Document Number: JJT_20200226_OGH0002_0020NC00005_20P0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0020NC00005.20P.0226.000
Case Number: 2Nc5/20p
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1582675200000
Word Count: 264

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den SenatsprÃ¤sidenten Dr.Â Veith als Vorsitzenden, den Hofrat Dr.Â Musger, die HofrÃ¤tin Dr.Â SolÃ© und die HofrÃ¤te Dr.Â Nowotny und Mag.Â Pertmayr als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei E***** M*****, vertreten durch Dr.Â ***** Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagte Partei A*****, vertreten durch Dr. Andreas Grundei, Rechtsanwalt in Wien, wegen 108.940Â EUR, aufgrund der Befangenheitsanzeige der HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs ***** vom 11.Â FebruarÂ 2020 im Revisionsverfahren AZÂ *****, in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs ***** ist als Mitglied des *****Â Senats im zu AZÂ ***** anhÃ¤ngigen Verfahren befangen.
Text
BegrÃ¼ndung:
FÃ¼r die Behandlung des im Spruch genannten Rechtsmittels ist der *****Â Senat des Obersten Gerichtshofs zustÃ¤ndig. Die HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs ***** ist Mitglied dieses Senats. Sie zeigt an, dass im Verfahren ***** ein Parteienvertreter, Dr.Â *****, der ehemalige Kanzleipartner ihres Ehemanns, eines emeritierten Rechtsanwalts, gewesen sei. Nach der Emeritierung ihres Ehemanns sei es zwischen diesem und Dr.Â ***** wegen unterschiedlicher Auffassungen Ã¼ber die Pensionsvereinbarung betreffend ihrem Ehemann zu persÃ¶nlichen Differenzen und mehreren gerichtlichen Verfahren gekommen. Daraus kÃ¶nnte der Anschein der Befangenheit abgeleitet werden.
Rechtliche Beurteilung
Die Befangenheitsanzeige ist begrÃ¼ndet.
Ein Richter ist nach Â§Â 19 ZÂ 2 JN befangen, wenn bei objektiver Betrachtung ein zureichender Grund vorliegt, seine Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen. DafÃ¼r genÃ¼gen Tatsachen, die den Anschein einer Voreingenommenheit hervorrufen kÃ¶nnen (RIS-Justiz RS0046052 [T2]). Ausgehend von diesen GrundsÃ¤tzen kann der von HofrÃ¤tin ***** mitgeteilte Sachverhalt den Anschein ihrer Befangenheit begrÃ¼nden, weil ein Verfahrensbeteiligter den Eindruck gewinnen kÃ¶nnte, ihre Willensbildung kÃ¶nnte durch die auch vor Gericht ausgetragenen Streitigkeiten zwischen ihrem Ehemann und dem genannten Parteienvertreter beeinflusst worden sein (vgl RS0046052 [T1, T4]).