Document Number: JJT_20190731_OGH0002_0050OB00224_18D0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:E125960
Case Number: 5Ob224/18d
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1564531200000
Word Count: 2604

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den SenatsprÃ¤sidenten Dr.Â Jensik als Vorsitzenden sowie die HofrÃ¤tin Dr.Â Grohmann und die HofrÃ¤te Mag.Â Wurzer, Mag.Â Painsi und Dr.Â Steger als weitere Richter in den verbundenen wohnrechtlichen AuÃŸerstreitsachen der Antragsteller im fÃ¼hrenden Verfahren AZÂ 8Â MschÂ 4/12x Dr.Â H* T*, vertreten durch Dr.Â Ralph Mayer, Rechtsanwalt in Wien, im Verfahren AZÂ 8Â MschÂ 3/12z 1.Â a)Â N* B*, b)Â D* A*, 2.Â a)Â P* G*, b)Â R* G*, 3.Â P* S*, 4.Â a)Â Dr.Â M* H*, b)Â Dr.Â Y* L*, 5.Â A* S*, 6.Â a)Â M* L*, b)Â S* L*, 7.Â S* P*, 8.Â a)Â M* K*, b)Â R* A*, 9.Â Dr.Â A* R*, 10.Â Dr.Â E* R*, 11.Â C* G*, 12.Â B* Z* (vormals G*), 13.Â K* R*, 14.Â a)Â G* W*, b)Â P* W*, 15.Â a)Â Ing.Â E* K*, b)Â H* K*, 16.Â T* P*, 17.Â M* P*, 18.Â P* P*, 19.Â S* R*, 20.Â B* N*, 21.Â a)Â A* P*, b)Â C* P*, 22.Â C* R*, 23.Â W* K*, 24.Â Mag.Â S* K*, 25.Â I* M*, 26.Â H* T*, 27.Â V* S*, 28.Â R* B*, 29.Â M* S*, 30.Â D* A*, 31.Â B* R*, 32.Â A* S*, 33.Â B* W*, 34.Â I* E*, 35.Â a)Â Mag.Â C* F*, b)Â M* F*, 36.Â S* S*, 37.Â E* T*, 38.Â E* H*, 39.Â A* B*, 40.Â a)Â Mag.Â C* R*, b)Â Mag.Â I* L*, 41.Â a)Â M* K*, b)Â M* K*, 42.Â R* B*, 43.Â R* L*, 44.Â E* W*, 45.Â W* S*, 46.Â I* S*, 47.Â D* G*, 48.Â H* F*, 49.Â N* K*, 50.Â K* K*, 51.Â a)Â H* S*, b)Â Mag.Â I* S*, 52.Â Mag.Â R* G*, 53.Â A* W*, 54.Â A* W*, 55.Â a)Â R* Z*, b)Â E* Z*, 56.Â Mag.Â R* U*, 57.Â F* D*, 58.Â G* V*, 59.Â K* H*, 60.Â I* S*, 61.Â K* T* (vormals R*), 62.Â H* P*, 63.Â Dr.Â I* K*, 64.Â C* R*, 65.Â T* H*, 66.Â a)Â T* S*, b)Â J* S*, 67.Â V* H*, 68.Â R* S*, 69.Â Mag.Â G* H*, 70.Â A* P*, 71.Â G* K*, 72.Â K* B*, 73.Â C* C*, 74.Â Mag.Â A* F*, 75.Â Dr.Â R* B*, 76.Â B* M*, 77.Â Ing.Â R* B*, 78.Â Dipl.-Ing.Â A* F* F*, 79.Â Mag.Â M* K*, 80.Â P* P*, 82.Â Mag.Â W* A*, 83.Â Dipl.-Ing.Â F* W*, 84.Â Mag.Â I* K*, 85.Â Mag.Â A* M*, 86.Â Mag.Â A* P*, sowie im Verfahren AZÂ 8Â MschÂ 2/12b Dipl.-Ing.Â M* Ãœ*, alle *, alle vertreten durch Dr.Â Herbert Tanzler, Rechtsanwalt in Wien, gegen die Antragsgegnerin Ã–* GesellschaftÂ m.b.H., *, vertreten durch die Mag.Â Michael Rudnigger Rechtsanwalt-GmbH in Wien, wegen ÃœberprÃ¼fung der Angemessenheit des Preises gemÃ¤ÃŸ Â§Â§Â 15, 22 AbsÂ 1 ZÂ 6 WGG, Ã¼ber I.Â den Revisionsrekurs aller Antragsteller gegen den Beschluss des Landesgerichts fÃ¼r Zivilrechtssachen Wien als Rekursgericht vom 12.Â SeptemberÂ 2018, GZÂ 39Â RÂ 120/18p-187, II.Â den Revisionsrekurs des Antragstellers im fÃ¼hrenden Verfahren Dr.Â H* T* gegen den Beschluss des Landesgerichts fÃ¼r Zivilrechtssachen Wien als Rekursgericht vom 29.Â AugustÂ 2018, GZÂ 39Â RÂ 191/18d, 39Â RÂ 192/18a, 39Â RÂ 193/18y-186, III.Â den Revisionsrekurs des Antragstellers im fÃ¼hrenden Verfahren Dr.Â H* T* gegen den Beschluss des Landesgerichts fÃ¼r Zivilrechtssachen Wien als Rekursgericht vom 12.Â SeptemberÂ 2018, GZÂ 39Â RÂ 17/18s-187, in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die auÃŸerordentlichen Revisionsrekurse werden jeweils mangels der Voraussetzungen des Â§Â 37 AbsÂ 3 ZÂ 16 MRG iVm Â§Â 22 AbsÂ 4 WGG und Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG zurÃ¼ckgewiesen (Â§Â 71Â AbsÂ 3Â AuÃŸStrG).
BegrÃ¼ndung:
Rechtliche Beurteilung
I.Â Zum Revisionsrekurs aller Antragsteller gegen die ZurÃ¼ckweisung ihres Rekurses vom 2.Â 3.Â 2018 (Beschluss des Rekursgerichts vom 12.Â 9.Â 2018, GZÂ 39Â RÂ 120/18p-187)
1.Â Weist das Rekursgericht den Rekurs gegen die erstinstanzliche Sachentscheidung aus formalen GrÃ¼nden, insbesondere etwa wegen VerspÃ¤tung zurÃ¼ck, ist (auch) dieser Beschluss nur unter den Voraussetzungen des Â§Â 62 AuÃŸStrG anfechtbar (RIS-Justiz RS0120565, RS0120974). Die Anfechtbarkeit des ZurÃ¼ckweisungsbeschlusses setzt daher voraus, dass die Entscheidung von der LÃ¶sung einer erheblichen Rechtsfrage iSd Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG abhÃ¤ngt.
2.1.Â Eine solche Rechtsfrage zeigt der Revisionsrekurs der Antragsteller nicht auf.
2.2.Â GemÃ¤ÃŸ Â§Â 41 AuÃŸStrG iVm Â§Â 22 AbsÂ 4 WGG sind die Bestimmungen der ZPO Ã¼ber die ErgÃ¤nzung und Berichtigung von Entscheidungen sinngemÃ¤ÃŸ anzuwenden. Die Antragsteller haben mit Ausnahme des Antragstellers im fÃ¼hrenden Verfahren rechtzeitig im Sinne der Frist des Â§Â 423 AbsÂ 2 ZPO eine ErgÃ¤nzung des ihnen am 1.Â 12.Â 2017 zugestellten Sachbeschlusses vom 21.Â 11.Â 2017 beantragt. (Nur) der Antragsteller im fÃ¼hrenden Verfahren erhob gegen diesen Sachbeschluss einen Rekurs. Das Erstgericht hat Ã¼ber diesen ErgÃ¤nzungsantrag mit ErgÃ¤nzungssachbeschluss vom 2.Â 2.Â 2018 entschieden und den Spruch des Sachbeschlusses vom 21.Â 11.Â 2017 ergÃ¤nzt. Nach Zustellung dieses ErgÃ¤nzungssachbeschlusses erhoben sÃ¤mtliche Antragsteller am 2.Â 3.Â 2018 einen Rekurs. Das Rekursgericht wies diesen Rekurs sÃ¤mtlicher Antragsteller wegen VerspÃ¤tung und hinsichtlich des Antragstellers im fÃ¼hrenden Verfahren zusÃ¤tzlich auch wegen des VerstoÃŸes gegen den Grundsatz der Einmaligkeit eines Rechtsmittels zurÃ¼ck. Dies im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung, die Antragsteller bekÃ¤mpften mit diesem Rechtsmittel nicht den ErgÃ¤nzungssachbeschluss, sondern den bereits am 1.Â 12.Â 2017 zugestellten Sachbeschluss. Der Rekurs sei daher als verspÃ¤tet und in Bezug auf den Antragsteller im fÃ¼hrenden Verfahren auch wegen VerstoÃŸes gegen den Grundsatz der Einmaligkeit eines Rechtsmittels als unzulÃ¤ssig zurÃ¼ckzuweisen.
2.3.Â Ein ErgÃ¤nzungsantrag im Sinne des hier gemÃ¤ÃŸ Â§Â 41 AuÃŸStrG iVm Â§Â 22 AbsÂ 4 WGG sinngemÃ¤ÃŸ anzuwendenden Â§Â 423 AbsÂ 1 ZPO ist dann zu stellen, wenn das Gericht Ã¼ber (Teile) eines Anspruchs versehentlich gar nicht oder nur unvollstÃ¤ndig abgesprochen hat. Daraufhin hat das Gericht einen ErgÃ¤nzungssachbeschluss zu fÃ¤llen (Deixler-HÃ¼bner in Gitschthaler/HÃ¶llwerth, AuÃŸStrG Â§Â 41 RzÂ 8). Der Bestand und die Wirksamkeit der unvollstÃ¤ndig gebliebenen Entscheidung wird durch den ErgÃ¤nzungssachbeschluss nicht berÃ¼hrt. Der dem ErgÃ¤nzungsantrag stattgebende Sachbeschluss ist ein vÃ¶llig selbstÃ¤ndiger Sachbeschluss mit allen Wirkungen, der mit Rekurs und gegebenenfalls mit Revisionsrekurs selbstÃ¤ndig anfechtbar ist (vgl RS0041425 [T1]). Auch in FÃ¤llen, in denen der ErgÃ¤nzungssachbeschluss einen Bezug zum Spruch des ursprÃ¼nglichen Sachbeschlusses herstellen musste, bleibt der ErgÃ¤nzungssachbeschluss nur eine ErgÃ¤nzung des unvollstÃ¤ndig gebliebenen ursprÃ¼nglichen Sachbeschlusses (9Â ObÂ 82/14w [ErgÃ¤nzungsurteil]). Die gegenteilige Ansicht der Antragsteller, der ErgÃ¤nzungssachbeschluss wÃ¼rde (hier) den unvollstÃ¤ndig gebliebenen ursprÃ¼nglichen Sachbeschluss vollstÃ¤ndig ersetzen, widerspricht gerade dem Umstand, dass der ursprÃ¼ngliche Sachbeschluss und der ErgÃ¤nzungssachbeschluss zwei vÃ¶llig selbstÃ¤ndige Entscheidungen sind. Da das ErgÃ¤nzungsverfahren einen selbstÃ¤ndigen Streitgegenstand betrifft, beeinflusst es das Rechtsmittelverfahren hinsichtlich des ursprÃ¼nglichen Sachbeschlusses nicht (9Â ObÂ 82/14w [ErgÃ¤nzungsurteil] mwN). Der ErgÃ¤nzungssachbeschluss ist daher zwar in Bezug auf die ErgÃ¤nzung anfechtbar (RS0041425), hemmt oder unterbricht aber nicht den Lauf der Rechtsmittelfrist gegen den ursprÃ¼nglichen Sachbeschluss (2Â ObÂ 46/19g [ErgÃ¤nzungsbeschluss]).
2.4.Â Die von den Revisionsrekurswerbern bestrittene Beurteilung des Rekursgerichts, die als â€žErgÃ¤nzungsbeschlussâ€œ bezeichnete Entscheidung des Erstgerichts vom 2.Â 2.Â 2018 sei ein ErgÃ¤nzungssachbeschluss iSd Â§Â 41 AuÃŸStrG iVm Â§Â 423 ZPO, der Rekurs vom 2.Â 3.Â 2018 richte sich aber gegen den ursprÃ¼nglichen Sachbeschluss vom 21.Â 11.Â 2017, ist jedenfalls keine auch im Einzelfall aufzugreifende Fehlbeurteilung. Die ZurÃ¼ckweisung des erst nach Ablauf der vierwÃ¶chigen Frist (Â§Â 37 AbsÂ 3 ZÂ 15 MRG) erhobenen Rekurses vom 2.Â 3.Â 2018 als verspÃ¤tet entspricht daher der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs.
2.5.Â Gleiches gilt fÃ¼r die weitere BegrÃ¼ndung fÃ¼r die ZurÃ¼ckweisung des Rekurses des Antragstellers im fÃ¼hrenden Verfahren. Jeder Partei steht nur eine einzige Rechtsmittelschrift oder Rechtsmittelgegenschrift zu. Weitere Rechtsmittelschriften oder Rechtsmittelgegenschriften, NachtrÃ¤ge oder ErgÃ¤nzungen sind auch dann unzulÃ¤ssig, wenn sie innerhalb der gesetzlichen Frist eingebracht werden (RS0041666).
II.Â Zum Revisionsrekurs des Antragstellers im fÃ¼hrenden Verfahren gegen die ZurÃ¼ckweisung seiner Rekurse vom 2.Â 3.Â 2018 gegen die BeschlÃ¼sse ONÂ 85, 142 und 164 (Beschluss des Rekursgerichts vom 29.Â 8.Â 2018, GZÂ 39Â RÂ 191/18d, 39Â RÂ 192/18a, 39Â RÂ 193/18y-186)
1.Â Das Erstgericht wies drei AntrÃ¤ge des Antragstellers im fÃ¼hrenden Akt auf Ablehnung des bestellten SachverstÃ¤ndigen ab. Dagegen erhob dieser Rekurs; dies (erst) nach Zustellung des ErgÃ¤nzungssachbeschlusses vom 2.Â 2.Â 2018 und verbunden mit dem Rekurs aller Antragsteller vom 2.Â 3.Â 2018.
2.Â Das Rekursgericht wies diese Rekurse als verspÃ¤tet zurÃ¼ck. GemÃ¤ÃŸ Â§Â 35 AuÃŸStrG iVm Â§Â 366 AbsÂ 1 ZPO und Â§Â 45 AuÃŸStrG sei ein Beschluss, durch welchen die Ablehnung eines SachverstÃ¤ndigen verworfen wird, nur mit dem Rekurs gegen die Entscheidung Ã¼ber die Sache anfechtbar. Die dafÃ¼r relevante â€žEndentscheidungâ€œ sei hier nicht der ErgÃ¤nzungssachbeschluss vom 2.Â 2.Â 2018, sondern der Sachbeschluss vom 21.Â 11.Â 2017. Der Umstand, dass nachfolgend ein ErgÃ¤nzungssachbeschluss ergangen sei, Ã¤ndere nichts daran, dass der Rekurs gegen die hier angefochtenen BeschlÃ¼sse spÃ¤testens mit dem Rekurs gegen den Sachbeschluss verbunden werden hÃ¤tte mÃ¼ssen.
3.Â Die Anfechtbarkeit dieses ZurÃ¼ckweisungs-beschlusses setzt voraus, dass die Entscheidung von der LÃ¶sung einer erheblichen Rechtsfrage iSd Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG abhÃ¤ngt (RS0120565, RS0120974). Der Antragsteller im fÃ¼hrenden Akt macht in seinem Revisionsrekurs (nur) geltend, dass der ursprÃ¼ngliche Sachbeschluss vom 21.Â 11.Â 2017 keine eigenstÃ¤ndige Entscheidung Ã¼ber die Sache iSd Â§Â 45 AuÃŸStrG sei. Die gegenteilige Beurteilung des Rekursgerichts ist aber jedenfalls keine aufzugreifende Fehlbeurteilung des hier zu beurteilenden Einzelfalls. Der Revisionsrekurs wirft damit keine Rechtsfrage iSd Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG auf.
III.Â Zum Revisionsrekurs des Antragstellers im fÃ¼hrenden Verfahren gegen den Sachbeschluss des Rekursgerichts vom 12.Â 9.Â 2018, GZÂ 39Â RÂ 17/18s-187
1.1.Â Gegenstand des Verfahrens ist die ÃœberprÃ¼fung der Angemessenheit des vereinbarten Preises gemÃ¤ÃŸ Â§Â 22 AbsÂ 1 ZÂ 6 WGG.
1.2.Â GemÃ¤ÃŸ Â§Â 22 AbsÂ 4 WGG gelten in den in Â§Â 22 AbsÂ 1 WGG angefÃ¼hrten Verfahren die allgemeinen Bestimmungen Ã¼ber das gerichtliche Verfahren in Rechtsangelegenheiten auÃŸer Streitsachen mit den in Â§Â 37 AbsÂ 2, AbsÂ 2a, AbsÂ 3 ZÂ 1, 6, 8 bis 17, 19 und 20 und AbsÂ 4 sowie in den Â§Â§Â 38 bis 40 MRG und den folgend in Â§Â 22 AbsÂ 4 WGG genannten Besonderheiten.
1.3.Â Wie in den anderen wohnrechtlichen AuÃŸerstreitverfahren gilt daher die Amtswegigkeit nur eingeschrÃ¤nkt. In Verfahren, in denen Abrechnungen oder Kostenpositionen zu Ã¼berprÃ¼fen sind, beschrÃ¤nkt sich die Pflicht des Gerichts zur amtswegigen PrÃ¼fung des Sachverhalts auf das von der Partei erhobene Sachvorbringen. Erst wenn im zuvor dargestellten Sinn konkrete Sacheinwendungen erhoben wurden oder ein bestimmter abgegrenzter Sachverhalt amtswegig klÃ¤rungsbedÃ¼rftig erscheint und danach Unklarheiten verbleiben, stellen sich Fragen der Beweislast (5Â ObÂ 80/18b mwN).
1.4.Â FÃ¼r AntrÃ¤ge nach Â§Â 22 AbsÂ 1 ZÂ 6 und 6a WGG erfahren diese allgemeinen GrundsÃ¤tze in den besonderen Verfahrensregeln des Â§Â 22 AbsÂ 2 und 2a WGG eine besondere gesetzliche Ausgestaltung. Diese besonderen Verfahrensregeln gelten explizit nur fÃ¼r die Entscheidung Ã¼ber alle im Zusammenhang mit den Baukosten stehenden Fragen (5Â ObÂ 145/09y). In Bezug auf Einwendungen gegen die HÃ¶he der anderen dem Entgelt (Preis) zugrunde gelegten Herstellungskosten bleiben daher die allgemeinen GrundsÃ¤tze maÃŸgeblich.
2.1.Â Der PrÃ¼fumfang des Gerichts hat sich demnach auf die von den Antragstellern geltend gemachten Einwendungen zu beschrÃ¤nken. Der Revisionsrekurs zeigt in diesem Rahmen keine Rechtsfrage auf, der iSd Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG zur Wahrung der Rechtseinheit, Rechtssicherheit oder Rechtsentwicklung erhebliche Bedeutung zukommt.
2.2.1.Â Zu einzelnen der zahlreichen, vom Antragsteller im fÃ¼hrenden Verfahren als erheblich iSd Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG bezeichneten Rechtsfragen mag zwar eine ausdrÃ¼ckliche Stellungnahme des Obersten Gerichtshofs nicht vorliegen. Die gesetzliche Regelung ist in diesen FÃ¤llen aber eindeutig, sodass ein anderes Auslegungsergebnis als das der Vorinstanzen nicht in Betracht kommt. Erhebliche Rechtsfragen stellen sich damit nicht (RS0042656).
2.2.2.Â Das gilt etwa fÃ¼r den Umstand, dass keine gesetzliche Verpflichtung fÃ¼r die Bauvereinigung besteht, bereits im Vorfeld zum Beweis der Angemessenheit der Grundkosten ein Verkehrswertgutachten einzuholen und/oder den auf diese Weise ermittelten Verkehrswert bekanntzugeben. Dieser ÃœberprÃ¼fung dient das Verfahren gemÃ¤ÃŸ Â§Â 22 AbsÂ 1 ZÂ 6 WGG und die allein maÃŸgebliche Beurteilung, ob im konkreten Fall zum Beweis fÃ¼r die strittigen Tatsachen ein SachverstÃ¤ndigengutachten erforderlich ist, obliegt mangels besonderer Verfahrensregeln dem Ermessen der Tatsacheninstanzen. Diese Beurteilung gehÃ¶rt damit zum Bereich der vom Obersten Gerichtshof nicht zu Ã¼berprÃ¼fenden BeweiswÃ¼rdigung (RS0125908). FÃ¼r die Ermittlung der anderen Entscheidungsgrundlagen zur Beurteilung der Angemessenheit des Preises gilt Analoges.
2.2.3.Â In diesem Sinn eindeutig ist die Rechtslage auch in Bezug auf die Anwendung des Â§Â 14 AbsÂ 1 ZÂ 3 WGG idFd 3.Â WÃ„G und das VerstÃ¤ndnis der darin normierten Verzinsung der Eigenmittel. GemÃ¤ÃŸ dessen ArtÂ IX ZÂ 3 traten die WRNÂ 1999 und mangels Sonderbestimmung die Ã„nderung des Â§Â 14 AbsÂ 1 ZÂ 3 WGG mit 1.Â 9.Â 1999 in Kraft. Eine spezielle Ãœbergangsbestimmung existiert nicht. Im ArtÂ IX ZÂ 11 findet sich zwar die Bestimmung, dass die Bestimmungen der WRNÂ 1999 ab dem jeweiligen Zeitpunkt ihres Inkrafttretens auch auf VertrÃ¤ge anzuwenden sind, die vor diesem Zeitpunkt geschlossen worden sind. Dies drÃ¼ckt aber nichts anderes als den allgemeinen Grundsatz aus, dass bei DauerrechtsverhÃ¤ltnissen im Fall einer GesetzesÃ¤nderung mangels abweichender Ãœbergangsregelung der in den zeitlichen Geltungsbereich reichende Teil des Dauertatbestandes nach dem neuen Gesetz zu beurteilen ist; eine RÃ¼ckwirkung auf Sachverhalte, die sich â€“ wie hier die Verzinsung der Eigenmittel â€“ abschlieÃŸend vor dem Inkrafttreten der GesetzesÃ¤nderung verwirklicht haben, ist im Zweifel nicht anzunehmen (vgl 5Â ObÂ 78/00g, 5Â ObÂ 40/99i, 5Â ObÂ 67/93; RS0008695; RS0008694). Ungeachtet dessen, dass Â§Â 14 AbsÂ 1 ZÂ 3 WGG idF vor der WRNÂ 1999 lediglich eine HÃ¶chstgrenze (â€žnicht Ã¼bersteigen dÃ¼rfenâ€œ) normiert, ist auch bei voller AusschÃ¶pfung dieser MÃ¶glichkeit eine angemessene Verzinsung von Gesetzes wegen gegeben. Die Festlegung einer im Wohnrecht keineswegs unÃ¼blichen HÃ¶chstgrenze kann so zu betrachten sein, dass die Vertragsparteien sie (im VerhÃ¤ltnis zueinander) zulÃ¤ssigerweise ausschÃ¶pfen dÃ¼rfen, aber nicht mÃ¼ssen. Nur diese Auslegung wird dem vom Rekursgericht aufgezeigten Regelungszweck, durch solche Bestimmungen ein Ausufern des Beweisverfahrens zu vermeiden, gerecht.
2.2.4.Â Nach Â§Â 4 AbsÂ 3 ERVOÂ 1994 darf zur Deckung der Bauverwaltungskosten â€žanstelle einer Verrechnung eines angemessenen Betrages (Â§Â§Â 13, 23 WGG) gegen Nachweisâ€œ ein Pauschalbetrag verlangt werden. Nach dem klaren Wortlaut dieser Bestimmung unterliegt dieser Pauschalbetrag daher keiner Angemessenheitskontrolle.
2.2.5.Â Dass die gesetzliche Regelung eindeutig ist, sodass sich â€“ losgelÃ¶st von der Relevanz im Verfahren nach Â§Â 22 AbsÂ 1 ZÂ 6 WGG â€“ keine Rechtsfrage in der QualitÃ¤t des Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG stellt, gilt schlieÃŸlich auch fÃ¼r den Umstand, dass aus der der Bestimmung des Â§Â 4 AbsÂ 5 ERVO zugrunde liegenden MÃ¶glichkeit der Erbringung von Zusatzleistungen im rechtlichen Bereich keine Verpflichtung der Bauvereinigung hiezu abzuleiten ist, der in Â§Â 4 AbsÂ 3 letzter Satz ERVO normierte Zuschlag fÃ¼r die Bauverwaltungskosten bei Errichtung von Eigentumswohnungen nicht auch die Vertragserrichtungskosten und/oder die Kosten fÃ¼r die Nutzwertfeststellung abdeckt und weder das WGG noch die ERVO fÃ¼r die Bauvereinigung eine mÃ¶glichst fruchtbringende Veranlagung der vereinnahmten Zahlungen der KÃ¤ufer vorsieht.
3.1.Â In verschiedenen ZusammenhÃ¤ngen stÃ¼tzt der Antragsteller im fÃ¼hrenden Verfahren seine jeweilige Rechtsansicht auf die Auslegung der in den AnwartschaftsvertrÃ¤gen individuell getroffenen Kaufpreisvereinbarungen.
3.2.Â Ob ein Vertrag im Einzelfall â€“ insbesondere unter Erforschung der im konkreten Fall verfolgten Parteiabsicht â€“ richtig ausgelegt wurde, wirft nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung nur dann eine erhebliche Rechtsfrage iSd Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG auf, wenn in krasser Verkennung der AuslegungsgrundsÃ¤tze ein unvertretbares, aus GrÃ¼nden der Einzelfallgerechtigkeit zu korrigierendes Auslegungsergebnis erzielt wurde (5Â ObÂ 30/19a mwN).
3.3.Â Das ist hier nicht der Fall. Das ausfÃ¼hrlich begrÃ¼ndete Ergebnis der Auslegung des Rekursgerichts, dass â€“ zusammengefasst â€“ im Anwartschaftsvertrag nichts anderes als die Anwendbarkeit der Regelungen des WGG und der ERVO vereinbart wurde, hÃ¤lt sich im Rahmen der von der Rechtsprechung entwickelten AuslegungsgrundsÃ¤tze und bedarf daher keiner Korrektur im Einzelfall.
4.1.Â Der Antragsteller im fÃ¼hrenden Verfahren rÃ¼gt, das Rekursgericht sei in verschiedenen ZusammenhÃ¤ngen auf von ihm im Rekurs vorgetragene Einwendungen zu Unrecht nur deshalb nicht eingegangen (vgl RS0043231), weil er konkrete ergÃ¤nzende Feststellungen begehren hÃ¤tte mÃ¼ssen.
4.2.Â Es trifft zwar zu, dass sekundÃ¤re FeststellungsmÃ¤ngel vom Rekursgericht bei Vorliegen einer gesetzmÃ¤ÃŸig ausgefÃ¼hrten RechtsrÃ¼ge von Amts wegen wahrzunehmen wÃ¤ren (RS0114379). Trotz der vielleicht irrefÃ¼hrenden Betonung des fehlenden Begehrens ergÃ¤nzender Feststellungen ist die Argumentation des Rekursgerichts erkennbar so zu verstehen, dass der Rekurswerber die RechtsrÃ¼ge nicht dem Gesetz gemÃ¤ÃŸ ausgefÃ¼hrt habe, weil er nicht ausreichend konkret dargelegt habe, aus welchen GrÃ¼nden â€“ ausgehend vom festgestellten Sachverhalt â€“ die rechtliche Beurteilung der Sache durch das Erstgericht unrichtig sei (vgl RS0043603). SchlieÃŸlich ist eine RechtsrÃ¼ge nur dann gesetzmÃ¤ÃŸig ausgefÃ¼hrt, wenn darin bestimmt begrÃ¼ndet wird, warum der festgestellte Sachverhalt rechtlich unrichtig beurteilt wurde oder dass infolge eines Rechtsirrtums eine entscheidungswesentliche Tatsache nicht festgestellt wurde (5Â ObÂ 80/14x mwN).
4.3.Â Diese einzelfallbezogene Auslegung dieses Rekursvorbringens wirft keine erhebliche Rechtsfrage iSd Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG auf (vgl RS0042828; RS0044273). Gegenteiliges gilt im Interesse der Wahrung der Rechtssicherheit nur dann, wenn die Auslegung des Parteivorbringens mit seinem Wortlaut unvereinbar wÃ¤re oder gegen die Denkgesetze verstieÃŸe (RS0042828 [T11]; RS0044273 [T53]). Dies trifft hier nicht zu.
5.1.Â Gegenstand weiterer vom Antragsteller im fÃ¼hrenden Verfahren als erheblich iSd Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG bezeichnete Rechtsfragen sind Fragen im Zusammenhang mit der Berechnung der Bauverwaltungskosten und der Richtigkeit der Bemessungsgrundlage fÃ¼r den Pauschalbetrag nach Â§Â 4 AbsÂ 3 ERVO.
5.2.Â Soweit die behaupteten Berechnungsfehler zumindest implizit Tatsachenfragen ansprechen, kÃ¶nnen diese im Revisionsrekurs nicht geltend gemacht werden. Der Oberste Gerichtshof entscheidet auch im Verfahren auÃŸer Streitsachen nur als Rechts- und nicht als Tatsacheninstanz (RS0007236 [T3]; RS0108449 [T2]).
5.3.Â Die Beantwortung solcher Berechnungsfragen ist auch in rechtlicher Hinsicht stark einzelfallbezogen und geht daher in ihrer Bedeutung Ã¼ber diesen Einzelfall nicht hinaus; schon gar nicht dann, wenn die Rechtsansicht des Rekursgerichts, wie etwa hier die Zuordnung einzelner Kostenpositionen zu den Baukosten iSd Â§Â 1 ERVO, auf Basis des festgestellten Sachverhalts nicht zu beanstanden ist. Besonderheiten der Fallgestaltung schlieÃŸen eine richtungsweisende, die Rechtsentwicklung vorantreibende und fÃ¼r zukÃ¼nftige Entscheidungen nutzbringende Judikatur des Obersten Gerichtshofs sogar eher aus. Dass eine Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zu einem vergleichbaren Sachverhalt fehlt, bedeutet daher keineswegs, dass die Entscheidung von der LÃ¶sung einer iSd Â§Â 62 AbsÂ 1 AuÃŸStrG erheblichen Rechtsfrage des materiellen Rechts oder des Verfahrensrechts abhÃ¤ngt (RS0102181).
5.4.Â Analoges gilt fÃ¼r die im Revisionsrekurs aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der besonderen Form des Eigenmitteleinsatzes durch Stundung der Bauverwaltungskosten.
6.1.Â Die vom Antragsteller im fÃ¼hrenden Verfahren geltend gemachte Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs beruht auf dessen Behauptung, das Rekursgericht habe den Rekurs sÃ¤mtlicher Antragsteller vom 2.Â 3.Â 2018 zu Unrecht zurÃ¼ckgewiesen und den angefochtenen Sachbeschluss somit ohne Beachtung der zulÃ¤ssigen Rekurse der Antragsteller gefasst. Dies trifft jedoch â€“ wie oben zu I. ausgefÃ¼hrt und begrÃ¼ndet â€“ nicht zu.
6.2.Â Die behaupteten RevisionsrekursgrÃ¼nde der Mangelhaftigkeit des Rekursverfahrens und der Aktenwidrigkeit wurden geprÃ¼ft; sie liegen nicht vor (Â§Â 71 AbsÂ 3 SatzÂ 3 AuÃŸStrG iVm Â§Â 22 AbsÂ 4 WGG).
6.3.Â Einer weiteren BegrÃ¼ndung bedarf dieser Beschluss nicht (Â§Â 71 AbsÂ 3 AuÃŸStrG iVm Â§Â 22 AbsÂ 4 WGG).