Document Number: JWT_2019030112_20200128L00
ECLI: ECLI:AT:VWGH:2020:RA2019030112.L00
Case Number: Ra 2019/03/0112
Application Type: Vwgh
Court: Verwaltungsgerichtshof (VwGH)
Decision Date: 1580169600000
Word Count: 2364

Spruch
Die Revision wird zurÃ¼ckgewiesen.
BegrÃ¼ndung
1 Mit Straferkenntnis des BÃ¼rgermeisters der Stadt Salzburg vom 21.Â MÃ¤rzÂ 2018 wurde Ã¼ber den Revisionswerber wegen Ãœbertretung der Â§Â§Â 59 Abs.Â 1 undÂ 62 SalzburgerÂ JagdgesetzÂ 1993 (JG) gemÃ¤ÃŸ Â§Â 158 Abs.Â 1 ZÂ 8cÂ JG eine Geldstrafe in der HÃ¶he von 600Â EUR (1Â Tag Ersatzfreiheitsstrafe) verhÃ¤ngt. Ihm wurde zur Last gelegt, am 21.Â SeptemberÂ 2016 in einer nÃ¤her bezeichneten Eigenjagd einen beidseitigen Kronenhirschen mit 14Â Enden (je sieben links und rechts) der KlasseÂ II (Alter 7Â Jahre) erlegt zu haben, obwohl im einschlÃ¤gigen Abschlussplan der Salzburger JÃ¤gerschaft vom 30.Â MÃ¤rzÂ 2016 kein Rotwild der KlasseÂ II zum Abschuss freigegeben wurde, der Abschuss des Rot- und Gamswildes auÃŸerhalb von Freizonen und der Abschuss des Stein- und Rotwildes nur im Rahmen eines Abschussplanes erfolgen dÃ¼rfte und jede Ãœberschreitung der im Abschussplan festgelegten HÃ¶chstabschÃ¼sse gemÃ¤ÃŸ Â§Â 60Â JG untersagt sei.
2 Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht nach DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen Verhandlung mit Erkenntnis vom 29.Â JÃ¤nnerÂ 2019 ab und erklÃ¤rte die Revision an den Verwaltungsgerichtshof fÃ¼r nicht zulÃ¤ssig.
3 Das VerwaltungsgerichtÂ legte seiner Beurteilung im Wesentlichen die AusfÃ¼hrungen des jagdfachlichen AmtssachverstÃ¤ndigen zugrunde, nach denen sich die Aussagen des Revisionswerbers hinsichtlich des Ansprechens des Hirsches und der Schussabgabe aus jagdfachlicher Hinsicht als nachvollziehbar darstellten. Demnach hÃ¤tte sich der Revisionswerber mit dem PirschfÃ¼hrer um etwa 17Â Uhr (somit bei gutem Schusslicht) auf einen Hochstand begeben. Vom Hochstand sei der Hirsch dann von ihnen wahrgenommen worden. Nach einem Beobachtungszeitraum von einer Viertelstunde sei vom PirschfÃ¼hrer der Hinweis gekommen, dass es sich seiner AbschÃ¤tzung nach um einen "I-erÂ Hirsch" handle.
Zum Ansprechen des Hirsches sei ein entsprechendes Fernglas verwendet worden. Der Hirsch sei mit einem gedrungenen Haupt, kurzem TrÃ¤ger, flachen RÃ¼cken (Ziemer) und durchhÃ¤ngendem Bauch beschrieben worden, ebenso sei der Ãœbergang vom RÃ¼cken zum Hals hÃ¶ckerfÃ¶rmig gewesen. Weiters habe der Hirsch ein "bÃ¶ses Geschau und eine massive BrunftmÃ¤hne" aufgewiesen. Die Schussdistanz habe laut den Auswertungen am Luftbild sowie den Schilderungen des Revisionswerbers und des PirschfÃ¼hrers etwa 200 Meter betragen.
Die Darstellung des SchÃ¼tzens sei aus jagdfachlicher Sicht glaubhaft. Demnach seien die Ã¼blichen fachlichen Kriterien in die Entscheidungsfindung zur Zuordnung des Hirsches in die richtige Altersklasse grundsÃ¤tzlich auch angewandt worden. Auch die Schussabgabe auf diese Entfernung kÃ¶nne nach entsprechendem Ansprechen des StÃ¼ckes und der BerÃ¼cksichtigung von Sicherheitsaspekten als bei der JagdausÃ¼bung im Gebirge Ã¼blich bezeichnet werden.
Aus jagdfachlicher Sicht erscheine es so, dass durch die vom Revisionswerber selbst angefÃ¼hrte fehlende Praxis vermehrt den Argumenten des jagdlich erfahreneren PirschfÃ¼hrers Gewicht beigemessen worden sei. Letzterer habe bei der Einvernahme am 12.Â SeptemberÂ 2018 angegeben, den betreffenden Hirschen in einer Entfernung vonÂ 180 bis 200Â Meter durch ein Spektiv (hÃ¶herer BildvergrÃ¶ÃŸerungsfaktor als bei einem Ã¼blichen Fernglas) beurteilt zu haben. Die Merkmale seien unter Zuhilfenahme des Spektives fÃ¼r die AbwÃ¤gung einer Schussabgabe besprochen worden. Den Befragungen am 12.Â SeptemberÂ 2018 seien keine AusfÃ¼hrungen zur mÃ¶glicherweise erfolgten Beurteilung der TrophÃ¤e zu entnehmen. Das bei dem Hirsch vorhandene (Alters-)Merkmal, dass sich die Geweihmasse in den oberen Enden finde (ein Merkmal fÃ¼r mittelalte Hirsche), sei mit einem Fernglas, wie es der SchÃ¼tze verwendet habe, nicht mit hoher Sicherheit erkennbar. Mit einem Spektiv, wie es der PirschfÃ¼hrer verwendet habe, wÃ¤re dieses Merkmal jedoch durchaus erkennbar gewesen.
Bei den von dem PirschfÃ¼hrer und vom Revisionswerber geschilderten Ã¤uÃŸeren Erscheinungsmerkmalen des Hirsches (gedrungenes Haupt, kurzer TrÃ¤ger, flacher RÃ¼cken, durchhÃ¤ngender Bauch, bÃ¶ses Geschau, massive BrunftmÃ¤hne, waagrechter und massiver TrÃ¤ger, TrÃ¤geransatz eingesattelt) handle es sich zum Zeitpunkt des Ansprechens um Merkmale, die auf einen Hirsch der KlasseÂ I zutreffend seien. Gleichzeitig handle es sich bei der konkreten Ausformung des Geweihs (Hauptgeweihmasse im oberen Bereich) jedoch um ein Merkmal, das mittelalte Hirsche (alsoÂ 6. bis 8.Â Kopf) aufweisen wÃ¼rden. Ein sorgfÃ¤ltiges Ansprechen des Wildes (Erscheinungsbild, TrophÃ¤e, KÃ¶rperbau, Verhalten, etc.) bei entsprechenden SchussverhÃ¤ltnissen (Entfernung, SichtverhÃ¤ltnisse, Kugelfang, etc.) sei eine unerlÃ¤ssliche Voraussetzung fÃ¼r die Gewissheit, dass das beobachtete Wild unter Zugrundelegung des entsprechenden Abschussplanes auch tatsÃ¤chlich erlegt werden dÃ¼rfe.
4 In seiner rechtlichen Beurteilung hÃ¤lt das Verwaltungsgericht zunÃ¤chst fest, dass aus der fÃ¼r das vorliegende Revier geltenden Abschussplangrundlage eine ZulÃ¤ssigkeit des Abschusses eines Hirsches der KlasseÂ II in Form eines beidseitigen Kronenhirsches jedenfalls nicht vorgesehen sei, weshalb die Problematik hinsichtlich des "Topfhirsches" letztlich unmaÃŸgeblich sei. Ausschlaggebend bleibe allein, dass in den fÃ¼r das betreffende Jagdrevier zutreffenden normativen Abschussplangrundlagen der Abschuss eines Hirsches der vorliegenden Klasse (beidseitiger Kronenhirsch KlasseÂ II) nicht vorgesehen sei.
5 Den BeschwerdeausfÃ¼hrungen schloss sich das Verwaltungsgericht insofern an, als einem SchÃ¼tzen in der freien Wildbahn bestimmte Kriterien nicht zugÃ¤nglich seien und dabei Ã¼ber die Entfernung in der Ã¼berwiegenden Zahl nur subjektive Anhaltspunkte der Altersermittlung zur VerfÃ¼gung stÃ¼nden. Diese seien vom SchÃ¼tzen und dem PirschfÃ¼hrer einerseits als solche beschrieben worden, wie sie fÃ¼r einen der KlasseÂ I entsprechenden reifen Hirsch zutreffen mÃ¶gen. Andererseits hÃ¤tten aber die fotografische Dokumentation der TrophÃ¤e und selbst die vom Revisionswerber vorgelegten Fotos gezeigt, dass beim Hirsch die Geweihmasse im Sinne der SachverstÃ¤ndigenausfÃ¼hrungen im oberen Bereich des Geweihs vorzufinden sei. Dieser Umstand wÃ¤re auch entsprechend der SachverstÃ¤ndigenausfÃ¼hrungen beim Ansprechen des StÃ¼ckes auch wahrnehmbar gewesen. Im Sinne der diesbezÃ¼glichen Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes sei ein sorgfÃ¤ltiges Ansprechen des zu erlegenden WildstÃ¼ckes unerlÃ¤ssliche Voraussetzung fÃ¼r eine zulÃ¤ssige Schussabgabe. Wenn im Grenzbereich der AltersklassenÂ I undÂ II eine zweifelsfreie Zuordnung des angesprochenen WildstÃ¼ckes zu einer der beiden Altersklassen in freier Wildbahn nicht mÃ¶glich sei und der Abschuss die vorherige Zuordnung des StÃ¼ckes zu einer bewilligten Altersklasse voraussetze, habe der Abschuss zu unterbleiben. Eine Zweifelssituation rechtfertige also gerade nicht den Abschuss, sondern hÃ¤tte vielmehr zu einer Abstandnahme von der Schussabgabe fÃ¼hren mÃ¼ssen (Hinweis auf VwGHÂ 8.9.2011, 2009/03/0057). 6 Fallbezogen folgerte das Verwaltungsgericht schlieÃŸlich, dass bei entsprechend sorgfÃ¤ltiger und genauer Betrachtung des Hirsches zumindest Anhaltspunkte fÃ¼r die Bezweiflung des tatsÃ¤chlichen Erreichens der Altersgrenze von 10Â Jahren aufkommen hÃ¤tten kÃ¶nnen und somit die Schussabgabe unterbleiben hÃ¤tte mÃ¼ssen. Hinzu komme, dass es sich -Â wie von allen unmittelbar Beteiligten (SchÃ¼tzen und PirschfÃ¼hrer) angegebenÂ - im vorliegenden Fall um einen ihnen unbekannten Hirsch gehandelt habe, weshalb umso mehr Anlass fÃ¼r eine genauere Betrachtung des StÃ¼ckes vorgelegen sei. Erschwerend komme hinzu, dass laut Aussage des PirschfÃ¼hrers ihm der Umstand bekannt gewesen sei, dass in der weiteren Revierumgebung "gemÃ¤stete" Hirsche unterwegs seien, die in der Brunftzeit auch entsprechende Entfernungen zurÃ¼cklegten. GegenÃ¼ber solchen Hirschen wÃ¤re besondere Vorsicht in der Altersbewertung angebracht gewesen. Soweit der Revisionswerber rechtfertigend auf seine Revierunkenntnis und seine nicht im ÃœbermaÃŸ gegebene jagdliche Erfahrung hinwies, kÃ¶nne ihm dies letztlich auch nicht zum Erfolg verhelfen, da all diese UmstÃ¤nde nur Anlass zu einer noch hÃ¶heren Sorgfaltswaltung und im Zweifel zur ZurÃ¼ckhaltung bei der Schussabgabe fÃ¼hren mÃ¼sste. 7 Gegen dieses Erkenntnis erhob der Revisionswerber zunÃ¤chst Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof, der deren Behandlung mit Beschluss vom 12.Â JuniÂ 2019, EÂ 866/2019-5, ablehnte und sie dem Verwaltungsgerichtshof zur Entscheidung abtrat.
8 In der vorliegenden auÃŸerordentlichen Revision macht der Revisionswerber in der ZulassungsbegrÃ¼ndung das Fehlen von Rechtsprechung zur Frage geltend, ob der Abschuss eines dem JÃ¤ger und dessen Pirschbegleiter unbekannten Hirsches, an dessen Altersbeurteilung bei Schussabgabe nach eingehender Beurteilung aller fÃ¼r die Altersfeststellung maÃŸgeblichen Indikatoren fÃ¼r den SchÃ¼tzen keine Zweifel bestanden hÃ¤tten, gegen Â§Â 158 Abs.Â 1 ZÂ 8c in Verbindung mit Â§Â§Â 59 Abs.Â 1 undÂ 62Â JG verstoÃŸe.
9 Mit diesem Vorbringen wird die ZulÃ¤ssigkeit der Revision jedoch nicht dargetan:
10 Nach Art.Â 133 Abs.Â 4Â B-VG ist gegen ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichts die Revision zulÃ¤ssig, wenn sie von der LÃ¶sung einer Rechtsfrage abhÃ¤ngt, der grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lÃ¶sende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.
11 Hat das Verwaltungsgericht -Â wie im vorliegenden FallÂ - im Erkenntnis ausgesprochen, dass die Revision nicht zulÃ¤ssig ist, muss die Revision gemÃ¤ÃŸ Â§Â 28 Abs.Â 3Â VwGG auch gesondert die GrÃ¼nde enthalten, aus denen entgegen dem Ausspruch des Verwaltungsgerichts die Revision fÃ¼r zulÃ¤ssig erachtet wird. 12 Der Verwaltungsgerichtshof ist bei der Beurteilung der ZulÃ¤ssigkeit der Revision an den Ausspruch des Verwaltungsgerichts nicht gebunden. Er hat die ZulÃ¤ssigkeit einer auÃŸerordentlichen Revision gemÃ¤ÃŸ Â§Â 34 Abs.Â 1aÂ VwGG im Rahmen der dafÃ¼r in der Revision vorgebrachten GrÃ¼nde zu Ã¼berprÃ¼fen. Liegt eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung im Sinne des Art.Â 133 Abs.Â 4Â B-VG danach nicht vor, ist die Revision gemÃ¤ÃŸ Â§Â 34 Abs.Â 1Â VwGG zurÃ¼ckzuweisen. Ein Beschluss nach Â§Â 34 Abs.Â 1Â VwGG ist nach Â§Â 34 Abs.Â 3Â VwGG in jeder Lage des Verfahrens zu fassen. 13 Die demnach fÃ¼r die Beurteilung der ZulÃ¤ssigkeit der Revision allein maÃŸgebende ZulÃ¤ssigkeitsbegrÃ¼ndung der RevisionÂ legt nicht dar, dass der Verwaltungsgerichtshof bei Entscheidung Ã¼ber die vorliegende Revision eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung zu lÃ¶sen hÃ¤tte:
14 Vorausschickend ist festzuhalten, dass das Verwaltungsgericht unter nÃ¤herer BegrÃ¼ndung davon ausgegangen ist, dass bei einer entsprechend sorgfÃ¤ltigen und genauen Betrachtung des Hirsches zumindest Zweifel am tatsÃ¤chlichen Erreichen der Altersgrenze von 10Â Jahren aufkommen hÃ¤tten mÃ¼ssen und die Schussabgabe daher unterbleiben hÃ¤tte mÃ¼ssen. Denn im Sinne der SachverstÃ¤ndigenausfÃ¼hrungen finde sich die Geweihmasse beim erlegten Hirsch im oberen Bereich des Geweihs vor. Dieser Umstand wÃ¤re entsprechend der SachverstÃ¤ndigenausfÃ¼hrungen beim Ansprechen des StÃ¼ckes Ã¼ber die angegebene Entfernung auch wahrnehmbar gewesen. ZusÃ¤tzlich hÃ¤tte beim Ansprechen des Hirsches ein erhÃ¶hter SorgfaltsmaÃŸstab angewendet werden mÃ¼ssen, als es sich unstrittig um einen Hirsch gehandelt habe, der weder dem SchÃ¼tzen noch dem PirschfÃ¼hrer bekannt gewesen sei.
15 Insofern ging das Verwaltungsgericht davon aus, dass das Ansprechen des Hirsches nicht ausreichend und nicht sorgfÃ¤ltig genug vorgenommen wurde und der Umstand, dass sich die obere Geweihmasse im oberen Bereich des Geweihs befinde, dem SchÃ¼tzen auffallen hÃ¤tte mÃ¼ssen.
16 Aus diesem Grund geht das ZulÃ¤ssigkeitsvorbringen bereits insofern fehl, als es verkennt, dass das Verwaltungsgericht nicht davon ausgegangen ist, dass -Â wie von der Revision behauptet wirdÂ -
keinerlei Zweifel Ã¼ber alle fÃ¼r die Altersfeststellung relevanten Indikatoren bestanden hÃ¤tten. So ist es fallbezogen nicht maÃŸgeblich, ob der Revisionswerber subjektiv keinerlei Zweifel an der Altersbeurteilung hegte. Vielmehr ist bedeutsam, ob die fÃ¼r die Altersbeurteilung relevanten Indikatoren vollstÃ¤ndig beim Ansprechen des Hirsches erhoben und beurteilt wurden. Das Verwaltungsgericht ging nach DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen Verhandlung und unter entsprechender WÃ¼rdigung des SachverstÃ¤ndigengutachtens und sÃ¤mtlicher Zeugenaussagen davon aus, dass der bereits nÃ¤her beschriebene Umstand beim Ansprechen des Hirsches dem JÃ¤ger auffallen hÃ¤tte mÃ¼ssen und somit nicht alle relevanten Indikatoren Ã¼berhaupt herangezogen worden seien. 17 Diese Beurteilung, ob das Ansprechen des Hirsches ausreichend sorgfÃ¤ltig durchgefÃ¼hrt wurde, sowie das diesbezÃ¼gliche Vorbringen des Revisionswerbers betrifft die vom Verwaltungsgericht vorgenommene BeweiswÃ¼rdigung. DiesbezÃ¼glich ist darauf hinzuweisen, dass der Verwaltungsgerichtshof als Rechtsinstanz tÃ¤tig ist; zur ÃœberprÃ¼fung der BeweiswÃ¼rdigung ist er im Allgemeinen nicht berufen. Eine Rechtsfrage grundsÃ¤tzlicher Bedeutung im Zusammenhang mit der BeweiswÃ¼rdigung liegt nur dann vor, wenn das Verwaltungsgericht die im Einzelfall vorgenommene BeweiswÃ¼rdigung in einer die Rechtssicherheit beeintrÃ¤chtigenden, unvertretbaren Weise vorgenommen hat (vgl.Â etwa VwGHÂ 24.9.2019, RaÂ 2019/03/0070 undÂ 0072,Â mwN). Dies ist hier nicht der Fall: Das Verwaltungsgericht hat unter Bedachtnahme auf die konkreten UmstÃ¤nde des Einzelfalles und unter Zugrundelegung eines Gutachtens und der Zeugenaussagen hinreichend begrÃ¼ndet, warum es von einem mangelhaften Ansprechen des Hirsches und folglich von der vorwerfbaren FehleinschÃ¤tzung des Alters des Hirsches ausging. Die Revision -Â insbesondere auch der pauschale Hinweis des Revisionswerbers, er hÃ¤tte jede erdenkliche Sorgfalt beim Ansprechen des Hirsches angewendet und insofern sei das Verwaltungsgericht von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abgewichenÂ - zeigt nicht auf, dass dabei die BeweiswÃ¼rdigung in einer die Rechtssicherheit beeintrÃ¤chtigenden, unvertretbaren Weise vorgenommen worden wÃ¤re. 18 Wenn der Revisionswerber ferner eine Aktenwidrigkeit darin zu erkennen vermeint, als sich das Verwaltungsgericht bei der Beurteilung darauf zurÃ¼ckgezogen habe, dass der Revisionswerber aufgrund des Geweihs Anlass zu Zweifel in Bezug auf das Alter des Hirsches hÃ¤tte haben mÃ¼ssen und das, obwohl das Geweih eines Rothirsches nur einen Bruchteil -Â von in etwa einem FÃ¼nftelÂ - bei der Beurteilung des Alters eines Rothirsches ausmache, verkennt er damit zunÃ¤chst, dass es sich hier nicht um eine Aktenwidrigkeit handelt, sondern das Verwaltungsgericht diese Schlussfolgerungen schlÃ¼ssig auf die Ergebnisse des SachverstÃ¤ndigengutachtens stÃ¼tzte. Ferner geht das Verwaltungsgericht auch nicht davon aus, dass die Beurteilung des Geweihs -Â wie erkennbar vom Revisionswerber behauptetÂ - als alleinstehender Indikator maÃŸgeblich wÃ¤re. Vielmehr geht das Verwaltungsgericht in seiner Beurteilung davon aus, dass die Altersfeststellung aufgrund der Beurteilung mehrerer Faktoren, zu denen auch das Geweih zÃ¤hle, vorzunehmen sei, und dieser Indikator vom Revisionswerber bei der Beurteilung des Alters nicht mitberÃ¼cksichtigt worden sei. 19 In seiner Beurteilung konnte sich das Verwaltungsgericht auch zutreffend auf die bestehende Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes stÃ¼tzen:
So hat der Abschuss zu unterbleiben, wenn im Grenzbereich der AltersklassenÂ I und II eine zweifelsfreie Zuordnung des angesprochenen WildstÃ¼ckes zu einer der beiden Altersklassen in freier Wildbahn nicht mÃ¶glich ist und der Abschuss -Â wie auch vorliegendÂ - die vorherige Zuordnung des StÃ¼ckes zu einer bewilligten Altersklasse voraussetzt. Eine Zweifelssituation rechtfertigt gerade nicht den Abschuss, sondern hÃ¤tte vielmehr zu einer Abstandnahme von der Schussabgabe fÃ¼hren mÃ¼ssen (VwGHÂ 8.9.2011, 2009/03/0057). Selbiges hat umso mehr zu gelten, wenn unter entsprechender BerÃ¼cksichtigung sÃ¤mtlicher Indikatoren, nÃ¤mlich auch des Merkmals, dass sich die Geweihmasse in den oberen Enden findet, bei einer Altersfeststellung jedenfalls Zweifel am Alter des Tieres auftreten hÃ¤tten mÃ¼ssen. Aus diesen GrÃ¼nden ist der BeweiswÃ¼rdigung und der rechtlichen Beurteilung des Verwaltungsgerichtes gegenstÃ¤ndlich nicht entgegenzutreten. 20 Der Revisionswerber hat sich im gesamten Verfahren, insbesondere auch im vorliegenden Revisionsverfahren, gegen das Ergebnis der Beurteilungskommission, dem zufolge der Hirsch ein Alter von 7Â Jahren aufgewiesen habe, und gegen deren Beurteilungsmethoden gewendet. Hierzu ist abschlieÃŸend auf das ebenfalls zum Salzburger Jagdgesetz und der darin geregelten Beurteilungskommission ergangene und insoweit fÃ¼r den vorliegenden Fall relevante Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 27.Â FebruarÂ 2013, 2011/03/0090, hinzuweisen. DiesbezÃ¼glich ist daher auch im vorliegenden Fall dem Revisionswerber entgegenzuhalten, dass gemÃ¤ÃŸ Â§Â 147 Abs.Â 2Â JG sÃ¤mtliche Mitglieder dieser Kommission Fachkundige auf dem Gebiet des Jagdwesens sein mÃ¼ssen. Den Mitgliedern einer derartigen Beurteilungskommission ist aufgrund ihrer fachlichen Kenntnisse zuzubilligen, Hirsche anhand der TrophÃ¤en und der Unterkiefer der entsprechenden Alters- und QualitÃ¤tsklassen zuzuordnen (vgl.Â VwGHÂ 27.2.2013, 2011/03/0090), weshalb dem dementsprechenden Vorbringen kein Erfolg beschieden ist.
21 Soweit schlieÃŸlich in der ZulassungsbegrÃ¼ndung der Revision erstmals behauptet wird, dass nicht der Bescheid der Salzburger JÃ¤gerschaft vom 30.Â MÃ¤rzÂ 2016, 6850/5.1/2016 (Abschussplan fÃ¼r das Jagdgebiet), sondern vielmehr der Bescheid der Salzburger JÃ¤gerschaft vom 30.Â MÃ¤rzÂ 2016, 6/5.1.2016 (Abschussplan fÃ¼r die Wildregion), einschlÃ¤gig wÃ¤re, ist der Revisionswerber darauf hinzuweisen, dass er nach Â§Â 62Â JG bestraft wurde, wonach jede Ãœberschreitung der im Abschussplan festgelegten HÃ¶chstabschÃ¼sse untersagt ist. Wie auch das Verwaltungsgericht zutreffend festgehalten hat, ist fÃ¼r das gegenstÃ¤ndliche Eigenjagdgebiet nach dem zugrundeliegenden Abschussplan jedenfalls die ZulÃ¤ssigkeit des Abschusses eines Hirsches der KlasseÂ II in Form eines beidseitigen Kronenhirsches nicht vorgesehen. Dass ein "Topfhirsch" dieser Klasse aufgrund des Abschussplans fÃ¼r die Wildregion frei gewesen wÃ¤re, wird im Ãœbrigen auch vom Revisionswerber nicht behauptet (auch nach den im angefochtenen Erkenntnis wiedergegebenen AusfÃ¼hrungen des jagdfachlichen AmtssachverstÃ¤ndigen, denen der Revisionswerber nicht entgegengetreten ist, war fÃ¼r das hier maÃŸgebende Jahr im Abschussplan fÃ¼r die Wildregion ein aufgeteilter HÃ¶chstabschuss von "0Â II-erÂ StÃ¼cken" vorgesehen). 22 In der Revision werden damit keine Rechtsfragen aufgeworfen, denen im Sinne des Art.Â 133 Abs.Â 4Â B-VG grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukÃ¤me. Die Revision war daher gemÃ¤ÃŸ Â§Â 34 Abs.Â 1 und Abs.Â 3Â VwGG zurÃ¼ckzuweisen.
Wien, am 28.Â JÃ¤nnerÂ 2020