Document Number: JJT_20200226_OGH0002_0020NC00007_20G0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0020NC00007.20G.0226.000
Case Number: 2Nc7/20g
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1582675200000
Word Count: 288

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den SenatsprÃ¤sidenten Dr.Â Veith als Vorsitzenden sowie den Hofrat Dr.Â Musger, die HofrÃ¤tin Dr.Â SolÃ© und die HofrÃ¤te Dr.Â Nowotny und Mag.Â Pertmayr als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Dr.Â J***** S*****, vertreten durch MMag.Â Dr.Â Gerd Konezny, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei Mag.Â M***** H*****, vertreten durch Bichler Zrzavy RechtsanwÃ¤lte GmbH & Co KG in Wien, wegen Rechnungslegung und Zahlung (Streitwert: 75.437,50Â EUR), aufgrund der Befangenheitsanzeige des Hofrats des Obersten Gerichtshofs ***** vom 12.Â FebruarÂ 2020 im Revisionsverfahren AZÂ *****, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Der Hofrat des Obersten Gerichtshofs ***** ist als Mitglied des ***** Senats im Verfahren Ã¼ber die auÃŸerordentliche Revision der beklagten Partei zu AZ ***** befangen.
Text
BegrÃ¼ndung:
FÃ¼r die Behandlung des im Spruch genannten Rechtsmittels ist nach der GeschÃ¤ftsverteilung der *****Senat des Obersten Gerichtshofs zustÃ¤ndig. Der Hofrat des Obersten Gerichtshofs ***** ist Mitglied dieses Senats.
Am 12.Â FebruarÂ 2020 zeigte er seine Befangenheit in dieser Rechtssache an (Â§ 22 GOG). Er sei seit langen Jahren mit dem Bruder des KlÃ¤gers befreundet, kenne und duze daher auch den KlÃ¤ger und sei Ã¼berdies bei ihm Patient. Er fÃ¼hle sich subjektiv befangen.
Rechtliche Beurteilung
Die Befangenheitsanzeige ist begrÃ¼ndet.
Ein Richter ist nach Â§Â 19 ZÂ 2 JN befangen, wenn bei objektiver Betrachtung ein zureichender Grund vorliegt, seine Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen. Befangenheit liegt dann vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantreten kann, somit eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist (RS0046052). Bei der Selbstanzeige einer Befangenheit durch den Richter ist unter Beachtung des Interesses am Ansehen der Justiz kein strenger PrÃ¼fungsmaÃŸstab anzulegen und grundsÃ¤tzlich die Befangenheit zu bejahen (6Â NdÂ 510/01; RS0045943 [T3]).
Diese Voraussetzungen sind hier erfÃ¼llt. Die angezeigte Nahebeziehung kÃ¶nnte zu einer Voreingenommenheit fÃ¼hren, die eine unbefangene Willensbildung verhindern kÃ¶nnte.