Document Number: JJT_20200916_OGH0002_0130OS00053_20Y0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0130OS00053.20Y.0916.000
Case Number: 13Os53/20y
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1600214400000
Word Count: 476

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 16.Â SeptemberÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Prof.Â Dr.Â LÃ¤ssig als Vorsitzenden sowie die HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs Mag.Â Michel, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Oberressl und die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Brenner und Dr.Â Setz-Hummel in Gegenwart der SchriftfÃ¼hrerin Mag.Â PÃ¶ttinger in der Strafsache gegen Daniel M***** und andere Angeklagte wegen Verbrechen des Suchtgifthandels nach Â§Â 28a AbsÂ 1 fÃ¼nfter Fall, AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG und weiterer strafbarer Handlungen Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten Daniel M***** und Adna C***** gegen das Urteil des Landesgerichts Klagenfurt als SchÃ¶ffengericht vom 29.Â AprilÂ 2020, GZÂ 79Â HvÂ 12/20a-53, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen werden zurÃ¼ckgewiesen.
Den Angeklagten Daniel M***** und Adna C***** fallen auch die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
GrÃ¼nde:
Mit dem angefochtenen Urteil wurden Daniel M***** und Adna C***** jeweils eines Verbrechens des Suchtgifthandels nach Â§Â 28a AbsÂ 1 zweiter (richtig [vgl Schwaighofer in WKÂ² SMG Â§Â 27 RzÂ 8 und 34]) und dritter Fall, AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG (A/3 und A/2) und nach Â§Â 28a AbsÂ 1 fÃ¼nfter Fall, AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG (B/I) schuldig erkannt.
Danach haben zwischen OktoberÂ 2018 und JÃ¤nnerÂ 2019 in V*****
(A/2)Â Adna C***** den Senad S***** in vierzehn Angriffen dazu bestimmt (Â§Â 12 zweiter Fall StGB), vorschriftswidrig Suchtgift in einer das 25-fache der Grenzmenge (Â§Â 28b SMG) Ã¼bersteigenden Menge, nÃ¤mlich 1.400Â Gramm Kokain mit einem Reinheitsgehalt von zumindest 40Â % (560Â Gramm Kokainbase), von Slowenien nach Ã–sterreich einzufÃ¼hren,
(A/3)Â Daniel M***** zu der vom Schuldspruch A/2 umfassten strafbaren Handlung beigetragen (Â§Â 12 dritter Fall StGB), indem er seiner LebensgefÃ¤hrtin Adna C***** das Bargeld fÃ¼r den Ankauf des Suchtgifts aushÃ¤ndigte und sie mit dem PKW zu den Ãœbergaben brachte, und
(B/1)Â Daniel M***** und Adna C***** im bewussten und gewollten Zusammenwirken als MittÃ¤ter (Â§Â 12 erster Fall StGB) vorschriftswidrig Suchtgift in einer das 25-fache der Grenzmenge (Â§Â 28b SMG) Ã¼bersteigenden Menge, und zwar 1.288Â Gramm Kokain mit einem Reinheitsgehalt von zumindest 40Â % (515Â Gramm Kokainbase) abzÃ¼glich ihres Eigenbedarfs von jeweils 4Â Gramm Kokain wÃ¶chentlich, zehn anderen Ã¼berlassen.
Rechtliche Beurteilung
Dagegen wenden sich die aus Â§Â 281 AbsÂ 1 ZÂ 5a StPO erhobenen (gemeinsam ausgefÃ¼hrten) Nichtigkeitsbeschwerden der Angeklagten Daniel M***** und Adna C*****.
Bei der GlaubwÃ¼rdigkeitsbeurteilung lieÃŸ das Erstgericht weder die Verantwortung der BeschwerdefÃ¼hrer noch die Divergenzen in den Angaben des Drittangeklagten unberÃ¼cksichtigt (USÂ 8Â f).
Soweit die TatsachenrÃ¼ge aus diesen Verfahrensergebnissen anhand eigener BeweiswerterwÃ¤gungen fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrer gÃ¼nstige SchlÃ¼sse ableitet, wendet sie sich nach Art einer im schÃ¶ffengerichtlichen Verfahren nicht vorgesehenen (Â§Â 283 AbsÂ 1 StPO) Schuldberufung in unzulÃ¤ssiger Weise gegen die tatrichterliche BeweiswÃ¼rdigung (Â§Â 258 AbsÂ 2 StPO).
Die Nichtigkeitsbeschwerden waren daher gemÃ¤ÃŸ Â§Â 285d AbsÂ 1 StPO bereits bei der nichtÃ¶ffentlichen Beratung sofort zurÃ¼ckzuweisen.
Gleiches gilt fÃ¼r die Berufungen, weil die Angeklagten weder bei deren Anmeldung noch in einer rechtzeitig Ã¼berreichten Berufungsschrift (Â§Â 294 AbsÂ 2 zweiter Satz StPO) erklÃ¤rt haben, ob sie den Strafausspruch, das Konfiskationserkenntnis oder das Verfallserkenntnis (USÂ 3) bekÃ¤mpfen (Â§Â 296 AbsÂ 2 StPO iVm Â§Â 294 AbsÂ 4 StPO; RIS-Justiz RS0100395 und RS0100042; Ratz, WK-StPO Â§Â 294 RzÂ 10 und Â§Â 296 RzÂ 6).
Der Kostenausspruch beruht auf Â§Â 390a AbsÂ 1 StPO.