Document Number: JJT_20200324_OGH0002_0120OS00017_20X0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0120OS00017.20X.0324.000
Case Number: 12Os17/20x
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1585008000000
Word Count: 482

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 24.Â MÃ¤rzÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Dr.Â SolÃ© als Vorsitzenden sowie durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Oshidari und die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Michel-Kwapinski, Dr.Â Brenner und Dr.Â Setz-Hummel in der Strafsache gegen Cristian I***** und andere Angeklagte wegen des Verbrechens des Raubes nach Â§Â§Â 15 AbsÂ 1, 142 AbsÂ 1 und 2 StGB und einer weiteren strafbaren Handlung Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Hasan U***** gegen das Urteil des Landesgerichts Linz als JugendschÃ¶ffengericht vom 24.Â OktoberÂ 2019, GZÂ 37Â HvÂ 115/19s-31, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur gemÃ¤ÃŸ Â§Â 62 AbsÂ 1 zweiter Satz OGH-GeoÂ 2019 den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurÃ¼ckgewiesen.
Hasan U***** fallen auch die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
GrÃ¼nde:
Mit dem angefochtenen Urteil, das auch rechtskrÃ¤ftige SchuldsprÃ¼che zweier Mitangeklagter enthÃ¤lt, wurde Hasan U***** des Verbrechens (richtig: der Verbrechen; 12Â OsÂ 36/18p mwN, zuletzt 12Â OsÂ 10/20t) des Raubes nach Â§Â§Â 15 AbsÂ 1, 142 AbsÂ 1 und 2 StGB schuldig erkannt.
Danach hat er (soweit vorliegend von Bedeutung) am 27.Â MaiÂ 2019 in L***** (vgl USÂ 3) in einverstÃ¤ndlichem Zusammenwirken mit Cristian I***** und Simon K***** mit auf unrechtmÃ¤ÃŸige Bereicherung gerichtetem Vorsatz Christoph H***** und Sebastian B***** fremde bewegliche Sachen, nÃ¤mlich Bargeld, durch Drohung mit gegenwÃ¤rtiger Gefahr fÃ¼r Leib oder Leben (Â§Â 89 StGB) abzunÃ¶tigen versucht, indem die Angeklagten den Genannten in Aussicht stellten, sie â€žzu boxenâ€œ, wenn sie ihnen kein Geld geben wÃ¼rden, sie die Opfer im Zuge des weiteren Geschehens umzingelten und sich Christoph H***** in den Weg stellten, wobei der Raub ohne Anwendung erheblicher Gewalt an einer Sache geringen Wertes begangen wurde und die Tat nur unbedeutende Folgen nach sich gezogen hat.
Rechtliche Beurteilung
Die dagegen aus ZÂ 5, 9 litÂ a und 10a des Â§Â 281 AbsÂ 1 StPO ergriffene Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Hasan U***** versagt.
Der MÃ¤ngelrÃ¼ge (ZÂ 5 vierter Fall) zuwider ist es fÃ¼r die LÃ¶sung der Schuldfrage nicht entscheidend, ob die Opfer von den Angeklagten einmal oder zweimal umzingelt wurden. Denn bereits der erste vom SchÃ¶ffensenat festgestellte Handlungsabschnitt (AnkÃ¼ndigung, die umzingelten Opfer zu boxen â€“ vgl USÂ 4), reicht fÃ¼r eine Tatbeurteilung nach Â§Â 142 AbsÂ 1 und 2 StGB aus (vgl RIS-Justiz RS0094153 [T1]; RS0092343; statt vieler Leukauf/Steininger/Flora StGB4 Â§Â 142 RzÂ 8).
Die eine â€žUnterschreitung der Erheblichkeitsschwelleâ€œ des Â§Â 142 AbsÂ 2 StGB behauptende RechtsrÃ¼ge (ZÂ 9 litÂ a) bezieht sich auf eine Entscheidung, in welcher der Oberste Gerichtshof das â€ždrohende Umringen eines Passanten, dessen AbdrÃ¤ngen in einen Hauseingang und die bloÃŸe Androhung kÃ¶rperlicher Gewalt (deren tatsÃ¤chlicher Einsatz sich auf das bloÃŸe AbdrÃ¤ngen beschrÃ¤nkte)â€œ, ohnedies Â§Â 142 AbsÂ 1 und 2 StGB unterstellte (11Â OsÂ 97/90 = RIS-Justiz RS0094352). Aus welchem Grund daher der vorliegende Schuldspruch verfehlt sein soll, bleibt unerfindlich.
Die DiversionsrÃ¼ge (ZÂ 10a) Ã¼bergeht prozessordnungswidrig die Konstatierungen zur Planung des (sodann gemeinsam und mehrphasig in die Tat umgesetzten) Raubes durch die drei Angeklagten und zur Auswahl â€žgeeigneter Opferâ€œ (USÂ 4) und macht demgemÃ¤ÃŸ nicht deutlich, weshalb die Schuld des Angeklagten U***** nicht schwer iSd Â§Â 7 AbsÂ 2 ZÂ 1 JGG sein soll.
Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher gemÃ¤ÃŸ Â§Â 285d AbsÂ 1 StPO schon bei der nichtÃ¶ffentlichen Beratung sofort zurÃ¼ckzuweisen.
Die Kostenentscheidung beruht auf Â§Â 390a AbsÂ 1 StPO.