Document Number: JJT_20200409_OGH0002_0110NS00014_20B0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0110NS00014.20B.0409.000
Case Number: 11Ns14/20b
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1586390400000
Word Count: 473

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 9.Â AprilÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Schwab als Vorsitzenden sowie die VizeprÃ¤sidentin des Obersten Gerichtshofs Mag.Â Marek, die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Bachner-Foregger und Mag.Â FÃ¼rnkranz und den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Oberressl als weitere Richter in der Strafsache gegen Michal T***** wegen des Verbrechens des gewerbsmÃ¤ÃŸig schweren Diebstahls durch Einbruch nach Â§Â§Â 127, 128 AbsÂ 1 ZÂ 5, 129 AbsÂ 1 ZÂ 1 dritter Fall, 130 AbsÂ 2 erster und zweiter Fall, 15 StGB und anderer strafbarer Handlungen, AZÂ 16Â HvÂ 7/20s des Landesgerichts Feldkirch, Ã¼ber Vorlage gemÃ¤ÃŸ Â§Â§Â 213 AbsÂ 6 zweiter und dritter Satz, 215 AbsÂ 4 zweiter Satz StPO durch das Oberlandesgericht Innsbruck, AZÂ 6Â BsÂ 66/20m, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur gemÃ¤ÃŸ Â§Â 62 AbsÂ 1 zweiter Satz OGH-GeoÂ 2019 den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Sache wird dem Oberlandesgericht Wien zur
Zuweisung an das zustÃ¤ndige Gericht Ã¼bermittelt.
Text
GrÃ¼nde:
Mit Anklageschrift vom 22.Â JÃ¤nnerÂ 2020 (ONÂ 67) legt die Staatsanwaltschaft Feldkirch Michal T***** als das Verbrechen des gewerbsmÃ¤ÃŸig schweren Diebstahls durch Einbruch nach Â§Â§Â 127, 128 AbsÂ 1 ZÂ 5, 129 AbsÂ 1 ZÂ 1 dritter Fall, 130 AbsÂ 2 erster und zweiter Fall, 15 StGB â€“ das dieser mit einem Schadensbetrag von (bei den Einzelangriffen jeweils unter 50.000Â Euro, insgesamt aber) Ã¼ber 100.000Â Euro zwischen 16.Â Februar und 17.Â MaiÂ 2019 an verschiedenen Orten in Nieder- und OberÃ¶sterreich gesetzt haben soll â€“ und die Vergehen der UrkundenunterdrÃ¼ckung nach Â§Â 229 AbsÂ 1 StGB beurteiltes Verhalten zur Last.
Die Annahme der (Ã¶rtlichen) ZustÃ¤ndigkeit des angerufenen Landesgerichts wurde von der Staatsanwaltschaft nicht begrÃ¼ndet. Ein Einspruch gegen die Anklageschrift wurde nicht erhoben.
Mit VerfÃ¼gung vom 28.Â FebruarÂ 2020 (ONÂ 78) teilte das Landesgericht Feldkirch dem Oberlandesgericht Innsbruck gemÃ¤ÃŸ Â§Â 213 AbsÂ 6 zweiter Satz StPO unter Angabe von GrÃ¼nden Bedenken gegen seine ZustÃ¤ndigkeit mit.
Mit Beschluss vom 13.Â MÃ¤rzÂ 2020, AZÂ 6Â BsÂ 66/20m, legte das Oberlandesgericht â€“ nach Verneinen des Bestehens eines der in Â§Â 212 AbsÂ 1 bis 4 und 7 StPO genannten GrÃ¼nde und nach Entscheidung Ã¼ber die Untersuchungshaft â€“ die Akten gemÃ¤ÃŸ Â§Â§Â 213 AbsÂ 6 letzter Satz, 215 AbsÂ 4 zweiter Satz StPO dem Obersten Gerichtshof vor, weil es fÃ¼r mÃ¶glich hielt, dass ein im Sprengel eines anderen Oberlandesgerichts liegendes Gericht zustÃ¤ndig sei.
Rechtliche Beurteilung
Der Oberste Gerichtshof hat erwogen:
Nach Â§Â 36 AbsÂ 3 StPO knÃ¼pft die Ã¶rtliche ZustÃ¤ndigkeit im Hauptverfahren â€“ abgesehen von hier nicht in Frage stehenden SonderzustÃ¤ndigkeiten â€“ primÃ¤r an den Ort der (versuchten) TatausfÃ¼hrung, mithin an den Ort der Handlung an (Â§Â 36 AbsÂ 3 erster Satz StPO; RIS-Justiz RS0127231). Keiner der Orte, an denen die angeklagten Straftaten begangen worden sein sollen, liegt im Sprengel des Landesgerichts Feldkirch (Â§Â 37 AbsÂ 2 dritter Satz StPO).
Da das Verfahren im Fall mehrerer Straftaten dem Gericht zukommt, in dessen ZustÃ¤ndigkeit die frÃ¼here Straftat (hier: I./5./ und 6./ der Anklageschrift) fÃ¤llt, wird das Oberlandesgerichts Wien die
Zuweisung an das zustÃ¤ndige Landesgericht St.Â PÃ¶lten vorzunehmen haben (Â§Â 37 AbsÂ 2 zweiter Satz StPO â€“ vgl zu der erst durch die Subsumtionseinheit hergestellten ZustÃ¤ndigkeit des SchÃ¶ffengerichts [Â§Â 31 AbsÂ 3 ZÂ 6a StPO] Oshidari, WK-StPO Â§Â 37 RzÂ 5/1 und RIS-Justiz RS0131445; zum grundsÃ¤tzlichen Primat der dem hÃ¶herrangigen Gericht zukommenden Fakten etwa 11Â NsÂ 5/12t, 13Â NsÂ 32/17k).