Document Number: JJT_20200114_OGH0002_0140OS00109_19I0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0140OS00109.19I.0114.000
Case Number: 14Os109/19i
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1578960000000
Word Count: 3800

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 14.Â JÃ¤nnerÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Prof.Â Dr.Â Danek als Vorsitzenden, die HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs Mag.Â Hetlinger, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Oshidari sowie die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Mann und Dr.Â Setz-Hummel in Gegenwart des SchriftfÃ¼hrers Mag.Â Hauer in der Strafsache gegen Imran I***** und andere Angeklagte wegen der Verbrechen des schweren Raubes nach Â§Â§Â 142 AbsÂ 1, 143 AbsÂ 1 erster und zweiter Fall StGB und weiterer strafbarer Handlungen Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten Imran I*****, Yusup M*****, Musa Ma*****, Adam B*****, Okan E***** und Aladin Im***** gegen das Urteil des Landesgerichts Innsbruck als SchÃ¶ffengericht vom 5.Â MÃ¤rzÂ 2019, GZÂ 28Â HvÂ 107/18f-148, und weiters Ã¼ber die Beschwerde des Angeklagten Imran I***** gegen den gemeinsam mit dem Urteil gefassten Beschluss auf Widerruf einer bedingten Strafnachsicht nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:
Spruch
In teilweiser Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerden der Angeklagten Yusup M*****, Musa Ma*****, Adam B***** und Okan E***** sowie aus Anlass der Nichtigkeitsbeschwerden wird das angefochtene Urteil, das im Ãœbrigen unberÃ¼hrt bleibt, im SchuldspruchÂ B./I./1./ der Angeklagten I*****, M*****, Ma*****, B***** und E*****, im SchuldspruchÂ B./I./3./ der Angeklagten S***** und Im***** sowie hinsichtlich des Angeklagten Ma***** in der rechtlichen Unterstellung der vom SchuldspruchÂ B./I./2./ erfassten Tat (auch) nach Â§Â 143 AbsÂ 1 zweiter Fall StGB, demgemÃ¤ÃŸ auch in den StrafaussprÃ¼chen sÃ¤mtlicher Angeklagten (einschlieÃŸlich der jeweiligen Vorhaftanrechnung), im Ausspruch Ã¼ber den die Angeklagten I*****, M*****, Ma*****, B***** und E***** betreffenden Verfall von 3.120Â Euro und im Kostenausspruch des Angeklagten Im***** ebenso wie der die Angeklagten I***** und Ma***** betreffende Beschluss nach Â§Â 494a AbsÂ 1 StPO aufgehoben und die Sache in diesem Umfang zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Landesgericht Innsbruck als JugendschÃ¶ffengericht verwiesen.
Der Angeklagte Im***** wird mit seiner Nichtigkeitsbeschwerde, die Angeklagten M*****, Ma*****, B***** und E***** werden mit ihren Nichtigkeitsbeschwerden soweit sie sich auf die von der Aufhebung umfassten SchuldsprÃ¼che beziehen, auf die Kassation verwiesen.
Die Nichtigkeitsbeschwerden der Angeklagten M*****, Ma*****, B***** und E***** werden im Ãœbrigen, jene des Angeklagten I***** wird zur GÃ¤nze zurÃ¼ckgewiesen.
Die Angeklagten I*****, M*****, Ma*****, B*****, Im***** und E***** werden mit ihren Berufungen, soweit sie den Ausspruch Ã¼ber die Strafen bekÃ¤mpfen, der Angeklagte I***** auch mit seiner Beschwerde gegen den Widerrufsbeschluss, auf die Kassation verwiesen.
Die Entscheidung Ã¼ber die Berufung des Angeklagten I***** gegen das AdhÃ¤sionserkenntnis obliegt dem Oberlandesgericht Innsbruck.
Den Angeklagten I*****, M*****, Ma*****, B***** und E***** fallen auch die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
GrÃ¼nde:
Mit dem angefochtenen â€“ auch unbekÃ¤mpft gebliebene SchuldsprÃ¼che und einen Freispruch enthaltenden â€“ Urteil wurden, soweit fÃ¼r die Erledigung der Nichtigkeitsbeschwerden und fÃ¼r die amtswegige MaÃŸnahme von Bedeutung, Imran I***** je zweier Verbrechen des schweren Raubes nach Â§Â§Â 142 AbsÂ 1, 143 AbsÂ 1 erster Fall StGB (B./I./1./ und 3./) und nach Â§Â§Â 142 AbsÂ 1, 143 AbsÂ 1 erster und zweiter Fall, in einem Fall iVm Â§Â 15 StGB (B./I./2./ und 4./), Yusup M***** der Verbrechen des schweren Raubes nach Â§Â§Â 142, 143 AbsÂ 1 erster Fall, im zweiten Fall als Beteiligter nach Â§Â 12 zweiter Fall StGB (B./I./1./ und III./) und nach Â§Â§Â 142, 143 AbsÂ 1 erster und zweiter Fall StGB (B./I./2./), Musa Ma***** der Verbrechen des schweren Raubes nach Â§Â§Â 142, 143 AbsÂ 1 erster Fall StGB (B./I./1./ und 3./) und nach Â§Â§Â 142 AbsÂ 1, 143 AbsÂ 1 erster und zweiter Fall StGB (B./I./2./), Adam B***** der Verbrechen des schweren Raubes nach Â§Â§Â 142, 143 AbsÂ 1 erster Fall StGB (B./I./1./ und 3./) und nach Â§Â§Â 142 AbsÂ 1, 143 AbsÂ 1 erster und zweiter Fall, in einem Fall iVm Â§Â 15 StGB (B./I./2./ und 4./), Okan E***** des Verbrechens des Raubes nach Â§Â 142 AbsÂ 1 StGB (B./I./1.), Patrick S***** sowie Aladin Im***** jeweils des Verbrechens des Raubes nach Â§Â 142 AbsÂ 1 StGB (B./I./3./), sowie zudem I*****, M*****, Ma***** und B***** je des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach Â§Â 278 AbsÂ 1 erster Fall StGB (B./V./) und die vier Letztgenannten sowie E***** jeweils des Verbrechens der Erpressung nach Â§Â§Â 15, 144 AbsÂ 1 StGB (B./II./) schuldig erkannt.
Danach haben
B./Â in I***** und an anderen Orten
I./Â I*****, M*****, Ma***** und B***** als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung unter Mitwirkung (Â§Â 12 StGB) anderer Mitglieder dieser Vereinigung mit Gewalt gegen eine Person und durch Drohung mit gegenwÃ¤rtiger Gefahr fÃ¼r Leib oder Leben (Â§Â 89 StGB), teils unter Verwendung von Waffen (B./I./2./ und 4./), fremde bewegliche Sachen Nachgenannten mit auf unrechtmÃ¤ÃŸige Bereicherung gerichtetem Vorsatz weggenommen, abgenÃ¶tigt und abzunÃ¶tigen versucht, und zwar
1./Â I*****, M*****, Ma*****, B***** und Okan E***** am 21.Â DezemberÂ 2017 Dino Mar***** â€ždurch strategische Positionierung der beteiligten Personen im Lokal und die Ã„uÃŸerung des E*****, ab sofort beginne der Tschetschenenkrieg, verbunden mit der Forderung, ihm die Kellnergeldtasche samt Bargeld sowie die SchlÃ¼ssel zum Wettlokal und zu den Spielautomaten auszuhÃ¤ndigen, wobei er in der Folge das in den Spielautomaten enthaltene Bargeld entnahm, Bargeld in HÃ¶he von ca 3.120Â Euroâ€œ (abgenÃ¶tigt);
2./Â I*****, M*****, Ma*****, B***** und ein unbekannter TÃ¤ter am 31.Â DezemberÂ 2017 Onur G***** durch Versetzen von zwei SchlÃ¤gen ins Gesicht, sowie die Ã„uÃŸerung, â€žmach die Kassa auf und gib uns das ganze Geld, sonst zerstÃ¶ren wir hier alles und machen alles kaputt, dich auchâ€œ, wobei M***** oder I***** deutlich sichtbar eine Faustfeuerwaffe im GÃ¼rtel trug, 3.300Â Euro Bargeld (abgenÃ¶tigt und weggenommen);
3./Â I*****, Ma*****, B*****, Patrick S*****, Aladin Im***** und zwei unbekannte TÃ¤ter am 2.Â JÃ¤nnerÂ 2018 Hasan Mi***** durch Versetzen mehrerer FaustschlÃ¤ge und FuÃŸtritte, dessen PKW Mercedes, eine Geldtasche und ein Mobiltelefon â€žunerhobenen Wertesâ€œ (weggenommen);
4./Â I***** und B***** am 10.Â MÃ¤rzÂ 2017 Okan E*****, indem sie an ihm zerrten, B***** eine Faustfeuerwaffe vorzeigte, I***** gut sichtbar an seiner Hand einen Schlagring trug, (USÂ 26) I***** den flÃ¼chtenden E***** erfasste, B***** seine Waffe zog, ihm diese an die Brust hielt und Ã¤uÃŸerte, dass er nicht weglaufen solle, sonst werde er schieÃŸen, das aufgeladene Magazin aus der Waffe nahm und es E***** zeigte, um seine Absichten zu verdeutlichen, 5.000 bis 6.000Â Euro Bargeld abzunÃ¶tigen versucht;
II./Â I*****, M*****, Ma*****, B***** und E***** am 21.Â DezemberÂ 2017 mit auf unrechtmÃ¤ÃŸige Bereicherung gerichtetem Vorsatz Sezcan K***** durch die an dessen Mitarbeiter Dino Mar***** gerichtete und zur Weiterleitung bestimmte Mitteilung, E***** werde am 22.Â DezemberÂ 2017 wiederkommen und die zu B./I./1./ angefÃ¼hrten SchlÃ¼ssel nicht zurÃ¼ckgeben, solange er nicht 5.000 Euro erhalte, sowie die von B***** gegenÃ¼ber Mar***** getÃ¤tigte Ã„uÃŸerung, er wolle nicht, dass ihm etwas passiere, somit durch gefÃ¤hrliche Drohung mit einer Verletzung am KÃ¶rper und am VermÃ¶gen, zu einer Handlung, nÃ¤mlich der Ãœbergabe von 5.000 Euro zu nÃ¶tigen versucht, die K***** in diesem Betrag am VermÃ¶gen schÃ¤digen sollte;
III./Â M***** am 1.Â JÃ¤nnerÂ 2018 I***** durch die sinngemÃ¤ÃŸe Aufforderung â€ždie Sache mit Hasan Mi***** am nÃ¤chsten Tag zu erledigenâ€œ, zur AusfÃ¼hrung der zu B./I./3./ beschriebenen â€žTatâ€œ bestimmt;
V./Â I*****, M*****, Ma*****, B***** und unbekannte weitere MittÃ¤ter â€žabâ€œ AnfangÂ 2017 an einem unbekannten Ort durch die Vereinbarung, kÃ¼nftig (USÂ 24:) Ã¼ber einen lÃ¤ngeren Zeitraum gemeinsam bewaffnete RaubÃ¼berfÃ¤lle auf Wettlokale zu verÃ¼ben sowie Betreiber von Wettlokalen im Raum T***** unter Drohung mit dem Tod sowie mit Gewalt zur Bezahlung von Schutzgeld zu erpressen, eine kriminelle Vereinigung gegrÃ¼ndet.
Rechtliche Beurteilung
Dagegen richten sich die von I***** aus ZÂ 5, 9 litÂ a und 10, von E***** aus ZÂ 5 und 9 litÂ a sowie (gemeinsam ausgefÃ¼hrt) von M*****, Ma*****, B***** und Im***** aus ZÂ 5, 5a und 9 litÂ a des Â§Â 281 AbsÂ 1 StPO ergriffenen Nichtigkeitsbeschwerden. Die Nichtigkeitsbeschwerden der Angeklagten M*****, Ma*****, B***** und E***** sind teilweise berechtigt. Weiters geben die Rechtsmittel Anlass zu amtswegigem Vorgehen (Â§Â 290 AbsÂ 1 zweiter Satz erster und zweiter Fall StPO).
Zum berechtigten Teil der Nichtigkeitsbeschwerden der Angeklagten M*****, Ma*****, B***** und E***** sowie zu den amtswegigen MaÃŸnahmen:
Die RechtsrÃ¼ge (ZÂ 9 litÂ a) der Angeklagten M*****, Ma*****, B***** und E***** zeigt zutreffend das Fehlen von Feststellungen zum Bedeutungsinhalt der dem SchuldspruchÂ B./I./1./ zu Grunde liegenden Ã„uÃŸerungen und Handlungen auf.
Raub verlangt unter anderem, dass die auf unrechtmÃ¤ÃŸige Bereicherung gerichtete Wegnahme oder AbnÃ¶tigung einer fremden beweglichen Sache â€“ hier relevant â€“ durch Drohung mit gegenwÃ¤rtiger Gefahr fÃ¼r Leib oder Leben erfolgt. PrÃ¤zisiert wird die Gefahr fÃ¼r Leib und Leben durch den Hinweis auf Â§Â 89 StGB. Damit wird klargestellt, dass die AnkÃ¼ndigung einer minimalen, im Bagatellbereich liegenden BeeintrÃ¤chtigung der kÃ¶rperlichen IntegritÃ¤t oder die bloÃŸe Drohung mit einer Misshandlung (Â§Â 83 AbsÂ 2, Â§Â 115 AbsÂ 1 StGB) fÃ¼r die Subsumtion nach Â§Â 142 AbsÂ 1 StGB nicht ausreichen (vgl Eder-Rieder in WK2 StGB Â§Â 142 RzÂ 28Â ff; RIS-Justiz RS0118696 [T4]).
Die rechtliche Annahme der Eignung einer (auch nonverbalen) ErklÃ¤rung, dem Adressaten die begrÃ¼ndete Besorgnis einzuflÃ¶ÃŸen, der TÃ¤ter sei willens und in der Lage, das angekÃ¼ndigte Ãœbel herbeizufÃ¼hren (RIS-Justiz RS0092538, RS0092255; Jerabek/Ropper in WK2 StGB Â§Â 74 RzÂ 34), setzt Feststellungen zum Bedeutungsinhalt dieser Ã„uÃŸerung voraus, die durch die Wiedergabe des Wortlauts oder die bloÃŸe Beschreibung des TÃ¤terverhaltens nicht ersetzt werden kÃ¶nnen. Diese UmstÃ¤nde dienen allenfalls der BegrÃ¼ndung der Konstatierungen (RIS-Justiz RS0092437 [T4], RS0092588).
Den Urteilsfeststellungen, wonach sich I*****, M*****, Ma***** und B***** â€žstrategisch im Wettlokal verteilten, wobei sich einer von ihnen direkt neben Dino Mar***** setzteâ€œ, diese â€žAufstellungâ€œ fÃ¼r Mar***** â€žbedrohlich wirkteâ€œ und fÃ¼r ihn â€žaus dem Gehabe der TÃ¤terâ€œ eindeutig erkennbar gewesen sei, dass â€žetwas passierenâ€œ werde, zumal â€žzwei der Angeklagten Handschuhe trugenâ€œ und er die Aufforderung, die Kassa und die SchlÃ¼ssel an E***** zu Ã¼bergeben, dahin verstand, dass, wenn er dieser nicht Folge leisten wÃ¼rde, er mit â€žmassiven Repressalienâ€œ zu rechnen habe (USÂ 27), ist â€“ auch im Zusammenhang mit der im Urteilsspruch angefÃ¼hrten Ã„uÃŸerung des E*****, ab sofort beginne der â€žTschetschenienkriegâ€œ (USÂ 4) â€“ nicht mit Bestimmtheit zu entnehmen, welches konkrete Ãœbel die TÃ¤ter dem Opfer ankÃ¼ndigten.
Ebenso vermag die Verwendung der verba legalia (â€ždurch Drohung mit gegenwÃ¤rtiger Gefahr fÃ¼r Leib oder Lebenâ€œ) im Referat der entscheidenden Tatsachen (Â§Â 260 AbsÂ 1 ZÂ 1 StPO) die fehlenden Konstatierungen zu entscheidenden Tatsachen nicht zu ersetzen (RIS-Justiz RS0114639).
Des Weiteren fehlen (mit Blick auf Â§Â 290 AbsÂ 1 StPO) in Anbetracht der â€“ hier relevant â€“ konstatierten Absicht der Angeklagten, das Opfer durch die â€žangefÃ¼hrten Ã„uÃŸerungenâ€œ zu nÃ¶tigen (vgl USÂ 32), Feststellungen zur subjektiven Tatseite im Hinblick auf die fÃ¼r die rechtliche Beurteilung nach Â§Â 142 AbsÂ 1 StGB erforderlichen Konstatierungen zu einem den Einsatz einer qualifizierten Drohung als NÃ¶tigungsmittel (deren Bedeutungsinhalt und Ernstlichkeit) umfassenden (zumindest bedingten) Vorsatz (Eder-Rieder in WK2 StGB Â§Â 142 RzÂ 44).
Der aufgezeigte Rechtsfehler (ZÂ 9 litÂ a) haftet dem SchuldspruchÂ B./I./1./ unbekÃ¤mpft auch zum Nachteil des Angeklagten I***** an und war daher in Bezug auf diesen von Amts wegen wahrzunehmen (Â§Â 290 AbsÂ 1 zweiter Satz erster Fall StPO).
Aus Anlass der Nichtigkeitsbeschwerden Ã¼berzeugte sich der Oberste Gerichtshof weiters davon (Â§Â 290 AbsÂ 1 zweiter Satz erster Fall StPO), dass dem SchuldspruchÂ B./I./3./ zum Nachteil der Angeklagten S***** und Im***** ein â€“ von diesen nicht geltend gemachter â€“ Rechtsfehler mangels Feststellungen zur subjektiven Tatseite (ZÂ 9 litÂ a; vgl USÂ 32) anhaftet, der von Amts wegen wahrzunehmen war.
SchlieÃŸlich liegt dem SchuldspruchÂ B./I./2./ zum Nachteil des Angeklagten Ma***** ein Rechtsfehler mangels Feststellungen zu einem auf Verwendung einer Waffe gerichteten Vorsatz (ZÂ 10; vgl USÂ 32) zugrunde. Dieser wurde vom Angeklagten Ma***** nicht geltend gemacht und war daher von Amts wegen wahrzunehmen (Â§Â 290 AbsÂ 1 zweiter Satz erster Fall StPO).
Die aufgezeigten Rechtsfehler erfordern die Aufhebung der SchuldsprÃ¼che B./I./1./ hinsichtlich aller davon betroffenen Angeklagten und B./I./3./ hinsichtlich der Angeklagten S***** und Im***** sowie des SchuldspruchsÂ B./I./2./ in seiner Subsumtion der Tat (auch) nach Â§Â 143 AbsÂ 1 zweiter Fall StGB hinsichtlich des Angeklagten Ma*****.
In diesem Umfang waren die Rechtsmittelwerber mit ihren BeschwerdeausfÃ¼hrungen auf die Aufhebung zu verweisen.
Zur Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten I*****:
Die MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 zweiter Fall) kritisiert zu B./I./2./ zur konstatierten Verwendung einer Faustfeuerwaffe beim Raub das Fehlen einer Auseinandersetzung mit den Angaben des Zeugen Onur G***** in der ersten polizeilichen Vernehmung (richtig: ONÂ 53 SÂ 123Â ff in ONÂ 75), in der er keinen â€žmetallischen Gegenstandâ€œ erwÃ¤hnt habe und mit dessen Aussage in der Hauptverhandlung, wonach er nicht genau sagen kÃ¶nne, ob das â€žMetallischeâ€œ eine Waffe gewesen sei (ONÂ 147 SÂ 25, 29).
Die behauptete UnvollstÃ¤ndigkeit liegt nicht vor. Denn die Tatrichter, die den Feststellungen zum Tathergang zu B./I./2./ (USÂ 28Â ff) die Schilderung des genannten Zeugen zu Grunde legten und dessen Angaben eingehend wÃ¼rdigten (USÂ 49Â ff), waren â€“ dem Gebot zu gedrÃ¤ngter Darstellung der EntscheidungsgrÃ¼nde folgend (Â§Â 270 AbsÂ 2 ZÂ 5 StPO) â€“ nicht verhalten, jedes Aussagedetail gesondert zu erÃ¶rtern (RIS-Justiz RS0106295). Im Ãœbrigen zitiert die RÃ¼ge die relevierte Passage der Aussage des Zeugen G***** unvollstÃ¤ndig, da dieser in der Hauptverhandlung angegeben hat, einen â€žmetallischen, waffenÃ¤hnlichen Gegenstand im GÃ¼rtelbereichâ€œ gesehen zu haben (ONÂ 147 SÂ 29). Des Weiteren hat sich der SchÃ¶ffensenat mit der vom Zeugen zum Ausdruck gebrachten Unsicherheit, ob es sich um eine Waffe handelte, befasst und â€“ logisch und empirisch einwandfrei â€“ dargelegt, dass aufgrund dessen weiteren Angaben (USÂ 49Â f) in Zusammenhalt damit, dass dieser trotz abgesonderter Vernehmung in der Hauptverhandlung sichtlich verÃ¤ngstigt gewirkt habe, von einer Tatbegehung unter Verwendung einer Waffe auszugehen gewesen sei (USÂ 50 f). Im Umstand, dass G***** im Rahmen seiner ersten polizeilichen Vernehmung keine Waffe erwÃ¤hnte, ist ein erÃ¶rterungspflichtiger Widerspruch mit der bekÃ¤mpften Feststellung nicht zu erblicken (vgl RIS-Justiz RS0098646).
Bezugspunkt der MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5) ist der Ausspruch des SchÃ¶ffengerichts Ã¼ber entscheidende Tatsachen, also Ã¼ber schuld- und subsumtionsrelevante TatumstÃ¤nde (RIS-Justiz RS0106268).
Mit der zu B./II./ erhobenen Behauptung von Undeutlichkeit und eines inneren Widerspruchs (ZÂ 5 erster und dritter Fall), betreffend den (mittelbaren oder unmittelbaren) Adressaten der Drohung, da â€ždas Urteil nicht eindeutig erkennen lÃ¤sst, wer nun der GenÃ¶tigte ist bzw die GenÃ¶tigten sind (Dino Mar***** und/oder Sezcan K*****)â€œ, spricht die MÃ¤ngelrÃ¼ge keine fÃ¼r die Subsumtion entscheidende Tatsache an (vgl USÂ 28, 32Â f iVm USÂ 5; RIS-Justiz RS0092551).
Gegenstand von Rechts- und SubsumtionsrÃ¼ge ist ausschlieÃŸlich der Vergleich des zur Anwendung gebrachten materiellen Rechts einschlieÃŸlich prozessualer Verfolgungsvoraussetzungen mit dem festgestellten Sachverhalt. Den tatsÃ¤chlichen Bezugspunkt bildet dabei die Gesamtheit der in den EntscheidungsgrÃ¼nden getroffenen Feststellungen. Davon ausgehend ist klarzustellen, aus welchen ausdrÃ¼cklich zu bezeichnenden Tatsachen (einschlieÃŸlich der Nichtfeststellung von Tatsachen) welche rechtliche Konsequenz hÃ¤tte abgeleitet werden sollen (RIS-Justiz RS0099810; Ratz, WK-StPO Â§Â 281 RzÂ 581).
Diesen Kriterien entsprechen die Rechts- und die SubsumtionsrÃ¼ge nicht.
Die zu B./II./ eine rechtliche Beurteilung der Tat nach Â§Â 107 AbsÂ 1 StGB anstrebende SubsumtionsrÃ¼ge (ZÂ 10, nominell auch ZÂ 5) vermisst Feststellungen dazu, â€ždurch welches Verhalten von welchem GenÃ¶tigten eine unmittelbare VermÃ¶gensschÃ¤digungâ€œ erfolgt ist.
Nach den Urteilskonstatierungen (USÂ 28, 32Â f), forderte E***** am 21.Â DezemberÂ 2017 von Mar***** die SchlÃ¼ssel fÃ¼r das Lokal und fÃ¼r die Automaten, behielt den gesamten SchlÃ¼sselbund und Ã¤uÃŸerte gegenÃ¼ber Mar***** â€“ zur Weiterleitung an dessen Arbeitgeber K***** bestimmt â€“: â€žBevor ich von Chicco (vgl USÂ 27: gemeint K*****) nicht die 5.000Â Euro bekomme, und ich komme am 22.Â DezemberÂ 2017 wieder, werden die SchlÃ¼ssel nicht zurÃ¼ckgegebenâ€œ. Weiters Ã¤uÃŸerte B***** gegenÃ¼ber Mar*****, er wolle nicht, dass diesem etwas passiere, wobei die Tat â€žbeim Versuch blieb, weil sie bei der Polizei zur Anzeige gebracht wurdeâ€œ. Die mit auf unrechtmÃ¤ÃŸige Bereicherung gerichtetem Vorsatz handelnden Angeklagten hielten es durch diese Ã„uÃŸerungen ernstlich fÃ¼r mÃ¶glich und fanden sich damit ab, Mar***** â€žbzwâ€œ K***** mit der Begehung eines â€ž(weiteren) RaubÃ¼berfallsâ€œ gefÃ¤hrlich zu bedrohen und â€žsieâ€œ auf diese Weise zur Ãœbergabe von 5.000Â Euro zu nÃ¶tigen, welche â€ždieseâ€œ im angefÃ¼hrten Betrag geschÃ¤digt hÃ¤tte.
Weshalb diese Konstatierungen die rechtliche Unterstellung nach Â§Â 144 AbsÂ 1 StGB in Form des Versuchs (Â§Â 15 StGB) nicht zu tragen vermÃ¶gen und welche darÃ¼ber hinausgehenden Feststellungen zur rechtsrichtigen Subsumtion erforderlich sein sollten, leitet die RÃ¼ge, die das Entwicklungsstadium des Versuchs verkennt (vgl Eder-Rieder in WK2 StGB Â§Â 144 RzÂ 21, 36) und nicht darlegt, inwiefern die Person des GeschÃ¤digten die Subsumtion beeinflussen sollte (â€ždiesen oder einen anderen schÃ¤digtâ€œ), nicht methodengerecht aus dem Gesetz ab (RIS-Justiz RS0116565). Die vom BeschwerdefÃ¼hrer zitierte oberstgerichtliche Entscheidung (12Â OsÂ 49/15w) betrifft einen nicht vergleichbaren Sachverhalt.
Die RechtsrÃ¼ge (ZÂ 9 litÂ a) behauptet das Fehlen von Feststellungen zur subjektiven Tatseite zu B./V./, legt aber nicht methodengerecht dar (vgl erneut RIS-Justiz RS0116565), warum die Konstatierung, wonach es I*****, M*****, Ma***** und B***** hinsichtlich der zu B./I./, II./ und III./ angefÃ¼hrten Taten in der jeweils beschriebenen Zusammensetzung ernstlich fÃ¼r mÃ¶glich hielten und sich damit abfanden, dass sie als Mitglieder einer zumindest aus den Genannten bestehenden kriminellen Vereinigung, sohin eines auf lÃ¤ngere Zeit angelegten Zusammenschlusses von mehr als zwei Personen unter Mitwirkung anderer Mitglieder dieser Vereinigung, handelten (USÂ 24Â f), in Zusammenhalt mit der Feststellung, dass I*****, M*****, Ma***** und B***** sowie unbekannt gebliebene MittÃ¤ter zumindest â€žseitâ€œ Anfang JÃ¤nnerÂ 2017 beschlossen, Ã¼ber einen lÃ¤ngeren Zeitraum von jedenfalls mehreren Monaten in T***** GlÃ¼cksspiellokale auszurauben und deren EigentÃ¼mer zur Zahlung von GeldbetrÃ¤gen zu erpressen, wobei sie in der Folge mit der Umsetzung ihres Tatplans begannen und diesen bis zu ihren Festnahmen im JÃ¤nnerÂ 2018 fortsetzten (USÂ 24), nicht ausreichend sei und es zusÃ¤tzlicher Feststellungen zur inneren Tatseite bedÃ¼rfe (vgl PlÃ¶chl in WK2 StGB Â§Â 278 RzÂ 41; Fabrizy, StGB13 Â§Â 278 RzÂ 5).
Zur (gemeinsam ausgefÃ¼hrten, weiteren) Nichtigkeitsbeschwerde der Angeklagten M*****, Ma***** und B*****:
Soweit die MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 zweiter Fall) zu B./I./2./ in Bezug auf die Verwendung einer Waffe das Fehlen einer vollstÃ¤ndigen Auseinandersetzung mit den Angaben des Zeugen G***** releviert, werden die BeschwerdefÃ¼hrer M***** und B***** auf die Antwort zum inhaltsgleichen Vorbringen des Angeklagten I*****, und Ma***** auf die ihn betreffende Kassation des SchuldspruchsÂ B./I./2./ in der Subsumtion der Tat (auch) nach Â§Â 143 AbsÂ 1 zweiter Fall StGB verwiesen.
Mit den Aussagen des Zeugen Hasan Mi***** zu B./I./3./ hat sich das Erstgericht eingehend auseinandergesetzt (USÂ 52, 54Â f). Dem Beschwerdestandpunkt (ZÂ 5 zweiter Fall) zuwider, war eine ausdrÃ¼ckliche ErÃ¶rterung des Umstands, dass der Zeuge bei seiner polizeilichen Vernehmung angab, S***** und Im***** seien vor dem Vorfall wieder weggefahren und er wisse nicht, ob es sich bei dem anschlieÃŸend hinzugekommenen Kleinwagen um das Fahrzeug S*****s gehandelt habe (ASÂ 283 in ONÂ 236 in [richtig:] ONÂ 79), nicht erforderlich (vgl RIS-Justiz RS0098646).
Die erhobene Forderung, aufgrund â€žerheblicher WidersprÃ¼chlichkeitenâ€œ der Aussage des Zeugen Mi***** den â€žZweifelsgrundsatzâ€œ anzuwenden, Ã¼bersieht, dass der Grundsatz â€žin dubio pro reoâ€œ niemals Gegenstand des formellen Nichtigkeitsgrundes des Â§Â 281 AbsÂ 1 ZÂ 5 StPO sein kann (RIS-Justiz RS0102162, RS0099419).
Soweit die MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 zweiter Fall) zu B./I./4./ kritisiert, die Aussage des Zeugen K***** zu den Eigentums- und BesitzverhÃ¤ltnissen des Wettlokals (ONÂ 147 [richtig:] SÂ 17) sei Ã¼bergangen worden, spricht sie keinen fÃ¼r die rechtliche Beurteilung entscheidenden Umstand an. Indem die Beschwerde eigene BeweiswerterwÃ¤gungen zu den Aussagen des Angeklagten E***** und des Zeugen K***** anstellt, erschÃ¶pft sie sich in einer unzulÃ¤ssigen Kritik an der BeweiswÃ¼rdigung der Tatrichter.
Aktenwidrig im Sinn der ZÂ 5 fÃ¼nfter Fall ist ein Urteil, wenn es den eine entscheidende Tatsache betreffenden Inhalt einer Aussage oder Urkunde in seinen wesentlichen Teilen unrichtig oder unvollstÃ¤ndig wiedergibt (RIS-Justiz RS0099431).
Die weitere RÃ¼ge (zu B./II./) kritisiert die festgestellte Ã„uÃŸerung des Adam B***** gegenÃ¼ber Dino Mar*****, er wolle nicht, dass ihm etwas passiere (USÂ 28), als aktenwidrig, weil diese den Angaben des Zeugen Mar***** nicht zu entnehmen sei (vgl im Ãœbrigen ONÂ 236 SÂ 211 in ONÂ 79 iVm ONÂ 236 SÂ 155 in ONÂ 79). Eine unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Wiedergabe des Inhalts der Aussage im Sinn der ZÂ 5 fÃ¼nfter Fall wird damit allerdings nicht geltend gemacht (RIS-Justiz RS0099547).
Indem die MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 fÃ¼nfter Fall) zu B./III./ aus dem Inhalt des TelefonÃ¼berwachungsprotokolls Ã¼ber ein, zwischen M***** und I***** am 1.Â JÃ¤nnerÂ 2018 gefÃ¼hrtes TelefongesprÃ¤ch (ONÂ 235 [richtig:] SÂ 99 in ONÂ 78) andere (eine BestimmungstÃ¤terschaft des M***** verneinende) SchlÃ¼sse als das Erstgericht zieht, entfernt sie sich von der dargelegten Anfechtungskategorie.
Die zu B./I./4./ und B./V./ ausgefÃ¼hrte TatsachenrÃ¼ge (ZÂ 5a) vermag mit dem erneuten Hinweis auf die schon in der MÃ¤ngelrÃ¼ge angesprochene â€“ im Ãœbrigen keinen entscheidenden Aspekt betreffende â€“ Aussage des Zeugen K***** zu den BesitzverhÃ¤ltnissen des Wettlokals und zu dessen Dienstgebereigenschaft hinsichtlich des E***** [zu B./I./4./] sowie zur fehlerhaften personellen und Ã¶rtlichen Zuordnung der vier sichergestellten Faustfeuerwaffen [zu B./V./] keine erheblichen Bedenken gegen die Richtigkeit der Feststellungen zu entscheidenden Tatsachen zu wecken.
Mit dem Vorwurf einer â€žAuÃŸerachtlassung der amtswegigen Wahrheitsforschungâ€œ â€“ der weder erkennen lÃ¤sst, welche Beweisaufnahmen die BeschwerdefÃ¼hrer vermissen noch wodurch sie an einer entsprechenden Antragstellung in der Hauptverhandlung gehindert waren â€“ wird die SubsidiaritÃ¤t der AufklÃ¤rungsrÃ¼ge (ZÂ 5a) gegenÃ¼ber der VerfahrensrÃ¼ge (ZÂ 4) auÃŸer Acht gelassen (RIS-Justiz RS0115823 [T2], Ratz, WK-StPO Â§Â 281 RzÂ 479Â f). Soweit die RÃ¼ge einzelne tatrichterliche ErwÃ¤gungen zu B./V./ pauschal als â€žnicht Ã¼berzeugendâ€œ und als â€žScheinbegrÃ¼ndungâ€œ kritisiert, richtet sie sich in unzulÃ¤ssiger Form gegen die BeweiswÃ¼rdigung des SchÃ¶ffengerichts.
Der mit RechtsrÃ¼ge (ZÂ 9 litÂ a) erhobene Einwand des Fehlens von Feststellungen zum Begehungsmittel beim Raub zu B./I./2./, weil die konstatierte Ohrfeige (USÂ 29) das Tatbestandsmerkmal der â€žGewaltâ€œ im Sinn des Â§Â 142 AbsÂ 1 StGB nicht verwirkliche, Ã¼bergeht prozessordnungswidrig die Gesamtheit der â€“ insoweit unbekÃ¤mpft gebliebenen â€“ Urteilskonstatierungen (RIS-Justiz RS0117247 [T2, T5]), wonach das Tatopfer durch Versetzen von zwei SchlÃ¤gen ins Gesicht (USÂ 29: â€žlinks und rechts geohrfeigtâ€œ) und durch die Ã„uÃŸerung â€žMach die Kassa auf und gib uns das ganze Geld, sonst zerstÃ¶ren wir hier alles und machen alles kaputt, dich auchâ€œ zur Herausgabe von Bargeld genÃ¶tigt wurde (USÂ 29 iVm USÂ 4).
Zufolge dieser Urteilskonstatierungen spricht die RechtsrÃ¼ge keine entscheidende Tatsache an, weil Gewalt und (qualifizierte) Drohung beim Tatbestand des Â§Â 142 AbsÂ 1 StGB rechtlich gleichwertige Begehungsformen sind (RIS-Justiz RS0093803, RS0116655).
Die RÃ¼ge (nominell ZÂ 9 litÂ a, der Sache nach ZÂ 10) eines substanzlosen Gebrauchs der verba legalia betreffend die Konstatierungen zum Bereicherungsvorsatz zu B./I./3./ legt nicht dar, weshalb es den dazu getroffenen Feststellungen (USÂ 32) am gebotenen Sachverhaltsbezug fehlen sollte (vgl RIS-Justiz RS0119090).
Das weitere, die Annahme der UnrechtmÃ¤ÃŸigkeit der Bereicherung kritisierende Vorbringen (â€ž... aus nahezu sÃ¤mtlichen Aussagen ergibt sich, dass Mi***** 4.000Â Euro Schulden bei B***** hatte ...â€œ) erschÃ¶pft sich bloÃŸ unzulÃ¤ssig in eigenen BeweiswerterwÃ¤gungen (RIS-Justiz RS0099810 [T33]).
Das Erfordernis einer Feststellung zum Wert des weggenommenen Fahrzeugs des Mi***** wird ohne methodengerechte Ableitung aus dem Gesetz bloÃŸ behauptet (RIS-Justiz RS0116565; vgl auch RS0090611).
Die RechtsrÃ¼ge (ZÂ 9 litÂ a), die zu B./III./ das Fehlen von Konstatierungen zur BestimmungstÃ¤terschaft des M***** behauptet, Ã¼bergeht prozessordnungswidrig die gerade dazu getroffenen Feststellungen (USÂ 30, 32).
Soweit die RechtsrÃ¼ge â€“ inhaltsgleich zur MÃ¤ngelrÃ¼ge â€“ aufgrund eigener BeweiswerterwÃ¤gungen zum Inhalt des zwischen M***** und I***** am 1.Â JÃ¤nnerÂ 2018 gefÃ¼hrten TelefongesprÃ¤chs (ONÂ 235 [richtig:] SÂ 99 in ONÂ 78) schlieÃŸt, dass das Erwecken eines Tatentschlusses bei I***** nicht festgestellt werden kÃ¶nne, verfehlt sie den Bezugspunkt materiell-rechtlicher Nichtigkeit (RIS-Justiz RS0099810).
Zur (weiteren) Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten E*****:
Die RechtsrÃ¼ge (ZÂ 9 litÂ a) vermisst zu B./II./ Feststellungen zu jeglicher TÃ¤terschaftsform betreffend E***** und zu einem bewussten und gewollten Zusammenwirken mit den MittÃ¤tern. Sie legt aber nicht dar, weshalb die konstatierte Drohung des E***** gegenÃ¼ber Mar***** (USÂ 28) in Zusammenhalt mit den in subjektiver Hinsicht getroffenen Feststellungen (USÂ 32Â f) die Annahme unmittelbarer TÃ¤terschaft (Â§Â 12 erster Fall StGB) nicht tragen sollte und welcher weiteren Feststellungen es bedurft hÃ¤tte (RIS-Justiz RS0099620).
Das angefochtene Urteil, das im Ãœbrigen unberÃ¼hrt bleibt, war daher â€“ in Ãœbereinstimmung mit der Stellungnahme der Generalprokuratur â€“ in teilweiser Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerden der Angeklagten M*****, Ma*****, B***** und E***** sowie aus Anlass der Nichtigkeitsbeschwerden im aus dem Spruch ersichtlichen Umfang bereits bei der nichtÃ¶ffentlichen Beratung aufzuheben und diesbezÃ¼glich Verfahrenserneuerung anzuordnen (Â§Â 285e StPO).
GemÃ¤ÃŸ Â§Â 285d AbsÂ 1 StPO waren die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten I***** zur GÃ¤nze, jene der Angeklagten M*****, Ma*****, B***** und E***** im Ãœbrigen â€“ gleichfalls im Einklang mit der Stellungnahme der Generalprokuratur â€“ sofort zurÃ¼ckzuweisen.
Die Angeklagten I*****, M*****, Ma*****, B*****, Im***** und E***** werden mit ihren Berufungen, soweit sie den Ausspruch Ã¼ber die Strafe bekÃ¤mpfen, der Angeklagte I***** auch mit seiner Beschwerde gegen den Widerrufsbeschluss auf die Kassation verwiesen.
Im weiteren Rechtsgang wird â€“ mit Blick auf das Alter des Angeklagten Im***** zur Tatzeit â€“ gemÃ¤ÃŸ Â§Â 46a AbsÂ 1 JGG das Landesgericht Innsbruck als JugendschÃ¶ffengericht zu entscheiden haben.
Die Entscheidung Ã¼ber die Berufung des Angeklagten I***** gegen das AdhÃ¤sionserkenntnis kommt dem Oberlandesgericht zu (Â§Â 285i StPO).
Die Kostenersatzpflicht der Angeklagten I*****, M*****, Ma*****, B***** und E***** beruht auf Â§Â 390a AbsÂ 1 StPO. Die Ersatzpflicht der Angeklagten I***** und Ma***** erstreckt sich nicht auf die mit dem amtswegigen Vorgehen verbundenen Kosten (RIS-Justiz RS0101558).
Eine Kostenentscheidung zu Im***** entfÃ¤llt, weil das Urteil im ihn betreffenden Umfang zur GÃ¤nze aufgehoben wurde (Lendl, WK-StPO Â§Â 390a RzÂ 7).
Bleibt zur Aufhebung des Verfallserkenntnisses Ã¼ber 3.120Â Euro betreffend die Angeklagten I*****, M*****, Ma*****, B***** und E***** fÃ¼r den zweiten Rechtsgang anzumerken, dass das Gesetz eine Solidar- oder Kumulativhaftung nicht vorsieht (vgl RIS-Justiz RS0129964).