Document Number: JJT_20190829_OGH0002_0060OB00061_19T0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:E126023
Case Number: 6Ob61/19t
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1567036800000
Word Count: 297

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den SenatsprÃ¤sidenten Dr.Â Schramm als Vorsitzenden und die HofrÃ¤te Dr.Â Gitschthaler, Univ.-Prof.Â Dr.Â Kodek, Dr.Â Nowotny sowie die HofrÃ¤tin Dr.Â Faber als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei H*, vertreten durch Mag.Â Peter M.Â Wolf, Rechtsanwalt in MÃ¶dling, gegen die beklagten Parteien 1.Â L* GmbH, *, vertreten durch Kronberger RechtsanwÃ¤lte GesellschaftÂ mbH in Wien, 2.Â Ing.Â A*, vertreten durch Dr.Â Christoph Obermayer, Rechtsanwalt in Wien, wegen Feststellung, Ã¼ber die auÃŸerordentliche Revision der erstbeklagten Partei gegen das Urteil des Landesgerichts Wiener Neustadt als Berufungsgericht vom 30.Â JÃ¤nnerÂ 2019, GZÂ 19Â RÂ 71/18d-40, in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die auÃŸerordentliche Revision wird gemÃ¤ÃŸ Â§Â 508a AbsÂ 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des Â§Â 502 AbsÂ 1 ZPO zurÃ¼ckgewiesen (Â§Â 510 AbsÂ 3 ZPO).
BegrÃ¼ndung:
Rechtliche Beurteilung
Die im Revisionsverfahren strittige Frage, ob ein Bestandzins oder ein bloÃŸer Anerkennungszins vorlag, ist einzelfallbezogen und entzieht sich einer Beurteilung als erhebliche Rechtsfrage im Sinne des Â§Â 502 AbsÂ 1 ZPO (RS0019053 [T2]; 1Â ObÂ 184/99m; 5Â ObÂ 31/00w). Den Vorinstanzen, die von einem BestandverhÃ¤ltnis ausgingen, ist keine grobe Fehlbeurteilung unterlaufen, bezahlte doch auch die Vormieterin fÃ¼r das Bestandobjekt einen jÃ¤hrlichen Bestandzins in HÃ¶he von knapp 15.000Â EUR, welcher Betrag nicht lediglich als Anerkennungszins betrachtet wurde; die jÃ¤hrlichen Zahlungen des KlÃ¤gers beliefen sich demgegenÃ¼ber auf BetrÃ¤ge zwischen 19.080Â EUR und 21.000Â EUR. Im Ãœbrigen wurde dem KlÃ¤ger im JahrÂ 2006 zu Beginn des VertragsverhÃ¤ltnisses eine monatliche Miete in HÃ¶he von 1.420Â EUR inklusive Betriebskosten vorgeschrieben, womit der Bestandzins ausreichend bestimmt war, waren doch die Betriebskosten objektiv bestimmbar und damit auch der Mietzins nach Abzug der Betriebskosten. Es lag somit kein Fall einer mangelnden Bestimmtheit bzw Bestimmbarkeit des Bestandzinses vor, weil die Gegenleistung einer kÃ¼nftigen Vereinbarung vorbehalten geblieben, nach der â€žfinanziellen Lageâ€œ oder dem freien Belieben eines Vertragsteils zu entrichten oder vom Bedarf des Bestandgebers abhÃ¤ngig gewesen wÃ¤re (vgl 5Â ObÂ 53/84; 6Â ObÂ 725/79 MietSlgÂ 31.147; 4Â ObÂ 238/99z; HÃ¶llwerth in GeKo Wohnrecht I Â§Â 1092 ABGB RzÂ 19; Binder/Pesek in Schwimann/Kodek, ABGB4 Â§Â 1092 RzÂ 49).