Document Number: JJT_20201102_OGH0002_0020NC00035_20Z0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0020NC00035.20Z.1102.000
Case Number: 2Nc35/20z
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1604275200000
Word Count: 220

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den SenatsprÃ¤sidenten Dr.Â Veith als Vorsitzenden, den Hofrat Dr.Â Musger, die HofrÃ¤tin Dr.Â SolÃ© sowie die HofrÃ¤te Dr.Â Nowotny und Mag.Â Pertmayr als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Dkfm.Â K***** H*****, vertreten durch Mag.Â GÃ¼lay Aydemir, RechtsanwÃ¤ltin in Wien, wider die beklagte Partei Mag.Â K***** H*****, vertreten durch Dr.Â Klaus Krebs, Rechtsanwalt in Wien, wegen 385.000Â EURÂ sA, aufgrund der Befangenheitsanzeige der HofrÃ¤tin ***** vom 19.Â OktoberÂ 2020 im Revisionsverfahren AZÂ ***** den
Beschluss
gefasst:
Spruch
***** ist als Mitglied des ***** Senats im zu AZÂ ***** gefÃ¼hrten Verfahren Ã¼ber die auÃŸerordentliche Revision des KlÃ¤gers befangen.
BegrÃ¼ndung:
Rechtliche Beurteilung
[1] FÃ¼r die Behandlung des im Spruch genannten Rechtsmittels ist der ***** Senat des Obersten Gerichtshofs zustÃ¤ndig. ***** ist Mitglied dieses Senats. Sie zeigt an, dass ihr Ehemann als Richter des Oberlandesgerichts Wien an der angefochtenen Entscheidung mitgewirkt hat. Daraus kÃ¶nnte der Anschein der Befangenheit abgeleitet werden.
[2] Die Befangenheitsanzeige ist begrÃ¼ndet.
[3] Ein Richter ist nach Â§Â 19 ZÂ 2 JN befangen, wenn bei objektiver Betrachtung ein zureichender Grund vorliegt, seine Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen. DafÃ¼r genÃ¼gen Tatsachen, die den Anschein einer Voreingenommenheit hervorrufen kÃ¶nnen (RS0046052 [T2]). Ausgehend von diesen GrundsÃ¤tzen kann der von ***** mitgeteilte Sachverhalt den Anschein ihrer Befangenheit begrÃ¼nden, weil ein Verfahrensbeteiligter den Eindruck gewinnen kÃ¶nnte, ihre Willensbildung kÃ¶nnte durch die Verfahrensbeteiligung ihres Ehegatten als Mitglied des Berufungssenats beeinflusst worden sein (vgl 2Â NcÂ 11/19v; 2Â NcÂ 16/19d).