Document Number: JJT_20200304_OGH0002_0150OS00010_20I0000_000
ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2020:0150OS00010.20I.0304.000
Case Number: 15Os10/20i
Application Type: Justiz
Court: OGH
Decision Date: 1583280000000
Word Count: 1835

Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 4.Â MÃ¤rzÂ 2020 durch den SenatsprÃ¤sidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof.Â Dr.Â Kirchbacher als Vorsitzenden, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Mag.Â Lendl sowie die HofrÃ¤tinnen des Obersten Gerichtshofs Dr.Â Michel-Kwapinski, Mag.Â FÃ¼rnkranz und Dr.Â Mann in Gegenwart des SchriftfÃ¼hrers Dr.Â SchÃ¶ll in der Strafsache gegen Samir K***** und einen weiteren Angeklagten wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels nach Â§Â 28a AbsÂ 1 fÃ¼nfter Fall, AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG und weiterer strafbarer Handlungen Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten K***** gegen das Urteil des Landesgerichts Linz als SchÃ¶ffengericht vom 11.Â OktoberÂ 2019, GZÂ 27Â HvÂ 53/19z-88, nach AnhÃ¶rung der Generalprokuratur in nichtÃ¶ffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:
Spruch
Aus Anlass der Nichtigkeitsbeschwerde wird das angefochtene Urteil, das im Ãœbrigen unberÃ¼hrt bleibt, in den SchuldsprÃ¼chenÂ I./B./ und I./C./ des Angeklagten Samir K*****, in der rechtlichen Unterstellung der dem SchuldspruchÂ I./A./ des Angeklagten Aliu C***** zugrunde liegenden Taten nach Â§Â 28a AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG, demzufolge in den beide Angeklagten betreffenden StrafaussprÃ¼chen (einschlieÃŸlich des den Angeklagten K***** betreffenden Konfiskationserkenntnisses und der Vorhaftanrechnung hinsichtlich des Angeklagten C*****), sowie im Einziehungserkenntnis betreffend â€ždas sichergestellte Suchtgiftâ€œ aufgehoben und die Sache in diesem Umfang zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Landesgericht Linz verwiesen.
Mit seiner Nichtigkeitsbeschwerde und seiner Berufung wird der Angeklagte K***** auf die aufhebende Entscheidung verwiesen.
Dem Angeklagten K***** fallen die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
GrÃ¼nde:
Mit dem angefochtenen Urteil wurden Samir K***** des Verbrechens des Suchtgifthandels nach Â§Â 28a AbsÂ 1 fÃ¼nfter Fall, AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG, Â§Â 12 dritter Fall StGB (I./B./), der Vergehen des unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften nach Â§Â 27 AbsÂ 1 ZÂ 1 erster und zweiter Fall, AbsÂ 2 SMG (I./C./) sowie des Vergehens nach Â§Â 50 AbsÂ 1 ZÂ 2 WaffG (II./) und Aliu C***** des Verbrechens des Suchtgifthandels nach Â§Â 28a AbsÂ 1 fÃ¼nfter Fall, AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG (I./A./) sowie der Vergehen der FÃ¤lschung besonders geschÃ¼tzter Urkunden nach Â§Â§Â 223 AbsÂ 2, 224 StGB (III./) schuldig erkannt.
Danach haben â€“ soweit fÃ¼r das Verfahren Ã¼ber die Nichtigkeitsbeschwerde von Relevanz â€“ in L***** und andernorts
I./Â vorschriftswidrig Suchtgift
A./Â Aliu C***** in einer das FÃ¼nfundzwanzigfache der Grenzmenge (Â§Â 28b SMG) Ã¼bersteigenden Menge anderen Ã¼berlassen, indem er Kokain, â€žaber auch Heroin [mit einem Reinheitsgehalt von 16,4Â % Heroin, 4,97Â % Monoacetylmorphin und 1,26Â % Acetylcodein bis 22,69Â % Heroin, 0,4Â % Monoacetylmorphin und 1,35Â % Acetylcodein] sowie Cannabiskrautâ€œ nachgenannten sowie unbekannten Abnehmern groÃŸteils durch gewinnbringenden Verkauf Ã¼berlieÃŸ, und zwar
1./Â von April bis 18.Â OktoberÂ 2018 Samir K*****, â€ždessen Wohnung er zum Teil auch als Bunker nutzte â€“ allein im Zeitraum 10.Â JuniÂ 2018 bis 23.Â JuniÂ 2018 brachte er tÃ¤glich caÂ 20 bis 30Â Gramm Kokain und caÂ 10 bis 20Â Gramm Heroin, sohin insgesamt 280 bis 420Â Gramm Kokain und 140 bis 280Â Gramm Heroin in die Wohnung des K*****, wo sie das Suchtgift gemeinsam verkaufsfertig verpackten â€“â€œ sowohl eine betrÃ¤chtliche Menge des geschmuggelten Kokains (wÃ¶chentlich zumindest 10Â Gramm, sohin insgesamt zumindest 300Â Gramm zum Grammpreis von 50Â Euro, aber auch eine grÃ¶ÃŸere Menge Heroin zum Weiterverkauf und im AugustÂ 2018 in drei TeilverkÃ¤ufen zu je 2Â Gramm, insgesamt 6Â Gramm Cannabiskraut zum Grammpreis von 10Â Euroâ€œ;
2./Â Adua B***** von August bis 18.Â OktoberÂ 2018 einerseits in mehreren Ãœbergaben â€žinsgesamt caÂ 15Â Gramm Kokain (mit einem Reinheitsgehalt von 17,31Â % bis 44,8Â % Kokain) und 5Â Gramm Heroin (mit einem Reinheitsgehalt von 16,4Â % Heroin, 4,97Â % Monoacetylmorphin und 1,26Â % Acetylcodein bis 20,45Â % Heroin, 1,91Â % Monoacetylmorphin und 1,3Â % Acetylcodein) teils zum Grammpreis von 60Â Euro, teils unentgeltlich fÃ¼r dessen Eigenkonsum sowie weitere 50Â Gramm Kokain (mit einem Reinheitsgehalt von 17,31Â % bis 44,8Â % Kokain) und 50Â Gramm Heroin (mit einem Reinheitsgehalt von 16,4Â % Heroin, 4,97Â % Monoacetylmorphin und 1,26Â % Acetylcodein bis 20,45Â % Heroin, 1,91Â % Monoacetylmorphin und 1,3Â % Acetylcodein) zum Grammpreis von je 60Â Euro fÃ¼r den Weiterverkaufâ€œ;
3./Â Abdou M***** wenige Tage vor dem 18.Â OktoberÂ 2018 â€ž1Â Gramm Kokain um 50Â Euro oder 60Â Euro und am 18.Â OktoberÂ 2018 5Â Gramm Kokain (mit einem Reinheitsgehalt von 16,8Â % Kokain) zum Preis von 150Â Euroâ€œ;
4./Â Elisangela O***** von Ende Mai bis Ende OktoberÂ 2018 in TeilverkÃ¤ufen â€žzumindest 100Â Gramm Kokain (mit einem Reinheitsgehalt von zumeist 44,8Â % Kokain)â€œ;
5./Â Billo Ba***** von Mitte Oktober bis Mitte NovemberÂ 2018 in Teilmengen insgesamt 6Â Gramm Heroin als Gegenleistung fÃ¼r die ZurverfÃ¼gungstellung dessen Wohnung und von Lebensmitteln sowie im Zeitraum Mitte November bis Anfang DezemberÂ 2018 â€žinsgesamt 5Â Gramm Heroin in TeilverkÃ¤ufen zum Grammpreis von 50Â Euroâ€œ;
6./Â einem Unbekannten von Juni bis Ende OktoberÂ 2018 â€žin wiederholten wÃ¶chentlichen TeilverkÃ¤ufen zu je 10Â Gramm eine insgesamt unbekannte, jedoch erhebliche Menge Kokainâ€œ;
7./Â â€žzahlreichen, bislang unbekannten Abnehmern insgesamt unbekannte Mengen Heroin, Kokain und Cannabiskrautâ€œ;
B./Â K***** in einer das FÃ¼nfundzwanzigfache der Grenzmenge (Â§Â 28b SMG) Ã¼bersteigenden Menge anderen Ã¼berlassen, â€žindem er im Zeitraum von zumindest FebruarÂ 2018 regelmÃ¤ÃŸig Kokain, das er bis AprilÂ 2018 von einem nicht nÃ¤her bekannten Schwarzafrikaner und sodann bis OktoberÂ 2018 von Aliu C*****â€œ â€žzum Grammpreis von 50Â Euro ankaufte, aber auch grÃ¶ÃŸere Mengen Heroin, wobei K***** seine Wohnung (â€¦) dem C***** auch als Bunker zur VerfÃ¼gung stellte und das gelieferte Suchtgift teils mit C***** in seiner Wohnung verkaufsfertig verpackte â€“ allein im Zeitraum 10.Â JuniÂ 2018 bis 23.Â JuniÂ 2018 brachte C***** tÃ¤glich caÂ 20 bis 30Â Gramm Kokain und caÂ 10 bis 20Â Gramm Heroin, sohin insgesamt 280 bis 420Â Gramm Kokain und 140 bis 280Â Gramm Heroin in die Wohnung â€“ und in der Folge an nachangefÃ¼hrte, aber auch zahlreiche unbekannte Abnehmer gewinnbringend verkaufteâ€œ, und zwar
1./Â Azra K***** von Februar bis Mitte JuniÂ 2018 in mehreren TeilverkÃ¤ufen insgesamt 3 bis 4Â Gramm Kokain zum Grammpreis von 80Â Euro sowie seit MaiÂ 2016 mehrmals geringe Mengen Kokain zum gemeinsamen Konsum;
2./Â Oliver N***** und Elvir Ke***** von Februar bis zumindest Mitte JuniÂ 2018 â€žin zahlreichen VerkÃ¤ufen eine insgesamt unbekannte Menge Kokain zum Grammpreis von 80Â Euroâ€œ;
3./Â einem unbekannten Abnehmer â€žPecoâ€œ von Februar bis zumindest 22.Â JuniÂ 2018 â€žwiederholt eine insgesamt unbekannte Menge Heroinâ€œ;
4./Â Katja F***** von Februar bis Mitte JuniÂ 2018 â€žmehrmals eine insgesamt unbekannte Menge Kokain zum Grammpreis von 80Â Euroâ€œ;
5./Â Christian L***** von Mai bis JuliÂ 2018 groÃŸteils Ã¶ffentlich in acht TeilverkÃ¤ufen zu je 2Â Gramm â€žinsgesamt 16Â Gramm Cannabiskraut zum Grammpreis von 10Â Euroâ€œ;
6./Â Ernad S***** am 5.Â OktoberÂ 2018 Ã¶ffentlich 0,6Â Gramm Heroin (mit einem Reinheitsgehalt von 22,69Â % Heroin, 0,4Â % Monoacetylmorphin sowie 1,35Â % Acetylcodein) zu einem unbekannten Preis;
7./Â Serkan U***** im OktoberÂ 2018 Ã¶ffentlich in zwei TeilverkÃ¤ufen zu 1Â Gramm und 0,5Â Gramm insgesamt 1,5Â Gramm Heroin zum Preis von 40Â Euro;
8./Â â€žzahlreichen, bislang unbekannten Abnehmern insgesamt unbekannte Mengen Heroin und Kokain, letzteres zum Grammpreis von 80Â Euroâ€œ;
C./Â K***** erworben und zum ausschlieÃŸlichen Eigenkonsum besessen, indem er von zumindest MaiÂ 2016 bis 11.Â DezemberÂ 2018 regelmÃ¤ÃŸig â€žinsgesamt unbekannte Mengen Cannabiskraut, aber auch wiederholt Speed, Kokain und Heroin erwarb und konsumierte, sowie am 20.Â JuniÂ 2018 3,5Â Gramm Cannabiskraut, am 19.Â OktoberÂ 2018 caÂ 0,5Â Gramm Tabak-Cannabiskraut-Gemisch und am 11.Â DezemberÂ 2018 0,4Â Gramm Kokain je bis zur Sicherstellung besaÃŸâ€œ.
Rechtliche Beurteilung
Gegen den SchuldspruchÂ I./B./ sowie gegen den Strafausspruch richtet sich die auf Â§Â 281 AbsÂ 1 ZÂ 5a und 11 StPO gestÃ¼tzte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Samir K*****.
Aus deren Anlass Ã¼berzeugte sich der Oberste Gerichtshof, dass dem Urteil im SchuldspruchÂ I./B./ des Angeklagten K***** sowie im SchuldspruchÂ I./A./ des Angeklagten C***** â€“ worauf die Generalprokuratur zutreffend hinweist â€“ nicht geltend gemachte Nichtigkeit (ZÂ 10) zum Nachteil des jeweiligen Angeklagten anhaftet, die von Amts wegen wahrzunehmen war (Â§Â 290 AbsÂ 1 zweiter Satz erster Fall StPO).
Zum Angeklagten K*****:
Strafrechtlich relevantes Verhalten nach dem Suchtmittelgesetz bezieht sich nur auf konkrete, in der Suchtgiftverordnung oder der Psychotropenverordnung erfasste Wirkstoffe, weshalb Feststellungen zur Beschaffenheit, nÃ¤mlich der Wirkstoffart und -menge tatverfangener Substanzen fÃ¼r die rechtsrichtige Beurteilung unabdingbar sind (RIS-Justiz RS0114428 [T1]).
Zum SchuldspruchÂ I./B./ erschÃ¶pfen sich die Feststellungen zur objektiven Tatseite (USÂ 9Â ff) allerdings im Wesentlichen (vgl zu den Wirkstoffen und zum Reinheitsgehalt des Kokains und Heroins USÂ 10) in der Wiedergabe des eingangs zitierten Referats der entscheidenden Tatsachen (Â§Â 260 AbsÂ 1 ZÂ 1 StPO; zur Bezeichnung â€žKokainâ€œ fÃ¼r den in der Suchtgiftverordnung und der Suchtgiftgrenzmengenverordnung gelisteten Wirkstoff Cocain vgl RIS-Justiz RS0114428 [T17]). Damit ist dem Urteil in tatsÃ¤chlicher Hinsicht nicht einmal zu entnehmen, dass der Angeklagte K***** eine die Grenzmenge (Â§Â 28b SMG) Ã¼bersteigende Menge Suchtgift anderen Ã¼berlassen hat. Denn zum einen lassen die EntscheidungsgrÃ¼nde hinsichtlich des genannten â€žCannabiskrautsâ€œ (I./B./5./) offen, von welcher (in der Suchtgiftverordnung enthaltenen) Wirkstoffart in welcher Konzentration ausgegangen wird, zum anderen ergibt sich (abgesehen von den quantitativ unbestimmt gebliebenen Substanzmengen) aus den hinsichtlich Wirkstoffart und -menge konkret festgestellten tatverfangenen Substanzen keine auch nur die Grenzmenge des Â§Â 28b SMG Ã¼berschreitende Suchtgiftmenge in Reinsubstanz. Damit tragen die Feststellungen zu I./B./ nicht einmal die Subsumtion nach Â§Â 28a AbsÂ 1 (hier: fÃ¼nfter) Fall SMG.
In Ansehung eines â€“ vom Erstgericht in Bunker- und VerpackungstÃ¤tigkeiten (USÂ 3, 9, 11, 25 und 26) erblickten â€“ Tatbeitrags des Angeklagten K***** zu den SuchtgiftverkÃ¤ufen des Mitangeklagten C***** lassen die Konstatierungen nicht erkennen, auf welche konkreten AktivitÃ¤ten des C***** und auf welche Suchtgiftmengen sich die UnterstÃ¼tzungshandlungen bezogen haben sollen.
Ãœberdies sind fÃ¼r sich allein die Grenzmenge (Â§Â 28b SMG) nicht erreichende Suchtgiftquanten mehrerer einzelner Tathandlungen nur dann zu addieren, wenn auf der subjektiven Tatseite der (zumindest bedingte) Vorsatz des Angeklagten von vornherein jeweils auch den an die bewusst kontinuierliche Begehung geknÃ¼pften Additionseffekt mitumfasst (RIS-Justiz RS0131856 [T1]; Matzka/Zeder/RÃ¼disser, SMGÂ³ Â§Â 28b RzÂ 18). Dass beim Angeklagten K***** eine solche Willensausrichtung vorlag, geht aus den Feststellungen ebenfalls nicht hervor. Damit bleibt die Urteilsaussage, wonach es dieser Angeklagte ernstlich fÃ¼r mÃ¶glich hielt und sich billigend damit abfand, dass das von ihm Ã¼berlassene Suchtgift â€ždie festgestellten Reinheitsgehalte aufwies und (mit Blick auf den Reinheitsgehalt) die fÃ¼nfundzwanzigfache Grenzmenge Ã¼berstiegâ€œ (USÂ 10), ohne Sachverhaltsbezug.
Die durch das Fehlen von Feststellungen zur Beurteilung der inkriminierten Suchtgiftmengen als die Grenzmenge des Â§Â 28b SMG Ã¼bersteigende Menge (Â§Â 28a AbsÂ 1 SMG) oder gar das FÃ¼nfundzwanzigfache dieser Grenzmenge Ã¼bersteigende Menge (Â§Â 28a AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG) bewirkte Nichtigkeit erforderte (bereits bei der nichtÃ¶ffentlichen Beratung) die Aufhebung des SchuldspruchsÂ I./B./ (RIS-Justiz RS0115884 [T4]; Ratz, WK-StPO Â§Â 289 RzÂ 18), demzufolge (Â§Â 289 StPO) mit Blick auf die Bestimmungen der Â§Â§Â 35, 37 SMG auch des SchuldspruchsÂ I./C./ (RIS-Justiz RS0119278) sowie des den Angeklagten K***** betreffenden Strafausspruchs (einschlieÃŸlich des Konfiskationserkenntnisses) und die Verweisung der Sache an das Erstgericht zu neuer Verhandlung und Entscheidung (Â§Â 285e StPO).
Ein Eingehen auf die Nichtigkeitsbeschwerde erÃ¼brigte sich daher zur GÃ¤nze. Mit dieser war der Angeklagte K***** ebenso wie mit seiner Berufung auf die aufhebende Entscheidung zu verweisen.
Zum Angeklagten C*****:
Auch hinsichtlich des SchuldspruchsÂ I./A./ bestehen die Feststellungen zur objektiven Tatseite (USÂ 7 f) im Wesentlichen aus der Wiedergabe des Referats der entscheidenden Tatsachen (Â§Â 260 AbsÂ 1 ZÂ 1 StPO; zur Verwendung der Bezeichnung â€žKokainâ€œ siehe oben). Damit ist dem Urteil hinsichtlich der rechnerisch dargelegten (und nicht bloÃŸ unbestimmt gebliebenen) Suchtgiftquanten nur entnehmbar, dass der Angeklagte C***** â€“ mit Additionsvorsatz (USÂ 11) â€“ anderen Kokain und Heroin (zur bloÃŸen Nennung von â€žCannabiskrautâ€œ ohne Angabe des Wirkstoffs siehe ebenfalls oben) in einer bloÃŸ die Grenzmenge (des Â§Â 28b SMG) Ã¼bersteigenden Menge (iSd Â§Â 28a AbsÂ 1 fÃ¼nfter Fall SMG) Ã¼berlieÃŸ. Die Ãœberlassung einer das FÃ¼nfundzwanzigfache der Grenzmenge (Â§Â 28b SMG) Ã¼berschreitenden (Gesamt-)Menge Suchtgift (Â§Â 28a AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG) tragen die Konstatierungen aber ebenso wenig wie die Annahme der Ãœberlassung auch nur einer das FÃ¼nfzehnfache der Grenzmenge Ã¼bersteigenden Menge (Â§Â 28a AbsÂ 2 ZÂ 3 SMG). Solcherart entbehrt das Urteil â€“ auch in subjektiver Hinsicht (vgl USÂ 10Â f) â€“ einer hinreichenden Sachverhaltsgrundlage fÃ¼r die rechtsrichtige Beurteilung der zu I./A./ inkriminierten Verhaltensweisen (auch) nach Â§Â 28a AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG.
Die dadurch bewirkte und dem Angeklagten C*****, der keine Nichtigkeitsbeschwerde erhoben hat, zum Nachteil gereichende Nichtigkeit (ZÂ 10) erforderte die Aufhebung der rechtlichen Unterstellung der Tat zu I./A./ auch nach Â§Â 28a AbsÂ 4 ZÂ 3 SMG, demzufolge auch des ihn betreffenden Strafausspruchs (einschlieÃŸlich der Vorhaftanrechnung) und in diesem Umfang die Verweisung der Sache an das Erstgericht zu neuer Verhandlung und Entscheidung.
Das Einziehungserkenntnis war aufzuheben (ZÂ 11 erster Fall des Â§Â 281 AbsÂ 1 StPO), weil dieses durch die bloÃŸe Bezugnahme auf â€ždas sichergestellte Suchtgiftâ€œ den Gegenstand der Einziehung nicht determiniert (RIS-Justiz RS0121298 [T9]).
Die Kostenersatzpflicht des Angeklagten K*****, welche die amtswegige MaÃŸnahme nicht umfasst (Lendl, WK-StPO Â§Â 390a RzÂ 12), beruht auf Â§Â 390a AbsÂ 1 StPO.