Document Number: JJT_20201210_OGH0002_0030OB00190_20T0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0030OB00190.20T.1210.000
Case Number: 3Ob190/20t
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1607558400000
Word Count: 357

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsrekursgericht durch die PrÃ¤sidentin Hon.-Prof.Â Dr.Â Lovrek als Vorsitzende sowie die HofrÃ¤te Dr.Â Roch und Hon.-Prof.Â PDÂ Dr.Â Rassi, die HofrÃ¤tin Dr.Â Weixelbraun-Mohr und den Hofrat Dr.Â Stefula als weitere Richter in der Rechtssache der betreibenden Partei V***** AG, *****, vertreten durch Dr.Â Klaus-Dieter Strobach, Dr.Â Wolfgang Schmidauer und Mag.Â Andrea Steindl, RechtsanwÃ¤lte in Grieskirchen, gegen die verpflichteten Parteien 1.Â G***** B*****, und 2.Â M***** B*****, diese vertreten durch Dr.Â Bernhard Oberauer, Rechtsanwalt in Ried im Innkreis, wegen Zwangsversteigerung, Ã¼ber den â€žauÃŸerordentlichenâ€œ Revisionsrekurs der zweitverpflichteten Partei gegen den Beschluss des Landesgerichts Ried im Innkreis als Rekursgericht vom 30.Â SeptemberÂ 2020, GZÂ 6Â RÂ 86/20v-92, womit der Beschluss des Bezirksgerichts Ried im Innkreis vom 10.Â JuliÂ 2020, GZÂ 10Â EÂ 9/18m-75, bestÃ¤tigt wurde, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
I.Â Der Revisionsrekurs wird zurÃ¼ckgewiesen.
II.Â Der Antrag, der Oberste Gerichtshof mÃ¶ge Ã¼ber den â€žWiderspruchâ€œ entscheiden, wird zurÃ¼ckgewiesen.
BegrÃ¼ndung:
Rechtliche Beurteilung
Zu I.:
[1] Das Rekursgericht gab dem Rekurs der Zweitverpflichteten gegen die Abweisung ihres Antrags vom 7.Â 7.Â 2020, ONÂ 74, auf Aufschiebung der Exekution mit Beschluss des Erstgerichts vom 10.Â 7.Â 2020, ONÂ 75, nicht Folge und sprach unter Bezugnahme auf Â§Â 528 AbsÂ 2 ZÂ 2 ZPO iVm Â§Â 78 EO aus, dass der Revisionsrekurs jedenfalls unzulÃ¤ssig sei.
[2] Der â€žauÃŸerordentlicheâ€œ Revisionsrekurs der Zweitverpflichteten ist absolut unzulÃ¤ssig.
[3] GemÃ¤ÃŸ Â§Â 528 AbsÂ 2 ZÂ 2 ZPO iVm Â§Â 78 EO ist (auch) im Exekutionsverfahren â€“ von hier nicht vorliegenden Ausnahmen abgesehen â€“ ein weiterer Rechtszug gegen die zur GÃ¤nze bestÃ¤tigende Rekursentscheidung jedenfalls unzulÃ¤ssig (vgl RIS-Justiz RS0012387; RS0132903; jÃ¼ngst 3Â ObÂ 137/20y). Keine Ausnahme besteht fÃ¼r bestÃ¤tigende Entscheidungen Ã¼ber AufschiebungsantrÃ¤ge (RS0012387 [T9]). Weil der Revisionsrekurs absolut unzulÃ¤ssig ist, kommt es nicht darauf an, ob die LÃ¶sung der im Revisionsrekurs angefÃ¼hrten Rechtsfragen von erheblicher Bedeutung im Sinn des Â§Â 528 AbsÂ 1 ZPO ist (RS0012387 [T2]).
[4] Der Revisionsrekurs ist daher zurÃ¼ckzuweisen.
Zu II.:
[5] Gleichzeitig mit dem Revisionsrekurs erhob die Zweitverpflichtete einen â€“ seinem Inhalt nach unklaren â€“ â€žWiderspruchâ€œ und beantragte im Rahmen der â€žRevisionsantrÃ¤geâ€œ (gemeint: RevisionsrekursantrÃ¤ge), der Oberste Gerichtshof mÃ¶ge Ã¼ber diesen entscheiden. Soweit die EO in verschiedener Hinsicht einen Widerspruch genannten Rechtsbehelf vorsieht, ist dieser stets an die erste Instanz gerichtet (Rechberger/Oberhammer, Exekutionsrecht5 [2009] RzÂ 184Â ff; Neumayr/Krautgasser, Exekutionsrecht4 [2018] 174). Weil ein unmittelbar an den Obersten Gerichtshof gerichteter Widerspruch im Gesetz nicht vorgesehen ist, ist der Antrag, der Oberste Gerichtshof mÃ¶ge Ã¼ber denselben entscheiden, jedenfalls zurÃ¼ckzuweisen.