Document Number: JJT_20200507_OGH0002_0110OS00040_20X0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0110OS00040.20X.0507.000
Case Number: 11Os40/20x
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1588809600000
Word Count: 456

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 7.Â MaiÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Schwab als Vorsitzenden sowie die VizeprÃ¤sidentin des Obersten Gerichtshofs Mag.Â Marek, die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Bachner-Foregger und Mag.Â FÃ¼rnkranz und den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Oberressl als weitere Richter in der Strafsache gegen Robert J***** wegen des Verbrechens des Raubes nach Â§Â 142 AbsÂ 1 StGB Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten sowie die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landesgerichts fÃ¼r Strafsachen Wien als SchÃ¶ffengericht vom 21.Â JÃ¤nnerÂ 2020, GZÂ 94Â HvÂ 82/19w-18, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur gemÃ¤ÃŸ Â§Â 62 AbsÂ 1 zweiter Satz OGH-GeoÂ 2019 den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurÃ¼ckgewiesen.
Zur Entscheidung Ã¼ber die Berufungen werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.
Dem Angeklagten fallen die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
GrÃ¼nde:
Mit dem angefochtenen Urteil wurde Robert J***** des Verbrechens des Raubes nach Â§Â 142 AbsÂ 1 StGB schuldig erkannt.
Danach hat er am 25.Â MaiÂ 2018 in Wien Katharina P***** mit Gewalt gegen deren Person fremde bewegliche Sachen, nÃ¤mlich 60Â Euro und Schmuck im Wert von 190Â Euro mit auf unrechtmÃ¤ÃŸige Bereicherung gerichtetem Vorsatz weggenommen, indem er sie an den Oberarmen packte, rÃ¼cklings gegen eine TÃ¼re drÃ¼ckte, sie mit dem Ellbogen gegen den Hals drÃ¼ckend an der TÃ¼re fixierte, sie wÃ¼rgte und aufforderte, ihm Wertsachen zu Ã¼bergeben.
Rechtliche Beurteilung
Dagegen wendet sich die auf Â§Â 281 AbsÂ 1 ZÂ 10 StPO gestÃ¼tzte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten, die eine Subsumtion der Tat als Verbrechen des Raubes nach Â§Â 142 AbsÂ 2 StGB anstrebt. Insoweit der Rechtsmittelantrag dessen ungeachtet auf gÃ¤nzliche Urteilsaufhebung abzielt, blieb die RÃ¼ge mangels deutlicher und bestimmter Bezeichnung von angeblich Nichtigkeit bewirkenden UmstÃ¤nden unausgefÃ¼hrt (Â§Â§Â 285d AbsÂ 1, 285a ZÂ 2 StPO).
Mit der Behauptung, â€žâ‚¬Â 60.00 Bargeldâ€œ wÃ¼rden â€ždie von der Judikatur gezogenen Grenzen fÃ¼r eine Sache geringen Wertesâ€œ jedenfalls nicht Ã¼berschreiten und â€žauch die beiden zusÃ¤tzlichen Modeschmuckkettenâ€œ wÃ¼rden â€ždie Anwendung des Â§Â 142 AbsÂ 2 StGB nicht verhindernâ€œ orientiert sich die SubsumtionsrÃ¼ge (ZÂ 10) nicht am â€“ die Wegnahme von Bargeld und GegenstÃ¤nden im Gesamtwert von 250Â Euro (USÂ 4) umfassenden â€“ Urteilssachverhalt (vgl RIS-Justiz RS0099810; Ratz, WK-StPO Â§Â 281 RzÂ 581) und legt nicht dar, weshalb davon ausgehend der Raub an einer Sache geringeren Werts verÃ¼bt worden sein sollte (vgl Eder-Rieder in WK2 StGB Â§Â 142 RzÂ 59; Flora in Leukauf/Steininger/Tipold, StGB4 Â§Â 142 RzÂ 31; RIS-Justiz RS0094475, RS0094487, RS0099085).
Da die Voraussetzungen fÃ¼r die Privilegierung des Â§Â 142 AbsÂ 2 StGB kumulativ vorliegen mÃ¼ssen (vgl Eder-Rieder in WK2 StGB Â§Â 142 RzÂ 55; Flora in Leukauf/Steininger/Tipold, StGB4 Â§Â 146 RzÂ 27; RIS-Justiz RS0094279) kann das weitere Vorbringen, der Angeklagte habe keine erhebliche Gewalt angewendet (vgl im Ãœbrigen Eder-Rieder in WK2 StGB Â§Â 142 RzÂ 57; Flora in Leukauf/Steininger/Tipold, StGB4 Â§Â 146 RzÂ 29) und die Tat hÃ¤tte nur unbedeutende Folgen nach sich gezogen, auf sich beruhen.
Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher zurÃ¼ckzuweisen (Â§Â 285d AbsÂ 1 StPO), woraus die ZustÃ¤ndigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung Ã¼ber die Berufungen folgt (Â§Â 285i StPO).
Die Kostenentscheidung beruht auf Â§Â 390a AbsÂ 1 StPO.