Document Number: JJT_20200424_OGH0002_0070OB00188_19A0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0070OB00188.19A.0424.000
Case Number: 7Ob188/19a
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1587686400000
Word Count: 302

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch die SenatsprÃ¤sidentin Dr.Â Kalivoda als Vorsitzende und die HofrÃ¤tinnen und HofrÃ¤te Hon.-Prof.Â Dr.Â HÃ¶llwerth, Dr.Â SolÃ©, Mag.Â Malesich und MMag.Â Matzka als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1.Â Dkfm.Â G***** T*****, 2.Â Dr.Â E***** T*****, 3.Â Dr.Â G***** T*****, 4.Â Dr.Â G***** T*****, 5.Â W***** S*****, und 6.Â S***** S*****, alle vertreten durch die Dr.Â Clemens Limberg Rechtsanwalts GmbH in Wien, gegen die beklagte Partei R***** (Bund), vertreten durch die Finanzprokuratur, 1011Â Wien, SingerstraÃŸeÂ 17â€“19, wegen AufkÃ¼ndigung, Ã¼ber die auÃŸerordentliche Revision der klagenden Parteien gegen das Urteil des Landesgerichts fÃ¼r Zivilrechtssachen Wien als Berufungsgericht vom 18.Â SeptemberÂ 2019, GZÂ 40Â RÂ 52/19x-30, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die auÃŸerordentliche Revision wird gemÃ¤ÃŸ Â§Â 508a AbsÂ 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des Â§Â 502 AbsÂ 1 ZPO zurÃ¼ckgewiesen.
BegrÃ¼ndung:
Rechtliche Beurteilung
1.Â Die KlÃ¤ger bezweifeln in der Revision nicht (mehr), dass der Bestandvertrag â€“ wie vom Berufungsgericht zutreffend erkannt â€“ (nunmehr) grundsÃ¤tzlich in den Vollanwendungsbereich des MRG fÃ¤llt (Â§Â 43 AbsÂ 1 MRG), argumentieren die KlÃ¤ger doch selbst zur vermeintlich aufrechten Wirksamkeit der Befristung durchwegs mit intertemporalen Regelungen dieses Gesetzes (Â§Â§Â 49a AbsÂ 1, 49b AbsÂ 7 und 49c AbsÂ 6 MRG).
2. Die Rechtsansicht des Berufungsgerichts, dass die Vertragsparteien mit der wiedergegebenen Befristungsregelung einen bedingten Endtermin vereinbart haben, entspricht ebenfalls hÃ¶chstgerichtlicher Rechtsprechung (vgl 4Â ObÂ 133/18i mwN).
3.Â Die KlÃ¤ger wollen mit ihrer gerichtlichen AufkÃ¼ndigung wohl eine stillschweigende VerlÃ¤ngerung des vermeintlich befristeten Bestandvertrags verhindern. Das Berufungsgericht ist allerdings zutreffend davon ausgegangen, dass die begehrte AufkÃ¼ndigung im Anwendungsbereich des MRG jedenfalls einen wichtigen Grund im Sinn des Â§Â 30 MRG erfordert. Dass solche GrÃ¼nde nicht vorliegen, ist im Revisionsverfahren nicht mehr strittig. Schon aus diesem Grund muss daher die AufkÃ¼ndigung scheitern, ohne dass die von den KlÃ¤gern als erheblich erachtete Rechtsfrage der Durchsetzbarkeit der Befristung geprÃ¼ft werden mÃ¼sste.
4.Â Die KlÃ¤ger machen demnach keine erhebliche Rechtsfrage geltend. Mangels Vorliegens der Voraussetzungen des Â§Â 502 AbsÂ 1 ZPO ist ihre Revision somit nicht zulÃ¤ssig und zurÃ¼ckzuweisen. Einer weitergehenden BegrÃ¼ndung bedarf dieser Beschluss nicht (Â§Â 510 AbsÂ 3 ZPO).