenn die Marktgemeinde Bad Bleiberg in ihrer Ã„uÃŸerung ausfÃ¼hrt, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer das Datum des Gemeinderatsbeschlusses und des Genehmigungsbescheides der KÃ¤rntner Landesregierung - wie aus dem Beschwerdeschriftsatz hervorgehe â€“ sehr wohl bekannt gewesen sei, kann dies die im PrÃ¼fungsbeschluss dargelegten Bedenken ebenso wenig entkrÃ¤ften wie der Hinweis der Marktgemeinde Bad Bleiberg auf die Verordnungsakten, aus denen sich ergebe, dass die Auflage rechtmÃ¤ÃŸig durchgefÃ¼hrt worden sei. Die in Â§5 KÃ¤rntner Planzeichenverordnung statuierten Anforderungen sollen es dem Rechtsunterworfenen nÃ¤mlich ermÃ¶glichen, unmittelbar anhand der PlÃ¤ne die Ã„nderungen des FlÃ¤chenwidmungsplanes dem zugrunde liegenden Beschluss des Gemeinderates zuzuordnen bzw festzustellen, ob die Auflage der FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne zur allfÃ¤lligen Erhebung von Einwendungen ordnungsgemÃ¤ÃŸ kundgemacht wurde. Dass Betroffene auf sonstige Weise Kenntnis von diesen Informationen erlangen kÃ¶nnen oder diese Informationen in den Akten der BehÃ¶rde verfÃ¼gbar sind, ersetzt nicht die von der KÃ¤rntner Planzeichenverordnung verlangten Informationen bzw Hinweise.'
Mit den FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤nen 8a/2016, 8b/2016 und 7d/2016 wurden FlÃ¤chen umgewidmet, die an jene FlÃ¤chen anschlieÃŸen, deren Widmung mit dem zuvor genannten Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 01.03.2019, Zahl: V76-77/2018-12, als gesetzwidrig aufgehoben wurde. BegrÃ¼ndet hat der Verfassungsgerichtshof seine Entscheidung damit, dass aufgrund der StrichstÃ¤rke und der fehlenden BemaÃŸung die Grenzen der umzuwidmenden FlÃ¤chen unklar sind. Aufgrund des Umstandes, dass die verfahrensgegenstÃ¤ndlichen FlÃ¤chen der FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne unmittelbar an diese FlÃ¤chen angrenzen, treffen die Bedenken die der Verfassungsgerichtshof in seiner Entscheidung vom 01.03.2019 gehegt hat, auch fÃ¼r die im genannten Antrag dargestellten UmwidmungsflÃ¤chen zu. Im Besonderen ist die Grenze der beabsichtigten neuen Widmung GrÃ¼nland-Bioheizwerk von zuvor GrÃ¼nland-Sportanlage, VergnÃ¼gungs- und VeranstaltungsstÃ¤tte (FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 8a/2016) und GrÃ¼nland-Wald (FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 8b/2016) aufgrund der in den aufgehobenen FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤nen NrÂ 009a/2011 und NrÂ 009b/2011, enthaltenen ungenauen LinienfÃ¼hrung (hÃ¤ndisch mit grÃ¼nem Filzstift und dicker StrichstÃ¤rke) nicht ausreichend bestimmt und genÃ¼gt daher rechtsstaatlichen Anforderungen nicht.
In Bezug auf das GrundstÃ¼ck NrÂ 328/9, KGÂ Bleiberg, wurden mit den FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤nen NrÂ 8a/2016, NrÂ 8b/2016 und NrÂ 7d/2016 jeweils TeilfÃ¤chen in GrÃ¼nland-Bioheizanlage umgewidmet. Nach der stÃ¤ndigen Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes (vgl zB VfSlgÂ 11.807/1988, 13.716/1994) muss der Rechtsunterworfene die Rechtslage aus der planlichen Darstellung eindeutig und unmittelbar â€“ also ohne das Heranziehen etwaiger technischer Hilfsmittel wie zB des Grenzkatasters â€“ feststellen kÃ¶nnen; ansonsten genÃ¼gt die Regelung nicht den rechtsstaatlichen Anforderungen. Die zuvor genannten FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne bezwecken jeweils eine Ã„nderung der Widmung in Bezug auf TeilflÃ¤chen des GrundstÃ¼ckes NrÂ 328/9, KGÂ Bleiberg. In den den FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤nen zugrundeliegenden genehmigten PlÃ¤nen vom 10.02.2016 und vom 30.12.2015 ist eine BemaÃŸung der umzuwidmenden FlÃ¤chen und kartierten Fixpunkten â€“ abgesehen davon, dass das FlÃ¤chenausmaÃŸ nicht genau bestimmt angegeben wurde, weil die jeweiligen MaÃŸe mit ca.-Angaben versehen wurden â€“ nicht enthalten, weshalb davon auszugehen ist, dass eine ausreichende Bestimmtheit dieser FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne nicht vorliegt und damit diese FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne gesetzwidrig sind."
3. Das Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten legte im Zuge seines Antrages auch die Verwaltungs- und Gerichtsakten vor.
4. Die KÃ¤rntner Landesregierung hat von einer Ã„uÃŸerung abgesehen.
5. Der Gemeindevorstand der Marktgemeinde Bad Bleiberg erstattete folgende Ã„uÃŸerung, in der er den im Antrag erhobenen Bedenken entgegentritt:
"Mit Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 01.03.2019 (V76-77/2018-12) wurden die EinzelÃ¤nderungen zum FlÃ¤chenwidmungsplan der Marktgemeinde Bad Bleiberg Punkte NrÂ 009a/2011 und 009b/2011 aufgehoben.
Seitens der Marktgemeinde Bad Bleiberg wurde daraufhin ein neues VorprÃ¼fungsverfahren zur Ã„nderung des FlÃ¤chenwidmungsplanes im Bereich des Standortes der bestehenden Biomasseheizanlage eingeleitet.
Nachdem bereits vorhersehbar war, dass auch eine Aufhebung der in den Jahren 2016 eingeleiteten Ã„nderungen des FlÃ¤chenwidmungsplanes Punkte NrÂ 007d/2016, 008a/2016 und 008b/2016, genehmigt mit Bescheid NrÂ 03-Ro-6-1/2-2017, ebenfalls diskutiert werden wird, wurde die VorprÃ¼fung â€“ in Abstimmung mit dem Amt der KÃ¤rntner Landesregierung â€“ nunmehr auf den gesamten relevanten Bereich (009a/2011, 009b/2011, 007d/2016, 008a/2016, und 008b/2016) ausgedehnt.
Die VorprÃ¼fung unter den Punkten NrÂ 001a/2019 und 001b/2019 wurde seitens der UAbt.Â 3 â€“ FRO des Landes KÃ¤rnten als AufsichtsbehÃ¶rde am 24.10.2019 positiv abgeschlossen.
Die darauf anschlieÃŸende Kundmachung zur Ã¶ffentlichen Einsicht der planlichen Darstellungen erfolgte in der Zeit vom 14.11.2019 bis 12.12.2019.
Ein Erstbeschluss der betreffenden, nunmehrigen Umwidmungspunkte NrÂ 001a/2019 und 001b/2019 erfolgte in der Sitzung des Gemeinderates vom 19.12.2019, wobei in weiterer Folge von der UAbt. 3 â€“ FRO des Landes KÃ¤rnten als AufsichtsbehÃ¶rde angeregt wurde, einen nochmaligen, adaptierten bzw erweiterten Beschluss in den anstehenden Sitzungen des Gemeindevorstandes und Gemeinderates zu fassen, damit ein erneuter Verfahrensfehler in der Sache hintangehalten und vermieden wird.
Die erneute Beschlussfassung bildete bereits einen eigenen Tagesordnungspunkt auf den anberaumten Sitzungen des Gemeindevorstandes am 23.03.2020 und Gemeinderates am 30.03.2020, wobei diese Sitzungen letztendlich, aufgrund der vorherrschenden Ausnahmesituation mit dem Coronavirus, leider abgesagt und bis auf weiteres verschoben werden mussten.
AbschlieÃŸend wird mitgeteilt, dass sich die Marktgemeinde Bad Bleiberg grundsÃ¤tzlich auch noch der Ã„uÃŸerung der beteiligten Partei [â€¦], verfasst am 04.03.2020 durch Rechtsanwalt [â€¦], anschlieÃŸt bzw anschlieÃŸen kann, wobei aber festgehalten wird, dass die darin enthaltene Aussage,
'die Vorgangsweise durch die Marktgemeinde Bad Bleiberg bei der Ã„nderung des FlÃ¤chenwidmungsplanes jedoch mangelhaft gewesen ist und diese daher aufzuheben war',
nicht den Tatsachen entspricht und von unserer Marktgemeinde zurÃ¼ckgewiesen wird (siehe E1159/2018-24 VfGH vom 13.Â MÃ¤rz 2019)."
6. Die beteiligte Partei erstattete eine Stellungnahme, in der Folgendes ausgefÃ¼hrt wird:
"Wir sind Betreiber des Biomasseheizkraftwerkes Bioenergie Bad Bleiberg. Mit diesem Heizwerk versorgen wir sowohl WohngebÃ¤ude, als auch Tourismusobjekte und Ã¶ffentliche GebÃ¤ude im Bereich der Marktgemeinde Bad Bleiberg. Bedingt durch die Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse und unter BerÃ¼cksichtigung des Ortsbildes sowie zur Erreichung einer geringstmÃ¶glichen Belastung der Anrainer, wurde uns von der Marktgemeinde Bad Bleiberg als Standortgemeinde und ursprÃ¼ngliche Mitgesellschafterin ein Standort neben dem FuÃŸballstadion '3 LÃ¤rchen' empfohlen.
Wir haben dann das unmittelbar an das VereinsgebÃ¤ude angrenzende GrundstÃ¼ck 328/13 erworben. Auf diesem GrundstÃ¼ck befindet sich nunmehr unser Biomasseheizkraftwerk, wie auf beiliegendem Lichtbild ersichtlich. Zur Veranschaulichung der gegebenen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse legen wir auch einen Ãœbersichtsplan in Farbe vor.
Informativ wird auch mitgeteilt, dass das GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers im Verfahren V76-77/2018, im beiliegenden Lageplan mit der NummerÂ 308 bezeichnet, rund 150Â m vom Standort des Heizkraftwerkes entfernt ist und zwischen dem Heizkraftwerk und dem GrundstÃ¼ck von [â€¦] der Sportplatz liegt.
Mit dem genannten Erkenntnis vom 01.03.2019 hat der Verfassungsgerichtshof der in diesem Verfahren erhobenen Beschwerde des [â€¦] wegen Gesetzwidrigkeit des FlÃ¤chenwidmungsplans der Marktgemeinde Bad Bleiberg stattgegeben und den FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 009a/2011 sowie NrÂ 009b/2011 als gesetzwidrig aufgehoben.
Im gegenstÃ¤ndlichen Erkenntnis hat der Verfassungsgerichtshof ausgefÃ¼hrt, dass die Sonderwidmung 'GrÃ¼nland-Bioheizanlage' grundsÃ¤tzlich nicht im Widerspruch zur Bestimmung des Â§5 Abs2 KÃ¤rntner Gemeindeplanungsgesetz steht, aufgrund eines mangelhaften Verfahrens bei der Ã„nderung des FlÃ¤chenwidmungsplans die Verordnung als mangelhaft aufzuheben war.
Im Jahre 2017 wollten wir unser Biomasseheizkraftwerk um ein Blockheizkraftwerk zur Effizienzsteigerung erweitern. Wir haben daher bei der Marktgemeinde Bad Bleiberg eine Erweiterung der Widmung beantragt. Diese war auch erforderlich, da auch die bereits zum Betrieb des Biomasseheizwerks erforderlichen Manipulations- und LagerflÃ¤chen auÃŸerhalb des eigentlichen Werkbereiches und die sÃ¼dlich und westlich des Heizwerkes vorgenommen AnschÃ¼ttungen nicht als 'GrÃ¼nland-Bioheizanlage' gewidmet waren. Diese AnschÃ¼ttungen waren anlÃ¤sslich der Errichtung des Biomasseheizwerkes zur Verhinderung der GefÃ¤hrdung von Anrainern durch ein Lawinenereignis von der Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Gailtal und Mittleres Drautal vorgeschrieben worden. Diese TeilflÃ¤chen wurden mit den nunmehr in Beschwerde gezogenen FlÃ¤chenwidmungsplanverordnungen NrÂ 7d/2016, NrÂ 8a/2016, NrÂ 8b/2016 als 'GrÃ¼nland-Bioheizanlage' gewidmet, von der KÃ¤rntner Landesregierung genehmigt und am 07.09.2017 in der KÃ¤rntner Landeszeitung kundgemacht. Wir haben dann eine rechtskrÃ¤ftige Baubewilligung erhalten und den Zubau fÃ¼r das Blockheizkraftwerk (der hellgrÃ¼ne Bereich links am Lichtbild) errichtet.
Ob die vom Landesverwaltungsgericht gegen die Vorgangsweise durch die Marktgemeinde Bad Bleiberg bei der Ã„nderung des FlÃ¤chenwidmungsplanes geÃ¤uÃŸerten Bedenken zutreffend sind, kann von uns mangels Kenntnis der zugrundeliegenden VorgÃ¤nge nicht beurteilt werden. Wir weisen aber darauf hin, dass zwischenzeitig die Marktgemeinde Bad Bleiberg, unter Bedachtnahme auf die Kritikpunkte des Verfassungsgerichtshofes ein neuerliches Widmungsverfahren eingeleitet hat. Unter Einhaltung der zugrunde liegenden Verfahrensbestimmungen, wie sie im Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 01.03.2019 angefÃ¼hrt sind, hat die Marktgemeinde Bad Bleiberg neuerlich diverse Gutachten und Stellungnahmen der Landesregierung eingeholt und eine richtiggestellte Ã„nderung des FlÃ¤chenwidmungsplans sowohl hinsichtlich der aufgehobenen Verordnungen NrÂ 009a/2011 und 009b/2011, als auch hinsichtlich der nunmehr angefochtenen Verordnungen NrÂ 8a/2016, NrÂ 8b/2016 und NrÂ 7d/2016 zu NrÂ 1a + 1b/2019 in der Gemeinderatssitzung vom 19.12.2019 beschlossen. Mit Schreiben vom 07.01.2020 wurde der Beschluss des Gemeinderates samt Unterlagen an das Amt der KÃ¤rntner Landesregierung als AufsichtsbehÃ¶rde weitergeleitet. Laut RÃ¼cksprache mit der AbteilungÂ 3 des Amtes der KÃ¤rntner Landesregierung steht das Bezug habende PrÃ¼fverfahren kurz vor dem positiven Abschluss.
Dementsprechend ist aus unserer Sicht davon auszugehen, dass in KÃ¼rze eine rechtlich einwandfreie Grundlage fÃ¼r die Erteilung der Baubewilligung und den Betrieb des Biomasseheizkraftwerkes vorliegt und wir dann das fÃ¼r die Marktgemeinde Bad Bleiberg als Infrastrukturprojekt wichtige und von unseren Kunden gut angenommene Biomasseheizkraftwerk am vorliegenden Standort rechtskonform betreiben kÃ¶nnen."
IV. ErwÃ¤gungen
1. Zur ZulÃ¤ssigkeit
1.1. Der Verfassungsgerichtshof ist nicht berechtigt, durch seine PrÃ¤judizialitÃ¤tsentscheidung das antragstellende Gericht an eine bestimmte Rechtsauslegung zu binden, weil er damit indirekt der Entscheidung dieses Gerichtes in der Hauptsache vorgreifen wÃ¼rde. GemÃ¤ÃŸ der stÃ¤ndigen Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes darf daher ein Antrag iSd Art139 Abs1 Z1 B-VG bzw des Art140 Abs1 Z1 lita B-VG nur dann wegen mangelnder PrÃ¤judizialitÃ¤t zurÃ¼ckgewiesen werden, wenn es offenkundig unrichtig (denkunmÃ¶glich) ist, dass die â€“ angefochtene â€“ generelle Norm eine Voraussetzung der Entscheidung des antragstellenden Gerichtes im Anlassfall bildet (vgl etwa VfSlgÂ 10.640/1985, 12.189/1989, 15.237/1998, 16.245/2001 und 16.927/2003).
1.2. Ein von Amts wegen oder auf Antrag eines Gerichtes eingeleitetes NormenprÃ¼fungsverfahren dient der Herstellung einer verfassungsrechtlich einwandfreien Rechtsgrundlage fÃ¼r das Anlassverfahren (vgl VfSlgÂ 11.506/1987, 13.701/1994).
Die Grenzen der Aufhebung einer auf ihre GesetzmÃ¤ÃŸigkeit zu prÃ¼fenden Verordnungsbestimmung sind, wie der Verfassungsgerichtshof sowohl fÃ¼r von Amts wegen als auch fÃ¼r auf Antrag eingeleitete NormenprÃ¼fungsverfahren schon wiederholt dargelegt hat (VfSlgÂ 13.965/1994 mwN, 16.542/2002, 16.911/2003), notwendig so zu ziehen, dass einerseits der verbleibende Teil der Bestimmung nicht einen vÃ¶llig verÃ¤nderten Inhalt bekommt und dass andererseits die mit der aufzuhebenden Stelle untrennbar zusammenhÃ¤ngenden Bestimmungen auch erfasst werden.
Dieser Grundposition folgend hat der Verfassungsgerichtshof die Rechtsauffassung entwickelt, dass im NormenprÃ¼fungsverfahren der Anfechtungsumfang der in PrÃ¼fung gezogenen Norm bei sonstiger UnzulÃ¤ssigkeit des PrÃ¼fungsantrages nicht zu eng gewÃ¤hlt werden darf (vgl VfSlgÂ 16.212/2001, 16.365/2001, 18.142/2007, 19.496/2011; VfGH 14.3.2017, G311/2016). Das antragstellende Gericht hat all jene Normen anzufechten, die fÃ¼r das anfechtende Gericht prÃ¤judiziell sind und vor dem Hintergrund der Bedenken fÃ¼r die Beurteilung der allfÃ¤lligen Verfassungswidrigkeit der Rechtslage eine untrennbare Einheit bilden. Es ist dann Sache des Verfassungsgerichtshofes, darÃ¼ber zu befinden, auf welche Weise eine solche Verfassungswidrigkeit â€“ sollte der Verfassungsgerichtshof die Auffassung des antragstellenden Gerichtes teilen â€“ beseitigt werden kann (VfSlgÂ 16.756/2002, 19.496/2011, 19.684/2012, 19.903/2014; VfGH 10.3.2015, G201/2014).
UnzulÃ¤ssig ist der Antrag etwa dann, wenn der im Falle der Aufhebung im begehrten Umfang verbleibende Rest einer Verordnungsstelle als sprachlich unverstÃ¤ndlicher Torso inhaltsleer und unanwendbar wÃ¤re (VfSlgÂ 16.279/2001, 19.413/2011; VfGH 19.6.2015, G211/2014; 7.10.2015, G444/2015; VfSlg 20.082/2016), der Umfang der zur Aufhebung beantragten Bestimmungen so abgesteckt ist, dass die angenommene Gesetzwidrigkeit durch die Aufhebung gar nicht beseitigt wÃ¼rde (vgl zB VfSlgÂ 18.891/2009, 19.933/2014), oder durch die Aufhebung bloÃŸer Teile einer Verordnung dieser ein vÃ¶llig verÃ¤nderter, dem Verordnungsgeber Ã¼berhaupt nicht mehr zusinnbarer Inhalt gegeben wÃ¼rde (VfSlgÂ 18.839/2009, 19.841/2014, 19.972/2015, 20.102/2016).
Unter dem Aspekt einer nicht trennbaren Einheit in PrÃ¼fung zu ziehender Vorschriften ergibt sich ferner, dass ein Prozesshindernis auch dann vorliegt, wenn es auf Grund der Bindung an den gestellten Antrag zu einer in der Weise isolierten Aufhebung einer Bestimmung kÃ¤me, dass Schwierigkeiten bezÃ¼glich der Anwendbarkeit der im Rechtsbestand verbleibenden Vorschriften entstÃ¼nden, und zwar in der Weise, dass der Wegfall der angefochtenen (Teile einer) Verordnungsbestimmung den verbleibenden Rest unverstÃ¤ndlich oder auch unanwendbar werden lieÃŸe. Letzteres liegt dann vor, wenn nicht mehr mit Bestimmtheit beurteilt werden kÃ¶nnte, ob ein der verbliebenen Vorschrift zu unterstellender Fall vorliegt (VfSlgÂ 16.869/2003 mwN).
Eine zu weite Fassung des Antrages macht diesen nicht in jedem Fall unzulÃ¤ssig. ZunÃ¤chst ist ein Antrag nicht zu weit gefasst, soweit das Gericht solche Normen anficht, die denkmÃ¶glich eine Voraussetzung der Entscheidung des antragstellenden Gerichtes im Anlassfall bilden und damit prÃ¤judiziell sind; dabei darf aber nach Â§57 Abs1 VfGG nicht offen bleiben, welche Vorschrift oder welcher Teil einer Vorschrift nach Auffassung des antragstellenden Gerichtes aus welchem Grund aufgehoben werden soll (siehe mwN VfGH 2.3.2015, G140/2014 ua; vgl auch VfGH 10.12.2015, G639/2015; 15.10.2016, G103-104/2016 ua). Ist ein solcher Antrag in der Sache begrÃ¼ndet, hebt der Verfassungsgerichtshof aber nur einen Teil der angefochtenen Bestimmungen als verfassungswidrig auf, so fÃ¼hrt dies â€” wenn die sonstigen Prozessvoraussetzungen vorliegen â€” im Ãœbrigen zur teilweisen Abweisung des Antrages (VfSlgÂ 19.746/2013; VfGH 5.3.2014, G79/2013 ua).
Umfasst der Antrag auch Bestimmungen, die fÃ¼r das antragstellende Gericht offenkundig keine Voraussetzung seiner Entscheidung im Anlassfall bilden und die somit nicht prÃ¤judiziell sind (insofern ist der Antrag zu weit gefasst), die mit den prÃ¤judiziellen (und nach Auffassung des antragstellenden Gerichtes den Sitz der Verfassungswidrigkeit bildenden) Bestimmungen aber vor dem Hintergrund der Bedenken in einem Regelungszusammenhang stehen, so ist zu differenzieren: Sind diese Bestimmungen von den den Sitz der verfassungsrechtlichen Bedenken des antragstellenden Gerichtes bildenden prÃ¤judiziellen Bestimmungen offensichtlich trennbar, so fÃ¼hrt dies zur teilweisen ZurÃ¼ckweisung des Antrages. Umfasst der Antrag auch Bestimmungen, die mit den prÃ¤judiziellen, den Sitz der verfassungsrechtlichen Bedenken des antragstellenden Gerichtes bildenden Bestimmungen in einem so konkreten Regelungszusammenhang stehen, dass es nicht von vornherein auszuschlieÃŸen ist, dass ihre Aufhebung im Fall des Zutreffens der Bedenken erforderlich sein kÃ¶nnte (sind diese Bestimmungen also nicht offensichtlich trennbar), so ist der Antrag insgesamt zulÃ¤ssig (VfSlgÂ 20.111/2016). Dies gilt nach dem vorhin Gesagten aber keinesfalls dann, wenn Bestimmungen mitangefochten werden (etwa alle einer ganzen Verordnung), gegen die gar keine konkreten Bedenken vorgebracht werden und zu denen auch kein konkreter Regelungszusammenhang dargelegt wird (VfSlgÂ 19.894/2014; VfGH 29.9.2015, G324/2015; 15.10.2016, G183/2016 ua).
1.3. Der Verfassungsgerichtshof entscheidet daher â€“ vor dem Hintergrund der Bedenken und der Erforderlichkeit, die den Sitz der Bedenken bildenden Bestimmungen (bei geringstmÃ¶glichem Eingriff in den Gehalt der Rechtsordnung) zu ermitteln â€“ Ã¼ber die Frage, ob gegebenenfalls auch Bestimmungen aufzuheben sind, die nicht prÃ¤judiziell sind, aber mit prÃ¤judiziellen Bestimmungen in einem untrennbaren Zusammenhang stehen (vgl zB VfSlg 19.939/2014, 20.086/2016), nicht im Rahmen der PrÃ¼fung der ZulÃ¤ssigkeit des Antrages, sondern im Einzelnen erst dann, wenn der Verfassungsgerichtshof, erweist sich der Antrag als begrÃ¼ndet, den Umfang der aufzuhebenden Bestimmungen abzugrenzen hat.
1.4. Im Verfahren hat sich nichts ergeben, was am Vorliegen dieser Voraussetzungen zweifeln lieÃŸe: Mit dem vor dem Landesverwaltungsgericht KÃ¤rnten in Beschwerde gezogenen Bescheid des Gemeindevorstandes der Marktgemeinde Bad Bleiberg vom 30.Â MÃ¤rz 2016 wurde die Berufung abgewiesen, die sich gegen die mit dem Bescheid des BÃ¼rgermeisters der Marktgemeinde Bad Bleiberg vom 8.Â Mai 2015 der beteiligten Partei erteilte baubehÃ¶rdliche Bewilligung fÃ¼r die Errichtung eines Biomasseheizwerkes und einer Ã–lfeuerungsanlage auf dem (nunmehrigen) GrundstÃ¼ck NrÂ 328/13, KGÂ 75405 Bleiberg, richtete. Soweit dies in den Projektunterlagen und dem Lageplan, der Bestandteil des Auswechslungsplanes vom 15.Â Februar 2012, Plannummer 82.10.03, erkennbar ist, soll das Bauvorhaben auf dem GrundstÃ¼ck NrÂ 328/9 und (nunmehr auch) 328/13, beide KGÂ 75405 Bleiberg, situiert werden. Diese GrundflÃ¤chen sind von den FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤nen NrÂ 007d/2016, 008a/2016 und 008b/2016 umfasst.
1.5. Da auch sonst keine Prozesshindernisse hervorgekommen sind, erweist sich der Hauptantrag insgesamt als zulÃ¤ssig.
1.6. Angesichts der ZulÃ¤ssigkeit des Hauptantrages erÃ¼brigt es sich, auf die EventualantrÃ¤ge einzugehen.
2. In der Sache
2.1. Der Verfassungsgerichtshof hat sich in einem auf Antrag eingeleiteten Verfahren zur PrÃ¼fung der GesetzmÃ¤ÃŸigkeit einer Verordnung gemÃ¤ÃŸ Art139 B-VG auf die ErÃ¶rterung der geltend gemachten Bedenken zu beschrÃ¤nken (vgl VfSlgÂ 11.580/1987, 14.044/1995, 16.674/2002). Er hat sohin ausschlieÃŸlich zu beurteilen, ob die angefochtene Verordnung aus den in der BegrÃ¼ndung des Antrages dargelegten GrÃ¼nden gesetzwidrig ist (VfSlgÂ 15.644/1999, 17.222/2004).
2.2. Der Antrag ist begrÃ¼ndet.
2.3. Wie der Verfassungsgerichtshof in seinem Erkenntnis vom 1.Â MÃ¤rz 2019, V76-77/2018, mit Verweis auf seine stÃ¤ndige Rechtsprechung (zB VfSlg 11.807/1988, 13.716/1994) ausgefÃ¼hrt hat, muss der Rechtsunterworfene die Rechtslage aus der planlichen Darstellung eindeutig und unmittelbar â€“ also ohne die Notwendigkeit des Heranziehens von technischen Hilfsmitteln wie zB dem Grenzkataster â€“ feststellen kÃ¶nnen; ansonsten genÃ¼gt die Regelung nicht den rechtsstaatlichen Anforderungen. Die Kennzeichnung der Widmungskategorien muss daher mit der aus rechtsstaatlichen GrÃ¼nden erforderlichen PrÃ¤zision erfolgen (VfSlgÂ 14.968/1997). Der Verfassungsgerichtshof hat in seiner Rechtsprechung auÃŸerdem bereits zum Ausdruck gebracht, dass insbesondere dann, wenn fÃ¼r ein GrundstÃ¼ck mehrere Widmungsarten vorgesehen sind, aus der Plandarstellung ersichtlich sein muss, woran sich die Widmungsgrenzen orientieren (VfSlgÂ 19.890/2014).
2.4. Diesem Erfordernis entsprechen die maÃŸgeblichen Teile der drei FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne nicht:
Aus den dem Verfassungsgerichtshof vorgelegten Verordnungsakten ergibt sich, dass aus der Darstellung der GrundstÃ¼cke NrÂ 328/9 und 328/13, KGÂ 75405 Bleiberg, auf Grund der ungenauen LinienfÃ¼hrung sowie des Fehlens von MaÃŸangaben â€“ abgesehen von der verbalen AnfÃ¼hrung in den PlÃ¤nen NrÂ 008a/2016 und NrÂ 008b/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, dass die umzuwidmenden FlÃ¤chen das AusmaÃŸ von 70Â mÂ² bzw 130Â mÂ² hÃ¤tten â€“ nicht mÃ¶glich ist, die jeweiligen Grenzen klar auszumachen. Der Verfassungsgerichtshof vermag demnach anhand der planlichen Darstellung nicht zu erkennen, woran sich die innerhalb der GrundstÃ¼cke NrÂ 328/9 und 328/13, KGÂ 75405 Bleiberg, zwischen den (unterschiedlichen) Widmungskategorien gezogenen Grenzen orientieren kÃ¶nnten. Die in den PlÃ¤nen hÃ¤ndisch (zum Teil ohne Lineal) vorgenommene LinienfÃ¼hrung mit einem â€“ zum Teil eine dicke StrichstÃ¤rke aufweisenden â€“ Filzstift zur Abgrenzung der umzuwidmenden FlÃ¤che genÃ¼gt nicht den Anforderungen an eine exakte Abgrenzung der WidmungsflÃ¤chen.
Die verbalen AusfÃ¼hrungen in den besagten FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤nen reichen nicht aus, um die â€“ mit dieser besonderen Art der LinienfÃ¼hrung â€“ verbundene Ungenauigkeit auszugleichen und die erforderliche PrÃ¤zision zu gewÃ¤hrleisten.
V. Ergebnis
1. Die FlÃ¤chenwidmungsplÃ¤ne NrÂ 008a/2016 und 008b/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.Â April 2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 4.Â September 2017, soweit sie sich auf die GrundstÃ¼cke NrÂ 328/9 und 328/13, beide KGÂ 75405 Bleiberg, beziehen, sowie der FlÃ¤chenwidmungsplan NrÂ 007d/2016 der Marktgemeinde Bad Bleiberg, beschlossen vom Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bleiberg am 10.Â April 2017, aufsichtsbehÃ¶rdlich genehmigt mit Bescheid der KÃ¤rntner Landesregierung vom 4.Â September 2017, soweit er sich auf das GrundstÃ¼ck NrÂ 328/9, KGÂ 75405 Bleiberg, bezieht, sind daher als gesetzwidrig aufzuheben.
2. Die Verpflichtung der KÃ¤rntner Landesregierung zur unverzÃ¼glichen Kundmachung der Aufhebung erflieÃŸt aus Art139 Abs5 erster Satz B-VG und Â§59 Abs2 VfGG iVm Â§2 Abs1 Z8 Gesetz Ã¼ber das Kundmachungswesen (KÃ¤rntner Kundmachungsgesetz â€“ K-KMG).
3. Diese Entscheidung konnte gemÃ¤ÃŸ Â§19 Abs4 VfGG ohne mÃ¼ndliche Verhandlung in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung getroffen werden.