Document Number: JJT_20200226_OGH0002_0130NS00002_20B0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0130NS00002.20B.0226.000
Case Number: 13Ns2/20b
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1582675200000
Word Count: 356

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 26.Â FebruarÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Prof.Â Dr.Â LÃ¤ssig als Vorsitzenden sowie die HofrÃ¤te und die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Nordmeyer, Mag.Â Michel, Dr.Â Oberressl und Dr.Â Brenner in Gegenwart des SchriftfÃ¼hrers Dr.Â SchÃ¶ll in der Strafsache gegen Manfred Z***** wegen des Verbrechens nach Â§Â 12 AbsÂ 1 vierter Fall, AbsÂ 3 ZÂ 3 SGG, AZÂ 18Â HvÂ 23/19g des Landesgerichts Feldkirch, Ã¼ber Vorlage gemÃ¤ÃŸ Â§Â§Â 213 AbsÂ 6 zweiter und dritter Satz, 215 AbsÂ 4 zweiter Satz StPO durch das Oberlandesgericht Innsbruck, AZÂ 6Â NsÂ 22/19v, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Sache wird dem Oberlandesgericht Wien zur Zuweisung an das zustÃ¤ndige Gericht Ã¼bermittelt.
Text
GrÃ¼nde:
Mit Anklageschrift vom 31.Â OktoberÂ 1995 (ONÂ 41) legt die Staatsanwaltschaft Feldkirch dem Ã¶sterreichischen StaatsangehÃ¶rigen Manfred Z***** ein im JuliÂ 1992 in der Schweiz begangenes, als Verbrechen nach Â§Â 12 AbsÂ 1 vierter Fall, AbsÂ 3 ZÂ 3 SGG beurteiltes Verhalten zur Last. Die Anklageschrift wurde dem Genannten (nach letztlich erfolgreicher Fahndung) mit Wirksamkeit (Â§Â 89d AbsÂ 2 GOG) vom 3.Â JuliÂ 2019 zugestellt (ONÂ 61), ein Einspruch dagegen liegt nicht vor.
Die Akten wurden von der Vorsitzenden wegen Bedenken gegen die Ã¶rtliche ZustÃ¤ndigkeit des Landesgerichts Feldkirch gemÃ¤ÃŸ Â§Â 213 AbsÂ 6 zweiter und dritter Satz StPO dem Oberlandesgericht Innsbruck und von diesem â€“ nach Verneinen des Bestehens eines der in Â§Â 212 ZÂ 1 bisÂ 4 StPO genannten GrÃ¼nde â€“ im Sinn des Â§Â 215 AbsÂ 4 zweiter Satz StPO dem Obersten Gerichtshof vorgelegt, weil es fÃ¼r mÃ¶glich hielt, dass ein im Sprengel eines anderen Oberlandesgerichts liegendes Gericht zustÃ¤ndig sei.
Der Oberste Gerichtshof hat erwogen:
Rechtliche Beurteilung
Wenn (wie hier nach Anklagevorwurf und Aktenlage) der Ort, an dem die Straftat ausgefÃ¼hrt wurde, ebenso im Ausland liegt wie jener, an dem der Erfolg eingetreten ist oder hÃ¤tte eintreten sollen, ist fÃ¼r das Hauptverfahren gemÃ¤ÃŸ Â§Â 36 AbsÂ 3 StPO das Gericht zustÃ¤ndig, in dessen Sprengel der Angeklagte seinen Wohnsitz oder Aufenthalt â€“ zum Zeitpunkt der Einbringung der Anklage (RIS-Justiz RS0130478) â€“ hat oder zuletzt hatte. Zum maÃŸgeblichen Zeitpunkt (31.Â Oktober 1995 â€“ ONÂ 1 SÂ 19) hatte der Angeklagte seinen Wohnsitz â€“ nach Lage der Akten â€“ zuletzt in Wien (ONÂ 27 und 43).
Demnach war die Sache dem Oberlandesgericht Wien zu Ã¼bermitteln, das gemÃ¤ÃŸ Â§Â 215 AbsÂ 4 erster Satz StPO die Sache dem zustÃ¤ndigen Landesgericht zuzuweisen hat (RIS-Justiz RS0124585 [insbesondere T2]).