Document Number: JJT_20200115_OGH0002_0150OS00144_19V0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0150OS00144.19V.0115.000
Case Number: 15Os144/19v
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1579046400000
Word Count: 619

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 15.Â JÃ¤nnerÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof.Â Dr.Â Kirchbacher als Vorsitzenden, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Mag.Â Lendl sowie die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Michel-Kwapinski, Mag.Â FÃ¼rnkranz und Dr.Â Mann in Gegenwart der Dr.Â Ondreasova als SchriftfÃ¼hrerin in der Strafsache gegen Stefan T***** und Alena N***** wegen des Verbrechens des schweren gewerbsmÃ¤ÃŸigen Diebstahls durch Einbruch nach Â§Â§Â 127, 128 AbsÂ 1 ZÂ 1 und ZÂ 5, 129 AbsÂ 2 ZÂ 1, 130 AbsÂ 3 und 15 StGB Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung der Alena N***** gegen das Urteil des Landesgerichts Korneuburg als SchÃ¶ffengericht vom 9.Â OktoberÂ 2019, GZÂ 602Â HvÂ 14/19w-57, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurÃ¼ckgewiesen.
Zur Entscheidung Ã¼ber die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.
Der Angeklagten N***** fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
GrÃ¼nde:
Mit dem angefochtenen Urteil wurde Alena N***** des Verbrechens des schweren gewerbsmÃ¤ÃŸigen Diebstahls durch Einbruch nach Â§Â§Â 127, 128 AbsÂ 1 ZÂ 1 und ZÂ 5, 129 AbsÂ 2 ZÂ 1, 130 AbsÂ 3 (iVm Abs 1 erster Fall) und 15 StGB (teils als Beteiligte nach Â§Â 12 dritter Fall StGB; vgl USÂ 5) schuldig erkannt.
Danach hat sie in K***** gewerbsmÃ¤ÃŸig fremde bewegliche Sachen im Gesamtwert von 28.250Â Euro mit dem Vorsatz, sich durch deren Zueignung unrechtmÃ¤ÃŸig zu bereichern, weggenommen bzw wegzunehmen versucht, und zwar
I./Â im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit Stefan T***** Willibald J***** durch Einbruch in eine WohnstÃ¤tte, (zu 1./) indem sie in dessen Wohnhaus eindrangen und Bargeld wegnahmen bzw (zu 2./ und 3./) indem N***** T***** die Verstecke des Geldes genau beschrieb, ihm bekanntgab, wo der SchlÃ¼ssel zum Haustor versteckt war oder wie er sonst in das Wohnhaus des J***** gelangen konnte, ihn dorthin brachte und abholte und ihn vor, wÃ¤hrend und nach der Tat telefonisch anleitete, und zwar
1./Â mit einem widerrechtlich erlangten SchlÃ¼ssel, nÃ¤mlich dem in einem Versteck vor dem Haus abgelegten HaustorschlÃ¼ssel
a./Â im AugustÂ 2018 3.500Â Euro;
b./Â zwischen 21.Â November und 13.Â DezemberÂ 2018 4.700Â Euro;
2./Â am 5.Â FebruarÂ 2019, indem T***** Ã¼ber das StallgebÃ¤ude und den SchÃ¼ttkasten durch Aufbrechen einer TÃ¼r mit einem Brecheisen in das Haus gelangte, wobei es beim Versuch blieb, weil J***** durch den LÃ¤rm erwachte und T***** darauf die Flucht ergriff;
3./Â am 3.Â MÃ¤rzÂ 2019, indem T***** das mit einem Stacheldraht gesicherte Hoftor Ã¼berkletterte und in der Folge die EingangstÃ¼r samt TÃ¼rstock herausriss und die versperrte TÃ¼r zum Schlafzimmer mit dem FuÃŸ eintrat und MÃ¼nzen im Gesamtwert von rund 50Â Euro wegnahm;
II./Â alleine in mehreren Angriffen zwischen 1.Â AprilÂ 2014 und 4.Â MaiÂ 2017 Willibald J***** unter AusnÃ¼tzung eines Zustands, der diesen hilflos machte, nÃ¤mlich seiner physischen BeeintrÃ¤chtigung, Bargeld im Gesamtwert von 20.000Â Euro.
Rechtliche Beurteilung
Dagegen richtet sich die ausschlieÃŸlich auf ZÂ 5a des Â§Â 281 AbsÂ 1 StPO gestÃ¼tzte Nichtigkeitsbeschwerde der Angeklagten, die ihr Ziel verfehlt.
Der Nichtigkeitsgrund nach ZÂ 5a greift seinem Wesen nach erst dann, wenn Beweismittel, die in der Hauptverhandlung vorkamen oder vorkommen hÃ¤tten kÃ¶nnen und dÃ¼rfen, nach allgemein menschlicher Erfahrung gravierende Bedenken gegen die Richtigkeit der bekÃ¤mpften Urteilsannahmen aufkommen lassen, mit anderen Worten intersubjektiv gemessen an Erfahrungs- und VernunftsÃ¤tzen eine unertrÃ¤gliche Fehlentscheidung qualifiziert nahe legen. Eine Ã¼ber die PrÃ¼fung erheblicher Bedenken hinausgehende Auseinandersetzung mit der Ãœberzeugungskraft von Beweisergebnissen â€“ wie sie die Berufung wegen Schuld des Einzelrichterverfahrens einrÃ¤umt â€“ wird dadurch nicht ermÃ¶glicht (RIS-Justiz RS0119583).
Mit der â€“ ohne Bezugnahme auf in der Hauptverhandlung vorgekommenes Beweismaterial (vgl aber RIS-Justiz RS0117446) â€“ vorgebrachten Behauptung, im Tatzeitraum seien noch weitere Pflegerinnen im Haushalt des Willibald J***** aufhÃ¤ltig gewesen (II./), und beweiswÃ¼rdigenden Ãœberlegungen dahingehend, dass der Mitangeklagte T***** kein gutes VerhÃ¤ltnis zur Rechtsmittelwerberin gehabt habe, woraus â€žein Motiv fÃ¼r die fÃ¤lschliche Belastungâ€œ abgeleitet werden kÃ¶nne, gelingt es der Beschwerde nicht, solch qualifizierte Bedenken beim Obersten Gerichtshof zu erwecken.
Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher bereits bei nichtÃ¶ffentlicher Beratung sofort zurÃ¼ckzuweisen (Â§Â 285d AbsÂ 1 StPO), woraus sich die ZustÃ¤ndigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung Ã¼ber die Berufung ergibt (Â§Â 285i StPO).
Die Kostenentscheidung grÃ¼ndet sich auf Â§Â 390a AbsÂ 1 StPO.