Document Number: JJT_20200528_OGH0002_0120OS00005_20G0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0120OS00005.20G.0528.000
Case Number: 12Os5/20g
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1590624000000
Word Count: 4086

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 28.Â MaiÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Dr.Â SolÃ© als Vorsitzenden, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Oshidari und die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Michel-Kwapinski, Dr.Â Brenner und Dr.Â Setz-Hummel in Gegenwart der SchriftfÃ¼hrerin Mag.Â Walter in der Strafsache gegen Stefan M***** und andere Angeklagte wegen des Verbrechens des gewerbsmÃ¤ÃŸigen schweren Betrugs nach Â§Â§Â 146, 147 AbsÂ 1 ZÂ 1 erster Fall, AbsÂ 3, 148 zweiter Fall, 15 StGB Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des genannten Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts Klagenfurt als SchÃ¶ffengericht vom 28.Â AugustÂ 2019, GZÂ 12Â HvÂ 142/18y-806, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:
Spruch
In teilweiser Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde wird das angefochtene Urteil, das im Ãœbrigen unberÃ¼hrt bleibt, im Verfallsausspruch aufgehoben und die Sache in diesem Umfang zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Landesgericht Klagenfurt verwiesen.
Die Nichtigkeitsbeschwerde im Ãœbrigen wird zurÃ¼ckgewiesen.
Zur Entscheidung Ã¼ber die Berufung werden die Akten vorerst dem Oberlandesgericht Graz zugeleitet.
Dem Angeklagten Stefan M***** fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
GrÃ¼nde:
Mit dem angefochtenen Urteil, das auch in Rechtskraft erwachsene FreisprÃ¼che sowie rechtskrÃ¤ftige SchuldsprÃ¼che weiterer Angeklagter enthÃ¤lt, wurde Stefan M***** des Verbrechens des gewerbsmÃ¤ÃŸigen schweren Betrugs nach Â§Â§Â 146, 147 AbsÂ 1 ZÂ 1 (zu ergÃ¤nzen: erster Fall), AbsÂ 3, 148 zweiter Fall, 15 StGB schuldig erkannt.
Danach hat er mit dem Vorsatz, sich durch das Verhalten der GetÃ¤uschten unrechtmÃ¤ÃŸig zu bereichern, Nachgenannte durch â€žTÃ¤uschungen Ã¼ber Tatsachen, jeweils begleitet durch die Setzung vertrauensbildender MaÃŸnahmen in Form von arrangierten Besprechungen im slowakischen Wirtschafts- und Unterrichtsministerium und Parlament und inszenierten Treffen mit Vertretern der beteiligten StÃ¤dte sowie Besichtigungen von vorgeblichen Ã–rtlichkeiten, an denen die angeblichen Bauarbeiten stattfinden sollten, sowie durch die Vorgabe, es kÃ¶nnten BauauftrÃ¤ge im Volumen von zwei- bis dreistelligen MillionenbetrÃ¤gen abgeschlossen und hohe Gewinne lukriert werden, zu Handlungen, nÃ¤mlich zu Zahlungen von GeldbetrÃ¤gen fÃ¼r tatsÃ¤chlich nicht angefallene VerwaltungsgebÃ¼hren, Sitzungskosten, Ãœbersetzungskosten und dergleichen, die diese am VermÃ¶gen schÃ¤digtenâ€œ,
I.
verleitet, und zwar
1.Â im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit Vilmos B***** als MittÃ¤ter
a.Â von SpÃ¤therbstÂ 2008 bis SommerÂ 2009 in B*****, in S***** und an anderen Orten den Gregor E***** durch die Vorspiegelung der Existenz eines durch die EuropÃ¤ische Union gefÃ¶rderten Projekts zur thermischen Sanierung von Plattenbauten in S*****zur Zahlung von insgesamt zumindest 150.000Â Euro in mehreren Tranchen (â€žFaktum S*****â€œ);
b.Â durch die Vorspiegelung der Existenz eines durch Mittel der EuropÃ¤ischen Union gefÃ¶rderten Bauprojekts im Zusammenhang mit der thermischen Sanierung von Altbauwohnungen in V*****
ii.Â von MitteÂ 2010 bis MÃ¤rzÂ 2012 in P***** und an anderen Orten den Christian S***** zur Ãœberweisung von insgesamt 927.158Â Euro in mehreren Tranchen (â€žFaktum V*****Â IIâ€œ);
2.Â in F***** und B*****
a.Â im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit den rechtskrÃ¤ftig Verurteilten Christian Sa***** und Vilmos B***** als MittÃ¤ter von April bis NovemberÂ 2011 die in der Bau A***** L***** zusammengeschlossenen Unternehmer Walter G*****, Peter Eb*****, Wolfgang M***** und Manfred Ma***** durch die Vorspiegelung der Existenz eines Projekts zur Errichtung von WÃ¤rmedÃ¤mmungen an mehreren Wohneinheiten in der Stadt L***** zur Ãœbergabe bzw zur Ãœberweisung von insgesamt zumindest 3,120.114Â Euro in mehreren Tranchen (â€žFaktum L*****Â Iâ€œ);
b.Â im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit Christian Sa***** und Vilmos B***** als MittÃ¤ter von NovemberÂ 2011 bis Mitte FebruarÂ 2012 die in der ARGE H***** L***** zusammengeschlossenen Unternehmer Arno K*****, Franz W*****, Franz Z***** und Erna Gr***** durch die Vorspiegelung eines Projekts zur Errichtung von Heizungsinstallationen in mehreren Wohneinheiten in der Stadt L***** zur Ãœbergabe bzw zur Ãœberweisung von insgesamt zumindest 1,265.260,70Â Euro in mehreren Tranchen (â€žFaktum L*****Â IIâ€œ);
3.Â im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit Vilmos B***** als MittÃ¤ter im Zeitraum von AnfangÂ 2013 bis FebruarÂ 2014 in H***** und B***** den Manfred F***** durch die Vorspiegelung der Existenz eines Projekts zu Errichtung von VollwÃ¤rmeschutz und KellerdeckendÃ¤mmung sowie der Vornahme von Innenputzarbeiten an mehreren Bauten in der Stadt K***** zur Ãœbergabe von insgesamt 1,675.583Â Euro in mehreren Tranchen (â€žFaktum K*****â€œ);
4.Â im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit Vilmos B***** als MittÃ¤ter im Zeitraum von NovemberÂ 2015 bis 13.Â JÃ¤nnerÂ 2016 in S***** und B***** den Edgar Li***** und den Wolfgang L***** durch die Vorspiegelung der Existenz eines Projekts zur Errichtung einer von der EuropÃ¤ischen Union gefÃ¶rderten Unterkunft fÃ¼r Schutzbefohlene in der Stadt Z***** zur Ãœbergabe von insgesamt 765.069,65Â Euro in mehreren Tranchen (â€žFaktum Z*****â€œ);
II.
zu verleiten versucht, und zwar
1.Â im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit Vilmos B***** am 20.Â FebruarÂ 2012 die in der ARGE H***** L***** zusammengeschlossenen Unternehmer Arno K*****, Franz W*****, Franz Z***** und Erna Gr***** durch die wahrheitswidrige Behauptung der Notwendigkeit der Begleichung einer Verwaltungsstrafe im Zusammenhang mit dem vorgespielten Projekt zur Errichtung von Heizungsinstallationen in mehreren Wohneinheiten in der Stadt L***** zur Ãœbergabe bzw Ãœberweisung von 300.000Â Euro (â€žFaktum L*****Â IIâ€œ);
2.Â im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit Vilmos B***** als MittÃ¤ter am 22.Â JÃ¤nnerÂ 2016 in S***** bzw B***** den Edgar L***** durch die Vorspiegelung der Existenz eines Projekts zur Errichtung einer von der EuropÃ¤ischen Union gefÃ¶rderten Unterkunft fÃ¼r Schutzbefohlene in der Stadt Z***** zur Ãœbergabe von 613.425Â Euro (â€žFaktum Z*****â€œ),
wobei er dadurch einen 300.000Â Euro Ã¼bersteigenden, nÃ¤mlich 8,816.609,35Â Euro betragenden Gesamtschaden herbeifÃ¼hrte bzw herbeizufÃ¼hren trachtete, den schweren Betrug zudem gewerbsmÃ¤ÃŸig beging bzw zu begehen versuchte sowie Ã¼berdies zur TÃ¤uschung zumindest in den FÃ¤llen V*****Â I und II sowie L*****Â I und II falsche Urkunden, nÃ¤mlich nachgemachte Bescheide des slowakischen Wirtschaftsministeriums bzw der jeweils betroffenen Kommunen benutzte.
Rechtliche Beurteilung
Die dagegen vom Angeklagten aus Â§Â 281 AbsÂ 1 ZÂ 4, ZÂ 5 und ZÂ 11 StPO ergriffene Nichtigkeitsbeschwerde ist lediglich betreffend den Verfallsausspruch berechtigt.
Die VerfahrensrÃ¼ge (ZÂ 4) stÃ¼tzt sich auf die Abweisung des vom Angeklagten in der Hauptverhandlung gestellten Antrags auf Einholung eines â€žgraphologischenâ€œ Gutachtens (gemeint: Gutachten eines SchriftsachverstÃ¤ndigen) zum Beweis dafÃ¼r, dass er die dem Schuldspruch zugrundeliegenden Urkunden nicht gefÃ¤lscht hat (ONÂ 638 SÂ 5, ONÂ 786 SÂ 18 iVm ONÂ 737 und ONÂ 803 SÂ 25).
ZunÃ¤chst steht der VerfahrensrÃ¼ge entgegen, dass die Tatrichter ohnehin nicht davon ausgingen, dass der Rechtsmittelwerber die Urkunden eigenhÃ¤ndig fÃ¤lschte (USÂ 60; Â§Â 55 AbsÂ 2 ZÂ 3 StPO). Der Angeklagte nennt als Beweisthema auch die GlaubwÃ¼rdigkeit des Vilmos B*****, welcher den Angeklagten massiv belastete. Eine BeweisfÃ¼hrung Ã¼ber die Beweiskraft von Beweisen ist grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig, sofern sich ein Bezug zu einer erheblichen Tatsache herstellen lÃ¤sst (Â§Â 55 AbsÂ 2 ZÂ 2 StPO; Hinterhofer/Oshidari, Strafverfahren RzÂ 6.48; Ratz, WK-StPO Â§Â 281 RzÂ 340]). Soweit der Angeklagte also die GlaubwÃ¼rdigkeit des Vilmos B***** erschÃ¼ttern will, ist ihm jedoch zu entgegnen, dass dieser im Zuge seiner Zeugenvernehmung angegeben hat, es durchaus sein [kÃ¶nne], dass er selbst beispielsweise Zahlungsbelege gefÃ¤lscht habe (USÂ 60).
Die weitere VerfahrensrÃ¼ge (ZÂ 4) bezieht sich auf die Abweisung des Beweisantrags des Rechtsmittelwerbers auf Beischaffung des Aktes ***** der Regionalstaatsanwaltschaft B***** zum Beweis dafÃ¼r, dass â€žgegen Vilmos Ferenc B***** wegen Tathandlungen ermittelt wurde, die in einem Zeitraum stattfanden, bevor der Erstangeklagte Stefan M***** angeblich die Idee entwickelt und Vilmos Ferenc B***** dafÃ¼r eingespannt hat, und zwar bereits ab AnfangÂ 2007 bis MÃ¤rzÂ 2008 nach vÃ¶llig identem Muster, mit der einzigen Abweichung, dass dafÃ¼r nicht gefÃ¤lschte Bescheide vom Wirtschaftsministerium, sondern vom Finanzministerium verwendet worden sindâ€œ und dass â€žder Erstangeklagte gegenÃ¼ber den dort GeschÃ¤digten niemals in Erscheinung getreten ist, auch nicht gegenÃ¼ber Dirk Ka*****â€œ (ONÂ 638 SÂ 5, ONÂ 786 SÂ 18 iVm ONÂ 737, ONÂ 803 SÂ 24Â f).
Auch diesen Beweisantrag durfte das Erstgericht ohne Verletzung von Verteidigungsrechten abweisen, weil das Beweisthema fÃ¼r die Beurteilung der TÃ¤terschaft des Angeklagten ohne Bedeutung ist (Â§Â 55 AbsÂ 2 ZÂ 1 StPO).
Das gilt auch fÃ¼r den Beweisantrag auf Ladung der Zeugen Dirk Ka***** und Ralf J***** zum Beweis dafÃ¼r, dass â€žVilmos Ferenc B***** bereits Betrugshandlungen nach dem identen Muster vorgenommen hat, bevor er den Erstangeklagten nach eigenen Angaben kennengelernt hatteâ€œ, und dass â€žder Angeklagte weder mit Dirk Ka*****, wie von Vilmos Ferenc B***** ... behauptet, noch mit Ralf J***** jemals in Kontakt gestanden hatte noch sonst bei diesen frÃ¼heren vorgeworfenen BetrÃ¼gereien des Vilmos Ferenc B***** in Erscheinung getreten istâ€œ (ONÂ 786 SÂ 18 iVm ONÂ 737 und ONÂ 803 SÂ 25).
Indem die MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5) kritisiert, das SchÃ¶ffengericht hÃ¤tte die Feststellungen zum Ã¤uÃŸeren Sachverhalt im angefochtenen Urteil auf 125Â Seiten mit â€žwortreichen ErwÃ¤gungenâ€œ begrÃ¼ndet, zur inneren Tatseite jedoch weit weniger ausgefÃ¼hrt, spricht sie keine Anfechtungskategorie des herangezogenen Nichtigkeitsgrundes an.
Mit dem Hinweis, das Erstgericht hÃ¤tte sich im angefochtenen Urteil ausfÃ¼hrlichst und mit exakten Zitaten der Fundstellen im Akt mit dem im Verfahren â€žunstrittigen Umstand, dass die GeschÃ¤digten durch gefÃ¤lschte Urkunden getÃ¤uscht wurdenâ€œ, beschÃ¤ftigt, demgegenÃ¼ber aber die Feststellungen zur bewusst und gewollt mit B***** abgestimmten Vorgehensweise des BeschwerdefÃ¼hrers unbegrÃ¼ndet gelassen, nimmt dieser nicht MaÃŸ an der angefochtenen Entscheidung (USÂ 163Â f).
Der Angeklagte erstattet ein Vorbringen nach Art einer im kollegialgerichtlichen Verfahren nicht zulÃ¤ssigen Schuldberufung, indem er ausfÃ¼hrt, zumindest zum â€žFaktum Z*****â€œ zugestanden zu haben, gewusst zu haben, dass die GeschÃ¤digten getÃ¤uscht werden sollten, und aktiv an dieser TÃ¤uschung mitgewirkt zu haben, was aber nicht ausreiche, ihm einen SchÃ¤digungs- und einen Bereicherungsvorsatz â€žzu unterstellenâ€œ, zumal er sich nicht freibeweisen mÃ¼sse.
Der Rechtsmittelwerber verkennt, dass der Schluss vom objektiven Tatgeschehen auf die innere Tatseite unter dem Aspekt der BegrÃ¼ndungstauglichkeit (ZÂ 5 vierter Fall) nicht zu beanstanden ist. Vielmehr ist er bei einem â€“ wie hier â€“ leugnenden Angeklagten in aller Regel methodisch gar nicht zu ersetzen (RIS-Justiz RS0116882 [T1]).
Indem der Rechtsmittelwerber (ZÂ 5 vierter Fall) dem Erstgericht vorwirft, es hÃ¤tte nicht dargelegt, aufgrund welcher Beweisergebnisse es von einer in seinem VermÃ¶gen eingetretenen Bereicherung ausgehe, verkennt er, dass der Tatbestand des Betrugs nach Â§Â 146 StGB eine solche gar nicht verlangt.
Der Angeklagte wirft dem SchÃ¶ffengericht betreffend den in der Hauptverhandlung verlesenen Vertrag vom 4.Â JÃ¤nnerÂ 2009 zwischen Vilmos B***** und der A*****, deren GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der Rechtsmittelwerber war (ONÂ 639), Aktenwidrigkeit (ZÂ 5 letzter Fall) vor und fÃ¼hrt aus, dass die von ihm erhaltenen Zahlungen aufgrund eines vertraglichen Anspruchs erfolgten, weshalb sein Vorsatz nicht auf eine unrechtmÃ¤ÃŸige Bereicherung gerichtet gewesen sein kÃ¶nnte.
Ein Urteil ist aktenwidrig, wenn es den eine entscheidende Tatsache betreffenden Inhalt einer Aussage oder einer Urkunde in seinen wesentlichen Teilen unrichtig oder unvollstÃ¤ndig wiedergibt (RIS-Justiz RS0099431). Indem die Nichtigkeitsbeschwerde moniert, das Erstgericht hÃ¤tte den Vertrag bloÃŸ unvollstÃ¤ndig referiert, wird auÃŸer Acht gelassen, dass die Tatrichter ihn als Scheinvertrag ansahen (USÂ 52Â f; vgl zum Vertrag ONÂ 639 auch USÂ 39Â f).
Die Feststellungen betreffend die wissentlich falschen Ãœbersetzungen durch den Rechtsmittelwerber zu I.1.a. des Schuldspruchs (â€žFaktum S*****â€œ) lieÃŸen die Tatrichter entgegen dem Vorbringen der MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 vierter Fall) nicht unbegrÃ¼ndet, sondern stÃ¼tzten sich diesbezÃ¼glich auf die Angaben des Zeugen B***** (USÂ 58).
Die Aussage des Zeugen E***** wurde betreffend das Projekt S***** keineswegs Ã¼bergangen (vgl USÂ 70Â ff). Dass dieser keine Ãœbersetzungsleistungen durch den Rechtsmittelwerber erwÃ¤hnte, ist kein erÃ¶rterungsbedÃ¼rftiges Verfahrensergebnis (ZÂ 5 zweiter Fall). Insbesondere lÃ¤sst die MÃ¤ngelrÃ¼ge prozessordnungswidrig die erstgerichtliche UrteilsbegrÃ¼ndung auÃŸer Acht, wonach der Zeuge E***** angab, dass der Angeklagte M***** â€“ entgegen seiner Verantwortung in der Hauptverhandlung (USÂ 51) â€“ â€žansprechendâ€œ Deutsch sprach (USÂ 71). Die MÃ¤ngelrÃ¼ge ist aber nur dann gesetzmÃ¤ÃŸig ausgefÃ¼hrt, wenn sie die Gesamtheit der EntscheidungsgrÃ¼nde berÃ¼cksichtigt (RIS-Justiz RS0119370).
Entgegen den weiteren AusfÃ¼hrungen der MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 zweiter Fall) haben die Tatrichter auch die Aussage des als Zeugen vernommenen frÃ¼heren BÃ¼rgermeisters der Stadt S*****, Lubomir P*****, nicht Ã¼bergangen, insbesondere auch nicht dessen Angabe, der Rechtsmittelwerber habe bei den Treffen â€žlediglich ein bisschen mitkommuniziertâ€œ (USÂ 75Â f). Der Nichtigkeitswerber lÃ¤sst auÃŸer Acht, dass die Tatrichter ausfÃ¼hrten, der Zeuge habe keinen Ã¼berzeugenden Eindruck hinterlassen (USÂ 76).
Die Feststellung, wonach dem Rechtsmittelwerber der Unternehmensvertrag zwischen der Stadt S***** als Auftraggeber und der Fassadenbau E***** GmbH als Unternehmer bekannt war, lieÃŸ das SchÃ¶ffengericht entgegen dem Vorbringen der MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 vierter Fall) nicht unbegrÃ¼ndet. Vielmehr stÃ¼tzte es sich dazu auf die Aussage des Zeugen Vilmos B*****, wonach der Erstangeklagte zwar mit der Vertragsgestaltung nichts zu tun hatte, aber dafÃ¼r sorgte, dass der BÃ¼rgermeister von S***** den Vertrag unterschrieb, zumal dieser der deutschen Sprache nicht mÃ¤chtig war und sich auf den BeschwerdefÃ¼hrer verlassen habe (USÂ 72Â f).
Dass der Zeuge E***** sich betreffend diesen Vertrag nicht erinnern konnte, wer ihn verfasste und wer ihn vorlegte, war dabei entgegen dem weiteren Vorbringen der MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 zweiter Fall) nicht erÃ¶rterungsbedÃ¼rftig (vgl RIS-Justiz RS0098377). Das gilt auch fÃ¼r die Aussagen des Zeugen P*****, die auf dem Unternehmensvertrag ersichtliche Unterschrift stamme nicht von ihm, zumal das Erstgericht seine Angaben nicht fÃ¼r Ã¼berzeugend hielt (vgl USÂ 76).
Die Feststellungen betreffend die TÃ¤uschung des Gregor E***** durch den Rechtsmittelwerber und Vilmos B***** lieÃŸ das Erstgericht nicht unbegrÃ¼ndet (ZÂ 5 vierter Fall), sondern stÃ¼tzte sich auch diesbezÃ¼glich auf die den Rechtsmittelwerber belastenden Angaben des Letztgenannten (USÂ 73 f).
Die Konstatierungen, wonach Vilmos B***** und der Rechtsmittelwerber bewusst und gewollt den gefÃ¤lschten Vertrag Gregor E***** vorlegten, um ihre TÃ¤uschungshandlungen zu verstÃ¤rken (vgl USÂ 77), blieben ebensowenig ohne BegrÃ¼ndung (ZÂ 5 vierter Fall); die Tatrichter stÃ¼tzten sich auch diesbezÃ¼glich auf die belastenden Angaben des Zeugen B***** (USÂ 54Â ff), welche sich mit den Angaben des Gregor E***** in Einklang bringen lieÃŸen (vgl USÂ 70Â ff).
Soweit die Beschwerde eine Aktenwidrigkeit (ZÂ 5 fÃ¼nfter Fall) in Bezug auf einen Vergleich vom AugustÂ 2011 (ONÂ 97) vorbringt und behauptet, die angesprochene Urkunde enthalte lediglich eine Ãœbersetzung eines Vergleichs, von welchem einige Zeugen nicht angeben konnten, ob dieser jemals von irgendjemandem unterschrieben worden oder dem Erstbeklagten Ã¼berhaupt vorgelegt worden sei, lÃ¤sst sie offen, auf welches Zitat im angefochtenen Urteil sie sich hier bezieht (vgl RIS-Justiz RS0099547). AuÃŸerdem hat das Erstgericht ohnedies berÃ¼cksichtigt, dass auch zu dieser Urkunde divergierende Aussagen bestehen und ihr angesichts des Tatzeitraums zu diesem Faktum keine Relevanz zukommt (USÂ 78).
Kein Gegenstand der MÃ¤ngelrÃ¼ge ist die sachverhaltsmÃ¤ÃŸige Bejahung einzelner als erheblich beurteilter UmstÃ¤nde, soweit diese keine notwendige Bedingung fÃ¼r die Feststellung einer entscheidenden Tatsache darstellen (RIS-Justiz RS0116737).
Dies verkennt der Rechtsmittelwerber, soweit er zu einer Zeichnungsberechtigung des Angeklagten bei einem Sperrkonto des Gregor E***** oder dem Unternehmensvertrag ONÂ 15 mit einem Zahlungsplan je Zeitablauf und Baufortschritt argumentiert.
Das gilt auch, soweit der Angeklagte Aktenwidrigkeit (ZÂ 5 letzter Fall) in Bezug auf die erstgerichtliche Annahme geltend macht, er habe bei seiner Vernehmung betreffend das â€žFaktum S*****â€œ keine konkreten Ansprechpartner der zwei Wohngesellschaften nennen kÃ¶nnen (USÂ 82Â f).
Soweit der Angeklagte in seiner MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 vierter Fall) betreffend I.1.b.ii. (â€žFaktum V*****Â IIâ€œ) auf die tatrichterliche BeweiswÃ¼rdigung zum â€žProjekt Z*****â€œ (USÂ 146) Bezug nimmt und diese kritisiert, ist sein Vorbringen nicht nachvollziehbar.
Indem der Rechtsmittelwerber ausfÃ¼hrt, das Erstgericht habe nicht angegeben, auf welche â€žvon den Anschuldigungen des Vilmos Ferenc B***** verschiedene Beweisergebnisseâ€œ es sich bei seinen Feststellungen gestÃ¼tzt hat (ZÂ 5 vierter Fall), wird kein BegrÃ¼ndungsmangel aufgezeigt.
Mit der wiederholten Kritik (ZÂ 5 vierter Fall), das Erstgericht hÃ¤tte ausgefÃ¼hrt, die Angaben des Vilmos B***** vor allem als Kontrollbeweis gewertet zu haben, wobei der Sachverhalt in seinen wesentlichen Aspekten auch ohne dessen Aussage festzustellen gewesen wÃ¤re, weil â€žnoch immer die massiv belastenden Angaben der Opfer bliebenâ€œ, wobei es jedoch die Belastungen durch die Opfer nicht spezifiziert hÃ¤tte, nimmt die Nichtigkeitsbeschwerde nicht MaÃŸ an der angefochtenen Entscheidung. Einerseits begrÃ¼ndete das SchÃ¶ffengericht ausfÃ¼hrlich, warum es die AusfÃ¼hrungen des Vilmos B***** fÃ¼r glaubwÃ¼rdig erachtete (USÂ 54Â ff), andererseits setzte es sich auch mit den Zeugenaussagen der Opfer auseinander und kam zum Ergebnis, dass sich diese mit den Angaben des Vilmos B***** in Einklang bringen lieÃŸen (vgl USÂ 57).
Auch die BeweiswÃ¼rdigung zu I.1.b.ii. des Schuldspruchs bekÃ¤mpft der Nichtigkeitswerber nach Art einer im kollegialgerichtlichen Verfahren nicht zulÃ¤ssigen Schuldberufung, indem er auf die ErwÃ¤gungen zu den dazu vernommenen Zeugen auf USÂ 90Â ff Bezug nimmt. Insbesondere lÃ¤sst der Angeklagte auÃŸer Acht, dass der Zeuge Christian S***** in der Hauptverhandlung angab, der Rechtsmittelwerber sei in diesen offiziellen Funktionen â€žfÃ¼nf oder sechs Mal bei GesprÃ¤chen (im Hotel, im Parlamentscafe, im Wirtschaftsministerium in V*****) zugegen gewesenâ€œ (USÂ 93Â iVm ONÂ 691 SÂ 4).
Betreffend I.2.a. des Schuldspruchs (â€žFaktum L*****Â Iâ€œ) erhebt der Angeklagte den Vorwurf der Aktenwidrigkeit (ZÂ 5 letzter Fall) betreffend die Wiedergabe der Aussage des Zeugen Eb***** auf USÂ 104. Dieser Vorwurf geht allerdings ins Leere, weil sich die MÃ¤ngelrÃ¼ge nicht auf schuld- oder subsumtionsrelevante Tatsachen bezieht (RIS-Justiz RS0106268): Es ist nÃ¤mlich irrelevant, ob der Zeuge bei der Ãœbergabe von GebÃ¼hren zugegen gewesen ist (USÂ 104) oder bei der Ãœbergabe von GebÃ¼hrenbescheiden (Hauptverhandlungsprotokoll ONÂ 699 SÂ 23). Im Ãœbrigen unterlief dem Erstgericht bei der Urteilsausfertigung ein â€“ unter dem Aspekt der ZÂ 5 irrelevanter â€“ offensichtlicher Schreibfehler (vgl USÂ 103).
Dass der Erstangeklagte â€žbei diesen GesprÃ¤chen mitgewirkt, sich eingebracht hat und sich als ZustÃ¤ndiger fÃ¼r diese FÃ¶rderungsansuchen ausgegeben hatâ€œ (USÂ 103), lieÃŸen die Tatrichter nicht unbegrÃ¼ndet (ZÂ 5 vierter Fall). Vielmehr erschlossen sie unter anderem aus der dabei in seiner Anwesenheit erfolgten Ãœbergabe von GebÃ¼hrenbescheiden, dass der Rechtsmittelwerber â€žin dieses ganze LÃ¼genkonstrukt bewusst und gewollt involviert warâ€œ (USÂ 103).
Die Aussage des Zeugen Ma*****, bei den Treffen hÃ¤tte Vilmos B***** geredet und auch Ã¼bersetzt, der Rechtsmittelwerber hÃ¤tte gelegentlich â€žJaâ€œ oder â€žNeinâ€œ gesagt oder genickt, aber sonst nichts geredet, war entgegen dem Vorwurf der UnvollstÃ¤ndigkeit (ZÂ 5 zweiter Fall) nicht gesondert erÃ¶rterungsbedÃ¼rftig. Inwiefern die â€žIntensitÃ¤t, mit der er sich ins Geschehen eingebracht hatâ€œ, fÃ¼r die Schuld-
oder Subsumtionsfrage relevant sein sollte, wird nicht klar.
Entgegen dem weiteren Vorwurf der UnvollstÃ¤ndigkeit (ZÂ 5 zweiter Fall) hat das SchÃ¶ffengericht auch die Aussagen des Zeugen Wolfgang M***** ausreichend erÃ¶rtert (USÂ 105Â ff). Das erkennende Gericht ist weder dazu verhalten, den vollstÃ¤ndigen Inhalt sÃ¤mtlicher Aussagen (und Ã¼berhaupt alle Verfahrensergebnisse) in extenso zu wÃ¼rdigen und daraufhin zu untersuchen, inwieweit sie fÃ¼r oder gegen diese oder jene Darstellung sprechen, noch muss es sich mit jedem gegen seine BeweiswÃ¼rdigung mÃ¶glichen, im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde konkret erhobenen Einwand im Voraus auseinandersetzen. Es genÃ¼gt vielmehr, wenn das SchÃ¶ffengericht im Urteil in gedrÃ¤ngter Form (Â§Â 270 AbsÂ 2 ZÂ 5 StPO) die entscheidenden Tatsachen bezeichnet und schlÃ¼ssig und zureichend begrÃ¼ndet, warum es von der Richtigkeit einer Annahme Ã¼berzeugt ist, ohne dagegen sprechende wesentliche UmstÃ¤nde mit Stillschweigen zu Ã¼bergehen (RIS-Justiz RS0098377 [T20 und T21]).
Soweit die Nichtigkeitsbeschwerde eine BegrÃ¼ndung der Feststellungen zum SchÃ¤digungs- und Bereicherungsvorsatz vermisst, lÃ¤sst sie auÃŸer Acht, dass die Tatrichter auch betreffend das â€žFaktum L*****Â Iâ€œ die Feststellungen zur subjektiven Tatseite aus dem Ã¤uÃŸeren Tatgeschehen, insbesondere der Verwendung falscher Urkunden als TÃ¤uschungsmittel erschlossen (USÂ 113), was unter dem Aspekt der BegrÃ¼ndungstauglichkeit unbedenklich ist (RIS-Justiz RS0098671).
Undeutlichkeit (ZÂ 5 erster Fall) liegt vor, wenn den Feststellungen des Urteils nicht klar zu entnehmen ist, welche entscheidende Tatsache das Gericht sowohl auf der objektiven als auch auf der subjektiven Tatseite als erwiesen angenommen hat und aus welchen GrÃ¼nden dies geschehen ist (RIS-Justiz RS0089983). Mit dem Hinweis auf die erstgerichtliche Konstatierung, mit einer weiteren gefÃ¤lschten und entweder vom Angeklagten oder einer anderen Person zur VerfÃ¼gung gestellten BestÃ¤tigung des Wirtschaftsministeriums der Slowakischen Republik vom 19. AugustÂ 2011 sei der Bau ***** L***** ein Auftrag zugesichert worden (USÂ 19), wird dieser Nichtigkeitsgrund jedoch nicht aufgezeigt.
Ob und zwischen wem die â€žbetrÃ¼gerisch erlangten Gelderâ€œ aufgeteilt wurden (USÂ 21), ist nicht entscheidend (vgl Ratz, WK-StPO Â§Â 281 RzÂ 399).
Betreffend den SchuldspruchpunktÂ I.2.b. (â€žFaktum L*****Â IIâ€œ) wirft der Rechtsmittelwerber dem Erstgericht eine offenbar unzureichende BegrÃ¼ndung (ZÂ 5 vierter Fall) vor, weil es zwar ausgefÃ¼hrt hÃ¤tte, dass die Aussagen der Zeugen W*****, Mag.Â K*****, Z***** und Gr***** in Widerspruch zu den Angaben des Rechtsmittelwerbers stÃ¼nden, aber nicht angegeben hÃ¤tte, worin diese WidersprÃ¼che lÃ¤gen. Damit nimmt der Rechtsmittelwerber einmal mehr nicht MaÃŸ an der angefochtenen Entscheidung: So fÃ¼hrten die Tatrichter etwa aus, dass der Angeklagte bestritten habe, dass bei den Treffen im Parlament und im angeschlossenen Restaurant in B***** Ã¼ber Geld gesprochen wurde (USÂ 113Â f), worÃ¼ber die erwÃ¤hnten Zeugen andere Angaben machten (USÂ 115, USÂ 119). Weiters habe der Angeklagte nach seiner Verantwortung bloÃŸ FÃ¼hrungen mit Vertretern Ã¶sterreichischer Unternehmen im Parlament in B***** durchgefÃ¼hrt und Mittagessen im angeschlossenen Restaurant organisiert, wogegen die Zeugen schilderten, er hÃ¤tte sich bei den Treffen als ranghoher Vertreter des slowakischen Wirtschaftsministeriums ausgegeben bzw einen solchen gespielt (USÂ 115Â ff).
Die Feststellungen zur subjektiven Tatseite leitete das Erstgericht entgegen dem Vorwurf fehlender BegrÃ¼ndung (ZÂ 5 vierter Fall) auch betreffend das Projekt L*****Â II aus den objektiven Gegebenheiten ab (USÂ 129).
Insgesamt Ã¼bt der Rechtsmittelwerber auch betreffend diesen Punkt des Schuldspruchs bloÃŸ unzulÃ¤ssige BeweiswÃ¼rdigungskritik.
Soweit die MÃ¤ngelrÃ¼ge eine UnvollstÃ¤ndigkeit (ZÂ 5 zweiter Fall) in Bezug auf die Aussage der Zeugin Gr*****, der Rechtsmittelwerber und Vilmos B***** hÃ¤tten sich nicht auf Deutsch unterhalten, behauptet, verkennt sie neuerlich, dass die sachverhaltsmÃ¤ÃŸige Bejahung einzelner als erheblich beurteilter UmstÃ¤nde, soweit diese keine notwendige Bedingung fÃ¼r die Feststellung einer entscheidenden Tatsache darstellen, kein Gegenstand der MÃ¤ngelrÃ¼ge ist (RIS-Justiz RS0116737). Im Ãœbrigen steht die zitierte Aussage der Annahme der Tatrichter, dass der Angeklagte grundsÃ¤tzlich Deutsch spreche, nicht entgegen.
Die Aussagen der Zeugen Gr***** und Mag.Â K***** haben die Tatrichter im angefochtenen Urteil erÃ¶rtert (USÂ 118Â ff). Bei seinem Vorwurf der UnvollstÃ¤ndigkeit (ZÂ 5 zweiter Fall) verkennt der Rechtsmittelwerber einmal mehr, dass das Urteil in gedrÃ¤ngter Form abzufassen und nicht der vollstÃ¤ndige Inhalt sÃ¤mtlicher Aussagen im Einzelnen zu erÃ¶rtern ist (vgl neuerlich RIS-Justiz RS0098377).
Indem der Rechtsmittelwerber den Erstrichtern eine â€žallzu akribische Auseinandersetzung mit einzelnen abweichenden Angabenâ€œ vorwirft und meint, hier solle bloÃŸ der Anschein einer sorgfÃ¤ltigen AbwÃ¤gung erzeugt werden, obwohl eine solche hinsichtlich der wesentlichen, strittigen Fragen, nÃ¤mlich betreffend den SchÃ¤digungs- und Bereicherungsvorsatz des Angeklagten, gar nicht erfolgt sei, wird keine Anfechtungskategorie der ZÂ 5 angesprochen.
Aktenwidrigkeit liegt nur im Fall der erheblich unrichtigen Wiedergabe des Inhalts eines Beweismittels in den EntscheidungsgrÃ¼nden vor (RIS-Justiz RS0099431). Indem die Beschwerde auf die beweiswÃ¼rdigenden ErwÃ¤gungen der Tatrichter Bezug nimmt, fÃ¼r die MittÃ¤terschaft des Rechtsmittelwerbers spreche, dass â€žvon der ARGE H***** L***** GeldÃ¼bergaben an B***** erfolgten im Beisein des Erstangeklagten oder Ã¼berhaupt ihm gegenÃ¼ber, wie dies auch in einigen FÃ¤llen zuvor gewesenâ€œ sei (USÂ 122) und ausfÃ¼hrt, diese Annahme fÃ¤nde in den Vernehmungsprotokollen der Mitglieder der Bau A***** L***** und ARGE H***** L***** keine Deckung, direkte GeldÃ¼bergaben von Mitgliedern der ARGE H***** L***** an den Erstangeklagten habe nicht einmal Vilmos B***** behauptet, wird der Nichtigkeitsgrund nach Â§Â 281 AbsÂ 1 ZÂ 5 letzter Fall StPO nicht dargestellt.
Durch welche Zeugenaussagen die den Angeklagten belastenden Angaben des Vilmos B***** gestÃ¼tzt werden, haben die Tatrichter entgegen dem Vorwurf der Nichtigkeitsbeschwerde (ZÂ 5 vierter Fall) sehr wohl begrÃ¼ndet (USÂ 115Â ff).
Betreffend PunktÂ I.3. des Schuldspruchs fÃ¼hrt der Nichtigkeitswerber aus, das Erstgericht hÃ¤tte â€žbemerkenswerterweiseâ€œ die Angaben des Zeugen Manfred F***** â€žganz besonders Ã¼berschwÃ¤nglich als eindrucksvoll, authentisch und Ã¼beraus Ã¼berzeugendâ€œ erachtet. Er behauptet UnvollstÃ¤ndigkeit im Sinn der ZÂ 5 zweiter Fall, weil im angefochtenen Urteil nicht erÃ¶rtert worden sei, dass die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen Christian S***** nach dessen Vernehmung einstellte und in der (in der Hauptverhandlung verlesenen [ONÂ 800 SÂ 26]) EinstellungsbegrÃ¼ndung ausfÃ¼hrte, dass die den Beschuldigten Christian S***** belastenden Angaben des Manfred F***** durch die fÃ¼r nachvollziehbar erachtete Verantwortung S*****s widerlegt wurden.
Der zur Ãœberzeugung der Tatrichter von der GlaubwÃ¼rdigkeit eines Zeugen aufgrund des in der Hauptverhandlung gewonnenen persÃ¶nlichen Eindrucks fÃ¼hrende kritisch-psychologische Vorgang als solcher ist einer Anfechtung mit Nichtigkeitsbeschwerde entrÃ¼ckt. Die Beurteilung der Ãœberzeugungskraft von Aussagen kann jedoch unter dem Gesichtspunkt einer UnvollstÃ¤ndigkeit mangelhaft erscheinen, wenn sich das Gericht mit gegen die GlaubwÃ¼rdigkeit oder UnglaubwÃ¼rdigkeit sprechenden Beweisergebnissen nicht auseinandergesetzt hat (RIS-Justiz RS0106588 [T15]). Mit dem Hinweis auf die EinstellungsbegrÃ¼ndung der Staatsanwaltschaft wird ein solches Beweisergebnis jedoch nicht aufgezeigt.
Die Aussage des Zeugen Edgar Li***** haben die Tatrichter bei ihren Feststellungen zu I.4. des Schuldspruchs entgegen dem Vorbringen der MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 zweiter Fall) erÃ¶rtert (USÂ 152Â ff).
Indem der Rechtsmittelwerber zu I.4. auf eine Passage im angefochtenen Urteil betreffend ein Treffen vom 21.Â NovemberÂ 2015 Bezug nimmt, wonach â€žkein Zweifel daran besteht, dass es sich um einen Ãœbersetzungsvorgang gehandelt hat und B***** in diesem Zusammenhang unter anderem bei diesem Treffen nicht falsch Ã¼bersetzt hatâ€œ (USÂ 155), verkennt der Rechtsmittelwerber neuerlich, dass die in den EntscheidungsgrÃ¼nden zum Ausdruck kommende sachverhaltsmÃ¤ÃŸige Bejahung oder Verneinung bloÃŸ einzelner von mehreren erheblichen UmstÃ¤nden, welche erst in der Gesamtschau mit anderen zum Ausspruch Ã¼ber entscheidende Tatsachen fÃ¼hren, aus ZÂ 5 nicht bekÃ¤mpft werden kann (RIS-Justiz RS0116737 [T2]).
Die Feststellungen zur subjektiven Tatseite lieÃŸ das Erstgericht auch zu diesem Punkt des Schuldspruchs nicht unbegrÃ¼ndet, sondern leitete sie aus den objektiven Gegebenheiten ab (USÂ 163). Das Vorbringen, aus dem Organisieren eines Weihnachtsessens oder dem Halten einer â€žstaatsmÃ¤nnischen Weihnachtsanspracheâ€œ kÃ¶nne nicht auf â€žeinen qualifizierten Vorsatz, durch diese TÃ¤uschungshandlung eine SchÃ¤digung in HÃ¶he von 765.069,65Â Euro oder, sogar mehr herbeizufÃ¼hrenâ€œ, geschlossen werden, nimmt nicht MaÃŸ an der Gesamtheit der EntscheidungsgrÃ¼nde.
Soweit der Rechtsmittelwerber auch zu diesem Schuldspruchpunkt kritisiert, das Erstgericht hÃ¤tte keine von den Anschuldigungen des Vilmos B***** verschiedenen Beweisergebnisse angefÃ¼hrt (ZÂ 5 vierter Fall), lÃ¤sst er die Auseinandersetzung mit den belastenden Angaben des Edgar Li***** und des Wolfgang L***** auÃŸer Acht (USÂ 152Â ff und USÂ 158Â f).
Insgesamt Ã¼bt der Rechtsmittelwerber mit seiner MÃ¤ngelrÃ¼ge bloÃŸ unzulÃ¤ssige BeweiswÃ¼rdigungskritik, ohne MaÃŸ an der Gesamtheit der UrteilsbegrÃ¼ndung zu nehmen.
Im Recht ist allerdings die SanktionsrÃ¼ge (ZÂ 11 erster Fall) in Bezug auf den Ausspruch des Verfalls von 1,010.525Â Euro gemÃ¤ÃŸ Â§Â 20 AbsÂ 3 und AbsÂ 4 StGB. Dem Ersturteil lassen sich nÃ¤mlich keine Feststellungen entnehmen, dass der fÃ¼r verfallen erklÃ¤rte Betrag dem Rechtsmittelwerber tatsÃ¤chlich zugekommen ist (vgl RIS-Justiz RS0129964). Im Rahmen der rechtlichen Beurteilung fÃ¼hren die Tatrichter aus, dass nicht festgestellt werden konnte, wie hoch der Geldbetrag insgesamt war, der dem Angeklagten aus den inkriminierten Taten zugeflossen ist, jedenfalls wÃ¤re ihm den Feststellungen zufolge jedoch der Betrag von 1,010.525Â Euro zugeflossen (USÂ 168). TatsÃ¤chlich findet sich im angefochtenen Urteil eine derartige Konstatierung nicht (RIS-Justiz RS0119090; vgl im Ãœbrigen die verfehlte Hinzurechnung der Versuchsfakten). Indem das SchÃ¶ffengericht auf Â§Â 20 AbsÂ 4 StGB Bezug nimmt, wonach das Gericht den Umfang der fÃ¼r verfallen zu erklÃ¤renden VermÃ¶genswerte nach seiner Ãœberzeugung festzusetzen hat, soweit dieser nicht oder nur mit unverhÃ¤ltnismÃ¤ÃŸigem Aufwand ermittelt werden kann, verkennt es, dass diese ErmÃ¤chtigung zur SchÃ¤tzung den Richter nicht von eindeutigen Feststellungen der Ã¼brigen Voraussetzungen entbindet, insbesondere mÃ¼ssen auch die Grundlagen fÃ¼r die SchÃ¤tzung ausreichend geklÃ¤rt werden (vgl Fuchs/Tipold in WK2 StGB Â§Â 20 RzÂ 39 f).
Im Umfang des Verfallsausspruchs war daher in Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde mit Kassation vorzugehen (Â§Â 285e erster Satz StPO).
Im Ãœbrigen war die Nichtigkeitsbeschwerde bei nichtÃ¶ffentlicher Beratung sofort zurÃ¼ckzuweisen (Â§Â 285d AbsÂ 1 StPO), woraus die ZustÃ¤ndigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung Ã¼ber die Berufung folgt (Â§Â 285i StPO).
Die Kostenentscheidung beruht auf Â§Â 390a AbsÂ 1 StPO.