Document Number: JJT_20200129_OGH0002_0130OS00105_19V0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0130OS00105.19V.0129.000
Case Number: 13Os105/19v
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1580256000000
Word Count: 348

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 29.Â JÃ¤nnerÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Prof.Â Dr.Â LÃ¤ssig als Vorsitzenden sowie die HofrÃ¤te und die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Nordmeyer, Mag.Â Lendl, Mag.Â Michel und Dr.Â Brenner in Gegenwart der SchriftfÃ¼hrerin Dr.Â Ondreasova in der Strafsache gegen Roman U***** und einen weiteren Angeklagten wegen des Verbrechens des schweren gewerbsmÃ¤ÃŸig durch Einbruch begangenen Diebstahls nach Â§Â§Â 127, 128 AbsÂ 1 ZÂ 5, 129 AbsÂ 2 ZÂ 1 (iVm AbsÂ 1 ZÂ 1), 130 AbsÂ 3 (iVm AbsÂ 1 erster Fall) und 15 StGB sowie einer weiteren strafbaren Handlung, AZÂ 37Â HvÂ 122/18b des Landesgerichts Innsbruck, Ã¼ber den Antrag des Verurteilten Roman U***** auf Erneuerung des Strafverfahrens nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Der Antrag wird zurÃ¼ckgewiesen.
Text
GrÃ¼nde:
Mit Urteil des Landesgerichts Innsbruck als SchÃ¶ffengericht vom 19.Â NovemberÂ 2018, GZÂ 37Â HvÂ 122/18b-17, wurde â€“ soweit hier von Bedeutung â€“ Roman U***** mehrerer strafbarer Handlungen schuldig erkannt und zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.
Mit Beschluss vom 2.Â AprilÂ 2019, GZÂ 11Â OsÂ 22/19y-4, wies der Oberste Gerichtshof die von Roman U***** dagegen aus Z 11 des Â§ 281 AbsÂ 1 StPO erhobene Nichtigkeitsbeschwerde gemÃ¤ÃŸ Â§Â 285d AbsÂ 1 StPO bei nichtÃ¶ffentlicher Beratung sofort zurÃ¼ck.
Mit Urteil vom 21.Â MaiÂ 2019 gab das Oberlandesgericht Innsbruck der Berufung des Genannten Folge.
Der vom Verurteilten Roman U***** erhobene Antrag auf Erneuerung des Strafverfahrens wendet sich erneut gegen die aggravierende Wertung auslÃ¤ndischer Verurteilungen und bringt dazu vor, dass auch das Berufungsgericht nicht Ã¼berprÃ¼ft habe, ob diese in einem ArtÂ 6 MRK entsprechenden Verfahren ergangen sind.
Rechtliche Beurteilung
Der Erneuerungsantrag ist unzulÃ¤ssig.
Bei einem â€“ wie hier â€“ nicht auf ein Urteil des EGMR gestÃ¼tzten Erneuerungsantrag handelt es sich um einen subsidiÃ¤ren Rechtsbehelf. DemgemÃ¤ÃŸ gelten alle gegenÃ¼ber dem EGMR normierten ZulÃ¤ssigkeitsvoraussetzungen der ArtÂ 34 sowie 35 AbsÂ 1 und 2 MRK sinngemÃ¤ÃŸ auch fÃ¼r derartige AntrÃ¤ge (11Â OsÂ 132/06f, SStÂ 2007/79; RIS-Justiz RS0122737).
Dies hat zur Folge, dass nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs dessen unmittelbarer Anrufung mittels Erneuerungsantrag die ZulÃ¤ssigkeitsbeschrÃ¤nkung des Art 35 Abs 2 lit b erster Fall MRK entgegensteht, weil der Antrag solcherart â€žim Wesentlichenâ€œ mit der schon vorher vom Obersten Gerichtshof geprÃ¼ften Nichtigkeitsbeschwerde Ã¼bereinstimmt (14Â OsÂ 178/08w, SStÂ 2009/10; RIS-Justiz RS0122737 [T11]).
Der Antrag war daher gemÃ¤ÃŸ Â§Â 363b AbsÂ 1 und 2 StPO schon bei der nichtÃ¶ffentlichen Beratung als unzulÃ¤ssig zurÃ¼ckzuweisen.