Document Number: JJT_20200914_OGH0002_0020NC00026_20A0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0020NC00026.20A.0914.000
Case Number: 2Nc26/20a
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1600041600000
Word Count: 245

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Hofrat Dr.Â Musger als Vorsitzenden sowie die HofrÃ¤te und HofrÃ¤tinnen Dr.Â SolÃ©, Dr.Â Nowotny, Mag.Â Malesich und Mag.Â Pertmayr als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei DIÂ E***** K*****, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Gahleitner & Partner OG in Wien, gegen die beklagten Parteien 1.Â Univ.-Prof.Â DDr.Â h.c.Â H***** K*****, und 2.Â Dr.Â C***** S*****, beide vertreten durch GrubÃ¶ck & Lentschig RechtsanwÃ¤lte OG in Baden, wegen 308.300Â EUR, aufgrund der Befangenheitsanzeige des ***** vom 7.Â AugustÂ 2020 im Revisionsverfahren AZÂ *****, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
***** ist als Mitglied des ***** Senats im Verfahren Ã¼ber die auÃŸerordentliche Revision der beklagten Parteien zu AZ ***** befangen.
Text
BegrÃ¼ndung:
FÃ¼r die Behandlung des im Spruch genannten Rechtsmittels ist nach der GeschÃ¤ftsverteilung der ***** Senat des Obersten Gerichtshofs zustÃ¤ndig. ***** ist Mitglied dieses Senats.
Am 7.Â AugustÂ 2020 zeigte er GrÃ¼nde fÃ¼r seine Befangenheit an (Â§Â 22 GOG). Er erachte sich subjektiv als befangen, weil er sich bei der Zweitbeklagten, einer Ã„rztin, in laufender Behandlung befinde.
Rechtliche Beurteilung
Die Befangenheitsanzeige ist begrÃ¼ndet.
Ein Richter ist nach Â§Â 19 ZÂ 2 JN befangen, wenn bei objektiver Betrachtung ein zureichender Grund vorliegt, seine Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen, wenn also eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist (RS0046052). Bei der Selbstanzeige einer Befangenheit durch den Richter ist unter Beachtung des Interesses am Ansehen der Justiz kein strenger PrÃ¼fungsmaÃŸstab anzulegen und grundsÃ¤tzlich die Befangenheit zu bejahen (vgl zuletzt 2Â NcÂ 7/20g; RS0045943 [T3]).
Diese Voraussetzungen sind hier erfÃ¼llt. Die angezeigte Nahebeziehung kÃ¶nnte zu einer Voreingenommenheit fÃ¼hren, die eine unbefangene Willensbildung verhindern kÃ¶nnte.