Document Number: JJT_20200225_OGH0002_0140OS00151_19S0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0140OS00151.19S.0225.000
Case Number: 14Os151/19s
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1582588800000
Word Count: 367

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 25.Â FebruarÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Prof.Â Dr.Â Danek als Vorsitzenden, die HofrÃ¤tin des Obersten Gerichtshofs Mag.Â Hetlinger, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Nordmeyer sowie die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Mann und Dr.Â Setz-Hummel in Gegenwart der SchriftfÃ¼hrerin Dr.Â Ondreasova in der Strafsache gegen Vadym H***** wegen des Verbrechens des schweren Diebstahls im Rahmen einer kriminellen Vereinigung nach Â§Â§Â 127, 128 AbsÂ 1 ZÂ 3 und 5, 130 AbsÂ 2 erster Fall (iVm AbsÂ 1 zweiter Fall) StGB Ã¼ber die Beschwerde des Genannten gegen den Beschluss des Landesgerichts fÃ¼r Strafsachen Wien vom 6.Â DezemberÂ 2019, GZÂ 14Â HvÂ 9/19x-195, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Der Beschwerde wird nicht Folge gegeben.
Text
GrÃ¼nde:
Mit Urteil des Landesgerichts fÃ¼r Strafsachen Wien als SchÃ¶ffengericht vom 12.Â SeptemberÂ 2019, GZÂ 14Â HvÂ 9/19x-172, wurde Vadym H***** des Verbrechens des schweren Diebstahls im Rahmen einer kriminellen Vereinigung nach Â§Â§Â 127, 128 AbsÂ 1 ZÂ 3 und 5, 130 AbsÂ 2 erster Fall (iVm AbsÂ 1 zweiter Fall) StGB schuldig erkannt.
Nach VerkÃ¼ndung des Urteils und Rechtsmittelbelehrung durch den Vorsitzenden sowie nach RÃ¼cksprache mit seinem Verteidiger erklÃ¤rte der Angeklagte, auf Rechtsmittel zu verzichten (Hauptverhandlungsprotokoll vom 12.Â SeptemberÂ 2019, SÂ 31).
Am 19.Â NovemberÂ 2019 langte beim Oberlandesgericht Wien eine von Vadym H***** persÃ¶nlich verfasste Eingabe (ONÂ 190) ein, in der er erklÃ¤rte, â€žBerufungâ€œ zu erheben, da er â€žunschulduig verurteiltâ€œ worden und das Urteil â€žnicht gesetzeskonformâ€œ sei.
Mit Beschluss vom 6. Dezember 2019 wies der Vorsitzende des SchÃ¶ffengerichts diese Eingabe, die er (ausschlieÃŸlich) als Nichtigkeitsbeschwerde wertete, gemÃ¤ÃŸ Â§Â 285a Z 1 StPO (iVm Â§ 285b Abs 1 StPO) zurÃ¼ck.
Rechtliche Beurteilung
Dagegen richtet sich die Beschwerde des Vadym H***** (Â§Â 285b Abs 2 StPO), in der er vorbringt, rechtzeitig nach UrteilsverkÃ¼ndung schriftlich â€žBerufungâ€œ an das Oberlandesgericht Wien erhoben zu haben und mit der TÃ¤tigkeit des Verteidigers im Verfahren nicht zufrieden zu sein.
Die ZurÃ¼ckweisung der Nichtigkeitsbeschwerde durch das Landesgericht (Â§ 285a Z 1 StPO) erfolgte zu Recht, weil ein nach UrteilsverkÃ¼ndung in Anwesenheit des Verteidigers und nach Beratung mit diesem von einem â€“ wie hier â€“ prozessfÃ¤higen Angeklagten erklÃ¤rter Rechtsmittelverzicht wirksam (Â§Â 57 AbsÂ 2 letzter Satz StPO) und unwiderruflich ist (RIS-Justiz RS0099945).
Der dagegen erhobenen Beschwerde war daher keine Folge zu geben.
Eine Kostenentscheidung hatte zu entfallen, weil es nicht zu einem Rechtsmittelverfahren iSd Â§Â 390a AbsÂ 1 StPO gekommen ist (Lendl, WK-StPO Â§ 390a Rz 11).